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ÜBEft ED. GLASER\'S JUNGSTE ARABISCHE
HANDSCII1UFTEN-SAMMLUNG.
VON
MAX GRUNERT.
EXTRAIT DES ACTES DU X» CONGRES INTERNATIONAL DES ORIENTALISTES.
SESSION DE GENÈVE. 189-1.
S E C TI O N III.
-
(langues müsulmanes.)
____„„                             BUCHHANDLUNG UND DRUCKERE1
>UTSMA                                       «.«ai.
E. J. BRILL.
LEIDEN — 1896.
ïr. qu.
8
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Legaat
Prof.
Dr.
M. Th.
Houtsma
1
1851 - 1943
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fh ,
ÜBER ED. GLASER\'S JUNGSTE ARABISCHE
HANDSCHRIFTEN-SAMMLUNG.
VON
MAX GRUNERT.
EXTRAIT DES ACTES DU X" CONGRES INTERNATIONAL DES OHIENTALISTES.
SESSION DE GENÈVE. 1894.
SECTIOK III.
(LANGUES MUSULMANES.)
BUCHHANDLUNG UNJ) DRUCJiKRlil
VORMALS
E. J. UKILL.
LEIDEN — 1890.
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-
ÜBER ED. GLASER\'S JÜNGSTE ARABISCHE HAND-
SCHRIFTEN-SAMMLUNG.
VON
MAX GRÜNERT.
-Uer österreichische Arabienreisende Eduard Glaser hat von
seiner vierten Reise im siidlichen Arabien wahrend der Jahre
1892—94 eine überaus reichhaltige Sammlung wissenschaftli-
cher Objecte (in 29 Koffern und Kisten) unter glücklicher Ü ber-
windung der zablreichen Hindernisse aus dem Lande nach
Europa gebracht.
Diese Sammlung theilt sich nach der Beschaffenheit der mit-
gebrachten Gegenstande in zwei Grepen:
Die I. Gruppe umfasst vorarabische Antiquiteiten (Steine mit
Inschriften, Bronzetafeln mit Aufschriften, Objecte der Kunst
aus Stein und Bronze, Siegeln, Gemmen, Hunzen, etc );
Die II. Gruppe (in 5 Kisten verpackt) besteht aus 251 ara-
bischen Manuscripten.
Unmittelbar vor Pfingsten 1894 gelangte vom k. k, Un-
terrichts-Ministerium in Wien an mich die Aufforderung, die
in Prag befindlichen Sammlungen einer eingehenden Prüfung
zu unterziehen und über das Endergebniss dieser Prüfung an
das genannte Ministerium zu berichten *).
Ich unterzog mich sofort einer genauen Untersuchung der
1) Wie ich höre, sind die Unterhandlungcn betreffs Ankaufs der Sammlungen
Glasers zum Abschluss gekommen, so dass diese kostbaren Schatze in österreich
bleiben.
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ÜBER ED. GLASER\'S JÜNGSTE ARABISCHE HAND-
SCHRIFTEN-SAMMLUNG.
VON
MAX GRÜNERT.
"er österreichische Arabienreisende Eduard Glaser hat von
seiner vierten Reise im südlichen Arabien wahrend der Jahre
1892—94 eine überaus reichhaltige Sammlung wissenschaftli-
cber Objecte (in 29 Koffern und Kisten) unter glücklicher Über-
windung der zablreicben Hindernisse aus dem Lande nacb
Europa gebracht.
Diese Sammlmng theilt sich nach der Beschaffenbeit der mit-
gebrachten Gegenstande in zwei Gruppen:
Die I. Gruppe umfasst vorarabische Antiquiteiten (Steine mit
Inscbriften, Bronzetafeln mit Aufschriften, Objecte der Kunst
aus Stein und Bronze, Siegeln, Gemmen, Münzen, etc );
Die II. Gruppe (in 5 Kisten verpackt) besteht aus 251 ara-
bischen Manuscripten.
Unmittelbar vor Pflngsten 1894 gelangte vom k. k. Un-
terrichts-Ministerium in Wien an mich die Aufforderung, die
in Prag befindlichen Sammlungen einer eingehenden Prüfung
zu unterziehen und über das Endergebniss dieser Prüfung an
das genannte Ministerium zu beriebten *).
Ich unterzog mich sofort einer genauen Untersuchung der
1) Wie ich höre, sind die UnterhandluDgen betreffs Ankaufs der Sammlungen
Glasers zum Abschluss gekommen, so dass diese kostbaren Schütze in Österreich
bleiben.
