ocr page 1

15". Britische Inseln und die Nord - See.

Generalkarte.
15". England.
15«. Schottland.
15·^. Ireland.

16«. Dänemark, Schweden ii. Norwegen.

Generalkarte.
IC. Dänemark, mit Schleswig, Holstein u.
Lauenburg.
Schweden xmd Norwegen.

rianiglob
und südl. Halbkugel.

IT.
lö.

19.

20.

Fhifs- und Bergkarte von Deutschlaiul

u. den anliegenden Ländern.
Deutschland, Niederlande u. Schweiz.

Generalkurte.
Deutschland und anliegende Länder,
zur Übersicht der Hauptstrafsen und
Entlernungen. (Postätrafsen u. Eisen-
hahn - Linien.)
2L Nordwestliches Deutschland.
22". Nordöstliches Deutschland.
22^. Ost-u. West-Preufsen u. Posen, nebst
Übersicht des ganzen Preufs. Staats.

23. Mittelöstliches Deutschland.

24. Südwestliches Deutschland und die

Schweiz.

25. Siidöstliches Deutschland.

26. Der Österreichische Kaiser - Staat.
2?u28. Königreich Sachsen und Thüringen.
29. Köjiigreich der Niederlande; Königreich

Belgien; Luxemburg.

STIELER8

ΗΑΓ^Β - ATLAS

mm ALLK TIIEILE MM EllDE UNI) ÜKEIl DAS WIlLTGEBlUDE.

τ ο Ii Ii § τ Ä Μ η 1 Cii i: α τι ^ c.^ α β κ. t ^ 5 ο.

ΪΡ r e t ιm^ 21 rl) t μ g harten, Mcbü ßevxc\]t über ^m 2ltla0 unö Crlmiterun^en

μ öen ein^chieu §rtrtnt

No,

jVo. 1. Titel, — mitGrmidrifs der Stadt Gotha.
2ii3. Die siciitbare Seite der Moiuloberfläclie.
4. Das Planeten - System.
5". Der nördliclie gestirnte Himmel.
Si». Der südliche gestirnte niunnel.

6. Westliche Halbkugel.

7. Ã–stllciie Halbkugel,
der Antipoden. — Nördl.

Zwei Plani-

globen für die gröfste Masse Landes
ufid Wassers.
Weltkarte in Mercators Projection, —
Zeitunterschiede verschiedener Meri-
diane.

Die bekannteren Höhen über der Mee-
resfläche.

Buropa zur Übersiclit der Fhifsgebiete

und Höhenzüge.
Europa mit politischer Begränzung.
13». Spanien und Portugal.
Generalkarte.
13Spanien und Portugal. Nordwestl. Blatt.
13=. Spanien. Nordöstliches Blatt.
13 d, Spanien und Portugal. Südwestl. Blatt.

13 Î², Spanien. Südöstliches Blatt.

14 a. Frankreich. Generalkarte.
141·. Nordöstliches Frankreich.
14 c. Nordwestliches Frankreich.
14^. Südliches Frankreich.

No. 30u3I. Der Khein vom Bodensee bis Köln. !No.
(Württemberg, Baden, Bayer. Pfalz.)

32. Die Schweiz.

33. Italien. Generalkarte.

34 Nördliches Italien.
34b. Südliches Italien.

35 ^ Galizien, Llngarn , Siebenbürgen u. a.
35^. Ungarn.

Ostseeländer und Inneres llufsland bis
Moskau.

3Τ». Europäisches llufsland. Generalkarte.

31 b. Nördlicher Tlieil λοπι Eiirop. Bulsland.

37®, Südlicher Theil vom Europ. Iliirsland.

Europäische TVirkei, Grieclienland imd
loüisciie Inseln.
Generalkarle.

Die Europäische Türkei von der Gränze
Griechenlands bis zu den Mündimgen
der Dunau.

38«. Griechenland.

39. Asia. Generalkarte.

40. Africa. Generalkarte.

41». America. Generalkarte,

41 Nordpolarländer.

41 Der Atlantische Oceaii.

42°·. Das Mittelländische u. Schwarze Meer.
Generalkarte des Osma7tischen Reichs.

42^·. Palästina.

43 ^ Das Osmanische Reich in Asien.

I Ν Η Α L Τ.

43 b. Iran und Turan.

430. Chinesisches Reich und Japan.

44". Ost-Indien mit den Inseln.

44''. Vorder-Indien oder das Indo-Britische
Reich.

44 Die Ostindischen Inseln.

4.5». Mittel- und Nord-Africa. W^estliches
Blatt.

45''. Mittel- und Nord-Africa (östliches
Blatt) und Arabien.

45 Süd - Africa mit Madagascar.
4.)d. Südspitze von Africa.

46". Nord-Ameiica.

40Verein-Staatenvon.Nordamerica,Mexico,
Vucatan u. a.

47. Verein - Staaten von Nord - America,

mit Ausnahme Florida's u. der west-
■ liehen Territorien.

48. West-Indien und Centro-America.

49 Süd - America.

49''. Nördlicher Theil von Süd-America.

49<=. Südliclier Theil von Süd-America.

50". Australien u. Polynesien. Generalkarte.

50^ Das Festland von Australien mid be-
nachbarte Inseln,

50 c. Südöstlicher Theil von Australien.

51. West-Polynesien.

52, Ost - Polynesien,


ocr page 2

BERICHT

Ζ U

/STIELER S HAND.ATLAS

nebst

ausführlichen Erläuterungen einzelner Karten.

»es Berichts fünfte Anflaae.

Vorwort zur ersten Auflage.

Es darf nicht unbeachtet bleiben, wie die auf dem Titel be-
zeicbaete geographische Uniernehinung· entstanden ist, mid sich
iveiter ausgebildet hat.

Eine vorläufige Ankündigung· vom April 1816, und die be-
stiinmteie vom August desselben Jahres versprach einen Hand-
Atlas von 50 Blättern, Λvelcher
aUgemeine Brauchbarkeit mit
Gründlichkeit und Vollständigkeit so viel möglich vereinigen, und
sowohl für den
Unterricht als auch zum täglichen Gebrauch für
alle Stände
dienen sollte.

Bequemes Format, mäfsige Blätterzahl, Bücksicht auf Gleich-
förmigkeit der Projection und des Maasstabs nach gewissen Clas-
sificationen, und was aufserdem vom innern Gehalte und der äu-
fsern Ausstattung mit Recht verlangt werden kann, bei möglichst
billigem Preise — sollte dem Unternehmen Werth und Beifall
sichern.

Wohl wufste man, dafs mehrere der eben bezeichneten
Zwecke und Eigenschaften mit einander collidiren, und daher nur
bedingt zu vereinigen waren, und dafs die Kritik überhaupt ge-
gen die Vereinigung so verschiedenartiger Zwecke (aus ihrem
Standpunkt nicht mit Unrecht)
ankämpft; man sah aber zugleich
ein, dafs nur auf
diesem Wege die Ausführung zu sichern und
allgemeine Verbreitung zu bewirken war.

Dennoch hauete man auf den guten Erfolg nicht mit einer
solchen Zuversicht, wie sie nur von Selbstüberschätzung dictirt
zu Λverden pflegt. Um desto belohnender aber wurde die gün-
stige Aufnahme; nicht, um bequem beim Gegebenen und Vorge-
nommenen stehen zu bleiben, sondern um mit gestärktem Muthe
die Anforderungen an die
eigenen Leistungen möglichst zu stei-
, gern. So ist es denn gekommen, dafs schon bei dem Erscheinen
der ersten Lieferung des Hand-Atlas (1817) und nachher fortwäh-
rend, der Plan erweitert und gesichtet, dabei aber auf innere
und äufsere Vervollkommnung des Ganzen und des Einzelnen mit
wachsendem Fleifse, selbst auf die Gefahr pecuniärer Aufopfe-
rungen, hingearbeitet wurde.

Was in den 18 Jahren, seit dem Beginn des Hand-Atlas, ge-
leistet worden, liegt vor den Augen des geographischen Publi-
kums. Wie weit es auch von dem Ziel entfernt geblieben ist,
Welches die ungebundene, durch Erfahrung nicht gedemüthigte
Phantasie sich steckt, oder was bei beschränkterem Umfange der
Aufgabe, bei hinlänglicher Mufse, und versehen mit allem Rüst-
zeugr» in der Wirklichkeit zu erreichen
gewesen wäre; immer
darf in Anspruch genommen Averdeu — und dieser Anspruch ward
von allen Seiten freundlich gewährt, — dafs redliches Streben
nach treuer
Lösung des gegebenen Wortes, Bemühung um die
Mittel dazu,, und einiger Beruf, zum Gedeihen förderlich gewesen
sind; dafs ferner die Unternehmer dem Dämon der Uebertreibung
und Grofssprecherei sich nicht hingegeben, und lieber dem ge-
bildeten und verständigen Theile des Publikums gehuldiget haben.

Vielleicht dürfte uneern geographischen Bearbeitungen noch
dadurch ein indirecter Werth beigelegt werden, dafs sie für an-
dere Unternehmungen zum Sporn gedient, auch dem überall auf-
wuchernden Unkraut einen Theil seines Bodens entzogen haben.

Leider indefs liegt es in der jfatm. graphischen Produc-
tionen, als
Bildwerk, dafs zunächst das Auge durch deren Aeufse-
res
(für oder gegen) bestochen wird, während der innere Gehalt
(Treue der Darstellung, Biciitigkeii der Ortslagen, des Wasser-
laufs , der Gränzen, der Strafsen etc. — gute Auswahl und Un-
terscheidung des Wichtigern vom Unwichtigem u. s. w.) äufserst
Stielbk's Hasd-Atias. Bek. 6. A.

schwer, oft nur mit Hülfe vieler Vorarbeiten und durch mühsame
Vergleichungen, oft auch gar nicht, gewürdiget und erkannt wer-
den kann. — Deshalb ist nichts trügerischer, als die Urtheile
über solche graphische Productionen. Denn, abgesehen von dem
in sein Kiclits zurückfallenden schnell fertigen Absprechen hlo-
fser Dilettanten, tappt auch oft der grundlichste Geograph im
Finstern, Λνβηη er ein solches Werk prüfen soll. Lassen Avic die
Sudeleien unberufener Nachmahler und Compilatoren immerhin
ganz ans dem Spiel, so ist auch das anscheinend, selbst aner-
kannt Bessere doch meist aus den verschiedenartigsten Elemen-
ten zusammengetragen, und ist, wenn auch vielleicht tlieilweise
aus sehr fleifsigen Versuchen, um Widersprechendes zu vereini-
gen, hervorgegangen, dennoch unmöglich richtig zu würdigen,
so lange es, ausführlicher und getreuer Rechenschaft über die
Art der Bearbeitung haar, kein
Maas mitgibt, welches man anle-
gen könnte. So geschieht es wohl, dafs — wenn der Prüfende
zufällig hier oder dort eine Stelle, eine Gegend, die ihm näher
bekannt ist, oder für die er gute Materialien vorliegend hat, gut
ausgeführt findet, ein ungetheiltes Lob dem Ganzen zu Theil
wird, wie mangelhaft auch viele andere Partien des Gemäldes
seyn mögen, und umgekehrt kann auch das Urtheil einseitig zu
hart ausfallen. Ein unbedingt gepriesenes Werk dient dann wie-
der Andern zur Grundlage, und Fehler pflanzen sich fort, wäh-
rend vielleicht Aelteres, Besseres, versteckt bleibt.

Daher immer noch eine Masse neuer Productionen, wenn
auch äufserlich wohl ausgestattet, vielfach gepriesen, dennoch
von sehr unsicherm Werthe. — Daher leider noch der Landkar-
tenhandel mehr oder weniger — Bilderkrämerei, und der wissen-
schaftlichen Controle fast ganz entbehrend.

Es ist schon mehrmal die KothAvendigkeit ausgesprochen
worden, dem Landkartemvesen eine sicherere Bahn zu ebenen,
durch ernstliches Dringen darauf:
„dafs jeder Erscheinung eine
„ausführliche Rechenschaft über die Grundlagen, die gebrauchten
„Hülfsmittel und ihre Benutzung , über die dabei entdeckten Vnge-
„wifsheiten und Widersprüche, und die Art, loie sie zu heben ver-
,,sucht worden, zum Begleiter gegeben werden müsse."
Nur auf
diesem Wege wird man dahin gelangen, das Richtige vom Feh-
lerhaften, das Sichere vom Unsichern zu unterscheiden, auf Ver-
besserung der Mängel hinzuarbeiten und vor blinder Nachbildung
sich zu bewahren. Eine solche Rechenschaft verlangt man mit
Recht vorzüglich von solchen Leistungen, die einen b esondern
Werth, eine gewisse Originalität, in Anspruch nehmen, und
die zugleich abweichend vom Bekannten und mit mehr Vollstän-
digkeit , als dieses, ausgeführt sind. Kicht jeder Zeichner oder
Stecher, jeder Kunsthändler und unternehmende Kopf wird, un-
berufen und unausgerüstet, sich zum Geographen stempeln und
seinen Producteu Eingang verschaffen können, wenn er Rede
stehen soll über sein Werk.

Alle, die eine Stimme dabei haben, müfsten vereinigt dahin
zu Avirken suchen, dafs Nichts, auch das splendideste und ge-
rühmteste nicht, als tauglich anerkannt würde, was nicht auf obige
Weise seinen Reisepafs vorgeAviesen hätte. Mit solchen Pässen
haben wir unsere Missionäre ausgestattet, und wenn sonst nichts
Gutes an ihnen zu rühmen wäre, so roüfste doch dieses offene
Auftreten Beachtung verdienen. — Der Herausgeber des Hand-
Atlas steht bereits in Jahren, die für ihn selbst und für die Pflege
seines geographischen Berufs besondere Früchte einer solchen
Vereinigung kaum noch erwarten lassen, er möchte aber, um der


ocr page 3

II

gnten Sache überhaupt willen, seinen Wunsch nicht vergebens
ausgesprochen haben.

Nach dieser Abschweifung kommen wir auf das vorliegende
Werk zurück. Die Periode seit dem Beginn desselben ist für die
Ausbildung des geographischen Studiums überhaupt von grofser
Wichtigkeit gewesen. Vielleiclit ist in keiner Zeit so Tiel und
80 wesentliches dafür geschehen, wenn auch auf Uebertreibun-
gen mancher Tendenz und auf verfehltes Streben nach Auszeich-
nung ein besonderer Werth nicht gelegt wird. — Im Jahr 1817
trat
Ritter mit dem 1. Theil seiner vergleichenden Geographie
auf. Nur langsam schreitet sein Werk fort. Was er aber da-
durch und durch seine V'orträge unmittelbar, und in immer Avei-
tern Kreisen mittelbar, für würdiges, gediegenes, lebendiges, echt
wissenschaftliches Äuifassen und Verarbeiten des geographischen
Stoffs Avirkt — welchem von unsern Lesern wäre dieis fremd ge-
blieben? — Wie originell beleuchtet nicht
Ritter's neuere kleine
Schrift, womit er das Jubelfest Schnepfenthals schmückte 1), eine
Seite, die bisher im Halbdunkel lag! —

In dieser 18jährigen Periode sind manche gediegene geo-
graphische Werke, auch gröfsere Unternehmungen des Grab-
stichels und Steindrucks gefördert, fortgesetzt, angefangen wor-
den. — Andere Productionen dieser Zeit haben sich durch ge-
ringe Preisstellung, selbst bei geAvisser Eleganz, zu überbieten
gestrebt, nicht ohne Keckheit sich oben an stellend·*·"').

Zwischen Allen diesen sind unsere Leistungen fortgewachsen
und haben, ohne Herold mit Trompetenstofs, Eingang und Aner-
kennung gefunden. Den Unternehmern ward dadurch der Muth
bewahrt, in dem mühsamen Tagwerke mit Avachsendem Eifer
fortzuschreiten. Die Ächtung, die sie dem Publikum au beAvei-
sen suchten, ist nicht unerkannt und unerwiedert geblieben.

Diefs der kurze Inbegriff der Innern Geschichte unserer Un-
ternehmungen von 1816 bis jetzt. Deuten wir noch mit Wenigem
an, was zum Aeufsern gehört.

Der Hand-Atlas in 50 Blättern ist von 1817 bis 1823 in 4
Lieferungen (von denen die 2te und 4te in zwei Abtheilungen zer-
fiel) ausgegeben worden ; — der erweiterte Plan veranlafste Zu-
gaben, neue und veränderte Bearbeitungen, die in 5 Suppl.-Lie-
ferungen bis 1831 und in einer ßten und 7ten (neu bearbeitete Auf-
lagen enthaltend) bis 1833 erschienen sind. Damit wurde der
Hand- Atlas eigentlich geschlossen, er bestand in fünf und sie-
ben zig Blättern

Es leuchtet ein und ergibt sich aus den successiven Erschei-
nungen, dafs ein durchaus befriedigendes Eingreifen der spätem
Zugaben in den frühem Plan nicht zu bewirken war, und dafs,
hätte man gleich Anfangs die Absicht auf 75 Bl. gerichtet, eine
andere Anordnung getroffen Avorden wäre. Indessen sieht man
doch auch, dafs hierin geschehen ist, Avas die Umstände erlaub-
ten. — Uebrigens sind fast alle Blätter im Laufe der Zeit theils
mehrfach verbessert, theils ganz neu bearbeitet worden. So
bringt iortwähijend jedes Jahr Verbesserungen oder neue Bear-
beitungen, und es ist daher der Hand-Atlas von 1830 ein anderer
als der von 1833, gegen
Avelchen wieder der von 1835 oder 1836
manche Vorzüge haben
Avird.

Was die mittlere Ausgabe des Hand-Atlas in LXllI Blättern
anlangt, so glaubte man einem viel genährten Wunsch nach ei-
nem etwas wohlfeilem und doch möglichst vollständigen Hand-

Atlas , so viel nur irgend thunlich, entsprechen zu müssen. _

Den Besitzern dieser mittleren Ausgabe steht es frei, noch eine
weitere AusAvahl von den unter den 63 nicht mit begrifTenen
Blättern zu treifen, die ihnen auf Begehren billigst überlassen
Averden. —

Eine noch nebenbei, im Jahr 1830 zuerst, erschienene Aus-
wahl aus dem Hand-Atlas in
ein und dreifsig Blättern entbehrt
freilich vieler Special-Karten, die man ungern vermissen wird.
Diese Ausgabe wurde nöthig, um einem
Nachdruck zu begegnen.

Gedenken wir auch noch der Verfasser, Gehülfen und An-
staUeii, durch die Alles gefördert worden.

Die Verfasser dieser geographischen Blätter sind, aufser dem
Herausgeber
Stieler selbst, nach der Zeitfolge des Anfangs ihrer
Theilnahme:

Vorerst unser Veteran in der graphischen Erdkunde, Hofrath
C. G. Reichardf),
der unser geographisches Unternehmen mit
begründen half. In neuern Zeiten hat derselbe seine Mufse mehr
der alten Geographie gewidmet und, Avie bekannt, sich
darin einen Namen erworben; aber die Liebe zu diesem seinem
frühern Pflegling ist nicht erkaltet.

Nächstdem H. Hübbe, jetzt in Hamburg, in einem andern
Avürdigen Wirkungskreis, — In der kurzen Zeit seines Antheils
am Hand-Atlas hat er, wie man Aveifs, mehreres Gediegene
geleistet.

Fast,gleichzeitig beginnend: J. C, Bär*}, des Herausgebers
Stieler treuer Gehülfe, ohne dessen prüfendes Auge seit einer
Reihe von Jahren und bis jetzt fast keine Zeichnung dem Grab-
stichel, keine Platte der Presse übergeben wird. Doch diefs ist
der geringere Theil seiner Leistungen, Anderer Orten ist mehr
darüber gesagt worden. Seine Verdienste im geodätischen und
hypsometrischen Fach sind nicht unbeachtet geblieben.

Hierauf Hauptmann v. Stiil-pna gel, seit 10 —11 Jahren
rastlos thätig an unserer Werkstätte. Ein meisterhafter Zeichner,
mit jedem Jahre mehr des Stoffes und der Behandlung mächtig,
mit gesundem BlickSpreu vom Waizen zu unterscheiden befähigt.

Seit mehreren Jahren auch H. Berghaus. Diesem in der
geographischen Welt sattsam gekannten Namen noch etAvas bei-
zufügen, möchte leicht als Anmafsung gedeutet werden, Herr
Professor
Berghaus, Mit - Begründer der geogr, Gesellschaft in
Berlin, hat uns seit einigen Jahren auf mehrfache Weise durch
seine Theilnahme erfreut, nicht nur durch Mittheilung werthvol-
ler Notizen, Materialien und Bemerkungen, sondern auch: selbst
Hand anlegend, Apie die neuern Blätter einiger Theile von Asien
zeigen. Wir dürfen hoffen, auch ferner mit Früchten beschenkt
zu werden, die Seinem Interesse für unsere geographischen Lei-
stungen entsprossen sind.

Unvergessen bleibt ferner, was von vielen Seiten durch Rath,
gütige Lösung von Zweifeln, auch unaufgefordert, in jeder Hin-
sicht für unsern Hand-Atlas geschehen ist. — Die nahe und fern
stehenden
AVÜrdigen Männer, von denen dieses ausgegangen, sind
unsers Dankes gewifs. Namen aufzuführen, dürfen wir uns wohl
nicht erlauben.

Billig aber erkennen wir auch das Verdienst unserer tüchti-
gen und fleifsigen, zum Theil der Kunst mit ausgezeichnetem
Eifer ergebenen , Stecher an, deren Namen die Blätter selbst,
Zeugnifs von ihrem Künstlerwerth gebend, tragen. Zu ihnen ge-
hört auch
L. Michaelis, seit länger als 30 Jahren mit dem Her-
ausgeber des Hand-Atlas zu geographischen Leistungen ver-
bunden, eifrig und gewissenhaft in jeder Beziehung, jetzt Inhaber
und Vorsteher einer vorzugsAveise für solche ZAvecke errichteten
Kupferdruckerei, Aveshalb sein geübter Grabstichel wenig mehr
in Anspruch genommen werden kann.

Wenn aus allen diesem das Bestreben hervorgeht, den ge-
steigerten Anforderungen an unsern geographischen Productionen
fortwährend möglichst zu entsprechen, so kann leicht Jemand
auf die Frage kommen: warum nicht Stahlstich von nns
angeAvendet
Averde, dessen Vorzüge vor Kupferstich man in
neuern Zeiten vielfach herauszuheben sucht?

Hierauf dient zur AntAVort, dafs, so sehr auch der Stahlstich
für andere Kunstleistungen sich empfehlen mag, er für geogra-
phische Blätter, hei denen es auf Correctheit ankommt, am we-
nigsten geeignet ist,
AA'eniger wegen ScliAvierigkeit der erstem
Ausführung und des damit verbundenen längern ZeitaufAvandes,
als um deswillen, AVeil Verbesserungen, zumal von gröfsermBe-
lang, auf Stahlplatten
(Avie auch bei Steingravirungen) nicht
ohne grofse Schwierigkeit zu machen sind, und — welche geo-
graphische Karte bedürfte nichtschon beim ersten Stich, und dann
im Laufe der Zeit, der Nachhülfe und mancher Berichtigung?

per Stahlstich ist daher nur da gut und anwendbar, wo Be-
richtigungen sich nicht nöthig machen, oder wo man es mit der
Correctheit nicht so genau nimmt. Er gereicht besonders dem
Verkäufer zum Vortheil, der in einem Zug 20 bis 30 Tausend
Abdrücke zum Verkauf bringen will.

Die Knpferplatte verträgt Correcturen, ohne dafs sie und der
Abdruck leidet. Man beschränkt sich auf die Zahl der eben
nöthigen Abdrücke und erhält die Platte immerwährend correct,
indem man bei jedem gegebenen Anlafs, es sey durch neu er-
langte Hülfsmittel, durch politische Veränderungen, oder durch
Entdeckung dieser oder jener Unrichtigkeit, sich alsbald zur Ver-
besserung anschickt.

Wenn es sonach als ein besonderer Vorzug geographischer
Blätter für den Käufer angepriesen wird, dafs sie in Stahl-
stichen ausgeführt sind, so werden Sachkenner anderer Ansicht
seyn. Nicht einmal erhöhete Eleganz der Ausführung gegen Kupfer-
stich gewährt der Stahlstich bei geographischen Productionen.

*) Geboren 5. März 1789 zu Molschleben, gestorben 28. Mai 1848 zu Gotha,


„tfeber das historische Element in der geographischen Wissenschaft."

ocr page 4

Hiermit übergeben Avir unsern Lesern den Hand- Atlas und
die Nachweisungen darüber, den Wunsch
beifügend, dafs ihnen
der Gebrauch Vergnügen und Belehrung gewähren möge. Dank-
bar werden wir jede fernere Veranlassung zu gröfserer Vervoll-
kommnung unsers geographischen Werkes aufnehmen und
mch
Moghchkeit benutzen.

Gotha, im üecember 1834.

Stieler. Perthes.


Zur zweiten Auflage.

"er gegenwärtige neue Abdruck, welcher-sich von diesem Be-
richt nöthig gemacht liat, bat alle in den letzten zwei Jahren
mit den Karten des
Hand-Atlas vorgenommene bedeutendere Ver-
änderungen berücksichtigt, wie solche theils durch Nachträge
und grölsere Correcturen, theils durch Herstelhmg neu bearbei-
teter und neu gestochener Blätter herbeigeführt worden sind.
Der Correcturen geringem Belangs (Gränzberichtigungen, Ver-
besserungen in der Kechtschreibung, Nachträge einzelner Orte
und Namen und neuer Eintheilungen), welche fast alle Platten
bei jedem neuen Abdruck zu erhalten iiflegen, konnte begreiflich
nicht im Einzelnen Erwähnung geschehen.

Von besonderm Einflufs auf veränderte Configuration von
Küsten und auf Berichtigung des Flufslaufes waren vornehmlich
die Resultate der Reisen von
Rofs, Graah, Litike und Back für
die arktischen Regionen, und der Gebr.
hander für Mittel-Äfrica.
— An neuen Bearbeitungen sind in diesem Zeitraum dem Hand-
Atias einverleibt worden:
No. 13.
Spanien und Portugal.
No. 23. Mittel-Oestliches Deutschland.
Südwestliches Deutschland.
Südöstliches Deutschland.

Galizien, Ungarn, Siebenbürgen, Moldau und JVallachet.
Asia.

Der Atlantische Ocean.
]Vo. 45b. Nord-Ost-Jfrica und Arabien.
]Vo. 45c. Mittel-Afrtca.
No. 47^». Mexico und Ceniro-America.

Wie die Freunde des Hand-Atlas von der stets fortschreiten-
den Vervollkommnung desselben sich durch eigene Anschauung
überzeugen können, so bedarf es wohl kaum der Versicherung,
dafs nach dem am ISten März 1836 so unerwartet schnell er-
folgten Abscheiden des trefflichen Herausgebers, des Herrn Ge-
heimen-Regierungs-Raths
STJELER, die seitherigen Mitarbeiter
an dem vom Seligen begründeten Werke sich es auf's Eifrigste
angelegen seyn lassen, dieses Werk unermüdet zu fördern und
damit den unaufhörlich wechselnden und wachsenden Anforderun-
gen, wie sie von der wandelbaren Wissenschaft der Erdkunde
gesteilt werden, nach Möglichkeit zu entsprechen.

No. 24.
No. 25.
No. 35a.
No. 39.
No. 41c.

In gewisser Beziehung mögen auch als ZAveckmäfsige Er-
weiterung dieses Hand-Atlas die im Erscheinen begriffenen, dem-
selben in Form und Gestalt sich anschliefsenden beiden Kar-
tenwerke

BERGHAUS' physikalischer Atlas
und

K. V. SPRVNERS historischer Atlas
betrachtet und von vielen Besitzern des Hand-Atlas ΛvΠIkommen
geheifsen werden. Der erst er e wird die Orographie nur mit
wenigen Blättern zu berücksichtigen haben, indem die Gebirgs-
Verhältnisse im Stieler'schen Hand-Atlas gegeben sind. Der
zAveite Aviid bei den Terraingestaltungen die Karten dieses
Atlas auch meist in den Maasverhältnissen zu Grunde legen, so
dafs Vergleichungen der altern und neuern Gestaltung der Länder
(Vergangenheit und Gegenwart) damit erleichtert werden.

Gotha, im Januar 1837.

W. Perthes.


Zur dr i tten Auflage.

Bei dem gegenwärtigen dritten Abdrucke dieses Berichts ist
das nämliche Verfahren beobachtet worden, wie bei dem vor-
hergegangenen. In den letzt verflossenen fünf Jahren haben
auf die äufsere und innere Umgestaltung mehrerer Karten des
Hand-Atlas, aufser manchem Andern, insbesondere die Entdeckun-
gen und Erforschungen von
Beechy, Rofs, Back, Derne und
Simpson, Wrangdl u. A. in den Nordpolargegenden, und die von
Kemp, Balleny, Dumont d'Urville, fVilkes am Südpol, ferner die
Aufnahme der ganzen Küste von Neuholland Einflufs gehabt, so
wie auch die veränderte Kreiseintheilung des Königreichs Bayern
in vielen Nummern des Atlas berück.ijchtigt Averden mufste.

An ganz neu bearbeiteten Blättern sind dem Atlas seit 1837
folgende eingeschaltet worden:

No, 2. a. Die sichtbare Seite der Mondoberfläche.
No. 5b. Der südliche gestirnte Himmel.

No.
No.
No.
No.
No.
No.
No.
No.
No.
No.
No.
No.
No.
No.

9. Planiglob in Mcrcators Projection.
11. Europa zur Uebersicht der Fiufsgebiete und Höhenzüge.
ISb.c.
d.e. Spanien und Portugal in 4 Iii.
14b. Der nordwestliche Thcil von Frankreich.
15a. Britische Inseln.
15c. Schottland.
15<J. Ireland.

27.28. Sachsen und Thüringen.
38. Europäische Türkei.

Afrika (mit Nebenkarte: Algier^.
JSordpolarkarte.
Süd'Africa.
iVestindien.

40.

4ib.

45a.

48.

50b,

Festland von Australien und benachbarte Inseln.

Gotha, im Januar 1842,

fF. Perthes.


Zur vierten Auflage.

ist Thatsache und eine erfreuliche Wahrnehmung, dafs der
Stieler'sche Hand-Atlas, dessen erste Lieferung im April 1817
ausgegeben wurde, nach einem Zeitraum von 30 Jahren noch
unerreicht «„^ unübertroffen besteht, so viele andere Unterneh-
mungen sich auch auf dem von ihm mit Glück eingeschlagenen
Wege versucht haben. Er erfüllt immer noch, was die erste

Ankündigung voi- 39 Jahren versprach: „Allgemeine Brauch-
„barkeit mit Gründlichkeit und Vollständigkeit zu verbinden und
„dem Unterricht sowohl wie dem Gebrauche aller Stände zu
„dienen." Eigenthümliche Auffassung, Avissenschaftliche Be-
handlung, kritische Sichtung des Materials und unermüdliche
Sorgfalt
der Herausgeber begründeten seinen Ruf, den er blei-
bend zu behaupten vermag, da keine Mühe und kein Aufwand
gescheut wird, um der rasch vorwärts schreitenden Wissenschaft
der Erdkunde auf dem Fufse zu folgen, womit eine unaufhör-
liche Verjüngung und Erneuerung der Karten herbeigeführt
wird, — die meisten Nummern Avurden im Verlauf der Jahre
zum dritten und mehrere selbst zum vierten Mal neu be-
arbeitet und gestochen. In den seit Ausgabe der dritten Auflage
dieses Berichts verflossenen fünf Jahren ist insbesondere
eine
grofse Thatigkeit in Herstellung neuer Blätter entwickelt wor-
den, wovon folgende neu erschienene Bearbeitungen
und Stiche
Zeugnifs geben :

Schweden, Norwegen und Dänemark. Generalkarte. 1845.
Dänemark. Mit 4 Nebenkarten, worunter Plan von

Kopenhagen als neue Zugahe, im J. 1846.
Schweden und Norwegen. 1846.
Flufs- und Bergkarte von Deutschland. 1846.
Deutschland. Generalkarte. 1846.
Deutschland. Strafsenkarte. 1844,
Der Oesterreichische Kaiserstaat. 1844.
31.
Der Rhein vom Bodensee bis Köln. 1845.
Die Schweiz. 1844.
Italien. Generalkarte. 1845.
Nördliches Italien. 1842.

No. Ißa.
No. 16b.

No. 17.
No. 18.
No. 19.
No. 20.
No. 26.
No. 30. u.
No. 32.
No, 33a.
No. 34a,


ocr page 5

IV

No. 38a. Europäische Türkei etc. Westlicher Theil von Klein-
asien neu bearbeitet
1845.

No. 40. Jfrica. Generalkarte. 1845.

No. 41a. America. Generalkarte. 1843.

No. 42b. Palästina. 1844.

No. 43a. Das Osmanische Beieft in Asien. 1846.

No. 431). Iran und Turan. 1843.

No. 440. Die Ostindischen Inseln. 1846.

No. 45®·. Nordwestliches Africa. 1845.

No. 45^. Nordöstliches Africa und Arabien. 1845.

No. 45®. Süd-Africa mit Madagascar. 1845.

No. 46a. Nord-America. 1847.

No. 47a. Die Vereinigten Staaten Nord-America's, mit Ausnahme
von Florida und der westlichen Territorien.
1847.

No' S: ! ««'^-^'"erica in 2 El. 1843.

Neben diesen neuen Bearbeitungen haben fast alle übrigen
Nummern ununterbrochen Verbesserungen und Nachträge erhal-
ten, wovon sowohl die Karten selbst, als auch die folgenden
Vorbemerkungen Zeugnifs und Rechenschaft geben. Die den
Eisenbahnlinien in und aufser Deutschland zugewendete
Aufmerksamkeit liefs sie immer sogleich Aufnahme finden, sobald
man in den Besitz der genauen Tracen kam — sie nur ober-
flächlich nach Zeitungsberichten einzutragen, hat man sich nie
erlauben mögen.

In den Nachweisungen zu den einzelnen Nummern des
Hand-Atlas wird eine Ungleichheit in der mehr oder minder
ausführlichen Behandlung auiFallen. Sie ist daher entstanden, dafs
bei der gegenwärtigen neuen Auflage manche umständliche Be-
chenschaft über ältere Blätter verkürzt oder weggelassen wurde,
da die Karten selbst längst aus dem Atlas weggefallen, die dazu
gebrauchten Materialien veraltet, und das Interesse dafür nich
mehr sehr rege seyn kann. Um jedoch ein Bild zu geben, mit
welcher Sorgsamkeit vom Beginn des Unternehmens an bei Ent-
werfung und Ausarbeitung der Karten dieses Atlas zu Werke
gegangen wurde, sind zu einigen Nummern, namentlich zu den
Karten von Africa (No. 40. 45. 43a. 451). 45c. 45d.) die ausführ-
lichen Vorbemerkungen, wie sie früher den einzelnen Lieferun-
gen zu den verschiedenen auf einander folgenden Auflagen bei-
gegeben waren, in diesem Bericht Avieder vollständig eingeschal-
tet worden.

Mit Anwendung*der wichtigen Erfindung des galvanoplasti-
schen Verfahrens zur Vervielfältigung gestochener Kupferplatten
ist nunmehr für den Hand-Atlas ein neuer bemerkenswerther
Zeitabschnitt eingetreten, indem damit der zwiefache Vortheil
erreicht wird, erstens, dafs es nun leichter möglich ist, wie
früher, eine grofse Menge gleichguter Abdrücke herzustellen,
und zweitens, dafs die Möglichkeit gegeben ist, die bedeutenden
auf den Stich der Platten verwendeten Kosten auf eine minder
beschränkte Anzahl von Abdrücken zu vertheilen, mithin die
Preise zu ermäfsjgen, was denn nun auch für den Hand-Atlas
mit Erscheinen der seit 1845 lieferungsweise ins Publikum ge-
brachten neuen Ausgabe Statt gehabt hat, indem die Preise der
drei verschiedenen Ausgaben (in 83 Bl., in LXIII Bl. und in
31 Bl.) um ein Viertel gegen früher erniedrigt werden konnten,
die Preise der einzelnen Karten sogar um ein Drittel.

Gotha, im April 1847.

fr. Perthes.


Zur fünften Auflage.

JIn den abgewichenen zwei Jahren sind dem Hand-Atlas nach-
stehende neue Bearbeitungen einverleibt worden ·

No. 4.

Planetensystem. 1847 vervollständigt durch Aufnahme
der Bahnen mehrerer periodisch wiederkehrenden
Kometen, der neu entdeckten Planeten Astraea und
Neptun, etc. etc.

Deutschland. Generalkarte. 1848. Erweitert im Nor-
den und Nordosten.

Südliches Italien. 1848.

Africa. Generalkarte. 1849. Bereichert mit den Be-

No. 19.

No. 341),
No. 40.

ke sehen Erforschungen am obern Nillauf, und mit
einer neu bearbeiteten Nebenkarte von Algier.
No. 44l>. Vorder-Indien oder das Inda-Britische Reich. 1849.
No. 4Ci>.
Die er einStaaten von Nord-America, Mexico, Yu-

catan u. a. 1848.
No. 49a. Süd-America. 1848.
No. 51.
West.-Polynesien. 1849.
No. 52.
Ost-Polynesien. 1849.
Auch haben je nach Bedürfnifs die meisten Platten Berichtigun-
gen und Nachträge erhalten.

Gotha, im Juli 1849. W. Perthes.


Maasstabs-Verhältnisse.

Als Normalmaas kann das der General-Karten der einzelnen Europäischen Staaten galten. Es ist nach den Zeichnungen so, dass 160 geographische Meilen
die Länge τοη 1 Pariser Fuss geben, was einem Verhältniss zur -wahren Grösse wie 1 zu nahe 3| Millionen entspricht. Die Abdrücke sind jedesmal etwas kleiner als
die Zeichnung, doch verschiedenartig, je nach Beschaffenheit des Papiers, und der Befeuchtung beim Druck.

In doppelt so grossem Maasstab sind die meisten Special-Karten der Europäischen Länder entworfen. — Andere Karten stehen daroft in einfachem Verhält-
niss, bei mehreren aber gestattete der Kaum eine solche Berücksichtigung nicht — Die kleinen Special-Cartons, zu 32 Meilen = 1 Par. Fuss, haben den Maasstab'
welcher der Karte von Deutschland in 25 Blättern zum Grunde liegt.

Folgende üebersicht zeigt die Verhältnisse genauer. Bei den mit * bezeichneten Blättern, die in Mereators Projeetion mit wachsenden Breiten entwerfen sind·
gilt begreiflich das angegebene Verhältniss nur für eine gewisse geographische Breite.

Auf 1 Par. Fuss
Länge kommen
geogr. Meilen.

1600
1200
885
800
710

circa 600
560—520
nahe 500
425
400
280
220
200
160

100
80

60
50
45
40
35
32

No. 39. Asia, 40. Africa, 41a. America, 50a. Australien

No. 41o. Atlantischer Ocean, 46a. Nord- und 49a. Süd-America.

No. 51. und 52. West - und Ost-Polynesien*.

No. 11. Europa, Fluss-Karte, und 12. politische Karte, 43e. Chinesiscehs Eeich, 44a. Ostindien mit den Inseln.
No. 50b. Festland von Australien.

No. 45a., 4Sb., 45o. Africa in 8 Bl., 49b. Nördl. Süd-America, 49o Südl. Süd-America, 46b. Nord-American. V.-Stnaten und Mexico,
(circa J von 1600.) No. 42a. Mittelländisches Meer, 44o. Ost-Indische Inseln.
No. 37a. Europäisches Kussland.
No. 44b. Vorder-Indien.

No. 16a. Scandinavien mit Island, 4Sb. Iran und Turau, 48. West-Indien und Centro-America.
No. 47. Verein-Staaten von
Nord-America.
No. 45d. Südspitze von Africa.

No. 17. Schweden und Norwegen, 18. Fluss-Karte von Deutschland, 43a. Klein-Asien, 50c. Südöstliches Australien.

No. 13a. Spanien, 14a. Frankreich, 15a. Britische Inseln, 19. DeutsChl^d, 2o. Deutschland strassen-Karte, 26. Oesterreichischer Kaiserstaat, 3Sa. Italien,

35a. Ungarn und Galizien, 36. Ostsee-Lander, 37b., 37c. europäisches Kussland in 2 Bl., 88a. Europäische Türkei.
No. 33b. Adriatisches Meer*, 38b. Nördlicher Theil der Europäischen Türkei.

No. 18b. c. a. β. Spanien und Portugal, 14b. c.d. Nordöstliches, Nordwestliches, SUdUches Frankreich, 15b. ,15o. 15a. 16b. England, Schottland, Ireland^

Dänemark, 21-25., 22b. 6 Special-Karten von Deutschland und Preussen, 34». Nördliches Italien, 34b. Südliches Italien, 35b. Ungarn.
No. 380. Griechenland.
No.
29. Niederlande und Belgien.
No. 42b. Palästina.

No. 27 u. 28. Sachsen und Thüringen, 30 u. 31. Der Rhein vom Bodensee bis Köln.
No. 32. Schweiz.

Die meisten Cartons (Städte-Umgebungen).

Preise des Hand - Atlas ;

a) Vollständige Ausgabe in 83 Bl 13 Thlr.; b) Mittlere Ausgabe in LXIII Bl. 10 Thlr.;
c) Auswahl in 31 Bl. 4j Thlr.; d) Jede einzelne Nummer f Thlr. od. 5 SGr.

ocr page 6

BERICHT

ÜBER DIE EINZELNEN

ZU SÄMMTLICHEN AUSGABEN GEHÖRIGEN ALTERN UND NEUERN BLÄTTER

VON

STIEL·ER'S HAMD-ATIiAiS.

Die mit kleinerer Schrift gedrackten Karten-Titel und' die dabei zwischen ( ) gesetzten Nummern beziehen sich stets auf ältere Blätter,
welche ans der neuesten Ausgabe des Hand-Atlas -w-egfalllg geworden sind. '

1. x-itel.

statt zweckloser Verzierungen ist demselben ein kleiner
Grundrifs der Stadt Gotha und ihrer schönen Umg-el)ungen (gez.
τοπ
J. C. Bär) beigefügt, dessen Genanigkeit bis zum Kleinsten
verbürgt werden k^inn, und um so mehr bemerkt zu werden ver-
dient, da keiner der bis jetzt bekannt gewordenen Grundrisse die-
ser Residenz von bedeutenden Fehlern und Mängeln frei ist. —
Diese Titel-Vignette ist die Reduction eines gröfsern Grundrisses,
Welcher, von "demselben Zeichner äufserst fleifsig ausgearbeitet,
im Grabstichel meisterhaft ausgeführt, zuerst 1823, dann 1833 in
neuer Auflage und bis zum Jahr 1847 nachgetragen und berich-
tigt, erschienen ist.

(2 u. 3.) Bildliche Ucliersicht der 50 Blätter,

aus welchen nach der anfänglichen Bestimmung (1816) der Atlas
bestehen sollte. Da diese „bildliche Uebersicht der 50 Blätter"
durch neue Zugaben und neue oft in veränderter Stellung aus-
geführte Auflagen von Jahr zu Jahr mehr abweichend vom wirk-
lichen Inhalt des Atlas erschien, so ist seit 1841 dieselbe ganz
Weggelassen und an deren Stelle mit gleicher Bezifferung einge-
schaltet worden:

2 u. 3. I>ie siclitbare Seite der Mond-
oberlläclie bei voller Beleiichtiing.
1841.

Der verstorbene Herr Herausgeber des Hand-Atlas hatte bei
der ersten Ankündigung auf dem Blatte No. 5 auch eine Abbil-
dung des Mondes zu geben beabsichtigt — allein bei Entwerfung
der für diese Nummer bestimmten Karte des nördlichen gestirnten
Himmels blieb kein Baum fär jene Abbildung übrig, und so un-
terblieb es, eine solche zu liefern, bis späterhin, mehrseitigen
Wünschen zu genügen, dazu geschritten Apard, — Eine nähere
auf dieses Blatt Beziehung nehmende Erläuterung findet sich unter
A. der Beilagen.

4. Das Planetensystem, Von Ad. St. 1823.
Berichtigt und vervollständigt 1847.

Sowohl die Karte als die dazu gehörige Erläuterung (man
seheB. der Beilagen) mufsten vielfacher Ergänzung unterwor-
fen werden, nachdem sich die Aufnahme mehrerer periodisch
wiederkehrender Cometen, ferner die der neu entdeckten Planeten
Aätraea und Neptun,
so wie die Berichtigung der meisten
gegebenen Maas- und Zahlenverhältnisse durch bekanntgewordene
Resultate der neuern astronomischen Forschungen dringend nöthig
machten. Diese Verbesserungen und Vennehrungen werden der
gefälligen Mitwirkung des Herrn Professor
Encke in Berlin und
des Herrn Hofrath
Hansen in Gotha verdankt.

5». »er nördliche g^eistirnte Himmel.

Von Ad. St. 1816. Neu gestochen 1840.

Dieses Blatt enthält fast ganz den Theil des Himmels, der
das Jahr durch über unserii Horizont kömmt, mit den Fixster-
nen bis zur 5ten GrÖfse, der Milchstrafse und den Stern-

Stieleh's liakd-ATiAS, Ber. 5. A.

bildern, nach Bode's grofsem Himmels - Atlas genau einge-
tragen.

Die (stereographische) Projection bringt bekanntlich eine Ver-
gröfserung der Ausdehnungen nach AuCsen mit sich, daher es
nicht als ein Fehler in der Zeichnung der Figuren angesehen
werden kann, dafs z. B. der Kopf des ScUlangenträgers zu klein,
der des Herkules zu grofs gegen die Füfse erscheint.

Um den Ueberblick nicht zu stören, sind nur die Sterne erster
GrÖfse und einige andere benannt, und vom Netz ist auch nur
das Nüthigste eingetragen. Dagegen ist, nach verschiedenen Ver-
suchen, die gewählte Art der Illumination passend gefunden wor-
den, wonach der Thierkreis und die altern Sternbilder innerhalb
desselben mit Schieferblau leicht angelegt, die Sterne 1., 2. und
3ter GrÖfse durch Gelb und Roth herausgehoben, die neuern Stern-
bilder und die aufserhalb des Thierkreises uniUuminirt gelassen
sind.

Die Bahn des Cometen von 1811, welche die Karte eben-
falls enthält, geht vom kleinen Löwen (24. August 1811) bis über
den Adler hinaus (3. Januar 1812). Die in gewissen Zwischen-
räumen wiederholten Zeichen c/ deuten auf das Fortrücken von
10 zu 10 Tagen. Man sieht, wie die GeschAvindigkeit zu- und
wieder abgenommen hat.

Für diejenigen, welchen es an andern Hülfsmitteln oder nä-
herer Bekanntschaft mit dem Gegenstande gebricht, ist noch be-
sondere Erläuterung, unter Beilage C. beigefügt, Welche auch
zugleich für

Der ^üdliclie greistirnte Himmel.
Von J. C. Bär. 1841.

als Erläuterung dient.

I Halb]£iig:el. Von F. von

β. Weisitliche
7, Oestliclie

Stülpnagel. 1832. Rev. 1844 u. 1845.

Beide Blätter enthalten so viel als zum Ueberblick nöthig,
nach den besten bekannt gewordenen Quellen, wovon das Wich-
tigste bei den Special-Karten angegeben wird. — Die ersten Be-
arbeitungen waren von 1816.

8. Fünf Planigloben, Von Ad. St. 1816.

Verbessert 1845.

a) Planiglob der Antipoden oder der gröfsten Entfer-
nungen auf der Erde. Das Nöthigste zur Erläuterung enthält das
Blatt selbst. Für Ungeübtere hier noch Folgendes:

Man Aveifs, dafs unter der Benennung Gegenfüfsler der
Punkt auf der entgegengesetzten Seite der Erde verstanden wird,
auf welchen eine, von unserm Standpunkte aus durch die Mitte
der Erde gedachte, gerade Linie trifft. Beim Fortbewegen un-
sere Standpunkts dreht sich diese Linie um den Mittelpunkt, und
so rücken unsere Antipoden auf der entgegengesetzten Seite fort.
Beziehen >vir deren Richtung auf die Weltgegenden, so zeigt
sich, dafs wenn z. B. wir nach Osten fortrücken, unsere Antipoden
ebenfalls nach O., wenn wir aber nach Norden, Diese nach.
Süden fortrücken ; daher, wenn w i r nach SO. gehen, rücken Jene
nach NO. u. s. w. Mit Hülfe eines Erdglobus versinnlicht
man


ocr page 7

15 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

sich diefs leicht. — Hieraus nun entsteht, wenn alle Antipoden-
punkte einer Halbkugel auf einem mit Kugelnetz gehörig ver-
sehenen Blatte in dieser Ordnung zusammengestellt werden, das
Spiegelbild, was von der Rückseite des gegen das Licht ge-
haltenen Papiers angesehen, wieder zum Wahren >vird. — So
können auch zvrei gewöhnliche Planigloben, gehörig auf einander
gelegt, oder auf beiden Seiten desselben Blattes abgedruckt, zu
Antipoden-Karten dienen.

Wie mag es kommen, dafs früher Niemand auf den Gedan-
ken einer solchen Darstellung gerathen, oder dafs dieser noch
nie zur Sprache gekommen ist, da er doch so nahe liegt und ein
solcher Anblick der Erde zu mancher anziehenden Betrachtung,
auch für den Physiker, StoiF gibt, und überdiefs zur nähern
Kenntnifs der gegenseitigen Lage und Verhältnisse der Länder
und Meere beiträgt? Hier steht auch ein künstlicher Erdglobus
nach.

Beim Anblick des Antipoden - Planiglob bemerkt man unter
andern: dafs die grofse Ländermasse des alten Continents fast
ganz in den grofsen Ocean, die von Neuholland ganz in den insel-
losen Theil des Atlantischen Meeres,
ZAvischen den Azoren, Cap-
Verd-Inseln und Westindien,uberhaupt Lan
d a uf Was ser fällt
(die Südspitze von America, Malacca und Cochinchina u. a. aus-
genommen): dafs die Ost- und die Westindischen Inseln als
nächste Nachharen einander berühren, hier gleich weit (in der
Wirklichkeit sehr ungleich) entfernt von ihren europäischen Be-
herrschern: dafs Africa die Inselkette des grofsen Oceans auf-
nimmt, Spanien den Neu-Seeländer, der Britische Canal die Anti-
poden Insel unter sich hat, u. s. w.

b) Die beiden Planigloben zur Rechten für die gröfste Masse
Landes und die gröfste Masse Wassers. Sie geben das inter-
essante Resultat, dafs fast alles Continent in eine Halbkugel
fällt, abermals mit Ausnahme der Siidspitze von America, Malacca
und Cochinchina. Der Britische Canal (50° Br., 14° L.) und die
Antipoden-Insel liegen in der Mitte für Land und Meer. Auch
nach diesem Gesichtspunkt ist, so viel uns bekannt, noch von
Niemand eine bildliche Darstellung gegeben worden.

c) Nördliche und südliche Halbkugel.

9, Planig^lob in Mercators Projection, zur
Uebersicht der Erdfiäche und der Seereisen.
Von Ad, St. 1828. Neue verb. Auflage 184T.

Die erste Bearbeitung führt den Titel:
Zur Uebersiclit der Eirdfläche und der grossen
Seereisen,
entAV. und gez. von Ad. St. 1816.

In den Vorbemerkungen zur 1. Lief. (1817) ist folgende Nach-
richt hierüber gegeben: ,,Τη Osten und Westen enthält die Karte
60° mehr als den ganzen Umfang der Erde, so dafs die gröfsern
Seereisen vom Anfange bis zu Ende ohne Unterbrechung
verfolgt, auch Länder und Meere in allen Verbindungen über-
sehen werden können. An beiden Seiten ist der wachsende Maas-
stab in geograph. Meilen 15 = 1° und Seemeilen 20 = 1°. Am
nördl. Rande sind die Zeit-Unterschiede bekannter Meri-
diane angegeben, deren schnelle Vergleichung oft angenehm ist,
und woraus leicht gefunden wird, dafs z. B. Batavia 6 Stunden
von Wien, Wien fast 2 Stunden von Lissabon in den Tageszeiten
differirt, d. h. Avenn in Wien Mittag ist, hat Batavia 6 Uhr
Abends,
Lissabon 10 Uhr V'ormittags.

Bei der neuen Bearbeitung wurde durch gröfseresFor-
mat Raum gewonnen, um den Maasstab etwas zu vergröfsern,
auch eine Nebeneinanderstellung der geographischen
Längen einiger Hauptorte auf einer Linie beizufügen. Die
Richtung der Namen dabei zeigt, ob der Ort in der nördlichen
oder südlichen Halbkugel liegt.

Die neueren interessanten Bintdeckungeu in den nördlichen
und südlichen Folargegenden, dort durch
Dease und Simpson, hier
durch
JVilke und Dumont d'Urville, von denen in dem 5. Jahrg.
von
Berghaus' Almanach (1841) ausführliche Nachweisungen ge-
geben sind, finden sich nachgetragen, eben so die spätem Erfor-
schungen vom Capit.
Rofs (1841 — 1843), Avorunter das Victo-
ria-Land und der 13000 Fufs hohe Vulkan Ε rebus (17° südl.
Br.) besonders bemerkenswerth sind.

10. Die befeaimtereii Höhen über der
Meeresfläche, in transparenten Profilen,
nach
der geographischen Lage geordnet, mit An^
deutung des Zusammenhangs und der Ent-
fernung vom Auge. Ein Versuch von Ad. St.
1822. (Nachträge bis 1849.)

Ausführliche Erläuterungen hierüber, mit den Höhen-Anga-
lien, enthält die Beilage
15.

11. Knropa, zur JJ eher sieht der Flufsgebiete
und Höhenzüge.
Von Ad. St. 1819. — Neue
Auflage gez. von F. v. St. 1839. Rev. 1845.

Eine neue Bearbeitung dieser zuerst im J. 1819 entworfenen
Karte machte sich um so mehr nothwendig, als schon damals die
Ausführung der, durch Punkte verschiedener Stärke nach Maas-
gabe der Höhen, angegebenen Höhenzüge dem Verfasser unbe-
friedigend erschien. Diese Höhenzüge sind auf dem vorliegen-
den Blatte nunmehr durch feine Striche (durch doppelte für Avirk-
liche Höhen, durch einfache für Landrücken) bezeichnet und ver-
mögen so eine bessere Uebersicht zu gewähren; die Wichtigsten
finden sich genannt. Flüsse sind möglichst vollständig aufge-
nommen, so Afie alle Haupt-Ca nal-Verb in d u nge n.

Die Colorirung ist nach den gröfsern Wasserbecken
(Meergebieten) eingerichtet, Avobei auch zugleich jedes Flufs-
gebiet durch farbige Abgränzung hervorgehoben erscheint. Von
derColorirung der frühern Auflage unterscheidet sich die gegen-
Λvärtige durch zweckmäfsigere Vereinfachung, so dafs z. B. durch
eine Farbe das Meergebiet des Atlantischen Oceans hervortritt.
Dieser ist nach
Krusensler7is Annahme bis zum Nordcap geführt,
während Avohl häufig schon eine von Island nach den Lofoddeu
gezogene Linie als Gränze desselben gegen das nördliche Eis-
meer gelten mag.

Die Betrachtung dieser Karte leitet auf interessante Wahr-
nehmungen, z.B. ergibt sich aus dieser Darstellung der gröfsern
Wasserbecken, Aviedie innern Meere (dasCaspische, Schwarze)
mit ihren Zuflüssen weit nach Norden und Nordwesten eingreifen
und die längsten Flufsläufe für sich in Anspruch nehmen, Aväh-
rend das gröfsere Mittelländische sich, aufser dem Nil, mit
Ebro, Rhone, Po und Küstenflüssen zu begnügen hat, wobei die-
ses auf der Nordseite von hohen steilen Gebirgen, jene meist
nur von Landrücken eingeschlossen werden. Die ^chon länger
vermuthete tiefe Einsenkung des Caspischen und Aralsees
hat sich durch das im J. 1837 von russischen Gelehrten (fw/s,
Sabler und Saivitscli) unternommene grofse trigonometrische Ni-
vellement bestiitigt, indem als nächstes Ergebnifs einer vorläufi-
gen Berechnung zuerst bekannt gemacht Avurde, dafs der ΛΥββ-
serspiegel des C a s ρ is c h eη Μ ee r es 101
,2 Russische, oderö4,9
alte Pariser Fufs tiefer liege als der des Schwarzen Meeres.
Sorgfältige Discussion der Strahlenbrechung haben aber später-
hin den Unterschied beider Meere auf 76,3 pariser Fufs festge-
setzt. (Vergleiche: „Ueber die Ursache einer Fehler-Anhäufung,
die sich im Endresultate der geodätischen Nivellirung zAvischen
dem Sclnvarzen und Caspischen Meere, berechnet nach der Me-
thode der Beobachtungen aus der Mitte, ergab, von
G. Fufs,
[Gelesen 31. Aug. 1838"]; und „Note sur les causes de I'effet de
l'integrale refraction dans la mesure simultanee des hauteurs par
G. Fufs [lu le 18 octobre 1838j. Tire du bulletin scientifique
publie par l'Acad. imp. des sciences de St. Petersbourg, T. V.
No. 5.") Es ist die Senkung des Bodens dieser Gegend also doch
nicht so beträchtlich, als sie nach der frühern barometrischen

Messung von Pm-rot und Eiigclhardt(18ll) angenommen Avard--

In Betreff der Senkung des Τ ο d t e η Meeres hat Delcros in Paris
(s. Echo du Mond Savant 23 juill. 1843) die Beobachtungen ßer-
tou's und Hussegger's möglichst genau nachgerechnet und gefun-
den, dafs
Eertou^s Beobachtungen eine Depression von

419,8 metres ca. 1289 par. Fufs,
die
Russegger's eine von 42ii,3 - - = - 1309 — — 1)
ergeben, so dafs also diese beiden von einander unabhängigen
Beobachtungen nur einen Unterschied von 6,5· metres = ca. 20
par. Fufs herausstellen. Er ist der Ansicht, dafs alle Ungewifs-


In Eussegger's Reisen, ΙΠ. Bd. (Stuttgart, 1847), S. 106 u. IS-l, ivird die Tiefe
des Seespiegela des Todten Meeres unter dem Spiegel des Mittelländischen in
Folge zweier Beobachtungen vom 29. Nov. 183S zn 1341 Fu.ss angegeben·

ocr page 8

3 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

heit der Baromeierbeobachtungen eingerechnet, der Irrthum wohl
höchstens zwischen 30 bis 40 metres betragen könne, Avonach im-
merhin eine Depression von mehr als 400 metres = 1232 par.
Fufs unier dem Niveau des
Mittelländischen Meeres herauskömmt.
Die Senkung des Sees von Tiberias ist von
Russegger (Reisen,
III. Bd., S. 184) zu 625' gefunden worden.

Leicht zu übersehen ist auch hier die Scheidungslinie der
Nordwestabdachung Europa's und der Abdachung zu den innern
Meeren, von der Sudspitze Spaniens (Insel Tarifa) bis zur

Quelle des Petschora am tC«'·

Dafs übrigens für die verbesserte Configuration der Küsten,
namentlich für die des iWittelländisdien Meeres, des Caspischen
Sees, des nördlichen
Eismeeres, Islands etc. alle neuesten al» zu-
verlässio· bekannten Materialien benutzt Avorden sind, wird von
dem Kundigen auf den ersten Blick erkannt werden.

12. JEnropa mit politischer Begränzung. Von
Ad. St.
1819. Verbessert und neu gestochen
1826 und 1833. — Neue Bearbeitung von F.
V. St. 1839. Neue Aufl. 1848.

Auf der Flufs-Karte No. 11 sind die Gebirge nur angedeu-
tet, weil die farbige Begränzung der Flufsgebiete sie meist ver-
deckt haben würde; hier sind sie genauer angegeben. — Die
Schwierigkeit der Illumination auf gegenwärtigerKarte, besonders
in und um Deutschland, ist möglichst uberwunden Avorden. Rufs-
land hat zugleich innere Begränzung zur Uebersicht der Haupt-
bestandtheile, Avelche geschichtliches Interesse haben, erhalten.

Der neuen Bearbeitung ist eine bedeutend gröfsere Ausdeh-
nung gegeben worden, so dafs die Karte alles, was man zu Eu-
ropa zu rechnen pflegt, enthält; Die Azoren, Spitzbergen, NoAvaja-

Seinija (dieses nach den Untersuchungen des Hrn von liaer). _

In Bestimmung der Ostgränze Europa's nach Asien hin finden
abweichende Ansichten statt, zumal da das russische Gouvernement
den Unterschied eines europäischen und asiatischen Rufslands nicht
anerkennt. In der neuesten Zeit stimmen aber die meisten Geo-
graphen darin überein, als Gränze Europa's und Asien's anzuneh-
men: die zwischen dem Schwarzen und Caspischen Meere durch
den Lauf des Kuban und Terek sich ergebende Linie, ferner vom
westlichen Mündungsarm des Urals den Lauf dieses Flusses auf-
wärts bis zum Kamm des Ural-Gebirges, Avelcher dann eine na-
türliche Gränzscheide bis zum Ursprung des Flusses Kara bildet,
zuletzt den Lauf dieses Flusses bis zu seiner Ausmündung ins
Karische Meer. Kach dieser Annahme ist hei Colorirung der
Karte verfahren worden, nur mit der Ausnahme, dafs man das
Gouv. Perm nicht durch eine mitten hindurch zu ziehende Linie
trennen Avollte und deshalb der östlichen Ausbiegung desselben
folgte, da ohnediefs dem Auge die Verfolgung der Gränzscheide
auf dem Kamme des Ural-Gebirges sich von selbst darstellt. Das
hier Angeführte gilt auch für die Blätter Ko. a7ii u. 39.

Zur neuen Auflage von 1848 hat der nordwestliche Theil
der Küste von Africa eine ganz neue Darstellung erhalten, M eiche
durch Benutzung des
„Atlas de VAlgcrie, dresse sur les cartes
publ. par le
Depot de la Guerre et d'apres les travaux de Mss.
Benou, Carrct et Jfarnier, par L. Botiffard. Avec une carte de
la Grande Kabylie par Mss.
Daiimas et Fabar. Paris 1848." be-
gründet >vorden ist.

13a, {Spanien iind Portiig^al. Von Ad. St.
181T. - Neue Bearbeitung von F. v. St. 1834.
Verbe.ssert 1849. Î¹

Α. Zur ersten Bearbeitung: Für die Küsten liegt die
1801 in Madrid erschienene seltene und vortreffliche
Curia Es-
ferica de las Costas etc. de Εψαηα, constr. en la Direcc. hydro-
graf.
etc. zum Grunde, mit Berücksichtigung, obgleich nicht
unbedingter Befolgung der Kritik von
Aniillon darüber, wie denn
auch dessen Notizen üi,er Portugal und Spanien hier und da
«iner Berichtigung bedürfen. Für das Innere bleibt übrigens
unter den Karten leider! noch Lopes mit seinen zahllosen Wi-
dersprüchen die Hauptquelle (wobei den
Güssefcid'sehen Re-
ductionen ihr Verdienst nicht abzusprechen ist). Was auch,
durch die mit Prüfung und Auswahl gebrauchten Ortsbestimmun-
gen, durch die Benutzung mehrerer bekannten Schriften und ein-
Zfclner, besonders in den
Allg. Gcogr. Eph. und der Mon. Corr.
enthaltenen Kotszen und ans andern Kurten, so viel Zeit und

Zweck erlaubte, daran verbessert werden konnte, läfst immer
noch viel zu wünschen übrig. — Für die Darstellung der Ge-
birge ist man vorzüglich ΑίΗίΙΙοη gefolgt. — Doch sollte die
Karte nicht überfüllt Averden, auch fehlt es noch an Ueberein-
stimmung in den Namen. — Für die Pyrenäen ist auch von
lioussel Gebrauch gemacht worden.

B. Das Ausführlichere über die neue Bearbeitung die-
ses Blattes von F. v. Stülpnagel, welcher hauptsächlich
Donnet's
mit vielen Special-Cartons ausgestattete Karte in i) gr. Bl. zum
Grunde liegt, gibt Beilage E. — Die am 28. October 1848 er-
öffnete erste Eisenhahnlinie in Spanien von Barcelona nach Ma-
taro, 4 Meilen lang, findet sich eingetragen.

Für Cadix und Gibraltar befinden sich, Cartons auf No.
42a (Karie des Mittelländischen Meeres).

13^, 13c, Ige. iSpanieiii miid Portugal.

Von F. V. Stülpnagel. 1839.

Schon längst lag eine Bearbeitung der iberischen Halbinsel
in grol'serm Maasstab als dem der Generalkarte in der Absicht
des Herausgehers des Atlas, da in demselben alle andern Länder
Europa's mit speciellerer Ausführung bedacht sind, und gerade
für Spanien bei der Dauer der Kriegszustände der Wunsch nach
einer specielleren Darstellung sich häufig kund that. Nur die
Hoffnung auf Erlangung besserer und sorgfältigerer Materialien
liefs die VerAvirklichung jener Absicht hinausschieben. Indessen
ist diese Hoffnung ohne Erfüllung geblieben und es ist nicht zu
erwarten, dafs die politischen Zustände auf der Halbinsel eine
Richtung auf sorgfältige Terrainaufnalimen und Veröffentlichung
derselben in naher Zeit gestatten Averde, und so bleibt dem zeich-
nenden Geographen nichts übrig als das Vorhandene nach bester
Einsicht zu benutzen und nur durch Sammlung und Sichtung ver-
einzelter zuverlässiger Angaben hie und da Verbesserungen zu
beAvirken. Es haben deshalb bei Bearbeitung dieser 4 Blätter
meist die nämlichen Materialien gedient, Avie hei der neuen Auf-
lage der General-Karte, vornämlich, aufser der (ohne Terrain
ausgeführten)
Eerghaus'schen Karte, der Atlas von Lopes, Don-
nefs
Karte in 9 Bl., die Küstenkarten Spaniens von Löwcnörn,
dann die Aufsätze von Vincente Tojino, A. von Humboldt, u. a. in
der Hertha, und für die Gebirgsdarstellung insbesondere
Bory de
St. Fincenfs
Gemälde der iberischen Halbinsel.

Kriegsgeschichtliche Werke über die in den letzten 30 Jah-
ren auf der Halbinsel geführten Kriege sind nebst Zeitungsbe-
richten vom Verfasser fleifsig benutzt und alle dadurch historisch
merkAvürdig gewordenen Orte aufgenommen Avorden.

In Hinsicht auf die Colorirung hat man vorgezogen, dieselbe
nach der bekannten historischen und nationeilen Eintheilung bei-
zubehalten, statt sie auf die durch Decret vom Nov. 1833 neu an-
geordnete Eintheilung in 49 Provinzen oder Departements zu er-
strecken, für deren Abgränzung ohnedem keine sichern Angaben
vorliegen. Es sind übrigens die Hauptorte dieser neu gebildeten
Defiartements durch farbiges Unterstreichen bezeichnet. Ausführ-
licheres über diese neue Eintheilung ist in der Beilage iE. ge-
: sagt, auf
Avelche verwiesen Avird ; auch findet sich dort ein reich-
i haltiges λ erzeichnifs von Berggipfeln nebst Angabe der
i bekannten Höhen.

Portugal betreffend ist zu bemerken, dafs diefs früher aus
I 6 Provinzen bestehende Königreich gegenwärtig deren sieben
zählt, indem die Provinz Beira in
JJeira alta (Ober-Beira) und
Beira baixa (Unter-Beira) getheilt Avorden ist.

Die auf Blatt ISd- befindlichen Nebenkarten der Umgebungen
von Cadix, Lissahon und Madrid werden willkommene Zu-
gaben seyn.

Die vier Blätter haben die Einrichtung erhalten, dafs sie so-
wohl dem Hand-Atlas als Bestandtheile beigebunden werden,
als auch zusammengesetzt als Wandkarte dienen können.

14«. Frankreich. Von Ad» St. 1818. —
Neue Bearbeitung von F. v. St. 1829. Neu
gestochen
1838. Rev. 1847.

Da alle K. Frankreichs von Cassini direct oder indirect aus-
gehen, so ist hier nur zu bemerken, dafs man sich an die bessern
in Frankreich selbst erschienenen gehalten hat, die Berichtigun-
gen in der Orientirung, Avelche durch spätere Berechnungen der
Cass. Δ Δ und andere Operationen entstanden sind, nicht aus den
Augen set/,end — Mehrere K. zugleich, nebst Malte-Brnn, Bü-
sching, Hassel u. a. W. sind immer zur Seite gewesen; gesam-


ocr page 9

4 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

melte Notizen aus epeciellen Nachrichten beachtet worden. —
Für die Küsten ward auch ein bis ins g-röfste Detail gehender
englischer Atlas benutzt;
Dupain Triel beiläufig für die Flüsse;
einzelne Blätter von
Cassini selbst, Λνο das Detail genauer er-
forscht werden sollte;
Donnet (25 gr. Bl.); der neue Atlas von
Aupick und Perrot u. s. w.

Die Illumination bezieht sich zugleich auf die frühere
Eintheilung, und zwar so, dafs z. B. diejenigen Departements,
deren Hauptort in Champagne lag, 'dieser Provinz ganz zu-
getheilt Avorden, wenn auch ein Theil desselben Departements zu
einer andern gehört hatte. Die Benennungen der vormaligen
Gouvernements u. s. w. neben der Depart-Eintheilung ist
irgendwo als eine überflüssige Zugabe getadelt worden. Möge
doch immer solcher Tadel uns treffen!

Das Nebenblatt der Umgebung von Paris hat den fünf-
fachen Maasstab der Hauptkarte.

Alle bis auf die neueste Zeit eröffneten Eisenbahnen finden
sich hier wie in den Specialblättern 14i>, 14^, und nachge-
tragen.

(Dr.) Drninon.
(G. V.) Grand Ventron.
(M) Morhien.
(L) M. Liry.

(Don) Gr. Donnen, 3100'.
(Rou) Gros Rougemont.

14'». Biordösfliches Frankreicli. Von Ad.
St. 1820. — Keue
Bearbeit. 1836. Rev. 1845.

Auf diesem Bl. ist das Terrain, so viel thunlich, getreu nach
Ponnet, und im südlichen Theile nach Cassini, mit Rücksicht auf
die bekannten Höhen, gezeichnet worden. Es haben aber die
französischen und englischen Geographen für Terrain-Darstel-
lung noch wenig Sinn^').

Folgende Höhen in den Gebirgen von Auvergne, den Voge-
sen etc. sind auf der Karte meist mit den Anfangsbuchstaben be-
zeichnet worden :

Mont d'Or: Puy de Sancy, Quelle der Dordogne 6200 Fufs
hoch.

Puy de Dome bei Clermont, 4500 bis 4900'.

(Ma) la Madelaine, 4500'.

(Mo) Puy de Montoncelle, 5000'.

(P) Piei-re sur Haut, 6100'. " ,

dann in den V'ogesen:

Ballon bei Sulz, 4400'.

(B. A.) Ballon d'Alsace, 3900'.

(J) M. S. Jean.

(R) Bärenkopf, 2900'.

(G) las Goutteleux.

(Gr) le Gresson.

Die Hauptorte der Departements haben Capital-, die der
Arrondissements Antiqua-, die Uebrigen Cursi«-Schrift erhalten,
durch Gröfse angemessen unterschieden, etc. — Die Hauptstrafsen
und Poststationen sind angegeben, übrigens auch gröfsere und klei-
nere Dörfer vonbesonderera Interesse. Abkürzungen einiger Namen,
wie bei Lyon, sind dem gänzlichen Weglassen dieser Orte vorge-
zogen worden. Auf der Karte von Deutschland in 25 Blatt, wel-
che noch bis in diese Gegend reicht, findet man sie erklärt.

Den besondern Zweck der Illnniination mehrerer Departements
mit einer Farbe kennt man aus No. 14».

Die neue Bearbeitung hat in vieler Hinsicht Verbesserungen
und Berichtigungen erhalten.

14". aiordwestliclies Frankreicli. Von

F. V. Stülpnagel. 1824. Rev. 1848.

Fortsetzung der Karte vom Nordöstlichen Frankreich
und ganz so behandelt. Die Küsten möglichst genau und voll-
ständig. — Einige unbedeutende Poststationen sind zur Ersparung
des Raums nur mit P. bezeichnet. In den Bretagner Gebirgen
in W. und S. von St. Brieuc bedeuten die Buchstaben:
(Fr) Mge de Fronientel. (L) Foret de Lorge.

(M) Mge de Morhala. (Me) Mge du Menez.

(Fe) Mge de Fenbusque.

14^. Südliches Frankreich und nördli-
ches Spanien. VonF.v.St. 1825.Rev. 1848.

Mit Beziehung auf das, was über die Blätter 14a. I4I). I4c.
gesagt ist, begnügen wir uns, in der Beilage F. ein reichhaltiges

im

») Die neu in 259 Blättern und im Maasstab von ^g^r^ erscheinende „Carte io-
pographique de la France, publ. par U ΒέρόΙ de la guerre"
macht hiervon eine
röhmUche Ausnahme. Die in den letzten Jahren davon ausgegebenen 80 Bl.
haben natürlich für die Bl. unsere Atlas noch nicht Tvesentlich benutzt Vier-
den können.

nach den Höhenzügen geordnetes Verzeichnifs von Berg-
namen und Höhenbestimmungen zugeben, wodurch zugleich die
auf der Karte vorkommenden Bergbezeichnungen erklärt werden.
Der projectirte Pyrenäen-Canal von Toulouse nach Bayonne
wurde nach der
Carte de la Navigation de la France etc. von
Pubrena, 1832, eingetragen.

15». Die Britischen Iniseln und die

Mord-See. Von F. v. St. 1839. Rev. 1849.

Den beiden ersten Bearbeitungen (1816 u. 1823) lag Lapie
C. d. I. Eritt.
in 6 Bl. vorzüglich zum Grunde. Cary's Atlas
und mehrere englische Karten waren benutzt, so auch die unse-
res Wissens auf Bonapartes Befehl zur Zeit des Landungs-Pro-
jects ausgearbeitete, in den Buchhandel nicht gekommene,
Notice
descriptive sur V Angleterre, VEcosse et l'Irlande,
3Bde und andere
bekannte Schriften. — Aus der englischen Gradmessung wurde
besonders die Lage von
Harwick berichtiget, das Uebrige stimmte
meist mit
Lapie. Die Angaben von Ortsbestimmungen, in der
Connaissance des tems u. a. 0. sind nur mit Auswahl und \'or-
sieht zu gebrauchen.

Die neue Bearbeitung hat einen Vorzug gegen die frü-
hern Auflagen schon durch bequemere Stellung erhalten, Avelche
es auch erreichbar gemacht hat, sie bei vergröfserter Ausdeh-
nung zugleich zu einer Darstellung der ganzen Nord-See zu
benutzen. Es ward dabei möglich, die Niederlande, Belgien, die
Eibe aufwärts bis Hamburg und den nordwestlichen Theil Deutsch-
lands mit aufzunehmen, Avas bei lebendiger gegenseitiger Bezie-
hung die Karte noch brauchbarer macht.

Aufser andern bekannten Materialien wurde für die neue
Bearbeitung noch insbesondere zu Grunde gelegt:
The Banks of
Soundiugs of the British Islands hy Capt. A. T. E. Fi dal,
1830
bis 1831, für die Küsten;
Wyld'sMap of England and Wales proj.
upon the trigonometrical Operations
etc. für das Innere Englands;
James Ρ α Im er' s Ireland, für Ireland; William Fa den's Karte
und die Positionstafeln im Krit. Wegweiser VI. Bd. I. Stück für
Schotland.

Besondere Aufmerksamkeit ist dem englischen Canal-System
gewidmet worden, indessen konnten natürlich der Beschränktheit
des Maasstabes wegen nur die Haupt-Canäle aufgenommen wer-
den, auch findet man die hauptsächlichsten Eisenbahnen einge-
tragen.

Auf den Nebenkarten: Umgebungen von Ρ lymouth, Porte-
rn outh und London (nach
Cary's zum Theil noch ufivollende-
tem grofsen Atlas von England) sind die Parks der grofsen eng-
lischen Grundeigenthümer nach dem Vorgang des Originals grün
angedeutet.

15b Eng^land. Von F. v. St. 1849.

Die erste Bearbeitung von Ad. St. erschien 1817, eine
zweite mit Hülfe eines Cartons bis zur Nordspitze erweitert im
J. 1830; für die vorliegende dritte kamen nachverzeichnete
Materialien zur Benutzung:

New Map of England and Wales, projected upon the trigo-
nometrical
Operations made for the General Survey of the King-
dom. London, publ. by J. Wyld. 1847. 2 Blätter.

England and Wales, published unter the superintendence of
the
Society for the diff. of useful knowledge. 1846. 6 Blätter.

Raihvay map of England, Wales and Scotland, drawn from
the triangulation of the Ordnance Survey
&c. &c. London by J,
Wyld. 1848. 4 Blätter.

