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ACTES
DU
HÜITIÈME CONGRES INTERNATIONAL
DES ORIENTALISTES,
TENÜ EN 1880
a STOCKHOLM et a CHRISTIANIA.
SECTION I: SÉMIT1QUE (A).
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E. J. BRILL.
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ACTES
DU
HUITIÈME CONGRES INTERNATIONAL
DES ORIENTALISTES,
TENU EN 1880
a STOCKHOLM et a CHRISTIANIA.
SECTION I: SÉMITIQUE (A).
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LEIDE,
E. J. BRILL.
1891.
BIBLIOTHEEK
RIJKSUNIVERSITEIT
UTRECHT
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RIJKSUNIVERSITEIT UTRECHT
A06000005808328B
0580 8328
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L/a lenteur avec laquelle procédé la publication des Actes
du Congres ne provient ni de ma part ni de la part des im-
primeurs. Les auteurs eux-mêmes en ont toute la faute. D\'abord,
tous ceux qui ont fait des Communications ne les ont pas
remises ensuite au Secrétariat, et puis on met souvent un temps
infini a reviser les épreuves. Quelques auteurs corrigent telle-
ment ou ont écrit Ie manuscrit avec tant de négligence, qu\'il
a fallu presque recomposer Ie mémoire. Par la, non seule-
ment on perd un temps précieux, mais les frais d\'impression
sont considérablement augmentés. Pour que tout marche bien
et régulièrement, j\'ai prié M. Ie Dr. Herzsohn, orientaliste aussi
savant que modeste, qui depuis quelques années surveille les
publications orientales de la maison B. J. Brill, de s\'occuper
d\'une faqon toute particuliere de 1\'impression des Actes. M.
Herzsohn a eu la bonté d\'acquiescer a ma demande. Mes devoirs
de fonctionnaire du gouvernement dans un pays éloigné me
rendant la tache de secrétaire assez difficile, je n\'aurais pu trouver
un collaborateur plus intelligent, plus savant. Je tiens a remercier
ici publiquement M. Herzsohn de la peine qu\'il se donne pour
mener a bonne fin une entreprise qui se heurte a chaque mo-
ment contre la lenteur des auteurs ou leur insouciance. Je déclare
rejeter toute la responsabilité de ce retard dans la publication des
Actes sur les auteurs des mémoires a imprimer. Les secrétaires
des sections n\'ayant pas remis de procès-verbaux des discussions,
cette partie des Actes sera forcément défectueuse. Ma santé est
depuis les journées mémorables de Stockholm et de Christiania
tellement ébranlée que je ne puis la sacrifier encore davantage
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rv
en établissant une correspondance fort étendue a 1\'effet de re-
constituer ces procès-verbaux.
Quant aux attaques auxquelles j\'ai été exposé de la part de
quelques personnes malveillantes, qui ont eu intérêt a amener
un schisme dans notre camp, je les ai complètement ignorées.
Je suis heureux d\'avoir eu l\'occasion de montrer aux orienta-
listes ce que peut être que 1\'hospitalité scandinave lorsqu\'on se
trouve en présence de coeurs-amis. Quant a nos Congres, ils
n\'ont jamais été et ne seront jamais qu\'un rendez-vous de sa-
vants désireux de se serrer la main.
Chateau de Tutzing, Haute-Bavière,
Septembre 1891.                        CTE de Landbbrg,
Secrétaire général du VI [Ie Congres
international des Orientalistes.
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Eschatologische Gedanken Musa ben Maimün\'s
rait Worten der
Erinnerung an H. L. Fleischer.
Von
M. WOLFF.
Section sc\'mitique.
VIII" Congres international des Orientalistes. —
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Eschatologische Gedanken Müsa ben Mairaün\'s mit Worten der
Erinnerung an H. L. Fleischer.
Hochverehrte Anwesende!
Anknüpfend an Goethe\'s Worte:
„Oriënt und Occident
Sind nicht mehr zu trennen"
hat am 14. November 1887 Ileinrich Leberecht Fleischer in
einer wissenschaftlichen Gesellschaft sein warmes Interesse füir
das von unserem holien Protector in achter Geistesverwandtschaft
mit dem Dichterfïirsten hochherzig Erstrebte und seine innige
Freude über das damals bereits Erreichte in warmen Worten zu
erkennen gegeben l).
Ihn in der erlauchten Gesellschaft, deren Zwecke ihm so sehr
am Herzen lagen und deren Vereinigung an diesem Orte er
im Toraus theilnahmsvoll begrüsste, zu sehen, sollte uns leider
nicht vergönnt sein: drei Monate waren kaum verflossen, seit-
dem er, der Hochbetagte, in voller Geistesfrische jene Worte
ausgesprochen, und er wurde dem Erdendasein entrückt.
Schmerzlichst von Allen beklagt und vermisst, die seine Be-
deutung für die Wissenschaft des Orients, wie überhaupt für
das Geistesleben unserer Zeit kannten und dankbar würdigten —
war er doch in Wahrheit ijl^j-M JUolS —, fehlt er uns beson-
ders in diesem Kreise, in dessen Mitte er eine so hervorragende
1) S. seine Klein. Sckriften III, 616.
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M. Wolft\'.
4
Stelle eingenommen hiitte, und in dem jetzt viele seiner Schu-
ier, Freunde und Verehrer in stiller Wehmuth liebevoll seiner
gedenken.
Wenn es nun angemessen schien, auch öffentlich seinem An-
denken einige Worte zu weihen, und sein altester Schuier
in diesem Lande es zu unternehmen gewagt hat, in Verbin-
dung mit seinem eigentlichen Gegenstande den Gefiïhlen der
Verehrung, Liebe und Dankbarkeit für den Unvergesslichen
einen, wenn auch nur schwachen, Ausdruck zu geben, so glaubte
er dies in der Hoffming thun zu dürfen, dass dieser zeitliche
und örtliche Umstand seinem Vorhaben, wie vielleicht über-
haupt seinem Auftreten an dieser Stelle, einige Berechtigung
verleihen würde.
Es ist jedoch nicht seine Absicht, den weltberühmten Wis-
senschaftsmann, den geistreichen, unermüdlichen und glücklichen
Forscher auf dem weiten Gebiete der arabischen Literatur, den
feinen, auch das Kleinste mit bewunderungswürdiger Klarheit
und Gründlichkeit erfassenden Sprachkenner zu schildern; denn
wer weiss es besser als Sie, was unser Altmeister Grosses ge-
leistet, und was besonders die arabische Sprachwissenschaft sei-
ner Genialitüt und seinem nie rastenden Forschungseifer zu dan-
ken hat!
Haben ja auch diese seine Verdienste, die sein Leben um
so schoner zierten, als eine seltene Bescheidenheit und Selbst-
losigkeit damit verbunden war, bereits in der Zeitschrift ge-
bührende Würdigung gefunden, die vor Allen durch ihn eiit-
standen und zu hoher Blüthe gebracht worden, der Zeitschrift,
durch die allein schon, wie durch Gründung und Förderung der
Gesellschaft, deren Organ sie ist, er ein unvergüngliches Denk-
mal sich gesetzt hat.
Wir folgen hier allein dem Herzensdrange, ihn alsMenschen
zu feiern, als den Liebe-und Lichterfüllten, an dessen Geistes-
strahlen jeder Idealgesinnte sich zu erleuchten und zu erwar-
men, an dessen Vorbild jeder Aufwartsstrebende sich zu erhe-
hen und krüftigen vermag.
Heinrich Leberecht Fleischer war ein Mensch in des Wortes
edelster und vollster Bedeutung; ein Abglanz der ewigen Liebe
durchstrahlte und verklürte sein ganzes Wesen. Wie leuchtete
diese Liebe Jedem entgegen, der das Glück hatte, ihm nahezu-
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5
Eschatologische Gedanken etc.
stelien! TJnd wem es vergönnt war, oft in sein freundlicb
blickendes, treues Auge zu schauen, oft seinen milden, freundli-
chen wie gedankenreichen Worten zu lauschen, in dessen Seele
ist für alle Zeiten das hehre Bild eines wahrhaft edlen und wei-
sen Mannes in unverwelklicher Schönheit tief eingeprügt. Aber
auch, wer ihm nur seltener sich mihern konnte oder auch nur
aus der Feme mit ihm in Bezieliung zu treten Gelegenheit fand,
musste bald inne werden, dass in dieser Persönlichkeit mit der
Grosse und Hobeit des Geistes Warme und Innigkeit des Her-
zens in schönster Harmonie sich verband.
Wie liebreich war er stets zu helfen bereit, wann und wo
aus den reichen Schatzen seines Geistes Hülfe gesucht wurde!
Und wie oft und von wie vielen Seiten wurde diese gesucht!
Fleischer war ein achter Priester der Humanitat. Zum
Heile der Wissenschaft wurde es nicht, wie es ursprünglich
bestimmt zu sein schien, sein Lebensberuf, von der Kan zei
herab Worte der Liebe zu verkündigen, aber sein ganzes Leben
war eine laute Verkündigung reinster, allumfassender Men-
schenliebe.
Und wo er aus der Fülle seines Gemüthes und seiner Kraft
humanes Wesen und humane Bestrebungen fördern konnte und
wo er solche in Eeinheit und Wahrheit hervortreten sah, da
durchströmte ein Wonnegefühl sein ganzes Innere.
Tiefe Trauer dagegen erfasste seine Seele, wenn mitten in
das harmonische Zusammenwirken für das Eine hohe Ziel mensch-
licher Vervollkommnung die düsteren Schatten geistiger und sitt-
licher Beschranktheit verwirrend und beangstigend fielen.
Fest und unerschütterlich blieb aber auch dann seine Über-
zeugung von dem Siege der Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe;
denn er war erfüllt von tiefer, lichtvoller Eeligiositat.
Frei von jeder dogmatischen Befangenheit, war er durchglüht
von Liebe und Verehrung Gottes, an dessen absolute Vollkom-
menheit und weise Leitung des Menschengeschlechtes zu immer
höherer Vollkommenheit und Gliickseligkeit er zuversichtlich
glaubte, wie er auch das göttliche Walten in seinem eignen,
durch treueste Hingebung verschönten Leben stets mit rühren-
der, kindlicher Dankbarkeit pries.
Wollen wir sein innerstes Wesen durch ein einziges Wort
kennzeichnen, so ist es das, was Philo als die allgemeine, alles
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M. Wolff.
o
Edle in sich fassende Tugend (>5 yivttcit &per$) darstellt, die
Ayxiórm \'), die Grüte und Reinheit des Herzens, die Vortreff-
lichkeit und Wahrhaftigkeit im Denken, Wollen und Streben,
die hingebende Liebe zu Allem, was der Menschengeist als gross
und erhaben erkannt.
Und wenn Philo mit dieser Tugend den Strom allegorisirt,
der aus dem Eden bervorfloss, um den ganzen Garten zu be-
wassern und fruchtbar zu machen, so können wir sagen: es quoll
aus dem Seelen-Eden Fleiscber\'s die Grüte hervor, die seinem
ganzen Dasein Kraft und Schönheit und seinem Gemüth bis
zum Verlöschen seines Auges eine wunderbare Friscbe verlieh.
Wie schön offenbarte sicb diese Güte, dieser Seelenadel aucb
in der Piet at, die er gegeii Lebrer bewies!
Wer kennt nicbt besonders die innige Verebrung und Dank-
barkeit, die er seinem grossen Meister de Sacy zollte, dessen
geistreiche Forscbungen er nicbt bloss eifrig und glücklicb fortge-
setzt, sondern aïicli in genialer Weise zur Vollendung gefïïbrt bat!
Und wer kann — um nur Eines anzuführen — oline Eührung
die Worte lesen, mit denen er in Caspari\'s trefflicber Ausgabe
des TacaUm al-Mutazallim, de Sacy\'s Andenken feierte!
Preist er ilin nun dort als „magnum lumen et ornamentum
orbis eruditorum", als „perfectissimum lmmanitatis exempmm"
und ruft er zum Scblusse, tief ergriffen, aus: „quem vivum
dilexi et admiratus sum, eum , jam defunctum, si fas est dicere,
tamquam consecratum colo et veneror", ist es uns nicht, als
wenn er damit sich selbst und die Empfindungen gezeichnet
batte, die wir gegen ihn liegen?
Ja, sein heiliges Andenken wird stets in uns leben, das erhabene
Bild seines Wesens und Wirkens jeder Zeit und aller Orten
leuchtend Tor unserem Auge stehen und uns zum Segen werden.
Unsterbbches hat er gewirkt und durch reinste Hingebung an
das Göttliche, Wahre und Ewige schon hienieden die Unsterb-
lichkeit erreicht und beseligt genossen, die Scfdeiermacher
als das Ziel und den Character eines religiösen Lebens bezeich-
net: „mitten in der Endlichkeit eins werden mit dem Unend-
lichen und ewig sein in jedem Augenblick".
Aber auch auf ewiges Leben und ewige Seligkeit jenseits des
1) Vgl. meine PliiUmisehe Philoiophie, S. 43.
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Eschatologische Gcdanken etc.                                         7
Erdenseins war — wir sind dessen gewiss — sein Auge hoffnungsvoll
gerichtet; denn nur dem Materialismus und Atheismus erscheint
diese Hoffnung als leerer Wahn. — Was aber im geistigen
Wesen des Menschen seinen G-rund hat, was, wie das Gottesbe-
wusstsein, eine Grundsaule im Heiligthum der Menschbeit bil-
det und sowolil ein Postulat der Vernunft als aucli ein unab-
weisbares Bedürfniss des Menschenherzens ista), musste aucb für
sein gottglaubiges und ideales Gemüth unwankende Ueberzeu-
gung sein.
So regt, hochverehrte Anwesende, Fleiscber\'s Leben von selbst
den Unsterblicbkeitsgedanken, der seit uralter Zeit, in welclier
Form er auch hervorgetreten sein mag, den Menscbengeist be-
scbaftigt hat, machtig in uns an, und wenn nun in möglichster
Kürze dargestellt werden soll, wie sich derselbe bei dem gros-
sen Denker des Orients Mtisd hen Maimim gestaltet hat, so dürfte
dies als nicht ganz unangemessen erscheinen und gewissermas-
sen auch im Sinne unseres verklarten Altmeisters geschehen.
Denn es unterliegt keinem Zweifel, dass er, dessen grosse Seele
stets allen hohen Erscheinungen im Geistesleben der Menschheit
sympathisch sich zuwandte, eine Erscheinung wie die des Mai-
monides nach voller Gebühr würdigte und dass darum auch die
Idee, welche dieser klar denkende und den höchsten Zielen des
Menschendaseins zustrebende Geist von dem ewigen Leben sich
gebildet, für ihn von ganz besonderem Interesse war.
Wollten auch Sie nun, hochverehrte Anwesende, geneigt sein,
dieselbe des Interesses zu würdigen, dessen sie jedenfalls in cul-
turhistorischer Beziehung und als Beitrag zur Geschichte des
Glaubens an Unsterblichkeit nicht unwerth zu sein scheint.
Wir entnelimen die wesentlichsten eschatologischen Gedanken
Maimüni\'s zunachst einer Abhandlung in seinem tv*»Jf uUtf\' 2),
die zum grossen Theile die Bestimmung hat, den irrigen Vor-
1)   Ist ja aach das Nirvdna des Buddhismus nicht, wie man bisweilen gemeint
hat, die Auflösung in das Nichts, sondern, wie schon Bastian (Z. D. M. 6. 29,
TA) nachgewiesen, im Gcgensatz zu dem scheinbar Seienden «die Herstellung eigent-
licher Realitüt", jedenfalls kein absoliites Ver9chwinden.
2)   Diese Schrift, ein Commentar zur Mischna (vgl. Vorwort zu meiner Ausgabe
der Tamdnijat Fusül), befindet sich handschriftlich auf der Berliner Kgl. Bibliothek.
Pococke hat daraus einige Abhandlungen, so auch diese, die Einleitung zum 11,
Abschnitt des Tractats Sanhedrin bildend, in seine Porta Mosis aufgenommes.
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8
M. Wol ff.
stellungen betreffs des ewigen Leben3 und allem egoistischen
Eudamonismus entgegenzuwirken.
Maimonides beginnt dieselbe (der er, urn auch die grosse
Menge zu klareren, vernunftgemüssen BegrifFen zu fiihren, zumeist
eine populüre Fassung gegeben) mit der Bemerkung, dass so ver-
scliiedene und auch hüchst verworrene Meinungen über diesen
Gegenstand berrschen, dass man „kaum Jemanden finden wird,
der darüber zur Klarbeit gekommen". Nackdem er dann mebrere
irrige Vorstellungen angefübrt, zeigt er in einem Gleichnisse von
einem Knaben, dessen Lelirer ilin, weil er den Wertb des Ler-
nens und den wahren Zweck des Wissens noch nicht zu erken-
nen vermag, nothgedrungen zuerst durch Leckereien, dann durch
das Geschenk schoner Scliuhe und Kleider (welche bekanntlich
auch Plato J) als von der unkundigen Menge begehrlich erstrebte
Dinge erwahnt), spater durch Goldstücke und bei etwas reiferem
Alter durch die Aussicht auf eine geachtete Stellung, au f den
Kuhm eines Gelehrten zum Erstreben der Wissenschaft anregt,
die Verwerflichkeit der Denk- und Handlungsweise, ziimZweck
der Wissenschaft etwas Ander es zu machen als d i e s e selbst,
indem er sagt: „es ist der Zweck der Wahrheit zu wissen, dass
sie Wahrheit und die göttlichen Leliren wahr seien, sowie ihr
Zweck wiederum, sie zu beobachten", d. i., wie er an vielen
Stellen seiner Schriften, besonders im letzten Theile seines ,Da-
Mlat al-Hdirm\',
lehrt, ein gottgelieiligtes, durch Tugend und
Menschenliebe geweihtes Leben zu fiihren 2). Darum ziemt
es dem zu höherer Vollkommenheit gelangten Menschen nicht
zu sagen: „wenn ich diese Tugenden ausübe und diese Laster
fiiehe, welchen Lohn werde ich dafür empfangen?" Denn dies
würde der Denkweise des oben erwalmten Knaben gleichen.
Es fordern daher die Weisen, dass man an dem Wahren um
des Wahren selbst willen festhalte (wahr und gut sind Maimo-
nides wesentlich identische Begriffe), und ihr Ausdruck für die-
1)  Phaedon $ 64.
2)  Vgl. besonders die schone Stelle am Schlusse seines Werkes, wo er, die prophe-
tischen Worte Jerem. 9, 22—23 erkliirend, sagt: «Der Inbegriflf der Lehren dieser
Verse ist, dass die Vollkommenheit des Menschen, welche ihm wahren Kuhm ge-
wahre, in der Erkenntniss Gottes, soweit sie für den Menschengeist möglich ist, und
in einem dieser Erkenntniss entsprechenden Lehenswandel bestehe, sodass er stets
von dem ötreben crfiillt sei, Liebe, Recht and Gerechtigkeit auf Erden zu iiben*.
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9
Eschatologische Gedanken etc
sen Gedanken ist: (Gott) — dem Urquell alles Wahren und Gu-
ten — „dienend aus Liebe". Und so lautet aucli der gewichtige
Ausspruch*): „du möchtest vielleicht sagen: ich beschaftige
mich mit der Gotteslelire, urn reich zu werden, damit man mich
„Babbi" nenne, damit ich Lohn in der zukünftigen Welt empfange,
—   nein, es heisst darum, „den Ewigen zu lieben! Alles, was
ihr thut, sollt ihr aus Liebe zu Ilim tiran".
Zu dieser hohen Stufe sittlichen Denkens und "Wollens, fïïhrt
Maimonides dann weiter aus, zu dieser reinen Hingebung an
Gott und die Wahrheit oline jeden Gedanken an Belohnung könne
nicht so leicbt Jedermann gelangen. Es haben daher die Weisen
der grossen Menge gestattet, bei ihrer Meinung so lange zu ver-
bleiben und in ihren Vorstellungen über Lohn und Strafe so
lange sich zu bestarken, bis sie Einsicht gewonnen und die
Wahrheit und die vollkommene Handlungsweise in ihrem rech-
ten Wesen erkennen würde. — So soll auch die Menge nach
und nach die Fahigkeit und die Bereitwilligkeit in der Erfül-
lung der göttlichen Gebote erlangen, zur Wahrheit geführt und
dadurch „Diener Gottes aus Liebe" werden.
Diese Gewöhnung an die Übung des Guten, aus der
allmiihlig wahre Liebe zum Quten hervorgehen soll, erinnert
an die Worte Aridoteles\' (dessen Ideen Maimonides, soweit es
auf seinem Standpunkte möglich war, mit den Lehren des Ju-
denthums zu verschmelzen strebte) in Bezug auf die Sittlicbkeit,
deren Bezeiclinung „ïjdos" dieser, wie bekannt, auf „ï$os", Ge-
wohnheit, zurückführt, indem er sagt: „wir eignen uns die Tu-
genden dadurch an, dass wir sie zuerst ausüben, wie es auch
mit den andern Kunsten der Fall ist". (Er betrachtet ja, wie
wir wissen, auch die Tugend als eine Art Kunst). „Demi", fügt
er hinzu, „das, was uns zu thun obliegt, nachdem wir Kennt-
niss davon erbalten, lernen wir gerade dadurch, dass wir es thun:
durch Hiiuserbauen werden wir Baumeister, durch Zitherspiel
— Zitherspieler. Und in gleicher Weise werden wir gerecht dadurch,
dass wir gerecht handeln, müssig dadurch, dass wir mit Mas-
sigkeit verfahren, und tapfer dadurch, dass wir tapfere Hand-
lungen vollführen" 2).
1)   Sifre zu De at. 11, 21, w<> jedoch in unseren Ausgaben der Wortlaut etwus
abweicht. Vgl. auch Bab. Nedarim 62".
2)  Elh. Nicom. II, l, 4—6.
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M. Wolff.
10
In diesem Sinne lxat auch Maimonides das oben Erwahnte
ausgesprochen.
Hierauf aussert er sich tadelnd und zugleich bemitleidend über
die geistige Beschranktheit der Menschen, die „aus Unkenntniss
der Wissenschaften und ganzlicher Ermanglung wahrer Begriffs-
bestimmungen" die Aussprüche der weisen Lelirer (besonders die
Eschatologie betreffend) nur nach ihrem Wortlaute auffassen,
sodass unmögliche Dinge ihnen als nothwendig existirende erschei-
nen. Sie, die Thörichten, „rauben der Eeligion ihre Würde und
verdunkeln ihren Glanz".
Strenger noch tadelt er die sich scharfsinnig, weise, Philo-
sophen Dünkenden, die, weil sie jene Aussprüche nur in buch-
stablichem Sinne nehmen, sich unterfangen, dieselben für thöricht
und verwerflich zu erkliiren. — Vernünftig seien allein dieje-
nigen, bei denen es feststehe, dass in der Umhüllung der Rede
wahre Ideen sich finden, — dass darum Alles, was die Weisen
von unmöglichen Dingen gesagt, nur eine bildliche Redeweise sei.
So spricht auch Maimonides\' Zeitgenosse (nicht Lehrer, wie
Manche glaubten) Ibn lioscM\') von der Nothwendigkeit der
Speculation und der philosophischen Erklürung religiöser Aus-
sprüche, indem er von dem Gredanken ausgeht, dass „die reli-
giösen Lehren Wahrheit sind und zur Speculation auffordern, die
zur Erkenntniss der Wahrheit führt, da ja „die Wahrheit
der Wahrheit nicht widersprechen könne" (aL*L» $ (JJ^t
Nach diesen vorbereitenden Bemerkungen geht dann Maimo-
nides nüher auf seinen eigentlichen Gegenstand ein und sagt
Folgendes: „wie der Blinde die Parben und der Taube die Laute
nicht wahrzunehmen vermag, so können auch die Körper keine
Empfindungen von der Seelenlust haben. Und wie ferner der
Fisch das Element des Feuers nicht kennt, weil er in einem dem-
selben entgegengesetzten Elemente lebt, so wird auch nicht in
dieser Sinnenwelt die Wonne, der geistigen (unmittelbar) erkannt.
Wir sind nicht im Stande, gleich beim Beginne des Nachden-
kens, sondern erst nach vielem eifrigen Forschen ihr Wesen
genauer zu bestimmen und aufzufassen. Dies muss sich aber so
1) Siehe PhiUtiophie und Theologie, herausgeg. von M. I. Muller.
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Eschatologische Gechnkcn etc.
11
verhalten, weil wir in einer körperlichen Welt leben und dem-
gemass nur ihre Lust empfinden können. Die Seelengenüsse
aber sind ewig dauernd und ununterbrochen; zwischen ihnen
und den Genlissen des Erdenlebens findet in keiner Weise eine
Beziehung (ein Verbaltniss) statt («yljUUt s Ju» ij-o« 1 g\\^; jj-jJ
s*=»Jt yW» *^*? iu*»j)". So haben die Engel, die Sterne und
die Spharen (bekanntlich bei Maimonides, wie bei Aristoteles,
höhere, beseelte Wesen) Genüsse, und zwar geniessen sie durcb
ihre (vollkommene) Erkenntniss des hocherhabenen und allmiich-
tigen Schöpfers einer sehr grossen Lust und erfreuen sich so
einer bestendigen, ununterbrochenen Seligkeit.
Von einer sinnlichen Lust dagegen ist bei ihnen nicht die
Rede; sie können eine solche nicht empfinden, da sie nicbt, wie
wir, Sinne haben, vermittelst welcher sie das, was wir (durch unser
Empfindungsvermögen) wahrnehmen, wahrzunehmen vermochten.
Auf gleiche Weise wird derjenige von uns, welcher sich zu
lautern gestrebt und eine solch hohe Stufe erreicht hat, nach
dem Tode nicht mehr sinnliche Lust empfinden oder Verlangen
danach hegen.
Wenn man aber das Wesen dieser beiden Genüsse \') genau
erwiigt, so wird man selbst in dieser Welt die Niedrigkeit des
einen und die Erhabenheit des andern erkennen.
Es ergiebt sich uns dies schon daraus, dass wir die meisten
Menschen (ja alle) mit Seele und Körper der grössten Beschwerde
und Anstrengung sich hingeben sehen, um irgend eine höhere
Stufe (in der Welt) zu erreichen, oder damit Andere ihnen Ehre
erweisen. Das hierdurch erlangte Vergnügen ist aber dem z. B.
durch Speise und Trank genossenen nicht gleich. So ziehen wie-
derum viele Menschen das Rachenehmen an dem Feinde (im Kriege)
mannigfachen körperlichen Genlissen vor, viele andere meiden
selbst die grössten sinnlichen Vergnügungen aus Furcht, sich
dadurch Unheil oder von Seiten der Menschen Schmach zuzu-
ziehen oder auch in dem Streben, sich einen guten Namen zu
erwerben.
Wenn nun unser Verhalten in dieser, der irdischen, Welt also
ist, wie erst in der geistigen, der zukünftigen Welt, in welcher
1) Des sinnlichen und des geistigen.
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12
Wol ff
unsere Seelen einen solchen Grad — oder einen noch höheren —
der Erkenntniss des Schöpfers erlangen werden, als ihn die himm
lischen Wesen besitzen! Und wahrlich, diese Seelenlust lasst sich
nicht in Theile zerlegen (sie macht, meint Maimonides namlich,
ein harmonisches, alle Wonne in sich vereinigendes, Ganzes aus),
sie kann auch nicht beschrieben werden, und es giebt nichts, was
mit ihr zu vergleichen ware .... Es gilt von ihr nur, was der
prophetische Siinger in Bewunderung ihrer Erhabenheit ausge-
rufen: „wie gross ist deine Seligkeit, die du denen, die dich
ehrfürchten, aufbewahrt\'* 1).
Und so sagen auch die Weisen: „in der zukünftigen Welt
findet weder Speise noch Trank statt . . ., sondern es sitzen die
Frommen, ilire Kronen auf den Hauptern, und geniessen des
Glanzes der göttlichen Majestat" 2).
Mit den ,Kronen\' meinen sie das ewige Leben der Seele
in Folge des ewigen Seins des Gegenstandes ihrer Erkenntniss
(namlich Gottes), und auch ihre und seine Einswerdung, wie
die geistreichsten Philosophen es auseinandergesetzt haben.
Maimonides zielt mit dem Letzteren selbstverstandlich vor
Allem auf Aristoteles hin, der bei den Dingen ohne Materie (und
das ist ja dann die Seele) das Denkende und Gedachte für Eins
erkliirt {to xutó èan to vooüv k») to voovpevou) 3).
Und so sagt er selbst von Gott: „Er und sein Wissen sind
identisch", und in Übereinstimmung mit Ihn Sind: „Er ist das
Wissen (Denken), der Wissende (Denkende) und das Gewusste
(Gedachte)" ").
Mit den Worten „sie geniessen des Glanzes der göttlichen
Majestat" — so fahrt Maimonides fort — wollen die Weisen den
Gedanken ausdrücken, dass diese Seelen an der Erkenntniss Got-
tes sich so ergötzen werden, wie die himmlischen Wesen es thun.
Die Seligkeit und das Endziel (des Menschendaseins) bestehen
nun in der Erreichung dieser erhabenen Gemeinschaft (mit Gott)
und in dem (ewigen) Verbleiben auf dieser Stufe, sowie in der
unendlichen Dauer der Seele, dem unendlichen Sem des Schöpfers
1) Ps 31, 20. 2) Beraeh. 17".
3) De anima III, 4.
4) y> *Jl£5 *^Jlfi jS>. — ^jLtiJt & ^iliit y», ^UJI all.
Siehe Tamdnijat VuM, meine Ausg. p. 78.
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Eschatologische Gedanken etc.
13
gleich. Er ist dadurch die Ursache derselben (der unendli-
chen Dauer), daas die Seele einen klaren Begriff von ilim gewon-
nen hat.
Durch die volle Erkenntniss der Gottheit ist dann, nachMai-
monides\' metaphysischen Ideen, die Endlichkeit der Seele auf-
gehoben und diese ganz in dem Wesen Gottes aufgegangen. Und
dies ist, fügt er begeistert hinzu, das höchste Gut, mit dein
kein Gut gemessen, keine Lust verglichen werden kann.
Dieses Gut konnte Maimonides j edoch von seinem Standpunkte
nur Denen zuschreiben, die den Zweck des Menscliendaseins:
Wahrheit und Gotteserkenntniss zu suchen, dadurcli sittlicli sich
zu vervollkommnen und so wahres Leben zu gewinnen, erreicht
haben. Wo nun dieser Zweck ganzlich verfelüt worden, musste
ilim ein seliges Fortleben unmöglich erscheinen l).
In seinem spater verfassten religionsphilosophischen Werke,
dem bereits angefübrten ,l)aldlat al-lldirm\', erklürt er ausdrücklich
die „erworbene Vernunft" (t>LaJLl^Jf Jüaü!) als diejenige, der
Unsterblichkeit zukommt. Es ist dies die thatige Vernunft,
welche durch vollendete Intelligenz und die aus dersel-
ben folgende volle ndeteSittlichkeitihr wahres Wesen rea-
lisirt hat!).
Durch sie ist das Geistesleben des Menschen zur vollen Ent-
faltung gelangt und so sein w a h r e s I c h in all seiner Schön-
heit erblüht.
Es gründet sich diese Auffassung auf Aristoteles, der bekannt-
lich nur dem voïh; noivjTtxói;, als dem Göttlichsten (to bciÓTXTov)
in der Menschenseele, ewiges Leben zukommen lasst3). Mai-
monides wahlt dafiir — nach dem Vorgange al-Fdrdbis — die „er-
worbene Vernunft", auf deren Wesen und Wirken schon in dem
früher Angefiihrten, ohne dass sie genannt wurde, Andeutun-
gen sich finden lassen.
Durch sie also, welche die wahren Ideen erfasst und einen
1)  So spricht er — für das Gefühl freilicb. wcnig befriedigend — von einer voll-
kommenen Unseligkeit, die in dem Vergehen und Uahinscheiden der Seele bestehe,
sodass sie kein Dasoin inehr erlange.
2)   Vgl. über dieselbe Tamdn. Fas., S. 87, Anmerk. 10. — llie Bezeichung selbst
rührt von Alexander aus ApJirodisia her (voS? It/xt>(to{). — Für unseren Gegen-
stand ist besonders Dal. al-K. III, 54, bei Mank, Le Guide, p. 461 zn vergleichen.
3)  De anima III, 5.
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M. Wolf f, Eschatologische Gedanken etc.
14
verklarenden Q-lanz über das ganze Leben gebreitet, ist der
Mensch wahrhaft Mensch und dadurch unsterblich geworden.
Dies sind die Hauptmomente in der Eschatologie Maimüni\'s. Hier-
bei muss jedoch bemerkt werden, dass er das Fortleben der Seele
und die ewige Seligkeit, die er zu einem seiner dreizehn Glau-
bensartikel macht, in der erwahnten Abhandlung auch unter
der allgemein übhchen und der grossen Menge allein verstand-
lichen Bezeichnung „OTlDH rPYin" darstellt. Geht schon aus
dem Früheren unzweideutig hervor, dass bei ihm von einer
Auferstehung im gewölinlichen Sinne nicht die Rede sein kann,
so liisst noch die Art, wie er davon spricht, jeden Zweifel über
diesen Punkt schwinden.
Übereinstimmend mit seiner oben mitgetheilten Ansicht erklart
er ausdrücklich diese „Belebung der Todten" als nur den From-
men (d. h. also denen, die in Liebe zu Gott und der Wahrheit
den Zweck des Lebens erreicht) zukommend, da die Gottlosen,
welche nach dem rabbinischen Worte: Qi"prD "fc\'ON D^KH
DT1£ D^T"!p set1011 wahrend ihres Lebens das wahre Leben
verloren, nicht nach dem Tode Leben gewinnen können. Und
der Zusatz: Q^|-| OWlp DHrPDD l^DN Dp^ïfl1dener
anführt, beweist aufs Klarste, dass hier nur ein geistiges
Fortleben gemeint sein kann.
Wie undenkbar bei Maimonides eine körperliche Auferstehung
ist, zeigt auch deutlich der Schluss seiner Worte: „wisse aber,
dass der Mensch nothwendig stirbt und sich wieder in das auflöst,
woraus er zusammengesetzt war", ï\\%yö cimj (jLwoïl ^ &^AU
1) S. Berach. 18 a u. b. Vgl. auch m. Philoniiche Philosophie, S. 50.
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"Über das
k lbo el-Oiftï.
Von
AUGUST MULLER.
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»UC*ui jpo;b- des Ibn el-Qifti.
724
In der unermesslichen Fülle der Aufgaben, welche Gesclnclite,
Sprachen tmd Litteraturen der mohammedanischen Völker der
Forschung stellen, möchte es keine geben, welche aufdenersten
Blink anziehender und dankbarer erscbiene, als die Bestimmung
und Darstellung des Einflusses griechiscben Denkens und griechi-
scher Wissenschaft auf die Entwicklung des mohammedanischen
Geisteslebens. Wenn aber gegenwiirtig zum Teil bereits klar er-
kannt, zum Teil aus gewichtigen Griindeu mit Wahrscheinlichkeit
vermutet wird, dass vom ersten Augenblicke an dieser Einfluss ein
weit ausgedehnterer und tiefer gebender gewesen ist, als noch vor
wenigen Jahrzehnten angenommen zu werden pflegte: so sind
gleichzeitig auch die gewaltigen Schwierigkeiten, welche der ge-
naueren Feststellung desselben entgegenstehen, in helles Licht ge-
treten. Einmal aufmerksam geworden, glauben wir nunmehr unter
dem Schleier des islamischen Ausdruckes überall die Umrisse grie-
chischer philosophischer, naturwissenschaftlicher, grammatischer
Ideen und Begriffe zu ahnen; aber der tastenden Hand versagt
sich die sichere Erkenntniss, welche dem hinter den gelüfteten
Schleier blickenden Auge vorbehalten bleibt. Und gelingt es,
hier oder dort diesen Schleier hinwegzuziehen: zwischen den
einzelnen Punkten, welche das Auge erschaut hat, fehlt der
Zusammenhang — leere Flachen, die wir mit unsichern Pban-
tasiebildern ausfüllen mussen, dehnen sich endlos zwischen den
winzigen Streifen, in welchen ab und zu kleine Teile des ge-
VIlIo Congres international des Orientalistes. — Section sémitique.               8
-ocr page 26-
Muller.
18
August
waltigen Reliëfs zu Tage treten. Auch hier kommt, wer sich
mit dem Ganzen vertraut zu machen bestrebt ist, gar bald zu
der Überzeugung, daas ihin nicbts übrig bleibt, als an einer
einzelnen, für sich vielleicbt jeder Bedeutung bar erscbeinenden
Stelle bescbeiden und entsagend zu arbeiten so weit seine Kriifte
es gestatten, in der ïïoffnung, dass einmal nacb Jabrhunderten
erreicbt wird, was ein Jugendtraum vielleicbt ihm selbst als
das möglicbe Ziel eines Mensebenlebens vorgespiegelt batte.
Von den verscbiedenen Teilen der angedeuteten Aufgabe am
sichersten losbar erscheint die Aufspürung der griechischen Be-
standteile in dem wissenscbaftlichen Systeme des spiiteren Is-
lams, dessen beide an sicb auseinanderstrebende Hiilften der
tbeologiscben Scbolastik und der exakten Wissenscbaften eben
durcb das griecbiscb-pbilosopbiscbe Element immerbin notdürf-
tig mit einander verbunden bleiben. Und docb, wie selten ba-
ben wir auch auf diesem Gebiete wirkh\'ch festen Boden unter
den Füssen! Wollen wir nicht bei subjektiven Meinungen, die
hier wie in der Regel einander widersprechen, uns beruhigen,
so können wir kaum irgendwo durcb direkte Vergleicbung etwa
des Aristoteles mit dem Beidfiwi oder Ibn Ja\'isch festzustellen
unternehmen, was in der Scbolastik oder Grammatik griechiscb
ist, was nicht. Wir mussen Schritt für Schritt von den syrischen
Übersetzungen der griechischen Autoren an durch die arabischen
bindurch zu den früheren, erst dann zu den spiiteren moham-
medanischen Schriftstellern den Weg verfolgen, welchen die
einzelnen Begriffe und Lehrsatze genommen haben, ehe wir mit
wissenschaftlicber Sicherkeit sagen können: dieser Begriff, diese
Art zu schliessen, diese Anschauung ist dem Ursprunge nach
griechiscb, nur im Laufe der Zeit so oder so umgestaltet, jene
ist rein orientalisch.
Jedermann weiss, dass wir erst in den Vorbereitungsstadien
dieser Arbeit stehen: und zweierlei muss geschehen sein, ehe
wir glauben dürfen mit der Vorbereitung fertig zu sein. Die
syrisch-arabische Übersetzungslitteratur muss, insbesondere nach
der technisch-lexikalischen Seite Mn, vollkommen durchgear-
beitet sein, daneben aber muss das aussere, historisch-biblio-
graphische Gerust einigermassen feststehen, innerhalb dessen
sich der eigentliche Bau erheben soll. Materialien zu diesem
Geruste sind es, welche das jetzt gewöhnlich als das ^jjlj\'
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Über das Turich cl-hukamu.
19
"L»XsJI des Ibn el-Qifti bezeicluiete arabische Werk enthalt;
und grade unter diesem allgemeineren Gesichtspunkte wage
ich die Aufmerksamkeit dieser hochanselinliclien Versammlung
von Neuem auf das Buch zu leuken, welckes kaum Einem von
Ihnen völlig unbekannt, den Meisten aber, an sich nicht ohne
Grund, als ein würdiger Gegenstand nur für eine bestimmte Art
der Spezialforschung erscheinen möchte. —
Was sich über das Leben und die Schriften des Verfassers unseres
&t,Xi bei europaischen Autoren findet, hat mit gewohnter Sorg-
falt Steinschneider l) nachgewiesen. So gut wie alle diese Anga-
ben stützen sich einerseits auf Bar-Hebraeus\' Historia Dynastiarum
(S. 520 ed. Poe), andererseits auf die von Flügel in Fleischer\'s
Ausgabe des Abulfeda (Hist. Anteisl. S. 233—235) veröffent-
lichte Biographie Qafadi\'s. Hierzu kommt nun folgendes weitere
Material: 1) ein Artikel des Kutubi, auf welchen schon Wüsten-
feld aufinerksam geuiacht hat *); 2) mehrere Stellen in Jacput\'s
Mocgain3); 3) eine die obengenannten an Ausführlichkeit ein wenig
übertreffende Lebensbeschreibung, welche sich auf den Vorsatz-
blilttern der Qifti-Hss. zu München (Aumer Nr. 440) und iin
British Museum (Add. 25,737) findet, und von der ich eine
mit bekannter Genauigkeit hergestellte Abschrift der unerschöpf-
lichen Güte de3 Herrn Dr. Hoerning, die zugehörige Münch-
ner Collation der Freundlichkeit des Hem Prof. Hommel verdanke.
Dieselbe führt sich als Aufzeiclmung des Muhji eddin, eines
Bruders des im J. 646 (1248) Verstorbenen aus dem J. 648
(1250) ein; da ihre Angaben durchweg zu den Mitteilungen
des Jaqut stimmen und dieser gleichzeitig die Existenz des ge-
nannten Bruders bezeugt, so liegt kein Grund vor, an der Au-
thentie des Stückes zu zweifeln. Jedenfalls war es bereits dem
Bar-Hebraeus (623—685 = 1226—1280) bekannt, der es wört-
1)  Pulemische und apologetische Tiiteratur (Abh. f. d. Kunde des Morgenl. VI, 3,
Leipzig 1877) S. 129 Nr. 111; Alfarabi S. 1 f. Von diesen Notizen aus findet man
alles Weitere mit Leichtigkeit.
2)  Jacnt VI, 677 Anm. 1; Kutabi oLs^JI ö]^ (Bulaq 1283) II, 121.
3) Index zu Jacut VI, 577 unter wJUw^J ,^J ,<-** j besonders II, 28 unter &bs»- yl j
II, 809; IV, 162. Letztere Stelle haben schon ltieu und Landauer hervorgehoben:
Cat. Br. Mus. S. 684; Katalog der arab., pers. u. turk. Hss. der Univ. u. Landes-
bibl. zu Strassburg S. 23 oben.
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20                                              August Muller.
lich für seine oben angeführte Notiz ausgeschrieben hat. Anderer-
seits sind auch die Biographien bei (Jafadi und Kutubi zum
grössten Teile identisch: der erstere hat für sich nur einiges
Anekdotenmaterial, Kutubi ein vollstiindigeres Schriftenver-
zeichnis. Diese doppelte Ungleichheit neben dem Umstande, dass
beide Autoren in demselben Jabre (764 = 1362/3) gestorben
sind, dürfte eine direkte Abhiingigkeit des einen vom andern
ausschliessen: sie werden eine geineinsame Quelle benutzt haben.
Aus dem gesammten Stoffe ergibt sich für die Lebensgescbiclite
unseres Schriftstellers ungefahr Folgendes.
Gemal eddin Abu\'l-Hasan cAli ibn Jüsuf ibn Ibrahim ibn cAbd
el-Wahid esch-Scheibani el-Qifti entstammte einer angesehenen
Beamtenfamilie Aegyptens. Sein Grossvater Ibrahim führte
den Ehrentitel El-Qadi el-Auhad, sein Vater wurde El-Qadi el-
Aschraf, er selbst El-Qïidi el-Ekrem genannt: Bezeichnungen,
welche diese Manner auf den Bang, wenn auch nicht in die
Geltung des herühmten El-Qadi el-Fadil rücken, Saladdin\'s
rechter Hand in allen Angelegenheiten der Verwaltung und Di-
plomatie. Vom Auhad Ibrahim weiss ich nur zu berichten, dass
er aus einem ursprünglich in Kv\\fa angesessenen, spiiter nacli
Qift *) in Oberagypten, dem alten Koptos, ausgewanderten Ge-
schlechte stammte und selbst an diesem Orte, jedenfalls als
Beamter, lebte. Hier wurde am ersten Tage des J. 548 (29.
Miirz 1153) der Sohn Jüsuf geboren, welcher dem Berufe des
Vaters folgte und 572 (1176/7) einen, vielleicht den ersten Posten
in der Verwaltung von Qift bekleidete, als der Aufstand eines
fatimidischen Pratendenten ihn zwang, die Stadt zu raumen.
Die Empörung ward durch Saladdin\'s Bruder cAdil im Blute
erstickt; Jüsuf indes kehrte nicht in sein früheres Amt zurück,
1) t)ber die Aussprachemöglichkeiton Qift und Qoft hat Flügel (Katalog der
Wiener H9S. II, S. 328 Anm.) das Nötige gesagt. Hinzafügen möchte ich, dass
die von Lane bezeugte heutigc Aussprache des Namens Qoft im Vergleich zu dem
allen Kótto^ das o als das im Volksmunrte jedenfalls stets Uebliche erwcist. Man
würde also wie Qoft auch Qofti sagen mussen, wenn nicht Jaqut, der über diesen
wie übcr andere Punkte hei seinem Gönner (iemul eddin sich Auskunft geholt haben
muss, ausdrücklich Qift mit Kesr buchstabierte. Wir werden darin eine aus irgend
einem Grunde von den Philologen jener Zeit bevorzugtc Aussprache zu sehen haben,
der wir uns in diesem Falie jedenfalls schon aus Höflichkeit gegen den Namenstrü-
ger fiigen mussen.
                                     <
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Über das Tarïch el-hukama.                                          21
sondern erhielt nach und nach verschiedene Verwaltungsposten
in Oberagypten, bis er zum .Nazir von Bilbeis vorrück\'Le. In Qift
war ihm in der ersten Halfte dea J. 568 \') (beg. 23. Aug. 1172)
ein Sohn cAli, vielleicbt auch bereits dessen Bruder Ibrahim
geboren worden. Über den letzteren berichtet Jaqüt, dass er
den Beinamen Muhji eddin fübrte und seit einem nicht naher
bezeichneten, natürlich vor Jaqüt\'s Todesjahr (626 = 1229) lie-
genden Zeitpunkte neben oder unter seinem Bruder als Beamter
in Haleb thatig gewesen ist; er muss den cAli wenigstens um
zwei Jabre überlebt haben. Jaqut sagt vom Vater und den bei-
den Söhnen eXS\'ó^ of*M« oLóLai\' *.^J OLdi "UJLa oUf **$&
XJlki., und wenn dieses Urteil auch durcb die persönlicben Be-
ziehungen beeinflusst erscheinen könnte, so ergiebt sich doch
jedenfalls daraus, dass wissenschaftliche Studiën und litterarische
Thatigkeit auch von diesen gens de robe über der Erfüllung
ihrer amtlichen Obliegenheiten nicht vernachlassigt wurden.
Ja, für cAli bestand, wie sein spateres Leben zeigt, das eigent-
liche Ziel seines Strebens nicht in der Erreichung eines hohen
Amtes, sondern in der Anhaufung von Kenntnissen auf allen
Wissensgebieten, welche der damaligen Forschung überhaupt
zuganglich waren. Er scheint seinen Vater nicht auf jeden von
dessen wechselnden Posten begleitet zu haben: wenigstens horen
wir, dass jener den Sohn von früher Jugend an langere Zeit
in Kairo wohnen liess, von wo er einige Male, doch immer
nur auf kurze Fristen, auch seine Vaterstadt Qift besuchte.
An beiden Orten studierte er unter den besten Lehrern die
Koranwissenschaften, Tradition, Grammatik und Adab, bis sein
Vater nach der Eroberung Jerusalems durch Saladdin (583 =
1187) an das ïïoflager des grossen Sultans berufen wurde, um
dem Qadi Fadil als Gehilfe an die Seite zu treten. In so an-
sehnlicher Stellung verblieb der „Mann aus Qift", El-Qifti,
wie man ihn vermutlich schon seit seinem Scheiden aus der
Heimat an den verschiedenen Statten seines Wirkens genannt
1) rat\'iuli nnd Kutubi haben 560, Jaqut erwahnt die Jahreszahl leider nicht. Da
aber die Biographie des Bruders ausdrücklich jjOCaxj qL»J hat, und zwar die
Fortlassung, nicht aber die Hinzufügang eines qUj sich durch ein Schreiberverse-
hen erklaren lüsst, so halte ich 568 für das richtige Datum, um so mehr, als im
anderen Kalle der Vater bei der Geburt des Sohnes erst 12 Jahre alt gewesen ware.
I
\\
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22
August Muller.
hatte, bis über den Tod Saladdin\'s (589 = 1193) hinaus; und
nach Jerusalem hat er denn auch den CA11, der folgerichtig als
Ibn el-Qifti bezeichnet wurde, nachkommen lassen. Der Sohn
des liohen Beamten hatte nicht nütig, iingstlich auf seinen Le-
bensnnterhalt bedacht zu sein: er wird unter Leitung seines
Vaters sich die Kenntnisse nnd Fertigkeiten, welche zu dessen
amtlicher Thatigkeit gehörten, angeeignet, vielleicht auch diese
oder jene Stellung bekleidet haben; aber sein eigentliches In-
teresse war allein den Studiën zugewandt, in welenen er es zu
einer aussergewöhnlichen Vielseitigkeit gebracht hat. Lexiko-
graphie, Grammatik, Bechtswissenschaft, Tradition, Koranwis-
senschaften, Logik, Astronomie, Geometrie, Geschichte mit
ilinen Nebenfachern wurden ihm vertraut: man sieht, er ist
ein Vertreter jener encyclopiidischen Bildungsrichtnng geworden,
die zuerst El-Kindi eingeleitet hatte und in welcher bald nach-
her die wissenschaftliche Entwicklung des Islams ihr Ende fin-
den sollte. Eine schon von Casiri \') angeführte Stelle seines
Buches zeigt, dass er 595 (1199) noch in Jerusalem sich be-
land ; aber die Tage seines dortigen Lebens waren geziihlt. Schon
hatte Melik cAdil den Söhnen Saladdin\'s einein nach dem an-
dern das vaterliche Erbe entrissen: auch Jerusalem war ihm
zugefallen (592 = 1196) und es konnte nicht ausbleiben, dass
nach der Übernahme der Verwaltung durch seinen Wezir Ibn
Schukr es zwischen diesem und den alten Beamten Saladdins
zu Beibungen kam. Die Familie des Qifti fand (gegen 598 =
1202) es ratlich, die heilige Stadt zu verkassen; cAli wandte
sich nach Haleb, dem einzigen der ejjubidischen Teilfürstentü-
mer, welches unter Oberboheit cAdü\'s in den Handen eines
Sohnes Saladdin\'s, des Zahir Gazi, bleiben durfte; der Vater
Jusuf ging zwar auch dem cAdil selbst aus dem Wege, fand
aber, vermutlich wegen seiner bekannten Erfahrung in den
Geschaften, bei jenes Sohne Aschraf in Harran freundliche Auf-
nahme.
Aschraf übertrug ihm das Wezirat, lange indes fühlte Qifti
sich auch an diesem Hofe nicht behaglich. Was für einen Mi-
nister, der als Beginn eines anstandigen Bückzuges einen lan-
goren Urlaub nehmen will oder soU, bei uns Gesundheitsrück-
1) II, 3824 = Mb. Berol. Or. Fol. 493 fol 32r.
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Über das Tarich el-hukama.
23
sichten sind, war dazumal die Pflicht der Pilgerfahrt, die man
im Drange der Geschafte schon allzulange aufgeschoben hatte:
das Urlaubsgesuch des Wezirs konnte nicht abgeschlagen wer-
den, er ward mit reichen Mitteln für das fromme Untemehmen
ausgestattet und reiste ab, offiziell, um nach Beendigung des
Hagg zurückzukehren und sein Amt wieder zu übernehmen.
Statt dessen aber wandte er sich von Mekka nach Jemen, wo
ihm der Atabeg Sonqor, Vormund des 599 (1203) dort einge-
setzten unmündigen Ejjubiden Mcjr, im J. 602 (1205/6) das
Wezirat anvertraute. Die unerquicklichen Verhaltnisse des fern
von der Centralregierung um so leichter milittirischen Umwal-
zungen ausgesetzten Kleinstaates \') scheinen ihm früher oder
spater seine Thatigkeit verleidet zu haben: er zog sich freiwil-
lig und mit vollen Ehren — sogar sein Gehalt wurde ihm
weiter gezahlt — nach Dhu Gible in Jemen zurück, wo er
624 (1227) im Alter von 76 (74) Jahren gestorben ist.
Sein Sohn cAli hatte sich inzwischen nach der Ankunft in
Haleb 598 (1202) an einen Freund seines Vaters, den Maimün
el-Qacjri, angeschlossen, einen der alten Emire Saladdin\'s, der
in den Bürgerkriegen seit dem Tode des grossen Sultans eine
mitunter etwas zweideutige Rolle gespielt, nunmehr aber auf
den Posten eines Abteilungsbefehlshabers im Heere Zahir\'s von
Haleb sich zurückgezogen hatte 2). In dessen Umgebung blieb
der Sohn des Qifti 12 Jahre lang, ausschliesslich der Fortset-
zung seiner Studiën und des wissenschaftlichen Verkehrs mit
den Gelehrten Haleb\'s beflissen; und als der Emir am 13. Ra-
madan 610 (26. Jan. 1214) starb, setzte sein Schützling noch
über ein Jahr lang die gewohnte Lebensweise fort. Dann aber
fiel das Auge Zahir\'s auf den Abkömmling der Beamtenfamilie,
die seinem Vater so langjührige und hervorragende Dienste ge-
leistet: sehr wider seinen Willen musste der stille, fast men-
schenscheue, ausser einigen Mitforschem nur mit seinen Büchern
verkehrende Gelehrte die Leitung des fürstlichen Diwans, also
der Civil-, insbesondere Finanzverwaltung, übernehmen. Als
1)  Vgl. Abulf. Ann. Musl. IV, 198.
2)  Als solcher tritt er im J. 602 (1205/6) bei Ibn Athïr XII, 158 auf: vorher
(ebd. 106) erscheint er im J. 697 (1201) als Herr von Bilbeis: er wird also Ende
597 oder Anfang 598 nach Haleb gegangen sein.
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24                                              August Muller.
Zahir etwa l\'/2 Jahre spater (Dienstag, 20. Gumada II 613 =
4. J) Oct. 1216) gestorben war, ergriff CA11 schlennigst die Ge-
legenheit, seine Verabschiedung zu erbitten, die ibm der als
Atabeg von Zahir\'s unmündigem Sohne an die Eegierung ge-
kommene Eunuche Schihab eddin Togril unter Bewilligung einer
Pension sofort gewahrte. Lange konnte man indes bei der Ver-
wal tung den geschüftskundigen Mann nicht entbebren: scbon im
Qafar 616 (1219) muste er wiederum an die Spitze des Diwans
treten und bis zum Ende Gumada II 628 (1231) auch bleiben.
Soll man dem Lobe seines Bewunderers trauen, so bat das Für-
stentum Haleb seiner Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit eine
in damaliger Zeit seltene Blüte zu verdanken gehabt. Ausser
Zweifel steht, dass er nicht blos nach der Ge w olmhei t der mo-
hammedanischen Grossen den Gelehrten eine ausserliche Protek-
tion angedeihen liess, sondern, wie seine hohe Stellung, so sein
eignes Wissen und Können in den Dienst der wichtigsten wis-
senschaftlichen Interessen stelite. Er war es, an den sich 617
(1220) der vor den Mongolen flüchtende Jaqüt in dem langen,
von Ibn Challikan wörtlich mitgeteilten Schreiben wandte, eine
Statte für sich zu erbitten, wo er den Ertrag seiner Keisen und
Forschungen ordnen und verarbeiten konnte; in Haleb, unter
den Augen und unter der, vom Verfasser an mehreren Stellen
hervorgehobenen Beihilfe des gelehrten Wezirs, ist das Mo^am
vollendet worden, das für uns und für alle Zukunft eine kaum
je zu erschöpfende Fundgrube des mannigfaltigsten Wissensstof-
fes bildet; „dem Qadi Gemal eddin, dem Ekrem, Abu \'1-Hasan
cAli ibn Jüsuf ibn Ibrahim ibn cAbd el-Wahid esch-Scheibani"
hat Jaqüt das Werk seines Lebens gewidmet, nach dessen Ab-
schluss der wackere Keisende in der ron seinem Wohlthiiter
verwalteten Stadt sein Haupt zur Euhe legen durfte. Anderthalb
Jahre spater gelang es dem diwanmüden Wezir, einmal wieder
seine Entlassung zu bekommen. Die nachsten fünf Jahre sind
vermutlich für ihn die schönsten seines Lebens gewesen, denn
er durfte sie ausschliesslich mit seinen geliebten Büchern zu-
bringen, die ihm nicht nur Weib und Kind, sondern überhaupt
beinahe allen Verkehr mit Menschen ersetzten. Will man den
1) Uechnungsmassig 6. Oct., aber das war ein Mittwoch, und bei solchen Diffe-
renziui von 1—2 Tagen hat bekanntlinh der betreffende Woehentag zn gelten.
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Ober das Tdrich el-hukama.                                     25
verschiedentlich überlieferten Anekdoten Glauben schenken, so
wurde er schliesslich fast ein Bücbernarr, der seinen Besitz
liütete, wie ein Geizhals seine Geldsacke: doch zeigen jeden-
falls mehrere Ausserungen Jaqüt\'s, dass Ibn el-Qifti, mochte
er aus guten Gronden sich weigern seine Bücher zu verleihen,
mit dem Inhalte derselben keineswegs kargte. Daneben aber
ging seine eigene, höchst umfangreiche Schriftstellerei. Wenn
die Menge der von ihm verfassten Bücher, deren Titel auf uns
gekommen sind \'), die Anzabl von 20 oder 21 nicht übersteigt,
so scheinen doch nur etwa ein halbes Dutzend davon geringe-
ren Umfanges gewesen zu sein, wiihrend seine Gescbiclite Agyp-
ten3 von den ültesten Zeiten bis auf Saladdin ausdrücklioh als
ein sechsbandiges, seine Nachrichten über die Grammatiker als
ein „grosses" Werk bezeiclmet werden. Auch die „Gescbiclite
Jemen\'s", die „Gescbiclite des Magrib", die „Geschichte der
Bujiden", die „Gescbiclite Mahmüd\'s des Sohnes Sebuktegin
und seiner Söhne", die „Gescbiclite der Seldschuken" sind gewis
*keine oberflachlichen Kompendien gewesen, so wenig wie die
„Geschichte der Mirdasiden", für welche die unter seiner Lei-
tung stenenden Archive der Regierung von Haleb ihm das reichste
Material bieten mussten. AU\' das ist, wie nur zu sicher ange-
nommen werden muss, verloren, und es nützt nichts sich aus-
zumalen, was es für uns bedeuten würde, wenn wir auch nur
die Gescbiclite der Seldschuken oder Mirdasiden noch besassen —
über die lexikalischen, grammatischen und Adab-Bücher würden
wir uns schon eher trosten.
Der beinabe vollstandige Untergang so zahlreicher Werke eines
keineswegs alten Schriftstellers, welchen die karglichen Über-
reste seiner Leistungen als einen Forscher von ungewöhnlicber
Tiefe der Gelehrsamkeit zeigen, hat auf den ersten Bliek etwas
Überraschendes. Indes begreift man zunachst nach seinen son-
stigen Gewohnheiten, dass er bei Lebzeiten, wo er gewis mit
"Weiterführung und Erganzung insbesondere seiner historischen
Arbeiten fortdauernd noch beschaftigt war, Abschriften dieser
Bücher nur in Ausnahmsfallen gewahren mochte. Auf Grund
1) Dass er ausser den in den Biographien erwiihnten noch andere rerfasst hat,
künnte man vielleicht aus den Worten gegen Ende der Lebensbeschreihung des Iiru-
ders schliessen.
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August Muller.
26
solcher Exemplare vermutlich wird sein Buch über die Gram-
matiker von Ibn Ohallikan citiert, von Dhahabi in den erhal-
tenen Auszug \') gebracht sein. Ebenfalls dem Ibn Challikan war
eines seiner Geschichtswerke — vermutlich das agyptische oder
das über den Magrib — zuganglich; nach seinem Berichte war
es chronikenartig nach Jahren geordnet, und er hat ihm eine
Notiz über Mohammed ibn Tümert vom J. 511 (1117) ent-
nommen. Sonst ist mir von einer Benutzung dieser Schrif-
ten seitens Spaterer nichts bekannt; auch Abulfeda hat in dem
benachbarten Hamat nur das noch zu erwahnende Gelehrten-
lexikon zur Verfügung geliabt2). Das ist alles. Aber das Ratsel
lost sich nur zu einfach. Nicht mehr als vierzehn Jahre sind
seit Ibn el-Qifti\'s Tode verflossen gewesen, als die Mongolen
ïïaleb eroberten (658 = 1260) und verwüsteten; der Plünderung
ist ohne Zweifel auch der fürstliche Palast mit der Bibliothek
verfallen, in die mit den von dem Wezir letztwillig dem Na-
qir hinterlassenen anderen Büchern auch die Originale seiner
Schriften jedenfalls übergegangen waren, und so haben diese
vermutlich ihren Untergang gefunden, wie beinahe alles Q-ute
und Wertvolle in den unglücklichen Liindern, über welclie die
Wölfe des Ostens damals hergestürzt sind. Das Schicksal der
übrigen Werke wird auch das Buch geteilt baben, in welchem
der gründliche Kenner der philosophischen und exakten Wissen-
schaften zusammengetragen batte, was ihm über Leben und
Schriften der griechischen, syrischen und muslimischen Forscher
auf diesen Gebieten bekannt geworden war, grade so, wie er
in der von Ibn Challikan citierten Schrift die Grammatiker be-
handelt hatte. Aber von jenem Buche waren gleich nach seinem
Tode ein paar Auszüge gemacht worden, deren einer auf uns
gekommen ist als das sogenannte BL*jCsxJI ^->>Lj\'.
Der Name findet sich zuerst in Bar-Hebraeus\' Historia Dy-
nastiarum, und die zahlreichen Stellen von ziemlicher Ausdeh-
nung, welche der Syrer aus dem Werke anführt, ergeben ohne
Weiteres dessen Identitat mit dem von Oasiri als „Bibliotheca
philosophorum arabica" so vielfach ausgezo genen Texte gleichen
1)  Leidener Katalog II, S. 206 f.
2)   H. A. S. 154 Z. 6 v. u.
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Über das Tfirich el-hukama.                                        27
Namens, welenen zuerst Flügel seinem wirklichen Verfasser
wieder zugeeignet hat. Nur fragt es sich, ob der Name der
richtige, insbesondere, ob er dem Werke Ibn el-Qifti\'s selbst,
ob lediglich dem erhaltenen Auszuge zukommt. Der letztere
rübrt bekanntlieh \') von einem gewissen Mohammed ibn Ali
ibn Mohammed ez-Zauzani her, welcher ibn schon im Regeb
des Jahres 647 (1249), ein Jahr nach dem Tode des Verfassers,
beendete; ein oder zwei2) andere Bearbeitnngen sind verloren
gegangen. Die des Zauzani wird als *l*jCsül ^->)Lj\' bezeichnet
in der Pariser, beiden Wiener, der einen Berliner (Peterm. II,
738) und der ïïs. des Escoiïal; die Leidener führt sich ein als
JSoaa}\\ ^jf ,j->Jjt JUs»- yi\\^> dagegen lautet der Titel in
der Londoner und Strassburger ïïs. t,_jlsv.o!« ^L jCsÜI oUü«fe
* Lis^l« |»fcS\\.Ajf, und diesen gibt auch die Aufschrift der Münch-
ner an zweiter Stelle, wahrend sie an erster als *^Lj\' (-jLxS\'
*UXsJ( sich bezeichnet. Die andere Berliner ïïs. (Ms. Or.
Fol. 493) ist ohne Titel; das im Besitze Amari\'s gewesene
Exemplar, das mir durcli die Güte des ïïeimgegangenen einige
Wochen zur Verfügung gestanden hat, ist irrtümlich mit dem
Namen von Ibn Abi UgeibiVs Werke versehen. Bei der gerin-
gen Autoritat, welche den überall jungen ïïss. wie den Zusat-
zen zum Bagi Chalfa \')2) inwohnt, würde Bar-ïïebraeus\' Be-
zeichnung des Buches als *L»jCsUt ^£*l3 ausschlaggebend sein,
fande sich nicht bei einem alteren Schriftsteller eine ganzlich
abweicliende Angabe. Ibn Abi U^eib^a, dessen erste Eedaktion
vom J. 640 3) den Namen Ibn el-Qifti\'s noch nirgends enthalt,
citiert denselben in der zweiten Ausgabe nicht weniger als zehn-
1)   Flügel, Wiener Hss. II, S. 328 f.
2)   Aumer, S. 180.
3)  Travaux du Vlo Congr. internat, a Leide II, S. 208; Sitzungsber. der philos.
Mat. Cl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1884, S. 857 f. — Nur weil sie vou einem mit
ltecht so ongesehenen Gelehrten ansgeht, will ich hier ausdrücklich Landauer\'s Be-
hauptung (im oben citierten Katalog S. 22 unten) zurückweisen, dass Ibn el-Qifti
den Ibn Abi Uc. benutzt habe. Das ist schon aus chronologischen Gründen an sich
durchaus unwahrscbeiulich und durch keinerlei sonstige Angaben oder Thatsachen
begrnndet.
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SS
August Muller.
mal und nennt dabei II, 87, 22 sein Werk, dessen Identitat
mit dein "ItXsvJI ^>)lj\' der Wortlaut der seitenlangen Auszüge
dartliut, das "IjCsJf ,Li»L *UA*JI ,L~J v_»ÜC^ Die Stelle
findet sich in allen Hss. der zweiten Eedaktion, ist also *) von
Il)ii Abi Ucjeibi\'a selbst zwischen 640 und 667 niedergeschrie-
ben. Niemand, der die Gepflogenheiten gelebrter Schriftstel-
ler des Orientes berücksicbtigt und obendrein die Titel der son-
stigen Schriften des Ibn el-Qifti bei Qafadi usw. durchsielit,
wird zweifeln, dass hier die acbte Form des Namens vorliegt,
welchen der Verfasser seinem Werke gegeben bat2); wer dieses
selbst bezeiclmen will, wird sicb keines anderen Titels in Zir
kunft bedienen dürfen. Es fragt sicb nur, aus welchem Grunde
der Name aus den Hss. des Auszuges verschwunden ist, und
wesbalb insbesondere der mit Ibn Abi ÜQeibica fast gleichzei-
tige Bar Hebraeus ibn bereits nicht mehr kennt.
Es ist bier zunüchst daran zu erinnern, dass in 99 von 100
Fiillen kein Mensch z. B. von den Ju.Udl >lv~l. JjyJud! »l«jf
spriclit, sondern Jeder einfacli sagt „Beidawi\'s Tefsir". So bat
aueb im Verzeicbnis von Ibn el-Qifti\'s Schriften bei Qafadi und
Kutubi das sLsuJt *Lit ^JLe sfjJI "ló£ ^>\\jS\'s) scbon die
bequemere Bezeicbnung ^UjjojJ! sLi»l oLtf erhalten; so kann
auch, möglicber Weise schon bei Lebzeiten des Verfassers, das
grosse Werk, mit dem er Jabrzelmte beschaftigt gewesen sein
muss und aus dem er seiner gelehrten Umgebung vielleicht
mehr als einmal etwas mitgeteilt bat, in diesem Kreise kurzweg
das *L»JCsJI ^->51.j* genannt worden sein. Andererseits ist denk-
bar, dass dieser Name von Zauzani seinem Auszuge gegeben
ware: dann würde folgen, dass Bar-ïïebraeus, welcber den Ibn
el-Qifti ausdrücklich *l jCsU! ^Jj\'-> v_*a*Lo nennt, eben auch
1)  Sitzungsber. a. a. O. S. 884 f.
2)   Vielleicht steekt der Titel auch in dem xyu*3 loj (jvJLüiail >Ui>\' i_iUS"
bei Qafadi und Kutubi, jedenfalls in dem ,L*i>l des Citate9 Abulfeda\'s H. A. S. 154
Z. 6 v. u.
8) S. Flügel H. Kh. VII, 019 (zu I, 441, 6).
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Über das TArich el-hukama
29
nur den Auszug gekannt hatte. Dies ist mir nun allerdings in
hohem Grade wahrscheinlich. Freilich Bind die umfangreichen
Entlehnungen in der Historia Dynastiarum so wenig wörtlich
und o ft so stark zusammengezogen, dass sie an sich ein be-
stimmtes Urteil über ibre Herkunft aus dem Original oder aus
der Bearbeitung nicht gestatten. Aber bezeichnend ist doch, dass
Bar-Hebraeus nirgend, wenn ich recht gesehen habe, etwas
bringt, was sich nicht auch in dem Auszuge Zauzani\'s fande,
wtihrend die Citate bei Ibn Abi U^eibi^a die starksten Abwei-
chungen von den Hss. des Auszuges aufweisen. Ich will nicht
betonen, dass von den lü Citaten 3 im Texte des ^-»>U\' för
mich überhaupt nicht zu finden gewesen sind: denn zwei davon
(II, 176, 25 — 177, 13; 194, 5—15) könnten aus anderen
Werken Ibn el-Qifti\'s herrühren, das dritte — eine kurze Notiz
über ein Buch des Ibn el-Gezzar (II, 38, 30) — mag ich noch
übersehen haben. Aber in dem Doppelcitat II, 87—88 finden
sich an zwei Stellen (S. 88, Z. 3—13; 24—33) grosse Stücke,
welche Zauzani fortgelassen hat; und von den übrigen fünf Ci-
taten Ibn Abi UceibiVs ist nur eines von mehr oder minder
wesentlichen Kürzungen bei dem Epitomator verschont geblie-
ben. Unter diesen Umstiinden erschiene die Vermutung, Zauzani
habe seinem Auszuge aus Ibn el-Qifti\'s \\l*~J den Titel ^J)ü>
"1 jCsvJf gegeben und Bar-Hebraeus habe eben diesen Auszug
benutzt, als eine ganz natürliche Lösung der Frage.
Dagegen spricht nun aber doch der Umstand, dass neben
xLaï»! und va->>U>\' noch der dritte Name «yüufe vorkommt,
; • o £j)
der doch nicht nach der Erfindung eines beliebigen Schreibers
aussieht. Abgesehen von den Zusiitzen zu Hagi Chalfa, die hier
nicht in die Wagschale fallen können, findet sich, wie oben
angeführt, der Titel in dreien unserer Qifti-Hss. Von diesen
enthalten zwei auch die Biographie Muhji eddin\'s, welche sonst
nirgends vorkommt, allerdings dem Bar-Hebraeus ebenfalls be-
kannt gewesen ist. Die eine dieser beiden Hss., die Münch-
ner, hat nun eine Unterschrift, nach welcher ihre Vorlage von
dem 647 datierten Autograph des Verfassers (d. h. des Zauzani)
abgeschrieben war. Berücksichtigt man, dass die von Ibn el-
Qifti\'s Bruder herrührende biographische Notiz in der vorliegen-
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30                                              August Muller.
den Form\') nicht wohl auf andere Weise zu Stande gekommen
sein kann, als auf Bitten jemandes, welcher sich aus der sicher-
sten Quelle für einen besonderen Zweck unterrichten wollte;
erwagt man ferner, dass eben diese Notiz sich in der einzigen
ïïs. Torfindet2), welche einen direkten Nachweis ihrer Abstain-
mung vom Autograph des Epitomators gibt: so muss alswahr-
scheinlich einerseits allerdings wieder folgen, dass Bar-Hebraeus,
welcher die Biograpbie auch hat, nicht das Original des «La.1 ,
sondern den Auszug l)enutzte, andererseits aber für diesen der
in der Münchner und British-Museum-Hs. erhaltene Titel
^J! ^Liüiö als derjenige gelten, welcher die meisteh An-
sprüche auf Authentie besitzt. Nach all\' dem scheint mir also
die wirkliche Bedeutung der Namen die zu sein: 1) ^J| sL^t
Mess das Originalwerk des Ibn el-Qifti; 2) Zauzani\'s Auszug
f\'ührte zunachst den Namen ^jf oüuia; 3) neben dem langen
offiziellen Titel des Originalwerkes war von Anfang das beque-
mere ^UX^vJI &-->)\\-2 üblich, das aber naturgemass, und so
schon bei Bar-Hebraeus, auch den Auszug bezeichnen konnte.
Wie es aber mit den beiden letzten Namen stehen moge:
das jLxa-l selbst, das Originalwerk des gelehrten Wezirs, ist
abgesehen von den Bruchstücken bei Ibn Abi Ugeibica für uns
verloren — ich fürchte, unwiederbringlich. Der Verlust ist ein
empfindlicher; so dankbar wir Zauzani sein mussen, dass er uns
vieles Wichtige erhalten hat, was wir oline ibn wahrscheinlich
überhaupt nicht beslissen — wie das Buch jetzt vorliegt, ist es
nur ein Schatten dessen, was es gewesen sein muss. Nicht für
alles freilich, was unangenehm auffallt, möchte ich den Epito-
mator verantwortlich machen. Zahlreich, wie die Hss. sind (ich
habe ausser der in der Bibliothek Ragib Pascha in Constanti-
nopel und der, nach Casiri\'s Auszügen mit der zweiten Wiener
vollkommen übereinstimmenden, Escorial-Hs. wohl alle bisher
1)  Man beachte das Jui\'l/ zu Anfang!
2)  Dass die Münchner Hs. sich zunachst            *^-\' j\' nennt und den Namen
olüxla nur als Variante dazu gibt, ündert nichts. Das Wort *>\'j-> birgt eine In-
haltsangabe, keinen Eigennamen.
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Über das Tfirioh el-hukamfi.                                        31
bekannten, 9 an der Zahl, gesehen und, soweit nötig, vergli-
chen): eine ausgenommen gehen sie alle auf denselben Arcbe-
typus zurück , vermutlich ebenjene Vorlage des Münclmer Codex,
welche vom Autograph Zauzani\'s abzustainmen behauptete. Dies
ergibt sich oline Weiteres aus der Tbatsacbe, dass eine durcli
Blattversetzung im Arcbetypus verursachte Textconfusion, die,
bevor Steinschneider sie nachwies, bei Casiri und Wenrich erheb-
liclies Unbeil angericbtet bat, sicb in den 8 Hss. gleichmiissig
vorfindet. Dem entspricht, dass abgesehen von zablreichen Schreib-
feblern, durcli welche mehrere der Hss. gradezu unlesbar werden,
der Text in allen so bis in\'s Einzelne gleichförniig ist, dass
auch dadurch ein gemeinsamer, und zwar ein gar nicht weit
zuriickliegender, Arcbetypus erwiesen wird. Da nun bekannt ist,
dass sowohl die Pariser \') wie die eine Wiener ïïs. in Haleb
abgeschrieben sind, da einen Vermerk mit der gleichen Angabe
auch die ïïs. Arnari\'s tragt, so darf man zuversichtlich behaup-
ten, dass der Arcbetypus aller 8 Hss. sich an demselben Orte,
wo das Originalwerk wie der Auszug entstanden sind, namlich
in ïïaleb, befunden hat — vielleicht noch heute befindet. Nun
ergibt sich aber aus der Vergleichung der Citate bei Ibn Abi
U^eibfa und sonstiger Paralleltexte — z. B. der Mitteilungen
Ibn Botlan\'s über Antiochia bei Jaqüt — dass in diesem Arcbe-
typus, wenn nicht allzu haufige, doch recht unangenehine, ohne
die Paralleltexte schwer zu hebende Fehler sich eingeschlichen
hatten. Als ich nun s. Z. bemerkte, dass allein die zweite Ber-
liner ïïs. (Peterm. II, 738) die eben berührte Textverwerfung
nicht aufweist, glaubte ich hier eine von der Vulgata unabhan-
gige Überlieferung gefunden zu haben. Aber diese ïïoffnung hat
sich bei naherem Zusehen als trügerisch erwiesen, an allen kri-
tischen Stellen hat die ïïs. genau dieselben Fehler, wie die andere
Gruppe, und ich neige jetzt eher zu der Annahme dass hier
die Textverwerfung in der Vorlage bemerkt und corrigiert ist,
als dass eine selbstandige Überlieferung vorliege. Die Fehler
selbst sind der Art, dass ich sie dem Zauzani nicht zutrauen
möchte. Obwohl er, wie man aus den Bruchstücken des Origi-
nales ersieht, in der Weise solcher Excerptoren beim Zusam-
menziehen der Satze nicht immer ganz sinngemass verfahrt und
1) De Slane, Ibn Khallikan, Transl. I, 290.
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82
August Muller.
öfter grade die Dinge fortliisst, die für uns von Interesse sein
würden, so macht sein Verfaliren doch nicht den Eindruck,
als ware er ein gradezu unverstündiger oder unwissender Mensch
gewesen. Aber für den Text, wie er ist, bleibt der Übelstand,
dass trotz der Menge der Hss. wir kaum besser gestellt sind,
als wenn wir eine einzige, nicht eben schlechte, aber doch mit
gelegentlichen, leider meist tiefer liegenden Fehlem behaftete Hs.
vor uns hutten.
Trotz allem dem ist das Buch für uns von grossem "Werte.
Seine 400 Artikel über alle möglichen griechischen und orien-
talisclien Philosophen und Vertreter der exakten Wissenschaften
enthalten im Verhaltnis bei weitem mehr und wertvollere An-
gaben, als irgend in den verwandten Werken des Ibn Abi U^ei-
bica, Schahrazüri oder Beihaqi zu finden sind. Ibn el-Qifti bat
u. A. ein Buch geschrieben über die wertvollen Notizen, welche
man von den Vorsatzbliittern der Handschriften entnehmen kann —
ein recht eigentlich für den bis in\'s Kleinste eindringenden Spür-
sinn des gelehrten Bücherliebhabers bezeichnendes Thema —
und wie der Verfasser des Fihrist diese und jene, insbesondere
für die syrisch-arabische Übersetzungslitteratur wichtige Angabe
allerhand verlegenen alten Zetteln und Pergamentstreifen seiner
Bibliothek entnehmen konnte, so finden wir auch beim Qifti
gelegentlich die Mitteilung, dass er eine interessante Notiz „auf
dem Vorsatzblatte einer Hs. in sicilischer Hand" vorgefunden
habe \'). Einem solchen Spürsinn konnte es gelingen, in den
Schiitzen einer seit Jahrzehnten aufgehauften und angstlich ge-
hüteten Bibliothek Auskünfte aufzustöbern, nach welcher ein
Jaqüt im Vereine mit samtlichen Gelehrten Haleb\'s lange Zeit
vergeblich gesucht hatte; einem solchen ist es gelungen, die
einzige bekannte, nicht einmal im Fihrist enthaltene arabische
Transcription der griechischen Liste von Aristoteles\' Schriften
aufzutreiben. Ich kann darauf verzichten, im Einzelnen die Vor-
züge eines Werkes zu schildern, von dessen Inhalt nach seiner
umftinglichen Ausnutzung durch Casiri, Wenrich, Flügel, Le-
dere und vor Allen Steinschneider Jeder von Ihnen bereits eine
Vorstellung hat. Höchstens, dass nach dieser Ausnutzung eine
vollstündige Gesamtausgabe des Textes überflüssig erscheinen
1) Ms. Berol. Or. Fol. 493 fol. 114r.
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über das T&rich el-hukanm.
33
könnte. Ich habe mich über die Art, in welcher ich meine Be-
arbeitung veröffentlicben werde, noch nicht schlüssig gemacht:
aber schon heute darf ich versichern, dass mein Bestreben sein
wird, nichts Überflüssiges zu thun und nichts Notwendiges zu
unterlassen.
Der gelehrten Thatigkeit, als deren beinahe einziges Denkmal
das sLa*.! wenigstens zum Teile auf uns gekommen ist, mochte
Ibn el-Qifti gehofft haben bis an sein Lebensende sich ungestört
hingeben zu dürfen. Aber zum dritten Male wurde er in den
Staatsdienst zurückgezwungen: am Donnerstag, den 25. Dhu\'l-Qacda
633 (31. Juli 1236) ernannte ihn Melik cAziz wieder zum Wezir,
und nun musste er, über den bereits im RabicI 634 (Nov. 1237)
eintretenden Tod des Fürsten biuaus, noch über 12 Jahre die
Bürde des Amtes tragen. Er ist in seiner Stellung am Mitt-
woch, 13. Ramadan 646 (30. Dec. 1248), 78 (76) Jahre alt,
gestorben.
Wenn wir, von den Lobsprüchen des Jaqiit absehend, unser
Urteil über die Persönlichkeit des Ibn el-Qifti lediglich nach dem
Zeugnisse seines Buches und seines persónlichen Verhiiltnisses zu
dem grossen Geographen feststellen, so mussen wir dem gelehr-
ten Wezir die Eigenschaften unermüdlichen Forschungstriebes,
gesmiden Urteils, strenger Wahrheitsliebe, grossmütiger Teil-
nahme an dem Leben und Wirken seiner Mitforscher zusprechen.
Wenn es mir trotzdem nicht gelungen ware, Ihnen fiir den Mann
und sein Werk neues Interesse eiuzuflössen, so lage das an mir,
nicht am Gregenstande: denn auf einem internationalen Congresse,
der über die Schranken der berechtigten nationalen Empfindun-
gen und Bestrebungen hinaus die allgemeine menschliche Bedeu-
tung der Wissenschaft in sich darzustellen berufen ist, eine
Rolle spielen durfte vor vielen der Minister altarabischer Ab-
kunft, welcher dem heimatlosen Q-riechen Jaqüt zur Vollendung
seines wissenschafthchen Lebenswerkes neben sich eine Statte
bereitet und die Scbatze griechischer Gelehrsamkeit seinem Volke
zuganglich zu machen versucht hat.
VIlIo Congres international des Orientalistes.
— Section sémitique.
8
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August Muller.
u
BEILAGEN.
I. Leben des Ibn el-Qiffci
aus Cod. Br. Mus. Add. 25,737 fol. 2»-3» [B] und Cod. Monac. Prunn.
242 Aum. 440 fol. 165l>—166b [M].
l_* ^ic 1_*<*-I &4j\\2 Jü<M ^t-rÉS)! ^jJkXJl liLs» ;-rf)}-M j^<3
•ji\'^l L^la!\' k^*J4;tJ o^ ï^* vj V^1*" CT* " ^\'^5 *>*\' *=>-&
^j v_a*«j.J iJSj-Si^i ^tóLJiJI ^j ^1* ^«*=-l y! ^ ^jOJI JU>
^j iX-?\'! ^j iS^y O"* L^=>y <^-*« qJ f^y >-^i>j^\' j^xoüüt
O* uHf5 O^ ^ O* *-**$> O? \'*-** O-i *-*^\' o* ^^
.*x* \\\\*.x*s JUcI ^<« Jasüj rsiXJj^e i-J-i^ >^ j*^- qJ X-JjLjw ^jI
s^j\' *«_} Jo-j ü_>U-wa*3-j ^-jaa*^ ^Ui\' K—i** ^-o Jj\'ï\' ^a.*aJÜ! ^s
Jwk» ,J ol*s.> Jaaï UCJ\' olc J <I ü^l «b^l l*>>jl ^ JajL>,
Kjy^Uit J^J\'jtxit ^/« L-w xic c\\s»!j L^JbiJ lJ*a.J\' {Joi/i) (_^^uJI
cLjL*J! (jw-\'L^\' /*>jsu «vX» Ljj «UsLi -*w .Jl -jIcj \'**j^\' JsUWj
CT* ^ LS;^1 o^ Ü* ^x*^ O* <X^ J^ ^yasllil ^^J* *fwj
^IiA.Ü/4 ,^j <waJlü lX-*c ^..j ^c ^j aUI lX^c lilLkM "j-^iSS VV-\'
jjixil ^ l\\5>-I JJ" ,_^i\\j 4._**l5 ^Ls? ^w ^l_J Oj^uJt ^^jjyOJ\'
1) jA*iI M. Ich kann den Namen nicht vcrificiron. 2) iA*«il
^ B.        3) yA M.
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Über das Tarioh el-hukama.                                   35
(«* -LSLi siXi\'j ,^03 *-*** ^yJS *W>AÏ XxSUiJ (_5j*aJÜI Qyt^J
<tf£<5 pi—« ^ y^l j>y^^\' j**^\' \'8\'^j •■**$ *Jj** rp\' |»3 p-s^L*-.
jS>a i^U! iyi slX^c ^Sa* v-ijjl ^ \\J^yi fji ^5jLc yLk!t liUil
oLs Uis *J ^Ui»^! ^ slwla* ^ L^*s LJ L^j pj *J> J~>"^>U «.Li*
(2 Jyfeb 0jJJI VL^Ü düÜW g^Ut iUJI ^1 ^1 0Lr 0üa
ji.xl jc-^j-j\' -**-^^ «y^l XwojjI X-)t»*Mij Sjms c>wm \'ii.-i./M Jua J\'
qJjJiAj! sLitxx .^o L^üyCww« ^j\'j ,_s jtlüüli JuLXwj ^.^.Cj qL3
^«^ q^ *_Jj^s «UI *—?j ^-*^ Hr*^\' a^JUJI «"ïjs 8«\\JL5 ^^s»
«jLÜU &U! a_JLs> ^-XjI _^Ls yoLüt <^5UIt sjuj, (3^Li *i\\*t J
oLïmm lij »L_aiu (ji^5 X—iUXwg ^-vju.\'j os*" «^_Juw ^Lcox. -j-i
1) 5 fehlt B. 2) djftb B rfljib M. 3) °l ^ M.
-ocr page 44-
36                      August Muller, Über das T&rich el-hukama.
Lf^ gVJJ jaCj ^J>X—!! Jya\'j *.-<U!\' ^ ^-fi oyü ^9 SiA-JtXe
^♦•aXj v\'-*5\' ^M^ bLsuJ\' (2*L_ul j* syi (lj,L*i! yUfe
& ^.Ó^LJi y^xJUaj _)Uob5l j* J^jlXJÏ v-iUf sL<1L ,l»J>l
II. Verzeichniss der Schriften des Ibn el-Qifti
nach Qafadi (bei 1\'lügel in Abulf. H. A. ed. Fleischer S. 234) und
Kutubi (ed. Bulaq 1283) II, 121.
< joüj ,jjtiï £ UiXZsJj J»1N £ luZJÜ U y>3 rUaJIj jUJI v^
&lfi v-ll—Xï" < (4 Vj*^ tL^»! v_jLaS\' ( oliALs^ c>-w v-A*v^J i»*»>V!I
^Lsp JJL3- £Lo\\ VUT «if «^ JjuüüJ £ JUi VUT «^1
vitf «C ^joüöi pajji Js x^vi-» vur «(6 ^jwL^" yjs ^LaoaJi
* (8 wUÜI ^ o. Jjü U ^bJ & _£Lüt iü^ij jLLÜ g^i
1) «Lil BM, corr. von Dozy , Cat. Lugd. II, 206. 2) «UjI B.
3) So Q, beidomal o^JI K. Flügel schlagt fragend für das erste
Mal &*Ji OjJt vor; icb. glaube aber, dass man entweder wie Q
lesen und ^J IV = I nehmen, oder nach K das zweite Mal
o>J\' und dann vorher c^J setzen muss. 4) So K, gewis besser
als C v_jyt!t ü^.p. Beides neben einander zu lassen scheint mir
nicht ratlich. 5) uJjSi\\ Q. 6) Concilien. 7) Vgl. Ibn Chall.
ed. Wüstenf. Nr. 248 S. 56 Z. 9 u. 11. 8) S. oben S. 32.
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Les Russes-Normands
par
M. J DE GOEJE.
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-ocr page 47-
Les Russes-Normands.
Il ne vous sera pas inconnu que la géographie arabe d\'Ibn
Khordadhbeh contient un passage tres interessant sur les voya-
ges de commerce des Rous, c\'est-a-dire des Norinands. On a
publié et cqmmenté ce passage bien de fois, mais on ne 1\'a
pu faire que d\'après Ie manuscrit d\'Oxford, Ie seul qu\'on con-
naissait il n\'y a pas encore quatre ans. En 1885 M. Ie comte
de Landberg découvrit en Egypte un manuscrit beaucoup meil-
leur de 1\'ouvrage et qui offre un texte plus complet. O\'est a
1\'aide de ce manuscrit que j\'ai pu préparer 1\'édition du livre
qui vient de quitter la presse. Le passage en question y est
plus correct et renferme quelques détails nouveaux. J\'ai pensé
que la lecture de ce passage ne serait pas déplacée ici après
la communication interessante de M. Hildebrand sur les trou-
vailles de monnaies orientales. En effet, les paroles d\'Ibn Khor-
dadhbeh en confirment les résultats quant a la date tres ancienne
des relations commerciales entre les Scandinaviens et 1\'Orient.
Voici ce qu\'il dit (p. 115):
„Les Eusses, qui appartiennent aux peuples slaves, se rendent,
des régions les plus éloignées de Qaklaba (le pays des Slaves),
vers la mer romaine, et y vendent des peaux de castor et de
renard noir, ainsi que des épées. Le prince des Romains prélève
un dixième sur leurs marchandises \'). — Ou bien, ils descen-
dent le Tanaïs (Don), le fleuve des Slaves, et passent *) par
Khamlydj, la capitale des Khazares, oü le souverain du pays
prélève sur eux un dixième. La, ils s\'embarquent sur la mer de
1)  Ibn al-Fakyh (qui a copié ce passage) ajoute: .Puis, en retournaut, ils vont
& Sainakoasch (Samakars), la rille des Juifs, et de la retourncnt aux pays des Sla-
ves.\' Comp. ma note sur Ibn al-Fakyh p. 271.
2)  I/auteur passé sous silence le trajet par terre de 8 lieues entre le Bon et la
Volga qu\'ils avaient a faire tïjv vaBv Sie^xvrmret (Diodore IV § 50); comp. S*e
Croix, Examen critique des historiem tCAInxanclre, p. 704 et suiv.
-ocr page 48-
M. J. de Goeje, Les Russes-Normands.
40
Djordjan (la Caspienne) et se dirigent sur tel point de la cöte
qu\'ils out en vue. Oette mer a 500 parasanges de diamètre.
Quelquefois \') ils transportent leurs marchandises, a dos de
chameau, de la ville de Djordjan a Bagdad. Ici les eunuques
slaves leur servent d\'interprètes. Ils pretendent être chrétiens et
payent la capitation comme tels".
J\'ai taché de prouver, dans ma Préface, qu\'Ibn Khordadh-
beh a publié son livre pour la première fois vers 1\'an 232 de
1\'hégire, soit 846 de notre ère, et que 1\'itinéraire des marcliands
russes a déja appartenu a cette première édition. J\'y ai fait re-
marquer que cette circonstance rehausse la valeur de ce té-
moignage. „Car (je cite les paroles de la Préface p. XX) par la, il
devient évident que les Normands avaient déja depuis longtemps
entrepris leurs voyages du haut Nord jusqu\'a Constantinople et
même jusqu\'a Bagdad, avant de pénétrer dans 1\'empire Byzan-
tin comme pirates. Il se peut fort bien que la première de ces
expéditions hostiles n\'ait été qu\'un acte de représailles contre
les mauvais traitements que les marcliands avaient soufferts. Je
soumets cette question a 1\'opinion de M. Kunik, Ie savant Ie
mieux renseigné sur les Russes-Normands. Qu\'Ibn Khordadbeh
appelle ces Russes une race de Slaves, cela prouve seulement
qu\'il comprenait sous ce nom tous les peuples du Nord de 1\'Eu-
rope, comme d\'autres passages de son livre 1\'attestent aussi.
Il ne pouvait même pas s\'en douter, voyant que ces marchands
se servaient è Bagdad d\'eunuques slaves comme interprètes. Il
importe aussi de remarquer qu\'ils se donnaient pour chrétiens.
Ibn Khordadhbeh semble avoir eu des doutes sur la véracité de
cette assertion".
La première expédition militaire des Russes-Normands contre
1\'empire Byzantin eut lieu en 865, et il est bon a remarquer
que les traites de 907 et 911 contenaient des stipulations con-
cernant les marchands. Les doutes d\'Ibn Khordadhbeh a 1\'égard
du christianisme de ces Eusses paraissent bien fondés, car la
conversion des habitants de la Scandinavië ne date que de la
seconde moitié du 9me siècle.
1) La ville de Eay était Ie prineipal entrepot de ce commerce; v. Ibn al-Fakyh,
p. 270, 271.
>
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La légende de Saint Brandan
par
M. J. DE GOEJE.
é
VIIIo Congres international des Orientalistes. — Section sémitiquc.               4
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-ocr page 51-
La légende de Saint Brandan.
Au sixième siècle \') vivait en Irlande un pieux abbé, appelé
Brandan, qui, par sa sagesse et par la sainteté de sa vie, ob-
tint une grande renommée, convert.it au christianisme beaucoup
de païens et opéra plusieurs guérisons miraculeuses: aussi est-ce
un des saints les plus bonorés de 1\'Eglise irlandaise. C\'est eet
homine remarquable qui est devenu Ie héros d\'un voyage inari-
time tout plein d\'aventures merveillenses, espèce d\'Odyssée cbré-
tienne ou plutöt monacale, qui, au moyen-age, a joui d\'une
immense popularité. Le récit de ce voyage, écrit en latin, a
été traduit ou refondu, en prose et en vers, dans la plupart
des vieux idiomes européens et a été 1\'objet de plusieurs iini-
tations. On n\'a pas encore réussi ti déterminer la date de la
composition de la Navigatio; mais comme on en trouve quel-
ques manuscrits qui appartiennent au onzième siècle, on a du
moins ainsi le terminus ad quem. On ne sait pas non plus ce
qui a pu donner lieu a la composition du récit. Car dans le
peu que nous connaissons de la vie de S. Brandan, nous ne
trouvons presque pas de points de repère. Aussi les Bollandistes
ont-ils adopté le jugement de Vincent de Bauvais, qui qualifiait
le récit de la Navigatio de deliramenta apoerypha 2). Et, en fai-
1)  Le3 Bollandistes reportent la naissance de S. Brandan a 1\'annce 480. Cette opinion
est confirme\'c par un passage da Livre de Leinstcr, d\'après leqael il naquit sons le
règne du roi Aengus, qui pent en 490. Je dois ce renseignement a mon cher con-
frère, M. le Professeur Windisch; Sohirmer, Zur Brendanus-Legende, p. 5, le
donne aussi, mais d\'après le Livre de Lismore, source beaucoup plus moderne.
2)  De même Maerlant (chez Verwijs, Verslagen en Mededeelingen der K, Akad.
v. Wetensch.
1872, p. 241) «alsere vele in schijnt gelogen». Comp. 6. Busken Huet
dans le Tijdschrift voor Nederl. taal- en letterkunde VII (1887), p. 89.
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M. J. de Go ej e.
44
sant même abstraction du caractère merveilleux des aventures,
on doit reconnaitre qu\'un long voyage maritime ne convenait
nullement au temps oü vivait S. Brandan, car lui et les siens
avaient bien assez a faire de convertir au Christianisme les Ir-
landais, encore païens pour la plupart.
Il y a donc la deux questions obscures sur lesquelles je vais
tacber de jeter un peu de lumière; si j\'ai fait choix de ce sujet
pour un congres d\'orientalistes, c\'est que je crois avoir décou-
vert dans la Navigatio des traces d\'influence oriëntale.
La Navigatio débute par une introduction. Un soir, S. Bran-
dan regoit dans son monastère irlandais, connu sous Ie nom
de Saline virtutis Brandani, la visite d\'un cousin \'), Ie Père
Barintus. Celui-ci lui raconte que son fils spirituel Mernoc2)
s\'est séparé de lui depuis longtemps, qu\'il a cboisi pour do-
micile 1\'ile Délicieuse (insula deliciosa) prés du mont de la
Pierre8) et qu\'il y a réuni autour de lui plusieurs moines.
Barintus, étant allé Ie voir, s\'était embarqué avec lui pour une
ile occidentale, qui se nomme la Terra repromissionis sanctorum et
qui est Ie Paradis que Dieu donnera aux saints a la fin des
jours. Barintus et Mernoc s\'y étaient avances pendant quinze
jours, au milieu de fleurs et d\'arbres fruitiers, sur un sol jon-
ché de pierres précieuses et étaient arrivés enfin a un fleuve;
la leur apparut un homme d\'un aspect resplendissant, qui leur
défendit de passer Ie fleuve et leur ordonna de retourner a leur
bateau; ce qu\'ils firent, reconduits par eet bomme étrange en
personne. Revenu ensuite a 1\'ile Délicieuse, Barintus avait pris
congé de Mernoc et s\'était mis en route pour son couvent,
qu\'il voulait maintenant regagner.
Le lendemain, S. Brandan convoque deux fois sept moines
élus et leur fait la proposition de se mettre en route avec lui
pour chercher 1\'ile promise aux saints. Bs se préparent pendant
quarante jours en jeunant un jour sur trois et se rendent en-
1)  Selon 1\'édition de Schröder (Sanct Brandan, Erlangen 1871) que je citerai
ordinairement. Jubinal {La légende latine de S. Brandaines, Paris 1836) et Moran
{Acta S. Brandani, Dublin 1872) ont .nepos Neil regis*. [Comp. Zimmer, Kelt.
Beitr., p. 814.]
2)  Jubinal et Moran. Schröder le nomme Memocatus.
3)  «Juxta montem lapidis». Au lieu de lapidu, on troure dans quelques manu-
scrits Lapiflis, Lapislis, Lapisidis, comme nom propre.
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45
La légende de Saint Brandan.
suite au monastère de S. Enda \') sur la petite ile d\'Aran, a
1\'occident de Munster, et, de la, au promontoire appelé Sedes
Brandani,
aujourd\'hui encore connu sous Ie nom de colline de
Brandon (Brandon Hill), oü 1\'on construit Ie navire.
Dès Ie douzième siècle nous voyons cette introduction rein-
placée par une autre dans une version en allemand *). S. Bran-
dan rencontre dans un livre la description de toutes sortes de clio-
ses iniraculeuses. Il lui est impossible d\'y croire et, dans son
indiguation, il maudit Ie livre et Ie jette dans les flammes. Pour
Ie punir, Dieu Ie condamne a errer sept années3) sur la mer
afin qu\'il voie de ses propres yeux tout ce qu\'il avait refusé
d\'admettre comme possible, et 1\'oblige ensuite a décrire lui-
même ce qu\'il a vu.
Il me semble tres probable qu\'on a inventé eet exorde parce
qu\'on ne voyait pas de rapport entre 1\'introduction originale et
Ie décret divin communiqué a S. Brandan dès Ie commencement
du voyage et portant que sa pérégrination durerait sept années;
d\'autant plus que Ie Père Barintus avait atteint Ie même but
sans peine extraordinaire et que Tanden disciple de Barintus,
Mernoc, pouvait visiter 1\'réquemment 1\'ile du Paradis. En effet,
dans la relation originale, la longue durée du voyage n\'est mo-
tivée par rien, si ce n\'est par les paroles que Ie jeune liomme
a 1\'aspect resplendissant adresse a S. Brandan lors de son
arrivée a 1\'ile du Paradis (p. 35): „Ecce terram quam quesisti
per multum tempus. Ideo non potuisti statim invenire quia Deus
voluit tibi ostendere secreta sua diversa in oceano magno". D\'ail-
leurs, Ie nombre même des aventures que Ie narrateur avait a
sa disposition était insuffisant pour remplir tout ce temps; aussi
1)   Schröder: • nomine Eiide«; Jubinal et Moran .nomine Aende*. Comp. Schir-
mer, p. 82, 39 seq.
2)  Ou, plus exactement, en moyen franc (mittel-friinkisch). L\'original de cette
version n\'a pas encore été retrouvé, mais c\'est d\'elle que ilérivc Ie poème néerlan-
dais, comme Ie soupconnait déja lil. Schröder et comme 1\'ont prouvé depnis MM. E.
Verwijs (l. e. p. 231—258) et J. Bergsma (Bijdrage tot de Wordingsgeschiedenis en
de critiek der Middelnederlandse/te Brandaen-teksten,
1887, p. 29—47).
3)   Il est vrai que Ie poème original portait »neuf années»; mais M. Suchier
(Brandans Seefahrt dans les Uomanische Studiën de Boehraer I, 553 seqq.) a prouvéi
en invoquant aussi Ie témoignage de Maerlant (p. 561), qu\'on trourait «sept années*
U la fin du poème. Il s\'ensuit que Ie chiffre &e_neuJLj£i\\ se trouve au commencement
n\'est qu\'une ancienne faute de copiste.
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46
M. J. de G o e j e.
passe-t-il quatre années du voyage sous silence et encore est-il
tombe plus d\'une fois dans des répétitions. Nous sommes en
droit d\'en conclure que Ie nombre de sept se trouvait déja dans
la légende originale qui forme la base de la Navigatio.
Il y a longtemps qu\'on a fait la remarque que cette compo-
sition n\'est que la refonte monacale d\'un sujet antérieurement
connu. La ressemblance, par exemple, entre Ie récit de la Navi-
gatio concernant Ie poisson gigantesque que les marins prennent
pour une ile, mais qui commence a se mouvoir, puis se plonge
dans la mer quand ils ont allumé Ie feu, et celui qu\'on trouve
dans Ie premier voyage de Sindbad des Mille et une nuits, est
si frappante, qu\'on ne saurait douter d\'un rapport d\'origine
entre 1\'un et 1\'autre. Mais on n\'a pas encore pu décider si
cette histoire a été transmise par 1\'Orient a 1\'Occident, ou bien
si c\'est 1\'Orient qui la doit a 1\'Irlande. C\'est cette demière
opinion que M. Ie Dr. O. Schöder a adoptée et qu\'il a taché de
défendre dans 1\'introduction de son édition de la Navigatio,
p. XI—XIV. Il y fait remarquer d\'abord que la Terra repro-
missionis sanctorum répond a la conception germanique et cel-
tique du séjour des morts; que Ie earactère de.la mer irlan-
daise a été fidèlement reproduit; que, pour la demeure des
saints, les iles et les écueils ont remplacé Ie désert qui, ordi-
nairement, joue un röle important dans les légendes chrétiennes;
que la baleine ne se trouve que dans 1\'océan du nord; enfin
que 1\'auteur se montre bien informé relativement a eet animal.
Cette argumentation ne me semble pas mériter 1\'accueil fa-
vorable qu\'elle a re§u de la part de plus d\'un savant\'). Il n\'y
a pas de raison pour nier 1\'existence de baleines et de cachalots
dans les mers méridionales; en effet, les relations des voya-
geurs orientaux contiennent de nombreux récits oü 1\'on narre
la rencontre de semblables animaux et Ie premier zoologue
venu aurait pu renseigner M. Schröder sur ce point. C\'est tout
aussi gratuitement que ce savant afiirme que 1\'auteur de la lé-
gende parait tres bien connaitre la nature de la baleine. Dans
Ie récit même de 1\'ile-poisson nous ne trouvons qu\'une seule
particularité (p. 11): c\'est que la béte tache toujours de toucher
sa tête de la queue, mais qu\'elle ne peut y réussir a cause
1) Suchier p. 557, Schirmer p. 38.
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La légende de Saint Brandan.
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de sa longueur. Dans une autre occasion, Ie vaisseau est menacé
par une baleine énorme \') et tous les royageurs craignent qu\'elle
ne les engloutisse. De même 8. Brandan appelle la baleine (p. 26):
„omnium bestiarum maris devorator". On ne peut prétendre
que ce soit la connaitre les baleines. D\'autre part, que Ie désert
ne soit pour rien dans la légende de S. Brandan, c\'est ce qui
n\'étonnera personne. On n\'en fait pas non plus mention dans
les récits et les contes des marins orientaux, et pour cause. Le
inoine qui composa la Navigatio était bien obligé de placer ses
saints dans des iles et il n\'aurait pas agi autrement, même
s\'il n\'eiït pas écrit en Mande; ce dernier point, du reste, n\'a
été contesté par personne. En somme, il ne reste debout de
toute 1\'argumentation de M. Schróder qu\'une jseule liypolbèse_,
celle que la description de la terre promise aux saints se rat-
tache plutöt aux idees germaniques ou celtiques sur le séjour
des morts qu\'a celles des anciens sur les Insulae Fortunatae 2).
Bien que les rapports entre la légende de S. Brandan et les
voyages de Sindbad ne Be bornent pas au conté de la baleine,
je crois cependant préférable de m\'occuper tout d\'abord de ce
conté. La légende de la baleine ou de la tortue gigantesque
qu\'on preud pour une ile et qui commence a se mouvoir lors-
qu\'elle sent la clialeur du feu allumé par les marins pour cuire
leur diner est tres ancienne 3; et aussi répandue en Oriënt
qu\'en Occident. Dans les formes les plus anciennes de la légende
que je connais, 1\'ile-poisson est privée de toute végétation; plus
tard on y trouve de 1\'berbe ou des roseaux \'). Mais ce n\'est
que dans le conté de Sindbad et dans la Navigatio qu\'on parle
d\'arbres sur le poisson. Cette particularité est curieuse et semble
prouver que 1\'un des récits dérive de 1\'autre. Cbez Sindbad ce
développement est tout naturel: 1\'ile étant couverte de verdure
porte aussi des arbres. Par contre, cbez Brandan, on trouve
d\'abord (p. 10): „insula petrosa sine ulla herba — et in littore
illius nibil de barena fuit"; puis 1\'auteur ajoute: „silva rara
1)  P. 21 .jactans de naribus spumas-.
2)  Comp. au9si Gaston Paris, La littérature franfaise au moyen-dge, p. 214; «la
Terre de télernelte je*nesse, 1\'ile occidentale de la mythologie celtique».
3)  On Ia trouve déja dans l\'Avesta, sauf que 1\'animal est un serpent gigantesque.
V. Tiele, Hel Parzume, p. 159.
4)  Par exemple chez Kazwyny et dans le Physiologus anglo-saxon (Grein I, 220).
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48
M. J. de f>o e j c.
erat ibi" et S. Brandan dit lui-même (p. 26 1. 26): „silvam sci-
distis et ignem succendistis". Il y a la une contradiction for-
melle. Trouvera-t-on qu\'il soit téméraire d\'en conclure que la
description de 1\'ile dans la N a v i g a t i o est une imitation de celle
du conté de Sindbad, combinée toutefois avec une autre descrip-
tion que 1\'auteur avait lue ou entendue ailleurs?
Ce dernier point nous parait incontestable. En effet, lorsqu\'on
compare tous les passages de la Navigatio qui ont rapporta
1\'ile-poisson, on voit sans peine qu\'ils se fondent sur deux lé-
gendes différentes. Après avoir quitte 1\'ile des Moutons, nos
voyageurs arrivent prés de la baleine et alors se passé 1\'aven-
ture que nous avons racontée. L\'auteur dit d\'abord de S. Bran-
dan qu\'il connaissait déja la nature de 1\'ile. „Vir Dei sedebat
intus in navi: sciebat enim qualis erat illa insula, settamen
noluit iis indicare, ne fuissent perterriti". Quand les compagnons
se sont enfuis a la bate et que S. Brandan les a aidés a rentrer dans
Ie navire, il leur dit: „Nolite expavescere. Deus enim micbi
hac hora (ou hac nocte) per visionem revelaYit sacramentum hu-
jus rei. Insula non est, ubi fuimus, set piscis, prior omnium
natancium in oceano; querit semper suam caudam ut simul
jungat suo capiti et non potest pre longitudine. Qui habet no-
men Jasconius". Ils se rendent alors a 1\'ile des Oiseaux, oü
ils cólèbrent la fête de Paques. C\'est la qu\'ils re9oivent 1\'oracle
suivant (p. 14): „in anno futuro — similiter noctem dominicam
Pasche celebrabitis in dorso Jasconii". L\'année suivante, ils y
célèbrent cette nuit, comme cela résulte des mots (p. 20):„ecce
apparuit illis cacabus quem altero anno omiserunt" et des paro-
les de S. Brandan: „Oonsiderate quoque quomodo Deus subjugat
immanissimam bestiam subtus nos sine ullo impedimento". Ily
eacrifie 1\'agneau de Paques et dit: „In altero anno hic celebravi
resurrectionem Domini, ita volo hoc anno". Mais, d\'après ce
qui précède, les voyageurs ont célébré la fête de Paques dans 1\'ile
des Oiseaux (p. 11). Ils avaient espéré la célébrer dans 1\'ile
des Moutons et c\'est la qu\'eut lieu Ie sacrifice (p. 9), mais,
sur un ordre céleste, ils la quittèrent et passèrent la nuit du
samedi et Ie commencement du jour suivant a cöté de 1\'ile-
poisson. La seconde année, il leur est prédit, dans 1\'ile des
Oiseaux (p. 21), que, dorénavant, ils célébreront chaque année
la fête „in dorso belue". La septième année, 8. Brandan rap-
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La légende de Saint Brandan.                                      49
pelle aux siens Ie miracle par ces mots (p. 26): „cur timetis
istas bestias et non timuistis omnium bestiarum maris devora-
torem et magistrum, sedentes ros et psallentes multis vicibus
in dorso ejus? Immo et silvam scidistis et ignem accendistis,
carnem coxistis". Et, enfin, lorsque Ie terme du long voyage
approcbe et qu\'ils ont quitte de nouveau 1\'ile des Moutons (p. 34)
„statim invenerunt beluam in solito loco et ibi laudes Deo can-
taverunt tota nocte et missas mane. Finita vero missa, cepit
Jasconius ire in viam suam, omnibus stantibus in ejus dorso,
et omnes fratres qui cum Sancto Brandano erant ceperunt cla-
mare ad Dominum dicentes: Exaudi nos, Deus salutaris noster etc.
Eecto cursu belua pervenit ad litus insule quae vocatur Fara-
disus avium
ibique demorati sunt usque ad octabas Pentecostes".
On voit que 1\'aTenture de 1\'ile-poisson qiii commence a se
mouroir lorsque la chaleur du feu se fait sentir, que les ma-
rins ont beaucoup de peine a quitter sains et saufs en aban-
donnant tous leurs effets et qui disparait ensuite dans 1\'Océan1),
ne concorde nullement avec la tradition de la baleine complète-
ment assujettie a S. Brandan, sur Ie dos de laquelle Ie saint
et les siens chantaient des psaumes et cuisaient leur diner en
toute sécurité, et qui, a la fin, les transporte elle-même en
nageant au Paradis des Oiseaux. Nous sommes donc obligés
d\'admettre que 1\'auteur de la Navigatio a connu une légende
de S. Brandan décrivant une course du saint et de ses moines
sur Ie dos de la baleine Jasconius. Et, en efiet, il a existé une
vie de S. Brandan qui contenait cette légende; elle nous a été
conservée par Rodolphus Glaber dans la Historia sui temporis,
Livre II, chap. 2, oü nous lisons d\'après la traduction de Gruizot2):
„On lit même dans la vie du bienbeureux confesseur Ben-
dan, né cbez les Anglais orientaux, que eet homme de Dieu,
après avoir vécu quelque temps en ermite avec d\'autres moines,
dans des iles de la mer, rencontra une béte semblable (c\'est-a-
dire une baleine). Un jour qu\'il naviguait autour de quelques
iles, Ie crépuscule 1\'ayant surpris en mer, il vit de loin comme
une autre ile vers laquelle il cingla avec ses compagnons, dans
1\'intention d\'y passer la nuit. Ils abordent, ils sautent de leurs
1)   «Mersit se in Oceanum*. Dans 1\'cdition de Schröder: «ferebatur inOceanum\'.
2)   ColleelioH des mem. relatifs & l\'Hstoire de France, VI, p. ?.04 seqq.
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M. J. de Goej e.
barques, et gravissent Ie dos du monstre qu\'ils avaient pris
pour une ile, comptant bien n\'y faire séjour que pendant cette
nuit. Après un court repas, les autres frères abandonnent au
repos leurs membres fatigués. Bendan seul, ce saint bomme,
ce pasteur vigilant de la bergerie du Seigneur, que 1\'on trou-
vait assidument en prières, observait avec prudence la force du
Tent et Ie cours des astres. Pendant qu\'il occupait ainsi son
attention, au milieu du silence de la nuit, il sentit tout-a-coup
que ce lieu oü ils avaient cbercbé un abri les emportait vers
1\'orient. Le lendemain, lorsque Ie jour reparut, Ie sage Bendan
assemble ses compagnons, les encourage et les console par ses
discours. „Mes excellens frères, leur dit-il, ne nous lassons ja-
mais de rendre graces au souverain Créateur et maitre de tou-
tes choses, a ce Dieu dont la providence nous a préparé, au
milieu des mers, un cbar nouveau qui n\'a besoin ni de nos
voiles, ni de nos rames". Ces paroles de 1\'bomme de Dieu
jettent 1\'étonnement dans leur ame; ils se confient a la divine
providence, ils se reposent sur la sagesse de leur compagnon,
et attendent avec plus de tranquillité quelque hasard beureux.
Ils furent ainsi emportés plusieurs jours de suite dans 1\'espace
des mers, et ils purent observer qu\'ils continuaient de se diri-
ger, pendant tout ce temps, vers le soleil levant. Enfin ils
arrivèrent a une ile beaucoup plus belle que toutes les autres,
et qui présentait une foule d\'agrémens divers; les arbres et les
oiseaux qu\'elle contenait leur parurent aussi d\'une nature et
d\'une forme nouvelles; le saint homme s\'y rendit et y trouva
un grand nombre de moines, ou plutöt d\'anachorètes dont la
vie et les mceurs étaient plus saintes et plus sublimes que
celles de tous les autres mortels. On lui fit, ainsi qu\'a ses
compagnons, 1\'accueil le plus tendre; ils y restèrent plusieurs
jours a s\'instruire, par les bons soins de leurs bótes, d\'une
foule de vérités relatives au salut; puis ils revinrent dans leur
patrie, et racontèrent a leur retour leur merveilleuse décou-
verte".
Rodolpbus Grlaber écrivait en 1047. Il s\'ensuit que nous ne
pouvons placer la composition de la vie de S. Brandan a la-
quelle il a emprunté ce passage longtemps après 1\'an 1000;
il est même probable qu\'elle a été écrite avant cette année. La
Navigatio a emprunté a cette légende le voyage au Paradis des
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La légende de Saint Brandan.                                      51
Oiseaux sur Ie dos de Jasconius, et, en partie aussi, la descrip-
tion de cette ile. On retrouve un autre reste de cette lé-
gende dans Ie passage qui rapporte que S. Brandan et les siens
ont du naviguer quarante jours vers 1\'orient (contra orientalem
plagam) pour arriver au Paradis; car il est en contradiction
avec 1\'introduction de la Navigatio qui affirme que Barintus y
parvenait en se dirigeant vers 1\'ouest (contra occidentalem pla-
gam) \'). Il semble probable que Ie nom de la baleine Jasconius
appartenait aussi originellement a cette légende. Les vies de S.
Brandan que nous possédons sont d\'une rédaction postérieure a la
Navigatio. A cöté de la Navigatio, la légende telle qu\'elle
a été conservée par Bodolphus Glaber est devenue un long
voyage du saint bomme sur Ie dos de la baleine. Comme preu-
ves nous citerons la vie de S. David, oü nous lisons a) que S.
Barrius monté sur un cheval rencontra un jour sur mer S. Bran-
dan „qui super marinum cetum mirabilem ducebat vitam", et
Ie poème de Cumin Coindire, oü nous trouvons Ie passage sui-
vants): „Brandan aimait la mortification continuelle de la cbair,
selon les préceptes du synode et de la congrégation. Il passa
sept ans sur Ie dos de la baleine; c\'était la une espèce de pé-
nitence bien sévère".
Je ne suis pas en état de décider la question de savoir si la
course sur Ie Jasconius est irlandaise d\'origine ou si la légende
provient de 1\'Orient. Le fait que, d\'après cette légende, Ie
Paradis doit être cberché en Oriënt semble favoriser la dernière
supposition. Mais pour le but que nous poursuivons actuelle-
ment, il nous suffit de pouvoir considérer comme acquis ce ré-
sultat important que 1\'auteur de la N a v i g a t i o avait connaissance
d\'une vie de S. Brandan contenant le récit d\'un ou de plusieurs
voyages du saint et de ses moines vers différentes iles de la
mer et d\'une course sur le Jasconius. Il est probable que 1\'au-
1)  Tls retoument par la même voie que Barintus, car ils passent devant 1\'Ile
Délicieuse.
2)  Acta S. S. Boll. Mars I, 44 note cl, cité par Schröder p. 40, Sehirmer p 37,
[Zimmer p. 306]. Comp. aussi Acta S. S. Boll. Mai III, 602 b. Les Bollnndistes
supposent que «navigia eorum habuisse insignia equi et ceti, indeque surapta occasio
hujus fabulae». [Comp. 1\'hypothèse de M. Zimmer p. 309.]
3)  Sehirmer p. 14 seq.; Moran, Préface p. VII; Zimmer p. 181 [et p. 305, 306].
Le nom de Brandan est écrit Brenainn. Le dernier verset a été rendu différemment
par les trois traducteurs.
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M. J. de G oej e.
teur y a aussi puisé les particularités locales qu\'on trouve au
commencement de la Navigatio; mais nous reviendrons sur
ce point.
C\'est avec cette légende que 1\'auteur a combine 1\'aventure
de 1\'ile-poisson empruntée aux voyages de Sindbad, mais il 1\'a
fait d\'une maniere qui nous a permis de retrouver les sutures.-
Voyons maintenant quels autres points de rapport il y a encore
entre la Navigatio et les aventures du marin arabe.
Dans la première ile oü S. Brandan aborde (p. 7) s\'élève un
grand palais, oü les moines ne trouvent personne. C\'est évidem-
ment 1\'ile du Palais du troisième voyage de Sindbad. Mais Ie
nègre sauvage qui, chez Sindbad, parait en être 1\'habitant est
devenu, chez Brandan, un diable sous la forme d\'un petit noir
qui séduit 1\'un des moines et 1\'amène a Toler un frein d\'argent.
Dans 1\'ile des Oiseaux coule une source. Le procurator, per-
sonnage mystérieux qui, plus d\'une fois, apporte aux naviga-
teurs la nourriture nécessaire et qui, vers la fin du voyage,
les conduit au Paradis, les exhorte a ne pas en boire (p. 13)
parce que „quisquis ex eo biberit, irruit super eum sopor et
non evigilat donec compleantur XXIV hore". Puis il n\'est plus
question de cette source, si ce n\'est que les moines, a leur
départ, y puisent leur provision d\'eau. Dans une autre ile qu\'on
rencontre ensuite (p. 18), il y a de nouveau une source dont
S. Brandan conseille aux siens de ne boire qu\'avec modération.
Malgré cela, quelques uns en boivent une coupe, d\'autres deux,
d\'autres encore vont jusqu\'a trois. „In quos irruit sopor trium
dierum ac noctium, in alios quoque duorum dierum, in reliquos
vero unius diei et noctis". Mais c\'est la seule conséquence des
exces qu\'on a faits. Scbröder, pour le dire en passant, trouve
surprenant que les auteurs des rédactions allemandes de la lé-
gende ne se soient pas emparés du beau tbème de 1\'eau sopo-
rifère (p. 43 note 23). Il est évident que ces sources sont une/^
réminiscence de celle a laquelle Sindbad se désaltère au com-
mencement du second voyage; il s\'endort après en avoir bu et
ne se réveille qu\'après que son navire est parti.
Bien que je ne croie pas que la description de 1\'ile des Oi-
seaux ait été empruntée a celle du septième voyage de Sind-
bad, je reconnais cependant qu\'il y a certaines ressemblances:
dans chacun des deux contes, on ne prend la forme d\'oiseau
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La légende de Saint Brandan.                                  53
qu\'a certains moineiits déterminés, et, dans 1\'un comme dans
1\'autre, ce sont des esprits ou des djinns qui agissent en hom-
mes, se présentant comme tels dans Sindbad ou parlant comme
eux chez S. Brandan.
Arrivé a 1\'ile de la familie de 8. Ailbée (p. 15, 17), S. Bran-
dan rencontre un vieillard qui répond a toutes ses questions par
des gestes. Ce thème dont 1\'auteur a tiré, en 1\'amplifiant, la
description d\'un couvent oü, pendant 80 ans, aucune voix hu-
maine ne s\'est fait entendre, si ce n\'est pour chanter des canti-
ques, a, sans aucun doute, été emprunté au cinquième voyage
de Sindbad. Qui ne se rappelle, en effet, Ie vieillard qui, è
tout ce que Sindbad demande, ne répond que par des gestes et
des signes et qui sait Ie persuader de Ie prendre sur son dos ?
L\'ile aux Baisins (p. 25) pourrait bien être une réminiscence
des raisins que Sindbad trouve dans l\'ile du vieillard, comme
nous Ie montrerons plus loin; mais la griffa qui menace S. Bran-
dan et les siens (p. 25) est certainement Ie rohh du cinquième
voyage que Marco Polo (II, 346 Yule) appelle aussi gryphon.
Les géants qui tachent de briser Ie navire avec de gros bloes
de pierre ou de scorie (p. 28) semblent être une imitation des
sauvages gigantesques du troisième voyage de Sindbad; car non
seulement la description de 1\'aspect des uns est semblable a
celle des autres, mais encore les deux contes s\'accordent sur ce
détail qu\'il n\'y a d\'abord qu\'un seul géant, qui revient ensuite
accompagné d\'autres. Chez S. Brandan ces géants sont devenus
des forgerons, sous 1\'influence soit d\'un mythe celtique, comme
Ie pense M. Schröder, soit de celui des Cyclopes. Chez Sind-
bad, ce sont des anthropophages; mais on ne nous indique pas
Ie métier qu\'ils exercent. Enfin, l\'ile du Paradis avec son fleuve
et ses pierres précieuses, dont S. Brandan prend autant que Ie
vaisseau peut porter, est une imitation exacte de l\'ile au fleuve
du sixième voyage de Sindbad, oü nous Ie voyons charger son
radeau de pierres précieuses.
Voila bien des traits de ressemblance; Ie nombre en est si
grand qu\'il ne permet pas de croire a une conformité acciden-
telle. Mais si j\'ai admis tacitement jusqu\'a présent que c\'est
1\'auteur de la Navigatio qui a fait des emprunts a Sindbad et
non 1\'inverse, c\'est que chez Sindbad tout concorde admirable-
ment avec Ie contexte, tandis que, chez S. Brandan, les aven-
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M. J. de Go oj e.
54
tures sont Ie plus souvent sans enchainement et montrent ainsi
leur caractère de matières d\'emprunt. — Quand j\'ai commencé
a comparer les contes, j\'ai cru d\'abord que Ie nombre sept f out
les années de navigation de S. Brandan devait aussi son origine
aux sept voyages de Sindbad. Cela pourrait être un emprunt,
\'car, si, comme nous 1\'avons vu, dans la Navigatio, Ie nombre
sept est établi en fait par la tradition, rien, cependant, dans
Ie conté même, n\'exige ce nombre. Le saint se trouve déja au
commencement du voyage dans 1\'ile des Oiseaux, d\'ou, a la
septième année, il part directement pour le Paradis, et il y
revient cliaque année. Après la seconde, nous apprenons seule-
ment (p. 26) que „circuibat oceanum per multum tempus".
Tout le reste des aventures appartient a la dernière année. Mais
depuis, j\'ai trouvé que le nombre sept appartenait déja a 1\'an-
cienne légende de S. Brandan. Ma première supposition n\'était
donc pas fondée.
Il me semble tres probable que c\'est la conformité des noms
qui a donné lieu aux emprunts faits par 1\'auteur de la Navi-
gatio au conté arabe. La première partie du nom de Sindbad
sonne comme saint et la seconde a quelque ressemblance, pour
le son, avec Brandan. A mon avis, il se sera produit quelque
chose d\'analogue a ce qui est arrivé pour le nom de la ville
maritime de 1\'Inde Sindan, que les Anglais appellent a présent
St. John x). On peut admettre sans difficulté qu\'un matelot ou
un moine irlandais voyageant en Oriënt aura ouï conter les
voyages de Sindbad, et, songeant a son saint Brandan, aura
cru que celui-ci était le héros du récit. Il devait d\'autant moins
en douter que, comme nous 1\'avons vu, il connaissait par la
vie de S. Brandan la course qu\'il avait faite sur le dos de la
baleine et qu\'en outre le nombre des sept voyages s\'accordait
avec la durée des excursions du saint. Rentré en Mande, il
aura raconté ce qu\'il avait retenu des aventures de son saint
et ainsi aura été jeté le fondement de la grande légende mari-
time de S. Brandan. L\'hypothèse que nous venons d\'exposer a
le mérite non seulement d\'expliquer les rapports frappants qui
existent entre les voyages de Sindbad et ceux de S. Brandan,
mais encore de nous faire comprendre, au moins en partie,
1) Comp. Van der Lith, Meneilles de f Inde, p. 226.
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La légende de Saint Brandan.                                      55
comment on en est venu a faire du saint un grand navigateur.
Si nous avons supposé que 1\'auteur de la Navigatio ou celui
de qui il tenait ses informations a été en Oriënt, ce n\'est pas
gratuitement. La N a v i g a t i o en contient une preuve décisive.
S. Brandan, se trouvant dans 1\'ile de S. Ailbée, y est témoin
du miracle des lampes de 1\'autel qui sont allumées par une
flèche ardente arrivant par la fenêtre, et il apprend en même
\'emps qu\'elles s\'éteignent également d\'une fac,on miraculeuse.
O\'est la, sans aucun doute, une réminiscence du prodige qui
s\'opérait chaque année la veille de Paques dans 1\'église du Saint
Sépulcre a Jérusalem, oü, ce jour-la, Ie feu du ciel venait
allumer les lampes. Djaubary nous raconte, a ce sujet, 1\'anec-
dote suivante dans son livre des „Mystères dévoilés" \'): „al-
Melik al-Mocazzam, petit-fils de Saladin, qui commenc.a a régner
en 1218, exigea qu\'on lui fit connaitre comment la lumière
se produisait dans les lampes. Mais leprêtre lui répondit: „„Que
préférez-vous, de la somme d\'argent que nous vous payons cha-
que année ou de la connaissance de ce secret? Car vous pouvez
être certain que cette affluence de revenus que vous voyez ces-
sera totalement, dès que je vous 1\'aurai révélé"". Le prince ré-
fléchit et s\'en alla sans plus renouveler sa question". Ce miracle
constituait 1\'une des plus grandes attractions pour les pèlerins
chrétiens et rapportait beaucoup d\'argent a Jérusalem et surtout
a 1\'église en question. Nous savons qu\'il avait déja lieu régu-
lièrement en 870 2). Vers 1025 Odolric, évêque d\'Orléans, le
vit se produire en sa présence, comme le raconte Eodolphus
Grlaber dans la Historia mi temporis3). Le pape Urbain II in-
voqua solennellement ce miracle au concile de Olermont en 1095.
Mention en est faite vers le même temps par Abou\'l-Hasan Aly
al-Harawy4). De Mandeville (f 1372) décrit comment la lampe
s\'allume et s\'éteint miraculeusement, mais il a des doutes sur
la réalité de 1\'intervention divine. Le Père Van Kootwijk, qui
visita la Terre Sainte en 1598, dit5) que jadis, lorsque les
1)  V. mon article dans le Zeitschr. 23. M. O. XX, p. 492.
2)  Sepp, Jérusalem unit das heilige Land, I, p. 509.
8) Lib. IV, chap. 6 (Guizot VI, p. 315-318).
4) Description des lieux saints de la Galilée et de la Palestine par Ch. Scheler,
p. 21 (Arehives de l\'Orient lalin I, p. 605).
6) Itinerarium p. 183 (édit. d\'Anvers 1619).
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M. J. de Goej e.
56
Catholiques administraient 1\'Église en Palestine, Ie feu divin
descendait grace aux jeunes, aux prières et aux larmes des
fidèles; mais les schismatiques trompent Ie peuple et font passer
pour lumière divine ce qui ne 1\'est pas. Il cite, a ce propos,
un petit livre du frère Boniface Be perenni cultu Terrae Sanctae,
dans lequel celui-ci dit avoir fait a ce sujet de sérieuses remon-
trances au patriarche et a 1\'évêque arménien. Mais ils lui ré-
pondirent qu\'ils étaient obligés a cette fraude, parce qu\'a défaut
du miracle les aumónes et les donations cesseraient d\'affluer,
les pèlerins chrétiens venant surtout a Jérusalem pour en être
témoins. L\'auteur de la Navigatio parait avoir vu Ie miracle
ou bien il en aura entendu la description d\'un témoin oculaire.
On peut même penser que son pèlerinage en a été un du grand
nombre de ceux qui eurent lieu vers 1\'an 1000, lorsqu\'on croy-
ait que Ie jugement dernier api)rochait.
Ces emprunts faits a 1\'Orient ne sont pas, cependant, les
,-euls matóriaux avec lesquels l\'auteur de la Navigatio a
brode Ie canevas de l\'ancienne légende de S. Brandan. Edrysy,
qui a publié son livre en 1154, racontex) que huit jeunes
gens de Lisbonne, désirant savoir ce que renferme 1\'Océan
et quelles en sont les limites, s\'embarquèrent avec de 1\'eau et
des vivres en quantité suffisante pour une navigation de plu-
sieurs mois. Après avoir voyagé pendant environ onze jours
vers 1\'ouest, ils parvinrent a une mer dont les ondes épaisses
exhalaient une odeur fétide, cachaient de nombreux récifs et
n\'étaient que faiblement éclairées 2). Oraignant alors de périr,
ils chan gerent la direction de leurs navires, coururent vers Ie
sud pendant douze jours et arrivèrenTTf-1\'ile des Moutons, oü
d\'innombrables troupeaux de moutons paissaient sans berger ni
personne pour les garder. Ayant débarqué dans cette ile, ils y
trouvèrent une source d\'eau douce et, prés de la, un figuier
sauvage. Ils prirent et tuèrent quelques moutons, mais la chair
en était tellement amère qu\'il était impossible de s\'en nourrir;
1)  Description de l\'A/rique et de VEspagne par E. Dozy et M. J. de Goeje, p. 63
et 233 seqq.