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Max (rrünert.
in Glaser\'s Sammlungen befindlichen arabischen Handschriften x)
und legte das Endergebniss der Untersuchung dem Ministerium
in einem ausführlichen Berichte und einem ca. 30 Bogen um-
fassenden, zunachst allgemein orientierenden Kataloge vor.
Die folgenden Zeilen, das Thema meiner Mittheilungen in
der III. Section des Congresses, sind ein gedrangter Auszug
aus jenem Berichte, natürlich mit Ausschluss alles dessen, was
amtlichen Charakter an sich tragt.
Bis in die jüngste Zeit waren Syrien, Aegypten oder das
nördliche Afrika die Lander, in denen nach arabischen Manus-
cripten mit mehr oder weniger Glück gefahndet wurde; doch
schon W. Ahlwardt beklagt sich in der Einleitung znm I. Bande
seines Katalogs der Berliner arabischen Handschriftensammlung *)
in folgenden Worten über die stets geringer werdende Qualitat
der aus dem Oriente kommenden Manuscripte: „von dem gröss-
ten Theil des alten Bestandes abgesehen (etwa 400 Bande) sind
alle übrigen Einzelsammlungen erst in den letzten 50 Jahren
im Oriënt aufgekauft; die Zeit, in welcher noch gut erhaltene,
vollstandige Handschriften zu haben waren, war langst vorbei;
Franzosen, Englander, auch wol andere Nationen batten die
Gelegenheit benutzt; den Deutschen war es nicht vergönnt ge-
wesen. Als dann in unserer Zeit bei Einzelnen der Wunsch rege
wurde und auch unter Schwierigkeiten zur Ausführung kam,
Handschriften zu kaufen, war das Alte und Gute meist nicht
mehr vorhanden oder doch in bedauerlichem Zustand, waren
bandereiche Werke vollstandig kaum zu bekommen, öfters liess
nur ein vereinzelter und Yielleicht fragwürdiger Band sich auf-
treiben. Die kauflichen Handschriften waren vielfach moderne
Abschriften, gewöhnlich von Lohnschreibern ebenso schön wie
incorrect angefertigt; andere, wenn auch aus alterer Zeit, waren
ohne Titel, dazu defect, besonders zu Anfang und auch am
Ende; ja, Industrieritter nahmen sich der Sache an, falschten
Titel, Anfang und Ende eines Werkes und fïïhrten die Kaufer
1)   Die Priifung der I. Gruppe von Glaser\'s Sammlungen, die vorislamische
Epigraphik und Antiquitiitenkunde betreffend, hatte Prof. Dr. Fritz Hommel in
München, der zu diesem Zwecke mehrere Tage in Prag weilte, bereitwilligst über-
nommen.
2)   Vorwort, S. XI.
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Über Ed. Glaser\'s jongste arabische Handschriften-Sammlung,
gröblich irre. Der aussere Zustand der Handschriften, die man
zum Kaufe anböt, war auch nicht immer einladend; der Ein-
band fehlte ganz oder war halb abgerissen, die Blatter abge-
griffen, beschmutzt und schmierig, voll Wurmstich, oft auch
unrichtig gebunden."
Ed. Grlaser hat das unbestreitbare Verdienst zum ersten Male
aus dem bis jetzt jungfraulichen Süden Arabiens Handschriften
nach Uur opa gebracht
zu haben, aus einem Lande, wo es dem
Auge des Fremden nicht gelingt, in die geheimnisse einer Bücherei
zu dringen, wo selbst, nach den Satzungen der dortigen Sek-
tirer, das Bücherausleihen als unerlaubt gilt.
Schon im Jahre 1884 brachte Grlaser die erste Sammlung
südarabischer Handschriften nach Europa; die zweite folgte im
Jahre 1886 nach, zusammen 264 Bande.
Die Berliner Königliche Bibliothek hatte das Glück in den
Besitz dieser seltenen Schatze zu gelangen. Ahlwardt sagt dar-
über in seinem „kurzen Verzeichnisse" der Glaser\'schen Samm-
lung arabischer Handschriften (1887) Ste. IV: „die wenigsten
dieser Schriften sind bisher über die Grenzen ihres Heimatlan-
des gekommen, die meisten derselben sind auch dem Namen
nach unbekannt. In dem grossen bibliographischen Werke des
Haggi Halifa, der unter ungefahr 15000 Nummern mehr als
doppelt so viel Werke aufführt, ist nur von einigen, und auch
fast stets nur ganz kurz, die Kede."
Eine dritte Sammlung von Handschriften Glaser\'s, an Um-
fang grösser als die ersten beiden bildet heute eine Zierde des
British Museum in London.