Bradshaw's map of Great Britain, shewing the raihvays
completed and in progress Avith the electric telegraph laid
down. 1848.

Gorton's topographical dictionary. 3 vol.

15c. Schotland, mit der nördlichen Spitze von
England. Von Ad. St. 1824. — Neue Bear-
beitung von F. von St. 1837. Rev. 1848.

üie PositionstabeUe im kritischen Karten-Wegweiser VI. Bd.
1. Stück S. 73 hat bei der neuen Bearbeitung wesentliche Dienste
geleistet. Für die Küsten wurden Englische Seekarten, für das
Innere
„William Faden's" Schotland in 2 Bl. benutzt·


ocr page 10

18 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

15^. Ireland. Von H. Hübbe. 1824. — Neue
Bearbeitung von F. von St. 1841. Rev. 1848.

Bei der neuen Bearbeitung· wurden für die Nord- und Ost-
küste die Aufnaliinen von
Mudge, für die übrigen Küsten und
für das Innere die Karten τοπ
James Palmer und Beaufort zu
Grunde gelegt.

16». I§chweden nnd STorweg-en, Däne-
mark,
Island und Fär - Oer. Von

A. V. Stülpnag-el. 1845.

Für die Entvrerfung der ersten Auflage dieser Karte wurde die
„Geograph. Milit. och Statist. Karta öfverliela iVeng-e och JSorrige
etc. T. 0. J. Hagelstam, 1820" (verbessert 1821) vornehmlioh ge-
braucht. — Die neue Bearbeitung gründet sich auf die gleichen
Materialien, welche bei den speciellern Karten von Dänemark,
Schweden und Norwegen benutzt sind.

16^. nänemark, mit Schleswig, Hol-
stein und ILauenbnrgr,
auch südlicher
Theil von S c h
av e d e n. — Nebst vier Neben-
Karten : Plan von Kopenhagen, Island, Fasr-
Öer,
Umgebung von Hamburg. Von Ad. St.
1833. Rev. von F. H. I. Geerz. 1848.

Dieses ist eine neue Bearbeitung der zuerst im Jahre 1819
erschienenen, von den 4 Nebenkarten nur die der Umgebung von
enthaltenden, Karte von
Dänemark u. s. w.

Der Vollständigkeit wegen folgt hier wieder mit wenigen
Auslassungen, was bei der damaligen Erscheinung dieses Blattes
(1810) darüber
gesagt worden ist:

„Unter den benutzten Materialien heben wir aus: Die Dan. K.
d. Soc. der Wiss. — Karte vom Herzogthuni
Schleswig, vom
Prem.-Lieut.
von Golowin. Schleswig 1813. Ein gr. fleilsig gear-
beitetes Bl. — Hzth.
Holstein, nach den iVscÄer'schen K. entw.
u. ber. V. B. SchlesAvig 1813. 1. Bl. — Geogr. milit. K. des
Hzth.
Holstein. Hannover 1814. 4 Bl. — Der A'förfeii'schen K.
ist auch rühmlich Erwähnung zu thnn. — Gebiet der St. Ham-
burg etc., von
Ilcinrich. 1810 (zu Hefs Topogr,). — jV. iopngr.
K. von Hamburg, Altona und Harburg — in grofsem Maasstab,
mehr Plan als Karte; - vortrefflich. Die abgetragene Wilhelms-
burger Brücke etc., die Zerstörungen von 1813 bis 1814 etc., sind
genau angegeben. — Plan de
VEmbouchure de l'Elbe p. Beau-
temps Beaupre,
au Dep. Gen. de la Marine 181«, 1 gr. Bl. von
bekannter schöner Ausführung. Wegen der genauen Bezeichnung
der Ufer und Deiche wichtig, aulserdem mehr für die Elbfali-
rer. —
Dörfeis Topographien von Holstein und von SchlesAvig
sind bekannt. Einige handschriftliche Bemerkungen sind dank-
bar benutzt worden. — Die Angaben der Strömungen in der
Ostsee sind nach
Catteau Calleville Tableau de la mer Baltique.
Paris 1812. 2 Bände. — Das Nebenblatt von Hamburg, nach

dem Maasstabe ähnlicher Nebenbl."

Durch mehrere Punkte der Holsteinischen ΔΔ und durch die
Benutzung einiger neuen Blätter der Dänischen und Schwedischen
Originalkarten hat unser neues Blatt an Richtigkeit entschieden
gewonnen. — Auch
Gliemann General Kart over Kongeriget Dan-
^"rk etc. Kiöhenham
1821. 4 Bl., ob sie gleich nur beschränkten
Werth hat, ist nicht unbeachtet geblieben. — Für
Island liegen
die Küsten-Arbeiten des Kopenhagener See-Archivs zum Grunde,
Mackcnzie Reisen durch Island, 1810. etc. (Gliemann's kleine K.
V. 1824 gibt fehlerhafte Breiten.)

(16% 16^.) ^cbweden und JfTorwe^en, auch Däne-
mark, in a^vei Blättein. Von Ad. St. und H.
Hübbe. 1824.

Für diese beiden nunmehr aus dem Atlas wegfällig gewor-
denen Blätter ist die vortreffliche
Karta öfver Sedra Delen af
Saerige och Norrige,
die auf Königl. Befehl 1815 bis 1826 unter
Leitung von
Carl von Forsell bearbeitet und in 8 schön und kräf-
i«gr ausgeführten Blättern gröfsern Formats erschienen ist, ferner:
Dessen
Beskrifning jernte Karta Öfver Mariestads Län, 1632,—
SriELEii's HAHD-A
tlas, BER. 5. A.

Hisinger Profiler och Tabeller öfver de förnämsta Berghöjder etc.;
Sverige och IS orrige,
1827, und Mehreres Andere, mit einigen
sehr dankensAverthen handschriftlichen Bemerkungen aus Upsala
erhaltene, benutzt >vorden. Die Gebirgsdarstellung hat durch
fleifsige Benutzung von
TSaumanrCs Beiträgen zur Kenntnifs Nor-
wegens wesentliche Vorzüge erhalten.

17. Scliwedeia und ÄTorwegen. Mit zwei
Nebenkarten: Umgegend vonStockholm;
Grundrifs von Stockholm. VonF. v.St.
1846. Rev. 1849.

Eine Umarbeitung der im Jahre 1824 entworfenen Bl. No. Ißc
und Ißd wurde nöthig, da sich manche neuere topographische
Arbeiten zur Benutzung darboten, die früherhin mangelten. Für
die neue Bearbeitung wurde es zAvar angemessener befunden,
Sclnveden und Norwegen unzertrennt auf einem Blatte zu
geben, indem der Maasstab nur um ein weniges kleiner genom-
men zu werden brauchte, Avas sich durch die Weglassung Däne-
marks bewerkstelligen liefs, dem ohnediefs das Specialblatt No.
in noch bedeutenderem Maasstab schon geAvidmet ist. Die Karte
wird so dem Beschaucr ein befriedigendes Gesammtbild geAväh-
ren. — Für die Entwerfung dieser Karte haben neben den be-
kannten
Hermdin'sehen Karten vornehmlich gedient:
Karta öfücr Södrn Delen of Sverige och Norrige utg. af Carl

af Forsell. 1815 bis 1826. 8 Bl.
Sverige och Norrige etc. af O. J. Η ag eist am. 1821. 1 Bl.
Karta öfoer Skandinavien. Ny förbättrad applaga. 1843. 2 Bl.
Karta öfver Landeswägarne uti Sverige och Norrige. Samman-
dragen i cnlighet med de tillförlitligasteefterrättclservidKongl.-
Gen.-Landtm.-Contoret af L.JV. Brandenburg.
1843. 1 Bl.
in gr. Fol.

G. P. Blom, das Kg'r. Norwegen. Mit Forwort von Karl Rit-
ter. 2 Bde mit 1 Karte.
Leipzig, 1842.
A. G. F. Freese, Reisehandbuch durch Schweden und Norwegen.

Nebst einer Reisekarte. Berlin, 1844.
Karte, die Kanalbauten, Fliifsreinigungen, Hafenbautcn^ Befestigun'
gen und dnlagcn
neuerer Wege anzeigend, v>elche in Schweden
ISlObislSZl unternommen worden sind. Fon JFhitelock.
4 Bl.
Karta öfver Belägenheiten omkring Stockholm utg. af JF. M.

Carpelan. 1817. 1 Bl. Fol.
Wägvisare i Stockholm. Pal. Laser ons förlag. 1839. 1 Bl. Fol.

Für das angrenzende Rufsland:
Pediescheff's Atlas vom Russischen Reiche in 70 Bl. — und
des Generals
Schubert milit. itenerar. Karte v. e. Theile Ruß-
lands
in 8 gr. Bl.

Diese Karten-Nummer wurde an die Stelle der Avegfällig gewor-
denen No. 17 (Mittel-Europäische Staaten) eingereiht.

(17.) Mittel-Kuropäieclte Staaten. Von Ad. St.

1818.

Zur Uebevsicht der Oesterreichischen und Preufsi-
schen Besitzungen, der Deutschen Bundes-Staaten
und
einiger andern. Mit zwei Scalen über Gröfse und Einwoh-
nerzahl aller Europäischen und Deutschen Staaten,
als Zugabe am östl. und westl. Rande der Karte.

Diese früher dem Atlas zur Zierde gereichende Karte er-
schien späterbiti überflüssig, da der Preufsische Staat eine Ueber-
sicht auf No. 221) erhielt, dem Oesterreichischen Staat ein be-
sonderes Blatt No. 26 gewidmet M urde, und der Deutsche Bun-
des-Staat auf No. Ii) im Zusammenhang dargestellt ist; auch
veralteten die statistischen Zugaben. Dei'shalb wird sie den
neue-
ren Ausgaben des Atlas nicht mehr beigegeben^

18. Flufs- und Berg-Karte von Beutscli-

land und den anliegenden Ländern. Von Ad.

St. 1820. Neu gestochen und vermehrt 1846,

Die Karte geht weit über die Gränzen von Deutschland hin-
aus. In O. begreift sie noch das Weichsel- und Theiss-Gebiet,
in S. die Rhone-Mündungen u. s. w.

Das Bild des Landes möglichst treu und plastisch zu geben,
war der Hauptzweck dieser K., daher ist auch die Störung durch


ocr page 11

6 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

Namen, so viel als thuiilicli, vermieden Avorden. Weit reiner
tritt es freilich auf Abdrücken ohne Schrift hervor. Der Ge-
brauch solcher Abdrücke setzt aber voraus, dafs man mit den
meisten der angegebenen Flüsse und Orte schon bekannt sey.
Solche Abdrücke, deren eine kleine Anzahl besorgt worden, kön-
nen auf besonderes Verlangen überlassen werden. — Die Ca-
näle sind durch funkte bezeichnet Avorden.

Die neue Auflage hat eine zweckmäfsige Vermehrung in
Bezeichnung von 74 bemerkenswerthen Bergkuppen durch An-
fangsbuchstaben erhalten, welche unterhalb der Karte benannt
sind. Die ganzen Bergzüge zu benennen, durfte man, den Zweck
der Karte festhaltend, sich nicht erlauben.

19. ©eiitisclilaiiid, Wiederlande, Belgien
nnd IScliwei®.
Von Ad. St. 1821. — Neue
Bearbeitung von F. von Stülpnagel. 1846 und
1848.

INach demselben Maasstabe wie der der einzelnen General-
karten der Europäischen Länder. Kur so viel Detail als zur
üebersicht nöthig. Beim angränzenden Frankreich sind die Na-
men Champagne, Lothringen, EUafs u. s. w. den De-
partements-Namen vorgezogen Avorden.

In der neuen Bearbeitung ist der orographische Theil mehr
berücksichtigt worden, wie vorher; alle Hauptgebirgszüge
finden sich hier benannt. — Im J. 1848 erhielt die Karte eine
bedeutende Erweiterung im Norden und Nordosten, so dafs sie
nunmehr ganz Schleswig und Ost- und West - Preufsen mit
umfafst.

20. lieutscllland und anliegende Länder zur
Tebersiclit der Eisenbahnen und
Hanptstrarsen.
Von Ad. St. 182». —

Neue Bearbeitung von F. v. St. 1844. Nach-
getragen bis 1849.

Dieses zuerst im Jahre 1820 gezeichnete und danach fast
jährlich durch Nachträge fortlaufend berichtigte Blatt bedurfte
nun um so mehr einer völlig neuen Bearbeitung, als gerade in
den letzten Decennien die Fortschritte im Strafsenwesen, soΛvohl
in Eröffnung neuer Communicationen, als auch in Chaussirung
fast aller nur einigermafsen bedeutenden Landstraisen so umfas-
send waren, als wohl nie vorher in einem gleichen Zeitraurae.
Dazu kommen die rasch sich in Deutschland entfaltenden Eisen-
bahnen, von denen man vor 20 Jahren noch kaum eine Ahnung
hatte!

Es fällt ins Auge, dafs die vorliegende Karte, ihrem Zweck
als Uebersichtskarte entsprechend, nicht alle Stationen, auch eben
so wenig alle Strafsen enthalten kann, man hat sich auf die Auf-
nahme der Hauptstrafsen beschränken müssen, und dafs die-
ses mit Auswahl und Prüfung geschehen ist, wird erkannt wer-
den und der Karte Werth geben. Die chaussirten Strafsen un-
terscheiden sich von den nicht chaussirten durch verstärkte Linien·
Mitäufserster Sorgfalt und Genauigkeit sind die Entfernungen
der Orte von einander angegeben, und zwar für Deutschland, die
Niederlande, Belgien, und für die nördlich, östlich und südlich
angränzenden Länder durchgehends in deutschen oder geogra-
phischen Meilen, welche der preufsischen Postmeile entsprechen.
Die neben den Entfernungs-Ziffern stehenden Punkte deuten Vier-
telmeilen an (im Königr. Sachsen Fünftel-Meilen nach dem da-
selbst bestehenden Längenmaas Verhältnifs). In Frankreich sind
die Entfernungen den neueren Verfügungen gemäfs im Decimal-
system durch Myriametre und Kilometre ausgedrückt, z. B. die
Ziffer 4,4 zAvischen Paris und Meaux bedeutet 4 Myriametres und
4 Kilometres. Der Myriametre ist ziemlich übereinstimmend mit
11 deutscher oder Post-Meile.

Von Eisenbahnen sind alle im Bau vorgeschrittenen, so-
weit ihre Linien bekannt waren, aufgenommen, die dem Verkehr
eröffneten finden sich durch Colorirung hervorgehoben.

Um die Karte durch Ueberfiillung mit Bergschraffirung
ihrem Zwecke nicht zu entfremden, ist diese ganz Weggelassen
worden, die hauptsächlichsten Gebirge finden sich aber in einer
der
Haupt-Biohtung der Züge entsprechenden Stellung benannt,
auch die bedeutenderen Gebirgs-Pässe sind bezeichnet.

21. 22. 22b. 23. 24. 25. Sechs Blätter für
Deuiscliland und den Prenfsisclien
^taat. Audi Siiederlande, llelgien,
ScliweiK.

Diese zusammengehörigen sechs Blätter geben den Inhalt
von No. ly in doppeltem Maasstabe. Sie bilden mit den 10
Blättern der anstofsenden Lande: Dänemark, England,
Schotland, Ireland, Nordöstliches, Nordwestl. und
Südliches Frankreich, Nördl. und Südl Italien, und
Ungarn(35b), einen Complex von Karten von Mittel-Europa,
der für die meisten Bedürfnisse befriedigend seyn wird.

Die einzelnen dieser sechs Blätter sind:

No. 21. Mordvcstlicties Deutschland, lÄsr. der
STiederlande u.Kj^r.Melsien. 1831.
Neu gestochen
1841. Rev. 1848. (Die erste Bearbeitung 1821.)

No. 22. I^'ordöstliclies ^Deutschland. 1831. Neu ge-
stochen
1843. Bev. 1848. (Die erste Bearbeitung 1821.)

No. 22b. Die Preufs. Provinzen Freufseil und ^osen.
Dabei Üebersicht des Pffeufsisclien Staats, und
Cartons für die Umgebungen von Königsberg und Dan-
zig.
1833. Rev. 1845. (Auf der frühern Bearbeitung 1819
ist die Uebersirht des Preufs. Staats nicht befindlich.)

No. 23. Mittel-©estliche8 ©eutschland. 1834. Neu
gestochen 1844. Rev. 184!). (Die erte Bearbeitung 1822.)

No. 24. üfidweistlichcs neutsehland, und SchweiK.
1835.
Neue Auflage 1847. (Die erste Bearbeitung 1821.)

No. 25. SüdQstliches MeutschlaMd. 1836. Rev. 1846.
(Die erste Bearbeitung 1822)

Es Avürde zu weit führen, sich auf eine umständliche Er-
örterung über die innere Ausfuhrung einzulassen Es sind der
Materialien zu viel, und deren Benutzung ist zu verschiedenartig.
Selbst die Gepriesensten sind noch weit davon, den Prüfstein einer
sorgfältigen Kritik entbehren zu können, besonders was die Orien-
tirung betrifft. Nur wo gröfsere Vermessungen (wie die Oesterr.,
Bayer, u. a.) Materialien liefern, läfst sich mit Sicherheit auf-
treten.

Wer sich aber dafür interessirt, findet Mehreres in den Be-
merkungen zur Karte von Deutschland in 25 BL

Abkürzungen, welche besonders auf No. 24 vorkommen,
sind daselbst erklärt, und es hat keine Schwierigkeit, sich damit
bekannt zu machen. Ohne diese hätte das Blatt nur mangelhaft
ausfallen können, und wäre doch mit Schrift überfüllt worden.
Jetzt findet man mehr als auf manchem grofsen Blatte, und
Lichtpunkte genug zur Beruhigung für das Auge und zum leich-
ten Auffassen der Situation.

Die Hauptstrafsen sind nicht ohne Auswahl und Prüfung
aufgeniimmen Avorden. — Die in den neuesten Jahren hergestell-
ten
Eisenbahnen finden sich allenthalben nachgetragen; auf No.
24 auch der
Ludwigs-Canal vom Main zur Donau.

(26.) a) Berlin und IJuigebungen. — b) Die Donau
von Pasi^au bis Wien, Kuj^leich für die Um-
gebungen von Wien.

Diese beiden Halbblätter wurden dem Atlas beigegeben,
weil auf den Specialblättern Deutschlands kein Raum übrig blieb,
um die Umgebungen der Hauptstädte der beiden gröfsten Bun-
desstaaten in Cartons darzustellen.

Indessen sind seit Erscheinung der Karte von Deutschland
in 25 Bl. diese in gleichem Maasstab gearbeiteten Blätter ent-
behrlich geworden, und mehrfachen Wünschen zu genügen, ist
zum Gegenstand dieser Nummer nachgenannte Uebersichtskarte
der ganzen Oesterreichischen Monarchie gewählt, da diese siih
nur nach ihren einzelnen Bestandtbeilen auf den Nummern 25,
33, 33^, 34, 35, 35li zerstreut dargestellt findet, auch ist hier
ein Plan von
IVien beigefügt worden; für eine ähnliche Dar-
stellung von
Berlin dürfte künftig auch noch Raum auf einem
der Norddeutschen Blätter des Atlas gefunden werden.

26. öer Oesterreicliisclie Kaiser-Staat·

Mit Plan von Wien. Von F. v. St. 1844.
Rev. 1841.

Die Karte ist mit kritischer Sichtung bearbeitet und der
Zeichner ist bei Entwerfung derselben auf die besten Quelleu


ocr page 12

20 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

zurückgegangen, von denen, aufser den treffenden Nummern des
Hand-Atlas und der Karte von Deutschland in 25 Hl., die Karten-
werke des österreichischen
Gcn.-Qiiarticrmeistcrstabs vom Erz-
herzogthum
Oesterreich, von Tyrol, vom Königreich Illyrien und
dem
Herzogthum Steiermark namhaft zu machen sind, aufser
diesen die
FaUon'sche Karte der österreichischen Monarchie, die
Centrai-Karpathen von v. Sydow und JVolff, einige Blätter der
^eiyi'schen Karte des
Osmanischen Ueiches in Europa, auch für
den nördl. Theil
Engelhard's Karte des Preufsischen Staats östlich
von Berlin.

Von Strafsen sind nur die dermalen befahrenen Eisenbahnen
aufzunehmen für zweckmäfsig erachtet vrorden.

27 u. 28. Sachsen, TS»iirin§:en und be-
maclil'®''1® Länder.
— Nach eigenen
Messungen und den besten Hülfsniitteln ent-
worfen von J. C. Bär und Ad. St. 183». —
Neue Auflage 1838. Revidirt 1848.

Der ursprünglich dem Hand-Atlas zu Grund gelegte Plan
hatte anfänglich zwei Blätter lür den Umfang dieser Länder be-
stimmt, welche aber späterhin in ein Blatt zusammengezogen
wurden, daher erklärt sich die gegebene Doppelnummer; gleiche
Bewandnifs hat es mit No. 30 u. 31.

Der zuerst genannte wackere Gehiilfe des Herausgebers hat
den wesentlichsten Antheil an der guten Grundlage dieses Blattes.
Wiederholte Reisen mit guten Winkel-Instrumenten nach den
Gegenden, wo die Orientirung noch mangelhaft war, haben ihn
in den Stand gesetzt", ein Gerippe, besonders für den westli-
chen Theil dieses Blattes, auszuarbeiten, welches neu ist und
nichts zu wünschen übrig läfst. Dabei ist durch Ocular-Auf-
nahmen, bei ungemeiner Uebung und Fertigkeit darin und ei-
nem treuen Lokal-Gedächtnifs, für Flufslauf und Situations-
detail Vieles geschehen, diesen Grundlagen einen vorzüglichen
Werth zu geben.

Das vorliegende Blatt kann daher in mehreren Beziehun-
gen als Original gelten. Noch eigentlicher ist es als Reduc-
tion von topograpliischen Materialien anzusehen, die zu Ausar-
beitungen in gröfserem Maasstabe bestimmt sind. Dafs übri-
gens die Sächsischen Vermessungen und alle sonst zugäng-
lichen Hülfsmittel nicht unbenutzt geblieben sind, versteht sieh
ohnehin. Ueher die Art der Benutzung ausführliche Rechen-
sehaft zu geben, würde zu weit führen, mit wenig Worten es
abzumachen, aber ganz fruchtlos seyn.

(29). Rhein, Maas und Scheide oder IViieder-
lande von
Dinant bis Alkmaar. Von Ad. St. 1818.

(Rev. 1823, und später.)

Erayenhoff, Cassini, Ferraris, Tranchot, Lccoq waren nach
den Vermessungs-Datis und den erschienenen Karten zu benutzen,
nicht ohne zeitraubende und schwierige Vorarbeiten, um dem
Mangel an Zusammenstimmung, obgleich die Unsicherheiten in
ziemlich enge Gränzen eingeschlossen sind, möglichst^abzuhclfen.
Man weifs, wie vortrefflich
Krayenhnffs Messungen'und Karten
sind; so Aveit diese reichen, war nichts zu verbessern. Dabei
sind
Wiebekings sehr genaue Karten der Provinz Holland und
Utrecht ebenfalls gebraucht Avorden; aufserdem von inländischen
Werken, mehr zur Vergleichnng undAusAvahl, oder für die neuere
Begränzung:
Sepp Niederl. Reise en Zack Atl.; Covens beknopte
Staats-Beschr. d. Batav. Republ. mit K. (wegen Angabe der
Volkszahl aller Dörfer nützlich);
Jac. de Gelder K. Amst. 1811;
__ jFeygand, Haag 1816; — Caspar Muller, Haag 181« (2 gr. |
und 4 kl- gut für die altern Provinzen, bei Aveitem weniger
1
aber füi" "belgischen); v. Kampen Staats- en Aardryksk. Be- j
sehr. V. h. Kgr. d. Nederl Haarl. 181ß, das beste Werk meines
Wissens, seit der neuen Verfassung, was aber nach dem Umfang
(415 S.) weit reidihaltiger seyn könnte; besonders kurz sind die
Belgischen Provinzen abgehandelt. Bei der spätem Bearbeitung
noch:
Gosselin Alphabetische Naamlyst etc. 1826.

Einiges über die Aussprache der holländ. Namen mag
hier Platz finden:

ζ wird aasgesprochen wie s ;

g, ch, aus der Kehle, wie m Ach, Bach; überall, zu An-
fang, iiacli e, i, — "·

ae, aa, wie ah; kann also nicht a geschrieben werden;

eu, eeu, wie öh;

oe, wie u oder uh;

Oll, wie a u.

u, im, wie ii, üh;

ui, ny, wie äü;

y, oder eigpiulich ij, wie ey, in den kurzen Endsylben-we-
niger hörbar.

Also: Daendels, Leeuwarden, lioerhave, Zoestdyk, TFoerden,
Gouda, Utrecht, Zuyderzee, lihyn, Yssel, Rysswik,
spr.: Dahndels,
Löhw., Burh., Sustdeik, Wührden, Gauda, Utracht, Säüdersee,
Rhein, Eissel, Reissw'k.

An die Stelle dieses Blattes, dem es an Ausdehnung nach
Norden wie nach Süden fehlte, ist in neuerer Zeit getreten:

29. Mederlande, Belg^ien, Ijiixembiirg.

Von Ad. St. 1833. — Rev. 1845.

Was so eben zu dem altern Blatte bemerkt worden ist, gilt
auch für dieses. Es versteht sich, dafs für das gegenwärtige
noch manche neuere Materialien benutzt worden sind.

30 u. 31. öer Bliein vom lEodenisee bis
ECÖln.
Zugleich Specialkarte von
Württemberg, Baden und der Baye-
rischen Pfalz. Von F. v. St. 1845.

Die Karte erschien zum erstenmal 1823 \on Ad. St. und zum
zweitenmal gestochen 1833. In jener Zeit hatte ihre Bearbeitung
viel Mühe verursacht, da das damals vorhandene so sehr ver-
schiedenartige Material nur in sorgfältiger Auswahl und mit
Schwierigkeit zu benutzen möglich Avar. Seitdem sind für diesen
Länderumfang in den theilweise erschienenen Vermessungsarbei-
ten Württemberg's, Baden's, des Grofsherzogthunis Hes-
sen und Bayern's dem Topographen die zuverlässigsten Grund-
lagen geboten, und es bedurfte nur zur Ausfüllung einiger Lücken
der Beihülfe andern mindern Werth habenden Materials. Für
die angränzenden französischen Departements konnten auch meh-
rere der in den ausgegebenen Lieferungen enthaltenen Sectionen
der grofsen „Carte
topographique de la France pnbl. p. le Depot
de la
guerre" benutzt werden.

Die das Badische Land von Nord nach Süd durchziehende
Staats-Eisenbahn findet sich in ganzer Ausdehnung aufge-
nommen.

32. öie Scliweiz. Von F. v. St. 1844.

Eine erste EntΛverfuπg dieser K. von Ad. St. trägt die Jahr-
zahl 1820, ein zAveiter Stich die von 1827; zu diesen beiden Be-
arbeitungen findet sich nachstehendes bemerkt:

„Die Beschaffenheit des Landes macht es fast unmöglich, bei
beschränktem Räume Anschaulichkeit und leichte Uebersicht mit
dem erforderlichen Grad von Genauigkeit und Vollständigkeit zu
vereinigen; und doch mag eben bei der Schweiz am Avenigsten
von einem dieser Erfordernisse etwas vermifst >verden. — Durch
angemessene Bezeichnung der Gebirge, welche zugleich dem
Charakter entsprechen, und wobei das >veniger Bekannte ab-
sichtlich leichter gehalten worden, hat man versucht, den eige-
nen Anforderungen zu genügen. Die Bergnamen sind durch Α n-
fangsbuch Stäben bezeichnet, die in dem zur Karte gehöri-
gen Commentar: „Die Berge der SchAveiz" mit Beifügung
der Höhen, erklärt Averden.

Die innere Bearbeitung der Karte betreffend, heben wir über
die in grofser Anzahl benutzten Hülfsmittel, wie gewöhnlich, nur
Einiges aus. —
Scheudizer (itinera Alpina), obgleich über 100
Jahre alt, ist auch jetzt noch, selbst durch
Ebel, wenigstens für
graphische Darstellung nicht ganz entbehrlich gemacht, und hätte,
von
Jf'^ci/s benutzt, dessen Atlas manchcn Vorzug geben können,
der an diesem, aus Vortrefllichem und höchst Mangelhaftem zu-
sammengesetzten Werke vermifst wird. — Die
Scheuermann'schen
Kärtchen einzelner Cantone und Gegenden (zwischen Aar und
Bh»)ne äufserst genau) sind bekannt; so
Kührs für ihren Zweck
ganz vortreffliche Reisekarte; ferner die Blätter des
top. mil.
Alias
der Schweiz und a. allg. Werke.

Osterwald's JSeuchaiel (ein Meisterbiatt); Feers Rheinthal, die
französische Simplon-Karte (Plan de la Route de Simplon etc. dr.
p. Cordier, Ing. au Simplon) sind auf die genauesten Vermessun-
gen gegründet


ocr page 13

8 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

Cap. Raymond C. phys. et niincral. da Mont-Blanc, ein gro-
fses Blatt. Wenn auch der Zusatz :
„levee etc. — Vauteur rCa
cpargne ni soins ni trav. ponr obt. la plus gründe exactitude"
im
beschränkten Sinne gelten mag; so ist es doch für diese Gegend,
neben
Saiissure, ΛveIchen es ergänzen soll, das Beste. — Der
Mont-Blanc ist daselbst zu 43o 32' 25" L. von Paris, 45° 56' 15"
N. Br. angegeben, also abAveichend von der v. Zach'schen Be-
stimmung. Für jede derselben vermissen wir befriedigende Nach-
weisung.

Dagegen geben und versprechen uns fürs Bern er Land und
die anliegende Gegend die Trerei'schen Arbeiten gute Materialien.

Noch verdienen angeführt zu werden die kleine Karte über
die L?niÄ~Arbeiten,
Stapser Karte vom Erguel, Plan de la ville
et des Environs de
Zürich etc., die Charte de la Suisse Romande,
einige Blätter von Bader Dalbe, von Amman, etc. — Andere lite-
rarische Notizen kommen gelegentlich in dem besonders gedruck-
ten
Commentar zu dieser Karte vor.

In Hinsicht der Orientirung bedarf die südliche Schweiz vor-
züglich noch genauerer Angaben. Die UngeAvifsheiten und Wi-
dersprüche in der Länge gehen bis auf volle 8 Minuten.

Dafs das nördliche Savojen und einige Nebenländer mit Aus-
führlichkeit behandelt worden, wird nicht als überflüssig ange-
sehen
Vierden." ,

Die gegenwärtige dritte Bearbeitung von F. v. St. weicht in
so fern von den vorhergehenden Ausgaben ab, dafs 1) der Maas-
stab um
ein Bedeutendes gröfser genommen worden, und 2) dem-
zufolge bei gröfserer Vollständigkeit in topographischer Hinsicht
auch für bequemere Benutzung des Blattes als Gebirgskarte da-
durch gesorgt ist, dafs alle Gebirgsnamen vollständig ausgeschrie-
ben sich finden. In den frühern Ausgaben konnten diese wegen
Beschränktheit des Raumes nur mit Buchstaben bezeichnet wer-
den, was die Veranlassung zu Abfassung des erläuternden Com-
mentars („Die Berge der Schweiz von
Jd. Stider, 20 Sei-
ten in 4to") gab. Dieser Commentar ist somit nunmehr über-
flüssig geworden und wird deshalb nicht von Neuem abgedruckt.
Es können aber von der letzten Ausgabe noch Exemplare auf
Verlangen abgegeben Λverden, da für Jeden, der sich mit dem
geograph. Studium der Schwei« beschäftigt, diese lichtvolle Zu-
sammenstellung des verewigten Verfassers stets ihren eigentiiüra-
lichen Werth behält.

Neben den Hülfsmitteln, über die oben zu den frühern Aus-
gaben schon Rechenschaft gegeben worden ist, sind bei der Ent-
werfung der neuern Auflage noch aufserdem an neu erschiene-
nen kartographischen Werken benutzt worden :
Pßsiers Karte
der Kantone St. Gallen und Appenzell,
Weifs K. des Cant.
Bern,
Sulzbcrger's K. des Cant. Thurgau, /iTeiiei'sK. des Cant.
Zürich,
WorVs K. der SchAveiz in 20 Bl. Für die angrän-
zenden Theile Tyrol's und der Lombardei dienten die Karten
des
österr. Gen -QiLartiermeisterstabs, so wie auch für die West-
gränze die betreffenden Sectionen des grofsen
Atlas topographique
de la France.
Ueberdem wurden: JSöei's Anleitung, die Schweiz
zu bereisen (4 Bde. 8vo),
Luts Handlexikon der Schweiz, und
Meyer's von Knonau Erdkunde der schweizerischen Eidgenossen-
schaft fleifsig zu Rathe gezogen.

33. Italien. Generalkarte. Mit Nebenkar-
, ten : Rom's Umgebungen; Neapel's
Umgebungen; Malta, Gozzo, Comino.
Von F.
V. St. 1845.

Zuerst 1817 für eine der ersten Lieferungen des Hand-Atlas
entworfen, erfuhr dieses Blatt 1828 eine Umarbeitung, und er-
scheint demnach gegenwärtig zum d r i 11 e η m a I neu bearbeitet.
Die bei Entwerfung der beiden Specialblätter (No. 34» und 341·)
benutzten Materialien dienten auch vornehmlich hier wieder zur
Grundlage.

(3.3b.) Bas Adriatische Meer. Von F. v. St. 1828.

Rev. 1845.

Zur Erfüllung einer dreifachen Bestimmung:

a) als Küsten-Karte vom Adriatischen Meere;

b) als Karte der östlichen Länder: Dalniatien, Croa-
tien, Bosnien u, s. W.

g) als hydrographisch-orographische Ueber-
sichts-Karte von Italien.

Den ersten Anlafs zur Entwerfung gab die nunmehr allge-
mein bekannte, auf genaue Vermessungen gegründete einzig
schöne
Carta di Cabotaggio del Mare Adriatico u. s. Λν., welche
in 24 Blättern gröfsten Formats in Mailand erschienen ist.

Es hat sich dadurch bestätiget, wie fehlerhaft zum Theil
noch die bisherigen Darstellungen der Küsten des Adriatischen
Meeres, besonders der östlichen, waren.

Die östlichen Länder: Dalmatien, Croatien, Bosnien
u. s. w. sind, was die innere Ausfuhrung betrifft, nach der vom
Gen. Quartiermeisterstab in 9 schönen Blättern herausgegebenen
K. der Oesterreich. Monarchie bearbeitet. — Obgleich damit die
Meinung nicht ausgesprochen seyn soll, als sey diese Karte über-
haupt und durchgängig untadelhaft befunden worden: so läfst
sich doch, der Beschränktheit des Maasstabes ungeachtet, kaum
bezweifeln, dafs derselben für Dalmatien, aufser den Resultaten
der Küsten-Vermessung, noch andere neuere Materialien zum
Grunde liegen, >velche dem Verfasser der grofsen Karte von Dal-
matien in 8 Blättern (M. d. T-x. Wien 1810) zu jener Zeit nicht
zu Gebote standen "'). Der orograpbische Theil ist, was die Na-
men betrifi't, vollständig der Karte des Gen.-Quartiermeister-
stabes entnommen.

Bei der hyd rο gr apliisch - οrogra ρhischen TJeb er-
sicht von Italien spricht der ZAveck und die Ausführung von
seihst. Die Haupt-Kergzüge sind von den untergeordneten durch
leicht fafsliche Abstufungen unterschieden. Den Anhöhen am
Adri:iti.schen Meere ist angemessene Schraffirung gegeben.

Es verdient Μ ohl überhaupt die grofse Süd-Europäische
Senkung (zwischen den Alpen in N. und den beiden Ausläu-
fen: den Α pennine η in W. und den Croatisch-Dalmati-
scben Gebirgen [dinarischen Alpen u. s. w.] bis zum Hämus,
in O.), welche als Po-Thal und als Adriatisches Meer gewisser-
mafsen ein Ganzes bildet, mit den sie einfassenden Gebirgen im
Zusammenhange überblickt und in ihren Theilen unter verschie-
denen Gesichtspunkten verglichen zu werden. Hier sey nur auf
die äufsere Form der Gebirge hingedeutet, welche das Adriati-
sche Meer umschliefsen.

Durch Italien zieht der Rücken der Apennin e η wie ein ge-
schlängeltes Band, zuletzt gespalten um den Busen von Tarent.
— Nach dem Po und dem Adriatischen Meere hin fast
durchgehends kurze senkrechte Seitenäste, nach dem Becken des
Tyrrhenischen Meeres zu ausgedehnte Verzweigungen, dem
Hauptzuge mehr parallel, und unter diesen ein fast völlig isolir-
tes kleines Gebirgssystem, dasToscanische Mittelgebirge.

Bei der östlichen Fortsetzung der Alpen nach dem Hämus
hin eine Menge einander gedrängt begleitender paralleler, viel-
fach abgebrochener und durchsetzter Reihen, zerrissene Küsten,
mit Inseln und Halbinseln seltener Form, dem Gebirgslande selbst
gewissermafsen mit angehörend, halb trockene und von Flüs-
sen ohne Verbindung bewässerte Thäler u. s. w.

Diese Beschaffenheit hört auf, da wo eine zweite Abtheilung
des Adriatischen Meeres durch die von Ragusa über Meleda,
Lagosta u. s. w. nach dem Monte-Gargano oderdenTre-
miti-Inseln gebildete Linie vorgezeichnet ist- —Nach der Ver-
engung auf 9 Meilen zwischen Cap d'Otranto und C. Lin-
guetta erweitert sich das Adriatische Meer zum Jonischen,
wo die Küsten von Calabrien und Sicilien den Gegensatz zu de-
nen der Jonischen Inseln u. s. >v. bilden.

Anm. Diese Nummer 33l> (Das Adriatische Meer) ist aus der
neuesten Ausgabe des Η and-Atlas weggeblieben, weil die-
selbe durch die beidea Karten Nn. 51 und 52, West- und
Ost-Polynesien, eine nothwendige Vermehrung erhalten hat,
und doch die Gesammtzahl von 83 Blattern nicht über-
schritten werden solL

34a IS^ördlicheiS Italien. Von F. v. St. 1842.

Rev. 1848.

Dieses Blatt erscheint hier zum drittenmal neu bearbeitet,
nachdem die früheren Ausgaben (von 1818 und 1833) nicht mehr
befriedigen konnten. Das Lombardisch-Venetianische Königreich
ist nach der
Vermessungskarte des österreichischen Gen,-Quariier-
Meisterstabs
entworfen, eben so die Herzogthümer Parma, Pia-

τ


ocr page 14

9 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

cenza unil Guastalla nach der ebenfalls in Mailand von dem Öster-
reich. Gen.-Quartier-Meisterstab erschienenen
Vermessungskarte
dieser Herzogthümer. Für Toscana diente die bekannte Inghira-
mi'sche Karte in 4 grofsen Blättern, und für Sardinien und den
Kirchenstaat wurden die neuesten ^For/'schen Karten zu Rathe
gezogen.

Für die Besitzer der altern Ausgabe, und zugleich den Er-
läuterungen zur neuem als Anhalt dienend, lassen wir die damals
über die Karte gegebene Nachricht hier vorausgehen :

„Uiese Karte war mit der ersten Auflage von No. 33 zugleich
in Stich gegeben Avorden, erschien aber um ein Jahr später als
diese, wodtu-ch sie an innerem Werthe gewonnen hat, da man-
ches Neuere noch nachträglich benutzt worden ist, besonders
Frhr.
von Liechtenstern (Geographie d. Oesterr. Kaiser-Staates
III. Bd.); auch Orgia^^i wegen der Begränzung (Italie, 2 grofse
Blätter «rut im Technischen, Copie von
Bader Dalbe). Reich
an Nachrichten über Italien sind die erschienenen Hefte der in-
teressanten Correspondance astronomique, welche Frhr.
v. Zach
in Genua herausgab. Wir finden darin unter andern ein herr-
liches Skelet für Toscana aus Inghiranii's Vermessung, viel ein-
zelne Ortsbestimmungen vom
Herausgeher, von Capitain Smith
s. w. Zur Berichtigung unserer (damals) im Stiche schon voll-
endeten Karte konnte von diesen Schätzen kein Gebrauch mehr
gemacht werden (ein paar Nachträge abgerechnet), selbst mit
erkannten bedeutenden Mängeln hätte die Karte dem Publikum
übergeben werden müssen. — Indessen, das Resultat der Prüfung
hat sich günstiger gezeigt. — Was Λvir aulser
Inghirami in die-
ser Correspondenz finden, läfst für unsere Karte nichts zu wün-
schen übrig; aber auch im To scani sehen ist auf unserer
Karte der wichtigere Theil, von der Voltata des Arno gegen des-
sen Mündung hin, und was ihm zur Seite liegt, ohne merkliche
Fehler dargestellt. Florenz, Lucca, Livorno, Volterra, die Küste
bis Elba etc. stimmen vortrefflich; 20 bis 30 Orte dieser Gegend
kiinnen unverrückt an ihren Stellen bleiben; Pisa (der merk-
würdige Streitpunkt zwischen geodätischen und astronomischen
Resultaten) mül'ste nur ein weniges mehr nördlich, Siena um
eine ähnliche Distanz mehr südlich liegen. Bedeutendere Ab-
weichungen zeigen sich südöstlich von Florenz. Der obere Arno,
gewifs auch die obere Tiber, werden mehr nach Westen zu le-
gen seyn. Dreht man den ganzen Strich bis zum L. di Perugia
um Florenz Avie um einen Pol gegen W. hin, mit angemessener
Zusammenziehung, so wird man auch hier das Richtige ziemlich
treffen. Nicht also eigentlich eine Entstellung des Bildes, nur
gegen SO. hin eine zu grofse Ausdehnung geht daraus hervor.
Toscana ΛνίΓά künftig etwas kleiner erscheinen. — Es Aväre zu
wünschen, dafs die Δ Δ bis Riraini und Ancona fortgesetzt wer-
den könnten! — Südlich von Siena fehlen noch die Angaben
zur Prüfung. Uebrigens verschAvinden diese Fehler für den ge-
wöhnlichen Gebrauch. Die meisten bleiben innerhalb der Gränze
einer pariser Linie, wenige (beiM.Varchi am obernArno) wach-
sen bis auf das Doppelte. Der Gränzort Cortona aber, an der
Stralse nach Perugia, würde über 4 Linien WSW. zu liegen
kommen müssen, Avenn anders die Lange richtig angegeben ist.

Für einen Theil des grofsen Po - Thaies und einige Alpen-
Gipfel kann
Kellers Panorama von Mailand einen Probierstein
abgeben, da aus demselben dieAzimuthe der Umgebung auf das
genaueste nachzumessen sind. — Dafs für das Venetianische
von
Liechtcnsterns
Karte der von Zac/i'schen Vermessung vorzüglich
benutzt worden, wird des Anführens kaum bedürfen. — Die
Carta amministrativa und andere sind schon früher genannt.

Der οro- und hydrographische Theil ist so sorgfältig
bearbeitet, als es dem Maasstabe angemessen schien, hier
und
da
mit Verbesserungen aus einzelnen Werken. Was für die Al-
pen einer Erläuterung bedarf, hat sie bei Erscheinung der übri-
gen
Alpenblätter erhalten.

Die Begränzung des Venetianischen gegen Illyrien ist aus
Jjicchtenstern möglichst genau abgeleitet worden. Zwar bemerkt
von hie(^^ienstern, dafs einiges noch nicht definitiv bestimmt sey,
doch scheint diefs nur Kleinigkeiten zu betreffen, die hier ziem-
lich verschwinden."

So weit die fiühernBemerkungen. —Für die spätere (zweite)
Bearbeitung (1833) sind noch zwei klassische Originalwerke:
Carta Topogr. dei Ducati di Parma, Piacenza et Guastalla,
levata dietro misure trigon. 1821 bis 1822. — Dell' Inst.
Geogr. Mil. d- Magg. Gen. Austr. — Milano 1828.
8 Blätter.

Inghirami Carta Geometrica della Toscana. Firence 1830. —
4 Blätter gröfsten Formate,
auch die in mancher Beziehung recht brauchbare

SriEiER'a Hahd-Atlas. Ber. 5. A.

Carta del Regno Lombarde Veneto, compil. da Gaetano Mon-
ticelli,
1827. 1 grofses Blatt
benutzt worden. — Das neue Blatt enthält den Kirchenstaat,
auch Corsica vollständig; das frühere Blatt ging nur bis 42° Br.
Die neuen Eintheilungen der verschiedenen Staaten sind angege-
ben, auch die Gränzen einer Jeden, da wo man sich deren ver-
sichern konnte. Die 5 Compartimento's von Toscana sind auf
Inghirami's Karte nicht durch Gränzen unterschieden.

3#. König;reicli beider !Sicilieii3 nebst
dem j^üdlichen Tlieile deis» Kir-
clienstaatjs.
Mit Nebenkarte von Malta.
1848.

Die ältere Bearbeitung unter dem Titel: „Südliches Italien
mit Sicilien, 1825." gehört Herrn
Iläbbe ausschliefslich zu, und
der Herausgeber hat nur durch nähere Besprechung über die
erste Anlage und durch einzelne unbedeutende Bemerkungen
Antheil daran. — Dafs diese schwierige Arbeit keinen unwürdi-
gen Händen anvertraut worden, beurkundet die von Herrn
Hübbe
selbst über sein Verfahren gegebene Nachweisung, die wir hier
meist mit seinen eigenen Worten, ausführlicher als der Zweck
eigentlich erfordert, den Lesern vorlegen wollen, damit diejeni-
gen, Λvelche sich für die Erdkunde zwar interessiren, von gra-
phischer Kritik jedoch keine oder nur eine mangelhafte
Vorstellung haben, daraus einigermafsen abnehmen mögen, wie
für den Kartenzeichner eine geschickte Hand und ein geübtes
Auge nicht blos die Hauptsache sey.

An Hülfsmitteln hat der Verfasser aufser den inländi-
schen Karten hauptsächlich benutzt und verglichen:

R. Zannoni, — Bader Dalbe, — die Carta ammini-
strativa, — Orgiazzi, — Werke, die aus unsern frü-
hern Berichten schon bekannt sind, dann das MeisterAverk:
Carta di Cabotaggio del Mare Adriatico. Mi-
lano 1821 bis 1822. 24 gr. BL
Nuova Carta degli stati Pontifici meridionall.
Milano 1824. 4 Blätter.
Nächstdem die bekannten allgemeinen geographischen Werke,
und unter den Reisebeschreibungen etc. vorzüglich
de Sayve,
Kephalides, Bartels, Spallanzani.

Zur Grundlage diente zugleich eine Auswahl aus des Her-
ausgebers handschriftlicher Sammlung von Ortsbestimmun-
gen und dahin gehörigen Notizen. Dafs aber dieser Theil einer
geographischen Grundlage in der Anwendung der allergrölsten
Vorsicht bedarf, ist dem Kenner nicht fremd. Die Zahl sonst
schätzbarer Karten, auf Avelche eine oder einige unrichtige Orts-
bestimmungen den nachtheiligsten Einflufs gehabt haben, ist nicht
so gering als man glauben möchte. Ganz neue mit dem rühm-
lichsten Fleifs gearbeitete Blätter sind an dieser für alle Graphi-
ker gefährlichen Klippe gescheitert. Ein einziger falscher Win-
kel, ein Schreib- oder .Rechnungsfehler des Beobachters, ein Re-
ductionsfehler, oder, was nur zu häufig vorkömmt, ein Druckfeh-
ler, kann Verzerrungen der Ortslagen herbeiführen, die vielleicht
lange Zeit für Berichtigungen gelten.
Bader Dalbe, wegen scharf-
sinniger Ausmittelung der richtigen Ortslagen besonders geprie-
sen, Avenn auch früher fast über Gebühr gerühmt,
zeigt in die-
ser Hinsicht eines der auffallendsten Beispiele. Erst die Vermes-
sung des Α dri ati sehen Meeres mufste uns ein Licht aufstecken.

Lassen wir nun den Verfasser unserer vorliegenden Karten
selbst sprechen.

„Leider zeigte schon eine oberflächliche Vergleichung, Avie
sehr selbst die bessern der gebrauchten Hülfsmittel von einan-
der abweichen.

Der Carta di Cabot. gebührt bis zum Capo di Leuca
ganz unbedingt der Vorzug vor allen andern genannten, da sie
bis zu diesem Punkte auf einer mit astronomischen Beobachtun-
gen verbundenen Δ Δ Reihe beruht, in deren Richtigkeit ohne
sehr geAvichtige Zeugnisse kein Zweifel gesetzt werden darf.
Ueberdiefs wurde aus den verglichenen Ortsbestimmungen, Reise-
beschreibungen etc. manches Falsche und Mangelhafte berichtigt
und vervollständigt. Alles Einzelne anzugeben würde hier zu
weit führen, indessen glaubt sich der Verfasser wegen einer Ah-
vreichung von frühern Darstellungen rechtfertigen zu müssen,
welche zu auffallend ist, als dafs sie dem Blick des mit dem Ge-
genstande Vertrauten entgehen könnte.

Die Küste des Adriatischen Meeres und ein schma-
ler Strich des anstofsenden festen Landes wird, Avie schon ange-

3


ocr page 15

10 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

führt worden, von der Carta di Cabot. auf eine so zuverläs-
sige Weise bestimmt, dafs eine Aenderung daran sich wohl
schwerlich würde verantworten lassen, allein wie sehr ist diese
Bestimmung von der frühern verschieden.

Capo di Leuca liegt nach Bader Dalbe 36° 30' 0. v. Ferro,
nach der Carta di Cabot. 36° 2' - - -
also eine Differenz in der Länge von beinahe einem halben
Grade, um welche auf
B. D. und nach ihm auf allen spätem
Karten, dieser Punlit zu weit nach 0. liegt.

Je weiter man an der Küste gegen KW. hinauf geht, desto
mehr nähern sich die Angaben beider Karten, und an der Mün-
dung der Pescara (42j° Br.) stimmen sie beinahe überein.

An der Westküste durfte eine ähnliche V^erschiebung ge-
gen W. nicht vorgenommen werden, denn viele Ortsbestimmun-
gen, unter denen die zuverlässigsten die von Neapel, Messina
und Palermo, beweisen, dafs diese Küste auf
B. D. ziemlich
richtig niedergelegt sey; ja es ergab sich sogar als muthmafs-
liches Resultat, aus mehrfachen Combinationen der Torliegenden
Materialien, dafs ein Theil der Westküste um 4 bis 6' gegen 0.
gerückt werden müsse : so auch, in dessen Folge, der östliche
Theil von Sicilien; dagegen der westliche Theil dieser Insel,
vom C. di Rama in N. und C. St. Marco in S. an (30|° L ),
nach den Aegadischen Inseln zu, hinsichtlich dieser und
des C. St. Vito, successiv um etwa 5' nach W. zu ausgedehnt wor-
den ist. In wieweit der Verf. darin das Richtige getroffen bat, bleibt
künftigen genauem Bestimmungen zu entscheiden vorbehalten.

Auch die Ost-liüste von Calabrien zeigte sich auf B. D.
im Wesentlichen als richtig niedergelegt, und so ging denn aus
dem Allen hervor, dafs erst in N. von Calabrien, etwa von
der Mündung des Crati an (39° 40'Br.), mit der allmähligen
Verkürzung bis zum Capo di Leuca der Anfang gemacht wer-
den müsse; denn nur dadurch liefs sich hoffen, ein der Natur
mehr entsprechendes Bild als das auf den altern Karten befind-
liche zu geben. — Dafs bei dieser mühseligen und erst nach
manchen vergeblichen Versuchen, das Widersprechende zu ver-
einigen, ausführbaren Arbeit, mit der gröl'sten Vorsicht verfahren
wurde, bedarf wohl keiner Erwähnung.

Es sey noch erlaubt, die Vermuthung aufzustellen, dafs B. D.,
irre geleitet durch einige unrichtige Ortsbestimmungen (vielleicht
Otranto, Gallipoli, Lecce) die östlich vom Apennin-
Kamme belegene Gegend vom Crati bis etwa Mt® Gargano
gegen 0. zu ausdehnte, und dafs aus seiner Karte diese falsche
Darstellung in alle spätem überging, eine Vermuthung, die da-
durch bestätigt zu werden scheint, dafs die altern Karten, z. B.
Zannoni, der Wahrheit näher kommen, als B. D.

Capitain Smith, dessen Chart of the Western divis. of the
Mediterranean Sea erst nach der unsrigen (!Nov.l82ä) erschienen
ist, legt Messina etwas nördlicher, verkürzi überhaupt Cala-
brien, von der Punta del Tronta (Capo Trionto) an (wo die Brei-
ten gut stimmen), bis zum Cap Spartivento, um 5 bis 6 Minuten."

Nachdem sich die Nothwendigkeit herausgestellt hatte, die
im Jahre 1825 gestochene und 1845 revidirte Platte der, von
Heinrich Uübbe gezeichneten, Karte vom südlichen Italien durch
eine neue Platte zu ersetzen, mufste in Ueberlegung genommen
werden, ob es rathsaui seyn werde, jene ältere Zeichnung wie-
derum zu benutzen, oder eine andere in neuer Bearbeitung dem
Kupferstecher als Vorbild zu übergeben. Mit Rücksicht auf das,
>vas sowohl der Gründer des Atlas als auch Hübbe selbst über
die Grundlagen jener Zeichnung und die dabei benutzten Mate-
rialien bemerkt haben (4te Auflage des Berichts S. 9) konnte
die Wahl nicht lange schwanken, demgemäfs die Bearbeitung
einer völlig neuen Zeichnung beschlossen wurde.

Der Vorrath an geographischem und besonders kartographi-
schem Material ist seit den zuletzt vergangenen zwanzig Jahren
in Bezug auf das nördliche und mittlere Italien ungemein berei-
chert worden, so zwar, dafs nichts, oder doch nur sehr wenig
zu wünschen übrig bleibt, was vorzugsweise den vortrefflichen
Arbeiten des k. k. österreichischen General-Quartiermeister-Sta-
bes zu verdanken ist. Minder reichlich sind die Quellen für das
südliche Italien, oder das Königreich beider Sicilien, geflossen.
Indessen ist durch Veranstaltung einer Gesellschaft italiänischer
Gelehrten und Geldmänner, an deren Spitze Graf
Orlandini steht,
ein allgemeines geographisch - historisches Werk bearbeitet und
herausgegeben worden, welches ganz Italien, daher auch das
genannte Königreich, umspannt. Zu diesem, seinem Inhalte, wie
dem Preise nacli sehr kostbaren Werke gehört auch eine grofse
Sammlung von Karten, die, unter dem Titel:
Manie geografico
degli statt Ilaliani, (lelineato sopra Je migUori e phi moderne
mappe, per servire e corredo alla corrografica ßsica, storiea et
statistica dell Italia, di Attilio Zucagni Orlandini,
aus zwei Bän-
den in gr. Folio besteht, davon der erste eine allgemeine Karte
von ganz Italien im Maasstabe von 1:620,000, und in ISSectio-
nen zerlegt und 52 Staats- und chorographische Provinz-Karten
des nördlichen Italien, und der zweite Band eine ähnliche Samm-
lung von 77 Karten enthält, die sich auf Unter-Italien beziehen.
Die Provinz-Karten des Königreichs beider Sicilien diesseits des
Faro, fünfzehn an der Zahl, sind sämmtlich in einerlei verjüng-
tem Maafse entworfen, welches sich zur natürlichen Länge wie
l:2(i7,000 verhält. Von demselben Theile des Königreichs giebt
der Atlas drei Generalkarten, deren erste einer oro-hydrographi-
schen Darstellung gewidmet ist, während die zweite den politi-
schen Zustand unter der Herrschaft der Römer und im Mittelal-
ter, und die dritte den politischen Zustand der Gegenwart enthält.
Jede dieser drei Generalkarten ist im Maasstabe von 1:647,000
gezeichnet. Von dem Königreich jenseits des Faro, oder der
Insel Sicilien sind in dem Attas zwei Karten gegeben, eine alt-
geographische und eine neu-geographische, davon letztere nach
dem Verhältnifs von 1:534,000 entworfen ist; und endlich von
Malta eine Specialkarte im Maasstab von 1:146,000.

Man konnte nicht lange darüber zweifelhaft seyn, dafs Or-
landini's Atlas der neuen Bearbeitung unserer Karte zum Grunde
zu legen sey. Das italiänische Werk ist im Jahre 1844 zu Flo-
renz ans Liebt getreten, und gehört in Deutschland, theils wegen
der Höhe seines Preises, theils des geringen literarischen Ver-
kehrs mit Italien halber zu den Seltenheiten. Das Exemplar,
welches diesseits benutzt wurde, ist ein Eigenthum S»' Majestät
des Königs von i'reufsen; Allerhöchstdieselben haben es mir,
auf Alexander von Humboldt's Vortrag, aus Ihrer Privat-Biblio-
thek zu überweisen geruht.

So werthvoll Orlandini's Atlas ist, so darf es doch nicht un-
bemerkt bleiben, dafs er in den Ortslagen hin und wieder Ab-
weichungen darbietet gegen die Resultate der trigonometrischen
Vermessungen, welche im Königreich beider Sicilien auf Befehl
der Regierung ausgeführt und von meinem ehrenwerthen Freunde
C.
L. von Littrow zu Wien in seinem „Verzeichnifs geographi-
scher Ortsbestimmungen" (Leipzig 1844) nach handschriftlichen
Mittheilungen des Generals Visconti, Inspectors des topographi-
schen Instituts in Neapel, bekannt gemacht worden sind. Jene
Abweichungen sind aber nur in dem Maasstabe der Specialkar-
ten auffallend, dagegen in dem Maasstabe unserer Generalkarte
weniger merkbar oder gänzlich verschwindend ; und darum wurde
es für rathsam erachtet, die Ortslagen nicht zu corrigiren, was
immer ein Verfahren ist, welches ohne Kenntnifs der Gesammt-
heit einer zusammenhängenden Landes-Vermessung, seine be-
denkliche Seiten hat. Die neue Karte ist daher eine treue V er-
kleinerung der Orlandini'schen Blätter; ihre Bearbeitung fällt in
das Jahr 1847; das geographische Netz ist von J. C.Bär entwor-
fen und die Zeichnung von meinem Neffen Hermann Berghaus
ausgeführt worden.
 Berghaus.

φ

35». Galizieii, Ung^arn^ mit Kroatien,
Slavonien^ —
Siebenbürgen; JTIol-
daii, Wallach ei 5
Nervten ^ JBos·
nien
etc. Von Ad. St. u. C. G. Reichard.
1822 u. 1827.— Neu bearbeitete Auflage von
F.
V. St. 1835. Rev. 1846.

Der osmanische Theil der ersten Aufl. war vom Herrn Hof-
rath
Reichard entworfen. — In der neuen Bearbeitung ist
die Darstellung der Dalmatischen Küste durch die mehrmals an-
geführte" Ca rta di Cabot. d. M. Adr. veranlafst, auch sind
die Donau-Mündungen und die Küsten des Schwarzen Meere«
berichtigt worden.

Der seit 1815 bestehende Freistaat Krakau wurde 1846 dem
Oesterr. Kaiserstaate einverleibt.

SS^». Ung^arn und ein Theil von Sieben-
bürg^en.
Von F. v. St. 1825. Rev. 1845.

Dieser Karte liegen hauptsächlich die neuen Arbeiten des
Oesterr. General-Quartiermeisterstabs, so weit sie
«ur Zeit der Erscheinung bekannt waren, und
Lipszky zum
Grunde. — Nach Jenen raufste der westliche Theil etwas ab-
weichend von
Lipszky orientirt werden.


ocr page 16

Bericht über die Blätter des Hand-Atlas. 11

Die verwickelte Begränzung findet man hier so vollständig
und genau, Avie sie noch kein Blatt im Zusammenhange gab.

Zugaben zu dieser Karte findet man, wie die Anmerkung auf
dem Blatte selbst schon berichtet, in der Beilage nämlich:

1) Uehersetzung einiger ungarischen Worte etc.

2) Eintheilung von Ungarn und Siebenbürgen, mit
der Farbenerklärung.

3) Zusammenstellung derjenigen Orte, die auch deutsche
Namen haben.

4) Erklärung der Bergbezeichnungen.

36. Oj^tiSee-I^änder mit Polen und dem west-
lichen
Rufsland bis Moskau. Nebenkarte:
Umgebungen von Petersburg. Von Ad. St.

1834. Rev. 1848.

Dieses Blatt erschien zuerst 1819 unter dem Titel ·. Ostsee-
Länder von der Oder bis zur Newa, war hochgestellt, also weni-
ger bequem, und reichte in 0. nur bis 48 auch 4i)o._ Das neue
Blatt ist, Avie man sieht, um ein volles Drittheil gröfser.

Zu den beim ersten Entwürfe gebrauchten, damals angeführ-
ten Hülfsmitteln
(Textor, Gilly, Sotzmann, Engelhard, Mellin,
Hermelin, Klödcn)
sind besonders mehrere russische von Wich-
iigkeit gekommen, als:

1. des Obersten Pediescheff Atlas vom Russischen Reiche in
TO Blättern, 1821 bis 1829. (In russischer und franz. Sprache.)

2. Eine 1824 in Petersburg erschienene Postkarte von Rufs-
land in
(i Blättern. (In russischer Sprache.)

3. Des Generals Schubert milit. itiner. Karte von einem Theil
Bufslands u. s.w. in 8 gr. Blättern 1829. — Der Gebrauch die-
ser ausgezeichneten Karte Avird theils dadurch, dafs sie die Na-
men blofs in russischer Sprache enthält, theils durch die grofse
Feinheit und Schärfe der Schrift nicht wenig erschwert.

37®. jEnropäisicIies Rnfslandj, auch Schwe-
den «nd Norwegen. — Dabei Uebersicht
des Oesterreichischen und Preufsischen Staats.

Von Ad. St. 1833. Rev. 1846.

Die erste Bearbeitung führt den Titel: „Des Russischen
Ti -rhs Europäischer Theil: meist von
C. G. Reichard,
EiViges von Jd. Stieler. 1821." In den Vorbemerk, zur 1. Abth.
der IV Lief, sagt unser
R. folgendes darüber: „Dafs die neue-
Γη sowohl "^raphischen als geographischen Hülfsmittel dieser
Lrte zum Grunde liegen, wird Niemand bezweifeln. Die des
• ntlichen Bufslands sind bekannt: bei der Darstellung
neuacquirirten Kaukasischen Länder habe ich, so viel
sien betrifft aufser den übrigen altern und neuern Reisen
hauptsäcilich
Klaproth^· treffliches Werk, und in dem, was die-
m abgeht,
Jrroivsmiths grofse Karte von Constantinopel bis
η Ihv Aveh'he die richtigste und vollständigste Darstellung des
J;"' is'chen Meeres und
Aral-Sees in sich fafst, vor Augen ge-
' jj.^ Moldau hat einen beträchtlichen Zuwachs erhalten,
η'ihr die viel sudlichere, durch die von
Tauferer'scAxe
^ Λ Γ Mierer'sche Karte des Donaustromes, die Peutingersehe
Tafel Tnd die Routen des Grafen ÜTaracsai; gefundene Breite

von Galacz verschafft hat.' .. . ,,

Jenes Blatt war hochgestellt. Das g e gen w arti ge (,m Maas-
stab I der übrigen
Gen.-Karten «L Europ Länder) hat bei be-
quemerer Stellung einen weit grofseren Umfang erhalten.-Der
neuen Materialien für Bnfsland ist so eben schon gedacht wor-
den. Hier ist noch zu erwähnen: Posniafco/'sKarte von Sibirien
in 2 Blättern vom milit. topogr. Depot in St. Petersburg 1825

in russischer Sprache herausgegeben.

Der sibirische Theil, von Tobolsk bis zu der Mündung des
<)b ist nach
Ermans neuen Längen-Bestimmungen, sehr abwei-
■chend vom Bisherigen, niedergelegt (s.Bergh. Annal. V, 64). -
Man hat angenommen, dafs sich dadurch auch eme Verschie-
Imnff des östlichen Theils des Gouvernements Archangel bis dies-
seits des 70. Längengrades nöthig mache. Uebcr die Küsten des
Eismeeres ist in der Bemerkung zur Nordpolar-Karte dasNöthige

o*

Bei der Illumination ist, aufser der Begränzung der einzel-
nen Gouvernements, auch auf die General-Gouvernements und so
viel thunlich auf die zu verschiedenen Zeiten zum Bussischen

Reiche gekommenen Ländermassen Rücksicht genommen, das
Gouvernement Moskau aber gewissermaafsen als Central-Punkt
herausgehoben worden. Es handelt sich hier nicht sowohl darum:
irgend eine secundaire Eintheilung streng consequent durchzu-
führen, als vielmehr: das Auffassen überhaupt zu erleichtern.

Anm. 1847. Für die Venvaltong des transkaukasischen Länderte-
zlrks ist ein Statut vom Kaiser am 26. Doc. 1846 sanctionirt worden, nach
■welchem eine Eintheilung in vier Gouvernements: Tiflis, Kutais, Sche-
in a eh a (Schamacha) und Derhent mit den gleichbenannten Provinzial-
städten
statt findet.

Stb, 37«. £nropäi^€he8 Kiifsland in 2 Blät-
tern. Von F.
V. St. 1825. Rev. 1845.

Dem Bedürfnisse einer speciellern Karte von Rufsland für
den Hand-Atlas suchte man dadurch abzuhelfen. Diese beiden
Blätter reichen in 0. bis 61 und 65 Grad der Länge, in N.
bis Archangel, in W. bis Riga, in S. bis Georgiewsk. Einen
hesondern Vorzug haben die neueren Abdrücke durch genauere
Angabe der Canal-Verbindungeu erhalten, die einem nicht öffent-
lich ausgegebenen hydrographischen Atlas entnommen sind. Auch
die Linie der Eisenbalm von St. Petersburg bis Moskau ist nach-
getragen worden.

Was die russische Sprache betrifft, mag noch folgendes zur
Erläuterung dienen.

Die Ortsnamen auf der Karte in 2 Bl. sind nach der russi-
schen Orthographie eingeschrieben worden und ζΛνβΓ, da uns
mehrere russische Buchstaben fehlen, mit Hülfe folgender Sub-
stitutionen :

Das russisclie Sciuinete, sanfter Zischlaut, darcli Sh.
Das Tschesw, was tsch ausgesprochen wird, durch cz.
Das Scha, unser sch, durch ss.

Das Schtscha, wie schtscli auszusprechen, durch szcz.

Auf No. 3f> u. 37a ist diese Schreibart nicht beibehalten.
Uebrigens wird

das russische On (o) oft wie α ausgesprochen, >
das
G als Kehllaut oft mit Η verwechselt,
das
Jest (E) bald je bald e ausgesprochen,
das
Ja oft wie ja, oder wie jä, oder auch mehr wie ä,
das Cberr (Griechisch χ, unser ch) mehr Kh,
das Jerrü, mit auderer Schrift meist durch y ausgedrückt,
mehr wie ü,

das Jerr, am Ende eines Worts nach einem Consonanten zur
Verstärkung dienend, gibt den mit Wiedi (uoserm W}
sich
endigenden Sylben ow oder ew fast den Klang von
off, eff, daher die so sich endigenden Namen häutig auf
diese Weise geschrieben werden.

Aus allen diesen erklären sich die Verschiedenheiten in un-
serer Schreibart russischer Namen. — Zu besserm Verständnifs
über die in geograph. Bezeichnungen öfter vorkommenden russi-
schen Wörter, fügen wir ein kleines aiphabet. Verzeichnifs hier bei.

Bjeloi, weil's.
Detewna, Dorf.
Gora, Berg.
Gorod, Stadt.
Jam, Poststation.
Jug, Süd.
Jirepost, Festung.
Maloi, klein.
Monastir, Kloster.
Höre, Meer.
Most, Brücke.
Mscknei, unter.

Ostrme, Insel.
Pagost, Kirche, Kirchdorf.
\Pristan, Hafen.
ProtocTi, Bach,
Rutschei, Bach.
Samok, Schlofs.
Sapalnik, West.
Selo, Dorf, Flecken.
Sjewerr, Nord.

iVos, Vorgebirge.
\Nowoi, neu.

Slowody, Ort, Flecken.
Srednei, mittel (der mittlere).
'Staroi, alt.
SiD., Swiatoi, heilig.
Tokk, Fluss.
Troitzkoi, Dreieinigkeit.
Tschernoi, sch"svarz.
Ust, Mündung.
Welikoi, grofs.
Werchnei, ober.
Wostok, Ost.

38». Des O^maniIndien Reiche Europäischer
Theil,
Crrieclieiiland u. die Ioiiii§icheii

loiseln. Von P. v. St. 1832. — Neu ge-
stochen 1837 und 1845.

Seit der ersten Bearbeitung (1818 von C. G. Reichard) ist
mehreres Klassische erschienen, was den Küsten dieser ausge-
dehnten Länder eine ganz andere Gestalt gibt. Statt der sclxAvan-
kenden, durch allerlei künstliche Combinationen mehr oder we-
niger selbstgeschaffenen Umrisse haben Avir jetzt meist feste
Grundlagen. — Auch im Innern ist Vieles mehr als bisher sicher
gestellt. Die unübertreffliche
Caria del Mare Adriatico, Cap.
Smith^s
und Gauttiers hydrographische Arbeiten, so wie Guille-
minot-Lapie
und die K. der Eur. Türkei vom Oesterr. General-
Quartiermeisterstab
leisteten gute Dienste.

Um die Unbequemlichkeit der frühern Hochstellung zu ver-
,i,eiden, ist über das gewöhnliche Format hinaus gegangen, und
dadurch mehr Raum für den westlichen Theil von Klein-Asien,
welcher 1845 nach der
Kieperfschm K. neu entworfen wurde,
geAVonnen worden. Von den Schntzstaaten fand die .Moldau


3*

ocr page 17

12 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

keinen Raum auf diesem Blatte, sie ist auf No. 35» zu suchen.
Das Kgr. Griechenland ist nach den Bestimmungen der Ver-
träge abgegvänzt.

Die Provinzen der Europ. Türkei sind nach den neuern
und den altgeschichtlichen Benennungen:

1. Rumelies, Rum-Iii, Land der Römer (^Μαοπροάιεν und

thbmcibn).

2. Bui.garie!v, Bulgar-Ili (Moesia ΐλίέβίοκ).

3. Albaivibiv, Arnaud {IlIjYricvm. Epinus).
i. Thbssahen.

5. Bostvieiv mit Türk. Croatien.

6. Herzegoaviisa und Montenegro.

7. Die Insbliv.

8. }), 10. Die Schutzstaaten Sukbikw, Serf-TÜa Jeti {Moesia

superior), Moldau und Wallachei als zinsbare Lehn.s-
fürstenthümer.

Dagegen sind die unmittelbaren Länder der Europ. Türkei
politisch eingetheilt in 4
Ejalets (Statthalterschaften) und diese
in
Liwas oder Sanbschaks, während die beiden Hauptstädte Con-
sTANTiiNoPEi. Und ADRiANOPEii besondere Bezirke für sich bilden.

1. Ejalet Rüm-im. Hanptort Sofia. 16 Liwas, nach den Haupt-

orten benannt: Sofia, Janina, Salonik, Trikala, Scutari,
Ochrida, Avlone, Kostend», 11 Bassan, Perserin, Dukagin,
Uskup, Delvino, Welischterin, Lavala, Kruschewacz.

2. Ejalet Bosnien. Hauptort uosjv^-sbh^j. 6 Liwas: Trawnik,

Widdin, Kiliss-Bosna, Isrornik, Srebernik, Trebignie
(Herzegowina).

3. Ejalet SiwsTBiA. Haupiort Silistbia. 5 Liwas: Silistria, Ni-

copoli, Tschirmen, Wisa, Kirkilisia, und Festung Belgrad.

4. Ejalet der Dschesair oder Inseln. Hanptort Gallii-oli. 9 Li-

was: Das Dardanellen-Schlofs, Metelino, Rhodos, Skio,
Samos, Candia, Retino und Canea (diese 3 auf Candia),
Nicosia auf der Insel Cypern, und Liwa Moiiastir im
Innern von Macedonien.

38^ 1). Di© Ewropäiisclie Tiirltef, von der
Gränze Griechenlands bis zu den Mündungen
der Donau. Von F. v. St. 1834. — Neu
gestochen 1838. Rev. 1845.

Es lag das Bedürfnifs vor, für den Haupttheil der Europäi-
schen Türkei mehr Detail zu geben, als die General-Karte No. 38''
gewähren kann. Der Maasstab des gegenwärtigen Blattes ist um
die Hälfte gröfser, was mehr als das Doppelte im Räume aus-
macht. — Das Wenige was in NW. fehlte, gibt die Karte des
Adriatischen Meeres No. 33t> in demselben Maasstabe.

Was für diese Karte geschehen ist, ergibt meist sich schon
aus dem über die General-Karte und andere verwandte Blätter
Gesagten.

Eine besondere Berichtigung hat die Küste des Schwarzen
Meeres, von Varna bis zur Russischen Gränze, auch die Donau-
biegung zwischen Silistria und Hirsova erfahren, nach den An-
gaben der früher genannten russis eh e η Karten.
Gauiticr hatte,
wie man aus den Bemerkungen zu seiner Karte vom Schwarzen
Meere sieht, diesen Theil nicht untersuchen können. _ Der rus-
sischen Marine fehlte es nicht an Gelegenheit dazu.

38«. Glriechenland und die loniischen

Inseln, mit Beachtung der klassischen Zeit.
Nebst Plan von Athen, und der Gegend zwi-
schen Athen und dem Piraeus. Von F. v. St.
1843. Rev. 1846.

Dieses Land wird hier zum drittenmal und zwar in sehr ab-
weichender Gestalt τοπ den frühern Bearbeitungen gegeben. Die
erste Auflage, von C.
G- Reichard (nach Pouquemlle) entworfen,
erschien 1823, die zweite von
Ad. Stieler (besonders nach Guille-
minot)
1831. Seitdem hat die geographische Kenntnifs Griechen-
lands Tornehmlich durch ZAvei neuere Kartenwerke

Carte de la Moree, redigee au Depöt gen. de la guerre, d'apres
la triangulation et les leves executee en 1829, 1830 et 1831

par les officiers d'Etat-Major attaches au corps d'occupation,
par ordre de Mr. le Marichal
Duc de Dalmatie, sous la di-
rection de Mr. le Lieut.-General
Pelet. Paris 1832. β Blätter.

Carte du Royaume de la Grece dressee au 400,000® d'apres les
triangulations et les leves de Mss. les officiers d'Etat-Major
de l'armöe fran^aise et les renseignements communiques par
le Gouvernement Grec, et l'Epire et Thessalie etc. d'apres la
carte de Mr. le Colonel Chevalier Lapie. Dediee ä Sa Maj.
le Roi de la Grece Othon par
Ferdinand Aldenhoven. Athenes,
1838. 8 Bl. In neugriechischer und französischer Sprache,
um so viel an Sicherheit gewonnen, dafs wir nicht umhin konn-
ten, eine neue Bearbeitung unserra Atlas einzuverleiben. Aufser
den eben genannten Karten Avurden auch „L.
Ross Reisen und
Reiserouten durch Griechenland. 1. Bd. mit Karten, Holzschnitten
und Inschriften. Berlin 1841.", und
„S. F. TV. Hoffmann's Griechen-
land und Griechen im Alterthum. Leipzig 1841.'' mit Vortheil be-
nutzt, das letztere vorzügliche Werk insbesondere bei Berück-
sichtigung des klassischen Zeitalters, das auch bei einer modernen
Karte von Griechenland nie aufser Acht gelassen werden sollte.
Der Freund des Alterthunis Avird alle merkwürdigen Orte der
historischen Zeit nach ihrer durch Forschungen festgestelltea
Lage finden, zum Theil als noch in der Gegenwart bewohnte
Plätze, zum gröfsern Theil aber als Ruinen .·. bezeichnet. Diese
historischen Namen sowohl für Landschaften als für Städte, Berge
und Flüsse etc. unterscheiden sich durch besonders dafür ge-
wählte Schriftgattung.

Leider herrscht gegenwärtig in vielen Karten und Werken
über Griechenland eine grofse Verwirrung in Benennung der
Topo- und Orographie, da die Namen zum Theil aus der Zeit
der türkischen Herrschaft noch herstammend, zum andern Theil
aber aus der altgriechischen Zeit neu hervorgesucht, oft cor-
rumpirt in die Sprachen des westlichen Europa's übergehen. Die
Aldenhoven'sche Karte hat gesucht sich von diesen Uebelständen
möglichst frei zu halten; leider gibt aber die griechische Re-
gierung selbst zu weiterer VerAvirrung Anlafs, indem sie Namen
alter bedeutender Städte nicht immer den auf ihren Ruinen noch
stehenden kleinen Orten gelassen, sondern oft andern davon ent-
fernt liegenden gegeben hat; z. B. ist Vonitza (am Busen von
Arta) unter dem Namen von Anaktorium zur Hauptstadt in Akar-
nanien ernannt worden — allein Vonitza ist keineswegs das alte
Anaktorium, dessen Ruinen sich (Actium gegenüber) weiter nord-
westlich an der Küste nahe bei dem auf unserer Karte stehen-
den Ort Azio finden, .

