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êxtmtmkït
für liatl)oli|'dje tirdienfänget
Pi'itter §a()rgang.
Ji a iç e tt.
îiruck uni» ilrrlag m\ 3^1bcrt 3atobi & (Ão.
188C.
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Jttl)rtltMlfi7cid)ui(5.
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(gctiic^tc.
ecite
Slkifter Siancci............ . . . . 1
Ser 2:riuinp[) ber i^ünfte............9
Si'mftlerlegeube...............17
Sie öervgottSfinbev..............'25
HJavia.................
Sie ''lirebigt................-11
Sancta Caecilia . . ......................19
9hif 93Jariii .^ininiclfnlivt...........f)7
Svei Sänger................73
ber âSegcnbe vou ber [)l. (Siicilia" . .......81
Ser tIeine Hhtfifer üon a3etl)lel)eni.........89
?fttjiÃljC K»
OJott jum ©rnfj..............1
geftipiet am Srciföuigötage...........4
Ueber bie Slrt unb SBeife, baö röm. Gradualo ju gebvaudjeu f)
«aufteine....... 10, 18, 25, 33, 12, 49, 82 89
Siturgifd)eUnterballimgcnl2,19,27,3r), 43, 51,59, 60,74,8 t, 91 9(itö beut ^Jafferulaube.............13 |
©eUe
ift eine ISabenj?.............11
Crflnrung ber lanret. Ãitanei 20, 28, 36, 45, 53, 70, 85, 92
Saiicta Caecilia............11, 21, 29
9(nä bem (rungolanbc........... 22, 30
Gine ®riinbLiimerötngs=®?eiic im Ãi3naculum.....37
Sie (lt. OJerfrub über "beu ©ejang...... 46, 60, 68
Sie Hebung im Gborat ift notbmenbig, aber nud) Int)nenb
................. 57, 65, 73
Ser t)l. ^Mip)t «regor 1., bev (Mvüfic......62, 70
Ser Sontiinftler unb fein 3{ofcnfmn,^........76
Sa? ®regorin§[)au3 in 'Jlad)en. ('':i5ro)peftuÃ).....78
Scr tSonege................86
3?od) ein âGonege"...............94
Singiibnngen...........6, 14, 39, 54
â¢Jfctrüfogc (;>lcten«, P. l>iiit)...........31
S. 7, 15, 23, 31, 39, 47, 55, 71, 79, 87, 94. |
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3. gioi^rflottfl.
für ÃafpoKfcl)e ^ircf^ettfänjjer.
®ratiö=55cilagc jum â®rcooriuö=&1att", Ovoau fiir fntljolifdjc tirdjeuumfit
â©crge, ba§ bu mit bem fllaubft, Wa8 bu mit bem IKuube Ttugll, unb iu Säetlin
bet^ätigft, wa§ bu mit bem ^etjeu gtaubft." eoncil iu Eart^ago », 3. 393.
«Jn Die Scfcr.
iD?it biefer erften Plummer beä neuen :3;at)rc3an9c§ ift iu ber ."perauSgabe biefer .^eitfdjrift eine 5lcnberung
infoferu eingetreten, olê |)err ®ünid)orbirigent ^ötficfcr in 2lad)cn tuegcn Ueberbürbung mit SerufSgefd^äftcn bie
9kbattion bem Unterjei^neten übertragen l)at. i^tibem berfelbe fein 53cftrcben baljiu gu rid}tcn ocrfprtcht, baf3 bic
9iebaltion in bem btS^engen ©eifte fortgeführt toerbe, bittet er bte .'pcrrcn ajtitarbcitcr, ber ^eitfdhrift treu 311 bleiben,
unb erfuc^t olle g-reunbe ber heiligen a)htfit um iljrc freunblid)c llnterftü^ung, 3umal bic Grfiilliuig ber übernommenen
Slufgabe oon bem llnterjeid^ncten felber nicht ganj utibebeutenbe Dpfer erhcifd)en mirb.
C6crDUf/Düffeiborf, im i^anuar 1886.
JÃDrflcljcr l)c<< Ãfltl). JlnnI)cn=2öitifcMhimfcS.
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Mlüfin ^Ertuco.
Horch' in Slad)cnä alten Diouern äöeld)cr Jubel, loelchcr Klang? Höne, bie hinüberbouern Jn ber fernflen Reiten ®ong. Durch bic ©troÃen, burch b'tc ©offen Klingt'S in iubelnbein Slftorb, Unb es jieh'n bie Sürgermoffen greubi; JU bem Dümpel bort.
3u bem Denipel hiiV bem hehren, Den JU ©OlteS '4>rciS unb Shthm gromm ein Kaifer baut, ju ehren ©einen ©ott im Heiligthmn. aiodhcnS Dom er ficht oodenbet; 3u ben SffioKen rogt fein Ghor, Unb nodh CPe« h»"9eioenbct Jfi feinjKrcuj' jum ©onnenthor.
SBoS on ©olb unb eblen ©leinen ajion begehrt an GorolS Dhron, Ãciner fürchtet ein Verneinen: i)lcid)er gob fein ©alomon. gern oon heimifchen ©cflobcn giehn' bte Soten hi" Unb mit ©chätjcn reich bclaben Drägt jur Heimoth pe boS ^JJieer. |
^Ãeià man einen Künftlcr loohuen gern im Z[)o.\, ©ebirg unb Salb, ©ei eS aud) in fremben Binnen, â Hin JU Karl muà er olSbolb. ©roÃer a)icifter Kunp ju ehren, 3ahlt ber Kaifer reid)en ©olb; ©eines DomeS 'â }3rad)t ju mehren. Dünft gering ihm fd)»oercS ©olb.
Unb an ferne KloPcr^'Pfofte Klopft beS 33oten eil'gc H^nb: â.Hier bcS .KotferS eigne Sorte, âSrubcr Don CO, locitbefannt." ââSine ©lode mir ju gieÃen, ââgchlt ein frommer Künftlcr hier; ââ^JÃiciftcr San CO loà id) grüÃen, ââSalb crfd)cine er oor mir."^ â
golgfom bem crholi'uen 3lnfe, ®reift ber ^})Jönd) jum Sonbcrpab, Ueber jad'gc gelfcnftufc ©tcigct er inS Dhol hi"ab. Dcnii es liegt auf Jenes Ha"«» ScvgcStoonb, So no^ SencbiftuS 9tcgel Donco lebt im ©(h»oeijerlanb. |
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SSon ben ©loctengie^ern allen ®ïö§teï iWeifier ihrer Ãunft, §arrt ber Prior üon ©anll ©allen éang be3 ©o^neS SÃïieberïunft, 5Der mit unbejd)uhten SöB«" Oft burd^matet milben ©trom. SB eil e§ gilt ein 3öerï ju gieÃen gür ber jungfrau heil'gen 2)Dm.
Unb e§ focht ou§ eblem ginne, ©rj unb ®olb bei geuerSglut 3;anco bolb mit frommem ©inne ©ine ©peife hell unb gut.
bie ÃÃJiüh' gelohnet roerbe, ®ie ihm ©d^laf unb Siuhe raubt, ^niet er oftmals hin jur @rbe, S^ieiget betenb er ba§ |)aupt,
©nblidh ift ba§ SBerf gelungen, ®a§ Oiel hei^e Stropfen frug; 3u bem Ãatfer t^'ä gebrungen, man heut bie gorm jerfchlug.
â Unb Oom SThui^we ho^ hernieber Sönt ber ©locfe heQer ^lang. Sauter bod) al§ aÃe Sieber,
ÃUngt beS Mfer§ froher ®anf.
Cr umgibt mit hohen ®§ïen jenen SJÃann im DrbenSfleib, ©effen ftiöe 3)ïienen lehren
SDemuth unb Sefcheibenheit.--,
ÃDoch mie, bag ber 3Jienfdh nidht falle, Suft fidh pets mit Seib üermählt, ©ieht ouch Sonfo bolb bie ©alle ©einem 9ïuhme beigejählt.
Subem Mfer hin trat Bieter, ®iner oon be§ ^öflingStroÃ; 9ïeibifdh blidft er jum (Sebieter, 9ïeib ihm oon ben Sippen floÃ: â©oldhe ©lodte ju erringen, â53raudhen mir ben ÃKiJndh nidht hier .,So6 mir ©rj unb ©ilber bringen; â(Sine beffre giefe' tdh â
Unb e§ gab mit tooHen §änben ^oifer Ãorl auS feinem ©dho^. jener ging unb borg bie ©penbeu 4)eimli^ an toerfledttem pialj. gügt ftatt ©ilber bann jur ©peife Tupfer nur unb fdhlechteS Ãinn,
ouf foldhe fchnöbe SBeife jhm ermochfe ein ®ewinn."
Sll3 fein SEBerf bonn marb oollenbet, J?üm ber ^oifer froh Ijerbet, ®enn er glaubt, ma§ er gefpenbet, Daà e§ mohl oermerthet "fei. Ãtne ©lodte fleht er prangen ©ilberheQ »oll ®lanj unb ©chein â
â ÃDodh mie glühen be§ aJieiperS SBangen,
â golfch wie biefer muà fie fein. |
Hber Me§ mohl eutogen ©laubt ber 9ieib mit arger Sift, SBenn bie ©lodte aufgewogen ajîon be§ ©Ubers baiö Oergi^t. ^eute enbigt |ebe§ grogen; ®enn eâ {ieht DeS SBolfeS ©trom 53on ©rmartung fchon getragen groh erregt jum hohen ®om,
§eute foU e§ fidh entfdheiben 3)urdh be§ ^aiferê ©timme, mi^t, SSer »on unfern îîûniilern beiben 9iun ber gröÃte 5D?eifter ift. ÃDieter hat im Ãorn gefchmoren, ®a§ ihn San CO nie erreidht; ©eine ©hre ift verloren SBenn ber 3îidhter onber§ jeugt.
Unb au§ Slllen, bic gefommen, ©idh jn ^eu'n am frommen Ãlong, §at bcr ^oifer îcjjt genommen jn bie ^onb ben ©locfenftrang. ©cht, er jieht mit beiben Rauben; ®Ddh ber eh'rnc SDîunb bleibt ftumm, Unb beS §errf(her§ 53Udte menben ginfter fidh noch Bieter um.
âSiClft bu nidht Söctrüger heilen, âSTritt hertJor! â (Srflöre bie§!" â â âÃRog ber Sob mich âlei^h ierreifjen, ââ2Ãenn mit SRe^t id) Sügner hieÃ!"" â gornig bleidh herüor tritt ®ieter gaÃt ba§ ©cU im hohen SEhurm;
â broht nidht ein Ungemitter? â tUngt e§ nidht mie noher ©türm? â
?lu§ ber ©locte fällt ber .Jammer îluf ben galfchen fdhmer herob ; aJîit entfeuU^em ©ejammer ©türjt jermalmt er in fein ©roh. â îlUcS 3îolf eS fteht üernichtct, ©elbft ben Ãoifer lähmt ber Son. â®oU im §imrael hat geridhtet! jeber fpridht'S unb flieht boüon. â
Hans Jordaens.
(öott }\\m Cörnf]!
®ie ©dhiffer, bie boS groÃe iffleUmeer burdhfahren, Ueber Sefer, fUmmen gar oft ben hohen SDloftboum hinan, um auf bem meiteu SDleercSfpiegel beu SBeg ju betradhten, ben fie bereits jurüdtgelegt unb bie ©trecfen, bie fie nodh ju burdh= eilen ha^en, um ju fehen, ob am äuÃerften ©oumc beS ^orijonteS boS erfchnte Sonb üicllcidht fchon fi^tbar merbe. ?lehnli^e8 foQte üon unS SlOen unb nomcntUch bei jeber johreSmenbc gefdhehen, bo unfer Ãcben einer rofdhen ©eefohrt auf ein §aar glcidht. âaJieine Soge," flogt fchon ber fromme job, âfmb fdhneöcr alä ein Eilbote â benn aud) ber eil= fertigfte Säufer ruht jumeilen au§, mährenb tu ber Ãett fein ©tiaponb benfbor ift, â fie finb üorübergejogen, mie leicht |
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befrachtete ©thiffe." Unb ttjahrUch wie ber Kiel be§ ©thiffeS mit groÃer ©d^nelligteit burc^ bie Sogen ba^infährt, ohne baà bie ©chläfer im '^nnern be§ ©d)iffe3 etraaS baton merîen, fo fahren mir Stile mit unferm ErbbaHe in einem ^ûh^e bie ungeheuere Panetenbahn um bie ©onne herum. Unb obmohl unfer ^ahr gegen neuntaufenb (8760; ©tunben jöhlt, fo mürben mir boch faum etroa§ bobon merfen, fühlten mir e§ nicht in ben fîeten beränbetungen, bie Sach§thum nnb SlUer mit fich führen. Ãlch fagt ber (Sine, biefen 3??ann habe ich als Kinb gelaunt unb auf meinen Knieen gef^aufeU unb nun fleht er im fräftigfien SDîanneêalter, nnb au§ feiner heüen ©opranftimme hat fi^ ein Jonorer baà entmidelt! ®in Slnberer begegnet einem befannten au§ früherer Ãeit, ben er feit fahren nicht gefehen; greunb ruft er, mie bift bu auf einmal fo grau geworben? SlQerbingS (ermiebert biefer) ba§ machen bie ^ahre! â ^a, mie fchneU ifl ba§, ma§ mir gegenmärtig nennen, tnieber »ergangen unb unmieberruflich borüber ! So ftnb ft; nun bie geflgelage unb Concerte unb bie taufenb belufligungen aller Slrt au§ betn ?[ahre 1885? ^dh, mie bie ©pinne ben ganjen Dag gefdhäftig ihre gäben jieht unb hin unb mieber eilt, unb ihre 3lrbeit jmar groà ifl, aber ba§ ju ©taube fommenbe Serf nur fehr gering, fo berhölt cS ftch auch mit beut rafllofen, mühfamen unb meifi fo ni^tigen Dreiben bieler Ã}?enfchenfinber. Sie biele fünfl= liehe ©emebe merben angefertigt, bie ein einjiger Suftjloà jer= reiÃt ! Unb menn auch ïîaS ®emebe ftch erhält, worin befteht benn baS KöftUdbe unb beglüdfenbe, baS fich i^arin fängt? Sldh, wie biele Opfer unb ilWühen lieÃen fleh erfparen, weil baS, wa§ man fucht, unnü(5 unb rein überflüffig ift, toeil eS Weber befianb noch wahren Serth hat!
9îun, Ueber Sefer, waô idh ^'tr ba jur erjlen Siumtner be§ britten Jahrganges be§ @regoriu§=boten gefchrieben, ifl aOerbingS etmaS fehr ernfl. bie'lleichf bieS barin feinen ©runb, baà eS ©çlbefler=Slbenb ift, ba idh am ©dhreibtifch fi(je. Stilein ich "»eine audh, ber ©regoriuS-bote foH ba§ ©einige baju beitragen, baà bu nicht am «benb beineS SebenS init leeren pättben baflehfl bor bem perrn, um 3h'" 'bie einfl ^etruS ju gejlehen: â^»err, ich habe bie ganje 9iadht gearbeitet unb 9}idhtS gefangen." ®S würbe bir, wie bu gut weiÃt, nidht bergönnt "fein," it>ie bem Slpoflel, baS 9{e(j ju reidherem gange noch einmal auSjumerfen. â Der ©regoriuS^ bote foH bidh erinnern, baà bein SebenSfchifflein unter ber glagge ber hl- Eäcilia burch baS ÃReer biefeS SebenS bahin-- fährt. BahUofe ©dhifflein fahren jugleid) mit ober bor ober hinter bem beinigen, unb bie meiflen tragen eine anbere glagge als baS beinipe. Die Einen jlnb mit einer friegerifchen glagge gejiert, unb bie barin fahren, ftnb flolj auf b'ie gelb= jüge. bie fie mitgemacht. Die glagge ber Slnbern jeigt eine ©cheibe mit jtoel büchfen ober ein bietfad)eS F, barin fahren bie ©d)üljen unb Durner. Doch ba fommen auch anbere mit einer Seier auf ber glagge; allein auch biefe finb unS nur ganj entfernt bermanbt ;"fie fümmern fid) audh nid)t um uns. Slber nun bemerffl bu aud) mand)e8 ©chifflein, beffen ijlagge wie baS beinige baS bilb ber hl- Eäcilia trägt unb â idh fage eS mit" groÃer greube â bie fo gejierten ©dhifflein mehren fidh bon 3ahr ju Johr. |
Unb nidht nur hinfichtUch ber glagge unterfcheiben fidh bie ©chifflein, obgleidh au^ biefer Unterf^ieb, wie wir welter unten fehen werben, nidht fo unwid)tlg ifl wie ber, ob bu einen blauen ober grauen JRocfe ju tragen pflegfl. Die mit ^er glagge ber hl- ©äcilia gejierten ©dhifflein halten im ©roÃen unb ©anjen eine unb biefelbe Sîidhtung ein, währenb bie anbern hin unb her im Sii^jadt, balb nadh '-e^tS balb nadh linfS fegein. Scher benn nun biefer Unterfdhieb ? 92un, lieber Sefer, baS ijl fehr einfadh ju erflären: Die Einen haben einen juberläÃigen KompaÃ, nadh ^em fte bX«- Ãiidhtung nehmen, mährenb bte Slnbern biefeS überaus widhtigen Jn-- flrumenteS ju ihrem eigenen Ãiadhtheil unb ©dhaben entbehren. Du meiÃt jebenfaüS, maS ein Kotnpaà ifl: ES ijl eine Heine ©cheibe unter ©laS, morauf bie §immelSgegenben berjeidhnet ftnb, unb mitten barüber läuft, wie ber Seiger einer Uhr, bie ïïïagnetnabel, bie bon felber immer gegen ^)Jorben ober gegen ben ^^5olarflern h'njeigt. Daran müffen nun bie ©dhiffSleute abfehen unb ausrechnen, maS für eine 9iidhtung fie bem ©dhiffe geben müffen; fonjl wären fie auf bem weiten, weiten äJleere no^ biel rathlofer, als wenn bu mitten in einem ungeheuer groÃen Salbe flänbefl, ohne Seg unb ©leg ju lennen.
9ïun fdhau, lieber Sefer! Sährenb bie anbern ©dhifflein auf bem weiten ÃReere biefer Ãeit umherirren, getrieben bon bem Sinbe ber Eitelfeit, ber 9ïuhmfud)t, ber bergnügungSfudit tc. haben alfo bie mit ber gähne ber hl- Eäcilia gefdhmüdCten ©dhifflein einen ftd)eren KompaÃ, mittels beffen fie unter ©OtteS ipülfe unb beiflanb bie redhte 9lidhtung einjuhalten bermiJgen, um einfl an einem guten Drt anjulanben, unb biefer Kompaà ifl ber lebenbige fatholifdhe ©laube.
biefem lebenbigen ©lauben nämlich wirb bem firdhUdhen, ©änger flar bie unenblidhe Erhabenheit beS hl- OVferS, JU beffen geier mitjuwirfen er bor bielen Slnbern bon ©ott berufen ift. ^n biefem lebenbigen fatholifdhen ©lauben _er= tbad)fen in feinem jnnern bie red)ten ©efühle unb ©llm= mungen, woburdh fein ©efang toahrhaft ein ©ebet mirb. 3n biefem lebenbigen fathDlifd)en ©tauben »oirb ihm auch flar bte hohe Sürbe feines berufeS, ber ihn fo enge mit bem Stltar unb betn heiligflen ©eheimniffe berbinbet. SluS biefem lebenbigen ©tauben fproÃt bie begeiflerung für fein ©ängeramt ttnb ber lobeuSiberthe Eifer, loeldher alle ©dhibierigfeiten fiegreich überioinbet unb alle Opfer unb SDÃühen bereitwillig übernimmt. Stuf biefem lebenbigen ©tauben baut ftch enblidh aber audh ^ie gegrünbete .poffnung auf, boà fein, unter ber glagge ber 1)1. Eäcilio boherfegetnbeS SebenSfdhifftein in feinen .^afen ber 9luhe einlaufen wirb, wo er in unauSfpred)li^er ©eligfeit unb Sonne boS Sanctus immer unb imtner wieber fingen wirb, boS er hier fo oft beim hod)heitigen Dpfer ongeftimtnt hat.
ES mag olfo eine Qicfjadffohrt mit bem SebenSfchifflein ouf bem wogenben aJieere biefer 3eit immerhin gonj omüfont fein, ober mit anbern Sotten: Ser nur greube unb ber= gnügeu fudht, mag boS ja in jiemlid) reidhem 3JlaaÃe in irgenb einem weltli^en "bereine finben, fei eS nun ein ©efongberein, ein Kriegerberein, ein Durnberein, ein ©dhüjjenberein ober irgenb ein onberer berartiger berein! Sludh fällt eS unS nidht ein, biefelben in boufch unb bogen ju berbommen, wenn loir ou^ ber Slnfleht ftnb, boà ber "geflfehwinbet unb überhoupt bie bergnügungSfudht ein wahres Kreb3gefd)wür om Seben unfereS "bolfeS ju merben broht. Sttlein wir frogen: SoS fommt benn bobei herouS für bic gohrt nod) bem ^enfeits? Es ftnb jo nur gohrten im Sidtjodt: man fommt boher im günfiigfien goHe wenigfienS nidht bomit bon ber StcOc, unb bodh foQ unb muà bie .pouptforge eines Ehriflen fein, boà fein SebenSfd)ifftein glücflich in ben §ofen be« JenfettS einlaufe! â
Senn bu nun, tieber Sefer über bie Stufgabe biefer Ãeitfchrift einen Slugenblicf nochbenfen lülllfl, fo mirfl bu mir nicht Unreal geben fönnen, wenn ich fage: Studh ber |
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®regoriuSbote foU ein Kompaà für ben fir(h = üd^en ©änger fein! Aüe Untermeifungen be§ ®regoriu§: boten i^döfen nämlidf) barauf h'nauS, ju jeigen, mie ber fird)Iiche ©änger feine§ AmteS matten muÃ, Damit er mit feinem SebenSfchiffiein bie redete Stic^tung uid)t oerfe^le, fonbern im §afen be§ ^imniUf^en Jerufalem einft anlange, ©oü ber Kompaà bir aber mirfUd^ oon 9Ju^en fein, lieber Sefer, fo ifi e§ not^menbig, baà bu aud^ fleiÃig barauf ^in- fd^auefl unb bich auf ber ga^rt barnad) rict)teft, benn ber befie Kompaà nu<jt nichts, menn er nidht gebraucht mirb.
Schönen.
Jrelîfpiel am 5utkötti0sta0^
3)oS hl- DreifönigSfeft gehi5rt ju ben ältefteu unb auS= gejeidhnetften geften ber chrifilidhen Kirche ; bieS mürbe beÃhalb üon feher mit befonberer geierlidhfeit begangen. (Sin Dheil ber dhriftlidhen gefte ift audh im bürgerlidhen Seben burch ftnntge ©ebräudhe auSgejeichnet. ©o hat baS 2ÃeihnachtSfeft feinen Ghriftbaum, baS Dfterfeft feine Ofterfeuer unb £)fter= eier, unb baS DreifönigSfeft in faft allen Dheiten Deutf^lanbS feinen S3ohnenîi3nig ober feine Bohnentönigin. ©eroijhnlicb pflegt man am SÃorabenb ober erft am DreiföuigStage felbft einen Kuchen auSjutheilen, in melchem eine Bohne "fidh be^ finbet. 2Ãem biefe beim Bertheilen beS KudhenS jufäQt, ber hat bie ® h e beS JageS. Jn ber 9îegel beglüdtt man bamit bei uns eine Dame, bie bann als Bohn enf ijn i gi n ge= feiert mirb. Die Einführung berfelben roirb burdh muntere ©^erje unb oielfadh auch burch frohe Sieber gefeiert. Daoon fd)eint audh ber AuSbrudt ju flammen: âGtroaS über baS Bohnenlieb", jur Bejeidhnung beffen, roaS über ben erlaubten ©dherj hinausgeht.
Das für bramatifdje Spiele begeifterte 2)M(telalter feierte baS DreifijnigSfeft, roegen feiner Roheit auch ber âobrifte" Dag genannt, oielfad) iu ber Kirdie burd) folgeubeS geftfpiel. Drei Knaben, reid) gelleibet, mit golbenen ftronen auf ihren Häuptern unb ein golbeneS ®efäf^ in ber Hanb, fleüten bte äÃeifen auS bem SDîorgenlanbe oor unb fangen in ber Kirdhe ein auf baS geft bejüglidjeS Sieb(0 quam dignus,). aSährenb biefeS ©efangeS näherten fie fidh bem Altare, roo baS JefuSfinb auSgeftent roar. Dann erhob ber Ãrfte fein ®efäà unb fagte: aurum pro primo (Oiolö jnm ©rften), bann ber'anbere: tlius pro secundo (iÃeihraud) jum 3roeiten) unb enblid) ber britte: myirliam pro tertio (iDî^rrhen juin britten.) H'^^auf fang roieber ber Grfte : aurum regem (©olD bebeutet ben vKi5nig), bann ber jroeite: thus coelestem (®eihraud) ben Himniltfchen) unb jule^t ber Dritte: mori notât nnctio (ûJît)rrhen beu Sterblid)eu). 9Jun jeigte Giner oon ihnen mit ber Hanb ben oon beut Kir^en= geroijlbe herabhängeubeu ©teru unb fang in einem hohen Done:_ âDiefeS ift baS 3eid)en beS groÃen .KijnigS!" AOe brei gingen bann jum Opfer, inbem fie ein auf bie heilige â Hanblung bejüglid)eS Sieb fangen, ^iad) Beenbigung .beS Opfers erhob ein jüngerer Knabe hinter bem Altare feine ©timme, toelche bie ©timme beS GngelS üorfteQen foHte, uub fang: âJdh bringe eud) Botfd)aft oom".Himmel! GS ift geboren GhriftuS, ber H^rr ber 5Belt, ju Bethlehem, roie eS ber "â .fjrophet üorauS oerfünbet hat."
Die firchlidhen geftfpiele haben fidh oHmähUd) üerloren. |
roeit bie poefielofer unb nüdhterner roerbenbe ^eit fte nidht be- günftigte; bann audi, roeit eS fdhroer halten mochte, biefelben mürbig genug barjuftedeu, unb fid) lei^t 3JMÃbräud)e ein- fd)leid)en lonnten. ffienn fo bie geftfpiele in ber Kirche felbft auÃer ©ebraud) gefommen ftnb, fo haben ft^ bodh namentlid) in ©übDeutfchlanö an oielen Orten Dreifönigsfpiele im Bolfe erhalten bis auf ben heutigen Dag. -Ãfr. Dr. öanSjafob entroirft in feinen âJugenberinnerungen" ein anjiehenbeS BtlD biefer finnigen ©ebräudbe, unb auS feinen ïDfittheilungen iDDÃen roir GinigeS hie^ oerjetchnen. âGS toar im Jahre 1846, fo fd)reibt er ©eite 103, ba mid) baS SooS traf, unter bie hl- brei Könige einjutreten, morauf id) um feinen â â¢IJreiS ber B5elt üerjidhtet hätte. Unb als bie ü)?utter mid) jum alten Bndhbinber Hintersfirch führte, bamit ber mir bic Krone anmeffe, ba roar idh glüdClidher unb ftoljer benn ein römifd)er Did)ter, ber auf bem Kapitol gefrönt roirb. Jeben Abenb oon ÃBeihnachten ab hielten roir ©ingprobe, roobei idh ben ©opran unb bie jroei äRitfönige bie Altftimme üertraten, unb beS â©d)mieb:Balben=SouiS", ein mebiatifirter Dreifönig, ben Jnftruftor fpielte. Dann roarb auch ber â©lernen" iu ^Reparatur genommen, geflicft, gepappt unb frifch geölt. Der ©teru beftanb auS in Oel getränftem roeiÃem 'IJapier, hatte oier mä^tige âÃinfen", in feinem Hei^ieu einen âSicht= ftumpen" auS ber Kirche, roarb au einer groÃen ©tauge getragen unb mit einer ©dhnur in planetförmige Beroegung gefeist.
Am Abenbe beS längft erfchnteu DageS aber fam ber Jnftruftor, ber mid) auS befonberer ©unft jum â©dhroarjeu" unter ben brei Heiligen beftimmt hatte, bei Ãeiten, um mir baS ©eficht ju färben. Keine KönigSbraut, bie üom erften SJJaler ihreS JahrhunbertS porträtirt" merben foll, fonnte mit gröÃerem Behagen fid) in 'ijofition fe^en als ich flethan, bo SouiS einen Korfftöpfel in Oel getoucht, ihn om 'Sid)t einer Ãolgferje fchroorj mochte unb mir baS ©efid)t übermalte. Der fdiroorje Dreifönig KoSpor mar üon unS Kinbern üon jeher am Weiften berounbert roorben, unb beÃholb roor idi nicht roenig ftolj auf bie fdiroorje Sïolle unb boS fd)roorje ©eficht. : Aud) fd)ritt ber KaSpor ftetS in ber ÃJcitte feiner beiben ' Kollegen hinter bem â©terncn" her. Bor jebem -Houfe rourbe ein Sieb, unb roenn im jroeiteu ©todfroerf eine jroeite gamilie roohnte, ein jioeiter ©ong angeftimmt. AuS bem munteren ©todfroerfe brochten bie Kinber beS HanfeS bie ©ängergabe, : iu ein "i^opier eiugcroidfelt; bie Seute im oberen ©tocfrocrf j brannten boS ''fjapier an unb roorfen bie Ãrenjer unb ©rofdien toie Seuchtfugeln ju ben güÃen ber h- brei Könige. Der ©dhroorje ober, als ber oornehmfte, hob nie âein ©elD" ouf; boS beforgte ; einer ber Anberen, entroeber ber Melchior ober ber Bollhofor. I Bïenn König unb ©teru ben halben B5eg ber Altftobt burch= i gangen, fehrtcu fte noch altem Brouche bei einem Bädfer ein, bei melchem bie brei ©ingfnoben unb ihr Bonnerträger mit frifcl) gebacfeneu Brezeln beroirthet lourben. DrauÃen ober loarteten bie Kinberherjeu beS gonjen ©täbtd)euS auf bie ÃBieberfuuft oon Königthum unb ©tern, frierenb in ber falten ^JJad)t. ©obolb ber Bannerträger ben-©teru roieber leuchten lieÃ, roor AQeS jufrieben. 3nm Abfchieb rourbe oor bem Hanfe beS ©oftgeberS ein Sieb gefungen, toeld)eS olfo onftng: âJd) log in einer ïlJocht unb fd)lief, â GS träumte mir, roie König Doüib rief, â BJie foü id) fingen unb träumen? â Bon ben heiligen brei Königen ein neueS Sieb. â ©ie liegen ju Gölten om Sth^ine." 33iS gegen 10 Uhr bouerte bie ©ternenfohrt ber ht- bxei Könige. BJaS fie fongen flong fo rounberbor auS Ktnbermunb ^u Kinber^ |
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herjen, baà »tr nicht genug ho^'^be» tonnten. Unb bte alten Seute fchauten au§ ben g'enftern, unb in ihrer ©eele ti5nteu roieber au§ ber Jugenbjeit bie alten Dreiti5nig§lieber, unb mancher ®rei§ tourbe toieber jung im Herjen unb fing brtnnen mit ju fingen an. ?ltn Kirchhof brauÃen tourbe ber Stern für ein Jahr gelöfcht, unb ftid jogen bie âbrei Seifen" heim, gaben ihrem Sannerträger einen ©ulben, unb Oorbei toar aÃe ®retfi5ntg6herrlichfeit. Die Sürbe ging für3 nächfte Jahr an anbere über, benen man bte Kronen, fo fie noch neu toaren, oertaufte. O, friebliihfteS Kijitigthi»m ber Grbe, iDo einer bem 2lnbern bie Krone für brei Satjen Oer: faufte! â ®enau breiÃig Jahre fpäter, am Sorabenb cor bem DreitijnigStag 1876, ftanb im âKirchgäÃle'' int Dunfel ber SJacht eine lange (Seflalt an ber Gdfe be§ roeftlichen 3ehnt= gebäuDeä, alö eben bte âhl. brei Ki5nige" oor bem Ha"fe fangen. Die Knaben roaren oon einigen .Kinbern noch be=: gleitet, fte fangen ba§ Sieb: âO Jefulein!" Da liefen betn älJanne, toeldher ungefehen in ihrer ^iähe ftanb, bie ihränen Oon ben Singen; er gebachte ber Jngenbjeit, feiner eigenen DreifijuigSroürbe unb ber finblidh feligeu Dage, ba au^ er âbem Sterne" gefolgt uttb gefungen: âO Jcfttlein!" Sange nodh folgte er Oon gerne au jetu'tn Slbenb ben Dreitönigen unb ber ftiQ lauf(henben Kinberfdhaar unb oerfe^jte ftch jurüdf in bie Kinberjeit unb ben Kinberhimmel." So loelt |)anS= jafob. Die oon ihm mitgetheilten DreifiJnigSlieber, roelche ba§ Solf gebid)tet h^t unb bie Kinbcrroelt in treuem Sln- benfen behielt, ftnb jum Dheil Oon rührenber Jnnigfeit unb Schönheit. Die le^te Strophe beS HauptliebeS lautet toie folgt: âD JcfuIcin! 3Bir ietutnb fertig fein, So fd)laf benu roieber ein, O Kinbelein! D Herjelein fdilaf, ©d)taf', ad) fdjlaf, 2)üc{) fcl)lafc nidif, loenn luir ftlopfen au ber Himmelsthür, D Jefulein!"
Jn Sürfelen bei Sladhen fang man folgenbeS Sieb: Gä fameu brei fii5ni!ic nuà bem DJornentanb Sic roaren oon ber @onn' ^anj frfjroarj oerbranut Sic fameu an einen Söerfl itenohu 2)a blieb ber Sternen ftitlc ftobn. «d) Stern, ®u mufjt nid)t ftin bteib'u fteh'n ®u muÃt mit unä nad) 5Uetl)lehem Qch'n, 33efl)Iehem bie fd)önc Stabt SBoriu 9)Jaria baö ffinbd)en gebor'n (jat. 23ic fleiner baS itinb, ©ic gröÃer ber öott, 2)er .^»immel unb Grbc
Erfdjaffen hott. S). 9{eb.
tlcbci1 bic ^Ãd uub Mrifc bnö rümifrijc Graduale }\\ gcbraudjeu/^
Das römifdhe Graduiile enthält biejenigen She'fe ber heiligen ÃKcffe, roeldjc oon SllterS her feitenS ber Sänger ober beut Chore nadh grcgorianifd)en SJ^elobieen gefnngen njurben. DeSroegen beoba^tet biefeS Sud) biefelbe Ãrbnulig, toie baS römifdhe 2)K'Ãbudh, ausgenommen baS Ordinarium missae, toelcheS an baS Gnbe gefe(5t ift. |
Sir loollen einige nüt3lid)C Scmerfungen oorauSfd)ide n, roelche oon alten unb erfahrenen Ã)Jetftern überliefet t roorben.
Diejenigen, loeldie ben gregorianifdhen Ghoral betreiben, müffen in ben ©runbfä^en beSfelbeu fo unterridhtet fein, baà fie buTd) ihre Stimme unb ihre (Sefangtoeife in Sahrheit iSjotteS Sob Ocrfünbigcu unb nidjt burd) ihre ^JJadjläÃtgfeit ober Unroiffenheit ben ©läubigen jum Slcrgernià gereichen nnb ben ehrroürbtgen ©efang fchänblid) Oerunftaltcn. DeS= roegen ermahnen roir alle, audj biejenigen, roeldjc glauben bie'feS ©efangcö funbig ju fein, baà fie bie in ber Kirche ju fingenbcn Donftüde einjeln fidj fleiÃig anfehen, fie gut oor= bereiten unb mit Slnbadjt ohne gehler oortragen.
Daher mögen bic Sorfänger barauf adhten, roeldjc Don^ art ober Sonhöhe für ben ©efang oorgefdjrieben ift, bamit fie nidht etroa ju hodh ober ju tief an ftimmen, eingebenf beffen, roaS bie Sllten fagten: â''JJiemalS foll ein ©efang ju tief ans gefangen roerOcn, loaS man heulen nennt, noch ju hod), loaS man fdjreien nennt, fonbern mittelmäÃig, loaS man fingen nennt", fo baà bie Sänger ober loentgftenS ber gröÃere Dheil berfelben ben hödjften unb ben tiefften Don beS ©efangeS bequem crreidjcn fönnen.
âGS gibt geroiffe übermüthige Sänger, roeldhe fidh gerne ihrer ©efaugStüdjtigfeit rühmen, jebod) nicht ber ©nabengabc fid) erfreuen, oielmehr Slnbere ocrachtcu. Slufgebläht oon Stolj, fingen fie etroaS- SlnbcrcS, alS bie Sü^er enthalten, fo groà iji ihre £cid)tfertigfcit im Singen, oielleidjt au^ ihr i'eiihtfinn im Denfen." ' Die Sänger füllen alfo bte Jnter= oalle genau beobadjtcn unb nidjt einen halben Son flatt cincS ganjen SoneS fingen, bamit fic nidjt mit bem natürlidhcn Dongcfdjlcdjtc falf^e ©efangroeifen oermifdjen. Sluch foUcn fie niemals ju flndjtig im Singen fein, fo baà bic einjelnen yfoten Oerioifdjt toerben, bamit nidjt bie Slufmerffamfeit unb bte Slnbadjt oerloren gehen, aud) follen fic nidht ben ©efang JU fehr in bic Sänge jiehen, bamit fie bei ben Ãuhörcrn feinen Sibcrioillen heroorrufcn.
Die Haltung beS Körper« fei anbädjtig, bemiithig unb gerabe aufgcrtd)tet. Ginige loenbeu fleh nämlich beim Singen hierhin unb borthin unb fdjaucn jurüd, ob man fte audh beobadjte, eitleS ajlcnfdhenlob fudjcnb. âSenn bn fingfl, bamit bu bem Solfe mehr gcfallefl alS ©ott, unb Slncrfetlnuug bei anbern fudhfl, fo oerfauff't bu beinen ©efang. 11^änncrn ge- jienit cS tnit männlldjcr Sfitnmc ju fingen unb nidht nad) Seiberart in leibenfchafllidhctn Done uttb nicht nach Slrt lei^t-- fcrtigcr Sdjaufpteler in gcfünftcltem Sone."
' âDie Sänger nnb Ãlïiififcr follen bafür forgen, baà nidjt ber Snfammcnflang oon Stimmen, ber jur Sermehrung ber grömmigfeit angeorbnet ift, irgenb einen leidjtferttgcn ober fdjlüpfrigen Gharafler annehme," ober gar bie ©emüther ber 3uhörcr oon ber Setradjtung hitmilifdicr Dinge abjiche, er fei oielmehr anbädjtig, beulidj unb ocrflänblidh."
âSorge, baà bu mit beut Hei^jen glaubft, toaS bu mit bem a)fnnbc fingfi, nnb in Serfen bcthätigft, roaS bu mit bem Herjen glaiibft."
Dcv Introïtus, Dnö Kyrie eleison n«I> imö Glorln In excclsls.
Die Sänger türfen im Ghore ben Introitus nidjt eher anfangen, alS 'bis ber 'â ;^rieflcr am Slltare angelangt ifl. Sin ben Serftagen uttb ben simplex-geflen roirb er bon einem |
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©änger angefïimmt, bt§ jum Setd^en g, an bcn semi duplexïgejïen unb an ben ©onntagen ton jwet, an, bcn bo^cn gefien oon oier ©ängern, nienn genug Oor^anben finb. ®cr Ã^or ben ©efang fort bi§ jnm Pfatm. 'iDen erften ï^eit beS pfalineS unb ben V. Gloria Patri fingen eben: faÃs einjelne ©änger, inbem ber gan^e ©bor antioortet. (®ie ©efangmeifen bc§ Gloria Patri für bcn Introitus finben fidh am @nbe be§ Graäuale, ©. 21 â 4*). 3um ©c^luffc mirb ber Introitus bi§ jum Pfalmc mieberholt nath ber oben angegebenen SBeife. ©er Introitus roirb immer gefungen, ausgenommen in ber ÃKcffc am Ãharfamftage unb im §och= amte ber SSigilie ton Pfingftcn. Ãur öflcrlidhcn 3cit merben ber Sintiphon jum Introitus jmei Alleluia hinjugefügt, roo fte ftd) nidht »orfinben nach ben am ®nbe beS Graduale, ©. 65* angegebenen äRctobiccn.
jfi bie ?Intiphon beenbet, fügt ber Ghor breimal Kyrie eleison, brcimat Christe eleison unb loieberum brcimal Kyrie eleison htn^nr i« nadhbem ein grijgereS ober geringeres gefi einfäflt (mie ©. 5*â35* angegeben ift) abmcchfclnb tnit einjelnen ©ängern ober einem anbern Ghorc. |
ÃDarauf beginne ber Priefter allein mit flarer ©timme | baS Gloria in excelsis Deo unb bcr ganje Shor antioortet | Et in terra pax hominibus ober fingt abmechfclnb mit bcn ©ängern.
?Jun folgt bie Slntmort beS (EhoreS jum Dominus vobiscum. jn ähnlither SBcife antmortet fpäter bcr Shoi^ mie ©. 53â55 ongegeben.
Gradaale uitb ^ttdcred jum OfTertorinm.
9^adh SScenbigung ber (Spifiel ober Seïtion beginnen jioei |
Offertorium intö ^ïttöcrcê üis pm ^cituft lic0 ^dltgeu tBlntcS.
IDaS Offertorium toirb ton einem ober jmei ober tier ©ängern begonnen, mie mir beim Introitus gefagt haben, uub oom (Shore beenbet.
jn ber ijfterlidhen 3eit mirb ein Alleluia htnjugefügt; mo eS fi(h ni^t torfinbet, nadh bcn am (änbe beS Graduale p. 66* angegebenen 2)?elobiecn.
3Jadh Seenbigung ber Präfation fingt ber 6hor Sanctus ic. bis jum Benedictus ausfdhlteÃli^. jfi baSfelbe gefungen toirb baS heilige ©aframent erhoben, nidht eher. ®an "fdhmeigt, ber Shor unb betet mit ben übrigen ©laubigen baS heilige ©aftament an. 9ïad) ber 2Ãanblung fe(jt ber 6hor mit bem Benedictus ben (Sefang fort. ber Slntmort jutn Pax Domini mirb breimal Agnus Dei gefungen.
Communio sum ber ^eiligen 9Jicffc.
9Jach bem ©enuffe beS heiligen ©aframcntcS mirb oom Ghore bie 2lntiphon, roelche man Communio nennt, gefungen, ton einem, jtoei ober tier ©ängern begonnen, roie beim In- troitus gefagt toorbcn.
3ur ijfterlitheu Ãeit toirb ein Alleluia hinjugefügt, mo eS fidh nidht oorfinbet, nadh ben ©. 66* angegebenen IVelobieen.
®er priefter ober ber ®iafon ftngt ba§ Ite missa est ober ba§ Benedicamus Domino unb ift eS ein löblicher ©ebraudh, nadh berfelben 2J?elobie tnit betn Deo gratias ju antroorten.
2luf Requiescant in pace in ber ©eelenmeffc toirb Amen geanttoortet. |
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unb alle
©änger baS Graduale biS jum fe(jcn bcn ©efang fort mit gejtcmcnber 51ufmerffamteit. Ãn^ci ©änger fingen ben 33er§ beS Graduale. 2öenn Die Alleluia, alleluia mit bcm 33erS gefungen merben müffen, toirb baS ?rfie Alleluia oon jmei ©ängern bis jutn 9^euma ober betn
Ãeidhcn gefungen, ber 6hor aber micberholt baS Alle=
luia unb fügt baS 9Jeuma hinju, inbem er bie ©ilbe a in bie Sänge jicht. ©änger beginnen ben S3crS unb ber
Ãhor antmortet. 2Ãenn ber 5?erS beenbet ifi, loieberholcn biefelben jtrei ©änger baS Alleluia unb ber (Shor fügt bloS baS 9ïcuma hinju.
Septuagesima mirb baS Alleluia unb bcr fol= heube 53erS toeggelaffen unb bafür ber Tractus gefungen, beffen einjelne éerfe t^on jtoei ©ängern begonnen unb oom ganjen Gho^^e fortgefc^t merben.
iJfierlichcn 3ett mirb baS Graduale toeggelaffen unb anftatt beSfelbcn Alleluia, alleluia mit bem SBerfe na^ oben ongegebener SBeife gefungen. ©ofort folgt ein Alleluia,
meldheS jmei ©änger bis jum 9?cuma ober bcm Ãcichen
fingen, unb ber ©hor fügt baS 9Jcutna hiuju. 35er 33erS unb baS eine Alleluia am ©chluffc merben na(| oben angegebener SEBcife gefungen.
üDie ©equenjen ïönnen abiocdhfelnb Oon einjelnen ©ängern unb bcm (Shore gefungen toerben.
??adh éeenbigung beS SoangeliumS beginnt ber priefter boS Credo in unum Deum, toenn eS gefungen erben mu§, inbem ber 6hor fortfe^t Patrem omnipotentem ober obmedhfelnb mit ©ängern. |
^iu0ubuu0en*
2ln bie bisherigen ©ingübungen in Jctradhorben läfjt ftdh onfchlieÃen bie (Sinükng bcr gerial=Pfalmcntöne, bcS Gloria unb Sanctus auS ber Missa in festis simplicibus, bcS Credo I, beS Introitus, Kyrie, Sanctus unb Agnus Dei auS Missa pro defunctis, ber Antroorten jnr Praefatio unb jutn Pater noster, unb beS Pater noster, unb beS Te Deum II (modus simplex).
A. llcliuuocn in bcr I. (borlfdjcji) ^irdjcjitoimrt.
(ogl. Ãated)iöinu3 ber Ãir^enraufif, grage 57â78. II 29.)
Finalo (Sd)Iujitoii) ift re, Dominante (herrfd)enber îon) ift la, Ambitus (Umfang) ift ro-re.
3
rriiniini qnaeri - to re/jnum l)o-i') Di-xit Do-mi-nus
Do-ini-no mo - o: Sedo a doxtris mo-is. Ky - ri - o |
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ifl
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Tradont e-nim vos. Esto-te for-tes iu be - lo. Sancti- â â -^^^^â
fi-ca - vit. A-vc ma-ris stel - la Pu - c-ri
Ho-brae o ⢠rum. Do-mi-no Je-su Christo.
XI. Ucöiiiigcit in her H. (hü^joboriftfjcit) tircfjcntoimrt.
3
Pinale ift re, Dominante ift fa, Ambitus ift la-la.
Se-cuiiduin au-tem si-mi - le est huic.") Di-iitDominus
Do-mi-no me-o: Se-de a deitris me-is. Ky - ri - e
e - lei - son. Glo - ri-a in cxcelsis De-o.
San-ctus. Ci-ba-vit e - es. Ter-ri - bi-lis est.
Sal - ve san-cta pa - rens. 0 Sa-pi-cn - ti-a.
Vic-timae pa-schali laudos. Vo-nl san-cto Spi - ri-tus.
!
Di - es i-rae di - es 11 - la.
Ãcrfdjtcbeucö.
®uiö6urn, 5. Qan. 2Im ®onner|lag=3Ibenb hotten fich in ber ©lodfenjiube ber ©olbotorfird^e od^t ^erfonen jum ©vlDefierobenbläuten tterfommelt. Koum moren bie erfien fünf ober fed>S (Schläge flethon, oI§ über ben Ki3pfen ber i'äutenben ein furdt)tboreS ihodhen uub '^joltern entflonb. Die exf^redften Seute Ijotten foum Ãeit bei ©eite ju fpringen, als fdimere Steine, Söolfen unb fd^lieÃlid^ eine ©lodfe herunter= fiürjten. Jn rcenigen Slugenblidfen bot boS ©emod^ ein S3ilb bolinänbiger Ãerflörung. Die ^erfonen fonnten fidb in fdhügenbe 9Hfdt)en flüchten. Die ©lodfe ifi jertrümmert. Die Urfo^e beS ©turjeS ifl S3rudf) ber Ãopfen, in meldten bie ©lodfe hing.
93ei ben Ejequien für ben üerflorbenen Köntgl Sllfonfo XII. in ber rtird)c Sau Francisco el Orande om 12. December fomen folgenbe Donfiüde jur |
Slufführung: Missa Don Dh- 2. bittorio, gefungen »on einem ©oloquortett, unb 110 ©önger (bo no^ fird)li^er borfdhrift feine grouenflimmcn mitwirfen burften, lüoren bie Knoben bet nationalen 2)îufiffchule hingejogen motben). Dies irae tjon Ãâclaoe ; ouÃetbem ©olofiücCe Oon 3iighini u. 21. gefungen oon bem Denotijien bet 9i)îabtibet Oper, ©ennor ©aijorre unb bem berühmten itolienifdben boritonifien 9îapoleon berget.
iofaïctt alê S-rcttttÃc m OrÃclflilclS. 3m ^ohre 1815 befanben fich mehrere Kofafen in DreSben. Einige baüon mürben eine§ DogeS oon bem Done bet Orgel fehr angejogen; fte gingen jur Kirdhe unb flounten mie bejoubert bie ihnen neuen Klänge on. ©o longe bie Orgel gefpielt mürbe, oerhielten fie fiih ganj ruhig, obet mit biefer 9iuhe mot eS bolb ou§, als ber '13rebiget bie Konjel befiieg unb ben onbächtig betfommelten bo§ 2Ãort beS SebenS oerfünben wollte. Sin SBeildhen harren bie mufifolifdhen gremblinge mit Ungebulb, aber nodhbem ihre ©ebulb erfdhöpft mar, "fo befdhloà einer, bem Ding ein Ãnbe ju machen. (St brängte fiâ behutfom burch bie llîenge, flieg leife auf bie Konjel unb flopfte pliJglich bem begeiflerten â JJrebiget ouf bie ©chulter, inbem er ihm burdh oerflänbliche betoegungen ju Oer= flehen gab, et möge bod) aufhören, bomit bie Orgel mieber gefpielt werben fönnte. Ungeachtet beS heiligen OrteS fonnten ber ^.pforrer unb feine 3uhörer wegen biefeS btolligen 3nter= mejjo'S bod) foum baS Sadhen jurüdfholten.
^ncltoUcu. 3wei ©chüler erjählten ftd) gegenfeitig oon ben felteuen borjügen ihrer bätet. âDo müÃteji bu mol meinen boter hören," fogt ber eine, bei hat eine ©timme; wenn er fingt, bonn bebt boS gonje JpouS." â âO, boS ifl gor nichts," erwieberte ber anbere, âloenn mein botet einmal losgeht mit feinem baÃ, bann wodtelen bie jweite unb britte ^t)pothef, bie brouf flehn."
Jn ffiürtemberg mohnte einmal ein bäuerlein einetn Konjerte bei, in meldhem ein groÃer SÃJännerchor alle 2tn= toefenben burdh einen pianissimo=©o^ entjüdle. DoS bäuer= lein fonb foldjeS ©ingen lächetlidh unb bemerfte: â^a, ift bieS nit e' faumäÃiger Unftitn ? Do plooge ftdh hundert Seut' unb beeS hätte bodh e' halb Dugenb eben fo gut madhe fönne! ÃJJon nennt bieS â.KroftOergeubung."
9Jun wie wor eS benn in bet Slbenbgefeüfdhoft beim EommifftonSroth X? â âSie immer! ben Dhee haben mir bünn, bie üJiufif ober bid befommen.
ajîotie: âDu, 'i)3apo, bo lefe ich gerobe oon einet KloPiet= jeudhe â mos ifl benn baS? â '^3apa: âKlooietfeudhe? i)Jun boS ifl fo eine Slrt oon Klouenfeu^e unter ben aÃeufchen!"
botonin: âJohann, ifl mein ©ohn befd)äfttgt ?" Dtettet: âDer junge Jpert boron fpielt mit feinem Klooierlehrer harten." â SoS fogen ©ie bo? â âJo, olS ich om 3immet oorübetging, h'örte idh wie ber Sehrer jweimal fogte: ©ie müffen As fpielen.
ölcöus.
fo^
9iat!)fd.
Jn bierfalon'S merb' ich ouSgefchenft. Komm' auch in Kirdhenmuflf oor â benft' |
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Jn ber Oci-ïicr'îdôctt 35crIon§ettub(üttn iu gvciDuvö (Sahen) ift foeben er» f^icncn unb burd) ntlc !öud)[)aubluugcn ju bcjic()en:
0reiie3, Jt. S. J, C efjvift f)tc «icvfl^ii
büdjicin geiftlicbcr Ãiebcr. 3Jiit Approbation beä t)od)iD. Jgcrrn Grjbifdiof oon greiburg.
I. Ausgabe oI)tte ®cbctSanf)ang. 12». (XII unb 1G7 S.) GO ^Pfg.; geb. in .«oalbleinroanb 80 $fg. II. Ausgabe mit ©ebctSantjang. 12». (XII. unb." 215 S.) 70 ^fg. geb. in öalbleiniuanb 90 «Pf.
ein $uv ^cfttttflöurfjfvnflc.
lieber SolStieber. (28. GrgänjungS[)eft ju beu âStimmen auS 'iDiaria-iiaad).") gr. 8». IV unb 131 S.) 1.70..
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Nekes, Franz, op. 16, Deutsche Gresänge für gleiche Stimmen zum Gebrauche bei Volksandachten in der kath. Kirche. Partitur Preis M. 1.60. (Stimmen unter der Presse.)
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I^ekes, Franz, op. 14, Deutsche Gesänge zu Ehren der aller- seligsten Jungfrau Maria für gleiche Stimmen (5 4stimm., 4 Sstimm. Lieder.) 2. Aufl. Preis M. 1.60. Stimmen a 30 Pf.
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brosch. statt M. 12.()0 nur M. 8.50. Missale romanum. Fol. (Mecheln IPöB.)
bro.sch. statt M. 18.00 nur M. 12.00. Missale romanum. gr. Fol. (Eegcnsburg 1882.) Pracht-Ausgabe, brosch. statt M. 38.00 nur 27.00. Missale romanum. gr Fol. (Tournay 1880.) bro.sch. statt M. 48.00 nur M. 30.00) Sämmtliche gobundono Ausgaben sind mit Kölner Proprium verschon.
Gell. Bestellungen erbitten, da der Vor- rath nur oin geringer, umgehend.
Albert Jacobi & Co., in Auclieii.
2)01» ^otljicr, Iii ber Gradualis.
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Albert Jacobi & Co |
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S'Cöruav 1886,
für 6afÃoftfd)e ^ircf;ettfanger.
®rattö=S5cUagc jum ,,®rcprniö=SBIatt", Drtjau für fatljolifi^e tir^enumrif.
â®crge, bag bu mit bem ^erjcn gtaubft, wa« bu mit bem SOJunbe fingfl, mtb in äl'erten
bct^ätigfl, loa? bu mit bem ^erjen glanbft." (Soucil in Eart^ago t, 3. 398.
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Denn geiftloS ohne Kraft unb Sehen ©ieht fie bie ©^iJpfung ihrer Hanb, Seil ftch ber 2)?enfdh mit feinem ©treben Som SeltenfchiJpfer abgeroanbt. Dro^ ber SoHenbung ber ©efchidhte ©rfcheint bodh '^lUeS Drug unb Dunfl; Denn nur am loahren ©laubenSlichte (Entbrennt bie gadfel edhter Kunfl.
©ie fann, bte Dodhter eio'ger ©phären, 9{ur bann entfalten ihre Kraft Senn ju beS Höd)fien ^reiS unb ©hren 3)Jün unter ihrem ©cepter fdhafft. Senn oon bem hehren Sicberfd)eine Des Hiin'ttelS ihre ©tirne glänjt, Senn mit bem ©lo'gen itn Sereine Der SIfenfch fie fdhaffenb fromm befränjt.
Uub auf beS KreujeS blut'gen ©puren Kommt ftia baS Ghrijlenthum baher; ®S fudht fein guà bte fremben gluren. So Heiben toohnen über'm 9Jfeer. Salb loar ber ©ii^enbienfl Oernidhtet; Der ©d)atten flieht beS Sid)tcS ©trahl, Unb in beS ©laubenS Slrme pdhtet Die Kuuft mit ihrem Jbeal.
Jn iocd)felootlen £id)tgeftalten 3ieht fie nun frei Oon Drt ju Ort; â¢Hier fleht man Did|tfünft fid) entfalten, Unb ÃJfaleret erblühet bort. 3um Kirchenbau mit ern|tem ©dhritte 3iaht mit bem 3irfel bie ©fulptur, Unb in ber Ghriflen frommer 9)Mttc 3eigt bie a)htftf beS ©lo'gen ©pur.
?IIS ob aus ferner Selten 9Jeidhcn Herüber tönt ein 3auberflang ©0, 9)Jcnfchenherjcn ju erioeidhen. Erhebt bie ©timme ber ©efang. Sluf feiner glügel ©lanjgefieber ©teigt JU ben ©lernen froh ber ©eift; ©ein laufdhenb Ohr oernimmt bie Sieber, Ã)iit benen man ben ©dhi3pfer preift. |
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@§ baut au§ mäd^fgen Duabetfietnen ©fulptur mit gleià ber jungfrau ®om, Unb be§ Ãrlöferê Ãüge fcbeinen Siebreidh au§ fünftem garbenftrom. ®er Silbner fud^t be§ §i3ch|ten (S^ren; ®er üJialer geijt nadh feiner ®unfl Unb jener SobUeb ju tiermehren, 5Jïaht ©ang unb ©idhtung fi^ ber ^unft.
UnD fo entïebigt ihrer SSonbe, iSefreit Oon feDem geffeljmang, Sehrt nun bie Sochter fet'ger Sanbe ®a§ 3J|enfdhenherä ben mahren üDanï. ®enn mo bie fünfte fromm erblühten 9iur JU be§ ©dhi3pfer§ Preis unb Sïuhm, S)a fah mon tönige behüten 2US hö^en ©dho^ ba§ ©h^il^enthum.
Hans Jordaens.
I.
es ijt om 5«adhmittage beS hï- ©reifönigenfefteS, mo t^ baS fdhreibe, Ueber Sefer. ©o meil bog 2luge'reicht, liegt bie @rbe unter ber meiÃen üDedte beS ©dhnee'S,' unb no'ih immer foilen bichte glodEen in luftigem 3;onj, olS ob fie eS müÃten, boà fte ber Heben jugenb toufenb greuben bringen. Sofel, !pefte, Südher, felbfi boS fiebjle ©pieljeug, Oom 6hriji= finblein jüngjï erji gebrodht, SlHeS flog bei ©eite; unter jubel unb ^oHoh ging'S htnauS, unb luftig fliegen nun bie ©dhneebaQen in ungejöhlter SKenge herüber unb hinüber, jeber gut gejielte SBurf ruft fofort âlebhaften SeifaO redhtS unb Unis" herbor â bodh idh «luà «^o^ï einmal jufehen, ob boS ©dhneeboHengefedht meinen geuftern nidht gefährlidh merben fonn, jumol gonj jüngfi no(h ber ^err 9ïenbant mir eine fehr böfe 9?ote juqehen lieà megen einer gonjen fegion gebrodhener ©cheiben, über melthe ber gemiffenhofte ©lafer tu feinem âjohreSberidhte" mit mohrhoft biplomotifcher ®e= nouigleit referirt hatte. 5lber flehe bo! ein armer ©pa^j hat gerabe in ber S^ifdhe beS genfierS, meldheS idh' öffnen toiO, ©dhu(j gefudht uub ber Heine iferl f^aut gor griesgrämig brein, als ob er fidh ärgerte über boS ©^neemetter unb über bie milben SBurfdhen bo unten, ©onft gleist er ben Surfdhen mohl auf ein §aar, benn oudh er rauft unb balgt ftdh gern mit feinen ^?ameraben herum. Unb, Ueber Sefer, gerobe bie loilben jungen habe idh gern, unb nie haben fte mir gurdht â eingeflöÃt, jdh fürdhte meit mehr jene, bie man âfülle SÃoffer" nennt. 5DaS f inbeSoUer beborf, mie ich meine, Oor SlUcm Särm unb freien 9ïoum unb ©onne unb Semegung. Um boS JU begreifen, broudht man bte finber nur ju fehen: eS ifi ihre 9latur, ihr Seben. 9Jaturgcmäà lieben fie befonberS bie UnterhoUungen, in benen ber Körper lebhaft thätig ift. 25o§ mirb eines SogeS aud) onberS merben. 93iS bohin aber nehmen
mir fie, mie fie ftnb, unb fudhen nur ctmoigen 2luS= fihreitungcn mit ruhiger gefiiglcit ju begegnen. |
®odh beinahe hätte ich über oü' biefer âPhilofop^ie" ben armen ©po^ am genfter oergeffen. ®er ©^elm bouert mich, jch öffne einen genjierflüget unb fireiche mit einem meterlangen Sineol bie ©dhneebedte toom genfierbrett herunter unb opfere bem Slrmen groÃmüthtg einen Shetl meines gefitagSïuchenS. ©elbfireoenb ifi er unterbeffen f^eu boOou' geflogen unb beobad)tet nun mein 5;hnn toon 'inem nahen DbferoationSpunfte auS mit fehr miÃtrouifchen SUcten. Unb id) meine e§ fo gut mit ihm! Slber er mirb mohl mieber= fommen? 9îcin, ber ©dielm fliegt hin unb her, als ob er midh nodh obenbrein oerhohnen mollte megen meiner frei- gebigen ©orge utn ihn! 3îa_ih SBcrlouf einer SBiertelfiunbe haben benn bie unbarmherjigen ©dhnceflodfen ein UcbrigeS gethan unb boS ganje geftmohl begraben, unb ber, on ben meine freunbliche ©inlabung ergongen mar, fi^t nun toohr^ fdheinlid) mit nod) ftnfierer 3)îicne in irgcnb einetn oUen aUouerlo^c.
®u mirft mich, lieber Sefer, toieûcidht toermunbert fragen : 2BaS foa benn ber ©po^? â jch »erbe eS ®ir fagen. SIIS îotholifcher dhriji meiÃt ®u, boà mir im Rimmel einft nidht mehr jene niebrigcn Scbütfniffe haben merben, bie unS hier auf ber (Srbe gemeinfom fmb mit ben Shie^en! Der SiebUngSjünger beS §errn fogt eS in bcr geh. Offenbarung (6. 21.) flor unb beutlidb: ÃDie toor bem Sh^one ©OtteS ftehen, merben meber junger no^ 2)urfl, meber nodh tätte leiben; bort mirb fein
©dhmerj, feine Trauer, feine ZljxUne, fein Seib, feinîob mehr fein. â ?llleS, moS irbifch mor, toirb olSbonn Oorüber fein. 2öir merben fein, mie bie ©ngel ©OtteS. Unb meil unfer befdhränfter SBerflonb hier auf Erben ftdh leine rechte SSorfieHung mochen fann non ben greuben beS jeufeitS, fo h^t ber §err unS itn ©oangeUum ba§ ©Icidjnià oon einem âf önigrei^e" gefogt für unfer ^Berlangen nad) (S^xe unb 3luSjeid)nung, fetner boS ©lei^niÃoon betn oerborgcncn â©dha^e" für uttfer SSerlongen nodh 3îeid)' thum uub enblich boS ©leichnià Oom â§od)jeitSmahle" füï unfer SBcrlongcn no^ fcUger greube. â 2öaS ber 3)?enfch hier auf (Srben fidh nur ?lngenehmeS, grcubigeS, §errlid)cS benfen fonn, boS mirb unenbUdh mehr unb gröÃer utjfcr ?lntheil im Rimmel fein; unb toeil ein irbifdhcS ^ochjeitS- mohl ron jubcl unb greube micberhallt, fo läÃt gerabe baS ©leichnià ootn himmlifd)cn ^ochjeitSfeftc unS menigftenS ahnen, meldh' ein Uebermooà oon ©eUgfeit unS im Seft(^e unb ©enüffe ber etoigen göttUchen Siebe crmortet.
a)aS §immclreid) (fagt bcr _§cilanb) ifi gleidh einem tönige, bcr feinem ©ohne ^ochjcit modhte. Unb er fdhidtte feine tnedhte ob, utn bie jur §o^jeit ©elabencn ju rufen, unb fte mollteu nid)t fotnmcu. â 3i)cr tönig in betn ©leid)' niffe ift bcr himtnlifdhe SSatcr; bcr töuigSfohn ifi ber ©oh" ©OtteS; bie §Dd)jeit ifi bie 2)Jenfd)rocrbung beS göttUche« ©ohncS, ber fidh niit ber menfchli^en 9îatur tocrmähltc; baS ©ofimohl ift bie emige ©lüdffcligfcit im §imtnel, moju unö ber 2Beg burdh ©eheitnnià "ber 9Jîenfchraerbung geöffnet toorbcn. â 2lbcr toenn toir nun in betn ©Icidhniffe fehen/ boà bie ©clobencn, cintuol uub nod) einmol gerufen, niÃ^ fomtnen toolleu: tooS foQen toir baju fagen, Ueber Scfct' â £>a monte idh eben fdion gonj ärgerlid) merben über beti ortncn ©po^, toeil er baS ihtn bereitete gcfttnohl ocrfchmäh'e* 2lber ber ©^eltn hat eben feinen 5üerftanb,'unb barutn fonnte er nidht erfennen, baà ich eS fo gut mit ihm meinte, un^ fogor meinen gcptogSfu^cn mit ihtn theUen mollte! ober follten toir t)on Ghriftcutnenfchen fogen, benen bcr §err Serfionb unb 33cruunft gegeben hat, unb bie benno^ bie ©nlobung jutn himmlifd)cn §odhjeitSmahle fdhnöbe »er^ f^mähen? Unb maS ifi fchlieÃlid) oUe menfd)lichc ©üte SBormherjigfeit jufommengcnommen gegen bie uncnblt^^ ©üte unfereS ©otteS! SBahrUch meit meniger als ein fchwa^v' |
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Kd^eS Jïïlidhtïein über einem SOÃoorfumpî im SSergïetdh ju bem bertlid^en ©trabïenmeer ber ©onne!
gu einer ganj bejîimmten, un§ freilid^ nod^ unbefannten ©tunbe müffen mir im ^immUfd^en Hod^jeilêfaate erf feinen. 2Bie gut ift e§ ba, baà mir fd^on burcb bte bl- Saufe auf bie redete ©traÃe gefegt morben ftnb, bie bortbin fü^rt; baà ft»ir ferner ben ganjen 2Ãeg bortbin genau fennen burch bie d^rifilid^e Se^re unb alfo aud^ genau miffen, ob mir nad^ redits ober linfS baoon abroeid^en. Ãubetn überläÃt ®ott ben SJîenfdhen feineêtoegS ftdl) felber, fo lange biefer feine ';Pilger= reife jutn JenfeitS nodh nidht Oollenbet hat. Darum ifl e§ aber audh für bie Erwerbung be§ erotgen ^eileS burchauS nicht gleichgültig, auf loelche Seife toir unferem Ãiele ent= gegengehen, ober mit anbern Sorten: Jeber mit un§ hat einen befiimmten, gerabe für ihn paffenben unb ihm oon ®ott jugetoiefenen Sern f. Daran fann ber nidht jmeifeln, ber bebenft, baà unfere Slnlagen unb gähigfeiten fo oerfd^ieben fmb, »ie unfere ©eftdhter oon einanber oerfdhieben ftnb. Der Eine eignet ftdh mehr für förperltdhe, ber Slnbere »ieber mehr für geipige Slrbeit. Unb »ie ift j. 33. förperltdhe Slrbeit oerf^teben: Da jeigt ber Eine groÃes (SefdhidE für bie ©d)löfferet, ein Slnberer für bie ©dhretnerei ober für bie Sanbmirthfdhaft 2C. Jn ber Slnftalt, »eldhe idh feit Jahren leite, habe i^ botlauf ©elegenheit gehabt, baS ju beobadhten, aber audh, »ie ©ott ber ^e^i^ eine auSgefprochene IJfeigung ju bem paffenbflem Serufe f^on in bie KinbeSfeete hinein^ gelegt hat. â Unb tote abhängig ift ber SJÃenfd) oon ben äuÃeren Verhältniffen, in benen er lebt: Der Eine ifl in 9letdhthum geboren, ber Slnbere in bitterer Slrmuth; ber Eine erfreut ftdh einer blühenben unoerioüfttidhen ©efunbheit, ber Slnbere fchleppt ein ftedheS fieben bahin ; ber Eine ifl hodhangefehen uttb geehrt, ber Slnbere geht unbeadhtet ober gar m'iÃadhtet bur^ bte Seit, â Slber alleS biefeS fommt nidht etioa oon ungefähr; nein, benn â{ein §aar fällt oon eurem Raupte ohne ben Sitten beS hi'nmlifchen 53ateiS." «ucaS XII.)
Uub toie Oerfdhieben führt bie ©nabe ben 3)îenfdhen, lieber ?efer ! Die Eoangetien ber 1)1- SeihnadhtSjeit jeigen bieS ftar uttb beutlich: ben armen, fdhtiihten, nadh bem 3)Jeffta8 fehnfü^tig oerlangettben .^irten erfdhetnt baS gbtt= lidhe Kinb juerft. !Jioch in ber hochheiligen ^îacht bürfen He fotnmen unb in baS füÃe 3lngeftdht beS .HimmelSfiubeS fthauen. Da Er in ben Dempet getragen toirb, barf ber treue ©itneon fomnten unb baS Kinb auf feine Sinne nehmen, auf baS er ein gaujeS üJienfchenleben hinburch geioartet. ^ludh bie hodhbetagte Slnna barf ben VerheiÃenen ^auen, fte ^ie täglidh i" bem Setnpel fam unb fo beharrli^ »ar im lebete. Den §ohenprieflern uttb gelehrten "^^rofef: foren JerufalemS ift baS ©lüdt aber tiidht befdhieben; ®enn fie »anbeln in [totjer ©elbftgefälligfeit nnb in ihren §erjen ifl bie Empfänglidhfeit für bie Slufiiahme beS ©ohueS ^^otteS leiber nicht oor'hanben. ©iehe! burch einen lounber; oaren ©tern ruft er nun tanbfrembe üJiänner, bie Seifen aus bem 3Jior genta übe. ©ie befaÃten ft^ mit ber .â¢^ternfunbe ; fo fa^en fie ben »unberbaren ©tern, unb ber '^nen ben ©tern gefanbt, belehrt fie au^ itn Jnnern ber ^eete über bte Sebeutung beffelben. ©o bringt ber Herr in ^r 9ïegcl feine ©nabe in harmontfche Serbinbung mit ber 3'îeigung, bie in unS oorherrfchenb ift. â
Dir, lieber Sefer, hat er bor oielen Slnbern eine be= l^nbere gähigfeit jum ©ingen gegeben. Er hat Dir aber, eine befonbere Steigung jur SDiupt unb ©efang eingeflöÃt |
unb ein guter ©tern, nämlldh Dein lebenbiger fathollfdher ©laube, hat Didh auf bie ©ängertribüne im Dempel beS Herrn geführt! Du aber btfl ber inneren Slnregung, ju ©einer Ehre ju fingen, gehorfam gefolgt. SÃöge biefer lichte ©tern nun auch »eiterhin Dein gührer fein tro^ aller fchroerben unb 5D?ühen beS 903egeS! Unb »te einft bte brei Seifen baS erfehnte 3iel erreichten unb hodherfreut bor ber Krippe nteberfnieen burften, fo möge au^ Dein ©tern Didh jum himmltfdhen HodhjeitSfaale führen, »o Du baS göttlidhe Kinb in fetner ganjen Herrtichfeit unb SRajeflät fdhauen unb in auSfpredhlidher ©eligfeit an ©einem Ho^jeitSmahle thett= nehmen fcllft! 3ihönfn.
Saiicta Caecilia.
(Sülmcner SDÃiffiongbtatt.)
Die Slbtei gredfenhorft in Seftfalen »ar ollen Heiligen ge»eiht. Sefonbere Kapellen unb Altäre fanben ftdh ju Ehren beS heiligen '^JetruS, beS heil. SonifociuS, ber heil. ShtatilbiS unb befonberS ber heil. Eäctlio, bereu lebensgroÃe fitberne ©totue nur on hohen gefttogen auf einem foftboren ©eiten= oltore ouSgeftellt »urbe. Der Hanptfeiertog beS KloPerS »ar, »te fidh leidht benfen läÃt, boS ouf ben erpen Dtooember fatlenbe gep Silier heiligen. Stoch einer folennen ^rocefpon feierte mon ben Dag befonberS burdh ein Hochamt, bei »eldhem eine uralte itollenifdhe 2)?effe aufgeführt tourbe, beren ^ortltur fdhon feit Johrhunberten im KtoPer gor hodh in Ehren ponb. Jm Ktoperordhio befanb pd) über biefe 5D?effc folgenbe yeochricht:
Slm Dom ber heiligen Slgotho ju Eotonio in Eicilten lebte einp ein alter, hodigetehrter H^npfpoter, beffen Atomen leiber oergeffen ip. Klein unb hager, foft fränflt^ üon 2ln= fehen, »nÃte er bodh einem 9iiefen oergteid)bor, bie tnädhtige Drgel ber KloPerfirche ju bänbigen, boà pe mit ©turmeS= gebrouS bie hohen ©pi^bogenhotten erfüllte, ober mit leifepem ©eliSpet pch on ben Iteblidhen ©efong ber Ghorlnaben _an= fdhmiegte â je nad) feinem Sitten unb feiner geiooltigen -Kunp. üludh oiele onbächtige ^fotinen uttb hod)erhabene 9)?eÃ= gefänge fomponirte ber gelehrte iüJeiper loährenb feineS langen i'ebenS, bie feinen 9hthm tro^ feineS tnühfelig befdhränften ÃiiftonbeS, botb über gonj Jtotieu, ja »elter nod) ausbreiteten. Slber »le mit ber Shat, fo »or er oud) im ©ebet ein eifriger Verehrer Oer helligen Gäcitio, ber ©dhutjpatronln aller KunP unb a}Jupfa, nnb jebem ^IRorgen= unb Slbenbgebet fügte er gläubig oertrouenb bie Sorte hi"iu: âSancta Cfficilia, ad- juva mc! (ftehe tnir bei) â" Sind) oor bem Seginn eines neuen SerfeS that er olfo. Unb baà bie heilige Goecilio ihm half, boS hat et gewuÃt unb erfohren fein langes, pedjeS Sehen hinburd).
2llS er nun fd)on fehr olt geworben toar unb bennodh nie ermübete Im Dienpe feiner 1)1- Hei^^t"/ i)atte er einPutolS bei 9?ad)t einen gor wunberbaten Droutn. Do fotn eS ihm üor, als ob ein hoher geptog, oielleicht bet hö^Pe beS gonjen Kit^enjohreS gefeiert werben tnüÃte. Die ©loden läuteten fo heà unb bodh "'lebet fo tief geheimniÃooEl in feine Dtäume, wie er'S Im Sodhen nodh niemals oernommen hatte.
EiligP mochte ber a)?eiper pch auf unb in bie Kirche, um bie gewaltige Drgel jum Segtnn beS Hochamtes ju Intoniren. Die Kirche toor fchon gefüOt â ouS ber ©o= cripei traten eben bie fepgefchmüdten ^rieper hei^bor, bic |
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groÃe Dhurmuhr fc^tufl â es loar bie höc^lle Bett. 3J?it be^enbeften (Schritten eilte ber 9)teifter bie SBenbeljliege jum Orgelcbor hinan. Aber noch war er nicht über bie §ölfte ber Stufen, als fchon ein ©efang unb Orgelllang über feinem Raupte erfchotl. Sieblich ujte tJon Gngeläungen j tijnten, oon SSJed^feld^oren gelungen, bie iiBorte beS JntroituS â hernieber: Puer natns est nobis et filius dalus est i nobis ((Sin Kinb ifi unS geboren, ein ©ohn unS gegeben). aaSie bie ©h'''^^ ber §irten unb ber fetigen ©eraphtm auf Bethlehems gluren mahnte ber ©efang ben hnrchenben 5)?eifter. j SJie feftgebannt mar er. ©üblich, nach mehrmaligem 2Ãed)fel ^ vereinten fich beibe Ghore jum geroaltig himmelanftrebenben: i Et vocabitnr nomen ejus magni eonsilii Angelus (Unb fein 9^ame mirb fein: Sngel beS groÃen 9?atheS). 3n nie erhiJrten, nie geahnten Sontoeifen aber oerfchlangen fich bie monnefamen klänge beim Cantate Domino canticum novnm, bis fie jule^t tu einem pvachtoolleu, lang auS= haltenben ©d)lu§accDrbe gipfelten, mie bie fteinlebenbigen gtofenphramiben beS gothifdhen tlofterbomS iu ber i?reujblume beS hij^flen ber oieljatfigen Shöi^me.
Der gjntroituS mar ju ©nbe â ber 9[l?eifier fanb geil, bie jtreppenftufen ooDenbS hinansufteigen. Stuf bem Dtgel= d^or mar eine groÃe ©chaar munberfam halber 3iungfrauen, â ^^almjmeige in ihren jQänben, golbgef^riebene Büdner oor fich, ans benen fte fo eben ben ^ntroituS gefungen hatten. ®ie fchijnfte ber ^fnngfrauen faà an ber Orgel, ein i?ranj ton meiÃen Silien fäumte ihre ©tirn nnb ©chlöfe. Un= miÃfürlid^ muÃte ber â¢Ãater an feine hohe §eilige benfen. Seife betete er: Sancta Caecilia adjnva me! â !Da toanbte fich bie Drgelfpielerin unb nicfte freunblich läd)elnD ihm äu. äber fdion begann fie jum Si^rie ju prälubiren, melcheS bann mieber ihre himmlifchen (Sefpielinnen auS ben golbenen ^Jotenbuchern fangen â finblich gottergeben, leife flehenb, oertrauensooll anbringenb: Kyrie, Cbriste eleison.
aSon Sl. Bruns, Bitar in CSilenborf. (gortfe^ung.)
Gin anbereS geft ju Ghren WariaS â finbeft bu nod^ om 18. ÃDecember. GS ift betiteU: Exspectatio Partus B. M V. â Grmartung ber ©eburt ber atlerfeligften ^[nngfrau 3)toria
©. ^Diefe Benennung fdl)eint mir unbeftimmt ju fein ; id) meià nicht, ob ich mit" berfelben Oie Borftellitng oerbinben foü, baà Hîaria ermartet mürbe, ober baà ber menfd)gemor= bene ©ohn ®otteS ermartet tourbe?
?l. ®u haft 9îed)t; in unferer beutfdhen ©pradhe ift biefe SluSbrudtSmeife jmeifelhaft: in ber lateinifd)en ©pradhe meni= ger. ^uS einer früheren Unlerebung muà bir nod^ erinnere Ud) fein, baà ©eburt, menn eS ben Beginn biefeS irbifchen SebenS bebeutet, burd^ baS iffiort Nativitas bejeidhnet mirb. ajîariâ ©eburt heiÃt bavtim Nativitas B. M. V., Ghtifti ©eburt: Nativitas Jesu Christi. ®aS Bîort Partus bient baju, um JU bcjeid)nen, baà 2)?aria geboren hat, uid)t, baà fie geboren mürbe. î)aS genannte geft mià unS alfo barauf oufmerffam mad)en, baà ïlîaria, bie reine Jungfrau, ben f)eilanb balb gebären follte; bie ©eburt 2)îariâ â Partus B. M. V. â mirb ermartet, hat bemnad^ ju be= beuten, baà bie â^it nahe h^^angefommen mar, mo 2>îorta |
burdh bie ©eburt beS verheiÃenen GrliSferS bie SBelt be= glücfeu follte.
©. SBenn Partus fo aufjufaffen ift, fo begreife idh eS aud^, marum üom 2Beihnod)tSfefte an ber Berfifel gefungen mirb: Post partum virgo inviolata permansisti â 9tadö ber ©eburt bift bu unoerle^te Jungfrau geblieben. ®aS foü iebenfaOS heiÃen, aud^ baburdh, baà bu ben §eilanb geboren haft, haft bu beine unbeffedte Sungfraufchaft nicht eingebüÃt ?l. ®arin ftimme id^ bir bei. 2Ber baS BJort ©eburt hier anberS oerflehen iDOÃte, mürbe bem ©ebanfen ben beab; ftchligten unb rid^tigen ©inn nehmen.
©. tijnnle biefeS geft ber Grmartung nid^t audf) alS ein geft beS .^errn aufgefaÃt merben?
21. ÃDaS »iö id^ gewià ni^t in 3lbrebe fteHen; aber eS ift bod) JU bebenfen, baà oor ber ©eburt :^efu Ghrifti feine aiJutter 2J?aria als §aupt_perfon in bie Grfd)einung tritt. üDaS toirb auch unfere heilige ^ird()e OeranlaÃt haben, fomohl biefeS geft, als auch 2Ãaria Berfünbigung unter bie a3?utter= gotteSfepe ju jählen.
©. ®aà biefeS geft ber Grwartung â exspectationis â in bie IbtentSjeit fällt, foH fic[)eriidh baju bienen, bie ©ehnfudht nad^ bem §eilanbe nod^ ju Reigern.
21. ^ebenfalls unb um biefer ©teigerung einen nodh innigeren unb fdhärferen ^luSbrudf jn geben, ift eS in bie jmeite §älf(e ber 2lboentSjeit gelegt, mo 'bie Kirche burch bie fogenannten 0=?lnbadhten ju immer gröÃerer ©ehnfnd^t nadh bem Grlijfer anregt unb aufforbert. §ier hat eS aud) megen â ber nahen ©eburt beS §errn feine natürlid(>e ©teile. â 9Jun habe idh bid) enblid) nod) auf baS geft aufmerffam ju mad)en, melcheS bie Ghorbücher unter bem 9famen Translatio alniae dotnus Lauretanae B. M. V. enthalten. Translatio heiÃt Uebertragung, gortfchaffung uon einem Orte au einen anbereu Alma (ionius Lauretanae B. M. V. ift baS hehre §auS ; ber allerfeligften 5;ungfrau ju Soreto. ffiir haben eS alfo I hier mit einem gefte ju thun, melcheS ber Uebertragung beS ' hehlen ^aufeS ber aUerfeligften Jungfrau ilJaria gilt, uub jmar ber Uebertragung beSfelben nach Soreto, einer ©labt im I mittleren ^[talien.
! ©. BJaS bebeutet benn ber 9?ame Soreto? ' 21. Soreto ift jebenfallS gleid^bebeutenb mit beut lateinifd^en ' BJorte lanretum unb bebeutet fo oiel alS Sorbeerpflanjung. !Dod) fommt biefe Bebulung für Soreto, meld^eS ein berühm- ter BJallfahrtSort ift, jeljt nicht mehr in Belrad)t. gür uuS ift nur baS michtig, baà fid) in Soreto baS heilige 4)auS be= : finbet, melcheS ber allerfeligfteu Jungfrau in ^iajareth alS I BJohnung gebient hat, morin fie bie Botfdjaft beS GngelS , entgegengenommen hat, looriu baS ©eheimnià ber 3)?enfch' i mirbung 5lefu fid) Oolljogen l)at.
©. ffienn ju Soreto loirfli^ ein fo groÃes .^eiligthnin i fid) befinbet, bann munbert eS mid) nidfjt, baà eS ju einem fo berühmten SallfahrtSorte gemorben ift. ^^ 'nöd)te nur i miffen, mie biefeS hehre §auS borthin gefommen ift. , % 2Bie glaubmürbig berid^tet mirb, ift eS jur Seit beS i hl- GoeleftinuS, ber gegm ©d)luà beS 13. ^ahrhunbert auf 1 bem pöpftlichen ©tuhle faÃ, burdh Gugel ben Ungläubigen j entjogen unb junöchft nadh ©almatien, fpäter nach Soreto gebraut loorben, mo eS fel^t bie ©läubigen ju heiliger Be= munberung unb begeifterler Berehrung aufforbert.
©, §at babon ouch vielleicht bie louretonifche Sitonei ihren SJJomen?
21. Ohne öraeifel. ©ie ift jebenfaÃS bei bem §eiligth«»" JU Soreto (Lanretum) entftanben nnb gehiJrt ihrer Gntftehung |
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nadh ioahtfdheinUdh bent 53egttine be§ 14. Ja^ïhunbertS an, olfo ber rceldie bef lieberlrogttng be§ beiltgen §attfe3 junödhfl folgte. Sete uub finge fie aHejeit mit fo groÃer Slnbo^t unb ©ommlung, boà fte audh in beinem ïlïunbe ein mürbigeê Sob ber oHerfeligften Jungfrau 2)?aria fei unb ein mirffomeS 9Jfittel, bich t^r«^ befonberen gürbitte ju erfreuen.
®u hafl mir nodh itidht angegeben, ouf meldhn Dog boS geft Translationis almae domus Lauretanae Be- atae Mariae Virginis gefeiert mirb. So finbe idh
31. fteht am 10. Dejember unb fäQt alfo regelmäÃig in bie Oftoüe ber unbeflecEteu ©mpfängnià a)?artä. ^opft JnnocenS XI l., melder 1691 ben bifchijflichen ©tnhl ju 9ïom befiieg, führte bie jährliche geier beSfelben junächfl für bie ^^3romnj ein, morin Sorelo liegt; ^iu§ Vil. beffen idh «orhin bet Srroähnung ber napoleonifchen ©emoltherrfchoft badhte, ge= flottete, baà e§ in ber ganjen Ghriftenh^it gefeiert merben bürfe.
Durdh H biefe Unterhaltungen über bte ^efle ber 9}?utter ©otteS, muà bir nun boS richtige berftänbnià berfelben er= fdhloffen^ fein. DieS mirb nidht menig boju beitrogen, beine Siebe unb begeiflerung für bie mürbige geier berfelben ju toedten, ju erholten unb ju fteigern. Gin redit ftnuigeS unb fdhägboreS 3e"3"ifi Reiner geläuterten ©rlenntnià unb frommen lleberjeugnng loirb borin ju finben fein, boà bu bid) gonj befonberS on biefen gefttagen mit begeiflertem Gifer' beS lird)li^en GhorgefjngeS annimmfl. Der fdhlme unb onbächtige bortrog beSfelben ift gerabe boSjenige, tooburch bu iu betner Stellung als tird)lidher Ghorfänger" boS Sob unb bte ber= ehrung ber hl' ©otteSmutter gonj befonberS fiJrbern foflft.
beüor lüir nun biefen 'Slbfdmttt obfdhlieÃen, möd)te id) mir bie ©eioiÃheit Oerfd)affen, boà bu bir bie Oerfdiiebcnen gefte ber ^3J(Utter ©otteS mit ihren lirdilidhen 9Jamen red)t feft eingeprägt haft; benn nttr bonn fannfl bu fte in bcinen (Shoralbüd)eru fid)er nnb leicht finben.
<B. ^d) bin nicht abgeneigt, bid) booon ju überjeugen unb ioifl fie barum, mentt idh fo beiner Slbftchf entfpreihe, ber 9{eihe nod) herfagen.
SI. (SS UMrb bir bobet eine (Srleid)terung gemähreu, loenn bu bei biefer 3lufjählung bie aicihenfolge' einhältfl, mcld)e burdh boS Seben ber iDiutter ©otteS felbft" gegeben ifl.
6. ©ut; td> nenne olfo juerfl ber 9leihe nodi) 'bie gefle, benen begebenheiten ouS bem Seben ber iWutter ©olteS ju ©runbe liegen; bornadh biejenigen, nvldhe on befonbere SohUhaten erinnern, bic fich im Seben ber Kird)e on ihren yjomen fnüpfen. Die crftcrcn finb folgenbe: Iininaculata Conceptio beatae Mariae virginis" â Unbcfledftc Gm- pfängnià ber anerfeligflcn Jungfrau SJJario, am 8. Dejember; Nativitas H. M. V. â DJariä ©eburt om 8. September; testnni Nominis H. M. V. â 3JJoria ^JamcnSfeft, om Sonntage borouf: Priiesentatio H. M. V. â ^Jforio Opferutig, om 21. Diooember; Desponsatio H. M V. â ïlJotia bermählung, om 23. Jonuor; Annuntiatio M. V.
â giJario berfünbigung om 25. SJJärj; Visitatie \l. M. V.
â Diorio §eimfud)ung om 2. JuU; Exspectatio partus U. M. V. â (Srioartung ber ©eburt beS öerrn von ber ollerfcligfleu Jungfrou, om 18, December; Furificatio B. M. V. âÃKofiä Steinigung, om 2. gebruor; festum septem (lolorum B. M. V. â geft ber ftcbcn Sd)mcrjen Woriä, om grcilog üor '^j^nlmfonntag unb om 3. Sonntag im September; Assumptie B. M. V. â Woriä .^immeifohrt, om 12. Slugufl.
SI. {Richtig. 9Jun jähle bie anberen ouf. |
S. Dedicatio sanctae Mariae ad nives â ûDîoriâ Sdhneefeier om 5. Slitgufl; Commemoratio B. M. V. de monte Carmeli â gefl SOïoviö üom berge Kormel, om om 16. JuU; festum B. M. V. de mercede â gefl ÃDJaria üon ber Ãrli3fung ber ©cfongenen, om 24. September; Solemnitas s. Rosarii â 9Ãofenfranjfefl, om 1. Sonntog im Dftober; festum Maternitatis B. M. V. â gefl ber ïDJutterfchaft 2J?ariä, om 2. Sonntag im Ottober ; festum Puritatis B. M. V. â gefl ber "jRcinheit SKoriâ, om 3. Sonntag im Oftober; Patrocinium B. M V. â Woriä Schugfefl, am Sonntag nod) SlOcrheiligen; festum B. M. V. titulo: Auxilium cliristianorum â geft SDîario unter bem D'tel: §ülfe ber Ghriflcn, om 24. 2)îai; Translatie almae Domus Lauretanae â Uebertrogung beS h^il- §aufeS JU Soreto.
SI. Du hafl bir biefe gefte red)t gut eingeprägt; ich münfdhte, boà ollc Sänger fie mit bexfclben Si^erheit anju= geben lüüÃlen. Daju führt ober nur unüberminblid)e SluS: bouer. Uebung tnod)t ben a)îeifler.
9îa^bem mir nun eine fo ftattliche 9îoihe 3Jîarienfefle in I ben Kreis unferer Unterrebung gejogen haben, loffen mir : einige anbere, beren geier nur für einjelne tücnige Kirdhen I geftattet loorben ifl nnb bic ihre ouSreid)cnbe Erflärung in I Ihrem 3{amen felbji finben, auf fidh beruhen, um baS nädhfte a^ol JU einer anberen 9îeihe üon gefien überjugehen.
bcm iÃnflffrulttub^
P. ^ronj fd)i'cibt: âS^ou feU 3)lonûten hotten mir ein Du^jeub 6d)ultnabeu au ©onu-- unb gejltagen in unferen (^efûngd)oc îommen loffen unb fie fo ümifdjeu unfere EhorpatreS gcftellt, boà jmifdjcu je 2 bärtigen 3Jlciuueru unter beren (SHeubogen eiu Kuobe herüor- gjidte unb herausfang. 9lie hätte fich ein Kaffernîuttbc träumen laffen, boà nur meuige gjîouate uergeheu bürften, bis er mit fräftiger Stimme aus ben 3iiefenbüd)cru heraus fo unerI[nrUd)e Dinge fingen unb nud; fo gehcimniÃüoHe 6d)riftjeid)en, mie unfete Sfiolen, mit Seid)tigîeit lefen mürbe. Uub ba flecïen biefe fdhmarjen ©oütöpfc jiDifd)eu beu meiÃen Kutten unb fingen ohne Sd)cu mit uns ©lorio, Ãrcbo u. f. m., als ob fie bnS fd)on ioOrelang getrieben hätten. Sie entjüdt ifl bn bic ?Dlutter, menu fie ihren buben fo hfö fingen hört! Ermuthigt burd) biefe Erfolge fliug unfet P. Enutor nod) ciiieu Sd)ritt meiter uub Ueà einmal bic neuen Gljriften mSgefammt jum Singen einlabeu, um üor ber Ãcinb überhaupt bloà ju erforf^eu, ob mnu eine ^leigung für (Sîefnufl jeigc ober nid)t. Ser hätte eS nermuthet, fie îomen fo johlreid), baà ju einer Kleibertombola (berlheilung) nicht uiel mehr geîommeu mären. Jdh bad)te, nls ich bauen hörte, eS hal^e bei ber erflen Eiu» labuug eiu 3)liÃuerftänbnià obflemaltet, aber nein, ber Zulauf uermehrte fid) nod). Unb niiäht bloà funge uuoerheirathetc Seute flellten fich babei ein, fonbern alte ergroute 9)Jänner, ebenfo mie 9)lülter mit ihren Kiubern. bereits haben \a nQe chrifllidhen Selber jefet Kleibung, aber manche îjîutter fann fid) nidjl entfd)lief3en, bic alte licbgemouncne ©emohnheit objulcgcn, unb trägt ihr Kleines immer noch rüdmärts im 6ad ober im Du(h. e« ift biefe Sölanier eben gar fo bequem unb |
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foftet ïeitt Ãinbättiägbleiit. 5Jiatürïich hjar boê erfïe ©efdhöft beê ©efangleljrerê, ju fonbiren rcegeu ber ©timmen ber ©injelnen, unb bonn megen beè ©eljöreg. 6c fang ben (Sinjelneu bie ©cala mit Segleitung ber ©eige üor, unbrmaS entbedte er ba fd^on bei ber erften 3ufammenfunft? ©o coloffole ©timmen, fo ïrfiftig unb fo auêgebehnt, bafe eê un3 in ©taunen uerfe^te. Sllê ber Ãantor ba§ erftemol i^re ©timmen fonbirte, ba gab e§ atterbingê noi^ tnandh oerjerrte ©epi^ter, Ser-- holten beê ©ejlchieê unb beê aJïunbeS â fie fd^örnten fi(| iïirc ©timmen hören ju Taffen bei Slbfingen ber ©calo, Slber balb lieÃen fie oon biefer gurdjt ob, be- fonberê bet Slbfingung beê ïaffrifd^en 2loe a)ïario. Sim poffirlichften fanb ich eê aber, menn fo eine 3ÃJutter bie ©cala hinauf ^inob fang, mährenb ber fleine junfer ober ben ©chultern ihr auê bem ©acEe jufah unb auê feiner Soge ober ©perrft^e alê 3uPrer ftgu= rirte. ©o ein Surfdhe muà benn boch flemià taïtfeft merben, qu(^ bloà burdh bie Semegungen beê 3JZutter= herjenê, unb roenn bie 3Jiutter fd&on über folch fteilen gelfen mit ihrer ©timme hinauffliegt, fo muà foldh ein tinb im ©ade eine Prima-'Donna obgeben. ®ic SQÃeiften haben aud& gleidh onfänglich bie ©cala gonj rein 9C= fungcn. ©o ift nun ber Slnfang gemadht unb ben Seuten roör'ê angenehm, roenn Tie olle 8 Stage jur ©e^ fangprobe fommen bürften. ®abutch, boà roir ben ®c= fang bei unferem SSoUe anregen, geroinnen roir 2 groÃe SBortheile, baà fie gröÃere Suft ju unferen 3lnbad)t§= Ãbungen belommen, unb baà fie auf biefe 2lrt bie freie ^eit ouf eine üiel eblere SBeife, alê bloê mit SEonjen unb ©chreien jujubringen roiffen, roie eê biê= her bei ben heibnifdhen taffern ber gaU mor. ©obalb unfere üJfufiünftrumente anfommen, merben bie beften tofternburf(^en unter unfere SlJufifcr geftedt. SBie ge-- fdhaffen für fie ftnb bie SecEen, bie S^ro, bie Trommel 2c. |
mit ber firdhenmuftf in feiner tirdhe gut meinte, ba§ Satein ausgegangen unb fah er mohl ein, boà er fein 2Bort mehr gegen ben burdh bcn Drganiften terübten ©faubol reben bürfe. â aiber mos ifi benn eine ©obenj? 2lntmort: ®a§ ffiort fommt auS bem Soteinifchen (cadere = fallen) unb heià fo oiel als ©dhluÃfatl ober jTonfdhuÃ. gibt melobifdhe unb hormonifdhe Sobenjen; modht bie 9}felobie in ber ïlïitte ober om (Snbe einen ©dhluÃ, fo nennt man bie legten 3;i5ne eine melobifdhe (Sabenj, madbt ober ber Orgonift in ber Begleitung mit ?lfforben einen ©dhluà ober mirb in einem mehrfiimmigen (Sefongflüdfe ein ©chluà gemadht, fo nennt man biefe legten SIfforbe eine harmonifche Gabenj. ®ie ©änger müffen mijfen, baà bei folchen (Sabenjeu, feien eS melobifdhe loie im (Ehorol, ober harmonifdhe mie im mehrftimmigen ©efange eine 25er= jijgerung (fogen. ritardando) eintreten muÃ, eineStheilS um ben Ãejt in ber ridbtigen Sffieife'jur]^(£rleidhtcrung~beS 25er= ftänbniffeS ju gruppiren, anberntheilS um ben 3ul>örer ju beruhigen unb fo ju fogen in heilige Slubodht einjufmgen.