So sehr es auch beklagenswert ist, dass diese drei Bücher-
sammlungen nicht meinem und Glaser\'s Vaterlande österreich
zu gute kamen, welches nur in der Wiener k. u. k. Hofbi-
bliothek einen nennenswerten Bestand an arabischen Handschrif-
ten (nach Flügel\'s Katalog, bis zum Jahre 1866 ca. 720 ara-
bische Manuscripte) aufzuweisen hat, ebenso sehr freust es mich
betonen zu können, dass, bei eventuellem Ankaufe dieser vier-
ten
Sammlung, trotzdem der Schade, wenn auch nicht ganz,
so doch zum grossen Theile wieder gut gemacht werden kann:
denn die gegenwartige vierte Sammlung Glaser\'scher Hand-
schriften übertrifft alle früheren sowol bezüglich des Umfanges
der einzelnen Werke als auch an innerem Werthe — hat Glaser
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Max Grünert.
ja doch gerade diesmal, weil mit viel reicheren Erfahrungen
ausgerüstet, mit grossem Eifer und bewunderungswürdiger
Selbstentsagung das Beste zu erreichen gewusst: Von vielen
Handschriften, welche in London und Berlin in defectem Zu-
stande oder hlos in jüngeren Abschriften vorhanden sind, hat
Glaser diesmal alte und vollstandige Exemplare mitgebracht
und wieder andere, welche in den genannten Büchereien gar
nicht vertreten sind, finden sich hier in dieser vierten Samm-
lung zum ersten Male.
Liegt also im Allgemeinen der Wert siidarabiscAer Hand-
scAriften darin,
dass dieselben fast ausnahmslos im Lande selbst
verfasst und geschrieben, dass sie uns dadurch den Bildungs-
grad der Südaraber, dieser höchst merkwürdigen schiitischen
Sekte des Islam, documentieren und dass dieselben in Europa
vor Glaser\'s Beisen grösstentbeils auch dem Namen nach un-
bekannt waren, so steigert sich dieser Wert bei der jetzigen
Handschriften-Sammlung Glaser\'s noch darin, das Glaser mit
zielbewusster Sorgfalt gerade die besten und altesten Exemplare
dieses oder jenes Werkes
zu erwerben verstand. Mit Entzücken
muss das Auge des Prüfenden auf\' dieser ebenso reichhaltigen
wie prachtvollen Sammlung arabischer Bücher verweilen und
nur mit Zögern legte ich das eine Manuscript aus meiner Hand,
um, durch die Zeit gedrangt, mit nüchternem Griffel das an-
dere zu registrieren!
Nicht weniger als 40 PracAtexemplare, nicht weniger als
90 Folianten schmücken diese Sammlung, darunter ein Riesen-
foliant,
ein Meisterwerk arabischer Kalligraphie, durch den In-
halt wie durch die kunstvolle Ausfiihrung gleich bemerkenswert.
Und was noch viel wichtiger: die Sammlung enthalt nicht
töeniger als
20 Werhe, die aus der Zeit vom 4.—6. JahrAundert
d. H,
(= 10—12 JahrA, n. CAr.) am ScAlussblalte verlasslicA
datirt sind, also zu den altesten HandscAriften geAören, die je
aus dem Oriente in europaïscAe BibliotAeken gewandert sind.
Um dies zu erlautern, genüge die Bemerkung, dass bei-
spielshalber in der 2016 Bande umfassenden Sammlung arab.,
pers., turk. und anderer orientalischen Manuscripte der k. u.
k. Hofbibliothek in Wien sich nacb Flügel\'s Katalog (III. Bd.,
Ste XV) nur eine Handschrift aus dem 10. Jahrh., eine aus
dem 11. und vier aus dem 12. Jahrh. befinden; daselbe gilt
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Über Ed. Glaser\'s jüngste arabische Ilandschriften-Sammlung.
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selbstverstandlich in Bezug auf die nachsten Jahrhunderte.
Was den iiussem Zustand dieser vierten Glaser\'schen Samm-
luug anbelangt, so wird es in Europa wohl wenige Sammlungen
geben, über die so gunstig zu berichten ware: fast ausnahme-
los sind sammtliche Handschriften sehr gut erhalten, nicht al-
lein im Innern sondern auch im Binband, nur wenige Manus-
cripte weisen Mangel auf am Anfang und am Ende.
Alle südarabischen Handschriften haben ein gemeinsames aus-
seres Geprdge
: zumeist grosses format, starkes und braungelbes
Papier, besonderen (südarabischen) Schriftductus und viele Glossen
aufweisend und — was nicht zu vergessen — in sehr vielen
fallen collationirt.