Die Abgränzung und Colorirung des Königreichs Griechen-
land ist nach der im Jahr 1846 wieder hergestellten frühern Ein-
theilnng in 10 Nomarchien yorgenommen worden.

Der beigegebene kleine Grundrifs von Athen Avurde nach
dem von
F. Aldenhoven im Maasstab von ^ösöii herausgegebenen
Plan reducirt.

Der zur vorigen Auflage dieser Atlas-Nummer (vom J. 1831)
ausgearbeitete und damals beigefügte reichhaltige
„Commentar
nebst Itepertorium über die Hydrographie, Orographie und Topo-
graphie Griechenlands
von Dr. H. Möller, 31 Seiten in 4°," wird
auch jetzt noch für das Studium der Erdkunde dieses Landes
von Interesse seyn, — Exemplare desselben werden auf beson-
deres Verlangen abgegeben.

39. Aisia.

Die General-Karte dieses Erdtheils ist, nach den Bedürfnis-
sen und Mitteln, welche die fortschreitende Kenntnifs desselben
herbeigeführt hat, zu verschiedenen Zeiten neu bearbeitet worden,
jedesmal auf den Grund der vorliegenden speciellen Bearbeitung
einzelner Theile, 1) im Jahre 1821 von
C. G. Reichard, 2) im
Jahre 1826 von
R. und St., und 3) im Jahre 1834 vom Haupt-
mann
von Stülpnagel, und danach neu gestochen 1841, und rev.
1849.

Dieses Letztere, mit ausgezeichnetem Fleifse — besonders
auch, was die durch die neuern Forschungen wesentlich berich-
tigte
Gebirgs-Darstellung betrifft — ausgearbeitete Blatt, ver-
dient vorzügliche Beachtung. Eine willkommene Zugabe ist die
unter dem Rande gegebene Zusammenstellung der Reiche und
Staaten in Asien.


In der VIII. iSuppl.-Lieferung ist dieses Blatt zuerst unter der Bezeichnntipr
38d ausgegeben worden, welche aber späterhin in 38b nmgeäudert wurde.

ocr page 18

13 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

40. Africa. Mit Nebenkarte: Algier. Von
F.
V. St. Nachgetragen u. ergänzt

mit Benutzung der neuesten Reiseberichte
bis 1849.

Die Fortschritte , >yelche in neuerer Zeit die geographische
Kenntnifs in diesem Erdtheil gemacht hat, liefsen die Nodnven-
digbeit fühlen, statt der im Jahre 1828 entworfenen und in fol-
genden Jahren mehrfach revidirten und verbesserten Auflage
dieser Karte, eine ganz neue Bearbeitung zu geben.

Zu dem, was in den Vorbemerkungen zu den früheren Auf-
lagen schon gesagt ist, mag es genügen, hinzuzufügen, dafs bei
Bearbeitung der Auflage von 1840 an neuerem Material
für die Küste von Algier —
Jlgerie par Dufour,
für die übrigen Küsten des Mittel-Meeres — Smith's Atlas des

Mittdländ. Meeres,
für die Westküste von Tanger bis zu dem 10° N. Br. mit Ein-
schlufs der Inseln, und ebenso für Madagascar —
Hors-
burgh's Seekarten,
für die Küste vom Cap Verde bis zur Gr. Fisch-Bai — Berg-
hans' UebersicJit von Mittel-Jfrica
(No. 45<= des Hand-Atlas),
für das Capland und bis zum Cap Frio —
Berghaus' Karte von

Süd-Africa (Ko. 45des Hand-Atlas),
für Aegypten von Assuan bis El Obeyd —
The Nile from Es-
suan to Al-leis etc. by Holroyd
(Journ. of the Boy. Geogr.
Soc. Vol. IX.),

für die Südkäste Arabiens von der StraFse Bab el Mandeb bis
zum 70 ° O. L. von Ferro —
South - Coast of Arabia by
Capt. Haines
(Journ. of the Roy. Geogr. Society Vol. IX.)
gedient-haben. Die im J. 1845 der Karte zu Theil gewordenen
Berichtigungen fliefsen aus den für die speciellern Bl. JMo. 451). c. d.
benutzten neuen Quellen.

BegreiflicherAveise hat die Darstellung dieses Erdtheils im
Laufe der fortschreitenden Kenntnifs in den letzten 20 Jahren
mehrfache Umgestaltungen erfahren, und die im J. 1845 ausge-
gebene K. ist als fünfte, die vom J. 1849 als sechste Auf-
lage zu betrachten. Für diese letztere ist die Nebenkarte
Al-
gier
in vergröfserter Ausdehnung nach dem schon oben bei
Pio. 12 genannten
„Atlas de l'Algerie par Bouffard. Paris 1848."
neu entworfen worden. Die Nordküste von Africa erhielt im All-
gemeinen danach bedeutende Berichtigungen. Hinsichtlich des
Oberlaufs des Nil ist man der neuesten zu überraschenden Er-
gebnissen führenden Hypothese von
Beke (s. Berghaus' Zeitschr.
f. Erdkunde, IX, 3. 1848.) gefolgt, so dafs der Kadada oder lies,
später Ke-ilah, aus dem Njassi-See entströmend als Hauptstrom
des Nil angenommen worden ist; daher auch das Tafelland Ma-
kadah und die Verlegung des Mondgebirges an den hohen Ost-
rand desselben. Für die innere Landschaft Muropua dienten
die
Cooley'schen Berichte.

Es gehört zum Zusammenhang der über den Hand-Atlas
abzulegenden Bechenschaft, ist auch für die Besitzer der altern
Auflagen von Nutzen, das Wesentliche der jede neue Auflage be-
gleitenflen Berichte Avieder hier aufzunehmen.

1. Zur ersten Auflage 1820 von C. G. Reichard. Mit
Cartons: Das
Capland im 4fachen-, die Mascarenkas-
Inseln im Sfachen Maasstabe der Hauptkarte.
Man Avird in diesem Welttheile mancherlei Abweichungen
allen bisherigen Darstellungen desselben vorfinden, und zwar:
a) einen, den lautersten portugiesischen und englischen Reise-
''"'ichten gemäfs entworfenen, Zug des die Mitte dieses Continents,
^on Habesch bis an den Busen von Guinea oder Kongo, durch-
sc neidenden Gebirges, und in der Nachweisung der Avahrschein-
hchsten Stelle des Hauptstockes desselben — des Kumri. Da
dieses nut dem mir wahrscheinlichen Laufe des Nigers genau
I zusammenhängt, von mehreren Meinungen die älteste: dafs
der Niger n^hts anders als der Nil selbst sey, neuerdings durch
den Generalconsm ^^ Murzuk in dem Quarterly

Review ^'^der HervoVgetreten, und durch mancherlei Aussagen
muhamraedanischer Handelsleute hat unterstützt werden wollen;
so erachte ich mich für schuldig, die Gründe anzugeben, welche
mich von jeher abhielten,
dieser Meinung beizutreten. Nicht
nur durch die altern arabischen und portugiesischen Nachrichten,
sondern auch durch die tüchtigen Beobachter und Augenzeugen,
Bruce, Browne und Salt ist völlig entschieden, dafs das Land in
Nubien und Darfur (Für) schon vom 150 ^n, gegen Sü-

den zu, nach der Richtung des Nils und seiner Nebenäste immer
höher ansteige und im 10° und weiter hinauf zum Hochge-
S
tiei.er's Hakd-Atlas. Bee. 5. A.

hirge Avird, Avelches sich von der südl. Glänze von Habesch
über Narea und Kaffa hinweg bis in den gebirgigen Land-
strich Donga (südl. über Darfur) ziehet. Von
der Mündung des
Nils bis über Kordofan herauf auf der westl. Seite kein Flufs,
kein Bach. Der Misselad und die westlicheren Flüsse, Batta,
Wull, Salamat, Feruge und der mächtige Kulla, ent-
springen sämmtlich aus demselben nördl. Abhänge dieses Gebir-
ges, und fliefsen alle η or d wes t lieh ; die KaraAvanenwege gehen
von Norden nach Süden immer aufwärts bis ins Gebirgsland
Donga — von Darfur bis Donga kein Strom, über >velchen die
Karawanen zu setzen hätten. Wenn nun schon im 14. und 15. Gr.
der Br., in der südl. Hälfte von Darfur und seiner westl. Nach-
barländer, die Höhen im Zunehmen sind, [über welche (d. i. über
die Stelle, die jene ßrowne'schen Flüsse einnehmen) der Verfasser
der, diese Meinung verdeutlichen sollenden, Conjectural-Karte —
sie ist im Oppos. Bl. 1820 No. Π Beil. in Steindruck gegeben —
den Niger in südöstl. Richtung führt, und somit alle sich ihm
entgegen strebenden Berge mit einem Federzug vertilgt]; so ist
es, in der Voraussetzung, dafs die
Browne'schen Angaben keine
Unwahrheit, d. h. falsch aufgegriffen sind (von blofser Erdich-
tung kann hier die Rede nicht seyn), meiner Einsicht nach,
physische Unmöglichkeit, dafs der Kiger, der schon auf weit
niedrigerm Gebirge, als der Kumri ist, entspringt, und bei Ghano
(Kano) in sehr niedrige Gegenden nach Wangara (Wassanah?)
zu (the sink of North Africa) herabtritt, dem Laufe jener
Broujne'schen Flüsse gerade entgegen, d. i. bergauf ströme,
um zu dem Abiad, dem Hauptstrom des Nils, zu gelangen; wozu
noch kommt, dafs der Niger schon durch Kaschna und Ghano
eine gröfsere Breite und Tiefe als selbst der Nil unterhalb der
Aufnahme der abyssinischen GeAvässer hat. Sonst müssen auch
die Kumri-Gebirge (Möns Lunae) von bedeutenderer Gröfse
und Umfang seyn, als die abyssinischen, weil sie schon vom
Ftolemaeus als das wichtigere bemerkt sind, dagegen die letztern
von ihm übergangen werden.

b) Einen Versuch, die Ostküste zwischen dem Doara(4° N.Br.)
und Mozambique (15° S. Br.) mit der Hydrographie zu bereichern,
welche wir den englischen Schiffen Ternate und Sylphe (N.
G. Eph. II. 3.) zu danken haben. Nicht zwecklos glaubte ich hier-
innen zu handeln, weil ich diese Beschreibung mit den altern
portugiesischen sehr übereinstimmend gefunden liatte. Er mag
als Vorarbeit gelten, und Avird es auch lange noch, da mehr als
ein Jahrzehent vergehen wird, ehe wir eine genauere Kunde
dieser Küste und des hinter ihr ansteigenden Landes erlangen.

Α η m. Unserm Edchard ist, wie man ·νϊβΪ88, der verdiente Kuhm zu Tiieil ge-
worden, unter allen Hypothesen über den Lauf des Niger, die richtige, nicht
bloss auf gut Glück hin, sondern gestützt auf. historische, geographische und
physische scharfsinnig aufgefasste und reif durchdachte Gründe, aufgestellt
zu haben.

2. Zur zweiten Auflage. Von H. Uiibhe. Mit Car-
tons: Südspitze von Africa — und Umgebungen der
Capstadt.

Dafs Africa ganz neu gegeben werden mufste, leuchtet ein.
Wir verweisen hinsichtlich des gegenAvärtigen Blattes auf die
ausführlichen Nachrichten, welche Prof.
Berghaus über seine
Bearbeitung der Karte von Africa (Berlin 1825 und Ergänzung
1826) in der Hertha gegeben hat. — Diese ausgezeichnete, auch
in technischer Hinsicht einzige Arbeit des gelehrten Verf. bedarf
der Anpreisung so wenig, als es einer Entschuldigung bedürfen
wird, sie hier hauptsächlich zum Grund gelegt zu haben, jedoch
nicht, ohne dafs andere bekannte Hülfsmittel, namentlich
Ukert's
Bearbeitung (Weimar. Handbuch) mit zu Rathe gezogen worden.

3. Zur dritten Auflage, 1832, 1834. Berichtigt nach
Lander und Douville.

Beide Auflagen sind nicht in besondern Lieferungen ausge-
o-eben worden, sondern haben, von der Zeit ihres Erscheinens
an, ohne weiter darüber gegebene Erläuterung, die Stelle der

frühem eingenommen.

Da hier nicht ganz neue Bearbeitungen vorliegen, sondern
nur die auf dem Titel bemerkten Zusätze und Verbesserungen,
so ist um so Aveniger darüber zu sagen, als die Erforschungen
der Brüder
Lander, so wie die Nachrichten von Douville*) be-
kannt genug sind. — Auch verweist man auf die Bemerkungen
2U den speciellern Blättern.

Die Ergebnisse der Douvüle'sehen Nachrichten sind, da sie von vielen Sei-
ten, insbesondere von englischen Geographen als trügerisch betrachtet wer-
den , neuefdings von den betreffenden Karten des Hand-Atlas entternt wor-
den; doch drän
»-t sich als eigenthümliche Wahrnehmung auf, dafs sie mit
den
Coolei/'schen Zusammenstellungen verglichen, immerhin zu überraschen-
den Resultaten fuhren. So scheint es, dass
Cooley die Landschaft Muropua
zu weit südlich
angesetzt habe, während Douville s Cuffua-See merkwürdi-
gerweise mit dem nördlichen Ende des Njassi zusammenlallt, das hier Bahr
el Abiad genannt wird. (Anm. 1849.)


ocr page 19

14 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

41a. America. Generalkarie. Von. F. v. St.
1843. Revidirt 1849.

Die Generalkarte dieses Erdtheils war für «nsern Hand-Atlas
zuerst im J. 181ß von C.
G. Reichard entworfen und später im
J. 1828 mit den nothwendig ge\vordenen Berichtigungen neu ge-
stochen worden.

Bei der vorliegenden neuen Bearbeitung sind die nördlich-
sten Regionen mit zu Grundlegung der im Vten Jahrgange von
„Rerghaus' Altnanach" enthaltenen Karte:

„Uebersicht der Entdeckungen 0 welche im Arktischen America
in den Jahren 1832 bis 1839 durch Engländer und Russen
gemacht Avorden sind."
dargestellt, Avährend ftir das übrige
Nord-America alle bekannt
gewordenen Berichtigungen und Verbesserungen mit Sorgfalt be-
nutzt >vurden. Die durch Lord
Aahburton's Vertrag bestimmte
Gränze zwischen den V'ereinigten Staaten und Canada ist nach
Sketch of the
North-Eastern-ßoundary between Great-Britain
and the United-States as settled by treaty aug. üt^ 1812.
London, by J. Wyld.
festgestellt, und danach auch in andern treffenden Nummern des
Hand-Atlas berichtigt worden. — Der Staat
Texas hat liier seine
Umgränzung nach

Arrowsmith's Map of Texas compiled from surveys recorded
in the Land-Office of Texas and other official surveys.
London 1841.

erhalten. Nachgetragen Avurde die durch den Friedensvertrag
vom 2. Febr. 1848 zAvischen den Vereinigten Ν -Am. Staaten und
Mexico festgestellte Gränze.

Für die Entwerfung Süd-America's >vurden die neu bearbei-
teten beiden Specialblätter No. 49^ u. zu Grunde gelegt.

41^. Polar-Karte, enthaltend Länder und
Meere vona Nord-Pol bis 50" NBr. und
weiter, mit Uebersicht des Ru.ssischen Reichs
in Europa, Asia und America. Von Ad. St.
1832. Revidirt und neu gestochen 1846.

Dieses Blatt dient:

1. als eigentliche Polar-Karte, zur ©übersieht der genann-
ten Länder und Meere, wobei die neuen Entdeckungen von
Bofs, Parry, Kotzebue, Franklin, Scoresby, Beechey besonders
interessiren.

2. Als General-Karte der ganzen Besitzungen Russ-
lands, was seinen Mantel um die nördliche Halbkugel, über
3 Erdtheile, durch 200 Längen - Grade, ausbreitet, dessen
Enden (vom
Süden der Kaukasus - Länder zum Süden der
Nord-Americanischen Etablissements^ eine über den Pol ge-
zogene Meridian-Linie von 1300 geographischen Meilen
trennt.

3. Als Special- Karte von Nord-Asien oder vom Asiati-^
sehen Rufsla^d.

4. Als Karte der englischen Besitzungen in Nord-Ame-
rica
(obgleich man diese auch auf der neuern Bearbeitung
der Karte von Nord-America eben so ausgeführt findet).

Der zur Karte gehörige Maasstab ist nach den Gesetzen der
hier gebrauchten Projection (stereographische Polar-
Proj., mit
abnehmenden Breiten) eingerichtet, und, wie man
sieht, für die verschiedenen Breiten verschieden zu gebrauchen.

Die neue Bearbeitung enthält viele und bedeutende Verbes-
serungen, besonders an der Asiatischen und Americanischen Seite.
— Die Ungewifsheiten über die Lage und Gestalt der Küsten
des Eis-Meeres, vom weifsen Meere bis zu den Mündungen der
Lena sind durch
Lilke und Iwanoff wenigstens gemindert, wenn
nicht gehoben.

In dieser Karte wurden im J. 1834 die Berichtigungen der
Ostknste von Grönland nach
Graah und des Capt. Rofs nfeueste
Entdeckungen im Polarmeer aufgenommen, dann spSter auch
noch die durch
Litke berichtigte Configuration von Nowaja Semlja
und der benachbarten Küsten, eben so auch die
JVr an gelt sehen
Erforschungen und diejenigen von Back, Dease und Simpson an
den arktischen Küsten America's bis auf die neueste Zeit.

41«. Her Atlantisclie Ocean. Von Ad. St.
1835. Rev. 1846.

Der Ueberblick der gegenseitigen Lage der Hemisphären
auf unserer Westseite und der Ausdehnung des
Atlantischen Oceans
in der nördlichen Halbkugel gewährt in vielfacher Hinsicht In-
teresse. Was in dieser Beziehung die Weltkarte in Mercators-
Projection oder ein Planiglob für die Halbkugel diesseits und
jenseits des Meridians von Ferro leisten könnte, ist entweder durch
den Maasstab zu beschränkt, oder bei sehr grofsem Format für
den Gebrauch unbequem, überhaupt aber Λveniger geeignet, die
Aufmerksamkeit vorzugSAveise auf die räumlichen Verhältnisse
ZM'ischen uns und dem vielbesuchten America zu richten.

Ohne Anstand sind wir daher auf die erste, von einem Freunde
unserer Productionen, Herrn Prof.
Behagel in Heidelberg, deshalb
geäufserte Idee eingegangen.

Das gegenwärtige Blatt kann ein besonderes Verdienst nicht
weiter in Anspruch nehmen, als das zAveckmäfsiger Raumbe-
nutzung, ΛvodurcIl es möglich geΛvorden, die Avestlichen, östlichen
und nördlichen Extremitäten des
Atlantischen Oceans zu über-
sehen, und dennoch des Liinder-Details nicht ganz zu entbehren.
— Diis Auge durchläuft leicht den Raum von 140 Längengraden
vom Busen von Mexico bis zum Schwarzen Meer, und erhebt
sich vom Aequator bis zum nördl. Polar-Kreis und bis Peters-
burg, AVO der
liottnische und Finnische Meerbusen ihre zarten
Finger ausstrecken.

Durch Bezeichnung einiger Meereswege aus Europ. Häfen
nach
Americanischen ist die Karte bereichert worden. Man findet
dargestellt:

Columbus' Fahrt zur Entdeckung der Neuen Welt 1492.

Desselben Rückfahrt im J. 1493 nach Lissabon.

Gewöhnlicher Curs aus dem Canal nach Nord-America spät
im Jahre.

Der niimliche . . . früh im Jahre.

Reise des Schiffes Christian (1826) auf dem südl. Curs nach
America.

Reise des Mentor (1834) von New-York nach Cushafen in
2fi Tagen.

Reise des Bremer Schiffes Ernst Gustav, Capt. Lann, nach
New-Orleans im J. Iö34.

Westindischer Curs, Schiff ®isa&eift Lnise, Capt. Monis 1830/1831,

Alex. V. Humboldt's Fahrt zur Erforschung der Neuen Welt, 1799.

Hamburger Schiff Sophie nach Rio de Janeiro (1819) in 68
Tagen.

Es sey hier bemerkt, dafs man auf der Reise nach den
Vereinigten Staaten vom Canal ab so westlich Avie möglich steuert,
bis
Neu-Schottland, und dann nahe an der Küste von America —
auf der Rückreise aber bald den 50° bis 52·^ Br. zn erreichen
sucht, wo man gewöhnlich einen Westpassatwind findet, der das
Schiff schnell nach
Europa führt, so dafs die Ruckfahrt in der
Regel von kürzerer Dauer ist.

42«. »as Mittelländisclie nnd Schwarze

Meer, auch als General-Karte des Oisma-
nischen
MelcfiiSa ™it mehreren Neben-
karten von Ad. St.
1833. Rev. 1846.

Die Neben-Karten sind:

1. Die Canarischen Inseln mit Madeira.

2. Nil-Delta und Palästina.

3. 4. 5. Cadiz, Gibraltar, Meerenge von Constantinopel. Diese
drei im Maasstabe der Städte-Umgebungen bei den übrigen
Blättern.

6. 7. Constantinopel und Alexandria in gröfserm Maasstab.

Frühere Ausgaben des Hand-Atlas hatten an der Stelle die-
ser Karte 2 Blätter unter folgendem Titel:

„Das Slittelläudieche Meer in z^ei Blättern, entw. und
gez. von C. G. Reichard. 1818.

No. 42. W estl. Blatt, als Special-Karte der Nordafrican.
Länder: Marocco mit Fez, Algier, Tunis, Tripolis, —
dabei die Cartons von Cadiz, Gibraltar und den Cana-
rischen Inseln.

No. 43. Ο es tl. Blatt, zur Uebersicht des Türkischen Reichs,
und als Special-Karte der Asiatischen und Africanischen
Türkei, mit Cartons von Constantinopel, der Meerenge
von Constantinopel und des Nil-Delta."


ocr page 20

15 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

Bei der neuern Bearbeitung ist zum Gewinn für andere
Zugaben und füf bessere Anordnung überhaupt, Einiges vom
Umfang der Nordafricanisclien Staaten weggeblieben.

Die Nebenkarte Palästina ist nach Grimm reducirt; für
die Canarischen Inseln wurde
L. v. Buch benutzt.

42^ Paläistlna, nach den zuverlässigsten alten
und neuen Quellen.
Von K. v. Elaumer und
F. V. Stülpnagel. 1844.

Ueber dieses Blatt berichtet Herr Professor von Raumer:
Eine Charakteristik der Schriften, welche bei EntAverfung
gegenwärtiger Karte zu Grunde gelegt ATurden, habe ich in mei-
nem Werke „Palästina" und den sich ihm anschliefsenden
«Beiträgen «ur biblischen Geographie" gegeben.

Unter den Karten von Palästina benutzten ΛνΪΓ vorzüglich
die von
Berghaus und Kiepert. Was Berghaus für das ostjor-
danische, das leistete
Kiepert für das westjordanische Land, in-
dem Beide mit grofsem Geschick und gewissenhafter ausdauern-
der Mühsamkeit den ausgey.eichneten Reiseberichten folgten,
Berghaus denen von Burckhardt, Kiepert denen von Robinson
und Smith.

Unsere Karte ist vorzugsAveise bestimmt, zum Verständ-
nifs der Bibel zu dienen.

Dem Hauptblatte, welches das eigentliche Palästina befafst,
sind mehrere kleine hinzugefügt. Das oberste erste Blatt be-
greift fast alle Länder, welche in der heiligen Schrift erwähnt
■werden. Nur Italien und Malta, die Apost-Geschichte 28 vor-
kommen, mufsten wegen Mangel an Raum Avegbleiben; dafs die
Völkertafel, 1 Mos. 10, nicht berücksichtigt Averden konnte, leuch-
tet ein. —
Grimmas Karte zu Neander's Werk „das apostolische
Zeitalter" und
Böttger''s fleifsige Untersuchungen Avurden vorzüg-
lich bei diesem Blatte benutzt.

Die ZAveite Karte „Zug der Israeliten" ist grofsen-
theils Copie der Karte, Avelche ich meiner Schrift: „der Zug
der Israeliten von Aegypten nach Kanaan" beigefügt. Einige
Aenderungen, Avelche
gemacht Avorden, habe ich in meinen ,,Bei-
trägen zur biblischen Geographie" motivirt. Aus diesen Beiträ-
gen nahm ich das dritte Blatt, den
„H ö h en d ur ch s chnitt
vom Sinai bis zum grofsen Hermon" auf.

>Den drei übrigen Blättern liegen Kieperts Arbeiten zu
Grunde. Der Naclnveis, warum der Plan von „Jerusalem zur
Zeit der Zerstörung durch Titus" in einigen Punkten von
Robinson's
Ansicht abAveicht, ist in meinen erAvähnten „Beiträgen" gegeben.

Die biblischen Ortsnamen sind nach der Orthographie der
lutherischen Bibelübersetzung geschrieben und durch stehende
Schrift Ijervorgehoben. — In Bezug auf Angabe grofserer und
kleinerer Districte Palästinas,
Aveicht unsere Karte öfters von den
früheren ab, die Gründe habe ich in meinem „Palästina" angege-
ben. In
der Kürze bemerkeich folgendes über jene Eintheilungen.

Ganz Palästina zerfiel in frühester Zeit in das ostjordanische
Land Gilead und das westjordanische Land Kanaan. Als
Moses mit den Israeliten aus Aegypten kam, hatten die Moa-
biter das Land südlich vom Arnon, die Ammoniter die Ger
gend im Osten des obern Jaboks (Nahr Amman) inne, das Land
Gilead war im Besitz der Am or iter-Könige Sihon und Og.
Letzterer beherrschte das Reich Basan von den Jordanquellen
am Hermon
südostAvärts bis Salcha. Moses eroberte die beiden
Amoriterreiche; Avas Sihon früher besafs erhielten die Stämme
ßub en und Gad, Ogs Reich bekam der halbe Stamm Ma-
nasse. Zu letzterem hielt sich Jair, Avelcher väterlicher Seits
jedoch von Juda abstammte, daher der von ihm eroberte und
besessene District den Name« Juda am Jordan führte. Die
Gränzen der drei ostjordänischen Stämme lassen sich ziemlich
genau bestimmen. — Zur Zeit des Geschichtschreibers Josephus
ward das ostjordanische Land Gilead in die Provinzen Gaula-
„itis (= Juda am Jordan), Ituraea, Trachonitis, Bata-
naea, Auranltis und Peraea eingetheilt.

Das Avestjordanische Land, Kanaan, war, als Josua mit den
Israeliten über den Jordan ging, im Besitze sieben kanaanitischer
Völker, deren Sitze jedoch nicht genau anzugeben sind. Die süd-
westliche Meeresküste hatten die Philister inne.. Nach der
Eroberung durch Josua ward Kanaan unter die Stämme Juda,
Simeon, Benjamin, Dan, Ephraim, (West) Manasse,
Issaschar, Sebulon, Naphthali und Asser vertheilt. Es
nicht möglich eine genaue Begränzung aller dieser Stamra-
theile zu geben. Um die Zeit Christi war auch diese Stamm-
eintheilung längst in den Hintergrund getreten, und das Avestjor-
danische Palästina zerfiel in die Provinzen Judäa, Samaria
und Galiläa, deren Gränzen ebenfalls nicht mit voller Sicher-
heit auszumitteln sind.

War es nun meist unmöglich, eine genaue farbige Begrän-
zung der verschiedenen Districte zu geben, so Avandten wir da-
gegen die gröfste Sorgfalt auf richtige Stellung und Ausdehnung
der geschriebenen Namen,
Avie sich aus Vergleichung dieser Na-
men mit
dem, über den Ort und die Ausdehnung der benannten
Provinzen, Stämme etc. im Werke über Palästina, Gesagten er-
giebt. So reichte z. B. der Stamm Benjamin von Kirjath Jearim
im Westen bis
zum Nordende des todten Meeres im Osten, und
eben so weit reicht der Name Benjamin auf der Karte.

43a. öas O^manisclie Reich in Asien

(Klein-Asien, Armenien, Kurdistan,
Mesopotamien, Syrien). Von F. v. St.
1846.

Sammlungen, EntAvürfe und Vorarbeiten, Avelche seit Jaliren
für dieses Land gemacht wurden, sind meist fast Averthlos ge-
Avorden durch das Erscheinen der in 6 Blättern 1845 beendigten
von
II. Kiepert redigirten iTarfe von Klein-Asien nach den neue-
sten und zuverlässigsten Quellen, hauptsächlich nach den in den
J.
1838 bis 1839 von Bar. υ. Vincke, Fischer und Bar. von
Moltke, Majors im K. Preufs. Generalstabe, und
1841 bis 1843
von H. Kiepert, A. Schönb orn und K. Koch ausgeführten
Recognoscirungen, so wie nach den besten neuern Reiserouten, vor·
zügl. der Engländer.

Diese, soAvie:

H. Kl epert' s Karte des türkischen Reichs in Asien. Ber-
lin,
1844. 2 Bl. in Fol., bilden sonach gegenwärtig vorzugsw eise
die Hauptgrundlagen. — Um (Joch das osmanische Reich in sei-
ner ganzen Erstreckung bis zum Persischen Meerbusen darlegen
zu können, ohne deshalb aber den Maasstab kleiner zu nehmen,
AA'urde das Auskunftsmittel getroffen, den südöstlichen Theil des
Paschaliks von Basra als Carton zu geben.

43^. Iran «nd Tiiran; (Persien, Afghanistan,
Beludschistan, Turkestan). Von F. v. St. 1843.
Revidirt 1848.

Zum erstenmal erschien dieses Blatt unter dem Titel: Ho ch-
asien im J. 1821 von
C. G. Reichard entworfen; danach unter
dem
gegenwärtigen Titel entworfen von H. Berghaus 1831, und
in
zAveiter verbesserter Ausgabe 1835. Es umfafst das Hoch,-
land von Vorder-Asia, das Plateau von Iran, das
Hochland von Armenien und das Kaukasische Alpen-
land, auch
ostAvärts die Angränzung des östlichen hohen Asiens,
bis zum Himalaja. Nach dem Vorgange
Ritters hat man diese
Tafel- und Gebirgsländer unter dem gemeinsamen Namen Iran
zusammengefafst, an das sich nördlich das Gebiet
der tiefer lie-
genden Landschaften von Tu r a η anlehnt. Die neue vorliegende
Bearbeitung hat eine gröfsere besonders nach Norden weiter rei-
chende Ausdehnung erhalten. Eine Vergleichung derselben mit
den frühern Auflagen zeigt,
Avelche Riesenschritte unsere Kennt-
nifs
dieser inner-asiatischen Ländermasse in den letzten .Jahr-
zehnten gethan hat, es sey erlaubt nur z. B. auf die Entdeckung
der Oxus-Quellen aus dem Seri-kul-See durch iFood's Beharr-
lichkeit
hinzuAveisen, und doch ist des Zweifelhaften und SchAvan-
kenden noch sehr viel vorhanden, und wir müssen uns gestehen,
wie noch gar manche Jahrzehnte und vielfältige Forschungen
nöthig seyn
Averden, um ein wirklich treues Bild dieser Gegenden
zu erlangen. Für die
gegenAWrtige Darstellung hat eine ziem-
liche Menge zum Theil mühsam und schwierig zu gebrauchen-
der Quellen gedient;
Avir nennen daraus:

EntAvurf des Kriegstheaters Rufslands gegen Chiwa. Von

Carl Zimmermann. Berlin 1840,
Carte du pays occupe par les
Kirghiz-Kaissaks et du Turke-
stan
dressee d'apres les donnees les plus recentes. Par
Alexis de Lewhin. Paris 1840.
Karte vom
Kaukasus. Nach den neuesten Aufnahmen des k.

russischen Generalstabes entworfen. Berlin 1838.
Map to illustrate Major
Rawlinson's route from Zoah to Khu-
zistan
in 1836.


ocr page 21

16 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

Tlie Tigris between Bagdad andMosnlby Lieut. J- B. Lynch.
Sliewing also the routlies of Mss. Ross and Forbes. 1839.

Map of Major Ilawlmson's reute from Tabriz by TakMi So-
leiman
to Gilan, and to illustrate his nieraair on the Eoba-
tana
of Atropatene. 1838.

Kurdistan and part of Persia to illustrate the routes of Lt.-
Col.
SJiiel, Major D'Arcy Todd and Mr. T. Thomson. 183S.

Atlas Ton Forderasien γοη Carl Zimmermann. Istes Heft in
5 Bl. Berlin 1841.

Versach einer Darstellung von Khorassan ju C. Ritters Erd-
kunde. Von
Carl Zimmermann. Berlin 1842.

Karte von Beludschistan von H. Bergbaus.

The country of Seistan. By the Ca^tain Edward Canolly. 1842.

Α narrative of the march and Operations of the arm^ of the
Indus
in the expedition of Afghanistan. By Major W.
Hough.
1841. Nebst 1 Karte.

Map of the Himalayah Provinces of Hindustan, the Penjab,
Ladakh, Kashmir, Kabul, Kunduz and Bokhara, to illu-
strate the travels of
Moorcroft and Trebeck. Constructed
from their original fields-books and notes by
John Ar-
rowsmith.
1841.

Map of de Countries on the Nord West frontier of India,
compiled from various documents by John IValker, geogra-
pher to the honWe East India Company. London. 4 Blatt.

Map of the Western Provinces of Hindoostan, constructed from
the most recent surveys. DraAvn and engraved by J. et
C.
Walker 1830. Correcfed to 1839. London. 4 Blatt.

Map of the North Western frontier of British India, inclu-
ding the protected Sikh States, Labore Cashmeer, Cabul,
Herat, Candahar, Shikarpore and Bhawulpore: together
-with Sinde and Rajpootana; the Indus Uiver and part of
Beloochistan. Compiled from the best and most recent
Authorities by
J. B. Tasiin.

China von H. Berghaus. [No. 2 seines grofsen Asia-At}as.]

Mehrere von Herrn Prof. H. Berghaus gefälligst mitgetheilte
Manuscript-Karten.

(Die Karte: Asia minor et Armenia to illustrate the routes
of Mr.
Ainsworth, M^. Brand, Mr. Suter and Lord Polling-
ton
kam zu spät zu Händen, um noch benutzt Averden zu
können, da der Stich unserer Karte schon zu Aveit vorge-
rückt war.)

43<=. »as Cliinesisclie Reicli mit seinen
Schutzstaaten. Nebst dem
Japani^clieii
Inselreiclie.
1833. (Von H. Berghaus.)

Es ist dieses ebenfalls eine neue Bearbeitung des früher er-
schienenen Blattes:

(43c,) „Das Chinesische Reich mit den Schiitzstaaten
und Japan, entw. n. gez. v. Reichard 1826."

In beiden Ausgaben ist Umfang und Einrichtung dieselbe ge-
blieben.

Hier folgt, was beim Erscheinen einer Jeden gesagt worden;

A) Zur Ausgabe von 1826.

„1. China mit der Mongolei, Mandschurei, Grofs-
Tib et und Korea. Die noch immer unentbehrliche
Du Balde'-
sche Grundlage aus den Messungen und Combinationen der Mis-
eionarien, mit den nöthigen Verbesserungen aus
Macarlney's, Am-
herst's, Turner^s
und den neuesten russischen Gesandtschafts-Rei-
sen,
dann Broughton's, Pcyrouse's, Krusenstern's und HaWs See-
reisen. Die
Gränze zAvischen China und Bufsland ist aus den
russischen Berichten so viel möglich nach den vorhandenen, an-
geblich besten Karten
Arrowsmith's, Lapie's, Brue's u. s. w., die
aber immer noch nicht detaillirt und richtig genug sind, gezo-
gen, jedoch im Ganzen mit der Gränzbeschreibung, die man in
des berühmten
Klapr oth Memoires relatifs ä VAsie, Paris 1824,
S. 14 u. f. findet, so viel der Maasstab zuläfst, übereinstimmend
geworden.

„2. Japan mit seinen Neben-Inseln nach jffämp/er (welcher
stets die Hauptquelle bleiben Avird),
Thunberg, Bronghton, Kru-
senstern
und Golowkin zusammengesetzt, lieber die schon mehr-
mals gerügte Unsicherheit der gewöhnlichen mangelhaften Dar-
stellung der Mongolei, hauptsächlich,aber des östl und nördl.
Tübet aus den Berichten der Missionarien findet man Folgen-
des zu bemerken nötbig. Diese unermefslichen Landstriche, mit
ihren Flüssen, Gebirgen, Wüsteneien und Orten, sind von diesen
Missionarien gröfstentheils nur nach Hörensagen und daraus ent-
standenen Combinationen entAvorfen worden, im Grunde also mei-
stens aus ihrer Einbildungskraft, obwohl mit vieler Ueberlegung
hervorgegangen.
D'Anville führt den Bramaputrem (er nennt
ihn in seinem obern Laufe selbst schon
Tsampu) nach Ava und
nennt ihn daselbst
Ava, und' diefs ist der Irawaddy. Da man
endlich
Aen.Bramaputrem kennen lernte, fing man an ihn für den
Tsampu zu halten, wenn schon sein Lauf vom Palte-See an bis
fast zur
Bengalischen Gränze noch ganz unbekannt war. Und
diese Darstellung hat sich noch bis jetzt erhalten, so wie sie
auch gar nicht folgewidrig ist. Die östlichem Flüsse aber, den
Ava {Irawaddy') nebst seinem Arm, den Kinduem, den ISou (wei-
ter unten
Lou und Thaluayn), den Peitschu (weiter unten Kiulong,
Mayka-ung
und Cambodja) liefs man ihres Weges ziehen, den
ihnen die Entwürfe der Missionarien zugewiesen hatten. Allein
wer bürgt uns dafür, da ihr Lauf nicht auf Augenzeugen be-
ruht ? Wo ist es erwiesen, dafs jene Flüsse, die aus dem nörd-
lichen hohen
Tübet herabkommen, dieselben sind, welche im süd-
lichen
Hinter-Indien ihre Ausströmung in's Meer haben? Es ist
möglich , ja sogar sehr wahrscheinlich, dafs der
Bramaputrem,
weil er der Beschreibung nach schon in Ascham eine gröfsere
Wassermasse als der
Ganges enthalten soll, in dem noch gänz-
lich unbekannten Striche von
Ascham bis Lassa viel gröfsere
Flüsse aufnehme, als ihm nach der jetzt geAvöhnlichen Darstel-
lung zugetheilt werden können, da er bei
Lubrong noch bei wei-
tem schwächer ist. Dringt sich hier nicht die Vermuthung auf,
dafs, wo nicht alle, doch einige von jenen nördlichen beträcht-
lichen Strömen, und zwar die nächsten, ihn in dieser unbekann-
ten Gegend zu einer so ungeheuern Gröfse erst anschwellen?
Von kleinern Flüssen und Bächen kann er auf so kurzem Wege,
als von
Lassa bis Ascham ist, unmöglich diese Fülle erlangen,
indem er diese auch in der trocknen Zeit behält. Nächstdem
ist die Wassermenge des
Irawaddy, Thaluayn und Cambodja in
ihren untersten Strömungen weit geringer, als man aus dem ih-
nen angewiesenen, aufserordentlicli langen Lauf, der den des
Gang-es und
Burramjmter weit übersteigt, vermuthen sollte, indem
die Witterung des hohen
Tübet von der des Himalaya nicht ver-
schieden seyn kann und auf diesen Fall die nämlichen, ja noch
stärkere Wirkungen bei ihnen hervorbringen müfste. Es würde
daher viel wahrscheinlicher seyn, dafs
Hinter-Indiens Flüsse erst
aus den südlichem Gebirgen zAvischen
Tübet, Ava und Yünnan
ihren Anfang nehmen, wo sich diese ausbreiten und den Gewäs-
sern immer noch so viel Nahrung verschaffen können, dafs sie
die Gröfse erreichen, die man an ihnen Avahrnimmt.

„Indessen darf eine solche Vermuthung, so lange sie nicht
durch sichere Nachrichten von Augenzeugen unterstützt wird, kei-
nen Kartenzeichner verleiten, die Entwürfe der Missionarien vor
der Hand gänzlich zu verlassen, man darf ihnen doch zutrauen,
dafs sie von allerhand Gründen, die uns unbekannt geblieben
sind, dazu bewogen worden, ob sich schon keine eigentlichen
Thatsachen, die es ins Klare setzten, auffinden lassen wollen.
Defshalb ist auch der Verfasser ihnen sowohl in dieser als in
andern Gegenden dieser
Terra incognita treu geblieben, so Aveit
es nicht neuere sichere Entdeckungen erforderten, von ihnen ab-
zugehen."

Schliefslich noch die Bemerkung, wenn es derselben bedarf,
dafs die in der
Mongolei etc. gezogenen Gränzen nur zu leichte-
rer Uebersicht und Auffassung der verschiedenen Länder und
Völ-
ker
-Namen angegeben sind, da von genauen Begränzungen in
diesen Gegenden nicht die Rede seyn kann.

B) Zur Ausgabe von 1833.

Auf der Karte selbst sind die geographischen Quellen nam-
haft gemacht worden, aus denen bei der neuen Zeichnung dieser
Karte geschöpft wurde. Vergleicht man sie mit der ersten Aus-
gabe, welrhe von Herrn Hofrath
Reichard verfafst war, und da-
mals als das Beste Vorhandene in diesem Maasstab gelten konnte,
so werden sich nicht unwesentliche Veränderungen zu erkennen
geben, insbesondere für den westl. Theil der Karte, d. i. für die
Dzungarei, die sogenannte hohe Tartarei und Tübet; so wie für
die südl. Theile, die Angränzungen von
Hinter-Indien. In der
neuen, gegenwärtigen Ausgabe ist es versucht worden, die lehr-
reichen Thatsachen wiederzugeben, welche
A. v. Humboldt über
die Gebirgssysteme von
Inner-Asia, mit der, diesem grofsen Na-
turforscher eigenthümlichen Klarheit, in klassischer Auffassung
zusammengestellt hat. Wahrscheinlich zum ersten Mal auf einer
deutschen Karte erscheint hier die Eintheilung von China nach
seiner gegenwärtigen Provinzen-Zahl, so Avie die Eintheilung der
Dependenzicn dieses Reiches. Alle Begränzungen sind, wie man
hofft, deutlich hervorgehoben durch sachgemäfses Kolorit.
Klap-
roth
war dabei der Führer.


ocr page 22

30 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

Dafs hier, bei der gebotenen Beschränkung des Formats, die
geographischen Verhältnisse nur in allgemeiner Uehersicht gege-
ben
werden konnten, leuchtet ein; dafs Manches künftig einer
Korrektion unterΛvorfen werden könne, ist nicht unwahrscheinlich,
wenn man erwägt, wie
schwankend unsere Kenntnisse über die
Geographie von Inner-Asia sind; es gilt dies insbesondere von
der Provinz
Thian - Schau - Pelu , der vormaligen Dzungarei, wo
sich namentlich Lage und Form des grofsen Sees Balkasch ver-
Tindern dürften.

Die in Folge des Friedensschlusses zwischen Grofsbritannien
und China vom 29. Aug. 1842 erfolgte Abtretung der Insel Hong-
kong
an Grofsbritannien und die Eröffnung der Häfen von Can-
ton, Amoy,
Fotscheu, Ningpo und Schanghay für den europäi-
schen Handel überhaupt hat auf den neuern Abdrücken der Karte
Berücksichtigung gefunden.

Japan, Tarrakai (Sakhalin) und die Kurilen sind nach des
Vice-Admirals
von Krmenstern's grofsem Atlas von der Südsee
eingetragen worden.

44^. Ostindien mit den Inseln. Von F. v. St.
1849.

Als dritte Bearbeitung der früher erschienenen Karte:
(44.) Ostindien, entw. n. gez. v. C. G. Reichard 1819;
revidirt 1825.

Bemerkungen zur altern Ausgabe von 1819 und 1825.

„Zu dem festen Lande diesseits des Ganges: Arrowsmith,
Ifalrymple's
Mündungen des Ganges, Turner, Elphinstone, die Ver-
messung von
Decan und sonstige bisherige zerstreute Nachrichten
der Engländer; jenseits,
Symes zum Innern; zu den Küsten und
dem ganzen ostindischen Archipel die grofse vortreffliche
-Arrow-
smith'sche
Seekarte in 4 Bl., Dalrympls's Entwurf des chinesi-
schen Meeres, — und sonst in einzelnen Theilen:
Broughton's
Fahrt, Flinder's Atlas, Peron's und Freycinefs Neuholland und
andere Holländische neue Entwürfe, wobei der erste Theil des
seinen grofsen Werth noch immer behauptenden PZani'schen Po-
lynesien nicht vergessen worden."

Die zAveite Bearbeitung dieses (von Ad. St. 1832) als Ge-
neralkarte behandelten Blattes konnte für das Auge wohlthätiger
emgerichtet Averden, indem es zugleich gröfsere Ausdehnung, um
die Molukken im Zusammenhange zu geben, erhielt.

Die dritte im J. 1849 nöthig gewordene Umarbeitung, ge-
stützt auf die zu gleicher Zeit bearbeitete No. 44b und die 1846
erschienene No. 44<=, unter Beihülfe der Karten von Hinter-Indien
und China (No. 8 und 2) aus
Berghaus' grofsem Asia-Atlas, hat
eine Erweiterung im Norden erfahren, so dafs der ganze Lauf
des Indus sich hier darstellt.

Torder-Indien oder das Indo-Briti-
sche Reich. Von F.
V. St. 1849.

Als dritte Bearbeitung der früher erschienenen Karte:

(44b.) Ilindostan mit einem Theile des Birmani-
schen Reichs, entAV. u. gez. von Hübbe. 1828.
Letztere ward zuerst im September 1828 ausgegeben, mit
folgenden Bemerkungen:

2ur Grundlage dieser Arbeit dienten die Karten von Jrroio-
smith
1816, Gary 1824, Walker 1825 und 1826, und JV. Hamilton
Description of Hindostan
1820. Verglichen Avurde Hassel (Wei-
mar. Handb. IV. Abth. 3. Band 1822) und viele Abhandlungen,
Reise-Berichte und Vermessungs-Cataloge, welche theiis selbst-
ständige Werke, theiis in englischen und deutschen Zeitschriften
zerstreut sind. Für die Zeichnung des Birmanischen Reiches ist
noch
Snodgrass Burmese War benutzt; doch konnte von der
diesem Werke beigefügten Karte nur ein sehr beschränkter Ge-
brauch gemacht werden, da über ihre Entstehung, obgleich sie
von
altern Darstellungen bedeutend abweicht, nicht die geringste
Nachweisung gegeben ist. Seit TV. Hamilton durch sein oben
angeführtes vortreffliches Werk einiges Licht über die Geogra-
phie Hindostans verbreitet hat, seitdem/iodg^son und
Webb durch
ihre
Messungen im Gebirgslande des Himalaya, und Walker,
durch die oben angeführte Karte, im Quelllande des Mahanuddy
die beiden grofsen Lücken ausgefüllt haben,
welche Hamilton
aus Mangel an zuverlässigen Daten lassen mufste, ist eine im All-
gemeinen befriedigende Bearbeitung
Hindostans möglich geworden.

Die zweite 1834 von H. Berghaus auch schon unter dem
gegenwärtigen Titel erschienene Bearbeitung
wurde von folgen-
den Bemerkungen
des Verf. begleitet:
Stieiek's Hahd-Atlas. Ber. 5. A.

Der Stich dieser Karte gründet sich auf eine neue Zeich-
nung, bei der das betreffende Blatt aus meinem Atlas von
Asia, demnächst aber auch alle geographische Elemente, welche
die neueste Zeit gebracht hat, geAvissenhaft benutzt worden sind.

Es gehören dahin die wichtigen Belehrungen über die nordwest-
lichen Gegenden Hindustans, namentlich >vas denLauf des Indusund
seiner Zuströme (das Pendjab) und die Konfiguration des Runn und
seiner Nachbargegenden betrifft, — Belehrungen, welche
wir Ale-
xander Bilmes
(dem wackern Beisenden nach Bokbara) verdanken.

Im Innern von Dekan enthält die Karte manche Berichti-
gungen gegen frühere Darstellungen; — und in

der Geographie der nordöstlichen Gränzgebiete von Bengal,
die bereits zur jenseitigen Halbinsel gerechnet werden, nämlich
in Assam und den anstofsenden Gebieten der kleinen, unter dem
Schutz der ostind. Kompagnie stehenden Radjahs τοπ Katschhar,
Djyntia, Munipur etc., sowie des Birma-Reichs, sind, nach An-
leitung meiner Special-Karte von Assam (No. 9 im Atlas von
Asia), wesentliche Korrectionen vorgenommen worden, worüber
die historisch -geograph. Beschreibung von Assam, die ich der
genannten Karte beigefügt habe, näheren Aufschlufs gibt. Es
mufs hier lediglich darauf ver>viesen werden.

Die Hypothesen über die Stromverbindung des Yaru ezang
bo tsiu,
entweder mit dem Irawaddi oder mit dem Brahmaputra
sind auf unserer Karte, ebenfalls nach meiner gröfsern Zeichnung,
angedeutet. Ein Problem ist diese Wassei-verbindung noch immer
und wird es bleiben bis dabin, wo es einem
ZAveiten Lander ge-
lingen sollte, von
Teschu Lumbu herabzufahren auf dem Strom
von
Tübet; die eine Meinung hat die historischen Berichte chine-
sischer Autoren für sich, die andere — Analogien der physikali-
schen Geographie aus der Beschaffenheit der Ströme in Ober-
Assam, namentlich des
Dihong, hergeleitet, so wie Erzählungen
der Bergbewohner, die europäischen Reisenden den Zugang auf-
wärts versperren.

Für die dritte neueste Umarbeitung ist hauptsächlich be-
nutzt worden:

der „under the Superindence of the society for the diffusion
of useful knowledge" in London erschienene Atlas der britischen
Besitzungen in Indien;

Berghaus'' Karte von China und Japan (No.2 des Asia-Atlas).

Carl Zimmermannes Uebersichtskarte des Kriegsschauplatzes
in Afghanistan.

Desselben Karte des westlichen Himalaya und des Fünf-
Stromlandes am Indus zur Uebersicht der Kriegsereignisse in
den J. 1845 und 184«.

Das höchst wichtige Ereignifs, welches durch Proclamation des
Generalstatthalters
Dalhousie, d. d. Firozpur 29. März 1849, das Auf-
hören der Sikh-Souverainetät und die Einverleibung des Pendschab
sammt Pescha>var (eines Landes von 4000 DM. mit mehr als 3 Mil-
lionen Einwohner) in das indobritische Reich verkündigt, konnte
auf die schon vor dem Bekanntwerden desselben gedruckten Exem-
plare der Karte nur in sofern von Einflufs seyn, dafs die Colori-
rung danach eingerichtet wurde.

44c. nie Oi^itindiisclien Inisein. Von F.
V. St. 1846.

Diese Karte erschien in erster Auflage 1830, gez. von Ad.
St., dessen Bemerkungen hiezu in Nachstehendem folgen:

Die Grundlage für den gröfsern und Avichtigsien Theil des
Blattes ist
Horsl·urgh''s East India Pilot, ein Werk, welches als
das beste und vollständigste über jene Gegend anzusehen ist.
Die Ausgabe von 1826 bis 1827, welche benutzt worden, besteht
aus einem Atlas in gröfstem Format und 2 Quartbänden Text. —
Der gelehrte Hydrograph der Ostindischen Kompagnie ist unab-
lässig bemüht, die Karten seines Piloten fortwährend zu verbes-
sern, Avozu ihm die zahlreichen Berichtigungen, welche die mit
Chronometern ausgerüsteten India- und Chinafahrer liefern, Ge-
legenheit geben. Daher sind auch die Karten von sehr verschie-
denen Jahren, Einige älter und begreiflich von minderem Werth,
Andere, die wichtigsten von neuem Datum, Besseres gebend als
zuvor bekannt war. Für
Java ist zugleich Raffles benutzt.

Ueber die doppelte Angabe der SOKüste von Mindanao ist
auf der Karte selbst Notiz gegeben. Herr Prof.
Berghaus hat
die Güte gehabt, dem Verfasser die Positionen

Sarangani In., westl. 5° 24' NW., 143" Γ Ο. L.
Cap St. Augustin 6°
20' — 143°44' —
als Resultat seiner Untersuchungen, mitzutheilen, wonach sich
die innere Küstenlinie der Karte bestätigen dürfte; doch hält Ä,
selbst die Länge vom
Cap St. Augnstin noch für zweifelhaft.


ocr page 23

18 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

Gede, Vulkan, 9273' hoch,
nach
Blume.
Baduwa, Vulkan.
Tilo, Vulkan.
Ds. Dshermei, Vulkan.
Ge. Gede od. Tagal, Vulkan
über 10/ra. Fufs hoch.
Prahu, Vulkan (Pr a b a n?)
S a m d ο η g.
Ungarang, Vulkan.
Merapi, Vulkan.

Uebrigens ist bekannt und besonders durch E. von Buch nä-
her nachgewiesen, dafs die ganze Reihe der gröfsern und klei-
nern Inseln, von den Ändamanischen in KW. über Sumatra, Java,
die kleinen Sunda-Inseln, die
Banda-Inseln, die Amboinen, die ei-
gentlichen Molukken (auch Celebes, NOSp.) bis zu den Philippi-
nen und den Babuyanes voll von Vulkanen sind. Einige findet
man auf der Karte angedeutet. Der Raum gestattete aber über-
haupt nichtsie vollständig anzugeben, noch Λveniger sie zu benennen.

Der Bezeichnung der Europäischen Besitzungen glaubt man
die erforderliche Aufmerksamkeit gewidmet zu haben. Mit sol-
cher Freigebigkeit dabei zu verfahren, wie auf den meisten Kar-
ten geschieht, schien jedoch bedenklich, da Anspräche noch kei-
nen Besitz und keine Oberherrschaft begründen, und da bekannt
ist, dafs die Völkerschaften in jenen Gegenden nichts weniger
als geneigt sind, solche anzuerkennen. Defshalb ist z. B. bei
Mindanao und bei der Westküste voii Sumatra etAvas karg zuge-
messen worden. Ueberhaupt möchten die Gränzlinien zwischen
wirklichem Besitz mit Oberherrschaft und blofser Niederlassung
oder gar blofs gestattetem Verkehr schwer zu ziehen seyn.

Die neue Bearbeitung dieser Nummer wurde durch das Er-
scheinen der auf Anordnung des Gouvernements in 9 grofsen Blät-
tern herausgegebenen

Kaart van Nederlandsch Oosfindie met hoogsfdeszelfs too-
stemming opgedragen an zijne Majesteit den Konig der
Nederlanden etc. etc., te zamengesteld door
G. F. Baron
Dcrfelden van Hind er stein,
Amsterdam 1842.
veranlafst, welche nebst den treffenden Nummern aus
Bergham'
grofsem Asia-Atlas, No. 8 Hinter-Indien, und No. 13 Philippi-
nen und Sulu-lnseln, die Hauptgrundlagen der Karte bilden.

Die Eintheilung der niederländischen Besitzungen in Resi-
dentschaften ist genau nach der
Derfeldcn'sehen Karte vorge-
nommen worden. — Von grofsbritannischen Niederlassungen fal-
len, mit Ausnahme der auf der Halbinsel Malacca befindlichen,
drei besonders bemerkenswerthe dem Beschauer der Karte in's
Auge: 1) das als höchst wichtig schon bekannte Singapore,
2) Insel Pulo Lab ο an an der Nordküste von Borneo, die erste
Niederlassung der Engländer im indischen Archipelagus, von wo
aus sie auch bereits Versuche zum Eindringen in Borneo machen
(im Juli 1846 landete schon ein Geschwader unter Cap. Cochrane
in dieser Absicht), und 3) Victoria am Port Essington auf der
Halbinsel Coburg im Norden des Australischen Festlandes.

(45). Westliches Mittel - Africa. (Senegambien,
Soudan u. Ober-Guinea) mit den Nachträgen aus
Sidi Hamets Reise. Von C. G. Reichard. 1818.

Nebst Carton: die Darstellung Soudans aus Don Badia's {Ali
Hei el Abassi)
Atlas zu dessen Voyage en Afrique etc.

Die Karte wird jetzt nicht mehr sum Complex des Hand-
Atlas gerechnet, bietet aber als Beitrag zur Geschichte der Erd-
kunde noch fortwährend Interesse dar, dä in demselben unser
würdiger
Reichard seine Hypothese über den Niger niedergelegt
hat, die ihm zu bleibendem Ruhm gereicht. Der vom Verf. dar-
über zu seiner Zeit gegebene Bericht wird daher auch hier wie-
der aufgenommen.

„An neuen Gegenständen erhält man hier:

1) den, worauf die Augen der Welt aufs neue gerichtet
sind — den Nigerstrom, und die Fortsetzung seines Laufes

Das Innere der Inseln ist mit Benutzung^ der zugänglichen
Hülfsmittei dargestellt, lieber
Borneo, gewissermafsen auf gut
Glück hin, mehr zu geben, als geschehen, konnte sich der Ver-
fasser nicht entschliefsen. Seit Jahrhunderten umschifft, erwartet
diese gröfste der Ostindischen Inseln noch die geographische For-
schung. Selbst lange Küstenstrecken sind noch völlig unbekannt.

Java, unter allen Ostind. Inseln die bekannteste, ist nach
Raffles, so viel der Maasstab gestattete, im Innern ausgeführt.
Die auf der Karte mit den Anfangsbuchstaben bezeichneten Berge
sind:

von W. nach O.

L. La weil, Vulkan.
W. Wilis, Vulkan.
P. Ρ a η a η k a η a n.

Smeero, Semira, Vul-
kan, vielleicht der höchste
auf Java.
Yiang.

Taschem, Tadsjer, In-
dieniie, oder Mar Api,
d. Ii. Feuerberg.

G.

B.
T.

S.

Y.
T.

Pr.
S.
ü.
M.

von Tombuctu aus, neben der bisher gäng und gäbe gewesenen
jRenJieli'schen Darstellung, auch nach der durch Riley bekannt
gewordenen Reise
Sidi Hamefs. Es Avürde voreilig und anma-
fsend seyn, die von mir schon 1803 in meiner Abhandlung zum
Erdatlas in der Central-Projection als höchst wahrscheinlich dar-
gestellte Mündung in den Guineischen Meerbusen als unwider-
legbar durch diesen Reisebericht anzugeben, weil in der Stelle,
wo von einem Ausflufs ins grofse Wasser die Rede ist, kein den
Europäern bekannter Gegenstand des Meerbusens genannt wird,
und die Europäischen Schiffe und Kanonen nur an der aben-
theuerlichen Beschreibung zu erkennen sind. Dafs aber meine
Vermuthung a) durch diesen Bericht, welcher nicht den minde-
sten Widerspruch , ja sogar vieles mit altern Nachrichten über-
einstimmende und sonach das Gepräge heller Erinnerung und
ungeschminkter Wahrheitsliebe mehr als alles, wodurch sich
Hornemann, Seetzen und Don Badia irre machen liefsen, an sich
trägt; b) durch eine von mir in der Sammlung aller Reisen z.
W. u. L. Bd. III. S. 45)2 aufgefundene Nachricht von den König-
reichen Medra und l'ebeldera, die in der Nachbarschaft von
Biafara nicht Aveit vom Niger liegen sollen, welches mit der
ehemaligen aus der Acht gelassenen dunkeln Sage von der Mün-
dung des Nigers in den Avestlichen Ocean zusammenhängt; c)
durch das Resultat der Zaire-Expedition, nach welchem der Was-
serstand dieses Flusses schon an der erreichten Stelle — höch-
stens 30 geogr. Meilen von der Mündung — dem Niveau des
Nigers bei Wassanah, oder, Avenn man ΛνίΙΙ, in Wangara gleich
seyn oder es gar übersteigen mufs, der Wahrheit um ein grofses
näher gerückt sey, wird hoffentlich niemand bezweifeln, als der
Engländer, dem diese Meinung ein Gräuel zu seyn scheint. Nur
ist zu beklagen, dafs diese liberale Nation zu Gunsten einer viel
gröfsern Unwahrscheinlichkeit und im Geiste des Widerspruchs
lieber das Leben von beinahe 700 nützlichen Bürgern — so viel
kosteten die Unternehmungen Park's und die zwei letztern gro-
fsen Expeditionen — aufopfern als einer auf Natur und Geschichte
gegründeten, von aller Abentheuerlichkeit entfernten Meinung hat
Gehör geben Avollen. 2) Die Reise des Americanischen Matro-
sen
Adams nach Tombuctu und zurück. 3) Alle Forts und An-
siedelungen der Europäer an der westlichen Küste."

(45a. 45b.) Mittel- und Slord-Africa und Arabien.

18.30. Entw. 11. gez. von F. v. St.

Die seit Erscheinen des Rdehard^schm Mittel-Africa, also
seit 12 — 13 Jahren gemachten Fortschritte in der Kenntnifs des
Innern Africa's legen diese beiden Blätter dar. lieber die innere
Ausführung lassen Avir Ilm Professor
Berghaus, der die Blätter
einer genauen Prüfung unterAvarf, selbst sprechen :

„Die schönen Zeichnungen, welche Hr. von St. über das
mittlere und nördliche Africa in den vorliegenden Blättern lie-
fert, erheischen meinen wärmsten Dank, da der Hr. Verfasser
die kartographischen Versuche, womit ich die Geographie von
Africa einigermafsen aufzuliellelv bemüht geAvesen bin, grofsen
Theils zum Grunde gelegt, und mit so ausgezeichneter Geschick-
lichkeit benutzt hat. Nichts desto weniger hat Hr.
von St. auch
andere Hülfsmittel zu Rathe gezog'en, und die wichtigsten von
den später bekannt gewordenen Entdeckungen nicht unbeachtet
gelassen, und so ein
berichtigtes Bild von dem Norden und
der Mitte des in Rede stehenden Erdtheils geliefert, das sich
gegen meine Arbeit vom J. 1824 durch wesentliche Vorzüge aus-
zeichnet.

Es gehören dahin : die verbesserte Zeichnung der westl. Was-
serbegränzung des Kontinents, wo insbesondere die Korrection
des Littorale von Sierra-Leona, und hinauf bis zum grünen Vor-
gebirge, ins Auge springt, die mit den Resultaten von Capitain
Owen's astronomisch-hydrograph. Untersuchungen in der Haupt- /'
Sache übereinstimmt. Viele Zusätze wird man auch an dem
ganzen guineischen Küstensaume bemerken, vor Allem in der
Biafra Bucht, an der Küste des (von unserm A'ejc/tard zuerst) ver-
mutheten Niger-Delta. Die Zeichnung der mediterraneischen Kü-
ste stützt sich auf des Capit.
f-rUh. Georg Smith grofse Karte
vom Mittelländischen Meere, und bietet manche Verbesserungen
in der Konfiguration, so wie Zusätze in der Nomenclatur dar.

Für die Analyse der Zeichnung vom Innern des Kontinente
ist es von der gröfst«n Wichtigkeit den Zeitpunkt anzugeben, in
Welchem Hr.
von St. seine Karte bearbeitet hat. Dieser Zeitpunkt
fällt in die letzten Monate des Jahres 1827 und in die ersten von
1828; vom 1. April 1828 bis Ende 1829 sind beide Blätter unter
den Händen des Kupferstechers geAvesen. Natürlich also, daf«


ocr page 24

Bericht über die Blätter des Hand-Atlas. 19

nicht Alles, Λναβ die neueste Zeit Erspriefsliches zur Erweiterung
der Africanischen Erdkunde gel)racht hat, bis zum letzten Mo-
ment benutzt werden konnte.

Doch hat es Hr. von St., — und wie mich dünkt, nicht mit
Unrecht, — fiir angemessen gehalten, die positiven Thatsachen
in
seiner Karte (No. 45a) aufzunehmen, welche durch Capitains
Clapperton zweite Reise in den Sftden, von der Benin-Bucht aus,
ein Eigenthum der Geographie geworden sind. Dies fand bei
-dem zwar beendigten Stich der Platte darin eine Erleichterung,
-dafs die betreffende Stelle gröfstentheils ein Blankett war. Herr
von St. hat hierbei die kleine „Karte zur Uebersicht der Ent-
deckungen in Beziehung auf die Stromsysteme des Süden," die
ich in den I. Band des „krit. Wegweisers im Gebiete der Land-
kartenkunde" eingeschaltet habe, benutzt. Das Profil von der
Benin-Küste bis zum Tschad-See, welches ich nach
Clapperton's

Barometer-Beobachtungen entwarf und a. a. O. bekannt machte,

diente Herrn von St., um den Abfall des Hochlandes im Grund-

rifs darzustellen.

Die Zeichnung des Hrn von St. unterscheidet sich von der
meinigen (von 1824) auch Avesentlich dadurch, dafs sie
Laing's
Beiseweg von Sierra-Leona bis in die Gegend der Djoliba-Quelle
(der betreffende Bericht erschien 1825) aufgenommen hat.
Mol-
lien's
Nachrichten blieben aber auch hier, mit Rücksicht auf
Bitter's Erdkunde (I. Band, zweite Auflage, S. 356) unbeachtet;
obwohl es nicht verkannt werden kann, dafs sie bei einer künf-
tigen Revision der Geographie von Africa einer kritisch-verglei-
chenden Untersuchung unterΛV0rfeπ werden müssen.

In Dar-Fur wird man auf Hrn von St's Karte mehrere Zu-
sätze finden; hier sind auch zwei Karawanenstrafsen, die von
Kobba nach Wara führen, nachgetragen worden.

Was die Darstellung des Nillandes betrifft, so hat sich Herr
von St. für den Stromlauf aufwärts bis Dar-Scheyga (Schakie)
an die vier Nil-Karten gehalten, welche sich in
Ritter's und
O'Etsel's Atlas befinden; von da an bis zum Aequator ist Alles
nach meiner Karte, doch mit mehreren Korrectionen und Zu-
sätzen, welche sich aus den später gewonnenen Kenntnissen er-
geben haben.

Arabien: Hier ist Jemen und Oman nach Niebuhr (dem
unvergleichlichen genauen Reisenden) eingetragen, und Nedjd
nach
Jomard's Darstellung von 1823. Die von Ehrenherg zuerst
entdeckte und späterhin von
Rüppell bestätigte Busenbildung des
Rothen Meeres zwischen der Insel Tyran (deren Namen wegen
Mangel an Raum keinen Platz fand) und Moilah konnte bei dem
vorgerückten Stich der Karte nicht mehr eingetragen werden.
Die arabische Küste des Rothen Meeres scheint künftig einer
Verbesserung unterliegen zu müssen, so wie auch das zunächst
liegende Binnenland, wie ich in meinem Atlas von Asia näher
entwickeln werde. Die arabische Küste am Persischen Golf ist,
seit 1821 durch den Capt.
Maughan, und die Lieutenants Guy
und Brucks von der Bombay-Marine, so wie durch andere Of-
ficiere dieses intelligenten Corps, unter den gröfsten Mühselig-
keiten erforscht und aufgenommen worden. So weit die Resultate
dieses wichtigen
Unternehmens , welches der Südküste des Golfs
eine, von der bisherigen Darstellungsweise ganz abweichende,
Gestalt gegeben hat, bekannt geworden, sind sie von Hrn von St.
nicht unbenutzt geblieben.

Obwohl eine specielle Ausarbeitung desjenigen Theils vom
Hochlande Vorderasia's, welcher noch auf die Karte fällt, dem
Titel desselben zufolge, nicht eigentlich verlangt werden konnte,
so erhält dennoch der Besitzer des Hand-Atlas als Zugabe ein
lehrreiches Anschauungsmittel von dem Plateau von Iran und
seinen Terrassen - Abfällen, bei dessen Ausführung Herr
von St.
überall Ritter's Erdkunde, Ii. Band, gefolgt ist.

Berlin, Ende Januar 1831," B.

Das Westliche Blatt (No. 45a) ist im Jahr 1835 mit den Ent-
deckungen
Landers u. A. bereichert, und das östliche (No.45b)
nach neuem Entwurf des Herrn Prof.
Berghaus 1836 neu ge-
stochen worden. Dasselbe hat alle auf die neuesten Erforschun-
gen sich gründende Verbesserungen erhalten. Der Herr Verfasser
berichtet darüber am 28. Sept. 18S6:

„Die Platte der l. Auflage dieser Karte, von 1830, hätte
noch lange Zeit ihre Dienste leisten können, wäre sie nicht durch
ein eigenes Mifsgeschick unbrauchbar, und dieserhalb der Stich
«iner neuen nothwendig geworden. Unter diesen Umständen stellte
mein verstorbener Freund
Stieler die Frage, ob es nothwendig
»seyn werde, auch die Zeichnung zu erneuern. So werthvoll
unseres
v. StülpnageVs Arbeit war, über die ich mich bei ihrem
Erscheinen im J. 1831 äui'serte (man sehe oben), so konnte die

Antwort auf jene Frage doch nicht anders als bejahend ausfallen,
weil
von StülpnageVs Zeichnung hin und wieder wesentliche Be-
richtigungen erfahren mnfste, in Folge der Untersuchungen über
die Geographie von Arabien und dem Nillande, deren Resultate
ich in meiner grofsen Karte von diesem Ländergebiete (im Atlas
von Asien) niedergelegt und durch ein ausführliches Memoir im
Einzelnen diskutirt und nachgewiesen habe. Die neue Ausgabe
von No. welche wir den Freunden des Hand-Atlas anjetzt

vorlegen, ist demgemäfs eine getreue Reduktion meiner grofsen
Karte. Der auf dieser nicht vorkommende Theil der africanischen
Küste, südlich vom Cap Guardafui, gründet sich auf Capt.
Owens
hydrographische Vermessung, und die skizzirte Darstellung der
auf dem abyssinischen Hochlande entspringenden und jener Küste
zuströmenden Flüsse auf
Salt's Angaben. Ich glaube den Freunden
unsers Hand-Atlas einen, vielleicht nicht unangenehmen Dienst
zu erweisen, dafs ich das Hochland Habesch (nach
Rüppell)
in gröfserm Maafsstab als Karton dargestellt habe.

Demjenigen, welcher an der Graphik der Erdkunde ein leb-
hafteres Interesse nimmt, als der blofse Gebrauch der Karten
zu erwecken pflegt, d. h. Aver nach den Grundlagen forscht, dem,
sage ich , wird bei Dnrchblätterung meines arabischen Memoire
die Mühe wohl nicht entgangen seyn, welche ich auf die kritische
Bearbeitung der Hydrographie des Rothen Meeres verwendet
habe. In wie fern diese Mühe nützlich oder nutzlos gewesen,
läfst sich einigermafsen aus der kleinen Karte vom Rothen Meere
ersehen, die ich in dem geograph. Almanach für d. J. 1837 be-
kannt gemacht habe. Sie ist das übersichtliche Resultat der,
von der britisch-indischen Marine unter Leitung des Capt.
Moresby
ausgeführten Vermessung des in Rede seyenden Meeres, welche
1830 begann und 1834 beendigt wurde.

(45c.) Uebersieht der neuern ISrforecliunsen in
Mittel-JLfrica. Mit Nebenkarten: Land Walo
und Liberia. Von H. Berghaus. 183.5.
Ueber diese Karte, welche dem Hand-Atlas nicht mehr bei-
gegeben wird, die aber auf Verlangen noch besonders zu haben
ist, sagt der Herr Verfasser selbst:

„Dieses Blatt will es versuchen, den Zustand der geographi-
schen Kenntnisse zu zeigen, weiche wir von den räumlichen Ver-
hältnissen der Aequinoctial-Länder von Africa vorzugsweise seit
dem J. 1794 bis auf die gegenwärtige Zeit erlangt haben. Um
die Linien übersichtlicher zu machen, auf denen die kühnen
(ihren wissenschaftlichen Eifer und ihren Muth in so vielen Fäl-
len mit dem Tode opfernden) Männer zogen, deren Ausdauer
diese Kenntnifs zu verdanken ist, hat man die wichtigsten Reise-
routen selbst angegeben und durch einen Farbenton hervorge-
hoben. Zur nähern Erläuterung der Reisenden und der Wege,
welche sie einschlugen, ist ein kronologisch und geographisch
geordnetes Verzeichnifs hier folgend beigefügt. Seitdem der
Lauf und die Mündung des Quorra-Niger gefunden, und die Hy-
pothese unsers Reichard dadurch aufs Glänzendste bestätigt wor-
den, ist Africa nicht mehr der „verschlossene Erdtheil"; er wird
völlig geöffnet werden, wenn erst der — Dank sey es Gott, —
schmale Saum des Littorals gereinigt worden von den Kaufherren
und Maklern, die ihre eigene Speeles aU Waare verhandeln;
auch
R. Lander fiel als ihr Opfer. Ist erst diese moralische
Barriere beseitigt, dann wird auch die physische Schranke min-
der unübersteiglich seyn; der christliche Kaufmann und der wis-
senschaftliche Reisende werden auf dem grofsen Strome und
seinen Zweigen eben so in's Innere von Africa schiffen, wie seit
Jahrhunderten auf dem Amazonen- und Plata-Strom in's Binnen-
land von Süd-America.

Diese Zeit liegt vielleicht nicht mehr fern von der unsrigen;
dann wird die gegenwärtige Darstellung der räumlichen Verhält-
nisse
inner-Africa's eine gröfsere Ausführlichkeit gewinnen; die
vielen Lücken, die sich noch zeigen, werden ausgefüllt werden;
obwohl der Gewinn, der seit den letzten zehn Jahren gemacht
worden, ein nicht unbedeutender ist; denn wir sehen auf der
grofsen Fläche zwischen dem obern Djoliba
(Mungo Parle) und
Darfur
{Browne), auf der im J. 1824 nur vage Positionen er-
scheinen konnten, jetzt bestimmte Thatsachen angegeben.

Auch Douville's Reiselinien hat man geglaubt in der vorlie-
genden Karte aufnehmen zu müssen, obwohl sich gegen die
Authenticität dieser'Reise Bedenken erhoben haben (siehe
u. a.:
meine Annalen, the Foreign Quaterly Review, le Temps), die
Douville seinerseits zu entkräften bemüht gewesen ist (vergl, u. a.:
meine Annalen; November-Heft
1834).


3*

ocr page 25

20 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

Es darf nicht unbemerkt bleiben, dafs die vorliegende Karte
nicht allein in der Zeichnung ganz, sondern auch im Stich grör«-
tentheils vollendet war, lange zuvor, ehe mir der Bericht über
der Brüder
Lander Beise nach Ja-uri und auf dem Quorra be-
kannt wurde. Die schöne Karte, welche Lieut.
Belcher dazu ge-
liefert hat, weicht, auf dem Wege von Badagry nach Bussa, hin
und wieder etwas ab von der Karte zu Capt.
Clapperton's zweiter
Beise, ohne dafs diese Abweichungen durchweg gerechtfertigt
zu seyn scheinen. Bis eine kritische Untersuchung vorgenommen
werden kann, bin ich bei
Clapperton^s Karte stehen geblieben.

Dem aufmerksamen Betrachter der Karte wird es nicht ent-
gehen , dafs Lage und Form der Küstenlinie hier in vieler Be-
ziehung anders erscheinen, als auf früheren Darstellungen. Die
trefflichen
Vermessungen, welche seit den letzten 10 bis 15 Jah-
ren durch britische Seefahrer (man darf nur an den Namen
Owen erinnern), auch durch französische, ausgeführt worden
sind, waren Führer bei diesen
Veränderungen. Es möge erlaubt
seyn, als Beispiel die Lage der Insel Fernäo do Po anzuführen,
die hier in der absoluten sowohl als relativen Lage gegen die
benachbarte Küste des Kontinents eine nicht unbedeutende Verschie-
denheit (u. a. gegen meine K. v. 1824) darbietet; man vergleiche
ferner die Küste von Sierra-Leona und die Windward-Küste, wie
die britischen Seefahrer die Pfeffer- [Körner-] u. s. Λν. Küste nennen.

Was dieCartons anbelangt, so ist der erste, vom Lande Walo,
aus
Jomard's schöner Karte entlehnt, der zweite, Col. Liberia,
aus einem Plane, den
Warden im Bull, de la Soc. de Geogr. be-
kannt gemacht hat.

Kronologisches Verzeichnifs der Reisen in's Innere von Africa.
I. Reisen von Senegambien und Sierra-Leona aus.

1794. Watt und Winterhotton; vom Rio Nunez nach Labbe und
Timbo, in Futa Diallon, zurück nach der Mündung des Kissey.
1196, 91.
M. Parkas erste Reise von Kayaye am Gambia über
Kemmu und Benown nach Sego, am Djoiiba aufwärts über
Bammaku, Kumikumi und Faokia zurück nach dem Gambia.
1805. M.
Park's zweite Reise von Kayaye auf der vorigen Koute
bis Fankia; dann über Fadjemia und Bangazi nach Bammaku,
wo er sich auf dem Djoiiba einschifft und bei ßoussa ver-
unglückt.

1817. Campbell, Dochard, Kummer, Stokoe reisen von Kakondy
nach Labbe und Timbo. Campbell und Kummer sterben
nach der Rückkehr, die auf demselben Wege erfolgt.