Btu0übmiöen.
XII. Ucbunflcii in bcr III. (phnjgifthcn) ^irdjciitouart.
Finale ift mi, Dominante ift ut,"Ambitus ift mi-mi.
-mâ
Tertia di-es est quod haec facta sunt.^) Di.xit Dominus
!=t
Domino me - o : Sedo a dextris nieis. Ky - rie
e - leison. Et in terra pax bo-mi-ni-bns bonao volunta-tis. |
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Ã)a0 i|l eine Cakii)?
jn einer Pforrfirdhe ber Ãrjbii3cefe ti3ln trieb jur 3eit ein Orgonift fein Unmefen, ber, foge unb fdhreibe, feinen einjigen Slfforb fpielen fonnte, bogegen flctS auf bcr tlobiotur herumorbcitete, olê menn er ein gonj gemonbter ©piclcr fei. èolt e§ ein $Ãorfpicl ju einem ©horolfa^ ju liefern, fo mochte er einige Säufe oon unten nodh oben unb ton oben nodh unten biê JU ber ©teile, mo bcr crpe 2;on be§ ju fingenben Son-- fiüdfeê log; bonn begleitete er bie 21?elobie in Oftotcn. ©o hotte er eineê ©onntogê mieber boê gonje §odhamt hiubu^ch ben ©fonbol getrieben. (Sin im ®orfe jufällig anmefenber -Eheologe, welcher ba§ Drgelfpiel orbentlidh tcrftonb nnb Ãeuge biefer Seiflungen mar, murbe feitenê beê ^nxn SJtfor ^ach= mittags erfudht, ou^ einmal bie IDrgel ju fpielen. ®erfelbe fogte JU unb übernohm, obfdhon er redht gut muÃte, baà er folcher Goncurrenj nidht gemorfcn fei, bie Orgelbeglcitung ju ben SSolfSgeföngcn tor unb nodh ber tatcdiefe. 9?adh bem ©otteêbicnfte traf ber §err SSifor in ber ©ofriftei ben Prä? fibenten be§ tirdhentorftanbeS unD frug ihn: â2Bie hat jh"en benn heute Sïodhmittog baê Crgelfpiel gefallen?" âD", fogte ber olte §err, âidh ^a^e mohl gehijrt, boà ein onberer Or= gonijt ouf ber Sonf foÃ; er hat mohl gut gefpiclt, ober bie âÃobenjen" (!) fonnte er bodh "i^t jo modhen, mie unfer Orgonift." SDamit roor notürlidh bem §errn SSifor, ber eS |
Dens tn - o-rura milituni, Sa- cer - do - tes tu - i.
In no - mine Je-su. Fango lingua glo-ri - o - si.
Xlll.Ucliuuflcu in bcr IV. (hhVophrijflifdjcu) iïirthcntouart.
=F
Finale ift mi, t)ominanto ift la, Ambitus ift si-si.
t
Uiiiirla vi-gi-li - a vo - nit ad o - es.') Di-xit
Dö-mi-nus Do-mi-no me-o: So-do a dextris mo-is.
Glo-ri-a in excelsis Deo. Eo-sur-rc-xi. .Jus -
stus. Be - ne-di - cimus. Nos au - tem.
Peromnia saecula|saoculorum. To Deum lau-da-mus. 2
3). i. ber brüte, Sag ift e3, baà bieS gefd)ehett ift. 3). i. S3ei ber Oierteu 5ïad)tioad}c fam er ju ihnen. |
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t)erfd)tei)enej5.
gOttCttVê. Bet ber ^ïrönung beê Ãaiferg ^ïopoleon I. atii 2. ©ejetnber 1804 tDoHten bte 'SÃarijer ft^ burd) eine nie bagewejene 9JJuft! hertjort^un unb fatten beÃb^lb ba§ Orc^efter im ®ome mit a^tjig Warfen beje^t. Beim Ginjuge be§ Mfer§ unb ber i?ai|erin in baS altel)rmürbige @otteShau§ fingen alfo oHe biefe 9Ja(hahmer be§ haT^feÃpieienben fijnigS ®aoib au, i^re §arfen ju jupfen. 9Jatürlii^ loar für ben SlugenblidC SlCleS überrafd[)t unb erfiaunt. £ein BJunber auch, baà bie gefiorbner fich bereits in bem ©ebanfen geftelen, baS 3J?enfchenm(}gliche geteiflet ju h^ben. Unb boch foflten fte auS biefem feligen ©efühle jäh herauSgeriffen merben! â 3)er greife ^.Ãapft ^.piuS VIL hielt nämlid) gleich nach bem fêaifer feinen Ginjug in bie ©omfird^e Gr hatte etma breiÃig ©änger ber ©iftinifchen iïapeöe öon 9iom mitgebracht. â Dhne aÃe Begleitung »on ^nftrumenten, auih ohne Orgel= begleitung, fangen biefe bie ÃJJotette Tu es Petrus (®u bift ^etruS, unb auf biefen gelfen jc.) bon bem be= rühmten SJJeifter ©carlatti (t 1725). Unb fiehe! ÃWöchtig ergriff bie munberooÃe Ãompofition bie ^erjen Slfler! ^eber mochte ahnen, mie groà ber Unterfdhieb fei j»ifd()en bem oberflädhlichen Särm ber ®elt uub bem ©eifte ber Ãirdhe, mie er ftdh in ben SBerfen gottbegnabeter Sonfuuftler offen= bart. 9lÃen aber fagte ihr gefunbeS ©efuhl, baà fold^' lärmenbe â ^robuftionen mohl in baS Sih^ater ober in ben Ãoncertfaal, nimmer aber tu baS ©otteShauS paffen, ilurj, bie breiÃig ©änger ber ©ijtinifdl)eu iïappeBe hatten ben ganjen, mit groÃem 21p''omb iu ©cene gefegten §arfen= fpeftafel tobt gemadht, unb bie golge mar, baà bie |3arifer mit ihren ad^tjig ^arfenfpielern nodh lange genedtt mürben. â 3)arauS ergibt fid) bie naheliegenbe 9}Joral, baà bie 2J?ufif, meldl)e nur auf baS ftnnli^e BJohlgefaÃen beredhnet ift, feineSmegS in baS ©otteShauS paÃt, mag fie fonft nod) fo funftooà componirt unb ausgeführt fein. ®ie ^ird^enmufif foà oielmehr erbauen, foà jur ^Inbad^t ftimmen, foà bem ©eifte ber tird^e entfpredhen! ®aS mirb aber nur bie ilfufit thun, meldhe ben gregoriantfchen ©horal jur 3tidht= fdhnur nimmt. |
Gin Igcct^oucitsschttjflvmcr. §err ^ohn Sinton, ein Sonboner â }3rioatier unb fünfjigjähriger Mann, geiieth im Glub mit bem ©dhriftfteÃer S:hDmfDn in ©treit, meil biefer fidh loeigerte, fämmtlidhe BJerfe BeethoOen'S als unübertrefflidh JU erflären. ®ie Herren gedeihen in unb fd)lieÃlidh
mürbe ein ®ueà befchloffen, meldheS am 11. ®ej. ftattfanb: im Berlaufe beffelben bradhte Shompfon ju feiner gri5Ãten Berjmeifelung bem ®ïr; Sinlon mit einer ^eooloerfugel eine tijötliche Berleljung bei. ft^urj üor bem ®ueü fe^te Sinton ein Seftament auf", morin et fein gaitjeS BermiJgen für Beet= hofen^SRonumente, Beethoüen=©tiftungen jc. bermadhte: feine le_^ten B3orte maren: âSaffet bei meinem Seidhenbegängniffe feinen 2;rauermarfch fpielen."
^ncïDotC. Gine ï)ame tritt in eine 5Dïufifalten= §anblung. âBitte, geben ©ie mir ein redht h^bfcheS aJiufif= ftücf für meine ältefte Sochter, fte hat juleljt Reveil du Hon bon éontSfi gefpielt." â Demnach mürbe ftch pensée d'amour mit Grfolg oermenben laffen, jeljt ein fehr beliebtes ©tüdt." âaBaS foftet eS?" â9{ur eine i«arf." âDann bürfte eS bodh loohl nicht paffen, meine Sodhter hat fdhon ©lüde für 2 Warf 50 gefpielt." 9ïun mi5^te idh nodh einen redht leichten Sanj für meine füngfte Tochter." â Der Berfäufer mad)t fte auf einen befonberS gangbaren fleinen 2Ãaljer auf-- merffam. â âO, ber ifl noch ju fdhmer, feheu ©ie bodh bie Borjeidhnung, jioci Ãreuje." âO, baS thut nidhtS, gnäbige grau, bie rabire id) 3^nen auS."
Sluflöfung beS ÃïebuS ©eite 7: gifd)fang.
2lufliJfung beS 9?äthfclS ©eite 7: Gin Sichtet. |
Verlag von Alfred Coppenratli In Regensburg.
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Dcrlftg kl- jÃudjIjniiMuno f. 3luci' iu Boimmuövll).
Soeben crfd)icn:
i^röfjlirf), (Tregor, :^^nleituug jur (Erteilung i)C0 (£rflbctd)tnutcrnd)tc5
3uin 33cften beS Gaffianeums in Donanmijrth. SDMt Dbcrhirtl. Drucfer- laubnis, 8«. (VIII n. 136 ©.) ^rciS 80 ^fg.
Igierju:
--i(utcrrid)t für (Er|lbcid)tcnbc. 3)Jit DDcrhirtlidhcr DrncfcrlaubniS.
MeinftcS g-ormat, ^rcis 10 ^fg.
a«. Bei !)!irtrtic5c,utn 9Irtli()tt.
SSorlicgenbe Sd)rift luill bic hodimürbiÃen Jlatedjctcn bei Grteilnng beS Crft beid)tuutcrrid)te8 beftenö unterftnljen.
Segen ber burd)au8 prattifdjen SDehanblnuflStoeife beS llnterrid)tSftoffe3, beö biaiflen greife« unb namentlich »oeflcn beö UmftanbcS, baà ber ben Untcrrid)t crteilcnbe priefter beu Ãinbern aud) einen au baS Sehrbud) fid) eng anfdiliefjcnben Unterrid)t an bie ^anb geben fann, bürfte bicfeS .'gilfsbud) beu ho^ioürbigeu .'gcrren .<lated)etcu befonberS njinfommcu fein.
a5y"3u bcjtehcn burd) aflc Buchhnnblungen, foiuie bireft Uon bcrBerlagS» hanblung:
Ãui^^ÃnMuuö Ã. ?(«cv itt Sottrtumövtlj |
Laiiiciitiitioiies
Jeremiae Froplietae
iu coucentu IV vocum
auctore
Jotvn. Bnptista Kcrer,
qnas
nunc prlmum In pupllcam lucom profert Ipn. JHttcrcr. Partitur M. 2, Stiminon u 49 Pfg.
Sechs Lieder
zum Gcbrauclio während der heil. Fastenzeit, insbesondere bei Oelbergsandachten.
Für
Sopran, Alt, Tonor und Bass mit
Orgclbegleitung:
Von
Anton Mayer,
Op. 3.
Partitur M. 0.75, Stimmen u 15 Pf. |
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für den kii-chlicheii Grebrauch
mit
Ãber 300 leichten Yorspielen etc. in allen Tonarten und den Begleitungen zu den Mess-
nnd Yesper-Responsorien, Präfationeii, Pater noster, Psalmtönen, Adsperges, Vidi apam,
0 salntaris, Tantum ergo und Veni Creator.
Von
J. Sing-enberg-er,
228 Seiten in Quart. Preis 6 Mark.
Eine Harmoniumschule, speziell für die Kirche berechnet, ist ein BeJürfnlss, welchem das vorliegende Buch entgegen
kommen will. Der I., theoretische, Theil, setzt keine musikalischen Kenntnisse voraus; er beginnt bei don ersten Anfangs-
gründen der Notenkenntniss und schreitet stufenweissc so weit voran, als ein âOrganist" anständigerweise kommen muss.
Der IL, praktische, Theil bietet eine Auswahl von über 300 kürzeren und längeren Tonsätzen in allen Dur- und Moll-
Tönen, sowie in den alten Kirchentonarten, zur Verwendung beim Gottesdienste sowohl als auch zur Uebung.
Der Anhang enthält die Begleitung zu allen Mess- und Vesper-Responsorien, zu sämmtlichen Präfationen im solemnen
und ferialen Tone und zu den Psalmtönen in den verschiedenen, gewöhnlichen Transpositionen, sowie zum Adspergas, Vidi
aquam, Veni Creator, 0 salutaris und Tantum ergo â gewiss für Manche eine sehr nötliige, für alle eine sehr wünschens-
werthe Beigabe.
üicbiötrt üou §a(ievl
jum i3c|lcn l>cr ;ftird)cnmurilirti)ulc in îlcocuaburfl»
(Alfter So^rptià ï)cê (Jâclltcnrolcnôcrê.)
gr. 80. ^rct§ 1 3)î. 20 "iÃfg.
®0tm0rt Der 9lcïlûftlon. â Reporterinm musica) sacra). 1. .Hct't. SBicrftimmiÃc âMissa Brevis" oon Jol). Rranj Wucrio
in mobcrncr Partitur (3 58ioIin« uub ein Söafjfdjlüffcl).
I. ilBÃûubruttflCtt unb i^nffn^e.
®ie alten TOufifthcorctifer. â ?IngeIu8 Selcfiuä. Ginc bl)£muotofliiri)c Stubie tjon P. öuibo ©tarin S)reDe?, S. J. â 3)a5
Slrchio ber ©oujaga in SWantua, mit befonberer 31ücf)id)t auf Giovanni Pierluigi Palestrina üon gr. X. .^abert. â 3)ic neueftc
Ãteüifion beä Ceremoniale episcopornm in Söejun auf bic bort enthaltenen ^öeftimmungen über firdilid)c TOufif üon Sguaj TOittcrcr.
â ©iooanni granceSeo ?Inerio. 3)arfteÃunfl feines SebenSgonoeS nnb Sd)aucn3 auf ÃJrunb bibIiographifd)cr ®oeumcntc oon granj
3Ã. Hobcrl, â SohanneS SeercnS, mcilanb -tiochfürftlid) Sâchfig.ïBeifenfelbiîdjen Gonccrt.DJcifterS unb (îammer-îjîufiti Dhjfifalifd)C
Siâcurfc (gortfe^ung a. b. Gäcilienfalenbcr 1885.)
II. Jlnieigcn, :^cf|»rc<f;u«flctt, /irUiÃett.
Ãiturgif^c unb einfcbläfligc 23erfe: Gradualo Ãomanum, Epitome, Compendium, SolfSauSgaben ber offiAieUcn Gl)oraIbüd)cr,
Bogaerts, le congrès d'Arezzo. â §iftorifd)e3 unb Slefthetifd)e8 : ïûtter über Stabat mater, Sufi über Söcneb. aJJarcellD, P. 2t)eobi)r
©chmibt über 9Ã. SSagner. Sefpro^en bon Dr. aöitt unb Slnton ©alter. â 3um beutfchen Jtirdhenlieb. ^ieSbejügli^e ®d)riften uon
P. ®rcücS, befprochcn üon SI. ©alter âMusica Jivina nun mieber complet" bcjprodjcn »on 33îich. datier. â ^erfonen« unb Sachregiftcr
äu ben 10 Jahrgängen bcd däcilienfalenberS 187Gâ1885. ___
SJerontmortlicher JRebafteur 38. S (h
i5nen iu Oberbilf. â 3)ruct uub ä^erlag oon Sllbcrt Jacobi & (£o. in ?(ad)eu.
Verlag von Fr. Pustet in Regensburg', zu beziehen durch alle Buchhandlungen :
Theoretiscli-praktisclie
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3« gc^tflattfl.
für ÃafOoftfc^e ^irc^enfattger.
@ratiê=^cUaöe juut â®reöoruiê=55Iatt", Drgau für ïatljolif^c ^ir(!^enmurit
â©crgt, ba§ bu ittit bem gerjtn glaubjl, toaS bu ttiit bent SJIunbe pttgfl» unb i« SJerfeu
bet^Stigfl, tnaS bu mit bent ©erjen glaubtl." Concil in Cai:t§ago 3. 198.
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2(ben0§ fpät an ber ©tafpette») ©igt ber ÃJiater nodh allein; ^infel bütfen unb Palette §eute noch nicht müfeig fein; Denn er muà ba§ Silb toÃenben, Sirb eS fchroer auch jeinen §änben, ehe noch be§ 3Jlorgen§ Sid^t Dur^ bie bunten genfter bri^t.
©^on DoOenbet fcheint baS'^anje, Cieblich tädbelt bir ba§ bilb, «US ber Solfen golb'nem ©lanje, blidft SÃJaria himmlifch milb. Doch er miCl fleh ^W begnügen, (SineS fehlt an biefen Sögen, ' Unb er befftrt ohne 5Ruh Sin bem bilbe fort unb ju.
Sie er malet frommbefliffen, ©chlafert'8 ihn, bie Simper flnft; 3n beS ©chlafeS ginflerniffen 3hni beS DraumeS fllarheit minft; Unb es fleht ber alte 3)^cifler 9iohen traut beS Rimmels ©eifler. Jn beS SichteS rof'gem ©chein Dreien fie inS Ãinimer ein,
blideu an baS bilb ber grauen,«) 9Jahen ringS im engen KreiS, Können ftch nicht fattfam fchauen, Sächeln holb unb flüflctn leiS. ©ich', unb einer lommt jur ©tätte, ^oU fich 'iJinfel unb ^JJalettf, gührt fie fchneU unb funflgemanbt Jn ber jarten Knabenhanb.
ta /) StafflettcStaffcIci, ein mit Staffeln (Stufen) ocrfehcnc« '"«rgeficU für ba« «cmälbc, woran ber flünftlcr arbeitet. ') ®et grauen b. i. SDlaria'S. |
Unb bie 3üge u?erben hehrer, ^ertlicher Der Jungfrau bilb. Daà bem ÃReifler unb bem Sehrer ©elbfl baS ^erj im Draume f^toiHt, 'â¢13rächiig ftrahU eS ohne 3}Jängel; Unb jum ©chläfer tritt ber Engel, Sleidht mit 2lugen freubeflar, garben ihm unb ^^3infel bar.
Danfet, lädhelt, hebt bie ©dhmingen gUegt jum ^immelSjelt empor, Unb eS folgt mit lautem ©ingen Jubelnb ihm ber ganje Ehor. Unb ber SKeifler lädhelt leife Unb er laufcht ber füÃen Seife, ©chlummert füà unb träumet linb bon bem holben EngelSfinb.
bis bet aiiorgenfonne ©trahlen Seggefcheucht bie aJacht. â Siebet brängt eS ihn ju malen. Kaum üom füÃen Dtaum erioacht. $>aflig regen fidh bie ^änbe, beffern loiH er ohne Enbe, Daà fein Ãng Ju tabeln fei Sin ber §öchften Eonterfei.
Dodh 'üie flaunt er tief unb innig bot bem bilb bet Himmelsbraut! Diefe güge hehr unb minnig $»at er nur im Draum gefd[)aut! Diefe Süjie fonber gehle Unb beS tiefen blideS ©eele, DiefeS himmelSflare Sid[)t a)Jalet felbft ein SJJeifter nicl)t!
Unb bem Künfller mirb eS flater. Daà bieS bilb fein Serf nicht fei, Daà ein Sltm, ein muuberbater, Wächtig ihm geflanben bei; ®läubig ifl er hingefunfen bor bem bilbe anbachttrunfen, gühlenb, baà nur .^immelSfraft Jn bet Kunfl baS ^öchfte fd)afft!
j. V. ZIngerle. |
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II.
§infid)tltch be§ legten an biefer ©teOe be§ Slatteë ab= gebrudten ^uffa§e§ magfi ®u tieUeicbt OergebenS barüber nadhgefonnen baben, lieber Sefer, in welker Segtebung benn eigentlidh bie Ueberfd^rift ju bem ganjen Slrtifel pe^e?
ba: âSanfteine," unb üon âSaufteinen" fei bodh gar ni^t bie 9ïebe. ja, toer boShaft fein rooDte, ïönnte oieU leidht weiter philofophiicen oerhatte ftdh mit jenem Slrtifet öhnlich, wie mit manchen SÃeinflafchen, bie auch âSurgunber," â©hampagner" ober einen ähnlidhen oorjügtichen Siebenfaft burch bie aufgetlebte Sluffchrift anfünbtgen, beren Jnhalt aber bem gewiegten Kenner höchftenS ein Sächeln ober bebeatungS= OoQeS Kopffdhütteln ju entlocEen oermag. Jnbeffen ift e§ mit bem â®efdhraadCe" nun aber audh «ine gar turiofe ©adhe, wie baS j. S. einer meiner Sefannten Oor nicht langer geit er= führen follte. Er hat nämlich einen greunb, unb ber hält pch für einen feinen SÃeintenner. Sei ben Sefuchen beffetben hatte er ihm nun wieberholt eine SÃeinforte oorgefetjt, bte ihm felber ganj Oortrefpich ju fein f^ien, bie aber bem befreun- beten âKenner" jebeSmat Stnlaà ju tabelnber Kritif bot, na= mentlich im Sergteidh ju einer früher geführten ©orte. Sei (Gelegenheit etneS fleinen gamilienfepeS würbe e§ bem SÃirthe mit bem Dabei inbeà ju arg nnb er gebadhte bem â.Kenner" eine fleine Seftion ju geben. Er lieà ba^er hei'nlidh einer ber auf bem Difdhe pehenben glafchen ba§ Etiquett ber immer unb immer wieber gerühmten älteren ©orte auffleben unb bem Kritifer bann üorfe^en. Unb. pehe ba! 9^un fchmedfte bem §errn ber iRebenfaft ganj Oortrefpich; ja, er wuÃte beS «Rühmens für biefe Qualität fchier fein Enbe JU pnben â obwohl er ganj baffelbe ®etränf Oor pdh hatte, roie üorbem!
Sinn, lieber Sefer, auch i<h Glätte bem Slrtifet in üoriger stummer ohne oiel KopfbrechenS ein anbereS Etiquett auffleben fönnen. Jd) hielt e§ nun aber nicht für nothwenbig; ober ehrtidh gefagt: idh mollte eS nicht! Jch bachte mir nämlich, eS fomme audh hier üor Slflem auf ben Jnhalt an. §at biefer Dir gemunbet unb Dich gefräftigt, fo bin ich fchon fehr jufrieben. Ja, felbft wenn Du, lieber Sefer, baS Eti= quett etwas bebenfltch gefunben hätteP, fo würbe idh barob nidht nur nidht in Harnif^ gerathen, fonbern oielmehr Deiner Slufmerffamfeit beim Sefen ein lobenbeS Ãeugnià hiermit freubigft unb feterlichP auspeilen.
Unb nun nodh einmal: Jn weldher Sejiehung peht ber oorige «rtifel jur Sluffdhrift âSaufteiue?" Jch werbe eS jet5t fagen: Jm oorigen Jahre habe ich baran erinnert, baà Jhr ©änger an ben ©onn= unb gefttagen beS Kirchenjahres einen mufifalifdhen Dom auS Dönen aufjuführen habt; einen Dom, weldher ju bem erhabenen Dpfer beS â iKeuen SunbeS, baS auf unfern Elitären bargebra^t roirb, in einer oiel Innigeren Sejiehung peht, als jeber auS ©telnen aufgeführte Dom. Sor aHem (fagten wir unS bamalS) muà aber bei einem Dombau auf bte Segung etneS guten, foliben âgunbamenteS" gefehen roerben; benn fonP ift eS mit ber gepigfeit beS ganjen SauroerfeS fchlecht bePeQt. DaS âgun= bament" beS auS Dönen aufjuführenben DomeS aber (fagten roir roieberum) ip bie Slbp^t unb ber 2öille ber firdh= lid)cn ©änger, burdh ihren ©efang ben StllerhödhPen beim ©otteSbienPe ju ehren unb ju üerherrtichen. |
SDÃangelt ben ©ängern biefe Slbpdht, biefe gute 5Dîelnung, fingen pe tebigtidh auS Eitelfeit ober Slebijaberet, fc mögen fie bei fuupooaer SluSführung baS höchPe Sob b i Den âKennern" ernten; in ben Slugen beS allerhödjften ffieltbau- meifterS aber ip ihr âmupfalifcher Dom" nur eine elt-nöe '^3fufcherei! â Ein gunbament, lieber Sefer, ip aber felbft^ oerpänbltch nodh fein fertiger Sau! Unb um nun in Den je^t folgenben Sluffä^en ben â2lufbau beS muptaltfd)en DomeS" roeiter ju befpredhen, unb Damit bu btefeS l)feue mit um fo göÃeretn üfu^en lefen möd)left, barum habe ich öaS im oerPoffenen Jahre ©efagtein etroaS anberergorm nodi einmal furj roieberholt. ©iehP Du, lieber greunb, ba haft bu ben ©djtüffel für baS 3läthfet Don bem âfalfchen" Etiquett!
Unb nun roeiter! gür ben roerthooUpen âSau= Pein" bei bem mufif at ifchen Dombau halte ich Den ©regor. Ehorat. Sieüeicht muthet Didh Dtefer ©cig etroaS fonberbar an, lieber Sefer! Dennoch habe idh benfelben mit Sorbebacht gefdirteben. Ja, ich fürd)te feitenS EureS wadern Dirigenten feinen Stbeifprud), roenn ich roieDert)ole: Der bePe, ebelpe âSauftein" ift ber Ehorat! Die ^fjiotepanten pPegen unS Katholifen, roie Du roeiÃt, feine Eomplimente hinpchtid) unfereS ©otteSblenPeS ju ma^en. Dennod) peht ber ^^rotepant gorfei Pch in feiner ©efchid)te ber i^fupf oeranlaÃt ju fagen: âDer ©regorianifche ©efang hat nun fchon oode jroölf Jahrhunberte gebauert unb roirb roahr' fcheinlidh fo lange fortbauern, atS 9ïeligtonSübungen uiiter ben SDîenfdhen fortbauern roerben. 2öa§ pd) burch fo oiele Jahrhunberte unoeränbert erhalten fann, muà einen unjerpöt« baren SÃerth in pd) haben, muÃ, betnahe roie bie Ãiatur felbp aÃen neuerungSfüd)tigen Eingriffen ber 5D?enfchen SBioerpanb teipen. â ©0 biefer '»jjroteftant. Dod) bie ^IJrotePanten brauchen unS nicht erP über ben Serth beS EhoratS ju belehren. Sir haben bafür ganj anbere Sengen, auf beren Urtheil toir mehr ©eroich' legen, ©o Oerorbnet j. S. baS ''IJrootnjtalfonjil o on Köln (iSÃO): âSluS roid)tigen ©rünben fott roährenb beS gröÃten D heile S beS Kird)enjahreS bei ber geier ber hl- ^Reffe bet (èregorianifdhe ©efang jur Stnroenbung fotnmen ; jener uralte ©efang, roeld)er ber toahre Kirdhengefang unb jene Duelle jegtiihen firchlidhen ©efangeS ip, bte burd) feine anbere erfetjt toerben fann. Denn bie ©adhoerpänbigen behaupten, baà gerabe ber ©regorianifche ©efang tue hr Heiligt' feit unb Hoheit athmet, otS aöe jene Donroeifen, roeldhe iin Saufe ber Jahrhunberte in ©ebraudh gefommen Pnb unb ber roeltlichen ÃKupf ju bienen pPcgen. Sir befd)lieÃen unb _be= fehlen baher, baà jener ©regorianifche ©efang roieb er in fei"^ 91 edhte eingefe^t unb mehr gepflegt werbe, bamit nicht baS^ jenige, roaS ©efe(} fein fotl,,jur ^luSnahme toerbe, unb anber' feitS nid)t baSjenIge, roaS nur bie ©tede ber 2Iu£nahme ein- ehmen fotl, felbp ©efetj unb ©eroohnheit roerbe."
Unb ber'iprofeffor Sltnberger fd)reibtln feiner berüh>n^^" â^aPoraltheologie" fo: âJn biefem ©efänge. In roetd)etn P'v
ber Jnhalt ber Sorte tittb ber melobifd)e âuSbrud auf ba/
SoOtommenpe entfprechen, hat bie Kirche baS yJîittel, auch aUertunerpen unb unauSfpred)ltd)en Emppnbungen auf ba® 3artePe auSjubrüden unb tnitjutheilen. Sllle (Sebanfen firchlidhen DpferlebenS pnben aud) inbem©regorianifcheu@efa«3^ ihren SluSbrud, fo baà oornehmllch jene tleflnnigpen©d)rolngun^i] beS CebenS, bie für baS Sluge nimmer erret^bar, für bie fenntnià burch baS bloÃe Sort nicht mehr auSbrücfbar unb nu für baS glaubenSfreubige Hetj noch fühlbar Pub, in bem habenen Dongebäube beS firchlichen EhoratS pch nlebergeleSJ pnben, bamit pe in unfern Heifjen roleberflingen unb |
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einfügten ttt bte ïtefe be§ heiïtgeit Stebe§ïebett§. ^a, wo fein SBort mehr Stebeêgefü^fe unb ®rteud)tungeu be§ Innern ju Pammetu öerntag, bewegt jldö uocf) leidet unb licht, flar unb »fahr, ber Son au§ ber gehobenen Seele." â @o ber gelehrte ^lofeffor Slmberger. ÃDie ©äÃe ftnb etroaS lang unb fdhroer berftänOlidh gef(htieben, lieber Sefer. Slllein Du'ioirfl bie auS hoher Begeifterung gesoffenen ©orte beS bebeutenben ÃKauneS bei »ieberholtem Durchlefen fdhon berftehen. â
Slber woher mag e§ nun fommen, baà Biele unferer Ãirdhenbefudber biefen erhabenen ©efang nidht recht leiben miJgen, felbft menn berfelbe gut gefungen mirb? Sarum jteht mau bemfelben oielfath einen fold)en tjor, ber bem roeltlichen ©efauge mehr ähnlich ift ? ®ie h- ©dhrift beantioortet unS biefe grage Hon, inbem fte fagt, baà âber fleifdhlidhe ÃÃJienfch nidht faÃt, »»a§ be§ ©eifteS ift 1" â Der burdh fmnli^e uub leibenfdhaft-- liche meltlidhe SD^uftf oerinijhnte SJienfch fann an bem ernften ©efauge ber Ãirdhe, loelcher mehr ©ebet al§ ©efang ift, faum ÃBohlgefaClen haben, ©oldhe faffen e3 nicht, ma§ ber heilige 2lugu uinuS über ben Ghoralgefang f^reibt: âSie fehr meinte idh. 0 §err, bei Deinen |)hmnen unb ©efängen, mächtig bewegt bitrdh bie ©timmen Deiner tu füÃem BJohöäut erflingenben Kirche! :3ene ©timmen brangen in mein Dhr unb Deine Wahrheit träufelte in mein §erj unb barauS entflammten bie ©efühle ber grömmigfeit, unb e§ floffen bie ïh^'önen, unb mir toar mohl.'"
3(h5utn.
^itur0if(t)e Kntcrljaltungen.
Bon 81. Bruns, Bifar in eilenborf.
(gortfeUung.)
21. Die gefte beS §errn, roeldhe unS baS tirdhenfahr Oorführt, haben in unferen Unterhaltungen bereits unfere Ber athtung gefunben; ouch bie gefte ber IRutter beS $>errn finb, toenn auch nur {urj, fo boch auSreidhenb »on unS befprodhen Horben; nun loäre eS wohl an ber 3eit, oudh bie übrigen ^efte etwas näher ju beleuchten.
©. Sch roerbe Dir mit ber gröÃten Bereitroiaigfeit unb ^uftnerffomfeit folgen, ^d) fann ouch f^ou ungefähr benfen, toeldhe gefte bu jünädhft heranjiehen ȟiÃft. ©inb eS uidht bie gefte ber ©ngel?
21. DoS mar nicht fonberlidh fchroer ju errothen. Daà bu inbeffen gleidh boS {Richtige getroffen haft, ift mir ein 53eroeiS bofür, boà bu bem ©egenfionbe unferer Unterhaltungen ^echt oufmerffotn unb gelehrig folgft. J?annft bu benn tteU leicht auch errothen, ouf mel^eS ©ngelfeft ich beine ïlufmerf= famfeit juerft lenfen miü?
©. (£8 fcheint mir flor ju fein, boà bem ©chuU' «ngelfefte bte erfte ©teOe gebührt.
21. Du haft gemià beine guten ©rünbe, für biefeS geft bie erfte ©teile in ïlnfpruch jn nehmen; idh ^abe ober oudh nieine ©rünbe, bieSmot »jou bir abjuroeldhen unb boS geft bef h. (ErjengelS ïÃMchoel â Michacl â festum sancti Michaelis Arcbangeli â melcheS bic Kirche am 29. ©ep-- tember feiert, juerft jum ©egenfionbe unferer Befpredhung ju niodhen.
©. Die ©rünbe möchte idhlhören. «tte ©ngel jufammen sehen bodh bem (£inen üor. |
Ã)at bemfelben SRechte fönntefi bn oudh faflen, boà oQe veiltgen jufammen ber h- ©ottCiSmutter üorgiugen unb boà ber ^opft üor ben übrigen ©läubigen jufommengenommen jurüdtliehen müÃte. Du oergiÃeft eben, boà bem h- ©rjengel ajji^ael gemäà bem ouSbrücflidhen BJortlaute ber ht- ©chrift oor ben übrigen ©ngeln ein befonberer Borrang eingeräumt ifi: menn bu boS ober in Betradht jiehefi, fo wirft bu etn= fehen, öoà unfere h kirdhe uidht übel baran gethon hat, oudh bie geftfeier biefeS ©rjengelS ju beüorjugen.
©. SBeldhe BJorte hafi bu benn im ©inne, um bomit ben Borrong beS hl. ©rjengelS ÃJZidhoel jn bemeifen ?
21. 3n ber geheimen Offenbarung beS ht- 3>DhonneS merben toir auf einen Jfompf oufmerffam gemodht, ber jioifdhen 2J?idhael unb feinen Sngeln eiuerfeitS unb bem Drachen unb beffen ©ngeln onbrerfeitS ouSgefodhten rourbe unb mit bem ©iege beS ht- ®rjengelS ©iidhoel nnb feiner ©ngel enbete. 2lugenf4einltdh roirb hier bem hl- ÃJiidhoel bte 2lnführun3 ber übrigen ©ngel, olfo ein gewiffer Borrong jugefproi^en. Diefem Borronge unter ben feUgen ©eiftern entfpridht ober oudh bie ©tedung, bie ihm hier auf Grben jum ©(hn^e ber ©läubigen eingeräumt ifi.
©. 3dh roünfdhte, boà bu bidh über biefe ©tellung mit beflimmteren BJorten ouSfprädhefi.
GS ift Dhatfodhe unb mirb burch boS SBort ber hl. ©chrift felbft befiätigt, baà ber ht- üJiichoel ber gürfi beS auSerwählten BolfeS roor, boà er biefeS BoU borum ganj befonberS leitete unb bem 3iele juführte, rooju eS ©olt be= rufen hatte. 2ln biefen Grjengel ift oudh üorjugSmetfe ju benfen, menn ©ott ju ailofeS fpridht: ©iehe, idh fenbe meinen Gugel, boà er üor bir herjiehe unb bi^ beroohre auf bem BJege unb bidh fü^i^e an beu Ort, ben idh bir bereitet habe. Gbenfo erinnert unS ber im Briefe beS h- ^nboS erwähnte ©treit, iu roeldhem ber Grjengel aJMdhoel mit bem leufel über ben Seichuam beS SWofeS gerieth, an bie fchüfeenbe ©orge, weldhe biefer Grjengel bem auSermählten Bolfe ©otteS ju^ roenbete; benn auge'nfdheinlich roollte ber üteufel bem jum ©öÃenbienfle fo geneigten Bolfe boS ©rob beS SRofeS, roel^eS bis auf beu heutigen Sog unbefannt geblieben ifi, üerrothen, um ihm fo eine neue ©elegenheit ju obgöttifdher Berehruug feiner ©ebeine ju geben. Der ht- Grjengel ©iidhoel, jum ©d)U(je biefeS Bolfe« beftellt, mehrte ihm boS, unb bewahrte fo boS Bolf üor biefer groÃen, ihm üom Seufel jugebodhten ©efohr. S^m Bud)e Daniel bietet fich nnS wieberum eine ©elegenheit, ben hl- 3J?ichoel olS ben gührer beS ifroeUtifdhen BolfeS fennen ju lernen unb auf ben befonbern ©dhuU ouf: merffam ju toerben, weldhen er biefetn Bolfe ongebeihen Uefe. «uSörücflich roirb bort a)?ichael ber gürft beS jübifchen BolfeS genannt.
©. 2luS bem, tooS bu mir hier mltgetheilt haft, geht gewià flar genug herüor, boà ber hl- SDiichael für SfroelS Bolf ein fchüljenber Gugel wor; ober worouS foll idh ent= nehmen, boà er jum ©chuÃe beS GhriftenthumS in gleidher B3eife berufen ift?
91. Das ^ttbenthum war boö ouSerwählte Boll ©otteS im olten Bunbe; im neuen Bunbe ift an feine ©leÃe boS Ghriflenthum getreten. Die Offenbarungen ©otteS an boS jüfcifche Bolf finb mit Gh^^iftuS nicht hinfällig geworben, fonbern haben fleh burch ihn forlgefejjt unb üoOenbet; im 3[uöenthum haben wir nur erft einen Iheil ber göttlidhen Offenbarung, im Ghriftenthum bogegen bie gonje Offenbarung ©OtteS; bie gotteSbienftUchen '^Inorbnungen hatten im olten Bunbe nur üorbilbliche Bebeutung; im neuen Bunbe ifi boS Borbilb jur BJirflichfeit geworben, baS UnooHtommene bort ifi hier bem Boafommeuen geroidhen: fo jeigt fidh unS in |
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aOweg bte iüblfd)e Siettgion nur al§ eine S3orbereitung ouf boS (Shrifïenthuut. ®o§ ©brifienthum muà unS^borum ofó bie SBcHenbung beê ïöoueê etfc^einen, ber im jubenthnm feinen Seginn unb feine ©runbtoge §ot. 3)arum ift e§ auch felbfiöerflönblich, boà ber Sngel, metcher ot§ gürjt beê jiibifd^en SoWeê bejeid^uet mirb, fe^t, nadhbem baê fiibifche 33olf feine Sered^tigung otê S3olf ©otteê tjerloren unb bem Shrifienthum h^t obtreten müffen, olê befonberer Sefd^ü^jer beê (hriftlidhen SoHeê ongefehen mirb.
®tbt eê benn auch Slnbeutungen bofür, baà bie fothofifche tirche biefe Sluffoffung theitt?
aOerbingê. ©ne Anbeutung bofür liegt fdhon barin, boà fte ben hl- 2Jiidhoel oon jeher ganj bcfonberê oerehrte unb biele tirchen ouf feinen Sïomen errichtete, boà fte gefie JU feiner Verehrung einführte, unb in ihren ©ebeten ganj befonbcrê unb tjor aÃen onberen ©ngeln ©einer Srmöhnung thot. SSeldhe ©ebete fmb e§ benn befonbcrê, moran bu
bcnffi?
A. jn ber Sitonci Oon oOen ^eiligen, meldhe fofi biê an bte Stiege be§ ©hriftenthumê h'naufreidht unb eine Oielfodhc 2?ermenbung im firchlichen ©otteêbienfie erhält, ifi ber hl. ÃJJidhoel glei^ no^ bcr ©ottteêmutter 3)?aria genonnt, unb bu hafi gemià fdhon häufig genug mitgefungen:' Sancte Michaël, ora pro nobis â ©eiliger ^)jid)acl bitte für unê! jn ben ©ebeten, meldhe bie tirche burch ihre ^riejier om Sterbebett ber ©läubigen tjerri^ten läÃt, roirb bie §ülfe beê h- 'ä'iidhael für beu ©terbenben erbeten mit SRürfft^t auf ben SÃorrong, ben er Oor ben übrigen ©ngdn hat; bie btjüglidben 2Borte lauten: â®ê nehme ihn auf ber h- 2ï2tchael, ber ©rjengel ©olteê, roelcher fi^ ben SÃorrong über boê himmlifche triegêheer tjcrbient hat."
©. S)orf idh ^ier oieÃetdht oudh an bie SBorte in bcr ïobtenmeffe erinnern, mo e§ im Offertorium heiÃt: âsed signifer sanctus Michaël repraesentet eas in lucem sanctam ?
A. Dhne groge. Die 2Borte heiÃen in unferer ©prochc: âfonbern ber §>eerführer, ber hl- 3)?idhacl führe fte", nämlich bie ©eelen ber oerfiorbenen ©läubigen, âhin in bo« heilige Sidht." Augenfdhcinltdh roirb hier onerfonnt, boà bie fatholifche ^rche ben hl- 3J?i^acl ol§ benjenigen (Sngcl onfteht, ber bie ©läubigen an ben Ort ihrer eroigen Seftimtnung hinführt.
©. 35u fprochfi auch »^on fiir^en, melche bem h- ®rj= eugel 3J?idhael erbaut unb gciociht morben feien; haben fich benn SRodhridhten ouS früheren dhrifilidhen johrhunbertcn über folche fiirchen erholten?
21. Allerbingê. ®u hafi fchon oon (Sonflontin bem ©roÃen gehört, tcelcher ber erfie iriftliche ftoifer toor unb ben blutigen Verfolgungen, benen bie dhriften in ben erften brei johrhunberten ouSgcfeljt moren, mit betn älnfonge beS 4. johrhunbertS ein (Snbe tna^tc. 23on ihm roirb berichtet, boà er uitroeit Confiontinopel eine fiirche erbouen lieÃ, roelche ÃJiidhoelSfirche genannt murbe unb bie ©läubigen üon nah unb fern jum ©ebete onjog. ®er Roifcr juftinuS I. hat fogor, rote mitgetheilt mirb, 6 folcher noch bem h- ©ichael benonnter tirchen erbauen loffen. Sebte er ouch erft 2 jahr= hunberte nodh Sonfiontin, fo reidhen mir bomit boch noch immer in eine fehr frühe 3eit beS (ShriftenthumS unb fönnen borouS mit ®runb ouf bie Serehrung fchlieÃen, melche bem h. 3)ltchael oÃgeit in ber fatholifchen tirdhe ju 2heil murbe.
©. SZBenn an fo üiclen Orten SOïidhaelSfirchen enffionben, fo läÃt fidh oui^l benfen, boà ft^ on biefe tirchen gefie JU (Shren beS hl- 3Kichoel fnüpften. (SS ifi mir bemno^ |
oudh nicht mehr ouffaüenb, boà bu boS gefi beS hl- SJÃtdhoel fo fehr in ben Sorbergunb geftcHt hafi. ^ber moren benn bie übrigen ©ngcl fo fehr üerna^läffigt, boà mon ihrer gor nidht gebodhte bei rcligiöfen geierlichfeiten ?
a. teineSroegS. 2)er hl- 2)îi^ael galt, roeil er ihr An= führer roor, auch ^IS ihr Sertreter, unb boS gefi beê hl. aJîidhael mor borum jugleich boS gefi ber übrigen Sngcl. 2Bcnn roir bemuodh in ben früheren jahrhunberten ein gefi JU ©h^en otter hl- (Sngel üetmiffen, fo fomtnt baS boher, boà baê gefi beê hl- SJîi^oel eine üiel meitere Sebeutung hatte, olS fein 9Jome befogte. Son einer Scrnodhläfftgung bcr übrigen (Sngcl fonn gor feine 9îcbe fein; bofür mor ber ©loube an biefe unftdhtbaren ©dhufegeifier ju oUcn Ãeiten ju lebenbig.
©. SJoS hat eê benn nun für eine Semonbtnià mit bem gefie beS hl- SDîidhocl, meldheS bie tirdhe om 29. ©cp= tcmber feiert?
SI. @S ifi cigentlidh ein tirchroeihfefi â dedicatio â unb heiÃt borum oud) gcroohnlid) festum dedicationis s. Michaelis Archangeli. (SS fdhlieÃt fidh an eine munberbare Srfcheinung beS hl- (SrjengclS ajîichoel on. Ãwar rourbe biefer (Stfcheinung felbfi bcr 8. 3)îai olS erinncrungStog ju^ gcroicfen, bodh hatte fte ouch "o^ bie onbere golge, boà papft SonifociuS im 6. johrhunberte auch in 91om eine tirche beS h- 2Jîidhocl einroeihte. 2Beil biefe ©utoeihung ont j 29. ©eptember fiottfonb, borum rourbe in ber römifd)en tir^e biefer Sog ber fiänbige gcfitog jur Serehrung bcS hl. aJîidioel, mor ober, mie ouS ber firdjlidhen fieftion he^' üorgeht, juglcich ber Ão^, on meldhem bie tirche baS 2ln= benfen oQer hl- Engel feiert.
©. §abcn roir benn 2 gefie ju (Sh^en beS h- SJîidhoel?
21. jaroohl, boS onbere gefi bicfeS hl- (SngelS mirb, roie gefügt, om 8, 3)loi gefeiert unb heiÃt: festum appari- tionis s. Michaelis Archangeli â gefi ber ©rfcheinung beS h- ©rjengels
(Erklärung bcr Ãaurctünifdjen fitnnci.
I.
®ie Sitoncien finb eine beim fatholif^en Solfe fehr bc liebte ©ebetSrocife unb finben boher nomentlid) beim 5)iadh= mittogSgottcSbienfie häufig Serroenbung. tein fflunber, baà fdion bie Gomponifien bc's aJiittclolterS uub ihre yjachfolger boron ihre tunfi üerfuchten, roie aud) gegenmärtig faum ein ber erroähnuug mürbiger tirchencompon'ifi ju finben fei» roirb, unter beffen Serfen nicht auch l'itaneien figurircn. Um fo auffoOcnbcr ifi eS, boà tiion, unb uamcntlith hie* Slhein, fo feiten eine mehrfiimmig componirtc Sitonci fing^" hört. Sielleicht mirb eine furje (Sjplifotion menigflenS (St'oa« baju beitragen, boà namentlich bie ber oaerfcligften jungfrau gerocihtc Sitanei häufiger, ol8 bisher, üon unfern ©ünget' tribünen erfcholle.
®o8 2Bort âSitonei" fommt ouS bem ©riechifchen bebeutet urfprünglich ein eifriges ©ebet, ein gleh^"' eine Anrufung, jn ber alten morgcnlänbtfchen tirche jcichnete man j. S. bamit boS (Sebet, roeld)e6 in ber h- auf ben Introitus folgt: Kyrie eleison tc. (§err erbarme 3)ich unfer sc.) jn ber obenblünbifchen tirche bejeichn«'« man bomit bis heute bie Projcfilonen, melche am ©t. a^iorfuö-' tage (24. April) unb an ben 3 Sitttagen ber 5. Dflermoche fiattfinben. |
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®ie ©ebete, iücld|e wir je gl gewöhnlich mit fcem Dramen âSitanei" bejeid^nen, waren theilweife fd^on im 5. Jahrhunbert in ©ébroue^. Jh^ "fier Urfprung ijl ni^t belannt. Die Sitonei pon ber aller feligfien Jungfrau ifl nidht fo alt, wie bie Sitanei üon allen ^eiligen. Den= nodh finbet mon fie in ben älteflen nodh üorhonbenen 9îitual= büdhern. Jo, fte ift burdh bie ©enehmigung ber ^äpfle unb ben allgemeinen ©ebrouch ber Kirche fo geheiligt, boà mir fte ol§ eines ber ehrwürbigflen ©ebete betrauten bürfen, bie uns bie üerfloffenen Johrhunberte überUefert haben.
^opjl Siemens VIU (f 1605) oerbot, in ben ^rojefftonen anbete, als im römifdhen Söreüier enthaltene Sitoneien ju fingen. Slber er nohm bie Sitonei »on ber ollerfeligjlen Jungfrou ouS, bie borin nicht enthalten mar. ©r moOte ohne 3>»eifel/ boà biefeS olte unb fchöne ©ebet mit ben §htnnen »erbunben werbe, welche bie Kirdt)e ju (Shren beS ©ohufS ©OtteS fang. Unb worum follte mon ouch bie §ulbigung, bie mon ber SOîufter ©otteS borbringt, »on ber liulbigung trennen, bie mon ihrem ©ohne fchulbig ifl? 3Bir »erbinben jo oudh ben englifchen ©ruf^ immer unb immer mieber mit bem ©ebete beS ^errn, bem âbater unfer". (SS jiemt ftch alfo mohl, boà mir ein ©ebet hodhfdhägen, welches bie Kirche felbfi bei ihren gröÃten geierlidhfeiten »errichtet!
Die Sitonei »on ber oUerfeUgfien Jungfrau tcirb bie Souretonifdhe ober bie l'itonei »on Soretto (Lauretum) genonnt »on ber iDîorienîapelle ju Soretto in Jtolien, welche jenes §äuSchen »on ^îojareth umfchlieÃt, in welchem »or nun beinahe 2000 Jahren ber (Srjengel ©obriel mit ber himm= lifchen botfchoft erfchien. Die tu biefer berühmten Kapelle ongebroihten Jnfchriften unb ©emälbe finben ftch nämlich in unferer Sitonei jufommengefieflt, weÃhalb fie bofelbfi oud) juerfi in ©ebraudh war, unO i»ahrfd)cinlich eben bort »erfaÃt worben ifi. 2Bonn unb »on wem bieS ober gefd^ehen, bar= über läÃt ftch bis jur ©tunbe feine SluSfuuft geben.
2BaS nun ben JnhoU ber Sitanei im Siagemeinen betrifft, fo läÃt fie fi^ in jt»ei Dheilf jerlegen. Jm erfien Dheile erfdjeint IRorio olS ©otteSmutter in ihrer ©nobeu- unb DugenbfüQe. Jm jweiten Dheile, ber mit rosa inystica (âDu geheimniÃüone 9iofe") beginnt, erfcheint fte olS Wutter unb Kiinigin ber fireitenben nnb triutnphireubcn Kird)e. Jn biefem jweiten îheile fmb offenbar brei $)auptpunfte beS GrlöfungSwerfeS her»orgchobcu: 1. Die Årlûfung wirb borbereitet refp. eilt geleitet im Sllten bunbe (âDu heimniÃüolle 9iofe, Du Dhurm Do»ibS, Du elfenbeinerner îhnrm, Du golbeneS ^jouS, Du Slrd)e beS bunbeS, Du ^^Jforlc beS Rimmels, Du l»iorgcnfiern"). 2. Die (Sr = löfung mirb »erroirflicht im üieuen bunbe (âDu ^eil ber Kronfcn, Du äuflucht ber ©ünber. Du Dröj'terin ^er betrübten. Du .pfe ber (Shriflen.") .'l. Die (Srlöfung boUenbet fich im 5Reiche ber Seligen. (âDu Königin ^er (Sngel oc.") Der ©lonj ber <Uiuttet beS ©rlöferS ergieÃt r»ch in'reid)fm ÃJJoaÃe auf biefe ongeführten brei iUîomente ^eS GrlöfungSwerfeS. (Sine gottbegeiflerte Seele hat biefen ®lanj erfannt unb ihn jum ©egenflonbe beS ^]3reifeS geinad)t.
iji ein ©ebet geworben, fo jort unb innig, wie eS ftch für eine «nrufung ber iungfräulid)en ©otteSmutter gerobe
gejiemt. ' jSchÃufu. |
Sancta Caecilia.
(gortfegung,)
SllS ber ^viefier om §od)altor boS Gloria in einer gonj unbefonnten Seife intonirte, lugte ber 2)iönch über bie fieinerne brüfiung hiim^eg, nach bem Slltore hin. 9?icht ber Erjbifdhof, nicht einet bet Domherren, fein irgenb fonfi befonnter ^tiefier waltete beS hohen ^mteS. ©in frember uralter "ipattiardh, mit föfiüd)en ©olbgewonben befleibet, celebrirte; Se»iten unb Diofone, weldhe on bie in ben genfietn beS (ShoteS gemalten ©eftolten StephonuS unb SourentiuS erinnerten, bleuten bem geheimniÃoollen ^13rälaten. So nohm bie hohe 5D?effe ihren berlouf. Das Credo mit bem lüehcflogenben Crucifixus, bem himmelan jouchjenben Resurrexit, bem juüetftchtlichen Vitam venturi saeculi; boS hodhpreifenbe Sanctus raufdhten auf (SngelSfittidhen »orüber. DoS ^eiligfte bet 3JJeffe loor nahe. â ©efong unb Orgel »erfiummten.
9hch »ollbtochter Sanblung ertönte boS flill frieblid^ Benedictus, bonn boS Pater noster in feltfom frember, ober tnäd)tig on'S §etj bringenber Seife. So modhte eS i»ohl einfl ber §ett gemeint haben, olS et fprodh: «^o follt ihr beten!" Slber gonj leife, in ihren ^orteften Klängen, regte ftch wiebet bie Orgel, tiefe, lüolfenumfdhleierte Gontror Slitfiimmen intonirten: Agnus Dei, qui tollis peccata mundi! Unb ber (Shor flehte, erfi gebeugt uub gebrodhen, ober balb juoerfidhtlich unb in ©otteS 9Jamen fid) "erhebenb: Miserere nobis I Gnblich jertheilte fidh boS ©ewölf, golbene Sterne gingen ouf, uub i»ie fernes Slbenbglodfenläuten etflong eS hoffeub'uub fohnfudhtSujll: Dona liobis pacem! â âajjeinen grieben geb' idh euch!" hatte einfi ber §ett ge= fprochen, olS er llbfdjicb nahm »on ben ©einigen: ben grieben, ©otteS ewigen grieben fang boS Sieb ber himmlifchen Jungfrouen. ©olte's grieben â nidht wie bie Seit ben grieben meinte unb 'onnte ©otteS grieben träufelte boS Sieb in boS .^erj beS entjücften ÃJJeifierS, boà eS fi^ hob unb eröffnete in greuben wie bet Duftfelch einer in a)littagS= gluth »erfchmodhfeten Silie »or bem fühlen etlobenbeu 9Jod)t= thon. Unb oudh noch beim Gtwodhen fühlte ber SQJeifter biefen ©otteSfrieben iu feinem .^erjen, in oH' feinem gonjen ©emüthe.
Sllfobalb ober fegte fich ber fromme '.IJotet hin unb üet= fudhte bie $>ad)gefänge, bie er »ernommcn, in Sioteu ju bringen, bomit bie Sunbetflänge erhalten blieben auf fommenbe Reiten. Slber boS ging nicht fo. Junen in feinet ©eele, bo ht^rte bet ÃJJeifier lebenbig olle jene Döne, bie ihn im Draume be= feiigt hatten, ©obalb et fte aber mit Ãinte unb gebet unb Sinten unb .^äfleiu unb fraufen Ãiotenfigürdjen ju '^Jopier bringen wollte â bo wor SllleS »otbei. (£3 fotnen bann ÃJelobien heraus, fchön unb herrli^ ^enug, oudh um »ieleS »ortrefflichet olS oOe, mel^e ber ^Jieifiet jemolS fomponirt hotte; ober gegen bie jorten, blumenhoften ©efänge bet Jung= fronen, wie fie nod) in feinem Jnnetn »ernehmlidh no^flongen, fomen bem iDJfifier bic noch unb noch ouf ben bidfen 3lotens blättern fith gefloltenben ÃJJelobien »or, als lüären fie ouS gleichen Dheilen, Scber nnb ©tcifleinen gewoben. ^Jut am ©chluÃ, beim dona nobis pacem, gloubte er etwaS »on jenem ftiHen, feiigen ^tiebenShouche gerettet ju haben, ber ob ben Siebetn beS DraumeS gefthtoebt hatte.
Die boHenbung biefer "^Jortitur hatte bic legten Kräfte beS ÃKeifletS gebrod)en. Jn bet 9iadht, nochbem er boS dona nobis pacem gefchrieben hatte, fiorb er. DoS mar nid)t ju »erwunbetn. Ser bie 5)lmmlif^en gefdhaut, wer ihre Sieber |
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unb roät'S audh glüdtfeltgen Drämnen, gehört hat, bev
fann nidht meht leben auf biefer irbifchen SSelt. Die mun- betbare äJZeffe hat ber SDîeifter hier nicht mehr ju hören be= fommen. Sohl hat fte ihm bort oben bte heilige Gäcilta tnit ihren Jungfrauen oorgefungen, fdhöner no^ alg einfî hier im oergänglidhen STraum.
jDa§ ©erücht Oon ber legten groÃen û)îeffe be§ be= rühmten SDÃnfifmeifîerS breitete ftdh balb überall hin au§. Ãtma hunbert Jahre fpäter reifîe ein mufiffunbiger 5D?öndh, SernharbuS oon Koeêfelb au§ Sejlfalen, nadh 5Rom, D^eapel, ©icilien, um für fein Klojîer alte SKuftfen ju famnteln. Diefer Srnber éernharbuS bradhte bet bamaligen funftÃebenben Slebtiffin ju grecfenhotjî bie hoi^betühntte 3Keffe au§ ben ?ftdiioen be§ DomS jn Gatania in beglaubigter Slbfdhrift mit unb fchtieb jugleich auf ber Kehrfette be§ DitelblatteS ber Partitur bie ©efdhidhte ber ûïîeffe nieber, mte fte ihm bte greunbe am SHetna betidhtet hatten.
Diefe 2)îeffe, nur für ©optan unb SlltÃimmen mit Qrgel fomponirt, mürbe unter bem 9?amen Missa sanctae Cäciliae im Klofter ju gtedfenhotfl in hödhften Ghren ge= halten unb am SBeihnadhtifefte, am Dage aHet .Heiligen, am Gäcilienfefte unb im 3Imt ber heiligen Ofletfrühe aufgeführt.
®o follte audh im Jahre 1534 auf ba§ ailetheiitgenfefl biefe berühmte SDîeffe gefungen werben. G§ war eine böfe Ãeit. Johann ton Sehben, ber falfche Prophet, ber König ber Siebertäufer, hatte in ^Oîûnjîet feine ©^redtenSherrfchaft auf: gerichtet unb bie gadfel be§ SlufruhtS in ba§ Sanb gefdhleubert. Xuch bem Klofter gredtenhorjl war Untergang gefdhwoten â eben auf biefen Dag. Tlii ben anbächtigen 33auetSleufen, bte ftdh nach unb nach in ben wetten Hallen ber Klofterfirdhe ju aJîeffe unb ^rojeffton oerfamtnelten, brängte ftdh audh allerlei unbefannteS, tto^ig unb oetfchmtÃt anSfehenbeS ©eftnbel mit ein unb poftirte ft^ tnit tnetfwütbiget ©eiDanbtheit an allen Slltäten unb Seitenfapellen, wo heute bie Sleliquten bet hier befonberS oerehrten Heiligen, jumeifi in foftbaren ©efäÃen unb ©chtetnen, auSgeftellt waten: ber ©tab unb bte Hanb- fchuhe beS heiligen SonifaciuS, ba§ wunberthätige Kreuj, oor allem aber bie mafflo ftlbetne Silbfäule ber heiligen Gäctlia. Der guà ihrer reidh oergolbelen Sçta war hohl, utib in biefem ptädhligen 9ïeliquienfâfllein befanb ftch etwaS Slfd}enftaub oon ihren ©ebeinen, welchen einft ©ruber SernhatbuS auS ben Katafomben 5Rotn§ mitgebracht hatte.
2}Mt gierigen Sltdfen mufterten bie ©ttolche ben ju feierlicher ©dhau gefteHten 9îeichihum. ©iè fdhienen nur noch eines oerabrebeten ÃeichenS ju harten, um fidh plünbetnb auf bte golbene Seute ju ftürjen. Die Kerle waten bewaffnet ju îDîotb unb Staub unb 9îa b. Unter jebem ber abgefchabten Dalare lugte ein breiteS ©chwert, unter jebem jerfefeten 9îettetmantel ein jadtiger SDÃorgenftern, eine heOpolirte ©treit: aft, heroor. Ja, an einen Seichtftuhl gelehnt, flü^te ein be= haglich grlnfenber gudhSbatt, nadhläfftg'bie halbnacften îlrme ouf einen mächtigen langen glintenlouf.
îlengfllich rüdten bie SonerSleute nahe an einonber, be^ freujten ftch ""b flüflerlen leife â ©ott wuÃte, waren'S ©ebete, waren'S leife Serwünfdhungen, ober woS fonft. Ginige oerfuchten fortjufchleichen. Den Gtjlen gelang eS â oÃe folgenben fanben bte Dhüren oon auÃen befe(jt.
Droà ber tief herbfllichen 3eit logerte ftdh bänglich?, brüdfenbe ©chwüle über ber oerothenen ©emeinbe. |
Die Stebtiffin unb bie Dbnnen fchwebten in DobeSängften. ©leich ouf bie erfte Sîochticht oon bem Uebetfoll hotte bte îlebtiffln nadh bem ^ouSoogt gefanbt, um mit ihm ju bt: rothen unb onjuorbnen, waS in fo brtngltdhem golle Oon 9^öthen. 2lber er war nirgenbS ju ftnben. Gr fdhlich üer= fleibet unter ben Siebertäufern umher unb it}ieS fte jurecht unb gob Sehte unb Slnweifungen oQetwegen.
Der gefchäftige Serräther trug ^^Ãorole unb gelbgefd)ret JU ben einjelnen in bem weiten Klofietbom oertheilten Haufen. Unb biefeS fotlte baS 3eidhen fein: wenn ber ^^Ãttefier ben heiligen Keldh erhob, wenn bie gonje ©emeinbe, in ftumme ^nbodht oerfunfen, auf ben Knieen log, bann follte ber guchS= bort auf ben ^rieftet om 3(ttate geuer geben. âJh^ ge- loeihter'^ofol muà unfere erfte Seute fein!" ©o hatte bloS= phemtfcher 2öiU bem oertätherifchen 3uträger geantwortet. â©Düte ftdh einer jur Sehr fe(jen wollen â" â5Jtun, bem gefdhieht eben fein Stecht! â" grinfte ber guchSbort.
yjur ouf boS 3uteben beS "iÃropfteS, eineS oltehrwürbigen, ober noch f^äftig gefinnten He^i^", beruhigte fleh enblich bie Slebtifftn einigermaÃen, ©ie fah ein, eS fei nichts onberS übrig, olS in ©ottcS Dtomeu baS heilige Serf ju beginnen, möge woS immer borouS entftehen. 9tur bie fonjl üblidhe ^rojeffion oor bem -Ho^amt befahl fte cinjuftellen, um nicht JU fehr bie Suth bet bilbcrftürmctifdhen 9?otte herauSju= fotbern. Dodh baS Hochamt follte in gewohnter geierlidhfcit cclcbrirt werben.
.,2}tögen ©ott unb feine Heiligen unS f(hü(jen!" feufjte bie 2lebtiffin. â â2Imen!" antwortete oertrouenSooll ber greife ^ropft, inbem er jut ©aftijtei hinabfchtitt, um ftch mit ben föftlidhen ©ewänbcrn, welche bie ©erfommet borg, wütbig für bie heilige Hanbluug ju fdhtnüdfen. (©chluà folgt.)
Mb km Cöngfllttttk.
Der aJtifftonor «übt. Koller fchreibt:
SicHeidbt haben ©ie fdhon mandhmolgcbacht, idh f" öon unfern ffîilbeu bereits mit §ûut unb iÃaar nufgejchrt roorben, ba i^ Jhneu fo lauge nidht ben f^ulbigen Dont für bie mir erroiefeue ©efälligfeit auSgefpro^en halJ^- ?tun, fomeit ift eS jroar nodh ni^t gefommen, obroohl toit einmal fi^ou nal)e bnrau toaren (in 6t. Slntonie), unter ben .Qettlen bet 3öilben oon "Wofforung ins ©raS, refp. iu bcu Sanb ju beiÃen. Die wol)re Urfodhe meines laugen ©djmeigenS ift ein mehrmonotlidheS Slugenleibcn in golge ber aftifnnifdhcu f^ieber, toähreuö beffeu i^ nichts lefen, nichts fchreiben burftc â fchon ein fleineS ©tücJ oom gegfeuer, jumol in Slfrifn. Jdh mill nur ein menig oon St. Slntanie â etroa 3 ©tunbert oom fübli^en Gongoufer entfernt â erjählen, roohin ic^ im oorigen Johre nerfeÃt rourbe, ba ber bortige ©upeiior îranfheitshnlber hiehergiug. Sor oUem muà idh ^bneu bie KopeHe etroa« fchilbern. 2öie bie meiften ber ÃJtiffion«» gebäube ift auch fte o"« Sambu«rohr errichtet; biefe« Sûumatertol ift ober berart, baà ea ben iu ber Kapelle Sefinblidhen fllei^ erfennen läÃt, t)on rocl(her-©cite ber 2öinb fommt. Da« Dach befteht nuS Salmc»^Jlöttern, bie.flor manchmal oom Sturme arg mitgenommen roerben. Ginen Kirch-- obcrölocfenthurm hat natürlich feineiDliffionS' ftntiou. Dafür erhebt fich uor ber Kapelle auf einer îlif höhe ein J^laggeuftod, au bem be« Sonntag« bie ^JJUffton«^ fahue aufgehiÃt roirb; fte ift für bic Steger ba« Direc« torium ober ber Ãalenber, ba fte oon ber Gintheilwttà ber 3eit in aSochen nur eine fchroadhe 3bee i)aUn |
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oon bet 2Iritt)metif noc& uicl weniger üerftehen- ®ie roijyon, roenn fie bic galjne fel)en: heute ift Sonnlag unb fie fommen in bie iîapette, ober leiber ouch ni<i)t. ®aS Bflafter ber .«irdje ift Sanb, auf beu mir ju beiben Seiten üJlatten auâ Bambi'ô teglen, bamit bie aiio^ren etmaS fünfter fnieen unb fiÃfn.
Der Capelle entfprechenb ifî audh bie ^ufiî. Gin ïleineS, fehr abgcnu^îeô harmonium ift baâ Gentrnm, um mel^eô 114 bie 20â30 Singtnaben ber ^Dliffion (}rnp= piren; jeber îJieflertnube fingt, natürlid) in feiner ®eife,
unb nicht mie bie Gl)otfnaben in lüi......Ãeftcr
ftimmen aud) bie olten vierter mit ein; eS roirb bann baô Sieb â âmchrftimmig", oft auch ..uiclftimmiç]". Da ber bortige jîlofterbruber üou üJhifif md)tS üerftetit, ber tronfe Superior nod) Saubana ;|urüdaing, fo mar mein GoUeÃe, ber leiblich baS ^armonium fpielt, Orgonift, Gantor unb Dirigent. ÃIl« id) etroa 14 2;a9e lang bort roor, thetlte mein ^gerr Gollege bie Arbeit reblich mit mir; i^ hatte baher am folgeuDen Sonntage ben Gl)ör ju übernehmen unD in ber SBilbenfpra^e ju prebigen. muÃte alfo baS ^armoniumfpielen erlernen, non bem ich faum einen Be^ Ãriff batte, unb bic Spraye ber Woflorunqu, meldhe non ber ber hieftfien 9Zeper jiemlid) nerfdjieben ift. 3» biefer ^ïleinigfeit hatte id^ «erabc 5 Stage GoQege meinte, ich fo^e mit meiner Glarineltc beu Ot= Ãaniften erfehen; aber blafcn unb fingen ju gleicher 3eit überftieg etmag meine îîrâfte! ging alfo baran, iu biefer mir gegebenen Ãeit mi^ jum âBirtuofen" ju mo^en. Die menigen îagc maltraitirte baS Jjarinonium juni Grbormen uub meine ginger nidjt meniger. 3ld) eignete mir einige unfern .Ãinbern fdhou befannte Sieber in F Dur an. als ich fommenben Sonntage gleidh '"it allen iHegiftern ju fpiclcu begann, riffeu bie jiemli^ jahlreich anmefenben 9îeger ^JJlaul unb 2lugen angelmeit auf; fic hatten il)re Slugen oiel öfter unb länger auf bem 3»= ftrument unb beut ungcfchitfteu Spieler, al« auf bem ïtltar. Dofi nidht baô Gnt^üdtenbe meines Spieles fie fo gefeffelt bot, braudhe i^ "icht ju ermöhneu. âGs if^t ein neuer Nganga Nsambi (Dienet (SotteS ober 'JJtifriûnâr) fügten fie, unb bas ift für bic ^îeger uatllrlid) eiu ^odhmicihtigeô GrreiguiÃ: fte beobachten genau ade Bcmc-- flungen uub 'JJianiercn, unb nad) biefen, mie nad) feinem 2luôfehen fättt aud) ber ^Jîame auô, beu fte ihm geben, ber freilich mandjmat aud) ju einem nicht befonberS ichmeicholhaften Spiljnamcn mirb. Sllô id; balb barauf mein erfteô Sieb nom Stapel lieà unb bie erften 2:acte unferen Buben norfpiellc, blieben biefe ftnmm! Das Spiel roar fo gut auôaefaHen, baà fie bic 3)ielobie gar nid)t föunten! ^d) l)ob nun uodjmal au unb fang felbft fräflig «nit. 9iun ging cä; meuigfteuô h^t cfi feinem ber aumefem beu 3)iohreu bic Dljren jcrriffeu. . . , ^
(Sdjlnà folgt.)
HcrfdjtcbcucB.
(»CiftfönfÃf»»fürt- Gmiuenj, ber iîarbiuoj
Paulus a)eetd)etS, unfer ehemotiger Dberhirt, berührte auf «iner girmuuqSreife in ben 60 er fahren ouch ein flemes ^farrborf im D^onale X. Die gonje ^]5farrgemembe mar in ^rojefflon auSgejogen, um ben geliebten Oberhirten ju |
empfangen unb jur ^farrfirt^e ju geleiten. §llS ber 9teife= mögen öeS hochm. §erru iu Sid)t fom, mo^te Die ^rojefflon §ait, unb ber 'iÃfarrer erfud)te bie Brubermeifter, biefelbe fo ju orbnen, boà fie bei 2lnfuuft beS §errn GrjbifchofS un= Oerjüglich fich in Beroegung jur Jîirche fe^jen fönne ; er felber ging mit öem Bifar nod) eine fleine Strecfe bem Oberhirten entgegen. Da ploÃlidh erbröhneu Böüerfchüffe, oie ©locfen läuten â unb nun erft fällt ben Brubermeilleru ein, boà bie oom 'IJfarrer gegebene ^nftruftion leiber nicht ouSreiche: Beten ober fingen? ^JJatürlich paÃt nur @e]ang ju Böllerfd)üffen uuD ©lodCentlaug ; îlber roelcheS Sieö? â lÃiou bcrathfd)lagt hin unD her, fommt ober bei ber ho<h» graöigeii :}lufreguug ju feinem 9îefultat, abgefehen baoou, boà bie 3luSmahl i)er gangbaren Sicher fehr bürftig ift. Unters beffen hat aber ber Oberhirt bie ^Jrojefftou erreid)t, uub bie Berlegenheit ift auf's §öch|le geftiegen! Da faÃt eiu olteS fangeSfunbigeS ']Jlütterlein [ich ein §erj unb intonirt mit heOer Sopranftimme: âGrfreut euch tiebe Seelen, ein ià un ber ift gefd)eheu!" unb bie ganje "^Jforrgemeiube fällt im Ghor fofort froftig mit ein. â
crjurutc ajlllfifoircltor. Gin 3)îufifbireftor fah ju roieberholten üJialeu, baà mährenb ber 'IJroben mehrere ^ulte i^on 3)Jufifern unbefeçt maren. GnbUdh reiÃt ihm ber ©ebulbfaben. Gr ftampft mit bem guÃe, boà eS burd) beu Saal bröhnt unb hält ben übetrafd)teu ÃJÃufifern folgenbe joruige Stonbrebe: âBon feljt an bulbe idh obfolut nicht mehr, baà einer ber Herren ohne meine Grloubuifj oon ber "^Jrobe loegbleibt, tjielmehr hat jeber borum fchriftlich eiujufommeu â oerfteheu Sie mid^ â unb bonn roerbe ich eS notürUdh nid^t erlauben I" â
@lu îoaft. Bei einem gefteffeu ju Ghren beS Gom» ponifteu Sd)äfer, weld)er burch bie üielen Gontoten, bie er componirt hatte, ben ^iamen Gontaten^Schäfer erhielt, brachte einer ber ®äfte bem ©efeierteu eineu îoaft, meld^er mit beu Bîorteu fchlieÃen fottte: â$)Och lebe unfer geUebter Gonloten-'Schäfer I â 3llteiu boS uedifche Schicffal mottle eS onberS. ^m Gifer ber 9tebc üerfprid)t ftd) ber Stooftireube uub ruft in feiner Begeifterung: â'poch lebe unfer geliebter Schoubthatenfäfer ! " â Donnernber Beifott lohnte ben geft= rebner. â
"Sic ^DÃcbvauutcit. Giue ïiu^uftfantenbaube fom jum geftreugen .^»errn Bürgermeiller mit ber Bitte : âGutfd)ulbigen Sie, ,<^err Bürgermeifter, loir mödhten hier gern ein Goucert für â ^Ibgebranute üerouftolteu unb erbitten unS boju GrlottbiiiÃ." â âUnb mer pnb bie ilbgebraunteu ?" fragt boS ©emeiubehoupt. â âDie finb roir felbp, ^»crr Bürger meiner."
öilltCV Oiatl). Gin WupfuS, ber jmar fehr gefch^dft in' feiner iîunft, jugleid) aberouchüon feineu BerbienPeu fehr eingenommen toor, tourbe gricbrid) bem 3'üeiteu oorgepcttt; ber Sîôuig beuterfte, boà er höd)P eleube Strümpfe trug, unb fragte ihn boher : 3ft Gr ber ÃOhtpfuS, beu tnon mir fo gelobt hat ? â^d) toeià nicht. Gm. 'é)ï. â ontmortete er â fo üiel ober fonn ich niid) rühmen, boà ich eine Stimme habe, roorouS id) modheu fonn, roaS ich n^itt." â B3enn boS ip, â fagte ber iîônig â fo modh' Gr pch bod) eiu poor Strüuipfe borouS, benn bie hat Gr hi5chP nöthig-
Ã5ltt mottUlvt Gin Orgelbouei uubJtlaüietpimmer ju Ober= ®logau hat einem bortigen Bürger eine höchP originelle Ãiechnung ausgefertigt: Giueu fe^r üerpimmten glügel bei betn (Seräufd) einer ^Jiäh=a)?afd)ine unb betn ©efchrei einer ÃJÃenge groÃer unb fleiner Jïinber einen halben Ton tiefer gepimmt, G ÃJi. |
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ober: Seid)tüer)'tänbli(f)c Sclehrungen _unb ©ebete jur SSorbereitung auf bic
heilige ^ïommunion für Erftfommunifanten unb bie gefammte Jugenb, meldte roürbig unb mit Sïu^en fommunisieren miff. SSon gr. ï. gcc^t, ^rieftcr her Grjbiöjefc grciburg. 3Kit Srnpfchlung bc§ §r. erjbifcbofê tJon grciburg unb ber
§od)iD. Sifcböfe Don aiottenburg, ®t. ©oÃen, ©rag unb Slugêburg; geh- 60 in §alblcin»anb 80 ^fg ; in Scinroanb mit ©olbfcbnitt 2 3K.; in Scber mit 3loth» f^nitt 2,30 ehagrintcber mit ©olbfcbnitt 2,50 3)1.
S)er §err gürftbifd)of öon SedEau fc^rcibt über ben ,®ciBen Sonntag':
hebe baê Südölein mit magrer greube gelefen unb baltc bafür, baà c§ beftcnê cm^ pfoblen äu werben öerbient. Jn gewählten 9lu§brüiieu wirb bic Jugenb öuf bie gehler aufmerffam gemacht unb mit innigen, herjlichen SSorten ju ben entgegengefe^ten ïugenbcn angeeifert; auch werben berfelben gut geroähltc SBeifpiele alê ïugenbmufter öor^ gehalten, â "i)et 2. Xeil enthält, fchöuc ©ebete, welche ftch burch c^t fird)lichcn ©ehalt unb würbige, eblc gaffung auêjci^nen. S3ci ber Stuêwahl ift auf bic ^auptbebürfniffe ber Sugeub gcb uhrcnbc 9ïücfficht genommen worben. Stuch ber eingefügte Sci^tfpiegcl wirb gute ®ienfte kiften, bie nöthige Belehrung über ben ©cbrauch oon Sci^tfpicgcln überhaupt oor'- ausgefegt.''
3u bcjtehcn burdh aHe Su^hanblungen, fowie birctt t)on ber 58erlag§hanblnng
©oeben crfdhicn in unferem Slntiquariat:
Gat. 54: ^öcctik. - ^iturgik. - l^elig. - Htufik. - $Jafloral. - ^äirthcngcfdj. 2108 H.
SÃor Jïitrjem würbe Oerfanbt:
(5:at. 55: jaogmatik. - Jiloral. - Homiletik n. ^utccl)ctik. 2000
Sluf ©erlangen gratis unb franco.
SlchtungSüonft
5Jtt($§anbfuttg Jluer in ^onauwörtf^
Sm Sertagc be§ llntcrjeidhnctcn crfcheint oon Sanuar 1886 on:
^ic ^ugcnb- unb ^ol'Ãö-<^iüerttiur.
(Sin iUtgeber unb l^Jarner.
^)crau§gcgebcn üon 3. ©Zfitlcrmciftcr tu Sladjcn. äJJonatlich 1â1 Vj bogen Scficonformat. ^reiS beS Jahrganges 2 3D?. ®tc SReinigung unb Sieinhaltung ber Jugenb« unb SSolfä-bibliothcfcn â ba8 ift bic Icnbcnj beä Slatteä, baS in ©cmcinfchaft mit unfcrcit üorjüglichften ^öbagogen uub Jugenb» fchriftftcllcrn herausgegeben wirb.
9lat unb SSarnung foHen fich auf bic ganjc beutfd)c bejüglidje Ãitteratur unb auf bic üoräüglichften Grfchcinungcn bc8 3Iu8Ianbc5 crftredcn.
®ie ,augenb. unb S3olf«.aitteratur' enthält in jeber 5Uummcr einen fijftemalifdhcn Sluffa^, eine 9icihe üon aiejcnfionen, fleineren aRittcilungen unb S^otiicn, fowic ®crjcid)ni8 bet crfdhienencn irteuigfeitcn.
SlUjährlich'recbtäcitig üot SScihnnd)ten wirb ein Katalog" beigefügt, ber auf unfere fflcfprcdiungcn üerwcift. ^Dlan abonnirt bei oncn SBuchhonblungcn unb ^oftanftalten. $ro6ennummcrn sratis
2)ie S3erlag§^anbtuug "^uboff ^arfl) in Jlar^CIt.
S-ttv aie i)cil gaftetueit
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ISfrlag ber ^Sud)l)anï>lun0 von f. ^ucr tn 0onaunjórtl).
jFür â¬r(!liammunthantett.
©oebcn erfc^tcn in britter, vermehrter iJtuflacjc: |
I SSerlag Pon S3. Kleine tn iÃaberborn. I
efZLV. Wtatet\
j für JFamilttn unb Derttne
j (Sdhcrnfpielcf Suftfpiele, poffen, bromatifchc ! Sccnen, allcê leid)t aufzuführen, meift ohne ! graucnroKen) finb 114 ^cftrfjcn erfcbieuen. i âKeine tonfeffioncHc gärbung.â ©efellcn», j ©efang», Krieger«, 3;urn= unb anbere S3cr= I eine finben hier brauchbares ORaterial. 2ln= I ftd)tfenbung an bie ^levren ©eiftlichen, fichrcr,- i Sorftehcr üon ï^creincn unb ©efeUfdiaften I unb an anbere befannte ^pcifonen. Katalog ' grat. u. frfo.
DfJeu ouSgegebcn ift foeben: 141. S3ier« mann, g. VI., â®cr neue ©utêhcrr." Ãuft« in 1 9ltt. (6 ^erfonen ohne graucnroHcn). 60 «Ãf. 142. S3 f dê. Sofeph. âgrifd) gemagt ift halb gewonnen." Ccbenibilb in G Sluf« jügcn. (9 ^IÃerfnnen ohne grauenrollen.) 60 ^f. 143. ffapfcr, 28., â®er gemüthUche ^pauSbiener." $offc mit ©cfai'g in 1 Stuf« juge. (7 51Serfoncn ohne grauenrollen) 60 ^f. 144. 93cct§, Sofeph, âSänblich fittltd)." Siuftfpicl in 3 Sitten. (4 IÃerfoncn, barunter eine aud) burd) einen $crrn barftellbarc graueiiroac.) 60
Verlag von Alfred Coppenrath in Regensburg.
Michael Haller's
âMISSA SEXTA"
ad lY Tdccs inaeqiialps organo comitante.
Op. 13 B.
Partitur M. 1.â, Tocalst. i 20 Pf.
Gemischte Chöre werden dem hochw. Herrn Componisten (crossen Dank wissen für die Be- nrboitunff vorstehender Messe fOr ^stim. gem. Chor, die als Sstimm. Messe Hingst bekannt nnd dnrch lihro Gediegenheit, wie aUe Werke des Herrn Componisten ansgezoichnet ist.
Michael Hnllcr's
Litaiiiae lauretanae
b. M* V.
Ad duas voccs acqnalCs. organo comitante. Op. IIB.
Partitur CO Pf.. Stimmen i 16 Pf.
Micliacl Ilallcr's
Litaniao ss. nominis .Fesu.
Ad duas toccs aequales organo com! tun te. Op. lOB.
Partitur 70 Pf., Stimnien.ii 20 Pf. Längst erprobte und bew&hrt gefundene liitAnelen in 2atim. Bearheitang, welche schon der Name des in weiten Kreisen gefeierten Kirchencomponisten rOckhaltlos empflehlt.
Sctantwortlichcr Siebaftcur SS. ©^öucn in Oberbilf. â Stucf unb ®etlag üon Sil ber t 3ocobl & (So. in Slawen. |
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8. Sc^riïowfl«
für liafpofif(f;e ^ircf^enfattger.
©rnttó=S3ciïn9c pm â®rcpriu«=53ïatt", Drgau für tirdjcuutufil
â©erfle, ba§ bu mit bem ©et}en glaubfl, wa8 bu mit bem SDÃunbe fingfl, unb in SBerleu
bet^Stiflft, waS bu mit bem ©etjen glaubfl.'' Soncil in Cart^aflo ö. 3. 398.
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Die jlperrgotbiitukr.
2ln einem Freitag in ber grü^'. Das jabr fäat mir nid)t ein: Da ging ein frember aSanöerSmann jn ffaltern *) einfl ju ©ein.
Da fing ein lleineS ffilödiein an, 233ar gar ein minjig Ding, Das flimperte befcheibentiicft ®ar teife: öing! bingl bing!
âDas (Slöcflein ift bie greitagSgtocI'," ©0 fpracb bcr 2öirtt) mit ©tolj, âDie läutet, meil beu loD empfing â^cuf ©Ott am treujeSholj." â
ââDie ©loie büntt mich, (fprach ber ®afl) ââ^crr ilÃirth! borf) gar ju tlrin; ââWir fchcint, ju taltcrn müÃten mol)l ââDie ©lodcn gröÃer fein."" â
â(Jine gröÃ'rc haben freilid^ mir", (irmiebcrt jener froh, âDoch ihr begreift, man läutet _'fie â9Jtcht mir nichts bir nid)ts fo.
âDas muà ein taltcrcr SJürgcr fein âSei beffen 5:ob fie fpricht, ..Unb ijt'S ein kälterer ©iltger nicht, âSo läutet man fie nicht 1"
ââyjehmt hin! (fpratä^ b^anf l>er 2BauberSmann) ââDie Ãoje jahl' ich gern ââUnb fauf bafür baS Sürgcrrc^t ââ3u taltcrn ©ott bcm ^icrrn.""
Seit alfo ©ott ba« Bürgerrecht Rn ^alleren crmarb, CrfUngt bie groÃe ©locfc au^ «m 2age, bd Gr flarb.
â¢) ftaltern, ein Stäbtdhcu ïirol«. |
Unb â^errgottSfinber" hat ber ©cherj Die kälterer getauft, ©eit ©Ott marb in baS Sürgerred^t 3u taltern eingefauft.
Dodh »ücr bieS neue Sieblein hört, Der nehme fid) in 2ld)t, Daà er cS mie bie taltrer nicht ïüiit feinen ©locfcn macht!
Die gröÃte fchlägt gar mandher on, 3Bcnn er fiel) felber prcift; Die fleinfte bünft ihm groà genug, iö3enu ©Ott er ©h^' ermèift!
Q. Oörres.
Ãnu|lcittc»
III.
SlÃcnn Gucr ©cfangd)or boS eine ober onberc ü)?al beim ©ottcSDienfie eine mchri^timmige Gompofition ohne Segleitung ber Orgel gut oorgetrogen h'^i^'e, fo ift eS oiclleicht fd)on oorgefommcn, lieber Sefer, baà bcr eine ober onbere gvcunb GureS GhoreS bei ber näd)ftcu paffcnben ©elegenheit feiner Sefriebigung fluSbrncf gab mit beu 'ii3ortcu: âDoS loar ein fd)bner IShorol, unb jl)r habt ihn gut gefungen!" ~ iJJun, lieber Sefer, ift biefe Scicid)nung ricl)tig? jfi eine mehr= fliminige Gompofition mit latcinifchem ober beutfdhem ^Jcite mirflich ".Ghoral"? iJiein, (müffen mir fagen) baS ift fein Ghorol, fonbern eS ift eben nid)t8 onbereS olS ein mehr» fiimmigcr ©efang, mag bcr Jcjt ein meltlid)cr ober ein firchiichcr fein. â gerncr: bic '45rotcflantcu ucuncu ihre cinfiiinmigcu bcutfd)cn tirchenlicbcr, bie fich in meift glci^-- langcn StÃncn in fernerem ifürafjlrfchritt bcmcgen, âChoräle!" i)ianche Sfatholifcn, namentlid) folche, bie fid) für âtenner" halten, mad)en boS nodh unb fpred)en cbcufaUS üon âbeutfd)cn Ghorälcu", menn üou unfern beutfd)en ftird)cnUcbcrn bie 9iebe ift! SlOcin auch hiet ift nur boS richtig, boà bic iu Diebe flehcnbcn Sicher eben tird)cnlicbcr finb, mctteicht rccht fchön uub crbouli^ â ober üom eigcnUid)cn Ghorol^ gefonge finb auch biefe himinelmcit üerfd)iebeu. â !i)iun meinen ober "mieber mondhc tirchcnfängcr: boS unb nur baS fei Ghorol, maS iu ihrem ©robuole unb Scöperole ficht! â 9ludh |
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ba§ tfl tiidht ïtdhttg. Stelme^ï loaê ber ^rtejler aitt Sïttare fingt (j. 33. bte 'iÃrafation unb baê ^aternofter), ferner bte ©efänge jut Kerjen= unb Daufroaffetweibe am ©harfamftag u. f. ba§ ift ebenfo ©tegortamfcber Shoraï, roie baS, roa§ in Eurem ©rabuaie unb SeSperale fte^t. ÃRit einem Sorte: Me§, roa§ oon ©efang in fenen Ilr^ltiben Sui^ern fle^t, roetcbe jur geier ber bl- 2Ãeffe, unb ber fircblicben Stagjeiten, jur ïïuSfpenbung bet ©aframente, ju ben Segnungen :c. gebraust roerben, aC(e§ ba§ ifi ©regorianifd^er Ehorat. â
Diefer ïirdhiidhe ober ®regotianifdf)e ifleineinflimmiget ©efang, bet o^ne bie been gen ben geffein be§ Dafte§ in ebenfo einfad^en al§ er = babenen SJtetobien bahinflieÃt. ©eine ©efe^e unb 9ïegeln (Donarten) ftnb oon benen bet roeïtüdhen 3)ïuflf ganj oerfdhieben. Um ihn gut oorjutragen, muà man oor SlHem bie Sorte ridhtig auSfptedhen unb betonen, ©eine ÃOielobteen entfpredhen fo ooUIommen al§ möglich bem ©inne beffen, roaä bie Sorte auSbrüdfen. ES ifi ein ©efang, ber nicht einmal ber Segleitung burdh bie Drgel nothroenbig bebarf; er fann ebenfogut bon einer ober mehreren ©timmen, als oon einem jahlreidhen ©ängerdhore oorgetragen unb ebenfo leidht unb fdhön in einer fleinen Dorfftr^e, olS in ber gröÃten Domfirdhe ausgeführt roerben.
Sieüeidht haji bu aber mit bem .Kopfe gefdhüttelt, lieber Sefer, als bu oben lafeft, baà bet Ehoral oon ben âgeffeln beS DafteS" frei fei? Unb bu haft babei gebadht. Euer roadCerer Ehorregent laffe Eudh feinen einjigen Ehotalfa^ fingen, ohne babei ben Daft mit ber §anb ober mit feinem Dirigenten=©cepter ju fdhlogen! â Jnbeffen, roenn bu einen SlugenbltdC nadhbenfen unb oergletdhen roittf^t, fo roirfl bu fdhon felbfl hetauSftnben, baà baS âDaftiren" beS Chorals grunb= oerfdhieben fei oon bem Dafltren bet oon Eurem Ehore ge- fungenen mehrftimmigen ©efänge. Dïehmen roit, nm unS JU oerftänbigen, trgenb ein Selfpiel! ©ingt Euer Ghor ein mehrfiimmig componirteS Tantum ergo, fo roirb Euer Dirigent roährenb beS ©IngenS immerfort entroeoer je 4 ober 3 ober 2 ©chläge mit bet ,§anb ober bem Daftfiodfe ausführen bis jum Enbe beS ©tücfeS. Jn beinem ©timmen= hefte fteht barum au^ am Slnfange beS ©tüdfeS bie Slrt beS DaftirenS burdh Biffern angegeben, fo baà bu bei. ber Ein= Ãbung bi^ fofort jurechtfinben fannft, ohne baà bet Dirigent blr erft bie Daftart angeben tnüÃte. Ja, roenn eS beim Dittgiren nur auf baS âDafthalten" anfäme, fo roürbeft bu oielleicht ben §ettn Dirigenten roohl mitunter einmal oertreten fönnen in ber Dlreftion, â Siaeln roie oerfchieben Oon biefem gletdhmäÃigen Daftfdhlagen ftnb, roie bu roeiÃt, bie Seidhen, bie Euer Ghorregent tnit bet §anb ausführt, toenn baS Ghoral-- Tantum gefungen roirb! Da ifi toebet Oon fe 4 noch oon 3 noch Won 2 ©dhlägen bie 9ïebe, fonbetn eS roerben nur Seidhen mit bet ^anb gemacht, bamit Jhr bie lateinif^en Sorte richtig betont, bainit Jhr gleidhmäÃig anfej^t unb abfegt, bamit Jhr balb rafdher balb roieber langfamer fingt â furj bamit Jhr bie componirten Sorte beS DejteS niögltchfi fo fingt, roie btefelben gefprodhen roerben müÃten.
Stehinen roit ein anbeteS Seifpiel! Du fennfl jebenfaUt baS alte fchöne Kirdhenlteb âD §aupt ooO 33lut unb Sunben." Das Sieb tjl in unfern ©efangbüchetn im Daft gefdhtieben. GS beginnt mit einem Sluftaft b. h- mit bem oierten Daft= fdhlage, unb eS läÃt fidh ^ann leidht taftiren bis jum ©dhluffe, immerfort je 4 ©ihläge. â Stun halte aber einmal baS hertlidhe Ecce lignum crucis baneben, roeldheS ^rieftet unb |
Ghor abroedhfelnb fingen bei ber EntblöÃung beS KreujeS am hl. Gharfreitag ! Du magft alle möglidhen îaftarten Oer fudhen, eS roirb nicht gelingen. Söohl ober roirb Guet Dirigent foldhe Seiten]mit|ber §anb madhen fönnen, baà Jhr ©änger nicht nur rote auS Einem 2}tunbe'fingt, fonbern baà Jhr audh bem Dejte roie bet erhabenen SJtelobie genau entfprechenb fingt !
Sie ift nun aber unfer.'Ghoral entftanben unb roarum heiÃt er ©regorianifdher' Ghoral? Seantroortung biefer Doppelfrage rootlen ttjir bem tüchtigen Ghoratfenner P. St. Kiente, SBenebiftinerpater ju EmauS bei ^!}5rag, baS Sott geben. Derfelbe fagt ungefähr fo: Der dhriftliche ©OtteSbienfl begann ftdh freier unb mit mehr äuÃerem ©tanje JU entroidfetn, als bie Ghrijienoerfotgungen aufhörten (313), unb bie Kirche, oon bem Kaifer Konjiantin unb beffen folgern begünftigt, eine hohe ©tetlung im öffentlichen Sehen einnahm. 9Jtit ber ^radht beS ©otteSblenfteS entfaltete fi^ gleidhen ©^ritteS audh bet fir^llche ©efang. aWit unglaub= liehet Segetfletung betheiligte ftdh baS Solf am ©otteSbienfte- Die Kir^enoäter roeifen in ihren 9îeb^n oft mit greube barauf h'n nnb fuchen befonberS beim ©efänge audh ben inneren ©eift ju förbern; fie ermuntern jur fleiÃigen SEheitnahme am ©otteSbienfte unb am ©efänge. â ©eifilichfeit unb Solf oerfammelte ftch täglich nicht nur jur geier ber hl. 2Jteffe, fonbern auch gemeinfamen ©ebete (officium) ÃJtorgenS unb SlbenbS. DaS ganje liturgifche ©ebet roar ein gefungeneS. Die 2)îetobieen roaren einfach, oom pricfietltchen ©efänge gibt unS bie ^^täfation=2)telobie eine SorfleHung. Der celcbtirenbe Sifchof ober 'iÃtieflet fingt bte ©ebete ; bie gefungenen Ermahnungen unb Slufmunterungen bcS DtafonS oetmitteln bie Serblnbung jroifchcn 'â¢;13tieflet unb Solf. Dem baS hl- Opfer barbtingenben Sifchof ober ^^Jrieftet afftfllten im ©ebet unb ©efang ber GlctuS unb im ©chiffe beS ©otteShaufeä baS Solf. îlOcS jufammen bilbet eine rounbetbate Einheit, bod oon Seben unb oon einfachet uub babei übettoältigenbcr Grhabenheit.
