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Cru^\'^zz
Dfc Uutur
tDuntrn* un&
ober bte
-- SSucfjer»
bem Gntgftfcfjen
uem
SHebafteiir b e S SJiorg«n&[atte6
Dr. Spermium t<pa«ff
unl> Zubern.
â¬rster fi?ani>.
Btuttgart,
1836.
»cvlafl «du «Paul ^eff*
©ie
mctuïcljltdje ijunb
itttb
ifyte ©iaeitfc&aftetu
bem (ïtigttfcfyen
ï>£0 0ir â¬l)arU0 0*11
eon
Dr. ipevmaiut £auff.
--ii. acq.----.
Stuttgart,
1836.
SSerlaô »>Ãu
a5uft)ï>tttcï«ci swt aÃ. itt GfliKwIit»
3nl)ait.
ÃaptteL
Seit«
3»e<f ber 9Ibf>anblung................l
Der tbierifcfie Ãürper alä 9Mcbine betrautet .......6
SSerpltniffe beS menfcf)licl)en Ãcrperä 3U ben umgebettben Qk-
menten ...................8
«DlaHntflfaltiflfeit beg Sau1« als galge tiefer ®ert!«ftniffe ... 9
Sie f#ematifd)e Slnorbnung be§ t&ie.rif#en l^örperg roeiSt auf
einen umfaffenben *pian bin................10
fanget an ©efübl für bie göttliche ffiorforge erfdjeint alö Itnban? 12
BweiteS Ãapttel.
Die & a n b im Allgemeinen.
50ied)ani§mu$ ber Saab ..............16
itebereinflimmung beö ganjen ©fetetö mit ber Extremität ... 16
Die $nod]en ber tsorbern Extremität finb allen SBirbeftbieren ge-
meinfäaftltcf).................17
Die foffilcn Ãnocfyen weifen auf ben groÃem Umfang beS ©vftemS
bin.....................18
Die unbeljülflidilten X^iere finb iljrem ganjen Suftanb gemäf;
gebaut....................19
Itebel angebrachtes SDfttleib mit fonberbar gebauten gieren . ⢠so
Der 35an ber SJ&iere entfprirfjt ber jtwfenroetfen Entroicflung ber
Erbe unb ber Elemente.............2i
Svttteö Ãqjttd.
aSergleic^enbeStnatomieber^anb ......
Sie ©djulterfmxfcen................31
(Seite
©er Ãnabe otyne îirme ...............35
3Sau ber ©gutter beim <pferb.............36
» â -, beim (Stephanien tmb Ãameef......38
â » V bei ben grofcfyett...........39
II II I> bei ben ©chifbfrtiten .........39
©erDberarmfnochen.............40
eigener 58au beim SERautrourf.............42
h h bet ber gtebermauê ...........42
a h beim 9lmeifenfrejïer...........43
h a bei ben Sögeln.............44
it h beim ^terobactçfué............47
©erSBorberarm................48
9lnatomifcf)e ©cfjlugfotge, an ein Sruchftiicf beê ©petchenbeiné
geEnüpft ..................49
Verrichtung ber (Sriffefbeine beim <}}ferb.........53
©er «pferbefuf ..................54
©er guf? ber SBieberfäuer.............57
SSergfeichung jmtfc^en bem Stephanten* unb bem Ãameelfuf . . 58
©er SOïega(onö):.............., ... 60
SÃïechuniëmuê ber £ctcenïl«ue.............60
©aê SDÃegat&erium.................62
©ie amphibifchen ©äugetljiere.............63
«Pfeftofauruê itnb Scfct^ofauruâ............64
Cjigenthümtichfeit ber menfchtichen £anb.........66
©ie bergteichenbe 2lnatomie im SSerhättnif! sur ©eofogie ... 6?
SSterteê Ãapttel.
3Sonben59ïii-$fefnbe«3umSunö&er£anb ⢠. . 72
Verrichtung ber 2trmmuêfetn...................72
Stuêtaufd) »on Ãraft gegen ©efchnunbigfeit........75
Sebenöfrafte ber g^uêfefn , .............80
eigentümliche Einrichtung im Stutumlauf ber @tiebmaa£en auf
SOZusfett^atigfeit beregnet ............80
®ie rechte unb bte (infe £anb. ................82
Iii
pnfteS Kapitel.
Seite
3Son ben bie £>anb »ertretenben Organen man*
ctjer ................84
ÃaptteL
SGBeitere 95etege au$ b e r » e r g I e i db e n b e n 9lnato =
tn i e......- ⢠............88
©tebenteö ÃapM.
aSonber®wpfinb[tct)feitunbbem3:a(lfinn â ⢠98
Die «SmpftnbHcfyFeit ber Ãberftadje, im Sergleict) mit ben tiefer
gelegenen Xfyeifen . . «.............101
Der ©ctjmerj, bie ©d)ti£roacf)e bes? ÃörperS . .......103
Die @mpfinblid)?eit bei 3luge3 im SSergfeicf) mit ber be$ £»erjen$ 107
Slngeneljme Gjmpfinbungen fönnen nie 3lntriefc sunt $anbe(n werben 110
ÃapiteL
SSon ben ©innen im ^allgemeinen.......112
3^e«ttteö Kapitel.
ffiom 3Ru«feffinn.......:.......m
Slltmciljttdje @ntroicffung be$ £afti7nn$ *>eim Ãinbe.....124
Der ©inn bei giften unb Snfeften...........130
©erluji be§ ©inneS ................132
Dem 2Jhi§fe(fmn entfpringenbe ©enüffe.........133
Se^ttteS Kapitel.
Sie &anb ijl iticfyt bie Quelle be$ ©dtjarffinnS
unbberÃunjlfertigfeit, unb «tfo au$ «i^t
berite6er(egen|ettbe3£0tenfd)en .....135
©eijteöantagen entfprecfyett ben Sffierfjeugen......136
Snliinfte. ©er junge Alligator ............ 137
Soweit ftnbet ©erfjeuge aiict) otyne fiänbe. Der 2J?oSfott>itifcf)e
Bettler...................138
©rfäuterung «m ©timmorgem .............139
äluöbrucf mit ber £<mb. £uinti[ian ..........141
©eitè
IBeranberungen ber (Srboberflädje. @poct)en........142
©cfj{u|?t>emerfuiigen ...................148
@vfäuternt>e
SSon ben mecfyanifcfjen ^igenfcfjaften ber feften Ãörpert&eife . . 152
5»îect)anifd)e gigenfà aften ber Snocben. ober beê roatyren ©feletê 156
SSon ber SDÃuêfetfraft ttnb ber (Jtafttcitat.........163
«Son ber Stellung beê Sopfeê bei ben Spieren unb bem 93erf)ätt=
ni& be(ïe(6en 3ur ©irbeffäule....... ⢠... 164
ga&effyafte £t>icre.................I76
33ergfeid)ung beê 5Utgeê mit ber £ianb.....\'.....179
SSon ber SSeroegung beê îlugeê in SBegtetjung auf ben Ãffeft beê
©djattenê unb ber garbe auf einem @emä(be.....I90
5§om Sluêbrucf im 5luge...............196
ttonuort.
Die SHei|e von 2lbf>anblungen, ju benen 23eHg, beg
berühmten Ãfrtrurgen unb Anatomen, trefffidje ©djrift
über bte $ a n b gebort, tft fofgenbermaÃen entffanben:
granj >£)etnrtd;, ®raf bon 23 r tbgewater, ffarb
tut Februar 1829; tn feinem am 25. gebruar 1825 au f#
gefegten testen SÃttfen fMte er adjttaufenb ^funb Sterling
jur Verfügung beS jeroetltgen ^praftbenten ber Sonboner
Sifabemte ber SÃtffenfcfyaften, mit ber 23effimmung, baf
btefer mehrere ©cfyriftjMer berantaffen fotfe, et« umfaffen?
beS 2öeif über bte Ãftacfyt, Söeiä&eit unb ©üte
©otteä, wie fte fidj tn ber ©cfyopfung offen;;
baren, ju tterfaffen; atfe *8en>etggrünbe für ein fyödtfcÃ
SÃefen, baö mdjt nur gefcfyaffen, fonbern auefy baö
©efcfyaffene unter ferner bejläntugen Obfmt f)ält, tt)e(d;e ficf)
ber Vernunft tn ber ganzen 3Serfaffung ber Sftatur, wie tn
ber (gnttmcEfung be£ üttenfcfyengefcfylecfytg barbteten, foUten
tn jenem 233erfe ntebergefegt, jene acfyttaufenb *pfunb unter
bte SSerfaffer bertfmft unb fte überbteà im freien Q3eftf3
ifjrer Söerfe geladen werben. â ©er bamah\'ge ^räftbent
ber Sonboner Slfabemte, £>abteg (Mbert, erbat ftd? fofort
bie attttnurfring beg @rjbtfcfyoffg bon ^anterbun; unb beg
©tfdjoffs bon £onbon unb beauftragte mit ber 2*uefüf>vung
»elf. bte^tiHf, 1
beê SüÃerfc* bte folgenben ad)t (ScfyrtftjMcr, n?cfd;e baé
S^ema tri nadjjlef>enber SÃetfe unter ftcf) çertl;eilten :
Charles Bell, ^Jrofefjor ber SlriÃtomie unb Chirurgie:
b i e m e n f d) l i dj e D a n b unbtf>re(£tgenfdjaften.
Th. Chalmers, ^rofeffor an ber Um\'wfttât Ebtnburg :
über bte Macfyt, SKet^ett unb ®üte ©otteê, wie fte ftd;
t\'n ben 33 e 5t e f; u n g e n ber a u f f e r n 28 e l t 5 u r m 0?
ralifcfyenunbtntellectuellenîftaturbeêîEften*
fd)en offenbart
John Kidd, ^3rofejfor an ber Unwerfttdt SDxforb :
lieber baë fBer&Attnifl ber auffern SBelt jur
^órperltcfyfeit beê SCftenfdjem
W. Whewell, Mitglieb beê Srinitt; i <2otXegê §u Garn*
brtbge: ©ternfunbe unb allgemeine ^3l)t;ftl
W. Prout, Mitglteb be3 royal college ber 2ter§te :
Cremte, Meteorologie ic.
P. M. Roget, ©ecretdr ber royal society : t f) t v
r t f d) e unb «pflanjenp^ftologte.
W. Buekland, sprofeffot ber ©eologte ju Ãjrforö:
©eologte unb Mineralogie.
W. Kirby, SSerfaffer ber berühmten Einleitung in bte
Entomologie: ©efcfytcfytc, ©itten unb 3fnftincte
ber £l)tere.
SBellê 5(6^anblung über bte menfcfylicfye
£anb, mtt weleer volt bie beutfdje Ausgabe biefer ebenfo
getjïretcfyen aïö nû|ltd)en ©griften eröffnen, (jat-t\'n Eng<
lanb ben rcofyfoevbienten Q3eifall gefunben, ber il;r aud; t\'n
£>eutfdjlanb m\'cfyt entgegen rctrb; ja fte muà in ©eutfcfylanb
in bern SÃerfjdltnià wirffamer fes?n, ttt welchem fuer ba3
spubWum, ba3 für Söerfe ber 2lrt bie (Stimmung unb bie
allgemeine Ãenntntà fmt, nid?£ nur abfolut gröfer fei;n
bürfte, -â 33elf fwt nicfjt bloö einen ber mtereffanteften
fünfte tn ber SDefonomte be3 menfcfyltckn Körpers, einen
«Punft, ber mit unferer getfh\'gen Statur auf3 ^nntgfte
fammenf>dngt, fyocfyft qeiftooll entrcicfelt; er jugletcf;
mit groÃer ^unft, ganj jrcanglo^, eine fotcf?e SSKaffc öon
®egenjl:dnben in bte fdjetnbar befcfjrdnfte ©pfi>dre fceretn*
gebogen, baf? son bem genommenen (Stanbpunfte au§ ein
fcebeutenber £f)et( ber ^Ãerfafjung be3 £lnerretdj3 in forper*
lieber unb geiziger £>tnftc(jt, unb baö 33erf>dltntà ber Seben*
biger §ur (Jrbe unb ber ganjen Sftatur au6nefwtenb flar
beleuchtet nurb. Die ®lteberung beö tft in biefer
Bejiclrnng nurflicfy benmnbernöwürbtg: fein erlduternbeö
53etfptcl tjl\' müÃig ober jüfdlltg, fonoern immer mit S^fttcf?
jtdjt auf bas organtfcfye ©attje unb ben ^fan gewählt, nad)
welchem bie Betrachtung ber »p«nb einerfettS an bie lodert
^ntereffen ber 9ttenf#eit, anbernfeit^ an ba3 CRacfjffe,
bas ^raftifcfye angeknüpft werben follte* £)er Sefer wirb
im Allgemeinen über bte Bebeutung ber |)anb, be3 ölige*
meinen unb attjeitferttgen SÃer^eugö (eineS ®eifte3, auf*
gefldrt; baneben <ft wo^l fcfywerltd? ^emanb, melier (Seite
menfcfylidjer ^unjlfertigfett er £anb unb ©eijl gewtomet
fjafcen ntag, ber fuer md)t über fein fpectelleiS gac^j t\'nteref;
fante SBinfe fdnbe, Senn 93, bie Betrachtung be» 5Jiecf>a*
m3mu3 ber ttorbern ©liebmaÃe burcfy bie ganje X^ierretf>e
geeignet tfl, bern Söatbmanit, bem ^3ferbette6f>aber, über;
fwupt bem £|nerfreunb mand^e^ SSorurtpert §u benehmen
unb in Stelen fünften unerwartete^ Sidjt §u t>erfrf)affert,
fo gibt bie SSergletc^ung beö 5(uge3 mit ber £anb bem
5DMer unb Sulettanten retten ©toff junt SfatcfybenFen, unb
ben prafttfcfyen Strjt mterefftrt in $o$em @rabe bte 2lrt,
wie 33elf feine widrigen (gntbecfungert in ber spf^ftofogte
unb Anatomie |>ier praftifd) »eranfcfyöultdjt
Ber ^erausjgeber.
fete üctpttel.
(Ãinlritento 6merkmujen.
lUenn ttur auê bent groÃen ©aitjett ber ïebenbtgen Statur
einen ©egenfïanb fjerauêgreifen unb tf)tt »oltjïanbtg, nacfj aïten
fernen ^Beziehungen betrachten, fo gelangen tt>ir ftcfyer ju bent
©chtuÃ, baà bent mechamfchen S5au etn ^lan ju @runbe Hegt,
baà ©ute bte Quetfe ber ïebenbtgett Gräfte ijl:, unb ant <Snbe
Sïtfeö jum Sefïen sufammenttnrft. 3Bir lernen etnfctjen, baf bte
empftnbenbeit Ãrafte beê $örperê mtt ben ©genfchaften bev
auffern Singe tn Rapport jïehen, unb baà fornit Barrett be$
©etoebeê eine nothwenbtge 33ebtngung ber (£rtfïen$ beê ÃörperS
tjl. @o ttnmberbar ftnnreicf) auch bte mechantfcfjen 23erhaïtmfte
auf ben @chu£ btefeê jarten SSaueê berennet ftnb, fo reichen fïe
atfefammt weit nicht auê, unb ju feiner ©tcherhett braucht eö
einen ©chuö ganj anberer 2(rt, etwaê, baé ben torpet* jur
gröÃten Ãraftäufierung antreibt. <5 cf) m e v $ ijï baê notl)tt>enbtge
2Stberfpteï ber er tfï aber auch bie wältige ©chu£tt>ache
ber Ãorperltchfeit, «nb beim SDïettfcfjeit fommen nur ttolfeitbê ju
bent ©df)luffe, baà ©chmerj unb ?uft auê retn ftttnftdjer Quetfe
tf>rt burch getjïtge ^nttotcffung unb ^erttotlfommnung ber <Sef}n*
fucht nad) einem £öf)ern entgegenfahren.
Um bte SSottentiung tm 23au audf) uur @meê £>rganê am
tf)tertfcf)en dorper ju begreifen, miiffen tt>tr eê DergfeichungëWiftfe
betrachten unb erforfcfjen, tm\'e eê bent unenbltrfjen Sechfet äufferev
53ebtngungen angepaÃt ijt £>ieà fübvtmtë nothwenbtg auf baê
bebtet einer neuen SÃtffenfchaft, berjentgen, welche ftcf) mtt bett
Serdnberungen ber (Srboberfläche befchaftigt; Wenn tbiv bet
fofcfyer S3ergleidhuitg ftnben r baf} furchtbare Umwälzungen, als
Beugen ber göttlichen Stacht, vorgegangen ftub, fo gibt unS bie
Betrachtung, wie bte lebenbe unb orgatttjTrte Materie btefett auf*
einanberfolgenbett SSeranberungen ber Ãrbobevflache ist immer neuen
formen angepaÃt ift, ben heften Beweis bafür an bte £anb, ba$
jene SCT£acf)t ^ welche baö ©chopfungSwort rief, noch immer fort
unb fort Wirft.
Sit bei* folgettben 2lbhaubluug werbe ich 2(wt unb ipaitb guerft
mit bett entfprechenben ©liebern tu bev ganzen -Wethe ber äöirbel*
thtere tterglet<%tt, unb fobamt bte £anb nicht altem als ein
burchauS öottfommeneö äöerfgeug, fonbern als ben ©tfc beS %ap
fmnS betrachten/ wobuvch fte allen anbent ©innen btent unb fte
tteröolfjlänbigt , unb ber ganzen Anlage beS Sftenfcheit gegenüber
baS merfwitrfctgfte Organ beS ÃörperS wirb.
Manche mögen glauben, ba ich bte menfdf)ltdhe £anb unb
baS ©evüftc beS tfjfertfchen BauS mir 3um ©egenftanb gewählt,
fomtte tch leicht bahin fo muten, ben Körper rem als SD?afc£>tne
gu betrachten. 3ch fef?e Weber bte ^othwenbigfeit bteüort etn, noch
famt tch ^itgcbeit, baà cS gefährlich ift, ünt fo §u betrachten.
Sch begreife nicht, wie bte Betrachtung beS tnechanifchen BauS
beS meufchficheu ÃörperS jurn ©cepticiSmuS führen foll. ©eben
wtr einen Slngenbltcf, waS ftch »Ott felbfi ergibt, wenn man ben
menfchltchen Ãorper als etn SBerf ber SD^ecfjantf betrachtet, unb
ob bamit bie ©chöpfung beS SOJenfchen in feinem SÃerhältntà jum
groÃen ©an^ett ber Statur mel)r ober weniger Sebeutung erhalt.
Söetttt ber Körper eine 50?afcf)tne tft, Wo fmb bte bei jeber
ÃKafchtne wefeutlich evforberltctjen ©ti^punfte ? Stuf bern Boben,
auf bem ber SKenfch ftel)t. gragt man nun, mittelft welker
©genfchaft er fleht, fo ijl bie Antwort, mttteffl beS ©ewirfjtS
beS -KorperS, ober mit attbern SB orten, mtttelfl ber 3(tt^\'c6uitg
ber @rbe. Durch bie 2öorte ^njiehuttg ober ©cfywerfraft fomrnen
wir gleich auf baS p£)tCofopl)tfc£>e ©ebiet ber grage. ir flehen,
weil ber Ãorper fcfjrcev ijl unb im Sevbaftm\'Ã ber SOtaffe beS
thtertfchen San« ju ber @roÃe ber @rbe felbft 2öiberftanb leiftet.
SaS genaue Set\'haltnià jwtfdhen ber ©tdrfe beS BauS, bem
»erftanb ber Ãnocfjen, ber (Slajlicität ber ©elenfe, ber Ãraft
bcv 93?uöfeüt brauchen wir für je|t nicht jtt betrauten, ffiir fehett
nur, tu welchem S3erhältntà ber ganje Körper ju ber @rbe |M)t,
auf ber nur ttuS beftnben.
Manche gorfcfjer baben eö auSgefprodjen: würbe ber Qftenfd)
forperh\'cf) auf einen attbcrn Planeten »erfetjt, unb bt\'efer Ware
fleiner afö bte Erbe, fo wäre er p letdjt unb Stenge, afö ob er
in tiefem Söaffer watete. 28äre bagegen ber plattet gröÃer, fo
müÃte er, weit fem Körper fiarfer angezogen würbe, baS ©efüf)!
haben, atö hätte er SSrei an ben Seinen; ja bte 2fa$tehung formte
fo ftavf fepn, baà fte baö gange Ãörpergerüjie gerjiorte, bte
Knochen unb aÃeS gerbräche 1). (Stnb bteà auch müÃige ty^an*
taften, fooief tft gewiÃ, baà ber ttjxerifctjc Ãorper im richtigen
3Serhäftntà $u ber ison uttS bewohnten @rbe ge&aut t\'|l, «nb wir
burfett behaupten, bte Stärfe fetneö STOateriafö fep fo genau auf
ihr Gewicht berechnet, atö bte D?aber unb $ebel einer SfJJafdjtite
auf bte Sa|i, bte baburch gehoben werben fott.
2)er thten\'fchc 5D?e<ham6mug unb £5rgam3mu8 xffc nicht fetten
ju ganj anbern Beeden atö jutn twftegenben befprocheit werben.
Stftan t)at behauptet, eS fet) unbegretfltd), wie ein allmächtiges
9öefen feinen SMten auf fofctye Söet\'fe offenbaren fömte; med)a#
ntfdje SÃor 5 unb Einrichtung fe|e. ÃeberWtnbung oon «Schwierige
fetten »orauS, unb eS fei) boch fonberbar, baà bte getjitgeit
ÃBahvuehmungen, Welche auf unmittelbarem 2Ãege
mittel* werben ober ganj tton felbfi hätten entfiel)«1 fönneu, burd)
etn fo fettteS, aufammettjjefe&teS SBerfjeitg, wie baS 5(ttge, auf*
genommen werben, bitrch ein SBerfjeug, welches bte (Schöpfung
beS Elements beS §trf)tö öorauSfefce, bamit eS üt baS Srgatt
bringe unb hier baS (Sehen »ermittle.
SOttr metneö £bet\'B bünft eg natürlicher, bte Sad)e gaitj
anberS an^tfe&en. 2Ãtr gehen wohl »tel ju weit, wenn wir
fagen, baS Sicht fet) jum 3wed beS Sehens gefdjaffett worben-
3Btr ft\'ttb fchwerltch berechtigt, über fo »tele attbere ferner
©genfchaften wegjufehen, über feine djemtfcfjeu SBirfungen,
1 Sie «föaffe beS SupiterS »erhält lief) 5« ber ber drbe rote 330, 600
JU 1000,
fernen Einfluà auf fcte (FaÃarten unb hidtfi wahvfchetultch auf
bte atinoöpljärifcfye ?uft, feine 33ebeutung für bte S3egetation, für
bi\'e 23i(bung ber vtecfjenben unb flüdjtigen ^flanjenftoffe, für bte
^Befruchtung, feinen Einfluà auf bi\'e £autflädje ber £btete , inbem
eS ben Kreislauf befchteum\'gt unb Wefentltch $u t\'fjvem 3Bol)(fei)n
beitragt g:ür unfern gegenwärtigen Bwecf erfcheint e6 öernuuft*
gemäÃer, ba6 2id)t, binftchtltdj feiner S3ebeutung in ber ^atur,
ber Stitjief)ung unterjuorbnen unb eö als ein ®lteb ju betrachten,
baö unenbftcf) weit auöetttanber liegenbe Sterne »erbinbet.
Um bieà ju faffen, muffen wir unfern ©etil auftrengen unb
imö nac^ einem ?D?aaÃe für bte ©efchwmbtgfett beS ?td)tö uttb
ben Dictum, ben e3 erfüllt, umfe^en. ES ijl ntrfjt genug, wenn
anau fagt, e£ fege 40,000 geogvap^tfcfje leiten in einer <Se*
fmtbe jurücf, beult folche ©efchwinbigfett tfl tutS rein uttfaë
tief), 5bören wir Wetter, bte Erbe fei) 20,000,000 geogr. 5D?etlett
»oit ber ©onne entfernt unb baS £icf)t burcfjeiTe biefen Dlaurn in
8% Minuten, fo fprechen wir nur itt anbern Korten baS Unbe*
gretfltche foteher (Schuetftgfeit aus. ®te Stflronomen, tu betten fTd)
ber mettfcf)(tcf)e ©et\'fi auf feiner l)ücE)|l:eit £of)e offenbart, öou beren
©euauigfett im 9?ecf)iten wir uns fiünblid) überzeugen, tterfiebern,
Steht etttftvortte £tmmel3förpern in fo uugefjeuetn Entfernungen,
baà eS £aufenbe »Ott 3at)reu brauche, bt§ eö bte Erbe erreiche,
uttb fo bringt benn Materie, welche mit einer jtt 2>urd)bringung
fo ungeheurer Dlattme nötbigen Ãraft ftcf> bewegt, in baS Sluge
unb trifft bort ben garten ^eröen, ohne baà etwas Stnbereö er«
folgt, aB Vermittlung beö ©ehettS.
Statt atfo $u fageu, baö Sicht fet> für baS Stuge, gum 3wecf
beö OSeftcfjtöfTnneö gefchaffeu, tfl e£ ber wahren 2lttjTcf)t »ott bte*
fett Singen nicht angemeffener, wenn wir mit unferer SSewmtbe*
ruttg, mit unferut ©tarnten beim gafturn flehen bleiben, baÃ
bt\'efeö Heine SfÃerf^eug, baS Sluge, auf eine fo ungeheuer groÃe
(Schöpfung berechnet ifl, uttb noch mehr, baà bte in unferm
©et\'ft ftch bttbenben Sbeeit, burch bte Vermittlung btefer Materie
uttb bt\'efeS £)rgatt3, ein Zhcü btefeS gewaltigen ©anjen gewotv
ben ftnb ?
£>urd) ©ebanfen ber 2lrt werben wir barauf geführt, ben
mettfd)ltd)ctt Körper tu feilten »erfd)tebenert SSerhaltntffeu gur
3luÃcnwelt gu betrachten. 9Zad) ber @roÃe ber @rbe richtet ftch
bte ©tarfe unferer Ãnodjen, bte Ãraft nnferer SEftulfelu; ebenfo
richtet ftch nad) ber £ol)e ber Sltmofphare bte Befchaffeitf)ett utt*
ferer $U\'tfftgfetteit, ber Stbetfanb unferer SSUitgefäÃe; baö
fcfjäft beö Siemens, bte 5lusMnflung ber $orperflarf)e muà im
SÃerhaltutà ftek-n mit bent @ewtd)t, bent SSB äff er gel) alt, ber
Temperatur beö im» umgebenbeit Littels. braucht ttttr etneit
Moment ^achbenfenS barüber, um ftd) gu übergeugeit, baà bte
ifbnng uitferS ÃorperS nad) all btefen äuffern (rutflüffctt abge*
wogen ift, unb nicht allein baS leibliche ©erüite, fonbertt auch
bte ?ebett6fräfte unb bie ©genfehaften ber (Sinnorgane. OB wäre
fcötttg berfebvt, behaupten gu motten, bie auffern ©mite, bte
£)rgantfattort unb bie Sebeugfräfte fonneit burd) beit Einfluà ber
umgebenben @lentente, ober tton felbfi, rein aitö nidjtö entstehen;
fte futb gefdjaffeit ttt Ueberau fltmmuitg mit beut gangen SÃefett
ber <5rbe unb ftttb wefentliche be6 groÃen ©attgeit.
Stefe ^(nftdjteit führen mte> auf bie weitere Betrachtung, baÃ
bte SDiattnigfaltigfett unfereö Bau» nur bte äuffere Statur, nicht notl)*
wenbtg unfern @etft angeht. Solange ber SÃienfd) in eine mate*
rtette $öelt gefegt ift unb bte Singe auffer ünit auf ifyt einflieÃen,
tjt gjianittgfafttgfett beö Bau6 et\'n nothwenbtgeS ©femeitt fetiteö
©epnö. Stber gwifdjen btefer SKamügfalttgfett unb beut ©etil
fel)eu Wir feinen 3ufamuteul)ang. ©otnel wt\'r ergrünbeit foulten,
famt ber ©etfl fo gut »on beit förperftchett £)rgaueit wefeittlid)
öerfcht\'cbeu fcpn, alö btefe bon bett ättffevu Gniiflüffen berfchiebeit
ftnb, weld)e fte tu Bewegung fe^eit.
Sir fef)eit affo, ©itigeà hat uufer flauet mit beit anbeut ,
hat uufer (Streut mit beit anbern ©fernen gemein: Materie, 2lit*
siehwitg, Sicht; unb barauS folgt fo jtemltd), baà bte mechanifchett
unb cheuttfchett ©efeÃe ffdEj überall gleich ftnb. greiltd) gtenge
man wohl gu weit, wollte man mit erneut ungenannten ©djrift*
fteller behaupten, eilt Bewohner unferer Seit würbe ttt jeher
anbern gu Saufe fetm, eö gtenge t\'hm nur wie einem 3?etfenben,
ber ftd) Anfangs tu einem anbern finita unb unter frembeit <£\\U
ten unbehaglich fühlt, er müÃte aber am <£nbe gefleben, bte 9iaütr
1*
f et) überall beut SÃefett nach biefelbe. 2Ãie bettt aber fei;, td) bc#
Raupte nur foöt\'el: eS xfi bargethau, baà ^Vütfcfjeit betn platteten
unb ben Körpern aller feiner Bewohner, gttufcfyen ber groÃen
SO^affe mtb ben pl)t)(tfcl)ett ©genfehafteu jebeS ber Steile etit SSer*
hältutà obwalten muÃ, uub fo ftnb benn bie £l)terc, ihrem rne*
cfyajttfcfyen Bau, wie ihren ?ebenSfräften nach, im SSerhältntÃ
Sunt ©anaeit gefchaffett, uub baö ©anje tfl ^lan uub Bilbung
eitteS uub beffelbett ©etfteö.
Qmte SSergleichuug gmtfcfieu beut ©Aftern etneS £fuerfüt\'!perS
unb ber Befdjaffenheit ber (Srboberfläche jeigt einem recht beutlich
^>lan unb Stbfictjt für\' ben eilten Wie für ben anbent galt. 3m
<£htere fefjen Wir Materie bett bei tobten, unorganischen
pern hevrfdjenben ©nflüffen endogen ; aber bie auf folche $öetfe
bem Spiere 31t eigen gegebene unb burch bot Einfluà beö Sebeitö
mit neuen Gräften auSgerüfiete Materie behält babet boch fo weit
bie ©geufchafteit ber unbelebten Materie bei, als notfjfg tfl, um
baS lebeube SÃefeit jtt einem Xbeil be6 ©i)Ãemö, ^tt einem Be*
Wohner ber @rbe 31t machen. 2Ãaö foll nun bteà beweiÃen?
2Bemt ber herrliche Bau beS £f)ter$ mtb bie 2Mfommeuheit in
ber Slitorbnuitg feiner Ztyite auf eilten ^piatt htuwetfen, barf
man nicht barattS fcfjlieÃeit, baà btefer felbe lau fiel) auch auf
bie @rbe erftreeft uub @tit @5eijt fjerrfcfjt über beibe ?
tfü natürlich, Wenn baS &ütb nach ben Quellen beS ©e*
uuffeS gar nicht fragt, es> tfl entfchulbbar, wenn bie Sugenb
barttber nicht nachbeuft; aber in retfern 3af)rett wirb bteà $üf)l*
loÃgfeit unb Unbanf. 3m frühem SebettSalter, bettor unjer
getfltgeS SBahruehmuitgSöermögeu ttolljläitbtg entwtcfelt ift, bienett
bie unS untgebettben ©egenftänbe nur jur Anregung unb Uebuitg
ber äuffern ©tttne. 3ft aber bie Vernunft einmal jur pfeife ge*
langt, fo foll btefe ©egenfiaitbe unö üoit Beuern öor*
führen, bann aber, bamit wir Ãe mit bem ©eift erfajfctt, mit
bem ©et\'jl, ber je£t burch Erfahrung fji\'esu unb bamit jum @e*
fühl ber ©anf&arfeit befähigt ift.
tiefer ©tun für Saufbarfett tft ber eigentümliche SSorgug
beS SOieufcheit. Bei ben Xhierett tft bie Sluhäuglichfeit ber Sllten
an bie Sungeit für eine beftimmte Seit fo mächtig, wie bet t\'hm,
fie fvîn-t aber auf, foûaïb fie nicht mehr uotfwenbtg i|l. SSernt
50îcitfd)en bagegeit bauert btefe Slnhdngïtchfeit fort ; aile baS ?ebeu
yerfdEjöiternbeti SSerhdltniffe entfprtngett baratté, unb ffe bilbet
eigentlich baê SSanb, bas bic (Sefellfchaft sufammenfyâlt.
ÃÃetttt baS Ãi\'ttb tm ScljooÃe ber lutter unbewuÃt eine
Schulb auf fief) labet, uttb innige Sïnfy&ngKcfyfeit fo natürlich
baratté entfpringt, baà nichts tu ber SGBeft fo allgemein Devab*
febeut wirb, als Unbanf beS ÃtnbeS, fo bïtrfeit wir nur beut
©egeitjlanb ber 3uitctgitng einen anbertt Tanten geben, um bte
natürliche Duette ber Sîeltgtott felbjt ju beliehnen. 903 tï muffe«
jetgen, baà bie särtlichjie Elternforge ntcf)tS tfl gegen jene 23or*
februttgen fur unfern ©eituà unb unfev 2öol)Ifet>tt, bie ber
«Dîenfcf) mit allem feinem ©djarfjtmt nicht nur nict)t felbji treffen
famt, bie er faitnt begreift, wdbrenb er ihrer $rüd)te genieÃt
Sjl ber 5Dîenfch unter allen lebettben (Sefch\'opfen allein ber 2)anf*
barfett, unb burch bt\'efeê ©ffüht auch ber Dîeltgton fdhtg, fo tft
ber Schluà ein natürlicher, baà man bett beit Eltern gebül)renbett
®anf noch ttneublich mehr bern fdjulbet, \'/ber tf)u tu feinem
SSIute faf) unb fprad) : Cebe ! «
$ür bte $ortbauer beS SebettS tfi auf taufenbfacfye ÃÃeife 35or#
forge getroffen, äöarett bte SebenSäufferungen beS ÃörperS beut
Stilen beS Uîenfcfjeu unterbau, fo wäre fofort, ba fte fo äufferfl
jart unb »erwiefeft ftnb, SSerWirrung bte unauêMetMtcfye golge. Er
thut feinen SUbemsug, ohne baà tekubige Gräfte tuS ©ptel trdteit,
bte fo genau georbnet ftnb, wie bte beS 51\'ttgeS ober beS
Manche £)rgaite ftnb fympathettfeh burch 3terüengeWebe »er*
bitnben, unb wenn baratt nur ein $aben reiÃt, fo erfolgt Schmerj
unb Krampf unb Erfltcfung. Sie £l)dttgfeit beS Wersens, ber
Umlauf beS 23lutS unb fammtliche SebenSöerrtchtungen werben
burch Gräfte »ermittelt unb richten ftch nach ©efe^eit, Welche
nicht üon uttferm Stilen abfangen, über welche unfere ©etiles*
fïaft rein nichts ttermag. Seittt flänbett fte unter bent EtitfTuÃ
beS ©illenê, f0 brauchten wir nur einmal etnett 2lugenMtcf tut*
fchlüffig gît fetm, nur einmal eine £anblimg sur hemmten Bett
SU »erfdumeit, unb es wäre attS mit unferer EnM-
Erfeuut nun ber SDîenfch, baà feine eefonSäufferuttgeu ber
,Ãwvfcf)aft ber Vernunft entzogen fïnb, baà tf)r Spiel nimmer
fiocft, baà fïe t>xe£ su wefentlich ftnb, um ben wechfeluben 3u*
jïâttben beê ©eijïeS preisgegeben au werben, baà gattj aubere
Duellen ber Bewegung, als ber QBtlle, fïe tu &hätigfeit erhalten,
fo fommt er aud) gunt hotten Ci5cfül)fe fetner Slbhängtgfeit ®er
5Dîeufd) tfï launtfch, bem Spiel uugeorbneter Seibenfcfjaften preis*
gegeben, unb fo fehett Wir leicht, Wte wetfe bte Einrichtung tfï, baÃ
bte SebenSäufferungeit bem Etitfluffe fo nnbefïânbtger Gräfte eut*
gogett ftnb, bamtt fte niemals eine Störung erfahren, Wie bte
SfeufTeruugen ber Seelenthättgfeit, ober tu einem ver^WeiflungS*
vollen 2lugenbltcf gar ettt Enbe nel)meit.
diay fpricht ftch, ba von beut erfïeit ^fthem^uge beS ÃtubeS
bte 9îebe tfï, fef)r natürlich folgenbermaaÃen auS: "£>ier, büuft
uttcf), muà man nothwenbig eine SllleS be{)errfc[)cttbe Sntelltgeuj
atS wirffam attuef)men; bemt was follte fottjï tm aiugenbltcf,
wo baS Ãt\'ttb jttr Seit gebraut tfï, baS 3werd)fell unb bte junt
Siemen btettenben DJiuêfeftt m ^Bewegung feigen? SCöavttnt fottn*
teit fte ntd)t tu Dîulje bleiben, fo gut als im ÃOïutterleibe ? 2SaS
jwittgt fie bentt, Seweguttgeit 31t machen, bamtt Suft ^um SebettS*
unterhalt beS @efd)öpfeS eingebogen werbe? $3arum fonnteu fïe
eS nicht gebttlbtg jïerben laffen? 9ftatt fagt, bte SebeuSgetfïer
fïrômen eben battu in bie SltbnutngSwer^euge, ttt baS 3werchfell
unb bte attberit ju biefer Xbätigfcit mitwivfenbett ^uSfeltt, unb
fe£en fte in ^Bewegung. 2BaS fe£t aber bte vorher ruhenbett
SebeuSgetfïer in S^tigfeit ? geeilt Scharffïttrt vermag eS nicht
etnjufehen. "
Eine vont ©etfïe Verriebene, befonbere Sntelfttgeuj fonnen
wir btefeS 21gettS nicht nennen, ba babet baë SewuÃtfe^n fehlt;
fonbertt eS wohnt unS einmal eine Empfmbltchfeit in ne, bte, hat fïe
einmal bett erjïett Slnftoà erhalten, jene 2lthmungSmu3felu regiert
unb, unabhängig vom Stilett, Seben unb ©efuubl)ett erhalt
Sivb ber Sftettfd) fontit gewal)r, baà er allen biefen SebettS*
aufTerttngen gegenüber ï>itf£ofev ifl als eût 5tmb, baà feine ge*
prtefette Vernunft fïe Weber itt £>rbmwg halten noch fd)ü|en
ïamt, jjï ba ©leichgiltigfeit gegen ben Urheber biefer verborgenen
Segnungen nicht fdilimmer ati Unbanf? 25ei einem vernünftigen
©efd)öpfe wirb Unbefauutfchaft mit fernem Sefeu unb @et)it gum
Unbanf; ffe fdf)tt>acf)t tu tf)m bett @tnn für baS ©ute, baö mau
t()«t erweist, uitb gibt bem ©etfie ettte 3itd)turtg, wobei att Ber*
»oflfommnuttg ntd)t ju beitfeit ift. Sin SOicnfrf), ber buref) ange*
wohnte 2fd)tfoftgfeit fit gewiffem ©rabe ferner Sffiurbe unb alteS
©efüt)B für bte ©i\'tte beö ©ch\'öpferö tterfufftg fjegaitgen ift, fommt
nur bann gum Nadjbenfeu, wenn überwaftigeub bas Ungemad)
über ihn hereinbricht, unb btefeö erfcheint tfjm bann im öergröÃer=
teit 2CRaaÃfiab uub aujfer BerhäftntÃ, unb bamit fetu ©d)öpfer
afö ein ©ott beS ©djrecfenö, nicht ber ?tebe.
Sie Snconfequeitg be» $tttbe3 unb überhaupt SCftattcheö «ou
ben Neigungen bejfetben Hebt noch bem Grrwachfeneit att. dtit
niechatttfcheö Ãunflwerf, wie ettte Uhr, ein Barometer, erregt
beö ^Renfcheit 5(ufinerffamfett, er macht £agerafett, um eine
SKafchtne ©efb fd)fageit ober etnen Bfocf ttmwälgen 31t fehen;
aber bte Organe, an betten er eine taufeubfad)e Guetle beö ©e*
nujTeö befttjt, bte att ftd) weit planöofler angelegt frnb, bereit
nteebantfeher Bau Weit fttutretcher unb uterfwürbtger tfi â ait jte
benft er nicht; unb bemunbert er ja etwas> CebenbtgeS, fo ijl eö
et)er baö Ungewöhnliche, Stiefenljafte, atö baö Natürliche, für
feinen 3wetf öoKfomnteu Berechnete, fo ifi e6 eher bte SSttaffe beö
(Stephanien, atö bte ntenfd)ftcbe £attb. 9iid)t-afö ob ber SD^enfcf)
ber Betrachtung ber Erhabenheit uttb Sürbe feiner eigenen Natur
ait ftd) abgeneigt, nicht ob er unfähig wäre, fca» Sitemauber*
greifen boit Xt)eiteu gu einem ©aitgeit 51t bewuttbern; eS t)l nur
golge ber ©ewohnhett. Sie menfd)lid)e $anb tfi fo herrlich ge*
btfbet, if)re @m$fttMd)feit ift fo gart, btefe @mpftnbttd)fett feitet
ihre Beweguitgeit fo richtig uub genau, fte gehorcht fo.aitgenbftdfc
Kid) jeber StttenSänflierung, afö Ware fte, bie £anb, fetbtf ber
beg SBtÃenS; ihre Bewegungen ftnb fo frafttg, fo frei unb
bod) fo feiu, baà eö ift, afö hauSte eilt SnfKuft tu ti)r fefbjl; an
ihre vielfache ©(ieberuttg alö ÃÃerfjeug, ober an ü)r btenfibareö
SÃerhäftnià gum ®etfl benft man gar nicht; wir behielten unö ber*
felben, Wie wir ^ttfjeut holen, unbewuÃt, unb uufere erfien, tut*
bef)olfeiteit Berfuche bamit, woburd) fte erff öeröoltfommnet Wttrbe,
finb uu$ töttgfl «US bem ©ebad)tmà entfehwunben. 9Kad)t nicht
juft bte 2Mfommenhett beö , baà wir beim (gebrauche
gar nicht baratt bcnfert ? ®er gemeine SQZenfctj öerwunbert ffrf)
bagegeit, wenn er bcn fogenamttett ©ptmtenaffett mit fernem
Schwang einen (Strohhalm ober ein ©tücfdfjett £olj aufnehmen,
ober beit ©fepfyantett bem SBärter bte Xafcfjett mit beut Düffel
burcf)fucf)eit Ãel)t.
3m $olgenben gefeit wir jucrà bte Ãnodjett beS 31\'rmS unb ber
ijaub bitrrf), »Ott bett ttorbew ©ftebmaaÃen beS ÃKenfchen bis gtt
bett Stoffen ber gifcfje. ©obattu befchreiben wir bte $J}iitSfelu beS
SlrmS uttb ber ^attb, unb tf)re Verrichtungen, itnb gehen, ttad)*
bent wir bte ©enÃbilitftt int Slllgemetnen befprocheit, aitf bett
£aÃÃttn über; Wir geigen, wie 5DiuSMtf)ätigfeit mit beit ©innen«
fuuftioneu, namentlich bem £aÃÃnrt, jufammentreten muÃ, um
ttt bev £anb bett fogettamtten geometrifd)en ober $ormenÃnu jtt
btlbett. 9Btr betreiben baS .Organ beS £aÃÃnnS, £>aut uttb
£>6erl)aut, uttb bte Wersen ber ^anb, je nach ihren Verrichtung
gen. gertter betrachten wir, iit Welchem SSerhältntà bte t>erfd)te«
betten ©ciÃeStl)atigfetteu ju ben äuÃern Organen, namentlich bett
©igenfehaften ber jjanb flehen; wir fchlteÃen mit ber Betrachtung,
baà bte ^tere in Bejug auf bte »Ott ihnen bewohnte @rbe ge*
fchaffen Ãnb, baà alle ihre Prüfte unb ihr mannigfaltiger Bau
im SSerhältm\'à flehen mit ber ©tufe, auf ber Ãe Ãcf) beftnbcu,
unb mit bett fte umgebenbeu Elementen; baà ber gangen belebten
Statur et\'n ^3latt gu ©rttube liegt uttb »on Slttbegtntt gu ©ntnbe
lag, uttb eubtich, baà ftcf) ttttS überall, wir mögen btefe Dinge
ttoef) fo fehr im kleinen, ober noch fo fehr tm ©roÃeit betrachten,
21 bftcht ju erfeuttett gibt.
3«jcttc0 üajutcl.
9Ãir möchten bte £>attb allein bem Sflettfchett gufchreibett, fo*
fern Ãe burch @mpfmblid)fett unb Beweglichfeit gang jener geiÃigett
Ãraft entfprtcht, woburch baö att natürlichen SSertheibigungSmitteln
ärmÃe (Sefchopf gnm Bel)errfcher ber lebenbett unb leblofen SWatur
wirb. Befchretbett wir freilich bte £anb als btejenige ©ftebmaÃe,
J w
10
Wobei Saumeit unb Lutger etnauber gegenüberftehert, fo baà ffe
ein ® erzeug sunt gaffen btlben, (o ffitb bte ©liebmaÃen ber
vterbattbigen %\\]itxt, ober ber Affen, tu bte Sefmition mtteinge*
fdhloffen. Si^er bte vorbere Extremität eines Effert tfl fo gut ein
$nÃ, als feilte hintere eine £anb ; betbe ffub auf bte etgentf>üm*
Itcfje ©angwetfe beS i^terS, auf baS klettern unb (Springen
von Ãff ju Aft berechnet, wie bentt bei manchen Affenarten fogar
ber ©chwans bt\'efem 3wecfe bient unb ein fo taugliches SDBerfjettg
SUtn Anflammern btfbet als ettte ber toter Extremitäten.
Eine SD?eitgc febteve sieheit groÃen SSortheil attS ihren bewaff*
neten ©ItebmaÃen; befaÃe aber ber SERettfd) trgenb eine Vor*
rtd)tung ber Art, fo ginge er eben bamtt fetner £)berberrltcbfett
über Sitte verluftig, wie fcbon ©afett bewerft hat: «#afte ber
SKenfd) bte natürlichen Haffen ber £f)t\'ere, fo Ware er fern fünft*
Itcher Arbeiter mehr, fo fd)ü§te er fleh nicht mehr mit bem
ntfcfj, noch machte er ffch ©chwert ober ©peer, noch erfäube er
bett Saum, baS üftoà ju beffet\'gcit unb ben Söwen ju jagen.
Auch bte fünfte beS grtebettS blieben ihm frernb, er machte ffch
Weber $lote noch ?et>er, baute fetite Käufer, errichtete feine
Altäre, fchriebe fetite ©efefce; er fömtte nicht mtttelfl ber ©cfjrtft
unb ber ffnnretcben Ãunft ber ijanb Umgang pflegen mit beit
3öetfen beS Altertums, unb je$t mit ^lato verfehrett, jefct mit
ArifloteleS ober £>t\'ppocrateS."
Aber bt\'e §anb ift fein etnselneS Söerfseug, ffe tff fein bloS
angehängter £heil- ganse Ãorper muà ffd) nach ber £anb
richten unb in SSejitg auf ffe ftcf> bewegen, tlnfer 3ft>ecf wirb
lebt\'gltch nicht erreicht, Wenn wir ffe allein betrachten; wir müffen
alle ^örpertbetle, welche junädjft mit ber ijattb tu Verbtnbuitg
flehen, in uttfere Uuterfud)ttug stehen. 3um SSetfptel, bte Ãitocbett
von ber ©chulter au btS su bett $ingerfpi$eit ffub fo unter
etnattber öerbuttben, baà notbwenbt\'g bte gattse Extremität be*
trachtet werben muÃ, unb um einsufehen, wie fchön bte Organe,
Welche bt\'e Bewegungen ber Ringer »ermitteln, angeorbnet ffub,
müffen wir ferner ben Sau beS menfd)ticheit ÃorperS mit bem
tbiertfehen 33au Vergleichen.
SoKteu wir unS auf bt\'e Arm * unb ^attbfnodjen beS üJften*
fcfjeit befcf)raufen, fo Würben wir immerhin batb gewahr werben,
wie ftmtretch fte für freie, mannigfaltige wtb fraftoolle S3ewegun*
gen gebilbet jtnb, unb jjurn ©d)fuà fomtnen, baà fte für ben »or*
liegenben 3wed nicht »otlfommener gebilbet fetm fönnten. Sir
wollen aber beit ©djöpfungSptait in gröÃerem Umfang femtett
fernen, wtb fo muffen wir uns »iet weiter untfehen.
Unter ©feiet öerffeht man baS ©pftem »Ott Knochen, welches,
im Sintern gelagert, bem £f)tere feine charafteriflifche $orm gibt
Mttb »Ott bett äuÃern ÃftuSfeln ttt Bewegung gefegt wirb. StefeS
Softem gehört tubeffett nur einem £bctt beS £t)tevrad)ö an, bett
hohem, ben fogenanten Sirbelthieren, welche bie |Rctf>c ber
Sefett »om SOiettfchen bis ju ben §ifdjen umfaffett.
2>ie junt Seben wefentlichffe Verrichtung ifi baS Siemen, wtb
bie Slrt nttb Seife, wie baffelbe »or ftch geht, baS beiÃt, bie
5trt, wie baS SSIut bttref) SSerührnttg mit ber atmofpt)ärifchen
Suft öon feinem Ãohfenjtoff entbunben wirb, bebtttgt bebeutenbe
SSeraubermtgen tut ganzen S3au beS thterifd)en ÃörperS. 2>er
nfeh, bte Säugetiere, bie SSögel, bie Reptilien unb bie gt\'fche
fommeit int ÃDtcchamSmuS beS 2(t()me«S gröÃtenteils übereilt,
unb ttt ber ganzen 9teif)e herrfdjt groÃe 3tcf)ntid)fett hmftchtltcf)
beS ©eWebeS ber $itochett, ber Sivfuttg ber üftuSleltt unb ber 2ltt*
orbmutg ber Beriten. Sitte Jjabctt eine Sirbeifaule ober einen
9?üdgrat, ttttb bte E.rtfiens btefer ©äule fegt nicht allein ein inneres
©feiet »orauS, fottbern aud) bett eigenen Apparat »ott kippen,
ber beim 2ltf)meu beweglich ifi. Die kippen bewegen ftch «ber nicht
»oit fetbfi, eS ftttb eigene 5KuSfeltt baju erforberltd). £)tefe 9JiuS*
fein muffen it)re sugehörtgert üfteryen haben, unb um biefe Heroen
abzugeben, muà ein Ki\'tcfemnavf »orl)anbett fepn. ®er D?itcfett*
warfSfaital ifi fo wefeittltd) für baS Diücfenmarf, als ber ©djäbel
für baS ©ehtrtt. £>arauS erjtef)t ber Sefcr, was alleS ber 9\'iatttr*
forfcher ober Sluatom unter beut SluSbrttd: S t r b e 111) t e r be*
greift, nemltch ⦠eitt tittteveS ©feiet, eine befoitbere Sluovbtttmg
ber 3ttl)mungSwerfjeuge ttttb eilte bcrfelbeit entfpvecljettbe SSefchaffen*
l)eit beS ^eröeitftjfiemS.
Sc() befchvänfe rnid), fubem td) bie Knochen ber »orbertt
Extremität betrachte, auf biefe oberjte Slbthetluitg beS £t)terrad}S.
Sollte id) rnid) ber BeWttnberuug hieben t bte mtfer ©e*
genfianb »oit felbft einfloÃt, unb auSemanberfegeu, wie fräfttg
nnb frei bie Bewegung ber obern ©ItebmaÃen im ©chultergelenf
ijlt, wie an6net)meub fefit ba3 (üültbogengeteuf, nnb bod) wie wutt*
beröolt auf QKttwirfung gunt jpanbgelenf berechnet, wie fein bie
Bewegung ber ^attb felbj!, eine Bewegung, bie ftd) auf bie ©e*
lenfe tton neun unb gwangtg Ãttocfjen öerthetlt, fo fönnte matt
mit einigem ©d)ein einwenben: bie Knochen unb bte ©elettf*
formen, bte bu fo bewunberflt, ftttb fo wenig auf bie 9J2eufehen*
t)anb berechnet, baà fte ftd) btelmehr bet alten ©äugetl)teren
ftttben. Steà famt aber uuferer SÃewitnberung lebtgltd) feinen
Slbbrud) tfymt, eö fattn uu3 nur bejütmmen, unfern ©eftchtSfreiS
in ber Naturbetrachtung 31t erweitern, unb un6 baran mahnen,
baà wir faffd)ltch nur einen £f)etl tu Betraft gejogen, ftatt beö
gangen ©tjflemS, tu welchem mtttelfi leichter 2Ibaitberitngen unb
faum merfftcher 3tb(l:ufungen bt\'efelben Knochen jeglicher ©tufe
thiertfcher (£rtjlettg angepaÃt werben.
Sie Ãttochen, Welche bte obere ©ItebntaÃe beS 5D?enfd)eit
btlben, fwbett wir Wteber itt ber $loj]e bes SaflftfcheS, tu ber
£a£e ber ©djtlbfröte ttttb im glügel be6 Bogels, Sir fehen bte*
felbenÃttochett, ttoltfommeu ihrem 3wede angepaÃt, in ber Tai^e
beö Soweit wie beS Baren; wir fehen fte gleich gut für eigentbüm*
liehe Bewegung eingerichtet, tut £)ufe beö $)ferbe3, wie tut ^uÃe
beS $anteeB, ober gunt Ãlettent ober ©raben, tu ben lang be*
flauten Beinen beö güulthterö ober beä Bären.
fpringt alfo in bte klugen, baà wir unfern ©egeuftanb atte
einem suel ju befdjrdnften ©ejTdjtSpunft betrachten würben, woll*
ten wir tu ber mettfchftchen ^attb etwa3 anbereS erblttfen, als
bte »ollfornmenfte dombtnatton boit Xheileit, wöbet btejentgeu
Knochen unb SWuöfeln, welche bei beit »erfd)tebeiteu £f)ieren je
befonbern 3weden angepaÃt fich jrnbeit, fo »ereinigt ftnb, baÃ
fte bie feinden, compltgtrte|1teit Bewegungen, uubefchabet ber Ãraft
beö gangen ©tiebeö, auszuführen im ©tanbe ftnb.
Betrachten nur btefeS ©t)f!em am $?enfd)en ober an trgenb
einem £fuere tn ber ^et\'he, fo ftttben wir gu unferer Berwun*
fcmmg, baà Silier nicht forgfdltiger angeorbnet unb für ba<$
£|ier berechnet fep fömtte, nub welchen galt mau gerabe »or
ficfj hat, man follte immer meinen, gu biefem befonbern 3n>ed
fep baS gange ©pÃem gefcfjaffeit. Siefer ©egenÃattb öffnet uttS
ein unbegrenztes gelb ber Betrachtung. Stuf bie Ãenntntà beS
©pÃeutS, »ou bem wir bier fprechen, grünbet Ãd) namentlich
jeneS, fo höchà intereffante Verfahren, wo man auS ber Be«
fchaffenbeit ber fofÃlett Ãnodjen eineS £l)ierS auf feinen Bau
unb feilte 2ebettSart fehltest. Um biefe 3öiffeufd?aft gehörig für
unfern 3wed beilüden git tonnen, ntüÃen wir erflären, waS eilt
fofÃler Knochen iÃ.
Grüt Ãnocf)«t beÃel)t auS mannigfachen Steifen; für ben
öorliegeuben Bwecf brauchen wir aber bloS gu bemerfen, baà jene
harte ©ubftang (ber phpSphovfuure ^alf), bte wir im gemeiuett
Sebett Bein ober Ãnedjen nennen, überalt ttott fo feinen Rauten
unb ©efäÃeit, als nur irgenb ein Ãörperthetl, burchbrungen
iÃ. gofÃle Ãnocheit Ãnb folche, bie man in öerfchtebenem 3u*
Ãanbe tit ber (£rbe gelagert ftnbet. Sntweber ià ber tf)terifche
©toff nod) tu t\'hnen enthalten, ober Ãe Ãnb eigentlich öerÃeinert,
baS heiÃt, bie thterifdje 50?aterte hat ftef? burch bte ^h^Sphorfaure
int ph^pfwfawrett Ãalf gerfe£t, unb nun fann Ãtefelerbe ober
Ãalf, tu SSerbtnbung mit ©fett ober ©chwefeffieö, burch 2luf*
löfung unb Snftlfrattoit Ãch tu bte früher öon tfnertfeher Materie er«
füllten Raunte beS ÃnochenS hmetttgteheu; auf biefe 5H?eife wirb er
tterÃeinert unb tft fofort fo unüerättberlich als bie gelSart, bie tbtt
etnfchlieÃt. hat noch ben UmriÃ, aber nicht mehr ben tuuertt Bau
beS ÃuocheuS, unb eben jener Umrià gibt nun, in golge beS öorhtn
öou uns berührten, öollfommen geglteberten ©pÃemS, einen Be«
weis für bie bebeutenbfteu Umwälzungen ber @rboberÃäd)e an
bte £anb. £>er @eià beS gorfrf>erS wirb rüdwärtS nicht allein
gut* Betrachtung beS thierifchen BauS, er wirb »ott ber thtertfehen
Organifation gu ©chlüffen auf bett Bau ber @rbe felbà geführt
ÃfeÃe »Ott ©eetl)teren Ãubet man auf bett l)öchÃett ©ebtrgen
ber alten unb ber neuen 2Belt, unb mächtige ©ebeitte fommett beim
Umwühlen unferer gelber unb tu bett gluÃbettett gu £ag, unb
nicht allein im lofen ©runbe, foubern im feÃen ÃalfÃeingebtrge.
Sie auf biefe Seife ausgegrabenen Knochen Ãnb für Ãch ©egen«
ftänbe vom böch fielt Sntereffe; wiber Erwarten greifen jte aber
auch in unfere vorltegenbe Betrachtung tief ein. ©ie fuhren
nnS unter Anberrn gu bem wichtigen ©ctyluÃ, baà nicht nur
burdf) fämmtltche Klaffen von %f)ierett, weld)e gegenwartig bie
Erbe bewohnen, ein ©d)ema, ein ©Aftern beS tbterifcheu 23auS
berrfc()t, fonbern baà baS ^rütjtp bt\'efeS groÃen ©chöpfuttgSpla1
iteS fdjott Vor bett Umwälzungen, welche bie Erboberfläche felbfl
betroffen, tu Ausübung war ttnb bie SStlbung berjentgeit &t)iere
befttmmte, welche vor jenen Revolutionen exiflirten; baà bie voll*
enbete $orm, bie ttnS je|t im ©feiet be6 5Kenfd)en entgegentritt,
lange vor ber ©d/opfung beS $0?enfcben, bevor noch bie Erb*
oberftache für ihn zubereitet, für feinen Sau unb feine gafugfeiten
fertig gemacht war, itt thterifchen gönnen vorgebtlbet 1(1.
Ein ©feiet wirb viele Ellen tief auS beut fepcit ©efMrt ge*
graben; eS fTttb bie Knochen etneS Xht\'erS, baS vor ber Stlbuug
jeueö ©efleinS gelebt hat, 51t einer Seit, wo ber ganze 3uftaitb
ber Erboberfläche ein ganz attberer geWefeit fei)n muà als je|t.
£>iefe üiefte beWeifen, baà barnalS alle Untere auS benfelbett
Elementen gebilbet waren, wie je&t, baà fte analoge Organe
hatten, baà fte mittelf! ber SSerbauttitg immer neuen ©toff auf*
nahmen unb bnreh eine fretfettbe glüfftgfeit ernährt würben, baÃ
fte ©efül)! befaÃett mittelft etneS 9cervenf9ftemS unb ftd) lutrch
ÃftuSfelfraft bewegten, baà bei ihnen bie Organe ber Serbauuttg,
beS Kreislaufs, beS AthmenS, gerabe wte bei ben je|t febeubett
Xhierett, nach bett äuffern Umjlättben unb je nach ihren ©ttten
unb ihrer SebenSwetfe mobifteirt Warett. Sie Verfchtebeuhetten
im Bau ber Orgaue ftttb nichts als SKobiftfattonen im groÃen
©Aftern, woburef) äufferer ©tojf bem thtertfdjeit Körper ange*
eignet wirb, unb fo attffallenb fte auch fein mögen, fte flehen
immer in gewiffer Beziehung jum ursprünglichen SppuS, als
£heüe beffelbett groÃen ^lanS. Sir fefjen bie Knochen ber UrWelt
fo genau nad) bemfelben ^rt\'njtp gemobelt, Wte bie Knochen unferer
jefct\'gen ^htere, baà wir nach ihren Umriffen unb bett gortfä^en *)/
1 Sortfä^e f>ei£en bie »orfpringenben Ãnochentbeife, an meldte ftch
bie ©e&nen ber «muÃMn befejligen; bie gortfä^e geÃen jomit
bem Anatomen SKlinfe ii&er bte Slnorbnwng ber
ait Welchen f?ct> etnfl bte 9Jiitsfeht befefiigtett, bie Xtneve, welchen
ffe augeborten, nach ©rbmutgcu, ©efd)led)tern unb ^rten »er*
tfyeilen fomteu, unb jwar fo jTcfjer, als hätte ber Anatom bte
frtfcheu Setchnante »or Singen gehabt. Sticht allem fönnen wir
auSmttteln, ob ihre $üÃe für bett fefien 33oben, ober für bte
fchlammtgten FluÃbetten, sunt Saufen, ober jnrn ©reifen unb
Berret\'ffen gebtlbet waren; öon btefett Slnbeutungen, bütftchttich
ber SebettSwetfe ber ^htere, fcWteÃen Wtr auch n»f bett 3u(ianb
ber Erbe tn ber ^ertobe, in welcher fte lebten, unb ftnben fonttt,
baà fte jur einen Bett ein tauglicher SSohnplag war für bte
fchupptgen ©efcf)ted)ter ber Eibecbfen mit langfamen ^Bewegungen,
ein aitbermal für (i\'ober organtffrte Sthtere mit mannigfaltigeren,
rafcherett SebenSäuflferuugen, unb enbh\'cf) lernen wtr erfetmett,
baà bte Erbe für ben 5D?enfchett tu feiner ^eriobe fcor feiner
(Schöpfung bewohnbar gewefett wäre.
2Btr berichtigen hiev bte tton Manchen aufgehellte Slnftcht,
als ob ber 33au gewiffer S^re wwollfommett wäre, eine Vor*
jMuttg, bte nur barauS entftanben ift, baà matt jette £blere
unS, mit unferm S3au unb unfern SebertSäufferungett »ergtichen
hat, jlatt fte m SBejug auf bte ihnen eigentümlichen Bujtänbe
SU betrachten.
SSei Sergletchuug einiger jegtgett Stf)iergefd)lecl)ter mit fofftlen
heften »Ott, berfelben $amtlte angehortgett, ausgeflogenen Zt)ie*
reu, macht ftch 23 uff Ott fonberbare VoriMungen üoit ihrer
Unöollfommenheit, Verkettungen, bte, mit gewtfier Etnfchrän*
fung, felbjt oott Euöter aufgenommen worben ftnb. £)er berebte
23uffott läÃt Ãch suüerÃchtlich über baS SDftÃöerhättnià ber £)rgane
bet manchen &htemt Verrücfimg ihrer Snftinfte auS. Er
braucht als Vergleich bte menfd)tid)e ©efeltfdjaft, wo aud) tnand)e
Snbtütbueu beut Langel unb bent Elenb preisgegeben fmb. ©etn
SSJittteib ift aber wobt ju weit getrieben, wenn er bett Dtauböoget,
wegen feiner ewigen SÃachfamfeit, als ein lebenbigeS 23itb wott
Stngjl, Langel unb Elenb barjtellt. SOÃetttt ftcf> ein Voget nicht
Säbmert unb mit ©peife »otljlopfen läÃt, fo fchretbt er tf;nt fchWer*
lieh mit Stecht eine füi)ltofe, bi\'tfiere ©emütbSart su, ba eS weiter
nichts ift, atS baà er t\'Bit feiner natürlichen Sebeuewetfe unb feinem
Sttfimft juwiber behanbelt bat. Sie Xbtere aber, öon bettelt id)
hier ttt befonberem Bejttg auf unfern ©egenftanb fprecheu will,
gehören ber $amtlte ber fogenannten gaultbt\'ere an: beim 2lt 1)
foll, nach jenen Autoritäten, ber tttattgefEjafte Bau am auffallend
ften, unb ber Unau2) nur etwaö weniger etenb auögeftattet feint.
Neuere Netfenbe fpvecfjett auf biefelbe SBetfe ibr ÃKitleib mit
tiefen Xf)iereit au£. 3Ãaf)renb, erhielt fte, anbere öterfuÃige
frei burcf) bte SBtlbntà fchwet\'feu, bangt baö gaitltbtev mit
feinen jlarfen Borberfi\'tÃen am Baunt, ein armeö, mtÃgeÃalteteö
©efcf)öpf, früpelhaft fowol)t, af$ ungeflaltet; feilte HinterfüÃe
ftttb gu furj unb fein £aar gleicht bürrern @rafe; fein Blicf,
ferne Bewegungen, fettt (Sefcfyret, 2ltle£ tft jammervoll, unb aB
wäre eö bamtt noch nicht genug, for feinem äöinfetn fott ber-
giger fcfjeu werben unb umfebreu. â Stefe ©d)tlbeumg ift nid>tö
weniger alö naturgetreu: ba£ gaulthier fatttt allerbtitgg nt\'cfjt
geben, wie bte anbeut BierfüÃer, fottbent e£ jtrecft feine Sinne ober
BorberfüÃe aus, ftammert ftch mit feinen Pfauen au bte Uneben*
betten beö BobenS, wenn e£ fatttt, unb fdjleppt ftch vorwärts.
Sarauf allein begeht ffd) nun ber Augbrud: \'/ber mangelhafte,
tterfrüppelte Bau beö $aulthterg." Erreicht eö aber einen Bwet\'g
⢠ober ©tamrn mit rattl)er Ntnbe, fo bewegt eö ftch rafcf); eà ftimmt,
bte Borberbetne über etitanber fe^ettb, an bett Bwet\'gen hinauf,
bt£ Ãe jufamntenüoÃett, unb fo öott Bwet\'g gtt Bwet\'g, fcott Baum
ju Baum; im ©turnt tjf es am lebhaftere», unb wenn ber Stitb
blä£t, bte Bäume ffd) neigen, bte Bwet\'ge fdjWanfen unb p*
fammenÃoÃen, bann tfl e3 auf bem $iarfd).
Sag ÃDiitletb jener $orfd)er mit £btcvctt, bte fte alö mangels
haft organiÃrt betrachtet, ift fehlest angebracht; ebenfogut fömt*
tett Ãe bt\'e ?aröe ber ©ommerfltege, Welche tnt ©umpf berutnfrtecht,
bemitleibeu, Weil fte noch nicht fliegen fatttt Sie ba£ Snfeft fei*
neu Xvteb jurn fliegen hat, beöor eö. alle feine Berwaublitugeit
burchlaufeu, fo ià fein ©runb jitr Mitnahme öorhanben, baà bett
^hieven eine Neigung, ein Snfiinft für gewiffe Bewegungen
1 Bradypus tridaetylus.
2 Bradypus didaetylus.
eingepflanzt fei), ohne bie eutfpredjenben ©erzeuge. Sluf beut
Bobett bewegt ffc£> baö gaulthter allerbingS langfam; feine fangen
2lwte unb untergefctylagenen stauen ftub xfjm babei ^mbevlicf);
aber ba, wo eö eigentlich ju £aufe iÃ, unter beit Baumzweigeit,
ftub Ãe t\'f)nt fefjr btenltcf), um ftcfy gutter, £>bbad) unb «SchuÃ
üor fetnett getnbett ju »erfchaffett. 3Bir bürfett bie tangfamen
Bewegungen ber Xfyeve nicht nach unferm eigenen @efitl)t be«
itvtfjetfeit. Sie ©cfywalbe ober ber glt\'egenfchnapper bewegen,
wemt fte etu Snfeft fangen, ben (Schnabel fo fd)ttell, baà wtr
bie Bewegung gar nicht fetjen, fonbern nur ben Saut h&rett.