Den Glanzpunct der Glaser\'schen Sammlung bilden die Werke
über Zeiditisches Recht, wie sie in dieser numerischen Anzahl
und Vollstandigkeit selbst nicht in den früheren, jetzt in Ber-
lin und London befindlichen Sammlungen Glaser\'s vorhanden
sind, von den anderen europaischen Bibliotheken, die überhaupt
nichts oder wenigstens nichts Nennenswertes über diesen wich-
tigen Theil der muhammedanischen Literatur besitzen, ganz
zu schweigen.
W. Ahlwardt, der den Berliner Glaser\'schen Handschriften
über Zeiditisches Eecht eine besondere Abtheilung in seinem
grossen Kataloge widmet, sagt in dem schon oben erwahnten
„Kurzen Verzeichniss" dieser Handschriften, S. V.: „Vom reli-
gionsgeschichtlichen Standpunct aus betrachtet, bieten die Schrif-
ten dieser nichtorthodoxen Richtungen ein grosses Interesse und
verdienen ein aufmerksames Studium, das allerdings höchst
schwierig ist. Diese shi\'itische Litteratur im Arabischen ist
bisher noch wenig bekannt, schon aus dem Grunde, weil in
den orthodoxen Werken (selbst denen des Eééahristani u. ahn-
lichen) entweder gar nicht oder nur obenhin von derselben die
Eede ist."
Um Einzelnes aus diesem Geblete hervorzuheben, sei in
erster Linie ein Riesenfoliant „Al-bahr \'az-zahhar" erwahnt,
welcher von dem 840 d. H. (= 1437 n. Ghr.) verstorbenen
Imam Ahmad ben Jahja ben al-Murtada, (von H. Halifa nicht
einmal genannt!) verfasst, die gesammte dogmatisch-juristische
Lehre der Zeiditen in ausführlichster Weise behandelt.
Ahlwardt widmet der Beschreibung dieses Werkes, wel-
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40                                          Max Grünert.
ches in Berlin jedoch nicht in dieser Vollstandigkeit vorhanden
ist, nicht weniger als 9Va Spalten seines grossen Kataloges.
Ausserdem sind für diese Disciplin aus der Glaser\'schen
Sammlung (die hierüber 92 Numern hat!) noch hervorzuheben:
1)   al-Murtadü\'s ^Ij^l Uütf und die beiden grossen Com-
mentare dazu, der eine .L\\J! e»_oiil ^Jctf vom Imam
al-Mahdi und der _ii des Ibn Miftah.
2)   Ibn Muzaffar\'s L<jUJI QLJt.
3)    al-Bathani\'s rij^uJ\' Uutf.
4)    an-Nahwi\'s ay>l*SI syjoJt.
5)    al-Mu3ajjadi\'s Commentar sUL£JI u. a.
Die einzelnen Faclier der arabischen Literatur sind in Gla-
ser\'s jüngster Handschriften-Sammlung \') fast vollstandig vertre-
ten, natürlich nicht gleichmassig.
Zur Qoran-Exegese gehören 11 Numern, darunter
1)    der vollstandige 2. Bd des ^1**^1 (d. h. des falschlich
dem ^5ja*Ü- q\'v«j zugeschriebenen Qoran-Commentars).
2)    eine prachtvolle Hs. von Zamahéari\'s oLï^\'.
3)   at-Taftazani\'s Glossen zum al-Kaséaf.
4)   as-Sahawi\'s Commentar zur sUaLLSJI.
5)    die berühmte iUAöx zur \'i-fy^-
Auf die Tradition bezüglich (14 Numern) sind anzuführen:
1)    ein Folioband: 435 Traditionen von ^LsjtiAJi.
2)   Muslim\'s gw^UaJt, Abschrift nach dem alten Exemplar
der Hauptmoschee in Sanca gemacht.
3)   as-Sagani\'s yy^l ^Uï-o Ujï (das Werk ist nach einer
Notiz am Schlussblatte in Mekka geschrieben).
4)    ein Foliant: Buhari\'s ^jsuaJI, vielleicht das schönste
existirende Exemplar schon der ausseren Ausfuhrung
nach, eine geradezu unschatzbare Handschrift.
1) Von den 251 Manuscripten sind 38 sogenannte «Sammelwerke* verschie-
denen Inhalts.
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Über £d. Glaser\'s jüngste arabische Haudschriften-Saminlung.                41
Die Bogmatik der Sektirer (32 Numern) ist vertreten durch:
1)    ar-Rassas\' (f 655) *jla!l ^^L ïsyw & ^IaJI -L*m \'ó
(eine Prachthandschrift).