Durdh ben hl- SlmbrofiuS (f 397) erhielt bie abenb-' länbif^e ©otteSbienftorbnung neue, jroedCmäÃige Einridhtungen unb eine gröÃere ältannigfaltigfelt. ©eine ^i^mncn unö Slntlphoncn ocrbrcitctcn fidh rafch im ganjen Slbenblanbe. So« biefer 3eit an bis auf ben hl- ©regor ift bie Silbung ber reiben jubiltrenbcn ÃDÃelobiemelfen ju fetjen.
Der hl- ^.Ãapft ©regor bet ©roÃe 490-804 (oon bem bet Ghoral ben Seinamen ber â©regorianifche" hap roanbte bem liturgtfd)en ©efänge (b. h- ^em Ghoral) bte gröÃte ©orgfaU ju. Gr fâinmeltc baS Sothanbene, filg"^ SlnbereS ergänjenb hinju unb trug SllleS in ein Such' à ntiphonartum genannt/ jufaminen, baS er auf bem §od[)aftare ber ©t. ^^eterSfirdhe nicberlegte. Gr grünbete eine ©ängerfdhule unb führte biefelbe felbfithätig In ben ©efang ein, roeÃhalb man nod) im elften Jahrhunberte im Sateranpalafle ju 3îom baS Sîuhebett jeigen fonnte, oon ^ein aus bet fränfliihe Klrd)enfürfi bie ©ingfnaben untertichtft hatte, foroie bie 9îuthe, beren ÃJtitroirtung felbft biefer groU« ^ÃJapft bei feinen jugenbltdhen ©chületn nicht entbehren fönnen fd)len. Dur^ ben hl- ©regor erhielt enblich Ghoral feine hDd)fte Sollenbung uub ben Slbfchluà fein«'^ Gntroidelung. Der hl. ©tcgot ift ein rounbetbater ©änget' ein Gomponifl oon fo hoher Segabung, roie im ^aufe bieler Jahrhunberte nur feiten einer etjieht. ©eine iWclobieen haben nun bereits Ãbet 1000 Jahre geblüht unb fte fanfl^" in unferer 3eit bon Steuem an ju blühen unb ihren Duft JU oerbreiten. Der groÃe ^apfi etfchien feinen Ãet'ä^' |
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noffen Jo gemdtig unb übetragenb, baà [ie glaubtan, ton feinen Vorgängern reidhe 5?einer bis §u feiner §öhe hinan, SRittelalter glaubte man, ber hl- ®eift habe ihm bie ©efänge eingegeben, baher au(h bie 2lrt ber Slbbilbung: Gine Jaube, baS ©hn^bol beS hl- ©eijieS, fd^mebt über feiner ©(hulter), fo groà mar bie ©h^fni^^' bem, maS ber groÃe iKaun auf biefem ©ebiete gethan unb gefchaffen hat, baher oudh fein â2lntiphona«"nt" otS ein unantaftboreS ^eiligthum galt. â ^u ber 2:hat, fo lange in ber fotholifchen Kirche ein ©efong ertönen mirb, fo longe mirb ouch ©regor'S 9^ame mit Ghi^en genannt merben, mie benn nun fchon feit mehr olS einem ^ah^^taufenb bie in 5Rebe ftehenbe fird^liche ©efangmeife jum bonfboren 2lnbenfen noch ihm ben Ãfamen â©regorionifd^er GhoT^al" trägt.
(Schönen.
Æi t u r 0 i fd) c K n t e r Ij tt 11 II u 0 r n.
SSon 21. Bruns, SÃifar in (Silenborf. (gortfeÃung.)
S. ®u hafi auf ein geft hingemiefeu, mefdheS @rfdE)einung beS hl- GrjeugelS 'Blichacl â Apparitio sancti Michaelis Archangeli â heiÃt unb am 8. "Dioi gefeiert mirb; bu hoft bich aber über biefe GrfdE)eiuung felbft nicht meiter ouS: gefpro^en. äRein Seben ber .t)eiligen, melcheS idh nodhgefdhlogen habe, gibt mir feinen ?luffdhtuà barüber; eS märe mir lieb, »oenn bu meiner BJiÃbegierbe in biefem "^Junfte entgegenfommen njoCteft.
31. 5Hedht gern. mifl bir mittheilen, moS bie Sefungen in ben firdf)lidheu SCogjeiten über biefe ©rfd^einung berichten. Dort heiÃt eS: âUnter bem ^fjapft ©elofiuS I. (492â49G) fonb in yipulien, auf bem Berge ©argonuS, au beffen guà bie Sipontiner mohnen, eine berühmte Grfcheinung ftatt. GS Oerirrte fid^ nämUd) eiu 9änb ouS ben §eerbcu eineS bortigen BeioohnerS. ^JJad)bem man eS lauge gefudjt hatte, fanb uton es enblich in bem Gingange einer §öhle feflft^en. ?US nun Ãemonb einen "â¢t3feil obfchoÃ, um eS ju burd^bohren, mürbe ber ^^Jfeil jurüd(gefd)leubert unb traf ben BogenfchüÃen fclb|t. Doburdh »»urben 3llle mit fo groÃer gurd)t erfüllt, boà ^iiemonb mogte, bei §öhle näher ju treten. Die Sipontiner fragten nun ihren Bif^of um 9lath. Diefer orbnete eiu breitäglgeS gofteu unb Beten on, meil hier ©oft felbft 5luffd)luà geben müffe. yjad) brei Sogen beutete ber Grjengel Michael bem Bif^of on, baà jener Ort unter feinem Schule ftehe unb boà ©olt bort oerehrt fein moHe ju feiner uub ber Gugel Grin= nerung. DieS Ijobe baS BJunberjeicheu bebeuten follen. i)iun- niehr ging ber Bifchof mit ben übrigen Bemohnern ju ber 'Ijöhle hin, nnb bo fie biefelbe nod) ?lrt eines DempelS eingerid)tet fanben', fo fingen fte on, jene Stätte burd) feierUchen ©otteSbienfi ouSjujeichneu. Späterhin mürbe fie bur<h oiele 2öuuber berühmt". äuS biefem Beridhte nun gehl bie Bebeutung biefeS gefteS oon felbft herüor.
S. «aerbingS ift boS geft boburch üon felbfi flor; ober bie Grjählung tüngt fo feltfom unb munberbar, boà fte oon ntondien gemià nicht ohne 3lnftoà gelefen mirb. Grhebt bie tothoUfdhe ilirdhe ben 9lnfpru^, über bie aCohrheil foldher 2)iittheilungen mit Unfehlbar feit ju entfcheiben?
21. Um bich fc^Du gleich J" beruhigen, min ich bir mit: %ilen, boà bie fothoUfd)e i^ir^e biefen 2lnfpruch nicht erhebt. Sreilid) gibt eS, mie bu meiÃt, einen geroiffen J?reiS oon |
BJohrheiten, über melche bie flirche mit Unfehlborfeit entfd)eibet; ober bie iD?ittheilungen über ähnlid)e Greigniffe, mie fie bei ber üorgeführten Grjählung in Betradht fommen, liegen auÃer: halb biefeS Greifes.
S. BJorum gehören benn biefe nicht in ben ÃreiS ber firchlichen Unfehlbarfeit ?
21. BJeil boS firchliche Sehramt nur bie B3ohrheiten unb Borfdhriften ber göttUchen Offenbarung jum (Segenftonbe hat. Die göttU^e Offenborung hat ober mit ber geil ber 2lpofiel ihren 2lbfchluà erreidht. Greigniffe, meldhe nodh bem Sobe ber 2lpoftel eingetreten finb, gehören borum nidht mehr in boS ©ebiet ber göttlidhen Offenbarung, fonbern nur in boS ©ebiet ber ®efd)i4te. Die göttUdhe Offenbarung ift enthalten in ber hl. Sdhrift unb in ber münbli^en Ueberlieferung, toelche bis JU ben 2lpofteln hinoufrei^t. Sotnmen olfo grogen in Be= trodht, toelche bem OffenborungSinholte ber hl- Sdhrift ober ber münbUchen UeberUeferung enlftommen, fo entfdheibet ba= rüber bie J?irdhe unb in ihr 'ber ^j3opft, olS hiSdhfter Bertreter ber Jlirdhe unb SteHüertreter Ghrifti, mit Unfehlbarfeit, gür ein SOÃunber, boS unS iu ber ht- Sdhrift erjöhlt mirb, tritt borum bie kirdhe mit bem ©emidhte ber Unfehlbarfeit ein; für ein BJunber ober, baS in ber na^opoftoUfchen Seit gefdheheu ift, bietet fie, menn fie ihm ou^ iu ben firdhUdhen Sefungen eine Stelle ongemiefeu hat, biefe Bürgfdhofl ber Unfehlborfeit nidht, lüiemohl fie, olS göttlid) geleitete 2lnftalt, immerhin eine fo groÃe Bürgfdhoft bofür bietet, boà mir unS ihrem Urtheil unb Borgehen ohne Beforgnià anfd)lieÃen fönnen.
9{unmehr muà ich bi'd) mieber bei beinem BJorte faffen. Du meinft, bie ©efchid)te oon ber Grfcheiuung beS ht- Grj: engelS älJi^oel fönnte 2ln|toà erregen. SDeldhe Umjtänbe be: ftimmen bid) ju biefer Behauptung?
S. Daà biefe Grfdheinnng tnit fo lounberboren Begeben: heiten umfleibet ifl. Daà ciu "3iiub eS ift, meldheS bie gonje ®efd)id)te einleitet; baà eiu Bfeil abgefchoffeu toerben muÃ, ber lounberborer B3eife jurücffehrt; boà fchlieÃU^ ein Bifdhof beigejogen toerben muÃ, um über boS B3unber in'S Jflore ju foinmeu: bieS olteS fd)eiuen mir Borgäuge ju fein, bie biefe mitnberbore Grfd)cinung fonberbor mad)en. Sheilft bu nidht biefe a)?einuug?
21. Durd)auS nid)t. Die BJuuber, mel^e unS in ber hl. Sdhrift mitgetheilt merben, fiitb oft mit ben unfcheiuborfteu Umftänben oerinüpft; ich fehe nid)t ein, marum bie ÃÃuuber, melche unS auS fpäterer Ãeit beridhtet merben, überroll nur beu Stempel menfd)lid)er Denfmeife uub boS ©epräge irbifcher ©röÃe ou fid) tragen follteu. ©emià giU oud) hier baS BJort beS ht- 2lpoflelS ^jjotiluS: âBJoS üor ber BJelt thöricht ift, hat ©Ott ermöhlt, um bie BJeifeu ju befd)ämen, nnb boS Schmoche üon ber BJelt hat ©ott etforeu, um boS Storfe ju Schonbeu ju mo^eu, uub boS ©eringe uttb Berad)tete oor ber iffielt hat ©olt auSgefud)t, um boS, moä etmoS ift, ju üernidhten". B3arum bebiente fl^ ©ott ber 9toben, unt beu GliaS am Bodhe i?arith ju fpeifenV Gr hätte feine Grhaltung ja in üiel groÃartigerer Seife ouSführeu föuueu. BJorum muÃte ber Stjrer 9ioamau fich fiebenmol im gluffe Zorbau mafd)eu, um »on feinem ^luSfofte gereinigt ju loerben? ©otteS l^odht toor bodh on btefe 'ileuÃerU^feiten nicht gebunben. ©ott wirft feine BJunber, mie er miQ. âBJer hat ben Sinn beS §crrn erfonut, ober mer ifl fein Siothgeber gemefen"? ^[ft ein B3unber mit Umftänben oerfnüpft, bie mit unferm eignen Deulen in BJiöerfprud) ftehen, fo finben mir bie fd)önfte (SJelegenheit borin, unS felber ju üerbemüthtgen unb unfer Deuten uub B3oaeu bem göttlid)eu iÃolteu unterjuorbuen. |
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SBa§ bu ba gefagt ^aji, mu§ td^ burd^auS at§ TtcE)ttg anerïennen; aber e§ märe für mid) bo(h oon SSebeutung, menn ftcb nodh ber eine ober anbere Slnbaltêpunft fönbe, bet bafür fpröche, baà ber ht- 3]ïidhael rotrflich in ber angegebenen 2Ãeife ben göttfichen SBiüen (unb gethan hat.
2t. (gin wichtiger Slnhaltêpunït bafür ijl baê gefï felbfi, meldhe§ bie tirdhe am 8. iUiai feiert. Dhne Ãmeifel ifi eê junä^fi oon ben SSeroohnern jener (äegenb gefeiert morben, mo bie munberbare (Srf^einung fiattgefunben hatte unb t)a§ |)eiligthum ïag, metcheS bem ht- 3J?i^aeI gemeiht fein fodte. Son ba au§ hat e§ fich bann über bie ganje rijmifche tirche oerbreitet. ÃDiefe Verbreitung mürben bie riJmifchen ':}3apfie nidht begünfiigt, oielmehr oerhinbert haben, menn fi^ nidht bie gemichtigfien Ãeugniffe für bie SBahcheit {enel ©reigniffeS oorgefunben hätten. ISinen anbern 21nhalt punft für bie ©laub- mürbigleit jeneS (SreigniffeS haben mir in bem Ãmftanbe, baà jener S3erg, melcher baS §eiligthum ba§ h^- 'Bfichaet trägt, burdh feinen Jïamen an jeneä ©reignià erinnert, ©r heiÃt nämitdh Monte di santo Angelo â S3erg be§ hl- ©ngelä. SWag er nun biefen Slamen oon bem bortigen §eiligthum ober Oon jener ©rfcheinung felbft haben, er meifi baburch auf bie langjährige Ueberlieferung htu, baà bort eine ©rfcheinung be§ hl- ©rjengelS SJtidiael ftattgefunben habe.
Die meifien ïïJamen ber hl- ©chrift haben bie ©igen= thümlid)feit, baà fte irgenb eine tiefere Sebeutung haben; ifi bieS auch bei bem 9Zamen beé hl- äRidhael ber gatt?
21. jamohl. Die ©chluÃfilbc el bebeutet â®olt". Du finbefi biefe ©ilbe audh i" anberen üZamen ber hl- ©ngel, mie in éabricl, ^Raphael. ÃOHdhael mürbe in unferer ©pradhe heiÃen: â2Ãer ifi mie (äoU"; (Sabriel bebeutet âSü?ann (SotteS; 9?aphael heiÃt â®ott ift'S, ber heilt". §aft bu oielleidht eine Sermuthung barüber, ma§ un§ burdh bie Benennung ÃDÃichael nahe gelegt merben foQ?
©. Der 9?ame 9«ichael â 2Bcr ift mie ©ott â er= innert augenfcheinUdh an ben Slbfatl ber bijfen ©ngcl Oon ©Ott. Sh^^ ^od)muth befianb ja barin, baà fie ©ott gleich fein mollten. jhnen mit ihrem Poljen Anführer Sucifer an ber ©pi^e tritt bcr hl - 2)Hdhael al§ Slnführer ber guten ©ngel gegenüber unb jeigt in ficgreid)em tampfe, baà DJicmanb ip mie ©Ott. Den 3Jamen ©abriet muÃte id) aber nicht ju beuten. §ier muÃt bu 2luffchluà geben.
3l._ Diefer 9?ame mirb bem hl- ©ngel, ber ihn trägt, mohl mit SïüdCfi^t auf bie hohe ffiürbe gegeben morben fein, bie er al§ ©otteS Sote beim ©rlöfungSmerfe hatte. Die iDfenfd)^ mcrbung be^ ©ohneS ©otteS mar baS gnabenooape ©reigniÃ, mclcheS bie erlöfungSbcbürftige fflelt erlebt hat; jc erhabener aber ba§ ©eheimnià mar, baS jener ©ngel anjumelbeu hatte, bepo höher muà in unferen Slugen auch ber ©ngel pehen, ber jur Serfünbigung beffelben berufen murbe; er mar in bcr ïhat ein ganj beöorjugter 4)?ann ®otte§. Diefer ©ngel mar e§ audh, melcher beu '^jrophcten Daniel über bie 3eit "belehrte, mann ©hi^ipuê würbe getöbtet merben. ©r mirb oon Daniel ber ü)ïann ©abriel genannt, beffen ©eftaU rote bie eineS gjienf^en mar, bcr anjufchen mar, roie ein ajienfdh. ©S Pub bie§ mohl alles Sejei^nungen, melche jur ©rflärung beS 9?amen§ ©abriel in'S ©eroicht "fatten, (gortfejjung folgt.) |
(Erklärung ber fauretanifdieti fitanet.
II.
©S ip ber SOSiOe ©otteS, baà mir bie ^eiUgcn unb be- fonberS bie atlerfeligPe jungfrau Oerehren, ba ©r felbp fie oor ben Slugen ber ü)?enfchcn fo hoch geehrt hat. Durch biefe Verehrung thun mir ben 9ïechten ©einer höchften 2J?ajePät feineSroegS 5lbbruch, roeil roir ja in bcn jEugenben bcr ^eiligen nur bie herrUchen grüd)te ©einer ©naben unb ben ©ieg ber-- felben anerfennen unb preifen. Darum bejieht pch bie Ser= ehrung, bie toir ber attcrfeligPen jungfrau unb ben §eiUgcn erroeifen, mittelbar itnmer mieber auf ©ott ben §errn felber. Unb baS ift aud) ber ©runb bafür, baà roir in bcr Sauretauifdhen Sitanei jucrP jh" §ülfe unö ©tbartnen anpeheu, beOor roir unS an üJJario menben. 2Bir roollen batnit ju oerpehen geben, baà toir üon ber Sraut beS hl- ©eiPeS, in= bem mir pe anrufen, nichts ju erlangen hoffen, roaS nicht eine 2Ãirlung bcr ©üte (SotteS unb eine grudht ber Verbienpe ihres göttlichen ©ohneS roäre. Unb fo rufen toir benn gleidh im Slnfange:
Kyrie eleison. §crr, erbarme 2)i(h unfer.
Christe eleison. (ShriftuS, erbarme Sich unfer.
Kyrie eleisou. .^err, erbarme Sich uufcr.
ffiir menben unS hier an ben breiperfönlichen ©ott mit ber Sitte, ©r möge unS bie begangenen ©ünben gnäbig üer= jeihen unb unS oor bem 9ïücffattc betoahrcu. 2Qir bitten jhn, baà ©r unS, fo groà auch unfere ©ünben fein tnögen, nicht üerroerfe, fonbern ju unfern ©unPen bic ©timme ber tnädhtigcn gürfpre^erin erhören rooüe, bie roir anjurufen itn Segriffe pnb, bamit, roenn unfer ©ebet unb unfere '^Jetfon üor jhtn nicht beftehen fönnen toegcn unferer Unroürbigfeit, bie Ser= bienPe unb bie gürbitte ber oUetfcUgften jungfrau unS biefe ©nabe ertoirfen mögen.
Christo audi iios. GhriftuS höre uuS.
Christe exaudi nos. (£hriftuS erhöre uuS.
jefuS ©hïiftuS ip ber ^Jjlittler jroif^en ©ott unb ben ïWenf^en. Darum jiemt eS fich, baà toir unS jctjt auch "" jhn nod) befonberS roenben, beoor toir noch 3)ïaria utn ihre gürbitte anrufen. Unb ba bic Sitten Seiner heiligen ÃJÃttttcr fo oiel über jhn oertnögen, fo bcfd)ioören toir jhn glcichfam, unS gnäbig ju fein, ba toir unfer Sertraucn auf biejenige fe(jen, bie ©r fo järtlid) geliebt hat.
9?ach biefen Anrufungen foQte man ertoartcn, baà nun® mehr bie ^Inrufungen ber aOerf. jungfrau folgen mürben. Dcnnodh toenbet bie tirche pch in biefer toie in allen onbern Jütoneien nochmolS on bie oflerheiligPe Dreifoltigfcit, inbem jebe ber brei 'IJerfouen auSbrüdtlich i)abei genannt toirb: Pater de coelis Deus, Mise- Giott SBöter üom Gimmel, er«
rere nobis. borme 2)ld; unfer.
Fili, Redemptormundl Deus, (Sott Sohn, (5rlöfcr bcr 5lÃclt,
Miserere uobis. erbarme Sich unfer.
Spiritus sancte Deus, Mise-®ott heiHflcr (ücift, erbarme rere nobis. 3)id) unfer.
2Ãir menben unS an jebe ber göttlichen ^erfonen, inbem roir bem Sater bie SBohlthot ber "©rfd)affung, bem ©oh"« bie SBohUhot ber ©rlöfung, bem heil, ©eipe bie 2Bohlthat unferer Heiligung beilegen. Dicfe Slnrufung ber brei gött» liehen 'iÃerfoncn fchUeÃt eine ©rroedfung beS ©laubcnS an boS gröÃte ©eheimnià unferer hl. SReUgion in pdh. Der ©loube |
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an btefeS erhabene ©eheimnià ifî ober ber ©runb alï' unferer berbienfte. ©elbfï ber ©taube an bie 5![)ienfd)it>erbung beS Sohnes ©OtteS jiiiçt ftd) auf ben ©tauben an bie beiligfte Dreifaltigfeit. Ohne ben ©lauben an ben breieinigen ©ott habe id)- baher ÃiichtS üon ©ott ju ermarten. Unb boch birgt biefe Sehre baS aOergroÃte ©eheimnià unb forbert eine fo bemüthige Untermerfung unfereS berÃanbeS, tnie (eine anbere Sehre beS Darum muà bie ©rmedtung
beS ©laubenS an biefeS ©eheimnià ©ott bem §errn überaus toohlgefäHig fein. â ©o fehen mir benn aud), baà bie Kirche ben" ©lauben an biefeS ©eheimnià fo oft auSfpricht. Sine unfere ©ebete beginnen unb fchlieÃen bamit, baà mir fagen: âJm 9îamen beS S3aterS unb beS ©ohncS unb beS hl. ©eipeS" ober: â©h^e fei bem bater unb bem ©ohne unb betn hl- ©eifte :c." â Kein ^IJJfalm unb fein Sieb roirb t»on ber Kird)e gefungen, ohne bie brei göttlichen ^^3erfonen JU preifen. Die h^. SJîeffe, bie beSper, furj jebe gotteS= bienftliche ^anblung beginnt mit biefer erhabenen Anrufung. SlHeS biefeS foü unS jum bemuÃtfein btingen, baà im (Shriflenthume feine ©nabe, feine ©ebetSerhörung ju erlangen ift, als burch ©lauben an ben breieinigen ©ott. â ©o foU benn bie ©riredtung beS ©laubenS an biefeS erhabene ©eheimnià audh ^eten ober ©ingen ber laurelanifchen Sitanei unS baS göttliche aBohlffioDen juroenben unb ben §errn jur ©rhörung unferer bitte geneigt madhen: ©r ift ber mahre ©ott, ber StlleS liebt, maS ©r erfd)a ff en hat, beffen 'üjiadit ohne ©renjen ifl unb beffen barmherjigfeit ben ©rbfreiS erfüllt, ©r ift ber mahre ©ott, ber unS erlöft hat burdh ;baS Seiben unb ©terben beS menfdhgeiootbenen ©ohneS; maS idh erbitte, ift ja gering im bergleiche jur ©rlöfung, meld)e gefd)ah, als idh "n Kinb beS 3orneS war. @r ift ber mahre ©ott, ber unS geheiligt hat, ber ber aOerfeligflen Jungfrau ©eine ©aben unb ©naben im Ueberfluà ertheilt hat. â
Jn herrlid)er Seife fdhlieÃt bann baS borbereitungS= gebet ber Sitanei ab mit bem miebîrhoUen befenntn'iffe an baS groÃe ©eheimniÃ:
Sancta Trinitas unus Dens, ^eiliflc SJrcifnltinfcit, ein tiniger Miserere nobis. ©ott, erbarme S)idj unfer.
Sancta Caecilia.
(.©dhluÃ.)
Ãliun fügte eS fid) aber feltfam, baà bie bebrängnià ber frommen grauen nod) auf eine ganj anbere Seife peinlich gefleigert mürbe, bor etioa 8 Dagen nämlidh mar ©^lüejier Dolorofa, bie 3}hififmeiflerin beS KlofterS, bie anein_ im ©taube loar, bie groÃe, fdhmierige Gäcilienmeffe ju birigiren, ohne alle befannte Urfadhe plö^iich erfranfte. SlnfangS, baS Uebet bloS für ein Unmohlfein haltenb, glaubte bie SlebtifPn, bie junge, fräftige 9?atur ber ©chioefier merbe ihr Serf thun fönnen. Slber bie Kranfheit nahm üon Dag ju Dag ju. Wm geflrigen Slbenb mar noch ein ©d)imm:r Pon Hoffnung tjorhanben^ Dolorofa merbe am geflmorgen baS bett üerlaffen fönnen. Slber je(jl eben, bo boS 2tmt beginnen follte, fehrte bie Soienfd)mefier, bie noch einmal ju bet Kronfen gefchidft mar, mit ber 9iadhricht jur Slebtifftn jurüdC: ©chmejier Dolo« tofo liege im heft'fle" DeUriten bornieber; nur mit ^Kihe bermöchten bie bienenben KronfenfdhiDeftern bie üöllig be- flnnungSloS 9iafenbe ju bänbigen. |
niemals mar, feit untorbenflidhen Seilen, baS SlQerheiligenfefi ohne bie Missa sanctae Caeciliae be= gangen loorben. ^bet ouÃet ©chioefiet Dolorofa mar gegon^ märtig ^Jiemonb im ÃJiufifchor beS KlofterS bet fdhioietigen â ^^artitur gemo^fen â baS tüuÃte bie Slebtifftn gut genug. Die ©tunbe beS ^odhamtS mar bo. ©iligft mürbe olfo biefelbe Soieufchroefter auf ben Orgelchor gefonbt, um ben bort üerfammelten ^Jonnen onjubeuten, nur irgenb eine anbere ollgemein befonnte ÃJJeffe oufjuführen unb bomit fos gleidh ju beginnen.
©ben ujutben hierju bie ^Jotenblätter tjertheilt unb bie ©tenoertreterin ber ©d)mefler Dolorofa nohm 'â¢^loU auf ber Orgelbonf, um boS ^|5rälubium, fo gut fte üermo^te, ju beginnen, olS boS Dhütd)en, melcheS t)om Jnnetn bet ^btei ouf ben Orgeld)or führte, fid) öffnete unb ©dimejiet Dolorofo plö^lich Oödig gefunb, jioar etmaS bleich, heraustrat, bie 'â .|3artitut ber alten itolienifchen 'iDJeffe unterm Slrm. Sluf bie grogen ber erftounten üfonnen, mohet fie tomme â mie fte fo fd)uea fidh erholt habe â antioortete fte: âi)Jathher, greunbinnen â eS ifl eine ©nobel Slber rafd), laÃt unS anfangen â eS mirb bie höchfte 3eit!"
^aflig oertheilte fte bie ©timmblätter unb fejjte ftch bann fogleidh jur Orgel â bie ÃKefJe begann. Durch boS jut)erftd)tUdhe Sefen bet a)?ufifmeifierin fam Droft unb guteS bertrouen oudh i" bie |)etjeu bet anfangs jiüeifelhoft jogenben ÃJonnen. Unb olS nun erfi bie einleitenben Slccotbe empot= fliegen, mie Sicht unb TOovgenbuft üom berge ©otteS, ba füttte greube unb Hoffnung SlQer ^erjen. Slber moren boS audh biefelben oltbefannten SUcorbe, ouf benen fonfi biefe Sobpreifungen hinoufiooaten jum Dhrone beS Dreieinigen? Ober fpielte bic munberbor ©eheiltc gonj anbete, hi'i'i'Cif^ erhabene Seifen â ja felbfi nicht bie Ighmncn beS alten KopeameifterS am Sletno ? Soren baS bic Klänge, bie er einfi im Draum gehört? â ©chmötmcrifch erregt unb bcgcifictt hätten bic 'Jionneu oufjauchjen mögen in heiliser greube. Sohrhaftig, fo loar niemals gefungen luotben, fo hatte nimmctmehr bie hertUd)e Orgel gejubelt, gefleht unb gefeufjt in biefen faji tanfenbjähvigen .^oUen! â
Slber oudh bie ©cinüther beS bolfcS, bie fieinctnen §erjcn bet HJorbbrenncr felbfi maren gerührt, bejmungen üon ber ajjocht bet llhtflf. Kein Sout regte fid) in ben meitcu Siöumcn â jeber ©ebonfe on ©töiung mot ücrtoehl unb ücrgcffen.
Unruhig allein unb toie üon prifelttbem geuet gequält flonb bet Kiojierüogt, bet berräther. ©r fühlte, boà feineS bleibenS hier nid)t lange tnehr mar. Unb olS bte bräuenben Sorte beS ©t)mbolum"s erf^ollen: Et iterum vcnturus est cum gloria judicare vires et mortuos â Unb er itjirb micberfomnten in ^ervlid)fcit ju tid)ten bie Sebenbigen unb bie Dobten â bo trieb ihn höllifche berjmeiflung htnauS, tüie einfi ben SlhoSüct, ben emigen Juben. 9?cin, nicht mic ben emigen, â toie JubaS, feinen 'iÃJeifter unb botfajhr â mie JubaS trieb eS ben Klofietüogt hinaus, boà er unb fid) erhenfte im Klnflcrgartcn on ben 3>oeigen etneS SlpfelboumcS.
Der gudhSbotl ober nnb bic anbetn Stnführer fnieten tiefgebeugt om boben unb fptod)en oHe bie heiliflen, noch furj juüot üerhöhnten Sorte anbathtSüoH noch, ©benfo bie Uebtigen. ©inige bet Silbeflen jmor brängten fleh an bie Slnführer heran unb flül'terfen ihnen unmiaig ju, cnbUdh baS 3ei^en ju geben â bie Sonblung fei längfi üotüber.
Slber bo rouf^te üom Ghor hernieber munbetmilbeS |
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gleden. Seife, leife begann e§ unb wogte unb wallte, wie feierlidhe SBetbraudhWolfen: Dona nobis pacem! â Unb ?llle â 2llle fcblugen an ihre Srufl unO flehten in Ihi'änen: â§err fihenfe unê grieben!" â
®aS §odhamt war ju ®nbe. Jebermann ging frieblidh oon bannen. ®ott hatte wunberbar fein §auS bewahrt. fleht nodh bi§ auf biefen D^g, währenb baä Sïetdh beä SÃieOertäuferfönigS wenige aÃonate naihh« fchon, in bet JohanniSnadht beä JahreS 1534, in Drümmet fanf.
©leidh nach geenbigtem §ochamt begab ftch bie aebtiffin felbfi in bie ^eÃe ber «Schwefier ©olotofa, um ftch nach bereu wunberbar plö(jli^er ©enefung näher ju etfunbigen. ©chwefter Dolorofa war tobt! â ®ie hatte, wie bie Ktanfen= fdhweflern h"^ unb hetüs betheuerten, ihre ^tVit, ihr Seit nicht oerlaffen; war aber, fowie ba§ §ochamt begonnen, wunber= fam ruhig geworben. Unterm Agnus Dei, alS bie Sorte: Dona nobis pacem! oon ber Kirche herüberflangen, war fte entfchlafen jum ewigen grieben.
^eiliger 6dhauer ergriff bte Slebtiffin unb alle bie Sïonnen, wenn fte baran bachten â wer an biefem Dage
bie Orgel gefpielt!--
Stoch oor etwa 50 Jahren befanb fi^ ein fehr fdhöneS altes Silb ber heiligen (Säctlia in SJonnentracht, oon un= befannter Künftlerhanb gemalt, in ber Klofterfir^e ju gredtenhorfl, jum Slnbenfen an bie wunberbare Sïettung.
km Cottgolaube.
(gorlfe^ung.)
Jch mar nur froh, ba& ber hoi^roür^tae ^err DiöjcfanpräfeS beê Gäcilienoerein« Slegenaburg nicht anroefenb mar. Daà mir ungefähr beim SanctuS meine ^hmtafieu unb Variationen felbft nicht mehr gefielen, unb ich beÃhalb eine ^aufe bis na^ ber ©attbluug eintreten lieÃ, ermähne i^ nur nebenbei. Dafür ging eS nadh ier ©anblung befto fräftiger barouf loS Kaum roerben bie 9leger bie Ueberjeugung nad) ."piufe getragen hoben, baà ber neue Nganga Nsambi ein Sirtuofe ift; roicroohl ber Sieger bie üJhtfif ua^ bem ©eräufdh unb nach bem Ãärm tajirt, uub iu biefer Sejiehung habe idh etmaS geleiftet â scrapre fortissimo! â Stuf ein paar Dufeenb ^IJiÃtöne fommt eS bann bem Sieger nicjht an. Darum ift bet groÃe Drommelfdhlnger in feinen Singen ein oiel gröÃerer Künftlcr als ein Siolinoirtuofe. Jdh münfdhle, 6ie fönnten einmal fo eine Kararoane oon 100 unb mehr freien ''Jtegeru (nidht ©claoen) anfehen ober oielmehr nnhöreu. jm (9äufe= marfdhe fommen fte baher, biefe fdhmarjen ®eftalteu, ihr Sünbel ober ihr Kiftd)eu auf bem Kopf. 5litürlich roirb auf bem ÃJÃarfi^e meift gefungen; aber ihr (SJefang ift ni^tS anbere« als ein fchrecïli^eS ©efchrci, baS In fielet fflieberholung nur innerhalb 3 ober 4 Dönen ft^ beroegt; einer fudht ben anbern an ©efihtei ju über-- bieten, unb fo mieberhflÃt bte ganje ©egenb oon ihrem fdhredlidheu OebrüÃ- Dabei ftnb bie fdhroarjen ®efeÃen flets heiter uub guter Dinge. 0. biefe SebauernSroerthen! Dto| ihres groÃen geiftigen GlenbS finb fte heiter! j
3um Schluffe mödhte ich Jh««"/ ^ochro. ^err Director, nodh oon meinem (Srfolge erjählen, ben mein ' 15. OZotbhelfer, nämlidh meine Ãloriuftte, erjiclt hat. i 1. 3Jlära hatten mein ^eri Superior, bet mittlet= : |
rocile 0011 Sanbana jurüdgefehrt mar, uttb idh î»" unferem Potentaten, bem ûJîohrenîônig oon ©ogno, (natürlich ein eingefleifchter ipeibe), eine Slubieuj. 2llS 3eidhen feines 3öohlrooÃenS fteÃte berfelbe im« feinen Sefui für ben nädhften Dag in SluSfidht.
Der folgenbe Dag oerging, aber ber König fam nidht, gerabe nicht ju unferem Sdhmerj; benn bet Sefudh eine« ^ilegerfönig« ifl immer fo ein fleiner .^agelfchlag : er hat feine Otben, Decorationen ober itehnü^i^ J" oertheilen, roie anbete ^Ãotentaten, roohl aber hat er ba« pcioilegium, ber gröÃte îÃechtbfuber im Sanbe ju fein, 'ilm iroett= folgenben Dage nach 4 Uhr früh entjlanb oor unferer Dhüre ein groÃer Dumult: mehr al« hunbert beioaffuete îîeget hatten fich eingefunben, unter ihnen bet König. Da biefem bie ,,palaftgefe§e" ni^t erlauben, roährenb beS Dage« fein palais ju oerlaffen, fo lieà et ftd) oon feineu Sclaoen roährenb ber SHadht iu feiner Hängematte iu bie 3Jîiffion tragen. SluS ben Dörfern, roeldhe er pafilrte, hatten fich obige SanbeSfinber ihm angefchloffen. Kaum hatten mit unferen ÃaubeSfürflen begrüÃt, fo et hoben bie ûîeger einen furdhtbaren Särm unb oerlaugten unter aÃen möglichen Drohungen, baà roir fofort ba« Sanb oerlaffen, benu roir feien an bem ^Regenmangel fchulb. Sie oerfäumten nt^t, ihren Drohungen mit ihren langen 'Dîeffern unb ^^rügeln ben nöthigen SluSbrudE JU geben. 2Bir fudhteu nun oor SlÃem ben König ju ge- roinnen, mag un« auch gelang. îUlinber glüctlich roaren roir, bie ganj fanatifirten ^Jîeger ju befänftigen; mit Wühe nur fönnten mit fie oor unfere ©ortenthüre bringen. Je mehr fie aber an Dermin ocrloreu, befto höhet flieg ihre Suth- Ãfter« flürmteu fie mit mä^tigem ©efchrei gegen bie Dhüre on, uub roäre unfere Sage nidht fo fritijd} ge^ rocfen, fo hätte man ladjen müffen bei bem Slnblid, mie Seine f^roarje Wojeftät mit hö^fteigcneu Sd)ulteru fid) gegen bie ©nrteuthür ftemmte uub bem Slnbrange feiner Unterthonen mehrte, ör gab ihnen bie gemeffeuflen Se-- fehle jum Slbjuge, aber fte jeigteu fi^ ol« roenig gehot-- fanie Sanbe«finber. 9iur auf roieberholte Slufforberungeu jogen fie eublidh unter roilbem ©efchrei unb ben Inuteflen Drohungen ab. Ãiodh mehrere ÃJlole fameu bie Sieger in unfere Wiffioit, um un« entroeber ju oerlreiben ober und) ber Urfnche be« Slegenmangel« bei un« ju fu^en. Da« oierte 'i)ial mar bet Sohn be« König«, ein förm« li^et Sliefe, nu ihrer Spilje. Sie brachen iu unfere îBohnuug ein uub fanben ba ju ihrem groÃen Schredeu â jmei neue Stühle. Daà .corpus delicti mnr nun gefunben. Die Stühle rourben uuterfuiht unb ol« ftaotSgefährlidh befunben. ,/Jîuu," tiefen bie Dieger, âje^t haben roir bie Utfo^e unfere« aiegenmangel«. DiefeStühle fmb mkissimbi (UuglücfSgööen). 2ölrfliehten bie Sieget oon ihrer ilerblenbung ju überjeugen, aber ohne Erfolg. Dn bachte ich meinen 15. 5Jlothhelfet, meine Glnrinette. Kaum hatte i^ Ginige«- gefpielt, qI« auch fc^ou ber roeltau« gröÃte Dheil ber Sieget um mich oerfnmmelt roar, bet Sohn be« König« unb bet â Häuptling be« nächflen Dorfe« ooran: Sie hatten bie Stühle oergeffen unb rooÃten nur mehr blafen. Jd) lieà fie natürlich mein Juflrument nod) §erjen«lufl malträtiieu â eine fd)öue ©elegenheit für mich, ibnen meine ^fllciuuug über ihren lächerlidheu ©öÃeubienfl orbentlid) ju fogen. Sie hörten aÃe« gelaffeu an, ja ooà §eitetfeit oetlieÃen ne hierauf bie îDîiffion. |
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Diefet mein ©rfolg fjat gtoei 3Hiffiouäte, treibe oon ©tanleg^^ool getommeu roaren, um ()icr SCräger (ü^etjer) ju euiiagireu, fo animirt, baà fie mir eine Starinette abbettelten, uub id) il;uen feit einigen Stagcn Unterricht im Glarinettblafen geben muÃ. i)ätte ba§ in ©uropa au4 »i^t gebaut. 3)tau muà eben alles benu^eu, um bie armeu Reiben für unfere heilige OieUgiou ju geminnen.
Doch es ift meinen Brief ju fd)lieÃeu. a)Jit ben beften SegenSmünf^en für ^t)»^ ^Bohl, unter herj^ lidhen ©rüÃen unb Empfehlungen au meine ehemaUgen ^rofefforen, oerbleibe idh 2C. 2c. Qljr banfbar ergebenfter Diener
?lubreo§ ^Toller, üJtiffionär."
Ãeqiiiescant in pace! Cljripittu Mxï
ber langjährige Devbienftüolle Dirigent beS ïlachener 2)?änner= gefangoereinS âGoncorbia" unb 'i3räfibent beS ,9ïheinifthen ©ängerbunb" ftarb in flachen am 18. ÃJJärj b. 3. SfadhtS 1 V4 Uhr nach öfterm (Smpfange ber ht. Saframente, au ben folgen eiueS SuugeuleibenS. ©eboren am 24. Januar 1816 inÃ^Jontjoie, hatte er burch roftlofeä energifdjeS Arbeiten fich eine geachtete Stelluug alS Burcaud)ef iu einem grijÃeren gabrifetabliffement ermorben, bie er 30 3ahre hinburch be^ fleibete. Bon 9Jatur mit mufifalifcher Begabung auSgeftattet, muÃte er biefelbe als Slutobibaft fo auSjubilben unb }u oer^ merthen, baà er auf mufifalifchem ©ebiete für Biele eine be= beutenbe unb einfluÃreiche 'IJcrfönlichfeit mürbe unb mit groÃem erfolge in baS gefammte iühififteben i«ad)cn8 alS édnger, Dirigent, HiilgUeb beS fläbtifchen ajJufiNJlomite'S uub mufifa« lifcher Berichterftatter beS â(Sdjo ber ©egenioart" eingriff, ©anj befonberS machte er fich aber um bie i. 3. 18.'}9''odu ihm gegrünbete âGoncorbia" hoch toerbient, inbem er fie ju jahlreicheu Triumphen auf ©efang^Goncurfeu führte, fo i. 3. 1841 in Brüffel (prix de niórite) unb 1860 in Süttich (graud prix d'honneur), nnb oiele BJohlthätigfeitS^Goncerle beranfialtete, bereu Grträge (im ©anjeu c. 40,000 ÃJl.) lebig» tich JU firchlichen, gemcinnüljigeu ober milbthätigeu ïjmecfen »ermanbt mürben; fo erhielt u. «l. bic hiefigc aJJünfteifirche burch ben Berein ein groÃes genfler unb bic hiefige Warieu^ firche eine prachloolle Ãrgel. «udi als Jlomponift mar Siefens fehï thätig, uub maud)e für feine Goncorbia componirie Ghöre bemahrt biefe mit groÃer Sorgfalt als theure Bermächtniffe ®en fitd)eumufifaltfchen Beprebungen iu bor Stabt Stachen ftanb er immer fehr nahe, iubem er als Säuger unb i?ompouift iu fiirdjcnchöreu, jumeip in bem oon St. iüJichael, thätig mar. BJeun er beim Beginne ber cäcilianifd)en 9{eform anfänglich noch für Beibehaltung ber moberncn Orcheper» inepcn eintrat, fo hat er boch fpäter erfannt, baà bie prengere Dichtung ihre ooHe Berfdjtigung habe, trat felbp als «ÃJitgUeb bem Gäcilifuüercinc bei unb mohntc mit groÃem 3nteteffe wnb Pihtlidjer Begeiperung oielen ©eucraloerfammlungeu an. â "ïiie ïheilnahine, melche man bei feinem Sobe befunbete, »"it eine fo aOgemeine, baà Deputationen oou Stäbtcn unb ®efangoereinc in groÃer 3ahl Pch heranbrängten, um Ghren» Iränje auf feinem ©rabe nieberjulegen. |
P. M^Mfiin £tnh, S, J.
ftarb am 24. aRärj ^ilbenbs im ^^Jenponat ber ©efellfd)aft 3[efu JU gelbfird), oöllig erfchiJpft bur^ eine Sungenfranfheit. Der Berfchiebene Panb im 67. Lebensjahre, ^iachbem er längere Seit in ber Diöcefe 3tottenburg, ber er angehörte, als Seelforger unb als Direftor beS Schuüehi^er=Se"miuarS iu ©münb thätig gemefen, trat er 1855 ju ©orheim iu bie ©efeQfchaft ^efu ein, mar eine Seit taug ^Bifponar, mirfte bann in beu OrbenShäufern ju "15aber bor u unb Bonn in oerfd)tebeneu Stellungen unb übernahm barauf im '^Jeuponat JU geltfirdh bie Leitung ber a)?upf. Sugleith war er Bor- peher ber iJiarianifchen Gongregation in ber ?lbtheilung ber gröÃern Sö^tinge beS erpen 'â ]3enponatS. gap 23 ^ahre taug übte er mit gröÃter Selbpaufopferung unb nid^t geringem Grfolgc biefe Shätigfeit, bis er am Borabeub beS gepeS ber ©OtteSmutter, ju beren Ghre er fo bieleS gethan, auS biefem Leben obberufen mürbe.
®tc 6ntftcl)uufl ber öftcvrcir^tftiöcit ^Zattoual^tjmuc.
Der befannte Sheaterbichler 31. 'B. Offtaub, (f ben 22. September 1814) beridhtet barüber golgenbeS: SllS In golge ber rafchen gorlfd)ritte ber franjöpfchen BJaffen unter ©eneral Bonaparte i. 1797 ber It'aifer oon Oeperreidh p^ unb feine gamiUe nadh '^JreÃburg püchtete, unb felbfi bie ilaiferliche Sd^aljfammer nad) Uugorn gebrad)l mürbe, um bie ifronbiamanten oor ben räuberifd)cu ^änben ber graujofen JU retten, ba ergriff bie Bemohner B3ienS Schrccfen um Sdhredten. Die 9{eid)en folgten bem Beifpiele beS JlaiferS uub berUeÃen bie Stabt, in bie man balb ben übermäd)tigeu geinb eiujiehen ju fehen ermartete; bie ^lermeren brangen iu DiaPe iu beu ''i}alaP beS bamaligen "IJremierminiPerS, BarouS oou Shugut, um ihn mit ©eu^alt jum griebeuSfchluà ober jum Slufgeben bcS ÃJHniflerpopcnS ju bemegeu. Die J?uube baoou oerbreitele pch mit reiÃenber Sd)uclligfeit burd) bie ^auptPabt unb oermehrte nur noch beu SchredCeu uub bie Bepürjuug ihrer Bemohuer. ^ludh im .'paufe beS JJapeOmeiperS granj S'ofeph .^)ai)bn erregleu bicfe SchrecfenSbotfchaftcn unglaublid)e Slufregung unb jmar iu folchem ©rabe, baà ^)a»)bn'8 ©attiu felbp bie altgemohnte Sitte nidht bead)tctc, meld)e mollte, baà ber berühmte Gompouip mährenb feiner SlrbeitSPunbeu nicht gepört merben burfte. Diefer hatte Pch eben feftlich gefchmüdft â beun nur im gePfd)mudC fonnte er fompouiercu unb bic Gompoption feines neuen SonmcrfS, âbie Sd)öpfung", baS feinen 9?uhm burd) alle Bölfer unb Seiten tragen "follte, begonnen, bic gcber flog begcipert über boS '|?apier: als flagcnbe, jammernbc Söne auS bem untern Stocfioerf feineS :paufc8 herauftönten unb eilige polternbc Sd)rittc auf ber Srcppe pch hören lieÃen. ^ai)bu hörte baüou uid)t3, benn feine Seele mar umraufdht oon göttlichen ."par» moniecn. Da mürbe plöljlich bie Shür bcS fleinen SalonS, in bem er arbeitete, aufgeriffcn unb herein Pürjtc mit bleidjom, angPooflem ?lngepcht feine ©atlin, gefolgt oon beu alten, treuen Dienern bcS .^aufeS, ber Jfatharine unb Jlonrab, meldher lc(}terc bie SchrecfenSfunbe eben gebrucht hatte, ^a^bn mollte anfangs ber tropiofcn Grjählung oon bem, maS bie Stabt erfüEte, feineu ©lauben beimeffen, noch meniger oon bem 9tathe feiner ®attiu elmaS miffen, feine Sleinobien |
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jufommenjupadten unb 5S3ten fchteunijfi ju terlafjen. er ober an ber SSabr^eit btê Vorgetragenen nicht ine^r jiDcifeln tonnte, ba jentte er tranernb fe«n ^aupt unb fcbroere ©eufjer hoben feine SBruft. Slbcr aüd) jc^t looüte er oon glucht nid)tS wf er, âje^t ifi tcinc
3eit, on un§ ju beulen! Der toifer ifi auf ber gtucht, er ifï in ©efo^r! ©o müffen mir olâ treue Unterthonen für tîin beten â unb idh millS bie aiBiencr lehren!" Unb mit hothgehobenem Raupte trot er an fein flottier, unb feine §önbe legten ft^ leife auf bie 2;aften unb begonnen eine einfo^e (horolortige ïlîelobie ju pftern; ollmöhUch trat bie ajîelobie flärfer unb träftiger hcroor, unb mie oon felbft fügten fuh ouf feinen Sippen bie boju paffcnbenSBorte : â®ott erholte grauj ben toifer, unfern guten taifer gronj! :c." Sluf fein ®ebot ftimmten bie beiben grouen unb ber olte Diener mit ihm ein, olâ er bte OJîelobie mieberholte. ©ie murbe eilig niebergefchrieben unb bem §ofroth tion ©toieten gcfonbt, um nodh einige Verfe boju ju madhen, unb bolb bahnte boS einfache Sieb feinen SBeg burd) beu gonjcn toiferftoot. â ^o^bn ober fpielte feitbem täglich fein toiferlicb; ja e§ mar ba§ Sc^te, mos er furj »or feinem îobe fpielte, Slm 26. 3Jîoi 1809 fpicUe er e§ bretmol hintereinonbet, bonn muÃte man ihn in'§ 53ett tragen, boS er nidht mieber üerUeÃ. ®r ftarb om 31. ®îoi be§ genonnten johreS. |
.^Ãflidhfcit- mufifalifcheS gräulcin fpieU einem fd)üdhternen, nid)t mufifalifd)cn, jungen 9)ïanne eine ^ièce auf bcm flaoicr üor. Sei einer âpresto" (fehr rafdi) ge- fpieUen ©teile beS ©tüie§ bemerft berfelbe oul §öfltd)feit: âSitte, mein gräulein, fid) mcinctmegen burd)au§ nid)t fo bc^ eilen ju mollen â benn idh Ij^be Ãeit!"
SSorfi^t! ©in ïenorift erhebt bei feinem ïïluftreten iu ber Dper feine ©timme allmählich bi§ ju einer folchen ^i5he, boà br Uten im Ãufchaucrroume othemlofeS ©d)toeigen unb bie gefpanutefte Sïufmerffamfeit herrfcht. Sin auf ber (Sollerie placirter ©chufierjunge ijat ba§ ©efährlid)e ber ©ituotion erfannt unb mornenb ruft er auS ber ol^mpifchcu 9ïcgion herab: â3)?ännecten, fallen ©e man nich üon be jonleiter!"
Scincjl ctttcs 6om|lpntftCU. ®cr etmoä cfcentrifche ©omponift S. trifft einen greunb ouf ber ©troÃe. 9ïach ber üblichen SegrüÃung fragt biefer: â 9?un, in letter Ãeit ntd)t5 9?eue§ gefchaffen?" âSich," meint S., âmit ber tomponirerci ift halt nichts mehr loS. tommt einem mal ein muftfaUfcher ©ebonfe, bann hat man fein Rapier, um ihn oufjufchreiben; hat man ihn aufgefchrieben, bonn finbet ftdh tein Serleger; hot man einen Serleger enblidh gefunben, fo jahlt er 9iicht§|; ift ba§ ©tüdt gcbrudft, bann tauft cS DUemonb; tauft eS tnol einer, bann fann er e§ nicht fpielen; unb tonn er'3 fpielen, no, bann gefäUt'ä ihm nicht einmal!" |
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Handbuch der Harmonielehre von Moritz Brosig.
Zunächst für Musikinstitnto, Lehrerseminare und Präparandenanstalten.
Mit Tlelen Xotenbelsplelen. Dritte rermehrte Auflaije mit einem Verbessrangen nnd Ergänzungen entlialtenden Anlian^e. Geheftet MIc. 3 netto. Der Anhang allein ist für 30 Pf. zu haben. Gegen Einsendung dos Betrages erfolgt frankirte Zusendung.
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^tc JlnfcrUcOttitö gf;rtflt.
Gin Dftcrfpicl in ficb. n Silbern mit (Shijren oon Sil heim ^lofäuS. ^rctS einzeln GO ^if. (10 ÃEcnipl. & DL) _®a« SBertchcn eignet fich jnr Sluf» führung iu Sd)u!en, Vereinen nnb gamilien. 9tnfid)t^fenbung bcrcitioiaigft. |
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13erU0 î)cr jöuthhanblung tion ^ucr iu j0onauiu6rtlj.
jFfir Cgrffkommunikttnten.
Soeben crfchien iu britter, oermcbrter Vluftagc:
ober: 2cichtocrftnnbIid)c 53elehrun(jen unb öebete jur l'orbereitung auf bic
heilige Kommunion für Grftfommunitanten unb bic gefammte jugenb, loeldic loürbig unb mir îîujjcu fommunijieren miH. 58on gr. .ï. ged)t, *4Jrte[ter her CSrjbiöjjefe greiburg. 2Jiit Gmpjehlung beä .'godjm. §r. Grjbijd)ofö oon greiburg unb ber ^o^ro. SBifchöfc oon Slottenburg, 6t. ©aOen, Okaj unb Slugöburg; geh. 00 ^^Jf. in ^albleinraanb 80 ^fg ; in ücimoaub mit öolbfd)nitt 2 ïïl.; in ücber mit aioth« fchnitt 2,30 ^Ui.; Ghaflrinlcber mit «olbfchnitt 2,00
3)er §o(hro. §crr gürftbifd)of oon Sedau fd)reibt über bcn ,li}ciÃen Sonntag' ,3ch höbe baS a3üd)Iein mit wahrer greube gelefen unb l)altc bafür, baà eö bcften« em- pfohlen ju werben oerbient. jn gemähttcn ?luèbrûden wirb bic jugenb auf bic gehUr aufmerffam gemacht unb mit innigen, hcrjlid)en Sorten ju ben cntnegcngefeltten îugenben angecifcrt; auch werben berfelben gut gemahltc Jöeifpielc a(3 Xugenbmufter oor-- gchalten, â 'i)ct 2. îcil enthält fchöne ©ebete, mcld)e ftch burch cd)t fird)(id)en Olehalt unb mürbige, cblc gaffung auêjeichnen. 23ci bcr ?luêroahl ift auf bic .^pauptbebürfniffc bcr jugenb gebührenbe SRüdficht genommen morben. Sluch bcr eingefügte iBeichtfpicgel mirb gute ®ienftc Iciften, bie nöthigc ®clchrung über bcn öebrauch bon iBci^tfpicgeln überhaupt oor« ausgefegt.'-
Su Bcjichcn burch aOc S8uchhanblungcn, foraie bireft oon bcr SQcrlagShanblung |
jn unferem Scriagc crfd)icn focben:
^(ivmaittumftfjitle
juglcich nud) a'.S Vorfdiulc fi'ir Uq jörÃclfpicl. herausgegeben oon iöcrimrW. Op. 20. «Preis 'aoiarf 1.20. ^Indjcii. mcxt ^acoOi & ^o-
e r II n r ö ö
§efan(|meif;obc.
<lfflcs5 uub billigflfo in|lnihliüfO ^f!)'''
bud) fftr brn (Ãrfangunterrithl.
^rci(J CO «Pf. nach auÃen h'» rircujbanb 70 ^fg.
^flehen. 3acobt &
®cranfiDortlichcr 8lcbaftcur 33. Schöi"=" in Oberbilf. â Srud unb iBcrlag """ Ulbert 3acobi & tto. in «lochen- |
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9)îot 1886,
für Uif)otifä}c <Ãtrcf;ettfanfler.
®rntiö=5BciIage 31UU â©rcg0riuö=5Blntt", Droau fiir !atI)olifd)c tirdjcumurit
âecrgt, ba6 bu mit bem ^erjeu âloubfl, wa8 bu mit beut ÃDhmbe fingfl, unb in ÃiJerl«
bet^ätigft, mo« bu mit bem Ãerjeu glaubfl." Concil in (iort^ago 6, 3. 898.
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Matia,
(Giuc alte Sichtung.)
weijj eine ajjagb, gar hehtf/ 5Die trägt ben hi^c^ften 2öer ringt ju i^rer (S^re, Der ift an Dugenben weif, ©en ihr ftnb anbere grauen 9iur Dörnlein auf ber Stuen 93ei einem Silienreiö.
©in Samm als Kinblein füfj 3n ihren Slrmen lag; Der 2llte mar'S, ber 9iiefe, Der fthuf ben erflen Dag, Der mannlichfle ber Slitter; 3hl" lüarb fein Seben bitter Durd) f(hmerfteS Ungemath.
©ein §erj marb ihm burchfloehe" 9JMt einem fchatfen Speer, Damit hat et burchbtochen Die ^iJir unb all' ihr .'geer. ©t lijfte, bie gefangen, Jhr Seit) mar'ba vergangen, Sohl uns ber guten iUiär'!*)
©r ftanb auf auS bem ©rabe, Der eble gürfle gut aJJit feinem jheujeSsStabe; ©ein' Sunben maren roth- 2llä et mit groÃen ©h^eu 8nm ^)immcl moQte fehren, Ueberiüunben mar ber Dob.
©r ifl jum $)immel gefahren a)fit rounber groÃer ^JJJad)t. Sohl unjählbare ©d)aarcu 5)at ©t mit ft(h gebrad)t. Der ^limmel, einfl gefd)loffcn, ©teht nun unS oQen offen; Ãeil, bet breiu fommen mag! |
9hin fil^t er auf bem Dhrone Bu ©eines baterS .§anb. 3h»n fingen bie ©ugel jum Sohne Sanctus, ben füÃen ©ang, Sauctus Dens Sabaoth! â ©iu heil'get lüJenfd) unb wahret ©ott GhrifluS ift genannt.
SnS neue ®cutfd)c übertragen oon Si. .^icnfcl.
Ãauflciue.
VI.
Ju meinem legten Sluffa^e, lieber Sefer, mirb bem groÃen heil. ©tegotiuS eine !Sebe:iSbauer üon mehr als breihunbert Jahren jugefd)ricben. ©o groà nun aud) meine Verehrung für biefen heil. "I^apfl ifl, oon bem unfer Choral feinen beis namen hat, unb mie lounberbar ÃJfand)c8 in feinem Seben ftd) geftaltet, fo müffen mir bod) fireng bei ber gcfd)id)tti(hen Sahrheit bleiben uub üetbeffernb fagen, baà er nur üom Jahre 590âGOt ben ©tnhl beä heil. 'l^etruS gejiert hat- Ju biefer fntjen Beit aber hat er fo bieleS jutn ."geile bet ihm anücttrauten jpeerbe gemivft, baà bie ©efchichte ihm beu beinamen âDer ©roÃe" juerfannt hat. Jn bet nächfleu 3iummct gebenfen mit eine furje SebeuSbcfd)tcibung beffelben JU bringen.
VllleS lüill gelernt fein: fogar, mie bu flehfl^ baS Slufftnben unb betbeffern ber Drudffehlet in betn |>tobebrud'e beS ©teg.îbofen â bann aber mahrlid) baS ©ingen beS ©reg. ©horaU! grübet bathte man hierüber freilid^ anberS. IWau glaubte fa^ aHeriüärtS, eS genüge, ein bn^ mit beu üictecfigen, fdimarjen, gefd)tDäujten unb ungefchiüäujteu ajoten üor ftch ju haben unb bann frifd) brauf loS ju fingen, rcobei man nur ni3thig habe, üon ber Orgel ober bem Gontor ftd) in'S ©d)lepptau t'iehmen ju laffen. "je juehr aber bet ©efang lärmte unb briJhnte, beflo fd)i5ner mar'S!
Sie id) baS fd)reibe, fällt mir unmilltührlich miebet unfer alter Küftet mit feinem ©hovpeifonal ein. ©S mar an einem Oflerfonntage, als id) jum erflen üJale baheim auf bet Orgeltribüne bem .^od)amte beimohnen burfte. Der Galcant toar tro^ beS hohen gefltageS mieber einmal nidjt jur ©teile. Obmohl ich """ faum ad)t Jahre jählte, hatte id) im berein mit einem um SenigeS älteren âKottegen" ben helbenmüthigeu ©ntfthluà gefaÃt, ben ausgebliebenen Kitihenbeamten genau |
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mä) ben Sîegeïn bet Don i^m ausgeübten Kuuft ju oertreten. 3ïltt nicht geringem ©etbpemuÃtfein Wetterten mir beibe auf ben erhöhten ©tonbort, oon bem auS bem gemattlgen ftrumente mit ben oielen (Stimmen unb ©ttmmchen ber nöthige 2lthem eingepumpt werben fotlte. Unterbeffen maren mir aber auch fchon oom Küfter bemerît morben. ©dhnell entfdhioffen gebachten mir ben geftrengen §errn bejüglich unferer tünftlerifchen ^Befähigung bur^ eine fofortige ^robe^ leiftung ju überjeugen. Doch baS mar leichter gebacht als gethan! Der lange fchmere Saiten rührte unb rührte fich nicht. Ein fehr lebhaftes ©efühl oon (Scham, mit 3orn gemifcht, färbte unfere jugenblidhen Sangen hothroth, jumal ber eben anrüdfenbe Organift mit feinen SiÃeleten nicht jurüdhielt. Der unnü<jen Ouälerei rourbe ein fdhneQeS @nbe baburch, baà ber alte Küfter unS etgenhänbtg oon ber Gal= canten^Sanf herabhob unb meinen âKollegen" naih ein paar ftärferen Suben auSfanbte. Jch burfte für btefeS iïKal fchon oben bleiben; benn ber Sitte roar tro^ feiner ernften SOÃiene ein groÃer Kinberfreunb, unb er hatte mir ficherli(h meinen §erjenSrounf(h auS bem ©efichte herauSgetefen. gretltch be= ehrte er mi^ feit einigen Sochen, fo oft ich ihn grüÃte, mit einem überaus loohlrootlenben Sächetn; benn ich hatte ihm auf feine bieSbejüglidhe grage treuherjig geftanben, baà ich abfotut â'iÃajtor" roerben roolle. Darob aber hatte er feine 9îedhte auf mein jugenbltcheS §aupt gelegt, ftd) in feiner un= nadhahmltdhen, üoHtönenben, feierlichen Seife geräufpert â eS gefchah meift breimal rafch unb crescendo nach einanber â unb bann gefagt: âDaS ift brao! DaS roirb aber einmal beinem gcifttichen iOhm greube madhen!"
Jd) burfte olfo ju meiner gröÃten greube âoben" bleiben; nur roor idb in Sorge, ob ber im (Sdhiffeber Kirdhe fnicenbe §err Sehrer nidht anberer Slnfldht fei. Dodh jur Uebetlegung roor feine Ãeit mehr, benn eben Oertieà ber ^err Pfarrer unter Sorantritt ber aWcÃbicner bie ©ofriftei. Der Drgonift führte eine Seroegung ouf feinem ©ifee aus, lüic ein 9îeiter, ber fl^ im ©ottel juredhtfe^t, brüdte mit bem Itnfen guÃe ouf baS tiefe C beS ^ebot, unb roährenb mir beim Bufehen unb §ören boS fugenbliche §erj ftürmifd) in ber Sruft podhte ob beS geroaltigen DonnernS beS ©echSjehn= füÃerS, fuhr ber $Welfter in oOer ©emüthSruhe ftdh nodh einige 2)îole mit beiben §änben burdh bie tongen §oare, Oor er fie auf bie Doften fe^te. Slber auch ber alte Küfier unb feine fe^S ober fieben ©etreuen toaren unterbeffen nidht gonj müÃig; oielmehr prälubirten fic vocaliter burch loutcS Släafpern unb §u)"ten, jercten on ber feibenen HotSbinbe unb jupften bie fpi^en Sotermörber juredht. SUS boS âhodhfeft- täglidhe" 'â¢.Ãrälubium ber Drgel rite ju (Snbe geführt roar, jeigten oudh fie ftdh gerüftet. '©ie umgaben im Halbfreifc ein fd)roereS Sîotenpult, auf bem ein Ghorotbudh oufgefchtogen roor. Der Küfter begann nun fein ©olo in hDchfefttäglid)em gortiffimo. 3etge= unb ÃKittelfinger ber umgeroenbeten tinfen §anb hielt er in geroohnter Seife gegen bie 3Kunböfftiung, mit ber 9îediten ober führte er ein etroa 40 (Stm. langes, fehr bünneS Doftftöddhen, oben mit einem fleinen Knopfe oer= fehen unb noch unten fpi^ julaufenb. 2ltS bte alte Drgel ben letzten Slnftridh erholten, roor baS Doftftöd^en audh nicht oergeffen toorben, benn beibe trugen genou biefelbe broune Holjforbe. Dtefen ©cepter, ber " in ber gorm olfo einem oerjüngten ©pojicrftödchen ouf ein §oar gti^, hielt ber .Küfter ober fetneStoegS auf geroöhnlidie aJîanicr in ber .<öanb, fonbern (rooS mir fofort ftor rourbe) gonj genau fo, rote roir Suben in ber ©dhule ftrenger Sorfdhrift gemäà bie geber hotten muÃten. Unb roährenb er nun bo§ Kyrie in suin- mis festis langfom=fetertich obfang, tippte er bei jebem lone boS oufgef^logene Such fonft an, roahrfcheinlich bamit feine ber oielen bloten biefeS fcftlichen Kyrie ju furj fomme. Dann fang oudh ber ©hor in gemaltigem gortifftmo unö bet ftarfer Drgelbegleitung ebenfo langfam=feterttd): Ky-hy-hy- |
hy etc____rie. @S floppte ganj prächtig jufommm, nur DaÃ
bie Drgel unb beS KüfterS ©timme unD ©töd^en immer um eine Jbee im Sorfprung roaren. Der .Küfter fang noch Christe, roährenb ber Ghor fchon beim eleison tnit einfiel. Unb nun hotten bie ©änger 3eit, bis jum Gnbe eineS Do^ Gloria einleitenben, jiemtich langen 'iÃrätubiumS ftch ju oer= f^noufen.
Du magfl benfen, lieber Sefer, ich trüge auf Koflen unfereS guten feltgen KüfterS bie gorben etroaS fiorf auf. Stdein frag' nur etninot ältere Seute, roie oor 30 unb meht Sohren hier om 9ihein foft oQerroärtS ber Ghoral gefungen rourbe! Unb nicht nur bie Ghöre fangen bie Ghorolnoten otlefammt glei^ long unb fchroerfäCtig, roie heute bie beutfchen Kirdhentieber leiber otclfo^ nod) gefungen roerben, fonbetn auch bie hodhro. ©eipchfeit broudhte, um eine âfefitägltche" 'jpräfotion ju fingen, tnehr Ãeit, olS unfere heutigen Qii'óxt bebürfen, um ein mehrftimmigeS âgonjeS" Credo ju ftngen. Dorum roiCl oudh boS, freilich *uehr unb mehr oer|'tummenbe, ®efd)ret roegen ber je&igen âSänge" beS ^ochamteS abfotut nichts bebeuten, gonj obgefehen oon ben ftoren firchlich^'^ Sorfchriften.
Sie ober ber Ghorol roirft, roenn er in immer gletdh longen SZoten (alfo ohne Seodhtung beS ihm eigenen muS) obgefungen roirb, baoon fonnft bu btr leicht ein an« nähernb richtiges Silb madhen, roenn bu ein bir befannteS hübfcheS Sieb (j. S. ,,Die Sacht om 3ïhein") fo für bich flngft, als ob eS in gleich langen Sloten gefchrtebcn roäre. GS roirb bir fofort eintenchfen, baà bem Siebe boburch einfach boS SebenSlicht ouSgeblofen roirb. ^ber oudh bie Gompofitionen unferer mobernen gröÃten Donfe^er, ihre ©onoten mie ihte ©i)mphonien, roürben eine folche Sehonbtung nid)t aushalten. â Kein Sunber, boà bie erhabenen 9)?etobieen beS ©reg. GhorolS felbft foldhen ©eiftlichen, bereu firchlid)e ©eftnnung über alles Sob erhoben roar, nicht mehr jufagen roottten, otS man eben allenthalben boju gefommen toar, biefe hl- ©efänge ohne ollen JRhhtbmuS, ohne funflgerechte Sertheilung üon Si^t unb ©dhatten im Sortroge, ju behanbeln. âDie Seid)enreben beS berühmten fronjöfifchen SifchofS Soffuet (hat Jemanb fehr treffenb gefogO erfchüttern unb begeiftern, roenn fte oon ben Sippen etneS guten Sïebnerj flieÃen; ouS bem ÃJiunbe eines fchlechtcn SorleferS bogegen erjeugen fie nidht nur feine Sirfung, fonbern fogar Kälte. Gbenfo oerhält eS fleh bem Sortroge beS ©reg. GhorolgcfongeS."
Senn ich baher im oorigen Sluffa(je u. o. bemerfte, bet Ghorol fei ein ©efong, ber in einfachen aJiclobicen bohirt* flieÃe, fo fotlte bomit nicht etroa gefogt fein, eS fei eine un- gemein einfache ©oche, richtig Ghorol ju fingen ober finge« JU lernen. DoS ©cfogtc fotlte nur oon bem 2lufbau bet ÃRetobie gelten, üon ber Gompofltion otS fol(her. Die ein« jetnen Diine (JnterooCle) finb toegen biefer Ginfodhheit otler» btngS nicht f^roer ju treffen für einen einigermaÃen geübten ©änger; oQctn ber ridhtige, entfprechinbe Sor trag erforbett, obgefehen oon ber nothroenbigen Sefähigung beS Dirigenten, unobtäfflgeS ©tubium unb fortbouernbe Uebung feitenS be3 GhoteS. Siele, oiele täufdhen fidh heute noch über ihre pet' fönltdhe gähigteit im Ghorolgefonge. ©le meinen, ber ©etg |
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fei erfiiegen, weil fie eine Ouart ober Clulnt treffen Ii}nnen. Damit hängt auch bie thatfädhlid^e ©rfd^etnung jufammen, bap manche, fonft Oortrefpiche Ghormitglieber ihren eifrigen Dirigenten ni^t üerftehen, ja ihn üietleicht für einen 'iÃebanteu halten, menn er regelmäÃig bte ju ftngenben ©horalftüÃe forgfältig oorbereitet. Sir merben nädhftenS ©elegenheit haben, hierüber ein SeitereS ju fagen. gür heute fchlieÃe ich toieber mit einem Sorte Stmberger'S: â©erechte ^loge erhebt bie Kirche über bie mit unberjeihlidher Leichtfertigfeit alte Siegeln be§ ©efangeS megmerfenb na^ Sittfür bte Dbne beränberu ober erleichtern, ben (Srnfi unb bie ^aft beS ganjen DoneS umtaufchen gegen bie Seichheit unb S3ehaglt^= feit be§ halben; bte nidht beadhten bie Bewegung in längeren unb fürjeren 9?oten; bte ihre Stimme nid^t ju berebeln fudhen burch 3tnbacht; mel^e bie Sürbe be§ ©efangeS oerabfäumen, balb ihn fchtöfrig hinjieheub einem fchweren Steine gleich, nun ihn abftürjen Iaf]enb in unangemeffener @ile, nun jum ®e= meinen ihn nieberbrüdtenb burdh ftoÃenbeS Sdhreten, burdh berfehrte unb niebere ?luSfpradhe ber Bofale, ober burdh 2ln= nähme oerfdhiebener iUIanteren."
$d)5ncn.
fiturgifd)? 1äntcrl)ttltttn0en.
S3on 31. Bruns, Bifar iu (Silenborf.
(gortfefeung.)
S. 9lu8 bem Sdhluà unferer legten Unterhaltung ift mir flar geroorben, baà ber ©rjengel ©abriet breimal als Ber= fünbiger beS fomtnenben ©rlöferS aufgetreten ifi. Den Daniel hat er über bie 3eit in S?enntnià gefegt, loann ber @rli5fer fommen toerbe. Dem 3a(hariaS hat er bie ©eburt beS hl- Johannes angefagt, ber als Borläufer (Shrifti auftreten follte; ber aKerfeUg'iien" Jungfrau enblich hat er bie Botfdhaft ge= bracht, baà "fie jur 9;Jutter beffelben berufen fei unb feilten 9iamen ^efuS nennen fotte. SÃäre eS nidht billig, baà biefem Grjengel, ber unS in feinen ?lufträgen fo hodh begnabigt er= fcheint^ ein befonbereS geft gefeiert würbe ?
31. Daà bieS billig toäre, will idh niiht befireiten; bod) erinnere ich bidh baton, waS idh fchon früher gefagt habe, baà baS gefl beS hl- 2Kichael am 29. September jugleidh baS geft aller übrigen Gngel fein fotlte: eS cjalt alfo audb bem hl- Grjengel ©abriet unb foHle °udh feiner Sürbe nnb Beoor= juguug ben oerbienten 2luSbrudt geben. Siltft bu aber burdh bie gorberung eines gefieS auf bie befonbere Berehruug hin= toeifen, roelche biefem Gngel megen fetner Bejiehung jum GrlöfungSwerfe jufomme, fo toirb biefe Berehruug ou4 fd)on baburch erreidht, baà fein 9iame mit ber Botf^aft an Ovaria ouf'S Gngfie oerfnüpft ifl, fein ©ruà unfer ®ruà an ÃJtaria gemorben fi, unb baà feiner gebaut mirb, fo oft roir beten: âDer Gngel beS §enn bradhte SRaria bie Botf^aft." ilein onberer Gngel wirb fo oft erwähnt, fein onberer genieÃt foldhe Berehrung wie biefer. Senn ober bem (Srjengel ©obriel bis iejjt ouch nodh fein befonbereS gefi In ber gonjen Ghrlfienhelt gefeiert morben ifi, fo ift bamit gor nidht gefaxt, boà baS immer fo bleiben roirb. Die gefte In ber fotholtfdhen JJirdhe finb jo otlmähü^ aufgefommen, unb eS unterliegt gor feinem 3ioeifel, boà fidh oudh nodh unferer Ãeit wieber neue ©elegen- heiten JU neuen firdhlichen gefien bieten werben. |
S. Sprldht benn etwoS bofür, boà einmal ein gefi ju Ghren beS hl- GrjengelS ©obriel ouffommen roerbe?
21. Gin foldheS gefi tfi fchon oufgefommen, ober eS ift no4 nid)t für bie gonje fotholifdhe 5?irdhe oorgefdhrleben; eS tfi nur für einjelne DiiJcefen geftattet. iJtun bebenfe, boà ^^le^eidht oHe gefie, beoor fie allgemein eingeführt mürben, fdhon längft on bem einen ober onberen Orte, in btefer ober jener DiiJcefe, befionben hatten; mirfi bu nidht Oermuthen bürfen, boà oudh biefeS gefi eineS ^ogeS ein gefi ber gonjen tir^e merben liSnne? Senn bieS ober oudh nicht eintreffen follte, bie Ghre beS hl- GrjengelS ©obriel wirb ni^t borunter leiben.
S. Sirb benn boS geft beS ht- GrjengelS, ber unS hier befdhäftigt, tu unferer Diöcefe auch gefeiert ?
21. Sowohl. Du finbeà fein ^efi ouf beu 24. 2Ãärj ougefe^t unter ber Bejeichnung: festum sancti GabrieUs Arcliangeli|; in anberen Diöcefen wirb eS am 18. äRärj gefeiert.
S. So rüdCt eS jo gonj nahe an boS gefi 9Koriä Ber= fünbigung heran. GS ifi ein fdhöner ©ebonfe, boS geft biefeS hl. GngelS in bie unmittelbare 9?ähe beS gefieS ju bringen, on welkem wir feine gnobenreidhe Botfchoft on SJtario feiern. 3fi oudh fonft noch etwoS geeignet, auf ben 3ufainmenhang hinjumeifen, ber jwifdhen feinem gefie unb ÃRoriä BerfünbU gung befiehl?
?l. 3iaerbingS. DoS Goongelium ber ÃReffe ift on beiben gefttagen baffelbe. GS erjählt unS bie Senbung ©obrielS on 5D?ario, um ihr bie Botfdhaft ju bringen, boà fie 9Kutter ©OtteS merben foüe. Sie bu fiehft, gibt boS ongegebene Goongelium eineStheilS ben Inhalt beS gefieS ajjortä Ber= fünbigung on, enthält ober onberntheilS oudh ben gnaben= reidhen 2luftrog, woburdh ber Grjengel ©obriel fo befonberS ehrwürbig in unferen 2lugen ifi.
S. Senn nid)t einmal bem^Gngel ©abriet ein gefi in ber gonjen Ãirdhe ongewiefen ift, fo fann idh ft^on benfen, boà bem Grjengel 9}aphael biefer Borjug ebenfowenig ju Stheil geroorben ift. GS mirb ober oleHeidht oudh biefem Gngel in einjelnen Diöcefen ein geff gefeiert, ^ft bem fo?
"it. jawohl. 3n unferm GrjbiSthum unb in manchen onberen BiSthümern toirb fein gefi otn 25. Dctober gefeiert. Du finbeft eS benannt olS festum s. Raphaells Arcbangeli.
S. Gnthält auch boS GoongeUum biefeS gefteS eine Grinnerung on bie Shätigfeit biefeS GngelS jum Sohle be Olienfcheu?
?l. gür oUe gefitoge ifi eS eine allgemeine Siegel, boà bei ber hl- SReffe foroohl, olS oud) bei ben firdhlichen Sog: jeiten biejenigen Stüdfe beS olten unb neuen SeftomeuteS jur Berioenbung fommen, loel^e bem gefte entweber ju ©runbe liegen ober boch wenigftenS eine flnnreidhe 2lni»enbung auf boS gefi juloffeu. Du borffi olfo gewià oermuthen, boà oudh boS Goongelium om gefie beS hl- GrjengelS 9?aphael für feinen 3<Dedf gut gewählt ifi- 3n bemfelben it)irb unS be= ridhtet üon einer groÃen 2lnjahl Detfd)iebenortiger Jlronfeu, roeldhe ju ^erufalem in ber füuffodhen Säulenholle Bethfaibo logen unb ©efuubheit erroorteten oon betn Soffer eineS nahen SeidheS, loel^eS burdh einen Gngel iu Beroegung gefeljt iDurbe.
S. Soll benn ber Gngel, roeldher hernieberfiieg unb boS Soffer in Beroegung feÃte, ber ht- Grjengel ^Raphael ge: roefen fein?
21- DoS roirb nicht ouSbrücftlch gefagt. GS liegt ober fehr nohe, hier on ben Grjengel ^Raphael ju benfen. Sein |
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9?ame Bebeutet |a ,@ott tfl'S, ber ^eitt." er toorjug§=
weife ®otte§ böte an bie aKenfc^en war, um ihnen in Kranit heit unb ©ebrechlichteit §ülfe unb Teilung ju bringen, gebt ja ganj befonberS audb auS ber anmuth'igen ©efchichte beS Dobias hei^'or, bie an feinem gefie theilweife als @pifie( tier= menbet ip. Der ©ngef fetber fpridht hier feinen oon ©ott erhaltenen Auftrag mit ben Sorten auS: âUnb nun hat midh ber §err gefanbt, bidh ju heiten unb ©ara, baS Seib betneS ©ohneS, üom böfen ©eifte ju befreien. Jch bin ber Snget ^Raphael, einer öon ben fieben, bie Por bem .perrn ftehen."
©. Jft es nicht auch ©üte, ben hl- 9?aphaet als be= fdhü^er auf 9ieifen anjurufen?
21. greilidh, eine fehr allgemeine ©itte, welker bie Kirdhe fidh felbft angefchloffen hat. ©ie lehrt unS nämlich in bem üon ihr empfohlenen Sfeifegebete folgenbe Sorte fpre^en: â3luf ben Seg beS griebenS unb beS ©lüdfeS leite unS ber aümädhtige unb barmherzige §err; unb ber ©ngel ^Raphael begleite unS auf bem Sege, baà wir in grieben, ©efunöheit unb greube wieber nach §aufe äurücCfehren." Sluf welchem borgange biefe ©itte beruht, ift bir fdhon flar, ohne tjaà ich eS bir fage.
©. ^ebenfalls barauf, boà biefer @ngel ou^ ben jungen DobioS ouf feiner 3ieife begleitet unb gefunb nnb wohlbehalten in boS eUerüdhe §auS jurüdfgeführt hot. SoS hat eS nun ober ju bebeuten mit ben bejeidhnungen ©ugel unb ©rjengel; ifi bomit ein Unterfihieb unter ben ©ngeln ongebeutet?
SI. greilidh. DoS Sort ©ngel â angelus â ift ber griedhifchen ©pradhe entlehnt, unb bebeutet fo üiel olS böte. Die (ängel finb jo boten ©otteS. DiefeS Sort brüdft olfo ben beruf, bie Dhätigfeit ber himmlifchen ©elfter ouS, meldhe fie im Sluftroge ©otteS on ber Seit ju üoUjiehen hoben, bejeidhnenb brüdft biefen ihren beruf ber h- Slpojiel ^ouluS ouS, inbem er fdhreibt: â©inb fie nicht oU^ bienenbe ©eifler, ouSgefanbt jum Dienfte berer, weldje bie ©eligfeit ererben foHen?" Die ©ngel ftnb nun ober nidht oUe gleich; bie einen gehören einer höheren Orbnung on, bie anberen einer tieferen. Jm Slnfdhluà on bie h' ©(hrift, welche bie feiigen ©eifter nach üerfchiebenen benenuungen gruppirt, hat ftch bie firchliche ©ewohnheit ouSgebilbet, neun ©höre üon ©ngeln ju unterfcheiben. Senn bu je brei ©höre äufammen= flellft, fo mirfl bu fie leicht überfehen unb behalten fönneu. bei ber Slufjählung pflegt mon folgenbe Orbnung einjuholten: ©ngel, ©rjengel, gürftenthümer; äJJächte, Kräfte, ^eerfchaften; Dhronen, Gherubim, ©erophim. â Jdh glaube un jweifelhaf t, fogt ber h- SlugufljnuS, boà fte fleh irgenbwie unterfcheiben; ober waS jene SluSbrüdte bebeuten unb wie fie ft^ wirflich üon einonber unterfdheiben, boS loeià ich ni^t." Du erfennft nun üon felbft, baà bur^ bie benennung ©rjengel â archangelus â eine befonbere unb jtoar höhere Orbnung ber ©ngel ge= meint ifl.
©. ©ibt eS wirflidh nur fieben ©rjengel? Der ©ngel SRophoel fogt jo fo ju Dobias.
21. Jch habe bidh früher fdhon einmol borouf aufmcrf= fom gemadht, boà ©ieben eine h- 3aht ift- ©S ifl mahr= fcheinli^, baà jener h- ©ngel mit ©ieben eine unbeflimmte groÃe Ãah^ hat onbeuten lü'otten. Die SluSbrudtSmeife bet h- ©chrift läÃt borouf fchlieÃen. ©o heiÃt eS im budhe ber ©prüchwörter âbet ©erechte fällt fiebenmal." Domit foCl D[fenbor gefagt werben, boà ber ©eredhte oft fällt. Sluch ifl bir befonnt, boà ^13etruS einfi fragte: ^err, wie oft foll idh meinem bruber üetgeben, menn er wiber midh fünbigt? ©iebenmol? JefuS ontwortet: S^iicht fiebenmal, fonbern fieben= jigmol fieben. SRit onberen Sotten heiÃt biefeS: bu fottfi beinem bruber üerjeihen, fo oft et bich beleibigt hat; tcäre eS ouch noch fo oft; wäre bie 3ahl ber beleibigungen auch eine unenblidhe. Ueberhoupt gibt cS, wie ouS üerfchiebenen Slnbeutungen ber h^- ©dhrift herüorgeht, unjählbor üiele ©ngel; wie fich biefe ouf bie einjelnen ©höre üertheilen, barüber lieÃen fidh oHenfoHS bermuthungen onftellen, nie ober fiihere Slngaben machen. |
©. Kommt nun aüen ©ngeln ber üerfdhiebenen ©höre bet ÃJame ©chngengel ju ober üieQeicht nur einjelnen Orb-- nungen betfeben?
SI. Dorüber gibt eS üetfdhiebene 3)?einungen; bie Kirche felbfi hat fidh niemals mit beftimmtheit barüber ouSgefprodhen. ©ie begnügt ftdh bomit, unS üorjuholten, boà ©ott fich ^Je^ ©ngel jum ©chulje ber 2)Jeufdhen bebient, boà eS h- ©chu<J' engel gibt, unb biefer Sehte hat fte noch befonberS SluSbrudE gegeben burch ein gefi, weldheS fte ju ©hren ber h- ©chu^= engel ongeorbnet hat.
©. Jdh habe midh fdhon wieberholt baüon überjeugt, boà biefeS geft fich in meinen ©horbüdhern auf ben 2. Oftober angefetjt finbet, boà eS hingegen tegelmäÃig auf ben 1. ©onntag im ©eptember gefeiert mirb. Sohet rührt biefe betfchiebenheit?
SI. 211S befonbereS gefl befleht boS gefi ber h- ©dhnU^ engel â festum sanctorum Angelorum Custodum â erfi feit 200 Jahren, grübet war eS, wie idh fchon ange' Deutet habe, mit bem gefie beS h- 3)?idhael om 29. ©eptember, JU einer geier üereinigt. Sährenb eS nun für bie Kirdhe oagemein ouf ben 2. Oftober gelegt mürbe, gefiattete 'iJopft Klemens IX. im Jahre 1667," baà eS in Deutfchlonb ouf ben 1. ©onntog im ©eptember gefeiert würbe nnb jwar mit Oftoüe. ©o gehört olfo oudh ber 2. ©onntag tm ©eptember, wenn er nicht burch ein höheres gefi beonfprucht wirb, no^ bem ©chutjengelfefle on.
©. Jdh" habe eS oudh f^)on erlebt, boà biefeS gefl om legten ©onntag im Slugufl gefeiert mürbe; wie läÃt fich bieS tnit beiner Slngobe in ©inflong bringen?
St. Die Slngobe, om 1." ©onntag im ©eptember, ift nidht gonj genou. ©enou muà gefogt merben, eS ift on bem ©onntag ju feiern, welcher bem 1. ©eptember am nächflen Uegt. "göClt olfo bet 1. ©eptember ouf einen ÃJïnntag, Dienjiog ober "DMttwodh, fo wirb boS ©chu(5engelfefi bei unS auf ben üothetgehenben ©onntog, weldher ber legte im Slugufl ifl, gefeiert; fäÃt bet 1. ©eptember hingegen auf einen Donnerstag, greitog ober ©omStog, fo ifi biefeS gefl am nochfolgenben ©onntag ju feiern, toelcher ber erfie im ©ep= tember ifi.
(EliUaruno kr faurctatnfdjcn fitauci.
III.
9ïun wenben wir unS an biejenige, wel^e bei bem bteimol heiligen ©otte unfere gürfprecherin fein wirb. Sir rufen fie junä^fl bei ihrem eigenen Dfomen an, bei bem 9?omen, ben fte üon Jugenb otif geführt hat. ©ie führte biefen D^ïomen, ehe fie mit ben glotteichen benenuungen be= jei^net mürbe, bie f^ie ft^ in ber "golge üerbiente unb bie bie Kirche in biefer Sitonei feiert: jener 9?ame muÃte baher obenon flehen.
Sancta Maria, ora pro nobis. ^eilige SOiaria, bitt' füc utt?! |
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@§ ïann einem nid^t iin(erïtPi|en, baà bev 9lame
â'iD?atta", ebenfo mie bie ^îamen beS @rlöfer§, einen ©inn unb eine Sebeutung halben muÃ, metcber ber 2öürbe uub ©tellung ber Trägerin enlfprid^t. ®a§ loirb jebem um jo mehr einleuchten, ber bebentt, baà bie heiltgen Sater audh ben unê überlieferten 9îamen ber (Sltern ÃJÃaria'S eine fold)e Se= beutung beigelegt haben: joachim, b. i, âVorbereitung be§ ^errn"; Slnna, b. i. â©nabe". â jnbeà fmb bte ®otteâ= gelehrten nicht einig über ben ©inn beS ÃBorteS â3JZaria". 'Die finnüollfte (Srflärung bürfte (mie einer unferer bebeu= tenbpeu Theologen bemerft) bie fchon oom hl- ^ieron^muS angebeutete fein, mona^ ber Dîame âü)fario" fo üiel h^iÃt al§ âErleudhtung" (illuminatio) ; benn baburdh mirb in ber be= ftimmteften ®eife namentlich ihre jungfräulidhe ûJîutterf chaft dharafterifirt, fraft melcher fie nach öem SluSbrudte bir tirche ol§ mafellofer ©piegel ba§ iu fie etugegoffene emige Sidht ber 2öelt ausgieÃt; fie 'ift als ÃRutter beS (grlöferS bie ü)fittlerin beS Sidhtes ber ©nabe für bie ÃRenfihheit. ©o oerfiehen mir ouch fofort, marum fie im hohen Siebe âïRorgenröthe" ge= nonnt loirb: oenn gleichioie bie lUïorgenröthe nichts mit ber 9îa(ht gemein hat, fo hat ÃDfovio uichtî" mit ber ©ünbe gemein. Seim 2lufgange ber lOJorgenröthe oerfenfle ©oti ben" tiJnig Pharao unb bie ©einigen im rothen Ã)?eere; burdh bie Ser^ mittlung iJforio'S, bie loie eine aJîorgenrijthe in bie 3Belt tritt, üerfenft ©Ott ben üeufel unb bte ©ünbe. â jn ber 9îegel überfe^t man ben 'Jt\imen â4)^aria" mit ben Sorten â©tern beS üJieereS" (Stella maris). Der hl. Sernharö (t 1153) beutet biefe Uebertrogung in folgenber SBeife: jeber ©tern entfenbet meithin feine Sichtftrahlen, bleibt aber felbft unoer^ fehrt; ebenfo hat bie jungfrau ihren ©ohn geboren, ohne im ©eringften ihre jungfräulidhfeit jti beflecfen. Die Strahlen, bie ber ©tern entfenbet, üerminbcrn feineSmegS feineu Sicht= glanj; ebenfo hat jefttS (ShriftuS, inbem er "auS Ãliatia ge= boren murbe, ihrer 2)Jafcllofigfeit nicht ben geringPen Ãiutrag gethan. ©ie ip ein ©tern oon herrlicbPem ©lonje über biefem groÃen loeithingebehnten ^JJJeere ber fflelt, boS feiner fo feljr beborf. D tljr aQc (fährt er fort), bie ihr auf biefem purut: betocgten ïUieere boherfahrt, toenbet eure Slidte niemals üon biefem leuchteuOen Sterne ob, toenn ihr nicht üon bcn bro= henbcn gluthen üerfchlungeu toerben moHt! 'JÃenn ber Sturm bcr Serfuchungen pd) miber eud) erhebt, menn ihr in ©cfahr feib, on ben tlippen ber ïrübfale ju pranben, fo blicft ouf ben ©tern, fo ruft SJJorio au! iü3enu ihr euch oon ben SJogcu beS ©toljeS, bcS ©hïÃie'jeS, bcr l"l?iÃgunp uub bcS yjeibeS ht't »"b het getrieben feht, fo locnbct eure Slugen auf brn ©tern uub rufet: Wario! ®enu ^orn, ^abfud)t ober gleifchcSluP boS fd)ioüd)e gohrjcug curcS ©eiflcS in bie îiefc JU ftürjen brohen, fo erhebet eure Slicfc ju ^Dîoria! fflenu ihr üoO Sangen im ^»inblidfc auf bic ©rüÃe eurer l^liffcthoten, toenn ihr üoli beS ©d)redfen8 bei bcm ©ebanfen an boS furcht^ bare ®erid)t ©otteS eudh bie Slbgrüube ber Sctrübnià ücr= fenft, jo, eudh ber Serjmcipung nahe fühlt, o fo benfet on aiiorio! ©0 ber hl- Sernhorb.
Der freunblid)e Sefer mirb tnir nidht jürncu, baà idh biefe längere SluSführung hterhcrgcfe(^t habe; benn ctmoS ©d)iJnere3 läÃt fich äur ©ad)e nidht fogen, als ber erhabene ©eip eineS hl. Sernhorb, biefer Ãierbe ' unferer hl- tird)e, in feiner be= geiperten Siebe ju ^}Jlario hier gethan. Der auftncvffomc Sefer mirb aber ouch gefunben hoben, baà bie beiben Deutungen beS SîamenS âa>?aria â (â(£rleud)tung" unb âStern beS ^UicercS") Pd) gegenfeitig nicht aufheben, fonbern oielmehr in einer fchönen " Sejiehung ju einonber pehen. |
Ora pro nobis (Sitf für unS\ fogen mir nun, toährenb toir bei ber Slnrufung ber brei göttlichen ^f3erfonen beteten: (Srbarme Dich unfer! Damit befennen toir auSbrücflid), baà 3Karia olS ©efchöpf bie unabhängige unb hi3d)fte Sormherjigfeit nid)t ausüben fann, bie nur ©ott ju= fommt. Obmohl toir ihr boher bie erpc (Stelle noch ©ott unb bei ©Ott juerfennen, fo fd)reiben mir ihr gleichtoohl nur eine ocrmittelnbe 2J?ad)t ju: Ueberod ip in ben ©ebeten ber tirdhe nur oon ihrer gürbitte unb Scrmittlung bei ihrem göttlichen ©ohne bie SïcDe. ülïorio bittet für unS, roenn roir fie on= rufen, unb roir toerben erhiirt roerbcn, benn JRorio bittet nie oergebenS.
Ss fei hier gleid) bemerft, boà toir bie 2Borte ora pro nobis bei jeber folgenbcn Slnrufung bcr allerfeligPcn jungfrou in ihrer Sitonei roicberholen. UDir toolleu bamit onbeuten, boà jcbc ihrer Sorjüge unb SBürben, tote pe in ber Sitanci na(h= einanber heroorgehobeu merben, baS finblidhe Sertraucn üer= mehrt, boS toir ibr gefchcnft hoben. i5d)5nen.
(Eine (Ãrünbonnerjiaoö-iJleD'e im Cönaculiim.
(3lbenbma^l§fnale.)
(Slu3 ben St. a3enebiftö::Stimm«Jt).
Slm 5. Slpril 1860 hat pch ju jerufalcm ein ebenfo i benfroürbigeS als rühtcnbcS (Srcignià obgefpiclt. Daffelbe I li<ii in italicuifd)en, franjöpfcheu unb bcutfd)en ©dhriften in gleid)er ämfe Scad)tung gefunben. Da inbeà bie Scrichte I irrige Slngaben enthalten, fo glauben toir ben Sefern einen I DienP ju erroeifen, loenu mir auf ben Scrid)t oon Slugen jeugcu geftül^t (bie beiben "â¢^Jvälaten ©rj^ïlbt Dr. aJîouruS îlôôlter ÃOU (SmouS in ^]Jrag, Slbt ^JlocibuS SBolter oon ÃUJarebfoitS in Selgicu unb bie erlauchte gürpin tothorino oon §ohcnjolleru), bic Segebenheit noch ihrem roohren Verlauf bcr Ocffentlichteit übergeben.
iUîit ben genannten Slugenjeugen bcfanb pd) im grühling 1860 JU jerufalcm olS ouÃcrorbentlicher apopolifdbcr Viptator ber üor einigen jähren als ®rjbifd)of üon ©mijrno üer= porbeuc ÃUJonpguorc ©poccapietro ouS bem Sajaripens orbett. Diefer "heiligmäÃigc '^3rälat äuÃerte in üertraulid)cm treifc bcu iü3unfd), "am ©rünbonnerftage im Gönofulum boS hl. MeÃopfer borbringen ju fönnen. Der fühne ^^lon muÃte inbeà noch ein ticfcS ©eheimnià bleiben. Der hoch^ürbigpc (SuftoS beS hl- SanbeS, ©notbion bcr gronjiSfoner, murbe bomit ücitrout gemad)t. Derfelbe fogte feine .§ilfc ju. Slm iüiittmo^ bcr 1)1- Ghorroodhc monbte pd) Icljtercr mit bcr un= ücrfäuglid)en Sitte on ben Vorfteher beS Derroifd)tlopcrS, tu beffen Ã)Jaucrn jetjt boS Gönofulum liegt, eS tnöge einigen 'IJilgern gepottct fein, om folgenbcn 'DJîorgen iu bem $cil g« thum ihre ©ebete ju ücvridhtcn. Die Sitte murbe ouf^eincnb gerne bemiHigt, unb om Vorobenb beu toenigen aJUtroiffenten ijebfutet, pch'iu ber grühe beS folgenbcn ü}jorgeu8 bereit ju holten.