9Ãte wollig anberS öerfdfjafft ftd) bagegeit baS Chamäleon fem
gutter! eS liegt ba, reguttgSfofer al£ baö bitrre ?aub, feine
£>aut greictjt ber ^ütbe beö BaumS uttb nimmt bie garbe ber
umgebenben ©egettÃättbe au; wäl)renb anbere Spiere im Verhält«
ntà gu ihren rafcfyen Bewegungen felbà aufgeregt erfchetnett, tfer«
rätl) baö runjlidjte @eÃd)t be6 <5f)amäleonö faum eine ©pur »Ott
Seben, feine Slugeutieber ftnb faum geöffnet, unb eS Ãredt feine
Sange fo uumerfbar fangfam gegen baS Snfeft auS, baà eö
Ãcherer gepacft unb gefangen wirb, alö burd) bett rafcfyeÃett
©rtff. Verfchiebene &(uere, bie fiel) öott Snfeften nähren, erreichen
alfa ihre Beute burd) berfd)tebene Littel unb Snfttnfte; bie eilten»
burd) rafcheö Begreifen, wöbet Ãe nicht entrinnen famt, bie
anbertt burd) fachte, lattgfame Bewegung, woburd) Ãe nicht
tterfcheucf)t wirb. Seit SorisS, ein Xl)ier attö ber gamtfte ber
, gaulthiere, fönnte man wegen feiner tangfamen Bewegungen
bemitleibeit, öerfchaffre er Ãch nicht gerabe l)teburcf> ben nötigen
Unterhalt. @r befd)letd)t bei 9iacf)t feine Beute unb Ãredt gegen
ben Vogel auf beut Bwetg feine Tratten fo unmerfltd) fachte aus>
baà er feiner Sad)e ööHt\'g gewià tà 1). ©erabe fo fried)t ber
Snbter, völlig nacft, baS £aav fttrj gefcfjoveit r bie £aut mit
gett etttgefd)intert, unter ber 3eltbecfe bitrcf), lattgfam wie ein
©efpenjl, unb ftrccft bie £>anb fo fachte auS, baà er uid)tS »er1
rücft unb fogar biejeitigeit, bie wad) unb auf ber £>ut ftnb, nicht
aufmerffant macht ©egett bergletcheit Siebe, fo erjagt man
unS, gibt eS fo gut wie feinen ©d)u§; unb fo mad)t ftcf) beim
ber 9J?enfch, getrieben vott ber ^Rotl) ober ber böfeit Suft, burcf)
Hebung bie Sijl ju eigen, weldje beit Stetere« alö Snflinft etnge*
pflanzt tjl; ober man fömtte fageit, unfere Vernunft bringt unS ba*
ju , bte unvernünftigen ©efdjöpfe nachzuahmen, unb eben bamt\'t
bie 9?othwenbtgfeit ber befonbent 3ttÃiitcte, wie ffe ttttö tit jeber
X^ierftaffe entgegentreten, bar£utl)utt. SSet bett Snfeften ftnb ffe fo
auffallettb, wie beim Soriö ober bem Evefyn be*
fcfjretbt bte liftige Seife, wie eine ©piimenärt (aranea scenica)
fliegen fängt //©aà bte glt\'ege," erjagt er, âfo weit weg, baÃ
bte ©ptnne ffe nfcfjt mit einem ©prange erreichen fottnte, fo
rücfte ffe auf ffe ju, aber fo fadjte, baà mau fo wenig eilte
wegung gewahr würbe, als am ©chatten auf einer ©oititennbr" *).
^tuÃd)ttid) biefer QJtuSfelbewegungen ber benterfe id)
nur noch, baà wir biefe Saitgfamfett für feinen Langel, fonbertt
1 (SS feilst weiter: â »SSewegte ftd) bie fliege, fo hielt bie ©ptnite
©djritt mit ihr, fo genau, alö befeefte (Te Sin @etf!, rücfwartS,
BorroärtS ober jur ©eite, o&ne fid) jtt bre&en. glog baö Snfeft
n"f unb lieg jid) hinter ber Sägerin niefcer, fo breite fie fld) fo
fdmell jsie t)gr ©ebcinfe um, immer mit bem Ãopf gegen bie
SSeute gefetzt, aber fdjeinbar fo reguttgSloS, wie einer ber 9?ägel
im £>0(se, auf bem fie faÃ; enblid), wenn jte ben gehörigen Ql6=
tfanb gewonnen, machte fie bli|fd)nel( ben entfdjeibenben ©prung
unb »erftdjerte jid) i^er Beute,"
vielmehr für eine befonbete Slnorbttung ber 9D?u£felfraft halte»
bürfett, ttttb gwar fcfjott be^£)al&, weil bei manchen Xhteve» bte*
felbett 9D?u6feltt, mittefffc bereit ftdfj tf)ve ©lieber faurn merfliclj
bewegen, anberemale fo fchuell wie eine ©prtttgfeber Wttfett
foitnen.
Buffoit itttn Ãef)t, wo von ben untergegangenen ^aulthter*
arten bte Nebe tji, biefelbeu aB Ungeheuer mit mangelhafter
£>rgaitifattou an, aB Berfuche ber Natur, bet welchen t\'hr 9)latt
miÃlungen; unb er fpricht bamtt attö, baà Ãe SBefeu gefchaffen,
welche efettbtgltcl) ü)v Sebett hingebracht, unb aB SOfrÃgeburtett
Wieberum auf ber 2tÃe ber Sebenbtgen auggeÃrtcheu worben.
Engter äuÃert fiel) eben fo ungünfitg über fte, wenn er von bett
gegenwärtig lebeubeu gaultbiereit fagt, Ãe haben iit ihrem Bau
fo wenig öoit ber thierifcheti £)rgamfattöu im Allgemeinen, ihr
Bau Ãehe fo fehr tut Siberfpruch mit betn anberer ©efchopfe,
baà er Ãe für ntcf)tg anbereS, aB für Ueberbletbfel einer mit bem
je&tgeu NaturfyÃem unverträglichen £)rbnung ber Stitge ^aftert
fomte, unb nach Sh^gletchen müÃeit wir tuB tut ©chooÃe ber
Erbe, unter ben Trümmern ber Urwelt untfehen.
Ste Thiere ber antebituvianifcheit SÃelt waren feüte6wegö
Ungeheuer, e» waren feine phantafttfchen Naturfpiele. ©te er*
fchet\'neu mB gräÃlich, gleich Traumgebilbeit; bei alte bem aber
paÃten Ãe ju ber Epoche ber ErbbtTbuug, iit ber Ãe lebten. 3cb
wüitfchte, bte Natnrforfcher hätten beit Bewohnern jener $rül;*
gett ber Erbe feine fo pebantifcheit Namen gegeben. 2)a treten
auf ein ^leÃofauruö , SchthDofauruö , 9)iega(ofauriB , .^läo*
faurttS, Sgttanabott, mehrere ^terobactyltB, einer mit furgent,
etn anberer mit langem ©chnabel, gasreiche ©chilbfröteit unb
$rofobtlle; unb btefe £btete würben gefunbeit unter Not)rarten
unb ©räfertt von riefenhaftem SSttchfe, unb unter einer £D?eitge
von 2ÃeidE)tl)ieren, Wie SlmmoiBbörner unb Nautilus, welche
int Bergleicl) mtt uttfeut heutigen von gewaltigem Umfang Ãitb.
Sittel weist barauf hin, baà btefe Thtere in feilten beeren
ober groÃen ?anbfeeit wohnten, baà bte Erboberfläche Ãcb noch
nicht gu ?anbböbett uitb Bergen erhob, baà ttocf) nicht abfchüfÃge
Ufer bte 9D?eerc einflieÃen, fonbent baà Ãe eben, moraÃtg unb
mit einer btdfen, neblichten Sltmofphäre bebecft war. Sehen wir,
Welcher klaffe bte eben aufgellten Xbtcrc angeboren, fo paÃt
btefer Buffanb üottfommen für ffe; ffe waren mit Schuppen be*
becft, fdE)Wamtnen im 2Ãaffer ober froren an bett Ufern umher;
eS gab noch feine Xhtere mit raffen Bewegungen, noch feine
Iftauböögel, bte auf fte nteberffteÃen; fur$, eS befianb baS ©leich*
gewicht swtfchen Vernichtung unb Selbfierhaltung, baS wir Jefct
unter ben fettbem gefdfjaffenen Spieren, mit unenbltch maumgfaf*
ttgen Snffinften unb Staffen jum Angriff unb jum @c()ttfe, ffcf)
erhalten fehett; benn SllleS brängt unS bte Ueberjeugung auf, baÃ
Säugtf)tere unb Vögel barnalS nocf) nicht beftanben. Ser 2D?enfcf)
»ottenbS hatte ffch, wäre er in jene ^ertobe ber Erbe üerfegt
worbett, in einem fetner ganzen Eonfiitution uttangemeffenen 3u*
ffanb ber Singe befmtben, wobei feine gdbigfettctt nicht hatten
jur Entwtcftung fommen fömten.
3öer in einer fchonett Sanbfdjaft beit XagcSanbrudb beobachtet,
fühlt gewiÃ, baà baS groÃe Schaüfptel ber 9aititr bte Duette
unferer angenehmsten Empftnbuttgen tff, baà jeglichem Söechfel
in ber AuÃenwelt, »om erffett Stchtffretf am Gimmel, bis bte
ganje Sanbfchaft mit Sudlern, SBälbern unb bligenben Saffern
offen bor unS baltegt, ein ©efüljt ttt unferer 35ntji entflicht,
unb bte 9?aturfcenen wechfeln nicht rafcher, als bte fte begleiten*
ben ©efühle in eittanber übergehen. Slll biefe Quellen ber Suff,
bte hetteve Suft unb ber fühfenbe 2£mb, haben fo gewià ihren
Urfputttg tn bett üerfchtebenartigen Verättbevungen, Welcl)e bte
Erboberflad)e erlitten, ats bte »errücften Schichten ihrer Trufte
S3ewetfe abgeben für jene Verättberttngen. Slttent nach ftnb wir
Sunt Schtttffe berechtigt, baà biefe Umwälzungen, ob ffe nun all*
mdt)ltg uttb ffufenwetfe, ober burch pföÃliche, ungeheure, auf*
etuanberfolgettbe Buchungen bewirft würben, nothwenbt\'g waren,
um Erbe $u bem Bnffanbe »orsubereiten, ber bett Gräfte»
entfpvactje, mit betten ber SDicnfef) auSgeftattet werben füllte , uttb
ber ihm bie »otte Entwicfluttg feiner Vernunft, Wt-e ben hoctifteu
®enuà mögli^ machte.
SSetractjtet ber SKeufd) bte Singe um ffcf) her unb bewerft,
welch genaues aserhältnià $wtffhen ben Eigenfchafteu ber äuÃern
SSefl, bte JpflBb. 2
©egenÃänbe" tmb Iber £f)ätigfeit ferner (Smnwerfjeuge, gwifchen
ben fo angeregten «Sinnen nnb bem 2Ãefen fetneS ©eiÃeö ob«
waltet, fo gelangt er jur @rfenntmÃ, baà er in bte £0?ttte etneS
herrlich geglieberten ©angen geÃellt tfl, baS burcf) eine 9?eif)e üon
allgemeinen @rbumwäljungeit für if)n ^bereitet werben, unb baÃ
ber innigÃe Snfammenhang f?errfcf)t gwtfchen feinen ©eiÃeSfräften
nnb ber materiellen 2Belt.
3m folgenben Kapitel betrachten wir ben Bau beS 9lrmö
ober ber »orbern Orrtremität in ber £fuer reibe, unb inbem wir
btefelben Xheile bei öerfchiebetteu ©efd)led)tern unb Slrteit »on
gieren bnrehgehen, werben wir fein\' auffallenbe gormberfchiebett«
Reiten fennen lernen. Sabet werben wir natürlich auf gewifle
über btefen unfern ©egenÃanb l)crrfd)eube 5lnÃd)ten D^ücfÃcljt
nehmen rnüfien.
2Bte bereite erwähnt, bte ©eologeit entbeeft, baà bte
gefchtchteten ©ebt\'rgSarten als regelmäÃig aufemattberfolgenbe
SMIbuugen ber (grbrütbe ju betrachten Ãnb, unb baà Ãcf) in ben«
felben Xbiere »on bbct)ft öerfchtebenem Bau eütgefchloÃeu unb er«
halten ftnben. 3n ben früher gebtTbeten (Schichten fornmen &biere
yor, welche, wie wir unö auSjubrüdfen pflegen, in ber üftet\'he
ber ?ebenbigett tief Ãehett; in l)6berliegenbeit (Schichten Ã\'nben Ãcf)
eterlegenbe Xl)iere »on groÃem Ãörperuntfang unb jufammengefets«
terern Bau; über ben, bt\'efe eierlegenben Reptilien einfchtteÃettbeit
(Schichten erfchetnen (Säugetiere, unb tu beut lofett, am wetteÃen
nach oben gelagerten (grbretch Ãnb bte Knochen beS 2D?aÃobon,
beS ?0?egathertum, beS 9?f)tnoceroö, beS Grfephanten u. f. w. be«
graben. Sie met\'Ãen ©eologen Ãnb babet ber Meinung, baà ber
SWenfdf) jule^t erft gefdjaffen Worbett fep.
Stuf btefe £l)atfacheit grünbet Ãd) nun bte ^fjeorte, welcher
gufolge wir Im* eine Xf)tei\'vett)e bor unS haben, wobei ber orga«
itifcf)e S5au nadh nnb nad) immer boHfommener wirb; bte erÃe
^raftänÃerung ber ^atur, heiÃt eS, reichte nid)t l)üt gur £erbor«
bringuttg beS £>öd)Ãen unb S3oltfommenÃen, unb erà ttt ber gülle
ihrer Ãraft entÃauben bte (Säugetiere. Sabet, müfiett wir nun
aber bewerfen: bie Schöpfung etneö lebenbtgen Xbterê, bie Se*
lebung etttcö Körpergerüjleö, ift au unb für ftd> eût Act einer fo
unbegreiflich groÃen Schöpferkraft, baà wir feûteèwegS sur SÃor*
auêfe§uttg berechtigt ftnb, eine Beränberung tu ber Orgamfation,
wie bte Anorbnung von Knoden unb ÃKnêfeïtt, ober bieEntwtcf*
luttg neuer Sütnorgane, fe$> eine f)bl)ere KraftäuÃerung jener
5D?acf)t. 3ötr haben wol)l bei Betrachtung beö Sechfetnben m ber
thiertfehen Statur eütett bejfertt güfirer, wenn wir anerfennen,
baà AlleS nach einem beftimmten platte angeorbnet ift, baà bt\'e
Xhtere, tfjr Körperumfang, ihre ©efonomte, ihre Organe unb
SÃerfjeuge ihren SebenSbebingmtgen augepaÃt fütb.
Sie 2-heorie Von ber jiufettweifett Vervollfommmutg ber orga*
utfeheu Sefen behauptet ferner, baö jufe|t ©efchaffeue, ber
SOîenfch, ftef)e hinfichttich ber Organisation nicht über bett attbern,
ja, feiner getfligen Kraft beraubt, flehe er unter bett Xbtereu. So
Wenig ich gefottnen bût, ber î^fjcovte von ber at£mä{)ficf)ctt Eut*
wteffung unb SServoltfoinnmuttg ber Organisation baê Sort jit
rebett, fatttt tch jene Behauptung boch nicht sugeben. Ser teufet)
ftet)t hinfichttich ber Organtfatton â ber K r a f t ââ baburch über
bett Xtnereit, baà if)m bie gabigfeit atterfchaffeu ift, fein ©efd)(cd)t
in allen Elimaten fortsupflansen, von bett Verfd)iebeuarttgflen 9fïab*
rimgêmittcln ju leben, unb baburch ferne hohe Bestimmung su
erfüllen. SDîatt bringe bagegen bie fräftigflett Xl)iergefchlechtcv auê
bett ^otartänbern unb benXropen irgenbwo üt ber Wlitte auf einen
spunft jitfammen, fo gehen fte su ©runbe, fo wenig ift ihre Eon*
flttutton auf folchett 2Bed)fel beredjnet. Saà ber ©raub ber Ueber*
legenhet\'t beë SOîenfchett in feinem ©etfle liegt, nicht bloê in feiner
förperltchett Auëflattung, îft allerbtttgö wahr; aber im golgenbett
werben wir fel)en, wte bte £anb alle Serfseuge erfegt unb t\'hn
burch baê genaue VerhältniÃ, tn bem fie mit ber getfligen Kraft
fleht, sunt Gerrit über Alte macht. Ste liefert bett legten unb befielt
Beweis für baS ^rittsip, Wornad) AlleS auf etnanber berechnet
ift, für bas Prinzip, woburch bte Schöpfung als eût groÃer sptau
erfcheint.
5Btr begegnen noch einer anbern Behauptung, uemtich , bte
Verfchtebenheit ber £f)tere unter fid), fofern Ãe auf ein urfad)lîd)eé
Verf)ältutà gwifchett ber Btlbmtg ibrer Organe unb ber Siotbmen«
btgfet\'t beS ©ebraucf)S berfelben fjmrt>eifett fotte, fet) fein Beweis
für einen \'JJIan beS ©djöpferS; nnr bie tlmÃänbe, in welche tote
Spiere i>erfe£t werben, fepen Urfacfye jener VerfdÃebenhett. 25er
Einfluà biefer ttmÃänbe, fagt man, f)at bnrcf) bie Sänge ber Seit
ein anfängtief) einfaches Ztyex zu einem im Bau compltjtrfert gemacht.
SBÃtv befprechen biefen ^mtft erÃ, wenn wir bie ££)atfad)eit öor
uttS haben, unb biefe Werben für ftcf) fefbÃ, ohne baà eS groÃer
Beweisführung bebarf, jene Behauptung tn ihrer Siichtigfeit feigen.
3ch erwähne hier noch einer 2tnÃd)t berjenigen 9Jaturforfd)er,
welche Ãcl) barüt gefaÃten, bie Verfd)iebenheiten im thierifchen Bau
auf allgemeine @efe(3e jurüdguführen. ©ie behaupten, int Wittel*
puttft beS thierifd)en ÃörperS äuÃere Ãd) wenig Steigung zum gor«
mettwechfef, Währenb unS tn bett Grrtremitdten fef)v auffaltenbe
Slbwetchungen begegnen. â bieà ein @efe£, fo ià nichts mehr
barüber ju fagen, bie Unterfud)ung hat ein @nbe. 3d) behaupte
aber, ber SlttSbrucf tà ganj unangemeffett, er ià unnöthig, unb
nod) etwaS ©chltntmereS, fofern er bie Unterfuchuug abzufdjneiben
gebenft 2X5aS bebeutet benn biefe gorm»erfc()icbenheit in bett
tremitäten, unb biefe öerhältniÃmäÃtge ©letchförmigfeit in bett
mittfern ^arthieen beS ©MetS? Ste ©adje erftärt Ãd), wie mir
bunft, baburd), baà bie Ãentralthetle, worunter man ben ©d)äbef,
ben üÃücfgrat unb bie kippen tterÃebt, in ihren Verrichtungen
unöeränbertich, bte (frtremitäteu bagegen einer Spenge öerfchtebe«
ner äuÃerer Verhältnis angepaÃt Ãnb. Ser hintere Streit beS
©cfyäbelS hat baS ©el)trn, bie SBirbelfäule hat baS 9?ücfeitmarf
git fchüfcen, bie kippen haben bem 2ltf)mungSproceà $u btetten.
äÃarurn folltett wir bei biefen Steifen gornwerfchiebenheit erwar«
ten, ba t\'hre Verrichtung überalt biefefbe bleibt? Sfber bieBilbung
ber ©djulter muà eine öerfd)tebene fepn, weil eS auch ihre Be«
wegung iÃ. Sie Knochen unb ©elenfe ber ©lieber rnüÃett ihren
»erfchiebeneit Verrichtungen entfpredhenb gebilbet fepn, unb mehr
als Stiles anbere, müffett £anb« uttb guÃwurget unb gtttger«
glteber Ãd) »eränbern, um baS ©lieb zu feinen »erfchtebenett gunf--
ttonen fertig zu machen. 3à eS nicht befriebtgenber, Ãd) öou ber
Uvfarfje folcf) merfwürbtger Einrichtung Nedjenfchaft gu geben, alg
Wog gu fagcn, eg fe$ ein ©efe&?
Noch befielt eine 2lttftd)t, bte bcn ?efern, Welche bt\'e neueren
naturgefd)td)tltd)en Serfe feitnen, int folgenben Ãapttel ffcfj auf*
bvängen wirb, bt\'e Attftdjt, nad) Welcher bfefelbett Elementavtheile
allen Toteren gemetnfchaftltd) fmb nnb bt\'e Begebenheiten int
Bau nur von ber BerfeJjung btefer Elementarthetle herrühren.
3d) für meine ^erfott bin lebt\'glt\'d) nt\'d)t im ©taube, in bt\'efeg
©Aftern foweit einzugeben, atg eg, nach ber Bereicherung feiner
Urheber, confequent gu verfolgen feijit folt. Senn td) mid) ba*
gegen fe£e, fo gefcbtef)t eg, Weil td) eg atg einen Seg betrachte,
ber gu h&d)à flet\'nltcbett Uitterfuchungeu führt, unb beu ©eift von
ber Sahrhett abteuft, Von jener ©ctjluÃfolge, gu welcher td), td)
geflehe eg, bett Sefer gerne bringen möchte. 25od) auch von tiefem
*Pmtft fann erft bei ben einkitten fallen bie 3?ebe fetm, unb wir
fommett fpater wt\'eber barauf gurücf.
Drittes üajritcl.
IHe nerjjUtdjento 2Uiatmmc tfei* £jattcr.
Bei btefer Betrachtung haben Wir eg t\'m (irengjlett ©t\'ntt beg
Sortg mit einem © t; fit e m ju tbttn. ©ämmtti^e Snbt\'vibueit in
ber groÃen Abteilung beg Tbtcvretd)g, welche Wir hiev burchgu*
gehen haben, befreit einen ©djabel gurn ©d)U§ beg ©ef)trng, ein
£erg , unb banttt einen etgentbümltchen Ãret\'glauf, unb fünf unter*
fchtebeite ©tnnorgane; aber bt\'e j£aupteigenthümlid)fett, woher
eben bie Benennung Stvbeltl)iere fommt, beftel)t int Dtücf*
grat ober ber Sirbelfäute, jener Net\'be übereütanberltegenber Ãno*
eben, welche Ãopf unb Ãörper gufammenbalt, unb vott welcher,
wie von einem $t\'el, bie Nippen attggehen, woburd) Ãe bte ©runb«-
läge beg gangen Slthmunggapparatg wirb.
Sie beret\'tg gefagt, befd)ranfen Wir ung auf einen £beil bt\'efeg
compltcirteu Bang, Wt\'r nehmen bte vorbere ©liebermaÃe babou
heraus unb betrachten bie Slnorbmmg ihrer ^heite burch bte ganze
genannte Shierreiche. $Ãtr betreiben fte, wie fte beim SOJenfrf)en
tft unb bei ben oberjten £t)teren, benjentgen, welche ihre Suttgen
fangen; wie fte ift bei benen, bte ftcf> burch ©er fortpflanzen, bei
SSogetn, Reptilien, $tfchett; wir werben bte Knochen, welche burch
gewijfe gemetufame Eharaftere als ein unb berfelbe, ju »erfchie1
benen Bwecfen »erwenbeter Ãttochen erfchetnen, burdj bte ganze
9?et\'he »erfolgen, »on ber 50?enfct)enbanb bis zur §lo|fe. 2Ãtr be*
trachten fte bettn Maulwurf, wo fte zu einem fraftigen ©rabwerf*
geug »erbunben erfchetnen, mitteilt beffen baS Xtjier unter bem
Bobett ftch feinen Sffieg gräbt; wir zäbteu jeben Knochen int gtügel
beS SlbterS unb fehen, wie fte für ein neues Element angeorbnet
jmb, fo baà ber gtügel ftch fo ft\'äftt\'g in bte Suft fchwtrtgt, als
bt\'e gtojfe beS ©atmen baS ©affer peitfrf)t; ber »olle £ntf beS
spferbS, ber gefpattene guà beS SöteberfäuerS, bte £a£e mit ein*
jiehbaren Tratten beim Ãagengefdjtecht, bte langen jurücfgefchla*
genett S^ägel beS gaulthterS treten auf unter ben mannigfaltigen
^Ãobiftfationen in ber Slttorbitung jener jfnocheufette, welche beim
SCRenfdjen ben »erwicfetten Bewegungen ber jpanb bteut.
3Bäre eS meine Slbficht, ben ©egenftanb etementarifch zu be*
hanbeltt, fo würbe ich mit ben ntebrtgften Xhterett beginnen unb
befcfyretben, wie bte Ãnocbeit ber »orbern Extremität nach unb
nach bet ben hohem Xhiereu bem menfcfjltcfyen Slvm ähnlicher wer*
ben unb ju immer mannigfaltigem Bwecfen »erwenbet werben;
ba aber mein 3wecf nur allgemeine Belehrung ift, fo beginne ich
mit bem menfdjltchen 2tnn unb betrachte feine einzelne Steile. 3u
biefem 3wecf thetle ich baS ©tt\'eb tn bie ©chutter, bett Slrnt, bte
jpattb, unb befpredje jebe tiefer Slbtheiluugen mit Bezugnahme
auf ihren Bau bet ben £hieim
Dou iw 0d)ultcr,
Betrachten wir tn Bezug auf unfern »orltegenben 3wecf bie
tneufdjfidfje ©ejlalt ober baS menfdjftche ©feiet *), fo fällt uns
1 gig. I- jeigt bett SSrufiPaften iittb ben 2lrm be3 Sttettfcfyen ne&jt bem
betreffettben ©tücf ber Sirteffäute.
guerà bte ©tärfe itnb ^efitgfett ber untern Extremitäten ben obern
gegenüber auf. Ste untern ©lieber Ãttb nicht altem langer unb
ftärfer afö bei irgenb einem £f)iere, auch ba» Beelen ià weiter
uitb ber £alö be£ ©chenfelbetnö fchiefer geÃellt. Auch ber AbÃanb
ber groÃen gortfätje am obern Enbe ber ©chenfeKnochen (ber fo*
genannten Trochanteren) von ben ©etenfh\'6t)Icn ià bebeutenber afö
bei irgenb einem ©äugetf)ter. Sie ©tärfe biefer Ãnochen, bte
©röÃe ihrer gortfä^e, bte groÃe $?afje ber ÃftuSMu an ben ?en*
ben unb Ruften, bieà Alles* gufammett unterfcheibet ben SOienfcheu
»on jebern anbern Thier ; baburch ià ferne aufrechte ©tellung be*
bingt, unb gugletcf) behält er babet bte Arme völlig frei für feine
ÃunÃfertt\'gfeit. Betrachtet man bett menfchenäl)nltchÃen, aufrecht
gejetchneten Affeit, fo Ãel)t matt gleich, baà fein Beelen ober feine
Ruften gur aufrechten «Stellung gar nicht gebaut Ãttb, ober baÃ
er Ãe boch nur vorübergebenb annehmen fann. Sie Ãarfen, bor*
fprtngenbeit Schultern, unb bte barauö ^eröovget)enbe vterecligte
©eÃalt beö NttmpfeS Ãttb m\'rfjt tm\'ttber begetchnenb für ben 5D?en*
fchen, a(y bte ©tärfe ber Ruften; Ãe weifen auf bte freie Bewe*
gttng ber £attb bin.
!don Iten i$ict)uUrrknorl)en.
Sie ©chnlterfnocheit, ba6 heiÃt bte Knochen, mittelà Welcher
bte obere Extremität an ben Numpf befeÃtgt iÃ, unb von benett bte
an ben 2Jrm unb Borberarm verlaufcuben SCRuSfettt entfprtugert,
Ãub einfach, wenn mau Ãe am 5D?enfchett, ober bet irgenb einem
Thiergefchlecf)t für Ãch betrachtet; umfaÃt man aber tu ber Be*
trachtuug bie gange Sftettje ber $Ãtrbeltl)iere, fo wirb bte ©ache tu
hohem ©rabe verwtcfelt. sÃef alle bem ftuben wir aber, baà Ãe,
tro§ ber auffallenbett $ormveränberungett ber benachbarten Theile,
ihre eigentümlichen güuftionen beibehalten. Beim Stftenfchen Ãef)ett
Ãe tn unmittelbarer Berbütbung mit bem groÃen AthmungSapparat;
bei anbern Tl)iereu aber Ãnb, wie Wir fehett werben, bie Nippen
gleichfant gurücfgegogett unb bie ©chulterfnochen, bie ©rttnblage
ber Ertremität, burch einen uterfwürbtgen 30?ecbam3muS fo an*
9elegt, baà Ãe ihren Sienà Verrichten, ohne vom BruÃfajteu
unterÃü|t gu werben, Soch wir gehen für jefct nicht tiefer trt
tupfen ©egenftanb ein, fonbern bleiben öovcrft bei bern Sefanntern
unb Seichtem fielen, bei ber menfchlichen ©cbulter tm Vergleich
mit bev ber ©äugetl)iere.
\\)om öftylitssflbnn 1).
SaS ® dj lüfte Ib eilt ober bfe Clavicula ift ber Knochen, ber
oben quer herüber vom Bruftbetn an bi\'e @pt|e beS ©chulterblattS
lauft Siefer Knochen tragt fet)r viel gum vierecftgten Umrià ber
23ruft unb gut- freien Bewegung ber £anb bet. ES hält bte ©chul*
fern von ber Bruft entfernt unb leitet bi\'e SBtrfung ber au bett
Rippen entfpringenben SKuSfeln an ben £>&crarmfttocben, ber
fonfi einwärts gebretjt würbe unb ben obern beS Rumpfes
SufammeupreÃte.
©eben Wir von ben Bewegungen ber vorbent Extremität bei
»erfchtebenen £bterctt auS, fo fehett wir, warum btefer Knochen
bet beit einen Pollfommen auSgebitbet ift, bei anbern bagegen gättj*
lieh fehlt Welche fliegen ober graben ober flettern, wie
glebermäufe, Maulwürfe, ©tacbelfcbweme, Eichhörner, Amet*
fettfrefjer, ©iirteltbiere, gaultbieve, haben btefen Knochen, benn
ju jenen ©efchäften bebarf eS einer fettlichen ober auswärts ge*
richteten Bewegung, ©o hat bt\'e Vorbere ©ItebntaÃe auch bei ber
Ka£e, beim £>unb, beim SDtarter, beim Bären itt gewtffent ©rab
eine freie Bewegung; fte greifen mit ber £a£e unb bref)en baS
^anbgelenf in höherem ober geringerem ©rabe, unb bereit baber
ein ©chlüfelbeitt, wenn auch ein utwoflfommeneS. Bei manchen
berfelbett, felbjt beim Soweit, ift ber Knochen, ber bte ©teile beS
©chlüffelbetuS Vertritt, fehr unvoltftänbig; er hangt jwar mit
bem Schulterblatt gufammen, erreicht aber baS Brujlbettt nicht;
er ffeeft ittt gfetfd) unb jiellt nur ein Rubiment beS Knochen vor.
Aber troij, btefer Unvollfiänbigfeit weist er barauf hin, baà auch
1 gig. Ii. A. ©aS obere, breieefigte ©tiief beS «Brufibetn«. â B. B. £)ie
©c^üffelbeine. â C. C. Sie ©ctjulterbfätter. â D. ©er fogenannte
rabenfdwabctförmige gortfafc be$ ©cf^ulterbfatts. â E. fo»
genannte stcromion te$ ©chulterbfattö, welche« bie ©djutter&ö&e
tifbet
2lrnt unb ber (Schulter eutf^recfjeit, unb auf eine auSge1
betontere Bewegung jener, ÃÃeitn ber Bar aufrecht fiel)t, fo fe§e«
Wir au fetner unbehülffichen «Stellung unb ber Bewegung feiner
£a|ett, baà bte Knochen ferner »orbertt ©ItebmaÃen gang anberS
gebtlbet feint mitffen, als beim ©ieberfäuer ober beim ^ferb.
fattn fernem guhrer ben £ut »om Ãopf nehmen unb ihn galten,
er fattn ein Xt)ier su tobt brüdett. Der Slmetfenbär befottberS
hat, ba feine Bahne fehr mangelhaft Ãnb, eine auSnehmenbe
Ãraft in feinen groÃen £a|en, unb er quetfdjt, fo harmlos er
fonà tÃ, fernen geittb, ben Saguar, zu tobt. Dtefe Bewegungen,
wie bte gäht\'gfeit ju ftettent, Ãnb bebtngt burcf) ben Bau ber
(Schulter ober burch baS Vorhanbettfepn eines, wenn auch mttfoll«
fommenen (SchlüffelbetttS.
Söertrt baS (Schlüfielbeüt beim 93?eufchett am auSgebifbetÃen tÃ,
unb baburch bem Umfang unb ber Freiheit ber Bewegungen feiner
£>anb entflicht, fo tà eS bei ben Spieren, wefche graben über
fliegen, wie beim SKauiwitrf unb ber gtebermauS, öcrhaftitt\'ë
mäÃig am fängÃen unb ftarfÃeu.
@o wunbertich unS ber Bau beS Känguruh »orfommt, fo
fefjen wir bod) aud) bei btefern 2()tere ein beÃimmteS Verl)ältntÃ
jwifchen ben @rtremitaten. QsS fi|t auf feinen Ãarfen £tnter*
beuten unb feinem (Schwang, wte auf brei gttÃen, »oltfommeu
feft, unb feine Vorbertatjen Ãnb frei. hat eilt (Sd)füÃef£>ettt,
unb mit biefem Ãnodictt unb ben bemfelben entfprecheuben Be*>
wegungen ià eS nicht Wehrlos; beim cS padt mit feilten »orbern
@rtremitäten ben ÃarfÃen £uub, jieht bann feine Hinterbeine
herauf, bohrt bte fritjigen ijntfe berfetben beut getttbe tu bett
Setb unb reiÃt ihn in «Stüde. @S tà nicht fehr flüchtig, eS hat
Vüeber Börner, noch Hähne, noch Ãralleit, unb erfcfjetnt und
»01% wehrlos; bei alle bem hat eS, wte wir fehen, bte Statur
nicht ohne SfÃafen gelaÃen.
Durch nichts fann mau Ãd> beÃer überzeugen, baà bte ©eftalt
eines £f)eitS »Ott feiner Verrichtung bebütgt wirb, als burd) Be*
trachtuug beS (SchlüÃelbeinS unb beS (Schulterblatts ber Vögel *).
1 Sig. III. jieilt ba$ ©feiet eine« CftautoogelS unb einer dibecfyfe »or.
Srei Knochen ttereinigen ftcf> hier pm ©djultergelenf, 6er ©abel*
fttochen (furcula), baö Scbtüffetbcin mtb baö Schulterblatt; aber
ferner- »on ihnen gfetc^t äuÃerlich beut, was matt fo nennt SaS
(Schulterblatt ift baS fange, bünne, mefferfltugenförmtge Sem, bas
©chlüffelbetn aber baS ftärfere Ãnochenfiücf, baö am Sruftbein ein*
geteuft ift; fomtt wäre ber ©abelfnochcn ein neuer, eigenthümlicher
Zt)dL deiner Slttftcfjt «acF> aber entfprtcht baà ©abetbein, ber Ãtto*
eben, ben wir beim £raufchtrat »on ©eflügel herausnehmen, nach*
beut bte $füget weg ft\'nb, nach ©eftalt unb Stellung bent Schlüffet*
bein, unb ber fiarfe, gemeiniglich Stfffüffetbem genannte Jfrtocben
gt\'ft mtö bann für ettten gortfaö beö unregelmäÃig gebttbeten
(Schulterblatts. Sem fei) aber, wie tf)m weife, bewitnbernSwürbtg
ifi bte Setfe, wie bei ben Vögeln bte Ãnocfjen gebitbet ftnb, um
baö Scfjuftergetenf mögltchfi p »erftärfen unb £)berflarf)e pr
Befestigung ber bte $lüget bewegenben StKuSfeln p gewinnen,
Etgentbümlich ift ferner bei ben Vögeftt, baà ftcf) tfjre $fügel
nicht abwecbfefnb bewegen;.bt\'efe ihre Extremitäten, wie wir fte
immerf)in nennen fbnnett, bewegen ftcf) beim fliegen ftetS p*
gfetcf), itttb barum ftnb bet tfjiten bte beiben Schtüffefbet\'ne p
bem einjigen ©abelfuocfjen »erfchmotsen.
Dom Schulterblatt.
Sürth Betrachtung beS Schulterblatts lernen wir ben Ein*
ftuà ber Scf)ultcrfttocf)en auf bte Bewegungen ttttb bte gfüchtig*
feit ber £f)tere noch beffer fenneit. Sa» Schufterbfatt ift ber
flache, breieefigte Knochen, ber hinten auf ben Seppen liegt unb
mit SSJiuSfeln gepoljtert tft. ?(n feinem »orbern Stufet beftnbet
ftcf) eine »ertiefte flache, bte ©elenfhohle ober Pfanne für ben
SDberarmfnochen. SaS Schulterblatt »erfcluebt unb bret)t ftd)
mit jeber Bewegung beS SlrrnS. Von atten Seiten, »om $opf,
»out 9?itcfgrat, »ott ben Dftppen, ttorn Sruftbein laufen bte
SDJuSfefn gegen baffetbe pfammen, unb btefe, wenn fte nach*
etnanber in Strfttng treten, brehett baS Schulterblatt unb heben
bett 2lrm tu jeber Sttchfung, Strien alte 5DcttöMit prnat, fo
ftrtrett fte ben Knochen unb heben entweber bie kippen pm
Slthemhölen ober fpannen baö ganje ©erttfte beS Rumpfes an.
E^e tcf) mich über beit Einfluà her Schulterblätter auf bte
Bewegungen her Arme Wetter verbreite, gebe tcf) ein Betfptel,
Ate Bewetg für eine wichtige Berrtcf)tung, welche ihnen obliegt.
Scf) hörte von einem armen Suttgen von vierzehn Sahren, her
ohne Arme geboren fei), ünb unterfuchte ihn. 3et) fanb, baà er
Wtrftich feine Arme, aber ©djlüffelbetne unb Schulterblätter
hatte. Steà td) ben Sungett etnathmen, fo würben bie ©chultern
htnaufgegogen, bag heiÃt, bie Schulterblätter fttegen bütattf,
ftxirteit ftcf) unb gaben bte fünfte ab, von wo bie breiten Bruft*
mugfeln ait bte Nippen tiefen, um btefe gunt Att)men aufzuheben
unb auggubehneu. Sir wollen ung btefe boppette Berrtchtung
beg ©d)utterblattö unb fetner Mugfeln merfen: wabrettb Ãe bte
eigentliche ©ruubtage für bie Ãnochen ber vorbern Extremität
abgeben unb niemals bei einem Thier fehlen, baà ettvaö beÃijt,
wag auch nur entfernt einem Arm gleicht, ià bag ©chulterblatt
ber Littel* unb ©tüfepunft für bie Nefpirattongmugfeln unb
tl)ut ferne ®tenÃe atà foteher, wenn gleich gar feine Extremität
ten vort)anben Ãnb.
Sir fehen, baà nur in gewiÃeit Tbterflajfen bag ©chulter*
blatt mit beut Nurnpf burd) Knochen, nämlid) nüttelà ettteg
©chlüÃelbetng Verbunben iÃ, unb ein Heiner Einbrucf an einem
$ortfa£ beg ©chulterblattg, baà ber ©eofog in fofÃlem 3«fianbe
Ãnbet, weiÃt ihn fotnit barauf bttt, welcher Ãlaffe baà Thier
angehörte. 3um Betfptel, eà würben ttt unfer ?attb Ãitodjett
vom 9)Zegathertum gebracht, einem Thier, baà gröÃer alg ein
Elephant gewefen fet>n muÃ; von ber vorbern Extremität ià nur
baà ©chulterblatt vorhanben, unb am Enbe beg fogeitanntett
Acromtott geigt Ãch an biefetn Knochen bie ©pur vom Anfa£ etueg
S chlüÃelbetng. Sieà gibt unà Sicht über bie gange Befchajfenheit
ber Extremität, fofern eg barauf hinweist, baà ihre Bewegung
eine fef>v freie war. Aug anbern llmÃänben laÃt Ãd) fobattn ab*
nehmen, ob btefe auggebehnte Bewegung bartn beÃaub, baà bag
Shter mit feinen mächtigen flauen in ber Erbe grub, wie manche
fogenamtte gahnlofe Thtere, ober bamit gerrte, wie bag Ãagen*
gefd)led)t.
Bon befonberem Sntereffe ià bie Sage beg ©chulterblattg beim
$ferb. Bei ihm uttb anbertt VierfüÃern, mit best oben angegeben
neu SluSnahmen, ftitbet fTcf) fem ©chlüÃelbetn, «üb bte Verbtn«
buttg gwifchen beit ©fiebern nnb bem Stumpf wirb allein burd)
SftuSfefn bewirft. Der fogenauute ©ägemuSfel (m. serratus
magnus ), ber audf) beim 5D?enfd)en bebeutenb groà iÃ, erfcfjeint
beim ^ferbe befonberS Ãarf; bemt baS gange ©ewid)t beS JftumpfS
hängt an biefem SfKuSfeL Beim ^ferb, wie bei ben meiÃen Vier«
füÃern, hängt bte ©chnelltgfeit beS SaufS »Ott ber Kraft ber
Senben nnb ber hintern (Sjctremitäten ab; benn bic bortt\'gen SEftuS«
fefn Ãttb eS, bnrch tt>efd)e baS Xhier »orwärtS gefchobeit wirb,
äöaren nun aber bte »orbern ©lieber feà bnrch Knoden mit bem
Rumpfe »erbunbett, fo »ermöchten Ãe bem ©toÃe, bett bergab
baS gange fortgefchobene Körpergewicht nadh »orwärts ausübt,
nicht gu wiberÃehen; nnb wären Ãe felbà fo Ãarf gebifbet, wie
bte hintern ©lieber, Ãe müÃten gerbrocfjert ober »errenft Wer«
ben. Bet äffen VierfüÃern, welche fchneft faufen ober im ©prunge
weit auSgretfeit, ià bafjer bte nicht genug gu benmnbernbe @in«
rtchtung getroffen, baà Ãcf) burch bie refatwe ©tellung ihrer
Knochen ein elaÃtfchet* SfötberÃaub bitbet, woburch beim bergab
Saufen ber ©toà »ermütbert wirb.
Betrachten wir bte ttorbern Orrtremitätenfnochen beS ^PferbeS
(gig. IV.), fo ftttben wir, baà baö (Schulterblatt fcfÃef att ber
Bruà Hegt, ber Oberarmfnochett fcfÃef gegen baS ©chutterbfatt,
unb bie Vorberarmfnochett einen 9Ãtnfef mit bem Oberarm btfben.
SBären btefe Knochen mit ihren (£nbcn tu geraber Sinie unter etit«
anber »erbunben, fo pffangte Ãch ber ©toà beim Abwärtsgehen
Wie burd) eine feÃe ©äufe fort, unb bte Knochen beS guÃeS ober
bie ©elenfe müÃten »on ber (5rfcf)ütterung feiben. 2ötrb ber
Leiter »orwävtS auf bte £>änbe ober gar auf bie ©chutter ge«
Würfen, fo gerbricht baS ©chlüÃelbettt, weif beim SKenfchctt btefer
Knochen ©chulter unb Stumpf feà »erbtnbet nnb bafjer ber »olle
©toà auf ihn wirft; unb baffetbe müÃte beim ^Pferbe gefchehen,
beim ötvfd), uttb äffen fef)r fräfttgett unb babet flüchtigen Vier«
füÃertt, Wenn ntd)t bte Schulterblätter nur burd) SERuSfeltt, itidjt
aber burch Knoden befeÃigt wären, uttb bte Knochen nicht nach«
gäben unb Ãch gufammenbeugten.
Ser Sofe\'i) fäbrt mît ber £anb prüfenb am £>alfe etiteê ^fer1
beê herunter uttb fagt: ,,baê ^ferb hat eine plumpe Schutter,
eë taugt nicht jurn Saufen." Er hat recht, er faÃt nur bte
Sache fatfch auf; nimmermehr ïanrt bt\'e Schutter gu fehr mit
5D?uêfelit belaben fei)it, beim im 2Dîuëf et liegt ber Duell ber Se*
Wegung uttb ber Kraft Saö ber 3ofc9 fP«rt unb worauf er
feinen Ausspruch grünbet, baë ift ber rafche Uebergang »om Shalê
jur Schutter, wo bei einem Rennpferbe eine fanft wellenförmige
gleiche feint foltte. Siefer Abfa|, biefeê Borfprtngeit ber Schulter
rührt baher, baà baê Schulterblatt gu aufrecht fleht; liegt es ba*
gegen fchief, fo bilbet ftch bie fchräge, leichte Schulter. Eine auf*
rechte Schulter ift baS Kemtgeicheit etneê ftolpemben ^pferbeS ; bie
Schulter fpt\'elt beim Vorfeljen beê guÃeö nicht leicht genug.
Sei einem ©liebe hängt bte Kraft, wo nicht bte gret\'bett unb
Schueltigfeit ber Bewegung von beut Sinfel ab, unter welchem
bie Knochen gegen etnanber liegen; benn hiernach öornetnltch richtet
ftch ber Anfa£ nnb bamtt bte Ãvaft ber SDîuêMtt. Sir Wi\'jfett,
unb föntten uns jeben Augenblick baöon überzeugen, baÃ, wenn
ber Arm auSgeftrecft ijt, wir nicht viel Kraft haben, ihn gu
biegen, baà aber, biegen wir ihn einmal, bie Kraft immer gtt*
nimmt ; unb bteà fommt baher, baà bte auf bett Kttocheu wtrfenbe
Kraft eine anbere Richtung befommt, ober mit anbern Sorten,
Weit bie Sehne beS 9JÃUSMS ftcl) fenfrechter gegen bett £e£>et,
b, h- ben Knochen (teilt Siegt ein Schulterblatt fcfjfef ri\'tcfwärtS
( gtg. V. ) *), fo Wtrfen bte ÃRuSfeln, welche voit bemfelbeit
ait beit ©berarmfttocheu gehen, fräftt\'ger auf ledern. Sir bürfett
nur baê ©feiet beê Elephautett, beS Ochfett, beö Eleuntbterê
ober beê ^trfctjeô betrachten, um biefett Sa£ betätigt gu fehen.
Siegt baS Schulterblatt fchief, fo famt eë ber groÃe SägemttSfel,
ber ftch von ben Rippen auö an fein oberfieê Enbe anfe£t, fräf*
tt\'ger brehen. Bilbet eë einen rechten Sinfel mit beut Oberarm
(wie gtg. V. B.), fo Wtrfett bie ftch gu leiderem (bei Ã.) er*
1 gig. V. A (Schulterblatt. â E. Dfcerartnfnodjen.â B. gortfaê beê
Sberarmfnoctjen. â C. SSorfprung ober Olecranon bes exogen2
beinê. â D Speichenbein.
ftrecfenben ÃJhtSfeln fraftttoller. Uttb nad) bemfelbett ©vunbfag
fïeigert ffdE), wemt auch ber ©berarnt gegen SîabtuS unb Ulua,
bte betben Sorberarmfnochen, fd)ief liegt, bte Kraft beS bet C,
am fogenamtteu £5tecranoit ftcb anfegenben ÃSftuSfetS. Ueberbaupt
wirb bitrch biefe ©telïuitg ber obéra Knochen ber »orbern Ertre*
mitât fowof)l an Kraft als an Etafïisitât gewonnen. £5aS fprm*
gettbe £t)ter fatttt baburd), inbem eS fiel) »orWärtS Wirft, weiter
auswerfen, unb lauft boefy feine ©cfahr babei, weil fétu ©ewicljt
nur fanfit abwärts brüeft. Ein aufred)t(M)enber ÃOîenfd) famt
nicf)t auf einmal auffprtngen ; er muà fief) erft m\'eberbeugen uub
bte Knochen fetner Beine ettteit Stufet machen lajfeu. Slber bte
Stutitopen uub anbere fdjeue Xl)tere ber 2lrt fottuen t\'m Sauf ptb£#
licfj aufbringen, etn weiterer Vortheit ba»on, baà tf)re Knoden
auch w ber Dïtthe fd)ief gegen etnattber gelagert ftttb.
gt\'g. VI. fmb stielte »on bett ©feteten beS Eleganten uub
bcS KameetS. 3>r SÃorbetfttà beS erftern ifï ut feinem Bau ftd)t*
bar baranf berechnet, baS fchWere ©eit>tdl)t beS £t)terS su tragen,
Wogegett ber $uà beS EameetS ben auffalleubfteu Eoittrafï btlbet.
©Otiten wir bte Knochen fo gewaltiger Ztycxt, wie ber Ete*
phant, mit einem SauÃtyt »ergleichen, fo wäre eS ber egppttfche,
ober noch mehr gleichen ffe ben c^clopifchen dauern mancher
alten ©täbte; Ãe ftnb plump unb formlos, uub überetnauber gc»
thürmt, als wären Ãe nicht fowohl jur Bewegung, als »telmehr
btoS jum fragen ber Saft beftimmt.
Senn wir btefe Betcbttttitgen ( $tg. Vf. ) »ergletchett, fet)ett
wir ferner, baÃ, wemt ber £)berarmfnochen fd)t\'ef gejtetlt ift,
er nothwenbt\'g fürs fe9u muÃ, fonft fommt ber $uà 31t weit nach
hinten ju ftehen, fo baà Kopf uttb ^»alS jtt weit »orfprtugen.
Ein furjer Oberarm ijt eilte »Qaitptfache bei einem Uferte ;
unb nicht allein alte flüchtigen ©augett)tere, aud) Söget mit lang
auShalteitbem gtug, wie bte ©chwalbe, haben fur,5e £)berarut*
fttod)eit. Beim Söget hatbieÃ, bi\'tnft mir, einen anbertt ©ruub:
bt\'e Ki\'trje beS £>berarmS macfyt, baà ber $lügel rafcher geftred\'t
jutrb, uttb ba fEd) baS »orbere Enbe beS Kttocben in einem
fletttertt Kreisbogen bewegt, fo fchwingt eS fchiteller.
Betrachten wir bie ©chulterfnochen weiter ats einen ©egeit*
Ãanb für Ãcf) unb verfolgen ffe burd) bte Tierreiche, fo fjabett
Wir itocf) verfd)iebene merfwürbtge ÃOJobtftfattonen berfcfbcu be*
mevfttcJ) ju mad)en. 2Ãtr haben bereits gefeiert, wie burd) bte
Anorbnung btefer Knochen etn boppetter 3wed erfüllt wirb.
Beim 50?enfcf)ett unb bei beit ©äugett)terett nemlid) btlben Ãe einen
Wefentltchen Theit ber AthmungSwerfgeuge unb tragen jur Btlbuug
beS NutnpfeS bet. Bei manchen gieren werben ffe aber btefer
Verrichtung gletcfjfam entgogen, ütbem bte ©djulterblätter nnb
©chlüffelbetne nidf)t mehr von ben Nippen unterÃü$t werben. Sie
Knochen ber ©chulter erforberten alfo t)ter ein ©erüfte Wetter,
ober muÃten nacf) einem anbern ^ringt\'p angeorbnet werben. Bei
ben frofcbarttgen gieren, g. 23, bem gemeinen grofd), tjl ber
BruÃfaÃen, als ein Eompter von Nippen, verfchwunbett, unb
ber ?D?ed)aniSmuS beS Atf)mettS etn Völlig anberer als bei ben
Saugetieren, demgemäà fef}en wir bte ScfjuIterfttOcfym nad)
einem gang neuen ^lane gebt\'tbet; Ãe erfd)etnen als ein breiter,
flacher Ning C gtg. VII.), feà genug, um ber Extremität einen
Anfa&puuft gu gewähren, unb Weit genug jttr Aufnahme ber ben
Arm bewegettben SCÃuSMn. Am AuffattenbÃeu geigt Ãd) wohl
btefer Bau beim Streu unb Proteus, gwet, Ãd) bereits beit gtfdjen
näherttben, Salamanberähnticheu Thteren, bet benen bte Nippen,
bis auf wenige unvolllommene, an ben vorbern Nüdenwirbeln
befeÃigte gortfäfce verfchwunbett, unb bte gar nt\'d)t mehr an ben
BruÃfaÃeu angelegten Scf)ulterfnod)en Ãd) fetbà überlaÃen ffnb.
Sie bem BruÃbetn, ben SdjlüÃelbetiten unb (Schulterblättern ent*
fprechenben Knochen bangen an ber SOBirbelfäule unb bitten, Wte
bas Beden, einen Ning, üt welchen fettlid) baS Oberarmbein
eingelenkt iÃ.
Nad) einem gang anbern «plane fehen wir btefe Knochen bet
ben Schitbfröten angeorbnet, unb bte Beränberuttg rührt hier
von etuem febr nterfwürbtgen UmÃanbe ber. Bei btefett Thieren
Kiegen nemtid) ber Nüdgrat unb bte Nippen gtet\'d) Sparreu unter
ber feÃen ©tf)ale, bte barüber hergebt, unb ba Ãe mit ber @d)ate
gnfamtnenhängen, Rommen Ãe auÃerhalb ber ©d)ulterfnod)ett gu
Reben. Sa fomit bie ©chnlterblätter unb ©chlüffelbetne tu ber
^ruÃhohte Ãeden unb Ãch an nichts, Weber au ben Nüdgrat,
noch bfe 3iippen anlegen tonnen, fo mitten fte nofhwenbtg gufam«
ntertfaffen nnb einen KreiS btfben, nrn feÃe fünfte gurn Attfafs
ber ©rtremttäten abzugeben. Ware itt ber £hat zu »erwun«
beru, wenn fte, bergeÃaft »erfchmofzett, um baS Oberarmbein
aufzunehmen, nnb, fo ju fagen, unter fo auffattenben UmÃanben,
auch nur entfernt ben formen glichen, bte wir bet höhern Steteren
haben fennett lernen, gtg. VIII. geigt bte ©chufterfnochen ber
©cfjifbfröte, unb matt fleht gfetcf), wie fefjr fte ffcfj hier fowohl
bem Umrià afS ber Verrichtung nach »eraubert haben. Derjenige
£I)ett, ber äuÃerlich einem ©chufterbtatt am ahnftchÃen Ãeht,
liegt nach »ornett, Ãatt nach h^tett, unb bte Knochen, Welche
bte «Schultern auSeiitanber haften, ÃoÃeu au ben Eftücfgrat, Ãat\'
an baS BruÃbeiu. @r erfcheint fomtt rettt müÃig, wenn matt auf
btefe Knochen bte aftett Benennungen, wie Ãe für bte Befchaf«
fenheit berfefbeu bei ben l)ö()ern Spieren paÃett, angitwenbett fucht.
Bei ben gtfehen, bei betten ber AthmungSapparat üoftenbS
eine gänzliche Veränberung erlitten hat, unb wo ferne etgent«
liehen kippen mehr »orhanbcit Ãnb, heiÃen bte Knochen, au
wefchen Ãch bte BruÃffoÃett an fegen, immer noch ©chufterfnochen,
aber ber fogettaunfe ©chulterbtattanfatj ià jeiit an ben Kopf«
fttochen, nicht mehr an bett kippen ober beut Siitcfgraf befeÃtgf,
unb baS ©anje beÃe£)t auö einem Knochenring, ber gfetchfam,
tn ©rmangfung etneö feÃen 2fnfa£punfteS an ber BruÃ, Ãch
nach einem bergfetchen an ben feÃern £1) eilen beS Kopfeö umftehf.
©o ftnb bettn bte Knochen, welche baö ©chuftergefenf bt\'fbett
unb gewtffermaaÃeu bte ©ruttbfage für bie »orbere ©rtremität
abgeben, je nach bett SSeranberungen, welrfje itt beut ^tfjterrctcfje
mit beut SiefpirationSapparat »ergehen, /tttberS gebifbet, unb
bleiben babei bodf) ihrer urfprüngfichen Verrichtung treu.
Dom ©kravmhuadjett.
Die Betrachtung biefeö Knochen muà Ãch burcfjattö nicht notf)«
wenbtg tu fo troefeue Defatfö »erlieren, wie bet ben Anatomen
ber galt tft g.Uid) an feiner Btlbnng bewerfen wir jenen merf«
würbigen Bejitg ber SJifjetCe auf einanber, ber unS auf einen
fehöpfertfehen ^fan hinweist, unb an bem gmuerS ©eniuS ben
menfchltchen ©charfftnn, bte ntenfcfjttdfje SnbuctiouSfraft auf fo
f)errfid)c Seife erprobt t)af,
Betrad)tett wir ben Kopf btefeS Knochen am menfchltchen
©feiet (f. gtg. I.) / fo bemerfen wir eine groÃe halbfugetförmige
gtäche, welche mit ber @etcnft)öf)le tm ©chutterfcfatt artifulirt,
nnb wir feheit, baà bie gwet jum Anfa| ber ?0iitSfelu bestimmten
Erhöhungen am ©etenf nicht ftarf hervorragen, beim Sref>en
beS Oberarms ntrgenbs an bie Räuber ber ©elenfSböhle StoÃen
unb fomit bie Srehmtg beö ArmS nicht f)ütbcrn. 50iet)r braucht
man nicht ju fef)en, um gu wiffen, baà bamit fämmtliche Bewe*
gungen beS ArmS burchauS fr et ftnb.
Um ftch bavon gu überzeugen unb etufehen gu lernen, wie bte
Bitbung ber ©chutter auf ben Bau beS gangen Arms hinwar
bettfe man ficf>, ein gorfcfjer habe ben gtg. IX. abgebilbeten Kno*
chen unter auffallenben UmStänben gefunben, Selbem £f)ter ge#
hört er an ? Sie fretSrunbe ©eftatt ber ©etenfftäche unb bie
gtachheit ber gortfä^e baran bewetfen, baà bte Bewegung be*
beutenben Umfang hatte, Dittit fe|t aber freie Bewegung tu ber
©chutter gleiche grethett in ber Extremität, in ber £a&e, ttttb
bie gaf)tgfett voraus, bie jpanbwurgel ju brel)eu. SemgemäÃ
richten wir unfern Bftcf auf ben £1)etl beS Oberarmfnochen, wo
bte jttr Srehung ber £anb bestimmten 2D>iuSfetn (bte Sogenannten
©uptnatoren) entfpringen, unb bie Ausgeprägtheit «nb Sänge ber
©rate an ber untern unb äuÃern ©ette beS Knochen gibt itttS
ben BewetS für bte ©teufe btefer SKuSfeln, unb bamit tafmv
baà bte £a£e frei beweglich war. gtnben wir baher einen fo ge*
bitbeten Oberarrnfnochen, fo fchtieÃen wir, baà er einem Stüter
mit fcharfen, beweglichen Klauen, altem nach einem Baren an«
gehört habe,
2Btr fetten nun aber einen wie gtg* X. gebtlbeten Oberarm*
fnochen ftnbeu, wo bte gortfäfee oben ftarf vorfpringett, fo baÃ
bte Bewegung beS Oberarms auf Eine Richtung befchränft ift,
unb wo fich bte (25cfettffldcf)c nicht fo regelmäÃig conver geigt
Am untern Enbe biefeS Knochen bewerfen wir Vorfebruttgen für
ein tieferes, feftereS Ellbogengelenf, unb Weber bte Bitbung ber
©efenffläcbe (hier groeblea genannt), noch bie oben erwähnte
2*
©rate nach auÃen weiÃt barauf hin, baà bor eine ber Vorher*
armfnochen ftch um ben anbertt bref)cu KeÃ, ïötr haben bemnad)
ben Knochen eineê graêfrejfcttben VierfüÃer^, entweber mit galt*
jent ober mit gehaltenem jjuf »er uuê.
Sie g-febermauê unb ber Maulwurf geben unö wohl bte
beften Setfpiele an bt\'e £anb, wie bie Knochen ber ©lieber ber
Sebenöwetfe beê £bjerê gemäà gemobelt futb. Ser SOïaufwurf
ift cht £l)ter, baê »on ber Statur jttnt ©rabett in ber Erbe be*
ftt\'rifmt ift 33et ber gïeberhtauè ift baffelbe ©pftern «du Knochen
51t einem finget angeorbnet, mttelft beffen ftd) baè Schier in bte
Suft erhebt, nebft einer Sorf ebrttitg, baà eö ftcf) an bte 2Ãaitb
hängen fattn, ohne baraüf 51t ruhen. Set betbett Sferen erfen*
nett wir jebett Knochen ber üovbern Extremität , aber wte »er*
fcf)ieben gebilbet ttub »erbuttbeu! Seim Maulwurf ft\'ub Brnft*
feein unb @d)lüffelfeetn attffaöenb breit, baö Schulterblatt nimmt
bte ©eftalt eineê langen Bebels au, ber Oberarmfnocbeu tft btcf
unb fttrj , ttub bte ftavfett gortfäÃe jur Befefttguug ber fïitéfcht
Sattelt- auf groÃe Kraft Sie ©raten, oon benen bie Dïolfmuèfefu
ber iganb entfprtngen, fütb gattj attffallenb groÃ, ttub bte £attb
ift breit, flad) unb fo geftettt, baà fte bte Erbe bei Seite fchiebt
wie eine \'Pfïugfcfiar. (gtg. XI.)
COïatt famt ftch feinen groÃem Eontraft benfett, als pnfcfjeit
biefett Knochen beê Maulwurfs unb benen ber glebertnauè, Sei
biefer (gtg.XII.) fütb bte Knochen jart ttub leidet; fte erfreuten
jwar alle wunberbar geftreeft, aber bie ^ütgerglteber, bie foge*
nannten Phalangen »ollenbS ft\'ub fo verlängert, baà matt fte
faunt erfennt, fichtbar, um ettt tniuttgeè ©ewebe jtt ftttgen ttub
fo ettten g-litgel ju btlbett.
Betrachtet mau biefe nterfwärbtge Serwenbttng ber Knochen
ber »orbern Extremität unb ttergletdfjt bett finget beè Vogels ba*
mit, fo fottnte man meinen, bei ber glebermauS fe$ ber $lügel
ein miÃlungener Verfud). Socf) be»or wtr ttttê fo auSbrücfeu,
muffe« wtr wiffett, welche Bwecfe eigentlich burd) jenen Sau er*
reid)t werben feilem Tadjt allein sunt fliegen ift ber finget ber
$lebermattê beftimmt, er tft auch / wa!)reub er baë Hilter burd)
bte Sttft führt, ber Sit? eigetttf)ümlicher Empftubmtgcn, fo feiner
(Smpftnbuugen, baà fte Beinahe eilten eigenen Sinn btlben. 3wt
garten ©ewebe beS gtebermauSflügelS ftttb Nerven vertbeilt,
mtttelà bereit baS £I)ter t\'nt gutfrcrit, wenn eS Weber fief)t nod)
hort, ben ©egenÃäubett int ginge ausweichen farot. $autt bteÃ
ber mtt$ebern bebeefte g-lügel beS Bogels? ES tfï bteà wteberum
ent Beifptel, wie forgfalttg wir alte Umftanbe in Betracht jtefyen
müffen, bevor wir MtS unterftebeit, am Verfahren ber Natur
etwaê ausfegen ju wolten; wir foulten auf btefe Seife £emutf)
lernen 1).
311S wettern Beweis für bte tut gangen ©liebe Ijerrfchenbe
UeberetnÃtmmung haben wir in §tg. XIII. bte Slrmfnochen beS
AntetfenfreÃerS (beS Tamanbua attê Sübamertfa) vor unS. Sir
fehen, wie auffallenb Ãarf bte ©raten am Oberarm ftttb, gnm
Beweis, weid) Ãarfe 9)?uSfeftt fiel) baran befeÃigen; beun, wie
fchon mehrmals bemerft, am nteufchltchen Ãorper, wie in ber
Tt)terretf)e weist bte Ausgeprägtheit ber ©raten ttitb g-cntfaije an
beu Ãuochen auf verhaltniÃmaÃtge Ãraft ber 3D?uSfeln l)iu. Bet
vorltegeuöer Abbilbung ijl befottberS bte UeberetnÃtmmung gwt=»
fchett bem Oberarm unb ben anbern Knochen fel)r hübfeh: baS
Schulterblatt tà brett, mit einer hoppelten ©rate unb ftarfeit
$ortfä§en; baS Etfbogenbetn (ulna) fprtitgt nach hinten weit
Vor unb baS Speichenbein (radius) brel)t Ãd) fret; vor Allem
aber fehen wir babei, baà einer ber Knochen ber iBctttelfjanb
ttebà beu entfprechenben gmgergltebern fetjr Ãarf entwidelt tft,
unb Ãdj ber Ringer tu eine Ãarfe Ãlaue ettbtgf, eine gattg be*
fonbere Borrtchtung gum Auffdjarren unb Verwerfen ber Ametfett*
häufen. £>aS ©attge tft ein Betfpiel, wie bte verriebenen Stüde
1 aiugerbem baà bte gfebermauS fciirch eine befonbere 3(norbnung
ber airmfnodjen Jttm Stiegen gefebieft gemacht iÃ, bat fte Selten
unter ber £)aut; itf) «seif ober niebt, in rote roeit ict> fte alt
analog mit beit Suftjellen ber 93ögel fcetraebten unb anne&mett
barf, fte fetjen attcb bciraitf beregnet, baS £l)ier fipejififef) tetcliter
ju machen. ©ie erÃreefen ftcb bei mandEjen ^febermäufen über
bie »ruft unb unter bie 5tcbfeln; fte füllen ftcb burd) eine mit
bem ©chfunbfopf fommunieireube Deffnung.
be£ ©felets einanber bebütgen; bemt ware f)ter ber Ort baju,
fo tonnten wir teicfyt jetgen, baÃ, wie f)ter bte Armfnodjen int
geuauÃen SSerfjättntà ju eiuauber Ãef)en, fo noch allgemeiner bte
Knoeien beS ganjett ©fetetS etitaitber »orauSfe|$eit. £at unê bet
biefent £()ier ber Bau ber Knodjen barauf hingewtefen, baà bte
©ftebmaÃen juut Aufgraben »on Ametfenhaufen gebaut Ãnb, fo
faun eë uttö nicht überraftfjett, wenn wir an ihm eine »orfprin«
genbe, md)t mit Bahnen bewaffnete ©d)itau$e ftnben, unb eine
tange Bunge, bte einen ïfebrtgten ©aft auSfdjwtgt, unb womit
eê bte bttrd) baö ©Marren aufgeftörten Ametfett auftedt.
Bet ben Böget tt Ãnb bt\'e Berhöftntjfe beè Knochenfpftemè
gang anbere, weit tytx ein gang anbereè Element tnè ©piet
fommt. Die gang eigentümliche ©eÃalt unb Btlbung threè ©fe«
letè erftart Ãd) folgenbermaÃen.. Einmal muffen bte Böget, ba
Ãe in berSttft fcfjweben, nothwenbig fpegtÃfd) leichter fep. gürè
3wette muà bet t\'Ijnen ber Umfang beè BruÃfaÃenS groÃer, unb
bie Bewegung ber Dïippen bcftfn\'dttft werben, bamt\'t bte ging«
muèfeltt Ãd) breit unb feà genug anlegen tonnen. Diefer bop*
pette wirb bttrd) eine Abdnberuitg tm AthmuitgSprojeà er*
reicht. Die Sungen Ãnb fe()r gefaÃreid) unb fdjwammigt, aber
nid)t »on Suft aitègcbchnt. Die Suft gel)t burd) ihre ©ubÃang
bttrd), tnbem Ãe tu bte groÃe, Bruà unb Unterleib gemein«
fdjaftttd) ttmfaÃenbe jpöhte bringt, unb wabrettb baè wichtige
©efdjäft ber (Sntfof)fttng bes Btutè Ãdyer »Ott ©fatten gebt, wirb
bie Suft in atte fohlen beè Körperè, fetbà tu bte Höhlungen
ber Knochen geleitet
Auè bem tu ber Einleitung Angeführten, wornaef) baè @ewtd)t
beè Körpers eine nothwenbtge Bebingung ber SDïuèfelfraft t\'ft,
fefjen wir, warum bte Vögel, »ermöge ihrer Seid)tigfcitfowobl, alè
beè gangen Battè ihrer Knochen, nicht gut gehen fömten. Unb Ãeht
mau anbererfettê biefe Setd)ttgfett auf ben ging berechnet, fo ià eè
hochà merfwürbtg, um wte wenig tf)r Körper befdjwert ju werben
braucht bamü Ãe fid) nicht mef)r auffchwittgen tonnen. SÃtrb ber
©eter nach feinemgraà aufgefcheucht, fo mttà er Ãd) entleeren, be»or
er fliege« faun, unb ber Eottbor wirb unter benfetben UntÃättben
Von ben Sttbtern wie ein vierfüÃigeS Z()ter mit ber ©djftnge ge1
fangen.
S03te wof)l Sebermantt bemerft bat, erftrecft ft\'rf) bei ben Vö*
geln baà Sruftbeitt am gangen Körper herab, eS bebecft bte
groÃe #5f>Ie, in ber Brufi unb Unterleib vcrfcfmtcfjen, nnb in
Welche bte Snft eintritt; nnb mttteljt btefer fetner SluSbehmtng
braucht eS gunt Sltbmen etne weit geringere Bewegung. Samit
wirb bte gm* »fnabme nnb Befestigung ber gtugmuSfeln not^
Wenbtge gröÃere Oberfläche gewonnen, währenb btefe Oberfläche
bnrch ben Slft beS Sltlmtcttu nicht fo ftarf in Bewegung gefegt
wirb unb fejter i|l Eine fernere Eigentbümlichfeit am Bogel*
ffetet ift bte Uttbewegticbfeit ber Rücfeuwirbel unter ftcb; ein
neuer Beweis, wenn eS noch etneS bebnrfte, baà baS gange
Knochenfpjtem auf bte Extremitäten berechnet tft, tnbem hier ber
festere Bau ber Knochen beS Rumpfs als eine ber Verfettungen
jum Sfnfag ber glugmttSMu erfrfunnt *).