2)  Conformément !i cette ancienne opinion que 1\'Océan n\'est pas navigable, parce
que Ie ciel y est trop obscur et 1\'eau trop épaisse. Comp. Berouny, India p. 96 du
texte, I, 196 de la traduction de M. Sachau et la note de ce sarant II, 316, oü
il cite Ie Timee de Flaton.
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57
La légende de Saint Brandan.
ils n\'en gardèrent que les peaux. Ils naviguèrent ensuite douze
jours encore vers Ie sud et apercurent enfin une 11e qui parais-
sait habitée et cultivée; ils en approchèrent afin de savoir ce qui
en était; bientöt après ils furent entourés par des barques, faits
prisonniers et conduits dans une yille située sur Ie bord de la
mer. Les bommes qu\'ils y virent étaient de haute stature et
de couleur rousse et avaient des clieveux non crépus; les fem-
mes y étaient d\'une rare beauté. Le quatrième jour de leur
captivité, un homme parlant 1\'arabe vint leur demander qui ils
étaient, pourquoi ils étaient venus et quel était leur pays. Le
lendemain ils furent présentés au roi qui leur fit adresser les
mêmes questions et auquel ils répondirent qu\'ils s\'étaient ha-
sardés sur la mer afin de découvrir ce qu\'elle pouvait avoir de
singulier et de curieux et d\'en constater les limites extrêmes.
Lorsque le roi les entendit parier ainsi, il se mit a rire et dit
a 1\'interprète: „Explique a ces gens-la que mon père ayant ja-
dis prescrit a quelques uns d\'entre ses esclaves de s\'embarquer
sur cette mer, ceux-ci la parcoururent dans toute sa largeur pendant
un mois, jusqu\'a ce que, la clarté des cieux leur ayant tout
a fait manqué,. ils furent obligés de renoncer a cette vaine en-
treprise". Ensuite on les ramena a leur prison, oü ils furent
bien traites. Ils y restèrent jusqu\'a ce qu\'un vent d\'ouest s\'étant
élevé on leur banda les yeux; puis on les fit entrer dans une
barque et on mit avec eux a la voile. Après trois jours et trois
nuits en-viron, on parvint a une terre oü on les débarqua les
mains liées derrière le dos, et oü on les abandonna. Ayant été
déliés par des babitants de la contrée, ils découvrirent qu\'ils
se trouvaient sur la cóte occidentale de 1\'Afrique, au lieu oü
s\'éleva plus tard la ville d\'Asafy (Saffy). Edrysy parait consi-
dérer nos jeunes gens comme les fondateurs de la ville. Il ajoute
que, de son temps encore, une rue de Lisbonne portait d\'après
eux le nom de rue des Aventuriers.
Prés de 1\'ile des Moutons est 1\'ile de Eaca \'), qui, selon
Edrysy, est 1\'ile des Oiseaux. Il n\'est pas certain que les ren-
seignements que le géographe arabe donne sur cette ile soient
empruntés aussi au récit des aventuriers; mais cela est probable.
Il s\'y trouve une espèce d\'oiseaux semblables a des aigles, rou-
1) Peut-être Koca. V. Edrysy p. 63 seq.
VIlIo Congres international des Orientalistes. — Section sémitique.               5
-ocr page 66-
M. J. de Goeje.
58 f
ges et annés de griffies; ils font la cbasse aux animaux marins
et s\'en nourrissent. On dit encore, continue Edrysy, que 1\'ile
de Eaca produit des fruits qui rappellent les figues de la
grosse espèce et dont on se sert comme d\'un antidote contre
les poisons. L\'auteur du JAvre des merveittes l) rapporte qu\'un
roi de France, informé de ce fait, équipa un navire et 1\'en-
voya vers cette ile pour y chercher de ces fruits et de ces oiseaux2),
parce qu\'il avait été informé des propriétés médicales de leur
sang et de leur foie; mai3 Ie vaisseau se perdit et ne revint
jamais.
Nos deux iles se retrouvent, ainsi que la mer aux ondes
épaisses (mare quasi coagulatum), dans la Navigatio, comme
on 1\'a fait remarquer déja, plus d\'une fois 3); mais il y a des
différences qui ne s\'expliquent que dans 1\'hypothèse d\'une tra-
dition orale 4). Dans S. Brandan les moutons ne sont pas petits,
comme chez Edrysy; ils sont grands, au contraire, parce qu\'on
ne leur prend pas leur lait, et, autre différence, leur chair est
bonne a manger. Les oiseaux de la Navigatio sont des esprits
qui ne prennent la forme d\'oiseaux qu\'aux jours saints. M.
Schröder (p. 44 seq.) a\'ffirme, suivant en cela Pescliel, que 1\'ile
aux Eaisins est aussi mentionnée par Edrysy et il en tire la
conclusion que la Navigatio doit être antérieure a 1154. La
conclusion ne saurait être révoquée en doute si 1\'on se rappelle
qu\'il y a plus d\'un manuscrit de la Navigatio du onzième
siècle; mais Edrysy ne parle pas d\'une ile aux Eaisins 5). Cette
ile parait être une réminiscence des raisins que Sindbad trouve
dans 1\'ile du vieillard. S\'il en est vraiment ainsi, nous avons
la preuve peremptoire que la Navigatio relève des contes de
Sindbad, car des raisins dans une ile des tropiques, c\'est la
une faute caractéristique de l\'auteur de ces contes.
i) Edrysy, dans sa Préface, attribue ce livre au célèbre Masoudy (première moitié
du 10mo siècle). Comp. Keinaud Introd. p. LXX1I note 1.
2)  Dans la légende de Théophile, les oiseaux U voix humnine se trouvent cgale-
ment sur des arbres semblables au figuier (Th. Wright, St.Patrick\'a Purgalorg, cité
par Schirmer p. 48 note 4).
3)  Comp. d\'Avezao, les lies fantastiques de l\'Océan occidental au moym-dge,
Paris 1845.
4)   M. Suchier pense (p. 5S6) qu\'Edrysy a puisé ses informations dans la Navi-
gatio; mais c\'est la une conjecture inadmissible.
5)   M. Suchier a fait la même observation.
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la légende de Saint Brandan.
59
Nous ne savons pas au juste quand 1\'expédition des Avontu-
riers a eu lieu; mais il faut la placer avant l\'avènement des
Almoravides au milieu du onzième siècle et la fondation d\'Asafy.
Bekry, qui écrivait au commencement de la seconde moitié de
ce siècle, connait déja Asafy, mais je n\'en trouve pas de inention
chez les auteurs plus anciens.
Ces aventuriers n\'avaient-ils d\'autre but que Ie vague désir
de connaitre les limites occidentales de 1\'Océan? On ne pourra
résoudre cette question que lorsqu\'on saura quand les légendes
de 1\'ile de Brazil et de celle d\'Antilia ont pris naissance. La
plus ancienne mention que je trouve de la première ile est celle
de la carte d\'Andrea Bianco en 1436; ce n\'est qu\'en 1865
qu\'elle a disparu définitivement des cartes \'). Quant a Antilia,
on voit sur Ie globe de Neurenburg de 1492 a) qu\'en 1\'an 734
de 1\'ère chrétienne, lorsque 1\'Espagne fut envabie par les Arabes,
quelques families portugaises y trouvèrent un refuge avec leurs
prêtres 3) et qu\'on la découvrit par hasard en 1414, sans cepen-
dant la visiter. Antilia a aussi figuré longtemps sur les cartes.
L\'antique conception des Insulae Fortunatae, non moins que
les idees germaniques et celtiques sur Ie séjour des morts dans
une ile de 1\'Océan occidental4), aura contribué a nourrir la croy-
ance a la réalité d\'un pays délicieux dans 1\'Océan, que con-
firmaient d\'ailleurs de prétendues observations d\'iles produites
par 1\'illusion optique connue sous Ie nom de fata morganas).
Cette croyance parait avoir été une des causes principales de la
grande popularité dont la Navigatio a joui; par contre, elle
semble devoir a la Navigatio une plus grande consistance. On
lit dans Y Imago mundi par Honoré d\'Autun, qui vivait au dou-
zième siècle 6), qu\'il se trouve dans 1\'Océan une ile délicieuse
et fertile plus que toutes les autres, inconnue aux hommes,
trouvée par hasard, puis cherchée en vain et appelée enfin
1) V. Encyclop. Brit. IV, 241 a.
21 D\'Avezac p. 17.
3)   Il se peut que 1\'auteur de la Narigatio fasse allusion a cette légende dans
ces paroles p. 35: «Post multa vero curricula temporum declarabitur ista terra succes-
soribus vestris quand» persecutio Christianorum supervenerit".
4)  Comp. Schirmer p. 19 [Zimmer p. 274 seqq.]
5)  D\'Avezac p. 16.
6)  D\'Avezac p. 9.
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60                                              M. J. de Goeje.
Ytle Perdue1). On dit, ajoute-t-il, que cette tle est celle qui
a été visitée par S. Brandan. Sur les cartes du 14me et du
15""" siècle, 1\'ile de S. Brandan a été placée d\'abord prés de
Madère; puis, peu a peu, on 1\'a reculée vers 1\'occident et prés
de 1\'Equateur; enfin on 1\'a mise plus au nord, a la latitude
de 1\'Irlande. Elle disparut ensuite des cartes, mais la croyance
n\'en resta pas moius inébranlable. Dans les articles du traite
de paix d\'Evora, par lequel la couronne de Portugal cédait a
celle de Oastille son droit a la conquête des Canaries, elle com-
prit dans Ie noinbre de celles-ci „1\'ile non-trouvée" J). Le voya-
geur hollandais Van Linschoten, revenant des Indes et se trou-
vant en Juillet 1589 prés des Canaries, écrit ce qui suit3): „A
droite de ces iles, a, la distance d\'environ cent lieues, il y a
un pliénomène extraordinaire dont nous devons faire mention.
C\'est qu\'on y voit souvent une ile, nommée San Borondon, oü
plusieurs marins ont abordé par hasard, sans la chercher. Ils
assurent que c\'est un fort beau pays, délicieux, riche en
verdure, plein d\'arbres et de toutes sortes de vivres. Ils ajou-
tent que les habitants en sont chrétiens; mais on ne sait pas
a quelle nation ils appartiennent ni quelle langue ils parlent.
Les Espagnols des Canaries ont fait plusieurs tentatives pour
la trouver et 1\'explorer, mais ils n\'y ont pas réussi. C\'est pour-
quoi on entend émettre différentes conjectures. Les uns pensent
que 1\'ile est encliantée et ne se montre que certains jours; les
autres, qu\'elle est tres petite et constamment enveloppée de
brouillards qui la cacbent aux regards, tandis que le vent et le
courant emportent les navires loin de 1\'ile. Mais tout le monde
croit fermeinent que 1\'ile est située dans ces environs, se fiant
au témoignage de ceux qui y ont été". On a fait de sérieuses
tentatives pour retrouver cette ile jusqu\'en 1721. Mais le résul-
tat a été nul et on est toujours revenu sans avoir rien découvert.
Car, selon 1\'expression d\'un auteur espagnol, 1\'ile de S. Bran-
dan „quando se busca no se halla".
Ce qui, dans la Navigatio, n\'appartient pas a 1\'anciennelé-
gende du Jasconius ou n\'a pas été emprunté aux voyages de Sindbad
1)  Maerlant la connait sous ce nom («dat Verloren Lant • dans AUxander, chez Ver-
wijs p. 242).
2)  D\'Avezac p. 11, Jubinal p. XVII, Schröder p. V.
3)   Voyage éd. de Burnell et Tiele II, 265.
-ocr page 69-
La légende de Saint Brandan.
61
et au récit des Aventuriers, sans compter Ie miracle des lam-
pes, peut se ramener a ce qui suit. Lorsque Ie saint est/
sur Ie point de partir avec les 14 moines qu\'il a cboisis, trois
autres moines arrivent du monastère, priant Ie saint de les em-
mener. S. Brandan consent et leur prédit en mème temps qu\'un
sort funeste attend deux d\'entre eux, mais que Ie troisième ob-
tiendra une belle position. Dès Ie début du voyage, lors de la
visite a 1\'ile du Palais, un de ces frères, séduit par Ie Diable et
inalgré les avertissements de S. Brandan, vole un frein d\'argent
et tombe au pouvoir de Satan, qui s\'empare de lui. Sur la
prière des autres, S. Brandan ordonne de Ie lacber, de sorte
que son ame est emportée par les anges de la lumière sous les
yeux des frères, „videntibus fratribus". Il est bien singulier que
Ie saint prédise a cette occasion que 1\'un des deux autres frères,
dont on ne sait rien de mal, sera enseveli dans 1\'enfer. L\'abbé
du monastère de S. Ailbée répète cette propbétie quand il dit
qu\'il n\'y aura que les 14 qui retourneront dans leur patrie.
L\'un des deux autres restera dans 1\'ile des Anacborètes et Ie se-
cond sera condamné a une mort honteuse cbez les babitants de
1\'enfer. En effet, après bien des ailées et des venues, ils arri-
vent (p. 29) „sur les confins de 1\'enfer", a une ile dont les
bords sont escarpés et noirs comme du charbon. Un des deux
frères met pied a terre et est incontinent pris et brülé par les
demons. S. Brandan s\'écrie: „Il est bien malbeureux pour toi.
mon fils, que tu doives avoir une si triste fin". Puis ils se
batent d\'arracber leur navire a cette cöte dangereuse et voient
derrière eux 1\'ile se couvrir de feu et de flammes. D\'Avezac
croit\') que la description de cette ile est une réminiscence de
1\'ile volcanique de Ténériffe qui, au moyen-age, portait Ie nom
d\'ile de 1\'Enfer. Ne pourrait-on pas admettre que la combustion
du moine est empruntée au récit de Sindbad relatif a ses com-
pagnons qui furent rötis et dévorés sous ses yeux?
Le troisième frère est regarde comme digne de rester dans
1\'ile des Anachorètes. Il n\'y a pas un seul mot qui nous ap-
prenne pourquoi il a mérité cette faveur.
Le récit du vol du frein d\'argent repose peut-être sur un
fait arrivé en Mande et peut avoir appartenu a 1\'ancienne vie
1) P. 9.
-ocr page 70-
62                                        M. J. de Gocjt.
de S. Brandan. Les parois dn palais sont couvertes de „vascula
diversi generis metalli frenaque et cornua circumdata argento".
M. Schröder \') trouve 1\'usage singulier et ajoute que, d\'après
Bruns, Ie frein jouait un röle dans Ie culte des druides. Mais
M. Schirmer2) nous apprend que les Irlandais avaient la cou-
tume d\'orner les parois de leurs demeures de freins, dont la
matière indiquait Ie rang du maitre du logis.
Je ne puis attribuer a aucune des sources citées jusqu\'a pré-
sent la colonne de cristal, couverte d\'un filet énorme (p. 27),
qui, selon M. Schröder, est une imitation des chapitres 40 et
41 d\'Ezéchiel et du cliapitre 21 de 1\'Apocalypse, combines avec
1\'idée d\'une montagne de glacé, comme Ie suppose M. Schir-
mer 3). Nous trouvons dans la Vita S. Brandani4) la description
d\'une ile supportée par quatre pieds, si bien que Ie navire peut
passer dessous. Il n\'est pas impossible que nous ayons la une
autre rédaction de la méme aventure. Sont également dus a
une autre source Ie rocher sur lequel est assis Ie malheureux
Judas Iscariote (p. 30) qui, grace a 1\'intercession de S. Bran-
dan, obtient, pour un jour, rémission des tortures infernales
qu\'il a a subir, et, enfin, Ie rocher oü demeure 1\'ermite Paul
(p. 32). Celui-ci raconte qu\'il a été transporté dans ce lieu
il y a 90 ans, Ie jour méme de la mort de S. Patrice, son
abbé. Ge détail montre que 1\'auteur de la Navigatio n\'était
pas tres fort en chronologie. En effet, selon la tradition la
plus süre, S. Patrice mourut en 4695). On aurait donc 559
pour la septième année du voyage. Mais tout Ie monde s\'ac-
corde a placer la mort de S. Brandan en 576, peu de temps
après son retour B). Si 1\'on accepte la tradition qui fait mourir
S. Patrice en 493, on obtient 583 pour la septième année du
voyage; or cette date est beaucoup trop récente. On trouve une
autre preuve de ce maïique d\'exactitude dans Ie passage oü 1\'auteur
fait dire a S. Brandan par les moines de 1\'ile de S. Ailbée, qu\'il
y a 80 ans qu\'ils y demeurent depuis Ie temps de S. Patrice
et de S. Ailbée. Ils y seraient donc arrivés en 490; mais cette
1) P. 37 note 3.                              2) P. 47.
3) P. B3.                                         4) Chap. 26 (Moran p. 23).
6) Schröder et Schirmer ont 460.
6) .Parvo interjacente temporis intervallo». Navig. p. 86.
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La légende de Saint Brandan.
615
date est trop récente pour la mort de S. Patrice et trop an-
cienne pour celle de S. Ailbée \').
C\'est encore a d\'autres sources qu\'on doit la mention des
énormes limagons de mer (scaltae p. 24) „in moduin pile magne",
et celle du grand poisson qui sert de nourriture aux moines
pendant plusieurs jours (p. 22). Il se peut toutefois que 1\'auteur ait
einprunté ce conté a 1\'Orient. On sait qu\'en 1\'an 8 de 1\'hégire une
bande afl\'amée des compagnons du Prophete eut Ie bonheui\' de
trouver jetée sur Ie rivage de la mer une baleine qui leur servit
a assouvir leur faim et a se ravitailler 2).
On voit que 1\'imagination de 1\'auteur de la Navigatio
est pauvre, car ce qui n\'a pas été emprunté n\'est que bien
peu de chose. J\'avais pensé un moment que Ie Barintus
dont Ie récit avait excité S. Brandan a entreprendre son
voyage n\'est qu\'un doublé de Brandan lui-même, fout comme
la description qu\'il a donnée du Paradis est presque mot
pour mot identique a celle qu\'en donnera plus tard S. Brandan.
Mais M. Whitley Stokes, que j\'ai consulté sur ce point, m\'écrit
que la ressemblance des noms de Barintus et de Brandan n\'est
qu\'apparente \'). Quant è Mernoc ou Mernocatus, je soupc,onne
que ce nom a été formé de celui de Cormac, disciple de 8.
Columcilla, qui vécut au commencement du 7me siècle; il vi-
sita, dit-on, les iles Orcades et aurait découvert les Feroé
et 1\'Islande\'). Le nom de S. Machutus ou S. Malo dont
une légende plus récente fait 1\'un des 14 compagnons de S.
Brandan5) ne se trouve pas dans le texte ancien de la Navi-
gatio; il j a été interpolé dans deux manuscrits du 12me
1)  Celui-ci mourut en 527 selon Schröder p. 42 note 13, le 12 Septembre 534
selon Schirmer p. 50.
2)  Tabary I, 1605 seqq., Damyry II, 172.
3)  Il m\'écrit: «The Irish name is variously written Brandan, Brenainn, and
even Broenfind. I think Brenainn is the oldest form, i. e. that which occurs in the
oldest irish mss. Brandan»» is usual in later mss. Barinthits is, I think, quite a
different name. It is a latinisation of the irish Barrind, better Barrfind, latinised
Barrindus in an eleventh century copy of the Peregrinatio, which I found yesterday
(14 Déc. 1888) in the Vatican library, Ms. Palat. 217 fol. 64 r.«. Comp. Schirmer
p. 1 note 2, ou il donne les diverses formes du nom de Brandan, et Zimmer dans
le Zeittchr. fiïr Deuiscies Alterthum ed. Steinmeyer, XXXIII, 143 [et 312 seqq.]
4)  Encyclop. Brit. XIII, 250. Comp. Schirmer p. 21.
5)  U\'Avezac p. 4, 8.
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64                                             M. 3. de Goeje.
siècle \'). La tenue du récit est monastique. Chaque ile est habitée
par des saints, qui sont parfois nourris d\'une maniere miraculeuse
et qui, en pieux cénobites, passent leur temps a prier, ajeiiner
et è chanter des cantiques. M. Schröder dit a ce propos\'):
„Ie caractère spécifiquement monastique prévaut a tel point
que Ie sujet principal ne comprend pour ainsi dire que la des-
cription d\'une église toute pleine d\'allusions a des passages
de 1\'Apocalypse, 1\'exposé de la vie monastique et Ie tableau
dé taille de 1\'office quotidien avec tous les passages des Psaumes
qui s\'y rapportent". De même que tous ces détails ne différent
en rien de ce qu\'on trouve d\'ordinaire dans les hagiograpnies,
de même Brandan lui-même n\'a aucune qualité marquante qui
Ie distingue d\'autres saints. C\'est la combinaison de 1\'élément
édifiant avec 1\'élément aventureux qui a valu a la Navigatio
sa grande popularité.
L\'auteur parait avoir emprunté a, 1\'ancienne vie de S. Bran-
dan les particularités qu\'il donne sur Ie lieu de naissance et
sur Ie monastère de ce saint. Les noms de 1\'un et de 1\'autre
ont été traduits par lui de 1\'irlandais. Moran s) pense que les
mots „e stagnili regione Momoniensium" sont une traduction
de „Annagb en Munster"; d\'autres croient que stagnili est une
altération de Tragh-li, c\'est-a-dire Bivage de Ly, actuellement
ïralee *). Et, en effet, les Bollandistes donnent la variante ex
Fragnili regione.
Le Saltus virtutis Brendani est sans doute
Ie monastère de Clonfert, dont la fondation est attribuée a S.
Brandan. La forme irlandaise pleine du nom de Clonfert est
Cluain-ferta-Brenainn, ce qui signifie „Saltus sepulcri Brandani";
le monastère requt ce nom parce que Brandan y a été ense-
veli5). De ce que le moine qui écrivait la N a v-i g a t i o a pu
rendre le mot ferta par „virtutis", on est tenté de conclure
qu\'il n\'était pas Irlandais de naissance. Son interprétation de
Tragb-li par stagnili, si c\'est la véritable letjon, semble confir-
mer cette conjecture 6). —
1)  Jubinal p. 5, Moran p. 89: „inter quos fait praeclarissimus ac Deo diguus iido-
lescens, Macutus, qui a Deo ab infantia saa est electus» eet.
2)  P. XIV.                      3) Préïace p. VI.                 4) Sehirmer p. 3.
5)  Comp. Sehirmer p. 8 note 6 et p. 13. Jubinal, Préface p. I, traduit cluain
par «lieu retiré» et fuerta (comme il 1\'écrit) par «prodiges ou miracles*.
6)  Nous pouvons peut-être tirer la même conclusion des mots «sicut mos est in
occidentalibns partibus* p. 15 1. 22.
-ocr page 73-
La légende de Saint Brandan.
65
Il nous reste maintenant a résumer les résultats de notre
examen et a les confronter avec ce que nous savons par 1\'Ir-
lande. Les voyages de Sindbad ont probablement été composés
vers 900 \'); la navigation des Avonturiers parait avoir eu lieu
au 10me siècle et il y a quelque raison de supposer que 1\'auteur
de la Navigatio ou celui auquel il devait ses renseignements
a visite 1\'Orient vers 1000. Donc, de ce cöté, il y a probabi-
lité que la Navigatio a été écrite au commencement du
llme siècle. D\'autre part, nous pouvons affirmer qu\'on connait
plusieurs manuscrits du llm« siècle et pas un seul de date plus
ancienne. Hardy, il est vrai, avait cru devoir reporter un des
manuscrits du Vatican au 9me siècle, mais M. Ie Dr. Wbitley
Stokes m\'écrit qu\'un examen attentif du manuscrit en question
lui a donné la certitude que Hardy s\'est trompé; selon lui, il
a été écrit vers 1050 environ. Il n\'est nullement invraisemblable
que, parmi ces manuscrits, se trouvent, si non 1\'original, du
moins des copies faites peu de tempa après la date de la com-
position. A partir du llme siècle, la légende commence a se
répandre et la réputation qu\'elle a acquise ressort du grand
nombre de traductions, de transformations et d\'imitations qu\'on
voit se produire. Or il est difficile de croire que 1\'écrit aurait
été longtemps connu dans un cercle limité et puis que, tout a
coup, il aurait acquis un tel degré de célébrité. Il est plus ra-
tionnel de supposer que 1\'admiration que les frères du monas-
tère auquel appartenait 1\'auteur (peut-être celui de Clonfert)
concurent pour 1\'ceuvre édifiante et amusante de leur confrère,
se sera manifestée immédiatement par une large distribution de
copies.
M. Ie Dr. Schirmer a réuni dans une tres savante et tres
interessante dissertation tous les arguments qui semblent dé-
montrer que la Navigatio a été composée un ou deux siècles
plus töt. C\'est d\'abord un passage du Martyrologium de Tal-
laght, oü 1\'on trouve sous la date de XI Kal. Aprilis2): E g r e s-
sio familiae Brendini. On ne peut pas déterminer exacte-
ment la date de la rédaction de ce Martyrologe, mais M.
Whitley Stokes a prouvé que cette date doit être postérieure
1)  Voyez mon article De reizen van Sindebaad dans de Gids AoiU 1889.
2)  Book of Leintter p. 867 col. 4, lin. 81.
-ocr page 74-
M. J. de Goeje.
66
a 899 \'). Le livre de Leinster, qui Ie contient, a été écrit en
1150; mais c\'est une copie d\'ouvrages plus anciens, comme
me le dit M. Windisch. Si les mots cités ont réellement rap-
port a la Navigatio, ma these serait a peu prés insoute-
nable et je ne pourrais plus parier du commencement du llme
siècle. Car la popularité dont eet écrit a joui dés son appari-
tion ne nous autorise pas a conclure que 1\'Église a du recon-
naitre tout de suite son contenu comme véritable, de sorte
que le jour du départ ait pu devenir une fête commémorative \').
Examinons le passage de plus prés. Le XI Kal. Aprilis répond
au 22 Mars. De ce jour jusqu\'a la date la plus reculée pos-
sible de Paques, soit le 25 Avril, il n\'y a que 34 jours. Mais,
d\'après la Navigatio, les voyageurs voguent sur la mer pen-
dant 40 jours avant d\'atteindre 1\'ile du Palais; il se passé 3
jours avant qu\'iis trouvent un ancrage, oü ils restent 3 autres
jours. Après cela, ils naviguent pendant un temps considérable •,)
et, le Jeudi qui précède Paques, ils arrivent a 1\'ile des Mou-
tons. Nous avons donc, depuis le jour du départ jusqu\'a celui
de Paques, 40 -\\- 6 4- 4 la durée du long voyage de 1\'ile du
Palais a celle des Moutons. En outre, la suite du récit nous
montre que Paques doit être place beaucoup plus tot que le
25 Avril. En effet, huit jours après la Pentecöte, on prédit
aux navigateurs dans 1\'ile des Oiseaux (p. 14) que, dans 8
mois, ils célébreront la fête de Noël dans 1\'ile de la familie de
S. Ailbée. H s\'ensuit qu\'il faut placer la Pentecöte dans la
première moitié de Mai; par conséquent, Paques doit être
tombe en Mars et coïncide a peu prés avec la date que le
Martyrologe assigne au départ. L\'auteur de la Navigatio
attachant beaucoup d\'importance a la célébration des fêtes ec-
clésiastiques, il n\'est pas admissible de supposer que ses don-
nées chronologiques a leur égard soient embrouillées. Il ne
nous reste qu\'une conclusion: c\'est que le passage du Martyro-
loge ne peut pas se rapporter a la Navigatio. Selon toute
apparence, il se rattache a la traversée que S. Brandan et ses
1)   C\'est-a-dire qu\'on n\'y trouve pas de date plas récente. Il n\'est toutefois pas
impossible que le fonds du livre soit plus ancien. Comp. Zimmer p. 209.
2)  Comp. Schirmer p. 17.
3)  F. 9 .restat vobis lungum iter* et «per diversa loca oceani ferebatur navis\'.
-ocr page 75-
La légende de Saint Urandan.
«7
moines ont faite aux lies et dont parlait 1\'ancienne vie du
saint; mais nous reviendrons sur ce point.
Le second témoignage cité par M. Schirmer en faveur de
1\'ancienneté de la Navigatio est ce que Bili raconte sur
Brandan dans sa Vie de S. Machutus ou 8. Malo. Comme Bili
parait avoir écrit vers la fin du 9«>e siècle \'),la Navigatio
devra sans aucun doute être encore plus ancienne, si c\'est ré-
ellement a elle que se rapportent les passages de cette Vie.
Mais il n\'est pas difficile de démontrer que 1\'auteur de la lé-
gende de S. Machutus n\'a pas connu la Navigatio. Il suffit
de faire observer que, selon lui, 1\'ile du Paradis a été cherchée
en vain. L\'auteur ne connait 1\'histoire de S. Brandan que tres
superficiellement; au lieu de placer le lieu principal de 1\'acti-
vité de ce saint dans la province de Munster en Mande, il en
fait 1\'abbé du monastère de Lancarvan en Monmouthshire. Or,
la vie de S. Brandan ne mentionne qu\'un court séjour qu\'il
aurait fait- en Brittannia, ce qui selon Lanigan désigne la Bre-
tagne 2), et, selon Schirmer\'), le pays de Galles. On trouve
bien dans cette Vie le récit d\'une rencontre de Brandan avec
S. Gildas, qui ne peut pas être historique 1), mais il n\'y a pas
un seul mot sur S. Machutus. Dans la Vie de ce dernier saint,
il y a plus d\'un trait emprunté a la Vita Brandani, mais avec
des changements tels qu\'ils ne peuvent s\'expliquer que par la
tradition orale 5). Nous en avons un exemple bien clair dans le
récit de la naissance des deux saints. La nuit oü naquit S.
Brandan, trente vaches appartenant a un homme riche a qui
1\'on avait prédit le temps et le lieu de la naissance du saint,
vêlent a la fois. L\'heureux propriétaire fait donation des vaches
1)  L\'fiae des manuscrits confirme jusqu\'a un certain point les rc\'sultats de Oom
Plaine, 1\'éditeur de cette vie. M. Whitley Stokes m\'écrit que le man. du Musée Brit
appartient au 10"»\' siècle, et M. Thompson, qui a eu la bonté de Texarainer pour moi,
pense qu\'il date de la fin du 10me ou du commencement du linie siècle. Celui d\'Oxford
est de la fin du linie ou dn commencement du I2we siècle. M. Plaine est dans
Terreur quand il affirme (p. 8) que ce dernier appartient au 9me ou au 10\'ne siècle
2)  Si Ailech dans la Vita chez Moran (p. 15, comp. la note 20) est Aleth prés
de S. Mulo, il est doublement surprenant qu\'aucune mention n\'y soit faite de S.
Machutus. Il me semble que la legende de S. Machutus, née en Bretagne, estrestée
inconnue en Irlande. J\'ai déja fait observer que la Navigatio ne la connait point.
3)  P. 6—8.                                       4) Schirmer p. 7.
6) Bili le dit expressément a propos du voyage fait pour découvrir Yina (Plaine
p. 46): „ut fideles viri de generatione in generationem narrant*.
-ocr page 76-
68
II. J. de Goeje.
et des veaux au nouveau-né. En même temps que 8. Machutus
naquirent 33 garc,ons, dont les mères accompagnèrent la mère
du saint la nuit de Paques et qu\'on éleva avec lui. Il y a
d\'autres analogies encore. De même que Brandan est baptisé et
instruit par 1\'évêque Erk, de même Machutus 1\'est par Bran-
dan. La délivrance miraculeuse qui fait échapper Ie jeune Ma-
chutus au danger d\'être noyé dans la mer ne parait pas être
essentiellement différente de celle du garcon dans la Vita Bran-
dani \'). L\'expédition pour la recherche de 1\'ile d\'Yma\') est, il
est vrai, entreprise sur 1\'invitation de S. Brandan; mais Ie röle
qui lui est attribué est toujours secondaire: tous les miracles
s\'opèrent par Machutus et par 1\'effet de ses prières. Sept ans
de suite ils font des tentatives infructueuses pour trouver 1\'ile;
ils mettent toujours a la voile au printemps, de sorte qu\'ils
célèbrent la fête de Paques sept fois sur mer; chaque année ils
reviennent a leur point de départ. Le matin de Paques de la
septième année, quand ils eurent renonce a leur projet parce
qu\'ils Toyaient qu\'ils ne pourraient le réaliser, ils arrivèrent
a une ile, oü, sous la présidence de S. Machutus, ils célèbrent
la messe. „Et, ut ad Agnus Bei ventum est, ecce locus ubi
missa celebrabatur commotus est, et tune omnes missam audien-
tes, trementes una voce dicunt: O Brendane, ecce nos omnes
deglutimur". Brandan lui-même pense que le diable veut les
perdre. Mais Machutus sait ranimer le courage de ses compag-
nons; il les fait retourner a bord, mais reste lui-même sur la
baleine pour achever la messe „ceto se sub pedes ejus humili-
ter praebente". Enfin il s\'embarque aussi et la baleine se met
a nager a cöté du vaisseau jusqu\'au lendemain et le protégé
contre les flots, de sorte qu\'on retourne dans la patrie en toute
sécurité.
L\'autre Vie de S. Machutus, éditée par M. de la Borderie,
contient deux traditions. La première dit •1) que Machlouus dé-
sire visiter 1\'ile d\'Yma „in illis partibus famosissimam. Dice-
batur autem non minimam in se paradisiacarum porcionem
1)  Chap. 14, Moran p. 12.
2)  Ce nom ne se trouve que dans les Vies de S. Machutus. [Il me parait répon-
dre au nom ÜEmain que porte nne ile fantastique dans les légendes irlandaises; comp.
Zimmer p. 260, 281.]
3)  Deux Pies inédites de S. Malu par Plaine et de la Borderie, p. 139.
-ocr page 77-
69
La légende de Saint Brandan.
habere deliciarum". Son maitre Brandan frête un navire, auquel
se confient 95 personnes. Ces personnes „bac illacque vagantes,
cum jam prolixi temporis navigio lassati quam quaerebant in-
sulam non invenirent, peragratis Orchadibus ceterisque aqui-
lonensibus insulis, ad patriam redeunt". Puis vient dans cette
vie Ie même itinéraire que cbez Bili, toutefois avec une ad-
dition qui nous apprend que, d\'après ce qu\'on disait, 1\'ile d\'Yma
était habitée par des anges célestes. Comme Ie récit de Bili,
Ie nötre contient la résurrection du géant Millduus, qui tacbe
de conduire Ie navire a 1\'ile d\'Yma qu\'il déerit comme étant
entourée d\'un mur d\'or brillant si 1\'instar d\'un miroir et ne pré-
sentant pas d\'entrée visible. La célébration de la messe sur la
baleine est raeontée comme cbez Bili, mais avec plus de ver-
biage. Les deux récits ont été mis en rapport par les mots
„eodem" et „praedicto", mais on ne peut pas douter un instant
que ce ne soient la deux formes différentes de la même légende:
la première fonne se distingue tellement de 1\'autre par sa so-
briété que nous devons la tenir pour 1\'original ou plutót pour
un extrait de 1\'original, que la seconde a développé en y in-
sérant aussi Ie récit du géant.
Le nombre des marins dans cette tradition ancienne est de
95 et, cbez Bili, de 905; ce dernier cbiffre est d\'une exagé-
ration si ridicule qu\'on est tenté de supposer qu\'un copiste aura
écrit par erreur nongenti au lieu de nonaginta, ce qui permet de
ne pas accuser BiliJ). Le texte irlandais de la pérégrination de
S. Brandan, que je citerai sous son titre d\'Imram Brenaind,
semble confirmer le cbiffre de 95. En effet, on obtient ce nom-
bre en ajoutant aux 90 bommes des trois vaisseaux 2), outre les
deux saints, les trois moines qui, au commencement du voyage,
viennent demander d\'être emmenés 3). L\'ancienne Vie de S. Bran-
dan n\'avait pas ce nombre, non plus que le récit du géant
Millduus. Mais on y trouvait que Brandan et les siens avaient
célébré sept fois la fête de Paques sur mer, celle de la sep-
tième année sur le dos de la baleine; on y voyait aussi la ba-
leine protéger le saint et les siens lors de leur retour chez eux.
1)  Comp. Acia S. S. Boll. Mai III, 602, ou il est parlé aussi de 95 frères, y
corapris S. Brandan et S. Machutus.
2)  Schirmer p. 28.                              8) Schirmer p. 38 seq.
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M. J. de Goej e.
70
Il eat bon de remarquer que, dans la légende rapportée par
Bili, ce n\'est que la septième année qui est décrite. Puisque
les voyageurs sont en train de retourner vers Paques et qu\'ils
ne se trouvent pas loin alors de leur pays, la légende origi-
nale ne peut avoir eu en vue que des courses sur mer assez
limitées.
Il me semble que 1\'exposé que je yiens de faire prouve aussi
positivement que possible que les auteurs des Vies de S. Ma-
chutus n\'ont pas connu la Navigatie Mais ces Vies nous
fournissent une nouvelle preuve qu\'il existait une légende de
S. Brandan antérieure a cette composition. L\'origine de cette
légende ne peut pas être douteuse. Il résulte de plusieurs té-
moignages que, dès les premiers siècles qui ont suivi la propa-
gation du Christianisme en Mande, des anachorètes avaient pris
1\'liabitude de chereber un lieu de retraite dans les iles situées
sur la cöte occidentale de 1\'Irlande et de 1\'Écosse, et qu\'ils fu-
rent bientót suivis par des missionnaires qui, peu a peu, se
hasardèrent plus loin. Au commencement du 8rae siècle ils s\'aven-
turaient jusqu\'aux Féroé et, yers la fin du même siècle, jusqu\'en
Islande \'). Ils tachèrent a diverses reprises de trouver 1\'ile Dé-
licieuse de 1\'Occident, qu\'on avait pu voir quelquefois de 1\'ile
irlandaise d\'Aran\'). La légende se plaisait a, attribuer de tels
voyages aux saints les plus vénérés; elle en racontait un de
S. Ailbée, entrepris pour découvrir la terre promise 3). De la
vient que 1\'ile de S. Ailbée, 1\'une des iles de Shetland selon
quelques auteurs, a obtenu dans la Navigatio une place im-
portante. Ainsi encore la légende racontait des voyages faits par
S. Brandan et les siens aux iles écossaises et même jusqu\'aux
Orcades. On pretend que 1\'ile de Bute aurait été nommée ainsi
d\'après une cellule (bothe en gaelic), construite par S. Bran-
dan 4); on dit qu\'il a visite S. Columban dans 1\'ile de Hy, qui
fait partie des Hébrides b). Mais il circulait aussi des récits sur
les voyages qu\'il avait faits pour trouver 1\'ile Délicieuse de
1\'Occident, récits qui, probablement, se combinaient avec les
1)   Schirmer p. 21 [Zimmer p. 310 seq.]
2)  Schirmer p. 40, 28, 36.
3)  Schirmer p. 18 note 4, 50 note 3.
4)  Moran, Préïace VIII.
5)  Schirmer p. 12.
-ocr page 79-
La légende de Saint Brandan.
71
précédents. Il aurait fait sept navigations pendant autant d\'an-
nées et la dernière aurait été terminée par une aventure mémo-
rable, la célébration de la messe de Paques sur Ie dos de la
baleine, Ie Jasconius. Bientöt cette aventure prit des développe-
ments et devint une course sur la baleine, conduisant Ie saint
et ses compagnons au Paradis des Oiseaux \'). Le but de ces
voyages, la découverte de 1\'ile heureuse, n\'avait pas, il est
vrai, été atteint, mais ces courses légendaires obtinrent en Ir-
lande un si grand succes et on y ajotita si sérieusement foi, que
1\'Église résolut de consacrer la date de la première sortie de
S. Brandan et de ses moines et d\'en célébrer 1\'anniversaire.
Nous avons, dans les Vies de S. Machutus et dans le récit
de Bodolpbus Glaber, la preuve que ces voyages n\'étaient
pas restés inconnus sur le continent. Mais la réputation géné-
rale de S. Brandan comme navigateur ne date que de la Na-
vigatio, qui fut composée a 1\'aide de matériaux orientaux
et occidentaux sur la base de 1\'ancienne légende et danslaquelle
la découverte de 1\'ile du Paradis lui fut attribuée. Nous lisons
dans les Acta S. S. Boll. de Mai III, 602$ au sujet des contes
de la Navigatio, qu\'ils qualifient de deliramenta apocrypha,
le passage suivant: "quae initio forsan per aliquam licentiam poë-
ticam fuerunt adaucta, ac postea historice deducta". Nous avons
pu indiquer a peu prés ce que la licence poétique de 1\'auteur
de la Navigatio a ajouté a 1\'ancienne légende. Mais on ne
pourra le faire d\'une facon définitive que lorsqu\'on aura la bonne
fortune de retrouver 1\'ancienne Vie de S. Brandan dont parle
Rodolphus Glaber.
Je venais de terminer cette étude quand j\'eus 1\'occasion de
lire un article tres interessant que son savant auteur, M. le
Dr. Zimmer, a intitulé „Keltische Beitrage" 2) et dans lequelil
tache de démontrer (p. 176) que 1\'Imram Maelduin a été la
source principale de la Navigatio. Si 1\'on peut vraiment dé-
duire d\'une facon positive du caractère de la langue de eet
1)  11 se peut que la légende ait eu en vue a 1\'origine 1\'ile de Innishtooskert prés
de la cöte de Kerry, oü se trouve une maisonnette en pierre qn\'on dit avoir été
construite par S. Brandan (Schirmer p. 48).
2)   Dans le Zeitschr. für Deutschea Alterthum und Deutsche Litteratur de Stein-
meyer, XXXIII (1889) p. 129—220. [Je n\'ai pu faire usage de la seconde partie,
p. 257—838, que pour quelques citations dans les notes ].
-ocr page 80-
72
M. .1. de 6 o e j e.
Imram, qu\'il a été écrit dès Ie 8"" ou Ie 9me siècle tel qu\'il
nous est parvenu (p. 148), les scrupules que j\'ai a 1\'égard de
cette these doivent être considérés comme non avenus. Force
m\'est d\'avouer que la visite faite au druide par Maelduin pour
demander les omina a un air plus original que celle de Bran-
dan chez S. Ende; car on ne nous dit pas Ie but de cette der-
nière et nous apprenons seulement qu\'il recoit la bénédiction du
saint prêtre. M. Zimmer fait observer ensuite que, dans 1\' I m-
ram Maelduin, on comprend clairement pourquoi les trois
frères de lait du héros doivent périr, ou, pour parier plus
exactement, ne doivent pas revenir chez eux: c\'est qu\'ils dé-
passaient Ie nombre des gens fixé par 1\'oracle. Mais, en réalité,
1\'Imram attribue a cette cause 1\'orage qui les empêche d\'at-
teindre d\'abord 1\'ile de leur destination (p. 154) et il n\'en parle
plus ni a propos de la mort du premier ni a propos de la
désertion des deux autres. Malgré cette objection, 1\'interprétation
de M. Zimmer pourrait cependant être vraie. Nous avons vu
que la Navigatio ne foumit aucun motif pour expliquer Ie
sort des trois moines surnuméraires. Mais, a mon avis, il est plus
facile, pour Ie nombre 17 des marins de Maelduin, de Ie dé-
river des moines au nombre de 2X7, plus les trois surnumé-
raires, que d\'obtenir les 2X7 en soustrayant 3 de 17, comme
Ie veut M. Zimmer. Or, nous verrons tantöt que 1\'Imram Mael-
duin contient lui-même la preuve de la priorité du nombre
de 2 X 7. Il est encore a remarquer, d\'autre part, qu\'un ou
deux manuscrits ont, au commencement du récit, 60 au lieu
de 17 \'). Quant aux contes de la Navigatio et de rimram
Maelduin que M. Zimmer a mis en parallèle les uns avec
les autres, il y en a oü je ne vois pas de traits communs et .
que je dois considérer comme indépendants les uns des autres;
telle est p. e., dans 1\'Imram Maelduin, la description de
1\'ile des Moutons, qui est certainement une réminiscence de la
légende des FéroéJ) et qui n\'a de commun avec celle de la
J) Zimmer p. 15S, Schirmer p. 46. Le nombre des hommes qui prcnnent part
au second voyage de rimram Brenaind est aussi de 60 (Schirmer p. 32,
Zimmer p. 138).
2) On dit que les moutons des lies septentrionales des Féroé sont blancs, ceox
des lies méridionales noirs, et que les moutons blancs qn\'on transporte sur 1\'ile in-
habitée de Lille Dimon deviennent noirs après quelques géncrntions. L\'auteur auquel
-ocr page 81-
La légende de Saint Brandan.                                      73
Navigatio que Ie nom. Dans d\'autres cas, c\'est Ie conté de
la Navigatio qui me fait 1\'effet d\'être plus original que ce-
lui de 1\'Imram Maelduin, p. e. celui de 1\'ile du Palais,
dont 1\'Imram nous présente deux rédactions différentes \'). Dans
Ie récit du vol qui a lieu dans cette ile, Ie f rein parait être
plus original que Ie collier *), et Ie petit nègre 1\'est plus que
Ie chat. Les fruits dans Maelduin n. 29 (p. 168) me semblent
être substitués aux „scaltae purpureae" de la Navigatio et
non 1\'inverse. Mais, dans de semblables questions de priorité,
on court toujours Ie risque de trop suivre son impression per-
sonnelle; c\'est pourquoi je m\'en tiens a ces exemples. Il n\'est
même pas impossible que les deux opinions soient exactes. Je
présume que 1\'Imram Maelduin, tel que nous Ie possédons,
est la refonte faite au llmo siècle d\'un conté plus ancien1). J\'ar-
rive a cette conclusion quand je constate la contradiction qu\'il y a
entre la consultation d\'un druide au commencement du conté et
les épisodes spécifiquement chrétiens; également, quand je re-
marque les répétitions qu\'on y trouve. L\'historiette de la demoi-
selle dans la seconde partie du n. 16 (p. 160) se rencontre encore
une fois avec beaucoup plus de détails au n. 17 (p. 160seqq.);
on retrouve deux fois la description de 1\'homme qui n\'a pas
d\'autre vêtement que les poils de son corps (n. 19 p. 162 et
n. 20 p. 163), deux fois celle du vieillard qui n\'est également
couvert que des poils blancs de son propre corps (n. 30 p. 169
et n. 33 p. 172). La première partie du n. 16 (p. 160)estsans
aucun rapport avec la seconde partie; une comparaison avec la
description de 1\'ile des Anachorètes dans la Navigatio parait
prouver que cette première partie doit être combinée avec Ie
n. 15 (p. 159). Si 1\'on admet que 1\'Imram Maelduin actuel
contient Ie fond d\'un conté plus ancien, on a en même temps
1\'explication des archaïsmes de la langue de ce livre. La conjec-
j\'emprunte ces détails (L\'arcAipel des Féroé dans De aarde en hare volken 1889,
p. 35) ajoute qu\'en réalité on trouve partout des moutons blancs et noirs mêlés, et,
cela, sans règle apparente.
1)  P. 1B5 (n. 6) et 157 seq. (n. 11).
2)   Comp. plus haut p. 61 seq. On lit chess Zimmer p. 156 une fois collier (hals-
kette) et une fois bracelet (armband).
\'3) Se peut-il que Ie géant Millduus de la Vie de S. Machutus soit identique avec
Maelduin? Dans ce cas, nous aurions la une preuve de 1\'existence d\'une ancienne
légende de Maelduin.
VITIe Congres international des Orientalistes — Section semitique.         6
a
-ocr page 82-
M. J. de 6 o e j e.
74
ture que je me permets de proposer, c\'est que les rapports entre
1\'Imram Maelduin et la Navigatio sont a peu prés les
mêmes que ceux qui, d\'après M. Zimmer, existent entre cette
dernière et 1\'Imram Ua Corra \'). L\'auteur de la Navigatio
a emprunté quelques détails au conté ancien de Maelduin ou,
plutöt, il les a imités; réciproquement, l\'auteur de 1\'Imram actuel
doit quelques particularités a la Navigatio. Dans les deux cas
les emprunts se sont faits par voie de transmission orale; en
outre, dans Ie second, on a en soin de laisser de cöté tout ce
qui, dans 1\'ancienne légende, se rattachait inséparablement au
nom de S. Brandan, comme les épisodes de la baleine et du
combat des deux monstres marins. Le n. 30 (p. 169) nous
fournit une preuve assez positive de ce que l\'auteur de 1\' I m r a m
Maelduin actuel a connu Ia Navigatio, quoique d\'ailleurs
superficiellement. Le vieillard que Maelduin et les siens trou-
vent dans 1\'ile aux Moutons leur dit: „Je suis le 15me homme
de la familie de Brandan de Birr; nous avons vogué sur 1\'Océan
jusqu\'a notre arrivée dans cette ile. Tous mes compagnons sont
morts et il ne reste plus que moi seul". Il montre ensuite a
Maelduin le sac de livres de Brandan, qu\'ils avaient pris avec
eux en partant, et Maelduin le couvre de baisers. Malgré 1\'ad-
dition des mots „de Birr", il est évident qu\'il est question ici
du célèbre Brandan. Oar, outre qu\'on ne connait pas de navi-
gation entreprise par Brandan de Birr 2), la vénération avec la-
quelle Maelduin embrasse le sac de livres et surtout le nombre
de 15, c\'est-a-dire Brandan avec ses 2X7 moines, prouvent
qu\'il est question du héros de la Navigatio. Oe passage con-
tient en même temps la preuve de la priorité du nombre 14
de la Navigatio sur celui de 17 de 1\'Imram Maelduin.
Nous avons montré plus haut que cette priorité était vraisem-
blable. Quant a 1\'insertion des mots „de Birr", diverses explica-
tions sont possibles. Elle peut avoir été faite après coup par
1)  P. 202 seqq., 211.
2)  Ce saint mourut en 565 (Zimmer p. 205). Le jour de son anniversaire est le
29 Novembre, celui de Brandan de Clonfert le 16 Mai (Jubinal, Préface, p. I).
C\'est la mort de Brandan de Birr qui a été prédite par S. Columba (Schirmer p. 18
note 5). Comp. eneore Schirmer p. 42 note 3. [On ne saurait admettre l\'hypothèse
de M. Zimmer, p. 297, d\'après laquelle on aurait, par erreur, attribué a Brandan
de Clonfert ce qui, en re\'alité, appartenait a Brandan de Birr.]
-ocr page 83-
La légende de Saint Brandan.
75
quelqu\'un qui savait que Ie célèbre Brandan était mort a Clon-
fert et y avait été enseveli. Mais il se peut aussi qu\'elle soit
de la main de 1\'auteur et, dans ce cas, nous avons 1\'alternative,
ou d\'admettre qu\'il n\'a connu la Navigatio et la vie de
Brandan de Clonfert que tres superficiellement, tandis que Ie nom
de Brandan de Birr lui était plus familier, ou de dire qu\'il a
écrit ainsi a dessein, pour dissimuler qu\'il empruntait a la N a-
vigatio. Oette dernière supposition me semble la plus plausible.
Quant a la question principale, la conclusion de M. Zimmer
coïncide avec celle que j\'ai proposée, a savoir que la Navigatio
ne peut avoir été écrite avant Ie llme siècle \').
Il est bien remarquable que la légende irlandaise de la péré-
grination de S. Brandan, connue sous Ie nom d\' I m r a m B r e-
naind, quoique certainement plus jeune que la Navigatio,
n\'ait pourtant pas été modelée sur celle-ci, mais bien sur 1\'an-
cienne légende de S. Brandan. Cet Imram a plusieurs traits
communs avec Ie récit de la Vie de S. Machutus: ainsi, Ie motif
du voyage est a peu prés Ie même que celui du second voyage
de ce saint, qui Ie conduisit en Bretagne 8); ainsi encore la ré-
surrection de la jeune fille gigantesque semble devoir être mise
en parallèle avec celle du géant Millduus. Outre la célébration
de la fête de Püques sur la baleine, 1\'Imram a emprunté a
1\'ancienne légende Ie combat des monstres marins 3) et Ie conté
du vieillard décrépit qui regoit de Brandan la communion avant
sa mort et qui était Ie dernier survivant de trois ecclésiastiques
arrivés a leur ile en n\'ayant avec eux qu\'un petit chat ♦). Dans
1\'Imram les trois sont devenus douze et Ie petit chat agrandi
jusqu\'a devenir Ie monstre marin qui menace Ie navire. L\'épi-
sode ou 1\'on approche de 1\'enfer et oü, a ce propos, un des
moines périt, semble emprunté a la Navigatio5). Du reste
on n\'apergoit 1\'influence de 1\'écrit latin que dans cette circon-
stance que Ie voyage septennal dont Ie but est manqué est
suivi d\'un autre voyage, également septennal, a la fin duquel
1)  [Comp. Zimmer p. 306 seq.].
2)  Comp. Schirmer p. 27 seq. avec Plaine p. 53 seq. Les mêmes idees se retrou-
vent dans la Navigatio p. 6 1. 1—i.
3)  Comp. Zimmer p. 130 seq.
4)  Schirmer p. 26, Zimmer p. 132 seq.
Comp. Schirmer p. 38.
-ocr page 84-
M. J. ilc Gocjc, La legende de Saint Brandan-
76
Brandan arrive au Paradis1). D\'après moi, la Navigatio a
influé sur rimram Maelduin; selon 1\'opinion de M. Zim-
mei\', 1\'Imram Ua Oorra a eu la Navigatio pour 1\'une
de ses sources. Mais il semble bien certaiu que ce dernier écrit
n\'a jamais obtenu en Irlande la vogue si grande et si générale
dont il a joui sur Ie continent europeen.
1) Dans Ie Livre de Lismore qui conlient eet I mram, on a inséré h la fin de ce
voyage un fragment d\'un autre récit (Schirmer p. 34, Zimmcr p. 140). Pour ma
part, j\'he\'siterai9 beaucoup a conclare avec M. Zimmer (p. 142) que, d\'après 1\'Imram,
S. Brandan resta dans Ie Paradis.
-ocr page 85-
Zur Geschichte des Ascaritenthums.
Von
M ARTIN SCHREINER.
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-ocr page 87-
Zur Muohte des Ascaritenthums.
Am Ende des dritten Jahrhunderts der Auswanderung hat
der Islam mit den Grundelementen seines religösen Bewusst-
seins den Eroberungsgang unter den Völkern beinahe beendet.
Aucb seine ersten Jahrhunderte bewiesen zur Genüge die Un-
möglicbkeit der Katholicitat einer Weltreligion. Die nationalen
Culturen der unterworfenen Völker wirkten alle bestimmend ein
auf die Lehren und Einrichtungen der Eeligion Muhammed\'s
und seiner Nachfolger; Disputationen mit Andersglaubigen und
das Studium griechiscber Pbilosopbie zwangen die Muhamme-
daner zur Keflexion über die Lehren ilirer Religion. Die Re-
flexion schuf die Wissenschaft des Kalam, die Lehre der Mucta-
ziliten und anderer dogmatischen Secten. Zur oben erwahnten
Zeit war die politische Macht der verfolgungssüchtigen Aufkla-
rung des Islams schon gebrochen, aber so lange man sich noch
mit der Weisheit der Griechen beschaftigte, so lange Koranerkla-
rung und Traditionskunde nicht die ganze Geisteskraft der muham-
medanischen Völker in Anspruch nahmen, konnten die ketzerischen
Lehren der dogmatischen Secten nicht verschwinden. Daher kam
es, dass nicht die Zeit at-Ma?muri& die kühnsten Mu\'taziliten gese-
hen , sondern das vierte und fünfte Jahrhundert, da das I\'tizal aus
einem Verfolger zum Verfolgten geworden war. In den blühen-
den Stadten des östlichen Ghalifates mit ihrem regen Geistes-
leben hatte man überhaupt keine Lust, des Rechtes einer ver-
nünftigeren Auffassung der religiösen Lehren, wie sie der Stand
der Reflexion erforderte, sich zu begeben.
So musste denn die AM al-sunna wa- l-gamd\'a, wie die Recht-
glaubigen sich nannten, der Wissenschaft des Kalams Zuge-
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gO                                     Martin Schreiner.
standnisse machen. Sie that dies durch die zwei Sejche des or-
thodoxen Kalams, Abul ïïasan al-Aêcari und Abu Mansur al-
MdtariM.
Das Aécaritenthum ist also seinem Wesen nach ein
Compromiss zwischen dem religiösen .Bewusstsein des Islams,
wie er sich im Koran und in der Sunna zeigt, und dem reli-
giösen Denken jener Jahrhunderte. Es ist ein viel unvollkomme-
neres Compromiss als das Muctazilitenthum; man könnte ihm
viel eher den Vorwurf der „Halbheit und Hohlheit" machen,
als diesem; nichtsdestoweniger ist es eine Erscheinung, die von
der Macht des religiösen Denkens zeugt. Man hat das Werk
al-Aécan\'s als einen nationalen Erfolg des Araberthums betrach-
tet; es ist nicht minder ein Erfolg der religiösen Eeflexion unter
den Eechtglaubigen des Islams.
Dass das Aécaritenthum sich als eine vernünftigere Form des
orthodoxen Bekenntnisses betrachtete, geht aus den Schriften
seiner Vertreter hervor. Ein Kalamwerk des Imam al-Earamejn
AbvU-Ma\'dU cAbd al-Maük al-Guwejni,
wie diejenigen seiner Vor-
ganger, begiunt mit einem Capitel über die Nothwendigkeit
der Speculation. Gharacteristisch sind in dieser Beziehung die
Worte des Imam Fachr al-Din al-Rdzi l):
„Al-Aé\'ari und seine Anhanger sagen", alsoheisst es an einer
Stelle seines Korancommentars, „dass das Wort Gottes eines sei-
ner ewigen Attribute sei, das sich in den Buchstaben des Ko-
rans und dessen Lauten offenbart. Andere meinen, diese Buch-
staben und Laute selbst seien das Wort Gottes. Zu diesen ge-
hören die Hanbaliten, welche die Ewigkeit der Buchstaben des
Korans behaupten; die sind aber viel zu beschrankt, als dass
man sie zu den vernünftigen Leuten zahlen könnte. Einmal
sagte ich einem solchen: „„Entweder sprach Gott durch diese
Buchstaben auf einmal in Einem Augenblick, oder er sprach
sie nacheinander aus. Das Erste ist unmöglich, denn in die-
sem Falie würde seine Rede nicht diese zusammengesetzte
Beihe aufeinanderfolgender Buchstaben gegeben haben, und diese
waren dann nicht Gottes Wort, und auch die letztere Annahme
ist unmöglich, denn, wenn Gott in auf einander folgenden Wor-
ten gesprochen hatte, so ware ja sein Wort nicht ewig, sondern
geschaffen"". Als der Hanbalit dieses Raisonnement hörte, ant-
1) Mafötih al-gejb, VII, S W.
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Zur Geschichte des As\'aritenthums.
81
wortete er: „„Unsere Pflicht ist es, zu bekennen und festzu-
halten, zu bekennen, dass der Koran ewig ist, und festzuhal-
ten an diesem Worte in Übereinstimmung mit dem, was wir
gehort haben"". „Ich aber", sagt der fromme Imam, „war
erstaunt über den festen Glauben dessen, der mir also antwor-
tete. Die Vernünftigen sind anderer Ansicht...."
Der Sieg des Aéearitenthums war also ein Sieg des ortho-
doxen Glaubens, zu dem es naher stand, als die Lehre der
Mu\'taziliten, aber auch ein Sieg der Eeflexion über den ge-
dankenlosen Glauben, wessen sich auch seine hervorragend-
sten Vertreter bewusst waren. Wenn das Aécaritenthum in den
Jahrhunderten, welche den Stürmen der muctazilitischen Bewe-
gung folgten, sich als lebensfahig erwiesen hat, trotzdem der
Mu\'tazilismus einen viel höheren Standpunkt vertritt, so ge-
schah dies aus dem G-runde, dass es den religiösen Bedürfnissen
und Oulturverhaltnissen der muhammedanischen Völker am
meisten entsprochen hat. lm Aécaritenthum machten die Lehren
des Islams der Eeflexion, wie sie durch philosophische Studiën
angeregt und erhalten wurde, so viele Zugestandnisse, wie
viel eben der Geist des betreffenden muhammedanischen Volkes
erfordert hat. Als eine sehr bedeutsame Thatsache heben wir her-
vor, dass die Pfleger des aécaritischen Kalams zumeist Perser
waren, so wie früher die persischen Provinzen die meisten Mucta-
ziliten gezahlt hatten. Die Lander, welche sich in früherer Zeit
mit dem Koran und einer Traditionssammlung, wie die des
Mdlik b. Anas, begnügten, sehnten sich auch nach der Lehre
al-A6carl\'s nicht.
Wir würden das Verhaltniss der griechischen Philosophie zum
religiösen Denken im Islam, insbesondere ihren Einfluss auf die
Wissenschaft des Kalams, falsch auffassen, wenn wir annehmen
würden, dieser Einfluss sei zur Zeit der Blüthe des Muctazilis-
mus am grössten gewesen. Im Gegentheil, in der Geschichte
des aécaritischen Kalams lasst sich das allmahliche Wachsen ihres
Einflusses nachweisen. Ibn CJialMn, dem noch Manches von den
alteren Kalamwerken vorgelegen zu haben scheint, jedenfalls
mindestens so viel, wie wir noch heute besitzen, macht in diesem
Punkte sehr treffende Bemerkungen \'), die hier im Zusammen-
]) Mukaddima, ed. Bülak p. I"aV ff.
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82
Martin
Schreiner.
hange mit seinen Ansichten über den Kalam vorgeführt zu
werden verdienen.
Gott, die Ursache aller Ursachen, sagt Ibn Ohaldün, ist uner-
kennbar; darum verbot auch der Stifter der muhammedanischen
Religion das Nacbdenken über die höchsten Dinge. Unser Wissen
kann nicht Alles umfassen; es gibt Vieles ausser dein Bereiche
unserer Erkenntniss, ebenso wie die Welt der Farben ausser-
halb der Erkenntniss des Blinden, die Welt der Töne ausserhalb
derjenigen des Tauben liegt. Hieraus folgt nicht, dass der Ver-
nunft nicht zu trauen sei; diese tauscht nicht, aber nur in den
erkennbaren, kleinen Dingen. Die Vernunft ist eine wahre, rechte
Wage; nur dürfe man auf ihr nicht Dinge, wie die Einheit Got-
tes, die Prophetie, die göttlichen Attribute wagen wollen. Wer
solches unternimmt, handelt ebenso thöricht, wie derjenige,
der auf einer Wage, die zum Wagen des Goldes dient, Berge
wagen wollte. Die Speculation über religiöse Dinge habe Nichts
mit der Religion, mit der religiösen Erhebung zu thun. Es ist
ein Anderes, in den Lehren der Sittlichkeit Bescheid zu wissen,
und ein Anderes, ein sittliches Leben führen. Dasselbe ist das
Verhaltniss der Kenntniss der religiösen Grundlehren zur Fröm-
migkeit. — Wie wir sehen, legt Ibn Ohaldün der Wissenschaft
des Kalams keine grosse Wichtigkeit bei. Für seine Zeit halt er
sie für ganz überflüssig, da es keine Ketzer mehr gebe und
der Zweck des Kalams nur darin bestehe, diese zu widerlegen.
Die Alten, setzt Ibn Ohaldün seine Skizze fort, begnügten
sich mit dem einfachen Sinn des Korans und der Sunna, wo-
durch viele Musabbiha geworden sind, andererseits aber die
Ketzerei der Muctaziliten entstanden ist. Da ist Abul Tlascm al-
Ascari
aufgetreten und nahm in den Glaübenslehren einen ver-
mittelnden Standpunkt ein. Ihm folgten sein Schuier Ibn Mu-
fidhidl)
und der Kadi Abu Bekr al-Bdkildm, welcher neue Pro-
positionen in den Kalam einführte, auf welche Beweise gebaut
worden sind, wie z. B. die Lehre von den Atomen, vom lee-
ren Baum, und dass ein Accidens nicht das Substrat eines an-
deren Accidens sein könne. Nach Abü Bekr al-Bakilanl kam der
Imam Abu-\'l-Macdlï und schrieb sein Kitab al-samil, aus dem er
einen Auszug unter dem Titel Kitab al-iréad anfertigte. Nachher
1) S. anten S. 106f.
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Zur Geschichte des As\'aritenlhums.                                  gg
aber beschaftigte man sich viel mit Philosophie, insbesondere
mit Logik, und diese Studiën beeinflussten dann so sehr die
Mutakallimün, dass ihre Terminologie und ihre Metbode grund-
verschieden Ton denjenigen der Alten wurde. Sie baben in ihre
Werke aucb die Polemik gegen die Philosophen aufgenommen,
insofern diese mit den Glaubenslehren nicht übereinstimmen.
Der Erste, der in dieser Weise geschrieben hat, war al-G-azdli\',
worin ihm dann Fachr al-Dm al-Rdzi gefolgt ist. Die Mutakal-
limün, welche nach ibnen kamen, haben Kalam und Philoso-
phie schon ganz vermengt, da sie glaubten, dass beide nur eine
Wissenschaft seien.
Der Bntwickelungsgang der muhammedanischen Dogmatik
war, wie aus den uns vorliegenden Werken der von Ibn Chal-
dün erwahnten Manner ersichthch, derselbe, den der grosse
Geschichtschreiber angibt. Die spateren Kalamwerke lehnen sich
sogar in ihrer Anlage den Arbeiten der Philosophen an. Nichts-
destoweniger mussen wir bemerken, dass dieser Einfluss mehr
formaler, als materialer Natur zu sein scheint; die Grundlehren
sind dieselben, auch in der Auffassung entfernte man sich nicht
sehr von derjenigen al-Aécari\'s, nur die Begründung der Grund-
lehren des Islams ist eine andere.
Zur Geschichte der hier von Ibn Chaldim gekennzeichneten
Entwickelung bis auf al-Guwejni sollen die folgenden Blatter
einige Beitrage liefern, wobei wir die Arbeiten v. Xremer\'s,
Sjiitta\'s
\') und Me/trens •) als bekannt voraussetzen. Ehe wir
aber hierzu übergehen, mussen wir noch auf einige Vorausset-
zungen des Ascaritenthums einen Bliek werfen.
I. Die altesten Imame und der muctazilitische
Kalam.
Es ist schon zu wiederholten Malen darauf hingewiesen wor-
den, welche Abneigung die altesten Imame gegen alle dogma-
tische Speculation bekundet haben3). Es wird hier wohl am
Platze sein, auf ihre Ausserungen sowohl über den Kalam im
Allgemeinen, als auch über einzelne dogmatische Fragen einen
1)  Zur Geschichte Abu"l-Hasan al-As\'arl\'s, Leipzig 1876.
2)  Exposé sar la réformc de Tislamisme.
3)  S. Goldziher, Die Zahiriten, p. 133.
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g4                                         Martin Schreiner.
Bliek zu werfen. Als al-SdjFi einmal erkrankte, so lesen wir
bei al-ö-azdW1), besuchte ibn der Muctazilit, Ha/s al-Fard. Als
dieser ihn fragte, wer er sei, antwortete der Imam: „Du bist
Hafs al-Fard, Gott moge dich nimmer hüten und schützen, bis
du niebt von deinen jetzigen Ansichten zurückkommst". Bei
einer anderen Gelegenheit ausserte er sich: „Wenn du Jeman-
den darüber sprecben horst, ob der Name mit dem Benannten
identisch sei 2), so wisse, dass er zu den Dogmatikern gehort,
die keine Religion besitzen". Ahmed b. Manhal, ein Vorbild
seiner Schule, tbat eine ahnliche Ausserung: „Nie wird ein Dog-
matiker glücklich werden, und du wirst nie Einen finden, der
sich mit dem Kalam beschaftigte, dessen Glauben unbeschadigt
geblieben ware". Al-óazdli erzahlt, er habe die Gesellschaft des
Harit al-Mulwnbï gemieden, weil er ein Buch zur Widerlegung
der Ketzer geschrieben habe 3). „Wehe dir", sagte er ihm, „hast
du nicht erst erzahlt ihre Ketzereien und dann sie widerlegt?
Führst du nicht die Leute durch dein Werk dahin, dass sie
auf die Ketzerei aufmerksam werden und über diese Zweifel
nachdenken? Dies führt sie ja zu verwegenen Meinungen und
Grübeleien!" 4). — „Die Gelehrten des Kalams sind Zindike",
lautet das allgemeine Urtheil Ibn Hanbal\'s. Auch Mdlik b. Anas
gefiel nicht das Treiben der Mutakallimün. „Siehst du?" sagte
er, „wenn ein Anderer kommt, der im Disputiren gewandter ist
als ein solcher Dogmatiker, da macht er sich einen jeden Tag
eine neue Keligion".
Noch scharfer sind die Ausserungen alter Traditionisten über
Lehren, welche von Dogmatikern, insbesondere von Muctaziliten
1)   Ihja, I, S. 11", auf welche Stelle Goldziher das. hingewiesen hat.
2)   Jl-Sdfi\'i meinte die Frage -^\\w.iij *._^j\', die in einem jeden Kalamwerke
behandelt wirdj s. Ibn Hazm, Milal, I, BI. 182 r.; Mafatih, IV, S. fvlj al-Iji, S.
töA ff.
3)   Fihrist, I, S. Kf heisst es von ihm: lXPjJI & ïj&f —*aS" aJ \'-y.h^ JL3
4)  Über sein Verhaltniss zu Ahmed b. llanbal s. Goldziher, a. a. O., S. 137, Anm. 2.
S. auch Ibn Challikdn, Nr. 161. Nach al-Sa\'rdni, Lawakih al aiiwar fi tabakat al-
achyar, I, S. 99, soll Ibn llanbal an einem Tage die Lebensweise al-Muhduibfs
beobachtet haben und dadurch zu einer anderen Überzeugung über die Theosophie
gelangt sein. Auch diese Erziihlung scheint ein Product der Tendenz al-Sa\'rdnfi
zu sein, die Gesetzestrene der Theosophnn nachzuweisen
-ocr page 93-
Znr Geschicbte des As\'aritenthums.
85
aufgestellt wurden \'). So soll Suf jan al-Tauri gesagt haben:
„Wer da sagt, der Koran sei geschaffen, der ist ein Unglaubi-
ger". Ana& 6. Mdlih wurde in Betreff derjenigen befragt, welche
das Geschaffensein des Korans behaupten, und seine Antwort
war: „Wer das Geschaffensein des KoriAins behauptet, der ist
ein Ungliiubiger, den ibr umbringen musset,". Auch der Mann,
bei dem wir diese Ausserungen finden, der Ascet Abil-Lejt
al-Samarkandi,
schliesst das Oapitel, welches Ton dieser Frage
handelt: „Das Beste ist, über diese und iihnliche Fragen nicbt
zu disputiren und sich darüber in keine Verbandlungen einzu-
lassen".
Welchen Ansichten die orthodoxen Theologen in einzelnen
Fragen der Dogmatik gehuldigt haben, darüber werden wir
noch zu sprechen kommen, wenn wir vom Verhaltniss der
dogmatischen Secten zur Traditionskunde handeln werden. Hier
wollen wir nur hervorheben, dass alle Einwürfe gegen die An-
thropomorphismen des Korans und der Tradition mit den Wor-
ten kaaA? 5I« uAa.<^ 5ta zurückgewiesen werden l). Der Muslim
darf keine anthropomorphe Eigenschaften Gott beilegen, aber
er hat auch über die Ausdrücke des Korans und der Sunna des
Propheten nicht zu grübehi. Auch in Betreff der Praedestination
huldigten sie einer ahnlichen Ansicht3).
Der Volksgeist, dessen Führer und berufene Vertreter diese
Imame mit ihrer schroffen Abwehr aller Reflexion über Glau-
benslehren und mit ihrer unerschütterlichen Treue zum Buch-
staben des Korans und der Sunna waren, war die erste Voraus-
setzung des Lehrsystems, das von al-Aêcarï geschaffen wurde.
Nach dem, was über seinen Lebenslauf bekannt ist, braucht
nicht erst darauf hingewiesen zu werden, welchen Einfluss
muctazilitische Lehren, besonders die al-GubbcCïs und AM Hd-
1)  Ab&l-Lejt al-Samarkandi, Bustan al-\'ürifin, Marginalausgabe von Kairo, 1303,
S. Hl.
2)  S. das. S. W.
8) Das.: \'iil^A j pjo\\J? ^ Dt igy. ».L X„m\\ Dl «W tfj **»*Jt Jlï
L$a9 iJOfi» ^c .fii »j\'ü Jotsls .lAfliï. In den kleinen Tractüichen, welche
den altesten Imamen zugeschrieben werden und ihre Ansichten über die Glaubens
lehren enthalten sollen, sind zumeist Traditionea zu linden, die ihren spitten Ur-
sprung auf den ersten Bliek verrathen.
-ocr page 94-
Martin
Schreiner.
86
êim\'sx) auf ihn hatten; es wird also nicht überflüssig sein, auf\'
die muctazilitischen Kreise Bagdad\'s und Basra\'s zur Zeit al-Aé\'ari\'s
und auf ihr Verhalten gegen die religiösen Documente des Is-
lams, den Koran und die Sunna, einen Bliek zu werfen; hat
doch al-Ascari in seiner spateren, orthodoxen Periode in seinen
Schriften vorzugsweise lebende Muctaziliten bekampft. Ibn Abt
al-Nedim
2) hat uns Einiges über die muctazilitischen Zeitgenos-
sen al-Ascari\'s erhalten. Aus seinen Angaben geht hervor, dass
es zu jener Zeit mit dem Muctazilismus noch keineswegs ab-
warts ging. Nicht nur die Kühnheit der Muctaziliten war un-
gebrochen, sondern auch ihre Schreib- und Kampfeslust. Als
bedeutende Mu\'taziliten werden erwahnt: Muhammedb. al-Wdsilft.*),
Abiïl^Abluh, Alimed b. eAli b. Ma\'gur al-Ichêid
, dessen Gottes-
furcht, Genügsamkeit, Ascese und Beredsamkeit gerühmt wird,
cAbd al-Wdhid b. Muhammed al-Husejni. Mit Ausnahme Ibn al-
Ic/iéid\'s
waren sie alle Anhanger der Leliren al-Gubba\'i\'s. Spatere
Schriftsteller machen einen Unterschied zwischen den Schulen
der Muctaziliten von Bagdad und derj enigen von Basra. Die
Bagdadenser werden bei al-Sahrastdni *) durch Abu l-Hmejn al-
Chajjdt
und Abul-I£dsim al-Ka\'bi vertreten, die Basrenser durch
al-Gubbai, Abu Hdéim und cAbd al-Gabbdr. lm Allgemeinen
mag diese Unterscheidung richtig sein, da die Schulen jener
Stadte gewiss von grösstem Einfluss waren und die Kenntniss
des muctazilitischen Kalams zumeist auf die Öejche injenenzwei
Stadten zurückgegangen sein wird. Uns scheint jedoch in dieser
Beziehung eine Ausserung Ibn Ilazm\'s sehr bemerkenswerth.
Dieser Schriftsteller, dessen Angaben über dogmatische Lehren
grosses Vertrauen verdienen, aussert sich, die spateren Mu\'tazi-
liten seien zumeist dreien Mannern gefolgt: dem cAbd Allah b.
Ahmed b. Mahmüd al-Balchi
— auch al-KeMn genannt —, zu
dessen Ansicht sich Musd b. Itabdh bekannte, dem Abu Hdéim,
der in Basra gelehrt hat, und zu dessen Anhangern al-Eusejn
b. zAli al-<xucal
gehorte, und dem Ichêid at-Fer\'gdni*). Dies wa-
1)  S. über sie zuletzt Spitta, Zur Geschichte Abü\'l-Hasan al-Aë\'ari\'s, S. 38.
2)  Fihrist, 1, p. Ivf ff.
8) Seine Bemerkung über Ddwüd al-Zdhiri und Andere s. bei Goldziher, Die Zft-
hiriten, S. 30. Die Spottverse gegen Niflawejhi auch bei Ibn Challikdn, Nr. 11.
4)  In Haarbrückers Übersetzung, nach der ich eitire, I, p. 79. 80.
5)  Milal, II, BI. 148 v.: £ JÜ^UÜt efy ^Lol J^ (ac. ïJjXjtll) !y»y3jj
-ocr page 95-
Zur Geschichte des As\'aritenthums.                                  87
ren also nach Ibn Hazm die Meister der spateren Muctaziliten.
Die yerstümmelten Angaben des Ibn Abi al-Nedim bestatigen nicht
ganz die Worte Ibn Hazm\'s, denn er theilt die ihm bekannten
biographischen Angaben mit, wahren Ibn Hazm nach der lite-
rariscben Abhangigkeit, die er in den betreffenden Werken be-
merkte, zu urtheilen scheint. Als ein Anhanger des al-óubbffi
wird bezeichnet Ibn Babdh, von dem es aber heisst, er babe
auch Ibn al-Ichêid, cAbbdd ab-I)ejmar% und andere Mutakallimün
gehort. „Angeblich", bemerkt Ibn Abi al-Nedim, „soll er noch
heute in Kairo leben". In der That nennt ihn Ibn Hazm „al-
Misri".
Zu den Genossen Abil Ildéims gehören Ibn Chattdd ï),
der zu seinem Lehrer nach cAskar !) ging, Ab/fb-Kdsim b. Sa/da-
wejhi
und al-Huseju b. cAli al-ón\'al (st. 399). Letzterer erfreute
sich eines grossen Ansehens, besonders in Churasan, war hana-
fitischer Rechtsgelehrter und schrieb auch polemische Werke
gegen den muctazilitischen Silten Ibn al-Iidwendi und den Arzt
ab-Rdzi. Dass er ïjanafit war, geht auch daraus hervor, dass
unter seinen Fikh-Werken eines ist „über das Gestattetsein des
Gebetes in persischer Sprache3). Von den Schülern und Ge-
nossen Ibn ab-Ic/iêid\'s werden mehrere erwahnt, Schriften aber
zk> ch is^»-* oIh= -h\' ***** r^1 o^s u&k «-V*1 &
^vsijm 0> ^cl ^ &?\\ ^ jjcüLsj j*-P- ^ yi üv*^- *-**■**
1)  Ibn Chaüad wird erwahnt von Joaef al-Basnr, Kitilb al-muhtawi, Hs. des
Herrn Prof. Kaufraann, 61 v.
2)  Von al-\'Askar heisst es bei al-Mukaddasi, S. ft.: ^Ü\'1} "Ujs «bUc ÖÜj
j|UJ L5JL> p^Lw^t £**> Jlj^^ü I^Üla», <r^bÜt ^Jüu (j-Lül ^t
\'l*!? * J Oir"1 1"^~^ " M"" B\'e\'lt;\' es \'st \'li;r 0rt-> wo ^\'"\' Sdiim sein i.jLci\'
oLjAmocJI
JjLw.II schreiben konnte.
3)  Fihrist, l, S. f,\\. Xaam.UJLj SjLaS! ;*>>• v-iUJ\': Interessant ist in Betreft
dieses Punktes die Erziihlung des al-Guwejnï Imdm al-Haramejn bei Ibn Challikdn,
Nr. 723.
-ocr page 96-
Martin Schreiner.
88
nur von Ibrdhim b. SiMb (st. nach 350) angegeben, der auch
den Bagdadenser al-Chajj&t gehort hatte. Dem oben erwahnten
\'Abbdd al-J)ejmari und Ibn al-Ic/iéid batte au eb der Kadi Ahmed
b. Muhammed alChildl
seine Gelehrsamkeit in Fragen des Ka-
lams i\\\\ verdanken.
Von diesem cAbbdd b. Sulejman al-])ejmari kannten wir bis
jetzt fast nur den Namen *). Aus den Werken des Karaers Josef
al-Basir, Ibn Hazms
und dem kleineren Kalamwerke des al-óu-
wejnt Imam al-Harameju
erfahren wir jedocb Manches über
seine Ansichten. Josef al-Basir widmet ihm in seinem Kitab al-
muhtawi li-usül al-din ein besonderes Oapitel2). Wir erfahren
aus diesem, zAbbad aWtyejmari ware von dem Principe der Muc-
taziliten ausgegangen, dass Schmerzen nur als Strafe berechtigt
seien, oder wenn der Leidende für sie entschadigt werde. Da
nun bei den Schmerzen der Kinder und Tbiere Beides ausge-
scblossen ist, hat cAbbad angenommen, jene Schmerzen dienten
nur zur Unterscheidung der vernünftigen Wesen von den un-
vernünftigen. Josef al-Basir fiïhrt aus, dass diese Ansicht we-
sen tlich identisch ist mit derj enigen der Mugbira, besonders
mit der aUNa^gdrs, welche behaupteten, dass Leiden, die über
Jemanden verhangt werden, an sich weder gut, noch schlecht,
weder gerecht, noch ungerecht sind; das Gute ist, was eben
Gott will. Denselben Sinn kann die Ansicht al-])ejmari\'s haben,
denn das Kind oder das Tbier hat wohl keinen Nutzen von der
Unterscheidung zwischen vernünftigen und unvernünftigen Wesen,
die durch ihre unverdienten Schmerzen gemacht werden soll.
Dieselbe Ansicht wird von al-Guwejnt erwahnt •1). In anderen
Punkten ist cAbbdd b. Sulejman den muetazilitischen Principien
treugeblieben, wie dies die Anführungen Ibn Hazms beweisen.
Nach diesen habe er behauptet, Gott könne nur das Gute schaf-
fen. Man dürfe nicht sagen, Gott habe die Glaubigen oder die
Unglaubigen geschaffen, denn der Glaubige ist Mensch und
Glauben, der Unglaubige Mensch und Unglauben, Gott aber ist
1)  S. Spitta, a. a. O., S. 79.
2)  BI. 93 v. Die Ansicht wird auch erwahnt BI. 87 v. Vgl. Ahron b. Elia, Ez
Chajim, «il. Delitzsch, u. Steinschneider, S. 135. 136. and 121. 126.
3)  Kitub al-irsad ft usul al-i\'tikad, cod. Goliua, BI. 61 v. Die Ansichten der
spateren Mu\'taziliten s. bei Fachr al-Din, Mafatih al-gejb, IV, S. t». Vgl. anch
More, III, Cap. 17.
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Zar Gcschichte des As\'aritenthams.
89
nur des Menschen Schöpfer und nicht des Glaubens oder TJn-
glaubens J). Auch Hunger und Durst hat nicht Gott geschaffen,
denn beide sind schlecht. cAbbad stellte auch die Behauptung
auf, dass es sieben Sinne gebe; welchen Zweck er dabei hatte
und wa3 er damit meinte, weiss Ibn Hazm nicht anzugeben 2).
Vielleicht bezieht sich die Bemerkung Sa\'adjas über einen Ver-
such, die Zahl der Sinne zu vermehren, auf diese Ansicht cAbbdd
al-Qejmarï\'s
3).
Ibn AM al-Nedim erwahnt noch andere muctazilitische Zeit-
genossen al-Aêzans. Zu diesen gehort cAbd Allah b. Muhammed al-
Anbdri,
auch Sirêir genannt. Nach Ibn Hazm leugnete er, dass
Gott gesehen werden könne und stimmte auch in Betreff des
lïadar mit den Mu\'taziliten überein *). — Besonders hervorge-
hoben zu werden verdient Abu\'l-Hasan \'AU b. \'Isd al-Rummdni5),
gegen den al-Aécari ein polemisches Werk geschrieben hat. Er
wird als Q-rammatiker und Mutakallim gerühmt. Eine Geistes-
1)  Milal, H, 144 v.-.jjfód) t_^aJI (J-&* <***& 0U-JL» ^ ^L*£ Ut,
^1^5 _^LaJ! cr Jjü U yfA J.c jj& ^ *j" aUI y\\ JJÜ ^ ».Ji
^jj/jcji o»jl> wt % ^yujii oa> «ui 0t jüü Dt ^. ^
^Uól jilXIt, qUIj 0L.am_Ü Q*yl\\ q^5 liLJi Ji\' (j*Uüt oiis- JLüj
cyaj 0tfs ^xJt ^, DU>I _SJLi?. ^J, 0LwJ^I v_SJL> Ula Jls yW3
iiLi3 j»c *&\'» oik> U jf£. v_SJL^èr. ^t j^ .Juli 1> ^1*j «UI qL
^Jai oLc 0^, «lil *L& at \\Ss> l\\«j ƒJü U ^ (3,!*-^ ^
2)   Das. BI. 148 v.: ijJjiL q! j^ö**^ J-&? ö^Jj" qU-JÜ- ^ oLfi Jlïj
sUju ^ IA0 *Jji ,3 iwai (=j<-\\> ^5 *-»•*« • Seine Ansichten werden auch
von al-Sahrastaui, I, S. 76, berührt. Wenn ihn Spitta daselbst zu einem Schuier
Abd Hdsitns macht, so ist dies vvohl nar ein Versehen.
3)  S. Kaufmann, Die Sinne, S. 41.
4)  Milal, II, 144 r.:^l£ji u^ïbCI ^Lotfl Jus^ tf *W iW jJ JSj
u^aUl ^Pj XjjJI ^èjj ^\\&!t j ïüy*JJ sjü|y« j0j ^^-Sil-ülj u>jj*i!
oliLail 3 JuLü\' vj j-yiyïo. S. über ihn fyt««, a. a. O., S. 66, Anm. 1.
5)   Fihrist, I, S. Ivf; al-Sujüli, Tabaküt al-mufassirin, ed. Meursinge , Nr. 74.
Er ist geb. im J. 296, st. 384. Al-Sujüti findet es sonderbar, dass er als Mu\'tazilit
auch Sl\'it war.
Vllle Congres international des Orientalistes. — Section sémitique.               7
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Martin Schreiner.
90
richtung, die so viele Vertreter hat, die sich in der Literatur
bemerkbar machen, hat ihre Lebensfahigkeit noch bei weitem
nicht eingebüsst. Und in der That standen dem Ascaritenthum
noch in den folgenden zwei Jahrhunderten sehr bedeutende Ver-
theidiger des Muctazilitenthums gegenüber. In den spateren Ka-
lamwerken berücksichtigen die aécaritischen Dogmatiker diese letz-
ten Muctaziliten noch mehr als die alten Sejche des Kalams. So
oft ein Punkt der Dogmatik behandelt wird, mussen die Ansich-
ten des Abu\'l-Husejn al-Basri, des Abu \'l-l£dsim al-Kaïbi\') und des
I£adi cAbd al-Gtabbdr berücksichtigt werden. Auch steht die Art
der Benutzung des ketzerischen al-Zamachêari durch al-Bejddwi
nicht allein da. Ein Werk über Usül al-fikh des Abil\'l-Hwejn
al-Basri
2), die Ij[orancommentare des al-ówbbd\'i und des Abü
Muslim al-Isfdhdni
3), des Hyper-Muctaziliten, wurden vom Imam
Fachr al-Din in seinem Kitab al-mahsül, beziehungsweise in sei-
nem Korancommentar, stark benutzt. In dem dogmatischen Werke
desselben finden wir neben den schon erwahnten Vertretern des
spateren Ttizal die sonst unbekannten IbrdMm b. cAjdé4) und
Ibn Futtawejhi5) angeführt. Den umfangreichsten aller Koran-
1)  S. die Bemerkungen Haarbrücker\'s zu al-Sahrastdni, II, 401. Über\'Abdal-Qab-
bdr
s. Tabakat al-miifassiriu, Nr 47; st. i. J. 415.
2)  S. Ibn Cftallikén, Nr. 621.
8) St. i. J. 459. Fihrist, I, 8. Ifl l 1*1. "Tabakat al-mufassirin, Nr. 95, heisst es
von ihm: JIjac^I u^tio ,£ IJle qI^.
4)   Kitab al-muhassal, Leidener Hs., Cat. Landberg Nr. 565, S. 533, Pagination der
Hs.: v_j^_a-*j _}i\\ *—*\\ üloj^XxU £ ü_JjA*il9 Ksm^Lb-JI Jv-ï Sis****
ji\\s JsLÜ gyJl ^jl3 (Jte> j-jI *X$3 lSJL& ^Jlc y^s ^LsiiJI
ij Si ol5^ UJ*> £ lt*5 J^cliJI jaSIj q\'j Uülib^j 0L«^ ol}3
sJjSy» OJjkXJt liÜJ\' J>-»—">. Ibrdhim b. \'Ajdè wird noch crwahnt Fihrist, I,
p. \'vl\\
5)  Kitab al-muhassal, S. 528: fjjfrSf- «-4* J>*^\\ j^JOt <^£ÓJJ_>9 IJ4J
*«!>** c^\'s ***> dis J*^ ^ L^^\'i r*1^ A\'s t> ii\' Jy» y»$
o\' ^5 UtLa-g [j-i ^J-^~i Ij|j J^J\' *W <-*—*-* Wj fL^-JiJI
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Zur Gesehichte des As\'aritentluims.                                  91
commentare hat ein Schuier des cAbd aUêabbdr, ebenfalls ein
Muctazilit, cAèd al-Saldm al-Kazwmi geschrieben. Dieser Commen-
tar saQ nach dem Urtheil al-Sanfdm\'s auch der lehrreichste ge-
wesen sein, den er je gesehen; nur waren seine Erklarungen
vermengt mit muctazilitischen Anschauungen. Der Verfasser des
riesigen Werkes, das 300 Bande gefüllt haben soll, rühmte
sich, er ware allein geblieben, ein Vertheidiger der Lehre der
Muctazilïten \'). Die Vernunft und das sittliche Urtheil, welche
die muetazilitische Bewegung hervorriefen, haben ihre Macht
über die religiösen Ansichten des grössten Theiles der muham-
medanischen Gesellschaft zwar verloren, aber sie konnten sich
doch einen Schriftsteller dienstbar machen, der durch seine Ar-
beitskraft sogar seine schreibselige Zeit und Umgebung geradezu
verblüffte 2).
Das waren die Trager der Bichtung, mit der sich al-Jécari
und seine unmittelbaren Nachfolger in erster Reihe haben aus-
einandersetzen mussen. Die characteristischen Ansichten der
Muctaziliten, durch welche sie sich von anderen Richtungen des
Islams unterschieden, können wir als bekannt voraussetzen; wir
mussen aber einen Bliek auf ihren Standpunkt gegenüber den
autoritativen Quellen der muhammedanischen Glaubenslehre werfen.
„Es gibt keine ketzerischen Neuerer in der Welt, die den
Der hier erwahnte lbn oder AM Raéid soll nach einer
Randglosse ein Schuier \'Aid al-Oabidr\'s sein. lbn Futtatcejhi ist vielleicht mit dem
Tab. al-muf., Nr. 117, erwahnten identisch. Catalog der Bibliothek des Chedive, I,
S. ót", heisst es unter Nr. f 1: <?~v&JI v—a-^U **&*\'\' n\'/^\' 4?H vM
Jj^yi *-*.yu ^ ^ om? ^ o^i ü_j > ^^ $ ru^i
Unter Nr. ót*1 wird ein Werk desselben »al-Baiit\' verzeichnet. Wir erwiihnen hier
noch die Mu\'taziliten \'TJiejd AUdh i. Muhammed (st. i. J. 387) und Muhammed
t. \'Aid Alldh lbn Sair AH Bekr al-Hanafi
(st. i. J. 380). Tabak&t al-mufassirin,
Nr. 65 und 99.
1)  Das. Nr. B7.
2)  lbn al-AtJr, X, S. 1f z. J. 488: Juc ^«w>-> j-$ j^lfiJI ölo LfckJj
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Martin Schreiner.
92
Mannern der Tradition keinen Hass nachtragen würden", sagt
Ibn al-fattan\'), und er hat hiermit das Verhaltniss neuentste-
hender dogmatischen Secten zur Tradition treffend gekennzeich-
net. Das fortschreitende religiöse Denken hat sich immer mit
den religiösen Urkunden in irgend einer Weise abzufinden. Ge-
wöhnlich geschieht dies in der Weise, dass die Ergebnisse der
spateren Entwickelung in die alten heiligen Bücher hineinge-
deutet, hineingelesen werden. Dies Geschaft ist umso leichter,
da die altesten religiösen Urkunden gewöhnlich kein geschlos-
senes, religiöses Lehrsystem enthalten und unter dem Einflusse
der verschiedensten Verhaltnisse und manchmal auch der ver-
schiedensten Zeiten entstanden sind. Daher kann beinahe eine
jede religiöse Richtung ihre Waffen leicht aus ihnen herholen.
Sehr erschwert wird aber dieses Geschaft, wenn, wie es auch
im Islam der Fall war, sich eine umfangreiche Tradition aus-
bildet, deren Autoritat als absolut, unantastbar gilt. Die Schwie-
rigkeiten, welche hier die umdeutende Eeflexion zu bewaltigen
hat, sind viel erheblicher, sowohl wegen der Grosse, als auch we-
gen der manchmal viel zu sehr widerstrebenden Natur des Stof-
fes. Es ist darum sehr natürlich, dass das selbstandiger gewor-
dene religiöse Denken manchmal dieser gar zu lastigen Schran-
ken überdrüssig wird und ihnen, wie auch ihren Vertheidigern
gegenüber, keine Sympathien bezeugt.
Auf das Verhaltniss mancher Muctaziliten zum lïoran werfen
folgende Erzahlungen von al-Chatlb al-BagddM, die uns Fachr al-
I)\\n
in seinem iKorancommentar 2) erhalten hat, ein sehr helles
Licht. „Mu\'dd b. Mucdd alSAnbari erzahlte: „„Ich sass einmal
bei "Amr b. \'Ubejd, da kam ein Mann und rief aus: „O Abü
zOtmdn,
bei Gott, heut\' habe ich entsetzlichen Unglauben ho-
ren mussen!" „Nur sachte", antwortete cJmr, „sei nicht gleich
mit dem Unglauben bei der Hand! Was war\'s denn, das du
gehort hast?" „Ich hörte den Hdéim al-Au/fas sagen, die Süre
1)   Bei al-Kastaldni, Einleitung zum Comraentar des Buckdri, ed Kotta, I,S f.
Das. heisst es auch: Jji&S» J^c ^^lX-S^I »°*L b syU\' "Sj_J *-^LÜ Jö\'5
2)   Mafatih al-gejb, I, S. I"U.
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•
Zur Gcschichte des As\'aritenthums.                                  93
des Abu Lahab \') und die Drohung des Walid s) gehörten nicht
zum Urtexte der Schrift (zur „Mutter des Buches"); Gott aber
sagt-1): „„Ijlam. —Beim unverkennbaren Buche! Wir haben es
wahrlich zum arabischen Korïln gemacht, auf dass ihr es verstehen
sollt, und es ist bei uns im Urtexte 4) auf bewahrt, erhaben und
weise!"" Was ist nun Unglauben, wenn nicht dies, o Abu, cO£-
mdnl"
— eAmr schwieg einen Augenblick, dann wandte er
sich zu mir und sagte: „Bei Gott! Wenn er Becht hatte, würde
weder an Abü Lahab noch an al-Walid b. Mugira eine Schmach
haften!" Als der Mann dies hörte, sagte er: „Du sagst dies,
o Abü\' zOtmdn1 Bei Gott! Dasselbe meinte auch er". Es spricht
Mifdd: So kam jener herein als Muslim und ging hinaus als
Unglaubiger"". — Ferner wird erzahlt, ein Mann sei zu cAmr b.
c Ubejd gekommen und liabe bei ihm im Koran gelesen 5): „Es ist
eine erhabene Verkündigung auf einer aufbewahrten Tafel". Da
sprach er zu ihm: „Sag\' mir, war auch „Tabbat" 8) auf der
aufbewahrten Tafel?" cAmr antwortete: „Nicht also war es auf
der aufbewahrten Tafel, sondern: „Schlaff werden die Hande
derjenigen, die da handeln, wie Abu Lahab". Da sprach der
Mann: „Da müsstest du auch also sagen, wenn wir uns hin-
stellen zum Gebet". Hierauf zürnte \'Amr und sprach: „Das
Wissen Gottes ist kein Sejtan, das Wissen Gottes schadet nicht
und nützt nicht" \'). Diese Erzahlung beweist, dass cAmr b. \'Ubejd
an der Integritat des \'Fyordns gezweifelt haf.
Also der fromme
Ascet, der mit seiner Parünese den Ohalifen zum Weinen zu
bringen wusste, dessen Offenheit von diesem bewundert wurde 8),
hegte Zweifel in Betreff des göttlichen Ursprunges der Flüche,
die Muhammed gegen seinen Oheim ausgestossen hat9). Al-
1)  Süre CXI.
2)  Sflre LXXIV, V. 11 — 26, welche Verse von den Commentatoren auf al-Walid b.
Magira bezogen werden.
8) Süre XLIII, V. 1—3.
4) So nacb Sprenger, Leben Mnhammads, II, 215.
6) Süre LXXXV, V. 22.
6) Die Süre des Abü Lahab.
m 7) Diese letzte Ausserung ist mir unklar.
8)  \'Ikd, I, PT; al-Husri, I, U.
9)  Mafatlb, VIII, S. vfl: (XJtj s^UJt *JLe Ij*^ ^,1 j,UJI J£JI
\\<\\& k? w^A\'. q\' *J »Ji*Jl> v-»*& {*&*$ vjüüj \'iZjÜ Kj*i ^
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Schreiner.
94
Martin
CAafii al-Bagdddi bat aber noch eine andere Anekdote auf\'be-
walirt, die in noch bóherem Masse von der Kühnheit dieses
alten Muctaziliten zeugt. Al-Buchdri und Muslim haben zwei
Traditionen, die bei der Frage der Pradestination gewöhnlich ins
Treffen gelïihrt werden. Eine derselben ist folgende \'): Al-Acmaé
sagte nach Zejd b. Wahah, dieser nach cAbd Allah b. Mafud:
„Es sagte uns der Gesandte Gottes, der wahrhaft und dessen
Wort von Q-ott bewahrheitet worden ist: ,,„So Einer von euch
im Mutterleibe vierzig Tage angelegt ist, da wird er ein Blut-
klumiien; nach einem ahnlichen Zeitraum wird er zu einem
Fleischstücke; wenn dann wieder ein iihnlicher Zeitraum vor-
übergeht, da schickt Gott einen Engel, und es werden vier
Dinge bestimmt: die Nahrung, die Gestalt, das Unglück oder
die Glückseligkeit des Menschen 8), und bei Gott! wenn Einer
von euch Thaten der Höllenbewohner ausüben würde bis dass
zwischen ihm und der Holle nur ein Baum ware, wo man
die Hiinde ausstrecken kann, oder ein Eaum von einer Elle —
nachdem vorüber ist, was von ihm geschrieben, wird er han-
deln wie die Bewohner des Paradieses, und in dieses kommen.
Sollte aber ein Mann auch die Thaten der Bewohner des Para-
dieses ausüben bis dass ihn von diesem nur eine Elle oder
zwei Ellen absonderten — wenn vorüber sein wird, was von ihm
geschrieben steht, wird er gewiss die Thaten eines Hóllenbe-
wohners ausüben und in die Holle kommen"". Dieser crasse Aus-
druck des Pradestinationsglaubens hat den Unmuth cAmr b.
c Ubejd\'s
dermaassen erregt, dass er sich zu folgender Ausserung
hinreissen liess: „"Wenn ich al-Acmaé gehort hatte, als er dies
sagte, so hatte ich ihn Lügen gestraft; hatte ich die Tradition
von Zejd b. Wahab gehort, ich hatte ihn dafür nicht sehr gerne
gehabt; hatte sie mir cAbd Allah b. Mas\'ud gesagt, würde ich
sie von ihm nicht angenommen haben, ja wenn der Prophet
selbst sie mitgetheüt hatte, würde ich sie zurückgewiesen ha-
ben, und wenn Gott sie mir gesagt hatte, würde ich geant-
1)  Al-Buchdri, Kitab al-Kadar, Nr. 1.
2)   Bis hierher entspricht die Tradition talmudiscb-midrascbischen Vorstelhingen; s.
Jellinek, Beth ha-Midrascb, I, S. 153 ff. In noch hóherem Maasse ist dies der r\'all
bei der zweiten Version derselben Tradition, die wir bei al-Buchdri finden. Den
Unterschied zwischen der jüdischen und muhammedanischcn Tradition zeigen die
Worte: D-ütt> HNIiO \'{T\\ OViïï \'T2 ^OH pilONl "II1J lﻫ yvn IN p">-\\)i ^>3«-
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Zur Geschichte des As\'aritenthums.
95
wortet haben: „„Nicht das sind die Bedingungen, unter welchen
du mit uns ein Bündniss geschlossen hast"".
Dies eine Beispiel zeigt zur Genüge, dass schon die altesten
Muctaziliten den zahlreichen Tendenztraditionen gegenüber, die
ihren Anschauungen ausdrücklich widersprachen, gewappnet wa-
ren. Wo es möglich war, legten sie sicb nichtsdestoweniger die
Traditionen zurecht und benutzten sie zur Vertheidigung und
Begründung ihrer Ansichten \').
Von den Madahib al-fikh konnten nur zwei mit den Lehren
der Mnctaziliten in Übereinstimmung gebracht werden, das Mad-
bab des AM Hanifa und dasjenige al-SdJfï\'s. Malakiten oder gar
Haubaliten konnten wegen ihrer dogmatischen Voraussetztmgen
keine Muctaziliten sein; Theologen, die den übrigen Madahib
angehörten, konnten sich trotz der feindlichen Stellung der Imame
gegen den Kalam diesem gegenüber nicht ganz verschliessen.
Es werden Traditionskundige des Muctazilismus bezichtigt, die
zu den namhaftesten gehören. Al-Buchdri wurde beschuldigt, er
habe behauptet, die Buchstaben des Korans seien geschaffen 2).
Al-l£affdl neigt in allen seinen Ansichten zum Muctazilismus 3).
Auch al-Mdwerdi wurde verdachtigt, er huidige dem Muctazi-
lismus 4). Diese Beispiele genügen, um darzuthun, dass es auch
bei den Traditionskundigen nicht gut anging, bei den Ansich-
ten der alten Imame zu verharren, und dass es der Zwang der
Reflexion war, der die Anhanger der Madahib al-fikh dem
caritenthum zuführte.
Die Wissenschaft des Kalam, die auf die K°r&nexegese und auf
die Auffassung der Sunna einen so grossen Einfluss ausübte, machte
ihren Einfluss auch in der von al-ÉdjH begründeten Wissenschaft
1)  Ein Beispiel: Mafatih, I, S. f11 ff. Vgl. IV, S. 11a ff. f 11 f. VI, S. flf.
2)   Commentar des Kastaldni, ed. Kotta, I, S. fï1.
3)  Maffitth, II, S. PU: a**s> JljXe"^ j. Süi^l pJóa JlaüJI \'iXP d» Jyï^
üUj, filyoli sbl^ÏÏ JJls 0\\S iXiJs iè-lJ £*s ^jUIS\' j, o\'JJac^I
■•«**»• SjAaXJI *_*>L»e q* _^ft«it q\' StU y\\_>-Aa*JI y*-0iX* {y, ^
4)  Tabakat al-muf., Nr. 77: g^Ua^ J^aJ\' Q-j\' i3Lï JljXebJlj jg&lj
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96
Martin Schreiner.
von den „Usül al-fikh" geitend. Wir besitzen Ausserungen über
Fragen, welche in dieses Gebiet gehören, von alten muctaziliti-
schen Sejchen. Von Bier al-Marui berichtet Fac/ir al-Din, er babe
vor dem Clialïfen Hdrun al-ltaéid den Imam aLSdjfi gefragt, wie
das Igmac bindende Kraft besitzen könne, da man ja in Wahr-
lieit nie erfahren könne, ob alle Menscben in Betreff einer Sache
übereinstimmen oder nicht. Al-Sdjfi antwortete: „Kennst du die
Übereinstimmung der Menschen in Betreff des Chalifates dessen,
der hier sitzt?" Bier bejahte die Frage aus Furcht vor dem Cha-
lifen \').
Ibn Chaldun hat in seiner trefflichen Art auch den Einfluss
des Kalams auf die Entwickelung der Wissenschaft der Usül
al-fikh gekennzeichnet2). Nachdem der Imam al-Sdjfi seine be-
kannte „Risala" über diesen Gegenstand geschrieben, arbeite-
ten hanafitische Theologen und Mutakallimün viel auf diesem
Gebiete, wobei die Theologen auf die Bearbeitung des von der
Wissenschaft des Fikh gebotenen Materials der Furüc Gewicht
legten, wahrend die Mutakallimün sich auf die formale Seite
dieser Fragen beschrankten. Als die besten Werke, welche von
Mutakallimün über die „Usül al-fikh" geschrieben worden sind,
betrachtet Ibn Chaldun das Kitab al-burhan des Imam al-Ha-
ramejn
und das Kitïib al-mustasfï min eilm al-usül des ö-azdli
von Seiten der Aé\'ariten, das Kitab al-cahd des cAbd al-Gabbdr
und dessen Commentar „al-Muctamid" von Abul-Husejn alBasri
von Seiten der Muetaziliten. Diese Werke sind von Fachr al-
Dïn alRazi
in seinem Kitab al-mahsül und von Sejf al-Din al-
cAmidt
3) in seinem Kitab al-ahkam im Auszuge bearbeitet worden.
1)  Mafatih, I, S. fII*: OÜbüi ,j*Xi v-AaÏ\' ,^*sUiJf J^jü y&J Jfc
^jüLïJI JU» iXyii^l JU* SjLLUI vX? vi^jl^ tAs^JI (yiJ| J»c
ljjj> K) Jïlj u-Jlil \'AP XsbU» jwc (j^Lül =U>! oyu ^.
2)  Mukaddima, ed. Bulak, S. PM ff.
S) Auch ilm hat seine Beschaftigung mit Fliilosophen und Mutakallimün wie auch
der Neid seiner Zeitgenossen in den Ruf eines Ketzers gebracht. Ibn Challikdn,
Nr. 443: H^-wJj &.x.Lc I^JlfiUtïj O^LJI A^.SÜ (j-( X_cL*>- sJ^w.S> >_S\'
K»~bUJI ^JfiS-^ )^*^i X-^W J^sr\'la SJuiUjl j jLwaSI ^1
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Zur Geschichte des As\'aritenthums                                   97
Aus ihren Werken sind dann wieder Auszüge angefertigt worden.
Von den hier erwahnten Werken hat uns nur das Kitab al-
mustasfi des Otazdli vorgelegen \'). Ein Bliek in dieses Werk
zeigt uns, weshalb die Wissenschaft des Kalam auf die von den
Usül al-fikh von Einfluss sein musste. Das Buch zerfallt ausser
der Einleitung in vier Haupttheile. Der erste Theil handelt von
den Gesetzen (BI. 25r.—43v.), der zweite (BI. 43v.—83r.) üher
die drei Quellen der Gesetze: Kitab, Sunna and Igmac, der
dritte (BI. 83r.—147v.) über die Art und Weise, wie die Gesetze
aus den behandelten Quellen abzuleiten sind, der vierte von
demjenigen, der dies Geschaft vollzieht, dem Mugtahid (BI.
147r. bis zu Ende). In Betren" der Gesetze musste sich zwischen
den Ansichten der Muctaziliten und Ascariten ein Unterschied erge-
ben, da es nach jenen gute und schlechte Handlungen gibt, die
von der Yernunft vor aller Offenbarung als solche erkannt wer-
den und von denen, welche von den Quellen der Offenbarung
als solche bezeichnet werden, verschieden sind, wahrend nach
den Ascariten Handlungen nur insofern gut oder schlecht sind,
inwiefern sie von der Keligion geboten oder verboten werden2).
Auch in Betreff der Bestimmung von den Gesetzeskategorien
werden uns von al-Gtazdli Abweichungen mitgetheilt.
Ebenso mussten Abweichungen entstehen in Betreff der Quel-
len der Gesetzeskunde 3). Die dogmatischen Ansichten der Mu-
takallimun über das Wort, das Wissen Gottes, beeinflussten ihre
Ansichten über die im zweiten Theile des Werkes behandelten
J-yU*j U-. fihj5as> M SyJLiOy) léLió Q**i2xj L*a^ ]y^s ^■ ^■5
1)  Gothaer HS. Nr. 925.
2)  S. Z.D.M G., XL1I, S. 635. Vgl. auch at-fit, p. NV
8) In der Einleitung, BI. 3 r., heisst es: SÜmJIj >»jLjC! ^s S&tfjf J> ^tj
Jasi eL^-jIj Hiermit scheint im Widerspruch zu sein BI. 43 v.: J-Lii\' . 1 au\\
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98
Martin Schreiner.
Gegenstande. Wir erwahnen nur, dass die Abrogatioji von den
Mu\'taziliten geleugnet wurde.
In der Einleitung des dritten Theiles bespricht at-éazdli Fra-
gen, die wir als sprachphilosophische bezeichnen könnten. Die
erste unter diesen ist die, ob die Sprache durcb Übereinstim-
nmng oder durch Unterricht entstanden sei. Für die Dogma-
tik hatte die Frage insofern eine Bedeutung, als es von ibrer
Beantwortung abhing, welcbe Namen von Gott gebraucht wer-
den dürfen \'). Eine andere Frage ist die, ob in der Sprache das
lïijas von Einfluss ist, ob die Gegenstande ihre Namen unter
dem Einflusse des Kijas bekommen oder nicht. Al-GrazdU meint,
im Gebraucb der Wörter lasst man sich nicht durch Analogie,
sonderu lediglich durch Taukif bestimmen \'). In der Einleitung
finden wir auch die Eintheilung der Wörter in solche, deren
Bedeutung ursprünglich, und in solche, deren Bedeutung durch
den Sprachgebrauch modificirt worden ist. Zu den letzteren
geboren Wörter wie „Mutakallim", das ursprünglich einen mit
der Fiihigkeit zu sprechen Begabten bedeutete, spater aber auf
den Dogmatiker angewendet wurde3). Im vierten Oapitel der
Einleitung erwahnt al-Qrazali die Ansicht der Muctazila, Chawa-
1)  Vgl. al-Itji, S. IfI.
2)  83 v.: IjiLci»! JOSj L*L3 <^jöXï ^S> Sóytlll «U*^! j 13UJI JouiaJt
£ Lu*ji l\\3j .... «JLc LavLs ^jt!\' iéU3 oüLsuJ -*3> Aaaa,\'!
xiin .,1 \'A-j-j c^-aa5 U"l-Aa!l (jmLavI wiUT j, xJu**il sA-J -J)
O
3)  Das.: (*AvJJAj ^jyü/l iGw^t 0t jjlct Xxytl\' *Uw"bJi j, eJtïJI J»*oÏ!Ï
K^-> q\' L ^A.s-1 q_|.LaXcL LijC t_*"rw>" C~M^!) ***;-c.5 ^rt*/i33 i\'
*Av1it léUj xxJJI J^t q* JL*xaav"3I OjJU L.waAa^1, *Lc u^jti ^^1
»^Jt qI k^o ïjuJ CjI5lXj XjIlXJI **J (joLoXi-iy «jL^ww* (ji3**J
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Zur Geschiohte des As\'aritenthums.                              99
rig, mancher Fukaba3, dass die Wörter in drei Classen einge-
theilt werden: in Wörter, in Termini, welene eine dogmatische,
und in solche, die eine religionsgesetzliche Bedeutung haben \').
Der J^ddi*) hat aber ihre Ansicht widerlegt. Ein besonderes
Capitel wird auch der Behandlung der Frage gewidmet, wann
ein Wort in buchstablichem und wann es in metaphorischem
Sinne aufgefasst werden muss3). Die einzelnen Abschnitte, wel-
che nun folgen, enthalten eine Hermeneutik der Quellen der
niuhammedanischen Gesetzeskunde, in deren Fragen auch die
Muctaziliten Stellung genommen baben 4). Wir heben nur her-
vor, dass al-Nazzdm dem Ea3j und IJijas gegenüber eine feind-
liche Stellung eingenommen 5) und die Berechtigung des Talil
nur mit Beschrankungen zugegeben hat8).
IvJoiAJI Lol^ ï.S>\\!ai üytjjt Lot iUe-vïj £**J>>s &Jy^ sLf»*Ü\\ -s-L^üaJI iy,
0>L»i ^ ^ytoUÜI J^zJj Bj-J\'jJI^ <*.£*S ft^S sbLaJLXs XaCj^JI
2)  Unter dem Kddi schlechthin ist in Werken über Fikh bei al-Guwejni und al-
Gazdli
der Kddi Husej\'n zu verstehen; s. lbn Chattikdn, Nr. 182.
3)  85 v.:jLsvit5 ÜSUiüL^ . Aus einem Werke des Gazdli über die Usul al-fikh hat
lbn al-Atir al-Gazdli, al-matal al-sfi/ir fi adab al-katib wa-\'l-sa\'ir, S. Cl\')\' ff., eine
langere Stelle über :LsU\'y JÜJ^Safc.
5)  124 r.: layit U J*.*JI \\y^jl iüLsUaJt 0t ^IkjÜI ^ »IX> ii»-Lil Jl5
ï\'rüher heisst es: (jiSjXxj l\\_J}
stiyó Lo ^1 v£*£> q^ (^LüJ! j sLs^l J.U1 jKjL ijjljj «jLJ ^
gJl Jyi ^UCil .                                                                  _____
6)  129 v : "ï ^yü OiL^^I v-^" S*^*»^1 &JL»Jt (.Lfeiill JIS *JIU««
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100                                       Martin Schreiner.
Auf die Lehre al-Aêzarfs waren nicht nur die Ansichten der
Traditionisten und Muctaziliten von Einfluss, sondern auch die
der übrigen dogmatischen Secten. Die Reflexion hatte nainlich
nicht überall zu Ansichten geführt, wie sie von MuHaziliten
hekannt wurden, sondern sie hatte auch vermittelnde Anschau-
ungen hervorgehracht. Als solche mussen wir die der Gabarijja
oder Mugbira betrachten. Die Gabarijja, welche von al-éahrastdm
behandelt werden, haben in Fragen des Tauhid zumeist mucta-
zilitische Ansichten, ja von Sa/s al-Fard wissen wir durch Ibn
Abi al-Nedrm,
dass er ursprünglich in allen Fragen den mucta-
zilitischen Standpnnkt behauptet hat, und erst spater entwickelte
er, vielleicht durch die energischen Behauptungen der Traditio-
nisten eingeschüchtert, seine Lehre vom Kadar. dahm b. Saf-
wdn, al-Natfgdr, Dirdr b. cAmr
sind eigentlich halbe Muctazili-
ten; bei mancheni Schriftsteller werden sie sogar einfach zu den
Letzteren gezahlt \'). Es war also für al-Ascari vorbehalten, als
Mutakallim sowohl in Fragen der Pradestination als auch in
denen des Tauhid sich auf die Seite der orthodoxen Anschau-
ungen zu stellen.
Diese hatten schon früher so Manchen, der sonst als Ketzer
galt, angezogen, so den Dichter Abü\'l \'AtdAijja. Manche be-
haupteten von diesem, er sei der Ansicht der Philosophen zuge-
than, die an die Prophetie nicht glauben *), Andere beschul-
digten ihn, dass er ein Zindïk sei3). Es wird auch über-
liefert, er habe an einen Q-ott geglaubt, der die Welt aus
zwei einander entgegengesetzten Substanzen geschaffen, in die
er die Welt wieder auflösen werde4). Er war auch ein Mug-
bir 5), und es ist uns ein Gesprach zwischen ihm und Tumdma
b. Aéras
erhalten worden, in dem er von diesem Mu\'taziliten
&
t Ju£it lXaaJÜ\' ptj^ ^aIsxSj.
1)  So z. B. bei Ibn Hazm, Milal, II, BI. 142 v.
2)  Agani, III, S. IH.
3)   Diwan, ed. Bejrut, S. V., nach Agani, III, tff,
4)   Das. S \\U.
5)  Wahrscheinlich ist so zu lesen, nachdem das nomen verbi iL^>\' gebraucht wird.
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Zur Geschiet te des AB\'aritentliums.                                1QJ
in der Q-egenwart aï-Mimuns in derber Weise abgefertigt wor-
den ist. Auf die Frage eines Muctaziliten: „Ist der Koran ge-
schaffen oder nicht?" antwortete er: „Befragst du mich über
Gott oder nicht?" Dann hielt er inne. Auf wiederholtes Fra-
gen gab er immer dieselbe Antwort. Als der Muctazilit fragte,
warum er denn nicht antworte, erwiderte er: „Ich habe dir
schon geantwortet; nur bist du ein Esel".
Al-Aêcari hat manche Elemente der murgitischen Lehre in sich
aufgenommen, die er auch spater beibehalten hat, daher Ibn
Hazm
über ihn und seine Anhanger weitlaufiger, besonders im
Capitel über die Murgiten, spricht. Worin diese murgitischen
Lehren bestanden, dies zu erkennen, werden wir noch im Laufe
dieser Untersuchung Qelegenheit haben.
Wie er gegen die früher erwahnten dogmatischen Secten sich
ablehnend verhielt und polemisirte, so auch gegen die Mugas-
sima und Muéabbiha. Es scheint, dass die Lehren dieser Secten
nicht ganz auf muhammedanischem Boden gewachsen sind. Der
Buchstabe des Korans hatte nicht genügt, um solche Lehren zu
schaffen, wie sie von Fachr al-Dïn \'), Al-Sahrastdni2) und al-
10
3) mitgetheilt werden. Die Haéwijja scheinen keinem solch
groben Anthropomorphismus gehuldigt zu haben. Wenigstens
ist das, was z. B. von Ibn Kulldb berichtet wird, noch weit
entfernt vom Anthropomorphismus der Muéabbiha. Um im Ko-
ran jene anthropomorphistischen Lehren wiederzufinden, um in
der Weise an dem Buchstaben kleben zu bleiben, musste man
durch den persischen Menschendienst, durch die Lehre der Incar-
nation hierzu vorbereitet sein. Immerhin handelte al-lécarï im
Sinne des Islams und der vernünftigen Reflexion, als er diese
Lehren bekampfte.
II. Al-Aécari und seine ersten Nachfolger.
Das Werk al-Aécaris werden wir am besten würdigen, wenn
wir einen Bliek auf einzelne Punkte seiner Lehre werfen, auf
die Gedanken hinweisen, gegen die er ankampft, und auf die
orthodoxen Lehren, denen er sich anzuschmiegen sucht.
1)  Mafatlh, vi, s. fit", in. VTi, s. m. r\\t. vin, %f.
2)  I, S. 115 ff. Vgl. besonders II, 402.
3)s. nt.
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102
Martin Schreiner.
Wie das fortschreitende religiöse Denken es immer zu thun
pflegt, so haben auch die Trager desselben im Islam, die Mucta-
ziliten, den Sinn ihrer religiösen Documente ihren Ansichten an-
zupassen gesucht. Das seiner Freilieit noch unbewusste Denken
sucht seinen ganzen Gehalt in den angestammten religiösen
Documenten wiederzufinden, was oft nur durch eine gezwungene
Erklarung ihrer Worte geschehen kann. Und doch können die
Vertreter der Eeflexion in religiösen Dingen nicht anders han-
deln, da sie das Recht der Vernunft wahren, aher auch den
heiligen Schriften ihre absolute Autoriteit lassen wollen. Denjeni-
gen, in denen der Glaube an die Wahrheit der heiligen Schrif-
ten starker ist als das Vertrauen auf die Vernunft, muss nun
das Treiben der rationalistischen Exegeten anstössig sein, da sie
sich bei dem wörtlichen Sinn ihrer heiligen Schriften beruhigen.
Diesem Motive verdanken wir die Traditionen über die Erklarung
des Ijforans mit Ausserachtlassung der Traditionen, die dazu
dienen sollen, seinen Sinn zu erschliessen \'). Auf die Seite der
AM al-Sunna stellt sich nun al-Aszari, wenn er das Vorgehen
der muctazilitischen Exegeten verurtheilti).
Die meisten Ooncessionen machte die Lehre al-Aêarfs der Re-
flexion in der Lehre vom Tauhid und dem, was damit zusammen-
hangt. Da eben seine Leistung darin bestanden hat, dass er das
dialectische Raisonnement auf die orthodoxe Lehre anwendete,
konnte er weder bei dem „Tarik al-salama" der alten Imame,
noch bei dem Anthropomorphismus verharren 3). Nichtsdestowe-
niger schliesst er sich in Betreff des Sehens Gottes der ortho-
doxen Ansicht an 4). In der von Spitta mitgetheilten Einleitung
1)  AUTl-Lejt al-Samarkandi, Bustan al-\'arif?n, S. f]; Jl-Gazdli, Ihja, I, S. fvfff.
2)  Spitta, a. a. O., S. 87. 92.
3)  Seine Attributenlehre 9. bei v. Kremer, Geschichte der hemenenden Ideen des
Jslams, S. 36 f.
4)  Bei al-Samarkandi, Bustan, S. I1V, sind die Ansichten einander gegenübergestellt.
IbnHazm, Milal, I, BI. 168 v.: xJjajiII i~*a&5 Ju^" jA Jls ÜJjjJI £ f^XN
Il\\* Uj^ iAïj, srJ>\'üt j ^j-j *i £j «JJt 0t A\' o^" er* c&^
JOoXc -_c ^t,. lX-Ïj X.a^c^ ^yiajj O"»*"*} iXJL^ ^-fi J>&5I
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Zur Geschichte des As\'aritenthums.
103
in eine Schrift über die Grundlehren des Glaubens finden wir
eine Keihe von Punkten aufgezahlt, in Betreff welcher er sich
in ostentativer Weise der orthodoxen Auffassung angeschlossen
hat. Muctaziliten und Charigiten leugneten die Fürbitte des Pro-
pheten; al^Aécari tritt ein für diese Lehre christlichen Ursprun-
ges a). Manche Muctaziliten verneinten auch die Lehre von der
Grabesstrafe, obwohl jüdische Vorstellungen dieser Art im Is-
lam eine Fülle von Traditionen geschaffen habenz). Al-Aêzari
schliesst sich auch hierin der Tradition an. Die Muctaziliten
leugneten, dass Gott Böses schaffen könne 3); sie werden dafür
von den Orthodoxen, denen sich auch al-Aézari anschliesst, die
Magier des Islttms genannt4), da sie den Ursprung des Bósen
in einer anderen Macht als Gott suchten. In Betreff der Anthro-
idjA«it a/> iyp ^i JfO} *£?-jI!s -W"JI ^ J!!*4^\' >r**^a ""r^\'i
lyJL jlï} ^>\' L*>^l j ^Syi % 8j35t j (J^ $jd «lil ^1 i\\
>JI «j >Uö; Jjj jjL> j_S> .LsUJ1 iA*^ ^, S. auch al-Quwejni, Kitab
al-irsad, BI. 36 r.; al-ïyi, S. VA; Mafatih an den oben S. 95, A. 1, angefiihrten Stel-
len. Obwohl die Frage im Judcnthume keine solch eminente Bedeutang hatte, widmet
Josef al-Basir, a. a. O., BI. 36 v., ihr dennoch ein Capitel unter dem Titel: v_jL
viLxJ\' &a£ 1\\jj Jl Jij j, und gibt also seinen mu\'tazilitisehen Standpunkt schon
in der Überschrift kund.
1)  Milal, II, BI. 70 r : l$aJ<jlj «xU^Jt £ ^ÜÜI odUra-l Jus^t Jl5
&*&-> U ^>5 je «UI J^iü L^Jw< oyüLlt jp*>lj X-cli&Jb jyill i.1
(:ja*jLSJI ücLü. Vgl. Mafatih, III, Ut; al-ï&i, fló.
2)  S. al-Samarkandi, Tanbih al-gafilin, S. If; al-Sa\'rdni, Muchtasar tadkirat al-
Kurtubï, S. fl, wo die Traditionen über diesen Gegenstand gesammelt sind; Milal, II,
BI. 72 v.: «Jjfctil AyJh >XsA j,UL*JI iyp ^j jlyto i_**J A^^t J\'s
«XJI Jj>l u^Oj, ^jljli ^ ÜLJjJ ^ J>s s _j*2JI v\'^ ;LXil i\'
X^Uai Jjiü «jj «j JyiJï ^1 SÜjXatl yJLuj l^jLJIj ;*a«II ^yi ^Soj
,**Lj «JJI Jy«, yt ;l3"ïl; Mafatih, VII, l".l; altjt, S Hl.
3)  Wie man sich mit Sure CX1II abgefunden, sehen wir Mafatih, VIII, vV S.
anch al-Kastaldni zu Buckdri, Kitab al-kadar, Nr. 12.
4)  S. Mafatih, VII, S. vlo.
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Martin Schreiner.
104
pomorphismen des IJorans ist al-Ai\'ari bei dem tuxAJ T>« uU5* üb
der Imame stehen gehüeben.
Es ist interessant, zu beobacbten, mit welchem Nachdruck er
seine Anschliessung an einzelne Traditionen bervorbebt\'). Wir
werden hier seinen Worten folgen und die Tradition nach-
weisen, auf die er anspielt. Er ist der Ansicht der Tradi-
tionisten, dass der Sünden wegen Niemand als Unglaubiger
betrachtet werden dürfe 2). Er glaubt, dass Gott „die Herzen
umwendet und sie zwischen zwei Fingern halt, dass er die Him-
mel auf ein Paar Finger und die Erde auf ein Paar Finger
legt". Er lehrt, dass die Furt, die Wage, die schmale Brücke
und die Auferstehung nach dem Tode Wahrheit seien 8).
Der Glaube besteht nach ihm aus Wort und Tbat, kann grös-
ser und kleiner werden *).
Es werden von ihm auch einzelne religionsgesetzliche Bestim-
mungen erwahnt, die er für richtig halt, was ebenfalls seine
Zugehörigkeit zur AAI al-mnna wa-l-gamdza beweisen soll. Solche
Bestimmungen sind, dass man am Freitag oder an Festtagen hinter
einem Unglaubigen stehend sein Gebet verrichten darf5), dass
das Wischen über die Stiefel auf der Reise und zu Hause an-
statt des Fusswaschens erlaubt sei6). Al~Ascari glaubt an die
1)   Spitta, a. a. O., S. 98 ff.
2)  S. meine Abhandlung: Zur Gesch. der Polemik zwischen Juden und Muham-
medanern, Z D. M.G., XLII, S. 609, A. 3.
3)  Diese Punkte der muhammedanischen Eschatologie werden in einem jeden Ka-
lamwerke behandelt.
4)  Über die Begriffsbestimmungen des .Imiln* s. Goldeiier, Die Zahiriten, S.
120 u. ff. u. 372. Ausser den von diesem Schriftsteller angeführten Stellen s. noch
Mafutih, I, S. tf1. II, olö ff., vgl. auch V, öCö ff; al-10, S. Cvf. Die Tradi-
tionen, denen sich al-Aé\'ari anschliesst, sind li. Imün, Nr. 33., und mehrere bei
al-Samarkandi, Bustfin , S. Iav .
5)  Milal, II, BI. 105 r.: ^ü-s MM jl^iLj uA«L«JI v_jdi- SbUaJt j, ^Sl\\
«iiU3 j*.L} i^juXilj \'i^o£i\\ {^t mI£»-\\ JIAJ5 gjJI SlSjJl «l>9 iuu
\\j/J> Ca ^ \\ b^LaoÜ j^jp "Ü wl # XJu\\L int fió lX*^ _>jI Jlï
JCUJI J^l lJaxii &j**i\' jtf*^) ^*A**"j 7T>>^ &* ^i vJLwbül £*
yi\'l, tfMÜb tl^aaJI £**> v_*A3j Q-ri\'^^\'s «u4i- "$ o*^"\' J\'S
UL-wUJI od=» i&LaJI jtj_». il e*_jjj. vLüPl ^f*>j (?Juu ^
6)  B. Wndu\', Nr. 49.
v.
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Zur Gescliichte des As\'aritenthums.
105
Wabrheit mancher Traume und an die Möglichkeit ihrer Er-
klarung, worin er ebenfalls-der Tradition folgt\'). Wider Mueta~
ziliten und Charigiten lehrt er das Greschaffensein von Paradies
und Holle 2), wider die Ersteren das Dasein von Zauberern 3),
Damonen, Ton der Einflüsterung des Satans 4). Auch den Grlau-
ben an die Wunder der Heiligen will er unangetastet lassen.
Mit diesen letzteren Punkten bat al-Aêcari grosse Errungenschaf-
ten der muctazilitischen Aufklarung aufgegeben. Diese hat, die
Eesultate moderner Aufklarung vorwegnehmend, Magie und
Hexerei, wie aucb die Wunder der Heiligen, geleugnet; indem
al~Aêlari in diesen Punkten sich dem Volksglauben, der durcb
die Traditionisten nocb genahrt wurde, anscbloss, hat er den
muhammedanischen Völkern wichtige Errungenschaften des Icti-
zal genommen.
Oharacteristisch ist auch sein Standpunkt in einer Frage, die
von dem getrübten sittlichen Urtheil des Mittelalters zeugt. In
Betreff der frühTerstorbenen Kinder der Götzendiener gab es un-
ter den Muhammedanern verschiedene Ansichten, die sich alle
auf Traditionen slützten5). Nach einer Ansicht sollten sie ins
1)  B. Ta\'bir, Nr. 1. ff.
2)  Milal, II. BI. 81 v.: o**** l\\ ^ _>jt Jï \'jUt, iüii. O»!»» (3 j.^!\'
laLs? ,J U^i! $S al pku U3 Usb> >A3 U$jl <it (^-*mi j^f*>
8) S. meine Bemerkangen in Graetz-Frankl\'s Monatsschrift für Gesch. und Wis9.
des Judenthums, 1886, S. 314.
4)  Die Ansicht derselben s. Mafatih, I, Ia.