©egen -1V» Uhr erfd)icn bcr (Srjbifchof mit feinem Diener uub noch mchrern ïheilnehmcrn beitn ''IJilgerhaufe, too pd; bcr 9îep ber ©ingelabenen ju ihtn gefentc. Der Diener beS erjbifd)ofS fd)vitt "mit einer Soterne üorauS, unb loutloS, ermortungSooH unb iu tiefer Scroegung folgte ber fleine 3ug burd) bic' nod) tobten, engen ©offen ber hl- ©tobt. SS be= fonben pd) auÃer ben oben ©enonnten unter ben Scgünpigtcn ouch P. aji. Slip ho nS {RotiSbonne, jtoei P. granjiSfaner |
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unb bte im Jabre 1868 im 9?ufe bet Heiligtelt oetflotbene 5D?arquife ^auline Siifolai. ÃRan roat jum ®tonS= ober a)aüiD§tbote gelangt. üDaffelbe mar nocb gefcbloffen. aJian medte einen bet unter ber §alle bingeftredten türfif^en SolDaten, bamit et öffne. Er weigerte ftcb juerft. Docb ein bltnfenber Säadfdiiftb (Dtinfgelö) jauberte ben 6d)lüffel6unb in bte §anb unb flirrenb öffnete ftc^ ba§ D^or. Die ^^ilger traten binauS auf ben fe^t auÃerhalb ber Stabt liegenben fübltd)en Dheil be6 SionSbergei. ES mar naheju 5 Uhr, unb »om ©ipfel beS nahen OelbetgeS grüÃten bie erften Strahlen ber aufgehenben Sonne. Der 3ug beroegte fid) rechts an bem atmenifchen Klofter tnit ber "Saloatorfitche Dotüber, on beffen Stelle ber Ueberltefetung gemöà boS §auS beS Koiphciä gefionben, ido ber ^etr in bet Siocht feiner ©efongennehmung »erhört unb oon 'iÃefruS Oerläugnet roorben. Sin eine bt^t oor biefem ©eböube ftehenbe gteinfäule fnüpft ft^ bie Sage, hiet hätten bte JuDen ben 3ug ^^er Jünger mit bem I2eid)nam bet oUerfeligften Jungfrau, ben fte com Sterbehaufe auf bem Sion (nahe beitn Eönafulum) jur ©ruft am guÃe beS DelbergeS hinobtrugen, überfoHen, um ihnen bie foftbore Soft ju rauben. ES feien inbeà ihre §änbe erftorrt unb in golge beffen mehrere befehrt roorben. Sangfotn fdhtitten bie ^ilger nun bem Orte beS legten 2lbenb= mahleS ju, einem ©ebäubecomplej, überragt oon einer Kuppel unb einem ÃJJinoret, ben ber junge Dag tnit feinem ^uipur übergoÃ. Eine Heine ouS bem EingongSthor gefchnittene Pforte iji geöffnet: man tritt ein. DiefeS S^roeigen herrf^t überoH â eS iji jo Stomoban, bet türlifche gaflenmonot, on roelchem bie ÃJZoSletntn übertogS nid)tS genieÃen bürfen, ftch bogegen oom Sonnenuntergang btS jur grühe ben auS= geloffenfien ©enüffen hingeben. Eben oor einer Stunbe hotte ber Kononenfchuà Oon ber EtbateQe ben 2Ãieberbeginn : beS goftenS oerfünbet unb ^3llleS lag im feÃen erften Sd)litm= | mer. ^uffaHenb roor eS ben Eintretenben, in bet bömmrigen | DhothoOe eine oerhüHte grouengeftolt ju etbliden. Diefelbe blieb roie eine ©ilbföule ftehen unb lieà bie '^ilger ruhig oorüberjtehen Sie bogen im §ofe linfS ouf eine äuÃere Dreppe ein, bie bireft ^jum Eönafulum führte. Die Dhüre beS leiteten roor nur angelehnt, unb pochenben trot
mon ein in ben âSool beS ObergefchoffeS", in boS rounberumroobene §eiligthum bet Ehriftenheit. Hier alfo, fogte ftd) bie ^^ilgerfd)aar, hier roor eS, roo einft unfer gött= liehet ÃJJeifier om Sorobenb SeineS SetbenS ben Jüngern in anbetungSroütbiger Demuth oie güÃe roufd), mit ihnen baS Dfterlomm oà unb boS erfte hl- '!)J?eÃopfer feierte; too Et unblutig pontiflcierte, ehe Er blutig auf bem 2lltote beS KreujeS boS erlöfenbe Opfer DoUbtad)te; roo Er, boS SiegeS= panier beS 2ebenS fchroingenb, no^ ber glorreichen Sluf= erfiehung ben Seinigen etfchienen unb Sid) bie hl. ffiunbmote berühren lieÃ. Hier, roo ouf bie um bte üÃutter beä H"rn gefchoorten Slpofiel im geuer unb Sturm unb ©eben bet ©eift ©OtteS h^tabflieg. H^" toor bie ©eburtSfiätte bet hl. Kirche, ber ältefie Sit? beS StottholterS Ehtifii, bet 3lu3^ gongSpunft für bic in oÃe Seit auSjiehenben 3"Jölfboten. Seid)' heh^e Erinnerungen, roelch' überroältigenbe Einbrüde! Sie ober fieÃte ftch biefer übet oÃe iÃaÃen ben roürbige Schauplo^ ben Sliden ber eintretenben 'l^ilget bar? Sie befonben fich in einem geräumigen, jroeifehiffigen, oon einem Säulenpoore getrogenen gothifchen Siaume, â biefe ©eftalt hat et feit bem iD^ittelalter. 33om Sd)luÃ|tetne beS ©eroölbeS grüÃt noch, rote ein unoerfehtt gebliebenes heil- Siegel, boS Ãomm ©OtteS. Jm Uebtigen trug 2lüeS ben Stempel |
trourigfier SSeröbung, Drofilofigfeit unb Entweihung. Der 9?aum ifi ja feit mehr olS brei Jahrhunberten (Die Söhne beS heil. gronjiäfuS rourben im Jahre 1559 borouS Der= trieben) eine ©ebetSftätte ber Ungläubigen, eine türfifehe aJ?ofd)ee. Der Strohteppich, mehrere an Sihnüren aufgehängte StrouÃeneier, fowie bet überaà gelagerte Staub unb Unroth bejeugen eS. Der Ort ift ou(h ben äJioSlemin hochheilig, jumol bo fte unter ihm bie ongebli^e ©rabfiätte beS Königs DoOib hüten unb oerehten.
Dro^ bet ftörenben Umftänbe roaren bie He^jen unferer ^^Jilget ooà beS Jubels, unb man fehidte fich on, bie in 0leife= fäden mitgebroditcn Opfet=Utenfilien heroorjulongcn.
Do, ftehe, f'türjt ein türfifeher 93urfche mit einem Knoben unb nodh einigen Ktnbetn herein unb legt Serbot ein gegen jebe rcligiöfc H^nblung. ES unterlog feinem Bn^eifel â unfer SSorhoben roor oerrothen ober ctrothcn roorben, unb ber Dürfe roor mit bem gemeffenen befehle onfgefteÃt, bie Oer« meintliehe Entroeihung beS HeiligthumS ju oerhinbern. Er wies aÃe SorfteÃungen ob, weld)e ber granjtSfanet=?otenbtuber gro ©iufeppe, felbft ein 5lrober, in feiner Sproche ihm tnochte. 2)?an bot ihm ©elb on; cS mad)tc feinen Einbrud auf ihn. Setrübt unb füÃe betenb gingen bte ^ilger hin unb her, fnicten bonn on üetfd)tebenen ©teÃen nieber unb flehten ju ©Ott, Er woÃe ihre long genährte heiÃe Sehnfudht nt^t un« befriebigt laffen, an biefer hochheiligen Stätte unb an bem weiheooÃen Doge, an wetd)em bie gonje fromme Ehrijienheit ftdh im ©eipe borthin Oerfegt, bie heiligen ©eheimniffe feiern JU bürfen. Dodh ber Jütfe blieb hartnädig. Do erhebt Pch bie fürftlidhe ^ilgcrin tnit nod) jroei ©efährtinnen unb jieht ben Unbeugfotnen unter befchroichtigenben aJlienen auf bie Derroffe hinouS. Dort lieà et pdh etroei^en, unb reichte bet hohen grau, übcrrounben, bte H^nb jum SBerfptechen, eine holbe Stunbe oor bet Dhüre harten ju rooÃen. EiligP roirb nun auf einem DreifüÃe bet Jrogoltot mit Krujipf unb Seudhtern aufgePeÃt, unb ber Erjbifehof tritt, ongefleibet, jum Opfertifche. Diefen pü(jt, rüdwärtS fnieenb, ein Sohn beS heilicjcn SatcrS Senebift (Don Slnfelmo 9MdeS), roährenb jroei^oubere, bte oben erwähnten Srüber Don a^iauro unb Don ^]3laciDo Soltcr bem hohepriePerlichen Sohne beS heil. Sincettj oon "}Jaul afpftiren. Die Uebermacht ber Empftn« bungen beim Slnbenfen on bie on biefem Doge hier gefeierte Eitife^urtg beS heiligen üJJeÃopferS unb an bie erfte Ertheiluitg bet heiligen Eommunion on "iDJotia unb bie Slpoftel beherrfdht bie" fleine onbäehtigc Schoot. Sei betn ,.© 101 i o" überioältigt innere Sewegung ben frommen Obet= bitten, fo boà et in louteS Sehlüehjen auSbrtd)t. Einet ber bienenben OrbenSmänner rebet ihm ein pärfenbeS Sort ju unb bie heilige Hanblung fchteitet oorroärtS.
Jetjt ip bie Sonbiung ooÃjogen unb jum etpen SKal toieber noch longet 3eit iP ouS bem geöffneten Hitu'uel boS menfdtgeworbene ewige Sort, baS oetflärte ©otteSlomm, herobgepiegen in bie Jhm fo theuere Stätte. ES naht ber unbefihreiblid) hod)hetlige Slugenblid bet Eoinmunton. 3wölf Slnbädhtlgc â getobe fo oiele woren eS, bte ohne oothetige Sered)nung biefer geier beiioohnten â umringen fnieeno ben Erjbifehof unb empfongen unter Dhränen ber ^Rührung ben heiligPen Selb beS Herrn. Jn biefem Slugen« bilde öffnet pd) bie Dhüre unb bet Dürfe tritt ein. Die gürpin, weld)e neben bem P. 2llfonS SKorio SlotiSbonne on einer ber beiben Säulen fniet, winft ihm bittenO mit ber Hanb, unb er entfernt ftch gutwiÃig. ^IS ober bet Erjbifehof ben letjten Segen fpenbete, oernimmt man ouS bem Jnnern |
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be§ ®ebäube§ üerwotrenen Länn. ®er 5^ürfe fiürjt abermals herein, jeijt ouf feinem ©efii^te beu ^luSbrudC gröÃter Se^ ftürjung, unb forbert ju fd)leunigfter glud)t auf. Der ®rj= bifchof betet boS leÃte Goongelium mährenb beS rafchen aiuSfleibenS. (Semäuber, aitorftein, telch â SlQeS mirb jufommengepacft, jum Sheil nod) auf ber Sreppe unb unter ber Shorhalle, unb bie fleine ©chaar fdireitet in tiefem het= ligen ©tinfchmeigen burch ba§ feÃt geöffnete ©ionSthor ber heiligen ©robfirche ju, mo bie Danffogung ou ber ©tätte ber Ãreujigung unb Sluferftehung beS in ihre §erjen einge^ fehrten fönigS ber emigen Grbarmung unb Siebe oodenbet mirb. Die Begnobigten hotten biefe unoergeÃliche Ofter= fommunion, ju bereu 3lnbenfen ein ^ebex einen oom Grj: bifchof ouSgeftellten Ofterfommunion = ©chetn olS foftbare Grinnerung bemohrt, in ber ^Reiuung empfangen, boà ber ^err ihnen bereinfl eine üoUfommen mürbige leÃte heilige Gommunion gewähren uub boS heilige Gönafulum bolb unferer heiligen ^r^e mieberf^enfen moOe. Sie fpäter oerloutete, maren biefelben feiner geringen ©efohr entronnen, inbem bie fanotifdhen Dermifd)e insgeheim befchloffen hatten, bie Vor- nahme einer religiöfen gunftion on jener ©tätte auf jebe Seife JU berhinbern.
Sin^nbuugeu.
XIV. UctiiiuÃcn iu ber V. (Iijbifdjcn) ^irrf)cutouart.
m
Finale ift fa, Dominante ift nt, Ambitus ift fa-fiv.
Quinquo pruden-tcs vir-gi-nos iu-tra-vo-runtad nuptias.1)
Di-xit"Do-minu8 Domino mo-o So-do a dextris nio-is.
Ag-nns Do - i, qui tol - - lis poc-ca - ta niun-di:
mi-80-r0 - ro no - bis 0 sa - crum con-vi - vi-um.
AI - - - nia Inconspoctu an-go-lo-runi.
XV. llebiiuÃcn in ber VI. (hijpolijbifdjeii) ^ïirrtjcutonart.
1
Pinalo ift fii, Dominante ift_la, Ambitus ift ut-nt. Scxta ho - ra so-dit supor puteum.') Di-xit Dominus Do-mi-no mo-o : So-de a dox -tris moisi Ky - ri - e |
lei - son. San - ctus, sanctus, san - ctus.
-Bâ
Ag-nus De - i, qui tol- lis pec-ca - ta mun -di,
mi-se-re - re no - bis. Osju - sti. Gaudeut in coo - lis.
m
0 quam me-tu-endus est lo - eus 1 - ste. A - ve,
Ke-gi-na coe - lo - rum.
6:onmlimcnt. Gin ^ionift bilbete ftch ohne einen ©d)ein oou iÃered)tigung auf feine technifche gertigfeit fehr oiel ein uub lieà feine 'â I5arabeftüdd)en borum loeit fd)mieriger erfcheinen, olS fte iu Sirflichfeit moreu. Do traf oor nicht langer gcit ein ©djolf ben ^logel auf beu ^opf, ittbem er bem âîîûnfller" ooll fpöltifd)er Beiounberung boS Gompliment machte: â©ie übecioinbeu felbft bie lei^teften ©ochen mit ben gröÃten ©chmirigfeiten!"
Ãllblirf): 4)err (ju einem aJJufifcr, toelcher bie 9îoten beS eben oufjuführenben ©tüdfeS an bem SDîunbftilcfe feineS ^nflrumeuleS befeftigt hat): âBitte, moS ift baS für ein ©tücf?" â âDaS?"boS ijt ein üühiitbftücfl" â ich
meine, maS ©ie blafeu?" â â3ld) fo, gogottl" â â3lber nein, ich meine, mie bie 'IJiöce heiÃt, bie ©ie ausführen toerben?" â â3ld) fo! Duoertüre yir. 32!" â âDanfe befienS!" fagt ber groger J;'unb'entfernt ftch, ungefähr genau fo fing, toie oorbeut.
©d)tuad)Cà (ÃcDnrfjllllfij. a)hiftfant (belruttfeit) : â©ie grau, fönnen ©ie mir oielleid)t fogen, mo ber ©tabtmufifuS il)lat)er mohnt?" (lodjenb): âGi, ber finb ©ie jo felber!'- ajiufifout: âDumme ©onS, baS meià ich aud), ober mo er mchnt, toeià id) nid)t!"
Jffilc öic 3)îclflciv fo öle ©röftlev!
î^u bem jungen gröfd)leiu fprad)
Ginfl ber alte grofch: ^^^adfer
^löret mir bod) einmol ouf
ü)Mt bem eioigen ©equoder.
©olcher Son mag Ohrcnfd)mauÃ
gür eud) fein, ihr jungen Sh^ren,
Dod) JU hören eine Ouol
Unf'reu fouggemohnten Ohren.
Sie'S für gröfche |ld) gebührt
ajiüÃt l)>ibfd)e Seifen fingen.
Daà ber helle, reine Son
Durd) bie Sälber mög' erflingen."
âGi, fo lehre bu eS ttuS!"
9îief eiu gröfd)lein laut â â^a! 3a!"
©d^rieen oUe onbern â âCehre unS!"
âyjun fo h<3rt benn ^uugen'S: âOtto! Ouo! â |
1 i. 3n ber fcd)ftcu ©tunbe foÃjcr ant »runnen.
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Neuigkeiten ans dem Yerlage der Jos. KöseTsclien Ãucliliandlnng in Kempten.
Zu bezieben durch alle Buclihandlungen des In- und Auslandes, in Aachen durch Albert Jacoi)i & Co.
Mosandl, Andreas, JubiläUlllS-Predig'ten. üb^rdarjon unserm heil. Vater Papst Leo XIII. ausgeschriebene und unter den Schatz Mariens, der Königin des heil. Eosenkranzes gestellte ausser- ordentliche Jubiläum im Jahre des Heiles 1886. 112 Seiten. 8°. Preis Mark 1.50.
Diese von mehreren hervorragenden Theologen als ganz vorzüglich bezeichneten Predigt-m auf das diesjährige Jubiläum enthalten eine überreiche Fülle von Gedanken, Anregungen und Gesichtspunkten für die Auffassung des gegenwärtigen Jubiläums und werden gewiss von jedem Prediger will- kommen geheissen werden.
XA* des heiligen Vaters Leo Xlll.
Holl, Joseph, JLfie 'Xilicycilha (i. Novemb. 1885) über die
christliche Staatsordnung. Sachlich gegliedert und mit Nachklängen versehen. 98 Seiten. 8". Preis M. 1.â
Eine lichtvolle, von aufrichtiger Begeisterung durchdrungene Er- läuterung zu dem bekannten vielbesprochenen Rundschreiben des heil. Vaters, welche ausser der trefflichen deutschen Uebersetzung auch noch den voll- ständigen lateinischen Originaltext enthält.
Koneberg, P. H., Jubiläums-Büchleiii.
Gewinnung des von unserm hl. Vater Leo XIII. für das Jahr 188G be- willigten ausserordentlichen Jubiläums-Ablasses. Mit Genehmigung der hochw. erzbischöfl., fürstbisch., und bisch. Ordinariate von Freiburg i. B., Brixen und Augsburg. 16°. 40 Seiten. Zwoltto Auflage. Preis 15 Pf., bei Partiebezug billiger. Für die Gediegenheit des Konebcrg'schen Jubiläumsbüchloins sprechen wohl die allein schon bis zum Beginne des Jubiläums 'erschienen 12 starke Auflagen.
steigenberger, Max, Die Bluiiie voii Kaufbeureii.
Ein Wort zur Würdigung der Verhandlungen über die Seligsprechung der ehrwürdigen Dienerin Gottes, Maria Crcszensia IIöss von Kauf- ^J beuten. 44 Seiten. 8°. Dritte Auflage. Preis broch. 25 Pfg. Das rasche Nöthigwerden dreier Auflagen beweist wohl am IJesten die Beliebtheit des zur Massenverbreitung unter dem kath. Volke besonders geeigneten Schriftehens.
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Handbuch der Harmonielehre von Moritz Brosig.
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^ür bcit ^ouat ^ai
empfiel)li bie öurfjOrtniHnnn ö. «»er in TonautuürtI):
SiuoK, S. lyvcubcn nnb l'ciöcu ber jung«
ftnulid)cn 03otleiJmutter üJJaria, in ®clrad)< tuiiflen fiir ben Warien-Wai gejdiilbcrt. <ereiö brod). aJM.80; neb. 2. 30; geb. in Gbaarin mit (yolbfd)nitt 5.30
a)Jorlcn|JVciö, ^Jai' nnb 'Brcifiiflft.Slnbnditfn jur felirtften Jungfrau 2)Jiuia. 3um üffent- lid)cn unb "â iJriimtnebrnud) mit Gkbeteii, fiiebcru unb üiiancieii fiir jeben Podien« tofl, nebft Worgen», 'â UJefi« unb Slbeubge» beten. llJit bifd)öff. ?(pprobation. (it Seiten, ^reiö brojd). -10 ^^Jfg. geb. 60 «^fG-
^)lofcnfrrtn{''J(nl»nrf)tCM nebft einem 9(nl)ang uon Jjiorgen«, Slbenb', ^Jiefj«, 4)cid)t« unb Uommuniongebeteu unb 21 Litaneien. 23 ®og. brofd). OJt. 1.50; geb. iu Jtallfo W. 2.20
äl^at'ia Oon ber immcrmabrcnben i^il je. garben-^ brttdbilb in 16° mit «ebet auf ber Siiicf« feite. 1.) ^rei« per ©tiirf 10 qsffl.
per 100 (fjemplare Dl. 9.50.
2)aöfdbc Webet o^nc öilb unter bcmXitcI: â0)ebct in ber 5?oth ju "HJatia, unferer guten Wuller, ber immcrmäl)rcnbcn ^Mlfc." (SluSgabe II.) ^reiS per lüO GEcmplarc f)0 ^Pffl.
SSttdjOanbrung ,^uer in 5önaun>ötiO
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SSeranttoortlicher Slebafteut SS. Sdjönen in Cberbilt. â 3)nid unb «erlag non Gilbert Jacobi k llo. in «ad)cn.
ocr page 43
m, 6.
êupxmklî
für UtttÃofifc^e ^tr(f;cnf(ittger.
®t(iti«=S3ciIn9c juiit â@rcgotiu«=S8Iatt", Dtpit fiir Mjolif^c ttt(|cnmurtt
3nfmion8flebSi«n:
»ie flejp. Ãîetitîelte 30 OTpfa
SBeftettuiigen
neunten otte iPofl»anjlaIte«
uub iQu^^anblungen ait,
in Staden 3(lbirt3acob{ A fio
Slbonnemenlêurei^ pro
5IJfatl 1.20.
öei Sejufl to oil tnS
10 (fyent»!. ^f.
Ãorto 6ei biretteï ©enbuitjj
Wirb eftra 6ete^net.
â©crae, baà b« mit bem î>erjcn fllanbfl, loaS bu mit bem ÃDJunbe (litflfl, unb in üÃetleu
bet^Stiafl, loa« bu mit bem Ãetieu glauip." (îoiicil in Åart^ago to. 3. 398.
|
Die |)ttM0t
Gin junger ^riefler fttjt tjerjagt Unb faft toor ©ott Ttd) I)eut' beflagt,
er bet aOeiu gleiÃ' unb ©diröeiÃ' SJicbt toirffamer ju prebigen loetÃ.
fehlt bei aUer Siffenfcbaft Der ^ebe ©d)»tung, bie 9JebnerIraft; Gr ftrengt fich übermäÃig an; Doch olljufchroach i|t fein Organ; â Unb lote fein SBort er audh bcfeelt: Der SÃohlltang feiner Stimme fehlt; Gr mag fi^ nodh fo fehr begeiftern: Gr lann bte 2}Jängel nicht bemeiftern. â 2i3enn Slnbere ftdh hören laffen, Kann faum baS Solf bie Kirche faffen; GS loogt unb brängt fchon oor ber Ãeit Sich b'rin bei jeber gefllichfeit; â Unb faum ber 9Jebner hat begonnen; â Hat alle H^ä^n er getoonnen, Unb jebeS SCort auS feinem Ã)?unb' Durdhbringet ihren tiefften ®runb; â aWan fleht'S ben Slugen an, ben feuchten, Sie fie oon inn'rer 9lührung leuchten, Sie fie flefeiitt/ emporgetragen 3u ©Ott, baS eig'ne Selbft' oerflagen, Sic ilberftriJmet "fie oon 9?cuc Unb Oon ©clflbben cio'ger Drcuc. â Senn aber er baS Sort ergreift: Sohin fein flücht'gcr ©lief aud) ftreift, Sicht er ein tnn'reS ÃJJiÃbehagen, SllS looOe fich baS Solf beflagen; Gr muà c8 bulben, baà fogar, â DaS allerfchmcrjlid)fic fürioahr ! â Sich mandhcr auS ber Kir^e fdhlcidht, Senn er fleh auf ber Kanjel jelgt, Unb Slitb're, bic jtoar noch Ocrblcibcn, aJUt Schlafen fid) bic Ãeit oerlreiben; â Unb, bie ihn hiJrcn, mcrft er balb, ?äÃt tmtner feine {Rebe falt. â Das fchmcrjt ben frommen ^riefter fehr; Gr miJ^te gar nidht prcbigcn mehr; Unb fli^t nun ba; fo jag unb trübe, Slls ob er recht fein 2lmt nicht übe. â Wa' fein Sertrauen ifl gcmtdhen, |
Der Klcinmuth hol (janj bcfd)lidhen. â
Gr hatt' eS fletS fo gut getneint;
Unb heute hatte er oereint,
3)îehr als geiobhnlich, aOe Kräfte
3u bem ihm iDid)ttgflen ©ef^äfte. â
SaS hatte er itidht aufgeboten! â
GS hätte toeden felbfl bte Dobten,
So glaubte er, bie 9îebe fönnen,
3u ber er fah ben Schlaf fid) gönnen
So ÃRandhe, ach, im §aufe ©otteS,
Unb ber, tnit ajfiencu oollcr ©potteS,
Daà eS fein JnnerflcS empört,
©ar mander 2lnb're jugehört. â
GS loodtc ihm ber Ã}?uth nidht flcibcn
2)Mt bem er fprad), fonft fo befcheiben ; â
Das fühlt' er jc(}t, unb fagte ft^:
Du f^iocigcfl befTer fldherllch; â
Du taug'fl jum 9îebucr etnmol nimmer,
Unb miihefl biih oergeblidh immer! â
Do flopft'S an feiner Dhüre ou'j â
Uub fleh, â cS fleht oor ihm cm iDîonn
ÃJJit hcUcn Dhränen in ben 3lugen:
âHerr, oiel ©creb' fonn hier nicht taugen!
âJd) hab' fchlecht Sehen long' geführt; â
âDoch eure '^^rebigt hat gerührt
â3)lit ©otlei ©nabe fo mein Herj,
âDoà mir'S fofi brldht Oor Jlîeu' unb édhmcrj;
âDrum folgte idh eudh ouf bem guÃe:
âJch bin bereit ju jeber SuÃc! â
,Ãi\\x toolll mir helfen unb tnld) retten
âSluS meiner Sünbcn Sdhmod) unb Ketteit,
âUnb jciget mir, tolc ich'S beçjinnc,
âDoà frohe ^^ gemmnc
âDurch 3efu, bcS GrlöferS Slut
â3u neuem Scheu fromm unb gut!"
Do richtete ber 'â¢^3ricfler fl^
Gmpor, beioegt tief innerlich,
Unb reifte frcunblidh ihm bie Hanb:
â©epricfeu ©ott, ber bid) gcfonbt!"
âSei gutes ©îuth'Ã: ©ott hilft ooÃbrlngcn,
âSoS clg'ner Kraft nld)t mog gelingen; â
âUnb gerne fleh' id) blr bereit
âajiit à loth unb Dhat ju oUer 3cit! â
âDodh moù' mir offen nun geftehen,
âDurch toeldheS Sort ifl benn geftehen
âDie StnneSänb'rung fromm in blr, |
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|
â®te bich SSüÃer führt ju mir?" Unb b'rauf ber ©ünber reuig fpricht: â§err, td^ tiergeff' be§ ffiorteS nid^t, â®e§ einen ni^t, mein Seben lang, â®a§ mie ein ©chmert burdh'S mit ÃJi^ang/ âUnb b'rüber mir'S fajl ift gebrodhen; â âShï hattet lange fd^on gefprodhen; âjdh hfl^' iJa^ 5iae§ nidht terftanben' .,2Ãar JU tiel SBei§heit b'rin oorhanben! â â®odh ober, al§ ihr, müb' unb heiÃ, â(gudh mufdhet üon ber ©tirn' ben ©dhmeiÃ, âUnb fagtet: ââ9?un jum jmeiten Shetl'!"" â®o trof bteS 2Ãort midh, mie ein ^feil! â âUnb bei mir felber bachte tdh: âSBahrhoftig, 'S ip oudh 3eit für bidh, â®oà Du JU onb'rem Seben geh'ft âUnb ©Ott ni^t lönger miberpeh'ft! â
â3um jmeiten STheilr jmeiten j^heil!" âDem äSort üerbonfe ich "lein §cil, âfflenn ®ott ben erfien Sheil üerjcih't, âUnb mir jum jmeiten troft Oerleih't!"
mor ber Slugenbltdt ber ®nabe, ®er hoppelten, für Seibe g'robe! â ®en ©ünber hott' bteS 2Bort gerührt, Den ^riefler hatt' eS überführt,
©Ott es ip, ber mirft unb fchofft, Unb nicht beS SlebnerS ©eip unb troft! â Unb mie'S ben ©ünber hat befehr't, §ot es ben ^rieflet meif belehr't, Vor ©Ott pch nidht mehr ju beflogcn, jn feinem Slmt' nicht ju üerjogen, 3u fäen fort ben heirgen ©omen. Stuf ©Ott ücrtrou'nb, in ©otteS 3?omen, Unb jhm'S attein ju überloffcn. Den ©eip, boS Seben b'rin ju foffen. Daà Pe gepalten ftdh jwif S^^wf^t jn feber ©eele, bie (£r fu^t. â
CStbcon 0. ;5nbt.
V.
DaS üorP?henbe ©ebi^t meines hodhüerchrten greifen greunbeS ©cbeon ü. ber §eibe (Dechont Serger in Sopporb) hat midh itnmer gonj befonberS angemuthet." Unb toenn cS Dir, Ueber Sefer, im erPen Slugenblicfe üielleicht etmaS fottber^ bor Dorgefommen ift, boà id) baPelbe hier abbrudten UeÃ, obmohl eS in gor feiner Sejichung ju bcm Ãmedte unfereS SlatteS JU pehen fdheint, fo mirp Du mein Serfohren toohr= fdheinlidh nidht mehr miÃbiOigcn, menn i^ boron erinnere, boà bie heil. SD^upf unb namentlich ber gregorionifdhe Ghorol eine â2lrt heiliger Screbtfomfcit," eine Slrt 'i)3rebigt für bie ©läubigen fein foQ. ?luch ber hl- ©efong hot nämUdh 'nit= jumirfen an bem ©otteSmerfe ber Sleinigung, Grlcuchtung unb ^eiUgung beS SKenfchen. Gr foD für bie ©läubigen nidjt nur eine OueHe heiliger greube fein, fonbern er "foH au^ mefentli^ boju beitragen, baà bei ber geier ber heiUgen ©eheimniffe bie üerfomraeUen Ghififien in lebenbigem ©lauben, in hl- ©hi^furtht «nb Slnbadht mit ber tir^e beten unb flehen, loben unb lieben, trouern unb büÃen, jubeln unb froh= lodfen, boà pe gerührt ihre |)erjen ber gottUdhen ©nobe ijffnen, boà fie bie ©ünbe haffen unb boS ©ute lieben! â |
SJie nun ober ber Srfolg ber '^Jrcbigt nicht fo fehr oon bem ^rebiger unb feiner gröÃeren ober geringeren fünfte fertigfeit obhöngt, olS Dielmehr üor SlOem üon bcr erleudhtcn= ben unb Pärfenben ©nobe ©otteS, fo gilt baffelbe oudh t'on ber SBtrfung beS hl- ©efongeS in ben |)erjen ber ©läubigen. Sffiie baher ber '^Jrebiger (um mit ©t. ^]ÃouluS ju reben) nur âfäet" unb âppanjet", ©ott ober SJochSthum unb ©e= beihen geben muÃ, fo oermog oudh ber fir^Udhe ©efangchor nur JU föen unb ju pponjen, ber §err ober ip eS, ber bte â©rbouung" bemirft. Unb in biefer §injidht peht ber ^ot ber fdhUdhten Dorffirdhe mit bem üorjügUchpen Dom^Gh"^^ ganj ouf glcidhcr Sinie.
Darob fönnte nun möglidhermcife ein ^pfpfuS bcn ginger bebädhtig an bic 9iafe legen unb behagUch fchmuujelnb olfo folfuliren: Gi, boS läÃt p^ höi^en! DoS moOcn mir uns hiuter'S Ohr fdhreiben! Denn bo üerfchlägt eS ja h^^' nidhtS, ob ber ©efong fo ober fo geht; ob tnöglidhft gn^ ober mogUdhP tnifcra'bcl gefungen mirb; unb boS mühfame â iPrDben unb Ucben fönnte, jumal beitn ©regorionifchen Ghorole, mohl gonj in ffiegfoH fomtnen. ja, ioOte au^ öfter ein ©efongftüd totol ouS bcm Seim gehen, fo toäre bamit nodh imtner nidht gefogt, baà unten in ber tirdhe nun auch bie SJirfung gleich 9iuC[ fein mü^e!
SBoS foü ich bem ^pfpfuS ontmorten, Ueber Sefer? jd) beule, mir modhen unS bie ©odbe Ici^t unb loffen bcn gürpen unter bcn tirdhenlchrern, ben heil- SlugupinuS (t 430.) ber üietleidht ber gröÃte ©eip ber gelehrten SeU iiberhaupt genonnt toerben borf, für unS reben. Derfelbe fogt (oHerbingS mieber junädhP tnit Sejug ouf bie %^rcbigO olfo: âHeilmittel für ben Seib toerben ben ®Jcnfchen burch ÃJ?enfd)en bereitet. 3lber bief: ^»cilmittel helfen nur benen, in tocldhcn ©ott bie ©cfuttbhcit bemirft, uttb ohne jh" üermögen Pe 9MchtS. ©ott fönnte notürlid) oud) ohne ff« gefunb modhen: Gr min eS aber ttttn einmal, boà oud) lü'i^ boS Unfrige thun unb bic Heilmittel unferen aJHtmcufdjen bereiten; "unb thun toir eS ouS Siebe, fo giU baS olS et« 2Berf ber Sormherjigfeit unb mirb oon jhm belohnt merben- Gbenfo mirb oud) bie heil- Sc^re, burd) 2)Jeufd)eu ücrfüitbig'^ nur bonn bcr ©eelc .pifc unb .^cil, menn ©ott burd) fctn SBirfen fte boju mo^t. Gr, bcr auch ohne OlJcnfthcn fem GoongeUutn bcn ü)?enfdhcn hätte geben fönnen, Gr hat ge= fogt:"â©ehct hin in oHc SBelt, le"htet ofle Sölfer!"
Die Slntüfubung auf ben heil- ©efang ip nid)t fchio'^- ©Ott bcr ^crr hat burch unfere hl. a)?tittc'r, bie tird)e, bcn liturgifchen ©efong alS' einen mcfcnt lid)en, noth' mctt"bigen SePanbthell beS feierlichen ©ottcSbienPcS attö' brüdfli^ üorgefchricben. Die tirdhe auf Grben tocttcifert burcv biefen ihren gottcSbienplichcn ©efong mit bcn Ghörcn bt^ Gngel unb Heiligen in ber Serherrtidhung ©otleS. Duv^^ ben fcierUdhen mürbigen ©efang legen loir ein louteS öffc«'' UcheS Sefcnntnià ob, baà töi"r ©ott über SlHeS ehren n"^ üerherrUd)en, über SlQcS loben unb erheben moHeu, toie cS F ber himmUfche ©efongdhor bort oben thut, unb mic mir h^if^. es etnp im Himmel thun ju bürfen. ©chon borauS ober, boà jeber Ghor für einen mürbigen ®efaug fo^il"' "in feine Gh« borein feften muÃ, bcir. Släerhöd)Pen ein mÃgU'yl mürbigeS Opfer beS SobeS unb ber SerherrUchung borj«' bringen! ^^
Unb maS nun ben onbern Bmecf beS hl- ©efangeS, |
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ifl
|
©ïbauung bet ©läubigen befriftt, fo fage td) juräd^fi: SQSenn e§ ohne^ïceifet eine nit^t geringe SlntnaÃung unb 9ïüdtricht§lDfig= !eit gegen bie äu^öter ip, fallâ ^emanb Dor einer groÃen Berfammlung auftritt, o^ne ba§, roaS er fagen ïoiQ, grünb= li^ bur^bad)t unb mit gleià üorbereitet ju ^aben, fo müffen mir nid^t meniger rüdEfi^tloS ba§ ©eba^ren eineS firdjli^en ©efang^oreS finben, ber tn einer mit SÃÃenf^en au§ alleu mögli^en ©tanben angefüllten ^ird^e auftreten miö, o^ne bo§, maS ootgetragen merben foü, ridhtig au§gemät)lt unb mit gleià borbereitet ju hoben. mürbe offenbar eine 31nmaÃung feitenS be§ G^oreS genannt merben müffen, menn er fi^ unter= fängt, âallein" ju ftngen, loähreub aÃe Uebrigen fd^meigenb juhören müffen, unb bodh um beffer ju ftngen, als menn bte erfien S3epen brunten ttn ©coiffe ber kirdhe }u= fommengerufen unb oor bie ïîotenpulte poflirt ujürben. Unb ttenn ber heibnifdf)e îe^rer Ouintilian üom meltU^en 9îebner fagen burfte : âïïïinber gut reben, als man im ©tanbe märe, bas ift nidht etma nur 3iad)läfPgfeit, fonbern eS ip ©ünbe, eS ift 3:reuloPgfeit unb Herrath an ber ©adhe, für meldhe einjuPehen man ftdh anheifchig gemalt hat" â toenn (fage i^) ber alte §eibe ben meltlidhen 9îebnern fo baS Kapitel tieP: maS für eine ©tanbrebe mürbe er mohl mand)en djrip: ti^en ©ängern hatten !i3nnen über ben âBerroth an ber heiligen ©adhe, für melche einjupehen," pe pd) ihrer ganzen ©emeinbe gegenüber âanheifchig gemalt haben!"
bem Sreoe üom 16. Dejember 1870 (ben jffge: meinen beutfd)en Gäcilienoerein betreffenb) fagt aber ber hodhfellge 'HP ^^3itiSlX. auSbrilcflid): âWäd)tig merben bie ©e= müther ergriffen uub jur 3lnbacht angeregt burdh bie heil, ©efänge, loel^e ben feierlichen CS3otteS= bienp ber iîtrdhe begleiten, üorauSgefe(jt, baà bie: falben in folchem ©eipe erbadht ttnb mit fold)er Sorgfalt ausgeführt merben, baà fie ber .^»eiligtett beS Kaufes ©OtteS uub ber aJJajepät beS i)iitu8 ^^",tfprcdhen." â Der 'â¢l^app fnüpft alfo bie erhabene Sirfung beS heil- ©efangeS auf bic ."gerjcn ber ©läubigen ausbrücflid) nicht nur au bic Siebinguug, baà ber ©efang an (b. h- als Gompoption bctrad)iet) gut fei, foubern er berlaugt attd) ebenfo auSbrürflidh, baà berfelbe gut auSge= fiihrt merbc. Griunere bid), lieber l'efer, loaS ber heilige guPin US üon jener iBirfuttg beS heil- ©efattgeS attf feine ®eele bcfennt: âSic fehr meinte idh, " §crr, bei ^6>nen .^i)mncu uub ©efängen, gar heftig bemcgt burd) bic ©timmen Deiner füà rebenben ftird)c!
©timmen floffen iu mein Oh^, ""b bic 'â Wahrheit üergoà fid) iu mein .î»erj, unb cS lobertc ûuf bas ©efühl ber grömmigfeit uub 3lubad)t,uub floffen meine Sh^äucn, unb mir mar mohl." â können mir uuS beufen, lieber Lefcr, baà ber ©reg. GhoraU 3-faiig, ber einett fo tiefen Ginbrucf auf jenen groÃen ©eip u>ad)tc, roh unb haubioetfSmäÃig ausgeführt lüorbcu fei? â 7b ber hl. ©crmauuS, Bifd)of üou ^^JariS (f «'>76), fagt: "tinter bem ©d)mucîc, ber iu ber iîirche glänjt, Ã^fïbcu ûud) bic güttlicheu Sorte in licblid)cm ©e= üorgctragcu, bamit biejenigen, metd)c burch ^»e Sorte' nid)t'erfchüttcrt merben, burd) ben fchönett ^/fang bemegt merben, in bem ©ebanfen, mie groà Ãieblichfeit beS himmlifdjcn ©efangeS fein K^ffe, menn fchon auf ber ^Uilgerfchaft biefer 3eit
iîirche bas Sob Ghripi fo herrlich miebertdnt. ^ 3Ufo, lieber Sefer, fo lieblid) unb fchön foU ber Ghoralgefang |
auf unfern ©ängertribünen pdh gepalten, baà er an ben ©efang beS himmlifdien GhoreS erinnert! Unb ber groÃe ';^apft Benebift XIV (f 1758) fagt üom ©reg. Ghoralgefange : âDos ift ber ©efang, meldher bie §crjen ber ©läubigen jur 2lnbad)t unb grömmigfeit medft. DaS ip ber ©efong, ben, toenn er tu ben iîtrchen genou eingeholten mirb, fromme Ghripen am liebpen hi^ren."
?luS betn ©efogten fdheint mir ju folgen, boà ähnlidh mie bie '^3rebtger beS 3ÃorteS ©otteS, ou^ bie flrdhlidhen ©änger geioipermoÃen olS âïïlîitarbeiter ©otteS" auftreten, unb jmor ouf einem SlrbcitSfelbe, beffen Gigeuthümer ©ott felber (1. iîor. 3, 9.; uub beffen Grtrog ber einjige ©eminn beS fopbaten BluteS Ghripi ift. 3ft boS aber nicht, lieber îefer, in ber Shat ein ^o^ev Beruf? QP boS nid^t eine er= hobene 2lufgobe, bie beS ©chmeiÃeS ber Gbeipen loerth iP? â
âUeber ben §lcfer eineS trägen SDÃenfdhen ging idh (fogt bie hl. ©chriftin ben ©prüchen) unb burdh ben Seinberg eines Sh^ren: unb ftehe! îllleS ponb üoll Dîeffeln, nnb ber gonje Boben mor bebcdft milDornen, unb bie ©telnumhegung marjerPört" â ^oÃt biefer Profenbe îluSfpruch üieHeicht audh auf moudhe Ghöre, lieber îefcr? ©ollte eS unferen Ghöreu glcidhgültig fein fönnen, ob ihr ©efong on beu ©onu= unb geptogeu beS iïirchenjahreS regelmäÃig ^{effelu unb Dornen jeltigt, bie baS Ohr beS ©läubigen üermunben unb quälen, ber, um Pd) ju âerbauen" jum Dempel beS Ãcrru geeilt ip ? Sollte eS einem Ghore glei^gültig fein fönnen, loenu felbp bie gutgepnntcn Ghripen p^ «gelmäÃig ärgern über ben hoch'grobigen ©chtenbrion auf ber ©äligerlribüne uub bic methelofe 3lrt ber îluôfûhrung beS h«it- ©efangeS? 'üJlit einem Sorte : ©ollte eS eine'm Ghore glcid)cjültig fein bürfen, ob fein Ghoral:©efang, ber bie CMläubtgeu unter ÃJiitmIrfung ber ©nobe ©OtteS âerbauen" foO, bi'efclben jur iîirdhe hinaus^ treibt ? ! ijdjôncn.
^ituroifd)c ^lutcvljiiltnuflrii.
Bon 31. Bruns, Bifar iu (Silenborf.
(gorlfe^ung.)
©. Du hûP neulidh, um bie Berehrung unb îlnrufuug beS h- fiichael olS olte firchliche Uebung nochjutoeifen, auf bic Litanei üou olten .^leiligcu aufnierlfom gemocht, ^d) gloubc, boà pch ouS berfelben ebenfo bic Berehruug unb SlnVufung aller übrigen Gngel Jiachȟcifen läÃt.
?t. Der 9îod)mei8 ip nid)t fchmer. Sir rufen ja nidht bloà beu h- aJlid)ocl on, foubern oudh bic onberen Gngel, beren ^)lamen unS ouS ber h- ©chrift befannt finb. 9Jach "ber SInrufung: Sanctc Michtiel, ora )ro nobis, fohren toir fort : Sanctc Gabriel, ora pt o nobis, Sanete Kapbael, ora pro nobis. Seil eS ober unjählig üiele Gngel gibt, fo begnügen lüir uuS nicht bomit, bloà biefe brei ongerufen JU haben"; mir meuben uuS ou 3llle mit ben Sorten: Otnnes sancti Angeli et Archangcli, orate pro nobis. â (Sine h- ®ngel unb Grjengel bittet für uuS.) Seil bu nun ober meine Wufmerffamfcit ouf biefe Vlurufungeu gelenft hap, fo frage idh bich meiter, melchen ©inn bic folgenbe îlnrufung hot, bie bo loutet: ümnes sancti beatornin Spirituuin |
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ifl
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ordines, orate pro nobis. â 21lle h- Orbnungen (Gböre) ber feligen ©eljïer, bittet für un§. â Hoben wir nid)t fc^on bnr(h bte Sorte: Sllïe b- Engel unb Erjengel, bittet für unS, bie feligen ©eifler inSgefammt angerufen?
©. ®u hofi e§ mir leicht gemacht burdh ben Hinweis barauf, ba§ unter Orbnungen bie Ehore bet Engel ju oer= fiehen ftnb. 9?un ftnb aber bte Engel unb Etjengel erft : jmet befonbere Dtbnungen ober Ehöre bet feligen ©elfter. 3n ber letteren 2Intufnng werben wir alfo angewiefen, aud) bte übrigen Engel^öte, beten bu mir neun aufgejählt hofi, um ihre gürbitte anjuflehen.
Sl. Ridhtig. ®o wirb benn in ber Sitanei oon allen | Heiligen baS ganje Heer bet himmlifd^en ©eijier um gürbitte ! angerufen; Oon allen wirb ©eifianb unb H"lfe erwartet, i jDiefe H^lfe ifi un§ um fo ftdheter, je anbächtiger unfer ©ebet ' ifi, unb je aufridhtiger wir biefe heiligen ©elfter oerehten. (èudhe barum bte gefie bet h- Engel but^ opferwillige 'ijüt« roitfung an ben oorgefdhriebenen firdhlichen ©efängen ju oet= herrlidhen unb laà e§ niemals an freubiger UntetfiüÃung bet Sitten fehlen, weldhe bie Kirdhe an bie h- Sngel ©otteS ju ridhten pflegt!
SfJunmehr muà idh betne Slufmerffamfeit auf biejenigen : lenfen, bie jegt jwar audh, ben Ehören ber feligen ©eijiet belgefeClt, ju ewigem Jubel um ben ïh^on ©otteS gefchoart . finb, botbem aber mit unS, unb unferem ©efd)lechte ange= hörenb, biefe Erbe bewohnt haben, jeboch fo herootra enb unb auSgejeidhnet waren burch ben ©lanj ihrer Dugenb unb Heiligfeit, baà bie Kirdhe ihnen eine ganj befonbere Serehrung JU Dheil werben läÃt. Son ihrer Königin, bet atlerfeligfien Jungfrau OKarta, ifi bereits bie 9lebe gewefen.
Du metnji bte Heiligen beS Himmels, benen wir hier auf Erben gefie feiern.
21. Jawohl. Könnteft bu mit wohl benjenigen biefer ^eiligen nennen, ber junädifl unfere Sea^tung oerbient?
(S. Jdh glaube, baà ich mich auf ri_d)tiget gährte be^ finbe, wenn ich bei Sitanei Oon allen Heiligen folge. Dort wirb nadh ben h- Engeln ber h- Johannes genannt," inbem eS heiÃt: Sancte Joannes Baptista, ora pro nobis. â Heiliger Johannes ber Däufer, bitte für unS.
?l. Du hofi aiecht. Der h- Johannes ber Käufer nimmt unter biefen Heiligen bie erfte ©teile ein. Sarum et baptista-Däufer genannt wirb, ifl bit jebenfallS befannt, ohne baà ich eS btr fage.
Seil er bte buÃfertigen ©ünbet, weldhe ju ihm an ben Jotban famen, ju taufen pflegte. Er hotte aber auch bie Ehre, EhrijiuS, ben ©ohn ©otteS, ju taufen. Daà JchonneS âDäufer" genannt wirb, baS macht mit, wie bu ftehft, feine ©dhwterigfeit; eher aber höbe td) barüber 2luffd)luà nöthig, warum biefer Däufer Johannes genannt toirb. Diefer SJame muà bodh etwas SidhtigeS ju bebeuten hoben, ba er oon ©ott felber burd) ben 9)?unb beS Engels ©abtiel oorgefchtieben würbe.
?l. Der 9?ame Johannes gehört ber hebräifchen ©prache on unb bebeutet fo l^iel olS â©ott "ift gnäbtg." Diefer Sïotne war fehr poffenb unb bejetdhnenb für ben'Sotläufet beS Herrn; benn an ihm offenbarte ftch ©otteS ©nobe unb ©üte nodh ber= fchtebenen 9flichtungen hin. Er felbft wor ein auSgejeichneteS ©efäà ber göttlichen ©nobe, infofern et fchon tnit bem h. ©eifte erfüüt worb, ehe er noch boS Std)t ber Seit erblidt hotte, unb JU einem fo hehlen unb heiligen Slmte berufen unb ouS^ gerüflet würbe, wie eS nur burd) bie befonbere ©nobe ©otteS gegeben unb mit erfolgreidher Sirffotnfeit gefegnet werben fonnte. |
Der b. Johannes wor ober oudh für feine Eltern, SodhorioS unb Elifobeth, eine unfdjägbate ©ttobe ©otteS. ©eine ©eburt etfchloà ihnen um fo beuttid)et baS SerouÃtfein ber göttlichen ©üte, je länger fte fid) oetgebliih noch bem ©egen ihrer Ehe gefehnt hotten, unb je gröÃer bie Erwartung toor, welche fte, ben Sorten beS Engels gemäÃ, oon biefem ©ohne hegen burften. Slud) bie gonje erlofungSbebürftige ü)Zenfchheit muà in ber '^etfon beS h- Johannes eine ihr ju ïheil getoorbene ©nobe anerfennen; benn fte follte ihn olS bjn Sorläufet beS ErlöferS begrüÃen, burdh ihn auf ben Seltheilanb oorbereitet werben, in ihm baS iJiorgenroth einet befferen, fegenSoollen ©nobenjeit fchauen. Sohet fommt eS ober, boà wir biefen Sorläufet beS H'i^^n nitht einfoch Johannes nennen, fonbetn nodh bie Sejeichnung âDäufer" hinjufügen?
©. Das rührt jebenfallS baher. Daà eS mehrere Heilige gibt, welche biefen Siomen tragen. ES war ja ou^ ein Slpoftel, bet Johannes hieÃ- Ãm ihn nun Oon biefen unb anbeten, loelche ben gleichen SJamen hatten, ju unterfdheiben, wutbe er JohonneS bet Käufer genannt.
31. Kennft bu auch bie ge^e, welche bem h. Johannes bem Däufer gefeiert werben?
©. Es" ftnb beten, fo oiel idh weiÃ, jwei; boS erjic fällt auf ben 24. Juni unb ifl oagemein befannt, »eil oiele ben h- Johannes jum SJamenSpatron hoben ttnb olfo on biefem Soge ihr ^JamenSfeft feiern; baS onbere, wel^cS weniger befonnt iji, fäQt auf ben 29. Slttgufi.
Sl. Diefe beiben gefte fmb nun ober nid)t einfad) no^ bem h- Johannes benonnt, fonbern bejeidhnen bebeutungSoofle Ereigniffï in feinem Sehen. DoS erftere ifl bie geier feiner ©eburt, boS leitete bie geier feineS glotteichen ^JDJottettobeS. Senn bit noch erinnerlich ift, boà ©eburt loteinifd) nativitas heiÃt, fo ift bit fd)Dn oerftänblich, baà boS geft bet ©eburt beS h- Johannes beS DäufetS in beinen Ghotbüd)etn bie llebetfd)rift trägt: festum Nativitatis s. Joannis Baptistae.
©. Jn meinen Südhern fleht: In Nativitate s. Joannis Baptistae. DieS bebeutet jebenfoHS baffelbe. Die lieber» fd)ttft ift eS oud) nicht, weld)e mit Sebenfen mo^t, fonbetn baS geji felbji. Son anbeten Heiligen feiern toit meift ben DobeStag olS ihr Honptfeft. yieben Ehtijlt ©eburt ijl mir fonft nur nod) üJioriä ©eburt alS ein geft befannt, weld)c8 ben Eintritt in biefeS irbifche Seben jum ©jgcnjlanb ber geier hat; woher fommt cS, boà bie Kltd)e oud) nod) bie ©eburt beS h- Johannes ju einem gefie erhoben hat?
Sl. DoS fommt junächft bohet, baà bie ©eburt beS h. Johannes eine ©eburt in Heiligfeit war. Slnbere ïWenfdhe« fommen olS ©ünber jut Seit tlnb eS läge barum für bie Kirche^ gewià fein ©runb oor, ihre ©eburt ju feiern, wenn fte oud) no^ fo heilig gelebt hätten. Der h- Johanne« war ober fein ©ünber, olS er boS Sidht ber Seit erblidte; et war fchon oor feinet ©eburt mit bem h. ©eifte erfüQt morben, olfo fchon oor feiner ©eburt ber heiligmochenben ©nobe uttb Kinbfd)aft ©otteS thellhoftig geworben. Der geier feiner ©eburt fleht barum feinetlei Hinbetnià entgegen.
©, SorouS ergibt eS pch benn, boà ber h- Joho""'® fünbloS baS Sicht ber Söelt erblidte?
Sl. Dies ergibt fich auS ben Sotten beS Engel« ©obtiel, bet ju öachorioS, olS et ihm bie ©eburt beS Sor« läuferS anmelbete, fprad): â 3d)on oor feiner ©eburt wirb er mit bem h. ©eifie eifüOt werben." Diefe Sorte toerbe« üon ben h- Sätern in bem ©inne oufgefoÃt, boà fl« Heiligung bejetchnen, toelche bem f). Johanne« fchon im |
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feiner üKutter ju Jheit gemcrben ift. Der Beifpunft aber, mo biefe Heiligung ftattfanb, fäOt mit bcm Scfucbe unb ©ruÃe jufammen, meieren ©lifabeth üon ber anerfeligften jungfrau üJJaria erhielt. Diefer Sefuc^ bradhte ja gleichjeitig ben h- johanneS in bie üiähe jefu ©h^if^i/ beffen heilige unb heiligenbe ©egenmart ihn ju freubiger 33emcgung im ©chooÃe feiner SRutter hinriÃ.
Hat benn boju, boà mir bie ©eburt bcS heiligen | johanneS feiern, nicht auch juglcich bie Heiligtcit feineS I SebenS unb bie ©rhabenheit feineS ScrufcS beigetragen?
21. Dhue 3weifel. 2lber feine mafeOofe ©eburt mar bodh bie nothmeuDige 33orauSfe(3ung jur geier biefeS -TageS. Slu^ mià ich bich hier barauf aufmerffam madhen, boà cincS 3JZenf(hen Verbienfte erft bonn jur oijüigcn Slnerfenuung fommen fönnen, menn fte burdh einen heiligen 2:ob ju einem mürbigen Slbfchluà gebracht ftnb. ju biefetn ©inne borf tnon auch bie SBorte ber h- ©chrift tjcrflehen: â?obe ben ^JJlenfchen nicht in feinem Seben." ©ein ooüeS Sob ifi erft gerechtfertigt, menn nach feinem Dobc bie Serbienfte feines gonjen SebenS oor Singen liegen. Diefem natürlichen IJuge beS tnenfdhlichen DcnfenS unb .HonbeluS folgenb, pflegt bie tirdhe regelmäÃig nur ben SCobeStog ber Heiligen ju einem gefte JU erhebett". üÃenu fie ober tiun bod) bei bcm heiliücn johonneS eine SluSnohme tnodht, fo ifi baS mohl bem llm^ ftonbe jujufd)reiben, boà fcincS ScbenS Heiligfcit uub fciucS SltnleS Sebeutung fdhon oor feiner ©eburt " fcftftanb. Der ©rjengcl ©obric'l brachte biefe Diachricht ja olS göttliche ! SBohrheit oom Hi'"iuel. Der h- SlugufiinitS legt "für bie ' ©eburtSfcicr beS h- johanneS ganj befonberS ©emicht auf ; bie ©tcQung, toelche er jutn ©rlöfer einnohm. ©r fteht in i ihm beu alten Suttb borgcftcHt, toie in ©h^ifi^^ ben tteucn i Sunb, unb tocift borauf "hi", baà er in ähnlidhcr ÃÃeifc bcm ©rlöfer bie SJegc bereitet habe, mic bcr alte Suttb, boS ©efeft genannt, beut ©nobenbuttbe in ©hrifiuS oorbereitcnb üorongcgongen fei. ©eine 2öortc ftnb: âOh"e Zweifel toirb fein ©intritt in biefe ÃÃelt bcÃhalb gefeiert, meil bcr .'i^crr bttrdh i^" feine Slnfunft bejcugcu laffen toollte, batnit er nidht, unertoartct crfdhcinenb, ohne Sluerfennung bliebe. ©S toar aber johonneS bcr SluSbrudf bcS oltcn !Jeftamcntc3 unb ftelltc burch feiuc 'IJerfon boS ©efcft bor, unb barutn eilte johonneS bcm ©rlöfer ooron, tric baS ©cfe^ bcr ©nobe ooranging." Daà bie tivd)c fid) biefer Slnfd)auung bcS h. ^ilugufltnttS ön^ flefchloffcn hat, jeigt fte boburch, boà fie feine iü3ovtc in bic firchlichen Dagjeitcn aufgenomtnen hat.
©. ©eflonb boS geft bcr ©ebttrl beS h- johanneS ^enn fdhon jur Ãeit bcS h- 9lngufiinuS?
51. ©S mor bei ©cginn bc3 5. johrhunbertS IebenfollS fthon ongcmein eingeführt." Die iÃorte bcS h- 3luguftinu8, »oelchc bu eben tjcruahntfi, legen floreS 3e»iJ"ià bofür ob.
thcilt olfo bcn Sorjttg, ju"bcn älteftcn gcflen gejählt ju »üerbcn, locl^e bie fatholi"f^e fiird)c feiert.
(^rliiärnuà Uv faui'danifrijcu fitnuci.
IV.
5)hininehr folgt bte 3lnrufung g)latia'S mittels bcr beiben aroÃen Sorjüge, ndijc fie über oOe Grcaturcn ergeben :
«ancta Dei Genitrix, ora pro ^eiliflc ©ottcSÃcbflrcrln, bitt' nobis. für un3! |
Sancta Virgo virginiini, ora ^eilige jungfrau bcr juug^ pro nobis. frouctt, bitt' für uuS.
jeber biefer beiben Sitel (ûlîutter uttb jungfrou) toirb toeiter entfaltet, uttb jroar ber erftere in jchn, ber jrocite in fechS Hîetfntaleu, bie unS ihre ganje Hoheit tJor Slugenfteaenittibbetneffenloffen: üJi u tter ©h^^ifli, aJîutter ber gi5ttlichcn ©nabe, Du reinfle SJÃutter, Du feufchefle Wutter, Du ungefchmächte ll?utter, Du unbeflecfte üJiutter, Du lieblidhe aiiuttcr. Du lounbcrbore 5Dîutter, Du DJÃutter beS ©d)öpferS, Du ÃÃÃutter beS ©rlöfcrS â Du roeifcfte jung= frou. Du ehrtoürbige jungfrau. Du lobioürbigc jungfrou, Du mä^tigc jungfrou. Du gütige jungfrau. Du getreue jungfrou! â Diefe oer^ fchiebenen Scjcidbnungcn finb cbenfoüielc ©trohlen ber 3)httter= fchaft unb jungfräulid)feit ï)faria'S unb laffen unS fte t)cr= ehren uub lieben als ein îBunbcrroerf ber ©nobe, olS ein Sorbilb ber Heiligfcit unb olS eine Bufiwdht beS Heilö. â Sancta Dei gciiitrix. Die ©otteSmutterfchaft ifi bcr glor= retd)ftc Sorjug aJîario'S. SBcil fte baju beftimmt mar," bie ''VJutter ©OttcS JU merben, murbe fte auS befonberer ©nobe burch bic Scrbicnftc jefu ©h^ifti ^^or ber ©rbfünbe bctoohrt ; ouS berfelben llrfochc empfing fte oon bcm erften Slugenblidfe ihres Dafcin'S on bic güilc bcr ©noben unb îugcnbcn, rocld)c in bcu Singen ©otteS eine ©eelc fdjöu tnad)cn." Sllle anbern Sorjüge ÃUJorio'S picÃcn onS bcr nämlidhcn Oucllc, Otts ihrer ©olte8muttcrfd)aft : jhre etoige jungfroufdhaft, ihre glorreiche Stufnahme in bcn Hi'"incl, ihre Wadht olö gür^ bittcrin im Hii"'"et.
Diefer Sorjug olS 'ühtllcr ©ottcS fcljt ïïîorio über oUe ©efd)üpfc. Diefer ' Sorjug fid)crt ihr glcid)fam einen Sh^on auf bcu ©tufcu bcS croigcn !îh^oncS ihrcS göttlidhen ©ohttcS. SllS iüJutter l'crmag fic om mciftcu bei ihm, unb fie übt biefe müttcrlichc i}îa"d)f ber gürbitte gern ouS ju ©unften ber ougcnommcucu Srüber jefu ©hrifti, bie fie oud) on tinbcS ©tatt angenommen hat.
S.ancta Virgo virginura: jungfrau ber jnng = froucn. ©3 ift bieS eine SlttSbrudfSrocifc, bie bem hcbräifchen ©prad)gcbrattche entlehnt ifi. Slchnliche SluSbrüdfc fommen utchrfa^ in bcr hl- ©chrift Oor, j. S. Hex rcgutn (tönig bcr töuigc b. i. höd)fler tönig); Dominus dominantium (Hcxr bcr Herrfchcr b. i. bcr" hi^^hRe Herr uttb ©ebictcrj. ©benfo hier: bie jungfrou bcr juugfroueu b. i. bte rcinftc, crhobcnflc, bemuuberungSroürbigflc jungfrou. Unb iu bcr îh^il! 'iJîaria hat ihre jungfraufchaft nicht allein bttrdh ihren Sorfa(5 unb ihren Ã3illen bcioohrt, fonbern fic hat oudh burd) ein 3öunbcr bcS allmädhtigen ©ottcS bic jungfrouf^oft mit bcr Dhittcrfchoft tjcrcinigcu fönnen. Dur^ bie ©eburt bcS ©rlöfcrS ift ihre jnngfräulid)fcit nicht ollein nidht aufge= hoben, fonbern nodh flehciligt roorben. â Ãio^ bcr göttlichen OJhtttcrfchaft ober gibt cS in ajjorio nichts ©lor= reicheres unb nid)tS, moS unfereS SobeS mehr roüibig roäre, als biefe jungfraufd)aft. SlÃe chriftlidhen johrhunberte hoben fie gefeiert, ja, feit bcr '^Jrophet jfoioS, toelcher ctroo 700 johre üor lebte, geroeiffogt h^^'e: «©iehe bie
jungfrau toirb empfangen unb einen ©ohn gc; bären, unb Seinen 9iamcn toirb man nennen ©tu: manuel (©ott:mtt = unS)", feitbem tourbe bie juugfräu' lichfcit als ein Vorrecht berienigen erfannt, bie ©ott " unter ollen SBcibcrn bencbcicu mollte. Daher ouch bie allgemeine ©ejeidhnung âbie jungfrou", toenn üon iü^atio bie Siebe ift; |
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fte üerbtent biefe SSejeid^nung me^r, al§ ofle onbern Jung^ fronen, bie bie Kirdje in i^rer SJiitte gtönjen fie^t.
jdh fonn mir ni^t Derfogen hierherjnfeljen, moS ber hl. JohonneS eh^hfojiomuê (f 407), ber gröÃte ^ebner unb ber gelehrtefte unter ben Kirdhenöötern be§ a}?orgenlanbe§, über benfelben ©egenflonb gefogt hat: âDie feligfle, oHjeit jungfräulidhe 5Worio ift ein groÃes SBunber. ©tmoS (Erhabeneres unb ©blereS, olS fie, ifî niemolS gefunben morben unb mirb niemolS gefunben icerben. ©ie ifl boS einjige ®ef^öpf, beffen Söürbe ouf @rben unb im Rimmel ?llleS überfleigt. 2Bo fönnte man etmoS ftnben, moS heiliger märe? 2Beber bie ^ropheten, no(h bie 2lpoftel, noch bie 2)?ortprer, nodh bte ';]3atriordhen, nodh felbfi bie (Sngel, noch bie Dhronen, bte §errfchoften, bie ©erophim, bie Gherubim ftnb über ihr. 2Rit einem Sorte : SîidhtS läÃt fich ""ter ben gefdhoffenen ftdhtboren ober unfi^tboren Dingen benfen, moS gröÃer ober toortrefflicher märe olS SDÃorio. â ©ie ifl jugleidh
2)Ãogb unb SHutter ©otteS; fte ift jugleidh Jungfrou unb ÃRutter. ©ie ifl bie SJlutter beffen, ber ton bem eroigen boter t)or oCfem Slnbeginn erjeugt morben; fie ift bie SDïutter beffen, ben ©ngel unb SJïenf^en olS ben §errn oller Dinge erfennen. Soûl ihr miffen, meine geliebten brüber, mie meit ftdh biefe Jungfrou über oÃe himmlifchen Kräfte erhebt? @in einjigeS Sort mirb eS eudh erflären. Diefe Kräfte ftehen oHe mit gurdht unb Ãittern unb terfchleiertem ïïlngeftchte oor bem Dhrone ©otteS. 3)ïorio oHein opfert bem ©ohne ©otteS, beffen Ãïutter fie i|ï, oertrouenSüoQ boS gonje 2)ïenf^en= gefdhlecht auf, unb burch ihre bermittlung erholten mir ber= gebung für unfere ©ünben. Dorum fei unS gegrüÃt, o ïlîorto! jugleidh Dodhter unb Jungfrou, 2)Ãutter, Dhron unb §immel ©otteS! @hre, 3ierbe unb botlicerf unferer Kirdhe! SoKe immermährenb bei JefuS, Deinem ©ohne unb unferm §errn, für unS bitten, bomit mir burdh Deine gürfprodhe om Doge beS ©eridhteS ©rbarmen finben unb olie ©üter erlongen, meldhe benen bereitet ftnb, bie (§ott lieben."
©O ber h- Johannes Ghri;foflomuS. Der geneigte Sefer moge borouS erfennen, boà bie frommen Ãulbigungen, meldhe mir ehripen beS 19. JohrhunbertS ber oOerfeligllen Jung= frou borbringen, feineSmegS übertrieben ftnb, loie nomentli^ unfere getrennten brüber, bie '^jroteflonten, gern behoupten, fonbern boà unfere ^ulbigungen eher hinter bem jurücfbleiben, moS bie groÃen bemunberungSmnrbigen ?ehrer ber erflen ^riftlidhen Johrhunberte tjon bem frommen ©inn ber bo= moligen (Shriflen forberten, unb moS fie felbft ju ©hren 3J?ariä gethon haben. Ja, fomeit mir bie ©chriften jener .groÃen h'l- ÃWänner befannt finb, mödhte id) foft behaupten, boà gerobe bie älteflen unter ihnen in ihren 9îeben über
3)?orio mehr berebtfamfelt unb mehr begeiflerung an ben Dog legten, alS bie nodh ihnen fomen, einen einjigen (ben hl. bernhorb) ausgenommen.
2d)ônru.
\)i (öertrub über Un |
Die hl. ©ertrub fom gegen 1261 olS fünfjähriges Kinb in boS Klofter ber benebiftinerinnen ju ^elfto in ©ochfen. DoS Klofier hatte eine ouSgejeidhnete abtifftn; bie SJonnen führten ein frommes, Diele ein heiligmäÃigeS Seben. Die ht- ©ertrub ober übertraf hierin 2ltle. Jhre erfte biflon hatte fte im 25. CebenSjohre; biefe ©naben festen ftch in ununter- brodhener 9ïeihenfolge fort bis ju ihrem SebenSenbe gegen boS Jahr 1302. Die meiften berfelben fdhrieb eine ihrer 3)?it= fd)meftern ouf, bie ht- iOïe^tilb. Der Dheil, ben bie heilige (Sertrub felbft niebetfchrieb, fann mohl ben âConfessiones (befenntniffen)" beS ht- SluguftinuS an bie ©eite geflellt merben; fie ift feine ©dhmefler in bejug auf bie Diefe ber ©ebanfen, ben ©dhroung unb bie (Sthobenheit beS ©tileS, in ber 9ïuhe unb bem Slbel ber ©pradhe.
Die ^eilige brodhte ben gröÃten unb bejien Dheil ihrer gefunben Dage' im feierlidhen (Shorgebet ju unb ouÃerholb beSfelben fe^te fie ohne Unterbrechung innerlidh ben hl- Sob= gefang fort, ©elbft menn Kronfhe'it fte on'S bett feffelte, moren ihre ©ebanfen unb ihr §erj beim (Shorbienfie. Doher fommt eS, boà ber liturgifdhe ©efong oielfadh in ihre bifionen hinein oerflod}ten ijl. ©ie jeigt fich w ^en bemerfungen, iüeld)e fid) über biefen ©egenflonb in ihrem budhe finben, als eine treffliche Sehrmeiflerin beS gefonglidhen ©ebeteS. ©S ftnb nur Sinfe unb Behren, bie ben ©ebetSdhorofter beS liturgifdhen ©efangeS betreffen; loir meinen, boS fei occurot boS befte für unfere 3eit; boS 2lnbere, mehr llnter= georbnete, loie bie Kunfl beS ©efongeS, mirb ja genügfom befprochen.
Die ^eilige erjählt, mie fte im ©höre geftanben, moS fie beim ©ingen gebadht unb gebetet habe, tnoS ihr gefogt iDorben, moS fie geiflig gefdhout habe. @S ifl jmor oudh hier, mie meift im Seben ber ^eiligen: bie bahn, melche bie heil, ©ertrub geht, liegt hoch über unferem bermögen. ©ie fliegt mie ein ^bler ber ©onne ju; mir fleine liturgifdhe ©ing= üögelein folgen nur mit bem ?luge unb bem berlongen. Doch gibt uns bie ^eilige t^iele praftifche Sinfe; menn »oir biefe benutjen mollen', mtrb unS ©ott bie Kräfte mehren, unb bie hl. Siturgie mirb unS, mie ber ht- ©ertrub, eine ©dhule ber peiligfeit unb ein ©arten ber Sonne.
Domit uns bie bifionen nicht ju frembortig erfdheinen, tnüffen mir unS jmei Dinge porfleOeu; erflenS ben ©efong, mie er in ben beften feilen beS 3)Jittelatter8 in ben Pielen nun jerflörten ©tiften unb Klöfiern geübt mürbe. Da fïonben oft 100 bis 200 ober gor 300 gottgemeihter ÃJJönche ober Jungfronen in jioei longen (Shorreihen um ben Sältor gefdhaoit. DoS mar ein Sufammenflong; toom 'ölltor her ertönte bie 2lufforberung beS ''iiriefterS, unb im Ghore erfdholl PerflänbniÃ= innig bie Slntroort; toon einer ©eite jur onberen moUte im Ghore ber ©trom beS ht- ©efangeS, ouf boà in fletem Sed)fel bie 'anbad)t ftdh ^ebe unb "fteigere. Doju fom ein teid)jr ©d)a^ toon (Zeremonien, bie mit tiefem ©inn jum §erjen fprochen unb ben Ghor mit bem Slltar nodh lebenbiger toerbanben,
DoS B'oeite, moran mir erinnern müffen, foH unS in cltro begreiflid) ma^en, mie eS ber ^eiligen möglid^ njor, fleh mährenb beS ©ingenS mit fo toielen frommen ©ebonfen ju befchäftigen. Die" 2ltten lebten toiel mehr im berftänbnià beS hl. DefteS, olS mir, unb fte fonnten ftih feinem tiefen ©inne ungetheilt hingeben, toeil ihnen ber ©efong ber Kir^e, ber (Shorol, toiel toertrouter mar. §ot ein ©änger ben ©eifi biefer ÃJÃelobieen in ftdh aufgenommen, fo mirb er naturgemäà in ben ©inn beS SorteS eingeführt. Dorutn münfdhen mir unferen Sefern eine burdh reichÃ^e innere Erfahrung ermorbene Kenntnià toon ber ©dhönheit beS (ShoroleS. 9J?on muà ih« lieb geminneu, toenn man erfahren hat, loie in ihm bie ©eele fid) fo frei unb monnig ergehen fonn; fie finbet in ihm bie giügel, melche fie aufmärtS tragen. Diefe iOïelobieen finb toon untoerroelfli^er ©^önheit; je öfter man fie fingt, beflo |
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fd^önev werben fte. SRit fitller ©üÃigfett führen fte ba§ [}t. SBort in bte ©eele; ber ©horal aÃetn gibt i^r jene Freiheit ber Kinber ®otte§, bte bein Serlehr mit bem lieben §eilanb jiemt. ©ä gibt jioar aud) im Ghoralgefang, wie überhaupt im geiftlichen Seben, Sehrjahre; in biefen nimmt ber ©efang oor bem Jnhalt be3 hl- aÃorteS unfere Kräfte in SCnfprudh"; aber na^ ber Slrbelt biefer Ãeit freuen toir un§ be§ hl- fehreS, beS lofibaren GrbeS unferer Säter.
©u^en wir un§ bie §eiltge Oorjufleüen, wie fte im Ghore fieht beim hl- ©efang. G3 ift ein wunberbare« ©thaufpiel. Jm Vereine mit ihren SRItfchweftern fingt fte Die gleidhen Sorten, bie wir heute nodh ftngen, bie gleidhen ^IRelobieen, bie un§ heute nodh ju ©cbote ftehen. â Sährenb fte fingt unb in ben Sorten ihre ganje Inbacht auögtefjt ober tief in fich gefammelt ftià bie groÃen ©ehelmniffe ertoägt, ifi ouf einmal ber §irr bei ihr. Uebernotürlichcr ©lonj füdt Ihre ©eele Innerlldh. Siadh SluÃen merft man faum eine 2lenberung; benn bie ©egnobigte ftngt toie oorher unb fehlt in feiner ber Geremonlen be§ Ghore«. 'Do« ift aber nur äuÃerlich; bie Seele fegt innerlich ben ©efong fort, fie fprtd)t im ©efong. In ben Sorten ber ftch ooÃjiehenben Siturgie jum hochheiligen Sefudh; ber Hetlonb antwortet ebenfo, in jebem Sorte gibt er Ihr erhobene ©ehelmniffe ju foften. GS ifi bo« Seben ber Siebe, bo« jorte unb wonneooÃe glüfiern jwifdhen Srout unb Sräutigom. Son ber einen Seite ift e« ein Grguà bet greube, be« Daufe«, be« Sobe«, ein Seufjen unb mitleibooÃe« Klagen, ein herjinnige« Sheilnehmen; oon ber anbeten Seite ein wunberfüÃe«, himtnlif^e« Dröften, ein traute«, geheimni«ooÃe§ äJUtthellen be« Sräntlgam« on bie bräutli^e Seele. Oft ftnb beibe umringt oon ben feligen Ghöten bet Gngel uttb Heiligen, bie ftonnen über biefe« Sunber bet ©nobe unb fteubig einftlmmen in ben Danfiubel bet olfo Segnobigten. So geht eS oft im ellenben Sauf ber liturgifdhen Honblung bi« jur hl- Gommunion; bann bricht bie Heilige ob unb fogt: too« fie bort gefehen ober gefühlt, toeià oÃein ber, toel^et foldhe ©oben ju fpenbeit oetmag.
Do« ift wohl bie ooÃfommenfle grudht ber hl- Siturgie unb ber erhabenfie ©efong. Sir hoben hier ein flöte« Silb ber Diefe unferer Siturgie. Kaum einer loütbe, toenn et bie ^leihen ber fingenbcn ©otteSbräute beobadhtete, finbcn, in locl^et ou« oÃen foldhe ©noben oetborgen fmb; benn biefe Schi5uhelt ift innerlid). Gin gefenfle« üluge, eine befchclbcne Haltung bedt SlÃe« mit einem unburdhbringlidjen Sdjlcier. G« pnb bte gleidhen Sorte, 'üJielobiccn, Gctcmonicn, ou« benen ihre S^wepetn fleinere ©noben fd)öpfen, ou« benen pe ober unbefchteiblidhc SüÃigfeit empfängt; biefe Siturgie Ip bie glcid)e geblieben bi« jum heutigeti Dag. Dägli^ gibt ©ott ©elegenheit, ou« ber gleld)en ÃucÃe ju trinfen, fco« gleld)c ÃJionno ber ©noben ju effen. Sie glüdlid) Pub bie, toelche c« täglidh genieÃen unb täglich "^ehr fdhägcn. ©lüdfclig, bie -Hunger unb Durp haben')-
(gottfegung folgt).
') ffiit eninehmcn biefen ?tuffnl? bet trefflichen 3eitfrf)rift â5)er Kird)cucl)ür", welche mir benienidcn tinfcter Siefer, bic eine jweitc fm. 3eitfd)rift ju halten uiünfcl)cn, auf'iS -IPärmfte empfehlen: Slebafteur hod)»'- -Herr g. J. 33atII onfl in Ã5urt i« (?3orftrN bcrfl). Sic crjdjeint monattid) ttnb foftet pro Jal)r 1 DJart 50 $fg. â ®ic 91eb. |
Ãnu flvdhlilöcr ^cüvautf). Slu« Süb^Dirol fchreibt ein Slugenjeuge: âJn Süb.-Dirol gab unb gibt e« immer nodh mandhe "firditiche ©ebtäudhe, bie Oon ber noioen grömmig- feit be« Solfe« Ãeugnià ablegen. Jn ben Stäbten freilid) Ip bie 5D?chtjahl berfelben obgef^afft; ober In ben ©ebirg«= börfetn hält man an ihrer Gonferoitung mit Ãöhigfeit fep. GInen foldjen ©ebraudh ou« eigener Slnfchouung fennen ju lernen, begob idh »uidh out Ghripi Himuielfahrt«=gepe, bem fogenannten SluffohrtStoge, ju bem, 9J?etan gegenübet otn 2lu«gang be« SinPgoue«, molctlfdh gelegenen Dorfe ajiorling. 9iad)miltog§ üor Seginn ber SeSpet erfdhien ber Gleru« om Slltor unb recitirte bie SJon. Unterbeffen fd)toebtcn au« ber groÃen Oeffnung be« ®ewölbefd)luÃficlne« im Ghor be« Seltenfdhiffe« longfom brei Gngel mit 9Jelfcbufchen (SouquetS) in bet Hanb ju bet unten auf einem gcfdhmüdften Slltor onf- gePeÃten, ctioo einen 3)ietet hohen Stotue be« ouferftanbenen Heilonbe« nieber, bie In ber einen Ha"b bie Siegesfahne, in ber anbeten einen 9letfebufd)en hielt. 9Jun jog bie ©elpltdh= feit procefpoualltcr ju ber ©totue; ber GclcbronS incenprte biefelbe uub fang bonn btetmol boS 9?efponforlum ber 9Jon: Ascendo ad patrem meum et patrem vestrum. (Jdh Pelge empor ju meinem Soter unb ju Gutem Soter.) Do- rouf tourbe bie Stotue beS HeilanbeS, umgeben oon ben Ihn obholenben Gngcln langfam in bie H^he gejogen, loähtcnb ein mehrpimmtger 9)?äb^endhor unter 'â¢^oufen= unb Dtompeten= Segleit'ung ein HiuimelfohrtSlicb fong. Die iu ihrer mole= tlf^en Drodht bie hübf^e Kirdhe bis In ben legten SInfel füÃenbe SolfSmenge fchaute ber Statue nod), bis fte im ®e= toölbe ocrf^wuuben toar, unb folgte ber gonjen clgenthüm= liehen Scene mit einer 9lnbadht nnb Ergriffenheit, bte etwo jener ju oergleldhen ip, mit weldjct bte 9thei"länber ju Seihnadhtcu tior einet frönen Krippe Pehen. Der ©ebrou^, baà nod) bet âSluffohrt" ou« bem ©ewölbe Slcpfcl, SJüpe unb üDJaronen für bic liebe Jugettb herobgeworfen tourben, bepeht glüdlidherweife feit mehreren Jahrjehnten nidht tnehr. 9lur bic Ãteifebufdhen toerben herunter gclolfen unb ihre Slumcn nad) bem ©otteSbienpe Oerthcilt."
«Ãcun man fdjiucrljölifl ift Gin Srautpoor fommt jum Sroutei-omen. Der Herr "pfatrer frogt bcu ettoaS fd)werhörlgen Srä.itigam: âSic Otele '.IJcrfoncn Pnb in ber ©otthcitV" â Der ober omoortct ohne lange« ScPttncn: âSieruttbjwonjig ohne bie ajiuflfanten!" â'Gr hatte bie gtoge fo tjetpottben: â?Bie oiele 'â¢^Jetfonen fommen ouf bie Hochäett?"
ÃÃiUirt. Ginc Dome, bic fehr fdhlcdht fingt, ober nod) oiel f^lcehter Klooier fpielt, wutbe in einer ©efcÃfdhoft oufgeforbert, bie Serfammcitcn mit einem Siebe ju erfreuen, â©erne", rief pe, âip SJiemonb bo, um midh JU begleiten?" ^l« pd) flugctwcife SHemonb fonb unb SlÃc« in ber Hoffnung, ben Kel^ biefe« ©enuffe« botübergehen ju fehen, oufothmete, fegte bie Dame hinju: âShin gut, fo roerbe ich mich felbpibcglciten!" unb lieà pd) behnf« 'flu«fü"hrung ihrer Drohung om geöffneten Klaoier nieber. âSiolütUd)", bemerfte ein roegen feineS fonpifd)en Sige« befannte« aJMtglieb ber Diplomatie boju: âein Unglüd fommt niemals oÃein 1" |
ocr page 50
48
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^cröcr'ft^c lyveiOittfl, (^oöett).
®emnäd)ft erfdheint u. loerben Sefteltungen burd) alle 58ud)banblungen entgegengenomnten:
^tiigettkrgcr, Adoro te. âf® II«
mcrfi! ^iu ^eföngÃüj^fcitt gd|lfi(Ãer c^tcber »on ^retJCS
S. J.'^ beê (Sefangbiichteinê o^ne ©ebetêan^ang brofd^. 60 'iÃf.
geb. 80 ^f.; mit ©ebetêan^ang 70 ^f.; geb. 90 ^fO
3n ber firüujfclöcr'l'cbcn SBucfibanblung in ?Iug§burg ift foeben in 3. ?(uftage erfchienen unb burch aÃe Suchhanblungcn ju beziehen:
^fopfm^i-^ftc^fein.
Sctrû^tungcn für ötc fcr^ö ©onntage «. einer ucuntägigen 5înbad)t bon p. j^ermautt «^oncÃcrg, 0. S. B.
2«it oberhirtlicher Srudberoilligung, 48 Seiten. 12°.
^vctê 30 ^îg.
gerner empfehten für ben ÃRonat ^uni:
Söt^ercr, ®ie )cäà 5((OtjîtttêîOUUtaôCr ober fur^e ^tnteitiing jur
fedisionntäglidicn SJerehrunn bc§ h'- 5üoi)fiu§ uon ©on,ia9a. ^Kit noHtommcnem 2lblüà ouf jeben biefer Sonntoge begnobiget. 9Jlit einem Supterftiche. ÃRit cr;}bifcb5ffid)er ?Ipprobotion. 9. 5(ufr. 30 S. 12». ^vciS 25
®ebet§aut}ang uub etuer Sitanei
göttlichen Ã>crjen. 32 S. 12». '^retj; 20 '^fg.
^ur ^cier ber ^nnicfniijEit bre l)od)iu. ^crrn (Erjbifdjof©
Dr.
erfchien im unterjeichneteu SSerlage:
für oitr|limmt{ttn Xl\ännfrt^or unb »ifr(limmtgfn gtmifdjtcn (Cljor, Oon 0. ©üifcicr.
«Ãreig a 10 ^fg. ^arthiepreiö 100 ejcmpl. SRI. 8,00.
Gbel unb luürbig gehalten, babei feljr leicht ausführbar, wirb biefe 5>i)mnc mefentlich jur Crhöhung ber geier beitragen. Sa bic ?lnflagc »orauä« fi^tli^h balb üergriffen fein wirb, bitten unt {d)lcunige Slufgabe ber acftcUungcn.
«Ilöcrt Sacoöi & 60. in «(nd)cit.
isssssxgssssygsssatgsss^issssessssgismsasssssgs^
^3ercl)ntug bcg l)dligcn
Sn unferem Berlage erfd)ien: P. ^önficr, ®iteItor ber priefter bom heiligen Slntlific,
Srfjmeftcr tiom ijclU^cn
unb bag Sert ber 8iifjnc.
?futoririttc Ucbcrfe^ung. â X. nnb 90 Seiten â ^^rciS -10 ^fg. gcrncr t)oit bemfelben iBerfaffer:
Der 9ottfclt0c Ãuput
unl) bie Ãereljrung bes Ijciligcn ^Xntliljco. ^vm 50
mhcvt ^ncoU & in ^(arfjcu. |
Sn unferem SSerloge erfchien foeben:
.§rtvmoiiuunf(^«Ie
jugleid) nuch
îîorfd)ulc für baa ?)rgclfptcl.
herausgegeben oon
Sofc^il) öcrnarbS.
Op. 2G. îpreiS îKarf 1.20.
3tnd)cn. i^CÃcrt §iacoÃt & go.
ö c V « à V b â
^cfaugmef^obe
^JfPcs nnb billigftfG in|lrnliUDfS ?rhr-
bnd) fftr ben ©ffonguntcrrid)!.
^rciö GO ?Pf. nach auÃen hin unter fîreujbnnb 70 iJSfg.
?lachen ?t(Dcrt SoCoDt & go.
Servite Domino iu laetitia!
uub ©cktliud)
äunäd)ft für
pljcrc ^cljrnuftaltcn
hcrnuSgcgeben Uou
gJctcv Ãanv.
3totilt Zuflogt teforflt oon
^inftoà iircmcru,
WQmnaftal.Cïle(aiial«t)ret ii. IDom-Oriiaiiift in Ã(a4«i'
üJlit fird)lid)er (Genehmigung. ^rciS: brofd). OTf. 1,20, geb. OJIf. I,b0.
?>rvloà uun ?ïlDci't ^jofubi & (So. in ^ufOcn.
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^reifl ajjatf 340. Les iiiélodies (rréiforleiincs. ^rei« ÃJIatf 8,00.
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Albert Jacobi & Co. |
SSerantworllid)er 3îebafteur 953. Sd)önen in Dberbilf. - 2)rucf unb Berlag Oon Gilbert jacobi & üo. in Wd)en.
ocr page 51
Suit 1886.
§xtpxmMt
für fmfOofifrf;e gxxä}mfm^cx.
@ratiö=35ci(n9c jum â®rcpriuö=33(att", Drpu für tatljolifdjc tirdjcnmurif.
IfTlii^eint aKe Snoiiate.
3nfertion8aebfi^ren:
kie fltjp. ?Pefitietle 30 !Hpf|
öejltUungtn
nehmen alle ^Pofl.auflatt««
Ulli Sudj^anblutigen an,
in Slawen Xlbtrt 3ocobi £ (So
StbonntmentSprei-' pro
a»arl 1.20.
öet BejUfi DDI! ntiitff cn8
10 eftnipl. 6) ^f.
^orto bei birtltcr ©enbunä
ftjitb ejtra beregnet.
â©crgr, bog bn mit bem ^erjcn oloubjl, waS bu mit btm SDJunbe fmgfl, unb in SBerrtu
bet^äHafl, loa« bn mit btm ©erjen fllauBfi." CEoncil in Giart^oflo B. 3. 398.
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Sancta Cacilia.
gefUich preifen afle ^«iflen
Heut bie eble Ghrifteninaib.
2!Ãunberli(h ift erflungen
Sinfi Dein Sieb â unb noch ftingt'S I}eut,
2Ãie fo oft au§ Deiner Sei er
Strömte munberfomer Sang,
8u beS HeilanbS frommer geier
SIfle G^riflenherjen smang.
©lume 3Joma'5, faum erf(t)loffen, .^at Diih grimmer aBa^n gefnidft, ©lume Ijoli), bie Si^tumfloffen iHuu bcn Hi'"'nel8garteu f^müdft. Die im jugcnblichen SUter ®cru bcm Sdimert bcu 9Jadfcn bet Unb feftt broben fingt beu 'i^alter ben (Sngcin i^rcm ©ott.
2IlS Du einft in bcil'gcu Säugen Strömtcft Deine Seele au8, .<Ãallt'ö oon Sphären klängen
Ã)iilb mie Orgclton burdj'S ^auS. Unb bie llcincu Säuger alle, Unb bcr Slumcn buft'gcr trciS fiaufditcn fliQ bcm hehlen Scbatlc 3u bcS .HcilaubS frommem
(Smig bruui in Ucbtcr Sd)öne Strahlt Dein S3ilb nuS milb ocrflärt, 2Bitft Du iu bcm Skid) bcr Döne 2118 Patronin hoch fleehrt. Unb Dein Sieb, ba8 heil'fle, «wahre, gort in unfern Hcrjcn tönt, Ob's glcid)' fcd)jchnhuubcrt jähre. Seit iln Hi>""iel Du gefrönt.
9iimmcr fcftt bcr 3citen ©rcnjc Schranfcn ja bcm heil'fleu Sang. Droben einft im cm'gcu Scnjc Sönt er fort au8 fcl'gcm Drang. SRanft am ^oli bcS ifreujcSflammeS Sich burch Seiben biefer ,8eit 53or bem Shron bcS ©ottcSlammeS â¢Honi er fort in (gmigfeit. |
â Heut JU Deiner frohen geier ©rüfeen mir mit Herj uub Wunb ©rüÃet Dich im tlang bcr Scier Unfer fchiJner Sieberbunb. 9JJöchte Dein ©eift nun burchmehen Stets baS Sieb im ^ciligthum! Safj eS herrUdh neu erftehen Unb toerfiinbcn beinen 9Juhm.
ÃBie bie chriftUche ©emeinbe einft bei Dir ben CSngcl fah. So fei jebem Sicberfrcunbe Heut als Uchter ©ngcl nah', ©leid) bem emig jungen Strome, ffiic Dein Singe einjt ihn fah Sdjall' ber Sang jum Hi"""elSboine ©Ott unb Sanct'Gäcilial*)
Hans Sonn.
Ãoupduc.
VI.
Giner ber bebeutenbfteu tlaoicroirtuofcu unferer 3eit, HauS oon Sillom, murbe oor nid)t langer Qeit oon einem ©efannntcn gefragt, ob er fi^ auf bic Gonccrtc, bie er gebe, auch immer erft vorbereiten miiffc burd) Uebung ber oorju? tragcnbcn .Q'laoicrftilcfe, ober ob er fid} nur fo ohne ffleitercS an'ö tlaoicr ju feften brauche, um bic öeiouubcrung bcr Goncertbcfud)er herüorjurufcn. Sluf biefe ©cmiffenSfrage gab bcr gefeierte ftTinfiler ungefähr golgcnbeS jur Slntioort:" :!ü"enn id) einen ^Eag laug nid)t ilbe, fo mcrfe id) c8 uad)hcr felber au meinem ifiaoicrfpiel; fefte ich bic Uebungen Drei Dage laug aus, fo mcrfen cS meine grcunbc; fcftc idh baS tlaoierfpicl ad)t Dagc lang auS, fo mürben c8 bic "â¢Diufitfcnner mcrfen; in oier "iUJodtc'u aber mürbe ohne Biocifcl aud) baS Goncert? publifum herauSfinbcn, baà mein tlaoierfpicl mangelhafter gcmorbcu fei.
â¦) SÃotffehcnber âGiicilicn-Wrufi jur WcneroI-SJcr» fanintluufl ber Giictlicnocreine ber (f.rjbiöcefe Slöln am 15. juni ju Sonn" luurbc unö oon einem flefdjälUcn Oibnuer unfereS Sülfttte« jur SPerfügung geftellt. 2öir bringen ba? Olebidjt um fo lieber juin Sibbrnd, loeil e« fid) nIS 'ilävolog bei gefioerfnmnilungen unferer SBereine (am ^ohreftagc nnfcrcr 1)1. a}fllronin, beim StiftungSfcftc JC.) fehr mohl c'lUH-n bürfte.
S)ic 3{cb. |
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ifl
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9ït(6t tuahr, liefier Sefer, wenn einer ber bebeutenbfien flaüieröirtuofen, bie je gelebt, fo fic^ äuÃert über ben Dribut ber Sïïbeit unb Infirengung, ben er feiner Kunft leifien p müffen glaubt, fo läÃt ft(h unfdhmer einfe^en, ba§ ftd^erlidh audh ^ie Kunfï beS ©efangeê, mie fte auf unferen @änger= tribünen gepflegt merben foH, einer fortroährenben Uebung unb ?lnfïrengung feitenS ber bringenb bebarf.
Vielleicht miidhtefl bu mir aber einmenben, lieber Sefer, baà eS ganj unb gar nid^t beine ?lbftdht fei, ein âSBirtuofe" im ©efange ju merben, unb baà ®u barum audh «icht nöthig habefi JU üben, mie ein angehenber birtuofe. Darauf gebe idh ï'ir aber ju bebenfen, baà ein Künfller â fei eS im @e= fange ober auf einem Jnflrumente â in ber Siegel ein halbes 2)?enfdhenleben h^^urdh unobläffig, fo ju fagen Dag unb Dïacht, fich i" feiner Kunfl geübt hat, beüor er eS magt, öffentlidh üor einem Goncertpublifum aufjutreten, Unb magfl bu nun auch bereits feit mehreren Jahren ©urem Kirdhendhöre angehören, unb mögt Jhr burdhfdhnittlich in jeber äBodhe eine 5probe abhalten: mie üiele Uebungsftunben fommen benn ba heraus, menn bu fte einmal alle jufammenredhnefl ? Sübbirfl bu mir etma ein halbes ÃJÃenfchenleben jufammen ober ftnb eS nidht bielmehr nur ein paar Dage ber Uebung? 2Ãenn nun aber ein ÃJiufifer, ber eS bis jur höchften ü^eifter- fdhaft bereits gebradht hat, unabläffige. Dag für Dag fortge^ fe^te Uebung für unumgänglidh nothmenbig hält, utn ein ajïeifler in feiner Kunfl ju bleiben: fage i^ bann ju tiiel, menn idh behaupte, baà unabläffigeS Ueben unb ©tu = bieren erfi redht für unfere Kirchendhöre eineüJoth-- menbigfeit ift, falls ber ©efang an heiliger ©tätte feiner erhabenen SSefiimmung enlfpredhen foH? Unb ift nidht bie gemiffenhahefie Dheilnahme an ben regelmäÃigen groben unbebingt erforberlidh, menn etmaS 9ïedhteS erjielt merben foll?