Sa bie Rücfenwirbel bei ben Vögeln feft öerbunben ftttb unb
baS Becfett hoch heraufreicht/ fo fyat ihr Rumpf feine Bewegung,
unb hätte er folclje, fo würbe ft\'e burch baS Bruftbein gehemmt
Sföal)rhaft bewunberungSwürbtg t|t bal)er ber Bau von JQalS unb
â ^opf, nnb wie ber lange, btegfante £atS einerfeitS ben Schnabel
Su ber freien Bewegung nnb bem Stntjtc einer &anb befähigt,
anbererfetts für ben fanget an Biegfamfeit int Körper Erfafe
teiltet unb ben Voget in ©taub fegt, beim ©teilen, Saufen ober
fliegen ftcf> im ©letchgewicht ju hatten, -ööchjt merfwürbig er*
fchetnt eS, wie baS gange ©feiet auf Einen 3wecf, bte Kraft
ber ginget berechnet ift Säbreub ber ©trauà feine ©rate auf
bem Srujtbetm fyat, erfennt man beim Berlegett bte 3ugvögel
an ber $öhe jeneS VorfprungS. 3tt bem Stufet nemltch, ben
btefer gortfag mit bem Körper beS Knochen bilbet, fegt ftch ber
BruftmuSfef, ber fräftige glugntuSfel, an. gig. XIV. geigt ben
glügel einer ©chwalbe: auffallenb ijt feine Aehnlichfeit mit bem
1 Setm ©trauf unb j?afuar, welche melme&r jum Saufe« jum
Stiegen gebaut ftnb, i(t ber {Riicfgrat beweglich
ntcnfcMtcfjen 2(tm; babet fprtngt aber auch in bte kugelt, baÃ
bte KörpermaÃe beS Vogels junt groÃem 5ll)eif mir attS btefern
Brujt1 ober gtugmuSfel Befielt*)/ unb bamit fef)ett wir ben
3ufammenhang jwtfchen ber Stärfe btefeS 5D?uSfelS unb ber 2luS*
baiter ber Schwalbe im glug: fte fliegt eine englifche SCReite m
ber Minute uttb täglich jet)n Stunben lang, baS macht fed)S*
Rimbert Letten täglich 2). Semt eS wal)r ijt, baà bie Vögel
heim äÃanbem abÃchtltch gegen ben St\'ttb fliegen 3), fo fegt
bieà in ihren ?Dciiö¥clu »ollenbS ganj ausitehmcnbc Kraft ttub
SlttSbauer »oranS.
Sir fehen mithin, rote bte Stotur t\'hr Serf anlegt, wenn
baS £bter fscf; fraft»oll in bte Stift foll aufzwingen fönnen:
baS ganje Körpergewehe wirb ahgeättbert mtb leichter gemacht,
aber nur fowett, baà (Starte immer noch »erträglich bantt\'t tjl.
Sir fehettferner, wte ber iWecham\'etnttö ber »orbern Extremität
»eranbert tfi unb bte SJtuSfeln beS Rumpfes ft\'cf) auberS an*
legen. Str fommen nun aher in Verfuchung, Vorfehrungen
näher jtt Betrachten, bie unS beim erÃen Stiel für ihren Bwecf
fchlecht berechnet fchetnen, btejentgen nämfich, wo baS Softem
»on Knochen unb 3JiuSfefn, Wte eö bett VierfüÃern sufommt,
heihel)aften tfi, wäljrenb boch baS £f)ter bte $äl)igfett l)at,
burd) bie Suft ju flattern, Sie ber Sau ber gtebevmauS jum
fliegen eingerichtet tft, haben wir bereits gefehlt ; eö gibt aber
noch anbere £h*ei:e/ ^te bieà fönnen, wenn auch ttt geringerem
1 $orettt wiegen bie SruÃmuSfeftt beim 2?ogef mef>r, ntte
feine übrigen Sttugfefn jttfammen; er berechnet bagegen, bajj
beim SRenfctjen bie 23ruÃmu«fe(n nur ber jtebjigÃe £&eit ber
ganzen SCRtiSfetmaffe jtnb.
2 SBfcite fagt mit Kecht, bie DOt<uierfc£)rca(be bringe t&r Seben tm
Singe au: fte fri£t, trinft unb fflmmeft ÃMeriaf sunt 9?efrbau
im Sfug, unb ruf)t nie, auÃer bei 9?ad)t.
3 <£$ ià mögtief), baf, ma&renb am 23oben ber 3Binb tn ber einen
«Kidjtung rcefyt, in ben cbern @cf)tcf)ten ber 2ltmofp|nre eine
(Strömung tn entgegengefegter Dichtung Ãatt ftnbet, unb bajj-
fomit bie Meinung, «{g ob bie Sanbereoget gegen ben Sinö
flögen, tfott einem S^iÃoerftänbntà fierrü&rt.
©rabe. Scheucht matt g. B. baS fltegenbe Eichhorn (Petromys
volucella) an bie Sptfeeit ber BaumäÃe hinauf, fo breitet eS
fettten bautet auS, ber fiä) bei tf)m gu betbeit Seiten beS Kör«
perS »ort ber »orbew gu ber luntern Extremität erÃrecft, unb
faÃt ftcf) auf bte Erbe nieber, "unb int 9?teberfalleu fetftcf
feine ausgebreitete £aut uub fein bufchtger Schwang ber Suft fo
Harfen SötberÃaub, baà eS feinen ging ftfjief abwärts richten,
ja Ãcfj in ber Suft brefjeu farat. 3« btefem Jwecfe braucht eS
aber an ber »orbern Extremität feiner befonbern Borfebutttg.
3n ber Klaffe ber 3teptilien geigt Ãdfj etwas AehnltcljeS beim fo*
genannten fltegettbett Drachen (Draco fimbriatus ); bt\'efer fann
ftcf) »ermittelft einer Art »Ott galifdurut, gu bem feine £)aut
auSgefpannt iÃ, »on einer ööbe berablaÃem ®er »on uns ge«
brauchte AuSbrud paÃt gang gut, bentt t)ter Ãnb gwar nicht bte
gingerglteber gur AuSfpannung beS ©ewebeS benü|t, bagegett
fütb bie kippen, bte ba3 Zfyter gum Atomen nicht braucht, be«
bentenb »ettängert, ttnb über fie iÃ, wie beim Sd)trm über baS
gifcf)betn, bie ^aut fjergefpannt
Dteà füfjrt uns auf etitett fcf>r tnfereffanfen ^itnff, auf ben
Bau einiger Eibecbfenarten, bereit 3?eÃe man nur »erÃetnert,
unb gwar im fogenannten Surafaff Ãttbef. EuüterS ^terobaety«
fitS ià ein $tf)ier, baS alle unfere Begriffe »on SpÃematif im
rfnertfibeit «Bau über ben Raufen gtt werfen fdjetnf. ©ein 9J?auf
glich einem Bogetfchnabel, unb baju paÃt aud? ber btegfame
£a£S; eS hatte aber babet 3äf)ne in ben Kiefern, wie baS Kro«
fobif. Die Knochen ber »orbern Extremität waren »erfäitgert
unb gewtffermaÃen wie beim Bogefffügef gebifbet; baS Xf)ter
fonnte aber fo wenig beÃ\'ebert fepu, atS eS einen eigentlichen
Schnabel hatte. Kein Stüter hat gebertt, ohne einen ©cfjna«
bei, fte gu orbnett nnb gu pulsen. Ebenfowentg Ãt\'mntt bie
©ItebmaÃe in ihrem Bau mit bem ber gte.bermauS überetn, inbem
btoS ber gweite ginger gang unöerhäftniÃmäÃig »erlängert iÃ/
währenb ber britte, »terte unb fünfte in Sänge nnb Berf)ältm\'Ã
ber ©elenfe mit benett »terfüÃtger Xtyexe überetnfommett, nnb
Ãch mit fcharfett, ben fpigigen 3ähnen etttfprecheuben Nägeln
ettbtgen. DaS »erlaugerte TOelbanbbeitt fammt feinen ginger«
gtieberu ijt nocfy einmal fo fang aà baS gange £f)ter, mtb mau
Vermutet, eS möchte, wie beim fltegenbett Sradjen, eine öaitt
bar au befeftigt gewefen fetjtu An ben uttvollftanbigen Ejcempla1
reit, bte bià jefst l)ierüt unfere einzigen Rubrer finb, faÃt ftd)
mdjt erlernten, ob auf trgenb eine SÃeife, fe|> eS nun burcf) bte
jpöfye beS Secfenö, ober burdf) bte ©tärfe ber Rücfenwtrbel ober
burrf) Entwtcflung beö SruftbeinÃ, für ben Anfag von, ber Auö*
bebnung beö »oranögefegten glügelà entfprecbenben 9D?u3feln ge*
forgt war. Ser Dberarmfnocben nnb bte Knochen, bte wir für
baà (Schulterblatt halten muffen, entfpredben wobt gewtffermaÃen
ber ©röÃe beà glügelÃ; aber baà Auffallenbe babet tji bte
©röÃe unb ©tärfe ber Kiefer mtb £al3wtrbel im Berbältnià ju
bem flehten Körper unb ben febr bünnen Rippen, woburcb ba6
^ier baà unbegreiflidjfte ©efd)öpf tu ber 9iatur wirb.
Dan tor $p?icl)e ltntr km â¬Ubagenbm.
9D?an tonnte glauben, bte leichte Beweglicbfeit ber £anb fet>
eine golge vom Bau ber £anb felbjt; gang im ©egentbeit aber
tragen fümmtlicbe Knochen ber Extremität gn ben Bewegungen
bei, weldje bloS xfjr anzugehören fchetnen *). Ser Kopf beS
Dberarmfnocben brel)t ftd) im ©etenf beà @d)ulterblattö, g. S.
wenn man beim beim ©toÃfedjfen partrt; aber bte nocb leichtere
unb feinere Bewegung ber £aub wirb baburefj bewerfjtelligt,
baà ftd) bte ©pet\'dje über baS Ellbogenbein wegbewegt,
Saà Elt6ogenbetn l)at oben einen hafenförmtgen gortfag,
baS fogenannte Dlecratfon, welcher baö untere Enbe beS Dber*
armfnoeben umfdlfieÃt (bte ©etenffläche beà legtern beiÃt £roch*
len), unb mit berfetben ein fogenannteS Ebarntergelenf bilbet.
Sie ©peid)e bagegen l)at am Ellbogen einen fletnen, glatten,
runben Kopf, ber an baS Ellbogeubetn mit Säubern befejtigt
tft, ttt benen er beweglich tauft, Wte eine ©pinbel in ber Sitcbfe;
fte bat ferner gtt oberff einen Etnbntcf mit einer glatten gläcfye,
1 SSluf S\'ig- xv- iff fcer ofcere Knoden be$ 93orberarm$ feie ©peidje
cradius); tnbem fie fid) über ben untern Ãnodjen, ba$ (Sil*
bogenbein (ulna) bre&t, geljt bie banrn befeftigte £mtb mit.
welche ftcf) am Ãnorreu beS Dberarmfuochen brel)t. Siefer Ãtto*
dien, bte @petd)e, ift jtacfj ber Ntdjtung feiner Adjfe beweg*
(ich nnb bret)t Ãd) «ber baS Eltbogenbetit, fowof)l am Eltbogen
aà am ipanbgelenf, nnb wenn er fich breljt, fo geht bte £>anb
mit, weit btefe nur mit feinem untern Enbe feÃ: jufammenhängt
SiefeS Treben nennt mau in ber wtfienfcbaftltd)en ©pradfje ^ro*
nation unb ©upinatton.
©olch eine Bewegung müÃte nun bet einem Thier mit einem
foltbett £mf nicht nur unuü£, fonbent wirfltd) fd)Wäd)enb fet)tt.
Beim «Pferbe Ãnb bat)er biefe Ãitochen feà Verbunbett ttttb tu ber
«Pronation ftrtrt. Sod) Wir Wenbeit unS, bevor wir tttS Einzelne
gehen, gu attgemeinern Betrachtungen. Ser Bau beS gattgett
thtertfcheit ©feletS unb bte Bered)nuttg alter feiner ThetTe auf
etnanber ià ein ©egenÃanb von fo hohem SntereÃe, baà Wir bett
?efern bte Thatfadjen uttb bie wichtigen ©chtüfie, ju betten Ãe unS
führen, nicht vorenthalten fonnen. 2BaS wir vorzubringen haben,
ià baS Nefultat ber BeÃrebttngeit gar Vieler Naturforfcher; jeber
arbeitete, fo viel an ihm war, t\'n feinem gaclje ber vergletchettben
Anatomie; aber freilief) war eS nicht alten gegeben, ben ©egen*
Ãattb fo genial aufzufaÃett unb fo metÃerhaft jtt behanbeln wie
Euvier.
SSeitn Semattb, ber von Anatomie ntchB VerÃef)t, in einer
uubefattnten ©egenb eilten Ãnod)eit auflieÃ, fo weià er barntt
utd)t3, als baà hier trgenb ein Thier gelebt \\)at unb geÃorben iÃ;
ber Anatom aber nimmt von btefent einzigen $nod)en ntd)t allein
ab, wte groà baS Thier war, fo genau, als fäf)e er fetne jährte,
er erfennt aitd) barauS ben Bau ttttb bte ^üguttg beS ©feletS,
bie Btlbung feiner Ãiefer unb Bahne, bie Befchaffenheit fetner
gttÃe uitb feinen t\'nnern Bau. Sem UttwtÃenben muà bteà ganz
wunberbar vorfommert, ber Anatom verfährt aber babet folgenber*
maÃen. Er fott auS bem guÃe eineS BterfüÃerS baS ©tüd ge*
fuubeit haben, baS ber ©petd)e tm ntenfchltcheit Arm eutfpricht;
er fott baratt betnerfeit, baà ber Ãitochett feiner gornt nach nicht,
wie bte Tatje ber fletfchfreÃenben Thtere, nad) verfdjiebene» Nid)*
tuitgeit beweglich fetw fonnte. ES fprtngt bantit in bie Augen,
baà baS ©lieb nur zur UiiterÃüijuttg beS Thiers unb zum ©ehen,
söeö, bteJpcmb. .3
nicht aber zum Jadeit einer Beute beÃtntutt fe^tt fomtte; bamtt
Wirb er auf baS gafturn geführt, baà baà Thier feilte ber £attb
ttnb bett gtitgern, ober beit stauen beS Tt\'gerS ähnliche Ãtto*
d)en t)aben fomtte; bemt bie Bewegungen, jn welchen bie Ãfaite
burch btefe Sinorbtutng ber Knochen befähigt iÃ, wären völlig
uu£loS ohne bte Srebung beS .^aubgeleufS; er fcf)lieÃt fomt\'t,
baà bei jenem Thier btefe Ãitochett verfchntolzen waren, wie beim
sPferb im fogenauntc« ©chtenbetit, g\'eÃclfuochen nnb £uffuocbett.
Sie Bewegung beS güÃeS bei einem T()ter mit J^nfett ià ein*
fad) auf Beugung unb ©treefung befchräitft ttttb fefet ben fanget
eitteS ©chlüÃeibentS unb eine befd)ränfte Bewegung beS ©d)ul*
tergeleufS voraus, unb fo ternt ber $orfcf)er am Ãnocheuftüd,
baS er vor Ãcfj t)at, fämmtltdje Knochen ber vorbern Extremität
feinten. Sie Bewegungen ber ©lieber weifen nun aber auf eine
beÃtmntte BefcbaÃxnbcU bee Nücfgratö tun, ber fte unter etitanber
verbtnbef. Seber Knochen beS NitdgratS t)at beim $ferb unb £urfd)
bte ©eftaft, woburd) ber .^trfdi zum ©pringeit, baS ^)ferb zum
Neuneu befähigt wirb; berDiitcfgrat ià aber babei ntd)tfo gegtiebert,
baà er ftd) wtnben unb bret)en fann, wie beim Seoparb ober Tiger.
Unb jeij.f fdjreitet er weiter junt Ãopf vor unb fd)tieÃt folgen*
bermaÃeit: bte 3äl)ne junt BerretÃen ber Beute, wie bte ^letfd)*
freÃer Ãe haben, bleuen jtt nichts, wenn nicht Zugleich flauen
»ort) an ben Ãnb, bie Beute zu paden, wenn nicht bte ©ItebmaÃett
beweglich ftnb, wie eilte £anb, um fte zu fangen. Er benft alfo,
bte Borberzafue werben beim Tf)ter zum 3öetben, bie hintern
junt Ãaueu eingerichtet gewefett fet)it. Sie 3lrt ber BefeÃtgung
ber Bdh^e in bclt liefern gibt le^tern Ãttochett ettte befonbere
gorrn, unb auch bte Befchafenl)eit ber SCRuSfeltt, weldje fte be*
wegen, richtet ftd) barnad); furz / er fann ftd) eine BorÃellung
vom Umrià beS ©d)äbelS machen. Bon hier aitS fehlteÃt er nod)
Weiter, beult bte Btlbung ber Bahne wetSt ihn auf bie Befd)af*
fenheit beS SOJagenS, bte Sange beS SarntfaualS unb fämmtltche
Eharaftere etneS ^flanzeufbÃerS hin.
©ämmtlid)e Thetle beS $örperft)ÃemS ftnb alfo fo Ãreng unter
etitaitber verfuitpft, baà man nach einem einzigen Knochen ober
.tnod)enbruchftüd, fei; es mm vom tiefer, ober vom Nüdgrat,
ober »Ott einer Extremität, fef>r befttmmt auf bte altgemeine Bit*
bung beS £i)terS, feine Bewegungen unb feine SebeitSwetfe
fchtteÃen fann.
SKan fief)t leicht ein, baà man nach berfelben ©djtuÃfotge an
einem BruchÃücf beS ©fetetS einen ^teifcfyfreffer, einen Vogel,
eine glebewtauS, eine Etbedife ober einen $tfd) erfennt.; unb
wie herrlich überzeugen wir uns batet »on ber ©roÃarttgfet\'t jenes
^lanS, nad) wetd)em bei jebem ©efchöpfe bte ©lieber genau ihren
eigentümlichen Verrichtungen angepaÃt ftnb, unb ber ftcfj babet
bod) burd) bte ganze fKethe öouSt)ieveu, beren Bewegungen bttrd)
Knoctjen unb SKnSfetn »ermittelt werben, als Ein Softem barfietlt!
Steà StlteS ift aber bod) nur ein £l)ett ber Sföuttber, welche
wtö bte Befanntfchaft mit einem fo gemeinen Sing wie ein Kno*
chenbritchÃüd enthüllt Sie leitet ttnS auf baS ©ebiet einer an*
bern SiÃenfchaft über; bentt bte Sefauntfcbaft mit bem ©feiet
gibt uns nicht nur bte Einteilung ber jegt lebenben ©efchöpfe,
fonbent auch ben Beweis bafitr au bte ^anb, baà eittft tebenbige
Sfikfen e.rtfttrteu, bte jegt nid)t met)r auf Erben gefttnben werben.
Unb btefe ^rämtffen führen itttS fomtt auf einen ganz ttuetwar*
teten ©djtuÃ: nicht allein »on ber Ertjienz eines t\'nbi»tbuellett
£f)terS ober einer 3^f>terrace überzeugen wir unS, fonbent fogar
bte Verattberitttgen, welche ber Erbbalt lange »er aller gefchtd)t*
liehen Ueherlteferung ttttb ehe ber50fenfch ein Bewohner ber Erbe
würbe, erlitten hat, ftellen ftcf) baburch unferm Bride bar.
Senbett wir nttS wieber ju unferm eigentlichen ©egenftanb,
fo fehett wir jegt leicht eitt, wie ein ©eolog, Wenn er ben $tg.
XVI. abgebitbeteit Kopf etneS fofftlen ©petchenbetnS ft\'nbet unb
oben barait eine fanfte Vertiefung hemerft, (A) bte bem Dber*
arm entfprechenbe ©elenfftache, uttb bett glatten Dttng (B), ber
ftch in ber Höhlung beS EllbogenbetnS breht, ben StuSfpruch thun
fann: baS £l)ter hatte eine £ai;e, eS hatte eine Bewegung am
^anbgetenf, welche Klauen »orauSfegt. Klauen fommen aber
^eiertet Stieren ju: ben fagenartigen, welche fcharfe Bahne
jur gletfchnahrung haben, unb benjentgen Stylen, wetdje weber
£unbe* noch ©chneibezähne haben, ben fogenanuten Bahntofen.
ginbet er nun baS untere Enbe beffelben Knochen unb bemerft
Daran ©raten unb Rinnen jttr Aufnahme »ou gefonberten ©et)*
nett, ein Beieben, baà fte ffd) gtt ben gingergtiebern begaben,
ftatt öerfcbmofjen ftcf> nur an eilt einziges Sein anjubeften, fo
fd)fieÃt er, baà bewegliche Klauen »erlauben gewefeu fet>n müf*
fen, baà ber Knochen einem fteifcbfrefenben £biere angehört babe,
unb er fiebt fid) fofort uacb ^pitubejatjjtcn von entfpredjenber
©röÃe um.
Die letjtt 2lbtl)eUun.g kr Sltrmkttorljen.
An ber menfcbtidjen £anb beftnben ftcb acbt .^anbwurjel*
fuocben, unb fte ftnb fo fefl unter etnanber verbititben, baà fte
gtetcbfam eine Kugel bitben, wefcfje am untern Eube beS ©pet=
cbenfuocben beweglich hangt An fte, ben gtngern jtt, fegen ftcb
bte, bie -ftacfje $anb btlbenben 9D?ittelhanbfuocben an, welche mit
ihren öorbern Euben von etnanber abgeben nnb bte Attfafepunfte
für bte gtngerfnocben abgeben, Der Säumen hat feinen 9Mtel*
haubfttochen unb tft numittetbar an ber ^anbvourjet eingefenft
©omtt beftebt Arm unb £anb aità neun unb &wanjtg Knoden, bte
mechantfch fo augeorbuet ftttb, baà Kraft, Sewegltcbfeit unb
Etaflisitat erhielt wirb,
gorfcher, bie an einem ©pftern hangen (tch brauche ben
AuÃbrttcl tu feinem üerad)dtdien ©tnue), thun ft\'d) viel barauf
ju gut, nadpwetfen, wie in ber 5^£>terretf?e bie Knochen ber
£anb allmählich »erfdjwtnben, An ber SKeufcf)enhanb fehett fte
ben Säumen vollfommen auSgebilbet; bei ben Affen ftnben fte
thn febr fletn; bei einem berfetben, bem ©ptunenaffen, t|t er gar
verfchwunben, unb vier ginger, mit einer uttbebeutenben ©pur
beS SaumeuS, genügen bem Stüter, Set einigen gaufrieren futb
nur brct SRtttethanbfnocheu mit bret gtugeru vorhanbeu, Seim
^3ferb laÃt ftd) ttacbwetfen, baà baà fogettannte Schienbein auS
jwei 50?tttethaubfnochen begeht ©o fann mau noch weiter gehen,
unb auch ben ginget ber -Bogel anführen, 5D?ir, meines
fommt eà vor, als ob man hier über bem Rängen am ©pftern
ba£ wahre SSerüaubntà einbüÃte, ES ftnbet fetneSwegS etne re*
gefmaÃige Abjlufttng ftatt, fonbertt, wie fcbott oft gefagt, ettte
gormfcerfchtebenhett, voobet auf böcbft merfwürbige Seife baÃ*
fette ©pÃern »Ott Reiten jebetn fpegteffen 3werfe etttfprecfjenb
gebttbet ift.
Bei ber öergfeicfjenben Ueberftcht btefer Knochen gebenfeit wir
ben guà beS ^ferbeS fpegielter tnö Auge ju faÃett. ES tà affge«
mein anerfannt, baà er treflrftcf) gebaut, auf Kraft ttnb EfaÃi«
gität, uub befbnberS auf ©cfutts »or Erfdhüttcrnttg berechnet ift.
Die Knochen beS VorberfuÃeS werben beim ^ferbe nach ab«
wärt» immer foftber, Die gwei bent Vorberarm beS SDienfchett
entfprecfjeuben Knoden Ãnb feà toerbuttben unb »erfchmofgen,
unb bte Bewegung beS Eftbogengetenfö tà auf Beugung uub
©trecfung befctjränft Die .^anbwurgef, baS, was man beim
spferb , mtttcfà einer Stceng, baS Knie nennt, tà gfeichfaffS be«
fonberS gebtfbet, aber bte SOttrtefl)attfcfttocf>ctt unb gtngergfteber
erfcf)etnen uöfftg »eränbert unb Ãnb faurn wteber gu erfennen.
Bon öortte betrachtet, fehen wir Ãatt ber bt\'er ^tttefljanbfnocfjett
beS üBJenfdjen ein ÃarfeS Bern, baS fogenanttte Schienbein, unb
hinter bemfefben bemerfen wir gwet ffetnere Knochen, bte fege«
nannten ©rijfetbetne, Die Köpfe biefer ffetnern Knochen nehmen
Xheit am Kutegefenf, gegen baS untere Enbe aber werben fie
aftntabficf) fchmäfer unb Ãnb bttrch efaÃtfche Bänber fättgS beS
(SchtenbetnS befeÃtgt
3ch bin nicht gang im Getuen barüber, ob bte AnÃcfjt ber
^hterärgte »on biefem nterfwürbtgen SKechantSnutS bte richtige
tft Sie fteften ft\'cfj öor, jene bewegftcheit ©nfefbetne fptefen,
Wenn ber guà wechfefSwet\'fe aufgehoben unb ntebergefefet wirb,
auf unb ab, ttarfethen baburch bem ©ftebe EfaÃt\'gität unb fdf)ü§en
eS bor Erfcfuttterung. ©oötef ift gewiÃ, baà burch übermäÃige
AnÃreugung jener XI) eil Ãcf) entgünbet, baà bte Enben bttrcl)
KnochenmaÃe wiberncrtttrftch mit bem groÃem SDJittefhanbfnodfjen
ober ©chienbetn »erbunben werben, uub baà bteà eine ber Ur«
fachen beS ?al)tnfei)uö beim ^ferbe iÃ,
deiner Meinung nach Wtrfen im gefttnben 3nÃanbe beS ®e«
fettfS jene ffetnern 9Jcittctl)anbfnochen »tefmehr afS gebern, woburch
ber guÃ, wenn er gehoben unb baS Kutegefenf gebogen iÃ/ wie«
ber geftrecft wirb, ©ifct man gu, baà beim ^ferbe bte @chnef%
feit ber Bewegung »ornemtich batwn abhängen muÃ, baà bie
©fretfmtg jeneS ©elettfeS mogftcbft rafd) vor ftch gebt, fo faiut
cS erneut mdjt entgehen, baÃ, wenn baS Knie gebogen tft, bte
©ebnen ber ©trecfmuSfefu gar nicht frafttg wir fett tonnen, weit
fte ftch fo gattj nahe am SDttttelpunft ber Bewegung int ©eleuf
anfielt, unb baà eS fornit jur ©tredung beS pÃeS wirftief)
einer £ülfSfraft bebarf.
5Wan benfe ftcb, baà ber Kopf beS ffeiueru 5ÃJittethanbfnochcn
A (gtg. XVIf.) am ©efeufe S^fjctf nimmt, fo fiebt mau jitctjt
eilt, wie burd) fein Rachgeben, wenn ber guà aufgefegt ift, bte
^anbwttrjeffnodjen ftch fotten abwärts bewegen fbnuett, ba Ãe ja
auf bem groÃen Söftttefhaubfnodjen ober bem ©d)t\'eubein auf*
ruhen. 3d) begreife bemuad) nicht, wie jener Knochen bte Eta*
1%\'tät beä guÃeS vermehren folt. Bemerfett wir aber, baà ber
Kopf beS ©rtffelbeinS ftch hinter bem 5D?ittetpunft ber Bewegung
tm ©etenf beftnbet, fo fpringt tu bte Singen, baà roährenb ber
Beugung beS ©etenfS beim Aufheben beS guÃeS ein ftärferer
Srucf auf jenen ausgeübt werben unb ber Knochen herabgehen
muÃ, SBt\'rb nun baS ©rtfefbetn beim Aufheben unb Beugen beS
©ItebS berabgebrüeft unb hat cS geberfraft, (unb fotdje beÃgt
cS wirfltd)) fo muà eS jur ©treefung beS ©ItebS beitragen unb
fomit bte ©trechnuSfeftt beS KnieS unterftügett. ferner fleht man
fetcht ein, baÃ, wenn biefe @rtffetfnod)eu il)re (Slajltjitat burd)
SSerfnocherung mit bem ©d)ienbetn verlieren, baS \'Pferb tu Er*
ntangfitttg btefeS, jUm rafchen ©treden beS ©tiebeS wefenttich
erforberltd)en 3Died)auiSmuS, teid)t ftürjt,
Betrad)tet man bte Abbifbung (gtg. XVII.) unb vergleicht
fte mit ber ber mcnfd)tid)en &aub Cgig. XV.), fo fel)en wtr am
^}ferbefuà bte erfteit fünf giugergtteberfuodjen jit bem groÃen
geffelbetn verfchmofjcn, bte ^weiten ©lieber jum fletnen gejfef*
ober Kronbetn, unb bte legten ober Ragetgtieber junt £ufbein.
Vom «pferbefttÃ, â RidjtS ift wobt befer geeignet, Sicht
auf unfern ©egenftanb ju werfen, afs ber ^ferbefuÃ. Er tft ein
ntechauifcheS Kunftwerf, unb bet feiner Betrachtung wirb ftch
unS alS eine Eigenheit beS lebettbcn SCÃecbamSmuS ergeben, baÃ
er rein burch baS natürftche ©ptel feiner £beile ftetS vollfontmeu
unb im ©ang erhalten wirb. ®aS ^Pferb lebt von Ratttr auf
Weiten Ebenen unb Steppen, uttb fein ganzer Sau ijt auf wahr1
()aft bewunbernSwürbtge Seife btefem feinem natürlichen Seibe*
grünte angepaÃt. Kommt eS aber unter bie iperrfchaft beS 9Jien*
fdjen unb muà eS auf unfern harten StraÃen taufen, fo leiben
feine g-\'üÃe burdj Erfd)ütterung. Sa bem hoben Settbc , bett
baS ^ferb für unS bat, fo oft baburef) Eintrag gefd)tef)t, baÃ
fein g-uà tabm wirb, fo tft biefer £f)eit eilt ©egenffanb *>oit
hohem Sntereffe für unS, unb ein trefflicher Seljrer ber Zi)kv
arjnetfunbe äuÃerte, niemals trage er bie Stuatomie beS ^ferbe*
fuÃeS oor, ohne baà er etwas weiter bewunbern ffnbe.
Set feiner Schwere unb feiner Kraft muÃte baS £f)ter einen
$uà haben, itt wettern ftcfj Stärfe itub Etafttpät bereinigten.
SaS juerff uttfere 2lufmerffamfett tu Stnfprnch nimmt, tft bie
Stettuug ber Knochen. Säre einer gerabe über bett attbern
gelagert, fo tonnte feilte Etaffijttat »orhanbeu fep; ft\'e finb
aber im ©egenthetl fdffef gegen eiuattber gelegt, unb ein ftar*
feS elaffifcheS Sanb lauft hinten an if)tten herab unb befeftigt
ffch au baS unterfte, baS Apufbein *). Sie fdjtefe Sage ber
Knochen bebingt fo fet)r bie Elafiijitat beS ©tiebS, baà mau
att ber Stellung beS Reffet* unb £»ufbetttS erfentten fann, ob
ein ^»ferb leicht gel)t, ohne eS jn beffetgen.
Setm Kameet ruhen bte guÃfuochett auf einem weichen ela*
fttfdieit Kiffen. 2!m sl)ferbefuà ffnbet ffd) ein a()iutdseö ©ewehe,
feine Verrichtung t\'ft aber eine ganj anbere, unb eS fommt ute
auf bett Soben; bie Sol)te beS guÃeö tragt aber attd) beim
9)ferb nicht baS Körpergewicht. Heber bem hornigen Strahl,
bem breiedtgeit Vorfprung in ber £öt)fung beS £wfS, liegt
jeneS elafftf<% Kiffen, ber wetdje Stral)t. ES finb bteà ganj
wefentltche £()eile, inbem baS @c wicht beS Körpers auf ihnen
1 Sie (£onöe.rität beö Ãttocfjen, ba6 etaftifcfye 23anb unb bie ©ebnen
hinten am (Schienbein ftnb ffrfjtbar unb fühlbar, unb bitben eine»
ber SKerfmate, worauf man bei einem <}3ferbe eorsügtid) actjtet;
benn ei tjerrfdjt bei einem Spiere in ben Ãtnodjen, ©ebnen unb
©UtSfefn t)infid)t!id) ber Ãraft fotdje ItebereinÃimmung, ter
SKojjfamm an jenen ©ebnen bie »oilfommene ober mangetbafte
gSef^affen&eit beS ©anjen erfennt.
ruf)t unb Ãe bie Hornwanb nach auÃen brüden, ben Tfyett beS
hornigen £ufS, ben wir fef)en, wenn berguà auf ben Beben
gefegt iÃ, ©te vorbere ©pi§e biefer Schafe ober Sanb, ober
ber Thett/ ber beim Heben beS gttÃeS Ãd) plet^t vom Boben
entfernt, ià auSnehmenb bicht unb feÃ, unt ben Srncf gegen
ben Boben unb nach vorne anzuhalten; ber feittiche Xhetf ber
Saub bagegett t\'à elaÃtfcher, unb auf beut ©piete beÃelbett
beruht eben bie EtaÃt\'zität, welche vor Erfchütterung fd)ü$t.
Diefe Söanb ià mit bem Httfbetn nicht verfchmotjen, fott*
bern eö tiegen elaftifche Blätter bajwifchen, Senn baS £()ter
ben guà auf ben Beben fe£t, fo geben, ba baS ©ewidE)t auf
beut Hufbetn rut)t unb biefeS mittetà jeuer etaÃifchen Blätter
au ben D?tng ber Hornwanb befefttgt iÃ, bie fet\'rttchen Tbetle
nach unb baS @ewtd)t wirb vom Dlattbe ber Sanb getragen;
bie ©obte fommt babei nie auf ben Boben, ber gnà müÃte
bentt franf fet)n,
Jenopbon, Wo er von ben perfifchett «pferbett fpridjt, er*
jäl)lt, bie ©tallfnedtte ftriegetn Ãe auf einem ^ftaÃer von rutt*
ben ©reinen, bamit, inbent Ãe mit ben gitÃen gegen eine fefte,
unregelmäÃige flache fdfÃngen, ber QftechantSmuS beö guÃeS
in Uebuitg erhatten werbe, Sannt Ãfmrnt nterfwürbig überein,
baà unfere Uferte von feiner Nace nicht fetten ein liebet am
^uf befommen, wovon unfere fchwerett Bagpferbe uttb gla*
rnänber frei Ãub. Nenupferbe bewegen ben guà fitapp am Bo*
bett weg; ba Ãe teicfjt Ãnb, fo brauchen Ãe ben guà nicht bod)
im Halbfretfe aufzuheben unb bamit Bett jtt verlieren; inbent
nun auf biefe Seife ber guà fanft niebergefefet wirb, fptelt
ber eben befdirtebene Apparat ntcbf gehörig, währenb baS fdiwere,
minber eble Noà feinen pà im ÃretSbogen hebt unb ihn berb
nieberfefet. ©o erflärt Ãd), warum baö leichtere «Pferb Eon*
tractionen am güÃe ausgefeilt tÃ. Sie Ãuochen, bie Bäuber
unb bie Sanb werben gar nicht angeftreugt, bie ©ol)le wirb
fo feft wie ein Brett, bie ©eitenthetle ber Sanb bleiben be*
Ãätibtg jufammengejogen, bie £l)etle fptelen nicht ntel)r elaÃtfch
auf etnanber, unb tu tiefem BuÃanbe wirb ber pà auf ttu*
ferem harten ^)flaÃcr erfchüttert; bie 3:i)cxfc cutsünben Ãd), unb
am Enbe &ef)t ber toötttg gu ©rutibe, Daà bem fo iÃ,
bewetà ber UmÃanb, baà ber £f)ierargt bitrcf) Erweichen beS
äuÃer« £ufS uub AuSwtrfen beÃefben, woburch feine ElaÃigttät
Wieber hergeÃellt wirb, einen fotchen contraften guà heilen fann,
fo lauge rttdfjt bie Entgünbung ben garten Apparat gang gerÃört hat.
ES ià woht nicht gu gweifeln, baà ber innere Bau beS
guÃeS unb bie Bebedmtg, fei) btcfe nun ein 3?agel, eine ©chale
ober ein gefpattener £uf, einanber bebingeit/ uub wiber Er«
warten liefert baS ^pferb fetbft einen Beweis bafür. ES gibt
einige, freilich fehr fettene gälte yoit spferbeit, welche Ãnger«
förmige Extremitäten hatten, 3cad) Sueton befanb Ãch ein £l)ier
ber Art in EafarS Stallen; ettt anbereS befaà Seo X., unb
nberbteà ergählt ©eoffrop St. Hitaire, er habe ein ^ferb mit
brei 3eben an ben BorberfüÃen, unb mit bier an ben hinter«
fuÃen gefehen. mt biefer Abweichung bom natürlichen Bau
ber Knochen geht nun etue eittfprecheube Beränberung ^attb ttt
£anb: bei jenen Sterben hatten bie 3ehe« 9iägel, feine £ufe.
£>at ein £bier fünf 3el)en mit bollÃünbtgen Knochen, fo Ãnb
fie mit auSgefetlbeten Dcagetn mich est, wirb baS ©ange nur
burch flWet 3e£)en repräfentirt, wie am gefpalteuen guà ber
SOSteberfäuer, fo ftnben Ãch angemeÃette Jpornübergüge, fiub bie
Knochen gu einem geÃel« uub ^ufbeiit bereinigt, fo ift ein £uf
ober eine Howfdjate borhanben, wie beim ^3ferb, beut Eouagga,
bem 3^bra unb bem Efel.
Die Sföteberfauer haben, wie baS ^pferb, als ^ittelhanb«
fnochen Einen 9töhrfnod)en, ein fogenannteS Schienbein, aber
ber gità ià in gwei gefpalten, unb bteà muà feine geberfraft ober
ElaÃigttät noch bermehren, 3d> bin geneigt, gu glauben, baÃ
burch biefe gorm noch ettt Weiterer 3werf beabÃchtigt wirb: ber
guà Ãnft babttrch in Weichem Boben nicht fo feid)t ein unb wirb
letd)ter herauSgegogeu, 2Ãtr fef)en ja, wie biel fetdfjt-er bie Kuh
aus bent nachgiebigen Sttmpfbobett am gluÃufer t\'hren guÃ
herauSgieht, afS baS ^Pferb. Durch bie ruube, coucabe ©eÃalt
beS ^ferbeljufS btlbef fich unter bemfelben, wenn er aufgesogen
Wirb, ein luftleerer D^aum, wäf)renb ber gefpattene, fegelförmtge
Huf biefer wirb, je tiefer er einfinft, uub Ãch ^macht
33et ber ©emfe uttb anbern btrfdjabultdjen Toteren Ãnbet Ãd)
itod) eine Nebenjebe (gtg. XVIII.) 1). Ein fletnereS, hinten an
baS groÃe angelegtes 9Mtelf)anbbetn, mit feinen jvoet entfpre*
djenben geÃelbetiten, ftüfet btefe 3el)e uttb ià an bett groÃen
SERittelhaubfnochen burd) Banber befeÃttgt, fo baà btefe 3el)e fet)r
elaÃtfd) fetut muÃ. Sa eine Slbtheilung ber Scf)ne ber groÃen
BeugemuSfeln tu bte 3ef)e übergeht, fo muà bteà bte geberfraft
bebeutenb vermehren, roettn baS Tl)ier auS ber Hegenben Stet?
Ittng aufbringt. 3ötr feben auS ber Slbbtlbung, baà ber Heinere
©JttteÃ)aubfnod)ett, ber beim Werbe am fogenanitten Ãutegelenf,
als ©rtffelfnodjeit, Sintbert nahm, hier jttr Vermehrung ber
ElaÃtcität im guÃe herabgerüdt tft.
Beim Schwein Ãnb bte $wet fetflftdjen 3\'\'helt furj uub retchen
nicht auf ben Beben, tttbeÃen muffen fte boch baju hielten, baS
Thier ju unterÃüÃeu, wenn ber gità etnÃnft Beim Neunthier
(gtg. XVIII. B.) Ãnb btefe Ãnodjen Ãarf unb tief unten, bte
3ef)e fpringt rüdwürtS vor unb Ãredt bett güà horijontat auS;
Ãe bietet forntt bem Thier beim Stehen eilte gröÃere ©rwtbfläcbe,
unb eignet ben gitÃ, ttad) beut «Prinzip beS Sd)neefd)ubS, für
ben Schnee tn Capplaub. Ser St)Ãemattfer nennt btefe Beratt*
berungen itt ©röÃe, 3af)t uttb Stellung ber SOiittelhanbfnochen
â©rabattonenJ/; td) fel)e barin nur neue Beweife bafür, baÃ
baÃelbe $ttod)enfi)Ãem fich nach allen Uinftanbeit, allen 3nÃauben
bet ben Tf)iereit fügt, unb neue Beifpiete von Berechnung.
3ch habe bereits angeführt, warum, meiner Meinung nach,
int Elephantenbein bte Ãttodten fo fenfrecht über etnaitber Ãehett;
aber auch an ben Knochen beS guÃeS jet\'gt ftd) eine ©getttbüm*
tichfeit. 3lm guÃe beS lebenben Thiers fehen wir nur eine runbe
btegfame ?0Zafie, bte, wenn eS ftebt, ber BaÃS etneS ^fetlerS ober
bem untern Tf)eil am Stamme eines Ãattlichen BaunteS gleicht.
Unterfuchen wtr aber bte guÃfuochett, fo Ãn\'cen wir, baà btefe
breite Baft\'s aus ber jQaubwttrzel, S0jfttelf)attb uub beit 3c»
hengliebem beÃebt, unb btefe $ttod)en haben eine gattj aubere
Berrid)tung als bei bett bisher betrad)teten Tl)teren. Sie ÃoÃett
1 a. ber 2lntifope. u. ber guf be$ 9?entitl;ierS.
citt feüte bewegliche Speiche unb fabelt fetite Bewegung für ftd)
wte bei bett gleifcbfrcffern; fte bteuen bfoö bagit, beu gttÃ, bte
BajtS ber Saufe, anzuketten unb ihm eine gewtffe Elajtigität
gu geben.
-Auf gtg, VI. fmb bte guÃfitocben beS KameelS unb bte beS
Efepbanten etnanber gegenübergestellt, Sa ber guà beS KameelS
feilte fo unverbättniÃmäÃige Saji gu tragen bat, wie ber beS
Elepbanten, fo tft bei ihm burd) bte fd)tefe Stellung ber guÃ*
fnodjett, fowte burd) bte Richtung ber Sduttterfnocben, wovon
febon frül)er bte Rebe gewefeit, für Setcbttgfett ber Bewegung
.geforgt, Am feinen Bau beS KanteelfuÃeS gt&t es gar SfftancbeS
gu bewunbern; er tft unten jwar flad), wie etne Sd)ubfol)le,
aber, wte febon bewerft, beftnbet ftd) gwtfdjen ber ©übte unb bett
Knochen unb Sehnen ein fo wetdjeS, etaftifd)eS Kiffen, baà baÃ
£l)ier fehr leicht unb ftcfjer auftritt. Sie Aehnlichfeit beS guÃeS
beS StrauÃeS mit beut beà KameelS tft bett Ratttrforfdjern nid)t
entgangen.
Sir Sprechen nun von ben äuÃerten Knochen ber ginger ober
3el)en, unb fet)en babei noch einmal, wie mau bitrd) Betrachtung
eines einzigen folchen Knochen tut Staube tft, baà gange £l)ter
aufzubauen. 3d> meine hier beS ^räftbenten Sefferfou unb Sit*
VterS Abhanbluitgen über ben 5Wegaloitt)r. Str mitffen aber hier
einige ©emerfungen über bte Btlbimg ber Söwenflaue voran*
fcbtcfeit.
Sie h»nbearttgen Stetere fmb gletfcbfreffer, wie bie fagen*
artigen, unb bet beibeu ftnb bte legten B^enfttocfjen mit einem
Raget ober etiter Klaue bewaffnet. Aber in ihren Sitten unb
ber Art unb Seife, wte fte ftd) Raffung verfebaffett, weichen
fte von etitanber ab, Bet ben erStern verbt\'ubet ftd) fd)arfer ©e*
rud) mit groÃer AuSbauer tut Saufen: fte hegen if)re Beute, bis
fte ftürgt. Sie Kagett getebnen ftd) auS burd) bte Schärfe beS
©eftd)ts, baneben bttref) ©ebulb, Sacbfamfeit unb fd)leicheube
Bewegung; fte fpringen auf ihre Beute uitb verfolgen fte niemals
weit. 2D?it ein $aar Sägen erreichen fte tl)r Biel, unb verfehlen
fte eS, fo fegen fte ftd) wteber grollenb gur Sauer, Betrachten
wir ihre Klauen, fo feheit wir fte auf biefe SebenSweife berechnet
Beim ftuttb «nb Soff fmb bte Klauen rauh unb Ãarf unb wi*
berftehen beut Srucf unb ber Reibung, wte fte bei fangern Sagen
unöermetbftch fmb; fte fmb barauf berechnet, ben $uà ju becfen
unb ju unterfingen. 2fber ber £tger fprtngt auf feine Beute foS
nnb fdjfägt tf)r fetne fdjarfen, frttmntcu Klanen tnS gletfd). Sa
fte gefrümmt unb fcharf fmb, fo ift bte Vorrichtung, tut trefft wef*
eher fte »or SfbnüÃttng gefcf)ü§t Werben, wfrfftch bewunbernS*
würbig. Ser fe£te Knochen ttemftcf), att wefdjent bte Kfaue be*
fefttgt tft, fegt ftdi fettftd) an ben »Orienten Knochen an unb tft
mit btefent fo etugefenft, baà ein efafttfcfice Sanb ($tg. XIX. A.)
bte Kfaue rücfwärtS zieht unb ihre fdjarfe ©pt£e aufwärts richtet.
SaS Dorbere Eitbe beS festen Knochen ftef)t beim gewöhnlichen
@ang beS £f)terS auf bem Beben auf, wöbet bte Kfaue fefbft ttt
et\'tter ©cbetbe jurücfgebogen ftegt. Senn aher ber £tger fernen
©a§ macht unb haut, fo werben bte Kfauen burch bte ©ebne beS
SeugentitSfefS (B.) auS bett ©djetben hergezogen; unb fte
futb beim bengaftfehen Sltger fo fcharf unb ftarf, unb fem Sfrm
tft fo fräfttg, baÃ, wie es fchon »orgefommen ift, wenn ber £tger
einen ©aà auf einen SKenfchen macht, ber ©chäbef auf etnrnaf
bttrchgefchfagen wirb.
Sch habe oben ber Beobachtungen beS ^räÃbenten Sefferfon
über ben SCRegafonpr erwähnt. Er hatte einen Knochen gefttnben,
ber Ãch ihm burdj fetne ©efenfffädjen ttnb feine gorm im 2fffge*
meinen afS ein ^ingergfieb eineS fef)r groÃen XfuetS ju erfemten
gah, unb gfaubte auSftnbtg gemadjt zu haben, baà eine Kfaue
baratt befeftigt gewefen fep; nach biefem Umftanbe fchfoà er,
(nach bem ©prüdjwort: ex uiigue leonem), natitrftd) genug,
ber Knochen muffe einem ffetfehfreffenben £f)ier angehört hahett.
Er unternahm eS sunächft, bte Sänge biefer Kfaue jit Berechnen,
unb baruach bte @röÃe beS Zt)tev$ ?u fchäöett. Er überzeugte
ftch/ baà er in btefern Knochen, einem Ueberbfetbfel ber Vorweif,
ben Beweis »oit ber einfügen Exiftenj eineS Soweit »or\'Ãch habe,
ber gröÃer gewefen fe^n muÃte, afS ber gewaftigfte £)d)S, unb
ein witrbtger @egner für bas SfRaÃobon. 211S aber biefer Knochen
in EtwterS $ättbe fam, würbe biefer burch feine ausgebreitete
Kenntntà ber Anatomie auf einen ganz attbew ©chfttà geführt.
Er bemerke juerfi, baà Ãch mitten in ber ©efenfftäcf)e jeneS
fegten gingergftebeS etite ©rate befanb (gtg. XX.)/ waS fcfjon
mit ber Bifbung beffelben Knochen bei bett Kagen ntct)t überein«
Ãtmmf. Er fanb an biefern Ueberbfeibfef etneS untergegangeneu
StyierS feine Vorrichtung jur fettlichen BefeÃigung beS Knochen,
waS, wie wtr oben gefehen, junt 3urücfjtehen beffefben nothwenbtg
iÃ. Er fat) fobann, welches KretSfegment ber Knochen bitbe, uer«
längerte bte Stute im entfprechenben Bogen, unb bewteS, baà bte
jum Knochen gehörige Kfaue fo fang gewefen femt muffe, baÃ
Ãe nimmermehr, jum 3«>ccf, ihre ©pige fcharf ju erhatten,
ritcfgejogen werben fonnte. Die Spt\'Ãe fonnte fomt\'t nie, wie
beim Söwen, fenfrecht aufgerichtet gewefen fetm, bamtt baS üluer
mit bem gttà auftreten fönne, ohne bte SSaffe abjitjlumpfetr.
Er öerwarf enbiidj bett ©ebanfeit, als ob baS £luer bem Kadett«
gefchtecht angehört haben fonnte, gang, unb richtete feilten Bltcf
auf eilte anbere Zl)ievfamiüe, auf bie gaufriere, welche Ãarfe
3ef)ett ttnb fange Ktauen haben. 3l)re Ktauen ftnb auf öerfdjte«
bette Sffietfe nach unten utngefchlagen; baö £l)ter fattit juà noch
bamtt gehen, aber fattgfam unb unbehüffftch, ungefähr, wie wenn
wir bte ginger etnfchfagett unb ititö auf beit Knöcheln bewegen
wollten, Durch genauere Begleichung jwifchen jenen Knochen
beS atten £l)terS unb ben entfprecf>enben Knochen ber gaufthtere
hat er unS überzeugt, baà ber Söwe beS amerifantfchen ^raftben«
ten etn Xhter war, baà tu ber Erbe grub unb Ãch öon ©urjeln
nährte, ES ià einem orbentfich woht, baà eS nie einen fo mtge«
heuer groÃen gfeifchfreffer gegeben haben foll, als btefer foge«
nannte 5D?egaloiU).r,
Dtefe Ktauenfnüchen geben überhaupt merfwitrbtge Betfptele
öon ber UeberetnÃtmmung jwifchen ber SebenSwetfe unb ber äff«
gemeinen Bilbung ber ^f)tere ait bte £>anb, 9iebett bem, waS
wir am Söwen ober £tger, am £unb ober 5iÃotf, am Bären,
am Sfmetfenfreffer beobachtet, herrfcht hierin noch Berfchiebenheit,
wo wir eS am Sföenigften erwartenfofften, nemlid) unter bettete*
ren, welche in ©albern leben unb burch bte Baumjwetge flettern.
DaS Eichhorn, mit nach betbeit ©etten gerichteten Klauen, läuft
gleich kW am Baum hinauf unb hinab unb \\)Ut Ãch tu ben
Sittfelu ber Aefte auf. ©er Affe fchwingt ftcb unb fprtngt von
Aft 51t Aft, unb faÃt im Sprung mit bctt hintern Extremitäten
loS, bevor er mit bat Derbem einen netten Halt bat; er über*
fprtngt bett Bwtfcbenraum frei unb faÃt febr gefdudt an. Aber
bte gaultl)iere pacfen nichts an, il)re ginger gleichen .fpafen, unb
bt\'e Kraft tiegt bei ihnen rein im Arm. Ste faffeit bett Saumaft
nicbt, fte bangen ftcb baratt; niemals raffen fte bte eine,
mit jjafett befegte Sage (06, bevor fte Ittel)t mit ber anbent
ftcb augel)aft 1)abeu, unb auf btefe Seife behielten fte ftcb ber
Vorher * unb Hinterbeine, wäbrenb tf)r Korper herabhängt
Auch f)ter fet)en wir wteber, wie bte SStlbttng ber Extremität-,
bte Eoneentration ber Kraft unb bte Sitten ber £l)tere nicbt
allein ihrem Seben tm Salbe überhaupt, fonbern auch ber Art
ttitb Setfe eutfprecheit, wie fte ftcb ttt beit Saumjwetgen bewe*
gen; fte fütb alte tbiittg, aber jebeS wteber auf aitbere Art.
3nt 93iufeum beS Sonboner tf)irurgifd)en Kollegiums beftitben
fTd) feit Kurzem bte Knochen etneS feljr groÃen £t)ierS, unb bie
Unterfucf)ung berfetbeu gibt uns wteberitm ©etegenheit, bte
©rttnbfäge unb bte 30M)obe EttvierS, unferer groÃen Autorität
ttt biefent gad)e, anjuwettben. Stefe Refte befteheit aus Stikfett
beS KopfeS, beS RüdgratS, beS ScbwangeS, beS SedenS, auS
beit Knochen beS eilten £iuterfuÃeS unb beut Schulterblatt.
SDZait fann baS Stüter ftebeit guà l)od) fcbageit; bteà gibt aber
noch feilten richtigen Begriff voit fernem Umfang, bentt fetit
Schenfetbeiu miÃt bretmal ntef)r im £>ttrd)meffer als baS beS
groÃen, in berfefbeit Sammlung beftnbltcheit Etephauten, unb
baS Hüftbein tft boppett fo breit atS baS beS tegtern S^terS*
Rad) beit ©runbfägen, auf welche wir uttS in biefent Verfuche
fd)on öfters bemogelt, uitb in Betracht ber ©röÃe uitb Stärfe
ber au btefett Knochen beftitbltchen gortfäge, muà baS £[)ter
gewaltige 9KuSfetfraft befeffeit haben, unb nach benfetben An*
beutungeit fütb wtr int Staube, uns von ber Art unb Seife,
Kne bei ihm btefe SDJuSfelfraft Verwenbet würbe, Recheufchaft
gu geben.
Vergleid)t matt btefe Knochen mit ben Betchnungen Vom
©feiet be3 tutgeheneru, int föwglidjen $?ufeum 3« SOiabrib
aufbewahrten , fo fprtngt fogfetcf) tn bte Sfitgett, baÃ
nufer neuer gunb auS Dteften beS groÃen £f)tcr3 ÃOJt ^araguat),
EitöterS ^iegatljen\'imt/ beftef)t. Sitte Momente, bte wtr au ben
legten gttÃfnochen, an bent ©chufterbfatt, au ben Bähten be*
uterfett, beftattgen EuöterS SorjtelluitgSweife, nach welcher baS
£bter ein ^flansenfreffer war, unb feine groÃe Kraft junt Stuf*
brechen beS BobettS unb Surjelgraben oerwenbet würbe. Sie
Kraft fchetnt bei tl)m, cntfpredjeub bn- StuSfiattung mit ungeheuern
Duigcfn ober Kfauett, tu ber £afee concenfrtrt gewefen ju fet)it.
Ser Oberarm beS fet)lt uns; bte §ortfa£e beffelben
hätten unö über ätitorbmmg unb ©tärfe fetner 9KuSfefn Stuf*
ftäruug gegeben; aber bte £6be, Brette unb ©tärfe beS gattjen
£l)terS laÃt ftd) naef) bem Seefett unb bett ungeheuern Knochen
ber bwtem Extremität fchaüeu, wahrenb ©chufferbtatt unb
©chlüffelbetn uns auf bte auSgebebnte Bewegung ber öorbertt
©ftebmaÃe unb ihre gewattige Kraft htnwetfett, Kur$, ant
Knochen* unb SD?uSfetfyftem nehmen wir ab, baà baS SD?ega*
thertum ferne »oruehmfte Kraft nicht tut Dümtpf, noch weniger
tu ben Kütttfaben, fonbertt xnefmebr tn bett Extremitäten hatte,
ttttb baà eS Weber jtt rafchett Bewegungen, noch sunt Sfttgrtff,
fottberu sunt ©rabett tu ber Erbe gebaut war.
Sie wenig bachte man barau, baà bitrch bte Stfftanj jwt*
fchen ber Slnatomte, unb pnir bem am wetttgjien geachteten
Streife berfeffeen, ttttb ber 2)2tnerafogte eine gauj neue Stffen*
fcf)aft werbe ittS Sehen gerufen werben, fo baà ein ©ebiet ber
9iaturwtjfenfcbaft, baS man früher für bte £attgewetfe, ober*
flach tut) unb stemltd) phaufaftifdj behanbeft hatte, jetst Ãreug
phtfofophtfrf) nnb fogtfch bearbeitet werben fann. ES tft tm
hochften ©rabe iutereffant uub lehrreich, ©ebiete beS StÃettS,
bie fchetnbar fo weit auSemanber liegen, auf btefe Seife tn
Sechfefwtrfuttg treten ju fetten.
Bei ben antpb<btfhett Säugetieren, wie beim ©eehwtb unb
bem SaltroÃ, ft\'nb bte pÃe zufammeugefchrumpft; ftc fteefen
fajt ganj tu ber #aut unb bte Ringer ft\'nb ju gfoffen »erwobett.
gig. XXI. Ãefft bte SorberfuÃfnodjeu beS SaffroÃeS »or,
unb in Betracht beS eigentümlichen SfnfehenS beS $uÃeS am
lebenbtgen Styer, ftitb fte febr vollÃättbtg. Sic £uocbcit ftitb
l)ier auf etn Scrfjeug $itm Schwimmen berechnet; beuu biefe
£l)tere (eben im affer uub femmen uur anê £anb , urn tbre
Sungen ju fangen ober Ãcb ju fonnen, uub auÃerhalb beë 3Baf#
ferê ftitb fte bie fcbwerfälligÃen, l)ülflofefteu alter ©efcbopfc.
Sn ben Sallftfdjen fel)eu wir Säugetiere ofjne HinterfüÃe.
SaS ©cf)ulterblatt tft breit, ber SDberarmfnocben ättÃerà furj,
uub bte Ãnocfieit beS SSorberarmê uub ber jpaitb ftnb platt uub
mit Rauten »erhoben, fo baà ft\'di eine g-lofie btlbet. Stefe
£l)tere leben beÃäubtg tnt ïBaffer, mi\'tÃen aber bod) au bte
Dberfläcf)e l)erattf, um Atfyent jtt boten.
3>d) brauche lattin aufmerffant barattf jtt machen, baà wir
beim Selpl)üt (gig. XXÃI.) bte Knochen ber vorberu Extremität
wteberÃnben, nur baà fte tu ber gornt von ben btèljer betrad)1
tetcit Btlbungen etwas mei)r abweichen. SaS Seefalb uub baS
SfBullroà fommeit auö bent -XOaffer f)erauê uub lagern ftd) am
Straube, aber bte öerfdjtebenen Selphtitarteu bleiben beÃäubtg
im SaÃer; bte ©ItebmaÃe ià jefet jur gloÃe ober jttnt Nuber
geworben, uub wer ben Selpbtn auf Ãürmtfd)er See betrachtet
l)at, weiÃ, Wte volllomntett jwedgemaà ber Apparat iÃ, nüttelÃ
beÃen er tu feinem Elemente lebt.
Sie legten Betfptele wäl)len Wtr aitS ber Urwelt.
gig. XXIII. *) tft nad) Exemplaren von l)öd)à feltfamen,
jwtfd)ett bent Ãrofobtl uttb ben gtfebcit mitten tune ftel)enben,
foffilett Thterett entworfen, welche ftd) tut Sottboner Eabtnet be*
Ãnben. ©te Ãeden in bitytem KalfÃeiit, Uttb bte ©Mete Ãttb
öoffjiänbtg, aber jerbrüdt unb bebeutenb »erfchoben. Die Ertre«
Untaten ober Otuber beÃeben auS einer ^DJettge unter etnauber
artifufireuber Knocheu, unb unter benfetben erfennen wir noef)
ben £5berarm, baS Eltbogeubein unb bte ©petche, Haubwurgel«
unb ptgerfnod)en. ES Ãnb burchauS feine mangelhaften äöerf«
jeuge, fie ftnb gang auf it)ve Verrichtung berechnet, fein Knochen
ià überflüfÃg ober nicht an feinem Pag, ober utwollfommen.
Der 3cf)th9ofauruS unb PeÃofauruS waren ©eetl)iere; tf)re 3leÃe
würben tief unten in ber etaSformation gefunben, mächtige Ver«
änberungen ftnb, feit Ãe auf Erben lebten, mit Sanb unb SOieer
vorgegangen, uttb bte Xhievgefchfechter, beren ©Iteberbau wir
bisher betrachtet haben, waren barnafs noch gar nicht yorhanbe«.
ptben wir ttttn biefetbe Knochenret\'he, Wie bei ben jegt febenbett
Shieren, auch an ben Xfjierett ber Urwelt, fo muffen Wir juge^
ben, baà betbe nach bemfelben ©pÃem gebilbet Ãnb, mttÃett an*
erfennen, baà Ãd) biefeS ©pÃetn aflmähfig eutwicfelt hat, freilief)
in einem Bettraum, ber für unS gang unberechenbar iÃ, felbft
wenn wir Ãatt ber £age unb 3af)re unferer ©efd)id)te ebenfoüiele
Sahrtaufenbe annehmen, ober nach bett Resolutionen, bte auf
ber Erbe felbà ihre ©puren hmterlafiett haben, eine ©cf)ä£ung
wagen wollten.
gtg. XXIV. geigt bte ©fetete beS ^3leÃofauruS uttb 3d)tf)i>o*
fauruS, wie Ãe »on ben 9iaturforfchern aus ber »erworrenett
©teinmaÃe, in ber Ãe liegen, reÃaurtrt worben Ãttb.
3ch h^e W öffentlich Setfpiefe genug beigebracht, wie Ãcf)
bte Knochen ber »orbern Extremität abättbern, um bei ben £l)ie«
vett ben manntgfadjÃen Verrichtungen gu entfprechen. Sötr werfen
legt noch einen furgett Blt\'cf auf bte Btlbung ber Knoden ber
mettfchftchen £>anb urt^ ^ubett unS bann gtt einer anbertt ©eite
nnfereS ©egenÃanbeS.
gtg. XXV. geigt bte £>anbfnocben beS erWacbfeuen Ebim*
panfee, Don Borneo, unb ber £auptpunft, woburcb ftd) btefe
Affeubanb öon ber SO?enfdE)ent)anb nnterfcfjei\'bet, ift bte Kleinheit
beö Saumenö; er reicht nur bis gur gt\'ngerwurgel berauf. Ste
Kraft ber ntenfcf)ttcf}en £anb hangt aber eben von ber Sange, ber
©tärfe, ber freien fettltcben Bewegung unb vollkommenen Beweg*
It\'cbfett beS SaumenS ab. Ser Saunten beiÃt pollex, eben wegen
ferner ©tärfe, unb biefe feine ©tärfe, Wetcbe gleich ift berjetttgen
ber anbern gtnger gufammett, tfi eine nothwenbige Bebtugung
ber Kraft ber $anb. Ohne beu fTeifd)igen Balten am Säumen
nügte bi\'e Kraft ber ginger gu nichts, unb fo ift benit jener ftarfe,
burrf) bte 5D?uSfetn beS SaumenS gebtlbete Batten baS eigeutlicb
Unterfchet\'benbe ber SJienfchenhanb. SdbümS nennt ben Säumen
bie Heinere £aub, bte ©ehülftu ber groÃen â manus parva,
majori adjutrix.
Sen Säumen verlieren, tfi faji foviel als bie £anb Verlieren, unb
ber 9D?enfcb, ber um betbe Saunten farne, fahe ftd) gur elenbeften
Slbbängigfeit verurteilt; fo fagt 5lbom*begef von ben ftebgtg
Königen, benen er bie Säumen unb groÃen Sehen abgefcbnitten:
,/fte fudjen ihr Effert unter meinem £ifd)e."
3n einem frangöftfdjen Serfe gum Unterricht ber Sugenb in
ber Raturlehre, fragt ber ©cbüler, warum bie ginger nicht gleich
lang fet)en? Sie gorrn biefer grage geigt recht, wie fchwer eS
tfi, natürliche fragen gu ftelleit, bie gewöhnliche Klippe bet
©dhrtften ttt ©efpräcbSform. Ser Sei)rer aber gibt bem ©cbüler
eine Kugel von Elfenbein ttt bie £attb, um ihm gu geigen, baÃ
jegt bie gtttgerfpt\'gen etitanber gleich fieljett. Rod) beffer hatte er
bie ginger gur gauji etnfchlagen unb bann fragen fönnett, ob fte
jegt emattber entfprechen ober nicht. Sie verfd)tebeue Sange ber
gütger bient unS gu taufenberiet 3werfen: £anb unb gtnger
Werben baburd) befähigt, beu ©tab, bte $)ettfd)e, baS ©d)Wert,
ben Jammer, bte geber, ben ^tnfel, ben ©rabfltcbel u. f. W.
gu hanbhaben, tauter gälte, wobei fejter Halt unb gret\'heit ber
Bewegung auf bewunbernSwitrbige Seife fombinirt ftnb. Sod)
von biefer ©eite betrad)ten wir unfern ©egenjtanb erft bann,
wenn wir baS Berhältnià ber $2uSfeln gu beu Knochen unb ben
befonbertt Bau ber gtngerfpi|en zum 3*»ede beS £afleitS feunen
gelehrt fabelt. Sir fchlteÃen t)ter mit 5Kat)S Sorten: »SCRanche
Xbiere haben Horner, anbere haben £ufe, Bahne, Krallen,
Klanen, ©poren unb ©dhttäbel; ber SETJenfcf) bat ntd)tS »ott alte
bem, frfjmad) unb Wehrlos ift er in bie Seit gefegt; aber bie
£anb, nebjt ber Vernunft jn ibrem ©ebraucbe, gibt ibm Erfafc
fitr atteS jetteS."
Ehe wir biefe ©eite unfereS ©egenftanbeS ganz »erlaÃen,
machen wir noch befonberS auf bte groÃe Sid)ttgfctt ber »er*
gteidjenben Stnatomie für bie ©eotogie aufmerffam. ES ift eine
fdjone, geiÃretdje Bemerfmtg: bie in ben ©ebirg^arten einge*
fd)tofienen organtfchen StieÃe fe^en gtetdbfam SOiünjen, jum ©e* -
bärf)tnià ber groÃen Umwälzungen gefchtagen, wetche bte Erbe
betroffen. Sebermann Weià auS eigener Slnfchauung, baà bte
Erbrtnbe aus ©dachten ober Sagern bejtef)t, unb wirb Ãcf) ohne
»tele SOiübe überzeugen, baà Ãe gewaltige Budungett erlitten,
fo wie, baà Ãcf) in ihr bte 3^teberfcf)täge ober gormattonett ttad)
einanber gebttbet. Sebe btefer Stbtagerungen unterfebeibet Ãct) tu
gewiffem ©rabe »on ben anbern binÃd)tltch fcer cbemtfcbeit Sit*
fammenfe^ung, beS Bruchs unb ber äuÃern Ebaraftere, baupt*
fäcfjftcf) aber btnftcbtficb ber Sefcbaffeubeit ber tbicrifcljeu tiefte,
Welche in ihnen begraben liegen.
Einige btefer ©ebbten Ãnb baburd) ausgezeichnet, baà Ãe
Knochen fehr groÃer Spiere enthalten, unb baS ©tubinm btefer
©ebeine führt bei weitem zu ben interefianteÃeu ©chlüffen auf bem
ganzen ©ebiete btefer neuen Siffenfchaft. Eine ganz fw^c Ueber*
ficht ber auf eütanber fotgenben 9iteberfd)täge unb ber burch Ãe
gebttbeien ©chicbtcn wirb eS beutltch machen, wie wichtig für
ben ©eotogen bte Kenntnià beS BauS ber mit wahrem fnöchernem
©fetet »erfehenen 5tbtere iÃ. Surd) bte tetpte groÃe Umwälzung
ià bte Oberfläche ber Erbe fo gehaltet werben, baà ©chidjten
jeber Slrt bloS gelegt Ãnb; unb wir bürfen Wohl fagen, btefeS
BloStegen, woburdb bte 6cbä£e ber Erbe anS Tageslicht gebracht
unb bie für baS Sehen ber ©ewächfe nötige SWtfdbung beSBcbeuS
»ermittelt würbe, war ber Enbjwecf jener Umwälzung. bie
SOiannigfattigfeit beS an ber Oberfläche Slufgefchloffenen »erWt\'nt
kid)t ben 83Kcf, unb wir muffen bafyer fttrj aufjäWett, waê in
neuerer Bett buret) bie gorfcfjuugeit geiffreicfjer Scanner ber SS3t\'f*
feit fdj aft entbedt Würben ijl.
d$ ffï t)ier uid)t unfere ©acfje, über bie Erhebung über SSitbung
ber Urgebtrge Vermutfyuitgeu borjubrtngett; Wt\'r fyabett eê aïïein
mit ben barüber gelagerten @d)id)ten ju tt)im. Unter btefett finb bte
.auffaffettbÃen, mit ber £\'fjeorte am fcfywerÃen ju berantgenben ,
bie Kcfyfeufager; wir übergeben fte aber, ba fie feine tf)ierifcf)ett
ReÃe etttfjatten, bei benen bie Kettutntà bom 93au ber SEÃirbef«
totere bott kugelt fep faittt. 9ïad) ber Vorauèfegung, baà biefe
Kof)tenfager begetabittfdjeu Urfprmtgö finb, founte man erwarten,
Reffe bon Saubtbierat bartn jtt ftuben; eê ià aber ju »ermutf)eu,
baà bie 9)fïaitjett, anê benen fte beÃef)en, Ãd) bott unfern gegen«
wärttgeu wefenttid) unterfcfjtebett, uttb baà auf bent ©runb unb
SSobett, worauf Ãe wuefffett, unfern jegigen eutfprecf)ettbe £f)iere
ntcf)t febett foitnten.