5)  B. Kadar, Nr. 2; al-SamarkanU, Bustan al-\'arifin, S. Il; Milal, II, BI. 76 r.:
<£}M J»*a ^^j-Ajtj Ü**L*J\' JU^I y-A öL/> ^ J.* r^<il
_^Ü ^ »£* ^Lfiï ^ui, ^yj o^r^lj o^^1 ^
^1 (J.LJI _#*♦*■ v-*->5 ^J3 S-\'(M, f5-^ 05;**^ (W ^ *JjX«JI
i JLït Wj JüJ- ij SU\'. Al-Sa\'róni, a. a. O., S. III .
VlIIe Congres international des Orientalistes. — Seotioa sémitique.
              8
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Martin Schreiner.
106
Paradies, nach einer anderen in die Holle kommen, nach einer
dritten sollten sie in jener Welt die Diener der Frommen sein.
Als Abü Emifa über sie befragt wurde, antwortete er, er wisse
über sie nichts mitzutheilen. Abü al-Lejt al-Samarkandi meint,
da die Traditionen voneinander abweichen, sei das Beste, über
die Frage ganz zu schweigen. Al-Aécari halt die Ansicht oder
vielmehr die Tradition fïïr die richtigste, nach welcher am Tage
der Auferstehung ein Feuer für jene Kinder angezündet und
ihnen gesagt werden wird: „Rennt da hinein". Diejenigen, wel-
che dem Befehl gehorchen, kommen in das Paradies, die Wi-
derstrebenden werden aber zur Holle verdammt.
Aus allen diesen Einzelheiten geht hervor, dass al-As\'ari seine
grossen Erfolge dem Umstande zu verdanken hatte, dass er, so-
weit es anging, in Fragen des Tauhid auch der Reflexion Con-
cessionen machte, was besonders seine Lehre von den Attributen
und dem Worte Gottes beweist, in allen anderen, sowohl dog-
matischen als religionsgesetzlichen Fragen aber sich der An-
sicht anschloss, welche derj enigen der AM al-sunna wa- l-<jamdza
am meisten entsprach. Er that dies in einer Weise, die geeig-
net war, die Aufmerksamkeit der Orthodoxen auf ihn zu len-
ken; er war sichtlich bestrebt, seine Übereinstimmung mit den
Rechtglaubigen in den kleinsten Punkten hervorzukehren, wo-
durch die Abweichungen von ihnen, wo nicht verdeckt, so
doch weniger auffallend wurden. Auch hatte er, wie wir durch
Ibn Eazm wissen, in manchen Fragen zwei Ansichten aufge-
stelltl), von denen die eine mit der orthodoxen identisch war,
die andere aber noch einen Beigeschmack von seinen alten
mu\'tazilitischen Ansichten beibehielt. Mit diesen Bemerkungen
glaubten wir die bisherigen Forschungen über die Ansichten des
Begründers des orthodoxen Kalams erganzen zu dürfen.
Wir sahen schon oben in der Skizze Ibn Ghalduris von der
Geschichte des Kalams, dass der unmittelbare Schuier al-AScarïs,
der seine Lehre weiterentwickelte, Abü\'l-cA6bds b. Mufidhid ai-
Tcüi al-Basn
war. Wir finden in der Literatur kaum eine Spur
von ihm. Ibn Eazm erwahnt ihn als den Lehrer des Abü Bekr al-
Bdlfildni
und des Abü Bekr Muhammed b. al-Hasan b. Furak und
l) S. Z. D. M. G., XLII, S. 665,
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107
Zur Geschichte des As\'aritenthums.
theilt die Ansicht von ihm mit, nach welcher die Propheten
infaüibel seien \').
Von Ibn Furak2) kennen wir die Ansicht, dass Muhammed
nur zur Zeit, da er lebte, ein Prophet war; spater aber sei er
es nicht gewesen. Wegen dieser Lehre wurde er von Mahmud
b. Sebuhtekin
vergiftet. Von dieser Thatsache werden wir durch
Ibn jiïazm in Kenntniss gesetzt, der sie dem Sulejmdn b. Chalaf
al-Bdói *),
einem hervorragenden Aécariten, nacherzahlt. Spa-
ter mochte diese Thatsache so manchen Aé\'ariten unangenehm
berührt haben4). Br war auch der Ansicht, dass der Prophet
nur keine Hauptsünde begehen, sonst aber wohl sündigen konnte s).
Vom Iforan lehrte er, dass, wenn man seine Worte höre,
man auch das Wort Gottes höre, worm er von den übrigen
Aé\'ariten abwich, da diese nach dem Gründer des orthodoxen
Kalams zwischen dem Gottesworte, dem ewigen, ungeschaffenen
1)  Milal, II, BI. 161 r.: JjyoJ\' ^LWt J&[~s? ^j ^LnJt^l l?JL*.l \\J,
al)l »JZ>\\ ^ ^yi y^S?. Dt «JJ ^L&a dkJJ J_ï" y-A j^o «jli
jjuS "ij rt**^ \'t iXi*J wtiJ &A>U ^L*J\'.
2)  Ibn Challikdn, Nr. 621; Milal, I, BI. 35 r.: «Tloï\' ^ ^jz- a, J^c Jjfl
O^sf j>\\ Jls «SU, ^1 J^pi t, ^jjl £Ljt t^^J J.XJI fiJ*
i_»_0Jü Jy lów*5 aUI Jy», ^^U\' fOJÜ, t^.*^ a"5l y ,_,»,J jfcJCo
|JU*AJt« ly» y5 j^LJt v_a!j> ^.j o^*" iV^!ï i^jlt;;o,3, ***\'
^J Jij" qL^j-S- ^^« j$JI oat> Lo y*«Lfl ^^&<*am ^_J óy*£
f*&*o *Jj>»^5 ibü «11 üiJLs? X*ft*a- iULJW 8^X0} Ju-S?. Seine Vergiftung
erwahnt auch Ibn Challikdn.
3)  Über Sulejmdn b. Chalaf s. Goldziher, Die Zahiriten, S. 171; ii» Challikdn,
Nr. 274; Faw&t al-wafajat, I, S. Ivö; Tabakat al-mufassirin, Nr. 39.
4)  S. Qoldziher, a. a. O, S. 170.
5)  Milal, II. BI. 161 r.: s^ol J L\\fl> ^ gU «ÜS «O ^jt *^>U lotj
ia» ^/eUJI ^Uao jJUj J^l J* jL> jOJÜ .
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Martin Schreiner.
108
Gottesworte, und dessen Offenbarung, dem IJoran, einen Unter-
schied machten \').
Eine grosse Bedeutung in der Geschichte des Aéearitenthums
hat der zweite Schuier Ibn Mutjdhid\'s, der ]£adi Abü Bekr al-
Bdlpldni
2). Er wurde von den Aé\'ariten schon zu seinen Leb-
zeiten als ihr Meister anerkannt, was er sowohl durch seine
schriftstellerische Thatigkeit als auch durch seine dialektische
Gewandtheit verdient hatte. Ein zeitgenössischer Dichter besang
ihn nach seinem Tode mit folgenden Worten:
„Blicke hin auf den Berg, wo die Leute gehen,
„Blicke hin auf das Grab, das keinen Prahlenden birgt;
„Siehe, es ist der Held des Islams3), der da verborgen;
„Siehe die Perle des Islams in ihrer Muschel".
Es fanden sich aber auch solche, die ihn neben Muctazilitèn
nannten und des Unglaubens bezichtigten4). Er starb in Bag-
dad i. J. 403.
Von seinen Werken ist eines, das von der wunderbaren Be-
schaffenheit des iKorans handelt, auf uns gekommen5). Seine
Ansichten kennen wir aus den zahlreichen Anführungen in spa-
teren, besonders dogmatischen, Werken. Ibn Chaldm, der die
Veranderungen in den Ansichten der Mutakallimün sehr wohl
beobachten konnte, bemerkt von al-Bdkildni, dass er es gewe-
sen sei, der in den Kalam die Begriffe der Atome, des „leeren
Raumes", die Ansicht, dass ein Accidens der Trager eines ande-
ren Accidens nicht sein kann und dass ein Accidens wahrend zweier
1)  Mafttlh, IV, s. o1.: lol Lil p*j érf ^ £> LI óbu^l ^l (JLcl,
UIj J,l*i\' «ill ~tó üU3 £A L**w .Aas oL^Üj ^Jj;^- <*-^* L*fw
gJl J^l kX» *Jlc IjjJu! JÜÖ y.bsUs\'ft yL*.
2)  Ibn Challikdn, Nr. 619.
8) S. Goldziher in Z. D. M.G., XLI, S. 62, wo er von al-Ddrakutni das «Schwert
der Sunna» genannt wird.
4)  Ibn llazm, Milal, II, BI. 169 r., werden folgende Verse angeführt:
&u$ L?_J^LsUIJ xjLsuaü Jiü» (JbuJI ^1 GW oJ^Si
«yjh4 «jLi\'ïlj ytfl ,j jftEfj iüjj (dij i gjnUI jjijL Uj
Über al-Gvfal s. oben S. 87.
5)  Catalog der Bibliotbek des Chedive, I, S. óf, Nr. lo
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Zur Geschichte des As\'aritenthums.                                1Q9
Zeiteinheiten nicht fortdauern kann, einführte. Wir haben kei-
nen Grund, Ibn CJialdun\'s diesbezügliche Angaben zu bezweifeln
und so können wir nur feststellen, daas von al-BdJfildni neue
Gedankenelemente aus der griechiscben Philosophie, oder viel-
leicht aus der Dogmatik der orientalischen Kircbe a), in den
Kalam eingeführt worden sind, und dass diese Blemente für
die weitere Entwickelung des Kalams von entscheidender Wich-
tigkeit waren. Maimuni, dessen Bericht über den Kalam zum
Werthvollsten gehort, was wir über diesen Gegenstand besitzen,
führt die oben erwahnten Begriffe und Ansichten als die grund-
legenden Gedanken der Mutakallimün vor9), und noch spater
singt ein afrikanischer, kalamfeindlicher Dichter, Abul-J£dsim
al-Ruhi
aus Tunis:
„Gott ist mein Herr, und ich brauche nicht zu wissen,
„Was ein Atom, was der ,leere Raum\' sei,
„Was der Urstoff, der da rufet:
„Was habe ich, wenn ich der Form bar bin?" 3).
Die Begriffe at-Bdtylani\'s behaupteten sich also immer in der
weiteren Entwickelung des Kalams, wovon übrigens auch die
zahlreichen Anführungen zeugen. Ibn Hazm erwahnt und citirt
von ihm das „Kitab al-ibtisar fi\'l-kur\'an" 4) und ein Buch über
die Ansichten der Karmaten5). Er erwahnt seine Ansicht, dass
man von Gott auch andere Namen als die, welche im Koran
und in der Tradition vorkommen, gebrauchen dürfe 6). Al-BdT$i-
lani
und seine Genossen sollen auch behauptet haben , dass Alles,
was in den Traditionen von der Verwandlung der Seelen der
1)  Aa eiuer anderea Stelle habe ich darauf hingewiesen, dass der Terminus
OJÜt ,§y>- die Obersetzaag des griechischea itéptxst obrlx ist.
2)  More, T, Cap. 73, Prop. I, II, VI, IX.
3)  Ibn Chaldiin, Mukaddiraa, S. ft..
*aü U05 o^JI j*^- Lo ,j^l o*_*J5 Jj, jJUi
*lj_e 8,yö y-c ^jJ U« ^jLa-j iSs3 Jj^t "Jjj
4)  S. Z. D.M.G., XLII, S. 666.
5)  Milal, II, BI. 168, v.: XtwIjöJt v^tjyo £ JuUtf £ ^JÜLJI J>3 .
6)  Milal, II, BI. 152 v. Vgl. auch al-fyi, S. tït.
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HO                                   Martin Schrciner.
Martyrer in grüne Vogel, von der Rückkehr der Seele des To-
dten in den Körper vorkommt und was überhaupt von einem
Erscheinen der Seele im Eaume gesagt wird, sich nur auf einen
kleinen Theil des betreffenden Todten beziehe \'). Manche Aécari-
ten brachten diese Lehre mit einer anderen Tradition in Zusam-
menhang 2).
Bemerkenswerth ist noch seine Meinung, dass die natürlichen
Eigenschaften der Dinge nicht existirten: das Feuer brennt
nicht, der Schnee macht nicht kalt, das Brod sattiget nicht,
sondern, so können wir diese Ansicht nach den Angaben Mai-
muriïs
erganzen: Gott schafft in den Dingen in jedem Augen-
blick diese Accidenzen 3).
Ein Schuier des Ibn Furah war Abu\'l-^dsim al-J&iéejri (st.
465), yon dem zwar berichtet wird, er ware in dogmatischen
Fragen dem cari und in religionsgesetzlichen dem èdfti ge-
folgt4), der aber auf die Entwickelung des Kalams keinen Ein-
fluss hatte. Von grösserer Bedeutung scheint ein Schuier al-BdJfi-
lani\'s
gewesen zu sein, der von Ibn Hazm in sehr heftiger Weise
bekampft wird, Abu Gacfar al-Sumndni, lïadï von Mausil. Da
die Polemik Ibn Hazm\'s gegen ihn mit seinen Angiffen auf an-
dere Aécariten und Murgiten im Zusammenhange steht, so wer-
den wir sie im Zusammenhange darstellen.
Ein Theil der Murgiten behauptet, dass derjenige, welcheran
1)  Milal, II, BI. 155 v.: $ 0\\ qj^SJ «jÜ»!j J3LJI ^1 ^UfwJI JSj
o\'» f3^ j^3 ^^ l^\' ^^H^1 cy J* cr* ^ 5 *L> ^
^c Jj*^ ièSi jXs v-iliAjtS\'j QjdJtj jLaXi^tj uXjeJtj v-yiib _jjJt
*£■ üU3 j 8lJL 8jU\'5 yUG|j L^Ail, «i**JI s^s-l q* *ƒ> JJsl.
2)  Das.: iXiÜj ^JiXJt [?] ,jkki) u*^\' ^Sj^ y* \'^5 iX*S? _jjl JU
jdJ^j ^1 ^1 ,yS pjiLa S dy^j dyü ^JAJI v^c £ ^ft^
V^J JOwOj oiii> &Juo u^ótXjl ^~?1\'c ^1 . . , it. Über ^OiAJt i_,*^S\\c
s. Steinschneider, Polemische und apologetische Literator, S. 421.
3)  More, I, Cap. 73, Prop. VI.
4)  Ibn Challikdn, Nr. 404.
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Zur Geschichte des As\'aritenthums.
111
Gott glaubt und die Prophetie Muhammed\'s leugnet, weder als
Glaubiger, noch als Unglaubiger betrachtet werden kann; er ist
Glaubiger und Unglaubiger zugleicb \'). Die Karramijja behaup-
teten, heisst es. bei Ibn Hazm, die Propheten waren nicht in-
fallibel gewesen, sie batten auch Hauptsünden begehen können,
nur in Betreff ihrer prophetischen Mittheilungen waren sie in-
fallibel gewesen. Ahnliches bebauptete aucb Sulejmdn b. Chalaf
cd-Bagi,
ein bervorragender Ascarite. Als ascaritische Ansichten
werden von Muhammed b. al-Hasan b. Furak al-Isbahdni erwahnt,
„dass Gott Alles durch sein Wesen bestimmt thue; er könne
nicht die Welt vernichten, ohne in einen Zustand der Unbe-
haglichkeit zu kommen, wie es der war, welcher der Schöp-
fung voranging. Auch behaupten sie, er sei ein beweglicher
Körper, weisses Feuer, er könne die verwesten Kórper nicht
zurückbringen, nur andere ahnliche schaffen. Zu ihren Dumm-
heiten gehort auch, dass sie glauben, es könne zur selben
Zeit zwei oder auch mehrere Imame geben 2). Ferner behaupten
die Ascarijja, dass die Juden und Christen zur Zeit Muham-
med\'s diesen nicht gekannt und dass er in ihrer Taurat nicht
angedeutet gewesen sei. Dies ist aber eine freche Lüge und
Ketzerei, offenbarer Widerspruch gegen den ]£oran; sie kannten
ihn, wie man einen Gar kennt; sie wussten, dass er Muham-
med b. cAbd Allah b. eAbd al-Mut^alib sei". — Hier beruft sich
Ibn Hazm auf sein polemisches Werk, in dem er auch gegen den
]£airuwaner Aécariten Mich\\df b. Dunde geschrieben hat3). Die
1) Milal, II, 149 v.
jjJü ^J wij \\jit\\j t^Mt # &*h. J^>s j* *W o\' o>^ ^
vjiii?. ^1 J*»3 ^ qÜ\' U/ 8l\\>3 ^ySA (_5*> & **^" *L*s\' J*
Süt jjUe jfij jjil\\ (jKujl djS&« ^«o. *jt Lajl ]^-*3 \'^_* ^j-*
8) Milal, II, BI. 150 v.: Lo^.O ^A bLi» lo J, &Jx SjJI U^Oaiü\' JÖj
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112
Martin Schreiner.
erwahnten Ketzereien hatten die ^Kairuwaner Aé\'ariten offen be-
kannt, wie dies ihm ein jeder Q/elehrter, der mit ihnen ver-
kehrt hat, wie cAbd alSahmdn al-^nraéi al-ó-amri und Ibn Gra-
dida al-]£airiiwdni,
versicherte.
Der ]£adi von Mausil, Abu Gacfar al-Sumndni erwahnt in
seinem bekannten Werke, Q-ott habe fünfzehn Attribute, die
alle ewig und von einander verschieden seien, was auch Mej-
miin b. cAfól
und nocb andere von den Aécariten in ibren Schrif-
ten óffen bekannt baben l). Ja, al-Aêzari selbst sagt in seinem
„Kitab al-magalis", dass es ausser Q-ott Dinge gebe, die ewig
seien, wie er selbst3). — „Zu den Dummheiten der Aécariten
gehort auch ihre Ansicht, dass die Menschen Zustande hatten,
die weder existirend, noch nichtexistirend, weder bekannt, noch
unbekannt, weder geschaffen, noch ungeschaffen, weder wahr,
noch unwahr seien" 3).
a ïm a*r a
^Jtii\'il ^l QyJCxJI *J -~x> \'l\\_^ lX*s? _j_j! Jl5 < X-jytUt Sül&tt
X-yuJ\' J^ or» JjUJÜ ^ J*" <jUe üLAXj li,- ->l o\'.^\' 5U:,-lX*:
«j^êj j,!^! sjujc> gft, ^yüi ^yüi [?]**yi ^i ^ry» lW
1)  Milal, II, BI. 151 r.: ,_ytolS ^"31 j,L<wJI ƒ«> ^1 JU.C lt\\5> y\'j
ibü «II Qt fJS\\ y* _yJ>, ^^idl sJjS A j^uJI Jk^JLS (>^t
aili -a£ L^Kj Jk=*j je alil *.•* Jijj *J Xv iA.j Lgi.5\' Mo .-£■.£ &_***=»
«j&aaT £ (JU*.
2)  Das.: «UI «^ ,j1j u^JLsUIj Ójyti\' wLaS\' ^ <^f£1>\\ -ya l\\Ïs
Jjj |».j *jt Ui" tut* Jjj\' *J »|^w j-L^il.
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Zur Geschichte des As\'aritcnthums.
113
„Ferner behaupten alle Aicariten, Gott trage die Attribute
in seinem Wesen. Wörtlicb sagt Abu Gcffar al-Sumndni, der
Blinde, ]£adi von Mausil, der Grösste unter den Anhangem
alSdJfildni\'s und der Vornehmste unter den AScariten in dieser
Zeit, dass, wenn Jemand behaupte, Gott sei ein Körper, weil
er seine Attribute trage, der Sinn seiner Worte alsdann ricbtig
sei; nur im Ausdruck habe er sich geirrt. Das ist der Wort-
laut seiner Eede in seinem bekannten grossen Werke. Überbaupt,
was wir von ibnen anfïïbren werden, ist der Wortlaut ibrer
Eede in ihren Bücbern, Wort für Wort; wir setzen nichts hin-
zu und nehmen nicbts hinweg. Nach al-Sumndni hat Gott mit
der Welt gemein die Existenz und das Fürsichsein, welcbes
demjenigen der Substanzen und Körper gleicb ist, da er Attri-
bute besitzt, die an ibm haften, die in seinem Wesen sind.
Wir kennen keinen von den übertriebensten Musabbiha, der
die Kühnheit gehabt hatte, solches zu behaupten, wie dieser
gottlose, unwissende Ketzer, der Gott lastert: .Er habe etwas
gemein mit der Welt!\' Verhüte Gott, dass man von ihm
behaupte, er habe etwas mit irgend einem Dinge gemein! \').
Ferner lehrt al-Sumndni nach seinen aé\'aritischen Lehrern, der
Sinn der Worte des Propheten, dass Gott den Adam nach
1) 151 v.: £\\ jyi u^i iüló £ jüUaoJ J-«b. Abu «Ut 0I j&lf I^JlSj
O* L>*j> «II! (_£#* q^ ^1 J,LifwJI \\X$> Jls9 tiAS> [li]^öj £ \'JJjMJÜÜ
(jaj \\jsj>
JaSï iu**Odl & Uns*)} J&ü ujUat iXüi &3U*a5 *XT J^>t
f&if uwai J»,y Uls £Ue s^y U J(j jrf&tt ^iCI tJxf £ sMS
iüü «II\' 0\\ J,lifwJI Jls, j^aaij "^ Os-J^-i Is^ja. ljj_5» jJUXi\' £
Jüt £ |.L>^Jl} j*!^ j.LSJ\' XwiJÜ &*Ia3 £5 4f>j$ & JUU éJAA
HlX^J ^jyayi j2> ie. tiUj «t**3 U^ «jIiAj HJy>y< sj iUj\'j\' dUm jJ
Ijp- lip- Jwü/ uai liA_0j 8j*|>>s JljfcS\' (»L**»-I *£> ^ C>U*sJt
oUIït U vjUki Dt c?JLe jrfXJsi 5tf».Ait 8$L* q* tiX_5»t Jjü L»j
U-Ab- ,JUÜJ ^Lfiy» ibö iJUl ^ j^l J^Lll OcsüUt gXXjil Ütf>
SLöI ^ **!» JUTjUil ^J ^iLLI ^ 41.
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114
Martin Schreiner.
seiner Gestalt geschaffen, sei der, dass er ihn mit seinen At-
tributen ausgestattet, die Engel vor ihm wie vor sich selbst
habe buldigen lassen, was Alles aber pure Ketzerei ist1). Br
behauptet auch, es sei unricbtig, zu sagen, das Wissen Got-
tes sei verschieden von jedem anderen Wissen, und seine Macht
sei verscbieden von jeder anderen, denn alle werden ja von
uns als Wissen und Macht bezeichnet". Hieraus folgt nach
Ibn Tlazm, dass nach seiner Ansicht das Wissen und die Macht
Gottes von derselben Art seien, wie die unserigen, und da unsere
Macht und unser Wissen geschaffene Accidenzen sind, folglich
auch das Wissen und die Macht Gottes geschaffene Accidenzen
seien. Ganz offen sagen aber alSumndni und Ibn Furak in der
Einleitung zu seinem Usülwerke, dass alles Geschaffene undUn-
geschaffene, also auch Gott, determinirbar sei, was ebenso eine
Ketzerei ist, wie die Ausserung al-Sumnani\'s, Gott sei seiner
Attribute bedürftig, was höchstens nur noch die Juden, seine
Brüder, zu behaupten im Stande waren 2).
1)  Das.: j^ aÜ J5* (_?**•* o\' ^J***"^\' CT* "^tfi^ £J* L^JLi«wJI JlSj
DütfSL* *J Jufu»ta aus JUXJt oUaö ^U>ts ^JUUfcHj (JL*JI5 «Lil
öUS Jrf" £btf.
2)  152 r.: *_r1s? ^1*3 xIUI ,jLc 0Ij tJjüJI Jn*oj "51 »Jt j,UfwJt JSj
xJts-b l^tf l|ft l^tf jjüüU uüü* iUi* xjjoö 0t "ü, L^JLT ^
Sjjyto w»>jj qÜö^JLs? LUs qUjj* LjjiA33 LuUs j?lU.c w&iAJ\' jti\\
v^jJ ^ ^«*»- ^jJ kX*^0 LojI (jiaij «.jbtf vj ^L^vJt yoij k\\=>fj
,Jlfi l$£S? jSj *a*w ,JL*3I Jjti ^Ju.iXs? £ «JÜi y$ £*J^s? £ "^
-ocr page 123-
115
Zur Geschichte des As\'nritentlinms.
Es werden noch andere Ausserungen al-Sumnanfs angeführt,
die nach der Ansicht von Ibn Razm schlimmere Ketzereien ent-
halten als sammtliche Behauptungen der Mugassima.
Einen ahnlichen Widerwillen, wie gegen die Attributenlehre
der Alcariten, bekundet Ibn Hazm gegen ihre Auffassung vom
Gottesworte \'). Zur Gharacteristik derselben erzahlt er nach einem
cAli b. Hamza, dass dieser einen Ascariten gesehen, wie er ein
]£oranexemplar mit dem Fusse stiess. cAli widersetzte sich dem
und sagte: „Wehe dir, dass du so handelst mit dem Buche, in
dem das Wort Gottes ist". „Bei Gott", entgegnete der AScarit, „es
ist nur Farbe und Schwarze darin, aber nicht das Wort Gottes".
Sammtliche Aécariten stimmen darin überein, Gott könne
nicht ungerecht handeln, auch keine Lüge mittheilen, worin
sie nur den Juden gefolgt sind *).
£_ï!} JjJesü\' g> xJÜI 0I Jw* jgU* Jki kX>j uJjÜI j^JLc, J,L*3 «IJl
SÜjï £ *-";^5 ik*^x öV-itX-Jj t\\>!5 £y^S J^\'j 1-^-s>" O^1\' |/JM
tiU^wJI (jöjj . . . <Ae»lj lV> ci»^ Ui\\vX3s ÜJle £* ^1*5(5 ^b5iX^
ÖK Ui *ük> u^j «lil Cj_xi lX-j^Ij jJLsJ\'j yJUJ\' Dt j* «_jU^ ,3
«IJl 0U J^lï "%[?] <_sd£> bL *-U JLi IJ^j fc-o^-T (jai UcJ>
Us>t ^ju L,, ^1 IJo» yT a_e xUI iUi- oliuJ! At sUs?
gjt jjö «ut öt aJasJt wt^t o^jt ■tf ^t tA* jio.
1)   S. Goldnher, Die Z&hiriten, S. 139; Milal, II, 153 v.: ^ j^ J>r*>\' OJi])
je «Ut .^ly *xèj v_fcrf?>jiallj JjtaJI I^X* j^jwï öL^j ftj *±i*tes u£li
Wtf at ^Li «UI r^T UI, jl^-JI, rLfeuJl t\\ ius U »JJI3 J, JlSj v>>3
«LjM tiX».
2)  Milal, II, 154 r.: jjlb J* ;OÜü ^J ^Lü «JJI ^t l^tf Xjyfc&^l oJSj
Ów&aj q! (Jvc jiAaj ^ ^Lxj xjl O^Jt .«JiS, w£I3 J*a3 (Jyü l_j^>
^k> 0I XXJI ^i\\Sj ^ xJIj Il\\Jj l\\ÜO Dt jJÜLj ^} »JI ¥, tj^J
-ocr page 124-
116                                        Martin Schreiner.
Von al-BdJfildm\' theilt al-Sumndni die Ansicht mit, daas Gott
die Busse des Sünders nicht annehme und dass das Vermeiden
der ïïauptsünden noch nicht die Verzeihung der kleineren Sün-
den bewirke a). Bbenso wie sein Lehrer leugnete auch al-Sum-
ndni
die Infallibilitat der Propheten ausser dem, was sie im
Namen Gottes mittheilen. Ja, es sei sogar möglich, dass der
Prophet ausser seiner prophetischen Thatigkeit ein Unglaubi-
ger sei2).
i\\xi*> qI^ *-^^l te^ o^ *y^ <sc^* v\'1-^ i^S^-t d* 8r?JM
\'i^uJi J*c .Odu *$ il*j\' «Jij *-.j>\\_j Jx otj^jtil .l$W J>* KjlS
(jij k\\0 0*^=^\' ^ il [l]J«>l _>&X> Qt Jx ^5 J^ST. ^J ^JJt tj^.
^ «JU bl>^ ^ &Jl L*JLs? y, jeau Sji»* iMÜj . . . |SUbL_J\'
üJU**it »l5^j> ,3 jjusow. ,*JL*i(5 jAil v^Lkj x**^-»\' o\'ir*^ ^~*\'
1)  Milal, II, 156 v.: qI Jjü SlyOiXJL-* (j^JU ^-JWwj t\\-*-S? _jjt JiS
sUj £y*M.s S^""^1 ^j-3j Ujr"9 ii; CT» *-^r- iiy«* J* q^ CT
jMJ> ^i\\ vJjïj ^USLJt Jyj !iXS> ^! ^^Le ^U^vJI yoi Jöj X*Jt
2)  Milal, II, 160 r.: ^^LSUI qI j* (joJ ^U^vJt ^1 ^W p$jó tyij
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Zur Geschichte des As\'aritenthnms.
117
So viel glaubten wir von den Bemerkungen Ibn Eazm\'s, die
sich besonders gegen alSumndni richten, hervorheben zu mus-
sen. Dieser wird jedenfalls eine bedeutende Erscheinung gewe-
sen sein, die auf die Entwickelung des As"caritenthums von Ein-
fluss war.
Zu den Schülern alSdJ^ildni s gehorte auch Abul-Easan \'Alt
b. cIsd
(st. 413), der wegen seiner Lobgedichte auf die Gefahr-
ten des Propheten „der Dichter der Sunna" genannt wurde.
Es ist jedenfalls characteristisch, dass dieser Dichter dem Schü-
lerkreise al-Bdlcildnïs, der, wie wir sahen, noch Vieles von der
Kühnheit der Muctaziliten besitzt, angehören konnte.
Als ein hervorragender Vertreter der orthodoxen Dogmatik
gilt Ab4 Ishdk al-Isfard\'mi\'), der seine Kenntniss des Kalams
zuvörderst dem Schuier al-Afan\'s, dem AM \'l-Hmejn al-Bdhili
zu verdanken hatte2). Er wird in spateren Werken als „der
Lehrer" schlechthin erwahnt. Bekannt ist seine Ansicht über
die Wunder der Heiligen (karamat al-aulija\'), die er leugnete.
Hie und da werden seine Ansichten von seinem noch berühm-
teren Schuier Abu \'l-Ma\'dli Imam al-Haramejn angeführt3).
Vom Letzteren besitzen wir einen Auszug aus seinem grossen
Kalamwerke, das den Titel „al-Samil fi usul al-din" führte. Seine
Ansichten zeigen den Übergang vom alteren ascaritischen Ka-
lam zu demjenigen al-QazdU\'s. Die Darstellung seiner Lehren
würde schon über den Rahmen dieser Abhandlung hinausföhren,
deren Zweck nur war, einige Voraussetzungen des Aécariten-
thums zu beleuchten und zu seiner altesten Geschichte, für
welche wir die Angaben aus der spateren Literatur zusammen-
lesen mussen, einige Beitrage zu liefern.
£ Loytajt* j^Lo ^5*^\' 05~^ V?\' fr*> J* ^**" *-&* V^ J!5**^l
£ LaJ JISj [....] rfl^ls «JLxil ^ *)ym U*i ts)ÜJ v-*^5 3 UT £0
1)  S. über ibn Ibn Cliallikda, Nr. 4. Die Stellen bei al-liji sind angegeben in
Haarbrücker\'> Anmcrkungen zu al-Sahrastdni, II, S. 402.
2)  Ibn Chollikdn, ed. Wüstenfeld, VI, S. 186.
8) Z. B. Kitftb al-irsad, 3 v., 7 v., 8 r., 20 r., 23 r.
-ocr page 126-
-ocr page 127-
L\'ambassade d\'al-Ghazal auprès do roi des
Normands
A. FABRICIÜS.
-ocr page 128-
-ocr page 129-
L\'ambassade d\'al-Ghazal auprès du roi des Normands.
Comme il est a présumer, les Communications des hommes
du Nord avec les Arabes ont été tres rares.
Bien longtemps, depuis plusieurs siècles, on connait les
trouvailles fréquentes de monnaies cufiques qui se sont faites
tres souvent dans Ie sol de 1\'ile suédoise de Gotland; ces trou-
vailles témoignent des relations commerciales antiques entre
Ie Nord et 1\'Orient. Plus tard, dans les temps modernes, on a
trouvé des renseignements sur les invasions des Normands dans
1\'Espagne arabe; mais, de nos jours, c\'est grace a 1\'infatiga-
ble travail du célèbre savant Reinhard Dozy, que bien des auteurs
et historiens arabes ont été reproduits, publiés et traduits
d\'après les manuscrits, qui ont jeté de nouvelle lumière sur
l\'bistoire arabe en général et particulièrement sur les invasions
des Normands.
La relation de l\'ambassade que Abdérame II après 1\'inva-
sion de 844 envoya au roi des Normands, est un morceau cu-
rieus et unique eu son genre. On a connu quelques particula-
rités sur cette ambassade par les extraits qu\'en a donnés Maccari
(t. I, p. 630) d\'Ibn Dihya; mais ils sont si incomplete, qu\'ils
ne suffisent pas même pour en fixer Ie temps. Heureusement,
Ie Musée britannique a acheté en avril 1868 un excellent ma-
nuscrit de eet ouvrage d\'Ibn Dihya, qui porte Ie titre de „al-
Motrib fi achcari ahli \'1-Maghrib" ou Ie (livre) amusant sur les
poésies des Maghribins, et qui n\'existait pas jusqu\'a lors en
Europe. Entre autres articles, il contient l\'ambassade d\'al-Ghazal.
L\'auteur Abou \'l-Khattab ibn Dihya ou Dahya était d\'une nais-
sance tres illustre. Il descendait, du cóté de son père, d\'un
VlIIe Congres international des Orientalistes. — Section sémitique.          9
-ocr page 130-
A. Fabricius.
122
compagnon de Mahomet, et du cóté de sa mère, de Hosain,
petit-fils du Prophete. Né a Valence vers Ie milieu du
XIIe siècle, il était fort verse dans la philologie et 1\'histoire,
mais surtout dans les traditions relatives au Prophete. Pour
les recueillir, il parcourut 1\'Espagne mauresque, 1\'Afrique et
1\'Asie, et mourut au Caire en 1235.
Mais il a suivi un auteur beaucoup plus ancien, Tammam
ibn Alcama,
qui avait été vizir sous trois sultans, Mohammed,
Mondzir et Abdallah, et qui mourut 1\'an 896, comptant 96
années lunaires.
L\'ambassadeur que Abdérame E envoyait au Nord, fut Yahya
ibn al-IIacam Becri
de Jaen, un des poètes les plus renommés
de son temps. Dans sa jeunesse, il avait rec,u Ie surnom de
Ghazal (gazelle) a cause de sa beauté. A Constantinople, oü il
avait été envoyé en ambassade par Abdérame, il avait su gag-
ner 1\'empereur et surtout 1\'impératrice par ses discours spiri-
tuels, ses galanteries et ses bons mots.
Voici Ie texte du manuscrit en traduction de Dozy:
«Lorsque 1\'ambassadeur du roi des Madjous fut arrivé auprès
du sultan Abdérame pour lui demander la paix, après qu\'ils
furent sortis de Séville, qu\'ils en eurent attaque les environs,
qu\'ils y eurent été mis en fuite et que Ie commandant de leur
flotte eut été tué, Abdérame résolut de leur répondre qu\'il
leur accordait leur demande. Il ordonna donc a al-Ghazal d\'al-
ler en ambassade avec 1\'envoyé de leur roi, attendu qu\'al-Gha-
zal avait 1\'esprit subtil et prompt, qu\'il savait répondre nette-
ment, qu\'il avait du courage et de 1\'audace, et qu\'il savait
entrer par toutes les portes et en sortir. Accompagné de Yahya
ibn Habib, il se rendit a Silvès, oü un beau navire, pourvu
de toutes les choses nécessaires, avait été préparé pour les re-
cevoir. Ils étaient porteurs d\'une réponse a la demande du roi
des Madjous et d\'un présent en retour du sien. L\'ambassadeur
de ce roi entra dans un autre vaisseau, celui dans lequel il
était venu, et les deux embarcations firent route ensemble. A
la hauteur du grand promontoire (Saint-Vincent ?) qui entre
dans la mer, qui est la limite de 1\'Espagne dans 1\'extrême
Ouest, et qui est la montagne connue sous Ie nom d\'Alowiya,
ils furent assaillis par une tempête.
Ce danger passé, al-Ghazal arriva a la limite du pays dee
-ocr page 131-
L\'ambassade d\'al-Ghazal auprès du roi des Normunds.                 123
Madjous, a une de leurs iles. On s\'y arrêta quelques jours pour
réparer les navires et pour se reposer. Puis Ie vaisseau des
Madjous fit voile vers Ie roi pour lui annoncer 1\'arrivée de
1\'ambassadeur. Le roi s\'en réjouit, et quand il eut donné 1\'or-
dre de faire venir les Andalous, ils se rendirent a 1\'endroit oü
il résidait. O\'était une grande ile dans 1\'Océan, oü il y avait
des eaux courantes et des jardins; elle était a trois journées,
ce qui équivaut a trois cents milles, de la terre ferme; il y
avait une quantité innombrable de Madjous, et dans le voisi-
nage se trouvaient beaucoup d\'autres iles, grandes et petites,
toutes habitées par des Madjous, et le continent leur appar-
tient aussi; c\'est un grand pays qui demande plusieurs jours
pour le parcourir. Ils étaient alors païens (Madjous); a présent
ils sont chrétiens, car ils ont abandonné le culte du feu, leur
ancienne religion; seulement les habitants de quelques iles 1\'ont
retenue; la on épouse encore sa mère ou sa sceur et d\'autres
abominations s\'y commettent aussi. Avec ceux-la les autres sont
en guerre et ils les emmènent en esclavage.
Le roi ordonna de préparer pour les Andalous une belle de-
meure. Il envoya des personnes a leur rencontre et les Madjous
accoururent en foule pour les voir, de sorte que les Andalous
furent a même de les observer dans leur costume et de s\'en
étonner. Deux jours après leur arrivée, le roi les appela en sa
présence; mais al-Ghazal conditionna qu\'il ne serait pas obligé
de s\'incliner devant lui et que lui et son compagnon ne s\'écar-
teraient en rien de leurs babitudes.
Le roi y avait consenti; mais lorsqu\'ils arrivèrent a la salie
oü le roi, qui était magnifiquement vêtu, les recevrait, ils
trouvèrent que, conformément a son ordre, la porte en avait
été rendue si basse, qu\'on ne pouvait entrer qu\'en se baissant.
Alors al-Ghazal s\'assit par terre, et, s\'aidant de ses pieds, il
se poussa en avant sur son derrière; puis, ayant ainsi passé
par la porte, il se redressa aussitót.
Le roi avait rassemblé beaucoup d\'armes et de choses mag-
nifiques; mais al-Ghazal ne donna aucun signe d\'étonnement ou
-de crainte, et, se tenant debout, il dit: „Salut et bénédiction
a vous, ó roi, et a tous ceux qui se trouvent en votre pré-
sence I Puissiez-vous jouir longtemps de la gloire, de la vie,
de la protection qui peut vous conduire a la grandeur dans ce
-ocr page 132-
A. Fabricias.
124
monde et dans 1\'autre, qui durera toujours et oü 1\'on sera en
présence du Dieu vivant et éternel, Ie seul être, qui n\'est
point périssable. O\'est lui qui règne et c\'est vers lui que nous
retournerons".
L\'interprête ayant traduit ces paroles, Ie roi les admira et
dit: „C\'est la un des sages de son peuple et un homme d\'es-
prit". Cependant il avait été surpris de ce qu\'al-Ghazal s\'était
assis par terre et de sa maniere d\'entrer les pieds les premiers,
et il dit: „Nous avions 1\'intention de l\'liumilier; mais il a pris
sa revanche en nous montrant d\'abord ses semelles. Si ce n\'était
pas un ambassadeur, nous nous offenserions de cela".
Ensuite al-Ghazal lui offrit la lettre du sultan Abdérame.
On la lui lut et on la lui traduisit. Il la trouva belle, la prit,
1\'éleva et la mit dans son sein. Puis il ordonna d\'ouvrir les
coffres qui contenaient les presents, examina les étoffes et les
vases, en fut fort content, et permit aux Andalous de retour-
ner a leur demeure, oü ils re^urent de sa part un traitement
considérable.
Pendant son séjour dans Ie pays des Madjous, al-Ghazal eut
avec eux plusieurs rapports: tantót il disputait contre leurs
savants et les réduisait au silence, tantót il combattait avec
leurs meilleurs guerriers et les perqait de ses coups.
Ayant entendu parier de lui, 1\'épouse du roi des Madjous
voulut Ie voir et Ie fit venir. Arrivé en sa présence, il la sa-
lua; puis il la contempla longtemps comme frappe d\'étonne-
ment. „Demande-lui", dit-elle alors a son interprète, „pourquoi il
me regarde si longtemps, si c\'est parce qu\'il me trouve belle,
ou bien pour une raison tout a fait opposée". La réponse qu\'al-
Ghazal donna fut celle-ci: „La raison en est que je ne soup-
c,onnais pas qu\'il y eüt au monde un tel spectacle. J\'ai vu
auprès de notre roi des femmes choisies parmi les plus belles
de toutes les nations; mais jamais je n\'ai vu une beauté qui
approchat de celle-ci". — „Demande-lui", dit la reine a l\'inter-
prête, „s\'il raille ou s\'il parle sérieusement". — „Sérieusement",
répliqua-t-il. — «N\'y a-t-il donc pas de belles femmes dans votre
pays?" demanda-t-elle. — „Montrez-moi", répondit al-Ghazal,
„quelques-unes de vos dames, afin que je puisse les comparer aux
nötres". La reine ayant alors fait venir celles qui passaient
pour les plus belles, il les examina de la tête aux pieds et
-ocr page 133-
L\'ambassade d\'al-Ghazal auprès da roi des Normands.
125
dit: „Elles ont de la beauté; cependant elle n\'est pas comme
celle de la reine, car la sienne et toutes ses autres qualités ne
peuvent pas être appréciées a leur juste valeur par tout Ie monde,
mais seulement par les poètes, et si la reine veut que je dé-
crive sa beauté, ses nobles qualités et son intelligence, dans
un poème que 1\'on récitera dans toutes nos contrées, je Ie ferai
de grand cceur". La reine, cbatouillée dans son amour-propre,
tressaillit d\'aise et ordonna de lui offrir un présent.
Mais il refusa de 1\'accepter. „Demande-lui donc", dit elle alors
a 1\'interprète, „pourquoi il Ie refuse; est-ce par mépris ponr Ie
présent ou pour moi?" L\'interprète ayant exécuté eet ordre,
al-Gbazal répondit: „Son présent est magnifique, et en rece-
voir un d\'elle est un grand bonneur, car elle est reine et fille
de roi; mais Ie présent qui me suffit, c\'est que j\'ai eu 1\'hon-
neur de la voir et d\'être recu par elle avec bonté. Voila Ie
plus beau présent qu\'elle püt me faire, et si elle veut me
donner encore davantage, qu\'elle me permette alors de revenir
a toute heure". Oette réponse, qui fut traduite par 1\'intreprète,
augmenta encore son contentement, et elle dit: „Je veux que
1\'on porte Ie cadeau a sa demeure et je lui permets de venir
me rendre visite cbaque fois que cela lui plaira; jamais ma
porte ne lui sera interdite et je Ie recevrai toujours de la ma-
niere la plus bonorable". Al-Ghazal la remercia, appela sur elle
la bénédiction du ciel et prit congé.
Tammam ibn Alcama dit: Lorsque j\'entendis al-Gbazal faire
ce récit, je lui demandai: „Était-elle donc, du moins jusqu\'a
un certain point, aussi belle que vous Ie lui faisiez entendre 1"
— „Certes", répondit-il, „elle n\'était pas mal; mais a vrai dire,
j\'avais besoin d\'elle et en lui parlant de la maniere dont je Ie
faisais, je gagnais ses bonnes graces et j\'obtenais encore plus
que je n\'avais osé espérer". Tammam ibn Alcama ajoute: Un
de ses compagnons m\'a raconté ceci: L\'épouse du roi des Mad-
jous fut tellement cbarmée d\'al-Gbazal, qu\'elle ne pouvait pas
laisser passer un jour sans Ie voir. S\'il ne venait pas, elle Ie
faisait chercher et alors il restait auprès d\'elle en lui parlant
des musulmans, de leur bistoire, du pays qu\'ils babitent, des
peuples voisins, et ordinairement, quand il 1\'avait quittée, elle
lui envoyait un cadeau, des étoffes, des mets, des parfums ou
autre chose. Oes visites fréquentes étant devenues de notoriété
-ocr page 134-
12g            -                                A. Fabricius.
publiqfte, ses compagnons s\'inquiétèrent et lui conseillèrent
d\'être plus prudent. Trouvant qu\'ils pouvaient Men avoir rai-
son, al-Ghazal ne fit plus que de rares visites a la reine. Elle
lui en demanda la cause, et il ne la lui cacha point. Sa ré-
ponse la fit sourire. „La jalousie", dit elle, „n\'est pas dans nos
habitudes. Chez nous les femmes ne restent auprès de leurs
maris qu\'autant qu\'elles Ie veulent, et quand leurs maris ont
cessé de leur plaire, elles les quittent".
(La coutume chez les Madjous, avant que la religion de
Rome eüt été portee chez eux, était qu\'aucune femme ne re-
fusait a un homme (s\'il était de même condition); mais si
une femme noble voulait épouser un vilain, on la blamait et
sa familie 1\'en empêchait.)
Lorsque al-Ghazal eut entendu la réponse de la reine, il se
rassura et désormais il ne se gêna pas plus qu\'il ne 1\'avait
fait avant que ses amis eussent parlé.
Tammam dit: Dans sa jeunesse, al-Ghazal avait été fort
joli; c\'est pour cela qu\'on lui avait donné Ie surnom de gazelle,
et dans 1\'age mür c\'était un bel homme. A 1\'époque oü il par-
tit pour les pays des Madjous, il frisait la cinquantaine et il
commen^ait a grisonner, mais il avait encore toute sa force,
toute sa vigueur, et il n\'avait pas cessé d\'être beau. Orl\'épouse
du roi, laquelle s\'appelait Noud, lui demanda un jour quel
était son age. „Vingt ans", répondit-il en badinant. „Oom-
ment se peut-il", dit-elle alors a 1\'interprète, „qu\'un homme de
vingt ans ait les cheveux gris?" — „Pourquoi pas?" répondit-il
a 1\'interprète; „n\'a-t-elle donc jamais vu un poulain qui était
gris au moment de sa naissance?" Oette réponse la mit de belle
humeur et al-Ghazal improvisa a cette occasion ces vers:
„Tu as a supporter, ö mon coeur, un amour qui te harasse
et contre lequel tu te défends comme contre un lion. Je suis
épris d\'une dame normande, qui ne veut pas que Ie soleil de
la beauté se couche jamais, et qui demeure a 1\'extrémité du
monde, la ou 1\'on pénètre bien rarement".
„O Noud, belle dame qui a la fraicheur de la jeunesse et
dont Ie visage brille comme une étoile, jamais, je Ie jure, je
n\'ai vu une personne qui ait charme mon cceur comme tu 1\'as
fait, et si je m\'avisais un jour de dire que mes yeux ont vu
ta pareille, je mentirais bien certainement".
-ocr page 135-
L\'ambassade d\'al-Ghazal auprès du roi des Normands.                  127
„Quand elle eut dit en badinant: „„Il me semble que ses
cheveux ont blanchi"", je lui répondis sur Ie même ton: „„Le
poulain est gris aussi lorsqu\'il voit le jour"". Cela la Ut rire
et ma réponse lui plut; c\'est pour cela que je 1\'avais donnée".
Si ce poème avait été composé par Omar ibn abi Eabia, par
Baschar ibn Bord, par Abbas ibn al-Ahnaf, ou par un autre
grand poète qui a écrit dans le même genre, on 1\'admirerait;
mais on n\'en parle pas, parce qu\'il est d\'un Espagnol. Com-
ment expliquer sans cela qu\'on ne le connait pas? Car certai-
nement une telle pièce mérite autre cbose que 1\'oubli. Avez-
vous vu quelque chose de plus beau que: „qui ne veut pas
que le soleil de la beauté se coucbe jamais?" Ou que le pre-
mier vers de cette pièce, ou le récit de la plaisanterie? Ne
faut-il pas avouer que ce sont la des perles enfilées, et qu\'on
ne nous rend nullement justice?
Mais revenons a al-Grhazal. Lorsqu\'il eut récité ce poème et
que 1\'interprète 1\'eut traduit, Noud en rit et lui ordonna de
teindre ses cheveux. Il le fit, et quand il fut revenu le lende-
main, elle 1\'en complimenta, ce qui lui fournit 1\'occasion de
composer une autre pièce que voici:
„Elle m\'a complimenté sur la couleur noire qu\'ont acquise
mes cheveux et m\'a trouvé rajeuni. Mais a mon sens des che-
veux gris qu\'on teint ressemblent au soleil couvert un instant
par un brouillard, que le vent dissipe aussitót. Ne désapprouve
pas les cheveux blancs, belle dame; ils sont le signe de Yhge
de raison. J\'ai de la jeunesse ce que tu en aimes, avec 1\'hu-
meur enjouée et la politesee des manières".
Il quitta enfin ce pays pour se rendre a Saint-Jacques, en
compagnie de 1\'ambassadeur des Madjous et muni d\'une lettre
du roi de ce peuple pour le seigneur de cette ville. Il y resta
deux mois, pendant lesquels il fut comblé d\'honneurs, jusqu\'a
la fin de leur pèlerinage. Au bout de ce temps, il se rendit
d\'abord en Castille avec les pèlerins qui retournaient chez eux,
puis a Tolède, et enfin il arriva dans la capitale du sultan
Abdérame après une absence de vingt mois.»
Ce morceau est plus curieux et amusant qu\'instructif. Il ne
donne des renseignements sur les mceurs des Normands ni le
-ocr page 136-
128                                             •*• Fabricius.
but de l\'ambassade. Sans doute al-Grbazal était un diplomate
consommé. Il est curieux de voir que eet Arabe du IXe siècle
était déja pénétré de cette vérité, que pour mener les affaires
a bonne fin, il faut gagner la faveur des femmes. A cela il
s\'entendait comme nul autre: il savait les flatter d\'une maniere
tres agréable et delicate. Il a aussi su se taire a propos; car de
retour dans sa patrie il a bien raconté a ses amis quelques
aventures, mais rien sur les secrets de l\'ambassade; ce qui lui
fait bonneur, mais est regrettable au point de vue de 1\'bistoire.
D\'après 1\'opinion de Dozy, ce récit curieux mérite de la
créance indubitable, aussi bien par la certitude que par la qua-
lité de contemporain de Tammam. Il dit préci3ément au cours
du récit qu\'il en avait quelque cbose de la boucbe d\'al-Grbazal
lui-même, dont il cite les propres paroles, autre cbose de ses
compagnons. En tout, ce qu\'il raconte spécialement s\'accorde
avec ce qui nous est connu d\'autre part, de 1\'bistoire du Nord.
0\'est un temps turbulent que celui oü les Normands comme
une bourrasque se décbainèrent sur les pays. Ils vinrent en
Espagne la première fois Fan 844, et ils n\'y remportèrent
guère de victoire ni ne firent de butin, quoique Ie cbemin fut
signalé par des torrents de sang et des villes incendiées. Ces
bötes funestes trouvaient la résistance la plus énergique, oppo-
sée par les cbrétiens montagnards belliqueux de la Galicie et
les Maures guerriers de 1\'Andalousie. Le grand Abdérame avait
tout dans un état de défense admirable; Moslems n\'avaient pas
peur des Normands, et les adorateurs d\'Odin du Nord et ceux
de Mabomet du Midi se rencontrèrent comme cbampions dignes
de mesurer les forces sur les plaines de 1\'Andalousie. Après les
batailles acharnées aux mois de septembre, octobre et novem-
bre 844 aux environs de Séville, les Normands perdirent 1\'en-
vie d\'y rester plus longtemps et s\'en allèrent. Moslems s\'étaient
réunis contre eux „aussi étroitement, que la paupière est
réunie a 1\'oeil", dit Ibn Adbari.
Comme l\'ambassade d\'al-Ghazal est exactement attachée a
cette invasion, elle doit avoir eu lieu 1\'an 845. Malbeureuse-
ment le roi des Normands n\'est pas nommé, mais doit avoir
été Iiarik, Horik ou Eric I, bien connu de 1\'bistoire d\'Ansgar,
fils du célèbre Gudrod ou — comme le Franc Eginbard 1\'ap-
pelle — Godefrid, 1\'adversaire vigoureux de Cbarlemagne. Ha-
-ocr page 137-
L\'ambassade d\'al-Ghazal auprès du roi des Normands.                 ^29
rik était un ennemi acharné de la foi chrétienne. Les annales
rapportent une série de ses invasions sur les cötes du territoire
des Francs. Oependant en 845 Harik donna la liberté aux captifs,
et la même année il proposa la paix au roi Louis Ie Grerma-
nique. Un changement remarquable semble avoir eu lieu dans son
esprit. Ansgar avait gagné son estime par sa maniere de pen-
ser lionnête et de sa conduite noble; il fut son conseiller fami-
lier et ouvrit tellement son cceur a la foi chrétienne, \'qu\'il lui
fit permettre la construction d\'un baptistère a Hedeby ou Sles-
vig a 1\'entrée du Holm, qu\'il envoya des dons au pape, et
d\'après 1\'avis d\'autres se fit même baptiser.
Après avoir vécu ses dernières années en repos, il fut a la
fin attaque par plusieurs princes exilés et tué dans une ba-
taille sanglante de trois jours en 854. A juste titre ces pirates
regardaient Harik comme ennemi, qui, sous 1\'influence d\'Ans-
gar et de 1\'esprit doux du christianisme, n\'avait pas pris part
aux expéditions, mais les avait désapprouvées, et qui cher-
chait, autant que faire se pouvait, d\'en effacer les souvenirs.
Deux fois il communiqua a Louis Ie Germanique, qu\'il avait
fait tuer plusieurs vikings les plus féroces et les plus dan-
gereux.
Tout cela jette de la lumière sur les motifs de l\'ambassade
a Abdérame II. Il est évident par Ie récit de 1\'invasion de 844
que Harik lui-même n\'y avait pas pris part en personne, car
Ibn Adhari dit expressément, que Ie chef des Madjous avait
été tué. Les Normands, de retour dans leur patrie, avaient
parlé des cruautés commises, qui avaient tellement rempli
d\'horreur 1\'esprit de Harik, qu\'il voulait en effacer Ie souve-
nir et 1\'empêcher pour 1\'avenir. Sa proposition de paix ne pou-
vait être que bien accueillie par Abdérame, qui n\'avait rien
a gagner, mais tout è perdre par la continuation de ces inva-
sions; les dévastations cruelies en mémoire recente, il ne pou-
vait que souhaiter a assurer son pays et son peuple de tels
malheurs a 1\'avenir. H épousa volontiers la proposition dont
nous ne savons pas les particularités, mais qui n\'a guère eu
d\'autre but que celui d\'établir des rapports paisibles.
Peut-être Mr. Kunik a raison, en pensant a une alliance
contre Ie royaume Franc, avec lequel Abdérame alors était en
guerre.
-ocr page 138-
130                                             A. Fabriciu».
L\'Ue sur la frontière du pays de Madjous, oü les vaisseaux
furent radoubés, semble avoir été une des iles de la mer du
Nord; car qu\'il s\'agisse ici du Danemark, c\'est ce qui sort
distinctement de la description de la grande ile a trois jour-
nées, entourée de beaucoup d\'iles petites et grandes — évi-
demmeiit Ie Seeland — cm Ie roi demeurait dans Lejre; et
que Ie continent leur appartenait aussi, tant Ie Jutland que la
Scanie, lequel demandait pour être parcouru plusieurs jours —
tout cela s\'accorde seulement avec Ie Danemark. Qu\'il y eüt
une quantité innombrable de Madjous dans ces iles, ou qu\'elles
fussent tres populemes, cela s\'accorde encore tres bien avec Ie
domicile de grandes bandes de Normands et rappelle Ie trop-
plein de la population dans les traditions du Nord comme la
cause principale d\'émigration et Ie terme de Jordanes: -„officina
gentium, vagina nationum".
Qu\'ils fussent alors païens, est bien sur, mais voici quelques
erreurs qui ne sauraient pas étonner, p. ex. 1\'indication de la
distance de la grande ile du continent (du quel point du con-
tinent d\'ailleurs?), 1\'exagération des horreurs du paganisme, Ie
mariage avec les mères et les soeurs, qui semble être emprunté
des usages de 1\'Orierit et de 1\'Égypte, p. ex. des Ptolémées;
la vente des captifs païens pour 1\'esclavage, par les cbrétiens,
et enfin l\'adoration du feu, qui revient si souvent dans les ré-
cits arabes sur les païens. Ainsi on trouve au commencement
de la cbronique d\'Alpbonse Ie savant (fol. 7 du grand manu-
scrit d\'Escorial) que quelques peuples qui émigrèrent de 1\'Asie
et s\'établirent dans un age tres éloigné „dans les iles froides
septentrionalés comme la Norvège, Ie Danemark et la Prusse",
adoraient Ie feu, vraisemblablement un souvenir des Arabes
tiré de 1\'Orient, de la doctrine de Zoroastre en Perse, qui
tenait Ie feu pour sacré, par quelle raison ses adbérents furent
nommés: „adorateurs du feu". Ces peuples fabuleux sont dans
la cbronique d\'Alpbonse appelés de noms différents: Almunices,
Almojuces, Almujuces, Almozudes, Almonides, qui sont em-
ployés pêle-mêle sans aucune différence de signification. Ils sont
tous des corruptious du mot Madjous, sans doute Ie même
que „mage", et ils désignaient par la justement „adorateur du
feu", idolatre, en général: païen. Sur ces Almunices rapporto
la cbronique, qu\'ils avaient beaucoup de vaisseaux, qu\'ils de-
-ocr page 139-
L\'ambassade d\'al-Ghazal auprès da roi des Normands.                  [ ;j ]
vinrent tres puissants sur la mer et prirent la résolution de
B\'emparer de tous les pays qui donnent sur les cötes, image
frappant des expéditions des Normands.
Le roi des Madjous est dans Ie récit clairement présenté
comme seul et unique roi, qui dominait autant sur les iles que
sur le continent, et 1\'exposition arabe affirme ainsi le résultat
des recherches historiques modernes dans le Nord, que la sup-
position de 1\'union du royaume danois sous Gorm-le-vieux re-
pose sur un fondement peu solide, et que le Danemark a été
uhi avant son temps, comme Saxe le présente, qui seulement
connait 1\'unité originaire.
Que le roi cherchat de faire impression sur al-Ghazal et ses
compagnons par un étalage d\'armes magnifiques, cela s\'accorde
bien avec la prédilection des hommes du Nord pour des armes
et des vêtemens splendides. Le rapport singulier avec la reine
donne au récit une couleur poétique. Le nom de Noud doit être
une corruption de la forme septentrionale, que les Arabes n\'ont
pas pu prononcer ou conserver, p. ex. Asny, Audun, Gudrun,
Hrodny, Idunn, Oddny, Unnr etc.
Les déclarations de la reine sur le mariage chez les hommes
du Nord sont tres frappantes. Le lien était facile a résoudre;
comme cause de divorce (skilnadr) il suffit que les deux parts
ne s\'accordaient pas, encore davantage, si le mari avait des
concubines (fridlur). Au contraire, on chercha sévèrement d\'em-
pêcher le mariage entre des libres et des serfs.
Ainsi les remarques de 1\'auteur arabe sur le Nord — les
seules qui existent, fondées sur un voyage arabe au Nord —
sont affirmées par les témoignages de 1\'histoire du Nord.
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Die isehwörter in Arabischen.
(Quellenbeitrage zur Kenntniss des „naht".)
VON
MAX GRÜNERT.
-ocr page 142-
Einleitung.
I. Definition und Begriffsentwickelung.
II. Die Literatur über das „naht".
III. Sammlung von Beispielen über das „naht".
Anhang.
Abkürzungen: Sm. = Sujüti, Muzhir.
M. = Bistanï, Muhit-\'al-Muhit.
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Die Mischwörter im Arabischen.
(Quellenbeitrilge zur Kenntniss des „naht".)
Einleitung.
1. Was ist Composition im Semitischen ?
Wortzusammensetzung oder Composition (nominaler oder ver-
baier Natur) als terminus t. der indogermanischen Grammatik ist
derjenige Process, aus dem durch die untrennbare Verbindung
zweier Wörter zu logischer und formaler Einheit ein neues,
drittes entsteht, so zwar, dass das logisch abhangige Wort als
Bestimmungswort dem Q-rundworte vorausgeht, wie z. B. in
lat. agricola; deutsch Landmann, Tagreise etc.
Diese eigentliche (achte, wahre) Composition unterscheidet
sich von der uneigentlichen (unachten, unwahren) Oomposition
dadurch, dass in letzterer zwei grammatisch getrennte Wörter,
weil sie nur einen Begriff ausmachen, auch zu einem Worte
in der Schrift verbunden werden, mit unveranderter Beibehal-
tung ihrer Form, wie z. B. in lat. respublica; legislator; bene-
dico; in deutsch Landsmann; Tageslicht.
Erstere oder die eigentliche Oomposition kennt die Semitische
Grammatik nicht; und wenn hier „Unfahigkeit zur Wort-Oom-
position" als charakteristisches Unterscheidungsmerkmal der se-
mitischen Spracheu gegenüber deii indogermanischen angeführt
wird, so ist dieses Urteil durchaus nicht in allen Phasen rechtskraf-
tig, sondern bezieht sich uur auf die Unfahigkeit zur sogenannten
eigentlichen (achten, wahren) Composition, denn die Bildung un-
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136                                        Max Grünert.
eigentlicher Oomposita hat das Semitische mit dem Indogerma-
nischen gemein.
Speciell in der arabischen Qrammatik wird durch den termi-
nus t. tarkib (<_> t. fl f) nur auf die uneigentliche Gompositions-
bildung, beziehungsweise nur auf eine Teilerscheinung dersel-
ben, bingewiesen.
Compositionsfahigkeit überhaupt ist also dem Semitischen
nicht abzusprechen; es ist als ob dieser Trieb zwar als frischer
Zweig emporgeschossen, aber durch gewisse Einflüsse Yerküm-
mert, sein Wachstum eingebüsst hatte; freilich sind nun auch
die Compositions-Formen hier so gering an Zahl, dass der Man-
gel als charakteristisch auffallen musste.
2. lm Altarabischen nun erscheinen die ersten Anfange der No-
minal-Composition in einigen Eigennamen, die aus zwei unver-
mittelt nebeneinander stehenden, ein Satzganzes bildenden Wör-
tern bestehen, wie tjji Jbu, lla. (j»a u. s. w. *); die Gram-
matiker nennen diese Bildungsweise des Eigennamens (*JLé):
Den niichsten Schritt zu wirklicher Composition ersehen wir
zunachst wiederum aus der Bildung von Eigennamen wie dUJüu,
ttyycv»ó&\' j CiJZiiXxi, ÜÜUJli 2); diese Bildungsweise führt den
Namen ,-».»* v^r* •
Auf derselben Entwickelungsstufe der Compositions-Fahigkeit
des Altarabischen steht eine eigentümliche Construction der
1)  Zamahsari, Mufassal, 5, 8f.
2)  Zamahsari, Mufassal, 5, llf.; diese Art des zasammengesetzten Kigennamens
s         s         J                     \'
charakterisirt er mit den schlichten Worten: \'lXs>!j Uwl ü*» O^* ^^ï* j£* 5
natürlich hat er keine Ahnung, dass z. B. iAJLxj gerade so gat ein Anncxionsver-
haltniss ist, wie der aasdrücklich als óLja* u. «wJt ljL.»ïi A hezeichnete Eigen-
name uiU-o «X » C; dass anch die Eigennamen auf s_iy- als Composita angeführt
werden, beruht bekanntlich auf der Verkennung dieser Endung; Nöldeke hat (Per-
sische Studiën, Wien (Akad.), 1888) abschliessend und voll üherzeugend nachgewiesen,
dass wir in solchen Eigennamen «Hypercoristica» zu suchen haben.
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137
Die Mischwörter im Arabischen.
, > i ,              _~> -1,
Cardinalzahlen; so finden wir schon friihe XSUiJUJI, oiM üULaÜ
* - , ,"- ,-i-
„300, 3000" an Stelle des regelmassigen «yUJ! ^JL3, xaJLj
o5W, Beispiele, in denen schon die Stellung des Artikels auf
ein Compositum schliessen lasst.
3. Beide Arten dieser Composition haben bekanntlich das ge-
mein, dass sie aus einem ursprünglichen Status-Constructus-
Verhaltniss entstanden sind \'); in den Eigennamen steht z. B.
dLÜJu zunachst fiir dUJüu, \\sjy ZLA&. für uyj_x—*L* s) \', der
stete Gebrauch der beiden einzelnen Wörter ausschliesslich in
diesem Verhaltniss (Verbindung) liess beide auch scbon iiusser-
lich verscbmelzen; bei den oben erwahnten Zahlwort-Verbindun-
gen aber mag, abgesehen von ihrer logischen Zusammengehö-
rigkeit, das der Aneinanderreihung von Ziffern entsprechende
Zusammensclireiben (es sind gleichsam „Ziffern dem Wortlaute
nacb" fixirt) den ersten Anstoss gegeben haben 3).
Wie nun ferner statt des genetivischen Zahlwortes auch ein
Sachwort gleiclrwertig behandelt wurde, sodass man z. B. statt
v_*x£.H üjJLc „die 10 Bücher" sagen konnte ^^xS Sv-xioiJI4)
und daraus ein Compositum entstand, so traten auch Appella-
tiva in die Constructionsrechte der Nomina propria ein, und so
finden wir schon im Altarabischen, aber noch mehr im spate-
ren Arabisch eine ganze Reihe Oomposita, in denen die Vor-
stellung Ton einem ursprünglichen Status-Oonstructus-Verhalt-
1)  Fleischer, »Über einige Arten der Nominalapposition im Arabischen- in KI.
Schriften, II, 48f.; Fhilippi, Wesen und Ursprung des Status Constructus im He-
brüischen, 49f.; ebeuda einige Ausblicke auf das bezügl. Verhaltniss im Neuarabischen
und in den übrigen semitischen Sprachen.
2)   Dass übrigcns das ursprüngliche Verhaltniss als Status Constructus im Sprach-
bewusstsein nicht ganz und gar geschwnnden ist, beweist der Umstand, dass bei den
Eigennamen auch getrennte Schreibung vorkoramt, ja sogar getrennte Flexion der
beiden Wörter, obwol sich Letzteres aus pedantischer Schulansicht herleiten liesse. —
Übrigens ist üyi.iaï> wahrscheinlich Volks-Etymologie; die Endung \'iit haben
mehrere südarab. Ortsnamen.
3)  Zusammenschreibung arabischer Formeln etc. findet sich imPersisehen u. TUrkischen
hanfig; so im Pers yU.ftiLe fiir t—V.r* CJC «UI\', 8iX-»^Lc für »iX_> i?^
«secundum hoc» u. s. w.; s. Vullers, Gramm. lingute pers., 78.
4)  Fleischer, a. a. O., 48 f.
VIII Congres international des Orientalistes. — Section sémitique.         10
-ocr page 146-
138
Max Grünert.
niss im Sprachbewusstsein nicht mehr vorhanden ist; so finden
wir \'): JilsvJ! „Hagel" für 1&J| J^S.; i^Uf „Rosenwasser"
für i>j^J( il_x>; JULlJf „Capital" für JL Jf J,K u. s. w. —
Doch alles das sind keine eigentlichen, keine achten und wahren
Composita, es sind Oomposita der Form aber nicht dem Wesen
nach — ich möchte sie Construcüons-Composita nennen.
Mit dieser uneigentlichen Oomposition im Arabischen ausser-
lich und theilweise innerlicli verwandt ist ein anderer Process in
der arabischen Wortbildung, namlich derj enige, der von den ara-
bischen Sprachgelehrten „naht" (o^vi) genannt wird.
1.   Dieser Process besteht darin, dass aus zwei odermehreren
Wörtern, die einer logischen Verbindung fahig sind, ein neues,
drittes entsteht, und zwar durch Unterdrückung oder Ausschei-
dung eines oder mehrerer Wurzellaute des einen Wortes oder
der beiden und übrigen Wörter.
2.  Die Araber reihen diese Art der Wortbildung unter die Ka-
tegorie der Wortkürzung (»La£&.|), und zwar mit Recht, und
sagen: „naht" (o*.s\\S) bedeute, aus zwei oder mehreren Wörtern
eins inachen, gerade wie der Zimmermann zwei Stücke Holz be-
haut (ó».axi) und daraus ein Stück herstellt. Ein solches Wort
heisst iS^lx &JS*).
3.   Für die Einführung dieses terminus t. in unsere wissen-
schaftliche arabische Grammatik werden wir vorlaufig als Über-
setzung desselben wahlen können zwischen den Ausdrücken
„Wortzusammenschmiedung, Wortzusammenschweissung" oder
„Wortverschleiftmg" oder um beim arabischen Bilde zu bleiben
„Wortverschrankung"; der Process mag teils eine Erleichterung
oder Nachlassigkeit der Aussprache zur Ursache haben und über-
1)  Fleischer, a. a. O., 50f.; Philinpi, a. a. O., 50.
.. « o -                                               c
2)   M. gebraucht einmal (9. v. J«jc-^S>, 3. III, 6) das Wort oL.aJLJ\' «Zusam-
X (-° -                           — * H \'
inenflickung* als Synonymura; ferner unter tiWiAi den Ausdrack üc-X^SV/o «durch
. C.E
Spaltung neu entstanden», und ganz allgemein, ebenda, iXs»^).
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Die Mischwörter ira Arabischen.
139
haupt in die Vulgar-Grammatik gehören, teils ein wirklicher,
historischer Verschleifungsprocess sein x).
4.  Der begrifHiche Inhalt dieser Definition umfasst, wenn wir
die von den Arabern für das „naht" gegebenen Beispiele in
ibrer Q-esammtbeit betrachten, vier Wortclassen, die aber von
den Arabern selbst als eine einzige Olasse bebandelt werden:
Die I. Wortclasse enthalt als Beispiele die Formen: pUs>J!
„Hagel", v_JasajLiJI „starkbörniger Widder", i>»jUJf „Rosen-
wasser" JL»JLl!! „Capital" u. a.
Die II. Classe bringt Formen wie: Jijuó „starkgebaut; Löwe",
als zusammengezogen aus den Wurzeln faCé u. IjLó \', ijJL^^ó
„stark (Ton); Schreierinn", aus Jl^ u. (JjJLó u. a.
Die III. Olasse weist eine Beibe Belativnomina (Nisben) auf,
wie: Zt&jJi., Relativnomen zu jL*-«& JlLc> i5)*^4-* zu ^**
jldJI, JJlili\' zu xXff llï u. a.
Die IV. Olasse endlich und zugleich umfangreichste Olasse be-
steht in Verbalformen wie: J"j °-j „xJUt |*-LLj sagen", Jls\\1^,
„ai)! JjlssJLl sagen", ferner J{\\°t^ , (Jpla», JlLL»., (jliis u. a.
5.    Man siebt sofort, dass die obige Definition für alle vier
Wortclassen zu eng ist, dass hingegen die Definition der arabi-
schen Sprachgelehrten in ihrer allgemeinen Unbestimmtheit sie
alle umfassen kann.
6.    Was zunachst die I. Classe anbelangt, so sind solche
Wortformen, wie wir oben gesehen haben, sammtlich uneigent-
liche Oomposita; der Lautbestand der beiden einzelnen, zu einem
Compositum verschmolzenen Wörter ist unverandert geblieben;
1) lm Allgemeinen ware zur Vergleichung dieses Processes heranzuziehen z. B.
hebr. ijb^g, Dan., 8, 13, für ijb^N "O^S «irgend einer*, eigentl. »ein gewisser Ver-
schwiegener». — Über naht-Bildung im Aethiopischen s. Dillmann, Gramm. der
sethiop. Sprache, 207; im Syrischen s. Nöldeke, Kurzgefasste syr. Gramm., 78. Vgl.
ferner im Persischen die Verschleifung arab. Phrasen, z. B. *JÜI (ji.»"^J für sJ^-s-^ ^5
«Ai\' und andere Erseheinungen, wo teils Aphreresis, teils Syncope n. Apocope zu
constatiren sind; s. Vullers, Gramm. linguee pers., 75. — Vgl. auch lat. impnesentia-
rum für in presentia rerum »bei der jetzigen Lage der Dinge».
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140
Max Grünert.
das Charakteristische des „naht" passt also nicht auf sie, wes-
halb sie nach der strengen Definition auszuscheiden sind.
7.  Die Formen der II. Classe veranschaulichen nach arabischer
Ansicht in der Art ihrer Verbindung, d. h. der Verbindung
der getrennten Stamme zu einer einheitlichen Wortform, ganz
deutlich eine „Wortverschrankung" ; auf sie passt also die De-
finition des oAi sofort.
Es sind die sogenannten „Mischwörter" *), d. h. mehrlautige
Bildungen, die durch Verbindung (Vermischung) zweier drei-
lautigen entstanden sind; freilich hat man nach dem gegenwar-
tigen Standpunkte der semitischen Wortforschung die frühere
Ansicht, dass mehrlautige Wurzeln durch Vermischung zweier
dreilautigen entstanden seien, verworfen; allein der Umstand,
dass die arabischen Sprachgelehrten in Betreff der Bntstehung der
Quadrilitera und Quinquelitera vielfach schon ganz haltbare Er-
klarungen geben *), ferner, dass nur bei wenigen mehrlautigen
Bildungen als Erklarung derselben ein „naht" angenommen wird,
scheint mir dafür zu sprechen, dass die Frage der Entstehung
der mehrlautigen Bildungen trotz sehr bestimmt ausgesproche-
ner Urteile 3) und trotz der trefflichen Arbeiten darüber noch nicht
ganz abgeschlossen ist4).
Es ist möglich, dass. auch die Volks-Etymologie ihren Beitrag
zum Oapitel „naht" geliefert; manche Formen erscheinen ferner
als „intensive Eeduplications-Formen" u. s. w.
8.   Die III. Wortclasse bildet, wenn wir das gasammte von
1)   lm Türkischen gibt es eine Art, zusammengesetztc Verba zu bilden, welehe
in der Zusammenziehung zweier turk. Verba in eins besteht; eo bildet man / \'tLe^Ajj\'i
\'alykomak «zurückhalten" aus \\_s.*j\' \'almak .nehmen* u oLoyj kornak «loslassen» ;
vgl. Kasembeg, türk.-tatar. Grammatik (deutsch v. Zenker), 96.
2)  So z. B. Sujüti, Muzhir, II, 135 (über das Suffix .. etc.); nach \'Anbari, Kitab
al-insaf fi masa\'il al-hilaf..., Frage 112, erkennen die Kufenscr nur drciradicalige
Wörter als ursprfingliche an, alle mehrlautigen Bildungen sind durch Zusatz (HoU)
eines ltadicals (iXj i;; PI lXj ta) entstanden j die Basrenser dagegen halten alle mehr
lautigen Bildungen für selbstandig.
3)  Stade, Lehrbuch der hebr. Grammatik, §J. 149. 150 (160b).
4)  Delitzsch spricht noch allen Ernstes von »Mischwörtem"; vgl. z. B. im Comm.
zu lob, 28, 9 (ïTirón); 3\' 7 (TID^JI) u- Wetzsteins\' Anm. zu Delitzsch, Ps. 114,8
((J*5**i
:>); vgl. ferner Rammelt, Über die zusammengesetzten Nomina im He-
brüischen, Halle (Disseri.). 1883.
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Die Mischwörter im Arabischen.
141
den Arabern überlieferte Material sammeln und sichten, einen
reichhaltigen Beitrag fiir das gewiss noch der Verbesserung be-
dürftige Capitel der Nisbenbildung.
Nach Sibawaihi a), dem alle Anderen folgen, ist die allge-
meine Begel, Ton einem Nomen proprium compositum eine
Nisbe zu bilden, die, dass man die Belatiy-Endung an das mehr-
0
wertige oder an das jede Zweideutigkeit (,j*bjdt) ausschlies-
sende Wort des Oompositums anhangt; doch hat schon Siba-
waihi einer gewissen regelwidrigen, wahrscheinlich aus der
Volkssprache eingedrungenen Bildungsweise solcher Nisben das
Heimatsrecht zuerkennen mussen, und nach ihm Puristen wie
Gawaliki und Hariri trotz steter Ereiferung über die Verschlech-
terung arabischer Sprechweise im Munde der Gebildeten 2).
Nach dieser Bildungsweise wird, gleichsam als Wurzel oder
Grundstamm, fiir die Nisbenbildung eines solchen Oompositums
das Thema y.ftw.~-- aufgestellt3); darnach bildet man von ^^.w c\\a£
zunachst {Jblé, daraus dann .l Alé; von «IjJI dJLé: sJuLa,
dann ^» Juê ; natürlich auch von xJJ! J*2: Juli*, dann IJL*.*",
nicht ^XikS.
Interessant ist, dass man von dieser Nisbenbildung aus neue
Verba bildet, wie z. B. i> ■,*■*?\'■\'\' »so ein ^jlit jJLé sein" etc.
Dass man in Anlehnung an diese Bildungsweise eine Nisbe
findet wie ^yL.°JjJai\\, wo zwei heterogene Bestandteile, aber doch
eine innere Einheit aufweisend, yerflochten sind, ist bekannt;
dass man aber Nisben bildet wie _xJLa*&. u. xj,iJ>& für «j|
JLÓAA&. JÜTA*Jf u. l*iUJt SJuX^. yi\\, muss als höchste Frei-
heit und Ausbildung dieser Nominalbildung bezeichnet werden.
9. Die IV. Classe endlich zeigt uns zum grössten Theile
I) \'al-Kitab, II, 85, 13ff.; vgl. Zamahsari, \'al-Mufassal, 92, 2ff.; Hariri, Dnrra
154f.; Mubarrad, K&mil, 622; vgl. noch Gawaliki, Hata\', 149.
)- ÜJ       W
2)   Hariri, Durra, 155, ... bemerkt darüber: cL.*wJt .Jle jAOÖJ L* i£Si Ji^
3)  Ebenda; Caspari\'8 «wunderliche Synkopirungen* haben also doch eine gewisse
Regel aufzuweisen; nebenbei bemerkt ware Caspari, Arab. Grainin, 265, 2, b, (3
zum Theil mit 2C5, 1 zu verbinden.
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142
Max Grünert.
nachmuhammedanische Neubildungen; es sind «yfjj«j«, trotz-
dem man z. B. Jki-dJ vergebens als ein s\'jjye angeführt finden
wird. Die Sammlung solcher Bildungen ist eine verhaltniss-
massig reichhaltige; neben den haufiger vorkommenden Formen
JtC~», J.Ll*»>, J^ll stehen die seltneren yiwuS , (3aJÜö , Jjl^ ,
fCSjS, JJw&jo u. a.
Auch hier möchte der Purismus gegen solcbe Wucherbildun-
gen Einspruch erheben mit der Bemerkung, dass ja z. B. JtX a>
überflüssig sei, da & s» denselben Begriff wiedergabe, ebenso
- -o _                          - a ~
JJLa» neben JJüs.
10. Dies im Allgemeinen eine Übersicht über den Umfang
des Tbemas „naht"; eine Reihe von Einzelbemerkungen findet
ihre Erörterung in der lexicalischen Zusammenstellung der ein-
zelnen Formen.
Da dieses Thema im Zusammenhange noch keine Bearbeitung
gefunden, das Quellenmaterial ziemlich reichnaltig ist und eine
Reihe von Zusiitzen zum Arabischen Wörterbuche aufweist,
hielt ich eine Sammlung und übersiohtliche Qruppirung dessel-
ben für keine überflüssige Arbeit. Selbstredend will auch diese
lexicalische Arbeit auf abschliessende Vollstandigkeit durchaus
keinen Anspruch erheben, auch sie soll nur eine Materialiensamm-
lung sein zum Aufbau jenes Gebaudes, das man einstens „ara-
bische Philologie" zu nennen und für gut zu finden sich be-
quemen wird.
I. Deflnition und Begriffsentwickelung.
(Philologische Vorfragen: die Ansichten der Araber über das „naht".)
1. a) Die Definition des \'Iin Fdris: Sm. I, 232,23—233,2:
(\'o^UJ* Ór*M \'oJdJÜ! vW \'&*AJ\' *** (5« u*>*-* (J-?\' J^-8
1) u^-^—i hat im Tmpf. i- u. a-Aussprache ; doch ist die i-Aussprache tf>^jxaj
nach ïaclab, Kilab \'al-fasih, 3, 8.
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Die Mischwörter im Arabischen.                                   | .|_:j
^oU Jf iLüiAü. Jójjaj\' |Jf # sLs. ^jjÜÜI /«^3. LgJ jy-»\\
9                               h                             U                                ft                  ^                                            ï^
^^o atjf (jLa^o f-g-^\' j5-*; r*"^.J bj-^ (j—* «n*^i tX-?tXxö.JI
■»t.V ,*a Ifj tVJUftJI ^j-* k-jI «tVJUaJI __i. (^ JLó. Jk-4-«ó
,\'«[.....*Xi\'3 (JU*)]
1. b) Tatdlibi, Kitab fikh \'al-luga (2. Theil: Sirr \'al-carabij-
jat)3):
                                                            __________
5L»Ji\' (4 ê^LS\'j ^jjO A/ ^fc^o vahtfUS ulij) \' c>Js\\ Jl —3 Juai
^^ (s uJLii JL^ai («JJiS t\\.ïj Sj-UaJt t5le ^.a. |*-$-!j-* (j—•
1)  Text: tiU3j; man künnte auch lesen:.....J-r-^ &*5j.
2)  Besser *$J}3 ^o.
3)  Cairo (Lithogr., 1284), 187, 12—17; über das Verhaltniss des .Fikh \'al-luga*
vod Ta-alibi zu dem gleichnamigen Werkc von \'Ibn Faris vgl. Goldziher, Beitrage
zur Sprachgelehrsamkeit bei den Arabern, III. (28ff.), (Wien, Akad. d. WW., 73.
Bd., 611ff.).
4)  Sic!
5)  Cairo (Lithogr., 1284), 99, 10-15 = Bairut (Druck, 1885), 206,12—207,3
(s. nnter „Literatur- 3)); es ist das 7. Capitel des 20. v_il__j (ol^—o^! —s
IpLJX^j) mit der Übersehrift: JtySl öLil£&" ^Ji [*J>L&>] wLwJ\' JumsJI
AAAwi^l clc üijLXiU, und zwar nacb \'al-Farr&\' u. Anderen.
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244                                            Max Grünert.
ö                                     9                  *                                                                                                              f "£■
2. Die Definition des \'al-Fdrisi im Ie ^wjycjUJ! &juu3 oLtf
V7*J« r^ ^ ^sojf: Sm., I, 233, 7—9: J^ fjjs.....
" ütX=>lj U^Aji^jj (jjüuxck*. >LsuJI osjj L$" kj^£»Jl5\'; s. d.
Nahere „Literatur" 2).
3. Die Definition des türkiscben T£dmm: _léf..... o<.^XM
(SXl>l <öLXJji> ^<\\^L* (ji\\X*Jjf y?.y&2 & Xf y_j (jOxjLS\' ^^Xjf
iLÓ0 ^aS" (5XjlX-IjI <^lmjJSyJ — L.El ...J V_^jL_>( 0-S3Ó      .=*Lfct
8Jkjü»»j 5 JcXJI lXax^ (<*A** 8<XXa**j &u«&JLuJ> (sic) lj*,*..cÜI Jkxe
(jM-°J J-fr-*» J5-V* (J-f-^4^9 ^^~s\' ^^ i^-*^-?^ isé***
OuLx» itf\' kXaxa.^ s^*^=»^ kJIsU-wj &Jjk.».!%j xJU*wJ« *SJj-^j
J^aij\' »iV?>* ^°9^M vtXJtXjL ^j ,tX:ys\\;_tf ^JöJj^iyd J04
4. Die Definition nach dem MuMt-\'al-MuMt: s. v. o>»svj:
&JLT (jlxjy Jla» jjx s\'^Ue &o**Jt J.tfl _iUa-o\' ^ va^sxJI
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Die Mischwörter im Arabischen.                                  145
5.   Ganz allgemein wird das o>-s\\ó auch als ^aS\'wJ» aufge-
fasst: Sm., I, 233, 18f.: ^^J! Jjua. JUS (^Isv-aJ! ^Jj)
6.    Die Bilduug von „naht"-Fornien ist selbstredend keine
willkürliclie (s. auch 8.b)), sodass „naht" und „Wortbildung"
sich decken würden; auch sind z. B. die neben JJU* unc^ WtX*i
etc. hergehenden, gleichbedeutenden Verba Jdüö und tX«r» etc.
keine ESj.sv.jUe xjli\'; das meint 3U&.i> ^jj! in seinem o^JtfJI
mit der bedachtigen (aber überflüssigen) Bemerkung: Sm., I,
233, 19—21: siX.-s.lj kjS lj^o ^j^z Xf cU-Xa-t (Jj-*£> I—*-5i
1                           ra
7. a) Wie das o^só in der Nuüenbildung im Allgemeinen vor
sich geht, darüber citirt Sujuti aus dem 1 <\\ ^11 folgende
Stelle: Sm., I, 234, 3—5: y^ Jc-uê ^Jt Ju^oJf ^ JÜÜ
\' ^mJÏxC (JMAÜit tX-A-^ tcr-"} iS)4^"** ;ttX-\'l (Xa£ (,«—\'\'^ Z .wAfc
b) Aus solchen Nisben werden weiter Feria gebildet:
Sm., I, 234, 5 f.                    und ij^i 5 ^ » >• unter Nr. III, 1) u.
Nr. III, 2).
c) über das „naht" im Nom. propr. j.ff°,.->■ I^ existiren
zwei Erklarungen: Sm., I, 234, 6—9; s. Nr. III, 1).
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146
Max Grünert.
8.   a) Die grammatische Schulansicht über den Process des
„naht" im Besonderen spiegelt folgende Erklarung des JJLo ^o!
in seinem Jo^^aJI wieder: Sm., I, 234, 10f.: ^yt -JLo Jü>
b) Diese Msbenbildung beschrankt der grammatische Pu-
rismus nur auf wenige traditionelle (Jtyi.s\\jo) Falie; darüber
Sm., I, 234, 11 f.: (naml. des Ju^*üJI) s*y& _i ^Ias» ^j| JUs
i-js~jiJI xJÜLs L* «_U_x> JÜLj L J»! \'t>wL> 51 |jCskJI lt\\_»5
".....JójAS*«JIj ; es folgen die Beispiele: " , ,•?, « e , J^du* ,
^««jy» - ^^aac u. ^JU*J; s. Nr. III, 1. 3. 4. 2. 5.
9.   Sogar zwei ganz verschiedene Eigennamen können durch das
„naht" eine Nisbenbildung eingehen: Sm., I, 234, 14 f.; es sind
die beiden Beispiele ^Ujl/L& und JcJUa» ; s. III, 10 u. III, 11.
10.   Als naive Schulklügelei muss jene Erklarung angesehen
werden, welche die arabischen Philologen, voran \'Ibn Faris,
von der Msbe .iJvl, als unter Vermittlung eines {Jl\'Ji aus Ij
JCj entstanden, anführen: Sm., I, 234, 15—19: s. Anhang A) 7.
11.  Nicht als „naht"-Bildungen sind Wortkürzungen, in de-
nen eine lantliche Verschleifung zweier bedeutungsverschiedenen
Wörter zu einem ausserlich einheitlichen Worte stattfindet, auf-
zufassen, wie z. B. die (nach arabischer Auffassiuig durch o jk*.,
nicht durch *LèiS{. entstandenen) Bildungen: ^wiOu für «_a_j
v&>j.aaJ! u. s. w.; darüber Sm., I, 234, 19—22: _l_sv._£j| ^i
ur&J rUdi» f4j£ j> jj CJLi V^iM ^if r^|j &^ u^
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Die Mischwörter ïm Arabischen.                                  247
jjo ^yXxjo ^juj^, \'oófe, oJix tyu ur^yjf ytW riüi
** ----------- ---\'----
li>l Uoli \'jvasx-^Aj^ r*A*«b d-*-* xi** JI *if L$a£ »gM JLLuJ*
"iiJU3 .ovJs! 5Ü *iUI j-^j\' i*J; vgl. dazu Zamaliéari, \'al-Mu-
fassal, 196, 17ff.; s. Anhang. B) 1-7.
12. Über uneigentliche (kxt& trtïvtiriv construirte) „naht"-Bü-
dungen s. Anhang, A) 1—7.
II.. Die Literatur über das „nahf.
I) 1. Die ausführlichste Monographie über das ofc-sxi ist
wahrscheinlich daa verloren gegangene ^.jue.LJf xaaaj\' ^LxS
i_»;«JI j.^i\'jjjo yyj.s\\XiJ! (^JLe des yjJa£\\)\\ ^ vA^fexM JLc jjl
-iUxlf ^-wjLaJt; dieses Werkenen, im Dictat etwa 20 Blütter,
kennt Sujüti nur aus der x.».>«J> von Jaküt\'s ^LaSII *^.ju«:
Sm., I, 233, 3-11: ;*$kJ| J^ yS\\ £^JI fjc* ^ oÜ? düS,
c5ix ^AfsLJt xaaaj «U-* L?U5" ^LaJI (S_w«LaJI «jJa^vJI ^jo
«yyib SwS\'ö UjIj &aJLc oJJ\'l jvJj \'ujlII pXi\' jj.-x ^sU JI
^.U v»ydf JfeUII ^ «jij Ue tf*^UJI jAgfa.lt ^^SUJI ^glaJLJt
cjj.sv.uJI o»«Jt |»^-^ ^-i ^-Uj ttXJS JLa.3 ^Ja^kiLw JULjo
sbsoJI
ij^-w v^—* cjj-s\\_a/i ^JasN.JLci.i \' stX-^-l^ L^JLjts\\j> .j^JUA^
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148                                           Max Grüncrt.
\'**)) ij-->j&* y3^ ^ *A^* b»iL«Q "**J^ Lfc**;** ^ Sy**ï
2.   \'i&» Jftii a) im iüÜJt u«joUü> v1-*5\'1 Sm-\' *> 233\' 2f,:
U-juUi* ujLS\' ^ «*y»7* ^ U*£ AS, («ril. \'Ibn Faris) JU
\'JUüJI
b) im SÜÜJI &üi : das cmbüJI <->W: ^m,> *> 232>
23—233, 2; s. Definition 1).
3.   flfdRit a) im Kitab fikh \'al-luga, Cairo (Lithogr., 1284):
99, 10—15 = Bairüt (Druck, 1885): 206,12—207,3. - Su-
jüti citirt daraus drei (s. IV. 6. 11.8.) von den neun Beispielen
als Zusatz (of) zu den aus anderen Quellen schon erwahnten
Beispielen.
b) speciell im 2. Theil des Kitab fikh \'al-luga:
Sirr \'al-carabijjat); s. Definition 1. b).
4.   a) Sujtttï selbst behandelt in übersichtlicher Weise das Thema
o*jaü in seinem Muzhir fi culüm \'al-luga *), im 34. e «j, unter
dem Titel w>s\\aJI \'tëjjuo mit dem Zusatze: ^IJUI ^j-* &Xiyiuo:
Sm., I, 232,22—234,22. - Der %.dmm (s. Definition 3)) verweist
darauf als auf die Hauptquelle.
b) Dieses Capitel ist excerpirt in \'al-Bulga fi \'mul-\'al-luga
(dem kleinen Muzhir) von Muhammad Siddik Hasan Han. Con-
stantinopel (Grawaib-Druckerei), 1296; s. 67 f.
5.  Die von Sujüti in seinem Muzhir fiir das ot^ó benützten
Quellen sind: a) \'Ibn \'as-Sikkit\'s \'Islah \'al-mantik und das darauf
bezügliche Tahdib \'at-Tibrizi\'s: Sm., I, 233, 11—15; daraus die
Nummern IV. 1. 14. 5. 4. 2. 9.
b) \'al-Farra\' (wo?): I, 233, 15—16; daraus An-
hang, A)5.
1) Edit. Bülak, 2 Bande, 1282.
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Die Mischwörter im Arabischen.
149
c)  Ta\'alibi, Fikh \'al-luga (s. oben 3)a)): I, 233,
16—18; daraus IV. 6.11.8.
d)  der §ahah des Gauhari: I, 233, 18—19; daraus
IV. 6. 5; III, 1) c); ferner I, 234, 3-8; daraus III. 1. 3. 2. 1) c).
2) b). 1) b). I) 1); ferner I, 234, 19—22; daraus Anhang, B) 1—3.
e)  JLa-sO ^f im ^j^juJI : I, 233,19-234,1;
daraus IV. 14) b). 4. 5. 1. 9. 14. 3. 13. 6. 7. 10. 11. 8. 2. 12.
f)  die Gamhara des \'Ibn Duraid: I, 234, 1 — 3;
daraus I. 3.
g)   \'Ibn \'al-\'A\'rabi (wo?): I, 234, 8-9; daraus
III. l)b).
h) \'Ibn Malik im Ju$«udt: I, 234, 10—11 (De-
finition).
i) \'Abü Hajjan im _ .»& dazu: I, 234, 11—14;
daraus III. 1.3.4.2.5. \'
                C
k) ^UyÜt ^1 im ^yc^JI: I, 234, 14-15;
daraus HL 10. 11.
1) \'Ibn Faris im Mugmil: I, 234, 15-19; daraus
Anhang, A) 7).
Das Muzhir des Sujüti erwah.nl also 33 Beispiele; die übrigen
(27) sind gelegentlich bei der Lectüre gesammelt.
II) Gelegentliche Bemerkungen bringen:
a)  Dietrich, Abhandlungen für semit. Wortforschung, Leip-
zig, 1844 (S. 282 f.); Freytag, Einleitung, 55.
b)  Schwarzlose, De linguse arabicse verborum plurilitterorum
derivatione, Berolini, 1854. (S. 28 f.).
c)  Goldziher, Beitrage zur Geschichte der Sprachgelehrsam-
keit bei den Arabern, III (Wiener Akad., 1873), S. 17.31.
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150                                            Mbi Griincrt.
d)  Fleischer, Kleinere Schriften, III, 45 f. (bringt den Ar-
tikel owsaó aus dem Kamus behufs einer Berichtigung zu
Dozy, Supplément aux dict. arab., II, 645.); ferner ebenda,II,
50 f. (Beispiele für die I. Classe).
e)  Andere Literaturnachweise folgen gelegentlich bei den
einzelnen Classen und den verschiedenen Beispielen.
III. 8ammluiig von Beispielen über das „naht".
Zur I. Classe.
-] *£•
Ju^vJt „der Hagel" (eig. „Frostkörner"), neben IjüsxJI.
Sm., I, 234, 8 (s. Cl. III. s. v. ^U*); M. s. v. Z^>: JLib^
t5-lXccJI kaAJU Is v^a>»3 (Jt*-1\' V-^5 (•\'-♦*-" V^- öydJ: s. v.
yJLJLaxJt wird* diese Verbindung nach den Grrammatikern als
v_aa*J! _!! ^IwJ\' xi^\' bezeichnet.
lm Sprichwort erscheint: lal». ,^ i>o! ye „er ist frostiger
als Hagel" ; doch wird dasselbe mit Varianten überliefert: a) Zalé ,
nach M. s. v. JLw&. die jol.» des *>Sk*Jf ^jj «.«.ê ^j! ; b) Freitag,
Prov. Arab. I, 196 (s. Nr. 156) jLa; c) Jaküt, Mucgam, III,
602, 4 ff. Zflj,g mit der von oZx^JI ausdrücklicb bezeugten Aus-
sprache (vgl. dazu III, 606, 7 ff: i>IaJ! «js......«_«_*.£, und
wei ter Zl. 11—16, wo Lüié als metrische Licenz (sic) des Na-
heren erklart wird).
In dem von M. s. v. Juê citirten Dichterverse:
"i\'i               °                   \' t             i ■ t " i i - f ^
CU _L»flxi\' &iux ^j» ^>-j) j! # t>>L.j «_ï v_*_c LJOL-i ,jl_5
ist das Wort durch poëtische Licenz getrennt, und daraus mag
das "Wort ^^^ (s. M. s. v. »£a».; Jaküt 1. c. [Oj^JU **»»( v_**J|j])
deducirt sein, für das ich in dieser Bedeutung keine Belege
finde.
Demnach hatten wir folgende Formen für den Begriff „Hagel" :
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Die Mischwörter im Arabischen.                                  J51
1)Iïa&., 2)!JUa., 3)Iüaê, 4)Jui, 5)Ziu£; wovon 1) die clas-
sische Form, 8—4) wahrscheinlich dialektische Formen sind,
denn in obigem Verse ist ,_*é zweifellos = i^; zu verwerfen
sind wol Freitag\'s JÜa und Jaküt\'s t^lr \').
2.   ^JisvLiJ! „der starkhömige (mit zwei oder vier ïïörnern
versehene) Widder".
Sm., I, 233, 7. 9 (s. Literatur I) 1)); M. s. v.: x) ,j£-*JCJI
3.      ^ï<v»M: eine Art kleiner Datteln.
Sm., I, 234, 2f.: U*l ikto i^U—l Uj»j \'j*zM ,j-x> y^-s
\'^iyjxjo t>)} f*s*Ló) &\'y3\\ y#} |vsxc IJuö.|j ; M. s. v.: v_>j-4
\\\\jue j xi\\ ^jjo ; zu |*a.Li (wenn nicht etwa ^-Lè, s. Jaküt, III,
459, zu lesen ist) s. Marasid \'al-\'ittila0, II, 177, Anm. 3 [Flei-
scher, KI. Schr., II, 50].
4.   JUllJI „das Capital" für JLJf JLlT» Fleischer, KI. Schr.,
II, 51; davon das Vb. JVvj „capitaliser", Dozy, Supplément.
5.   \'O , l| „das Rosenwasser" fur OslJ! *Lo, Fleischer, KI.
Schr., n, 50.
7                                                                                                                                           w
6. ,1 Jl ^.-gvM „die Weihrauchkörner" für ^Lx-JUf
Fleischer, KL Schr., II, 50.
7.  -l^-ywf\'f «der Nussknacker" zweiVogelarten,Fleischer,
; \'\'
                                              1 KI. Schr., II, 51; Dozy,
8.  -.IL«JÜI „der Mandelknacker" Supplément.
9.   jSIlé, eine dunkle Traubenart, für JJX!| (Jjjlc (M. s. v. ^wtft
u. Ju), Dozy, Supplément.
1) Oder es sind Formen mit _*uJL^\\J\' des r, oder Bildungen wie .*
Einleitung, S. 141.
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152                                         Max Grünert.
10. uüiXc. „prunus" für JuJI ^lé, Dozy, Supplément.
11.   Iaa-oJjJI „der Zimmt" (eig. „das chines. Holz"), Ad-
ject., Fleischer, KI. Schr., II, 51; M. s. v. .«j.
12.  ^JOJ&j aJI „die Tamarinde" (eig. „die indische Dattel"),
Adject., Fleischer, KL Schr., II, 51.
13.  über m^AJLe s. zu III, 1).
14.   JfrjJqlS (Schrift gattung): g&JÜ -f- (J*^*3 •
Zur II. Classe.
1.   , ku ■A „gedrungen, stark gebaut", Epith. des Löwen.
Sm., I, 233, 1 (s. Definition 1)); M. gibt noch S la ^ <l
(Freitag , t» °. "* * sic): ^è\\ )\\ tX_*v^l; sonst sind Epitheta des
Löwen JajLóJI, iaLó^S, also vonder Wurzel Ja^a („der Packer,
Fasser"); ferner La-<^ > )y-*-^> > y**** > ^1—*-^ ; f)\\-*-é > ^ao
von der Wurzel y^ó („der Springer oder Gedrungene, Driin-
gende"); als Quadriliterum müsste es erklart werden aus 1qju&
s > da Insertion von Ja fraglich bleibt.
2.   -JdLo „robust, von starken Pranken", Epith. des Löwen.
Sm., I, 233, 2 (s. Definition 1)); M. JuduÜt, «.JLaJI, Ju^t
-(>iLé _ yiLssJ! (mit Vs. aus Mutanabbi, 554, 4 [v. Pierden]);
Zamahéari, Asas: ^iL-a *.i>iL«fi J^S*-\' y0- nocn pUXJLaMj
das Wort als Quadriliterum deutlich aus JcJLo »; in ,.J^aJI
ist der Hauptbegriff das „Stossen".
3. (J)iJló,^.ó a) vom Tone „schrill, kreischend", b) vom Weibe
„keifend".
Sm., I, 233, 1 f. (s. Definition 1)); M. &JJk&J\\, ^JLl^aJf
tXjtX-ti-M cyl^si\'l |jM« (JjJl <io4o.lt. ,».s\\*JI; ebenso Zamabiari,
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Die Mischwörter im Arabischen.                                  153
Asas; Hariri, Makamen, 419, 4: ^>ló. (Jfc;^ u»\'""*^ JuiijLi
ig.jirfigi^\'; dazu bemerkt im Comm. ^-. Jxjf! o.ya» ^o «315^
*LgJf L^aJ( Lxyt^ax JLj^aJf {jjt y\\ Jl>JuÜI ui>^«ajt yt>^ (Jj-LaJI
4gJüw i«i>L>U oüülj oLi.M y i>LaJtj; der Plural ^yiA^Ló
Zamahsari, Mufassal, 78, 12.
Das Wort dürfte ein reduplicirtes Schallwort sein.
4. 2£*J „aufwühlen, durchwühlen", Kur\'an, Sur. 82, 4: !<>!«
«yl£*j \')}**$\'> Sur. 100, 9: ^•loJ! -i Lic C**j !<M Aju &it.
Als o, -gy4^ bespricht es \'al-Baidawï zu Svir. 82, 4: J-a-s.
UaAj JC^u s**iiJj &*m*jS ï\\S$\\ »!«j óuu jj-» ^._S*_jo x_il
Als Quadriliterum ist es entweder a) vióu ; :
Zamahéari, \'Asas: LgXfrui» JLs \'5)L>I sou^ "5-^\' «^V
**L<ill yajLj\'; Zam., Mukaddima, 280, 9: \\y*Si\\ \'3jó—yi\\
\\]&)y$ èjf yip-, ibid :                           _______________
«&&ƒ jl (jdJ j .Jle saó*j w^\\ **** s-isój ê\'-^\' r***
\' toyioJüJ.; im Kitab \'al-Gelalain zu Sur. 82, 4: IajIjJ\' v^*
Itfbyi óJt?^; zu Sur. 100, 9: ^ ^y*&H ^J U) _ «-&-t^ -a$I
oder es ist b) Jx* -f- inserirtem e .
Frankel, Beitrage zur Erklar. der mehrlaut. Bildd. im Arab.,
25, will die Bedeutung „zerstreuen" von j_£j, aus ^ «_aJL*
erscbliessen; allein in "1*1» ^Jtf" (sic) ist j.ajL> bedeutungsloses
eut.                  ~^ r"
Nebenformen sind lüïü, Freytag\'s Jju (mit é?) und Dozy\'s
>Xsso (mit *a>).
5. jjMyUA^ „Feuerstein"; Wetzstein zu Delitzsch, Psalm. 114,
8 {{juX^. „schwarzgrau s." -f- <jhjü>a. „hart s.").
6. Okjla» „Felsblock"; Wetzstein zu Delitzsch, Psalm. 114,8
(t\\JL> „hart s." -\\- Jt^a» „massiv s.").
VUIe Congres international des Orientalistes. —
Section aémitique.
11
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154
Max Grünert.
Zur III. Classe.
1. 4AAff (<£»))• — Gauhari; Sibawaihi, \'al-Kitab, II, 85, 16 .\'
Hariri, Durra, 155, 8; Gawaliki, Hata\', 149, 5; Zamahsari, Muf.,
92, 8; M. citirt den Vers:
a)   Siehe Defin. 1) 7)a; Sm., I, 234, 3f.; nach 234,13 gilt
die Wortform als JóyjL& jo; s. Defin. 8)b; nach Sujuti, Lubb,
175, ist es die Msba zu 1) ^ oljLe Jux jjj (\' ,j**4-ci <\\-^c
L»aj\' (Stammname; Mubarrad, Kamil, 7 Stellen; \'Ibn Kutaiba,
34; \'Ibn HisYim, Sira, 84. 87. 95) und zn 2) (Xx*L ^ •*,tA Ju*
b) Dieser zweite. Eigenname erscheint schon selbst, in der naht-
Form yu.ï.&fr (Stammname; Mubarrad, Kamil 641, 18; \'Ibn
Kutaiba, 38); s. unter Defin. 7)c; I, 13); diese Form ist ge-
wiss nicbts Anderes als das synkopirte ,..ft t .*. (V . o; die
arab. Philologen aber geben davon folgende Erklarungen: a)
= <j~ & v_*ê , Sm., I, 234, 6—8: {jU^i,.^s. Uëlj (Gauhari) JU»
xlwsl Jj-a-> Otaüf jj-j )j4&. Lj! ,jli |VA4J" (jj sUx Jlk ^^j
\' t>lllt y»j lï J^c. ^ Jua. IjJli\' Ltf "Lsül; M. hat noch den
Zusatz: L-«ó_>t oüLdaJ iX-jij u. s. v. La_c : (*jL_S\' ,!*£ JIïj. ;
u. b) = (j*..*.^ t^, Sm., I, 234, 8f.: «*J ^\\^\\ ^ JÜS,
Ltfj-xiaj^ LgJ<X^ ^JC ^| JtXjtJ! *v_**Jfj C«..gJL (_>«♦-«£ *J!»-c
c) Davon ist das Verbum 1 & ïri\'< gebildet. — Siehe Defin. 5) 7) b;
- O -          3 0-
1) Entwcder (jw-*-w Aac (wo jjm^w Femin.) oder tj»* J& <A_4_c (wo y t \'■\'
Mascul.); darüber ausführlich M. 8. v. ,j»_4.*i.Jt u. Fleischer, KI. Schr., I, 653 f.
(wo auch .Kinigcs zur Literator archieolog. Inhalts); jj*»-4..£j) iAas (mit Artikel)
ist nach Dozy, Snpplém., «suleil, tourncsol (fleur)".
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Die Mischwörter iin Arabischen.                                  J55
Gauhari; Sm., I, 233, 18f.; 234, 5f.: 131 J^yi fö£ JU,^
also Analogiebildung wie 1jJ*aïj\', M. u. Zamahéari, \'Asés (mit
Vers); ójj£S (M. <Xi>o ^ J^j &i)5 pL!*i3 = |Jui (M. s.
jJL,) etc. etc.; fehlt in M.
— Gauhari; Mubarrad, Kamil, 622,8; Hariri, Durra,
155, 9; Zamahsari, Muf., 92, 7.
a) Sielie Defin. 7)a; Sm., I, 234, 4; nach 234, 13 gilt die
Wortform als Jb^jLs^o\', s. Defin. 8)b; — Sujiiti, Lubb, 175:
yiuJLiü! iXl* ^\' (8C^\' j5*-ï-**-M) *^)y? ^«*iuaJI; dazu ibid.:
»ki ^jj JbuoJ ,jjo (j**!^" «J4* J5-" ^JuiM» wozu im Suppl.,
*                                             ES
Annot. 163, aus Samcani\'s i^Uóülf .-i: **i^* x-*-\'! v_>*wJCaJI3
öa£ ^1 ^5Jufi J*üj ^j\' ijjo; — M. s. Jux: ka*»j ^JujLH
ist Stammname; Mubarrad, Kamil, 81, 11. 16 etc; \'Ibn Kutaiba,
45, 4; \'Ibn Hiéam, Sira, 944 (yJÜÜ) <Jh* ***)• — Freyta&>
Lex. unter JL&lé! — Bin Dichter heisst ,JÏ ri t| bei Jaküt,
Mucgam, III, 824.
b) Davon ist das Verbum ,j^Juij\'. — Siehe Defin. 7)b; Sm., I,
234, 6: (jJaaJI Juju (jijü lót u^JuiSj-----JUüj; fehlt in M.
3. |gjc.V..!-/■ — Gauhari; Mubarrad, Kamil 622, 7; Hariri,
Durra 155, 8f.; Zamahéari, Muf. 92, 7; Gawaliki, Hata\', 149, 5.
Siehe Defin. 7)a; Sm., I, 234, 4; nach 234, 13 gilt die Wort-
form als JbjASOe; s. Defin. 8)b; — Sujiiti, Lubb, 174 : ^JuiJI
is*& (J-? ;\'^\' «^ ^ *l» L..»„g,.svJLA^; urid ebenda 101:
,-^ii\' ,jj stJJ! ist Stammname; Mubarrad, Kamil 142, 6 etc;
Ibn Kutaiba, 34; \'Ibn Hislm, Sira, 68.75.83.
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156                                           MaxGrönert.
4. " nx «! \'« — Nach Sm., I, 234, 13, gilt die Wortiorm als
Jb^Asx*; s. Defin. 8)b; — M. s. ,ƒ**£: ,jjo itaUa» u-Jj^\' 57*1?
»!jJ «4lp .i\\& ^\\ S\\ (sic) ^Sli JlXJ! ^gJI iU*wuJfj »7jl&JI
^*-iyï Lgjli ;Ul ^1 ^LlAJI; — fehlt in Sujüti, Lubb *).
1 ^ V- — Nach Sm., I, 234, 14, gilt die Wortform als
ib^A£uo; s. Defin. 8) b; — Sujüti, Lubb, 56 : ^.xiJU ^JUjyÜf
«y^UI jvlj\'j s-Lyj\' SjJju ^jj\\ «JJt *jö ^1 p»^_j (sic) «xjt *_ój
vjjü j^jo ^vkj; dazu die Notiz in dem Suppl., Annot. 46; —
diese im Lubb angegebene Aussprache " 1 t « v ist aber gewiss
unrichtig mit Rücksicht auf Einleitung, 8; Gawüliki, Hata\', 149,
sagt ausdrücklich: J| a£***j 16! (sic) ^J\\ ^jJu ^JLilxJf iJ^Uj
Jv-* ^gJI y_*—«JÜI ^-i ^J*-*-* Jyij (sic) 1^5" «yiÜf *JLï
6. ^JJx- -Sujüti, Lubb, 174 : (.....*t; UfrSUüb ^ JujiJI)
„ e
^1-iJ! ^ó (Xa-c ^gJI JU^Jt« ^jjyüjj, nach der von W(eijers)
in den Noten vorgeschlagenen Emendation; zu ,gy&JI .<i vgl.
Krehl, Über die Eeligion der Torislamischen Araber, 49 ff.
O.                £■ - -O
1) Lubb, 241, steht: <(j*JjtK L?;*\' ^\' b}**3 <sic) i^**^5^*** (sic) ^\'r*^15
" s»:                                       ~                                »
Zamahsari, Muf., 92, 6, gibt ^$*y* (""t einem Vers von Du Rumma ala Beleg) und
3 o.
Janacli Gaspari-Muller, Arab. Gramm. (5. Aull.), 116, ebenfalls (_gs.<« als Analogie-
S o -
bildung zu ^-fcXj (114), was noch fruglich erscheint [ebenda steht die nur dureh
ein cLkij zU erklarende Form .i-V0\' •***\' ig*J* ]; nacn ^er Angabe im Lubb aber
(..-jJL^Uij) bleibt nichts Anderes übrig, als ^j> zu schreiben; übrigens hat üe-
renbourg in seiner Ausgabe des Sïbawaihi (al-Kitab, II, lil heide richtigen Formen:
S ..
        S .o
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Die Mischwörter im Arabischen.                                  157
7. JjJ4* • — Sujüti, Lubb, 174: (.....J^ U^Uaj ^JuaJI)
yjJaj xJÜt dJLé ^U, (J>1j*)f ia*»\'^J xJÜI 4\\I* X^i* ^1 ^^»j
«Lol^XDI ^ |»(J? y^j «1)1 jJi ^jL, ,j5£-^ ^; — M. 1)
J^JU^JU J^ajÜ! riUt 8«>L*^ JjJül; 2) j^ ^JJ4iK
jJLé Jl Ija*ó Uf «JUI tX.lc Jl iL«ó Jt>j (s. sub v.) «JoLüf
Ldjt ^JuiJI JUb,; Hafögi, Öift\' \'al-galü, 154: ^ ^jjji
^■^Ul Jux Jy^j *** -kJUi\' *-*L*Jfj; — Jaküt, Mucgam, III,
603, 21, erwahnt noch istytydu* jLoJlJ **»,! JjuLé .
Anmerkung: Diese sammtlichen Formen sind Nisben von Eigen-
namen im \'Idufa-Verhaltniss, deren erster Theil &!£ ist (denn aucb
*aj ist == Ju*); llariri, Durra, 155, 7f., sagt, dass solcheNis-
ben in naht-Form meistens von diesen vorher erwahnten Eigen-
namen gebildet werden: jJLé xJ^I L^i <i)J& IJU*X*( Lo lis Li
^Jl !",« A*f lj«-»»w tXJLé _JI ,_*^»jJI ^j fjJL&i; — doch sind
sammtliche Bildungen gegen den i^Ló\' und nur durch ein even-
tuelles (jmL^-aJI gestattet; eine Ubersicht zeigt aber deutlich,
dass das ,)*LyL.\'! solche naht-Bildungen notwendig erscheinen liess:
(J-\'-AÜ
U«Lo *xè
[£*♦»]
(JMAftJt JuLÊ
f 0 f
<5<***
... O A ^
?
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Max
6 r ü n e r t
u*-Laï u" ^\' yf^
;ljjf J^i
&)}*
^;tXli
v£**
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rijy^j
8 -„,
(JU.Ï) xifl jJÜ ]
aJÜI iU* jj! j
\\&±£\\
2,-,,,
«Jut ^)
n
[i*
(JJJ.AÜ.M .wol
«5\' ■>
158
8. ^jSjjJI. - Sujiiti, Lubb, 104: ^yCwJIj ^aaJLj <^ji\\jJ!
oi-lï oltX*AJ &JLsv>e UU! »(»> Jt SUa^^o ^Kj oUUl ^-*J)
e^Xj\\ ^\\J\\
JotXiöj oLiülj o!Jl &ZAS J^ljJ! Ijk/j; ibid.
101: egü\\ (>IJüLo 5U.su» tiül j\\è ^\\ ^p^IjJt oJj\'; wie
auch in dem Suppl., Annot. 92, bemerkt, ist («lijldJl Nisba
zu einem ,-*•»< Vr*^r* wie aucn ^-A^iSfiXll (Lubb, 101; Jaküt,
Mu\'gam, II, 523,7; Fleischer, KL Schriften, I, 246); Jfiküt,
Mugam II, 522,19, kennt nur ^üi.ljj!; dagegen ist ^yjj»jjt
wie
, "«Jué etc. gebildet.
* - •-,\',
9. J^paJt. - Sujüti, Lubb, 167: *lkJ! ^Jüu J-^^Jf
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Die Mischwörter im Arabische».
159
.jLiwyxk; vgl. dazu Suppl., Annot. 150 u. Groldziher, Beitrage
zur Gescliiclite der arab. Spracligelehrsamkeit, III, 17 (527).
10. {gUjÜA (od. ^.p ■>..»,.» AT). - Sm., I, 234, 14 f.: ^)
Siehe Defin. 9); — die Bildung abnelt ausserlicb der vulgaren
Aussprache von ^aJ^oj) statt abJaja.
11. <yul^- - Sm., I, 234, 14f.: ^ ^^x^^S ^J,)
S. Defin. \'9) u. oben Nr. 10.
Zur IV. Classe.
1. RJUjmaM (abstr. Verbalnomen zu J^<Ió) „das Aussprechen
J. -o
der Formel sJÜ!
a) Sm., I, 233, 12 f.: jg\\ lót XJUlJl ^ y^t «U JUb
all! (sic) **»b JyS ^jjo ; 233,23: *JJ| (sic) ^b Jjj> SJUJllI^; -
Ta\'alibi, Fikh 206,15: »JÜ7 {JL* JyS iulXa. RJUllIf; - M. s. v.:
(Jjjflj. SJUO iyi&.Lo .J8. xXli |VMO JU &.X.4-SM..S J..=»*JI JC >-W..1
____________                               p-                                                              -* »
V.                                                                                                               ------------------------------------------------------------                                                                                                                                                  &
«XJt |V«o jv^J\' ^J-e j,üL*«y| JO^j (^tXSJl f)}^) &^) V^\'
" Lj*>*a3 JfcUJil! ^JLc ^1 (Vfr&\'JI ^^l^vJI; — Baidawi, Comm.,
II, 390, 13; - \'Ibn cArab-Sfih, Fakiha, 162, 25: XJUlill J*^
«wlx». &JLa**s\\JI« sf Jujc (dazu Note in II, 98); — Hariri, Comm.
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160                                     Max Grünert.
zur Beduinen-Makame, 334, 2.4f.; — Zamahéari, Mukaddima,
281, 1: oJtf «.JlJt |VmO Ju««J\'
b)  Über S^JuóJI ü«U*llfl u. oi_^v-»JI iULiJJJl und die
Schreibung aJUI *JLi u. «JJ! *-lb B. Hariri, Durra, 199,9—
200,9; — über xJLÜJJl als Thema der Kor\'an-Interpretation 8.
\'Ibn \'aKKasih\'s Comin. zur \'as-Satibijja (ed. Biïlak, 1304), S.
32 ff. und (ebenda am Bande) \'as-Safakusi\'s Gait \'an-nafc, 8. 21 ff.
c)  In allzu grosser poëtischer Freiheit gebraucht Mutanabbi,
247,13, das Nomen ÏZ.? „das ^m^ (pwb)" für jJUf *«o; vgl. dazu
die interessante Commentarstelle (ed. Dieterici); nJJ\\ ^j als ein
Nomen steht auch im 1. Vs. der Satibijja (ed. Bülak, 1304), S.
3: . ... xJÜt ivwmu «yl«X» •
d) lm Türkischen und Persischen bedeutet J-JLj „erwürgt,
gesclilachtet, geopfert", eig., „worüber das «JU| |VkWj gesprochen
wurde", ferner ^(jlTjLf^o „erwürgen, schlachten, tödten" und
sÜjU-iIo das „Schlachthaus".
2. sjüx^üt (abstr. Verbalnomen zu JüuuL) „das Aussprechen
der Formel dttX* óJL**" (»möge ich dein Lösegeld werden").
a)  Sm., I, 233, 14 f.: ^^e, [.....^ jJS\\ JcS JLiLs]
JliXJ oJju*. ^m ^1 istXftisaJI
b)  Eine Nebenform ist RAJliLsOt (mit dem J von Juua.),
so Ta\'alibi, Fikh, 207, 2 f.: d*T«Xi ^XxL Jy! &j\\£*. XJÜlAsJ»; -
M. s. v.;—Hariri, Comm. zur Beduinen-Makame, 334, 2.6.
c) Dagegen ist die Form SUUaLsüt fehlerhaft, was von Sm.,
1, 234, 1, ausdrücklich gesagt wird : -iUb XJUtóül |*-gJj-*}
Ui»; daher ist nicht nur bei M., wo sowol ■_fiïff~- = Juu
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Die Mischwörter im Arabischen.                                        | (j J
als auch xJÜuisxH = JüJjusxJt angesetzt erscheint, sondern auch
bei Freytag, Lane, 430a, Fleischer, KI. Schriften, III, 46, die
Form mit J nach dem v_i zu tilgen; übrigens ist diese falsche
Form nur durch \\mAfo&3 des o in StXaxiaJt entstanden.
d) Der I. II. u. VIII. Stamm von ^Jlj i. haben dieselbe
Bedeutung (M. s. y. ; ZamaMari, \'Asas, s. ^<\\i II.
3.   JÜJuLaaJI (abstr. Verbalnomen zu JJLJÜ) „das Aussprechen
der Formel xllf [LlLL*.] iS*-»*^ " („Gtott ist mein [unser] Grenüge").
Sm., I, 233,24: *JÜI ^a!^ JjS SJilsül; — M. s. v.: xlilsü!
jjj! ■■*■- dü^S iülXa.; — \'Ibn cArab-Öah, Fakiha, 162,25 (s.
Nr. 1); — Hariri, Comm. zur Beduinen-Makame, 334, 2.5; —
v. Kremer, Beitrage zur arab. Lexik. (Wien 1883), I, 42.
4.  iJj^süt (abstr. Verbalnomen zu JJklsi) „das Aussprechen
(und Wiederholen) der Formel xJU tXJjBül.
a)  Sm., I, 233, 14: JÜJ^sül ^j [.....^ jSSl tXS JLib]
Jü «U^Jf ^o J; - 233, 21 f.: *JÜ J^sJ! JU» J Jj^; -
Ta\'alibi, Fikh, 206, 17f.: *JÜ JLüJf J^ *jI£* xJj^sJ»; —
M. s. v.: Jj JkÜJ! JL* UJU^- ^UJ\' JS-U-l — Hariri,
Comm. zur Beduinen-Makame, 334, 2.4f.
b)  Mit Beziehung auf die „Basmala" ist die „Hamdala"
(concret gefasst) der 2. Theil der Vorrede, die „Danksagung";
über xJtX ^Jf als <X».sJI xJUa». s. Hariri, Durra, 2 u. Note.
c)  Der IL Stamm von f\\ , Z. a. hat dieselbe Bedeutung:
M. s. v.: glo stX*a. si)! tx^ij all tX-*.saJI JU> Jia.*JI tC»-
si* Juu; vgl. «J oL^. = jj tj^..
5.  XJü]jjaJf [xAi^iJ!] (abstr. Verbalnomen zu i^J\'yó»- [Jjy^l)
„das Aussprechen der Formel aJLJb SÏI Hji\' £ Jl». Ü" („es gibt
keine Macht und keine Kraft ausser bei Gott").
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162                                           Ma* Grünert.
a)  Sm., I, 233, 13 f.: &^sü! ^ [.....^x ytf t 03 JUb]
juÜL $[ Sp y, 3}=> 9 Jy; ^ j£S\\ !<M gJjyaaJtj; — vgl.
233, 18 f.; — M. s. v.; — Hariri, Makamen, 441, G : ^JLtfOi
o^aJl»-. JcaLl». u. Comm.; Oomm. zur Beduinen-Makame, 334,
2.3 f.; — \'Ibn \'Arab-Öah, Fslkiha, 20,1: \' «:fiui^ \\sfs&$ &} »^yXi
\'*«^yu,f; Jj£p-j u- Noten (II, 17).
b)  Die Ncbenform xJLi\'LaaJ! (u. Verb. J..\'-^ &■), die Sujüti
oben anfiihrt, und die von M. 8. v. ebenso ausführlich besprochen
wird wie jüüLsjJI, ist in der That die haufiger vorkommende
(s. Ta\'alibi, Fikh, 206, 16f.; Arnold, Clirestom. arab., 43,1 etc.),
aber gegen die Analogie gebildet; Sm., I, 233, 22 f., sagt, im
Widerspruche mit 233,13, ausdrücklich: J».a» il J«J>\' JüülsüL
xJfé^saJI J^li oüül pf&J>£} cM^ o*** ^j \'*JULj iM S^J> il.
v_ÓAJUóJf i>*-i--\'l XaAx \'). Begründet wird die Bildung xJULssJf
damit, dass sie der Bildungsweise von JLj^L», Jt^t"-- etc- con-
form
sei, s. Sm., I, 233 (am Bande): (jó*j ,-i si>U\\ U# tX^J
&JUL iM syi Üj J^.a. il Jyji ^J o^^sül v^uüJij -iSffi* &"*\'*
&JL ..1Ó -_i LS" Jw-^oÜJ (J-.C Jiï fil IjUüc JÜCdl g>êXJu>
xJLssJL<« JÜjO-^j; femer M. s. v. &ÜJ°ys\\!\\ (von Fleischer, KI.
Schriften, III, 46, angeführt): Jjk_*f (scil. SL-SLJj-sUt) -.s&j
üuaüaJI ^i Ujo«.s\\j. &JjL«.^v.ilj; doch scheint der wakre Grund
darin zu liegen, dass die Nahe der Consonanten J u. (jj in
lautphysiologischer Beziehung sehr leicht eine solche Nebenfbrm
erzeugen konnte.
1) Vgl. Sm., Il, 77, 9 (wo dieses *X*}P» unter dem Nominalthema J»x*9 (sic!)
° \'                               M                      f f * to *
steht: auvwaP* ^i *J.Aj £*öJ^ ^y**j\' (_^^ r) XJLs^s=Ul.
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Die Mischwörter im Arabischen.                                  163
c) Das Verbum ijp*^ Cdas den Nebenbegriff eines leichten
Spottes in sich zu scbliessen scbeint) kommt in der Nebenform
fé\'LL.
(doch siehe unten die Stelle aus dem Asas) in der über-
tragenen
(gegen Freytag, Lex., der sie nacb Gauhari als selb-
standiges Verbum unter JjL» ansetzt) Bedeutung „alt, schwan-
kend, impotent -sein" Tor x) (gleichsam „fort und fort die Formel
J.»» ^ etc. als Ausdruck der Scbwache und des Unvermógens
bersagen" 2)): M. s. v. citirt den Regez-Vers:
Lo vam^ Laj.XmJ eü ^t^Jf ^JLü ^.x ijMCkjXtJ x.iLS\' ^.xiJU
"s^sO^ Jtddl l5Jix LLLi\' j»Ls\\JI ^, y i * LjJLo; — Zamah
sari, \'Asas: _Jó^ \'»>.^a ,-S> l5-Lc sjd-u tX. .A_cl ^jud\' J>*j**j
(JJ^sxj^ J^j^J ^y* 15*\' Mukaddima, 283,7: Ju^J! JijS.
Oj.A! (Xw jjü OA.SX*u
6. iUlilsJI (abstr. Verbalnomen zu Jila.) „das Aussprechen
der Formel [—ikd! JLi ^^J SjJLaJI -Ia ^i." („berbei zum
Gebet, [berbei zum Heil!]").
a) Siehe Defin. 1); - Sm., I, 233,17: ^lp\\ J^ kJUU^JI
_3UJt ^1* ^ s^L^I CJU ^i.; - 233,25; - 233,18 f. (nach
Gauhari): |vk-«w> (J-V* *-"-& U$* (ji^JI il**^ Jü»; — M. s.
V.: iSL*. ^ó. 8^-LaJI (5-Lt ^a. JU» JLUaa. ^«S^JI Jüia».
1)  In anderer Wendung transitiv = «3>i (s. M. s. v.) bei Sibawaihi, al-Kitab, II,
262, 2.
2)  Vgl. pers. ^5 ftJÜy> («der Haukala-Sprecher* =) *der Altersschwache*.
8) JLïj.#01 als JL rj 8 wie v!;}—\' > V^J^: Sm • lx> ^.B, w0 derselbe VerB
o .
mit der Variante jLi^s- stcht
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Jg4                                         Max Grünert.
libi, Fikh, 206,18f.: ^Jf ^S^-JI J^S &->UC* SOilsJt; -
Zamahéari, Mukaddima, 283,11; — Hariri, Comm. zur Bedui-
nen-Makame, 333,15; 334,1.
b)  Nebenform ist SJJuisb und für Jkil». sogar Jk^Lió (bei
Makdisi); s. über beide Formen Dozy, Supplém. u. de Goeje,
Bibl. geograpb. arab., IV, Glossar.
c)  Die beiden Formeln s^LoJI .JLt -». und —ikjül JLe -a.
heissen ^IxJlilsv!\'; s Dozy, Supplém. (mit Beleg).
7. g 1 gl <*. W (abstr. Verbalnomen zu J^l».) „das Aussprechen
des Rufes Ü»» la." („herbei, herbei!").
Sm., I, 233,26: ^^b (\' S* ^ [Jj-S] gl^I^Jt; - über
die verschiedenen Formen dieses Sta in seiner Verbindung mit
"la. s. M. s. v. _&.; Zamahiari, Muf., 62, 15 ff.; Lane s. _&,,
6803; richtiger (gegen Mufassal) sind in M. die beiden Wort-
teile getrennt geschrieben; zur Construction mit i^> s. M. s. v.:
>»ju Jjé ?.a\\i jj^iaJLaJI J"3 151 und Hariri, Makamen, 224,6
u. Comm.
8. syijojjl (abstr. Verbalnomen zu yiufo) „das Aussprechen
der Formel Jix jJÜf Jol".________
Sm., I, 233,18: JJ* «JÜI ,.!«>? «J^S gJiSjLlfj; — 238,26—
234,1 : jêI&JI J^ï ajLoj J^ê «JUI pl<>f Suwjjfj.....p-sV\'*\'
ys. rl,0 tft; — Ta\'alibi, Fikh, 207, 2: JLjUL*. 8^JLJ<xJ!
1) lm BAlftker-Tcxte zusainmengeschrieben bl^*^ .
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Die Mischwörter im Arabischen.                                  1G5
,*
iÜL* aJUt p5! J^-S; Hamei, Sifa-\'al-galil, 148,3; s. unteu
Nr. 11; — fehlt in M.
9. XJLsxlLJI (abstr. Verbaluomen zu Jl.snJu*\') «das Ausspre-
chen der Formel aJU! ,jLsva*«" .
a)  Sm., I, 233, 15: SJUxLLit ^ [.....^ yöf JJ JÜÜ]
alJI <jlsxL^ <j»» (5\' ï — 233, 23 : jdJI (jlsu»», JyS SLL^JJt; —
Tacalibi, Fikh, 200, 15 f.: JüT J,UJ^ JyS XjUC=> XJl^Llfl; -
ebenso M.; Hariri, Comm. zur Beduinen-Makame, 334, 2.5 f.
b)  Die Nebenform (wahrscheinlich uur ein ubj.sö des J)
von ()Ja>lL ist ^.svJLl; M. s. v.: «JU! ^LsxJL^ JU» Jj-sa-1*
c)  Der II. Stamm von aa*« hat dieselbe Bedeutung, s. M.
d)  Die Formelu *JU| ^Lsu-, xJÜ «UsUI, «JÜI ü! «J! 3
und uS\\ jJLJI heissen cjLó\'UJf; s. M. s. v. ^b.