SBiele Dirigenten machen nun, nie idh fthon früher einmal bemerfte, in ben ^robeflunben bie traurige Erfahrung, baà bie Ghormitglieber miliig unb eifrig ftnb bei ber ©in-: Ãbung üon mehrftimmigen DonPüdten, baà fte eS aber burdhauS nicht fo gnäbig aufnehmen, menn bet §err Dirigent audh bie (Shoralfiüdte für bie ©Dnn= unb gefttage jebesinal forgfältig üorbereitet. Unb bodh bebatf eS für jeben (5in= fldh'tigen feineS bemeifeS, baà fehr, fehr menige ©efang^öte gefunben metben bürften, melche ohne jebeSmalige borbereitung bte üeränbetlidhen ©efänge beS .^ochamteS (Introitus, Gra- duale, Offertorium, Communio) tegeltedhl ju fingen im ©tanbe mären. Ja, felbfi menn fämmtli^e ©änger beS GhoreS ohne 2luSnahme treffficher ftnb, unb jeber für fidh ^en betreffenben (ShotalfaU beftiebigenb ju fingen im ©tanbe ift, fo ifl bamit aber butchauS noch "'c^t gefagt, baà auch ^aS 3ufammenfingen fofort entfprechenb gut auSfaKen müffe. Der ©dhreiber biefeS unb üiele Slnbere mit ihtn hatten ganj jüngfl miebet ©elegenheit, baüon ftch ä« überjeugen.
Unb gerabe beim Ghoralgefange, eben meil er ein^ | flimmig ift unb eine ganj eigenartige SÃertragSmeife (SJ^th^ â muS) hat, bebarf eS ju einem guten SBorlra'ge fogar einer üerhältniÃmäÃig nodh forgfältigeren bnrbereitung als beim ; mehrftimmigen ©efange. Unb marum baS ? 9Jun meil man â bie ©timmen einjelner ©änger, bie mit ben anbern nicht j redht mitfommen fönnen unb ftdh beÃhalb in'S ©dhlepptau : nehmen laffen, gar ju leicht heraushören fann. ©erabe beim dhoralgefange üermag baher auch ein einjelner ©änger, ber â bie '^robe gefdhmänjt hat ober ber auS Ãitelfeit fich gern ' etwas üor ben Uebtigen herüorthut, mehr ju üerberben, als ' jehn üortreffli^e ©änger beS ©horeS gutma^en fönnen. Das meià jeber Dirigent, bet einige ©emefter hinter fich hat- Daraus folgt aber mieber, baà jeber ©änger feinem Dirigenten Danf tüiffen foH, menn berfelbe nidht nur bie mehrftimmigen Donfä^e genau einftubiert, fonbern üor lüem auch bie ein^ fchlägigen Ghoralfä^e (jumal Introitus, Graduale etc.) auf baS ©emiffenhaftejie üorbereitet. |
©ollteji Du aber, lieber Sefer, üon bem ©efagten nodh ni^t übeijeugt fein, fo bitte ich Didh, bei ©elegenheit ber nä^flen iöejirfSüetfammtung einmal ben fungireuben Dirigenten JU fragen, ob er eS gemagt habe, ohne gemiffenhafte borproben bie auf bem ^rogromme üerjeichneten Ghoxalfä^e ftngen ju laffen? Du mirfi bie grage alS fluger ÃJïann mohrfcheinlich untetlaffen, bamit man Dich nicht auSladhe, fonft mürbeft bu üieClei^t ju hören befommen, baà ber §ert Ghorbireftor fogar felber für ftch bie betreffenben ©tüie auf baS ©enauefie burdhfiubiett habe! Dbet frage einmal nadh, menn bu ©elegen= heil hofl, mie bie megen ihreS muftergültigen GhoralgefangeS berühmten SenebiftinerpaterS in '^Jrag unb in SüïatebfouS eS machen? â Uîun mö(hte Didh idh aber audh etmaS fragen: 3)Zuà eS nidht baS höchfte Jbeal unferer Ghöre metben, baà fie an ©Dnn= unb gefttagen bie ©ängertribüne na^ berfelben gemiffenhaften borbereitung betteten, mie fte ben bejitfSoer: jammlungen üorauSjugehen pflegt? §eiÃt eS nidht feine ?luf= gäbe üon gunbament auS üetfennen, loenn man auf jene beranfialtungen fich tnit ber peinlichfien ©emiffenhaftigfeit üorbereitet, baS Jahr hinburch aber an heiliger ©tätte otjne groben, ohne SSorbereitung bie Ghoralfä(}e ju fingen fich unterfängt ? SBarum toat" bodh gerabe ber Ghoralgefang bei üielen portrefflichen ©eifili^eu unb fiaien fo fehr in UJiÃfrebit gefommen ? Sag nidht bie .^auptfchulb in ber überaus mangel' haften, mahrhaft atmfeligen ^JluSführung jener erhabenen ajîelobieen, bie felbfi bic Sl'nbadht fchlichter ©läubigen ju ftören nur JU fehr geeignet mar?
Vielleicht bemerft bet eine ober anbere Sefer unfereS SölatteS hier fdhmunjelnb, baà bet Ghor, bem er angehöre, jebenfallS mit einer leiblidhen ïJiote meinerfeitS baüonfommen müffe : ber Ghor finge nämlich ^ie üeränberli^en ©efänge beS ^o^amteS (Introitus etc.), njegen ber ©chmierigfeit ber forreften SluSfühtung biefer ©efänge, f^on feit längerer 3e't gar nidbt mehr, fonbern beginne fofort mit bem Kyrie ! 2DaS folleu toit biefen fingen Seuten fagen, lieber l'efet? ©anj abgefehen üon ben borfchriften unferer Kirche, bie h'*^^ junärf)ft inaÃgebenb ftnb, meine ich, baà jebec, n5elcl)er einiger' maÃen in ben ©eifi ber herrlichen fitdjlichen Siturgie einge- brungen tfi, mehr erbaut mirb burch ein üoHflänbigeS, menn audh mittelmäÃig gefungeneS ^ochamt, als burd) eine üoHenbet üorgetragene Missa, bie aber nur ein SBtu^jlfldt ifl barum ihren Ginbrudt (im JHahmen bet Siturgic) üerfehten muÃ. Siturgifch ridhtig unb funftgcred)t, beibeS jufammen, nidht baS eine ohne baS anbete: baS muà baS 3tel unferer groben unb Vorbereitungen fein unb bleiben!
©ehen mir unS nod) für einen îlugenbljcf j. Introitus in feiner ©tellung jum ganjen §ochamte anl Derfelbe foH bie ©timmung" ober ben ©runbgebanfen einfaHenben gefieS ober ber betreffenben fit^lichen SefijejJ (ïïbüent, S!öeihnad)ten jc.) jum ^uSbrudte bringen. baher feinem Jnhalte nach fo mannigfaltig, mie baS KirtheJ' jähr felbfi : greube, Jubel, Drauer, Hoffnung, ©ehnfucht, i-?;' Danf, bitte, furj «HeS, rcaS bie ©eele beS Katholifen Soufe beS Kirchenjahres bemegen unb erfütten foO, finbet gew®' im Introitus einen furjen aber fräftigen «uSbrucf. '' |
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(rote ber gelehrte Garbinaï SBifemann gefagt hat)ber â©d^tüffel ber ganjen 2Jïefie. SaÃt man ba^er trog ber entgegenfie^enben Sorj^rift ber ttrd)e benfelben nicbt ftngen, fo fet)lt bem feler= lieben ©otteSbienfle glet^fam ber ©rnnbton, ber burd(i bte ganje geier ^inburdhUingen foQ. â
9Jnn plagen ficb mand)e Dirigenten jahraus unb jahrein förmlid) ab, bie einfd)lägigen Ghoralfiücfe, namentliih jene oeränberlidhen ©efänge beS §ochamte§ mit einer Schaar oon Sängern einjuflubteren, bie roeber 9iote noch Sdhlüffel fennen, bte einen ©anjton Oon einem ^albton faum unterfcheiben, gefd^roetge eine Ouart ober Ouint treffen fönnen. Diefe Dirigenten hoben alfo Sänger, bie nur nachfingen fönnen, traS man ihnen oorgeigt ober oor= fpielt ober oorfingt. DaS ijit eine faure,^ horte Slrbeit! Unb roenn irgenb etroaS geeignet tji, bem Dirigenten baS ohnehin fdhon mühfatne unb an Opfern reid)e 2lmt ju Oerieiben, bann iji es biefe SipphuS=2trbelt. â SBaS Ijl benn baS ? roirfl bu fragen, lieber Sefer! 9Jun ble alte h^ibnifche Sage erjählt, SiftphuS fei ein fehr roetfer König geroefen, ber ungefähr um bas Jahr 1400 o. Gh^. in Korinth (©riechenlanb) regierte. Ginfl fei ber Dob ju ihm gef^idft roorben, um Ihn jur Ãnter= roelt JU holen; er aber fei nicht elnl^erflanben geroefen, höbe ben Dob gefangen genommen unb fo lange in Serroahrung genommen, bis enblldh ber KriegSgott 3)?aTS ben armen Dob mit ©eroalt befreit höbe, gür biefen greoel â eS roar felbfl= rebenb toährenb ber langen ©efangenf^aft beS hageren Senfen= manneS fein SJJann nocf) Selb nodh ^tinb auf Grben geflorben â alfo für jenen greoel tourbe er nach feinem Dobe in ber Unterroelt fehr ctnpfmblidh geflraft; er muÃte einen fchroeren 2)?armorblDcI unaufhörlid einen h^^f" hi"onfioäljcn; faum aber hotte er benfelben bis In bie Ãiähe beS ©ipfelS gebradht unb:
âHurtig mit Donnergepolter entrollt' ihm ber tüdfifdhe aJïarmor!"
Slehnlidh ergeht eS jenen geplagten Dirigenten! Sie ïpllen ihren; Stein in ber Doniietfla"gS= ober greitagSprobe nahe an ben ©ipfel; fie flub ood Hoffnung für eiii glüd= l«d)e8 ©Clingen! Dod) eitel Däufd)ung! Selbfl bie Orgel= 'nofchine ifl nicht genügenb, um ben fdhroeren 23lod auf ben ®ipfel hinoufjubeförbern! SaS Ifl ba aber ju thun, lieber
Sd)öncn.
fitur0ifd)f ^(ntcrljaltuugni.
SSon S}runö, SJifar in Gilcnborf. (gortfegung.)
, , <5. 2Butbe baS gefi beS h- Johannes in ben früheren '^tlflllchcn Jahrhunberten auch fd)on als ^o^cv gelertag
aehalten?
. . Ohne 8>oelfel. Der gefie gab eS in ber erfien J')tMUIchen Ãeit nur roenige; ble ober entflonben, tourben olS jj9if bebcutungSooH für boS chrljllichc ©laubenSleben ongefehen. Partim pflegten fie benn auch mit groÃer Jheilnoh"« unb "lögllchfter gelerlichfeit begongen ju roerben. ^ ^ fflenn bem fo ifl, fo rounbert eS mich, boà boS J^ebuttsfefl beS h- JohonneS nicht einmol ein gebotener ««»eitog Ifl. SoUte eS borauf nicht SHnfprudh hoben?
Das ifl nicht ju leugnen. Die Kirche hotte biefem |
Wnfprudö oudh Oollflänbig ©eredhtigfeit roiberfohren loffen. DiefeS gefi rourbe borum früher ouch bürgerlidh olS hoher geiertog begongen. Jnbeà fom biefe geier, foioie bte geler mond)er anberer gefltoge, in einer gloubenSfolten, reltgiöS= glei^gülttgen Ãeit In SerfoH, unb leiber foh ftch bie|Kirdhe in bte üiothroenbigfelt Oerfegt, bem Drängen noch Slbfchoffung biefer geiertage nodhjugeben unb Die ©läubigen bon bem ©ebote, fte ju halten unb ju heiligen, ju entblnben. Daà blefeS gefi beS h- JohonneS früher ein gebotener gelertag roor, fonnfl bu nodh borauS f^lieÃen, boà an biefem Doge ein ^^forrhochomt geholten unb am oorhergehenben Sonntage ongefünbigt toirb.
Hot benn ein fo ongemelbeteS ^forrhodhomt aQjeit bie Sebeutung, boà eS bie Grinnerung an einen gebotenen geiertog fein fod, ber fpäter elnge^ongen ift?
21. Joroohl. Der '^Jforrer etner jeben '^3farre ifl näm= lieh oerpfllehtet, on oOen Sonn= unb geiertogen für ble lebenben unb oerftorbenen Singehörigen feiner '^Jforre boS hl- ÃJJeÃopfer borjubringen. Diefe Pflicht ifl nod) ouSbrüdli^er Grflärung beS hl- apoflollfdhen StuhleS oudh an ben geier= tagen für ihn beflehen geblieben, bie jegt olS obgefdhofft gelten unb jur 2lnhörung ber h- ^-l^effe ni^t mehr berpfllditeu. Die Grirtnerung an jene gelertoge hot fleh unter betn dhrift= lldhen Solfe gerobe boburch erholten, boà biefe Dage im ©otteShonfe noch 'u feflllcher SJelfe begangen roerben. So oft bu obfommen fonnfl, berfäume eS nicht, oudh beinerfeitS jur geier jener Doge etrooS beijutrogen burch anbäd)tlge Dheilnohme am ©efonge beS oorgefd)riebenen Hochamtes!
Sinb auÃer bent Umflonbe, boà blefeS geft früher gebotener geiertog roor, ou^ nod) anbere GIgenthüuilichfelten übrig, bie oermuthen laffen, boà eS einen hohen 9Iong unter ben geflen bcS KirdhenjohreS einnahm ?
Sl. 2lflerbtngS, unb biefe jeigen, boà cS ben haften geflen beigejählt rolirbe: eS roltb eingeleitet burd) eine SIgllie, für roelche bu aueh ouf ben 23. Juni eine eigene TOeffe berjcldhuct finbeft, unb eS roltb acht Doge hinburch "gefeiert, fo boà feine geler etfl mit bem 1. Juli jum 3lbfchluà fommt.
S. Der Dctooe bicfcS gefleS bin idh mir nie recht be« rouÃt geroorben; benn idh erinnere mich nidht, boà idh jemolS om 1. Juli ble ÃÃÃeffe oom h- JohonneS bem Däufer mlt= gefungen höbe. 2Qie mag boS gefommen fein?
Sl. DoS Ift jebenfallS boburch gefommen, boà bu nur on Sonn» unb gelertagen an bem feierlichen Klrd)engcfange pflegfl ïheil Ju nehmen, gällt ober ber l. Juli getobe auf einen Sonntag, fo roirb bie ÃÃJeffe, toelche bem Octobtog beS hl. JohonneS eigen Ifl, burd) ble iUJcffe oerbrängt, rocld)e boS für ben 1. Sonntag im Juli oorgefd)tlebene geft oom fofti boren Slute unfereS Herrn ouSjei^net. Der Dctobe beS hl. Johannes roirfl bu bid) olsbonn nur burd) bte Commemo- ratio 8. Joauuis Baptistae berouÃt, roelche ber SeSper elnjufügen ifl.
S. Jn biefem Johre fäÃt boS ©eburtSfefl beS heiligen Johannes tnit bem grohnleld)nam6fefle jufammen. Serben nun beibe gefie roltfll^ auf benfelben Jog gefeiert?
21. Ãroel fo bebeutungSoolle gefte roerben niemols mit= einanber ju einer geler oerelnigt. gollcn fie auf benfelben Dag, fo tnuà boS nlcbtigere bem höheren roeldhen. Dorum roltb in biefem Jahre boS gefi beS hl- J^onneS ouf ben folgenben ïog, ben 25. Juni oerfehoben. ^i'int SIgllie, bie olSboun tnit bem hohen grohnleldhuamSfefle jufommenfällt, fonn In biefem golle gor nidjt jur ©eltung fommen, unb ber legte Dag feiner Dctooe Ifl, roie fonfi, bet 1. Juli. GS ifl |
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burdh bte firdhUdhen Befiimtnungen fo georbnet, baà ein gefi fo oiel Sage oon feiner Dctaoe oerUert, alä e§ oon feiner nrfprüngtichen ©teüe fortgerüdft roirb.
5)n madhtefï aber oorver barauf aufmerffam, baà biefeS gefl beS ht- Johannes btS in bie frühejten ^fahrhwnberte beS GhriftenthumS hinaufreiche, unb baà eS ju beu *höthften geften beS ^trdjeujahreS gerechnet roerbe; mie fommt eS nun, baà eS bor bem grohnteidhnamSfefie, loetcheS boch erft oiel fpäter eingeführt morben ijl, jurüdtjtehen mu�
21. Dafür liegt ein boppelter ©runb üor. DaS grohn= teidhnamSfeft ifl, mie bu roeiÃt, ein geft beS ^errn; baS ©eburtSfefl beS ht- Johannes gehört aber ju ben geften ber ^eiligen, ^ft biefeS nun auch ber hiJchften Ãtlaffe ber gefttage jugeroiefen, fo hat boch feneS, melcheS auch in bie Steihe ber höchften gefte gehört, eben baburdh, baà eS ein geft beS §errn ift, einen bebeutungSüoQen SSorjug, unb biefeS ift ber erfte ©runb, marum baS grohnleid)namSfeft bem gefte beS heit- ^ohanneS üorgeht. Den anberen ©runb, melcher eben fo entfdheibenb inS ©eroidht fäQt, finbeft bu, loenn bu an bie äuÃere geier benfft, roomit febeS biefer gefie nodh jefet be^ gongen roirb.
©eitbem boS geft beS h- ^ohonneS aufgehört h^t, ein gebotener geiertag ju fein, mirb eS ouÃerholb ber Jïirche höchfteuS nodh in irgenb einem gomiUenfreife olS DiamenStog begangen, bagegen fommt boS grohnleidhnomSfeft, eben loeit e§ ein gebotener geiertag ift, ouch noch auÃen hin in feiner gonjen Bebeutung olS echt fothoUfcheS geft jur ©eltung. ^iuch trägt bie feierliche ^^Ãrojeffion, roeldhe fi^ on biefeS geft fnüpft, nicht wenig boju bei, feine geier ju heben unb in bie Deffentlid)feit ju üerpflonjjn. gebe ju, baà btefeS michtig genug ift, um biefem gefte ben Borjug einjuräumeu. DoS geft beS h- Johannes fonn hier um fo leichter jurücftreten, meil eS üon gor feinem Ginfluffe auf boS öf]entli^e Seben ift
ÃI. BJer bie angegebenen ©rünbe üerftänbig in Betradht jieht, bem fann eS eben fo menig jmeifelhoft fein, toie bir, boà bie ^lir^e hier eine buichouS ri^tige unb fo^gemäÃe ïlnorbnung getroffen hat. Damit aber oltdh bem gefte beS h- Johannes feine gaitje BJürbe, bie ihm namentlich oudh loegeu feineS hohen 'SllterS jufotnmt, geroahrt merbe, ift be= ftimmt morben, boà eS feinem anbern gefte, olS nur' bem h- <2afromentStage feine ©teile objutreten brauche., unb boà eS in biefem goOe gleich om folgenben Soge gefeiert toerben fod.
6. 3Bor ber 24. ^uni ouch fdhon in früheren ^ahr-- hunberten ber Sog, an melchem biefeS geft beS h- ^fo^anneS gefeiert rourbe?
21. DoS ift gor nidht ju bejrodfeln; benn ber h- ?lugu= jtinuS loeift fdhon, in richtiger BJürbigung biefeS SageS, borauf hin, boà er in bie Ãeit falle, roo bie Soge toieber ongefongen haben objunehmen, uub boà er fo bie Söorte beä 1). Boï= läuferS üeronfdhauliche: âGr muà madhfen, idh aber obnehmett." 2Ãenn bu nun baneben beu 25. December, on roeldhem boS ©eburtSfef^t unfereS GrlöferS gefeiert loirb, in'S 2luge foffeft, fo fonn bir nidht entgehen, boà er in bie 3eit föllt, mo bte Soge mieber eben begonnen hoben, länger ju roerben. Damit tft boS Bilb üon bem 2lbnehmen beS h- Johannes unb bem BJodhfen unfereS §eitonbeS in ber fchönften BJeife berbotl= ftönbigt.
3fi benn mohl anjunehmen, boà bie Ãtrdhe biefe Soge fo geroählt habe, um feuen 2luSfpruch beS h- Johannes ju beronfchoulidhen ?
21. Diefe groge ift nidht gerabe leicht ju beontmorten. |
2Benn ft^ aber bie tirche biefer Sbftdht nidht gleich berouÃt geroefen fein foUte, fo fdhauen lüir um fo florer boS BJoUen beS göttlidhen ©eifteS in ber Ãirdhe, ber felbft baS onfcheinenb ©eriugfügige fo lenft unb leitet, boà eS höheren unb ge= heimniÃoollen Ãroedfen bienen muÃ, bie bem ©dharffinn ber ÃJ?enfchen entgangen finb.
©. 2öorauf beruht eS, boà man bie Benennung ber Söne in ber Sonleiter mit bem BeSperhhntnuS bon biefem gefte beS h- Johannes in Berbinbung bringt?
21. Du benfft an bie Bejeichnung ber Söne mit ut, re, mi, fa, sol, la, si, ut, bie jebem Kirchengänger geläuftg fiuD, unb beren ©ebrouch ©olmifation genannt roirb, Diefe Bejeidhnung fdhlieÃt fi^ infofern an ben genannten §hmnuS ou, olS fte bte ongeführten ©ilben ber erften ©trophe beS- felben entnimmt, ^dh roiQ bir biefeS flor mochen, inbem i^ biefe ©trophe hierherfelje unb Die iu Betradht fommenben ©ilben burch fetten Drudt herüorhebe: Ut queant laxis resonare fibris â Mira gestorum famuU tuorum â Solve polluti labii reatum â Sanete Joannes. Die 6 erften ©olmifotiouSftlben finbeft bu hier gleidh fertig oor; bie fiebente, roeldhe erft fpäter in ©ebrouch fom unb si heiÃt/ ift roohrfcheintich ouS ben beiben legten Wörtern biefer ©trophe gebilbet, inbem man ihre 2lnfangSbudhftabeu ju einer ©ilbe üereinigte.
©. SffioS haben nun ober biefe ©ilben tnit ben Sönen JU thun, bie fie bejeichnen fotlen?
^d) hcffe bir boS baburd) flor madhen jn fönnen, boà ich eine ü)Jelobie üon jenem §i)mnuS hierherfe^e, toelche biefeS am beften beleudhtet unb ber urfprünglid)en oudh jeben« falls näher fleht, olS biejenige, roelche roir je^t in unferm 2lntiphonarium finben.
Ut queant ja-xis rc-so-na-ro ii-bris Mi - ra ge-storuni
fa-mu-li tu - o-rum Sol-vo pol-lu-ti la-bi-i re-a-tum
Sancto lo-an-nos.
Da bu bid) gut genug auf bie ©oltnifalton ücrftehft' fo fiehft bu fofort ein, boà "hier roirflich ber erfte Son ber Sonleiter mit ber ©ilbe nt .jufommentrifft, ber jroeite mj' ber ©Ãbe re, ber britte mit ber ©ilbe mi, ber üierte m«' fa, ber fünfte mit sol, ber fedhSte mit la.
©. Die ©od)e ift mir nun flor; aber mie fommt eS, boà man je^jt höuftg ftoll ber ©ilbe ut bie ©ilbe do ftnbelf
21. GS mirb behauptet, biefe ©ilbe fei ftugborer unb paffe beffer p ben übrigen ©olmifationSfilben, toeil blefe outv^ mie do, mit einem ajjitlaut beginnen, ^[ch fonit mich biefer UJeuerting, bie In Stallen aufgefommen ^u fein fch«'"'; nicht befreunben, unb holte mld) an ber urfprüngtichcn nennung, jumol, ba burch bie ©ilbe ut ©elegenheit S^^boten ift, auch ben Soul u ju üben, ber fonft ouS biefer Sonret?« üerfchroinben loürbe. |
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(ErhIaruu0 ber fanrctantfrijen fitauci.
V.
Mater Christi, ora pro uobis. SWnttcc gljrifti, Iiitt' für iui§!
SDfarta ^at burdh Giuwirïung be§ h^ïigen ®elfte§ ber menfchUd)en 9tatur jefu Ghrifti, ber @Dtt üou ©wigfett her raar, ba§ Dafein gegeben. Derjenige, ben fie gebar, loar ©Ott; er fah unS ähnlidh unb er nannte a)?aria feine 5ü?utter.
Mater diviuae gratiac, ora SDJuttcr bcr göttlichen ©nalie, pro nobis. liitt' für nuS!
Diefc Slnrufung läÃt eine hoppelte 3lu§legung ju. (gin= mal fönnen mir unter âber göttlid)en ©nabe" jefuS ShrifiuS felbjt oerfiehen; beun èr ift bic ©nabe, bie ©ott über bie grbe auSgegoffcn hat, bie â©.abc, meldhe allen 3J?cnfdhen erfchienen ift". (Dit. 2, 11.) 5Diutter ber göttlichen ©nabe mürbe bannfooiel heiÃen al§: üJïutter bc§ §cilanbc§, meld)er für uu§ eine uncrfdhöppidhc Quelle ber ©nabe unb bcê göttlidhen 5Ã5ohlmollenä i|t. â
Ã)?an fann bie Slnrufung aber audh fo fcrftehen, baà fie baê auêbrüdfe, maê ber ©rjengcl ©abriet einft im oncrhochllcn 2luftrage ju ihr fprach: 6ei gegrüÃt, bu bifl ooll ber ©nabe! (Suf. 1, 28.) (Sê miïrben bann bic göttlidhe ©nabcn gemeint fein, momit SDfaria pcrfönlid) in fo überaus reichem WaaÃe oom §errn auSgcflattet mar.
Mater purissiina, ora pro 3)u rcinftc üliuttcr, bitt' für nobis. uns!
9lichtS ocrmo^te bie erhabene 9ïeinhcit ber allcrfeligfleu jungfrau ju trüben: mcbcr bic ®cbred)cn bcS mcnfd)l"i(hcn SeibeS ober bie ©djmadhheit beS SBiClenS, noch ber Slngriff ber .Höde. Die Vorfchuug madite barübcr, baà ihr Seib mie ihre ©eele eine engelglctchc Sieinhcit bemahrtcn.
Mater castissima, ora pro 2>u fcnfdjcftc SDÃuttcr, üitt' für nobis. nnS!
Der geneigte Scfcr überfehe nicht, mie üiclcr SluSbrüdfe bic Jiirche fid) bcbicut, um bic cnglifdhc ilicinheit ÃÃJaria'S ju feiern. Sic hat fic jungfrau bcr jungfraucn ge= nannt, bann bic rein fte ÃJiutter, bonn bie fenfd)ef}e IVntter. DorouS löÃt ft^ erfehen, boà gerobe bic tcnf^heit cine ihrer fd)i}u|tcu Dugenben mor; eine' ïugcub, bic jebcr aus unS burd) SBochfan'ifcit unb ©ebet mit Hülfe ber ©nobe JU crlongen bcflrcbt fein foU.
Mater iiiTiolata, ora pro 2)u |unnfrüulld)c SDMittcr, bltt' uobis. für unS!
Durch ein Sunber ber göttlid)en Siamodht mor a)Joria iugleich jungfrau unb ÃJluttcr. Sic brad)te bcn -Herrn bcr ^elt, ber unter unS alS unfer Heilonb crfdjicnen ift, jur ®elt, ohne boS ©cringfte i?on ihrer mofcDofcn jungfräulich» 'eit JU oerlieren. DoS 'tfl eitte Sohrheit, bie bie ttrd)c burch Qlle johrhunberte gegloubt uub ouSgcfprochen hat- ^ater intcnicrata, ora pro 2)n uulicflctftc Ã)Juttcr, liitt' für uobis. uuS!
Sie aiJario t)or bcm SBcrbcrben ber ©rbfünbe beioohrt Qebliebcu ift, fo lourbe auch bemohrt tjor bcm Verberben ^er troufhciten uub bcr Vermefung, bie beibe eitte Solge ber ©rbfünbe finb. Sie fle «"it i^«»" ^^hne ge-- litten hotte, fo murbe fle auch mit ihm im Hi'"'nel oer^ ^errlid)t mit Seib unb Seele. DoS ift eine fromme aiieinung ber JHrche, bie mir mit ben Sorten befennen: Du un-- ^efledte Sautter, httt' für unS! |
Mater amabilis, ora pro S)u lieficttSttürbige SMuttcr, bitt' uobis. für uttsr
Sie ift bie geliebte Dodhter beS hitntulif^en VoterS, bie geliebte 9Jîutter beS göttlidhen SohneS, bic erforne Sraut beS hl- ©eifteS. Sie ift überaus liebenSmürbig ober oudh in bcn Slugen otter 5D?enfchcn, bie in ihrer SDîuttcrfchaft bcn Slnfong ihres Heils erfannt haben. Seit fte in jenen fchredt= lidhen Stunben unter bem freuje unS olS ihre SdhmerienS= finber glcidhfatn geboren, ift He unobläfftg für unS thätig om îh^one ber ©nobe unb ©rbormung. jn ber Shot, mer ift nächft ihretn Sohne unferer Siebe toürbigcr olS 3Korio?
Mater admiral)ilis, ora pro Su loitubcrbctrc SWuttcr, bitt' uobis. für uns !
Sie ift eine lounbcrbore 5Dhitter burdh ^ie Slrt unb ffîeife, mic fte 9)?uttcr gemorben ift, b. h. burdh bie ©ins mirfung beS hl- ©eifteS. Sic ift ferner munberbor burd) ihren Sohn : oHe Sunber, bie mir in jhm oerchren, merfen einen herrlidhen ©lonj auf Seine hl- 2)iutter jutücf.
Sie ift bie tounberbore -Hiuttcr aber oudh beÃholb, toeil fie in bemunberungSmürbigfler Söeife ben ^pidhten ber ü)ïutterf^oft fidh unterjog. Sie betete ihren ©ohn in bcr trippe on unb ertrug toillig bie Slrmuth, in meldher er ges boren toerben toollte. Selbft bei ben h^rteften "iÃrüfungen blieb fte bic bemüthige â3)Jagb beS Henn" bis jur Hi^pe beS tolooricnbcrgcS, too fie helbcntnüthig ihr müttcrlidheS aJJitlcibeu mit betn SciDcn ihrcS göttli^cn SohneS oercint betn hiiutnlifd)en Voter jutn Opfer barbrad)tc.
Mater Creatoris, ora pro 2)u SDJuttcr bcS Sd;öpferS, bitt» nobis. für unSl
Derjenige, ber oor ÃD^orio toor olS Sdhi5pfer, ber fte felber gefdhoffen hatte, tourbe, ohne oufjuhören Schöpfcr ju fein, toon ïlJorio als bcr ©rlöfer geboren, inbem er attS ihr unfere ^îolur onnohtn. Uttb mic' jur ©rflärung uttb ©c^ flätigung beffen fügen toir fogleich
Mater Salvatoris, ora pro 5)u îDiiittcr bcô GrlöfcrS, bitt' nobis. für unöt
Der Sohn ©otteS ift âboS Sort, burch «eld)cS SlOcS gctnocht ift, tooS bo gcmod)t ift." (joh. 1, 3.; Slbcr er fam tticht als Schöpfer, fottbcru olS ©rlöfer ju unS. jnbctn mir boher fogen â'Uiutter bc« ©rlöfcrS", erinnern toir unS, boà fic bei bcm groÃen ©eheimniffe bcr ©rlöfung beffen oorjüglichflcS Serfjcug murbe; eine um fo gröÃere ©hre, meil fiî mit einem Scrfe oerbunben ifi, beffen Sirfungen fich auf oflc 3eiten erflrecfcn.
3djöuru.
Die Iji. (öedi'uli über U\\ Cöefauö.
(gortfcftuug.)
beginnen toir tnit betn furjett, Ichrreidhen topitel, boS bic llcbcrfdjtift trägt: âSon ber Sirfung ber guten ÃJlcinung im ^folmmgcfong" (III. Such, 2-1. Sfupitcl): âSährenb fte otn gefie eincS Heiligen bie firdhlidhen Dogjciten jum Sobe ©OtteS unb jenes Heiligen recht oubä^tig ju fingen fud)te, fdhienen olle Sorte, melche fie fong, toie eine f^arfe Sonje ouS ihrem .Herjen iu boS ^erj jefu ©hT^iPi Ãorpbringen, boSfelbe bis in'S jnnerftc ju burdhbohren unb ju einer füÃcn greube ju erregen. Vom obern ©nbe ber Sonje gingen ©trohlen ouS toie heflfchitnmernbc Sterne; biefe gelongten ju |
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ben einjetnen lietltgen unb gierten fte mit neuer |)errlichfett. ^JJomentlid) fc^ien ber §eilige, beffen geft gefeiert murbe, burd^ befonberS herrlichen ©toriengtanj erfreut, bom untern ®nbe ober quollen Dropfen nieber, meldde ben fiebenben ©noben unb ben ormen (Seelen im gegfeuer Grquidtung brodhten."
Die §eilige foh olfo, mie im ©efong boS ©ebet be§ ^erjenS emporfteigt ju ©ott, mie ein ®efcho§, boS mit i8li§e§= fchneUe feinem 3iele jueilt. ©obolb eS jum göttlichen §erjen gelongt, erregt eS in ihm unenbliche greube; ouch ode ^eiligen empfinben boburdh eine geiftige Sonne. DoS ifl bte Sirfung beS firdhlidhen ©efongeS im §immel. '3lber jebe ®obe, bie mir olS Dribnt unferer ^flidht ©ott toeihen, fehrt mit hunbert= faltigem ©egen tnieber ouf unS juriidE; baS ifl boS tounber^ bore ©efe§ ber göttlidhen ©tite; auf folche Seife folleu mir unfere 3lbhöngigfeit ton unferem ©chöpfer unb §errn befennen.
Seil mir felbft nidhtS haben, fo gibt er, moS mir ihm meihen fönnen, mir bringen eS bar unb erholten bie ©obe mit göttlidhem ©egen bereichert jurüdf. @S ifi fo mit bem hl. Ãpfer, JU bejfen 3lureole ober glonjttoCen Ãmrohmung ber liturgifche ©efong gehort. Sin menig brob unb Sein legen mir ouf ben ïïitor; ber liebe |)eilanb mocht borouS ein unouSfpredhlicheS ©eheimniÃ, boS mir opfern, baS ober fogleidh mit füÃem ©egen in unfer §erj jurüdffchrt bei ber h^- èom^ munion. Der liturgifdhe ©efong ift mit bem feierlidhen Opfer unjertrennlich tjerbunben; er fteigt mit ihm ouf, mirb im heiligflen §erjen geobelt unb fehrt nun jur ®rbe juritdf, föOt mie linbernber Dhou auf bie leibenbe unb flreitenbe Kirihe.
Sie boS hl. IDJeÃopfer für bie gonje Kirche borgebro^t mirb unb ber gonjen Kirche ©egen bringt, fo audh ber litnr^ gif^e ©efong. Der rechte ©änger nimmt olfo ^ntheil om 'jjriefterthum, gemäà bem berühmten Sorte beS hï- ?lpofielS petrus; er hot eine erhabene ©leÃung, er mirft tnit im fegenbringenben ©ebet ber Kirdhe für oKe ihre Kinber.
Sie" rein muà mohl ber ü)Zunb fein, ber fol^e Sorte ftngen borf! Selche 'â¢Ãfltdhten legt biefer bem priefletlidhen amtc fo noheflehenbe Dienfl bem ©änger auf! Seidht gefchieht eS, boà ber ©änger boS redete Ãiet ganj verfehlt, fo eS gor nidht erreichen miä I Senn er on ber ©^önheit beS ©efongeS ftdh ergoÃt, ohne on beffen hohen Bined! ju benfen, fo richtet er fein ©efdhoà auf eine ©eifenblofe, unb tüer ftngt, treil er feine fchöne ©timme hören loffen mid, ber fe^jt fidh felber für einige 3eit on beS lieben §errgotteS ©teÃe; ben Gimmel betrügt er um bie fdhulbige ©hre unb bie Kirdhe um ben ermarteten ©egen.
Sir müffen olfo boS ©efchoÃ, b. h- unferen ©efang mit Klorheit unb ruhigem beboet ouf ©otteS 6hre allein rieten, unb eS bonn mit aöer Kraft obfenben, b. h- ftngen mit oller Jnbrunfi beS §erjenS, bomit bie Sorte, bte tief ouS unferem §erjen fommen, tief in boS göttlidhe §erj einbringen.
â¢Jioch ein onberer 3ug ift in biefer bifton heroorjuheben. 3u ollen ^eiligen brongen bie freubeerregenben, flernegleidhen gunfen, ober in gonj befonberer Seife jum ^eiligen, beffen geft mon feierte. Unfer ormeS ©ebet mirb im göttli^en §erjen »erflärt, unb fo haben mir ein herrliches 2Jïittel, roeit über unfere Kröfte ben lieben ©chu(?patronen on ihren geflm JU banfen, unb oudh mieber, fte roirffam onjuflehen.
?ln obige Vifton fdhlieÃt ftch bie Belehrung on, meldhe bie ^eilige einflmolS om gefle ber heiligflen Dreifoltigfeit emppng (III. 41): 3llS fie boS 9J?atutin mit groÃer ?lnbadht gebetet hatte, begann fte bei ftch ju überlegen, ob fte mohl bur^^ irgenb eine DJodhläfftgfeit eS ftch jugejogen habe, boà fte nidht fo hohe ©eijleSerleuihtungen empfongen habe. |
qemöhnlidh gefdhoh, menn fie fo onbädhlig betete, mie in biefem SDîatutin. Darüber morb fte oon ©oft olfo belehrt: â9îodh bem Unheil meiner ©eredhtigfeit hafl bu ber ©üÃigfeit geifl= licher Erleuchtung entbehrt, roeil bu bem ©igenroillen no^= gegeben unb an bem Sohlfloug eineS fdhönen ©efongeS bidh menfdhlicherroeife ergö^t hofi; boch ift bein Sohn gemehrt roorben, meil bu je^t bie Ãnftrengnng ber beguemlithfeit Porgejogen hofî."
Diefe ©teile hat Piele ?lehnlichfeit mit ber ouS ben ©elbfibefenntniffen beS h^- SluguflinuS. ©ie ifi mohl geeignet, jenen, meldhe fidh ber greube beS ©ingenS ju fehr hingeben unb borin fchmelgen mödhten, ju erfchrecfen. ©in foldher ©chreden ifl ober heilfam. Sir bürfen unS geroià ber ©dhön^ heit unfereS liturgifdhen ©efongeS freuen; bofür hat jo ©ott ben Ãouber ber töne gefchoffen. Diefe ©chönheit ifl bo, um jur ©dhönheit ©otteS ju führen, unb ber ©efong ber hl. Siturgie ifi nur ein fchmocheS Ãdho beS üiel herrlidheren ©efongeS, ben mir im Rimmel in enblofer greube ©ott borbringen merben; unb nicht umfonft iji fdhon biefeS ©cho fo fdhön. Seit über toufenb Jahre ftnb eS, boà ber ht- ©eift fte bem groÃen ^apfle ©regor eingab, unb boà bie §erjen ber Ghriflen ftd) boron erheben; oud) toir bürfen unb folleu unS boron erfreuen â ober in ber redhten Seife. Senn biefe ©dhön= heit uns nidht ju ©ott führt, fo tjerfehlt fte ihren Ãroecf; roenn bie ©eele im liturgifdhen ©efang ftdh nidht mit t3er= mehrter ©^roungfroft ouff^roingt, fonbern im 3leij ber 2lfforbe unb SJîelobten, im Vergnügen ju ftngen gefongen bleibt, fo miÃbraud)en wir bie ©obe ©otteS; benn ber ©efong ifl »ie bie Seiler, roelche ber ht- ^otriorch Jofob gen §immel reidhen foh. Do foH man nicht flehen bleiben unb bie ©tufen betradhten, otS märe boS ihr einjiger 3<oedf. (5S gibt ober ouch ouSerroählte heilige ©eelen, bie folcher aJMttel meift nicht mehr bebürfen. ©ott miO nicht, boà fie ben meiten Seg, mie mir, mo^en. ©ie bebürfen nicht beS ©efongeS, auf boà ihre ©eele mit Siebe unb ©dhroung ©ott jueile, er jieht fte un^ mittelbar on fi^; fie finb itn "Slnfonge beS ©ebeteS f^ou bei ihm mit ber Jnbrunfl ber Slnbodht unb ber ©luth t'er Siebe, bie ?lnbere mit uieler SDÃûhe in fi^ ju erioedCen flreben. Senn eine folche ©ecle bem 9îuf nidht eilig folgt, roenn fie jögert, fich èn überroinben, ben SiHen beS ^eilonbeS ju ergreifen unb ttänbelnb oud) nttr eine ïDhnute bei bem üerbleibt, moS bem ÃJJenf^en notürliche greube modht, fo ift baS ein groÃer gehler, ben ©ott ftrenge flroft. ©o f^eint eS ber groÃen ht. ©ertrub ergangen ju fein.
Sir ober fönnen borouS einen gingerjeig entnehmen, njoher eS mohl {ommen tnog, boà ber hl- ©efong unS monchmol fo fchroer onfommt; eS i|t üiel 3Küh' unb '".plag' unb feine greube bobei, unb ebenfoioenig f^eint ein ïliujjen borouS ju erroothfen. ©ott läÃt unS tjielleicht einen fdhon pergeffenen gehler büÃen, unb in ber büÃe unfern Sehn termehren.
^tuÃubnuijcu.
XVI. Ucbuuljcu iu ber VII. (mijolijbifdjeii) tirdjcutonart.
Flnalo ift sol, Douiiuauto ift ro, Ambitus ift sol-sol. |
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Septem sunt spi-ri-tus an-te thronuni Do -i') Di - xit
Dominus Do-mi-no mo-o: Se-do a doxtris me-is.
As-per-ges me. Ky - - ri-o .0 - - lei- son.
Glo - ri-a in excelsis Do - 0. Sanc - tus, sanc - tus
imzimzb:
Puor na - tus est no - bis. Ilo-san-na fi-li-o Da-vid.
Vi-ri Ga - li - lao - i. Ec-ce pa-nis an-go-lo-rum.
XVll. Ucbuiigeu in ber Vlli, (l)i)pomii-oli)Mfd)cii) :Ãirdjciitonart.
Finaio ip sol, Pominante ift ut, Ambitus ift ro-ro.
Oc-to sunt bo - a- ti - tu-di - nos.°) Di-xit Do-mi-nus
Do-mi-no mo-o: So-do a doxtris mo-is. Vi - di
a - quam. Ky - ri-o 0 - lei - - - son.
Glo- ri-a in ox - cel-sis Do - 0. San - - ctus
San - - tus. Ad to lo-va-vi. Spi-ri-tus
Do - mi - ni. Vo-ni cro - a-tor Spi-ri-tus. Lauda
Si-on Salvatorcm. Is-to sanctus. I - sto-rum ost o-nim.
Mcrfrijickuc0»
SJfOjart helle ciuft in einer groÃen ©efetlfd^aft einige Dheite ans feiner ueueften Gompofltion, einer âfeierlichen 3J?effe", aufführen laffen, bte aUfeitig Semunberung unb hl- Segeifte« rung ermedtten. Gin ^IJroteftcint theille jebod) biefe ©emunberung unb Söegeifterung nid)t, fonbern fagte fall unb etmaS fpöttifd): âJd) fann nicht begreifen, toie Jemanb fo ungeheure Kräfte on fo frud)tlofe Subjefte oergeuben fonn!" aJiojort fd)üttclte ben Kopf uttb entgegnete freunblichfl: ââJh^ aufgeflärten ^roteftonten, bie ihr eitre {Religion nur im Kopfe, nid)t ober ouch im Herjen habt, oerficht bo3 nicht. Sei unS Kotholifen ijt bo3 etmoS onberS. Sh^ fï^^ït
') (Sieben nnl> ber (yeifter oor bent Xh^one OiotteS.
') S. i. ad)t finb ber ©cliflfcitcn. |
toill: âAgnus Dei, qui tollis peccata raundi! Dona nobis pacem! gomm ©otteS, bo§ bu hinioegnimmft bte ©ünben ber 2Ãelt! ©ib un§ grieben!" unb ber= gleid)en. Slber toenn man üon frühefter Kinbheit on, tote ich, in ba§ tm})lifd)e Heiligthum ber {Religion eingeführt ift, menn man mit feinen brängenben ©efühlen ben ©otteSbienft ob= loortcte, unb leid)t unb" froh in ©ott ihn ocrlteÃ; toenn mon biejenigen glüdlich prie§, bie unter bem rührenben âAgnus Dei" hininieten unb bie hl. Kommunion empfingen, unb beim ©enuà berfelben bie äRuftf in fonfter greube au6 bem Herjen ber Knieenben fprodh: âBenedictus qui venit in nomine Domini! ©ebenebelt fei, ber bo fommt itn 2)famen beS Hei^n!" bonn ifi eö onberS. 2Benn man bie taufenbtnal gehi5vten Sorte bann nod)malS oufnimmt, fie in 2)iufif JU fegen, bonn fommt boS SllleS toieber unb fleht oor einem, unb bemegt unb heiligt unb begeiftert bie ©eele, fte fdhmingt ftd) himmelan!""
tUJojart'ö 9licicuncincötiiii5 fftv 9)lttfil. Kaum oicrjehn Jahre olt fudhte ÃWojart mit feinem Soter bie âctoige ©tabt" auf, nach ber er fich fd)on longc gefehnt hotte. ^^3apft GlemenS XIV. (©angonctli) toor bem Sunber^ fnoben gcioogcn unb lieà ihn mehrmals in feinen ©emächern fpielen. ®ie Dfterjeit mar oor ber Dhür. Sater unb ©ohn hotten oiel bon ber fliUen Sod}e oud) in Setreff ber Kirdhen= muftf, nomentlidh oon bem unftcrblid)en 3}Jeifiermerfe Slntonio SlÃegri'S, bem jmetdhörigen Ã)Jifcrerc, erjählen hören, meldheS in iebetn Jahre nur bann üorgetrogen toirb. 9inn bat Solfgong SlmobeuS in feiner Unbefangenheit ben Kirchenfürftcu um eine 2lbfd)rift. âDaS fann nid)t" fein, mein ©ohn," toar bie freuublid)c Slntwort: âbiefe Serfe gehören nid)t mir, fonbern ber Kirdhe." gefaÃt ging nun ber Knabe iu
bte einjigc '}3robe, mcldie ftottfaub, höitc mit gri3Ãter Sluf= mcrffamfcit, eilte heim «nb fd}rleb boS Serf nieber. Ãur öffeutlidien Aufführung nahm er feine Hanbfd)rift mit, füllte, gleidhfam nad) bem ©ehiJr, bie Süden auS, ücrbeffcrte jnand)en ©ang ber iüJittelfiimmcn, unb befaà nun boS unfterbli^e Serf ganj loie cS fomponirt ift, auf bem 'â¢^Japiere unb mar ehrlid) genug, eS bem ^liapflc in ilbfdhrift ju jeigen. âStein/' fpraci) biefer läd)elttb, jooS Du felbfi baoongetrogen, toid idh Dir nid)t nehmen." Sir räumen ein, boÃ" bie ©trophen beS llHferere einanber fehr ähnlich finb, tooS felbflüerftänbliih betn ©ebächtnià beS auftncrffam Soufd)enben groÃen Sortheil getoähitc. SlnbrerfeitS ift cS ober oudh Dhatfad)c, boà bieS ^uffaffen im ©cbäd)tnlà burd) ben cigenthümlid)en, oon mobcrncr ÃRupf gonj obtocichcnbcn ©ong ber S)littelfiimmen fehr erfd)iocrt toirb.
^iojort lieà fpäter mehrcr; Sefonnte eine Slbfdhrift nehmen. Sind) noch Seipjtg gelangte eine foldhe Gople, no^ ber Jahre long üon ©d)ülern ber ''f3folm getoöhnlidh om grünen Donnerfioge in ber Kirche ouSgcführt tourbe. «IS jüäter ber Gnglänber Surnch boS Serf nodh einer Gopie beS DrigiuolG, ble er tnit 9Kcht ober tnit Unre^t erlangt ha^e, herausgab: bo ftellte fidh herouS, boà oudh nicht eine Siote onberS olS bei SDJojort toor.
(SiU ?lu§I)hUftCfdjtlÃ. Gin Jnfirumentenmachcr. meld)er hölserne SloSinfirumente üerfertigte, ha'te folgcnbeS SluShängefd)ilb:
âSjluPfolifchcr, blofcnber, höljcrncr Jnprumemcnmachcr." |
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Ã
Iffiessen füi* Mannerchor.
ÃcniarbH 3of., Op. 23. Missa in üon. beatae 3Iarie vlrginis, für
4 ft üJiönnerchor. ^art. 1.60, (Stimmen u 25 ^fg.
bcra Urtheile bcê Sïcfcrentcn be§ Cöcilicnüerein^^Ãataloge» (Sïr. 724) eine ber beften ber im Sataloge aufgenommenen TOanitcrdhor^üKeffen.
Hckcs irr., Op. 10. Missa iii lioii. S. Ambrosil, für 4 ft. SOÃönnerchor (ohne Credo), ^art. ÃÃJÃ. 1.20., compl. ©timmen 40 ^f.
®ie ^JJeffe ift mit groÃer ©eroanbtheit gef^rieben, babci leicbt ausführbar roürbig unb roohlttingenb. Slu^ für fcbroöcberc Ãööre ju empfehlen.
â Op. 13. Misssa in hon. S Joannis Bvansjelistae (Ohne Credo) für 3 ajïannerftimmen ^art. SOÃ. 1,00 compl. ©timmen 40 ^fg. gr. <£4mibt (d.^SS.'S. 9?r. 466) fchreibt über btefe 3Kcffe: â®icfc für einfädle Ghoroerhäftniffc gef^ricbene 3J?efie öerbient roegen ihrer fchönen 9lrbeit, ihrer inürbigen fblen .^altung bie Slufnahme in ba§ ü{epcrtoir auch gröÃerer Ãhöre 2C.
tOiltbcrgcr ^ug,. Op 3. Missa in Iion. s. Aagastini für 4ft. SKännerdhor ^reiê ^art. 1.60, compt. ©timmen 60 ^fg. â Op. 15. Missa in hon. s. Aloysii, für 2 gleiche ©timmen. ^reis ^ort. 2 3JÃ., compl. ©timmen h 80 ^fg.
®ie â9t. SBtltbcrgcr'f(hen Sompofitionen" finb fo ollgemein befannt unb befiebt, bnjj fic einer befonberen ©mpfeblung nidjt bebürfen.
Sluf ®unfc^ fenben toir uorftc^cnb ocrjeic^uctc Wcffcn. gerne jur 9lnfid)t
il(6ert ^acoH & go. itt Jlar^e«.
golitpoftttouen Doii Jos, Bernards.
Scniûrbê, 3of., Op. 26. ^avmOttittinftÃttïC jugleich auch als Borfchnle für
baâ Drgetfpicl. «Ãrciä ÃJÃart 1,20.
â Op. 27. ^vÃoïuttflCtt om ^ovmotttum. Slusmahl leichter unb beliebter 3Solfêroeifcn, Dpcrnmclobien 2c. ^jJreiS ïïîart 1.20.
â SiltÃftöcl. Dîadh ber ©olmifationS-aHethobe für bie §anb beS fd)üler§ bearbeitet. $rei§ 30 ^fg.
®ie früheren Gompofitionen üon Seruûrbô: 30" Crgelftlicfe â 27 Drgelftûcfe â 6 gunen â 59 Drgelpritlubieu â Missa in honorem "beatae Mariae Virginis für 4 3Kännerftimmen â (Scfangmcthobe für bic 2ehrer nu 93oU3fchulen â gehören no^ bem Urtheile hcrüorragenber gochleute unb ber greffe jn beu beften Grjcug« niffen ber betr. Ãitcraturjrocigc.
ma^tn, muvt Sûcoiii & G:o. |
3u haben bei ?(l6crt ^acolii & tfp.
iu 9lncl)en:
IDaijnfff, ökfauflfr^ttlc 2. ,t)cft 50 ^f. M 9Kcf)C 2 1.50 â
aV ^n ^arthien billiger .^O |
|
3ttr ^erdjnmg bes l)ciltgctt
Sn unferem Berlage crfcf)ien: P. §ant>tcr, ®ireftor ber priefter bom heiligen 5tntlit5e,
St^mefter 9)lax\a uom fjcUifieit
unb ba5 Söerf ber (Süfjue.
Slutorirtrle Ueberfefeung. â X. uub 96 Seiten â ^rciS 40 ^fg. gerner t)on bemfelben ®crfaffer:
Der goüfclige Dupout
unb bte Dere|)rttn9 bes l)etligett :ÃntHi3C0.
50 m
muvt SacoBi & tu Wadjcat. |
Servite Domino in laetitia!
(Ãcfang- (Ãcltctlmd)
junncl)ft für
pïjcrc Mjrauftaïtctt
herausgegeben uon ^tttV ©ttttt.
profite ;Ã.ufltt0e be(orflt uon
^iüÃoà jfucmcrs,
©tjmnaftal'CSefonaleljret u. Eom»Drflanifl iit KaS)tn Wit fircl)licl)cr (Genehmigung. $reiö: brofd). Wf. 1,20, geb. m. 1,50.
iÃcvlan tion ^(Dcvt Varolii & in dachen. |
SBerantroortlidier 9lebafteut 33. 6d)önen in Dberbilf. â 2)rucf itttb SSerlog Don îllbert jacobi & (So. in Slawen.
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fruÃitft 1886.
für fiafÃofif(f;e ^xxijcnfixnç^cï.
®rfltiö=^cilnöc 311m â®rcfn)riuô=S3Iatt", Drgau für laii)ol\\^t tird)cnmurit
âSorge, baà bn mit beut Ãcrjcu gtaubft wa6 bu mit bem SOÃntibe fingfl, unb in SBerten
bet^ätigft, »aS bu mit bem ^erjen gtaubfl." Eoncil in CEatt]|ago b, Q. 398.
|
:Auf Mmä i^immclfaljrt
©eh' in ©einem ®ta6 ich Mühen, Dem oertoffenen, Silien rein, ©eh' i^ bort~bie 9?ofen glühen, Wutter! aus ber Siebe ®etn!
2)?i)chr id&, bofj folch' tronjgcminbe Senchtenb meine ©eele fchmücft, Daf? beim'©d)eibenjnir, bem titibe, Siebenber bein Singe blicft.
©eh' ich Dich M'm H'mmel fd[)tDeben, a)?utter! in ber ©ngel Ghor: SiebeSgüithen fehnenb ftrcben SluS beS tinbeS ^erj empor.
Sinf jutn Himmel tnöd)t' ich jieheit; 2Bo Du firahlft int ®lorienfchcin, IJZiJchte Oon ber ©rbe fliehen, Ã)?utter! utn bei Dir ju fein.
©eh' ich in l'eu fel'gen Hallen Di(h tjou Deinem ©ohn gefrönt. Höre id) beu jubel fd)ancn Der aus ©ngelmunb ertönt: Denf ich, bafj Du eine trone 9)Hr bereitef}, herrlich fchön. Daà ich einfl ait Deinem Dh^one Dorf lobprelfenb bei Dir jleh'n.*)
P. piffj'S. ,T. (t 1870.)
t), â¢) jn betn ®ebid)te ber oorigen 9hnnnicr ift ein finn> 7cnbcr ®rudfehtcrji'bnrd)gefd)Iüpit: 3eile 3 niufi c3 heificn ""'Unbcrlicblid)" ftatt âlounberlid)".
tei SSerftiinbniffc ber 1. Strophe be« oorftehenben ®cbtrf)te^
Sharon erinnert," bnfr," nad) ber iiegenbe ba§ Wrab ber afler.
jungfrau'om britten Sage und) ihrer 3}eftattnng rennet tourbe: ber heilige üeid)nam lonr nidjt jn finben; nur (,i Sciiuünnb, toorin er gebünt geioefen, war ju iehen, nnb ein i^'nlifd)er12Sohlgcrud) erfüHte bie ©rabftätte (ttgt. jahrgang Seite" G5 biefer 3eitfd)r.) S>. Sieb. |
Die Ucbuuij im Cljowl ift uotljiueubig, aber aud) löljucub.
S^ini 2. ®nboi§, SSienr in 9îatf) bei Grfelenj.
jn ber 3eit oon 590âG04 noch Gh^iPi ©eburt regierte ©regor 1., ber (SroÃe, bic iîtrche tSiotteS auf (Srben. Diefer 1)1- 3}îanu hat überaus oiel ©uteS gethan, tooS ich hier nicht einjelu erjählen fonn. ^JJur borouf toiK id) h'n= toeifen, boà er bie bis bohin jerflreuten firdjlidhen ©efänge ju einem einheitlidjen ©onjen fommelte, toeldhcS nod) ihm âber gregoriauifd)e ©horolgefang" genannt tourbe unb ouch ieftl noch fo genannt toirb. Diefer ©efang ifi heute toie bor 1000 jähren "ber eigentlidje ©efong ber tird)e unb toirb eS bleiben bis jutn ©nbe"ber Seiten; biefen ©efang müffen toir bcmnodi als treue nnb gehorfotne tinber ber 1)1. römifd):fathDlif(heu tird)e lieben unö pflegen; für biefen einfadhen, erhabenen unb erhebenben ©efang mödjte id) beShalb einen groÃen ©ifer iu bir. mein lieber ©horfönger, ioad)rufen ober ben uorhonbenen nod) oermehren, toenn bu fd)ou eifrig ©horol übeH uub fingeft. Ãtibiefem Bioccfe loiH id) mich aufd)lieÃen on âSaufieinc" ^Jir. VI. (fiche ©rcgoriuSbote 1886 3fr, 7 ©. 50), loo fd)Dn ouf bic yjothmcnbigfcit ber Hebung itn ©hovalgefougc hingctoicfen toirb, unb nun ouSeinanberfeljeu, toie nothmenbig, ober oud) toie lohncnb bic Uebung im ©horolgcfaugc ift,
âDer gregorionifchc ©horolgcfang ift icnc 3lrt Oon tirchen= mufif, tucld)e bic goujc fatho'lifd)c lOpfcr= ttnb ©cbetSfcicr umfaÃt unb ftd) einftimmig iu tnclobifd) ocrbunbencu Hû"pt= tönen, ohne genau obgemeffencS ÃeitmoaÃ, im 9U)i)thmuS(=§lnffe) bcr ©prod)e"fortbeiocgt" (-Hobcrl: magister clioralis, ©eite 1). Die Uebung in biefem ©efonge ift
I. nothmenbig.
SBorutn? SOScil biefer ©efong oon bcr tird)c Oorgefd)rteben ift. ©3 ift oUbcfanut, boà bic ftird)e bei betn "oon ihr felbfi ongcorbnctcn liturgifd)eu ©otteSbienftc, alfo itn Hodjomte, in ber VcSpcr unb ©oinplct, foioie bei oieleu anberen ©clegcnheitcn, ben cinfîintmigcn ©horolgcfang ouS= brüdlid) ODrgc"fd)riebeu, bcn ©efong iu ber îaubc5fprod)c" ebenfo ouSbrücfltd) Ocrboten unb beu mehrftimmigen fird)lid)cu tunftgefong â bcr unfird)lidjc tunftgefang ift oon oornc herein" oon' bcr tird)e au8gefd)loffeu â nur für fcftlidjc ©c= legenheilen gefiottet hol," Ãutui3glid) fann ich hiev olle jene ©rloffc unb ©ntfdjcibungcn aufführen, meld)c bcn grcgorionifdjcti ©horolgcfang olS ben '©efong bcr tirdjc bejcidhncu unb be= |
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fehlen. 1) 3I5et et ne (Steife auS bem legten Kölner ^roütn: jtal'Goncil toom Ja^re 1860 mtü idh bod) anführen. Jm 20. Kapitel be§ 2. Sheite^ 122 f. fogt e§ anSbrüdlich: â^Jîidht leicht mirb einer e§ in ?If)rebe fteüen, baà jener uralte ©efang, ber unter bem 9îamen ,ber gregorianifdhe Choral' un§ überlommen ift, ber ed^t liri^lidie (Sefang ift unb als Ouelle jeglid)en Kir^engefangeS üon feinem anberen (©efange) Derbrängt metben borf . . . beShalb toerorbnen unb befehlen mir, büà jener gregorianifdhe ©efong toolljlänbig in fein (ererbtes) 9îe^t miebereingefe^t unb mehr unb mehr gepflegt »erbe." ®oS ift flor gefprodhen. Der ©horolgefong, ber burdh bie Ungunfi ber Seiten unb burdh 5lufhebung ber Klöfter am Slnfange biefeS Jahrhunberté toielfod) gor fehr in bergeffenheit unb Verfall gerothen ijl, foü â fo min eS boS -IJrotoinjiat Soncil â miebereingeführt unb beSholb mit forglidher Siebe immer mehr gepflegt »erben. Sllfo müffen mir, »enn »ir gehorfome Kinber unferer SîJîutter, ber hl- römifdtj^fotholifchen Kirdhe, fein »ollen, ben Ehorolgefong grünblidh unb onbouernb üben unb unS biefer Slrbeit gerne unb freubig unterziehen. Deshalb toerpflichten unS oud) bie (So^ungen beS ollgemeinen Göcilien^VereineS für oHe Sänber beutfdh'er Bunge an erfter (Stelle jur eifrigen 'pflege beS GhorolgefongeS. âDamit ber Ãmedf beS Vereines," h^lt in biefen ©Ãlungen, âbie litur= gifdhe unb firdhlidhe SKuftf no^ bem ©eifte ber Kirche unb ben genaueft einjuhaltenbe;i firdhlidhen ©efeljen ju förbern, erreidht »erbe, »irb ftdh ber Verein angelegen fein loffen: boà ber 1. gregorionifdhe ©efong ober ©horai überall gepflegt merbe," u. f. m. Der Gäcilien'Verein räumt olfo, gonj im ©eifle ber fotholifdhen Kirche, unter ben toerfdhiebenen 2('ufgoben, bie er ftdh gefteUt hat, bem einftimmigen Ãhoralgcfauge Dor bem mehrftimmigen firdhlidhen Kunflgefange unb üor bem beutfdhen VolîSllebe bie erfte ©teÃe ein; baS ift eine ernfie ajîohnung für unS, benfelben nun oudh mit Gifer unb Siebe unb SluSbouer ju pflegen.
SSorum hat ober bie Kirdhe gerabe ben gregorianifd)en Ghoroï als ben eigentlidh liturgifdhen ©efong toorgefd)rieben? Die Sïntitoort ouf biefe groge ergibt ftch leidht ouS bem ben nodh ber 3lbftdht ber Kirdhe jeber Kirdhengefong hat unb hoben foü. Unb bo fage ich: S)CV (JljOVü! âUcUt ermög= Hdhtitttmcr unb nDcrûK einen bem3»edEe beS Kird)en= gefongeS entfpredhenben ©efang. Der 3»ed beS KirdhengefongeS befiehl nämlidh t»" weitem ni^t borin, oKe Jahre etlidhe 2)îale hier unb bo in einer Kirdhe einen feftüdhen ©OtteSbienft mit fünftlerifdhen ©efongeSleiftungen ju halten ober in einem firdhli^en Concerte GrftauiüidicS "in berKirdhcn= muftf JU Doge ju förbern. DoS ift nicht BwedC, fonbern nur ein onregenbeS SÃÃittel jum 3wecfe. Der eigentli^e3>üedt beS KirdhengefongeS ift üielmehr unb einjig bie Ghre ©DtteS unb'bie Grbauung ber ©läubigen. Doju foH ber firdhlidhe ©efong bienen unb jmor immer unb überoll, mo nur in einer fotholifdhen Kirche ober Kapelle gefungen mirb.
') 28er fich borüber genauer unterrichten loitl, ber lefe nur nad), »a§ bic aügemeinen unb befonberen Kird)enoerfamntIungeu unb bic liturgifchen a3ud)cr ber Kirdjc (Missale, Breviarium, Directorium cliori, Rituale, Pontificale, Caeremoniale Episco- porum) über ben liturgifchen ©efang bcrid)ten. ®ehr ctuten 5tuf= fd)IuB geben auch 2 fleine <£d)rift(heu, cineS tJon gr. SBitt: â©eftatten bie liturgifdjen ©efe^e beim .'^odiamte beutfch ju ftngen?" (bei Ruftet in 9?eflenäburg erfdiiencii) uub eines tion ?(. S). S^enf: âStellung unb $flid)t beS Ãlerud gecjenübcr ber Kirct)inmufit" (bei ber SiSohlaemuth'f^cn Suchbruderei in SSojen in Xirol crf^fenen.) (£S Ȋre »eit gefehlt ju fagen, bieS fönne man mohl üom ©efange groÃer Kirdhen unb Klöfter, ober nid)t toon bem ber Sonbfirdhen toerlongen. 9îein, nidht bloà ber ©efang groÃer Dotr.firchen, fonbern ber ©efong oller Kird)en, and) ber fleinjlen Dorffirdhe, foK mit bem (èefong ber feiigen §immelS= beiDohner ein= unb benfelben breimol heiligen ©ott Der herr- lichen unb foH boS ©innen unb Drad)ten beS toerfammelten VolfeS toon ber Grbe jum §immet erheben; foü eS bie 9Ue= brigfeit beS Jrbifdhen toerochten unb bie (Erhabenheit beS @ölt= lidhen erfehnen lehren, foK eS, mit einem îBorte gefagt, erbauen. |
2Bie ift nun biefer herrlidhe 3»eä beS fatholifchen Kirchen= gefongeS am leid)teften immer unb uberoll ju ermög; liehen, ju üentoirflid)en? VieQeidht burch ben beutfd)en VolfSgefang? Iber junäd)fi ifl ber beutfche VolfSgefang, fo bere^tigt er oudh bei ber füllen 9}Zeffe, bei ben toerfd)tes benen häuSlidhen unb fir^lid)en Slnbadhten unb bei ben 2Batl= fahrten beS dhriftlichen VolfeS ift, bodh für ben fireng litur= gifd)en, b. h- üon ber Siturgie ber Kir^e üorgefchriebenen ©OtteSbienfi, j.^33. im ^odhomte, in ber liturgifchen VeSper unb Complet, gonj befiimmt unterfagt; »ir hätten bem noch in biefem »id)tigften ©otteSbienfte gor feinen ©efong â ba ber ©efong in ber SonbeSfprodhe bobei ni^t beredhtigt ift â, unb bod) foii bobei nach bem Silien ber Ktrd)e gefungen »erben! Unb boüon oud) gonj obgefehen, ift eS benn fo leicht ju erreidhen, baà boS gefammte Volt fd^ön, b. h- ârafd) bemegt, auSbrudfSDoll, mit ridbtiger Betonung" finge? Ober finbet fidh biefeS jn einem loürbigen VolfSgefange (Srforberlidhe üieneid)t üon felbft? Ja, »enn jebeS (3d)reien unb nodh ©dhlimmereS olS ©dhreien oudh fchon echter, »ahrer VolfSgefang märe ! Slber ein fold)er iDirb nur herjuftellen fein burdh jahrelange unouSgefe^te Uebung oKer bever, bic mitftngen foQen ober »otlen, olfo beS gonjen VolfeS. So ift eine fDld)e Uebung möglich, ido finbet fte ftatt? Der fogenonnte VolfSgefang fonn bemnod)}, ben hohen 3mcdt beS KirchengefangeS, nämliih ©ott ju üerherrlidhen nnb bie ©läu= bigen ju erbauen, fidher nicht am lei^teften, ficher nidbt immer unb ÃberaU toermirfli^en.
ïïber üiet(eid)t fann bieS ber mehrftimmige firchlidje Kunflgefong? Jch loiH nid)t leugnen, boà j. "b. im Dom ju Köln, jn 'ïUïünfler, ju Slad)en unb onbermärtS, ido baju bie nötbigen Kräfte fich üorftnben, bieS gefchehen fonn. Slter »ie üieie 3eit unb 9Jülhe foflet eS audh ba nod), etmaS Vor^ jüglidheS für bie gefttoge ju ©tonbe ju bringen ! Unb »oS hoben lüir bann in biefen Domfirdhen für olle jene Doge, olfo für ben gröÃten Dheil beS JahreS, »o mehrftimmiger firdhlidjer Kunftgefang nid)t aufgeführt »erben fonn? Uub »o bleiben erfi oUe bie anberen Kirnen unb Kapellen in beu ©täbten unb namentlid) auf beut Sonbe, »o nodh feltener ober gor nie eiu mehrflimmigcr firdhlidher Kunflgefong mögltd) ip? .§ier fehlt eS an ©ängern, bort on einem fähigen Dirigenten ; auf bem Sonbe nicht feiten an beiben.
©0 hätten mir bie trofllofeftcn Bnftänbe, nJenn ber einftimmige gregorianifd)e (Shorolgefong nicht bo märe. DoS ift ber 9îetter in ber 9foth. Denn bie meiflen ©dhmierigfeiten, meldhe bie ^erfiellung eineS guten VolfSgefongeS unb auch beS mehrflimmigen fird)lidhen KunftgefangeS ju überminben hat, fallen beim einftimmigen gregorionifdhen ehorolgefonge weg. §ier brauet nidht boS ganje Volf geübt JU »erben, »ie beim (beutf^en) VolfSgefonge; hier ifl nidht eine SluSmoht ouSerlefener ©timmen nöthig, mie beim mehr=
SEBitt: â(öeftatten bie liturgtfdjen (iJcfctc u. f. m." S. 24. |
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pimmtgen ïtrd^Kdhen KunPgeîange; ^iet genügen wenige?gute ©timmen, menn'S fein müÃte, eine etnjtge â unb bie werben bei gutem SiQen au^ in ber ïleinften '^farreljn finben fein â um würbig eer SJÃûjeftât unfereS ®otteS unb btenlicb ber Erbauung beS SolfeS ju ftngen. Denn baS ift baS Eigen= artige beS EboratS, baà er für groÃe unb fleine E^ijre, für ©tabt unb Sanb in gteitber 2öeife paffenb ift, baà er ebenfo gut, ja ooEfomtnen oon 1â2 als auc^ Oon 80 ©timtnen fann oorgetragen werben.
Jegt ip es flar, warum bie fatholifd^e^KircbeJ unb in i^rem ®eipe ber allgemeine Eäcilten=Sereln für alle Sauber beutfcber Ãunge ben einPimmigen gregorianifcben Ghoralgefang obenan pellen, ©ie tl}un eS beS^alb, loeil er ber einjige itnmer unb überall mijglidhe ©efang ip, ber ben Ãioecf beS KirtbengefangeS, nämlicb ©ott jn ehren unb baS gläubige Solf in Slnbacht ju erheben, am leichtepen erreichen fann uub wirtlich erreii^t, loenn er geübt wirb. grctlt(h üben tnuà jeber," ber Ghoral in etwa f^ijn uttb erbaulich ftngen wiH. Denn fein ÃJfeiPer ip geboren worben; wer eS toerben wiH, tnuà â bei afler Einlage â eben PeiÃig üben. Sie follte jemanb, ber nicht eintnal ein einfache? SolfSlieb ohne Uebung toirffam Oortragen fann, bie himmlifchen 2Jîelobieen beS GhoraleS ohne Uebung richtig erfapen uttb oortragen fi5nnen? Senn ich barum fagte, bie Pete Uebung im Ghorale fei nothwenbig, fo fürchte id) nicht, baà bieS jemanb leugnen toerbe, loenu er erwägt, baà 1) ber einPimmige gregorianifche Ghoralgefang als ber eigentliche ©efang ber Kirche oon biefer prenge oor« gefd)rieben unb bie -IJpege beSfelben barum au^ Oom 6äcilien= Serein oor aOem anberen unS bringenb an'S ^erj gelegt wirb; unb baà 2) biefer Choral allein eS ip, ber einen toürbigen unb jtoerfentfprechenben Kirdjengefang immer unb überall, an jebem Dage uttb aud) in ber ärnipen Sanbfir^e ertnöglid)t.
Darum, mein lieber Kird)cnfänger, übe PeiÃig nnb be= harrlid) biefen herrltd)en ©efang! Du'thuP bamit fein fd)lcchtcS Serf. Jd) toeià freilid) fehr toohl, baà oiele oon einem afchgranen, langweiligen, tobten Choräle reben, einem Choräle, ber ble §erjen falt läÃt unb bie Seute attS ber Kirche treiben fönnte; unb pe mögen rcd)t hoben, loenn pe bamit jeneS Serrbllb meinen, too bet Choral honbtoetfSmäÃtg (ja no^ toeniget toie ho"bwerfSmäÃig, benn ein i2)anbioct"fet bemüht pd) bodh, feine Ktmbfdjaft mit feiltet 3lrbelt jufrieben ju Pellen) bon ungeübten unb unanbäd)ligen ©ängern hetabgeleiert ober herabgefchtleen toirb. â Sine ©dhanbe ip eS, baà fo etioaS Int .^anfe ©otteS oorfmumt. â Slber baS ift aud) nidht bet Choral im ©eipe bet Kirihe, fonbern^jenet beflagenSwerthe Choral, toie et oon ©ängern auS Unanbad)t unb Unfenntnià OerunPaltet ioirb;^unb ber ©runb beS UebelS liegt nidht im Chorole, fonbetn int f(hled)ten Sotttage beSfelben.
(gortfegung folgt.)
^ituv9tfri)c ^(utcvl)nltuu0cn.
?t. Srunö, 5l}ifar in (Silenborf. (gorifegung.) |
Sei bet oorigen Unterhaltung hai't bu mich auf einen çtjmnuS oom ^efte beS h- JohonneS oufmetffom gemad)l, ber für bie Ghotfänget befonbere Sebeutung hat, well er tiiit bet ©olmifotion in enger Serblnbung peht; bieSmol loiü Ich bidh an einen Hh^nuS ober bielmehr on einen Sobgefong â Canticum â erinnern, ber pdh nodh enget an bie ©eburt beS h- Johannes onfdhlieÃt unb für Chorfänger nidht mlnber wid)tig ip. Jdh meine ben Sobgefong, toeldhen BadhortoS, olS feine Ãunge toieber gelöp toar, oom h- ©elfte erfüllt, an= ftimmte, um foiooht feiner greube übet bie ©eburt beS SDr= läuferS SluSbtud ju geben, olS auch, loeipogcnb bie ©nabencriueifungen ber göttlidjcn Sormherjtgfeit ju preifen.
©. jd oerpehe bid) f^on. Du meinft ben Sobgefong, welcher mit ben Sorten beginnt; Benedictus Dominus Deus Israel unb ua^ Slrt beS Magnificat gefungen ju werben ppegt. Er trägt bie Ueberfchrift: Canticum Zachariae unb wetjt pd) baburd) fd)on ols Sobgefang beS ÃadhorioS ouS. Eo lounbert midh, boà er unter ben firdhltdhen ©cfongftüden feine fefte ©teile hat, fonbern nur hie unb bo einmol jur Setwenbung fommt.
21. SegtereS toürbeft bu nidht behaupten, wenn bu ber= ppidhtet loäreft, bte fltd)ltdhen Dogjeiten ihrem gonjen Umfange nod) JU beten; bu roürbep olSbonn tolffcn, baà biefeS Bene- dictus feine fefte ©teile in ben Landes hat.
©. 'Jd) weià ntd)t, tooS idh ""ter Laudes ju ber= pehen habe; eS ip mit nur befannt, boà bei Seetbigungen bem feietlid)en §ochamte oudh Landes boronjugehen ppegett, bie hauptfächlid) In ber 2l6pngung bepimmter ';|3falmen be= Pehen. ©inb bie Landes, oon benen bu fpridhP, etwas SlnbeteS ?
Sl. Etwas SlnbctcS gerobe nidht; ober pe haben bodh nod) elnjelne Dheile, iDcld)e pd) In ben Landes, ble jutn îobtenofpciunt gehören, nidht finben. Landes' bebeutet fo oiel als Sobpreifungen. Sic bic SeSper bie Sepimtnung hat, eine Sobpreifung ©olteS an jebem Slbenbe ju fein, fo follen ble Landes ein Sob ©otteS am frühen Dîorgen fein. Die Laudes pnb borum auch i" ih^er gonjen Sluorbnung ber SeSper gleich, ©ic beginnen in berfelben Seife; haben, wie bieje, füiif Slntiphonen,' benen pd) fünf '^Jfolmcn onfdhlicÃen, laffen barauf baS .Kapitel folgen, bringen einen .phinmiS, loic ble SeSper unb leiten nad) bem SerS boS Benedictus burdh eine eigene Slntiphon ein, wie cS bei bet SeSper für boS Magnificat gcfd)iehf. 2lud) ber fernere 2lbfchluà ber Landes ip gonj fo, wie bei ber SeSper.
" ©. GS toäre alfo boS Benedictus für bie Landes baS, was baS Magnificat für bic SeSper ip.
Sl. ©aiij unb gor. GS wirb barum auch, wenn bic Landes gefungen werben, gefänglich in ähnlid)et Seife, toie baS Magnificat behonbclt: bet fcictlid)e Anfang bcS 1. SerfcS fommt nämlicl) oud) allen übrigen Scrfen ju. Slndj In ben Laudes, wcldje bu bei Seid)cnbcgängniPen gehört hop, witp bu benJjSobgcfong âBenedictus" "nld}t ocrmiÃt haben.
©. ©0 olel idh weiÃ, ppegt et bei benfelben immer gefungen ju werben. Jd) habe ihn ober oudh fdhon bei anbeten fcierlld)en ©clcgenheiten pngen hören, wie namentli^ bei 'â¢^3rojcfpDnen.njSleVerflärt"fid)^oaSV
21. DoS crflärt pd) junächp barouS, boà er ein unüber= trefpid) herrlid)er Sobgefang ip, bcu ber h- ®eip felbp bem ÃodhatiaS auf bic Sippen legte ; bann ober oudh borouS, boà ble borin ou6gefptod)enen ©ebanfen für alle Ãeiten ihre oollc ©eltung haben unb barum eben fo wohl eine Sobpreifung ©OtteS "in unferem ïï^unbeïfeinifönncn, wie fte eS itn Dhtnbe bcS ÃachatiaSjtoarcn. _Stc wir nun baS Magnificat nld)t auf ben SeSplrgcfang 'befd)ränfen, fonbern audh l}äupg bei onberen ©elcgenheiten jut Sobpreifung ©otteS benugen, fo |
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taffen toit audh auÃerhalb ber Laudes häufig ba§ Bene- dictus erfdhaHen, um Oott für feine ©nabenericeifungen Sob unb Danf ju fagen. Du haft nun im ?aufe unferer Unter- haltungen brei Cantica â Sobgefänge â fennen gelernt, bte in ben firchtiifien Sagjeiten fich tägtich mteberholen unb fo fortfUngen merben bl§ an§ ®nbe ber 2öett. Söel^e ftnb baâ?
Canticum beatae Mariae virginis â ber Sobgefang ber aUerfeligften Jungfrau 2)îaria, metcher feine èteÃe in ber BeSper hat; Canticum Zacbariae â ber Süobgefang be§ Ãa^ariaS, metd^er ben Landes jugeiciefen tft ; Canticum Simeonis â ber Sobgefang beS frommen â¢Simeon, toeteer mit ben SBorten âEunc dimittis servum tuum Domine" anhebt unb ber Somplet angehört.
21. 3ch jmeifte nid^t baran, baà bu bir ein Budh jur §anb nehmen mirft, morin bu biefe Cantica überfe^jt unb erftört ftnbe^; fie finb fo reidh an ^n^alt, fo fchön an gorm, fo erbautidh in ihren ©ebanfen, baà ein fir(hticher ©h^ïfanger auf eine genauere Befanntfchaft mit benfelben nicht oer= jidhten barf.
2Benben mir unS nun bem anberen gefte beS h- S^^anneS JU, meldheS unS bie geier ftineS DobeS begehen läÃt. @S heiÃt in ber ^îirdhenfpra^e : Decollatio s. Joannis Bap- tistae â (Snthauptung beS h- S^hanneS beS läuferS. ^dh habe fdhon neulich ben Dag angegeben, an melchem eS be= gongen mirb, unb beine Erinnerungen ouS oubertoeitigem Unterridht reiben febenfallS meit genug, um mir ju fogen, toeldhe Begebenheit biefem gefte ju ©runbe liegt.
<S. DoS gejl Decollatio s. Joannis Baptistae mirb am 29. 2lugufl gefeiert. Bîenn Decollatio mit (Snthanptung JU überfeinen ijl,"fo meift biefeS aÃort fchon oon felbft barauf hin, boà ber h- So^anneS feines natürlichen, fonbern eitteS gemoltfamen DobeS geftorben ift. Sein §aupt fiel burd) §enferS §anb. Die Beraulaffung ju biefer graufigen Dhat toor ein geflmohl, melcheS .^perobeS ben ©roÃen feineS 9îeicheS an feinem ©eburtStoge g.ib. Bei biefer ©elegenheit ermarb fidh bte Dodhter ber groufomen .^erobioS burdh ben îîeij ihrer Dönje boS befonbere iffiohlgefallen beS Königs unb erhielt üou ihm bie etblidhe 3wfitherung, baà er ihr jebe Bitte, mie um= foffenb fie au(^ fein möge, gemöhren looHe. 2luf ben 9îath feiner SDîutter hin begehrte boS a)iäbchen baS .§aupt beS h- ^ohonneS. ©o tourbe benn biefer §eilige, melcher megen einer freiinüthigen Strofprebigt an ^erobeS fi^on im ©efäng= niffe log, enthauptet.
21. fehe, boà bu mit ber DobeSgefchidite beS heit- 3(0hûnne§ mohl befonnt bift, unb borum auch boS geft, tneldheS unS hier befchäftigt, ridjlig ju mürbigeu meiÃt; ift eS bir oudh mohl jum BeiouÃtfein gefommen, boà ber h- ^o^anneS ein aJZorthrer beS allen BunbeS i[t?
Daran habe id) nodh ni(ht gebadht: bie 9îichtigfeit biefer Dhotfoche fonn id) ober nicht in Ãifeifel jiehen, menn idh bebenfe, boà bie 'f3erfDn beS h- ^o^anneS, toie nohe er oudh GhriftuS ftonb, bod) nodh bem alten Bunbe ongehört; boà er, mie bu neulidh fogteft, boS alte Seftament in feiner 'Perfon barfteUt; baà fein Dob bem Dobe beS GrlöferS ber 3eit nadh boronging. 2lnbererfeitS ift mir oudh mohl befonnt, boà ber erfte dhriftli^e a)?arti)rer ber h- StephonuS geroefen ifl. muà mir borum bie groge erlauben, ob bie fatho= lifdhe Kirdhe überhaupt fein Bebenfen trägt, oud) ben tor= dhriftlid)en ü)ïarti)rern bie Ghren chriftlicher gefte jujuer= fennen ? |
21. BîoS junädhft ben h- Johannes angeht, fo fonn unS bie geter feineS SJiartertobeS nidht auffollenb feinj nodhbem fdhon fein ©eburtSfeft unter bie dhriftli^en gefte mar aufge= nommen loorben. ©taub nichts im SÃege, feinen Gintritt inS Seben feftlicb ju begehen, fo fonnte aud) fein |)inbernià bor^ liegen, feineu Eingang auSXbiefemJSebenJju einem['gefte ju erheben, ©ein Dob mar ja nur ber loürbige 2lbfchfuà feineS heiligen, ltugenbreidheu|2ebenS. nun|fdhon ber^Dob ber ^eiligen ,foftbar in ben 2lugen ©otteS, unb unferer geier roürbig, bann um|fo mehr ber|"3J?artt)rertob ber ^eiligen. Gin 9J?arnpr ober toor ber h- Johannes; benn fein SÃort, baS er, eifernb für ©otteS ©efeg oerfünbete, trug ihm bie geffeln beS ©efängniffeS unb balb barouf baS ©chmert beS §enterS ein.^'2lud)|bie übrigen Oordhriftlichen iDJarthrer ftnb oon ben Ghren nicht ouSgef^loffen, burdh roelche bie Kird)e ben §elbenmuth unb bie Berbienfte ber dhriftlidhen 5Ufartt)rer anjuerfennen unb inS Sid)t ju ftellen pflegt. DoS jeigt inS^ befonbere baS geft ber madhobäifdhen lUJarthrer, roeldheS am 1. 2luguft gefeiert roirb. 2Bie bie Kirche in biefem '^Junfte benft, geht heroor ouS einer Sefuug, roeldhe oom h- ©regor üon Sfojianj herrührt unb eine ©teile in ben fird)lichen Dog= jeiten biefeS gefteS gefunben hat. Diefe Sefung lautet: â§eute roirb boS geft ber 2Jfodhabäet gefeiert. Obglei^ fte bei oielen nid)t in Ghre flehen, toeil ihr Kampf nicht in bie 3eit na^ GhriftuS fiel, fo ftnb fie bennodh roürbig, üon oHeu geehrt ju roerben, meil fie fich tapfer uub ftoubhoft gejeigt haben für bie oäterlichen ©efe^e unb ©ebräuche. Denn, tooS mürben biejenigen, meldhe üor Ghrifti Dob bie iJJarter be^ ftanben haben, erft noch. ben Seiben Ghrifti gethon haben, menn fie in b.>m Sobe beS GrlöferS ein fo nadhahmungS-- mürbigeS Beifpiel oor 2lugen gehabt hätten ? B5ürben fie, bie eine fo groÃe Sugenb befaÃen, nicht burd) ein folcheS Beifpiel ermuntert, fid) um fo tapferer im Kampfe enoiefen haben? ^a, fogor etrooS ©eheimniÃooöeS unb Ber= borgeneS fcheint mir unb oHen, bie ©ott lieben, loahrfcheittlich, boà nämlici) 9fiemanb üon benen, tüel(^e üor ber 2lnfunft Ghrifti bur^ ben älfortertob geenbigt haben, bieS ohne ben ©lauben ou GhriftuS üermocht'hätte."
©omit glaube idh benn nun beine groge tu befriebigen^ ber fficife beontioortet ju haben uub unfere Unterhaltungen über beu h- Johannes ben Säufer'abfd)lieÃcn ju bürfen.
5tc \)l döccti'ub übet: ku (Ãcfaug^
â¢i
(gortfe^ung.)
2lm Borobenbe eineS BîeihnachtSfejteS hatte bie .tieiligc eine red)t liebliche Bifion (IV. 2.). GS ift in Benebiftiner» flöfteru ©itte, am Borobenbe ber gefte bie yjomen berjeuigen funb JU thun, melche am fommenben Soge irgenb ein 2lint im Ghorbienft haben, fei eS ein Dienft om 2lltar ober baS ©ingen einer Seftion, beS BetfeS, beS ïltle'luia ober beS ©robuole.
â2llS bie Sofel obgelefen mürbe, auf ber bie einjelnen ^Jiomen ftonben, bo fdhien ber §err bie einjelnen '^Jerfouen, tüeld)e üoU Gifer ju hören toünf^ten, rooS ihnen oufgetrogen mürbe, fo überouS freunblidh onjufchaueu uub mit Gielgen bcS Roupies mieber ju grüÃen, baà eine menfchtid)e Sunge ^^ nicht JU erjählen üertnog. Diejenigen ober, tüeldhe trourig buchten, marum mon nicht auch ihnen DteS ober 3eneS j« fingen gegeben habe, fdhien er liebfofenb am Kinne ju faffen |
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unb fanft ju tvoften. Da fpradh ©evttub jum Henn: âO §err, menu bte tlofievfamilie lüiiÃfe, mie Du jene mit Hutb angejdhaut l)aft, [o loütben biefe fel)r txauvig fein, beren Dïatnen nii^t getefen loerben." Der Qtxx antioortete: âSer itnmer gerne lefen ober fingen loürbe, toenn er tonnte, ben toilï i^ gleich liebrcich troften uub feinen guten iÃillen be= lohnen, toie ein oollbrad()te§ 2Bexf."
Diefe SSifion gibt unê ein l)evrlid)C!3 SilD oon bem ©laubenêleben in biefem Slofter. Die frommen Sräute (Shrifti brennen Oor Verlangen, ba§ Sob ©odeS im Ghore ju fingen. Seil ba§ hetüfle Sltnt fo nahe mit ©ott iu Ver= binbnng bringt, glauben' fie, baà auch bie einjelnen Sliiorb^ nungen ba;iu t^on ihm ouygehen uub empfangen ben Sluftrag mit ©hrfurdht unb Donf, tote auê ®otteS SDfunb.
Der Heilanb felbfi labet mit uuauSfpvechlicher Siebe un3 ein, bei feinem hl- SiebeSgehetmnià ju fingen; ba müffen wir halt mit greube, in tiefer Demuth gehorchen. Senn e§ bann f^led)t geht, fo tröflen toir unS, baà loir aKeS, toaS toir fonnten, gethan; menn e§ gut geht, muffen mir unS fogen, boà eS bei Seitem nicht fo auê bem ^erjen fomnit, mie eine folche ©nobe oerbiente. Der ^err jei^y^ oucb, bcà Slfle münfchen foHen, fingen ju (önnen, bomit fie biefeS groÃen Sohnes nicht oerluflig gehen. Sllle foilen fingen, roenti nicht mit ber (Stimme, fo bo^ mit bem ^erjen," mit ber guten ajieinung; fo foilen fie fid) mit beu Säugern oereinigen, bann ifi bie Kirche bis jum legten 3Jfann ooll Sänger! ans htt"bert §erjen fleigt ©ne Slnbetung, Gin Sob, Gine Sitte empor nnb thut betn §tmtncl ©eioolt an.
Die Vifion fchlieÃt mit bcr VerheiÃung beS §crrn: âSenn Ginc, bo fie hi^rt, moS ihr jugetbeilt fei, cS gern ju meiner Verherrlichung oollbriugen mill, unb mich bittet, ihr jtir mürbigen SluSführung b'eSfclbcn jn helfen, fo toirb meine .§ulb, fo oft fic bicS thut, mid) toirlfom ju ihr hin jichcn."
Hiou pflegt nicbt oft boron ju benfen, baà jum guten litttrgifrf}cn ©efong oud) eine gi3ttlid)c ."pülfc nötig fei. ' Der §crr ober belehrt'unS burd) b'ic 1)1. ©ertrub, ba'à ju einem mürbigen inncrlid)cn Sobgefong wir bie ©nobe beffen wieber bebürfen, bcm toir fingen.
ju einem onbcrn'topitcl tnit bcm 'ïitel: âVom Dicnftc beS g5ttlid)en .^crjcnS" finbet bic glcid)c jbee in ganj wnn= berborer SlBeife SluSbrucf; wir hoffen, baà fte balb ein Sicb= lingSgebonfe frommer Sänger tocrben toirb; glcid)ioDhl fd)cuen toir uns foft, unfer ©eheimnià hier ju oerrat'hcn. Scfanntlid) toor bie hl- ©ertrub bic .^perolbin beS hi-'iltgflcn vcTjcnS uvib üerfünbete juerft ben grommen bie greubcnbolfd)aft oom ocr= borgcnen Schafte, bcr für bic Icfttcn fetten aufbewahrt wirb. Der ormc gcfollene ajfenfdj hatte uid)tS ©otteS^SürbigeS mehr; fein ^erj, Oon Scibcnfd)oflcn erfüllt, glid) einer .^a'rfc mit jcrriffcncn Soiten; ihr entftammteu nur '!U(iÃti5nc, gc= eignet, ben göttlichen ^orn herobjurufcn. SllS ober ©ott oom .^imincl fom unb eine tncnfd)lid)c ^fatur annahm, einen Seib, loie toir, ein .^erj, toie toir cS haben, bo loorb bie clcnbc, menfchliche yfotur auf einmol nncnblith geobelt. SluS biefem §crjen ftiegen brciunbbreiÃig johre unaufhörlid) mit icbciu 'liulSfchlogc Slfte unouSfprechlidjcr Siebe jum h>i"iiilifchen Voter etnpor. GS loor bic mclobifd)e .^arfc, bie, crtlingcnb unter bem Scheu beS ©eificS bcr Siebe, t)ic feit bem Sünben= foll erflingeubcn MiÃtöne Oerflutnmcn inod)te, bic jertrümmerte Ginhcit unb §ormonic bcr Seit toieber in ftd) fammeltc, bie SDJöngcl erfeftte, bie gehler oeibefferte, bie oerioirrtcn Stimmen JU einem toonnigcn 3ufatntnenflong oor betn göttlichen Slntlift einte. Diefcn unouSfpredhlichen ©efang, begonnen auf ber Grbe, feftt ber §eilanb im .^imntel (Senipervivens ad iuterpellanduin pro uobis) fort. |
Vor ihm oerftummen bie glüh«uben Sicbeöfeufjcr bcr Seraphim, wie ber geringe Dribut bcr tnenfd)ltd)eu .«pulbigung.
So toarb ber hl- ©ertrub baS göttlid)e §erj gejeigt, olS eine oor bem Slngcfidht ber ollerhciligflen Drcifaltigfeit füà etflingenbe 3ither,'alS baS einjige rrganum, b. h- alS baS jnflrumcnt, beffen Jone allein oon allen .^erjen betn .§öd)ften gefaÃen. Organum ober Orgel wirb cS in ber Offenbarung wohl auch b'eÃhalb genannt, weil in ihm oiele flingcnbe Stimmeu finb, bie ohne biefe Verbiubung flangloS, loerthloS tüären.
Sir finb tnit unfcrcm §eilaube oerbunben in ber heil- Doufc JU einem lebenbigen Selbe. Daher pammt ber Serth unferer Serfe. So ift GhriftaS unfer Sd)aft unb unfere .â¢goffuting; burd) ihn erlangen wir, woS wir bitten. Dorum fleht bie" tirche tntnier burd) jefum Gh^'ft"'" Dominum nostrum, burd) bie hciligfte ïOïcnfd)heit unfereS §errn jefuS GhrifluS. â Dtcfcu herrli^en Serth, biefe übernatürlid), Sürbe, haben unfere guten Serie, unfer ©ebet, unfer ©efange oudh »i-^enn wir nicht on bie Verbinbung tnit Ghrif'tuS benfen. mk oiel aber wirb bcr SÃerth fteigen, bcr ©lonj fid) oer= mehren, bcr Segen toad)fcn, wenn wir mit heiÃen« glchcn un:: oereinigeu liiit '.nnem, toaS uufer ,s)anpt, unfer _töfilid)ftcS Sefiftthum," unfer .^ciloub, im Jpitnmcl für unS bittet, ober menn wir im ScwuÃtfein, baà unfere ©abc orm unb bürftig ifi, ihn um §ilfc anrufen, in bcm bcr himutlifche Vater oll fein SohlgcfaKcn hat.
DoS "hciligfte .^erj ficht mit unS; Ghrif'tuS erhört unS, et â ©Ott unb llicnfd) jugleid), ein nnauSfpred)lid)eS ©e- heimnià â ifi olS Hfcnfdh unfer gürfprcchct unb lyiittlcr noch bcr uncrgrnubtid)cu Siebe fcincS -tierjeuS uttb als
©Ott unf'cr Grhörcr. So treten bic ticfftcn ^Uh)ftcricn bcS hl. ©loubcuS felbft für unS ein.