Ueber ben Kofyfenfagertt fomnten regelmäÃige, beÃimmt cfyaraf«
teriÃrte ©d)icf)ten, bte babitrd) bott 3utercffe fittb, baà Ãe auf
bte baruuter beÃnbfidje Kof)fe bin Weifen. Die gutiäd)à über bte«
feu gefagerten ©ebitbe nun fangen att, für unfern ©egettÃattb
bott 93ebeutung ju werben, bentt Ãe entf)aften bie ReÃe rtefenfyaf«
ter £()tere mit einem regefmäÃtgeu ©feiet, wie eê bie SBirbet«
totere tyabett. *) 3f)re ©fefete Ãttb jwar, wenn wir utt6 fo atté«
brüdett bürfett, wie für VierfüÃer entworfen, aber bei manchen
fittb bie Extremitäten btefmefyr Ruber als pÃe C f. gig. XXIII
unb XXIV.) unb wir fdjlieÃett, baà Ãe iljre fd)Were ïOïaffe am
?anbe Ijmfchleppett fonnten, weil ihr ganzer Knochenbau barauf
hinweist, baà Ãe Eier legten ttnb £uft atmeten. Bei Slnbern
waren bie Extremitäten fo jtemltcf) wie bei unfern gegen*
warttgen eterlegenben VierfüÃern gebaut, fo baà Ãe burcf) ben
5D?oraà gehen ober Wecken fonnten, unb nach ber £ebenSwetfe
unferer Ãrofobtlle, ©avialS utib Alligatoren jn fchlieÃen, be*
reu ©efcfÃecht manche berfelben augehörten, lebten Ãe in ruht*
gern Safer mit fchtamnügtem ©rmtb, verÃecften Ãch tu
beu Schlamm unb Ãrecftett bann wieber bie Schnauzen jwi*
fchen ben SaÃerpflanzen herauf, um Atf)em 51t holen; unb Ãe
ntüÃen Ãch ungeheuer vermehrt haben, ba ihre getttbe, ber
©eter unb baS 3tf)ueumon, bte heutzutage jahllofe Eier biefer
©efchöpfe jcrÃören, noch nicht vorhanben waren. Bei noch
anbern, wie beim obenerwähnte« ^terobactytuö, fcheint bie
Haut über bie vorbern Extremitäten auSgcfpanut gewefen ju
fetnt, wobnreh Ãe, wo nicht fliegen, boch von ben Höf)ett,
welche Ãe erflettert, Ãch ftef^er herablaÃen tonnten.
©efebidbtete Ãalf*, Thon* unb SaitbÃeittlager fommen unter
ben Namen Dolttl), £tas u. f. w. im fübltcbett Ettglanb ju Tag
unb crÃrecfett Ãch über einen bebeutenbeu Theil von Europa,
unb btefe Sager umfchlteÃett eine Spenge folcher eterlegenben
Neptilten. Allem nach Ãnb einà btefe Ablagerungen überfchwemmt
unb tief int Dcean begraben worbett, auS welchem Ãch fobann
btefe Ãreibetager auf Ãe utebergefchlageu haken. lieber biefer
treibe nun tritt eine neue Diethe gefchichteter ©ebirgSarten auf,
welche wteberum ganz anbere BerhältniÃe barbtefett.
Sie uttterÃe -Parrhte biefer fogenauuteit âtertiären gornta*
tiott" l)ä$t bei Einigen bie ^eriobe ber ^atäotherieu; fo
weit Ãe reicht, Ãnbet man barin Tf)tere vott ganz befottberer Btl*
bttug, bereu Arten mit betten, welche t\'tt beu Schichten unter
ber treibe begraben liegen, burrfjattS nicht überetuÃtmmen. Hier
jutn erÃenmale erfebetnt uns bte Erbe in einem 3»ftanb, wte
er für ?aubtl)iere paÃte, wettfje im Schatten ber Sälber leb*
ten unb tebenbige Snnge gebaren, für Säugetiere.
beÃen ià eö nterfwürbtg, baà in biefett, ben unterÃen Schichten
ber tertiären Formation bie Tl)tere auS ber ÃlaÃe ber Sättge*
totere ftd) ben jegt febettben mtr nähern; wir ftnben bartn ferne
fljibern defie als von foldiett, bte jeÃt ausgestorben ftnb»
UnterfaÃt man bte Schichten ber tertiären Btlbung ber
Sftetfje ttad) aufwärts, fo unterfdjeiben fte ftd) fortwäf)renb burd)
bte Organismen, welche fte führen, unb je näf)er wir ber Erb*
oberflädje fomrnen, treten, wenn unS anberS bte Xt)eorie nidjt
Völlig irre füt)rt, immer weniger Refte von untergegangenen
VierfüÃern auf, unb bagegen immer mef)r Exemplare von fol*
eben, bte jefet noch auf Erben wohnen. Sir ftnben in beu ver
fdnebenen ©cbicbten bte Knochen beS SKammutfyS, beS SCftega*
t{)ertumS, beS £aptrS, beS 3tt)moceroö, beS .guppopotamuS,
beS $trfd)eS, beS ©d)fen, beS «PferbeS, uttb mit ihnen bie
Sf elete ihrer natürlichen getnbe auS bem Kagengefchlecbt, fo
wie beS Bären unb ber £>9üne, tauter Knoden, welche he*
weifen, baà bte Shiere, benen fte angehört, gröÃer unb ftärfer
waren atS bie jegt lebenben.
AlleS weist barattf hin, baà ÃB er bie fofchergefiatt gebtl*
bete Erboberflädje eine glutb mit ungeheurer ©ewatt herein*
gebrod)en ift, bte oberflächlichen «Schichten weggertffen, mäch*
tige getSblöcfe fortgefchwemmt unb bte krümmer bergeftatt ab*
gelagert hat, baà fte Klüfte erfüllten, neue Anhäufungen btf*
beten, unb wteberum ben gangen @barafter ber Erboberfläche
veränberten. SarnatS erhielt fte bie jegtgen ©rengen von Canb
unb See, bantalS bilbeten ftcf? bte Stt)dfer unb bte Rinnfate
ber Ströme. AuS jenen ^aefungen uttb auf etnanber folgeuben
Revolutionen bilbete ftd) ber jegtge Bujtanb ber Seit hervor,
in ber wtr teben, unb, wie wir noch fpäter gu wteberholen
©efegenheit ftnben werben, feine frühere Verfaffung ber Erb*
Oberfläche wäre ber menfdjltcfjen Statur angemeffen gewefen.
Surd) bte Safer, welche tu ben Dcean taufen, etnerfettS,
bnrd) bte gtutl) unb bie SWeereSftrömungen anbererfeitS, häufen
ftd) Schlamm, KteS unb bie Refte gegenwärtig eriftirenber
£i)tete an; unb bte auf fotehe Seife gebt\'lbeten Ablagerungen
unterfdjeibet man von ben burd) bte vorgängtgen groÃen Um*
wälgwtgen gebitbeten burd) bte Bezeichnung als Alluvium
ober attfgcfdiwcnmttes Sattb. â
9D?tt ber Bewunberung, welche mtr bie groÃen gorfchmtgen
ber ©eologen einflöÃen, »erbtnbet fich ein ©efüljl ber Sani*
barfett Snbefen tff ber ©egenftanb feiner Statur nach gar fef)r
geeignet, bett eifrigen gorfcher bahtn zu »erführen, baà er Ãch
gar zu tuet jntrant nnb alljn nmfaffenbe Theorien fchmiebet ES
tft nichts bannt gethan, Wenn ntan bew ©eologen fagf, bte 33 er*
änbernngen ber Erboberfläcfje, welche er befchreibt, »erhalten
Ãch am Enbe junt Umfang ber Erbe wie bte SKtffe im gtrntÃ
jnm ©lobuS auf bem £tfche, ES gehörte aber p ttnferer 2lb*
Ãd)t, p zeigen, baà bte PwÃoguomie unferer Erbe nnb alle
Erfcheinttngen um unS barattf berechnet Ãnb ttnb barauf l)hv-
jwecfen, unfere Kräfte, unfere \\Dbautafie anzuregen, $öenn bem*
nacf) ber 5ERtneralog »on ben ©ebtrgen btnauSfcbaut über wette
Ebenen, wenn er nieberbltcft in Schluchten unb Später unb Ãch
überrebet, baà er fagett fantt, wann unb wie Ãe gebtlbet wor*
ben, fo fomrnt er leicht in SSerfuchung, Ãch einem EntbitÃaSmitS
ju übertaÃen, ber nur bei bem Siebter ju etwas führen fantt.
Sunberbare gortfdjrttte hat allerbtngS btefe StÃenfchaft
burd) unfere zu btefem 3wecf »erbünbeten SanbSlettte gemacht.
Sudlanb, Eon^beare, SRantell öerbanft ntan »orzüglich bte
Entbecfung jener rtefenbaften Etbechfett, wät)renb anbere ©eo*
logen, mit gleichem ©tücf, gleià unb ©ente auf anbere ga*
cE)er »erwenbet ba^u. Slber bett frül)eÃen unb beÃen Beweis
»on ber S!Btchtigfeit ber »ergletchenben Slnatomie haben wir an
EttmerS 2lrbeiten. Sit ihm »ereinigte Ãch ber Sinn für baS
KletttÃe mit bem fcharfen ®fief für baS Slllgemetne, bem wah*
ren Kennzeichen beS ©enteS. 3tt langen Sahren hatten Ãch bie
thierifchett UeberreÃe aus ben ^3artfer Steinbrüchen angehäuft,
unb aus btefem Raufen, ber fo »erworren balag, als hätte fte baS
©aÃer zu feinen güÃen ausgeworfen , fonnte er nach Anleitung
beS Prinzips, bejfen allgemeine ©eltung wir im Bisherigen
bargetl)an â beS Prinzips ber EoeriÃenz ber Z\\)tiU beS Sfe*
letS â bie zerÃrettfen ©lieber zufammettfe^en, bie Sfelete unter*
gegangener %{)kxt ru\'u aufbauen, unb Ãe unS fo genau »or 2lu*
gen (teilen, als würbe bte frtfebe £{)t erleide »or unS jergtiebert.
DkrUö Kapitel.
Dnii freu JHitskln ï>es Jlrmö wnï) fcer üjanïr. â Dmt
i!)t*er Ccb nie kraft unb tl)rey utcd)antfrl)cn 2tnarïr~
uung. ââ Dom Oau ïr^r tnettfrljlicljen Ijanïr,
ïDïuSfetn nennt «tan am thiertfcfjen Körper, wie Seher«
man weiÃ, baS eigentlich fogeuannte gfetfcf). Der SWuSfet be«
ffeht aus mit etnanber parallel taufenben gafern, uub btefen
gafern nun wohnt eine eigentümliche lebenbtge Kraft tnne, bte
Etgenfchaft, ftctj jufammenjujtetjen ttnb wieber jn verlängern,
m ber wiffeufchaftftcfien ©pratte Srrttabilitüf, SDïuSfefret\'sbarfett
genannt Seber einzelne SDïuSfef befïeht auS enter Anhäufung von
SMtotten fotcher gafern, wefcfje vom fefben Anfä&punft auSgef)en
uub tu einen fafrtgen ©trief, bte ©ebne, gufammenfaufen,
welche fuf) an einen beweglichen SEfyeft befeffigt; bte ©teffe, wo
bteà gefefjtefjt, fyetfjt ber SnfertiouSpunft ES faffett fiel) au Arm
unb £anb "ber fünfzig ïCRuêfefn nachwetfen, welche fammtftcfj
jur einfachen Bewegung jufammenwtrfen muffen; boef) bief? gibt
nur einen utwollftanbigen Begriff bauen, wieweit bte jtt jeglichem
SffitffenSaft erforberftdje SBeÃfwirfung ber £f)ctle gebt Diefer
Rapport ber SDïuêfeltt unter etnanber wirb itnS bann recht
fühlbar, wenn ettteS ber groÃen ©etenfe beS Körpers entjün«
bet tft: fefbft wenn wir ju Bette liegen, »erurfacfjt bann jebe
Bewegung etneS ©ttebS ©dimergen, weit berfelben netfjwenbig
eine Bewegung tut Rumpfe entfpricht, SÃann wtr ftebeu, fön«
nett wir beu Arm nicht aufbeben ober auSftrecfen, ohne bent
Körper eine attbere ©tellung ju geben unb tfjtt ins ©teictj«
gewicht ju fegen, wogu £unberte mx 50?uSfefn ju\'fammenwirfen,
Don ïrrr Drrrirljtuntj Ãut Ãluekclu ï>fs Sinne.
2Btr betrachten bett ©egenffanb nach jwet Ritcfffchteu: ein«
mal erörtern wit burcf) Betfpiefe bte SebenSfraft ber $?uSfetu,
unb batttt bte mechanifchen Berhaftntffe in ihrem Bau unb ihrer
Befefftgwtg. $et beu SOïuSfetn feiert wir in jeber Bejtehuttg
bte Kraft gum vorltegettben 3wecfe auf» retdfjftdfjfle öertteEjei^
ntrgenbS aber auch nur im ©eringften etwas ileberflüfftgeS.
Sott etn ©lieb burcb bte ^()ättgtett etneS SCRuSfelS, ober etuer
gangen ^artbte von ?0?uSfefn bewegt werben, fo tft tl)ttett nicht
etwa tu fotcbent 50caÃe Kraft verliehen, baà fte bte ihnen baS
©egenwtcbt tjattenbeu SKuSfeltt, ttjre fogenannten Slutagoniften,
überwältigen fönnen; nein, fonbern bte pofittve Kraft fchwinbet
gleicbgeittg in btefen Antagonisten; fte erfcbfaffett, Verlängern
ftcb, unb benjentgen ®?uSfefn, wetcbe ftcb gerabe int 3nftanbe
ber Bufamtuengtebung beftnben, wirb fomtt tf)r ©efchaft Verhält*
ntÃmaÃig leicht. Srn Bujtanb ber Rübe eines ©tiebS ift bte Ztjä?
tigfeit fämmtlicber SCRuSfeln nach einem bestimmten ©efege tnS
©fetcbgewtcbt gefegt, unb btefer Sujiattb beiÃt ber gottuS, bte
natürticbe Spannung ber ?KuSfeln. Senn man bei Verfugen
an bte Sehne etueS StrecfmuSfelS ein @ewid)t f)angt, fo bef)nt
eS ben SKuSfel fo tattg aus, btS fein XottuS, feine natürticbe
Spannung, fein 3nftaub ber fiermatteug, bent ©ewt\'cfjf Stber*
ffcanb teiltet; giebt ftcb nun aber ber SeitgemuSfel, welcher ber
natürticbe Antagonist beS StrecfmuSfelS ift, gufammen, fo fmft
baS ©ewicbt wieber, weit ber StretfmuSfel erfrfjtaft, ftcb öer*
langert. Sie Bewegung etneS ©ftebS fegt bemnad) in beiben
Klaffen »Ott SftuSfeln eine Aftivttät, eine SSeranberung voraus,
bte bei ben einen in 3ufanttuengtef)ung, bet ben anbern in Er*
fcblafung befielt, unb ber Sitte wirft babet auf betbe Klaffen.
Sare eS nicht fo eingerichtet, fo müÃte, ftatt ber natürlichen,
ungezwungenen, jterftcfjen Bewegungen ber ©lieber, ber Körper
beim jebeSntaltgen Berfucbe gttr Bewegung in Bttcfungen, ober,
wie bte ^ftologert eS nennen, tn cfontfcf)e Kampfe geratfjen.
Ser von manchen gorfcbern gebrauchte Bergteich mit gwet beuten,
welche mit etnanber &otg fagen, gibt nur einen unvollfianbigen
Begriff vom Berhaltnià ber betbett SKuSfelparthteen. Sie 3wei,
welche einen ^olgftamm gerfagett, gtel)en wedfffelSwetfe am Serf*
geug, unb wübrenb ber Eine gtef)t, laÃt ber Anbere gang nach.
So verhalt eS ftcb aber bei ben 9ttuSfeln nicht: ber erfcbtaf*
fenbe SSKuSfel gibt nicht völlig nach, wie eilt fchlaffeS. Seil;
fein Nachgeben erfolgt mit einem fo feinen ©efübl, nach einer fo
SBeit, bie Jpanö. 4
fiebern Berechnung, als bte £f)ättgfett beS ftd) jufammenjtehen*
ben 5D?uSfelS. Nichts fornmt unS fo einfach vor, als beit Arm
aufzuheben, ober mit beut ging er zu beuten; aber ju fofcf) einer
einzigen Bewegung werben nicht attein unzählige SERuöfeln in
Thätigfeit unb eben fo viele auÃer Tbüfigfett gefegt, fonbern
bt\'e erfdf)lajfenben ttitb bie Ãch zufammenzief)enben ?NuSfetn rieh*
ten ftd) auch, obgleich in verfcfÃebenen 3uÃänben beftttbltd),
unb mittelà eineS unb beffelben StllenSactS, mit ber äuÃerÃen
©enauigfeit nach etnanber.
Ser zweite ^unft, baS mechanifche Verhältnià ber SKuSfefn,
ià einfacher. Sir haben gefagt, bie AuSftattung ber Natur
fei) reichlich, aber ut\'rgenbS überflüfÃg; bieà erweià ftcf) an ber
ganzen Anorbitung ber SRuSfetn. Bei fämmtlicl)en SERusfefu
ber ©lieber laufen bie gafern in fchtefer Ntchütitg : A. gig.
XXVI, ià ber fel)ntgte Urfpruttg eines 9ftuSfelS, B. fein fei)*
nigter Anfati * ober SufertionSpuuft, unb bie gletfchfafew tau*
fen fdÃef zwtfcheit beit betben ©ebnen. Sie bergeÃalt fc£)tef
Wtrfeitbe gafer verliert au Ãraft, erl)ält aber bamtt bie Eigen*
frfjaft, beim 3ufamntenztehen baS an tf)r unteres Enbe BefeÃigte
burcl) einen gröÃern Naum zu ziehen, unb fotm\'t wirb an ©e*
fd)Wtubtgfeit gewonnen» Stefer SERechantSntuS erflärt ftd) nun
aus bem ©efefs, baà ©efcbwtnbigfett ber Bewegung bttrd) bett
Naunt, unb Ãraft ober ©ewtdü etnanber gleich ftnb. Hier im
SCRuSfet wirb $raft aufgegeben, um bafür ©efchwinbigfeit ber
Bewegung ju erhalten. SaÃelbe wirb erzielt burch bie Seife,
wte bie ©ebnen ber 5NuSfeln über bie ©elettfe laufen, ©te
würben ungleich fräfttger wirfen, liefen ft\'e tn geraber Sinte zu
ben Rebelt ober gingerfpi|eu; bamtt aber, baà ft\'e tu ©chetbett
utebergel)alfeu werben, bewegen ft\'e ginget- unb 3el)ett mit einer
bem Kraftverluà proportionalen ©efchwtnbtgfet\'f.
©ehett wt\'r, tu wiefern bieà anbern utediamfcheu Vorrtcb*
tungen entfprid)t. sDiit einer gewtÃcn Sittb* ober SaÃerfraft
Wirb eine gKafdjt\'tterte itt Bewegung gefefet; nun wiinfeht matt
aber babet mit einer ©efd)Wtnbtgfett, Wetd)e bie ber Bewegung
beS SaflerS ober ber einfachen Itmbrebung ber Nüber weit
überÃetgt, einen ©toà $u geben. 3u btefem 3wede feist man
eilt Scfjwitngrab ein, befjfctt Speichen afS tauge £ebef ju be1
trauten Ãnb. SaS 9tab bewegt ft\'cf) SfufattgS ganj taitgfam;
aber einmal tu Bewegung gefe|t, wirb eS bitreb jebeu fofgenben
Stoà mebr unb mebr befcfjfeunigt, unb am Enbe erlangt eS
eine ©efebwinbtgfetf, eine centrtfugafe Kraft, bev in tfjreit 3Sir*
Jungen ntcbtS gfetcbfontmt afS bie ErpfoÃon tton ScfÃeÃpufser.
£>er 5Kecbantfer, ber bet einem fcbwereit 9iabe bie Kraft bev
befebtennigten Bewegung nietet tu Dlecbmtng nimmt, fatttt erfe*
ben, baà feine 9D?afcbtite jerfpringt unb tu Trümmer gei)t, baÃ
bie SBättbe beS £attfeS auSeittanber gertÃett werben wie buref)
eine pfa§enbe Bombe. Ein rttf)enber Körper erbaft einen StoÃ
»cm einem anbern Körper, unb wirb buref) tbn in Bewegung
gefegt; er erf)äft einen jwetten StoÃ, unb btefer bat fdjon eine
weit gröÃere äöirfitng afS ber erÃe; bewt bie Kraft beS erÃett
würbe bureb bie Verfettung beS Körpers auS. beut Ãuftanb ber
9iuf)e in ben ber Bewegung erfdjöpft; ba aber ber Körper,
wemt er ben jwetteit Stoà erf)äft, fcfjon in Bewegung iÃ, fo
wirb bte ganje Kraft auf Bef^fettntgung ber Bewegung »er*
wenbet, ttttb fo fort bttref) ben brüten unb werten StoÃ, btS
ber Körper ftcb mit etiter, ber beS urfprüngftcb auÃoÃenben
Körperö gfeteben ©efcbwtnbtgfeit bewegt SDftt einem feierten
Sdfjfage erbaft ber Knabe feinen Keif tut Saufe, unb gerabe
fo wirb baS gfugrab einer 9)Zafcf)ttte buref) »iete aufetnattber
fofgenbe StöÃe, bereu jeber etttjeftt eS faurn in Bewegung ge*
feist hätte, in rafebent Umfcfjwiutg erhalten. aSerfitcfjen wir eS,
baS 9?ab anzuhaften, fo erbaften wir einen StoÃ, ber attS
buubert febwachern StöÃen combtntrt unb angehäuft iû
Beim sJIceif-am»ntuö beS tf)fertÃ-f)en Körpers Ã\'ubet nun tu
geringerem @rabe berfefbe SfuStaufcf) »on Kraft gegen ©efcfmnu*
btgfett Ãatt Sföentt ein iWenfcf) mit einem Jammer auf etwas
febfägt, ($tg. XXVII.) *) fo wirft ber ScbuftermuSfef C. auf
1 Sn 5ig. xxvh. ià a. fcaä ©djutterbtatt, b. ber Ãberarrnfnocbeit;
C. ber breieefigte ©cbuftermuöfel (deltoideus), ber «m ©cfjuft«*«
Watt unb bent ©ebtüffetbein entfpringt unb Ãct) an ben Dberatm
befeÃigt; D. ber SDiuSfef, ber ben Otrm fierabjiebt, «>ie ">enn
man mit bem ©{tjnwte jjawt pb?r mit fcem Wägt.
ben SDberarmfnochen Ã-, beftubet ftcf) aber, wenn er fofort bett
fangen, burcf) ben Arm unb ben Hammer gebilbeteit ^ebel bebt,
fo viel als nur möglich tut Nachteil, ba er fe> febr naf)e am
^ittelpunft ber Bewegung, b. t). am Schultergelenf, befeÃigt
iÃ. Aber ber Kraftverluà fommt auf anberem Sege wteber
ein. SaS ber 50?uSfef D. bttrct) bte Art fetner Snfertton Ver*
ftert, wirb burcl) bte bem Hammer mitgeteilte ©efchwtnbtgfett
erfe§t; benn inbem er weit herabfallt, häuft er ©efchwinbigfeit
an, unb ©efchwinbigfeit tà gleich Kraft. 2)er Bortf)etf beim
rafchctt Herabfalten etneS fchweren Körpers ift ber, baà baburch
ein lebhafter Stoà geführt unb fomit eine Strfttug hervor*
gebract)t wirb, wie Ãe, ohne btefe mechanifche Kraftverfeibmtg,
bte vereinte AttÃrenguug aller ?D?itSMn nicht hervorzubringen
vermöchte. ES verhält ftcf) bamtt im ©runbe wie mit bem ©ang
beS SchwungrabS, wo ftcf) bte Bewegung ber SDZafcfjtne altmäh*
lig anhäuft unb etit Stoà geführt wirb, wittelÃt beÃen ein ©olb*
ober Silberftücf geprägt werben fann. 3n wiefern unterfcheibet
ftcf) ber 50JechautSntuS beS ArutS von ber 5ftafcl)tne, womit
ber Bucl)brucfer feine Bogen abgebt ? gig, XXVIII. ià ettt
Hebel mit einer fchweren Kugel ant Enbe; er ià vermöge
fetner Schwere nicht leicht in Bewegung zu feiern Ser Srttcfer
faÃt ben H£bel nahe att ber Kugel bei A. Sollte er fort*
währenb an btefer Stelle beS Hebels ziehen, fo erteilte er ber
Kugel nicht mef)r ©cfdjwtnbtgfeit, als feine eigene Hani) bat;
ià aber einmal ber Hebel in Bewegung gefegt, fo fährt er an
ihm mit ber Hanb herunter nach B. Hätte er l)ter feilte Hattb
juerà angeferst, wäre er gar nicht tm Staube gewefen, bte SaÃ
ZU bewegen; ba Ãe aber jet^t einmal tu Bewegung gefegt iÃ,
fo wirft bie volle Kraft feineS ArmS auf ben Hebel in B,
wäl)renb Ãcf) bte ©efchwtnbtgfett beS fchweren ©ewichtS am
â vorbern Enbe anhäuft. Snbem ftcf) folchergeÃatt Schwere unb
©efchwtnbtgfett verbittben, ià bte ber Schraube mitgeteilte Kraft
weit gröÃer, als wenn er fortwäf)renb am vorbern Enbe beS
HebelS bei A. gezogen hätte.
Betrachten wir nun gtg. XXVII., fo ià ffar, baà ber ?0?uSfel
C. ben langen Hebet beS ArmS unter febr unvorteilhaften
UmÃänben, langfant aufbebt; ift aber ber Arm einmal tu Be*
wegung gefegt, fo Ãetgert Ãe Ãd) rafcf) mit jebent fotgenben
3ug beS 9D?uSfefS, uttb mu »orbern Enbe beS ArmS tà bte
©efchwinbigfett natürltd) weit gröÃer, als am SnferttonSpunft
ber ©ebne.
Beim ÃftuSfef D. bagegen, ber bett Arm nteberjteht, wie
wenn man mit bem ©cfjwert einen ©tretet? abwart» fwfjrt, feben
wir jwei Kräfte im Verein wt\'rfen: bte ©djwere unb bte 9JJuS*
feffraft. äöeutt ber Hammer nieberfätlt, wirb feine Bewegung
bttrdi bte btofe äBtrfung ber ©dfywere befd)feuntgt; fommt aber
noch bte Sffitrfung beS OftuSfefS bagn, fo wirb burd) bte beiben,
fortwäl)renb wachfenben Kräfte bte ©chnelltgfett ber Bewegung
abwärts auSnehmenb »erwehrt
SÃBte l)ier beim Arm Kraft aufgegeben tft, um ©efdjwtn«
bigfett ju erjtefen, fo ià eS and) bei ber £anb unb ben gin*
gern, unb erft baburd) werben Ãe $u taufettberfet KituÃen, ju
wefdjen rafefje, tebenbige Bewegungen erforberftef) Ãttb, gefdurft
gemacht. Die ginger ber Dame beim Kla»terfptelen, bte gtn*
ger beS ©eÃerS beim ©reifen ber Settern geben augenfällige
Betfptele bafür ab, wie »ortfjeitbaft bte Kraft ber Bewegung
ju ©unÃen ihrer ©chnelltgfett aufgeopfert iÃ. ©an5 auf bte#
fetbe ©eife ià bem guÃe unb ben \'Sehen ©djnefffraft »erftehen
unb babureh beim Saufen, Jtanjen, ©pringen EfaÃijität unb
©efchwtnbigfett »ermitteft.
Die Bewegungen ber ging er werben nicht allein burd) bte
groÃen, am Borberarm gefagerten SSJiuSfeln bewirft; btefe btenen
nur jur Ãärfern KraftäuÃerung; in ber Ãaitfcfläcbe unb jwi*
fchett ben ©iittelhanbfnochen fiegen Heine SDGuSfefn (bte foge«
nannten lumbricales unb interossei), welche bte jarferen Be*
wegungen ausführen, bte ginger »Ott etnanber entfernen unb
fte nach allen Richtungen rafcf) unb feilt bewegen. Dtefe ffeinen
SftfuSfefn Ãnb an bte untern Qmben ber gtngerfitochen, ba wo
Ãe baS erÃe gtngergelenf bitten, befeÃtgt, unb ba fomit ihre
3nfertton bem SfÃtttefpunft ber Bewegung, bem Rubepitnft fehr
ual)e liegt, bewegen fte bte ©ptgett ber gittger äitÃerà rafefj.
©te Ãnb bte eigentlichen Organe, welche bte Hanb jum ©pinnen,
junt SBeben, gurn ©ravtren u. f. w, befähigen, unb ba Ãe bie
rctfcben Bewegungen ber ginger vermitteln, wie ber Sftujtfer
fte madfjt, fo fte bet ben Anatomen aud) fidicinales,
©eigertnuSfelu.
Es gibt aber noch weitere fteine ^aitbmttSfefn, betten eine
anbere Verrichtung gufontmt. Beim ©reifen unb Warfen muÃ
bie Vereinte Kraft alter SCtfuSfelit eine fel)r bebettteube fepn; eS
geigt fiel) bieà klar, wenn wir einen 50?atrofen an einem Sau
hängen unb feinen gangen Korper au Einem Arm aufheben
fel)ett. ÃBte ungeheuer muà ba ber Srttcf auf bie £attb fetjn!
gür Knochen unb ©elften fchon wäre er gtt jtarf, unb nun
vollettbS für ©efäÃe unb Rerveit, wären mdit bie £anbfläcbett,
bie innere ©eite ber gt\'nger unb tl)re ©pt\'gen bnreh Kiffen ge*
fchügt, gang fo gwecfntäÃtg, wie ber gità beS *PferbS unb beS
KantecfS bitrch bie oben befchriebenen ^otfier, 3»r Uitterftügung
biefee rein pafÃvett ©cbugmittelS bieut ein SDittSfel, ber quer
bttreh bie jpanbfläche läuft unb baS Kiffen vorgügltd) au ber
tmtertt, ber fogeuaunnten Ulnarfeite ber öattb uuterftügt; beim
©reifen wirft er äuÃerfi fräfttg, üfcerbteà hebt er bett Raub
ber £aub auf, macht fte tjo!)t unb btlbet fo baà ffiaffergefäÃ
beS DtogetteS.
äötr werbett balb fel)eu, baà jene Ktffeit, wäl)renb fte bie
gange ijattb bei bett KraftäuÃerungen berfelben fehlen, an
bett gtngerfptgen noch befonberS ben £aftnerven btenen, unb
ihnen eüte Kraft itt Aufnahme von Etttbritcfeit verleihen, welche
burd) bie attÃerÃe getithett ber Rervett fe!6ft nicht gu erreichen
gewefeu wäre,
Rad) beit mancherlei bisher aus ber 9D?ed)atttf hergenom*
mcueit Erläuterungen, muà unS bie SEftuSfelfraft an Ãch als
etu ©egenftanb ber hodiftett Bewunberung erfebetnen. ©d)Were,
äöafferfraft, AuSbc()nuug unb Verbtcbtung beS Dampfs, ©aS*
ergeuguug, Efaftigität, btefe Kräfte eingeht ober alle gufam*
meit, reichten nimmermehr gu all beit Verrichtungen auS, welche
btefe etugtge, bem SDiuSfef tnwohnenbe SebeuSfraft vollbringt.
Sie retgbare, gufammengtebbare gafer, ein ©toff, ber, djemtfd)
betrachtet, jtcfj vom gaferftoff beS BlutS lebtgltdj nicht unter*
fcbetbef, einmal begabt mit jeuer 3ufammen&tebbarfeit nnb mit
»medjanifchem SdjarfÃttn // »ertbetlf, erfüllt tanfenberlei verfehle*
bene 3wecfe, beim Sühnten, beim Sprechen, bei ber Verbauuitg,
bei ber SlfÃmtlation nnb bem Kreislauf, nnb in all btefett gal*
len jeigt fte Ãd) nach bett Bebürfntfien nnb bem ganzen Sefett
einer jeglichen TfÃerflaÃe mobtftstrk
Stach ben bisherigen Entwttffungen btnÃdjtlich ber jwtfdjen
allen zt)etlen beS tbterifdjen SetbeS berrfdjenben UeberetnÃtm*
mutig, wirb ber Sefer ohne VJä\'the abnehmen, baà aud) Knochen
nnb ?KnSfetn im genaueren ©ecf>fett>erl)aftmj]e ftel)en, baÃ, je
nachbem bie Knochen anberö werben, je nachbent in ihrer ©röÃe,
in il)rer gegenfetftgen Sage nnb ihren ©efettfeu Veränbermtgen
eintreten, auch bte SDZttSfeln fich barnach richten. Unb bemnach
fehen wtr bie SOJnSfeln hier in fleinern «parthteeu »erthetTt, bort
in berbern SftaÃen jufammengebrängt.
Sie Semonftrattott ber Slrm* nnb £anbmuSfeln beS 9)iett*
fchen gibt einen wahren ^probterfiet\'n ab für baS Sef)rtatent beS
Vortragenben. 9?id)tS ift fo müntcreÃant, langweilig nnb fdjwer
jtt faflTeit, als ber Vortrag ber SlrtnmitSfefn, wenn man fte uad)
eittanber, wie fte vorliegen, anfjählt; werben fte aber nach bett
Bewegungen, welche fte »ermitteln, lichtvoll georbnet, fo ficht
matt mit wahrem Vergnügen, wie anjtchenb Ãd> ber ©egettÃaub
madjen faÃt. «Solche Semonftrittionen liegen aber bem platte
btefer Schrift ferne.
ift tttbeÃeu wirflid) merfwürbig, wie groÃe Slebnltcbfett
bie Slrm* nnb £anbmusfeltt beS Wlenfdjett mit ben 5D?uSfeln
ber vorbent Extremität beim Söwen j. 33. haben, $tg. XXIX.
Stellt bte ÃJiuSfeln am Vorberfuà unb ber Xaise beS Soweit vor,
unb wir fehen, baà hier bie Btlbung ber beS nteufd)ltcheu
VorberartttS gar nicht unähnlich ift. Sie Beuge * unb StredntuS*
fein, bie Pronatoren unb Snptnaforeu beÃ\'uben fteh beim Tbter
genau an berfelben Stelle, unb in bettfelben gegenfeitigen Ver*
haltntÃen, auf bereit Sichtigfett ber junge Slnatom am menfeh*
lidiett Slrnt aufnterffam gemacht wirb. StefeS Betfptel mag
hinreichen, jit zeigen, wie genau bie vergletcljenbe Sluafomte ber
9ftuSWn mit ber ber Knochen übereinftimmt, unb baà bei ben
Toteren tue ÃJKuSfefn ber Extremität nach ©eÃatt unb Art ber
Bewegung benen ant menfd)tid)en Arm gerabe int fefbett Ber*
hältnià ähnlich fm^/ wie bte Knochen; ein wetterer Beweis,
wie burchgretfenb ber ©ntnbfa^ von ber im tbtertfd)cn Bau
berrfdjenben Eaufatttät iÃ.
Noch barf bei ber öergteicfjenben Anatomie ber ArmmuSfelu
eineS wettern tlmftanbeS nicht vergeffen werben, weit er einen
neuen Beweis liefert, wie genau ihr Bau auf ihre Berrichtun*
gen berechnet tÃ. 2Btr haben oben gefagt, bte Kraft ber Bit*
fantmenjiehuug fe^ eine AeuÃeruttg ber SebeuSfraft, gortwaf)*
reube SNuSfeltbafigfeit erfeftöpft bal)er bte SebenSfraft, uttb um
btefe Thätigfett, wo fte ungewöhnlich in 2fnÃmtdt genornntett
ift, ju erhalten, bebarf eS ettteS uugewöhntichen Erfa^eS jener
SebenSfraft, baS heiÃt, eS muà Borfehrttug getroffen feptt, ben
Umtauf beS BtutS, rcetcheS bte Duette alter SebeuSfraft ift, im
betreffenbett ©Iteb ju befchlettnigen ober ju unterhaften.
Ant Loris tardigradus, einem jttr gamilie ber gaultlÃere
gehörigen Tbtere, ià bte Arm* unb ©djenfefpulSaber eigen*
thitmltch gebtlbet: ber <Stamm ber Arterie trefft ftd) nemtid) tu
mehrere B^etge von gleicher ©röÃe, uttb btefe taufen wieberum,
bevor bte AeÃe zu ben ^uSfeln abgehett, ju Einem Stamm jufant*
mett. ES ift nun bte AnÃcht geäuÃert worben, burch btefe eigen*
tbümltche Bilbttng werbe ber Btutlauf taitgfamer gemacht, unb
hieburch bte träge Bewegung beS Thiers bebittgt. 3d) halte eS
für eine AnÃalt ju auSbatteruber 9)htSfeftbättgfctt, weil ft\'rf) bte
Tl)tere, welche btefe befonbere Bilbttng zeigen, nicht nur burch
ihren tangfamen ©attg, fonbern mel)r noch burd) ihr jäl)eS
geÃbalteu auszeichnen; ihre ©lieber Ãnb lang unb bte SNttS*
fein berfelbett fef)r fräftig, unb baS Thier halt Ãd) entweber
an Baumzwetgen feÃ, ober grabt in ber Erbe; gewià aber
fann Hemmung beS BltttlaufS nimmermehr bte ?ERuSfclfraft er*
höhen, benn eS ift ein allgemein anerfamtfer ©runbfag, baÃ
ber 3ltffu$ von Artertettbluf ttt einen Tt)etl mit ber bartn ver*
Zehrten SebenSfraft in gfeichent Verhäftntà ftel)t.
Bttffott unternahm es, einen ftunb zu einer Amphibie zu
machen, ütbem er tl)n aus SKutterfetbe, bevor er ?uft gefeböpft,
tn faueè ©aÃet taitcfjte. Ein Engfifcher ^pÃofog tjïdt eö für
möglich, etilen febhaften ^)ül)neri)ttttb tu etit gaufthier gu öer«
wanbefn, nnb gwar baburd), baà er bte gu ben Extremitäten
gel)enben fputéabera unterbanb ttnb baö Stut gwattg, etnen
ttntweg burcf) mancherlei Roeren gu nehmen, beöor eê gu ben
SOïuSfefit gelangte. fSMr brauchen faurn ju »erfrchern, baà biefe
Verfuge miÃlangen, 5Dïan gieng babet r>ovr einer falfdjen Stuf«
faÃttug ber Sebcitëfrüfte aus, beren ©piet »iet jatter tÃ, afê
Ãd) anê bem bfofen 50ïecf;antëntué beö Körperê abnehmen laÃt,
Sebent SDïuêfef am Korper tà bte 2Ãetfe fetner Ztyatigteit feÃ
»orgefdjrieben, öon ber ntmmer ermi\'tbenben Retgbarfeit beö
$ergen3 btê gurn @efd)äfte beê SDïusfelê, mittetà beffen wtr
bte geber führen, Bet manchen tà bte ^hattgfett, mit nur für«
jen Ruhepmtften, unauêgefegt, bet anbern regelmäÃig perto«
btfcft; bte einen Ãttb ber jperrfdjaft beê ïöillcnê unterworfen,
anbere Ãttb thr entgegen; einige bewegen ftcfj rafcf), wie baê
jperg, anbere langfam, wie ber Ziagen; bieà Alteö aber ià uv?
fprüngltcf) fo eingerichtet ttnb rührt fetneêwegé pon ber Kraft ober
ber (Schwache beê Bluttaufê int Organ her,
Sföaren bte ^uBabern tm lebenben Korper Ãarre Rohren unb
fielen bie ©efege beê Kretélaufé mtt ben hpbranltfchen gufammen,
fo müÃte in einer »eräÃeten, gewunbenett Arterie allerbtttgê ber
Blutlauf tangfamer werben, Rmtntermel)r laÃt Ãd) aber anneh«
men, baà ber Bluttauf ben ©efegen folgt, nach benen 2BaÃer
tn tobten R6t)ren tauft, Die Arterie tft auöbef)ttbar, Ãe gtel)t Ãd)
mit lebenbtger Kraft gufammen, ttnb biefe tl)re betben Eigen«
fchaften Ãel)en nnter bem Einfluà beö Sebenêprtngipé. BeraÃet
Ãd) atfo bte ^ulêaber einer Extremität tu vier ober fünf ©efaÃe,
uttb Ãnb biefe gewuttben, wie eè bei ben gaulthteren ber galt
tÃ, fo ergibt Ãd) barattS nur bebeutenbere Auèbehnung unb traf«
tigere 3ufammengtehung, unb biefe, atè SebenSauÃerungen, wer«
bett geregelt, je nachbem Vermehrung ober Berminberung beê
Blutfaufè nothwenbtg tft, ®enn je bte etgenthümlicf)e Btl«
bung ber ©efaÃe ber Extremitäten bet jenen gieren baê Btut
aufhält, fo fann bteà nur in ber Ruf)e gefct^en; benn währenb
bte ©lieber in £t)attgfeit Ãnb, faun bad Blut nicht nur nicht
attfgefjaftett, fonbern fern Sauf muà babttrd) tut ©egentbeil be*
beutenb befcbfeunigt wertem Set) fcblteÃe bal)er, biefe abwetdjenbe
SStlbmtg tu ber SSertt)ettung ber Arterien fei) auf bte ju Betten
etutretenbe, febr ftarfe £hätigfeit ber ©fteber berechnet, unb baS
93tut werbe baburrf) bett 9)?uSf effafern, trog tf)rer fortgefegten
Anftrenguitg unb Starrheit, fräfttg zugeführt.
Sffitr haben tut vorigen Ãapitet gefet)en, baà baffetbe Organ,
wetcheS ftef) baS einemat fo fachte bewegt, wte ber Ãbriger,
anberemate ttt feiner ^hätigfeit aitSnebmettb rafet) ift, unb fön*
nett baber unmöglich annehmen, baà bttreh eine gewunbene uttb
ntehrfaef) veräftete Arterie fangfameSewegungen bebingt fet>tt foltern
Da l)ter von ben junt Arm vertaufenben spufSabern bie Rebe
tfi, fann man erwarten, einen febett viel befprodjeueu ^unft
berührt ju fet)en, nemltch, ob ber Vorzug ber recf)teit £anb, ber
Itttfen gegenüber, vom Verlauf ihrer spufSaberu herrührt; beutt
ntatt behauptet, ber junt rechten Arm verfaufettbe ^htlSaberftamm
entfpringe fo bem Gerzen, baà baS Slut unmittelbar unb fräfti*
ger in bte ffetnett ©efäÃe btefeS ArmS getrieben werbe. Damit
nimmt man aber eine Urfache att, bte mit beräötrfuttg in feinem
VerbaltmÃe fteht, unb betrachtet bie Sache überhaupt aus einem
$u befrf)raitften ©eftcbtSpuufte, wte eS immer geht, wenn matt
glaubt, itt bett ntechautfchen Verl)ültutffen bie Urfacl)cn von Er*
Meinungen ftnbett ju fömten, welche boef) weit tiefer liegen.
Sollten wir ttt ben ©efcf)äften beS täglichen SebenS gewattbt
unb attjettferttg fetjit, fo war eS offenbar nothwenbtg, baà wir
uttS nie ja beÃnnen brauchen, mit welcher £attb wir etwaS att*
faffen, ober welchen guà wir vorwärts fegen foltert, unb wir
ftnb auef) barüber wirftief) niemals tut Bwetfel. 3ft bieà auerternt,
ober xft bt\'efeS rafche Entfd)loÃenfet)n Raturgabe ? Ãftan muà ba*
bei zugleich beachten, baà fid) bte ganze red)te Ãörperfetfe vor
ber tinfen auszeichnet, unb bte Itufe nicht allein l)tttftd)tltd)
ber iDtitöfelfraft, fonbern auch tu ber ganzen (Sonftitution febwä*
d)er erfcheiut. Red)tS Ãnb fämmttiche SewegungSorgaue ftärfer
entwickelt, unb l)ievon fann matt ftd) fogfetd) burd) unmittelbare
Reifung überzeugen, ober eS Ãd) Von Sd)neiber unb Sdmh*
macher bezeugen faffen. 5DJan fann immerhin fagen, biefeS lieber*
gewicht rühre baher, baà bte recfjte ^anb mehr geübt werbe;
aber bte Etgetttbümftcbfett erffrecft ft tb auch auf bte Eonftitution,
uttb bte Itufett ©tteber werben fjäuftger von Kranf!)ett befalten
atS bte recï)teu. Bet Opertänserit fef)en wtr, baà bte ffbwerffeu
©tücfe mit bent rechten Setit aufgeführt werben. Stber bte Sïrt,
wte fte ftch etttübett, wetêt noch beitfltcbcr auf bte natürliche
©chwacbe beS lütfen SetnS t)ht: fte ntüffett iicmüch btefeê ©Heb
boppett üben, um bet ber öffentlichen VorfMung Sïtteè ©törenbe
ju »ermeiben; beun »erfäumen ffe bteÃ, fo befommt bte rechte
©ette enten mtt ber ©rajte uutóertragftchen Vorpg. ©ehen wtr
hinter Semanben her, fo bemerfert wir nur fel)r feftett eüte gauj
gfeichförmtge Bewegung beS KorperS, uttb achten wtr auf ben
ïtnfen gttÃ, fo entgeht unS nicht, baà er nicht fo feà aufgefegt
wirb, als ber rechte, baà bte Bereit au ihm nicht fo weit aus*
wärtS gefehrt ffnb als ant rechten. Ser eigentümliche Bau ber
Selber, uttb ber ttmffanb, baà bei ihnen bte Efaftijttät beS
©chrittS mehr »Ott ber Bewegung im guÃgefeuf afS tn ben £itf*
tett abhängt, macht, baà het rotten bie ©cbwäcbe beS hinfett
gttÃeS metÃenS noch mehr auffattt. Kein Sunge hüpft auf bem
tinfen guÃ, wenn er nicht anberS ftnfS tff. 25 er Ketter feist ben
tinfen guà in ben ©tctgbüget uub fpriitgt »Ott rechts ab. StUeS
im gemeinen Sehen tff nach ber rechten ^lanb gerichtet, wte j. B.
ber ©ang ber ©chraube ober ber fcbnetbettbe ThetT beS BohrerS,
unb wir bürfett gewià annehmen, baà bteà nicht wittführfich tff,
fonbern mit einer natürlichen Eigctifcbaft beS Körpers jufammen*
hängt. Einer, ber ftnfS iff, füf)ft bte 3Sortf)etle btefer Einrichtung
gar fef)r, ob er eilte 3tmmert[)üre, ober eilt gebermeffer aufju*
vaa^zn hat. Kurs, ber Vorzug ber rechten jjaub tff niä)t golge
ber ©ewolmbett, fottbent eine natürliche Einrichtung $u einem
fehr augenfälligen Bwecfe; btefe Eigenschaft hängt auch nicht »cm
befottberit Verlauf ber Strterten beS StrmS ab: ffe fomntt bent
rechten pà fo gut JU/ wte ber rechten £anb.
iFünfUs üfcpttfi.
Hon fcm Mf Ijjantr twtretenton ©rgctneu matirijerf Ijim.
Nachbem wir tm grübern burchgegangen, aufweiche Seife
etu Serfzeug, bte £anb, bei verfd)tebenen Tbieren mobtÃ*
jtrt unb einer ?Wenge verfcfjtebenartiger Verrichtungen angepaÃt
wirb, ()a£»ert wir noch btejentgen .Organe mandjer Tf)tere, welche
afö unvoltÃänbige Vertreter ber £anb erfchetnen, mit berfelbett
ju vergleichen. An ben @efchlecf)tera ber 3nfeften lieÃen ft\'d)
bie intereffanfeÃen 35etfptele von ©erzeugen nachweifen, bie
ju ähnlichen Bweden bienen, wie beut SD?enfd)en £anb
gtitger; ich hafte mich after aftÃdjtltch auf bie höheren Thier*
flajfen befchränft.
Ste SebenSwet\'fe mancher gtfebe macht eS nothwenbig, baÃ
Ãe Ãch an baS ©eÃeüt ober bie ihnen aufÃoÃenben ©egenftänbe
überhaupt feà anhängen tonnen. Sie ber Fortbewegung bie*
nettben Kräfte Ãnb bei ihnen vollfommen entwicfelt; wie halten
Ãe Ãch aber in ber gtutf) ober ber (Strömung an berfelbett
(Stelle ? 3d) habe mich fdjon oft gewuubert, wie j. 33, ber (Salm
unb bie gorelte Tag unb Nadjt in bem retÃenben Safer an
Einem *pia£e bleiben fönnen. Sit ber (See gibt eS nun aber
mehrere gtfdje mit eigenen .Organen, um Ãch am ©eftein feÃ?
juhalten. Ser (Seehahn, cyclopterus lumpus, hängt Ãd) mit*
telà eineS, unten an feinem Körper Itcgettbeit Apparats au;
ber (Sauger, remora, beÃ|jt eine ähnliche Vorrichtung hinten.
Er hängt ft\'d) an ben £atftfff>, überhaupt an AlteS, was
fchwt\'mmt, unb fomt\'t aud) an bte <Schtfe. Sie Alten glaubten,
er vermöge etu fegetnbeS Schiff aufzuhalten, ttttb bal)cr nennt
ihn ^piitttuS remora. Ser Apparat gleicht einem gemeinen fo*
genannten (Saugteber: baS Organ brüdt Ãd) feà gegen bie
gläd)e, an welche Ãch baS Thier hängen will; im 9Mtelpunft
wirb eS fofort burch 5D?uSfetn aufgezogen, gcrabe wie baS
(Saugteber burd) bie Schnur, unb fo bilbet Ãd) ein luftleerer
Raunt. ©cfjaw erjüblt, er habe eilten Cyclopterus lumpus,
ber ftd) auf beut Soben etneS Kübels angefaitgt, ant ©d)Wan$
gepatft, unb fo baS gange ©efüÃ, baS mehrere (Ballonen Safer
enthalten, tu bte £öbe gehoben.
Seint Kuttelftfd) ober ber ©epte fetjen wir btefen Apparat
auberS gebtlbet: bte ©augorgane liegen längs ihrer gül)ter ober
Amte unb werben ju Serf jeugeu jum gaffen unb fortbewegen.
DaS S£l)ier famt fte nach allen ©eiten brehen unb ftd) banttt
fefhatten unb fortfchteppen. 3n ben tnbtfchen Speeren ftnb btefe
©efchöpfe wirftich furchtbar: %e Arme werben acht bis neun
gaben taug, unb fte Kammern ftch auSncbntenb fcfc an.
Roch ift eineS gtfcbeS ju erwähnen, bett matt, feinem Ra*
men nach / für einen gewaltigen ^offeuretÃer haften fottte: er
heiÃt ber jparfefin, Lophius histrio. ©eine ©eftatt ift fettfam,
groteSf; feine SruftffoÃen gteichen furjen Armen unb finb unten
fingerförmig gereift. Renau erfühlt in fetner @efd)td)te ber
gtfdje, er habe einen gtfcf) ber Art gefebctt, ber brei £age
auÃer bem Safer gewefen unb wie ein ^unb im £>auS her*
umgelaufen. Der Umftanb, baà er ftd) auÃerhalb beS SaferS
bewegen famt, ift nicht ol)tte 3ntereffe, weil er auf ben RemS
jnufdjen Organen hinweist, welche fcheiubar rein nichts mit
etnanber ju tfjmt l)abett. 9Kait will bte £balfatf)e, baà btefer
gtfd) auÃer bent Safer tebeu tonne, noch bezweifeln, aber
bie Sttbung fetner Kiemen, baS heiÃt feiner 3td)mungSwerf*
Zeuge, macht mtd) geneigt, baran jtt g tauben, unb fetne ?e*
benSwetfe erforbert wohl eine fotche Einrichtung. Sei btefem
gifdhgefchlecht öffnet ftd) nemltcb fein Ktemenbecfel, um baS
geathmete Saffer frei hinten hinaus ju taffen, wie bei ben
nteiften gifd)en; fonbern baS Saffer entleert ftd) burd) eine
fteine Ãffnung, welche, wie Owen annimmt, burd) einen ©d)tieÃ*
muSfel »erfchlofen werben fann. Dte Böhlen, in welchen bie
Kiemen ttegen, finb fel)r groÃ, unb baher rührt zum ber
monftröfe Kopf beS gifcf)eS. ©omit finb bei tl)m nicht nur bie
gloffen in güÃe, fonbern auch bie Ktemenbecfel in Safer*
tafchen umgewaubelt, Wobttrch bte Kiemen ihre Verrichtung
fortfefeen, aitd) wenn fein Safer juftrömt, baS heiÃt/ wenn
ber gtfcfj int ©d)famnt ober tu fetdjten ^futselt ftegt, beun
gerabe ïjt\'er fucïjt er ferne Beute, ttub bte Seife, tüte er Ãe ju
angefn verfïef)t, tfl fefjr merfwürbtg.
Sod) eö gibt aud) nodj attbere gtfdie, wefcfje Ãdj auÃer*
t>afb beê SafferS auf trodenent Sobett bewegen föttnen, ja
fogar Bannte erf fettem, ohne »om SaÃer baf)ttt geführt ju
fepn. Sie perca scandens ftetgt auf Saunte nüttcfft ber ©ta*
d)cftt att tf)rett Ktemcnbedeftt ttttb ber ftachfigteu ©traf)fen t\'tt
ihren gfoffen.
Sfffe ©efdjopfe, bereu £aut mit gebern, ©djaafen ober
©d)ttppeu bebedt iÃ, haben einen entwideften TaÃÃntt am
SDïunbe ober in ben 2tuf)äugfefu beffefbett. Sie gtfche haben
am SOïattf fogenannte Etrri ober herabbängenbe Barte; fte ent*
fpredjett beu _güf)ff)öruern bet Sufefteu uttb KruÃetttbteren. Sie
3tngeffcf)nüre beê Lophius piscatorius fontten atS Betfptef bte*
nett. ^fttttuS erjähft »on btefern frofdjabttftchen gtfcfj, er jïede
ftd) in ben ©difantut ttttb faffe bte ©pt|en btefer gaben f)e&
auSbficfen; ba Ãe Sürmern gleichen, foden Ãe ffetne gtfche
herbet, uttb biefe werben fo eine Beute threS »erÃedten gern*
beë. ES tft überhaupt merfwürbtg, auf wefeh »erfchiebene Setfe
bte gtfche Ãd) tbre Kabruitg »erfchaffen. Ser Chaedoton fprüjt
SaÃer auf »ontberfftegenbe Snfeften unb bringt fte fo aufs
SaÃer uteber. Sie Sciaena jaculatrix »erÃef)t, nach Jaffas,
eine abttftcbe KttttÃ, ttub ber Sparus insidiator fangt SaÃer*
infeften baburd), baà er feine Schnauze pfoültdj »orfchteÃett
faÃt. Manche Katttrforfcher behaupten, bte Verfängerungen att
bctt Küdett* unb £iutcrffoÃen bei manchen gtfchen, wie beim
fogenanntett Cordoniiier de Martinique (Zeus ciliaris) (gtg.
XXX.) biettett baju, Ãch um bte pflan$enfïengef jn fchftngen
unb fo bett gtfcf) ju haften. Ste »erfdÃebenen Verrichtungen,
ju beuett bergfetchen gortfä^e unb Verfattgerungen bei bett gt*
fchen btetten, fetsen tn btefen Organen Empftnbftchf eit, wo nicht
50ZuSfeffraft oorauS.
Vor einigen Sahren habe tcf) burch 3ergfteberiutg unb Ver*
fudje bte Etttbedung gemalt, baà bte Empftnbftchfeit im gatt*
jen Kopfe unb feilten »erfdjiebenett Stuhängfefu nur »on einem
etngtgen bcr gehn Rer»en herrührt/ fcte äug beut @el)trn ent«
fprtngen ttttb Ãch im unb am Kopf verbreiten; unb aB tcf> bte
©adje auf bem ©ege ber »ergleichenben Anatomie Wetter »er«
folgte, fattb ich, baà et« btefern, «entlieh bem fünften fect\'nt
£D?eitfchen entfprechenber Rer» bet fämmfltchen ntebrtgern £()te«
ren bemfetbeit btent. Bei ©efchöpfen, welche mit ge«
bertt, ©puppen ober ©d)tlbertt bebeeft fütb, Wirb btefer Rer»
faà gurn etugtgen Organ ber Empfutbltchfett. Die Barte am
Seattle ber gtfdje, bte githlhöruer ber KruÃenthtere unb 3n«
fetten werben nur baburdj empftubungöfähig, baà btefer Rer»
Ãch gu ihnen erÃrecft. Derfelbe Rer» »erÃet)t bte 3unge unb
ià baS Organ tl)re3 fernen ©efüf)B r wte beö ©efchmadö. Bei
manchen Zfymn, namentlich Reptilien , btent bte Sange burefy
thre Sauge unb Bewegtichfett gang Wte jene äuÃeren Anhängfet.
Die 3nnge wirb aber audf) gu einem ©erfgeug gum gaffen,
fo gut als junt glitten: mit tf)r faÃt ber Ocfj6 baö @raö gu«
farnmen, unb bei ber (Straffe tà Ãe »ollenbS merfwürbig ge«
btlbet: wie bet btefern £t)tere ber gange Bau barauf berechnet
tÃ, baà ber Kopf fef)r hoch über bett Boben gu Ãel)en fomme,
fo fatttt eS aud) bte 3nnge ungewöhnlich weit auö bem 5D?aul
hervorÃretf en, ttnt bamt\'t bte äuÃerÃen Bauntgwetge gu um«
fchltngett unb herabgugieheu. Die Bartl)aare im KaÃeugefdjfecht
fittb äuÃerà empÃubltch, Weil 3wetge öont fünften Rerven att
ihre ©urgetu Ãch erÃreden. Die Böget haben im ©chnabel
einen bebetttenben ©rab »ott ©efüfff; bei bett Enten unb allen,
welche mit beit ©dtnäbeltt unter bem ©affer taÃen, ià btefer
©tun äuÃerà fern, unb bei ber 3erglieberttng Ã\'nben wir, baÃ
Ãch ein fehr ftarfer 3wetg beS fünften Reröett in bte obere
Ktttnlabe »erteilt. Das fünfte Reröenpaar beS Kopfs, ober
bcr ihm analoge Rer», ià ferner bei bett rnetÃen Steteren,
benen Extremitäten fehlen, bcr »ornehmÃe ©tà beS @efüf)l3,
b. !)⢠beà £ajiftnnS; es ffnbeit Ãch bei btefett Steteren »erfchic«
bett gebaute Organe bafi\'tr, balb garte ^alpeit, balb hörnerne
Ruthen, unb fie Ãub oft fowol)l mit iWuöfelfraft afö mit @m«
pffnbtid)feit begabt; in allen btefett gälten aber ià ber Zafu
finn burd) einen Rcrven bebingt, ber bem fünfte« aar ent«
fpridjt, bemjeuigen Nerven, ter Ãcf) beim Sfftenfdjeu in bte
Bunge, bte Sippen uub bte Kiunbadenmuêfetn verbreitet.
Sir wteberhofeu, baà atte biefe empftnbftchen Anbangfef, fo
notbwenbtg Ãe beu betreffenben Tbtereit Ãnb, gerabe bnrd) tt)re
Unvottfommenheit im auffattenbÃeit (üoutraÃe mit ber Hanb Ãefyett
Uitb jetgen, wie gtüdtich Ãd) AlteS in einem Serfzeug vereinigt,
baê EmpÃnblidtfett beÃÃt für TemperaturWechfef, für bt\'e Berüf)*
rung unb bt\'e Bewegung ber Körper, unb beffen ©lieber Ãd)
babet mit ber gröÃten Set\'cbtt\'gfett nad) jeber Nid)tnng, in jebern
Stufet beugen, Ãreden, bewegen, unb zwar niemafS Ãet\'f ober
edt\'gt, unb fo, baà eê mittetà einer auS ©etettfen uttb ^ebetn zu*
fammengefe£teu SDïafdjme nimmermehr tonnte nachgeahmt werben.
öedjstcs üayttel.
lUritere Ãelf^e am öer uei-gletcl)euörn Anatomie.
Sir t)aben bisher ©egenÃänbe auS ber Vergfetcheitben Atta*
tomt\'e betradüet, bei betten ü)reS förperft\'chett Untfattgö wegen
fein 9JJiûerftdnbuià zu beforgen war, unb Ãnb babei zum ©d)tuÃ
gefomnten, baÃ, unabhängig vom @t)Ãem Von Thetteu, wetcbe
auf wuuberbare Seife zur Bt\'fbung beS einzelnen Tt)ierö zu#
fantmentreten, ein aubereS gröÃeres ©pÃem beÃet)t, baS färnmt*
tidje Tbt\'ere umfaÃt, ettt ©^Ãern, in Wetdjem Ãd) binÃd)ttid)
ber SebeuSverricbtungett eine gewiÃe Ueberet\'nÃt\'mmitng funb gibt,
fo verfdÃebett auch bt\'e ©efd)öpfe in Bau unb Körpermaffe, uub
auf wefcbe trbtfdjett VerbättniÃe Ãe ihrem ganzen Sefen nad)
berechnet fet)tt mögen. Nt\'rgenbS Ãnb wir zufälliger Abweichung
ober ^DiiÃgeÃattung begegnet; jebe Beränberung hatte ihren Bwed,
jeber Xbeit fein beÃimmteS Berbäftm\'Ã. Sir haben gefehett, wie
bte Untbilbungeu Ãd) fo vollfommeit nad) bem Bwede möbeln,
unb ber gormwechfei fo unmerfft\'ch Ãufenweife erfotgt, baà jeber
©ebanfe au äuÃere ober zufällige Etnwirfitttg völlig aufgegeben
werben muÃ.
Sföt\'r fomttett unfeve Betrachtungen nach unten, burd) bie
niebrigertt Xl)tevftu|T«t fortfegen; wir föuuteu g. S. ben guà bev
Snfefren vom Snftanbe feiner I)öc£>fte» uub manntgfad)ften @nt*
wicflmtg bis baf)in verfolgen, wo er Verfcbwinbet; ober, itacf)
einer anbern Richtung, btefelben Xl)ei(e von ba an burcbgefyen,
wo ffe faurn gu fproffeu anfangen, bis babüt, wo fte als voll*
fommene ©lieber, mit Scbenfel, Schienbein unb guÃ, wie bei
ben gliegen, erfcbeinen. Sir würben fte ba guerffc als feilte
gaben, bümte Sorften erbticfett, wie ffe ffcf) am Korper ber
Raupen teicbt an bie glacf)e Hämmern, über Welche baS &bier
wegkriecht; bet ber fogenamtteit SeemauS (Aphrodita) fd()en
wtr biefe Borftett von getrennten, gtgenfornttgen gortfägett ab*
ftel)en, welche mit 90iuSfeltt Verfel)en fmb. Sei ben 9?tyriapobert
fauben wir jeben ber vielen gitÃe mit einem beutttchen ©elenf
verfehen. Sir gingen fobattu gu ben güÃen berjentgeit 3nfeftett
über, wo Scbenfel, (Schienbein uub guà gu unterfcbetbeu ftitb,
uub ftd) ein vollfommeneS Softem von Strecfe*, Beuge* unb
AngiebemuSfeln, uttb im Kleinen AlleS vorftnbet, waS wir am
Sau beS SE)2enfcf)en am weiften bewunbern. Roch interejfanter
t\'ft eS, gu beobachten, wie ber guà ber wahren Snfeften ffcfj wie*
berum gu neuen Verrichtungen umbtlbet, wie bie vorberften güÃe
gübter, wie ffe Organe gttnt gaffen, a n b e Werben. Set)ert
wir bie garten, fmnretd) angeorbneteit Serfgettge ber Snfeften,
fo bräitgt cS fid) utt3 von felbft auf, baà ftch unfcbwer faft jeber
£f)eil burch eine Reihe Von Umbilbungen verfolgen lieÃe. Set
beit ©irbelthieren haben wir bie $anb gur Schwinge ober gttr
gieÃe werben fef)eit; auf gleiche Seife lieÃen fTd) bie glügel ber
3nfeften butebgehen. Beginnen wir mit einem Sttfeft, baS gwet
garte, votljiaubtge, burd) eine Scheibe gebeefte glüget hat, fo
bewerfen wir, baà bie Scheiben Ãcb in bie £öhe vichteit, banttt
bie glügel ffcf) ausbreiten föntten. Set einem anbern wirb bie
Sd)eibe gum glügel, unb baS 3nfeft getd)ttet Ãcb burch öter glügel
auS. Sit einem britten galt ftnben wir, baà jener vorbere glügel
groÃer, auSgebilbeter ifi als ber hintere; im Vierten bat baS
Xhier nur noch gwet vollkommene glügel, feine hintern mehr;
unb geben wir noch weiter, fo geigt fTd) unS ein Sufeft, baS gar
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ferne ginget hat. Dteà Ãttb fente Raturlaituen, fonbern berfdÃe«
bette Körperbtlbuttgen, bevfchiebette AuÃenwerfe, wie Ãe je nacf)
ber berfcf)iebenen ©tellung beS SnfeftS ttn glug erforberltch ftnb.
ES ftnb planmäÃige Umbilbuitgen tu fo regelmäÃiger AbÃufuug,
wie wir fie feet beu groÃevtt £tÃeren nachgewtefen, wobei bie Ab«
Ãd)t ntä)t fatm miÃberÃanbeit Werben. â Da krängt ftct> unS
nun bie fef)r natürliche grage auf, wie biefe Berfchtebenheiten gu
erffären ftnb?
Die merfwürbtge lîmbifbung ettteS ©ItebeS gu berfdÃebenen
Verrichtungen uttb berfd)tebenen BuÃänbett ber Xtyexe hat in ber
neueÃett Seit gu einer f)öcf)ft fouberbaren AnÃcf)t geführt, gu ber
Annahme uemft\'ch, baà fämmtfiche £f)tere auê benfelben Elemen«
ten beÃehen. Dteà Wäre richtig, wollte bteà fobtel beiÃen, als
Ãe beÃehen auS benfelben chémifchett Elementen, uttb biefe gieben
.©toff an unb afÃmiliren benfelben burd) baS ©ptel gtctcf>ev
SebenSfräfte, in ber gangen Xhierret\'he, fo berfd)teben bt\'e &fÃere
nacf) Bau uttb ©eÃalt feint mögen. Aber unter Elementen »er«
Ãel)en bie Urheber ber neuen Theorie bie eingelnen, gum Bau beS
ÃörperS gufammentretenben ©tüde ; biefe follen nur berfeÃt unb
beziehentlich angeorbnet Werben, ©te brauchen babei als ©letcf)«
utà bie Baumaterialien gu einem §aufe: wenn biefe, fagen Ãe,
gröÃtentheilS gu Bau unb AuSfchmütfuitg bon Pforte unb Bor«
pla£ berwenbet worbett Ãitb, fo bleibt für bie eigentlichen äüohn«
gemacher berhältntÃmäÃtg Wenig übrig.
Diefe neue Xl)eorie ià mit ben höchÃen Anfprüchen aufgetve«
ten, uttb ihre Urheber berfaitgen nicht weniger, alS man folle
bott ihrer EntÃehung eine gang neue Aera battren. ©ie fprechen
âbott ©ahlberwanbfchafteu ber Organe, bon einem neuen ^rtttgt\'p
beS BnfammetthangS, einer neuen analptifdjen £beorte u. f. W."
Dte £ppotl)efe beÃel)t nun aber ber £auptfacf)e ttad) barin : wenn
ein £bet(, ber Ãd) bei einem ^hiere Ã\'nbet, bei einem anbern
bermiÃt werbe, fo habe man benfelben in trgeitb einem bettacf)«
harten Organ gu fuchen, uttb bie Behauptung geht fofort bahin,
tiefer ©runbfag fep wiÃenfdiaftfid) förberltcher als alle frühern
©pÃeme. Senn aber bei einem £l)ier ein Organ botlfommen
eutwicfelt unb umfangreich erfd)eint, fo ift barttm ein anbereS
mcf)t verfitzt ober VerhältnismäÃig mangelhaft gebilbet. Sie An*
hänget- btefer Theorie legen wol)l zu viel @en>id)t auf bie Knochen;
wir werben aber zeigen, baà auch hmÃcbtlich biefer baS ©t)Ãem
ganj unhaltbar iÃ. 353tr fragen etuÃweileu: wenn ber S0?agen
burch Anfä§e nnb Anhänge fel)r zufamntengefefct erfcbeint, wie
bei ben 353teberfäuern, wirb baburrf) ber Sarmfanal fürzer ober
einfacher gebaut? ©e^t ntd)t tut ©egentbetl ein vielfacher 9Nageit
einen langen, fcf)r j«fantmengefe|ten Sarmfanal voraus ? 3öcr*
ben burd) einen in feinem gangen Verlauf verwidelten Sarmfattal
bie banebeit gelagerten feÃen Eingewetbe unvollfommen ? ©e§t
etit jufammeugefe|teS £ierz eine einfachere ober eine voEfommenere
S5efd)affenheit ber Sungen voraus? Kurz, fehett wir nid)t, baÃ,
im Verhättnià alS bie Tbiere in ber Diethe höber flehen, bte
Orgaue ber Verbauung, beS BlutumlaufS, ber Nefptratton, ber
©tnne fleh Z u m a l entwtdeln ? ©ibt eS ein Beifptel, baà trgettb*
wo burd) Entwicflung beS einen OrganS eitt anbereS von feiner
©teile Verbrängt, ober bem Umfang ttad) Vermiubert würbe?
3Bollten wir, waS baS Knochenfyflem betrifft, biefe Tbeore*
tifer in ihrer feÃeÃen ©tellung angreifen, bei ben ©d)äbelfnod)en,
wo bie gewaltige Verworrenheit ber Thetfe ihrem 3Ãt|e einigen
©Vielraum gibt, fo fönnten Wir aud) l)ter bte Unhaltbarfeit il)reS
@runbfa§eS barthun; wir müffen unS aber auf unfern fpejtellen
©egenÃanb befchräufett.