10. üJLiu*>JI (abstr. Verbalnomen zu Jj£ü,) «das Aussprechen
der Grussformel IXlJx *^U*.
Sm., I, 233, 26: ,UyU f3H1 [JyS] &£lty.....f ljSf; -
feblt in M.
11. JüiliiaJI (abstr. Verbalnomen zu (J^Jlb) „das Aussprechen
der Formel i£l*Tjü sjjf jlfel".                                ______
Sm., I, 233, 17f.: liUjb *JÜ| JUol J3UJI JyS UALi\\; —
vgl. 233, 26; —Ta\'alibi, Fikh, 207, lf.: J^ï JüUCs* kïillklf
pJ! JUef; -fehlt in M.; - Hafagi, Sifa\'-\'al-gaM, 148, 2—4:
LSJUÖ. (jj| Jij \' SjJj* likUü JÜJt JUsT JU (Jllk»
(3*JÜ3jo U&JüA LjujJuc , J.SX* _i ouiJ .JUjCJ
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166                                       Max Grünert.
üLUb JUbI, Jj^ «Li rlJ» ^J JUb J\\\\ vgl. No. 8; — v. Kre-
mer, Bei trage zur arab. Lexikogr. (Wien, 1884) II, 11.
12. KjtXJül (abstr. Verbalnomen zu «alO „das Aussprechen
der Verwünschungsformel ii). Jlc xJUf óJtS\'" ?
Sm., I, 234, 1: luulZJL ..... f^iySS, ohne weitere Erkla-
rung; — fehlt in M., wo nur (wie Zamahsari, \'Asas 8. v. und
Mukaddima, 87, 23) die Formel steht; - Freytag, Arabum Pro-
verb., II, 400 (Proverb. 305) bat: "^ $S ^JUS asJUf ^1S
<&JLJlj
ü! viJU, woraus wol die naht-Bildung entstanden sein
könnte.
9 * - o ^                                                                                           - - o
13. XJLL&Jf (abstr. Verbalnomen zu J&&<) „das Aussprechen
der Formel xJUf *L& Ló".
Sm., I, 233, 24 f. (im Texte der Bulaker-Ausgabe beidemal
» - „ o ~
xjlC&x !): ^ili JUb \' xJUf *Ub Lo J^_ï jLJLLïoiJtj.....|*-$V^
"XjJü! stXje ^ >-i-^f \'<>t üJLl^J! ^aJÜ"; — fehlt in M.
und sonst.
14. JÜJUgJf (abstr. Verbal nomen zu JJllsé) „das Aussprechen
der Formel iJLM "§\\ ii\\ $«.
b e _________
a) Sm., I, 233, 13: XJÜU4)» ^, [.....^ ySTI Jö JUb]
jJÜf Üf *Jf ^ J^ ^ ycTf 161; - vgl. 233, 24; - Ta\'alibi,
Fikh, 206, 16: ^J| J^s JÜÜC^ klll^!; — Hariri, Comm. zur
Beduinen-Makame, 334, 1.2 f.; — M. s. v.: $ J\\j XJÜu» jJLlff
ÜiyéiS AJ\'o ^jo kïj&Jut {SJb} cM4* «JUt ï| xjf; — ferner:
,jjd (sic) 6^S.L yjej «JUt 3! aJI üi JLa ^LjLp\' ,j-*^JI JJbó
Sujbw*yütj (scil. ygfl) ïlLjLa*JI jj-jo (5j6j a.I.w, *.«.«,j
-ocr page 175-
Die Mischwörter im Arabischen.                                  167
(scil. \'Cm); - zu jJLi ferner Sm., I, 233, 21; s. Defin. 6); und
Zamahéarï, Mukaddima, 220, 9: ^jS\' xJUf iM aJI "* JdU; -
über JuJLaj Dozy, Supplém. s. v.
b) Die der Analogie entsprechende Form ware entweder JJü,
-£■                  &
*J$, &JÓ oder £L$J oder JJÏlf, iJÜJ; ist das s Ton JJÜLié
bloss das vorausgenommene g des doppelt gesetzten jJÜI? oder ist
eine alte IV. Form? oder eine aufgelöste II. Form (Frey-
tag, Lex., JJU» poëtis pro JJLje)? Das Wahrscheinlichste ist,
dass JUu», Derivat von JJUó (Mond-Cultus ?), nach Analogie von
Jki^lJ etc. gebildet ist, — Vgl. Anhang; A. 6).
15. XJO juijf (abstr. Verbalnomen zu vÜJJü) »die Summirung"
^ - - ! -
(eig. „das Aussprechen der Formel f &S* |J^5 JÜJó [„dies nun
macht so und so viel"] ").
a) M. s. v.: jd? xJuo cJ^ sl$jf &£Jti»i *-iL*&. ^JUj-i
ftX5. ltX5 JJcXi &jLu»a>. J. -2»! lól v_A~*ls>JI Jyj\' ,JJO SX.wi^\\X
\'«Uaxjuüj v^/Lw^sü! JwoUs. ^gJ! s»L&l; — ferner: 2UUj_iJ!
v_MMóJt -i ^116 (Jj£> tXi^ \' O.S\\aJL ~«.a»0 I j~#j \' l*se._3liajj
Dozy, Supplém. (mit mehreren Belegen); — Hafagi, Öifa\' \'al-
galil (am Schluss des Artikels ■•_•■ -, g*, wo er die verschiedenen
Ansichten mehrerer Autoriteiten anführt, kritisirend) 174,8—14:
JL»j L»Lx* JjLi SUCfj^M (5**^ (j«*xJ (scil. ou«^i) sj| 15
______[739,12] tsl&J! JÜ <*JLö «JLai «JtX*
L»«jo oyj\'l «ij, iUI jó Jit. * LeJJw oLm^JI (Jj-»ó LÜ LjLwi
-ocr page 176-
1(58                                            Max Grünert.
I^Jyü *_>L*sü! SLUa. ^ffj &XJJki «♦-» dUI<3uül C1 ^tX^tpt JU
i ,.
^                                 — ^ o -
KJuo fijij sLjjf kjLus» dUjó (j^xiLüJI _s JU\' \' \'i^yXjo oumjJj
(-^Ajl Ijjfj \\ÓS dUjj «Lub». lU-=»! föt xJji jj-X! X£wX£lX
b) Aus der Bedeutung „Summirung", concr. „Summe" ent-
wickeln sich ferner die Bedeutungen: 1) „Inhaltsangabe, über-
sichtliche Darstellung"; 2)„Tabelle, Register"; 3) „Anhang"; s.
Zenker, türk.-arab.-pers. Wb. s. v.; — Vullers, Lex. pers., 76
fïïhrt ein dÜjci (sic) in der Bedeutung „summa" an.
Anhang.
A) Uneigentlicbe naht-Bildungen.
1. UU „zu Jemandem sagen: ojf ^-?U".
Hafagi, Öim\'-\'al-galil 54,7f.: ^1 Jb sJ JU lil ^^lÜL t/ü
»<X$J lyU ttk$Jj \'viLtXif aJLet #ijj<\\a> yjlj ^Ulo^U* JU
1) Kndct sich nicht in der Ausgabe von Uieterici; doch steht im % Halhrerse:
(SWiXs ifj|j; dei Vers laulet dort: «Sic (die Edlen aller Zeiten vor dir, o Belob-
ter!) wurdcn vor/mr genaii geordnet, wie man die Kechnung (die einzelnen Posten)
nntereinanderreiht, und dann folgte, nachdem du gekommen warst, das iéLJI<A_s
(= die Summe) hinterher* (d. h. du bist die Summe der Tugenden, von dcnen jeder
Vorganger nur eine einzelne besass). Wahrscheinlich hat ein Abschreiber eines an-
deren Manuscr. des Ulwan den Plural iik_iiiA_s als plene-Schreibung für gLJiXJ
gehalten; der Sinn ist übrigens derselbe (ijLmO stande dann collect. für veinzelne
Kechnungen": »und die Summcn folgten, nachdem du gekommen warst, hinterher*).
2) Am Kandc: qOCJ\' «u*a»u jo a v-jLw.^\\JI s.aX5\':; q*£^I ist \'é?.e-yx°s<
elenchus, Verzeichniss, Register.
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Die Mischwörter im Arabischen.                                       1(J9
^sJt JL**a«,"XI üy^ ^«.Jt kJ^JJ o tXs\\i \' JuJuUJI eb c-LJI; —
M. 8. v.: oóf ^-ab *J JL» u bb. sbb •
2. \'^jCJ „(die Trostesworte) (jJtó-K *JI ujj xJÜ bl sagen".
Gauharï; — M. s. v.: Lij *..Lib <J>L*JuJ &aa^J! ^ tó-lxLl
^j.ju-fc.1. a_*JI Lil. &JL); ebenso der II. und IV. Stamm von
«&.»;—ZamahSari, \'Asas; Mukaddima, 272,15; — Ibn cArab-
Sah, Fakiha, 20,1 und Noten (II, 17); vgl. IV. 5. a); — Dozy,
Supplém. (mit Belegen auch für den V. Stainm von «»»)■
3. w&Üb „zu nichte werden, verschwinden".
M. s. v.: J| »»loj iJLsu-ó UL&ito t5_&iV.*i sL&Lxi sL&ül
\'\' sb^JI v-»;^ ** * oJasxj\' i^g! (jój*JI ^&^.i\' I vgl- Schwarz-
lose, De linguse arab. verbor. plurilitter. derivatione , 28.
4. JiA^ï „zu Jemandem sagen: «jüb^i» xJJI Lu*, („glanzend
erhalten moge Gott dei Antlitz")".
M. s. v.: xXsNJU »La_&. y\\ tiSoLgi &JÜI ILa. sJ JL» «Jligj-
5U*«*a.; vgl. Schwarzlose, De linguse arab. verbor. plurilitter.
derivatione, 29.
5. Jok! „aus zehn t^/ machen".
Sm., I, 233, 15f.: ^^ (^«Jl ydjuj ^ê Jj^jf gX»,)
_, _ - ^ *          » c I ^T* °, - ,                              T*
«.&& tXö.1 ,jJ6wyo (^t J ,jj6tV-a.Li Sj-^-c ; — M. s. v.: tX_a».!
!tX.=>.!j U***-a ^ajüÏI^ \'*.&* «XsJ l.^Ait> ÜwüjÜI (Letzteres:
„aus zwei eins machen"); vgl. auch s. v. jLi>«\', — Zamahsari,
\'Asas: ^A^ tXs>.| (sic) ^j^Jlto.1 ^1 (jjot\\ïs.b s«..w*c 15**}\'
6. J^ „sagen: j^| j^lj ^Ui" aJÜI"?                    ____
M. s. v.: &il Jbj \'»Jk^j ^gJbü *j y^r^LO xi!l X*^
Villa Congres international des Orientalistes. — Seotion sémitique.         12
-ocr page 178-
170                                            Mai Griioert.
«JJI Si kJI ü JU T\\ <LJ iX^f, (s. IV. 14)); - Zamahéari,
Mukaddima, 220, 16.
,*•
7. J^f „ewig, von Anfang her [ohne Anfang; Gegensatz dut]"-
Siehe Defin. 10);-Sm., I, 234,15-19: (^U^j^J!^)
\'i)r$£ > o**J «JUöt ^ JU» \'\'^ \'f» JUj \'rJ^fl j)5l
"(1<si>, <*>>* ^3 «" vr^1 £*r is3 r^^y8? <sy; ~
ebenso M. s. v. jj; — ZamaljSari, \'Asas: J^lt ^ (J^ i*4^r*}
Anmerkung. Ebenso ist uneigentliche naht-Bildung das
Verbum ^Jdé „auf den Ursprung, die Quelle [durch (^x ... .^x]
zurückführen; auch gehören Onomatopoëtica hierher, wie z. B.
8 g S g " " „das xjf xï Sagen [des Lachenden]" u. s. w.; s. hier-
über die schone Sammlung in Ta\'alibi, Fikh (Bairüt), 205 f.; —
das Freytag\'sche „JüÜOb Pers. ^JuJ ui^ tSJ, quasi o^TiL?"
ist mir noch unklar.
B) Zu Defin. 11.
1. £>wSöJIj. — M. s. v. c>«AJb: £■*-? y^* c^iaJLo £>»sdlj
1) Vgl. dnzu M. s. v.; — J&kut, Mu\'garo, IV, 1018; — Schwarzlose, Die Waffen
der alten Araber, 129.220; — \'Urwa \'ibn \'al-Ward, 40,11; — Dozy, Sitpplém. 8.
m c
tfijï\'t — v- Kremer, Beitrage zur arab. Lexikogr. (Wien, 1884), II, 73.
-ocr page 179-
Die Mischwörter im Arabischen.                                  171
\' tg-3»-*» óJL» |*_g-*J^ vÜaa*»ó fólj *-wö»$Jf ,ei*J; — Mubarrad,
Kami\'l, 620,1; 661,10; — Hariri, Makamen, Gomm. zu 90,1.
2. JÜJb.-Mubarrad, Mmil, 620,1; 661,10; — M. s. v.;-
Zamahsari, Muf., 197,3;— \'Ibn Hiéam, Sira, 983.984 (j-Lj
3. |4«"&Ju- — Mubarrad, Kamil, 620,1; 661,10; — M. s. v.
t±. -a. 1 ,«: — Hariri, Makamen, Oomm. zu 90,1.
u. s. v. idjySDjb; — Hariri, Makamen, Comm. zu 90,1.
5. jj^Jsvilj. — Zamahsari, Muf., 197, 3.
6. »Ulé. — Zamahéari, Muf., 197, 3 f.
7. ._.^\'.1*. — Fleischer, KI. Schriften, II, 219.
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172
Max Grünert, Die Mischwörter im Arabischen.
Alphabetisches
Verzeichniss der Beispiel-Sammlung.
169
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163
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152
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L\'Arte poëtica
di
\'Abü \'l-\'Abbas \'Ahmai ï Yahya Ta\'lab
secondo la tradizione di
\'llbaid \'Allah Muhammad b. imran b. Müsa \'al-Marzobani
pubblicata da
C. SCHIAPARBLLI.
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L\'Arte poëtica
di
\'Abü\'l-\'Abbas \'Ahmad b. Yahya Ta\'lab
secondo la tradizione di
cUbaid \'Allah Muhammad b. \'Imran b. Müsa \'al-Marzubanï.
Se di queato lavoro del Taclab non si puö dire in egual rni-
sura 5J0UJI j^if s<&J\\ ytJuc come \'Ibn Hallikan definisce il
r, iyig ó H s-sIaS" attribuito allo stesso autore, non si deve inferirne
ene la sua pubblicazione possa essere inutile. Del copiosissimo
materiale filologico elaborato nelle scuole grammaticali di Bas-
sora e di Oufa e nelle scuole eclettiche poco ei rimane in con-
fronto di quello andato perduto, ond\' è che se bene provvidero
agli studi arabici ed hanno diritto alla nostra riconoscenza coloro
che dieron opera a pubblicare capilavori di quelle scuole quali
sono il JoolS" di \'al-Mubarrad, il *_>US\' di Sibawaihi, non vuol
esser dimenticato chi attese a farci conoscere di esse lavori di
minor polso come il «oLaJ! v_>U5^ di \'Abü Zayd \'al-\'Ansari, il
otjs-óiH *_>!_£ƒ di \'Abü Bakr \'al-\'Anbari, il iJLaJI v.jUS\'di
\'al-\'Asma\'ï, il ^j^Hj\' i-A**\'^i \'*bn Durayd, il JuL* i^jUlJ\'
(.LsxJUI^ _^y*uJt dello stesso, il ^jfytH v*üJj\' ^>L*J di \'Ibn
Kaysan ed altri.
Gli scritti di questi antichi grammatici appartengono a quel
che di piü insipido e di piü nojoso si possa leggere, perö hanno
anch\' essi.il loro merito. Essi posero Ie basi della lessicografia
col dichiarare parole rare del Oorano e della Tradizione e col
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C. Schiaparelli.
176
raccogliere testimonianze (éawahid); eressero la metrica araba a
sistema, ordinarono e comentarono con incredibile diligenza Ie
prime raccolte di antiche poesie popolari, misero assieme
proverbi, trattarono 1\'etimologia \'). I concetti di quei primi
maestri si trasfusero in gran parte nelle opere dei lessicografi
e dei grammatici posteriori si che se anche fossero perduti gli
originali, noi potressimo ricostruire, in parte almeno, il loro
sistema filologico. Pure avuto riguardo allo indirizzo presente
di questi studi presso di noi, egli è d\'uopo risalire alle fonti.
Anche agli scritti di Taclab ed ai suoi 3ainali, come a quelli
de\' grandi maestri attinsero direttamente o indirettamente come
a miniera purissima ed inesauribile lessicografi e grammatici
posteriori. Il Sahah, il Lisan \'al-cArab, il Hizanat \'al-\'Adab e
moltissime altre opere ne fanno testimonianza. La sua scuola
diede copiosi frutti, la sua autorité era, lui yivente, rico-
nosciuta come somma. Si racconta che il poeta \'al-Bohtori con-
versando un giorno coll\' emiro cUbaid \'Allah b. cAbd \'Allah
b. Tahir costui il richiedesse chi fosse miglior poeta, se Mus-
lim o \'Abii Nuwas. Rispose \'al-Bohtori che \'Abü Nuwas era
superiore perchè maneggiava con facilita qualunque genere di
poesia e che, tanto nel serio che nel faceto, i suoi versi erano
sempre di buona lega, mentre Muslim si atteneva ognora allo
stesso genere da cui non sapeva staccarsi e fuori del quale non
riusciva a far nulla di buono. Soggiunse cUbaid \'Allah: \'Ahmad
h. Yahi/d Tazlab non e del tuo parere a questo riguardo.
Bipigliö
1\'altro: O Emiro, Taclab non è competente in questo, nè lui
nè i suoi consimili che sol fanno tesoro delle poesie degli altri
ma non ne fanno delle proprie, perocchè sol puö conoscere la
poesia chi è trasportato in mezzo alle sue difficolta 2). — Nel
quale aneddoto noi non dobbiamo tener conto del giudizio di
\'al-Bohtori geloso del suo Nume, ma piuttosto della testimo-
nianza prodotta dallo Emiro cUbaid \'Allah.
L\'autore del Fihrist, \'Ibn Hallikan, yaggi Halifah, ed il
Flügel, che li compendia 3), non fanno menzione di questo lavoro
di Taclab. E neppure è annoverato fra Ie numerose opere del
1)   Kremer, Culturgeschichte des Orients unter den Chalifen, II, 469.
2)  Ibn Rasiq: Kitab al-\'Umdah in üiw&n Muslim, ed. De Goeje, p. Ml.
3)  Die grammatischeu Scbnlen der Aiaber, p. 164 segg.
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L\'Arte poëtica di \'Abü\'l-\'Abbas \'Ahmad ecc.
177
Marzubani di cui il Fihrist ei da i titoli ed il numero dei
fogli di ciascun opera. Si puö ragionevolmente supporre che
neppure il Marzubani 1\'abbia dettato egli stesso nella sua forma
attuale. L\'economia generale del lavoro c\'induce di preferenza a
credere che esso sia una imperfetta e monca compilazione, direi
quasi una serie di appunti di qualche scolare del Marzubani che
riportava gia di seconda e di terza mano questi dictata di Taclab.
O potrebbe anch\' essere un estratto di dictata del Taclab inserti
dal Marzubani nel suo jl&JI ^Lxf o nel ^>_*yjt v.jUlS\' o in
altra delle sue opere e che qualche ammiratore del grande
üiJUI *L<t abbia raccolto e ricostituito assieme come lavoro
originale di Talab. Non è presumibile che 1\'autore del Fihrist
che conosceva bene Ie opere del Marzubani, suo contemporaneo
ed amico in Bagdad e pel quale nutriva grandissima stima da
chiamarlo ^aaS" «ybt. Jb &iy*J\\ *«Jj &.jp.«gJU! (jjoUa JL^.K
el**«Jf e delle cui opere da, come dissi, anche il numero dei
fogli che Ie compongono, non è presumibile, ripeto, che non
tenesse conto del presente lavoro, a ineno che il Marzubani lo
dettasse nei sette anni che sopravvisse alla compilazione del
Fihrist ultimata nel J-J-J, quando cioè egli avea di gia varcato
gli ottanta.
La copia sulla quale condussi la presente edizione è Tunica
che io conosca. Conta 21 fogli che fanno parte del Codice arabo
Vaticano misto, segnato al numero CCCLVII del Oatalogo1).
È scritta in carattere nashi chiaro ed elegante del secolo XIV e
vocalizzata in gran parte. Dello stesso carattere è il colophon
dove è detto che questi tXeLü sono stati collazionati e corretti
con ogni cura per mano di Muhammad \'al-Traqi.
Non ostante questa cura il Codice non è privo di mende che
riporto nelle note, nè mancano alcuni passi dubbi che ho rispet-
tato trattandosi di un testo unico, e qualche lacuna. Ho dato
sopratutto importanza ai «>j&tyi& dei quali alcuni offrono lezioni
preferibili a quelle esistenti. Per questo li ho collazionati coi
versi stessi nelle opere che aveva a disposizione, lavoro ingrato
ma non inutile per la critica della poesia araba.
1) Script. Vet. N. C. T„ IV, p. 481.
-ocr page 186-
178
C. Schiaparelli.
Opere consultate per la lezione dei Sawahid.
Ta\'rih \'Abi\'1-Fida. Costantinopoli, 1286, 2 voll.
Kit&b \'al-\'Agani. Vol. I—XX. Cairo, 1285. XXI. 1, ed. Brünnow.
Leiden, 1888.
The Divans &. London, 1870.
\'ir Cairo, 1282.
\'Asüs \'al-Baiagah. Vol. I. II. Cairo, 1299.
\'al-Maqftsid \'al-Nahwiyah (in margine al Hiz&nat \'al-\'Adab).
Beidawii Comment. in Coranum, ed. Fleiseher. T. I. II.
Hayat \'al-Haywan. Vol. I. II. Cairo, 1286.
Oiwan \'al-Hansa\'. Beirut, 1888.
Oiwan Hutim al-Ta\'iy. London, 1872.
Uiwan Zuhayr, ed. Landberg (Primeurs arabes, II).
Fakihat \'al-Hulafa\', ed. Freytag.
Fragmenta Historicorum, ed. De Goeje.
Hamasae Carmina, ed. Freytag.
Vol. I—IV. Cairo, 1296.
Hariri. Ed. De Sacy. 2^ ed. Vol. I—II.
Hizanat \'al-\'Adab di \'Umar \'al-Bagdadi. Vol I—IV. B<Mq, 1299.
di \'Ibn Haggah. BÜUtq, 1291.
Das Leliën des Lebid. Leiden, 1887.
Zahr \'al-\'Adab (in margine all\' \'Iqd).
ed. Tornberg.
Geneal.-etym. Handbuch, ed. Wüstenfeld.
Kitab \'al-Maiahin, ed. ïhorbecke.
\'Ibn Hallikan. Vol. I—III. Cairo, 1299.
Sarh Banat Su\'ad, ed. Guidi.
Slrat \'al-Rasdl, ed. Wüstenfeld.
Handbuch d. Geschichte, ed. Wüstenfeld.
Commentar zu d. Abschnitt über d. hal, ed. Jahn.
\'al-\'Iqd \'al-Fartd. Vol. I—III. Büiaq, 1293.
The Kamil of al Mubarrad, ed. Wright.
Lexicon. Lett. I—j .
Lisan \'al-\'Arab. Tomi III—XIV, XV—XVIII. Cairo.
Mawerdii Constitutiones politicae ed. Enger.
Meidani, Arab. prov., ed. Freytag.
                                *
Die Mufaddalrjat. los Heft., ed. Thorbecke.
\'Abu\'l-F.
\'Ag.
Ahlw.
\'Al-Matal \'al-i
\'Ayni
Baid.
Damirï
üiwan
Fik. \'al-Hulaf&
Fragm. Hist.
Ham.
*
Har.
Hiz.
lïiz. \'I.H.
Huber
Husri
\'I. \'al-\'Atir
\'I. Dar. Gen.
. K.M.
\'I. Hall.
\'I. His. B. S.
\'I. Hié. S.
\'I. Qot.
\'I. Ya\'is
\'Iqd
Kam.
Lane
Lis. \'al-\'Ar.
Maw.
Meid.
Mufadd.
-ocr page 187-
[/Arte poëtica di \'Abü\'l-\'Abbas \'Ahmad ecc.
179
ed. Broch, 1859.
\'al-Mutanabbi col Comento di \'al-\'Ukbari. Vol. I. II. Cairo, 1287.
»            »         n di \'al-Wahidi, ed. Dieterici.
Vol. I. II. Cairo, 1282.
The biographical dictiouary by el Nawawi, ed. Wüstenfeld.
Beitriige zur Kenntniss der Poesie ecc.
Cairo. Vol. I—II, 1292.
Comento al Siqt \'al-Zand di \'Abü\'l-\'Ala. Vol. I. II. B&laq, 1286.
Cairo. Vol. I—II, 1281.
Le livre de Sibawailii, ed. Uerenbourg. Vol. I—II.
üe Usu r\'Kumma poeta arabtco ecc.
Tag \'al-\'Arüs. T. I—IV. Cairo, 1286—87 e T. I, ibid. 1306.
Annales, I, 1—6. II, 1-6. III, 1—7.
\'al-\'Umdah di \'Ibn Rasiq, pag. 1—208. Tuuisi, 1865.
Vol. I—V. Cairo, 1280.
Opuscula arabica. Leydcn, 1859.
Historiae, ed. Houtaina. Vol. I. II. Lugd. Bat., 1883.
Geographisches Wörterbuch, ed. Wüstenfeld.
Mufassal
Mut. \'ü.
Mut. W.
Muzliir
Naw.
Beitr.
Nöldeke,
Sahah
§arh al-Tanwir
iWahid \'al-Kaséaf
Sibaw.
Smend
T. \'A.
Tabari
\'Umdali
\'Usd \'al-Gabah
VVright op.
Ya\'qftbi
Y&qüt
-ocr page 188-
180
C. S c h i a p a re 11i
N o t e.
1)  Qui il Ms. aggiunge della stessa mano ^-i qUJLm^o \\^i5
&JJI **=>. l^^t- cyi O*** &*^ <& O^\' V^ • Di quest\' opera non
rimane traccia alcuna nel Codice, nè ml consta che \'Ibn Ginnf abbia
scritto suil\' qU.I. Un libro intitolato ^tjjjij ak^\' ^J-^ fu
scritto da Ta\'lab. V. Flügel, Gr. Sch., p. 167.
2)  Cod. qui e verso ov ha *frlo»<
3)  Il poeta è -vüaJI.               4) Cod. glossa y£$.
5)  Cod. tu^wOÜij. Questa linea è scritta in margine.
6)  Cod. lllk.                            7) Cod. glossa a*xI\'.
8) Cod. ^Xiï.                        9) Cosi U Cod- Cf. v. 169 e 193.
10) Cod. o2*l.                         11) Leg. L^LoüI?
12) Ham. attribuisce il verso ad (jm>JjiJI; Kam. e Sawahid \'al-
Kaésaf ad ^vJsiytJI ^j a!** •
                           13) Cod. Jil^uJl.
14)  Öawahid \'al-Kassaf attribuisce il verso ad (-_jl£aJt ,. ,fl ->.
Sul poeta vedi \'Ag., XII, 149.
15)  Il poeta è ^lü ^U ^ jJL^.        16) Cod. jlS.
17) Cod. Ai—. Leggi sjLc ,^-j Ju» ^j i_r** • H verso puö
far parte della poesia portata da \'Usd \'al-Gabah, IV, 216, sulla
giornata di S i f f i u.
-ocr page 189-
L\'Arte poëtica di \'Abfl\'l-\'Abbas \'Aliniad ecc.                         181
1 -Oï       JO*
18) Cod. n^^w^ sli^o.          19) Cod. ,b»*,; .i»j.
20)  Cod. .^dl*!. Cambia il metro e quindi non appartiene alla
poesia del verso precedente.
21)  Il poeta è J^IU jJUi ^ rf)bj. — Cod. oö?J.
22)  Saw. \'al-Kaésaf attribuisce il verso *_jjiJI tja* $\'i Lis. \'al-\'Ar.
23)  Kam., 36, j,pl Sjyt! «Jyü (J—^ ^ ^ J»>, aJLS.
-                          *
24)  Cod. voLa^. V. Yaqtit, IV, 910.
25)  Cod. u^JüJi.                       26) Cod. glossa *jum ,J^u.-
27)  Il poeta secondo Lis. \'al \'\\r., IX, 116, è ^iXl! U^^j-
28)   Cod. !JLs\\lt\\                        29) Cod. ó^j8*"-
30)  Cod. fi4jJ>. Vedi v. 186 (nota 67). Cf. \'I. His., S. 950;
Ham., 520; Yaqüt, I, 140; Haégi Halffah, VII, 732.
31)  Il poeta è ^\\ii\\ ol^> ^jL
32)  Secondo Lane, I, 1072, il verso è di *L~*Ü. Cf. Diwan,
pag. 31.
                                        33) Cod. L*y>.
34? Cod. Jjls?.                       35) Cor., XX, 76. LXXXVII, 13.
36) \'Cod. ü£ï.                          37) Cor., XIV, 20.
38) Cor., XXII, 2.                   39) Sul poeta vedi Ham., 382.
40) Cod. glossa 5iAxJI.            41) Lacuna nell\' originale.
42) Sul poeta vedi \'Ag., X, 50.               43) Cod. ÜülZ,.
44) Cod. l&i.                       45) Cor., XXV, 67.
46) Cor., XVII, 10.                47 Cod. jj£.
48) Sul poeta vedi Kamil, 424.               49) Cod. (J&JI.
50) Cod. ^Ij.                         51) Cod. ^J>>.
-ocr page 190-
182                                       c Schiaparelli.
52) Ham., 96, ^iwJI.           53) Cod. ,j£jla.
54)   Secondo Sahah (v. (C*3^") ^ poeta è t_g^JÜtll i\\ju« ^ ^-*jS.
55)  Il poeta è X_*_JI ^i .^-^ (.ss^^l \'i^stc ^ Aji*3>. Ma y.
\'Ag., XVI, 111, e \'Ibn Hall. in vita sü,JI ^j.
56)  Cod. oL^aiii.
57)  In \'Ag., XIII, 11, 1\'ordine di questi due versi è invertito.
58)  Cod. j&.
59)  Cosi il Codice. Su questa forma cf. i versi 34 e 193.
60)  Il poeta è ^\\ ^ u.<*£ secondo T. \'A. (v. <~>sS) e Lis. \'al-
\'Ar. XII, 64. Ma secondo Lis. \'al-<Ar. XVII, 19, è ^.
61)  Cod. j«aiL. Cf. Mufadd., p. 17 in fine.
62)  Cod. ^~>.
63)  Manca il 1° e 2° piede del 2° emistichio. Per questo verso
e per il seguente conf. il Diwan di *L**Ü, p. 27, lin. 3, e pag. 83,
lin. 11 e nota.
64)  Cod. ,^j#ü .                      65) Cod. glossa «AaüJI .
66)  Secondo alcuni il poeta sarebbe ^Lx»^!\' >.,;. s» ^^-j ij)lJL«
a cui 1\'autore attribuisce i due versi seguenti. Cf. \'Ibn Dur. Gen.,
11 e 254 (ma vedi nota b, p. 11) e Iqd, II, 80.
67)  Cod. f£j&-. Cf. nota 30. Il poeta è ^yi!\' Jm~ ^ ^jS.
68)   Cod. gJi.                       69) Cf. i versi 34, 169 e 193.
-ocr page 191-
L\'Arte poëtica di \'Abü\'l-\'Abbfo \'Ahmad ecc.                         183
> o-                                                   o
9 - o o Go -          Go- Go£
troeft ^t-Xftfi ^t3 tyj^i yxMs q|j uJl ^a**>I yü qJ *y» ti^^J^i y
1—^JA* ï, kxJ UJIJö ^> o^JJ> 3? /J-J» o-5-^- * *"
I) Kftm., 340; \'Ag., II, 61; Hiz., II, 119.
V) Kam., 340; \'Ag., II, 51, 61; Lis. \'al-cAr., IV, 289, ly*SU.
H Sibaw., 111,0I e 0-3 per 1 e\'"H,; \'Ayni, II, 47 id.; £am., 704
(IV, 76) ^j*3 *.\'
f) Ham., 704 (IV, 76), JLsii per crJL^u; cAyni, II, 47. — Vedi
verso If. colla var. <Us» per ia*.}.
0)  \'Ag., XX, 119, UjJUSj per UuÜB.
1)  Kam., 212, 379, £sj^ per go\\y>\', %&, III, 184, id.; \'Ag., XX,
119, id.; \'Asas, II, 271, id.; Hiz., I, 533, id.
-ocr page 192-
184                                          c- SchiapareUi.
2U*d&?2 wA^A-wüj .KXAftlj V^\'^j ^LSX^j —tXo JJ JfcAfl\'i! 8l\\P pT&J
«.._                                                     »                      o £              «. o
XjljC 3 3)ysL£jl JjSS\' _aXÜs jUj^I uöLoasI}
.—j-iüi g..hJ.Lc OJ_*J£ i\' ^,>-,w,i j—^#5*^1 KjLc vi>w^l. 1
«O -                 - )                           .9                         —
. ,                       . o. i.                          \' ■ 5-                 T\'
LfrJL*8U>j j?c\\93 \'jOjj l .{.«lic yji-*J\' Jó j\'ü ^e I^Jb^ lil II
»L&9 ^-j ei>.bil ,^-^U^ Oy^Us LyJo\'i\\>- ^Ail SüiK ««^ q\' IC
J__^v-Jj 8^-*_b (j~I^-j L-^-ij (*-HaJ J>-SL&^ ^1 x*s»"b5t <djï tl*1
—           - * - —                                                  —
v) SaMh (voc. y,*.); T. CA., ibid.
a) \'I. Dur. Gen., 22, ^J&.; \'Ag., XVII, 99, ^Jüb; Mut. W., 417,
1) Ham., 793 (IV, 159), oUUJI per oLJl; \'I. Qot., 168, id.; Mm.,
75, 395, 396; cIqd, I, 219; \'Ag., VIII, 101, lOöj^mdah,
19; Naw., 418; \'Usd \'al-Gabah, III, 399; Lis. \'al-\'Ar., X,
157. XVII, 353; Hiz., I, 453. II, 223.
I.) Kam., 75, 396; cIqd, I, 219; \'Ag., VIII, 101. XI, 69. Ma
XIV, 14 j^sv.; SaMh (voc. 0.:); cUmdah, 19;Naw., 418;
\'Usd \'al-Gabah, III, 399; Lis. \'al-cAr., XVII, 353; Hiz.\'I.
H., 340; Hiz., I, 453. II, 223; T. CA. (voc. Vje).
10 \'I. His. S., 522, cc>^; Ham., 88 (I, 98); \'I. Qot., 143;\'I.
Dur. Gen., 92; cIqd, I, 55; \'Ag., IV, 17; Saw. \'al-Kaésaf,
64; \'Usd \'al-Gabah, I, 351, U per ^JJI; Hiz. \'I. H., 55.
Vedi verso 1..
II") \'I. His. S., 522; Ham., 88 (I, 98)^Ucper^j; \'I. Qót., 143;
-ocr page 193-
L\'Arte poëtica di \'Abft \'l-\'Abbaa Ahraad ecc.                         185
s                                                                                                                        -                                                                                                                                                                                       *■
É"j& *J*^ C5>^ïï *);*M c5^ «Ut^SjSj *_yjJ j^JLc c>-U> 11
Jw>^ i^-a^Xj «L«JL5> ïLL^a^ 8j-^Uj oloL.gjt fiLoJ Q^3 W
a                                    ~                                      —-                      *
y
oL-x.
\'I. Dur. Gen., 92; cIqd, I, 55)(Jper0l; \'Ag., IV, 17; Saw.
\'al-Kaiéaf, 64, ^«jJu ^*i"j per jjJj 15^; \'Usd \'al-Gabah,
I, 351; Hiz. \'I. H., 55 L?ui. Vedi verso il.
lf) \'Ag., XIX, 40, 1° em. sd**ï ^ Lca _r3H ^, oUi, 2° em.
Jc» "bSI; Wright, op. 105, 1° em. «jiAe ^c Uj Kyiy oL Lj,
0
2° em. Jö "§!. Nota 15, p. 128, come \'Ag.
10)   Ahlw., 20, var.; Lis. \'al-cAr., X, 116.
11)  Ahlw., 19, var.; eIqd, I, 180, ^^\\ wüi JJsóS e Sj-c &j£i\',
Har., Durrat \'al-Gawwa§, 194, \\5y1t u»Jj (^icJUs?; Lis. \'al-
cAr., 230, id.; Hiz., I, 288 «^.1 ^oj Lüdu^, III, 572
f(^y«l *^o3 ,_jJLaKJ; Lane, I, 1990, come Lis. \'al-cAr.
Iv) Ahlw., 149; Hiz., IV, 89. Vedi verso f..
Ia) Ahlw., 116, var.; eIqd, III, 162; Mut. CU. I, 428.
tl) Mufadd, of, var., p. 100; \'al-Yacqubi, I, 259, >^iéperc>y>
e LJÜÖ; cIqd, II, 33, LilÖ; \'Ag., XI, 135, id.; Yaqüt, I,
VIUi\' Congres international des Orientalistes.—Section sémitique.          13
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236                                        c Schiaparelli.
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391, id. e III, 165, y^; Saw. \'al-Kassaf, 97, Jm perj>;
Har., 361.
F.) Vedi verso lv.
fl) Ahlw., 147; Hiz., I, 162; Lis. \'al-eAr., IX, 31.
Tt) Ahlw., 119; Asas, I, 81; \'al-Matal al-Sa\'ir, 462; Hiz. \'I. H.
289; Hiz., I, 162.
IT) Ahlw., 154 ; TJmdah, 170; Saw. \'al-Kassaf, 212; \'I. Hié. B. S.
153; Hiz. \'I. H, 235; Mehren, Rhet. d Ar., 26.
rf) Ahlw., 6; Hiz., I, 521 (bis),
ro) Ahlw., 94, var.; Diwan, 81, ^jt^J e ,»jUU; Cod. Vat. 364,
96 r°, fjüÜ; Lis. \'al-cAr., VII, 402, id.
ri) cUmdah, 196; Lane, I, 1114 (1. jJL^JI).
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L\'Arte poëtica dï \'Abü\'l-\'Abbas \'Ahmad ecc.                         187
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l-v) \'I. Dur. Gen., 204; cIqd, III, 94; \'Ag., IV, 140. XVIII,
183 (bis); Yaqüt, I, 151.
IV) Lis. \'al-cAr., III, 392, }li^ \\»JH.....i^Üf.
O) Lis. \'al-cAr., III, 346, U» per Jüs e üWutt per Jj>L?Ut.
I**.) Kam., 484, 758, oÜiï (Fleischer corr. JLUi); Mut. W.,
546, JlUï; Mut. CU., I, 62, oiLü; T. CA. (voc. ^p, id.
H) Kam., 367, 514; cIqd, II, 221. III, 137; Sahah (voc. L>;);
cUmdah, 171, 196; \'Asas, I, 4; Lis. \'al-cAr., IV, 64. VIII,
226; Muzhir, II, 180; Hiz. \'I. £., 126 l°em., 127 2°em.,
494^,.
I"r) Ahlw., 147; Lis. \'al-cAr., XIII, 348; T. CA. (vocyy).
(T) Ahlw., 148.
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188                                          C. Schiaparelli.
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ff) Ahlw., 129, var.; Lis. \'al-cAr., XIII, 207.
n—l"v) Meid., II, 564, J>jül per ^1.
Ca) Ham., 696 (IV, 69), *uV.:> per **j! e a^>a per <kXo>; Kam.,
14; cIqd, II, 279, *U**j per >J^*s>, slXs» per *«jl e ^s^
^XJ
per ^*aJI »J^>; \'Ag., XVII, 117, «Jci»; Hiz., IV, 381,
id. e ȟl per s>Xc>.
n) Ahlw., 85, var.; Diwan, 123, y*Ll; Lis. \'al-cAr., XII, 144,
id. e <JtU£ü. XIV, 253, L. fcili jfyL»; Hiz., III, 184, l^uW.
f.) Ahlw., 91, var.; Diwan, 101, ^^ per Ui»; Saw. \'al-Kaééaf,
240; Hiz., II, 307.
f») Ahlw., 189, var. e ^L per ^L-ob; cIqd, III, 127, id;
Mut. CU., I, 424, (A_=>l per ^ e f^jLIj per (.g)l w->Lj.
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L\'Arte poëtica di \'Abfl \'l-\'Abb&s \'Ahmad ecc.                        189
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ft) Ham., 700 (IV, 72); Kam., 47, 48; Öaw. \'al-Kassaf, 144;
Hiz., IV, 242.
ff) Sibaw., 368, \\yi>; cIqd, I, 142. III, 144; \'Ag., VIII, 169.
XIV, 3, 6. XVI, 18 (bis); \'al-Husri, III, 456; Mut. W.,
358, ^AjCa) Meid., II,\' 502, \'oyk°iL/, Har., 358, jt^JI;
Mut. CU., I, 410; Muzhir, I, 78, ^=>; Hiz., I, 411. II,
238, 241; T. eA. (voc. ^j>).
ff) Kam., 145; Iqd, III, 144, ^^ (ma 2» ed., III, 147,
p-jjiytf); \'Ag., VIII, 80; cUmdah, 25; Saw. \'al-Kassaf,
202, 203; \'Asas, I, 225; Har., Durrat \'al-Öawwas, 161;
Hiz., III, 211, 215, 2° em.; Lis. \'al-cAr., XI, 350.
f*l) Ham., 729 (IV, 101), yi rb L. per St«, ^^e lü-*-*;
Kam., 335, id. e 2° em. Ju«il iU~i Isyji ^^.s» ^ U3;
\'Ag., XII, 150, Xi5 per &o. e ^ per ,3; Öaw. \'al-Kaééaf,
144, come Ham.; \'I. His. B. S., 11, ^U fb U e 2° em. U,
jyjJt x^ü Lsy^i J^L> ,1..
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190                                          c- Schiaparelli.
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KJüJa K**» Jcj JsL^iJI sbUjJI ^J jj\'j
fl) Ham., 32 (I, 37); Kam., 118, u»^f, per ^Jfcj; cIqd, I,
304, vyfc»,; cAyni, I, 472; Hiz., Hl, 444.
ol) Ahlw., 148; Öaw. \'al-Kaééaf, 246; \'I. Ta*tó, 20; Mut. TT, H,
168, 2° em.; Hiz. \'I. H., 438, 472, 2° em.; Hiz., 1,560;
Lis. \'al-cAr., IV, 374. XIV, 225, 2° em.
or) Ahlw., 5; Iqd, I, 180, «Soli; Sarh \'al-Tanwir, I, 54, id.
ol") Ahlw., 59; Cod. Vat. 364, f». 88 r°.
of) \'Iqd, III, 117, 127; \'Ag., II, 61; Öarh \'al-Tanwir, II, 100;
Muf., 113; Saw. \'al-Kaééaf, 98; \'Ayni, IV, 439; \'I. Ya\'is,
21; Har., 578; Mut. CU., I, 411; Hiz., III, 215; Lane,
I, 2054.
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L\'Arte poëtica di \'AbA\'l-\'Abbas \'Ahraad ecc.                        J91
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ol) ]Jam., 42 (I, 48) ed edizione di Oalcutta, 1856, p. 5,
~ -                              -03                     -O-
üiXUr ^ ^jJRX i ^^Ujü.; "qd, I, 308, siXSi ^ ^ysu^.
ov) Ham., 87 (I, 96), u^^i\\ i^Jl j J|i; cAynt, III, 223, y^ £ j,"*;
Hiz., I, 423. III, 168, ^syaJl v^l j, j,(3 e III, 168, Ju,l *
ö1) Kam., 752, ^ per 5 e Jb. Ver f*\'> \'&&•> IX, 171, gi per
Vj\'; Hiz., I, 96, id.
11) Ham., 57 (I, 64), ^1 per Jfr; cIqd, I, 41, ^5 per .i, ^t
per v_(j&. e ^1 per J. III, 88.
T) \'Ag., XVIII, 102, ^;- per ^Ju*.
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192                                         c- Schiaparelli.
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LojI u«.a&!I ct?r*\' viy*^s «x)LuXw|j **«£» 12**^^ yl aj-hoaJI
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Lkï>j^ij i,..,T..,.j imI*J) i^J ^^5       ^•■*!^ C^-y>J iC<^J-\'\' iV*^ ^J ^A
23) j^yi ^ s;;0è jjsr, ^jis *Ctï <> ^jL**it ju^
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yAjLa^Oi liLJlc iij*iSI I^CXam _jjj x.Ji*l c^jl i_5^^ JjJlSli \'>>l*4 v*
f) Ahlw., 126.
flö) Ahlw., 134, var.
11) Ham., 292 (II, 73); Hiz., II, 512.
Tv) Kam., 341, 310, JÜL per J«a*Jl; Hiz., II, 168, id.
Ia) Öaw. \'al-Kaééaf, 163, Jot^u iAï, ma in Kaééaf, Bülaq, 1281,
II, 297, J.*> lX3s; Lis. \'al-cAr., IX, 201, ^b^per^.
11) Ham., 723 (IV, 95); Kam., 36; cIqd, I, 87.
v.) Kam., 104; ^d, I, 214; \'Ag., III, 144; cUmdah, 43; Mut. W.,
368-69; Yaqiit, IV, 910; Hiz., II, 413; T. CA. (voc. ÓA»),
-ocr page 201-
L\'Arte poëtica di \'Abfi \'l-\'Abb&s "Alumni eec.                         193
v               O* —                                               \' -                                        **                           ti                            o —
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vö) Lis, \'al-6Ar., IX, 116, ^ £.,,». H per (jaOfl e 2° em. £»<A-j
vi) Ahlw., 148; cUmdah, 180, *yfp. per *_JL*aj; \'al-Matal al-
Sa\'ir, 230, ^Lj per sUs; Lis. \'al-Ar., »)^:; Muzhir, I,
174; Hiz., I, 372.
w) Ahlw., 96, var.; Diwan, 87, tij**£ öj-x-j Fj^> ^od. Vat.
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194                                         c- Schiaparelli.
-      —                                                  -                                   —                                                          £
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-                      -                                                       *
364, f°. 104 v°„ y^\'; \'Asas, I, 214, g^; Hiz., I, 442.
III, 157, 159 come Diw.; Lane, I, 683, 2° em.
va) Ham., 43 (I, 49); \'Iqd, I, 45. I, 308, male ^]yi.
v1) Ham., 35 (I, 40), ^l j4~ -k^ Per u^\' ^\'^ &*i
\'Ag., XVIII, 215, id.; \'Asas, I, 151, id.; Hiz., III, 357, id.
a.) Kam., 330; cIqd, III, 11, 28; Saw. \'al-Kaséaf, 171, 185;
cAyni, III, 494 ; \'Usd \'al-ttabah, V, 190; \'Abü \'1-F., I, 198;
Damirt, I, 72; Hiz., I, 202; T. CA. (voc. w^i); Mehren,
Die Ehet. d. Ar., 39, *ïIS ^J.
*f) §ahah (voc. v^*-)» d; Meid., II, 493, «ü-s> q* u«j-wIj vüJLj ;
Har., 458, «l_^r> L J ^31 ,^J; Lis. \'al-cAr., XII, 35,
ïU=» «.5 ^öl ,-il (cf. glossa marginale); \'I. Hié. B. S., 156,
come Har.; Damiri, I, 282, «J; T. CA. (voc. w*-*a-i), id.;
Lane, I, 1472, come Har. con var. «j.
aI") \'Asds, I. 218,.Aa. lsy>; Lane, I, 1072, rJl> l*y>; Diwau
-ocr page 203-
L\'Arte poëtica di \'AbA \'l-\'Abbas \'Ahmad ecc.                         195
"                                             *                   * ° sr.
Jo-U ,JJUt jjt q-» (jjjXJI ^j-XJ «..Jy (j*L«Ail (j-1/ (^~JI sla*. Af
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JUiJt j*J»l5 ^JJÜt jj»! 3J -1^1 ^^Üitj ^Jt ^-iJ\' "* ao
*                                    s                                                                   —
- O -o              . -         -                               O _                     O-,                            Cr*.
*-*-*$■>\' J i>_*_J ._a_ï|j t5y-s\' »<-*-$* (OLSj ,J-A-b qi o-**> a1
\'al-Hansa\', 81, 1° em. oUl*> Uyi üys-LïV Cf. \'I. Dur.
K. M., 7 e cUmdah. 199.
ao) Hiz., IV, 180.
av) cAyni, IY, 439, \\jg>^a> ^yp\' per l^.Uj ^y; Hiz., III, 662,
aa) Kam., 75, 396; eIqd, III, 149; \'Ag., VIII, 106, 107; \'Usd .
\'al-Gabah, III, 399; Damiri, II, 388; \'al-Matal \'al-Sa\'ir,
498, i ^Js; Hiz., I, 453. II, 222.
a1) Ahlw., 45; \'Ag., VII, 137. VIII, 134. XV, 132, 133; Ood.
Vat. 364, f». 156 r°., idtf; \'al-Matal \'al-Sa\'ir, 371;cAyni,
III, 188.
-ocr page 204-
196                                         C. Schiaparelli.
J*A*Jt ll\\»
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- Cf >                   w
Xijb Jlïj S8) jj^l&wo j»* Lo}
^iXaoJI U-j\' (_jA*a L»X* ^1 *i*A*» *-ii-*s* ,«-* »-*>*> (_gjj-J (*-Jr^\' V
qLw.&- _j? -i»l Jlsj (jÜ.Ja«JI ^lA^ailj iULjJI ^iXÏaJI
i__II) V. versi tt—II".
IP) Diwftn, 36, Ux^*jm; Kam., 452, id. ed LsLi; \'Ag., XVI,
108, come Dlw.; Lis. \'al-cAr., VII, 70, LÏ\'li.
T) Kam., 260; Hiz., IV, 120, tUf per ^A».
1f) Ahlw., 95, l!a*j per tLi*; Diwan, 83, id.; Cod. Vat. 364,
f°. 98 t0., id.; \'Asas, I, 31, id.; Hiz., I, 438. IV, 105, id.
1o) Ahlw., 88, \\>.^\\*a per *joys e ^SJI per u*Lül; Diwan, 191, id.
1v) Ahlw., 58.
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L\'Arte poëtica di \'AbA\'l-\'Abbas \'Ahraad eec.                        197
Jj&j\' yS I ;\'i1 |i oJLxJ» c>>-L*J L-;-,VjQ—j ^jüjUj    ,-ï.JI qI 1a
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«•)£& j4È» «J»t ^1
1s) \'I. Dur. K. M„ 14; \'Ag., VIII, 169 (bis), IfuH* e .^^U*
per J^s\\i; Cod. Vat. 364, f°. 33 v0., l^ó^s; \'Asas, II,
151; Har., 452, ^xxJois.; Har., Durrat al-Gawwiis, 120,
L^JLs per Lplp; Lis. \'al-cAr., XIV, 68, j^blc; \'I. His.
B.S., 40; Hiz., II, 238, 240.
11) Ham., 196 (I, 209), JLi L^ per Jij Ui e A.^\\H per ^;
\'al-Matal \'al-Sa\'ir, 456, l<9 per Ui.
I..) Lis. \'al-cAr., VII, 310, J^JÜI j^. J per JU ^l^s- o*,
t.l) Sibaw., I, 271; cIqd, III, 271; \'Ag., XIV, 64 (bis), 65
(bis); cAynl, I, 109. III, 467. IV, 211; Hiz., I, 294.
III, 134.
l.f) Ham., 384, (II, 162).
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198                                      c Schiaparelli.
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1.1) Ahlw., 59, var. Poi *JL* e A.-.a-»,,». 1; Cod. Vat. 364,
f° 88 r°, jüu .
La) cIqd, III, 96, öLj; \'Ag., IV, 147, 150, id.; §atiali (voc.
*_*_jj), id. e JS* per v;?_>o; cAyni, IV, 463, w£_> e (jJCj;
T. eA. (voc. wó3) come Saljah.
1.1) \'Ag., IX, 13.
I!.) \'Ag., X, 24, jj,t, e %Ó^; Hiz., IV, 183, id.
lil) cIqd, III, 356; Damiri, I, 440, £>U» per »JU; Flügel,
Gr. Sch., 144 (e citazioni, nota 2), LUI per ^gjLc^l.
Hf) \'Ag., XXI, 28, l;.»au; Wright op., 104.
-ocr page 207-
I/Arte poëtica di \'Abfl \'l-\'AbbfU \'Ahmad ecc.                        199
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lil") Wright op., 57; Lis. \'al-cAr., X, 322, £&i, 323 £|U.
Ito) cAyni, IV, 332, ^3 (SU^Ul yyÜL); T. eA (toc. olS),^.
1)1) T.CA., (toc. «**£■); Lane, I, 693; Nöldeke, Beitr., 72.
IW) Diwan, 40, *)U» per ^jj; Kam., 213; \'Ag., XVI, 105;
Hiz., II, 163.
tl») Diwan, 40; \'Ag., XVI, 105, «yü; J3iz., II, 163, t^j^ e
^♦jül per jjï-.
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200                                         c- Schiaparelli.
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(ja*Aj L**> tXïj slji^ü KJ^_=s? ^jjc sL>a *L*iXftJ! ad«s iXï u£J3
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i!1) Ham., 419 (III, 56), ^^jpj J,(cJ> e xJI c^^L^J per oJLïLs
Lr»-I; Tabari, II, 1339; cIqd, III, 61; \'Ag., X, 8, 15,
17. XIV, 66; \'I. \'al-\'Atir, I, 414; Lis. \'al-cAr., VI, 198,
*Jl c^M; Hiz., IV, 378.
Ir.) Tabari, II, 1339, ^Li^, per w^^; cIqd, III, 61; \'Ag.,
X, 8. Ma X, 15, lin. 5, £*>■ ^t c»Jy£ j\' ^^f. oJUÏi
oa^JI «jj»-^ e lin. 7, em., yoLÜ J.A} LjjUj ^JUÏj ;
\'I. \'al-\'Atir, I, 414; Lis. \'al-eAr., VI, 198; Hiz., IV, 378,
sjUmj; per MtJ^.j •
Irr) \'Ag., X, 50, ^ per ^U. e X, 50, 52, 1^1.
«-) \'Ag., X, 50, i^j, 52.
Ifo) Kam., 480, ^1 per wv*LJI.
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I/Arte poëtica di \'Abü\'l-\'Abbais \'Ahmad ecc.                        201
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*\') LsjLw I&Xj Ui\'j bLjm «Jlc ^a-ïj U^jü ,«_JV sUx^Ls» olsl£ia
^ye «_.il_jj 44)L,g...\')jO tMOm^ü *JU Lg-*-"-<l—s U StU-jSU^oj X_jj -Ju
O                                     O                      -3                                          ? *         ,                                                             w
3 0 3 O „          3-OÏ -         , . 5-c-        4-w                           S                 i-~          5
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JJjl JjCfiil f& syUJI jU*^lj L«l^ Xji5rJt ^J>\\ ^kc U?A*s>i5
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^.333«           -,           ..53-             s                  3           O1-                 w             3Ü-.
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U.X ^\' c^ jA*J «3^3
IH) Ahlw., 144, var.; TJmdah, 185.
£                       3 3 O-
ICv) Ahlw., 166, Tar. e u-LJt^ e <~*mu.
Wa) Ahlw., 97; Diwan, 92; Koseg., Carm. Huds., 22; \'I. Hié.
B. S., 2; Hiz. \'I H., 239, ;yük*.
In) Ahlw., 60; cIqd, I, 353. III, 117, 120; \'Ag., II, 50. IV,
55; Sarh \'al-Tanwir, I, 4; TJmdah, 96, 183; Lis. \'al-
V1II° Congres international des Orientalistes.—Section sémitique.          14
-ocr page 210-
202                                     c- Schiaparelli.
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Jji^lj ^jj tr,aJI ,Jjoö (Tjt L^ijsJLs- Üi jjLaiJ! JA-*1 H*t
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jjpi ^^«iwlt £• ^yó jus, «j:>Ls» ^a«j ^Ull ^jJj l\\5 m
cAr., XVII, 128; Hiz. \'I. H., 239, 562; T. CA. (voc. JU^),.
2° em.
ir.) Ablw., 58, var. e^j^j; Cod. Vat. 364, f°. 84 r°, j^] ^1.
I!*l) Nöldeke, Beitr., 46, om. J05.
Ifï) cIqd, I, 246, ^AL, per jJJs. III, 211; Hiz., I, 170.
IIT) Kam., 341; cIqd, I, 84, 342, 353. III, 120, *fy>; \'Ag.,
II, 50 (bis); cUmdah, 185; Meid., II, 541; \'Asas, I, 82;
Hiz., I, 570; cf. Hiz. \'I. H., 364; Lane I, 422 (1° em.).
irY) Huber, % ^jJ%; Ham. (versio), I, 126, id.; Meid., II,
322, id.; Saw. \'al-Kaésaf, 207, 250, id.; cAyni, IV, 177,
id.; Hiz., II, 333 e IV, 69, id. II, 98; T. eA. (voc. ^SS),
1° em. Poi ibid. *_*A*IS e (male) Jjs\'ïb.
IPV) Kam., 424.
IH) Ham., 170 (I, 181), ^ per ^; Iqd, I, 246, 345; \'Ag.,
IX, 170. XX, 120, 131 ; 6aw. \'al-Kaésaf, 217, 250; Lis,
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L\'Arte poëtica di \'Abü \'l-eAbb&8 \'Ahrnad ecc.                        203
O-J                     .Of        3
O — -                    O _               5                   w --               —                      *f                                                        O .■ O
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UiJt Ui|j süJ\'bb rV^ *4ï\' t5**"^ *^>\' ^^k _>J o ~vs 8r^ Oï°
,JXxit ^^ $ Lsy>ij1 ^yül 0tj L|lS)3f ^Uïl £ Li Lf&^lc,
Xij£* Ui_bLÜt <> r^XJ! JL>li \'fl««*tfl <9)rI«xtt £ob, jL|ttM
—                                 "                        a
■> }                    _ „S                                3         >                                                       -3                        S O _                                                      J)
20LJl3» qLj^j jJLS-3 oLq xaiJOüi ^c *^i Lo ^U^ «^oL^J! ^c aJL^*wls
O                               O-w              *.             ^           3        y           O                                      33                —        » -
.LaXs^l O-JO3 ifc-A-b-Ai *,l#?.^M VjJtiï vü^Aaöj >Afi» idJo ^-^5
»S-      O          -       £03                * ^ ö 3            ^ ?        \' * "*                             3°**
sLwJL^Üi \\aa/^X5\' f yj\'i ï^kX*-^! (j-« XaJait »<A3>j ,_£.cLs Ujtj j*4-*>
.Li *_*»!. (--i *JLe x__il—S\' *_j a((_X_gJt *_j\'Uü L-jSL-kj qIj IS*"|
5
-o-
\'al-eAr., VIII, 389; Hiz. \'I. H., 203, 439; cAyni, III,
297; Hiz., I, 169. III, 124.
Ir\\) cIqd, I, 229, ijeji per J^>l; \'Ag., XVI, 160, J-Sli; cAyni,
IV, 335, id.; Hiz., IV, 589, id.
M"a) cIqd, III, 117.
IM) Diwèn, 27; Kam., 456, 737; cIqd, II, 22 rUi (2» ediz.,
^UJ); \'Ag., VIII, 194. IX, 163. XIII, 138. XIV, 116.
XXI, 249, 2° em.; Öaw. \'al-Kaiéaf, 142 ,*JLJ ^ per
U-^u*a ^!j (manca il verso nel Kaééaf di Bulaq, 1281);
. Har., 516; Mut. CU., II, 284; \'Usd \'al-Gabah, V, 441,
fïb gJbl fjü} Baid., II, 231; Damiri, II, 80; Hiz. \'I.
H. Of. 224, 408; Hiz., I, 208. II, 486. III, 433.
-ocr page 212-
204                                         c- Schiaparelli.
L^^\\j j^JL^lj ^j5>\\ ü_i_*»t3 p-fc^tf Oj-s* J**^\' «Wjj rj-* \' •
SüuUil Jiïj
*;Otüf \\-a_Lc Lh-c ^ j y*} o Ui1 |»<A-c \\-cL/tol f*JL;> uj; \'^
-                                                                      *                              -                                                                                        m               m
*--> b *—m*-j L_./o JJ «ijl, 1 *>g s_cl\\.: l-v^ k-IoXjmj *_J 13\' Iff
if.) Vedi verso f .
ifl) Ahlw., 20, var. e JJLiÜ\'; \'al-Yaeqüb^ I, 241, id.; Kam.,
447, id.; °Iqd, I, 180, id.; \'Ag., IX, 161, 162 (bis), 163,
170, id.; Lis. \'al-cAr., VI, 179, id.; Hiz., I, 145, 288,
id.; Mut. CU., J^OT éö^; \'al-Matal \'al-Sa\'ir, 327, 452,
id.; Hiz. I. H., 240, id.
If!") Ahlw., 93, iSs>\\ e var. LjS&i "i e èS£> Jü; Diwan, 111,
5 o 1                               03
<_£-*■\' e poi v_aJIXj ^ e té)Ji£j Ju»; cIqd, I, 109, ^jdXi t e
*_*bü AS; Öaw. \'al-Kassaf, 93, ^s-l; 93 e 223, üü$j nel
1° e 2° em.; Hiz. I. H., 80, id.; Hiz., II, 306, vJÜUi\' %
e tskJL&j iAï.
Ifl») \'I. His\\\' S., 625; Mut. TL, I, 483. II, 386, pJLc; Hiz.,
IV, 462.
tff) cIqd, II, 87, \\j% per 15LA; \'Ag., IX, 3. XIV, 25, 33, 35,
37, 38; \'Usd \'al-Gabah, IV, 134; Damïrï, I, 35; \'I. Hall.
in vita J^JLÜ; Hiz., III, 463. IV, 446; Mehren, Ehet. d.
Ar., 102.
-ocr page 213-
L\'Arte poëtica di \'Abft \'l-\'Abb&9 \'Ahraad eco.                           205
XwLÜI Jls,
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LPj\'l^\' ü>i)—>■ (J^ &&« U^j >i>vJiA2> K-iJ\'JcJ\' XgjLil jJaw J-Jfjij
Ifv) Ahlw., 175, jsliljl per JuXx-^j Tabarï, III, 307, id.;
§ahah (voc. j&), yÜÜUl»; Lis. \'al-cAr., V, 174, id.; Da-
mlri, I, 440, ^L*aJi per ^wolJl; Fragm. Hist., 254,
5fA) Iqd, I, 5. III, 135; Sahah (voc. ^y); Mawardi, 3; Sarh
\'al-Tanwir, II, 101, r>aJI; Lis. \'al-eAr., IX, 75, gJLLrf
y&\\; Muzbir, I, 81; Fakihat \'al-Hulafa\', 112; Fragm.
Hist., 128, J.LÜI ^JLli.
If1) Meid., n, 485, ^Jurfü.
-ocr page 214-
C. Schiaparelli.
206
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ld) Ahlw., 155, Lo per 3.
lor) Ahlw., 123.
\\<r) Ahlw., 162; Lis. \'al-cAr., XVII, 83.
lof) Ham., 97 (I, 107), i^£ ,!ƒ e i^lil, per JyiJI,.
loo) cIqd, III, 96; \'Ag., IV, 143, 147, ^Jt per JjflÜI; cAynl,
IV, 463.
tol) Ahlw., 42; Mui CU., II, 53, ^Jülj a)J LI y ^lo. ^i»5
Hiz., II, 119.
lov) Ahlw., 72.
Ioa) Ahlw., 68; Ham., 321 (II, 101); §ah&h (voc. ^a-s*);
T. CA. (voc. v^>)-
-ocr page 215-
L\'Arte poëtica di \'Abfl \'l-\'Abb&s \'Ahmad ece.                        207
— -                                              -                         M             —                                              —           O         _.                                         E                -,■ _ OP
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tol) Meid., III, 413, l$**~> JU3 e p~Ji ^^^
fflf) Huber, Ij £am.., 406 (II, 183); eIqd, I, 149, J SUU- £1
r^____Jt; \'Ag., XI, 145. XIV, 101; §ahali (voo. ;A~c);
Muf., 41 (1° em.); Saw. \'al-Kailaf, 124; Baid., I, 4,
435 (1° em.). II, 305 (1° em.); \'I. Hii. B. S., 184;
giz., II, 217; T.CA. (voc. ^X*); Lane, I, 1983.
\\T) Pam., 369 (II, 147), r_Ls e ik; Kam., 148, sJiLJ; \'Ag.,
XYI, 111, «Ui; Saw. \'al-KaéS&f, 170, id. e fli; \'IbnHalL
in vita I)u \'1-Rummah, ^wu e ȆCj; Hiz., II, 461, id.
\\%) \'Ag., XIII, 11, or \'■•f*- per j jj e «Las per *a«i.
-ocr page 216-
208                                         C. Schiaparelli.
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, .                i)        .        )                 O .-                                       3-                           3.
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III)  \'Ag., XIII, 111, l«J per jj.
tlv) Ahlw., 127, LS\\0uS e yu v^ •
IV)  Ahlw., 127.
IV) Ahlw., 148, var.; Sibaw., II, 336 (1° em.); Lis. \'al-cAr.,
IX, 143 (2° em.); Hiz. LH., 88, 462, 472 e cf. 325;
Mehren, Ehet. d. Ar., 174.
tv-) Ahlw., 154; \'Asas, I, 332; Lis. \'al-cAr., III, 134; Lane,
I, 2475 (2° em.).
tvt) Ahlw., 93, tfivwt/tj Ub- _J ÓL_- e ó-ö^ljj Diwan, 113,
id.; cIqd, II, 240, Lis-. Cf. \'Ag., XI, 113, lin. 3.
Ut-) §ahah (voc. v_y), j-JI cy>; \'Asas, I, 174, id.; Mut. eU.,
I, 480, id. e 0lfcil; Lis. \'al-cAr., XII, 64, juJÓ e XII,
64. XVII, 19, J&JI ^j T. CA. (toc ^), id.
-ocr page 217-
L\'Arte poëtica di \'Abft \'l-\'Abbfts \'Ahmad eco.                         209
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J^óLï c>.^>-u ^iè s^^ju Ll?^a4 «^t_\\-o^ »y>Li M^j** ^Vaj^M
Ivo) Smend, 8, gil per g&>; Cod. Vat. 364, f°. 34 v°., id.
Ivl) Diwan, 2.
Iw) Diwan, 2, xifcsni per ïLauw, ifAa*^ per iL«JLa-<i e tSJLï»
per Jil.
Iva) Kam,, 733, ó^-l ^L3-a per ^JUi jJLi,; \'Ag., X, 77,
oJiXj per c>i*a.
-ocr page 218-
210                                         O. Schiaparelli.
•5) .aï^ju ^&\\ ^j ^jg£. Ui «jljUü jilï- 0i_s «Cjüüi lx.* ur
^-0                             G                             Ö                     5                           SS
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J»-aJÜS ,-a. r j.l\\JI J^a-IU» qIs u&JU q.j ^-^ j-\'~0s\' «^-^V \'AV
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^ixjl I—j-XjlX—j\'^ L_g * l r .
vXSI jJj q_vo ic^>=- V^-^ V AA
Uï) Ablw., 160; Kam., 424; Asas, I, 150; Lis. \'al-eAr., XVI,
297, &iUJ e ajJ*»; Mehren, Rhet. d. Ar., 163.
tAf) Ahlw., 8, yar.
Uf) Ahlw,, 77, ^(,; Diwan, 160, id.; cUmdah, 30, «W per
yv^; Saw. \'al-Kaééaf, 13, «Ui per .Ui; Lis. \'al-cAr., VII,
84, i^b». X, 55, ^1, e ^>; \'I. His. B. S., 32, o^ per
,Uü; Hiz., I, 376; Lane, I, 447, *ib».
Iao) Kam., 153; \'I. Dur. Gen., 11 (ter), g&, 254, 258; Iqd,
I, 45, £4^?.. II, 80, 185 (2» ed., II, 187, ^1); \'Ag.,
VI, 11, ^1; \'I. \'al-\'Atlr, III, 164, id.; cAyni, 111,332.
UI) Sibaw., 380; Muf., 111; Lis. \'al-cAr., XIV, 91; Hiz., III,
619, 621.
U) \'I. His. S., 625, vJv.; \'al-Husri, HL 385, 457; Damiri,
I, 435; Hiz., IV, 462, w^Jül per ; T. CA. (toc. v^)-
-ocr page 219-
Ii\'Arte poëtica di \'AbA \'l-\'Abbas \'Ahmnd ecc.                        211
,dïJLi> HyrnV £y~* X-J 88) L^UÏ      JU ^JU*j>^ ^5***!». ^5^\' U*J U1
Joel jj Lq c^Ajö J^^-jJt j^-J *5«A^£ ƒ>! ^\' jjlfti vi^-u >J n.
°E •                tl"
69) . J^j j^JI JÜ| ^ u-^JLi «AIS ^ 60) tjylo Kvi^ï Ql Ji \\T
-                                                          \'                \' \'       \'        &
L«J (jr-M X-fc_>_<Ji j^-j (j* ^j-a-jI 0k_P, ^aJl o-A-*-* ,<,f
xa^jjj\' ^^-w^j L?JL*J\' »JLS\' iX*tf5
JUc Jist 1X1 <J«e: .jw-d\'iij KsLLJt i^um» ^A^Uas t^Jby»
Wl) Of. Meid., I, 672.
il) \'Ag., I, 117. XVIII, 98; \'Ibn Hall., vita di ^>.
Nf) Diwan, 74, J^/LÜI ^j Ham., 62-63 (I, 70), cr*4J e
&l; eIqd, I, 39, yjrfj e jj^ per c,^s; \'Ag., XIII, 142,
^^j Mut. "U, I, 50, id.
-ocr page 220-
212
C. Schiaparelli.
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I/Arte poëtica di \'Abfl \'l-\'Abbas \'Ahmad ece.
213
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214 c- Schiaparelli, L\'Arte poëtica di \'Abü\'l-\'Abbas \'Ahmad ecc.
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„ 184, 185 (corr.).......
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„ 196........,Ax*>^! s^Lsf
» 184..............gJd«
„ 184,185..........SUS^I
„ 196............ obLUï
„ 196............wwamJJI
„ 183..............^
„ 184,195,196.....«1^1
-ocr page 223-
Sol taglio della rite di \'Ita \'al-cAwat
Ti\'stü araljo orijinale incilitu,
pubblicato per la prima volta
con traduzione ed annotazioni
da
CARLO CRISPO MONCADA.
-ocr page 224-
-ocr page 225-
Sul taglio della vite di \'Ik \'al-lwwam.
Testo arabo originale inedito,
pubblicato per la prima volta
con traduzione ed annotazioni.
Introduzione.
Ho 1\'onore di fare all\' ottavo Cong-resso degli illustri Orientalisti,
riuniti nella ospitale e dotta Stockholm, sotto gli auspici del Magna-
nimo Principe Sua Maesta Oscar II, cotanto benemerito della
scienza, la seguente comunicazione, diretta a colmare una lacuna
esistente nell\' edizione del JuóUJI ^.aAJI *aL« xa»^UJ! ^Jüé
Kitab \'al-Falahah (Libro dell\' Agricoltura) dell\' illustre éayh
\'Abü Zakariyya\' Yahya \'ibn Muhammad \'ibn \'Ahmad \'ibn \'al-
\'Awwam, \'al-\'Iébili (da Siviglia), pubblicato dal Banqueri a
Madrid in due volumi 1\'anno 1802, testo e traduzione , e dal
Olément-Mullet 1\'anno 1864 a Parigi in due volumi > sola tra-
duzione. Avendo per caso scoverto che non tutto il testo era
stato pubblicato, una parte essendo rimasta tuttavia inedita,
e trattandosi di opera tanto importante, son venuto nella de-
terminazione di pubblicare questa parte del manoscritto di \'Ibn
\'al-cAwwam, esistente nella Biblioteca dell\' Universita di Leida,
rimasta fino ad oggi inedita, accompagnata dalla relativa tra-
duzione e di note.
Tanto 1\'uno quanto 1\'altro scrittore tralasciarono questa parte
senza neanco dirne parola, ció che mi fece cadere nello stesso
errore, mentre viveva sicuro che nulla era stato trascurato dai
VlIIe Congres international des ürientalistes. — Section sémitique. 15
-ocr page 226-
218
Oarlo C r i 8 p o Moncada.
due sopracitati; si che in occasione del quarto Congresso degli
Oriëntalist! nel pubblicare la prima parte del niio lavoro sulla
Agricoltura presso gli Arabi, presentata a quel consesso, a
pag. 20 ebbi a dire nel parlare del £&.}LftJt i.jUS\'. Libro della
Agricoltura di \'Ibn \'al-cAwwam, che mi sorprendea il vedere,
che mentre erasi occupato minutamente di tutto ciö che ri-
guardava la cultura della vigna, non parlava dell\' operazione
piü importante nella cultura di essa e sulla quale è fondata
la vita della pianta e la sua fruttificazione, cioè la potatura, ed
ebbi a soggiungere, non saper comprendere, giova ripeterlo,
come un agricoltore, cbe occupossi cosi dettagliatamente della
cultura della vite, abbia poi taciuto su questa parte principale
che certo non ignorava; sicchè restö ferma in me la con-
vinzione che il citato scrittore conoscea senza meno questa
operazione, e solo ritenni, che non ne avesse parlato dacchè
in quell\' epoca forse non davasi a codesta pratica tutta quella
importanza che essa meritava, coltivandosi la vite piü per
avere dei buoni frutti da mangiare anzichè per la fabbricazione
del vino proibito dalla loro religione. Ma non seppi giammai
sospettare che erasi tralasciato di pubblicare questa parte tanto
dal Banqueri nel 1802, quanto poi nella traduzione dal Clément-
Mullet nel 1864, poicchè essi aveano avuto tutto 1\'agio di stu-
diare i manoscritti originali sui quah aveano fatto Ie loro
pubblicazioni, molto piü il Olément-Mullet che oltre a quello
esistente all\' Escuriale di Madrid su di cui il Banqueri avea fatto
il suo lavoro, avea studiato anco 1\'altro manoscritto esistente
nella Biblioteca Nazionale di Parigi. Se avessi potuto concepire
tale sospetto non avrei certamente pria di pubblicare la prima
parte del detto mio lavoro tralasciato di consultare o di far
consultare i manoscritti di \'Ibn \'al-cAwwam esistenti nelle Biblio-
teche d\'Europa, siccome feci posteriormente quando mi avvidi
che molte varianti esisteano nelle due pubblicazioni fatte, e i
manoscritti esistenti, e che oltre a parole ed a qualche piccolo
tratto una buona parte era stata tralasciata nelle pubblicazioni,
forse per Ie difficolta che presentava.
Pubblicatosi 1\'anno 1881 in Leida il Supplimento ai Dizio-
narii Arabi dal Dozy, alla parola ,j«JÜj a pag. 114 del primo
volume, trovai il seguente brano: „petit insecte qui ronge la
vigne, Auw. man. de Leyde, 123 r° (dans 1\'édition de Banqueri,
-ocr page 227-
\'Ibn \'al-\'Awwam, Sul taglio della vite.                            219
1, 509, une dizaine de pages manquent)", ed il seguente tratto
della parte inedita: bCjA* ^ ^jüf Juo ^la-süt t-üJüi e JLï
Fu allora che nacquemi il dubbio che Ie nove pagine non
pubblicate che mancavano nella edizione e che esisteano inedite
nel manoscritto, si riferissero alla parte dove \'Ibn \'al-cAwwam
avesse trattato della potatura. E di fatti a pag. 521 dello
stesso volume del Dozy alla parola c£» trovasi scritto: „Tail-
ler la vigne d\'une certaine maniere, man. de Leyde d\' Ibn al-
Auwam, 119 v°; dans 1\'édition (I, 509) il manque plus de neuf
pages"; ed a pag. 278 del secondo volume, detto Dizionario,
alla parola ,j*JLajo, spiegata per „tailler les branches des vignes
en ligne droite", troviamo Taggiunta: „Auw., man. de Leyde,
121 r°: bjcic ^ys-LlÖ! 4>bü&t tXSj fr^2*" e*"*\' v-*^0-" ^
yxê- ^_/o ^IjüJuo lxkï r»^v^\' ^j—* (jLx^óüJt «.k-b\' (j^-XL) (jt
«aJLc ^JJü ^UJt JwT ,j**J (1. Kiiï) *4J^- 0\'est un long passage
(9 [ pages) qui manque dans 1\'édit. de Banqueri (I, 509)"; ed
alla pag. 338, volume 2°, detto Dizionario, alla parola ,. *
si dice che il termine arabo C^»**\') „désigne les branches des
vignes qu\'on ne coupe pas a 1\'époque de la taille et qui por-
tent les raisins, témoin ces passages d\'Auw. qui ne se trou-
vent pas dans 1\'édition: man. 118 v°: ^jo &UsaJI ^i (J.JcJt
c^óül ^ OLaJI un t, 3 xa *»j} ij^r^l (5**»*^ (5^\' £J>"*"\'
120 v°: Lg^i oi-*-Uf (1. iLuü) x«j»j LgJLo (j^5^> .jdl ^jLyaJÜ!
^JLf! l5£*3 ^t ^ .*£M". Ed in ultimo, apag. 719, vol. 2°,
alla parola y_jCuo si legge: „Ie ^jCuJI JaiLa. est une petite
branche a cöté de chaque v_jCuo, qu\'il faut y laisser aussi,
Auw. man. de Leyde 121 v° (dans 1\'édit., I, 509, il manque
plus de neuf pages)". Tutti questi tratti che ho riportati dal
Dizionario del Dozy sono relativi alla parte che noi ora pub-
blichiamo e che furono quelli che ei portarono a scuoprire che
molti altri tratti mancanti nell\' edizione sono stati pubblicati
dal Dozy, come si vede a pag. 550, 763, 785, primo volume,
ed alle pag. 368, 541, 849 del volume secondo della citata
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220
Carlo (Jrispo Moncada.
opera ed in molti altri punti, che sarebbe assai lungo 1\'enu
merare.
Da tutto ciö si rileva che tanto il lavoro del Banqueri
quanto 1\'altro del Clément-Mullet sono incompleti ed ebbi cosi
a convincermi che gli studii finora fatti suil\' \'Ibn \'al-cAwwam
sono monchi ed incompleti, e che Ie nove pagine mancanti,
come per altro rilevasi da ciö che dice il Dozy nel suo Suppli-
mento ai Dizionarii Arabi, erano quella parte dove il nostro autore
si occupava del taglio della vite. E poichè interessavami pei miei
studii esser sicuro di ciö ed avere in mio potere tutte Ie nove
pagine che mancavano nell\' edizione, ma che esistevano nel
manoscritto di Leida, mi diressi al Signor Brill di Leida pregan-
dolo a volermi fare eseguire la copia della parte mancante e
tuttavia inedita del manoscritto relativa al taglio della vite, o
di indicarmi persona cui potermi diriggere per avere eseguita
la copia delle dette nove pagine, e sollecitamente con rara gen-
tilezza, di cui gli sono grato, mi spediva la copia di una piccola
parte per vedere se era quella da me ricercata e mi indicava
il Signor Snouck Hurgronje cui potermi a suo nome diriggere, e
che volentieri si sarebbe prestato; soggiungeami in ultimo che
il Prof. M. J. de Goeje sarebbe stato disposto a spedirmi
1\'intero manoscritto all\' oggetto di poter fare da me stesso
tutte Ie ricerche che volea, della quale offerta, per non sotto-
porre il prezioso manoscritto ad un viaggio e facilmente ad
uno smarrimento, credei regolare di non avvalermi e pertanto
ne rendo Ie piü sentite grazie all\' illustre e dotto orientalista
Prof. de Goeje.
Direttomi invece al cennato Signor Snouck Hurgronje, cortese-
mente sobbarcavasi all\' ingrato lavoro ed in pochissimo tempo ese-
guivami sul manoscritto dell\' Universita di Leida la copia fedele
delle dette pagine mancanti nell\' edizione di Banqueri, che affre-
tavasi spedirmi, avvertendomi al tempo stesso che codesto ma-
noscritto contenea molti errori tanto nella parte ortografica che
grammaticale, e che mancavano molti punti diacritici, oltre a
che una parte di questi erano stati malamente messi, ma che
egli avea fedelmente copiato la parte richiesta del manoscritto
con tutte Ie mancanze e gli errori esistenti nell\' originale. Il
tutto fü eseguito esattamente e da intelligente arabista di che
gliene resto tenutissimo.
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\'Ibn \'al-\'Awwam, Sul taglio della vite.
221
Kicevuto il manoscritto e studiatolo rilevai col fatto che tutto
quel tratto che mancava nella edizione, era appunto la parte
in cui \'Ibn \'al-cAwwam erasi occupato della potatura della vite,
mancanza che rendeva incompleto il suo libro suil\' Agricoltura
di una parte importante e che ora mercè questa pubblicazione
viene a completarsi, pubblicazione che faccio nell\' interesse
dell\' agricoltura contenendo precetti serii sulla potatura, ciö
che Terrö a dimostrare nella continuazione del mio lavoro sulla
Agricoltura presso gli Arabi, che faccio ancora allo scopo di
completare 1\'opera di \'Ibn \'al-cAwwam.
Non si sa in vero comprendero per qual ragione il Clément-
Mullet che pubblicö molti anni dopo del Banqueri la traduzione
in francese, che rilevö molti errori nei quali era caduto costui,
e che nella sua prefazione ed in altri punti come a pag. 523,
vol. 1°, dice che il Banqueri avea ragione a segnalare questo
testo come pieno di difetti e che egli avea creduto avvicinarsi
alla verita per mezzo di leggiere correzioni cercandolo di gius-
tificare, pure rifacendo la traduzione, per la quale, per quanto
dice, si servi oltre dell\' edizione anco dei due manoscritti
esistenti 1\'uno all\' Escuriale di Madrid, 1\'altro alla Biblioteca
Nazionale di Parigi, e con 1\'aiuto di questo ultimo corresse molti
punti alterati nella traduzione, sia poi dopo tanta diligenza a
sua volta caduto in molti errori, ed abbia tralasciato questa
parte importante del manoscritto senza dirne nulla.
Le correzioni fatte dal Clément-Mullet al Banqueri, da quanto
se ne raccoglie dalla sua traduzione, non riduconsi ad altro che
a qualche parola, giammai ad interi tratti, mentre nel testo
del Banqueri vi erano interi lunghi tratti da correggere e da
riportare e di cui lo scrittore francese non si occupö. Ma
dal momento che ebbi in mio potere il Dizionario del Dozy
compresi facilmente la ragione per la quale il Clément-Mullet
tralasciö, a sua volta, questi tratti: di fatti, a pag. XVIII
del primo volume del detto Supplimento, nel dare la lista
degli autori, che cita nel corso del Dizionario, parlando di \'Ibn
\'al-cAwwam, dice: „La traduction de Clément-Mullet (Paris,
1864, 2 vol.), tout médiocre qu\'elle est, m\'a cependant été
quelquefois utile. Clément-Mullet était a coup sür un pauvre
arabisant, mais il se connaissait en agriculture".
Questo giudizio, dato da un uomo tanto dotto e competente
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Carlo Crispo Moncada.
222
quanto il Dozy, mi ha spiegato la ragione per cui il Clément-Mullet
da uomo prudente ed avveduto non volle ingolfarsi dove potea
trovare difficolta maggiore, tanto che egli stesso dice in diversi
punti, per nota, che invece di tradurre letteralmente ha preferito
dame il senso, alle volte anco modiflcando il testo, perchè vi
incontrava delle difficolta pratiche.
Onde è a ritenersi che il Banqueri trascuró questa parte e
non corresse che pochi errori del manoscritto per non essere
profondo arabista, tuttochè era pieno d\'errori e mancante di
punti diacritici, e che a sua volta il Clément-Mullet ne avea
anche tralasciato una gran parte, perchè al dire del Dozy era
povero arabizante.
La parte del manoscritto, che ora vede la luce, è stata tratta,
come ho detto, dal manoscritto esistente nella Biblioteca dell\'
Universita di Leida, segnato al numero 346, e gentilmente co-
piatami e speditami dal Signor Snouck Hurgronje da Leida,
Olanda, e di cui nel Catalogus Codicum Orientalium Bibliothe-
cae Academiae Lugduno Batavae, pubblicato dal P. de Jong e
dal dotto orientalista M. J. de Goeje, a pag. 216 del 3° vol.
cosi se ne paria: „Codex noster priorem tantum libri partem
continet neque hanc totam; nonnulla enim folia in fine perie-
runt, ita ut nunc abrupte desinat in media sectione c. t. Lel.
^J| 5JUU {£Z«*a)\\ (jIcXa.1 (in edit. supra laudata [cioè di Ban-
queri] Tom. I, p. 675). Non sine multis vitiis exaratus est et
anni nota caret. Alia exempl.: Escur. 901; Paris. 912 (pars
prior)".
Anche il Casiri, nella sua Biblioteca Arabico-Hispana, pubbli-
cata 1\'anno 1760 a Madrid in due volumi, che fü il primo che
diede notizia dell\' opera di \'Ibn \'al-cAwwam, cosi ne dice a
pag. 323 del 1° vol.: „Codex absque anni nota exaratus foliis
constans 426, in quo puncta diacritica non pauca et desideran-
tur et variantur. Ibi opus de Re Bustica in duas partes divi-
sum et XXXIV capitibus comprehensum; titulus Tractatus de
Agricultura" ecc.; e poi soggiunge: „Huius autem Codicis
pars prior exstat in Begia Bibliotheca Parisiensi inter Codices
Arabicos, sicut in Bibliotheca Lugduno Batava". Il Clément-
Mullet si occupa di tutti e tre i manoscritti nella prefazione
alla sua traduzione, ed in ultimo anco il Dozy, a pag. XVIII
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\'Ibn \'al-\'Awwftm, Sul taglio della vite.                            2g3
del SuppHmento ai Dizionarii Arabi, dice: „Traite d\'Agricul-
ture par Ibn-al-Auwam, que Banqueri a publié a Madrid en
1802 d\'après Ie man. de 1\'Escurial. Comme cette édition four-
mille de fautes,-je 1\'ai corrigée a 1\'aide de notre man. 346,
qui est infiniment meilleur, mais qui malhenreusement ne va
que jusqu\'a la page 675 du tome Ier de 1\'édition, de sorte que
j\'ai dü omettre plusieurs mots probablement plus ou moins
altérés".
Lo stesso Dozy, tuttochè dice che la copia di Leida è
migliore, pure nel corso del Dizionario non tralascia di dire
cbe vi mancano molti punti diacritici e cbe vi sono degli er-
rori. Casiri rilevö benanehe la mancanza dei punti diacritici e
rilevö del pari cbe molti di codesti punti erano stati posti er-
roneamente, ciö che si rileva ancbe in questa parte del mano-
scritto; ed in fatti la parola SJji^., cbe s\'incontra sovente, si
trova sempre coi punti messi erroneamente o senza punti, e lo
stesso per la parola Jjj\' e per molte altre che sarebbe assai
lungo 1\'enumerare; mancanza di punti cbe ne aumenta la dif-
ficolta nella traduzione.
Da quanto si è detto è da conchiudere esser completo 1\' ac-
cordo di tutti che i manoscritti esistenti sono pieni d\'errori e
vi mancano i punti diacritici, e sebbene il Dozy affermava che
il manoscritto di Leida era piü corretto dell\' edizione di Ban-
queri, pure non potè fare a meno di dire che contenea molti
errori e che vi mancavano molti punti diacritici.
Circa 1\'epoca dei detti manoscritti nulla è permesso di affer-
mare non essendosene occupato alcuno, nè avendoli esaminati;
solo puö dirsi che essendo il piü completo quello dell\' Escu-
riale, deve essere questo il piü antico, e che quelh\' di Leida
e di Parigi essendo tutti e due incompleti devono essere a
quello posteriori e forse eseguiti sul primo, e che frai due
1\'essere piü corretto quello di Leida devesi al certo alla capa-
cita del copista che in parte ebbe a correggere nel copiare
molti difetti. Ma per dare su di ciö un giudizio esatto bisogna
avere sotto occhio e studiare i manoscritti, cosa che fino ad
ora non mi è stato permesso.
Questa parte del testo, che ora vede la luce, si pubbbca n e 11 o
stato in cui si trova nel manoscritto coi punti
mancanti e sbagliati, e con tutti altri errori or-
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Carlo
Crispo Moncads.
224
tografici e grammaticali \'), e ciö anco per evitare il
caso in cui incorsero il Banqueri ed il Clément-Mullet, che
cercando di correggere una parte di errori caddero in altri.
Oltre a che quando i testi sono intieramente scorretti bisogna
pubblicarli nello stato in cui si trovano, percbè avviene che
volendo correggere si viene ad alterare il concetto dell\' autore
e qualche volta anco a farlo cadere in contradizione. E non
è nuovo il caso di diverse . correzioni dove non è possi-
bile determinare quali siano Ie vere, mentre avendo il testo
sotto occhio nel suo vero stato, si puö sempre rilevare se la
traduzione sia stata ben fatta; molto piü poi quando la pub-
blicazione del testo va unita alla traduzione, siccome viene ora
a farsi, non potendosi tradurre senza ben comprendere gli errori
del testo, ed a ciö fare è mestiere conoscer profondamente
1\'arabo.
La parte che si pubblica trovasi a fogl. 118 v° segg. delmano-
scritto di Leida, che dovrebbe attaccare col testo pubblicato dal
Banqueri a pag. 509 del 1° vol. dopo Ie parole LPw^^j\' JJLö^
e dovrebbe far parte dell\' articolo secondo di questa parte.
Dopo Ie parole xjleb U*j.a* siegue quello che si legge nell\'
articolo terzo dell\' edizione, sul taglio degli alberi.
Il testo è accompagnato dalla traduzione e da note. Nel tra-
durre mi sono sforzato di farlo, per quanto è stato possibile,
letteralmente, anche in qualche punto a scapito della forma
italiana, e pertanto con maggior fatiga scostandomi dall\' uso
in parte invalso di tradurre dando il solo senso, ad isfuggire
Ie difficolta che si incontrano nel tradurre letteralmente. Il la-
voro contiene intieramente tutta la parte dove \'Ibn \'al-cAwwam
tratta della potatura della vite, ed al suo solito riporta tutte
Ie opinioni ed i giudizii alla sua eta conosciuti, e poi da il
suo giudizio, frutto delle sue lunghe esperienze e delle sue co-
noscenze.
Il tó.iUJI wLcS" Kitab \'al-Falahah, Libro dell\' Agricoltura
di \'Ibn \'al-\'Awwam, è 1\'opera piü importante d\'agricóltura che
ei rimane degli Arabi. Egli mostra di avere inteso molto per
1\'agricoltura e di aver saputo unire allo studio ed alla teoria
1) llaramente soltauto ho indicato gli sbagli per un sic.
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\'Ibn \'al-\'Awwam, Sul taglio della vite.                            225
la pratica, citando spesso i risultati ottenuti dagli esperi-
menti fatti.
Intorno ad \'Ibn \'al-eAwwam pochissime notizie si hanno. Solo
si sa che sia vissuto allo scorcio del XII. secolo, nulla dicendone
IJaggl Halifah nel suo Lessico Bibliografico ed \'Ibn Hallikan
nel suo Dizionario Bibliografico, e sembrami curioso come
questi due scrittori che scrissero molto tempo dopo, non ne
parlino. Il solo \'Ibn Haldün nei suoi Prolegomeni, pubblicati
nel solo testo da Quatremère, nel vol. 1°, part e terza, a pag.
120 ei dice JLJaxJÜ! JL&.}LUf i^Lüf ^y*ïï jj-jt ^.^aXa.\\} rite-
nendolo come 1\'autore di un ristretto dell\' Agricoltura dei Na-
batei. E cade su di ciö in errore, poicbè se \'Ibn \'al-cAwwam
si richiama spesso all\' Agricoltura dei Nabatei, come fa per
moltissimi altri autori, e frai principali cita spesso \'Ibn \'al-
Fassal ed \'Ibn ïlaggag, siccome occorrera spesso di vedere
anco in questa parte che si pubblica, non per questo puö dirsi
che la sua opera sia un ristretto di quella.
Dal suo libro si raccoglie che era di Siviglia, che dovea
essere un agricoltore molto istruito, perocchè alla teoria univa
una grande pratica acquistata sulle montagne di \'al-Scharaf nella
Spagna.
Sarebbe cosa assai utile il fare una novella edizione della in-
tera opera aggiungendovi tutto quello che manca nella prima edi-
zione da riescire completa; alla quale cosa pare che avrebbe pen-
sato il Dozy, se non fosse stato colpito dalla morte, dapoichè frai
suoi pochi libri lasciati alla Biblioteca dell\' Universita di Leida
Ti è un esemplare dell\' edizione del Banqueri pieno di corre-
zioni, annotazioni ed aggiunte da poter benissimo servire per
una seconda edizione. Ed in esso trovasi la seguente osserva-
zione, che fü pubblicata a pag. 16 del Catalogo dei libri della
Biblioteca del Dozy: „Les variantes et correotions que j\'ai dé-
signées par la lettre A sont tirées du man. de Leyde N. 346,
qui va jusqu\'a la p. 675 du tome I. Pour une nouvelle édition
il faudra collationner ce man. d\'un bout a, 1\'autre. Il est infi-
niment meilleur que 1\'édit. de Banqueri. Je n\'ai noté que les
corr. qui m\'étaient nécessaires pour mes travaux lexicographi-
ques et en général j\'ai lu plutöt Ie man. que 1\'édition". Per
cui dovendosi rifare una seconda edizione, oltre ai tre mano-
scritti, dovrebbesi anco consultare questo lavoro lasciato dal dot-
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226
Carlo Crispo Moncada.
tissimo Prof. Dozy. Ed è opportuna 1\' occasione per esternare
la mia gratitudine al Signor E. J. Brill che oltre d\'essere il piü
splendido editore, che si conosca di libri orientali, che fa onore
alla sua Leida ed all\' Olanda tutta rendendola il centro degli
studii orientali, si è anche un protettore di essi, non man-
cando d\'incoraggiamenti ai cultori di tali studii, ed io devo
alle di lui premure e ai mezzi e relazioni da lui procuratimi,
se ho potuto portare a compimanto questo qual siasi lavoro;
son grato altresi al Signor Snouck Hurgronje, gia abbastanza co-
nosciuto per Ie sue pubblicazioni, che gentilmente prestossi ad
assumere 1\'ingrata fatiga di copiarmi tutta quella parte del ma-
noscritto da me richiestagli, ed al Signor Dr. Paul Herzsohn,
che ne ha curato la pubblicazione secondo Ie mie intenzioni,
assumendo il pesante incarico di riconfrontare il testo arabo
suil\' originale esistente nella Biblioteca dell\' Universita di Leida.
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\'Ibn \'al-\'Awwam, Sul taglio della vite.
227
Testo Arabo.
Manoscritto di Leida 346, f. 118 v°. fino al f. 123 r°.
i^^i l5^\' o-»^1 _>& jL^u-\'ÜI .*&\' c^ïj J$ u& y^ er J^
jj-ó q^ Jj^l ^a-AaJÜI 3} y-*J 3 A-rt3j *j->£ 3$ 8«v= ^ ^-*s Lt\'
^»wj\' ^5 ytiijï l^-s ÜS^a ^u»>o ^j Laj.t Sj&j£$ j*»j Juo3 «*Ui3
Mc omissa (in locum vacuüm non inserta)] . . . ujLtf q^j «-^ij
ySwSJ\'j QyjJ1 ^«ju
[est litera, qua, ut sigla, indicetur liber laud.
«-ft—jLttxil (jSa**? L-r*22*? ai*U\' LiLacL Lf.JL_.wJ J,
3                                            J
^wo, J-JjJI Ljjyus ^jjj f- 8^c ^^ic (A^J Lg-i/a -by»va gl»_;l *J Lo
$1]Jd x_«__i_« c^*-*-S ^y^\' jLiófiJI M^it *>m^ ,5 -t-S" ^j v_j_cf
xi-3-ÜI £ ^vjaJ^LÏ o, j4\'j"i\' JIjS\' J* *** <A*a*t v_y~*J S-Sr ^ J5
^JiA-S^I »»j ^ïj J>C lX«J_sl l^ ^Lït \\*S Luw ^ sJÜ\' J \'3\'
ytfl ^ cOuvusla ^jjl ^£Lj £ pytfLwJI ü}*^\' fi-** l^JU ^
fjiÜI ,0-1 jjü\' J* ^LJ\' UUil Jl «JlLJI-L Ju_»I ^ J* <_<Ji
IiA^j ^\'A-s. ^t X_bL_>- l_gw\\Jb J^t ^ c>«^aJ >$ rfsjwXSI x*Lü_u
-ocr page 236-
228                                  Carlo Crispo Moncada.
XcLuaSt ^a^aij», fil]}i\\ o^L^ui y^^^iil jolijt ijg IjJ».»-! ^L&Jt
«IJl U 0l v\'4^1 ^ j xkr a5Ü3 J^ Lt] JaXi* (jCs? qjJIs il
Lbft^OU L^aau QV^-J "% *^>Lx! jl_^o Lj>U »X>|j JJ\' J-J vAs>tj
>_^XJI jjLoI JLLo (J»c «uüü- q*£j qIj *** (J>«l r-^ls vM-*"\' A\'
5                    \'t -                         u
Lfrs^-Jj oV^\' u?-fW-\' ii^\' £^\' er **»^- j <*j|Xi\' ^*^s v_5\'^-
—AaaoJIj JjiftJ! léLj\'iAJ^ Sj^J\' Pi-9 Lfi «^J &*;cb u»."St c;*-J^ q\'
IlV0 Jwc5 t\\*a!t J^ L.V.«aJ|j i^Jó JJ^ aJ ii_j\' U_S qIs\' qI ^yte\'
J*S, q\' t/^1 Aij^l O^\'s *^>*^i\' lp/^ £ y>y t5/^J u-LaöJ!
L_* jj-^\' *-°y q"^ o\' L>l,Aa%^5 fcSiUaSj *_j oLJLi U J.c Jwi\'
[119 r°] IA_> v>\' ^ 0y^s l~.JO> U-T ^UCjuj^ rLsJt yO\'
Lic UajJ i^-ir*} \'^P* "^^J L^*0\' (^^ ^-ais. JoiaJ "^L-^j L^jftS»
^Ij L^JLc Jyj ^s> J^l j-« uu-*» ^a*xlt LjXSj»» {jojN er ^^A*
(jn*Aj l^axi J-.«ajlj Xxaü. J>cl sJJ.Lk.ji tt\\_> ivB Pj^\' iüa-jI^
J^mo ^è fcèiXJl Xj^ï c^-ils\' qIï l$ft**5 i:r, Ljj^j oyü"a *iA»iL jJÊiaj
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\'Ibn \'al-\'Awwam, Sul taglio della vite.                         229
^gij KftXJl Jtft*a^> viA-iLf ^Ij L^js Hyül qIXI fcjk-Ü A**aST. LfJif
t\\*C Lg.J iMt Q*£j léXlXÏ^ *UX*?, (_gt\\JI .lAftit J>* C .Si\\ {y, L§a9
[sic] vJULaoÜI a_/i (^L-S\' 0!s OJrJ»JI j 0L_A_*a_aJI j*-*"1 er»
i^fSf. gUJif» Aiu ^ L§JU tiLSi yoi xj^LJI Byii\' Lgi c>^^i ^1
J** FjSÏÏ q* «jljjj yaï ^1 Jlbl blXac JLsvJ\' «£L i_**j \'3li Sjjü^
q! ujüjj 1$*** t-yt;"-^ j fc<U3 lAjU -Lu Ji LjjU *) qB LPj\'JJW
«UmJI q» L^jJïj *JL> _j\' UxlXJ» Ui\' *_jlO ,V^°\' o^;-c k^ LPy^\'
l^Jj ^1 *i |JUj ^ u&J3 ^ vy*J ^a iXs>-lj .\'Aa* j*£ c .j"i\'
q^ Jiiï ^ «uai». jujIo (joLiX/ol J,t \\_j_ït x-ibS aJlail. Ajï*vI ^ b_s
u^-iU üx*i} L(J l3^i ^ï j^yt tja-*-* l^s 0u^. ^u^i
[in margine a manu occidentali annot.: 1. Js_/F| A_J"t ^LJóü^f}
g^t stjLL» j^ UJLc iXJ\'I [sic] L^jJjl^Mij __jftJt AjlX.«jj Jjbjl j
^j^j i\\»|j gJiw j kJy^i iXaJj gJa« ,5 Ifjj-S\' trj 4>^\' v5
i^iil J JlJCCft^t 0"5l ^yi j L^lJOet ^ LJlc J^jl LajJ L^tóaj
^Jle ^Oy jl iX«j Let jS»\\ ,.Lc ^ ü)Jj jjuw ^<<- ULé ^<j ^ 0t
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230                                 CarloCrispoMoncada.
^L.»aaJI sjjü\' üLw^Xtl q* ^t Jlfil J.«is «IJl LA ^t «_a_*_jI Lvo
*}»<aJI qI^ 1»a**o i_*-ocaJüi ^tf qIs „l_a»}_el *ji qK 131 liA_s»
Uuaua Ljj*as U^2j\' ,•.\' i^iJVi\'} v_JiAX*nJI q* iCu_X_JL) J.ji (_g^_s^!i
*jl __kê j_cJ9 ƒ>! v^*21* «slLi^j «-jLSjIj iUaiL -^i [119 V°] JlXju
^ üü^L Ji»>l ^eyül «£Jj 01^ ^«jl al -jJI jo Jax«_> ^
"iit iua!jJÜl>/ «£J3j xiiUJLi\' 0}£j LS> _aII JwjAjlj\' ^ v_JLOuaJ\'
<_A;ouia!l qIs (_5yi!l UjU Lyi\' \'oUlj LgJLX-i iA^&j haa21 im«X> r^l
UaJ^I ,Js ,-yiJI liXs» jjkJÜtj *yiL\' sJiSI Ja-wyilt Lis &JLx _ja3-
j ^A-\'bSi l\\-*.c ^_^l t^r5^ u^JiX^3 *^ L^y^ rr^\'j Ja-A-yMit
(ji lk\\ *el &JU __tóJil ^j-ï —i>\' üILl* ^£s QjyiSI j—>Lww.J LjjL^avc
^-X-w^o rfy_L_w j x_jL^?\' *_x> r-i^v. Li^to L^*as lX-s^j ^1 J»*^
^Lac\'ïI ^ bLJl* (j^cl 3I ^LiS (jaai»! ^Is" ^ ^a Lï y>! LaaöÏj
Ojj^\' ^jC^j J-»os KJüÜi. J. yxi* ,jü^\\aj q! t) Il\\jI j^yüt J»fi
o
i\' —*-cl ^\'j JwXa*** qj-S yOj J^«) i.1 (j*^£*i<o qj.3 *&jj-3 CW
u^Xij-tl J^ ijl J^i»b ,i,i T^cl als jjii^m qIs\' kisÈ. J-i-b
lX-Ïj *üfi V|>-Cy< ^iXifi |>v,kX^° U»j^\' g»iu« ij* uj JÜIj J^w-t il
JUx Ü^y* ü^J i»r^\' CT ***=*• k3L«J \'^\'5 j^»ii* U*S *«dc O-J^J
ü/ U>! ^y-? Dl Lpyï i J-^S5 JUaü c*Jl£ ^ ^^«as y*>
uiL_jN_^5 ^LJLs «JUsl; UxS »^U^ QS;SJI o* Uj-aS L_* (j^e Js_jj;
^L^l&AjuMt i*)sy^\' !^ ^° L?V*M>\'^ slXju Lj v^AJlXwil j.LxJt ij. *1aLj
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Ibn \'al-\'Aww&m, Sul taglio della vite.                            231
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232                                 Oarlo Crispo Moncada.
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\'Ibn \'al-\'Awwam, Sul taglio della vite.                          233
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ftiaJÜIj LS>Juóbc*o ^1 ^U*A-« 0LoaaJI i,1 (jiA-aiy qI Ui &&>}
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Uóo JsSaS cyt!l £ UI ^fJ> v*j & ^LwaSjl dUi\' \\y&u*S ^1 Lajl
0UüfiJI ^--.l ji/l lyiaj 0I L0I3 v_A->! <_JjiJj tskJj J»*3 ytf^l
l^jnu»^ l_g^f!l 1^*?^ Ijli ^LÜ yü"!} j^SJI jiX_ï J^ U&jZö 14^
videtur legendum] ^jXJwdl {j^ ia*^}! oöjjl J x^y ^*Xi ^t
,•ƒ•[} ^«4*!! o-t Lio ü ^ Jj*il syoa^o qJj ^~.|_JcJla fesse ^yJ\'
j g~jQ ljJU£ ^Jülj ^UJI o^ j jLaJI uXJic ^LLiül UI sJj
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J^. VÜ*^l\\JS U (J*.U ^ rfSAM.^1 QV«A_J léLJlA-j\', jW)jWl
VIlIo Congres intematioaal des Orientalistes. — Section sémitique. 16
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234                                Oarlo C ris po Moncada.
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»}j£ïï QLyas y->j >-\\Jl±J- ij*»4-«J\' oo._!ji3 UI l/^*- X-£~>mJ y,Lëig
OvU^l o\'5l\\_«JI j ^JUÜt ^ Ijl -.Lsu> ^-j 3lï ^<«^ij ïJuUi
Aai v_iL£ól 15^5 w*^<i3Ü)\' iiV..J lXa£ oL&aJ s-Jle <fctw <_.Ajuaj U
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Lcj** ^lï ^jji\' iOï\'LJ! ao^Uait j.Lj*^5t qj^vsSj f~*>£i\\ er) o^ \'^\'
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^.5 «JLe ^v\\üj (j^LaJI J.-/ u^-aJ ^.j^ [sic] ^La*o j, yjjl _>_S>j
Oj-ï^i\'j &*ic i\'-^M u*l*J\' tM\' o^s [8ic] N^Ji^ (Jl^uI Q^«kX-i
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\'Ibn \'al-\'Awwam, Sul taglio della vite.                          235
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[sic] ié)jü [sic] i_jLx^I ly, u^HI (Jö«ö JLï f**s ^t-*" c-^\'
i_a_*3_S Lf*a**Jj KLa).ï qLa-aö.3 LgJ liLXj U*i=»Jj N-A^ iMy-*ia* L^J
!■$**$ ;<Ax*^j x^yL XjJ» L/Ojji\' La/o .^ j^j-L) [sic] Lg.Aax.Jj .Laos
l=aJ\' \'^~\' «Iaa\'s wkwü L/a Lp^oj «rA^Ï IjLaaV3Ï &as [sic] c>-aaj Lö
-                        .                     O-                          -                                                                               3 3                                                       _
j.c L$ab*j oü*j 0t *tf5 Ifilj j Jav.aj5 L^ejjj ^saj 0I ^j _j*a£SS
L$jtJ> £ £*v.aj\'5 L§fi5js ö/*:1. o\' "^ jA*^\' £»^! iV*-*?- o\' ^9 U*3**
«ij,! l* «.La\'JL Ja^.j qI <AJ,3 £ x-s^Slj X»*a^° L^c^jS qj^j [sic Ood.]
LfLo £*^j £♦.£>! lo IgjBjj.S er OJj^i LUaft^l L-Ó LfLo jj^j ^Ij
q\' lXju «.AAAvJdt g «^>\'iAj «-Jjjaö/o LjjLJ\' XasÜ im^J q\'j uSr**\' ^
Igïy-\'S .«.Laa-j c<Laj ^clX-J\'^ L^avC «iaall ^JLaoj ^JV-Jt wi_uOaüil i_i-*J
üSUi ciA*» «j^l gvw*i\' i3 -k V^ ey*-S *^"^ C5^c L«^\'~Sb" f^.i
tj^-i J0/1 £ fij^\' g*~** o\' ^ er" Lxa^\' er* o\' c"^ &\'
•5_j-0 *?wmaXj q! oLjI^aaj (3^j c jAAj ^1 >t*^ « L$JUo£! ty,
q-> L/0k_j •»£ iUw j» è-\' »W XajUj l\\xj ■_«! tafijt q-» l#el„.s i_aSxj
qUj ,5 L^»-y=- J.*t\\AAi ^Jt iAXaÏj ^t J^ï v_KXJI ^ Ljaac v_»Lï
.lA^^J j»3-^\' li^ -*i2J ^i-^J ^Lï «JAAJ      Ü.J^_b. Lg.A/0 J.AAVJ ^ -AA2Ï
L«A^S. U*J _J^!t Cr 4^ «iOlJUif ^AÖ\' OyJ\' ^ OyJI j I^Ui"
& c5^\' (•5;-^-^ ü\' \'~-*B-rf\' <5ïj L^Ui-> U^ac ^Lsè^r. rf>«A<J!j v_«Jaail
(Aju oa^v.aw.J\' IJl L^^A»i\' v_a_i_5? qI j-Aaaas i>~.j) ^.Ü ^ItAJlJt
[121 y°] 0LAa5JI ^ Ljas ,_<£** Jj fU*Jt Jx ^na-Xj- ^5 ^1 uiLLöit
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236                                 Carlo Crispo Moncada.
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\'Ibn \'al-\'Awwftm, Sul taglio della vite.                             237
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(Vi2.il -bjif. ijmuJ J1._Jy.l3 lX_=>\'_j i_-<.a*1-> X«J)"^\' yU«-S.!l .•«<« v-^°
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iUjJül Ulj idoj^jl «JvgJ rfJL>öt IJn-6 (jli ^-jl ,^;Jl _Uj\' ^wX» ^s«<L<Jt
^i*AA5 8_fl_0 LgJj.*»- »_*_._»■ S^JtJ w«.ti- jJvAa^vü (J-lAjt UaxC ,_sCJI
^__i ^-v» Jj-I-t *^__i L<_^-ju-> qj-^-i ^5 qI^^-- 0Lhy-tó LjJ
U/0 q^/o! Lo jl «J.t jl ^*c! (_j^Lj L^j «iJjAj ou>-i J. J\' (j. ry^A\'ls
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^1 ^iuJUs ^L-wJI J,\' Vr^0 ^A^* ^a-wüt _W tóL_9 8j<_> LjjU-:I
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238                                 Carlo Cr is po Moncada.
Sjis\' v-Si &^^\' 8tXJ> qLs a.*.,^ y.A,iU^ ***** l&xXe qjxjj ,£*
0^a;> Jywl \\J> L^Ux qJ j-d! K_x> 5ÜÏ Lotj iAJó LjüsI^.j^ qLaBöJI
L&^s-lj Lpa^-lj qL-öüJI JLÜ ^» ^j£^5 ^W*0* Süujt Ljiiwl jj
-bjliw ^ **> l\\s Jwoj (JoLè8 j&JI l5ü>b jCoj^JI 8.X0 ^jy q\'j
pL^dt ^Ou sd\\.0 Jwjjj ^5 L^asi^j tj^_# 0Ls v\'/* JaJu^ jL^j^l
(^i v.A-S\'m\' liL-l-j" (^ Uxi L_4 _Jüjj LgjLaèl ^v*«*Jo ,.jl i_a^;*9
,-ëj q\'j l£aL> «Lu*** (_5>3JI (j*w»lii iff**J ^s **i>J qUassJ\' Oj<-\'
L^Sypj qL^SJLJ «.is ij53»aj *ÓJ> qLs \\i\\s» \'jaaos q^aILï JasLs» l$5
LJUiA» i^iXi\' ^* Jtf\' _^j .L**o ii<-^\'« 4-j*e V*" i5^\' SCoj^JI Wj
[mutatura ita e a*-*^] «.U> (é-^ x-j^-J u^&j <J^\' 4a* J^\'
_.                                      -             *
(iUJj U}aIc «j«..jt j^JI ^yx^JI *^s» ^ j.Lc J^.3 1*5^\' p***\' (_y*5
[sic] «jLu» y\\.i« j.j_jI L^J j^d! o^wi\' qÜ ^w.XJt i-aSj ^ 5ü*w»LÜ ^
*S ^l**e S1 SiA-S»\'} ^;jac L^.a/0 l^Jj l—\'iy-Xè Ui ^cl j_^S LgJ
j»d Jü. U/c qUajiÜ iiL*Js L.J! ^^--^ kjiwJi 5^***5 ^^.aIIj cy^u
juww.». L^oLs- i\' [sic] Lg.A.s»Lto *-^5 X^j^J\' L^j ^♦aj a-^* ^i-s ^-«-waSJI
L*- j-^Jj JtASl SC*am< ^1 (.\'AS! X*w.*s» u* tyy3 ü^s u*jju1J
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\'Ibn \'al-\'Aww&m, Sul taglio della vite.                             239
[122 V°] (jwj^xJfj L^JyS ^ ^J L \\^m^>- ,j>£ ^axaüs jt qL*BÏ
XüLiSI ^ J.^lXjj 0Iaaav LgJ c5*i=f. J^> iXjA^-L ^*v.ft bS L*_jacs
{JI^ \'bSj L*jAOJ «_iL-S fcAA^I l\\_JiA^U f«\\_S> J»aS gwwXl\' \'blij SüÜUIj
*a>I^JI j (^dl rt_^\' L»\'a y^j ta***^ ytfj3 c<^ öWjj «Xssdi i>^UJI
<XA&S ^*o!l >)*->\' er !>-^a j-^r*"* *-**i3 ^\' /-° *-**« cr> /j^
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240                                  Carlo Crispo Moncada.
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-ocr page 249-
\'Ibn \'al-\'Awwïtm, Sol taglio della rite.                            241
-***!! üUiXJ .Lx^vil ui^lj u*j\'-\'* rf*" V*"\'s Hj** jfr" *"k*"S.5 i**s!
^b j**j J, üU3 er» yy 1*» jf* er Js^1 j***^ y-0 o» j*"!s^\'
U»*» _i jjj L*Aij K.AAait tiUj" <Js& »i\\jJ»Lac oA.c yiJó iAJ»j tiLJj
«jtjl ju.j dÜJ ^s *^\\*!i -^Li\' o-*i ti^-!^ qj^ **>$ lO^Sie Jij
tjej JL=> _iUi jaajü\'j Ol**i!t \\JLc q^jj *J tiUó J^a y; qIj «.s^iii
xjlcli Is^ vM \'^* ^ «S^ «& «-^.j j**M
Articulus primus (Jw*as) capitis noni in Manuscr. Leid. ex
iisdem partibus constat, quas habet editio Banqueri. Post verba
(sic Cod. Leid.:) L$U <&Xj JwJLS.j (v. Banqueri, I, p. 509; Ms.
Leid., fol. 118 v0., lin. 3) sequuntur ea, quae supra descripsi;
ea, quae in editione Articulum secundum constituunt, exceptis
verbis (_>o <_A*^ &* J»*^ an*e *Jéf^ l*»i leguntur in Manuscr.,
fol. 123 r°, ut in pagina praeced., 240, lin. 4—2 infra, videre
licet. Post verba «JLcü \\&*a sequuntur ea, quae leguntur nonnullis
omissis vel mutatis in Art. III. editionis.
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242
Carlo Crispo Moncada.
Traduzione.
[p. 227] Capitolo del libro di \'Ibn Fassal-C1). Dice: Il tempo del
taglio degli alberi è quello in cui diminuisce internamente 1\'umore
in essi, e non altrimenti, e ciö secondo taluni nel mese di gen-
najo o nella prima meta di febbrajo primacbè germoglino; cosi
si rimarginano Ie parti tagliate pria cbe venga il caldo; in quanto
al freddo, non reca loro male.
Secondo altri, gli alberi si possono tagliare ugualmente in
dicembre e , secondo altri, in novembre. Non si tagliano gli alberi
nei giorni in cui spira vento gagliardo; su di ció riscontra, quanto
si è detto di sopra, tratto dal libro di \'Ibn Elaggag e di altri
autori o dal libro di . . . . (s); si rimondano gli ulivi e tutti
quanti gli alberi nell\' autunno, dopo cbe sono cessate Ie piogge.
In questo tempo sono piü duri e piu forti, imperocchè il loro
umore passa ad alimentare il frutto, e il sole ha gia disseccato
col suo calore 1\'umidita dei loro rami, e la pioggia ancora non
è venuta, dalla quale acquisteranno 1\'umore; si tagliano i rami
secchi, quelli propriamente che sono disseccati nel mezzo, e quei
rami cbe sono intrecciati tra di loro e sviluppati, come ancbe
tutti quelli che, essendo piü alti, evidentemente tendono a pie-
garsi sopra altri rami. Quindi si concimano, perchè la concima-
zione li rafforza.
E dal libro di \'Ibn IJaggag sulla potagione della vite corta,
che è quella che non si porta coi magliuoli lunghi. Dice
\'Ibn IJaggag: Io su di ciö non mi sono fondato suil\' auto-
rité degli antichi che hanno scritto sulla agricoltura, perchè
non fu scritto da loro su ciö cosa alcuna da convincermi;
bensi mi sono fondato suil\' autorita dei Küm dell\' Andalusia,
e su quanto hanno tratto da essi i Musulmani che oggi abi-
tano Ie loro terre, c precisamente mi sono fondato sui sistemi
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\'Ibn \'al-\'Awwam, Sul taglio della vite.
243
seguiti dagli abitanti di Toledo, i quali, secondo tutti conven-
gono, sono i piü esperti nell\' arte di potare. Indi a ciö mi sono
incontrato con mplti del mio paese dei piü abili in questa [p. 228]
materia, i quali 1\'hanno attinto dai vecchi esperti, ed ho vagliato
i loro dettati e ne ho composto regole di arte con canoni ben
certi e regole ordinate, che tutte présentere in questo capitolo,
se vuole Iddio altissimo.
Sappi che lo scopo preciso nella potagione si è quello che il
ceppo della "vite sia dotato di rami regolarmente distaccati fra
loro, che non si urtino 1\'uno contro 1\'altro, che abbiano una
regolare lunghezza ed una eguale distanza, che non siano troppo
alti o troppo bassi, che siano portati allo stesso piano e che
1\'uno sia rivolto al basso e 1\'altro tenuto piü alto, che il ceppo
sia come Ie dita della mano, quando viene aperta, e vi sia inter-
vallo frai rami stando un pochino retti. Questo è lo scopo pre-
ciso; tienlo bene a mente. Che se la forma del ceppo presenta
difficolta a cio, cerca di accostarti a quello che si è detto, quanto
è possibile; abbi sempre in vista questo sistema, cercando sempre
di avvicinarti ad esso. Questa è 1\'opinione degli uomini abili
in questa materia.
I rami da lasciarsi sul ceppo, che si chiamano i cornetti, e
che secondo altri agricoltori van detti stocchi, saranno a secondo
la bonta della terra ed il calore dell\' estate, cioè, se la terra è
buona, lascia molti rami e farai altrettanto secondo 1\'estate, per
meglio dire, se esso è forte, lasciane molti, opera viceversa in
caso differente con Ie stesse proporzioni. Si miri che i rami siano
tenuti al mezzo tra dritti e piegati, come sopra si è detto, e che
non siano nè troppo tesi in sü, nè troppo vergenti al suolo, ma
qualche cosa media trai due stati, cioè la dirittura e la piega-
tura. Se sono troppo piegati, viene impedita la cultura del ceppo
ed occultata la fossa fatta intorno; con questa operazione si unisce
bene la fossa alla radice di esso, e si fa minore la distanza loro
dalla terra. Da che nasce, che a causa del poco calore che cade
su di essi, si imputridiscono ben presto. Ohe se i rami sono molto
dritti su di loro, si intrecciano al di sopra del ceppo, e 1\'uno di
essi si unisce all\' altro, e si legano insieme bene; 1\'uno si fa
piü alto dell\' altro, e la forma e 1\'aspetto della pianta viene
come se aperta; bisogna per ciö che badi al ceppo e ne conosca
la forza, distinguendo il debole dal forte; che se egli è forte o
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244                                 Carlo Crispo Montaila.
produttivo, manda continuamente stocchi, quando è in condizione
regolare, e fruttifica molto, come si è detto [p. 229], imperocchè
ciö puö farsi nei luoghi forti; che se il ceppo è debole e non
rende molto, fa che crescano in esso tanti stocchi quanti ne puö
sopportare; nello stesso modo è da regolarsi nel taglio dei suoi
rami secondo la specie delle uve, cioè secondo che siano deholi o
forti. Se 1\'uva è riconosciuta come forte e produttiva, si possono
lasciare lungo i rami dei cornetti; se perö è della specie debole,
si debbono accorciare anzichè lasciarli lunghi; cosi nello stesso
modo si procédé colla vite secondo che sia molto produttiva o
invece debole. In quanto poi riguarda quello che dee praticare
il potatore pria del taglio della vite, cousiste nell\' esaminare lo
stato del ceppo, se debole o forte, e quando questo è bene as-
sicurato, si allunga o si accorcia a secondo, lasciando in pro-
porzione di ciö gli stocchi.
Indi, dopo ciö, badi a dar loro una buona figura, lo che con-
siste nel far che i tralci distino tra di loro come Ie dita della
mano o qualche cosa di simile, se ciö non gli riesce possibile
secondo quello che si è detto. Nello stesso modo bisogna che
egli metta ogni suo sforzo nel far si che i cornetti tutti quanti
siano portati allo stesso piano, e che 1\'uno non sia piü alto o
piü basso dell\' altro; bisogna ancora che gli spazii immezzo
agli stocchi siano con una proporzione o qualche cosa di simile.
Non bisogna perö che coltivi il cornetto che è nel basso del
ceppo, perchè puö derivarne che esso assorbisca 1\'umore del ceppo,
sottraendolo dai cornetti che sono sopra di esso; questo è causa
di indebolimento, di deperimento di essi e di alterazione della
sua forma. Bisogna ancora che il collo del ceppo abbia una
certa lunghezza, lo che lo fa migliorare e rende maggiormente
possibile lo scalzamento e la sua cultura.
Capitolo. La positura degli stocchi un poco inclinati, cioè tra
il dritto ed il piegato, è migliore per noi degli spazii eguali e
dell\' essere gli stocchi ad unico piano, come ancora dell\' ugua-
glianza nella lunghezza e della eguale proporzione degli spazii;
1\'uguaglianza degli stocchi nella detta posizione è da preferirsi
a quello che consiste nell\' essere della stessa lunghezza ed all\'
istesso piano. Il conservare lo stesso piano nel senso che cias-
cuno di essi sia di rincontro all\' altro, è preferibile all\' ugua-
glianza nella lunghezza, avvegnachè questa, se non avviene in un
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\'Ibn \'al-\'Awwani, Sul laglio della vite.                            245
anno, è ben possibile che si verifichi nell\' anno seguente, sia
estendendosi, sia raccorciandosi, secondo [p. 230] il suo sviluppo,
se vuole Iddio.
Capitolo. Sappi che i rami mezzani di forza sono preferibili
a quelli forti; quando tu avrai conosciuto che Ie sue braccia
vanno dritte, allora sara meglio coltivar questi che quelli i di
cui rami vanno storti; che perö se il ramo è debole, e Ie sue
braccia vanno dritte, ma se al tempo stesso troverai un ramo
molto forte, Ie di cui braccia non si ripiegano, preferirai questo
a quello. Lo stesso è a dirsi del ramo debole che, se lasciati
gli spazii sul ceppo riescano uguali, mentre che si trova ivi
un ramo forte che non lascia gli spazii uguali, in questo caso
sara a preferirsi questo a quello e lasciarsi, imperocchè 1\'ugua-
glianza degli spazii è qualche cosa di meritoria, mentre che
quello è qualche cosa di obbligatoria, a meno che non ne venga
che col lasciare il forte si deturpi molto la forma del ceppo;
in questo caso il debole è a preferirsi.
In quanto poi al medio nella forza, ma che sta dritto, ed al
molto forte, che perö è torto, è a dirsi che debba lasciarsi il
medio e rigettarsi il forte; nel modo stesso si procédé sulla
uguaglianza, sia nella lunghezza come nella brevita, dei rami,
cioè, se il ramo debole coltivato cresce e va fuori in modo uguale
come i cornetti, ed ivi trovasi un altro forte, ma piü corto, al-
lora noi ei appoggeremo al forte; ugualmente è a dirsi in quanto
ai cornetti sul piü alto ed il piü basso, cioè, se si trova il ramo
debole che va fuori cogli altri suoi compagni ad unico piano,
ed al tempo stesso un altro ramo forte che coltivato si inclina
o si inalza un pochino, è sempre da appoggiarsi al forte, a meno
che non venga deturpato 1\'aspetto suo sul ceppo.
Capitolo. Quando tu esiti tralla cultura del cornetto che tende
al basso, e tra quella del cornetto che va all\' alto, che perö ri-
torce al di dentro del ceppo, quello che va all\' alto, è a pre-
ferirsi a quello che va al basso; quello che scende vicino la
superficie del terreno, non è tenuto buono presso di loro, ed è
evitato. Io ne ho parlato sopra, in ció che ho esposto. Quando
il ceppo della vite è troppo aperto in mezzo ai due cornetti che
puó portare un ramo forte, ed il ceppo per la sua forza puö
sopportare che venga coltivato un altro cornetto, la coltivazione
di esso lo rinforzera un pochino; cosi si allunghera nell\' anno
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246
Carlo Crispo Moncada.
prossimo e nei successivi, e celermente uguagliera gli altri cor-
netti; che se tu vedi che il ceppo per la sua debolezza non potra
sopportare la coltivazione di questo ramo, [p. 231] tagliailpiü
debole dei cometti e coltivalo, perocchè esso è recente e perö
il piü fresco, il piü forte ed il migliore. Io yidi taluno di coloro
che pretendono all\' arte di potare, e credè di essere molto bravo
in essa, quando trovava qualche cosa di simile a questo tralcio,
che cresceva nello spazio interno, dilatandosi, ei coltivava, ta-
gliandolo lungo al punto da uguagliare i cometti anticbi tutti
quanti. Io lo ripresi dicendogli: Tu quando anche 1\'abbia tenuto
uguale agli altri, il primo anno esce per lungo e si piega all\'
ingiü senza che potesse uguagliare i suoi compagni, portandosi
allo stesso piano: e non vi è in ciö al tra spiegazione che questa;
e lo lasciai, ritenendolo come ignorante.
I potatori non si sono creduti obbligati a seguire questa cul-
tura di cui si è detto, se non che dopo 1\'osservazione, osserva-
rono e si appoggiarono al sistema che oggi si siegue.
Capitolo. Quando la vigna di trenta anni circa o poco piü si
vuol curare, bisogna che si trasporti dall\' alto del cornetto un
tralcio forte, e si tagli il di sopra dei cornetti; si cerchi ciö
con cura e si adoperi diligenza. Se questo ramo resta puro netto,
sara un occasione essa di cui approfitterai. Oon questo sistema
non invecchia la vite. Questa specie di potatura è chiamata radc(3),
e cosi è conosciuta dal popoio di Toledo. E se taluno vorra
dire che questo procedimento allarga la forma del ceppo. per-
chè il cornetto, il quale è stato tagliato in questo modo, resta
piü corto di tutti gli altri, si puö rispondere: lo scopo che
noi ei prefiggiamo, cioè la forza del ceppo; vale piü per noi che
1\'uguaglianza dei tralci. Aggiunge che la potagione fa elevare
questo tralcio a poco a poco ogni anno sino a che va ad ugua-
gliare gli altri cornetti, come si è detto in principio. Junius
ricordö questo tralcio, chiamandolo il „preservatore", perchè
preserva il ceppo della vite dalla vecchiaja. Egli trattö partico-
larmente di questa maniera di tagliar la vigna, detta rad1.
Capitolo. E quando si indebolisce il ceppo, gettalo a terra con
una sega; taglialo e coltiva la terra, imperocchè esso crescera
novellamente, quasi come se crescesse ivi una vite piü forte;
fa come io ti ho detto gia.
Capitolo. Quando si pianta il magliuolo della vite il primo
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\'Ibn \'al-\'Awwam, Sul taglio della vite.
247
anno, si sepelisce il suo tralcio, tenendolo sotto terra quindici
giorni circa; si taglia poi col falcetto, non lasciandone dei nodi
che lo cingono, sulla superficie della terra che tre, ed ordi-
nando i tralci in fila o due nel terreno médiocre, e quattro nel
terreno grasso, e quando si è sicuro che il tralcio comincia a
crescere e viene il tempo della potagione nel secondo anno, si
fa cadere da ogni tralcio il germoglio di un nodo solo, e quando
viene [p. 232] 1\'anno terzo, si taglia la vite e si osserva 1\'accresci-
mento dei suoi cometti, secondo che il ceppo è forte o debole.
Se il ceppo è forte in tutti i suoi cornetti, gli si lasciano due
nodi; se è debole, uno.
Capitolo. Ponga il potatore ogni cura nel nettamento delle
radici tutte quante dei rami potati; esse sono quelle il di cui
allevamento non conviene alla vite; quando non avra fatto
ciö, non prende consistenza in quel luogo alcun ramo, e la parte
liscia del ceppo non diviene piü dura di quella che era avanti.