1818—1821. Gray, Dochard u. a. reisen von Kayaye am Gambia
nach Bulibany in Bondu, Bakel am Senegal und Kiridju in
Kaarta.

1818. Dochard^s alleinige Reise von Bondu über Bangazi nach Sego,
am Djoiiba, und zurück nach Kiridju in Kaarta.

1818. MolUen; νοα St. Louis nach Labbe in Futa Diallon, und
zurück nach Geba.

1821. O'Beirno; von Porto Logo nach Timbo; (von dieser Reise
ist wenig bekannt geworden).

1822. Laing's Reise von Sierra-Leona nach Sulimana, und Jack
le Barels
Reise eben dahin und nach Timbo.

1824, 25. ßeaufort; von St. Louis nach Medina, Bakel und Elimane
in Kaarta.

1825. Duranton; von St. Louis über Kalor und Makana ebenfalls
nach Elimane.

1827 28. Caillie's Reise von Kacondy nach Time, dann nach dem
Djoiiba, wo er sich nach Timbactu einschifft (dessen Lage
nach seinem Itinerar eingetragen ist), und durch die Sahara
nach Fez und Tanger geht.

II, Reisen von Norden her.

1792—1798. Browne erreicht von Aegypten aus Cobbe in Darftir
und bleibt mehrere Jahre daselbst.

1822_24. Oudney, Denham und Clapperton^s Expedition in's Herz

von Africa; Entdeckung des Tschad - See's. Oudney stirbt
in Bornu; Denham dringt bis Mandara, Loggun und zum
Ostende des Tschad-See's vor; Clapperton bis Sackatn.
1828.
Laing erreicht Timbuctu von Tripolis aus, und wird auf
seiner Weiterreise nach Sego u. s. w. erschlagen.

III. Reisen von Süden her.

1772. Morris ersteigt von Juida aus das Bergland Dahomey und

kommt bis zu dessen Hauptstadt Abomey.
1817.
Bowdich geht als Abgesandter vom Cap Corse (Coast Castle)

nach Coumassie, der Hauptstadt der Aschantis.
1825 , 26.
Clapperton's zweite Reise; von Badagry über Wawa,
Kano nach Sackatu, wo er stirbt. Sein Diener Richard Lander
kehrt über Kano, Daurora und Zaria auf dem vorigen Wege
zurück.

1830. Richard Lander geht, mit seinem Bruder John, von Badagry
aus, fast auf demselben Wege, den er fünf Jahre früher mit
Capt. Clapperton gezogen war, nach Boussa und Ja-uri, schifft
sich auf dem Quorra ein und findet die Mündung des Niger
da, wo sie ein Viertel Jahrhundert früher der deutsche Geo-
graph C. G. Reichard vermuthete.
1833 , 34.
Richard Lander und Jüan befahren den Quorra, mit
Dampfboot, bis Rabba (9° N. Br.), und den Tschadda bis
40 deutsche Meilen von seiner Mündung. R. Lander wird in

der Gegend von Eboe von den Eingebornen überfallen und
stirbt an seinen Wunden auf Fernäo do Po, den
6. Febr. 1834.

IV. Reisen in's Binnenland, südlich vom Aequator.

1785. bon Gregorio Mendez' Expedition von Benguela aus gegen
Süden. (Der aufserste Südpuukt, welchen Mendez erreicht,
ist von Quimbumby 35 deutsche Meilen entfernt.1

181(>. Tuckey's Expedition auf dem Zaire. Fast alle Theilnehmer
kommen um.

1828—30. Douville's 'Reisen durcli Congo, Angola, Benguela bis zum
Cuffua-See und Bomba. (Die Echthcit dieser Reisen wird aus
mehr oder minder triftigen Gründen in Zweifel gezogen).

NB. Mit Ausnahme der Eouten im N. τοη Aschanti und einiger anderer Punkte
hat man in der Karte nur dasjenige eingetragen, was auf Beobachtung
Europäischer Eeisenden beruht.

i

45a. jfiittel- und UToril-Africa. Westlicher
Theil. Von F.
V. St. 1845. Ausgabe 1848.
45»^.
Mittel- und Word-Africa (östlicher
Theil) und
Arabien. Mit Nebenkarte:
Η a b e s c h. Von F. v. St. 1845. Aus-
gabe 1848.

45«'. ISüd-Africa mit Madagascar. Von
F.
V. St. 1845. Ausgabe 1848.

Diese 3 Summern dienen Kum Ersatz der gleichbezeichneten
altern und haben aufser dem Vorzug der Darstellung des Neuesten,
auch den, dafs sie gleichzeitig entworfen und bearbeitet
worden sind, während die Bearbeitung jener in verschiedene
Jahre (1830 bis 1835) fiel. Zugleich ist bei der Entwerfung wie
beim Stich Rücksicht genommen worden, dafs die 3 Blätter am
Aequator zu einem ganzen vereinigt werden können.

Aufser vielen andern znm Theil auch schon bei den frühern
Ausgaben genannten Materialien wurden vornehmlich benutzt:
New Map of Africa from the latest authorities dedicäted to H.
R. H. Prince Alhert, hy James Mac Queen. Londonpubl.
14 April 1841. Ey J. Arrowsmith. 2 gr. Bl. Fol.
Berghaus' astronomische Geographie von Africa und Hydro-
graphie des atlant. und indischen Oceans.
2. Bd. der Annalen.
Berghaus' Arabien und das Nilland (aus dem gr. Asia-Atlas).
Karte von Oman von Wellstedt.

Das rothe Meer, nach der letzten Aufnahme von Moresby.
Part of the south coast of Arahia. From α survey of Captain

Haines 1. N. and the officers of the Palinurus. 1839.
Survey of part of the south east coast of Arabia hy S. B.

Haines, Commander, L N. 1845.
Russeg ger' s Reisen in Europa, Asia und Africa. 2Bde mit
Atlas. 1843 bis 1845.

C. Zimmermannes Karte zur Darstellung des obern Nillandes

und des östlichen Mittel-Africa. Pyritz, 1843.
C. Ritter, ein Blick in das Nil-Quellland. Mit Karte von

Zimmermann. Berlin, 1844.
Harris Gesandtschaftsreise nach Schoa und Aufenthalt in Süd-
Abyssinien.
1841 bis 1843. I.Band. Mit Kartevon Mac Queen.
Premier voyage ä la recherche des sourees du Bahr el Abiad ou
Nil blanc ordonne par Mohamed-Aly, f iceroi d'Egypte, sous le
commandement du capit. de freg. Sei im Bimbachi; und Docu-
ments et observations sur le cours du Bahr el Abiad ou du fleuve
hlanc par Mr. d' Arnaud avec Carte du Bahr el Abiad d'apres
les travaux de Vexpedition, dressee par Ving. d'A rnaud Bim-
bachi, Chef scientißque de Vexpedition.
1840, 1841 u. 1842.
Map illustrating Dr. Beke' s Journey through Abyssinia. 1840
bis 1843.

Sketch of the Lower Courses of the Jub and Haines Rivers etc.

By Lt^ Wilmot Christopher R. N. 1843.
The Old Calabar or Cross River hy Mr. J- B. King. 1842.
The lower course of the River Kawara by Capt. Beer oft. 1841.
Sketch of the lower courses of the Jub and Haines Rivers etc.

by Lt. W. Christopher. 1843.
Berghaus' Uebersicht der neuern Erforschungen in Mittel-

Africa (No. 45« des Stieler'schen Hand-Atlas). 1835.
Berg haus' Karte von Süd-Africa (No. 4δΊ des Hand-Atlas).
Carte de Vlle de
Madagascar. Redigee par Mr. B. F. Le-
guevel de La Combe, d'apres ses reconnaissances
, ses
iiineraires, et les Cartes du Depot de la Marine, dressee par
A. H. Dufour, Geographe. 1840.

Um wieviel die Kenntnifs Africa's in dem letzten Jahrzehent
zugenommen hat, geht am anschaulichsten ans einer V'ergleichung


ocr page 26

21 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

der vorliegenden 3 Blätter mit den altern Blättern des Hand-
Atlas herTor — es ist allerdings viel geschehen, allein die Durch-
forschung der weiten innern Räume dieses Welttheils findet noch
einen unermeCslich grofsen Spielraum, dafs Menschenalter hin-
gehen werden, ehe dieses Innere unserer Kenntnifs aufgeschlos-
sen seyn wird.

Keine Gegend Africa's hat in dem letzten Jahrzehent so viel
europäische Reisende an sich gezogen, als Habesch, dem auf
No. 43b ein besonderer Carton gewidmet ist. Seit
Dr. Ed. Eüppell,
nach dessen Entwürfen die der vorigen Auflage beigegebene kl.
Karte von Habesch gezeichnet war, 1831 bis 1833 daselbst reiste,
haben sich nach und nach die evangelischen Missionaire
Gobat
aus Bern, Kugicr aus Württemberg, henberg und Krapf, der
Kriegsmana
Kielmayer, der Botaniker ScMmper aus Baden, die
Franzosen
Lefevre, Dr. Petit und Dr. Quartier-Dillon, Comhes
und Tamisier Ferret und Galinier, die Brüder Jrnold und Anton
d'Abbadie, Dufey, fiochet, de Jacobis,
ferner die Engländer Jirston,
Dr. T. Beke,
Harris, Ch. Johnston, Parkins u. a. der Durchforschung
dieses
Landes zugewendet und bedeutende Ausbeute für die
Kenntnifs desselben geAvonnen. Die Engländer haben von der so
wichtigen Station Aden aus über Tajurrah den Weg in diese ost-
africanischen Länderstrecken gebahnt und es wird nicht fehlen,
dafs sie ihn in merkantilischer Weise Aveiter zu benutzen Avissen
werden.

Ein Reisebericht: „Die portugiesischen Besitzungen in Süd-
West-Africa, von G. Tams. Mit Vorwort von Carl Ritter.
Hamburg,
1845." gibt interessante Mittheilungfcn über ein an der
Westküste östlich von Loanda am rechten Ufer des Cuenza lie-
gendes Negerreich Ambriz, mit der Residenz Quibanza, dem
aber wegen mangelnder Bestimmungen kein Platz auf der Karte
angewiesen werden konnte.

Seitdem die an der Küste Peru's liegenden Guano-Inseln er-
schöpft sind, hat man in den letzten Jahren dieses Düng-Material
auch an der Westküste von Africa aufgesucht, insbesondere >vird
gegenwärtig die kleine aber ungemein steil aus der See empor-
steigende Insel Ichaboe ausgebeutet; sie findet sich auf der
Karte 45c unter 26° 13' südl. Breite vor der Spencers-Bai, in
Avelche der Flufs Angra-Pequena mündet. '

Die Gegend des Mar a vi- oder Nyassa-See's, so wie das
Flufssysteni des Zambeze sind der Karte von
Mac Queen entnom-
men. Der Lauf des Zambeze oder Cuama hat Bestätigung erhalten
durch den Bericht des Reisenden
Livingston, der im J. 1843 vom
Cap aus bis zum 20»t™ Breitengrad in Länder vordrang, die noch
kein Europäer betreten hat. Er sah den grofsen See
Mokorro
oder Mampur (so genannt nach einem am Westufer wohnenden
africanischen Häuptling) und fand, dafs zahlreiche kleine Flüsse
von Südwesten her in denselben münden, und dafs ein beträcht-
licher Flufs gegen Nordosten daraus hervorströmt. Dieser soll
sich 80 oder 100 (engl.) Meilen oberhalb
Zumbo mit dem Cuama
(Zambeze)
verbinden.

Eine von Dr. C. T. Beke in der Sitzung der Lond. geogr.
Ges. vom 28. Dec. 1846 gelesene Abhandlung über die Quellen
des Nil schliefst mit dem interessanten Resultat: „der Bahr el
Abiadh oder weifse Nil ist der Hauptstrom, der Bahr el Asrek
(Abai oder blauer Flufs) ist der Nebenflufs." Hiernach wäre die
auf (der ersten Ausgabe von 1845) unserer Karte No. 451^ am
Ursprung des Abai stehende Notiz
Ml-Quelle zu streichen. .

Die aus der neuesten Denkschrift des Dr. Beke zu ziehen-
den Schlüsse auf die Darstellung des obern Nillaufes (s. die
Ausgabe der Generalkarte No. 40 von 1849 u. die Vorbemerkun-
gen S. 13) sind für die 3 Specialkarten noch nicht in Anwen-
dung gebracht worden, da man doch wohl hoffen darf, dafs in
der nächsten Zeit sicherere Nachrichten bekannt werden.

45^. Süd-Africa. Mit Carton des Cap-Districts.
Von H. Berghaus. 1841. Zweite Ausgabe 1848.

Dieses Blatt wurde schon im Jahre 1835 gezeichnet und da-
mals auch der Stich desselben theilweise begonnen;
ausgesetzt
aber Avurde die Vollendung der Platte, als um jene Zeit die Her-
ausgabe der Tagebücher der grofsen Entdeckungs Expedition zu
erwarten
stand, welche unter Dr. SmitWs Leitung weit in's in-
nere Hochland, bis gegen den Wendekreis vorgedrungen ist.
Diese
Reisebeschreibung ist leider noch nicht erschienen. Unser
Kartenblatt, — das nach physicaliechen Gränzen colorirt, der
physicalisch-geographischen Beschreibung von Süd-Africa in
„Berghaus' geograph. Almanach, 4. Jahrg." beigegeben
war, ~ stützt sich in der Hauptsache auf die
Hebert-Arrow-
smitVsche
Karte, doch sind bei seinem Entwürfe auch alle an-
derweitigen neuern Quellen und Hülfsmittel benutzt worden,
Stieler's Hand-Atias. Ber. 5. A.

insbesondere die Reisen der Capitains Alexander und Gardner,
sodann auch ältere Werke, namentlich die treffliche Karte von
Burchell. Eine sehr wesentliche V'ermehrung hat die Karte (nach
der im
Berghaus'schen Almanach erfolgten Ausgabe) erhalten
durch Eintragung der vom Gapt.
Harris in den J. 1836 und 1837
unternommenen grofsen Reise von Graaf Reynett aus bis über
den 24" S. Br. hinauf reichend.

Die Colorirung der Karts ist nach der politischen Einthei-
lung hergestellt Avorden.

Im Nord-Osten findet man um Port Natal einen District
Victoria besonders durch Colorit hervorgehoben, dieser ist von
dem Fürsten der Zulah's (Amazula, Zuluh's) an die engl. An-
siedler des Port Natal 1835 geschenkt und von diesen Victoria
genannt worden, Avährend er in der Sprache der Zulah's: Issi-
bubulungu heifst. Der nördl. angränzende Bezirk Clomanslien
(Clomanthleen in engl. Orthographie, ein Zulah-Wort) ist dieje-
nige Gegend des Amazula- oder Zulo-Landes, in welchem es
den Engländern gestattet worden ist, Missionen anzulegen, und
namentlich war im J. 1835 Culoola der erste Punkt, welcher zu
einem Missionsposten ausersehen wurde. Die abgesonderte Co-
lorirung dieses Districts hat demnach keine politische Bedeutung,
sondern ein philanthropisches Interesse, indem er bis jetzt der
nördlichste Punkt im Kafferlande (Kaffiria, besser als Kaffraria)
ist, von dem aus das Ciiristenthum und seine Aufklärung im
östlichen Africa verbreitet werden kann.

Die zweite Ausgabe 184S hat mehrerlei Nachträge erhalten,
auch durch Benutzung von
„M. Delelorgue: voyage dans l'Afri-
qae australe, notamment dans le Territoire de Natal, dans celui
des Cafl'res Amazoulous et Makatisses et jusqu'au tropie du ca-
prioornc. Acc. par de dessins et cartes. 2 vol. Paris 1847."

46a. Bioi-d-America. Von F. v. Stülpnagel. 184T.

Die Grundlagen , welche sowohl bei der ersten Bearbeitung
Nord-America's (1818 durch
C. G. Reichard), als bei der zweiten
(1833 durch F.
von Stülpnagel), dienten, konnten bei dieser neue-
sten Ausgabe nicht mehr in AnAvendung komiäen, da sich in
diesem Zeitraum die Configuration dieses Erdtheils bedeutend
verändert und berichtigt hat; man betrachte nur die Nordküste,
Avelche in dem letzten Jahrzehent durch die Erforschungen kuh-
ner Seefahrer in ihrer ganzen Erstreckung bekannt geworden!

Aufser mehrern bei den folgenden Specialkarten genannten
Materialien wurden jetzt noch besonders benutzt:

Illustrated Atlas geographical, Statistical and historical of the
United States and the Adjacent Countries by T.
G. Bradford.
Boston 1838.

Morse's cerographic maps. New-York 1846.

Die America betreifenden Karten aus H. S. Tanner, new Uni-
versal-Atlas of the World. 1846.

Map of Texas by Arrowswith. 1841.

New Map of Texas, Oregon and California by Mitchel. 1846.

Uebersicht der Entdeckungen im arktischen America in den
Jahren 1832 bis 1839. In
Berghaus' Almanach 1841.

Bergketten in Nord-America, und Vulkanreilie von Guatemala,
No. 6 und 10 der geologischen (3ten) Abtheilung des
Berg-
haus'schen
physikalischen Atlas.

Kurz nach Ausgabe dieser Karte im J. 1847 wurde eine
neue mit der Jahrzahl 1848 bezeichnete nothwendig, indem der
in den Mackenzie-Strom einmündende Peel-Flufs nach einer in
dem „Journal of the royal geographical society of London,
T. XV. P. II." von
A. K. Isboster gegebenen Darstellung einge-
zeichnet wurde, auch Mexico und Californieu eine berichtigte
Gestaltung erhielt.

46'', Verem-Siaateii von MoFil-Aitaerica,
Mexico, Yaicatan u. a.
Von F. v. St.
1848.

Diese Nummer erschien früher als Karte der: Vereinig-
ten Staaten von Nord-America, und zwar zuerst im J.
1825 bearbeitet von
H. Hübbe, danach 1834 von Ad. Stieler und
1836 mit Zusätzen von
H. Berghaus, späterhin vielfach nachge-
tragen. Auf diese zweite Bearbeitung beziehen sich nach-
stehende Bemerkungen:

Für die neue Bearbeitung bildet H. S. Tanner's grofse Karte
der
Vnited States 3<i ed. die Hauptgrundlage. Der Verfasser ist
bemüht gewesen, das vorliegende neue Blatt dem Auge möglichst
ansprechend einzurichten, durch sparsame, doch naturgemäfse,
Gebirgsdarstellung und sorgfältiges Ausscheiden des Entbehrli-
chen, auch durch angemessene Schriftstellung.

6


ocr page 27

22 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

Die Karte hat nach und nach alle neuen darauf Beziehung
habenden Erg-ebnisse aufgenommen, unter welchen besonders her-
vortreten; die im J. 1842 fesfgestellte N.-O—Gränze des Staates
Maine gegen Canada; dann die dem Vereinigten-Staaten-Bunde
neu einverleibten Staaten Iowa, Wisconsin und Texas; die nun-
mehr nur noch bestehende Eintheilung des Westens im Indian-,
Missouri- und Oregon-Territorium; neuerdings die nach langen
und drohenden Verhandlungen zur Feststellung gekommene Nord-
Gränzedes Oregon-Territoriums gegen das Britische Nord-America.
Mehrere in neuester Zeit zum Aufblühen gelangte Städte Avurden
nachgetragen, dann die den jährlich aus den östlichen Staaten
gegen Westen ziehenden AusΛvanderungsgesetlschaften zu Ruhe-
und Stiitzpunliten dienenden Forts: /ntfe/jendence (Missouri), Sam-
melplatz der Auswanderer,
Laramie am Batsoah oder Sherry-Flufs
(750 engl. Meilen Entfernung von Independence), jenseits des Fel-
sengebirges
Hall am Le>vis (550 Μ. von Laramie), IValla-JFalla
am Einflufs des Lewis in den Columbia (450 M. von Hall), Γ an-
couver am Columbia (250 M. von Walla-Walla).

Im Jahre 1848 wurde zur dritten Hauptbearbeitung dieses
Blattes geschritten und die neuem Kriegsereignisse liefsen es für
angemessen erkennen, demselben eine bedeutend gröfsere Aus-
dehnung zu geben, um auch noch Mexico und Yucatan dar-
auf zur Darstellung zu bringen, >vodurch eine erhöhete Brauch-
barkeit erlangt worden ist. Aul'ser bekanntem Material wurde
dafür benutzt:

NeAvMap of Texas, Oregon and California by^ii^. MiicÄc/Z. 1847.

Capt. Fremonfs expeditions to the Rocky Mountains and to

Oregon and Upper-California in the y. 1842—1847.

//, Kieperfs Mexico, Texas und Californien. 1847. ,

Von dem Goldland Californien mangeln noch genaue specielle
Darstellungen, der Flufs Sacramento mit seinen von der Sierra-
Nevada herabströmenden Nebenflüssen, so wie des Capt. Sutter's
Colonie Neu-Helvetia findet man auf der Karte nach Fremont
eingetragen.

(47,,), Mexico und Centro-Americsi. Von F. v. St.

1836. Centro - America berichtigt 1841 , Texas ii.
A. 1845.

Die erste meist nach Arroiosmith, von Humboldt und Purdy
entworfene Ausgabe erschien 1825. — Obige zweite ist aus den
neuesten Exemplaren des Hand-Atlas >veggelas8en Avorden, weil
Mexico und Californien in der vorangehenden No. 4iil> auf-
genommen und natürlich richtiger dargestellt sind, als es auf
diesem altern Blatte der Fall sein konnte. Centro-America
findet sich durch eine auf dem Blatte No. 48 im Westen vorge-
nommene Erweiterung daselbst an passenderer Stelle,

48. WestinclieM Hiid Ceiairo-America.

Von F. V. St. 1848. Mit Nebenkarten: 1)
Guadeloupe mit Marie-Galante; 2} Martinique.

A. Die erste Bearbeitung von Ad. St. (1818) ist gröfsten-
theils nach des Verf. gröfserer K. von Westindien (Nürnberg,
Sehn. u. W.) entworfen, die er damals mit einer ausführlichen
Nachricht über sein Verfahren dabei begleitete, welcher ein kri-
tisches Verzeichnifs mehrerer hundert Ortsbest. beigefügt war.
Diese Arbeit ist öffentlich und privatim auf eine Art gewürdigt
worden, die das eigene Vertrauen zu ihrem Werthe nicht
min-
derte , daher sie hier zum Grunde gelegt Averden durfte und
mufste.

B. Für die neue Bearbeitung (1837—1848) liegen folgende
Materialien zum Grunde:

1) Die von der engl. Admiralität publicirte Karte von West-
Indien in 4 Blatt 1821, verbessert 1832 (mit der Oiüen'schen Be-
richtigung), welche als Hauptgrundlage für die Küsten benutzt
Avurde.

2) Die span. K. vom Antillen-Meer, und Purdy Gen.-Karte
V. West-Indien, 1 Bl. v. J. 1823, beide zur Vergleichung.

3) Purdy Gen.-K. v. Jamaica mit spec. K. der Häfen etc.

4) Cartes des Colonies fran^aises etc., par Aupix et Perrot,
für Haiti und die beiden Nebenblätter Guadeloupe und Martini-
que, doch mit dem Bemerken, dafs die beiden Nebenkärtchen
hier richtiger orientirt sind.

5) Florida und die Aveitere Küste von Nord-America nach
Tanners grofser Karte.

6) Das Festland von Süd-America und die Küsten des An-
tillen-Meeres nach der oben unter 1) angeführten engl. See-
Karte, das Innere nach dem NW. Blatte von
ßrue's neuer K. v.
Süd-America in 4 Bl.

7) Centro-America wurde nach Berghaus' schöner Karte
(No. 10 des Fhysical. Atlas) berichtigt.

8) Für Cuba ist für das Innere jetzt noch nicht viel Gedie-
genes zu leisten —
υ. Humboldt's Karte ist hier gebraucht.

49» §üd-Ainerica. Von F. v. St. 1848.

Die erste Bearbeitung erschien 1820 von C. G. Reichard ent-
worfen mit einem Nebenblatt: Gegend der französisch-
spanischen Gradmessu ng, den höchsten Theil der Andes
darstellend. Dieser Carton wurde wegen der späterhin gelieferten
2 Specialblätter No. 49'', 49c. überflüssig, und blieb deshalb bei
der zweiten 1831 von F. v. St. bearbeiteten Ausgabe weg.

Für die dritte Bearbeitung wurden die beiden Specialblät-
ter No. 49'', 49" vornehmlich zu Grunde gelegt.

49b, 49c. j§üd-America in zwei Blättern. Mit
den Grundrissen der Stadt und der Bai von
Rio de Janeiro. Von F. v. St. 1843.

Beide Blätter wurden zuerst auch von demselben Verf. 1828
und 1831 bearbeitet, hauptsächlich nach der bekannten Karte
von
Spix und Martins. Indessen wurde nicht unterlassen, auch
andere Materialien zu Rathe zu ziehen, Avohin insbesondere die
von dem „Krit. Wegweiser im Gebiete der Landkarten-Kunde"
bekannt gemachten genauem Ortsbestimmungen zu rechnen sind.
Auf die Querjochsbildung der Andes-Kette, nach Anleitung von
Α.υ. llumboUWs geistreichem geognost. Gemälde von Süd-America
(Voy. aux reg. equinox. du nouveau Continent. Edit. in 8. T. X.)i
ist, so Aveit sich, ohne der Phantasie zu viel einzuräumen, thun
zu lassen schien, Rücksicht genommen. Wir theilen hier das
Nähere darüber mit:

1. Das Querjoch (Contre-Fort) der Sierra de Cordova zwi-
schen 33° und 31° S. Breite, welches als das südlichste Vorge-
birge der Andes-Kette gegen die Fampas ausläuft, bis über den
Meridian von Cordova hinaus.

2. Das Querjoch der Sierra de Salta und de Jujui, dessen
gröfste Breite in 25° S. zu fallen und welches sich gegen den
Bio Vermejo unter 44° W. zu verlaufen scheint.

3. Das Querjoch der Sierra Nevada de Cossabamba und
de Santa Cruz, das sich mit dem Andes-Knoten von Porco unter
19° S. verbindet und zwischen 22" und 17^° S. Breite fällt. Die-
ses Schneegebirge bildet die Wasserscheide zwischen dem Becken
des Amazonen-Stroms und dem Becken des Rio de la Plata, in-
dem der Cachimayo und Pilcomayo gegen SO. fliefsen, während
der Tarapiti und der Guapey (Guapahi, oder Rio de Mizque)
gegen NO. in den Marmore sich entladen.

4. Das Querjoch des Beni, zwischen 13° und 11° S. Breite;
Herr
von Humboldt nennt diese Gebirgsgruppe nach dem Namen
des Beni, weil dieser Strom seine Quellen in derselben hat (Voy. X,
p. 51.), und sie selbst zu durchbrechen scheint, so dafs sie auf
seinem östl. Ufer bis 8° S. verfolgt Averden kann (a. a. O. p. 51.).

Ein besonderes Interesse möchte unsere Karte auch dadurch
gewonnen haben, dafs die astronomischen Beobachtungen von
Peniland, welche durch Herrn v. Humboldt in Berghaus Hertha,
XIII. Band, bekannt geworden sind, zu Rathe gezogen Avurden.
Die geographische Darstellung von Bolivia (Alto Peru) hat da-
durch ein neues Ansehen erhalten.

Bei dem schwankenden Zustande der politischen Verhältnisse
I der Hispano-Americanischen Staaten, wo alles in einem fortAväh-
renden Aufbauen und Zerstören begriffen ist, mul's man dahin
gestellt seyn lassen, ob der wahre derzeitige Stand der innern
Organisation jener Staaten getroffen
Avorden. Trotz aller Nach-
forschungen mag es hin und wieder vielleicht nicht gelungen
seyn, dasjenige, Avas schon der Historie verfallen ist, von dem-
jenigen zu sondern, was der Statistik angehört.

Die lange Reihe der Vulkane und Schneegebirge (Nevado's)
I von 46° S. Br. bis 15° findet man vollständig angegeben.

Bei Darstellung von Ländern, wo fast jedes Jahr neue Er-
scheinungen darbietet (geographische und politische) , ^vje hier,
darf nicht übersehen werden, dafs vom Beginn der Arbeit, ja
von Beendigung der Arbeit an bis zum Erscheinen ein Zeitraum
verläuft, innerhalb dessen sich manches Beacbtenswerthe ereignet
haben kann. — Solche Blätter unterliegen daher fortwährender
Revision. Indessen genügt das Nachbessern nur eine gewisse
Zeit lang, und nach Ablauf einer längeren Zeit, etwa eines Jahr-
zehents, drängt sich meist die Ueberzeugung nach der Noth-
wendigkeit einer neuen Bearbeitung auf, wie es denn auch hei


ocr page 28

Bericht über die Blätter des Hand-Atlas. 23

diesen beiden Nummern der Fall war. Sie wurden im J. 1843
neu gezeichnet und dem Netze wurde die Einrichtung gegeben,
dafs sie zusammengesetzt werden können, indem sicli auf dem
eüdl. Blatte die Linie bemerkt findet, auf welcher der Abschnitt

aai machen ist.

Als Hauptgrundlagen für die neue Darstellung dienten:

South-America from original-documents , inclviding the survey
of the officiers of H. M. ship® Adventure and Beagle. De-
dicated to Captain B. Fitz-Roy
hy John Arrowsmith. London
1840. 2 Blätter.

Map of Guayana to illustrate the route of R. H. Schomburgk
Esq··. 1840.

Karrative of the surveying Toyages of H. M. ships Adventure
and Beagle between the years 1826 and 1836, deseribing
their examination of the sonthern shores of South-America,
and the Beagles circumnavigation of the globe. 3 τοί. London
1839. Mit Karten.

Das Britische Guayana auf No. 49ib ist 1846 berichtigt einge-
tragen worden nach
„Part of Guarjana to Ulustrade the excursions
Of the Chevalier Rob. H. Schov^hurgk in
1841 ef 1843."

In Folge der 1848 durch Pentland's Mittheilungen neu be-
richtigten Höhen - Angaben verschiedener
Gipfel der Andes sind
auf dem nördlichen Blatte

Chimborazozu . , . 20100 Par. F. üb. d. M.
Nevado de Sorata zu 19972 - - - _ _
Sahaina ...... 20970 ------

auf dem südliehen

Aconcayua..... 21768 - - - _

nachgetragen worden. Letzterer wäre demnach nun als die
gröfste Erhebung auf der Avestlichen Halbkugel zu betrachten.

in die beiden Provinzen Neu-Munster und Neu-XJlster eingetheilt
wird, und in der Person des
G. Grey einen Statthalter und Ober-
befehlshaber erhält. Für die Colonisirung der Insel hat sich
schon früher in London eine neuseeländische Compagnie gebildet,
und in Port Nicholson (an der Cooks - Strafse) soll bereits
eine Nationalbank angelegt seyn. — Eine französische Ansiede-
lung befindet sich (zu Akaroa) auf der Halbinsel Banks, an
der Ostseite der grofsen Südinsel. — Für die neuseelindischen
Inseln wurde benutzt:
New-Zealand, from Cook, D'UrviUe, Du-
perrey and Herd with additions hy J. S. Polack,
London 1838.

Es schien zweckmäfsig, diesem Blatte die Nummer 50b zu
geben, obgleich dieselbe Nummer schon eine Karte des Hand-
Atlas: „Das Innere von
Neu-Süd-Wales nach J. Oxley.
1821. Mit Nachträgen und Verbesserungen nach J. Gross. 1831"
trägt, welche aber für die Folge weggelassen wird, da der Inhalt
dieser Karte sich auf No. 50«, Avenn auch in etwas kleinerem
Maafsstabe, wiederholt. Ueber diese ältere Nummer 50t· >rurde
bei deren erster Ausgabe gesagt:

„Die neuern Entdeckungen im fünften Erdtheil, je sparsamer
sie bis jetzt sind, durften um desto weniger dem Hand-Alas vor-
enthalten Averden. Das gegenAvärtige Blatt enthält Alles, was
man auf dem vieriftal gröfsern und zwölfmal theuerern englischen
Original findet, nur einzelne Bemerkungen über BeschaiFenheit
des Bodens sind weggelassen. Die Erforschungen am Brisbane
und nach der Bergstrafse zu, fallen über den Rand der Karte
hinaus, auch gebrach es an graphischem Material, um sie be-
friedigend darzustellen. — Die spätem Jahre werden uns viel-
leicht mehr Stoff zu Bearbeitungen über dieses merkwürdige
Land voller Anomalien geben."


50^. Anstralien, in Mercators Projection. Von
Ad. St. 1826. Nachgetragen bis 1845.

Für die frühere Ausgabe dieses Blattes, entworfen und gez.
Ton C. G.
Reichard, 1816, dienten aufser Flinders als Quellen;

Ilawkesworth, Ryron, Wallis, Carteret·, Cooks 3 Reisen, Sunville,
Shortlandf Hunters, BUgh, d'Enirecasteaux, Wilson, Bougainville,
FancoMDer, Krusenstern·, Zimmermanvi s Australien, Purdy's grofse
Weltkarte u. a.

Die zweite Bearbeitung hat durch gröfseres Format we-
sentlich gewonnen, indem sie dadurch um 30° nach 0., 6° nach
N. und eben so viel nach S. hat erweitert werden können, so
dafs auch die Oster-lnsel, Californien etc. noch ihre Stelle ge-
funden haben.
Krusensterns grofser Atlas der Südsee ist haupt-
sächlich benutzt, vieles Andere verglichen. Die Entwerfung der
Specialblätter 50ΐ u. 5Cc gab Veranlassung zu vielfachen Berich-
tigungen bis auf die neueste Zeit.

50^. Festland vosi Awstralien und be-
naclibarte Inseln. Von F. v. St. 1841.

Berichtigt 1846.

Bei dem steigenden Wachsthmn der Colonien im australi-
schen Festland erschien es nothwendig, eine, dasselbe in gröfserm
Maafsstab, als es auf der Generalkarte No. 50. möglich ist, dar-
stellende Karte dem Hand-Atlas einzuverleiben. Die vorliegende
ist hauptsächlich nach
Arrowsmith''s neuester in 2 gr. Bl. (1840)
erschienener Karte entAvorfen. Die in den letzten Jahren unter-
nommenen Reisen von Eyre (zu Erforschung des untern Darling-
Laufes), von
Grey (Entdeckungsreise auf der Südostküste), von
Dl'·
I^eichhardt (von der Moreton-Bai aus quer durch das Innere
nach dem Golf von Carpentaria und dann nach Victoria auf der
Halbinsel Coburg) u. A. werden, wenn deren graphische Resul-
tate erst vorliegen, manche Aufschlüsse über Flufslauf etc. im
Innern geben. Als wichtigster Ansiedelungspunkt der Briten an
der Wordküste des Festlandes ist Port Essington mit der neu
gegründeten Stadt Victoria auf der Halbinsel Coburg bemer-

kenswerth.

Es war augenehm, dafs dem Blatte so viel Ausdehnung ge-
geben Averden konnte, um auch die Neuseeländischen Inseln
mit aufzunehmen, Avelche gegenwärtig ebenfalls lebhaftes Inter-
esse erregen, nachdem durch einen am 5. Febr. 1840 vom grofs-
brit. Capt.
William Hobson mit den Häuptlingen der Nord-lnsei
geschlossenen Vertrag die Souveränetät dieser Insel der Königin
Victoria übertragen worden ist. Am 30. Dec. 1846 ist nun auch
in der amtlichen Gazette von London die Verfassungsurkunde
.(Charter) für Neuseeland veröffentlicht worden, wonach
dasselbe

50«^. Karte von dem südöstlichen Xlieile
Anstraliens,
zur Uebersicht der Entdek-
kungen im Innern von Neusüdwales, bis zum
Jahre 1832 (von H. Berghaus}, ausgegeben
1834. Revidirt und nachgetragen 1846.

Mit Carton: Wes t-Α u s tr al i a, die Colonien am Schwan-
flufs und König Georg's Sund enthaltend.

Die auf dem Blatte selbst enthaltenen Nachrichten geben
über die Bearbeitung dieses interessanten Blattes Rechenschaft.

In letzter Zeit ist mancherlei Neues erschienen, das Veran-
lassung gab, besonders die Südküste von Spencers Golf an, die
Ostküste bis zum Brisbane, auch die Westküste vom Schwanflufs
bis zur Sbark Bai umzuarbeiten und zu berichtigen, was auf
j beiden Blättern 50t> und 50«: im J. 1846 vorgenommen Avorden ist.
i Dieses neue Material besteht vornehmlich in :
i 1) Trigonometrical Survey of part of the Country between
Melbourne and the River Glenelg etc. 1840.

2) Map shewing the Special Survey's in South Australia,
to the Eastward of the Gulf of St. Vincent; from Lat. 30" to
35° 40' S. from documents in the Survey Office Adelaide.

3) Map shewing the Surveyed Lands and Port Philip from
the Government Survey's made in 1840.

4) Map and Chart* of the West-Coast of Australia; from
Swan River to Sbark Bay including Houtman's Abrolhos and
Port Grey from the Surveys of Capts
Grey, Wickham, King, and
from other Official documents.

5) S. E. Extremity of South Australia, to illustrate Governor
G. Grey's Expedition. 1844.

6) Sketch of the Country East of Fiinder's Range; South
Australia; by Capt^
Frame. 1843.

7) Sketch of New England, Beardy Plains, the Clarence et
Bichmond Rivers, New South Wales, to illustrate the Route of
Capt"
H. G. Hamilton, R. N.

51.

52.

West-Polynesien.

^ ^ , . Jti-ntworfen von

Ost-Polynesien.

Dr. Heinrich Berghaus· 1849.

Mehrfach ist das Bedürfnifs gefühlt worden, dem Stieler'-
schen Hand-Atlas eine Darstellung von der Inselwelt des Grofsen
Oceans einzuverleiben, welche ausführlicher sei, als die Gene-
ralkarte No. 50a., die ganz Australien enthält. Diesem Bedürf-
nisse wünschen die beiden Blätter abzuhelfen, welche den Freun-


3*

ocr page 29

24 Bericht über die Blätter des Hand-Atlas.

den unseres Atlas, wie der Geographie im Allgemeinen, hiermit
dargeboten werden.

Der Verfasser glaubt, dafs ihm Nichts, oder doch minde-
stens nichts Wichtiges von den Kenntnissen entschlüpft sei, wel-
che bis zum Zeitpunkt der Bearbeitung beider Karten, der in den
Monat Mai 1848 fällt, für die Hydrograpliie der Südsee vor-
lagen; überdem hat er auch während der Zeit, dafs sie unter
den Händen des Kupferstechers gewesen sind, keine Gelegen-
heit
Yorübergehen lassen, Alles aufzuspüren und zu benutzen,
was die neUern und neuesten Reisen gebracht haben. Die letzte
Durchsicht von Probeabdrücken der Platten hat im Dec. 1848
Statt gefunden, so dafs die vorliegenden Karten unsere geogra-
phischen Kennntnisse von den Eilandfluren des Stillen Oceans nach
ihrem Znstande am Schlüsse des Jahres 1848 darstellen.

Für die Geschichte der Positionenkunde Avürde es ohne Z>vel-
fel eben so wichtig als lehrreich seyn, die Abweichungen in
der Lage der Inselgruppen und einzelnen Inseln nachzuweisen,
welche die vorliegenden Karten gegen frühere darbieten, und
diese Abweichungen gehöriger Mafsen zu begründen; allein dazu
ist die Abfassung einer ausführlichen Denkschrift erforderlich,
welche, weil sie zu umfangreich ausfallen würde, nach dem
Plane des Begründers dieses Atlas,
unseres verstorbenen Freun-
des
Adolf Stieter, nicht in den Kreis dieser kurzen Vorbemerkun-
gen gehört.

Kenner der Geographie werden beim ersten Blick auf die
Karten wahrnehmen, dafs es ein Hauptaugenmerk gewesen ist,
die inheimischen Benennungen der Inseln an die Stelle der sonst
üblichen, von den europäischen Seefahrern ihnen beigelegten
Namen zu setzen. Die Kenntnifs dieser Benennungen verdankt
man vorzugsweise den Heilandboten, welche seit den letzten
dreifsig Jahren die malayisch-polynesischen Völker der christ-
lichen Gesittung entgegengeführt haben, obwol auch Laien da-
für sehr thätig gewesen sind; so, schon zu Coofc's Zeiten, der
älterejiTorsier, und in neuerer
Zeit C/iamisso, Lütke, Fitz Roy,
TVilkes
und viele andere, besonders britische, Seefahrer, die in-
d6fs meistens von den Missionairen belehrt Avurden, welche die
malayisch - polynesischen Dialekte zum Gegenstände ihrer eifrig-
sten Studien gemacht haben.

Eine vergleichende Übersicht der ihheimlschen und der von
den Seefahrern den Inseln beigelegten Namen ist unstreitig ein
Bedürfnifs, sei es, dafs ihm auf den Karten selbst, oder in Form
einer Tabelle abgeholfen werde. Den ersten Weg hierbei ein-
zuschlagen , war nicht möglich , weil dies, des Raumes wegen,
einen Maasstab voraussetzen würde, der mindestens zehn Mal
gröfser sein müfste; der zweite Weg ist hier gleichfalls unzuläs-
sig, in Betracht, dafs eine und dieselbe Insel oft die manchfaltig-
sten Namen führt, und die Zusammenstellung aller die Tabelle
zu umfangreich macht, um in diese kurzen Vorbemerkungen Auf
nähme zu finden. Der Verfasser mufs sich vorbehalten, auf diese
vergleichende Übersicht, so wie auf eine Kritik der Positionen-
kunde bei einer andern Gelegenheit zurückzukommen.

Die Karten sind nach dem Meridian von Greenwich graduirt,
weil in allen Reiseberichten, mit Ausnahme der französischen, die
Längen nach diesem Meridiane gerechnet Averden. Ferro und
Paris sind aber auch am Rande angegeben, w as die Vergleichung
der Meridiane erleichtert. Der Meridian von IfiO" W. Grw. theilt
Polynesien in zwei Hälften, West - und Ost-Polynesien.

Zu West-Polynesien gehören: die Marianen oder Ladronen
(Diebs-Inseln); der Archipelagus der Carolinen; die Inselreihen
Ralick und Radack, Avelche zusammen den Marshalls-Archi-
pelagus bilden; die Gruppe Tarawa, auch Gilbert oder Kingsmill
genannt; die Gruppen Phönix, Ellice und Union, welche letztere
einen Theil des Archipelagus von Samoa, oder der Schiffer- (Na-
vigators-) Inseln ausmachen; der Archipelagus Witi oder Fidschi;
und Tonga oder die freundschaftlichen Inseln (friendly Islands
von Cook).

Zu Ost-Polynesien gehören: Hawaii oder Cook's Sandwich-
Inseln; Nuka Hiwa oder Mendana's Archipelagus (von Krusen-
stern so genannt), bestehend aus den Marquesas de Mendoza und
den Washington-Inseln; Paumotn, oder der
Gefährliche Archipe-
lagus oder die Niedrigen Inseln (Archipel dangereux von Bou-
gainvile, Low Islands von Cook etc.); Tahiti, oder die Gesell-
schafts-Inseln (Society Islands) und Cook's Gruppe (von Krusen-
stern genannt) oder Harvey's Gruppe (der
Missi(niaire).

Die sechs Nebenkarten, welche einzelne Avichtige Ortlichkei-
ten enthalten, Averden vielleicht als eine angenehme Zugabe ange-
sehen Averden.

Von den bei Bearbeitung dieser Karten benutzten Werken
nennen Avir nur folgende:

1) Johann Eeinhold Forstcr's Bemerkungen auf seiner Reise um
die Welt. Übersetzt von seinem Sohne und Reisegefährten
Georg Forster. Wien 1187. 1 Hd. in 8., mit Karten.

2) Adalbert von Cftomwso's Bemerkungen und Ansichten auf einer
Entdeckungsreise in den Jahren 1815 — 1818 auf dem Schiff
Rurik unter dem Befehle Oito's v. Kotzebue. Weimar 1821.

1 Bd. in 4. , mit Karten.

3) William ElUs' Polynesian Researches, during a Residence of
nearly six years in the South Sea Islands. London, 1830.

2 vols in 8.

4) Frederic Lütke, Voyage autour du Monde sur la corvette le
Senjavine. Paris 1836. 3 Bde in 8., mit Atlas.

5) Narrative of the Surveying Voyages of H. M. S. Adventure
and Beagle, betAveen the years 1826 and 1836, describing
their examination of the southern shores of South America
and the Beagle's circumnavigation of the globe. (Von King^
Fitzroy anA Darwin). London,1839. 4 vols in gr. 8., mit Karten.

6) Charles Tf^ilkes' United States Exploring Expedition. London,
1845. 5 vols in gr. 8., mit Atlas.

7) Krusenstern, Recueil de memoires hydrographiques pour ser-
vir d'analyse et d'explication ä l'Atlas de l'Ocean pacifique.
St. Petersiiourg, 1824—1835. 3 Bde in 4., mit Atlas.

8) 'I'he Nautical Magazine and Naval Chronicle. London,
1832 — 1848; ein Werk, das sehr reich ist an Berichten über
Kreuz- und Querfahrten, welche von Offizieren der engli-
schen Kriegs- und der Handelsflotte in der Südsee unternom-
men worden sind. Die Namhaftmachung aller dieser Be-
richte, von denen ein grofser Theil anonym erschienen ist,
würde, bei der grofsen Menge derselben, hier zu Aveit führen.

Berghaus.

[Geschrieben den 7. Mürü 1849.]


Ώ e il η S e A. (Zur Karte No. 2 u. 3.)

»IE l§I€HTBABK SEITE ÖE» IttOSTDOBERlxACHE.

F.

ür die, welche sich dem Studium der Astronomie ernstlich zu-
wenden, ist durch die bekannte
Beer- und Mädler^sche grorse Karte
des Mondes in 4 Blatt aufs Trefflichste gesorgt; deshalb glaubte
man durch ein möglichst vereinfachte.s, leicht übersiclitliches Bild
des Mondes, %yie das vorliegende, den Besitzern des Hand-Atlas am
Besten zu dienen, da es wohl vornehmlich darauf ankömmt, ein
Hiilfstnittel darzubieten, das den Laien in Stand setzt, sich auf der
uns Erdbewohnern zugekehrten Mondfläche mit Hülfe eines , wenn
auch nur mittelmäfsigen Fernrohrs, zu orientiren. Zu solchen Beob-
achtungen mögen stets einige Tage vor imd bis nach dem Ersten
oder Letzten Viertel zu wählen seyn, indem die schönsten Partieen
immer zu diesen Zeiten bei zunehmendem oder abnehmendem Lichte
des Mondes am besten zu sehen sind. Auf der Karte selbst finden sich
mehrere der gröfseren Flächen, z. ß. die Mare und Hauptgebirgszüge
benannt, während die kleineren Flächen und ßinggebirge mit Ziffern be-
zeichnet wurden, deren Benennung jedem Quadranten gegenübersteht.

Zur bessern Uebersicht der täglichen Lichtzunahme des Mon-
de.? ist noch unten zur Seite der Hauptkarte eine verkleinerte
Skizze angebracht,' auf welcher die Bögen von Tag zu Tag die
Lichtabschnitte andeuten, so dafs die für jeden Tag sichtbar
wer-
denden
Partieen leicht übersehen werden können ; auf gleiche
Weise läfst sich die Abnahme des Li&htes an dieser Skizze erse-
hen, da dasselbe, gleich nach dem Vollmond, ungefähr in dem glei-
chen Verhältnifs wieder abnimmt.

Indessen ist zu beachten, dafs, weil die Skizze ebenfalls in
mittlerer Lage (oder mittlerer Libration) wie die Hauptkarte dar-
gestellt ist, die Bögen der Lichtabschnitte, bei Vergleichung des
zu- oder abnehmenden Lichtes des Mondes zu verschiedenen Zei-
ten, nur mehr oder weniger annähernd erscheinen können.

Der Durchme-sser des Mondes hat eine Lange von 454 geo-
graphischen oder deutschen Meilen (15 = 1° des Erdäquators), sein
Umfang beträgt 1426 geographische Meilen, und seine mittlere
Entfernung von der Erde 51800 geogr. Meilen. — Der Um-


ocr page 30

Zar Mondkarte No. 2 u. B. 25

fang des Mondes ist ebenfalls in 360° getheilt, wie die Karte
zeigt, 1° des Mondäquators begreift aber nur 4,088 geogr. Meilen.

In Betreff der Bewegung des Mondes ist auf das Planeten-
system (No. 4 des Hand-Atlas) und auf die dazu gehörigen Er-
läuternngen zu verweisen, wo
genügende Erklärung zu finden ist.

Den Beschauern dieses Blattes durfte zu uaherm Verstandnifs
nachstehende Betrachtung der verschiedenen Mondgebilde wohl
willkomraen seyn, welche wir uns aus des Herrn Geheimen-Raths
Dr.
Nürnberger Neuen natur- «nd gewerbwissenschaftlichen
Berichten" (Abendzeitung 1841, No. 78 u. 79)
mit dessen Zustim-
mung zu entlehnen erlauben:

„Ich- will jetzt eine Beschreibung der verschiedenen Mondge-
„bilde versuchen
bemerke aber sogleich, daPs eine Terminologie
„dieser Formen
nothwendig an ähnliche Gestaltungen auf utiserm
„Erdkörper erinnern mufs, ohne jedoch darum mehr bezeichnen zu
„sollen, als eben eine aufs er e, vielleicht oft nur sehr entfernte
„Aehnlichkeit. Denn wir können als gewifs annehmen, dafs nicht
„nur die
gleichklassigen Weltkörper unseres Systems unter sich, son-
„dern noch
raelir die verschiedenen Klassen: Sonne, Planeten,
jjMonde Kometen, selbst auch eine
höchst verschiedene Na-
,>turbeschaffenheit haben, und dafs der fieichthum der Schöpfuiig
nicht durch die Erdgebilde erschöpft sey.

Man bezeichnet also auf dem Monde zuerst durch „Mare"
„gröfsere und kleinere graue Flecke, theils scharf getrennt vom
„'reinen Mondlichte, theils allmälig in dieses übergehend und sich
j^mit ihm vermischend. Die früheren Astronomen hielten sie, mit
„'zu strenger Beziehung auf das Irdische, für Meere: „„do,"" sagt
„Kepler, „„nmculas esse maria; do , lucidas esse terras."" — Al-
„lein schon der Umstand, dafs man mitten in diesen vermeinten
„Mondmeeren unverkennbar
leer stehende Tiefen wahrnimmt, zeugt
„dafür, dafs sie Meere im irdischen Sinne nicht seyn können.
„Damit will ich die Abwesenheit eines, unserm Wasser eutsprechen-
„den Elementes auf dem Monde nicht behaupten; aber in wieweit
„ „Mondwasser" dem irdischen Wasser gleichen oder ahnein durfte,
„bleibt billig dahin gestellt1). ^ - i-,

Sumpf und See hat man ferner, mit gleicher zu strenger
„Beziehung auf das Irdische, diejenigen k 1 e i η e r η Moadüächen
„genannt, 'welche etwa an diese Dinge bei uns erinnern könnten. —
„Nach e'iner Schätzung mögeR etwa | der uns zugewendeten "*)
'Wondhalbkugel mit solchen „Meeren'," ,,Sümpfen," „Seen" bedeckt
,,seyn; wo sie deutlicher begrenzt erscheinen, finden wir sie kreis-
förmig, wie denn überhaupt der Kreis der vorherr-
schende Grundtypus aller Formen ist. Die helleren
^^Landschaften des Mondes sind fast ohne Ausnahme gebirgig,
^,und diese Gebirge des Mondes übertreffen die höchsten der Erde
,,zwar nicht an absoluter Erhebung, aber an Steilheit. Zuweilen,
„aber viel seltener als auf der Erdkugel, bilden sich einfache Rei-
„hen solcher Mondberge, mit einzelnen Gipl'ela und kleineu Aus-
„läufen (Bergketten) ; gewöhnlich aber zeigen sich die Mondberge
„in neben einander gelagerten breiten Massen, mit tief einschnei-
'„denden oder auch ganz hindurchgehenden Querthälern(Mas-
,'s eng e birge); oder aber es erhebt sich ein bedeutender Theil
,"der Mondfläche über die umliegenden helleren und dunkleren
„'Landschaften als Hochland, und trägt dann auf seinem Plateau
,^eine Menge der verschiedenartigsten Gebirgsformen, an einer Seite
„aber ein hohes Gebirg, welches sich mit gewaltigen Abstürzen plötz-
„lich in die graue Ebene hinabsenkt (Raη dg e b ir ge).

„Häufiger als auf der Erde stehen aber auch einzelne Berge
,,νοη allen Formen und Dimensionen isolirt in der Ebene, oder
„bilden, ohne bestimmt e.n Zusammenhang, Reihen und
„„Kränze," welche in regelmafsiger Kreisform (dem angege-
„benen vorherrschenden Grundtypus der Mondformen) grofse Ebe-
„nen umschliefsen, und den Eingang in dieselben durch Querthäler
„verstatten.

„Diese „Mond-Berggränze" machen nun den Uebergang zu
„den merkwürdigen, jedes bewaffnete Auge durch Anzahl und
„Gröfse, wie durch Fremdartigkeit des Anblicks, in Erstaunen ver-
setzenden
Mondgebilden, welchen man den Namen der „„Grat er" "
„beigelegt hat. Ihr allgemeiner Charakter ist folgender: Ein hoher,
','kr eis f) förmiger, nach aufsen fast geradlinig, nach innen
,'konkav geböschter Wall
umgibt eine sphäroidische Λ'ertiefüng,
„welche fast ohne Ausnahme unter dein Niveau der Umgebung
„steht, und in deren Innerem sich zuweilen Berge erheben, die
„oben, ihrer Steilheit und relativ bedeutenden Höhe ungeachtet,
„doch mit ihren Gipfeln die Höhe des umgebenden Walles nicht
',erreio]ien, auch nicht mit diesem zusammenhangen. Dieser allge-
„meine Charakter aber erscheint so mannigfaltig modificirt, und
„seine Nüancen sind durch so viele Uebergänge unter sich und
„mit den Mondmeer- und Gebirgsformen verbunden, dafs die irdi-
„sche Terminologie sehr dürftig gegen diesen ungeheueren Reich-
„thnm der Mondnatur
erscheint. Ich hebe daher von diesen un-
„zähligen Craterformen nur die der sogenannten Ringgebirge
„hervor, weil man ihrer bei Anführungen über den Mond, ohne
„weitere Beschreibung, öfter erwähnen hört. Unter „Mond-
„Ringg^^^'^S®»" im engern Sinne aber (denn im Allgemeinen
„köuute man jede kreisartige Bergbegränzung einer Tiefe dahin
„rechnen) versteht man gröfsere, also bergbegrenzte Tiefen, oft
„von 100 und mehr (geographischen) Quadratmeilen Flächen-In-
„halt, dabei von der bestimmtesten Kreisform, und auf der innern
,,Fläche meistens noch einen Centraiberg tragend, und über-
„diefs mit Gehügel erfüllt. Die Menge solcher, kleineren und
„gröfseren, Ringgebirge auf dem Monde ist unendlich.

Stiemr's Hakh-Atlas. Ber. 5. A,

„Bei diesen eigentlichen Ringgebirgen steht die Höhe des um-
„ringenden
Bergwalles stets im genauesten Verhältnisse zur abso-
„luten Tiefe der inneren Concavität; und der bekannte grofse ältere
,,Mondtopograph
Schröter weist nach, „dafs der Wall, wenn
„man ihn rasirte, gerade hinreichen würde,
um die Tiefe auszu-
„füllen." Diefs ist höchst merkwürdig, und scheint anzudeuten,
„dafs sich die Ringgebirge durch (wahrscheinlich vulkanische) Pro-
„cesse aus den Moudebenen erhoben haben. Da die Mondberge,
„angegebenermafsen, an absoluter Höhe den Erdbergen gleichkom-
„men, und die Tiefe der „Crater," „Gruben," oder wie man die
„Λ'^ertiefungen nun weiter benennen will, also jener Höhe gleich
„kommt, die Menge solcher Formationen aber, wie gesagt,
auf dem
,,Monde ganz ungeheuer ist, so mag man sich daraus einen Begriff"
„von der zerrissenen Gestalt der Oberfläche dieses Gestirns machen.

„Es erhellt aus dem Angeführten , wie wenig äufsere Analogie
„diese, wahrscheinlich nur mit geringem Rechte „Crater" ge-
„nannten Mondformen , mit den Cratern unseres Planeten haben.
„Die gröfsten Crater der irdischen Vulkane sind kaum den klein-
„sten solcher Mondformationen zu vergleichen; alle Crater des
„Mondes ferner lassen deutlich einen Boden sehen, wogegen die
„irdischen Crater meistens wahre Schlünde sind. Es zeigt diefs
„wiederum die grofse Verschiedenheit der physischen Beschaffea-
„heit zwischen Mond und Erde; und ich werde gleich noch zwei
„andere Mondgebilde beschreiben, für welche wir noch vergeblicher
„Entsprechendes auf der Erde suchen werden,

„Das Erste derselben sind die so höchst merkwürdigen „Ril-
,,len." Eine sehr schmale, lange, entweder geradeaus gehende
„oder nur mäfsig gebogene, oder auch schlangen- und hakenförmig
„gekrümmte Vertiefung läuft entweder durch Crater hin, oder
„dicht an ihnen vorbei, zieht sich auch wohl isolirt in den grauen
„Ebenen fort, ohne dafs die Endpunkte durch irgend Etwas aus-
„gezeichnet wären ; oft sind die Rillen dicht von Bergen begrenzt
„laufen aber nicht quer über dieselben hin; sie haben, bei einer
„Breite von oft ^ Meile, 2, 3, 10, ja 30 Meilen Länge. Sind
„diese „Rillen" Mondflüsse? Der Umstand, dafs sie nicht
„über Berge gehen, scheint dafür, der andere angeführte Um-
„stand, dafs sie durch Crater gehen, dawider zu sprechen.
„Sind es künstliche Lan d'strafs en, wie z. B.
Gruithuisen
„annimmt? Was könnte die Selenitea veranlassen, Landstrafsen
„von der angegebenen aufserordentlichen Breite anzulegen? Ue-
„berdiefs trifft man oft parallel laufende Rillen in der Entfernung
„weniger Meilen von einander, auch treffen sie gewöhnlich nicht
„auf besonders ausgezeichnete.Punkte, sondern brechen in freier
„Ebene ab. Was sind sie also? — VVir wissen es bis jetzt nicht
„bestimmt; wenn es aber entdeckt werden sollte, und ich dann
„diese Berichte noch für die ,,Abend-Zeitung" schreibe : so werde
„ich gewifs keinen Augenblick verlieren, es meinen Lesern mitzu-
„theilen. Die andern dieser Gebilde sind die Mond-Strahle n-
„systeme. Sieben der gröfsten Ringgebirge, Anaxagoras,
„Aristarch, Byrgius, Copernicus, Kepler, Olbers und
„Tycho, sind weit und breit von radienartig fortziehenden Licht-
,,st reifen umgeben*): diese Streifen fangen gewöhnlich erst in
„einiger Entfernung vom Fufse des Ringgebirges an, ziehen von da
„30, 50, ja Hunderte von Meilen quer über Ebenen und Berge,
„durch Crater und Rillen, kurz über und durch alle möglichen
„Mondgebilde fort, ohne dadurch nur im mindesten modificirt zu
„werden. In der Nahe des, den Mittelpunkt abgebenden, Ringge-
„birges drängen sie sich oft so dicht zusammen, dafs sie einen
„wahren Nimbus bilden, weiterhin verzweigen sie sich oder sind
„durch Querstreifen verbunden , durch mattere Stellen schwach
,,unterbrochen, oder es läuft auch wohl auf ihrer Mitte ein dunk-
,,ler, schmaler Streifen fort. In einigen Fällen endigen sie plötz-
„lich an einem Ringgebirge, meistens aber unmerklich in der Ebene.
„— Das ausgedehnteste und prachtvollste dieser Mond-Strahlen-
„systeme ist das des Ringgebirges Tycho: mehr als hundert
,,unterscheidbare, meistens meilenbreite Lichtstreifen durchziehen
,,νοη seinem Fufs aus fast den ganzen südwestlichen Quadranten
„nach allen Seiten, und einen grofsen Theil des südöstlichen; ja,
,,zwei dieser Streifen erstrecken sich noch ungleich weiter : der
„eine, ein doppelter mit dunkeln Zwischenräumen, läuft gegen
„Nordosten, wo er sich, nach einem Laufe von mehr als löOMei-
,',len verliert; der andere ziemlich gerade nach Norden bis in die
„Rand-Landschaften durch eine Strecke von mehr als 400 Mei-
,len. — Wo diese Streifen sich stark verbreiten,
„überglänzen sie im Vollmonde Alles; — aber was sind
„sie nun? Soviel ist gewifs, dafs die Erde durchaus kein Analogen
„für sie darbietet;
Mädler — und ich weifs über den Mond
„keinen besseren Gewährsmann zu citiren — bezeichnet sie als fort-
„laufende sanfte Erhöhungen (vielleicht darf ich „aderartige" sa-
„gen) der
Mondoberfläche, denen eine besonders starke Licht-Re-
„flexions-Fähigkeit beiwohnt, und hat nichts dawider, ^venn man
„dabei an eine
„Verglasung" vulkanischer Ausströmungen denken will.

,,Da hätten meine Leser nun eine, durch die Mondfinsternifs
„(in der Nacht vom 5. auf den 6. Febr. 1841) sehr natürlich
,jherbeigefiihrte allgemeine Beschreibung der hauptsächlichsten
„Gebilde der Mondoberfläche ; bei der nächsten ähnlichen Veran-
„lassung durchwandere ich mit Ihnen das Detail einiger beson-
„ders merkwürdigen Mond-Landschaften."

») Diess sind nur die bedeutendsten Strahlensysteme; in kleinerem Maasstabe

wiederholt sich die Erscheinung öfter. jf.


Das Weitere hierüber hängt eng mit einerüntersnclinng über die Β eschaf-
fenheit der Mond-Atmo Sphäre zusammen, worauf ich, bei dem un-
endlichen Interesse des Gegenstandes, in einem dernäehsten Berichte zurückzu-
kommen verspreche. — Gewiss bedingen sich die
Kiemente auf den verschie-
denen
Planeten einander gegenseitig so fern, als grössere Feinheit des einen

nuch eine solche grössere Feinheit des andern fordert. ^ ,-Λ^·

ocr page 31

26 Zum Planeten - System No. 4.

Dieses Blatt enthält folgende, zur Kenntnifs unseres Sonnen-
und Planeten-Systems
dienende, bildliche Darstellungen:

I. In der Mitte, als Haoptgegenstand: die Bahnen der Pla-

neten und mehrerer Cometen, umgeben vcm Gradrand,
dessen äufsere Linie die Sonnenscheibe vorstellt.

II. In der untern Ecke, zur Rechten, Erde, Venus und Mer-

kur. — Vergleichung ihrer Bahnen.

III. Heber dieser: der Planeten mittlere Entfernungen
von der Sonne, Weg in 88 Tagen und Umlaufs-
z e Ϊ t e n.

ly. Oben, zur Linken, die Planeten und die Trabanten-
Abstände, nach ihrer wahren Gröfse verglichen mit
der
Sonnenscheibe.

V. Neben diesen, Links, etwas tiefer: die scheinbare Grö-
fse etc. mit
derselben Sonnenscheibe verglichen. — Dabei
den
Werth in Zahlen. Zwei Tafeln, auf beiden Seiten
des Titels, geben die
Gröfsen und Entfernungen der Pla-
neten
und die Neigungswinkel ihrer Bahnen, in Zahlen.

VI. In der untern Ecke, Links: Moadlauf und seine Phasen.

VII. Daneben, mit schiefgestellter Worterklarung: Verglei-
chung der Mondbahn mit der
Ε rdb a Ii n.
VIII. Dieser entgegengesetzt, zur Bechten: Angaben einiger kos-
mischen Geschwin^ligkeiten.

Ferner hat mau aufserhalb des ^Randes der Karte ein Stück
der Neptunbahn angegeben und auf diesen Planeten bezügliche
Bemerkungen beigefügt. Doch darf nicht unberührt bleiben, dafs
diese Angaben in der Folge merkliche Berichtigungen werden
erleiden können.

Die nachstehende Erläuterung, im J. 1823 von Ad. St. ver-
fafst, wird, wie zu hoffen ist, genügen und verständlich seyn. Die
wesentlichen Verbesserungen und Vermehrungen, welche im J. 1847
sowohl die Karte, als auch diese Erläuterung erhalten hat, werden
den gefälligen Mittheilungen des Herrn Professor
Encke in Berlin
und des Herrn Hofrath
Hansen in Gotha verdankt.

I.

Der gröfsere, vom farbigen Gradrande eingeschlossene,
mittlere Raum zeigt die Bahnen der Planeten und fünf merk-
würdiger Cometen.

JD

er Gradrand

hat die bekannte doppelte Eintheilung, in 360 Längengrade und
in die 12
Zeichen, jedes zu 30 Graden. An der innern Einfas-
sungslinie sind zugleich die Längen der
Perihelien ^Sonnennähen'),
der Jphelien (Sonnenfernen) und der aufsteigenden (^) und nie-
dersteigenden Knoten (^)
für jeden Planeten angegeben.

Diese Angaben gelten für die nächstvergangenen und nächst-
folgenden Jahre (1847 geschrieben) ohne merklichen Fehler

Der bequemen Uebersicht wegen geben wir hier die Zahlen,
von welchen indefs die für die Asträa und den von
Le Verrier
und Galle entdeckten Planeten, Neptun, jetzt blos nur vorläu-
fige ^Angaben seyn können. Â»

a) Für die

Perihelien;

Jupiter. .

Länge oder Widder . . .

. .111 Gr.

Juno . . ,

. . 54

—

—

Stier ....

. 24 —

Merkur. .

. . 75^

—

—

Zwillinge . .

. m -

Saturn . .

■ . 90A

—

—

■

Erde . . ■

—

Pallas . .

, . 121

—

—

Löwe ....

Venus

. . I29§

—

—

Löwe ....

. 9| -

Asträa . .

, . 135

—

—

Löwe ....

. 15 ~

Ceres. . .

. . 148

—

—

. 23 —

Uran u s .

, . 168i

—

—

Jungfrau . . .

. 18i —

Vesta . .

. . 249

—

—

Schütze . . .

. 9 —

Neptun .

. . 285

—

—

Steinbock . .

. 15 —

6)

Für die

aufsteigenden Knoten:

Merkur. .

. 4610

Mars . . ·

. 48f

—

—

Uran u s . ·

; in

—

—

Zwillinge . . .

• 13i-

V enus

—

—

Zwillinge . . .

. 151-

Ceres . .

. 81

—

—

Zwillinge · . .

. 21 —

Jupiter

. 98/5

—

—

■

Vesta . .

. 103

—

—

Neptun . .

. 131

—

—

Asträa . .

. 141

—

—

Juno. · ·

. 171

—

—

Jungfrau . . .

. 21 —

Pallas . .

. 173

—

—

Jungfrau . . .

. 23 —

*) Beim Uranus rücken die Knoten jährlich um 3/5 Min., also erst in 100 Jah-
ren um 1 Grad, bei den übrigen Planeten noch langsamer, 2/5 bis 1/8 Min-i
fort, Alles
rücMäufig. Das Fortrücken der Perihelien und Aphelien geschieht
nicht weniger unmerklich. Pür die
secJts neueren Planeten lässt sich noch keine
Periode bestimmen.

·*) Also: 10 Tage nach Sommers Anfang, da die Sonne im Zeichen des Krebses
steht, sind ivir am
Weitesten von derselben, und 10 Tage nach Winters Anfang
.oder um
Neujahr, am Nähesten bei ihr.

B. Die Bahnen der Planeten ·

in verhältnifsmäisigem Abstände von der Sonne, mit den Perihe-
lien, Aphelien
und Knoten1) einer jeden Bahn.

Die Sonne, — der gemeinschaftliche Anziehungs- oder Brenn-
punkt für alle
Planeten (die in Ellipsen, nach der Ordnung der
Zeichen, sich um dieselbe bewegen), so wie für die
Cometen, —
steht in der Mitte.

Die Planetenbahnen weichen, wie man sieht, von der Kreis-
gestalt nicht sehr ab. Aus dem
Unterschiede zwischen Aphelium
und Perihelium ergibt sich die Gröfse der Abweichung. Zieht man
durch beide Punkte die gröfse Achse oder Α ρ si d e η - L i η i e,
und sucht auf ihr den
Mittelpunkt der Ellipse, so zeigt sich dessen
Abstand von der Sonne oder die Ekzentricität. Der radius vec-
t ο r oder
die Linie von irgend einem Punkte der Bahn nach der
Sonne,· wächst
vom Perihel zum Aphel, und nimmt ab vom Aphel
zum Perihel. — Umgekehrt verhält es sich mit der
Geschwindig-
keit:
sie ist am gröfsten in der Sonnennähe, abnehmend bis zur
Sonnenferne, dann wieder zunehmend bis zur Sonnennähe.

Die mittlere Geschwindigkeit folgt aus der Verglei-
chung der
Vmlaufszeit mit dem ganzen Umfang der Bahn. —
Nach der mittlem Geschwindigkeit berechnet man den mittlem
Ort des Planeten, d. h. die Stelle, welche er, unter vorausgesetz-
ter gleichförmiger Bewegung, für einen angenommenen Zeitpunkt
einnehmen würde. Damit vergleicht mau den wahren Ort. —
Der gröfste Unterschied zwischen beiden (in der Mitte zwischen
Perihel und Aphel) heifst die gröfste Μ i 11 e 1 ρ u η k t g 1 e i-
chung"·*^*).

Unter den Planetenbahnen zeichnen sich die fünf kleinen der
neuern Entdeckung durch ihr Ineinandergreifen, in Folge gröfserer
Ekzentricität, aus; auch sind die Ν e ig im g s win k el bei ihnen
am stärksten (S. die Tafel zur Rechten), besonders bei der
Pallas,
wo der Winkel über 34| Grad ist. — Die Ekzentricität ist
bei
Juno, Pallas und Asträa am stärksten, bei der Juno über,
bei der
Pallas fast J, und bei der Asträa f der mittlem Entfer-
nung. Die Ekzentricität der Ceres (j'g.) und
Vesta wird von
der des
Mars , noch mehr aber von der des Merkur, über-
troifen, wo sie über f der mittlem Entfernung beträgt und ein
wenig gröfser wie die der Asträa ist. Uebrigens haben unter den
ältern Planeten
Venus und Erde die geringste Ekzentricität (^J^
und j^). Bei den drei entferntesten Planeten, 2|., J, ist sie
bis ; für den
Neptun kann jetzt hierüber noch nichts gewis-
ses gesagt werden.

C. Die Bahnen von fünf Cometen.

1) Vom grofsen Cometen von 1811 ist nur ein Theil der Bahn
hier zu sehen. Dieses Gestirn, was im Spätsommer und Herbste
1811 aller Augen Bewunderung auf sich zog, ward schon am 25.
März 1811 in der mit a) bezeichneten Stelle (zwischen
Mars- und
Ceres-Bahn) zuerst beobachtet, zuletzt aber am 1. März 1812
bei b). — Eine Reihe von Beobachtungen dieses kleinen Theils
seiner Bahn haben hingereicht, dieselbe mit solcher Genauigkeit zu
bestimmen, dafs man nicht nur weifs, sie sey
geschlossen (eine
Ellipse, keine ParabeV), sondern auch die Umlaufszeit berechnen
konnte, die = 3063
Jahre gefunden worden. Sonach wäre dieser
Comet ums Jahr 1252 vor unserer Zeitrechnung, oder 70 Jahre
vor der Zerstörung Troja's zuletzt zu sehen gewesen, und wird von
unseren Nachkommen im lOOsten Gliede wieder zu sehen seyn.

Die Knoten seiner Bahn (bei 40° und 320° L.) sind am Grad-
rande angegeben. Die
Neigung seiner Bahn ist sehr grofs (= 73°
5'), dabei die Bewegung
rückläufig, d. h. der Ordnung der Zeichen
entgegen i

In der gegenwärtigen Zeichnung, wo die Bahn auf die Ebene
der Ekliptik zu projiciren war, indem die berechneten
Abstände

Beilage B· (Znr Karte No. 4.)

DAS PliAHTETESi-lSYSTKjMi.


Für die Knoten ist hier eine andere Bezelchnungsart gewählt worden,
a /
aufsteigend
η 1
j niedersteigend,

die der Verwechslung beim Drehen des Blattes nicht ausgesetzt ist, wie S?
und Ö-

ocr page 32

Zum Planeten - System No. 4. 2T

von der Apsidenlinie durch' den Cosinus des JSeigungswinkels zu
verkleinern gewesen, finden wir daher eine aufFallend
schiefe Lage
der Bahn gegen die Sonne. Sonach fällt die Grofse Achse m 289"
L. und das jenseitige
Perihel zwischen die T^enus- und Merkur-

^"^'wollte man aber die Ebene der Cometen - Bahn selbst der
Zeichnung zum Grunde legen, um die eigentliche Gestalt derselben
daraus zu beurtheilen, so würde die Achse ohngefahr dahin fallen,
wo jetzt 3550 L. steht und die beiden Schenkel gleichweit von
der Achse abstehend, ' in 220° und 290 0 L. Das Perihel
würde in die Erdbahn fallen, d. h. es wiirde sich die Entfernung
des Cometen von der Sonne im Perih. der der Erde ziemlich gleich
finden, wie sie denn auch nach den Berechnungen nicht viel mehr,
nämlich = 20 258000 Meilen gibt.

Die Sonnenferne hat man gefunden = 8481 Mill. Meilen:
also 22 mal so grofs wie beim
Uranus.

2) Der merkwürdigen Bahn wegen hat man auch den grofsen
Cometen von 1843 aufgenommen. Dieser kam der Sonnenober-
fläche so nahe, dafs er sie fast berührte. Ueber die Umlaufszeit
desselben läfst sich noch nichts gewisses mittheilen. Vermuthun-
gen dafs er mit früher erschienenen Cometen identisch sey, sind
bis 'jetzt weder zur
Gewifsheit erhoben, noch als unhaltbar erkannt.

3) Die kleinste aller bekannten C 0 m e t e η-B a hn e η er-
scheint hier in ihrem ganzen Umfange und ist so klein, dafs der
Comet im
Aphelio noch bei weitem die Jupiter - Bahn nicht er-

reicht._

Die Berechnungen darüber, welche wir Hrn. Prof. JSncke
(^vormals Director der Sternwarte Seeberg bei Gotha, seit 1825 der
Königl. Sternwarte zu Berlin) verdanken, nehmen, nach dem Urtheile
der Kenner, eine der ausgezeichnetsten Stellen unter den astronomi-
schen Leistungen neuerer Zeit ein, daher denn auch dieser, von
Pons in Marseille aufgefundene Comet, anerkannt den Namen des-
sen trägt, der ihm zuerst seinen Lauf im Sonnensystem anwies.

Eneke's Comet ist rechtläufig; seine Bahn 13|0 gegen die
Ekliptik geneigt. Das
Perih. fällt in die Merkursbahn, das Aph.
zwischen Jupiter und die neuen Planeten. In Meilen ist der
kleinste Abstand von der Sonne = 7 MilL, der gröfste ~ ,80 Mill.
_ Die Umlaufszeit ist 1208 Tage, oder 3 Jahre 112 Tage. In sei-
ner
Sonnennähe wurde der Comet zum letztenmal vor der Ent-
deckung seiner Umlaufszeit am 27. Januar 1819 beobachtet, früher
am 31. Januar 1786, 2). Decbr. 1795, 22. Nov. 1805. Er ist nach-
dem bei jeder Wiederkehr zur Sonne beobachtet worden.

4) In Bezug auf die Dauer der Umlaufszeit folgt auf den En-
cke'schen Cometen der ßieia'sche. Nachdem dieser Comet im J,
1826 von dem Hauptmann
von Biela entdeckt worden war, er-
kannten mehrere Astronomen fast zu gleicher Zeit seine Identität
mit dem Cometen von 1772 und dem zweiten Cometen von 1805. Sie
folgerten hieraus eine Umlaufszeit von 6f Jahren, welche die Folge-
zeit bestätigt hat. Seine letzte Erscheinung im J. 1846 zeigte die
vorher noch nie wahrgenommene Merkwürdigkeit, dafs er sich in
zwei von einander anscheinend getrennte Cometen auflöste, die
sich mit einander fortbewegten.

Der Biela'sche Comet ist rechtläufig; seine Bahn ist 13^°
gegen die Ekliptik geneigt. Das Perihel fällt zwischen die Erd-
und Venusbahn, das Aphel zwischen Jupiter und Saturn. In Mei-
len beträgt seine kleinste Entfernung von der Sonne 18 Mill., seine
gröfste 128 Millionen.