.'jjörcn wir nun bic Grjählung ber hl- ©ertrub (III. 25.): âSllS fic cinftinolS fid) groÃe jJInhc gab, bic einjelnen i)foten unb So^te mit Slnbodjt ju fingen unb auS mcnfd)lid)er Sd)wad;hcit öfter barin gchinbcrt "warb, fproch fte traurig ju fid): âSld), iocld)cn â Ahlften fonn baS Slbmühcn haben, ba ihm foldhe llnbeÃänbtgfcit anhaftet?" Der ."pcrr, bcr ihre Draucr uid)t ertragen foiinte, ftelltc ihr glcidifam mit feinen eigenen .pönbcu fein götlüd)cS .'^crj oor unter öcin Silbe einer brcn= nenbcn Sompc mit bcn SlJortcn: Siehe, mein .«öerj! boS füÃcflc Orgauntn bcr anbetungSwürbigftcu Drcicinigfcit! jhm follfl bu silics, was bu Otts bir weniger oollfommcn ocrmogft, ocrtraucnsoon überlajlcu; unb fo toirb SlllcS tjor meinen Slugen hiJchft oollfommcn crfd)ctncn. Denn glcid)wie ein treuer Diener feinem ."pcrrn ju Slllcm nad) Sclicbcn bereit fteht, fo toirb oon nun au mein ^erj Dir imtner jti Dienflcn fein, utn alle beine 3iad)läffigtcitcn ju jcbcr Stuubc jtt crgänjcn." lieber bicfc unerhörte ,'perablaffung bcS ^crrn crf^rodf fic unb flountc. GS fd)icn ihr burdjous' unpaffcnb, boà baS einjig hDd)erhabcuc ^crj ihrcS ©ottc3_ fich herablaffc, ihr, bcr fo ^fiebrigen, toie ein Diener bereit ju ftehen.
Der Herr ober fam ihrer Vcrjogthcit h»lbootl entgegen unb ermuthigtc fic burd) folgcnbeS ©lcid)niÃ: â©cfeftt, bu höttcft eine fehr flongoolle uub bicgfomc Stimme unb jubem eine groÃe greube otn (ijcfaug, unb cS flöitbc jemanb neben bir, bcr fd)led)t fingt, eine fd)were unb mtÃtöuenbe Stimme hat, fo boÃ^cr^mitjgroÃerpiühe foum GtiooS hevüorbringt; Würbeft bu ui^t utigeholten fein, wenn er bir troft bcincr |
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SBereittütHigfeit nid^t ü6erlte§e, mS er nur mit fo groÃer 9)iü[)e CoDbringt? ©o fütroa^r h«ref mein göttli^eS ^erj, baS bie menf(h"tid)e ©throäcbe unD Unbeftänbigfeit fennt, mit unbegreifli^em Verlangen, bis bu, roenn nid)t mit Sorten, fo loci) mit einem Sinfe i^m bie VoÃenbung beffen überläffeft, ma§ bu allein weniger gut üoübringen fannfi. SD^ein ^erj fann bieà fe(}r leicht burcb bte Kraft ber ^IQmacht unb meià eS aufs befie burch bie unerforfchüche SetS^eit unb begebet eS mit ber gri5Ãten greube in golge ber mir Don 9iatur eigenen ®üte."
©iner Erflärung bebarf biefe Einlabung nicht mehr, einer Aufmunterung au^ nicht. Die heilige ©ertrub ftannte, obgleidh fie bie gröÃten, unerhörten ©naben ju empfongen geroöhnt mar; ftaunen oudh mit nach bem ä)?aÃe unferer Er- fenntnià beS SunberS, feien mir bantbar! flehen mir Dor ginne unfereS SobgefongeS jum heiligflen .^erjen: (Domine In unione etc.) âO göttliches ^erj! in Vereinigung mit jener göttlidhen 2Jieinung, in ber bu auf Erben boS Opfer beS SobpreifeS bargebrodht, opfere idh bir nun meinen ©efang. Erleuchte meinen Verftonb, entflamme mein §ers, boà ich tnit mit Siirbe, mit Slufmerffamfeit unb Slnbacht bir finge unb Derbiene erhört ju merben am Dhrone Deiner iUiaieftät.
(©chluà folgt.)
1)1. (^xtpt I, kr (öropc.
(590â604).
Der hl- ©regor ifl unftreitig eine ber groÃortigflen Er= fdheinungen in bet ©efchichte ber fath- Kir^e. ©eben mir Dorob einmal einetn ^^roteftonten baS Sort, um unS ju überjeugen, welche bewunberung fein Seben unb feine Dhaten felbfi bei ebelbenfenben ©dhriftfleKern, bie onÃerholb ber Kirche flehen, herüotgerufen ! Der 'J^rDtejiant 2h- ^'au entwirft folgenbeS bilb Don bem groÃen 'iiapfie: âÃJJit einem Haren, pro'ftifchen betflanbe Derbanb. er ein milücS unb gütiges §erj, ober ohne ©d)wadhheit: ben hartnäcfigen Ueber ⢠tretern furchtbar burdh feine unerbittliche ©eredhtigfeit, ben SReuigen ein nachfichtiger Oberer, feinen greunben ein warmer greunb, obet boS Sol)l ber Kirche unb bie ©eredhtigfeit höher ochtenb, als bie greunbfdhoft, unb boher gegen ihre yfach= läffigfeiten fitenge. Ã)îit einer groÃen Klugheit, bie alle Um-- ftänbe meife berûdtftchtigte unb bie Derfchiebenften Ghoroltere für einen beftimmten gwecf ju leiten wuÃte, oereinigte er eine unerfdhütlerlidhe ©tanbhaftigfeit, bie in bcm olS recht (£t- fonnten feinen ©(hritt toich, ober ohne Storrfinn. geft= holtenb on ben Siechten bet Kirche unb bie botrechte beS opofiolifchen ©tuhleS mit unbeugfomen ©inne bewahtenb, wollte er für feine ^.Ãetfon feine Ehre ; benn fo hoch er Don , bet Kirdhe unb bem tömifdhen ©tuhle badhte, fo befdheiben | urtheilte er übet ftdh fel^Jft â bie Demuth mar ihm bie et= ; hobenfte unb midhtigfte Dugenb. ES erfüllte ihn''ein uner= ; müblidhet DhätigfeitSfinn, ber mit gleichem EiferibaS^Sichtigere ! unb baS Unwichtigere beforgte ; bem nid)tS ju groÃ, nichts ju i gering für feine beoufftd^tigung erfdhien. Gr war ein roormet i fjotriot, ber nicht bloS für boS geiflige, fonbern ^an^ Jifür boS leiblidhe Sohl feinet £anbSleute f'orgte. Sîom Detbonft feiner ©orgfalt mehr als einmal 9îettung Don äuÃeren geinben unb §ülfe in ber Dheuerung. ' â ©eine ^läne . moren groÃartig, bie aJMttel ju ihrer SKuSfühtung mit weifet |
Umficht gewählt, feine Erfolge tro^ ber entgegendehen^^" ©chroierigfeiten groÃ. Jtolien Derbanft ihm ben fröftigP?" ©döu^ währenb fo langer trauriger Kriege; bie über halbes Jahrhunbert in ber Kirche befiehenbe ©paltung burch ihn beenbet; bie .Kirchenoerfaffung murbe geregelt; f ^errfchaft beS griedhifd^en KoiferS über bie obenblänbif^^ Kird[}e in ©dhranfen geholten; mit bemjgronfenreidhe
o\uu;c III v:5u;iuiucii ((cyuucii; uiu ucinj^rantentetcge iw«-
ein wichtiges firchlicheS bünbnià gefchloffen; Englonb jJ Ghriftenthum betehrt; enblich in Siturgie unb SehreU^^j Kitche ihr Seg Dorgejeidhnet. Datum mag ©regor mit âDer ©roÃe" genannt werben, mie er eS nodh feiner r' fönlidhfelt, feinem SoUen unb Sirfen Detbient!" ^
©0 biefer ehrenwerthe proteftontifdhe ©dhriftfleller. Verfudhen wir nun ein SebenSbilb beS groÃen -ÃopfteS entwerfen! DaS Jahr feinet ©eburt läÃt fich, weil bie gle^.: jeitigen ©chriftfteaer buDon nidhtS melben, mit beflimmth^^ nidht angeben; mohrfcheittlich würbe er um boS Jahr geboren, ©ein Vater toat einet bet ongefehenfien ©enolÃi^^. in 3iom; feine ©hitter hieà ©tjlDia. Diefe hat fpäter n^^J bem Dobe ihres ü}?anneS ber Seit entfogt unb ihre njj übrigen Jahre in einem ftiaen Klofter Deriebt. Die Derehrt fie olS eine ^eilige.
Jn feinen Jugenbiahren ftubierte ©regor bie SB^p", fchaften mit einem fö guten Erfolge,'.boà er unter^ben J^J Itngen 9iom'S feines ©Idchen nicht hatte. Ebenfo übetf^J er aber ouch otte feine SllterSgenoffeu on gröinmigfeit Dugenb. ©chon bamalS warteten ouf ihn bie Dorjügli^^ Slemter unb Sürben, moju ihn feine Dornehme ©eburt, fej gähigfeiten wie fein roftlofeS ©treben gef^offen ju h'' j^j f^ienen. ©obalb eS boher feine SebenSjohre etlaubten,_ ^ er prätor, b. h- baS |)aupt ber Gioilgerechtigfeit, in ©tobt aiom. ^lOein gerabe ju biefer ^cit'lernte er a«^ a)Jöndhe Don ä)?onte--6affino fennen, iDeldh?, nach ber 3erftö'^'^^ ihres KloflerS burdh feinblidje .tjorben, iu',3iomilcinge}''9^^ waten, jm Dertrouten Umgange mit ben frommen beS hl- benebitt begann fid? bereits in ihm etwoS ju regf' mos ihn fpäter beftinimte, ofie glänjenben bonbe, bie ihn an Seit feffeltcn, ju jerteiÃen unb bem'^cttnjn ber Einfaini^ üoQfommenet ju bienen.
SllS et nod) bem Dobe feines ,boterS jn ben befit? ^ ttädhllid]ct ©Hier gelongt mar, baute er in ©ijilien, wo ® gröÃere Ãheil berfelben gelegen wor, fcdhS Klöjier. 3« ^ fiebenten Klofter wanbelte er ben ^l^olafl feiner Väter oufp^ Gölifd)en §ügcl in Sioin um. Den übrigen Dheil Erbes Derfau'fte er, um"" ben Erlös unter bie Sinnen ju theilcn. Dann fom ein Dag, an bem bie Slömer ben jw'ä. ⢠reichen ^otrijier nicht meht(in^feinen',feibenen, Don ©olb ii'^j Ebelfleinen funfelnben Kleibern in ben ©troÃen ber fohen. Senn fie ihnjfehen lüollten, muÃten fte nodh ^^^^ .'püfpitale gehen, baS er in bet DJähe feineS ^alafieS ein9^ riditet hatte. Dort fonben fle^ihn,-;wieder im ©emonbe'eiii';^ bettlerS bie bettlet ^bebientel benn er mar 9)iönci) worben. â ^^
Ein ganjet a)?ann in jebem SebenSperhältniffe, war . nun borouf bebocht, feine flöfierlidhen 'â¢^3flichten mit mögliw'j VoKfoinmenheit ju erfüllen unb bie gonje ©trenge bet tnit bet äuÃetften §ärte gegen ftdh felbft ouSjuübcn. nur Don ©emiife, boS feine 9)Jutter tägli(h ihm in'S Kl"'' idiidfie. Unabläfftj war er befdi.iftint mtf fMcM ^.tubtUl'
fchicfie. Unabläffig war er befchäftigt mit ©ebet, ©tubttfj; ©chreibenj^obet Diftiren. Ja, in ber ©trenge ber Ãbungen trieb et?eS fo meit, boà feine ©efunbheit fehr unter litt, nnh or htp /lofinJon«« Et/iWo». «tAf tiiof^r ; |
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hatten ïönnte. Unb fo finben loir ihn benn einn]at am 33ov= abenbe be§ hï- OftetfejleS, an »oetdhem Dage bainatS fel6ft bie fteinen Ktnbet fafteten, ju ben güÃen eineé frommen ïOfanneS hingeftrecEt, »te er biefen um feine gürbitte anfleht, baà er bie jum gaflen nöthige .^raft loicber ertauge.
9tad) einiger Ãeit befiegte man feine Demuth menigftenS fomeit, baà er auf ba§ inftäubige Sitten feiner .^lofterbrüDer ba« 3lmt eineS 2lbte§ ober Sorfteherä annahm. Slber er follte ntd)t lange auf einem 'â¢^Joften bleiben, ben bie Sorfehung für feinen groÃen ©eift ju menig entfprechenb fanb. 'i^apft Senebift L, metcher bamat§ bte Kirdje regierte, jog ihn ou» ber Sinfamteit trog feineS bemüthigen 2Bii?erftrebenci, um auS ihm einen oon ben fieben Karbinatbialonen ber römif^en Kirche JU machen. Unb als ^apft Senebift furse''3eit barauf ftarb, fdhidte beffen ^JJadhfotger '13etagiu§ ihn um ba§ Jahr 582 in loichtigen ftid)lid)en Slngetegenheilen als feinen Legaten nach Kcnflanttnopel. Obmohl audh biefe ©eubung feinen bemüthigen ©tun ni^t menig fchmerjte, fo hatte er bo^ ©runb, in beiben Berufungen bie tiebeootle Seitung ber göttlidhen Sor= fehung jn erfennen. Denn auf ber einen ©eite war ihm ©elegenheit geboten, in ben täglichen ©efdhäften ber tird)tidhen Sermaltung fich einjuüben, auf ber anbern aber ben ©dhau= plag fetner bereinftigen Kämpfe fennen ju lernen. Jn KDn= flantinopel h^tte er bamalS Oor 2lllem bic Slufgabc, ben borligen ^])3atriardhcn, ber übrigens megen fcincS frommen SebenSmanbelS fehr ocrehrungStoürbig mar, oon einem gcfähr= lidhcn Jrrthum in ber Schre mieber jur ©rfcnntnià ber Wahrheit ju bringen. Diefev 'â ]3atriar^, (Sut^dhiuS mit ÃJainen, hatte nämlid) gelehrt, baà bie 1'eibcr ber ©etigcn na^ ber ^ufeiftehung nidht berührt metben fönnten. ^Itlein ©regor überjeugte ihn, baà mit in bcu nämlidheu Seibern auferflehen loürben, ausgenommen baà biefetben bann unflerblid) unb bethertlid)t feien; fie fönnten aber ebenfo, toie bet Seib beS HeitanbcS nad) beffen Slufetflehung, bctaftct loerbcn. SllS ber $ütttardh Gutt)d)iuS fnrje Ãeit barauf in eine töblid)e Kranf= heit bctficl, legte er in ©egcnmart bcS KaifetS ein ©taubenS= befenntnià ab: Jnbcm er bic ^aut feinet ^anb ergriff fachte er: âJd) glaube, baà mit alle iu beut nämlid)cn gleifdhe »oieber aufctflehen loerben." â
Der 'â ^Japfl berief feinen Segalen mieber nad) 9iom, mo= hin berfelbe ben Sinn bcS hl- SlnbreaS unb boS ^anpt beS bl. SufaS mitbradhlc. Gt ioünfd)te nun nld)fS fehnlid)cr, als fein übriges Seben iu bet Ginfamfeit jnjubringen. Sldcin er war, loic fd)on bemerft, ju einer olel höheren ©tufe Oon ®ctt bcftimmt. SllS nämlid) 'papft ^]5clagluS II. Im Jahre 590 oon bet "ipcft, meldhe bamalS {lioin Oerheerte, bahingerafft tcutbe, erfor ber einfllmmige Ãutuf oon ©enat, ©eift'tid)fcit |Jnb SBflrgerfd)aft ©regor jum '^apfte. Gt octmcigertc cut= hieben bie Stnnahmc; et bat ben .hälfet 3}?autiliuS, et möge pie SBahl nid)t beftätigen; er floh Oerftelbct auS 9?om uiib 'trte brei Dage lang in ben SBälbetn umher, bis man ihn ^blid) auffanb unb ben SBeinenben nad) 3Jom jurüdführtc. ^ebor bie faifetlidhe Seftäligung feinet Saht eintraf, oeran= Paltete er jur Slbiocnbung ber '^jieft feine betühmlc brcitägige ^^ojeffton, bei metdher jum erften Wate bie Siebte atler «löfter 9iom'S mit ihren ajjöndhen unb aÃc Slebtiffinnen mit '^ren Kloflctfrauen fid) elnfanben. Der Slld ©regor'S fiel Jähtenb ber ^rojeffion auf baS ©tabbenfmal beS KaifetS vabtian. Da fah er einen Gngel, mie berfelbe über bem ®ebefe ber ©ottgemeihten fein flammenbeS ©chmerbt in bie Pi^heibe fiedle. DaS Silb biefeS GngetS, loeldhcS nadhher auf l«ncm Saubenfmole aufgefieUt würbe, hat biefem ben 9fomen âGngetSburg" erworben, ben eS bis auf ben heutigen îag trägt. ' |
Slud) in feinem Sateranenfifchen 'â ]3atafte blieb ©regor ajfönd). ilJöndhe bitbeten feine Umgebung; feine ehemaligen Ktofterbrüber foHteu bie fteten Ãeugen feineS SebenS fein. ©0 weit feine auSgebehnten Slrbelteu unb Sa"ufSpflid)ten eS ertaubten, beobadhtete er mit feiner Umgebung beim 3:ag= unb 9Jad)tgebet wie beim Slrbelteu bie ihm lieb "gewotbencii ®e= wohnheite n beS KtofterS. Unfer ihrem Seifiaube fegte er auch baS Sltmofenfpenben auS feinet Klofterjeit fort. Däglidh waren jwölf arme 'i|3ilger an feinen SÃfdh getaben. Der "IJapft bebiente fie eigenhänbig, nadhbem et ihnen juoor bie güÃe gewafdjcn. Jeben DJfonat thcilte er ©etrelbe. Sein, |)ütlenftüd)te, j^ifche unb Oel auS; ieben Sag fuhren feine Sagen in ber ©tabt umher, wetdhe ben Kranfen unb oer= fchämten rHauSatmcn reid)lidhe Unterfiügung bringen muÃten.
Obwohl Oon ben f^merjlld)ften Setbeu heimgefudht, war er unermübtid) thätig. âajjeln Körper (fdhreibt et einmal) ip fo auSgebörrt, als wenn et fd)Dn im ©rabe läge ; id) fann nid)t mehr aufftehen. Senn bie ©id)t aber auf inclue, eudh wohlbcfannte Gorputenj foldhe Sirfungeu hetoorbringen fonnte, wie wirb cS bann erft um euch ftehen, bic ihr fdh'on Oorher fo bürte wäret." â âJd) pehe fd)on lange nicht mehr auf (fdhreibt et an ben Grjbtfd)of îliariniau oon 9taoenna), botb jcrmortern mich ©idjifdhnterjen, botb oerbreitet pch burd) olle meine ©liebet ein fchmerjhofteS geuer, boS mir ooflenDS otlen ÃJJuth benimmt."
GS bürfte bem Sefer befannt fein, wie mitbernb getobe ble in ©Ott getrogenen ©d)metjen auf ben Ghorafter ein= wirfen, unb id) fann nicht untertoffen, ben rührenben Stief für heute hier onjufügcn, ben er bemfelben Grjbifd)ofe fd)tteb, als er oetnohm, baà berfelbe einen heftigen Slnfoll Oon S9tut= fpcien gehabt habe: âSit haben hierüber (über bic Kronfhelt) forgfältlg ben 9îath unferer hiepgen Slcrjtc erforfdht unb be= tid)ten bit bie ÃJJelnung berfelben: Sor Slllem haP bu ©ct)wcigen unb 9îuhc nötïjig; biefe ober pnbeP bu in betner
â üJJetropolc faum,.....bu muÃt bemnod) Oor Segtnn beS
©ommcrS ju mit hierhetfommen, bamit td), obwohl felber ctenb genug, mid) mit bet ©orge für Deine SIeoergenefung befaffen un'b ber .Hüter beinct 5)fuhe werben fann. Denn ble Slcrjte fagen, baà namentlich tüährenb bet ©oinmerjeit bic
©efohr groà fei;.....cS Ip ober bodh "öthig, boà bu
böllig geheilt ju beiner Kirdhe jutüdfehrep. Ãugleld) mödhte id) oud), bereits bem Sobe fo nahe, toenn ©ott mid) oor bit obruft, in beinen Slrmen perben; .... wenn bu nun foininfl, fo fomme mit geringer Scgteitung, benn bu haft beine Ãimmer tu meinet" bif^öpidhcn Soljnung, unb bie Dienetfd)aft ber Kirche wirb für beine Sebiepung ©orge tragen." â Gin onbereS ©d)teiben an bie ©d)weper bcS KaifetS othmct toieber ble tiefpe Demuth. Gr fogt borln nämlid), ber Kaifer habe wohl feine äöaht jum ^|5apPc be= pätigen, ober et habe ihm nidht boS Serbienp unb bie nöthigeu Stugenben geben fönnen.
©dhönen.
(gortfegung folgt.) |
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3ur t)crtl)rttttg iinrerer Itcbcit £ta\i uon £oiirbc0.
Su unferem 25er(ngc cr)tf)ic:t focbcn: P. aïiaria ?ïutmit«ê, Jîd; bin bic unbcflrdUc (Empföufluis ober ^Qubbud) ber ^crfl)ruug unrerrr lieben i^run «on fourbes.
(Sin oonftânbigeê ®ebet= unb ©rbauungêbucft. VIII unb 200 ©eiten. 16«. $rei§ 60 Ã13fg.
biibfd) au§geftattctc 33iid)lein, für nlfe S8cret}rcr unferer lieben grûu lion' Sourbeê unb bcfonbery für bic ÃSttllfnbrcr nad) 2onrbc§ gefdjrielicn, ent= ijält bic ®efd)id)to ber Srfdjeinnng unb bcâ 65nabenortcê, bic'Uebungen unb bic 9îoricne ju unferer lieben giau üon Sourbeê, bic ©ebetc nnb ?lnbad)ten üor, iDäfjrcnb unb nod) ber Wallfahrt, bie laurctanifdic Sitanci, bie îagjciten, bo§ Avo Maria K., nnb bilbct fomit eiu ûoUîtânbigcë ,^anbbud) für ni le SDïari nncrchrcr. Um bie 91nfd)affung bc§,5Bcrfd)cn§ Seöem ju ermöglichen fclUen tnir ben ^rei» îiufterft gering, gcrner crid)icncn :
â â j0cr illonal nnfcrcr licbrn ^rau uon fourbes in 31 Selrodi- tungen, uebft einem 2lnf)ange Don iUJcÃ^, Beic^t^ unb'Gommunion: gebeten ju è^ren unferer lieben grau üon SourbeS. 'î)3rci§ 40 ^fg. Uouene jn nnfrrcr lieben /rou non fourbes. 9?ach ber in 2ourbe§ gebräucblicben DriginaI=3Joüene. V. 2ïuflage. '$rci§ 30 ^fg. 3)ic îûmmtlid)en ©ertd)cn finb mit tlrd]lid]cr ?tpprobntion vierfel)cn.
2înrf)cu. <^fÃcrt ä^ftcoÃi & go.
Glessen für Mäuuerclior.
{Icruarbö Op. 23. Missa in hon. beatae Marie virginis, für 4ft. a)?ännerchor. ^'art. Wl 1.60, ©timmen a 25 ^fg. 9ïad) bem Urt()cilc bcS 9{cfcrcutcu beS CSiictIicnliercin?4tataIogeè (9h'. 724) eine ber beften ber im Ãntaloge oufgcnommcnen ''U?äniierd)or='iDJeffcn.
Ãchcö Iv., Op. 10. Missa In hon. S. Ambrosii, für 4ft. O)?ännerd)or (ohne Credo), ^art. Wi. 1.20., compl. ©timmen 40 ^f. 3)ic SKeffc ift mit groÃer 6>en)anbtt)cit gcfdjrieben, bab:i Icidit ausführbar tuürbig nnb iüol)ltlingenb. 9lud) für fd)iund)erc Gl)örc ju empfehlen.
â Op. 13. MIsssa in hon. S Joannis Evangelistae (Of)nc Credo) für ü ajiännerfltmmen ^art. [DÃ. 1,00 compt. ©timmen 40 "^fg. gr. ed)mibt 9k. 4üG) fd)rei&t über biefe OTcffe: âSicfe für" cinfadjc
G;t)orV)erl)ältniffc gef^ricbcnc fflJeffc üerbient megen it)rcr fd)önen ïlrbeit, il)rer mnrbigen eblen .«paltung bic ?lufnahmc in baS 3iepcrtotr aud) gröfKrer et)öre 2C.
lötUlicrgcr 3^119,. Op 3. Missa in hon. s. Angnstini für 4ft. 3)?änncrtf)or ^ret§ ^art. 1.60, compl. ©timmen 60 â Op. 15. Missa In hon. s. Aloysii, für 2 9leid)e ©timmen. ^rci§ ^art. 2 90J., compl. ©timmen 80 ^fg.
3)ic â91. 3Siltbcrger'fd)cn Gompofitioncn" finb fo allgemein befonnt unb beliebt, bnfs fie einer befonberen Empfehlung nidjt bebürfen.
9[uf SJunfd) fenben mir oorftchenb üerjcid)nete Wcffcn gerne jur 9lnfid)t
JlfBcrt Sacolit & §0. in ilatf^cu.
2>cr(nn non 91l0evt ^ucoDi & in ^(adjcu.
<:^armontUMifd)ulc
jugleid) and) alô
fut' haB (iDi'0cl|'piel
.^erauêgegcbcn üon
âiofepf; "^ettt(iïb0,
Op. 26. ^lirciê 1.20. |
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Servito Doiiiiiio in laetitia!
(Ãf faiig- unö (!5cl)ftl)ird)
junnd)ft für
\Ã\)m ÃcïjrnuftaUcu
herrtuägcgcbeu üon ^CtCV Ã(IUX% ^nifite ^^uflage beforfll ÃOU
^flftoO .^itcmcrö,
(Sçmiia(ial'®tfaugltt)tct ii. ®oai.Orfloiiift iii andjeti îDîit tird)Iid)cr Ã3cuchmiguug. ^rciS: brofd). 2Jîf. 1,20, geb. Wf. 1,50.
ilierlan üon Gilbert jacobi & (fo. in ^Indien.
2)0111 ^^otljicr, Ii 11) er. (ü rad liai is. .
^rei« Warf 8,00.
®cv Ãrcfloviniiiftöc (îl)ovol.
^reifl «Warf 340. Ãiculc, P. ?lmbr., eijovÃlfrfjnlc.
ipreia OTarf 2,00. ïïorrôthig bei
Ulbert jacobi & (So.
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Beraitlmortlidher Sîebafteitr 23. ©d)önen iu Dberbilf. â ®ntd nnb SSerlng tJon 9llbtrt jacobi & Co. iu 9fad)ett.
ocr page 67
SciJtcmöcr 1886.
®regoriu0l)ote
für ÃafOoKfc^e ^irc^enfanger.
@ratii3=S3cilagc 311111 â®rcoariuê=5örntt", Droan für Mipl^t tir^enmurit
3ntettion6aebü6ren :
bie flcft, ïpetitjeite 30 SHpfg.
SefleHungen
nehmen alle ^po(iȕ[jiilalten
unb Sui^^anblungen «n,
in Stachen Xlbirt Sacolii Ss So.
SlbonnententSpreiâ pro iia^t:
SKatl 1.20.
«ei
Sejui) öon tieiiiiiftnS
10 Åyejnpl. 60 !pf.
^orlD bei bireller ©enbung
Wirb eytra beret^net.
âSerge, baà bu mit bem Ãerjen glaubfl, loa« bu mit bem SKunbe ftugfl, uub in SBerlen
bet^fitigft, maS bu mit bem ^erjeu glaubfl." Åoncil in ÅattÃago b, 3. 398.
|
Wit Mebuu0 im Cljoi'ol t|l uotl)uieubi0, abci' aud) loljucnb.
Sou S. SuboiS, S3ifor iu 9{ath bei erMenj.
(gortfeftung.)
jene tiagen hi»t)ern mid^ alfo burd^auS nid^t, lü^tt ju behaupten, bie Uebung im Choräle nach ^^ tirche,
bie fo nothmenbig ift, fei ouch nüftUch, fei
II. lohnenb. ®ie§ min ich l^ûbur^ bcmcifen, bofj idh einige Urthcile über gut geübten unb gut Oorgctragcnen Choral hier anführe : i. 3unäd[)ft Oerioclfe i^ auf bie erfle SejirfSocrfoinmlung beS 6äcilien--33crcine3 für bo8 Deîonat ©rfelenj, meldhe om 4. gebruor 1874 in ©rfelenj jlattfonb. 2öir (ber ©çhrciber biefeS fong mit) fangen bomolS bic fein geübte oierflimmige Missa brevis oon ©obricU. 9htr Introitus, Gradualo, Offertorium uub Communio mürben cboraliter oorgetrogen. Der mehrftimmigc tunftgefong mor nodh bem Urthcile bcr So^oerflänbigeu fehr gut uni) fcffclnb; ober idh Ija^je oudh nidht menige gehört, bie oon ben cinfochen unb bobci fo hcrr= lidhen* ©horolfäften nochJuichr moren hinfleriffen morben. Unb eS moren biefe ©horolftüdte leiber nodh ni^t gonj grünblidh geübt morben. ÃBcl^e SBirfung mürben fie "herüorgcbradjt hoben, menn fie frühjeitiger unb grünblidher mären eingeübt morben !
2. jm jonuor 1873 fonb ein firdhlicheS ©efongfcfl in Slodhen flott, mobei 5= uub Gftimmige Stüdte meijierhûft gc^ fnngen mürben, ©in einfodher ©horol, nämlidh ^er Introitus Gaudeamus omnes oom gefte ber Himmelfahrt ITJoriä (15. SHuguft), ausgeführt oon etmo GOO gemifdhtcn 6timmen, trug in glänjenber' ifficifc beu ©ieg boüon unb ergriff berort bie Herjen bcr 3wl)ôïer, bofj noch ihrem übcrcinjtimmenbcu Urthcile febe, oudh ^ie î'^'inlle, îciftung beS DageS im mehr= ftimmigcn firdhli^cn tuuftgcfongc bur^ biefen Introitus tu ©dhotten gefiellt murbe.
3. Damit mir ober feiner auf ben irrigen ©ebonfen fomme, biefe herrli^e Seipung beS ©horolcS in Slodhen fei ben GOO ©ängern ju üerbanfen, mill idh fofort ein Süeifpiel onführen, mo nur 2 ©timmen ben ©horol in gleidh üortreff: lidher Seife aufgeführt hüben, ©eile 27 beS fchon ermähnten S^rift^enS â©cftottcn bie liturgifchen ©efcfte u. f. m." berichtet unS -Herr ©enerolpräfeS Sitt über eine Ghorolouf= führung in Subej (Vorarlberg) mörtlidh folgenbcS: âjdh bin am 21. Slpril 1871 in Subej gemefen; bort haben 2 ©opron= llimmeu bie erfie ©horolmcffe gefungen, blojj 2, fo onbächtig, bofj idh ^eu gonjen "iPoleltrino borum hergebe." |
4. Derfelbe Herr ücrtoeilte iu ben Dogen üom 23. bis 25. Sluguft 1872 in Seuron (in H.oheniollern), um im bortigen Scnebiftiuerflofter fidh perfönlidh üon ber Sirfung eines gut üorgetrogenen ©horoleS ju überjeugen. DiefeS tlofler hot ftdh nämUdh jur Houptoufgobe gefleHt, bcn ©horol nodh träftcn ju pflegen. Sitt berichtet nun: âjdh mohnte bem Hodhotute otn ©onntoge bei, unb bo lourbe mir ein ,©^aufpiel', mie idh eS nie gefehen. Vor bem Hodhomte toor bie Derj, loährcnb beSfelben bie prebigt, nodh bemfelben bie ©c^t'). jch fdhoute, bcr id) midh im erften ©tuhle (im ©dhiffe bcr tirche) befonb, ein paar SDÃol um, um ju fehen, ob oufjer (in) unferm ©tuhle auch "odh onbere Seutc in ber tird)e loäreu! ©§ mar bie groÃe tirdhe ftorf bcfeftt! DoS Volf betrug fidh (bloÃ) onbä^tig, fonbern gerobcju hei Ii gl jd) habe touiu einmal âhuften" hören. kUc fd)lcncn athcmloS oor Slnbod)t ju fein, befonberS bic groÃe 8ahl bcr noch bem Hod)amte ©omtnunicirenben; Itnb obmohl nod) beut Hodhomte bie ©cj-t gebetet loorb, blieb ber gröÃte Dheil ber Slnbächtigcn, bis bcr leftte ÃUiöndh in longcm fcicrlid)eu 3w(ie (fo gcfchieht ouch boS tommcn!) inner bcr tloflcrthürc oerfd)munbcu mar. SUfo (fogte id; erfchüttcrt unb üor freubiger SUtfreguug foft bebenb) âboS ifi bcrienige ©horol, bcr bic' Seutc ouS ber tirdhe oertrcibt, ber bie Hcrjcn gefrieren inodlt, ber ofchgroue!!!" DoS ip bic ©timmung bcS VolfcS beim Hören beSfelben! greili^ fangen auch tuond)e 'ifJotreS tnit einer greube unb Slnbadht, bofi mon ©ngcl JU fehen gloubtc! ^Jiotürlid) mià id) nicht bog betragen beS VolfcS ber Sirfung beS ©horalcS ollein üinbici'rcn (jufchreiben). Slber boà er eine Hauptfad)e bobei mar, gilt mir ols nnbeflrcitbor". (Vgl. Sitt: Musiea sacra 1872 ©eile 101 f. unb Sitt: â©eflottcn bic Uturgifchcn ©cfcfte u. f. m." ©eite 25 unb ©tehle: ©horphotogrophien ©eite 45).
9Jun tnein Ueber ©änger! toillfl bu nidht oudh bein 9)?öglidhpc8 thun, utn biefen heiligen unb heiUgenben ©efong JU lernen unb bann üorjutrogen?
5. Die Scuebiftincrobtei Söeurou ifi bem tulturfoinpfe eiber jutn Opfer gcfollcn. ©in SCheil ber ©föndhc ouÃ
') ®aS ©anjc battcrfc miubcftcu« lî'A Stunbe! Slu= merfunfl beS Sd)rciOciô. |
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Seuron flebelte über tiadh ?Karebfou§, unweit S'iainur in Belgien. SDort bejud^te fie ber am 27. Juni 1882 in Straeten üerflorbene Kaptan Kart Ja§per§ im Ja^re 1876; bie Einbrüde, bte er bort empfangen, befc^reibt er auSfü^rtteb in Sitt: Musica Sacra 1878 Seite 89 f. Jc^ fann mid^ ni^t enthatten, einige feiner 2Borte hierher ju fegen: â2Ber bie übernatürlidhe Suft befd^autidhen griebenS einatbmen, mer fid) erbauen, roer ben Ãauber ber S^ön^eit be§ fatholifdhen Kultus in fetner ganjen ©eroalt empfinben roill, ber reife na^ ÃJiarebfouS unb roohne bem ©otteSbienfie bei. Jn unferen ^farrflrdhen ip, ©ott fei'S geflagt, ber ©otteSbienfl nur ju oft eine Karrifatur (ein Ãenbilb) beS herrlidhen Kultus .... (Dagegen) roeldh' eine güCle oon 2Bürbe unb 2lbet unb ju^ gletdh oon Einmuth ip auSgego^en über ben ©otteSblenp ber
Söhne beS ^atrlardhen Senebift!.....SWeS btefeS roirft
jufammen unb jteht baS empfängliche ©emüth unrolberpehtidh empor. Unb erp ber ©efang!! STian gehe (hin) unb höre! 'Prädhttge Deflamation (iJtuSfpradhe), Seben unb Sdhroung Im Vortrag, frifdhe 58eroegung unb bodh feine Unruhe unb ^aP, fonbern griebe unb Sammlung; feine materielle gütte unb 2ÃaPe Oon Klang, fonbern geläuterter, oergeipigter Don. Unb roelch' herrlldhe Einheit im ganjen Ehor! Keiner greift Oor, feiner fdhieppt nad); cS pieÃen bie Stimmen roie in Eine jufammen .... Der ädhte Sohn beS hl- Senebift hat in ber flöpertidhen DiSciplin (Ãudht) gelernt, pdh felbft aufju= geben unb pch bem ©onjen bemüthig unb gefügig unter= unb einjuorbnen. 9Benn er fingt, roill er nidht pdh hören unb pdh hören laffen, fonbern feine Stimme foö im ©anjen oer= fchroinben. aJJit ber Demuth öerbinbet er baS lebenbige S3e= louÃtfctn Oon ber Erhabenheit unb SSerantroortlidhfeit ber Slufgabc, roeldher er bient .... DaS 93erou|tfein, f ü r ©ott unb oor ©Ott ju fingen, gibt ihm jene geroiffenhafte Stuf« merffamfeit unb getjiige Spannung, bte eS ihm mögti^ macht, behutfam Oor gehlern pdh ju f^ügen unb auf bte üJiitpngen^ ben adhtfam ju höii^en unb genau pdh ihnen anjufd)tie|en. Sollte ©Ott, man hätte in ber Seit nur ein Hunbertflel oon
bem {Refpeft eineS SenebiftIncrS oor bem hl- ©efang!.....
Die CrbenSlcute halten bafür, bap man im ©otteShaufe ent-- roeber gut pngen foü ober gar nidht; unb in Söejug auf baS âgut Pngen" halten pe ein roenig mehr für erforberlich, als unfere PetS fingbereiten Herren, bte pdh anSllleS roagen."
âÃJJan gehe hin unb höre", fagt ber fellge Herr JaSperS. Jdh bin biefem 9iathe nadhgcfommen unb ju ^fingPen 1880 unb im Slugup 1883 naih ÃKarebfouS gereift unb fann auS eigener Erfahrung nur bepätigen, roaS Herr JaSperS über ben herrlidhen Ehoralgcfang ber ÃJlöndhe in ajjarebfous gc-- fdhrieben hat. 5lllerbingS üben bte 2Röndhe ftclÃlg unb be= harrtldh, mit Siebe unb Demuth- Der liebenSroürblge ^^3ater §ugo, Ehorbireftor in 2KarebfouS, fagte roörtlich: âJ^ übe oft eine halbe Stunbe an einem Sltlelujo nur mit einem ber Herren ^atreS." Unb bodh f»nb biefe 2Köndhe ho^ge= bilbete ?[Ränner, audh im ©efänge fertiger als bie meipen ©etplichen unb Ehorfänger in ber SeU! Slber pe bebenfen, Dafj pe âfür ©ott unb oor ©ott" pngen, baher ihr gleif^ unb Eifer, ihre Demuth unb Siebe in ben UebungSftunben. â Jm Jahre 1880 roar gleidhjeitig mit mir ein Dauffdhein= fathollf Oom reinften Saffer in ÃRarebfouS. Der 9tuf Oon bem hettlitben ©efänge ber Sencbiftlner hatte ihn borthin gejogen. Der SDJann liebte ÃJiufif unb ©efang unb fu^te pc in ber Seit fooiel er fonnte. Slber hier fanb er mehr. ÃWit einer roahrhaft ftaunenSroerthen S3egcifterung roohnte biefer leiber ungläubige SKann mehrere Dage hinburdh bem |
Hodhamte unb ber SÃeSper bei oom Slnfange bi5 jum Enbe; bei einem Spajiergange burdh ben Ktoftergarten fpra^ er mit oon bem tiefen Einbrude, ben er in ber^Kirdhe empfangen: âDas tp ©OtteSblenp", fagte er, âhier herrfdht grtebe; roäre idh nidht berheirathet, idh «'ntbe bie 5D?öndhe bitten, mich auf- junehmen." Konnte biefer SRann bort|bleiben, erfroürbe gerotfj bei ben SSenebiftinern unb ihrem ©efänge ©tauben unb grieben roieberpnben, roie bet hl- 2lugufttnuS beibeS oor Ãeiten gefunben hat beim ©efänge unb ©otteSbienfte in bet Kirche beS hl- SlmbropuS ju a}?allanb. Jch bitte aüe Sefer, für ben armen oerirrten 2Rann ein Sater unfer ju beten.
(Sdhluà folgt.)
fiturgifdie Mttleri)altutt0eu.
SSon St. 53run§, SSifar in Eilcnborf.
(gortfegung.)
Diesmal foà ftch unfere Unterhaltung mit einem Heiligen befaffen, ber oon ben gläubigen KInbetn ber fatholifdhen Kirche, neben ber üJluttcr ©otteS oietleidht am meipen geliebt, oerehrt unb angerufen rotrb. KannP bu roohl errathen, roetchen ^eiligen idh meine?
S. Ohne Ãroeifel benfft bu an ben hl- Jofeph- DieS oermuthe idh fdhon beÃhalb, roeil biefer in ber Sitanei oon aÃen Heiligen, na^ bem h- Johannes bem Däufer, junä^P genannt rotrb. Die Serehrung bepelben ip aber audh toirfltch fo allgemein berbreitet unb fo mit betn d)rlptid)en Solfe oerroa^fen, baà eS fautn ein fatholifdheS HauS gibt, roo nicht ein gamiltenglieb feinen ^^amen trägt, roo nidht ein Silb an fein heilige«, tugenbreidheS Seben erinnert, roo ni^t täglich ein ©ebet gu feiner Ehre Oerrtdhtet roirb.
Sl. jn bet Dhat habe id) üor, beine Slufmerffamfeit auf ben h- Jofeph l«nfen unb bidh »nit ben Sorgängen näher befannt ju madhen, rooburd) feine Serehrung befonberS beförbert roorben ift. Sotum bet 1)1- Sofeph eine groÃe Serehrung genieÃt, liegt auf bet ^anb. 2US"@cmaht bet aaerfetigften Jungfrau aJJatia unb olS "ippegcoater Jefu nah»" er fa eine bet hö^Pen Steden ein, ble einem 3Jïenfd)en hie^ auf Erben nur ju Dheit toerben fönnen. ÃRit biefer Stellung oereinigte er aud) ben ©lanj bet herrllchften Dugettbcu unb ber berounberungSroürbIgpen Heiligleit. Sludh bie 'i?ad)t feinet gürbitte hat pch' aufS beutlichpe beroähtt. Die hl- Dhetepa befennt offen, baà pe ihn nie um Schug angerufen habe^ ohne erhört roorben ju fein. ' Da[felbe fönnen icbcnfallS nod) oiele fromme Ehripen befennen, ble ju ihm Ihre 3upud)t ge= nommen haben.
SGBenn bu nun ober oermuthen foÃteft, boà biefe Set« ehrung beS hl- Sofeph in aÃen dhriptichen Jahrhunberten fo groà geroefen fet, roie fegt, fo bift bu in beinct Scttnujhnng etrooS JU roeit gegangen unb muÃt blr eine fleine Serichtigung gefoÃen loPen.
S. Sutbe benn ber h- Jofeph in ben ftühcpcn Jah^' hunberten nidht oerehrt? roor fein gep ongeorbnet, toeldhe» oÃfährUch an ihn erinnerte?
21. Sidherli^ Ponb er ou^ fdhon bei ben etpen Ghtiftf" in groÃen Ehren, boS brodhtc jo feine hohe SteÃung fo 'nit pch-' Daà biefe hohe SteÃung ober fchon botb ju einer öffentlich«" Serehrung bePelben geführt habe, ip nicht no^roeisbor; auo) oon einem gefte beweiben ift in ber etpen Seit beS Gh^f«"' |
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t^umô tii^tS JU entbedEen. ®û§ Ifl aber gar nid^t ju ber= wunbern. Unter ben ^eiligen waren e§ junäd^ft bic 2)îarti;rer, toelthe bie befonbere 2lufmer!fainfeit ber ©läubigen auf fld^ jogen. J^r DobeStag würbe barum ft^on früh ï'urch eine anfährlidt) wieberîehrenbe geier begangen. ®ie gefîe ber übrigen §eiligen famen erjî fpäter auf unb waren immer erft bie golge ber befonberen iÃerehrung, bie einem ^eiligen irgenbwo erwiefen würbe: Diefe Verehrung brängte atlmählidh JU ber Einführung eines gefîeS. Umgeîehrt ifî un§ barum audh iebeSgeft eineS ^eiligen ein beweis für bie Verehrung, bie fidh für benfelben ouSgebilbet halte, ehe mon no^ an ein fol(heS gefl bochte.
200 finben wir benn ein foldheS gefl in ber Kirdhe, woraus mir ouf bie frühe Verehrung beS hl. Jofeph fdhlieÃen ïijnnen?
21. Ein foldheS gefl ftnben mir juetfl in ber motgen= länbifdhen Kirdhe. Ein ^ptunuS ouS bem 9. Jahrhunbert, meldher auf ben hl- Jofeph toerfoÃt ifl, thut eineS folchen gefteS auSbrüdli^ ErtDÃhnung. Jn bemfelben h^iÃt eS: âJe^t forbert feine gefl feiet olle Sänber bet Erbe auf jutn Sobe ©OtteS, bet ihn Perhertli(ht hat unb ihn jum Voter hoben wollte." Diefe ffiorte finb für unS ein fptedienbet beweis, boà p jener Bett bem h- jofeph in bet morgen= länbifthen Kir(he fdhon ein gefl gefeiert würbe. Doà ftdh btefeS gefl auS bet motgenlänbif^en Kirdhe in bie abenb= länbifd)e oerpflonjte, haben wir mohl junädhfl bem Karmeliter: orben ju toerbonfen. SllS biefer üon ben ©arajenen Perfolgt unb ouS bem heil. Sonbe üertrieben würbe, grünbete er iin Slbenblanbe neue ^Ueberloffungen. 2ÃoS wor notütlid)et, als boà et Qu^ feine befonberen 2lnbod)tSübungen unb gefle mit herübetbtodhte? aJUt ihm eiferten oudh t'alb borouf bie Orben ber gronjiSloner unb Dominitoner, bie Verehrung beS hl. Jofeph J« beförbern unb weiter ju Perbreiten, unb bemnoth 'ann eS unS nidht ouffoUenb fein, boà loir au^ bei biefen OrbenSfomilien juetfl ein geft ju Ehren beS h- Jofeph ontreffen.
©. Sluf melchen Dag mog benn mohl biefeS gefl ges feiert loorben fein?
SI. ES f^eint, baà in ber obenblänbifdhen Kirdhe ber 19. ÃJJärj ollejeit bet Dog gemefen ifl, ben mon jut Er- innerung an JofephS feiigen Dob feierte.
©.' 2öonn würbe bie geier biefer DogeS, bie onfongS bodh jebenfoflS nur in einjelnen Kitd)en begangen murbe, ail= gemeiner in bet Ehriflenheit ?
St. 9îadhbem ^^opfl ©iïtuS IV., welcher non 1471 bis 1484 bie Kitche ©otteS regierte, ber gonjen Eh^^tflenheit bie geier biefeS gefleS gefiottet hatte, üerorbnete fchtieÃlid) ©regor XV. im Jahre 1G21, boà eS überaO in ber fotho' lifchen Kirdhe gefeiert metben foüe.
6. ^otte biefe le(jtete berorbnung nun bie Sirfung, boà biefeS gefl oudh übetaQ olS gebotener geiertag angefehen Würbe?
SI. Es fdheint fo; benn, menn biefe berorbnung ou^ junädhfi nur bejwedfte, bie firchtid)e geier biefeS gefleS ju regeln unb fefljnfeÃen, fo fehen wir bo^ fdhon wenige Johte nachher, boà eS unter benjenigen gefien oufgejählt mirb, bie als iJffentli^e geiertoge für baS fatholifdhe bolf geboten finb.
©. Sie lange hat biefeS geft benn otS gebotener geter- tag beftonben? |
SI. bis jum Slnfange unfereS JohrhunbertS, mo in Solge unheilüoUet ©toolSummäljungen uub gottlofer be= flrebungen neben fo mondhem ©uten" oud) üiele fchöne gefle unterbrncft mürben. Jejjt toitb jur Erinnerung boron, boà ber 19. äRätj früher ein gebotener geiertag mot, on biefem Dage nod) ein ^forthodhomt ju Ehren beS h- Jofeph gehalten. Do idh beine groÃe berehrung jum h. Jofeph fenne, fo jmeifle idb nidht baron, boà bu olljährig borouf beboet nehmen mirft, bei biefer fd)önen geier noch Kräften mitjuwirfen.
©. Jdh wunbere midh barüber; boà ber h. Jofe|)h ber Sitonei üon oUen ^eiligen fleht unb bod) erft fo pät bie Ehre eines befonberen gefleS erlongt hat. Sie foH tdh mir biefeS erflären?
St. Du irrfl, menn bu gloubfi, ber h- Jofeph ^^be fdhon üon StlterS her in ber Sitonei üon aüen §elligen ge= ftanben. Jn biefelbe ijl fein Sîome erft oufgenommen morben, nodhbem fein gefl fdhon längfi eingeführt mar. benebift XIII. mot eS, ber im Jahre 1726 bieje Slnotbnung trof. Durdh biefelbe murbe olfo ber berehrung beS h« Jofeph nicht Porge= griffen, wohl ober für bie beftehenbe berehrung beffelben Ãengnià obgelegt. StnbererfeitS erhielt biefe berehrung ba- burch miebet neue 9Johrung, fo boà fie fi^ ju einet herr» lidhen blüthe fort entwidfelte, bie eben fo herrlidhe grüdhte jcitigte.
©. Um fo mehr ifl eS ju bebauern, boà boS geft beS h. Jofeph eingegongen ifl. ES würbe geicià üiel boju bei^ trogen, bie herrlid)en grüdite, mel^e bie berehrung beS heit. Jofeph herüorgebrodht hat, uo^ ju üermehren. ©dhobe, boà fidh bofür fein Erfajj gefunben hat!
St. Ein Etfo^ bafür hat fid) mohl gefunben. ES murbe nod) ein onbercS geft ju Ehren beS 1)1. Jofeph eingeführt unb, bomit eS feinen Einfluà beim fothotifchen bolfe ni^t üerfehte, auf einen ©onntag eingefe^t. DiefeS gefl ifi bit iDohlbefonnt.
©. Du benfft gewià an boS ©dhu^^fefi beS h- Jofeph-
SI. Jowohl. DiefeS ©dhu^fefi â Patrocinium s. Joseph â wirb om britten ©onntoge nadh Oftern gefeiert unb tfi butdhouS geeignet, unS boS wieber ju erfehen, moS eine gloubenSfolte 3eit unS burch Slbfdhaffung eineS fo bebeut« fomen geiertogeS enttiffen hat.
©, begeht benn biefeS gefl nodh nid)t tauge?
SI. ES würbe erfi üon t^opfi "iÃiuS IX. im Johre 1847 für ben gonjen foth. EtbfteiS eingeführt, wor ober fd)on üDthcr mit bewilligung beS apofiolif^en ©tuhleS on einjelnen Orten gefeiert worben.
©. Du fagtefi, boà biefeS gefi am 3. ©onntag nodh Oftern gefeiert loetbe. DoS ftimmt mit meinem Graduale nicht übetein, hier iji ein onberer Dog bejeidhnet.
SI. Jn ber fölnifd)cn Etjbiöcefe iji |ür biefeS gefl eine îluSnohme eingetreten. §ier mirb eS einige Doge fpäter ge= feiert, nämlich on bem folgenben 3)littwo(h, on welchem im pteuÃifd)en ©toote bei ben Kolholifen ISftünblgeS ©ebet jur Etflehung einet gefegneten Ernte flottjufiuben pflegt, unb Ent^ hottung "üon fnedhtti^er ïïtbeil üot^efchrieben iji. Durdh bet= legung beS genonnten gejieS auf biefen Dog hat fowoht biefer Dag olS ou^ boS geft felbfi gewonnen,' inbetn biefeS gefl baburch ju einem gebotenen geiertoge würbe, unb biefer Dog beS ©ebeteS ein bebeutungSüolleS gefl jur ©runbloge erhielt. Die bejeichnung, unter welker eS in beinem ©robuote ein= geführt ifl, lautet: Feria IV post Dom. III. post Pascha. SeiÃt bu biefe Sorte ju beuten?
©. ©ie heiÃen ju beutfch: Slm aJiittwoth nodh bem 3. ©onntog nodh Ofiern.
SI. ©ut. Seil biefeS geji gewöhnlidh in ben Slnfong beS 3)lai fäUt, fo ftnbefl bu eS unmittelbar üor ben gefien |
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be§ SDîonûteS SDÃai terjeidinet. 2Ãa§ un§ burdh bte geter btefeg gefîeS üor lugen gepeilt werben foQ, îounft bu felbft let^t finben; fein ïïîanie beutet eà an.
©. ®§ Åia un§ jebenfallS auf ben ©d^uft aufmerffam madhen, meldhen ber h- jofeph fomohl ber allerfeligjîen jung= frau SDÃaria oIS audh bem jefuSfiube gemährt hat, unb un§ ferner üorhalten, ba§ auch «oit un§ mit üoQem Vertrauen feinem mäkligen ©dhufte unb feiner tielüermcjgenben gürbitte anempfehlen bürfen unb baüon reidhen ©egen ju erwarten haben.
1. Deine Sluffaffung ijjt burdhauS jutreffenb, barum unterlajje tdh eS, noch etmaS hinjujufügen.
Diefer ©dhuft nun, meldhen roir üom hl. jofeph ju erflehen gewohnt finb unb ju erwarten haben, hat jüngft, bei ©elegenheit beS oatifanifdhen ©oncilS baju geführt, baà ^apft $iuS IX., bem oielfadh auSgefprochenen SÃunfdhe ber fatholifdhen ©hripen unb ihxer geiplidhen gürPen miOfahrenb, ben h. jofeph jum patron ber ganjen fath. tirche erflärte.
©. Das haben alle fath. Gh"Pen mit freubigem jubel oernommen; abermorauf beruht eS, baà gerabe ber h. jofeph, unb nidht ein anberer ^eiliger, olS ^otron ber tirche erwählt murbe ?
31. Das beruht barauf, baà bcr h- jofeph üon ®ott jum Haupte ber heiligen gamilie gefeftt rourbe. Die fatho-- lifdhe tir^e ip auch eine heilige gamilie; ja, fie ip in ge= roiffem ©inne bte gortfeftung ber heiligen gamilie. ©ie pellt nach ben Sorten beS h. SpoPdS ^^3auluS einen einheitlidhen Seib bar, üon meldhem ©h^ft"^ Haupt ift, bie einjelnen ©hïiPen aber bie ©lieber fmb, üon feinem glcifch unb feinem ©cbein. Sie nun i" SOîoria feine ÃJÃutter unb in
jofeph feinen Sefdhüfter hatte, fo finbet audh l'ie tir^e, als Ghript Seib, naturgemäà in 2Karta ihre befonbere 9Jîutter unb in bem h- jofeph ihren üou ©ott bePelltcn 53efchüftcr. Dabur4 baà er jum ^Ãatron ber tirche erflärt rourbe, fchritt bie Verehrung beffelben fo roeit fort, als fie benfridbtig thun muÃte, um feine hohe ©tellung im ^lane ©otteS burcl) eine entfprechenbe ©tellung in ber tirche ju üeranfchaulidhcn unb JU ehren.
Sie I)L (Ãcrtnib übet' bcn Sefung.
(©chluÃ.) |
Hören mir nun nadh liefen 33eifplelcn über bie all= gemeine ©timmung unb Vorbereitung jum liturgifdhen ®e= fang einige anbere, bie unS fagen, mit wcldhcn ©ebanfen bic Heilige im Chore gefungen. Sluch hierin iP fie preng liturgifch unb tief bogmatifdh; immer bleibt fie bei ber heil. Hanblung unb bem Sortlaut beS hl- DcileS. jh^^e 2ln= muthungen finb überaus reidh; mau ftaunt, mie pe bei ber flüdhtig hineilenben 2)?clobie fo Vieles mit ben einjelnen Sorten üerbinben fonnte. 53ci beu Heiligen pnb auch bie nalürlidhcn geipigen träfte, VerPanb unb SiDc, burdh be= harrliche Hebung unb heroifche SlnPrengung ju meit höherer traft unb gähigfeit entroidCelt. Diefe gereinigten unb er= habenen ©eelenfräftc erfaÃt bie ©nabe unb jeigt ihnen im ÃlugenblidC, roaS bie mcnf^lidhe 3unge in üiclen Sorten ju befchreiben fudht. ©o fann eine fehr furje Ãeit im Seben einer Heiligen an gülle, 9iei^thum unb Verbienp ganje Dage eines Slnberen oufmiegen. Sir ©änger aber mollen unS barauS merfen, mie üicl mir üerlieren, roenn roir bie foP= baren Slugenblidfe unfereS Dien^cS ohne inneres Seben unb 93eten üerpreidhcn laffen. ©t. ©ertrub üerfammelt beim (Ehorgefang im ©eifte alle treaturcn um fidh, ««it i^l^en ©Ott JU lobfingen; beim Gloria Patri neigt fie pdh mit ber ganjen ©chöpfung üoU ©h^fu^c^t Jum ']5^eife ber Prahlcnben, aHejeit ruhenben Drcifaltigfeit; beim Sicut erat erhebt Pe fi^, geht im ©cipe jum heiligften §erjen, grüÃt eS mit jnbrunp, preip eS, baà in ihm iu unerfdhöpPidher gülle bie 9ieidhthümcr ©otteS ücrborgcn feien. Oft ruft pe bie Sunberthaten ©ottcS felbft auf, ihren Urheber ju üer= herrlidhen ; biefer ©ebanfe iP befonberS reich unb anmuthenb im Credo. Senn irgenbwo im ©efange eine Dreitheilung üorfommt, fo benft fie an bie brei göttlichen 'i}3erfoncn; pe betet bie unbegrenjtc Slllmadht beS VaterS an, bie unerforfdh- liche SeiSheit beS ©ohneS, bie füÃepe ©üte beS hl. ©cipeS. ©anj UcbUdh weià pe bei einer ©Ueberung oon fünf bie hl. 5ffiuubmale Ch^ijti ju grüÃen, ©ie bcfchreibt, wie pe biefe Slnbadht einPmalS an Seihnadhten gemacht (IV, 2.). 33eim erpen iÃerfe cineS 'ÃfalmcS (Venite exultemus Domino) warf fie pdh nieber oor ber Sunbe beS regten guÃeS unb erhieU (Srlaà ber ©ünben, bte pe in ücrfchrten ©ebanfen unb Sorten begangen. 39ci ber Sunbe beS Unfeu guÃeS erlangte pe ©rgänjung aller fdhulbigcn Vollfommenhcit in hl- ©ebanfen unb Sorten. Vor ber Sunbe bcr gebene- beitcn Unfcn Hanb erhielt pe Verjeihung aller 9iachläffigfeiten in Ãbeln Serfcn, bei ber redhteu ^anb bie VerüoOpänbigung aller ihrer mangelhaften guten Serfcn. 5öeim fünften VerS ging pe jur füÃeften ©eitenrounbe, bie aOer ©üter güöe birgt, füÃte pe anbachtSüolI unb rourbe üom rofeufarbencn SaPer, baS bie Sanje ihm entlodfte, üon aller ÃDîafcl gereinigt unb üom fopbaren ®lute mit allen Dugenben gefdhmüdft.
?lm hl. ©rünbonnerPage (IV. 25) füÃte pe anbädhlifl beim Kyrie eleison im 9famen ber ganjen Ch^^ifteuheit baS füÃePe Herj, beim Christe eleison bcn gebencbeiten 9Jîunb unb bat um Verjeihung aller ©ünben, bie jc mit bcm ÃDÃunb begangen roorben, beim Kyrie bie H^n^'e jur Vergebung bcr ©ünben, bie in ber tirdhe burdh Serfe begangen "roorben.
Sellen hohen Serth ein folcher ©efang h^be, jeigte ihr ber Hei^t in einer Vijlon am Vorabeub üon Seihnachten (II. 2). ©ie fah, roie ber Herr im Chore faÃ, mährenb man '.Ãfalmen fang unb gleidhfam golbene tnäucl in feinen ©chooà legte; nad) bcenbigtem ©ebet famen jmei (Sngcl mit einer golbenen platte ; ber Heilanb legte bie golbencn tnäuel barauf, unb eS erf^iencn alle einjelnen Sorte baran mie ©bclpeine üoll herrlicher ÃJ?onnigfaltigfcit ; jebcS ©teinlcin glänjte in munberbarer tlarheit unb tönte mit überaus füÃem tlang; baoon roorb ber He*t fo bewegt, baà er allen ©egen, ber barauS ber hl- tir^e entfprang, ben üBctern jroeifa^i jurüdferPattetc. Die aber ohne Slnbacht fangen, bereu ^fJfalmenfnäucl blieb ouf ber 6rbc Uegen.
Sir müffen olfo in bcm unS üon ©Ott ücrUchenen Slmte fo JU Pngen fuchen, boà unfere ununterbrochene Slnboch' mie ein golbencr gaben Pch jum tnäuel roinbet unb bie monnigfodhen Slnmuthungen mie funfclnbe Sbcipcine pdh etn^« Pedhten.
ÃS mor mohl gegen Snbe ihreS SebenS, bo bie .Heilifl^ mieber on boS tronfenbelt gcfePclt mor, olS pe mähren^' beS ConüntomtcS bie munberbare Vipon ber ^örautmePe hotte (IV., Slnhong ju topitcl 59), in roelcher ber Heil^"^ mit ihr bie mhpif^e Vermählung feierte uub aüe Heilifl.^" unb ©ngel bcn ©ängerchor bilbeten. Do foh pe pch l»"!« |
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Kyrie eleison Don jwet Engelfürpen au§ bem E^ore ber Dbtonen üor ®ott ben Sater geführt, too pe auf'S gepd^t niebergenjorfen anbetete unt) bet jeber ber brei ïïn= rufungen eine ©nabe erhielt. Seim Christe eleison führten Pe jtoet Gbetubine jum göttlidhen Sohne, unb hier, als Sraut am heiligPen Herjen tuhenb, goà pe alle Süöig= feit, bie pe babei empfanb, in ihren Uvfprung jttrüdC. DaS gef^ah burch ein munberbareS EinPrömen ©otteS in bte Seele unb ein ÃurüdEptömen ber Seele in ©ott, fo baà bei ben abpeigenben 9Zoten ber 3?Zelobien baS göttlidhe Herj pch mit unanSfprechlidher Sonne in bie Seele ergoà unb pe bei ben aufpeigenben 9foten aQeS tnit ber gröÃten greube in ©Ott jurüdprömen lieÃ. Sei ben legten brei Kyrie peilten jmet Seraphine fte betn hl. ©eifte bar, ber bei jebetn Kyrie burdh feinen Segen eine ber oberften Seelenfräfte ber Heiligen reinigte unb oerflärte.
Senn toir Sänger unS biefe Seiehrung ju ^JJuge madhen mollen, tnüffen toir unS beftreben, baà tnit ber peigenben DJZeloble unfere 2lnbadht toie eine geuerpamme aufpeige; bann ftieÃen mit ben nieberpeigenben Dönen bie reichften ©naben fanft unb ruhig in'S Herj.
Sdhön unb lehrreidh pnb bie ©ebanfen, bic unfere Heilige an einem 'â ^Jpngpfepe beim Agnus Dei erfüllten, bei ienem ©efang, in bem ber Choral alle Herjinnigfeit, bereu er fähig iP, ausgieÃt Oor bem Samme, baS auf betn Slltare liegt; währenb bePen geht ber griebenSfuà bur^ bie 9ïcihen ber Sobpngenben. So utnarmten pdh bte erften Chripen itn grieben Chrifti Oor ber hl. Communion (IV.. 39;. âSeim ; erften Agnus Dei ftehte pe für bie ganje hl. Kirdhe, baà ' ber Herr pe in Slllem oätcrlich regierett toollc; beim jtociteu | für bie Seelen im gegfeuer, baà er fte barmherjig auS ihren '^Jetnen erlöfe; beim britten bat Pe, baà ber Herr bie Serbienfte aller Heiliflen, bie tnit ihm im Hi>"inel herrfehen, mehre.
ES ift baS ihr '^3pngpgebet, unmittelbar oor ber heiligen Eotnmunton, an ber bie ganje flöftcrlidhc gamilic mit bem Sriefter theilnahm. So gebenft pe am StiftungSfepe ber Kirche ihrcS leibenben, Preitenben unb glorreidhcti SlnthcilS, unb Pe toeiÃ, baà biefeS Eingehen in baS ©ebet ber Siturgie Pe bePer oorbereltet, als jebeS clgcmoifdge ©ebet, gerabe toie ber ^rlcPcr burdh bie hl- üDZcffe 'fcIn Herj beffer bereitet, als burd» iebeS anbere nod) fo InbrünPIge ^]3rloatgebet. DaS ©leidhe toirb ber Sänger erfahren, loetin er bis "in'S Kleinpe ber hl. Siturgie folgt unb bann ble geipiidhe Communion madht; benn ber Herr peht bann m feinem Hevjen bic buftigen Slüthen auSgePrcut, toeldhe ble ©ebete ber h- ^'tche erjeugt haben.
Sin ben geften ber aJhittergottcS, toeldher bie h. ©crtrub bon JefuS ju befonberem Sd)uge übergeben toar, pnb ble Siponen jahlreldher unb oon befonberer Sieblid)felt. Sor Slllem toollte DJlarla ble Sirlfamfeit IhreS pctS bereiten SdhugeS recht cinbringlidh ocrfüitbcn lapen. Daher fleht ble Heilige biefe Sahrheit in olclgePaltlgen Silbern auSgebrüdt, fo oft man nur Im Chor jttr Wutter unb Sd)limherrin ber Chripenhcit betete. Die ©otteSmutter erhebt pch oon ihrem Dhrone; fte tritt oor ihren göttlid)en Sohn; fie fniet oor ber helligpen Drcifaltigfeit, predt ihre Slrme fchügettb über bie Setenben, breitet ihren älfantel über pe; felbp bie böfen Sünber eilen herbei â in ©ePalt häÃlicher Ãh'erlein unb bürfen P^ bergen unter bem Saum ihreS ©eioanbeS.
3tur Jioei ber fchönften ©epchte folgen als loürblger SchluÃ. |
âSllS fie atn gepe TtanH Serfünbigung währenb beS Salve Regina bem Herrn flagte, baà pe niemals mit p bührenber Ehrfurdht feiner 5Wutter gebleut hätte, unb bleS nun burdh baS heiligfte He^ä ä« t^w" trad)tete, ba fah pc, wie oom heiligPen Hetzen gleichfam golbene Sïöhrdhen gingen jum Hetzen ber iunqfräulidhen SJiutter, fo oiele Ãïöhrchen, als St. ©ertrub toünfdhte, ihr Dtenpe eriotefen ju haben. Durch jebeS berfelben crflang bte flnblld)e Siebe Jefu ju feiner 9Kutter, unb fo warb bie Heilige oerpd)ert, baà alle ihre yjadhläfpgfeiten erfegt feien. SllS pe bann bei ben Sorten âEja ergo advocata nostra" (Sohlan unfere gOïlttlcriu; bie tnllbefte aJJutter um ihren Seiftanb anpehte, ba fchien bic hehre wie oon ftarfen Striden niebergejogen JU ihr; unb pe erfannte, fo oft Jemanb pe tnit ïïlnba^t feine 3)Zittlerin nenne, werbe fo fehr ihre mütterlidhe Ãärtli^feit bewegt, baà fie pdh nidht enthalten fönne, pdh bem Sittenben gütig jujuneigen. Darauf fang pe loeiter illos tuos mises ricordes oculos (weitbe fene Deine barmherjigen Singen); ba ergriff ïlïaria baS Kinn ihreS KInbleinS unb neigte eS fanft jur Erbe nieber tnit ben ïQorten: âDaS Pub meine barmherjigen Singen, bie idh meinen Serehrern heilfcjm ju= toenbe." Sic erhielt ben Sluftrag, biefe beiben Sorte toenIgpcnS einmal im Ãage ju beten; fte werbe gewià in ber DobeS= Punbe baoon ntd)t geringen SEroft Oerfpüren."
Slm gefte ber ©eburt ber aHerfeligPen Jungfrau fah fte (IV., 51), âwie ber Hi'"'"el pch öffnete unb unter ben bienenben H^nben ber bl. Engel ein wunberbar erhabener ïhron pd) mitten In bem Chore ntcberlieÃ." Sluf bemfelben faà in höchper ©lorie bie erlaubte .Herrfdherin beS Himmels. Sie jeigtc iu unbefdhrelblldher Sicbliihtcit unb 3utraulld)feit, toie pe an ienem gefte ble ©ebete ber flöperli^en gamllie gnäbtg aufnehmen werbe. Die heil. Engel aber hielten in Ehrfurdht jenen Dhron umgeben unb Panben ootl gieube ber würbigPen Ã)iuttcr ihreS Herrn ju DIcnPcn bereit. ES gefeilte pdh audh eine S^aar ber feligen ©eiper ju beiben Chorfclten unb prieS mit jenen (ben i){onnen) In jebem Sorte, baS man fang, ble Königin ber Herrlichfett. Sor jeber Chorfran panb jubein ein Engel, ber einen reich grüncnbcn Ãwelg in Hänben trug. Diefe 3>oeige trieben Slüthen unb grüd)tc oon oerfd)iebeuer garbc heroor, gemäà ber Slnba^t einer Jeben. SllS SlllcS geenbet war, ba trug jeber Engel feinen 3'oelg mit unglaublid)ct greube jur "jungfräulidien llhittcr, legte Ihn chrfurdhtSooll ju einem Kranjc um ben Ãhron, auf bem pe faf}, jur iDJehrung Ihrer eInjIgen Ehre unb Hcrrlid)feit. Da flagte bie Kranfc: âO weh' mir, meine järtli^c ÃJhitter, Id) oerbiene nid)t, biefen glüdlid)en Chören ber Sobpugenbcn jugefcUt ju werben!" Die heilige Jungfrau aber entgegnete gütig: âDein guter SIHc crfcgt SlllcS; unb ble fromme ü)Jclnung, in ber Du nach gewohnter Seife burch baS füÃflingenbc Soij beS HerjcnS mcincS SohneS biefe SeSper ju meiner Ehre aufgeopfert haP, übertrifft weit jebeS nur lciblid)e Semühen."
DIcfe buftigen ajjarienblütndhen mögen bie Slumenlcfe iu bem reldhen ©arten ber Offeubarungen ber heil- ©crtrub fd)lleÃen. ES ip nicht fd)wer, Ihrem lieblichen Dufte na^= jucllen, toenn ble filebe jieht. 9)fag cS 3}iand)en audh an= fangS befremben; immerhin mü^en toir bebenfen, baà bic Schren oon Heiligen fomtnen, baà pc unS ben beften Seg jeigen. greilid) ip baS nid)t baS Einjige in ber ®efang= f^ulc; aber buS Eine muà man thun unb baS Slnbere ni^t laftcn (St. SllovPuS). Unb cor SlOcm fd)reibe pch ber llturgifd)C Sänger tief inSHerj: âEineS nur ift nothtoenbig." |
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5Der \}l papfl Cöupr I., hn 2.
Steffie Demuth at^met au(h ba§ ©(^reiben, meld)e§ er an einen gemiffen ^auIuS ri^tete, ber jur Ãeit feiner bung jur päpftliihen SBürbe in freuubf^aftlichen Sejiehuugen JU ihm geftanben ju haben fcheint: âSBenn mir frembe Seute Schreibt ber ^apjt) megen ber päpftlidien Stürbe fchmei^elu, fo gebe idh darauf nicht toiel. Daà aber aud& 3hr mir in biefer |)inrtdht fchmetdhelu müÃt, ba§ fd^merjt mich buter; benn @udh ip ja meine ^erjenSneigung gar mohl befonnt, unb bodh fogt it^ hätte e§ ju (£tma§ gebracht! ^o, bie liebfie Seförberung märe für midh bie gemefen, menn mein ®uch befonnter SBunfdh ftdh erfüllt, unb idh bie erfehnte 3^uhe er= langt hätte."
?lehnltdh loutet ein ©dhreiben au§ biefer 3eit an ben bomoligen iBifdhof ^ohonneS oon ^onfiontinopel. Der '^apfl bellogt n^, büà ber ^ofriardh bie Beflötigung feiner 2öahl burdh ben ^oifer nicht tjerhinbert höbe: âSBenn jur Dugenb ber Siebe oudh bie 5J?ächjlentiebe mefentlidh gehört, menn un§ befohlen ifi, ben ^fä^fien ju lieben, mie un§ felbft, mie fommt eS benn, boà Shr mich nidht fo liebt, mie Shif Gnch felbfi liebt? 2Beià ich ja bo^ mit melch' glühenbem Verlangen felbfi ber S3if^of§mürbe entfommen nolltet; bennod) hobt ^h^ ^Jid^tS für mt^ gethon, al§ mir bie gleiche Sofl oufgebürbet mürbe. DorouS erfehe idh, boà mid) ni^t liebt, mie
felbfi; benn 3hr noUtet, baà id) bie Soft trage, bie ^h^^ @udh felbfi nid)t moKtet oufloben laffen. «Iber meil nun id) Unmürbiger unb ©dhmodher bie Seitung eineS oon feinblidhen ^Bellen oUerfeitS bebrnhten ©chiffeS übernommen habe, fo bitte i^ @udh beim aKmädhtigen ®ott, boà Sh^ mir in biefer ©efohr bte §ülfe ©ureS ®ebete§ jufotumen loffet."
âaSenn idh ermöge (fdhreibt er ferner an bie 'iÃatriardhen be§ 2)?orgenlonbe§), baà ich "hne hinreidhenbeS Berbienft unb tro^ meines heftigen BJiberfirebenS gejmungen loorben bin, bie Sofi beS §irtenamte§ ju trogen, fo überfällt tnich büftere Drouer, unb mein betrübtes §erj fteht 9Ji^tS als unburd): bringltche ginfierniÃ. Denn moju onberS mirb ein Bifdhof üom |)errn ermählt, olS um gürfpredher für beS BolfeS ©üiiben JU fein? ajlit meinem Bertrouen foü nun i^ als gürfprecher für frembe ©ünben ju ihm lommen, bo ich iiJegen meiner eigenen ©ünben bei ihm feine ©idherheit habe? ®ürbe ^emoub midh um meine gürfpradhe bei einem gürften bitten, ber ihm jürnt, fo mürbe idh ougenblidflidh antmorten: âJ^ch fonn mit einer gürfprodhe nicht jum gürften gehen, meil ich nid)' i« bertrouter greunbf^oft ju ihm ftehe." BJenn idh mich alfo f^ämen miirbe, bei einem onbern 2)Jenfd)en olS gürfprecher onfjutreten, obfdhon ich i()n feineSmegS beleibigt hätte, meld)e Bermegenheit tfi eS bonn, baà i^ bei ©ott bie ©teile eineS gürfpredherS für boS Bolf einnehme, obmohl i^ mir nid)t berouÃt bin, burdh ein oerbienflooKeS Seben in feiner greunb= fdhoft JU flehen! Dobei habe idh aber no^ etroaS 2lergere3 ju befürdhten; benn roir 2lÃe roiffen ganj gut, boà ber ©inn eines Ãürnenben nodh mehr erbittert roirb, roenn man einen ihm SJiiÃfäaigen olS gürfpredher ju ihm fenbet. Unb ich für^te fehr, boà boS mir onoertroute Bolf, beffen ©ünben ber §err bisher mit ©ebulb ertrug, jegt ju ©runbe gehen roerbe, ^ bo nun auch nodh meine ©chulb auf baffelbe fäQt. 2Benn idh aber auch biefe gurcht, fo gut eS geht, jurüctoränge, fo erfchredfe idh bei Betrachtung ber ungeheuren Aufgabe, bie mir jugefaÃen ift." â |
3)ïit btefer Demuth berbonb ber groÃe ^opfi aber eine unerfdhütterliche ©tonbhaftigfeit. ffioS er nodh eifrigem ©ebete unb reiflicher Ueberlegung einmal in Singriff genommen hotte, boS führte er oudh burdh, modhten bte entgegenfiehenben ©dhroierigfeiten ftd) nodh fo hoih oufthürmen. Bei ber 2luS= führung feiner Bläue oerfuhr er ober nidht etroa mit Ungefiüm, fonbern mit gröÃter .Klugheit unb Befonnenheit; oQe erlo ibten ^Wittel fe^te er in Beroegung unb terfionb eS, jeben gunfiigen Umfiottb ju benuljen. ©eine eingehenbe tontnià ber bamaligen ÃeitÃerhältniffe, beS SïedhteS unb ber einfluÃ= reichften 'ifJerfonen fom ihm bobei fehr ju ©tollen. ®r mor felbft ein groÃer Diplomat; ober bei 2lllem, moS er unter= nohm, bleibt immer mohr, boà nur ht- ®ifer für bie Kirche ©OtteS unb bie pöpÃliche BJürbe ihn leitete, boà ihm bagegen perfönlidher "nb ^errfdhfudht ebenfo fern logen. â
Um bie fätnpfe, tu benen jene erioähuten Borjüge ©regor'S befonberS hell heroorleudhten, bem Berfiänbniffe ber Sefer näher ju rüdfen, fcheint eS mir nothroenbig, einen fleinen gefchid)tlidhen 9tüdtblidt ju thun. Der Jïoifer DheoboftuS, einer ber 9ïadhfolger Gonftontin beS ©roÃen (f 337) hatte im Söhre 395 boS römif^e BJeltrei^ unter feine beiben ©ohne getheilt. Der eine erhielt bie roefilid)en ^roüinjen mit ber |)auptftabt 9ïom, ber anbere bie öftlidhen mit ber .§oupt(iobt Gonftontinopel. 9?adh ber abfiel beS J?aiferS foOte jroar boS 9ïei^ tro^ ber Dheitung noch immer ein ®onjeS bleiben; aOein eS ift tu BJirfli^feit nie mieber oereint roorben. Durdh bie fog. Bölfermonberung mürbe bereits im folgenben ^ahrhunberte bem roeftrömifchen Steiche ein jäheS Gnbe bereitet. Gin gerooltiger Drong hatte nämlich fdhon frühjeitig bie bor= borif^en Biïlfer beS' 9JorbenS gegen baS römifche BJeltreich fortgetrieben. GS mar ni^t etroa ein SSonbern einjelner umherftreifenber §orben ober obenteuernber iïriegSfchaoren, fonbern eS maren gonje Bölfer, bie mit SBeib unb ^inb, mit ©efinbe unb |)obe ihre alten SBohnfi^e üerlieÃen, um in meiter gerne eine neue ^eimoth ju fu^en. Unb roie bur^ ein Grbbeben mohl eine gonje ©tobt in einen ©d)ulthaufen tjermonbelt mirb, fo mu'rbe burdh bie moffenhofte Bölfer= roanberung boS gonje bisherige ©taatenfi)Pem über ben .^oufen geroorfen." â
Den Slnfong modhten bie .gunnen, roeldhe im ^ah« 375 ouS Alflen noch Guropa herüberfamen. Diefe roilben Slfioten oerbrängten im Berein mit ben jroif^en ben glüffen Don unb ffiolgo mohnenben 2lloncn bie ©othen, toeldhe bie roeiten Sonbftrilhe jroifdhen bem fdhroorjen TOeete uub ben Ufern ber Söeidhfel unb Ober biS- jur DÃfee beroohnten unb burch ben gtuà Dnieper in Oflgothen ttnb B3eftgothen getheilt rooren. Die üerlriebenen 2Beftgothen brängten gegen boS römifdie 9teid), unb ber bomolige Jfaifer BolenS üerlor in ber blutigen ©chladht bei §abrionopel (378) ©ieg unb Seben. ©eiu ïJodhfolger DheoboftuS hemmte jmor bie fieg= reiben gorlf^ritte ber ilÃeftgothen; allein eS ift leid)t einjufehen, boà bie oben ermähnte Dheitung beS römifchen 9ïeld)eS unter ben obmoltenbcn Berhältniffen tiur oerberbUch merben fonnte. ^Jomentlid) ^tolien rourbe ber ©chouploU fdhredflicher Kriege. 9?och einonber burchjogen bie BJeftgotl)en unter bem be= rühmten Morich unb jroonjig Sah« fpäter bie §unnen itnter bem fd)redlichen ïlttilo olS ©ieger boS blühenbe Sonb unter furdhtboren Berheerungen, biS tm Qohre 476 Oboofer, ein Befehlshaber beutfcher 'aJïiethStruppen im römifdhen §eere, bie im heutigen 'â ^ontmern ihre urfprünglichen BJohnfi^e gehabt, ben le(3ten roeftrömifdhen ifoifer tjom" Dhrone ftürjte unb fl4 felbfi Sönig oon Stolien nannte. Damit hatte baS meftrömifche |
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Sïeidh jetn Enbe gefunbett. ®a§ ofirömifche ober grtediijche 5Reid) mit ber ^auptpabt Gonfïantinopel l}ielt fid^ bagegen nod^ ungefähr taufenb Ja^re, bi§ e§ 1453 in bie §änbe ber Dürfen fiel. â
Oboafer murbe bereits 493 geflürjt üon ben Ofigot^en, bie bis ba^in im heutigen Ungarn unb Siebenbürgen inohnten. Die ofigothifdbe §errfchaft murbe mieber burdh bie getbherren beS oftrömifchen KaiferS Jupinian im Jahre 555 üernichtet. Jtalien marb nun eine ^roüinj beS oPri5mifchen 9ïeidheS unter bem gtïamen Sjarchat _(b. i. StatthaUerfdhaft). Slber audh bie ojirömifdhen Kaifer blieben nidht lange im SBefitse üon gang Jtalien. Der üom §ofe ju Sonftantinopel beleibigte (äyardh (Statthalter) 9iarfeS lub auS 9ïache feinen greunb Sllbuin, König ber Songobarben (Sangbärte) ein, baS armfelige ^annonien (Ungarn) ju üerlaffen unb baS gefegnete Jtalien in beft^ JU nehmen. Der lieà pdh baS nidht jioeimal fagen. Jm Jahre . 568 bradh er an ber Spi^e feines ganjen VolfeS in Jtalien ein unb grünbete hier ein neues 9?ei(| mit ber §auptpabt ^aüia. Die Sombarbei hat heute nodh üon biefem VolfSfiamme ihren Dramen. DaS SReidh befianb jiüeihunbert Jahre.
©eit bem Untergänge beS roepri3mifdhen SReidheS (476) bis jur SÃahl ©regor'S beS ©roÃen (590), alfo in einem Beitroume üon ungefähr hunbert Jahren, hatte baS unglüdtlidhe Jtalien üiermal feine |)errfdher gerocchfelt. 3«erP famOboafer; bann Dheoboridh mit feinen Dflgothen; bann bie oPrömifchen Kaifer; unb jule^jt bie Songobarben. 9Jach fo üielen Kriegen unb Verheerungen bot baS Sanb einen erfchütternben SlnblidC. ^DJehrere 2)ïilliDnen äJJenfchen maren burdh baS ©dhioert um= gefommen; üiele ©täbte lagen in Drümmern; bie gelber ioaren unbebaut, unb bie Ãnpttlidhfeit hatte in bebenflidher Seife um ftch gegriffen. â
2118 ©regor ben päpfllithe« ®tuhl besieg, bauerten bie Kämpfe ber eroberungSfüditigen Songobarben fort. Der cfl= römifche Kaifer lieà ben nodh unter feiner .^errfdhaft flehenben Dheil üon Jtalien unb namentlidh 91om ohne hiureiihenben ©thuU. ?lidhtS beflotoeniger üerbietet er bem ^apfle, mit ben Songobarben eine Unterhanbluug anjnfnüpfen. Jn golge beffen ifl 9ïom bebroht, unb ju feiner"aiettung ijl nur ©regor thätig. 6r jahlt ben Songobarben bie KriegScontribution unb ben faiferli^en ©olbaten ihren ©olb. 33alb fommen bieSongobarben jnm jmeiten 9)?ale in bie 9Jähe i){omS. DaS Glenb toirb fo auÃerorbentlich groÃ, baà ©regor felbp feine regelmäÃigen ^rebigteu unterbredheu muÃ. Qmx betrat ber loilDe Pongo' barbe bie traurig üeröbete ©tabt nicht, aber bie Umgebung berfelben fudhte er mit einer berartigen Veritüflnng heim, baà bie fog. Gampagna ihre Veröbung nnb nngefunbe Unfrucht^ barfeit bis auf ben heutigen Dag nidl)t üerloren hat.
Slber 2llIeS, maS ber ']3ap"jl an ©orgen, Dpfern unb Slrbeiten für bte {Rettung 9lom'S itnb für bie Vertheibigung JtalienS eingefeUt hatte, trug ihm üon Gonpantinopel her nur Vermeife unb ftänfenbeKlagen ein: âer fei bem Kaifer nicht aufri^tig ergeben." ©o üon jioei entgegengefetten ©eiten fortmährenb bebrängt, behielt er nidhtSbejiomeniger flarfmüthig fein groÃes 3iel ini 2Iuge: Jtalien enblidb ben grieben unb georbnete Ãupänbe ju fchaffen. ^Jeun üolle Jahre muÃte er barnadh ringen, boà ber Kaifer ben Songoborben einige 9ïedhte einräumte nnb ein griebe ju ©tonbe fom. greilidj foOte ber Jubel JtoUenS über boS f^einbore Gnbe ber breiÃigjährigen SDÃe^eleien unb 9iäubereien bolb mieber üerflummen. Der Krieg broch nämlich üon neuem ouS. DiefeS 3J?al ober nahm ©regor eine anbere ©teÃung ju ben friegführenben ^I3arteien ein. ©dhönen. |
Vor fünfjig Jahren befonb ftdh unter ben Ghoriften beS DheoterS ju bergomo in Ober=Jtalien ein armer, fehr be= fcheibener junger SDÃonn, ben olle feine Komeroben gonj be= fonberS liebten, unb meldher, um feine arme ÃDÃutter beffer unterpü^en ju fönnen, gleidhjeitig ©^neibergefelle unb ©horip mar. GineS DogeS fom ber ©änger ûîojori jum ©dhneiber unb probierte eiu ^oor KleiberPüie on. Der ©efelle fom ihm befonnt üor; er frogte unb erfuhr, boà er ouf ber Sühne im Ghor mitpnge.
â§oft Du eine gute ©timme?" frogte 9îojori.
â©ie ip nidht befonberS", ontÅortete ber ©dhneiber= gefeüe, âich bringe mit SDiühe boS G herouS".
âSoà hören", fogte SJojori.
Der Ghorip begonn unb brodhte mit einiget 9)îûhe baS G heraus.
â9îun boS A!"
âÃert, boS geht nicht!"
â©inge A, Ãnglücf liehet !"
aJîit groÃer Slnprengung gelang eS bem Ghotipen.
â9iun boS H", tief Ãiajori.
âDoS bin idh "it^t imftanbe".
âDos H, foge idh, ober bei meiner ©eele, ich â"
âGtjürnen ©ie nicht, i^ mià eS üetfuchen".
Unb eS ging.
â©iehP Du, eS geht !" rief 9lajoti freubig ouS. âUnb nun foge ich ein Sort, mein ©ohn, menn Du Didh PeiÃig üben loilip, fo mirp Du bet erpe Denor üon Jtalien tüerben.
yjojoti hatte pdh nicht geirrt. Der otme Ghorip, loeldher, um fein Seben ju fripen, jugleidh als ©chneibergefeHe ar= bcitete, befaà fchlieÃlidh ein Vermögen üon einer Ã)ii(lion Sire|; eS tüat ber berühmte Dpernfänget Ãîubini.
STlttiHiiÃc ÃOÃll. Gine broHige bemerfung ouS Kinbetmunb tüirb oitS Slgtom beridhtet, mo bie Siener .^ofopernfängerin gtätilein Jenni; bto^ jüngp ein fehr et= folgreiches ©oPfpiel obfolüierte. Die Künfllerin befugte bort noch einem groÃen SohlthätigfeitSfonjerte eine gomilie, beten iüngPer ©ohn, ein Heiner DougenichtS, fd)on mandhe Slufgobc ijoppelt ju fdhreiben genöthigt motben unb fogor boS leljte ©chuljohr repetiert hatte. Durdh ein ©efpräch beS gtättlein brodh, bie mit ihm fcherjte, julroulich gemocht, fragt bet foule ©dhlingel plö^lidh: â§aben ©ie geperu f^ledht gefungen, gtäuleiit?" â Sie fommp Du borouf ?" ruft bie Koloraturfängerin erpaunt. â ,,Seil â meil â" ermiebert boS Kinb üetlegen, âmeil bie 9)îoma ber Dante etjähU hat, boà ©ie jebeS Sieb toieberholen muÃteti".
ltBclf|»lct. Jrgenbiöo mirb eine neue Operette unter bem Ditel âber 'ipolijeifpion" aufgeführt. Slm Doge noch ber erpen Slufführung erfunbigt pdh eine Dome um boS ©chidffot beSSetfeS. Gin §err ontmortet ihr borouf: âJu bem ©tüi mirb foP üon oÃen hanbeluben '.perfonen ge-- pohten ; ein Diebpohl folgt bem anbetn." â âUnb mie iP bie SDîupf?" â âDer Komponip ip SlHen mit gutem beifpiel üotongegangen: er Ijat am meipen gePohlen." |
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^dttattmüvt^cv ^atfjoafi^e ^alcntier fiiv 1887.
SBir empfehlen hiermit bie in unferem SSerloge erfchetnenben, nachl'tefjcnb uerjeidjneten
üottauuJörtljer kat\)olifA)t\i MakiiUt für 1887
uub bitten berjli^ um möglid^ft gcofje Verbreitung.
aJiOttifasEflICttbcr. XI. jahrg. 1887. a«it einem fe^r gut aufgeführten far-- bigen Ditelbilb unb bieten jCfuflrationen. SWit 9}iarlt=Verjei(hniB unb 2j8anb= falenber, Ouartformat. ^reiS 50 ^fg.
Slicincr ^icnftliotcusialctlbcr. IX. jahrgang 1887. 9}?it bielen Slbbilbungen.
Dafchenformat. ^reiS 20 ^:13fg. SlinÃcrstaJcnUcr. IX. jahrg. 1887. »Kit Ãielen «Silbern. tteinfleS !2:af(hen=
formal ^rei§ ungebunben 20 ^fg; in Seinm. geb. 50 ^.j3fg. flat^olifr^cr ÃcIjrcrsfialcnDcr. VIII. jahrg. 1887. 8" ^reiS in Seinmanb gebunben 1.â.
Soltiatcttfrcuttb. Safchen.-talenber für ©olbaten. II. jahrgang. 1887. 9«it oielen jllu|irationen unb feinftem farbigen Umfdhlag. '43rei§ 20
2:ttf(^eti=^fllcttöcr für öic ftuJJircnöc IX. jahrg. 1887. il. 8».
^reiS in halb l'einwanb geb. 40 ^fg.; in ganj Seinmanb geb. GO ^fg, 2^icrfchtt<ä=ÃttICllÃcr. V. jahrg. 1887. ä«it oielen jauftrationen. tleinfteS jafdhenformat. ^.ÃreiS 10 t^fg-
^tebertJcrftaufcttt f?of;et: ^{aÃatt. "WJ
Seftellungcn nimmt jebe ©uthOattÃllUtö, jeber SuthOinDcr, ^oftjotc u. f. m.
fomie bic unterjeichncte S3crlag§hanblung entgegen.
^attaumörth, 1886. §od)ad)tung§oon
ötttfjfjauörmiö S. ^ttcv. |
jm SScrIagc bcr Untcrjeichnetcn crfChten:
^dfmattiutnfdjttte
juglcid) au(h al§
^orfdjule für Itas Prgclfpiel.
hcrauêgcgeben tjon
ScrnarÃS.
Op. 26. «Prcië SWorf 1.20.
©ernarög
^efangmefÃobe.
jQefles unb billigftts inftruktiues ïehr-
Itnd) ft'tr ben CSefanguuterrid)!.
^reté 00 5Ãf. nad) auÃen h'u unfer Ãrcujbanb 70 ?Ãfg.
SeiTite Domino in laetitia! (iefaitg- uitb (Bebctbiid)
junächft für
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hcrnuâgcgebcn bon
gîctcr S3atir»
JnJtUt Auflage teforat Bon
ginÃoà (à rctttcrô,
CSijmnaRat'Seianflte^rer u. ®om=Oïi)aui(l in îtncC) en SKit tird)ticl)er OJenehmigung.
î}}rciâ: brofd). m. 1,20, gcb. m. l.&O. SI ach en. «llÃCrt ^atoU & go. |
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^ur IJcrcl)rttttg unferer lieben irratt «on Coiirbcg.
jn unferem SScrIagc crfd)icn focben: P. SRarta Antonius, iîti) bin bie nnlirflrdttc (Empfängnis ober J^aiibbud) bcr îîcrehntng unferer lirbcn- <frnu uon fourbca. ©in OollftänbigeS ®ebet= unb ©rbauungSbud). VIII unb 200 ©eiten. 16». ^rei§ GO 13fg.
3)a3 hübfch auSgcftattcte SBüdjlctu, für alle SScrehrer unferer lieben grau oon Soitrbcê unb befonberâ für bic SSallfahrer nad) SourbeS gefd)rieben, ent« hält bic ®efd)ichte ber Grfdjeinung unb beä ©nobenorfeS, bic Uebungen nnb bic ÃîoOenc ju unferer lieben grau oon öourbeä, bic öebcte unb Slnbad)ten oor, raährcnb unb nad) ber SSallfahrt, bic Iauretanifd)c Sitanet, bie îagjeiten, baS Avo Maria 2C., unb bilbet fomit ein oollftnubigcä .^anbbud) für alle ÃRaricnocrchrcr. Um bic 21nfchaffuug bcä 2Ãcrfd)cn3 jebem ju ermöglid)en festen toir bcn ^rci§ äuj3crft gering, geruer crf^icncn:
--jDer iUonot unferer lieben ^rau uon fourbes in .SI 58ctradh=
lungen, nebft einetn Slnhange Oon ÃDÃejj^, 58ei^t= unb 6omtnunion= gebeten ju ©hren unferer lieben grau oon SourbeS. 'iÃrciS 40 ^fg. Uouene ^u unferer lieben /rau uou fourbes, ^fadh ber in 2ourbe8 gebräudhUdhcn Original=9?oocne. V. Sluflagc. '^JreiS .30 ^fg.
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Plothen. iifÃcrt 3iüfoÃi & ^o. |
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i flachen :
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& ^cifrOf,
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2)0111 pothier, Li bcr Grndiialis.
«preis TOarf 8,00.
^Scr ntcÃortrtttlfdjc 6:fjpro(.
^retfl Warf 340.'
Ãltartafeln
in r 0 i eil 0 r Auswahl v o r r ii t Ii ig, bosondoro Rahmen worden nach Be- stollnnf,' billigst goliofort.
Albert Jacobi «& Co. |
Seronttoortlicher Slebafteur SB. Schönen in Dberbilt. â 3)rucf unb SSerlag bon Slib ert jocobi & Go. in Slachen.
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S- Srt^rnottfl>
für Ãaf5oftf(f;c ^irtf^enföttger.
©ratig^Bcilnje jnm â@tcpriii«=Sfntt", Dtomi jüt IatIjoH(t[)C tirdjenutufit.
â©crge, bag bn mit bent öerjen glautfl, loa« bu mit bem SDiunbe fingll, unb in SCetleu
bet^fitigfl, tuaS bu mit bem Ãetjeu gtaufcft." Soncil in Karthago B, 3- 398.