A di piü, quando si rimonda completamente col falcetto, si ri-
mondi con cura in modo che uguagli il piano dei cornetti e
non rimanga di essi cosa alcuna, imperocchè Ie barbette fan
presto a rivestire q\\iel luogo. La rimonda col falcetto proceda
dal basso all\' alto; questa sorta di taglio sradica completamente
e quasi ripulisce ed appiana; questo nettamento e rimonda di-
pende dalla cura che si pone in essi; 1\'umore percorre 1\'in-
terno del legno e cosi va dal basso all\' alto. Quando il pota-
tore rimonda i rami dall\' alto al basso, si fende quella parte
che è stata tagliata; si spacca, si indurisce, e qualche volta con-
tinua questa fissura per tutta la lunghezza del cornetto sicchè
ne viene un danno. Conviene anco al potatore, quando taglia il
tralcio che vuole allevare sul cornetto, che lo preservi dalla
fenditura, imperocchè, quando si indebolisce, non fruttifica in
quell\' anno. Questi sono i precetti che riguardano la potagione.
Sappi che queste regole posate dai Rum sulla potagione della
vite corta si dividono sotto due aspetti; con 1\'uno si ha di
mira 1\'afforzamento del suo vigore e la conservazione della sua
costituzione, con 1\'altro la fruttificazione della pianta e 1\'abbel-
limento della forma del ceppo, acciocchè il suo aspetto sia gra-
dito; 1\'uno e 1\'altro sono buoni, e da ciö i precetti sul tempo
della potagione. Dice Junius: Alcuni usano di non tagliare la
vite, se non passata la veudemmia, finite Ie abbondanti piogge,
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248
Carlo Crispo Moncada.
sostenendo che essi assicurano la vite colla potagione e col trar
via quel che viene tagliato, affrettando 1\'afforzamento dei tralci
nel tempo della primavera. Allora non si ha in vista quello a
cui si mira colla potagione in tempo di primavera. In quanto
alla consistenza, 1\'umore che discende da essa, è come Ie lagri-
me che si attaccano al ceppo, e che passano col passare di esse.
Perö se avviene che la primavera sia fredda e cada gelo o vento
nocivo sulle viti, si alterano i rami che si erano fortificati, e perö
bisogna nei luoghi freddi [p. 233] in cui si usa far questa prima
potagione, che essa non sia fatta completamente; conviene che
prima cada in essi la pioggia e nei rami di modo che, quando si
avvicina la primavera, si faccia un altro taglio, imperocchè nei
luoghi freddi, quando noi avremo operato tutto ció, verranno ga-
rentiti dai danni del gelo i tralci di cui gia si è detto di sopra,
e perciö è meglio che si cerchi di distinguere Ie viti i di cui
tralci ritardano a crescere, e quelli che all\' incontro fan presto,
affinchè a secondo di questa osservazione proceda la potagione.
Dice \'Ibn IJaggag: Si è accennato nel nostro paese, quando
avviene il mutamento del tempo e 1\'aria raffredasi, ad uno di
questi sistemi, se si mira ai rami, il loro sistema è di sradi-
carli col taglio non lasciando nulla. Tagliano in gran quantita
per alleggerire la vite come dice Junius e lasciano dagli altri
rami che sono rimasti, un gettone in cui possa prodursi il frutto;
questo gettone viene chiamato il suo „cornetto". Ritardano la po-
tagione acciocchè produca Ie foglie nel tempo in cui sara pas-
sato il danno del freddo che in questo modo non sara nocivo;
anche che avranno tagliato questi rami nel tempo in cui circola
1\'umore nell\' interno della pianta e gocciola da essa come resina;
non avviene gran che imperocchè questi rami sono pochi e la
maggior parte dei tralci è stata tagliata prima di questa epoca
e quindi 1\'affare è piü leggiero e perö tagliano la piu parte
gli altri tralci tutti quanti lasciandoli alla altezza di un dito o
poco piü; quando gia ritorna 1\'aria temperata tagliano Ie viti
secondo 1\'usanza. Tra essi vi ha chi non vuole cure faticose, e
presceglie di tagliar la vite nel tempo medio, nè troppo presto
nè troppo tardi, ed assicura dai danni del freddo gli occhi della
vite. Impedisce lo scolo dell\' umore il taglio che si fa in tempi
ritardati. Le viti presso noi si tagliano in dicembre, in gen-
najo, in febbrajo ed in marzo; i mesi di dicembre e di gennajo
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\'Ibn \'al-\'Awwdm, Sul taglio della vite.
249
sono migliori per la potatura perchè si custodiscono ed alleg-
geriscono in questo modo Ie viti ed acciocchè 1\'umore non corra
pei rami, che anzi quando si temono i guasti del gelo ed i
danni che ne sieguono nel tempo del flusso dell\' umore, molti
si mettono in eautela. Se non che se il freddo in quell\' anno
non avra prodotto guasti, questo sempre sara meglio per la vite.
E per ciö non approvano la potagione nel mese di marzo per
1\'umore che gia comincia a circolare, [p. 234] e preferiscono
che ciö ahbia luogo in febbrajo, imperocchè si è sicuro in quel
mese dai danni per quello che si è detto.
Dice Junius: Non bisogna cominciare la potagione di prima
mattina perchè i rami allora sono come se bruciati dal vento
freddo, che spira al far dell\' alba; perö al principio del giorno
fa d\'uopo affilare i falcetti acciocchè possano ben taglienti secar
celermente affinchè, quando il sole distrugge il gelo ed i rami
della vite cominciano a riscaldare, si incominci il taglio.
Dice \'Ibn Haggag: Quando vi ha la neve la mattina ed incalza
il freddo, i rami divengono duri e come se bruciati; al soprav-
venire del potatore per tagliare avviene che ha molti riesce
difficile il taglio ed il ramo si spacca, e ciö lo altera e lo guasta.
E perö i piü non amano tagliare nei giorni freddi e di aria secca.
Mi raccontava il pellegrino, 1\'Imam \'Abu \'1-Qasim \'ibn \'Ahmad
\'ibn [.....], dicendo : Ho viaggiato per Ie contrade dei Eüm dalla
parte di Costantinopoli, dove rimasi sette anni ed osservai che
nel tempo della potagione preferivano i giorni tranquilli e senza
vento e si affrettavano a questa opera; se intanto spirava il
vento di settentrione, diceano: Non è buono far la potagione
sino a che dura questo vento sopra di voi. E perö a causa dell\'
aria fredda sospendevano 1\'opera loro per riprenderla come quella
cessava. Dice \'Ibn Haggag: E particolarmente conviene che si
abbandoni il taglio delle viti i di cui rami induriscono con
1\'aria fredda sino a che essi si riscaldano e si rammolliscono;
in quanto alla specie pieghevole come legame, 1\'affare va molto
piü leggiero. Su di ciö alcuni dissero che il ferro diviene piü
tagliente quando 1\'aria è calda perchè temperata dal sole. Il
predicatore \'Ibn Haggag dice : I rimondatori costumano presso noi
di tagliare i rami con taglio uguale senza alcuna curvatura che
essi chiamano „taglio in linea dritta" (4). Questo è particolare
nell\'arte loro awegnacchè non tutti possono farlo e perö essi
VHIe Congres international des Orientalistes. — Section sémitique.          17
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250
Carlo Crispo Moncada.
sprezzano il curvante per la sua facilita, e percliè puó farsi da
tutti essendo il curvante il piü abbondante senza dubbio, giac-
cbè con questa sorta di taglio si è sicuro in ogni modo del
non fendersi del tralcio nel potarsi, e perciö è piu adatto allo
scopo. Dice Junius: Non far che la vite si sviluppi troppo
uscendo dai giusti limiti, ed aggiunge cbe presso i maestri della
potagione vi ha [p. 235] discrepanza moltissima se non cbe essi
tutti convengono che si conservi alle viti Ie loro peculiarita e
non si cambino; altrimenti i rami affrettano 1\'alterazione e 1\'in-
debolimento della vite. Dice: A taluna specie di vite si lascino
molti tralci, a tale altra pochi; a taluna il legno corto, ad altra
lungo, imperocchè vi hanno vite forte e debole per natura
propria; alcune producono molti tralci, altre pochi. Questo è
quanto di meglio ho potuto trarre dai detti di Junius sulla
rimonda e dal libro di \'Ibn Fa§§al.
Il taglio della vite è quello che la cura, e da questo dipende
il suo buono o cattivo stato giacchè il ceppo della vite non
tollera uno sviluppo eccessivo nè che i suoi rami si dividano
molto e si spandano come neanche che si intreccino tra loro
riunendosi i rami. E lo scopo di questo precetto si è che si
tolga col taglio quello che si è elevato di troppo e si recida
quello che è portato troppo in basso; si separino i rami che si
sono riuniti, si riuniscono quelli che distano tra loro, e che la
vite pigli una forma quasi rotonda, e ciö dopo essersi distinto
il ramo buono al taglio e quello che dee lasciarsi, come anche
1\'insieme della sua forza, e si valuti il suo stato conveniente a ciö.
Dal libro dei Nabatei (s) sullst rimonda della vite e sul tempo
in cui praticarsi. Dice Qutami che presso gli antichi taluni opi-
navano che la vite devesi potare nel mese di aprile togliendo
quanto era necessario che si fosse levato, dai suoi tralci; opi-
nava che dovesse rimondarsi la vite otto giorni dopo che era
stata spogliata dalla vendemmia sino a quindice giorni dopo la
vendemmia, nel caldo prima che si ingagliardisca il freddo;
cosi si cicatrizzano Ie sue ferite in breve tempo senza scorrere
da esse molto umore, e cosi questo non arrechera nocumento
alla vite- Si guardi dal fare la rimonda nel tempo del freddo
perchè il freddo è piü nocivo del caldo alle piante tutte
quante e 1\'uno e 1\'altro sono nocivi oltremodo. GMova a questi
per il tempo awenire il ringiovanirle imperocchè la vendemmia
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\'Ibn \'al-\'Awwam, Sul taglio della vite.                             251
e la rimonda 1\'alleggeriscono dal] e sue foglie e dai suoi frutti.
Dice anche che ai vitigni delle regioui che sono piü fredde, è
opportuno che siano rimondati nel tempo della rimonda e leggier-
mente dopo la vendemmia, cioè non intieramente ma che restino
quei tralci [p. 236] che hanno il maggior numero di occhi, aspet-
tando il mese di marzo in cui si ritorna all\' opera e ciö per
precavere i danni del gelo nei rami che si erano prima affer-
mati. Questo primo taglio si chiama il „precedeute". Aggiunge
che alcuni di quelli che sieguono il sistema del nettamento per-
fetto, hanno questo sistema. Quando osservano due tralci in
una vite, cioè una vite che ha un tralcio con grappoli di frutto
mentre nel altro tralcio non na cosa alcuna, tagliano il tralcio
senza frutto lasciando 1\'altro sino a che maturi il frutto alla
sua volta, e dopo ciö lo tagliano; trascurando questo si dissolve e
non è da sperarsi il conseguimento dell\' intento loro.
Dicono ancora: Bisogna che preceda la prima rimonda a quella
che viene la seconda volta, dal primo alla meta di marzo; in
questo modo la fruttificazione viene copiosa e non ritarda, ed
anche acciocchè la vite non trasudi 1\'umore che Ie viene, se
mai venisse potata nella primavera, perchè in questo tempo
scorre da essa molto umore come lagrime, cosa che danneggia
moltissimo la pianta. La rimonda deve incominciare tre ore dopo
lo spuntare del giorno. con falcetti acuti e taglienti poicchè i
tralci prima di questa ora sono freddi e resistono al taglio nel
modo come abbiamo indicato; perö è tagliabile dopo 1\'ora sod-
detta, cioè è praticabile e non riceve nocumento pel taglio od
altro male che Ie sopravenga. Bisogna che il potatore lasci alla
base di ciascun vitigno il sostegno; si ritiene che esso sia la
causa del suo accrescimento e della sua fruttificazione. Questo
sostegno è composto di quattro rami chiamati Ie „spalle della
vite", ciascuna delle quali porta due tralci che siano come Ie
braccia della vite fruttifera; conviene ancora lasciare se pos-
sibile a fianco d\'ogni spalla un tralcio piccolo con due occhi,
che viene chiamato il „custode della spalla", acciocchè sia in-
vece come cambio nell\' anno successivo quando viene tagliato
il tralcio fruttifero dalle quattro spalle e perchè resti alla base
del vitigno la forza fruttificante e di accrescimento in questo
tralcio, ed affinchè non si lasci crescere molto in altezza in es-
tensione tanto dalla parte superiore quanto nell\' inferiore uscendo
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Oarlo C risp o Moncada.
252
A
dai giusti limiti; questo tralcio fu chiamato da \'Adam (e) il
„regolare". Egli aggiunge che anche esso darè, frutto nell\' anno
seguente; quando ha fruttificato e viene il tempo della rimonda,
bisogna che sia tagliato acciocchè colla sua radice venga sü un
altro tralcio o si bene in un punto vicino; e questo nuovo germo-
glio chiamasi ugualmente il „guardiano"; [p. 237J la sua fruttifi-
cazione secondo Ie prescrizioni riguardante la rimonda in tutti i
luoghi freddi o caldi, richiede per fruttificare che sia piegato
sulla vite quando è tra grosso e piccolo, e queste proporzioni
siano regolari o quasi. Allora verra potata ogni anno sino a che
arrivi a quelle proporzioni, cioè che la vite arrivi a quella forza
regolare. Giova impedire che la vite resti senza rimonda perchè
i suoi tralci si prolunghino e si spandano eccessivamente, pel
che verrebbe ad indebolirsi la sua forza e verrebbe meno di
molto il suo interno vigore, e si indebolirebbe ed invecchierebbe
di molto la vite.
Dice §agrit (7): Bisogna che si lascino nei vitigni a frutto
bianco quattro tralci ai quattro lati lunghi e distaccati da quello
che porta il frutto, e che questo sia trai piü grossi, rigogliosi
e vigorosi e tra quelli che portano un maggior numero di occhi,
dappoichè questo tralcio fara si che il frutto venga piü copioso
e si maturi piü presto, come ancora bisogna che in ogni truppa
di gente siavi un ragazzo il quale pigli un ramo in mano e lo
scuota fortemente, e dopo averlo scosso diverse volte lo lasci
via. Questo scuotimento è una delle cose piü utili per la vigna.
Dice QütSmi: 11 significato di ciö si è come il movimento che
si da 1\'uomo nella via religiosa. In quanto alla vite — egli poi
dice — che ha gli acini grossi e tende al color rosso ed all\' acino
rotondo, si lascino a questa dei rami, da lui chiamati „spalle",
quella quantita che noi abbiamo detta; in ogni spalla uno dei
quattro rami si lasci lungo, ma no molto, bensi piü lungo degli
altri quattro.
In quanto poi alla vite che è molto nera con 1\'acino rotondo,
bisogna che essa venga rimondata due volte lasci ando la prima
volta i rami che possono o no tagliarsi, e dopo passati circa
dieci giorni si ritorna a rimondarla; ciö fara molto bene alla vite.
In quanto al vitigno di cui 1\'uva è di color bianco con 1\'acino
rotondo di color molto verde che tende al giallo, bisogna che
vi si lascino due tralci corti perfettamente uguali, e si lascino
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\'Ibn \'al-\'Awwam, Sul taglio della vite.
253
in ogni tralcio tre o quattro occhi o quanto è possibile, sempre
piü di due. In quanto al vitigno di cui gli acini sono molto
piceoli ed il color si accosfca al rosso, e quando cresce e matura,
tende al nero, bisogna [p. 238] lasciarvi i rami non lunghi come
si è detto pegli altri bensi corti, proporzionatamente alla gros-
Bezza degli acini, e siano di numero sette ad otto o qualche
cosa di simile, avvegnacchè questa vite manda molti rami sic-
chè è corrispondente al molto numero di essi. In quanto al vi-
tigno i di cui acini sono neri o di un nero leggiero e di forma
bislunga, bisogna nella rimonda lasciarvi nello alto e nel basso
quattro tralci trai piü lungbi, i migliori e particolari di essi,
come anche bisogna cbe venga concimato con stereo di bue
mescolato con 1\'arena raccolta dalla riva dei fiumi mescolata
insieme a terra turbosa, cosa cbe giova moltissimo; non dee
peró concimarsi con stereo di colombi o dell\' uomo.
In quanto poi al vitigno con 1\'acino rotondo di color verde
tendente al bianco, bisogna che sia rimondato e cbe vi si lasci-
no i migliori quattro tralci delle dette quattro spalle, non perö
il quinto che noi abbiamo chiamato il „conservatore" che, se
vuole lasciarsi, sia molto corto imperocchè questa parte del
ramo si rompe per la sua lunghezza. In quanto al vitigno all\'
acino rotondo e piccolo che è il piü comune fra quanti ab-
biamo detto il di cui colore va cambiandosi come va a matu-
rarsi, bisogna che si posterchi la rimonda fino a che comincia
a germogliare la vigna e che il falcetto ad adoperarsi sia ot-
timo e tagliente e che non si appoggi molto su di esso nella
rimonda e che non vi sia molta resistenza nel tagliare la vite.
Molte cose poi si dicono generalmente suil\' eta della vite come
questa, cioè che la vite prima di quattro anni non è buona a
rimondarsi, ma si svellono i suoi rami lasciando due tralci in
ciascuno dei quali quattro occhi, meno in uno, piü in unaltro,
ció che facci propriamente in primavera, e poi si rimonda quando
entra nel quinto anno, nel tempo della rimonda, rimondandosi
la vite di quattro anni a cui si lasciano quattro occhi come si
è detto, acciecandone uno a due; indi si pulisce col falcetto per
impedire che metta fuori nuovi gettoni, e si lasciano i due
occhi che sono rimasti sopra il tralcio, imperocchè su questo
crescerè, la vite, e il suo compagno vi crescera accanto a se-
condo della piantagione fatta. La sua lunghezza sia da cinque
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254                                 Carlo Crispo M on ca da.
a sette piedi; si tolga la barba a questo legno imperocchè vi
nascono i francolini; si lasci alla vite dopo ciö due o tre [p. 239]
tralci a secondo quello che avrai osservato della sua forza. La pianta
ed altro non si rimonda col ferro se non sia entrata nel terzo
e quarto anno; prima di questo tempo non si tagli col ferro
affatto perchè questo fa male alla vite, nè si tocchi la vite re-
cente assolutamente con ferro; guardati da ciö imperocchè egli
è come un veleno per essa. Passando ad altro autore dice: Alcuni
agricoltori dell\' Andalusia [Spagua] ed altri dicono che il tempo
della potatura della vite e delle pergole è dopo 1\'anno. Rigetta
il taglio delle pergole che si trovano in luoghi elevati ed in
terreni caldi, se questo non ha luogo in novembre, dicembre
e gennajo. In quanto poi alle viti che si trovano nei luoghi
awallati e quelli sicuri dal vento che sono nei prati o nelle
rive o in vicinanza dei fiumi, questi potrai tagliarli dalla meta
di gennajo alla meta di fe^brajo circa a causa del danno che
vi fa il tempo avverso, il gelo ed il freddo, imperocchè questi
luoghi ne sono in particolar modo soggetti, e dicono che quando
viene tagliata la vite nell\' autunno, è affetta prestamente dal
male. Perö Oassio (8) trova buono che si tagli il terzo dei
rami della vite in autunno e gli altri due terzi nel principio
della primavera. I Persiani usano di tagliar la vigna in dicem-
bre e gennajo e credono che la vite tagliata in questi due
mesi ingrossa nel suo fusto; si fortificano i suoi grappoli, si
accresce la sua produzione e si ritarda il suo invecchiare; se
poi viene ritardato oltre questo mese, avverra tutto ilcontrario,
e dicono, non si taglino i rami vicino al nodo.
Capitolo. In quanto al taglio della vite fatto alla meta di
febbrajo, produce scarsezza di uva; quello perö fatto in marzo
ne portera piu, ma cogli acini piccoli; veramente va cosi per
esperienza fatta da me.
Capitolo. E si lascino il ceppo della vite e delle pergole dalla
parte al di sotto del nodo secco acciocchè si possano tagliare
adequandoli e regolandoli col ferro.
Capitolo. E si lasci a ogni vite il suo ceppo con dei rami tagliati
a secondo la forza loro, che se è poca, non si fortificano Ie radici del
suo tronco, i suoi gettoni immiseriscono non per male e periscono
dopo che sono cadute Ie foglie e tagliati i rami; e si lasci quello
che fruttificö e dove si trova vestigia di grappolo; questo è quello
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\'Ibn \'al-\'Awwam, Sul taglio della vite.
255
che viene tagliato se 1\'uva sarè, nel nodo secondo e nel terzo del
cornetto e non vi sia difficolta nel nodo primo che è congiunto
al tronco vecchio e consumato. Si dice che 1\'uva che ha il
color del miele, è nel nodo quarto; in quanto alle pergole che
hanno i tralci che fruttificano, i piü resistenti di tutti, è buono
che vi si lasci quanto un braccio che contenga ciascuno quattro
nodi [p. 240] col nodo che è congiunto al tronco.
Si scelga per il taglio il giorno decimo di gennajo tre ore
dopo fatto giorno. Secondo i Persiani si taglia la vite nel cresce-
re della luna nuova, sette giorni dopo del mese lunare sino
alla meta. Dicesi che non si pota la vigna il martedi come
neanco il sabato, ma il venerdi imperocchè allora fa frutto
buono abbondante e non si corrompono i suoi frutti. E tradi-
zione di eAbd \'Allèh \'ibn cAbbès (che Iddio gli sia propizio),
che egli avesse detto, essere il giorno piü opportuno al taglio
della vite il decimo giorno del mese lunare, il quale è favore-
vole ancora alle piantagioni ed alla seminagione. Ugualinente
1\'undecimo giorno favorisce la seminagione ed il taglio della
vite, ed il nono ed il ventesimo è buono pel taglio delle viti
tutte quante e pel taglio ancora di tutte Ie legna di costruzione.
Si dice che è necessario che si nettino Ie viti nella stagione
di primavera nel tempo della loro germinazione, cioè circa il
mese di aprile e dopo che sarè, apparsa 1\'uva una volta e un
altra volta; poi vicino la vendemmia e ciö acciocchè si tolga
da esso ogni ramo inutile, e non fa male che si lasci quello che
giè è fortificato in quel punto dove non gioverebbe il tagliarlo
costituendo esso un tralcio, e dove non si tagli col ferro.
Dice \'al-lj&gg (9): Non vi ha alcuna cosa piü necessaria nella
rimonda della vite novella che di nettarla dagli occhi suoi fre-
schi i quali non recano alcun giovamento alla sua conserva-
zione, particolarmente quando sono congiunti tra loro e non
si scuopre il loro grappolo imperocchè con ciö la vite diviene
grossa e affretta il suo sviluppo. Dicesi che quando nel ceppo
o nella vite si afforza un piccolo tralcio, lasciarlo sino a che si
fortifichi, indi tagliarlo alla altezza di due dita dall\' occhio
con taglio profondo da sotto in sü, acciocchè scorra 1\'umore del
tralcio tagliato suil\' occhio, e possa ungerlo, peró il tenero non
si tocchi col ferro, ma si tolga con la mano.
Dice \'al-l^agg (9): Si netti il ceppo dopo la potatura dalla
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256                              Carlo CrispoMoncada.
sua prima corteccia secca imperocchè ivi si forma il piccolo
insetto che rode la vite. E gia riunirono alcuni dei piü recenti
scrittori quello che aveano appreso in quanto riguarda alla pota-
tura della Tite, con parole piane, brevi, comprensive e chiare,
dicendo: piega dei rami che cominciano a dar frutto nel ceppo
ció che si eleva, eleva ció che si abbassa; separa ciö che è
congiunto, congiunge ciö che è separato, yolendo cosi indicare
tutto quanto oltrepassa la misura conveniente e giusta e sia
restituito alle giuste proporzioni. Dicono alcuni uomini di
esperienza del popoio di Siviglia che hanno esperienza nella
potatura della vite e delle pergole e di ció che ha relazione
con questo, che il tempo determinato per esso è primo,
medio ed ultimo. Il primo sarebbe il mese [p. 241] di gen-
najo, il medio il mese di febbrajo e 1\'ultimo il mese di marzo,
ma il tempo preferibile per questa operazione è Ie due ultime
decine di gennajo e la prima decina di febbrajo. Quella che
si pota in gennajo, porta grappoli ed acini in maggior
quantitè, e piü grossi; quella che si pota in marzo, porta
grappoli ed acini inferiori a questi. Secondo i Persiani su di
ciö gennajo porta gli acini piü maturi, febbrajo piü belli, e
marzo piü gonfii e che non si potino Ie yiti e Ie pergole fino
a quando non sia finita la sua vegetazione, e se si pota prima
di questo, non si è sicuro che non si imputridisca, e guardi
bene il potatore lo stato della terra messa a vigna circa all\'
altezza ed alla profondita del suo scavamento ed alla sua
umidita, e che in ultimo la potatura abbia luogo sul crescere
della luna, e su di ciö se ne è parlato in questo paragrafo se-
paratamente, apprendilo.
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257
\'Ibn \'al-\'Awwam, Sul taglio della vite.
No te.
(1)   Nel prologo o la prefazione ohe \'Ibn \'al-\'Awwam fa preoedere alla sua opera
all\' art. VII, ei dice che di sovente egli abbrevia Ie citazioni ehe fa nel corso
della sua opera, di altri autori, sia nel titolo che nel nome, impiegando una sem-
plice lettera, e indica per ogni autore o libro quali sono Ie lettere che nsa, ed in
fatti per indicare (fra altri) il libro di .._j a.a£I j! ..-j 0> s> iJL\' i\\>£ _^y
^^mJJsJ^I JLoajt, \'Abu \'Abd \'Allah Muhammad \'ibn \'Ibrahïra \'ibn \'al-Fassal
lo spagnnlo, usa come segno abbreviatiro la lettera (jo; pel libro di _1__jS^v_JÏ
.^LUjÜI, \'al-Hagg di Granada, usa la lettera é, e la lettera Ja pel libro dell\'
Agricoltura dei Nabatei, e la lettera «£) per Cassio. Riportiamo questi segni che
sono i soli che troviamo nel testo che da noi si pubblica; pel resto vedi Banqueri,
vol. 1°, pag. 8 seg. dell\' edizione, e Cle\'ment-Mullet, vol. 1°, pag. 8 della traduzione.
(2)  Come gia è detto, in questo punto è stata tralaseiata una lettera che servi-
rebbe ad indicare il nome dell* autore del libro citato.
(3)  Bad" viene da c*>. e Bignifica (ef. Dozy, Suppl. ai Dizion. arabi, vol. 1°
pag. 521) il tagliar della vigna della detta maniera.
(4)  Cosi traduce Dozy la parola ydÜW; vedi Suppl. ai Dizion. arabi, vol. 2°,
pag. 278, e sopra, pag. 219.
(5)  Vedi la la nota.
(6)  Vedi Cle\'ment-Mullet, vol. 1°, pag. 89 della Prefazione.
(7)  Vedi Clément-Mullet, vol. 1°, pag. 91 della Prefazione.
(8)   Vedi la la nota.
(9)  Vedi la la nota.
Indice.
Introduzione.............    pag. 217
Testo arabo.............       „ 227
Traduzione italiana...........      „ 242
Note...............      „257
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-ocr page 267-
Jüeine JBeitrage
zur
Lexikographie des Vulgararabischen.
i.
Von
HERMAN ALMKVEST.
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-ocr page 269-
Kleine Beitrage
zur
Lexikographie des Vulgararabischen.
Vorwort.
Vorliegende „Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vul-
gararabischen", die sich auf Sammlungen und Aufzeichnungen
wahrend eines dreissig Monate langen Aufenthaltes in Syrien,
Agypten, Nubien und dem Sudan gründen, sind gewissermassen
durch das erste Wort ihres ebenerwahnten Titels charakterisirt.
Der grösste Teil der Wörter, welche ich gesammelt, handelt
namlich von unbedeutenden Kleinigkeiten des alltaglichen Le-
bens, besonders in den Stad ten Damaskus und Kairo, wo ich
ungefahr die halbe Zeit meines Aut\'enthalts im Oriënt ver-
brachte. Bei der Aufzeichnung verteil te ich die Wörter auf
die sieben folgenden Gruppen: 1) Hauseinrichtung und
Hausgerate, 2) Naharbeit, 3) Kleider und Toilette,
4) opeisen, 5) Spiele, 6) Handwerke und 7) Ver-
schiedenes. Zu dieser letzten Abteilung zog ich alle dieje-
nigen Wörter, welche nicht speciell zu den vorher genannten
Eubriken gehören. Aus zufalligen, hier nicht naher zu erör-
ternden, Gründen sind nun die Gruppen 2—5, welche am we-
nigsten Interessantes bieten, zuerst zur Bearbeitung gelangt und
liegen hier in „Beitrage I." vor. Die drei übrigen Gruppen, von
welchen besonders die erste ziemlich viel neues Material ent-
halt, werden binnen Kurzem anderweitig im Druck erscheinen.
Alle hier gegebenen Wörter nebst ihren Bedeutungen sind
nicht aus der Literatur geschöpft, sondern unmittelbar aus dem
Volksmunde aufgezeichnet. Die Aussprache habe ich genau so,
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Herman Almkvist.
262
wie ich sie dort hörte, in lateinischer Transskription wiederge-
geben. Doch sei hier darauf aufmerksam gemacht, dass ich bei
dieser Umschreibuug auf die bekannte syrische [male des lan-
gen « desshalb keine Rücksicht nahm, weil jene Imale bei ver-
schiedenen Personen mir sehr verschieden vorkam, und weil sie
in Damaskus überhaupt selten ist (vgl. David, Journ. As., 1887,
p. 180). Ebenso bezeichnete ich die Ferninin-Endung, (diejenigen
Falie ausgenommen, wo sie wie ein reines a lautete), im all-
gemeinen durch e, obgleich ich sehr oft, besonders in Beirut,
eine sich dem i niihernde Aussprache zu horen bekam. Ware
es nun auch für ein speciell phonetisches Studium des Vulgar-
arabischen gewiss besser gewesen, wenn ich die jedesmalige
Aussprache ganz genau so, wie ich sie hörte, wiedergegeben
hiitte, so ware doch eine streng phonetische Transskription für
eine lexikographische Arbeit wie diese Beitrage von keiner we-
sentlichen Bedeutung. Ich zweifle übrigens, dass Hartmann\'s
durchgiingige Bezeichnung durch i für je den Fall phonetisch
richtig ist, und glaube auch, dass im allgemeinen, d. h.
wenn man für alle Falie nur eine Bezeichnung (entweder e
oder i) anwenden will, die Bezeichnung durch e für Damaskus,
und vielleicht für das ganze Binnenland Mittelsyriens, ebenso
richtig sein dürfte wie die allgemeine Bezeichnung durch i für
das Küstengebiet; vgl. hierzu die treffenden Bemerkungen von
Guthe (ZDMG. XXXIX, 135).
Der grösste Teil meiner Sammlungen, besonders in den hier
vorliegenden Abschnitten, stammt aus Damaskus; desshalb sind
alle dort aufgezeichneten Wörter ohne besondere Ortsangabe
darin angeführt, wahrend die von anderen Orten herrührenden
Wörter mit resp. „[Beir.]", „[Jerus.]", „[Ag.]", u. 3. w. bezeich-
net sind. Dass „[Ag.]" hier in den meisten Fallen so viel wie
Kairo bedeutet, erhellt schon aus Obigem. Mit „[Bed.]" und
„[Sud.]" habe ich die wenigen, aus meinen Sammlungen hier
mitgeteilten, Wörter bezeichnet, welche teils wahrend eines vier-
zehntagigen Aufenthaltes unter den Beduinen jenseits des Jordans
und des Todten Meeres, teils wahrend einer sechsmonatlichen
Beise in Nubien und im Sudau aufgenommen wurden. Dass hier
Irrtümer Torkommen können, und bei dem einen oder anderen
Worte eine Ortsangabe fehlt, wo sie eigentlich stehen sollte, bin
ich gern bereit znzugeben; jedenfalls hoffe ich, dass das „Agyp-
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Kleine Beitrage zur Iiexikographie des Vulgararabischen.               263
tische" Tom „Syrischen" genau geschieden ist, doch meine ich
hiermit nur, dass meine Aufzeichnung entweder in Syrieu oder
in Agypten gemacht wurde, was natürlicli keineswegs hindert,
dass die in Syrien aufgezeichnete Bedeutung eines Wortes auch
für Agypten guitig sein kann, wie es in manchen Falleii ja auch
wirklich der Fall ist, und umgekehrt.
In diese Beitrage habe ich nun alle diejenigen Wörter aus
meinen Sammlungen aufgenommen, welche in Dozy\'s berühm-
tem „Supplément" entweder fehlen (ohne schon früher hei den
alteren Lexikographen zu stehen), oder deren Erklarung bei
Dozy von der ineinigen mehr oder weniger abweicht oder
etwa sonst ungenügend ist. Die Ursache, weshalb ich in dieser
Weise meine kleinen Beitrage auf das engste an Dozy\'s grosses
Werk angeschlossen habe, ist leicht ersichtlich. Der berühmte
Kenner des Arabischen, A. von Kremer, aussert sich im Vor-
worte zu seinen „Beitragen zur arabischen Lexikographie" da-
hin, dass er diese als Vorarbeiten für einen künftigen Nachtrag
zu Dozy\'s Werk betrachtet haben will. In demselben Sinne
hoffe ich, dass der Bearbeiter jenes Nachtrags auch in meinen
anspruchslosen Beitragen etwas für seine Aufgabe Brauchbares
finden moge. Dies ist nun auch der G-rund, warum ich — teils,
um zu zeigen, worin die Lexikographie der modernen Sprache
durch meine Beitrage ein wenig gefördert sein dürfte, teils
auch, um die Arbeit künftiger Sammler oder Bearbeiter zu er-
leichtern — alle mir zuganglichen, in Syrien und Agypten von Ein-
geborenen oder europaischen Sprachforschern gemachten, Samm-
lungen auf die Weise benutzt, dass ich das Abweichende oder
Übereinstimmende ihrer Erklarungen kurz angegeben habe, doch
natürlich bloss für den Fall, dass diese Quellen nicht schon
von Dozy selbst für das betreffende Wort verwertet worden
waren l). Wo ein Wort oder eine Bedeutung desselben in allen
1) Bekanntlich giebt Dozy in seinem Vorworte an, dass er nicht alle seine Quel-
len vollstandig habe verwerten kunnen, nnd in dera Verzeichnis derselben sind auch
die nnr teilweise ausgeschriebenen Bücher mit einem Sternchen besonders bezeichnet.
Bahin gehort von den auch von mir benutzten lexikogra[)hischen Werken insbeson-
dere Berggren, Guide francais-arabe, welcher eine, in letzterer Zeit vvohl mehr be-
achtete, aber noch bei weiiem nicht hinreichend bekannte und ausgebeutete, Fund-
grube für die Keuntnis Syrien\'s bildet, hauptsüchlich was die Sprache der Nordsy-
rier betrifft. Auch der Muhit giebt, besonders in Bezug auf modern-syriache Wörter
diese oder jene gute Erklarung, welche, wie man ans Fleischer\'s «Stadiën" ersieht,
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264
Herman Al in krist.
mir zuganglichen lexikographischen Quellen fehlte, habe ich
dies durch: „f. i. d. Wb." (feblt in den Wörterbücbern) be-
zeichnet. Sollten dabei Irrtümer vorkommen, sodass ein Wort
oder dessen Bedeutung trotz jener Bezeichnung sich in dem
einen oder anderen der unten aufgezahlten Werke wirklich
fande, so ware dies nur einer unabsichtlicben Mchtbeachtung
oder einem Übersehen zuzuschreiben.
Eine nicht unbetrachtliche Anzahl alt- und neuarabischer
Wörter des alltaglichen Lebens, besonders Gewürz-, Gemüse-
und Fruchtnamen sind bekanntlich fremden — aram., pers.
(sanskr.), turk. und europ. — Sprachen entlehnt. Andrerseits sind
viele arabische Wörter, besonders Benennungen gewisser Klei-
dungsstücke, in die modernen europaischen Sprachen eingedrun-
gen. In nicht wenigen Fallen ist es nun sehr schwer zu entschei-
den, wo ein solches, in ganz verschiedenen Sprachgruppen vor-
kommendes, Wort ursprünglich zu Hause ist. Auf derartige
Untersuchungen habe ich mich natürlich hier nicht einlassen
können, aber ich habe es für angemessen gehalten, auf die
neueren (d. h. nach Dozy\'s „Supplément" erschienenen) ein-
schlagigen Werke — besonders die von Miklosich, welcher die
hierher gehörige Literatur (u. A. auch ïïehn) am reichsten ci-
tirt — bei den betreffenden Wörtern hinzuweisen.
Die Aufnahme vieler modernen italienischen oder französischen
Lehnwörter mag vielleicht Manchem überflüssig erscheinen, da
ja ihre Bedeutung in den meisten Fallen selbstverstandlich ist.
Indessen habe ich es nicht für ganz unnötig gehalten, dass die
ungefahre Zeit des Erscheinens dieser Wörter im Arabischen
und ihre mehr oder weniger modifizirte Form und Bedeutung
einmal verzeichnet wird. Dozy bat ja auch, wie wohl bekannt,
in dieser Hinsicht gar keinen Purismus üben wollen.
Die in arabischen Lettern geschriebenen Wörter mit folgen-
der Transskription sind natürlich nicht mit Vokalzeichen verse-
hen, ausgenommen da, wo die schriftarabische Vokalisirung der
heutigen Aussprache in Syrien oder Agypten nicht mehr ent-
Bpricht. In Fallen wie z. B. fJaJLx ma\'ass und i>«jLLfc ccm\'ud
Dozy nach dem Plan seines Werkes hïtte mitaufnehmen sollen, obglcich der Muhït
in dieser Hinsicht wohl nicht denselben Wert hat wie das bekannte (Dozy nicht zu-
ganglich gewesene) Wörterbuch von Cuche-Belot, welches Fleischer auch für seine
«Studiën* fleissig benutzt hat.
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Kleine Beitr&ge zur Lexikographie des Vulgararabischen.               265
liegt also nicht, wie man venriuten könnte, ein Druckfehler in
der arabischen oder in der transskribirten Form vor, sondern es
soll damit auf eine Differenz zwisclien der alteren und der
neueren Aussprache aufmerksam gemacht werden.
Die Arbeiten, die ich auf oben erwahnte Weise benutzt habe,
sind folgende:
Abcar., Abcarius, English and Arabic Dictiouary (^«jJjCit (j*yel5
^;^), Beir., 1882.
AnderL, Anderlind, Ackerbau und Thierzucht in Syrien (ZDPV.,
B. IX, S. 1—78, 1886).
Aqr., Sald el-Hürl eé-SartünT, XajoÜ! ^-<ai —J *>;l»Jt *-*)-*\'
^ty&Jtj, TT. I. II., Beir. 1889—90.
Baist, Die arab. Hauchlaute und Gutturalen im Spanischen,
Erlangen, 1889.
Barb., Barbier de Meynard, Dictionn. turc-fran^ais, T. I. II.
Paris, 1881-90.
Beauss., Beaussier, Dictionn. pratique arabe francais, Alger, 1887.
Bel., [Belot], iüsjJf JoLjUI , Vocab. arabe-fran^ais, 2de éd. rev.
et corr. Beyr. 1888. — Bel. \' = die erste Auflage des
x-jnlVJ! tX-SIwiJI, Beyr., 1883, = die zweite Aufl. von:
Cuche, Dictionn. arabe-franQais, .fi.Lw.i-j «?*-£ ii»»*-*L$,
Beyr., 1862.
                                             \' \'
Bel. Franc., Belot, Dictionn. fransais-arabe, TT. I. IL, Beyr., 1890.
Ben Sed., Belkassem Ben Sedira, Dictionn. fran^.-arabe de la
langue parlée en Algérie, 4rae éd., Alger, 1886 \').
Ben Sed. Bial., Belkassem Ben Sedira, Dialogues franco-arabes,
Alger, 1887.
Bergg., Berggren, Guide fran^ais-arabe vulgaire (Appendice, Dro-
guier arabe). Upsal, 1844.
Boet., Bocthor, Dictionn. franc,ais-arabe, 3me éd., Paris, 1864.
Cad., Oadry-Bey, Guide de conversation franc.ais-arabe, »<XJI
yuj^jAïïy S*)*" i£^ 15* U****^\'\' ^de ®d■\' A-lexandrie,
1879. — Cad. l — die erste Redaktion desselben Bucbes 2).
1)   Ein «Supplement* (SS. 889—923) enthalt: .Expressions employees dans la
Régence de Tunis".
2)  Der vollstandige Titel dieses mit «Cad. l« bezeichneten, nunmehr seltencn, Bu-
ches lautet: »Le nouveau guide de la conversation francaise et arabe contenant un
vocabulaire ... avec la prononciation arabe écrite en francais, a 1\'usage des écoles
VIIIe Congres international des Urientalistes. — Section sémitique.         18
-ocr page 274-
Herman Almkvist.
266
Cherb., Cherbonneau, Dictionn. fran^.-arabe pour la conversation
en Algérie, Paris, 1872.
Bauid, Étude sur Ie dialecte arabe de Damas (Journ. Asiat., 1887).
Delap., Delaporte, Ghiide de la convers. franc,.-ar. ou dialo-
gues ... 2Je éd., Alger, 1841.
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1877-81.
Dozy Vet., Dictionn. dét. des noms des vêtements cbez les
Arabes, Amst. 1845.
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VII (aus den Ber. d. philol.-bistor. Classe d. Kon. Sachs.
Ges. d. Wiss., 1881—87).
Frank., Frankel, Die aramaischen Fremdwörter im Arab., Lei-
den, 1886.
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Heury, Vocabulaire franc,.-arabe, 4me éd. rev. corr. et augm.,
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mas (Journ. Asiat., 1883).
Humb., Humbert, Guide de la convers. arabe ou vocab. franco-
ar., Paris (imprim. a Bonn), 1838.
Jen., Jessup, The Women of the Arabs, London, 1874.
primaires ...... par Mohamet Cadry [9io], professeur de francais a 1\'école de mé-
decine du Caire; Caire, Imprimcrie égyptienne, 1861", wozu spiiter noch ein ande-
rer Titel: .La langue arabe et la langue francaise, mises a la portee des européens
et de la jeunesse e\'gypt., 5C;jjLwJ.ftil5 v—»j*Jt _J>Lx-J -_s iLyLwJi ^JiLJI,
Tomé premier, par Mohamed Cadri [sic], ancien professeur de francais. .., Imprim.
égypt., 1862«, nebst eiuem langen arab und französ. Vorwort hinzugefügt worden
ist. In diesem Buche ist die -Première partie, vocabulaire de9 noms usuels-, viel
grösser als der entsprechende Teil in dem oben mit .Cad.» bezeichneten .Guide de
conversation» (147 SS. gegen 47). Der vollstandige Titel des letzteren Buches lautet
in der ersten Auflage: .Nouveau guide de convers. franc, et arabe, ouvrage élémen-
taire et classique, contenant une nouvelle methode ... pour apprendre aux Indigè-
nes . . . et aux Européens . .. jn^MtJJtï^ v_i_*J\' ,c**! ,—S \\j*jAi3 yXS),
par Mohamed Cadri [sic], professeur de liter, arabe n 1\'école des princes e\'gypt... .,
Caire, 1868» (dagegen in der übri^ens wenig veranderten 2\'ea Aufl.: „Guide de
convers. franc.-ar., contenant une methode d\'enseignement . . . a 1"usage des indig*
et des européens, ^Jl ,u»_dUjl .i^i!, par Mohamed Cadry-Bey, Deux. éd, Alei.,
1879-), und hier liegt derj Hanptwert in der mehr als B00 pp. grossen and sehr
guten «Dcuxième partie, phrases familières».
-ocr page 275-
Kleine Beitrage zur Lexikographie dc9 Vulgaravabischen.               267
Kazim., Kazimirski, Dictionn. arabe-franqais, rev. et corrigé
par Ibed Gallab, TT. I-IV, Boulac, 1875.
Krem. Beitr., Kremer, Beitrage zur arab. Lexikographie, I. II,
Wien, 1883.
Krem. Not., Kremer, Lexikograpbiscbe Notizea nacb neuen arab.
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Lane, An Arabic-English Lexicon, PP. I—VIII, Lond., 1863 — 89.
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tbe modern Egyptians, 5. ed., TT, I. II, Lond., 1871.
Löw, Aramiiische Pflanzeunamen, Leipz., 1881.
Mach., Machuel, Methode pour 1\'étude de 1\'arabe parlé (idiome
algér.), 4° éd., Alger, 1887.
Mal., Malaty, A new guide of english and arabic conversa-
tions ^JlaDóiJIj v-*Jl ^UÜ ^ >M^\' v-*»<XH , Gairo, 1874.
Mare, Marcel, Dictionn. franc^-ar. des dial. vulgaires. . . 5e éd.,
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Mehr., Mehren, Et par Bidrag till Bedömmelse af den nyere
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Melclja, (ein turk. Kochbuch; s. den Abschnitt „Speisen", Anfang).
Meyer, Etymol. Wörterb. der albanes. Sprache, Strassb., 1891
(tatsacblich èrschienen 1890) x).
Mikl.,
Miklosich, Die turk. Elemente in den südost- und
osteurop. Sprachen, I. II, Wien, 1884—85 (aus den Denk-
schr. d. philos.-histor. Classe d. Kais. Akad. d. Wiss.. BB.
XXXIV u. XXXV).
Mikl. Nachtr., Miklosich, Die turk. Elem. in den südost- und
osteur. Spr., Nachtrag, I. II, Wien, 1888—90 (aus den
Denkschr.... BB. XXXVII u. XXXVIII).
1) £3 ist oricntalistisclioraeits sehr zu bedaaern, dass dieses auagezeichnete Werk
des beriihmten Verfassers nebeu den Wortverzeiohnissen aua zehn versohiedenen
Sprachgruppen nicht anch ein Verzeichnis der turk. VVörter cnthalt. Xach der
Angabe des Verf. (Vorrede, IX) bildet da9 Türkische mit 1180 Schlagwörtern das
zweitgrösste Kontingent des hier gegebenen Sprachschatzes — die erste Stelle nimmt
das Romanische mit 1420 Wörtern ein — und vnn jenen „türkischen" Wörtern
erweist sich mehr als die Ilalfte als arabisches, ein Teil als persisches und viel-
leicht der kleinste Teil als echt türkisches Spracbgut.
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268                                   Herman A l m k v i s t.
Mikl. Slav., Miklosich, Die slaviscben, magyar. und runran.
Elemente im turk. Sprachschatze (Sitzungsber. d. Kais.
Akad. d. Wiss., philos.-bistor. Olasse, B. OXVIII, V),
Wien, 1889.
Muh., Butrus el-Bistanl, ia^^wJI ia^.iuo vjLa-S\', TT. I. II.,
Beir., 1870.
NakhL, Nakhlah, New manual of engl. and arabic convers.,
jü^aLs^I jüUUl ^ï ^ iU^Jt XaüOJI , Boulack, 1874.
Nof., Nofal, Ghiide de convers. en arabe et en francais, Jufi-*
|JUCiJ! ,jLWj |JjoJI, 5e éd. rev. et augm., Beyr.,
1884.
Sal., Saleh, Vocab. frangais-arabe, ,-Jj.c. ,«.L*J.i v&S ps*.**
[sic], Le Caire, 1874.
Socin-Bacl., Agypten, Handb. für Beisende, von Baedeker, Leipz.,
1877.
Spitta, Contes arabes modernes, Leide, 1883.
IIstad, (ein arab. Kochbuch; s. Abscbnitt „Speisen", Anfang).
Vuil., Vullers, Lex. Persico-Latinum, TT. I. II, Bonn, 1855-64.
Wahrm., Wahrmund, Handwörterbucb der neu-arab. und deut-
schen Spr., 2. Ausg. TT. I. II, Giessen, 1887. — Hand-
wörterb. der deutscb. u. neu-arab. Spr., Giessen, 1870.
Wetz., Wetzstein, Der Markt in Damascus (ZDMG. XI). — Sprach-
liches aus den Zeltlagern der syr. Wüste (ZDMG. XXII).
Wotff, Arabischer Dragoman, 3. ganzl. umgearb. Aufl., Leipz.,
1883.
Wort., Wortabet, Arabic-english dictionary. — Mulh., ((jj^xJLo)
i^ajl (SS. 688—706), Cairo, 1888.
ZDMG., Zeitscbr. d. d. morgenl. Gesellschaft.
ZDPV., Zeitschr. d. deutsch. Palaestina-Vereins, BB. I—XIII,
Leipz., 1878-90.
Zenk., Zenker, Dictionn. turc-arabe-persan, Leipz., 1866.
Folgende lexikograpbischen Werke habe icb nur kürzere Zeit
zu Kate gezogen und dann bei Seite gelassen, da sie, wenig-
stens so viel icb sehen konnte, über ihre nachsten Vorganger
binaus kaum etwas Neues bieten.
Barthélemy, Vocab. pbraséol. franc.-arabe, 2e éd. rev. et augm.,
Leipz., 1867.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vnlgarurabischen.
269
Ben Sedira, Petit dict. ar.-frang. de la langue parlée en Algé-
rie, 3« éd.. Alger, 1882.
Hammêm, Arabic & English Diction., Beir., 1888.
Hélot, Dictionn. de poche, franc.-arabe, a 1\'usage des militai-
res, des voyageurs . . . 5e tirage, Alger (o. J.)
Salmoné, An Arabic-English Diction., Lond., 1889 (in der An-
ordnung des Stoffes ganz neu).
Die lexikographiscben Arbeiten toii Badger, Oatafago, Gas-
selin, Habeicbe und Steingass sind mir nicbt zuganglich ge-
wesen.
-ocr page 278-
Herman A 1 mk vist.
270
Niiharbeit j&La.
Einleitungsweise erinnere ich an die vulgararabischen Aus-
drücke für die gewöhnlichsten, hierher gehörigen Dinge.
Jal^. (schriftar. isL») nahen; Joj^ hét (Plur. hltdn und hi-
ju{
neben dem auch gebrüuchlichen schriftar. hujiït), sudan-ar.
vdULuw dik, Faden, Zwirn (»Jya \'s» , ^jSaï \'& , jjUf \'h-, jSja \'&.);
8jj! (oft auch öbra ausgesprochen) Nadel (Mikl. Nachtr. I, 46);
Sjjl (^a* (cf. b. Dozy) oder Sol JL&. ^(schriftar. I*w) Nadelöhr;
Sjj! ^K (cf. b. Dozy) Nadelspitze; iüUI abbdra (schriftar. <ÓjJo) ,
Nadelbüchse; Ji_i Garn (zum Stricken); (jL*jLiL$\' keêtebdn»)
(PI. keéatbin), Fingerhut; y,aJLo maass, Scheere3) (Mikl. II, 122;
Meyer 255); jL&Ij\' (nicht ïJüjS, wie bei Dozy nach Muh. *)
Haken, und ji.Le carwei) (oder auch zarwet kuise), Öse, beide
1)   Muh. Mlt dieses Wort für nur eine vulgiire Aussprache des schriftar. >_j.>.
2)   Andere Formen dieses pers. Wortes s. Z I) M G. XX, 613 und Fl. IV, 396, wo
auch die algier. Aussprache qestbina (nach Ben Sed. s. i. Dé) nachzutragen ist.
3)  In Oberagypten bedeutet maass (magass) auch eine Art einfachen, scheeren-
ahnlichen Krahns, nus zwei mit mehreren starken Seilen am Flussufer befestigten
und schrag über das Wasser hinaus sich neigenden Pfahlen hestehend, welche mit
ihren oberen Enden sich kreuzen, und ron deren Kreuzpunkt ein Block mit seinem
Blocktau herunterhüngt. Diese Bedeut. f. i. d. Wb.
4)  Der Plural ist jedoch richtig als (j**^ angegeben. Nach Fl. V, 64, wo \'&Ji.*S
o i
bei Dozy stillschweigend in \'»JmjS verbessert wird, ist das Wort »das erweiehte tiirk.
(Mikl. I, 99, Nachtr. II, 161; Meyer 198).
5) Das schriftar. ü^jc hat sich im Vulgiirar. zu zwei verschiedenen Wörtern dif-
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Kleine Beitrage aur Lcxikographie des Vulgararabischen.
271
zusammen auch dakar wa\'unsa genannt; kJL^s. wade (bei Dozy
nach Boet. RJLio.1, Ansatz (angesetztes Stück Zeug); kJL*, selle \'),
Nahkorb.
viïyi [Syr.], jv^dJ [Ag.], einfadeln.
Diese Bedeutung des Wortes va>y f. i. d. Wb., findet sich aber
für t^öi bei Dozy (nacb Boet.) und Laudb. 70. Nach Landb. und
Bel. heisst „einfadeln" syrisch auch Iê Statt Srji)l (**aJ) _Iê
(Landb. 70), eig. „remplir 1\'aiguille", sagt man natürlich «yjj
kj.<s\\)\\. „passer Ie fil".
jfjf karkar oder 8JG bakara (nicht bakra), kleine Rolle
fiir Zwirn.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb. — Sj£ könnte man vielleicht mit
dem turk. „kankal JUüL», Bolle, Knauel." (Mikl. Nachtr. II,
142; Barb. „JUus, corde roulée, paquet de corde roulée") zu-
sammenstellen wollen; vgl. aber die verschiedenenen Bedd. des
Wortes Jüül» bei Zenk., Mallouf, und das folg. Wort.
JUjtyJ\' kurrcirye [Ag.], Zwirnknauel, = syr. ujXxtf\'und üiyüS\'.
SjjlJ\' f. i- d. Wb. — Das syr. kebtüle bedeutet auch ein
kleines Bündelchen, nachlassig gemacht (wie z. B. ein wenig
Zucker in Papier eingewickelt), zum Unterschied von (dem
pers. Lehnworte) %&*,& deste, einem sorgfaltig gemachten Pa
ket, besonders von einem solchen gesagt, das mit dem darin
Eingeschlossenen ein Ganzes bildet, z. B. ein Brief (Nahnadeln),
ferenzirt. Neben \'arwe »öse» steht namlich \'örwe (Hartm. 214 schreibt \'irwï), Knopf-
loch, was doch auch \'arioet eardr heisst. Eigentlich bedeutet \'■örwe die (bei den Orien-
talen gebrauchliche) Schlinge für Knöpfe, -ganse qui sert de boutonnière« (Bel.),
nunmehr aber auch das an ihre Stelle getretene Loch (w«.aj). Hiernach Dozy s. v.
Ü.-c zu vervollstiindigcn.
1) Der Plur. ^^JU* bei Dozy gehort zn Algier, wo übrigens &Lw immer einen
grossen Korb bedeutet (s. Ueauss. s. v.; nach Ben Sed. s. v. corbeillo wird Jd*.
tlel ausgesprochen); in Dam. ist al» Plur. nur das schriftar. JtsL* gebrauchlich.
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Herman Almkvist.
272
ein Paket (europ. Kerzen), aber auch ein Paket Zeitungen u.
dgl. Diese Bedd. der WW. xJ.JUS\' und «£«,i> f. i. d. Wb. Dozy
erklart &£*.& (nach Muh.) mit „certain nombre (p. e. une dou-
zaine) de cuillers", und (nach Boet.) mit „main de papier" (vgl.
die entsprechenden Bedd. von ok*»i> bei Lane). In Ag. bedeu-
tet deste (PI. desat, eine Form, die i. d. Wb. f.) geradezu Dut-
zend (so auch bei Wort. Mulh. 695), was in Syr. \'S£ir*(*)& do-
zine
(nach Hartm. 97, dazzine) und in Alg. (nach Ben Sed. s. v.
douzaine), &ajÜs tezzina, PI. tzdzen (bei Dozy ohne Vokalisation
und Plur.) heisst.
JuJö tóbe, Nadelbüchse für Hakelnadeln (senndra oder króée),
im Hakelschaft CiSL^X!) angebracht; das Ganze heisst dann
senndra betóbe.
Das i. d. Wb. f. \'ijJo ist natürlich ein Nom. un. von dem
turk. Lehnworte «-jjJs t/\'b, Kanone(nrohr), aber hier mit Bei-
behaltung der turk. Aussprache tob (top). Dieses v_>jjs hat na-
türlich mit (dem wahrscheinlich koptischen) ^iyio twb, Ziegel
(= syr. Ubn; Frank. 4) nichts gemein, Aus dem Worte \'*■&%>$l)
(franz. crochet), einem neben dem gewöhnlicheren senndra oder
senndra (ïAj^e; s. Lane) kürzlich eingedrungenen Lehnwort, ist
schon eine (i. d. Wb. f.) Ableitung JLUi.wS\' hröêije (= êurl sen-
ndra),
Hakelarbeit, entstanden.
iuiji\' küfije, PI. ^Sjf, und X*lo tajjdr,V\\. —at, Garnwinde.
Der Unterschied der zwei mit diesen WW. bezeichneten Ar-
ten von Winden besteht darin, dass in der Jcüfije s) die schma-
len Stabchen (^asdfir), auf welche die Strahne (XJLw êylle) ge-
legt wird, sich um einen am Tisch festgeschraubten, hölzer-
nen Schaft (deneb) drehen, wahrend der nicht bewegliche Teil
des tajjdr aus einem eisernen Stab (sahm, saham) besteht, der
in einem grossen Klotze befestigt ist. Diese Bedd. d. WW.
,_*3ó und n^"- f. i- d. Wb. Die Pluralform jiLa*
(statt yAiLxxc, von *JueA oder 8»«A»ae), die sich nur bei
1)  Findet sich nur bei Nof. 149.
2)  Immer so ausgesprochen, zura Unterschied von \'&jj>y£ keffije, dem bekannten
grossen Kopftuch für Münner.
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Kleine Beitrage zar Lexikographie des Vulgararabisehen.               273
Dozy (nach Dombay) in der Bedeut. Ton „moustaches" findet, ist
nach Beauss. die in Algier allein gebrauchliche.
2La-ó^^L4 mlahfije, eine Sorte groben Zwirns, womit die
melhafe (PI. m(e)ldhif) an den lihdf angenaht wird.
F. i. d. Wb. — Von den beiden Bettlaken (syr. uL& y&,
PI. uLAtyA, vom pers. ^^i.La.; s. Fl. III, 7; Mikl. I, 37, und
Meyer 445; ag. JüiLo, PI. «iA_, in Alg. .(ij, PI. .?v| \')) wird
gewöhnlich das obere auf die Weise um die Bettdecke (ol^sj)
geschlagen und mit grossen Stichen angenaht, dass es auf
der oberen Seite derselben eine breite, weisse Borte (jj.L&è
raèdwe) bildet, und heisst dann ilasvXo (vgl. Dozy s. v. und
Bergg. s. t. drap). Oft ist auch die raêdwe von feinerem Stoff
\'(êdê êördt, êdê beharir, mabrad u. dgl.) als der untere Teil des
Lakens, die eigentlicbe melhafe (von ham, madam u. A.) —
Jene Bedeut. des Wortes s.L&£ f. i. d. Wb. Nach Hartm. 98,8,
bedeutet raêdwe auch „Überzug", r. muc/iaddi „Kopfkissenbezug";
in Dam. sagt man dafür immer bet muhadde.
J-o bezdr , Docke (Seide).
Nur bei Wahrm. findet sich ein „*Lj bizdr, Seidenfaden".
JU.j>.j b{é)rime (oder jUj^j) 2), Schnur; wird von allen farbi-
gen, meistenteils aus Europa importirten, Schnüren gebraucht,
1)  Cherb. und Ben Sed. transskribiren die (bei Dozy fehlende) Pluralform: izour.
Mare. (s. v. drap) hat .-\\ dar, PI. .1:1 êzdr.
2)  Auch für die gewöhnlichen Bedd. .Bohrer, Scbraube, Korkzieher* geben Bel.
und Henry (s. v. tire-bouchon) beide Formeu (mit und ohne Teschdid); Hartm.
216 und 296 hat birrini als syr. und berime als ag. für «Schraube, Korkzieher», aber
S. 167 berrime als ag. (neben Mrbirr als syr.) für »Bohrer«; Nof. 158, Boet. (s. v.
vrille), Wort., Bel. Franc., Krem. Beitr. II Anh. und Muh. nur iUj-J (od. *t\' l).
Nach meinen Aufzeichnungen aus Ag. bezeichnet dort b(e)rime einen kleinen, und
berrime einen grossen Bohrer (./Korkzieher1 heisst dort nach Wort. Mulh. 689,
2£/0j> nach Fl. I, 12, eigentlich ein turk. Wort; vgl. auch unten ü<«.J). Für Alg. giebt
Cherb. (s. tv. vis und vrille) ÏUj-J berima und &aaJ_j bernina; Beauss. x.a_j_j
vrille, &A£-j-J vrille, tire-bouchon, und Ben Sed. vis ü J-J berrima und vrille
&JLÓ.J bernina. Hiernach Dozy zu vervollstimdigen.
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274
Herman Almkvist.
zum Unterschied von J^-Ui f til, der weissen, einheimischen
Schnur. Die brvme wird auch gewöhnlich fertig gekauft, wahrend
die feinere *•■>! {3*? (s. unten XjUsaüj j*sx*) für einen bestimm-
ten Zweck besonders verfertigt wird.
Diese Bedd. von x j^j und JuUi f. i. d. Wb.
ia*iaK iaA=» $ef maüét, Gummischnur.
CS
Zu der Bedeut. des i. d. Wb. f. Wortes h^hi, elastisch, vgl.
F1.-VI, 185.
^.öS karden [Ag.], dicke Schnur, Oordon, an einer Uniform.
Dieses aus dem ital. cordone stammende Wort f. i. d. Wb.;
nur bei Dozy findet sich ein Wort ^*i>jS (ohne Vokale) mit
der Bedeut. „capot ou capote" (nach Boet.).
$X*3JS kurtêle, kleine Flechte von Seidenfaden verschiedener
Farben; wird als Verzierung auf einer \'üuiS garnêta (s. unten
im Abschnitte „Kleider") gebraucht. — F. i. d. Wb.
ujJLS\' kalak, ein aus einem Grebinde iéyllé) abgeschnittenes,
nach dem Verlangen des Kaufers beliebiges Mass (z. B. 5
„Dramm") von Seidenfaden, welche dann alle von gleicher
Lange sind und an einem Ende zusammengebunden werden.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb. Vgl. Kazim. und Dozy s. v. «iJULS-
„radeau, train", wenn dieses pers. Wort wirklich mit dem obi-
gen identisch ist.
<L>£v* (jios \'ass muhmal, Ohenille (de soie veloutée). — F.
i. d. Wb.
ify* marke, 1) Kanevas, Stramin (zum Sticken); 2) . g-A >
market êahr, Kalender, Almanach. — F. i. d. Wb.
StfelAiakJt &JI dlet el-fyijdta, Nahmaschine.
Nur bei Nof. 149: jLfeL^. &Jf(in der 2*«»Aufl., 1870, S. 119,
hingegen: xisUfeULJ &Jf). In Ag. heisst die Nahmaschine (nach
Wort. Mulh. 705)\'sLU* V& *)>
1) Auch das dort für .Maschine» (im allgem.) gegebene Wort ÏS.S* [= neugr.
-ocr page 283-
275
Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.
Svyê rurza, PI. vlê, 1) [Syr.]: a) Masche, b) point de bro-
derie; 2) [Ag., hier oft &**_£, ,«.»£ ausgesprochen]: a) Sticb
= syr. OudnS \'utba; b) Knoten an einem Strick; c) kleine Ein-
biegung des Flussufers, ungeführ, aber nicht ganz synonym mit
hawwaddje „Wendung eines Flusses"; d) kleines, elendes Café
von ungebranntem Tbon (tüb najj) und Strohmatten gemacht
(eine Bauart, die bunjun tof genannt wird), gewöhnlich ausser-
halb der Stadt gelegen, für Haschischraucher (liaêêaém).
Die Bedd. 1) a, b nnd 2) b—d1), wie auch das Wort
SültMj=» 2) f. i. d. Wb. Die obige Bedeut. von juia* f. b. Dozy,
und zu der oben gegebenen, i. d. Wb. f., Bedeut. von > jl U
vgl. Muh. und Lane (s. v.) „A kind of float" etc, synonym
mit JÜ".
iUxb ta\'na (oder genauer td\'na), Mascbe; sehr gewöhnlich
1)   In der Bedeut. c) liegt doch möglicherweise eine Verwechselung mit dem
obertigypt. Wort &OJ9 gursa, «grosse Biegung des Flussufers" (f. i. d. Wb.) vor,
wie denn auch die beiden WW. in der ursprünglichen Bedeut. .Stich, piqure» zu-
sammentreffen. Auch die letzte, auffallende Bedeut. d) kann unsicher sein Vielleicht
war das von rair besuchte Café eben an einer kleinen Einbiegnng des Nils gelegen,
und statt der von mir nachgefragten Benennung einer derartigen Winkelschenke hat
man mir den Namen des Platzchens gegeben. Jeder Reisende, der sich mit abnli-
chen Forschungen und Nachfragungen beschaftigt hat, weiss, wie leicht man un-
versehcns in solche Irrtümer verfallen kann.
2)   Der Stamm i-V», der sich nur bei Beauss., und zwar mit dem Sinn «laisser
de cóté", e\'viter (avec JLc)«, verzeichnet findet, bedeutet in Ag. im allgemeinen
«eine Wendung machen", und besondcrs: urn eine Ecke biegcn (mit .^c); aus einer
Strasse in eine andere einbiegen (mit -i); eine Sache umgehen, einem Hindernis
ausweichen (mit ••«£), l. B. beira Graben die Grundmaucrn der Hiiuser, el-gudrdn
(eine i. d. Wb. f. Pluralform von JlXs»), umgehen. Dieser Bedeut. nach schliesst
sich £y&» an l>Ls» , lX^-S?, («turn aside, from .•«—£" Lane) an, wahrend ■ ^- ■ »
einen von <-^> ganz verschiedenen Sinn hat (vgl. Lane, Muh. und Bel.). Auf dem
Nil (in Nubien und dem Sudan) ist 0»,i> hawwid ein Kommandowort des Rejjis,
das zweierlei bedeutet: 1) wende (das Boot)!; 2) lasse nach (die Schote, das Tau)!
= a i\\. rejjih in Ag.
-ocr page 284-
276
Herman A lm 1; vist.
neben ïO\\\\ (bei Dozy ohne Vokale) und Sjj-è (s. oben);
joJÜL* \'ie, linke Masche, „maille retournée".
Diese Bedeut. f. i. d. Wb.
s\\lji> dfejrdze, die einfache Nahterei (couture simple, couture
unie) mit kleinen Vorderstichen (devant-points).
Dieses Wort f. i. d. Wb. — Der Stamm \\*& (Imperf. u),
„nahen" findet sich nur bei Muh. und Bel. (Lane bat gar kein
Verb -.«a, nur das aus dem Pers. entlehnte Nomen •?£, „seam").
Die Erklarung bei Muh. abUJ! _i »\\U£« ^La*- ^^ (Bel.
hat nur „coudre") stimmt mit meiner Erklarung von gvf»t> so
ziemlich überein. Der Stamm \\7ö (Krem. Beitr. I, 56), der
sich sonst nirgends findet, scheint nach der dort gegebenen
arab. Erklarung einen etwas verschiedenen Sinn zu baben *).
• »4> „nahen" ist wohl nur ein Verb. denomin. vom pers. \\»5 ,
und demnach als ursprüngliches Fremdwort von dem arab. \\«i>
(Imp. d), „die Güter der Welt geniessen", ganz zu trennen. Von
jenem C& ist wohl nun auch \\Ao (bei Dozy neben dem ge-
wöhnlicheren slis), sticken, „broder", nur eine weiter arabisirte
und spaterhin (vielleicht mit Anlehnung an das arab. \\Je, schön
werden, fein gekleidet sein) in der Bedeutung etwas differen-
zirte Form. Bergg. (s. v. couture) schreibt sogar: „wJaS v«Jo
vuig. derz, tedriz". Diese ursprüngliche Identitat der beiden
Stamme v»o und yio scheint auch Krem. (1. c.) bei der Über-
setzung von jJ^tXï („das Einsaumen und Steppen der Kleider")
vorgeschwebt zu haben, da der Zusatz „und Steppen" (= j-tyküi)
in der angeführten arabischen Erklarung (vgl. die Note un-
ten) keine besondere Begründung findet. Wie dem auch sei,
heutzutage ist jedenfalls Sjl»i>, couture a petits devant-points,
von w.Jb3\', broderie, g I Je, art de broder („métier de brodeur",
Dozy) ganz getrennt.
1) "Ou 5-isi\' cióLi\' l$il_s v^\' \')3j* v-*-i\' (J*-^*^ ^yiaj (vgl.
das im Texte folg. W. \'&L&).
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Kleine Beittüge zur Lexikographie des VulgSrarabischen.
277
xJ^Lè ê{é)ldle [Syr., Ag.] \'), das Nahen mit grossen Vor-
derstichen, wie beim Faltelu, Krauszieheu u. dgl.
Dieses Wort findet sich bei Bergg. (s. v. couture, point)
ohne alle Erklarung, bei Muh. aber mit „Zusammennahen, Zu-
sammenbeften8)", und schliesslicb bei Lane, richtig aber zu
allgemein, mit „the act of sewing slightly" erklart. Vgl. un-
ten Zm, .
SwtOAi». hansara [Ag.]: „wie êelldle, aber mit engen, feinen
Stichen (beruras ru/ajja\'a)"; demnach = syr. SjKi>; — f. i- d. Wb.
o»-uJb\' tembit [Syr.], «uLö [Ag.], das Nahen mit Hintersti-
chen (arrière-points); — iJUjuJi, üi\'Lj, a) Hinter\'stich; b) Naht
mit Hinterstichen.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb. — Bel. und Dozy (nach Boet.)
übersetzen o«-ö> owuüj\' mit „contrepointer, piquer". In Dam.
heisst jedoch „steppen" (eine Bettdecke u. dgl.) immer ^_>Ió,
^j.-óï. Bergg (s. t. point) hat xSaaaj neben xJiLfc ohne Er-
klarung. Dozy (nach Boet.) hat auch SïLo „couture, rang de
points a 1\'aiguille; arrière-poimt, rang de points sur une cou-
ture". Aber die specielle Bedeut. „Hinterstich" muss doch dem
Leser etwas unsicher erscheinen, da die auf die kursiv ge-
druckten Wörter folgenden Erklarungen nur den einfachen Sinn
von „Naht" geben.
_ Lv , (mit dem Faden) heften, anschlagen, faufiler; süddeutsch
trakeln (schwed. „trackla").
So auch bei Bergg., Bel. und Muh. — Dozy (nach Boet.) giebt
hingegen die beiden ganz yerschiedenen Bedd, „rabattre (une cou-
1)  In meinen Aufzeichnungen aas Ag. steht, wahrscheinlich infolge eines Hör-
fehlers, «&JbL«l kelldU\', aber ein bildlicher Zasammenhang mit j^Lï «Strom-
schnelle» (bei Kazim. unrichtig üJ^Lil), ware doch nicht ganz undenkbar.
2)  ^JJa ^\\ u^t ^ OSLWt ^1 0\\ 0Jd1^1\\ lXJL* SJbUJt
j=>$\\.i LS>A»-t i)«-»a>!^ U^jj_b ^_* {Ja**l L.é.g»\'n».\' -kl^Jj -J>\\
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278                                       Herman Almkviat.
ture)", d. h. eine Naht „kappen", und „surjeter" mit dem Zusatz :
„c\'est vulgaire pour -.».<& Muli.", erwahnt aber nicht, die ganz
abweichende Erklarung desselben sJlcLjüo xisLya. LL*.. Für
„faunier" hat Boet. nur jJLi, das in diesem Sinn sich nirgends
findet, (aber wohl Ju& bei Bel. und Wort.) — Die vulgare Form
_ "Lmi statt Lji, lasst sich wohl zunachst aus der syrischen,
besonders im An- und Auslaute haufigen, erweichten Aussprache
von
         (ungefahr wie ji) und der dadurch bewirkten Dissimi-
lation des ersten Zischlautes er klaren, aber auch aus Ag. habe
ich das Wort ^iy^S tesrig mit demselben Sinn verzeichnet.
Möglicherweise könnte hier auch eine volkstümliche Anlehnung
an _ y*« (schriftar. yM\\) „satteln" vorliegen.
(>£jLl [Syr., Ag.], überwendlings nahen, surjeter; &juJ lefa,
überwendliche Naht.
Die Erklarungen in den Wb. — Muh. (j-aJCJLAJI ^Jws.1
U^bl^vi j.i».ÜI Jl, Kazim. Bel. „coudre bout a bout deux
morceaux — lassen die besondere Art und Weise des Zusam-
mennahens nicht erkennen. Daneben geben Dozy (nach Boet.),
Bel. und Nof. 149 auch die Bedeutung „ourler" (vgl. unten
JaJÜ), Bergg. hingegen „border" (s. v.). — Für jUüJ geben die
Wb. nur den Sinn: Breite (eines Tuches), lé; Bergg. allein
führt es unter dem Wort Couture an, aber ohne nahere Er-
klarung.
Sa&) saumen, ourler; st^sl la\\a, Saum.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb. Das allgemeinere, in Ag. wie
auch manchmal in Dam. gebrauchliche Wort für „saumen" ist
uiT XiLaJ\'Saum), in Algier hingegeii nach Ben Sed. \\^., nach
Beauss. -wj (nach Cherb. auch oüae); vgl. unten &x(o und
jüLi; — iüJLftx «iLftf, eingebogener Saum (so dass die Naht
nicht sichtbar ist).
,x man\\da, (nach meinen Aufzeichnungen aus Syr.) „=
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279
Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgiirarabischen.
tembite, mit gröberen Stichen" (vgl. oben oyyjjtf); (nach denen
aus Ag.) „= RiLaS\', mit grossen Stichen" (vgl. das vorher-
geh. Wort).
Dieses i. d. Wb. f. W. mcmfa\'a ist vielleicht mit dem schrift-
ar. jLakx*, ceinture, bande de broderie (s. bei Dozy), identisch.
JLoLj. Anstatt eines gewöhnlichen Saums (kef\'afe, lata) wird
manchmal eine bfejrdme gemacht, d. h. man rollt (L*j^j) den
Rand des Zeugs einwarts und macht darüber eine lefa (s. oben
(S^J); so immer mit den tfijrdf\') einer mildje (bunter, baum-
wollener Überwurf für Frauen und Madchen), oft auch mit
denen eines Schleiers u. Ahnl.
Zu der Bedeut. des i. d. Wb. f. W. &eljj vgl- oben b«\'t-
ii)i> dekk, das Einnahen einer Schnur CjuUi, vgl. oben &*jj.j)
in das Zeug, das Überziehen einer Schnur mit Zeug.
Diese specielle Bedeut. geht aus der allgemeineren i. d. Wb.
f. Bedeut. „(etwas) in einen engen, langen oder tiefen, Raum ein-
stecken", hervor. Derselbe Sinn liegt auch den bei Dozy (s. v.
ii)o) angeführten Bedd. „glisser, couler adroitement; charger,
bourrer une arme a feu; Lane „fill up (a well) with earth";
Beauss. „enfoncer avec la main, bourrer (un sac), fourrer (en
prison j,»as\\J| ~i) wie auch den bekannten Bedd. der Wörter
gSb dikke, lacet, und >iJLfi>, passer Ie lacet dans la coulisse du
pantalon, zu Grande 2). Denselben Sinn hat eJt> auch in ii)i>
1)  So (schriftar. i_jS 1d\\) heissen die lose herabhangenden Enden der Kettenfaden
eines Gswebes. Die schriftarab.-Pluralform jl*sl geht vulgararab. sehr haufig in
JL«9 über. Ans sprachwissenschaftliohem Gesichtspunkte könnte jedoch die letztere
Form als die ursprünglichere betraohtet werden.
2)   Demnach ware vielleicht KJ\'o und nicht, wie allgemein angenommen wird,
X£j\' die ursprünglichere Form dieses in 9olchem Falie echtarab, Wortes. Die arab.
Wbb. halten &£>\' für ein Lehnwort unbekannter Herkunft (vgl. Lane s. v. und
Frank. 5), und in Kuit-o sagte man mir ausdrüeklich, dass tekke (so wurde immer
das schriftar. üjCi ausgesprochcn), die allein richtige Form sei \'fï-l-lura», dikke in
diesem Sinn gehore hingegen mir dem \'örf el-\'dmme an und bedcute/l-l-lnra „bank»
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280
Herman A 1 m k v i s t.
eia\\Jai\\, Überzug der langen, schmalen Matratzen im fawdn *).
y i nammar, mit Namen oder Ziffern zeichnen, marken (Ta-
schentücher u. dgl.) — eine europaische, noch keineswegs all-
gemeine Sitte.
Diese i. d. Wb. f. Bedeut. ist (wie auch das etwas altere
y2i numeriren) natürlich denomin. von dem schon vorher ein-
gedrungenen Fremdworte 8.*j numra, Nummer, und hat mit
dem arab. JJLj tigern, tigrer, nichts zu thun.
tv &£3 ta\'éit, das stellenweise Annahen des Futters an das
Oberzeug eines grosseren Kleidungsstückes (eines \'umbdz u. dgl.),
um der Verschiebung des ersteren in der Wasche vorzubeugeu.
Die Erklarung dieses Wortes bei Dozy (nach Muh.) bedeutet
nur so Tiel wie „anschlagen, faunier", und die Behauptung, es
werde das ta\'éit, sobald dies Kleidungsstück ganz fertig ist,
weggeschafft, hat gewiss keine allgemeine Gültigkeit.
v_wuaj\' \'adib, lange, gerade Naht (Tgl. gjiao im Abschnitte
„Kleider").
Diese Bedeut. f. i. d. Wb.
u>a£ céè [Ag.], PI. v_>jaa , die Kehrseite, linke Seite, einer
Naht."
Diese Bedeut. f. i. d. Wb.
&&..X zewwega [Ag.], krummer, wellenförmiger oder schlan-
(schriftar. &J^, vulgiirar. auch in diesem Sinn dikke .lange Holzbank»; Tgl. Friink.
188, wo \'iSo ein Druckfehler fttr \'iS J ist).
1) Das i. il. Wb. f. W. XjlbjJs latdje, PL Jal^b, bezeichnet die Matratzen,
welche auf der die drei Wande des titedns entlang laufenden suffe (Steinbank), oder
wenn keine suffe vorhanden ist, auf dem Fussbodeu an den Wanden entlang liegen.
Über diese ziemlich dunnen und harten tawdtl werden gewöhnlich andere, dunnere,
aber sehr weiche Matratzen oder eher dieke Bettdecken ((j*Lit ijjét, f. i. d. Wb.)
gelegt, aber wenn keine ijjSsdt da sind, werden die tawdü des Aussehens wegen
mit einem Überzuge (von jemem od. dgl.) versehen.
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Kleine Beitragé zur Lexikographie des Vulgararabischen.
281
genartig gewundener Eand (einer Naharbeit, eines Kleides, wie
auch anderer Dinge, z. B. eines Tellers).
Das Wort findet sich unrokalisirt bei Dozy in anderer Bedeut.
biais, détour (nach Boet.), bosse (nach Payne Smith).
JuuJLe ma!bil, der schmale Band, womit das passend zuge-
schnittene Stiick Zeug das auf dem Kórper genommene Mass
wegen der Naht überschreiten muss („üialAiJI ^jLw ^j* ïè\\j>\\"),
Saummass, schwed. „sömsman". Derselbe Begriff wird manch-
mal auch einfach dureb Hfel*S. ausgedrückt.
Das Wort Juujw wie auch jene specielle Bedeut. des Wortes
JLbL^. f. i. d. Wb. Wenn das ma\'btl zu knapp zugemessen
worden ist, geht die Naht auf ((j,oJUj), eine Bedeut. des Stam-
mes (jeJüo, die i. d. Wb. f. Vielleicht ist doch hier richtiger
(ja-Ui; = yaJUX; zu schreiben (vgl. Lane s. v.)
i»y^, sticken, broder, und zwar so, dass das Zeug ganz durch-
löchert wird; wie z. B. an den Broderien (tahrim, PI. — at,
seltener taharim) auf Damenunterkleidern; ^ydaji bedeutet übri-
gens auch „Spitzen".
Nur Bel. (und nach ihm Wahrm. und Wort.) giebt für *Z^
die Bedeut broder (wie auch für *j»£0\' broderie; dentelle) ohne
jedoch den speziellen Sinn zu erwahnen. Bei Dozy hat nur
Jtijyiao, nicht aber *Jj.^vj\' die Bedeut. „dentelle". Übrigens be-
zeichnet *v^jo nicht nur brode, ciselé, sculpté, wie in den Wb.,
sondern jede Art von „durchbrochener Arbeit", z. B., \'* ij)\\«,
(in zierlichem Muster) durchlöchertes Papier; vgl. auch unten
«•■=»j; JlcL&. — Das allgemeine Wort für „sticken, broder"
ist bekanntlich \\Z$o (nach Dozy auch wJfl, s. S. 276 oben),
besonders für alle Arten Stickerei in Stickrahmen, J.j (Frank.
94), oder genauer nol lafriz \'), oder auf Stramin (marke, s. oben).
Daneben wird auch das aus dem pers. Subst. [&S<\\ („goldge-
1) In Xg. öfter ^jwJuo metiseg genannt, wie denn auch der Ausdruck iurl men-
teg
als synonym mit tatriz gebraucht wird.
VUIe Congres international des Urientalistes. — Section sémitique.         19
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282                                      Herman Almkvist.
sticktes Zeug") arabisirte Verb <JS\\\\ x) (nebst jiliy,, broderie)
viel gebraucht, seiner Ableitung gemiiss besonders für Sticke-
reien mit Silber (iuaju befadda), mit Gold (v_*^ëj èë\'asab),
oder mit Goldflitter (iJsxj b~ébar\').
8»LkJ! JAj» êurl ettdra [Ag.], Stickerei mit (am haufigsten
gelber) Seide auf weissem Baumwollenzeug ibafta, vgl. unten),
das in einen runden Stickrahmen (tdra) gespannt wird.
F. i. d. Wb. — Zu dieser Arbeit wird eine eigene, sehr
grosse Nadel (oder Ahle), \\ydOue mufyraz, gebraucht.
&Ow<Ó4 mudarrabije, 1) eine Art Applikationsarbeit, wo das
Zeug auf feine, auf das Futter gelegte, Faden, welcbe ein
Muster (Arabesken u. dgl.) bilden, gesteppt wird; 2) Kleidungs-
stück mit jener Arbeit verziert, namlich: a) kurze Damenjacke,
gewöbnlich von weisser Seide; b) kurze Seidenjacke für Man-
ner, in der Form eines gewöhnlichen ddmir; c) (am haufigsten)
weiter, knielanger Eock von heller Seide für Manner, welcher
über dem \'umbdz getragen wird.
Das Wort findet sich bei Dozy, aber nur mit der Bedeut.
(nach Boet.) „veste en soie piquée"; etwas genauer bei Landb.
400. Zu der ursprünglichen Bedeut. vgl. ^_>1*5, „steppen" (s.
oben «iXAAAJ\')) Jbj-ax, Matratze, s. Dozy) und das folgende:
xUjwa^j 4»r^\' heften, capitonner (eine Art Tapezirerarbeit
an Sofas, Lehnstühlen, Wagenkissen u. dgl.). „Le capiton" heisst
(wegen seiner nagelahnlichen Form und Anwendung) mismdr
(„Nagel", Frank. 89) und die Arbeit «l**»»* JJL& oder ^Oj^ai\'
Diese Bedd. f. i. d. Wb.
oysU tahrir [Ag.], PI. «y| — und wkIsjJ», Stickerei in Seide
(an Kleidern); jLjLk^uiLa )j&«* [Syr-]> HR& seidener Posamen-
tirarbeit verziert.
1) Kommt sowohl in der Aassprache wie in der Schrift in sehr vielen, bei Dozy
ehlenden, Varianten vor, wie ^jfcjyw , j^.*», (j&.^_&,
\\jtSJh , (jö^ys»,
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Kleine Beitr\'age zur Lexikographie des Vulgararabischen.               283
Diese Bedeut. des Stammes »1^. „mit Seide(nstickerei) ver-
zieren" f. i. d. Wb. Denselben Sinn hat .^£uo in dem Aus-
druck jrs\\>o ^jUaa» a) (bei Bergg. s. v. étoffe mit „taffetas u,
fleur" übersetzt) und wabrscheinlich auch in den Beispielen bei
Dozy (s. v.), wo er es mit „soyeux (fin et doux au toucher
comme la soie)" übersetzen will. — jLiLbjó\'3) ist „Schnur,
Schnürcben" (cordonnet), zum Unterschied von dem ebenso oft
zur Verzierung verwendeten lair& (j&Ja&yJi), Band, Tresse, Ga-
lon \'). Über zwei andere Arten von Schnüren s. oben 3L»jyj.
yAsxx müfieffar, mit Stickereien in weisser oder bunter Wolle
auf weissem êdê (Musselin, Muil) verziert, wie z. B. an Fenstergar-
dinen. Ist die Wolle bunt, so heisst solche Arbeit mujeffar aêlama.
Bei Dozy (nach Muh.) wird \'sx.jo mit „écheveau de coton",
bei Bel. mit „fils de coton minces" wiedergegeben. — Das
Fremdwort aêlama ist vielleicht mit dem turk. xJLwl „geimpft,
gepfropft" zusammenzustellen.
\\J>Jo ia/, Stickerei mit vergoldetem Silberflitter u. dgl. auf
Seide oder auf ^tjuu», JJLcfc (s. unten).
Zu dieser i. d. Wb. f. Bedeut. vgl. iJjLk, plaque de fer (bei
Bel.) und (JLk*, bariolé (bei Dozy).
JdL& éurl \'asab oder auch halb turk. ^-jjf \',& ê. al-
iiin,
Goldstickerei auf Kleidern und Stoffen. — F. i. d. Wb.
xiJoAst asto/a, mit farbiger Seide, Silber und Gold gestickt
(von Stoffen gesagt), zum Unterschied von ^J^aaXw| JoLw , ganz
mit Gold gestickt.
Dieses Wort, das in Dam. nunmehr selten geworden ist,
1)   ^jU3S> .chincsisch", ist cine Art Seide (vgl. Dozy s. v.)
2)  Über Ableitung und Ausspracbe von XiLLuS (in Dam. immer SjLLaS) s. Fl.
I, 87, V, 82, und vgl. Mikl. I, 86, Nachtr. II, 140; Meyer 117. — Zu JaJ^fc
vgl. Dozy s. v.; Zenk. s. vv. »Jaj-*i arab." und »o*Jj*« türk.«; Mikl. Il, 166,
Nachtr. II, 42.
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Herman A 1 m k v i s t.
284
bedeutet sonst nach Nof. 150 und Dozy (nach Boet.), bei Bei-
den ohne Vokale, „lustrine", nach Krem. Beitr. I, 89 „jü^tuol
(aus dem ital. stoffa), eine Art Seidenzeug", wogegen Cad. \' 102
„xiJa-w! estonfah, de la brocatelle", und Mal. 139 ,/aJ, bro-
catel, oy». \'*u\\, silk brocatel", mit meiner Erklarung naher über-
einstimmen.
%3üS Jcitfe, Stickerei in Seide oder Gold auf den Scbultern
oder um den Hals eines Mantels (oder eines anderen Kleidungs-
stückes).
Dieses Wort, dessen eigentliche Bedeut. natürlich „Schul-
terstück" ist, findet sich sonst nur in der Boctbor\'schen Über-
setzung von jambon &s\\Jl»»* *_;iAiv &aXÏ (bei Dozy s. v.). Zu der
oben gegebenen Bedeut. vgl. -AaS\' JL& (bei Dozy nach Boet.)
„cbale a palmes des deux cötés avec bordures (AjS) et des
coins ( M^jL&JL &*-&)", wo &xf ein N. rel. von SJüS im
obigen Sinn ist.
xjwei éerbe PI. êerbdt, jede Verzierung (in der Nabarbeit,
der Weberei oder sonst), die einer „Scherbe zum Trinken" (d.
h. einem Krug mit langem, engem Hals) mehr oder weniger
ahnlich sieht, wie z. B. a) die Stickereien auf dem Bücken
einer mildje oder auf der Brust eines ddmir für Frauen; b) die
gewöhnlichen Perlmutterverzierungen auf dem Kleiderkasten
{sanduk), die wir doch eher schneckenförmig nennen würden.
Die bei Dozy gegebene Bedeut. dieses Wortes, „Ie dessin sur
Ie dos d\'une abdje" (nach Muh.) und „^LöJU JLyci, coins
d\'un chale, fleurs dans les coins" (nach Boet.), ist einerseits zu
eng und andrerseits zu allgemein und unbestimmt.
JüljyÊ zarabdne(!), 1) Stickerei mit gelber Seide auf weissem
Baumwollenzeug; 2) ein Stück weisses, auf diese Weise verziertes,
Baumwollenzeug (zu einem izdr, einer leffe u. dgl.); ,«dU*(*)
und ^«.Uuo (\'.&) sind gut, -jJLa» aber schlecht, weil die Farbe
in der Wasche ausgeht.
Die richtige Form dieses i. d. Wb. f. Wortes ist sehr unsi-
1) Plur. von XJyi, coin; a. Dozy s. v. und vgl. wciter das im Texte folg. Wort &uw.
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Kleine Beitr\'age zur Lexikographie des Vulgararabischen.
285
cher, da es an einer anderen Stelle in meinen Aufzeichnungen
als \'arabdnl (? jLif) auftritt. Hangt es mit jbj* „Wagen"
oder mit jüLi (s. unten) „Einschlag, rempli" zusammen?
Li\' tdg, PI. »-Laj\', (eigentlich „Krone", dann aber auch)
dreieckige Verzierung auf dem Kopfstücke einer mildje.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb. — Eine mildje hat ein bis drei
tijdg; vgl. aucb die zwei folg. Wörter.
*jLï \'alam, breite, mit Gold- oder Messingdraht gestickte
Borte am unteren Bande einer mildje.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb.
_Lu« sijdh (Sing. ^JLl nacb Muh.), lange, scbmale Streifen
von Gold- oder Messingdraht, welche in der Langenrichtung
des Kleidungsstückes (einer mildje u. ahnl.) gehen.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb. Nur bei Muh. und Bel. findet
sich für ajiXu (PI. &• &" un(i _Lx*«!) eine ahnliche Bedeut.
,,-tkiXéJI »L«jCJf", „vêtement rayé", angegeben. Zu der Plu-
ralform _Lu« für —Lu»! vgl. die erste Note auf Seite 279.
üsaiu bö\'tfe, turk. \\^t}j , pers. kssjij, 1) ein Tucb, ein
Stück Leinwand, eine Serviette (od. dgl.), um etwas darein zu
legen; 2) in eine Serviette eingelegte Sachen (Wasche u. dgl.),
Bundel, Paket (vgl. Dozy s. v.; Mikl. I, 29 und Meyer 40);
3) Bosette oder ahnlicher, runder Zierat in der Mitte eines
Tuches, eines gestickten Turbans (bö\'g\'et leffe), einer Strobmatte
(b. hastra) u. s. w.
Aus der letzten i. d. Wb. f. Bedeut. ergiebt sich wohl auch
die Antwort auf die Frage bei Dozy (s. v.), „en quel sens"
das Wort jUJü in der Erklarung bei Muh. (pjb<\\j^ kssJuif.
XjüÊaJI LójI) zu verstenen ist, namlich.als das, was auf der
Oberflacbe einer Sache gegen die Umgebung absticht, wie der
gestickte Zierat in der Mitte auf dem Grunde eines Stoffes,
ein Fleck (iüüü oder in der vulgaren Sprache xssJb) oder ir-
gend ein auf der oberen Seite eines Tuchs angebrachtes Merk-
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Herman A 1 ra k v i s t.
286
zeichen. Damit stimmt nun auch die nur etwas zu enge Er-
klarung von juüü (resp. &ö.£j) als „astérisque", welche Dozy
in den „Additions" zum ersten Teil (S. 860, 6), sich auf einen
Ausdruck bei Muh. (s. v. jjep stützend, etwas zweifelhaft giebt.
iit>««j brode (franz. brode), gestickte Sachen, Broderieen, Spit-
zen , aus Europa importirt; z. B. sO.jj JuU*iö, machst du Ge-
schafte in Broderieen? — F. i. d. Wb.
y*\\S) réhdmo (ital. ricamo), weisse, europaische Maschinen-
stickereien, gewöhnlich einfacher und billiger als die meistens
einheimischen, mit der Hand verfertigten tatyrïmdt (s. oben *!»).
— F. i. d. Wb.
ïSXXi tentana (turk. tentela, dentela, aus franz. denteUe) aus
Europa importirte Spitzen.
Die Form XjüOj f. i. d. Wb. — Nof. 150 hat JÜLULSO und
Sal. 21 idu.xjó tantèla.
Jjiifetl, Fransen, von den lose herabhangenden, zu je drei
(oder mehreren) zusammengeflocbtenen Endiaden (tïrdf) eines
Gewebes gemacbt.
Zu dieser i. d. Wb. f. Bedeut. vgl. JyCi frange, bei Dozy
und Beauss.
xJIa seC- tafymle \'), (eigentlicb „das Fransenmacben", gewöhn-
lich aber) Fransen mit kleinen Troddeln an den Enden.
Dieses i. d. Wb. f.\'Wort zeigt, dass der Stamm JJi&., ne-
ben den bei Dozy und (ziemlich verschieden) bei Beauss. gege-
benen Bedd., auch denselben hat wie J^aJ bei Bel.: „mettre
des franges a". Ausser dieser Bedeut. der Formen EI2) und IV
1)  Oft auch tahmile ausgesprochen, wie schr hiiufig muf mal für muhmal (schrift ar.
o >
J« ^U), Sammt.
„                                                                                        »
2)  Nar Beauss. hat ein Wort \'iX^ g? als Nom. act. von J.*£* mit der Bedeut.
von «soulever (an adversaire) de terre et Ie renverser», wo jedoch ,}«*->■ nar eine
verstürktc Aussprache von J«»t> zu sein scheint.
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Kleine lieitriige zur Lexikographie des Vulgiirarabischen.               287
iet unter der Wurzel J^S. bei Dozy aucb das Wort XJL*S. (nach
meiner Aufzeichnung der jetzigen Aussprache) oder *lt^ (nach
Muh.) in demselben Sinn wie SÜl a, d. h. Strich, Haare (eines
Zeuges)\') nacbzutragen.
i^su se§a [Syr.], Fransen; — (Jjüsu* sigalp [Ag.], grosse
Quasten von Posamentirarbeit an Gardinen.
Das turk. Wort (JjLö-to, Franse, hat schon Wetz. (Z D M Gr.
XX, 130) in der Form ^sJo, PI. (Jjlsuot, als Fremdwort ver-
zeichnet; vgl. Mikl. Nachtr. II, 21.
iu.l ója (tiirk. ju«I, Saum, ourlet), 1) kleine, aus seidenen
Faden gehakelte Fransen am mendil (dem gewöbnlichen Ge-
sicbtsschleier); 2) kleine, bun te, meistens viereckige Seidenlap-
pen, woraus Sb.l J.X<£, d. b. kleine, bunte, blumenahnliche
Kosetten oder Schleifen für Brust oder Haar gemacht werden.
Das Wort Jbjt f. i. d. Wb. — JjjCfc êuMl\') bedeutet „Bra-
men", als Scbmuck im Haare oder am Kleide getragen, ent-
weder frenfjï, künstliche Blumen, oder caraiï (ahdar) natür-
liche Blumen; JjCi (j\'jX, Blumenranke (als Schmuck). Zu
1)  Besonders, wenn diese Haare lang sind , wie auf Saramt, (orieDtalischen) Teppi-
chen, u. dgl. — Bel. übersetzt sowobl \'i.\\ S> als \'i\\*ó> mit «vêtement a franges»,
und J**:> mit «franges d\'un tapis», was mir aucb. desswegen sehr zweifelbaft vor-
kommt, weil er das bekannte Wort J^*_^3 nnr mit «tissu velouté il franges»
wiedergiebt, obgleieh dieses Wort in Syrien ganz einfach «velours» (vgl. Cuche
und Hartm.) bedeutet. In Bel. Franc wird auch «velours» mit >\'\'<"* und V ^
o ..                   «. —
und bei Lane, Wort. und Abcar. J>*i» (Abcar. J»*>) mit »nap of a carpet orcloth»
übersetzt.
2)  Ein entsprecbender Sing. saki. siil, in demselben Sinn ist mir nicht vorgekom-
men; vgl. jedoeh bei Muh. tA*-!}5 j*=»-\'s »a^\' O^* °^ ^•\' ó&&^3
S >                                                                                            ï                         3 )
«LwJÜI JU JSjÖJ LaJU 4M3JU üwo X*fcJ _jl ^.J^J ^ iS^*" ii>S J^-^^1
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Herman Almkvist.
dieser i. d. Wb. f. Bedeut. vgl. ausser den beiden in der Note
(nacb Muh.) angeführten Bedd. von JjC«& auch: JX&3\', se pa-
rer de fleurs, £JLjC&3 , bouquet de fleurs de différentes couleurs,
bei Bel. und Dozy (nacb Muh.), und xJjCci êakle (im Ab-
scbnitte „Kleider").
jüwjj berma\'a, eine am Eande eines Kleidungsstückes (z. B.
an der unteren Kante auf den Armeln eines ddmif) zur Ver-
zierung wellenförmig angebrachte Schnur.
Dieses i. d. Wb. f. W. ist vielleicht ein sowohl auf arab.
l»o als türk. (3*%«j zurückzuführendes Zwitterwort; vgl. Fl.
I, 12: „en général la racine arabe ^ et ce verbe turc se sont
entre-mêlés dans 1\'arabe vulgaire".
jCwjüt uLo ?off el-zashar („Soldatenreihe"), eine Art Verzie-
rung mit Scbnürchen (ganses), gewöhnlicb mit dem Stoffe des
betreffenden Kleidungsstückes überzogen (jjUJüLj iw*aJI* JoUi)»
in der Form von »#*>*»**>»»»»• od. dgl.
Die Arbeit daran heisst \'atf (catf!) und die fertige Arbeit
saff eU\'ashar mdttif (ma\'tiïf!). — Ob hier der Stamm .nf/iS oder
uÜa* vorliegt, kann ich jetzt nicht mehr entscheiden. In mei-
nen Aufzeichnungen steht an einer Stelle \'atf (ma\'tuf), an
einer anderen dagegen zatf (mactuf)*). Ist es i gf, so hat
dieser Stamm hier einen seiner gewöhnlichen intrans. Bedeut.
„marcher d\'un pas serre" entsprechenden, i. d. Wb. f. transit.
Sinn, „serrer (les rangs)", wahrend ■ «In* hier wohl nicht,
wie in der grammat. Kunstsprache, „joindre", sondern eher
„plier, tourner" (vgl. ., 4kfl , coüde, angle) bedeuten würde.
5U-. zemme, 1) Nom. act. (eig. N. vicis) von 1- in der Bedeut.
falteln, krausziehen, froncer", zum Unterschied von ^& (oder
\\j£jS), „falten, plisser"; 2) ein besonderer Streifen Zeug, ge-
1) Diese Verschiedenheit darf nicht so sehr Wunder erregen, da an manchcn Or-
ten Syrien\'s das e bekanntlicli oft bo schwach artikulirt wird, dass eine Verweck -
selung zwischen \'Ain und Hemza leicht möglich ist.
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Kleine BeitrSge zur Lexikographie des Valgararabischen.
289
faltelt und auf dem Kleide zur Verzierung angeniiht; 3) Zug-
schnur, cordon de coulisse, immer schmal und rund, zum Un-
terschied von der gewöhnlichen XSli (dikket libds, dikket êirwdl
u. s. w.), die aus einem breiten Band oder am haufigsten aus
einem mehrere Centimeter breiten, an beiden Enden mit bunter
Stickerei verzierten Streifen von dünnem, weissem Zeug (éaê u.
dgl.) besteht, z. B. XïL> S& , Zugschnur im Halsstücke eines
Hemdes, \\j*-*JS 5Uv, Zugschnur eines Beutels (Ag. ijmaS\' \\ j_jo
mezarr kis; vgl. Dozy s. v. »ye).
Das Wort &ev f. i. d. Wb. — Die oben angegebene Bedeut. yon
Iv, „fiilteln", an welche sich die Bedd. 1) und 2) von SLo- zu-
nachst anschliessen, findet sich nur angedeutet bei Muh., des-
sen Erklarung: <X»,a ^| ^yü! iolIiaJI 1\\ &_xil*J! JyJ \') kaXj
^JjudAi u^Iüaj ^J!a zziol/A Dozy etwas ungenau mit „ré-
trécir (un habit)" wiedergiebt, da es sich hier eigentlich nur
um eine besondere Art und Weise der Verengung handeltJ).
Zu der Bedeut. 3) von &e- vgl. &eLo-. zcmdme (Dozy schreibt
nach Boet., vielleicht richtiger, JUÜÖO, die Zugschnur, womit
die beiden Beine der Damenunterhose (igrên eê-éintijan) unter
den Knieën zugezogen werden; anders bei Dozy nach Muh. —
Zu dem allgemein bekannten Worte ïfö bemerke ich nur, dass
die gewöhnliche dikke (der Beinkleider) immer in einem be-
sonders dazu hergestellten Schnürzug (jtf"i> vsaaj, coulisse, in
Ag. auch JufU èdkye 3) genannt) lauft, was in der langen Be-
1)  D. h. |.: = iXw, zusammenziehen.
2)  Vgl. die Fortsetzung bei Muh. ujjJÜI ..:_> Lt-f L» {& (gJO *-y&& «u
(bei Dozy richtig: contracter les lèvres), wo aus dem Zusatz i-j^JÜI *;—> l—*-J
dentlich erhellt, dass der Sinn in beiden Fiillen ganz derselbe ist.
8) Dieses Wort findet sich bei Krem. Beitr. I, 22 mit der Bedeut. .Bogenge-
wölbe» und II, 62 unter dem synon. O&aJ mit dem, dem oben gegebenen sehr
nahestehenden, Sinn .Hosenband". Nach der Bemerkung Kremer\'s an letzterer Stelle
und Anhang 74 ist iy.1 L in der ersteren Bedeut. (nicht aber in der letzteren)
vielleicht nur eine Umstellung von KXjLj, ein auch in Dam. ganz gewöhnliches
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Herman Almkvist.
schreibung bei Dozy, Vêt. 95 ff. *) nicht erwahnt ist. Hingegen
wird die *j»s* $Sè, die zum Einstecken der Zipfel des izdr
(weisser Überwurf für Frauen) dient, natürlich ohne einen
Schnürzug einfach um den Leib gebunden, und heisst dess we-
gen ebenso oft \'amtet izdr (vgl. unten 2ua» «kt» im Abschnitte
„Kleider"). — Das Wort ïïb (turk. Uü, s. Mikl. I, 78) bedeu-
tet zuerst eigentlich nicht Kragen, collet (s. Dozy), sondern „Ie
tour du cou", oder wie Dozy (nach Boet.) richtig hinzufügt „la
partie du vêtement autour du cou"; daher auch die i. d. Wb.
f. Ausdrücke JUW. \'j oder ksvj\'Lj \'j von einem vorne tief aus-
geschnittenen Frauenkleid, und SLsJL& \'j oder S\\yJLo \'j, wenn
das Kleid ringsum rund ausgeschnitten ist, so dass der ganze
Hals mit den Schultern sichtbar wird. Ferner bedeutet SLïLa
auch den niedrigen, aufstehenden Kragen im Gegensatz zu dem
zurückgekrampten, JuJ>, welches letztere Wort in Beir. auch
„loser Hemdenkragen, faux-col" bedeutet. Hiernach Dozy zu
vervollstandigen.
*ycyo müzemzem, mit besonders gemachten Bauschen (bouil-
lons, pout\'s) verziert, z. B. x/iyxye ,*Uf, Puffarmel; Sxyojje 8».Jb\',
robe a bouillons.
Die Bedeut. dieses i. d. Wb. f. Wortes schliesst sich der
oben erwahnten von 1\\ genau an, da jene Verzierungen eben
durch das Krausziehen (Zusammenziehen des Zeuges) herge-
stellt werden.
jjiuü neréé, 1) eine Art Krausziehen , froncement, die auf die
Weise geschieht, dass ein Faden zuerst mit weiten, wellen-
förmigen Stichen durch den Stoff gezogen und dann fest zu-
Wort; vgl. Dozy s. v., wo zu der Bedeut. .grand magasin» aueh .étable» nachzu-
tragen ist. Beide Formen finden sicb jedoch auch bei Landb. 47 mit dem Sinn «petite
étMe". &a51j in der Bedeut. .coulisse» findet eicb sonst nur bei Cad. * 99.
1) In seinem Lex. findet sich »Sk> nicht, sondern nur X£ï mit Verweisung auf
Vdt. 9B. Die Form mit J (wozu vgl. die Note 2 auf S. 279) ist jedoch nicht nur in
Ag., wie Dozy nieint, sondern auch in Dam. und, so viel ich weiss, in ganz Syrien
allgemein gebrauchlich.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie de» Vulgararabischen.
291
gezogen wird; z. B. am unteren Rande eines Frauenrockes,
eines Sofaüberzuges u. dgl.; 2) ein besonderes Stück des Stof-
fes, auf jene Weise krausgezogen und zur Verziecung angenaht.
- F. i. d. Wb.
^SiLo ^JS Jcawï mld\'it, Falten an Wascbe, mit einer lan-
gen, scbrnalen, beissen Zange gemacht, „Tollfalten". — F. i.
d. Wb.
•JuXj&S Jceêkeê, Falten unten an Frauenröcken, in derLüngen-
richtung des Rockes angebracbt, Plisséstreifen, in Ag. auch
jtuiwJb Uwé genannt.
Die wenig zutreffende Erkliirung bei Muh. Jelsaj Le ijijCiJG!
\') nJ UjOvJ\' iajIwCiJI ^j.^0 a^^xj^ V>*-" i*^* nat scnon Fl. V,
77 mit Hinweisung auf Bel. „jjüXaJCc. ^JiJL&S, bordure plissée,
plissure, draperie", teilweise bericbtigt. Die WW. \'&JS und
\'j&Jvo sind jedoch nicbt synonym; Huart 78 hat richtiger:
„(jijCAJCe [von David 198 verbessert in yijCiJCo] , plissé, froncé,
en terme de couture". — Das Wort JLwudb f. i. d. Wb. — Das
allgemeine Wort für „falten" (plisser) ist JJ3 tenna, eine
Bedeut. die i. d. Wb. fehlt. Dozy giebt (nac
:h B
oet.) nur die
erste Form aj in diesem Sinn, aber in Dam. bedeutet der
Grundstamm jl3 nur plier, ployer, nicbt plisser (en terme de
couture). Die Falte beisst juaj tanije, PI. .-31*3 tanen*).
ioLi rabdne, PI. (^vSLxt, 1) eine Nabt an den Seiten oder
sonstwo an der Taille eines Frauenkleides, wodurch sicb jene
dem Körper besser ansebmiegt; 2) = JLui rabne, Einschlag,
rempli (Falte in der Querrichtung des Rockes, um das Kleid
spiiter langer macben zu können).
Für &jLx f. diese Bedd. i. d. Wb., und für SLuc findet
sicb der obige Sinn nur bei Bel. (und nacb ibm bei Wahrm.);
1)  Bei Dozy etwas zu kurz mit «galon" wiedergegeben.
2)  Bei Dozy findet sich ein &jw& (ohne Vokalisation und Pluralform), pli, und
ein Xaaj\', l\'l. LjLjLj, mit ganz anderen Bedentungen. Sal. 16 hat: «les plis 0LJ1SI
el-taïate, el-taniate*.
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Herman Almkvist.
292
vgl. bei Dozy ,j»*£ remplier (und, wie auch bei Nof. 149)
ourler.
tfijjjf kurnêê, kornêé, 1) [Ag.] in der Zimmerei und Tisch-
lerei: a) Leiste, Einfassung an der Wand ringsum den Fen-
sterrahmen ((JjJLa. hal\') in europ. Hausern; b) Rahmeu, im
allgemeinen, =: .(.j (vgl. weiter unten \\l Jb); c) die obere,
hervorstehende Leiste auf einem Schrank, die eigentlich rqfraf
beisst\'); 2) [Syr.] eine Art Verzierung an feineren Damenklei-
dern aus einem langen, breiten, krausgezogenen oder quer ge-
falteten Streifen bestehend, der ringsum mit Spitzen garnirt ist.
Dieses Fremdwort (franz. corniche) findet sich nur Sal. 16
(obne Transskription) als Übersetzung (neben „xoJLS\' kolfa")
von „garniture", und Sal. 23 (mit der Transskription „kor-
nèche") als Übersetzung von (dem architekton. Term.) „filets".
ljaJL»aJLc mü\'as\'as, in kleine Zackchen (languettes) auslaufend,
„languettirt"; von Stickereien und anderen Verzierungen ge-
sagt. — ÏjaJLnaS \'as ma oder \'asiïsa, PI. \'as\'dis oder \'asdis, 1)
kleines, zu einem bestimmten Zweck abgescbnittenes Stück,
meistens von neuem Zeug; 2) Verzierung mit ausgeschnitte-
nen Zackchen unten an Kleidern, wie z. B. in der Form von
| j | i I ! am unteren Rand eines bdnto.
Diese Bedd. f. i. d. Wb. — ï^oJLoJi (zu der Form vgl. Landb.
127) in der Bedeut. ad 1) unterscheidet sich einèrseits sowohl
von Xi\'jA., Lappen, Fetzen, Überrest J) (meistens von altem
1) Das Wort O-*» °&eT V_J\'jSj [Ag., Syr.] bedeutet ausserdem: 1) das über die
Strasse hervorragende Dachgesims an orientalischen Holzhausern; 2) Schirmdach
über einem Laden; 3) Karnies am oberen Rand der Zimmerwand zwischen und unter
den Enden der Dachbalken (éubu/e, PI. -dt); 4) Hutkr&mpe; 5) Mützenschirm, was
auch iemsije heisst, and schliesslich nach Wort. Mulh. 696 »ó\'j»j splash-board ([of a]
carriage)*. Diese Bedd. der WW. V_jj, (*-*\'ï^) > Lf**" UDd **»* *" f\' \'• *•
Wb. Zu dem Wort vJUÜ (turk. vju:£-, OV^?) Tg1- F1- nl> 3 nnd Mikl. 1,48,
Nachtr. II, 98.
y
2) Das Wort \'£&J2», das in diesem Siuu i. d. Wb. f., ist eine moderne Aussprache
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Kleine BeitrSge zar T.exikoijraphie des Vulgararabischen                293
Zeug) und &fcjgy& (ag. \'tJoyjoyi,, vgl. Landb. 127 und 133),
Lumpen, schmutziger, zerrissener Fetzen, Wisch, als auch an-
derseits von dem allgemeinen Worte iLi«a-& êa\'fe (ag. x.k.a-
h,et£a, schriftar. SjSaS), Stück von Brod, Fleisch, Glas, Holz,
Zeug u. s. w. — Das i. d. Wb. f. Wort yüb, *XXj wird un-
ten im Abschnitte „Kleider" erklart.
_ «-». hartf, Besatz (zur Verzierung von Kleidern), Garni-
rung, Garnitur.
Die Erklarung dieses Wortes bei Muh. stimmt mit seiner
oben (S. 291) angeführten von ifiX&S fast wörtlich überein,
und wird aucb bei Dozy mit dem hier ebenso wenig zutreffen-
den Worte „galon" wiedergegeben. Ganz anders hingegen bei
Bel.: ,,~.j± pi. ^j5-=» tDei Muh. _a.], fourniture (boutons,
fil, cordonnet etc.)", und danach bei Wahrm. „Schneiderzuthat
(Knöpfe etc.)". Bergg. (s. v. garniture) hat: »f>&- pi- &»■* £*
garniture doublé de rubans au Mont Liban". Das Wort harg
bezeichnet jedoch jede Art von Kleidergarnirung, sei es
mit Spitzen, Stickereien, Falten, Fransen, Quasten, Posamen-
tirarbeit od. dgl., z. B. {JJi&J \'s», plissé, HsLLa JkAxi \'.&., ge-
hakelte Spitzen (auf Damenunterkleidern, vgl. oben ibyie).
Beide Bedeutungen, „garniture" und „fourniture" (auch diese
ist bei Dozy nachzutragen), erklaren sich leicht aus dem be-
kannten Sinn ,,(Extra-)K.osten". (Vgl. Mikl. I, 72, Nachtr. I,
45, II, 124, und hierher gehort denn wohl auch alban. „hardze,
Schnur, Band", Meyer 147).
y_Jli\' \'alib, PI. v_J|ȕ, Muster zum Zuschneiden (\'ass, oder
besser tafsü).
des schriftar. KS.;>, mit dem neuen PI. i^ji» (statt schriftar. ^jji»)- Kleine
Kinder sind gewöhnlich nur in \'ij-i- gekleidet, und jedes ihrer Kleidungsstücke
heisst &».:>. Vgl. Dozy s. v. Xsy>, wo die neue Form üsjyi» ans Schiap. Voca-
bulista nnd einem alten Gloss. arab. belegt wird. Zu der speciellen Bedeut. des
Wortes hirka in Ag. s. weiter unten das Wort iwJL» .
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Herman Almkvist.
294
Piese Bedd. der WW. ,_JLS und J& f. i. d. Wb. - Der
eigentliche Sinn des ersteren Wortes, der in den Wb. nicht
mit hinreichender Genauigkeit angegeben wird, ist: „Form in
konkretem Sinn", d. h. jedes Ding, das dazu gebraucht wird,
einem anderen Ding seine rechte Form zu geben; also z. B.
nicht nur „eine straffe Haube, womit die Weiber ihrem Tur-
ban seine rechte Form geben" (Fl. V, 43), sondern auch die
hölzerne Form, auf welche die Manner ihren \\arbus oder ihren
Turban des Nachts setzen, damit derselbe seine Form beibe-
halte, oder die kupferne Form, worauf die kawwain (etwa „Fez-
bügler" *) in den Strassen den alten, formlosen Fez setzen, um
ihm mit einem Bügeleisen („un coup de fer") seine ursprüng-
liche Form wiederzugeben. So heisst auch das Innere („der Kern")
eine Kissens, einer Matratze, als das, wodurch beide ihre aus-
sere, sichtbare Form erhalten, \'dlib. In diesen, wie in anderen
Fallen bezeichnet \'s das von innen hinaus Formgebende, das
Ton dem zu Formenden Um- oder Eingeschlossene, und zwar,
glaube ich, ist dies der ursprüngliche Sinn des Wortes 2). Dann
1)  Eigentlich heisst derselbe ,jk»olJp eLS\' zum Unterschied von o^Ju B]*^)
Kleiderbügler. Diese Bedeut. des Wortes t-\\j£ (sonst nur „grand insulteur*) f. i. d. Wb.
2)  Nach Fl. (siehe Dozy s. t.) ist i_<JLï = wülS das griech. Ktt\\£irou<; [neagr.
xtt\\aT6Si(ov), pers. jJJLi\', i-*Jtf, wJU», vgl. FrSnk. 256; Mikl. I, 87, Nachtr.
II, 140; Baist 47], dessen auch für das arab. \'a beibehaltene Bedeut. «Leisten*
demnach die ursprüngliche sein würde. Der Zusammenhang mit ^^.JLï (Inneres,
Kern) ist jedoch wohl ein zu naher nnd unabweisbarer, als dass man ihn nur als
volksetymologische Anlehnung betrachten könnte. In HJ^SU \'S, iüLk*b \'S\' (s.
oben s£)t>) isl. _^JLs mit >_djs fast identisch; so giebt auch Dozy (o. v. i_JIS und
»L>-) oLoli> v_jj.JLs and oL»L> i_aJI^S als ganz gleichbedeutend: «les forme
qui recoivent Ie sucre 9uit". Meiner Meinnng nach gehort v_*Jl3 zur Wurzel i_^Jü»
und bedeutet als fd\'il ursprünglich «das das ^«JLs (das Innere, den Kern, wJlSI)
Bildende». Aber snater, als das griech. Lehnwort Ifdlab «Leisten» schon eingebürgert
war, sind allmahlich beide Wörter Jfdlib und Ifdlab zu einem Worte zusammenge-
schmolzen, und zwar so, dass die Form des seinem Sinne nach allgemeineren arab.
Wortes lfdlïb wohl auch bei dem Volke im speciellen Sinn des griech. Wortes (vgl.
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Kleine Beitrage zar Lexikographie des Vulgararabischen.
295
geht die Bedeutung zunachst auf das von aussen hinein Formge-
bende, das das zu Formeude Umschliessende, über, so in ojJa \'S,
was eigentlicb zuerst nicht „brique" bedeutet (so bei Dozy
nacb Boet.; Hartm. 282 „Nilziegel kdlib"), sondern die hölzerne
Form, der langliche, rechteckige Holzrahmen , womit der Lehm
(tm) zu „briques" (libn, ag. ^>yh) geformt wird. Derselbe
Sinn liegt aucb ursprünglich in den Ausdrücken {^a. \'S, «X*l \'S
(bei Dozy), ,jolo \'S (Beauss.) vor, welche dann durch einen
leiebt erklarlichen Übergang die Bedeutung von einem mit (und
nach) dem \'dlib geformten Stück Kase (Zucker, Seife) erbalten.
Schliesslich wird das Wort im allgemeinen von jedem Dinge ge-
brauebt, das einem anderen Form giebt; so z. B. beisst \'dlib ein
eisernes Werkzeug von (ungefahr) dieser Form                 ! V
womit die Pfeifenrohrmacber dem bölzernen Bohr seine rechte
Form geben. Hier ist der \'dlib noch „umschliessend", aber in
der oben gegebenen Bedeut. von „Muster" bleibt nur eine ideelle
Beziehung auf die Formgebung übrig. Vgl. scbliesslich ausser
allen bei Dozy vorkommenden Bedd. auch Krem. Beitr. II, 38
«v^JLs das Format eines Buches, JwoUCIt \'S Folio, uLaJÜl \'S
Quarto"; Beauss. „format; cintre en bois; 8-..J \'s ovale".
\'i^Mi\\ resme, 1) Muster (für Stickereien u. dgl.); 2) Zeichnung,
Muster, auf Stoffen, Tapeten u. dgl.
Dieses Wort findet sich nur bei Dozy mit den Bedd. „acte,
enregistrement; tonsure".
tXclj* \'dHd, Musterlappen; wird auch jLk.«fl* mostra, mastara
(aus ital. mostra) genannt. Das letztere Wort hat auch die spe-
cielle Bedeut. von „Probebuch" (eine zu einem Buch zusam-
mengestellte Sammlung von Musterlappen aller vorhandenen
Sorten).
Zu dieser i. d. Wb. f. Bedeut. des Wortes JceLi\' vgl. StXcli\'
exemple, règle, modèle. Mostra (PI. masd(ir), auch ïJomjjo ge-
auch franz. forme = Leisten) gebraucht wurde, wahrend dagegen den meisten Ge-
lehrten die fremde Forme hdldb als die für alle Bedentangen richtigere and ur-
sprünglichere galt (vgl. Lane, s. v.).
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296                                      Herman Almkrist.
schrieben, wird von Dozy mit dem echtarab. UlSaJLe, jauge,
équerre, identifizirt (vgl. EL II, 44 und Mikl. II, 129). In Alg.
heisst das Wort nach Beauss. und Delap. 102 g. ta & * ***-
ch(e)thra, in Tun. nach Ben Sed. (Suppl. 904) sLx*ijo mech-
terdt".
s^jJü* ta\'wira, bogenförmiger Ausschnitt an einem Klei-
dungsstück, z. B. Jü\'U \'ï, um den Hals (s. oben S. 290), oder
A^f \'S, um die Armhöhle. Der erstgenannte Ausschnitt ist
entweder XjJLê \'\'S, hoher Ausschnitt, Rüöli \'ï > weiter A., oder
v.i> \'ï, tiefer A.
Das Wort Sojüi\' findet sich sonst nur bei Boet. s. v. échan-
crure. — Auch die folg. für denselben Begriff gegeben WW.
bei Bel. Franc,, (s. v. échancrure) *jJu\' (Heury yjJo) und
Beauss. „8;«j pi. «yf, tour de cou d\'une chemise, d\'un gilet",
sind bei Dozy nachzutragen. — v«4> dóz f. i. d. Wb.
^t itfr (vuig. für Jk».»), 1) Fuss; 2) Bein; 3) Bein eines
Beinkleides (éirwdl, libds, bantalón); vgl. das folg. Wort.
Die Bedd. 2) und 3) f. i. d. Wb.
otv zdf (mitunter sdf ausgesprochen), 1) Stoss (der breite
Streifen Futter von festem, etwas steifem Zeug am unteren,
inneren Bande eines Frauenrockes; 2) breiter Streifen von dem-
selben weissen Zeuge (édé, madam, od. dgl.) wie das Futter,
mit welchem die unteren Teile der beiden Beine (ifirêri) eines
éirwdl bis über die Wade (ba\\\\et elAgr) hinauf besetzt werden.
Manchmal macht man diesen zdf so, dass das Futter langer
als die Beine geschnitten, und um die untere Kante derselben
zur Aussenseite hinaufgebogen wird.
Diese i. d. Wb. f. Bedd. des Wortes oK gehen direct auf
die Bedeut. der Wurzel olv „trainer a terre ses ailes et sa
queue (pigeon)" zurück. — Auch der Ausdruck ■. ^M| s£«,
welcher neben Xkj in Dam. am gewöhnlichsten ist, f. i. d.
Wb. Nur Hartm. 273 hat ba#a allein, und Bel. * U - j&j
(j)L*J! in dieser Bedeut.
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Kleine Beitrfige zar Lexikographie des Vulgararabischen.
297
XJuJo table, l) = _ww sertf, einer der zwei dreieckigen oder
keilfbrmigen Zwickel am ïïosenkreuz, d. h. zwischen den itfrên
eines êirwdV oder bantalón (vgl. das folg. Wort); 2) = J—j>_L
\\abl, Wand, aus je zwei und zwei schmalen Brettern best,ehend,
mit ungebranntem Lehmziegel ilibne) dazwischen; 3) N. unit.
von JuL tabl, schmale Bretter, besonders derjenigen Sorte,
womit eine Tabl-Wand gemacht wird.
Diese Bedd. des Wortes XJLJb und JlaIj (span. tabla, turk.
xJUJa, vgl. Dozy s. t., Mikl. II, 171 und SULLfe im Abschn.
„Spiele" F. i. d. Wb. — Die sereen übersetzt Dozy (nach Muh.)
weniger ricbtig mit les fonds (statt 1\'enfourchure) d\'un pantalon.
Ju Ju* mendil, 1) im allgemeinen, ein kleines Tuch, an
verschiedenen Orten und Zeiten zu verschiedenen Zwecken ge-
braucht (vgl. Dozy Vêt. 414), jetzt aber in Syr. der gewöhn-
liche Gesichtsschleier\'), in Ag. Taschentuch (das in Syr. mahrame
heisst; vgl. Dozy s. v.; Mikl. II, 121, Nachtr. I, 79); 2) klei-
nes, rbombiscbes Stück am Hosenkreuze eines éirwdl; manch-
mal, aber nicbt immer, werden tabldt (oder sergên, s. oben) an
beiden Seiten des mendil eingesetzt.
Die Bedeut. 2) f. i. d. Wb. Zur Ableitung des Wortes, zu-
nachst aus ngr. (lavrl^t „Taschentuch", vgl. Meyer 258.
$jc\\i\\X& éendarma, 1) Gendarm; 2) eine gewisse, nicht weite,
gegen die Handwurzel sich verengende und mit Aufschlag (&dLa
\'albe) versehene Form von Armeln; in dieser Bedeut. gewöhn-
lich êederma ausgesprochen.
Nur Nof. 273 hat ein Wort „jLosJO»., gendarmerie"; auch
jene Bedeut. des Wortes SLjLs f. i. d. Wb.
U£Lj bólka, 1) [Syr.] = k^«j bórka, \'«j jLai\' \'asset bórka,
„Polkaschnitt" (an Armeln); \'*j pU*" „Polkaarmel"; 2) [Ag.]
1) Wird auf den Scheitel gelegt, und fallt über das Gesicht bis nuf die Brust. Der
Rand ist aber nirgends sichtbar, da derselbe von dem grossen ïzdr (oder der mildje)
überall bedeckt ist. Von einer Frau auf der Strasse sieht man ja misser den Schu-
ilen (huff med inèitji, lastth od. dgl.) in der Regel uur jene zwei Dinge: den izdr
(oder die mildje) und den mendil.
VlIIe Congres international des Orientalistes. — Section sémitique. 20
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Horman Almkvist.
298
kleine, lose hangende Jacke für Frauen, ungefahr dasselbe, was
in Syr. bdntó (s. unten im Abschnitte „Kleider") heisst. — F.
i. d. Wb.
v_JULo ma\'lab, PI. v_JUw, Umscblag des Oberzeugs auf der
inneren Seite eines Kleidungsstückes, z. B. an den Armeln, an
den bendi\' eines \'umbdz (s. unten SjuJb); vgl. das folg. Wort.
Findet sich nur bei Dozy (nach Boet.) mit der Bedeut. „bat-
terie, pièce d\'un fusil sur laquelle frappe Ie chien".
JJb bukodz, bilwdz, PI. oMJb und yj.iU, 1) Eahmen,
Einfassung; 2) derjenige Teil des Oberzeuges, (an einem \'um-
bdz
u. dgl.), der urn die Kante gebogen und woran das Fut-
ter angenaht ist. Diesen „Eahmen", der auch ma\'lab (s. das
Torhergeh. Wort) heisst, macht man oft sehr breit, damit es
den Sehein habe, als ob das Futter von demselben Stoff ware
wie das Oberzeug.
Die Form \\t«Jb (vom pers. J.jj, vgl. Dozy s. v., Fl. IV,
36 und Mikl. II, 142, Nachtr. II,\' 13) und die Bedeut. 2) f.
i. d. Wb. Wahrm. hat das Zeitwort „\\Jb (ein Bild) umrah-
men". Eine andere Umbildung desselben Wortes ist „v.vi ver-
bramen, -Lji Rand, Einfassung", bei Krem. (Beitr. II, 28, Not.
20), welcher doch die Identitat des letzteren Wortes mit \\|.o
(Beitr. I, 18) nicht bemerkt zu haben scheint.
ij^iè def, kleines Stück Futter an den Achselteilen einer
Qubba oder anderer, nur teilweise gefütterter Kleidungsstücke. —
F. i. d. Wb.
2Ua*£ha bij e, 1) der untere, spitz auslaufende Teil der inneren
Brusttasche eines ddmir, wenn namlich jener Teil mit einem be-
sonderen, dreieckigen Stück Seide verziert ist; 2) der Rücken
eines Einbandes, wenn derselbe, wie in Europa, mit einem
anderen Stoffe als das Übrige überzogen und nicht, wie im
Oriënt, das Ganze in Leder gebunden ist. — F. i. d. Wb.
jJL*». Jjijdlet 06e („Schattenbild der Tasche"), ein Streifen
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgïrarabischen.               299
vom Oberzeuge, etwas langer als die Taschenöffnung und cirka
5 cm. breit, welcher in die Seitentascbe eines \'umbdz gerade
der öffnung gegenüber eingesetzt wird, damit das Futter durcb
dieselbe nicht sicbtbar sei (vgl. unten JüLyb).
Diese Bedeut. des Wortes hijdle (schriftar. ftJUJQ f. i. d.
Wb. — Zu uj* vgl. Mikl. I, 53, Nacb.tr. I, 32," II, 108.
JajLi». hawdif, die untersten Seitenstücke eines ddmir, die
an die Armelzwickel (haêdtek vgl. das folg. W.) angenaht sind.
Der Sing. dieses i. d. Wb. f. Worte3, den ich nicbt verzeich-
net habe, beisst natürlicb entweder .bjl». oder eber X^SL*..
\\£x&a. haêtak, PI. viJLsLwA., Acbselzwickel, gousset. Unter
jeder Armböble sitzt entweder je e in haêtak, und derselbe
ist dann immer klein und dreieckig, wie z. B. an einem
\'amis, oder es giebt, wie z. B. an einem \'umbdz, an jeder Arm-
höble je zwei etwas grössere, dreieckige haêdtek, oder scbliess-
licb aucb, wie an einem ddmir, je zwei, ziemlicb grosse, tra-
pezförmige haêdtek, an welcbe beiden eine hdita (s. das
vorbergeb. Wort) angenaht ist.
Die Wbb. geben nur die erste Erklarung; vgl. z. B. Muli.
s. v. (jjjük.^ (die gewöbnlicbe Schreibform für das pers. ijJlxAifc),
bei Vuil. bingegen beisst es: „segmentum panni quadratum".
— Die vier haêdtek eines \'umbdz für Marnier baben die Form
eines gleicbscbenkligen, recbtwinkligen Dreiecks, und im ferti-
gen Kleide sind je zwei dieser Dreiecke mit ibren Hypotenusen
zusammengenabt, und zwar so, dass die unteren Winkelspitzen
mit den oberen Spitzen der bendi\' (Seitenstücke) zusammenban-
gen, wabrend die eine Katbete in beiden Dreiecken an einen
und denselben Armel (kumme \'), und die andere Katbete im
vorderen haétak an eine mradde (Vorderstück) und im binte-
ren an den dahr (Rückenteil) angenaht ist (vgl. die zwei folg.
WW.). Wenn der \'umbdz angezogen ist und gut sitzt, kommt
der Mittelpunkt der gemeinsamen Hypotenusenlinie der Ach-
selhöhle gerade gegenüber, und die obere Ealfte dieser Linie
1) Das N. unit. JU/ f- i- d- Wb.
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Herman Almkvist.