Bei ben hohem Klaffen ber 3Birbeltbiere fehen wir, baà bie
©d)ulterfnod)en einer zweifachen SSerrtchtung bienen: Ãe nehmen
wefentlich Tbet\'l am AtbrnungSprojeà unb Ãnb als ©runblage
für bie vorbere Ertremität volffontmen auSgebtlbet. Nehmen »vir
nun einen galt, wo ber Atbmungöprozeà ettteS Thiers mit bem
eben berührten Mechanismus ber ©chulterfnodjeu, bem urfprüttg*
liehen, wollen wir fagen, unverträglich iÃ. Bei ben gröfebett
fehlen bte Nippen: wo fetten wir nun btefe fueben ? ©ollen wir
einem ©t>Ãetne folgen, baS uns VerÃchert, wenn im tnnern Ohr
ein Knochen fehle, müffen wir unS nach bemfelbett am Kiefer
umfehen, baS unS aber bet ber Betrachtung Ãehen laÃt, baÃ
jenen Tl)teren zwei unb breiÃig Nippen fehlen, ohne unS zu fagen,
wo wir Ãe z« fwdjett haben, ober Wie biefe Elemente zum Bau
anberer Organe verwanbt ffnb ? Jnafteit wir bagegett ant ©runb*
fa(3 feff, baà Organe mit bcffänbigem Be^ug auf eine kfftmmte
Verrichtung gebtfbet ober weggelaffen werben, fo fel)en wir,
wie nicht fobalb ber Brufifaffeit entfernt unb bie ©chulter xfjreö
©tütspunfteS beraubt iff, als auch bie Knochen, an weiche bie
Extremität ffcf) befeffigt, breiter unb ttad) Umrià unb ©elenfen
anberS gebtfbet werben, (ff oben bei beu ©cbufterfnochen) bamit
ffe ihren ^auptsweef erfüllen fönneu, ber bartn beÃel)t, bem Sfrrn
geffigfeit unb einen ©ftttefpunft ber Bewegung ju öerfebaffeu.
SaS eben gelegentlich angeführte Seifpief von einem Ktto*
cheu im Ohr unb am Kiefer wirb mit groÃer Sichtigfcit als
ein ibauptbeWetö für bie Kichtigfeit ber Theorie vorgebracht;
eS beweià aber tu Sattheit gerabe baS ©egenthetL Bei biefer
§it)pothefe fommt nichts heraus, als baà mau beu ©runbfats,
ber uns bei ber Betrachtung fo merfwürbtger Stfbungeit leiten
feilte, unb bannt auch bie ©dffuÃfofge aus bem ©eÃchte ver*
ftert, auf welche ffch ein unbefangenes ©emittl) geführt fief)t.
Sie ©adje, von ber hier juuüehff bie 9?ebe tÃ, Verhält ffd) nun
aber einfach fo: bte im Of)re ber ©äugethtere fo wttnberbar
jitr gorhpflanjitttg ber ©chwtngttngeu beS Trommelfells an bie
©el)örnerven angelegte 3?ei()e von fteinen Knochen ffnbet ffch
int ©eljörorgane ber Vögel nicht; an il)re ©teile tritt f)ter ein
ganj anberer Mechanismus. Sie ©pffematifer fagen nun aber
in tf)rer Seife, bettn Vogel fcl)le nur ber SfmboÃ, einer jener
vier ffeinen ©ehörfnochett, unb fragen, wo man ffch nach if)nt
unijufebeu habe? ©ie ffuben i()n am Kteferapparat, im fo*
genannten Vterecftgen Knochen, os quadratum. Obtte Bwetfel hat
bie flüchtige Sfchnftchfett, wefche biefer Knochen beS VogefS unb
ber Sfmboà mit einanber haben, (gig. XXXI. B.) juerft SfnfaÃ
ju biefer Vorffelluug gegeben. Sir wollen orbentftcher ju Serfe
geljen unb babet jetgen, wie biefe ^ppotbefe bie Jöerrfichfeit
beS KaturgegenffanbeS nur in ©chatten ffellt. Buerff haben wir
unS umjufehen, ob wirtlich baS ©eher bei ben Vögeln unvoll*
femmett iÃ. Ste Antwort l)teranf iff leicht: bie Vögel hören
aitSttebmenb fcharf, baS fetfeffe ©erciufd) fcfjeitcfjt ffe auf, unb
bie Kadfftgalf antwortet am ©ommerabeitb auf beu ©efffag einer
anbevtt, wo wir nichts mef)r hören. gerner haben wir bte
9)?angethafttgfett beS OrganS jtt betrachten: baà äuÃere Oljr
fet)tt; wäre eS aber Vorbanben, fo ftänbe eà mit Altem im
Siberfprucf», waà wir am Bau beS Vogets überhaupt bewun*
bert, namentlich aber mit ber Richtung fetner gebern, woburch
bei ihm baà rafcbe Durcbfchnetbeu ber Suft bebingt wtrb. Dürfen
wir annehmen, baÃ, wie ftcbtbar baS äuÃere Ol)r, f° auch baÃ
tmtere mangelhaft iÃ:, trog beS merfwürbig fcharfen ©ehörS ber
Böget, baS, wie wir bocf) wiflTeu, burch bett innern Bau bebingt
iÃ, ttnb burch if)n altem bebingt fctm faun ? Run iÃ: allerbiugS
baS Ohr bei bett Vögeln anberS gebaut, babet fehlt aber ntr*
geubS etwaS. Die fogenannte Columella tft ein febr feiner
KnocbenÃift, ber Vom äuÃern Ol)r sunt Sa&^rmfb ober beut
eigentlichen ©ig beS ©ebörftnuS läuft Dtefer Knochen liegt
ttnb wirft gerabe fo, wte bte Kette von vier Knochen tm Oljr
ber ©äugctl)tere; wtr haben aber febtgfkb feinen (Mrmtb gttr
Annahme, baà babei ber Amboà eher als einer ber anbertt
Knochen fehle.
Sir fehen alfo: bet bett Vögeln tjt ber ©eljörÃun fef>r
entwtcfelt, baS ©tnnorgan ift nicht mangelhaft, fonbern erfdfjetnt
nur als ein, auf baà gange Sefen beà Vogels berechneter,
auberà gebauter Apparat, unb babet ià nichts verrüeft ober
etwaà mtuber VoltfommeiteS, als wir in anbertt £hterffa)7ett
beobachten, hereingebracht
betrachten wir nun ben Bau ber Ktttttlabe beim Vogel,
fo ftitben wir eine eben fo merfwürbige, nur etwas gröbere
ntechantfehe Vorrichtung. Ser Vogetfcbnabet gehört gewiflerma*
Ãett gu unferem Schema, ba er baS Organ sunt gajfen unb haften
tft. Er tft sngletch haüftg eine Sufeftenfatte; s« biefem Bwecf
muà feine Bewegung feJjr rafcf) feptt, unb btefe ©efchwinbigfeit
wirb nun auf bte allernatürlichfte Seife babttref) erjielt, baÃ
betbe Ktttttlaben, ftatt nur einer, beweglich Ãub. Senn ber
£ttub nach SWücfen fchnappt, fo sieht er ben Kopf gurücf unb
hebt bannt ben Oberftefer auf, währenb er ben Unterfiefer
ftnfen läÃt; bieà Ãnb aber langfame, fdhwerfälltge Bewegungen,
SU beneit bte RacfeumuSfefn fo viel beitragen ats bte Kiefer?
ntuSfeln, unb ber arme £unb macht manchen vergeblichen
Verfüch, bis er bte ?0?üdfe erhafcht\' bte t()n plagt. 2)te Schwalbe
aber ober ber gltegenfchnapper fchnappt nie zweimal, fo trefflich
ià ber Apparat jnm gaffen auf baS fcfjarfe Auge unb ben 3n*
ftinft beregnet. Sie mechantfche Vorrichtung beÃel)f nun aber
barm, baà bte ?D?uSfetn, welche bte untere Kinnlabe öffnen,
jugleich auch bte obere öffnen, (gtg. XXXI.) A. ià ein gortfafc \'
ber untern Ktnnfabe, ber hinter ben Nul)epunft ^ittauÃlciuff,
unb ber MuSfet, ber Ãch an tljm befeÃtgt, öffnet bett Schnabel;
ju gleicher Beit aber briteft bte untere Ktnnfabe auf ben Kno*
chett B., baS os quadratum; mit teuerem Knochen hängt ntttt
ettt vorwärts laufenber unb mit feinem vorbew Enbe au bte
obere Ktnttlabe befeÃt\'gter KttochenÃift C. jufammen; auf xfjn
wirft, wenn ber 2D?uöfef in £f)ättgfeit tritt, ber auf baS os
quadratum ausgeübte Srttcf, fo baà er wie ettt Bolz vorwärts
gefchoben wirb unb bte obere Kinnlabe, welche Ãch bet D. auf
beut Schabet f)ttt unb her fchtebt, aufwärts briteft, Str haben
hier etiten SDiechantSmuS, ber fo abgcfchloffen ià wie ein glitt*
teufchloÃ, mtb zwar, wie gefagt, jitm Bwecf, bem Schnabel eine
fel)r rafclje Bewegung ju erteilen. Kommt man nun ber Saljr*
heit näher, wenn man barin einen neuen, auf bte Bebürfntffe
beS Thiers berechneten Apparat erbltcff, ober wenn man eS
nur als zufällige golge bavott betrachtet, baà eilt Knochen her*
beigezogen worben, ber tu fetner eigentlichen Verrichtung mit
ber Ktnttlabe retn nichts ju thuu hat?
Soch wir Ãnb von unferetit ©egenftanb etwas abgefommen.
Sir haben vorhin von ben, bem Nitmpf §ttttäcf?ft liegenben
Knochen ber Extremität, von ben ©chutterfnocheu gefprocheit;
wir wenben unS je|t ju ben am weiteÃen abltegenben. Str
haben gefehett, wte tu ben ber 5D?eufcbenhaub eittfprechenbcn
Knochen baffetbe ©pftem Ãch bergeftalt mobiÃzirt, baà eS Ãch
babet jebem möglichen Sechfei tu ber Verrichtung fügt. Be*
hauptet man nun aber, ber Thet\'le bleiben immer gleich viele,
wie erflären wir ba bte Knochen im Nttber ber Etbecbfeit unb
Schilbfröten ? ES Ãnb ihrer, wie j. beim oben befchriebencn
3chtht)oÃturuS, fechzig btS Ãebztg Viefecfigte Knochen, wübrenb
baS «Pferb tutr fünfzehn, ber Sföenfd) flebetmn&jwaitjtg bat.
Unb neben allen jenen Knochen tn ber £a|e ober im Ruber
ft\'ttb bei jenen Spieren auch noch biejentgen vorhanben, n>cfdie
bent Arm unb Vorberarm etttfprecfjem ©eint unS baö ©pÃem
in einem fo einfachen galt, wie btefer, im ©tiche läÃt, wie mödj«
teil wir eS mit Vertrauen burd) bie verworrenen Kopf« unb
Söirbetfnochen verfolgen?
3Ãenn wir unS in ben ©erfen berühmter Raturforfdjer Raths
erholen, bemerfeit wir, baà barm nicht immer bie ©eelenÃtm«
mttng herrfcht, welche, tonnte mau glauben, rect)t eigetttlich bie
grucht folcher ©tubten fepn feilte. Rieht immer Ã\'nbet fid) ©eute
im Verein mit gefunbem Verftanb, wie bei Ettvter unb anbern
j^eroen ber Raturforfchung, Ueberljaupt tft verwunberftch,
auf welch verfehrte Söetfe bie SPienfcben ihren ©i(3 anftrengen,
um ben Begriff eines göttlichen ©d)öpferS, eüteS allwetfen, all«
gütigen unb vorforgenben äöefenS von fich wegjufdjieben, unb
ffch lieber ben gröÃten Abgefdjmadtbeiten hingeben, ben falten,
tobten Einfluà ber »Elemente" ine ©piel bringen, auf welchem
©cge ber SCRenfch baS ®efül)t ber Abhängigfeit unb Danfbarfeit
gänjltd) in ftd) erÃtcft.
Manche behaupten, alle Verfchiebenf)eiten, bie wir fehen,
fepen gotgen bavon, baà eht Urtl)ier wedffefnben Einflüffen
auSgefetjt werben; bie jebeSmaltgett neuen Organe feyen ber
©ehnfucht beS £bterS entfprungen, Ãch S» behnen unb ump«
bilben; wie bie Blätter ber 5Pflanje am £id)te fid) ausbreiten
ober fid) nach ber ©onne fefjren, wie il)re ©urgetn bem für
Ãe geeigneten Beben nad)friedjen, fo fprteÃeit unb orbnen Ãd)
auch bie äuÃern Organe ber £f)iere, 2Ãtr werben gleich eine
Anficht fennen fernen, wernad) bei ben £lÃeren bie SnÃtnfte
Ãd) nach ihrer Organifation richten; bie gorfdter aber, von
benen wir gegenwärtig fprechen, fehreit eS gerabe um: Ãe
fagen, ben neu eintretenben EinffüÃen haben ficf> bte Organe
angebitbet unb ihre jebeSmaftge ©eftaftung angenommen.
5Btr ntüffen h\'er bewerfen: man hat fein Beifpief, baà Ãd)
burd) Vermtfchung jweier verfdjiebenen £i)t er arten angehören«
ben Snbivibuett neue Organe gebifbef hätten. Auds grünbet Ãd)
tue Annahme, als ob ftcfy bttrcb Vermifdutttg gweter Sefen
aus verfd)tebenen gamtlten etne neue Stycrari: (species) bifben
fömte, febtgltd) auf fetne Beobachtung. £rog beut fagt matt,
haben ffcf) aud) bte £tuerarteu in bett fegten füttffaufenb Sal)*
reu nicht Verättbert, fo fbuuen wir bocf) nicht wtffen, weldjett
Einfluà bte, beut jegtgett 3njtanb ber Seit vorhergegangenen
Erbumwälguttgcn gehabt baten. Bei ©egenÃänbett ber Art aber
ntüffett nur tutS mit unfern ©cblüffeit att baS hatten, was wir
wtffen uub waS wir fetiert.
Sir benierfett f)cd)ft auffatfenbeu gormenweebfet in ber Bit*
buttg ettteS uub beffetbcit XtjterÃ. ?D?and)e ftttb unS auS beut
gemeinen Cebeu befaunt, alte aber weifen auf eine BorÃd^t,
auf einen vorforgenbett\'platt, weifen barauf bin, baà atlmäb*
ftd) eine Verättberitttg vorgebt, wefebe ben neuen 3nÃanb vor*
bereitet, niemafS aber itacf) btefent, tu folge von ibm eintritt.
ES genügt wot)l für unfern B^ed, wenn wir Betfttele von
ber l)bd)ften uub von ber ntebrtgjten ©tufe ber £l)uTretbe au*
führen. Der SKenfd) bat etne gwetfacbe leibliche Ertftcng: nicht
leicht tonnen gwet ©efdjöpfe etnauber unähnlicher fep afS baS
Ktnb uub ber Erwacbfene. DaS gange Sehen ber frttdjt tut
SDMterteibe tfi ein Bnftanb ber Vorbereitung auf bte ©ebmt.
3ebermantt ftebt uub weiÃ, baà vout Augenblick ber ©eburt
att baS SachStbum einen gang neuen Attftoà erhält, bis enb*
tief) bte Körperv erhalt tttffe gunt BnÃaub ber voltfommeuen Reife
gefangen. Aber n id)t Biete faffen eS ftd) et\'ufaffeu, baà baS
Kittb im SDZnttcvfetbe ein feinem 3nftanbe ctttfprcchenbeS Seben
febt, uub baà eS, wenn eS über bie feÃgefegte Bett im Sethe
gurüdbfetbf, gu ©ruube get)eit muÃ, ttnb gwar nicht etwa auS
50Zattgef an Raffung, fonberu weif ber 3eitpunft ba tft, wo
in feinem gangen Sefen eine völlige SÃeranberitttg vorgeben foll.
Sit ber langen 3eit ber ©diwaitgerfdiaft entwtdeln Ãcb
nun aber fammtltcbe Organe; fo bitben Ãcb bie Sungett auS,
el)e Snft ttt fte bringt, fo werben Kanäle gebaut, bevor bte
©ebteuÃeu fid) öffnen, burd) weldje fpäter baS Blut t\'tt fte
bringen foll. Dod) es gibt nod) weit feinere, weit merfwür*
bigere Vorbtlbiutgeu. Re|men wtr etneS ber ^auptorgaite, iperg
ober ©eljmt, unb «erfolgen alle Verättberuugen, bte eö wäf)*
renb bes petuSlebettö bitrd)läuff, fo Ãttbeu wir cS Anfangs
gaitj einfach, eö entwiefelt Ãch fofort allmähltd) itnb erhalt
ltad) eütattber bte Etgeufchaftett, welche eö am Enbe charaf*
tertÃrett; ttnb fo l)at matt bentt bte Behauptung aufgehellt, ttnb
fie grüubet ftd) auf eine böcbft tntereÃanfe Diethe von Beob*
adjtungett, baS menfchltche ©ef)trn gleiche ttt feinem frühesten
Buftanbe bem ©ehtrit beS pcheö; hei weiterer Entwtcfluttg
erfcheint e3 ber ©ehirnmaÃe beS Keptifö ähnlicher, weiterhin ber
beS SÃogelö, ttnb erft nach ber ©eburt nimmt eS allgemach bte
beut menfchlichen £irn jufomtttenbe prm ttnb EonÃftenz an.
816er hei allen biefen BtlbungSflufett, welche ber 5Kenfd) bttreh*
läuft, fel)en wir ntrgenbS einen Einfluà ber Elemente ober
eine anbere Urfache, afö baà einmal flieg jitm voraus fo ge*
orbnet war. Uttb gehen wir über bte Tattfenbe von Betfptelen
weg, bte wir von bett 9Mtelgltebern tu ber Thterrethe her*
nehmen tonnten, nnb betrachten 51t unterfi bte SDietamorpbofe
ber Snfefteu, fo gelangen wtr jitm felhett SÃefultat
Utttcrfuchen wir j. B. bte Saroe etneö geflügelten SnfeftS,
fo fehett wir, wie für bte 2lrt feiner Bewegung ttt btefern
(taube, ttemltch jitm Kriechen am Bobett, bnreh Slttorbttung
»on SOluöfeht uttb Verth eilung »on SZerüeu aufö Bewunbernö*
würbtgÃe geforgt iÃ. SBentt wir nun aber, ber Dtetamorvbofe
öorgreifettb, furz oor ihrem Eintritt btefelbe Saroe jergliebertt, fo
fehett Wir einen gattj neuen Apparat im Serben begriffen; bte
Zu bett Wielen pÃen gehenben SKuSfeln nnb Keröen Ãttb im 216*
Ãerbett, ettt ganz nelteg SDiuöfelfyfiem, baS Ãd) W mit feinen
Slnfagpunften bett P\'tgelu Ãatt ben pÃett zuwenbet, fommt zum
Vorfchetn, unb gletcberwetfe erfcheint ein neueö, ben ber Thütig*
feit eittgegeitretfeuben Organen entfprecbettbeö KeröeitfpÃem. â
Saö tà fein ©proÃeit unb Sehneu unter bem Einfluà ber um*
gebeitbeu Elemente, eS tà eine ttmfehr ber ganzen Oefonomte,
uttb zwar eine protnbenttelle, baS h«Ãt auf einen BitÃanb, in
Welchen baö ©efd)bpf uod) nicht Werfest ift, berechnete.
Sief? Thatfadjett befräftigen bett «SchluÃ, auf ben wir burd)
bie öergletd)enbe Slnatomie öott Sinn unb Spaub geführt worbett:
* Seit, tie Jpatit». 5
baà mit jebern äuÃerlich bervortreteubeit SEÃerfjeug taufettb Ber*
baltttiffe t n Snitertt gegeben Ãnb: eine mecfjanifcEje, alte Tbetle
beS ©Mets itmfaffenbe Anorbnung von Knoden unb ©elenfeit;
ettte berfetben eittfprechenbe Verkeilung von ÃÃuSMt», ein befott*
bereS, jWtfd)en bent 9Berf$eug nnb bem eigentlichen ^tttelpunfte
beS SebenS mtb ber Bewegung gelagertes Nervengewebe, nnb
fpater werben wir noch [eben, baà ant Enbe attcf) befonbere, bent
neuen Organ entfpredjenbe Duetten ber Bewegung gefchaffeu fe^tt
muffen, fott ntd)t baS Organ als et\'u unnüfceS Aitbängfcl ant
Körper baumeln.
©o tà beun wobt offenbar, baà nur bte ïDïacht, welche baS
©chöpfuitgSwort rief, tm ©taube tÃ, bte Beraitbernugeu im
SSefett ber Totere hervorzubringen, Woburcb Ãe ihren verfcl)tebe*
ttett BuÃaitbeu angepaÃt werben, baà t\'bre Organisation vorher*
beÃtmntt, nicht erà hinterher vom BuÃaub ber Erbe ober ben
umgebettbeu Elementen bebtngt tÃ. Auch eiltc bem £bter iumob*
tteube Etgenfchaft erflart ntmmermel)r bte mit bem Eiüjelwefett
vorgehettbett Berättberungen, fo Wetttg atS bte tm ©chooÃe ber
Arten vorfomntenben Varietäten. Altes weist barattf l)üt, baÃ
bte Arten jebe für fleh gefchaffeu Ãnb, baà nicht ein UrtypuS
allmählich ju bett Arten gerfallett tÃ; unb mit jeber attbertt An*
nal)nte als berjentgeit, baà jebeSmal beit wechfelitben Verbältuiffett
ber unorganischen Erbmaffe, bem BnÃanb beS ©afferS, ber
Atmofpbare, ber Temperatur etttfprechettbe Thtere neu gefchaffeu
werben Ãnb, verwtdelt man Ãch nur tu unettbltche ©chwierigfetteu.
0tekntes tkaytid.
fcoti trer â¬mpftnMicl)keit uttfc ïmn Tastsinn.
Alle ©tttnorgane, baS für bett TaÃÃntt ausgenommen, Ãttbett
wir bei bett Tlneren vollfommeiter als beim ïOïenfdjen. Beim
Abler unb galfett, bei ber ©ajelle, im Ka£engefd)led)t ià baS
Auge wuttbervoll entwickelt; beim £unb, beut ©otf, ber £pütte
ijl ber ©critcf) unbegreiflich fdjarf, uub meun mit* aucf) nicht ge«
neigt feptt möchten, beu gieren überhaupt einen höhern dir ab
beê £aÃÃntt3 jugufprecheit, fo fötinen Wir bod) m\'d)t gweifeln,
baà ber «Sinn beê ©ebörê bei beu niebrtgeu Saferen auêgebilbeter
ià afö bei itnê. Sm XaÃÃnn aber, beffen ©ià bie £anb iÃ, be«
Rauptet ber 50ienfd) ben Borjttg, uub eê ià tton ©ichtigfeit für
«ufere ©djlnÃfolge, baà wir fehett, warum beut fo iÃ.
Wan gefagt, mit bent Aft beê £aÃenS fep ber £rüb,
etwaê feuuen ju fernen, »ergefellfchaftet, mit aubern ©orten,
eine BeÃintmung beê ©tllenê gegen baê ©imtorgatt. Btchat
äuÃert, ber XaÃÃttn fep activ, währeub bie aubern ©tune pafÃv
fepen. Diefe AnÃcf)t Weiêt barauf hm r baà beim £affÃmt etwaö
ju erffärett iÃ, etwaê tiefer St\'egenbeê, alê jener Atrébutcf befagt.
©tr werben auf ba$ wahre Berhältntà burd) bte Betrachtimg ge«
führt werben, baà beim SaÃen ber £aub eilt boppefter ©tun ins»
©pief fornmt: eê ià nicht genug, baà wir bte Berührung beê
©egenÃanbS fühlen, wir müfien uuê auch beê Aufwanbê von
SDïuéfelfraft bewuÃt Werben, bie baju erforberfid) iÃ, ben ©egett«
Ãanb ju erreichen uub mit beu gingent barait herumjugreifeit.
Bet letzterer KraftäuÃeruug fomntt wirftt\'d) ber 2Bttfe tttê ©pief;
gegen ben £aÃueröen fetbà bagegeit Ãnbet fo wenig eine Determi«
ltation beÃelbeu Ãatt, alö gegen jebeit anbertt ©tttnuerven. ®od)
bevor wir ttnë auf bie beit gingern eigenthümfiche EmpÃ\'nbftdjfeit
unb Bewegung eütlaffett, müÃen wir bie affgemeine EmpÃ\'ttbltch«
feit ber Kürperfläche betradjten.
Abgefeheit bavcit, baà bte gemeine EmpÃtiblidjfett auch ber
$anb gufommt, unb wir unä ber BotlÃänbigfeit wegen etwaö
barüber verbreiten ntüffen, verweile td) um fo lieber babet, ba
wol)f itichtö überrafd)ettbere Beweife von ben weifen AbÃdjteit
unb ber ©itte unfereê ©djopferê ait bie £>anb gibt, ©o äugen«
fällig auch bie auf ben thierifcfjen SO?ecf)anièmuë gegrüitbeten Be«
weife fepn mögen, Ãe halten barüt feilten Vergleich mit benen attê,
Welche Von ben Sebeitêfrüften beê Körperê hergenommen Ãnb.
Sch h«be mich beê Auêbrudö »allgemeine @mpfmbltd)fett"
bebieitt, weil bteà ber Wtjfenfchaftltche, fo wie gemeine Sprach«
gebrauch iÃ; aber bte AuSbritcfe //allgemeine Nerven" unb
meinempftnbltcbfeit" Ãub pt?tIofopt)tfcf> gang unguläfÃg. Ste Ãub
groÃenteils ©ctjulb an bem Dttufel, baS über bem ©efett beS
RervenftjÃemS lag, unb machen uttS bltnb bafür, wie weife bie
btefem ©Aftern ittwobuenbeu Kräfte auf bte gange tbterifche Erifteng
berechnet Ãnb. ©o Ãellt mau ftcf) vor, manche Rervett fet)eu
grober orgauiÃrt unb mittber empfmbltdh, aubere bagegen garter
gebaut unb für fernere Einbrüche beÃtmmt. 5D?au fegt voraus,
ber Augennerv fep ferner als bte fütgernerVen, unb bebeuft nicht,
baà bie Rervenbaut beS AugeS unempftnbltcb ift für btejemgett
Et\'gettfchaftett ber ^DJatene, welche mir burch baS Mafien femten
fernen. AllerbtttgS ftttb bte Remen je für befonbere Stntte unb
beftimmte Verrichtungen organtjTrt, aber feinbeft beS ©ewebeS
hat hiermit rem nichts gu thun. Der XaÃnerVe in ber £aut ift
unempftnbltch für Sicht unb ©ehalt, aber nicht beÃbalb, weil fein
Sau gemeiner, grober iÃ; bie Schönheit unb Vollettbuitg beS
S^ÃemS beÃebt juà bart\'n, baà jeber RerV nur für ettten beÃtmnt*
teu Qrtnbrucf (ürmpftnblicbteit beÃgt, für Berührung ià allein ber
£auttterV empÃ\'ttbltcb, wie ber ©eÃcbtSnerV feüterfettS fetneu
Streng umfehriebenett ffitrfungSfretS hat« führte bie Eigenfchaft
beS legtertt RcrVett bloS von feinem feinem ©eiwebe her, Wäre
bie Reghaut beS SlugeS für bett SicbtÃoff nur barunt empfmbltcb,
weil Ãe überhaupt entpftitblidher wäre als ber £aftnerv, fo müÃte
baS Auge eine ewige Duelle von Schmerg fepn; fo aber ià böcbfi
weife bafür geforgt, baà bie Regbaut für Schmerg gar nicht em*
pftnbltcf) iÃ, uitb nur folche Einbrüche ber Seele überliefern fantt,
welche feiner eigentümlichen Verrichtung entfprechenb Wirten,
baS beiÃt Sicht unb färbe hervorbringen.
Der Schmerg ttttb bie Reigttng, welche Staub uttb aubere
frembe Körper im Auge hervorbringen, fommett von einem gang
anbern Rervett als bem Sehnerven, unb rübven baher, baà bte
Oberfläche für einen Etttbrucf gang anberer Art empftnbltcf) iÃ;
hievon fogteict) ein 9)ZehrereS, 5ERan erinnere Ãct) beS intereffanten
faftuntS, baÃ, metttt bet ber Staaroperatioit bte Spt\'ge ber
Rabel burch bte äuÃern Augeubäute bringt, ber Kraute einen
Stich fühlt, "nb hiebet wirft ber ©efitblS*, ber XaÃnerV, baÃ
er aber, wenn bte ©pi£e burd) bie 9?e£baut gel)t, meiere m\'cfjtö
ià als t>er ausgebreitete ©ebner» unb ju ütnerà bie Kammer beS
2tugS auSftetbet, einen geuerfunlett Ãel)t. Ser ©ebner» ift fo im
empÃnbticb für Berührung, alS ber TaÃner» für baS Siebt.
Sie auSnebmenbe Empfmblid)feit ber $aut für bie gertngÃe
33erte£uitg »eranlaÃt beit allgemeinen ©tauben, baà ber ©chmerj
beÃo groÃer fepn müfle, je tiefer eine Sunbe iÃ. St\'eà ià aber
nicht ber galt, nnb eS wäre aud) mit bem attgütigen, überall
Ãcb oflrenbarenben ^taue beS ©ctjöpferS nidjt öereinbar. Sie Em*
pftubtiebfeit ber £aut bient nicht altem bem TaÃÃnu, Ãe ià aud)
bie ©chu^mache ber tiefer gelegenen Xfyeüe, nnb ba zu biefen
nichts bringen fann, eS ginge benn juöor bnreh bie ^ant, nnb
wir alfo ©chmerj entpftnben, beöor innere Zfyeile »erlebt werben
fonneit, fo Ware eS ganz überftüfÃg gewefen, beii lefctern Em*
pftnblid)feit 31t »erteihen. BefäÃen bte tiefern Xl)eile, Welche bei
ben Bewegungen beS Körpers ittS ©pt\'et fommen, bem ©rab nnb
ber 2!rt nach biefetbe EmpÃ\'nblid)fett wie bie .paut, fo biente bt\'efe
Eigenfdjaft nicht nur ju nichts, fonbent Würbe bei ber natürlichen
Körperbewegung eine Quelle »on ©chmerz unb SO?iÃÃauben.
Sie Ebtrurgen haben ungleich mehr ©elegenbett, bie ^b^ffo*
logte zu förbern, atS bie Sterbe, weit Ãe mit beit SebettSerfcbei*
nungen, bem eigentlichen ©egenÃanbe biefer $BiÃenfd)aft, prafttfeh
befannt werben. SBemt ber ElÃrurg eine Operation mit fchuei*
benben äöerfzeugett zu machen hat, fo beruhigt er ben Kranten,
fobalb ber £autfcbmtt gemacht iÃ, unb »erÃehert ihn, ber gröÃte
©chmerj fep »orüber. ES gilt mit Stecht für ein groÃes Ungefchid,
wenn er bei weit »orgerüefter Operation ben £autfd)nitt erwei*
tern muÃ, uttb jwar nicht nur, weil eS beweist, baà er fatfd)
berechnet hat,. waS er SttteS zur gehörigen Surchfitbrung ber
Operation »einnehmen haben Werbe, fonbent weit ber Kranfe
bie Surchfchneibung ber tiefern %l)tik gleichmütig erträgt, bei
einem neuen £autfchnitt aber über ben befttgÃett ©djmerz ftagt.
Sie attSnehmenbe Empftnbltcbfett ber £aut, tiefer gelegenen
Thetlen gegenüber, ift alfo eine ©ache ber täglichen Erfahrung,
unb ber 3wed fann uns nicht entgehen: bte Empftnbtid)fcit ber
£aut erfchetnt als ©d^utswache ber unter thr gelegenen feinen
©ewebe, tubem ffe ititö gebtctöHfdj antreibt, Verlegungen ja
Venyeiben, unb ft\'e wirb unS $u einem wtrffanteren Scfm£, afS
wenn nnfere Körper mit ber Haut bcS Nt)iucjeroS gepanzert
wären.
3e umfaffenber wir btefett ©egenftanb betrachten, befte mcljr
brangt fleh unS bte Ueberjeugung auf, baà bi\'e frfjmerjbafte Em*
pÃnbltchfeit ber Haut eine febr voetfc Einrichtung iÃ, tnbent Ãe
unS vor Verlegungen warnt, wetd)e fottà bte tieferen, eigentlich
vitalen £f)ette quetfeheu unb jerÃöreu würben. Scheu wir uttS
Wetter um, fo tritt uttS bte nterlwürbige £liaffadie entgegen,
baà Knochen, ©elenfe, unb alle Häute itnb Bäitbcr an bettfelbeu
btoSgelegt, gefchnitten, geÃoeheu, ja gebrannt werben fönueit,
ohne baà ber Kranfe ober baS £l)ier bat geriugÃett Schmer^
empÃ\'nbet. Stefe Xhatfadteit müffett Sebent überjeugettb erfebet*
nett; wer wollte, folchen Bewerfen von Uucmpfliiblid)feit gegen*
über, nicht fchlteÃen, btefe £f)ette fei>ett völlig füf)tloS? Sehen
wir aber bte Sache aitS bent wahren, bem pbtlofopbifchen, ja,
ich batf eS wol)t fageu, bem religiöfett ©eÃchtSpttuft att, unb
bebcitfcn, baà Sdjmerj feilt liebet, fonbent eine l)öchà weife
Einrichtung jtt wichtigen Bweclcit tÃ, fo werben wtr hiebet tu
uuferer Unterfuchung nid)t ftef)eit bleiben wollen.
Btterà faitu unS uict)t entgehen, baÃ, wenn jene tmtertt Tt)ctle
bte Entpfl\'nbftcbfett ber Haut befäÃett, btefe Kraft bei tl)nen gar
nicht jnr Aitwenbuug fäme. SÃSären Ãe für Stedden unb Brennen
entpÃitbfid), fo befäÃett Ãe et\'tte Et\'genfchaff, bte ihnen nie ju
etwas bteucit föttttte, weil Verlegungen jener Art fte nidjt er*
reichen föttnen, tttc wcntgÃeuS, ohne baà wir burch bte Empftnb*
ltdjfett ber Ha«t bavor gewarnt worbett wären.
Uöeitu wir uttit fel)en, baà EntpÃublicbfett für Sdjmerj eine
weife Vorfebrmtg iÃ, fofent er uitS ntal)ut, Verlegungen jit ver*
metbett, welche bte gunfttonett ber Thetle beeinträchtigen föuntett,
fo faÃt ftd) weiter fragen, ob wo!)l eine Verteilung jene tttiteru
$£l)etfe erreichen fann, ol)tte baà bte EmpÃübltdjfett ber Haut
babet tuS Spiet fommt? darüber fann wol)f feilt 3weifet fet)it,
beult Ãe fütb ber Berrenfttng, beut Brud), ber Erfcf)üttcrung
ausgefegt, ohne baà bte Haut babet betroffen wirb. 3à nnfere
VorattSfegitttg rtdjftg / fo muà auf trgenb ettte Seife baftir geforgt
fe^tt, baà wir uufere ©lieber nur tut gehörigen 5RaÃe bewegen;
trog beut, baà btefe tnneru Sl)etle Ãcf) unS porl)tn als febeinbar
wollig unempftnbltcb erwtefen haben, muà t()neu ein etgentbüm*
ItcbeS ©efüf)l tnwobnen, wo nicht, fo wäre eS ein Langel.
Rad) folcf)eit Betrachtungen befragen wir wieber bte Rafttr
burch Ver fliehe, unb ftttben, baà btefet6en Zi)äk, welche matt
ungeÃraft Ãecben, brennen, fchnetben fantt, für Ouctfchung unb
3erretÃuttg tu bebem ©rab empftubltcb Ãttb.
Sie fonfequent, wie fchon ift bemnach btefe ©gcitfcbaft »er*
theitt! Daà ©efübt für ©djmcrg wirb je nach ber Verrichtung
beS £f)citS ein verfd)tcbcneS. Sie foaut ift für atte Verlegenheit
©nbrücfe, welche fie betreffen tonnen, empftnbltcb; wäre aber
btefe Art unb btefer ©rab »Ott Empftnbticbfeit altgemein, fo
müÃten uns bie gewöhnlichen Bewegungen beö Körpers äuÃerft
fdmterzbaff fepit; ber btofe Srncr eines £)rgaitS aufs anbere,
bie btofe Bewegung ber ©etenfe müÃte unS bann bte ^etit ver*
urfacbett, bte wir fühlen, wenn wir ein entgünbeteS ©tteb brau*
dhett, ober barauf gehen. Sären aber anbernfeitS bie tttnerit
Drgaite ganz gefühllos, fo fehlte eS unS gtetchfam au etitem
Regulator bei unfern Bewegungen; fo haben fte aber eine, auf
bie Art von Verlegungen, welche fie ntögltcberwetfe treffen fön*
neubefebränfte Empftnblichfett, welche unS belehrt, waS wir
uugeÃraft unternehmen mögen, (Springen wir von einer ju
groÃen ^)öfje herab, heben wir ein ju febwereS ©ewtd)t, ober
wollen wir einen Körper aufhatten, beffeit Bewegung ju gewalt*
fant für uns iÃ, fo warnt unS jeneS innere ©efithl fo ftdjer, als
auf ber £aut etwaS ©ptgigeS ober ein heiÃeS ©fett.
Sir weubett unS wieber zur Empftublidjfett ber Haut, um
noch voltÃänbiger barjuthuu, wie wol)ttbätig fte wirft, ober
vielmehr, wte uothwenbig fte fogar ju ttnferer ErtÃeitj iÃ:, unb
eS fci> ntir erlaubt, mich hier ber Sorte zu behielten, tit beueit
ich mtd) in meinen Vorlefuitgen über btefen ^ttuft attSgefprochett
habe.
" Zsd) bin weit entfernt, 3f)»cn AcbttoÃgfeit ober Unruhe
©cbitlb zu geben, wenn ich ©ic barauf aufmerffam mache, wie
Seber von Shnett von Bett gu Bett feine ©tellung änbert wtb bem
Drud beS Körpergewichts eine anbere 9tid)tung gibt; würben
©te gegwungen, bie gange ©tuube in berfelben ©tellung gu »er«
harren, fo waren ©ie beim Auffiel) cu fteif unb getcit)wt Die
EmpÃ\'ubtichfeit ber £attf beÃimmt ©te hiebet, etwas gu tf)un,
befielt UnterlaÃung fogar ben Tob beS ©liebeS herbeiführen
muÃte, äSeutt etn Kräuter mit Zähmung beS untern Körpers in
baö £ofpital fomntt, fo muà eS ben Sffiartern befonberS auf«
gegeben Werben, baà Ãe ben ©Itebern beS Krautet feljr hanÃg
eine anbere Sage geben, baà «polfter ihm unter Ruften unb
©dhenfet gefchoben unb öfters verrüdt werben. Sötrb bteS ber«
abfäumt, fo entgünben Ãeh befannttich bie Thetle, auf werri£jen
bie Körperlaft ruht, unb barattS entfte()t gteber, 33ranb unb Tob,»
»©ie fehett fomit, baà bie natürliche EmpÃ\'nbltchfett ber £aut
©ie, ohne baà ©ie baburch in Shren ©ebanfen geÃört werben,
veranlaÃt, bie Sage beS Körpers gu »eränbern, barntt baS Blut
in ben fleinÃen ©efaÃen frei cirfttltrcn fann; ©te feben, wie,
wenn biefe EmpÃnblidjfeit fehlt, bie gröÃte Adjtfamfeit von
©eiten ber Angehörigen unb Kranfenwärter für btefen allgeit
wadifauten ©djuà ber 9Zatur nur fümmertichen Erfaà tet\'Ãet.
Berurfacht fomit ber fanget an Empfmblidjfeit ber &aut bem
gjieufchen im fanften Bett fchwere Seiben, wie Vermöchte er ohne
Ãe ben ©töÃen unb gäl)rttd)fetten, wie ein thatigeS Seben Ãe
mit ft\'ch bringt, gu begegnen? ©ie ntüfien atfo anerfennen, baÃ
bie EmpÃnbttchfett ber £aut gerabe fo ein ©dhuÃmittel ià für
ben ganjen Körper, wie bie Empftnbltchfett ber Augtieber für
baS Auge, unb baà ©ie baran ein SOiotiv gur Danfbarfett haben,
au baS ©ie fdjwerltch je gebaut." â
Die EmpÃnbltdjfett ber £>anb für SSBarme ià eine vom Taë
Ãttn unterfchiebene Etgenfdjaft. Stefee @efüt)l für Temperatur«
veranbermtg hat feinen ©tà tn ber ^aut, tft folglich auf bie
Oberfläche beö Körpers befcfjränft, Die Thetle im Srnteru haben
immer gleiche Temperatur, unb jene Etgenfdjaft biettte ihnen
baher rein gu nichts, 2>a aber bie äuÃere Temperatur um unS
beÃäubig wechfett, ba ihre Extreme uns verberbltch werben, unb
wir unS förperltcf) unb getÃig anguftrengen haben, um uttfer
geben bei biefem Secbfel 51t erhalten, fo xft jene eigentümliche
Empffnbttcbfeit ttnferer Körperfläcbe ein nener Beweis für feie
VorauSffcht nnferer Buffänbe von Seiten etneS böbern SefenS.
Unt bie golgeit beS Langels- biefer Slrt von Empffnbticbfett jn
jet\'gen, tonnen wir baS eben angeführte Betfpiet brauchen: eS
fontntt büuftg »er, baà ein ©eläbmter ftcfj heftig verbrennt ober
bie ©lieber erfriert Ein 5D?ann, ber baS ©efülff für Härme nub
Kälte in ber rechten £anb verloren hatte, fie aber babet noch
bewegen fonnte, nahm einen Seefei, ber tnS geuer gefallen war,
heraus unb feÃte ihn fachte auf bie Pfanne, ohne ju werfen,
baà er gtühenb heià war; bte geige war aber Berftorung ber
jpaut an iöaubÃäche unb g tu gern. Serfelbe SSRann hatte im
franfett Slrm beÃänbtg baS ©efühl von Käfte, baS burch äuÃer*
lidj angebrachte Kälte nicht geÃeigert, burch 5n\'i$e nicht Verrtn*
gert würbe, ©efübl für ^t|e ià eine SchuÃwehr, tnfofern eS Ãch
SU einer fchmershaften Empffnbung Ãetgern fann, wät)renb eS ein
fteter Stets ber Tbätigfeit unb eine beftänbige Ouetle beS ©eitttf*
feS iÃ.
Unb babet tà ju bemerfen, baà Ãch bie febenbige Eigenffbaft
nach ganj anbern ©efeÃett richtet als ber pbpÃffhe EinfluÃ.
Stuf ben tobten Stoff wirft bte Särme burcbauS gleichförmig;
aber bie Senfation wirb eine gans anbere, je nachbem Särme
an ben tebenbett Körper gebracht ober ihm entsogen wirb. Kälte
ttnb Sänne ffnb gefchtebene Senfationen, unb bteà tà beÃhatb
von Sichtigfeit, weil ohne folgen Eontraff ber Sinn auf bte
Sauer nicht tbätig bliebe; betttt nach einem für bae ganse 9eer*
venfpffem geltenben ©efe£ ià Secfjfel ober Eontraà nothwenbige
Bebtugung ber Senfation, unb bae fetnffe Stnnorgan verliert
feine Kraft, wenn berfelbe Einbrucf anbauert. Kur burch 23er*
gletchung von Katt unb Sarm empffnben wir betbe Buffänbe.
Um bte Empffnbticbfett ber Körperfläcbe unb bie Etgenffbaf*
ten innerer Organe tu noch fcharferem ©egenfaà jit setgen, um
SU beweifen, baà Empffubticbfeit tu Sahrt)eit etwas gans
bereS ift, als matt auf ben erften Bficf glaubt, unb wie bewuu*
bernSwürbig ffe nach ben Verrichtungen mobiffstrt unb benfelben
angepaÃt ift, führen wir ein weiteres Beifpiet an. SaS ©ei)irn
ffï mtempÃubltd) ; bcr <l()etl beê ©ebtrttS, beÃett Verlegung ober
Kranffjeit BewttÃtfoÃgfett zur gotge fjat, tà fo unempftnbltch als
ttnfere Scbuivfobleit, ES tfî böcbit auffallenb, wie baS @cf)tvu
berührt, ja zum Zfyii weggenommen werben fann, ohne baà bcr
Kraute, wenn er gerabe (prient, tn feiner Nebe innehält früher
meinten bte ^^f^iogett/ man fet) tu fotcfjen gätleit ntcf)t jn ben
wichtigem Organen beS ©ebtrnS gebrnngen ; allein btefe Voraus*
feluutg griutbete fleh nur auf ben ©latibeu, eût Nerv muffe
nothwenbig empflnbtid) fe^n, Bebenfett wir aber, baà bte Der*
febiebenett Thetle beS NervettfpÃemS völlig verfebtebeue Eigen*
fcfjaften beÃ|en, ttitb baà eS, wie fchon gezeigt, Nerven gibt,
welche, für Berührung gänzlich unempflitbltch, nie eilt ©efttbl
von S et) m et j geben, in ihrer eigenen Verrichtung aber böcbÃ
lebenbtg Ãttb, fo tà nicht abjitfehett, warum baS @e()tut entpÃ\'nb*
lieh fepit, baS heiÃt bie Eigeitfchaft etneS HauttterVen haben follte.
gjîatt fttche bieà zurechtzulegen, wte matt will, eS tà einmal fo :
baS ©ebtrn, zu bent jeber ©tnttenetubrud gelangen muÃ, bevor
er zunt BewitÃtfevtt fontmf, ià felbà unempÃnbttdj. $Btr lernen
barauS, baà EmpÃttbltdjfcit feine uotbwenbige Eigeitfchaft jebcS
jart geballten fcbenbeit £bcüö tÃ, fonbern eine befonbere Eigen*
fchaft, ttttb baà Ãe ein eigentümliches Organ haben muÃ.
Um ben Sefer mit btefern iutereÃanten ©egenÃanb uod) ver*
trauter zu machen, Ãelle trf) zWei Organe, ettt äuÃeres, bfoS*
geÃellteS, ttnb eilt tttttereS, forgfälttg vor Verlegung verwahrtes,
etttaitber gegenüber.
SaS Auge, baS auS fernem eigentümlichen Sehnerven uttb
fetneit burchÃchtigen glüfÃgfetten unb Häuten bcftel)t, tà ettt
ättÃerà jarteS Organ ; nicht nur unterliegt cS allen Verlegungen,
wie bte äuÃere Körperfläche überhaupt, eS tà überbteà ber Eut*
Zünbuitg unb Verbunffttng burrf) bas Einbringen von Körpern
ausgefegt, welche fo leicht Ãnb, baà Ãe in bcr Stift fchwtmmctt,
unb für welche bte gemeine Haut rettt fein ©eftthl mef)r hat.
Sie ntcd)anifche, zunächà tu bte Augen fallenbe Vorrichtung zum
Sd)Ut> btefcS Organs beÃel)t tnt rafchett Bewegen bcr Augcnlfe*
ber unb tnt Erguà ber £t)räneu, welche, gletchfam einem ffetnen
Boru eutÃrömetib, Ãch über bie glädje beS AugS verbreiten unb
alleS ©cfyabltcfje wegfpülen, 218er gttr Belebung btefeS ffetneu
hpbraulifd)ert uttb mechanifdhen Apparats bebarf eS hoher Em?
pftnbftcf)fett, nicht jener Art berfetbeit, mefcfic baS Auge in ©taub
fegt, ben Etnbrucf beS Stents gu empfangen, fonbern einer Eigen«
fcliafr, bie vielmehr mit jeuer ber fubfettben jQaut überetnfommf,
aber Ãd) burefj getul)eit beut gattgen Söefen beS Organs anpaÃt
lieber bie gange äuÃere glädje beS AugeS Verbreitet Ãd) ein
Rerv, ber feinem ffiefeu nach vom ©ebnervett burdjauS ver«
fcfÃeben ià nnb jener gfäcfje ihre l)ol)e EmpÃublid)feit gibt, Ruit
gefcbtel)t eS guwetlen, baà biefer Rerv verlegt ttttb feine Bernd)«
tung aufgehoben wirb, nnb bte folgen bavon Ãnb febr merftvür«
big: Rand) nnb überhaupt fdfjabftdffe Thettchen, welche in ber
Stift fchwtmmen, feÃen ft\'d) je|t am Auge an; Snfeften nnb
©taub bleiben hinter ben Augenlteberu liegen, ohne baà ber
Kraute eine Empftnbung bavon hat, ol)ne baà fie Weber jenen
hpbrautifd)en Apparat, noch bie Augenlieber 51t ihrer Entfernung
in Bewegung fetten, Obgleich Ãe aber feinen ©d)nterg verurfa*
djen, retgen Ãe nichtSbeÃoweniger bte gläcfje beS AugeS, fo baÃ
Entgüubuttg entÃel)t, in bereu golge Ãch bie garten, burd)Ãd)ttgen
Augenhäute Verbunfefn nnb baS Auge gu ©ruttbe gel)t, obgleich
ber eigentliche ©cf}tterv gang unverfehrt bleibt, 3d) fenne mehrere
gälte, wo baS ©eÃcfjt auf btefe 2Ãeife vertoren ging, weit eS
bem Auge an biefem ©efüIjfSÃtttt fehlte, itttb cS War babei fel)r
nterfwürbig, baÃ, wenn man mit ber £anb ober einer geber
gegen baS Auge fuhr, bte sperfon blingelfe; Ãe fchloà aber baS
Attge nicht, wenn man mit bem ginger ben Augapfel rieb ober
aus ben entgünbeteu ©efäÃen mit ber Sangette Blut abgapfte,
2Benn atfo baS ©eÃcht baS Organ vor ©efabv warnte, fobltn«
gefte ber Kr auf e, um jte gu vermeibett, berührte aber ber ©egeu«
ftanb baS Auge ober bie Attgenftebcr fetbÃ, fo fonnte ber ©e«
fidjtSÃnn nicht warnen nnb rief feine Tbatigfeit gum ©d)uà beS
Organs auf.
Ein weiterer Beweis von ber befottbern Ratur ber über baS
Auge wachenben EmpÃ\'ublichfeit ià fofgenber. Der Augeuargt
weiÃ, baÃ, wenn etwas SeidjteS, wie eine geber, baS Auge be<*
rührt, bie AugeumuSfetu ft\'d) uuwiltführltch frampfhaft gufarnmett«
Stehen; fafjrt er aber mit ber gtngerfptge gerabeju jwtfcfyen bte
Augentteber unb brücft auf baS Auge, fo faun er eS sunt 3wecf
ferner Operation ftrt\'ren, wobei ber Kraute faunt eine Entpftn*
bung, auf feinen galt eine fcbmersbafte bat
ES gehört bieà ju ben fteinen ^anbgrtffen ber KunÃ: ber
Augenarzt zieht bte Augentteber aus etnanber unb faÃt baS Auge
an auf eine Setfe, bte rob unb funftmaÃig jugteict) erfcbetnt,
unb nocb ntebr wunbert man ftcb barüber, baà er fo gewanbt
hantieren faun, obne ©cbmerj zu tterurfad^en, ba man bocb aus
täglicher Erfahrung weiÃ, wie fel)r einen ein ©anbforn im Auge
peinigt ES erftärt ftcb bieà fo: baS Auge unb bte Augtieber be*
ftöen eine Art von Empftnbficbfett, wetcbe nur barauf berechnet
iÃ, bte baS Auge fcf)ügenben Steife gegen ben Reis fotch fteiuer
Korpereben, bte barauf bafreit unb feine fetneu ftäute ettt
Sitnben fönnten, jur ^batigfeit aufzurufen; aber gegen baS Ein*
bringen eines ©tocfS ober eineS ©teinS fann ber Apparat baS
Auge nicht fehlen; gegen fotehe Beeinträchtigungen fann baS
Organ nicht mehr burch feine Entpftnbttdjfeit unb uuwtttführ«
tiche Bewegungen, fonbern attein burrfj ben Sitten vertbeibtgt
werben,
Str haben gittern neue Beweife, tu wetcb genauem Bezug
bte Art ber Empftnbticbfeit in einem Organ unb ber baburch
ZU erretdjenbe 3*vecf mit eütanber Ãehett. Doch wir wotten
bem Auge baS £erz gegenüberstellen, Eine Beobachtung beS
groÃen £arvep, beS EntbecferS beS BtutumtaufS, fott uns bazu
btenen.
Bei einem jungen ^OJann aus ber ebten famtlte 9)?ontgomerp
blieb, in folge etneS ©turjeS unb ber bavon entÃanbenen
Eiterung an ber Sruft, baS innere berfetben auf wunberbare
Seife aufgebeeft, fo baÃ, atS er, wieber hergestellt, von feinen
Reifen nach £aufe fam, #ers ttnb Sttnge noch ftdijtbar waren
unb angefaÃt werben formten. AtS Kart I. bieà erfuhr, äuÃerte
er ben Sunfcb, baà £arvep ben jungen 9D?attn möchte unter*
fuchen bitrfen, »AtS ich,// erzählt £arvep fetbft, »bem jungen
#emt meinen Refpeft bezeugt unb ihm beS Königs Sunfcb futtb
gethan, machte er gar feinen £ebl aus ber ©ad)e, fonbern ent*
blöSte alSbalb ferne ttnfe Bruff, unb ba gewahrte icf> eine ,$öb*
Ittttg, in welche ich mit gingern itnb Saunten eingehen fonnte;
erffaunt ither ben feitenen galt, unterfuebte ich mehrmals bte
SÃmtbe, ich wunberte mich nicht wenig üher bte auÃerorbentltdje
Slrt, wte l)ter bte Rettung erfolgt, machte mich aher fofort an bte
Itnterfnchnng beS JQerjenS. Sei) nahm eS in bte £aub, griff mit
ber anbern ben $ulS an ber J^anbwurzel nnb überzeugte mich
fo, baà ich wtrfltch baS £erz anfaÃte. Sei» führte ü)tt fobann
junt König, bamtt er baS SfuÃerorbentficbe felhff fel)en nnb füt)=
ten, nnb gleich mir ffch überzeugen möchte, baÃ, wenn wir bte
äuÃere £aut nicht berührten, ober ber junge SKann unfere gut*
ger nicht tn ber Höhlung faf), er gar nicht wuÃte, baà wir thttt
anS £erz griffen." â Stefe gewichtige Stutorttät wirb burch
attbere Beobachtungen heffättgt, unb baS .perj tff beÃimmt un*
empffnbltch. Sirb aber hieburcl) ber allgemeine fprücbwörtliche
©taube an bte hohe Empffnbttcbfett beS ^erjenS wtberlegt?
KtchtS weniger: nicht allein jebe getfftge Aufregung afffetrt baS
$erj, auch jeber Veranberung im Körperzuffanb entfprtcht eine
SÃeränberung im Gerzen; bte Bewegung im gefuttben Buffattbe,
jebe franfhafte SSeränberung, jeber flüchtige ©ebanfe äuÃert
Einfluà auf baffefbe. Unb hier iff fonüt ber Unterffhteb äugen*
fällig: bte Empfutblicbfeit beS SlugeS tff für einen beffimmten
3wecf bered)net, unb ebeitfo bte beS ^erjenS. 2Ãäf)renb bte beS
StugeS baS Organ »or äuÃern Unbtlben fdjü£t, führt baS für bte
Berührung unempffnbttche £erz jebe SSeränberung im Bluttauf,
bequemt ffch nach ben mannigfachen Stellungen unb Bewegutt*
gen beS Körpers, unb fteht mit ben SebenSfräften itt ber tnntgÃen
Sympathie.
Kad) alle bem fönnen wir wolff nicht tänger zweifeln, baÃ
bte Empffttbltcbfett eine, tterffbtebenen feilen beS lebenben Kör*
pers befonberS angepaÃte, nicht etwa eine baS Sehen nott)Wenbig
begfeitenbe Etgenfchaft t\'Ã, unb noch weniger als eine golge ber
geinheit beS ©ewebeS erfdjetitt; wir fönnen nicht tänger zweifeln,
baà ffe ttt ihren »erffhtebeuen SÃJobiffcatfotten nach bem SOÃefett
jebeS Organs, befonberS nach bem ©rabe, in welchem es äuÃer*
tich btoSliegt, unb auf feinen Schüfe berechnet tff. 2Bir febett,
baà fte eine auffaltenb anberS geartete wirb, je natbem bie
Organe äuÃere ober innere fmb, unb baà ihre Verrichtung tntmer
barauf hinausläuft, eilte uotbwenbtge ober betlfame £b«ttgfeu
tut Organ aufzurufen. Sir fe()eu, baà Schmerz ntrgenbS als
Duette von Selben, ober als bloÃe ©träfe auftritt, ober ohne baÃ
fidf) groÃe, wefentlt\'te Vorth et fe itatwetfen lieÃen, btc tf>m rettf)*
ttcf) baS ©egengewtd)t hatten, furz, Dblte ^aà geftebett müf*
feit, ber £bett hatte nicht beffer, nicht ftuitretdjcr gefebügt werben
foniteit. 3e ntef)r etit Organ bloSgeftellt, je feiner gebaut eS ift,
befto ft\'unretcher erfebetut ber zu feinent Stfjug beftimntte Apparat,
unb befto gebtetcrtfdjer tritt btc Mahnung auf, welche beit ?Die*
taniSmuS in Bewegung fegt, £>aS Sföottö znr Sbätigfcit geftattet
fetit Rachbenfen, fein 3aubertt, unb btc £anbfnttg erfotgt fdjnct*
ler, als ber raftefte SmpttlS beS SittenS.
Sir fprechen hier nur weit bett naturgemäÃen Vemcl)tuitgen
beS Körpers. Ein verwicfeltercS, uuS hier ferne ItegenbeS gl^nta
ftttb bt\'e Schmerzen, welche in folge von Kranfl)ett auftreten, ober
btc Verföbnttng bereu, welche tn bohent ©rabe zu letben haben,
mit beit Segen ber vergettenbeu Vorfehung. Doch als Augenzeuge
barf ich ein paar Sorte hierüber fagett. SDJettt täglicher Beruf
führt wich im jjboSpitat tu btcjetttgeu Abteilungen, wo alle
Kraute ait liebeln letbeit, welche bte EinbtlbungSfraft ant metften
nttt ben Vorftcllititgeu »ort unerträglichen ©^merzen unb gewtf*
fem £ob erfüllen. Aber gerabe btefe Abteilungen zeichnen Ãt
burch bte fajfuitg uttb ^eiterfeit ber bafelbft Stegenben attS. 3m
Sctbcitbett bätt ettt gebeimniÃvolleS EtwaS einem 3uftattbe baS
(Gegengewicht, bet wetchent, wte bte UmÃel)enben meinen, von
feiner Seite eilte Erleichterung benfbar iÃ.
Einen Beweis von ber Kccfbett ber \'\'pbitofopbeu in Betritt*
tung ber Sege ber Vorfehung gibt bte frage ab: warum nicht
alte unfere ^aubluttgen auf ben Antrieb ber Stift erfolgen?
warum wir überhaupt bem Schmerz unterworfen fepeit? 3t
antworte hierauf erftenS, baà unfer ganzer 3itftanb, ttnfere Em*
pÃubungen unb mtfere Suft ihrem Sefen nach Setfei in beit
Etttbrücfen verlangen; fotdjer Setfet unb Eontraft ftubet bei
jebent Stmwrgan ftatt, unb eilt lange fortgefegter Eittbrucf, beit
ein Drgatt cffet&et, fchwäcl)f baffere* ffiettn baö Slttge ftarr auf
einen ©egettÃattb btidt, fo öerfchwinbet baS Btlb tu fitrjcr Bett;
blidett wir fange etne garbe att, fo werben Wir unempftttbltcf) für
btefe garbe, unb ju einem ttollÃattbigen Etubrud bebarf eS etnatt*
ber entgegengefeipter färben. So haben wir auch gefehen, baà bie
EmpÃnbltchfett ber £aut, foll Ãe fortwühvenb rege bleiben, wed)*
felnber Etttbrüde bebarf.
ES ià nicht leicht S" fagen, waS jene ^hi^fM)^ Ullter
»erÃehett; welcherlei SirtneSthätigfeit eS aber auch feptt mag, fo
fe|t Ãe, wenn wir nicht auberS eine völlige Umfehr ttnferer Katur
annehmen, ihr ©egentheil »orauS. 3a, äuÃerte Ãcf) tu jenem ein*
gebilbeten Buftattb i\'rgenb etne Dttd)tung uttferS SefenS, wie eS
gegenwärtig iÃ, fo müÃten EmpÃnbungen reiner ?uà jur 3n*
boten,5, Erfchfaffuug unb ©letchgültigfeit führen. 3Bo$u bann
eine Vorrichtung junt Schu§ beS SlugeS, ba ttnS bod) nie
»eranlaÃett fann, Ãe in Thättgfeit jtt feigen? Kamt eine ange*
nehme, »Ott ber (attgfameu BeÃtmmung beS äBtllettS begleitete
EmpÃ\'ttbuug eine Sd)Uf3Wehr für bie Luftröhre unb baS Sttitere
ber Suugett abgeben? fann eine foiche EmpÃ\'nbuttg bett rafcheit,
gewaltigen Einfluà erfe^en, beu bie l)obc Empftnbltchfeit beS
SchlunbeS auf bett KefpiratiouSact übt, jene gewattfameu unb
boch feà geregelten SlnÃrengungeu erfe^ett, jtt welchen nur bie
tnÃinftmäÃige TobeSangà aufrufen fann ?
VorauSfe^ett, baà wir nur auf bett Slntrteb ber Suà htwbeltt
unb öon Sdjmers gar nichts wtÃett fetten, heiÃt ttnS in ettten
BuÃanb verfemen, wo wir bei jebem Schritt, hei jeber Bewegung
Verlegungen auSgefeÃt wären, bie, empfimbett ober nicht, bem
Sebett ein Ettbe machen müÃten. VorauSfc^ett, baà wir uttS be*
wegen unb haubeltt follteu, cfjtte von 2öiberftanb unb Schmers
etwas ju wtÃett, tynÃt nicht nur VorattSfefcen, baà bie Katur bcS
9Rettfd)ett, fonbertt auch, baà bte gan^e äuÃere Katttr eine ganj
anbere wäre; eS bürfte nichts »orhaubeit feint, baS ben Korper
quetfehen, an baS 2!ttge ÃoÃeit, feilte Sdiäbltdjf eit, bte ein*
geathmet werben fonttte; fürs r man müÃte Ãch eine »olttg
anbere EriÃenj bettfeu, unb ber ^hd°fö;Ph ^ürbe eS Ãch fef&jt
nicht gefallen laÃen, Wollte» wir feiner SleuÃerung btefe 3Jcct;
nung unterfegen, ©cfjmerj tà ber notbwenbtge ©egettfaf$ ber
£uÃ; er allein ià im ©taube, bie Organe zur Tl)ätigfeit auf*
Zurufen, er ift ber Segleiter unb ©cf)U|wäd)ter beS menfcf)ticf)en
SebeitS.
3cl)tf0 i&apitcl.
Hon kn JÃinnen im SUlgimiinin.
2)te @ntpftublfcf)feit ber £aut ift für utt$ ein ganj geWol)nte3
VerbältniÃ, unb Wir glauben volffommett etnzufefjen, wie ber
Embrucf auf fie gefdÃebt unb zum ©enforinm geleitet wirb; aber
ber Vorgang bei allen ©tnnorganen bat au ftcfj etwaS Unbegreif*
ItcfjeS, unb burd) baö fcbetitbar einfache Verbältnià beim TaÃen
wirb baS OCatbfef uidjt gelöst.
® gab eine Seit, wo ber gorfefyer genug batte, Wenn er im
£>t)r eilte ffeine Trommel fanb, mit einem baran fytelettben Ãtto *
d)en unb etitem zugehörigen Nerven; man bietf bannt ben ©ebör*
finn für binreicbenb erflärt. ©leid) befrtebtgenb festen eö, weint
man bei Verfucbett am Auge f?tntett tu bemfelbeit auf ber glätte
beS Nerven baS Vtlb beö ©egenÃanbeS fiel) abmalen faf). Seutt
man aber aud) auf folebe ©et\'fe ben Einbrucf bt\'S an baS Nerven*
enbe verfolgt, fo wt\'ffett mir noch mcfjtö voit ber eigentlichen Natur
btefeö Efnbrucfö, von ber Art unb SBeife, mt\'e er beut ©eitfortum
Zugeführt wirb. S5et ber genaueren Uttterfudjuug erfcfjetnert bie
Nerven in ihrem ganzen Verlauf, unb wo (Te fleh aueb zu äuÃeren
©innorgauett erÃrecfen mögen, ganz öfeieb uad) ©ubÃauz tutb
SSau. am Enbe beS Nerven vorgebt, bte Schwingungen
baratt ober bie VtTber barauf, fomtett uad) feinem pb*>Ãfd)eu
©efe|e, baS mir femten, bem ©ebirit überliefert Werben. Ser
Etnbrud auf ben Nerven famt feine 2lebulid)feit mit ben baburd)
im ©et\'Ãe erregten 3been haben. 2Bir fönnen nur fovief fageit:
bte,Anregungen ber Nerven ber äuÃern ©mite flnb bte Beieben,
woburd) ber ©d^fer unfern Nauort mit ber wirfltdjen Seit
vermittelt bat, ES ftnbet fo Wenig Aefjnfid/feit jwifcfjert ben Ein«
brüdeu, wefefye bie ©imte erleiben, unb beu babttref) erzeugten
Sbeen Ãatt, atS gwtfdjen bem ©cf)atf mtb ber VovÃeÃung, bie in
ber ©eefe eines SRamteS aufÃetgt, wenn er auf Ã\'nÃerer, Ãürmt«
fct)er ©ee einen Kanonenfcbuà fjort «nb babet au Rott) unb ©dÃff«
brud) beuft, ober gwifcfjen bem Eittbrucf beS 2id)ts auf baS Auge
unb bem ©ebaitfen beSjenigeit, bem fange Vor pofitifcf)eit 3udun«
gen bange gewefeit, unb ber je|t in ber gerne eine getterfaufe,
baS Setcfjen beS wtrftid)en Ausbruchs ber Empörung, aufzeigen
@ofcfje Beifpiefe bewetfett freificf) nur, baà ber ©et\'à vom
©innorgan abhängig iÃ, baà eitt »öfftger ©ebanfenÃitrm burd)
einen Einbrud auf bie ReÃfyaut beS AugeS, ber nicf)t Ãarfer ju
fepn braucht, afS ber Von einem breitneuben Sföadjgftoef, berauf«
befcfjworen werben fantt; furj, eS Ãnb SSeifpiefe öott erregter
EinbilbungSfraft. Aber fefbà bei ben feà bcÃimmteit, im gemct\'«
neu sperceptionSaft jWtfdben ber ©eufattou unb ber SSorÃeffuttg
ÃattÃnbeuben Refattonett ià ebenfowent\'g eine Aefynficbfett ju be«
werfen, Auf weldje SBetfe nun ber EonfenS, ber fo genau unb
fo unfehlbar iÃ, IjergeÃeftt wirb, bieà laÃt Ãcf) Weber anatomifd),
nod) pI)pÃofogifd), uod) irgenb auf pf)pÃfcf)e ©etfe erffarett.
AuS btefem ©efeÃe ttnferer Ratur, baà in gofge ber £i)ätig«
feit forrefponbireuber Rerveit in uttferm ©etÃe geWt\'Ãe Sbeen eitt«
Ãefyeit, fofgt, baà ein ©iitnorgait ntemafS ©teftvertreter für ein
attbereS werben, baS f)eiÃt im ©eiÃe biefefbe Sbee hervorbringen
fantt.
©erttt ein 5D?enfcf) beS ©efyorganS beraubt iÃ, fo ià feine
Aufmerffamfett, feine uod) fo groÃe AnÃrengung beS ©iffenS,
feine Uebung ber anbertt ©inne im ©taube, ifym beu ©eituà ber
fef)feuben KfaÃe »on EmpÃ\'nbungett ju Verf|affett. Der £aÃÃmt
fantt Ãd) babet auSitef)menb entwidetn; ià bem aber wirfftcf) fo,
wie man behauptet, baà eS SJienfdjeit gibt, wefcfye garbett burd)
baS ©efüf)f unterfd)eiben, fo fönnen Ãe nur an ber £>berffäd)e
ber Körper eine 23erfcf)iebeiihett fügten, nicf)t aber einen wtrffid>en
Einbrud von garbe befommeit.
SSerfucf)e beweifeit, Was fdjou bie Anatomie au bie £attb
gibt, baà nicht allein bte Siititorgaue etgenê für beÃimmte Klaffen
von Senfationeu gebaut ftnb, fonbern baà autf) bie jwifcben bem
©cl)trn unb bent äuÃern Organ Verlaufenben Rerveit refpectiv
für feine anbevn Senfationeu empfänglich Ãnb, alê für fofcfje,
welche burch bie Orgaue, betten Ãe angehören, vermittelt werben.