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Srct S'iiuöCf.
®rei Surf^eit jogett huiunter Jtt'ä lac^ettbe aBiefent^al Uttb fangen frif^ unb munter, 53alb einer, balb aUe jumal.
®er (StPe fang tninnige Sieber Der reiben unb fcbijnen 9Jatur, Gr fcbaute mit Säcbeln bernieber Sluf Sälber unb Siefen unb glur.
Der 3itjcife, ein luftiger gecber, Grl)ob mit Segeifl'rung bie ^anb Unb lobte ben funfelnben Secber Unb greibeit unb Saterlanb.
Der britte blidte oott Sonne 3um reinen .^itnutel empor. So eben bie flnfenbe ®onne Ju '^UtTpur unb ©olb fiel) Oerlor.
âJd) finge ber fd)iJnfien Siebe, âDie emiglicb blül)eub unb neu. âSenn fonft tnir im Seben nid)t3 bliebe, âSie bleibet mir ttntner getreu.
âü)Jein Sieb ift oon Sonnen ummoben âUnb moljnt itn ätherifd)en Sid)t, âStets min icb eS preifen uttb loben, âSiS fterbenb mein Singe einfl brld)t."
g. Hcitemet)er.
Die Kcbuuö im Cljoi-nl ifl uotljiuniMij, abci' rtiirij loljucub,
SSon ü. auboiS, öifar in 9{ntf) bei Crtelcnj.
(SchluÃ.) |
G. Dafi bie Sii^nc beS bl- Senebift 9)Jeifler im Ghoralgefange ftttb, fann nach betn Oefagten nid)t mehr auf= faOenb erfcheitten. Slber auch bie Diichter beS hl. Senebift berftehen ft^ auf biefen hl. ©efang. Die Senebiftinerinnen haben in 'â JJatiS ein Klofter. Gin Jrlättber mohnte jüngft einem .^ochatute in biefem Klofter bei unb fchrteb barüber: â J^ fage nicht ju oiel, toenn ich erfläre, baà ich bom Slnfang bis jum Gnbe beS SlmteS ganj entjüdt toar. . . . DaS Sa-- teinifche tourbe ooQfommen . . . tnit einer geinheit unb Deutlichfeit gcfpvodhett, baà id^ jebeS Sort unb jebe Silbe gut hörte. Die Sd)ioierigfeiten etneS foldhen ^iej-t^ OortrageS ju Ãbermittben, muà bebeutenbe Slnftrengung gc: foftet haben ... Die Segleitung toar nicht itn "mtnbcfien auföringlid) . . . 9}îand)ntal hatte ich flanj oergeffett, baà überhatipt eine Scglcitung babei mar'), benn bte Stimmen marcu . . . ganj fclbftänbig ... Die Orgattifliu hatte eS fid) unoerfennbar alS Slufgabe gefegt ben ©efang ju unter= ftügen, ihnt Slnmuth ju "gebend nnb mo eS nothmenbig, ihn meid)er ju mad)en; nid)l, mie cS oft gefchieht, ihn ju cr-- brüden unb ju oernidhtcn. Der ©efang mar in fetner Slrt bei loeitctn ber oollfoinmenftc, ben id) je ju hören baS ©lüd hatte . . . Das 3:empo toar burdhmeg mäÃig fd)nell; bic Hanptrcgel jeber Slufführung toar, morauf fo oft gebrungeu, bic aber fo häufig uttb gänjlich oernad)läffigt ioirb: âSinge bic Sorte, mie "bu fic "fpred)en toürbeft." Jn golge eines beftänbigen SedhfelS ber Stärfe ber Stimme trugen biefe echten Künftlerinnen ihre ^JDhifif in ganj natürlid)ev 5Ãetfe unb, mie cS fd)ien, ohne Slnftrengung Oor." (Sgl. Sitt: gliegenbe Slätter 188G, S. 50 f.)."
" 7. ©Ott fei Danf! finb bie ermähnten Stätten heute ntd)t mehr bie einjigen, loo ber eigentlid)e ©efang ber Kird)e, ber Choral, fleiÃig geübt unb heilig gefungen loirb. GS mürbe fd)mer fein, alV ble ôtabt= unb 'Sanb"tlrd)en aud) nur aufjujählen, loo jegt jur Ghre ©olteS unb jur Grbauung ber ©läubigen ble himmlifchen Klänge heiligen GhoralgcfangeS mieberhallen. Slber ein Scifplel auS bem fernen Seflen, auS Slmerifa, loin id) boch beibringen. Die fatholtfd)e SolfSjeitung oon Saltimore berid)tct in ii)rcr ^ir. 31 oom 12. Dejember 187-i Seite 270 über ein fird)lid)cS Goncert, mclcheS Ocran= ftaltet tourbe oon ben Ãöglingcn ber beiben Seminare, beS gröÃeren unb beS tleineren, in St. granciS am gefte ber hl- Gäcilia, ben 22. Di'ooembcr 1871. Der rühmlichft befannte ÃDJufifprofeffor unb 'i^räfibent beS Gäcilien:SercineS in Slmerifa, H- Singcnbcrgcr, leitete baSfelbe.
Das fehr reidhhà ltige "â¢|5rogtamm toeift unter l!)îr. IV. ein Gloria auf, meld)es" choralitcr gefungen mürbe. DaS Slütt bcrld)tet nun: DaS Gloria mürbe" fehr gut Oorge» tragen. GS mar ein loahrhaft hi'U"tlifd)er ©efang.^ Da mar nichts oon Sentimentalität nnb moberncr ©efühlS= fchmärmcrei, fonbern mahrhaft ©roÃeS uub Ucberirbifd)eS,
') öcrabc fo enting c3 mir im 3)omc ^u ^JUinftcr in ben Jagen ber .^îatholifen^ajcrfammhina oom 30. «ngiift bi§ jum September 1885. Sfnmcrfung bc<J Sdhreiber?. |
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auSgefprodhen tn ber (Sprache, tn ber bte §inimet§6ürger feiern, âéöre," glaubte man eine ©timme au§ biefem @e= fange ju »ernehmen, âhöre ©terblicher, fo tönt ba§ Sieb im ^alape ber Unfterblidhen!" D toie mädE)ttg, mit welchem Ãauber brangen fie jum §erjen, biefe emig fd^önen Söne! SBie rührten, mie ergriffen, mie erhoben fie baS ©emüth! 2öar e§ bodh, at^ wäre bie ©eele, burdhjittert bon tnagifd^en SOSeh'n, felbft ©efang, felbft jum Siebe, felbfi ©ebet gemorben, ba§ ba, getragen auf beu ©dhmiugen biefer erhabenen H'tänge, btefer ht- ä)?elobien, empor jum Shrone be§ SlKerhödhften fteigt. 2)a§, fo jtoang un§ ba§ §erj ju fagen, baê ift öer echte, baS ift ber eigentliche, baS ber jungfräulidhe ©efang ber ht. ^tr^e ©otteê. Unbegreifti(h fcheint e§, baà man foldhen ©efang befpötteln fann. SBären bie ©egner be§ ©hoifateS unter ben Zuhörern geitjefeu, gemiÃ, fie hätten ihre Bor urtheile gegen benfelben abgelegt, benn au^ fte hätten Dernehmen müffen bie ©timme, bie au§ biefen Sönen fpra^: âBebe, o 5D?enfdh, ber bu e§ magft, foldh' heittge ©efänge ju belriteln, burdh bein Urtheil ju oerbäd^tigen, mit beinem ©potte ju begeifern, ber bu eë roagft, ba§ ^eilige JU »erbrängen, utn ba§ '45rofane (ba§ Söeltliche) an feine ©teile JU fe^en! D höre enblid^ auf, ba§ §immlifdhe in ben ©taub ber @rbe h^rnieberjujiehen, unb baute oielmehr beinem ©otte, baà er Dir ©efänge gegeben, bie mürbig finb, feine ®hre ju preifen."
8. SBie meife erfdheint un§ fe^t ba§ Berhalteu unferer hl. Kirche, bie oom hl- ©elfte geleitet, in mütterlidher Bor= forge fo oorjügli^e unb babei immer unb überall fo leidet ouSführbare ©efänge gefd^affen nnb, bamit mir fie Ja be- nuljten, jum ©ebraud^e bei ihrem liturgifchen ©otteSbienfte fo nodi)brüdllidh tjorgefd^rieben hat! Unb menn mir nodh flar nidht bie Ueberjeugung gemonnen hätten, baà ber Choral feine greunbe fo reichlich lohnt, baS ©ebot ber Jïirdhe allein Derbürgte unS hinreicheub feine ©chonheit unb SiebeuS: mürbigfeit. 233ie! bte Jtird^e, bie unS bie heiligften ©eheim= niffe ber ^Religion in betn herrlic^ften ©otteSbienfte entfaltet, follte ihn jugleidh entfteHen, inbem fte babei ben Choral als ben liturgifd)en ©efang üorgefdhrieben hat? DaS ifl un= bentbar. Der Choral ift oielmehr jur entfpredhenbjten Dar- ftellung ber hl- ©eheimniffe, bie in unferem ©otteSbienfte gefeiert merben, am beften geeignet. SllleS ©dhöne, (Sr= habene, 9ïührenbe, bie ©eligfeit im .§immet, bie 9leue, ^^ein unb ©ehnfucht im gegfeuer, unb bie ©^redCniffe in ber ^öüe ouSjubrüdfen, baju ift ber Choral unb er allein toegen feiner Unbeftimmtheit fähig. Denn bie Pfoten beS Gho^aleS geben hnnbertfadhen ©inu, bie moberne älZuftf gibt nur einen, meil fte burch Salt unb Harmonie gebunben ift (oergl. SBitt: Musica sacra 1872 ©. 65).
Darum, mein lieber Chorfänger, übe ben Choral mit beiner ganjen iïraft unb 2luSbauer, bamit bu in feinen ©eift fe'hr tief einbringeft! ©chöpfe rcdjt üiel auS biefem un= üerfied)baren Oueà mahrfler Ãirchenmuftf, bamit Du, üon ber gülle beSfelben felbft burdhbrungen, oudh ?lnbere bomit burdhbringen fönueft! Dann loirft bu mit boju beitragen, boà ouS "bem ,§aufe ©otteS boS ©efdhrei unb ©ebrüH, biefe furdhtbare ©chänbung beS ChoroleS, oHmälig üerfdhmiube unb einem, ber Berherrlldhung ©otteS unb ber Crbouung ber ©läubigen in gleidher SÃeife bienenben, mürbigeu Choral gefong meidhe. |
Jitur0tfd)C Kiiteiijttltungen.
Bon Sl. Brun§, Bifar iu eilenborf.
(gortfe^ung.)
©. Durdh bie le^te Unterhaltung ifl eS mir flar ge= tüorben, mie notürlidh unb fachgemäà eS mar, bie ht- ^ir^e ©OtteS unter ben ©dhu^ beS h- Sofeph ju jiellen; ober ich habe beu ©runb no^ nidht fennen gelernt, toarum biefeS §aupt ber hl- gamilie gerabe ju unferer fetigen 3eit, unb nidht fdhon früher, jum 'patron ber .fîirche bepellt toorben ijt. könnte ich biefen ©runb erfahren?
21. ©omeit id) biefen ©runb fel6ft fenne, loiH idh i^n bir angeben.
Bei ollen irbifdhen Dingen, meldhe ber ©ntmidCelung fähig ftnb, ift eS fo, boà fte ftch aus einem meniger üoClfommenen 3uftanbe ollmählith Ju gröÃerer Boflfommenh :it eutmidfeln. Du haft gefehen, boà eS fith ouch mit ber öffentlid)en Ber= ehrung beS ht- ^^ofeph ferholteu hat. ©ie ift im Saufe ber Sohrhunberte immer mehr unter bem ^rijtUdhen Bolfe.ermacht unb fortgefdhritten uub hat allmählidh ju höheren geierlid)feiten unb 2litbadhtSübungen geführt. Doch fdhien biefe Berehrung fich ÃT^ft in unferer 3eit fo meit entmidfelt ju haben, boà ber hl. Sofeph ohne Bebenfen jum patron ber fotholifchen kirdhe ouSerfehen merben fonnte. Der iîirdhe in bem hod)begnabigten ??ährüater Sefu einen mädhtigen Reifer unb Befchü^er ju bes ftellen, boju brängte aber auch gerabe in unferer Ãeit bie trourige Soge ber kirdhe, meldhe bir hinïeidhenb befonnt ift. Du meiÃt, boà mit offenbarer ©emolt bie fürftlidhen Steele beS ht. opoftolifdhen ©tuhleS befämpft unb angegriffen mürben, boà feine Beftljungen iu Italien in bie §önbe eineS feiubfelig gefinnten §errfcherS übergingen, boà ber ©tatthalter Ghrifti felbjt genöthigt mar, ftch olS Berbonnter hinter bie SRottern beS üotifonifchen ^|3alafteS jurüdfjujiehen. Diefe unb anbere Bebrängniffe ber fotholifdhen tir^e bienten in ber .^oub ©OtteS "baju, bie Grhebung beS ht- ^ojeph jnm ^IJotrou ber kirdhe h^^beijuführen uub fo gemiffermoÃen eineu neuen Gbelfteiu in bie ©trahlenfrone feines heiligen DJährüoter ein= jufügeu.
©. .^ot nun biefe neue Ghrerioeifung, toeldhe fo bem hl. Sofeph JU Sheil gemorben ift, oudh Ginfluà ouf beu fir^lichen ©otteSbienjl "gehabt?
21. ©ottj entfliehen. BJie fonft baS geft eiueS .^eiligen, fobalb er als '^Jotron einer H'ird)e ober eineS DrteS oufgef^tellt ift, mit erhöhter geierlichfeit begangen mirb, fo mirb nun oudh boS geft beS hl- Sofeph, welches oitf ben 19. üJJärj fäOt, ben höchften geften beS ^ohreS beigejählt.
©. Diefer Sog ift ober, fc^ üiel ich 'neiÃ, nod) nicht mieber ju einem gebotenen geiertoge gemorben. ©oUte mon boS nidht ermorten ?
21. Die geier eineS ^otronSfefieS hat nicht nolhiüeubig oud) eine bürgerti^e geier jur golge. §äufig genug muà ein ^otronSfeft auf eine firdhliche geier" bef^ränft bleiben. Denfe nur an boS 'f3atrouSfefl unferer iîirdhe. gällt eS auf eineu ïïîerftag, fo pflegt eS ouÃerholb ber £irdhe nidht gefeiert ju merben. Daà feine geier fid) am folgenben ©onntage erneuern borf, ifl nur mieber eine befonbere Bergünftigung 'beS opoftoj lifchen ©tuhleS. BJenn nun auch boS geft beS hl- Sofel^t) nidht ein gebotener geiertag ift, fo fonn eS bodh i^edht mohl fir^lidh in einer Bîeife gefeiert toerben, boà eS ben höchP^" |
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gejîcn beâ Ja^ïeS nid^t Jiûchfteht. ®aS $fûïïI}odhûtnt, weld^eâ an btefem Doge gehalten werben muÃ, erinnert baran, baà e§ einfi ein gebotener geiertag gewefen ift, unb bietet bie fd^onjie ©elegenheit, bem hohen Sîange biefeS gefieS einen geeigneten SluSbvud ju geben. Sludh hat ber hl- Vater ben SÃunfch auS= gefprodhen, baà eS wieber ju einem gebotenen geiertage merben mödhte. 9Jîit SiUcffn^t auf bie gegenwärtigen Verhältniffe hat er aber nicht gcbietenb eingreifen woOen, fonbern nur feine bereitwiOigfeit ju erlennen gegeben, bie 2Biebereinführung biefeS gefieS ba ju geftatten, wo fie ohne (Sdhwierigleiten möglich ift.
Die hödhflen gefie finb fonfi wohl burdh eine adht= tägige geier, bie man Dctabe nennt, auSgejeidhnet ; auch ifl ia baS ^atronSfeft unferer Kirche mit einer Octaoe öerbunoen; wirb bem entfpredhenb nun au^ baS geft beS hl- Jofeph einer OctaPe gefeiert?
SI. Das bürften mir erwarten. Slber bu muÃt bebenïen, baà ber 19. SOfärj, an welchem baS §auptfeft beS hl- Jofeph gefeiert wirb, bur^gehenbS in bie hl- gaftenjeit faÃt. 'Da biefe buÃjeit, wie id) bir (Jahrg. 1884 5Rr. 12) bei ©e= legenheit anberer gefie fd)Dn angebeulet habe, ftdh wenig für foidje auSgebehnte gcftlidhfeiten eignet, fo lonnte audh biefem gepe beS hl. Jofeph, 'oie hodh fein 9îang audh fein mag, nidht fnglid) eine Dctaüe jugeftanben irerben.
Dann werbe idh wohl um fo weniger erwarten bürfen, baà biefem gefte eine Vigilie üorangche?
St. Sine Vigilie tommt meiftenS nur ben älteren gepen JU. Selbp baS hl- grohnleidhnamSfeP, baS bodh übrigens mit fo groÃer 'â¢^3radhtentfaltung in ber fathDlifd)en Kird)e gefeiert loirb, hat auf bie Sluôjeich'nung einer Vigilie uerjichten mü|Ten. SluS ben fpäteren d}ripiid)en Jahrhunberten ip nur einmal ber gall ju iierjeid)nen, baà einem gepe eine bigilie beige= geben würbe : bem gepe Ã)Jariä (Smpfängnià würbe in füngfler Beit biefe SluSjeichnung ju Dheil. Du thnP 9{echt baran, baà bu für boS gep beS hl- Jofeph nidht eine Gigenthümlidhfeit erwarteft, weldje fonp mit einem ']jatronSfepe nidht uerbunben JU fein ppegt.
S. ?iun ip aber in ber Dhat meine SBiPenfdhaft er= fdhöpft ; idh müÃte nidjt, burd) meldhe Buthat baS geP beS hl- Jofeph eine Erhöhung erfahren haben tönnte.
SBenn bu auf bie vergangene Beit jurüdfblidtft, fo faÃt bir uicÃeidht ein, baà am gefte beS 1)1- Jofeph ^aS Credo bei ber hl. ä)?effe auSpel. DaS ip ic(3t anberS. UBeil biefer .^eilige nun ''])atron ber Kird)e ip, fo wirb an feinen geptagen aud) baS Credo angepimmt unb gefungen. DaS haP bn "bir nidht bloà für fein gep am 19. ®îârj ju inerten, fonbern aud) für fein ©dhn|}fep, baS iu bie 4. äBod)e nadh Dpern fäÃt. Eine anbere Ehrenbejcugung, bie pdh aber nid)t au bie gePe beS hl. Jofeph Ii'üpft, liegt bariu, baà an bepimmten Dagen iu ber VeSper eine Coninienioratio sancti Joseph cingef^altet mirb. DaS iJJähere barüber merbe id) bir fpäter noch mittheilcn.
<5. ES fann wohl torfommen, baà ber 19. "iDîârj in bie Gharwodhe fäÃt ; wirb alsbann audh baS gep beS h. Jofeph auf biefen Dag gefeiert?
SI. 9iein. Die Eharmodhe foà aÃjeit bloà ber geier beS Seibens Eh^^'P» Lienen, gäÃt bcmnadh ^aS gep beS h. Jofeph in biefe SBodhe, fo muà feine geier bis in bie Beit na^ Dpern tjerfd}oben werben. Da nun aber bie OPerwodhe in gleicher SÃeife ber SluferPehungSfeier beS ^errn vorbehalten bleibt, fo fann eS erp nach bem weiÃen Sonntag gefeiert Werben, ginbet nun ober feine geier in ber öperlidhen Beit |
Patt, fo müpen natürlidh oud) beim ^odhomte unb in ber VeSper bie Oîegeln beobodhtet loerben, weldhe für biefe Beit gelten.
©. beim JutroituS muà olSbonn ein jWeitnoligeS Aileluja beigefügt toerben ; bem Dffertorium loirb ein Aileluja jugefe^t; ebenfo ber Communio. ©tott beS ©robuole mit bem DroftuS wirb ber Alleluja=gefang für bie öperlidhe Beit gewählt, unb in ber VeSper muà jeber Slntiphone ein Aileluja beigefügt werben. DiefeS oÃeS ip mir nodh auS frühern Unterhaltungen fomohl, olS oudh burdh longjährige Erfohrung befannt.
31. Jdh fehe, boà bir bie Verfçhiebung biefeS gepeS in bie öperlt^e Beit feinerlei ©dhwierigfeit bereiten wirb unb boà wir nunmehr, bo bu mit ben gepen beS 1)1- Jofeph nnb ihren Eigenthümlidt)feiten mohl befonnt bip, ju einem onberen fünfte übergehen bürfen.
©. ©oÃte eS mir nidht gePottet fein, beu nädhpen ^unft unferer Unterhaltung ouSjuwahlen?
31. DoS wià idh ^ir redht gerne gepotten, bringP bu etwas, woron idh nidht beute, fo ifi eS mir um fo lieber.
©. Jdh habe fchon oft gehört, boà ber ^pegüoter Jefu, ber hl. Jofeph, IJotriord} genonnt tourbe; ip biefe bejeidhnung wohl richtig unb juIäfPg?
31. Dhne Bweifel. ^opp ^iuS IX hat in bem ©dhrift= PüdEe, worin er ben hl. Jofeph jnm 'ipotron ber Kirdhe er= Hätte, pd) fehr häupg lener bejeichnung bebient. DoS fpridht fdhen bafür, boà fie nidht unpoffenb ober gor un= richtig ip.
©. äRit melchem 9{ed)te fonn benn ber hl. Jofeph ^i-^otriard) genonnt ioerben, bo biefe benennung bodh nur ben ©tammvätevu beS ifroelitifdhen VolfeS jufcmmt?
SI. ÃDiit biefem 'Jfamen pnb ollerbingS junächp bie ©tomniPäter beS ouSenoählten VolfeS bejetd)net werben, um pe uns in ihrer Söütbe olS Slhncn uub gürpen eines jahl= reichen unb gefegneten @efd)ted)fe3 Por Singen ju peÃen; fpäter ober witrbc biefe benennung auf ©tommbäter onberer Slrt übertragen, ©o würben einjelne bifd)öfe ber fatholifchen Kirdhe 'l^otriardhen genannt, weil ihr bifd)öpid)er ©tnhl olS Ã)Ji(telpunft galt, von weld)em viele neue dhripiid)e ©emeinben olS ©liebet" eines neuen heiligen ©efd)led)te3 ausgegangen looren. Den îitel eineS '^Jatriardhcn hatte ber bif'chof \5on Jerufalem, ber bifd)of von Slntiod)icn, ber bifd)of von 9îom, ber bifd)of von Slle^aubtien, ber bifchof von Eonftantinopel. JüngP ivutbe oud) nod) bcm Etjbifd)Df von ®oa iîet Ehren= titel eines 'i^atrioidhen ju Dheil, weil fein bifd)öpid)ct ©iU bet erpe unb ültefte iu Jnbieu ip. Der 'â JJome "^.^atviord) wirb oud) ben hl- DvbenSpiftern beigelegt, ©ie Pnb ja bic geiftlidhen bätet uub gühret bet DtbenSgenoffenfd)afteu ge= ivorben, bic pd) olS neue, heilige gomilien in ber Kird)e gc= bilbet haben, ©o wirb ber h. "benebiftuS 'IJattiard) genannt, weil er bet Vater unb ©rünbet beS benebiftinerorbenS ge= worben iP; bem hl- gronjiStuS fonimt ber Ditel ']3atviardh ju, weil ihn bie Ãiitglicber bcS gvonjiSfaneroYbenS als ihren ©tifter unb geipiidhen Voter verehren; bet 1)1. DominituS mirb ']3attiatd) genannt, weil bte DrbenSfomilie ber Domini: foner ouf ihn ihren Urfprung jurüdtfühtt.
Sirb nun bet h. Jofeph auch ']3attiotdh genannt, fo wirb boburdh junächp feine groÃe Slehnlichfeit mit bem äg\)p= tifcheu Jofeph, Neffen Dugenben er ererbte unb im fd)önflen Sichte fjirohlen lieÃ, hervorgehoben, ©ein ©efd)ledht, boS ihn als geipiidhen ©tommvoter nnb gürfien onerfennt, ip bie (jonje Ehriftenheit. SBie ber Gh^ii^ îein'^ leiblidhe ©eburt auf |
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feinen leiblichen ©tammbatet jurüdCführt, fo muà et feine ÃÃSiebergebuït, feine gciflige ©eburt, auf ©h^ifluS gurüdführen unb barum in bcm hï- jofeph «tienfo geijllichcn 35ater unb prftcn finben, mie GhrijiuS in ihm feinen ^flegcüater unb ©rnährcr gefunben hat.
hoffe nun, baà ich beinem SBunfche in befriebigenber 2Bcife cntgegengeïommen bin unb für'ä nächfte ÃJJal ben (Stoff unferer Unterhaltung mieber felbft auSmählen barf.
(£rkldnnt0 Ut i^auretanifdiett £ttttuct.
VI.
Virgo prudentissima, ora pro S)u tnetfeftc jungfrau, bitt' fiir nobis. unê!
Der ©h^entitel ber allerfeUgften ©otteSmutter âjung = frau ber juugfroueu" mirb in ben nun folgenbcn fechS Anrufungen glei^fom entfoUet.
Sie ift junöchP boS OoKfommenjte Vorbiïb fencr tlugen jungfrouen beS ©oongcïiumS, melche ihre Sompen htureichcnb mit Oel oerfchen, ba fie ben iBräutigom crmorten; b. h fie ift SSorbilb aller ©h^^iPen, melche fo tugenbhoft leben, boà ihre Seele roie eine jtrahtenbc Sompe burch boS Ocl ber guten ®erfe lenktet, in Ãrroartung be§ 33räutigamS om groÃen ©crichtStoge. â Senn roir olfo 2)?orio in ber obigen Seife onrufen, fo bitten roir für unS um jene ©runbtugenb ber dhrifttid)en Klugheit unb um beren geroohnUdhe Seglciterinncn: bie WäÃigung, ©ebulb, Sonftmuth unb Seclenftärfe. A^irgo vcncranda, ora pro SuUcrehrmigSiDütbigejungfrau, nobis. bitt' für uuSI
Sir adhtcn unb ehren eine'i^crfon eutroeber uegen ihrer Stellung ober mcgen ihrer oortrefflidhen ©igenfdhaften. So ehren roir unfere Gltcrn, Vorgcfc^te, tönige unb gürften megen ihrer Stellung, roegen ihrer Sürbe. Setchncn fie fid) au§ burdh üortrefflidhe ©igenfdhaften, burch herücrrogenbc Dugenben, fo finb fie unferer Sldhtung unb Verehrung boppelt mürbig. â 9)?aria ift ©otteSmutter! meldhe Stellung, roelche SÃürbe! Unb rocldhe gütle oon ©noben unb Dugenben bc= rounbern roir on ihr!
Virgo pracdicanda, ora pro 2)u lobttiirbigc jungfrau, Oitt' nobis. für uuSl
UnfereS ïobeS roürbig hoUcn roir ben, roeldher mohrhoft ©roÃeS ooübracht (ber fein Voterlonb gerettet, ber Siege ba= oongetrogen hat) ober ber Dugenben ausgeübt hat, bic einem groÃen ^e^ien eigen finb. â DJodh bcm Heilanbe oerbient unfere Sobfprüdhe offenbar üMcmonb mehr, olS bie unoergleich= Ud)e jungfrou, bie olle Dugenben in heroif^er Seife aus- geübt hat. Dorum fogt ouch ^'e tirdhe: âjch meià nidht mit melchen Sobfprüdhen ich Di(h preifen foH!" Virgo potens, ora pro nobis. 3)u müdjtige jungfrau, bitt' für
uuSl
SDïorio ift burdh ihre SKodhl bcr Höffe furdhtbor, fte, bie ber oUen Schlange ben topf jertrot; fie ifi furdhtbar ben geinben ber tirdhe burch ^lie Siege, bie fte burdh ihre gürbitte ben dhriflUdhen Heepen erfleht h<it. â Die SDÃod)! SDïoriö empfinben auch bieienigen tinber ber tirdhe, bie bie geffeln ber Sünbe ju bredhcn unb boS joch ^eS SotonS objufdhütteln ernftli^ cntfchloffcn ftnb. 9J?orio roirb ihnen ben Sieg erflehen. |
Virgo clcuicns, ora pro nobis. S)u gütige jungfrou, bitt' für
un§.
3u biefer Slnrufung tcollen roir bcm greifen Didhter ©ebeon oon Der Heibe boS SBort geben:
Himmlifth milbe, himmlifd) füÃc, jungjrdutichc Königin ! ®aiitbegciftert id} grüÃe, Sïinbltd) tret' ich 3" 'Sir hin!
gür mein Slenb tiott erbarmen, gür mein glehen iperjj unb Ohr, ïrögi't bc§ ©ünbcr§ Su, be§ armen, Hilferuf JU ©ott empor!
S3ift beë .^offnungëlofcn §oÃ'en, S)e§ SSerjagten Sroft unb ÃÃ^uth; Deine fteht offen, glüchten fic in Seine Hut! ja, fein Seufjen, feine ^ïlagc ^ahet ®ir ocrgebcnS fi4, Unb rote troftloë and) bie Sage, ®u fdjcnfft Sillen felber ®id)i â
Virgo lidclls, ora pro uobis. 2iu getreue jungfrou, bitt' für
unS!
2)faria rechtfertigt Oollfominen olle Hoffnungen, bie loir auf fic fegen, benn e§ ift nidht erhört toorbcn, mie St. Sernhorb fogt, boà jemanb fie angerufen habe, ohne Oon ihr erhört roorben ju fein.
3)?on frogt fid) unroillfürlidh, worum bie tird)e gerobe bie jungfröutidhfcit 9}iaria'S burd) fo üiclfodhe Sobs prcifungen feiert? Dffenbor hat bie tirche ben boppeUeu 3wect, uns einerfeitS über bcn hohen Serth biefer Dugcub JU belehren unb jur 9^od)cifcrung anjufeuern; onberfeitS ober bcr erhabenen ©otteSmutter burd) jene Sobpreifungen gleich^ fom einen ©rfol? ju bieten für bie Säfterungen bcr jrrlchrer. Ungläubigen unb leidhtfertigen ©hriften, bte gerobe bie jung= fräuUdhfeit ^^orio'S jur Ãielf^etbe ihrer Singriffe ju modhen pflegen. Sie ftnb SD'Jenfdhcn nod) bcm glcifdhe (um mit ber hl. Sdhrift JU reben), borum faffen fie baS ©efchcnf ©otteS nid)t; fte oerodhten unb leugnen bie Dugenben, topju fie felbft nicht fähig finb. â Sllle ©läubigen ober, bie unter bcr Siegesfahne beS unbefledCten SomineS toonbcln, werben nidit mübc loerben, bie unbefIcdCtc jungfrau ju preifen, angc^ feuert burdh Sort unb S3eifpiel unfereS groÃen 'il3appeS, ber in bcn Stürmen ber ©cgcnioort auf bte HimmclSfönigiu fein gonjeS Vertrouen gefegt hat.
Schönen.
5Dcr ^^ouluui)llci' uub fein Uofenlirau^.
Heute erjähtt ber ©regoriuS=S3ote oon einem Donfünftier, ber nur jtoei '»^Jfolmen componirt, fonft ober pd)^ bcr melt-- li^cn SJJupf geioibmet hatte. DoS 93eifpiel feiner gröm = migfett oorjuführen, fonn jebodh ouch ben tirchenfängern ni^tS fdhoben. Dooon mollen roir bcu geneigten Sefer fofort überjeugen.
jn Seibenmong, einem fleinen Dorfe ber Dbcrpfolj, roorb im johre 1714 ein gor tolentooller tnobe geboren, ©hripoph ©ludC mit Flomen. Die fd)öuen Doge feiner j jugenb poffen in Unfchulb bohin, unb feine unbemittelten I ©Itern â görPerSleute â erlebten nur greube an bcm i tlcinen. Vorjüglidh foh mon benfelben oudh gern itn nahe= |
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liegenben Klofler; bort biente er mit öieler Slnba^t oft ben Orbenêprieftern am Slltare unb befonberS brauchte man i^n tn ber KTofterlircbe alS ©änger; er batte nämlid) eine mun: berlieblicbe ©timme unb rein mie ©olb brang biefe burcb, mod)le er im Gbore ber 2J?önche bie ernften Dagjeiten mit-- ftugen ober mod)te er alletn irgenbmie ben Sorfänger bilDen. OefterS muÃte er nämlid) ganj allein bie Sitanei oorftngen, mä^renb bie ÃJZöncbe unb anbere fromme Seter in Der Kirche mit Slnbad)t antmorteten. Salb fpracb nian in ber ganjen i Umgegenb oon feiner engelreinen, präd^tigen ©timme, unb ' mürbe gerabe bie Sitanei oorgefungen, iDann eilte SltleS jur Sloftertircbe.
®a muÃte man ben Knaben felbft fe^en unb hören, mie er namentlich bte lauretonifcbe Sitanei mit rührenber-Slnbadjt Oorfang; bann erflang eS fo laut unb innig: Sancta Maria, Mater Christi, Regina angelornm, unb ber fromme Knabe fang jeben neuen ©ruà au bte ©otteSmutter mit ftetS erhöhter Slnbad)t, ihm brangen iu folchen Slugenbliden itntner bie Dhränen freubiger 9ïührung über bte liebli^en Sangen; aud) im loeiten ©otteShaufe mar eS ganj ftiQ, unb bte jahl= reichen Ãahi^^et mürben oft genug bis ju Dhränen gerührt burd) ben herrlichen ©efang beS Knaben.
©inftenö fah unb hörte ihn aud) mit oielem ©taunen ein fromtner DrbenSbruber; fautn toar ber ©otteSbienft be= eubet, ba tcartete er fd)cu auf ben ffeinen Sorfänger an ber Kir^thür unb als berfelbe fam, brüdte er ihn tnerfmürbig gerührt an feine Sruft, gab ihm einen 9iofenfranj uttb fagte: â©ieh', liebes Kinb, bieS ift aHeS, toaS ich Dir geben fann, aber oerfprid) mir bod), baà Du alle Dage Deines SebenS einmal biefen Slofenfranj beten millft, unb ich glaube, ja, bin überjeugt, baà Du nod) ein berühmter Donfünftler totrft,"
Der fleine Ghriftoph Oerfprad) in finblidher Ginfalt unb golgfatnfeit, er wolle gern ben yfofcnfranj täglid) beten, uttb barüber freute ftd) ber arme SDrbenSbrubcr gar fehr. Unb merfwürbig, als ber Knabe gröÃer tourbe, ba fügte eS ©olt ftelS, baà berfelbe trog ber vlrmuth feiner Gltern ben beften Unterrid)t in ber 9JJu|lf erhielt; gleid)fam imtner im Dienfte Slttberer ftehenb, hatte er bod) bie fchönfte ©elegenheit jur eigenen gortbilbnng. Sängere Ãeil toar er in '^rag bei einem Oorjüglidhen Sehrer ber ÃJiiuftf; biefer erfannte balb bte herr» liehen Slnlagen feineS ÃöglingS uttb bilbete ihn mit oieler greube fo toeit auS, baà er faft feinem Sehrer gleich fam. Da reifte ein hoher Sürbenträger ber Kird)c nad)' 9{om, um bort herrlicl)e ©lüde ber Kirchenmufif ju fammeln unb, o fd)öne gügung, er nahm als ©efretär ben jungen Ghri= ftoph mit.
Diefer toar nun unoermuthet in bie ctoige ©labt oerfegl unb bamit au bic Siege ber herrlid)en Kü'nfte; er fonnte läglid) bie Scrfe ber berühmfcften Donfünfllcr ftubiren unb ben Unlerridht auSgcjeid)neter 2)Jelfter hören, uttb baS that er mit foldjem (Srfolge, baà er balb felbft bic herrlid)ften ©lüde herausgab unb baburd) fdhon batnalS feinen 9{amen berühmt mad)te.
Dod) ihm gefiel bte ju biefer 3cit in Jtallcn herrfd)cnbc feid)te Slidhtung itid)t, er fehrte nadh Dcutfd)lanb jurüd unb tourbe ber Sorfämpfer gegen bie aud) in Denlfchlanb herrfdhcnbe ausgeartete ilalienif^e Dpernmufif.
Salb errcld)te ©lud, feit 1754 Kapellmcifter atn §of= burgtheater ju Sien, höd)ften 9{uhm nnb fanb â neben oieler Sefämpfung â audh groÃe Sewunberung; feine neuen ©lüde würben m'tl ftetS fteigenbem Seifall aufgenommen. |
Slber ber Künftlcr oerlor bei aller Seltchre nidht ben frommen ©inn ber Jugenb; oft fah man ihn im §aufe ©otteS unb am S;ifchf beS §errn fnieen, täglidh betete er au^ ben ÃJofenfranj, wie er üor oielen Jahren betn armen Klofter^ bruber bei ber Kloftcrfirdhe feiner ^eimath eS oerfprodhen hatte.
3)?crfu)ürbig, ber Slftronom, loeldhetn ftetS ber geftirnte .'ptmiuil bie |)errlid)tett ©otteS oerfünbet, unD ber donfünftler, ben bte lieblichen Seifen ber aJJuftf jur 3lnbadht ftimmen, fte finb gar oft fromme ©eelen, bte ©ott unb ©ebet lieben.
©lud war 63 Jahre alt geworben unb noch ganj rüftig; er hatte bie heiligen ©aframcnte empfangen; gefunb legte et ft^ abenbs ju Seit, aber ber Dob fam" gleidh betn Diebe in bet 9{ad)t; tnan fanb ben groÃen Künftlcr am anbern 3Horgen nur mehr als Set^e. Jn ben gefalteten §änben hieU er noch ben 9tofenfranj; ihn betenb toar er gcftorben.
Der Ijctli^e (Ãrcgoc I.^ ber
III.
ÃJiemanb toirb ftdh barüber tounbern, baà bet ©ebanfe, bie cnlnctoicn Oftrönter ihrem ©d)idfale ju überlaffen uttb ben frifd)en Ihalftäftigen Sölfern beS SlbenblanbeS ftd) juju= toenben, itn ©eifte (Sregor'S imtner mehr bie SDbethattb ge= wann. Der Kaifer 'iüiauriliuS bietet webet Jtalien nodh ber ©labt einen uenuenStoerlhcn @d)ug; für ben '^Japft, bet nolhgebrungcn auf eigene .'panb bic ©tabt 9tom ju retten fud)t, hat et nur Sorwütfc; ja et ocrgiÃt fid) foweit, baà et biefe Sorwnrfe iu belctbigcnbe SluSbrücfe fleibet, tttbem er bie ^aitblungSiocife beS groÃen, cinfid)lSoollcn unb thatfräftigen lUanncS "in einem ©"d)rciben als thörid)t uub einfältig h'tn= ftclll. Sei aller Demuth unb ©clbftoerleugnnng ©regor'S muÃte ihn bieS nothwenbig auf baS Dicfftc fränfen. i)Jid)t o^nc Sittcrfeit etwibert et baher tu feinem SlntiODrtfd)reiben an ben Kaifer: âJhr ftnbct, baà td) thörid)t gehanbelt habe, uttb Jhr habt burd)auS 91ed)t. 9JiematS hätte td) ertragen tnüffen, waS id) jioi_fd)en ben ©d]wertetn ber Songobarben ertragen habe, toenn id) nid)t tute ein Ãhor gehanbelt hätte."
Jenes belciblgenbe ©chrcibett beS KaifetS f^eint ouch bic ttäd)fie Seranlaffung geioefen ju fein, boà ©regor nun mit Slgilulf, betn Könige bet Songobarben, in btreftc Ser= honblnng trot. (St toar fo glücflich, für 9iom unb boS römifd)e ©ebiet einen bcfonbctn grieben jn erlangen, ©o toar ble ©lobt toenigftenS gegen eine Gtobetung ftdhet geftcllt.
Set wolllc ftd) nun ober auch tounbern, boà nicht nur bie 9Iömct, fottbern bic (Sinwohner oon gonj Jtolien "gerj nnb 9lnge nod) bet ©teile hinwonbfen, oon" woher Ihnen nld)t nur ©^ug octfptochen, fonbern oud) getoährt tourbe? Set loofde ftd) wnitbctn, boà fte ^etj unb Sluge nod) 9lotn unb betn heiligen ©tuhl nnb nidit mehr noch beut ohnmäd)ti^cn, cntneroten Gonftontinopel tid)tetcn? Uub toer begreift nidht, boà baS Slnfehen bcS ']3opfte3 oud) in rein loellll^en Dingen burch bie freiwillige Eingabe ber Sölfer tu fletein Sachfen begriffen toor, loäbrcub baS Slbenblonb Oom oftrömlfdhen Kaifer mehr uub mehr ftch loSlöfte?
Gin befonberS f^wereS Kreuj legte ©regor ber nothge= brungene Setfehr mit ben faifetlid)en Seomten auf. ©ein goujeS Seben ift eine fortlanfenbe Kette oon Kämpfen gegen ihre SoSheit, ^obfucht unb Ungetcd)ttgfcit. âDie SoSheit biefer Seomten (fdjrcibt ber '^iopfl) Ift nodh ^tel mehr ,ju |
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futd^ten, als ba§ (SdEiWert ber Songobarben, benn btefe tobten nur unfere Selber, mährenb bie ^aiferlid^en aud^ unfere ©eelen JU ©runbe richten."
Diefe laiferlicheu Beamten ertaubten fich bie fchamtofeften Grpreffnngeu; in Gorfifa trieben fie ben Unfug fo meit, baà bie Ginmohner i^re kinber oerfaufen muÃten, morauf fie ju ben Songobarben flohen. 2luf ©arbinien gematteten fte ben bort mohnenben Reiben, gegen S^^tang einer hohlen ©teuer ihre ®i3^encpfer fortjufeijen. 21 tS biefe Reiben aber fpäter jum Ghriftenthume fi^ befehrten, lieÃen bie Beamten ft^ bte ©teuer nichtSbeftom eniger meiter bejohlen. gaft alle Beatnlen, oom hödhften bis jum uiebrigfleu, folgten bem Beifpiele ihreS foiferlidhen ^errn, inbem fie jeben erbenflichen Bormaub be= nuljten, um fidh i" i"""« firdhlidhe 2lngelegenheiten ju mifchen unb bie Siechte unb greiheiter ber Kirche ju fdhmätern uub mit güÃen ju treten. 2tm faiferlidhen §ofe in Gonftantinopel teudhteti bei allen ^MaÃnahmen in firdhU^en 2lngelegenheiten bie ganj unOerfennbare 2lbfidht burch, bie Banbe beS heiligen ©ehorfamS ju lodfern, mel^e bie einjelnen Bifchöfe unb ihre ©prengel mit bem römifdhen apoftolifchen ©tuhle oer= banben.
Gin frappantes Beifpiel hierfür bietet bie ©efdhichte Johannes âbeS gafterS", Bifd^ofS Oon Gonftantinopel Gr hatte, ben h^öimüthigen 2lnfptü^eu feiner legten Borgänger auf bem bifchoflidhen ©tuhle ber faiferlicben 9ïefibenj folgenb, in feinen amtlidhen §irtenfdhreiben ben Sitel âöfumenif^er ober allgemeiner ';l3atriardh" angenommen. Der '45apft hielt eS für feine heilige ï^flicht, biefe 2lnmaÃung in ernfter 2Seife JU rügen, ©elbft als ber taifer bie 5)Ãartei beS jurechtge= miefenen BifdhofS ergriff, lieà ©regor fidh feineSmegS in feinem Borgehen f^redfen. Dabei mar eS nicht nur ber perfönliche §odhmuth jenes BifdhofS, meldher ben UnmiÃen beS 'iJapfteS heroorrufen muÃte, jumal in einer fo tratirigen Ãeit, melche bie bemüthige Eingabe beS ^rieflerthumS au feine heiligen 2lmtSpflidhten gebieterifdh forberte; fonbern ber Hlugheit beS ^4?apfteS fonnte bie 2lbficht beS faiferlidhen fofeS nicht oer=, borgen bleiben, _ bie BiSthümer beS lüJorgenlanbeS allmählig unter bie oöflige 2lbhängigfcit tjon eitiem ^Patriarchen ju bringen, ber eben nidhtS meiter, alS eine armfelige Greatur beS 5?aiferS mar. Ãu einer folch' entmürbigenben'^nedhtung ber fiir^e ftill ju fchmeigen, mar einem ÃDJaune, toie ©regor, nicht gegeben: mit traft erhob er fidh bagegen. â@auj Guropa (fchreibt er an ben taifer 9}JauritiuS) ift in ber ©emalt bet Barbaren; bie ©täbte finb jerftört, bie Burgen liegen in Srümmern, bie ^rooinjen finb entoölfert, bie Jïrüfte fehlen jum 2lnbau beS SanbeS, bie ©ö^enbiener müthen gegen bie ©läubigen bis jur Bertilgung, unb priefter, melche iu 2lfdhe unb Sh^änen im Borhofe beS SempelS auf bem Boben liegen foüten, fuchen fich mit eitlen Sitein ju fd)mücten." â âB3aS mich betrifft (fährt ber ^apft fort) fo bin ich ber Diener aller priefter, fofern fte ein prieflerltcheS Seben führen; menn aber einer fein ^aupt gegen ©ott unb gegen bie ©efelje unferer Bäter erhebt, fo Oertraue ich, baà er mir baS meinige nidijt beugen mirb, auch ni^t tnit bem ©dimerte . . . GinerfeitS münfche ich fehnlichft meinem faiferlichen Iperrn' miüfahren ju fönnen, anberfeitS jeboch fürdhte ich, in bem fdhredftichen ©eridhte ©otteS einer ^{achläffigfeit fchulbig be-- funben ju merben ... Unb follte ber Bifchof nodh länget in feinem Gigenfinn oerharreu, fo hatten roir unS in biefer ïlngelegenheit an ben unoerrüdfbaren 2luSfpruch bet emigen SBahrheit: âGin Seber, ber ftd) felbft erhöht, roirb erniebrigt merben" (Suf. 14.) Unb ebenfo fleht gefchrieben: âBor bem |
gall erhebt fidh baS Jperj" (©prichro. 16.) ^dh habe nun in ©ehorfam gegen ben faiferlichen Befehl liebedoO unb bemüthig an meinen üJtitbifdhof gefdhrieben unb ihn ertnahnt, Oon feiner eitlen Ghrbegierbe abjulaffen. äÃenn er nun auf mich hören roiO, fo hat er an mir einen ergebenen Bruber. BJenn ber Bif^of aber in feinem ©tolje Oerharrt, bann fehe ich bie golge fd)on oorauS, toeil er benjenigen ftdh jum ©egner ma|t, tJon bem gefdhrieben fteht: â©ott loiberfteht ben §odh= müthigen; ben -Detnülhigen aber gibt er feine ©nabe." (3af.'4.)"
âDer bur^laudhtigfte ©ebieter, (fdhreibt er an bie rooht= geftnnle taiferin) hat mir eine fchroer ju erfüllenbe 2lufgabe geftellt, roeil er nidht ben jurechtgeroiefen hat, ber fidh 2ln= maÃungen erlaubt, fonbern mid) üon meinem ©treben abju= bringen fucht, obmohl idh in biefer ©ad)e nur bie ©runbfä^e beS GoangeliumS, ber fUrdhengefe^e, ber Demuth unb ber ©ere^tigfeit üertheibigp. iDJein" erwähnter Bruber unb bifdiof (Johannes ber gafter) hanbelt eben in biefer ©adhe gegen ben ©eift beS GoangeliumS, gegen ben heiligen 2lpoftel '^JetruS, gegen aüe ilirchen unb gegen bie Borf^riften ber fird)engefe^e. Dod) eS ift fehr traurig (fdhreibt er meiter) baà man eS ruhig gefcheben laffen tnuÃ, baà mein ermähnter Bruber unb äRitbifdhof, mit Berad)tung 2tller, anein Bifd)of genannt fein toill .... Darum bitte id) inftänbig bei bem allmäd)tigcn ©olt, '^Ijx möchtet ebenfo, mie Gure Borfahren, bie früheren fi'aiferinnen, bie ©unft beS heiligen 2lpopelS ^letruS gefucht haben, Gud) betnühen, biefelbe ©unft ju er= »erben unb ju bemahren; unb id) bitte Gm. grömmigfeit bei bem anmäd)tigen ©ott, ^ijX möget nidht julaffen, baà Gure gtegierungSjeit burdh ben ©tolj eineS aJfanueS befledft merbe, unb bartim biefem gottlofen Ditel in feiner ffleife Gure Ãu= ftimmung geben."
Snbeà aüe BorfteHungen ©regor'S blieben erfolglos: Der ilaifer mar nid)t ju beröegen, bem 2lergerniffe, baS biefer Bifdhof Johannes ber ganjeu ^firche ju bieten roagte, eiu Gnbe JU mod)en. Grfit unter Bouifaj III. oerbot i?aifer ^hofaS Dem Bifd)of üon Gonftantinopel jenen Sitel ju führen.
B}te erhaben fteht ©regor ba im Bergleidh ju biefem hodhmüthigen »^atriardien: Gr fe^t juerft au bie ©pilje feiner amllid)eu ©dhreiben beu Sitel: âDiener ber Diener ©otteS", unb feine i)Jad)folger haben bie Demuth ©regor'S na^geahtnt unb fo roirb eS gehalten bis auf ben heutigen Dag.
©dhönen.
5a0 O5rföonu0-jr)au6 iu Mû}t\u
I "^»rofpcfiluö.
I § 1. Unter betn ©^ti^e beS h«il- ©vegorinS bcS
I (SJrof5CU hi'it llntcrjcirf)nctcr in 2la^eji eine 2lnftalt er^ rid)tct, n)eld}e fidh jnr 2tuf9a6e ftellt, angehenben iîiifteru, Organiften unb Ghorbirigenten bie jur SlnSübung ihrcS 2lmte§ ni3thige tl)eoretifdhe uub praîtif^e SluSüitbung ju »erfdhaffen.'
§ 2. Der Unterridht umfaÃt folgenbe Sehrgegenftänbe :
a. 9{cüniim. Q5laubenS=> unb Sittenlehre. Grllärung ber tird)lid)en gefte unb ihrer Geremonien.
t). yifurflif. 2)a§ liturgifcbe Saht unb ber^ liturgifd)C (öotlc§bicnft; bie fird)lid)cn Borfchriften hi"fid)llid) beä.lettcren. 2tnmeifung jum ©ebrau^e ber liturgifd)cn iBücher unb bc3 SireftoriumS. |
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c. (?hovaI[jcfiJttn. 9?otciiid)ïift. ©olmifation. Soimrfcn mit ihren gincilen, SDomiiianteu unb 3ïcpcrfuffioneu (5?eumcn). Sortragêiueiic. _^fQlmentöne. SivanSpofitioii. SUS Scitfnbcii biencu: S i c n l e Gbornlfctjuie unb)[-) ab c r I Magister choralis; nlê UebiingS^ bücbcr merben gcbraud)t bic für bic ©rjbiojefe itötn üorgefdjriebcncn (i[)orbü^cr, Gradualo unb Antiplionarium.
d. ginuvrtljicfiinji. 9iolcufd)rift. Solmifation. 9Jïelf)obit beê ®cfanauntcrrid)tc§, llntcnucifungen über ©timmbilbung, Sttbembolen, SSottragStoeife uub ®ireftion. 9lnah}fe Oon tir^eiis mufifalifdien SSerfeu.
c. flInUtcvf;>ici. ®ct llntcriidjt befolgt beu burd) folgenbe 5Berfc angezeigten ilel)rgang: I. Urbnd) ^rei§=Slaoicrf"d)ule, äöl)Ier (Stuben; II. el Ier (Stuben, ® oud er not) (Stuben, Söcrtiui, (Stuben, (ïlementi Sonatinen, Jïublau (gonaten, 5>al)bn Sonnten; IV. ejcrni), ®d)ulc ber (Jklüufigteit, Kramer (Stuben, (Sjerui) Jïunft ber gingerfertigfeit, 33cett)DDcu Sonaten, TOcnbct§fol)n Sieber oI)ue '$3ortc, §änbcl Jïla\>ier=(IompD= fitionen, 58ad) ?lu?gemä[)Itc ^iauoforteiuerfe iu ber â£)ücbfd)ule". Sur Hebung im ^artiturfpielc unb ïrauSponiren mirb ^jjroStc Musica divina benutjt.
f. Crnclfliici. 3)ct llntcrrid)t befolgt ben burd) folgeube SEÃerfe angcäcigteu £eI)rgong: I. OberI)offer .^larmoitittm» unb Crgelfdjule, .^abcrt Drgclfd)ulc: II. Jtotf}e Drgelftücte iu ben alten Ãircbentonartcn unb §anDbud) für Organiften, Söcrnarbê Drgclftücfe unb gugen, i8cltjcu§ TOobuIattonen unb 24 Crgef^ ftüde; (Sommer dompofitioneu für bic Drgef, .^janifd) trans« positioncs liarmonicae, daben.^cn unb ^rölubieu; III. Hebung im ïrnnêponireu mirb 9iicgcl Praxis organoedi bcnu^U.
gr. JKioIinftiicl. ®cr llntcrrid)t befolgt ben bttrd) folgeube 23erfe angcjeigteu üel)rgang: I. S)ol)mann iBioIinfdjulc, .^a\)|fcr Gtuben; II. ïliajaë ®uette, 9iombcrg ®uettc; III. .Ãreujcr (Stuben, ®d)ubcrt Sonaten, .pai)bn Sonaten unb Quartette, TO O ä a r t unb SU e c 11) o ü e n Sonaten unb Ouortettc, c n b e 18 f o I) n öuintette,
li. ^^rtrilliillictrrjvc. Slllgenteiue SDhtfiflebre; Se^re üon ber ÃÃJiobuIatiou. ®ct oierftimmige Sa^i für TOiinncrftimmen, für gemifdite Stimmen unb für bic Orgel. Begleitung bc8 Gboralä unb SScarbeitung üon S3or« uub 3i"iidicufpiclen in ben Ãird)cntonartcu. Slb3 üleitfaben bient .^leinjc Xl)Cüretifd)'prnriifd)e .^larmonic» unb 3)hififlc()re.
i. (Jimtvrtpunft. ®ie oerfdjiebenen mirten beö Contra« punTteS; biegugc unb bev Jïanon nad) öcllctmnnu ber (Tontvn puuft.
k. ynicillifdjc Siivndic. 3)io regclmiifjigc ®cHination unb Güujugation, bie gebriiud)lid)ften unregclmiifiigen ÃJevbcn unb ba8 aaicbtigfte an« ber St)ntaj; Hebungen im Hebcrfelien l'on litur- gifd)cn ïcjten.
1. Wcfrfjirijtc ïJcr iüJllfif. ®ev iïivd)engefang iu ber erften d)riftlid)cn Vlmbrofiu3. Wregoriuö. ®ie Singfd)ulcn. SJottcr. .^â »ufbolb. («nibo. 5)ic nieberlaitbifd)c Sd)ule. ®ic pnlcftrineu« fifd)e Sd)nle. ®ie Sicujeit.
IU. t;icfti)cti( ber 'â¢JÃhifit im ÃHIgemeincn unb ber Jïivdjcn» mufif im ^3efonberen.
H. CrUclfimlic. (Srfliiiuiig ber (Sinrid)tnng ber Crgcl. $}efpred)ung non Drgelbi^pofitionen unb nou Siegifter'CSombina tiouen.
§ i). Der ilitvfiiS ift ein jmeiiahvigcv, menu nid)t bev 9^ad)iüci5 ficliefert unvb, bafj eine geniigenbe borbilbiinci sum eintritt iu bic OOevHaffe Porf)(iubcn ift.
§ 4. ®ic Slufuahine in bie 5(nftalt luivb uur foId)en ilanbibateu (iciüäf)rt, meld)c n. ba3 14. Cebcnöiai)V büHeitbet habeu, b. ein gnteS (Sittenjcuiinifj beibviuQcu nnb c. Sfulagen für ntufifalifd)c (Stubien befi^en.
§ 5. ®ic Sci)üier moeiten in ber Sfnftalt unb erhalten bafelbft if)re 33efi)fti(innij. in anfjerciemijhu' lid)eu gäifen faun ihnen geftattet merben, in ber Stabt 311 lüohnen. |
§ 0. Die für ben llutervidht itnb bie [llchnngeu nijthigcn :Juftrumente (e^-cl. ©treid)inftrumente) fteÃt bie Stnfialt.
§ 7. ^n ber mit ber Slnftalt DerOnnbeiten Kird)e beforgeit bie (3d)üler ben i^ufter« unb SHtarbienft (in eigener GfiorHeibting), baS Drgelfpiel unb beu (Gefang.
§ 8. ®er llntcrrid)t beginnt mit bem 31. Oftoher unb fchlieÃt tnit betn 15. Sluguft. Dftern merben
acht Dage g-erien gegeben.
§ 9. §ür Sühnung, 58etüftigung, Unterricht, ®enu(^ung ber ^nflrumente, 33ranb nnb Ãid)t, bebienuiig, Säfd)e (cji SeiC>iüäfd)e) finb {ährtid) 600 2]?arf ju jahlen in 4 Ãtaten üüu je 150 9Jkrf (am 1. ?2üPcmbev, 1. Januar, 1. Slpril unb 1. J;uni). Dieicuigen (Sd)üter, lüeld)e ein eigenes Limmer mit einem fflaüier 311 eigenem (Gebrauche münfchen, Sahleu jährlich 800 maxi in 4 Oiateii ju 200 9)?arf (am 1. D^oüember, 1. Januar, 1. 5tpril lutb 1. :Juui). 33ei fpäterein Gintrcten iu bie 3lnftalt unb früherem SluStritt aus berfelben finbet feinerlei 3tbpg üon ber Quartal-Oiate (Statt.=^)
§ 10. 33eim berlaffen bev 3luftalt erhält jeber ©chülcv ein 53etvagcn, gleif] uub Ãeiftuugen iu beu
eiit^clneu Sehrgegenftäubcn, fomie nad) erlangter SluSbilbuug ein 5BcfähigungS=3c»G"if5 als Küftev, Ovganift unb Ghi^^'^^ bivigent.
^Ãrficfer, Jlrefttor.
Ãcrfrijicbcufö,
^â¢atal. Der iu jüngfter 3eit üielgenannte franjö|lfdhe Gomponift ©onnob murbe tu feiner Villa ju 6t. Gloub üon einer Dame befud)t, bie in beut in meld)cm ber
â¢Dieiflcr eben geftühPücft hatte, einige Kirfd)cuferne auf bcm Kamine liegen fah. Ginen berfelben ergreifen unb als foft= bare 9Jeliquie in ihrem feinen .^anbfd)uh üerfd)minben laffen, mar baS Scrf cineS 3lugenblicfS. SllS (^ounob einige So^en fpäter ben S3efuch ber Dame ermieberte, jcigte ihm biefe, üer= fchämt unb flolj jugleid), ben in ®olb unb Diamanten einge= faf5ten Kirfd)eufern. âSlber ÃÃJabamc", rief ber ü){eifler lachenb, âi^ effe ja niemals Kirfd)en; alle, bie auf ben Difch foninten, üerjchrt mit üiclem behagen mein aller Diener Jean. â Dablean!
(«rfincU ftCfflfjt. Sin einem groÃen Dheater murbe eine yjoüität gehcbcu, ntcld)e am erften Slbeub glänjenb burd)fiel, SllS "im jmeiten Slft mährenb beS '"DJonologS eineS 8d)anfpicletS baS giaSfo feinen .^jöhepuiift crreid)(e, 'fiel un= glücflid)evmcife eiu groÃes Stücf .U\ilf üon ber Dccfe mitten iinter baS aufgeregte -|)ublifnm, unb rid)er n^äre nod) eine 'â ].Hinit ausgebrochen, menn ber ed)aufpicler ftch nid)t fchuell gefaÃt unb" mit gemaltiger «Stimme tröftenb inS '^^ublifum gefd)rieen hätte: beruhigen fte Ãd), meine ^errfchaften, baS ift nid)t baS erfle Stücf, maS hi« abfänt!"
DvoHiÃ. Sic bie 3eitnngeu bcrid)ten, eröffnete bei bem in St. ©allen jüngfl flatlgehabten Sängerfefie ein ®efauG= üerein ben a{eigen"ber Settgefänge mit einem âSlbenblieb," baS mit beu Sorten â(^ute "üfacht! ' fchlieÃt. GS mar aber juft 7 Uhr morgens!
â¦) .-poöpitauten (05eiftlid)eu ober 2aicn) fann nuf furjc'3cit geftattet merben gegen bifligc S^ergülung in ber Stnftalt SSohnung JU nehmen. |
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Soeben^etfchien bet g r t e b t i dj ^ u ft e t in 9ïcgcn§burg :
^egenöBurger ^aarteitfialenber
für SûÃr 1887.
^weiuttb^wanpölïcr ^aÃrgang. 50 ^Pfcttttigc.
liefet befte ouêgeftûttete, reich ilfuftrirte Sîn(Ctlï>CV fitv fiÃt^oHfCtt nebft ^örÃCttÃVttCfÃifb unb SSanÃfakuÃCV ijat auf 192 ©palten
folgeuben ;jnhalt:
Ãalcnbarium mit neuen ft)mboIitd)cn (Sinfnffnngen unb neuen 12 SBallfabrtäortcn in j 28ort unb Silb. â jttuftr. 9?eniaf)r?9ru6 unb ©cbenfblatt. â Sa3 ^'ontificat öeo'ä XIU. i Erinnerung an fein 58]ä[)r. i-rieftcrjubiläum bon 91. bc SSoal mit 2 jnnftrationen. I â ©ebidjt jum ©t. 9lnna=5arbenbrudoi(b üon Gorbuln Sötjler. â Scr feligc 2)tencr' (Sottcä P. Gl. ÃR. ^ofbaucr mit aOnitration. â ÃSelt unb ®laubc. GrjäfJlung Oon granj o. Seeburg mit 7 Sauftrationen. â Scr UT-oIf im Sdjafäpclj. Gin Sitbcrbogcn, aufgerollt con 3Jl. Stcigenbcrgcr mit 19 jünitrationen. â Palette unb ftreuj. Gr= jäl)lung oon granj 0. Seeburg mit G Sanftrationcn. â 33ilber qu§ bcm SÃnucrntcben.
S^ach ber 5?atur gejcid)nct oou ."p. Jieiter mit 4 jÃuftrationcn. â Sic barmljcrjige ________________________________
®d)roefter. Grjählung uon Semfrlbcn mit jnuftrntion. Humoriftifa; ?luf bem nid)t IXXXXXXXXX XXXXXXXXXI mehr ungctt)öhnlid)cn äöegc oon Uiiri3 mit'J Slluftrationen. â Sic @d)iueningct Sur Oöu . . .. nr
gr. i mit 14 jauftrationen. - jaufti^tcr ^ichm. - 9JJärtteo rjeichniffe unb «W""«!
©ciAätt§=9tn«iaen fotf)oIild)cn (Scfellctt^
ii)i|a)a)ts-^inäeigcn. ^üugliugÃ-'K.^ücrcine jn^tjcatcranfführunoc»
im engeren Streife. 5110 oorjügtid) geeignet JU folchen Slnfführungcn bringen luir ba§ in nnfcrnn aScrlogc crfd)icnenc Sramn bcS h^^h' mürbigen öerrn 'ipfarrcr ®roctcfcu
0e0 Siegern (Einzug.
2)rniuatifdjcö S^JicI fiir bic hciliflc Sciliuncfltöjcit. l5,<pcrreu»9?onen. ^rei« 80 ^Mg., 3)iuftt bnjn (tjon gricbr. Ãoenen) ®?art 2,00. füioic beffen rcijenbc Suflfpiclc:
â §iutttöcr bcr "gJojjt.
(10 .Herrcn^aioncn.) ^reiS TO. 1.00 Grinnerung. â Sic ©ri3tcfen'fd)en
SWeinev äHarieiifalcuöev
für d)ri|lfid)e §}rauen unb §unöfraucn.
^crattäÃcgclicn für 3of)r 1887. oon SuDmifi üJcmmiuflcr.
ÃRit Sitcl in garbcnbrurf. 192 ©eiten in Safchenformat. ©cheftct. ^rcis 60 Â¥f!l- 3» Seintoanbbb. 1 20 *Pf. 3n Gl)agrinbanb 1 80 ®a§ Solcnbarium in 3}Dth= unb ®d)iüarjbiucf mit 12 neuen C^Jnnbcnbilbdjcn. jnhalt: l. Sa§ hei''9fte He^ä Märiens. â 2. graucnfpiegel. â 3. 03elchrtc unb tnnft= rei^c grauen ber 23orjeit. â 4. Slumen. â D. Sl'Jaricnlieber.
^öiuugvtfjev ^atrjoltytfjc ^alcnUcv füv 1887.
2Bir empfehlen hiermit bic in unferem SScrIagc cri"d)einenben, nadjftchenb oerjcid)netcn
ü^nauiDÃilljer katljolifrijcu talcukr fiir 1887
unb bitten herjlich um luöglichft grofje Süerlircitittin.
aJionifOsftalcnDcr. XI. jahrg. 1887. aiat eiuent fehr gut ausgeführten far= bigen Ditelbilb unb oielen jauftrationen. 2)Jit aifarft^Verjeichnifj unb fflanb: falenber, Ouartfortnat. ij^reiS 50 '^fg. JKcillcr ^tcuftöotcnsftalcnöcr. IX. jahrgang 1887. Wit üielen 5lbbilbnngen.
Dafchenformat. '-^JreiS 20 ']3fg. Sliuöcrsjlalcnöcr. IX. jahrg. 1887. Ãliit üielen Silbern, .«leinfteö 2:afd)cn= format -fireiS ungebunben 20 '^fg; in Seinro. geb. 50 'IJfg.
Slat^oUft^cr öcljrcrsftalcubcr. VIII. jahrg. 1887. 8» ^43reis iu Seinioanb gebunben 9Ã. 1.â.
®cr ©qlöatcnfrCHttb. Dafchen^Menber für ©olbaten. II. jahrgang. 1887. liat üielen jünftrationen unb feinfletn farbigen Umfd)lag. '^3rei'ö 20 '^fg.
"^^teberDcrfiäufcrit f;of;cr "glaÃatf. "WI
58eftcrtungen nimmt jebe öudihauDluun, jcbcr Surfjbiuilcr, ^oftöotc u. f. ro. foroie bic untcrjcichncte Scriag§hanblung entgegen.
SouaumörlO, ISSG. Hod)nd)tnng§ooft
23«ifjfjnttdluit0 Ã. mtcw |
?(. $Oîot)Ci-'â Jîirdjenmufthierlag in gulöa empfiehlt ju
"gSct^ttflïQfs-jVttfftt^rmtgcn
mit lefieuiicu öilöeru, bie burd) jal)I» reid)c Stutfül)rnn,qen in me^v al» 300 ©tnbten riH)mIi^ft befannten
ÃJHi II CV'fehen
Op. 5 2öcirjn(id)t3=Crati)riunt unb Op. 7,01. îîvclfbttirtc für gcinifihtcu (s )Dr ttnb Op, 10, !ffici0nijcht3fcicv für SDÃauuerdtor.
5)ie GlaöleranJjügc tonnen burd) alle ©nd)t)anb(ungcn, roie an^ üon ber aSerfagëbanblung bireft auf 8 Xnge jur Sinftd)! bcjogen loerbcn.
i" - .. Sromen erfreuen fid), ihrer bramatifd) bc« lebten .^anblung nnb eblen 'öprad)c toegcn, beö aUgemcinftcn Beifalls.
®ei ©elegenheit patri otifcher ©ebenf« tage jc. mirb jur ?luffn()rung empfohlen:
Uubolf Ãflivlf. ^cr ^ranfitircur.
^ilctucS itricnöbllb tu einem îïnfjuge.
(10 .î)errCn.3îonen.) ^reiô 60 l^Jfg, (7 Gjempl. 2.40.)
?tnf SBunfd) fenben loir gerne ein Gj;emp(nr obiiicr 22crfd)en jur ?lnfict)t.
2^lbcrt 3nrobi & Co. iu :Xnd)cn.
IXXXXXXXXX^XXXK^^^^
jm untcrjeid)nefen 2.?crlage finb crfd)ieiten:
.^avmoiiiumfrfjiile
jug(cid) nud)
Horfdjuic ffir îiao Prflclfpicl. hcranôgegebcn oon Soff^il) iöcrnnrbö.
Op. 20. ^reiô Warf 1.20. «IÃcrt jücoDi & (Ão. in «Irtdjcu. |
83 erant wörtlich er Siebafteur SS. SchiSneu in Dberbilf. â Srud tmb SJerlag bon Gilbert jacobi & Go. in stachen.
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DioUcmöcv 1886.
l3nfettion8äeiü5ren!
bie getp. ^etitjeile 30 fflpfa-
SefleÃÃunfleit
nehmen olle ^Pofl.an|laUeti
unb Su^^anilungen «n,.
in Slaii^en 3llbtrt 3atobi A 0«.
fur fmf5oKf(f;e ^ir(f;enfanger.
®ratiö=35cilaöc 311111 â©rcgoriiiö^^latt^ Droau für fatïjolif^c tir^cnuiuril
â©erge, bag bu mit bent ©erjen gloubft, ioaS bn mit bem OTnnbe itngfl, unb in SBerleu
bettätlgfl, loaS bu mit bem ©erjen gtaubft." Coitcil in (ïart^ogo 6. 3. 398.
|
58ou P. ffrcitcii S. J.
. . . . ®ie 9ïofen blü^'n iin ©avten 3)ie Serene fingt fo fein â Gücilta inog'S nid^t freuen, ©ie figt im Kämmerlein.
6ie figt allein unb loeinet Unb Ilagt in bitt'rer ÃJotl): â2BaS fragt nacb mir bie (Srbe, â53in icb benn längft nicl}t toDt?
âO loabre rein bie ©cele, âDu inateflofeS Sainin, âaiiein ^erj id) Dir befehle, âü}Jein §immel6bräutigam."
Da polt'S an i^re Pforte, ©ie bringen il)r ben Kranj, ââ©tel}' auf unb laà bicb fcbmüden,"" ââDu -Sräutlein, fomm jum Danj.""
âJcb mag nid)t Kranj unb perlen, â^jad)t golbgeiuirft' ©etoanb, â®3 fd)miidt mit hellerein ©lanje âGin 9iinglein meine 5)anb!"
Da trat ju i^r fo traurig Gin Jüngling nun ^cran". Den tl)r lieb"Sater unb iöhitter 3um Sräutigam erfa^'n:
ââ9lun fage mir, Gäcilia, ââffiiajt bu mein Sräutlein fein? â,S3ol)l reich ^'fi) "lac^e"/
ââDein Seben muà Dich freu'n.""
âSldh nein! Salerianu3, âDaS fann unb mag nid)t fein, âJch hob' ertuäl)let Ghriflum âÃum Sräutigam ganj allein!"
ââDein Sater unb beine ïliutter, ââDie gaben mir beine 5»anb, ââJd) bin ein greunb beS KaifetS, ââDa hilft fein äöiberftanb.'"'
Mb kr ^^ft^mU uon kr Ijl. Cacilia." |
â©0 muà td) ein ©eheimnià âJn SJahrheit blr uertrau'n, âDas magjt bu, blinber §elbe, âSohl nimmermeht anfd^au'n.
â2)?ein Sräutigam hat gegeben, âGInen Gngel ju meiner Sacht, âJch fürchte nicht Sater, nicht Kaifer, âDenn ©otteS ifl ble ^acht."
ââ©0 laà ben Gngel mtdh fehen, ââ©0 glaub' idh an ben G-hrifl"" â âDas mag nld)t eh' gefdhehen, âSiS bu getaufet bift."
,â,Unb ȟiH Idh midh taufen laffen, ââSohin muà ich ^ann geh'n? ââJd) mödht' um taufenb" Seben ââDen ©otteSengel fch'n.""
âScrfledt In bunfeln ©räbern âDer ^apft UtbanuS tocilt, â3u biefem muÃt bu eilen, âDaà er bid) taufenb heilt."
Slm Dhor ber Katafomben ©cn 2lbenb fleht ein ÃJJann, Der Jhotioart fleht ihn fomtnen, Der grembe fpricht ihn an:
âGöcilia, bic Jungfrau, â.^at midh JU euch Qefanbt, âSie fd)idt geheime Kunbe â Dem "iJapfl" burdh »"eine §anb."
Unb ba er fam jum 'i}3apfte, Sot er ihm Ghrlflcngrufi: â3)?id) fenbete Gäcilia, âUm Dauf ich bitten muÃ."
SllS er ble Dauf empfangen, ©anj fellg toarb er ba, Unb mit Gäcilia betenb Gr ©OtteS Gngel fah.
©einen Sruber muÃt' er rufen: âDiburtluS, Sruber mein! âO fomm unb laà tie ©ötter, âDarfft nidht mehr ^>etbe fein." |
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âDu muÃt bidh taufen laffen âUnb glauben an ®otte§ ©oljn, âDann ,miïb audh btth beglüifen, â2Ba§ mein GntjüdEen fdhön."
Unb als er mar getaufet, Sie Beibe haben gefe^'n Den leu(htenben ©otteSengel Sur 8eite ber Swnsfrau fteh'n.
âîîun loram' nur, heibnifcher taifer, âSOiit beinem Blutgebot, âtoir glauben an ^efum G^riftum .,Unb finb bereit jum Dob."
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âB5ir preifen ®ott ben Bater âUub Sefum, (seinen ©o^n, âDer fich baS Slerj Gäcilia'S âGrmählt jum tiJnigSthron."
Der taifer hat'S bernommen, Gr fchidtt bie pfdherfdhaor, Ãur golter unb jum Dobe Ph^t man baS Brüberpaar.
©te fürdhten nidht'^enïer unb Beile, ©ie ladhen ber glommen ®luth, ©ie geben bohin mit greuben 3hr ebleS junges Blut.
Göcilto hiJrt bie iîunbe; Do morb fte fröhlidh gonj, Ãmet ^urputrofen floaten Die Gngel in ihren trouj.
3m iîâmmerlein olleine Gäcilia beteub Iniet, ©ie ftngt in froher Hoffnung Der Siebe ©dhmonenlieb :
âSoà Donf bir. Boter, fogen! âDon! beinem füÃen ©h^iP/ âDaà bolb bon langem Glenb â©ich enben mirb bie grifl.
âiîomm', Broutïronj, ïommt, ihr SBunbeu, â^îomm' geuerhodhjeitstleib! âBalb hab' ich i^)" gefunben, âDem ftch mein §erj gemeiht!"
BîoS podht on ihre Pforte? Broutführer finb eS fchon. Des 9iichterS blutige pfcher, Dos §erj tooü ^oà uub ^ohn.
ââ3n'S Bob fjQen toir bich führen un Du feines S«ngfräulein, ââDenn morgen mirb beim 9îichter ââDie blutige §ochjeit fein,""
Die Bobefommer ringsum Der glommen ©luth umÅeht. Darinnen liegt gebunben Die 5i«n9fran im ©ebet. |
âB5ie feib ihr fühl, o glommen! â2Bie heià brennt mir mein §erj! âîOîit oielmal lidhtern ©luthen â©chlägt'S lobernb himmelroärtS. "
Der §enfer foh berbroffen, 2Bie mitten tu ber ©luth, ©leid) mie ber Shau in 9tofen. Die Jungfrau Ghrifti ruht. -
Da griff er nadh bem ©chmerte, Unb fchliff es fchorf unb blonf, Uub f^mong eS breimal â unb breimal Die Bîaffe nieberfonf.
äBie ©luthrubinen f^mücfte Shr Blut ber Sunaf^^au ^leib, à m <QalS com eig'neu Btute Drug fie ein Broutgefdhmeio,
Doch nehtnen;;fonnt ihr Seben tein geuer unb fein ©chÅert, DaS nahm erft noch brei Dogen Der §etlani), bem'S gehört.
Deà foflen toir afle froh fein! â iPreiS fei bem §errn gefagt. Der alfo hoch erhöhet Gäcilio, feilte ÃJîagb*).
BorPeheubeS ©ebicht refp. Bruchftüà eiueS ©ebichteS ift ben â^^eimothmeifeu ouS ber grembe'- t}on P. breiten S. J. entnommen. 2Ãer für ächt=poetifd)e;;Grjeugniffe ©inn unb BerÃöubnià hat, bem feien biefe BJeifeu etneS unferer be= gobteften fotholifchen Stjrifer ber ©egenmort morm empfohlen ! Den liebenSioürbigen Dichter perfönlidh fennen ju lernen, unb ein für mid) fehr onregenbeS ^lauberftünb^en mit bem geiftfprühenbeu OrbenSmanne ju halten, hatte id) mit mehreren meiner greunbe toor einigen ÃJJonoten boS ©tücf uub bie greube. ^î'-'b-
Ãttu|lctue.
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VII.
3u bem griedhifd)cn ']5hitöfophen 2luliftheneS (f um .380 oor Ghr.) "fom DiogeneS oon ©iuope olS Sünflting nod) Slthen, in ber .fpoffnung, ben Unterricht biefeS BJeltmeifen ju genieÃen. 2lntiflheneS aber, beu bie Beobodhluug ber tjer^ berbten ©itlen feiner Ãeit mit Unmifleu unb Bitterfeit erfüflt hotte, mor büfter gegen olle menf^liche ©efeltfchoft gemorben unb hatte bef^loffen," feine ©d)üler mehr aufjunehmen. ?llS boher ber junge DiogeneS ju ihm fom uub ihn um feinen Unterridht bot,' mieS er ihn furj ob. 2l(Ieiu DiogeneS behorrte iu feinen Bitten unb moflte ftd) burchauS nidht tnit einer obfdhlägigeu ülutmort entfernen. Der 'IJhitofoph mürbe jule^t umoiflig unb toieS ihm bie Zijnxc. 2llS ober ber Bitteube oudh bo nod) oerharrte unb nur noch einbringlid)er bot, bo morb ber büftere 2)?onn fo joruig, boà er ju einem ©torfe griff. Diogenes ober blieb ruhig utib fogte loehmüthig lädhelnb: â©d'loge nur ju, ober unterrichte midh!" Do mar WntiftheneS plöljlidh mie utngemonbelt. Die ftoubhofle Sernbegierbe beS |
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JitnfilingS na^m t^n fo ein, baà er t^n umarmte unb mit grenben in feine Sitte einmiUigte.
9hm, lieber Sefer, Euer §err Dirigent iji feineSraeg-S ein alter, mnrrföpfiger '!)3hilDfoph, ber ben übrigen 5Dfenfchen= finbern aüemal auf circa jehn-©dhritt Diftance au§ bem 2Bege ge^t. Slud^ mirb er fic^ oorauSfid^tlidh nid^t im 3orn an Eu^ üergteifen mollen, menn J^r ©änger ibm mit ber bitte fommt, er mi3ge in 3utunft nicht nur bie notljroenbigen ©efangftücfe mit ®ucf) einüben, fonbern audb (Sure muf{ta= lifchen Kenntniffe unb gertigfeiten fo ermeitern halfen, baà Jl}r in ben ©tanb gefegt merbet, menigftenS leichtere (Shoral= ftücfe âüoin blatte" ju fingen, Ãeig' J^r felber nur ben rechten Eifer jum Semen, fo mirb er fic^ gern unb freubig herbeilaffen, »on ben regelmäÃigen Slbenbproben eine biertel= ftunbe JU biefem 3wecEe ju opfern. Sollte er bennoch be= benfen haben nnb »on früher gcmadhten üblen Erfahrungen 3u crsählen miffen, fo erlaube ich mir p bemerfen, baà man bie ©ad}e nur etroaS praftifdh aujufaffen bvaud)t, um bei einigem Eifer auf ©eite beS SehrerS fomohl alS ber Ser= ncnben balb ganj hübfche Erfolge 5n ergielen. Slttcin mie fängt man bie ©ache benn praftifih an, menn bie ©änger meber Jiote nodh ©chlüff^-l fennen? höre idh hier mandhen Sefer aufrufen.
Ein Dirigent au3 meiner befanntfchaft fuchte fidh i" folgenber "iBeife ju helfen: Er fd)nilt fidh junächfl eine Slnjahl "isapierjettel jurecht, ungefähr »on ber t^hiJÃe ber "^Japier^ ftveifen, auf welche bie ^ierjte ihre i)Jecepte ju fd)reiben pflegen unb f(hvieb bie fog. aretinifdjeu Silben in folgenber ÃBeife barauf: ut = 1, rc 2, mi = 3 jc., ba'ju malle er nod} beu ut=Sd)lüffel nnb ben fa=5^lnffel, unb nun gab er jebem ©änger einen Ciefer Ãettel unb jugleich bie Slufgabe, ba§ fleine Ding glcid) einem DaliSman bi3 jur nä^flen (i^efaiigflunbe gewiffenhaft bei fidh 3U führen unb »oährenb biefer Seit red)t oft barauf ju fd)auen, namentlich aud) währenb ber fleinen 'I3aufen in ber taglidjen Slrbeit unb bc= fd)äfttgung. biö jur nädhften ©tunbe muÃte bann ieber ©änger jene DDnbejeid}nungcn unb beren Sage in ber Don= leitcr genau fid) eingeprägt haben.
Der geneigte Sefer lächelt »ietleid)t über bie ganje üJfa: nipulation unb fragt »crwunöert: rooju aber erft bie Bettel unb bie ©d)reibevci barauf? Da3 lieÃe fich ia wohl »iel einfad)er unb weniger müheooll in ber l^3efangflunbe felbfi einprägen!
y'lun, id) loill gerne jugeben, baà btc8 bei bem einen ober anbern ©änger wirflid) ber gall fein mi5ge: bie 'UJehrs jahl aber würbe »oran3fid)tlid) in ber näd)fteu ©tunbe fo jiemlid) SlllctJ wieber »ergeffen haben, wenn man nid)t jn einer aJJethobe ber Einprägung greifen will, bie aflju fehr an bie unteren Klaffen ber Elementarfchulcn erinnert uub barum auf bie ©änger fehr leidht abfloÃenb einwirft. Daju fommt aber nod) ber weitere Uebelftanb, baà in mand)cn bcreincn einjelne Ã)?itglieber bie Slbenbproben beim bcflen Silien ni^t regelmäÃig befud)en fiJnncn. Sirb aber ber Dirigent gleid) inl Slnfange feineS Sehr-GutfuS auf ©d)titt unb Dritt gc= hemmt, fo wirb eS mit feinem 9)hithe unb feiner Snfl an ber ©üd)e balb fehr fd)led)t beftellt fein, unb er wirb eheftenS bie glinte in'S Korn loerfen.
Unb nun meiter: Einen jweiten Bettel hänbigte iener Dirigent feinen ©ängern in ber folgenben ©efangflunbe ein. Sluf bemfelben waren nun bie Juterualle cjjrim, ©efunb, ^erj, Ouart, Quint) nidht nur benannt, fonbern aud) burdh 9JotenbeifpieIe furj bärgejUeQt. Die .«galblbne (mi-fajunb si-ut) maren burdh einen fleinen bogen in ber Donleiter bejeidhnet. |
Jn ber nun folgenben (Sefangftunbe mürben Sefe- übungen begonnen, nadhbem ber Dirigent baS ^îothwenbige über bie berfe^barfeit ber beiben ©d)lüffel unb worin biefe berfe^ungen ihren ©runb hätten, »orauSgef^icft hatte. Senn'S eben thunlich mar, nahm er fdhon ju ben er^en Sefeübungen. bte Ehoralftücfe, wel^e für ben folgenben ©onntag ober geiertag »on bem Ehore eingeübt merben muÃten.
9Jachbem biefe Uebungen eine Beit lang fortgefe^t maren, fo baà bie ©änger mit einiger gertigfeit bie 9Joten oblefen fonnten, ging ber Dirigent einen ©^ritt meiter: er begann baS eigentli^e Solfeggiren, b. h- er lieà bte für ben folgenben ©onntag ober gefltag einjuübenben Ehoralftüdfe junächfl nidht mit ben Deytioorten, mie fte im ©rabuale flehen, abfingen, fouDern mit ben fog. aretinifdhen ©ilben ut re mi :c. bei biefen Dreffübungen würbe felbflrebenb nidht auf ben 9h)thmuS ber Ehoralftüdfe gead)tct, fonbern bie îîoten würben in gleich=langen Dianen einfadh abgefungen: ber Dirigent fong »or, einjelne ©änger fangen no^ ihm, enblidh ber gonje Ehor. Duiouf tourbe ber Do^t (bie Sorte) mit ber ridhtigen Slccentuirung gelefen, unb jum ©^luffe boS Ehorolflücf, fo wie eS im ©robuole fleht, vom Dirigenten »orgefungen unb bann Vom Ehore nochgcfungen. Diefe iOtethobe finbe idh fehr einfodh unb, menn fie mit etwas Eifer unb ©efchidf gehanb= habt wirb, fehr inflruftiv. ©ie tnad)t audh bie Sente nicht leidht überbrüffig, tveil fie fofort beu Erfolg ihrer Uebungen on ben »orjutrogenben ©efängen gleichfom l)onbgreiflid) »er» fpüren fönnen.
Der geneigte Sefer, ber ftd) bisher mit biefer ©od)e nidht befaÃt hat, loirb hier viefleid)t verwunbert frogen, ob mon auf bie oben befchriebene Slrt boS âDreffeu" ber iJioteu grünblid) lernen fönne ? SJun eS fonn feine groge fein, boà i)ie angegebene Dîethobe fdhon »iel jitr Uebung beS ©ehör'S beitrage; ollein boà fie ouSveid)e, baà fie vollauf gcnügenb fei, werbe ich mid) hüten ju behaupten. 9Jian benul^e eine mit Siotenlinien verfehene fd)waTje .'poljtofel, bie vor ber ©c= fangftuube mit jmccfntöÃigen â©ingübungen" (ouS ber Ehoral= fd)ute »on .Ktenle ober ouS bcm Magister clioralia »on ,§aberl ober ouS beu im ©rcgovinS-boten obgebrudften Uebungen »on bödteler) jebeSmal befchrieben mirb, unb man wirb f^ou balD einen groÃen ©d)ritt lüciler fommen, wenn bie Dreff= Ãbungen regelmäÃig in jeber ©efangflunbc »orgcnommen iverben.
Sllleiu eS gibt oud) nodh eine 9)îethobe, moburdh bie ©äuger baheim bei ihren täglidhen ©efd)äficn ohne jebeS med)anifd)e .^ülfSmittel fid) im âDreffen" üben fönnen. ^îon macht fie nämlich borouf oufmertfam, loie bte einjelnen, für ben Slnfang etwaS fchwierigeren jnter»anenfd)ritte (Derj, Ouart, Ouint) in ben Slnfängen fehr befonnter bolfSlieber fid) wieberfinben. Sifl ber ©änger j. b. eine Ouort (ut-fa ober re^sol) treffen lernen, fo hat er fidh uur bie 2lnfangS= töne beS allbefannteu SiebeS ââ 'pier liegt »or Deiner Ã)?oieftät" ober beS nid)t weniger befanntcn SiebeS âÃJioria ju lieben" recht lebenbig »orjitflcllcu. "iie beiben erflen Döne beiber Sieber finb eben um einen Ouortenfdhritt »on einanber ents fernt. Diefe Uebung läÃt ftd) von Jebem bei ber täglidhen SIrbfit ober bei einfamen ©äugen, bie man ju machen hat, ober in ben 2JhtÃeflunbeu fehr' leicht vornehmen.
ES würbe midh freuen, menn ber eine ober anbere ^»err Dirigent in ber oben befd)ricbenen Seife einmal einen bcrfnch modhte uub mir na^ einiger Beit Siodhridhi über ben erjielten |
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(Srfotg geben wollte, jdh bin überjeugt, bap in jwei Wonaten bereits ein hubfc^eS IRefultot ju erjielen fein müffe. Söerben foldhe Uebungen nidht gar ju pebantif^ gehalten, fo ftnb bie (Sänger mit Suft unb greube bei ber Sache, ein ebler 2Bett= eifer entbrennt unter ihnen unb â bie (Sefangftunben nehmen aÃgemadh einen ganj anbern ©h'iifafter an: eS i|i fein Sif^= phuSarbeU mehr, ber bem ©ipfel nahe gebrachte Stein rollt nidht mehr jurüdt, meU bie Sänger tnit 53erjtänbnià anfangen JU fingen, mährenb eS früher nur auf tüchtiges ©inpaufen anfam, wobei baS Dongebächtnià bann bei ber 2lufführung nur JU oft einen fchttmmeu Streich fpielen bürfte. ja, ich habe bie Erfahrung felber gemacht, baà 9tichtS fo im Staube ifi, bte Sänger an ^ünftlidhf eit bei ben groben ju ge- möhnen, als menn man befugte Uebungen gleich am 2ln= fange ber ©efangfiunbe bornimmt: Sliemanb wiH biefelben gern berfäuraenl
SdhiJnen.
£ttur0tfd)^ WtttBrljaltun^en.
SÃon 3t. S3ruug, SSifar in ©ilenborf.
(gortfegung.)
Unfere heutige Unterhaltung menbet fidh Ijen h- Slpoficln unb ihren geften ju. So forbert eS nätnUdh bie Dicihcnfolgc, m;Idhe mir bis fegt eingehaUcn halien. jdh jmcifle niiht baran, baà bu biefe 3?eihenfolge richtig erfaÃt hafi.
S. Ãuerft hoben unS bie gefte beS Herrn befchäftigt; barauf ftnb mir ju beu geftcn ber allerfcligftcn jungfrau ÃHaria übergegangen. Darnad) famen bie gefte bcr h- ©ngel an bie 9ieihe unb julegt haben wir unS über bte beiben groÃen Heiligen unterhaUen, welche ju bem göttlichen Heilanbc in einem befonberS nahen SJerhäUnià ftanben, über feinen SBorläufer, ben h- johanneS unb über feinen -^fiflegcoater, ben
jofeph-
©ut. jn einem fehr nahen SBcrhäUnià jum ©rlöfer unb JU feinem HeilSroerfe ftanben aber audh, «Jie bu' leicht einfiehli, bie h- ^Ipoftel. Sie maren ja währenb feiner irbif^en Sehrthätigfeit feine auSerwähUcn grcunbc unb Begleiter unb follten als Sräger feiner 2Jiacht uub nädhfte ©rben feiner Segnungen baS SRcidh ©ottcS über ben ganjen ©rbtrciS auS; breiten,
©. 3unächft mirft bu mir wohl baS 2Ãort â2Ipoftel" erflären. j^ glaube nidht, baà eS beutfdhcn UrfprungcS ifi. SaS bebeutet eS urfprünglidh?
% ®iefcS Sort ifi bcr gricdhifchcn Spradhe enlnotr.tnen unb bebeutet fo tjiel als â?lbgefanbter". ©S paÃt alfo redht eigentUdh ju bem Berufe ber Sipofiel, melchen ber He^t be= fonberS beutUch angab, olS er ju ihnen fprach: âSie mich ber iÃater gefaubt hat, fo fenbe ich euch." ®ie ?lpoftel waren alfo Slbgefanbte jefu ©hrifti unb hatten als folche bcn 2luf:= trag, ben 2J?enfdhcn überall baS Sort ber Sahrheit ju ocr= fünbigen unb bie ®nabe bcr ©rlöfung jujuwcnbcn.
S. ©hrifiuS hatte ftch bcfanntUch nur jmölf 2Ipoftel ouSgemählt, mie fommt eS, baà fpäter audh nodh anbere biefen 5tamen tragen? |
?l. ©iuer ton ben 3»i5lfen murbe ber 33crräthcr feines Herrn unb ajjcifiers. 9?adh ber Himnielfahrt ©hrifti rourbe nun bie ©teile biefeS abgefalltnen 3lpoflclS burd) bie Sahl beS äWathtaS jutn ?lpoftcl roiebcr auögcfüHt. Daà fo bie 3roölfjahl bcr 3lpopel roiebcr hergefiellt rourbe, wirb bir um fo meniger auffaÃenb fein, alS SlïathiaS oon Einfang an ^euge ber Serfe ©hrifti geioefen toar, toie bie übrigen ÃÃlpoficl. Sluch mar btefe Saht, rocldhe burch'S SooS eutfdhieben toarb, offenbar ein Scrf ©otteS, beffen 33eiftanb in feierlichem ©ebete mar ongefleht roorben.
S. jch erinnere mid), baà eS oon biefem ÃKathtaS auSbrücfli^ in ber h- 3d)rift heiÃt, âer tcarb ben elf Slpoftcln beigejähU"; ich fann alfo unmöglid) ?lnfioà baran nehmen, baà er als Slpoftel aufgejähU toirb. jch h'itte bei meiner grage hauptfädhltd) beu h- ''fJauluS unb bcn h- SarnabaS int 3luge. Sarum tocrben fte '>2lpoflcl genannt?
^l. Der h- '?auluS, früher SauluS genannt, ifi freilidh fpäter als bie übrigen Slpoftcl berufen worben. ?ludh h^tte er uid)t roie bie übrigen jur nä^fieu Umgebung beS Hetï" gehört. Doch i»ar barum feine Berufung nidht minber flar unb ficher. Sie ging unmittelbar Oon ©ott felbft auS. DaS erhellt beutlich auS ben Sorten, rocldhe bcr He^ï hinfithHith beS SauluS ju 3lnaniaS fpradh: âDiefer ifi mir ein auö= evroählteS Serfjcug, meinen 'Jiamen oor Heiben unb tönige unb tinber jfraelS ju bringen." Diefe Sorte aber finben ihre gortfegung unb toeitcre SluSführung in bem 2lufttage, toel^cr ben jüngern ju Slntiodhia, als fic ben h- Dicnft oer^ richteten, unmittelbar com h- ©eifte gegeben rourbe. Diefer Auftrag lautet: âSonbert mir ab ben ©auluS unb ben ©ar; nabaS ju bem Serfe, rooju id) fte aufgenomtnen h^^e." DiefeS Scrf loar aber fein anbercS, alS bic 'iJluSbreitung bcS ©oangcUutnS, an bem fie olS oon ©ott berufene ^Ipoftcl mit ben übrigen lilpo'ieln Dheil nehmen fodten. Senn bu nun no^ Daju erwägfi, baà bcr h- 13auluS fid) auch felbfi auSs brüdflid) unb loicberholt 2lpofiel jefu ©hrifti nennt unb in ©emeinfchaft mit ben anberen ^^[poficln mit ganj erftaunli^em ©rfolge baS ©oangcliutn unter bcn Heiben oerfünbigt hat, fo loirft bu leid)t begreifen, baà bie tirdhe nur ben Siflcn ©OtleS jutu SlusbrudE bringt, toenn fic unS in bcm h- ^auluS einen auSerwähUen Slpoftel jefu ©hrifti oerchren läÃt.
S. jd) räume cS gerne ein, baà beut h- ']3auluS eine Stelle unter bcn ?lpoftcln gebührt; wat foU aber bafür fprcdhen, baà audh '^er h- SarnabaS ein ?lpoftel genannt wirb ?