300
lauft mit der unteren Mittellinie des Armels zusammen, wah-
rend die untere Halfte in die senkrechte Verbindungsnaht der
beiden bendi\' übergeht, welche die Seitenlinie des Kleidungs-
stückes bildet.
tiyjc mQiJradd oder sè^je mfejradde, PI. üi»I($j-« , Vorderteil eines
Kleidungsstückes, Vorderstück, z. B. an einem ddmir, einem ml-
tdn
(s. weiter unten), einem \'umbdz u. A.
Diese Bedeut. des Wortes SJó (S3Ci) f. i- d. Wb. (vgl. auch
linten das Wort 8<5\\)- — Am Manner-\'Umbaz bezeichnet mradde
eines der beiden langen, geraden Vorderstücke, welche über
den Achseln mit dem ebenfalls ganz geradgeschnittenen Rücken-
stücke {dahr) zusammenhangen und mit diesem ein einziges,
völlig nahtloses Stück bilden. An jede mradde sind, ausser dem
niedrigen, aufstehenden Kragen (Xi\'b) folgende Teile angenaht:
nach der einen Seite, der Mittellinie, zu, einruhub, undnach der
anderen Seite bin ein Armel (kummé), ein Acbselzwickel (haêtak)
und eine benta (vgl. das vorhergeh. und die zwei folg. WW.).
xiüJü bfëjni\'a, PI. <j3ljb, einer der vier langen, an der
einen Seite gerade, an der anderen schrag geschnittenen, oben
spitz auslaufenden und unten etwa 20 cm. breiten \') Teile eines
\'umbdz für Manner. Von diesen bfejndi\' sind je zwei mit ihren
geraden Seiten an einander und mit ihren schragen, die eine
benta an eine mradde, die andere an den dahr angenaht, und bil-
den somit die Seitenstücke des Kleides. Die Spitzen der beiden
Benai\'-Paare sind an die unteren Ecken der beiden Haéatek-
Paare angenaht, und in der senkrecht herabgehenden Verbin-
dungsnaht der bendi\' wird die Taschenöffnung (§êbe~) ebenfalls
senkrecht angebracht (vgl. oben &aaa. xJLa».). Diese Naht geht
auch nicht bis ans Ende der bendi\', sondern unten wird ein
etwa 30 cm. langer Schlitz (£&jüü fe\'éêe, PI. yi.3Ui) ge-
lassen.
Diese Bedeut. des Wortes iüuju (Frank. 54) f. i. d. Wb.
1) S. die Note auf der S. 301.
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Kleine Beitrage zur Lexikogruphie des Vulgiirarnbisehen
301
Sonst bedeutet das Wort nicht „Brustöffnung des Hemdes"
(Wahrm.), „raie d\'une chemise" (Dozy), auch nicht „Achsel-
zwickel" (Kazim.), sondern „pièce triangulaire insérée a la che-
mise pour 1\'élargir" (Bel.), wo man jedoch hinzufiigen muss,
dass dieses Stück vorne an der Brust und mit einer Spitze nach
unten eingesetzt wird, und ferner (nach Gloss. Geogr. IV, 194)
einen „Hals und Schultern bedeckenden Mantelkragen". — Zu
der obigen Erklarung des Wortes £A*ü» vgl. Dozy (nach Muh.)
„taillade dans Ie pan d\'un habit de la longueur d\'un empan,
faite pour Ie rendre plus ample".
<^»Ss ruMb, PI. ,_*3l^, einer der beiden langen, an der
einen Seite gerade, an der anderen schrag geschnittenen, am
oberen Eande (am Kragen) etwa 2 cm. und am unteren etwa
45 cm. breiten !) Vorderteile eines \'umbdz, welche mit ihren
geraden Seiten an die mradddt angenaht sind, und mit den
schragen die Vorderöffnung des Kleides bilden (vgl. die vor-
hergeh. WW.).
Das Wort i-*ji\\ findet sich in den Wbb. nur als Ma§dar von
v_^, reiten, fahren etc. Nur Wahrm. giebt (woher?) auch den
rein nominalen Sinn: „Biegung in einem Rohre".
Ojaaj nefn&f, der ganz einfache Schnitt eines \'umbdz für
Weiber oder Kinder, ohne die besonderen, schrag geschnittenen
Teile rakdib und bendi\' (vgl. die vorherg. WW.). Das Klei-
dungsstück, das vorne nur eine kurze Brustöffnung hat, wird
wie ein Hemd über den Kopf gezogen und urn den Hals mit
einer \'ïtdne als Zugschnur (zemmet jd\'a, vgl. oben JLov) zuge-
zogen.
Das Wort \\£yjJü findet sich nur bei Dozy (nach Boet.) mit
der Bedeut. „bruine, petite pluie froide, tres fine". Ich habe
auch ein Wort XjyLai mit der Bedeut. „weisse Rosen" ver-
zeichnet, eine Bedeut., welche einen Zusammenhang mit dem
pers.-arab. *i*JUi (*jJL*3), Nenuphar, weisse Seerose, vermuten
lasst; vgl. jedoch „oLü flocons de neige" (Bel.).
1) Wenn niimlich die Lange des rukiib, am geraden Rande gemessen, etwa 126
und die Breite der mradcle etwa 25 cm. betragt.
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302                                       Herman Alrakvist.
(mLaax mïtdn, oder seltener ^La-ue mentydn [Syr.], ^Ju
beden [Syr. Ag.], Leib (eines Frauenkleides); wird gewöhnlich
nur mit einem Rückenstück (dahr) und zwei Bruststücken (sa-
drên,
mitunter auch mradddt genannt), ohne fyawdit und hasd-
tek
(vgl. die vorhergeh. WW.) gemacht, aber immer „be-vabain"
(s. oben SjLaê), mit Ausnahme für Wittwen, welche kein eng
anschliessendes Kleid tragen dürfen. Für diese wird hingegen
der mïtdn vorne dreieckig ausgeschnitten, so dass der \'amts von
êurl sa\'dan (od. dgl., vgl. weiter unten) sicbtbar wird, was für
junge Frauen bis zur letzten Zeit nicht gestattet war.
Das Wort .jUüye und die obigen Bedd. der WW. jjtJo, yfrfe
und »Jo(fl f. i. d. Wb. Die Formen ^Uu* und ^LüUjo sind
jedoch nur neue Umbildungen vom arab.-türk. ^UcJuo, türk.-
pers. jO-Xé-ö nlmten („Halb-Körper"), kurze Jacke (vgl. Dozy und
Zenker s. v. ,jUiA*, und Mikl. Nachtr. I, 85, II, 175.)- In Ag.
ist (jLujwo mintijdn ein Kamisol mit Armeln, das unter einem
sudêrï oder einem \'antarï (Mikl. I, 12, Nachtr. I, 5, II, 75)
getragen wird. — Das Wort jjtSó bedeutet in Oberag. einen
kurzen kaftan (= syr. \'wmbdz) ohne Armel (vgl. Dozy. Vêt. 56
und Meyer 30).
jLf5* kumdr, 1) Bund, Bündchen, an einem Frauenrock, einer
Damenunterhose (êintijdri) u. dgl.; 2) = pers. und schriftar.
(vgl. Dozy s. v. und Mikl. Il, 108, Nachtr. II, 156), ein etwa
7 cm. breiter Gürtel von dickem Gewebe (ungefahr derselben
Art wie in unseren nicht elastischen Hosentragern), mit kleinen,
nicht von oben, sondern von den kurzen Endseiten zuganglichen
Taschen für Geld, welcher unter dem \'umbdz mit seinem Gürtel
(zenndra) getragen und meistens auf der Keise gebraucht wird.
— F. i. d. Wb.
U*5t* \'ariïd heisst der Frauenrock (Jö\'lj*. harrdta), wenn
er so gemacht wird, dass eine gewisse Anzahl (5, 6 oder 7)
Bahnen (cörud oder a\'rdd, Plur. von card) einfach zusammen-
genaht und um die Taille nur durch eine Zugschnur (zemme)
zusammengehalten wird {mezmum, vgl. oben &Jov); oder auch
wird der Rock zuerst oben krausgezogen und dann an ein
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Kleine Beitrage zur Lcxikogrniihie des Vulgitrarabischen.
303
Bündchen (kumdr), oder haufiger an die Taille (mitdn, beden,
8. oben) selbst angenaht. In jedem Falie wird keine Bahn be-
scbnitten, sondern jede behalt ibre ursprünglicbe Breite Car4)>
davon der Name carud.
Diese Bedd. des Subst. >jóy£. („Breite eines Zeuges, Bahn,
lé") und des Adj. |jó«*i f. i- d. Wb. Zu dem ebenfalls i. d.
Wb. f. Worte jol^-». vgl. unten \'ijJ3 im Abschnitte „Kleider".
s<>» redde, kleiner Streifen auf der unteren Seite des Frauen-
rockes, dem Schlitze gegenüber; ahnlich wie bei der hijdlet jêbe
(s. oben) ist der Zweck der redde der, dass die Kebrseite des
Zeuges nicbt durch die Schlitzóffnung zum Vorschein kom-
men soll.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb. Die Schriftform könnte vielleicht
ebensowohl »5s als $ol sein.
\\jtj_j bawdriz, die vier Seitenstücke, welcbe mit dem «_&•.
vm§(h) (wië), der (oberen) Vorderseite, und dem Lis \'e/d, der
(unteren) Eückseite, das Oberzeug des oft ganz parallelepiped-
förmigen Sofakissens (masnid, niêJjadde*) im lïwdn bilden.
Ob der Sing. v.Lj oder H-.jLa lautet, weiss icb nicbt; in bei-
den Fallen fehlt das Wort i. d. Wb. als selbstandiges Subst.
t^tyj tob, J£- zejj (oder g^), Stück Zeug (als Geschafts-
ausdruck).
Die Stofte (jilj, PI. SLA JM, vgL Mikl. I, 100, Nacbtr. I, 66)
werden in Dam. wie anderswo im allgemeinen ellenweise (cl. jo)
verkauft. Das ein bestimmtes Mass entbaltende Stück Zeug, so
wie es von der Fabrik an den Grosshandler (y*.b\') und von
ibm an den Detailbandler C-jLïi>) gelangt, beisst i_»«Jj, im
1) Wenn das Kissen ganz cylindrisch ist, heisst es medfa\', Fl. meddfi\', eine Be-
deut. des Wortes *JkX* (Kanone), die i. d. Wb. f.
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Herman Almkvist.
304
Libanondistrikt auch &3Lk, in Ag. juü J) oder &$\\Jo (vgl. Spitta,
Oontes 109 und Fl. III, 53). Ferner wird aber auch von ande-
ren Manufakturwaaren, wie Bandern, Spitzen u. Ahnl., das ein
bestimmtes Mass enthaltende Bundel tob genannt. Wenn das
Zeug nicht ellenweise, sondern nur in kleineren, für ein gewis-
ses Kleid oder einige zusammengehörige Kleidungsstücke ab-
gepassten Stücken verkauft wird, heisst das Stück Jj* oder
j&- , z. B., zejjet alatfa, ein für \'umbdz mit sidrije abgepasstes
Stück Aladscha (vgl. unten xa.bf|). — Diese Bedeut. von ^\\ (Xj\\)
f. i. d. Wb. Die Bedeut. „pièce d\'étoffe" für o«j findet sich
Nof. 150, Mal. 141, Bel. Franc,, und Abcar. (s. v. piece). We
gen loji\' als Name eines Kleidungsstückes s. im Abschn. „Klei-
der". — lm Folgenden gebe ich ein Verzeichnis der meisten
in Dam. — ausser den allgemeinen Stonhamen: \\jya, Wollen-
zeug (Mikl. II, 158, Nachtr. II, 33), ^iaa, Baumwollenzeug
(Löw 92, Frank. 43), Juf, Leinwand (Löw 232, Frank. 42,
Mikl. II, 110), rrL, Tuch (turk. k-a.^ éoha, Mikl. I, 42,
Nachtr. I, 24, II, 97, Meyer 442), y-a^, Seide (Frank. 39),
Jki^vi (mufymal, rrmhmal), Sammt\') — gebrauchlichen Wörter
(nebst einigen aus Ag.), welche verschiedene Arten von Stof-
fen bedeuten3).
OWArfw
ëit, .-a j jemenï4), buntes, gedrucktes Baumwollenzeug
(Kattun, Zitz, Indienne); es giebt da von vier Sorten ^*>Le J^i,
1)  Von Dozy weniger gut mit »paquet, ballot» übersetzt.
2)  In Ag. heisst «Leinwand" nach Cad. 27, Mal. 141 und Sal. 20 auch Joj\'
til (fehlt b. Dozy), und .Sammt», wie in Alg., ULL3(Mikl. I, 85, Nachtr. II, 138) ,
dagegen in Tun. (nach Ben Sed. Suppl. 923) -»»* mebber (vgl. Dozy s. v.), nach
Mach. 438 jy«. In Alg. heisst »Tuch« *_&Lo melf (Cherb. auch mlef).
3)  Vgl. auch die von Bergg. (s. v. étoffe) gegebene, von Dozy übersehene Samm-
lung hierher gehöriger Wörter, von welchen einige mir ganz unbekannt sind.
4)  Eigentlich L^*^> «£"•**« (»aus Jemen»); heutzutage ist aber das Wort jemctü
in Dam. zu einem mit sit synonymen und dasselbe allmahlich verdrangenden Suist.
geworden,
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Kleine Beitrage lur Lexikographie des Vnlgararabischen.
305
schmal, billig; &JaJl£ \'j (aus Galata) breit, dünn; ^.Luójj \'j,
breit, dick; ^J \'j, Perkal.
Zu dieseu WW. vgl. ZDMG, XI, 510, Dozy s. v. o*A,
Mikl. I, 42, 82, Nachtr. I, 51, II, 96, 135, Baist 55 und
Meyer 161. In Alg. heisst „indienne" nach Ben Sed. .jjuo mem-
nur
und in Tun. (Ben Sed. Suppl. 911) SüLjJue medidna (Beides
bei Dozy nachzutragen).
*ftXx (-La*) maddm, „Madapolam", festes, weisses Baum-
wollenzeug fiir Wasche.
Dieses i. d. Wb. f. Wort hat mit iLctjoe maddme, Frau, nichts
zu schaffen, sondern ist aus „Madapolam" abgekürzt, was aus
der auch gebrauchlichen Forin O^Lj iLaJuo manda büldd deut-
lich hervorgeht. Derselbe Stoff heisst in Beirut auch ^maJIaXc
"amberMs (vgl. Dozy s. v.) und in Ag. bafta \'abjad (s. unten
\\W /"Wj jüzr, weisses, feines Baumwollzeug für izdr, Frau-
enwasche u. dgl.
Dieses i. d. Wb. f. Wort ist eigentlich nur die vulgare Plu-
ralform (statt schriftar. m) zu »f-«j(.
8XA« bafta [Ag.], eine Art Baumwollenzeug, entweder abjad
(weiss) = syr. Jjoe (s. oben) oder omar („hellbraun", vgl.
das folg. Wort) = syr. *La., grobes, ungebleichtes Baumwol-
lenzeug (vgl. Dozy s. v. |»L^., nach Bergg. s. v. étoffe so viel
wie „basin").
Zu diesem aus dem pers. «xib, „gewebt", entlehnten Wort
vgl. Dozy s. v. oju und Mikl. II, 138.
Jüliaj batdne, 1) [Syr., Ag.] Futter (schriftar. iüUaj, Alg.
,1 ti f); 2) [Ag.] Schürze für Aufwarter (vgl. unten JLj»iX-o
im Abschnitte „Kleider"); 3) [Dam.] eine Art gröberen baum-
wollnen Zeuges, entweder \\* m samrd, („hellbraun" d. h.) un-
gebleicht, oder 8»^a&c ma\'§ura, gebleicht.
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306                                       Herman Almkrist.
Die Bedeut. 2) und 3) f. i. d. Wb. Nach Gloss. Geogr. IV,
191, ist iüliaj „corium ovinum" und „pannus subtilissimus".
Nach Krem. Beitr. I, 20, ist auch RJÜLfaj der Name eines rauhen
Wollstoffes. Sonst bedeutet das Wort JLóliaj in Ag. „Bettdecke
aus wollenem, oder auch baumwollenem Filz", was in Syr. -L&.
heisst. Hiernach Dozy s. v. JüLkj und JLüUaJ zu vervollstan-
digen. — Das Wort ^ya£x bedeutet nicht nur „gebleicht" (vom
Wachs, Bel. und Wahrm.), oder als Subst. j,toile blanchie"
(Dozy), sondern, wie Dozy yermutet, ganz allgemein „ge-
bleicht", wie auch yaS (Impf, i) „an der Sonne bleichen"
(Zeug, Wachs u. dgl.) bedeutet.
uu (*o!) \'aMz, eine Art groben, weissen Baumwollenzeugs.
Dieses i. d. Wb. f. Wort ist wahrscheinlich dasselbe wie -vaj
(s. unten).
L*Jt> 0L»ji>, iï^ji)) dima [Syr.], kjJyc razlije [Sud.], ein
ganz wie Aladscha (s. unten) gestreiftes, aber auf beiden Seiten
gleiches Baumwollenzeug für \'umbdz u. dgl.
Beide WW. f. i. d. Wb. — L^>i> ist turk. ^*i> dimi, „Bar-
chent", das aus ngr. S/^/to?, zweifadig, stammen soll (Mikl. I,
48, Nachtr. I, 28, II, 103, Meyer 67).
jiLi êdé, undichtes, durchsichtiges Baumwollenzeug , a) Mus-
selin, Muil, Moll; b) Tarlatan (noch undichter als Muil);
uu\\\\fj& \'& édé êördt, eine Art indischen Musselins für Sticke-
reien; vJ-svj \'& Tarlatan aus Baumwolle mit Streifen (od. dgl.)
in Seide.
Hiernach Dozy s. v. jiLfc zu vervollstandigen. In Tun. heisst
„Mousseline" nach Ben Sed. Suppl. 915 „Juols. Massa" (in Alg.
hingegen j£,L&). — Das Wort %\\y& êóra, bei Dozy ungenü-
gend erklart, bezeichnet a) im allgemeinen, ein an den Enden,
oder rings um den Rand, mit Stickereien verziertes Taschen-
tuch, Handtuch, Schürze od. dgl. von Musselin; b) insbesondere,
ein solches Tuch, ctwa 1 Quadratraeter gross, mit roter und
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Kleine Beitrnge zur Lexikographie des Vulgararabischen.
grüner Seide reich gestickt, oder mit einer Borte vort Gold-
oder Silberblumen verziert, welcb.es ehemals wie ein Gürtel
urn den Leib getragen und zu diesem Zwecke dreieckig zusam-
mengelegt wurde. Jetzt aber wird die éóra bei den Christen
nur als eine kleine, zierliche Decke über ein schlafendes Kind
oder über die Kleider einer Frau im Bade gebraucht, bei den
Muslimen dagegen auch als eine leichte, lose übergeworfene,
schleierahnliche Kopfbedeckung für kleine Madchen.
«Lu*, sennaór, eine Art groben Musselins, sdde („einfach",
d. h. ohne Figurenmuster), zu Fenstervorhangen. — F. i. d. Wb.
JjL& èurl mrrije („Magdarbeit"), weisser Musselin (èdê
zu Hause gefarbt und mit Buchstaben oder anderen Fi-
guren geziert, welche mit einem \'alam auf das Zeug gezeicbnet
werden; besonders für mendil und mahrama. — F. i. d. Wb.
•SS Mz, gdz, 1) (franz. gaz) a) Gas; b) Petroleum, Photo-
gen; 2) (franz. gazé) grobes, steifes, durchsichtiges Baumwollen-
zeug, Gaze (zum Futter in Damengürteln u. dgl.).
Das Wort -XS findet sich bei Bel. und Hartm. 233 mit der
Bedeut. „huile de pétrole", Bel. Franc. „\\La", Ben Sed. ,,-.\\J gaz",
bei Sal. 20 „\\\\a (JmU>» de la gaze", bei Bel. und Beauss. mit
der Bedeut. „cisailles" (= pers. -AS", \\\\S~).
*^.» JxL& êdril ruim [Ag.], sehr feiner, weisser Stoff (aus
Baumwolle oder Leinwand), auf solcbe Weise gestreift, dass der
eine Streifen muharram, d. h. durcbbrocben wie Spitzen (vgl.
oben *!&•)» der andere sdde, d. h. einfach, gewöhnlich (nicht
spitzenahnlich) ist. — F. i. d. Wb.
yu bêz (turk. yj, pers., schriftar. £j, Zeug; vgl. Mikl. I,
27, Nachtr. II, 86, Frank. 42), grobe Leinwand zum Futter;
c*j d«Lo (jjo iiM«) zduk bêz, feine Leinwand für Hemden.
• Uhter dem Wort yo, alêne, hat Dozy auch (nach Boet.) „yxj
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308                                       Herman A 1 m k v i s t.
SjaJJ! nappe" (vgl. PI. I, 17); sonst fehlen die WW. y*j und
^La i. d. Wb.
(j^xaiafc §mfê$, sehr grobe, aber nicht dichte Leinwand, Pack-
oder Sackleinwand. Etwas weniger grob, aber dichter und fester
ist jjiUö. héé.
Bel. hat auch die Form ^olij», Dozy umgekehrt uoaaa<&.
und uoUjla. mit der Bedeut. „canevas, serpillière" (nach Boet.
und Muh.), neben „^Ju^. moiré, satinade, taffetas" (nach Boet.
und Humb.); Mal. 139 schreibt ^UjUi; türkisch ist (nach
Calfa 69) $anfes „taffetas" (Mikl. Nachtr. I, 32, II, 107 „Wan-
deltaft"), wahrend „canevas" kanavazzo heisst.
&&iS hrêèe [Syr.], Krepp aus Baumwolle oder Seide; [Ag.
krêée, Jcurêêd], eine wohlfeile Sorte Seidenkrepp fiir èitrkuz (der
bekannte schmale, fusslange, schwarze Frauenschleier, vgl. un-
ten jUsoji).
Hiernach Dozy s. v. zu vervollstandigen.
IjmJLo malas oder .jij» \'*, weiches, kreppahnliches Baum-
wollenzeug fiir Hemden und Frauenkleider; ^oUi \'* [Ag.],
eine billigere Sorte („fiir die Armen"), auch kïj.~» Mrka [Ag.]
genannt; «>ya» \'* [Syr.], gestreifter, tüllahnlicher Seidenflor
ohne eingewebte Blumen (od. dgl.).
Dieses Wort finde ich nur bei Wahrm., wo „malas" mit „Halb-
stoff, Halbseide, Mischling, Mulatte" übersetzt wird \') und bei
Bergg. 806 (vêtement de la femme) „juJLc (jaa^ï qamis mallas
chemise de soie".
Jtf (J^is) tuil, Tüll.
Findet sich nur bei Oad. \' 103 und Mal. 141.
JdLci êuvl senjóra, „Damenarbeit", eine Art Seidentüll
mit eingewebten Blumen. — F. i. d. Wb.
1) Ebenso bei Zenk., wo das Wort als arab., und bei Mcninski. wo es als turk.
gegeben wird; vgl. auch Mikl. II, 185, Nachtr. II, 172; Meyer 269.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgaravabischen.
309
.jtjuuw JJL«* éurlscfddn, „Affenarbeit" l), eine Art vielschich-
tigen Tülls; zwei- oder dreifach für einen \'amts, bis zu sechs-
fach für eine tarha. — F. i. d. Wb.
A.&ójj brunjoh, brüntjok (turk. (Jj.svj.j, dlsvio, vgl. Mikl.
I, 33, Nacbtr. II, 91), feinster Seidentüll für mendil und Mze
(s. unten %■[f im Abschnitte „Kleider"). — Vgl. Dozy s. v.
Xaaj bamba oder ÏJ&\\ \'j bamba zahra, gestreifter, seidener
Tüll mit eingewebten Silberblumen.
Ob dieaes i. d. Wb. f. Wort wokl in dem „JyA i bambasar,
bombasin" (Oad \' 102), oder „benbazar mousseline de Smyrne"
(Dozy, nacb Daumas) stecken, und mit ngr. (3x{a(3xxi (mgr.
@xfi(3x%), Baumwolle, identisch sein mag?
JüLa.»* herjdje, eine Art Halbseide (Seide und Baumwolle).
F. i. d. Wb. — Ob es wobl mit „ _2Ls>ye herdjdyi Viola tri-
color, pensee" (Bergg. Drog. arabe s. v. Herba trinitatis) zu-
sammenhangt ?
_xc cöbl, dickes, gobelinahnliches Gewebe von Seide und
Baumwolle, in den bekannten, feinen Tabaksbeuteln {kis tütüri),
die in den Dörfern des Libanon verfertigt werden.
Dieses i. d. Wb. f. W. ist wohl eigentlich nur so viel wie der
vulgare Plur. ^e. zu JüLi (schriftar. «Li), der bekannte
orientalische Mantel für Manner (vgl. oben jyj). Zu der obi-
gen Bedeut. vgl. bei Dozy das Wort *L«é („proprement Ie nom
d\'une étoffe"), und das damit identische L*, womit (neben
!&*>** und ^wA^xj\' Oj-o) Mal. 141 das engl. serge übersetzt;
vgl. auch Mikl. I, 5, Nachtr. I, 1, ü, 71, „aba grober Wol-
lenstoff" (nach Zenk. nur „Mantel von grobem Wollentuch").
1) Ea giebt wirklich noch Weibcr, die da glauben, jener Stof! sei vod Affen ge-
macht.
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310                                      Herman A 1 m k v i s t.
v^yujt-S kermasüt, einheimische Halbseide (die Kette von
Seide und der Einschlag von Baumwolle), immer einfarbig
(rot, weiss, blau oder gelb), zum Unterschied von &&.üf (s. das
folg. Wort).
Hiernach Dozy s. v. zu vervollstandigen. Cad. \' 103 hat
„èy***S carmagoud de la moirée", und Nof. 150 „tefyuuOyS
moiré"; vgl. Mikl. Nachtr. I, 74.
X^yi (turk. *>yï, vgl. Mikl. I, 9, Nachtr. I, 3, II, 73),
einheimische Halbseide (Seide und Baumwolle), in zwei Farben
gestreift, ein sehr festes, dauerhaftes Gewebe für \'umbdz mit
sidriye u. dgl. Ein anderer im Libanon (JLasÜI _i) gebrauch-
licher Name für Aladscha ist ^yo surratï. Eine schlechte,
dunnere Sorte heisst _iJaï \'utnï (vgl. oben Uji>).
Bergg. (s. v. étoffe) nennt drei Sorten von „»Ls»iM bordat":
,xLi \'I, iSd£* \'t un<i is^)^ dareqli. Danach folgt: „coton-
nine, étoffe de soie et de coton ensemble &uiai\'". Nach Muh.
soll surratï eigentlich .Js-o heissen (.«.I ~^, — : , U *,_^ ay-i
Jfijiai». .0 ^jysJt) und persisch sein. Zu : U« vgl. turk.
„iS*kü eine Art Halbseide", Zenk., Mikl. I, 102, Nachtr. I, 68,
II, 154.
• «üt (jjiLi\') \'alaüz, dunnes, europaisches Seidenzeug.
Dieses in Dam. sehr gewöhnliche Wort finde ich nur bei Huart
57, »\\*$\\ taffetas" l). Auch das ursprünglich pers. xxiü» (vgl.
1) In seinen Verbesserangen zu dem Huart\'schcn Aufsatz sagt David (S. 194):
«écrivez l»*bLs pour \\y&U c\'cst nn mot tarc bien connu". Aber in keinem mir zu-
ganglichen turk. Wörterbuch finde ich ein Wort )»j^ls als Stofnamen. Jedenfalls
hat der Stoffname Ol\', )j^S, mit dem anderen Lehnworte )«^Ls, Jbj^Lï \'alaéz,
\'alawuz
(aus turk. «jj^Lï, tcbls kylawuz, Fiihrer, Bohrer», Zenk., «jsjXï". Barb.,
Mikl. I, 95) nichts gemein, il as in Ag. eine Schraube {\'alaéz dakar) bezeichnet,
welche entweder in ein mit einem Schraubengang (j>. frazz, PI. ;»j*) versehenes
Loch (ajÜÜ tfijs\\i buhi nitdjè) eingelassen, oder, durch ein gewöhnliehes Loch
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Kleine lieitriige zur Lexikographie des Vulgararabischen.
311
Zenk. s. v. und Mikl., Nachtr. II, 44) kommt in Syr. als Lehn-
wort in der Form &XA2 tafta vor, das sich sonst nur bei Sal.
20 „slxAS taffeta" findet.
yp* habar (mitunter auch habbar ausgesprochen) oder ala\'uz
habfbjar,
breiter, besserer, gewöhnlicb scbwarzer Seidenstoff,
nicbt nur für die in Syr. seltene habara (der bekannte, grosse,
schwarze seidene Überwurf der agypt. Frauen), sondern auch
für andere Kleidungsstücke; (jao! y*.^ [Ag.], weisse, satinahn-
licbe Seide.
Vgl. Dozy s. v. und Mal. 141, wo „sarsenet, taffetas" mit
Jjuó[?], *4*ajo jjj*. und ^yJLsOj y A. übersetzt wird.
gj^o more, Moiré, moiré; s»Ls. Hs^e, dicker Moiré.
Dies franz. Wort findet sich nur bei Sal. 20 in der Form
...&J; v« more de la moiré". — \'i\\b». nur bei Bergg. (s. v. étoffe):
„li>L« »»U^ damasquette a fleur d\'or et d\'argent, jL&JLL* s»L»
étoffe de soie a fleur". Vermutlich haben wir jedoch dasselbe
Wort bei Cad. \' 103 in der Form „8.L&. harah de la moiré"
und bei Mal. 140 „mohair, s»ls»., J-jlüj ja».AA_-^"- Vielleicht
könnte dieses \'iXs>. mit den Stoffnamen turk. viJlLIèkx, poln.
muchair, ruman. muhajer (woraus nach Devic frz. moiré, engl.
mohair), zusammenhangen (vgl. Mikl. Nachtr. I, 86).
^ykui seldwü [Ag.], eine Art Seidenatlas (.uJLkï).
Findet sich nur bei Krem. Beitr. I, 78 mit „gelber Seiden-
stoff" übersetzt. — Zu atlas vgl. Mikl. I, 15, Nachtr. I, 7, II, 78.
(jjdbjj boblm [Ag.], Popelin. — F. i. d. Wb.
hindnrchgesteckt, mit einer Schraubcnmutter (\'alaóz nittije) verschen wird. Dieses Wort
findet sich nur bei Wort. Mulh. 701: «WjSLï screw; Jbjj^li pilot; XjbtJI -bjjili
bolt (of a pier)\'. Jene Bedeat. des Wortes » f. i. d. Wb.
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Herman Almkvist.
312
«XwLo • damdsko (ital.), Damast.
Findet sich rrar bei Nof. 150 „«jC«**|<> du damas" und Mal.
140 „Damask yCu,Uo — ..sx***" [7].
\\j*y>y* barnes, bernüs [Syr.], o««Jy»* marnus [Ag.], Merino (Zeug).
Nur (in der agypt. Form) bei Oad. 27 und Mal. 140.
oujo tibet [Syr.], outó\' tubêt [Ag.], festes, schwarzes Wol-
lenzeug (Tibet, Orléans, Paramatta) für Schuhe.
Nur bei Sal. 20 „du satin, olaaj tibète."
XJbiki flanella, sJbLi fanella [Syr.], RJLajLï fdnêla [Ag],
Flanell; sJSïki Jdui, Tricotgewebe.
Fehlt bei Dozy. Hartm. 97 schreibt „fanella", Oad. 27 „fa-
nélah", (Oad1 103 fanillah), Mal. 140 &JLui.
JLi êdl ist nicht nur der Name eines Kleidungsstückes (s.
Dozy s. v. \'), sondern ebenso oft die Benennung einer Art fein-
sten Wollenzeuges zu Turbanen (Xif) und Gürteln (.U\\) für Man-
ner, Mudarrabijen (s. oben das Wort iLowójo) für Frauen u.
dgl. (vgl. ruman. êal, grober Wollenstoff, Mikl. II, 162, Nachtr.
II, 38). Das N. unit. &JL& bezeichnet dann eine leffa, eine
zenndra aus êdl 2), bedeutet aber auch eine cabdje von weissem,
sehr leichtem und durcbsichtigem Wollenzeug (vgl. ZDMG
XXII, 130).
*jt>S hazmir, Kasimir (eine Art feinen Tuches); aber JL-&
Yft j&S oder ^^j&S JL&, Shawl aus Kaschmir (s. Dozy s. v.
^j&S, und Spitta, Oontes 187). - F. i. d. Wb.
1)  Das dort erwahnte Wort kas, wovon Dozy sagt: «j\'ignore comment il faut
ccrire ce mot en arabe", ist wohl so viel wie gjlS\' (s. dieses Wort unten im Ab-
sohnitte »K leider»)
2)  Eine zenndret ial ist ziemlich klein and docb sehr teaer (c. 150 francs).
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des VnlgSrarabischen.               313
n*)y^ gaurus [Ag.], eine Art schwarzen Tuches. — F. i.
d. Wb.
jLy&l&. hdêije, Egge, Sahlband, Webekante.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb. Die Erklarung „chaine d\'une étoffe"
(bei Dozy, nach Hélot) scbeint inir sehr zweifelhaft. Beauss.
hat dieselbe nicht.
Ju«j nesl oder ip.K» bié, ein Streifen in einem Gewebe, der
nur aus Ketten- und keinen Einschlagfaden besteht, wie z. B.
die Zwischenraume {fegge) zwiachen den verschiedenen, einan-
der ganz gleichen Teilen eines Gewebes, das eine gewisse An-
zabl verschiedener Stücke (beispielsweise Handtücher, Taschentü-
cher, Schleier, abgepasste Kissenstoffe u. dgl.) enthalt.
Diese Bedd. der WW. Juli, {J**!i und \'is\\i f. i. d. Wb.
Juij takïl, te\'il, dick, fest, grob (von Stoffen), im Gegensatz
zu _<i;°^ hafif, dünn, fein, — eine Bedeutungsnuance dieser
Wörter, die i. d. Wb. f.
jC^Vje mühahkar, karriert, gewürfelt. — P. i. d.
Wb.
■JL&o mü\'allam, gestreift.
Nur bei Boet. und Wahrm. (nicht bei Dozy). Kazim. über-
setzt es unrichtig „orné de dessins". Vgl. das folg. Wort.
(&■&&« mtiaêêaê, schmal gestreift; (jidjub \'* , mit schmalen,
weissen Streifen. — JL&i\' \'aêêa (eig. ein Strohhalm) heisst der
schmale Streifen, der manchmal zwischen den breiteren Streifen
("alom) eines Mu\'allam-Zeuges vorkommt. Ein besonderes Muster
mit nur schmalen Streifen wird JoJuLüJI (jS*a genannt.
Diese Bedd. der WW. lJi3, \'&&$ und yiwSJüo f. i. d. Wb.
(Jijjw mifarra\', mit deutlichem Muster von Blumen (oder
VIIIe Congres international des Orientalistes. — Section sémitique. 21
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314
Herman Alrakvist.
anderen Figuren), welche den ganzen Grund einnehmen, meist
tou Möbelstoffen, Tapeten u. dgl. gesagt; vgl. das folg. Wort.
In diesem Sinn ist das Wort denomin. von (JjIê cör\' (Ader,
Geader; grosses, deutliches Muster auf Stoffen); — (j\'ju *Iüc
(oder möglicherweise ijijjuc ,JLax \') bedeutet „gestreift mit Blu-
men (oder anderen deutlichen Figuren) zwischen den Streifen".
(Jflé unterscheidet sich darin von j& netr, dass jenes ein Mus-
ter, eine Zeichnung (resme) mit grosseren, den Grund ausfül-
lenden Figuren, dieses gewöhnlich ein Muster mit kleineren,
auf dem Grunde weit zerstreuten Figuren bezeichnet. Die Erkla-
rung des Wortes netr bei Muh. ^ jiJLül xJilxJI jUe .jLUl
o^iJI2) ist zu allgemein, und die bei Bel. „broderie sur étoffe"
zu eng; am nachsteu bei Wabrm. „ÏJ& gemalte oder gestickte
Blumen auf Stoffen". — \\J&> na\'s (SL&Jü na\'se) ist der allge-
meine Name für jedes Muster und dessen Figuren auf Stoffen,
und schliesst somit neben >& und ij>\\-e z. B. auch xfnö\\ nu\'ta,
sehr kleine Pünktchen, und &>\\> da"a, etwas grössere Punkte,
Noppen (u. dgl. auf Tüll und ahnlichen Stoffen), ein. Diese
Bedd. von \\J$j&, \\Jj *-*, Jü und $3è f. i. d. Wb.
(jij*** mifarbaé, mit einem Muster von kleinen Blumen (od.
dgl.), so dicbt aneinander gedrangt, dass keine deutlichen Fi-
guren in die Augen fallen. — F. i. d. Wb,
lijÜAX münawaê, a) eigentlich als synonym mit jftjiArf (s.
Landb. 31), gemustert; b) kleingemustert.
Vgl. die von Landb. und Dozy (nach Boet.) gegebene Bedeut.
„tacheter, marqueter, moucheter".
l^x^yjQ mogen („zwei Wellen"), in zwei (oder mehreren) ver-
schiedenen Farben spielend, schillernd. — F. i. d. Wb.
1)  Meine Aufzeichnung ist undeutlinh.
2)  Bei Dozy wenig zutreffend mit «figure sur un habit» wiedergegeben, wie Dozy
überhaupt das Wort i_jj.i in ahnlichen Fallen mit «habit\' statt mit dem richtigeren
«étoffe» übersetzt (vgl. oben uj^S).
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315
Kleine Beitr&ge zur Lexikographie des Vulgararabischen.
Kleider i^U^JL».
Pür dieses besondere Fach der arab. Lexikographie haben
wir bekanntlich das berühmte, grundlegende Werk von Dozy:
„Dictionnaire des Vêtements arabes". An zweiter Stelle kommt
der ausführliche, von Dozy lange nicht vollstandig verwertete
Artikel „Vêtement" bei Bergg. (SS. 798—810) in Betracht,
wahrend die im Vorwort genannten orientalischen Wörtersamm-
lungen und die neueren Arbeiten von Hartm., Landb. und Krem.
hier verhaltnissmassig wenig zu Dozy\'s „Vêtements" und „Sup-
plément" hinzufügen.
jtfju bedle, *JLfe ta\'m (PI. *JLb), ganzer Anzug.
Das Fremdwort «fi]r (aus turk. *j>\'lb, s. PI. III, 48, und vgl.
Zenk. s. v., Mikl. II, 168, Nachtr. II, 45), welches im allge-
meinen dem modernen Ausdruck „Garnitur" entspricht (vgl. z.
B. Hartm. 116, Z. 4), wird von Dozy etwas unklar mit „assem-
blage de plusieurs choses réunies p. ex. d\'habits", von Bel. im
obigen Sinn richtiger mit „habillement complet" erklart. So
wird auch &jju bei Dozy mit „habillement, costume", bei Bel.
genauer mit „habillement complet" (bei Hartm. 113, Z. 7, bedle
kdmile)
übersetzt. Noch naher entspricht den oriental. Wörtern
das moderne franz. „un complet", da in dem Ausdruck bedle
immer, und am haufigsten auch im ta\'m, die Unterkleider nicht
mit inbegriffen sind, wie denn auch die verschiedenen Klei-
dungsstücke einer bedle, sowie die eines „Oompiet", in der
Kegel von demselben Stoffe gemacht werden. Übrigens wird
sowohl bedle als \\a\'m, meistens, wie immer „un complet", nur
vom Manneranzuge gebraucht, z. B. Jüj^a^o xfju, êirwdl und
ddmir von demselben Stoff.
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Herman Almkvist.
316
S Lw sdkö, 1) [Syr.] a) weite, lange Jacke europaischer Form,
veston, für Manner; b) Jaquette für Frauen, von Tuch oder
anderen dioken Stoffen (zum Unterschied ron bdnto), aus Europa
als „Confections" importirt; 2) [Ag.] europaischer Damenman-
tel, „zejj el-bdltö" für Herren. — »&l? bdnto, bantö, «jdlj bdltö,
1) [Syr.] a) weite Jacke europaischer Form, für Manner, Pa-
letot , kürzer als der sdkö; b) Jaquette für Frauen, aus dun-
nen , baumwollnen Stoffen; 2) [Ag.] europaischer Überzieher für
Manner.
Zu diesen Fremdwörtern, die sich nur bei Nof. 146 („Un
paletot; — sac. «i\'Lw,. yiW\'), Mal. 49 („overcoat, surtout, j^Le")
und Wort. Mulh. 690 („JaJLj overcoat") finden, bemerke ich
folg. Formen: Plur. ^\\y* [Syr.], i^L/Lm sakawdt [Ag.], bcln-
tdt
[Syr.] , baltawdt [Ag.] ; sdktoi, sakwak, sdkwoh [Syr.], bdntwi >
bdntak, bdntoh
[Syr.], mein, dein, sein {sdkö, bdnto), welche zei-
gen, dass in Betreff dieser ganz modernen Eindringlinge mit
ihrem unarab. Auslaute ein fester Sprachgebrauch sich noch
nicht herausgebildet hat \').
\'iSuS\\ CéJa^f.) zakêta, PI. -dt [Ag.], Jacke europaischer Form,
für Manner; jjülj \'» zakêta bdlto, ein wenig langer und weiter
als die zakêta; \'\\ \'éySUu sitre zakêta, europaischer Oberrock, ein
wenig weiter als die gewöhnliche sitre.
Das Wort &IiaS\\ (franz. jaquette) f. i. d. Wb. Zakêta (wie
auch bdltö und sdkö) unterscheidet sich von sitre, dem gewöhn-
lichen europaischen Oberrock, redingote, dadurch, dass jene
nicht wie diese eine Taille (<jjó oder Ja**») und Schösse (atak
1) Aus der kommerziellen Verkehrssprache gebe ich einige derartige Fremdwör-
er, so wie ich sie gehort und verzeichnet habe: «j.1 Urö, PI. o\'jLo, Bureau
(dagegen nicht iCj-aj, sondern eUirö betd\'T); yi\\ .OÓkÏ kondrdtü, PI. -atdt, Con.
tract; y^J^tM s(e)kontö, PI. slcmt&t, Diskonto; yCjAj\\S krêditó, PI. -tdt, Credit,
yUuóV-J hrötestö, PI. -tdt, Protest; lam/ kambió, PI. -idt, Camhio (Wechsel
kambidlé). Diese in den arab. Zeitungen h&ufig vorkommenden WW. finden sich bis
jetzt nur in den oriental. Wörtersammlungen (Nof. 251—263 iXJtJlwt, l.jlXj-5\',
•rJ\'Ljo»,J\'. Sal. 96 la^IS"; Mal. 183 i^a^^O, und bei Hartm. Mro (Kommode)i
krédito, kunlrdtu») verzeichnet.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.             317
oder fustdri) hat. Das Wort sitre schreiben Oad. 25 sitrah, Mal.
49, Bel. Franc,, (s. v. redingote), Wort. Mulh. 8 JU», und Hartm.
240 sitri, sitre, Dozy (nach Muh.) und Nof. 146 hingegen
(3yXw, zu welcher Form mir ein sonst nicht vorkommender
Plur. ,<«Uu, von meinem Lehrer in Beirut gegeben wurde. Zu
atak und fustdn vgl. unten ^U
lotvj-S\' kubrdn [Beir.], y#\\& ddmir, «xLi ddmir [Dam.], .jyo<>
demir [Ag.], JUeKo durrcfije [Bed.], kurze Jacke orientalischer
Form, für Manner.
Die Form jvoLó, die mir viel seltener begegnete, findet sich nur
bei Wolff 189, wo das Wort richtig mit „kurze Jacke" (vgl. das
folg. Wort) übersetzt wird; dagegen weniger gut bei Dozy s.
v. yjo\\i> (nach Muh.): „habit qui va jusqu\'a mi-corps". Die Form
jjyoi> findet sich auch bei Oad. \' 102 und Hartm. 208. Zu kub-
rdn,
bei Hartm. auch hnbardn, vgl. unten das Stammwort
jjS, und zu dem i. d. Wb. f. Beduinenwort Ju^ft^ das Stamm-
wort &c!»<S, Dozy, Vêt. 177 ff. und „Suppl". Statt der Plural-
form jjjjUS\' bei Dozy (nach Muh.) sagt man in Beir. hubrandt.
JuXoJ fermelije [Dam.], %ia\\M salta [Beir.], Jacke, ahnlich
dem ddmir, aber mit weiteren, mehr nach europaischem Schnitt
gemachten Armeln.
Das Wort JuJUji findet sich nur bei Wolff 189 als „kurze
Jacke", bei Bergg. 800 (Yêt. de 1\'homme) „jaquette a la ma-
melouque que 1\'on porte sur Ie mceultan dessus Ie pantalon",
und 806 (Vêt. de la femme) „spence ou corset"; vgl. das
Stammwort xJUo«i weiter unten. — Nach Dozy ist StkJLu „veste
ou jaquette pour homme ou femme" (Vêt. 210 wie Hartm. 208
nur für Weiber).
&xi\\ya sarraftje (von o|!Lo, Wechsler, Banquier, etwa
„Oomptoirrock)", weite, langere, grade geschnittene Jacke für
Manner, langer als der bdntö, kürzer als der sdkö. — F. i.
d. Wb.
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318
Herman Almkvist.
vx jSkabbut, PI. \\o>^AjS, 1) [Syr.], ist jetzt eine kurze, mit
Stickereien verzierte Jacke Ton Tuch oder anderem, dickem
Wollenstoff, mit iveiten Armeln; k. mufettak, gesteppte Jacke
mit aufgeschlitzten, hangenden Armeln für die Konsulatsdiener
(^IIS). lm Libanon („JL..SJI -3") bezeichnet hingegen kabbut
einen langen ddmir mit Kaputze (kabuca oder vielleicht jLc«a3);
2) [-S.g.] kabut, kabbut, [Oberag.] kabud, Überzieher europaischer
Form, für Manner, ungefahr wie der bdltö, aber mit ange-
knöpfter Kaputze (tartur), vgl. unten %}jf\\S-
Dieses aus dem span. capote stammende Wort wird bei Dozy
(viiJ**, iey&t &Jxf, \\siyAS) nach verscbiedenen Quellen mit
„capot, capuchon, veste", bei Bel. mit „capote, pardessus de
laine", bei Hartm. 315 mit „Mantel", bei Beauss. {ioJtS", PI.
JajL*f) mit „caban" erklart. — Der oben angedeutete Sinn von
ê \'                                    e
éJJuo (oder vielleicht (Jjjca*) f. i. d. Wb.; die eigentliche Be-
deut. des Wortes im obigen Ausdruck aufzuzeichnen, habe ich
leider vergessen !). — Das Wort &c*a» ist bei Dozy (nach Boet.)
nur „bonnet pointu"; Hartm. hat „Kaputze kabbü\', Bel." *-*-*
xjuj". capuchon" [vgl. Frank. 54] und «c»aï bonnet de laine".—
Zu tartur vgl. Dozy s. v. \\yioJo-
biet, lange, weite Jacke aus dickem Wollenzeug, für
Manner, von derselben Grosse wie die sarrafije, mit reicher
Posamentirarbeit und Stickereien in Weiss und Gold verziert,
Ehemals von reichen Leuten „im Gebirge" sehr viel getragen,
ist der biet, der einer kurzen cabdje mit Armeln ahnlich sieht,
jetzt ziemlich selten geworden, und wird meistens von europai-
schen Keisenden gekauft.
Andere, ganz verschiedene Erklarungen dieses Wortes s.
bei Dozy.
yS kubr, Bauernrock, welcher über dem Hemd (amis) an-
1) Vermutlich ist das Wort ursprünglich \\JÜX&a zu schreiben, und bezieht sich
seine Bedeut. (»fendu d\'un bout a 1\'autre», Kazim.) auf die Form der Armel.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.              319
statt eines \'umbdz getragen wird. Der hubr, der einer kurzen
cabdje mit langen Armeln, wie denjenigen eines biét\'s ahnlich
sieht, ist doch selbst langer als der bist und gewöhnlich von
grobem, rotem oder blauem Baumwollenzeug (ham) gemacht.
Dozy hat ein Wort J& teils als „Ie nom d\'une étoffe", teils
(nach Wetz. Z D M G. XXII, 94, 164) mit „jupon" und „man-
teau de femme" erklart. Krem. Not. 22 bat .^(ohne Vokale),
und erklart, dieses „aus dem Pers. entlehnte" Wort folgender-
massen: „ein Wamms aus Tuch, mit Baumwolle gefüttert
und stark gesteppt, um es stich- und hiebfest zu machen" 1).
Die Form ^ÜT, welche Krem. aus einer Handschrift der „Lu-
zümijjat" (von Abü\'l-cAla el-Macarri) belegt, aber für irrig halt
[yS bei Wetz. und Dozy scheint denn Krem. als ein anderes Wort
betrachtet zu haben], findet, bei dem bekannten haufigen Über-
gang von i in u und umgekehrt, schon in der modernen, stadti-
schen Aussprache hubr eine gute Stütze, und wird durch die
Aussprache éibr bei den transjordanischen Beduinen sicherge-
stellt. Meine dort gemachte Aufzeichnung: „^ ï-ibr 2), grosser,
dicker, ungefahr knielanger Rock, über dem tob getragen, mit
gewöhnlichen Armeln" (d. h. nicht wie die eines tob oder einer
cabdje), halt ungefahr die Mitte zwischen der obigen Beschrei-
bung und der Erklarung bei Kremer. Der cibr wird auch manch-
mal von den Beduinenweibern als Wintermantel getragen. Zu
der Bedeut. vgl. auch (jLaS* 8. 317.
&JL<4 dolama, dolma, PI. -dt [Oberag.], kurzer kaftan (s. Su*.)
aus Tuch.
Dieses i. d. Wb. f. Wort ist natürlich das turk. kJJo, pa-
naris (vgl. Zenk. s. v., Mikl. I, 50, Nachtr. I, 29, 11, 104,
Meyer 70).
1)  Nach der von Krem. angeführter turk. Erklarung des Bnrhan-i-kati\' bezeich-
net j*j , das in der Pehlevisprache ...Lx»i> [= dem modernen ,..Lb»S] bedeutet\',
ein in der Kriegszeit unter dem Panzer getragenes, baumwollnes r^ls^j bei
Krem. ist offenbar ein Druckfehler für !,\'<«■» i] Kleidungsstück.
2)  Wetz. 1.1. 164 schreibt giir (»^ = das ital. g in genio«). Ich hörte ganz deut-
ich das ital. c vor ».
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320                                  Herman Almkvist.
ibLo sdja, weiter, hemdahnlicher, knielanger Koek, weiss oder
schwarz.
Anders bei Dozy (nach Muh.). Nach Fl. III, 37 ist das Wort
wahrscheinlich das „ital. saja, sajetta, span. saya", welche WW.
teils eine Art Kleid, teils eine Art Tuch bedeuten; vgl. turk.
xjLo , Sarsche, buig. saja, langes Kleid (Mikl. II, 149, Nachtr.
II, 32).
,jU**i, yjUxwJ festdn, fustdn, PI. ^jjoLui, 1) [Jerus.]
Priesterrock; 2) [Ag.] = dli\'t atak, Schoss eines europ. Man-
nerrocks.
Diese Bedd. des Wortes \'«ó f. i. d. Wb. Zur Bedeut. „Frau-
enkleid" s. unten s^\'J- — *iüj*t, turk. etek, findet sich nur bei
Krem. Beitr. I, 9 mit der Bedeut. „Saum des Gewandes".
jtj^ [Syr.] $ubbe, [Ag.] gibbe, [Oberag.] gibbe, tfibbe, 1) der
weite, fusslange über den \'nmbdz (=■ ag. kaftdn, \'aftan) getra-
gene Mannerrock (s. Dozy, Vêt. 107 — 117, Mikl. I, 55, Nachtr.
I, 33, II, 110, Meyer 82); 2) [Oberag.] ein fusslanges, eigen-
tümlicb geschnittenes Frauenkleid aus schwarzem Wollenzeug,
an beiden Seiten von oben bis unten offen, und durch lange,
Bcbwarze Schnüre und Troddel zusammengehalten. Die Armel sind
gewöhnlich ebenfalls gescblitzt; mitunter fehlen sie ganzlich.
Die Bedeut. ad 2) f. i. d. Wb. Die gewöhnlicbe Kleidung der
Weiber besteht in Oberag., wie meistens aucb in andern Ge-
genden ausserhalb der grossen Stadte, nur aus dem fusslangen,
hemdahnlichen tob aus blauem Baumwollenzeug, wobei als Kopf-
bedeckung eine tarha von demselben Stoffe dient.
j^io bumus, 1) [Oberag.] der weisse, magbrebinische Mantel
mit Kaputze, entweder mit oder ohne Armel; 2) [Dam.] gros-
ser, weiter Mantel ohne Kaputze und Armel, gewöhnlicb
mit Seidenstickereien auf den Schultern verziert.
Dieses bekannte Wort (Dozy Vêt. 73 — 80) wird allgemein
(bei Dozy, Bel. u. And.) mit „capuchon" und „manteau a ca-
puchon" oder oft nur „manteau a capuchon" erklart, womit
auch *a)yS und $JyS\\S (s. das folg. Wort) übersetzt werden
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.               321
könnten. Nur Hartm. 297 hat „burnus seidener Mantel". Eine
ehemals getragene Art „Burnus" aus dem Hauran beisst JUjIjI»..
In Alg., wo das Wort burnus, bermis, lautet, bedeutet es be-
kanntlich nur „Mantel mit Kaputze", und diese beisst jü«*jlj
(vgl. Dozy), in Tun. vj&jiJo (f. b. Dozy). — Zur Ableitung
des Wortes aus @!ppoi; s. Frank. 50.
iLuJLc ralbije [Ag.], eine Art Burnus mit sehr kleinen Ar-
meln wie auf einer zabdje. — F. i. d. Wb.
ïijfiS kakule, PI. ^*S\\^S, 1) [Ag.], fusslanger Mantel für
Manner in der gïbbe- (oder eher in der heniê-) Form l), unter-
scbeidet sicb aber von dieser dadurcb, daas die Armel gerade
so lang sind wie diejenigen des unter der kakule (wie aucb
unter der gibbe oder dem beniê) getragenen \'aftdn\', d. b. bis
an die Fingerspitze reicben, und bis zum Ellenbogen aufge-
scblitzt (maftuh) sind, wabrend die Armel der gibbe nicbt auf-
gescblitzt (ma f ui „geschlossen") sind und nur bis an die Hand-
wurzel reichen. Ausserdem ist die kakule, im Gegensatz zu
gibbe und beniê, gewöbnlicb gefüttert, mit einem Kragen (&I$)
verseben, und auf den Scbultern, am Kragen, an der Armböble
(Jel#) mit Stickereien in Seide (masruf, tahrir) verziert; 2) [Ober-
ag.], = SuJ.i\'lS\' kaküUje [Syr.], fusslanger, weiter Mantel mit
einer oder zwei Knopfreiben vorne, und baufig auch einer Knopf-
reihe auf der Innenseite der Armel und mit einer angenahten
Kaputze (ag. tartiïr, syr. kah(b)u\'a).
Die WW. \'iiS\\S (aus turk. siySJi kokola, Kaputze der Mönchs-
kutte; vgl. Mikl. I, 97, Nachtr. I, 64, Meyer 211), SuyiTund
die obige Bedd. der WW. e^yXsuo, JLi&o und i_jj«^a* f. i. d.
Wb. Zur Bedeut. des letzten Wortes (eigentl. „Kosten") vgl.
_j,i 8. 293. Zum Worte ,j£jü (eine Form ^ÜuOj, Lane, Eg. I,
38 „beneesb" ist mir nicht begegnet) vgl. Dozy, Vêt. 88, Mikl.
I, 28, Nacbtr. II, 87, Meyer 36. Die i. d. Wb. f. Pluralform
lautet beniêdt. Zu ^IU» vgl. Mikl. I, 85.
1) S. Lane, Kg. I, 88.
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322
Herman A 1 m k v i s t.
Juw (ja*** ga»ü§ *idd [Sudan] unterscheidet sich dadurch von
dem gewöhnlichen Hemd {gamis, \'amis), dass es auf beiden Ach-
seln offen ist, wo es zugeknöpft wird.
Der Ausdruck Ju>. \'ï f. i. d. Wb. — Zu dem bekannten Wort
yaA a vgl. Devic (s. v. cbemise), Frank. 44, Meyer 187, und
weiter unten jts^^ï.
\'iiJLw, \\iy$L** shüfa, hohes, gerades, cylinderförmiges Ba-
rett ohne Krampe (
          ) mr griechische Mönche, zum Unter-
schied sowobl von juuJls \'allusa (ag. s«**aJL» \'alansawd), dem hohen,
oben konkav eingescbwenkten (\\ /), für griecbische Priester,
als von Suolb tdbije, dem boben, koniscben (/\\) für maro-
nitische Priester (s. aucb das folg. Wort).
Das Wort RjjC* (xiJLw) f. i. d. Wb. Dozy hat nur jUi«ü*J,
bonnet de nuit (nach Boet.); vgl. Zenk. s. v. uüd»t („spitzzu-
laufende Janitscharenmütze") und Mikl. Nachtr. II, 63. Das
Wort, das im Turk. als arab. Lebnwort gilt, gebt wobl auf
uaiuv! = Mvmkqs zurück. Zu \'iyujSs, x.*JLï und JLoUs vgl.
die ziemlicb abweichenden Erklarungen bei Dozy und Frank.
53. SywwAjlü bedeutet in Ag. aucb ein Gefass zur Destillation
von Rosenwasser (u. dgl.) in der Form eines Priesterbuts (f.
i. d. Wb.).
[? iUXXw] sattakije [Jerus.], hohe, sebwarze Mütze obne Scbirm,
mit steifem Rand und weicbem, am Rande berunterfallendem
Kopf (öurnwsl); wird von einigen lateiniscben (d. h. römisch-
katboliscben) Priestern getragen.
F. i. d. Wb. — Der gewöbnliche Hut der lateinischen Pries-
ter heisst, wie im allgemeinen jeder Hut europaiseber Form
(für Manner und Frauen), bornêta (Dozy s. v. «Uy, wo auch
nacb Ben Sed. Suppl. 899 die Form &Jü>\'.j bertela für Tunis
nacbzutragen ist).
iLxJ\'Uo taklje, \\aije, PI. ^\\yJo, 1) = &*?!£, wie in Ag.,
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323
Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgiiraralischen.
dunne, weisse, baumwollne Kappe unter dem Fez, besonders
für altere Manner; 2) dunne Kappe für kleine Kinder, manch-
mal durch ein Band, bei den Beduinen izndg ((JjLip genannt,
unter dem Kinn festgehalten; 3) ein ehemals allgemein, nun-
melir selten und nur bei den Muslim\'en gebrauchlicher, niedri-
ger tarbüé für Frauen, haufig mit Perlen auf der Troddel ver-
ziert (vgl. unten %Jo und jLwlfe); wurde früher Ton demselben
Stoff wie der Mannerfez (aber nur in dunkleren Farben, benefse-
§1
u. dgl.), jetzt aber nur von Sammt verfertigt.
Die Bedd. ad 2), auch im Turk. (vgl. Zenk. s. t. und Mikl. II,
169, Nachtr. II, 45), und ad 3) f. i. d. Wb.
[?«£*] cug(f [Bed.J, eine Art Kopfbedeckung für kleine Kin-
der , welche den ganzen Kopf nebst Nacken und Wangen schützt
und vorne rings um das Gresicht herum hervorsteht.
Möglicherweise könnte dieses i. d. Wb. f. Wort, welches ich
leider nur in obiger Umschreibung verzeichnet habe, so viel wie
das schriftar. (Jjjüift „Eister" sein \'). Wénn dem so ist, hatte
icb. das Wort falsch gehort evgac statt cugcag oder vielleicht
cugfa\' 1). Oder hangt das Wort mit dem auch i. d Wb. f. Be-
duinenworte sLï.t zusammen ? Meine hierauf bezügliche, eben-
falls hinsichtlich des richtigen Wortlautes unsichere Aufzeich-
nung aus Moab lautet: „? sLs.f ugdh? itgacf Kissen über dem
Kamelsattel (geddd) gewöhnlich aus zwei langen, schmalen Stroh-
sacken bestenend" 3).
1)  Ganz und gar dieselbe Art Kopfbedeckung, wie die oben beschriebene, heisst
in Schweden .kraka» (Krahe), und wird nur von kleinen Madchen getragen. Von
einem solchen sonderbaren Zusammentreffen der beiden Sprachen, der arab. und der
schwed., in bildlicher Namengebung, liefert auch das Hack werk XaUu jCsjlLs
(e. unten im Abschnitte «Speisen») ein Beispiel.
2)  Einerseits wird das ö a«ch bei deu Beduinen mitunter als hemza ausgespro-
chen, andrerseits wird das dem ^ gewöhnlich entsprechende g so tief postpalatal
ausgesprochen, dass eine Verwechselung mit e leicht möglich ist.
3} Der gewöhnliche Kamelsattel bei den Beduinen bestcht aus zwei gabelförmigen
Holzstücken (A) geddd, welche anf den Rücken vor und hinter den Hoeker ge-
Heckt, und an beiden Seiten durch je zwei gekreuzte und mit Seilen (OU:l>
frilzimdt) au den Enden nnd Spitzen der beiden i/eddd befestigte Holzstabe (...Luac
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324
Herman Almkvist.
[ JUxU* ?] eenbetï [Bed.], Kopftuch unter der keffije auf einem
mendM oder auf dem Kopfe selbst getragen. — F. i. d. Wb.
fjoJi \'nrs 1) [Syr., Ag.] der obere, flache, liegende Teil eines
Fez, einer Mütze, eines Huts (vgl. das folg. W.)j 2) [Syr.]
eine besondere Art Holzkohlen in der Form Ton flachen, run-
den Scheiben mit einem kleinen Loch in der Mitte; 3) [Oberag.]
gurs oder haufiger gursa, grosse Bucht des Mlflusses (vgl. oben
il, S. 275).
\'\'üiese Bedd. f. i. d. Wb.
»jjli> ddira, 1) = ofo, der cylindrische, stehende Teil eines
Fez\' (Huts, Mütze); 2) das Seiten- und Hinterleder an den
Sch.uh.en, zum Unterschied Tom Oberieder auf dem Eist, wiêê
(**•, s. weiter unten).
Diese Bedd. f. i. d. Wb.
ïJe turra, 1) [Dam.]=:jv zirr [Ag.], die Troddel des Man-
nerfez; 2) [Dam.] Troddel an Damenstiefeln; 3) [Ag.] = \'iXïyi
fer\'illa,
ein Stück Zeug, ein Taschentuch (od. dgl.), zu einer
Peitsche zusammengedreht, womit spielende Kinder einander
schlagen.
Das Wort Tv hat in diesem (sonst nur bei Wort. Mulh. 696 an-
gegebenen) Sinn in Ag. die Pluralform .Ut ezrdr, zum Unter-
schied von T\\ zirr, Knopf, PI. JX oder JSf.v (in Syr. hingegen
asjdii) miteinander zusammengehalten werden. Unter jeden (jeddil wird ein Stroli-
sack (Jij witr) gelegt und durch Kiemen (netdié, («oüCj oder (jiJLjCj) festgehal-
ten. Der ganze Sattel, der auch einfach Ijeddd heisst, wird durch zwei an beiden
Seiten an den beiden \'0jy\'<?«-Paaren befestigte Bauchgurte, von welchen der vor-
dere ■ •tUaJ bafau und der hintere w*ji> ha/jab heisst, an Körper des Kamels
festgehalten, und auf den Sattel wird nun der ugdh gelegt, urn darauf gut zu sit-
zen. Die WW. oL«;l> und „soLci (jjüjLü?), die obigen speziellen Bedeutungen
der WW. o\'A>, qLuoc und Jjj f. i. d. Wb. Der hier gegebene Unterschied
zwischen qÜw uud ^&». findet sich schon bei Wetz. Z D M G XXII, 120, mit
der schriftar. Form ■mLLj .
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Kleine lieitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.               325
J.J). — Das Wort gJa mit der Bed. ad 1) findet sicb bei Wolff
s. v. Mütze, Nof. 143, Bel. Franc,, (s. v. gland, „bouppe en
laine, en soie") und Abcar. s. v. tassel. Daneben ist in Syr.
aucb das allgemeine JolLi éerrdbe sehr gebraucblicb, welches
Wort in Ag. (bier biiung êurrdbe x) ausgesprocben) gewöbnlich
Troddeln an Gardinen, Pferdedecken u. Ahnl. bezeicbnet. Die
Troddel am Weiberfez heisst in Syr. hoé, vgl. unten k*»Uo,
eine Bedeut. des Wortes J**». („touffe de cbeveux qu\'on laisse
sur Ie sommet de la tête", Dozy), die i. d. Wb. f. Die Bedeut.
ad 3) von %Jo f. i. d. Wb. und XJlitjJ (aus (ppxysXKiov, flagel-
lum Frank. 113) ist sonst, nach den Quellen bei Dozy, eine
grosse Lederpeitscbe für Lasttiere.
Suct~w éawame [Syr.], (jjJLe [Ag.], ein kleines, enges, (etwa)
zollbohes, rohrfórmiges Stück in der Mitte des \'urs (s. S. 324),
von demselben Stoff wie der ganze Fez. Die %Jo &k 3 \'am(ei
turra,
d. b. das mit Seidenfaden fest umbundene Ende der Trod-
del (vgl. das folg. W.), wird in die éawame hineingesteckt
und mittelst einer kleinen, durcb die éawame gehenden und auf
der Innenseite (•**") des \'urs befestigten Scbnur festgebalten.
Das Wort jLelyvi und die obige Form und Bedeut. des scbrift-
ar. (jjifi „Hals" f. i. d. Wb. — Zu Xia S vgl. das folg. Wort.
XaSs xUtv (gUO \'amtet (oder rabtef) ra\'aha [Syr.]; juï» -Mj>
oder \'iS\\yS kravdta [Ag.], europaische ïïalsbinde für Miinner,
Krawatte.
Das Wort JLst.*? und der Ausdruck juü. jila i\' f. i. d. Wb.;
nur Delap. 98 bat „iajLT grabeth", cravates, neben (S. 74)
JUïJf cUoo SLcwSuo mhharma mid erraqba; \\ &U\\. findet sicb
bei Nof. 144 und Hartm. 97, Z. 17, \\ Job; bei Cad. 25, Mal. 47
und Sal. 15. Jcó\'Jf &ow£\\jo (bei Boet. s. v. „cravate") bedeu-
tet in Syr. nur Halstucb (ein grösseres, viereckiges Tucb, meis-
1) Hartm. 263 giebt [für Syr.] Krrdbi und [für Ag.] iirrdbe. Auch in Alg. heisst
diese Troddel JüL-w\' aber in Tan. (nach Mach. 437) \'<&*jS (f. i. d. Wb.).
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326
Herman A lm k vist.
tens für Frauen und Madchen). Das Wort «U°s bedeutet nicht
nur „bandeau de tête" (Muh., Dozy, Bel.), sondern, wie aus
den Ausdrücken juü\\ \'ï, SjJs \'S (s. das vorangeh. Wort) und
)])i * (s> &*)» 8* ^88 A") ersichtlich, ganz allgemein „Binde" (so
richtig bei Wahrm.). Als „Haarbinde" fiir Frauen und Madeben
ist die \'amta ein dunnes zur Breite von etwa 4 cm. gefaltetes
Seidentuch, das wie bei uns iiber das zurückgekammte Vorder-
baar und unter das Hinterhaar gebunden wird, zum Unter-
scbied von Joj bend (PI. i>«-o), dem „Haarband", womit die
unteren Enden der Haarflechten umbunden werden.
JÜia-ójc, 1) madbata, kleine Scbürze, Serviette oder Lappen
beim Rasiren armer Leute; 2) masbata oder mazba{a, richterli-
cbes Urteil.
Die Bedeut. 1) f. i. d. Wb. Die riebtige Aussprache bei der
Bedeut. 2) findet sich nur Fl. III, 39 „madbata, nacb gewöhn-
licber turk. Aussprache mazbata".
&JL)«x marjala, Geiferlappen (für Kinder), Pichel.
F. i. d. Wb. Nur bei Hartm. 249 (s. v. Scburz) findet sich
das vermutlich synonyme marjula.
xjvJoo sidrije, 1) [Syr.] Weste, gilet, — Ag. ^.jJlo sudérï;
2)  [Syr.] Leibchen für Frauen, unter dem Kleid getragen und
gewöhnlich einfach zugeknöpft (vgl. unten <X&e und XJLo*i);
3)   [Syr.] Schürze, tablier, für kleine Kinder (bis etwa 5 Jah-
ren), dem rnamluk für erwachsene Madchen und Frauen entspre-
chend. Für Beides wird oft auch das Wort &Jo«j/«to (PI. fuwat)
gebraucht, das im allgemeinen Handtuch, Serviette, Schürze,
besonders aber die verschiedenen, im Bade angewendeten Tücher
bezeiehnet; s. Dozy, Vêt. 339 und Mikl. I, 62, Nachtr. I, 39,
II, 117, Meyer 115; 4) [Jerus.] Brustriemen für Pferde, dessen
beide Enden am Sattel befestigt sind.
Die Bedd. 2) 3) und 4) fiir 2ü;tX»o f. i. d. Wb. und für
ij JU* findet sich die Bedeut. „Schürze" nur bei Bel. (Wahrm.),
Heury und Bel. Franc,, (s. v. tablier). Die Schürze für Manner
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.               327
heisst in Syr. g.v. wazre oder (wie im Schriftar.) pySwo mahzam,
und wird nicht nur im Bade (wie bei Dozy s. v. pV^jo und Bergg.
s. t. „bain",)» sondern z. B. auch von Café-Aufwartern gebraucht.
In Kairo beisst die Schürze der Aufwarter (jills) nicht mahzam
oder wazre, sondern bffytdne. Für die verschiedenen Badetücher
(fuwai) wurden mir dort folgende Namen angegeben (nach der
Ordnung, in welcher sie angelegt werden): mahzam um den
Leib, sidr um die Schultern, tdg oder eöluw um den Kopf1).
Diese Bedd. für »JL«o, _b* und lic f. i. d. Wb. In Dam.
heisst das lange Tuch aus goldgesticktem Muil, welches die
— o
Frauen im Bade um den Kopf schlingen, JUxóOx menéefe, was
sonst im allg. „Handtuch, Serviette" bedeutet. Zu betdne vgl.
oben JüUaj, S. 305.
JotXs» gedil [Bed.], ein um den Hals getragenes, geflochte-
nes Band, worin die Pistolen gesteckt werden.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb.
\'HuAm sfejfife [Bed.], Sabelgurt.
Zu diesem i. d. Wb. f. Sinn vgl. die bei Dozy gegebenen
Bedd. dieses Wortes. An diesem Gurt ist die éedde befestigt.
ü J-& éedde [Bed.], Scheide für Sabel (séf) und Dolch {éibrïje).
Diese Bedeut. des Wortes SjJi f. i. d. Wb. Zur obigen Be-
deut. Ton xj JL*> (sonst „Reitkorb auf dem Kamel", s. Dozy),
welche sich nur bei Bergg. 802 „schebriyyé poignard" findet,
vgl. ji)j&. (jjl#L&), épéron, bei Dozy und „\\j*j& épérons" bei
Beauss.
1) Lane, Bg. T, 38, gicbt die Zahl der Badetücher auf 5 an, nennt aber nur
mahzam. als besonderen Namen für das Lendentuch. Das erste seiner Tücher »a
napkin in which to put his clothes» wurde von raeinem Gewahrsmann nur fata ge-
w > >
nannt (vgl. oben édra, S. 306), und vielleicht künnte^lfc eigentlich das t\'ünfte sein:
•to cover his back*.
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328                                  Herman Almkvist.
&JU-* êamle, 1) [Ag.] breiter, dicker und ausserordentlich lan-
ger, wollener Gurt für Vorlaufer (,j«*3L«;); 2) [Sudan] ein
grosses, schwarzliches Umschlagetuck Ton grobem, wollenem
Zeug, mit Gewürzen gerauchert, um damit teils den Körper
selbst, teils (und vorzugsweise) die in die êamle eingelegten Klei-
dungsstücke zu parfümiren.
Nur Dozy (nach einigen alteren alger. Eeisebescbreibungen)
und Beauss. geben die allgemeine Bedeut. „ceinture", Beauss.
auch „partie du haïck qui enveloppe la tête et la figure", Bel.
(syriscb) „bandeau, petit turban". Bei Dozy, Vêt. 59, wird
\'iX & als synonym mit \'i&js folgendermassen (nacb Lane) be-
schrieben: c\'est une pièce oblongue d\'une étoffe de laine épaisse,
dont on fait usage pour s\'en envelopper Ie corps pendant Ie
jour et qui sert également de couverture pendant la nuit; elle
est généralement brune ou grise"; Kazim. Bel. u. A. „manteau
qui enveloppe tout Ie corps".
X & (jl»^ci) êumdr [Ag.], PI. ï^ &\\ iêmire (mit sehr deutli-
cbem i im Anlaut), ein langes, breites Band (dicke Schnur
od. dgl.), welches um den Hals und kreuzweise über den
Kücken gebunden wird, um zu verhindern, dass im Busen (C*ê)
ge tragene Sachen durcb die Armel herausschlüpfen (oJL»ót);
wird besonders von Vorliiufern getragen.
Dieses Wort findet sich bei Boet. (Dozy) und Oad \' 97 (bei
Beiden obne Vokale) mit der Bedeut. „Hosentrager" (s. unten
«yLolj».) und bei Wort. Mulh. 697 „A & sboulder band for
keeping up the sleeves (vgl. das folg. Wort).
XiLe» rummdne, PI. -dl, 1) [Syr.], = $JoaJu<m*\\ edalita, PI.
^3ilU*uf [Ag.], Achselband, Epaulette; 2) [Ag.] ein Zierat aus
Posamentirarbeit auf dem sumdr eines Yorlaufers (s. das vor-
angeh. Wort); auf dieser rummdne sitzt eine cöJfsa, ein Knopf
in Posamentirarbeit mit Golddraht (asaè).
Die Bedeut. 1) des Wortes xilxu („Granatapfel") findet sicb
nur bei Nof. 275 und Heury 172. Die Bedeut. 2), das Fremd-
wort S&aX**mI un(i die obige Bedeut. des Wortes juaJLe f. i. d. Wb.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.               329
tiJ^JÜCd sakUk, [Oberag.], Ledergurt mit besonderen Fa-
cbern, je eins für jede Patrone. — F. i. d. Wb.
(jjLJb tamdk [Beir.], PI. -dt, iiJUj.3 tilzlük [Ag.], Gamaschen.
Das Wort ,jUie findet sich bei Nof. 148, Landb. 406
„ijUi? aus turk. (Jjlxuis", Heury 219 (jjUto und ïïartm.
\'o\'
189 „(syr.) tmda, (ag.) timdq".— viJUjj\' aus turk. (^-.«j* tozluk
findet sicb bei Mal. 48 ^Ujó* und Oad. \' 100 „dLLj<>, dÜ-.Ji
touzlouc". In Alg. beisst guêtre nach Beauss. und Ben Sed.
XïUy^ terbdka, PI. (J^sl Ja (feblt bei Dozy); für Tun. s. unter
uyljU-a., S. 331.
Jiaj hu\\r [Ag.], PI. -dt, Kniehosen für Soldaten, mit tüzliik
(s. das vorang. Wort) getragen.
Dieses i. d. Wb. f. W. ist das turk. \\Jloyi, potur „eine Art
Hose, oben weit und vom Kniee abwarts eng anliegend und
mit Hefteln befestigt", Zenk.; Mikl. Nachtr. II, 15, 183, Slav. 19.
,. lUiy bantalón, mitunter aucb mantalón, PI. -dt, 1) ge-
wöbnlicbe europaische Mannerhosen; 2) (wie auch das franz.
pantalon) weisse, europaische Unterhosen für Damen anstatt
des oriental. êintijdn (vgl. Dozy); _LajU*«I \'j, sebr weite
Mannerhosen europaischer Facon, etwa die Mitte baltend zwi-
schen den gewöbnlichen abendlandischen Hosen und dem orien-
tal. êirwdl (Pumphosen).
Das Wort ^JLklj findet sicb in den oriental. Wórtersamm-
lungen Nof. 145, Mal. 49, Cad. 25 (banthalbri), wie auch bei
Heury, Bel. Franc,, und Hartm. 206 (bantalun). Die Form jjJLkAX ,
die Bedeut. ad 2) und die Varietat stambUli f. i. d. Wb. Zu dem be-
kannten Wort JL~w, Jt. J* (pers.-türk. .| JLtü éelwar) vgl. Dozy,
Vet. 203—209, Frank. 47, Mikl. II, 164, Nachtr. II, 40.
jK&&Ji éahêtr [Ag.], Unterhose für Manner (eig. nur bei
den Scbneidern neben dem allgemeinen libds gebrauchlich).
Dieses Wort, türk.-pers. wy&sL». („lange und weite Hose,
VIIIe Congres international des Orientalistes. — Section sémitique. 22
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330                                      Herman Almkvist.
die an den Knöcheln anschliesst", Zenk., vgl. Mikl. I, 35, Nachtr.
1, 20, II, 92) wird bei Dozy (nach Boet.) mit „kaut-de-chaus-
ses, pantalon joint a des ckaussures de peau" und (nack Humb.)
mit „bas" erklart. Beauss. sekreibt Sjju&Jui, Pk ~&liü£, Okerb.
tchehatcheur, Delap. 75 „w&UL* tcheqatcher", Mare. neben jj^A^ui
auck y^Lftj\', Ben Sed. „..A/kJLci chekchir ou jjl&Iü\' teqchir, pi.
jj&i\\JL& ou w^Liü\'", Mach. 437 »jUiUiJ\' (Alles nur mit „bas" er-
klart); vgl. auck das Mg. Wort. Hiernack Dozy zu vervoll-
standigen.
^23 ty». gwdnti [Ag.], Handsckuke.
Findet sick nur Sak 17 goinü, und Nakkl. 56 guanti, dane-
ben auck, wie bei Oad. 26, ,j.jJf (turk. eldiwen). In Syr. heisst
„Handsckuk", wie auck oft in Ag., \\j£ kef, PI. hfwf; in Alg.
sagt man für „gants", nack Delap. 79, 99, JoJ! cLa^o w&Ui.&
tcheqatcher mtd el-iedd oder tyUX^\\Jf gouantes (f. b. Dozy).
SiMjui éeddde (oder vielleickt ricktiger éedddde), kleine ein-
facke Schnalle kinten auf europ. Hosen und Westen; wird auch
bfejzime oder memseke genannt.
Diese Bedeut. des Wortes s^ljui f. i. d. Wb. Zu dem allge-
meinen Namen für „Scknalle" *jyj| oder JUoyj vgl. auch unten
jüCJLj. — Das i. d. Wb. f. Wort \'iX*uX* bedeutet gewöknlick
„Griff, Handkabe", wofür Dozy (nack Boet. und Muh.) SUCL*
und (nack Hélot) dLu^xi kat, Bel. und Muk. SUCLi).
«yUty». oder «yUÜü [Beir.], Se\\jb3 [Dam.], jtéLó^Aj Ijun-
bdga,
Pk -dt [Ag.], Hosentrager.
Die WW. XjoLö., XiLÜT und xaLjyo wie auck die obige
Bedeut. von .bL&s f. i. d. Wb. In Dam. sagte man mir aber,
dass &3U5 nur „Strick, Fessel", womit die Hande auf dem
Rücken zusammengebunden werden (= sekriftar. oLjlS") be-
deute. Für den ganz modernen Begriff „Hosentrager", geben
Wolff (s. v. Tragband), Hartm. 206 und Oad. 25 «y^U^-,
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Kleine Beitragé zur Lexikographie des Vulgararabischen.               331
Heury 53 und Bel. Fran$. 137 (^yXJaJuJh JÜU*., Dozy (nach
Boet.) .{ £ (s. oben S. 328), Cad. \' 97 X & und „oÜftx illa-
cal",
Delap. 77 ,,^üLa3 tiranti" (aus dem Franz., Ital.)
Sjtfyu sitbije [Ag.], Steg (an Beinkleidern) = frz. sous-pied.
Nur bei Cad. 25 soubia.
isAiüws» tsirbandt [Jerus.], Strümpfe.
Das Wort ^Lj«a. findet sich nur bei Dozy (nach Burckh.
Nubia) ohne Vokalisation und bestimmte Bedeutung. Das all-
gemeine Wort für „Strumpf" [Beir., Dam., Ag.] ist gordb
(lj!^, v\')?-^ au3 *ürk.-pers. v\')5^\' M^- I» 43, Nachtr. I,
25, II, 97, Meyer 450). Daneben kommt in Syr. (besonders in
Beir. und Jerus.) aucb das ital. JL^JLS- kalsa, kelsa, PI. -dt,vov.
(Bine Sclireibung oder Ausspraclie iuJLS, wie bei Dozy, kommt
jetzt nirgends vor.) Muh., Bel., Heury, Bel. Fran^. und Abcar.
geben nur die Form <->jl^ mit dem Plur ^\\\\js* und Jü*La»,
was vermutlich als die richtige (d. h. modern-schriftar.) Form
gilt. Ich hörte aber das Wort nie anders als gordb (oder jördb)
aussprechen, mit dem PI. gorabdt; Wolff 279 hingegen gerdb,
-dt
(Nof. 148 i^jLLa») und Hartm. 258 für Syr. nur kilsdt.
Für Ag. giebt Hartm. 258 gürabdt und 321 Jcalsdt, die ein-
heimischen Wörtersammlungen dagegen nur iaAjf.y&., Sal. 15
gorabdt, Cad.1 97 chourabat , Cad.8 26 charabdth, Nakhl. 157
„shorabdt or gorabdt11, Mal. 46 auch oUf-&. I*1 Alg. heisst
„Strumpf" neben dem allgemeineren 8.jy&A<£ (vgl. oben yx&.g\\j&)
nach Beauss. iwfjj> (PI. v_*SL:k), was in Tunis (auch nach Ben
Sed. Suppl. 909) „guètres" bedeutet, nach Marcel oL» djerdb
oder <->!«*■ tchourdb mit dem sonderbaren PI. uAys* tcheroudb
(eigentlich nur eine Umstellung des Wortes i->l\\v&- in kollekti-
vem Sinn), und in Tun. nach Ben Sed. Suppl. 896 und Mach.
437 ioM»)kS kldset. Hiernach Dozy zu vervollstandigen.
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332
Herman Almkvist.
S c li u h e.
Der allgemeine Name für „chaussure" (schriftar. «.Ijk.».) ohne
Hinsicht auf die Form ist in Ag. wie in Syr. o*JO merMb
oder etwas seltener Jus»«J\' (sXxs^Ji) tergil. Daneben kommt in
Syr. auch Sbl*w«e surmdje, das besonders, wie merMb in Ag.,
den gewöhnlieheii, roten Schnabelschuh der Stadtbewohner be-
zeichnet (vgl. unten x*Jb), sehr oft als allgemeiner Name für
alle Arten yon Schuhen vor (vgl Laudb. 397 und Fl. III, 29).
In Algier, wo (nach Beauss., Delap., Cherb. und Mare.) „souliers,
chaussure" ialLé (aus span. zapato) heisst (vgl. unten .feLLo),
soll in demselben allgemeinen Sinn auch das Wort ioL&x meê-
sdje
gebraucht werden \').
Das gewöhnliche, schwarze Wiclisleder heisst gild bója, manch-
mal auch nur boja, das oriental. Maroquin, Corduan, sihtijdn
und das Glanzleder lammcF 2). Das Oberieder vorne heisst farea
oder gewöhnlich wiss (wusê) el-igr, oft auch einfach wiéé3)
(vgl. oben S-S(«>), die Sohle nal, „Halbsohle" (das Neube-
1)  jüLwwt, bei Dozy (nach P. Smith) mit „semelle./ übersetzt, wurde mir von
meinem Lehrer in Paris (einem geborenen Algierer) als das dem franz. //chaussure"
am meisten entsprechende moderne Wort (statt des schriftar. iIlX.»» bei Humb. 20)
genannt. Beauss. erkliirt jedoch aüLw^o mit «machine pour apprendre a marcher aux
enfants*, und dies ist aueh die jetzige Bedeut. des Wortes in Ag., wo mekkdje oder
senndde (SoLa*», f. i. d. Wb.) ein dreieckiges Holzgestell auf Radern oder Sollen
mit Staben an jeder Eeke und zwei Griffen (idén), an welchen das innerhalb des
Gestelles stehende Kind sich halt, bezeichnet.
2)   Das bei Dozy fehlende Wort Süy (turk. üy bója, Mikl. I, 29, Nachtr. II,
88, Meyer 40, Farbe, Wichse), das sich sonst nur mit der Bedeut. Wiehse (Cad.1
98, Wolff 312 und Hartm. 278 buja, Wabrm. (s. v. Wichse) bója, bAja, Landb.
207 (fiöyd)) verzeichnet flndet, bedeutet auch .zugeriebene Farbe» (bei den Malern)-----
Zur obigen i. d. W. f. B. des Wortes eLJ vgl. Nof. 148 » s_mJ A**w^ bottines
vernies».
3)   Zu dieser bei Dozy fehlenden Bedeut. der WW. SCcji U1»d tó-« vgl. Boet.,
Cherb., Heury, Bergg. a. v. empeigne, und Landb. 234. In Ag. heisst nach Cad. *
100 «empeigne tL&x ghicM".
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.
333
sohlen alter Schuhe) ««.<.« nacl\'), das ïïinterleder (der Hacken)
kab (in Alg. nach Beauss. und Delap. 92 -.Jls qdem), der Ab-
satz kab nal oder, wenn kein Missverstandniss zu befürchten
ist, einfach kacb (in Alg. nach Beauss., Ben Sed. und Cherb.
l»tXï kdern, bei Dozy nachzutragen), Lappen sa\'f et wiss.
üyti-Ü fetrendt, die Seitenstücke des Oberieders (zwischen
wiss und kab).
Dieses i. d. Wb. f. W. ist vielleicht richtiger «yLüwCi als
ein Plur. des Duals .jjJci (hier etwa „zwei Zwischenstücke")
zu schreiben.
jjj bilz oder auch bies, die vorne aufgebogene Spitze der Sohle ,
Schnabel.
Zu dieser i. d. Wb. f. Bedeut. vgl. besonders alban. buze,
Lippe; Spitze, Schnabel eines Gefasses" 2).
i^iè deneb [Syr.], &oJ\\ zellüme [Ag.], der keilförmige, hin-
ten einige Zoll hinaufgehende Teil des Hinterleders.
Diese Bed der beiden WW. f. i. d. Wb.
üfLwuo metsdie, 1) = (j6! %dn (widn), Strippe (zum Anzie-
hen) an europ. Halbstiefeln; 2) G-elander an der Treppe europ.
Hauser.
Das Wort %S\\u*uo und die obige Bedeut. des Wortes ^61 f.
i. d. Wb. Eine andere auf Schuhe bezügliche Bedeut. des letz-
teren Wortes s. unten.
1)  Nach Hartm. 109, Z. 4 bedeutet «»«#? nal\' auch ein nnd eine halbe Sohle (= na\'l
umtff).
2)  Meyer 57 scheint sowohl das wohl ziiniichst aas dem pers. i«j («spatium inter
■abia et nares, rostrum avis» Vuil.) entlehnte arab. -^i »Maul, Schnauze» (vgl.
Dozy s. v.) als auch das arab. und pers. (j~jJ, £**).?, turk. \\*v«J (vgl. Mikl.
Nachtr. I, 19, II, 91) auf ein lat.* bucium (nicht basium) zurückführen zu wollen.
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334                                       Herman Almkvist.
^L-ó dabdn (aus tiirk. (jlds, Fusssohle, Solile, Mikl., .II,
167, Nachtr. II, 43), die sehr dunne, am haufigsten weisse,
innere Sohle in feineren Schuhen, „Bindesohle".— F. i. d. Wb.
yXj Jvo mfwjnastar, lose Sohle zum Einlegen in Stiefel und
Schuhe. - F. i. d. Wb.
dLo*J (dLyU/il) lastik [Syr.], in Ag. auch dLud lastih, PI.
-at, 1) Ghimmizug (in Stiefeln), élastiques; 2) Halbstiefel europ.
Facon, für Manner und Frauen (nicht notwendig init Gummi-
zug); 3) [Ag.], haufiger lastika, Sprungfedermatratze, sommier.
Findet sicb. nur mit der Bedeut. ad 2) bei Hartm. 257, Nof.
148, Heury 49 „viLaU" und Bel. Franc. «iJLaJÜ- Auf dem
Damenstiefel befindet sich gewóbnlich eine Rosette {warde) mit
Schnalle bfejzime, (iig. masbak), oder ein Knoten aus Posamen-
tirarbeit (éemse, vgl. Dozy s. v.) mit einer Troddel {turra, s.
oben S. 324.
(j^ö»j butin [Beir.], PI. -at, europ. Halbstiefel für Manner
und Frauen. »I>\\U \'j, Knöpfstiefel, gfry ■*■■> \'j, Schnürstiefel.
F. i. d. Wb. — Der Plur. ist selten; man sagt (wie über-
haupt bei allen Arten von Schuhen) \'j »<>-.* ferde b., ein
Stiefel, \'i _.» §óz b., ein Paar Stiefel. Zwischen lastih und
dem spater eingedrungenen butin macht man oft den Unterschied ,
dass das erstere die in Syrien nach europ, Facjon verfertigten,
das letztere die aus Europa importirten Stiefeletten bezeichnet.
xjUjJÓ» sharbine [Syr.], (j^?jCw skarbin [Ag.], feine, aus
Europa importirte Schuhe (ital. scarpino; vgl. »«tXiS).—F. i. d. Wb.
(jiJlS" (jiJ!/) kalüê, PI. -dt und (j£uJL$\', Überschuh, Gum-
mischuh, Galosche.
Findet sich mit iiJ nur Heury 208 ^J,J\\S, Hartm. 265 ga-
losch\'
; Bel. und Muh. ji JU». Das Wort ist ursprünglich das
neugriech. x«A*5rdS<(fli/), Leiston (vgl. Brachet, Dict. etym. s. v.
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Kleine Bcitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.              335
Galoche und Mikl. Nachtr. I, 56, II, 141), wovon auch das
arab. y_jJUi (s. oben S. 294) stammen soll.
jU-s»aaj bantufle, mitunter auch mantufle [Syr., Ag.], PI. -at,
Pantoffel europ. Fac,on.
Nur bei Hartm. 233.
oLj babiïtf, PI. ^.aAj , gelber Schuh mit buz (s. oben S. 333)
und, statt Seiten- und Hinterleders, einem sehr niedrigen, stei-
fen und festen Eand und harter Sohle, ohne Absatz; wird von
Frauen, manchmal auch von Mannern, entweder als „Pantoffel"
am Fusse (resp. Strumpf) oder haufiger als „Überschuh" über
hvff, mest oder \'alêin getragen (vgl. 5»Juf).
Dieses wohlbekannte Wort (pers. ,£,.jL>, turk. «jL>, Mikl.
II, 139, Nachtr. II, 10) wird allgemein (Bel., Wahrm., Beauss.,
Dozy, Hartm., Cad. l) nur mit „Pantoffel" übersetzt. Zur Bed.
„Überschuh" vgl. Wetz. Z D M G. XI, 484 „baMé Überschuh",
Bergg. (s. v. Vêtement) „espèce de galoches", Dozy, Vêt. 50, und
Lane, Eg. I, 57. Nirgends findet sich eine genauere, der jetzt all-
gemeinen Form entsprechende Beschreibung. Nach Bergg. (s. v.
pantoufle) ist der iabiïg „garni, au lieu du talon, d\'un petit fer
épais . . . courbé en fer de cheval", und auch in Alg. sind (oder
waren früher) nach Dozy, Vêt. 52 „les babouches . . . des sou-
liers plats ferrez sous Ie talon".
xklsv.w sahhdta, schwarzer Pantoffel ohne Hinterleder, aber
mit einem sehr niedrigen Absatz.
Diese i. d. Wb. f. Bedeut. geht aus dem vulgaren Sinn von
h <v & (im Gehen) mit den Füssen „schleppen" hervor; vgl.
auch die zweite, moderne Bedeut. von x^Lsx»«i, „Streichhölz-
chen". Auf denselben Grundbegriff „tirer" (une ligne, Landb.
311, bei Dozy nachzutragen) geht auch eine andere (i. d. Wb.
f.) vulgare Bedeut. von iasv*i „(die Wasserpfeife) rauchen",
gJa&~& êahta „ein Zug aus der Nargile", zurück; vgl. bei Dozy
(nach Muh.) „sucer (quelque liqueur au moyen d\'un tuyau)".
_jjLi \'sXssjs takte baMj („Pantoffelabsatz"), Pantoffel mit sehr
niedrigem Absatz, wie an der sahhdta (siehe das vorherg. Wort),
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336                                  Herman Al mk vist.
aber feiner und nicht nur von schwarzem, sondern auch von
farbigem Leder. — F. i. d. Wb.
JL&jJiA éiftiêe, \'i\\\\j&- gerrdra, s^&jJb êebêeb [Ag.], Pantoffel
nach europaischer Fa^on.
Das Wort ^&ju&, und diese Bedeut. der WW. s\\Us». (eig.
„traineuse" = j&Lsufc) und &&£iw f. i. d. Wb. Das letzte
Wort findet sich nur bei Dozy, wo es (nach Lane Eg. II. 320)
mit „ornement dans la chevelure des dames" erklart wird.
jjaJcji bartuêe [Beir.], alter, abgetragener Pantoffel.
Zu der Bedeut. dieses Wortes („savate, vieux soulier", Dozy
nach Boet.) vgl. das bei Dozy mit Unrecht davon getrennte
„jilfelj seuil d\'une fenêtre ou d\'une porte" (Bel., syrisch).
huff\', cutuo mest, Stiefeletten (bottines) von weichem,
meistens gelbem Leder, ohne besondere Sohlen und Absatze.
Der Unterschied ist (in Dam.) der, dass der nur von Frauen
getragene huff oben sehr weit ist, wahrend der gewöhnlich nur
von Mannern getragene mest an der Seite durch Gummizüge
{lastik), eine Schnalle {ibzim), oder ein paar Haken und Ösen {da-
har wa-wnsd)
ans Schienbein anschliesst (vgl. die zwei folg. WW.).
Nach Lane, Eg. I, 39, 55, 57 wird der huff von Frauen im
allgemeinen, der mest von Mannern und feineren Dam en ge tragen;
eine nahere Beschreibung wird dort nicht gegeben (vgl. Dozy,
Vêt. 155 ff.). Die Formen \'h», i>.x (Lane 1.1., Dozy) sind mir
nicht vorgekommen, wie auch nicht die bei Bergg. 801,807 in
Bezug auf mest erwahnte Grebrauchsweise „ordinairement attachés
aux pantalons ou aux calec,ons". Bei Beauss., wo auch, wie
hier, huff und mest als Synonyme gegeben werden, kommt
neben ouLó nur die neue Form ouó vor; vgl. übrigens Zenk.
s. v. und Mikl. II, 127.
^AJli\' \'aléin, PI. (jjuS.iVj, sehr niedrige Halbstiefel (oder
hohe Hausschuhe), für Manner, von weichem, am haufigsten
gelbem Leder (etwa „Ledersock"). Wie mest und huff haben
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Kleine Bcitrüge zur Lexikographie des Vulgararabischen.               337
sie keine besonderen Sohlen und Absatze, und werden, wie diese,
auf der Strasse in der Eegel nur. mit habty (s. oben S. 835)
getragen. Von huff, mest und labfejsin (s. unten) unterscbeiden
sie sicb dadurch, dass sie nicht, wie jene (einige Zoll) über
die Fussknöchel hinaufreicben.
Dieses Wort (ital. calzino, turk., •2*jusJU, vgL Mikl. I, 87,
Nachtr. II, 140) findet sich bei Dozy (nacb Humb., Boet.,
»                                O                             9
Bergg. und Muh.) mit den Forcnen |j^s\\JLS\', ^.ssdU»\', ^a*ÜJ5 ,
chausson, Bel. und Heury ^jjbJji, bas, cbausses, chausson,
Hartm. (s. v. Pantoffel) kaltschin. Keiner giebt eine genauere
Erkliirun
o-
labfejsin, PI. -dt, Halbstiefel für Manner, von schwar-
zem, weichem Leder, ohne besondere Sohlen und Absatze, wer-
den an der Seite geschnürt (vgl. die beiden vorhergeh. WW.).
Findet sich nur Cad. 1 98 .^.ssoJ ueben viJLdjJ\' und j-yx mit
„chaussons" erklart (Tgl. Dozy s. v. dlLi" und Fl. I, 18).
foJuS\' Jcundra (in Ag. haufig gundra ausgesprochen), PI. j^LaS*,
1) [Syr., Ag.] Schub europaischer Form, sowohl der schwarze
für Manner als der schwarze oder farbige für Damen; gewöhn-
lich feiner als die übrigens synonyme tasume (vgl. Dozy, s. v.
und Hartm. 108, Z. 1, 15; 2) [Ag.] auch mitunter: Überschuh
europaischer Form, nicht wie der bübug (s. oben), sondern mit
ddira (s. oben sJs\\S) und manebmal einem niedrigen Absatz.
Dieses wohl aus dem griecb. xóêopuos stammende, bei Dozy
fehlende Wort schreiben Wolff und Hartm, (s. v. Schuh) wie ich,
Bel. und Muh. s.jjü, Cad. 26 LaJójT vondourah; vgl. Zenk.
s. v. »»Jaxï und Mikl. I, 98, Nachtr. I, 64, II, 151, Meyer
197). Die obige Pluralform und die Bedeut. ad 2) f. i. d. Wb.
■kLya subbdt hoher, schwarzer Mannerschuh europaischer
Form mit Schnalle od. dgl.; geht höher auf den Rist hinauf
als die hmdra (s. oben).
Ganz anders bei Dozy (nach verschiedenen Quellen) s. v. iUl»,.
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338                                       Herman Almkvist.
A-jSS telUg [Ag.], PI. ^J^kS , ehemals gebrauchlicher Frauen-
schuh von dickem, blauem, rotem, gelbem oder schwarzem
Wollenstoff, wie huff auf\' der Strasse immer mit babug getragen.
Dieses i. d. Wb. f. W. ist wohl aus terlig (turk. viLJj» ter-
lik
„gelbe Damenstiefel", Zenk., vgl. Mikl. II, 175, Nachtr.
II, 54, Meyer 427), vom Sprachbewusstsein als eine Umstel-
lung von lergil (Juw^Jf) aufgefasst, entstanden.
SiJo bulra [Ag.], PI. bular, Mannerschuh (meistens nur von
Musulmanen getragen) von gelbem, sehr dickem, aber weicbem
Leder, mit dicken, aber nicht harten Sohlen; geht höher auf
den Spann hinauf als der merkub (von rotem, dünnem und
ziemlich hartem Leder, mit dunnen, harten Sohlen) und ist
vorne ziemlich breit, wahrend der merkub einen spitzen buz hat.
Das ïïinterleder wird haufig eingebogen (metnt), sodass die
Ferse darauf ruht. •— xJLjy*** \'j b. m.uéerbile oder muêerbine,
eine Art bulra mit sieben. . .\'). — ^wS~u* serkesi („tscherkes-
sisch"?) heisst eine andere Art bulra mit zellvme (s. oben S. 333)
und mit der Sohle an der Mitte nach der Form der Fusshöhle
(jjoa hasr) gebogen (.j^aiax).
Die Brklarung des Wortes xAJLj bei Dozy „espèce de chaussure
qui ressemble soit a nos souliers spit a des pantoufles ou ba-
bouches" ist sehr ungenügend, etwas besser bei Beauss. „es-
pèce de pantoufles, de souliers, ordinairement en cuir jaune
couvrant tout Ie pied" und Wort. Mulh. 690 „yellow shoe
from Barbary States." — Die obige Bedeut. des Wortes «ua&jo
f. i. d. Wb. — Zu dem i. d. Wb. f. W. xJbj-iuc (jLü^&uo) , etwa
„éerbil- ahnlich", vgl. bei Dozy „Juul& (esp. servilla) sorte de
chaussure en maroquin . .. dont les servantes faisaient usage".
iU*«.Jue 5bL«j-o surmdje meksi(je), Winterschuh für Manner,
dauerhafter gearbeitet, und sowohl vom als hinten ein wenig
höher hinaufgehend als die gewöhnliche surmdje (= merkub,
Ag., s. oben RAJb).
Das Wort ^«Xo f. i. d. Wb.
1) Die Fortsetzuug uieiner Aul\'/.eichnung ist leider unleserlich.
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Kleine Beitrage zur Leiikographie des Vulgararabischen.              339
JLjta zerbül, PI. JuoK- , grosse, starke, rote Bauernschuhe
mit buz, deneb (s. S. 333), hoch auf den Spann hinaufgehendem
Oberieder, und (haufig) init Niigeln beschlagenen Sohlen (mu-
sammar);
etwas besser und vornebmer als der übrigens syno-
nyme ^Ijoo (s. unten). Beide werden über dem Spann durch
zwei mit Löcbern versehenen Lederschleifen acldn, „Ohren"1),
durcb welcbe ein auf dem Oberieder befestigter Kiemen gezo-
gen wird, festgehalten (vgl. die zwei folg. WW.).
Ouche-(Bel.)\'s »Jy/)\\ chaussure a talons hauts" erklarte
mein Gewahrsmann entscbieden unrichtig. Der zerbül hat, wie
überhaupt alle echt orientalischen Schube, keine Absatze. Die
Erklarung bei Dozy (nach Wetz.) lautet jedoch aucb: „botte
rouge a tige ample .... garnie de talons ferrés", aber soviel
ich weiss heisst der oriental. Scbaftstiefel immer Loy&. gezme
(aus turk. xjoys., Mikl. 1, 42, Nachtr. 1, 24, II, 97) und die
orientalischen Schafte sind immer sehr weit. Vgl. auch Landb.
379 „Jjj)j souüer, non pas une botte... dont la semelle est
garnie de caboches". Zum griecb. Ursprung des Wortes vgl.
Dozy s. v., Mikl. II, 165, Nachtr. II, 41, Meyer 439.
ci>L>-xSo behêrljdt, grobe, starke Bauernschuhe, wie zerbül,
aber mit sehr breiten und harten, ringsum hervorragenden Soh-
len (aus Kamelhaut).
Dieses Wort findet sich nur Landb. 234 in der Form X^yl^x
und als synonym mit Joj), (jJtX-s un<^ (dem mir nur aus
Muh. bekannten W.) gjJi.
xaxLXx ^akkamije, grosse, rote Bauernschuhe, wie zerbül (s.
oben), aber mit dem Unterschied, dass die Spitze vorne (buz)
nicht nur hinauf, sondern auch zurückgebogen ist.
F. i. d. Wb. — Zur eigentl. Bedeut. des Wortes vgl. *lXc
bei Dozy (Waarenpacker, Auflader, Kameltreiber).
1) Nach Landb. 234 heissen sie mit einer anderen vulgaren Form dinên [= .—ójij.
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340                                  Herman Al mk vist.
yjjuo meelas, 1) [Syr.] gewöhnlicher, grober Bauernschuh
gleich dem zerbul (s. S. 339); 2) [Oberag.], PI. j^Joo mucls,
mudus
, Sandale für Weiber, zum Unterschied vom nScl för Mannen
Die Bedeut. ad 2) und die obigen Pluralformen f. i. d. Wb.
Eine andere Pluralform «yl«JJ^o findet sich nur bei Dozy (nach
Quatrem. und Bergg.); in den arab. Wbb. ist nach Lane (s. v.)
&mii^x\\ „the only Plur. mentioned".
\\Ua**j (jüi*««j) bustdr, PI. ^jJaL^j, Schnürstiefel für Solda-
ten; wird an der Seite geschnürt.
Nach Landb. 234 ist dieses Wort = &*j.a», aber mit kürze-
rem Schaft, bei Dozy (nach Bergg. 801) „bottines des paysans".
Zu dein slav. Ursprung dieses zunachst aus turk. JLx*k»j , J\\ b*Qyè
(„Pantoffel wie sie früher Janitscharen tragen", Zenk.) entlehnten
Wortes vgl. Mikl. II, 144, Slav. 18 und besonders Meyer 42.
iJ^jJe toèo\', PI. -dt, hoher („englischer") Schnürstiefel für
kleine Madchen.
Dieses i. d. Wb. f. W. ist wohl so viel wie das turk. ijfeJo
topuk,
Fussknöchel, vgl. serb. topuk, Fussbekleidung (Mikl. II,
178, Nachtr. II, 57).
8»tX*$\' sjUüS \'ab\'db kundra, eine Art Stelzschuhe mit Hin-
terstück (quartier, ^*xf) aus Holz. — cc*^S \'s > \'a\' zall4fi
(„Schlepp-\'«£\'«£"), Holzschuhe, unten ganz flach, ohne die zum
gewöhnlichen \'ab\'db gehörigen Unterfüsse von Holz.
Diese Ausdrücke f. i. d. Wb. — Das i. d. Wb. f. ,-il^) >
das mir so aufgeschrieben wurde, ist vielleicht richtiger 2tsLaL\\
(das ebenfalls fehlt) zu schreiben.
üjJL» gilde, 1) das brei te, feste Band aus Leder (Sammt oder
Silber), womit der \'ab\'db am Riste des Fusses festgehalten wird;
2) Ledergürtel mit Schnalle.
Diese Bedd. f. i. d. Wb.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.
341
Frauenkleider and Toilette.
t\\Ax m(e)êedd [Syr.], y\\a« 3 {JSamyi) husto [Ag.], Schnürleib ,
corset.
Das Wort &&a findet sich nur bei [Dozy nach] Muh., dessen
Erkliirung L$*gjb HLJt xj JuSJ (j\'Lki, von Dozy mit dem nachst-
liegenden „ceinture de femme" übersetzt, möglicherweise ein
„corset a lacer" bedeuten soll. — . \\q.... < (ital. busto) findet sicb
nur bei Sal. 18 als Übersetzung (neben ^«jjutf* von „corset"
(vgl. oben Xj,«Xo (S. 326) und das folg. Wort). — Das Schnü-
ren (an Schnürleibern, Scbnürstiefeln u. dg.) beisst in Ag.
mancbmal (JJ^jl*. (Jj^Iê cuéik mnamk („Liebender und Ge-
liebte(r)"), ein i. d. Wb. f. Ausdruck, der in der Tischlerei
den „Scbwalbenschwanz" (die gewöhnliche Art des Zusammen-
fügens der Tier Seiten einer Scbublade u. dgl.) bezeichnet.
xJLoji fermala, 1) [Syr.] das auf dem Kleid ge tragene, mit
Stickereien verzierte Mieder; 2) [Oberag.] eine Art gellabije
(s. unten jLoika») ohne Armel.
Nach Dozy ist XJLo-i „veste, gilet a larges galons d\'or",
nach Beauss. „veste d\'bomme sans manches; casaquin, corset
de femme très-court, sans manches, attaché sur la poitrine
avec mi bouton"; vgl. üJUjI» corset (Beauss., Ben Sed. Suppl.
901 XJLojU faremla), JUJLoyi (oben S. 317) und turk. xJuOyi
fermene, gilet court soutaché et arrondi par devant (Fraschery,
Dict. turc-franc,ais, Oonst. 1885; „veste a larges galons d\'or",
Barb.; Mikl. Nachtr. I, 38, II, 115, Meyer 101).
Ojj bof (fr. pouf), eine Art langer, weiter Jacke (Ober-
kleid, tunique) von demselben Stoff wie das Kleid, zum Unter-
schied von dLüji\' tünik, tunique von einem anderen Stofl\' als
das Kleid; beide sind „móda". — F. i. d. Wb.
ÏJóyA (!*>»<) móda, 1) die Mode; 2) PI. möddt, Modeartikel,
Oonfections, Nouveautés.
Nur bei Hartm. 226 „Mode muda, pi. muwad".
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342
Herman AJmkvist.
i_óJCJLo malakof, Krinoline. — F. i. d. Wb.
Wob.1 eigentlich eine besondere, nach dem aus dem Krim-
kriege bekannten Turm benannte grosse Art Krinoline.
fjuSyM serhas oder ui.S\'w& éerkaê, PI. jj^TLa* ({Jïf)y£), 1)
kurzes, nur bis unter die Waden reichendes, vorne ganz ofFenes,
blusen- oder pudermantelahnliches Kleid ohne besonderen Leib;
wird urn die Taille durch einen Gürtel (zenndr) zusammenge-
halten, und meistens nur von „türkischen" Damen getragen;
2) Kittel, Bluse für kleine Kinder.
Zu diesem i. d. Wb. f. W. vgl. Zenker „türk.-orient. ^*S<f*
sorte de vêtement".
_j«Xm*jo (joxéi\' \'amu moshóbi, weiter, blusenahnlicher Leib
(„Garibaldihemd") von anderer Farbe als der Eock. — F. i. d. Wb.
iLfJ&A gellüibtje, \\L*j lenwdr [Ag.], weites, vorne ganz offe-
nes, ziemlich kurzes Morgenkleid (Leib und Rock in einem
Stück), dem syr. serkes (s. oben) ahnlich, aber gewöhnlich
vorne mit einer von oben bis unten genenden Knopfreihe zum
Zuknöpfen versehen.
Das Wort Jyo (franz. peignoir) f. i. d. Wb. Zu JLu^La. vgl.
die ziemlich abweichenden Erklarungen bei Dozy und Wort.
Mulh. 693 „long blouse".
üjjjb\' tannura, PI. yü\\j3, 1) [Jerus.] Unterrock; 2) [Dam.]
= yjUuuj, ,jUi^i fmtdn, PI. ^jjüLwJ , Kleid nach europ.
Facon gemacht, mit Leib und Eock.
ï^yXS in der Bedeut. ad 1) nur Nof. 146 und Hartm. 98,
Z. 2. Die Bedeut. ad 2) nur angedeutet bei Heury „robe pour
femme", Bel. Franc, „robe de femme", und Bel. „robe non
fendue" (Wahrm. „nicht geschlitztes Kleid"). ^LuL» (turk.
JaLi, vgl. Mikl. I, 60, Nachtr. I, 38, II, 115, Meyer 115,
Baist 38), das in obigem Sinn von ganzem Kleid allgemei-
nere Wort [Dam., Jerus., Ag.], wird von Dozy (nach Boet. und
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Kleine Beitrage zur Leiikographie des VulgSrarabischen.               343
Bergg.) wie Sj**i\' bei Bel., mit „jupe, robe non ouverte par
Ie milieu" erklart. Wie diese nicht ganz deutlichen Erklarungen
zu yerstehen sind, erhellt aus Folgendem. Bei den orientalischen
Frauenkleidern, welche jetzt, wenigstens bei den Christen, sehr
allgemein nach europ. Fa^on gemacht werden, ist der Leib
{beden, mïtdn, s. oben S. 302) in der Regel au den Rock (&>!«£>.
harrdta) angenaht. Der letztere braucht dann keinen besonderen
Schlitz, da der Kopf und die Arme durch die entweder vorn
oder hinten angebrachte Öffnung der Taille , passiren können (vgl.
\\Jyiii S. 301). Zu fustdn s. Jui^i S. 320.
,-jL*«j _)\'-***• Ber \'umbdz niswdnl ist von dem \'umbdz für
Marmer, der am meisten einem ziemlich dunnen und engen
Schlafrock gleicht und dessen Art des Zuschnitts oben unter
den WW. si>jjo, \\^S\\ und (^jOj beschrieben worden ist, ganz
verschieden. Der Leib hat jetzt ganz europaische Form; der
Rock reicht an beiden Seiten grade so weit hinab wie der éir-
todl
(oder der êintijdn); der Vorderteil desselben reicht aber
nicht nur bis an die Füsse, sondern lauft noch weiter in eine
(etwa 60 cm. lange) keilförmige Schleppe aus, welche aufge-
bogen und mit ihrem spitzen Ende am Gürtel (zenndr, ag.
hezdm) befestigt wird. Der Hinterteil des Rockes endet in einer
gleich langen Schleppe, die aber nicht keil-, sondern trapezfbr-
m(/ \\) is*» mifc der brei teren Seite nach unten, und hier
wird nicht die ganze Schleppe, sondern nur einer der unteren
Zipfel derselben aufgehoben und am Gürtel befestigt.
Hiernach ist Dozy s. v. vLxxé\') zu berichtigen, da die Be-
schreibung bei ihm, ungeachtet des Zusatzes „pour homme ou
pour femme", wie bei den meisten Anderen sich nur auf den
\'umbdz für Manner bezieht. — Von dem Frauenumbaz giebt es
in Dam. zwei Arten: ^-«o* \'S und _Jj>x£*».t \'»• Bei dem masrï
bilden der Leib und Rock ein ganzes, zusammenhangendes
Stück; die Armel haben die Bórka-Form (s. S. 297), und der
Rock ist an beiden Seiten bis an die Taille aufgeschlitzt, wah-
rend der stambük wie der Mannerumbaz an den Seiten nur un-
1) Die Aussprache rumldz ist in Dam. sebr seiten.
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JJ44                                       Herman Almkvist.
ten einen kleinen Schlitz hat. Ausserdem iai der zu dem masrï
gehörige und von demselben Stoffe verfertigte êirwdl beinahe
um das Doppelte weiter als der zum stambtill gehörige. Der
\'umbdz ist bei den muhammedanischen Frauen in Dam. noch
immer die gewöhnlichste Kleidung, wahrend er bei den Chris-
ten , abwechselnd mit der einfacheren und nach europaischer
Facon gemachten tannura, als feineres Kleid getragen wird.
o*3 lob [Syr., Ag.], 1) Kleid für Bauern- und Beduinenwei-
ber. Der tob, gewöhnlicli von tief blauem, seltener braunem Baum-
wollenstoff oder von schwarzem, braunpunktirtem \'azz (Cs) ver-
fertigt, reicht hemdenahnlich bis an die Füsse hinunter; die
Armel sind an und für sich sehr lang, werden aber so getragen,
dass die spitz auslaüfenden Zipfel hinten auf dem Rücken zwi-
schen den Schultern gebunden werden, wodurch nur ein Teil
des Oberarms bedeckt wird \'). Mit dem lose über den Kopf ge-
worfenen Tuch von demselben Stoff (vgl. unten ^ax=») macht der
tob gewöhnlicli die ganze Kleidung aus, da die Bauern- und Be-
duinenweiber in der Regel kein Hemd, keine Hosen oder Schuhe,
und keinen Schleier tragen; 2) [Ag.] =■ seble (s. tinten iUL**u).
Hiemach sind die paar Zeilen bei Dozy (nach Burton) zu
vervollstandigen; vgl. auch weiter unten siXju* v_»jj-
kxJLe (?) mdlte [Nablus], langes, hemdenahhliches Kleid mit
langen Armeln, auf dem blossen Körper getragen; dasselbe;
was sonst tob (s. oben) heisst. Das dazu gehörige Kopftuch
heisst in Nabl. hdlik — yxi»..
Beide WW. LüLc (?) uiid\' düU. f. i. d. Wb. Das letztere
Wort ist wohl richtiger ^jJL». zu schreiben ; vgl. ijfrlL. bei Dozy.
\'iJuu* seble [Ag.], auch lob oder tob sebli genannt, ein gros-
1) Solche Armel des tób nannte man mir in Salt ardtin (..,L>J) und die Zipfel bei.
Bas letztere Wort ((j*o? y?) scheint mir zweifelhaft; sonst bedeutet in Syr,
eben ...O. (PI. ...b.l) Armelzipfel, bout de la manche.
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Kleine Beitrage lur Lexikographie des Vulgiirarabischeo.               345
ser, langlicher, rechteckiger, seidener Überwurf, beinahe eben-
so breit wie lang. Die Halsöffnung (jd\'a), gewóhnlich mit ója
(s. oben Sj.I, S. 287) od. dgl. verziert, geht vorne in einen
dreieckigen, etwa lja Elle tiefen Ausschnitt über; sonst ist die
seble vorne zusammengenaht. Die Armel sind in der Regel
nicht angeniiht, sondern werden j edesmal beim Aaziehen an
den Schulterstücken mit Nadeln oder Schnallen befestigt. Ohne
die Armel sieht die seble einer vorne zusammengenahten cabdje
völlig ahnlich.
Ganz verschieden wird die seble, deren PI. Ju^ i. d. Wb.
f., von Dozy, Vêt. 199 (nach Lane, Eg. I, 56) und Lex. s. v.
(nach Ouaday) beschrieben. Der jetzige Anzug der Frauen der
mittleren Stande in Kairo setzt sich in der Regel aus folgenden
Kleidungsstücken zusammen: 1) \'amis tuil oder bei den arme-
ren \'amis êdê; 2) sudérï mulawwan aus êit; 3) 2 oder 3 Paar
êintijdn oder nunmehr haufiger bantalondt (europ. Fa^on); 4)
ein fustdn oder gellabije (s. oben), welcher jedoch in der Regel
erst bei eintreffendem Besuch oder beim Ausgehen angezogen
wird. In letzterem Falie kommen noch folgende Kleidungsstücke
dazu: mancbmal ein \'anteri auf dem sudérï, darüber eine seble
und zuletzt eine Alles umschliessende schwarze habara mit dem
schwarzen burkuz. Statt des letztern mit seinem casba auf dem
Kopf und \'asaba (s. unten JU^aS) auf der Nase, tragen Damen
aus den höheren Standen den bekannten, feinen, weissen, sehr
durchsichtigen jaêmak (turk. (JJ^L, Mikl. 1, 80), auf die litdm
genannte Weise angeordnet. Wenn die Dame in elegantem, eng
anschliessendem Kleid erscheint, heisst sie zenne, ein i. d.
Wb. f. Wort, das wohl mit ^^ zen, beau, joli (s. Dozy) und
JU^v, parure (Bel.), zusammenhangt \').
ïia&tSS ta\'mfya, 1) Gürtel, gewóhnlich aus einem breiten
Atlasband («b» «JajwCi) bestehend, wofür auch das allgemeine
zenndr ebenso gebrauchlich ist; 2) Ledergürtel für Frauen und
Kinder, der nicht zenndr heisst. — F. i. d. Wb.
1) lm Sudan enlspricht zêu auch als Adverb ganz and gar den agypt. tajjib und
kwajjis, syr. mttfr, mnifr und zarif.
VlIIe Congres international des Orientalistes. — Section sémitique. 23
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346                                      Herman A 1 ra k v i s 1.
• Ivf («tul) izdr, PI. yjjuzr. Dieses bekannte Kleidungsstück—
ein grosser, weiter Überwurf von weissem Baumwollenzeug (s.
oben S. 305 »u)j welcher den ganzen Körper und denKopf, mit
Ausnabme des vom mendil verhüllten Gesichts (vgl. Dozy s. v.
und Vêt. 24—38 und s. oben s. v. iuev) bedeekt, — wird, wie
mancbmal die Tichservietten bei uns, zur Verzierung auf ver-
schiedene Weise gefaltet, wodurch die sonst glatte Oberflache
ein gewisses regelmassiges Muster erhalt. In Dam. sind folgende
vier Weisen gebrauchlich, wovon jedocb die drei letzten als mebr
oder weniger kokett gelten: 1) «yt»Li fenardt, gestreift, a)
JjJaJL, der Lauge nacb, b) ^-*JL, der Quere nach; 2) u>»
ware, schrag gestreift; 3) ,u*sajt ^\'j. wara\' el-hass, wie Salat-
blatter, d. b. mit einer langen, scharfen, vertikalen Mittellinie
im Kücken, und von da aus nach beiden Seiten hin mit scbrag
hinauflaufenden, feineren Linien ($y^); 4) S.iULdl /uJaMS
ta\'tf el-be\'ldwa, so wie man gewöhnlich die be\'ldwa (bekannte
Konfitüre, vgl- unten) zerscbneidet, d. h. in schragen Rau-
ten ( / > )
Diese Bedd. f. i. d. Wb. Zum Wort i«j.. bemerke ich, dass
warbe eigentlich nicht „bande oblique que les femmes portent
au Liban" (Dozy nach Muh.), „petit turban, petit bandeau"
(Bel.), sondern ganz allgemein jedes schrag nach der Diagonale
gefaltete Kopftuch {mendil) bezeichnet. Der zum izdr gehörige
mendil heisst m. hendr, wenn er nur mit einer Borte {XjS\',
Mikl. II, 108, Meyer 222) verziert ist, zum Unterschied von
(jüj-jwi JotXix, {Jjituo \'m (s. diese WW. oben).
(J«»A$\'lS\' kaknüs, JUJL*3\' tdblije (franz. „tablier") [Jerus.], blaue
Nonnenschürze. — F. i. d. Wb.
jUjjCJb pellegrine (franz. pélerine, ital. pellegrina) [Jerus.],
grosser, schwarzer Nonnenkragen. — F. i. d. Wb.
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Kleine Beitrage znr Lexikographie des Vulgararabiscben.               347
Uxè rd{a (manchmal auch r^ttd)» 1) Schleier (im allgemeinen ,
auch der europ.), wofiir auch die schriftar. WW. oü* sitr,
mjjyj burkif
\') uad (seltener) i«jüij nikdb gebraucht werden; 2) eine
besondere Art grossen Schleiers für Madchen, entsprechend der
\\arha für die Erwachsenen, welche letztere (vgl. Dozy, Vet. 257—
262) in Dam. bei den Muhammedanern der Brautschleier und
bei den Christen der feinere Sonntagsschleier ist; 3) ein gros-
ser weisser Überwurf für armere Frauen, statt des bei den
mehr wohlhabenden allgemeinen izdr. Dieser ra(ü ist nicht fuss-
lang wie der izdr, sondern reicht nur bis an die Kniee, wo
die beiden unteren Zipfel hinten zusammengeknüpft werden.
Vorne bedeckt er höchstens die halbe Stirn (niemals das ganze
Gesicht), und der mendil hangt nicht wie beim izdr über das
Gesicht herab, sondern wird als haltuma (s. unten) oder manch-
mal auch als cdsba (s. Dozy s. v.) getragen.
Für das schriftar. »Ubi, womit das moderne ra{a durchaus
identisch ist, geben die Wbb. (Freyt., Kazim., Lane, Muh.) nur
den allgemeinen Sinn „Bedeckung, Decke, Überzug, (couver-
ture, housse), Deckel (couvercle)", der auch für ra(a ganz ge-
wöhnlich ist. Nur Heury (und nach ihm Wahrm.) und Bel.
Fran<j. (s. v. Voile) geben für *Uai, wie auch Beauss. und
Nof. 147 für 1U; die allgemeine Bedeut. „Schleier". Dozy hat
(nach Boet. und Bergg.) Folgendes: „grand voile de femme qui
couvre la tête et Ie corps tout entier", was mit der obigen
Beschreibung unter 3) nicht übereinstimmt.
waa=»- 1) <jambar (seltener êambar) [Syr.], langes, schmales
Kopftuch für Beduinen- und Bauernfrauen, „mendil felldha". Der
fiambar, der immer dunkelfarbig (blau, schwarz, braun oder
blumig) ist, wirdum den Kopf über die Stirnbinde ca*aèe (jbLae ,
s. Dozy) so geworfen, dass von den herabhangenden Zipfeln
der eine entweder vorn oder hinten bis ans Knie, der andere
immer hinten bis zu den Füssen reicht; 2) êambar [Ag.], PI.
êandbir, jedes Stück Zeug, gross oder klein (Fetzen, Lappen,
1) Über die besondere Form von ejj in Ag. s. Dozy s. v. and Lane, Eg. I, 60,
nnd vgl. anten das Wort jLyaS.
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Herman Almkvist.
348
éarmuta u. A.), das urn den Kopf, den Hals, die Augen, einen
verwundeten Arm oder einen anderen Körperteil gebunden wird.
Wetz. (Z D M Q., XXII, 94) giebt für êembar (und nach ihm
Dozy s. t. uJu& \') eine Erklarung, welche in der Hauptsacbe
mit der obigen unter 1) übereinstimmt. Beauss. bat „»LaJL&
voile latine triangulaire" und „«juJLaÏ crêpe, gaze; voile de femme
en gaze de couleur rouge ponceau surtout", womit der Scbluss
des Artikels bei Dozy zu vervollstandigen ist. Der oben unter
2) gegebene Sinn f. i. d. Wb. Scbliesslich bat Krem. Beitr. I,
87 „jjUui eine Art Scbiffe (aus dem turk. yjjjs*)".
S»L^b tajjdra, 1) papierner Drache, cerf-volant; 2) ein ehe-
mals allgemein, jetzt nur bei den mubamm. Frauen gebrauchli-
ches Kopfzeug, aus einem Seidentuch mit einem tyar§ (s. _ .^.
S. 293) aus Seide derselben Farbe bestebend.
Die letztere Bedeut. f. i. d. Wb.
SjLi\' kdze, eine Art Kopftuch aus feinem, weissem Seidentüll
(brunfiuk), mit einer scbmalen, roten oder gelben Borte. Die
kdze wird entweder: a) gleicb einem Turban um den Kopf ge-
wunden und mit Blumen und Diamanten verziert; oder b) schrag
nach der Diagonale gefaltet, über den binteren Haarflecbten
getragen; oder endlicb c), besonders wenn das Haar dünn ge-
worden ist, mulattam (*£JLo), d. h. aucb dreieckig gefaltet, über
den Scbeitel gelegt und unter dem Kinn gebunden. Zuweilen
wird die Mze aucb von dem gröberen, Mz genannten Stoffe (s.
oben \\[?) gemacbt, und dann nur auf die letztgenannte Weise
getragen.
Das Wort gvLS- f. i. d. Wb. — Der oben gegebenen Erkla-
rung von mulattam (eig. „wie ein litdm") füge icb hinzu, dass
*LÜ eigentlich nicht, wie es in den Wbb. steht „un voile,
ou bandeau, servant a couvrir Ie bas du visage, cachenez"
(Bel.) bedeutet, sondern jedes Kopftuch (mendil), auf die Weise
1) J\'ïne andere Form des arspr. pers. -U^-, Stimband, vgl. Mikl I, 39, Nachtr.
I, 22, II, 95.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgiirarabischen.
349
getragen, dass es erst über den Kopf bis an die Haarwurzel
vorne, dann über die beiden Wangen und um das Kinn gelegt
wird, wonach die beiden Zipfel unter dem Kinn entweder ge-
bunden , oder haufiger einfach gekreuzt und zurückgeworfen wer-
den (vgl. folg. Wort). Das Kopftuch auf diese Art und Weise
anzulegen, heisst in Ag. auch (JjJukj (vgl. Dozy), und ein so
getragenes Kopftuch xi\'.
r»jü5\' haltüm (.vUX* mukaltani), unteracheidet sich dadurch
von |»l£J ((*2Xa, s. das vorhergeh. Wort), dass das Kopftuch
auch die Stirn bis an die Augen bedeckt, und dass die beiden
Zipfel unter dem Kinn oder am Nacken unter dem Hinterhaar
gebunden werden.
Aus dieser i. d. Wb. f. Bedeut. scheint mit ziemlicher Si-
cherheit hervorzugehen, dass haltüm ( JÜS) und das denomin.
Verb ZXS\' aus dem Ausdruck (.LaJUL5\' entstanden sind, und dass
der demnach ursprünglich identische Sinn sich spater ein wenig
differenzirt hat. Der eigentliche Sinn der einzigen in den Wbb.
fiir ^^Xf (resp. JilS> f*ZX£*) gegebenen Bedeutung, „avoir
les machoires un peu épaisses et les joues charnues" (Kazim.),
ist denn auch wohl der, dass die Wangen und das Kinn schon
von Natur aus so gross sind, als ob sie mit einem -Lü um-
bunden waren. Das i. d. Wb. f. W. tèkaltam, „sich das Kopf-
tuch auf die oben beschriebene Weise anlegen", unterscheidet
sich von dem ebenfalls i. d. Wb. f. ^Jd2 so, dass bei diesem
die Zipfel nicht wie bei jenem gebunden, sondern entweder
zurückgeworfen oder noch einmal über den Scheitel gelegt
werden.
JUbUs tdse „Schale", altmodischer Kopfputz, auf folgende
Weise angebracht: eine Silberschale wird auf den tarbuè um-
gekehrt gestellt, durch zwei an den Seiten befestigte Bander
unter dem Kinn festgehalten, und darüber ein sehr langer
mendil gelegt.
Hiernach ist die bei Dozy (nach Boet.) gegebene Beschrei-
bung zu vervollstandigen. Derselben Art, doch nicht damit iden-
tisch, sind die unter dem Namen tartér (tantur) und Jin^dn be-
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350
Herman Almkvist.
kannten Kopfputze (s. Dozy, Vêt. 262 ff. und „Suppl.", s. v.
^jLssoj). — Die Kopfbedeckung der Frauen bestand früher re-
gelmassig aus einem tarbuê*) und einem mendil darüber. Bei
feierlichen Gelegenbei ten wurde zwischen diesen eine tdse oder
saffe und vorne ein édtih getragen (vgl. unten SJoe und * UI A).
Jener nunmebr ziemlicb seltene tarbité iet etwas niedriger als
der gewöhnliche Mannerfez und die Troddel hoé ist wie die turra
am Mannerfez (s. oben 8. 324 %Jo) von Seidenfaden gemacbt,
die aber zusammengedrebt sind.
ü.jy£ cazïzije [Ag.], eine Art Kopfputz für Frauen: ein sehr
kleiner und niedriger Hut (oder Mütze) ohne Krampe, aus
Karton gemacht, mit Seide überzogen, und mit bangenden
Seidenbandern und Spitzen nach europ. Greschmack verziert. —
F. i. d. Wb.
SJUijf garnêta oder &jLc& seb\'a, eine Art Kopfputz (casba),
böber in der Mitte und niedriger gegen die Enden zu; nur bei
den „Türkinnen" gebrauchlich. Haufig wird bierzu ein kleines,
besonderes Gestell aus Karton gemacbt, und darüber ein langes
breites Seidenband gelegt, dessen beide Zipfel in einer Lange
von ungefahr 1 bis Vj2 Elle auf den Kücken binabfallen und
mit kurtêle (S. 274) verziert sind.