5) Im J. 1682 erkannte der englische Astronom Halley die
Identität des nach ihm benannten Cometen mit den in den J. 1456,
1531, 1607 erschienenen, berechnete seine Umlaufszeit zu nahe 75
Jahren, und kündigte seine Wiedererscheinung auf das Jahr 1759
an die auch erfolgte. Dieses war das erste Beispiel einer Vorher-
verkündigung der Erscheinung eines Cometen. Nach dem ist er im
J. 1835 der Vorausberechnung gemafs wieder erschienen. Dieser
Comet ist
rückläufig. Sein Perihel liegt zwischen der Venus- und
Merkurbahn, sein Aphel über die Neptunbahn hinaus. Seine kleinste
Entfernung von
der Sonne beträgt in Meilen 12 Mill., seine gröfste
732 Millionen.

II.

In der uiitern Ecke zurBechten: Erde, Venus u. Merkur.

Einen sehr kleinen /rheil unsers Sonnensystems macht die
Erdbahn mit der der untern Planeten, Venus und Merkur, aus.
Diese Bahnen sind hier in gröfserm iWaasstabe, zur Versinnlichung
der bekannten abwechselnden Erscheinungen bei der
Venus, ange-
geben worden, mit folgendem Beispiel:

Wenn am 10. März Erde und Venus, jede in ihrer Bahn, an
•der hier angegebenen
Stelle sich befindet, nach derselben Seite von
der Sonne abstehend, und
mit ihr in gleicher Richtung, so steht,
von der Erde aus gesehen,
Venus in der untern Conjunctioa

mit der Sonne. _ Hier ist uns Venus am nähesten, würde daher

auch uns ttm Gröfsten erscheinen, wenn sie zu sehen wäre. Aus
der Stellung ergibt sich aber, dafs sie der Erde nur die
dunkle
Seite
zukehrt und nur am Tage über dem Horizont, in der Gegend
der Sonne, steht, wie diefs beim
Neumond der Fall ist.

Nun rücken beide Planeten fort, jeder in seiner Bahn und mit
der ihm angemessenen Geschwindigkeit,
Venus um J geschwinder.
Diese erscheint also nach und nach immer weiter
Rechts von der
Sonne, zeigt dabei auf der linken Seite immer mehr von ihrer be-
leuchteten Hälfte, und geht, bei der Achsendrehung der Erde,
«der bei dem täglichen Auf- Untergang der Sonne, dieser

voraus. So zeigt sie sich als Morgenstern (Lucifer), an-

*) Es versteht sich, dass alsdann die Gasiaif oder doch die EMhälmg äer Eclip-
tik den Projectionsgesetzen gemäss einzurichten seyn würde, wobei dann wie-
der, wie jetzt, die grosse Achse in 289 L. fallen müsste.

fangs der Sonne noch nahe, in schwacher Morgendämmerung, kaum
noch bemerkbar, dann, nach und nach, weiter weg von der Sonne,
mit gröfserer Lichtgestalt und mehr in tiefer Dämmerung (oder
noch bei nächtlichem Dunkel), also aus doppelten Ursachen an
Glänze immer zunehmend.

Am 22. Mai, 73 Tage nach der untern Conjunction, hat Venus
die gröfste westliche Ausweichung (Elongation). Sie
beträgt, je nachdem eben Venus und Erde in diesem oder jenem
Theile ihrer Bahn sich befinden, 45 bis 48 Grade, im gegenwärti-
gen Falle 46 Grade. Hier zeigt also Venus etwas mehr als die
Hälfte ihrer erleuchteten Seite. Von da nimmt die
Beleuchtung
zwar ferner zu, die Elongation aber nimmt ab; Venus nähert sich
wieder der Sonne, nach der entgegengesetzten Seite. Diefs dauert
durch 8 Monate, oder 216 fap, bis zum 24. Deccmber, wo
Erde
und Venus einander gegenüberstehen, die Sonne zwischen
beiden. Dies ist die Obere Conjunction. Hier erscheint Ve-
nus zwar im vollen Lichte, aber auch in der gröfsten Entfernung
von der Erde, mithin am
Kleinsten und abermals mit der Sonne in
einerlei Richtung, mithin dem unbewafi"neten Auge nicht sichtbar.
Nun aber tritt sie, beim weitern Fortrücken, auf die linke oder
östliche Seite der Sonne und wird Abendstern (Hesperus).
Ihre gröfste östliche Ausweichung (von 45° 40') erhält sie am 1.
August (220 Tage nach ihrer obern Conjunction), um, nach 70 Ta-
gen, am 10. October, wieder mit der Sonne in die
untere Conjun-
ction
zu kommen. So dauert die Zeit von einer Conjunction zur
andern ohngefähr 290 Tage, oder nahe an 10 Monate.

Es ergibt sich daraus für die Venus ein ähnlicher Wechsel
der Lichtgestalten,
wie beim Monde, mit unbewaffnetem Auge aber
nicht wohl zu unterscheiden. — Bei der untern Conjunction ist
Venus dunkel wie der Neumond; vor derselben aber als Abend-
stern,
halbvoll und sichelförmig, auf der rechten Äejie beleuchtet,
wie der Mond im
ersten Viertel: nach derselben, als Morgen-
stern
sichelförmig und halbvoll von der linken Seite beleuchtet,
wie der Mond im
letzten Viertel.

Während der 143 Tage, von der gröfsten Elongation als Abend-
stern
bis zu der als Morgenstern, erscheint uns Venus rückläufig,
von da an aber bis zur gröfsten Elongation als Abendstern (436
Tage)
rechtläufig. — Alles dieses läfst sich aus der eben erklär-
ten Abbildung versinnlichen; auch wird map , bei aufmerksamer
Vergleichung des Fortrückens beider Planeten, finden, dafs in der
Nähe der
untern Conjunction die Ab- oder Zunahme der Elonga-
tion, mithin auch der Lichterscheinung, am
schnellsten, dagegen
in der Nähe der
gröfsten Elongation, und nach der obern Con-
junction zu, diese am
langsamsten νοκ sich geht. Daher kommt
es, dafs Venus, eben erst schön und deutlich als Abendstern zu
sehen, nur auf kurze Zeit verschwindet, um nach wenig Wochen
wieder als Morgenstern zu erscheinen; dagegen sie mehrere Monate
lang als Hesperus oder als Lucifer, durch ihr strahlendes Licht
uns erfreuet. Der Glanz der Venus wird übrigens bedingt: 1)
durch die
Lichtgestalt, je nachdem Venus mehr oder weniger voll,
sichelförmig
etc. ist; 2) durch die Grofse, in der die Scheibe sich
uns zeigt, je nachdem Venus der Erde mehr oder weniger nahe
steht; 3) durch den
Elongationswinkel, weil, je gröfser dieser ist,
in desto tieferer Dämmerung oder Dunkelheit Venus noch über
unserm Horizonte stehen kann. Da aber diese drei Bedingungen
zum Theil gegenseitig störend auf den GlanÄ der Venus einwirken,
so ist die Frage: „in welcher Lage Venus im gröfsten Glänze
sich uns zeigen müsse?" — nicht ohne eine eigene complicirte Be-
rechnung zu beantworten. Man hat gefunden, dafs dies 36
Tage
vor
und eben so viel Tage nach ihrer untern Conjunction, bei einer
Ausweichung von 39 bis 40 Graden, der Fall sey.

Beim Merkur finden wir ähnliche Erscheinungen wie bei der
Venus, Er ist der Begleiter der Sonne als
Morgenstern, oder als
Abendstern, wechselt in seinen Lichtgestalten etc. Da er aber sehr
klein ist, und nicht über 18 bis 28 Grade von der Sonne aus-
weicht, so zeigt er sich meist nur in der Dämmerung am Hori-
zonte, dem blofsen Auge selten, wiewohl, unter günstigen Um-
ständen, als ein feurig glänzender kleiner Punkt, sichtbar.

III.

Neben dem farbigen Gradrande, zur Rechten, findet man, an
einer Vertikal-Linie, die mittleren Entfernungen der Pla-
neten von der Sonne, nach dem danebenstehenden Maasstabe
verzeichnet (der auch für No. 1. gilt), und zugleich die Grofse
des Wegs, welchen jeder Planet während eines
Merkur-Jahrs
von 88 Tagen macht. Es zeigt sich daraus, wie jeder entferntere
Planet sich
langsamer fortbewegt, als der nähere, d. i. einen klei-
nern Weg (nicht nur nach Graden, sondern auch nach Meilen)
gleichzeitig zurücklegt.

Die Umlaufszeit, oder das Jahr eines jeden Planeten, ist, da-
bei in Zahlen angegeben, sowohl nach
Tagen als auch mit unserm
Jahre verglichen.

Die mittlem Entfernungen der Planeten von der Sönne be-
treffend, welche die
kleine Tafel innerhalb des Gradrandes in
Zahlen angibt, so wird manchem Leser bekannt seyn, dafs ein ge-
wisses
regelmäfsiges Verhältnifs dabei gefunden worden , was auf
die Frage nach einer naturgesetzlichen Begründung der Entfernun-
gen geführt hat, und vvaS durch die für die 51) neuen Planeten ge-
fundene Entfernung einen höhern Werth bekommen zu haben ge-
schienen, indem diese 5 kleinen Himmelskörper, oder eigentlich
deren Schwerpunkt, die in dem Verhältnifs früher gebliebene Lücke
auf das vollkommenste ausfüllen.


7*

Anm. 1849. Es sind nun 10 in der Gruppe der sogenannten lileinen Planeten
zwischen Mars und Jupiter beitanrit, indem ausser jenen Tdnf am 1. Juli 1347
Hebe von Henke in Driesen, am 13. Aug. 1847 Iris, am 18. Oet. 1847 Flora,
beide von Hind in London, am 26. April 1848 Metis voH Graham in Markree, und
am 12. April 1849
der zehnte (noch unbenannte) von de Gasparis in Neapel
entdeckt wurden.

ocr page 33

28 Zum Planeten - System No. 4.

Wiewohl nun in neuern Zeiten für gewisse Trabauten-Ab-
stände ein physischer Grund wirklich entdeckt worden, so scheint
es doch, dafs obiges Verhältnifs bis jetzt nur noch als blofses
Zahlenspiel gelten könnte. Doch kommt es dem Gedächtnifs sehr
2U Statten, und Freunde der Himmelskunde werden gern folgende
darauf sich beziehende nähere Angaben hier finden 1).

Wenn man nämlich die mittlere Entfernung in kleinen Zahlen
ausdrückt, die des Merkur zu 4 angenommen, so kommen sie der
nachstehenden Progression so nahe, als die dabei angegebenen ge-
nauem Yerhältnifszahlen zeigen.

Angen. Progress.

Wirkl. Distanz
in Verhältniss-Zahlen.

Diffe
absolute

renz
in Theileu
der Entf.

§ . 4 =4
^ . 4 -H 3 = 7
J . 4 '6 = 10
^ . 4 -H 12 =: 16
Lücke 4 -+- 24 = 28
. 4 -i- 48 = 52
Ii . 4 -t- 96 = 100
5 . 4 -t-192 = 196
») Die gemeinsame Entfer

ö . . . = 4,000
9 . . . 7,474
S . . . 10,332
(f . . . 15,745
3, Φ, ί,ΰη 28,214
U . . . 53,762
b . . . 98,576
1 . . . 198,228

niing derselben in runder Zi

0,000
H- 0,474
0,332

— 0,255
-t- 0,210
-H 1,762

— 1,434
■+· 2,228

ώ1 zu 55 Mi)

ο,υοο
0,063
0,032
0,016
0,008
0,033
0,014
0,012
11. Meilen an-

genommen.

Sonach wäre die Differenz bei der Venus am gröTsten, näm-
lich yig. ihrer Entfernung, bei Erde und Jupiter Jg "· ®·

IV.

Oben zur Linken des Blattes findet man die Planeten nach
ihrer wahren Gröfse, verglichen mit der Gröfse der Sonne, ab-
gebildet.

Die äufsere Linie des Gradrandes gilt hier als Bild der

Sonnenscheibe.

In einer Tangente der Sonnenscheibe, die den Nullpunkt des
dazu gehörigen Maasstabes trifft, sind die Planeten über einander
gestellt.

Die Gröfsen in Zahlen zeigt die nächste kleine Tafel innerhalb
des Gradrandes, sowohl nach
geograph. Meilen, als auch in Maasen
des
Erddurchmessers ausgedrückt. — Die Gröfsen der 4 kleinen
Planeten sind, so viel erinnerlich, nach Schröters Angabe, mögen
aber, wegen der Unsicherheit einer wirklichen Messung dieser Him-
melskörper, kaum als muthmafslich gelten können.

Bei· den hier gegebenen Abbildungen des Jupiter, Saturn
und Uranus wird die
Abplattung derselben bemerkbar. Kleine
Punkte, über und unter jeder Scheibe, bezeichnen den Unterschied
zwischen dem vertikalen Durchmesser (^der y/cÄse) und dem hori-
zontalen (dem des
Jequators). Die Abbildung des Saturn ist
nach der in
„Encke's Abhandlung über den Ring des Saturn, 1838"
enthaltenen Darstellung gezeichnet.

Neben den Planeten sind die Monde oder Trabanten,
nach ihrer
Gröfse, so weit diese mefsbar, und nach ihren Entfer-
nungen, in demselben Maasstabe , auf den punktirten Horizontal-
Linien angegeben.

Wir finden

unsern Erd-Mond, dessen Entfernung von der Erde nicht
viel über ein Viertheil des Sonnendurclimessers beträgt, so
dafs die ganze
Mondbahn mit der Fläche, die sie einschliefst,
fast zweimal
neben einander und, dem Flächeninhalte nach,
iiberhaupt mal in der Sonnenscheibe Raum findet;

2) vier J u ρ i t e r s - Τ r a b a η t e η , un ter denen der 3te an Gröfse
sich auszeichnet. — Durch mäfsig vergröfsernde Fernröhre
sieht man sie mit Jupiter zugleich im Felde, meist in gerader
Linie, auf einer oder 2 Seiten des Planeten, Einen oder den
Andern öfter bedeckt oder beschattet. Die
Verfinsterungen
dieser Trabanten werden häufig beobachtet, auch zu geogr.
Längenbestimmungen benutzt;

3) sieben S a t u rn s - Tr a b a η t e η ;

4) sechs Ur an u s-Tr a b an t en. Merkwürdig ist dabei, dafs der

4te vom Uranus so weit wie der
5te vom 4ten (82f tausend Meilen), und der
6te vom öten doppelt so weit (165 taus. M.) abstehen soll ;
doch mag die Unsicherheit der Uranus-Trabanten-Beob-
achtungen überhaupt nicht mit Stillschweigen übergangen
werden.

V.

Die scheinbar e Gr öfse der Planeten ist neben den
Vorigen, etwas tiefer, angegeben, theils bildlich, theils, in einer
kleinen Tafel, in Zahlen.

Die Angaben zeigen, in welcher Gröfse uns der Planet er-
scheint je nachdem er uns am
nächsten steht, oder am weitesten
von uns entfernt ist; begreiflich läfst sich für diese Gröfse nur der
Sehe-Winkel und ein relativer Maasstab angeben. Letzterer ist
hier so genommen, dafs abermals die Sonnenscheibe Aß zum
Grunde Hegt. Denken wir nun also diese als das
Bild der Sonne,
so
erscheinen nach derselben Proportion die Planeten in der hier
angegebenen Gröfse.

Am kleinsten erscheint uns der Planet, wenn er am weitesten
von uns entfernt ist, d. i. Wenn die Sonne zwischen ihm und uns
sich befindet; wir sehen ihn dann
in der Richtung der Soune, d. h.

*) Es verdient bemerkt zu werden, dass, so weit bis jetzt unsere Kenntniss von
der mittlem Entfernung des
JVq>tun von der Sonne reicht, dieser Planet sich
nicht in diese Progression fügt,
»*) Anm. Der Astronom
Lassen in Liverpool zeigt im Septemb. 1848 in den „Ti-
mes" an, dass er einen achten Trabanten des Saturn entdeckt habe.

in Conjunction mit derselben. Bei den «niern Planeten {Venus
und Merkur) heifst diefs die obere Conjunction. Am gröfsten
erscheint er uns dagegen in der Opposition oder der untern
Conjunction, wo er am
nächsten bei uns steht.

Uebrigens ist leicht einzusehen, dafs bei Venus und Mars der
Unterschied zwischen beiden Extremen der scheinbaren Gröfse am
stärksten seyn müsse.

In Ansehung der Zahlen-Angaben bemerken wir, dafs sie
sich bei der Sonne auf das Perihelium und Aphelium der Erde, bei
dem
Monde auf Erdnähe und Erdferne (Perigeum, Apogeum) be-
ziehen. Man sieht daraus, dafs uns der
Mond in der Erdnähe et-
was
gröfser erscheint, als die Sonne im Perihel. — Die mittlere
scheinbare Gröfse aber ist bei der Sonne 32' 2", beim Monde nur
31' 7".

VI.

Der Mondlauf mit seinen Phasen in der untern Ecke
zur Linken.

Dieser Gegenstand, der uns unter allen himmlischen Begeben-
heiten vorzüglich interessirt, scheint, um richtig aufgefafst und in
der Vorstellung festgehalten zu werden, der
bildlichen Darstellung
wohl zu bedürfen. Der Gegenwärtigen hätte ich gewünscht, einen
gröfsern Raum widmen zu können. Diesen Mangel mag die
Er-
läuterung
ersetzen.

Man sieht hier; in der Mitte die Erde, und um dieselbe
concentrische Kreise, welche den
Mondlauf bezeichnen. Dabei
kommt es auf die
Entfernung des Mondes von uns nicht an.

Wir betrachten den Umlauf des Mondes um die Erde
oder den
Monat in doppelter Beziehung, und unterscheiden des-
halb den
siderischen und den synodischen Monat.

a) Der siderische Monat.

Sieht man blofs auf die Richtung des Mondes gegen die himm-
lischen Zeichen
oder gegen die Fixsterne, so braucht der Mond
zum einmaligen Umlauf um die Erde, oder: um wieder mit dem-
selben Fixstern zugleich zu culminiren, 27
Tage, 7 Stunden, 43 Mi-
nuten, also nicht volle 27|· Tage. Diefs ist der siderische
Monat. Täglich durchläuft der Mond auf diese Weise einen
Bogen von 13" 10' 35".

Für den siderischen Mondlauf ist es auch gleichgültig, ob
man sich die Erde ruhend, oder in ihrer Bahn um die Sonne fort-
rückend vorstellt. Denn dieses Fortrücken der Erde hat hierauf
keinen sichtbaren Einflufs, wegen der unermefslichen Entfernung
der Sterne von uns, gegen die die ganze Erdbahn nur wie ein Punkt
zu betrachten ist. — Die subtilem Unterscheidungen zwischen dem
tropischen und siderischen Monat übergehen wir hier.

Diesen siderischen Monat bezeichnet der äufsere concen-
trische Reif,
der in 27| Tage eingetheilt ist. — Ueber demselben
befindet sich eine Fortsetzung dieses Reifs vom 27steii Tag bis zum
30Bten. Zugleich sieht man ans den Unterabtheilungen des 27sten
Tages in 6 Theile, die Zahl der Stunden, welche zum
vollen Mo-
nate
gehören.

b} Der synodische Monat.

Es ist bekannt, dafs die jährliche Bewegung der Erde uns vor-
züglich durch das scheinbare
Fortrücken der Sonne in der Ekliptik
bemerkbar wird, und dafs in Beziehung auf diese Erscheinung
Eines für das Andere gesetzt werden kann, wie wir z. B. sagen:
,,die Sonne tritt ins 'Zeichen des Krebses," wenn es eigentlich die
Erde ist, die in das entgegengesetzte Zeichen rückt. — So auch
hier. Statt der Erdbahn nehmen wir, aufserhalb des bezeichneten
Mondringes, die Ekliptik als
Sonnenbahn an, und bemerken den
Stand der Sonne darin, nach Tagen und nach Graden. Dazu dient
das
äufserste Bogenstück, Avelches einerlei Nullpunkt mit der Mond-
bahn hat. Auf absolute
Entfernung kommt hier ebenfalls Nichts
an, da blofs die gegenseitigen Richtungen zu beurtheilen sind.
Nimmt man nun an, dafs zu
Anfang des Monats der Mond in
Null seiner Bahn, die Sonne ebenfalls in Null ihrer Bahn stehen.
Beide also mit der Erde
in einer Linie'^), so kehrt der Mond uns
seine
dunkle Seite zu, und steht mit der Sonne csugleich im Meri-
dian,
oder: der Neumond beginnt.

Nach abgelaufenem siderischen Monat (^27f Tage) wird der
Mond wieder im Nullpunkt stehen ; aber die Sonne ist während
dieser 27| Tage um 26-27 Grade (26° 25' 45") in ihrer Bahn
fortgerückt, und die 3 Himmelskörper stehen nicht mehr in
einer
Linie:
die Sonne nämlich um 26 — 27 Grade links, östlich vom
Monde, oder der Mond, zur Mittagszeit, um so viel westlich vom
Meridian.

Es braucht daher der Mond, um wieder mit der Sonne in die-
selbe Richtung zu kommen, uoch 2 Tage 5 Stunden Zeit. Die Zeit
von einem
Neumond zum Andern beträgt also über 29| Tage, ge-
nauer : 29
Tage 12 Stunden 44 Minuten. — Diefs ist der syno-
dische Monat. Aus der Abbildung
sieht man auch, wie 29f Tage
der Sonnenbahn mit der Zeit des synodischen Monats zusammen-
treffen.

Die Eintheilung des stjnodischen Monats nach den einzel-
nen Tagen
zeigt der mittlere Reif.

Synodisch rückt also der Mond täglich nicht so weit fort als
siderisch, weil der Anfangs - Punkt für den synodischen Monat,
die
Sonne, dem Monde nachrückt, und dessen Entfernung von ihr
dadurch täglich um so viel vermindert. Nun beträgt aber die
mittlere tägliche Bewegung der Sonne fast einen Grad, nämlich
59' 8|". Um
so viel also beträgt auch der Unterschied zwischen
dem täglichen
siderischen und synodischen Fortrücken des Mondes.
Jenes ist 13° 10' .35", dieses 12° H' 26|". Vergleicht man den


Damit ist nicht gesagt, dass sie einander genau decken müssen, was eine
Sonnen- oäev Erdfinatemiss wäre; sondern nur, dass sie in Beziehung auf
Rechts oder Linke, in einer Linie stehen.

ocr page 34

Zum Planeten-System No. 4. 29

täglichen synodischen Weg mit dem ganzen Umlauf, so findet man
genau die oben angegebene Zeit des synodischen Monats.
Noch sind

c) die Lichtgestalten (^Phasen) des Mondes
zu erklären. Bekauutlich hängen sie von der Stellung des Mondes
gegen die
Sonne und gegen die Erde ab; sie gehen also gleichen
Schritt mit dem
synodischen Monat. Dasselbe ist auch der Fall
in Ansehung des
Standes des Mondes über unserm Horizont, in An-
sehung der Zeit seines
Auf - und Untergangs, seines Culminirens
etc., weil alles dieses mit dem Stande der Sonne zusammenhängt,
von dem wir die Bestimmung des Mittags, und also auch die der
übrigen
Tageszeiten hernehmen.

Da der Mond sein LicM von der Sonne empfängt, so ist die
der Sonne zugekehrte Seite immer die Lichtseite. Dabei kann
man, weil die Mondbahn, im Verhältnifs zur Entfernung der Sonne
von uns oder vom
Monde, sehr klein ist, ohne Fehler die Sonnen-
strahlen
als parallel auf alle Stellen der Mondbahn fallend an-
sehen'^). Hierauf bezieht sich der breite Streifen mit den Son-
nenstrahlen 1). Wir sehen da den Mond an verschiedenen Stellen
seiner Bahn immer von derselben Seite beleuchtet, indem unser
Auge, immer senkrecht über der Mondbahn, dem Wege des Mon-
des folgt. Für ein
solches Auge wäre die Lichtgestalt unveränder-
lich eine Halbscheibe.

Denkt man sich aber die solchergestalt beleuchtete Kugel aus
der Mitte
der Bahn, von unserer Erde aus, gesehen, so zeigen sich
die bekannten abwechselnden Li c h tge s ta 11 eii, wonach der
Mond in die sogenannten Viertel eingetheilt wird. — Diefs ist in
dem innern schattirten Reif angedeutet worden , den man sich als
aufrecht stehend denken mufs, so dafs die äufsere Peripherie oben,
die innere unten zu liegen kommt.

d) Die Stunden der Culmination des Mon-
des für jede Lichtgestalt
finden wir hier aus dem in seine 24
Stunden eingetheilten Kreise,
zusammengehalten mit den Kreisen für die Monate und denen für
die
Lichtgestalten. Z. B.:

Der Neumond culminirt Mittags 12 Uhr.

Am ersten Tage nach dem Neumond culminirt der Mond vor
1 Uhr Nachmittags (12 Uhr 48| M.).

Am Sie« Tage nach halb 2 Uhr (1 U. 37§ M.).

Am 3ten vor halb 3 Uhr (2 Uhr 26^ M.) u. s. f.

Im Isien Viertel (nach 7 Tagen 9 St. 11 Min.) culminirt der
Mond 6 Uhr Abends.

Beim Vollmond 12 Uhr Nachts.

Im letzten Viertel 6 Uhr Morgens.
Hierbei mag noch

*) Der Mond ist in runder Zahl 50 tausend Meilen von uns entfernt, die Sonne
20 Mill., also 400 mal weiter. Der Winkel vom Mittelpunkte der Sonne nach
zwei Extremitäten der Mondbahn betragt daher nicht mehr als 8 bis 9 Bogen-
Miiiuten. TJeberdiess geht das Sonnenlicht nicht von
Einem Punkte, sondern
von der ganzen
Sonnenschnbe aus, die die Grosse der Mondbahn bei Weitem
übertrifft.

■2») Diese Darstellungsweise scheint angemessener, als wenn man die Sonne selbst
als Lichtpunkt in das Bild mit aufnimmt, da man derselben die gehörige Ent-
fernung vom Monde nicht geben kann.

e) der Höhe über den Horizont
gedacht werden, welche der Mond bei seioer
Culmination, nach
Verschiedenheit seiner
Phasen, erreicht.

Der Neumond geht gleichen Schritt mit der Sonne. Der
Vollmond, welcher der
Sonne gegenüber, d. i. im entgegenge-
setzten Zeichen
steht, geht den Weg, welchen die Sonne vor 6 Mo-
naten gegangen war, steht also im
Winter ganz hoch, im Sommer
ganz tief.

Das Erste Vier tel steht um 3 Zeichen weiter von derSonne,
also im
Krebse, wenn die Sonne im Widder steht u. s. w. — Mit-
hin culuminirt es im
Frühjahre sehr hoch, im Herbste sehr tief.

Das Letzte Viertel umgekehrt, culminirt im Herbste hoch,
im Frühjahr tief.

Beide Viertel haben im {Vinter und Sommer die Äequator-

VII.

Vergleichuilg der Mondbahn mit der Erdbahn.

Es ist keine ungewöhnliche Vorstellung, dafs der TVeg, wel-
chen der
Mond bei seinem Umlauf um die Erde, und, zugleich mit
dieser, um die Sonne, beschreibt, mit einer
Schlangenlinie oder
gar mit einer
Radlinie zu vergleichen sey. Selbst Diejenigert, welche
mit dem Mondlauf vertrauter sich gemacht haben, werden leicht
in Gefahr kommen, sich die Ausweichungen der Mondbahn nach
beiden Seiten der Ekliptik, oder diese sogenannte
Schlangerdinie
weit mehr gebogen vorzustellen, als sie wirklich ist.

Diese Vorstellung zu berichtigen, dient das kleine Bogenstüch
NN,
welches man parallel mit dem Gradrande, Rechts neben der
vorigen Abbildung findet. — Hieraus, und mit der Erklärung dazu
sieht man, wie
äui'serst flach gekrümmt diese Mondbahntheile, im
Vergleich mit der Erdbahn, erscheinen. Es folgt diefs aus dem
Verhältnisse des Mond-Abstandes (51 taus. Meilen) zum Wege der
Erde in einem halben Monat (über 5 Mili. Meilen), was fast ganz
genau wie 1 zu 100 ist. Die Ausweichung der Moiulhabn von der
Erdbahn beträgt also nur den 100sie?i Theil der Länge.

In der That ist aber auch der Lauf des Mondes iu seiner Bahn
um die Erde nur ein träger Gang zu nennen, gegen das 30 mal
schnellere
Fortreifsen der Erde in ihrer Bahn.

Die genaueren Zahlen sind :

Mondbahn = 323700 Meilen,
Erdbahn = 126| Mill. Meilen;

also: Weg in 1 synod. Monat = 10 Mill. 217 taus. Meil.
Weg in 1 period. Monat = 9 Mill. 466 taus. Meil.

VIII.

An diese Geschwindigkeits-Vergleicliung schliefsen sich einige
andere Zusamm en s t eil un g e η von Geschwindigkeiten
an, die man gegenüber am untern Rande findet. Aus den bekann-
ten Elementen lassen sich die Angaben leicht vermehren.


e 1 1 II s e C· {Ί,μ No. S«» und 5f.)

DB» aiÖRÜIilCHE tlWD !8ΐίΐ>Ι.Ι€ΗΕ ^ESTIRMTE HIMMEL·.

Die Karte des nöffdiiclien Himmels hat ein doppeltes

a) Das eine besteht aus dem Aequator mit 12 Abweichungs-
kreisen
von 30 zu 30 Grad (die hier als gerade Linien erscheinen
und sich im
Nordpol vereinigen) und mit 3 Parallel-Kreisen {Tage-
Kreisen)
zwischen Aequator und Pol, durch den SOs'en und 60sten
Grad der Abweichung gehend. Im Rande der K. sind die Grade
der
geraden Aufsteigung (von 0 bis 360} angegeben. — Gerade
Aufsteigung
und Abweichung heifst hier, was auf der Erde Länge
und Breite genannt wird. — Die 4 durch den Frühling-, Sommer-,
Herbst- und Winterpunkt (0° oder 360°, 90°, 180°, 270°} gehende
Abweichungskreise
(Koluren) sind starker bezeichnet.

Diese Eintheilung bezieht sich auf die tägliche Bewegung der
Erde um die Achse, Λvelche uns als eine
Umwälzung des gestirnten
Himmels
erscheint· wir sehen daher die Sterne (so wie die Sonne)
von 0. nach AV. am den Pol, und zwar alle 2 Stunden um 30°
(■auf der Karte in
der Richtung von 360 zu 330, 300 u. s. w., d. i.
gegen die Ordnung der Zeichen'), sich fortbewegen.

b) Das andere Netz, welches sich auf die jährliche Bewegung
der Erde
(scheinbar der Sonne} in ihrer Bahn bezieht, enthält
diese Bahn,
Ekliptik, mit 12 himmlischen Zeichen. Durch sie gehen
die
Breitenkreise, die im pgi fier Ekliptik (23J ° vom Pol des
Aequators) zusammenstorsen. Zwei dieser Breitenkreise, durch φ
und ^ (Krebs und Steinbock), sind zugleich Abweichungskreise,
die übrigen 10 der Karte sind mit abgesetzten Strichen bezeichnet
und erscheinen als Bogen. — Aequator und Ekliptik theilen sich
in
Ύ und ii (Widder und Waage) gegenseitig in 2 gleiche Hälf-
ten ; die Projection bringt es aber mit sich, dafs die beiden Hälf-
ten der Ekliptik
hier sehr ungleich erscheinen.

Nun weifs man, dafs die Sonne im Frühling (21. März) im
Zeichen V steht, ohngefähr von Monat zu Monat in die folgea-
Stieleb's Hand-Ailas. Beb. 5. A.

den Zeichen ^ , Π u. s. w., tritt; man findet also leicht auf der
Karte
die Gegend der Sonne für jeden gegebenen Tag. Nächst-
dem ist, wenn man die Weltgegenden kennt, und mit Hülfe des
Polarsterns, ebenfalls leicht ausgemittelt, wo sie ^τα Himmel zu
einer gegebenen Stunde bei Nacht steht, so wird es nicht schwer,
die Karte mit dem Himm'el zu vergleichen, sich die Sternbilder
und selbst ihre Lage für eine gegebene Stunde, bekannt zu ma-
chen, Wer den Versuch machen will, wird finden, dafs der Reiz
einer solchen Anschauung des Himmels mit zunehmender Bekannt-
schaft ungemein wächst. Um dem Gedächtnifs zu Hiilfe zu kom-
men, thut man wohl, sich die gröfsern Sterne durch Linien oder
Winkel in Verbindung zu denken.

Hier folgen die Namen der Sternbilder, welche die Karte ent-
hält. Die altern Sternbilder sind mit Zahlen bezeichnet und mit
Citmu-Schrift gedruckt — die neuern mit gewöhnlicher Schrift
und ohne Zahlenbezeichnung. Dabei sind die einzelnen ausge-
zeichneten Sterne oder Gruppen genannt.

A. Der Thierkreis. Die Bilder trefien nicht auf das gleich-
namige, sondern meist auf das folgende Zeichen. Z. B.
Widder auf das Zeichen des Stiers.

1} Widder.

2} Stier mit Plejaden*), Hyaden, Aldebaram.

3} Zwillinge mit Castor und Pollux.

4) Krebs.


8

somie" an: „tch bezeichne die Plejadengruppe als die CentralgraMie des ge-
.sammten Fixsternsystems bis in seine äussersten durch die MUchstrasse be-
zeichneten Gränzen hin; imd Alcyone als
denjenigen einzelnen Stern dieser
„Gruppe, der nnter allen übrigen die meiste Wahrscheinlichkeit für sich hat,
„die eigentliche Centralsonne zu seyn."

Prof. Mädler in Dorpat führt in seiner 1847 erschienenen Schrift: Central-

ocr page 35

30 Zum gestirnten Himmel No. und ^K

5) Löwe, mit Regiilus und Deiiebola.

6) Jungfrau, mit Spica (Kornähre) und Vindemiatrix (Weinleserin).

7) Waage.

8) Scorpion, mit Antares,

9) Schütze,

10) Steinbock,

11) Wassermann,

12) Fische,

B. Die nördlichen Sternbilder (innerhalbdesThierkreises).
Kleiner Bär (kleine Wagen) mit Polaris (Polarstern).

2) Drache.

3) König Cepheus, den Fufs gegen Polaris.

4) Cassiopeja, sitzend; neben Cepheus Scepter. 5 Sterne 3ter
Gröfse bilden ein W.

GirafFe.

Erndtehüter (Messier).
Renuthier.

5) Andromeda, an Felsen geschmiedet, mit Sirrah.

6) Perseus mit Medusenhaupt, Algenib, Algol (Lichtwechsel von
2. bis 4. Gröfse, periodisch,
alle 2 Tage 21 Standen).

7) Grofser Triangel.

Kleiner Triangel.
Fliege.

8) Fuhrmann mit Ziege (Capella) und den beiden Böckohen.

Herschels Telescop.
Luchs.

Kleine Löwe.

9) Grofser Bär. (Der gröfse Wagen mit den 7 bek. Sternen ist
nur ein Theil des ganzen
Sternbildes. — Eine gerade Linie
von den beiden aufsern [vordem] Sternen des grofsen Wagens
zeigt auf den
Polarstern.')

10) Bootes oder Bärenhüter (mit Arktur) hat an der Leine die
Jagdhunde.

Haupthaar der Berenice.
Berg Maenalus, worauf Bootes steht.
Nördliche Krone (Kranz) mit Gemma.

Herkules, die Füfse gegen den Drachenkopf und Bootes, halt
den Cerberus (die Sköpfige Schlange) und Zweige.
Anm.: I (Lamda) im Herkules hielt Herschel fiir die Ge-
gend im Welträume, nach welcher unser Sonnensystem
sich hin bewege.
Mauerquadrant.

13) Leier, die ein Geier hält, mit Wega (iucida 13'rae).

14) Schwan, in Gestalt eines Kreuzes, mit Deneb.

15) Pegasus, mit Marcab, Algenib.

Friedrichsehre mit Krone, Schwerdt u. s. w.
Eidechse.

16) Kleines Pferd (nur Kopf).

17) Delphin.

18) Adler, mit Atair.

19) Pfeil.

Fuchs und Gans.
Antinous.

Sobieskische Schild.
Poniatowskische Stier.

20) Schlangenträger, mit der

21) Schlange.

G. Die südlichen Sternbilder (aafserhalb des Thierkreises).

1) Wallfisch, mitMenkar, im Halse der veränderliche Stern Mira
(hier 3ter Gröfse) mit Lichtwechsel von der 2teu Gröfse bis
zur Unsichtbarkeit. Lichtperiode = 332 Tage.

2) Flufs Eridanus.

Georgsharfe.

Brandenburgischer Scepter.

3) Orion, mit Rigel, Beteigeuze und Bellatrix. Die 3 gröfsteu
Sterne im Gürtel werden auch der Jacobs-Stab genannt.

4) Hase (zum Theil).

5) Grofser Hund mit Sirius.

6) Kidner Hund mit Procyon.

Einhorn,

Buchdruckerwerkstatt.

7) Wasserschlange. *

Spiegelsextant.

Unter der Waage steht noch der Einsiedlervogel (Drossel).

8) Südl. Fisch mit Fomahand im Rande, der nebst dem ganzen
Sternbilde aufserhalb der Karte fällt.

nur zum Theil auf der Karte.

11)
12)

See-Octant.
Paradiesvogel.
Chamäleon.
Tafelberg.
Gr. Wolke.

1) Schlange.
Kl. Wolke.
Amerikanische Gans.
Indianer.

Pfau. -
Südl. Dreieck.
Zirkel.
Biene.

Fliegende Fisch.

Schwerdtfisch.

Netz.

Pendeluhr.
Phönix.
Kranich.
Mikroskop.

Astronomisches Fernrohr.

2) Südliche Krone,

3) Altar.

Lineal und Winkelmaafs.

4) Wolf.

5) Centaur.

Kreuz (ist nach dem Orion
das auffallendste Gestirn
am südlichen Himmel).
Karl's-Eiche.

6) Schiff mit Canopus, der glän-

zendste Stern nach dem
Sirius.

Die Gröfsen der Sterne werden übrigens mitunter verschie-
den angegeben, z. B. Sirrah in Andromeda auch 2ter Gröfse etc.
Durch Glanz zeichnen sich aus: Sirius vor Allen, dann Arktur,
Antares, Capella, Wega u. a.

Die Karte des sttdlicben HimmellS (5b) ist in gleichem
Maafse, wie die des nördlichen bearbeitet und hat die gleiche
Einrichtung erhalten, nur mit dem Unterschied, dafs das auf die
Ekliptik sich beziehende Netz nicht ausgezogen worden ist, und
dafs nur die von dem Kreise der Ekliptik nach dem Pol hinwei-
senden Durchschnitte auf dem Kolur der Sonnenwenden angedeu-
tet sind. Um leichtere Uebersicht zu gewähren , sind die Figuren
der Sternbilder weggeblieben, dagegen aber die Sternbilder mit
Gränzen umzogen.

Zu bequemerem Gebrauche der Karte bei Vergleichung mit
dem Himmel finden sich am Rande die Monate mit der Eintheilung
in Tage, welche von der rechten zur linken Hand zu zählen sind,
angegeben. Die Eintheilung gibt für jeden Tag die Culmination
(den Durchgang durch den Meri4ian) der Sterne um Mitternacht
12 Uhr an; — um z. B. zu wissen, an welchem Datum Mitter-
nacht 12 Uhr der Sirius culminirt, lege man ein Lineal an den
Südpol über den Sirius nach dem Rande, so wird die dadurch ge-
fundene Linie auf den 30. December treffen.

Zur Bezeichnung derjenigen Gestirne, welche für die Bewoh-
ner des 51sten Grades nördlicher Breite gar nicht aufgehen, ist der
39ste Grad südl. Breite ausgezogen und innerhalb mit einer Schat-
tirung versehen worden. Das Gleiche^ läfst sich fiir andere Brei-
tengrade der nördlichen Halbkugel in ähnlicher Weise finden;
z. B. würde ein Bewohner des 55° N. Br., um den Horizont auf
seiner Karte anzudeuten, mit Hülfe des Zirkels einen Kreis auf
den 35° südl. Br. zu ziehen haben u. s. w.

Indem die nördlichen Sternbilder sich oben unter Α und Β ver-
zeichnet finden, so läfst man hier nur das Verzeichnifs der südli-
chen innerhalb des Thierkreises auf der Karte 5^». befindlichen
folgen, wobei zu bemerken ist, dafs die ältern mit Zahlen bezeich-
net und aus
Cursivschrift, die neuern ohne Zahlenbezeichnung aus
gewöhnlicher Schrift gedruckt sind.

Die südlichen Sternbilder (innerhalb des Thierkreises).

MalerstaiFelei.
Einsiedlervogel.

7) Rabe.

8) Becher.
Sextant.

Wasserschlange mit Alphard.

Katze.

Luftpumpe.

See - Compafs und Loch-
Leine.

9) Kl. Hund.

Einhorn.

Buchdruckerwerkstatt.

10) Gr. Hund mit Sirius.
Taube. '
Grabstichel.

11) Hase.

12) Orion mit Rigel, Beteigeuze,

Bellatrix, die 3 Gürtel-
sterne (oder Jacobsstab)
und Nebelfleck.
Brandenburger Scepter.

13) Eridanus mit Archarnar und

Zanrak.
Georg's Harfe.
Chemischer Apparat.
Elektrisirmas chine.

14) Wallfisch mit Menkar, De-
nebkaitos und Mira.
Bildhau er-Werkstatt.

15) Südlicher Fisch.
Luftballon.


Seila^e D· (Zur Karte No. 10.)

BicKJüS[]irTx:B£sr HöHKS üBiiB

in transparenten Profilen etc.

Ii

Diesen Autsatz der neueren Zeit völlig angemessen abzuändern, -nairde theils für die Karte, zu welcher er bestimmt ist, nicht ganz passend gewesen seyn, Ifeeils
mehr
Zeit erfordert haben, als dem Verfasser damals zu Gebote stand. Er bleibt daher im Wesentlichen so, wie er der 1822 zuerst ausgegebenen Kaite beigefügt war,
nur mit Ideinen Aenderungen versehen, obgleich viele Höhen-Angaben der Berichtigung (wenn auch nur kleiner) bedürften, und manche des Noc^tragens werth wären.

Es sind noch nicht 40 Jahre, als Pasumot auf den Gedanken | vergleichende Höhen-Karte kennen (in Roaiers Obss. sur la
kam, die bekannten Berghöhen zusammen au stellen, und mit einem Physique, Sept. 1783). PasMmot's Verzeibhnifs enthält nicht mehr als
kleinen
gestocbenea Blatte zu begleite«, welches wir als die erste 83 Höhen (15 von America, 28 von Frankreich, 40 von den Alpen),

iiSMl

ocr page 36

Zu den Höhen-Profilen No. 10.

31

aufser einigen, „plutot des cstimes ideales que des observations,"
Seit jener Zeit und mit den verbesserten und erleichterten Beob-
achtuugsmethoden ist die Zahl der,bekanntea Höhenbestimrnungen
auf mehrere Tausend angestiegen,*)

Das Interesse an Höhenfcarten, dem eigentlichen tableau
comparatif
der Verzeichnisse, hat sich auch bei sehr mittelmäfsi-
gen
Erscheinungen dieser Art sattsam ausgesprochen. Es bedarf
daher
keiner Bechtfertigung, dafs dem gegenwärtigen Hand-Atlas
ein solches Blatt zugetheilt worden.

Bei dem vorliegenden Versuche ist es dem Verf. zugleich Be-
dürfnifs gewesen , diesem
Interesse noch durch eine instructivere
Behandlungsweise entgegen zukommen, indem er in der Anord-
nung und Zusammenstellung der Höhen die
geographische Ortslage
genau beachtete, auch den Zusammenhang der Höhenzüge natur-
gemäfs zu bezeichnen suchte. So — schien es ihm, werde das
sonst Vereinzelte mehr zu einem Ganzen sich verbinden und da-
durch zu mancher anziehenden und nützlichen Vergleichung Anlafs
gegeben seyn. Auch der äufsere Zuschnitt ward nicht für un-
wesentlich gehalten. Denn obgleich dieses Blatt keineswegs be-
stimmt ist, blofs zur Unterhaltung für den Liebhaber und fluch-
tigen Beschauer zu dienen, so sollte es doch aufserlich ansprechen,
eben damit man geneigt sey, länger dabei zu verweilen, mit der
Darstellungsweise sich mehr vertraut zu machen, und so das min-
der Deutliche sich mehr zu verdeutlichen.

Dessen ungeachtet sah der Verf. ein, dafs eine umständliche
Erläuterung zu dem Blatte, die über die ganze Darstellung,
und die einzelnen Angaben nähern Aufschlufs gäbe, von den mei-
sten Besitzern als unentbehrlich angesehen, Allen wenigstens er-
wünscht seyn werde. Er hat sich daher nicht davon lossagen
mögen.

In wie weit er aber überhaupt erwarten dürfe, etwas Befrie-
digendes hier geleistet zu haben, wird der Erfolg zeigen. So leicht
ist ihm die Arbeit nicht geworden, wie bei der
Antipoden - Karte,
die, mit einem Gedanken aufgefafst, auch bald ausgeführt war. Erst
nach vielen Versuchen , nachdem Vorarbeiten , Entwürfe aller Art
gemacht, verworfen, umgeändert, zu andern Zwecken bei Seite ge-
legt waren, hat das Blatt seine gegenwärtige Gestalt erhalten.

») Schon Müferiberg's Sammlang (Fkf. 1815) enthält deren mit Inbegriff der wi-
dersprechenden, unsichern oder ganz verwerflichen, gegen 3000. Besonders
verdienstlich wäre jetzt eine
gründliche kritische Bearbeitung des reichen Stoffes,
mit strengem Ausscheiden des üntanglichen. Bs müssten dabei die Gränzen
der Fehlbarkeit
für jede Angabe ansgemittelt werden, auch dürfte hei keiner
die Nachweisung fehlen, von welcher
primairm Höhenbesümmimg sie ausgehe,
oder welchen Andern sie zur
Grundlage diene. Denn nur auf solche Weise
wird es möglich seyn, vor Verwirrung zu sichern und von künftigen Verbes-
serungen angemessenen und vollständigen Gehrauch zu machon. In Hinsicht
der Anordnung scheint die
Geographische oder eigentlich die Hydrographi-
sch«,
auch für die einzelnen Höhen, den Vorzug vor Andern zu verdienen, Sie
ist die Einzige, die sich überall genau verfolgen lässt, und ist gewiss frucht-
barer , als die
Classification nach der absoluten Höhe, — nicht zu gedenken,
dass diese immerwährend Veränderungen unterliegt. Doch dürfen I-Iindeutun-
gen auf andern, vom Flusslauf nicht vorgezeichneten,
innern und äussern Zu-
sammenhang nicht fehlen. — Auch über
Lage und Benennung jedes angegebe-
nen Punktes müsste durchaus befriedigende Nachweisung gegeben werden. —
Eines Mannes Arbeit könnte ein so ausgestattetes vollständiges Verzdchniss
freilich nicht seyn.

Nachschrift 1834. Mit jedem Jahre läuft man mehr Gefahr unter der
Last des bis ins Zahlenlose wachsenden Stoffes zu erliegen, aber noch ist zur
Lösung der hier gestellten Aufgabe kein Versuch gemacht.

Dabei war der gegebene Haum, — noch mehr, es waren die
Schranken der Zeit zu beachten. Defshalb mufste der Verfasser
sich meist darauf beschränken , aus dem bereits Gesaramelten nur
auszuwählen·, wiewohl er schon seit längerer Zeit auf Berichtigung
und Vervollständigung der Höhen - Verzeichnisse bedacht gewesen,
auch jetzt nicht umhin gekonnt hat, mancher zeitraubenden, oft
vergeblichen, Nachforschung über Höhe, Lage, Benennung etc. sich
zu unterziehen.

Auf diese Art wird billigen Anforderungen an Correctheit
holFentlich Genüge geschehen seyn.

Aus dem Gesagten und aus dem Titel der Karte ergibt sich
die Aufgabe, welche der Verfasser zu lösen versucht hat:

Was die Landkarte für die verticale Gesichtslinie oder für
die Vogelperspective ist (der Grundrifs des Gebäudes), das
sollen diese Profile für die horizontalen Gesichtslinien seyn
(der Aufrifs und Dur ohschniti), und zwar mit der zum
Sichtbarwerden zurückliegender Gegenstände nöthigen Trans-
parenz.

Auch findet man bald, wie die Höhen nach ihrer senkrech-
ten Erhebung über der Meeresfläche abzumessen, und
wie sie nach ihrer gegenseitigen Lage zu beurtheilen sind. Für
die
Höhen (nach pariser Fufs) sind die Scalen auf den Seiten an-
gegeben, und für die
Horizontal-Abstände die Maafse (in Meilen
oder Graden) am untern Rande. — Begreiflich gilt für jene ein
sehr viel gröfserer Maafsstab, als für
diese (12 mal, 50 mal und
mehr); daher das übermäfsig steile und spitze Ansehen der Berge,
deren eigentliche Gestalt also hier durchaus η i ch t in Be-
tracht kömmt. Man möge diefs nicht übersehen und möge sich
nicht verleiten lassen , eine wirkliche, naturgemafse
Abbildung der
Berg-Ansichten hier zu suchen. Schon durch die glatten Umrisse
der Berge hat möglichen Täuschungen in dieser Hinsicht vorge-
beugt werden sollen. — Damit aber auch die Gröfse des Mifsver-
hältnisses zwischen Höhe und Weite durch ein der Wahrheit mehr
entsprechendes Bild ins Auge falle und mit einem Blicke er-
kannt werde, ist zur mittlem Tafel noch das kleine Profil A,
wovon das gröfsere
15 eigentlich das Zerrbild ausmacht, gegeben
worden.

Uebrigens ist der Maasstab für die Höhen durch alle Tafeln
gleich grofs genommen worden. Die durchgehenden horizontalen
Parallelen von 1000 zu 1000 Pariser Fufs (bei 5, 10, 15 verstärkt)
werden dienen, die Schätzung bis auf die einzelnen Hunderte zu
machen: Eine Genauigkeit, mit der man sich wohl begnügen kann,
zumal da überhaupt nur wenig Höhen-Bestimmungen bekannt sind,
die auf viel kleinere Theile zu verbürgen wären, und da sogar
viele vorkommen, wo die Ungewifsheiten und Widersprüche bis
auf mehrere Hunderte, ja bis auf Tausende gehen. Da indessen
auch die Angabe in Zahlen für Gedächtnifs und Mittheilung
grofse Bequemlichkeit hat, so ist sie bei der folgenden ^u/eäAZung·
der Höhen

in Hunderten von Pariser Fufs
beigesetzt worden, hier und da mit Bemerkungen über Quellen oder
widersprechende Angaben.

Betrachten Avir die einzelnen Tafeln.


Die Gegenstände sind nach der Karte No. 32 des Hand-Atlas
(Iste bis Ste Aufl. d. J. 1820 bis 1837) und in demselben Maasstabe
eingetragen worden, der sich auch aus der untern
Meilen^ Scale
ergibt. Doch hat die Ansicht eine andere Orientirung bekommen.
Man denke sich nemlich die Gesichtslinie nicht von S. nach N.,
sondern von SSO. nach NNW., oder genauer, senkrecht auf eine
von
Martigny nach Chur gezogene Linie. ^ (Wer sich die Verglei-
chung erleichtern will, wird wohl thun, diese Basis und einige Per-
pendiknlar-Linien auf der erwähnten Karte wirklich zu ziehen, es
ist aber zu beachten, dafs die neueste Auflage der Karte der
Schweiz vom J. 1844 einen etwas gröfsern Maasstab hat.)
Auf gegenwärtiger Tafel finden wir hiernach Folgendes:

1) Im niedrigen Vordergrunde:

die Seen
12
13

13
18

14
7

13
11
7
10

III

64
108
124
67
147
74
84
76
84
130
106
126
71
96
42
95
15

von

Genf,

N'euchatel,
Biel,
Thun,
Luzern,
Como,
Zürich,

Gonstanz, I dann:
Basel, und den Rhein aufwärts, bis
Schaffhausen ^) etc.

mit den gleichnamigen
Städten,

72
88
85
76
104
132
125

Von allen diesen liegt der Corner-See allein vor der Alpen-
kette, die übrigen liegen hinter derselben.

*) Nicht der Rheinfall allein, sondern auch die Verkürzung der Ansicht vom Rhein-
lauf
in dieser Gegend geben dem Profil des Eheins hier eine so starke Senkung.

von der Linken an:

(Kl. u.) Gr. M. Cdnis,

Pafs über den M. Ce'nis, zwischen Beiden,

Rochemelon,

M. Iseran,

Kl. S. Bernhard-Pafs,
M.
Β1 a η 0 , — dessen Verbindμng mit
Col de Bonhomme,
. Col du Four,
. Col de la Seigne,
. M. Cramont,
Aiguille du Geant,
Col du Geant,
Aiguille d'Argentiere,
Col de BaJ.me (Arve-Quelle),

M. Buet. — Weiterhin theilt sich der Zug.
I . les Voirons, links bei Genf.

Dent du Midi, rechts vom Rh<5ne, unweit
[ . . Martigny.

Ferner vom Col de Balme zum

Col de Ferret,
Zuckerhut,
Pointe de Dronaz,
Gr. St.
Bernhard-Pafs,
M. Velan,
M. Combin,

M. Cervin (oder Matterh. ? — Nach der C. des Alpes
von Raymo'i'l [1821], ist das Matterh, ein anderer
Berg).
. Weifshorn,

I· Die mittlere Tafel
gilt als Special-Profil für die
SCHWEIZ.

2) Im HauptgeUrge.


8*

138

ocr page 37

32 Zu den Höhen-Profilen Ko. 10.

. Furca-Pafs,
. Galenstock,
Fieudo,

St. Gotthard-Pafs,
Prosa (u. Cornera),
Sixraadun (u. Crispalt), in O.
Von 'L^tzterm geht in N. der Uebergang über die
Tcufels-
hrücke
westlich zum Galenstock, womit sich das Viereck schliefst.
Vom Prosa in der südlichen Hauptkette ferner:
57 Luckmanier,
102 Vogel-B.,
96 Marsol,

St. Bernhardin-Pafs,
Schwarzhorn,
Tomba,
Splügen-Pafs,
Septimer, der Pafs,
. Julier-Pafs, und die Fortsetzung der Graubündtener
Alpen,

Maloia-Pafs, Inn-Quelleu,
Oro,

Ort 1 e-Sp.

Dieser ganze Zug macht meist die Gränze von Wallis und
von Graubündten gegen Italien.

3) Ein zweiter Hauptzug,

durch Rh<5ne und Rhein vom Vorigen getrennt, enthält die hohen
Berner-, Urner- und G lar η er - Alp en. Seine Ausdehnung
wird hier angenommen: vom Rhöne bei
Martigny, bis zum Rhein
bei
Chur.

Nach eben dieser, für die Schweizer-Alpen vorherrschenden
Richtung ist die vorhin gedachte Basis für die Gesichtslinien ge-
zogen worden.

Die angegebenen Höhen sind:
15 ... Martigny,

91 Dent de Mordes,

92 Gr. Moveran,
99
Diablerets,

68 . Tour d'Ay, "
62 . . Molesson,
28 . . Jorat,

96 Oldenhorn,
Geltenhorn,
Rawilhorn,

75 Rawil-Pafs, von Sitten in das Sinimen-Tal.

Daube B. mit dem

70 Gemmi-Pafs,

44 . . Bad Leuk,

114 Alt-Els,

114 Balmhorn,

113 Doldenhorn,

114 Frau B. (Blüralisalp) zum Tschingel, dann
120 Breithorn,

117 Mittagshorn,

129 Jungfrau, '

127 Mönch,

123 Eiger,

51 ... Grindelwald, in N.,

24 ... Laaterbrunn, in W.,

125 Viescherhörner,

132 Finster-Aarhorn,

126 Schreckhorn,

115 Wetterhorn,
91 Grimsel B.,

68 Grimsel-Pafs (68-71),

100 Negei,

113 Galenstock, — wo das St. Gotthards-Gebirge sich an-
schliefst,

109 Süstenhorn, )

102 Titlis,

100 Grofse Spannort,

94 Uri Rothstock, )

Dann ferner, durfch die Renfs von den vorigen getrennt, an
den Sixmadun des St. Gotthards-Gebirges sich anschliefsend:

M. Rosa,
Simplon-Pafs,
Gries, mit

Pafs.
Muttliorn.

145
62
95
74
98

Mit diesem, oder eigentlich mit dem vorliegenden Disrutlier
B., fängt das

St. Gotthard-Gehirge

Dahin rechnen wir

77
113
89
64
87
91

in W.

in S.

60
94
68
60
70
68

59
99
144

westliche Urner-Alpen.

71 Krützli-Pafs, beim Crispalt.

95 Bristenstock, 1

102 Ober-Alpstock, [ S.-O. Gränze von Uri.

101 Scherhorn, )

III Dödi (Tödi),

104 Kisten-B.,

97 .Hausstock, .

70 Segnes-Pafs, > Süd-Gr. von Glarus.

84 . "Rarpfestock,

89 , Glärnisch,

79 Ofen-B., ,

89 Tschingel oder Segnes-B. (auf dessen höchster Spitze

das Martinsloch ist),

95 Sauren? (statt Martinsloch),

94 Scheibe-B. — Drei-Cant.-Gränze.

97 Ringel-B.

83 Galan da bei

18 . Chur zum Rhein.

4) Die Graubündtener Kette.

zwischen den beiden vorgenannten Hauptzügen, oder zwischen dem
Rhein und Inn, vom Julier-B., längs dem Inn, nach Tyrol etc.
81 I Scaletta.

Von da zur Quelle der Landquart, von wo der Zug ferner zur
III-, Lech- und JiZer-Quelle geht, und zum

90 I Hochvogel, u. s. w.

Ein Seitenzug, von der Quelle der Landquart nordwestlich um die-
sen Flufs, bis zum Rhein :

91 . Hohe Tschingel (Sesa plana, nicht Scaletta),
77 . Falknis,

33 . St. Luzi-Steig.
Ferner, über den Rhein, durch St. Gallen fort, mit
. Schollen-B.,

. Sieben Kuhfirsten, j des Wallensee's.

. Sperkamm, hnks, (

; ' Kamor | , im Cant. Appenzell.

5) Die übrigen zurüchliegenden Alpen.

a) Vom Scherhorn nach Schwye etc., zum

Mieseren (SiÄZ-Quelle), und von diesem,
α)
nördlich zum
. Ezel, am
Züricher See,

ß) westl. und nordwestl. zum
. Mythen-Felsen (des Hacken-Berges),
. Ruffl- oder Rofs-B.,

69
59
77
55

70

33

59
49
57
27

b) Vpm

. Rigi-B., in den Luzerner See einfallend.
. . Albis, am Züricher See, vom Ruffi nördlich.
Titlis, zwischen Canton Unterwaiden und dem Hasli-

81

66

Thale, zum

Rothhorn. — Von da α) an der Westgr, des Canton

ünterwalden fort, (direct) zum
Pilatus, dem Rigi gegenüber, am Luzerner See,
und
ß) an der Südgr. des Cantons Luzern, über den
Brienzer Grat, nördlich zum
Napf-B. (zwischen Bern und Luzern), und westlich zum
Hohgant, im Winkel des
Thmier und Brienzer See's.
der andern Seite des Thuner See's erhebt sich der
Niesen, der sich zwischen Gemmi und Rawil an die
Hauptkette der Berner
Alpen anschliefst.

49
68
c) Auf
73

52
52

51

52
52
52
46
48
50
45
40

44
50

45
40
40
24

Ausgang
36

6) Das Jura-Gebirge.

Reculet,
Colombier,
Chalet,
Daie,

Noirmont, 46? 54?
Mont Tendre,
Dent de Vaulion,
Aiguille de Baume,
Chasseron,
Creux du Vent,
M. Tourne,
T^te de Rang,
Chasseral,
Hasenmatte,
Weifsenstein,
Gber-Hauenstein,
Geisfluh,
über die
Aar, zum
' Läger-B.

Die Gränze des ewigen Schneens, welche hier zwischen 8 und
9000Fufs fällt, ist an beiden Seiten, neben dem Rande, blos durch
die
Wortstellung angegeben worden, weil eine scharfe Granzlinie
sich nicht ziehen läfst.


ocr page 38

46 Zu den Höhen-Profilen Ko. 10.

IL III. Die obere und die untere Tafel.
Beide für die EUROPÄISCHEN HÖHEN

überhaupt bestimmt, gehören zusammen, und stehen in gegensei-
tiger Beziehung.

Bei der obern liegen die Gegenstände neben einander, wie ge-
wöhnlich auf
den Landkarten, nach der geographischen Länge.
Die Gesichtslinien denkt man sich von S, nach N., oder in der
Richtung άβτ Meridiane, — versteht sich: nicht convergirend, son-
dern als gleichlaufende Perpendikular
-Linien.

Bei der untern Tafel ist die Ansicht von W. nach O. genom-
men, so dafs die
Gegenstände von S. nach N., also nach der geo-
graphischen Breite,
neben einander liegen. Die Gesichtslinien
folgen hier dem
krummen Wege der Parallel-Kreise, ebenfalls als
gleichlaufende, geradlinige Perpendikel.

Aus dem Gradrande ergibt sich der Maasstab für die geogra-
phischen Lagen, oder
für das Nebeneinander. Er ist hiernach
50mal kleiner, al® ^^^ Maasstab für die Höhen. Man sieht aber
ein, dafs dieses Verhältnifs bei der
obern Tafel, wo die Längen-
grade zu I der Breitengrade angenommen word'en, nur für die
entsprechende geographische Breite (d. i. 48° 11' N. Br.) als ge-
nau gelten kann.

Die obere Tafel enthält, wie man sieht, das, was zwischen 22°
und 35° O. L, und über 50° Br. hinaus, die untere, was zwischen
50° und 40° N. Br. fällt. Die
Jlpen sind, ihrer Wichtigkeit ünd
verschiedenen Richtung wegen, auf beiden Tafeln aufgenommen
worden.

Bei dieser Einrichtung beider Blätter allein schien es, nach
mehrern Versuchen, thunlich, neben der Fafslichkeit auch einen
gewissen Grad von Vollständigkeit zu erlangen.

Einige Britische Höhen enthält die westliche Fortsetzung der
obern Tafel, und am Rande findet man noch einige
Süd-Spanische,
Süd-Italienische
und Andere.


Die obere Tafel
mit den

ALPEN, NORD-DEUTSCHEN UND SCANDINAVISCHEN GEBIRGEN.

Diese drei Hauptreihen lassen sicli nach den vorherrschenden Höhen in drei Terrassen abtheilen.

A. Das Norwegisch-Schwedische Gränzgebirge

in der Mitte, Nur einige Höhen sind liier herausgehoben, unter
mehreren Hundert, die man angegeben findet (s. d. Erläut. zu den
betreifenden Karten). — Den ersten Rang behauptet:

77

60
67
62
54
21

61

58

Snoehättari des Dovrefield (8337 Schwedische Fufs).
An diesen schliefsen sich links:

Gansta,
Sogne,

Lang, _

Folge Fonde, bis zum

Ulrichs-B. bei der Stadt Bergen (nicht die Stadt selbst,

(2278 Schw. F.) — Rechts
Sylt Fjället,
Sulitelma.

31
1

130
120
III
61

124
147

B. Die Alpen-Höhe

in ihrer ganzen Ausdehnung, von den äufsersten westlichen Zwei-
gen bis nach Croatien und Dalmatien. Wir bringen sie unter meh-
rere Abtheihingen:

1) Die FranZÖS.-ItaL Alpen, (Meer-, Cottische, Graue

Alpen). Sie erscheinen hier verkürzt. Nach dem bezeichne-
ten Zusammenhange ist ihre Folge:

62 M. Ventoux, Vaucluse-Dep., | i . , j. r>

M. St. Victöire, bei Aix, j Ourance.

. . Marseille, 144,
M. Viso, Po-Quellen. (Alm. Genov. nur 118.)
les 3 Ellions,
M. Cenis,

der Pafs am M. Cenis,
M. Is^ran,
M. Β1 a η c.

76
132
125
138
145
62
73
64
102
60
98
60

81

90

91
16

2) Die Schweizer-Ital. Alpen, (Pennin., Lepont., Rhät.

Alpen) vom Mont-Blanc bis zur Ortle-Spitze.
St. Bernhard-Pafs,
M. Combin,
M. Cervin,

. Weifshorn,
M. Rosa,
Simplon-PaCs,
Gries-Pafs,
St. Gotthard-Pafs,
Vogel-Berg,
St. Bernhardin-Pafs,
Tombenhorn,

Splügen-Pafs. Von da, längs dem Engadin und in N.
des
Inn:

• Scaletta,

• Hochvogel, in S. von Kempten,

• Sollstein, bei Innspruck in NW.,

• - München, L. 29i°.

Ferner:

59
99
65
144

68

Maloia-Pafs,
M. Oro,

. Ofen-B., (zw. Unt.-Engadin und Müiister-Th.)
Ortle-Spitze,
. M. ßaldo, am Garda-See.

70
129
132
113

sueler's Hand-Atlas. Beb. 5. A.

3) Die Bern- Walliser und innere Scliweizer-Alpen.

Gemmi-Pafs,
Jungfrau,
Finster Aarhoru,
Galenstock,

Finstermünz-Pafs (in gleicher Gesichtslinie mit dem

Insels-B.},
Platey-Kogl,

Schnee-B. in W. von Sterzing, 28° 52' L.
Brenner-Pafs,
Brenner-B.

Krimler Tauern an der Salzb, Granze, mit der
Drei Herren-Spitze,
, . Wazmann, bei
Berchtesgaden.
Von den Krimler Tauern geht ein südöstlicher Hauptzug ab,
nemlich die Fortsetzung der Alpen bis Croatien u. s. w. (s. unter
b.) , der gegenwärtige Zug aber behält die ONO. Richtung meist
bei, und geht zwischen der
Salzach und Enns auf der einen, Drau
und Muhr auf der andern Seite etc. Auch das Salzkammergut
und alle Gebirge zwischen der Enns und Salzach gehören dahin,
wiewohl sie äufserlich durch die ziemlich ebene Strafse von Rad-
stadt nach Wagrein getrennt erscheinen.

Heiligenbluter Tauern,

115 Gr. Glöckner,
108 Wisbachhorn,
82 Rathhaus-B. — Von da in N.

63 . Die Silbergruben bei Böckstein und
29 , Das Wildbad, im Gastein.

Aufserdem vom Rathhaus-B.

α) ein Arm nach NO. mit
86 . Dachstein des Hallstadter Schnee-Berges,
66 . Priel ^ beide in Ober-Oesterreich.

(3) ein Arm nach O. mit
75 . Eisenhut (31° 40').

y) die Hauptkette nach ONO. fort:
48 Radstadter Tauern-Pafs,
98 Hoch-Golling (Wölser-Tauern),
60 . Oetscher in W. v.
Mariazell (321° L.),

64 . Wild Kogl (6355),

64 . Schnee-B. bei Wiener Neustadt (6444).

1138
972
789
480
310

11
10

8
5
3

9

Niveau der Donau:

Ulm, . . .
Regens bürg,
Ρ a s s a u, . .
Wien, . . -
Pressburg,

Anfang der Karpathen.
b) Der südöstliche Hauptzug,
welcher das ganze Donaugebiet, mit InbegriiF der Drau, Sau, Kulpa,
von den Küstenflüssen trennt, (Karnische und Julische Al-
pen). Er geht Anfangs südlich durchs
Pusterthal, zu den Drau-
Quellen :

39 Toblach, Pafs (iRiens-Qu.),
108 . Vedretta Marmolata, in SW. zwischen
Etsch und
Pia^e-Gebiet,

dann SO., an der Ital. Gr., zu den Quellen der Sait und des Isonzo :
94 Terglou (Verbindungslinie mit der Drei-Herren-Sp.),
103 Steiner-Alpen, in 0., zwischen
Sau und Drau,
und von da mehr südlich, unterbrochen, zur Kulpa-Quelle, nach
Croatien u. s. w.

70 Schnee-B, (Snisnik) in Krain,

65 Kleck, bei Ogulin in Croatien (Capeiia-Geb.), Anfang
der
Dinarischen Alpen, wozu auch das WeUehit-
oder Morlachische Gebirge gehört.
70 Dinario (? S. Miltenb.). Hier liegt der
Biokovo bei
Markaska, der aber gewifs niedriger ist.

Ober-Alpstock,

Dödi,

Ringel-B.

102
III
97

4) Die OesterreicMschen Alpen, im weitem sinne (d.

Tyr., Salzb., Oest., Steyr. u. s. w.)
a) Von der
Ortle-Sp. bis Wien. (^Norische Alpen.)

28

97
78
44
64

95
91


ocr page 39

34 Zu den Höhen-Profilen Ko. 10.

{Sudetisches oder RiphäiscJies Geb. etc.)
Altvater,
Kleiner
Gr ο Ts er

'Glatz, 907,
. . . Zobten-B.,
. . . Breslau LO,

Hohe Eule. (Das Eulen-Geb. ist durch die Neisse vom
Vorigen getrennt.)
. . Festung Silber herg (34° 17§' L.),
Hohe Mense (in SW. der Stadt Glatz, Granze gegen

Böhmen),
Heuscheune (in NW. von Glatz),
Spiegel-B. (auf Glatzer Gebiet),

. . Gottesberg in W.,
Riesenkoppe oder Schneekoppe,
Sturmhaube,

. . Kynast, in N.,
Grofse Rad,
Reifträger (37? 43?),

Tafelfichte, — her-Gebirge. — Dann weiter, um die

Lausitzer Neisse, mit dem
Jeschken-B., (32° 41' L.), zum
Lautsche oder Spitz-B. (in SW. von Zittau). —
. Landskrone, bei
. . Görlitz (521). —
. Oybin, bei
. . Zittau,
Winter-B., an der Sachs.-Böhm. Gränze, zur Elbe ab-
fallend
(Sächs. Schweiz).

2) Das Böhmische Mittelgebirge, zwischen der Eger und

Bila. Auch die Fortsetzung über der Elbe mit dem Fierzehn-
Gebirge
wird dazu gerechnet.

26 1 Donner- oder Milleschauer-B. bei Milleschau.

3) Das Erz - Gebirge fällt in O. zur Eibe, mit dem

23 Schnee-B. (Uebergang zum vorhin genannten Winter-B.
u. s. w.),

17 . . Festung Κ önig s t ein , 1400' über der

3 . . Stadt Κ önigstein,

3 . . Dresden (280),

U . . Freyberg,

3i) Keil-B-, der keilförmige Kopf des Schwarzwald-Bergs,

36 Fichtel-B., bei Gottesgab,

31 Aners-B., zwischen Eybenstock und .Toh. Georgenstadt.

4) An der Eger, zur Rechten:

17 Dreikreuz-B., bei

11—12 . . Carlsbad,
17 . . St. Anna, bei

12—13 . . Eger*).

*) Die Töpl beim Einfluss in die Eger, unterhalb Carlsbad, = 1109, bei C. selbst
also Tielleicht 1140' oder mehr. Nach einer genauen Winkelmessung ist der
Dreikr.-B. 39.'- Wiener Klafter, = 522 Par. F. höher, also wohl 1700' über
der Meeresfläche. -
Oen Ama-B. hat David zu 1729' bestimmt. Hiermit, mit
Carlsbad und dem ganzen Eger-Gefälle verglichen, wird Eger 12—1300 haben.

5) Das Fichtel-Gebirge (und die Schwäb. Alp).

11

3

S. Mon. Corr. XXL

32 Schnee-B., 3217,
31 Ochsenkopf,
Die Verbindung mit der
Schwäb. Alp (251"^ L.) ist durch
Pfeilspitzen auf dem Blatte bemerklich gemacht worden. Eine zu-
sammenhängende und sehr hervorstehende Höhenlinie existirt da
in der Natur nicht. (Man wird die Blätter der Bayer, gr. Ver-
mess.-K. erwarten müssen, um die Erhebungen und ihre eigentliche
äufsere Be.schaffenheit genauer kennen zu lernen.) — Nach den
Flufsqnellen bezeichnet, macht die Linie ein Zickzack, mit einer
südlichen Spitze, bei der
Schwäb. Rezat, und einer nordwestl. bei
der
Altmühlquelle. Geognostisch betrachtet soll hier der Jura-
Kalkstein,
von dem Jura-Gebirge an, durch Schwaben und Franken
bis StalFelstein fortherrschen. Ausläufer dieser Höhen schliefsen
mit dem
Steigerwald und Odentvald.

Von der Schwäb. Alp bemerken wir hier :

29 Oberhörnle, in S, von Hechingen. Zellerh.? Heiligen-

B.? (S. Moreau Carte de la Souabe).
27 Rofs-B. (in S. v.
Tübingen').

6) Der flache Norden.

Peters-B., bei Halle (1086),

. . Halle, (279?)

. Â· Leipzig, (330) 30° L.

, . Wittenberg, (137) 301° L·

. . Magdeburg, SPi-O L. \

. . Hamburg, 27f° L. ( der Gesichtslinien we-

. . Berlin, 31° L. 1 gen hier angegeben.

. . Stettin, 32^0 L. )

C. Die Norddeutschen Höhen. '

Von der Rechten zur Linken :

1) Das Mährisch-SchlesiscJie, Glazer- und Riesen-
Gebirge, und das Lausitzer-Gebirge.

42

41

43

9

1 ^

23
4

32

21

32

29

'

28

16

1

49

46

18

Ii ,

47

' f

39

34

:1ϊ ,

29

23

13

1 ;

5

16

1'

6

13

Sclinee-B. (der Glatzer-)

m Γ

I;

l:

fi i?

m

Iii

1

Sieglitz-B., 2198.
Culm-B., bei Lobenstein, 2269.

Anmerk. 1834. Nach spätem Ermittelungen müssen die fol-
genden von der Sternwarte Seeberg abgeleiteten Höhen um
92—94 Fuss erniedrigt werden. S. u. A. τ. Η off Η ö h e nm es-
sungen in u. um Thüringen.

Blefs-B., (2791 E.) Werra-Quelle. Anfang des eigent-
lichen
Thüringerwaides, der von der Wasserscheide
abgeht, indem er die Werra auf der Nord-Seite
begleitet. — Dahin gehören :
. Schneekopf (3141 E.),

. Insels-B. (2949 E.), — S. Pafs von Finstermünz.

8) Unter dem Thiiringerwalde, auf dessen Nordost-Seite

Der Etters-B. (1557 E.) bei
. Weimar, (29° L.)
. Erfurt, (281'^ L.)

die Wachsenburg (1465 E.) die höchste der so-
genannten 3 Gleichen,
das Observatorium Seeberg, (1220 E.)+)
der grofse Seeberg, (1372 E.)
. Gotha, Schlofsplatz, (1146)'·^*)
. Gotha, Neamarkt, (1033)
Hörsel-B. (1621 E.)
. Eisenach, (28° L.)
*) Eigentlich zwischen 1189 und 1284. — Die Hohe 1220 liegt den hier mit E.
bezeichneten trigon. Bestimmungen zum Grunde, welche Herr Director
Backe
mitgetheilt hat. (Vergl. Anzeiger d. D. 1820, No. 355.)
**) Nämlich'das Kreuz auf dem wostl. Schlossthurm (= 1298 E.)
ist 152' höher
als der Schlossijlatz, und dieser 113' höher als der Neumarkt bei der Kirche.

9) Westliche Fortsetzung des Frankenwaldes, auf

der Südseite der fVerra, welche das Elbe-Geh\et vom Rhein-
Gebiete sclieidet und sich an die Rhön-Gebiige anlegt. Dahin
gehören :

22 Gr. Gleich-B. (2241 E.) / ^ . Î± .

21 Kl. Gleich-B. (2116 E.) Romhild die 2 Spitzen.

24 Geba-B., 2442 E.

16 . . Meiningen, [die Werra*) bei M. 1066 E.]

*) Das Gefälle der Wcrra bis hinter Cassel, wo die Fulda zutritt, erscheint hier
übermässig stark, aus ähnlichen optischen Gründen, wie das Ehein-GefäUe
bei Schafl'hausen. Im Stich ist die sehr geringe Höhenverschiedenheit ζΛνί-
■ sehen der Fulda bei Cassel, und der Werra hinter Cassel nicht zu bemerken.

10) Der Harz, (511° Bv.) hinter dem Thüringer-Walde.
36 I Brocken (3633 E.)

11) Das Rhön-Gebirge.

30 Heilige-Kreuz-B. (2996 E.)

30 Dammersfeld, ziemlich von gleicher Höhe (links).
Anmerk. 18 34. Nach den neuesten Untersuchungen ist die grosse Was-
ser kuppe bei Abts
Γ Ode etwa 64 Fuss höher als der H.-Kreuz-B., und
entschieden der höchste Punkt der Rhön, dennoch
aber nur 2952 über der
Meereafläohe.

Von diesen nördlich nächst der Werra:

22 I Meisner (2184).

12) Das Yogels-Gebirge, Quellen der Schwalm, Ohm,

Nidda. —

nahe beisammen. Die Hö-
hen ans
Meister chor.
K.
v. Grofsh. Hessen.