Dafür fpricht junächft bcr Umftanb, baà er, wie bcr h- '^auluS, unmittelbar oom h- Reifte ju biefem ?lmte berufen marb, roie bir auS bcin^eben angeführten ?lnftrage an bie jünger ju 2lntiod)ia flar geroorben ift. ©r roar aber auch in ber Dhat ein befiäubiger Begleiter unb Helfer beS h- ^IpoficlS ^auluS, thcilte mit ihm bie' Seiben unb Scfchrocrbcn bcr apoftolifchcn 5Jieifen unb ''2lrbeitcn unb toar mit ihm in opfcrroilligficr Seife thätig für bie Sefehrung ber Heiden. Sein yjame al§ Slpoftcl ift barum toohl geredjtfcrtigt. jnbcà muà ich bir jugeftchcn, baà er bodh nich't gerabe bcn hohe« 9ïang bcr übrigen 2lpoftel einnimmt. DieS läÃt au^ bie fath." in ihrem gotteSbienfilidjcn Seben erfennen. Die gcjte ber übrigen Slpopcl haben nämlich einen h^heïn 9iang, ols boS gefi beS h- S3ornaboS.
S. Mitunter merben ouch foldhe SJerfünbiger beS ©oangeliumS ?lpüftel genannt, roelche gor nidht einmal bcr opofioïifchcn 3eil angehören. toeldi)em ïledhtc fönnen fte benn Spofiel genannt merben?
21. Du benfft roohl on bcn h- öonifotiuS, roeld)cr ^Ipoftcl bcr Deutfd)en genannt roirb, ober on bcn h- jiSfuS ïoocriuS, melcher ber 2lpoftcl jnbienS unb joponS |
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heiÃt, ober on 3Jlethobiu§ unb Gt;riau§, welche at§ Stpofiel ber ©ïaoen ongefehen werben?
So^nohl, biefe habe ich tm 3Iuge uub mischte wiffeu, in wiefern ihnen ber 9iome Slpoftel jufommt.
31. 3m eigentli^en ©iune be§ 2öorte§ fommt ihnen biefer 9Zome nicht ju. @r mirb ihnen beigelegt megen ber 2lehnlichfeit ber Slufgabe, bie ihnen, jufiel unb bie fte in fo herrlicher ÃÃSeife gelijfl haben, ©ie gingen fo, ben unmiltel= boren Slbgefonbten (Shrifti gleich, in bie Sänber ber Ungläu-- bigen, erworben bort bem Ghriftenthum oirle Slnhänger unb grüniDelen neue dh^iptid^e ©emeinben. W\t ben eigentlidhen unb urfprünglidhen Slpofleln haben fte ober loeber bo§ gemein, boà fte ülugenjeugen be§ SebenS unb SBirfenS Ghrifti woren, nodh oudh bo§, baà fte ju ben erften nnb unmittel= boten Slbgefonbten beS |)etrn gehi3rten. ©ie haben, mie bu ridhtig bemerfteft, ju einer Ãeit gelebt, weldhe uuS um ein gutes ©tüdt näher liegt, olS bic opoftolifche Ãeit. ©ie fi5niten borum nur im uneigeutli^eu ©iune Slpoftel genannt werben. ®eÃhalb theilt audh bie geier ihrer gefte nidht bie Gigent_hüm= lidhfeiten, bttrdh toeldhe bie eigentlidhen Slpoftelfefte ouSgejei^net ftnb. §ier mollen toir unS nun ober mit ben eigentliiJ)en Slpofteln bcS §errn unb ihren gePen unterhalten unb fehen oon benjenigen gonj ob, toel^e biefen i)Jamen fonft nodh trogen.
©. 35u haP befonbere Gigenthümlidhfeiten erwähnt, bie tnit ben SlpoPelfeficn üerbunben pnb; wiflft bu mich nicht mit benfelben befannt machen?
21. 9ïedht gerne. Darin bePeht ja hier meine Slufgabe. Ãunöchp modhe ich bich barouf oufmerffam, baà bie gepe ber SlpoPel nid[)t erp iu ben Icjften Sah^hmiberteti aufgefommen pnb, fonbern f^on fehr früh ben Ghripen gefeiert würben. Die ho^e ü)ieinung, wel^e mau olljeit üon bem erhabenen Berufe uub bem 'cpferwilligeu Seben ttnb lobe biefer rcidh begnobigteu ©efonbieu J^^efu Gh^^ipi t)attc, lieà bie Grinnerung Ott ihren glorreidheu SobeStog nicht ouSperben unb wuÃte fchon bolb biefem Doge bur^ eine paffenbe gepfeicr ben ge= eigneten ®lanj ju geben.
©. Dann tooren bic gepe ber Slpopel wohl üou SltterS her geiertoge?
Sl. greili^, unb pnb eS burd) üiele ^^'^ohrhuuberte ge= blieben. Slber iu einer Ãeit, bic uid)t loeit hinter nuS liegt, ip bie oDgemeine unb i}ffentlid)e geier biefer Sage, wie in üielen ottberen Säubern, fo ouch bei tinS, gefd)wunbcn. ©ie lebt nur nod) fort in ber Grinnerung, Die pd) befonberS bobur^ erholten hat, boà on allen SlpoPeltogeu ein "Isfort: hod)amt gehalten wirb. i)iitr boS gep ber h- Slpopel "^JetruS uub 'tiauittS macht, wie bu ouS Grfohrung loeiÃt, eine SlijS^ nähme, Ãwor hat oud) biefeS iu einigen" Sänberit pd) eine Befchränfung gcfoOen laffen müffen, boch l}at eS im ollgc= meinen beut jerpi3renben ©trome ber Ãeit einen fräftigeru B3tberponb cntgcgcngefeUt.
©. SÃorouf tnog eS benn beruhen, boà biefeS Slpopelfep P(h erholten hat?
21. DiefeS gep hat üou je her einen 9iang
eingenotnmen, olS bie übrigen Slpopctfepe; toährenb biefe nur gepe jweiten 9ïongcS pnb, "toirb jeneS ben höd)peu geierfogen beS Jahres beigejählt. GS toirb borum oudh mit einer Octooe gefeiert, lüährenb bie übrigen auf eine eintägige geier befchräuft finb. Den ®runb, worum biefeS geP bic "onberen 2tpopelfePe überrogt, faunp bu mohl felbp oufpnben. |
©. GS liegt iebenfallS borin, boà bicfe Slpopel eine hiJhere Bebeutung für boS Ghripenthum haben, olS bie übrigen.
Sl. B5aS bu ba fagft, mag audh üom h- '^ouluS gelten; ber 9{uhm feiner opopolifchen BJ'irffomfeit reid)t jo oon einem Gube ber Grbe biS jum anbern; gonj befonberS aber gilt eS üom h- ^etruS, betn biefeS geP an erPer ©leÃe gefeiert wirb; benn er war nidht bloà einfod) Slpoftel, fonbern pdhtboreS Oberhaupt ber üon GhripuS geftifteten tirdje.
(gortfeljung folgt.)
â¬i'kldvuu0 Ux £a«rctnntfrl)ctt fitanei.
VII.
9Jun fommen bie erhobenen btblifdhen Bilber, unter benen bie a)hitter beS iperrn fi^mboliprt ip. Diefelbeu [inb gleidhfotn SronSparente, ouS benen ber ©lanj ihreS gijtllichen" ©ohneS heroorleuchtet.
Spceulniu justitiac, ora pro Su epieflcl ber @crcd)tigfctt, nobis. bitt' für unö!
SefuS GhripuS ip bie ©onne ber ©eredhtigfeit. Gr ip bie unerfchaffene, ewige ©etcd)tigfeit felber. ®leid) einem wunberbaren ©pieget nahm iKJorio biefeS unbefd)reibli^e Sidht bet ©onne ber ®ered)tigfeit in fid) ouf, um eS iu bem Dunfet unb ben ginperuiffen beS irbifd)en SebenS auf bie 'i'Jenfd)heit jurücfleud)ten ju lapen. 5öeun loir ober iu biefen ©piegel ber göülicheu ®ered)tigfeit fchauen, fo werben toir unS fchnell überjeugen, wie höd)P uuüollfontmen unfere eigenen Sugenben pnb, falls wir fold)e bereits etlangt haben. Scdcs Sapientinc, ora pro 2)u Sit) ber SBciShcit, bitt' für nobis. uuS!
Die ewige BJciSheit beS BaterS (ber ©ohn ©otteS) hat in ihr gewohnt.
Unb ber heilige ©eip hat bic gülle feiner ©oben über fie ouSgegopen, fene übernatürlid)e SBeiSheit, bie ber Slntheil ber auSerwählten tinber ©otleS ip. B5ie üerfd)iebeu toar baS Berhalteu iöJorio'S ben 3{athfd)lüffeu ©otteS gegenüber üon bem Berhalteu ber Slpopel, beüor ber heilige ©ei'ft oud) über biefe herobgefommeu lüor! bie SB eis hei t woh'nte nodh nicht in ihnen.
Cftusa nostraü lactitiac, ora S)u llrfndjc uufcrcr grcuör, pro «obls. bitt' für uuSI
âSdh üerfünbe eit'd) eine groÃe greube", fo hieà cS cinp auf beu glurcu üon Bethlehem, lüfario ip bie Urfoche biefer grettbe, benn pe hat ben fehulid)P erioortcten GrU^fer geboren. Uub weiter;
âDes heil'gen ©eiPeS Braut, bie reine, âDes ew'gen BoterS Sodhter, heiÃgeUebt, âSP Scfu ÃJhtller unb bie meine: .â©ogt, ob's wohl einen füÃern Srop nodh flibt? âDoS ip bie grettbe, bie fo hod) beglücfet, âDie oud) im SobeSfd)mcrje nod) entjüdfet!"
(©cbcon ü. b. .'peibc.) Vas spirilualc, ora pro 2>u gciftlld)cS (Scfrifj, bitt' fiir nobis. unS!
â©ei gegrüÃt, üoll ber ©nobe", fpradh ber Gngel ju ihr. Dforio' hol ben ©dho^ ber erhobenpen ©noben forgfältig |
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in [ich beira^rt, rote ein ©efäà iron i^orph^r foftbaren Sat-- fam beroahrt, ben roan in baj|elbe hineingieÃt. Tas Iionorabile, ora pro 3)n ebttoiirbtgcS Ocfäfj, Bitt' nobis. für unö!
jDtefeê âgeipiidhe ©efäÃ" ip unferer Serehrung überaus iDÃrbig, ba ©ctt felber 3J}aria fo h^dh geehrt hat. Vas insigne devotionis, ora S>u onSerlefencS (Sefiià ber
pro nobis» Slnöfl^t, bitt' für unS!
b. h- bu DoafomtneneS aJfuPer ber järtlidhpen 2lnbod)t! biefe grijmmigfeit SJÃaria'S that fidh in aflen §anblungen ihreS SebenS ungroeibeutig funb. ©te hat bie gröniinigfeit ber ^atriordhen unb Propheten, toie bte ber ^eiligen beS D^euen SunbeS unt SieleS übertreffen.
Eosa mystica, ora pro 2)u gcftctmiti^boöc 9lofc, bitt' nobis. fiir ttnS!
Durd) ben '^Propheten JfaiaS toar 2)^aria alS bie SBurjel Jeffe oorherDerfünbet, toelche bie Sluine beS ^etlS, ben ©rlijfer, herüorbringen füllte.
9)?aria felbp toirb aber hier eine âgeheitnniÃoofle 9lofe" genannt roegen ber Slehnlichfeit, bie pe mit einer 9Jofe hat. Sie nämlich biefe alS bie Kbnigin unter ben Slumen gilt, fo ip ÃJkria bie Ki3nigin ber ^eiligen: ber Duft ihrer Dugenben roirb üon bem Sohlgerudhe feiner anbern âSlutne' aus bem ©arten ber Kirche erreicht. Turris Davidica, ora pro 3)u S^ljiirm SKtbiöS, bitt' fiir nobis, unS!
©eitbem ber hl- §ierom)muS unb ber hl- 'llmbropuS in ihren Sieben mehrere ©teilen beS heu Siebes auf bie feligfte Jungfrau gebeutet, hat bie Kirche nie aufgehi3vt, bie Staut besuchen SiebeS mit a)'?aria in bie tnutgpe Sejiehung JU bringen. Slud) bte Slnrufung âShi'tm DaotbS" ift bem ijohen Siebe entnommen (Kap. 4. 4.) Der DaoibSlhurm toirb fonp in bet hl- ©d)rift nid)t ertoähnt. Gr mag einen 2;heil bet DaüibSburg gebilbet haben unb als SoQroert et: richtet morben fein. â ®Zaria ip für bie Klnber ber fath Jiird)e ein Ihurnt bet ©tärfe gegen bie geinbe beS .^eilS, eine ^cdhrcarte ©ionS.
Turris eburnea, ora pro 2iu clfenbctncrner ;£l)nrm, bitt'
nobis. für unSI
Diefer â^hnrm DaoibS" aber ip ein âelfenbeinetnet" ïh^rm. Jm ïllterthtim halte baS Glfenbein ©olbeSroertb uub bte Jtöntge jietten ihre Käufer unb Sefteit, ihre Surgen unb Shürme tnit Glfenbein, alS bem fopbatpen ©d)mude. Jm 5)ohen Siebe nun begrüÃt ber gottbegeiperte ©eher aJJatia im ©eipe als biejenige grau, âberen .f)alS iP inte ein elfenbeinern net Siiiatia peht ba gleidh einem mit blenbenb=
roeiÃ'm Glfenbein ringS umfriJtiten Dhurme inmitten bet 3JJenfchheit als ihr Sollmerf, aber oud) alS ihre Qierbe unb ihr ©^mud. ©chönen.
Der Coüe0e.
Jn einem jüngP erfd)ienenen Sud)e, roeldieS oielleicht aus bem ©runbe fo oiele Sefer gefunben hat, roeil bet Set= faffet bepelben pd) über bie ©d)iDäd)en unfereS JahrhunbertS fo ungetnein âfräftig" ausläÃt, mirb aud) baS iUhipftreibeu unferer Ãeit fd)atf unter'S äKeffer genommen. âïüJit ber a)ïupf=Siebhabetei (fagt bet Serfaffer) hat pch eine geroiffe j Unmännlidifeit unter bem fog. Parfen ©efdhledite eingebürgert. I ©ie hat §errchen mit meibif^en ©eroohnheiten gefchaffen . . ⢠; Droubabout=Summlanten . . . alte ©ubjefte tnit Kater=®e= I fühlen unb SiebeS:2)Haujen, bie fd)on oon Seitem nach bem grifeur rted)en." |
yjid)t mahr, lieber Sefer, ber ©dhriftpeller hat eine âfräftige" Slrt, fi^ auSjubrüden! SKlein ber Ãliann ip offenbat auf bem ^oljroege, toenn er in biefer Seife tnit bem Knittel bteinfd)lägt; benn bte gerügten Uebelflänbe pnb feineS= megS ber a}Jupf ober ber Siebe jur Ã)Jupf aufS Kerbholj ju fchnetben, fonbern ber meip oerfehlten mupfalifdh'u Grjiehung in unferer Ãeit. Der roahre Serth beS SRuficirenS grünbet ja nidht barin, baà tnan mupctre, fottbern roie unö toaS man tnupcire.
Der Serfaffer aber nimmt bie Saden Ted)t üoQ unb läÃt pch roeiter alfo üernehmen: âSir pnben auf feinem ©e= biete meitfd)li(het Sbätigfeit fo unfaubete, üon. 5)Jeib unb ©erotnnfucht angepedte Gharaftere, roie in ber älJupf unb ©efangeSfunp." â gür meinen glügel ip eS üielleid)t ein ©lüd, baà ber jornige Serfaffer biefe feine Sehauptnng nicht audh betoeip, fonP mürbe id) mir überlegen, ob's nicht baS SePe loäre, befagtes unglüdfeligeS ü)Jupt=Serfjcug ju Stenns holj oerarbeiten ju laffen. gür fegt totd id) aber ein ©e= fd)td)td)cn herfegen, loelcheS loenigftettS ein 3Jfitglieb bet mupfalifchen Ãunft in etroaS günftigerem Sid}te erfd)einen läÃt, als jenes im Ãorn gefd)rtebene Sud) eS thut.
Sin einem fd)öit"en ©omntertage loat im 'â¢^jrater ju Sien ein groÃes sÃolfSfep. Der -lirater ip eben eine fehr groÃe öffentliche ©artenanlage, ooll herrlidier Saume, unb ift ber ^auptfpajiergang unb SclupigungSort bec Sienet. Siel Solf promte hi»auS, unD Jung uttb Sllt, Sornehm unb ©ering, freuten pd) Dort ihreS SebenS, unb eS fameu aud) üiele grembe, bie pd) an bet SolfSluP erfreuten, 'iöo fröhlid)e iüfenfd)en pnb, ba hat and) ber etroaS ju hoffe", ber an bie Sarmherjigfeit feiner glndlid)a'en ^JDütntenfchfn geroiefen ip.
©0 maren benn hier eine ÃJJengc Settler, Drgelmänuet, §arfenmäbd)en, bie pch ihren Kreujet ju üerbienen fud)ten.
Ju Sien lebte bamalS ein Jnoalibe, betn feitte fleine ^enpon jum Unterhalte nid)t ausreichte, Setteln tHod)tc er nid)t. Gr griff baher jur Siotine, bie et oon feitiem ^^ater erlernt hatte, bet ein Söhnte geroefen roar. Gt fpielte unter einem alten Saume im "jjtater, nnb feinen treuen "^Jubel h>itte et fo abgetid)tet, baà Der üor ihm faà unb ben alten .^ut im ÃJinitbe hielt, in ben bie Seute bie paar Kreujet roarfcn, bie pc ihm geben tooflten.
:peutc "ftaitb er aud) ba unb ficbelte, unb bet '^ubel faà oor ihm mit bem A2)nte; aber bie Seute gingen oorüber, nnb ber .'put blieb leer, .^ätten ihn bte Seute nur einmal angefehen, pe hätten Sarntherjigfcit mit ihm haben tnüpen: Dünnes roeiÃeS ^aar bedte fauut feinen ©chäbel; ein alter, fabcnfdheiniget ©olbatcnmantcl roar fein Klcib. .©ar tnand)e ©d)lad)t hatte et tnitgefämpft, unb fap jebe hatte ihm in einer ^iatbc einen Denfjcttel angehängt, bei betn für baS Setlieten feine ©orge itöthig loar. 5)htt brei ginget an bet redhten .§anb hielten ben Sogen. Gine Kartätfchenfugel hatte bie jinei anbeten bei SlSperu mitgenommen, unb faP ju gleid)er Ãeit nahm ihm eine gröÃere .tugel baS Sein tocg. ilnb bodh fahen heute bic fröhlid)eu Seute nicht auf ihn, unb er hatte bod) für ben legten Kreujet ©aiten auf feine Sioline gefaufl unb fpielte mit aller Kraft feine alten a){ätfd)e unb 2äuje. Jtübe unb traurig fah bet alte ÃZann auf bie tüogcnbe '»Ãlenfchenmaffe, auf bie fröhlichen ©epdhter, auf bte |
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fiolse 'iptadht i^teS bei ihrem Sadjen bvang ein
©tachel in jeine ©eele â heute Slbenb muÃte er hungern auf feinem ©trohlager im ©adhftübdhen. ©ein !}3ubel mar in ber Dh^t beffer brau; er fanb bod) üieÃeid)t auf bem §eim= meg einen Knoden unter einem ©uÃfieine, an bem er feinen junger ftiHen fonnte!
©chon mar'S jiemlid) fpät am 9Jadhmittag. ©eine §off: nung mar fo nahe am lintergange, mie bie ©onne; benn fchon lehrten bie Suflmanbler jurüd. ®a legte fich ein recht tiefes Seib auf baS metterharte, öernarbte ®eficht.
Gr ahnte nicht, baà nicht meit »on ihm ein flattlich gefleibeter §err ftanb, ber ihm lange juhi3tte unb ihn mit bem SluSbrude tief empfunbenen 3JiiileibS betvad)tete.
SllS enbiid) SlOeS fru^tloS blieb, unb bie milbe §anb ben bogen nicht mehr führen fonnte, audh feiu bein ihn faum mehr trug, fe^te er fich auf einen ©tein unb ftü^te bie ©tirn in bie hohle §anb, unb bie Grbe faugte einige heim- liche Dhränen ein, unb bie fagt'S nicht meiter.
Der §err aber, ber bort neben am ©tamme ber alten Sinbe lehnte, hatte gefehen, mie bie üerÃümmelte §anb bie Dhränen abmif^te, bamit baS ?luge ber Seit bie ©puren nidht fähe. GS mar aber, als menn bie Dhränen mie fiebenb^ heiÃe Dropfen bem §errn auf baS ^erj gefallen mären, fo rafch trat er herju, reichte bem Sllten ein ©olbÃüd unb fagte: âSeihet mir Gure ®eige ein ©tünbcheu!"
Der Sllte fah Doli ®anfeS ben §errn an, ber mit ber beutfdhen ©pradhe fo holperig umging, loie er mit ber @eige. SaS er aber moKte, üerflanb ber Jnüalibe bo^ unb rcidhte ihm feine ®eige. ©ie mar nun fo fd)ledht ni^t; nur ber gewöhnliche ©eiger fragte fo übel. Gr flimmte fic glodfenrein, ftellte fich barouf ganj nahe ju bem Jnualiben unb fagte: âGoHege, nun nehmet ihr baS ©eib, nnb id) fpiele."
Der fing benn nun an ju fpielen, baà ber Sllte feine ©eige neugierig betrad)tete unb meinte, fie fei eS gar ni^t mehr; benn ber Don ging munbcrbar in bie ©eele, unb bie Döne roUten mic ^.jjerlen bahin. 3)fand)mal mar'S, als jubi-- lierten Gngelflimmen in ber ©eige, unb bann »oicber, alS flagten Diine fd)iDeren SeibS auS "ihr heraus, bie baS .«gerj fo bemegten, baf^ bie Slugen feud)t mürben.
Je^t blieben bie Seute Pchen unb fahen ben fiattlid)en â §errn an, unb hordhten nuf bie munberüollen Döne; 3cber= mann fah'S, ber Ã)fann geigte für ben Slrmen, aber SJiemanb fannte ihn. 9>iuuier gröÃer murbe ber KrciS ber Ãuhörer. ©elbfi bie Kutfdhen ber bornehmen hielten an. llnb maS bie .^)auptfad)e mar, IJebermauu fah ein, maS ber funflreidhe §rcmbe beabrid)tigte, unb gab reidhlid). Da fiel ©olb unb ©Uber in ben .^ut uub audh i^upfer, je na^bem baS .'perj mar. Der '|Uibel fnurrte. Sar'S Vergnügen ober SlcrgcrV Gr fonnte beu .^ut nid)t mehr halten, fo ferner mar er ge^ morben. â^J[}^ad)t ihn leer, Sllter," riefen bie Seute bem üaliben ju, âer mirb nod) einmal Poll!" Der Sllte that'S, unb rid)tig! er muÃte ihn nod) einmal leeren in ben ©adC, in ben er bie Violine ju fledten pflegte.
Der grembe flanb ba mit leuchtenbcm Sluge nnb fpielte, baà eiu âbrauo!" über baS anbere fchallte. Sl'öe Seit loar cnijüdft. Gnbltd) ging ber ©cigcv in bie präd)tigc 2}?elobie beS SiebeS: â©ott erhalte granj ben Kaifer" über. Sine §üte unb Ã)iü^en flogen won ben Köpfen; benn bie Oefierreicher liebten ihren 'ebleu Kaifer granj von ganjem ^erjen, unb er üerbiente eS auch) allgemach würbe ber bolfS= iubel fo groÃ, baà plö^lidh äÃe Seute baS Sieb fangen. Der ©etger fpielte in ber gröÃten begeiflerung, bis baS Sieb ju |
Gnbe mar; bann legte er rafih bie ©eige in beS glüdClichen Jnoaliben ©chooÃ, unb ehe ber alte 3}fann ein Sort beS DanfeS fagen fonnte, mar er fort.
âSe'r mar baS?" rief baS Volf. Da trat ein §err üor unb fagte: âJdh fenne ihn fehr mohl, eS mar ber auS= geäeid)nete ©eiger Slle^-anber boud)er auS '^aviS, welcher hier feine Knnfi im Dienfie ber barmherjigfeit übte."
Unb ber jnoalibe faltete feine §änbe unb betete: â|)err, belohne bu'S ihm reidhlidh!"
Unb eS gab an biefem Slbenbe jwei ©lüdflidhe mehr in Sien. Der eine war ber Jnüalibe, ber nun weithin feiner 9coth enthoben war; unb bet Slnbere war boud)er, bem fein §erj ein Seugnià gab, um baS man ihn beneiben möchte.
SJidht wahr, lieber Sefer, biefer 2)Jufifet war eine eble ©eele unb bodh â ein ^fufifet! VieÃeidit mürbe jenem jornigen ©chriftfleÃer bie ©efchichte wenig gefaÃen, luenn er fte läfe. Jn ber VotauSfeljung, baà biefer SJfann überhaupt ben â©regoriuSboten" nicht Uefi, braudie id) wohl aud) nid)t ben beiuei-j anjutreten, baà bie ä)jufit (aud) bic weltlidhe), loenn fie in ber red)ten Seife betrieben toitb, gerabeju uerebelnb auf ben ü}?enfd)en einujirft! UebrigenS ifl folchen ©^reihälfen in bet 9Jegcl fehr fdhwer beijufommcn; benn, toenn il)nen eine Gntgegnnng nicht in ben Kram paÃt, fo finb fte fo fd)lau, ftd) âtobt" JU fieüen, wie ein verfolgter Käfer, ber fiel) auf ben küdfeu legt unb bie beine einjieht. ©chönen.
Ã^ifdjicbeucö.
ärtVtC ?luf|Jlclintrt. Johann, ber SluSläufer eitter ü)htfifalien=Seihanftatt hat ein '^3acfet JJJufifalien einem neuen Slboituenteu ju überbringen. ''Jiad)bein e§ in Empfang ge: nommen ifl, bleibt Johann rtthig wartenb bafiehn'unb"tra"^t ftdh hiuterm Ohr- âSJun, waS haben ©ie nodh ?" fragt enb^ lid) bet Gmpfänger. âJa, ."ijerr X., wenn mich mein :petr nun aber fragt: Johann, waS für ein Dtinfgelb hat ber tteue Slbonnent btt gegeben? waS wünfd)cn ©ie, baà idh ^ann antworte?"
®cr folrtfltmc ^'Vll^. Der fleine ©ohn beS a)hifif: bircftorS -t. mad)te prä^tige govtfdhiilte in ber Ã)htfif, beflo bürftiger aber ioaren feine Seiftungen auf bem ©i)utnafium. GiueS DJorgcuS hatte 5ti(} eine Slrbcit im ©ticd)ifd)en jurüdt» erhalten, bie fehr fd)lcd)t auSgefaÃen tuat. DJittagS bei Difd) fragt ihn bie Dante: âShtn, gti^, wie viel geh'let haft bu heute wieber in Deiner Slrbcit gehabt?" â gti(j (nad) einigem befinnen}: â''|>apa hatS un verboten, bei Difdh ju fprechen!" â
Die Wcnnjicvlc. Slls bet am Juli bfs. j. Vetflotbene berühmte Donfüuftler gronj SiSjl einfl feinen greunb bülow in ^JJleiniugcn befugte, trat Solff, bet rührige GDncett--2lgent in'S 3iiU"ier. â©iehji bu (meinte SiSjt JU bülow) baS ifl ber groÃe 9){enagcviebefi^er, bet Gltd) Söwen aÃe in feinem Käfig hat. ."ijabe" i^ nid)t 9icdht mit meinem Vergleid), mein lieber Solff?" â âVoÃfommen (etmiebetle ber) nur mit bem fleinen Untetfd)iebe, baà bie Söwen mid) füttern unb nicht id) bie Söioen." â |
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Neuer Yerlag der Jos. Kösersclien Biicliliaiidluiig in Kemtpeii
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Aelteste Geschichte des Breviergebetes wShfng'
des kirchlichen Stundengebetes bis in das fünfte Jahrhundert. Nach den Quellen kritisch bearbeitet von Dr. Franz Xaver Pleithner, Professor am kgl. Lyceum zu Preising. 8°. 320 S. Preis broch. M. 4.20.
In obigem Werke bietet der gelehrte Verfasser eine vollständige, durch gründliches Studium und gewissenhafte Ausbeute der Quellen sich auszeichnende Geschichte des ältesten canonischen Gebetsdienstes, eine Arbeit nicht nur von hohem wissenschaftlichem Werthe, wie sie in dieser Vollständigkeit bisher in der theologischen Literatur gefehlt hat, sondern auch so recht geeignet, den erhabenen und segensreichen Dienst des Broviergebetes dem Glems noch verehrungswürdiger und theurer zu machen.
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iTXtJlIIà »TttööClJlUl, zur Heilung der Krankheiten und Erhaltung der
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Katholische Kinder-Bibliothek. IJSSf rT. Ba,"S;
Der bl. Bischof Nikolaus, ^er Hebe Kinderfreund. Don Kindern erzählt von Max Ilölzl, Priester der Diöcese Brixon. IG". 02 S. Preis steif broch. und beschnitten 25 Pfg., geb. in Halbleinwand 45 Pfg., in Ganzleinwand mit Goldtitel 75 Pfg.
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S)0ttauiuiivtrjcv ^dtrjoafifjc j^alcitdcr füv 1887.
®ir empfehlen hiermit bic in unferem SScrIagc crid)einenben, nnd)ftehenb oerjeid)ncten
Dj)uauuiöi1l)er katl)oIifd)cii lalcubcr fiii' 1887
«uSj bitten herjlid; uiu utöglidjft grofjc iücrbrcitiittg.
ajlottifasftalcuöcr. XI. jahrg. 1887. Siat einem fehr gut aufgeführten far= bigen Ditelbilb unb oieleu jüuftrationen. 2)iit 2)Jürfl=5ierjeidhnif? unb SÃanb-- falenber, Duartformat. ^rei§ 50 ']3fg.
Sllciucr $icttftb0tcu5.ualcilbcr. IX. jahrgang 1887. aiat üielen Ãlbbitbungcn.
Dafchenformat. ^^reiä 20 '|Jfg. SlillbcrsilaJcubcr. IX. jahrg. 1887. a)(it üielen 53ilbern. ^^leinfteä 2:afd}en= fortnat '^JreiS ungebunben -20 'ipfg; in i'einm. gcb. 50 'â¢^^fg.
Ãat^Olift^cr Ãcl)rcr=«a(cni)cr. VIII. jahrg. 1887. 8" in ecintoanb gebunben 9)Z. 1.â.
l^tcbcrvcrfmufertt f;o()cr "glaÃatt.
SeftcHungcu nimmt jcbc iÃiidjhÃtiblunn, jcbcr öudjDilt&cr, t^oftOotc n. f. to. fototc bic unterjeichnetc gScrlagShanblung entgegen.
®0UttUlli0r(h, 1880. Hod)ad)tung80oll
©itrfjfjnttïKnun Ã. 5(iicv. |
"^Ici^ttat^ts-jl^uffu^rttngcn
mit (cbcnöcn IBilömi, bic burd] jnt)!- rcid)c 9tnffü[)run(jen in mehr n[§ 300 Stäbten rü[)mlid))'t befannten
9)? tt (l c r 'fehen
Op. 5 2Bcirjiiiirf)t§=£vntoviuin nnb Op. 7, ^vciföninc für flcittifdjtcu Gltor; Op. 10, 2öcif)nn(ht§fcicv für fflJänttcrdjor.
Sic 6Ia0icrnu3äü'gc|tönncn burd) nttc 33nd)[)nnb(unöcn, tote and) oon bcr 2ScrIon§0anblnng bireft nnf 8 Sage jur Siuftd)! bejogeu tocrben.
IXXXXXXXXXIXXXXXXXXXI
^l^it bcm 23eginnc bcr lältcren 3ahrc§jcit rüftcn ftd) and) bic tat[)oIifd)en ©cfcllcn- jünfllittjii^= jc.iücrcinc ju 2[)cntcranfführnngcn im engeren Ãretfc. 91IS oorjüglid) geeignet ju ioId)eit 9lnfführungcn briitgcn loir baS in unfcrcm SÃcringc crid)iencnc Srnnta bc3 hotl)' luürbigcit öcrrn Pfarrer ©roctcfcu
Des S'icgcrs öEiujug.
3)rnmntifri)c5 Spiel fiir bic hciliflf Scihliadltöjcit. löHerrcn-iRoUcn. «Prei'5 80 ^fq., ^tnfif baju (oon griebr. Ãoenen) â iDinrt 2,00. fotoic beffen reijcnbc Sujlfpictc:
â JuJtnöcr ber '^o^i-
(10 .Hcrrcn.afünen.) ^reiö 1.00 in Grinnerung. â Sic G)ri3tcfcn'fd)en Srantcn erfreuen f'd), ihrer bramatifd) bc» lebten .'ganblnng unb eblen eprad)c loegen, bc3 nllgemeinfteit Scifallä.
3?ei Gelegenheit patriotifd)er OJcbcnf' tage 3c. loirb jur Stnffnhrung empfohlen:
Uiibülf Ãclirlr. ^cr S^ntttfifircitr» .^ilciiicö, itricnöbilb iu einem ^^InfjUÃC.
(10 H^rcn-iHollcn.) <)3reiä GO ^)3fg, (7 Gsempl. aj. 2.40.)
fl^ ^luf 28un)d) fenben mir gerne ein Gi-emplar obiger 'â¢Bcrfdjcn jur 9(nfirt)t.
Gilbert 3acobi & (£0. in :Anri)Cii. 5à c r II a r ö ö
^efanpici^obc.
ikflcg uttb billigflcs inprulUiuco yd)!'- bud) ft'tr beu (>5efauguittcrrid}t. ^Ãreisj GO ifÃf. nad) aufjen hin unter Ãreujbanb 70 *l3fg. «(Dert jrtcoDi & (?o. in «Indjcit.
2(. 9!)ïnicv'3 Sird)enmujttiicr(ag in SulDci empfiehlt ju |
Seranttoortlidjer Dfebatteur 38. Sd)i5nen iu Dbcrbilf. â Srucf unb 5Ãcrlag bon 9tlbcrt jacobi & Go. in ïladjcn.
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^cscmûcv 1886.
für 6afÃofifrf;e ^irr^enfanger.
®ratiô=S3d(flgc imii â®rcgorntö=5Bïntt", £)roau für M\)dl\\ä}t tirt^cnumP»
â©orge, bo§ bit mit bem Ãerjen fllaubjî, loa« bu mit bem iDîunbe Tingll, uitb in iîUetlju
bel^ätiüfi, ioa§ bu mit bem Ãerjen gloubft." Eoncil in (Eatt^ago b, 3. 398.
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Ãü\)it\}tm,
^ ' 3îad) e. u, Sdjcuf.
Jrn jetter y{ûd)t, bie tnit betn Sag,') ^ Dein etrigen, bie 2öelt erfüllt, ®o nod) in SBinbeln gefüllt, 3u 23ell)lehein ber ©ottmenf^ tag, Da lainen, gerufen Oom Gloria Des enget G^orS, auS Sffialb unb getb Die Ãirten jur .^eilanbSioiege 2) Ijeran. été fah'n fie munberbar erhellt: ©ie fc^auteu, glaubten unb beteten an. Uub als bie ©onne nieber fab,^) Da brad)ten ber Steinen,"') bie gebar. Die frommen Seute grüc^te, Dauben Unb anbere lanblic^e ©abeu bar. Gin armer tnabe toar babei. Gin elternlofer auS Bethlehem; Der hatte yJidhtS Oon alle beut, Gr hatte Siebe nur unb ©lauben. Um felbige bo^ aud) ju meihen, ©pielt er ber iDîaib, bem höh»-'» ") Dem mürbigeu 'iJfleger, treu gefinnt, Sluf feiner ©chalmei anbäd)tige ffleifen. ©0 fam er an jeglichem Sage toieber Unb fpielt' ein ©lücfthen auf bem 9îohr Der heiligen gamilie oor. GS mareti feine fd)lichten Sieber, GS toaren feine befcheib'uen ©itlen 8u oHer ©lunbe mohlgelitten.
Doch eines SageS, als er fam Unb fidh beut Orte nahte, oernahm Gr eiu ©eräufdh üon tuethten unb 9ioffeu, ©ah fte gejiert mit 'â¢IJradhfgcmanDen Unb reidE)en ©toffeu auS ÃJforgenlanbett, |
Unb üor bem tinbe brei aJiduner«) fnie'n, 83on purpurrothen Salaren umfloffen ; Die brachten hnlbigeub SJubiu, ©olb, Stäu^ermerf' unb aji^rrhe bar. Gr nahm bie Dinge ftaunenb mahr, $ielt fd)üchtern unb befd^eibentlidh ©idh in ber gern' nnb fd^eute ftdh Sn bie glanjerfüllte §ütte ju geh'u. Slllein bie Ã){utter unfereS §errn ©ie blicfte hinaus burdh baS ©ebränge 2Jfit ihrem hcHen Slugenfieru Uub fah beu armen tnaben Peh'n. Da fd)ritt fte mitten burch bie 2)îenge â ©ie lüi^eu all' ehrfürd)tiglidh â Dem tnaben ju uub fpradh, bie §olbe: âtomm both heron! toaS fdheuP Du Didh? Die Siebe nur oerleiht beut ©olbe. Das uns ber gürpen Slnbacht beut,») Den mahren SBerth. Die hap au^ Du; Drum fpicle, mie Du ppegp, audh ^eut' Ohn' aHe gurcht! 2Bir hören ju."
©ofort ber tnabe mit feiner ©chalmei, ©ef^irmt üor allem ©chimpf unb ©pott 33on ©anft 93?arien, er tritt herbei Unb mupciret franf unb frei. Das gep melobifd) ju üerfdhöuen. Die ffönige pimmen uidtenb bei; GS lächclt felbp ber fiubliche ©ott WuS feiner 2Ã{ege ben frennblidhen Sönen.
lürtufieitte.
"vTil
Der §anb einer reidhen grau eutpel cinp ein Diamaut ÃOU hohem Serthe unb gerieth, ach! nnter getDöhultdheJtiefelï Peine!
â©ich' bodh," liefen bte Peiuernen ©rüber, âber Braplier ijt hier!" â âSUfo bid) ücrgötteru bie 2){enf^en um biefer guufelei mtHenl" riefen Slnbere. â
âBJie flein, mie unanfehuUch!" meinten bie Dritten. â âGi, fag unS bodh (hob ein Bierler an), maS ip eS benn eigenllidh, baS bie ajjeuf^en fo fehr au Dir beiounberu? |
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2)ic f)l. Ch tiftnad)t, bic âun3 ben Ijetlftcu lag ge< bradht"; ') bte Ãrippc; ') bei Sageô Stubrud); ') ffiarin; ') ffiaria; «) 3efuûtinb; 0 ber hl. SSofcph; |
") Sic SScifcn auS bent Worgcnlanbe; ") bietet. â 2)a3 lieblid)c ,®cbid)t entnahmen luir ber trefftid)en @ebid)tfamntlung âïïlumcn unb grüd)lc'- oon ö. gr. ®aumcr. |
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©röÃer finb »ir ja bcd^ nnb ganj gmtà auä) nüglicber ol§ Du!"
,,3reunbe, (pfterte ber ftro^tenbe ©belftein) waê bie §ulb ber äÃenfiien mir erwirbt, ift mir nicbt funb, aber idh bränge mtdh ihnen nidht an jebem Sege auf unb gtänje nur bann, wenn idh, t^on tunbiger §anb gefdhliffen, glänjen muà â fonfi aber ift mein Slufenthalt oerborgen: i^ laffe nur oon bem ernftlidh Sudhenben mtdh finben!"
Ein foldher ©beljietn iji unfer ©regorianifdher Choral. (Seine ÃJJelobieen erfchienen unfern frommen Sorfahreu fo unoergleicblidh, baà fte fein Sebenfen trugen, fie ber Eingebung ®otte§ jujuf(hreiben. fann in ber Dh^t audh nicht be^ jmeifelt werben, baà biefelben beffer ju ben Sorten beS hl. iefteS paffen, als bte gepriefenften mehrftimmigen Compo^ fitionen. Sieber Sefer, wer hat ein fchonereS Tantum ergo componirt ober Dies irae ober Veni sancte Spiritus, als baS fdhlidhte Choralbu^) eS aufweift? Ser möchte ftch anheifdhig madhen, ben Introitus auS ber britten SeihnadhtSmeffe Puer natus est nobis mehrftitnmig fo ju componiren, baà bte ajielobte ber ©regorianifdhen an Sdhön= heit au^ nur annähernb gleidhfommt? Jn ber 2:hat, bie Ehoralïïïïelobieen brüdCen redht eigentlidh bie ©ebanteu unb ©efühle unferer hl- kirdhe auS. Sie ftnb barum audh bem gläubigen Solfe Oerfiänblidher unb bewegen bie Seelen ernfter unb heiliger.
Es ifi nun aber flar, baà "ein mittelmäÃiges ©efangftüdt bei gutem Sortrage immer nodh mehr befriebigt, als baS befie ©efangftüdt, weldheS bem Sänger über ben ^orijont geht. Darum fattn man nt(ht genug Sorgfalt barauf Oerwenben, baà bie GhoralfiudCe richtig uub fdhön aus- geführt werben. Senn ber Ebelftein glänjen foll in feiner ganjen ^radht, fo ift eS nöthig, baà er oon funbiger §anb gefdhliffen werbe. Deshalb haben toir wieberholt betont unb thun eS audh heute wieber: ES muà auf unfern ©efangdhören bahin geftrebt werben, baà ber gute Sortrag beS Chorals nidht mehr bie Sa^e beS ÃufällS, fonbern ein ftchereS bewuÃtes Können fei! ES fcheint tnir audh nicht eintnal fing jn fein, in fpäteren ©efangftunben hunbert SJJol an benfelben Schwierigfeiten fidh abjumühen unb fie nie recht ju überwinben, ftatt in einem naturgemäÃen Sorfiubiutn eine gertigfeit ju ertoerben, bte bie Schwierig; feiten wie im gluge überwinbet.
Einer meiner greunbe, ber (unter unS gefagt) eine fehr feine 9Zafe hat unb babei fehr gern fritifirt, hat ftch feht groÃmüthig gejeigt bei feiner Seurtheilung meines legten SluffageS. Er ifi burchauS meiner Slnficht, baà bie Chöre baS âSom^Slatt^Singen" lernen müffen. ïïudh meint er, baà ftch ein hübfcheS Siefultat erjielen laffe, wenn bic Sänger ben rechten Eifer hätten, unb ber Dirigent bie Sa^e recht praftifdh unb möglichft wenig pebantifdh anfaffe. Sluch meint er, baà bie' oon tnir oorgefdhlagene ü)Zethobe jur Erlernung ber SlnfangSgrünbe itn Choral fo ganj âbumtn" nidht fei. Slber (fragte er boShaft fchmunjelnb) was fotl ber Dirigent benn nun beginnen, ttjenn oon Ãeit JU 3eit neue SKitglteber in ben ©efangchor aufgenotnmen werben? gängt ber geplogte ïlïufifbireftor bann immer toieber oon oorn an, ober läÃt er bie neuen ÃJHtgtieber einfa^ âItnfS liegen", fo baà fte oon ben ©eübteren fietS in'S Schlepptau genotnmen werben müffen? |
greilich, ber Einwurf ifi auch uii^t fo âbumtn"! SaS ifi ba JU antworten, lieber Sefer? ^i) benfe, baà fein Chor ftdh äu f^ämen braudht, wenn er baS Serfahren ber burdh ihren Choralgefang fo hochberühmten Senebiftiner nadhahmt, um bie gebachte Sdhtoierigfett ju überwinben. Der Chor tritt nämlidh bei ben ^atreS in EmauS fowoht wie in ÃÃZarebfouS in jwet Stbtheilungen auf: bie eine (gröÃere) Slbtheilung fingt nur mit bei bem fog. Ordinarium Missae (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus). Um biefe gut mit= fingen ju lernen, bebarf eS eben nicht fehr langer Untet= weifung, Die anbere (fletnere) Slbtheilung bagegen, mit betn Sorfänger an ber (Spige, ftngt bie it?edhfelnben ©efänge öeS §D^amteS Introitus, Graduale, Offertorium unb Communio. Die 5DHtgtieber biefer '^Ibtheilung haben eine umfaffenbe Sorbitbun g genoffen unb fegen ihreUebungen unabtäfjlg fort. Sie ftnb barum im Stanbe, bie reichen Jubelmelobteen eincS Graduale ober Offertorium in einer bewnnber.tngSwürbigen Seife ju fingen, baà Jeber, ber fie gehört bat, beS 9ïühmenS fein Enbe weiÃ.
Jft euer ©efang^or nun Oom redhten ©eifle befeelt, lieber Sefer, fo wirb er mit einer ähnlichen Dheilung behufS einer guten SluSführung beS ChorotgefangeS fleh getoià gern etnoerfianben erflären. Der §err Dirigent fucht alfo bte befien Sänger heraus unb übt mit ihnen jietS bie wedhfetnben ©efänge, Introitus, Graduale zc. Jeber firebfatne Sänger bec anberen gröÃeren Slbthcilung wirb natürlich feine aJZühe fcheuen, utn btefetn Elite^Chor balbigfi eingereiht ju lücrbcn. Der Dirigent aber ifl ber unbanfbaren Slrbeit enthobeit, baà er bei jebem Sechfei im Sänger^'lierfonal immer wieber mit bem ganjen Chore fo ju fagen oon Oorn anfangen muÃ; baS würbe auf bte Dauer nicht nur ben Dirigenten überbrüft'tg tna^en, fonbern au^ ganj geeignet fein, ben fortgefchrittenen Sängern ihr Slmt grünb'lich ju oerleiben. Unb nun weiter: baS Ordinarium Missae (Kyrie, Gloria etc.) ftngt ber ganje Chor; baà biefer üheil beS Gfaduale bei einiger Dreffficherheit ber einjelnen Sänger feine befonberen S^wierigfeiten bietet, braudhe ich bem Sefer nicht erft ju fagen. Diefe Dheile fehren ja immer wieber unb für ben ,2lnfang geht tnan ni(ht eher ju einer neuen Missa über, bis bte oorhergehenbe gut eingeübt iji. Sobatb ber Chor foioeit fortgefchritten ifi, baà eine SluSwahl getroffen werben ïann unter ben oerfihiebcncn ChDrattnef]en, toirb ber §err Dirigent felbftrebcnb jebeSmal biejenige wählen, bie gerabe auf baS etnfaOenbc geft ober ben betreffenben Sonntag paÃt.
Damit ber geneigte Sefer mid) aber nid)t miÃoerftehe, erinnere ich auSbrüdlid) baratt, baà auch boS Ordinarium (Kyrie etc.) einen Dheil jeneS herrlichen Choral=Ebel= ft eines bilbet; barum muà auch ber groÃe ChoraUChor fidh auf baS âSchleifen" oertegen, bamit ber re^te ©lanj jum Sorfd)etn fomme. Daju gehört aber nicht nur, baà bie einjelnen Jntcroatle (üföne) richtig getroffen werben, fonbern bie Sänger müffen aud) einen frönen, guten ©efangSton bilben lernen. Der ©efangSton muà wohl= flingenb b. h- »oll unb babei boch liebti^ unb ebet fein. Ã)Jag einer nodh fo gut treffen, ift aber bie Jotibilbung fehr mangelhaft, fingt er ungcbitbct unb rauh, fo fann Oon einem guten ©efangc obfotut_ nid)t bie 9iebe fein. Slm teichteften wirb ber Dirigent bei ber ïonbilbung jum Ãicle fotnmen, wenn er bie redhte SorfteUung cIneS fchönen DoneS in ben Sängern burd) fd)öneS Sorfingen bewirft, DaS fchöne Sorfingen hilft bei aufmerffamen Sängern mehr, als eine itoch fo cingehenbe Erörterung über bie Sebingungen ju einem guten, fchönen Done. Doch über biefen "|5unft toerben toir nä^PenS unS etwaS auSführtidher auSfpredhen.
Jdh mö^te für heute no^ eine Semerfung machen, ble |
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fpejtelï an bie §tn. ûDiïigenten gerichtet ifi : 2Benn i^ in ben bisherigen Sluffä^en be§ ®ïegDrin§=33oten hie unb ba mit einem Votfdbiage hetongefommen bin, fo rnoUte idb bamit nid)t etraa fagen, ber §err Direîtor müffe nun SlüeS bei ©eite merfen unb ben borfchlag fofort jut SiuSführung bringen. 2öet eine folche Slnffaffnng hegte, mürbe mir refp. meiner ©chreiberei Unre^t thun. §egte ich fo^e Slbfidhten, fo mürbe ich manchem ®ireflor fein bornenüoQeS Simt erfchmeren, anfîatt e§ ju er= Ieid)tern; baS mürbe ober oudh eine gute portion AnmaÃung öerrathen, unb bie chrifiliche Klugheit hätte mahrlidh nidhtS bobei JU thun. 2Ber midh 'einigermoÃen fennt, ber mei§, bog idh mich nidht gern âfdhuïmeijîern" loffe; ober mohl bin idh ^er Slnfidht, boà ich unb mir SlQe Sog für log ju lernen haben: nicht »ie ©chulbuben, fonbern olS gereifte !D?änner, feflholtenb an bem Sorte beS VölferopoflelS : â'I3rüfet 2llleS; »oS gut ifl, beholtet!" (1 îhefî-5,21.) Sin anberer ©teile mohnt ber Slpoflel mieber: âüDünfet euch felbft nicht fing!" (9löm. 12, 16.) Unb ber heil. Johannes Ghr^foflomuS bemeifl unS, »ie noth»enbig bie ©elehrigfeit fei, um gut ju hanbeln, ouS bem S3eifpiele beS groÃen SfîofeS. Diefer betrot mit fedhShunberttonfenb Hebräern bie orabifdhe Süfte, um boS gelobte Sonb ju erreichen. Do er ber gührer beS VolfeS mor, fo mar er oudh fein giichter: er allein fchlidhtete bie ©treitigfeiten, melche unter ber groÃen 9)K'nge entflonben. SUS biefeS fein ©^»iegers üater Jethro, ein fonft ungebilbeter û}îann, foh, tobelte er ihn unb _gob ihm ben 9iath, no^ anbere a)Mnner ouSju: Ȋhlen, bie ihn im Slichtcromte unterftü^en foöten. Ã)îofeS ober hörte biefen 9îath nicht nur an, fonbern führte ihn auch fofort ouS, inbem er nod) anbere 9îid)ter »wählte, bie mit ihm bie Gntfchcibungen treffen foQten. â DorouS jieht ber heil- Johannes Ehr^foflomuS ben ©d)lnÃ, »ie fehr mir SlUe gc-- lehrig feiu unb frcmben 9îath bereitmillig anhören foQen; benn (fogt er) eS gebe feine audh noch fo hoch geflellte '^ierfon unb Ȋre fie ein jmeiter HiofeS, »elcl)e boS eine ober anbere nid)t ȟÃte, obwohl eS einer geringeren '^3erfon befonnt fei.
Dorum nod) eininol: ®3 liegt ber 9leboftion nichts ferner, olS üom hohen Dlijmp herab ju orofeln. Serben Vorfchläge gemad)f, fo möge man fie auf ihren Serth prüfen! Der â®rcgoriuS:S3ote" ober mirb auch im nächflen Johre fortfohren, unfere modfercn Ghöre ju ernnniteru, 'boà fie ihren heiligen Dienfl jnr (Shre beS ^errn uub jur (£r= bouung ber ©läubigen unb bomit ju ihrem eigenen uncr= mcÃlichen Vortheil üerfehen! ©d)önen.
£itni'0tfri)f ïtntei'ljnltun0Cîu
5Ãon 21. Vrunô, Sitar in Gilenborf.
(gortfetjung).
©. Senn boS gefl, melcheS »ir om 29. Juni feiern, gonj befonberS ben hl- 'Ã}3etru8 im Sluge hat unb unferem ©louben on feinen .^irtenüorrong 9?cchnung trogen fofl, fo meià idh nidht recht, »orum ber hl '^3etruS bie geier biefeS DogeS mit bem hl- 'â¢P^uluS theilt. Konnft bu 2luffd)luà borüber geben? |
SI. Sin ein? Dheilung in ben ©inne, baà febem ber beiben Slpojiel nur bie halbe geier gelte, ift gor nidht ju benfen. Jebem üon beiben gilt bie gonje geier mit ber gonjen 'IJrodhtentfoUung, meldhe biefem Doge eigen ip. Daà p^ ober boS geP beS hl- ^ouluS mit bem beS hl- ^etruS üerbunben pnbet, fommt boher, boà eS bie geier threS glorreidhen DobeS ip. Slm 29. Juni beS JahreS 67, olS ber hl- ^^JetruS unter bem groufomen Kaifer 9iero ben Dob beS KreujeS porb, pel boS ^oupt beS hl- -PauluS burd) boS ©chwert beS §enferS. Seil nun beibe SlpoPel on bemfelben Doge für Gh^^tj^uS in ben Dob gingen unb bie Krone ber §errlidhfeit erlangten, fo »itb ihnen ou^ on bemfelben Doge biefeS gep gefeiert, meldheS ber (ätinnerung on ihren tuhmüollen iDJartertob gemibmet ip.
©. Soher nimmp bu benn ben S3emeiS bofür, boà biefeS gep unb fein hoher 9ïang mehr bem hl- 'IJetruS olS bem hl. ^auluS gilt?
SI. Sin erper ©teile, habe idh flefogt, gilt biefeS geP bem hl. ^etruS. DoS geht fchon junä^fl toouS hetüor, boà bei bet Sejei^nung biefeS gePeS bet hl- ^ctruS juetfl genonnt »itb. ®S heiÃt: festum sanctorum apostolorum Petri et Pauli â gep ber hl. SlpoPel ^ÃetruS unb ^^JouluS. â SluÃetbem jeigen aber auch bie ©ebete unb Sefungen, meldhe pch in ben fird)li^en Dagjeiten biefeS gePeS pnben, boà gonj befonberS ouf ben hl. l^etruS unb feine bebeutung für bie Kirdhe ©otteS bebaut genommen ip.
©. Den Vorzügen unb VetbienPen beS 1)1. ^ouluS »itb olfo on biefem Doge nidht üoUpänbig JRedhnung ge= trogen. Sirb biefeS ülelleid)t ouf onbere Seife mieber ouSs geglid)en ?
* 21. Jawohl, burd) ein befonbereS gcP, weldheS bem hl. SlpoPel banluS gefeiert wirb. Du pubejl eS iu betnen 6hDtbüd)ern auf ben 30. Juni ücrjeichnet unter bem Ditel: Commemoratio sancti Pauli apostoli â ©ebädhtuiÃ= feiet beS hl. 2lpüPelS "l^oulnS. Die fird)lid)cn Dogjeiten biefeS gePeS bringen nnS inSbefonbere bie gnabcuüolie berufung unb fegen8teid)e Sitffomfeit bcS hl- i^auluS in Erinnerung uub flellen unS fo biefeS gep alS eine Etgänjung beS üor= oufgehenben geiertogeS bat. ©o bient bie Vertnüpfung biefer beiben gepe boju, unS Jtidht bloà ben glotreidhen Dob biefer beiben Slpopel üor Slugen ju fül)ten, fonbern uuS oudh Jur geier ihreS tugenbreidheu uub oetbienpiid)en SebenS ein= juloben.
©. Jch wor bet Dïeinung, ber 30. Juni fei ein Dog ber Dfloüe geu5cfen. JP bem nicht fo?
SI. Dod) wohl. ES tourbe fa f^on barouf oufmerffom gemodit, boà boS gep bet hl. Slpopel 'â¢JjetruS uttb ^|3auluS mit einer Oftoüe üerbunben fei. Slber biefe Oftoüe läÃt nebenbei auch nod) bie geier anbetet gepe ju. Sirb nun innerhalb einet Ãttoüe noch ein onDereS geP gefeiert, fo fonn bie Oftope nur boburd) jur ©eltung fommen, boà fie comtnemoritt mirb. DieS trifp ober hier oudh nidht üoll= pänbig ju.
©. SoS Peht benn hinbetttb im Sege?
SI. DiefeS gep beS hl- IJauluS felbp. Eine Eomme= morotion bcS gePeS '"IJeter unb "^30111 würbe ben hl- '|>ouluS jweimol jum ©egenPonbe ber geier madhen: eS gilt ihm io boS gcP felbp unb eS mürbe ihm nun mieberum bie Gommemo: rotion gelten. Diefe .^äufung üerhinbcrt bie Kirdhe baburch, boà pe on einem gepe bcS 1)1- "^^ouluS nur eine Conime- morjvtio sancti Petri jttläÃt. ,
©. Sind) fchon onÃetholb biefer Oftoüe habe id) an einem gePe beS hl- i^oulnS eine Commemoratio sancti Petri eingliebern müffen. Sie üerhölt eS Pch bomit?
31. ES ip, weil biefe beiben Slpopel in einer fo engen Vetbinbung gebadht metben, überhaupt 9ïegel, boà an einem gepe beS hl- 13atituS eine Commemoratio sancti Petri, |
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unb an einem gefïe be§ ^elruS, eine Commemoratio sancti Pauli potffinbet.
®a§ merbe i(i) mir gut merïen, meil e§ mir aüjeit ouffatlenb gemefen ifi. 216er noch auffatienber habe idh e§ gefunben, ba§ am gefie ^eter unb $aul audh eine Comme- moratio omnium sanctorum Apostolorum oorlam. 2Ãie berhält e§ fidh bodh bamit?
31. 3d) beute, ba§ bu biefe lateinifdhen 2Ãorte richtig oerflanben haft; fie heiÃen: Commemoration aller hl. Slpoftel. 2ln bem genonnten gefte foU olfo auch aüer übrigen Slpoftel gebodht merben, beren gefi im Saufe be§ ^ah/eS gefeiert mirb. Damit bu biefe Commemorotion ri^tig mürbigeu lernft, modhe idh bidh barauf oufmerlfam, boà früher olle Slpofielfefie ge= botene geiertoge moren, je^t aber au§ Dem bürgerlichen Seben, fo JU fagen, oerfdhmunben finb. SÃenn nun auch ba§ oor= gef(|riebene ^forrhodhomt nodh an bie frühere geier biefer Doge erinnert, fo ift boburdh für bie Slbfdhoffung Jener geier= tage boch n®^ tein ouSreidhenber ©rfo^ geboten. Diefen fdieint un§ bie fiirche boburch bieten ju mollen, boà fie un§ om gefie ber h- Slpoftel $etru§ unb '|5aulu§ jugleidh bte ®ebäd)t= niÃfeter oller ht- Slpoftel begehen läÃt. Dobur^ erholten fte aHe einen geroiffen Slntheil on ber befonberen geier, roeide ben beiben ipoftelfürften oeronftoltet mirb. Diefe ©ebädhtniÃfeier ber übrigen Slpoftel gibt nun ben ©runb bofür ob, boà ihrer an biefem hohen geiertoge in einer befonberen Commemoration gebadht mirb.
<3. 2Borau§ geht e§ benn herbor, boà bieS fo oufju= jufaffen ift?
Sl. Da§ geht herÃor ou§ einer päppiidien Beftimmung, in meldher bie gefiorbnung in unfern DiiScefen näher ge= regelt mirb. Diefelbe ifi oon ÃlemenS XIV. ouSgegongen unb bei fpöteren Berorbnungen immer roieber ju ©runbe gelegt morben. Darin heiÃt e§: â955ir mollen unb gebieten, boà om 29. Suni, auÃer ber befonberen geier ber hl- Slpoftel ^etruS unb ^$aulu§, audh ba§ Slnbenfen ber übrigen Slpoftel gefeiert merbe." Sluf biefe SBetfe foil oudh ben ormen Sonb= teuten, bie megen ihrer Slrbeiten on ben geften ber Slpoftel felbft bie tirdhe ni^t befugen fönnen, ©elegenheit geboten merben, menigfienS burdh eine einmalige gemeinfdhoftlidhe geter ba§ Slnbenfen aller Slpoftel ju ehren unb ju begehen. 53on jeljt an fonn e§ bir olfo nicht mehr unflor fein, töeÃ= halb jene commemoratio omnium sanctorum aposto- lorum am gefie $eter unb ^oul gemocht mirb.
<3. gmben ftdh bei ben Slpofielfürften ou^ nodh onbere Gigenthümlidhfeiten?
Sl. ^ä) min bidh nodh barouf aufmerffam madhen, boà fie olle burdh eine SSigilie eingeleitet merben. Die ü)?effe ber Bigilie roirb ober nur bonn genommen, wenn biefelbe nicht, burdh ein höf)ere§ gefi berbröngt wirb. Diefe Bigilie ifi, wie idh bir fdhon früher bemerft habe, ein Ãeidhen bofür, boà bie gefie ber Slpoftel fchon fehr olt finb. Slu^ ift biefelbe, olS bie bürgerli^e geier ber Slpofteltoge obfom, bepehen geblieben; nur ift ba§ gaft= nnb Slbftinenjgebot, inforoeit "e§ früher mit jeber Bigilie berbunben war, oudh aufgehoben worben. Doch meiÃt bu ouS Erfahrung, boà e§ für "bie Bigilie bon ^eter unb ^oul beftehen geblieben ift, roeil oudh biefeS geft felbfi in feiner gonjen geier oufrecht erholten mürbe.
S. Du haft gefogt, oQe ^pofteltoge mürben burdh eine Bigilie eingeleitet. "Sei einem gefte habe idh biefelbe oerqeb; lidh gefudht; bei bem gefte sanctorum Apostolorum Philippi et Jacobi, am 1. 2)?ai. SBie fommt boS?
Sl. Sdh muà meine SluSfage etwoS etufchränfen. Deicht |
bloà bem angeführten gefte, fonbern oudh bem gefie sancti Joannis apostoli et evangelistae geht feine Bigilie Ooron. GS gibt olfo jwei SluSnohmen oon ber 9îegel.
©. SBorouf beruht boS?
Sl. Bei bem gefte beS ht. S^hanneS, welches tu bie SBeihnodhlSfeierli^feiteu oerwoben ift, fann oon einer Bigilie feine Sîebe fein, weil eS fidh fehr hohen geiertogeu onfchlleÃt. Die Bigilie oou SBeihnadhten ift jugleidh audh als Borbereitung für bie gonje geftfeier oufjufoffeu, roeldhe olS gortfe^ung ber geier ber ©eburt beS^errn gilt; boS onDere geft ober, roeldheS bu genannt ^aft, fällt bur^roeg in bie öfterliche Ãeit. Diefe gonje Ãeit ober ift üorbereitet burdh bie üierjigtägige goftenjeit. Dies roirb roohl ber ©runb fein, roorum bie tirche in ber öfterlidjen Ãeit fein befonbereS gaften, toie eS mit ber Bigilie ber Slpoftelfefte üerbunben mar, üorfdhreiben rooQte unb barum oudh bie Bigilie felbft fallen lieÃ.
(Eiilnrimglkr faurdauililjeu îxkml
VIII.
Domus anrea, ora pro nobis. Su golbeucS $auS, bitt' für
uns:
§ier üergleicht bie tirdhe SJiorio nodh mit einem anbern Baue, mit einem, âgolbenen |)aufe." Die eroige âB3eiSheit", SefuS GhriftuS, (fogt bie ht- ©chrift) âhot fich ein $)OuS ge- bout unb hat fieben ©öulen ouSgehouen." DiefeS §auS ber göttli^en SBeiSheit ift Dïorio, bie feiige ©otteSmutter. ©ie mar ein âgolbeneS" |)auS, roeil fte mit ber göttlidhen Siebe gefchmüdft roor, beren ©innbilb boS ©olb roegen feineS aBerthes ift.
Foederis arca, ora pro 35u Slrche bcS 58nuiitS, bitt' nobi. für unS!
Der ht. tirdhenlehrer SlmbroftuS fd)reibt: â2ÃoS fofl id) unter ber BunbeSlobe üerftehen, olS bie ht- 3Jtorio? Die Slrdhe beS BunbeS trug nämlich in ih^em Innern bte ©e= fe^eStofcln beS DeftomenteS; Worio aber trug ben Grben biefeS DeftomenteS. ^ene fdhtoà boS ©efefe ein, biefe boS Goongelium. 3iene enthielt ©otteS ©timme, biefe boS âeroige 2öort'" beS BoterS. Die Strdie beS BunbeS ftrahlte üon Snnen unb üon StuÃen im ©lonje beS ©olbeS; 3)1 orio ober leudhtet üon ^nnen unb üon 2luÃen itn ©lonje ihrer 3nng= fräulichfeit. ^ene prangte in irbifchem, biefe in himmlifchem ©olbe."
BJie paffenb nnb fdhön ü)?orla eine Slrdhe beS BunbeS genonnt roirb, leudhtet unS ein, roenn roir ben Bau, ben Inhalt unb Ãroecf ber BunbeSarche, roeldhe ber ^uben |)eillgs (hum unb Ghrifti Borbilb enthielt, einen SlugenblicT betrachten. ©Ott felbft hatte bem ÃÃofeS boS SJJufter gejeigt, nodh bem fte gebaut roerben foÃte, unb ben ©toff unb bie Gin- rid)tung genau üorgefchrieben. ©ie mar gebout auS ©dhittimholj, roelcheS tu ber orobifdhen SBüfte wächst unb ftch burdh feine §ärte unb UnüerroeSlichfeit, toie burch feine BJeiÃe unb ©chönheit ouSjeidhnet. Bon Snnen unb SluÃen roor bie Sobe überjogen mit bem feinften ©olbe; ringS herum roor ein ilronj üon ©olb gejogen, unb on ben üier Gden toaren golbene 9tinge befeftigt. Ueber ber Sobe toor ber ©nobenihron beS Stllerhöchften, unb ju beiben ©eiten jwei mächtige Cherubim üon reinftem ©olbe, bte mit ihren gtügetn |
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ben ©nabent^ron bebetften. SJon bem Dh^one au6 mar jeboöa mtïffam unb gnabenveicb l^ätlg unb erlieà oon bort auâ feine göttlichen ?lu§fprüche an bie iîinber jfraelS, fpenbete feine ©naben unb erhörte bie ©ebete ber glehenben. â ®ie 53unbe§labe ift ba§ 33orbilb ajîoria'ê. Der <perr hat fie nad) bem ^ilbe, uath ber jöee gefchaffen, bie jh'" fo" gioigteit her Oorfdiioebte oon ber â©ebenebeiten unter ben Sffieibern." Sîeiuï unb mafelloê mar ber Seib ber feligflen jungfrau unb, miemohi fterbli^, boch nicht oermeSlich. jh^^e ©eele trat iu'ä Dafein mie âeine meiÃe Daube, ganj fdjon unb ohne Waîel." jnmitten ber 2Büf}e biefer SBelt, âinmitten ber Dornen mie eine Silie" mä^jt fie auf. Da>3 ©olb ber Siebe ©otteS, ber Heiligfeit, hat i^r ganjeS 2Befen Oou junen uub oon ?luÃen burchbrungen, gemeiht unb oertlärt. ©in oon golbener ©otteêliebe oerllärter ^îrauj ber fchönften Dugenben "fd)lingt fidh um biefe heilige tirdhe. âDie traft be3 SlHerhödjften überfdhattet fie" unb ooDbringt ba§ anbetungSmürbige SBunber ber aOîenfchmerbung be§ ©ohneS ©otte§. Ãnb feit biefer ge= benebelten ©tunbe umfdhmeben hinrnlifche ©eifler hul^iflenb biefe hl- ®rdhe, bie ba§ 3elt ©otte§ ifi, unb aOeS ^eil, aller ©egen, alle ©rhörung rührt her oon bem, beffen Dabernafel, beffen Slrche ÃÃJJaria ift!
Janna coeli, ora pro nol)is. îjjfortc I)e§ .^immclS, bitt' für
nud!
Der Himinel, ba§ 3iel unferer Söünfdhe, mar burch bic ©ünbe üerfd)loffen. âSlJaria ifi bic '^Jforte, burch melche ©ott JU un§ fam, bamit mit burch fie Ju ©ott fommen follten," fagt ber hl- 2luguftinu3. jh^ î3orbilb fah ber 'l^rophct (Sjcd)iel im ©eifte, ba er fpridht: âjch manbte midh l}i" äuà reu Pforte beS HeiliÃthu'nS, bie nadh ÃDîorgen fleht, unb fle eiDor ocrfchloffcn. Unb bcr .^crr fprach Ju mir: Dicfe ^J3forte wirb terfchloffen fein unb nidht geöffnet merben, unb ÃJicmanb mirb burd) fic hinburdhgehen, meil ber ®ott jfraclS bnrdh fie hinburdhgehen mirb."
Der ©Ott jfrael3 trat in biefe ffieU ein, au8 iungfräu= lidhcr ©eburt heroorgel)cnb unb ohne ber aJîutter jungfräu= Udhfcit JU ocrleÃcn. gür (5hri|iu3 ift ^Waria bie §immelô= Pforte JU une, unb für unS ift fie eS ju Ghriflo. jn biefe ^îforte geht hinein bcr unerfdhaffene ©ott; auS ihr heraus tritt bcr fleifchgcmorbcne ©ottmcnfdh- ^'"eiu begleiten jhn onbetenbe ©ngclfchaaren: bei feinem Heraustreten empfangen ihn bic hodhbeglüdttcn ©rbcnpilger als ihren ©ruber ! jcnfeitS ber 'â¢^Jforte trägt er ben (Srbball auf feiner H^nb: bicSfcitS Ucgt er als mcincnbeS ilinblcin im ©tallc ju Sycthlchem ! barum fei unS gcfcgnct, bu munberbare Pforte, burd) meldhe ber Himmel jur ®rbe fi^ niebergclaffen hat! Stella matutlna, ora pro 3)u îDîorfleuftcru, bitt' für unSl nobis.
Der aWorgcnftcrn leitet bcn Dog ein unb führt gleidhfam bie ©onne, bie fîônigin beS DageS, in ihre Herrfchaft ein, um Dann in ihrem ©ïanjc ju erblci^en, unter ihrem iîônigSî mantel fl^ ju oerbergen. Uîid)t anberS marb ülJaria'S Sluf= gang am firchlid)en Hi^'nel bie bcglüdcnbe ©otfd)aft Oom ^crf^minbcn ber geifiigen ^fadht unb ginfiernià unb Oon bcr balbigen Slnfunft beS frohen GrlöfungStageS burd) bcn 2luf: gang ber ©onne ber ©eredhtigfeit, jefu Gh^^iP'/ ^^^ fchnten SDîcffiaS. â
ju ben nun folgenbcn toier 2Inrufungen crf^eint ïïRaria alS^iDJutter^bcr ftr eiten bcn fi'irdhe: Salus Infirmorum, ora pro 3)u $cil bcr .ftrnufcn, bitt' für noWs. unSJ |
Sährenb feineS SebenS auf ©rben mar ber Heil<>nb baS Heil ber .^raufen; eine gehcimniÃoollc Jïraft ging Oon jhm aus unb heilte ^lOe, bic jhm nahe famen (SufaS 6,19). jc^t loirft er feine SBunber oft auf bie gürbitte ©einer feligficn Sputter, toie namentlid) bie ©efd)idhte unferer SBaUs fahrtSorte berocift. ÃJlaria ift alfo mirflich Heil bcr Jïranfen, ba jefuS unfere ©ebrenen auf ihre gürbitte heilt, um fte ju oerherrli^en oor ben Slugen- bcr aKenfd)en. Befiigiuni peccatorum, ora 2>u Suflmht bcr Sünbet, Bitt' pro noMs, für unSI
Sie ein SÃerbredher, ber beS HD<^öerrathS übermiefeu ift, fdhioerlidh ben 3)futh haben loirb, ftdh an ben bcleibigten gürfien feibcr ju menben, toährenb er boch nicht jaubert, bie gürfpradhe ber üJJutterbcS gürften anjuflehen: fo mag audh ber ©ünber ftd) oertrauenSooll an 3}ïaria locuben, menn er jaubert, oor ben bclcibigten ©rlöfer hinjutreten. H^l er itn ^irunbe beS Heinsens fi^ bie Siebe jur heiligen jungfrau bemahrt, hat er fte bei all feinen SBcrirrungeu befiänbig tjcrehrt, fo toirb fte ihm bie ©nabe einer aufridhtigen Söefchrung unb mahren S3uÃe erf[ehcn. Darum ift fte in Sahrheit âeine 3uflud)t ber ©ünber.
Cousolatrix^^afllictoram, ora 3)u ü^röftcrin bcr öetrübteu, pro uoMs. bitt' für uuSt
3u biefer 2lnrufung geben mir mieber einmal bcm chr= loürbigen ©ebeon o. b. Heibe baS 3Ãort. ©8 ifi eincS feiner fchönften iÃfarienUeber, baS toir hier folgen laffen:
©ei fiiüe, ftiDc, IDiein armeS Herj; ©' ifi ©OttcS Siae, Drag' beinen ©chmcrj! â ©r jählt bie ftiaen Dhrätien, ©r hiJït bein bangcS gleh'n, ©r ftiat bein heiÃeS ©ehuen, SäÃt bich nid)t untcrgeh'n! â
Du haft vertrauet Der yiiuttcr fein, Sluf fic gebauet Die Hoffnung bein; â Drum ficht fie bort am Dhrone Des ©otteS.-©ohn'S uub fpridht, Unb all' Dein Seib jur ihone Der ©cUgfcit fle flicht! â
O loanfc nimmer, SBcrjage nie; Serträue immer Unb fefi auf fie: ©ie bridht bie harten J?etten, ju bic bein ©^mcrj bidh jwängt, Unb toirb bich fiegrtid) retten. Daà bidh 'ein Seib mehr brängt! AuxiHum Chrlstianorura ora 2)u §Ulfe bcr ffhriftctt, bUt' pro uobis. für nnSl
Der 1)1. ']5apfi ^4>iuS V Ueà biefe Sorte iii bie Sitanet bcr ollcrfeligfien jungfrau aufnehmen, nad)bctn bie d)rifiUchcn ' Heeïe in ber berühmten ©d)ladht oon Sepauto (1571) bie : türfifche glotte tjernid)tct hatten, toaS betn otomanif^en iKei^c ^ einen ©toà oerfe(jte, oon bem eS ftd) nie mehr gänjUd) er» i holen foHtc. Diefer bcbeutungSooHe ©ieg über murbe an |
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bem STage erfochten, ba bte ©tabt Sîom unb ber ganje fat^olifcbe @rbïret§ t^re (Sebete jum Rimmel empotfanbten, baà ©Ott auf bte gürbitte ber feIigfîen®otte§niutter (Suropa oon ber ©eiÃel befreien ÅoQe, womit e§ burtb biefe Barbaren immer mieber beimgefud^t. mürbe. Dan! bem Sitten unb gieÃen jur â^ütfe ber Gbrifîen" trugen bte dt)rifttid)en ^eere unter ber gü^rung Don juan'ê oon Deftretd) einen glänjenben ©ieg baoon, unb ganj Europa fab fu^ »or einetn oer= müftenben Einfalle bema^rt, ber gemtà erfolgt märe, menn bie getnbe unfereS ©laubenS in jener ©d^lad^t nid)t unter= legen mären. ©dhönen.
tlod) dn
9Zapoleon I. hatte einfî als Srtgabe=®enerot bem genialen Eompontflen Gherubini (geboren juglorenj 1760) einige Setnerfungen über beffen 2Rufif getnadht unb haupt= fû(blldh baran getabelt, baà fte ju gelehrt unb nidht gut ftngbar fei. â ®aS hatte Eherubini fehr übel aufgenommen unb âfdhneibig" ermibert: â©eneralî ©dhlachten gewinnen, baS ift jht §anbwerf! Ãaffen ©te nun aber audh in bem meintgen gewähren, Oon bem ©ie ja nidhtS oerjlehen!"
Diefe âSeiehrung" fonnte ber h^^rfchgewaltige 9Jîann bem âftmplen" Slîufifer nadhmalS weber oergeffen nodh oer^ geben. DaS jeigte fidh befonberS bei folgenber ©elegenheit: SUS Sîapoleon erfter Eonful geworben war, ftanben ^aiftello unb SDîehûl als groÃe SJjeijler tu ber Wufif bei ihm in groÃer ©unft. SllS nun ^^Ãaiftello granfreidh oerlieÃ, warf 9?apoleon feine Slugen auf ©^ehül unb madhte ihm ben Slntrag, fein Kappellmeifter ju toerben. 2llle üBelt glaubte, 3Jîehûi werbe ben glänjenben Slntrag tnit beiben §änben ergreifen.
2Ãie erfîaunte aber DJapoleon, als 2)îehûl bie ihm ju= gebadhte Ehre ablehnte!
ââ9Zur unter Einer Sebtngung (fagte er, als i)Zapoleon ungeflüm in ihn brang' fann ich bte ©teile annehmen!"" âUnb biefe ijî?" unterbradh ihn ber erfte Eonful. ââSenn ©le mir erlauben, bie mir angebotene'©teile mit Eherubini ju theilen.""
â®ie? Eherubini? 9îennen ©ie mir biefen ÃJîenfdhen nidht", brauffe ÃJaprleon auf. âDer ijt ein nafeweifer ©e= feile, ben idh nicht leiben mag!"
ââEr ifl mahrfdheinlldh fo unglüdtlich gewefen (erwiberte üKehül ganj ruhig), fidh Jh^ SJiIÃfallen jujujiehen; aber bennodh bleibt er unfer Silier 9Jîeifler unb dufter in ber SOîufif! Ãnbem lebt er in bürftigen Serhältniffen! Er hat gamllie! Jdh wünfdhe fehr, ihn wieber burdh Jh^e ©unjl beglücft ju fehen!""
mieberhole Jhnen aber (rief îîapoleon), baà idh nidhtS mit ihm ju f^affen haben will!"
ââ^un, ©eneral ! (erroiberte 9)?ehül) fo wieberhole audh i dh in biefem gaQe meine beftimtnte 3Belgerung unb betheuere, baà 9îidhtS mich bewegen foÃ, biefen meinen Entf^luà ju änbern. Jdh fann eS nicht ertragen, baà etwa Jemanb oon mir behaupten follte: ich jöge felbftfüdhtig oon ber ©unft, tnit ber ©te mich beehren. Sorthell, fo baà ich SllleS für tnlch behielte unb einen berühmten 2)?ann beffen beraubte, worauf Slnfprudh ju madhen er Oor aUen Slnbern baS 9îedht hat!"" ajiehül blieb in ber Zf^at feft bei feinem Entfchluffe; aber auch Sîapoleon wollte nicht nachgeben. Die golge toar, baà ein anberer KapeHmeifler gefudht werben muÃte. |
glicht wahr, lieber Sefer, auch biefer SRuftfer war ein ' nobler Eharafter unb bodh «lieber â ein 3JJuf|fer: Ja, eS bürfte ! burdhauS nicht fchwer fein, eine ÃJZenge Selfpiele aufjuftnben, ' toelche in fchneibenben ©egenfage ju ber Sehauptnng jeneS I in ber oorigen 9?ummer erwähnten âjornigen" ©dhriftfiellerS i ftehen, wonadh âauf feinem ©ebiete raenfchlidher Dhätlgfelt fo 1 unfaubete, oon 9ieib unb ©eiDinnfudht angeftedfte Eharaftere
JU finben feien, wie in ber üJ^uftf unb ©efangeSfunft!"
UebrigenS fällt tnit eben ein, loaS ©dhiller treffenb irgenb^
wo gefagt hat:
âSllieS will jegt ben ÃJJenfdhen oon innen, Oon auÃen er--
gtünben:
âSahrheit, wo retteft bu bidh h'n, oor ber wüthenben
Jagb?
âDidh JU fangen, jiehen fte auS mit 9legen unb ©langen ;
âSlber mit ©eifteStritt f^reiteft bu mitten hinburd).
©dhi5nen.
Ãerfdjiebencjs.
9)2osart mag in feiner Jugenb wohl mandhen ©treid) ausgeführt haben! ©o redht bijfe fonnte ihm aber aZiemanb fein, wuÃte bod) jeber, bet ihn fannte, baà aÃeS nur auS jugenblichetn Uebermuthe unb nid)t auS SoSheit gefdhah- 3u= weilen aber jogen ihm feine ©treid)e bod) ernftlidje 3üd)ti= gungen ju. ©o hatte er fid) jum Selfpiel elneS SageS feinen Sater unb Sehrmeifter jur Ãielfdieibe feineS ©cherjeS auSet-- j fehen. SlÃeS §albe, Unfertige war biefem juwiber, befonberS ; in ber 9JZufif, bie nun einmal fein elgentlid)eS Element war. Das wuÃteber junge Solf gang, unb als fi^ fein Sater eineSDageS, wie et regelmäÃig ju thun "pflegte, ju einem furjen üJZittagS-- fchläfd)en" auf baS ©ofa niebergelegt hatte unb in füÃeu ©chlnmmet oerfunfen war, ba fd)tich ftch bet Kleine mit pfiffiger 2JZIene ju bem Klaolere, iJffnete eS ganj behutfam unb 'fdilug mit aÃet Kraft einen Dominantfept-.Slfforb1) an, fo baà bet Sater auS feinem ruhigen ©d)laf jäh emporfuhr unb neben bem ©chted gar ärgerlich barüber war, baà bet Slfforb, ber ihm trog bet ©chlaftrunfenheit um bte Oh^en fpielte, unaufgelöjl oerflang; laut fd)eltenb eilte Sater ÃJïojart an baS Klaoier, um beti angefchlagenen Slfforb aufjulöfeu' unb legte ftd), alS bleS gefchehen, toieber nieber. ÃJJit bem a)HttagSfd)läfchcn aber war'S oorbel. Solfgang hatte, nad)bem er ben Slfforb oerbroden, fo fchneà wie möglid) 9leiÃauS ge= nommen unb ftd) hinter ble halb offen ftehenbe ïhü« ^er-- ftedt, utn oon bort anS ble Sirfung feiner Slttaque ju be= obachten, unb freute ftd) fo fönigllch über biefelbe, baà er befd)loÃ, am folgenben Dage eine jweite Slufführung folgen JU laffen.
âDer ©paà Ift gar ju föfllid), unb aÃet'guten Dinge finb brei", bachte er,' nachbem et feinem Sater jum jweiten ajZale baS ÃJJitlagSfchläfchen oerbotben unb ihn in gröÃten Slerget übet ben unaufgelöften SlfforD oerfegt hatte,
â Der Sater aber "bachte anbetS. â©oÃ'S büÃen, bet ©chlingel, bet Solfgang, benn er unb fein anberer fann eS fein", fnirf^te er jotnig oor ftd) hin.
Da fam bet brille iDiittag, mit ihm baS britte SUilttagS^ fchläfdhen. DieSinal aber toar baS legiere nur ©dhcin unb |
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ber bater jchneller atS âber (Sdjlingel", ber Söolfgang; benn eben fc^lug biefer ben beleibigenben Slfforb an, als i^n eine fräftige §anb am Kragen padtte, unb i^n eine jmeitc bermaÃen mit ber gtiegenflappe bearbeitete, baà er bie Sirfung feineS «S^abernacfS nur füllte, .^ören unb ©el):n »erging i^m Die unaufgelöfie Dominante mar i^m treuer ju liefen ge- fommen.
^rolltgc Scrtücdh^tttttÃ. Jn einem höheren ÃRufif- inflitute einer groÃen beutfd)en Stabt icurbe üor einigen Jahren bie neue Slnorbnung getroffen, baà aud) bie Klaoier= fc^ülerinnen jur befferen SluSbtlDung beS @et)i3rS am ®efang= llnterrid)te theilnebmen foüten. Der geftcenge §err ©efang- 'iJrofeffor erfchien alfo jur erften ©tunbe. GticaS abfeits ftanb eine junge Dame, bie befonberS ungern ^ier ju fein fc^ien; fie'murbe juerft l}erangcminft. â©ingen ©ie einmal bie Donleiter!" befahl ber ^^rofeffor. â.M ©ott, ich? fann ja gar â"" âSeià mohl, baà ©ie ^^Jioniftin finb; ift mir felbft nicht lieb, baà idh meinen Ghor befomme,
aber eS ift nun einmal fo ongeorbnet. SaS für eine ©timme haben ©ie?" â.,©ar feine; idh mollte ja nur â"" âKlaüier lernen; ganj redht! ©ingen ©ie einmal biefen Don nadh!" ®r fchlägt baS jmeigeftrichene C an, unb nadh üielem Bureben entroinbet fid) ber gepreÃten Kehle ber ©eängftigten ein jiemlich rid)tiger, aber greulidh flingenber Don. âjdh badhte eS ja, (meinte §err ^rofeffor), mit Jhne« Alflen «erbe idh meine greube haben. (Sine '^Jatti mollten ©ie ja mohl aud) nid)t merben. 5)Zun geben ©ie einmal baS eingeftrichene C ohne Klaüter an!" â"âSldh, §err '^Jrofeffor, id) fann ja gar â"" â«ber baS miffen mir ja fd)ün, unb eS hilft Jhne" nidhtS. UebrigenS üerliere idh bie ©ebulb; heraus mit bem C!" Da erflang benn ein Don, ber meber bie tiefere Oftaüe beS angefd)lagencn mar, nod) in harmDnifd)er ber: manbtf^aft ju bemfelben ftanb. âDaà ©ie feine ©timme haben, f^abet nichts; aber 'baà jh"«« audh aOeS @ehör mangelt, baS ift fdhrecflich! Ser hat Jhncn benn gerathen, ^ianiftin ju merben?" ,â,2Icl), .t)err ^jjrofeffor, ich miü ja gar nicht 'â¢^Jianiftin merben. Jd) bin hier nur hineingefchicft. bon grau ^^3rofeffot b. fott id) eine Empfehlung machen, unb unfer gräulein fönnte he»te megen ^>eiferfeit nicht jur ©ingftunbe fommen"" .... Dablean!
l'Ofltfdj. Sin balgtreter hatte feinem Slmte an ;einer Kirdhe fchon feit 40 Jahren treulich üorgeflanben unb muÃte auS langer Erfahrung beinahe, mie üiel Ã)?al er ju einem {eben |
Siebe treten muÃte. 9iun gefchah cS, baà ber Organip flarb, unb ein anberer an feine ©teÃe fam.1^a)?it biefem hatte ber balgtreter, immer ©treit," lücil er ihm üorroarf, baà er nicht gefdhminbe genug trete unb befonberS einmal beim ©pielen beS Credo'^S fo fdhledht gemacht haben fottte, baà ihn ber Organift üerflagte. SllS fie nun mit einanber üor öem Kirdhenüorflanbe;erfdhienen,"unb'?ber Organifl feine Klage Dorgebracht hatte, fagte ber Eakant' barauf: âÃJfeine hoch= gebietenben §erren, i^ meià gar nicht, maS ber §err Drganiil mia, idh bin nun fdhon fo lange balgentreter, baà ich gemià beffer meiÃ, mie üiel Sinb juni Credo gehört, als er."
Ad libitum, bei ber Sluffahrnng einer Jnftrumeu: talmeffe im ©täbdhen X. blieS beS ©chuUheiÃen ©ohn bie jmeite Elarinette. Sluf feinem SJotenblatte fanb er ben SluS^ brudf: âad libitum." Er fragte feinen 9?a^bar, einen fchelmifdhen ÃDlufifer, maS mohl ber SluSbrucf bebeute. âKannfl'S blafen, fannfl'S auch bleiben laffen! â DaS mià ber SluS= brudC fagen", mar bie furje Slntmort, Unb ber eingebilbete junge üjjufifuS üerfagte üon ba an bie ÃJJitroirfung duf bem Ehore, benn baju (meinte er) laffe er fidh nidht herbei, etmaS JU blafen, maS man ebenfo gut ungeblafen laffen fönne.
flCfafet. beim feierlichen Einjuge eincS bifdhofS murbe üom Elitäre auS angeflimmt: ,,Salvum fiic, Domine, servum tuum Episcopum nostrum N.*' (befchü^e, 0 $)err, beinen Diener unfern bifchof N.) Der Ghorregent, ber fein buch bereits jugeflappt hat, refponbirt, fchneU gefaÃt: âQui fecit coelum et terram" (ber §immel unb Erbe gemadht hat).
üBCQViin&Ultn- âSeeà er nid)" fragte ein Sonbmann iinen berliner Edfenflehcr, inbem er auf bie beiben Dhiirme einer nahen Kirdhe jeigte, âmarum an oiefe jmee Dhürme odh jmee Uhren Pub?" â ââSJa! bet merft er nid)? Senn nu jmee jugleidh nach be Uhr fehen motlen, fo braudht boch feener uf ben anbern ju marten!"" mar bie Slntmort.
â¦^Jcdft. Ein befannter birtuoS, ber burch feinfchöneS biolin = fpiel fehr bielen, 5IÃanchem feiner näheren befanntcn aber audh burdh ifeine Berflreutheit berguilgen ju madhen pflegte, rei^e nadh um bort Eoncert ju geben. UntermegS trägt er, loie einem birtuofen anpänbig, für nidhtS fo fehr ©orge, als für feinen biolinfaPcn. Slber menn er nur nicht, ba er angefommcn, mit ©dhredfen hätte bemerfen müffen, er habe oergeffen, bte bioline hinein ju thun! |
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(Toiupoftttoucu uou Tos, Ifienianls. |
SoiTito Doiiiiiio in laotitia!
UUt)
juuiid)ft für
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^«ctcv örtur.
^nititc ,Aufla!)t
btiorot Uoii
SJrtRoà iircinctö,
CSpniiiariat-CüeianalcIjrcv ii. ®oin-Oraanifl in «ad^cn TOit fird)lichet Oknehmigung. ^rciä: brofd). TOf. 1,20, gcb. OTf. l,r)0.
Slad)en. «löcrt ^üM & 6a. |
ocr page 98
96
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©erlaö ^Unbiilf ^artj iir^ai^öctu
Soeben ift etfdjienen:
für 1887.
herausgegeben t5on f). ^cscamp unb JJ. ^üUrrmfi|tcr.
Steunter Jahrgang. 2Ãtt bem SUbniffe beS ©eminarlehrerS 'ifJtet.
276 ©eiten. 16". ©legant gebunben 1 SHarf.
3)er .Scbrerfalenber', an beffen Seforgung in biefem Sabfc §err 3KiilIormeiftcr, Herausgeber ber SRh-'^i^ftf- ©cbu'jtS-r t)<^füorragcnben 9Intt)cit genommen t)at, bringt auÃer bem gemöbnlichen Ãolenbermateriat einen "^oti^falenber (2 2:agc auf jeber ©eite), ba§ Sebenäbilb beä ^errn @em.=Sebrer§ ^iel, Scbulücrorbnungen be§ 1886,
^Kittbcitungcn über bie SScreinSt^ätigfcit ber 2ct)rerocreine, bie 3Rrgcntcn 2c., ©teuer, Stempel, ^oft« unb Xclegrapbenroefen, eine Steide üon §ülf§tabc[Icn: ScI)utchronit ©tunbenpläne, ®innaf)mc unb Stu^gabe :c. k. S^on »egen ber jnjedmäcigeu SInorbnung feines aWaterialeö bat ber Ãalenber SÃorjügc tjor aQcn übrigen feiner 3trt. Er unter« fc^cibct ficb üon benfelben auch ftttift feine saa« übcrttn& clcflffutc gfuSftaftnnn = (er ift ein fletneä Sunftwerf
im Stile beS 15. 3al)rl)unbcrtS) â unb feinen tro^bcm
niebrigen 5preiS üon 1 ÃJl.
Gin fo fchöner Salcnber ift ben Sehrern ItOl^ IttC geboten worben.
^ZZIZ Subfcribentcnfamnilcr erhalten Segunftigungen.
Messen füi- Männerchor.
Ãcrnarbs Op. 23. Missa in lion. beatae 3Iarie Tirglnls, für 4ft. a^ännerchor. ?Jart. m. 1.60, ©timmen h 25 ^fg.
9?ach bem Urtheile be§ SRcfcrenten beê Cöctlicnüercinê='iïataloge3 (9?r. 724) eine ber beften ber im Ifatalogc aufgenommenen 'UJänuerchor^TOeffen
Meà Ir., Op. 10. Missa in hon. S. Ambrosii, für 4ft. üJiännerchor (ohne Credo), ^art. 2)?. 1.20., compl. ©timmen 40 ^f. ®ie SKcffe ift mit groÃer ©eiüanbtheit gefdjrieben, babci Icidjt ausführbar würbig unb roohlfltngenb. Sluch für fchroäd)crc Gl)örc ju empfehlen.
â Op. 13. Missa In hon. S Joannis Evangelistae (Ohne Credo) für 3 SDÃannerftimmen ^art. 3)1. 1,00 compl. ©timmen 40 "iÃfg.
gr. ©(hmibt 9?r. 46Ã) fchreibt über bicfe kleffe: â2)iefc für cinfndje
ehorücrhältniffc gcf^ricbene 23?cffc üerbient locgcn ihrer fd)öncn Slrbcit, ihrer loürbigcn eblen .^»oltung bic Slufnahmc in ba3 3lcpcrtoir oud) gröÃerer Chöre 2c.
WUtbergcr Op 3. Missa in hon. s. Angnstini für 4ft. ajtännerchor ^reis ^^art. 1.60, compl. ©timmen 60 ^fg.
â Op. 15. Missa in hon. s. Aloysii, fiir 2 gleiche ©timmen. ^reis ^art. 2 3K., compl. ©timmen 80 ^fg.
®ie âSl. 5Biltbcrgcr'fd)en Gompofitionen" finb fo allgemein befannt unb beliebt, baà fie einer befonberen Gmpfehlung nid)t bebürfen.
Sluf SKunfch fenben wir üorftehenb üerjcichnctc Wcffeu gerne jur Slnfid)t
Jlfacrf ^acoÃi & go» in Jlar^ctt. |
3ttr ^ere^rung bcg Ij, ^ntïi^eg.
3n unferm SSerlage crfcbtcn focbcn: ^antiicr/ p. Sombechant unb Sireftor ber îtJricfter üom heili0i;n Stntli^c in îouri,
^anbÃtt^ ber "g3tr«berf(Ãaff tiow Ãt. e^ttlft^c fommt ©ebeten unb beu fleinen S^ogjciteuütim aücrhctligften Slamen ©OtteS. Slutorifirte Ucberfefung XII unb 204 Seiten. 24®. ?{5rcië 75 ^f. <Ãon bemfelben Scr foffcr crfd)icncn' früher
§(f;tt)c|ler l^ûrta t)otn Ãeit. ilttlU|
uub bûS aÃcrf ber ©ühne. 5|keis 40 ^f Per gotffcltjjc |)upottt unb bic iÃer^ ebruug beS ;hl. SlutliljcS. ïjîrciâ 50 ^f. 2)tc iPercbtung bcâ heil- Slntli^eâ jur Sühne ber üielen Unbilben, bic ©ott burch bn§ gluten, bic Gnthciligung ber Sonu' unb geiertage k. crleibct, getuinnt, tuic bicfeS ber hl. SSater in feinem !8rcüe üom 9. ®cj. 1884 gcwünfd)t, aud) in ®eutfd)lanb gröÃere Ã5crbrcitung. 3n Slad)cn, iîôln jc. Ijabcn ftcb bereits 93rubcrfcbaftcn gebilbet unb flehen Weitcrc S3ruberid)aftSgrünbungen bcmnäd)ft in SluSfidit, fobnà hoffcntlid) bnlb aucb in unferem SSatcrlonbc bic SBcrehrung bcS h"!- SlntlifjeS eine allgemeine fein wirb. ®ic üorftchenbcn S(hriftd)cn, bic unS mit ben S3rubcrfd)aft§regeln, bem Seben ber Stiftcrin unb bcS ^auptförbcrerS beS âSSerfeS ber Sühne" befannt mad)en, foHcn ba^u bienen, ber fo fcgcnSreidjcu Slnbad)t neue greunbe unb eifrige görbcrcr ju crlucrbcn.
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