Sebweber Eittbrud auf ben Sehnerven, bctt ©ebörnervcu, Ried)*
nerven, ©efcbntatfSttervm erregt feine attbere Empftnbung, als
bte beé SebeuS, jpörenë, Rtedjeuê, Sd)tttcdenS; uid)t allein,
Weil bie RerVeuenbeit befonberê auf äuÃere Einbrüde berechnet
Ãnb, fonbern weit bie RerVen auch tu ihrem ganzen Verlauf, unb wo
immer Ãe geregt werben, im ©eifte nur btejentge Vorftellung er*
jeugett fönuett, für bte Ãe befttmmt Ãnb, feine attbere. Ein (StoÃ,
furg eilt Sntpulê, ber bemjcntgeu, für bett bte Stnitorgatte be*
rechnet Ãnb, Völlig unähnlich iÃ, fegt Ãe alte in entfpred)eube
£f)ättgfeit: auê bem Auge fprütjt f euer, währenb tu bent Ohr
ein Saufen entÃet)t. Ein Offtjter erhielt einen SchuÃ, ber burch
bie @eÃd)tSfnocheit burchgt\'eng; er äuÃerte, er habe in beut Augen*
bltrf eilten Vlt\'g gefel)ett unb einen Sdjall gehört, wie wenn baS
Xhor ber St. $>aulêftrd)e gugeworfen würbe.
Von bem UntÃanb, baà jeber Rerv auf ferne Verrichtung
verwt\'efeit iÃ, rühren bie falfchen Seitfattonen her, beneit äuÃer*
lid) nichts StrflicheS eutfpriebt, fonbern bie in folge fraufhafter
RerVeureigung auê initern Urfadjen entfielen; hiel)er gehören
feuer vor ben Augen, Ol)renfaufen, bitterer ©cfctjmad, wibri*
ger ©erud). Soldje Seitfationen Ãnb folgen Von Aufregung ber
refpeettven Siitniterveit burd) SRiÃÃimmuttg innerer Organe, am
häuÃgÃen beS SRagenê.
Doch mein ^auptgwed iÃ, ju geigelt, wie ber ÃrengÃe 25e*
wetéfür einen ^lan ber Allmacht bartit liegt, baà bte Saf)r*
nehmungeu ober bie im ©et\'Ãe eittÃehenbett Sbeeit beit Etgeufchaften
ber äuÃern ïDïaterte eutfprecheit; baà Ãe ititauflöêltcf) Verfnüpft
Ãnb, wenn auch bte Art unb Seife, wie baê bem äuÃern Sinne
bargebotene Objeft unb bte Vorftettung bavon verbuitben Ãnb,
uuS immer unbegretfltd) bleiben wirb, unb baÃ, wenn fo baS
Object mittelà ber ©üme UnS vorgeÃeUt wirb, bieà bet unê bte
Uebergeugntig von feiner wirfitchen ErtÃeitg mit Ãd) bringt, eilte
Ucberzeugung, feie »Ott ber Vernunft unabhängig fft unfe als baS
oberÃe ®efe£ uitferer Katitr angefeben Werben faun.
Sod) um wieber auf beit XaÃÃnn unb bie Empftublid)feit ber
£aut zu fommett, fo ift Ãe, bem Bisherigen nach/ eine fo be*
Ãimmte, umfcbvtebene Eigenfd)aft atS bie beS 3lugeS. ©ie fiebt
Weber mebrtger afê teuere, noch ift fte gemeiner; Ãe ift et« be*
Ãtmmter ©tmt, ber feinen ©i§ in ber §aut hat, unb biefeS
©innorgau muÃte notbwenbig weit über bie Oberfläche beS Kör*
perS verbreitet fepn. £ro£ bem ift babei bie Verrichtung ber
Kerven fo feft umfcbrieben, als wären fte ttt einen ©tamm zu*
(ammengebräugt, wie bieà beim ©eh* unb ©ehörnerven ber
galt iÃ.
Obgleich ber Tbett ber KerVenmaffe, welcher bte ©eufationett
beS eigentlich fogenannten ©efühtS Vermittett, mit feinen empftn*
benbeu Enbeu über bie ganze Körperfläd)e Vertbeilt iÃ, fo con*
centn\'rt Ãe Ãch boch bem ©eht\'rn zu bebeutenb, unb auch b^r ftnb
biefe Kerven, gercibe wie bie ©eh* unb @el)örnerven, int ©tanbe,
ihre eigenthümtiche gunftton auszuüben unb entfprechenbe Sahr*
nehmungen in ber ©eele hervorzubringen.
ES wirb bieà Vielleicht burch fotgenbeS Beifpiel beutlicher Wer*
ben: ein groÃes ©tücf $aut fantt ber ©i£ peinigenber ©chmerjen
unb boch babet für ©djnetben, Brennen, für febe Slrt von Ver*
leguitg völtig unempÃ\'nblt\'d) fepn. ,/2ln ber ganzen ©eite meines
©eÃcfjtS h«be ich rein fein ©efübt, Ãe ià Wie abgeÃorben; unb
boch fanrt Ãe bieà nicht fetm, weil ich beÃänbig einen Ãechenben
©chnterz barin fühle." ©o äuÃerte Ãd) ein jungeS 3Ãetb, beffen
Uebel an ber Sittel beS ^autnerVen beS @eÃd)tS in ber Kät)e
beS ©ebtrnS feinen ©i§ hatte. Sie Kranfheit Vernichtete bie
gunftion biefeS Kopfnerven hinÃd)tlich ber Eigenfcbaft, ©eufa*
tionen von auÃen aufzunehmen, unb an bereit ©teile trat ein
franfbafter Eütbrucf auf ben Kervenftamm, ber auf bte nach
auÃen ttegenbert KerVettenben bezogen Würbe.
Behielten wir unS beS SluSbrucfS ©emeinempÃnblichfett, fo
geht bieà nur in fofern an, als ber eigentliche ©efühlSÃnn ber
für bie tbierifche ExtÃenz uotbwenbtgÃe ©tun ià unb ihn fämmt*
liehe Thtere beÃfeen, von bem niebrtgÃen bis zu bem bödmen.
St\'efer ©mit ià aber nicht nur flreug gefcffleben von beit au*
berit, er ià aud) ber wicbtt\'gÃe von alten: burcl) ihn altem erbat*
teu viele Tbteve baS BewuÃtfetm ibreS SafepuS, nnb benjentgen,
welche mit mehreren ©innen begabt flnb, iÃ, wie mir foglet\'dj
fef)en werben, ber ©efüblSflmt jur vollen Enttvtcflitttg ber Kräfte
aller anberit Organe unentbehrlich.
Dom untf ©astorgan.
©efübl in bent l)t\'er gemeinten eitgern ©tun, ber ©mit für
Berührung, ià btejentge befonbere Empflnbltdjleit, mitteljl mel*
(her mir ttnS beS SiberÃanbeS äuÃerer Materie bemuÃt, uitb mit
ber Härte, Ebenheit, Nauf)eit, ©röÃe unb @eÃalt ber Körper
£e?aunt Werben. Sir merben baburch in ©taub gefefct, baS,
waS auÃer unS liegt, von bem ju unterfcheiben, was ju uttS ge*
I)ört, nnb ba unS btefer ©itttt von beit geontetrtfcben Etgeufchaftcu
ber Körper unterrichtet, ntüÃeit mir aud) unfev Urtheit von Ent*
fernmtg, Bewegung, 3af)f Mb -Seit tf)m jufchretbett.
Sir fageu zum Boraus, baà ber ©efühlSÃmt burch einen
conipltctrten Apparat vermittelt wirb, baà fleh babet tu unS baS
BemuÃtfetm ber Thättgfeit ber MttSfelit mit ber Empfmblichleit
ber eigenthümlicheu ©efüf)lS* ober Tafln er Veit fombtnirt, unb
fehen nun juerfl, in miefern bie Organifattott ber bei bett übrigen
©innen gleicht.
Sir haben vorhin gefagt, baà fleh auch burch bie genauÃe
llnterfuchitng au bett Nerveitettben fetit eigenthümlictjer Bau ent*
fceden läÃt, baà bie itt bett ©t\'nnorgaueu ausgebreiteten Nerven
fleh überall gleich flnb, meid), bretigt, zum Empfangen Von Ein*
brüden angeorbuet unb fo gelagert, baà ber Etttbrud fle wtrflid)
erreichen fann. ®aS eigentliche ©tmtorgan ifl ber Apparat, burd)
welchen ber äuÃere Etttbrud nach innen fortgepflanzt, burd) wel*
djen feine Kraft auf baS Ettbe ber Nerven concentrirt wirb. Sie
«ted)anifdE)eu VerbältuiÃe, bttrd) Welche btefe äuÃern Organe ju
ihren Verrichtungen gefdfldt gemacht werben, flnb äuÃerfl nterf*
wüvbtg; fle Weifen unS (unb zwar auf eine uns verÃänbltche
Seife, weil btefe Organe groÃe Aebnlicbfeit mit ben 9>robuffen
meufd)lid)eu ©djarfflnns haben) auf ben beim Bau ber Ma*
fdjttte befolgten ^lait f)tn. ©o ià baS Aitge bergeÃalt gebaut unb
gerichtet, baà eS baS gröÃtmögliche ©eÃcfjtSfelb beherrfcht; wir
begreifen, waS bte gewölbte burchÃchtige Hornhaut bewirft, wir
begreifen, waS burrf) bie brei glüfÃgfeiteit von verfdjiebener Dich«
tigfett, bie wie ein achrontatifcheS Tefefcop wirfeu, begWecft wirb;
wir bewunbern, wie richtig bie StdjtÃrahlcn auf bte ReÃhaut con«
centrt\'rt werben, wie jutnmcf) ber Sicf)tbünbel int Berhältnià ber
SntenÃtät beS St\'djiö btder ober büuuer gemacht wirb; aber AlteS
btefeS erftärt rein uicf)t, wie in golge beS bem Enbe ber RerVett
mitgeteilten SntpulfeS in ber ©eele eine 2Saf)wel)mung entlieÃt.
©leicherweifc wirb uttS am »erwideften Apparat beS Ol)rS
foviel ffar, baà baS Organ nad) einer jweifachett Art von Ein«
brüden gebaut iÃ, nacf) benen, weld)e burd) bie feÃett SDïaterien
unb ben Körper fetbÃ, unb ttacf) benen, welche burd) bie Suft
herfommett; wir begreifen, wie bie (Schwingungen ber Suft con«
centrirt, wie Ãe burcf) mannigfache ÃBinbuttgeit beS Knoden ju
einer gfüfÃgfcit gefeitet werben, in Welcher ber ©ef/örnerV
fdjtvimmt; Wir fet)eu am Enbe aitcf), Wie biefer RerV augcÃoÃeit
wirb; aber weiter fef)rt unS bie Unterfucf)uug beS äuÃern ©eher«
orgattS utcf)tS.
Ebenfo »erhält eS Ãch hinÃchtfid) beS ©erucf)S« unb beS ©e«
fchmadSorgaitS. ÃÃebcr am Riechnerven, noch am 3ungennerven
ià etwaS gu beuterfen, WaS erftärte, warum er für bt\'efen be«
fonbern Einbrud empfängtid) iÃ. AuS biefen ©rünbeu werben
Wir im Boraus erwarten, baà baS ©efüblSorgan nicht fehr com«
plicirt iÃ, unb bie Eigeuthümtichfeit beS ©ittttS vielmehr in ber
ben Rervett inmohneubeu Etgeufdjaft als in ber med)auifdjen Ein«
richtuug beS äuÃern OrgauS beÃeht.
Ãon ïier (Dbcr!)ant.
Die Oberhaut bebedt bie eigentliche jpaut, hält bie Suft ab,
befchräuft bie AuSbüuÃung unb regutirt in gewifiem ©rabe bte
Söärme beS KörperS.\' ES ià ein tobter, unempÃublicher Ueber«
gug, fchüÃt baS eigentliche ©efäÃgewebe ber ipaut vor Berührung
unb verhinbert auf bt\'efe ©eife nicht fetten AnÃeduug. 3Biv fett«
neu Ãe gar wobt, als bie feine £aut, bie Ãch nach Ã\'eberhaften
Kränkelten ober nach bent ©ebraucf) von BlafenpflaÃertt ab*
fcfjäft r unb burd) bte frottirbürÃe unb bte friftion ber Kletber
abgebt; beun Ãe fonbert Ãd) fortwäbrenb in bunnen Blättern ab,
unb bilbet fïd) ebenfo regelmäÃig frtfd) auS ber barunterliegenben
©efäÃb<*«t. Die S3efcf)affent)eit bt\'efeS UebergugS jlet>t in ber ge*
naueÃen Beziehung gum ©efüblS* unb XaÃÃmt. Die ©ewobnbeit,
ben Dingen einen zufälligen Urfprung gugufcbreiben, ba* manche
Anatomen gum ©tauben veranlaÃt, bie Oberbaut bttbe fïd) burcb
Erhärtung ber eigentttdjen ^jaut. Aber fd)on ber ttmÃanb, baÃ
bte Oberhaut bereits beim neugebornen Ktttb vollfommen auSge*
bilbet tÃ, uttb bei t\'hm fogar fcbott an £änben unb füÃen am
bidÃeu erfdjetnt, hätte barauf binweifen fotteit, baà Ãe, wie
AHeS am Körper, ein Xl)eit beS gangen groÃen glattes iÃ.
Die Oberbaut ià baS Organ beS XaÃÃnnS infofern, als Ãe
baS 2Dïebmm abgibt, burcb welches bte äuÃern Einbrücfe gu ben
£aÃnerven gefangen, unb bte Art, mie bteà gefd)teht, ià nicht
ot)ne Snterefe. Att ben fingern ftnben Ãd) atte Belehrungen
gur Ausübung btefeS ©t\'nnS beifammett. Die Rägel geben ben
fingern .«alt; Ãe Ãnb bereit, fcbilbförmtg, um baS etaÃifdje
Kiffen guoberà gu unterÃügen, unb burch ihre Runbuug unb
ElaÃigttät Ãnb bte ftttgerfptfeen aufè XrepcbÃe gum £aÃeu ein*
gerichtet.
DaS Kiffen an ber f tttgerfptge tà ent wefentlicber £l)etl beS
äuÃern Apparats. Ein fdjarfÃnniger SQZann hat bte Bewertung
gemacht, mit ber Bunge fötttteu mir ben ^utS att ber jgutubmnrgcl
nicht fühlen; bteà tà mtrfltd) nterfwürbtg, uttb, tüte td) glaube,
tà baran nicht bte ttnenipÃ\'ublicbteit ber Bunge, fonbern bie fein*
hett tfjreê ©eWebeS ©cbulb. ©t\'e tà nicht bagu gemacht/ jenen
eigentümlichen Stoà fortgupflaugen, wofür bagegett baS feÃe,
elaÃtfdje ^olÃer beS fingerS befonberS gefcfjicft iÃ. Die Semer*
fung ift mirftid) intereffaut, baà eine Duelle ber Keitntnt\'à ber
SOïatevte für unS verloren gieuge, wenn baS £aÃorgan fo gart
gebaut wäre wie bie Bunge.
Dodj weiter: bet näherer Betrachtung feiert wir noch eine
befonbere Einrichtung au ben ftngerfpigen. Ucberatl, wo ber
©efühlSÃnn am meiÃen entnnefett iÃ, Ã\'nben Ãch feine, fptral*
förmige Erhöhungen ber Oberhaut. Siefen Erhöhungen entfpre*
chen an ber innern glacbe ber Oberhaut Vertiefte Kinnen, bie
jur Aufnahme etueS feinen, breiartigen ©toffS btenen, in welchem
bie Enben ber ©rfüblSuerven liegen. £ter Ãub bie KerVcn ge*
hörig gefchiif3t nnb babet boch burch bie elaÃifcfje Oberhaut ben
Eittbrücfen aufgefegt, nnb auf biefe Seife wirb nun ber TaÃÃnn
vermittelt. Ser Bau beS OrganS ià einfarf) / aber bem anberer
©imtorgane ganz anaiog.
Sie wohl Sebermann weiÃ, hat bie Oberhaut eine Keigung,
Ãdb burch Sritcf nnb Ket\'bnng jn »erbieten. ber Srucf auf
eine tieine ©teile befebräuft nnb heftig, fo wirb bie Thätigfeit ber
eigentlichen £aut ju fehr in Slnfpnicb genommen, eS fchwit^t
SaÃer auS nnb bie Oberhaut erhebt ftcf) in ©eÃalt einer Blafe.
3à er gleichfalls örtlich, Wirft er aber nur allmahlig, fo eutÃebt
ein Hühnerauge. Unterliegt bagegeu bie ganje gläcbe ber £anb
ober ber guÃfohle bem Srucf, fo Verbtcft Ãdf) bie Oberhaut, bt\'S
Ãe ju einem ©cbu£mütel wirb , wie ein ^aubfchul) ober ein
©ebub. SaS 9)ierfmürbigÃe bei biefer Verbtcfung ber Oberhaut
ià nun aber, baà babet ber TaÃÃnn nicht verloren gebt, baà er
fauut gefchwacht wirb, fetneS gallS aber bte ©chwächuug befiel*
hett mit bem burch bte Verbtcfung ber £aut gewährten ©ebufce
in Berhältnià Ãebt.
Sie verhielte Oberbaut hat viel vom Bau beS £ufS bet ben
Xbieveu, nnb wir betrachten baher feist ben Ickern, weil uuS
nichts beffer belehren fann, auf Welche Seife Ãch bte EmpÃnb*
lichfeit ber £aut ttt gehörigem ©rabe erhält, wäl)renb bte Ober*
fläche burch Verbtcfuug gefchüfct wirb.
Ser Kagel beim Sfleufchett ià etn gortfafc ber Oberbaut, uub
ber £uf bei ben Thteren gehört gattj berfelben Klaffe von Orga*
nett att. Betrachten wir, wie bte KerVett in ben <Quf verlaufen,
fo haben wir wirfltdf) im ©roÃen ben Bau beS hantigen UeberjugS
ber gütger vor unS, wo SllteS nur fleiner nnb jarter iÃ. Kehmett
wir bett ^ferbefuà als Bet\'fptel. Trennt man bte nuempÃ\'nbltche
^ornfchale beS £>ufS von beut Thetl, ber im Sehen gefäÃreich
uub empftitbltcb Wr f° wan an beS festeren empÃ\'nbltcher
gläcfje Heine Hotten 1) hängen, welche in bei* ^orufcbale geÃecft
hatten; betrachtet man bte innere gfacbe ber £ornfcf>ate, fo be*
merft man bte ihnen entfprechenbeu bereit ober feinen Söcher.
Stefe gortfäge ber gefäÃreichen ©ubÃanj befielen nicht bloS aitS
Nervenfpt^ett, fonbertt aitS Nerven mit ihrem uotbwenbtgen ©e*
fotge von ättÃerà garten Membranen nnb BlutgefäÃen. Sentt
ntatt erinnere ftch, baà fein Nerv feine Verrichtung erfüllen
fantt, mettn er nicht mit Blut verforgt wirb, wie benn überhaupt
ber Umtauf beS Bluts ber Träger alter SebenSfraft iÃ. Stuf
tiefe Nerven nun, metche Ãch bergeÃalt als Soften tu bett ijuf
htuetnerÃrccfen, mieten bte Schwingungen beS le^fertt, Stuf btcfe
Sföetfe fühlt baS -]3ferb bie Bewegung ttttb bett Srttrf fetneS gtt*
ÃeS nnb baS Auffegen beÃelbett auf beu Beben, nnb ohne biefe
Einrichtung erfchiene baà ©lieb tit gemiffent Betrachte mangelhaft,
3n einem frühem Abfcbnitte haben mir bett nterlwürbtgen
SNedbaniSnutS betrachtet, woburef) ber ^ferbefttà nachgiebig ttttb
etaÃifch wirb, bamit er bett Stoà mtber beu Bobett anzuhalten
vermag» Aber auf füttÃltchen ©fraÃen nnb bet beu Langeln beS
HufbefchlagS ià ber Srucf unb bie Erfcfiütteruug ju Ãarf nnb
anhattenb; burch bte baburch entÃehenbe Entsünbuttg mtrb bie
EmpÃ\'nblichfeit, bte auf bett ©cfmf? beS guÃeS berechnet mar, 511
einer Datclle beS ©cbmersenS, nnb baö spferb tÃ, was mau ^rel)e
geritten " beiÃt. ES gibt ein Littel btegegett, ttnb biefeS beÃcht
barttt, baà matt bett ©efühlSnerveu, bevor er beu guà erreicht,
burchfchnetbet; in gotge biefer Operation ergibt Ãch, baà baS
^Pferb nicht mehr verjagt etul)erfchrettet, fottbent feinen guà frei
bemegt, unb bte gal)ml)ett ià furtrt. Nehmen mir bteà freilich
ganj buchÃäbltch, fo wtberfprache baS gaftunt itnferm ©ai3e,
baà mechantfche Einrichtung unb Empflnbltcbfett £anb in £anb
gel)en, ttttb baà beibe jur Bollfommenbett beS SöerfjeugS gleich
nothmenbig ftnb. StÃtr muffen aber babet beu ^auptpuuft nicht
auÃer atcht laÃen, baà Srncf auf bte ©of)le unb bie £ufwanb
nothmenbig iÃ, weint ber guà gel)brtg fpteleu unb volllommcn
1 Sotten nennt man jarte, bid)t gebrängte Reiben, rceldje gleid)
@ammt bie St«d;e einer StRembran bitben.
gefunb fepn fotr. Ent&ünbet ffcf? biefer Zi)ni, fo fefct baS Z\\)kt
fetiten guà nicht frei itteber, unb wirft nicf)t feilt ©ewtcfjt auf
bcn Jöuf fo, baà atte Tf)eite gehörig jufammenwirf ett; baburd)
entfteht Eontrattion, bie häuftgÃe Kranfhett beS £ufS, wie wir
früher gefehlt. 2Btrb nun baS £l)ier burd) Berfchnetbung beö
Rerven vom ©chnterj befreit, fo erhält eS wieber bett freien ©e«
brauch beö guÃeS, unb baburch fomntt baS natürliche ©ptef beö
feilten Mechanismus wieber in ©aitg. 50?an Ãeht inbeffen letd)f,
baà bamtt bem ^ferbe bodh etwas mangelt: eS hflt feinen
natürlichen @dju£ verloren unb muà Ãch je|t auf bte SSovfufft
beS RetterS verlaÃen. Rieht nur ber ©chmerg, ber eS vor über«
mäÃiger AnÃrengung warnen follte, ià von ihm genommen, eS
hat auch baS ©efüfyl für ©ritnb unb ©oben verloren, ohne wel«
cheS eS nie votlfommen ftcfjev auf ber ©traÃe wanbetn fann.
gaà auf btefelbe $Ãeife, wie ber ^}ferbel)uf, werben auef) bte
Bahne etnpÃubltd). Der Knochen unb ber ©djmetj ftnb ganj
uuempÃitblich, aber in bie $S)lung etneS jebeit BafjnS tritt etn
3wetg etneS ©efühtnervett (beS fünften); bte Schwingung ober
ber Drud ttjetlt Ãch burch ben Bahn bem Rerven mit, unb fo
fühlt man baS fteinÃe ©anbforn jwifchen bett Bahnen.
£>ocf) wtr fehrett jur menfchltdjen £anb juritd. SSetm ©rob«
fchmibt verbtdt ft\'ch bte Oberhaut ber ginger unb ber jjbanfc«
flache feljr bebeutenb. Bugletd) aber werben bte Rinnen an
ihrer innertt gtädje tiefer unb bie in benfelben liegenben Bettelt
langer; babttreh, in Berbtnbttng mit ber Etgenfdjaft ber Ober«
haut, ben erhaltenen Etnbrud ju ben in ihr Ãedenben Rerven
fortzupflanzen, erhält fich beim SOiann ber TaÃÃnn in fehr be«
beutenbem ©rabe.
Am guÃe beS ©trauÃeS haben wir ein Betfptel im ©rvÃen
von ber verbieten Oberhaut unb ben verlängerten Rerven.
Die untere guÃhaut ià bei ihm faà fo btd als ber ^ferbehuf,
unb trennt man Ãe von ber empftnbltchen @of)te, fo gehen bie
Botten ober ©argen, ttt welche bie ©efühtSnerven verlaufen,
heraus unb laÃen in ber feÃen Sohle entfprechenbe ?öd;er ober
sporen. ©ir fehen, hätte eS Ãd> bloS barum gehanbe», ben
guà gtt beden uttb jn fdjüÃen, fo wäre eS hmradjertb gewefett,
SSelt, bie .fcanfc. 6
122
t\'{)it mit mehreren Sagen berber, tobtev Oberhaut ju beHeiben.
©o Ware eS gefct^en, wenn ftcfj bie Oberhaut bloö burdj Srutf
verbtcft hatte, unb nicht eine Einrichtung hätte getroffen werben
(offen, welche in jebem Betracht ber SebenSwetfe beö Vogels
voltfommen entfpricht.
®o iff aifo baS Tafforgan gebübet; an ben gingerfptfceu
iff biefer Bau beutlich wahrnehmbar, am guà beS pferbeS unb
beS ©trauÃeS geigt er ffiff im ©roÃett, ffnbet ffcff aber fogar
noch in ber zarten £aut ber Sippen.
3ch habe im Vorbeigehen bemerft, baÃ, wo Sierven ffnb,
ff et) immer auch viete BtutgefaÃe ffnbeu, unb baà bie Entpffub*
ttchfeit eines TbeitS von btefem Ketchthum an ©efäÃett abhängt.
Ser berühmte Runter hat bteà j. B. burch Einfprt§ung ber
BlutgefäÃe einer ääegftfmccfe bargethan. Sie rott)e gfüfÃgfeit
würbe buret) baS öerz eingefprifet, aber bennoct) erffhetnt bie
ganje gtache beS guÃeS rotl) angeflogen: bet bett ©afferopobeu,
jit welchen bie ©cbitetfe gebort, heiÃt nemtiet) ber gità bie ganze
nntere platte gtache, mittefff welcher baS Thier frtecht. Stefe
gtache iff auch fein TaÃorgatt, woburef) eS füt)ft unb feine
Bewegungen beÃtmmt. Stach bemfethen Prinzip erffäreu ffcb,
wenn wir attberS Singe ber Strt jufammenffetlen bürfen, bie
rofenrotb angeflogenen ginger unb bie hochroten Sippen, was
auf hohe Empftnbticbfeit im Verein mit groÃem ©efäÃreichthum
hinwetff.
9tact)bent wir baS Verhattuià ber Oberbant ju ben ©efülffS*
nerven befchriehen, wenben wtr uns ju einer auberit Eigenheit
berfetbeit, ihrer Unebenheit, unb feigen., welche Vorreite beim
gürten baburch erzielt werben. 3uerff iff baraitf aufmerffant
Zu machen, baÃ, wenn wir eine glatt potirte glücbe berühren,
baS Organ weit unooltffäubiger angeregt unb geübt wirb, atS
wenn wtr einen rauhen, unregelmäÃigen Körper berühren ober
faffen. <öatte bie Oberhaut eine ganz gläcbe, fo wäre ffe
junt Taffen fefffeebt geeignet; fo iff ffe aber auf ganz eigen*
thümltiffe Seife uneben unb eben baburch jum gühlen gefct)icft
gemacht. @i»e Vorrichtung jur grtftion, glatten Körpern gegen*
über, iff au gewiffen ^arttjieen ber £aut ganz uotbweubtg; fo
MW*
faffen uub Stehen nur fefter vennt trefft ber Raitl)heit ber Ober1
haut au £anb uub fuÃ, uub nichts gleitet fo fehler ah als
bte verbtdfe Haut an btefeu betben Stetten. Am £t)ierfuÃe
wie ftch erwarten faÃt, btefer Sau noch weiter entwickelt Die
@emfe, bte Biege Stehen Ãdfjer am Raube ber felfeu auf ööt)eu,
bte man für unerÃetgtich haften follte. Au beu fttÃpolÃern ber
Kage tft bte £aut rauh uub förnigt, uub beim Eichhorn, ja
bei atten Spieren, Welte ffettern, geben btefe, mit ber eigen*
ttvümftch gewobenen .Oberhaut überzogenen ^otjter Sjait betnt
AbwartSÃeigen.
SBtr haben in biefent Kapitel gefehett, baà baS £aftorgatt
aus Rervett beÃel)t, bte, ihrer eigentümlichen Verrichtung nach,
bte Einbrüche von Körperu aufnehmen, wette Sfötberftanb jtt
leiÃen vermögen, feine faben btefer Rervett, umfebfoffen von
garrett Rauten ttnb begleitet von ihren Arterien ttttb Blntabern,
erÃrecfen fit von ber flache ber eigentlichen £aut tu entfpre*
tenbe Söcher ober ©ruben ber Oberhaut. Sie Stehen nitt un*
mittelbar tu Berührung mit ber Oberhaut, fonbern fütb mit
einem halbflüfftgeu Stoff umgeben. Durch btefe flüfftgfett uub
bte Oberhaut ftnb fte geftügt, zngleicf) aber für jebeit auf bte
Oberflädje erfolgeubett Etubrucf, fo wie für Schuetbcn, Steten
unb £t£e *) empftnblit- Aber, wir wieberholen eS, btefe fähig*
fett hängt, Ãrettg genommen, fetneSwegS von trgenb einem be*
fonbern Sau beS Organs ab, foubertt tebigtit bavon, baà ber
Rerv einmal für btefe (Haffe von EmpÃ\'nbuugeu befähigt iÃt,
1 Sa<s jnftum, ba§ ber Mautner» jur atufna&me ber @tnbrücfe eon
Ãemperatiimränberung bejtimmt tft, wirb auf tntereffante ffieife
taburd) betätigt, bag, roenn ein Remnjlamm franf roirb, ober
ber Rerü von franf&aftett Rhetten umgeben tft, ber Ãraufe ein
@efü{)( »on brennen &«t; er bejiebt bie£, wie immer, auf ben
Xt>eif ber gunit, in bem ffcf> bie äujjerjten 3>eeige be$ Remn
»erbreiten. £>urd? ein ©efü&f t>on Srcttnett an ber guffo&Ie bin
id) fet)ott auf franf&afte Veränberungett mitten im ©<f)enfef ge*
fübrt morben.
Beuntfs Mattel
Horn Ãluekelftnn.
Man tttmmt gewöhnlich ait, bte Smtgett ber Tf)tere werben
vorn Snfltnft gefettet, baS menfcbtiche Sttttge aber mactje btevott
erne Ausnahme; beim Ktnbe foltett mt\'r nur bte Vernunft atI*
maf)ft\'g bamntent unb fleh fortfctjrettenb entwicMn fe^en. Step
tffc nidjt ganj richtig: wir jmetfefn, ob ber Körper unter bem
Wofen Etttflitfle ber Vernunft, unb menn nicht etngeborne, in*
flinfttve cmpflubftcfte Kräfte ben erflen Anfloà gaben, je ft et)
entwt<Mn foitnte*
Sie Empflnbltcbfeit uttb bte Bewegungen von Sippen unb
guttge flub beim Ktnbe vom erflen foment an votlfommen ent*
wicfeft, uttb bte gurcht vor bem galten äuÃert fleh beim flehten
Ktnbe, tauge bevor eS von Verlegung trgenb Erfahrung babett
faun,
Sie £aub, wefebe fpäter baS 3öer%ttg ju VervottÃänbtgung
ber anbern ©tnne nub ber Entwicklung ber ©eifleSfräfte fetbfl
werben fott, tft tn ber erflen Ktnbtjett völlig unfähig. Scfinterj
wirb poetifdf) als bte SNacffl befchrteben, bereu Etfenfaufl uuS
patft, urn uuS tn bte matert\'ette Sett einzuführen; nun äuÃert
baS Ktnb allerbtttgS ©chmerj, unb zwar buret) l)öcbü unjwetbeuttge
3etct)en, burdE) btefefbett, wetct)e baS gauze Sebett htttburcf) fcfniter^
t)afte Empflnbungen auSbrücfett, babet bat eS aber vom Körper*
tf)ette, welcher eben tetbet, fern BewuÃtfetm, £ier fott uuS wteber
bte Erfahrung beS Ehtrttrgen bleuen. ES fommeu gewtÃe an*
geborne ©ebrechen vor, metet)e tn ber früf)eÃett Ktttbbett opertrt
w.erben rnüffen; aber baS Ktnb fährt nicht mit ber -öattb ab*
met)renb gegen baS SaÃrument ober ben Verbanb, wte eS etwaS
fpäter atlerbtngS thut.
Sie Sippen unb bte treten juerà tu £f)ättgfett; bte
nächÃe Bewegung beS KtubeS iÃ, baà eS bte £anb zum SSflunbe
bringt, um baran zu faugen, unb faurn vermögen bte ginger
etwas ju fafiett, fo wirb Wittes, waS fte erreichen, jum Munb
gebracht. @o erwirbt eS fid? beim bte allererÃe Kennfnià mtttelft
ber EmpÃnblidjfeit ber Bunge wnb ber Sippen für Berührung,
mtb mittetà ihrer Bewegungen, mtb ber ©ebraitch ber £anb
wirb erà fpäter erworben.
Die Keuittnià von äuÃern ©egenÃänben, afs »ott unS »er«
febtebenen Körpern, fann jttd)t eljer erworben werben, afs bis
baS Taftorgan in ber &anb ftcf) mit unfern eigenen ©Hebern
bcfaunt gemacht hat; eS faÃt ftcf? nicht annehmen, baà wir trgenb
etwas mittetà ber Bewegung ber £anb fotfen unterfnchen, ober
öon ber ©eÃaft, überhaupt ben fühlbaren Etgcnfchafteit eines
unfere 5baut berührenben ©egenÃanbeS fotlen urtheiten fönneu,
ehe wir unfern eigenen Körper »oit ben Dingen auÃer unS babeit
unterfcheiben lernen,
DaS erÃe ©efdjäft ber £attb ià atfo, jene EmpÃnbltd)fett
beS 50iunbeS in Tl)ätigfeit p fcÃeit, unb baS Ktnb »erÃchert ftcf?
auf btefe siöeife son ber Sfötrflichfeit ber Dtitge, gerabe wie ber
£unb burch feinen fcharfen ©crud). Beim Kinbe öertaufd?t ftcf)
biefer Sippen« unb BungenÃnn gegen ben @eficf)tSftnn erà bann,
wenn ftcf? feisterer mef)r entwidett hat, mel)t Befriebtgung ge«
währt mtb eilt beÃereS Littel abgibt, »oit ben Etgenfcf?aften
ber Körper gu urtheiten. ©el)r langfam erwirbt bte £>anb ben
Taftfütn, unb man Ãel)t baS Kiub mit Armen unb gtngertt
mancf)e frucf)tfofe Berfucfte machen, be»or ihm bte Sage ber
©egenÃüitbe ober ihre Entfernung geläuÃg wirb. Altmählig
wirb bte Sänge beS Arms unb ber ©rab fetner Bewegungen
jum SERaaÃÃab ber Entfernung, ber ©eÃaft, ber Berhältnifle,
ja wohf fefbà ber Bett.
Rad) ber EmpÃnbtichfeit beS MunbeS erfcheiut als ber
wid)ttgÃe, frühzeitig beim Ktnb öorhanbene ©tun, bte gurcf)t
vor bem galten. Die Amme »erÃchert unS, wenn Ãe baS Ktnb
bte Treppe hinauf frage, bleibe eS ganz rul)tg liegen, bte Treppe
abwärts aber fep cS unruhig. Segt mau ein Kiub auf bte Arme
unb fchaufeft eS auf unb ab, fo bfeibt eS aufwärts mit Setb unb
©fiebern ruhig, abwärts aber zappelt unb Ãräitbt cS Ãd>. ES
beutet bteà auf einen befouberit ©tun, auf ein eingebortteS ©e*
fühl »011 ©efaf)r, unb feinen Einfluà bewerfen wir beutfid), Wenn
baS Kittb zum erÃenmaf zu Ãebeit ober ju geben »erfucht. Senn
ba6 Kinb auf bte güÃe geÃeftt wirb unb bte 2frme bcr Sarteriu
eS umfpamteu, ohne cS jn berühren, ferut cS alfgemacf) ftdj tut
©fetebgewiebt haften unb ftef)eu, aber mit Ãdjtbarer StugÃ. Salb
ftebt es foweit vom Kitte ber Särtertn, baà cö, wenn cö baö
©feicbgewicht vertiert, Ã\'cb tu ihren ©ebooà ffiicf)ten famt. Bet
btefcrt erffeit Verfitdjcu, von feinen SKnSfefn ©ebraitch jn macf)en,
wirb eS von einer Sfengftftchfeit gefettet, wefcfje noch ntefit bcr
Erfahrung snjufcf^rethen iÃ. Sftfmahfig wirb eS mit bent 5D?aaÃ
feines SlrrnS, bcr relativen Seite, tu bte eS htnauSreicf)cn fann,
unb mit ber Kraft feiner SOiuöfetu hefannt Sic Ktitber Ãub affo
furchtfam an» Snfttnft, man fielet, fic fürchten fich vor bem $af*
fett, unb man faittt eS »erfofgett, wie fte affmübft\'g unter ber
Scttuug btefeö ©efübfs ifjreit SOMfeffimt 51t entwtcfeln fliehen.
Sttgfeich fef)eu wtr, wie innig Suftiuft unb Vernunft in ber zarten
Ktnbf)ett verfnüpft fntb, wie nefhweitlng elfterer zur ErtÃenz iÃ,
wie mächtig er ber Vernunft bteut, mit ihrer Entrichtung aher
jurücltritt, bis wir enbftcf) feinen Einfluà faum mehr gewahr
werben.
SaS eine Organ zief)t Kuweit attS ber Tf)ättgfeit beS an*
beru, alte haheit viel beut TaÃorgait jit battfen, aher bte Em*
pftubficbfett ber £aut ift mehr als trgenb ein Organ von ber
SteuÃeruug einer aitberu Etgcnfeffaft abhängig. Kemftch ohne einen
etgcutbümftcbeu ©tun für bte Thätt\'gfeit ber 9RuSfefn, ober ohne
baS BewitÃtfetw Vom ©rabe ber beim Taften attgewanbten
Kraft, rennten wir bttreb beit eigentlichen TaÃÃnn fo gut wie
nichts erfahren, unb id) werbe jetjt zeigen, wie bte Bewegung
ber ipaub ttttb bcr gtttger, unb baS ©efü1)f ober baS BewuÃt*
fet)it t\'brer Tl)ättgfeit Ãcf) mit bent ctgcittttcf) fogeuaunten TaÃ*
fmu verbtnbeu muÃ, bevor wir tf)m ben Einfluà auf bte aitberu
Organe zufcbretbeu föntten, beit er wt\'rfftd) heftet.
3n meinen Vorträgen über allgemeine Sluatomte wagte id)
cS von Slufaitg att, bte©adje fo barznÃelfen; ich fetzte tnbcÃeu
fetbà MiÃtrauen tu meine VorftelfungSwcife, ba id) faf), baÃ
bte gcwtcbttgüeu -Slutoritäten in btefem gadje auf btefe, auS
ber Befanutfcf)aft mit beit Bewegungen unfcreS eigenen Körpers
entfprtttgcnbe gäbtgfeit fetue RücfÃcbt neunten. 3ct) nannte bie1
feg VewuÃtfc^t ber ÃRiröfeftljartgfett einen festen ©inn, unb
betrachtete tt)it atö gang wcfentltcl) für bie Verrichtung beS £aft*
ÃttttS. Set) fann mich jegt gu Bekräftigung biefer Anficht auf
mehrere forfeber berufen, benen ffd£> bie Rotbwenbtgfett beg
3ufammenwtrfeng jener zwei Eigenfchaften aufgebrangt hat, wie
mir. *)
Der Abbe Rottet ftettt beit £aÃÃntt über alte anbent, er
meint, er follte eigentlich afà baà ©einig betrachtet werben,
bem bie anbent als ©pecteà uutergeorbnet wären, unb fagt
weiter: " cv hat überbieà beu Vorzug vor allen, baà er aftft)
unb pafÃv zugleich ift; beult er fegt mià nicht allein tu ©taub,
yott beut ju urtl)eilen, waS einen (Stnbrucf auf unà macht,
fonbern au\'ch von bem, waà fiel) unferer ÃraftauÃerung wtbetv
fegt." Daà 9)itÃverftänbuià liegt hier barin, baà er beit £aÃ*
nerven eine ©genfebaft jufcbretbt, bie nur ber ?9?ugfelbewegmtg
jutommt. ©o behaupten, wie fcboit oben benterft, manche
1 ©iefe tteberjeugung, ba§ mir ein SSewugtfetm Pon ber SOïiiéfef»
tbätigfeit baben, »eranfafte inici) jtt Uiiterfudjungen über feie
Rerpen ber SO^uêfefn, erft auf anatomifdjem, fofcanit auf ejrperi-
mentatipem 5Bege. 3d) fonnte am Snbe tartljun, baà bie SDÃitê*
fetn i roeier (ei Reröen babett; baf, tuen» man fcie einen reijt,
ber ïOtuéfef fïctj jufammenjiebt, wenn man bie anbern reijt, feine
SBeroegung erfofgt. Der RerP, ber bie 3ufammenjiet)ung fceS
ffftuêfefê nid)t bewirf te, erwieê fub afê ein ©innnerpe, unb fo war
bargetban, baf ein £rei« »on RerPen bie ®tuëfe(it mit bem
t)irn »erfnüpft; baf im fefben Rerpen bie fogenannten Reröen*
geifter ftd) nici)t im fetben SRoment nach jwei »erfct)iebenen 3ticf)*
tungen beweget», fonbern baà ein Rerp porbanben ift, ber, afé
eigentlicher ©ittnennere, bie @mpfinbuug Pom 3"ftanb ber 2)ïué<
fefn bem ©enforium überliefert, unb ein 3weiter, ein Sewegmtgê;
ttert), burd) ben ber Sitte t,« ïOïtiêfeln funbgetban wirb. 3m
Vertauf burd) ben dorper jïnb tiefe jweierlei Reroett in berfelbeti
©djeibe »ereinigt, unb fte erfd)einen auferlid) alê ein Rer».
Rur burd) ilnterfuchung ber RerPen an iferen SBurjeln, baê beift
ba, wo fïe auê bem ©ebtrn unb Dtücfcnmarf entfpringen, unb
bepor fïe Perfd)ntel$en / gelang eé mir, ihre perfd)iebene Verriet)*
tung barjutbun.
fiofogen, her TaÃÃnn imterfcfjetbe Ãd) ixm beit anbern ©innen
baburd), baà nicht nur eine ©enfatt\'on burch tf>n aufgenommen,
fonbern auch eine KraftäuÃerung gegen tf)it beternunirt werbe,
Dieà ià offenbar etite Verwechslung, t\'nbem man bte währettb
beS TaÃenS burch bett Sitten betermtntrte MuSfelthätigfeit bem
eigentlichen TaÃneröen jitfchreibf. Str »erfinden nun, barjuthmt,
wie ber BewegungSÃitit, Wenn wir fo fagen bürfen, unb ber
TaÃftmt Ãch nothwenbig berfnüpfen.
Senn ein Btinber ober einer, ber bte Singen fcà fcfjffeÃt,
gerabe Ãeht, Ãch an nichts lehnt, nichts berührt, woburcf) t)ätt
er Ãch aufrecht? 3n ber ©pmmetrie beS Körpers fann ber ©raub
nicht liegen ; eine ©tatue fcon ben beÃen Verhättiüfien muà an
ihr guÃgeÃelle befeÃigt werben, ober ber ffitttb wirft fie um,
Sie fornmt eS affo, baà ber SEftenfdj fetue fenfrechte ©telluug
behält, ober Ãcl) int richtigen Sinfef gegen ben anÃitrmeitbcit
Stnb lehnt? Offenbar muà er einen ©tnn haben, mittelft bcÃen
er ben ©rab ber Retgung fetneS Körpers erfemtt, er muà bte
gevtigfeit beÃ\'Ãeu, thn ju richten, unb jebe Abweichung öon ber
fenfrechten Richtung auszugleichen, SaS ià bteà nun] für ein
©tun? ber 2D?ettfch berührt ja nichts, er Ãeht nichts; fein bis
jeÃt befannteS Organ fantt ihm hiebet trgenbwie btenticf) fepn.
©oltte eS nicht jener ©tun feptt, ber Ãch beim Kinbe fo frühzeitig
alS gur# »or bem gälten äuÃert? ©el)eu wir hier nicht jene
Eigenfchaft, weldje Ãch bereits im 3appetn beS KinbeS auf bem
Arme ber Amme fuubthat, boKfontutcu entwtdetf? Rur burch
SRuSfelu fönneu bt\'e ©lieber geÃrcdt, ber Körper feà im ©leid)«
gewicht unb aufrecht erhalten werben, Ein 5Dieufdj, ber feinen
©cÃchtSpuuft hat, nach bem er ftd) richten fann, ber gar feinen
Körper auÃer Ãch berührt, fann »on ber Sage unb Richtung
feines Körpers \'unb feiner ©lieber auS feiner anbern Ott eile
Keuntm\'à erhalten, als mittefà eines ©inneS für ben ©rab beS
KraftaufwanbS in feinem MuSfefgerüÃe. greiticf) betl)ätigt ftd)
bt\'efe ©genfdjaft beim ©tehen auf fo fubttfe Seife, unb bte
?0?uSfcln werben, in gotge ber Hebung, mit fold)er ©cuauigfeit
unb ©ewanbljett in Bewegung gefegt, baà wir gar nicht wiÃen,
wie wir Ãebcu. Selten wir aber auf etwas ©djmafcm gel)ett,
ober flehen wir fo , baà wir in ©efafjr flttb, ju fallen, ober auf
Einem gttÃe, fo werben wir atSbafb angflttdj; bie Bewegungen
ber MttSfefn Ãeigern fleh gtetd)fam, unb man Ãel)t baran, tn
weichem ©rabe ft\'e aufgeregt werben.
Sföir füf)Xett bie Sage unferer ©Heber, wir wtffen, baà bie
Arme an ber ©eite herabhängen, ober aufgehoben unb auSgeflredt
Ãnb, wenn wir auch Weber etwas berühren nod) etwas fef)en.
Eine bem Körper inwohnenbe befonbere Etgettfchaft muà ttitS
von ber Nietung unferer ©tieber in Kenutnià fetten, unb waS
fann bieà anberS fep, ats ein BewuÃtfeptt vorn ©rabe ber
Thätigfcit unb ber Anorbmutg ber MuSfefn ? 3d) war eine Bett*
taug tut B^eifet/ ob ber 9Diettfd) babei vom Bnflanb ber MuS*
hin unterrichtet, ober aber fldj beS gu ihrer Bewegung notbwen*
bigen KraftaufwanbeS bewuÃt fet>? Um btefett ^uuft aufjttffäreit,
fleltte ich bie oben angeführten Beobachtungen an, welche tutd)
enbtich auf bie Entbecfuug führten, baà jeber SOiuSfef jwet Ner*
»en h«t, einen EmpflnbitngSuerven uttb einen, ber ben Sitten
leitet unb bie Bewegung befltmmt. 3d) fotgerte nun fo: wir er*
wachen mit bem BewuÃtfeint von ber Sage unferer ©fteber; eS
fatttt bieà nicht Von ber Erinnerung an bie Thätigfeit herrühren,
bttreh welche Ãe in btefe Sage fanten, fofgtid) muà eS ein ©efüt)f
ihreS gegenwärtiges B»ftanbeS fepn. Setttt ettt üftenfrfj unter
fofdjett UmÃänbeu eine Bewegung macht, hat er ein beÃtntmteS
Objeft, unb er muà fleh etneS vorgättgtgett BuÃattbS bewuÃt fet)tt,
bevor er eine Beränberung wituflbett ober eine Bewegung vor*
nehmen fann.
Ein Mettfch, beut ettt ©fab abgenommen worben, füt)ft ttod)
nachher ©djnterj., #t£e unb Kafte itt bemfetben. AtS ich einen
Kranfett, ber ein ©lieb verforen hatte, veranfaÃte, fleh jtt bewe*
gen, faf) tch, wie er äugfltich nach bem ©tiebe griff, nicht baran
benfettb, baà cS ntdfl mehr ba war. Sange ttad) ber Operation
hat mau noch ettt ©efüf)f, mcfjt nur, afS ob baS ©tieb noch ba
wäre, foubern atS ob cS tu biefer ober jener ©teffttng tage obâer
hinge. 3ch fragte einen Kranfett, wo er jefct fernen Arm füt)fe?
er antwortete: mir iÃ, ats tage er mir über ber Brufl, ober, an
ber ©ette herab. Mit ber veranberfen KörperÃettung fcheint fleh
auch bte Sage etiteS fofcfjen ©ItebS ju ättbent. ES Ãttb bteà wet*
tere Bewerfe für ctneit 9)?uSfefftnn: gerabe wie Bei anbent Sin*
neu bt\'e etgentbüntltcben Settfatioiteit berfetben oft ttod) tauge
uacbfftitgen, nad)bcm baS äuÃere Organ gerftört iÃ, fo bleibt
I)ier eine trügerifebe Empftnbftcbfett für beit BuÃaitb ber SO?uS*
fein, wie für ben ber £aut, aueb nacb Entfernung beS ©liebS
jitrücf,
Of)tte bt\'efeu SWuSfelÃntt wären wir mcfjt Joernt über unfern
eigenen Korper. 2ötr fönnteit unfern 9D?uSfelit ttidjt beim Stehen
gebieten, inet weniger beim ©eben, Springen ober Saufen, hätten
wir ttt\'djt, vor ber AcuÃeruug beà StllenS, ein @efül)t vom
ftanb ber 9tftuÃfctu; unb was bte X^aub betrifft, fo b^ben an
ii)rer Vollkommenheit, als äöerfjeug, bie Freiheit ihrer Bewe*
gungeit unb unfer BewuÃtfepit biefer Bewegungen, in beffeu
folge wir fte mit ber bödmen ©enautgfett teufen, Wof)l gletd)Cit
Antheif.
Daà Ãd) tut £aÃfmn jwet gefebtebeite Etgeitfd)aftett beÃ
Rerveufpftemà fombtntren utüÃen, wirb noch augenfälliger, wenn
wir beit Vorgang au einem anbent, aber analogen Organ be*
trachten, B. an beit füblbörnertt ntebrtger Stl)tcre. Wd biefett
äöerfjeugett taÃeit biefe £l)tere beim ©el)en vor Ãd) f)cr; fte 6c*
ftel)en aus einer feÃeit, mit einer breiartigen Waffe gefiitttcu
Röhre, tit wefdicr etil Rervenaà verläuft, welchem in l)c()ent
©rabe £aftÃitn tnwohut. Berührt nun baà Serfjeitg einen Kör*
per unb bte Schwingung pflanzt Ãcb bttreh baS Rervcnmarf fort,
fo fattn baà 3:t)ter vorerft nichts fühlen als ein ^tnbenttÃ; wo
ià aber btefcS jjtubenttà ttitb wohin hat ftd) baS X\\)iev gu wen*
beit, um eS $u verntetben? DaS Jffierfjettg bewegt Ãd) umher unb
taÃet ttad) allen Seiten, unb nur bte £()attgfeit ber, btefcS Vor*
werf beà Körpers bewegenben ?C?uSfefn, unb baS ©efitl)l biefer
£f)ättgfett fattn beut Ztjier ju ber Kenntttià vom Ort ttitb ber
Richtung beà vorltegenben ©cgcnÃattbeà verhelfen, ttitb fo fdfjeütf
beim felbà bet bett ntebrtgÃen £t)tereit ber £aftÃnn auf ber
5öed)felWtrfung jweter gefonberfcit Stillte ju beruhen.
Daà bie Snfefteit fehr feine Stnttorgane haben, unterliegt
feinem Bwctfel, wir achten aber nicht auf bte erftaunliche ©e*
nautgfetf, wontft Ãe 6et tfjrett Bewegungen bte Stffanj abmeffen.
Steà famt nur baber rühren, baà bte 5D?uSfclfraft unb ber ©e1
ffdffSffnn auf etttanber beregnet ffttb. 3Ãenn bte ©pätne, von
ber bereits tu einem frühem Kapitel bte Kebe war, bte aranea
scenica, eine filiere au ber 2Bait& fte()f, fo frteebt ffe fachte, mit
fnrjctt ©chritten auf Ãe jn, bis Ãe ben gehörigen Slbffanb ge*
Wonnen bat, unb bantt macht Ãe plö^ltcb einen ©a| wie ein
Tiger; Ãe wringt jwet guà weit, um eine Biene ju bafebett.
Koch ein merfwürbtgeS Betfpiel von Scharfe beS BitcfS unb
bem Kapport, in welchem bte SDiuSfeltbätigfett bamit ffefff, babett
wir au einem gleichfalls bereits tm Vorübergeben erwähnten
gtfcb, bem Chaetodou rostratus. Er lebt itt bett ofttttbiffheit
glüffen unb nal)rt Ãcf) von fieittett äBaffertufeftett. ©tefff er et\'neS
auf einem Bwetge Ãöett ober auf ftcf) sitfltegen â betttt er trifft
ffe im ging â fo fdffeÃt er einen ffiaffertropfen mit folcfjer ©t*
d)erbett, baà er bas Snfeft auf baS ÃÃaffer nteberbrtttgt, wo eS
eine leichte Beute für tf)U wirb. ?D?an hält btefe gifcbe jitr litt*
ter()aitung in wetten ©efaÃen, unb bringt man ihnen ettt Snfeft
auf etnent Bwetge ual)e, fo flieÃen ffe nach tbnt wttnberhar richtig.
3nt Katurjuffanb trifft ber gtffb eine gftege auf bret btS fechS
guà weit. Ettt attberer gtffh, ber Zeus iusidiator, famt fein
Sftaut 51t einer Köbre formen, unb fprtfet bamit bte Snfefteu, fo
baà ihre gtüget naà ttttb ffhwer werben ttttb ffe aufs SÃSaffer
fallen. *) Bei äffen btefen Operationen erfennett wir eine jitfam*
mengefetjte Tf)ätigfeit.
bem Etnbrttcf rieebettber ©toffe auf ben ©erutbStterveit
verhält eS ffch gerabe fo, wie eS ffd), nach Manchen, mit ber
Strfung beS StdffS auf ben ©ehuervett Verhält, unb boeb foll,
wie ffe annehmen, ber Etnbrud auf bett ©effcfffSnerven für ffch
hinreichen, uttS von allem ju unterrichten, was wir bttreb baS
Singe Sennen lernen. Ktttt wiffen wir aber von ber Ktchtuttg ttttb
1 »ei tiefen galten wirb Ãd) bem Sefer »on fefbtf ein fdjrcieriger
^unft aufbringen: rcie urt&eilt ber gifcf) 0011 ber Sage beS
genÃanfce«, ba bie Sict)tÃralüen an ber SSafferpac^e gebrochen
werben? SefätÃgt tfm ber SnÃinft bajtt, ober ià ^ bei ihm
Sache ber Srfa&rung ?
Entfernung ber @erucf)e gar nichts, wenn wir tttcbt ben Kopf
brehen, bie Rafe hierhin uttb borthin richten, unb fo burch Ber«
gletchuitg auSmitteln, bon weldjer ©eite ber ©erucf) am ÃärfÃen
affytrt wirb.
Die BeWeglichfeit beS Körpers btent bei bett Sit fetten bem
©erud) fo gut wie bem ©eÃdjt. Mit ber btofen Anregung beS
©eruchSorganS ià nichts gegeben, waS baS Sufeft in feinem ging
beÃtmuteu tonnte. SEBtrb ein ©tüd AaS ausgeworfen, fo fommen
bie gitegett nicht in geraber Stute, fonbent in Kretfen barauf ju«
geflogen; eben fo machen eS bie Bienen, wenn Ãe Blumen in
einem ©arten wittern. Man Ãcbt fte, Anfangs noch in groÃer
Entfernung, weite, uttb bautt immer engere Kretfe befdjreiben,
bis Ãe Ãch auf beit ©egenÃattb nteberfaffen. SBeit an ber einen
©eite beS KretfeS ber ©eruch Ãärfer iÃ, wirb fofort ber jwet\'te
befchrteben, unb fo folgen Ãe bei t\'hrem ging gteichfam einer burch
bie Kretfe gezogenen Stute.
Von ber Richtung ber Töne tönneu Wir urfhetten, ohne bett
Kopf ju brehett, weit bie Schwingungen an bet\'bett ©eiten bcS
KopfeS nicht gfeich Ãarf Ãub, unb wir bamt\'t bie betben Ein«
bri\'tafe begleichen. 3à aber einer auf bem einen £>hve taub, fo
fättt t\'hm bieà fchwer; er taufcfjt Ãd) häuÃg in ber Richtung ber
Töne, er muà bett Kopf häuÃger brel)en unb bie Sage beS ©cl)ör«
gattgS mit ber ©tärfe beS EtubrudS vergleichen. 3n gemtfchter
©efeUfdjaft, wo biete auf einmal fpredjen, ià bat)er ein foldjer
Menfd) bollfommen taub, Weit er j\'eÃt bie Rid)tung ber Töne utt«
möglich mehr genau uttterfcheibcu famt.
2Bte tunig unb nothwenbtg enblid) ber MuSfelÃmt mit beut
©efül)lSÃmt berfnüpft iÃ, beweist fotgenber galt, ber burcbaitS
ntd)t allein baÃel)t. Eine fäugettbe Mutter wttrbe bon einer Sah«
muug befallen, woburch Ãe auf ber einen ©eite beS Körpers alle
Kraft, auf ber aitberit alle EmpÃtiblichfeit berlor. £öd)à auf«
fallettb unb »oirflid) beunruhigenb babet war ttutt, baà Ãe jwar
mit bem Arm, ber nod) MuSfelfraft befaÃ, ihr Ktttb au bie
Bruà haftM f^nnte, aber nur fo lange, als Ãe auf baS Kinb
Acht hatte, ©ettn bie Umgebung Ãe beS 3uÃaubS it)reS ArmS
bergeÃeit machte, fo lieÃen bie BeugemuSWtt allmählig nach »»b
baö Kfnb lief ©efal)r; ju Bobeit 51t ftiir^ett. SaS Nähere beö
gallS gehört nicht Reifer, wir fet)en aber barauS einmal, baÃ
wirflieb jwet Kräfte im Slrrn malten: bie eine würbe hier erhalten,
bie anbere gieng verloren; jwet\'tenö, baà bt\'efe Kräfte Von »er*
fef)iebenen BnÃänben beS NervenfyÃemö bebingt werben, nnb brit*
tenS, wie nnjureicbenb bie MuSfelfraft für fleh zur Bewegung
ber ©lieber iÃ, obne bie Empflnblicbf eit, bie Ãe fletö begleitet
uttb fenft.
Sie Eigenfcbaft ber jpanb, ttuS von ber Entfernung, ber
©vöÃe, bem ©ewiebt, ber ©eÃaft, ber SBeicbbeit, ber Naubbett
unb ©latte ber Körper zu unterrichten, erfebetüt bemnacb als baS
Nefultat biefer hoppelten ^»ereeption, biefer Eombtüatton ber Em*
pÃnblicbfett beS eigentlichen XaÃorganS unb unfereS BewuÃtfevuS
von ben Bewegungen beS ArmS, ber £aub uttb ber ginger. SuS*
befonbere bebarf ber Xaflflnn ber Bemeguug ber gtnger. Sie
beugen fleh / Ãreefen Ãch, bewegen fleh nach aflett Nietungen wie
githlhörner, uttb babei föttnen fle beu ©egenflanb umgreifen unb
alle feine glädien betaÃen, fle beurtheilen im ^aefen beu ©rab
feiner gefltgfett unb feines SiberflanbeS, gleiten rtügS herum
unb über alte feine glächen, unb fühlen fo jebe Unebenheit unb
bie fletttfle ©cbwtnguug.
Surch bie MuSfeltbätigfeit erfahren Wir fomit Bietet, waS
ititS nach ber gemeinen Meinung nur burrf) bie ©imtergaue juge*
führt merbeit foll; berfelben Quelle müflen wir aber auch manche
uttferer vornebmÃeit ©euüfle zuflhreibeu; bettn eine böchfl Weife
Einrichtung müflen wir es nennen, baà Mfttger Blutumlauf
unb bamt\'t ©efuubhett beS ©etÃeS Wie beS Körpers burch bie
Arbeit ber MuSfeln uttb ben Sechfei von Thätigfeit unb Nube
erhalten wirb.
Auf förperliche Anflrettgung folgt Ermattung unb baS Be*
bürfnià ber Nul)e, unb ei laÃt fld) jmar fein beflimmteS ©efi\'thf
von Suà babet angeben, noch auf einen gemtflett Körpertheil be*
jiehen, aber wenn man ntttbe geworben mtb bie aftiveit Kräfte
fleh ber Nuhe zuneigen, ergieÃt fleh über ben Körper ein eigen*
tbümticheS, fafl wollitÃigeS ©efüffl. Auf btefeS ©efühl folgt ber
Srang nach Nube, unb fo erhalten wir beu Antrieb zum Sechfel,
bei- gur ©efuubheit nothwenbig iÃ, uttb werben gemach von einer
SebenSÃufe gur anbent gefeitet.
Docf) wir öerbanfen bem MuSfetÃnn noch manche anbere ©e1
ttüfie. greilitf) ttnffen wir in neuerer Seit wenig von bem ©euuÃe,
ber auS förderlicher Bewegung entfprtugt Die ©riechen unb felbÃ
noch bte Römer achteten fel)r auf ©ragte in ©tellung unb Bewe*
gung. 3hre Kletbung war güttÃtg bafi\'tr, unb ihre Hebungen
unb ©piele muÃten barauf hiuwirfen. Shre Tauge waren nicht
btofe Ausbrüche i\'tberfprubefnber Sebenbtgfett; eS verbanb Ãd) ba«
bei Harmonie ttt bett Körperbewegungen mit ber MajeÃät beS
©angS, unb fte bejianben mehr tu ©efteit mit ben Armen, afS im
jpüpfen ber Berne. Die ^prrhifdjen Tauge waren gterltche, genau
nach bem Tafte ber MuÃf ausgeführte gechterÃefluugen unb Be«
wegungen. Bei bem Snfchauer ttt ben aften Theatern muffen,
narf) ber Begeiferung gu urtheifen, tu Wefche MuÃf Ãe »erfegte,
unb nach ber ÃButf), tu bte Ãe geriethett, wenn einmal ber Taft
verfehlt würbe, bte SbeenaÃoctattonen gattg anbere gewefett fepit
atS bei uttS.
ES weist unS bteà aber barauf hin, baà bt\'e Abfchnttte ttt
ber MuÃf geWtÃermaÃen aud) ©ache beS MuSfefÃmtS Ãnb. Der
Mann fegt fetnett ©tab im Tempo, unb ferne ©cf)ritte haben
Taft auch beim gewöhnlichen ©ang; ber Sunge, ber aus blofem
Mutwillen an einem ©elättber Samt macht, holt babei ttt regel*
mäÃigen Intervallen auS. Dt\'efe natürliche Reiguttg beS MuSfef«
fpÃemS, Ãd) felbà taftmäÃig ttt Bewegung gu fegen, ift wol)l
ettte ^auptquelle beS BehagettS an ber MuÃt unb trägt vief gum
Effeft ber Mefobte bei. Uttb fo wäre bargethan, baà ber MuSfef«
Ãun auch mit bett ©enüÃen beS ©ehörÃnuS rat intttgÃcn Bufarn«
utenhang Ãeht *).
1 3Bie fefyr ba$ @el)en »on SDtuäfeltfjätigfeit af>f)ängt, roirb in ben
Suiten entmicfett.
Berntes J£a:ptiel.
Btr Ijanïr iet nid)t Me duelle tres Stljarfsinns ttnïr
tter fuuuntYrtigluit, ïmö also aud) nidjt t>cr Mebtt-
k^enijeit ïrrs Ãlinfrljen.
Bebenft matt bte tjofje Bollfommenbeit ber $anb, fo faun eè
einem fcbwerlid) auffalten, baà mandje ^lulcfopben mit Anara1
goraê ber Meinung maren, ber Menfd) verbanfe ihr feine Ueber*
legen£)eit. 2ötr haben gefebett, mte baê ©tjÃern von Knochen,
SD^uêfeln uttb Nerbett, baê bet beu aBirbeltbiereu biefeè ©lieb
bitbet, ftcf) alten ®erfct)iebent)eiten im Bau unb ber Sebeuémetfe
ber Tbiere anpaÃt; mir mäÃen geÃeben, baà mir in ber Men*
fctjenbaub ein Sföerfjeug »ou ber bod)Ãen Bollenbmtg bor ttnö
haben; unb biefe Botlenbung beÃebt tu ber Kraft ber £anb,
wobei ©tärfe mit Manm\'gfaltigfeit unb groÃem Umfang ber Be*
meguitgen fombinirt iÃ, fle beÃet)t ttt ber gomt, tm gegenfeitigen
Berbältittà unb ber Empflnbltcbfeit ber gtnger ttnb beê Säumen,
in ber Befähigung junt galten, Bic^eit^ ©ptnneu, Sebett, Bauen,
Eigenfcbaften, melcbe einzeln auch anbern Slieren julommett mo*
gen, in t\'brer ©efammtbeit aber eben jeneê vollfommenÃe SBerf*
jeug btlben.
Sttrd) biefe Befähigung entfpricht baê ©erzeug aHerbingê
ben böhern getÃtgen Anlagen beê SDïenfcbett, tubem bte £>anb auê*
gufü^rett im ©tanbe iÃ, roaè er nur ju erÃttuen vermag. £ro§
bem ià ber Befl£ beê alljeitfertigen Serfseugö nicht ber ©ruub
ber Ueberlegenbeit, ttnb ebenfowemg ià bte Brauchbarkeit beè
2öerf$ettgë ber MaÃÃab ber gäf)igfetten beö Menfcben. Unb fo
wollen Wir lieber mit ©alett fagen: ber Menfcf) habe ^)änbe be*
fontmett, weil er baê flitgÃe ©efdjöpf iÃ, Ãatt feine Uebertegen*
beit uttb feine Kenutuiffe bem ©ebrand) ber £anb jujufchretben *)-
3u biefer (Streitfrage hat bie Beobachtung Anlaà gegeben,
baà gwifebett beit trieben ber St^iere nnb ihrem gangen Bau uub
ihrer äuÃern Organtfation bte vollfomutcnÃe UeberetnÃunntung
berrfebt. ©eben wir eilten Reiher, regungslos wie ein Stein,
nnb fannt »ou folebem gu unterfcbet\'beit, ant Safer Ãebett, fo
foulten wir btefe ©ewobnbett bem erworbeneu ©ebrauefy feiner
Beine, bte gunt Säten im Safer gebaut Ãnb, ttnb feinem taugen
Schnabel uttb btegfamett £alfe gufebreiben; bemt jpalS uub Schna*
bei paffen bei ibm fo genau git feinen Bebürfntffen, als bt\'e Altgel
gum ©efchäft beS ftfcberS. Aber beim fcbmargeit Bären tà fein
Organ befonberS gunt f tfefffang eingerichtet, uub boch täÃt er Ãcb
Borgens ober Abenbö, wie ein abgelernter fifeber, aut fluÃttfer
auf feine Hinterbeine nteber; hier lauert er fo regungötoS, baà er
baS Auge beS SnbterS täufcht, ber t\'hn für einen verbrannten
BaumÃrunf hält, unb ptögtieb, unbegreiflich fchnett patft er einen
f tfcf) mit ber Borbertage. 3n biefem falle liegt im äuÃern Organ
nicht ber ©ruttb ber ©ewohnbeit ober beö XrtebS, ttttb wettit
wtr an einem £()ter einen SnÃinft beobachten, ohne baS geeignete
Orgatt bagu, fo Werben wir tu anbertt fällen beÃo eher gum
©tauben geneigt fepn, baà ber Xrieb neben bem Serfgeug beÃeht,
aber nicht burch baffefbe.
Sogenannte £unb3gäbne fet\'tt Xhiev ohne Xrt\'eb gur
f letfchnahvuug, unb Schüchternheit ià nie ber G>harafter beseitigen,
baS vom Raube lebett muÃ; fonbern Kühnheit unb ©furf), wie
auch ?iÃ, Ãnb Attribute beS Xhterö mit guvücfgtebbareit Krallen
unb fcharfen 3äbuett, baS Ãcb von lebeitben Xbterett nährt. Alt*
bernfeitS ià ber @barafter beS furchtfamen ^flaugeitfrefferS nicht
etwa eine folge feiner aufrechten Ohren uub Vorfprtngeuben
Augen, wenn gleich fein fctjeueS Sefeit uub feine furebtfamfeit
beitfel6ett entfprecheit. Ter Bifon ober Büffel fanu fo mutl)ig fepn
alè ber Sowe; aber her Smputè ià bet ifyrn ein ganz attberer, tf)it
treibt ber SttÃinft, nut ben Hörnern jtt ÃoÃen, uttb er tbut
bteÃ, ob er Börner f)at ober nicht. "£>aê Kalb ftöÃt, et)e eS
Horner bat," fagt ©aten, urtb im ©dfjottifctjen Sieb beiÃt e£:
,7bie Kul) ot)ne Horn tft bte fcblhnmftc.» Sllö baê ebte Thier,
ber S5ramtntfc{je ©tier im Sonboner zoologtfdjett ©arten, nach
ber Oïeife jurn erÃeumat wieber ben guà auf ben 9tafen fe£te
uub frtfcbeS ©rag witterte, würbe er munter, fcfjfug auê, flieÃ
bie £öruer tu beu Boben unb wühlte merfwürbtg fpmmetrtfci)
beu ©runb rechts unb linfs auf. (Sé war bteà nur ein ©pief,
wenn and) ein gefährliches, gerabe wie bie Hunbe, auch in bel-
ieferet, zerren unb würgen, unb bie Ka|e, fetbà wenn man
il)r fd)meicheit, bte Kratten berauSÃrecft. ES wäre wtrfltd) feit*
fam, ba bod) fonà 2ttteS vollfommeit iÃ, wenn ber SnÃinft, ber
Trieb beS Thiers mit feinen Saffeu ober Serfjeugen im St*
berfpruch Ãdube.