Das Wort *Z*jjS f. i. d. Wb. — jüu^ (turk. sJuL&, aüLui,
„Hut", aus dem Slav., nach Fl. III, 3 und Mikl. II, 162, Nac\'htr.
II, 37; aus dem lat. cappa nach Meyer 399) findet sich nur bei
(Dozy nach) Bergg. 799: „chapeau a trois cornes a Alep".
ïJaj&> êatwe [Betl.], hobe Mütze für die Frauen in Betlehem,
mit Baumwolle, Watte od. dgl. dick ausgestopft, hart wie
Holz und sehr schwer. Um den grössten Teil des oberen Ban-
1) Dieses urspr. pers. Wort (ji*j_«, serpui (.,Kopfbedeeker«, .mitra mulierum»,
Vuil) bedeutet im Turk. (serpoè, vuig. tarpoi) Kopfbedeckung der Frauen, gewöhnlich
die Haube der Jungfrauen», Zenk. s. v. (j&kj_*v; vgl. Mikl. II, 170, Nachtr. II, 48,
Meyer 221. In Tun. bedeutet SjS^iJo (nach Ben Sed. Suppl. 898) capuchon.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgürarabischen.                351
des geht eine dicke, runde Wulst, hinten eine etwa 6 cm.
weite öffnung lassend, wovon 4 oder 5 schmale, mit etwa 10
bis 15 Münzen verzierte Flechten, von der Lange der Mützen-
höhe, herabfallen. Vbrne ist die éatwe am oberen Eand mit
einigen Keihen von silbernen Münzen (etwa 20—30 in jeder
Reihe) verziert; gleich darunter folgt eine Reihe silberner „Halb-
monde" od. dgl. und zuletzt, der Stirn am nachsten, eine Eeihe
Goldmünzen. An beiden Seiten sind kleine, unten spitze Ohren-
klappen angebracht, und von diesen gehen silbeme Ketten aus,
welche unter dem Kinn umeinander geschlungen und an den
herunterhangenden Zipfeln mit Münzen verziert sind. — F.
i. d. Wb.
Sk>L»-<o smdde, ismdde, lange, dick ausgestopfte Wulst, von
Zeug, über den Scheitel gelegt und an den Schlafen herunter-
fallend; in der Regel mit aufeinander gelegten Silbermünzen
(zahrdwi, \'amarï) dicht besetzt.
Dieses Wort findet sich nur bei Bergg. 808 in der Form
5<)L..wi smddeh und ganz anders erklart: „plaque d\'argent, tra-
vaillée en écaille, portee au front". Zur Bedeut. vgl. & & (vul-
garar.), orner (Bel.)1), und i>L»«o, „couvercle avec lequel on
couvre 1\'orifice d\'un vase, linge que 1\'on met sur la tête sous
Ie turban" (Kazim.).
\'x& 2, Kopfnetz mit Münzen {rübal, *) besetzt; wird mit saffe
zusammen getragen.
Dieses Wort hangt vielleicht mit dem algier. Wort & a 3, ksxx ï,
chemise (PI. .-^Us, ^-3Uj\' > 8- Dozy) zusammen, das seinerseits
wohl mit (joxéi\' (s. S. 322) identisch ist. Delap. 74 hat „&sL»£ qmedj-
dja"
(chemise), PI. 98 ff. „aSL»ï qmdïdj", Ben Sed. ,,isx»»
qmedja, PI. ^
aJW , x>eau88. ,,^x*a ri. &^\\
s chemise, SLs^i*
1)  Muh. s. v. xU».> SUJ^Ij (j&.lsuJU *£j\\ i_g\' «uoil >X**o J^aj" kolxllj.
2)   Das bekannte Wort -clj» (s. bei Dozy) wurde mir hier von meinem Ge-
wiihrsmaun als Flur. von einem Sing. iuM, rafrije gegeben.
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352                                    Herman Almkvist.
PI. «yl chemisette". In Tun. heisst „chemise", nach Ben Sed.
Suppl. 899 und Mach. 437, „8j».*m souriya".
ïsuo sofa, ehemals gebrauchlicher Kopfputz, welcher atis
vielen (bis an 40) schmalen, vom Scheitel über den Rücken
und die Schultern bis zur Taille herabhangenden Seidenflecbten
(Jedile) besteht. An jedem Glied (§edle) der Flechten ist eine
langliche Goldpaillette bar\'a (Xi\'.j) mit einem kurzen Faden
festgesetzt, und am Ende jeder Flecbte hangen entweder alte
Goldmünzen {rtibéfa,, s. die Note S. 351) oder \'ardis, d. h. kleine
Dreiecke von feiner Filigranarbeit mit daran hangenden rüld\\
Die Flechten selbst werden durch zwei in passender Entfernung
von einander angebrachte, horizontale Nahte (s^^aS, S. 280)
an ihrem Platz gehalten.
Diese Beschreibung von saffa stimmt in der Hauptsache mit
der von sa/a (d. h. ».ljL<fi) bei Lane, Ag. II, 321, überein. Die
Form \'jJuo findet sich nur bei Bergg. 808, dessen Erklarung
..xjjuc safiyyé ou saffé des sequins ou petites monnaies d\'ar-
gent attachées en écailles sur un ruban et portées au front, de
la même maniere que smddé" (und ungefahr ebenso bei Dozy
nach Muh., s. v. Sl&Ja) von der obigen sehr verschieden ist.
Entweder sind also &jL«o und \'i*Jue zwei verschiedene Sachen,
oder es bezeichnen beide Wörter denselben Kopfputz, und die Er-
klarung bei Bergg. und Muh. ist ungenügend. Das Letztere ist
schon darum das Wahrscheinlichere, weil nach Muh. auchJUio
und * UI a *) nur zwei verschiedene Namen für dieselbe Sache
sein sollen. — Das N. vicis jÜtXi (das einmalige Flechten, durch
dessen gleichförmige Wiederholung eben die Flechte hergestellt
wird) f. i. d. Wb., wie auch die oben gegebene Bed. von &**.**
(PI. jmSIja). Nur Muh.\' hat ein selbstandiges Subst. üJtX=. mit
dem Sinn von „Mörserkeule" (bei Dozy nachzutragen).
1) Lgj uamxXj) SJbÜÜLi" gÜvü «óliO iC^<L«il \\ja*i *\\Xc ^Jsl&J
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Kleine Beitrage zar Lexikographie des Vulgararabischen.              353
^jAM tféjfafih, apfelfórmige Zierate von Silber, welche
die Frauen am Ende der herabhangenden Haarflechten tragen.
Dozy (nach Cartas) hat ,,_lïj\', ornement en forme de pom-
mes, de boule".
i
w
Py *> smttT) eine Art \'ardis ( Jl V\\> ) für die Haarflechten
(vgl. oben JüLe). - F. i. d. Wb. O
JüsjUai\' \'atdife, PI. -dt, runder Haar- oder Brustschmuck
aus Diamanten, grösser als der fanas \').
Dieses i. d. Wb. f. W. ist ein Nom. un. von ouUoi" (be-
kanntes Backwerk; in kollektivem Sinn bei Mascudi, s. Dozy
s. v.), hier vielleicht mit Demin.-Bed. (vgl. unten »«\'! U s
JcJjLc im Abschn. „Speisen").
vsAjU^c catcêndt, silberne Zierate für die Schlafe, etwas klei-
ner und dunner als ein fanas (s. die Note unten) mit kleinen
Gehangen in der Grosse von abu-t-zaêara (Zehnparastück aus
Kupfer). Sie werden durch eine mit Münzen verzierte Schnur
über der Stirn zusammengebunden.
Diese Bedeut. des modernen Wortes «yLü^c (eig. zwei Auglein,
d. h. „Brillen") f. i. d. Wb.
,j«.UJf XjjLe mdjet (mojet) afonds, grosser Stirnschmuck von
o
Diamanten, gewöhnlich aus mehreren Stücken (Jüüai*) beste-
hend. Die mittlere kefa ist rund und hat drei mit kleinen Dia-
manten verzierte Gehange (êenéule oder „weniger gut" denduêé),
wovon das mittlere bis zur Nasenwurzel hinabreicht.
Die WW. iju»(t), üJyiJüfc (Plur. JulAUA) und 3L&,Jü<> (PI-
ykjoljo) f. i. d. Wb. Das erste Wort, bei dessen arab. Form
1) Das i. d. Wb. f. Wort u*Ji, synonyra mit dein ebenfalls i. d. Wb. t\'. o^w*
mandt oder rij dl mand/, bezeichnet eine russ. Silbermünze (Silberrubel ?).
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354                                  Herman Almkvist.
schon in meinen Aufzeichnungen ein Fragezeichen steht, ist
wohl so viel wie »Lx (vuig. mdje), Wasser. Das zweite steht
vielleicht für \'i.iyMjkM, und geht aufeine der vielen Umbildungen
des Wortes &Xm*X*u (xJL**w^ , \'iiyuj*,, \'iiy^J**, s. bei Dozy) zu-
rück. So ist wohl auch das dritte Wort mit dem modernen
Jjüt) (für JjJo) „baumeln lassen, laisser pendiller", in Verbin-
dun g zu setzen.
,jL&i\\.j (^L&to) bera\'édn, Stirnschmuck, ahnlich dem vor-
her erwahnten, aber von gröberer, altmodischer Arbeit und mit
Silbereinfassung. Die Gehange, hier la\'M\'a genannt, sind aucb
viel kleiner und haben nur e i n e n kleinen Diamanten.
Die WW. ^UjyC?) und Xê^JL*J, Plur. S*JL*J, f. i. d. Wb.
Das erstere Wort ist deutlich genug Fremdwort, vielleicht mit
volksetym. Anlehnung an .jÜÜt ó\'lv* „glanzend". Die eigent-
liche Bedeut. des letzteren Wortes ist unzweifelhaft „etwas durch
schwingende Bewegung Schillemdes, Schimmemdes"; vgl. *XaJ,
briller d\'un mouvement oscillatoire, «Jl*J, Fata morgana, mi-
rage; in Alg. (nach Beauss.) Anémone, und das Plur. tant. bei
Kazim. «JlxJ, oscillations.
£> UI ■•>, édtih, Plur. aUL a , ehemals gebrauchlicher Stirn-
schmuck, aus einer Reihe in der Weise aufeinander gelegten
Münzen (rül>dcï), dass jede etwa 3/4 bis */. von der Oberflache
der vorhergehenden bedeckt. Gewöhnlich reicht der Schmuck
von der einen Schlafe bis zur anderen, und ist aus etwa 40
Münzen zusammengesetzt. Mitunter kann der édtih deren bis
an 80 enthalten und reicht dann an beiden Seiten viel weiter
nach hinten zu, wie dann auch ein noch kleinerer Teil jeder
Münze sichtbar ist. Der Schmuck wird an ein auf den Kopf
gelegtes Stück Seide angenaht und hat seinen Platz gerade in
der Mitte zwischen ïïaarwurzel und Nase. Wenn auf dem Kopf
ein mendil getragen wird, lasst derselbe nur einen schmalen
Eand des Schmuckes sehen. Es giebt auch, obschon seltener,
èawdtih aus Silbermünzen bestehend.
Granz verschieden lautet die Beschreibung des édtih bei Lane,
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Kleine Beitrage ztir Lezikographie des Vulgararabischen.               355
Eg. II, 314 („three or more strings of pearls with a pierced
emerald. . . "), auf welche Dozy hinweist; Tgl. oben \\L>e.
iÜJüjs \'erunfle, kleine Kette aus Silber oder Messing, als
Schmuck im Nasenflügel getragen.
Dieses Wort findet sich uur bei Muh., und zwar dort nur
in seinem eigentlichen Sinn als N. un. von (}JóJi, Gewürznelke
(Frank. 144, Mikl. I, 91, Nachtr. I, 59, n, 143, Meyer 177).
sj^aJi \'asaba [Ag.], eine etwa 2l/3 Zoll lange, mit drei her-
vorragenden zackigen Ringen verzierte Röhre aus Messing oder
vergoldetem Holz, die auf der Nasenwurzel ruht, und durch
welche die Schnur gent, die, oben am Kopftuch (cast>a) und
unten an dem fusslangen Schleier (lmrkuc) befestigt, zum Auf-
halten des letzteren dient.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb. Auf den Tafeln bei Lane, Eg. I,
58, 59, 61 findet sich die jU-aS vielfach abgebildet, aber im
Text wird sie weder erwahnt noch beschrieben.
yj\\&Ji kirden, PI. -ai, ist nicht nur Halsband (wie bei Dozy nach
Boet. und Bergg.; vgl. Mikl. II, 114, Nachtr. I, 74, II, 162), son-
dern auch Armband oder, sehr haufig, Kopfkranz aus Gold und
Diamanten; wird mit einem Schlüssel geschlossen und geöffnet.
êytte, Halsband aus (einem oder haufiger) mehreren Fa-
den mit Glasperlen \\1±. od. Ahnl. bestehend.
Diese Bedeut. des Wortes *JU (S. 272) f. i. d. Wh.
\'iyiyjva snóbara, Halsband von Gold (oder Silber) mit Dia-
manten zum Unterschied sowohl von êytte (s. das vorhergeh.
Wort) als von ijjJa tö\', Halsband von kleinen, auf einem
Faden aufgereihten Kugeln aus Amber, Bernstein, Knochen
oder Glas.
Diese Bedeut. von jLjywö („eine Pinie, eine Piniennuss) f.
i. d. Wb. Zu \\JjJb vgl. die (auch untereinander) abweichen-
den Beschreibungen hei Lane, Eg. II, 323 und Bergg. 809.
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Herman Almkvist.
356
jjIaó dafdir, Halsband mit Gehangen.
Diese Bedeut. des Wortes ïjfAè („Flechte") f. i. d. Wb.
■ lp* harz, dreieckiger oder cylinderförmiger Silberschmuck,
der an einer kleinen Kette um den Hals getragen wird, und
oft, aber nicht immer, dazu eingerichtet ist, ein Amulett (Ko-
rancitat od. dgl.) zu verwahren.
In diesem Sinn wird jls* (Boet. \\I») sonst nur mit Amu-
lett, préservatif, übersetzt, und wenn Dozy erwahnt, dass „selon
Ouaday" [d. h. Muhammed el-Tounsy, Voyage au Ouaday, trad.
par Perron] „Aourouz ne signifierait pas proprement amulettes,
mais les etuis cylindriques dans lesquels ils sont places", fügt
er etwas zu schnell hinzu: „c\'est une erreur, car ces etuis ont
d\'autres noms".
i^l !-^ hamdili, grosses, taschenförmiges Etui von Silber
mit einem darin eingeschlossenen Amulette; wird an einer klei-
nen Kette um den Hals getragen, und an dieser Kette sind
gewöhnlich zwei viel kleinere, cylinderförmige Etuis befestigt.
Das Ganze wird anstatt hamdili auch einfach v_»Ls\\&. (Amulett,
Talisman) genannt.
Diese Nisbabildung von JoL#a. findet sich nur bei Zenk.
(nach Kam. s. v. L&«), und zwar dort mit der Bedeut. „kreuz-
weise über Brust wie ein Sabelgehange". Vermutlich ist aber
das Wort richtiger XJLSU^ zu schreiben, wie Bergg. 809 hat:
„&JLjUj6 [jö unrichtig für &.] hamdïlé talisman porté en medaillon
autour du cou". Von der Sache selbst, nur einer viel feineren und
kostbarern Art, findet sich eine genaue Abbildung nebst Beschrei-
bung unter dem Namen hegdb bei Lane, Eg. II, 322. Der Plural
Jut»*, wird wie auch der Sing. &JL*&. bei Dozy (s. v. sll^) mit
„cordon (servant a porter 1\'étui qui renferme un livre ou un amu-
lette), aussi Vamulette même qui est suspendu au cou" erklart *);
vgl. auch ,,&JL*a». pi. JuUa. ceinture composée etc." (Dozy).
]) Gelegentlich bemerke ich hier, dass, wenn Dozy am Ende des Artikels xJUj>
hat: «Le yhir. branches d\'nne tribu ZDM6. XXII, 116\', so gehort dicses J-\'*1 t""
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.
357
ü)rcb naura, PI. «jyfiltJ, grosser, zirkelrunder, mehr oder
weniger radahnlicher Diamantschmuck fur die Brust.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb. Die Sache fiudet sich abgebildet
und beschrieben bei Lane, Eg. II, 317 unter dem ganz syno-
nymen Namen „sdkiyeh water-wheel" (was bekanntlich auch s<jr*lj
heisst).
\'iyjJs-è dahira (haufig auch têfyira), PI. >SÜ*i>, 1) Reliquie
etc, s. Dozy, und vgl. Wolff 248, Note; 2) Medaillon europ.
Arbeit oder wenigstens europ. Facon.
Die letztere Bedeut. f. i. d. Wb.
SJou, i«j}j tob sejjide, kleines Medaillon oder Beutel aus
wattirter und gesteppter Seide mit dem Bildniss der heil. Jung-
frau; wird, natürlich nur bei den Christen, unter dem Kleid
getragen. — F. i. d. Wb.
juJfjoc meddlfijja [Betl.], geschnittene Brosche aus Perl-
mutter.
F. i. d. Wb. — Die grossen, geschnittenen Perlmutter-
schalen, welche als Zierate für Fenster und Wande in Bet-
lehem verfertigt werden und gewöhnlich Scenen aus der heil.
Geschichte darstellen, heissen &3.A\' Mne (aus sïküv , ngr. elxóvx,
Meyer 158), bei Dozy nur mit „image", bei Bel. und Heury
06
(welcher jüj-Sj! schreibt, Bel. Franc. Jbybl, iiiyS) nur mit
„médaille" übersetzt.
Jm*o broé, horos, PI. -at, Brosche europ. Fagon, gewöhn-
lich mit Diamanten.
Dieses i. d. Wb. f. W. bedeutet in Ustad (s. Abschn. „opei-
sen" Anf.) „Spiess".
nicht zum Sing. jül*>, Bondern, nach Klein (Z D P V. IV, 112) zu nhamüle dan,
Familie, Verband», bei Dozy iüj^> tribus (nach Burckh Syria).
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Herman Atmkvist.
358
&JUC& èakle, Brustnadel (auch für Herren); heisst auch
éóket sadr.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb.
&JUo bukte, PI. buhal, 1) = buhlet zenndr, .u-, Juii\' \'«/? zen-
ndr,
Gürtelschnalle; 2) = buklet sadr, Brustspange, Brosche.
Die letztere Bedeut. f. i. d. Wb. Vielleicht hat jJUo diesen
Sinn in dein Citat bei Dozy, Vêt. 318, wo dieser nur als Konjek-
tur XJLxj (mit einer Rosé) lesen will. lm „Suppl.", wo er übri-
gens &JLX_4. boutonnière (nach Muh.) obne Grund von iÜJo
boucle (nach Boet.) trennt, sagt er nur, dass der Sinn an jener
Stelle unsicher sei.
habbase, eine Art Schnalle, gewöhnlich von dieser
Form ( |~ H ), welche auf den beiden Gelenken einer Doppel-
kette lauft und dieselbe zusammenhalt.
Dieses Wort f. i. d. Wb. — Verschieden von der habbase ist
die §óze, ein Stück dieser Form ( Q_)■ welches die beiden En-
den einer Kette zusammenhalt, eine Bedeut. des Wortes »}•=»•
(bekannte vulgare Umstellung von &>»0, die i. d. Wb. f.
uuUüJLw slêtdt, Armband aus mehreren (etwa 4 bis 12),
parallellaufenden Ketten bestehend, zum Unterschied von dem
gewóhnlichen Armband U\\ym suwdr, PI. «Lw!, Frank. 56), das
in der Regel aus einem einzigen, oder einigen wenigen zusam-
mengefügten Stücken besteht.
Dieses Wort findet sich nur bei Bergg. 807 (in der Form
ut>Lj"}L*w) als Benennung einer besonderen Art
«t>b*5ILw asdwer saldtdt bracelets a ouvrir et a fermer moyen-
nant un petit ressort (Jérus.)". Nach meiner Brfahrung werden
jedoch die slêtdt, wie oft auch die asdmr, nicht durch eine
Feder sondern mittels eines silbernen Stifts (cheville, goupille)
geschlossen, welcher durch drei oder mehr übereinandergrei-
fende kleine ösen an beiden Endeu des Armbandes durchgesteckt
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Kleine Beitrage zur Leiikogra|ihie des Vulgararabischen.
359
wird. Übrigens giebt Bergg. a. a. O. sieben andere Arten von
asdwer an, deren mancbmal eigentümlicbe Benennungen (alle aus
Jerus.) von Dozy nicht berücksichtigt worden sind.
\\jujS |*i\'U». fydtim kabs heisst der Fingerring, wenn mehrere klei-
nere Diamanten rings urn einen grosseren sitzen, und -JjuS \'s*,
wenn ein grosser Diamant auf einer gewölbten Unterlage rubt.
Diese Bedd. f. i. d. Wb. JLxó\' ist «aï (s. bei Dozy) mit der
bekannten turk. Endung. — Zu ^"La. vgl. Frank. 252.
JoüCwfci , kleine, pistazienförmige Parfümdose.
Diese Bedeut. des N. un. von (SjcJLi, Pistazie, f. i. d. Wb.
kjL^c mahwdje oder k.o...c &2».>a> marioaha \'\'arabij\'e, kleiner
Wedel für das Feuer oder um sicb zu küblen, zum Unterscbied
sowohl von dem grossen und ganz anders eingericbteten, in
allen Hausern befindlichen &.&Xa man/ah „Blasebalg" (nur für
das Feuer) und der $l£Jjo mneéée, Fliegenwedel, chasse-mouche,
als auch von der nur als Toilettenartikel für Damen gebrauch-
licben marwaha frengije, Facher.
Das Wort SuL^x, was scbriftar. »\\y$A sein würde, f. i. d. Wb.
j£,L£Ju-* mlnkdé, Plur. ^SLa-TL*-*, nicbt nur 1) Obrlöffel
■ jjüóf \'/>, wie bei Heury, Bel. Franc;, (s. v. cure-oreille) und
Dozy (nacb Boet.), sondern aucb 2) Zabnstocher, ^U*»! \'jo.
Mit diesem jiUCue (für welcbes auch die von Bel. gegebenen
Bedd. „instrument a curer un puits" und „pioche" bei Dozy nach-
zutragen sind) ist wohl das Wort jïlüJLx mingds [Bed.] ursprüng-
lich identisch, welches bei den Beduinen eine kleine, mittelst eines
dunnen Strickes (rasan) am Pfeifenschaft (mu^rag) befestigte, eiserne
Nadel zur Reinigung des Pfeifenkopfes (raljün) bezeichnet. Diese
o
Bedd. der WW. jïljLuo (pinceau, burin), vjiJax und ^^ f. i. d.
Wb. — Für „cure-dent" giebt Heury (neben dem schriftar., in
Dam. auch sehr gewöhnlichen JLJL*) als speziell syr. Wort
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360
Herman Almkvist.
(^LiL«.blt) jiljCsoo, welches in seiner sonstigen Bedeut. (s. bei
Dozy) auch mit jiUCL* nnd jiLiLLc beinahe zusammenfallt.
iyi furêêne [Ag.], PI. -at, Haarnadel. — F. i. d. Wb.
\'ömbe, PI. ,_n ^j? \'ineb, ein etwa 15 cm. langes Holz-
stabchen, urn welcbes das Haar gewunden wird, damit es sich
lockt, Lockenstock.
Die Bedeut, dieses i. d. Wb. f. Wortes schliesst sich dem
Sinn von SmJj3 „tendre, bander, tirer une corde" (Dozy) an.
Das andere Mittel, das Haar in Locken zu legen, die Papil-
lote, ist in Dam. unbekannt. Wenn die kleinen Haarbüschel
(xJLaifc, PI. J^^) nicht mit der ömbe, sondern mit einer heissen
Zange lockig gemacht werden, heisst das Haar JaïiLo ^wA écfar
meld\'it.
kïJL^ hal\'a oder hal\'et êcfar, kleine Locke in der Mitte der
Stirn; wird ohne ömbe (s. das vorhergeh. Wort) nur mit der
Hand und etwas dühn ècfar (oder zet scfar) geformt.
Danach Dozy s. v. zu vervollstandigen.
jjJi garn [Bed.], Haarlocke.
Diese Bedeut. f. i. d. Wb.
ïjOyi burma, gedrehtes (Haar), mitunter auch lef genannt;
i^jU \'j, rückwarts, und o^sxxJ \'j, vorwarts gerolltes Haar;
beides wird hinter die Ohren gelegt und dann geflochten.
Diese Bedd. f. i. d. Wb.; ygl. &^o (8. 273).
\'aêt, glatt (rückwarts) gestrichenes (Haar), im Gegen-
satz zu burma (s. das yorhergeh. Wort).
Dieses Wort findet sich nirgends als selbstandiges Subst.,
sondern nur als Masdar zu faAjf (= tx&Q, öter, découvrir.
(jijJLA êalié, kurz geschnittenes Haar, bei denjenigen mu-
hamm. Frauen, die keine Flechten, sondern loses, nur bis zu
den Schultern herabhangendes Haar tragen. — F. i. d. Wb.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.
361
Jüüwo sabra, schwarze Farbe für das Haar; zu Hause gemacht
und in Dam. allgemein von Frauen und alternden Herren ge-
braucht; halt sich schwarz 4 bis 5 Monate lang.
Danach Dozy s. v. zu vervollstandigen.
ioljj\' têrdbe, Plur. -dt, ein Wascbmittel für Haar und Kopf,
zu kleinen Bingen geformt aus einer gewissen Erdart — die
aus Aleppo (RaaJI* \'S) ist die beste \') —, der folgende Dinge
zugesetzt sind: ^1Jsuaê , ïwuö», d* Ju , c>u Lo, vlL**jo,
«J6\\ Lo (von lemün hdmod), (cjJb i>»« \\\\, B«jJa333), als Pul-
ver oder in Wasser aufgelöst (vgl. die Noten S. 362 f. 364 f.).
Man legt die Ringe in eine Schale, giesst Wasser darauf, und
wenn die Erde weicb geworden ist, wird damit der Kopf un- r
ter Begiessung von Wasser eingerieben. jLaj**»*jL> \'\'S t. jansünije,
für schwangere Frauen, welcbe davon eine Unze taglicb essen
sollen.
Diese Bed. f. i. d. Wb.
Jsjiai». hütut, Pulver um damit die Augenbrauen zu schwarzen.
Nur bei (Dozy nach) Muh.; Bergg. s. v. Peindre bat die Form
hethdth, d. h. UI UC; das mit dieser Bed. i. d. Wb. f.
i&tjukA*« splddé, eine Art weisser Schminke.
Diese Bedeut. des scbriftar. _|Juu*»,!, Bleiweiss, f. i. d. Wb.
SJüüuc La*, henna mêca"ade 3). Auf der inneren Handflache
wird mit Teig oder einem Faden eine Zeichnung gemacht,
henna darauf gelegt, und die Hand 12 Tage lang mit darum-
gebundenen Lappen getragen. Gewöhnlich wird auch die Zeich-
nung mit fëéué schwarz gefarbt.
1)   Vermutlich dieselbe .terre savonneuse*, welene die Ba3is des von Bergg. s v.
Bain (Schluss) bcacliriebenen „savon aromatique (<-\\o ...Jlaj)" der aleppinischen
Frauen bildet. lm Droguier arabe (s. v. Bolus, terre argilleuse) schreibt er s—iLIa.
2)  Was dieses i. d. Wb. f. Wort hier eigentlieh bedeutet, weiss icb nicht.
w                                    w
3)  Henna wird hiiuflg anch henne ausgesprochen, als ob es iUj» statt tULs»
zu schreiben ware.
VUIe Congres international des Orientalistes. — Section sémitique. 24
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362                  "                   Herman Almkvist
Diese Bedd. der WW. Jüïilo und jiy&a f. i. d. Wb, —• Von
Henna (iüjLCo \'*. ist die beste) giebt es in Dam. drei Arten:
h. soda, schwarz, zum Farben des Haares gebraucht, /*. hamra,
grün, die gewöhnlicbe Sorte, womit Hande und Füsse rot
gefarbt werden, h. bêda, weiss, macbt aber schwarz beim Far-
ben. Henna wird in Dam. oft mit Myrtenblattern (^f (Jm)
rerfalscht. Das féêitê besteht aus h. bêda, neêdder (»<>L&i, Am-
moniakgeist) und \'eli (s. unten Jj\' im Abschn. „Speisen"^,
mit ein wenig öl zu einem feinen Teig geknetet.
Xïü lez\'a, Pflaster, hinten aufs Kreuz gelegt, für impotente
Manner und für Frauen nach einem Missfall.
Hiernach Dozy s. v. zu vervollstandigen.
olJ.=>. geddd, ein Waschmittel für Wöchnerinnen, drei Wo-
chen nach der Entbindung gebraucht. Es besteht aus drei ver-
schiedenen Mischungen, eine für den Kopf, die zwei anderen
(wovon eine rot und eine gelbweiss) für den übrigen Körper
bestimmt l).
1) Die Mischung N°. 1 besteht aus folgenden Ingredienzen: l>L&< .y bizr reidd,
Kressesamen (Löw 397); ^.il ,y b. lift, weisser Rübsamen; JwO-S» .y *. har-
mol,
ltautesamen (Löw 370); jüJi \'Srft, Zimmt; J^a^"\': yenzebil, Ingwer (Löw 38,
2S2, Mikl. II, 188, Nachtr. II, 67); Jo.s» hardal, Senf; .^wüj ijhji üri be-
nefsei),
Veilchenwurzcl (Mikl. II, 126, Meyer 269); »_w -ff>- ijóz seru, Cypressen-
frucht (Löw 388); &jIa£I i—^AjaJI \\<J>- <j. ef-fib untdje, Muskatnuss (s. Löw,
85, Bergg. Drog. arabe s. v. Moschata *djauz eth-thaïb» [i^^jja] and s. v. Nax
Myristica \'dj. et/i-thib", f. bei Dozy); .Juaxil XjLwJ lisdnet el-\'a$filr, Waehsblume
oder Eschenfrucht (Löw 244, Bergg. Dr. nr. s. vv. Cerinthe und Fraxinus);
wajJLaoJ! 0«-e \'iid effalit, Paonie (Löw 308); &*j,;l azram.be (deutlich genng ein N.
un. von »—*i)5 «Miinnertreu, panicaut»; s. Bergg. Dr. ar. s. v Eryngium, Löw 222,
vg). Dozy s. v. v*-^;)); tc***° %T__!-* > K«oeben aus China; JJüi .L> (Muh.
J^aiaJt j*j Jjl iLJa^l i\\**, Löw 318); iC&JJ. ^_^s>. habbelhabaia (vermutlioh
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgarnrabischen.               363
Die Wöchnerin nimmt Platz mit den Handen auf den Knieën
im beten-nar, d. h. im Zwischengang zwischen zwei Mastaba in
der innersten Abtheilung des Bades. Der ganze Körper mit Aus-
nahme des Kopfes wird nacheinander mit den Mischungen
N°. 1 und N°. 2 bestreut, und dann der Kopf nebst dem Ge-
sicht, besonders aber der Haarspalt auf dem Scheitel, mit der
Miscbung 3 (duMk) eingerieben. Nachdem die Frau gut ge-
schwitzt hat, kommt die Hebamme (ddje) und wischt das jeddd
unter leichtem Frottiren wieder ab. Das vom Kopfe abgewischte
dulüh wird den begleitenden Freundinnen gegeben, welche
sich damit die Stirn und die Wangen bestreichen. Auch das
vom übrigen Körper Abgewiscbte wird sorgfaltig aufgesammelt,
nach Hause gebracbt und spater als kraftiges Gebeimmittel von
unfruchtbaren Frauen verwendet. Eine Wocbe danach wird die
Frau noch einmal im Bade mit einer Mischung von rohen
Eiern, Honig und liabb el-barakdt (s. Dozy s. v. k-Tj.j) ge-
waschen. Das Wort olj^ (möglicherweise ot<X&.) in dieser
Bedeut. (etwa „Bestaurirungsmittel") f. i. d. Wb. Bergg. s. v.
Purifier giebt eine kurze, in der Hauptsache übereinstimmende
80 viel wie                W>-, Nux Abyssinica); ,_X_j\' abkar (?, prime, nach Dozy);
...L^UJ«J» hvlau^dn, .Galgantwurzel» (Bergg. l)r. ar. s. v. Galanga, vgl. Dozy s. v.
(öJLc», Bai9t 13, 55); ^Ls^»- ^t.LjCkC \'abefran lejdxl (? ..J-LaaC, wohl =
.•jtjSyX Löw 424, ist viell. mit ...yjLökji »sorte de bitume de Judée» (Dozy) iden-
tisch. — N°. 2 be3teht aus i>.j ,: zerr aard, Rosenknospen; yic- i»,* v:ara\' zd\'tar,
Thymianbliitter; (jik-^J.—^ merdaküs, Majoran (Löw 41); ua^UxJI •-, > ;
iCuJLc ü/Cis» (aparte , vgl. Dozy 8. v. 5C*ji>). — N°. 3, für den Kopf, heisst einfach
dulék (éfiiS), »Frottir- oder Polirmittel". Über seine Zusammensetzang habe ich
nicht8 erfahren können. Es soll aus etwa 20 verschiedenen, geheim gehaltenen In-
gredienzen bestehen. Der dulék wird meistens bei dem Üroguisten (\'affdr) fertig ge-
kauft, wahrend die Inzredienzen der beiden anderen Mischungen oft einzeln gekauft
und zu Hause gestossen und geruiacht werden. Auch ausser dem geddd wird der
dulék mit ein wenig Wasser als Waschmittel für das Gesicht verwendet, um Som-
mersprossen (zahrd) und sonstige Flecken (,..t»_ji zlwdn) zu vertreiben und das Ge-
sicht ganz ndql («sans tache») zu machen. Jene Bedeut. der WW. »-£: und ,-,\\yi\\
f. i. d. Wb. Es giebt noch sonstige Sorten von dulék für andere Zwecke. ifa^i \'j
besteht aus Eierschalen, die 40 Tage hindurch in Wasser, das taglich erncut wird,
liegen. Dann werden sie pulverisirt nnd etwas fit (d. h. wohlriechende Sachen) zu-
gesetzt.
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Herman A 1 m k v i s t.
Beschreibung der Eeinigung einer entbundenen Frau. Vielleicbt
hangt sein Wort „4>«J-& schedoud", das sich nirgends anderswo
findet, nach der bekannten Aussprache von als ji, mit mei-
nem otiX». zusammen. Doch scheint bei ilim (>.tXci èher die
Behandlung selbst („aller au bain pour être purifiées et rece-
voir Ie schedoud ce qui se fait de la maniere suivante ...") als das
zur Verwendung kommende Frottirmittel (bei ihm „pommade
ou savon aromatique") zu bezeichnen.
iajfjó toUi" humman dejji\', ein Hausmittel für neugeborene
Kinder; (jdj^e \'f h. cartd, ein gleiches für die Mutter.
Was das i. d. Wb. f. Wort ^LJj eigentlich ist, weiss ich
nicht zu sagen. Möglicherweise ist e3 nur eine Nebenform zu
dem allgemeinen ^y^ hemnün, Kümmel, wovou es somit eine
„schmale" und eine „breite" Sorte geben würde. Die Anwen-
dungsweise ist folgende: Ein baumwollener Lappen mit humman
dejji\'
wird auf den Scheitel {na/u}} = schriftar. -^jiL>) des Kin-
des gelegt, der ganze Körper mit éiré benefseg (Veilchenwurzel)
und neèa (Starke) bestreut, wara el-ds (Myrtenblatter) in die
Ohren und Armhöhlen und schliesslich Salz in die Nase gelegt.
Alle diese Dinge wie auch humman \'and und suhhar nabdt
(weisser Kandiszucker) für die Mutter werden in einer besonde-
ren Q-ewürzdose (madhana) aufbewahrt, welche sechs, sieben
Facker enthalt und die Form einer kleinen ishemle \') (das be-
kannte orientalische, runde oder haufiger achteckige, sehr nie-
drige Tischchen) hat, dessen Platte wie ein Deckel aufgeschlagen
werden kann. Das Wort jLüOjk* findet sich nur bei Lane (nach
einer einzigen Quelle, Zamahsari\'s Muqaddamet el-adab) in der
Bedeut. „oil-mill".
ïJls. zafwe (oder nach Anderen \'iJ& \'afwè), eine Art „feinsten
Parfums", in der Form von kleinen, runden, braunen Küchel-
chen, die wie alter Kot aussehen und sehr schlecht riechem s).
1)  Zu SdUjCJ aus scamnum vgl. Mikl. I, 76, Nachtr. I, 48, II, 130, Meyer408.
2)   Die \'afwe soll aus folgenden Ingredienzen bestehen (vgl. hierzn die Note auf
Seite 362 f.): ^iXL J>.5 , ^**saj J~Jh ; v>>c Aloë (Löw 295); i^Atafr ^e ;
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.
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Diese i. d. Wb. f. Bedeut. hangt wohl mit Jjc , gliA (bei
Lane auch 8»ac) , la meilleure partie d\'une chose, zusammen.
Das Wort gjüi findet sich nur bei Mehr. 33 in der Bedeut.
„pièce d\'habillement" und bei Bel. „tresses de soie cousues 1\'une
a 1\'autre, que les femmes en Oriënt portent sur Ie dos" (hier-
nach Dozy s. v. zu vervollstandigen).
JjÜaoJI O^a (Löw 107, Mikl. Nachtr. II, 25); „jiiJI ó^s, Bertramholz (pyrèthre,
s. Dozy s. v. <^c, Löw 29S, Bergg. 871); \'iij; JaSJ», Gewürznelke; ly^^tajl jv>;
it^wi misk, Moschus; JwaJja> ; tJ»}Só-A ; J.j L< ma-ward, Rosenwasser;
,£; L« mS-zahr, Orangenblütheuwasser; \\Ji lóz, Mandel; ijJ ós, Myrte; ïULs», La-
vendel (vgl. Dozy s. v.); _j-e st*-o, Gummi arab.;oL*i -X**, weisser Kandiszucker;
(_g.»Ls» \\V^J (nach meinem Gewahrsmann: .Weihrauch aus (Jdwer, ein Ort in
Klein-Asien», aber natürlich so viel wie .(_j.»> \'i bahhoür djaouri\' bei Bergg. Drog.
ar. s. v. Benzoinum, und Dozy nach Boet., d. h.) Benzoë; Juo\\ ,ySU (?); ,-.L^U.,
Basilienkraut (Löw 151); .L^UÜt ^fcj-*; (?); qL^JI v-O, Granatapfelkerne;
ij ..w~. hüdéra (s. Dozy 8. v.); X-&^& _^~j! J^Ji-v* (Salbei, nach Dozy s. v._j_jl);
...tJa*xfi \'abëfrdn^).
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Herman Almkvist.
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Speisen «y^M\'Lo.
Die grösste Sammlung hierher gehöriger Wörter giebt mit
guten Erklarungen Bergg., welcher (s. t. Cuisine) mehr als
hundert verschiedene Sorten von Fleischgerichten, Gremüsen,
Backwerk, Süssigkeiten u. dgl. verzeichnet. Vieles findet sich
auch bei Landb. und Wetz. (Z D M Gr. XI), weniger bei Lane ,
Eg. (I, 184 ff.), Hartm. und Huart. Am vollstandigsten ist
dieser Gegenstand natürlich in dem grossen arab. Kocbbuch
^LUt iUJj ^jtftj^J! t/ó<2 (Beir. 1885, 496 SS. 8°)
bebandelt, das ich im Folgenden mit „Ustad" citire J). Auch
im türkischen Kocbbuch ^juL^L-LJf LsvJLo (neue Aufl. Konst.
1290, im Folg. mit „Meldja" citirt) findet sich, infolge der
im ganzen gleichartigen Beschaffenheit der arab. und der turk.
Küche, vieles hierher Gehörige erklart.
Das Essen {aki, té dm) zeigt in den Stadten grössere Man-
nigfaltigkeit, als man es vielleicht vermuten könnte, beson-
ders in Damaskus, wo die Eingeborenen auf ihre Küche Behr
stolz sind. Zwar ist das Fleisch in der Begel immer Schaffleisch,
sodass mit lalym (ygl. Frank. 30) ohne nahere Bestimmung
1) Der erste Teil des Buches (SS: 1—403) ist der europ. Küche gewidmet und
deutlich genug eine Bearbeitung irgend eines französ. oder italien. Originals. Der
viel kleinere, aber für uns mehr interessante zweite Teil (SS. 404—492) handelt
von den Kaï..wJ! Xöj.hil c\\.c ..IxIaJI JL&&\', und die vier letzten Seiten des
Buches (jL^IaLJ! oLs-^Lij^a\' j, S j\'Lii) geben einige nützliche Sach- und
Worterklarungen. Übrigens vergesse man nicht, dass im Oriënt noch mehr als im
Occident ein Kochbuch die Zubereitung der Speisen natürlicherweise vielfach so be-
schreibt, wie sie am besten sein wiirde, und nicht wie sie im wirklichen Lebui!
tatsüchlich stattfindet.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulg&rarabischen.               367
immer lahm vernam, lahm ddnl, gemeint ist, aber die Art und
Weise, dasselbe mit oder ohne Gemüse zuzubereilen, ist eine
sehr mannigfaltige, wie es denn aucb von Gemüsen allein eine
Menge Gerichte giebt. — Meine hierhergehörenden Worterkla-
rungen verteile ich unter die drei Rubriken: Gekochtes, Back-
werk, Früchte.
1. Gekochte», Gebratenes u. dgl. -^uio.
Zuerst erinnere icb daran, daas das einfache „Kochen", wenn es
sicb um Fleisch, Fiscb, Eier u. dgl. handelt, (jjJL* (sudanarab.
na§<jad \')), zum Unterscbied von ^«..fc und JU», „braten", heisst.
^5y& ist am Spiesse {sih, im Ustad 138 ff. <p*yt, vgl. oben
S. 357) oder auf dem Roste (miéiodje J) r~| j pi) oder auch in
der Asche (vgl. unten ^gy&x (jóxj) „braten, griller", Aji
(oder -JÜ, s. Fl. IV, 355) hingegen in der Pfanne (jjjtkjèx
mëldje) mit Butter (semn, beurre de cuisine, zum TJnterschied
von zibde, beurre frais) oder mit anderem zugesetzten Fett, in
fester oder flüssiger Form (dühri), „braten, frire". „Kochen,
sieden", vom Wasser, Kaffee und anderen Flüssigkeiten, heisst
JLê (in Syr. auch JUül), und danach JLc (in Syr. aucb
»Is) 3) etwas Flüssiges „kochen macben".
Sodann gebe ich auch hier ein Verzeichniss der arab. Namen
1)   So auch najad, gekocht werden. Dieses i. d. Wb. f. Wort ist oftenbar
eine Umstellung von der Wurzel ,s*0ai, être cuit, mür. Die Ilte Form vertritt im
Sudan vielleicht noch haufiger als in Syr. und Ag. die schriftarab. IVte (vgl. Muh.
Si V. ^vCii).
2)  Neben diesem Worte in der Schriftform islj-iu« giebt Heur. (s. v. Rótissoire)
aueh X_iL-ü als speziell syrisches Wort. Alle drei Komen gl^wwo, \'&JSyJit.J*,
XjIj-w f. b. Dozy.
3)      Jlxjl und .kS in den obigen Bedd. finden sich sonst nur bei Bel. Nach
Beauss. hat ...s in Alg. den speziellen Sinn »cuire a la vapeur».
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der gewöhnlichsten, unten in den Worterklarungen erwahnten
Gewürze (behdrdt, vgl. Mikl. I, 24, Nach.tr. II, 84) und Ge-
müse (in Syr. hudra oder kudar, in Ag. huddr): ^jLo milh,,
melh (in Ag. oft malh), Salz; J^aJU fnlful (kg.flfil), Pfeffer
(Löw 317); yC* sukkar, Zucker (Mikl. II, 164, Nachtr. II 40);
Jj»-a. hardal, Senf (Löw 177, Frank. 141, Mikl. I, 71, Nachtr.
I,   45); Stijf \'urfa, \'örfe, Zimmt (Löw 346); (jMJ.tXJü ba\'du-nis,
Petersilie (in Alg. ^yJjü, aus lixuslov^m, Löw 225, Mikl.
II,   120, Nachtr. II, 167, Meyer 253); 8ot5" huzbara, Korian-
der (Löw 209); *Xxi mfncf, Minze (Löw 259); SÜJü ba\'la (Ag.
&Xj>-\\ riff Ie). Portulak (Löw 320) J); ^y^Aj jammi (Ag. auch
das schriftar. ^^wjóf amsiïu), Anis (aus xvwov, Löw 383, Mikl.
I, 12, Nachtr. I, 5); ^y S hemmun, Küinmel (Löw 206, Meyer
227); ca*) «*i öl (Löw 136, Frank. 148, Mikl. II, 187,
Nachtr. II, 67); J^ hall, Essig; jd»a» /««il, saurer Saft (be-
sonders /*«»/<# rummdn (Frank. 142), Ton Granatapfeln, und t-, ff*, \'a*.
A. hösrum, von unreifer Frucht2)); Juaj basal, Zwiebeln (Löw
74); ^ turn, Knoblauch (Löw 393); J^j f41, Bohnen 3) (Löw
312, Frank. 143); xJ^oli famlije (Mikl. I, 61, Nachtr. I, 39)
oder aU.li ƒ «We 4), haricots verts; yujoJi turmus (Ag. tirmis,
Alg. termes), Lupinen (aus Sépfto?, Löw 394); jLoJ lubije (Löw
234, Frank. 145), „Schnittbohnen" (Hartm. 323), "„Buschhohnen"
(Anderl. 9); Lo,-£ \'i, lange, schmale, dunne; JUsxjjj \'i, kurze
und breite; 3Lu*j, iÜyj bisella, bzelle (ital. piselli, in Dam. haufig
mselldt, f. i. d. Wb.), petits pois, „Zuckererbsen, Felderbsen"
(Anderl. 14) s), ya A. hömmus, Kichererbsen (Löw 171, Frank.
1)  Turk., serb. bakla, alban. baklé bedeutel ,Bohne< (Mikl. Nachtr. II, 80,
Meyer 24), aber pers. *JLi^j Portulak.
2)  Nicht nar von unreifen Trauben (wie bei Krem. Beitr. I, 43), sondern von
unreifen Früchten jeder Art.
3)   i/Saubohnen" nach Hartm. 307, «Ackerbohnen" nach Anderl. 4, mit zwei Ar-
ten: f41 idmï (oder belt/dl) und f41 rum\'t.
4)  Dieses seltenere, i. d. Wb. f. W. ist vielleicht eine volkstümliche Zwitterform,
aus dem üblicheren Fremdwortc LJ^oLi uud dein einheimischen Jj.S entstanden.
Vermutlich steekt es in dem bei Bergg. (Cuis. 46) vorkommendeu »x.J^.s £, >■
lahm f, fatale,
viande avcc une espèce de haricots loiigs".
5)  In Alg. heissen petits pois nach Beauss. XJLa-Lj», nach Ben Sed. ^UJ-3»
folbdu; in Ag. ist gulbdn (Löw 104, 173) nach Soc -Bsed. 87 „Plattcrbsen».
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Kleine Beitrüge zur Lexikographie des Vulgiirarabischen.
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141); v., v»| ruzz, Reis (Löw 358, Mikl. Nachtr. II, 16); («Jlc
cadas (Ag. cads, cats), Linsen (Löw 182, nach Anderl. 6 "Speise-
linsen", zum Unterschied von „Kamellinsen", Urscnne jLLwyf, wel-
ches Wort sonst mit „vesces noires", schwarze Wieken (Linsenwic-
ken, Löw 228) übersetzt wird); yJywo snóbar (in Ag. auch snêbar
oder udjul igJCwi)) Piniennüsse (Löw 57); Lyob Mmija (Huart
57 auch jLcLj bdmé), Bamien, Griechenhorn (Mikl. I, 20, Nachtr.
I, 10); óyjm\\ ^LsxjóL badingdn eswed (haufig nur badingdn,
in Ag. oft bëtingdn, bltilgdn, in Alg. nach Beauss. und Ben. Sed.
beden§al, in Tun. nach Ben Sed. Suppl. bitenjdt), Eierapfel, Me-
lonzanen (turk. .jLsoJLbL», alban. melindzdn, russ. badidzan,
Mikl. II, 140, Nachtr. II, 11, Meyer 269); SwOLü banadóra
(aus pomi d\'oro) oder badingdn ahmar (in Ag. auch bëtingdn
\'uta
oder, wie in Tun. und Alg., *Sc\\ $o tomdtom), Liebesapfel,
Tomaten \'); itblkj botdta (in Ag. ymUI ^ », in der Bekac nach An-
derl. 7 „elan", was so viel wie ,u*UlJU ist), Kartoffeln; o^iJLo
rnelfuf (in Dam. auch JUicJ lahana s), in Ag. \\^S korumb),
Kohl; febuiJi \'arnaMt3), Blumenkohl; v_*j)5\' krumb, Kohl-
1)  Soc.-Bied. 88 schreibt tomdtin. In Alg. kommt auch die Form ^jü>,» hL»^,
aas turk. jaJ\'Lo^O (Meldja 91), vor. Das zunachst aus ngr. to\\j.&tx, span. tomate,
entlehnte Wort soll ursprünglich mexik. toma-tl sein. — \'»JOyi qLsUJuU flndet sich
i                                                             o*
nar Nof. 171. Nach Muh. ist üL^ï eine vulgare Form für \'iljyi und bedeutet
-êiU iLaaJ\' £J^>, bei Dozy s. v. ï»b}3 (nach Muh. und Boet.) «bannette, pa-
nier de petites branches\'. Nach Bel. ist ,,\'ti.!o*.ï grand panier dans lequel on met
les dattes, und „xhjïi dattes en bloc, en paté". Beauss. hat ,\'&JOtJ2 pi. ^.Jji,
boite ronde de bois tres mince oü on met de la confiture".
2)  Dieses aus gr. K&xw entlehnte Wort schreibt Wetz. (ZDMG. XI, 620)
laliaim. Seine Übersetzung «Weisskraut» ist von Dozy (s. v.) als «espèce d\'absinthe»
missverstanden (s. 11. VI, 161). Bergg. 267 und Nof. 172 schreiben wie ich rait
A. (vgl. Fl. VII, Nachtr. 210, Mikl. II, 117, Nachtr. II, 165, Meyer 236).
O
3)  Nach Dozy (s. v. txu *\'*) ist dieses Wort nicht nabatiiisch, wie Djawaliki
[und Muh.] meint, sondern «plutót Ie grec nfx/i^ti"; eher wohl xpapf3/3(iev), wah-
rend dem xp«ft/3>f das arab. i_o.S ontspricht (vgl. die folg. Note). Nach Fl. IV,
394 ist aber die Form iaff*Xi (vgl. Löw 214, Frank. 144) die urspriinglichere (und
daraus .t*u>tJ> .durch Verwandlung von nn in r»« entstanden), indem das Wort
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370                                       Herman Almkvist.
rabil); \\Ia^ fyijdr, Ghirken *); Lwji\' Mm (Ag. Mm oder karea
Msa),
Kürbisgurken 3).
nicht auf xp^//(3i), sondern auf KwvuiriSi(ov), kovvovttiSi, Blumenkohl, zurückgehen soll.
Indess baben Beauss., Ben Sed. und Mach. 429 das (bei Dozy fchlende) ci*"«-Oji
krenbit (Ben Sed.), kroumbit (Ben Sed. Dial. 222) chou (ganz gleicbbedeutend mit
<^iS kerneb, wahrend «Blumenkohl» ital. Namen tragt: iu Alg. .Jls fAr, in Tun.
JU\'.jj bruklu), und dieses i y^ jS, »Kohl« ist einerseits von xpst/t^i\'Si, «Kohl», und
andrerseits von owjj» gar nicht zu trennen. Das Turk. hat nur die Form mit r
OsaaJjS (neben der volkstümlichen an ,l§l, «Frühling», angelehnten karnabehdr,
karyn-behdr). Meiner Meinung nach muss man also das arab.-türk. ta**ij> O\'S1-
xctpmpwtr, Mikl. Nachtr. II, 144), aus gr. KpaptfUii, von demsynon. arab. Ja^AJÜS,
aus xovvoviri\'Si, ganzlich trennen.
1)  Das aus dem gr. xpa/j.^ entlehnte Wort w^iji\' (Löw 213; wegen der im
Schriftar. wechselnden, bei Dozy fehlenden Vokalisation vgl. Lane s. v.), pers.
O--
i_*iS(woraus jetzt fJS, chou, geworden ist) bezeichnet in Syr. eine besondere Art
Gemüse, die nach meinen Aufzeichnungen ./einer knorrigen Kartoffel ahnlich sieht,
so gross wie eine kleine Melone ist und wie die weisse Rübe (lift) schmeckt». Muh.,
o
erklart das Wort unrichtig mit «JuQ c*J jl oiJLw [suf, Bete, Mangold, Löw
273, Frank. 143], ebenso falsch Nof. 172, Heury und Bel. mit «chou pommé\'
(Bel. * hingegen und Cuche wie Wahrm. mit «chou-fleur»). Richtig bei Huart 74
•chou-rave* und Anderl. 15 «Kohlrabi» (viell. noch richtiger «Unterkohlrabi»).
In Ag. bedeutet i_»ój^ Kohl, chou. Hiernach Dozy s. v. zu vervollstïndigen.
2)  Neben diesem persischen auch in Ag. und Alg. allgemein gebrauchlichen Wort
wird in Dam. auch das schriftar. s-Lïï kitta, \'itta (Löw 330) gebraucht, manchmal
mit dem Unterschied, dass \'itta «grosse Gurken» bezeichnet. In Ag. ist \'atta eine
Art kleinerer und feinerer fa"4s (vgl. die folg. Note).
3)  So nach der Übersetzung bei Wolff 203 und Hartm. Beim Letzteren heisst es,
S. 217: «Kürbisgurke Msa [Syr.], \'ag4r [Ag., s. jedoch weiter unten] und S. 322:
„Msa gurkenahnliche Frucht». Klein (Z D P V. IV, 74, 82) und Anderl. (1.1. 12)
geben nur den engl. Namen «vegetable marrow» (so auch Wort. s. v., vgl. Fl. V,
88). Französ. wird V*»yf gewöhnlich mit «courge» übersetzt (so bei Dozy, Boet.,
o-
Landb., Nof.). Der allgemeine Gattungsname für «courge, Kürbis» ist jedoch c ,S (Löw
351, Frank. 143) oder vielleicht auch .-j-Liaj. Dieses letztere Wort bezeichnet nach
den alteren Lexikographen «jede stangellose Pflanze», bedeutet aber jetzt ó.stü ,j,
nach Muh. „j^Xil**.!! e Jijt. Das N. un. SCJUa&j wird jedoch bei ihm nicht mit JCcJs
ï-iiAXvwwo, sondern, wie bei den alteren, mit *.*.!o. KcJs erklart. Andrerseits er-
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.
Sjjjc u^\\yS \'erds habra, Fleischklösse Ton geklopftem, nicht
gehacktem Fleisch („lahme mad\'iê\'a [SJUfJuo] ld ma/ritme"), die
nur mit Salz und Pfeffer — nicht wie die XjLS\' "Pleischklöss-
chen" mit Eiern, Petersilie und Piniennüssen — in einer me\'ldje
mit Butter gebraten werden.
Nach Muh., Bel., Wort. und Huart 60 (dessen s«^ hei David
195 in Sjajs korrigirt wird) bedeutet ~Jjd (ïjlfii) „viande sans
os", nach Boet. und Humb. (s. Dozy) „viande sans grai6se".
klart Muh.: \\JLj&> fJï y& ^1 Jovb ^Lff.»St l^t cy s 3. Hartm. 217 giebt
jabfin als das syr. und kar\' als das Sg. Wort für «Kürbis». Nach meinen Aufzeichnungen
aus Dam. ist e -3 der allgeraeine Gattungsnarae und ..—JaSj «langer e -5", so auch
bei Bel., welcher P.J. wie auch _**»ƒ, mit «courge; citrouille» und il) mit
«courge allonge\'c» übersetzt. Die «Kiirbisflasche., gourde («courge vidée servant de
bouteille*), heisst, neben —a-o-S\' (Bel.) oder &£u (Heury), nur &eJ>, nicht üixbSj,
was wiederum zu beweisen scheint, dass nur e .3 der allgemeine Gattungsname ist. Nach
meinen Aufzeichnungen aus Ag. ist dort der 9 sehr gross, beiuahe halbcirkelför-
m\'g ( ////^>sO\\) • m\'t glatter grüner Schale, tj*s& fa"its (oder hiinfig fa\'iïs,
Löw 331) lang, aber kleiner als c J, und von krummer, unregelmassiger Form
(^^-—^«^^\'N, (\\^*s \\)> m\'* knorriger ((J»*-^j-^-\'«) hellgrüner Schale
[Bel. »sorte de mélon», Wort. »syrian melon", Mach. 429 ((wv»ÜJ) und Ben Sed.
422 (feggdë) .mélon vert-, Beauss. »(j>oyÜ concombre long et mince a peau can-
nelée, Tun.«], .^^\\c \'agilr von derselben Form und Grosse wie hijdr, aber mit
dickerer Schale und gröberem inneren Gewebe (mansug), und (jü^ iiri ein noch
nicht reifer, grüner und kleiner \'agiir (nach Boet. hingegen .mélon*). Hiernach
Dozy s. vy. zu vervollstandigen. — Als N. un. von Lwji\' giebt Muh. die Form
aUv^S . Landb., welcher die Formen \'&Mêy£ und üLw^ als .des formes d\'annexion»
betrachtet, bemerkt hierzu (S. 435): .Si ïLwki\' était n. unit. on entendrait quel-
quefois la prononciation JüLw^S\', ce qni n\'a pas licu». Indessen limiet sich in mei-
nen Aufzeichnungen besonders notirt: .XjL.wjS\' e in e Kfisa» ; ebenso bei Wolff
203. Die Form sLw^S bei Muh. ist natürlich nur die nach der Analogie regulirte
schriftar. Wiedergabe von der XjLw^ der gesprochenen Sprache. Übrigens wird
das Wort Uwji\', wie so manches andere auf -a endigende Fremdwort im modernen
Arab. hüufig mit X_ (oder seltener j) statt ! im Auslaute geschrieben.
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Herman Almkrist.
In Dam. ist habra ein (ziemlich grosses) Stück Fleisch ohne
Fett und Knochen.
Si>*(X4je SyAje habra mamduda. Das fett- und knochenfreie
Fleisch wird in einem Mörser (gum, Frank. 25) ganz zerstossen
(„mad\'it\'a ndHm"), dann, bei gewöhnlicher Quantitat, etwa 2 roti,
auf einer ,j*Lsü Ju f Je (langliche, rechteckige Platte mit niedri-
gem, aufstehendem Rand) ausgebreitet und zum Backer ge-
schickt, um in seinem Ofen (furn, aus ngr. (poïipvo?, Mikl. I,
62, Frank. 27, Meyer 114) gebraten zu werden. Bei geringerer
Quantitat wird das Fleiscb statt in der tawdje in einem ^Soo
>j [?] (grosser Teller von Eisenblech) zu Hause gebraten.
Das Wort iüfjis findet sich nur bei Bergg. (s. v. Poêle)
„poêle a longue mancbe JuLls", und Landb. 277: „SfJe ou
iuLis est Ie turc s.b\' = ar. ^JÜLj ou sikji*". Dozy (s. ^Ji)
bat: „%yk poêlon, Boet. (du turc, selon Beauss.)". DerLetztere
giebt aber (\'s. \\*5e) nur „SjLb (du turc) poêlon en terre ou
casserole en métal avec mancbe". Das Wort ist urspr. pers.
jüLï, in moderner Ausspracbe tavé (turk. &j\\s», s.Lï, s.Lta, vgl.
Mikl. II, 167). — Was das Wort, das bier »o, aber an einer
anderen Stelle in meinen Aufzeicbnungen ber\'ï gesebrieben ist,
eigentlicb bedeutet, kann icb nicht sagen. Ob es wobl mit
i^o (in moderner Aussprache bérï) zusammenbangt? — Wie
habra mamduda werden aucb viele andere gebratene oder ge-
backene Gerichte oft zu Hause zubereitet und dann zum Backer
geschickt, um dort auf einer Backplatte (besïnije oder besahn)
gebacken zu werden. So z. B. ^.ssloj x sü, fein gehacktes
Fleisch mit fein geschnittenen Zwiebeln, und \'Aaaa^oj {Sf&uo
meéwl bennije
(oder m. bemhn), Fleisch, mit unreifen Djenerek
(oder hóh dubb) \') und Zwiebeln (oder Tomaten) gebraten.
1) Génerek — so hörte ich immer die Aussprache (vgl. serb. dzenarika, Mikl.
Nachtr. I, 32), als Schriftform warde mir aber dyts» angegeben — bezeichnet eine
Art kleiner, roter Pflaumen, wovon es zwei Sorten giebt, cine saure, iiiuls* \'>}
und eine süsse, ^e.&»* \'=>-. In Muli. heisst es: » =■\' -*S *J j-S^Vw iiL).A.s-
c
_A«.Lè ij»$\\j. bei Hnart 59 dagegen: »ii)jiU> djdnérek, sorte de petite prune
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgiirarabischen.               373
«j.i> (y*y&) dóbo, Lendenatück mit Essig, Zimmt, Pfeffer,
Orangenschalen, Lorbeerblattern u. Ahnl. Die Kasserolle wird
mit in einen Lappen gelegter Erde umgeben und auf einen
\\abbdh (potager, s. Dozy s. v. ^X*io) gestellt. um bei gelindem
Feuer zu kochen.
Dieses Wort (franz. daube) findet sich uur bei Bergg. (Cuis.
44): „Kiyó dhowba, daube ou boeuf a la vénitienne avec de 1\'ail
et du lard".
JLw,. rdsto, der grosse auf europaische Weise angerichtete
Eostbraten.
Findet sicb nur bei Hartm. 334 „rósto Braten" und Ustad
lOO Jiwt.
(JjkSaJLs <£ &•* mestoi bilhü\', Fleisch, mit Zwiebeln in einer
besonderen Pfanne (tju^-) gebraten.
Diese Bedeutung dea Wortes (Ju&. findet sich sonst nur bei
Muh., wo es mit ^LsvjJ! ,jjo jjJba cmu) erklart wird.
jcjJuo t>tyo inuzdd mudebbar, einfach mit Salz gekochtes Fleisch.
Das i. d. Wb. f. otyo ist wohl nur eine moderne Aussprache
von j>tyó, sac de provisions (a yoyage). Zu ijjwo im obigen
Sinn ist vielleicht Aj<>, fortifier (1\'estomac), bei Dozy zu ver-
gleichen.
Kft»mt" tamije [Ag.], 1) fertige, warme Speisen, die auf der
Strasse beim tïimagl zu haben sind; mitunter ganz allgemein
€**\'\'
2) besonders = jLoj J> (s. unten).
Die WW. g,-U und ^swais f. i. d. Wb.
rouge, hative, du turc .c&i.t IM^"?"" (n^ch Zenk. s. v. lékj.t, »Orleanspflaume«).
Sonst findc icb das Wort nirgends erwahnt, aber höchst wahrscheinlich ist das letzte
Wort in der bei Lane s. v. ^Jjj gegebenen Erklarung: small plums ... known in
Syria by the name of «éljjL> (TA.)« ein Druekfehler für sd-iL^-, da ein Wort
i£)-jU> weder bei Lane noch eonstwo zu finden ist. Wegen MA dubb s. — •,> nnter
der Rubrik »Früchte».
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Herman A 1 m k v i s t.
W£, (J"}-** [Ag-] > Zukost zum Brod (Fleisch, Datteln oder
was es auch sein mag).
Zu dieser i. d. Wb. f. Bedeut. vgl. u«c, mordre (bei Dozy)
und iwUi, mets a sauce ou on peut tremper son pain (Beauss.).
<c?*fc oLaJ" kebab carabï. Gehacktes Fleisch wird mit Pinien-
nüssen und Salz zu kleinen, runden Klösschen {dabulè) gerollt
und mit etwas darauf gegossener dühne in eine mit Fett ge-
schmierte Bratpfanne gelegt, welche darauf zum Backofen ge-
schickt wird.
Sonst bedeutet \\^uS allein, wie bekannt, kleine am Spiess
geröstete Fleiscbstücke (vgl. Dozy s. v. und Bergg. Ouis. 28),
im Turk. überhaupt „Braten" (vgl. Zenk., Mikl. II, 106, Nachtr.
II, 155).
JUS" hibbc. Dieses Syrische Nationalgericht, das auch in Ag.,
wenn auch nicht allgemein, üblich ist und dort \'LujS hubêbe
heisst, wird in Dam. auf folgende Weise zubereitet: Vier iUi\'J
Sj^je wird zusammen mit ein wenig Zwiebeln, Salz und PfefFer
in einem grossen Mörser mit einer Holzkeule zu Teig gestos-
sen. Dann werden neun okije burrul i), das zuerst etwas be-
feuchtet wird, zugesetzt und eine Stunde lang zusammen mit
dem Fleisch gerieben. Wenn die Masse ganz gleichmassig ge-
mischt ist, wird sie mit den Handen auf verschiedene Weise
geteut und geformt. Entweder werden dunne, runde Kuchen
gemacht, je zwei auf einander mit dühne dazwischen gelegt
(»0>.tX»jo \'f oder KAaJU \'fl), und dann beim Backer gebraten
1)   über diese bekannte arab. Weizengrütze (Xï^Jm\' Xiaisi iyt ,._&.»• (j&j.:>
Muh.) vgl. Dozy s. v. J^èjJ oder Wetz. (ZDMG. XI, 483). Die bei Muh. (u. Dozy)
o
angegebene Aussprache Jij hörte ich nie. Auch im Turk. wird dieses aas dem
pers. jAj stammende Wort burgul oder bolgttr (pers. auch j**1j) ausgesprochen
(vgl. Mikl. I, 33).
2)  i&xi (Denom. von i^pjj Gepiick), seine Sachen zusammenlegen (vgl. Dozy),
sich beeilen (Krem. Beitr. II, 49). Vermutlich ist jedoch hier JC&JU nur ein
Schreibfehler für XwuJLt (s. Dozy s. v. (j»-jJ).
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Kleine Beitr\'age zur Lexikographie des Valgararabischen.
375
(8ii»,y|t \'f), oder man macht lange, schmale Streifen, namiïse,
Sarg, oder maséra, Röhre x), genannt, welche dann am Spiess ge-
braten werden (&>«..&* \'$"), oder endlich man macht, und zwar
dies am gewöhnlichsten, ziemlich grosse, mehr oder weniger
kugel-oder eiförmige Stücke {kubbé)2), steekt zuerst einen und
dann zwei Finger durch die hibbe, rollt dieselbe tim die Fin-
ger, bis sie ganz hohl wird, legt ein bischen dühne in die
Mitte hinein, und macht die beiden Öffnungen zu. Das hierzu
yerwendete dil/m besteht aus sahm, Schaffett (vorzugsweise das
an den Knochen sitzende), und einem Stück lij e s). Diese Art von
Kubbe wird entweder in Fleischbrühe (iSuo) gekocht (83 JLuuo \'f)
oder mit etwas \'eli ( JU) *) gebraten (XjJLöx \'f )• Endlich wird
die Kubbe auch „roh" (JLÜS) mit Knoblauch gegessen, und tragt
dann den sonderbaren Namen JüGi>. Auch Bergg. (Cuis. 19)
beschreibt mit einigen Worten die Zubereitung der (gewöhn-
lichsten Art von) Kubbe und des Burrul, und verzeichnet
ferner fünf andere, je nach den verschiedenen Zusatzen von Gre-
müsen yerschieden genannte Kubbegerichte. Weniger genau sind
die Erklarungen bei Dozy (s. v. HjS, nach Boet.) und bei
Landb. 430.
1)  (j«y«li (xaljfcü |»^U l^y«) für (j«5jLj, cercueil, sarcophage, Bel., Mtih. (f.
b. Dozy). Das N. un. in diesem Sinn f. i. d. Wb. — Zu b\'.vwLo (PI. *u*L*) vgl.
ZDMG. XII, 333—335, Dozy s. v. a^yoLo, Mikl. Nachtr. II, 171 und Meyer202.
2)   Diese Operation heisst ta\'rif, und demnach bedeutet yaj: conper la pftte en
pains ronds, nicht notwendig «ronds et plats», wie es in den Wörterb. steht.
3)  So heisst bekanntlich der grosse, runde Fettklumpen in der Mitte des Schwan-
zes einer besonderen Schafart, «Fettschwanze* genannt (zu der vulgüren l\'orm Xju
os
statt des schriftar. ü-JI vgl. Lane s. v. XaJ\'). Ohne die lije würde dns sn/im schwere,
harte Knollen in der Kubbe bilden.
4)   In dieser, i. d. Wb. f. Bedeutung ist J15 synonym mit XaJJJ, nach Muh.:
\\A*UA AN.»>m *~< J> w,r»£ J>3 Lo iC^JÜÜI. Andere Bedd. von XaIs s. bei
Dozy, BelT, Zenk. s. v. und vgl. Mikl. I, 88. Das gewöhnliche \'eli besteht ans
mit Butter zusammengeschmolzenem Schaffett, weiehes für das jeweilige Bedürfnis in
einem Steintopf aufbcwahrt wird.
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Herman Almkrist.
376
i£>ÜC& mo besmaêkdt, grosse, mit Zwirn umbundene „Kub-
ben" mit Reisfüllsel und Tomatensauce.
Dieses i. d. Wb. f. W. ist vielleicht eine halb turk. Zwit-
terform, aus dem turk. jytj, gekocht, und dem (aus dem griech.
itoi^x^i\'èi{ov) stammende) arab.-türk. Fremdwort Sc\\^m*£j , ie\\ &3
(s. Dozy), cA*a«Xj (Zenk.) entstanden. Oder hangt es gar mit
turk. \\JLjAi baêmak, „Pantoffel", zusammen?
L*L» *>»fi> Baud bdéd, kleine Fleischklösschen (kuftè), mit
Zwiebeln und Tomaten gebraten; wird wie das gewöhnliche
iahni (usu, Ragout, Mikl. I, 78) immer mit Reis (oder Bur-
rul) gegessen.
Etwas verschieden bei Dozy (nach Boet. und Bergg.); hin-
gegen im Ustad 422 ganz wie oben .. . ^..aLuJü I—&Lj i>«t<>
JlLU JI v«5M sxJLó*. axJüS.. — Das dem Pers. entlehnte Wort &xiS
wird bei Dozy und Muh. jUAS\' vokalisirt und beim Ersteren
etwas Terschieden erklart. Die richtige Aussprache ist aber im
Arab. wie im Pers. und Turk. mit u («) (Fl. V, 80. vgl. Mikl.
Nachtr. II, 160), und die allgemeine Bedeut. ist „Klösschen"
(Meninski „polpettes"), ebenso bei Oad. 17 „kofta des poulpetons".
Vgl. auch: \'iXsS üw& sorbet kufte, potage aux fricadelles, und
Ustad 420 «yLxaXJI ^ Jl^.
ijl^Aiai éiébdrak, ganz kleine und runde Klösschen aus Brot-
teig, mit fein gehacktem Fleisch gefüllt und mit Knoblauch,
Koriander etc. in Fleiscbbrühe und saurer Milch gekocht.
Findet sich nur Ustad 448 nebst einer langen Beschreibung,
wo es neben i£)y*£jJb auch ^jJo u*juè geschrieben wird.
LüKduüCJ ksxc, Fleischklösschen, mit Eiern, Mehl und
Petersilie gebraten.
Das Wort &ssl£ (Frank. 34) entspricht bekanntlich demeurop.
„Omelette".
^stJbx yjikxx mtfla* mufa^an, Herz, Leber und Lunge in
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Kleine Beitr\'age zur Lexikographie des Vulgiirarabischen.
377
einer besonders dazu bestimmten Pfanne (tdtfen) zusammen ge-
braten.
In der Küchensprache heisst die Leber \\Jj^kx^i\\ &ym\\, die
Lunge \'jlJ| L,-^ (Fem. wegen StSJI), und das Herz \'x»J! v_JÜ>\'.
Entsprechende Benenennungen fiir Leber und Lunge finden sich
aucb im Turk., Ngr. und Alban. (Meyer 271). Bei Dozy (nacb
Boet.) und Bel. wird unter \'x* auch die Milz mit einbegriffen.
Bei Muh. (s. v.) heisst es dagegen: ^jje \') JLyaüJU (JjJle Lo.
v^JUJtj SjJIj JuJOI . Zu ^a-Ub (in Alg. nach Beauss. ^xs^Üs)
aus ngr. wyxvov, rwyxvi ygl. Dozy s. v. und Meyer 69, 430.
JJbc Jlcj zaral maral [Ag.], der Magen (Jciré) vom Schaf
oder Kamel, in kleine Stücke geschnitten, mit Reis und hijd\'
in Wasser gekocht.
Dieses Gericht ist vermutlich dasselbe, das bei Mehr. 26
„JdLo Jifca. [ohne Vokale] tripes" heisst; wohl unrichtig, da
es keine arab. Wurzel Jito giebt. Der Sinn des sonderbaren
Namens (vulgiirar. Jx\\, Betrug) soll der sein, dass der Magen
zu gleicher Zeit Fleisch und doch nicht (richtiges) Fleisch ist.
Maral ist der bekannte iiède mit m, wie er besonders bei
den Turken in arab. Wörtern beliebt ist, z. B. husdn musdn,
Pferd; \'amu mamïs, Hemd; vgl. jSaLo i£)L» > viande demouton
au riz (Dozy, nach Mehr. 32). — Das Wort (J)La&. findet sich
nur bei Dozy (nach Boet.) mit „assaisonnement" übersetzt,
ebenso nur bei Dozy (nach Boet.) der Stamm Jp „assaisonner".
Nach meinen Aufzeichnungen bedeutet i&I^ mit dem N. act.
(JjL**. in Ag. eigentlich „mit einem Löffel oder auf einem
Teller kosten, déguster", um zu wissen, ob die Speise genug ge-
würzt (d. h. gesalzen und gepfeffert) ist. Dann ist ^JjL*&. auch,
und am gewöhnlichsten, das rechte Mass von Salz und Pfeffer
an einer Speise, z. B. wenn man sagt: üJlsül ^i ijjlx^J! ito-
1) XjJI \'i, die Luftröhre (ag. himtjara, schriftar. a <\\ » ». und ,yS\\X>-) ■
»,eJJI \'s, die Speiseröhre.
Vllle Congres international des Orientalistes. — Section semitique. 25
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378                                     Herman Alm k vist.
s.Lö \'abdwe, PI. -at, Schafmagen, mit Reis, Erbsen u. Ahnl.
gefüllt.
Nur bei Bergg. (Ouis. 9) und [Dozy nacb] Muh.: ^j»* JUaJI
o
LgJ JUj^j ji jüb xJLo&o ijjLJs! cjIó &as> y>j oji^JI sLUI
kjJL,> b\'. SjIaIÜ Lftx»««tj> 2L0L&II (ja*?} i_ixA^v.XlU LójI JUüJI
,-ÊtJf v_>!y£»j. Zum Verstandniss dieses (bei Dozy kurz mit:
„Ie troisième estomac d\'un animal ruminant" wiedergegeben)
s
vgl. Lane s. v. «£*£&•.
<lsu*i sejwk, sutju\', si$i\' (türk. ^JJy^uu, Mikl. II, 160), Wurst
aus gehacktem Fleisch und Eeis in Schafdarmen.
Hiernacb Dozy zu vervollstandigen.
9
(JpUü ne\'dnï, Beir. (SjljL* (urspr. (Jpljü, aus griech. Aou-
kkvikov, s. Fl. VI, 166; Frank. 38, Meyer 250), Wurst aus
gehacktem Fleiscb mit Petersilie. Zwiebeln und Piniennüssen,
auch RAaAJLA êelêiéa genannt.
Vgl. Dozy s. t. (jpliü; Hartm. 281 hat „mekdnik, kleine
Würstchen", zum Unterschied von „salstsa Wurst". Das letztere
Wort (ital. salsiccia) findet sich sonst nur bei Wahrm. (deutsch-
arab.) „Wurst ji.A^JLi".
jjjijo büdm [Jerus.], Pudding.
Findet sich nur bei Abcar. s. v. Pudding.
sfine, das weisse Fleisch an den Flügelknochen der
Hühner. — F. i. d. Wb.
iw«..U, \'&*) * kaurma, geschmolzenes Schaffett, das mit Zu-
satz von ein wenig Salz für den Winterbedarf auf bewahrt wird.
Dieses bekannte türk. Wort (a*««U\' kavurma, vgl. Mikl. I,
94, Nachtr. I, 61) bedeutet sonst so viel wie Frikassee (s. Dozy
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Kleine Beitrüge zur Leiikographie des Vulgararabischen.               379
s. v., Nof. 169, Oad. 16 „kawirmah"). Zu der obigen Bedeut.
(etwa „das, womit das jeweilige Frikassee zubereitet wird") Ygl.
Bergg. (Ouis. 66), „yiande . .. frite avec de la graisse; yersée
dans une jarre d\'argile, elle s\'y conserve pendant longtems, et
toutes les fois qu\'on en veut, on en réchauffe pour servir a
table".
Sjuoi> demca [Ag.], Sauce (= Syr. SüCc); neben dem in bei-
den Landern auch gebriiuchlichen italien. iuaJLo salsa.
Das Wort üut) in diesem Sinn findet sich nur bei Cad. 17
dinfah und Mal. 157. — ïjoJuo schreiben Cad., Mal. und Bergg.
(s. v. Sauce) so wie ich, dagegen Dozy, Hartm. 243, Bel. Franc,.
und Ustad JuJL», oder LJL«- In Alg. beisst „Sauce" nacb Humb.
15 neben \'iSye l) und 8u»»a»A3 > auch *!Jo. Dieses sonst nirgends
verzeichnete Wort kommt auch bei Humb. 13 neben jü\'yo in
der Bedeut. „bouillon" vor, hier aber mit Fragezeichen. Mein
algier. Lehrer in Paris erklarte, fïïr „bouillon" sei Juyo, fïïr
„sauce" aber -f Ju das gewöhnliche Wort. Eine Art Sauce heisst
> „ J
in Syr. ^JoJo, wozu ausser (Dozy und) Muh. besonders Ustad
94 syJe\\Ja)\\ j! 8 1 w H ^i zu vergleichen ist. Schliesslich ge-
hort auch das Wort SJoJLe hierher, das nach den Wb. nur
„Überzeugung, Glaubensartikel" u. A. bedeutet l), aber im
Ustad einen gewissen, mit den Bedd. von duüLe (thickened, in-
spissated, Lane) und t>«jüw (s. unten i>yüw) verwandten, tech-
nischen Sinn (etwa „Fleischextract") hat, welcher aus den folg.
Citaten (S. 92 u. 93) zu ersehen ist: 8Juj£*J! _i) ,-jLaJ! tk«aiJt
«JiyJ\\ JjJBUl! p. .ïlfo H ^_j jLtAAMÓ* SJ.XÜÜI ,ji &_J^wJI ^1
,j**JIj «**aj\' *JjJ! (S^jJI) • • • L/oljü «yLwJ-wJt ^ji^ ^J» ^t
I gfrt8~»tj juuai _i Lgi-oj • ■ • xj^Ue *b ^Le ^ki^ ^.svioJIj
%sxJI <iJJ6 ,j*.*JI xj^ ^-eiX-i\' (^j***^ Sjuiift) . . . JUjüUm^J
(Uj^XJIj cj^*JL SJuJift) • • • 8j«aJ! (SXft L^jüü\'j ^LJ( j^
1)  Mach. 377 hat &ï-/« sauce, bouillon, Ben Sed. Franc, sauce marga, bouillon
merqa, aber üial 173 marga bouillon.
2)  Nur Wahrm. giebt daneben auch die Bedeut. «Kosenconserre, Bonbon\'.
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380                                      Herman Al mk vist.
JLos^w i I g,"i|V Uj»J« • Jene kulinarische Bedeut. des hier-
nach mit SJtkiLÊ ganz synon. Wortes jLu., wie auch die WW.
\\ >J (crème??) und JU^yi f. i. d. Wb.
Sji\\ ze/ra, das von Fleischsuppe u. A. abgeschaumte Fett.
Diese Bedeut. findet sich nur bei Huart 62, welcher zafré
schreibt, und im Ustad, z. B. jue s»i\'JI ix&jfl. (S. 420, passim).
^yjiuo ijóaj 8«S meéwl [Ag.], Eier in der Asche gebraten —
das Ei zerbricht (i|Jaj)j ein Teil des Gelben fliesst in die
heisse Asche, und wenn dieses nebst dem in der Schale zurück-
gebliebenen hart geworden ist, wird Alles aus der Asche her-
ausgenommen und gegessen — zum Unterschied sowohl von
(JiJLw^e \'j (oder ^Juo \'j), in Wasser gekochte Eier, als von
JL&o \'j , in der Pfanne mit Butter oder Öl (haufig unter Zusatz
von Honig, Datteln oder Kase) gebratene Eier.
(jOjjwx (jóaj , bed maf^fo [Ag.], „geknetete Eier". Die Eier
werden hart gekocht {nieêtawl), geschalt und mit Öl (oder But-
ter) und Kase zusammengeknetet.
Die Wurzel ijaxi, die bei Freyt., Kazim., Lane, Muh., Bel.
und Wahrm. fehlt, und bei Dozy sich nur mit der einzigen
Form (jöjjuLe, écrasé, aplati (nach Boet.) vertreten findet, be-
deutet in Ag. „mit den Fingern zerdrücken, zerkneten" (wie
eine Dattel, um den Kern herauszudrücken), zum Unterschied
von iJU, „mit beiden Handen kneten, rollen, dann und wann
mit Faustschlagen (lukkamije!) klopfen" (wie einen Dattel-
teig). In Alg. bedeutet hingegen yazi (nach Beauss.) „fouler,
luxer, enfoncer, forcer (porte, coffre); fausser (clef)". Die Wur-
1) Das Wort JCycLXJ findet sieh nar bei Dozy (and zwar ohne Vokale), wo eg
(nach Boet.) mit .coup de la main sur la tête» übersetzt wird. Lukkümije scheint
jedoch, wie auch das i. d. Wb. f. Fremdwort isU-o bunja (neugr. htovi&) «geballte
Kaust» (ohne Schlag) zu bedeuten. Zur Bedeut. der Wurzel vgl. unten it^jp.
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Kleine Beitriige zur Lexikographie des Vulgiirarabischen.               381
zei ya*i ist wohl ursprünglich nur eine Umstellung von .«*«,
terrasser, lutter (Bel.); écraser (Dozy, Beauss.); kneten, rei-
ben (Wahrm.); vgl. yoac, vaincre dans la lutte, courber, plier
(Bel.) — Für ^.JuJc in dem obigen, i. d. Wb. f. Sinn giebt
Hartm. (8. v. Ei) als syrisch: masluk taijib, Ustad 313 sonder-
barer Weise: lis., (JjJLujo. In Dam. hörte ich oft das einfacbe
(J"JLa»vo in demselben Sinn. „Weich gekocht", in Syr. «>~iï4rJ
beriêt (aus pers. xa«&o, gekocht, im Ustad ...■ A ,\\, vgl. Dozy
s. v. ou&j^jü), heisst in Ag. L** (jcj nus&é siwa, oder et-was
harter !*««, .^jjyiJlj tuiten siwa (in den Wb. nachzutragen).
JÜSuo (jojo bed muhammar [Ag.]. Die Eier werden weich ge-
kocht (nuss oder tuiten siwa, s. oben), geschalt, in eine Pfanne
mit geschmolzener Butter (meslï) gelegt, und, wenn sie so viel
Butter wie möglich aufgesogen, sind sie fertig zum Essen.
Die kulinarische Bedeutung des Stammes Jus* ist bei Dozy
(nach Boet.) nur die gewiss urspriingliche „rissoler, rótir pour
donner une couleur rousse, faire rötir". Nach Beauss. hat das
Wort vier verschiedene, hieber gehörige Bedeutungen: „dorer,
en faisant rötir, frire; rötir a la casserole; rissoler; gratiner",
wovon die erste und dritte mit Dozy und die zweite mit mei-
nen Aufzeichnungen aus Ag. übereinstimmt. In diesen heisst
es: „Ji^ [Ag.], das Fleisch in einer zugedeckten Kasserolle mit
Wasser und Butter so lange braten, bis es davon so viel wie
möglich in sich aufgenommen hat, schmoren, ulAÜ ^g^v* =
-*s\\jo (im* *sJ)"- Die letzte Bedeut. bei Beauss., „gratiner", fin-
det sich im Ustad, wo unter den i~.ilOlU^t (S.493) das Wort
JU», folgenderweise erklart wird: \') mjue iS .Jle y.s3*JJ\\ j sks Ja
iJ)*&mjo ïLiL-óLj Lüj.s JLXLwiM Jls\\j\' ^\\ L^oaI^ IXJLj» .t
... LgjJI yldaJI • Zu der von mir und Beauss. gegebenen Bedeut.
„rötir a la casserole" (d. h. „schmoren")1) vgl. „J& dünsten,
1)  Das Wort JCaax* bedentet in Syr. Rost ((_gy£o lAjiXia. ^y% \'if*£j»J> /uLst
*_SÜJI LfcJle, Muh.). Der i. d. Wb. f. Plur. ist im Ustad ol*A*a*.
2)   Dieselbe wird aucb durch die im Ustad gegebene, geuaue Beschreibung von
der Zubereitung der la/ime muliammara faktisch bestatigt. lis heisst niiinlich dort, S.
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Herman Almkrist.
382
dampfen (eine Speise)" (Krem. Not. 22), „?t.^ tremper, s\'imbi-
ber, ,~t±- faire tremper, détremper" (Beauss.) und JUaó\' (s. un-
ten \'tk.ur,e, S. 388). An diese Wörter JJ^., Jj^, Jf reibt sicb
innerhalb derselben Begriffskreise endlicb aucb Ss an. lm Ustad
beisst es 8. 117: jA saJÜ! ,j! «y^svjt ^J ^LU! Jk_o_aJ!
a<ua }\\ t5Jj« yit SXil j\' • Bei Dozy wird J^M \') (nacb Boet.) mit
„griller (Ie pain)" und (nacb Mebr.) mit „cuire", wie auch y jbo
(nacb Boet.) mit „roti (morceau de pain)" und (nacb Mehr.)
mit „pain frais" übersetzt. Nacb meinen Aufzeicbnungen ist
„JÜJLo braun gebraten (von Kubbe u. dgl.), braun gebacken,
mürbe (von Backwerk)".
jhu&M* (jóju bed mümaêêiê [Ag.], angefaulte Eier, zum Un-
tersebied einerseits von %\\\\3 \'j b. tdze, frisebe, und andrerseits
von ijJüje \'j b. munatün, ganz faule Eier.
Diese Bedeut. des Wortes \\JjjSj h f. i. d. Wb. Das in Ag.
wie in Syr. sebr gewöbnlicbe pers. Lebnwort g\\lj\' (Mikl. II,
172) findet sich nur bei Nof. 165, Sal. 36, 39, 40 und Nakh. 53
verzeichnet. Von den meisten Dingen (Fleisch, Butter, Frücbten,
Eiern, Gemüse, Brod) werden tdze und das synom. arab. ^Jo
\\ari
fast unterscbiedslos gebraucht. Von anderen (wie Milch,
146, anter jener Rubrik: jUijiSt «js* pjlj *^U\' ijt *\'y> ö.. ^I_JLS\' lA3-
ytS J, p&ift (JxzL q( o* j^^S **^\' /^ d^ J** J\'jJ\' ^5 jW\'
q^ o\'yl^wO 1 «-J\' \\_i>tol ... 8j£a<m iÜLMfl l)^JI fjj i-Xs*\' ^/««j SySUiïJ\'
Sü^lS _^^" sliww aySULJfj XSyü yi^J qI ^t Uüjj .üeL» ö^s\'i *S*i\'
ï^Uio ^ dJac aülX» £0$ Uaiit «i.t qL^*J\' (_$■&\'\'->\' \'<■*\' i^*" ^*4j\'
.Lüt qi iüub Lj*i.c vXjlX.»- . Endlich wird Cad. • 106 aJLs» ujLS\' als sy-
nonym mit B-*^             angegeben, was ganz wortlicli dem schwed. Namen für
dieselbe Sache »Grytstek« (»Kochtopfbraten«) entsprioht.
1) Bei Freyt., Kazim., Lane, Muh., Bel. und Wahrm. feblt diese IlteForm ganz-
lich; bei Beaass. bedeutet sie «joucr de 1\'argent", was soust -Via heisst.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.               383
Wasser u. dgl.) kann nicht tari (urspr. „weich, feucht" = ^*fe\\),
sondern nur tdze gebraucht werden. Der Unterschied liegt wohl
eigentlich darin, dass der Gegensatz von ^Jjo ist (y*jb (oder
*éb), von g\\b\' aber oob (turk. yybb), übernachtig, alt.
\'iSy&SL&i êakéuka [Ag.], Köpfe von grossen Fischen (,b«joJi
und ,jêLo, Welsenarten, y*j£ , &S, Barsch , tlAV u. A.), mit
öl, kisk (s. unten S. 388) und hyd\' (s. oben JjLo JxO gekocht.
Zu der Bedeut. des i. d. Wb. f. Wortes &$^&j£& vgl.
JLaXAu» bei [Dozy nach] Mehr., Name eines Fischgerichts, und
jtï.yjiv (bei Dozy) ein Nilfisch. Das i. d. Wb. f. Wort ^jl&S.
bezeichnet vielleicht eine der im Nil so zahlreichen Welsen-
arten.
JUiuc Luji* kika meliéi, Kürbisgurken, mit Fleisch und
Reis gefüllt, und mit Djenerek (oder Granatapfeln), Salz und
Pfeffer gewürzt.
Bergg. (Cuis. 6) hat: „ ^&.svjc l£j>\' qoèusa mouhschi, petites
courges farc,ies", mit Verwechselung von Lü, concombre, und
L»«£ courge; vgl. die Note 3, S. 370 f. wie auch zu „Djenerek"
die Note S. 372.
xfuüo Lnji\' kiisa mufarraha, grosse, in Scheiben geschnittene
Kürbisgurken, mit fein geschnittenem Fleisch und Eiern in
Wasser gekocht.
Der Stamm i*)Zi bedeutet sonst nach den Wb. nur „zwischen den
Fingern heftig zerreiben". Als Subst. kommt das Wort SS\'Jue nur
Ustad 318 (PU)\') in der Rubrik (JuaJ! RO*) JuaJb ydjuJ! vor,
ohne dass der eigentliche Sinn des Wortes aus der folgenden
Beschreibung hervorgeht, es sei denn, dass er in den Worten
j-ï«^« &JLoj J^ pl^U steekt. Andere Speisenamen von der-
selben Wurzel s. bei Dozy s. vv. iuXJ-i und \'iS^Jjo.
1) Die Paginirang des fiaches ist an drei oder vier Stellen ganzauf Abwegegeraten.
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Herman Almkvist.
384
(? x Jbt) LJLö \\mS Mm \'ablama, kleine Kürbisgurken, mit
gehacktem Fleisch gefüllt und mit einer Sauce von Milch und
Piniennüssen.
Das i. d. Wb. f. Wort \'ablama \') ist wohl türkisch, vielleicht
k.i.1 kj kablama, Einhüllung, Umwicklung.
(? gfov.«) k"V -it \\jitS husa abtt-basti, grosse Kürbisgurken,
in Stücke gescbnitten und an der Sonne getrocknet.
Was abihbasti eigentlich bedeutet, weiss ich nicbt. Hangt basti
mit turk. tuo Ja*uL>, «x»Jl*oU (griech. iravTpccftxs), an der Sonne
gedórrtes Fleiscb (Zenk., vgl. Dozys. t. LcJa-wj. Mikl. II, 140,
Nachtr. II, 11), mit U^< ^iLj>, léopard (Dozy nach Boet.),
oder mit dem in Ag. neben dlLaij, dLcw bifték gebrauchlichen
U...aL<" hdbasti (turk. ^JuflUJ^O, Beefsteak, zusammen?
jtcLya L*.i\' tóa sijdme, (etwa) courge maigre (vgl. Dozy
s. v. JULue). Reis, Tomaten, Eierapfel, Kichererbsen, Zwiebeln,
Nüsse, Knoblaucb, Koriander, Petersilie, Salz und Pfeffer wird,
Alles zusammen, fein geschnitten, gestossen, mit Öl und hamd
(s. S. 368) in Kürbisgurken gefüllt und in Wasser gekoekt.
ydxLs». \\miS Mm hdmod, Kürbisgurken mit „Barenpflaumen"
(s. unten ,£■*&■), Minze, Knoblauch und Öl; wird mit ruzz
bezet wabasal me\'lï gegessen.
(j«j«JüLo ^AiL* L««y\'husa me\'lï beba\'dunis, Kürbisgurken mit
Petersilie gebraten; wird haufig als Salat (salata) gebraucht.
Das Wort SlaJL-o (bei Dozy jdaJLu,, JLfeiL*, bei Hartm. 336,
Mal. 158, Oad. 17 JüaJLo, bei Ben Sed. Franc. JuêiLfc cheldda
ou Ji^iL*. sla{a, Beauss. XieiL& und SLóiL*, PI. yaSiLè,
1) Es findet sich nar Ustad 424 in der Rubrik _1>lXJ! X JLS, allein die fol-
gende Beschreibung der Zubereitung, wo ebenfalls gehacktes Fleiscb und Pinien-
nüsse als wichtige Ingredienzen erwahnt werden, giebt gar keinen Aufschluss über
den eigentlichea Sinu des Wortes iCjLS.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabisehen.
385
Mach. 430 jLtóiL& , meistens aber jjJblli geschrieben) bedeutet
Salat im allgemeinen, als Zukost. Die gewöhnliche Salatpflanze,
Lattich, heisst bekanntlich ^L». hass (Löw 175, Frank. 142);
eine andere ist agypt. yjS habar \'). Weitere in Dam. beliebte
Arten zubereiteter Salate sind: o*jj.j Lw^S", fein geschnittene
Kürbisgurken, an der Sonne getrocknet, mit Petersilie, Essig
und öl; ^X-&ja \\\\ja (oder ^j^jCe \'&.), Essiggurken, Gurken-
salat; aJjü, ,jJJb \'&., Gurken mit saurer Milch und Minze;
8j&- sö\' \'%na hurra 8), bittere Kresse.
xa>.< -&& tabbah ruku, Eierapfel und Fleisch, mit Toma-
ten, Zwiebeln, Knoblauch, Minze und hamd gekocht.
Dasselbe Gericht wird Ustad 445 unter dem Namen • UkM
^LsóóLJ! jj_« «-^jj beschrieben, nur mit Kichererbsen statt
Tomaten und hamd rvmmdn statt hamd (vgl. S. 368).
i&wJüo    mnessefe, geschalte, und in Scheiben geschnittene
Eierapfel,   mit grossen Stücken Fleisch und Salz zusammen
gekocht.
Zu der  Bedeutung dieses i. d. "Wb. f. Wortes vgl. bei Dozy
(nach Muh.) vj| uLoJLo monceau de riz cuit, und bei Beauss.
J souffler, gonfler, bouffer.
1)  Nach Mehr. 34 bedeutet dieses -ji\' (bei ihm ohne Vokale wie bei Dozy -ji\'?)
•feuilles de la plante labsdn», d. h. von Sinapis arvensis (Dozy s. v. ..L*«-J), «Acker-
rettig, grauer Senf«, is_j J^j^ (Löw 178). Nach meiner Aufzeichnung ist:
,,^S Icabar [Ag.] eine Art Salatpflanze (nicht dieselbe wie der Senf, wie bei Soc-
Baed. 87), die unter dem Getreide auf den Kornfeldern wachst». Ob dieses Wort wohl
mit dem aus dem Pers. entlehnten schrift ar. -aS" (vulgarar. .Ljj, ,Li , nicht mehr
wie bei Dozy und Löw 262), Kapern, ursprünglich identisch oder spater damit
zusammengefallen ist?
2)  Die Form tyurra (statt fyarra) ist nur wegen des Beimes da; vgl. die Wort-
spiele mit 8 j>, Durst, und \'s Js, Kalte, bei Muh. (s. v. 8\'S). Übrigens giebt es auch
eine \'urra
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386
Herman Almkvist.
mfassah, gebratene Eierapfel, mit Knoblauch und Salz
zu einem Teig geknetet; werden die Eierapfel roh gebraucht,
wird öl oder saure Milcb zugesetzt.
Dieses i. d. Wb. f. Wort ist wohl ricbtiger mit ^ zu schrei-
ben, da die Bedeutung des übrigens sehr seltenen Stammes
•p *•»* „sich nicht bekümmern urn" (^a _jLaJ», Muh.), sich
nicht leicht mit dem Namen einer Speise vereinbaren lasst. Vgl.
dagegen ^*«i, dépécer (Spitta, Contes V, 5), ■>, *-* fsiJj,, pois-
sons salés (Hering, Anschovis etc).
\'ii\'yiJt mnezzele, Eierapfel, in Butter gebraten, „belahmesarire,
iel. kebtre",
mit kleineren oder grosseren Fleischstücken darüber
(vgl. Dozy s. v.). — %).<>\\jj \'ii-yJuo, grüne Tomaten, in Butter
gebraten.
»iè UU baba rammg, Eierapfel, Zwiebeln und Knoblauch,
mit öl, Salz und hand gekocht (eine sehr schlechte Speise). —
F. i. d. Wb.
SxiXrsx* mu^eddara, Linsen und Keis (oder Burrul) zusam-
men gekocht, mit kleinen Streifen yon gebratenen Zwiebeln
darüber; wird mit Fleisch, oder, als Fastenspeise, mit öl ge-
gessen.
Die genaue Beschreibung bei Landb. 77 erwahnt nur die Zu-
bereitung mit Burrul, Bergg. (Ouis. 68, 48, 49) und TJstad
468, 470 nur mit Beis. Den sonderbaren Namen, etwa „pocken-
narbig", erklart Muh. folgenderweise: ^JljuM 3u-s». ^yX-tj
.j^JÓe <^>JJS krumb makmür [Ag.], Kohl {krumb), mit Knob-
lauch und hyd\' (s. oben S. 377) gekocht, und, wie gewöhnlich
in Ag. alles tabih fyudra, mit ta\'Uje übergossen.
Diese Bedeut. des Wortes ;•*£* f. i. d. Wb. (vgl. das folg.
Wort). Nur Dozy hat in ahnlichem Sinn ein Subst. )**£*>
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Kleine Beitragé zur Leiikographie des Vulgararabischen.               387
étouffade, ragout (nach Boet.)- Sonst bedeutet % £* in Syr.,
wie bekannt, „umwickelt, eingebüllt" (vgl. «Uov5Hj \'*, Krem.
Beitr. II, 47), und wird in Dam. besonders von Obst (Apriko-
sen, Bimen u. A.) gebrauebt, das, um früher zu reifen, mit
\\ys* (Ji). umwickelt wird. — g ■, JLO ist in Ag. Butter mit
Zwiebeln und Knoblauch, „sauté", in einer besonderen kleinen
Pfanne, tdset ta\'lije, von Eisen oder Kupfer, zum Unterscbied
von der gewöhnlichen me\'ldje von fufydr (vgl. Dozy s. v. jUJUb\')-
ÏvmJCo makmura, kleine Stücke Kobl irnelfuf) oder Koblrabi
(krumb) mit gebratenem Fleiscb und Koriander.
Dieses Wort findet sicb nur Ustad 463 in der Bubrik SsmJCo
OkiJLJI. Zur Bedeut. vgl. das vorbergeb. Wort.
si (Jjy&. hörra\' asèacu(A), Zwiebeln, Knoblaucb, Minze
und Brod, mit hamd summdk (vom Sumacbbaum, Mikl. II, 161,
Nacbtr. II, 30, Löw 43) und Salz in Wasser gekoebt. — F.
i. d. Wb.
xjtijüo medfüne, Reis, mit Piniennüssen, Zwiebeln, Zimmt,
Pfeffer und hamd summdk gekoebt.
Bei Dozy (nacb Muh.) „mets composé de légumes et deriz",
bei Bergg. (Cuis. 69) „choux au riz".
iufljjj\' \'urésa [Ag.], kleine Klösse von Bobnen, in öl mit
Koriander und Pfeffer gebraten; von der Grosse eines Bial,
aber dreimal so dick. — F. i. d. Wb.
LaJ kuzbartje, bestebt heutzutage aus Zwiebeln und Pi-
niennüssen, obne allen Koriander (kuzbara), mit öl und Essig
gekoebt. Mit oder ohne Reis ist die kuzbarije besonders als
Fastenspeise sowohl bei den Muslimen als den Christen sebr
beliebt.
F. i. d. Wb. — Die allgemeine Relationsendung jy_ wird
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IJSS                                      Herman Almkvist.
sehr haufig verwendet, um Speisenamen zu bilden; vgl. Landb.
78 und Bergg. (Cuis.) N°. 19 b—e, 30—32, 100, 102, 108
(alle bei Dozy nachzutragen). Aus dem kleinen Wörterverzeich-
nis bei Mebr., das Dozy glaubt ganzlich verwertet zu baben,
erwahne icb bier die zwei bei ibm feblenden Wörter „XaJIAj
lentilles au riz" und „XjJo; plat a lait". Dazu kommt bei
Krem. Beitr. II, 59 „ju**».jj eine Art Eierspeise" und in den
Kot. Xjuo^aa., x*J3*>., xju«Lo\\, iU=».s, Alle blos mit „eine
Speise" erklart.
jUs»Uj\' tuffahljc, Apfel und Fleisch zusammen gebraten; wird
immer mit Reis gegessen.
Nur bei Krem. Not. 10 „eine aus Apfeln bereitete Speise".
dLcii\' keê(ejh (pers. dl&f)• Burrul (s. die Note 1, S. 374) wird
mit Milch übergossen und Tier bis fünf Tage lang der Sonne
ausgesetzt. Wenn es ganz trocken ist, reibt man es zu feinem
Mebl, das für kommenden Bedarf aufbewabrt wird. Bei der
Zuricbtung zum Essen wird es mit etwas Fleiscb in Wasser ge-
kocht
(eine furcbtbar saure, nur bei den Bauern gebrauchliche
Speise); vgl. die anderweitigen Erklarungen bei Dozy. — ^.ytSaj) \'S
kiek mathuh [Ag.]. Der kiek, bei den Bauern oder aucb beim
hudarl ndêif fertig gekauft, wird in so viel Wasser gelegt, als
eben der kiek in sicb aufnebmen kann (jij^j oder Jiiojü).
Dann wird der kiek gekocht, und je nacbdem er sicb verdich-
tet (tX so), wird Wasser und hija (s. S. 377) zugesetzt. Wenn
die Speise fertig ist, servirt man («JJü) sie auf Tellern mit
taUje (s. S. 387) darüber («Jix Isyfc-Ajj).
Der Gemüse- und Frucbthandel inKairo ist auf verscbiedene
Kleinbandler verteilt, von denen ich bier ein gewiss nicbt
vollstandiges Verzeicbnis gebe, wörtlich so, wie dasselbe
sich in meinen Aufzeicbnungen findet, nur mit der zwi-
schen eckigen Klammern binzugefügten Erklarung derje-
nigen Wörter, die nicht oben (S. 368 ff.) oder unten im
Abschnitte „Früchte" erwahnt sind.
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Kleine Beitrage zur Ijexikographie des Vulgiirarabischen.
389
UL&L> |«uai hudarï ndéif1): ruzz, cads, tirmis, mfujlü-
hye
[Corchorus olitorius, Löw 250] ndéfe, nd%ac ndéif,
kiek, turn, bami, kurrdt
[ti»II>, Lauch, Löw 226, Frank.
144], malh, filfil, ba\'dunis, haéab [Holz], iérdk (j\'lj^l 2)
[Splitter von trocknem Holz zum Feuermachen, Kien;
ein Splitter, iérdkd].
• >
jj>ai^.\\
igw«a&. hudarï ahdar l): \'ui\'ds qJjïXS [Colocasia,
Löw 240], bêtingdn eswed, bêtingdn abjad [?], bit. ahmar
(oder bet. \'utd), f ui ahdar, hubbêze [Malven, Löw 360],
Wtije, füsólije, riffIe, hass, sfajbdnih [Spinat, Löw 385,
Mikl. Nachtr. I, 48, Baist 59 „aus ngr. tnrxvxKt mit Vo-
kalassimilation der ersten Silbe aus mgr. o-tivüki", Meyer
390], kfojrumb, \'arnabtt, haréuf [Artischocken 3), Baist 35,
Mikl. Nachtr. II, 125], gezer rumï [Möhren, gelbe Ruben 4),
Löw 86], ba\\dtis, kurrdt abu éuéa[1, vieU. so yiel wie ,,.j|
juiy& sauge (Salvia)", Dozy s. v. ^j|], éebet [c**A} Dill,
Löw 373], karca asfar, karca kóm, karca meddddi\\T\\.
1)  F. i. d. Wb.
2)  Dieses i. d. Wb. f. Wort, wohl eigentlich akr&l? auszusprechen, ist natürlich
o
zanachst als Plur. eines achtarab. ^Jii .Splitter* zu betrachten. Möglicherweise
konnte es jedocb aus dem bei Meyer 19 angeführten »cat.-alb. askra «legua di quercia
secche», cat.-prov. ascla .Splitter (aus lat. assula = astuia)\', mit Anlehnung an .v.**.
fendre; i_ï.**\' briller, entstanden sein.
o*
3)  In Syr. \'iSy& lt^j\' ar& ^e ^au8 Arti8cnocke) > in Alg. i-i*Jj*, «-jA-y*)
in Tun. (nacb Mach. 429 und Beauss.) Xj.ÜS (Löw 293).
4)  In Alg. heisst »carotte« nach Beauss. und Ben Sed. Xj>>j. •. zrüdije oder
XI.Lum (Beauss. .carotte sauvage»), in Tun. nach Ben Sed. (Snppl. 898) und Mach
429 &_>,LÜLw afenn&rija. Bei Dozy werden &_i.Ia*v, jLj.L&w und jLotjj** mit
.panais" [Syr. tfn■ tl <j>] übersetzt, und in seinem Gloss. des mots espagnols 224
«peut-être comme une très-forte corruption de pailinaca"- betrachtet; eher könnte
wohl rratpuXivot ..jLftiiol, i^JQISDN (= ir?-> 9- Uw 86) zur Erklarung heran-
gezogen werden.
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390                                      Herman Almkvist.
-aSL^ gendinl oder _s\\j!yiL£\\j bafyêatodngl1): h
[Sauerampfer, Löw 169], kfejrafq [Sellerie, Löw 222,
Frank. 144], hendeba oder hendebije [Oichorien, Löw 255],
bent/ar [rote Eüben, Mikl. II, 139, Löw 273, Meyer 321
in Syr. «Jö^ci oder öfter \\&i & 2)] und Blumen.
-SXu&^b 3) tursagi oder öiULicoo 4) muhallildtl: lift
[weisse Ruben, Löw 241], /»/\'<?»• muhallil, basal mufyalM
und alle anderen Sorten sauer Eingemachtes.
_ajj )U». ha mm dr rifl (felldh): melldne*)^] mit grünen
Erbsen darin, hummus ahdar, f ui ahdar, mulühije ahdar,
hij dr, besilla
, miêmiê, Jfaiïn, bersim [Klee], tfi5» [Stroh,
Löw 160, Frank. 124].
Aüj no\'all: harrüb [Johannisbrod, Mikl. I, 72, Nachtr. I,
45, Löw 176, Frank. 141], snêbar, lóz [Mandeln, Löw 374,
Frank. 145], fwtuk [Pistazien, Löw 69, Frank. 143, Mikl.
I, 61, Nachtr. II, 116, Baist 34; nach Meyer 104 „wabrscb.
w 9
persisch"], tin, belah, miêmiê hamaivt ndêif, cenndb [^{jut,
Jujuba, Löw 285], zebib [Eosinen] (aber nicht cenab),
wiêna
[Weichseln, griottes, aus ngr. (Süitgivx, slav. viénja,
Meyer 473], bunduk [aus (tcxpvov) irovrixov, Haselnüsse, Löw
48, Frank. 139, Mikl. I, 60, Nachtr. II, 116], góz beledl
[Wallnüsse, Löw 84], (aber góz hindl, Kokosnüsse, bei einem
besonderen Mann „bejjdc góz hindl"), gastana oder abuferwe
[KiXuJ,
Kastanien, Mikl. II, 110, Meyer 191], \'amareddin,
1)  Dieses aus dom turk. ...IjjpxL stammende Wort findet sich nur bei Krem.
o-----o -
Beitr. I, 15 »^$Uy&jSb Gartner».
> o. _
2)  Vgl. Landb. 79. Bel. hat nicht .Jü^w, aber neben .vAi xi anch ..JsJU^i.
Die beiden letzteren Formen, wie auch die in Alg. gebrauchliche Vorm ,LsUj
(Beauss.) oder .LsUL (Ben Sed.) f. b. Dozy,
09
3)   Dieses i. d. Wb. f. Wort solltc wohl eigentlich (_jSU..&.j* (aas pers. -*ïjj)
geschrieben werden, vgl. Dozy s. v. _£.j\'. Cad \' hat • _A_b comichons" (s. &&jj
S. 393), Beauss. „ J&Jo fmits, légumes confits au vinaigre», umi Wort. (Melh.
703; .pickles Q^i^o), jJU^-.
4)  F. i. d. Wb.
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Kleine Beitrüge zur Lexikographie des Vulgiirarabischen.               391
sukkar (weisser und roter Zucker), melabbis [Dragee, Zucker-
mandeln u. A.], neêa [Starke].
<1 oii fakahdnl: cenab, hoh, bar\'ü", kummétra, tuffdh,
miêmiê beledl, kawn, belah camri, sfejfargal
[Quitten, Löw
144], tut frengl [Erdbeeren 1)], neb% [vgl. Dozy s. v. und
Löw 283], battih, burtukdn, turung, Umin [Mikl. II, 119]
h^lm, aber nicht lïmün hdmod, móz [Bananen, Löw 336],
kerdz 2) [Kirscben], tin, cagwa und zagamije [s. unten ï.,^»].
_juo»-L*>o 3) mazaginï: mcfagin [s. Dozy s. v. ^^aajix], ha-
êiê, cer\' gindh
[—lis» iïj**)]) eme Pflanze, die mit \'asal
abjad
ein Universalheilmittel bildet.
JmjA» Jtèjj burrul bef ars oder ruzz bef ars, Burrul oder Reis ,
mit einer Schicht von gehacktem und gebratenem Fleisch dar-
auf. — F. i. d. Wb.
yeti»** ^\'Vzj jehüdl mfejsdfir, Burrul, mit Eierapfeln oder
Tomaten gekocht. — F. i. d. Wb.
_^UlH & &} lumet el-kddi [Ag.], feine Fastenspeise in der
Form runder Datteln (oJCo ^-?) und mit der Farbe von Se-
samöl (svreg); wird auf folgende Weise bereitet: öl, aber nicht
Olivenöl, sondern zet el-hass, zet hdrr, oder sireg, wird in einer
fase (smi oder nehds) gekocht {zet ma\'dih), dann werden aus
gewöhnlichem Brotteig, ohne Sauerteig (hamir), aber mit Zusatz
1)  So auch in Syr. In Algier heissen sie (jW.^I ÖjJ (Beanss., jtoJ \'i\' Dozy)
oder elft!\' \'j\' (Beauss., iLclftS\' \'\'S Ben Sed.); in Tnn. tragen sie den ital. Namen
ü-ij\'-i fraoula (Ben Sed. Suppl., ngr. cppxovAa ;_jJj\' j Mach. 428 ist wohl nar
Druckfehler).
2)  In den Wbb. finden sich nar die Fonnen \\S und Luwt S ; Luot JS, vgl. Dozy
s. vv. and Löw 151.
8) Bei Dozy ^JL>lx*.
4) F. i. d. Wb.
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392                                      Herman Al mk vist.
von \'er\' heldwe, kleine, runde Stücke mittelst eines Tiisschens
{fingdl) herausgeatocben, in das öl gelegt, und wenn sie das-
selbe aufgesogen, was durcli den eer\' heldwe erleichtert wird,
mit Honig oder Zucker gegessen.
Bei Dozy findet sich —«óli ï sl (nach Roet.) nur mit „échaudé",
bei Gad \' 105 loucmit il cadi mit „briocbe" erklart. — Über
"■Xa. co-, vgl. Dozy (s. v. cioO; mm.&J\\ \'\\, Lattichöl, finde
ich nirgends erwahnt. — ^-<^* ^^ m Ag. haufig, in Bezug
auf Öl, Butter u. dgl. mit dem i. d. Wb. f. Sinn von „kochen"
(== dem allgemeinen Ai») gebrauebt. — Welcbe Pflanzenwurzel
unter dem i. d. Wb. f. $,"&&■ (JI-ê zu verstehen ist, habe icb
damals sicher gewusst, aber leider versaumt aufzuschreiben. —
JLsvJi ist eine vulgare, besonders in Alg. allgemeine Aus-
spracbe des Wortes ,jIs!lÜ (aus dem pers. ^jLXjü , turk. .jlsvjli ,
vgl. Mikl. I, 61, Nachtr. I, 39, II, 116, Meyer 105).
jijja fettuê, fetuê. Altes, trocknes Brot wird ins Wasser
gelegt; weicb geworden, wird es, nacbdem das Wasser heraus-
gedrückt ist, mit fein geschnittenen Gurken (oder Zwiebeln),
Minze, Portulak, Oliven, Salz, Essig und öl gegessen.
Hiernacb Dozy s. v. zu vervollstandigen.
)L&j buédr, geröstete Maiskörner; wird meistens nur von
Kindern gegessen. — F. i. d. Wb.
Jte-. (Je**-, JCjuo, Löw 325, 426, Frank. 143) zd*tar heisst
ein auf folgende Weise zusammengesetztes Frübstücksessen: 2
okije Tbymianblatter (\'£• \' ^jü.), \'/s ok. geröstete Kicbererbsen
(xxLaj* \'Öddme), 1j1 ok. Fruchtkerne (.yj bizr) und eine grüne
Wassermelone, Alles mit da"a gewürzt und mit Brezeln (dUS"
Mek, Frank. 35) gegessen.
Die JiSJ ist eine Mischung von Gewürzen, welcbe nach der
Aussage meines Gewahrsmannes in der Kegel aus Salz, trocke-
nem Koriander, Anis, kabbel bar aha (s. Dozy s. v. vj^), Zimmt
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.
393
und Fenchel (swmdr *) besteht. Dozy hat (nach Muh.) nur Jüto
ji_jGf (eine ganz andere Mischung). Die in Ag. gebrauchliche
&S& besteht gewöhnlich nur aus Salz und Pfeffer und wird auf
Keisen in grossen hornahnlichen Gefassen mit schmalem Hals
und enger öffnung (mit Pfropt) aufbewahrt.
j. Jic, eine Art Gemüse, die vom Gebirge kommt und im
Scnnee wachsen soll.
F. i. d. Wb. Ob es wohl mit i_>jJCa, cardan, vgl. Dozy
s. v. v_>Jlc und Löw 272, identisch ist?
JL&J» \'asêa [Ag.], kleine, halbreife Gurken, in Essig einge-
macht.
Findet sich nur Sal. 39: „jLij\' \\\\ja Miar kacha corni-
chons", und Oad \' 105: „&A3, ^Ja tourc/d" (vgl. S. 390,
Note 3), „cornichons".
2. Backwerk, SUssigkeiten, Konfitttren u. dgl.
oUfju, «wüpk». (ivlgJL», schriftar. yeJSIUO» «yLo./o.
Der Teig heisst im allgemeinen ^j sss* za<jin, der für be-
sondere Zweeke bereitete, dunne Blatterteig ^s.. toara\' *). Das
Brod (Syr. J^., Ag. y&l*) 3) wird in den Stadten immer von
Weizenmehl (Syr. ^jm&Jo, Ag. (Jjü>\\>, Frank. 33) gemacht.
1)  Diese vulgare Form f. i. d. Wb. Zu den schriftar. Formen .L**«, «♦»& (Lane),
8^ (Muh.), 8j*A (Freyt-, Kazim.), J- J*; Jy-& (Löw 382) giebt Dozy (nach
>                                      - 3
Boet. und Mehr.) -**« and Bel. _*£, Löw iemmdr als vulgarar. Das Wort bedeutet
übrigens hier und da auch «Dill».
2)  Diese Bedeut. f. i. d. Wb.
8) lm Sudan bedeutet ^e Durra (Getreide), bei den transjordan. Beduinen
hingegen «gekochte Speise» = g^jjjo.
VlIIe Congres international des Urientalistes. — Section sémitique. 26
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394
Herman Almkvist.
Der gewöhnliche runde „Laib" „un pain", heisst uaxftj r$rifl)>
mitunter jtójttj, und, wenn er, soeben vom Backer gekom-
men, ganz hoch aufgegohren ist, 8 Juye J) mra"ade. Die Krume
heisst in Syr. libb oder hibb (schriftar. slJ), in Ag. lïbdbe
(nicht iüLJ wie bei Dozy), und das Probebrod, woran man
sieht, wie das Geback ausgefallen ist, wird JüjjSo (f. i. d. Wb.)
genannt.
_,«JLo Aval /jwfo mlawwah. Der Teig wird zu sehr dunnen,
grossen, weichen Kuchen geknetet, welche dann, schwachgelb
gebacken, wie Zeug zusammengerollt werden. — i^Jd^e \'^
fp. caskarï
(Kommissbrod), einfaches, wohlfeiles Brod in gros-
sen , runden Laiben (a 10 para). — LóL-wt \'a. h. isbdnia, pain
d\'Espagne, bekanntes, europ., nunmehr auch bei den Pasteten-
backern in Dam. {fatdtirï, sambusehjï) befindlicb.es Backwerk.
Die obige, denomin. Bedeutung von IJ (etwa „abplatten")
und das Wort _sjJC*«»aa*w f. i. d. Wb. — Bergg. giebt (s. v
Pain) ausser anderem Backwerk sechs verschiedene Arten von
\'Ia», die nicht bei Dozy yerwertet worden sind.
jüj,sxiri frenfiune, eine langliche Semmel. — F. i. d. Wb.
ttjl***jb buhmmdt, baksamdt, grosse, europ. Zwiebacke, be-
sonders als Vorrat auf Schifften, Eeisen u. s. w. verwendet.—
\'ib yit^ sehr kleine Zwiebacke.
Zu den bei Dozy (s. v. JaU*yJü und hL^&J) gegegenen For-
men sind auch jgl *wib, JöUsu (Muh.) und jgl Ja£i (Bel.
Fran§. s. v. Biscuit) nachzutragen. Die Aussprache buksumdt fin-
det sich nur Cad. 16, wo auch das sonst i. d. Wb. f. Wort
xfojjj» (Cad \' 106 cannitah) als synonym mit .feLmJL» gegeben
1)  S. Frank. 36 und zu der schwierigen Aussprache vgl. die tredenden Bemerkun-
gen bei Landb. 231.
2)  Diese Bedeut. f i. d. Wb. Nur David 198 hat .SJÜ5.X nom, qu\'on emploie
il Damas dans Ie sens de
\\_ftA*. pain rond\'.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des VulgSrarabischen.              395
wird. Nach Muh. und Zenk. (s. t. ia>L#ju«Ju[) ist dieses Wort
das pers. «yUILJtj, nach Barb. (s. v. i>U*«Xj) „de viJLj pour iiLj
dur et i>l|,w fleur de farine" \'), aber nach Meyer 318 ist es
ngr. ita^iiAuli, von irtjf-iftoi; „hart". Vgl. auch Mikl. II, 141,
Nachtr. II, 12.
uLtkjo «*fe*i /a^ KtvJtflbbd [Ag.], Butterkuchen von dünn
ausgeknetetem und dann zusammengefaltetem Teig; wird bei
den Bauem fatir m.uêeltit genannt.
Zu dem bekannten Wort jjdai CiyjJai) vgl. Dozy s. v. und
Landb. 125. Dass das Wort jedoch einen viel allgemeineren
Sinn hat, als man es aus den dort angefiihrten Belegen vermu-
ten könnte, geht aus den folg. Kubriken im Ustad hervor
J.SLSiJt S»jJai. \\jè>)^ fr^* jSlbi, ^yxXss.il olki (etwa
„paté de jambon"), ^L^ssJ! ^SLlai u. A. —■ Denselben Sinn wie
hier oben, „feuilleté", hat wohl das Wort ^ . U * auch in
\'jo y^i» bei Dozy (s. v. (J^Jaa). wo er eine andere Bedeutung
vermutet. — Der i. d. Wb. f. Stamm ouüL& ist vielleicht nur
eine vulgare Nebenform zu o^£<*>.
s.j^iax) XsVjtft-o */«/*« mat f mr a, ein langlicher, in Butter ge-
backener Kuchen, dessen Oberflache wie geflochten aussieht
und mit kleinen Fleischkrümchen bestreut ist; zum Unter-
schied von der einfachen sfiha, die rund und nicht in Butter
gebacken ist.
Diese Bedeut. des Wortes \'ks^Juo findet sich nur bei Muh.:
*a£üJj *.s>JUf ^ Jutyi L^JLc (bei Dozy nur mit „petit paté"
übersetzt) und bei Bel. Franc,, s. v. Paté. — Der Sinn von
ï)Jikx in dem obigen Ausdruck hangt mit JLfo „se couvrir de
1) Ein Wort i>l*«u mit dieser Bedeut. giebt es jedoch weder im Turk. nocb im
Arab. oder Pers. Vermutlich liegt hier eine Verwechslung mit dem arab. iXa a»
(Js^m», Frank. 32, Mikl. II, 155, Nachtr. II, 28) vor.
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Herman A 1 m k v i s t
crème, Saline absetzen", oder vielleicht naher mit JÜo (bei
Bel. 8. v. Jiï als ein dem schriftar. jtff entsprechendes vul-
garar. Wort gegeben) „Knospen treiben" zusammen. Wenn dem
so ist, beziebt sich die Benennung matfura wohl eber aber auf
die, aucb auf der gewöhnlichen sfilw, befindlichen, Fleischkrüm-
chen als auf die Butter, worin nur die matftira gebacken ist.
Vielleicht ist der ganze Stamm nicbts Andres als eine dia-
lektische oder spatere Aussprache von Jiio \')• Ist aber eine
selbstandige Wurzel, so gehort Sio im obigen Sinn „se cou-
vrir de crème" nicht (wie es in den Wb. steht) mit dem schriftar.
yhio, „faire un soubresaut", zusammen, sondern ist richtiger
zu schreiben. Vgl. auch bei Bel. „ïy&2 (vuig. ïJtio) bourgeons;
premiers germes des plantes; boutons sur ie visage" mit „ïJwa
soubresaut; crème (vuig.); pousse des arbres; éruption de pus-
tules, de boutons". Hiernach Dozy s. v. Jds UDd Ja (fehlt bei
ihm ganzlich) zu vervollstandigen.
ijjlj\\ ru\'d\' [Ag.], grosse, runde Kuchen, in Öl gebacken;
werden oft mit Honig gegessen. Die &3\'li\\ unterscheidet sich
von der JLoSK, „beignet", dadurch, dass jene dünn, diese wie
ein Schwamm aufgeblaht ist.
Bei Dozy (nach Boet.) und Cad. 16 wird tjila» (vgl. Frank.
36), mit „gaufre" (Mal. 158 wafer), bei Muh., Wort. und Bel.
mit „pain mince" erklart.
dLv*A*Mi sambikek. Der Teig wird zu grossen, runden, dun-
nen Kuchen ausgeknetet, welche zusammengerollt oder mehr-
mals gefaltet werden, bis sie die Breite von etwa 3 cm. er-
halten. Dann schneidet man die Kuchen in kleine Stückchen,
wickelt jedes Stückchen auf, legt gehacktes und gebratenes
1) Freyt., Kazim. and Muh. geben (nach Kam.) nur ein Jü\\ nebst einigen we-
nigen nominalen Ableitungen von einer Wurzel .«j. Bei Lane fehlt diese ganzlich,
m                    o-
wie auch die auf Sahne bezüglichen Bedeutungen von JLb und üjuo.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.
Fleisch darauf, und faltet das kleine Geback mit drei oder vier
Zipfeln wieder so zusammen, dass sich die Enden derselben in
der Mitte begegnen. Das Fremdwort liL*.^*** (ii*w *Juu) soll
eben diese Art des Zusammenlegens bedeuten. — [Ag.] Ein
Geback in der Form eines Dreiecks, grösser als \'amar und dick
wie rerêba (vgl. unten « 3 und iuxè»).
Vgl. die kurzen Erklarungen bei Bergg. (Cuis. 112) und
Landb. 126. Hiernacb Dozy s. v. zu vervollstandigen.
y4,s \'amar [Ag.], mehr oder weniger halbmondfbrmiges Ge-
back. — F. i. d. Wb.
toUü brdga, oder X^Ukj b\'wdai [Syr.], grosser, zu Hause
gemacbter Butterkucben; wird auf einer mit Butter bestricbenen
Blecbplatte gebacken, und dann in kleinere Stücke zerscbnit-
ten. — E*iüb [Ag.] = JÓo. — F. i. d. Wb.
viXjo. >i)o)r> bnrék [Ag.], gefullte Pastete; aucb jL&Ub ge-
nannt.
Dieses Wort (pers.-türk. cJ\\»j börek, paté, tourte , Mikl. I, 34,
Nachtr. I, 19) findet sich nur Cad \' 106 als synonym mit, ^»4,
gateau, und Dozy „ii)f).j petit paté (Martin)".
xüVjj barza\'a, PI. (Jjjlo, braune, dunne Kucben (20—30 cm.
diam.), in Butter gebacken, entweder „einfacb" (mde s\'t>L«),
oder mit Sesamkörnern (semsem) bestreut.
Etwas verschieden bei Wetz. (ZDMG. XI, 517). Muh. und
Dozy Tokalisiren die (bei Wetz. fehlende) Singularform SS-.Ij.
—"%£ Mag, weisser, blattdünner, fast ganz gescbmackloser
Kuchen von Mehl und Starke (néêa), mit Sahne (\'iéfal) oder
1) So, wie ich es immer hörte, mit i in der ersten Silbe, aucb. bei Hartra.
242, Wolft* 252 und Cad. 16.; Bel. und Dozy (nach Boet. und Muh.) schreiben
o -                                                                  o
XaA5; \'éma\' ist das turk. y»A *3 (Dozy ^L>jS).
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Herman Almkvist.
398
\'erna) bestrichen und dann an den Ecken bis in die Mitte ein-
gebogen; eine aus Konstantinopel eingeführte Fastenspeise.
Dieses wobl zunachst aus dein turk. _.Skf entlehnte Wort
-
                           t.
scbreibt Zenk. 756 „ "!&S güllacj espèce de patisserie sucrée",
und S. 777 „—iLT {—■\'Sjf) espèce de petit pain blanc" (vgl.
Mikl. II, 112 \'und Slav. 13). Huart 74 hat „ "&S sorte de
crêpes roulées et sucrées", und Dozy ,,Ls\\jJL5\' (pers. jLSJydj)
petit pain pétri avec du beurre". Meldja 70 besebreibt —^i\'
^yl&i, ?r^\' 2UJ\'!*i" und ^-ws^yb **■"&£■ — Seinem Ursprunge
nacb gebört wohl —SkfCvon Zenk. an beiden Stellen als „turk."
gegeben) zunachst mit dem pers. _i^(„nom. operis dulciarii...
aut panis subtilissimus", Vuil.) zusammen (vgl. aucbpers. aJj ,
fJS, „micae panis", Vuil; turk. ,,\'i.ssSf kul^e, ein kleines Back-
werk in Bochara", Zenk.). Aber auch das serb. kolal, alban.
kul\'ais, Bingelbrezel, ungesauerter Brotkucben (aus slav. kolo,
Kreis, Meyer 212) könnte in Betracbt konnen (so aucb nacb
Mikl. II, 112, Slav. 13; mit —iLi" stellt auch Zenk. das russ.
Ka,iaib zusammen).
                       \'
XAJUSV.MI seheye, kleine, runde Brezeln von Blatterteig, in
einen Absud von Zucker eingetauebt, auch f^jc jUCaS\' kcfket
hawa
oder dLLJI ouo s^ surrat bint el-melik genannt.
Das Wort jujusv*,, wie auch die anderen Namen desselben
Backwerkes f. i. d. Wb. — Ober die gewöhnlichen Brezeln, yiJUS",
vgl. Wetz. (Z D M G. XI, 516) und Bergg. s. v. Pain. - g^
(„Nabel") steht vielleicht für ursprüngliches sLo, Paketchen.
ï Xijh rurbnye, grosser Kuchen von feinstem Mehl (x^US*
kmdtfe) mit <v.. U& und anderen wohlriechen Sachen gewürzt;
wird für alle Festlichkeiten in der Kirche oder im Hause be-
sonders gemacht.
Dieses i. d. Wb. f. Wort hangt wohl nicht mit i_>!y£ (PI.
^lolc), „Rabe", sondern unter volksetymol. Anlehnung an
\'\'T\'                                    >
SujjX (Backwerk) mit (jVr*\' »Opfer, Hostie", zusammen; vgl.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.               399
turk. iLo^o gülabije, „Oblate", das nach Zenk. aus pers. \\^kt,
Rosenwasser, Julep (Löw 132) stammen soll (vgl. jLo-ê, S. 400).
ti)L& , kS"w&, lange Zwiebacke.