21 Taufstein (2140)
21 Hoherodskopf (2080)
20 bei Crainfeld (1970)
17 . . Schlofs ülrichstein,
Damit in Verbindung, aber entfernt in N., der
17 I Knill bei Schwarzenborn (1740).

13) JVestphälische Höhen etc.

Vom Vogels - Gebirge geht die Linie, zwischen Rhein- und
Weser-Gehiet, nördlich und westlich zwischen der Eder und Lahn
zu den Quellen beider Flüsse Snd zur Quelle der Sieg mit dem
I Ederkopf.

Von da nordöstlich zu den Quellen der Lenne, Ruhr, Diemel:
I Rothhaar-Gebirge. — Höhe von Winterberg.

Von der Winterberger-Höhe ein Nebenzug östlich zwischen
der Diemel und Eder zur Fulda, dahin gehört:

14 I Herkules auf der Wilhelmshöhe (Habichtswald),
5 I . . Cassel (486). —

Der Hauptzug geht ferner nördlich um die Lippe:
Egge,

Teutoburger (Deutschburger-) Wald.

Beide Benennungen gelten theilweise dem zusammenhängenden,
durch manche Eigenthümlichkeiten ausgezeichneten, nur von einigen
Einschnitten unterbrochenen, schmalen und nicht hohen Rücken,
der sich, den Krümmungen der Weser gleichlaufend, über
Biele-
feld,
dann weiter nordwestlich, zwischen der Ems und Hase nach
Tecklenburg, über Ibbenbühren zieht, auf der Ems-Seite zur völli-
gen Ebene abgeschnitten , auf der entgegengesetzten aber zu klei-
nen Höhen übergehend.

Parallel damit, in N. von Osnabrück anlaugend, östlich, streicht
ein Rücken zur Weser mit der

Westphälischen Pforte, bei
. Minden, —
der die Weser überspringt, u. s. w.

7) Der Thüringerwald mit dem Franhenwald.

22
23

28

31
29

zeigen sich

16

7

6

15

■· ·

12

14

11

10

16

7


ocr page 40

Zu den Höhen - Profilen No. 10. 35

14) Rheinische Höhen.

Vom Vogels-Gebirge westlich, gegen Giefsen hin, begleitet und
begränzt ein niedriger Zug die
Wetterau. Hinter Butzbach erhebt
er sich, südlich gewendet, zwischen Laha und Main zum

Taunus-Gebirge:

26 I Gr. Feld-B.
Vom Ederkopf, ebenfalls südlich, ist der Uebergang zum

Westerwald:

15) Am innern Rande,

Rechts:
90 Häraus: Orbelos.
81 Karpathen : Lomnitzer Sp.
61 Olymp.

Links: Auf Island.
90 Oefields Jökul, feuerspeiend,
52 Eiafialla Jökul, ,
42 Wester Jökul,
40 Hekla.


20

Salzburgerkopf, CI^^T' S. Nass. Staats- und Adressb.
von 1821).

Zwischen der Wied und Sieg geht ein Zug zum

Siebengebirge:

16 Lösvenburg. Nach Benzenberg 1444. Nach Nose 1900,
— und so bei den übrigen Spitzen des Siebenge-
birges abweichend.

Der Rhein von Mainz bis Düsseldorf.
Die
Eifel, Hoheveen, die Ardennen.

16) Britische Höhen. - im Neben-Profil zur Linken:

QA ΤΙΛΜ,. ___J? TT" .

Edinb. Rev., Mai 1820.

Hekla, auf Süd-Uist,
Ben More, auf Mull,
Ben Macdui in Aberdeen (4390')·
Ben Newis,
Ben Lawers,
Snowdon,
Grosfeld,
Wharnside,
Ingleborough,
Pennigant,

30
- 31

44
41
85
33
32
32

31
20

zum Theil Mittel aus sehr abweichen-
den Angaben.


Die untere Tafel

enthält die Profile der

ALPEN, PYRENÄEN, APENNINEN, DEK ÜBRIGEN
SÜD-DEUTSCHEN, FRANZÖSISCHEN UND ANDERER GEBIRGE.

Der Dnrchschnitt ist von N. nach S. — Die Gesiclitslinie von W. nach 0.

1) Die Alpen,

in der Mitte thronend. _ Die Oesterr. und Schweizer A. erschei-
nen hier gedrangt, einander mehr deckend, die
Italienischen mehr
ausgedehnt, also entgegengesetzt dem oberu Profil, wie die Ge-
sichtslinie es mit sich bringt. — Beide Profile vereinigt, geben die
geogr. Positionen. — Die Erhebung beginnt links, von

5
64
91
90
98
108
120
64
44
97
144
77
89
III
102
126
132
129

in Oesterreich, Tyrol und Salzburg.

Schweiz.

Dann folgt:

. . Wien.
Schnee-B.
Wazmann.
Hochvogel,
Hoch-Golling,
Wisbachhorn,
Gr. Glockner,
Brenner-Pafs,
Brenner-Berg,
Platey Kogl,
Ortle-Sp.
Sentis,
Glärnisch,

Dödi, (Tödi)
Titlis,

Schreckhorn,
Finster Aarhorn,
Jungfrau

68

95
42

96
138
145
147

68
124

m
61
120
62
8
31
1
61

130
35
85

50
I

Ferner vom Genfer See hinauf:

Dent d'Oche,
. Dent du Midi, [ Savoyen.
, . les Voirons, )
M. Bnet,

• Weifshorn, i
. M. Rosa, ^

M. Blanc,

, Kl. St. Bernhard-Pafs,
M. Isdran.
M, Cenis,'
Pafs über M. Cenis,
les trois Ellions. Von da nach
. M. Ventoux zur
. Durance, und nach

M. St. Victoire C3126 v. Zach), nach
. . Marseille (Observ. 144},
M. Genevre (.Pafs v. Brian^on nach Susa), Durance-

Quelle.
M'· Viso,

• Â· Bar celo nette, in SW.

Col de Fenetre (Quelle der Vesubia, eines Nebenflusses

des Far),
Col de Tenda
. . Μ

Ton a CO, niedrig am Meere. (Miltenb. Angabe
1656' bezieht sich wohl auf einen
Berg über Mo-
naco.^

Uebergang zu den Apenninen.

2) Die Ajpenninen,

•leren Richtung anfangs Östlich, mit nördlicher Ansbiegnng, ist,
zeigen sich eben deshalb hier zunächst sehr verkürzt, und links
gewendet, im Bogen, bis _M. Cimoue, von wo die Richtung einen
immer weniger spitzen Winkel mit der Gesichtslinie macht.

24
65

Bocchetta. Der Pafs von Genua ins Innere,
M, Cimone,
Süd-Gr. v. Modena,

Sasso di Cimone, Ost-Gr. f. Toscana,
M. Casale, 1

M. Peimino, > Kirchenstaat.
M. della Sibylla, )
M. Vetora,

Gran Sasso d'ltalia (Gr. Corno auf dems.).
M. Terminello,

Abruzzo.

48
37

46
102

M. Velino,
. Lago di Celano,
. . M. Gennaro bei Tivoli,
. . . Rom, (32—142;
. . M. Cavo, in SO. von Rom,
M. Amaro in der Majella-Kette (31° 40' L.),

. M. Calvo, am Golf v. Manfredonia.
Vesuv,
. . Neapel (26")
. M. Rotondo auf Corsica,
M. Sila in Calabr. 39° 5' Br. j ^^ ^^^^^
Aetna, Î¯

3) Die Pyrenäen

sind hier nur im schmalen Durchschnitte zu sehen. Einige andere
Spanische Höhen werden zugleich mit angegeben.

89
103
40
107
105
86
Ferner

III

18

Pic du Midi,
Vignemale
. . Bareges (3972)
Maladetta,
M. Perdu,
M. Canigou.

Montserrat,

. . Barcelona,
Combre de Mulhazem, ^^ ^^^^^
. . Madrid,

Im südl Frankreich: Cevennen u. a.

4)

Dieser Gebirgszug, den die flachere Gegend des Canals von
Languedoc von den Pyrenäen trennt, schneidet den
Rhone von
dem
Garonne- und Loire-Gebiet ab, und tritt zugleich mit den
höchsten Punkten zwischen Letztere ein.
. . Carcassone,

M. lu Lozere (44° 25' Br.), Tarn- und Lot-Quellen
(doch gewifs höher als 700 Metr. ? = 2180 P. F.).
Eigentlich '

, Bois des Armes, in O. von Lozere, Tarn-Quelle.
Von hier geht a) der ebengedachte Haupt-Arm unter dem
Namen der

Gebirge von Auvergne
nach NW. zur nahen Quelle des Allier (Foret de Mercoire) und
längs diesem Flufs bis Clermont etc.

57 M. Cantal, (Montagnes de Granit),

58 M. Dor,

45 Puy-de-Dome,

13 . . Clermont (451° Br.)

*) Die Angaben "schwilnken zwischen 56 und 63. - Nach «'OfJ«^^

bre und Mechain 53, Cassini 6288. - Auf Bonnefs I^arte (26 Bl.) tofet mim
8 einzelne Höhen:
PuySAigmller, de Sarcy, Gros Â® -

6268 Ρ. F. ~ Dieser Angabe zufolge wäre der M. Dor der höchste Berg
in Frankreich, nach den Ifpen und Pyrenäen. Es scheint aber, als seyen
Cassini's Höhen-LSiSimungen Tn diesen
Gebirgen durchaus zu hoch Auch
bei den Angaben vom
Canialmd Pup-de-Börne finden sich grosse Abwei-
chungen.

38

48
70

76
89
66

77
20

39
1

29


9*

ocr page 41

36 Zu den Höhen-Profilen No. 10.

b) ein anderer Arm zwischen Allier und Loire, durch das
nördliche
Languedoc (Vivarais und Velan, jetzt Ardeche und Haute-
toire-Dep.) nach Auvergne und an der Westgränze von Lyonnais
(Forez, Loire-Dep.') unter dem Namen der

Gebirge von Forez:

61 Pierre sur Haut,
51 Montoset,

45 la Madelaine,

c) die Fortsetzung der Hauptwasserscheide, längs ßhöne und
Sadne, zu den Vogesen über. Zunächst

Gerbier de Jone, (Loire-Quelle, Einsturz 15. Juni 1821),
der sich gegen N. an den

62 M. Mezen (Mezin) anschliefst. — (Nach Donnet nur

1774 IVT^tr. = 5470 P. F.). Ferner:
34 M. Pilat (bei St. Etienne, Br. 45|°).

5) Das'Jura-Gebirge

erhebt sich von Perte du Rhöne (S. Pfeilspitze) zum:

52
52
52
50
50
29 ,
Ferner:
45
50
36

Reculet,
Dole,
M. Tendre,
Chasseron,
Ghasseral. — Mit

. . M. Terrible, zu den Vogesen übergehend.

Hasenmatte,
Hauenstein.
Läger-B.

6) Die Vogesen.

39 Ballon d'Alsace,
43 Ballon de Sulz,
31 Grand Donnon, und bis zum
21 Donners-B.

. . der Rhein von Mainz aufwärts, bis Strasburg
und Basel.

7) Der Schwarzwald, Odenwald und die
Rauhe Alp.

Auf der östlichen Seite des Rheinbettes, den Vogesen cor-
respondirend :

36 Blauen,
43 Belcheu,
46 Feld-B.,

Kniebis-Pafs. Dann die nördliche Fortsetzung um die

Quellen der Murg, Pfintz etc. bis zum
Königsstuhl, wo der Abfall nach
. . Heidelberg ist.
Jenseits des Neckar-Flusses der
Odenwald:

16 I Melibocus.
Auch die
Rauhe Alp würde hierher gehören.

35

28

S. obere Tafel.

29 Oberhörnle, 48° 20' Br.
27 Rofs-B., 48° 25' Br. ,
Am Rande zeigen sich noch: das
Fichtelgebirge und die
Höhe von Staffelstein.

8) Das Böhmerwaldgehirge.

Arber,

Haydel-B., bei Reichenstein, (im Haydler-Gericht? oder
bei Haydl imS. von Reichenstein?) (3517? 4203?!)
Rachel-B.
Drei-Sesselstein,
. . Senkung nach Passau.

9) Die Karpathen

im Hintergrunde, nur der Vergleichung wegen mit zwei Haupt-
spitzen hier bezeichnet:

81 Lomnitzer Spitze,
67 Surul in Siebenbürgen.

10) Der Kaukasus,

als üebergang nach Asien hier angegeben:

174
144

Elborus (Chat), j"s."auch
Kasbeck, 2440 tois. j Asiat. B.

Noch ist hier zu bemerken:

Gay-Lussac's Luftreise, die höchste von Menschen erreichte
Höhe. Nachdem G.-L. am 6. Fructidor An 12 mit Biot über
Paris
bis 12/m. F. aufgestiegen war, trat er am 29. Fruct. (16. Sept. 1804)
die Reise zum zweitenmal allein an, und gelangte zu einer Höhe
von 6977 Metres = 21480 F. über Paris (S. Ann. de Phys. LIX.),
oder 7016 Metres = 21600 F. über der Meeresfläche.

21


IV. Aufser-Europäische Höhen.

Auf beiden Seiten der untern Tafel, in der Richtung von W. nach O., nach der gewöhnlichen Karten-Orientirung, und mit einigen
Andeutungen des Zusammenhanges.
Zar Rechten: östliche Länge von Ferro (Africa, Asia). Zar Linken: westliche Lange (America).
Die Höhenangaben gröfstentheils nach blofser Schätzung; deshalb sind in der vordem Columne nur die
Tausende angegeben.

über 15 MownaRoa aufOwyhee, Hawaii,(Sandwich-J.), 15468
nach Marchand (von Humb. angenommen). Nach
King nur 14|, nach Horner 13§.
über 20 Chimborafo, 20100 F. (nach
Humboldt^. Ã¼ber 14 Egmont-B. in Neu-Seeland, 14370.

über 18 Cayambe Urcu,'18330. Ã¼ber 10 Auf Otaheite, Tahiti, (Gesellschafts-Inseln), 10230.

2) Africa.

Pic de Teyde auf Teneriffa. Von vielen sehr abwei-
chenden Bestimmungen ist 11500 die höchste ba-
rometrische, aber die geometr. gehen bis über
14/i«. —
L. υ. Buch gibt der v. Borda, 11430,
den Vorzug.
Dianen-B., auf St. Helena, 2692 engl. F.
Atlas.

Capländische Schnee-Berge. (Nieweveld 10/m., Rogge-

veld 5300, nach Lichtenstein.)
. Tafel-B. 3598 — 3666.

Ferner in O., bei 60 und 70° L.
Madagascar (Ambohistmen. Geb.).
I. Bourbon.
Morne de Salazes 1693 Toisen= 10258 F.,
ungewifs nach Humboldt. Andere nur 9600 Fufs.

3) Asia.

Sinai. — Nach Ritter 6 — 7/m.

Libanon: Tumel Mezereb 1491 Tois., also nicht volle
9/m F.

Ararat, gegen l2/m. F. geschätzt.

Kaukasus, S. d. vorige Tafel. — Elborus und Kasbeck,

hier, nach einer andern Schätzung, höher.
Ural-Geb.: Pawdinskoe Kamen, 6365 F. über d.
Casp.
14 Sierra-Nevada de Meri da de Maracaybo, 14100. Meer, was aber tiefer liegt als das Mittell. Meer'"").

■ 14 Vulk. Parace' in Neu-Granada, 13650. *)Anm. 1841. Nach verschiedenen schwankenden Annahmen

ist durch Fuss, Sdbler und Sauritsch (1837) ennittelt worden,
dass der Wasserspiegel des
Caspischen Meeres um 76,3 Pariser
Fuss tiefer liegt als der des Schwarzen Meeres.
Himala; a-Geb.: Dhawalagiri Λ').

• Kiatschin-jinga (soll etwa 100 Fufs niedriger seyn als
der Dhawalagiri nach Hooker im J. 1849).
Ghauts - Gebirge (Küste von Malabar) , die höchste
Höhe über 13/ra. F. geschätzt.
*) Die Angabe d. Imaiis: 33424 F. (S· Miltenb.) — Die HBhenmessungen des
U. Weöb geben dem 0 h a w a 1 ag ir i des Himalaja-Gebirges mehr als 26/m. F.
Späterhin hat man die Höhe in Zweifel gezogen. Nach den neuesten Nachr.
aber sind diese Angaben nicht nur
nicht übertrieben, sondern es gibt Cap.
Blaie dem Dhaw. sogar 28/m. F. Höhe. Sicherlich also mehr als 26/m. Pa-
riser Fuss.— Es wird selbst behauptet, dass die Kette des Himalaja im Lande
Hochkananur (am obern Sedledsch) noch höhere Gipfel habe. Am Spiti, einem
Nebenflusse des Sedledsch, liegen die Ortschaften 12000 F., ja
sogar 16000 F. hoch,
Am Rande sind noch angegeben:
15—16 Russ. Chin, Gränz.-Geb. (15810?)
12 — 13 Ophir auf Sumatra 12162, 12976.
6—7 Altai 6558 ? —

1) America und Süd-See.

a) Andes-Kette in Süd-America.
Chimborafo, 20100 F. (nach
Humboldt^.
Cayambe Urcu,' 18330.
Antisana, 17958.
Cotopaxi, 17712.
llliniga, 16502.
Pichincha, 14988.

. Stadt Quito, 9036·.

. V. Η u m b ο 1 d t erstiegen: 18200.

. . Gränze des ewigen Schnees am Aeq.
Nevado de S οrata, in Boliviaöstl.amTiticaca-See,
dessen südlicher Gipfel (nach
Pentland im J. 1848)
19972'; der Ort Sorata, der auch den Namen
Esquibel führt, 8185'.
lllimani, östl. von la Paz, 19843' (nach
Pentland
im J. 1848); der Ort Cebollullo am südwestl. Fufse
des Berges 8224'.
Titicapa-See (12058' nach Pent/and) [so hoch wie

der Gr.-Glockner in den Salzburger Alpen],
Sahama, in Bolivia, westl. von Arica, 20970' (nach

Pentland 1848).
Aconcagua in Chili, 21768 (nach
Fitzroy 1848).

b) Bei Mexico;
Vulk. Popocatepecl 16584. j j^^^rern Andern.

— Ittaccihuatl, 14722. j

. . Stadt Mexico, 7062.

über

14

über

10

über

12

2

— 3

12

10

unter

4

10-

-11

10

?6

9

gegen

12

über

13

6

über

25

über

13

20
18
18
17—18
16-17
15
9
18
15
20

gegen
gegen

gegen 20

12

gegen 21
über 21

16 — 17

unter 15

c) An der Nord-Küste von Süd-America.

Sierra-Nevada de Merida de Maracaybo, 14100.

Vulk. Parace' in Neu-Granada, 13650.

Duida-B. des Parima-Gebirges, in W. der Onnocco-

Quellen, 7854.
. . Stadt Caraccas, 2496.
d) In den Vereinigten Staaten:
Washington-Berg, zum weifsen Geb. geh., 9379.
Pic Otter, Alleghani-Berge, 3752.
Blaue Berge^

e) West-Indien.
Blaue Berge auf Jamaica, 6828.
Vulkan auf Guadeloupe, 4794.
M. Pel^e auf Martinique, 4416.
Elends-B. auf St. Christoph (Kitts), 3711.

f) Am Rande: _
Der Grofse Pic in N.-America, wo Missouri und

Rio del Norte entspringen, 18581.
Elias-B. in NW. Amer., 16924.

13-

unter

9 — 10
• 3— 4

2

gegen 7
gegen 5
4 — 5
3 — 4

18 — 19

17

ocr page 42

Zu Spanien und Portugal No. 13% und 13^, % ^^ 31

e i 1 a ^ e H·

Zu No. 13^ Spanien und Portugal. Neue Bearbeitung 1834 —183T.

Auch zu No. IS^», % Spanien und Portugal in 4 Bl.

Diese Karte gründet sich Iiauptsachlicli auf Donnet's mit vie-
len Special-Cartons ausgestattete^

Mapa civil y Militär de Espafia y Purtugal, con la nueva di-
vision
an distritos enriquecido de los planes particulares de
34
Ciutades y puertos principales etc., construido sobre las
observaciones astrdnomicas y nauticas raas nuevas, sobre los
roas autenticos mapas, j sobre las operaciones ge'odesicas
hechas por los oficiales Espanoles, Fraiiceses e Ingleses du-
rante la guerra de la independencia,
por Don Alejo Donnet etc.
Paris, 1823.

Der weitläufige Titel, der nicht einmal vollständig hier wie-
der gegeben worden, gibt wenigstens im Allgemeinen fiechenschaft
von den vom Verf. gebrauchten Hiilfsmittelii, unter denen die
operaciones ge'od. h. p. 1. of.Esp., Fr. e' Ingl. dur. 1. gu. d. 1. indep.,
wenn sie dabei wirklich zum Grunde liegen, von besonderer Wich-
tigkeit sind; auch hat diese K. bei genauer Vergleichung mit den
sonst vorhandenen Materialien, insbesondere auch der von Hum-
boldt und Andern über die wahren Verhältnisse zwischen Hoch-
iind Tiefland gegebenen Aufschlüsse dem Verf. unserer Karte
dasselbe Vertrauen eingellöfst, dessen sie überhaupt geniefst, wenn
gleich die Terraindarstelluug und Chorographie auch hier wie auf
allen Karten der I^renäischen Halbinsel viel zu wünschen übrig
läfst. Daher sagt auch der
Kritische IVegweiser bei der überaus
günstigen Beurtheilung unserer vorliegenden Karte (VlI. Bd. p. 101) :
5,so wissen wir doch vom Innern der Halbinsel so viel wie gar
nichts, und es sind nur isolirte Punkte, welche von dem Centrum
Madrid radienförmig auslaufen, deren geographische Lage annä-
hernd genau bekannt ist."

Wer graphisch mit Liebe zur Genauigkeit arbeiten mag, weifs
übrigens, wie schwer es hält, ja wie es raeist unmöglich ist, aus
Beschreibungen und allgemeinen Andeutungen Umrisse und Terrain-
darstellungen zeichnend niederzulegen, wenn einigermafsen ins De-
tail dabei gegangen werden mufs.

So viel ist aber gewifs, dals wir von Niemand ein für den
jetzigen Stand unserer Kenntnifs von der Iberischen Halbinsel
treueres und vollständigeres Bild hätten erwarten dürfen, als vom
Or. Berghaus in seiner vortrelFlichen Karte von dem Iberischen
Halbinsel-Lande,, welche 1834 in einem sehr grofsen Blatte in
München ausgegeben worden, wenn diese mit Angabe des Terrains
versehen wäre, wie solches unsers Wissens die Zeichnung enthält.
Die sehr grofse Anzahl von Bergnamen und Höhen-Bestimmungen,
die man auf dieser Karte findet, enthält auch reichen StolF dazu:
lind bei einem Maasstab, der sich zu dem unserer Karte wie 12
zu 5 verhält (ira Flächenraum fast 6 mal so grofs), läfst sich
schon viel ausführen.

Ueber das, was für Spanische Geographie seit 40 bis 50 Jah-
ren geschehen ist
(Fischers Reisen, dessen Gemälde von Spanien
«ach Alex.
La Borde, Jntillon, Bourgoing, und andere bekannte
Werke inbegriffen), findet man in mehreren Aufsätzen unserer geo-
graphischen Zeitschriften ziemlich alles beisammen.

V. Zach Allg. Geogr. Eph. IV. p. 28 sqq., Recens. Mentelle
K. in 9 Bl. mit verdientem Tadel der Lopezischen Karten,
und pag. 542, Avomit eine kleine nach damaligem Stand ver-
besserte von Ad. Stieler gezeichnete Karte von Sp. u. Port.
C1799) ausgegeben worden.

T. Zach monatl. Corresp. I. p. 319 ff. mit Nachrichten über To-
fino's Küsten-Karten.

Bertuch Allg. Geogr. Eph. XXVI. p. 71. Ree. von Mentelle's
obgedachter K. — Dem Recens. scheint die frühere Anzeige
nicht bekannt gewesen zu seyn.

Hertha III. p. 5 ff., wo Schröder: üeber die Aufnahme der
Küsten etc. deutsch gegeben ist.

Hertha XI. p· 535 ff. u. Xlt. p. 410 ff., wo die Span. Blätter des
Atlas universel von v. d. Maelen ausführlich beurtheilt werden, und

Hertha IV. p. 5 ff., ein höchst interessantes Schreiben A. v. Hum-
boldt's über die Gestalt und das Klima des Hochlandes der
Iberischen Halbinsel.

Dieses und was in XII. der Hertha über den physischen Cha-
rakter Spaniens gesagt ist, verdient besondere Beachtung und dient
2ur
Berichtigung älterer Darstellungen der Gebirgszüge. Begreiflich
Icami es aber noch
nicht auslangen, ein treues und vollständiges
Bild
zu geben. Erholt sich Spanien aus seinem Todeskampf oder
lebt es einsx neu auf, dann wird auch hierin gewifs viel ge-
leistet werden. Zur hessern Benutzung unserer Karte (auch der
neuen kleinem des Schul-Atlas, die mit Sorgfalt bearbeitet ist)
lassen
wir am Ende eine Uebersicht der bedeutendsten Höhen-

Punkte folgen. _ . π n· , . . \ .

Seit der neuern Eintheilung Spantens in Ol Uistncte sind wir
mit einer noch neuern in 49 Districte beschenkt worden , durch
Decret der
KÖnigin-Regentin. — Beiden liegt die bekannte bis-
herine mehr historische und nationeile Eintheilung zum Grunde,
die sich auch in ihren Hauptgestalten gewifs noch lange Zeit er-
halten wird Wer mag genau wissen, nach welchen dieser Ein-
theilungen die
Verwaltungsbehörden jetzt organisirt sind? In-
dessen geben wir hier den Haupt-Inhalt jenes Decrets, für Die-
jenigen, welche Interesse daran haben, mit einigen Bemerkungen
darüber.

Stieiee's Hakd-ätlas. Bek. 5. A.

Art. 1) Das Spanische Gebiet sowohl auf der Halbinsel als auf den
nahe liegenden Inseln wird in 49 Provinzen abgetlieilt,
welche den Namen ihrer Hauptstädte führen sollen; mit
Ausnahme von Navarra, Alava, Guipuzcoa und Biscaya, die
ihre gegenwärtigen Benennungen beibehalten.
Art. 2) Andalusien, welches die Königreiche Cordova, Jaen, Gra-
nada und Sevilla umfafst, zerfällt jetzt in folgende acht
\Provinzen:
Cordova, Jacn, Granada, Almeria, Malaga,

Karte. (Sevilla, Cadiz und Huelva; ,

Arragonien in drei Prov.: Saragossa, iJuesca und Tarucl,
(Hier ist die Prov. Calatayud eingegangen,^

Das Fürstenthum Asturien bildet die Prov. Oviedo.

Neu-Castilien bleibt fernerhin getheilt in die fünf Prov.:
Madrid, Toledo, Ciudad-Real, Cuenga und Guadalaxara.

Alt-Castilien zerfällt in acht Prov.: Burgos, Avila, Se-
govia, Soria, Logrono, Santander, Valladolid
und Palencia.
(Hier ganz etwas Neues, dafs beide zuletztgenanote Pro-
vinzen vom Königr. Leon zu Alt-Castilien geschlagen sind;
da doch bis jetzt alle geographischen Lehrbücher, und
auch die Karte von Donnet diese zu Leon gerechnet ha-
ben.)

Catalonien theilt sich in vier Prov.: Barcelona, Tarra-
gona, Lerida
und Gerona; Estremadura umfafst die Pro-
vinzen
Badajoz und Caceres;

Galicien, die Prov.: Corutia, Lvgo, Orense und stattVigo,
Pontevedra.

Das Königreich Leon zerfällt in Leon, Salamanca und
Zamora (hier fallt die Provinz Ponferada oder Villafranca
weg); das Königreich Murcia in
Murcia und (statt der
bisherigen Chinchilla)
Albacete.

Das Königreich Valencia in Valencia, Alicante und
Castellon de la Plana (hier fällt die Provinz S. Felipe
weg). Pamplona, Vitoria, Bilbao und San Sebastian sind
die Hauptstädte der Provinzen
Navarra, Alava, Biscaya
und Guipuzcoa. Palma ist die Hauptstadt der Baleari-
schen etc. und Santa Cruz de Tenerifa die der Canarischen
Inseln.

Art. 3) Die Gränzen der genannten Provinzen werden in einem
Anhange zu diesem Gesetze naher bezeichnet. Wenn eine
Gemeinde an der Gränz-Linie belegen ist und ein Theil
ihres Gebietes auch jenseits dieser Linie sich befindet, so
soll dieses Gebiet zu der Provinz gezählt werden, in wel-
cher die Gemeinde belegen ist. Mit Bezug auf diejenigen
Provinzen , die an Frankreich oder Portugal granzen, ist
in Gemäfsheit der mit diesen Ländern bestehenden Trak-
taten zu verfahren.

Auch Portugal hat eine neue Eintheilung erhalten, dnrch Ge-
setz vom 28. Febrnar 1835, im Diario do Governo 10. Agostö sqq.
bekannt gemacht.

Hiernach steht die Verwaltung unter den zwei Ober-Tribu-
nalen von
Porto und Lisboa, Die beiden Theile, in welche Beira
zerfällt, scheidet das Estrella-Gebirge. Beira Baixa (Unter-Beira),
der südöstl, Theil , gehört zum Ober-Tribunal von Lisboa. Die-
ses fafst daher ziemlich zwei Dritttheile von Portugal. Das Nä-
here ist:

1. Ober-Tribunal von Porto.

a. Prov. Minho mit 3 Districten: Vianna, Braga, Porto, zusam-

men 23 Gerichtsbezirke und 192000 Feuerstellen.

b. Prov. Tras os Montes, 2 Districte t Villa Real, Braganza, zus.

14 Gerichtsbez. und 73000 Feuerst.^

c. Prov. Beira alta , 4 Districte: Aveiro , Coimbra, Lamego,

Guarda, 36 Gerichtsbez., 200000 Feuerst.

2. Ober-Tribunal von Lisboa.

d. Prov. Estremadura, 3 Districte: Leiiia, Santarem, Lisboa,

28 Gerichtsbez., 177000 Feuerst.

e. Prov. Beira Baixa, 1 District: Castello Branco, 4 Gerichtsbez,,

24000 Feuerst.

f. Prov. Alentejo, 3 Districte: Portalegre, Evora, Beja, 20 Ge-

richtsbez., 72000 Feuerst.

g. Prov. de Algarve, 1 District: Faro, 5 Gerichtsbez., 32000

Feuerst.

Aufserdem werden noch dazu gerechnet:

h. Illhas adjacentes.

Madeira e Porto Santo, 2 Gerichtsbez., 25000 Feuerst.

Cabo Verde, 1 Gerichtsbez. 12000 Feuerst.

Zusammen 19 Districte, 133 Gerichtsbezirke, ohngefahr 800000
Feuerstellen.

wie un-
sere
Karte.

Die Hauptorte der Districte sind auf unserer Karte roth
unterstrichen.

Wir beschliefsen diese Anzeige mit Erklärung der auf unserer
Karte vorkommenden Bergbezeichnungen, ohne jedoch der von
yiai&i hervorgesuchten Nomen clatur des feesp er 2 scAen Systems
(Pöni-bätische, marianische, oreto-herminische, carpetovettoniache,
celtiberische, galliberische
Kette) zu huldigen.

10


ocr page 43

38 Zu Spanien und Portugal No. 13», und 13^, % %

I. Pyrenäen von Ost nach West.

Die Zahlen bedeuten die Höhe über der Meeresfläche nach
Par. Fuss.

Mt. Canigou (in Frankr.)........

Monserrat (bei Barcelona).......

Port Fontargente (beim Pic de Serrere . · .
. . Port Noris (bei Andorra)
. . Monte Seco (weiter in Süden)

Tue de Manberme..........

Col de Llesol (in S, von Viella)
Maladetta, dazu

Pic Netou (Anetbou) .........

. . Pena Montanesa (in Süden)

Pic du Midi de Bigorre (Frankr.).....

Mt. Perdu .............

Vignemale (Frankr.)..........

Pic du Midi — d'Os..........

Mt. d'Aspe

Pic d'Anie.............

. . Muela de Abodi.
Hory, Orhi.

II.

A.
P.A.
P.C.

c.

P.R.

3430

c.
o.

Geb,

Q.

B,

P.F.
M.
P.
T.

s.

1800

B.

Tes.
B.
F.

3402

7000
7873

T.
P.T.
Mon.

O.R.

4800
7500
3116

Fortsetzung durch das Cantabrische Gebirge bis
zum Cap Finisterre und bis zum Douro.

Sierra de Arabar.
M. de Aranzazu.
Pena Anbolo.
Pena de Carbea.

(Montanas de Burgos, mit dem Puerto Laraada,

bei Larena)............ 4400

M. Cabillas (?)
. Pena de Rocias (in N.) (?)
(Hochterrasse ßeynosa, beim Orte dieses Namens).
[Von da ein üebergaag nach Burgos zum Casti-
lischen Scheidegebirge, davon weiter unten.]
(PeÄas de Europa), und
P.M. PeÄa Mellera (13° Länge).
P.E. . Pena Espignal (in S. des Vorigen).
P. . M. Pardomino (daneben).
S, . Müntes de Sebares (in N.)
L. M. de Llende.

(Weiter in Westen beginnt die Spaltung, in die
westliche und südwestliche Fortsetzung.)

a) Westlich nach Galicia.
. M. St. Estevan im nördl. Asturia.
Sierra de Penamarella.

Puerto Piedrahita (Pafs zwischen Villa Franca de

Vierzo und Donoos).........

. . M. de Courel.
M. Orio.

El Cebrero. (Die Bezeichnung sollte etwas mehr

östlich seyn.)
Hier beginnt die sogenannte Berg-Terrasse der
Parameros, die sich von N. nach und durch
Galicia erstreckt. Darin:
M. de Quadramont.
. . M. del Buhio und
M. S. Salvador, an der Küste.

:

Pico M.

M. de la Tecyra.

M. Silbaja (?) in W, von San Jage.
(Sierra Torrinana, bei Corcubion, nächst Cap Fi-
nisterre) .............

. . M. de Barbanza.

Dann, zwischen Minho und Ullaflurs:
M. Testeyro.
Müntes de Barcia.
M. Faro.

b) Südwestlich von Asturia nach Portugal.
(Montafias de Leon, wo der Pafs Puerto Manzanal

in NW. von Astorga) . .......

M. Teleno.
Pena Trevinca.

Sierra de Montezinho, mit mächtigem Anhang .

nach Süden bis zur
(Sierra Qaadrasal, östl. neben Mirandola) . ,
M. de ORios (?)
Sierra Larongo.

Sierra de S. Mamed (bei Orense).

Sierra de Gerez..........

Sierra de Suazo, mit dem M. Gaviai-ra . . .
. . Sierra de Marao, am Douro ......

Su.
Ma.

III. Das grofse (Castilische) Scheide - Gebirge von der
Mündimg des Teio bis zum Cap Oropesa, in N. von
Valencia (40° Br.)

von W. nach O.

Cap de la Roca.

Sierra de Cintra, beim Ort dieses Namens.
(M. Junta, in W. von Santarem...... 2180)

Abkürz,
auf der
Karte.

8606
3805
9090)

8220

10722

8940
10482
10340
9006

7728

N.
s.

Maub.
LI.
Mal.

P.M.

M.

Vign.

As.
Anie
A.

Sierra Estrella mit Malhao de Sierra . .

Sierra de Gata.

(Sierra) Pefia de Francia.

Sierra Negra.

Sierra de Gredos.

Sierra de Piornal, in SW. des Vorigen.
Sierra de Guadarrama, die eigentliche
Scheide zwischen beiden Castilien.
Dazu gehört; von Madrid nach S. Ildefonso,
Puerto de Guadarrama, oder Leon, der berühmte
Löwen-Pafs, nach v. Humboldt 4818', nach
Betancourt nur 4374', einstweilen nach v. Hum-
boldt angenommen zu........

7 Picos..............

Penalara, in Ο............

(Cerrü de Bustar?) Somosierra, höchster Punkt

der Landstrafse..........

(Cerro de la Batrera?) Sierra de Aylion.
Cerro de la Cilla.
Altos de Barahona.
Oestlich von hier geht die Verbindung mit dem
Cantabrischen Gebirge nach NO. u. NW. ab,
darin :
. . M. de los Valeros.
. . Sierra de Moncayo.
Müntes de Urbion (42° Br.)
. Monte Gallo (?).

. . Müntes de Oca oder Idubedas, bei Burgos.
Im Hauptzug ferner;

(Sierra Ministra) und.........

Sierra de Sotorio.
Sierra de Cuenga.

Sierra de Molina .......*..,.

Von hier südlich;
die Sierra de Albaracin mit;
Cerro de S. Felipe, und
Cerro Canale, so wie

Cerro de Poyales...........

und

Monte Colado de la Plata........

von da im Süden am Jucar;
Monte Caballon mit
. Muela del Oro.
. Müntes de los Almudes.

Ferner in der östl. Fortsetzung des Haupt-
zugs ;

(Fuente de Cella) gilt der Quelle der Jiloca beim
Ort Cella.

Pena Golosa.............

Muela de Ares............

. M. Moyaque, in NO.
. . M. Tosa weiter in NW.

. . Monsia (am Canal der Ebro-Mündung) . .
. . M. Cüra, bei Tortosa
Sierra de Engarceran und

Desierto de las Patmas, bei Oropesa ....

. . Pico Espaden (Sierra Espadan).....

. . Pena Casuleatas (?) in N. von Valencia.

Müntes de Toledo, dazu:
Cerro del Baey.
Sierra de Guadaloupe.

Puerto de Sta. Cruz (von Truxillo nach St« Cruz).
Sierra de S. Mamed (Gränze von Portugal).

Sierra de ................

(Monte) Serra de Viana.

IV. Die Toledo-Kette mit westlicher Fortsetzung bis
Elbora in Portugal.

B.
P.C.

M.V.

2030

V. Der Zug von Cap S. Vincente in Algarbe, bis Cap
de la Nao in Valencia.

(^Andalusisches Scheidegebirge mit der Sierra
Morena).

3800
2000

F.d.M.
M.A.

C.A.

V.
C.
N.
J.
S.

a) In Portugal

über

Cabo de S. Vincente,
(Foya) Sierra de Monchique . · ·
. . Montes Azulos, ganz in N. (?)·
Monte Figo (in N. v. Faro)........

b) In Spanien bis Murcia.

Sierra de Aroche.
Combre de Aracena (?)·
Sierra de Constantina.

(Sierra de Cordoba, NW. und NO. der Stadt
Cordüba.)

(Sierra de Almaden, in S. und SO. von Alma-
den.)

Sierra Morena (von Almaden östl. bis 15° L.)

Cerro del Vidrio.

Cerro Cornejo,

M. Navalazara.

Javarancil (?).

M. Salido.

7200

S.d.F.

N.

4800
6800
7716

4637

B.

Ba.

C.
A.B.

V.

3825
4000

4480
4113

Cu.

C.

C.d.P.

O.
A.

F.d.C.

7000
4039

M.
T.

Mo.
C.
S.

P.E.
P.C.

2352

2229
3183


ocr page 44

Ζα Spanien und Portugal No. 13% und 13^,%·',

39

La Sagra Sierra...........

Sierra de Castril und Cerro del Cuba.

Cerro Alcatim.

(ia N.) Sierra de Alcaraz.

c) Von Jucar bis Murcia.

Pena negra (Palomera ?).

M. Mayor (zu Monte Caroclie) )

(Ohil?) Puerto Onteniente > Sierra Mariola.

(in NO.) (M. Cabren?) )

(in Süd.) Sierra de Saliaas. [«· d. K. sieht C statt Ä]

Camara Sierra.

Pena de Xixona CJii""®)·

Dann von Alcoy östlich
Monte de Altana und Uebergang zu den Caps

S. Antonio und la Nao.
. . Montes la Baro, in Osten von Murcia.

a) Uebergang nach den Balearen.

'Silla de Torellas auf Mallorca......

M. Toro auf Menorca.

6400

c.

Al.
A.

Pi.

Nieve
P.

cv.

P.
M.
O.

c.

c.

Ca.
PX.

M.

z.

M.N.
Ga.
C.

T.
T.

4506

VI. Die Gebirge von Granada W. nach O.

a) Noch in Sevilla.
Montanas del Pinal, Nordgräaze des Districts von
Cadiz.

Sierra del Pinar.

b) In Granada.
Sierra della Nieve, zur Serrania de Renda gehörig
M. Pereyla.

Cerro de Villarias in der Sierra de Malaga.

Sierra de Almi)aras.......iu NW.

Sierra Nevada, los Alpujarras, mit

Combre de Mulahacen.........

la Veleta..............

Cerro Montayle.

Cerro Zaymo.

Cerro de Montenegro (?).

Sierra de Gador...........

Cerrajon de Murtas (in S.).......

Sierra Filabres (in Osten)........

Sierra del fiallo in N. von Granada.

6816
5980

6690

10950
10690

6692
4554
5880


e i 1 a ^ e F. (Zu No. w, s

SYSTEMATISCHES VEHZEICHNISS

der vorzüglichsten Gebirge und Berge Frankreichs.

Die Höhen-Angaben beziehen sich auf die Meeresfläche und sind in Pariser Fnfs. Da wo sie aus den Angaben in
Metres reducirt worden, ist der Metre = 3
,079« Par. Fufs, oder 25 Metres = 77 Par. Fufs, angenommen.

I. DIE PYRENÄEN (von West nach Ost).

u· -'^nsdehnung dieser, Spanien von Frankreich scheid^ndeu
Gebirgskette wird gerechnet
: Vom C. Figueras, an der Spitze von
Fuenterrabia, in
W., (das Thal der Bidasoa umschliefseiid") bis
zum
Cap Cervera oder eigentlich dem Cap de Crews in O. —

An einigen Stellen weicht die Granze zwischen Spanien und
Frankreich von dem eigentlichen Gebirgsrücken ab.

a) die Bidasoa, welche eigentlich diesseits des Kammes liegt,
gehört gröfstentheils zu Spanien, nur ihr unterer Lauf bildet
die Gränze.

b) die Quellen des Span. Flusses Irati gehören zu Frankreich.

c) beim M. Perdu schneidet die Granze etwas nördlich ab.

d) das ganze Fal d'Arran ^ von der obern Garonne bewässert,
gehört zu Spanien.

e) der ganze französische Landstrich, welcher das Thal von
Carot und die Cerdagne enthält, gehört zum .SegTe-Gebiet
und liegt jenseits des Kammes.

f) das Andorra-Thal, was ganz auf spanischer Seite liegt , ge-
hört nur in geistlicher Beziehung zu Spanien, übrigens zu
Frankreich.

Die Ordnung, in welcher die Berge hier aufgeführt sind, rich-
tet sich nach der Hauptwasserscheide, indem zugleich Berge der
Seitenarme, in der Reihe wie sie vom Hauptkamine abgehen, und
zwar mit dem Beisatz «· für die Nord- und s. für die Südseite
des Kammes, au den gehörigen Stellen eingeschaltet werden.

Die cursiv gedruckten Zahlen und Namen beziehen sich, auf
Angaben von CÄfiirpeniier und andern Werken über die Pyrenäen.—
Das Uebrige ist aus
Donnefs Karte und zum Theil aus dem neuern
Atlas von
Perrot et jiupik entlehnt.

4002. Montagne d'Hausa in S. v. Yrun.

Hierauf vom Anfang des Baigorr^-Ύhals nördl.
n. Arriele, im VVinkel der
Nive.
n.
Atchiola (Atchola) im Winkel der Bidasoa.
Hurombur (Ahadi).
6186. (Hory)
M. d'Orhi.

n. Belehn QMendi-Belchu, östlich daneben Mendi-
Belra,
in W. Handia-Mendi.)
79SS. Pic d'Anie (nach Junker nur 6500', nach Dralet's
Verz. von Reboul und Vidal's Messung: 7614',
nach Donnet's Karte: 2130 M. =: 6559').
6775. Mt. Rouge?

6297. Aspe (itf. ffAistaince, M. d'Epalungueres?).
9186. n. Pic du Midi de Pau, oder d'Osseau.
9642.
Som de Soube, nächstbei in O. auf dem Kamm.
7532.
n. Pic de Gabisos, in NO. des Pic du M. d'Osseau,
i 03.50. Vignemale.

6080. Port de Gavarnie (Pafs von Turlo nach Gavarnie),
le Taillon.

8760. Rolands Breche (Breche de Roland).
101 i 4. Tour du Marbore.
io3y4. Cylindre du Marbore.

io48i· Mont Perdu,auchsonstAstazon,tresSorellas,ge-
nannt. ZuReöoul's Zeiten waren diese Benennun-
gen, dieraan jetzt unterscheidet, gleichbedeutend.

P.

H.

Ar,

A.
H.
Ho,

B.

A,.

R,

As.
MP.

G.

Vign.

R.
S,

R.
M,

Port de Pinede,

Port vieil, östl. beim Vorigen.

Mgne de Troumouse, nächstbei in NW.

n. Pic long.

n. Pic d'Arbizon.

Pic de Ne'ouville.

n. Pic du Midi de Campan oder de Bigorre.
(Claibide)
Pic de Baota oder Briedous.
Port d'Oo.

(Mont Brioulles) Crabioules.
Port de Venasque.

Port de Picada, Pafs von Venasque nach Castel-
leon.

fi. Sacaube, schliefst auf der linken Seite der Ga-
ronne das
Arran-Thal in N. ein.
Maladetta (Mt. Maudit), höchste Spitze
Nethou

oder Anelthoii''^').
Port de Viella {Biella}.
Pic de Rious
oder Montarto.
Monredon.
Pic de Lart.
n. Mgne Crabere und

n. Pic de Montouliou oder Tue de Mauherme.
II, la Tcntenade, schliefst auf der rechten Seite der
' Garonne das Arran-Thal in N. ein. Es ist hier
der Anfang der östlichen Hälfte der Pyrenäen,
die durch die
Garonne von der westlichen ge-
wissermafsen geschieden wird.
n. Cagne.

Pic de Mont Vallier.
n. Ms. de Ballire.
Fonta.

Port de Salat, Gehirgspfad von Valencia nach Seix-
les Tuns,
M. Rouge.

(Mgne de Collat) Montcalm, wenn nicht derselbe,

doch ganz nahe,
ji. Roc de Lulle,
71. M. de Bassic.
n. Pic de Berne.
n. Mt. du Pia de la Serre.

Port Negre, Pafs von der Noguera Pallaresa nach

Vic de Sos QVic Oessos).
(M. de Rialp ?) Port de Rat in O. des Gipfels.
Pic du Port de Signier.

ηοι4
9014.

AnmfTk nifip TTiihe üibt ßralet nach Vidal und Reboul nnr zu 10,680 an. —
Ät·^ nach »nur zu 10,020' Es hat aber » nicht den höch-
^en Punkt, sondern nur dei» ersteigUchen m W. der Spi damit

Eemeint. — Seit VidaVs und Eeboufs Messung, oder eigenthoh seit der Revi-
sion und Berichtigung der Berechnungen im Jahre 1807, ist es aber entschie-
den, dass die Maladetta hoher sey, als der M. Ρ er du.
Bei Lwiemann
(Züge durch die Pyrenäen. Berlin 1825) ist die Matadetta unter, den Berg-
höhen gar nicht aufgeführt. -g
λ .i,

10*

7422·

7884-
9851-
997/·

L,

A.
N.

MC.
C.

B.

9696.

8940·
9ΒΦ·
934ο.

9900.

η4* ο.
7458-

8.

Mal.

10732.

ηηι6.
90.54'

R.
M.

La.
Cr.

8124.
89^8·

Ca,
M.
B,
F.

Tu.

Co.

L.
B.

ße.
PI. S.

8^80'

99^0.


ocr page 45

A. gog6. (Pic d'Astagnon) Pic de la Serrere.
s.
Pic de Casemaigne.

Fo. 8^8^· Pic de Fontargente.

J. M. d'Inclas.

P, M. de Pin-Morent. Mit diesem tritt der Hauptzng

der Wasserscheide über die Gränze nach Frank-
reich ein (^zwischen den Quellen der
Arriege,
Jude
und Teta auf Französischer, und denen des
Segre auf Spanischer Seite) und erreicht beim
Piiygmal wieder die Granze. Es ist hier der
Pafs von der
Arriege nach Puycerda (Port
d'Hospitalet oder Espitalet). Von da
zieht sich die Wasserscheide zwischen der ^rrieg^c
und Aude von der Haaptkette ab und bildet den
Uebergang nach den
Sevennen1).

40

PicPeyrie, oder de Prigue — Pedrouxt — (Quel-
len der
Aude und der Teta).

75/β. Mgne du Roc Blanc, au fond de la Vallee de
l'Aude, (in der Nahe der Aude-Quellen ?).

M. 74f6. n. Mgne de Messet, in W. des gleichnamigen Orts,
in N. von
Ms. Louis.

M. s. M. de la Mene.

T. s. M. de la Tosa.

Puy. Puygmal.

B. Cote Bonne.

Canig. n. Ganigou.

A. les Alberes, in O. des Fort Bellegarde (Strafse von

Perpignan nach Barcelona).

Ferner, weiter im N. der Pyrenäen - Kette:

Bu. 3883. Puy de Bugarach und 1 â€ž ^^^^

les Corbieres > sonne

Al. Mgne d'Alaric )

Mgne de la Clappe, am Meere, in O. von Narbonne.

c cl
? ·

Zu Frankreich No. 14V


II. DIE SEVENNEN. (Cevennen.)

Unter dieser Benennung verstehen wir hier a) die Bergkette,
welche von der Nordseite des
Canal du Midi (C. Royal, C. de
Languedoc)
bei Carcassonne anfangend, zwischen den Quellen der
Aude, des Herault, Rhone und der Saone einerseits, dann des
Agout, Tarn, Lot, Allier und der Loire u. f. andererseits, in NO.
und N. als Wasserscheide zwischen dem
Mittelländischen Meer
und dem Oeean sich fortzieht, bis zum Plateau de Langres —
(Uebergang nach den Vogesen^; b) die nordwestlichen Verzwei-
gungen derselben, zwischen dem
Lot und der Dordogne, und auf
beiden Seiten des
Allier, welche unter dem Namen der Gebirge
von Auvergne und von Forez bekannt sind.

(Hier sind die Abweichungen von der jedesmaligen Hauptwasser-
scheide durch die Cursiv-Buchstabea I [links], r [rechts]
bezeichnet.)

A. Der Hauptziig bis zu den Vogesen.

1) Von der Gegend des Canal du Midi bis zum Losere-
Gebirge.

a) Montagne noire, oder dieSchwarze Höhe,
begleitet das Fliifschen
Thore auf der Südseite.

b) Gebirge Espinousse bis zur Quelle der Or&, mit
Gar. M. Carroux.

C. l. die Berge la Caune, im W. der Vorigen.

c) die Kalkhügel les Garrigues in O.
Ser. r. M. de la Seranne.

d) die eigentlichen Sevennen, (Quellendes Herault
bis zum Lozere). Dazu gehören:

F. 2400. Esperon.
Su. l. Suquit.

Li. r. Liron.

L. Eaigonal (nachDonnet: Largonal), HerauU-Qatlle.

Lenglas?
B. les Bouges.

2371. Tarn-Quelle, der höchste Punkt dabei.

2) Das Lozere-Gebirge,

auch Mgnes de Gevaudan genannt, von der Provinz dieses Na-
mens, die das jetzige Lozere-De'p. ausmacht.
Lozere 2454. M. Lozere, zwischen d.
Tarn- und Lot-Qu.
M. l. Monbanast 1

CN. l. Causse Noir > Aveyron-Oep., vormals Rouergue.

L. l. Leveson ι

Mont'Margeride_(? de la Marguerite)
Μ. d'Aubrac, mit den einzelnen ^

Bergen: Montasset, la Faulice, Bruneliere, le
Peyron.

3) Der nordöstliche Theii der Sevennen,

(vom Lozere durchs Ardeche-Dep. bis zum Mezenj unter dem
Namen der Gebirge von
Vivarais und Velay bekannt.
Ta. 2587. M. de la Tanargue (840 M.?, 502 T,? Vergl.
Όοη-
, net
und Berghaus').
Von hier geht ein Seitenzug durchs Lozere-Dep. zu den Gebirgen
von
Auvergne.

Gr. 2771. Gravenne de Montpezat (450 T. nach Bergh.), wo
die Gebirge von Forez ausgehen,
Suc de Bauzon, in derselben Gegend.
Ger. 5266.
(7) Gerbier des Jones (de Joux ?) *)
Von da durchschneiden nach SO. die
Montagnes de Coyron
das Ardeche-Dep,

») Anmerlc. Nach Bertrand Eoux hat der Gerbier de Jones nur 4811 Fuss Höhe.
Vgl- Bertha V. I. — AnmerTc. 1834. Nach Yignard hat der Gerb. d. J. sogar
nur 4532. (S.
ilon. Corresp. ΧΠΙ. p. 451.) — Andere Bestimmungen von Yig-
nard
im Ardiche-Mp. sind, ausser dem Μέζβη (mit Obigem übereinstimmend) —:

4226. Quelle der Loire am Fuss des Gerl·. d. J.

3326. Plateau d^üsclades. (In S. der Loire-Qu. 2 lieues davon.)

2052. Plat. de la Chavade. Wasserscheide zw. Loire u. ßa&ne.

3846. M. Peyre-laie.

3475. Ville de Pradelles. (Wenn damit das ausserhalb des Dep. unweit
des
AUier gelegene Städtchen d. N. gemeint ist, so -waltet hier em
offenbarer Fehler in der Ziffer-Angabe [579i tois.] ob; selbst 379i
möchte noch zu viel seyn.)

3180. M. Gourdon [in W. v. PrivasJ.

3162. Mgne de Blandine.

Mez. 5464. Me'zen (Mezin).

Von hier geht ein Rücken nach NNW., der zwischen dem Arzon
und der Ance von der Loire durchbrochen wird , zu den Gebir-
gen von
Forez.

4) Fortsetzung des Hauptzugs

zu der Cote d'Or und den Vogesen.
Pi. 3400. M. Pilat. Er gehört eigentlich zu einem durch
den Flufs
Gier von dem Hauptzuge getrennten, in
NO. bei
Vienne zum Rhone sich einsenkenden Sei-
tenarm.

M. d'Or, ist ein zweites, niedriges, mit Reben be-
bautes Seitengebirge, was, von dem Hauptzuge ab-
gehend, die Stadt
Lyon von W. nach N. im Halb-
kreis umgibt. Doch zählt man auch die Berge von
Rivirie und Izeron, die zum Hauptzuge gehören,
mit zum M.
d'Or.

Aufser dem Flusse Gier gehen auch die Brevenne
(Rhone-Gebiet) und gegenüber der Furand, bei St.
Etienne, und die
Coise (Loiregebiet) dem Höhen-
zuge eine zackige Gestalt, bis sich dieser (vergl.
hier
Hand-Atlas No. 14b.) über Montrotier, in W.
von
Lyon, zu den

Monts de Tarare (bei der Stadt dieses Na-
mens) erhebt.

4460. (1450m.) höchster Punkt, in SW. der Stadt Tarare.
2770. (900m.) etwas weiter nördlich, in W. von Tarare.
2460. (800m.) nächstbei, höchster Punkt der Strafse.
Weiter nördlich senkt sich der Zug noch mehr,
indem er zwischen der
Loire und Saone, welche
beide entgegengesetzten Lauf haben, durch die
Bur-
gunder-Bezirke
von Macon und Charolle (Saone
et Loire-D^p.^ fortgeht.

Diefs sind die Monts de Charolais.

Mit den Gebirgen von Tarare scheinen zwar
auch die Ms.
de Macon (deren nachher bei B. nä-
her gedacht wird) in directem Zusammenhange zu
stehen; hier aber bleiben wir bei der Anordnung,
wie sie der Wasserlauf nachweist.

Von den Ms. de Charolais erhebt sich der Zug
wieder bis
1102. bei
St. Bonnet de Joux und zum
1798. M. St. Vincent, um zugleich wieder bis zu
1127. und wieder bis
917. beim
Etang de Longpendu, dem Scheitelpunkte des
Canal du Centre, abzufallen.
(In NW. abwärts vom Hauptzug ist
1232, die Höhe von
Mont Cems.)

Dann geht der Zug zur Strafse von Chalons nach
Autun.

(1293. Höhe von Couche) bis in W. von Beaune (wo
Cote d'Or rechts abgeht) und wendet sich von
da etwas westlich nach den
1456. Quellen des
Arroux und der Ouche, zu den
1229. Quellen des
Armangon,C^on ^fo der lange Zug ab-
geht, dessen unter
B. G näher gedacht wird),
1312. nach
Pouilly, (dem Scheitel des Canal de Bour-

gogne'),
1638. zur Quelle der Brenne,
1783. nach Sombernon, weiter zum

2500. Tasselot, dann 1| Meil. weiter nördl. nach den
1336. Quellen der Seine, wo der Zug sich mehr östlich
biegt,
zu den Quellen der Aube, der Marne,
(Plateau deLaugres: ·

1386. in S. i

1626. in SO. ί von Langres)

1195. in O. j

und der Maas, ferner nach den Quellen der Saone
und

1250. der Madon, und zu den


Anmerk. Chörpentier nennt diesen üebergang Ms. d'Albferes. Denselben
Namen fuhrt der östlichste Pyrenäen-Kamm in O. vom
F<yrt de Bellega/rde.

ocr page 46

Zu Frankreich No. 14^, 41

V ο g e s e n,

welche die Mosel umschliefsen, indem sie dem Rheine
bis zum Donn ersb erge folgen.

4368. Ball 0 η de S u Iz oder de Guebweiler, in
(4415? W. der Orte, von denen er benannt wird, aber au-
4500?) fserbalb des
Hauptgebirgszugs, östlich. Er ward
bisher als der höchste Berg der
Vogesen angesehen.
Aber auf dem Gebirgsrücken selbst erhebt sich der
4514? Grand
Ventron noch etwas höher (nach JBerg·-
haus 733t.>

jj. Die Seitenzüge,
welche von diesem Haiiptzug auslaufen.

1) Die Gebirge τοπ Auyergne,

zwischen dem Mier und der Truyere auf einer und der
Dordogne auf der andern Seite.

a) Cantal-Gebirge.
Cantal 5877. Plomp de Cantal.
G. 5851. Puy de Grion.
M. 5752. Puy Mari.

5635. Cd de Cabre, zwischen den beiden zuletzt ge-
nannten.

V. 5734. Puy Violent. — Von da über den Bergrücken;
Cez. 4648. le Cezallier, nach

b) dem Mont Der (nicht d'Or.)
Puy de Monchat.

5556. Puy Gros.

M. Dor. 6260. (5837 ?) Puy de Sucy (Sangi). Höchster Punkt des
M. Dor.

5682. Puy de l'Aiguille (PAiguiller? l'Eguille?).

c) Gebirge von Puy de Dome.
S. 3249. (3234.) M. de la Serre.

2834. Puy de Cherade.
2344. Puy de Sergovin.
Puy de D. 4548. Puy de Dome. In W. Puy de Coni.

P, 3766. Puy de Pariou. In N. Puy de Louchardiere.

2) Ein Arm, der vom M. Dor nordwestlich zu den Quellen des
Chavanoux und von da südwestlich geht, wo

Od. M. Odonze einen Gebirgsknoten zwischen den Quellen
der Creme, Vienne , Vezere etc. bildet.

Unter mehreren von hier auslaufenden Aasten ist hier zu
bemerken:

a) der Zug, welcher die Dordogne mit ihren nördli-
chen Nebenflüssen
(Vezere, Isle, Dröme) von der
obern Vienne
scheidet (^also zwischen Gaionne-und
Loire - Gebiet.)

Ja. 2925. M. Jargeau mit dem Wald von Chateauneuf.

Dieser Zug geht nordwestlich nach Poitou
(^Vienne-, Deux-Sevres-, Vendee-DepartO, wo das
Höhen-Plateau Gatine, zwischen den beiden
Sevres, und das bekannte Pays de Bocage ihn
endigen, (S.
Hand-Atlas No. 14c.)

b) der kürzere mehr getheilte Zug zwischen der Creuse
und Vienne.

Puy de V. 3002. Puy de Vieux (le puy vieux) in NO. von Limoges
(No. 14c.)

3) Die Gebirge von Forez,

als ein Seitenzug der Hauptwasserscheide zwischen dem Al-
lier und der Loire. Die hier vorkommenden hohen Berge
werden auch wohl mit zu den Gebirgen von Auvergne ge-
rechnet, obgleich die Landschaft Forez nicht zu
der Juvergne,
sondern zu Lyonnais gehört hat. '

Der Uebergang dahin , vom vorigen Hauptzug durch das
ganze
Haute-Loire-Dep., enthält keine ausgezeichneten nam-
haften Berge, erst weiter im N. fangen die hohen Massen an.
6109. Pierre sur haute.

2119. Die ungenannte Höhe an den Quellen des Lagnon
oder Lignon.

Hier endet auf dieser Seite das Blatt No. Md; die Fort-
setzung dieses Zugs findet man auf No. 141', als:
Mo. 5404. Puy de Montoncelle,
Ma. 4496. Cime de Madelaine,

worauf der Zug sich verflacht.

4) Die Ms. de Macon, welche von der Quelle der Grone (Nord-

gränze des Rhone-De'p.) ab, in Nordöstl. Richtung der Saone
zugehen.

3061. höchster Punkt in W. von Macon.

5) Die Cote d'Or (an deren Fufs, von Beaune nach Nuits ge-

gen Dijon hin, die besten Burgunder-fVeine wachsen) geht
im W. von
Beaune vom Hauptzug ab, längs des Canal de
Bourgogne,
dem Hauptzug parallel, gegen Dijonhin gewendet.
2063. Bei
Bligny erhebt sich die Kette zu 670m.

6) Von den Quellen des Jrmangon geht westl. der lange, den

Canal oder la Manche vom Ocean scheidende Zug bis Brest
ab. Zunächst die Ms. de Μ er ν an, die obere Yonne um-
gehend, mitM. de Beuvron, dem südl. Punkt an der Fonne-
Quelle, dann verflächt sich der Zug und geht zum Wald von
Orleans
über das Plateau von Orleans nach der Quelle der
Eure.

524. am Scheitel des Canals von Briare.
480. zw. Orleans und Pitliiviers.

462. höchster Punkt der Strafse von Orleans nach Paris.
554. Quelle des Loir.
Quelle der Eure.

Der Zug geht weiter, die Sarthe und Mayenne
südlich und die Orne nördlich lassend.
862. in N. von
Jlengon,
924. vom M. Halouze westlich,

(wo der nördl. Ast nach dem Cap de la Hague
bei Cherbourg abgeht)
mehr südlich gewendet, mit dem
Me.
 Mgne de Menez.

L. Foret de Lorge.

Fe. Mgne de Fenbusque (in N. M. Morhale und M.

Fromentel).
942. M. Menebre und von da a) nach den
967.
Ms. d'Arrec gegen Brest hin , und b) nach den
788.
Mgnes Noires, welche die Aulne auf der Südseite
begleiten.

7) Die Höhenzüge, welche die Maas zu beiden Seiten begleiten,

und zum Argonner Wald und zu den Ardennen über-
gehen, können nur uneigentlich hierher gerechnet werden,
da besonders der die westl. Seite der
Maas begleitende Zug
zu der Hauptwasserscheide gehört, welche nordwestlich bis
zur Meerenge von
Calais sich erstreckt.
694. Höhe in W. von
Mezieres,

PH.


III. DIE ALPEN.

Mit ihren Verzweigungen bis zum Rhöne-Flufs, so weit sie auf der Karte vorkommen.

Da hier nur Bruchstücke zu geben sind, so ist vorgezogen
worden, ohne Rücksicht auf die Bergzüge, der Karte zu folgen,
uud zwar von N. nach S. in einzelnen kleinern Abtheilungen.

Die Höhen - Angaben sind meist nach Donnet j eine nähere
Prüfung derselben war jetzt unthunlich. Einiges ist aus
Milten-
berg
zugesetzt worden.

1) Z\vischen der Isere und Romanche (Isere-D^p.)

7L. M. de sept Lacs )

B. M. Belledonue [ in O. von Grenoble.

Ch. 8204. M. des Chalanches )

A. ^gne Abime'e )

Gr. 99®'· Grandes fiousses (Gr, Herbta) > Ital. Gränze.

3ΕΪ1. H9-53· les trois Ellions. )

2) Zwischen der Romanche und dem Drac.

6605. M. de Lans

M. du Rechail
M. de la Mazelle

9975». Col. de Ίurbat

/2637·
11886.

isere-De'p,

M. d'Ollan

lÄ. M. de Chaillot le Vieux / ^ipes-Όέρ.

M. Chirao, Quelle des Drac ^ " ^

L.
B.

Mz,
T.

O,

Ch.

c.

Stielek's Hand-Atlas. Beb. 5. A.

3) Auf beiden Seiten der obern Vurance bis zur Vbaye
imd bis Gap.

M. Ge'nevre bei Brian90ti
Roc d'Aiguiller
Col d'Abries

Mont Viso (de Ristolas).

M. de C<5te Loupel
M, de Parpaillon
M. de M^ale
Rochelaire )

Crite des Bartes > in N. v. Embrun.
Col de Loup )

ein nördl. Gebirgszweig.

11

4) Von Gap nordwestlich und westlich bis Falence,
zwischen dem Drac, der Isere imd der Drome.

Ob. 11209. M. Obious

Pr. M. de France, Gränze der 3 De'p., welche das Dau-

phine ausmachen.
V. 5200. le
Grand Vehdmont
M. 5500,
la Moucherolle
B. Bnre

M. Gen.
Aig.
Ab.

Viso

Cl.

P.

M.

R.

B.

L.

9368.


ocr page 47

— M. de Lans in W.
Co! de S. Delmas.
δ) Von hier westlich nach der
Durance zu :
M. de Pallon
M. des Sestrieres
M. de la Blanche
M. de la Laupia
Cernan M.
Gaebe M.

c) In O. V. Digne.
Coupe M.

M. du Cheval Blanc, u.
Cdte longue M.
M. Savion.
Corduech M.
Chamalle M.
d) Zwischen dem Verden und dem Por.
M. de Combrene
M. du Chabanac
M, de la Colle St. Micliel
M. de Chamalac
Valplanne M.
M. de Taillon.

1) Im Var-Departement und westlich.

M. de Bloine
M. de Thorene
(am
Erseron) Choiron M.
le Gran M.

(nächst Grosse) M. Carrau
Mgne Audivergue.

Weiter südlich :

Estre
Montuby
M. de Vinargue
Ms. d'Esteret
Mgnes de Maures
2100. M. des Anges

M. de la Ferriere
M. de Veyron.

PL.
Ai.
Ch.

4C.

P.

8) Bei Marseille, Aix und Arles.
Gr. M. de la Gradule

Ol. les Vans d'Ollioule

B. 2800. la Grotte de St. Baume
R. M. de Regargnas

M. de l'Etoile, in N. von Marseille
M. Perglan
S. Vict. 3000. M. St. Victoire
Alp. 2300. Monte Alpines.

42

I

Zu Frankreich No.

N.

3850. NÖve

L.

E.

4600. Eimbel

S. D.

C.

1200. Compalu

P.

2300. . . Penet, in N.

P.

Ch.

Chomdane

Se,

R.

2500. la Rave

Bl.

M.

Mieri

L,

c.
G.

c.

Ch. B.

S,

Cr.

Ch.

C.

Cc.

M.

Cm.

V.

T.

5) Von Gap und τοη der Drötne südlich, bis zur
Durance.

Mgne de Seuze, in SW. v. Ga(j.

Toussiere, naher a. d. 3. Ddp.-Granze v. Dauphine'

Col de Cabres

Volvent und

Ancelon

Conspeaux

Poet

la Lance

Mgne de Chanvet
Tuen
Claviliere
Cotalongo
Gardegros
Antuche
Luneau
Chaumonze
Mgne de Chabres
Genes
Bluye
Bac und

S.

T.

Ca.
V.

Cn.

P.

L.

Cv.

T.

Cl.

Ca.

G.

in S.-O. von Niona.

B.
T.

C.

Gr.

C.

A.

E.
M.
V.

Ch.
Cs.
Ge.
Bl.
B.

. . M. de Chantaduc
Vent. 6242. M. Ventoux
Lure üb. 3/wi. . . Mgne de Lure

Lu. Mgne de Luba ( ^^^ j}urance.

Leb. Mgne de Leberon \

6) Im Dep. des Basses-Alpes.

a) An der Gränze von Italien:
Pietralünga
Bre'e de las Aignillas
9400. Bre'e de Chambeiron

— Col Maurin in W.

— Col della Partiella in S.
über die
4 Cols: Sontrana, della Monge, de Roburent,

9300. della Magdella

Col de l'Argentiere
Col Portao (?)
Col del Mule

An
F.

Ve.

Das Verzeichnifs der Pyrenäischen Berge hatte leicht reich-
haltiger ausfallen können^ was aber gegen den Zweck gewesen wäre.

Ueberhaupt aber versteht sich von selbst, dafs die gegenwärtige Zu-
sammenstellung nicht Anspruch macht, kritisch bearbeitet zu seyn.


Beilage G· (Zu No. 35" auch 35«.)
ERLÄUTERUNGEN
ZUR KARTE YON UNGARN UND SIEBENBÜRGEN.

I. Erklärung ungarischer, auch slavonischer, croatischer oder illyrischer Wörter, die bei

geographischen Benennungen vorkommen.

Aussprache: a = sch;

Also', Al, All, (slavon. Dolnj,

niznj) Unter, Sitebec
Arany, @ülb
Arok, (grübe
Banya, SSergwerf, SSab
Bjelä, f. Fejer
Bo'r, boros, SBein
Bd, büs,
Stauer, traurig
Cs^, «Βο^ηιιίφ
Czerne, f. fekete
Dolnj, f. Also'
Egyhaz,
Ätrdje, ©ebaube
Erdö, aöSaib

Ersek, ©rjbif^of
Falü, Falva,
®orf
Fejer, Fehe'r, (sl. bjela), toei^
Fekete, (sl. szerne), fdjwarj
Felsö , (sl.
Hornj, er. ill. Gornj),

ober, Uber
Folyoviz , gluß
Fö, fej, ^aupt
Föld,
(Srbe, Sanb
Gornj, f, Felsö
mi, HalÄsz, gtfdj, gif^er
Halom, ^ügel

V = w; ζ = s; CS, ts = tsch;

Häz, ^aug
Hegy, SBerg

Hely, (sl. mesio), Drt, Siaum

Hev (heo), marm, l)eip

Hid^g, falt

Homok, @anb

Hornj, f. Felsö

Kerezt, Äreuj

Kiraly, .Sontg

Kis, (sl. er. ill. mala) iUitt
Kö, ©tein

Kdt, nuette, SBrunnen

Lak, ©ee, ©umpf

Liget, φαι^η

Magyar, Ungatifd}

Mali , f. Kis

Meleg, warm

Mesto , f. Hely

Mezö , gelb

Monostor, Äiofter

Nagy (sl. welka, er. ill. velka),

grof .

Nemes, abeitg

Ne'met (sl. nemta), beutf^

TSignj, f. Also'

0', (sl. ill. Stara, er. Sztara)
alt

Oläh, 3ΒαΙαφΐΓφ
Orszag,
ba§ Sietcft
Palanka , ©djan^e
Puszta,
SBüfte, ßtnobe
Sajo, So, ©als
Sebes,
fc^nell
Stara, f. O'

Szasz, ©αφίβη - (ίάφ[ίΓΦ_)
Szent (sl. Swata, ill. Sveti), SiU

Uq (@anct)
Sziget, Snfei
Sztara, f. 0'

Tartomany, ^roottlj , SSejtrf

Telek, ©ejiräui^i, SSufdö, .fJol^

Tenger, SReer

To', ber ©ee

Tot, 5ßenbti(ft

Török, SürEif^

Uj, (sl. IVoiüe) neu

Var, aSurg, ©φΐο^

Varmegye , g)ro»ins, ©efpann-

ίφαΓί
Varos, €>tabt

cz = tz; sz = s; ks = x; zs = j im Französischen.

Vasar, 5J?arit

Viz, vize, äSaffer, gluf

Welka, f. Nagy

Einige Heiligen - Namen.
Agotha, Mgatbe
Andras, Eiulre,
2inbteag
Benedek, SSenecict
Erstibeth, Örsebeth, (glifabeth
Gyorgy, @eorg
Illona, φείεηε
Imre, ©ΒΙΠίΕΓΐφ

Istvan , ®tepi)an
tvauy, Jan, Jänos, So^onn
Jakab, Jab , 3afüb
K-atalin, Katharina
Läszlo', eabt«(ao
Lörincz, Sorenj
Margitha, sS?ac9arett)e
Marton, sDiartin
Mih41y, ξΟϊίφαβΙ·
Miklös, 9litla«
Päl, g)aul
Tamas, Sipotnag


ocr page 48

Zu Ungarn und Siebenbürgen, No. 35^ u. 35'». 43

IL EINTHEILUNG von Ungarn und Siebenbürgen.

Zugleich Erklärung der Illumination der Karte von Ungarn.

A. UNGARN, mit 55 Gespannschaften {Comitatm), 6 besondern Districten, und den

Militair-Gränzen.

I. Nieder - Ungarn.

a) Kreis jenseits (in S. u. W.) der Donau.

(Grundfarbe Η ellgelb.)_
Gespannschaften:
üomitatus:

1 Wieselburger . .

2 Oedenburger · ·

3 Raaber . . . ■

4 Koniorner

Stuhl-Weissenburger Jlbensis

6 Wespriraer . Â· Â· T^esprimiensis

7 Eisenburger . Â· â–  Castriferrei

8 Szalader . . Â· Â· Saladiensis

SchÜmeger . Â· Â· Simighiensis

10 Toltiaer .... Tolnensis

11 Baranyer . . Baranyensis

b) Kreis diesseits Cif> N. n. O.) der Donau.

(Grundfarbe Carminroth.)

12 ÃŸatscher (ßats-ßodroger) Bacsiensis

13 Pesther .... Pestiensis

14 Neograder . . . Neogradiensis

15 Neusohler . . . Zoliensis
J6 Honther .... Hontliensis

17 Graner .... Strigoniensis

18 Barscher .... Barsiensis

19 Neutraer .... Nitriensis

20 Presburger . . . Posoniensis

21 Trentschiner . . Trensiniensis

Tiirotziensis

Arvensis

Liptovensis

22 Turotzer

23 Arwaer

24 Liptauer

II.

Ober - Ungarn.

α) Kreis diesseits (in N. u. W.) der Theiss.
(Grundfarbe Grün.)

25 Zipser.....Scepusiensis

26 Gömorer .... Gömöriensis

Mosoniensis
Soproniensis
Jauriensis
Comaromiensis

27 Hewescher

28 Borschoder

29 Tornaer .

30 Abaujwarer

31 Scharoscher

32 Sempliner

33 LTnghwarer

34 Beregher .

mediocris
4H Krasznaer Krasnensis
49 Zarander Zarandensis
Kövarer District.

III. Slavonien. (Eoth.)

50 Syrmier .... Stjrmiensis

51 Werowitzer (Werowititzer) Veröezensis

52 Posegaer .... Poseganus

35 Marmaroscher

36 Ugotscher . .

37 Sathmarer . ,

38 Saboltscher . .

39 Biharer . .

40 Bekescher .

41 Tschongrader

42 Tschanader . .

43 Arader . . .

44 Kraschowaer

45 Temescher . .

46 Toronthaler

47 Mittel-Solnoker

Hevesiensis

Borsodiensis

Tornensis

Abaujvariensis

Sarosiensis

Zempliniensis

Vnghvariensis

Bereghiensis

b) Kreis jenseits (ia O. u. S.) der Theiss.
(Grandfarbe Β rä unlieh-gelb.)

machen

das
Β a η at

Marmarosiensis
Ugotsensis
Szathmariensis
Saholtsensis
Bihariensis
Bekesiensis
Csongradiensis
Csanadiensis
Aradiensis
Grassoviensis
Temesiensis β an»
Torontaliensis)
aus.

Solnok Diese 1733 zu

Siebenbürgen ge-
zogenen Landes-
theile sind seit
183& wieder mit
Ungarn vereinigt
worden.

IV. Croatien.

53 Kreutzer . (>isie,uis 1

54 VVarasdiner l· arasdinensisj gleichnamigen

55 Aeramer . Zagabriensis ι Hauptorten

^ Â° ) auf U. Karte.

V. Besondere Districte.

(Die Illumination Zinnober, gleichförmig,

mit Ausnahm-e von C.)
Al) Land der Jazyger ν
Β) Klein-Kumanien I auf beiden Seiten

C) Grofs-Kurnanien } der Theiss.

D) Die 6 Heiduckenstädte 1

E) Die XVI Städte in d. Zipser (Jespannschaft.

Diese (zerstreut liegenden jl/örJfci^ec/iera) sind: 1. Nen-
dorf (Iglo) der Hauptort; 2. Bela;"3. Laibitz; 4. Men-
hardsdf.; 5. Deutschendf.; 6. Knieseii; 7. Michelsdf.;
8. Eisdf.; 9. Wallendf.; 10. Fölli; 11. Pudlein; 12.
Kü-Chdf.; 13. Matzdf'.; 14. Georgenberg; 15. Lublau;
17. Durlsdf.