2)   Ein Band von Abd-al-Gabbar\'s \\juA£dl Ja*.-^l, heraus-
gegeben von Ahmad ibn Mutwaihi, ein altes, höchst
interessantes Prachtexemplar.
3)    das ^Lij\'Üt ^Lü\' von Ahmad al-cAnsi, reich belegt
durch Hadit-Stellen, die am Eande mit Numern be-
zeichnet sind.
4)   al-Mahalli\'s iüL«Jt, eine sehr wertvolle theologische
Streitschrift.
5)   das (Xj^^suJ! t_iUS\' von ^^o».
6)    das iJl \\*o$\\ _-A i_jUi\' von Manekdim, eine prach-
tige Handschrift über die Muctaziliten.
Die Philosophie weist auf:
1)   al-Gazali\'s ^Jl SjtiX.fi! XjJJu \\Ju£ , uralt, gewiss aus
seiner Zeit (ca. 600 od. alter).
2)   al-Jazdi\'s jUALa- zum <^jJ^JI des at-Taftazani (mit
überreichen Glossen).
Von medizinischen und nalurwissenscAaftlichen Werken (14
Numern) überhaupt erwahne ich nur:
1)   Ibn Gezle\'s D\'JuSn ^aj\' ■^Jsi\' (mit zahlreichen Tabellen).
2)   den II. Bd von dem gewiss sehr seltenen Werke j^to üSóü.
3)   Ibn Sina\'s nV^\' «-aXxJI u. zwar den I. Bd vom 1. Buche
(u!*M £), ein wahres Prachtwerk; und schliesslich
4)   das sehr wertvolle astronomisch-astrologische Manuscript
j^sui! JyJ ,JLe £ (•y^i\' J^l v^ von IDn \'Omar ar-
Eazi (t 606).
Die Grammatik (49 Numern) ist zunachst vertreten durch
mehrere sehr grosse in Jemen verfasste Oommentare zu Ibn
Htóam\'s >J>jb$\\ lXxI^S, zu Ibn HagWs ïajÜCI, zu Hariri\'s
ü
kjLe^t K^L und zu Zamahéari\'s jJaiit (Pracht-Ms.).
X»« Congres international des OrientalisteB. — Seetion III.                                   4
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42                                        Max Grünert.
Von besonderem Interesse erschien mir ein anderwarts gar
nicht verzeichnetes Werk Ii,i.g*i( JsLi^l ^ J»«?UI Ja***^ ^[zf
vom Verfasser Sübik ad-din Muh. ibn Jacis as-Sancani; das Buch
ist in Frageform abgefasst und durch die logische Scharfe in
der definition der Termini technici überraschend.
Die Lexikographie hat unter Anderem aufzuweisen:
1)   ein Prachtexemplar (in 2 Banden) von Fairüzabadi\'s
al-]£amus.
2)   ar-Rabaci\'s Nizam al-garib.
Die Poesie (25 Numern) ist vertreten
1)   durch die bisher grossentheils ganz unbekannten Di-
wane der jcmenischen Dichter jJL^vJt, oL^iJ., Jj^Jt
und 0U^I.
2)   durch einen prachtvollen Commentar Mascudi\'s zu Ha-
riri\'s Makamen.
3)   durch Ibn cAbdün\'s grosser und kleiner al-Bassamah.
4)   durch mehrere ausführliche Commentare zu Muta-
nabbi; endi.
5)   durch ein Unicum, namlich den Diwan des in Jemen
sehr geschatzten dichters j^avOxSI Ou-s? ; das Werk scheint
mir für die Kenntnis des jemenisch-arabischen von aus-
serordentlicher Wichtigkeit; die einzelnen Gedichte sind
mit verschiedenen Überschriften versehen: z. B. ,j.c *Jj
ft «■ 5
\'i-alp iüü oder ^;jjv\\jJi J«s>\' JüfcJ J>e #!», u. s. w.
Von der in Glaser\'s Sammlung reich vertretenen Adab-
Literatur
(16 Numern) erwahne ich nur das XcilJI ^i v-jUi\'
(angeblich vom Imam cAli ibn abi Talib); das Buch ist be-
kanntlich schon oft gedruckt; Glaser\'s Handschrift aber ist ein
wahres Prachtexemplar und wegen seines Alters (datirt von
400 d. H.!) geradezu unschatzbar \').
Auf dem Gebiete der Geographie (4 Numern) sind zu ver-
zeichnen:
1) Berlin besitzt ein defectes Ezemplar viel jüngeren Datums.