Die Aussprache dieses i. d. Wb. f. Wortes habe ich leider
nicht verzeichnet. Vermutlich lautet es sarrakfaj und ist wohl
eigentlich dasselbe Wort wie ,,\'&$j&. djourrake pain avec du
beurre, beurrée" bei Bergg. (s. v. Pain). Ob es wohl mit
Z2ör&. (Ei\'(>w&> s. unten) identisch ist?
JwJUw 8iSlk« \'atdi/e me\'Kje, Zwiebacke, zuerst in Milch ein-
getaucht und dann in Butter gebacken, „pains perdus". Dieses
Backwerk wird auch v^liyuo «ylilJL& êalükdt murarrakdt („er-
trankte Freudenmadchen") genannt, und jenen beiden arab. Na-
men entsprechen merkwürdigerweise ganz genau die beiden
schwed. Namen desselben Backwerkes: „stekta skorpor" („ge-
bratene Zwiebacke") und „arma riddare" („arme Ritter"). — Zu
dem i. d. Wb. f. Nom. un. «i\'l Us vgl. die Erklarung des be-
kannten Backwerkes v_a3Uoï bei Dozy (s. v. ga.Us) und Landb.
125. Anstatt des i_q*l bi i>«j bei Dozy und ■ _q?l k\'« \\joJs bei
Landb. wurde mir die i. d. Wb. f. Form SjJal als Sing. von
uffi Uv, neben dem N. un. jLaSUai\' angegeben. — Zu der i. d.
Wb. f. Form sSyJui, vgl. xsJLw und LCL& bei Dozy mit
Landb. 149.
s.Jjj nammura, Butterkuchen, mit Zucker und Sahne gefüllt.
Nur bei Huart 79, welcher nammora schreibt. Seine Erkla-
rung „sorte de baqlawa a la crème", stimmt mit der obigen
insofern überein, als S.iUb in meinen Aufzeichnungen folgen-
dermassen erklart wird: „gleich nammura, aber mit Pistazien
anstatt Sahne". Vgl. die ausführliche Beschreibung von s.iüjü
bei [Dozy nach] Bergg. (Cuis. 84) und die kürzere bei Landb. 125.
éecbije, Kuchen in der Form eines Dreieckes , mit Sahne
und Pistazien (oder Niissen, Mandeln u. dgl.) gefüllt.
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400                                        Herman Almkvist.
Etwas verschieden bei Landb. 125 und Huart. 66 „sorte de
crêpe roulée".
JmJlo mamtil (N. un. mamwlè), Backwerk von feinem Mehl
{smid iXfftM, vgl. Landb. 125, Frank. 32), Butter und Man-
deln oder Pistazien (kein Zucker). Der Teig wird zu kleinen,
runden Kuchen geformt, auf deren Oberflache kleine Zeichnun-
gen (lUêJLÏ) mit einem maVa\\ mffmul (\'** ,k£JLe) gemacht
werden.
Vgl. die Erklarungen bei Bergg. (Cuis. 85, 89), Muh. und
Landb. 126. Dozy hat nur das wenigsagende „espèce de bis-
cuit". Die bei Landb. erwahnten Proportionen von Mehl und
Butter (1 roti Mehl auf 4 okije Butter) wurden auch mir be-
sonders angegeben. Dagegen heisst es Ust&d 475: ^ ^jjUSjif
■*yj>. fj jJLm> *-*j^ ij«4 <*■ ó\'ljï t» iX^mJI Nach Muh. ist
Jmm auch: JuwjlII^ ^j^JUI ka* L« oL^Jl {jj» .
itoji a) [Syr.], rüraïbe, eine Art ma mul (s. das vorhergeh.
Wort) in der Form von kleinen Ringelchen oder sechseckigen
Sternchen, aber mit Zucker anstatt Pistazien. Auch hier hat
man mir die Proportionen, 1 roti Mehl auf 5 okije Butter,
besonders angegeben J); b) [Ag.], rérêba, weisses, rundes Ge-
bück, von der Grosse eines gewöhnlichen Zwiebackes und 1j3
Zoll Dicke.
Hiernach Dozy zu vervollstandigen. Muh. und Landb. 125
schreiben nach der Herleitung icolè. hingegen mehr nach der
Aussprache Boet. SujLê und Bergg. (Cuis. 83) „ito-i gha-
reybe
ou ghrèybe"; Bel. Franc,, (s. v. Biscuit) wie ich ito**.
Auf dieses Wort geht viell. turk. JLufji gurabije, petit gateau
rond et plat fait aux amandes (Zenk., Mikl., Nachtr. I, 67), al-
ban. gurabi, „Brezel, Kringel" (Meyer 135), und vielleicht auch
tiirk. &*J$3, „Oblate", zurück (vgl. &aj-é, S. 398).
1) Ganz entspreehend bei Landb. 125 «en proportion de un a deux ou de un a
trois», da 1 roti 12 olfije enthalt; dagegen im Ustad 475: üïjf lVm»wJ5 .-vo Siïj^
jX*« **y5 rr*JM\'
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.
401
jLolIft cawwdme, *awdme, kleine, runde „Nonnenfïïrzchen",
beignets soufflés, in Öl gebacken unter Zutbat von \'aslag, um
sie aufztitreiben; werden mit Traubensirup (dibs) gegessen.
Nur bei (Dozy nach) Muh. {^yS JtoÜJ! ,jjo u»-é xxflilf)
und Ust&d, in dessen erster, auf einer europ. Vorlage beruhenden
Abteilung mehrere Arten von wLoLe (&iolfa*H vkjLoL*, _^UxJI \'s,
\\yi\\ \'s, JC*J!j uöaaJI J^S-J \'s, &&JiXm \'s, beignets soufflés
u. A.), in der orientalischen Abteilung hingegen nur ein allge-
meines c>L*L_e ungefahr so wie oben beschrieben wird. —
* Lm>«, manchmal casla<f ausgesprochen (schriftar. aX*>*s —AJLs),
ist eine gewisse, holzartige Wurzel, die dazu gebraucht wird,
um Backwerke aufzutreiben, nach Löw 305 „eine Art Artanita".
Hiernach Dozy s. v. _JL*ê zu vervollstandigen.
\'iSi>Y& sarda\'a, PI. (JjiM-&, ein sehr grosser und dunner, in
öl und dühn gebackener, gelbweisser Kuchen mit Zeichnungen
von dibs oben darauf; wird gewöhnlich mit ndtif gegessen.
Das\' "Wort ist eigentlich ïSöys* zu schreiben, vgl. Dozy s. v.
und Wetz. (ZDMG. XI, 517). Huart 65 hat ,jt«>w6 c/drdd\'
„sorte de gauffres ou gaiettes légères . . . sur laquelle on tracé
avec Ie dibs . . ."; nach David 196 c\'est Ie mot persan sOj.J\'ara-
bisé en (Jj(>y>. — UJb\\ i ist eine Art Schaum, von Zucker,
Eiweiss, caslag und ein wenig Moschus gemacht (schmeckt sehr
schlecht). Dozy erklart ■ »t->\'- — ■ AH» nur mit Hinweis auf
Payne Sm. 1803, wo Folgendes zu lesen ist: „réacui^ bel-
larii species candidi et duri, uUoLÜI BA". Muh. identifiziert
es mit UaaS und erklart es nur mit ^.... ^^LsvJt ^o ejj
juL^öXw.1 J-A-s >-9.iaJü s_ii) x_>. Lane erklart U^v, «Ubuls ,
ialö, hCis i. q. >-a.iiLj (nach Golius) „as a very white kind
of sweet-meat, which consists of juice of grapes with an ad-
dition of other things cooked so, that it becomes white and
hard"; ganz anders dagegen bei Dozy (s. v. Jbüj\')- Wahrm.
hat: „oüelï verharteter, süsser Absud von p 1 ...*, Wein und
Zucker (=r UJ(sV\' •), und fast ebenso Kazim. (s. vv. oiJbli und
1) Druckfehler für „^y.:*. das bei ihm fehlt.
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402                                      Herman Almkvist.
isLi"), Bel. (s. tv.) , und Zenk. (s. vt.) nur „sorte de sucrerie,
de confiture. Aht. hat |JLa. La_S (Jjl (utbb) > uim i^*3 >
\\yls>. ij»! ^ÜJJJo(> oiiab (ia*lï, tXhtJs, dagegen (^LaaS)
^sO\'Le IJLö. (Jfl; er liest also {Joajü \'). Nach Krem. Beitr. I,
79 (s. v. JfcjKw) ist _4if*> kein har ter Absud, sondern eine
„sehr zahe Teigmasse" . . . [die] „lange geschlagen, gezogen
und geknetet werden muss". Mit meiner Erklarung Ton \'j als
„Schaum", mousse2), stimmt nur Huart überein, der es „une
crème" nennt (vgl. das folg. Wort).
\'&&yiJ? kerbuèe, PI. lJ*j;j\\S\', langes rollen- oder fingerför-
miges Geback, mit rotgefarbten 3) Mandeln, Nüssen od. dgl.
gefüllt; wird mit oder obne nét.if (s. das Torhergeh. Wort)
gegessen.
Dieses Wort, das Tielleicht eigentlich mit statt ji zu
schreiben ist und mit -XiS (^pXjjS, aus turk. —Uyi\', Mikl. I,
96, Nachtr. I, 62), Peitsche, zusammenhangt (vgl. Landb. 9),
findet sich nur bei Bergg. (Ouis. 106) und Huart 74 (und zwar
bei ihnen nur in der Pluralform ^^SjS). Die lange Beschrei-
bung beim Ersteren stimmt mit meiner Erklarung in der Haupt-
sache überein; beim Letzteren hingegen heisst es: „gateaux de
farine compacte, épaisse, cuits au four, et sur lesquels on Terse
1)  Nach Gloss. Geogr. IV, 320 sind die beiden Wörter, wenigstens in Syrien,
nicht ganz synonym: "Ja^s in Syria a ^Jualj ita distinguitur, ut hic e saccharo,
ille e fructu ceratonise siliquee (carouie) conficiatur (vgl. auch uJUPÜ S. 364). —
Zu i**3 vgl. Frank. 37.
2)  In meinen Aufzeichnungen steht besonders bemerkt: .seifenschaumïhnlich".
o »
3)  Die hierzu gebrauchte Farbe heisst HjtA (bei Dozy ohne Vokalisirung, bei
O -                                                                             0 3
Muh. und Bel. ïJtA, bei Wort. (Mulh.) 8.i/a), roter Ocker. Sonst heisst die ge-
wöhnliche rote Farbe für murabba u. Ahnl. Bv>jl> düde (nicht j*>-l \'>i wie bei
Dozy oder \'ó rtS>-\\ wie bei Wahrm.), wovon es zwei Sorten giebt l5^\'j9 \'^ und
-J.fi \'O. übrigens bedeutet SJ«i> auch «rote Tinte» (hiernach Dozy s. v. O zu
} O 3
vervollstündigen). Die gelbe Farbe für Esswaaren (z. B. Reis) ist Juac \'affur, Saffran.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.
403
une crème appelée uÜbli". Beauss. hat ein Wort „^^j&^jS
espèce de dattes (Lagh)", das jedoch vermutlich berber. Ur-
sprunges ist.
semsemije [Ag.], grosse, viereckige Kuchen von Mehl,
Zucker und Sesamkörnern; werden zum Verkauf in rautenför-
mige Stücke ungleicher Grosse zerschnitten. — F. i. d. Wb.
ï\\Jie\\Je tatura [Ag.], eine Pflanze in Nubien, woraus Kuchen
gemacht werden, die einen tiefen, zwei bis drei Tage dauernden
Schlaf hervorbringen sollen. — F. i. d. Wb.
-jSó iL>y(ju&i êïilrijet nugüm, sternförmige Nudeln. — \'ju&
XASVj«.i, die gewöhnlichen, auf dem Markte verkauflichen Faden-
nudeln, vermicelles, zum Unterschied von iLo^e xj&, welche
zu Hause gemacht werden und kleinen Eeiskörnern ahnlich sehen.
Hiernach Dozy s. v. jo«aju*> vermicelle zu vervollstandigen 1).
Von der echt orientalischen jüliS\' kendfe wurden mir in Dam.
zwei Sorten jüj^JLo \'S\' und sfijtx $ genannt. Die Beschreibung
der ersteren stimmt ganz mit der von Loyj («\\Lö Landb. 123
(Ustad 47 7 Loyj \'f) überein2), nur „mit Mandeln oder Pista-
zien" bei mir statt „mit Niissen" bei ihm. Die Beschreibung
der mafruka bei mir entspricht sowohl 11 ^ < als sS.yix bei
Landb. Ustad hat xSyjiw \'f, \\j-suL? L->oj \'S und ^süb \'Jül;
1)  Dass die Mehr. 30 angeführte Form iüjJtw vermicelles nicht, wie Dozy (s. v.)
vermutet, ein Schreibfebler für iu-at*», sondern in Ag. ganz üblich ist, bezeugcn
Cad. 17 «ÜJ.**i chaariiah* und Sal. 41 «&J.A& chéérïa*. Das italien. macaroni
(XxiLJLb iüjA»A bei Uozy, nach Boet.) wird in Syr. zu . jjGw mil\'iarün, in
Ag. zu iüjjw makrune, welche letztere Form bei Dozy fehlt.
2)  Zu dem oben gegebenen Namen xSjiL* vgl. bei Landb.: bifrodoühd [d. h. hal-
knafi] \'ald-t-tdwouli ou-bileufovha-, nnd im Ustad: ^_b [XsLüXJI <J**ii L&X/Oj
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404
Herman Almkrist.
die beiden letzteren bei Landb. in L*^oj zusammengefasst („ou
fin nas beheuttou kaman <jaz ou soukkar m.atrah e$-$ibn").
iLaAAJ» habtsa. Traubensirup (dibs) wird mit Wasser und
Stiirke zu einer dicken Masse gekocht, und dann Nüsse (4 okye
Nüsse zu 1 roti Traubensirup) zugesetzt.
üiese Beschreibung stimmt naher mit Bergg. (Cuis. 96) und
Landb. 126 als mit Dozy (nach Payne Sm.) und vollstandig
mit Ustad 480 (in der oriental. Abteil.): (j«jjjlj L&i JL.ajLj.iaJI
JC*Jb J überein. Ganz anders hingegen bei Muh., welcherjenes
Wort, wie auch Kazim. und Bel., mit yaju^ („Dattelmus" Fl.
II, 8, Frank. 36) identifizirt. In Ag. wird dieses allgemein be-
liebte Gericht teils so wie in Dam., teils auch auf folgende
Weise zubereitet. Honig (Juȣ, nicht &**,] \'a = m**j*>) wird
mit Milch und Wasser gekocht, dann wird so viel Starke zuge-
setzt, dass das Ganze ein dickes Gelee bildet, und auf der
Oberflache werden Mandeln u. dgl. eingesteckt. Aus den Rubri-
ken im Ustad 400—403 (in der Occidental. Abteil.):
jï-jüj-JI \'&. 2), ersieht man, dass K<iaa^ in der modernen
Sprache gebraucht wird, um das europ. gelee, compote, wieder-
zugeben. Mit „gelee" wird es auch Nof. 169, Sal. 40, und mit
„compote" Oad. \' 105 übersetzt.
1)  i& £S, (iü^*i3 (pers., nach Vuil. »uva passa»), nach Freyt., Zenk. (Mikl.
Nachtr. I, 72) und Kazim. «raisins de Corinthe»; nach Muh. i *~^.c "^ .labo i_>JLfi
L>5^> J>-§*<|j La*ï JJSjj wmxJI ^ Q*Jt «J; nach Dozy .lambruche, es-
pèce de vigne sauvage*; nach Wahrm. «Rosinen; armenische Aprikose mit Bitter-
kern"; nach Aht. ^-.J «il-Si-ji^ w*£oS*2» (so auch bei Zenk.); ist in Syr. heut-
zutage nach Nof. 177 und Ustad 406 ganz synonym mit i_aJl\\jS i^uLfi oder i_*a£
i^JLkaJI (s. bei Dozy) und bedeutet einfach groseillcs, Johannisheeren; so auch bei
Ueur. and Bel. Franc. s. v. Groseille (bei Bel. und Beauss. fehlt das Wort). Ustad
40fi erwahnt die beiden Sorten (jiaul \'f und j*s>-\\ \'f.
2)   Dieses Wort findet sich nur bei Wahrm. Mrqarüq Pflaume»; nach Ustad ist es so
viel wie ° tojS ~»J> «gelbe Pflaumen», auf welche Art Wahrm. die Bedeut. von
ÖJJJ (Pflaumen im allg.) mit Unrecht beschrankt.
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Kleine Beitrage zur Leiikographie des Vulgararabiscben.
405
iLcwLJI alma&ije, eine Art Crème von Milch, ötarke und
Zucker; wird kalt gegessen. Ganz ebenso wurde mir in Kairo
die Bereitung der JUJlftt méhattabije beschrieben, welche bei
den dortigen Zuckerbackern in weissen rautenfbrmigen Stücken
verkauft wird.
Das erstere Wort, das i. d. Wb. f. und wohl mit ^Ul,
„Diamant", zusammenhangt, kommt auch im Turk. als Name
derselben Speise vor1). — Das letztere Wort scbreiben Muh.,
Bel. und Bergg. (Cuis. 93) wie ich mit g, Landb. 126 mit
_. Dass auch die agypt. Aussprache ein h und kein h hat, be-
zeugt Mehr. 36, dessen gedruckte Quelle gerade die Volkssprache
wiedergeben will. Andrerseits ist gewiss die Schreibung mit
(wegen des Zusammenhanges mit >_mJL&.) die ursprünglichere.
Beauss. hat ^JLs^o mit ganz derselben Bedeut. wie bei anderen
XaaJIsvjo, wahrend Dozy (nach Hélot) ^Xssje nur mit „crème"
übersetzt (vgl. auch SüjLssuo bei Dozy). „jLwJLssue espèce de
gelee" bei Dozy, das Krem. Not 13 glaubt „verschrieben statt
JuaJLjx" zu sein, ist also vollkommen richtig; nur hatte Dozy
hier wie bei SLuJLa*, das sich auch bei ihm findet, auf die
Identitat der beiden Wörter hinweisen sollen. Nach den Be-
schreibungen in allen oben genannten Quellen ist (zum Unter-
1) Meldja 67 heisst es: Ui_JL fji <Ji-i ^j\' ^^o ö**«» (A**»Li\')
VvHV* **4?S>\' trf^ j-*-*8 V}-^ o«-Jj-A *»=>-jA*k QiAjjyi O^s\'
Jü->-jI yo ^IsUi yi s^oJiXJl JslXjI %*o^ »Jl»Lk> ujjjLaS J^UJj\'
**£t ^OOj^j Ji*^ tüULj /*-^ o»-^-3 8>% t^^i^ ****\' ;}V
11JCÖ5 ULyJyi *»cL_b o>-^-* .r^-W cWj3 -?V J^ (_^.***"\'^\'
Vjli «Ju «J^jjjt ^>kj J^J «J^j\' ^i^>\' ^j*1 **w^\' U*^3 O0^*
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40(5                                      Herman Al mk vist.
schied von almasye) Mehl oder Reis (richtiger Reismehl \') eine
notwendige Ingredienz der \'.sue, so dass die mir in Kairo ge-
gebene Bescbreibung als weniger richtig bezeichnet werden muss.
kfoJU balluza, eine Art Crème wie almüsije (s. das vorbergeb.
Wort), nur mit dem Unterschied, dass bier Wasser statt Milcb
gebraucbt wird. Aucb aus Ag. babe ich dieses Wort verzeicb-
net, mit der Bemerkung, „dass die balluza dort bellbraun ist,
weil sie mit casal aèjad oder eswed statt Zucker gemacbt wird,
und ganz wie die mehallab/je scbmeckt".
Das Wort SisJLj findet sich in dieser Form nur bei Bergg.
(Cuis. 92): \'iSaA^ baloilzza. Seine Bescbreibung "sorte de brouet
qu\'on fait avec de l\'amidon et de 1\'eau" . . . stimmt voll-
standig mit der obigen überein (vgl. aucb das folg. Wort).
Beauss. bat „s\\JL> crème faite avec des amandes, du lait et
du sucre". Dozy giebt „s«JL colle de farine" (nach Boet.), s\\JL>
(Oherb.), s\\.L> (Boet., das wobl nur ein Druckfebler ist) crème",
bemerkt aber niebt, dass dieses aus dem pers. 5*>«JL> („edulium
ex amylo coctum", Vuil.) stammende Wort scbon vorber unter
der Form 6JL» (_oJU, _6 JU, iJióJU) s) in das Arab. ein-
gedrungen ist. Die neuere Form s.JU, xiöJb ist natürlicb
1)  Ustad 478 unter der Rubrik l-<-a-L->U SCcJLfrL) heisst es: ;.^}t q* . v ^-
o- o^**s\' ^ v**\' ir^i~*0 "5 «-«—*9j «-l^ó\'a iLj^j *I>j^>5 (jySj\'
J^-c S-^S \\&yl>S* <-?*èf I" jJC*J! q* ^Jtjta^ «Ui q, JwJlïj >-*A^-
<»)_^\'\' ct-wi^, .Lü\' etc., und Meldja 68: uj^JUm ^c^° J^.j^3 G#*J^)
^.jj\' «sÓ>j ^tj siAsjLuï y«yüjl *->a3 «.«J\'S «JLJ »ySUj Jü*« ^Lx&tl
«Jjl iWp (j-.-i.^^^ Q^Ló\'Lo Sjj..w.l=? (^Olc JU»-»\' ,kLokS j*£j üd
2)  In Muh. s. v. JyJlj heisst es: *LUS oi_ö.\\J! iy, ^*j£ £]^*"5 • • •
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Kleine Beitrage zur Leiikographie des Vulgararabischen.
407
zunachst aus dem pers.-turk. ,,5<3JLj, jj-.JU condensirter Saft
(von Früchten); insbesondere süsse Gallert, eine süsse Speise,
die mit feinem Mehl, Honig und verschiedenen Gewürzen aus
der Brühe von Schaffüssen bereitet wird" (Zenk.) entlehnt.
Kil*** _tA.|jrv.j •» ruzz behalib mubattana, Reisbrei (Milchreis)
mit balluza darauf (s. das vorhergeh. Wort).
Der gewöhnliche Reisbrei, ^^sxJLso «, findet sich Bergg. (Cuis.
74), Landb. 126 und Ustad 478 erwahnt. — Die Femiiiinform
mubattana steht als Name eines Gerichts ganz analog mit nrn-
(jeddara, mnezzele, medfune
u. v. a.
y3lft »yJv^ hariret \'dzar, eine Art Brei von Reis und Starke,
so lange in Wasser gekocht, bis er ganz fest wird.
Das Wort up wird bei Dozy (nach Perron) als "sorte de
bouillie, qui correspond assez aux crèmes européennes" erklart;
genauer, aber untereinander nicht übereinstimmend, bei Bergg.
(Cuis. 81) „fleur de farine cuite avec du lait et de 1\'eau et...
edulcorée avec du dibs", Muh. *m,0 »f ^aJU -^ *ia^ j^cj, und
Beauss. „espèce de bouillie claire au piment et a 1\'ail". Auch
im Turk. kommt das Wort in ahnlicher Bedeut. vor, wie man
aus der Beschreibung von ^*,8jjj.^ |.i>L> (Meldja 132) sieht.
Aht. hat ein sonst nicht vorkommendes ü»;^ mit derselben
Bedeut. wie ««J-a», oei Muh. und Bergg. _Ujj (Sü.j.jsJt)
JvJut aJbt t>~*. «Jbjt *S ^\\. — Ein Nom. aLê finde ich
nirgends und weiss auch nicht, was es hier eigentlich bedeutet.
Móglicherweise liegt hier ein Missverstandnis meinerseits vor.
*>■»£.\'\' xïyc. Weizen wird in Wasser gekocht, bis er weich
wird, dann werden Traubensirup, Anis und Nüsse zugesetzt;
wird als Nachtisch gegessen.
Der Form nach ist &j>Lê — leider habe ich versaumt, das
Wort nach der Aussprache zu transskribiren — ein N. pat. fem.
von (Jj.t (vgl. bei Dozy „üiXf^ll Li\\l ils préparèrent des mets
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408                                            Herman A I m k v i a t.
fins") und hat demnach mit xiyo, Brühe, Bouillon, Sauce(von
,jyo) nichts zu thun.
Lo»4>j-»ó , {J>jO\\iXJuó, dodurma, dondurma\' (turk. uo\\d&**è),
Gefrornes, besonders, wenn es mit Sahne übergossen ist (\'^
fJ^ iJiy d. we\'éma\', bisweilen nur \'erna\' genannt), zum Unter-
schied von der allgemeineren Benennung g *j büza, Gefrornes.
Aucb in Ag. kommt das erstere Wort, bier meistens doldurma
(wie serb. doldrma, Mikl. Nachtr. I, 30) ausgesprocben, neben
dem italien. xïiLka». gëldla vor, wahrend bier g-.j (oder sJs«j)
nur Bier (oder ein abnliches Getrank; Syr. %yu bira, Alg.,
nacb Ben Sed., „»Lo birra") bedeutet.
Die WW. U;tXJUè und &3*a* f. i. d. Wb. — g^? (&Êy)
baben Dozy, Wahrm. und Beauss. nur im Sinn von „bière",
Muh. (w, \'i\\yi, &&y), Bel. (jjyi, \'i\\yi) und Abcar. (w, ïibyS)
nur im Sinn von „Eis, Gefrornes". In der letzteren Bedeut.
kommt 8w aus turk. jjj, Eis (s^j im Turk. bedeutet „bière"),
zu dem weitverbreiteten Wort g-.j oder SÜ&jj (in der Bedeut.
von „bière") vgl. Mikl. I, 33, Nachtr. I, 19, Meyer 43.
\'ijJiyï tütije, Maulbeercrème. — F. i. d. Wb.
Man presst die Beeren in einem dunnen Tucb (mendil), giesst
Wasser darauf, presst das nicbt durchgeronnene Wasser aus,
setzt Zucker und Starke zu und kocht die Masse unter stetem
Umrübren (tahrik). Zum Verkauf auf dem Markt wird die
Masse etwas dicker gemacht und in rautenförmige Stücke ge-
schnitten.
jLyUkiü ja\'tlnye oder heldwa ja\'tlmje, eingemachte Kürbisse.
F. ï d. Wb.
*J)*y=- fiezeiije oder heldwa tfezerije, eingemachte Möhren.
F. i. d. Wb.
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Kleine Beitriige zur Lexikographie des Vulgararabischen.                409
ij;*=» ffózije [Ag.], eine gelbweisse, kleberige Masse von
Nüssen und Zucker, von welcher kleine Stückchen abgebrochen
werden.
Nur bei Dozy, aber mit der ganz verschiedenen Bedeut.
„sauce pour Ie poisson faite de noix et d\'épices.
iUtSie zagamije [Ag.], eine Art Teig von Früchten, beson-
ders gelben Datteln. Diese werden an der Sonne getrocknet,
die Kerne herausgenommen, und dann die Masse in einem
Mórser gestossen \').
Dieses Wort findet sich nur bei Dozy mit der ungenügenden
Erklarung „frangipane" (nach Boet.). — Bei dem gewöhnlichen
Dattelteig, S^sv^, werden die Datteln an der Sonne getrocknet,
die Kerne herausgenommen oder zurückgelassen, und die Masse
mit den Handen geknetet und in kleine Sackchen (wAf) ein-
gepackt (mükabbas) s). Die grossen Massen von Dattelteig bei
den Obsthandlem (fakahdnï) sind in der Begel cagwa, mit Ker-
nen, wohlfeiler, oder ohne Kerne, teurer. Die cagamije wird
haufig von der schlechteren cagwa soda (zum Unterschied von
der besseren cagwa bêda) gemacht, und zwar dies von den Pas-
tetenbackern (^Jelkj), welche dieselbe als Füllsel in ihren
Backwerken gebrauchen.
1)   Das Stossen heisst hier nicht yjJ, sondern v*j<J oder iAcJ, weil die Masse
weich ist. Diese Bedeut. der Wurzel óAcO und jener Unterschied zwischen ^J
und ijpj f. i. d. Wb. Nach Ustad 496 hat y^J auch die i. d. Wb. f. speziell culi-
narische Bedeut. (Fleisch oder Fisch) «mit geriebenem Brod (i*ii öy^W/o) be-
st reuen".
2)  Der Stamm jujS bezeichnet die beiden gleichzeitig geschehenden Handlungen
von Kneten und Einpacken, also nicht nur «pétrir avec les mains les différentes
parties du corps, masser* wie man nach Dozy s. v. vermaten könnte, sondern ganz
allgemein «kneten". Bei den Bauern ist daher die Benennang LjM_yi\' ^-l—i (statt
\\iy£\\£.) sehr gewöhnlich. Diese Bedeut. von iw^S [sonst: «in Essig eingemacht\',
von IIM.AJ (Fleisch) mariniren, (Früchte) sauer einmachen] f. i. d. Wb. Hiermit ist
wohl auch die Frage bei Frank. 37 \'yit&S \'Alk. 1,4 (eine Art Datteln) = ^y.-,*.
eingemacht F* beantwortet.
VlIIe Congres international des Orientalistes. — Section se\'mitique. 27
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410                                  Herman Almkvist.
&3«i\'Juo madgüga [Bed.], Honig und Eosinen zu grossen,
trocknen Stücken zusammengepresst. — F. i. d. Wb.
i^yXAjé ma\'cztd, Alles was durch Kochen, Quirlen u. s. w. eine
dicke, feste Masse bildet: Crème, Eingemachtes u. A.
Dieses Wort ist richtiger t>Ji*x — „coagulé" Boet., „caillé,
concentré (liquide)" Beauss., „omelette?" Humb. 17 *) — zu
schreiben, da die Umstellung von ma"-üd zu ma\'ciïd sicb leiebt
erklart; vgl. «Xaac und SJuJLc (S. 379).
^wJLo malban, PI. ^j^L», eine Art Konfiture. Traubensirup
wird mit Starke zwei Stunden lang zusammen gekocht, und gut
bearbeitet; dann werden fein gehackte Nüsse zugesetzt, und
zuletzt kleine Faden so lange in die Masse eingetaucht, bis
sie die Dicke einer Kerze erhalten. Die fertigen mldbin werden
oben auf dem Boden zwanzig bis dreissig Tage lang getrocknet,
und halten sich dann das ganze Jahr hindurch.
Dozy (nach Muh.) erklart das Wort folgenderweise: „patis-
serie faite d\'amidon, de sucre et d\'eau de fleur d\'oranger (Muh.
Jêü! *Uo), Bel. „mets fait d\'amidon et de sucre", Krem. Beitr.
II, 49 „Zuckerwerk ordinarer Qualitat". Meine Beschreibung
stimmt am nachsten mit Bergg. (Ouis. 111) „«yUvsVw* .1 .^hJL*
.j-JLo mèlben, dragee de chataignes en forme de saucisse". Nach
Gloss. Geogr. IV, 347 sollen die WW. [jJJu0 und Jïduo (s. Dozy)
eine und dieselbe Art Süssigkeit bezeichnen.
gjLJ» randa, eingemachte Orangenschalen in sehr kleinen
Streifchen, zum Unterschied von den gewöhnlichen w&S Uyo
(^jjb) (jLXi\'-j mfüjrabbet \'iér burtuMn (m. \'i. naren§), eingemachte
Orangenschalen in kleinen Streifen, und von c\\J& ^£3 (jyo,
Oitronenschalen, in grosse, halbrunde Stücke geschnitten.
Das i. d. Wb. f. Wort SJüj ist wohl das pers. sJü«, Hobel-
spane. — Uyo Ce***» Jtiyo), PI. mrabbajdi (bei Dozy, nach
Boet., wij?..*, Mal. 157, Humb. 16 und Oad1 105 "«yl?y»
1) Bei Dozy ist das Fragezeichen nach «omelette (Humb.)* ausgelassen.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.              411
mrabbdt"), gehort der Form nach zu ^>., aber der Bedeutung
nach zu vjj« „eingekochter Fruchtsaft", cjLajLx (= «yLuoo),
Eingemachtes, Konfituren. Die Bedeutung des Stammes jj J):
(Früchte) „mit Zucker konserviren könnte schon" durch die s. g.
vulgare, aber gewiss sehr alte Aualogiebildung
herbeigefiihrt worden sein (vgl. Muh. und Lane s. v. «yLojjo). —
(jUi\'l/ (yjLXJJ-j, JUCiy JUj*j, (jli\'^o, Hartm. 15G burdkdn,
Maeh. 428 und Ben Sed. Fran^. (Suppl.) ,,^U<>jj bcrdegdn Tun.";
diese Formen fehlen bei Dozy) aus „Portugal" (vgl. Mikl. II,
144, Nachtr. II, 14) ist bekanntlich die süsse Orange, Apfelsine
(in Alg. jLU^i2); — ^)^ ^n ^8\' nacü Beauss. ^Üm; Mikl.
II, 134, Nachtr. II3, Meyer 298) dagegen die bittere Orange, Po-
meranze;— olls (Ag. ^ijj\', _, »j*f, Mikl. II, 181, Nachtr. II,
61, Löw 46, Frank. 139), eine Art ausserordentlich grosser und
saurer Oitronen, Citronat-Citrone, cédrat, poncire.
(>y8Xa- to.(j rdhet liaVum oder rdhet el-hal\'dm, „Bahatlokum"
(Krem. Beitr. II, 49, Mikl. II, 119), eine Art Konfitüre aus
Mandeln, Zucker und Starke, in der Form von schiefen Würfeln.
Bei Dozy (nach Muh.) und Wahrm. (s. v. * JiJL*) nur mit
„eine Art Süssigkeit" erklart, besser bei Barb. (s. v. o^K),
am vollstandigsten in Meldja, S. 108.
Suj^jI ambïcbe, PI. v^aaAjI, weisse und rote, zolllange Bon-
bons von Zucker und Starke.
Hiernach Dozy s. v. zu vervollstandigen.
1)   Krem. Not. 14 hat, vielleicht nur durch ein Verseben, die Form I -j.
mit derselben Bedeut. In Dam. wird baufig Jiias» in diesem Sinn gebraucht, zum
Unterschied von ty*jS »mit Essig einmachen*.
2)  So schreiben Beauss., Mach. 428, und Ben Sed. Franc. Nach dem Letztge-
nannten (an zwei Stellen s. vv. orange u. oranger) ist aber die Aussprache tchlna.
Dozy hat nur »jma^> oranger», und »aü:> orange*.
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Herman Almkvist.
412
yAift „JCu* sukkar cambar, lange, gedrehte, rote und weisse
Bonbons, mitunter auch in Form von Tieren u. dgl. — F. i. d. Wb.
iJixJi \'armiê. Traubensirup wird gekocht bis er ganz hart
geworden, und dann zu kleinen Bonbons gebrochen; oft mit ta\'tire
gewürzt.
Zu der Bedeut. dieses i. d. Wb. f. Wortes vgl. Muh.: &el*JI.
óy*My oa saJli" (j«oLaJ| \'^««Jl iM^ ««kxyül Jl«jiX**j\', Landb. 133
„ljSg«»ï croquer une chose dure", und Beauss. „fJ^tA grignoter,
gruger, (jiLo.aj croquer sous la dent" \'). — Das i. d. Wb. f.
Wort Syxkiü\' (oder eigen tl. j**u VydüAS) bezeichnet „destil-
lirter Saft Ton Gewürzen, um feines Backwerk (jnamul u. dgl.)
wohlriechend zu machen". Zu der bei Dozy (nach Muh.) gege-
benen Bedeut. von J* s („du sucre dissous dans de 1\'eau et
bouilli jusqu\'a ce qu\'il ait acquis de la consistance, dont on
se sert, au lieu du miei... M. de Goeje me dit qu\'il est pour
«yL*jJf JaS") bemerke ich gelegentlich, dass nach Gloss. Geogr.
IV, 327 dieser Jaj» eigehtl. JaüJI Ju*e zu heissen scheint, wahrend
«yLjJÜI j hS oder auch einfach JaS, „in Aegypto syrupus e
saccharo soluto factus (JC*»JI J^)" ist. Nach meinem Gewahrs-
mann bedeutet JaS in Dam. haufig „Zuckerwasser" (Zucker in
kochendem Wasser aufgelöst), dasselbe, was die Arzte dort
!aA«o oL«£ nennen (s. Dozy s. v. o!»«&); vgl. auch Landb.
427 „JLm Jai" sucre fondu avec de 1\'eau et des parfums".
ubJ êerbdt [Ag.], Sorbett, Scherbett, z. B. ^Jb ob«^,
• < .•. s\\
                                                         ^"
«ybw&\' ^as *n diesem Sinn Sing. und mit i«jt-& (Ph «yblj-«i) >
Sirup (in Alg. nach Ben Sed. Dial. 150 «Jl, sirru), ungefahr,
aber nicht ganz, gleichbedeutend ist, findet sich nur Mal. 159
„sherbet", Beauss. „eau sucrée, sirop étendu d\'eau, sorbet",
1)   Dozy\'s Übersetzung von der Erklarung bei Muh. .manger une chose qui n\'est
pas liquide», trifft also nicht den richtigen Sinn des Wortes.
2)  In den Kaffeehansern in Kairo wird das Wort êerbdt oft ausgelassen, und man
sagt in jenem Sinn: hiit fdset harriH, hdt sulfSntjet ielafr.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgürarabischen.
413
und Bel. „limonade, verre de limonade" \'). Vermutlich ist jedoch
das bei Dozy (s. v. jüj^) vorkommende „«ybj-w sirop (Roland)"
mit jenem c^ljLfc „Sorbett" völlig identisch. Ganz verschieden
ist die Bedeut. des Wortes ëerhdt in g. g\'» «yLy&, Infusion auf
Kaffeesatz, in Syr. . a t j» 8*45 genannt. Man giesst Wasser
auf den Kaffeesatz, &ƒ (schriftar. Jlü\') , in Syr. £wA^ (Jksv^
f. i. d. Wb.)s), in Alg. nach Beauss. sJlS, lasst es stehen bis
zum folgenden Tag, und seiht es dann ab, um damit, statt
mit gewöhnlichem Wasser, und natürlich auch mit frisch gemah-
lenen, oder richtiger gesagt, gestossenen Bohnen djjt *Vm* jjj
oder ^jj-cv w * ,jj) Kaffee zu kochen.
s»Ls fawwdra, 1) jet d\'eau; 2) limonade gazeuse.
Diese letztere Bed. f. i. d. Wb. Dafür hat Ben Sed. Dial.
150 das sonst fehlende Wort v.vU gazuz.
v^>K««j buzürdt, so viel wie i^jIn.vj »Lo, eine Art Mandelmilch;
ausser Kernen von Ghirken, Kürbissen u. Ahnl. (s. Wetz. ZDMG.
XI, 515) werden namlich auch Mandeln dazu verwendet.
Nur Nof. 170 kommt «i>K»jj („orgeat") allein im Sinne von
K-yt »Lo vor.
jLUJuè êenine [Syr.], (_pv .J laban hadd, mitunter l.hadd
ausgesprochen [Ag.], Buttermüch.
Für das Wort ,jjuuè geben Lexx. (Lane, Kazim., Muh.,
Dozy, Bel., Wahrm.) nur die allgemeinere, schon im Kam. (Ji^
1)  Diese Bedent. ist zu eng; Limonade heisst -.■ t.J C>L..i. fo oder X, \'il jj >.ü
(s>ljt,\'J). in Dam. hiiufig mójet lemen ( -.. >■! «L«). Bel. 1\'ranc. giebt (s. v. Limo-
nade) als vulg&rar. oLLm und iótoli^*^], dagegen s. v. Sorbet &.*v, PI. oLlw,
bei Wahrm, weniger richtig \'sarabe, PI. sarabdt, in derselben Bedeut. — Zu v\'j*ï
(= fr. sirop), und o-o^i (=fr. sorbet) vgl. Mikl. II, 166, Nachtr. II, 40, 41.
2)  Nur Dozy hat (nach Boot.) ein Wort ^£\\lo (ohne Vokale) .feces, He». Das
Wort tijl in obigem Sinn findet sieh nur Hartm. 210. Das in Alg. gebranchliche
turk. Wort b\\ii\' telwe (3^.aJ bei [Dozy nach] Boet. ist nur ein Druckfehler), im
Turk. am haufigsten telfe ausgesprochen, eieht wie eine Umstellung aus Hfte aus.
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414
Herman Almkvist.
Luüa. ^1 (jt* UaJL». »UJI x*JL& v»^> yfJ) angeführte Bedeut.
„kit coupé d\'eau". Die Form SUx,ufc und die obige spezielle
Bedeut. finden sich nur bei Bergg., welcher (s. v. Lait) „lait de
beurre" mit jL*-a^-& und £jUa£ ^^J, aber nicht mit dem
schriftar., auch jetzt in Dam. gebrauchlichen (jóxso.*, über-
setzt. Der Ausdruck yói. ,j«J f. i. d. Wb. (vgl. Dozy s. y. yd^).
3. FrUchte sS\\y».
Unter dieser Kubrik habe ich eigentlich nur die verschiedenen
Arten einiger in Dam. vorkommenden Früchte zu verzeichnen.
_Lftj" tuffdh, Apfel (Löw 155, Frank. 140). — yts*\\ \'S, ganz
rot und süss; — ^^JL^i \'S, Winterapfel, grün, verlieren aber
wahrend des Winters allmahlich ihre Farbe, die grösste Sorte; —
(^jjj \'S, grün, wohlriecbend und wohlschmeckend, werden
auch, in Wasser aufgelöst, als Krankenspeise verwendet; —
{jox[a. \'s, grün, sauer, teils klein, teils gross;— -^»UC«, \'S,
t.s(e)kdrj\\,
grün, spater gelblich, sauersüss, ausZebedani \');—
^5jX*x \'S, klein und süss, rötlich weiss; — iV*-^ *> grun>
sehr gut, die kleinste Sorte.
Von diesen Sorten findet sich nur die ^ JC*. bei Dozy
(s. v. \'S), der aber auch mehr als zehn andere Apfelsorten,
meistens ohne nahere Brklarung, aufzahlt. Gloss. Geogr. IV
(s. v. \'S) giebt sechs Sorten an, wovon ^l^Lkal 6Jli«ï und
-kJLe, wie auch ^y*** (V, s. v.), f. b. Dozy. — Das Wort
C;*.»UC*« f. i. d. Wb. ^JC** wird nur von dem natürlichen
Qeschmack der Früchte u. A. gebraucht, und zwar bezeichnet es
eine volle, reiche Süssigkeit, zum Unterschied von (dem i. d. Wb. f.
Wort) ^tJliBuo mühalwin, süsslich, wie z. B. der Geschmack des
kiïsa. — Tuffdh gendnï wurde mir mit „pommes folies" erklart,
als ob 6ilis» die Msbe von (jLwi, extravagance, folie (s. Dozy),
und nicht die von ,jlji^ „Garten" ware; vgl. „^«.ssJt \'3 man-
1) Kin wegen seiner ApfelgSrtcn beriihmtes Uorf ira Antilibanon, halbwegs zwi-
schen Damaskus and Ba\'albek.
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Kleine Jieitriige zur Lexikographie des Vulgararabischen. .            415
dragore" bei Dozy, „_._*_> \'j\' toeufdh yabrouh Mandragora,
aU:sJI \'s t. el-djiné M. autumnalis", bei Bergg. (Droguier arabe
s. v. Mandragora).
yoLsó ne§ds, Birnen. — (,< J^*» J > gelblich oder rötlicb grün;
— xX)\\ jjl \'j (etwa „Mist- oder Kot-Birnen"), klein und
grün, die billigste Sorte; — iS**-1*1 \'* „Winterbirnen", die
grösste griine Sorte, werden spater gelblicb; — U , * g \'j,
gelb, apfelgross, die beste und teuerste Sorte.
Das Wort ,joLs3J wird gewöbnlich ^oUcüf gescbrieben und
als eine Nebenform des ursprünglicheren (joLs.1 betrachtet (vgl.
Lane, s. v., Lów 149, 208, und Frank. 139). Lane giebt „Pflau-
men" als die eigentliche Bedeut. des Wortes ^joL»! an, und
Dozy (s. y.) erklart _jL*£xJ| uoL^^lf mit „excellente espèce de
prune a Damas" konstatirt aber auch, dass im Magbrib das
Wort (jfilsól [nach Beauss. und Cberb. baufiger uelsajj] nur
„Birne" bedeutet. So aucb Wabrm. „Birne (Maghr.) sonst:
Pflaume". Muh. (nicbt bei Dozy) und Aqr. baben nur die Form
(joLa.1, sagen aber nicht, ob das Wort „Pflaume" oder „Birne"
bedeutet. Bel., Heury und Bel. Fran$. geben beide Formen
yeUk! und ^jelsOt mit der Bedeut. „poire" (Bel. Franc,, dane-
ben aucb Ljela.1 s. v. Prune). Abcar. hat „pear (jeLsót" und
„plum ^eL».!", so aucb Boet. bei Dozy und Nof. 174, 175.
Mein Lehrer in Beirüt, ein geborener Syrer, korrigirte j edoch
hier die Form ^oL^jóI zu ^©1^0 und erklarte ^el».! im Sinne
von „prune" als nicht mehr gebrauchlieh. Ich hörte auch in
Syr. immer ne$ds fiir „Birnen" und hdfy für „Pflaumen". So
auch bei Hartm. 166, 234 und Bergg. s. vv. Poire und Prune \').
In Ag. kommt das Wort (jeL>! (yoLsxif) überhaupt nicht mehr
1) S. v. Prune fügt Bergg. hinzu: «en quelques endroits de la Syrië ,Ü~Jjil
o
ou .Lw.,«J*i\'. Das erstere Wort fintiet sicli sonst nar bei Dozy in der Form ».LsU*ï
anchusa tinctoria, orcanètc, und das letztere nur bei Dozy als Beiform zu
„oLci.*.i; buia».
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416                                      Herman Almkvist.
vor; dort heissen wie bekannt, heutzutage „Birnen" ymLx£
Löw 208, Frank. 145) und „Pflaumen" {JjS°J (Frank. 139),
wahrend ~*^ „Pfirsiche" bedeutet, und in Alg. heisst „Pflaume"
nach Beauss. Humb. 52, Marcel und Cberb. .^kle und ijji\'o >
daneben aucb bei Marcel „(joaJLo vwllyss" (f. i. d. Wb.), und
bei Humb. ^eLkf und jjUa^a**, welches letztere Wort, von
Dozy nacb Humb. aufgenommen, sich sonst nirgends findet.
Nach alledem scbeint es sehr zweifelhaft, ob ^joLa^f fyeLsvjt)
nunmehr irgendwo in den Landern am Mittelmeer den Sinn
von „Pflaumen" hat. — S. v. t^JuS giebt Dozy dreizehn ver-
schiedene Birnensorten, von welchen keine einzige mit den
oben angegebenen Negas-Arten zusammentrifft. Bergg. (s. v. Poire)
hat nur „yfJai\\ v_aJL* espèce de peütes poires", was aber Dozy
(s. T. v_JLi\') nach Boet. mit „prune de petite espèce" übersetzt.
Andere Birnenarten finden sich bei Dozy s. v. i>«l*f »L& und
Gloss. Geogr. IV. s. v. oL, V. s. vv. ^gJuuo, ^JüjL^i-
±.yA. hóh (Löw 147, Frank. 142), Pflaumen (in Ag. und
Alg. \') „Pfirsiche"). —^oLc \'±., die gewöhnliche Sorte, immer
rot; — i^J;* \'=*■ („Glaspflaumen"), ein wenig rötlich grün;
— C>iXl\\ \'&■, „Barenpflaumen", eine kleine Sorte nie reifender,
immer harter und saurer Früchte oder Beeren, welche bloss zur
Zubereitung gewisser Speisen gebraucht wird; s. auch \\j). «I «^
(Seite 372).
S. v. ^U»-! (vgl. das vorhergeh. Wort) nennen Dozy und
Gloss. Geogr. IV je zwei verschiedene Pflaumensorten, s. auch
Dozy s. v. _ J »L&. — o Jjt .*»■, nach Dozy\'s (s. v. **-•-&•)
Vermutung der Vogelbeerbaum (cormier), wird von Bergg. im
Droguier arabe unter Mandragora autumnalis [„Wolfkirschen"]
(vgl. oben _Ló3) aufgefuhrt.
^j\\só, Pfirsiche (aus ïopccxivov, Löw 148, Frank. 142, Mikl.
1) In Ag. lautet das Wort wie in Syr. hóh, in Alg. nach Cherb. (s. v. Pêche)
ebenfalls .khaukh-, aher nnch Beauss. und Marcel „khoukh". und nach Ben Sed.
Franc, khaoukh.
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Kleine Beitrage zar Lexikographie des Vulgararabischen.              417
• «>
Nachtr.11,106). —^5**) \'<>> Blumenpfirsiche, voa mittlerer Grosse
und schoner, roter Farbe; — t^ \',> d. ro\\mi, grün, mit
einem Stich ins Eote, die grósste und beste Sorte; — ^^^ \'»> >
„Hundspfirsiche", grün, die gewöhnlichste Sorte. Die bitteren,
ölreichen Kerne werden nach Europa exportirt und bei der Po-
madenfabrikation verwendet.
Dozy (s. v. ijr%±., vgl. das vorhergeh. Wort) erwahnt fünf
oder sechs verschiedene Sorten von Pfirsichen, welche nur
die zahri, die nach Muh. die beste sein soll, mit den obi-
gen gemein haben. Huart 62 schreibt (j-^j und ^Jg\\ „sorte
de petite pêche"; die erstere Form wird aber bei David 195
mit Eecht als „inconnu a Damas" erklart. — Die eigentliche
Bedeut. des Wortes thr kenne ich nicht. Von einer Wurzel Jtah
finden sich in den Wb. nur einige wenigen, seltenen Ableitun-
gen: lk£, *tSah u. A. gleichbedeutend mit **Sh& •
l) \'enab, zaneb (Frank. 156), Trauben. Hiervon giebt es
eine grosse Menge verschiedener Sorten, und das folgende Ver-
zeichnis von dreizehn Sorten ist wohl kaum einmal für Dam.
vollstandig. — y*a>\\ \'&, rot, die gewöhnlichste Sorte, die auch
vorzugsweise zur Bereitung des Traubensirups (dibs) nnd zu
Rosinen (zebib) verwendet wird; — i>.wt \'*, Bchwarz, etwas
sauerlich, ziemlich selten;— -svjji \'ê, bald rot, baldschwarz,
etwas sauerlich; — _«juaj>* \'& ze. \'asêfï, weiss, kleiner als
, tM \'s-, mit sehr kleinen Kernen, werden fiir den Winterbe-
1) So heisscn eigentlich die Beeren, raisins, mitunter auch _^.ic \'i^.z>; die
o 1
Traube (mit den Beeren), grappe, heisst dyiXc \'an\'üd; der Traubenkamm (ohne
o-
Beeren), rafle, (j&yo.c; der kleine, kurze Stiel, welcher von dem grossen Stiel des
o )
Traubenkammes ausgeht und die Beeren tr\'sigt, &Lto> (die Wb. geben nur die an-
dere Bedeut. dieses Wortes: «kleine Traube*, grapillon); die Rebe.cep, xJIl> (Löw
88); die hobe Rebe in den Stadten iCi-jjC (Ag. jU*fi \'enia); der Weinstock (die ganze
Pflanze), vigne, "\\*.S oder Skia.fi (Ag. auchSUac, schriftar. auch >_***!! sySUi).
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418
Herman Almkvist.
darf aufbewahrt;— ^3^Uj \'s ce, bêtammunï („Haustrauben"?),
langlich, etwas gelblich grün, gedeihen nur in den grossen Haus-
Höfen in Damaskus; — mj^x&tt \'s. ce. maksêsl, klein, rund,
weiss, aus Zahle •); — ^óaas \'s ce. cabédï, klein, grün und
rund; — i^tiJu \'s, die grösste, jetzt ziemlich seltene Sorte
(nach europ. Geschmack vielleicht die beste), mit langen, gel-
ben Beeren, wovon die berühmten zebib drublï (Aj^ö)s) ge-
macht werden; — Xj\\ \'s ce. zênï, die in Dam. am meisten
gepriesene Sorte, mit langlichen, gelbweissen Beeren, etwas
kleiner als ^JJb \'s (vgl. die ausführliche Beschreibung bei
Wetz. Z D M G. XI, 479), kommen vozugsweise aus den Dör-
fern Darraja blo und Kökaba üaSIS" s); — t «al e \'s \'e. cdsmï,
rund, fest, pnaumengross und rot; — ^.lJLs\\_* \'s, rund,
grün; — o***£* \'* \'^ mukejjes ist keine besondere Sorte; die
Trauben werden nur so genannt, wenn sie, noch an den Beben
sitzend, in kleine Beutel {kis) gesteckt werden, da sie sich,
auf diese Weise gegen Würmer geschützt, bis in den Decem-
ber und Januari hinein halten.
Die eigentliche Bedeut. der WW. ,-ijya» , ^y****> je***"*** >
(S*óm£. (viell. richtiger ^jXaaê), ,Js>)> .e*-^ und i3£^^*
kenne ich nicht. ,-»j\\, von Wetz. 1.1. 524 mit „Ziertrauben"
übersetzt, geht sicherlicb auf das, besonders im Südan beliebte
Wort ^i zen (s. oben Seite 345) wie das i. d. Wb. f. _3^Uj
auf jü^jf ouo bêt-(el)-mune, Vorratskammer, zurück. Jt^aS
hangt vielleicht mit jüaaoï (oLüï, i_ójuaiü", s. bei Dozy) und
t-^l e *) mit S^^aLfi, Hauptstadt, Medina, zusammen. — Dozy
(s. v. s_^ic) erwahnt nur zwei Sorten yon Trauben, „Xmo \'s
raisins muscats" und ^Jü \'s, auch ,«Jjudt *?Lo! genannt,
1)  Bekanntes, grossus Dorf im Libanon, wo sich noch viele andere Trauben-
sorten finden sollen.
2)  Dozy (nach Muh.) nennt sie ^Jb<v> nach einem «beled Dirbal".
.\'() So wurden mir von meinen Gewahrsmiinnern die Namen dieser südlich von
Dam. gelegenen Dörfer genannt und geschrieben, dagegen bei Wetz. 1.1 479, Krem.
Mittelsyr. 178, Socin-Bied. 403, 405, und auf der Karte in Z D P V. XIII, ver-
mutlich richtiger, Baréja und KSkdb.
4) Dieses Wort wird bei Muh. (und danach bei Dozy und Gloss. Geogr. IV, s.
v.) nur als »eine der besten Traubensorten mit grossen Beeren» erklart.
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Kleine Beitrïge zur Lexikographie des VulgSrarabischen.
419
derselbe Name, den die feinste Sorte der Zêni-Traube (nach Wetz).
tragt. Übrigens nennt Wetz. neben der Zêni- nur die Hilwfini-
traube, der Beschreibung nach fast ganzlich mit meiner cAsmi-
traube übereinstimmend. Dagegen finden sich im Gloss. Geogr.
V, 29 Namen verschiedener Traubensorten, je unter ihren Wur-
zeln, erwahnt.
jft t ft p miêmis (haufig auch musmus) \'), Aprikosen. — ^JJb \'x ,
gross und rot, werden vorzugsweise zur Bereitung von mrabba,
mustdh, {frik) und nëü* gebraucht; — \\S)b) \'x, rot, wie die
j^jjj, werden aber nicht wie diese verwendet, weil sie dann
sauer werden; — jL>Juu». \'x , „Steineichen-Aprikosen", klein und
weiss, immer etwas sauerlich; — t<i,C2) \'x > gross und weiss,
mit einem Stich ins Rote, von schlechtem Geschmack; — j^LS^\'x ,
„Hundsaprikosen", klein und rot, schlecht, werden nur von ar-
men Leuten gegessen und meistens zur Bereitung der bekann-
ten „ Aprikosenkase, kamar-ed-dm, gebraucht; — («\\.J \'x, „Man-
delaprikosen", klein, weiss und sehr gut; die besten sollen in
§aida und Jafa zu finden sein; — ^^s- \'x: von den Aprikosen
aus Hama giebt es zwei Sorten: hamatol cddï, klein und süss,
auf der einen Seite rot, auf der anderen weiss; hamawl lakkis
(d. h. „spat reifend"), rot, etwas grösser als die cddl, die beste
und teuerste Sorte 3); — ^yxdö \'x m. tudmurl, Palmyra-Apri-
kosen, rot, grösste aber nicht besonders gute Sorte.
Von diesen Arten erwahnt Dozy (nach Boet. und Muh.) ,)(«)J
abr. dont 1\'amande est douce, nommé aussi ^.t~^", und „ -jükj\'
1) Wetz. (Z D M G. XI, 47») und Humb. 52 schreiben miémué, Bel., Bel. Franc.
Wort., Hartm. 156, Cad. 14, Sal. 45 miimis, Dozy (nach Boet.) nur iin\' i *v h
Muh., Lane und Wahrm. haben neben dem allgemeinen ijiLtjflwo auch (j^.t-wx,
worauf die alg. Aussprache meimdi (Clierb., Beauss.) oder mu&mdk (Marcel) zurück-
geht. Die Form muimuê findet sich bei Lane (am Ende des Artikels, nach TA.)
für »some of the people of Syria», Bergg. 6 und Hartm. 329 erwahnt.
2)   Vielleicht Hörfehler für ~4^\\m, .fleischig", wie Huart schreibt. Bekanntlich
wird in Syr. _ oft zischend wie ê oder stimmhaftes z ausgesprochen.
3) Der von Wetz. 1.1. 479 als .Königin der Früchte» erwiihnte mismuê eVfyamam,
scheint jedoch eher el-\'ddï zu sein.
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420                                      Herman Almkvist.
i
abr. dont 1\'amande est ainère" (so auch bei Bel. Franc^ mit
-«JülS als Nebenform zu -j^LT), und zahlt ferner vier andere
Arten obne nahere Erklarung auf. Bergg. (s. v. Abricot) giebt
drei Sorten: ^«J (lèwzi), jikS\'und ^LbJL* (.zu ^L \'x, Arbutus
Andrachne, Bergg. 830, vgl. Löw 335). Huart zahlt alle meine
Sorten (ausser der tudmuri) auf, aber ohne irgend eine Erklarung.
Zum Worte üyo s. oben S. 410. — Die WW. lkw> und
viJbjj bezeichnen „halb getrocknete Aprikosen". Die reifen Frücbte
werden auf Minzenblattern ausgebreitet, ein wenig mit den
Handen gepresst und einen oder anderhalb Tage lang an der
Sonne getrocknet. Diese Bedeut. der beiden WW. findet sich
nur bei Huart 70, dessen Erklarung „abricots séchés au soleil"
den Unterschied von cyü ,,ganz getrocknete Aprikosen" („abr.
séchés" Dozy, Bel.) nicht erkennen lasst. — Der .jjjJ! y*2
wird in der Umgegend von Dam. folgendermassen gemacht. In
einen grossen, aus Thon gemauerten Behalter J) ungefahr von
dieser Form f                                              J (dessen grösserer
Teil etwa l1/, m. und der kleinere 1ji m. tief ist), und zwar in
den kleineren Baum, dessen Boden sich gegen die öffnung
(v_>I»jjo) hin etwas neigt, werden Aprikosen hineingelegt und
mit den Füssen getreten, bis das ganze Fleisch mit dem Saft
(>^JUf i)S) herausgepresst und als Brei in den tieferen Raum
hinuntergeglitten ist. Nun werden neue Aprikosen in den klei-
nen Raum hineingelegt, und auf dieselbe Weise fahrt man
fort, bis der grosse Baum ganz voll geworden ist. Dann wird
die Masse auf langen, breiten Brettern (vjui«>) ausgebreitet,
und wenn sie in der Sonne gut ausgetrocknet ist, zusammen-
gefaltet (o^aJLc) und zu Kuchen geformt2). Der \'amar-ed-dm wird
nicht nach Stücken (suf), sondern nach Gewicht verkauft und
halt sich viel langer als der ne\'uc, sogar mehrere Jahre hin-
durch, wenn er nur jeden Monat gelüftet wird. Sonst, behaup-
1)  Dieser Behalter heisst .Lij\' (.Lx^j) ; darnach Dozy 8. v. zu vervollstandigen.
2)  Ganz anders wiril jetzt die Bereitung von Wetz (ZDPV. XIV, 2) beschrieben.
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Kleine Beitrage zar Lexikographie des Vulgararabischen.               421
tet man, „wachsen Würcner (pJe\\3) \') darin". Die Aprikosen-
kerne werden entweder nach Europa exportirt, wo sie bei der
Pomadenfabrikation Verwendung finden sollen, oder es wird
von den Mandeln derselben U«yJ! «_^JLs, schriftar. j^&lt pjt)
das sogen. „bittere Öl" (zet murr) bereitet, das bei kendfe,
zawwdme
u. a. feinerem Backwerk Verwendung findet.
t~>«J* Mt, Maulbeeren (Löw 395, Frank. 140, Mikl. I, 51,
Nachtr. I, 30). — ^-& \'■> „Damaskusmaulbeeren", sehr scbwarz
und süss; wenn sie, noch dunkelrot, vom Baume herabgeschüt-
telt und mit Zucker darauf gegessen werden, heissen sie • Lje \'j\',
„Schüttelbeeren".
Bei Dozy ist ._*L£ \'\'S nicht nur „la müre noire et douce",
sondern auch „une espèce de müre amère". Die weissen Maul-
beeren heissen bei Dozy —s«x \'3 oder t>Loyi, bei Bergg. (s. v.
Müre) i^jdü \'i\'. Dagegen heisst es im Muh. s. v. WyJ: »J.
i>1_onjü! Sy iJ JUu« ^joLwJI ui>yj| &J JLüj. & « £ *->\' Ló/oL=.
und s. v. oL*»_i: ^.sv&JI ^IgJwJt f^L*" ^ jL_«3^aJLj oLJIj
{g *>*j. U^ }-#£" |V**b ^è.»«j tX» ..^cUf ^ü cj^aJ\' J>*s\\j ^jJ!
y^UiJ! i»-wL-j j^aJI. Tü& bedeutet namlich beides, Maulbeer-
baum und Maulbeeren, und zwar in Syr. öfter den Baum
(Jcebê die Beere), aber in Ag. öfter die Beeren (und éagar et-
ui
Hit den Baum). — Jyo \'S f. i. d. Wb.; bei Dozy ist ferner
auch jJ-aÜJ! \'S, Brombeèren, ronce, nach Wetz. Z D M G. XI,
524 und Beauss. s. v. o«j nachzutragen; s. auch die Note 1 S. 391.
(jjo tin, Feigen (Löw 390, Frank. 148). — óym\\ \'S, schwarz
und etwas sauer; — («XJLo \'5 t. malaki, grün, inwendig rot, die
grösste Sorte; — JJu \'s, klein, gelbweiss, sehr süss; —
-*jdjj \'S t. berêimi [Ag.].
Dozy giebt dreizehn verschiedene Arten von^jtf, wovon ^JÜLo \'3
I) Dieses Wort findet sich nar bei Bel. (and Wahrm.): \'ver qui mange les fruits*.
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Herman Almkvist.
422
(Malagafeigen) vielleicht mit meinem .Jd* \'S identisch ist. Zu
Juu \'•> vgl. Wetz. ZDMG. XI, 489. — Das i. d. Wb. f. Wort
^xwjijj wurde mir mit »*«S »■> (j-*" erklart (vgl. Frank. 146
-y-ivj, ein Dattelname). — G-loss. Geogr. IV s. v. ^wJ giebt
10 Artennamen, von welchen keiner mit den obigen oder mit
denen bei Dozy zusammentrifft.
i»jyj&\\ zabtib, die Frucht von ).*cj, zcfrur, Weissdorn (aubé-
pine, nèfle, azerole, vgl. Löw 288, Frank. 142, Dozy s. vv. >««*)
und *_>% &))• — **^t \\, rot und sauer; — yJuo\\ \'•., gelb und süss.
Die Frucht des Weissdorns heisst jedoch auch )«»£)> wie z.
B. in folgender Begrüssung eines neu ankommenden Gastes:
\\.y&J\\S JJUf Jk^J", d. h. jetzt, wo du gekommen bist, vermis-
sen wir Niemand mehr, wie erst der aufgetragene zacritr das
Dessert vervollstandigt.
^g.U^o mehanndwi [Ag.], eine Art Zuckermelone, nach mei-
nem Gewahrsmann: ,J(»C&Jf ^-. «i^Cj J.Uo*", jedoch langer
und dicker als der gewöhnliche éammdm, schmeckt aber eb er
wie die gelbe Wassermelone, yiobM ^a&u, die auch ,tf.ilju.ft
zabdeldwl genannt wird.
                     
Das Wort pdas (Löw 351, Frank. 140), jetzt überall
ausgesprochen; bedeutet in Syr. sowohl „Zuckermelone", mé-
lon, JLot \'j, als „Wassermelone", pastèque, ,t^> \'j \'). In Dam.
kommt auch das turk. ^..Ls (Mikl. I, 94), bisweilen ^.^IS"
ausgesprochen, als Name einer kleinen, eifbrmigen, ganz vor-
züglichen Art Zuckermelone mit gelber, glatter Schale vor. In
Ag. bedeutet \'j immer „Wassermelone" und ist entweder dhdar
oder asfar. Die letztere Sorte heisst auch ^«ifjL**, und eine
1) Nach Bergg. (s. v. Mólou) ist Ü^Sai nur die Zuckermelone, wahrend die
Wassermelone nach ihm »Xw*a> djebbesé pi. djèbbas» heisst, was wahrscheinlich
für Nordsyrien guitig ist. Das lei Dozy fehlende Wort y»<> wird bei Mnh. fol-
gendermassen erklart: j*£ao &JU e *J y.9 £ v»*JLJI .?~$\\ ë*Ja*ï\\ u*-*-?-
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vutgararabischen.
423
kleine Wassermelone wird mitunter habliab genannt (vgl. ZDMG.
XI, 523 und XVIII, 555). Die Zuckermelone heisst in \'hg.kaun;
die kleinere, beste Sorte, die nicht ganz so rund ist (^JjCo) wie
der gewöhnliche kaun, heisst aber *U^> nach Dozy\') auch
_UJ. In Alg. bedeutet battih nach Beauss. und Cherb. nur
mélon, wahrend pastèque dort eü£ (Cherb. dellac, Dozy nach
Boet. cifi) heisst. — Das Wort ^.LLfpo f. i. d. Wb. — Das
bei Dozy fehlende ^.^Slé. wird bei Boet. und Bergg. (s. v.
Mélon) ^.illtXxc J) geschrieben und beim Ersteren als mélon,
beim Letzteren als pastèque, bei Soc.-Bted. 88 (wie zatjur, s.
S. 371, note) als eine Art Gurke, und von Wahrm. ganz un-
richtig als „Malve" (die bekanntlich 8«aa» heisst) erklart.
JL^. [Ag.], eine Art Wassermelone = JIa^ v>^» .
Vielleicht haben wir dieses i. d. Wb. f. Wort in dem Citat
aus 1001 Nacht ,,^jjy«j.ö.J| Juuo", welches Dozy s. v. JL*. an-
fiihrt; wenigstens scheint mir eine Übersetzung „wie zwei Me-
lonen" (es handelt sich um die Ohren eines Ungeheuers) einen
passenderen Sinn zu geben 3) als „comme deux gros bloes de
pierre", wie Dozy hier übersetzen will. — i^-*** J hndet sich
nicht unter den zehn Melonenarten, die Dozy s. v. *>Jaj aufzahlt.
a !,.« belah [Ag.], Datteln. — <<*^r?l V» aus ^er Stadt Ibrim
in Nubien;— SJLjjLJi.7- \'j b. gundêla, aus Dongola (Rjl&so),
wovon gundéla eine vulgareUmstellung ist; — ^«^ft \'j b. camrï; —
<s>Lgjo \'j b. mahdt, grünlich („mufydirr"); — \\£y&" \'f > aus der
1)   Das Wort *U^i giebt Dozy nicht als Name einer Frucht, sondern er giebt
nur das N. un. «xaLmm pomme de senteur« (nach Boet.). Wort. übersetzt .[< &
[nach Bel.] rait «fragrant, striped mclon" und in Mulh. 697 mit «miisk melon".
2)   Bei Muh. werden ^cj\'ÜAjx and das synon. <JA*c („J&f. &->?&* **"\'»)
richtig als Nisbebildungen vom N. propr. «IJl i\\«jï erklart.
3)  Oder noch besser, wenn man es übersetzen durf: «wie die zwei Ilalften einer
Melone», da diese in der Regel zuerst in zwei gleiche Teile zerschnitten wird.
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Herman Almkvist.
424
Siwa-Oase, gelb; — ^jIjLa \'j rot; — JLA-jLo oüü j; —
^jL»*« \'j; — Jy^) V- Die ^rei letztgenannten Arten sind aus
Alexandrien; semdnl und zamrl sind die grössten, mahdt und
sulfdnl die kleinsten Sorten.
Besondere Arten von Datteln finden sich bei Dozy (s. v. ^Jb)
nicht erwahnt, das Gloss. Geogr. aber bringt, je unter ibrer
Wurzel, nicht weniger als 62 Namen verschiedener Dattelarten,
von welchen die meisten aus Basra und Jemama stammen. —
Die Formen ia>Lgje und .-jt»** f- i- d. Wb. Zu ^5-** vgh Muh.
(\'s. v.), ^X*& bei Dozy und Jl& Gloss. Geogr. V.
vilL^j* tumbak, der pers. Tabak für die Wasserpfeife, (n)argile (zum
Unterschied vom einheimischen Tabak, tutun, tütün, (Mikl.II, 181);
Ag.: duh,dn, für die gewöhnliche Pfeife, ftasaba) ist in Dam. in
drei Sorten vorbanden: .*, fc , „gesauert", die gewöbnliche, kraf-
tige (Juuü\') Sorte (25 Para der roti), *jJbi, „ungesauert", die
schlechteste Sorte (18 Para der roti); ^lo*, die feinste und
schwachste Sorte. — Aus Ag. kann ich nur folgendes Verzeich-
nis vorkommender Tumbaksorten ohne alle Unterscheidung ge-
ben: JyjJuU>\\ stambull, .J>\\S kurdnï, L<JL*a- gebell, ^>j_^o
sürl, 15JJÜ beledl, jjj natr, JLycJ ar mij e, \\_AaÏ .»w«a» hasan
&4fi
J^ssJI JkJii dei el-gemel.
Die WW. t-ilvT und ju.*«|, wie auch die obigen Bedd. d.
WW. «*♦*», fiJai, ^-»!*a*k ((5-=*\'t-**)» y^» l-**^\' (j-*»** un0-
J^sJ! Joó f. i. d. Wb. — Bergg. (,s. v. Tabac) nennt fünf,
nach ihren Heimatsorten verscbieden genannte einheimische Ta-
baksarten; sonst finde ich solche nirgends erwahnt.
(Ufcjjuc müdabbas, grober, einheimischer Bauerntabak (tutun),
geschnitten und mit dies (oder haufig auch Rosinen) gemischt,
im faljm (Pfeifenkopf, oft ohne Rohr) geraucht.
Das Wort iu*JiX* findet sich nur bei Bergg. s. rv. Tabac und
Fumer, wo es als tumbak, mit haéiïé und dibs gemischt, erklart wird.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.               425
Spiele v^jj.
Das (relativ) reichste Verzeichnis hierher gehöriger Wörter
findet sich bei Nof. Vocab. N°. XIX (SS. 219-227)l), docb
giebt er keine Beschreibung der einzelnen Spiele, sondern nur
die französischen Namen dafür. Auch sind die meisten Namen der
eigentlichen Kinderspiele Übersetzungen aus dem Französiscben,
da die jetzt in den Stadten Syrien\'s gebrauchlichen Spiele zum
nicht geringen Teil durcb die Lazaristen- und andre französ.
Schulen eingeführt worden zu sein scheinen. Viel Hierhergehö-
riges findet sich auch bei Bergg. (s. y. Jeu), darunter etwa 15
eigentlicbe Kinderspiele. Jessup („Tbe Women of the Arabs",
SS. 319, 320) giebt ein kleines Verzeichnis von 13 Kinderspie-
len, mit entsprechenden englischen Namen oder kurzen Erlau-
terungen. Für Agypten bescbreibt Lane, Ag. II, 46—56 aus-
führlich Tier Spiele für Erwachsene.
&JUCII n_**J lab (el-)gulle, l. ki lle, Marmel- (Murmel-, Mar bel-)
spiel, wird mit kleinen Marmorkugeln {gulle, PI. gülal) gespielt,
die durch einen Schneller (Schnipp, „Knipps") des Daumens und
Zeigefingers gegen auf die Erde gestellte Steine oder kupferne
Geldstücke gerichtet werden.
Nof. 219 „JÜÜÜ! ^xi Ie jeu de bille". Bergg. 513 „jj^b
JiÜüL Hl-gull, bil-guldl, jeu aux boules". Jess. killeh. Das
1) Dagegen ist der sich daran anschlie3sende Dialog VIII (SS. 425—438) für
das Vulgürarabische von so gat wie gar keinem Nutzen, weil er (wie alle anderen
«Dialoge» bei Nof.) auf schriftarabiseh verfasst ist, sodass wenigstens in Betreft" der
eigentlicben Kinderspiele der grösste Teil seiner Phrasen faktisch niemals zur An-
wendnng kommt.
Villa Congres international des Orientalistes. — Section sémitique. 28
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426                                  Herman Almkvist.
dem Turk. entlehnte Wort jüi\' (%Xf, Muh., Dozy, Bel., Wort.,
Bel. Franq.; ïXS, Ouche, Heury) ist selbst eine Umgestaltung
des arab. gis (gfs, s. Fl. V, 81) und wird bald wie im Turk.
gulle, bald, und noch öfter, kille (Hartm. 217 killi) ausge-
sprochen.
SjkisJt v_**J lab el-gum, eine Art „Butterlochspiel", wird
mit einer grossen Holzkugel (kurra, Mra, vgl. das vorhergeh.
Wort) gespielt, die durch Stöcke in eine Grube (»>*»•) in der
Mitte des Spielplatzes getrieben werden soll.
Nof. 219 „s^sJ! 3U*J la bil[l]e bloquette", auch 220 „^jj
s\'Jül jeu de paume" und „ï«jül v_**J jeu de boule", was alles
vermutlich ein und dasselbe Spiel ist. Jess. „Joora". In Dam.
wird dieses Spiel auch J^jdJI v_a*J lab ed-duhal genannt.
Dies letztere i. d. Wb. f. Wort ist wohl so viel wie schriftar.
jJLo „Loch in der Erde".
<p%i> v_*«J lacb duê (richtiger dóé). Man wirft mit kleinen,
platten Steinen (jUa) nach einem grossen, runden Stein (wS^.)-
Nof. 222 „jijjjf ^jti Ie jeu de palet". Zum Wort jï.(>
vgl. Muh. bei Dozy.
v_a*JCM v_*xl lazb el-ka*b. Hierzu werden gewisse würfelförmige
Knöchel (aus den Füssen der Schafe) benutzt, die nach einem
Ziel geworfen werden, und das Spiel hangt davon ab, wie
diese Knöchel fallen.
Bergg. 513 „oljdüb bil-kacS, jeu de pieds de mouton".
o\\,j yjlkJLx, „Knöchel-Spiel", mit denselben Knöcheln wie im
lacb el-köi\'b (s. oben), ahnlich dem deutschen „Schrift oder Adler",
französ. „jouer a pile ou face". Die vier Seiten jedes Knöchels
haben verschiedene Namen: ,jLJaJL*>;, «j;., J.w», *\\, »
(Dieb), und je nachdem die eine oder die andere Seite beim
Wurf auf die Erde nach oben kommt, gewinht oder verliert
der Werfende: sultan gewinnt den ganzen Einsatz, wezir einen
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Kleine Beitriige zur LeiiVographie des Vulgiirarabischen.
427
Teil desselben, haruf gewinnt nicht und verliert nicht (erhalt
seinen Einsatz zurück), hardml verliert.
Bergg. 514 „\'.. \'m, ^xl". Die vier Seiten des Knöchels heis-
sen bei ihm sultan, wezir, hardml, felldh, aber die Bedeutung
derselben geht aus der unvollstandigen Beschreibung nicht her-
vor. Das Spiel „pile ou face" mit Geldstücken heisst bei Bergg.
„(>ü£i« \\jfe thoura ou naqsch", wo \\Jie für das bekannte iLik,
den Namenszug des Sultans auf Münzen etc, steht.
Lasül v_**J lab el-hum, wird mit kleinen, gewöhnlichen Steinen,
\\gta£ husa, gespielt und zwar auf zweierlei Art. 1°. „Tripp-trapp-
trull", „meine Mühle geht, deine Mühle steht".
Jeder der beiden Spieier hat drei Steine und legt dieselben
nacheinander auf ein noch nicht besetztes Quadrat. Wenn alle
sechs Steine gesetzt sind, ziehen die Spieier ihre Steine wech-
selweise von dem einen Quadrat auf ein anderes, leeres, und
derjenige, welcher zuerst alle seine Steine in eine yertikale
oder horizontale Keihenfolge bekommt, hat gewonnen. 2°. „Kie-
selsteinspiel", „Fasseln", wird mit fünf kleinen Steinen gespielt
und zwar auf folgende Art. Zuerst werden alle auf einmal
in die Luft geworfen, und mit der Hand wieder aufgefangen;
dann werden vier davon auf die Erde gelegt, der fünfte in die
Luft geworfen, und ehe dieser herabkommt, muss man einen
der auf der Erde liegenden Steine mit der rechten Hand auf-
gegriffen haben, wonach man mit derselben Hand den herab-
kommenden auffangt. Dann legt man wieder vier Steine auf die
Erde und greift zwei auf, ehe der in die Luft geworfene her-
abkommt, danach auf dieselbe Weise drei, und schliesslich
alle vier auf der Erde hegenden, sodass sich beim letzten
Fangen alle fünf Steine in der rechten Hand befinden. — Ein
ahnliches (möglicherweise dasselbe) Spiel heisst in Ag. J^. heil.
Nof. 220 „iyÜUI .LflSÜI s_*jÜ l) Ie jeu de galet". Ob
1) Mit dem Punkt nach            bezeichnet er, dass das Spiel sowohl            als
JyiUi heisst.
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Herman Almkvist.
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eines der oben beschriebenen Spiele mit dem franz. jeu de ga-
let gemeint ist., weiss ich nicht. Die Bedeut. des i. d. Wb. f.
Wortes i«j\'if ist mir auch unbekannt. — Die obige Bedeut.
des Wortes J^. f. i. d. Wb.
vjUaJ! i^jd, Ballspiel. Spielt man allein mit seinem Ball,
tdba (gewöhnlich aus Leder), so geschieht es auf die Weise, dass
man denselben auf mehr oder weniger sonderbare Weise in die
Höhe wirft und wieder auffangt. Die verschiedenen Arten des
Werfens haben verschiedene Namen, von welchen die gewöhn-
lichsten sind: \'£Xm> J.l amval sene: der Ball wird in die Höhe
geworfen und beim Herabfallen mit derselben Hand wieder
nach oben geschlagen; — Uüi J.l: der Ball wird mit der einen
Hand in die Höhe geworfen und mit der andern zurückgeschla-
gen; — \'iXLy J.l: der Ball wird mit der Hand geworfen und
mit dem Fuss in die Höhe gestossen; — &X*S\' J.l: der Ball
wird unter einem Bein durchgeworfen; — ly~» J.|: der Ball
wird über den Kopf nach hinten geworfen.
Nof. 220 „jLu*. J.l la balie a la pierre". Jess. „Tabeh, base
ball and drop ball". Bergg. „SjUaJ! ^jti et s^XJI *_**J jeu
de paume" (vgl. oben S^ssJf s_**J, Nof.).
v_jy» hard, „Krieg" (in Schweden „Königreich" genannt).
Zwei Parteien stehen, durch eine brei te Grenzlinie getrennt,
sich gegenüber, und versuchen jede, Einfalle in das Gebiet der
anderen zu machen, wobei sie Gefangene fortzuführen streben.
Nof. 220 „o»svJf v_a*J Ie jeu de barres".
„Alles was Federn hat, fliege hoch!" Der Anführer, mucal-
lim
oder rejjis, halt die Hande herab, die Übrigen auch. Der
Anführer sagt yM.ssJ\\ f ju»: Alle halten die Hande still, weil
el-gisr (die Brücke) sich nicht bewegen kann; oder auch sagt
er j^JLlf »lis: dann mussen Alle die Hande" erheben, denn
en-nür (der Adler) kann fliegen. Darauf sagt er z. B. *UsvJf vlb
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Kleine Beitragé zur Lexikographie des Vulgararabischen.
429
und erhebt die Hande: die andern mussen dann genau achtge-
ben, ob er hamdm oder hammam sagt, und in letzterem Falie
die Hande still halten, weil ein Bad nicht fliegen kann. Wer
falsch macht bekommt Schlage vom Anführer.
Nof. 223. „pUssJI ;Us 2u*J pigeon-vole".
Swï. ^wUsxaL- Der Anführer macht zwei Sprünge (lAjasuIs)
über ein Merkmal und darauf einen Sprung mit gleichen Füs-
sen (»yti)> so weit er kommen kann; alle Andern machen
es nach.
Nof. 221 „5-^ ^suls • hjJ\\ Ie saut". Bergg. 512 „üikJI
i^jiJL eth-thafa ouel-qamz, jeu de saut". Diese Bedeut. des Wortes
jcsvJLb f. i. d. Wb. (vgl. das folg. Stück). Auch das "Wort \'i]Ja
f. i. d. Wb., und die Bedeut. „hüpfen" für die Wurzel vJLfe
findet sich nach den Lexx. nur in dem Ausdruck: ,j*j*JI kaaJs
«_> >_*j. (Muh.), und bei Dozy (nach Boet.) „jUSl«Jf <Jiio sau-
ter Ie fossé" in figürlichem Sinn = „franchir Ie pas".
^aü\'I <X=»I^ v_*-$\\l ^^°) vy-SUJ! Ja-a». ^jUJOLC**! UJjf
^J! JüÜÜ • Einer stellt sich in vornübergebeugter Stellung ge-
gen eine Wand, ein Anderer springt auf seinen Rücken, und
wahrend der Stehende ihn abzuwerfen sucht, ohne aber seine
Stellung zu verandern, yersucht der auf dem Rücken Sitzende
so lange seinen Platz zu behaupten, bis er das obige (d. h.
„Unser Anführer ist aus Alexandrien; mach\' das Reittier in
Ordnung, spring\' hinauf und reite, eins, zwei, drei! etc. bis
zehn") gesagt hat. Wird er abgeworfen, ehe er bis „zehn" ge-
zahlt hat, so muss er selber stehen.
Nof. 221 macht hieraus zwei Spiele: „_jKiXJj£*J LJ.f .Juut
saute-mouton", und „\\^Sy*M iaa» .hjJ\\ Ie cheval fondu". Viel-
leicht bezeichnen aber beide franz. Ausdrücke dasselbe Spiel.
Jess. „owal howa [d. h. |.jd J.|] the same as leap frog". Die
Bedeut. „hüpfen" für —.Lis (*) f. i. d. Wb. Dozy (nach Boet.)
giebt „couvrir, saillir sa femelle (cheval)", was im Franz. auch
„sauter" heisst.
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Herman Almkrist.
430
viUjJI v_oiJ „Anschlag", „Trievater" (schwed. „dunk")- Einer
stellt sich mit geschlossenen Augen und dem Gesicht gegen
eine Wand, bis die Andern sich versteekt haben. Darauf sucht
er sie auf, immer von einem mnddï (Bufer) gefolgt, welcher
schreit: )y?>L> ^>«i * l*iaü>, urn die, welche sich versteekt ha-
ben, zu warnen. Diese versuchen unterdessen hervorzuspringen
und zuerst zu der Stelle zu gelangen, wo der Suchende stand,
urn „anzuschlagen". Kommt aber der Suchende vor einem der
Anderen zurück und schlagt ihn an, so muss dieser „stehen".
Nof. 222 „«iJLJtXJf ^jl! la guerre leuleu". Das Wort JJ3
findet sich in den Wbb. nur als Masdar von *iJUi>, frotter (rub,
squeeze, Lane), und vermutlich liegt in dem Namen der Sinn,
dass der aus dem Versteek Hervorspringende, zum Zeichen sei-
nes rechtzeitigen Gelangens ans Ziel, seine Nase gegen die
Wand reiben soll (vgl. den anderen Namen des Spieles im
schwed. „spott\' i knut", d. h. „spuck in die Ecke")-
x,.(Ult ^,jt}. Einer dreht sich mit geschlossenen Augen ge-
gen die Wand und halt die Hande auf dem Eücken. Ein An-
derer kommt und schlagt ihn in die Hand; der Stehende dreht
sich um, und muss aus dem Gesichtsausdruck der Mitspielen-
den erraten, wer ihn geschlagen hat. Rat er recht, so muss die-
ser stehen; sonst muss er so lange fortfahren, bis er recht rat.
Nof. „8 xjiaJI £**f ^a main-chaude". Das i. d. Wb. f. Wort
& *.Zie ist vielleicht nur die Imale des Wortes xA^b, das sich
nur bei Boet. [und Dozy] findet. Wenn aber dem so ist, so ist
ihre Erklarung „cache-cache (jeu d\'enfant)" weniger richtig.
Dieses wohlbekannte Kinder-spiel, „Versteckenspiel", schwed.
„kurra-gömma" heisst nach Nof. 222 JLóa aJI iUxJ, was aber
Dozy (nach Boet. und Muh.)l) wohl richtiger mit „colin-mail-
lard" übersetzt; so auch bei Jess. „ghummaida blind man\'s buff" 2).
Bei Nof. 222 entspricht dem französischen colin-maillard das
arab. Spiel dü *3L3 ^üj! ^aJL*- •
1)  Bei Muh. heisst es jedoch nur: ,..jl\\Jj.I\' ...L^AAaJ XaxJ X*ax.«Ajt.
2)  Nach Goldzieher (Z I) M G. XXXIII, 611) heisst dasselbe (oder ein almliches?)
Spiel in Kairo usturummdje.
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Kleine Beitrage zar Lexikographie des Vulgararabischen.               431
leylj* o«j* ^xi- Einer wird in der Mitte des Spielplatzes
mit einem langen Strick an einen grossen Stein festgebunden.
Die Andern yersuchen, ihn zu schlagen, und mussen vermeiden,
von seinen Schlagen getroffen zu werden; wer eben getroffen
wird, muss selber stehen und der „gebundene Affe" sein.
Nof. 222 ,,\'jo \'S JU*J Ie diable lié". Jess. kurd murboot. Ein
ab.nlicb.es, aber nicbt dasselbe Spiel bescbreibt Bergg. 513 un-
ter dem Namen &Ji}\\ &JCw v»»<jl! lifab sikkel d-qoeurd.
_, y£.\\ ^[hjj& ^jlS (Berliniscb „Fuchs aus \'t Loch, Keile kri\'ste
doch".) Einer hüpft auf einem Fuss umher und versucht, die
Andern zu schlagen, die ihn wieder schlagen; hat er Jemand
getroffen, wird dieser „der hinkende Teufel".
Nof. 222 hat „Ie diable boiteux", „la mère garuche", „Ie
cloche-pied" als drei verschiedene Spiele, die alle mit SLa-xJ
_.**>! (oliijui übersetzt werden. Jess. hat ein ahnliches Spiel
unter dem Namen taia ya taia, was vermutlich JLsvaJs L s.sv.aJo
(s. oben S. 429) ist, und also „hopp! hopp!" bedeutet, von
dem gerufen, der auf einem Fuss hüpft.
c!\\ èly Die Spielenden bilden einen Kreis; einer derselben
lauft ausserhalb des Kreises, sucht einen Stock auf demBücken
eines der Mitspielenden unvermerkt zu befestigen, und springt
dann um den Kreis herum; hat nun der, welcher den Stock
auf dem Rücken hat, denselben nicht bemerkt, so bekommt
er Schlage mit dem Stock. Das Spiel wiederholt sich, bis einer
den Stock auf seinem Rücken fühlt, wo er ihn dann nimmt
und um den Kreis herumlauft, wahrend der andere seinen Platz
einnimmt. Wahrend des Springens rufen die im Kreise Stehenden:
a\\\\ r^ : „mein Onkel ist wimmelkantig" (Berlinisch = schwind-
hg). — In Berlin heisst das Spiel „der Plumpsack geht herum".
Nof. 223 „£tj £\\j iu*J Ie furet".
cLuaJt, eine Art „Handwerker". Jeder der Spielenden bekommt
ein bestimmtes Handwerk, wird Schneider, Schumacher etc.
Zuerst stehen alle und drehen die eine Hand um die andere;
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Herman Almkvist.
432
darauf fangt der Anfiihrer an, mit seinen Handbewegungen ein
gewisses Handwerk nackzuakmen, worauf derj enige, der dieses
Handwerk hat, sogleich dieselben Bewegungen machen muss,
wakrend die übrigen mit ihrem Drehen fortfakren. Wer falsck
mackt, kekommt Scklage vom Anfükrer.
Nof. 223 ,,«SlA*aJf JUxJ les métiers".
^JJ JLöJLsvJI. Madeken bilden einen Kreis (SmXa-, Mikl. I,
67) urn eine Fontane auf dem Hof oder urn etwas Aknlickes
und tanzen langsam kerum, wakrend sie graziös den Oberkör-
per wiegen (^JJ).
„^.JJ- iüiJLsül la ronde". Der Stamm ^JJ f.
i. d. Wb.
,Jl*3 v.ajl!. Der Eine kalt seine Hande ausgestreckt, der An-
dere kalt seine Fingerspitzen dicht unter denj enigen des Geg-
ners, und versuckt mit einem hastigen Schlag seine Finger zu
treffen, welcke dieser ebenso hastig fortzuzieken suckt. Trifft
der Scklagende, so fakrt er auf dieselbe Weise fort, bis er in
die Luft scklagt, wonacb er seinerseits dem Gegner seine Hande
darreicken muss.
(«Ju jadas [Ag.], eine Art Kinderspiel.
Dieses in d. Wb. f. Wort ist wohl so viel wie das turk. o-w^l^
(aus pers. i»/^J t>L>), bei Zenk. (s. v. i>L^) folgendermassen
erklart: „Name eines Wettspiels zwischen zwei Personen, bei
dem der welcber von dem andern etwas annimmt okne das
Wort jdd-est auszusprecken, die Wette verliert" (vgl. ruman. ja-
del,
Mikl. Nacktr. I, 49). Nack Muk. sekeint dies Wort in
Syr. (etwa nack der Analogie von v_*aaaj L>) an cu«) („Partie")
angeleknt zu sein. S. v. ou«0 heisst es : (jJó ^jjf «j& o>-*jJf«
JwJb bulbul, Kreisel.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.              433
Ausser diesem, nur bei Nof. 221 vorkommenden Namen hat diese
Spielsache überraschend viele andere Benennungen. Zu den schrift-
arab., bei den alteren Lexikographen sich vorfindenden v_>..j^.,
s\\L&.\')> Xxl.o (so Freyt., Lane, Bel., Wahrm., Heury, Aqr.;
JLol.ó, Kazim., Bel. Franc., Bergg.) kommen bei den neueren
ioyi\\) (Oberb., Dozy, Beauss., Ben Sed. Franc.), \'iJalS (Boet.,
Dozy), Xlsvj *) (Ben Sed. Franc;., Sal. 55 „toupie")» 8>Ijü
(Sal. 55 „sabot", wohl s\\üü zu lesen) nebst folgenden, sonsti. d.
Wb. f. Wörtern vor: JUfö (Abcar. s. v. Top), «i!j (Bel. Fran$.
s. v. Toupie) und xJLü» (Nof. 221). Von diesen Namen rühren
folgende von dem Laut des Kreisels her: xJlsvj , JuJj , s\\L*i
(vgl. Dozy, s. v.), und nach dem Zeugnis arab. Lexikographen:
k_>«NtXi=- und s»Li», von der Bewegung des Kreisels hingegen:
jwl.i>, &oto, &JLui und wahrscheinlich auch «*yj, da die i.
d. Wb. f. Wurzel «*_} wohl eine neuere Ausbildung der Wurzel
j»jj ist. 5jjJ>\' könnte möglicherweise für \'iyiS stehen und ein
Demin. von gis" „Kugel" sein (ygl. oben S. 426). Es ware
dann dieser Name von der Forru des Kreisels hergenom-
men, wie jLxt.o bei Lane und Aqr. als eine £jC_Li (L^uCj_j
tejf&j c^-<aJ\') definirt wird.
lj\'.Jüuo \'&s»y^f* margwhat sanduk [Ag.], schwed. „hjulgunga"
(d. h. „Badschaukel"), ruman. dulap (Oihac, s. v., aus pers.-türk.
v_>iUi>, Mikl. I, 50), eine Art Belustigung für das Publikum
auf Jahrmarkten. Diese Schaukei besteht aus einem aufrecht
stenenden Pfahl, an dessen oberem Teil ein grosses, mehrarmiges,
bewegliches Kreuz befestigt ist, dessen Arme durch ein Had
zusammengehalten werden. Am Ende jedes Armes hangt ein
1)  Für dieses Wort geben schon Freyt., Kazim. und Muh. (s. v.) diese Bedeut.,
Lane hingegen nur unter i_jj.l\\j> (q. v.), nicht nnter ».\'.>, nicht einmal mit
einer Hinweisung auf das zwei Seiten vorher befindliche u>jAi>.
2)  Vgl. Goldzieher, Z D M G. XXXIII, 611, wo nackle [d. h. »\\&] wohl nur
ein Schreibfehler für »«>fo ist.
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Herman Almkvist.
frei schwebender, kastenförmiger Sitz, und das Ganze dreht
sich in der Vertikalebene und wird durch irgend eine Mechanik
in Bewegung gesetzt.
Die gewöhnliche Schaukel, syr.-agypt. xa»^wx> oder &s\\ju^w«
murgêha, findet sich schon in den Wbb. Nach einigen arab.
Lexikographen ist $AyA.yx = JL^.y=» J (s. Lane s. v.), a see-saw
(Wippe, bascule), zum Unterschied von JL&.LÏU a swing (Schau-
kei, balancuire), aber nach anderen besteht dieser Unterschied
nicht, und so ist es nach meiner Erfahrung auch heute noch. Ne-
ben s, ^j ^i f giebt Nof. 221 jLe.jjj\' und Bel. Franc,. kï.yXe.
(Heury x_ s.-,. i j), offenbar verschiedene Formen eines und
desselben, sonst nicht verzeichneten Wortes. In Alg. heisst ba-
lan^oire nach Beauss. und Ben Sed. „jLfJlxi. jdloula", und in
Tun. nach dem Letzteren (Suppl. 895) &s\\a^£ derjiha, das,
wie auch der dort aufgefïïhrte Stamm ^a»)t> se balancer, i.
d. Wb. f. — Zum Worte ^.Ja-o vgl. Mikl. II, 152, Nachtr.
II, 25.
&£Xa&o huheha [Ag.] , 1) kleine Spritze fiïr Garten u. dgl. =
eine ahnliche Spielsache, aus einem kleinen, mit
Wasser gefïïllten Schlauch mit sehr kleiner öffnung bestehend.
In dieser öffnung ist ein kleines Bohr (aus safih oder rdö) an-.
gebracht, dessen freies Ende so fein wie ein Nadelöhr ist. Drückt
man nun den Schlauch, so spritzt Wasser durch das Bohr hinaus.
Zu diesem i. d. Wb. f. W. vgl., ausser Dozy s. v. ^j, Bel.
&~*ja|3Ó (Wahrm. X^aIsJ) „aspersion, bruine", und Beauss.
„±.yA.g£i pain trempé dans du lait, couscousson trempé de lait",
welche Wörter bei Dozy nachzutragen sind.
ys.fosU to\'tê\'a, oft to\'ê\'a ausgesprochen, [Ag.], eine kleine
Erbsen- oder Luftbüchse. — jLSjJoJLJb ta\'tu\'a [Ag.], Kinder-
klapper. — Beide Wörter f. i. d. Wb.
Der Stamm <a-fa°k hat in Ag. folgende, auf den ursprüng-
lichen, schallnachahmenden Sinn zurückgehende, i. d. Wb. f.
Bedeutungen: 1) klappern mit Holzpantoffeln; 2) schnalzen
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Kleine Beitrage iur Lexikograpbie des Vulgararabischen.               435
mit der Zunge; 3) knallen mit einer to\'té\'a; 4) rasseln mit
einer tattfa.
Ausser den im Vorhergehenden citirten zahlt Nof. 1.1. fol-
gende, bei Dozy fehlende Kinderspiele auf: „o.tVsJlleslimites,
\'a
les bornes, SyiyJI JüUaJf la balie empoissonnée, JkASÜt ._**J
Ie jeu de corde, y»JÜ! \'i Ie jeu de loto, yUx«^d(Jt) \'J Ie jeu de
domino, «v^JI \'J Ie jeu d\'oie, y^^ió. <^&s* \') Ie chat perché,
jj-jy^j Ie pied du bceuf, «»JU*Jf. ^SlgJI ..suJf\'J la mer agitée,
siJljLsJIj eJyCjl \'J Ie labyrintbe, Sva-^j ^ió<i\\ \'l Ie loup et la
bergerie, _U»jJL ^.JLjLüI \'J Ie renard et les poules, 5L»^-bj-Jf \'!
Ie jeu de la savate, ^jtJouJI \'J Ie singe, «yLSliaJI «yKIDI \'J
les grüces". Von den Kinderspielen bei Bergg. fehlen folgende bei
Dozy: „jusxc »Lax masar acadjié jeu de lutte, ^jl^UaM v_**J
und *j"liaj| \'J [man versteekt einen Ring unter einer von mebreren
Tassen oder bei einem der Mitspielenden], (jfJUu-M \'J [sorte de
colin-maillard], jiL ^l-«j kSj^* N \'J» ^^r*-" iva^ssJ\' \'J»
.jJIaaJI cLo \'J, olJJb j^b \'J [verschiedene Spiele, wo einer
der Spielenden verschiedene Personen vorstellt]". Die übrigen
Spiele bei Jess. sind: „khatim a boy puts a ring on tbe back
of bis hand, tosses it and catcbes it on tbe back of his
fingers; shakes it to the forefinger and then he is Sultan and
appoints a Vizier whom he commands to beat the other boys;
biz zowaia [d. h. L>.- yj] cat in the corner; el mant/a [ ? Lü-JI]
hig tig; bil Icobleh [JüöJLi] a circle of boys stand with their
heads bowed, another circle stand outside and on a given
signal try to mount on the backs of the inner circle, if they
succeed, they remain standing in this way, if not the boy
who failed must take the inside place; shooha [to~<*] or hawk,
make a swing on the limb of a tree, a boy leans on the swing
and runs around among the boys, until he catches one to take
1) Von racinem Lebrer in Beirflt wumak» i_a.wJ> vokalisirt, mit bedeutungs-
voller Streicbung des Punktes nach w^-^> (vgl. oben S. 427, Note).
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Herman Almkvist.
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his place; hhubby muhhzinak [wohl so viel wie dbC&Jó J£&.]boy
goes around and hides a pebble in the hand of one of the cir-
cle and asks „pebble, pebble, who\'s got the pebble?" ".
Jessup hat auch in englischer Übersetzung (aber leider nicht
im Original) eine Menge „nursery rhymes" mitgeteilt. Dieses
veranlasste bekanntlich Dr. Goldzieher in einem Aufsatz" Jugend-
und Strassenpoesie in Kairo" (Z D M G. XXXIII, 608—630),
eine Menge solcher Keime und Gesange im Original und in
der Übersetzung mitzuteilen. Bin Seitenstück hierzu habe ich
in Dam. aufgezeichnet und übergebe es hier sowohl im Ori-
ginal wie auch in einer in Dam. gemachten genauen Trans-
skription, wobei besonders auf die feminine Endung -i (^ =
&., s. Vorw., S. 262) achtzugeben ist. Eine Übersetzung solcher
Stücke ist, wie Goldzieher richtig bemerkt, so gut wie gar
keine, und besonders scheint untenstehende Probe noch unzu-
sammenhangender als gewöhnlich, wozu noch kommt, dass
einige Wörter mir in ihrer eigentlichen Bedeutung unbe-
kannt sind.
sördja ja sördja                                                    \') UK^S U LjKo
arèac mrdkib jejja                                             s) Ly&. >_A^t*>° **■$
jajja bint el-jahudi                                            ^jO^-gjJI o-U La*.
é(fr\'dha e§-§atidi                                                3) ^i>.jiaJ| 1 <*>■.%&
nahn\' aulddak ja rejjis                                 o»*^) ^i ÖS5L! ■!>^!ó
édfrana hal-Jcuwajjis                                                <u*j.jC1s> liTJui
\'abadna \'abda \'abda                                           LAül LoaS 1 A -n *S
wa-l-bd\'i dirhem fadda                                   *) aLai *#}*> c*^U
ana abi mudelUlni                                                    _aJU<\\* _j! Li!
mudellilni cala-l-ba\'ra                                   *r**^ «^* *) CA^4\'00
1)  1^ = 1^3.
2)  &> = X*jL> .
3)  Das Wort ^*>, kraus, cre\'pu, f. i. d. Wb.
4)  Vgl. Goldz. 1. 1. 616: nXtjj eï-ia\'ar el-mafyldtö, fyallétuhu lpabda feabda, xejj
ei-iemdnh el-fadda
..., so wie das aufgelöste Haar; ich habe es aufgelöst in Zöpfen,
wie silberne Palmenzweige*.
5)   Das Verb JJ-> hat zwei Bedentungen: 1) gater (un enfant) = «Jj; 2) vendre
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Kleine Bei trage zur Lexikographie des VulgararaDisehen.               437
wa-lr-ba\'ra ma btiébcfni                                      ^JjuJ&tXi Lc SJuJI*
jiébd\'ni ahmar man\'iïê                                    ^pJiXx *♦»■( tc**>-,*kj!
Uitte \'urité illa cdéara                                    SJx $\\ \\J"}T* **^
ja Aömmus ja krêzini ja krêzini   (j^\\Jijf U JüUji" Ij i>a«~». L>
««*\'» fó\' el-harabini harabini            ^Juut-S. ^JyoL^J! (Jjji ^^
;\'a cai» tm\'addam mu\'addam                          *JJL* -Jüw i^-** ^
seifdk cald-r-ras haddak                            cJcXi* iwUI —Jlft iLftju*.
mendilo mendilo                                                       juLjiXax &L>JOuo
jardsat-taabi-t-td\'a wa-l-hamamdt «yLoL»»öJ!■ JtSliaJLj JiïliaJ! ,1*!) L»
jist\'a, bint\'a, hoze, loze, móze      ï\\yio sj.J \') 5,«.&. ki>\\A,o JüüüwJ
habbóba!                                                                                                             *■?»*■=>•
OjjJI v»**J ^c^ el-wara\' oder 8<X&JI \'J ^. eé-éedde, Kar-
tenspiel.
Die in Syrien gewöhnlichen Kartenspiele, die natürlich alle
von Europa eingeführt worden, sind entweder reine Hasardspiele,
>LJU! \'i, oder sogenannte „Gesellschaftsspiele", die nur zur Un-
terhaltung von Kindern und von der Jugend gespielt werden.
Dagegen scheinen die „Kommerzspiele" wie Whist, L\'hombre,
Boston u. a., sich noch nicht in einheimischen Gesellschafts-
kreisen eingebürgert zu hahen. — Ein Spiel Karten heisst in
Syr. gju&, in Ag. haufig (wie im Turk.) &u*i> deste; eine
Karte 2&«, PI. ijjUJ. Die Namen der vier Farben, alle dem
Italien. entnommen, sind: L>" kubba (ital. coppa, ngr. xoóvx,
turk. L>.j\'), Cceur; ^Lüi) (it. denaro), Karo; jyüló, Pik (it.
bastone, „Treff"); ,j\'Ia*m sbdti, Treff (it. spada, „Pik", ngr. <nrx-
dlov,
turk. ^»LuJ, Treff)2). „König" heisst U» rejja (aus ngr.
a l\'encan. Beide waren hier denkbar, vielleicht ein Wortspiel bildend zuerst ,-guter«
und dann »vendre". Vgl. Goldz. 615: „abüja bidalla\'m, mein Vater verz\'artelt mich*,
und 626: ujd wardd jitan abüki, jd wardd jd tuil dellildki, o Rosé, verflucht sein
dein Vater, o Rosé, wie haben sie dioh verauctionirt!"
1)  Die richtige Lesart ist wahrscheinlich ö;y>-, vgl. Goldz. 622: jdgózjdlöz.. .«;
ich hörte aber entschieden hóze.
2)  Huart 80 schreibt: ,,\'ijS koubbe, iS.LJO dandri, u rr -,;■ f bastóni, iJo[j*m
o                            o
sbdfi\'; Bel. Franc.: »^Jja*«o piqué, ^Uiwo trèfle» (die übrigen Farbennamen
fehlen); Nof. 225 wie ich, aber ohne Vokalisation.
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438                                      Herman Al mk vist.
ptiyxs); „Dame" Jyi1) gól; „Bube" —jt\\ oder ■**&*&* mufar-
éafy (mufaréah)*);
„Ass" ^el, y,aj>\' \'ass (Dozy .jj, it. asso, ngr.
&o~<ros); „Bild" £ï.oo3); die übrigen Karten nach ihrem Wert, z. B.
^o£ el-kubba Coeur Dame; hamset el-ba*tunï Pik fiinf; fiuwêzat ed-
dlndrl
Karo zwei.— „Geben" heisst ^j; „abheben" - U s;
„mischen" .LJI&.; „stechen" J^l; „Vorhand" -SSfTf; „Partie"
(JjO, Jü\'5 oder Xaaj\'«j bartita {partita); „Bobber" im Whist nur
partita, und jede besondere Partie £St>. — Das Wort g jy». und
die obigen Bedd. der WW. SJUwi>, Xsa, o^i, JaJLs»., J^"l und
-iil.l f. i. d. Wb. Die WW. iüüöjj und ^-<> (in obigem Sinn)
finden sich nur bei Nof. 219, «ks (in obigem Sinn) nur Humb.
90 *), die Namen der Farben und des Buben schon bei Dozy
(nach Boet.).
ibL [Ag.], 1) nicht gelten lassen (im Spiel); 2. = i_aJöt,
1)   Huart 80 schreibt: -Lil rüja, ^ gol"; Nof. 225: j£i Jjj\'. (beide WW. f.
b. Dozy). Das Wort \\£ wird von Huart mit /-fleur* erklart, als ob es mit dem
pers. gul identisch ware; rair aber scheint eine andere Erklarung mehr annehm-
bar. Im Muh. heisst es: XjuSjJ\' SwViJt y* XSjj ^JtXJ^i\' Aic JjXS\'i und
dieses kawallu ist sicher so viel wie das span. caballo (oder richtiger das demselben
entsprechende ital. cavallo), denn so heisst in den spanischen Karten diejenige, die den
Platz der Dame in den französischen Karten einnimmt. Da ruin die Karten bekannt-
lich aus Italien stammen, ist es höchst wahrscheinlich, dass aucb in den alten italien.
Karten die Karte zwischen König und Bube, nicht, wie jetzt, dama oier donna, soa-
dern cavallo hiess. Der Springer im Schach — und die Namen der Kartenfiguren sollen
ja aus denen der Schachfiguren entlehnt sein — tragt ja auch in beiden Sprachen den-
selben Namen: it. cavallo, sp. caballo.
2)  Nach Huart 80 &*&J>.
3)  Nach Bergg. 512 heisst der König - - J tal w«, die Dame ,Ljyto dhoüna de
1\'italien donna", der Bube >amM mfesschab", und das As »(j»l ou Jajjj loqth".
Das letzte Wort f. i. d. Wb.; Uyö findet sich sonst nur im Muh.: .i\\taA xjj,«aJI
4)  Bei Dozy (nach Alcala) bedeutet itlaè als .terme de jeu: ouvrir Ie jen d\'une
eert ai ue somme, ponter».
-ocr page 447-
Kleine Beitrage zur Leiikographie des Vulgararabischen.               43iJ
JLi.. — &ia5b [Ag.], remis, partie nulle. — iaSb [Ag.], wird
von einer Waare gesagt, die nicht abgeht.
Der Stamm II und die WW. ïüiSo. iaSlj, f. i. d. Wb. Zur
Bedeut. des letzteren Wörtes vgl. im Muh. jL*JL»JI oübl-j-j"
üxiLsJI j»iVj ^>jo «itu vsjJcwkJ
^xXjuo «tltó» [Ag.], ein Kartenspiel, das von vier Personen
gespielt wird; vielleicht eine Art „Kommerzspiel" (vgl. oben
S. 437). - F. i. d. Wb.
iftM late [Ag.], PI. ultuê, Stich im mltên (s. das vorher-
geh. Wort).
Diese Bedeut. f. i. d. Wb. Auch der Stamm II j&kJ hat in
Ag. zwei i. d. Wb. f. Bedeutungen: 1) überall anstossen (von
einem schwachen Greis, der obne Stock geht); 2) aus der Hand
in den Mund leben, wenig und unzureichend verdienen.
JUJCuJ laskine, ein Hasardspiel. Wer die Bank halt (dLu*j
jXjüJI) giebt zuerst jedem der Mitspielenden eine von 12 ver-
schiedenen Karten, und zieht darauf eine nach der anderen von
den Karten der Bank. Derjenige Spieier, dessen Karte nur hin-
sichtlich des Wertes, nicht der Farbe, zuerst gezogen wird,
hat gewonnen. — F. i. d. Wb.
JSyymJ) masrua oder jUxjjCi êkonêta, ist eine umgekehrte
laskine; derjenige, dessen Karte zuerst gezogen wird, hat verlo-
ren. — F. i. d. Wb.
Ode tabba, ein Hasardspiel, dasselbe, das in Schweden den
an und für sich bedeutungslosen Namen „sala hybika" tragt.
Jeder Spieier bekommt eine unbestimmte Zahl Karten von dem
eiuen Spiel, welche, zu einem Packchen vereint, umgekehrt
vor ihn gelegt werden, und setzt einen beliebigen Einsatz dar-
auf. Wer die Bank halt, zieht die oberste Karte seines vor ihm
ebenfalls umgekehrt liegenden Spiels; die Übrigen ziehen auch
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440
Herman Almkvist.
die oberste Karte ilires Packchens, und je nachdem diese grös-
ser oder kleiner ist als diejenige der Bank (wobei auf die Farbe
keine Kücksicht genommen wird), gewinnt oder verliert der
Spieier seinen Einsatz.
In dieser i. d. Wb. f. Bedeut. ist \'jjiio, wenn nicht europ.
Ursprungs, vielleicht dasselbe Wort wie bei Humb. 114 xlb?1)
(neben JuLb) boule, paume.
y^j&S kosino, Kasino; wird etwas anders als in Europa ge-
spielt. Wer die meisten Pik hat, gewinnt. Die wichtigsten Kar-
ten, Karo zehn und Pik zwei, heissen: Karo zehn \'aéara taj-
jibe
, und Pik zwei guwêza tajjibe. — F. i. d. Wb.
-"*                                                                                                                                                                    TT
i^jlyAjf, eine Art Kasino, wobei aber die beiden Karten Karo
zehn und Pik zwei keinen besonderen Wert haben; dagegen ist
die Dame hier höher als der König. — F. i. d. Wb.
JulmX*», skambil, „Müllerchen", „Schweinchen", bekanntes Kin-
derspiel, wo jeder Spieier drei Karten bekommt. — F. i. d. Wb.
,_M^oj L> ja nasib, Lotterie.
Nicht fc_AAiaJ wie bei Boet., Heury und Wahrm. (s. v. Lo-
terie). Hartm. 222 hat jd nasib, Bel. Franc,. >_*juaj L> Juxl,
Nof. 224 sogar y_*A*ajLJf XaxI. Bei Dozy fehlt diese Bedeut.
infolge von Unklarheit im Muh.
üJUüx y^Jti l<fb man\'ale. Dies rein orientalische Spiel wird
in Dam. auf fünferlei Weise gespielt: meéjnune, ru\'üsije, fyazne,
frenfije und \'d\'ile, in Kairo dagegen, nach Lane, nur auf
zweierlei.
Die man\'ale ist bekanntlich ein Brett, circa 75 cm. lang, 20 cm.
breit, und 5 cm. hoch. Es ist mit zwei Reihen schalenförmiger
Vertiefungen von etwa 7 cm. Diameter, versehen, von denen sie-
1) Bei Dozy ist das Fragezeichen ausgelassen.
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Kleine Beitrage zur Lexikographie des Vulgararabischen.
441
O O O O O O O
o o o o o o o
ben in jeder Reihe stehen !):
In diesen Vertiefungen, bujut (Hauser) genannt, liegen die klei-
nen Steine (oder Muscheln), hisa (*->■£*, Sing. Sya» ha§we)
oder gewöhnlich bahs (yasxó, Sing. joasxj 2)), mit denen man
spielt. Jeder der zwei sich gegenüber sitzenden Spieier hat die
Reihe von Hausern, die ihm zunachst liegt. Das Spielen ge-
schieht im allgemeinen auf folgende Art. Nachdem die Steine
willkührlich auf die verschiedenen Hauser verteilt worden sind
(von 0 bis 7 in jedem Haus), nimmt der Eine der Spielenden
alle in einem seiner Hauser befindliche Steine, und verteilt
sie so, dass ein Stein in das Haus rechts von dem, woraus
die Steine genommen waren, gelegt wird, und so weiter fort
ein Stein in jedes folgende Haus, bis zum letzten in der eige-
nen Reihe, wonach man in die gegenüberliegende übergeht und
die Hauser des Gegners in der Richtung nach links mit Stei-
nen besetzt. Hat man nun seinen letzten Stein in ein Haus ge-
setzt, so muss sich in diesem ein er (wenn es vorher leer war)
resp. zwei oder mehrere Steine befinden. Ist es nur einer,
so geht das Spiel auf den Mitspieler über, der auf dieselbe Weise
die Steine eines seiner Hauser verteilt. Sind es zwei (józ, Paar)
so „isst" er, d. h. er gewinnt die Steine in diesem Haus und
in dem gegenüberliegenden, die dann vom Brett entfernt wer-
den, wonach die Reihe zum Spielen an den Mitspieler kommt.
Bisweilen wird auch so gespielt, dass man beim Schluss mit
„vieren" i$özên, Doppelpaar) auf dieselbe Art wie bei Paar
verfahrt, so wie auch einige Spieier das „Essen" bei Paar
oder Doppelpaar bis auf alle vor dem Endhause (d. i. dasje-
nige, wo man seinen letzten Stein gesetzt hat) liegenden Hau-
ser mit Paar oder Doppelpaar und auf die diesen gegenüber-
liegenden ausdehnen, sofern diese Hauser in ununterbrochener
Reihe auf einander folgen, und kein solches mit drei, fünf,
oder mehr Steinen dazwischen liegt. Hat man aber im End-
hause mehr als zwei (resp. vier), so nimmt man alle darin be-
1)   Die Abbildung bei Lane, Ag. Il, 47 hat nar 6 in jeder Reihe; üergg. 511
giebt 7 an.
2)   üicses Wort, das sich nar bei Bel. and Haart 58 limiet, ist sicher nor ein
Umstellang des schriftar. K,{*a.">.
VIIIe Congres international des Orientalistes. — Section sémitique. 29
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442
Herman Almkvist.
findlichen Steine und fahrt damit, in derselben Bichtung gehend,
fort zu setzen, bis man in einem Hause mit einem oder zwei
(resp. vier) endigt. — Die erste Spielform, Xj?as\\aj , bisaufunbe-
deutende VerscMedenheiten dieselbe wie Lane\'s erste Art, ,„_**.)
i%A^vfifT I
I the game of the ignorant", ist nun bereits oben in der
Hauptsache beschrieben (s. weiter bei Lane). — &£»«))) vriri
wie megnine gespielt, nur mit dem Unterschied, dass die Spie-
Ier nicht wie in dieser mit den Steinen irgend eines beliebigen
Hauses anfangen \'), sondern mit denen des in ihrer Eeihe am
weitesten nach links liegenden, welches ras heisst (daher der
Name ru\'üsijë). Wer das Spiel anfangt, darf bei der Verteilung
der in er-r ds liegenden Steine in jedem beliebigen Hause seiner
Eeihe beginnen, aber wahrend des Spieles darf Jeder die Ver-
teilung nur in dem seinem ras zunachst liegenden Hause be-
ginnen. — Bei der &jy&. werden die beiden ras viel grösser ge-
macht als die übrigen Hauser, und heissen nun hazne „Schatz-
kammer". Mit dieser hazne darf aber das Spiel nicht beginnen.
Wahrend des Spiels darf kein Stein in die eigene, aber wohl
in die hazne des Gregners gelegt werden, und natürlich muss
man danach streben, die hazne des Andern „aufzuessen" oder
wenigstens dort zu schliessen, sodass man den Inhalt nehmen
und auf die übrigen Hauser verteilen kann. — Bei der ju^ü-i
werden von Anfang an 7 Steine in jedes Haus gelegt. Endigt
man hier mit „Paar", so darf man alle (nicht nur die
zunachst in der Reihe vorangehenden) Hauser mit Paar nebst
den gegenüberliegenden „aufessen" (und auf dieselbe Weise
beim Endigen mit Doppelpaar alle Hauser mit Doppelpaar);
und endigt man so, dass sich im Endhause Paar und im gegen-
überliegenden Doppelpaar befinden oder umgekehrt, so „isst"
man alle Hauser mit Paar und Doppelpaar. — Die letzte Spiel-
weise, jüi\'lfc, ganz dieselbe wie Lane\'s zweite, „ Jj\'lxJI v_**J the
game of the wise" (s. Lane, Ag. II, 48), ist im Gegensatz zu den
anderen Spielen, ein ziemlich schwieriges Berechnungsspiel.
JÜ.lkJt s_**J lal et-tdvla, Brettspiel\'); wird in Syrien auf
1)  Nach Lane scheiat man nur mit seinem ïusserst rechts liegenden Hause be-
ginnen zu dürfen.
2)  Nieraals \'Damenspiel\', wie bei Wahrm. s. v. Damenspiel. Dies heisst immer
JCaUaSI \'l (LtljJI \'J) und ist im Oriënt ein viel verwickelteres and schwierigeres
Spiel als in Europa.
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443
Kleine Beitrage zur Lexikographie des VulgSrarabischen.
zweierlei Art gespielt: 1) (JbUi£, 2) ^jajüuJ. \'Osmdnli ist
das gewöhnliche Tricktrack; stambuli wird hingegen so gespielt,
dass man 2 Steine zu Hause (d. h. auf dem ersten Feld der
ersten Abteilung), 5 in der Hocke (6tes Feld der 2ten Abt.), 3 auf
dem 5ten Feld der 3ten Abt., und 5 auf dem l8teu Feld der
4*™ Abt. hat.
Nof. 224, Bergg. 512 „JÜ^ÜaJ! ^*i thawlé jeu de trictrac"
Zum Wort \'ii.Ua, turk. xj.lj\', ital. tavola, r»0\\i, vgl. fcJlxbS,
297. — „Feld" heisst XjLa. oder {jójli; „Stein" «^^.»); „Wür
fel" sJt>\\, PI. y»); „Band", case remplie, \\y.A* mutfwez (= -.•*•)
„balber Bund", demi-case, ali; „binden" Jas.; „schlagen" s-*«-«4
Die Benennungen der einzelnen Würfe mit den Würfeln sind
teils türkisch, teils persiscb, z. B. iki bir, zwei-eins Vj; du-bdre,
Zwei-Pasch Vs; du-seh, Drei-Pasch V3; seh be-du V8; bes ti-jek
•Vjj dort ieMr V4; èeê w-seh */3; de-bes V5; du-êeê e/6 u. s. w.—
Jene spezielle Bedd. der WW. (jd***, j>*s!uo, Jat und i^tyjó,
wie auch die Benennungen der einzelnen Würfe f. i. d. Wb.
1) Bei Dozy (nach Boet.) bedeutet _S\\s- «Stein" nur ira Schach- und Damen-
spiel. Naeh Bergg. 512 heisst ein Stein im Brettspiel »_blci>j qeschath, pi. -at",
eine Bedeut., die i. d. Wb. f. Nach dem Muh. scheinen diese Steine *■ zu heissen; dies
o.»
ist wenigstens der zunachst liegende Sinn seiner Worte: (xLÜaJI igtyjjJI •_£•,
(SlX^o) l$J Q5**^. j_f^\' fJoSJ\'i so auch bei Dozy „Jyjt J>- les dames du
trictrac (Muh.)". Hingegen heisst es bei Abcar. s. v. Die: _#•. ï»K< ,p^ >1
jüjUoll, Heury und Bel. Frant;. s. v. Dé: dé a jouer .JÜjlLÜ ji O.ijl _£:, nnd
o-
die Bedeut. „Würfel" für _p: findet sich auch bei Dozy (nach Boet.) ohnePlur.; Bergg.
o-                                                                                                                                                                  o _
279 »j?t «aAr ou vuig. J: (.Ik), «<ür, thdr pi. <#«, und bei Beauss. »_0; dés; un
dé _0;> deux dés -0: x^jV, trois dés £•. SJ&Ui etc. Die oben gegebene Form
o,              o,
(>., PI. .&, f. i. d. Wb. Nach Ben Sed. Franc, heisst «dé a jouer\' in Alg. «(jfcUl
(jita chach bach (mot turc.)«, aber in Tun. (Suppl. 903) »j£l zahar". Z&pt [Wür-
felspiel], it. zttra, leitet Meyer 481 ans turk. ziïr Würfel, ab, das nach Zenk. and
Barb. pers. sein soll.
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Herman Almkvist.
444
osiU bant [Ag.] Bande, Franz. bande, an einem Billard («<>»LJb
biljdrdö). — F. i. d. Wb. ■
jüCo*wl wstêka [Ag.] (ital. stecca), Billardstock. — F. i. d. Wb.
%S\\ ukra [Ag.], Billardball.
Dieses Wort, eine Neubildung von g^s (s. oben S. 426),. hat
auch folgende, ebenfalls i. d. Wb. f. Bedeutung: eine zu einem
sem\'addn („Leuchter" (vgl. Mikl. II, 163, Nachtr. 38) oder
„Arm eines Kronleuchters", negefe) gehörige blumenkelchahn-
liche Schale oder Lampenglocke von Glas oder nehds. Diese ist
auf einem éenfaddn bedakar, oder, wenn sie selbst eine ukra be-
dakar
ist, auf einem êemfaddn bebufyé nitdje (ygl. S. 310 Note)
festgeschraubt. In dieser ukra steht ein Glascylinder, finjdr,
dessen unterster, mit Blech eingefasster, schmalerer Teil ,i/ilbe,
die am Ende des êemcaddn sitzende Lichtröhre, éemmdca, um-
schliesst.
Das Wort joJLs» und jene Bedd. der WW. JttLZi und .lai
f. i. d. Wb. &cU^ findet sich nur bei Boet [und Dozy] mit
der Bedeut. „porte-manteau"[?], und bei Beauss. mit der Be-
deut. „flambeau, torche; poignée de paille allumée, brandon";
sLoi, nur bei Dozy (nach Boet.), als eine Nebenform zu ȆJ,
lanterne, ist zunachst aus <p»v»pt (serb. fenjer) entstanden (vgl.
Mikl. I, 59, Frank. 96, Meyer 101).
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Kleine Beitrage zur Leiikographie des Vulgararabiachen.
445
Index
der arabischen Wörter.
415 i>>L>l
365, 364 (j.1
1
296 ^1
358 jaU
389 yasA
394 LiU*t
270 B,U
339 Qbl
328 XbJLuJ
270 üjjl
333 Dil
430 KjL&XJ
423 ^
434 &>>=►,>
443, 424 ^JyJJ-J
336, 330 ^1
424 StLo^l
283 %«J
363 £\\
369 "rf
444 X&üüJ
384 [P] Xjbt
389 Xjyi ^ytojl
361 JvXa&J
353 üJvjtit jj|
424 JU*,I
322 uü»l
415 SdUj _>jt
411 f^
322 X^syu,!
389, 365 *£>& jj
346, 305, 273 }}
316 ^%&J
363 ggjLfejft
346 J
322 odCJ
390 8^ ^jt
273 ;rs
364 XU&J
306 ^ol
mjtf
429 ^jJjJJJL»)
411 i*
362 iüijjt
389 JU, o5[r\'
396 yöt
273 jgl
328 tjtM
320 g)üt
438 (j-t
438 i>»t
-ocr page 454-
■%
Herman A 1 m k vist.
418 ^OmJI ^Lal
332 Jut
339 XJn^v.J
387 j^>t
346, 305^.1
434 *_, ±yj&l
389 ^JLskusl
357 jü^iüt
390 j^Vj\'yÜ.^U
283 %!*ot
443 jU
365 ^U
351 \'toUo1
434 2è$u^u
311 (jJLW
(w) 0
V
315 iüJu
438, 431 s/ct
386 LL
316, 302 aJu
285 ^Lxl
335 u*>jLj, ^yW
369 0LsüJu, JLsUJu
444 »ƒ!
369 aL^U3b
443 ->
438^1
303 S-,j^W
372 [?] gy, *y
310, 304 &>^l
443 Sjü
354 DUU
311, 310 jj\'bH
435 ijiL
279 iUtjj
330 05Jül
289 XaTL
433 X*^
405 JU~UI
316_yJL
0ÜJy, 0Kjj, jlfiiy
274 idï
406 aSjSu, fej^L
411, 391]
340 SUOo»!
369 Lyob, wu
322 iÜCy
411 5ü*jl
444 c^üb
438 iüUJy
415 u^L^Ut
316 jXJL
388 jüu*o._>
.. . _y.
368 qy~aj\'
390 jLsüL
328 SOjj
323 [?]£JSI, »L5SI
406 bj5Lj
397 XJy
429, 428 Jj!
439 K_, JuL
390 ,**«ƒ
438 ^J^j)
289 XJuL
381 oJy
345, 287 iü3t
394 -bU?u
421 ^-^
280 (j«L»l
435 ysu
336 (jiLby
440 Jl^l
441 *_, (jö^u
435, 336 ü^I^j
-ocr page 455-
Kleine BeitrSge zur Lexikographie des Vnlgararabischen.               44.7
374 bfy
307 y
349 üïj^io, v_S_ui.J
282 oy
435 y
384 [?] ^iuu
404 Jjjyï,,
344 [?]y
389, 368 Jjoj
354 DUSy
273 j\'j*
403 U*aj
345, 308 jjy
392, 362 ^j
369 üLUu, jj-illu
352 üy
368 JtL
324 0llu
416, 398 ^y
413 olpjj
305 jüliu
288, 278 ^
330 ü*jjj
306 JCxiLLj
433 £y
344 [?] ^
329 jlaj
288 X&y
435 u^ju^o
306 \'lUihi
360, 273 Swjj
336 oajwj
371, 296 &£u
309 tiLsÜy
340 ^Ia~o
422 ^Ju
322, 320 ^y
437 ^L*^?
397 k&lxj, &>l*j
312 y^
437 ^jjyi**!
388 iüJbu
322 fckJj
340 jLklo
-0
384 dV-yij, lAxaj
273 iü^jyj
384 [?] üL**i
305 !Üiu
298 ^
341 _ji«j
285 ü^iij
316 _jJC^öjjj
437 ^J^kwo
368 j^JjiXaj
286 8o5y
390, 368 HL*i
418 ^yb
367, 357 jfcjy
376 öl&U-*J
394 oUwJj
370 y^y
412 -Ly»o
285 müü
420 Jf
443 (jjiu
399 Bjblüj
397 «siJuy
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368 sJLiij
273 Xrfjjj
318
271 byó
273 SJLy
376 JsUio
394 oUmX
-ocr page 456-
Herman Al mk vist.
300 £&Oj
380 &aJu
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397 «jl^
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332 Juo, Lo
383 (jwLo
441, 289, 273 ^^i
369]
418 ^iy^Ui
408 g^j
316 ijai
358 Xbó
432 ^
423, 409 gJb
338 KxJb
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298jt>Jb
406 2C%L
444 y^Ub
291 i~Jb
309 ^|^*j
369 8;SoUj
301-298 UÜLb
309 «uJb
424 iUiolc vi>Uj
335 xJLsjUü
390 ^?Uj, jL^Vaj
326 JUj
390 öAij
321 uSUj
329 qjUiaj
ff. 362
439 yCü
342^
275 0L*j
321 jiuuü
307 jftJ
313 iiwuü
382—380 yao
435, 361 ^jLo
330 KèuifcAj
327, 285 _l3
303 y>li\'
382 B$U
337 mjJU
346 SULi\'
390 ^lï
312 o-«J\'
424^
394 fcyfü\'
335 KX^O"
321, 282 jij&tf
408 (iJo^J
i, 281 SU, fij&S
388 l&i
286 SüJxtJgg
276 j^JCi
419 &y#X2
329 üJJlAj
-ocr page 457-
Kleine Beitrag
; zur Lexikographie des Vulgararabischen. 449
361 Xjy
279 X£>
424, 313 Jw*S3
332 K_, JwasO\'
296 ^yCj"
381 a*i±i
390 (^su£ j"
308 JJ
291
Xa-a3 , ,-J UO\', LjliS
337 öJ^Jy, dlüjï
349 gilï
291, 288 ^
368 (j-wOjj
413 s>Aj
344,
320,314, 303 y^3
411 è?
338 „sJLi
6/ *
357]
329 dUjj
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342 Sjyü"
307 ^t»
432 ^Jjü
413 Hyu
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