VI. Militair - Gränzen. (Blaugrün.)
a) Croatische.

56 Liccaner Regiment

57 Ottochaner ,-

58 Oguiiner -

59 Sluiner

60 Kreutzer

61 St. Georgen -

Carlstadter Gene-
I ralat

\ gehört zu Illyrien.

Warasdiiier Geaeralat

--------D""

62 Deutsch-Banalisches Regim.) Croatische

63 Wallachisch-lllyrisch. - ^ Banal.

b) Slavonische:

64 Graclishaer 1

65 Broder > Regiment

66 Peterwardeiner )

67 Tschaikisten-Bataillon.


B. SIEBENBÜRGEN, hat 8 Gespannschaften, 14 Stühle etc. ^ (GrundfarbeGrün.)

I. Land der Ungarn. (Zinnober.)

68 Hunyader Gesp. . Com, Hunyadensis

69 Innere Solnoker . Solnok interior

70 Dobocker . . · Dobokensis

71 Klausenburger (Koloscher) Kolosensis

72 Thorenburger (Thordner) Thordensis

73 Kokelburger (Küküllö} Küküllöensis

74 Unter-Weissenburger Albensis inferior

75 Ober-Weissenburger Albensis superior

II. Land der Szeckler. (vioiet.)

76 Aranyoscher Stuhl

77 Maroscher Stuhl

78 Udvarhelyer Stuhl

79 Tschiker (Gsikeer) Stuhl

80 Dreistühler (Häromszeker) Stuhl

81 Sepser Stuhl .

82 Sohaesburger .

83 Grofs-Schenker

84 Mediascher . .

85 Lesohkircher

86 Hermannstädter

87 Raismarkter . .

88 Mühlenbacher .

89 Brooser . . .

III. Das Königliche Land der
Sachsen. (Geib.)

Sedes Rupensis

Sabesiensis

JSagy Sinkensis

Mediensis

JJj-egyhaziensis

Cibiniensis

Mercuriensis

Sabesiensis

Ssdscvdrosiensis


B) Nosnerland, Districtus Bistriciensis

C) Kroustadter District, oder Burtzenland,

Districtus Coroniensis.

A) Fogarascher District

III. Alphabetische Zusammenstellung von Orten,
welche auch ti^MiscÄ^ Namen haben.

@r.:®ct)Iattett ob. 2tüenbura
. 2lgnit6ien

©aiäburg

Äarlgburg (©tebenb.)

©tulfttoeifenburg

®aaenfrag
(glug)

i>te 2Cu

SenWmam
Saatfdft
5)uianis

15 Balasfäiva"; ! . . ■ Siafenbf.

16 Balaton.....5)latten=©ee

17 Bän.......San 0 Wie

Bans Hunyad 134

18 Bartfa ......©ortfelb

19 Bath.......f?rauenmarit

^ Batos.......ίΒαΐοίΦ

21 Bazinium, Baziny . . SoftnS (9?0ftt»g)

Ungarische oder
Lateinische etc.

Deutsche
Namen.

1 Abrudbänya

2 Sz. Agotha.'

Agria 75

3 Akna (Viz-) .

4 Alba Carolina, oder Älbä

Julia, Karoly-Pejervar
oder Gyula Tejervar '

Alba regalis, Szekes Pe-

jervar ..... .

All Gyögy 117

6 Almakerek.....

7 Aluta . ......

8 Alvinz . · ■ · ·

9 Sz. Andres, Sz. Endre
10 Sz. Antal . . · · ·
" O'. Üj-Arad . - · ■

Aranyos Gyeres - ■ ·

13 ...........

14

^ecse . . .

22 ÎŸ'

23 Uj- oder TörBk-Becs .

24 K. Becskerek. . . .

25 Bela.......

26 Belabänya.....

27 Sz. Benedek (Siebenb.)

28 Sz. Benedek (üng.) .

29 Berethalom . . . .

30 Bernzencze , . . .

31 O' Besenyö . . . .

32 Besztercze.....

33 Beazterczebanya . . .

34 Bethlenfalva . . . .

35 Biese

36 Nemeth Boksän (Bogsän)

Seutfd&i ob. aSeA-aSoi-'
fian

37 Boidogaszony .... g^rauenftri&en

38 Bolly.......SSoOl ^

39 Bonyhdd.....Sonftep

40 Borbänd......® ctnbf.

41 Borberek.....SOBetnbe.fg

42 Borostyanko .... ffiernftetn (f ertift.)

43 Börsöny......©«υίΓφί?"'!«"

Brassd, Brassovia, 51

44 Breznobanya . . . SSrtefen

45 Bröd ..............SStOOb

46 Buda.......Ofen

Anmerh. 1. Dieses Verzeichniss enthält nur die Städte, Marktfleclten und einige wenige Dörfer
von Dörfern mit deutschen Namen.

2- Die hier vorkommenden lateinischen Benennungen haben Cursiv-Schrift. .,

3- Abkürzungen: A- Alstf (unter); F. Felsö (ober); K. Kis (klein); N. Nagy (gross); Sz. Szent (ganctj.

Deutsche

Namen.

Ungarische oder
Lateinische etc.

9ieu--SSetfc6e ^
ÄI. sBeifdjEcreB

SäUc«/ oi>·

Senberbf.
(gt. sBeneblci
sgirthetm

ffiiltril ob. ytofen
sfteufoi)!
sgetblfuS®!·
Sitfcfiie.

Deutsche
Namen.

eben

lermannflebf

Uaufenburg

Äronftabt
Crisium 170

52 Csäkiiny......gatfetSbf.

53 Csanäl (Magyar-) . . Ungarifcfi ^fd&anab

54 Csäntornya .... Sfcftaiateurm

55 Cseld&z. ..... Î²Î±Î·Î¯Î¦Î¹Î¯! ober Sanbftft

56 Csepregh.....SfÄapnng

57 Cseszte......®ii)atmangbf

58 Csötbrtök.....Soipet^bf (ααφ Sonnerg;

marSt)

59 Csütortökeiv . . ■ · Â®onnerSmarii

60 K. Czell.....ÄI· Seil

61 N. Czenk.....gtnienbf

Daröcz 159

62 Debreczen.....Sebreßin

63 Derecske.....Siajenb. Ob. SDreffenmarBt

64 Deva.......Simrtci) Ob. ©cfclofberg

65 Dövöny......Sße&en

66 Dobra......S^euftauS

67 Dobrona......®6bring

68 Dobsina......Sobfd&au

auch einige Flüsse etc. Ausserdem existirt noch eine grosse Zahl

Ungarische oder
Lateinische etc.

47 0' Bada...... Ktt:Ofen

Carolina (Alba-) 4

48 Cibinium, Kis Szeben .

49 Cibinium, Nagy Szeben

50 Claudiopolis, Koslovär .

51 Corona, StffhanopoUs,


11 *

ocr page 49

44 Zu Ungarn und Siebenbürgen, No. 35^. u, 35^,

s8crgn)erEr®ognatf(Jöia

®cetiobetg

®onau

SurlSborf

(gbeitn

täriau

gcicnmartt

Sefctiiirci)

©tegerSbacf)

mum.

119

120
121

122

123

124

125

126

127

128
129

ISO

131

132

133

134

135

136

137

138

139

140

141

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149

150

151

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155

156

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158

159

160
161

162

163

164

165

166

167

168

169

170

171

172

173

174

175

176

177

178

(gnpebett, ob. ©teafburg
^ocftftraf
dperteg
(ättfditn
J&anftlbeE
ansylvavia . (Siebenbürgen
giifabetbftabt
SReuftäufel
SfffS

®ΐαη (®tabt)
. ©raner ©efilof
. Seutfci) gatfcfiet (®f)
. aSalacfiifcbSatfcfeettStabt)
. SDunbelgtircijen
. SßeiSEircben
. Seiben
. ^urbfldE)
. geltvbab
. goli ob. 33&IE
. SRiebct^Salj

. Sber^aBinä

. ©erolbSau, ob. ©tetclSau
. ?leuftebler ©ee
. ®arienberg
. gorcijtenau
KS-) 116
. (gapiing
. gcct;ftobI
. @ol6

. ®ϊαη (glu«

Sanctus Georgius, Sz. György

©t. ©eotgen (B. ^refburg)
Ginsium (Köszegh) . @ίηέ, @un§ (©tabt)

Gnizda.....Äniefen

Göllnicz.....©δΙηίξ

Gradisska (Nova-, Sztara-) . 2iIt:®rai)iSia

Sz. Groth.....©t. ©rote

Guta.......@utta

GyaW......Salmarit

Gyepü Füzes, ob. Kö-Füzes . Ä60 gibtf^
Gj'ergyö Sz.
MikWs 209
AU Gyögy .... ©ergeSbotf

Gyöngyöä.....@ίηξ. Ob. ©utlS (Siuf)

N. Györ 144

Sz. György (bei ^jrefburg) los
Sz. György . . . ©t. (Üeorgen ((JiCeitb. ©efp.)
Sz. György . . . . @t. ®&ϊ8?η (©iebenb.)
Sz Györgymezeje ©eotgenfelb Ob ©ürgenliabl
Gyula Fejervar 4

Gyurgyevecz ©t. ©eorgen (5Bara?bincr @efp.)

Hanzsabek 83
Harka . . .
Haromszek .

φαϊίαα

®retliu6Ier ©tul)l
^eiitgenflcin

, ©iebenlinben
®etb

Äaltenbrunnen

SReur-^)obi§
J&Olttfii)
4>onienau
@r. ^offlein

(gifenmarEt
Äuppenborf ob. Äi:a})unbötf
sjleuborf
auciu

glienmarEt
gisel (Slug)
SaaE (ob. @t ©eotgen)
©t. 3oi)onn
Sogg ob. SooS
Siaab
©ttfdf)

Sofe¥i)gborf

Äobcrgbf
Äobßbf
Äopteinig
Äarlowil

Äafdbau
SSiauenflein
^eiligenireuj
Äreuä (in Ungarn)
Äreuj lin ©iebenb.)
.RaSmarit ob.Äaiferimarft
gjiannergbf. gRatterßbf
Äei«b oö. Äai)gb
Sarbolä

®er Ä5ntgS:S5erg
Ä&nigg:©ee

©aljgruB ob. Äiofmarit

Äomorn:, ϊί. Ä.
Äarijfen

Hegyko . . .
Heo Szamos 296
Hitbärs . . .
Hlbbe ....
Hid^gkiit . . .
Hidig Szamos 296
Uj-Hodasz . -
HoUcs ....
Homonna . . .
N. Höfflein . .
Hunyad (Banfi)
Hunyad (Vaida)
Igen (Magyar-) .

Iglo.....

lllava ....
Illye ....
Ipoly ....

Jak.....

Sz. Jänos . . .
Jaszd ....
Jaurinium, (N. Györ)
Jolsva ....
Josefsdorf. . .
Julia (Alba-) 4
Kabdld ....
Kaposzta Falva
Kaproncza . .
Karlovicz . . .
Karoly Fejervär 4
Kassa ....
Kökkö ....
Sz. Kereszt . .
Nem. Keresztür
Keresztiir (Szäkely)
Kesmark . .
Ketbely . .
Szasz K^zd .
Klrdly Dardcz
Kirälyhegy .
Kirälytö . .
Kismarton 198

Kolos......

Kolosvdr 50
Kotnarom, Kis Kom:

Korpona.....

Kö Füzes 116

Köbaiom (©iebenb.), Rnpes
Köhalom (in Ung.) . fietnberg

Köiesd.......fieieftp

Köpcsiny.....Ättifee

Körmocz Banya . . .Rremntfe
Körös, Crisium . . ■ ÄreuJ (©roat.)
Koros, glu®, (Fejer-, fekete-, sebes-) ÄötofdE) (WeU
per, fcfiroatäer, fcfcnetter)
. . TOenburg (in ©iebenb.)

Körösbanya . .
Köszegh 109
KtikHlö (gluf) .
Kükülövar . .
Lajta (Slug) .
Laitha talva . .
Lanzsir . . .
Lapines (gluf).

.ROcEel

ÄocEelburg, ÄUCfelB.
Sai)t6a, δαίίβα
53o|neuftebel
Sanfee ob. Sanbfee
Safnift

Dognäcska.
Drava . .
Drenöhegy
Düna - .
Durand
Edeleny .
Eger, ^prna,
Egerhegy .
Uj-Egyhäz
Sz. Elek .
Sz. Endre, 9
N. Enyed .
Eötteveny.
Eperjes. .
Ercsdn . .
Erd, Hanzsabik
Erdäly Orszäg,
Ersebethväros
Brsek-Djvar .
Eszek . . .
Esztergom.Äinpf
Eszlergomvär
Nemethi Facset
Oläh-Facset .
Fejiregyhiiza
Fejertemplom
Feketehalom .
Feketeväros .
Felixbanya .
Felka . . .
Felsö-Sajo .
Felvintz . .
Fenyö Falva.
Fertö . · .
Földvär . .
Frakndallya .
Filzes (Gyepü- Ob
Gajar .
Galgdcz,
Gällos
Garara

70

71

72

73

74

75

76

77

78

79

80
81
82
83
8i

85

86

87

88

89

90

91

92

93

94

95
90

97

98

99
100
101
102
lOS

104

105

106

107

108

109

110
111
112

113

114

115

116

117

118

179 Lendva (Als<5-, Felsö-) Unt.i, Db.:Simbad)

180 Leopoldvära .... Seopolbjlabt

181 Leuca, L<5kö Soie^aut vulgo SucEefeaug

182 Leutsovin, Löcse . . Seutftftau

183 L^va......Seroenj

184 N. ί,ένέτά ....

185 Libeth Banya . . . Sibetben

186 Nem. Lipcse .... ®eutfd):2ii)tfi)

187 T6t Lipcse (Zolyom.L.) Soöwifd) SiptW

188 Locsmand.....SutfdbmannSburg.

189 Loraom.....®iaria Saureten

190 Lös.......Softng

191 Lödös......Stäetgborf

192 Lövö......©ctlufeen

193 Lubld......Sublau

194 Lugos (Nemethi-, Oläh-) ®eutfci)3atad)tfd& Suflofc^
Magyar Csanäd 53

Magyar Igen 136
Magj'ar Orszäg 232
Magyar O'rvär 233

195 N. Majtiny .... SKnibing

196 Sz. Margitta (Margaretha) gjiargarettjen

197 Sz. Maria (oormalö Szabatka), Maria Theresiopolis,

9Jiaria Sßerefianopel

198 K. Marlon .... (gifenftabt

199 N. Märton .... sjjtatterebf

200 Sz. Märton (Siaaber ®efp.) Möns Pannoniae SJior;

tingberg

linm. (Sg gibt nocfi^ 4 ©tobte Sz. Märton {n
Ungern
unD »iele ®otfer unb ®üfer biefeS 9ία:
tnenS in Ung. u. ©iebenb., bie aber auger ein
»aar ®6rfern (©t. «Olärten) ieine beutfijen
Benennungen feaben.

201 Marus, fj......ξΚαΓΟΓΦ

202 Matejocz.....SDlagborf

203 Medgyes.....SKebwifefi, «OleSiafcb

204 Menyhärd.....®ienl3arbSbf

205 Metzcnzif (Alsd, Felsö-) . Unt.=, Ob-'^Kegenfeif

206 N. Mihäly ....

207 N. Sz, Mihäly . . . @r.:5)etergbf

208 Sz. Miklds (DebenB. @efp.) . Siiilag

209 Sz. Mlklös (Gyergyo) SitElagniatit

210 Sz. Miklös (Nagy-, Nemet-) . ®r. ©t. Stiflag

211 Mitrovicz.....sjJKtrottJi^

212 Modor......gjlobern

213 Uj Moidawa .... SSergttjeti SteuiSJtolbau

214 Monyorökerdk . . . (Sberau

215 Mosony Ã¤Biefelburg
Mura Szombath 317

216 Muravize, Mura (gluf) 50tur

217 Nagybänya Ob. üjväros 9teuftabt

9iafc!)i?
9ieufa6

sReuftebel am ©ee
sjieutra

®alIenborf
Οϊβ«)ίζ

®eutfd) Sraiüil
3BaIeciiifc& Oran)t|
. . Sräiborf
Äarlburg (in SSiefelb. ©eftj.)
. . Ungarif«iie§ Steici), Ungarn
Ungarifdb itUenburg

218 Nassicze
Nemethi 301

219 Weoplanta, üjvjdek

220 Nezide'r ....

221 Mtria, Nyitria . .

222 Nyek......5i!ecfenmarE

223 Nyulas......@oig

224 O' falu......2Cltenborf

225 Offenbänya . . ©^TOenbburg Ob. DffenBurg
Oläh-Fascet 91

Oläh Liigos 194
Oläh Oravicza 229
Oläh Eesioza 266

226 Olaszi .....

227 Orahovicza . . ■

228 Oravicza (Nemet-)

229 Oraviza (Oläh) . .

230 Orczi falva . .

231 Oroszvär . . .

232 Orszäg (Magyar-)

233 Ovär (Magyar-)
Ozolyom 362
Örmenyväros 297

234 Päks......^alfdf)

235 Palocsa.....spiautfdft

236 Pancsova.....^antfd)oroa

237 Pändorf.....φαbenborf ober parenborf

Pannoniae mons 200

Pgcs 254

238 Uj-Pic3.....

239 Pecska·......g)eif(tiEa

240 Pecsvär......^etfdiwar

241 Pelsöcs......pieifni^

242 Petervär.....$ieteribarbetn

243 Piskie......Seructenau

244 Pocsega.....^ofciiega

245 Podmuran .... @r.:50luranl)

246 Podolincz.....^tublein

247 Poprad......®eutfibenbf

248 Alsö Porumbäck . . ^orumbacö

249 Posny, Posonium . . ^repurg

250 Pösteny.....^ufcbtin

251 Prasmar.....Sartlnu

252 Prividgye.....«riwife

253 Püspöki.....

254 Qßinque Ecclesiae, P^cs

255 Kaba (gl.) ....

256 Eadafalva.....SiuberSbf (®f.)

257 Radna ...... Siobnen Ob. Siobe«

258 Rajka......Siagenbf

259 Eäkos......Ätoiibnci)

260 Alsö Eämdcz . . . Unter:3iabni^ „

261 Edcse . SiagerSbf ob. Siaigi^bf, vaigo SRatftf)bf

262 Eegen (Szasz) . . · SRfnnmarEt Ob. Stegen

263 Eegöly......Siegel

264 Rekicze.....9ieEiftbf (Sf.)

265 Remete .....(Sinftebel

266 Eesicza (Oläh) . . · ffialadjifei) SiefdSig

267 Retteg......SRettenecE ob. Sitcfenbf

268 Kima Szombath, StPphavovoKs . @r.;©teffelSbOrf

269 Biomfalva. . . · Stetliiegbf.

270 Eohoncz.....Siechnig

271 Eosnyo......Stofenau (in ©iebenb.)

272 Eozsnobanya . . · Siofenau (in Ungarn)

273 N. Röcze.....®r.=yiauf(t)enbac&

274 Euzskinöcz . . . · Wtegbf

275 Ruszth .....Stujil)

Sabaria 319

Sajo, (Felsö-) 98

276 N. Säros.....®r.=©(iiarofd&

277 Sasrär Â©Cftogberg

278 Schanmdum, Selymeczbänya, . ©d^emnife

279 Sebes (Szasz-) . · ■ 50ΐΰί)ίίηΒαφ

S.=bf.

I 280 Segesvär.....©dbafbacf)

Segniä 312

281 Selyk (nagy, kis) .
Selymeczbänya 278

282 Sempthe.....©d&intatt

283 Sepsi......SOlolbau

284 Sink.......©.fenE

285 Smizsäny.....©cfimogen

286 Somorja.....©omerein

287 Soovär......©aljburg bei ßperieg

288 Soprony, Sopronium . Sebenburg
Stephanopolis 51. 268.

289 Stompfa.....©tamufen

290 Stösz ....... Â©top

291 Sträzsa......50li(i)elSbf

Strigonium 88

292 Sümegh.....©cbimegi)

293 Sv(Sdii5r.....©d)it)ebter

Szabatka 197

294 Szakolcza.....©Eali^

295 Szalonak.....©ct)leining

296 Szamos, heo, hideg, kis . ©amofdft, gl.. Warme,

Ealte, ileine

297 Szamos Ujvär, (fonft Örmeny väros) ^irmenteri^abt

298 Szarvkü.....^ornfiein

299 Nem. Szaszka . ©eutfc!) Ob. a3ergweri--©a«gEa

Szasz Regen 262
Szäsz Sebes 279

300 Szäsväros.....58rog

301 Szathmär - Nemethi, ober Szathmär unb Nemethi

©att)mer

302 Szäva-vlze (fjiuf) . ©aüe, ©aU

303 Szebekleb .... Älieb
Szoben, kis, nagy 48. 49

304 Szeged......©egebin

305 Szek.......©ecien

306 SziSkilyhid, Szekelyvaros . gtifelftib
Sziikely-Keresztiü· 155
Szekely-Udvarhely 338

Szekes fejervar, f. Alba reg.

307 Szekszard.....©evarb

SOS Sziieskut.....®reitenbrunn

309 Szelindek.....©toljenburg

310 Szencz......gSartberg

311 Szenicz.....©enig

312 Szeny, Segnia . . . 3eng
Szepes Szombathely 320

Szepes Varallya 349 ^

313 Szerdaheiy .... 9{ei?marEt, 3ieufmarft

314 szigst......©iget

315 Szikszo......©iE|

316 Szolnok.....©olnoE

317 Mura Szombath . . Oifjni^

318 Nagy Szombath . . JJprnaU

819 Szombathely, Saharia (Stein am Ifnget

320 Szombathely, (Szepes Szombathely) ©eorgenberg

321 Szomolnok .... ©djm&lniS

322 Szomolyan .... ©moIeni|

323 Szuha......®ürnbacb

324 Sz. Tamäs .... Sfcomagberg

325 Tasnäd (Tosnäd) . . ffireflenburg

326 Tata.......£)Otig (SobeS)

327 Teke......KecEenbf

328 Temesvär.....Semefcfcmat

M. Theresiop. 197

329 Theresiopolis (Wal. Yinga) . Sijereftojjel

330 Thorda......Sßorenbutg

331 Tisza (gl.) (fekete, fejer) . Sfieif, fd&roarje, Weife

332 Tiszölcz.....Siljeigßots

333 Tolna......Solnnu

334 Toplya......Kopi (Drt «. gluf)

335 Torna......SEornau

Tosnad 325 ,

Tot Lipcse 187

Török B(Scs 23

336 Töviö......2)re9Eirij6en ob. Sornjiabt

Transylvania 84

337 Trin sin.....Srentfdbin

338 Udvarhely (Szikely) . Sberfte»
Uj Arad 11

339 Uibänia.....Äfintggberg

Uj Bdcs 23

340 Ujfalu (Nyerges-) .

341 Ujhelz (Kiszucza).

342 Väg-Ujhely . . .
Uj Hodasz 130

843 Ndmet Ujvär . .
Uiväros 217
Uivldik 219

344 Und.......Unbten

345 Vacz . '.....SBatfeen (SBa^en)

346 Väg, Vagus (gluf) ""

347 Vagendrlszel . .
Va'ida Hunyad 135

348 Nagy Värad . . .

349 Varallya (Szepes-)

350 Varasdirmm

370 Zemlin ICroat.)

371 Zemplin, Zempl^n

372 Zilah . . . .
873 Zniovarallya. . ,

0' Zdlyom 362
Zdlyom Lipcze 187 .

374 Zsolna......©tttetn

375 Zsomboly.....>&agfeJb

351 Väsärhely (Kezdi-), Siculopolis . 9J:eumarit

352 Väsärhely (Marus- ob. Szikely) Areopolis ob. Agro-

polis......Steumarft

353 Vascapu.....(giftntf)or.-3)afi

854 K. Värda.....ÄI.=SBarbein

355 Vasvär......©fenburg

356 Vedeny.....gßeiDen

357 Velkopolya .... ^ocbwtefen

358 Vdp . ......®eppenborf

359 Veröcze.....

360 Versecz.....

361 Veszprdm.....aSeßprim

362 Yeterosoliam, O' Zdlyoni 2CIt!©oJ)l

363 Vincovce (croat.) - · äBinEoWig

364 Visegräd.....pitntenburg

365 .............Seini^

Viz Akna 8

366 .............Siofßentßurm

367 Zagrab......Mgram

368 Zaiathna . . Äl..-©dtilaiten ob. ©oibenmarit

369 Szasz-Zaiathna . . . ©efclatt Ob.©ctjiaiienbotf
©emlin
©cmpltn

sDBaitenberg, ^iUenmarit
ÄlofterEüi)i)orn

©cbelien, gr,, it.

SReuborf
Sb..-s«euildbel
gieuftabtt α. b. gSaag

©öfftng ob. ©ifftng

aSaag
SSagenbrufTel

®r.:2!Sarbein
Äircbbrauf
äßaregbin


ocr page 50

Zu Ungarn und Siebenbürgen No. 35% u. 35·'. m

Deutsche Namen mit Nacliweisiing der Nummern

des vorstehenden Verzeichnisses.

iignetfjten 2
3tgram 367
Tfltenburg 1

2Clfen6uicg in ©iebenb. 172

Ung. OTtenBurg 233

2£ltenbf. (3tlibf.) 223

mt> Sl. 7

©f. :iCnbra 9

3irab ZIU, 9ieu= il

2trmenterftabi 297

Sie 2Cu 10

5Baatfd6 is

58αηο»ϊζ 17

SSattfcIb 18

58atüfd& 20

ScnbeSbotf 27

©t. SBenebict 28

SetgioerE ®ognatfd&!a 69

--5leu:smDlbau 213

--©αδβϊα 299

58ert25
Setnftcm 42
2tlt.-SSefij5)enoTOa 31
aSeteien^bf 34
Setfcße, TO:, 22. 23

ÄI.:S8etfd[,Eerei 24
Siitiictm 29
Stfd()bf 25S
SBtfiril 32
-aStif(iEe 35
Slafetibf 16
Slauenftein 1S2
»ocEfd&an 36
58on6ai;& 39
5SooI 38

SJoew. S'fiW

S&ft«9 21
sgreitenBruntt 308
sBreänig 30
Stiefen 44
sgroob 45
fSxoS 300
sBtüiettau 243
Sarßoli 159
Scbre^tn
62
®eutf(i):S8oiffii6an 86
®eutf(5cnbf 247

Seutfd&.-eii^tfd) 186
®eutfd&=8u9of<i) 194
®euif^iSrowiif(]6 228
®eutfd)=9)tlfen 4S
Z)eutf^-®aSSEa 299
Ste«irie6 (©dSloßberg) 64
®iln 26
Sobfaja« 68 .
iDognaifd&Ea, SSergroerE 69
®onau:Sl. 74
SonnerSmarEt 58, 59
©ornftabt 336
23otiS 326
Sobrtng 67
®rau, Sratie, gl. 70
®renoberg 71
SteffenmatEi 63
Sreijliriijen 336
®ϊ65ϋβί>Ιίϊ ©tuftl 124
SunbelSEiriien 92
®urlgbf 73
Sölten
26
©ΰϊηΒαφ 323
©berftu 214
@belin 75
(Sinfiebl 265
140

(gifenburg 352
gifenmarEt 135
(Sifenllaöt 198

S5S

©lifennt«« 139

©ifabettlflaW
eitfd& 145
©noeben 79
@i;erieS 81
©tlau 75
©HenmatEt 76
ertfd[,in 82
effeg 87

Safebet, S)eutm= SO
1 _ 2ΒΛΐβφίίΦ= 91

gelipbab 96
gibifcb 116

gotd)tenau 103
δδΐί 97

grauenEircöen 37
grauenmarEt 19
jfreOftabl 105
j^utifitr^e« 254
©a^xtng 104
@etb 128

©t. ©eorgen (9)iefb.) 108
©t. ©eorgen (©fenb.) 119
©t. ob. Saai (@tfenb.) 141
©t ©eorgen (SßäaraSb.) 122
©eorgenbctg 320
©eorgenfelb 121
©erolbgau 100
©ergeSboif 117
©ierel^au 100
(Sing 109

113
©iffing 343
223

©otbenmarEt 368
@olg 106
@δίηί| III

@t. @6rgfn (©iebenb.) 120
©rabtSEa, 2£lt-, §Jieu: 113
@ran, ©tabt, 88. 89

©tan, gl. 107
©t. ©roti) 113
@utta 114
@ung 109
@ung, gl. 118
©ürgenftabl 121
©ufftng 343
^anfelbcdE 83
φΛΓΕαα 123
^alfelb 375
J^etligenEreui 153
.i^eiligcnftetn 126
^ermannftabt 49

80

j^od)miefen 357

Siieu=.i)Db{f 130

φοΙίίΓΦ 131

Lentenau 132

^ocnlietn 298

.^oling 125

@r.=^5ffletn 13S

^un^ob 134

Sllau 138

SaaE 141

SalmarEt 115

Serifci)marEt 12

©t. Softann 142

Soog ob. Sof 143

SofeijftSborf 146

.RabSborf 148

ÄaiferlmarEt 156

Äaltenbrunn 129

Äatte ©amof<ä)=gl. 296

Äarlbutg (SIBiefelb.) 231

Äorlorotg 150

Äatlgburg (©tebenb.) 4

Äaipfen 164

Äafd&au 151

.Rapgb Ob. Äctgb 158

ÄägmarEi 156

Jielefc& 167

ÄDo gibifd6 116

Ättebbrauf 349

Äittfee 168

Älaufenburg 5

Älieb 303

Älofroarit 162

.Rlf«. .RöDecrn 373

Ätitefen 110

Äober^bcrf 147

ÄocEcl=gl. 173

ÄocEelburg 174

■Komotn, «. Ät.iÄomorn 163

■Koisreinii 149

ÄötttggBers 339

I b. ÄonigäiSSeig 160
' b. ÄönigS--©ee 161
171

ÄKäpunbotf 136
Äemnil 169
Äreug (in 6roat.) 154
Äreu^ (in ©iebenb.) 155
Äreui (in Ung.) 170
Äroigba« 259
Ärontiabt 51
Äuäelberg 174
Äuiijenbf 136
Äüeeorn, Älftr. 373
δααηΓφΙξ 55
Safni^igl. 178
£aitt)al75
Sanbfee 177
Sanbfig, Sanbfdöig 55
aanfee 178

Sauteten 189
iieo»olbiiabt 180
SefcbEtrci) 77
eeutfdba.« 182
Seioenä 183
8ei)ti)a 175
Stbet^en 185

δίιηΒαφ, Sb.:, Unt.; 179
Siptfi), B&f)m.,Z5eutfd[) 186.187
Sisergborf 191 .U' , /

SocEeijauS 181
Soipcrgborf 58
goftng 190
Sublau 193
SudEeöaug 181

ßugofti), Seutfd);, 3ΒαΙαφ.= 194
Sutfct)niannSburs (®orf) 188
ffliaibtng 195
gjiaUenErag 6
gjlannetSborf 157
gjiorgareteen 196
SBlatia Sauteten 189
SKaria Sßeteftanojjel 197
©larienbutg 102
gjtarofc()=gl.
201
sOlattingberg 200
yjiatiergbotf 157. 199
gjiagborf
202
SJlebtafcb, SÖlebroifi) 203
SÄenearbSbotf 204
ajicgenfeif, Sb.:, Unt.-- 205
j a!liφelSbOϊf 291
I @ϊ.=®ίΙφΙ
206
I gjtttrcwtg 211
' gjiobern 212
SJiolbau 283

S^.rSSJtolbau, »etgwetE 213
aiuör, SJlur, gl. 216
@r.=sBlu»anu 245
^ΚύβΙεηΒαφ 279
9taf®i|
218
s«ecEenmar£t 222
Sieuborf 137. 340
sjieui)aug 66
Srteul)a«fel 86
gieumorEt, 351. 352
gfieufafe 219 ·
sjieuftebel am ©ee 220
ipcg gteuftebel 176
gieuftebler See 101
sReufogl 33
Ob.=9leufl:abel 341
gieuftabt 217

gieuftabl on bet aSaag 342
SReutra, ©t. u. gl. 221
9lieberfali 98
91ίΕΐαδ 208
SiliElaSmatEi 209
@r. ©t. 9ϋϊ1αδ 210
SiSfen 32
Sberfee? 338
Sfen 46
2Clt=Ofen 47
OfFenburg 227
SigniS 317
£3ratt)i|, ®««ίΓΦ-' 228

--ΪΒαΙαφϊίφ.- 229

Srowig 227

Orjiborf 230
Debenburg 288
f abenborf 237
5)aEfct) 234
ραηΐίφοϊοα 2S6
?)arenborf 237
^ernjlein 42
®r.r5)ctergborf 207
9)etertt>atbein 242
S^eu.-petfä) 238
φetfφEα 239
φetfφmαr 240
5)ilfen, 2)eutfφ: 43
flatten:@ee 16
g)lautfÄ 235
g)tci|nig 241
Pantenburg 364
φοΓηπιΒαφ 248
5)0fφegα 244
Ροζ gfieufiebel 176
f ofing 21
Prejburg 249
PriTOil 252
Publein 246
PuEanj 14
purbαφ 95
ρίιΓφΙίη 250
Sioab, gl. 255
Siaab, ©tabt 144
Unt.=sftabni8 260
9iagenborf 258
SÄai^iSbf, ^ΐαtfφbf 261
Sia^enbf 63
9ia|etSbf 261
®r.ί^ίαufφenbαφ 273
««βφηίξ 270
SRetfenbf 267
sRegel 263
SRegen 262
9^etφeβbf 269
SieigmarEt 313
SfteEi^botf 264
sRennmarEt 262
Siepg 165

sϊtefφi%, aSatt. 266
SReiteneii 267
Sieufmatit 313
giiefbotf 274
Sioben, SRobnen 257
SRofenau (in ©iebenb.) 271
Slofenau (in Ung.) 272
3iotiienti)Mm 366
SiuberSborf 256
9iuf}6 275 ■
9lteb.=©alä 98
©aljburg (in ©iebenb.) 3
©aljburg bei gj^erieS 287
|©ol3grub 162

©aggEa, ®tfφ. ob. »gwi. 299
©otfimar 301
,s)l«u=©ag 219
j©au, ©atie 302
|@ί.=©φαΓθ[φ 276
ι©φαtmαnnδbocf 57

280

©φβΙΕβη 281
j©φemnig 278
^©φβηΕ 284
@φimege 292
@φintαu
282
©φlα(ning 295
©φΐαίί, ©φlαttenbf 369
@r.=©®latten
1
Äl.^©φlαtten 368
©φ^ofberg 64
©φmSgen 285
©«mSlntg 321
©®neUe gi- Ι^^Ί

©d)Cgberg 277
©φϋξεη 192

184

ί©φΚ)αϊ5« Ä6rof«, gl. 171
:©φmαrae Sßei?, gl. 331
•©cbroebler 293
©«»enbburg 225
©eäen 305

©egebin 804
©emlin 370
©em?lin 371
©eni® Sil
©eyarb 307
©iebenbitrgen 84
©iebenlinben 127
©iget 314
©iiti 315
©ittein 374
:©Eali| 274
©moleni^ 322
@0ί)Γ, 2ilti, mu= 362. 3S
©olnoi 316
©omeretn 286
©tampfen 289 ■
®r.:©teflrel§bf 268'
©tegerSbad) 78
©tetn am Finger 319
©teinbergl66
©toläenburg 309
©to? 290
©tragbutg 79
©tuDlroeißenburg 5
©umeretn 286
Sattlau 251
SedEenbotf 827
Seinig 365
5Σemefφwαt 328
Sßebett 65
SDetß, gl. 331
5£i)et?8olä 332

Sfietefianopei 197
Seeteftopel 329
5££)omogbet9 324
5S6orenburg 330
Sobeg 326
Solnau 333
Sornou 835
So^jl, gl., ©tabt 834
Stentfiin 337
Sreffenberg 325
a;fφαEαtl)utm 54
Ung. a;f«anab 53
2:fφätιϊing 56 "
Sarnau 318
Unbten 843

Ungαttfφ iCltenbutg 233
Ungarif® SΣfφαnαb 53
Ungarn 232
SSolE 97
aSaag, gl. 346
aBa8enbtöffel.347
aSaigen 345
2Βαϊαφίίφ Sugof® 194

--Steroid 229

--9ί6ίφί6 266

äBaUenbotf 226

©amof4,gl.,El.,Ealte,n)arm.296 sß5altenbera 372

aSBaraSbin 850

Äl.:3Barbein 348, 354
SBarme ©omofcb, gl, 296
aSattberg 310
2Ba|en 345
SBeiben 356
aSeinbetg 41
SSeinborf 40
SBetpe ÄStof«, gl. 171

--SDeif, gl. 331

®eiSenburg (©tußl;) 5
SίBeίgfitφen 93
aOiJcpijenborf 358
gSetf 58oiifdian 36
SDSeroroig 359
äBerfφig 360
®eg})rim 361
SBiefelbutg 215
SDSinEowig 363
Sb.:, Unt,--aBin;s 99. 8
iiacEergborf 52
3eben 40
Reiben 94
Äl..-3ett 60
geng 312
3tcEeli)ilb 306
gillenmarEt 372
©r.rgtnienbDtf 61


Stifxer's Hand-Ati.as. a·

12

ocr page 51

46 Zu Ungarn und Siebenbürgen, No. 35^. u, 35^,

IV Erklärung der Buchstaben^ womit einzelne Berge bezeichnet sind^ mit einigen
Bemerkungen über die Gebirgs-Verhältnisse Ungarns.

Ungarn mit Siebenbürgen ist, von Preis bürg an nach N.,
O., SO. und SW., bis zur W a 11 a c h i sc Ii e ii Westgra'nze, von
Gebirgen umgeben, uiul mehr oder weniger tief ius Land damit
bedeckt. — Dieses sind die

KARPATEN.

Der innere Bau zeigt den Anfang der K. sogar noch jenseits
der Donau, beim Dorfe Wolfsthal, wo das Granitgebirge zu
streichen beginnt, und bei Prefsburg von der Donau durch-
brochen wird.

Der Kamm der Karpaten bildet längs idera Trentschiner
und Arvicier Comitat (mit kleiner Unterbrechung beim erstern)^
dann wieder in NO. des Liptauer, dann vom Sa,röscher Co-
mitat ununterbrochen bis Siebenbürgen, die Granze Ungarns,
und zugleich zur Hälfte die grofse Wasserscheide zwischen der
Ostsee und dem Schwarzen Meer, nämlich vom Berge Wisoka,
an der Mährisch-Schlesischeu Griinze {zwischeu ;:0 d er - uüd
Marc h-Gebiet) an, bis zur NO.-Ecke des Äryäer Comitats, und
vom Saroscher C. bis zur NO.-Gra'nze des Unghvarer C., wo diese
Wasserscheide zwischen Saan und Stry oder Dniester nach
Galizien, dann nach Polen und Rufsland übergeht.

Der südwestliehe Theil Ungarns nebst Groatien und Dalmafien
enthalt Fortsetzungen der Steyerischen, Kai-nischea und Julischen
A}pcn.

Ä) Die Karpaten mit ihren Verzweigungen.

1) Anfang der Karpaten bei

Bezeichnung
auf derKarte.

Ki.Karp. Kleine Karpaten.
Weiss G. Weiss Gebirge.

J Gr. Jarorina und

Sztrany-Pafs

Hrasinsko-Pafs zwischen diesen beiden wird die Gränze von dem
Wlar-Pafs, Gebirgskamme uberschritten bis zum Liszka-

Liszka-Pafs. Pafs. Der kleine Flufs Wlar kommt hier aus

Mähren und fliefst in die Waag.

2) Jablunka-Gebirge.

Jablunka-Gebirge, längs der NW. u. N. Gränze des Trentschiner
Comitats.

W Wisoka, 49" 22'Br. Eintritt der grofsen Wasserscheide.

(Diesen Berg gibt Lipszky nicht an.)
Β , "ι Bes^id, zwei Meilen uordöstl. des Vorigen.
Jablunka-Pafs (von Csac'za nach Jabluaka) und Schanze.

Τ I Trojatska, Gränze von Oeslerr. Schlesien u. Galizien.

3) Nördliche Vor-Karpaten.

Bukovie (Bukovecz?) Gränze zwischen dem Comit. von

Arva und Trentschin.
Von hier zieht sich:

a) südlich Idugs der Gränze Und bis zum Thuroczer
Com. das

Fafra-Gebirge.

Fatra Grofse Fatra, endet in 'S. iiächst der Waag mit
dem Thuroczer Krivan , 5300' Hohe über der Mee-
resfläche.

Von der Waag durchbrochen schliefst sich süd-
lich die

Kleine Fatra ^an , gegen 4/m Fufs Höhe,

auf die wir der hydrographischen Ordnung gemäfs
später wieder zurückkommen.

b) neben der grofsen Fatra nordöstlich, längs des
Flusses Arva, das

Mag Arväer Magura - Gebirge,

c) an der Nord-Gränze gegen Galizien -
Ο Oszusskdva
Ζ Zlatne polye
Ρ Podbabow

Ζ Zsylecz, der nördlichste Punkt Ungarns.
(; Chotar; Nordostgränze des
Arvaer Comitats.

J , Jaworzina | , .. i- · „

Μ . Magahoza j

4) Die höchsten oder Centrcd-Karpaten,
auch

Alpinische Karpaten, oder nördiiche Liptavier Alpen nnd
Tatra - Gebirge.
Vom Chotar geht zwar die grofse Wasserscheide längs der
Ostgränze des Arvaer Comitats nach Süden fort zu jener impo-
santen Felsenraasse, welche nach der Ueberschrift unter mehreren
Benennungen bekannt ist. Dieser hydrographisch wichtige Ueber-
gang ist aber so wenig über dem nächsten Flufsbette des
Schwar-
zen
Dunajec (Poprad, Weichsel, Ostsee) erhoben, dafs er, statt
als Höhenzug zu gelten , vielmehr als breiter Thaleinschnitt zwi-
schen den nördl. Gränz-Gebirgen und den Centrai-Karpaten be-
zeichnet werden mufs. An der tiefsten Stelle, welche unweit des
Ortes Schwarz-Dunajec seyn mag, erhebt sich die sumpfige Was-
serscheide, wie der Flufs selbst, noch nicht zu 2400'.— Beim Ort

Czochohora (49° 18' Br-, 2421' H. iiber d. Meeresfl.) beginnt ^-ie-
der die Erhebung des Bodens und dessen Ansteigen zu einem'sHid-
lich gerichteten kleinen Bergrücken mit mehreren namhaFt^n'KidJl-
pen, bis zum Anschliefseu an den ßohats, 6 — 7000' hoch. —
Dieser kann als Mittelpunkt der ganzen von W. nach O. gerichtötfen
Centrai-Kette gelten, obgleich er an Höhe vom Östlichen Th^ile
noch weit iibertrolfen wird.

Ziehen wir die schon genannte Fatra (von Tatra wöhl zu
unterscheiden, wie auch von Matra) nebst der Ar νΙ^^έΐ
Magura
und den südlichen Liptauer Alp« η nicht mit zürn Cottiplex
der Centr α l-Kar 2} aten, so werden diese als eine Gebirgsöiiisse
zu bezeichnen seyn, die von W. aus, hart am Einflufs der A'f'Va
in die Waag, zwischen beiden Flüssen östlich fortsetzt bis.iilm
vorhin genannten ßohats (bis dahin weniger zerrissen αιν^'ζ^
klüftet) , von hier an aber im Zickzack (als Wasserscheide}, littd
mit einer Unzahl der imposantestenFelsenspitzen und Klüfte drtfeh-
worfen, gewissermafsen ein Felsenknaul bildet, was ungemein schroff
nach Kesmark und dem Thal des Poprad, südlich und östlich,
abstürzt^^).

Si) Α η m. y. Sydow-Wolfs Karte der Central-K. (Berl. 1S30), wenn auch hart m
der Ausführung, liefert doch ein weit instructiveres Bild von diesem, 'den
Beschauer in Begeisterung setzenden Gebirge, als die Abbild, zu Wahlenbei^.
Ueber die Verschiedenheit der Höhen-Angaben zAvischen Beiden ist vielleicht
irgendwo Aufschluss gegeben, dem Verf. ist aber eine Nachricht darüber jetzt
wenigstens nicht zur Hand. Da wo in gegenw. Ucbersicht zwei Zahlen neben-
einander stehen, bezieht sich die erste auf SydoAV, die zweite auf Wahlenbei^.

Der leichtern Auffassung wegen gehen wir hier von der sonst
befolgten hj'^drographischen Anordnung ab , und halten uns an die
eben angedeutete Bichtutig von W. nach 0.

A. D e r we s 11 i c h e Theil oder di e η ö r d Ii c he η
Liptauer-Alpen.

Einflufs der Arva in die AVaag, 1235' W.
Sip, Anfang des Gebirges, 3600', 3100.
C Gr. Chocs, 4995, 4916.
Β Biela Szkala, 4500, 4600.

R Ilohats, der vorhin schon genannte Central - Punkt,

6675, 6407. Gränze zwischen Galizien und den Go-
niitaten von Arva und Liptau.
Tamauova, 6900 W.
Tomanovo bosco, 6500
r. S.
Javorova, 7300 W.

B. Das eigentliche Tee ί r α - G eb i r g e.
Kr. Gr. Krivan 7634, 7538*).

*)Anmerk. Die Bezeichnung Kr. auf den altern Abdr. ist et-
was zu weit nordöstlich geltoininen, und steht richtiger an der
Gränze zwischen
Galizien, dem Liptauer Comitat und der Zips.
Jene Stelle trifft mehr die Eisthaler Spitze.

Basta Csabi . . . . \ 7800 v. S. — d. Mengsdorfer
Wisoka^ ..... ? Berg^ tritt am weitesten
Kopa, Mengsdorfer Berg) südlich hervor.
Ε
Eisthaler ξ>γϊίζ& der Iröchste Punkt der Karpaten,
über 8000' W., über 8100' v. S., sogar 8400' nach
der Profil-Zeichnung v. S.
Lomnitzer Spitze, nächstbei in SO,; die ausgezeichnetste
von Kesmark aus, und deshalb sonst als der höchste
Punkt angenommen. 7^42' W.. 8133 v. S.
Ferner, nördlich der Tatra: ' P^'·
Μ . . Zipser Madürä-G'ebirge 3—4/ra. F.

Vom Grofseu Kril'an oder seinem Nachbar, Basta
Csabi südlich, geht die"Wasserscheide an der Ost-
gräaze des Liptauer Coiliitats mit dem
Η Hochwald, 2689' W. _

zur Fortsetzung der Gräiiz-Karpaten, welche, die Zips
nach NO. durchschneiden und, im Comitat von
Scha-
rosch, Galizien wieder
erreichen. (Siehe No. 6.}
Der nochwald führt aber auch zur

5) Innern Fortsetzung der Karpaten^

die mit dem

Kö Königsberg beginnt. Gegen 5/m Fufs hoch, beherrscht
er gewissermafsen das innere Ungarn fflit grofsarti-
ger Aussicht. — Hier entspringen die Flüsse
Waag,
Gran , Gölnitz, Hernad.
Der Königsberg und der nahe
Τ Tresznick, nebst dem üoiÄensiein, bilden gewissermafsen
den Knoten für die Vereinigung der
vier innern
ßergreihen
mit den eigentlichen Karpaten.

Von der Donau aus ansteigend folgen nämlich
von W. nach O.

a) Das Freystadtier Gebirge, zwischen der Waag
nnd Neutra,

b) das Neutraer Gebirge, zwischen letzterer und
der
Gran.

Beide, um die Südwest-Gränze des Thurotscher
Com. verbunden , erheben sich mit einem grofseti Ge-
birgskamm, der das Liptauer Com. in SüdeYi ibegleitet
und so mit dem Königsberg schliefst.

c) Das Karpfener Gebirge, zwischen der Grän und
Eypel, biegt sich zur Gränze zwischen Sohler
und Gömörer Comitat und legt sich durch letz-
teres mittelst des
Tresznick (T) ebenfalls an
den Königsberg.

d) Das Tscherhater Gebirge fangt hart au der Donau
im Honther und Neograder Comitat an, geht


ocr page 52

Zu Ungarn und Siebenbürgen, No. 35% u. 4T

nordöstl. zur Südgrätize des Görnörer Comitats
und längs dessen Westseite nördl. zum Vorigen.
Die ausgezeichneten auf der Karte zu findenden
Punkte dieser innern Gebirgs-Verzweigungen sind :
α) Vom
Königsberg westlich, Siidgranze von Liptau
und weiter:

Teufelshochzeit bei Bocza, 3696'.

Dumper, 6170.

Szoliczko.

SUiiez, Haiiptstrafse von Neusohl iiac'h Liptau.
Krisiia , Gränze zwischen den 3 Comitaten
Liptau,
Thurotscli
und Sohl.

Von hier nördlich die Verbindung mit der
Kleinen Fatra, die (wie oben bemerkt} durch die
IVaag
von der grofsen Fatra getrennt ist.
Ferner von
Krisna südwestlich:
Klack, Nordgränze des
Harscher Com. in W. . von
Kremnitz. (Südlich von hier: die warmen Bäder
von
Skleiw ünä Eisenbacli und die Goldgruben von
Königsberg und Eisenbach.)
Facskovszka, am Trentschiher Goraität,Quelle der ISeutra.
ß)
Nächst dem Königsberg und dann zum Karpfener

tibd Tscherhater Gebirge.
Tresznick und Rothenstein.

1) Von da nach SO.

. Csentova Hola und Ochsen-B. (Pozsälo'). Der Blick
von hier soll bezaubernd seyn. Den
Ochsen-B. nennt
Lipszlcy nicht.
Pipitka, südlichster Punkt der
Zips.

2) Nach W. und SW.
Fabova j

,, i Westsränze des Gömörer Com.
Homolka ί Â°

Pietrova )

Javorina, — Sohler und Neograder Com., nächst dem
Honther.

Ferner:

Medves, Südgränze des Gömörer Com., in Neograd.
Tscherhdter Gebirge , mit
. Szanda, dann
Naszal, zunächst der Stadt
Waitzen.

y) Μα ii-ti-Gebirge.
Vom Medves südlich zieht sich ein Rücken in das
Hewescher Comitat, welcher sich mit dem von W.
nach O. gerichteten, in die südliche Ebene hart ein-
fallenden Maira-Gebirge schliefst.

Auch findet sich, östlich vom Medves das
Bih-Gebirge im
Biharer Comitat angegeben.
Α η m e r k. Aber weder Lipszky noch der Verf. der Beschreibung
-Fon Ungarn (Leipzig 1834) benennen dieses Gebirge.

Bih-Geb.

ßeszked-
Geb.

Η

Sz

Η
J

Β

Pi

Ρ

Κ

Β

C

Ρ

R

G

6) Fortsetzung der Gränz-Karpaten.

Vom Hochwald (Liptau-Zipser Gränze) geht die grofse Was-
serscheide mit dem Hauptrücken nordöstl. durch die
Zips und
durch einen Theil des Comitats von
Sarosch zur Gränze Ungarns,
und mit dieser fort.

Br : Brinken, Ostgränze der Zips, Centrai-Punkt mehrerer
Aeste.

Ihla, zunächst in N,, 3800'.

Beskid, ßesfeed-Gebirge, von der Nordgränze des Com.
von
Sarosch bis zur Gränze des Unghvarer Com.

Von da weit in Süden an der Südost-Gränze des
Abaujwarer Com.
. . Hegyallva.

Ferner :

Szereinke. Nördl. Gränze des Unghvarer Com.

Uebergang der grofsen Wasserscheide nach Ga-
lizien
in 0. des Orts Uzsok.

Husznya 40° 50' L. / Nord-Gränze des Beregher
Jaszin Javornik 4)° L. j Comitats.
Von da südlich:
. . Borlo, Gränze zwischen
Beregh und Marmarosch.
Pirgau.
Popadia.

. . Kraszna, südlich vom Vorigen, im Innern.

Bisztra / Galisien 42° L.

Csorna ( Â° °

Pietros ( Ostgränze d. Marmar. Com. über 48 Br.
Rusky ( — Quellen der
weifsen Theiss.
Grob, Südgränze von Marmarosch gegen das Sachsen-
land, zw. den Quellen des
Viso (Theiss-Gebiet;) und
der nach der Moldau strömenden
Bistriz.

Von hier geht
a) ein starker Ast westl. und nordöstl. , indem er
das Com. von Marm. überall begränzt, mit
Batrina . . um die Mitte der Südgränze v. Marm. C.
Czibles . . südlichster Punkt des Marmaroscher C.
Pleska . . vom Vorigen NW., «och an
Siebenbürgen
gi'änzend.

Pretosza . . weiter in NW. an das Sathmarer Com.

gränzeod.

b) der äufsere Gebirgskamm an der Gränze von
Siebenbürgen gegen Galizien und die Moldau
und auch gegen die Wallachey bis zur Durch-
brechung der
Jluta foTt.
Radna-Pafs, aus dem Thal des Gr. Szamos nach der
Bukowina.

(Von diesem südl. Kukov α - Berg, fehlt hei Lipszky.)

D
S
St
Kr

Kl

Τ

F
D
Η
Ρ
J

Μ.
Cserh.
S.

Börgst^afsi nahe bei, von Bistritz und Borgo eben-
falls nach der Bukowina.

8™uniol(8trumora?3>) den Winkel wo

Dalbidan ' ' f Bukowina und die Moldau

fjgigja > sich nach Siebenbürgen ein-

Kelimar \ bilden so einen

Pogani teteje ] bedeutenden Gebirgsknoten.

Vom Dalbidan nordöstlich
Piatra le Ross (Pietrelle Ross) an der gemeinschaft-
lichen Gränze der genannten Länder.

i) Innere Siebenbürgische Karpaten.

Von demselben Dalbidan westl., mitten durch Siebenbürgen
geht der bedeutende Rücken zwischen den Flufsgebieten des Scha-
mos und Marbsch mit
Bisztricsora
Pojana Lunka

Tamas Kantoka, i ,

worauf er.sich verflacht, um gegen Ungarn zu sich
wieder bedeuteüd zu erheben , rriit
. Mont le Mare (östlich vom ilräptrücken}
Kalinvasza

Batrina, Gränze ge^en Ungarn und 'Spalturig'
I) nach Nord
Kumeczel in Ungarn. — Die bedeutendere Fort-
setzung dieses Zugs führt weiter nordwestl. durch
das Biharer Comitat,, wo sie in die Ebene über-
geht; — die
Wasserscheide aber zeigt eine wieder
nach Siebenbürgen übergehende kurze Biegung um
die Quellen der
Koros (die schnelle Koros Sebes
Koros) , die bei dem Berge
Ostiana (über welchen die Strafse von Gr.-Wardein
nach Klausenburg führt) sich abermals theilt,
westlich zum

Reu^fe""*^ ^^ Ungar. Gränze (Bihar. Com.)

und nördlich zum
Bück-Gebirge an der Gränze v.
Sathmarer Com.

2) Von obiger Batrina-Spaltung westl. und südl., an der Gränze
von Siebenbürgen.
G Gyalu Ripi 1

Β . Bihar > Südost-Gränze des Biharer Com.

Μ . Moma J

Ferner:

Μ Magura auf der Süd-Seite der weifsen Koros, in Sie-
benbürgen.

8) Moldau - Wallachische Gr änz - Karpaten.

Von obgedachter Gränze der drei Hauptländer
streicht der äufsere Gebirgszug zwar immer nahe an
den Gränzen, doch so, dafs diese meist den Kamm nicht
erreichen, welcher Siebenb. allein angehört, darin
S Sarmos und Borzek Kozrecz (fehlt bei
Lipszky).

Tatar mezö.

Κ Klokavas, Quellen der Aluta (fehlt bei Lipszky, dage-
gen sind daselbst genannt
Kis , Havas, Lahas).
Von da südwestlich:
Μ . Magos, Quelle des Maros.

Von hier bedeutende Verzweigungen nach innen
durch den südlichen Theil von Siebenbürgen , die wir
aber übergehen, so reichhaltig auch die Nomenclatur
ausfallen könnte, weil Lipszky hier nicht durchaus
sicherer Gewährsmann zu seyn scheint, und genauere
Erforschung zu weit führen würde. —

Ferner in 0. und Süden der Aluta:
Κ Kaszony, 46° 10' Br.

Μ Murtani, unweit der Moldau-Wall. Gränze.
Κ Kapri, südlichster Punkt von Siebenb. in Osten.

. Töriöscher Pafs / · „ i oiir rr j.

. Türtzburger Pafs ( Kronstadt.

Nachdem der Gebirgsrücken die Südgränze von
Siebenb. begleitet hat, wird er von der
Aluta durch-
brochen , auf deren Westseite der
Α Arpasul,

Τ Turkul,

Tatara, und

Rothe-Thurm-Pafs von Hermannstadt nach der Wallachei führt.
Von hier weiter an der Südgränze :

τ

Tiszomoi

κ

Kirsztest, und von

da in Norden :

S

. . Sztrimba.

Ferner

an der Gränze

ρ

Pojana Mujeri

Μ

Mancha.

Vulkan-Pafs.

Ο Oszla; und von da nordöstlich
R . . Retezat.

Ferner:

Μ Morarul, Gränze der Wallachei
Ρ . Vürvü Petri

Von hier nördlich :
Eisenthor-Pafs 40° 20'
L.

Μ

Β

Κ

Os
R


12*

ocr page 53

B) Forts, der Steyerischen u. Kamischen Alpen.

1) Von Grafs östlich, zwischen der Raab und
Mur geht ein Zug durch
A&s, Eiseniurger , der
sich im
Wesprimer zum Bakonyer Wald erhebt
und mit dem

M. Pilis, in SO. von Gran, sich in den Winkel der
Donau einlegt. ' j:

2) Von Kärnthen her,; «wischen Drau und Sau
tritt ein anderer Gebirgszug, unter dem Namen des
Gebirges
Matzel, die G.ränze ein Stück begleitend,
nach
Croatien. In seiner Fortsetzung bis zur Vereini-
gung der,
Theiss mit der Donau bemerken, wir:

Iv Ivanchicza.

48

Sei Selesnicza.
Kai Kalnik.
ße ßekau.
Bi Bilo
Pap Papuk.
Kr Krstovi.

Dann :

Szl Szlema, in S. des obigen Zugs, bei Agram
und

Geb. Werdnik in Syrmien, unweit Peterwardein,

Zu Ungarn und Siebenbürgen, No. 35% u. 35''.


AnmerTeung m Seite 27, isweite Spalte. Der zehnte fler sogenannten kleinen Planeten, von de Qasparis in Neapel anj 12. April 1849 entdeckt, hat den Namen
Hygieia erhalten.

AnmerTeung zu Säte 3G, zweite Spalte. Aus einem an A. von Humholdt gerichteten Briefe des Dr. BooTcer vom 26. April 1849 aus Darjiling im Staat Sikkim werden
folgende die höchsten Berggipfel der Erde betreflfenden Interessanten Eesnltate mitgetheilt:

1. Kanchain- (KuTiCiiln- oder Kinchin-) jungra ist bei Weitem der höchste unter den bisher mit Genauigkeit gemessenen Gipfeln .des Himalaya; seine Höhe beträgt
26436 pariser Fuss.

2. Dawülagiri Ist unlängst vom Obersten Wangh neu gemessen worden. Er hält dafür, dass die Höhe beträchtlich zu niedrig angeschlagen worden sey, und dass sio
sich eben so hoch, wenn nicht etwas höher, als die des Kanchain erweisen werde.

3. Es giebt einen Gipfel zwischen Gossain than n. Kanchain, der sowohl vom Nepal-Thale, — wo er Deodangha genannt wird, — als auch von Sikkim zu sehen
ist. ■ Dieser ist noch niemals gemessen und nicht einmal auf den Karten angegeben worden. Indessen betrachtet ihn Oberst
Waugh als muthmasslich ein klein

" wenig höher, als Kanchain und Dawalagiri.

l^'ih-
i'. :

Gotha, Druck der Ehgelhard-Eeyher'schen Hofbxichdruefcerei,

ocr page 54

auö
^em Xievia^

t) 0 η

^ttftm in

(&cUbex 1849.

STIELS R'S HA

über alle Theile der Erde und
Inhalt der vollisitäniligeii

ND-ATLAS

über das "Weltgebäude.
Anisgrabe in 83 Bl.


Titel mit Grundrirs der Stadt Gotha.

2—5b. Hais Weltgebäude.

Die sichtbare Seite der Mondoberfläche bei voller Be-
leuchtung.
Planeten-System.

Der nördliche gestirnte Himmel.
Der südliche gestirnte Himmel.

6—10. Allgemeine Karten.

Westliche Halbkugel.
Oestliche Halbkugel.

Planiglob der Antipoden und vier andere Planigloben·

1) Nördlicher, 2) südlicher, 3) für die gröfsie Masse Lanl
des, 4) für die gröfste Masse Wassers.
Planiglob in Mercators Projection, zur Uebersicht der Erd-
fläche und der Seereisen.
Höhen-Profile, oder: Die bekannteren Höhen über der Mee-
resfläche in transparenten Profilen.

11—38c. Kuropa betreffend.

Europa, zur Uebersicht der Fluf s g ebi e t e und Höhen-
züge.

Europa mit politischer Begränzung.
Spanien und Portugal.

Spanien und Portugal in vier Blattern. 3 Nebenkarten
auf No. 13d: Madrid, Lissabon, Cadiz.

Frankreich. Nebenkarte: Umgebung von Paris.
Nordöstliches Frankreich.
Nordwestliches Frankreich.

Südli ches Frankreich, nebst einem Theile von Spanien.
Die Britischen Inseln und die Nord-See. 3 Neben-
karten: London, Edinburgh, Portsraouth.
Bng lan d.
Schottlan d.
Irland.

Scandinavien, oder: Dänemark, Schweden und Norwegen
Island und die Fär-öer. Â® '

Dänemark mit Schleswig, Holstein und Lauen-
burg.
4 Nebenkarten: Kopenhagen, Island, Fär-öer auCh

Hamburg. '

Schweden und Norwegen. 2 Nebenkarten: Umhegend vnn

Stockholm und Grundrifs von Stockholm. " ^

Flnfs- und Berg-Karte von Deutschland und anlie-
genden Ländern (M. i 11 e I - Ε u r ο ρ a).
Deutschland, Niederlande, Belgien und Schweiz
Geneialkarte.

Deutschland und anliegende Länder, zur Uebersicht der

Eisenbahnen und Η au ρ ts tr aTsen.
Ν ο r d w e s 11 i c h e s D e u t s c h 1 au d, Niederlande u. Belgien
Nordöstliches Deutschland. Â® "

Ost- und West-Preufsen und Posen. 3 Nebenkarten ·
Uebersicht des Preufsischen Staats, Danzig, Köniesber"

Mittel-Oestliches Deutschland. ^

Südwestliches Deutschland und Schweiz.
Südöstliches Deutschland.

Der Oesterreichische Kaieerstaat. Nebenk.: Wien.
Sachsen, Thüringen und benachbarte Länder.
INiederlande und Belgien.

?Der Rhein vom Bodensee bis Cöln, zugleich als Special-
S Karte v. Württemberg, Baden u. der Bayer. Pfalz.
IDie Schweiz.

1.

33.
34a.
34b.
35a.

35b.
36.

37a.
37b.
37c.

38a.

38b.
38c.

2.

3.

4.
5a.
5b.

6.

7.

8.

9.
10.

11,

12.

13a.

13b.

13c.

13d.

13e.

14a.

14b.

14c.

14d.

15a.

15b.

15c.
15d.
Ifia.

16b.

II.
18.

19.

30.

21.
22a.
22b,

23.

24.

25.

26.

27.

28.

29.

30.

31.

32.

39.

40.
41a.
41b.

41c.
42a.

42b.

43a.
43b.

43c.
44a.
44b.
44c.
45a.
45b.
45c.
45d.
46a.
46b.

47.

48.

49a.
49b.
49c.

50a.
50b,
50c.

51,

52,

Italien, Nebenkarten: Rom, Neapel,
Nördliches Italien,

Südliches Italien, Nebenkarte: Malta, Gozzo , Comino.
Galizien, Ungarn, Siebenbürgen, Moldau, Wala-
chei.

Ungarn und ein Theil von Siebenbürgen.
Ostseeländer, mit Polen und dem westl. Rufsland bis Mos-
kau. Nebenkarte: Petersburg.
Europäisches Rufs lan d.

Europäisches Rufsland in 2 Bl. Nördliches Bl.

----- - - Südliche.s Blatt.

Des Osmanlschen Reichs Europäischer Theil,

Griechenland und die Ionischen Inseln.
Die Europäische Türkei, von der Gränze Griechenlande

bis zur Donaumündung.
Griechenland (mit Beachtung der klass. Zeit) und die Io-
nischen Inseln. Nebenk.: Athen, u. Athen mit Piraeus.

39—52. AuTeer Kuropa.

Asia,

Africa, Nebenkarte: Algier.
America,

Nord-Polar-Karte, enthaltend die Länder und Meere vom
Nordpol bis Ö0° N, Br. und weiter, mit Uebersicht des Rus-
siechen Reichs in Europa, Asia und America.
Der Atlantische Ocean, mit Bezeichnung einiger Meeres-
wege aus Europäischen Häfen nach Americanischen,
Das Mittelländische und Schwarze Meer, auch als
Generalkarte des Osman. Reichs. 6 Nebenkarten: Cana-
rische Inseln, Nil-Delta und Palästina, Cadiz, Gibraltar,
Constantinopel, Alexandria.
Palaestina. 6 Nebenkarten: Die Länder der heil. Schrift;
Zug der Israeliten aus Aegypten nach Kanaan; Umgebungen
von Jerusalem; 2 Pläne von Jerusalem; Höhendurchschnitt
vom Sinai bis zum Hermon.
Klein-Asien, Armenien, Mesopotamien, Syrien.
Iran und Turan (Persien, Afghanistan, Biludschietan, Tur-
kestan).

Das Chinesische Reich nebst Japan.
Ost-Indien mit den Inseln.

V or d er-Indie η oder das Indo-Britische Reich.
Die Ostindischen Inseln.

Nord-Africa bis zum Aequator. Westlicher Theil.
Nord-Africa (östl, Theil) und Arabien. Nebenk.: Habesch.
Süd-Africa (südlich vom Aequator) mit Madagascar,
Südspitze von Africa. Nebenkarte; Kap-District,
Ν or d-America.

Verein-Staaten von Ν or d - Amer i c a, Mexico, Yu-

catan u, A, Nebenkarte: Plateau von Mexico,
Verein-Staaten von Nord-America mit Ausnahme von

Florida und den westlichen Territorien. Nebenk.: Texas,
Westindien und Ce η tr ο - Α m er i ca, Nebenkarten: Gua-
deloupe; Martinique.
S üd-America,

Nördlicher Theil von Süd-America,

Südlicher Theil von Süd - America. Nebenkarten:

Bai von Rio de Janeiro; Grundrifs von Rio de Janeiro.
Australien oder Polynesien.

Das Festland von Australien und benachbarte Inseln.
Südöstlicher Theil von Australien, Nebenkarte: Co-

lonie am Schwanflufs,
West - Polynesien, Nebenkarten: Witi-Lewu; Tongatabu
und Eua.

Ost-Polynesien. Nebenkarten: Hawaii Vulkane; Tahiti;
Floriana; Honolulu.


a) Vollständige Ausgabe in 83 Bl. nebst Bericht 13 Thlr.

b) Mittlere Ausgabe in LXllI Bl. nebst Bericht 10 Thlr.

c) Auswahl in 31 Bl. nebst Erläuterungen 4| Thlr.

d) Jede einzelne Nummer ^ Thlr. od. 5 SGr.

Preise des Hand-Mas:

ocr page 55

AD.

DEUTSCHLAND,

Königr. der NIEDERLANDE, Köiiigr. BELGIEN und
die SCHWEIZ

mit den angränzenden Ländern
irf XXVtatum. Blättern in Folio.
Maasstab
sösWö (circa 5 Meilen auf 2 Zoll).
Neue Auflage 1848.

1«

3a

4a

5a

Titel.

Helgoland.

Schleswig.

Stralsund.

Danzig.

6

7

8

9

10

Haag.

Bremen.

Hamburg.

Berlin.

Posen.

11

12

,13

14

15

Brüssel.

Cöln.

(Jotha.

Dresden.

Breslau.

16

ni ■

18

19

20

Paris.

Straseburg.

München.

Linz.

Wien.

21

22

23

24

25 Zeichen-

Dijon.

Bern.

Innsbruck.

Grätz.

Erklärung.

Ib

2b

Sb

4b

6b

Lyon.

Malland.

Verona.

Triest.

Maasstäbe.

So wie die Erfindung der Vervielfältigung von Kupferplatten auf
galvanoplastischem Wege seither für deu ,,Stieler'schen Hand-Atlas'"'
mit Erfolg angewendet worden ist und damit die Möglichkeit zu ei-
ner im Preis verringerten Ausgabe gegeben war, — so ist nunmehr
das gleiche Verfahren auf did Atlidif. Ϋ0ή Deutschland in 25 Bt. aus-
gedehnt worden und es ist auch für dieses werthvolle Kartenwerk
die Fiiglichkeit gegeben, dasselbe zu dem geringen Preis von

Thlr. (also unter der Hälfte des früheren Preises)
dem Publikum zugänglich zu machen. Für die Besitzer des Hand-
Atlas bieten diese im gleichen Format erschifeiie'nen Blätter eine stets
erwünschte Vervollständigung, zumal da sie so eingerichtet sind, um
afs Atlas gebündeü gebraucht zu werden, wo' das Zusammensetzen der
Karte zu einem Ganzen zu umständlich erscheint. Die Karte zeich-
net sich durch befriedigende' Behandfung des Terrains und durch to-
pographische Vervollständigung aus , so dafs alle gröTsern Dörfei- und
überhaupt alle Gegenstände von einigem Interesse, besonders an den
Hauptstrafsen möglichst alle Orte aufgenorhmen sind. Alle Sectioneu
sind bis auf die neueste Zeit berichtigt und' alle Eisenbahnen
durch farbige Linien bezeichnet. — Einzelne Sectionen kosten | Thlr.

~ AD. STIELEE'S

ΜίΛΜΤΈΙ VON njEWTISCMljAJ^ns

nftch dem Reichsschlusise vom 27. April 1803 mit den bis zum
September 1H04 erfolgten Veränderungen. Gr. Fol. ülum. 1805.

Preis I Thlr. (36 Kr.)

Die Karte zeigt deii Bestand des Deatschen Reichs vor seiner
Auflösung und behält daher ein historisch wichtiges Interesse.

DAS HER Ζ 0 G Τ Η ü Μ

«Ο Τ II Α

wnd umliegende Länder. Meist nach Messifligen und ört-
lichen Untersuchungen bearbeitet von J. C. BÄR. llhirainirt.
Fol. Mäasstab 50/050· ^"Α· Berichtigt

bis März 1846. Preis f Thlr.
Grundrifs der Herzogl. Residenzstadt GOTHA. Nach
vorhandenen \ind eigenen genauen Messungen eritwor-
feli und gezeichnet von J. C. BÄR. Fol. Maasstab ^
ö'öö·
Neue Aufl. 1847. Preis f Thlr.

Dap>erste dieser Blatter, dessen Umfang sich in N. bis Tenn-
stedt, in W. bis Marksuhi, in S. bis Meiningen , in 0. bis Weimar
erstreckt, wird als einzige richtige Karte des bezeichneten
Umfangs anerkannt.

Der Grundrifs der Stadt GOTHA ist bis ins kleinste De-
tail genau und vollstäudig, r überdiefs nach den neuesten Bestimmun-
gen der Sternwarte Seeberg und den Verbindungsdreiecken mit der-
selben orientirt und gradnirt, der Gradrand von Secunde zu Secunde
eingetheilt.

In neun und zwanzigster vermehrter und verbesserter Auflage
erschien 1849:

S C Η U L - Α Τ L Α S

aber alle Theiie der Erde nach dem neuesten Zustande
und über das Weltgebäiide

nach STIELER'S Hand-Atlas verkleinert.

28 ill. Karten in Real-Quart. Pr. If Thlr. (2 Fl. 6 Kr.)

Durch besondere Gunst der Verhältnisse hat im J. 1841 für
den Sciiül-Atlas eine Einiedrigun^ im Preise (von auf If Thlr.)
bewirkt werden können, so dafs dieses seit 25 Jahren durch zweck-
mäPsige Einrichtung, Richtigkeit und iSchönheit der Darstellung den
ersten ß^ang behaiipteiide Hiilfsmittel beim Unterricht in der Erd-
kunde auch daneben den Vorzug der möglichst erreichbaren W ο h 1-
feilheit sich bewahrt.

Von diesem Schul-Atlas sind von 1821 bis 1849 über 220,000 Exem-
plare in 29 Auflagen verbreitet worden, wie nachgewiesen werden
kann.

Jedes Blatt zu
If Sgr.

Zum Schul-Atlas sind früher schon nachstehende zwei sehr in-
structiv bearbeitete Bl. in gleichem Format eirschienen:

Physische Karte von Europa,
Physische Karte von Asien,

Von dem Schul-Atlas ist für die Schulen Schwedens und
Finlands eine Ausgabe ia s ch w e d is c h e r S ρ r a c h e (mit einigen
Special-Blättern vermehrt) ersohieiiea unter dem Titel:

SKOL-ATZ^AS

öfver alla Jordens Delar enligt dess nuvarande tillstand,
samt öfver Verldsbyggnaden &c. &c.
28:de Original-upplagan innehällande 31 Kartor.

Es sind Vorbereitungen getroffen, um den Atlas auch noch in an-
dere Sprachen übersetzt erscheinen au lassen.

Auf mehrseitige Anforderungen wurde herausgegeben:

Supplement

zu STIELER'S SCHÜL-ATLAS,

seöhs illum. Karten zür Physikalischen Erdkunde

von Dr. H. Bergtiane.

Fünfte Auflage. 1849. Preis | Thlr. (36 Kr.)

itiftält: No. XXI. Isothermenkarte der Erde. — XXII. Warme-
^erbreitung in Europa. — XXIH. Verbreitung der Bäume in Europa.
— XXIV. Verbreitung der Pflanzen auf den Bergen; Kamm- und
Gipfelhöhen der Hauptgebirge. — XXV. Verbreitung d'er Kultnrge-
wächse in Europa. — XXVI. Verbreitung der Luft - und Meeres-
strömungen,

Dem sich driägertd äiiispieöhendefii Bödürfnifs nach Schnlkarten
der einzelnen Länder und Provinzen Deutschlands in speeiellerer
Darstellung, als e» auf den Nummern XI bis XIV des Schul-Atlas
geschehen konnte, zu genügen, ist in gleichem Format erschienen:
ein vollständiger

KLEINER ATLAS

der Deutschen Bundes-Staateii

für Schulen und zum häuslichen Gebrauch
besorgt von

in 29 ill. Karten. Preis If Thlr. (3 fl.)
Dritte verb. Aufl. 1848.

Inhalt:

Kur-Hessen. — Waldeck.

Orossh. Hessen. — Xiassau. - Fraiikfurt.

Baden. - Bayem's PfaU-

Bayern's Ober-Bayern und Sehwaben mit
Neuhurg.

Bayern's Ober-Pfalz mit Regensburg und
Nieder-Bayern.

Bayern's Ober-, Mittel- u. Unter-Fran-
ken mit Mchaffenbwrg; nebst XTebers.
d. Kgr.

Eönigr. Wilrtemberg u. Fiirsteathümw
HohenzoUem.

ErzherzogOi. Oesterreich.

1. Uebersicht des PrenssiscMn Staate.

2. Provinz Prmssm.

7. —

Kgr. Illyrien.

l^rol. — FstOi. Liechtenstein.
Kgr. Böhmen.

Mähren mit Österreich. Schlesien, nebst
Uebersicht der österr. Bundesstaaten.

Brandenburg.
Pommern.

Sachsen. — (Anch Anhalt.)
Schlesien.

Khein-Provinz. — Auch Grossherzogth,

Luxemburg u. Serzogth. Limburg,
Provinz Westphalen.
Ileckleniurg-Schwerin und Sirelitz.
Holstein. — Bamburg. — LUbeclc,
N.-Oestl Hannover. — Bremen.
Westl. Hannover. — Oldenburg.
Siedl. Hannaver. — Braunschweig. —

Lippe.
Königreich Sachsen.
Sachsen-ErnesUn.-, Schwarzburgische-,
Reussische Lande.

Über alle Tlieile der Surfte

nach dem neuesten Zustande
in 24 iiluminirten Karten.

Zweite Aufl. 1847. Preis | Thlr.

Stefer 2ttlag Cnadft bem Stiel er'sehen tjerfletnert) {inpfte()lt ίίφ
uot allen anbeten in ^(εϊφίηι gormat erf^tenencn burc^ comcte ^ειφ'
nung unb »οϊίΰ9ΐ{φ faubere JCugfü^rung in ^ηρίβϊΐϋφ.