SfTCan tonnte aber immer noch meinen, ber zufällige ©e*
brauch beS DrganS fbune 51t häufigerer Uebuttg beffelbett führen
uub fo eine entfptecbeube SiSpoÃtion erzeugen. Slber bte Er*
fahrung wiberfpricht biefer Annahme, ©tr Sofeph BattfS fagt
in feinett Stbenfcunterbattungen, er habe ein Kitdjlein, bent nodj
bte Etfchale am ©cbwanz hing, eine gltege fangen fet)ett. ©tr
Humpbrep Savtj erjagt, ein greunb von ü)m btm L)Vcn*
nettbett ©attb von Ee^fott Sllltgatoreier gefunbett unb auS Seen*
gterbe etttcS zerbrochen; es fam ein junger Sltligator heraus,
ber pbhÃfrf) uub moraftfdj völlig aitSgebitbet war; belftt ob*
gtetd) er im ©attb von ber neukfee ausgebrütet worbett,
machte er ftcfj boch alSbatb b, t Saffer, feinem cigentlidjeu
Etemente ju; f)infccrte man ihn, fo nahm er eine bro!)enbe
©tettung an uttb bià in ben vorgehaltenen ©tod. Sie ber
Trieb zu gewtÃen Bewegungen, betten t\'f)re äuÃern Organe
bienftbar gemacht Ãnb, ben Teeren eingepflanzt tÃ, fo Ã\'ub
ihnen aud» Seibenfdmften, atS Littel zur Vertbeibiguug ober
Zur Erlangung von 9\'tabrung, anerfdjaffen. Soch bieà tà f$on
Vor ftebzehubuitbert 3af)ren recht fchöit gefagt worben. »5Kait
nel)me," fagt ©aten, "brei Eier, ettt Slblerct, ein ©ättfeet unb
ein Vipernei, unb laÃe fte ausbrüten. ©inb bie ©cbalen ger«
brocken, fo werben Abter unb ©aitS gu fliegen verfttchen, wäh«
renb bie junge Viper fiel) aufrollt unb am ©oben hinfriedjt.
©egt man bie Beobachtung nod) «länger fort, fo fchwingt fiel)
ber Abter hoch in ber Suft, bie ©auS wenbet fiel) ber fd)tam«
migen ^)fü£e gu, unb bie Viper verÃedt fiel) im Bobeit.»
Die tägttdje Erfahrung geigt unS, baà KunÃfertigfeit ben
Vertuft ber jpanb nieqt nur überbatterf, fonberu fiel) regt unb
übt, wenn autf) von ©eburt bie jpänbe fehlen. ES tft höchÃ
merfwitrbig, wie bei foteben Menfdjeit bie §üÃe an bie ©teile
ber ipättbe treten unb feine, fünftfidje Arbeiten gu ©taube
bringen. Selber entwtefefn fttf> guweifen aucl) bie furditbarjten
Setbenfchaften unb führen gu Verbred)en, unter Umftänbcu, wo
man eS für unmöglich halten follte, weil eS au ben äuÃern
Mitteln gur Ausführung gebricht. DaS merfwürbigfte Beifpief
ber Art war ein Mann, ber von ©eburt feine Arme hatte, wie
ber Sunge, von beut früher einmal bie Diebe war, unb bod>,
wie vom Teufet befeÃett, mehrere Morbft)afen beging, bis
bie ©ache enblid) entbeeft unb er f)ingeriri)tet würbe. Diefer
Elenbe war etn Bettler, unb Ãellte fid) gewöhnlich an bie Sanb*
ÃraÃe am ©aunte eitteS äöalbeS, wenige Meilen von MoSfau.
Er gab ber ^erfon, wenn Ãe t£)m eben etn Allmofen reichte,
mit bem Kopf einen ©toà vor ben Magen, padte fte in ber
Betäubung mit ben Bahnen unb fchteppte fte in ben Salb.
Dod) gu etwas Erfreulicherem. Bei einem ©erfgeug, wie
bie £aub, muà etn groÃer Tf)eit ber Ãrganifation, bie fid) im
IrengÃen ©inn auf Ãe begieÃ, tief im Sunertt liegen. Die
£anb ià fctit Anhäitgfel, wie ein Erfrawerf in einer Uhr; tau«
fenberfet tut gangen Körper muà im eugÃen Begttg auf Ãe
augeorbnet feptt, fo bie BeWegungS« uttb ©efühlSuerven, wie
benn auch urfpritngltd) eine ^avtlu\'e im ©ebirit alten gur -öanb
gehörigen Thetfett entfprechen muÃ, wenn Ãe attberS foKeit in
Tbätigfeit gefegt werben föitnen; ja bei all btefer eigenttvum«
liebelt Organifation hinge bie ipartb untätig ba, wäre unS
nicht ber Trieb aiterfchaffett, unS ihrer gu bebtenen.
Voltaire fagt, bei all fetner 2öiÃettfd>aft fönne Newton nicht
jagen, wie ftd) fein Arm bewege, ©o wal)r ià eS, baà alle
gorfd)uugcn ber Art ifjre ©renze haben. Er erfennt aber an,
baà jwifd)cn ber Unwiffenhett beS KinbeS ober beS Bauern unb
beut BewuÃffeptt beS ^hdofophen, baà er an einen -<punft ge*
tangt iÃ/ »ber welchen ber Menfcl) wft feineu gä{)igfeiten nicht
hinauSfommt, ein groÃer ttnterfdjieb fet), Sir bütfen ferner fragen,
ià eS benn gar ntd)tS, wenn ntatt fleh bie bieten Bewetfe gött*
lieber AbÃcbt, wie Ãe ftd) in ber $anb offenbaren, ju vergegen*
wattigen f»d)t, wenn ntan zur Ueberjeugung getaugt, baà il;r
ganzer Bau ein votlfommen gegtieberteS ©9Ãem iÃ, baà ber
vollenbetÃe, auSgearbeitetÃe Melanismus unb aufs geinÃe be*
ud)Mtt Kräfte ber EmpÃnbung zufammettwtrfen, bamit wir
bie £>anb bewegen fbnnen? SaS ber erÃe AnÃoà jur Berne*
gung\'tÃ, wiffen wir nicht, eben fowentg, worin baS eigent£f%e
Banb jwfd^n Setb unb ©eefe beÃebt; bei alte beut aber bleibt
eS vom l)od)Ãen 3ntereffe für ttnS, lernten zu lernen, wie auS*
nebwenb finnretcb unb treffltd) ber förderliche Apparat gebaut
iÃ, ber zwtfcben ber innern Kraft, bte uns antreibt, ihn ttt
Bewegung zn fegen, ttub ber äuÃern Seit in ber 50titte liegt,
Banner von fjofjer Btlbung baben bte grage au mt\'d) ge*
richtet, ob an ben ©timmwerfzeugen beS ÃrangoittaitgS witffich
etwas mangle, weÃbalb er nicht fpredjett föttne? Mit ErfaubntÃ
beS SeferS will ich fyex btefen ^unft entwidefn. 3um Sprechen
ià zuerà erforbertidj eine beÃtminfe Kraft beS AuearbmcnS,
zweitens mitffen bie ©ftmmbanber im Kef)lfopf bttreh il)re MuS*
fefn geftimmt fepn, fonà erfolgt feine Schwingung unb fomit
fein Ton; brittenS mitffen bte offenen 3ugattge beS £alfeS burch
ihre zahlreichen MttSfefn nach bem jebeSmaftgen 3ttÃanbe ber
©ttmmriiic erweitert, zufamntengezogen ober verlängert werben,
unb alleS bteà muà fpmpatl)ifch zufantmenwirfeu, el)e auch nur
ber einfach fte Saut entÃebt. £auut aber btefer Saut ein artifufirter
unb fo ein Tl)etl einer conventionclleu ©pradje werbe, muffen
ferner noch ©djlttubfopf, ©antuen, 3unge unb Sippen mitwirfen.
Sod) bte feine ©rganifattort zu allem bem ià nicht etwa an ben
fogenannten ©timmorganeu Ãd/fbar, fte liegt in ben Nerven,
mittetà bereu all btefe Verfchiebeuartigcn Tb eile Z" Emern Aft
Sufantmeuwtrfcn. Die SOîafrfien beS Spinnengewebes ober baS
îtafefwerf etneS Krt\'egSfcbiffS fuib einfach unb itberficbtlid) gegen
baS verborgene Rervenneg, bas btefe Organe belebt, nnb febtt
nur Ein faben, ober ift einer im ©ertttgÃeit verftimmt, fo ftebt,
wie 3ebermanu weiÃ, ber SDïeufrf) ba mit offenem SDîmtbe, jurft
mit Bnngc uub Sippen unb bemüht ficb vergeblich, ein Sort
heranzubringen.
ES ergibt jtdj nun baratté, baà bte Affociattonett in ben
Stimmorganen anbere feptt muffen, je uact)bem fte jtttn Betten
bcà i^ttttbeÃ, jutu Siet)ern beà ^ferbeà ober jurn fdjritten ^fei#
feu fceà Affen jufamntenjuwtrfcu haben. AlterbtngS erfcbetneu
in ben verfd)tebeueu Sl)tevftaffett attd) bte Stimntorgane beben*
tenb verfebteben gebaut; aber neben bett augenfälligen Abwci*
jungen, beftebett feinere, unfern Sinnen fid) eutjtebeube in bett
concorbtrenben Rervenfaiteu. Der 2lffe arttfultrt bal)er nicht,
einmal, weit bei il)m bie Organe nicht gehörig entwtcfeft ftttb,
gweitenS, weit bei ihm bie ;9?ervenaffociationen nicht fo ntanuig*
fattig Ãttb, atà jttnt Spredjett erforbertid) tÃ, unb enbttd), wäre
auch ber äuÃere Apparat gang vottfomtueu, febtt cà am 3m*
pitfà gttm Act bcS Sprechend.
AuS atte betu gel)t nun wobt bettdtd) hervor, baà ber jpattpt*
«nterfebieb tu ber futtern gäbtgfett, tnt triebe liegt Sobalb
baS .ftttb etwaà unterfdjetben, fid) über etwas wunbern fantt,
beleben fid) feine Buge, feine Stimme fängt an, Ãd) verfd)teben*
artig ju mobtÃ\'cirett, btefe Ãaute .faÃt bte Särterin auf uub
wieberboft fte, uub bamt\'t btfbet ftch afSbatb eine Art von ton*
ventionettem Berfel)r jwifchen betbeu. Der votttommeue ©eban*
îeuauStaufd) ift Sache ber ErÃubiutg, aber bie Duette ber
Artitufation, ba», waà mià ju ben erften Berfucheu antreibt,
liegt in unfercr geiÃtgeit Ratur. Str tonnen fomit nicht gwei*
fein, baà ein bett äuÃern Organen entfpredjenber £rteb uttS
auerfdjaffett ift, ohne wefdjen jene unmtüe Betwerfe wären.
gftan tonnte fagett, bttreb Häufung ber Betfpiefe ntad)en
wir ben Beweià mtfereS SageS, baà AlleS ttt ber Schöpfung
itach einem feften gitane augeorbnet unb vorgefel)en iÃ, um
nichts bünbtger. 9î«n fantt alterbingS nichts ftärfer für jenen
Safe fprccheu, aà baS einfache gafturn, baà jwei inteffeftueffe
Sefeit ihre ©ebattfen mit etttanber auStaufcben unb ficf> über
bie in ihrem ©etile auffteigeuben Sbeett verÃänbigett fömtett.
Settn wir bie Taütel fennen fernen, woburcfj bie Stimme
hervorgebracht wirb, biefcn ganzen verwicfefteu SDiedjantSnutS,
fo wirb bannt affetbtttgS nnfere Verwunberuttg nrn nichts grö*
Ãer, nnfere Ueherjengung, baà 2fffeS im nnb am 9Jienfchen aufs
Vofffommenfte georbnet ift, um nichts fefier. ^3l)ifofo^f)ifcf> he*
trachtet, bfeibt baS Sttttber, baà wir ben Sinn aufheben fön*
neu, baÃefbe, ob wir äff ben Eompfer von Nerven nnb QJiuS*
fein, von Knochen unb ©efenfen, woburch bie Bewegung ver*
mitteft wirb, fennen ober nicht 3d) frage aber, wer benft baran,
wer fühft ctwaS babet, Wenn er fpvtcht ober feine Hanb bewegt?
eS aber\' nicht ein ©euttÃ, Ãcf) bamtt befamtt ju machen,
wie biefe Verrichtungen vor fief) gehen? ià eö nicht von Sich*
tigfeit, baà wir bie auf fofdje Seife tu ttttS erregten ©cfü!)fe
ber Bewutiberung nnb beS SaufS fo tu ttttS verÃätfen, baÃ
Ãe jttr batterttben Stimmung werben? Scr ©ebattfe tl)ut einem
woljf r baà bie in ben ^aturwiÃenfehaften auSgejeichnetften
Banner ber Vorjett au ben groÃen BaumetÃer uttb bie Ewig*
feit feineS Regiments gegfaubt haben, uttb fo ià eS gewià fein
übcrffüfÃgeS Serf, wenn man biefen ©faubett burdj bie Ent*
bedungen beÃärft, wefche täglich tu äffen fächern beS StÃettS
gemacht werben.
3coch mäÃen wir von ber £anb afS einem Littel sunt
SfuSbrucf von ©ebanfen unb ©efühfeu fpreebett. ®ian bat
förmliche äfbbanbfmtgett hierüber, müÃten wir uns aber babet
nach Autoritäten umfef)eu, fo würben wir unS auf bie groÃen
DJJafer berufen; burch bie Steffung ber Haube im VerbältniÃ
jur gausen gtgur ift eS ihnen gefungen, jebe ©emittf)SÃimmiing
fprechenb attSsubrücfen. 9)ian benfe j. B. au ©ttiboS Siftagba*
fetten, au 3?apbaefS EartonS, au Seonarbo ba Vincis Sfbettb*
mahf. H^r fef)ett wir äfffeS auSgebrücft, waS nach Omnriftan
bie Hanb auejubnufeu tut Staube iÃ. â //Sie attbern Kör*
perthetfe, fagt er, unterftüfeeu ben Spredjenben, biefe aber,
möchte ich faà fagett, fprcdjett fefbft. Sir verfangen, Verfyrc*
djeit, rufe«, cnttafieu, brot)en, bitten, verwiuifchen mit ber £anb;
mit i^r brücfen wir gnrtf)t aus, greube, Trauer, 3*»eifef, Auer«
fenntniÃ, Reue, BerhättniÃ, Menge, 3af)f unb 3eit.»
Buffett l)at gu entwickeln verflicht, auf wetcfje Seife ber
Menfcfj urfprüngftrf) gur Erfenntitià getaugt iÃ, unb gu biefem
3wecf befaufcht er â in ber Einbtfbmtg, verÃef)t ftcfj â bie
frtfch erwachten Sinne beS ErÃgefchaffenen. »Um uns, fagt er,
bie Sache beutficher gu machen, folt ber crfte Meufd) felbÃ
fprechcn,» unb nun faÃt er ihn beS Augenblicks feiner Schöpfung
Ãcfj erinnern, jeneS Augenblicks beS EntgüctenS unb ber Berwir«
ruttg, ba er guerà bie grünen Siefen fah, bte filbernen Bäche,
unb über feinem Raupte baS ©ewölbe beS Rimmels; weiter heiÃt
eS fobattit, er habe nicht gewuÃt, was er fep, noch woher er ge«
fommett, unb gegfaubt, AlleS, waS er feije, fet) ein Tt)eif feiner
felbÃ, â Man ficht, eà wirb fo bargeÃefft, als hätte er ein
BewitÃtfeptt von ©egcnÃänben gehabt, bie man gar nicht fefjett
fann, ohne vorgängige Erfahrung, unb bte, folt mau ihrer
VollettbS genieÃen, taufeub angenehme, bereits gebitbete ©eban«
fenverbinbungen vorauSfegen, â aber auS feiner Bergüctung
erwacht er plögltch, intern er mit bem Kopf wtber einen ^)atm«
bäum rennt, von bem er noch nicht weiÃ, baà er Ãd) baran
flöÃen fann!
Der Mettfeh miÃtraut feinen erÃen Etttbrücken unb meint,
sphtfofophte müffe gu etwas gang Sfnberent führen, afS waS man
ihn in ber Ãinbheit gefehrt hat, unb barattS entfpringt fofeh ab«
gefchmacfte Bermenguttg von sphilofophie unb $>oeÃe,
Spätere SchrtftÃefter behaupten, man habe febigfich feinen
@ruub gur BerauSfegung, baà trgenb eiitmaf ber gfeichförmige
(Sang ber Ratur unterbrochen worben fep. Unter ©fetchförmtgfet\'t
verfteheit fie bie «öcnfdjaft berfetben ©efege, wetche Ãe jegt re«
gieren, ©ie fagett, fafye man trgettb eintitaf, wenn eine Kolonie
ttt ein neues Caub eittgtehf, von felbà vor bett Augen ber Meu«
fciiert fruchte Ãch ergeugen unb Blumen unter ihren guÃen fprof«
fen, fo föttttten wir glauben, baà uttfere erÃen Eftern in eine
herrliche ©egenb vott Ueberfluà Verfegt worben fepen, wie eS ihrer
^ütffofigfeit angemeÃen gewefett wäre, wie eS aber im jetzigen
Sauf ber Natur nie gefchehe, â ES ift nicht fefjr vernünftig, über
btefen ©egenÃanb überhaupt ju Ãra\'tcn, gibt mau fleh aber ein*
mal bamtt ab, fo beiÃt bteà vom eigentlichen fünfte, um beu eS
Ãcf) hanbett, gewattig weit abfprtugen. SOÃtr motten ntetjt wtffen,
wie ein ganzer BolfSÃatnm auf feinem 3«ge weÃwärtS Unterhalt
fuibeu mod)te, fonbern in metcbem 3uflanbe ber SNenfcf; gefdjaf*
feit werben unb leben tonnte ohne äBtberfprttcb mit bem fo*
genannten Sauf ber Natur,
Sare ber SNenfet) büfffoö, als Ktnb, gefchaffett werben, fo
hatte er müffen ju ©ruube gehen; mürbe er mit reifem Körper
erfehäffen, fo muÃten ihm gabtgfettcn angeboren fetm, bie ju
feinem 3uÃanb paÃten, Ein men|j)ttdjeS 9Befen, frtfd) auS beS
Scf)öpferS ipattb\' Witt Neigungen unb Setbeuftfmften, wie fle
feinem 3uÃanbe angemeffen, in UmÃanbe verfegt, wie Ãe feiner
ErtÃens förberftch Ãnb â bteà ià eilt Btlb, baS mit bem ©tau*
ben unterer Kütbhetf gar fel)r übereinÃtmmt,
Sei jeber Berauberung, wetdje bie Erboberfläche erlitten,
fehen wir ein genaues Berbältutà jwtfchen ben gefchaffeneu
Tl)teren unb ben umgebenben Elementen, Tue BorauSfeguug,
baà bteà je anberS werben fonnte, ià rein müÃig, Eittweber
muÃte baS Thier in feinem Bau unb feinen Beratungen bem
3uÃaitbe ber Elemente gemäà gebitbet fcpn, ober bie Elemente
muÃten ftch fügen, um für bie Bebürftttffe beS Thiers 51t for*
gen, unb wenn bie forgfältigfte gorfchung bureb bie ganje
Tt)ierreihe abwärts unS btefen Schluà aufbräugt, wie fomrnt
eS, baà wir beim legten vornehm fmt Serf ber Schöpfung
folcheu Einfluà nicht gelten laÃen wollen?
Tiefe ©rünbe für einen Aufaug, für eine erÃe Urfache fmb
unabweiSltch. Stnb wir fed genug, uns bei unfern gorfchun*
gen auf bie groÃen Umwälzungen ciuzulaffen, bie im 3uÃanbe
ber Erbe, wie im Bau ihrer Bewohner vorgegangen Ãnb, fo
müffen wir unfere Begriffe von ber "©leicbförmigfett" im ©auge
ber Natur einigermaÃen aufgeben, Beränberungen müffen ju
gewiffen Epochen vorgegangen, neue Söefen müffen gefchaffen,
unb bamit eine von ber vorhergeheubett unb von ber jegtgen
Verfdflebene Drbnnitg ber Tinge begrüitbet worbett fetm. Sol*
djer 2Ãed)fel ftet>t fetneSwegS im Sfötberfpruch mit bem groÃen
©chöpfungSplane; nicht mit btefem statte, nur mit uuferm
gegenwärtigen Bujianbe Ãel)t er im Stberfprucb. 3n ber wet*
feften, güttgften Abftdjt ià uns aber bie Uebergeuguttg eingepflanzt,
baà wir auf ben Sauf ber Dtnge, wie er ift, bauen bitrfett
als auf einen ewigen/ uotfyweubigen. 3Ãtr gehören einer ge*
wtÃett Epodje an, unb wenn unS unfere t)ocf}flicgeuben
bauten über unfern Buftaub hinausführen, ba fü§ten wir, wte
befcbrättft unfere fähigfeiten fntb, wie mangetf)aft unfere 23e*
griffe unb unfere @prad)e. Eittweber müffeu wir fotebeu ©pe*
fntationett ganj entfagen, ober eS aufgeben, bloS nach uuferm
gegenwärtigen BuÃattb ju urtheiteu.
ES ià bargetban worben, baà ber SRenfcb unb bie £t)iere
ber Erbe mit SSejug auf bie @röÃe beS ErbballS gefd)ajfen ftnb;
baà t\'bre SebenSfräfte im Verbättnià Ãebeit mit ibrer ErtÃeng UUb
ben Ãe umgebenbett Etementen. ffitr fabelt gefehett, baà baS
©pjtern ber tbtertfeben Körperttcbfett einfach ià unb allgemein,
trog ber erÃauitltdjen 33erfcbtebenbeit ber formen, Wetcber baS
Auge begegnet, unb baà btefeS ©pÃem ntd)t allein alte lebenben
®efdt)öpfe umfaÃt, fonbern in einer Urwelt gerieben binbureb
geberrfd)t bat, beoor bie tegte Umwälzung ber Erboberflad)e vor
ftd) gieug. Der 3lugettfd)eüt unb bie ©eologte geben unS ben
(Stauben an bie £attb, baà Ãcf) bie Erbe nid)t von jeher in
ihrem gegenwärtigem BuÃanb befunbeit bat. Alte ©ubÃanjeu,
bie wir fel)en, Ãnb gufammengefegt, ntrgeubS bringen Wir ju ben
Elementen ber Dinge burd), bie feÃeÃett Körper ber Erbe be*
Ãehen auS jerfegtett unb Wtcberöereim\'gten feilen. Die Erbober*
ftäd)e t)at groÃe SSeranberungen erlitten, unb bieà ià fo augett*
faltig, atS bie furchen auf bem Ader beweffen, baà ber $}flug
barübergegangen. Die tiefer tiegeuben ©deichten ber Erbrütbe
unb bie tu ihnen etttgefcblojfenett Xl)iere weifen ferner im Saufe
jener Resolutionen auf lange Venoben ober Epochen bin. Kurj,
allmähliche Umwanbluttgett t\'tt ber £>rgamfatton unb tut VerbältmÃ
jur äuÃern Ratur, vott ber ntebrtgÃeit bis jur höchÃett ©tufe
ber X()ierheit, fpred)eu für bie groÃe Wahrheit, baà ein Anfang
war.
Senn ber ©eolog eine Reihenfolge gefd)td)teter gelSarteu »or
(tcf) Ãebt, wöbet bte unterÃen cfjemtfd) einfach, bte barüber tic=
geitben jufammengefeÃt, anbere »olleitbS beutlid) als Eottglo*
merate, alS auà bett BrudjÃüdett älterer gufammengefeÃt erfdjei*
nett, fo läÃt Ãd) bev Annahme üou etiler ewigen Aufeiuanberfofge
üon Urfadjen fd)wer wiberfpred)eit. 3m tf)tert(d)ett Körper bagegeu
geigt Ãd) nichts ber Art, baS Material ià bei allett bafielbe, uttb
ebetifo ber "plan im Altgememen; aber in jeber ganüfie treten im
Körperbau neue, wefentlidje Btlbungen auf, welche auf bie Etil«
Wirfung ber Sd)öpferhattb l)inweifett.
Die Beobachtung ber Tt)terfpecieS »eranfaÃt uns lttrgenbS jit
ber Annahme, alS ob bte Seit in einen frühem 3uÃaitb gurüd?
fänfe. Sentt wir nun aber atterfenuen, bag bie £t)iere nach«
etnanber, mit immer entwidefterer Organifatioit gefchaffett wor?
ben Ãnb, fo ià bteà nicht fo gu »erÃeheit, alS fähett Wir hierin
einen Beweis bafür, baà bie fehöpfertfehe Macht Ãd) allmählich
erà eutwidelt, baà ber Schöpfer feine KraftäuÃerungen geÃetV
gert, ttnb gwar auS bem eiitfad)en, gleid) gu Anfang angege?
benett ©runbe, Weit im Act ber Belebung überhaupt, tu ber
Berbittbung beS SebenSprmgipS mit bem materiellen Körper, bte
AeuÃerung einer weit höl)crn Macht liegt, als t\'n ber Schöpfung
ettteS neuen OrganS, ober etueS domplereS Dieter Organe, ja
beS allercompticirteÃen thterifchen Mechanismus?. Sir haben ba«
her feine Kvaft »or uuS, bie Ãd) felbà Ãeigert, fonbertt eine
Kraft, bieftch barin offenbart, baà Ãe allmählich, uttb auf baS
BolffominenÃe etu Ding bem anbern, Vitalität unb Organifa?
tioit ber unorgam\'fchen Materie anpaÃt.
©eheu wir bte Thierreihe burd), fo ftnben wir, baà jeÃt
noch fumpÃge, ungefunbe Striche ber Erboberffädje »orgugSweife
»ott Amphibien unb Thieren mit SchwüumfüÃcn bewohnt Ãnb.
ES ià nun höchà intereÃant, baà ba, Wo im feÃen ©eftein bie
UeberreÃe ähnlicher Xf)tcre begraben tiegeit, bte ©eologen »ott
anbern Merfutafen abnehmen, baà gur 3eit ber Btfbung fener
©ebirgSarten bte Oberfläche flacf) war unb ©ewächfc trug,
welche auf einen, jenen moraÃigen, uitgefuitbeu Strichen aita?
logen 3uÃanb hinwetfen.
®e(t, bicJpattb. 7
Sffit\'r fcf)eit atfo, baà mit ber Erboberfläche, unb zug(eicf) mit
bcv t{)tertfcf)eit Schöpfung SSeräuberungen vorgegangen Ãub.
3Ãir 6eobad)ten mannigfaltigen gorntenwecbfef in ber äuÃern
©eÃaft , ber ©röÃe, bem ganzen 2öefett ber Tt}ierer unb
eutfprecbeuben gortneitwecbfef im tunerit Bau, bt\'S eubticf) ber
5Dienfch auftrat, ber uttÃreitig über alten Ãef)t, unb Ãcf) tu einen
ihm aitgenteÃeiteit Buftanb ber Erbe verfemt faf).
Ot)ne Bweifel würbe bie urfprüitgtidje Stinbe ber Erbe jer*
rt\'Ãen unb zertrümmert, bamit it)re Etttgewetbe bfoSgefegt, burcf)
beit ÃÃecfjfet Von Htfje, Kälte unb Diegen aufgeloht unb fortge*
fcfÃvemmt würben; Berge unb Tbäfer bitbeten Ãcf), burcf) bie
TemperaturVeränberungen in ber Sltntofpbäre warb beÃäubiger
5Ã5ecf)fef unb ein beiffamer KreiStauf ermatten, bie £>ünÃe, wefcfje
über ben Tiefen fÃengcn, fummelten Ãcf) au ben Bergen ju Sföot*
Jen, fo baà erfrtfcfjenbe DlegettgüÃe ben Bobeu abwärts riÃen
unb bte Ebenen befruchteten. So würbe bie Erbe für beS
50ieufcf)cu EriÃenj vorbereitet, unb jugfetcb ©egcttÃänbe tnS
Safei;u gerufen, au beuett Ãcf) fein Scf)arfÃntt üben unb fefbÃ
befolgten, an betten alle bte mannigfaltigen Kräfte feines ©et*
ÃteS unb fettteS Körpers Ãcb entwickeln fonnfett.
Unettbltcf) erf)aben ià ber ©ebaufe au einen ©etÃ, ber
SltteS vorbereitet unb vorgefeben, bie Betrachtung, baà baS
SBerf, baS eubftcf) feilten Slbfcbfuà tnt teufet)ett fattb, tn einer
unenbftcf) weit rücfwartS ftegettben Bett, vor ben groÃen Um*
wafzungett, wefcfje bte Erboberftücbe erlitten, begonnen würbe.
Uttb matt Ã-tge nicht, wir babett unS f)ier von ber Betrachtung
citteS fo unbebeutenben T()eiteS, wie bte Knochen ber Hattb,
51t weit verfliegen; haben wir boef) gezeigt, baà baÃefbe SpÃem
von Stetten, wetche jü bem votfenbeten, unferer \'Jiatur entfpre*
cf)enbett ©erzeug jufammcntreteit, bereits in ben ©fiebern jener
uttgeheuern Tl)tere vorgcbtfbet Ãttb, wetche bte Baien unb Btn*
jtenfeett einer Urweft bewohnten. 51?te erhaben ià baS iöeehfet*
verf)äftntà z^tfeheu bem attS einer 9ieil)e von Umwälzungen
hervorgegangenen BuÃattb ber Erboberfläche uttb beut eitbtief)en
BuÃaitb tf)rcr, ttarf) ber Siatur ber jcbeSmaftgctt Berüttberwtgeit
gefchafettett Bewohner!
Sir haben bett Bau, bte Organe, bie g-af)tgfetten beS 20ien#
fcfjen unb ber £biere mit etnanber verglichen, nur haben ^a*
ratleleu jwtfdjett ihnen gebogen, aber and) eine fcharfe ©reuj*
Itnte gefunben, tubent ber SDienfdt allein ber Vernunft, ber
Siebe, ber Danfbarfeit, ber Religion fal)tg ift unb ein BewuÃt*
fei)it hat vom Saufe ber 3eit, vom Verfall feiner Kraft unb
fäbigfetten, vom Vertuft ber ©einigen unb vorn Rahen beS
£obeS.
Ein hochÃehenber 9)?anu fprad) feine ®cfitf)fe beim Vertuft
eineö ©ol)neS fotgenbermaÃen attö: »Es ift unS, wie eS SReit*
fchen fet)u fatut, bie in biefer Seit nichts mehr ju hoffen, noch
ju fürchten haben; wir geben etn unb attS, aber ntrgenbS Spricht
ein Ort jtt itufernt ©efül)l, baà wir au ihm weiten möchten;
wir Ã\'ub ruhig, aber bte Ruhe ift bie Rul)e beS ©rabeS, baS
altes umfehtieÃt, was ttnferm Sehen Reij gab." $ änbe bie ©eele
ntrgenbS Suflucht tu fotdjer ©ttmmttng, fo Ware eine Süde tnt
groÃen platte ber Ratur, ein Sauget im menfehttebeu Sefeu,
unverträglich mit ber ©üte, bte ftd) fouà überall in ber beleb*
tett Ratur offenbart.
ES ift mir febon vorgefommen, als ob fel)r umfaffenbe
Raturattfchauung ttufer ©elbÃgcfübl leicht ein wenig ju fe(;r
bemüthigett fönute, unb afs ob biefer ©tintmung bttrd) Befd)äf*
tiguug mit fletneru, ttttS fetbà näher angehenben ©egenÃänben,
namentlich bttrd) baS ©tubtum beS thterifchen Baus unb beS
©ptelS ber SebenSfräfte, baS ©egengewtebt gebatten Werben
müÃte. Senbeu wir ttnfere ©ebattfett ber Unenblichfeit ber
htmmltfchen Körper gu, fo erÃauttcn wir, wenn wir bte
%ortfehritte verfolgen, Welche bte Siffenfchaft nach unb nad>
gemacht bat: eS braucht nur eine an ben gefrümmten flächen
vorgenommene Vcrbefferuttg, eine nette 502etl)obe tm ^olirett ber
Reflcftorett, eine neue chemifct)e Bufantmenfegung ber ©täfer,
ober eine vollfontmenere Slnwenbttng ihrer Bred)ungSVerf)ätt*
ntÃe, mtb Selten um Selten tauchen vor unfern Btiden auf.
Vergeblich Strengt ftd) uttfere EtnbilbungSfraft an, bie Uuenb*
liebtett ber ©d)bpfung ju umfaffen; wir laffen ab mit beut
©efül)t ber Kleinheit aller menschlichen Dinge, uufer Seben
erlernt nur wte ein ^unft tu ber 3et\'t, gegen jene aflronomt*
fcfjett nnb gcologtfrfien 3ettraume, unb wir fefbfl atS Atome,
wtrbelnb im ewigen ©etriebe ber materiellen Seit.
ES ià aber gezeigt worben, baÃ, mag man nun beit tht\'eri*
fd>eu Körper als 93iafct)ine für fleh, ober bie fttccefflvett, immer
mit ber Entwicklung ber Erbe junt 33eifern Schritt Ijattenben
Tl)ierfct)öpfungeu betrachten, tut ganzen S^fleme ntrgenbS 3ufatt
ober UnregelmäÃigkeit berrfdbt. 3a, je befler wtr bie ©tuttbfage
ber Mechanik, ber ^brautit u. f. w. auf ben tbterifchen Me*
djaitiSmuS anwettben ternen, beÃo ntebr überzeugen wtr uuö
von ber Vollkommenheit ber Anorbmtug. Erfcbetnt t>Cex* etwaS
als zufälliges Beiwerk, bort etwas nicht recht tut 3ufammen*
hang, fo tafle man ben Sernettben fofctje fünfte 5um befonbern
©egcnÃanb feiner Betrachtungen unb Verfuge machen, unb
man kann fleher barauf rechnen, baÃ, menu enbtich ber 3u*
famntettbang beuttich wirb, bavott auch auf anbere Theite Sidjt
fallt unb wir beÃere Etnflcht tu bett ganzen -ptan erhatten.
Sie Ausbreitung unferer Kennttttfle hat nicht nothwettbtg
jur golge, baà fle unfern ©età ju troflretchcrn ©ebattfett er*
heben. Stetten wir in btefer Beziehung einen alten P)tlofopbeu
einem jetzigen gegenüber, ©er erflere hat nichts in feinem Kopfe,
waS t()n von ber Betrachtung beS richtigen Verf)alftttÃeS ber
ntenfcbltchen Ereatur zu ber Seit abzöge, tut ©egentbetl, er
fleht, wie alte Singe nach bem SDîeufcbcn berechnet ober it)m
untergeorbnet fl\'nb, unb benït fleh als "einen kleinen, in einem
Menfcbenforpcr hattfenbett ©oft.» Qat fleh aber bunt Stffen*
fdfyaft, burd) JrtÃrumente ober bte flnnretche Kunfl ber Jjattb
ber mettfchltche ©efldjtSkret\'S zu ©egenÃanben auSgebehnt, wetche
über ttnfere natürliche Sphäre hinausfallen, weil fle entweber
Zu entfernt, ober zu klein flnb; fleht bie Scheibe ber Erbe mit
beut barüber gefpaunten Horizont nicht mehr fefl tu ttitfern
©ebanken, ià unfer Sol)nplag zu einer Kugel geworben, weldje
unter M^rtaben ihresgleichen, bie unettblid) gröÃer flnb, bal)in*
roÃt, bann ià ber AuSritf entfebutbbar : "bie Erbe fammt bem
sUîenfd)cn tfl nicht viet beÃ~er als ein Ametfenl)aufen, wo
einige Ametfeu gutter fchleppcn, anbere ihre Sungen, manche
febig laufett, alle aber auf uub ab, fürt unb ber, etn Räuflet«
©taub!»
SSeöor baS £td)t ber neuem ^l)tlofopl)le beu Vorfieltungen
beS Menfcfjen biefe »eränberte Richtung gab, befanb er fiel?
wol)f in einem naturgemäÃem 3uÃanbe, fofern er fiel) »öttig
ben ©nbrnefen hingab, welche bie ©egenÃänbe uub Erfdjei«
nuttgen junäetà um ihn unmittelbar auf ihn machten* AIS aber
in ber Entwidtuug ber Menfcf)l)eit bie ^eriobe eintrat, wo er
natürliche (frfdiciinrngen bem Experiment unb bem pl)itofopl}^
fd)cu Raifonnement unterwarf, bamt brol)te tf)m bie @efa!)r
einer moratifd) ntdjt immer gimfitgett ©inncSänberung. Der
gMÃlofopf) unterliegt freiltd) biefer ©efal}r weniger als berjetttge,
ber erft lernt Der Mann, ben ©eiÃeSfraft uub ©charfÃnn jur
Raturforfdmng befähigen, gibt fid) mit ber Auffmbung feeun«
bärer Urfad)eu nicht pfrieben; ber ©eftdjtSfretS fetneS ©etÃeS
erweitert fid) immer ntel)r, unb bie .Objefte feüteS DenfcnS uub
©trebeuS werben immer erhabener. AnberS »erhält eS fid) aber
mit folchen, weldie nid)t felbÃÃänbtg forfd)ett, fonbern bte Re«
fultate ber $orfd)ung auS ^weiter £anb erhalten. ©iel)t ein
fold)er baS geuer beS Rimmels auf glafchett gezogen, fiel)t er,
wie ein fititÃltd)eS ©emifcf) lauter fnallt als ber Donner unb
jehnmat »erl)eerenber wirft als ber BliÃ, fo ifl ihm fjixifort
bie ©ttmme beS ©ewitterS feine bebeutfante mehr. ©iel)t er
bte bäumenben Sogen einer flürmtfcheit ©ee an ber Ki\'tjle bin«
braufen, unb betrachtet er, wie an einem beftimmten fünfte
ber tobenbe Dceatt Ãt\'lleÃebf unb bttreh unftchtbare ©ewatt
wteber rüdwärtS gezogen wirb, fo tà er beffer ju bem ©efühle
geÃimmt, baà bie £anb ber Allmacht auch über bem Menfcfjen
waltet, als wenn Ãch bie Theorie »on ber Anziehung beS MonbS
ZWifchen beu erhabenen Auftritt unb bie ttt feiner Brnà auf«
Ãetgenbett ©efül)te brängt Dergleichen natürlichen, auS weifer
AbÃdjt in unS gefegten Regungen beS ©emütl)S, wetdje Mit«
tionen »or ihm als Bt\'fbungSmittef gebient haben, fagt er ab
ats gemeinem, »erächtlidjem hinüber. 3m Düttfef frifch er«
woibeuer Kcnntttià mad)t t\'hn baS AufgefaÃte »erworren, wenn
es ihn nicht gar auf Srtwege leitet; furz, er hat nicht bte
getfitge Schule burcbgemad)t, welche bev Erwerbimg von Keimt«
ttifi vorangehen uitb fte begleiten follte.
Ein geifitg fef)r bocbüebettbcr 5D?amt bagegen fattn ber riet)*
ttgeit Selbjtfdjä£uug auf auberem Sffiege verlujttg gef)ett. ©c*
rabe bte Erhabenheit ber ©egenftättbe feiner gorfchung fattn
tf)it jit utcberfrfjlagenbeu ©ebanfett führen; er mag ber Kräfte
feines ©eifteS, bte tf)tt bod) ju fo erhabenen Betrachtungen
befähigt, er mag ber Kunjl ber Haub, feie bett Kreis fetner
Beobachtung fo mächtig erweitert, ycrgcffeit.
SaS wahre Heilmittel für ein fofcheS ©emüth ftnb ntttt
gorfebuttgeu, wie bie tu btefent SÃÃerfe nt\'ebergelegten. Sie ewige
Kraft, weiche bie btntmltfcben Körper tu bett Bahnen erhalt,
bte fte bttreh bot Slautn befebretben, tfl um nichts wunberbarer,
vetbteitt um nichts mehr ttnfere Bewuttberung, afS bt\'e Kraft,
weiche ein Bfutfügeldjeu itt ber flüfftgen SDtaffe fchwebenb er*
häit, ttitb burch bte eS ju feiner Bett angezogen ttub aitfgeföft
wirb; aiS bte Kraft, burdfj weiche et\'it beut febettbeit Körper
attgehörenber Sttom eine Stetf)e von Umwanbiungett burdbfäuft
nnb feinen SIggregattonSzujtaub mehr aiS einmal äubert, ittbent
eS jetit einer glüfftgfetf, ein anbermai einem feiten Organ an*
gehört uttb ettbftcf) buref) bie SebenSfraft wteberunt ausgestoÃen
wirb.
Sir haben itt einem frühem 2(bfchntrt btefeS SÃerfS gejet\'gt,
wie ber SEftcnfcb bttreh bie aSollfommenbett feiner Hanb, aiS beS
aUzeitfertigett 2ÃerfjeugS feittcS @et|teS, jtt allen Bujtänben
gefchicft t\'ft, weiche er zur Erfüllung feines ©efcbtcfS ju bnreh*
laufen haben mag. 2Ãt\'r fel)en bie Hanb juerft feinen Bebürf*
ttiffett bteiieit ttub baS Sehen beS SnbtvibuumS frtften. Stuf ber
zweiten Stufe feiner Entwidluug, wo ber SRcnfch Arbeiter ttub
Haubwerfer wirb, fcbajft fte im Stenfte ber ©efellfchaft. Slttf
noch höherer Stufe tritt bte SÃtffenftfjaft tut Bttnbe mit media*
uifchem Sdjatfftuu auf, uttb bie Elemente, welche bent gort*
fdjvetten ber ©efctlfdjaft fetnfeltch erfchtenen, werben jufi bte
Littel, eS Z" förbern. Sie Speere, wetdje SlnfangS bte 3?a*
tiotten abgrenzten uttb bte gamtlieu ber SWenfchbeit attSetnanber
hielten, fütb jefct baS eigentliche Banfe, feaS fte nmfdjliugt. Sie
höhere Ehentie l)at bte Elemente bettt 9flcufcbeit bieuftbar ge*
macht, unb AlleS Ãrebt hin auf Erfüllung ber groÃen B^ede,
auf bie von Anfang an AlleS unb 3ebeS btttwtco: Vermehrung
unb Verthettung ber ÃKenfchhett über bie Erbe, Vervielfältigung
ber Duetten beS ©ettuffeS unb ber Bcqttemltdjfeit, Befreiung
von ju harter Sftübfät, uub fomtt Vervotlfommnung ber höhern,
getÃtgen fähigfetten beS ?0?enfctjen. Der SnÃinft hat bie Stetere
fo weit geführt, big fte über bett ganjett Umfang ber ihnen
befttmmten SBobupfäge verbreitet waren, Auch bett 5D?cnfd)eu
treibt eS vorwärts, unb bleibt and), wenn er feine Vernunft
befragt, Vieles buttfel unb ungewiÃ, fo ftrebt bod; fein @et|1
ber Erfüllung beÃefbeu EnbjwecfS entgegen, ber Erweiterung
ber Sphäre ^eS SebettS unb beS ©enuÃeS,
3Benn wir fo, wie auf einer Karte, bett @ang ber ntenfeh*
liehen Entwicfluug vor uuS fef)en, fo bräugt ftrf) unS wieber
cüte noch näher fiegettbe, gewichtigere Betrachtung auf: gu wag
btenett und alle biefe Bewetfe von göttlicher SDiadjt, von Ueber*
etnÃimmung in ber Ratur, wojtt bie präbefttnirte Untwanblung
ber Erbe, woju bte Schöpfung beS förperlicbett uub getÃtgeu
teuften, weutt eS bamtt aus ift? wenn ftch uuS fein unmittel*
barereS Verl)ältnià beS 3nbtvtbuumS jttnt Schöpfer offenbart?
Doch fofdjer SttUÃanb ift nicht ttttfer SooS; tut ©egeutbeit, bei
jebent Schritte bieten fich uns ©rünbe in Spenge bafiir bar, baÃ
bte lebettbtge Seele gtt etwas Roherem beÃimmt, baà fte, baÃ
ihr Buftanb ber Enbgwecf btefer ganzen SRafchmerte, biefer gatt*
jett Reihe von Umwälzungen iÃ.
Uttb barttm ift ber Körper fo gebrechlich, bie Kinbljeit fo
hülfloS, baS Alter fo hinfällig, barunt ià Sdjtnerj uub Kr auf*
bett, Uttglücf unb Kummer im SRenfcbenleben; benn auf folgern
ffiege foll ber 5D?enfdj erlogen werben, fettte fähigfeiten unb
fetne £ugenbett entwiefett, unb fem ©ernüth einem getÃigett Be*
fchüger in Siebe sugefebrt
â¬rtÃuternk Busitt^c.
Don ïr*n nwljanifrl^u (Sigfnfrfyaftin festen &öv*
IwtljriU,
3m erften Kaptteï ià gezeigt werben, baà geÃtgfett nnb
Sd;were wefentliche Eigenfchaften etneS jeben ErbbewobnerS ftttb;
bte erÃe tà ein notf)WenbtgeS Schutzmittel, nttttelà ber ^wetten
Ãel)t baë Thier feà nnb beÃgt fo viel Kraft beê StberÃanbS atS
jur wtrffamen Thättgkeit ber SNuSfcfn erforberltd) tÃ.
£)er erÃe Stoff, ber tu Betracht kommt, wenn von bett Mo*
ntentett btefer uot()Weubtgen geÃtgfett beS ©ewebeö bte Nebe
wirb, tà ber fogenannte 3eftÃoff, ober baö 3etf0en>ef>e.
Es beÃel)t aus garten Rauten, wellte Selten unteretnanber btlbcn;
btefe Sellen hängen jttfamtnett nnb ntttnbett t\'n etnanber, unb
btefer Stoff btlbet überall ein 3ugrebtenS bcS tbtcrtfdfjen Baus.
3luS tf)tn feeÃeljt gröÃtentbetlS bte ^ebttfe, etn Stüter, baS wie
eine Blafe auf bent 2Baffer frf)Wttnntf, unb tut ntenfdf)ltdE)en Kör*
per firnbet ntan tf)n tu jebern ©ewebc. Tiefer SellÃoff btlbet bte
fetnÃeu £äute beS AugeS unb gibt ber £aitt geÃtgfett unb Terb*
bett Er tà jtt Bänbcrtt zufamntengebrebt unb verknüpft fo bte
gröÃten Knochen; er tà baS vermtttelnbe ©lieb jwtfdien Knochen,
MttSfef unb BlutgefäÃ, unb gibt ben verfebtebenett Thctlcu, auS
betten ber Körper beftebt, eütc gewtffe geÃtgfett unb Einheit,
wäbrenb er anbernfeits t\'bre Beweglichfett vermittelt £)f)ue t()tt
waren wir Ãet\'f, trog ber eigentümlichen BcwegungSorgane; bte
fohlen beS Körpers föuntett fleh nicht auêbehnen unb jufammen*
ziehen uttb bie ©efäÃe nicht pttlÃren.
Aber baS Sellgewebe reicht nicht in allen galten aus, wo eS
fich bet Organen um Stürfe ober unt Scfjug hobelt; auch ïattn
eS baS Körpergewicht nicht tragen, auÃer wenn baS Thier fchwim*
mettb im Saffer tebt, ober auf bem Boben kriecht äOtr fehett
baher, baà noch für einen härtern, wtbcrÃanbSfäbigern Stoff
geforgt fepn muÃte, wenn bas Körpergewicht auf gortfagett ober
Extremitäten rubelt, ober bie MuSfelthätigfeit concentrtrt werben
folfte.
Die Ratur f)at nod) anbere Mittet, für ©tügpunft nnb £e«
bef jn forgen, als bte Knochen, ober baS eigentliche ©feiet, wel«
cf)es wir im erÃen Theit btefeS SerfS befrachtet haben, itnb wir
ftttben woht gar, baà eS ein ©pÃent »Ott feften Thetfen gibt,
baS über bent bet ben 301 r b e f t h i e r e n betrachteten Ãet)t.
Die ?ar»en ber eigentfichen Snfeften uttb bte Anneliben ober
Sürrner haben feine äuÃern ©lieber junt @ef)en ober fliegen;
feften fie aber friechen fönnen, fo muffen fie SiberÃanbSpunfte
haben, ober ihre MuSfeln bleuten ihnen gu nichts Daju reicht
nun bei ihnen bte £aut aus, unb fie ià ju biefew Bwed burch
einen ttt tl)r abgelagerten ©toff fjart gemad;t ,£ätte aber btefe
£aut weiter feine Einrichtung, fo wäre Ãe ffarr, unnachgiebig,
unb fein ©urrogat für einen Knochen. Dtefe »erhärtete Körper«
hülfe ià nun aber in Ringe abgetheift, an btefe befeÃtgen fich bte
MuSfefn, unb ba bte Betthaut jwifchen ben Ringen nachgiebig
iÃ, fo föttnen bte Sürmer frieden unb fict) ttad) alten ©eiten
bref)en.
Sir fehen ohne weitere Ausführung feicht ein, auf welche
Seife bte <Ãaut baburch, baà ein harter ©toff in tl)r abgelagert
iÃ, gu allen Verrichtungen beS ©fetetS tauglich gemacht wirb.
ES ià bemerfcnSwerfh r baà ntaudje nod) tiefer als bte eben ge«
nannten Ãehettbcn Stetere, bt\'e Tubtporen, ©ertufarien, Eettula«
rt\'en u. f. w, etwas einem ©fefet AehnltcbeS jetgen. ©te Ãcden
ttt einem feÃen ©ebäufe, aus bent fie Ãd) »orÃredcn fönnen,
wäl)renb anbernfeitS bte Korallen Uttb Mabreporen eine Mittet«
acbfe »Ott feÃem ©toff haben, über welche bte weiche fhiertfdje
©ubÃauj gewtffermaÃen hergebrettet iÃ. Aber btefe ©ttrrogate
eines ©fetetS Ãub, wie ©d)aalen, beut lebenben Thier fremb,
obgleich Ãe in ber Verrichtung mit bett Knochen übereinkommen,
foferu Ãe bte weichere ©ubÃauj Ãit|en ttttb tf)r einen feÃen Um«
rià geben.
Vet ben eigentlichen 3nfeften, fönnte man fagen, jetgf Ãd)
fd)on ftärfere Anttäherung jum ©feiet, Wäre nicht bei ihnen ber
Apparat wirfftd) »ottfommener, als bei manchen Tf)terett mit
wahrem ©Met. Ser wiberffattbèfa£)ige (Stoff tff f)ter ttadj auÃen
angelagert, unb ju alten Bwecfen, bte, wie wir gefef)en haben,
burdf) ein ©feiet erreicht werben, eingerichtet. ÃBtr fehen f)ter
gefonberte ©lieber juut ©eben, Rupfen, fliegen, gaffen, ©pin*
neu unb 2öebctt. Sie h arten, gegtieberten, ben Siettff ber
Knoden verfebenben Körperbütfeit hahen, gattj wte bte Knochen,
©raten unb gortfafee, mit bent Untcrffbteb, baà biefe gegen
bett aKittelpunft béé ©tiebê, Ãatt nach auÃen vorfprtngett.
hofften wir baS ©effent ber wiberffanbêfabtgett Theite beim
îOîenfchett unb bei bett Snfeften vergleichen, fo müÃten wir wirf*
tief; auerfettnctt, baà bte mecbantfrfje Einrichtung beim ntebrtgertt
Tl)ter vofffommetter iÃ. 2Bettn bas ©feiet (wir bürfen baê
©t)Ãent von harten Organen hetnt Snfeft immerhin fo nennen)
nach auÃen gelagert ttttb lehloS iÃ, ergibt ffch etnrnaf ber Vor*
theit, baà eê, bett Bebürfttiffen beê Zi)kxcè entfprerfjenb, tttt*
gleich harter unb feffer gemacht werben faun, afé bteà beim
Knochen ber galt iÃ; betttt ba ber eigentliche Knochen innen
liegt ttttb mit bem £f)tere wachff, fo ià er von BtutgefaÃcit
burchbrungen, ttttb muà fontit porëè ttnb weich feptt. Ser
Zweite aSorthett bei einem äuÃern ©fetet ià ein mecbaiüfcber :
ber harte ©tof bricht um fo fehwerer unb haft ben Bug ber
SWuêfefn um fo frafttger attè, je weiter er vom 9D?tttefpunft eut*
ferut ià ; beun bet ben Snfeften taufen bte Sïïuêfefn nicht, wie
bei ben hohem £|teren, über bte Knochen h)vc, fonbertt Ãccfcit
tnnerhafb ber ©d)ate, ttttb biefe ià baber um fo weit von ber
2fchfe beê ©fiebè weggeri\'tcft.
Bei Betrachtung ber groÃem 9BtrBeftl)tere behaupteten wir
mit 9îedjt, ber SÃtberffanb ber Knochen unb bte Kraft ber
SDïttëfefu fepett auf eittanber berechnet, ttnb f)ier werben wtr
baffetbe gelte« fafiTett müffen. Sföte bte äuÃere Secfe beô 3n*
feftè weit harter ià afô Knochen, fo ftnb bei if)nt auch bte
SCRuêfeln ffarfer, betten ber ÃBtrbefthtere gegenüber, ©ett ©o*
frateS hat man Vergietchungen augeÃettt zwifchcn ber Kraft
beê ^ferbö unb ber beö 3nfeftS, ttnb immer jum offenbaren
Vortbeil beê festem.
SOîau hat Ãber bte 5D?uêfetn einer Staupe ein fo btcfeé Buch,
als je etneS ii6er ntcttfcfyttcfye ïDïuSfetlehre gefcbrtebett worben;
bte Setbenraupe tft anatonttfcb auSnebmenb genau befdfjrtebeu,
uub f)tev fefjett wir nun, vote ber ringförmige Bau ber parten
Körperfülle gang bie Anorbnmtg ber SRuSfetn unb bie Ber*
tf)etïung ber Reröen benimmt Seber Ring bat brei SCRttSfel*
partlffeen, gerabe, fcfjtcfe, quertaufcube, mit jenen Ãcf> Ãreugeube,
atte finb t)6cbft beutticb unb fymmetrtfrf), unb taffen ftcf? fo
genau betreiben, afö AlbtnuS bie SMetn beS 9Renfd}«t
befcbrieben bat Siefen SOïuSfeln entfprtcbt ein äuÃerft garteS
RervenfpÃem; furg, wir muffen einräumen, baà bie Boraus*
fefettng, atS ob bei fel)r fletnen ober in ber Reihe niebrig Ãe*
benben Xfjieren irgenb fanget ober Umwllfommenbeit gtt be*
nterfeit ware, eine gang unrichtige iÃ.
Sir bemerken, baà Ãcf) eine gewiffe, auf UttferÃügung unb
Berftarfung ber eigentlich lebenbtgen SCIjetfe berechnete ©ub*
jtang burch bie gange Reihe ber Organismen nadfjwetfen laÃt.
3m ©ewacfjS ià eS bie .^ofgfafer, itnb wie im Knochen pf)oS*
phorfauren unb ïohlenfattren Kalf, fo Ã\'nbett wir bort, atS
Beweis für bie Analogie, nicht feiten Kiefelerbe abgelagert.
23et bctt ttiebrtgen Xt)teren fefjen wir £aute, welche feÃeu Stoff
abfottbern; in manchen fallen ià bte SubÃang leberartig ober
fnorpltgt, metÃettS aber erbigt, unb bem gröÃten Ztyik nach
fol)tenfaurer Kaff. So aber neben bem StberÃanb EtaÃicitat
erforberltch iÃ, ftnbet ftdf) Knorpel, eine in Ijoljcm @rab gu*
fammeubrüefbare unb efafttfebe SubÃang. So haben bie fiftfje
fel)r viel Knorpel in ihren Knochen, uub von bem Borfcf)lagen
biefer SubÃang heiÃt eine Abteilung btefer (Stoffe KnorpetÃfcbe,
int ©egenfaë git ben eigentlichen ober KuocbeuÃ\'fcbeu. 2>aS
fnorpligte, etaÃtÃbe ©feiet btent beut fifche gu einem merf*
würbigen 3wecf: wenn ber Salm ober bie f oretle ftch auS bent
Safer emporfctjucllt, fo beugen bte 9EJ?uSfeln beit elafttfdjen
Rüdgrat, biefer fprtngt elafttfch gurücf, unterftülst bamit bie
StrecfmuSfetn, unb btefe betben Kräfte int Berein führen beit
fräfttgen Schlag beS Schwanges auf baS Safer aus.
iHerljanU\'djr â¬Lgenfd)afUn tfex £nod)fn oi>n\' Ms
wa!)mt Jökfktö.
TaS Bisherige füfjrt unS ju beflerem SSerÃänbtüà beS Satt\'S
ber Knochen. Er begebt auS bret Verfchtebenartigen Tbeiten:
auS Rauten, pl>oöpt)ovfauvem Kaff uttb Knorpel. Taburcf), baÃ
btefe verfdflebettett ©ubÃanzen innig Verwoben Ãnb, Vermag ber
Knoden ber 3errung unb beut Trud z« wt\'berÃebett. Schlügen
bie erbtgen Tbeite »or, fo bräche er tüte ^orzelfan, unb Ware er
nicht berb itttb itt gewiffem @rabe elaÃifd), fo fbnute ber Menfd)
nicht stehen, ÃoÃen unb wtnbeit.
Betrachtet man einen feÃen Knochen, fo fotfte man faum
glauben, baà er elaÃifd) tÃ. 3à aber Elfenbein elaÃifd), fo
wirb man btefe Eigenfcbaft ben anbent Knochen nicbt abbrechen.
Segt man eine StUarbfuget auf eine bemafte Marmorplatte, fo
zeigt Ãcf) ber SerübrungSpunft nur als ettt ganz ffetner $led;
faÃt man Ãe aber fjacf) auf ben Marmor berabfalfen, fo erfcfjetnt
ber giecf meft groÃer, jum BewetS, baà bte Kugel vermöge ihrer
ElaÃicttät nachgegeben unb augeubftcfftcf) etite abgeplattete, fpbä*
rtbifche @eÃalt angenommen bat.
Sffitrb tu ein verwidelteS Sauwefen ein neueS Prinzip aufge*
nomntett, fo laÃen Ãch mit bem gröÃten ©charfÃnn nicht alle
Nefultate vorauöfeben. 3m Mechanismus beS tbtertfd)en KörpcrS
fpielt ElaÃicttät eine bebeutenbe Nollemie fein nun biefe Kraft
Verteilt fepn muÃ, mollen mir am Betfpiel einer eiferneu Brncfe
jetgen, welche elaÃtfd) fdjmingt Bor Kurzem brad) eine folche
Brüde unter auffaltenbcrt tltnÃäuben, als nemlt\'cf) ein Trupp
©olbateit barüber marfcbirte. Tie Brüde war auf ein ungleich
gröÃeres (Gewicht berechnet, als btefe ?D?enfcben zufammett mögen,
unb wären Ãe unorbentlid) barnber gegangen, fo bätte Ãe bett
Trucf mobt auSgehalteit. 2!ber bte Solbaten marfchirten tut Taft,
baburch häufte Ãch bie Kraft ber, von ber ElaÃicttät beS
tertalS beförderten Schwingung att, unb bie Britde brach. TieÃ
gibt tutS einen Segriff bavott, Wte fein im thiertfchen Körper ber
feÃe ©toÃr gefügt fepn ntuÃ, bamit er nid)t nur baS auf t\'hm
laÃenbe ©emicht tragen ober fchief unb in ber Quere wt\'rfenber
/
©ewalt wiberÃef)en kann, fonbern and) bie fcf)!teU aufemanber
folgenben, regelmäÃig wieberl)ülten ©töÃe, Welchen er bei ben
fcerfchtebenarttgeit Bewegungen unterliegt, auSguhatten vermag.
©el)r intereÃant ià in btefer Begtetutttg, baà faà jeber Knochen
wieber auberS befcbaffen, feiner ©teÃe uttb feiner Berridjtung
augepaÃt iÃ, g. B. baS gerfeubein, baS ©chtenbettt, bie Strbef,
bte ©d)äbetfnod)eu, u. f. w.
Bergleichen wir einmal bie Einrichtung einer complictrten
Mafchtne mit bem Mechanismus eitteS thterifchen Körpers, unb
fel)en wir, wo wir am metÃen gu bewunbern ftnbeit. Der Ma«
fd)intà hat f^ e»tert Kampfwagen auSgebacf)t; er hat mit aller
möglichen ©ettautgfeit bie Kraft beS Dampfs, ben Drud ber
Sttmofphare, bie ©tärfe ber Rohren unb Sph\'nber, bie gu bewe«
geube Saà unb bie grictiou beS gangen Apparats berechnet. Die
Mafchtne wirb entworfen, alleS aufS ©enaueÃe abgewogen, unb
enblich ià Ãe fertig; Ãe geht aber nicht von ber ©teile. Rad)
vielem RachÃnnen macht mau auSÃübtg, wo eS fehlt, ber Drud
Wirb beffer angebracht ober bie Reibung öerminbert, ttnb gur
Bewunberung ber Bufchauer fommt baS gulirwert wirtlich tu
©attg; aber nicht lange, fo berÃet eine Röl)re; man macht ben
©djaben Wteber gut, bringt noch am ©attgen BerbeÃentngen att,
unb fegt ben Tag gu einer groÃen Berfud)Sfabrt feÃ; bie Ma«
fd)iue lauft nun eine halbe Meile, aber jegt gebt ein Raget toS,
ober eS gerfprtngt eine $eber; mit groÃem Aufwattb von ©cf)arf«
Ãnn unb Mül)e bringt man eS inbeÃeu nach Monaten bahnt, baÃ
ber Sagen wirfttcf) eine ©tatioit weit lauft. Sie beWuubemS«
witrbig ià bagegeu ber bloÃe Mechanismus beS thterifchen Kör«
perS, ehe noch bie SebenSfräfte barnad) abgewogen Ãnb, g. B.
bie Kraft beS $ergenS bei gorttreibuug beS Bluts, ber Siber«
Ãanb ber ©efäÃe gegen bie circutirenbeu glüjftgfetten, bie mit
bem Körpergewicht in Berhältnià Ãel)enbe ©tärfe ber ©lieber,
bie itad) ber Sänge ber Knochen, b. I). ber $ebet berechnete Kraft
ber MuStelit, bie Biegfamfett ber ©elenfe, bte Derbheit ber
Knochen, woburd) Ãe beut Drucf wiberÃel)en, tl)re EfaÃicität,
bie Ãe vor Erfchntterung unb Bntd) fcf)ügt. 3m tf)ierifchen Kör«
per ergibt Ãd) feine ©törung burch unrecht mfyälte Kräfte, bie
ofttüen Kräfte unb bte beS SSBtberÃaubS flehen im genaueren
©feicbgewtd)t, eS braucht ferne groben, um bie Kraft jtt mehren,
ober bte Hebet jit »erÃärfen, ober bte EtaÃicttät ber gebern
fteigern; SltleS ià fertig itttb voltfommen auf einmal, bis jurn
Enbe. Um bteÃ, unb bte SÃeife, wte bie Knocben t\'brer Ber*
rirf)tung gemäà gebaut Ãttb, gang ftar ju machen, müjfeu wir
etwaö Wetter in bte Ãftaterte eingeben.
ES War fetneSwegS SlbÃcfjt ber D^atur, baà ber tl)tertfcbe
Korper, unb ber SDienfd) inSbefonbere, vor aller Verlegung ge*
fchüfct fepn foltte. £>bue bte VorÃd)t, obue bie beÃänbt\'ge Stuf*
forberung jur £t)ätigfeit, wie bte ©efabren unb bte UnÃcberbett
beS gebenS überhaupt Ãe mit Ãd) bringen, btiehe ein groÃer Tbetl
ber ©etÃeSfräfte unentwickelt. 2Bober anberS foitten ?D?utb, Ent*
fdjfoÃenbett, alte männlichen Tngenben fontntett? 50?an benfe
ftd) weg, waS SllleS auS ber UngewiÃheit ber SebenSbauer fofgt,
unb man ntuà zugleich eine Völlige Untfebr in ber moraltfcben
Verfaffitng beS äftenfdjeu annebmen. Betrachten wir bte Kno*
eben, wo Ãe jum ©d)it£ wichtiger Organe angeorbnet Ãitb, wie
am ©chäbef, ober wo Ãe Hebet hifbett, an bte Ãd) bie ?D?uSfclu
befeÃigett, wie an bett ©fiebern, ober wo beibe 3»»ecfe in ihnen
Vereinigt Ãttb, wie am BruÃfaÃen: überall Ãttb Ãe ihver Verrieb*
tuttg aitfS SSotlfommenÃe angepaÃt, babet aber boeb zufälligen
Verlegungen unterworfen. Sie mecf)anifcf)en Vorfebruugett Ãttb
Voltfommen auSretd)enb ju ihren 3u>ecfett, unb geben Vollfontmene
©icherbeit bei bett natürlichen Bewegungen beS KbrperS. Stefe
Bewegungen werben bebtitgt bttref) einen tintern SntpufS, beÃen
SBefett fetbà wteber mit beut Körpergewichte in Proportion Ãebt,
wähvettb anbererfeitS ber ©ebnterz unS Vor bem übermäÃigen
ober gefährft\'cben ©ebraud) ber ©fteber warnt. Bebächte man
btefeS nid)t, fo fönnte matt (eicht itt ben Srvtbum VerfaKen, afS
ob bte Vertefcbarfeit unb ©ebred)fid)feit beS KörperS fanget*
haftigfeit im Bau vorauSfefete, währenb man Ãd), je genauer
matt mit betn ©egenÃaub vertraut wirb, immer mehr Von ber
unvergleichlichen Vollenbung beS ^fanS wie ber Ausführung über*
Zeugt. AbÃcb^eb unterliegt ber Körper Unfällen unb pbrficb*
fetten, abjtrfjtttc^ Wirb er im Saufe beS Sehens immer gebrech*
lieber, bis ettbti\'cf) eüte Störung im förderlichen ©crttfle ober in
ben SebenSfräften bem Seben ein Eube macht.
Sie Knoden ber Extremitäten, flnb hoble Spltübcr. ©ittb
mir attd) »on ber Notbmenbigfeit biefer Silbuttg, mcbei ©tärfe
uub 2eict)tigfeit fleh »ereinigen, überzeugt, fo ftnbeit mir boct) bei
näherer Untcrfucbung, baà biefe Knochen in ihren formen äuÃerÃ
»erfcbtebeu flnb, unb tonnten teicht glauben, eS ^ex*rfcf>c hierin
groÃe 2Mfül)r unb UnregelmäÃigfeit; aber bei näheret Befannt*
fchaft mit beut ©t)Ãem entfagt man fotehem Borurtbeil; ba eS
mbeffen fef)r gemein ià unb ju mettern Srrthümern führt/ fo
fe|en mir auSetnanber, einmal, marum bie Knochen bof)le
linber, unb bann, marum ihre Umrifle fo verfd)ieben Ãnb, baÃ
fle bem oberflächlichen Beobachter unregelmäÃig erfchetnen.
$BaS von ben c^linbrifchen Knochen gefagt merben mirb,
erflärt zugleich beit Wuuberbollcn Bau mancher aubern Natur*
förper, mie ber geberfpulen, beSNobrS, beS ©trobS. SegtcreS
erinnert unS an jenen Uttgfüdlidjen, ber auS bem Kerfer vor bie
Snqutfltton gebracf)t unb ber ©otteöleugmtug angeflagt mürbe;
er nahm einen ©trohhatm, ber tu feinen Kleibern Ãacf, unb
fprach: âBcmiefe mir fonà nichts in ber Natur baS Safetm
©otteS, fo thäte eS biefer ©trol)balm."
ES braud)t faum eines BemctfeS für ben ©ag, baà bei
einer gegebenen MaÃe Von Matertal jit einem Pfeiler ober
einer ©ättle, ber ho!)le Et)finber bie ÃärfÃe gorm iÃ. Sie
Berfuche SuhamelS über bie Tragfraft ber #öljer jetgen tmS
am beÃen, mie baS Material angeorbnet merbett muÃ, mentt
es bem Duerbrud) StberÃattb letÃett foll. Senn ein ©tüef
£olj mit feinen betbett Enben aufruht unb auf feinem Mittel*
punft eine Saà trägt, fo läÃt eS Ãd) in bret Slbfdmitte tl)etlen,
bie Ãd) jur Saà öerfdjiebcn Verhalten. Ser untere £i)ctl miber*
Ãel)t bem Brttd) burd) feine 3äl)tgfett, ber obere burd) fettte
Sid)tigfeit unb feinen StberÃanb gegen ben Srud; aber jmt*
fcheu betbett ftegt ein £heü, ber gar feine Etumtrfuug erfci*
bet, ber meggenommen merbett fantt, ol)tte baà ber Saffett
beträd)tlid) gefd)mäd)t Würbe, unb bagegen mit bebeuteubem
Bortl)etl oben ober unten augefegt merbett mag. Matt fleht
fet\'cht ein, wie ettte am untern Tl)eif angebrachte jähere ©üb«
Ãattg bte Tragfraft beS £>ofgeS vermehrt; wir fehen bt\'eà an
ber §auf, welche hinten am Bogen ber Sttbter hcrabgefpaunt
tft, ober am Seber über ben Sagenfebern. SOöefcfje Etgenftfjaft
bcS feiges eS bagegen tft, bte am obern Ttjett beffelben 3Bi«
berftanb teiftet, ficht man aus folgenbem fchöitett Ber fit dj:
wirb etwa ein Drittheil beS Baffen weggenommen itnb in beit
Raunt ein ©tüd härteren £olgeS genau eingepaÃt, fo geigt ftdj
bte Trag traft vermehrt, weit bte £ärte btefeS £olgeS bem
Drud wtberÃehf. Dtefer SÃerfuch ià beÃo fehöner, Weif er bctt
nterfwürbigen UntÃanb erftärt, baà manche Tt)etfe ober ©ei«
teu ber Knochen von verriebener Didjtigfett Ãnb.