Aö. STIEIiffiR'S

geographische Uebersicht der S achs e» - Ε rne-
stinischen, Schwarzburgischen, Reussischen
und der anliegenden Laude. Als Commeutar zu einer
kleinen Karte von Thüringen, gr. 8vo. 3826.

Preis mit ill. Karte | Thlr. (1 FL Vi Kr.)
Eine mit Berg -, Flufs - und Ortschafts - Verzeichuisseu versehene
Schrift, welche als ein genaues topographisches Reperto-
rium über die genannten Staaten dient.

ORBIS TEREARÜM ANTIQUUS.

SCHUL-ATLAS DER ALTEN WELL

NachD'Anville, Mannert,Ukert, Reichard, Kruse,
Wilh e 1 m u. A. iö ilhim. Karten in
Real-Quart. Mit einem
Jbrifs der alten Geographie von Dr. J. H· Möller.

2i8te yerra. Aufl. 1849.

Preis 1 Thlr. (1 Fl. 48 Kr.)
im Format dem Schul-Atlas der neuern Erdbeschreibung gleich,
bietet er durch die sorgfältigste Bearbeitung den mittlerii Klassen der
Gelehrten -
Schulen ein zureichendes Hülfsmittel beim Unterricht in
der alten Geschichte und beim Lesen der Klassiker dar. Auch Freun-
den der alten Geographie, die keinen
Atlas in grofsem Format sich
anschaffen, oder neben dem grofsen sich gern eines von kleinerra Um-
fang zum Handgebrauch bedienen mögen, wird er brauchbar seyn.


ocr page 56

ZiitH'Reisegebraitfch sind die bis auf die neueste Zeit stets be-
richtigten Ausgaben der
D ISS Ärschen grofsen

Kei^ekarte von 3®eutscl»Ia»d, dem der Hiiederlande,
dem Kgf. Belificn, der Schweis und anliegenden Ländern,
entworfeii uiiid gezeichnet von F. von STÜLPNAGEL·, und J. C. BÄR,
in 4 Bl. Nebst
Eiseilbaim-Atlas. Preis aufgezogen 3 Thlr.
(roh 2f Thlr.)

und der kleineren DiEZ'scheii

Fost- und Kiseabahnliarte von jAeutschlaad und anlie-
genden Ländern, gez. von
J. C. BÄB, in 1 Blatt. Preis aufge-
zogen
If Thlr.

als die aneikaunt ζ u ve rl äs s ig s t en zu empfeliJen. Auch als W a itd-
karten für Geschäftszimmer bewähren sie ihre Brauchbarkeit.— Sie
geben aufser den deutschen Bundesstaaten, den Niederlanden und der
Schwei«, welche vollständig bögränzt sind, auch den preufsischen
aufserdeutschen Besitz, einen Tlieil von Polen und Ungarn, das
nördliche Italien zum Theii, das nordwestliche Frankreich bis zum
Khöne, zur Loire und bis Röuen, einen Tlieil der Ostitüste von Eng-
land, die südlichem Inseln DSnetnarks. Die Hauptrouten von Paris
bis Lissabon, Cadix und Neapel, und von Wien bis Peters-
burg und
Constautiηopel sind iu Gartens augebracht. — Die
isufsersten Granzörte der grot'seii sind: Otiense auf Furien,
Oxford,
€aen, Genua, Warschau,
— und die d6r kleinerri: Kopenhagen,
Jiouen, Venedig, Krakau.

Alle befahrenen Ε i s e u b ahustr a Ts e η finden sich in diesen Kar-
ten verzeichnet und farbig angegeben.

EISEICBAHMT - ATLAS

von

Deutschland, Belgien, Eisais und Nord-Italien.
15 Specialkarten auf 12 Bt. nebst 1 Uebersichtskarte.

Entworfen und gezeichnet von
F. V. Stiilpnagel und J. €.
Bär.
Dritte Aufl. 1849. Schön gebunden. I Thlr. |

Oie Karten dieses neuesten Eisenbahn-Atlas zeichneu sich durch
geographisch richtige und genaue Bearbeitung aus; in der Nähe der
Eisenbahnlinien sind a11 e Ο r ts chaf t e η aufgenommen. Wohlfeil- ί
h eit nebenZ weckmäfs igkei t empfehleniJin dem reisen Η enPublicum, ^

Hr. II. Berg^Jiaui^'

ethnographisch-statistische Darst etlung
des

EUROPA

VND DER

in tabellarischer Uebersicht, nebst colorirter Karte.
1848. Preis 25 Sgr.

ORIENT

F. V. ü^tülpua^el und J. C. JBär,

nelist einer statistischen Tafel
von Dr. H. BERGHAUS.

Zweite Auflage. 6 grofse Blätter. 184Ϊ.

Dieser schönen Karte ist eine so bedeutende Ausdehnung gegeben,
dafs das
gauze Mittelländische und Schwarze Meer, die ganzeNord-
kiist^ vonAfrica, Pälästiiia, Syrien, Kleinasien, das Osinanische Reich
in Asien überhaupt, der Caspische und Aral-See sich darauf inbe-
griffen finden, und überdem der Staat Chiwa, das Persische Reich,
die Staaten voii Afghanistan und der westliche Theil des Indobriti-
sehen Reiches (bis Bombay und Luknow reiohend) in ihrem Zusam-
menhang und nach ihrer Stellung zu den europäischen Staaten über-
sehen Wörden fcö'nneii.

Die Routen der von Bombay «ach London gehenden iudischeu
ITeberlandpost sind vollständig darauf zu verfolgen.

ifeben sorgfältiger topographischer und orographischer Ausfährang
findet man Angabe

der Hauptstrafsenzüge, iu deu europäischen Landern mit Bemerkung |

der Entfernungen iu geographischen (oder deutschen) Meilen;
der befahrenen
Eisenbahnlinien;

der Dampfschifffahrten in den europäischen Meeren, wie nach der
Levante, mit Angabe dei' Entfernungen, theils in Zeit, theils in
Seemeilen ausgedrückt.
Die Städte Europa'« sind durch verschiedenartige Bezeichnung nach
ihrer Giöfse oiassiticirt; bei den grolsen Städten, die über 50,000
Einwohner haben, ist deren Zahl in runder Summe beigefügt.
Preis: in 6 Bl· Thlr. (4|F1.)· Aufge/ogetie (zugleich zum Aufhan-
gen eingerichtete) Exemplare iu Mappe Thlr. (5 Fl. öl Kr.).

J. VON PLJISCKNER:

DER THtRIMGER WALD.

Ansicht von der Nordseite desselben als Halb-Panorama auf-
genommen auf dem Tlmringer Haus. Nebst aueführlichem
Coramentar. 1830. Preis 1| Tlilr,

Die atis einem 5 Fufs laugen und Zoll hohen Streifen bestellende
schön gestochene Ansicht und der damit verbundene reichhaltige Com-
mentar bieten jedem Freunde der Länderkunde eine interessante Dar-
stellung des schönen Thüringer Waldgebirges dar, und insbesondere
eine bisher noch nicht vorhandeu gewesene Schilderung des über den
Hauptrückeu des ganzen Gebirges fortlaufenden sogenannten iiennsfeigs.

J. voiv PLlNCKNER:

DER INmSBERG UND SEINE AUSSICHT,

dargestellt durch ein 90 Zoll langes Panorama
Und erläutert
durdi ein Wink^biatt und eine kurze Beschreibung.

1839. Gr.-Real-Octav. 2| Thlr.

Ein mit bewundernswerther Ausdauer und mit sorgfältigster Ge-
nauigkeit hergestelltes Panorama , das 1039 vom luselsbei-g aus dem
Auge sich darstellende und bemerkenswerthe Punkte namhaft macht,
sowohl deu Genufs bei Besteigung des Berges um Vieles erhöht, als auch
späterhin der Erinnerung ein treues Bild willkommener Anhaltspunkte
gewährt. Als die entferntesten Punkte der umfangsreicheu Aussicht von
diesem Berge aus sind anzuführen: der
Brocken (gegen Norden), das
Schlafs bei Kckardsberga (gegen Nordosten), die Leuchtenburg bei
Kahla (gegen Osten), die
Hafsberge bei Κ ö π i g s ho f en in Bayern
(gegen Süden), der
Kreuzberg auf der Rhön (gegen Südosten), der
Hercules auf W il h e 1 m s h öhe bei Cassel (gegen Westen).

Α S I Α

von

Ör. M. Β Ε » Μ Α ΐΐ S.

XVm Blätter in grofs Adlerformat,
mit ausführlichem Text in g r. 4to.

■0*'» <SU» iV

Titelblatt des Atlas.

A. Landkarten ;

1. Generalkarte von Asia.

2. Chinesisches Reich und Japan.

3. Das westliche Hochasia.

4. Die Halbinsel von Kl ein asia.

5. Syrien.

6. Arabia und das Nilland.

7. Vorderiudien.

8. Î— i η t e r i η d i e η.

9. Assam mit Bhotan, Djiuthia, Katschhar, Munipur.

10. Theil des Himalaya in KumaOn, Gnrhwal, Sirmur etc.
18. (19.) Das Ural-Gebirge.

B. Seekarten:

11. Insel Sumatra, die Laccadiven, Malediven, Insel Singa-
pore, Baugka-Strafse.

12. Der Persische Meerbusen.

13. Die Philippinen und der Sulu-Archipelagus.

14. Das Chinesische Meer. Südliches Blatt.

15. Das Chinesische Meer. Nördliches Blatt.

; 16. Die Chinesische Küste zu beiden Seiten von Macao.
i 17. Das Sun da- oder Bor neo-Meer, zugleich als Karte von D j a ν a,
den kleinen Sunda-Inseln, Celebes etc.
Lieferungsweise erschienen diese Karten:
Iste Lief.: No. 8.
Hinter-lndien, 12. Pers. Golf, 13. Philip-
pinen
mit dazu gehörigen Denkschriften (35 Bog. in gr. Quart).
Subscrlpt.-Pr. IJ Thlr. (13 FL 12 Kr.)
Ute Lief.: No. 9.
Assam, 16. Die Chinesische Küste umMacao.

Mit Denkschr. Pr. 5 Thlr. (9 Fl.)
lllte Lief.: No. 5.
Syrien, 6. Arabien, 14, C hin es. Meer, südl.

BL mit Denkschr. Pr. 7 Thlr. (12 Fl. 36 Kr.)
IVte Lief.: No. 7.
V.-Indien, 10. Himalava, Chines. Meer,

nördl. Bl. mit Denkschr. zu No. 10. Pr. 5|Thlr. (9 Fl. 36 Kr.)
Vte Lief.: No. 11.
Sumatra etc., 17. Sunda-Meer, 19. Ural.

Pr. Thlr. (9 Fl. 36 Kr.)
VIte Lief.: No. 2.
China und Japan. Pr. 2 Thlr.

Die Karten werden auch einzeln abgelassen, jede zu 2 Thlr.,
— mit Text je nach Starke desselben zu verschiedenem Preis. —
No. 1, 3 u. 4 sind nocll nicht erschienen.

Selbst bei flüchtiger Ansicht der Blätter dieses Atlas wird sich der
Beschauer überzeugen, dafs die kartographische Darstellung der aofser-
europäischen Erdkunde in Deutschland nie zuvor so ausführlich und
gründlich versucht worden ist, als es hier geschehen, und dafs die
äufsere Ausstattung vom Verleger mit aufserordentlichem Kostenaufwand

bewirkt, dem Stande der Kunst geroäi'suud des Unternehmens würdig ist.

«

Der Asi.4-Ati.as ist Sr. Maj. dem Könige Friedrick Wilhelm III.
von Preufsen gewidmet,
welcher Seine Allerhöchste Zufriedenheit da-
mit dem Verfasser und Verleger durch Kabinetsschreiben
ausgedrückt
und Jeden mit der goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft
beehrt hat.

Kleiner Geographisch - Statistischer Atlas

der Preussischen Monarchie.

Zehn ill. Karten. Real-Quart. 1842. Preis f Thlr.

INHALT: Tabelle über Volksmenge und Viehstand.

No. 1. Eiutheilung der Provinzen und Regierungsbezirke.

(( 2. Provinzial-Ständischer Verband.

« 3. Die Wärme-Verbreitung in ihren Haupt-Momenten.

« 4·. Die relative Bevölkerung in den Provinzen.

« 5. Die intellectuelle Kultur in den Regierungsbezirken.

« 6. Eintheilung in Justiz-Verwaltungs-Bezirke.

,( t. Deutschlands Handels- und Zoll-Verein.

<f 8. Eintheilung in Bezug auf das Berg- und Hüttenwesen.

« 9. Dislokation des stehenden Heeres.

« 10, Eintheilung in Beaug auf die Landes-Wehr.


ocr page 57

Dr. κ. von SPRüNER'S

HAND-ATLÄS

zur Geschichte der STAATEN EUROPA'S vom Anfange
des Mittelalters bis auf die neueste Zeit.

13 color. Karten mit mehr als lOONebenkärtchen, Plänen etc.

Mit Erläuterungen. 1846. Fr. gebunden 22 Thlr.

Der historische Atlas, als ein steter belehrender und erläuternder
Begleiter jedes geschichtlichen Studiums, bildet, um diesen Zweck zu
erfiillen, für jede Hauptperiode der Geschichte nicht allein den aufsern
Umfang, sondern auch die innere Abgrenzung der treiFenden Länder ab.
Des Herrn Verfassers Aufgabe: „dafs jede der Karten so viel als
möglich gerade das für die treffende Periode leiste, was man von
einer guten geographischen Karte für u nser e Tage verlangt," fin-
det sich nach dem Unheil der angesehensten Geschichtskundigen in
befriedigender Weise gelöst. — Der Atlas stellt die vorzüglichsten
Perioden des Mittelalters dar, und behandelt als Hauptauf-
gabe die Gestaltung der einzelnen Länder von der Periode der Völ-
kerwanderung bis auf die neueste Zeit in besonderer Berücksichtigung
der von „Heeren und Ukert" herausgegebenen „Geschichte
der Europäischen Staaten." — In Form, Gröfse, Art der Be-
handlung schliefst er sich durchweg an den S ti e 1 e r'sehen geogra-
phischen Hand-Atlas an, für welchen er also gleichsam einen, die Ver-
gangenheit abbildenden, ergänzenden Theil ausmacht.

INHALT in systematischer Anordnung:

1. Die Welt der Alten, Uebergang zur Geographie des Mittelalters.

Elf üebersich tskarten von Europa.

2. Das Eßmüche Reich und die nördlichen Barbaren im IV. Jahrh. — Nebenkarte: Die
untern Donauländer um 380 n. Chr.

a. Europa im VI Jahrh. (Die aus der Völkerwanderung hervorgegangenen romani-
schen und getmano romanischen Staaten.)
10.
Europa zur Zeit Karls des Grossen.
44.
Europa in der 2ien Hälfte des X. Jahrhunderts.
46.
Europa zur Zeit der Kreuzzüge.
48.
Europa am Ende des XIV. Jahrhunderts.

61. Europa in der Mitte des XVI. Jahrhunderts. Zeitraum der Reformation.

66. Europa während des XXXjährigen Kriegs und bis 1700,

58. Europa im XVIII. Jahrhundert.

78. Europa von 1789 bis 1816. Zeitalter Napoleons.

64. Europa nach Völker- und Sprachgränzen. Ethnographisches Bild.

Zwölf Karten zur G es chic hte Deutschi an d s , der Schweiz, der
Niederlande und der Ostseeländer.
9.
Alt-Oermanien, und die Süd-Donauländer um die Mitte des V. Jahrhunderts. — Ne-
be..karte: Die Reiche der Franken um 650 n. Chr.

12. Die Theilungen vom Reiche Karls des ürossen. — Nebenkarten: Lotharingia. —
Schlachtfeld von Fontenay.

13. Deutschland unter den Sächsischen und Fränkischen Kaisern bis zu den Hohenstau-
fen. — Nebtnk.: Tharingia. — Der Bodensee.

14. Deutschland unter den Hohenstaufen und bis 1273. — Nebenk,: Die grossen Ge-
schlechter um 1170. — Das Stammgebiet der Hohenstaufen.

16. Die Herzogthümer Francia, Alemanma, Bavaria, Lotharingia superior und Burgun-
dia minor.
— Nebenk.: Habsburgische Stammlande. — Schlachtfeld von Göllheim.

16. Die Herzogthümer Saxonia und Lotharingia inferior; dann Ihuringia, Osterland,
Bassia
etc. — Nebenk.; üebersicht der Theilungen in den Sächsischen Ländern. —
Die Pfalz und umliegenden Länder.

17. Deutschland von Rudolph von Habsburg bis Maximilian I. 1273 bis 1493. — Nebenk.:
Deutschland um 1350. - Schlachtfeld bei Stillfried.

18. Deutschland von 1493 bis 1618. — Zeitraum der Reformation. — Nebenk.: Prag und
die Schlacht auf dem Weissen Berge.

19. Deutschland zur Zeit des 30jährigen Ki-ieges. — Nebenk.: Der Rhein von Strassburg
bis Köln. — Pläne der Schlachtfelder bei Wimpfen, Breitenfeld, Nördlingen, Witt-
Stock, Tuttlingen, Jankow.

20. Deutschland von 1649 bis 1792. — Nebenk.: Wien und dessen Belagerung 1683, —
Belgien. — Antwerpen und seine Forts.

21. Deutschland von 1792 bis zur Gegenwart.— Nebenk.: Deutschland im Jahre 1811. —
Schlachtfeld hei Leipzig (16. bis 19. October 1813).

Ostsee Länder Polen und lAtthauen ün XIIl. Jahrh. — 22b. Die OrdemgeKete in Preus-
sen
und UeUnd bis 1625 und 1662. — Nebenk : Die Ostseeländer bis 1772. — Deren
kirchliche Eintheilung bis zur Reformation. — Gegend um Riga.

Fünf Karten zur Geschichte Italiens.

4. Italien unter der Herrschaft der Langobarden. — Nebenk.: Unter-Italien vom IX. bis
ins XI. Jahrh. — Das Hzgth. Trident. — Venedig. — Neapel, Sorrent und Amalfi. —
Mte Cassino. — Umgegend von Rom und Capua.

5. Italien unter den Sächsischen und Fränkischen Kaisern bis zu den Hohenstaufen. —
Nebenk.: Rom im Mittelalter. — Grundriss des Lateran.

6. Ober-Italien unter den Hohenstaufen. — Nebenk.: Das Gebiet von Mailand.

7. Italien von 1270 bis 1450. — Nebenk.: Apulien u. Sicilien. — Die griech. Bes. der
Venetianer seit d. XIIL Jahrh. — Kgr. Cypern.— Ins. Gerbers ij. Carchis.— Pläne
von Mailand, Florenz, Neapel. — Schlachtfeld von Scurcola und von Benevent.

8. Italien von 1450 bis 1792. — Nebenk.: Italien von 1793 bis 1815. — Die Herzogthü-
mer am Po. — Schlachtfeld v. Pavia. — Pläne von Venedig, Genua u. la Valetta.

Sechs Kartenzur Geschichte Frankreichs.

23. Die Reiche der Franken in Gallien unter den Merowingern, — Nebenk.: Pagus Pa-
risiacus. — Die Champagne (zu No. 24).

24. Die Königreiche Frankreich und Arelat bis 1180. — Nebenk.: Normandie, Anjou,
Touraine und Maine. — Die untere Rhene. — Paris im XIL Jahrhundert.

25. Frankreich von 1180 bis 1461. — Nebenk.: Aquitanien, Gascogne und Languedoc. —
Schlachtfelder bei Bouvines, Crecy, Maupertuis, Azincourt.

26. Frankreich von 1461 bis 1610. — Nebenk.: Frankreich 1360 (zu No. 25). — Paris im
XVI. Jahrh.

27. Frankreich von 1610 bis 1790. — Nebenk.: Umgebungen von Paris. — Paris am Ende
des XVIII. Jahrh.

28. Die Republik und das Kaiserthum Frankräch mit seinen Bundesstaaten. — Nebenk.:
Die Vendie.

Vier Karten zur Geschichte der Britischen Inseln.

30. Die Britischen Inseln bis auf Wilhelm d. Eroberer 1066. — Nebenk,: Die Brit. Inseln
im VIII. Jahrh. — Der Busen des Förth.

31. Die Britischen Inseln von Wilhelm d. Eroberer bis zum Hause Tudor, — Nebenk.:
London. — Die untere Themse. — Schlacht bei Bannockburne.

32. Die Britischen Inseln seit 1485, — Nebenk,: Die Englisch-Schottischen Gränzlande. —
Gegend von Glasgow.

84. Grossbritanniens sämmtliche Besitzungen mit Angabe ihrer Erwerbungszeit. — Ne-
benk.: Nordamerica bis 1783. — Vorder-Indien um 1760.

Sechs Karten zur Geschichte Spaniens und Portugals,
36, Das Reich der
Westgothen auf der Iberischen Halbinsel von 477 bis 711,
36, Das
Emirat von Cordoba bis zum Untergange der Ommijaden; und die Christlichen

Reiche im Norden der Iberischen Halbinsel, von 711 bis 1028,
87, Die
Iberische Halbinsel bis in die Mitte des XIII, Jahrh. (Bis zur Gründung des
Kgr. Granada 1238 und der Vertreibung der Almohaden 1267.)

38. Die Iberische Halbinsel 1257 bis 1479, — Nebenk,: Andalusia und Granada, — Plan
von Granada. — Nordgränze von Catalnna,

39, Die Iberische Halbinsel seit dem XVL Jahrh. — Nebenk.: Navan-a und die Vascon-
gadas. — Gegend um Lissabon.

41. Die Besitzungen der Spanier und Portugiesen im SVI. Jahrh. — Nebenk.: Hindustan.
— Mexico. — Tenochtitlan. — Küste von Veracruz. — Das Gebiet des Hauses
Hababurg in Europa im XVI. Jahrh.

Acht Karten zur Geschichte der nordischen Reiche (Scandina-
viens, Polens, Russlands).
57. Die
Reiche der Nordmannen vom VIU. bis ins XU. Jahrh. — Nebenk.; Küsten von
Nord-America im X. Jahrh.

49. Scandinamen bis zur calmar, Union, 1397. — Nebonk.: Dänemark, — Swealand, —
Snialand od. Island, — Faer-Eyjar, — Orkneys, — Thrond.

50, Scandinamen bis zum Frieden zu Friedrichsham 1809,

52, Die Völker und Reiche der Slavm zwischen Elbe und Don bis 1125,

53, Polen nnd Litthauen von 1125 bis zu ihrer Vereinigung 1386,

54, Polen und lAtthauen unter den Jagjellonen 1386 bis 1572,

55, Polen bis zu seinem Untergange 1795,

47, Das Russische Reich nach seiner allmähligen VergiOSSerung. — Nebenk.: GrossiUr-
stenthum Moskau.

Acht Karten zur Geschichte Südost-Europas, Kleinasiens etc,

59, Das Byzantinische Reich bis ins XI, Jahrh,, westl.Bl, — Nebenk,: Constantinopolis,

60, Das Byzantinische Reich, östliches Blatt,

61, Griechenland und Klein-Asien vom XL bis ins XIII. Jahrh, — Nebenk.: Livadia und
Morea; Hellespont und Propontis.

62, Griechenland und Klein-Asien bis zur Eroberung Constantinopels durch die Osman-
nen 1453. —
Nebenk.: Albanien; der Bosporus; die Prinzen-Inseln.

42.? Reich der KhalAfea in seiner grössten Ausdehnung, — Nebenk. : Al Dschesira. —
43
.5 Irak Arabi.

45. Syrien und angränzende Länder zur Zeit der Krenzziige. — Nebenk.: Kgr. Jerusa-
lem, — Grundrisse von Jerusalem — von Antiochien — von Ptolemais.

68, Das Türkische Reich mit seinen Schutzstaaten im XVH. Jahrhundert.

Vier Karten zur Geschichte Ungarns.

65. Die Länder an der untern Donau vom VL bis ins X. Jahrh,

66. Ungarn und seine Nebenlande bis zum Aussterben des Arpadischen Stammes 1801.

67. Ungarn und seine Nebenlande bis zur Schlacht von Mohacs 1526. — Nebenk.:
Schlacht von Varna; Schlacht von Mohacs,

68 Ungarn und seine südl, Nachbarländer seit 1526. — Nebenk.: Die Nordgränze der
Türken im XVL und XVIL Jahrh.

Acht Karten zur Darstellung der kirchlichen Verhältnisse.
72.
Europa nach seinen kirchlichen Verhältnissen, — Nebenk.: Deutschland. — Gebiet

der Jacobiten. — Gebiet der Nestorianer, — Der Libanon.
11.
Deutschianns kirchliche Eintheilung bis ins XVI. Jahrh., mit Angabe der ältesten
und vorzüglichsten Klöster.

70. Italien nach seiner kirchlichen Eintheilung. — Nebenk,: Rom und seine Sufifragane.
— Neapel, Sorrent, Amalfi, Benevent, Capua etc, — Die 7 Basiliken Roms,

29. Frankreichs ältere kirchliche Eintheilung bis 1822. — Frankreichs kirchliche Eintheilung

von 1322 bis zur Reformation.
33.
Kirchliche Eintheilung der Britischen Inseln bis zur Reformation. — Nebenk.: Eng-
lands kirchliche Eintheilung seit 1543. — Südl. Theil von Lincoln.
40. Die
Iberische Halbinsel nach ihrer kirchlichen Eintheilung,

71, Scandinamen und Polai nach ihrer kirchl, Eintheilung bis zur Reformation, — Ne-
benk.
: Provinz Lund. — Der Prov. Gnesen westl. Theil.

69. Ungarn und seine Nebenlande nach ihrer kirchl. Eintheilung bis ins XV. Jahrh. —
Nebenk.: Ungarns jetzige kirchliche Eintheilung.

Einzelne Karten des Atlas kosten f Thlr. — Auch werden, da
oft nur auf den Besitz der Gesohichtskarten eines einzelnen Landes
die Wünsche gerichtet sind, die Abtheilungen einzeln zu nachstehen-
den Preisen abgegeben :

Elf Karten zu Europa...........3| Thlr.

Zwölf » » Deutschland, Schweiz, Niederlande etc. 4 »

Fünf » » Italien ...........1| »

Sechs » » Frankreich..........2 «

Vier » » den Britischen Inseln......1| »

Sechs » « Spanien und Portugal......2 »

Acht » » den INordischen Reichen.....2| »

Acht » » Süd-Ost-Europa, Kleinasien etc. . . Â«

Vier » » Ungarn...........1| »

Acht » zur Erläuterung der kirchl. Verhältnisse . 2f »

Die.sem histor, Atlas der Staaten Europa'« etc. ist auf dem Titel
die Bezeichnung ,, Ζ weite Abtheilung" gegeben, weil der Verf.,
vielfach geäufserten Wünschen nachzukommen, sich veranlafst sieht,
noch zwei Abtheilungen anzureihen, nämlich:

eine Iste Abth. als: Atlas der alten Welt. In 27 Karten,
nnd lllte Abth. als: Atlas zur Geschichte Asiens, Afri-
cas und bezüglich Americas vom Anfange
des Mittelalters an. In etwa 8 Karten.
Mit dieser Vervollständigung ist dann ein nach allen Seiten
zureichendes Hülfsmittel für histor. Studien dargeboten.

Die Iste Abtheilung erscheint als

ATLAS ANTIQUUS

mit folgendem INHALT auf 17 Haupt- und 6l Nebenkarten;
Preis: 6f Thlr.

I, Orbis terrarum veteribus notus. Nebenk.: Orbis secundvun Homeri et Herodotl opi-
niones depictus.

Π, Orbis terrarum notus usque ad Alexandri Magni tempora, Nebenk,: Orbis terrarum

ad mentem Ptolemaei.
*UI,
Regnum Alexandri Magni. Nebenk.: 1) Caucasus Indiens. 2) Proelium ad Grani-

cum, 3) Proelium ad Issum. 4) Proelium ad Gangamela,
IV.
Regna successorum Alexandri Magni circa medium saec. tertium ante Chr. Nebenk.:
1) Regna Epigonorum post pugnam apud Ipsum. 2) Proelium ad Sellasiam. 8)
Graecia temp. foederis Achaici et Aetolici usque ad occupationem Romanorum.
*V.
Hispania. Nebenk.: Baetica.

*VL Gallia. Nebenk.: 1) Gallia ante Caesarem. 2) Insula Batavorum, 3) Gallia inter
Alpes et Rhodanum.

*Vn, Britannia. Nebenk,: 1) Britannia Strabonis. 2) Britannia Ptolemaei. 8) Ha-
drian! murus,
*VIII.
Germania, Bhaetia, Noricum.

IX. Imperium Romanorum latissime patens.

X. Imperium Rormmorum post divisionem in Occidcntale et Orientale.
*XI.
Italia superior. Nebenk.: Roma.

*XIL Italia inferior. Nebenk,: 1) Urbs cum adjac. regionibus. 3) Collis CapitoHnus,

Collis Palatinus et Forum Rom, 3) Albanns mons. 4) Caropania. 5) Syracusae,
»XIII,
Persis.

*XIV, Graecia. Nebenk.: 1) Athenae, 2) Acropolis. 3) Athenae, Piraeeus et Salamis.

4) Piraeeus. 6) Delphi, 6) Thermopylae,
*XV,
Asia minor et Syria. Nebenk.: 1) lonia, 2) Hellcspontus et Troas, 3) Campus
Trojae.

*XVI. Armenia, Mesopotamia, Bdbylonia et Assyria cum adjacenUbus regionibus.
*XVII.
Thra/Aa, Dada, Illyria, Macedouia. Nebenk.: Macedonia.

*XVIII· Palaestina a temp. Maccabaeorum usque ad eversiouem Hierosolymae. Nebenk.:
1) Palaestina temp. Judicum et Regum. 2) Hierosolyiua temp. eversionis per Ti-
tum. 3) Hierosolyma urbs et regio.
4) Tabula populorum sec, Mosern I, 10.
*XIX.
India. Nebenk.: 1) India Eratosthenis. 2) India Ptolemaei. 8) Dachinabades et
Taprobane.

*XX, Aegyptus et Arabia. Nebenk.: 1) Aegyptus Inf.; 2) Hcptanomis et Thebais.
*XXI,
Mauretania, Numidia, Afriea propria üt Gyrenaica. Nebenk.: 1) Numidia Zeugi-

tana et Byzacium, 2) Alexandria. 3) Carthago. 4) Cyrene.
XXIL
ItaMa initio primi belli Punici. Nehenk.: 1) Agrigentum, 2) Tareutum. 3) Italia
temp. fundationis Urbis. 4)Kegnum Romanum cum confoederatis Latinis, Tarquinii
sup. tempore.

XXIIL Italia a bellis Punicis usque ad flnem Imperii odcidentalis, Nebenk.: Roma et
Carthago initio secundi belli Punici, 2) Corsica, 3) Sardinifi.

XXIV, Graecia tempore migrationis Dorioae ca. 1000 ante Chr, Nebenk,: 1) Graecia
heroum tempore, 2) Proelium ad Marathon, 3)
PioeUuro ad Plataeam,

XXV. Graecia a bello Peloponnesiaco usque ad Plnlippum IL Regem Macedoniae. Ne-
benk.
: Graecia temp. belloruni contra Persas. 2) Proelium ad Mantineam. 8) Proe-
lium apud Leuctra,

XXVI, Regna successorum Alexandri Magni post niagnum Syriae Imperium pngna ad
Magnesiam diremtum,
Nebenk.: Asia minor et Syria usque ad occupationem Ro-
manorum.

XXVII. Pontus Euxinus et quae atyacent, Nebenk.: Bosporus Cimmerius.

Die mit * bezeichneten 16 Nummern sind in der liten und Ilten Lief. (1847, 1848, Preis k
2 Thlr.) «chon erschienen, die übrigen 11 bilden die Illte im J.
1849 erscheinende Lieierunf,


ocr page 58

K. VON SPRUNER'S

Atlas zur Geschichte

von Β Α Y Ε R M.

1838. Real-Folio. Preis Ά Thlr. (5 Fl. 24 Kr.)
I Ν Η Α I. T:

EatÄUTEKUlVGEIli. — ΤίΤΕΙΒΙΑΤΤ.

I. IVoRicrM, Rhabtia und die angränzenden Länder.
II. Die Gauen τοη B
ojoaria , Francosia und Alemansia. VII. bis

XI. Jahrh. — Nebenk.: Ducatcs Franciae ιιηελ-ακαε.
lITa.
Besitzi™«eii beb Welfen γνβ Hohenstaufew im ΧΠ. Jahrh
lllb Die
südösttichbiy Marken Deütschiasids bis zur Gründunff der
Herzogthümer Oesterreich und Steyermark. — Nebenk. ■
Süd-
Deutschland am Ende des VHf. Jahrhunderts.
IV. Die Herzogthümer
Bavawa, Franconia und ein Theil von Aie-
mannia
nach erblichen Gratschaften und Gebieten eingetheilt.

Nebenk.: JRheinfrankek·

Va. Bbsitzusgen dbb witteisbacher im XIV. Jahrhundert.
Vb. Churfürstenth.
PeAi^ am Rhein u. d. Hzgth. Zweybrückbn.
Via. Bayern imv υιΕ obkbe ΙΤα^ζ mit ihren Theilungen, Erwer-
bungen und Verlusten vom XI11. bis ms XVI. Jahrh.

.. BayIbn, Pfalz u™ Z™bucken nebst den niederrheinischen

Herzogthümern im J. 1^»· - iNebenk.: Die Pfälzischek Be-
s,tz™Ln in den N.cderlauclen. _

J. Das Kösigbeich Βαυεβιν nach seinen gegenwärtigen Bestand-
theilen mit allen Gebietsveranderungen von 1801 bis 1816.

Bayern besitzt in diesem Atlas einen Vorzug vor vielen Ländern,
da nur wenige für ihre Geschichte HuUsmittel haben, welche wie die-
ses auf so gründliche und umlassende historische Studien gestützt sind.
Auch aufser Bayern wird dem Atlas eine weitere Theilnahrae bei Al-
len nicht entgehen, die Sinn und Mufse für das Studium der Special-
geschichte von Deutschland haben,
-

Als Begleiter zur AbtheiJnug Deutschland in v. Spruner's histo- f

rischem Atlas erscheinen:

TABELIiSN

zur GescMclite der deutsclien Staaten

und ihrer geschichtlichen Geographie
von K. V. Sprimer und S. Hänle.

Es sind davon auspgeben: Jste Lieferung: Von den ältesten Zeiten

bis zur Besiegung der Alemannen durch Chlodwig 496 n. Chr__Ute η JUte

Lieferung: Bis zum Vertrag von Verduu 843 n. Chr. Nebst 1 Karte
von Grofsgermanien. — Preis: 2| Thlr.

Von der Reichhaltigkeit dieser Lieferungen (19 Haupt- FD ο η

el-] Tabellen und 22 einfache Ne b e n-Ta b e 11 e η füi^eol

graphie und Genealogie) gibt nachstehender Inhalt Zeugnifs ·

J, Von den ältesten Zeiten bis zum Tode des Drusus 9 ν Chr

II. Bis zum Ende des batavischen Kriegs, 70 n, Chr '
in. Bis z. Errichtung des gallischen Reiches d, Posthumus, 260 n. Chr
IV. Bis zu den Kriegen Julians am Rhein, 355.

V. Bis zum ersten Auftreten Alarichs, 395.

VI. Bis 3um Tode Attila's, 453 n. Chr.

VII. Bis zur Besiegung der Alemannen durch Chlodwig 496
Vin. Bis zum Ende des vandal. u. ersten bnrgund. Reiches 5S4

IX. Bis zu den Langobarden in Italien, 568 '

X. Bis zu Chlotar IL, 613.
XL Bis zu Chlodwig IL, 656.
Xil. Bis zum Tode Pippins v. Heristal, 714.
XIII. Bis zum Tode Karl Martells, 741.
XrV. Bis zum Tode Pippins des Kleinen, 768.
XV. XVL XVII. Regierung Karls des Grofsen, 768 bis 814
XVin. XIX. Bis zum Vertrag von Verdun, 843.

Die Gesammtgeschicht e Deutschlands tritt in diesen Tbl
len aufs deutlichste und übersichtlichste hervor. In der letzten Ab-
theilnng jeder Tabelle ist die Culturgeschkhte mitgetheilt

Die Neben-Tabelien 1 u. 2 stellen die geograph. Verhältnisse von
Germama magna, Rhaetia, Noncum und der Rheinlande Germania
prima und secunda, Belgia und Maxima Sequanorum dar und be-
zeichnen ausführlich die diese Landestheile bewohnenden Völker —
Die Neben-Tabellen 3 bis 9 geben in möglichst ausführlicher Dars'tel
lung die geograph. Verhältnisse aller von Deutscheu Völkern bewohn-
ten Lander bis in die Mitte des Xli. Jahrh, hinab und liefern somit
eine Gangeographie von Deutschland, Frankreich und Ita-
lien, sowie eine übersichtliche des Reiches der Westgothen und
derAngelsachseu. Auf der 9. u. 12. Neben-Tabelle werden Stamm-
tafeln geliefert: der Thüringer-Herzöge, der Thüringer-Könige, der
Sueven-Könige, der Merovinger, der Vorfahren Karls d. Gr., der
Agilolfinger, der Burgunder-Könige, der Karolinger, der Alemannen-
Herzoge, der Vandalen-Könige, der Vorfahren des heil. Arnulph und
der iaogobardischen Könige.

C, Λ. MretschneideVs

historisch-geographische Wandkarte

Ε IJ » Ο Ρ Α

zur Zeit der Reformation.

Nach K. V. iSpruxter.

(9 grofse Seetionen, colorirt, nebst Begleitworten,)
1849. 2 Thlr.

Vlb

VII

I] E. VON SYDOWS

WAND-ATLAS.

1. EBOKARTE in 2 Planigloben (jeder zu 3 Fufs
Durchmesser) nebst 4 kL Planigl. Sn 12 cotor. ©CcHonen
(jurammenoefc^i 20 Dgu^ grog). 2ie 3i;ufi.l844. If S^ir.

2. JIBIJROPA. Sn9sr.(Seetionen. 3te2tufl. 1847.

3. Î‘ί^ίϊΑ. 2n 12 ©ectionen. 2te 2iufl. 1845. IJ SDlr.

4. AFMCA. Sn 6 gr., ©ectionen. 2te2iufl. 1846, 13:i)lr.

5.U.6. MOBO-undlSUD-AMJEÄlCA. SnlOSec^
tionen. 2te 2iufia9c. 1845. If S^ir.

12. »JEUTSCHIiAaiD (Mittel-Europa). 3n 9 qxo-^
©ectionen. 1847. 2f Sl^lr.

No. 2 ^at ben SRaaSflab »on^ösio^ir/ bii 6 ben t50ng-ö5jiö5g,
No. 12 loon τ5σ§ο<ΓΒ·. Set»« ^arte tli »on einem ^efte edauterungen
begleitet. £)tefe in neuer eigenttjümli^er SBeife aue9efüt)rien SüJanbj
Äorten jet^nen ίίφ burd^ ιοοΓ§ή9ΐϊφ berSeci

rainformen ouö unb liefern burd^ Jintcenbung angemelTener garbengebung
anfpre^etibe beutlidbe Sioiurbilbec bec ©rbrdume/ tnbem bte 3eiφen bet
^9brogtai)t)tc blau, bec Orograpi)ie btaun, bec Steflänbec gcun
unb aEe anbern a5eJe{φtl^n9en Τφωαΐί ge^iaUen ftnb» ~ ®ie »ieberi
IjoUen neuen 2Cuflagen teφtfet·ttflen bae überaus giinjitge Uttt)etl, waä
Karl Ritter in Berlin (φοη bei bem erften©rf^etnen batübet fällte.
9leuerbingg ^at Dr. G. A.Klöden, ίηι@φΗΐ61. für Stanbenburg (Ht
3a£)rg. 1846, U ^eft) bei JCufia^lung »on etwa 90 oecfφiebeπen aSanb^
iarten bte von Sydow'fφen alä bte üοϊ%δ9ΐϊφ11βη

II] Î’. von SYDOWS

iiietliodischer Hand-Atlas

für das wissenschaftliche Studium der] Brdkunde.
Zweite Auflage. 184T. Preis: Thlr.

Inhalt:

I Kartograph. Elemente,
II. Erdkarte.
I!l. Africa.
IV. Nord-America.

XI. Hesperien.

XII. Italien.

XIII. Osinanieche Halbinsel.

XIV. Europ. Rufsland.
XV. Mittel-Europa.

XVL

^. Süd-America.
VI. Asia.

VII. Europa.

VIII. Scandinavien.

IX. Grolsbritannien , Nieder-
land und Belgien.
X Frankreich.

XVII.
XVIIL

XIX.

XX.
XXI

Deutschland in 4 Bl.

Uebereicht der politi-
, , sehen Eintheilungen.

Um den Atlas auch für ein weiter und tiefer eingehendes Studium
der Erdkunde geeignet zu machen, wird den obigen 21 Bl., welche an
sich schon ein Ganzes bilden, noch eine Abtheilung folgen, von wel-
cher die Iste S upp 1 em ent-L i e f e r ung (Preis 1 Thlr.) 1846 ev-

-schienen ist, enthaltend :

III. Erdkarte zur Erläuterung der
Klimalehre.

IV. VTeetliches Vorder-Asien.

V. Vorder-Indien.

la. Sternkarte d. nördl. Himmels.
I^- — d.südl. Himmels.
II. Erdkarte: Luft-und Meeres-
strömungen.

III] E. V. SYDOW'S

HYDROGRAPHISCHER ATLAS.

27 Fliissiietze

über alle Theile der Erde, nebst Mnsterblatt und Αηλτβί-
sung zu deren zweckmäfsiger Ausfüllung.
1847. Preis 1 Thlr. 4 Sgr.

IV] E. v. SYDOW'S GRADNETZ-ATLAS

in 16 Blättern,
entworfen und gezeichnet von C. BAU.,
isn. Preis: 16 Sgr.

Die Karten dieses und des hydrographischen Atlas greifen als
Flufsnetze und Gradnetze methodisch in den Gebrauch der Wan.d-
und Hand-Karten ein, wodurch auch die repetitorische Seite des erd-
kundlichen Unterrichts zweckniäfsige Hiilfsmitte] erhält. Die Karten
sind alle einzeln verkäuflich.

V]

E.T. SYDOW'S SCHUL-ATLAS

in 37 Blättern.

1848. 1§ Thlr.

Vorstehende mit I bis V bezeichnete Atlanten bilden eine Reihen-
folge von sich gegenseitig unterstützenden Unterrichtsmitteln, und sind
als solche insbesondere allen Lehrern der Erdkunde willkommen, wel-
che in ihrer Unterrichtsmethode dem von Karl Ritter neubelebteu
Geiste dieser Wissenschaft huldigen.

Dr. FBR». RdUTEiR's

Wand-Karte

des nördlichen gestirnten Himmels.

Die Sterne Ijell l)froortretcni auf fdjtoarjem ©runlif.

1849. Preis 2 Thlr.


ocr page 59

Hühenmessungen in und um Thüringen.

Gesammelt, verglichen und mit Bemerkungen begleitet τοη
Κ. Ε. Α. TO» HOFF. Ι8:ί4.
4to. Mit Ϊ Höhenprofilen.
Preis: Thlr. (3 FL 18 Kr.)

Diese Schrift enthält eine kritische Znsammenstellutig aller bis
jetzt
Torhandeneu Höhenraessungen vieler (über 1100) Puncte in allen
Theilen Thüringens. Von diesen Bestimmungen ist der gröfste Theil
neu, nud war bis jetzt nur handschriftlich vorhanden. Eine damit
verbundene übersichtliche Darstellung der natürlichen Verhältnisse des
Bodens von Thüringen und 7 lithographirte Durchschnitte dienen da-
zu, ei» Bild von diesen Verhältnissen zu geben.

K. Λ. von HOFF'^

GESCHICHTE der durch JJeher lieferun^ nachsewiesenen
VERÄNDERUNGENderERDOBERFLACHE. I. Theil,
eine gekrönte Preisschrift. 33 Bogen gr. 8. Mit einer
Karte von Helgoland. 1S22. Preis: 3 Thlr.
DesselbenBuchsII. Theil:
GESCHICHTE des VUL-

CANE Ulf ν ERDBEBEN. 1824. Preis: 3§ Thlr.
Desselben Buchs III. Theil. 1834. Preis: 3 Thlr.

In diesem Werke wird zum ersten Mal ausführlich ein Gegenstand
abgehandelt, welcher von bedeutendem Interesse für den
Naturkundi-
gen,
den Erdbeschreiber, den Geschichtsforscher und überhaupt für
jeden iVeund
der Natur und ά^τ Erdkunde ist. DaFs die Behandlungs-
weise diese Classen von Lesern nicht unbefriedigt lassen wird, dafür
spricht das über den 1. Theil gefällte Urtheil der Kön. Gesellschaft
der Wissenschaften zu Göttingen, welche demselben den von der phys.
Classe für das J. 1821 ausgesetzt gewesenen Hauptpreis zuerkannt hat.

~ CHRONIK

der Krdbeben und Vulkan-Ansbrüclie.

Mit vorausgehender Abhandlung über die Natur dieser
Erscheinungen.

Von Κ Ε. Α. von Hoff.

Erster Theil. | Zweiter Theil.

Vem J. 8460 V. Chr. bis 1769 n. Chr. I Vom J. 1760 Ws 1805, u. von 1821 bis 1832.

1841. Preis: 5f Thlr.

Eine nachgelassene Arbeit des berühmten und gelehrten Verfas-
sers der
„Geschichte der Veränderungen der Erdoberfläche," die zu-
gleich den 4*en und t^eu Theil des eben genannten Hauptwerkes bil-
det. In der mit umfassender Gelehrsamkeit und bewundernswerthem
Fleifi abgefafsten
Chronik erhalten die Freunde der Naturwissenschaf-
ten eine Fundgrube von Nachrichten über die bezeichneten Naturer-
scheinungen,

UEBERSICHT

der geognostischen Verhältnisse

VhUrln^en^ und des Harjees.

Zur Erläuterung

einer orographisch-geognostischen Skizze dieser Gegenden

von

i^iinrtcl) Crii>n<r,

Herzogl. Sachs. Bergmeister.

gt. 8. 1843.

eine flare unb fafItc&e iDarficaung bcr genannten ©egenben, n)e^φe
in geognotiifcfeic φίηίιφί ju ben intereffanteften Seutfc^lanbe geboren.
— ®ie betgegebene Äacte: Thüringen und der Harz, SRoaäjiab
Tsssffiiff/ tfi mittetfi lit^ograiJ^ifcben garbenbruieö geognoflifc^ tolottrt,
?)reiö beg SBuc^g unb bec Ädrte 1| St)lr.

C«eo^no8tisc1ie Karte

des THÜRMGER WALDES. N.-West-Hälfte,

Nebst

einem Blatt mit 14 Profilen und mit Erläuterungen

von H. CKKiOIliKli.

1847. Preis: 1| Thlr.

Diese zwei schönen, mit grofsem Kunstaufwand colorirten
Blätter gelten als einzig richtige Darstellung der geognostisclien
Verhältnisse der genannten Gegend.

t t i

»SS THÜRINGER WALDES,

im Süden bis Meiningen, Suhl und Saalfeld.

Eotworfen und gezeichnet
von

J. €. JBJEn.

Maasstab: 1847. Preis: 16 Sgr.

Έ. von SYDOW: Thüringen und der Marx, im Maafsstab
von xööBööö· Eine physikalische Skizze nebst Begleitworten.
1841. Preis:! Thlr.

Die Bodenerhebungen und Thalsenkungen des auf dem Titel be-
zeichneten, in seinen Gliederungen so mannichfaltigen und interessan-
ten Landstriches, finden sich auf diesem kleinen Blatte aufs anschau-
lichste dargestellt.

SScrg^awö' 21Ιηιαηαφ

i)er iBelei)rung uni> Unteri)aliung auf bem ©ebietc

te (!Er^'-, iΓätt^er-, 'Oöiker^ unir 0taatnilumi»e

gewibmet.

4»« Sai)rs. mit 1 »tlbn. uni> 2 Äarien. 1840. ^r. 2 S^tr,
Satjrg. mit 1 Hilfen. «ni> 3 Äarten. 1841. ^r. If S^lr.

Stefe inöaltrei^en 2iltnana(^e bieten ben greunben bec ©rbfunbe
tn mannt^facbem SS5ed)fel njidjtige unb intereffante iDotjieUungen aul
fflfi allen änjetgen ber geograjji), 5ΕΒιί[εηίφαίί bar.

U η f e r e

mit tftrem SJioit&e.

ein SSeitrag jur allgemeinen SJerbreitung ber ©nfi^t in bae
SBeltgebdube.
SSon g,
m. ©täf.

gc. 8.

SJiit 3 grofen golto = Äu?>fertafeln unb 2 fleinern,
^reiä: U 3;{)tr. (2 gl. 6 Är.)

®tefe igc^rift be^ianbelt einige bec ansie^enbiien ίιφ un6 togli^
bacjleUenben (äcfφeiιlungen mit gcopec Älariieit unb §α§1ϊφ1βίί unb
wirb ba^ec jebem ©ebilbeten/ bec (ίφ unterctφten will/ wie αηφ bem
3uesttblet)rrr unb bem »igbegierigen Sungling genügen. 83οη mehreren
gunftigen Utt^eüen fe^ es erlaubt nur bas an^ufütjcen, n)elφeβ Dr.
Peterö jn ©reiben in feiner ®φϊϊ|[: „üeber das Studium der Ma-
thematik auf Gymnasien" barüber falltj ®c ru^mt efi ,,αΐβ ein SBerf,
bag an lt4tt)ollec S)atjieUung/ ÜBunbigEeit unb SwedmäftgSeit fetneg
©Ιβίφβη [υφί unb in biefec ίΚδώΡφΙ ba€ SEBerf unfer« SSobe ηοφ
übertrifft."

Mir. M. Möller's

geographisch- statistisches

HANDWÖRTERBUCH

Über alle Vhelle der £rde

mit besonderer

Berücksichtigung des S ti e 1 e r' sehen Hand - Atlasses.

3 Bände in Lex.-Octav. (85 Bogen). 1846. Preis: 4 Thlr.

®αδ publicum eri)olt in btefem SSerie ben ίφοη längft beobft^ttg«
ten 6otnmcntar pm @ίΐ6ΐβΓ'ί·φβη >|>anb>2itlag/ jugleid^ aber ααφ
ein allgemetnee geogcα1)^{fφ=jiαttfttfφeö aB6rterbuφ, tt)elφeέ bie neuem
άί)ηΙιφ6η erfφe{nungen an SBoUjianbigfeit (baSjelbe enti)ält über 60,000
3Crtifel) unb ©enauigieit übertreffen bitrfte. ®er ^aupttsorjug beffelben
bejieljt nάφilbem bann, baf bie aufgenommenen Siamen ίιφ »άίΐϊφ auf
ben beften Äarten, «είφε anecianntermaafen bem ©ΙϊβίβΓ'ίφβη 2itlag
jum ®tunbe liegen, finben, baf fte ηαφ Original«ÖueEen ober ηαφ
αmtίiφeπ ϊΐαφιίφίβη bettφtigt, bag bie gcgenfettige Sage beröcte, bec
Sauf ber gluffe, bie 3ϊίφίυηβ ber ©ebtrge genau angegeben ftnb. SDiefe
unvecanberlic^en ©runblogen eineö gcogrα}5ί)^ίφen aBόrterbuφg werben
tbm feine ®rαuφbαrfeit immer ftφern, wenn αηφ bie ftαtiftifφen 2tnt
gaben, obgletφ ηαφ ben bejten >&uifönutteln betgefügt, »ie cß ber Sia»
tur ber @αφβ ηαφ ηϊφί anberS fei)« fann, oeralten foEten.

^err ßonferenjcati) ©φumαφer in 2tltona fügt ber in
Str. 549 (30. Dct. 1846) feiner astronom. Nachrichten gegebenen Sin«
jeige be§ Stiel er'sehen Hand-Atlas bie SSemcrfung ,,3u etni=

„gen eπgliίφeπ Äarteni@ammlungen, j. SB. Hall's Atlas, tjl «in ffiecs
„ieίφni^ aller in bem 3ttlae uorEommcnben Crte mit betgefügter Sänge
„unb aSreite unb ber 9lummer ber Äarfen, auf ber fie fielen, gegeben,
„baä bei bem @ebrαuφe ber .Karte fe^r bequem ift, jeigt gletφ,
„ob irgenb ein gefuφter Ort im 2ftlag enft)alten tfl, unb
Wß man i^n
„finben ίαηη. fφeint, bap ein folφeS SSerjeidjnif
οηΦ für ben
,,@tteIer'fφen 2itla6 ηύ|1ϊφ fe^n würbe." — liefern αuSgef^)roφenen
3Βυηίφβ wirb burφ ba6 t)ier angezeigte „Möller'sche Hand-Wörter-
buch" bereite in ηοφ weiterem Umfange genügt, ba ieber JCrtifel ηίφί
nur bejlimmte ö^aφroetfung ^um leisten 3(uffinben ouf ber betreffenben
Äarte enthalt, fonbern αηφ burφ bie beigefügte ©rlauterung in geogras
ρ^ίίφεΓ, jlααtliφer, inbuftrieller unb |iαtijttfφer .|)ΐηίίφί wünfφenswer=
t^e aSeleijrung gewaijrt — jebenfalls ein bebeutenber SSorjug, ben biefec
beutf^e Sommentar »or jenen engltίφen Siomencloturen beljauptet. 2)te
ßangen unb «Breiten {jinjupfe^en'l)at ber SBerfaffer (f. «Borrebe jum I.
aSanbe) αbίtφtIiφ üermieben; für bie meiften Orte ber ©rbe 1let)t bie
aSeftimmung iiirer Sage ηοφ fo wenig fc(l, baf man bamit auf ein gelb
»on @φwαnίungen ?iu gerat^jen ίήνφίεη mug, wae lebigltφ ber frittJ
fφen @iφtung bec 2i|tronomen unb <Beograpi)en ferner anM'neia«'""
bleiben mag.


ocr page 60

Dr. Η. B£ReHAUI§:

Die vereinigten Staaten von Nordamerika,

geographisch - statistisch, vorzugsweise nach Van der Straten
Ponthoz geschildert.

Mit besonderer Rücksicht auf die

Deutsche Auswanderung.

Nebst zwei Karten entworfen und gezeirJiuet
von
Fr. von Siülpnag-el.

1848. geb. '21 Sgr.

S e t t f α b e η

fiir i>eii geogta^^ifc^eit UuUtvi^t

in ben uniern Äiaffen

^tr ©^mnaftiti unb EealfcliuUn.
S3on 5t. ^tctfφnct^er,

$»cofciroc am SKeatgi^mnaftum ρ @oti)a.
1847. ^tr. sei), i SEijlr.

ATLAS SACER SIVE ECCLESIASTICUS.

üivcl)n\ii)i(toxiU\)n 21ί1α0

von Vh Wiltsch

in fünf gr. illiim. Karten. Real-Folio.

Mit Commentar. 1843. Preis: 3 Thlr.

INHALT;

I. Tabula geographica exhibens religionum, gentilis, judaicae
christianae, eiatam, qui erat inde a temporibus Apostolo-
rum usque ad annam CCCXI.
ülfbmKitrte: Palaestina Jesu et Apostoloruni temporibus,
II, Tabula geographicareligionis Christianae statum inde ab a. CCCXI
usque
ad a. DCXXII continens.

litebfiikörtill: Descriptio sedium episcopalium, quae erant in Italia
propria anno DCXXII. — Descriptio provinciarum ecclesiasti-
caram Arelatens., Viennens., Ebvedunens.

UI. Tabula geographica statum relig. Chr. qualis fuit ineunte anno
Chr. MLXXIII et quidem paulo ante Gregorium VII creatum,
cum in Bomana, Constantinopolitana, Antiochena, Hierosolymi-
tana, dioecesibus, tum in iis regionibus, quae extra has sitae
erant, depingens.

Bebenkartin: Descriptio provinciarum in Caroli Magni imperio
pariter, quam in Änglia ecclesiasticarum. — Descriptio cum se-
dium episcopalium in Italia ante Gregorium Vil sitarum, tum
S. Fetri patrimonii etc.

IV. Tabula geographica describens statum relig. Chr., qualis fuit
medio a. Chr. MCCXVI, et quidem mortuo Innocentio III, pon-
tifice Romano.

llebenkürten: Monasteria aeque majoris momenti, quam loca Gal-
Hae, in quibus concilia inde ah a. DCCCXIV usque ad a, MCCXVI
habita sunt. — Provincia Hamburgo - Bremensis, item parochia
Caminensis episuopi exemti, aliaeque parochiae adjacentes
provinciarum videlicet Gnesnensis, Magdeburgensis, Mognntinae,
Coloniensis.

V. Tabula geographica statum repraesentans relig. Chr. qualis fuit
anno exennte MDXVll sub Leone X, pontifice Romano.

ilebenkarten: Descriptio provinciarum aeque ecclesiasticaruiu in
Italia sitarum, ac patrimonii S. Petri, a. Chr. MOXII. —
Ecclesiasticae Galliae meridiem versus sitae provinciae anno
WDXVIl. — Monasteria aliaque dioeceseon Mindensis, Pader-
hornensis, Hildesheimensis, Halberstadiensis loca etc. — Mona-
steria in parochia Caminensi. — Prussiae dioeceses ah anno
MCCXLIII usque ad annum MDXVll.

Die günstigen Ucllieile über diesen Atlas von dem Prof. Karl
Ritter iu Berlin und dem Prof. Dr. Guericke in Halle liegen vor,
auch hat der Cous.-Rath Dr. A. ISie ander iu dem Vorwort (S. XII.)
zum 9. Bde seiner „Allg. Geschichte der christl. Religion und Kir-
che" auf den Werth des Atlas, der iu solcher Ausführung noch ohne
Vorgänger i.st und eiu treffliches Hülfsmittel dem kirchengeschicht-
lichen Studium durbietet, aufmerksam gemacht. — In fiudelbach's
Zeitschrift ist nachstehende Beurtheilung zu lesen:

,,Die Hierographie vou Möller war ein nur sehr ungenügendes,
,,populäres Surrogat eines fehlenden wissenschaftlichen Werkes über
„veranschaulichte kivchenhistorische Geographie, eities kirchenhisto-
„rischen Atlas. Wiltsch hat nach langjährigen Vorarbeiten und
,,gründlichen Studien eine Arbeit geliefert, die in Wahrheit eine.Lü-
,,cke in der theologischen Literatur ausfüllt, und in ihrem gediegenen
,,svissenschaftlichen Werthe, wie in ihrer schönen künstlerischen Aus-
,,führung eine Zierde theologischer Bibliotheken seyn wird. Den
„Charten geht eiue
Descriptio vorher."


PHTSIKALISGHER ATLAS

von

Dr. H. Β Ε R G Η Α U S.

In diesem Atlas wird es zum ersten Mal versucht, Alles, was
sich
auf die Physik der Erde bezieht, übersichtlich darzustellen.
Die Freunde der Natur - und Erdkunde werden darin die mannich-
faltigen Erscheinungen finden, welche der
Luftkreis, das Wasser,
der Ocean sowohl als die Flüsse i»nd Ströme des festen Landes, so
wie die
starre Erdrinde gewährt, nicht muider auch die Phänomene
des
Erd'Magnetismus, der Pflanzen- und Thier-Verbreitung g-eo-
graphisch geordnet und gruppirt, auch auf eine Weise aufgefafst,
die dem Auge wohlthuend ist; die in den beiden letzten Abthei-
liingen gegebenen Darstellungen aus dem Gebiete der
Anthropo-
graphie, so
wie zur Uebersicht der Vertheilung der Menschheit in
Fölker/amilien und Völkergruppen sind vorzüglich geeignet lebhaf-
tes Interesse zu erregen.
 feanii nicht fehlen, <Ja£s
diese Karten, iu Verbindung mit den, in einer allgemein fal's-
lichen populären Sprache geschriebenen
Vorbemerkungen und Er-
läuterungen,
wesentlich da»« beitragen werde», Ate
Kenntnifs von der natürliche« Be^^chafrenheit «n-
)ierefii
Planeten i« einem grofsen Kreiiüe k« ver-
breiten.
In diesem Gemälde der physischen Welt wird über viele
Gegenstände die gewünschte Aufklärung gefunden werden, nach
der man sich bisher oft ganz vergeblich umgesehen hat, nnd Je-
der, der auf Bildung Anspruch macht, Avird darin nicht vergebens
nach Nahrung für Geist und Gemüth suchen, so wie aufmerksame
Beschäftigung mit diesen Karten eben so angenehme als lehrreiche
Unterhaltung verschaffen wird. Die Karten der ersten 5 Abtheilun-
gen bieten willkommene Hülfsmittel beim Studium von
Alexander
von Humboldt's
plastischen Darstellungen und grofsartigen Na-
turansichten in seinem berühmten
„Kosmos", und werden von dem
grofsen Gelehrten selbst dazu empfohlen.

Der Atlas hat unter den Naturforschern, den Geographen und
dem gebildeten Publicum überhaupt schon einen so grofsen An-
klang gefunden, dal's er (mit Ausnahrae der Pyräneischen Halbinsel
und der Türkei) in alle Länder Europa's und selbst nach Amerika,
direct von Gotha aus, verbreitet worden ist, während die Theil
nähme für denselben fortwährend steigt. Der Präsident der geo-
graph. Gesellschaft zu London,
Mr. Hamilton, bemerkte in der Ge-
neral-Versammlung des J. 1843: „Dieser Atlas habe iu keinem Lande
,,Europa's seines Gleichen, und er könne daher nur seine Freude dar-
„über aussprechen , dafs ein so höchst schätzbares Werk durch Hrn.
,,Johnston in Edinburgh in einem englischen Kleide in Grofsbritaa-
„nien allgemeiner werde." Und Coionel
Jackson, der Secretair der
geograph. Gesellschaft, sagte: „Er könne die Uebersetzung von Berg-
„liaus' physikal. Atlas nicht dringend genug empfehlen; sie werde ein
,,grofses Bedürfnifs befriedigen und wesentlich dazu beitragen, einen
„Zweig der Geographie populär zu machen, der, obschon von höch-
,,stem Interesse, in diesem Lande (Grofsbritannien) gana vernachläs-
„sigt worden sei," Die erwähnte englische Ausgabe des physikal.
Atlas, mit der im
3. 1843 der Anfang gemacht worden, erfolgt mit
ausdrücklicher Zustimmung und Unterstützung des Herausgebers
sowohl, als des Verlegers der deutschen Originalausgabe. Diefs
ist aber keinesweges der Fall mit einigen Nachahmungen, die der
physikal. Atlas in Deutschland selbst hat erfahren müssen. Na-
mentlich ist in Efelingen ein Atlas erschienen, der das Resultat der
Forschungen, welche vielen Blättern des physikal. Atlas zur Grund-
lage dienen, abgeschrieben hat, ohne die Ehrlichkeit zu haben, die
Quelle anzugeben. Auf diesen Efslinger Karten läuft Alles wild
durcheinander, und die Idee, >velche den physikal- Atlas hervorge-
rufen hat, ist hier ganz verfehlt. Denn das Hauptverdienst einer
Karte kann, neben ihrer geograph. Richtigkeit, nur in der Deut-
lichkeit der Gegenstände bestehen, die sie /ur Anschauung bringt.
Dafs man die meisten, wohl gar alle geographischen Momente auf
einem und demselben Blatte zusammen fassen will, widerspricht
durchaus der erwähnten Grundbedingung jeder Karte- Die Tren-
nung der verschiedenen Momente, ihre abgesonderte Dar-
stellung ist nothwendig, wenn geographische Zeichnungen ihren
Zweck erfüllen sollen. So verfolgen drei in gleicher äufgereu
Form für das gebildete Publicum bestimmte Atlanten:

der Stieler'sche für die neueste allgemeine geographisch-po-
litische Kenntnifs,

der V. Spruner'sche für die Darstellung der Staaten-Geschichte,
der
ISershane'sche für übersichtliche Zusammenstellung alles
dessen, was sich auf die
Physik der Erde bezieht,

ihren Zweck nach festem vor gezeichneten Plane und ergänzen eich
danach in gewissen Beziehungen gegenseitig.

Der Physikal. Atlas ist mit der im August 1848 erschiene-
nen XVIIlten Lieferung beendigt worden. Er wird seitdem in zwei
Bänden aussreffeben. von denen der erst». Λ;» ------- j


ocr page 61

I. Äbtheilung. meteoToloi^ie (IS Bl.):

1. A. v. Humboldt's System der hotherm-Eurven. Weltkarte.

2. Die Isotherm-Kurven der nördl- Halbkugel. Polar-Projection.

3. Europa zur Übereicht der JVdrme- Verbreitung.

4. Die Haupt-Momente der Temperatur auf dem ganzen Erdboden,
gegründet auf die Beobachtungen an 307 Orten.
Graphische Darstellung des
Ganges der Temperatur innerhalb der
täglichen und jährlichen Periode in allen Zonen.
Übersicht der
mittleren Barometerstände am Meere und der Oscil-
lationen des
Luftdrucks.

fVindkarte der Erde, nebst barometrischer und thermischer Wind-
rose. Verbreitungsbezirke eines
Maurititis-Orkans 1809 und des
westindischen Orkans im Aug. 1837.

8. Die Luftströmungen auf dem ISordatlantischen Ocean, im westl.
Gebiet der Alten und im östl. Theile der Neüen Welt.

9. Hyetographische (Regen-) Karte der Erde.

10. Europa zur Übersicht der Regenverhältnisse.

11. Ãœbersicht der meteorologischen Stationen in Deutschland, der
Schweiz, den Niederlanden etc.

12. Summarische Übersicht der auf der ganzen Erde angestellten
hyetometrischen Beobachtungen.

13. Geographische Verbreitung der Gewitter, a) in Europa; b) in
Böhmen.

l.

2.

Zur

4.

5.

6.

10.

11
12.

IL Abtheilung. Hydrographie (16 Bl.):

Erdkarte zur Übersicht der Fluthwellen.
Das Deutsche Meer und Theile des Atlantischen Oceans.
Übersicht der Fluthwellen und des Seebodens.

3. Der Atlantische Ocean, zur Übersicht der Strömungen, Handels-
strafsen,
der Temperatur, des Seebodens etc.

Oer Grofse Ocean, zur Übersicht der Strömungen, Handelsstrafsen,
der Temperatur etc.

Das Indische Meer, enthaltend Temperatur-Verhältnisse, Luft-und
Meeres-Strömungen, Handelsstrafsen
etc.

Der warme Meeres-Strom des Atlantischen und der kalte des
Grofsen Oceans.

7. Asiu-Eüropa in Beziehung auf das Fliefsende und seine Verthei-
lung in Stromgebiete.

8. Stromgebiete der Neüen M^elt. a) Nord-Amerika; b) Süd-Ame-
rika.
Länge der Hauptströme in beiden Hemisphären.

9. Ãœbersicht der bekannten Gabeltheilungcn des strömenden Was-
sers — Hase, Else, Weser. — Arno, Chiana. — Orenoco, Rio-
Negro, Amazonen - Strom. — Irawaddi-Saluän. — Mäkhaun,
Anan, Mäprän.

Vermischtes: Schwankungen des Ostsee-Standes. — Strom-Nei-
gungen: Wolga, Ganges, Donau, Elbe, Rhein, Rhone.— Karte
und Profil vom Niederrhein. — Ebbe und Fluth im Niederrhein.
Höhe einiger Landseen.

Hydro-historische Übersicht vom Zustande der Elbe in dem
, Jahrhundert von 1731 bis 1830.

13. Hydro-historische Übersicht vom Zustande der Oder, von 1778
bis 1830.

14. Vergleichende Übersicht vom Zustande des Rheim, der Weser,
Elbe
und Oder von 1831 bis 1840. Nebst Kurven der jährlichen
Periode des
Bodensees und der Donau.

15. Die Ströme Rhein, Elbe und Oder, nach ihrem Verhalten in-
nerhalb eines Jahres. Nebst Darstellung dieser Ströme seit
1728.

16. Hydrographisches Tableau der Weser, Weichsel und des Me-
melstroms.

3.

4.

5.

VHI. Abtheilung: Kthnosraphie (19 Bl.):

1. Die Völker Asiens und Eüropa's.

2. Verbreitung der Indo ■ Germanen und Semiten über die ganze
Erdfläche.

3. Verbreitung der Deutschen über die ganze Erdfläche.

4. Ãœbersicht von Eüropa mit ethnogr. Begränzung und mit den
Völkersitzen im XIX. Jahrh.

5.1

6. Γ Ethnographische Karte von Europa in vier zusammenstofsenden
l.i Blättern.
8.)

9. Deütschland, Niederlande, Belgien und Schweiz: National-,
Sprach-, Dialect-Verschiedenheit.

10. Ethnograph. K. der Oesterreichischen Monarchie.

11. Sprachenkarte von Frankreich.

12. Völker- u. Sprachenkarte der Britischen Inseln.

13. Ethnograph. K. des Russischen Reichs.

14. Völkerkarte der Indischen Welt.

15. Die Völker des Kaukasus.

16. Ethnograph. K. von Afrika. — Die Australischen und Polynesi-
schen Völker.

17. Ethnograph. K. von Nord-Amerika.

18. Ethnograph. K· von Süd-Amerika.
_ 19. Ethnograph. K. des Osmanischen Reichs und Griechenlands.

[NB. Die Karten rler VUT. Abth. sind in der 14. bis 1 7. Lief, enthalten.]

Dieser Atlas erscheint gegenwärtig in einer neuen Ausgabe abtheilungsweise zu Erreichung doppelten Zweckes,
einerseits, um denen, die die Ausgabe für das Ganze auf einmal scheuen, Gelegenheit zu bieten,
die Anschaffung allmählich zu beimriea und doch jedesmal einen für sich

geschlossenen Abschnitt in die Hände zu bekommen;
andererseits, um den Ansprüchen zu genügen, die vielfach an die Verlagshandlung gestellt worden sind,
die AUMlungen einzeln beliehen m TcHnnen, so Λνΐβ gerade Studium
oder Bedürfniss auf einen oder den andern der in dem Atlas behandelten Gegenstände hinführen.

Durch diese abtheiiungsweise erscheinende Ausgabe ist übrigens die Ausgabe des vollständigen Atlas keineswegs gehemmt, es Λverden von derselben stets
Exemplare in schönem Einbände zu Thlr. bereit gehalten und können durch alle Buchhandlungen bezogen werden.

Der Preis der Isten Abtheilung „Meteorologie und Klimatographie" ist: 5 Thlr. Die Ute Abtheilung: „Hydrographie'' soll Anfang 1850 zur Ausgabe kommen, und die
folgenden sechs Abtheilungen werden iu rascher Folge erscheinen._

©otl)«, ^rfjitfäprilfmiirudt »it CEitflelljari» - Üep^crfdjtn $ofbud)iirud\eret. 1849.

8.
9.
10.
11.

12.

HI. Abtheilung: «eologie (15 Bl.):

1. Erdkarte zur Übersicht des Starren und Flüssigen, so wie der
Verschiedenheit der
Oberflächen-Gestalt.

2. Bergketten in Asia und Eüropa. Vulkanreihe von Djava. He-
bung der Insel
Reguain. Vulkanreihe von Luzon.
Europa's Haupt-Gebirgs-Systeme.

Eüropa in geologischer Beziehung nach den Hauptmassen der
Gebirge-Formationen. ^

Karte von Süd-Amerika zur Übersicht der Unebenheiten des Bo-
dens. Hochland von Quito mit Quer-Profil. —
Bolivia.

6, Bergketten in Nord-Amerika. Profil des Tafellandes von Mejico.
— Insel Trinidad. Plan des Vulkans Jorullo.

7. Die vulkanischen Erscheinungen der Alten Welt in und um den
Atlantischen Ocean.

Specialia vom Vulkan - Gürtel des Atlantischen Oceans, — 20
verschiedene Kärtchen und Ansichten enthaltend.
Karte von dem
Vulkan-Gürtel und den Central-Gruppen des Grofsen
Oceans.
Nach L. von Buch.

Die Vulkanreihe von Guatemala , die Landengen von Tehuante-
pec, Nicaragua
und Panama, und die Central-P'ulkane der Südsee.
Idealer Durchschnitt eines Theils der Erdrinde. Mit Pflanzen-
und Thier-Abbildungen. Doppelblatt.

Geologische Karte von Deütschland und den anliegenden Ländern.

13. Specialkarte vom Riesengebirge, geognostisch colorirt.

14. Geologische Profile von Deütschland im Allgemeinen und vom
Riesengebirge insbesondere. — Tertiärbecken von Paris.

15. Hochthal von Quito mit den Vulkanen Pichincha und Antisana.
Vulkan von Gedee auf Java. — Korallen-Gruppe der Keeling-
Inseln. — Die Pyrenäen mit geolog. Kolorit und Profilen. —
Der Himalaya mit Profilen.

5.

6.
7.

IV. Abtheilung: Magiietismue (^ Bl):
Wachsende Karte der
magnetisnhen Meridiane u. Parallelen.
Die magnetischen Meridiane und Parallelen, in stereographischer
Polarprojection.

Wachsende Karte der isodynamischen Linien.
Die isodynamischen Linien in der Horizontal-Projection.
Karte für die in den Jahren 1827 bis 1831 beobachteten
Werthe
der Declination.

V. Abtheilung: PflaiiKen^eographie (6 Bl.):
Umrisse der
Pflanzengeographie. Zur Übersicht der V^erbreitung
der Pflanzen in wagerechter sowohl, als senkrechter Richtung.
Mit Skizze einiger Pflanzenformen.

Verbreitungs-Bezirke der wichtigsten Kultur-Gewächse, Getreide-
arten etc.; Cacao, Vanille, Coca, Chinawälder; Zucker, Kaffee;
Thee, Gewürze. Pflanzenformen.

Tabellar. Darstellung der Statistik des Gewächsreiches in Eüropa.
Botanisch-geographisch-statistische Karte von Europa.
Schouw's Ubersicht der Verbreitung der wichtigsten Kultur-,
Baum-
und Strauchgewächse in Europa. Mit Angabe der Isothc-
ren und Isochimenen.

Botanische Karte von Deütschlaiid, enthaltend die Statistik der
vornehmsten Pflanzen-Familien. — Verbreitung der Phaneroga-
men. — Temperatur-Kurven.
NB. Die Abtheilangen I — V. sind iu der l. bis 11. Lief, enthalten.

VL Abtheilung: Zoolo^itriiiche C}eog:raphie (12 Bl.):

Verbreitung der Vierhänder, der Beutel - und zahnlosen Thiere,
sowie der Dickhaüter. — Mit Thierabbildungen.
Verbreitung und Vertheilung der
Raubthiere.

Jagdgebiet der sogen. Pelsthiere. — Schauplatz des nordischen
Walifisch- u Robbenfangs. — Verbreitung dea Katzengeschlechts.
Verbreitung und Vertheilung der Nagethiere und der Wieder-
käuer.
— Verbreitungsbezirk des Sumpfbibers. — Verbreitungs-
bezirk der
Gemse in den Alpen.

Verbreitung der vorzngl. Saügethiere in der Alten Welt.
Verbreitung der vorzüglichen Saügethiere in der Neüen Welt.—
Mammalogische Monographien: a) des Erzhzgth. Oesterreich;
b) des Indischen Archipelagus.

Statistische Übersicht der Saügethiere Eüropa's nach ihrer geo-
graphischen Vertheilung.
Verbreitung der
Saügethiere in Eüropa.

Allgemeine ornitho- und erpetologische Erdkarte zur Übersicht
der Vertheilung der Vögel und Amphibien.

Statistische Übersicht der Eüropäischen Vögel nach ihrer geo-
graphischen Vertheilung.

Verbreitung u. Vertheilung der in Eüropa heimathlichen Vögel.
Versuch einer Schlangen-Karte.

NB. Die VL Abtheiliiiig ist in der 12. und 13. Lief, enthalten.

VH. Abtheilung: Aiithropologitsche Daretellung^en·

1. Verbreitung der Menschen-Rassen. — Übersicht der Nahrungs-
weise
und Volksdichtigkeit in den Ackerbauländern. — Manches
zur
Physik des Menschen. — Charakteristische Abbildungen von
Köpfen und Schädeln.

2. Geographische Verbreitung der vornehmsten Krankheiten auf der
ganzen Erde. — Charakter-Krankheiten in
Nord-Amerika und
den
Antillen. — Süd-Afrika^s Klima. —■ Gang der Cholera.

3. Bekleidungsweise der Bewohner des ganzen Erdbodens. Nebst
15
Trachten-Bildern für: a) Völlige Nacktheit, b) Kleidung von
Thierfellen, c) von Thierwolle, d) von Baumwolle, e) von an-
dern Pflanzenzeügen.

4. a) Geogr. Verbreitung der Religionen, b) Die geistige Kultur
der Menschen nach ihrer geogr. Verbreitung, c) Beschäftigungs-
weise.
d) Regierungsweise.

NB. Diese VII. Abtlieilung ist in der 18. Lief, enthalten.

1.

2,

6.

7.

8.
9.

10.

11.
12.

INHALT von BERGHAUS' physikaliscliem Haud-Atlas.