Beim Sefen anatomtftfjer Bitter wirb man junt ©tauben
verführt, bte verfchtebenen ©eÃalten ber Knochen rühren vom
Drud ber SDcuefefn her, welche Ãe vingS umgeben. Dicà tft
ein Srrthnm. SieÃeu wir bieà als bte wahre Erffärung gelten,
fo fegten wir bannt niäft nur eine Uuvollfommenhctf vorauf,
foubern tttatt müÃte aucf), wenn bte Knochen tut ©eriugÃen
ber SRuSfeffraft nachgäben, annehmen, bieà gefd/el)e mehr unb
meljr, unb Ãe werben am Enbe gerÃört. Aber am lebenbtgen
KörpergerüÃe ift fuà nichts bewunberuSwürbtger als baS gwi«
fdhett ber MuSfelfraft unb ber ©tärfe ober bem ©rabe bcS
paÃt\'ven" ©ibcrffanbS ber Knochen obwaltenbe BerhätfniÃ. Die
Abweichungen von ber cpft\'ttbrtfchen gerat fütb nidjtS weniger
als UnregefmäÃtgfeiten, unb betrachten wir benjentgen Röhren«
fnod)en, ber Ãdi von ber ©pnimctric bcS ÃplinbetS am wet«
teÃett entfernt, baS ©chtenbetn, fo fehen wir am beÃett, baÃ
bte ©eÃatt beS Knochen unb bt\'e ©ewalf, wetche er auSgu«
hatten l)at, im gcnatteÃen 3ufamntenhang flehen.
Beobad)tett wir nemltch bte Richtung ber Kraft beim ©el)en,
Saufen, ©pringen, überhaupt bei allen gewaltfamett Bewe«
gttngen, wo baö ©cwicbt beS Körpers vorwärts auf bett Bat«
Un ber groÃen 3el)e geworfen wirb, fo fprtngt eS ttt bte Augen,
baà ber Drud vorzüglich auf ben vorbern Tl)eit beS ©dnett«
betttS wirft, unb eS ià fein 3weifel, baà baÃelbe, wäre eS
ein ȟllfonttttctter Epltnber, leicht unter bem bloÃen ©ewtcftf
beS Körpers brechen tonnte. St\'rb aber bie ©ättle ftärter, je
weiter baS Material vom $}ittelpunft eittfertit ift, fo begreifen
wir teict)t, wie ftcf) Vorne eine vorfprtngenbe ©rate bilbet,
unb betrachten wtr ben tnnern Bau btefer ©rate, fo ergibt eS
ftcb, baà fte bei weitem feÃer nnb btcbter tft als ber übrige
Knochen. 2Ãeber bte form nocb bie Dicbtigfeit btefer ©rate
fann nnS ein bunten, ba AlteS fo gang mit beut eben
befcbrtebenen Berfucbe DubametS überetnÃimmt, wornacb ein
in ben Batten eingelegtes btcljtcS ©tuet £olg bie Kraft bcS
3BtberÃanbS gegen einen Duerbrttcb VerÃärft. SÃettn wir itacFj
biefett 3tul)aftSpunfteu bte verfdE)tcbenett Knocbctt beS ©fcletS
burebgeben, fo Ãnbett wir, baà überall bie ©eÃalt ber Knochen
int näcbÃen Bcjuge Steht, entweber ju ber Bewegung, welche
fte ju vollziehen haben, ober jtt bem Drucf, bem fte zunächst
ausgefegt ftnb.
Bei SSergteichuug ber wahren Knochen mit ben Dccfett ber
Büfetten fabelt Wir, warum bie erÃertt poröS feptt ntüffett.
grüÃte ber Knochen bttrcbauS fotc£)t fepn, fo ginge er ber Eigen*
fetjaft v er luftig, ftcb im fall eitteS Bruchs wieber jtt vereint*
gen ober z« reprobucirett, nnb würbe er bloSgelegt, müÃte er
abÃerbem ^ter wäre atfo offenbar etn Langel, ttnb fomtt
tonnten bentt bte Knochen ber £f)tere nicht in ©taub gefegt
werben, ein feljr groÃes ©ewitfjt ju tragen, ohne baà fte zu*
gleich eine für ihre ErtÃenj fefjr nothwenbige Eigenfcfjaft ver*
lören, bte Etgenfchaft, ftcf? fetfcà wteberh^uÃellen, wenn fte
verlegt worben ftnb, Unb wäre auch baS Material noch fo
bicht, fchwerlich tonnte ber pboSphcrfaure Kalt, in fetner Ber*
binbung mit tbterifcher Sftaterte, überhaupt etn fel)r groÃes
©ewteht tragen, unb btefer tlmÃanb fegt fomtt ber ©röÃe
ber Zfyexe ©renjett, Daà bte allergröÃten £f)tcre in einer
frühem ^ertobe ber Erbe gelebt haben, mag vielleicht in ber
Annahme beÃärfeit, baà gwifchen ber ©röÃe unb SebenSbauer
ber Ztyexe uttb bett Kräften unb beut Sehen beS 9D?enfchen
ein Bezug obwaltet. 2Btr fprechett babei nur von fotehett £l)te*
ren, welche Ã\'cb auf Bettten bewegen, bentt was bett SBalt*
ftfeh betrifft, fo rul)t ja feine plumpe Waffe auf beut Saffer.
Einige ber gewaltigen, in ben feeunbären ©ebirgSartett gefun*
betten Ti)iere werben Ãebst\'g $uà tang gefeilt, nnb fte Ratten
Extremitäten. 216er tl)re Ober* nnb Unterfcbenfet Ãitb nietet
länger atS acht (Schuf), wäljrenb ber SÃorberfuà eine SluSbeb*
nung tooit fed)S Schuhen bat, ein Vert)ättuif, auS bent fiel)
benttief) ergibt, baà bte Extremitäten biefen Tt)iercn fetoë juin
Kriechen btenten nnb mdjt baS gan^e. Korpergewidjt trugen,
wie bet ben Säugetieren. Bet ben fet)r groÃen ?anbtt)ieren
ftitben wir inbeflen, baà bte Knoden febr bicht nnb ihre £öf)*
Inngen ausgefüllt Ãttb; bie ©lieberfnodien mit it)ren ©raten
uttb gortfälsen finb überbieà bei t\'bnen auÃerorbentftd) biet
So fann man Ãdj nichts «ptumpereS beulen, atS bie Knochen
beS Dïiefenfauttbierê, beS früher befrrochenen «ïegatberium.
ES feheiut barnarb Wtrfltcf), als ob bie Statur t)inÃd)tfid) ber
Knodjeumaterie t\'bre Kräfte erfdjöpft bätte, alS ob lebenbtgem
tuit BlutgefäÃen burd)bruitgcucm ©ebettt feine gornt gegeben
werben fönttfe, wobei eS im ©tanbe Ware, ein bebeutenb gröÃeres
©ewteht jn tragen, als baS beS Eleganten, bcS SDZaftobon
nnb SOïcgafbertum *).
*} ©urd) baé fotgenbe wirb bieg »ollenbê ftar werben : din meiner
(Stein, ber auê einer SDtauer Porfpringt, fotl ftart genug fetm,
einen SJïenfchen ju tragen; fotl nun aber ter Sorfprung boppett
fo fang fetm, fo muà er um mefcr atê baê £oppette biefer ge-
macht werben, ober man mug bafiir berfeen ©anbftein nehmen.
9)cüj5te biefer ©aitbÃein um\'ê ©oppe\'te weiter porfpringen, fo
»ermöct)te er eine »erfyaftnigtnäjjige SSermebrung beé @eroid)tê
md)t ju tragen, wenn er auch nod) einmal fo bief genommen
würbe; man müÃte t&n bureti @rantt erfeijen, unb fetbà biefer
trüge nidjt pierfad; baê @e»id)t, baf 9lnfangê ber weid)e ©teilt
trug. ?tuê bemfetben ©runbe muffen bie ©teilte ait einem weit
gefprengteit Sogen »orn bärteÃen ©ranit fepn, ober ifyr eigenes
@emid)t jermalmt fte. ©iefeö ^rtnjip ift nun auf baê Ãnodien*
gerüÃe ber ïljiere pottf\'ommen anwenbbar. ©aê Ãnodjenmateriaf
tft su meid), atê bajj eine Vermekung beê ©ewidjtê inê ttnenb-
(icfye bamit vereinbar ware, unb einen weiteren SSerceiê für un*
fern alten ©a§, baf aitteê in ber 9Mur auf einanber berechnet
tÃ, fefien wir fomit barin, baê aud) ber Sau ber XlÃere, welche
ftd) auf ber @rboberfläcbe belegen, mit ber @rö§e beê Srbforperê
uub ber @rat)itation feine« Söïittetpunftê in Proportion Ãet)t.
2BaS bte ©denke Betriff, fo liegt ber ©rttnb, warum ba*
fcet bte Berührungsflächen vergröÃert flnb, fel)r nahe. Ter
Bortheil, ber auS ber Verbtdung ber Knocbeuenbcn crmadft,
wirb ergtett, ohne baà ber Beweglichkeit beS ©ctcutS Eintrag
gefd)tef)t ES ià ein ©runbfag in ber Mechanik, baà bei glet*
ehern Trud mit VergröÃerung ber Berührungsflächen bte Dletbrntg
nicht junimmt. Söirb B, etn ©teilt ober citt Stütf Joels, m
©eÃalt eitteS Bttd)S ober eines BadÃetnS, auf eine ebene piche
gelegt, fo läÃt Ãcf) ber Körper mit gleicher Sctchtigfctt weggeben,
ob er auf bte Kante gcÃellt ober auf bte gtädje gelegt iÃ. So
wirb alfo bte griftion im Ktüegcfcttf baburch, baà bte ©denk*
flächen vergröÃert Ãnb, um Ittels Vermehrt, mährenb attS bte*
fer VergröÃerung fldstbarc Vortl)eite hervorgehen: bte fertigten
Battbcr, wetd)e bte Knochen verknüpfen, bekommen baburch
mehr ©tärfe, unb bte MuSkelfebttcn, welche barüber weglaufen,
mtrfcit kräftiger, weit Ãe bttreb bte Vcrbt\'dung beS ©elettfS
tootn Mittelpunkt weiter weggerückt Ãnb.
Dott tar JlUiskdkraft unir ^^r â¬kftirität.
Sie Muskelkraft wirb gewöhnltd), als eine tebenbtg bewe*
genbe, ber ElaÃtcität entgegengefegt. 2öir laffert uns bte Unter*
fchetbttng gefallen, fofern bte Kraft ober bte Net\'sbarkeit ber
MuStetfafer mit bem Tobe erftirbt, mährenb auch ber tobte
Theit feine EfaÃicität beibehält. Bei alte bem wohnt ber ElaÃt*
ettät beS [ebeitbett Körpers eine Etgenfchaff tunc, bte ben Tob
gleichfalls nicht überbauen. Um bteà beuttich ju machen, ueh*
tuen wir bte Sarmfaite att einer jparfe. Ste ©aite folt fo ge*
fpannt feptt, baà Ãe bte gehörigen Schwingungen macht unb
- bte Note rtdfltg angibt; wirb nun aber Ãark an it)r geirrt, fo
kommt Ãe auS bem Ton, baS heiÃt, Ãe wirb butefj bte Berrung
etwas crfchlaft, unb febwütgt nun nicht mehr im gehörigen
BettmaaÃ. Bei ber lebcubigcn gafer ià bteà m\'clit ber galt, benn
biefe hat bie Kraft, fich fetbà wtcber()er$uÃcllcit. ©eben wir,
wie ber Stimmer bt\'e ©aite aufwinbet unb i!)r mit Mühe, nach
wicberholten Verfuchett, bte rechte Stimmung gibt, wie er Ãe
mit ber ©tintmgabel prüft unb tl)r mit aller Kunà ihre vorige
Elafticttät wieber gibt, fo haben wir ein Bilb, maà AlleS bie
SebenSfraft, nach jefccr gewaltfamen Sluftrcuguug ober Bewe*
guug, mit ber le6enbtgen fafer vornimmt, tutb je ftärfer bte
mecbattifdjett £f)etle beS Körpers finb, beÃo forgfältiger wer*
beu Sehnen unb Sauber in ber gehörigen Spannung erhalten.
AB weiteres Beifpiet fautt ttnS eine Stahtfeber bieueu.
Sirb cüt Stücf Staht gur SetÃglübbige gebradjt uttb in fab
teS SEöaffer gctaudjt, fo erhiitt eS gewiffe Eigenfcbaften, erlügt
man eS fobantt wieber auf 500° fahrenbett, fo ià eS tu
hohem ©rab efafttfcf). Strb nun aber btefe feber gu ftarf
gebogen, fo vertiert fie jimt £f)etl ihre ElaÃicttät. Serben
tebeubtge Organe fo gebraucht, fo (teilt ftd) tu ihnen bte Kraft
»Ott felbà wteber her, waS bei ber feber nicht ber galt tff.
3)1 ein fetneS ntechantfdheS KuuÃwerf fertig, fo fautt eS
bei Seite geftettt tutb aufgehoben werben; mit beut tbtertfchen
Körper aber vcrf)äft eS ftcb ganj anberS. Die mediamfd)ctt
Kräfte ber tebenbigen Organe bitrfen, wte bie ©eiÃeSfräfte,
nicht brach liegen, ober fte entarten. Senn burch einen Uu*
fall ein ©lieb unbrauchbar geworben tÃ, wirb nicht nur, wie
3eberntann weiÃ, bte SKuSfetfraft fel)r fchnelt gefchwächt, fon*
bern auch bte Kraft beS StberÃanbs geht verloren, unb Kno*
eben, Sehnen unb Bänber gehen rafd) ber Entartung entgegen.
llan tor Btellunà fces Kopfes bei ft!)^0
trera Ãrd)ältnifs MiVlkit ?«r iDirbeKiiule.
Our (Erläuterung beS in biefem ffierf aufgehellten @a§eS, baà fämmfc
liehe Steile beS ©feletö einanber entfpreeben unb ber dornten*
werfet bloS pon ber Verrichtung a6l;ängt.)
Bei Betrachtung ber übern ober vorbern Extremität ift
bargethan werben, baà bett BifbungSverfd)iebenheitett bei bett
gieren nur Ein «prtnjip ju ©runbe liegt: bie Berechnung ber
Organe auf ihre eigentümlichen Verrichtungen. Der Kopf
öertritt bei ben Spiere« gewiffermaÃen bte Stelle ber £anb,
itub betrachten wir itju aus btefem ©eÃrfjtSpunft, fo wirb Ãd)
unS ergeben / tu wie weit eö wahr iÃ, baà bte Eentrattheife
beö ©fetetö, beut Ãarten gormenwechfet tu ben ©ttebern
gegenüber, ftcf) tu if)rent Bau permanent jetgen. Rad) matt«
cf)en Raturforfd)crrt fott matt Ãd) nemftrfj, wie früher ange«
fü^rt, bte Berfrfjtebenfjeiten im Bau beà ©tetetS attö einem
©efege erftaren tonnen, nad) welchem bte Eeutrattheife per«
manent bleiben, wabreub bte Extremitäten mannigfachem gor«
menwechfet unterliegen. 3d) beÃreite btefe Anficht, nnb fudje
barjutt)un, wie Rückgrat unb Kopf jwar ihre Verrichtung,
©ehtrtt unb Rüdenmart ju fingen, beÃcutbtg beibehalten unb
tu btefer RüdÃcht permanent ftnb, babet aber im Umrià unb
ben gortfägen, unb befonberö in ihrem gegenfeitigen Verhält«
utÃ, bebeutenbe Verfch\'icbeuhetfett geigen. 3m gotge btefer Be«
tract)titng werben wir uns von ben ctjarafteriftifcheu UmriÃeu
ber gröÃern vterfüÃtgeit Thtere Rechenfdjaft geben können.
2)aS ^prtnjtp, baS uns fjter, wte bei einer umfaÃenbereit
Betrachtung ber thierifche« Ratur feitet, ifl nun folgenbeS:
bte Organifation verünbert Ãd) je nach ben ttmÃänbcn, tu
welche bte Tbtere verfegt fiub, jum Bwede, bamit fie t\'hr
gutter fuchcn nnb Ãch fortpflanzen können. Betrachten wir
trgenb eine ber wefentftdjen ?ebettSöerrid)tuitgcu, fo fehett wir,
baà ber Apparat, ober bie Art unb Seife, wie bte Organe
jufantmettwtrfen, je nach ben veränberten UmÃäuben rnobt«
fteirt unb benfetben angepaÃt iÃ. Die Verbauung J. B. iÃ
Ãch bei atten Tbicren gleich; aber in ber Organisation herrfcht
merkwürbtge Vevfcf,uebenf)eit, unb ber Magen tft f)tnfid)ttich
ber gornt unb ber Bat)t feiner Höhlungen, je nach beut gut«
ter, baS er aufnehmen fott, bei VierfüÃern, bei Bögetn,
gtfehen unb Snfetten gang verfdjieben, unb bieà richtet Ãch
nicht etwa nad) ber ©röÃe unb ©eÃaft beS Thiers, fouberu
bie verfdÃebene Btlbttng ià tebiglid) auf Verwaltung beS
jebeSmatigen gutterS tu RahrungSÃoff berechnet. Sir fel)en
ben Kropf beim gtfeh ober beim Snfeft fo vollkommen ats
beim Böget, ©o ià auch ber ^rojeÃ, burd> wetzen baS Btut
»Ott feiner Kot)te befreit tvtrb, bei alten tebenben Zf)terett ber«
fetbe, aber bie Art unb Seife, wie bte Refptrafiott vor ftcf)
getyf änbm fld) nach beu UmÃänbeu, unb ber Apparat tft
bcfottberS auf iHtft ober auf SaÃer berechnet.
©o mannigfaltig aber and) bte beu ^auptfunftt\'oneu bte*
nettben £>rgane, £erj unb BlutgefäÃe, Hungen, Magen, tu
beu Verfcbtebeiten Tt)ter!taffen gebaut Ãnb, fo er fd) einen fle boef)
bei weitem nicht fo verstehen als biejentgen £)rgane, mttteffi
meteber bie Tbiere tt)rcr Beute ober ihrem gutter nachgeben.
Selche Mannigfaltigkeit im Bau ber ©lieber berrfetjt, mit be*
neu fte geben, fattfen, kriechen ober ffet) anklammern, haben
mir bereits gefcf)eu; aber ntcf)t Vt\'ef geringer Ãnb bie Abwet*
d)ungen biuflcbturf) ber Hähne unb Börner, ber (Stellung beS
KopfeS unb ber Kraft beS #alfeS; benn aud) btefe Berbältniffe
«tuffen ber öerfd)tcbenen Seife, mt\'e baS Tbier ferne Nahrung
fud)t, ober feine getnbe befäntpft, entfpred)en. Sir motten nun
uacb biefem ^riujt\'p bte Bebeutung ber geraten ber am Auf*
faltenbÃen gebtfbeten Tl)iere ju erfaflen fttdjen.
Betrachten mir beu Kopf beS mtfbett ©cbwetnS (gig.XXXH.)
fo abuett mir bereits etmaS von feiner SebeuSmetfe unb benter*
fen, wohin feine Kraft gerietet fepn muÃ. ES gräbt ju feiner
Nahrung Sur^eln aus, unb bte Serfjeuge, morntt eS bieÃ
thut, btenen ihm sugletcf) atS BertbeibtgungSmaffen. 2>er £au*
jahn frf)üipt baS Auge, inbem baS Tl)ter bttrd) baS ©efträud)
Ãch Bahn bricht; bte Bitbmtg beS @d)äbelS unb beS NitckgratS,
bie groÃe MaÃe ber ^atSmnSfetn, AtteS weià barauf hin, baÃ
baS Tt)ter mit feinem ganzen ©ewtd)t unb mit votler Kraft
vor Ãch hm Ãitrgett fotf, um mit feinen Jauern ju reiÃen; bem
gemäà fehen mir, baà Ãd) am Hinterhaupt fetjr Ãarke ©raten
jur BefcÃtgttng ber IN n Stein erheben, unb baÃ, tegtern ent*
fprechenb, bte buttern gortfäÃe ber £atS* unb Nackenwirbel
attöttchmettb lang ttttb Ãarf Ãttb. @old)e gortfäge Ãnb ein
Ãd)eres Beiden, baà fel)r Ãarfe MttSfefn vorn $atS sunt Kopf
taufen. Sir begreifen jegt, marnm beim Silbfdjmetn ber $atS
fo furj unb Ãeif iÃ, meil nentltd) bie volle Kraft ber ©d)ttffern
vorwärts auf bett Kopf, ja eigentlich) auf bte groÃen ^aujäbne
geworfen werben follte. Set langem, btegfamem ftalS märe
bieà nicht möglich gemefen. Sie dmraktcriÃtfcbe gorm beS Stlt«
fcbwcittS befiehl alfo im hoben Dtücfctt, bem furzen, tiefen £alS,
beut fetlförmtgen Kopf, ben vorfprt\'ngenben Jauern unb bett
furzen VorberfüÃen; bentt bte VorberfüÃe ntüffen immer tm
SÃcrbaCtntà zum Hälfe jietjett.
Somit fcl)cn wir, baà ber Sd)äbel feiner gunftüm, baS
@ci)tnt ju nmfcblteÃcn, unb ju fcbüöeit, treu 6fcf6t, unb nidjtS*
beÃowentger Veränberungen tn gorm ttttb Stellung unterliegt,
bte fid) bei t£)tn auf anbere Verrichtungen Bestehen, weit er,
gerabe wie bte Extremitäten, fid) ltacf) ber SebcnSwetfe bcS
Tl)icrS richten muÃ. Ebenfo fef)en wir, baà ber Rückgrat ein
für allemal eine Diöbre hübet, ttt ber baS Diüdonniarf gcfdjüfet
üegt, baà aber feine gortfä£e unb ©efenfe, bte auf bte Be*
fd)afent)eit beS Sd)äbetS hmwetfen, Ãdj veränbetn.
2Ãc(cl)en Kontraft bilbet nun baS eben bcfchn\'ebene Thier
mit betten aus beut Ka§engefd)fecf)t, eilt Koitlraft in Körper*
form unb Bewegung, ber ganz vom beib er fettigen Rückgrat
herrührt Beim Tiger ober Seoparbctt feljen wir vollfontmene
©elenfigfeit beS Körpers, eine faà wurmartige Biegfamfett beS
9tücfgratS, völlig tu UcberetnÃtmmuug mit ben Bahnen ttttb
Kiefern unb ber freien Bewegung ber Tatzen.
\' Sie eigentümliche Bilbung beS Elepbanten hat ber groÃe
Euvter äuÃerà glücflidj erflärt, unb unfer Prinzip Ãnbet auch
hier auf eine für ben Biologen unb ben ©eotogen gleich in*
terefiante SÃcife feine Anweubung.
SStr füfjfett an uns felbà fjnitcn jwtfcheit ben Schultern
einen Vorfprttng beS 9tücfgratS, ben Sornfortfaà ber fogenann*
teit vertebra prominens, beS fehlen ober fiebentett HaBwirbetS.
Beugen wir uns vor, wie beim Sefen in einem Buch, baS auf
beut Ttfcbc liegt, fo formen wir eilt Banb fühlen, baS von
jenem gortfal) bilden an ben Kopf läuft. ES hält ben Kopf
aufredet unb unterftü^t bte «DhtSfefn. Sa aber ber SERenfcf? bett
Kopf meiÃeutheilS auf ber äöitbelfaule im ©ieiebgewicht trägt,
ober er ihm währettb ber Arbeit wechfefnb eine anbere Stellung
geben fann, fo ià btefeS Banb bei tl)m lange nicht fo Ãarf wie
bei ben VierfüÃern, bei betten wegen ber horizontalen Dftdjtung
bes gtiicfgratS ber Kopf immer herabhängt; hier brauchte eS nun
einen groÃen Aufwanb von SERuSfetfraft, Ware nicht jenes ela*
fltfcfje Sanb, unb gwar ttt verbäftntÃmäÃiger ©tärfe, angebracht,
23etnt g3ferb ià eS fang nnb berb, unb baS BewuttbcrnSwürbige
babet iÃ, wie genau Ãcb bie Etafficität beS BanbS nach
ber ©tellmtg beS KopfeS richtet Der Kopf bafancirt baran,
wie an einer ©chncttwage. 2Btr behatten bt\'eà vor Augen,
wenn\' wir fegt ben eigentümlichen Bau beS Etephanten be*
trachten.
2Bte beim ©ilbfcbwetit, beginnen wir mit ben Bahnen.
S3acfjaf)n beà Etephanten wiegt Ãebjef)n ^futtb, unb er beÃgt
bereit vier, nebà Rubimeuten von anbern. ferner bewerfen
wir, Wie trefflich biefe SSacfeu* ober 3)Jabljäbne baju gebaut
Ãttb, fehr ftarfen Drucf unb gewattige Reibung aufhatten.
Die Kiefer ntüflTett gur Aufnahme folcber Bahne fehr tiefe Bahn*
laben haben unb groà uub ftarf genug fepn jur Aufnahme unb
33efeÃtgung ber SRuSfeln, welche jene SMmmafcbtue in S5e*
weguttg fegen. Das £f)t\'er hat auch ferne BertbcibtgungSwaffcn:
jeber ber ©toÃjahne wiegt juwetlen bis Switbert uttb bretjebn
^futtb, unb ba fie weit vorÃehett, bitbett fte gletchfam baà Enbe
eines Debets, Hinge tiefet ungeheuer fchwere Kopf au einem
£alS, ber l)iitfict)tftct) ber Sänge auch nur einigermaÃen bie
Proportion beS pferbebatfeS hätte, fo müÃte baburcb ber Drucf
auf bie Vorbern Extremitäten übermäÃig vermehrt werben, unb
eS hätte eitteS mehr als vierfachen AufwanbeS von ?DiitSfeffraft
beburft, um ben Kopf 51t bewegen. 2öte tft nun bie Ratur gu
SSerf gegangen? Der Etepbant hat Ãeben £afÃwtrbef, ebenfo*
viel als bie ©traffe; bei ihm finb Ãe nun aber üuÃerorbeutltch
jufammengebrücft, fo baà ber Kopf ganj nahe an ben Setb jtt
ftet)en fottimf, uttb er wie ein fortfag beS Körpers, ohne £atS
bajvotfchen, erfchetnt. Cftg. xxxmo Daà Stfjter muà aber
freffen; fefit Kopf reicht nicht auf bett Boben, unb fo beÃ\'gt eS
beim ein ber £>attb ähnliches SBerfjettg am Rüffel, womit eS
baS @raà abmäht unb gum SCftunbe bringt. â ©o fehen wir
betrn, baà ber Sau beS Etephanten, waS wentgjtenS ©cfjuttern
unb Kopf/ bie Rät)e beà Ãopfà am Seth, ben Rüffel unb ben
©cbttg beffelben burch bie vorragenbett Bäbne betrifft, eine notf)*
wenbige gotge tà »Ott ter Schwere beS KopfeS uttb ber ge«
wältigen ©röÃe beS Tf)terS überhaupt
SSBtr entwickeln «od) Bei btefer ©elegeitheit einen fel)r in«
terefianten uatari)ifiorifd)eu ^unft. DaS fogenannte MaÃobon
ifi ein untergegangenes Tt)ter, baS fo jtetnftd) fo groà gewefen
fci>it muà als ber Eléphant. Den Rameu f)at es bai)er, baÃ
bie Raturforfcher juerà nur feine 3äf)ne taunten, bie auf beu
Kauflächert jigenformige Erhöhungen geigen CMaÃobon fjetÃt
Btgenjah«), unb man glaubte früher, fie haben einem fleifch«
freffenben Thier angehört Aber bie Entbedung etneS StltdS ber
ober« Kinnfabe mit beit 3äl)ncn gab Anlaà gu folgenbem Rat«
fonnement: 3m Dberfteferfnocfjeu fämmtlicher ©trbelthiere be«
Ãnbet fid) et« S od) , b Ittel) roeld)eS ein 3weig beö fünften 92er«
venpaarS tauft; btefer Rerv verbreitet fid) in ben Sippen.
aber, wie beim Elephantcn, überbteà ein groÃer Rüffel vornan«
beu, fo ià btefer Rerv, ber auch bem Rüffel Empftublichfeit »er«
leibt, verhättntÃmäÃtg Ãärfer, unb fomtt auch baS Sod), bttrd)
baS er tauft, groÃer. Daraus fotgt, baà wir, wenn wir einen
Tf)etl ber ©efichtSfuocheit beS MaÃobou fammt ben 3a()nen vor
unS haben, uttb jenes Serf) auffalleitb groà erfchetnt, frf)lteÃett
bürfen, baà ber Rerv nicht bfoS bie Sippen verfah, baà jenes
Tf)ter einen RüÃel hatte unb eine Elepbanteuart war.
äöenben wir nun unfer sprtitgip auf aubere gälte an unb
fehett wir |tuäd)Ã, wie «als unb Kopf gum greifen eingerichtet
ft\'nb, wenn fern Rüffel »orl)anbeit tà nnb baS Ti)ier boch einen
furgen £afS fyat DaS Ellen ià ein feltfameS Thier wegen ber
Art, wie fein Kopf angefegt iÃ. ©eine @ewetf)e Ãnb ungeheuer
fd)Wer, unb wenn Kopf unb ©ewethe an einem langen £alS
weit vont Körper abÃänben, fo wäre bteà ein groÃer Uebel«
Ãanb, unb ft\'e härten förmlich baS Uebergewid)t über ben Kör«
per. Darum, ohne 3^etfel, ià ber Kopf fo merfwürbtg nahe
an ben Rumpf gerüdt. (gig. XXXIV.) ©e£)en wir aber wei«
ter, wie bie BorberfüÃe unb ber £ats, l)infid)ttid) ber Sänge,
in gar feinem Verhältmà Ãebeu, fo ià ber ttmÃaub fe^r in«
tereffant, baà baS Thier bie gefSwänbe abweibet, nie baS ©raS
Su feinen güÃen. Eilten augenfälligen Beweis, baà baS Ellen
35e((, bie öani.
auf bie gewöhnliche SÃetfe nicht frefett fantt, gab etn Unfall an
btc jjanb, bcit etn fchöncS männliches Erentplar tut Sonboncr
joologtfchen ©arten l)atte. Um auf ben Boben jtt reichen, wo*
lim unb eb ad)f famerw etfe fem gttfter gefdfltttet werben war,
muÃte eS fetne BorberfüÃe auSetttanberfpretgeu; tu biefer ®tef*
tung gtttt tf)m ber guà aus, eS verrenkte bte (fcjefjutter uttb
ging yt ©runbe.
Seit auffattenbÃen ©egenfag jitnt Eilettfbier bt\'fbet bte ©t*
raffe, bte ftcf) von ben Bweigeit f)of)er Bäume nährt Ser gauje
Bau biefeS T()terS t\'à barattf berechnet, baà eS recht f)ocf) fotte
hinaufreichen fönncu; bte BorberfüÃe ft\'nb fang, bcr jpafS itod)
täitger, ber Kopf auSnel)menb ffetn unb tetcf)t, unb bte Bunge
fattn ftd) verlängern, waS bei fernem aubern BierfüÃer bcr galt
tÃ, Stefe Bunge faÃt Ãcfy wirklich mit bem Elephantenrüffet
vergleichen: baS Stf)tcr faitn Ãe bis auf Ãe6jet)it Boll Vertäu*
gern, fo baà fte attSÃef)f, mt\'e etn langer fdbmarjcr Surm; eS
bebteut ftcf) berfelbeu mtt groÃer gerttgfctt uttb nimmt bamtt
eben fo gefdflcft etnett ©trobbafm auf, als eS einen Bwetg ab*
reiÃt And) bie Knodjen ber ©träfe ftttb fef)r tnterefant, weit
Ãd) f)ter mieber beutlid) jeigt, wie ber Bau auf bte Bebürfntffe
beS T()terS berechnet tÃ. Einmal ber Kopf: itel)men wir bett
@d)äbel ber ©irafe unb ben beS KameetS ober beS ^}ferbeS
vor uttS, fo überrafd)t uns bte Reinheit beS erÃern tn l)obem
©rabe; er tà selligt, bittttt unb kid)t, mte von Rapier, ©ans
ofenbar tà beut fo megen ber auÃerorbentftcbeit Sänge beS
£alfeS, ober, wenn mir fo fagen bitrfeu, in Betracht, baÃ,
märe ber @cf)äbel bcr ©irafe fo feà unb fd)wer wie ber beS
^PferbS ober beS KanteelS, er oben auf einem foldictt 6affe
etu viel jtt ftarfeS Uebergemtcht hätte. â 3lud) ber Nüdgrat
bat etne etgentbümftd)e Sage: bei bett rneiÃen BterfüÃertt liegt
ber Nücfgrat bortjontal; wäre bteà fo bei ber ©irafe, fo Ãete
baS gauje ©emid)t ber ©cbultern, beS £alfeS uitb KopfS auf
bte vorbern Extremitäten. Sa nun aber ber Nttmpf fdflef ge*
Ãellt tft «üb bie HinterfüÃe furj Ãnb, fo helfen teÃtere baS
©ewtclü von 6atS unb Kopf tragen, wäfyrenb eS bet aubern £f)te*
reit immer nur auf bett BorberfüÃett ruf)t. 1) â Betrachten wir
bie Rippen, fo ft\'nbcn mir wieber etwaö Eigentümliches, baS
ff et) gletdhfalB auS ber Sange unb folglich ber ©ct)Were beS
Halfeö erflärt. Der BruftfaÃett rut)t natürlich auf beu Vorbern
Extremitäten, unb mir fefjen nun, baà btejentgen Rippen, auf
welche ber Drucf wirft, verfaltniÃmäÃtg fef>r ftarf Ã\'nb; bie
hinter btefen gelegenen Rippen erfreuten bagegen auffattenb
bütut unb fchwach unb bewegen fiel) weit ftärfer beim Slthmcn.
Kurg, eö fchetnt, ber vorbere £i)etl beö BruÃfaÃen, ber ge*
wtjfermaÃen jwtfchen HflB unb Vorbern Extremitäten ttt bie
«Ritte genommen wirb, muà ungewöhnlich Ãarf gebaut fepit,
unb bie RefptrattonSbewegungen werben eben beÃhatb mehr von
bett hintern Rippen aufgeführt Bei ber ©traffe fdEjetitett jwar
BorberfüÃe unb £atä im gehörigen Berbültntà ja Ã:eben; trog
bem fattn Ã\'e nicht baS ©raö abwetben, fonbern nährt ftch von
Baumjwetgen. Berfucht ffe es, mit bem 5Rattl auf beu Bobett
ju fommen, fo ftel)t eS ans, afö ob ihre ©lieber ftch verrenfen
müÃten, ©ie fpreijt bie BorberfüÃe attö, sieht bie ©djutterblat*
ter herauf, baS Kreug ein, Ãredt ben H<*lö vor, unb macht fo
eine ättÃcrà fomtfche ftgttr.
fig. XXXV. ftub bie ©felete beS KameeB unb beö
popotamuS jufammengeflellt Der Kopf beö £tppopofamuS ift
auSttebmenb Ãarf unb fchwer unb ft\'gt an einem furjen Halöi
bte Kür^e fetner füÃe weift unS wteber auf baà jwtfcheit ber
©tellitug beS KopfeS unb ber Höhe beö Rumpfes über bem
Vobett obwaltenbe Berbaftm\'à l)üt. Das Kameel ià in jeber
Hinficht baS SBtberfptel hievott: eS muà ftch rafch unb reicht
bewegen föitnen, barum Ãnb feine Beine fel)r rang, unb btefer
Befchaffenheit ber Beine entfpricht ber fange HaB unb ber
feidhte Kopf. DaS Kameel tà im ffrengÃen ©tun ein Sanbtt)ter,
$u rafebent, anbauernbem Saufe ausgerüstet; ber HippopotamuS
bagegett VerÃecft ftd) tut 2ÃaÃer, unb feilte ptumpe ©eÃalt unb
feine ©djwere paffen ju biefem Element.
1 Sag Racfenbanb erjtretft ftcö bei ber ©trajfe läng« be« ganjen
Mücfgratä »om Ãreujbein big jum ©chabel.
Vom pferbefopff â ES ià wofff erfprieÃlieber, wenn
wir unfern ©a(3 an etwaS Befanntem erläutern, baS wir ffetS
vor Augen haben, nub wir betrachten beSbalb ben Bau beS
PferbefopfeS. 20?an hat behauptet, ber eigentümliche Ton beS
SBtehernS werbe beim Pf erbe burch jwet Höffen im Kopf ver*
mittett, weiche bie EuÃachiÃhett Höffen bei$ett t weit ffe mit
ben fo benannten Döhren, welche aus bern £>f)r in ben HftfS
führen, in Verbtnbung ftehen; boch bannt ffnb biefe H^tt
höchft ungenügenb erffärt Warf) unferer Anficht bestehen ffe fiel)
nicht allein hierauf, fonbern auch auf baS ©cwtcht beS KopfeS,
bie Kraft ber Bahne unb bie Sange beS HalfeS. ES tft höchft
merfwürbig, baà ein pferb, baS ganz nach» betn ©efdfjntacf ber
SofepS gebaut tjl, auf einer SEBtefe Hungers fferbett fattn; bureh
Kreuzung contbtntren ffe tt entfiel), man fönnte faà fagen fünft*
lief), zufällige 3taturfef)fcr, fo baà baS Thier in feinen Verhält*
nt\'ffen t\'bren Begriffen von Vofffommenbeit entfpricht;. benn ffe
haften einmal einen fttrjett jpatS unb f leinen Kopf für Haupt*
Vorzüge, weit baburdh bie auf ben VorberfüÃen rubenbe SaÃ;
verminbert werbe, <Ste ffhen, baà ©alten, Ueherhcme, H0â¢*
fpaften, Entziehungen unb anbere Kranfbetten beS pferbefuÃeS
faà bfoS an ben VorberfüÃett vorfommen, unb fchretben bieÃ,
neben ber fünftfichen SebenSwetfe beS PferbeS überhaupt, bem
©ewicht Von Kopf unb HafS zw» Söären nur baS Beffhfäge unb
ber harte Boben baran ©cf)ulb, fo müÃte ffcb ber Einfluà gtetch*
mäÃig an ben H»^erfüÃen äuÃern. £>iefe Betrachtungen weifen
barattf bin, von wefcher Bebeutung bte jelst zu befprechenbe Et*
genthümftchfett am Pferbeffhäbef tft
Betrachtet man ben Kopf beS PferbS im Profff, fo bcmerft
man leicht, baà bt\'e eigentümliche gorut beffelhen, nameuttich
bte bebeutenbe Tiefe ber Kiefer nach fÃntenzu, eine nothwettbtge
gofge von ber Sänge ber Bacfzübne tÃ, SfÃtr haben bereits ge*
fel)en, wie Umfang unb ©ewicht beS EfephantenfopfS ben un*
gef)e«ern, zum Halmen befftmmten Bahnen entfprechen. Söenben
wir baffelbe auf ben pferbcfopf an, fo fehen wtr, wie nterfwitrbtg
ftch htcraue ber eigentümliche Umrià beS @ef)äbefS erflärt SaS
Pferb tff ein ©raSfreffer, wie ber Efephant, unb ber Bau feiner
Bahne geigt, wie trefftief) Ãe bar auf Berechnet finb, mit 2eicf)tigfeit
gu matmen» Damit ftc Ãarfen Drud aushalten fönnen, fiÃen fte
fefjr tief im Kiefer, uub ba f)ier bie MuSfefn fo augeorbnet finb,
baà bie Kiefer ntcfjt bfoS gefd)foÃen werben, wie bei ben gfetfd)«
fi-Ãenr, fonbern baà gematmt, baS beiÃt bie untere Ktnnfabe
bin uub t)er gefcfjoben wirb, fo ià ein auênef)tnenb groÃer Raum
jur Aufnahme beS fogenannten MaffetermuSfefS »orhanben, ber
baS boppette ©efcf)äft bat, bie Bahne anetnanber gu fdjtieÃen
nnb ben untern. Kiefer beim Kauen am obew bin uub f)er gtt
giebeit, Uub baïj er rührt nun baS groÃe vteredtge KteferÃücf
unter bem Of)r, wobttrd) Ãd) ber ^ferbefopf befonberS auSgeidjnet
Die Kiefer« uub Rafenböbten finb fef)r groÃ, aber ber Raum,
ben fie einnehmen, Ãeljt boef) in feinem Serbäfttttà mit ber auf«
faftenben Tiefe ber untern Kinntabe. Die gwifchen berfefbett
fiegenben ©ebifbe, ber ©djfunb« ttttb Kef)tfopf, füllen f)ter bet
weitem nid)t bie gattge Tiefe beS KopfeS auS, fo baà über jenen
Organen nod) ein groÃer Raum bfeibt, ber gur Aufnahme fettteS
OrganS erforberftch ift, Weber beS ©ebtrnS, nod) ber fnöcberneit
Rafe, nod) beS ©d)lunbfopfS, noch ber ?uftröl)re, fonbern bfoS
vom groÃen Umfang ber Kiefer herrührt Säre er nun mit
Knodjettntafie ausgefüllt, fo hatte bteà baS @ewid)t beS KopfeS
materietf vermehrt, fo aber nehmen ben Raum gwtfcben beut
oberÃen Tf)ett beS Rüdgrats, bent Kiefer uub ber S3aÃS beS
©chabefS gwet groÃe häutige 3etfen ein, wefd)e mit ber Rafen«
höhte commmttetren. Durd) biefe groÃen Betten tut ^ferbefopf
wirb atfo, fo bürfen wir annehmen, bte groÃe AnSbehnnng beS
Kiefers nach Inntengu möglich gemacht, tu bereit gotge bie Bacf«
gäbne fefjr tief wurgetn fönnen unb bte fräftigen KaumuSfefn
Raum genug gum AufäÃe haben, ohne baà babet baS fefte Ma«
tertaf beS KopfS merfftd) Vermehrt wirb. Sie bei beit Vögeln,
ià bter Butritt ber Suff bagu benüÃf, ben T()eifen mehr Umfang
unb ©tarfe gu geben ohne ©ewid)tSvermehrung,
Sie fchott gefagt, Weià ber Sofep wof)f, wefche gofgen
beim ^ferbe ein groÃer, fdjwerer Kopf hat; wir feben nun,
baÃ, ware ber ^ferbefdjabef nicht befchrtebenermaaÃen eilige«
richtet, ber Kopf ungtet\'d) fdjwerer fepn müÃte, unb barauê
entÃäube, befouberS beim fehlleiten Saufe, eilt wirklicher liehet*
Ãattb, beim beim Nennen Bunte Ãd) bann baS g>ferb nicht
gehörig. auf. ben güÃen int ©letchgewidfl I)atten, unb burcf)
ben Ãärfern Trucf auf bie BorberfüÃe wäre eS noch weit
mehr ben guÃübefit ausgefegt, ju Wefelen feine fünjHtcfje Sc*
bettSwetfe eS ohnehin verurtbetlt.
Tiefe Einrichtung, Woburch ber g)ferbefopf leichter gemacht
wirb, hat ein ©egenÃücf am Kopf beS ^ottÃ\'fcbeS, von bem
ber Wallrath gewonnen wirb, Ter ^ottfl\'fch ift eine 2lrt ^ht)*
feter ober Eadjetot, mit einem fehr groÃen Kopf; er jetdjnet
f(ch babitrd) auS, baà er 3äf)ne hat, währenb ber Nadjen
beS gemeinen SattÃfcheS nur mit gifctibein befegt iÃ. Ter
fange, mit Sähneu befabene Kopf würbe, fo fcheint eS, bie
Sungeit jtt weit hinter ben @d)merpunft rttefen, ats baà ftd)
ber Kopf oben haften föuute; beÃhafb ffub bie groÃen £>öf)fen
am Kopf Csmoff güà fang unb vier gttà tief) mit einem
Stoff gefüllt, ber leichter ià als SaÃer, unb bamtt ià baS
@leid)gemtd)t wteber hergeÃellt.
Sie gormöeranberungen am ©ehabcl Betreffen jwar na<
menttich bett Vorberit Tl)etl beÃctbeit, tnbcÃeit foulten aud) bie
uubebeufeitberett Abweichungen am Hinterhaupt fel)r bejeidmenb
werben, wenn man Ãe aufmerffam betrachtet, ©o mttrbe
j, 23. unter aubertt foÃtfett Knochen in bett KalfÃetnböbleit bei
^t^mouth etn ©tücf von einem Schabet gcfitnbeit. ES beÃanb
nur aus bett ©elenffortfägen bcS Hinterhauptbeins, mtttcfÃ
weldjer biefeS att bie Halswirbel befeÃigt iÃ, nebà einem
Stitcf beS Hinterhaupt* unb ©dflafeubeiitS. Unb bodj lieà fich
ermitteln, baà baS Knochcnftiicf einer Jp^ätte angehört haben
muÃte, rnetin eS gletd) boppelt fo groà mar, als bie entfpre*
chenbett Thetfc bei ber gröÃten jegt lebenben H^anenart, 3»*
erà wies bie l)ol)e ©rate ant Hinterhaupt auf einen fehr
Ãurfeu Hats hin; ferner bcwteS bie Tiefe unb ber Ilmfang
ber ©ruhe, üt welcher ber SchfäfcnntuSfef liegt, baà btefer
MuSfel, welcher bie Kiefer fdflieÃt, attSnebmenb groà unb
Ãarf war; brittcnS gehörte es Weber einem Baren, noch einem
Tieger au; bieà ergab Ãd> au$ ber auÃerorbeutticheu Tiefe
unb Dtdjtigfeit beS gangen Knochen; in festerer £tuÃcbt paÃte
baS Knocbenftücf auf fein Stüter atS auf bte £päne; benn bei
biefer entfpriebt ber Schabet tn ber Stärfe ber ungeheuern Kraft
ber Bahne, welche bt\'e fejtejteu Knoden gerbeiÃen fönnen.
3n meinen Borlefungett über bie vergletdhenbe Anatomie beS
SfeletS trug ich btefen ^ituft folgenberntaaÃen vor: âEin ^ferb
wirb von etttem Solf ntebergeworfen unb von ihm, von fletnern
fletfd)freÃern unb Raubvögeln aufgegebrt; aber in ben groÃen
Röbreiifttocbett jteeft noch eine «Renge RabrungSÃoff, gu bem
jene £l)iere nicht gelangen fönnen. SOJau betrachte nun bett Sd)ä*
bei ber £päne: er iÃ, bem Schabet beS £unbeS, beS SolfS,
beS Barett gegenüber, auSnebmenb pluutp uttb fcf)Wer; bte Bahne
Ãttb fegeiförmig, â unb bet biefer form wirb ja bte gröÃte
Kraft ergielt â⢠unb gegen bte attberer Spiere ovbentttch wt\'e ge*
härtet. Der Kraft beö SiberftanbS in bett Bahnen entfpriebt ber
Umfang unb bte feÃigfett ber Kiefer. Bon ber ©rube, bie bett
Schläfen* ober KaumuSfel aufnimmt, unb »ottt weiten Bor*
fprttng beS SocbbogettS, an Welchen Ãch ein anberer SCÃuSfet, gleich*
falls ein KaumuSfel, befeÃigt, rührt baS auffattenb breite ©e*
Ãd)t biefeS häÃlichen £l)terS, unb gaitg überentÃtmmenb mit ber
Kraft ber 3äb»e, Kiefer unb SRuSfeltt, geigt Ãch ber gange
Schäbel biefer unb feÃer gebaut, unb fo beutet frf)Ott baS gur
©runblage biettenbe ©erüÃe auf bte ungeheure Kraft ber SRa*
fchine, welche bte Ãarfen Röhrfttochen groÃer Stetere gu gerbre*
eben unb bem £l)ier am 5D?ctrf ein reichliches SWafyl gu bereiten
vermag."
Sir haben früher auf bie iuterefianteÃen Eigenthümltcbf eitert
beS BogelffetetS aufmerffam gemacht, unb bei biefer ©etegenheit
betrachten wir baS Berhattnià ber allgemeinen ©eÃalt beS Bogels
gu einigen feiner £>aupt Verrichtungen. Die wichttgÃe, wenn wir
für jegt von Berbauuttg unb Refptrattoit abfel)en, ià bte fort*
pflangung ber Art. Senn ber Bogel follte in ber Suft fchwebett
fönnett, fottute er nicht lebenbtge Sunge gebähren. Senn, wie
wir gefehett haben, ein Raubvogel mit vollem SSttagett nicht fite*
gen famt, fo tonnte er noch weniger feine 3ungett im ?et\'6e mit
Ãch tragen. 3|t eS alfo nicht eine böcbà merfwürbtge Einrichtung,
baà ber Vogel feine jungen tn ber ©eÃaft von unentwickelten
Eiern im 9ieÃe nieberlegt, Ãatt baà Ãe ttt feinem Seihe groÃ
wacfffen ? Kurz, eS bebarf fernes SSewetfeS, baà bte honett Ktto*
tfjeit, ber Umfang beS BruÃbetnö, bte Süffelten, bie geberfpu*
iett , ber ©cbnabel, nnb baS Eierlegen fämmtürf) etnanber be*
bingen.
Scf) hoffe, baS Angeführte folt hinlänglich beweifen, baÃ,
wo trgettb ein Tf)eü beö ©leletS bei ben Tt)ieren gleichförmig
gebaut iÃ, bieà baber riibrt, baà aueb bte Verrichtung jeiteS
TbetB Ãcb bfeibt. Kopf nnb Dtücfgrat Ãnb in ihrer Vtlbuug
gewifferntaaÃeu permanent, weit ©ebtrit nnb Dtücfenmarf bei ben
öerfcbtebenen Xbterett nur fjmjTcfjtfict) ber ©röÃe Verfchieben er*
fd)etnen; fowett aber Kopf uub üKücfgrat aB SBerfzeuge zur Er*
lattgung vott Nahrung, jum Angriff ober $ur Vertheibigung
bieneit, Ãnb ihre gortfälie uttb ©efettfe auffaltenb Verfdueben
gebübet, nnb babei ber jebeSmafigett Verricbtung ber Streife an*
gepaÃt; uitb mir febett, baà ntrgenbS am Korper, fep eö am
Dtiicfgrat, ober am Hinterhaupt, an ben Ktefertt, ben 3äf)nen,
ben ©iiebern, eine Veränberititg vorgebt, ohne baà berfetben bte
SSübung beS ganzen ©fetetS cittfprücbe.
5D2ancbe ©cbrtftÃeller haben behauptet, mir fönnen ttnê ttocf)
mehr Thtere benfen, afê wirftid) eriÃiren. 3à bem wirfttd) fo ?
Von alten fabetl)aften Thierat beë Atlerthitmê hatte nicht Eineê
wirfttcb ertÃtren fönnen, uub mir werben uttê recht voit ber
Beffbrönftbeit ber menfcbltcbeit Erffnbuugëfraft, ber ber Statur
gegenüber, fotvte voit ber b°b«t Vollettbuug beê ©pffemê beé
thtertfcheu Kôrperê überzeugen, Wenn wir biefe @efcf)öpfe ber
Etnbtlbttng burchgehett uitb uuterfucben, ob Ãe hatten atbmen,
ffrf) bewegen, ftiege!l/ Nahrung verfcl)affett fönnen.
23etrad)ten wir einen antifen Eentauren, fo bemerfeu wir.
Wie ber 35tfbbauer bie VirtuoÃtät barin fud)t, baà er unfere
EtnbtTbungêfraft mit ber unnatürlichen 3ufammenfe£ung ber ©lie*
ber »erföhnt; burcf) bie Weiten RaÃlodjer, burcf) ben gangen
SfuÃrtcf) von SfÃitbf)eit fott Ãd) unà bte Btfbung beà Menfd)en
Uttb bie beà ^ferbeö »erfdjmofgen barÃellen, Ser aber mit ben
K\'örpertterf)ältiüffett beà ^ferbeà näher befannt tÃ, läÃt Ãd) l)ie«
burd) nid)t beÃedjeit. ©tebt man, wie beim ^Pferbe ein gu fd)We«
reà Borbertbeit, ober ein langer ,£>alà nnb groÃer Kopf mit
gutem 3ttl)em, mit glüchtigfett unb ficherem (Saug unverträglich
Ãub, fd)lieÃt man, baà ein folcheà ^3ferb leid)t Ãürgt, wie wäre
eà erà beim Kentauren, wo ein ganger gweiter Korper, Kopf
nnb ©cbultertt auf beu BorberfüÃen ruhen? ©alen Ãnbet eÃ
fottberbar, wenn spittbar hätte an Eentattren glauben follen;
âbemt, fagt er, Wenn fold) ein ©efd)öpf leben follte, müÃte eÃ
gwei Mauler haben, eitteÃ, baà einem menfd)tid)en Magen eitt«
fpräcfje, ein gweiteÃ, baà bem ^ferbemagett »orfaute. Kann eÃ
über bie Ebene binfprengeit, fo tarnt eà nid)t gugleid) ben Berg
erÃeigen ober burd) baà ©eÃein ftimmen. BefäÃe eà aud) menfd)«
liehe ©eiÃeÃfraft, fo tonnte eà Ãd) bod) nicht felbff ein £auÃ
bauen, ober ©d)iffal)rt treiben unb bie ©eget hattbhaben;« ja
er gel)t mit feilten Einweisungen noch mehr ütà Detail: âeÃ
tonnte Ãd) Weber ©djuhe macheit, noch ttieberhodeit wte ber
©chnetber."
Sie bagegen bte Ratur gu Serfe geht, Wenn Ãe etit beben«
teitbeà ©ewicf)t auf baà Borberthetl Ãellen will, bavon fjabett
Wir ein Beifpiet am ©feiet ber ©t\'raffe; wir feheit, wie hier
burcf) bie frfjtefe Sage beà Rüdgratà unb bie Kürge ber hinter«
fuÃe, ber Drud »om Vorbertbeil weggerüdt Wirb, ©o fd)ön bte
Eeittaurenbitber auf anfifen ©emmeit alà KunÃwerfe fepn mo«
geit, Ãe bleiben Ungeheuer, unb t\'hr Bau eine Berfchmelgttttg
wiberfprecfjenber Theite.
Senn wir mit bem Umfang uttb ber BtTbung ber menfeh«
liehen Ertrenütätett »ertraut Ãub, fo Ãellt eà Ãd) unà alà im«
mogfid) bar, baà ein menfd)licher Rumpf auf 3tegenfitÃett Ãeheit
tonne; bie Knochen Ãnb gu fehwaef) unb bte MuÃfefpartbieen
gang falfd) angelegt. Den Matern unb Btlbhauertt fällt bieÃ
freilich nicht ein, wenn Ãe gauuen unb ©atpm tanjenb unb
pfetfettb barÃeHeit; bebeuft man aber bie Richtung ber Knochen
iinb beit Effekt bcv MuSfeln, fo wirb einem fogletch ffar, baÃ
fte fülrfjer Bewegungen gar nicht fähig wären. ErtÃirteu folcfje
©eÃalten mirfltcb, Ãe fönntett bloS elenbigltcf) am Boben frieden.
Ebenfo ià eS mit bem ©reifen: bie «Schwingen beS Ablers
können nimmermehr beit Körper etneS Soweit burch bie Stift tra*
gen. Etit ©efchöpf, baS foll fliegen können, muà für ben groÃen
ginget eine mit bemfelbett tu Berhältnià Ãehenbe MuSfelmaffe
beÃgen, fomie eine ausgebeizte Knochenfläche sunt Anfafc biefer
gfugntuSfefn. Sie Knochen beS Sömen Ãnb btcht nnb fchmer nnb
Ãehen mit feiner allgemeinen Muskelkraft iit BerhältniÃ, nnb
mit einem anS folgen Knochen beÃel)eitben ©fefet, mentt eS auch
noch fö febr ausgebreitet mürbe, könnte nimmermehr ein ©efcf)öpf
fliegen. Sir fehett hierauf, baÃ, märe auch gegen bie äuÃere
Bitbnng nichts auszufegen, eS hier att ber ittnern UeberetnÃtm*
mung fehlt, bie notbmettbig iÃ, mentt baS Thier Wirklich foll
ertÃtren können. Auch ber Sömenfcbmans märe, beut trefflichen
Nuber gegenüber, mit melcbem Ãch ber Abter im glug Ãeuert,
etit völlig unuüger Anhäugfel.
Sergteichen Betfpicfe lieÃen Ãcf) noch viele anführen, mir
bürfen eS aber fecfltcb attSfprecheu: jebe TbtergeÃalt, bie nicht
in ber Natur eriÃirt, fonbern poetifche ErÃubuitg tÃ, ermiefe
Ãch mangelhaft, met\'l Ãch bie äuÃern ©lieber nicht recht im ©leid)*
gemidfl befänbett, bte Bemegungöorgatte in feinem richtigen Ber*
bältnià Ãänbett; nnb Wäre hier SllteS gehörig abgewogen, fo
würbe trgenb ein inneres Organ nicht übereilt Ãint tuen b ober an
ber unrechten ©teile gefunben merben. Kurs, bie tnenfchliche
EinbtlbuugSfraft ià befchränfter, als mau auf ben erÃeit Blick
glauben follte, nnb unfere ErÃ\'nbungen Ãnb nichts als unge*
räumte SufammenÃeltungen von Tittgen, bie mir in ber Natur
mirftich gefehen haben. ES Ãeffl tu 2Bahrl)eit tebiglich nicht iit
unferer Macht, maS j. B. ^alet) für möglich hielt, meint er
fagt, âmatt könne Ãch im ©emächSretcf), wie int Tbierretch noch
eine Menge Bähungen benfeu, bie nicht eriÃtren." Tiefe An Ãch t
bient ttttS nur sur BeÃärfuitg unferer Ueberjeugung von ber Boll*
fommetthett beS orgatttfcben ©t>ÃemS, baS burch feine Mobift*
fationett eine fö uuenbliche Menge »01t Thiereu sunt ©etjen, Saufen,
fliegen, Schwimmen befähigt, etneS ©pÃemS, ttt welchem gu*
gleich bte innern, bte eigentlichen SebenSöerricbtungen mit atten
möglichen .BuÃänben, ttt bte ein £f)ier »on ber Ratur verfemt
feptt mag, in UebereiuÃtntmung gebracht ftnb.
Drrgleicljmrg ï>es Stüdes tuit ïr?r Ijanïï.
©eben wir unS nach einem ©egeitfïattb um, ber ttttfer leben*
btgÃeö Sntereffe in Anfprucl) nimmt, unb gugletcb BeWeife für
ben groÃen plan beS ©djopferê au bie £anb gibt, fo bietet ftcf)
unS naturgemäà baS Auge bar, als baS garteÃe atter Organe
beS Kbrperö, unb bteà paÃt unt fo beÃer gu unferm 3werf, ba
wir noch au geigen haben, tu wetch h°ï)em @rabe ber ©eÃcljtS*
Ãtttt von ber £anb abhängig ift, unb wetch genaue Analogie gWt*
fchett betbett Organen bcrrfcf)t.
©ett ©tr $enrp SottonS Seit bis auf bie iteueÃen ©cbrift*
Ãeller i\'tber baS Sicht war baS Auge ein ©egenÃanb beS ^retfcS
unb ber Bewunberung. ?Ran war aber babei tnfofern ttidht gattg
gut berichtet, als matt ffcf> bet btefer Bewunberung auf ben Aug*
apfet unb ben ©ehueröen befcbränfte, ba bodh bie ^ervffcfjett
Etgeufchaften biefeS OrgaitS bon ber ^hätigteit beS gangen AugeS,
öott feinem äuÃern Apparat fo gut ats yott feinen ^äuteit unb
bem eigentlichen ©et)ueröeu bebingt ftnb. Dem SDïuSfetapparat,
beu ©cblüfiett, gu Welchen unS baS BewuÃtfepn ber SftuSfel*
thätigfeit befähigt, »erbauten wir ben ©t\'nn, ber uuS mit ber
form, ber ©röÃe uub ben SÃerbältutÃen ber ©egenÃäube befaitnt
macht, ©ich etnbilbeu, mau tonne alle ©genfcbaften beS AugeS
burch baS bloÃe ©tubt\'um beS Augapfels fennen lernen, beiÃt ftrf)
cinbtlbeit, ntan fönne Ãcb über bie Sötrfnng unb ben ©ebraucb
ettteS XheobolttS C^öbeunteÃerS) burch Berechnung ber optt\'fcheu
Berhättniffe fetner ©täfer belehren, ohne auf Quabranten,
SaÃerwage unb ©entbiet gu fet)en.
Bor allen Dingen mit [fett wir unfere Aufmerffamfeit auf ben
Bau unb bte Empftnblicbfeit ber Re^aut richten. Die Reghaut
ober bte Retina bttbet bie innere Auêfleibung beê Augeê; ftc be*
fief)t auê einer feinen, brennten 3?ervenntaÃe, wette ZWtfcben
jmei auêuebmenb feinen Hauten Itegt; biefe Häute geben ihr Halt
unb madden tbre gtäcben matt)cmattfcf) eben unb glatt. Sie
9?erVeumafle unb biefe ©?embraueu Ãnb im Sehen vollkommen
burcbÃdjtig. 3n ber Acbfe beê Augeê beÃ\'nbet fid) ein fleiner
gfecf, ber burd)Ãd)tig bteibt, aud) wenn ber übrige Tt)eit ber
SQïembrait trübe wirb, unb ben mau irrigerweife für ein Sod)
in ber 3cei?()aut anfat).
3cad) bent Auêbrucf Retina, einbaut, fottte man vermuten,
ber Sfterve bitbe ein 9ïe£werf, unb uad) ben AeuÃerungen man*
cfyer uitferer erÃen ©chriftÃeller ber neueÃen Bett fbnnte man
glauben, fte betrad)ten tt)U wirflid) fo, weit bieà jn ihren H*)a
potbefen paÃt. Aber bie SïerVenutaffe bat burdjauê feinen fafert\'gen
Bau; nur bie innerÃe Hautr Wetd)e ben Nerven trägt, bie tu-
nica vasculosa retinae, jeigt etwaê ber Art, wenn man bie im
SÃaÃer fd)Wtmmeube üKetina mit einer 9iabel zerreiÃt.
Sie EmpÃnbüug beö ©ebenê entÃel)t nur bann, wenn Stcf)t#
ftrabten burd) bte burebÃdjttge Dïetina auf i\'bre äuÃere gtädje
fallen. Der UtnÃanb, baà ber ©c\'buerV fetbà für baê Sid)t
UitempÃnbticb iÃ, bat ben gorfcberu viel ju fcbaffen gemacht.
SäÃt man ben ÃärfÃen eiehtÃrabl gerabe auf baê Enbe beê 9?er*
Ven btnten tut Auge fallen, ba, wo er in bie feine Schaut Ãd)
ausbreiten beginnt, fo entÃet)t fem Einbrttd von Sicht. Sief;
faun unë nicht überrafdjeit, wenn meine Behauptung richtig iÃ,
baà nicht bie SDiaÃe beê Nerven baê ©el)organ iÃ, fonbern nur
fetue äuÃere gläd)e. An ber ©teile, wo ber ©ehnerV in bte 9ïe£*
haut tritt, bat biefe natürlid) feine hintere gläd)e. Sie Un*
empÃnbtichfeit beê eigentlichen Nerven für baê Sicht fcbeint zu
be weifen, baà baê Aufnehmen beê Einbruch unb bie gortfettung
beÃetben zum ©enfortum zwei befoubere Verrichtungen Ãnb. Siefe
AuÃcbt entfprtd)t wot)t beu Erfcbetnungen ungleich beÃer, atê
bte Annahme eineê unferer erÃett ^3l)ifofopf)en, nad) Wefcher ber
SïerV bei feinem Eintritt mê 2iUge, wo er baà fogeitannte punc-
tum coecum bilbet, beÃbalb uuempÃnblid) fei)« foil, weit er Ãd)
noch nicht tu bte faà unzähligen feinen gaferu getheitt habe, bie fo
gart fepett, baà Ãe »on ben StcfjtÃrahfen tu Schwingung gefegt
werben.
StuÃer btefent punctum coecum t\'à ju bemerfett, baà nicht
bie gange gtacfje ber Regf)aut für baö Sicht gtetcf) empÃnbfich iÃ.
©ans befouberS empÃnbrich ià ein ffetner gtecf, beut ©ebfech
ober ber ^upttte gerabe gegenüber, in ber Acfjfe beS Attgeö ge«
tegetu Man f)a* »erfucf>t, ben Umfang biefeS gfecfS genau ju
beÃtmmen, unb behauptet, etn ©traf)f, ber mit ber Augenachfe
einen Stufet wn fünf ©rabett mache, faffe über btefe ©tetfe
hinaus. Sir werben uns aber im ©egenfhett jum ©chfuÃe be«
recbtigt fef)en, baà ber empfinbticfje gtecf burchauS nicf?t fcfjarf
umfcbrieben iÃ, fonbern baà vielmehr bie EmpÃnbficfjfeit bis jum
eigentlichen Mittelpunft immer junimmt.
Manche taugnen btefe gröÃere Empftnbltchfeit beS Eentraf«
punftS ber Regbaut unb fchretbett baà beutliche Sehen nur beut
UmÃanb zu, baà baà Sicht burch bie gfüffigfeiten beS Auges?
yorgugSwetfe auf jenen spunft hingebrochen werbe. 3cf) werbe
bafjer zeigen, baà baà Auge gar nicht feben fönnte, nähme nicf)t
bie EmpÃnbfichfeit ber Reghaut von ihrem Umfang bià jum
^uuft! ber bte Augenachfe bifbet, fortwahrenb zu.
Sir fcfjen ©egenÃänbe bei reffeftirtem Siebt im fefben Au«
geitbltcf, wo btrcfteS Steht in baà Auge fättt. Da nun ber Ein«
bruef beS birefteit StcljtS bietmaf Ãärfer iÃ, als ber am ©egen«
Ãanb refleftirten @trai)ten, f0 würben wir ben ©egenftanb tu
gofge beS dontraftS gar mdjf feben, wäre nicht eben bte Reg«
haut fo hewuitbernSwürbig eingerichtet, baà baà btrefte Sicht auf
eine weniger empÃnbtiche, baS refleftirte bagegen auf etue un«
gteich reizbarere ©leite berfetben fallt. Senn wir um Mittag
in freiem gelbe bte Augen gegen ©üben wenben, fo faften,
währenb wir btefett ober jenen ©egenÃanb betrachten, jugfetch
©onnenÃrahfen inS Auge, unb träfen tegtere einen ^)uuft ber
Reghaut, ber fo entpftnbficf) wäre als ber gteef in ber Achfe beS
AugeS, fo müÃte baburch offenbar jeber fecunbäre Et\'nbrucf auf«
gehoben werben; ber ©fang wäre fo unerträglich, als wenn wir
unmittelbar tu bte ©ottne bticfteit. Ein furzer SSticf in bte ©onne
wirft fo heftig, baà wir eine Bettfang gar nichts mehr fefven;
erfolgte aber nicht baffelbe, Wenn bte Negbaut überall glctcf>
empflnbltch wäre? EtmaS ber Art beobachten mir in einem mit
Kerzen beleuchteten Btmrner: eine ^erfon, melcbe gerabe hinter
ber Kerze ftebt, feljcn mir nicht, bettu hier kommt baS btrefte
Sicht mit bent refletttrteu in Eonfltkt unb hebt ben fchmadjern
Etttbrucf beö legteru auf.
ffiare atfo bte Empftubfichfeft über baö ganze Auge gleich *>er*
fbet\'lt, fo könnten mir nicht fefjetn gragt man nun aber, miemtr
benn eigentlich feben, unb mie baS Organ in Thätigkeit gefegt mtrb,
fo fagett mir, burcl) ben beÃaubtgen Trieb, jenen entpflubftcbett
gleck, ben eigentlichen @tg beS ®el)enS, anzuregen. Erbalt bte
Neghaut einen unvollÃanbigett Etttbrucf, beÃljalb unvoltÃäubig,
weil er irgenb einen Tfyctl berfelben, nttr nicht ben Mittelpunkt
trifft, fo fel)rt tl)m atsbatb baS Auge feine Acftfe jtt, mit aubcrtt
Sorten, eö fücht bte vom Objeft attSgebenben (Straelen mit bcm
empftnbfichen Eentntm aufzufangen. Tie Empflnblicbkett, in
SSerbtnbung mit ber Thätigkeit ber Muskeln beS Augapfels er*
jeitgt bal)er jetteS uuÃete Sefett, jene fudbenbe Bemeguttg beS
AugeS; fo baà juà bte geringere EmpÃnbtichteit ber Negfjaut im
Allgemeinen btefe Bcmegwtg beS Organs bebingt, welche atö bte
eigentliche CUtelle fetner hohen Vottenbung als Serfjeug an*
jitfebett tÃ.
Tiefe gabigfett, baS Objcft zu fttchett, entwickelt fleh beim
Ktnbe nur langfam, ttttb bte Bewegungen beS AugS erlangen,
gerabe mie bte ber Jpcmb, nur altntahftg (Sicherheit. Bet betbett
Organen ià ber Vorgang ein boppetter: ber auf ben ©tnnnerven
gemachte Etnbritck tà vergefeltfchaftet mit einer StllettSäuÃerung,
bte MuSfeftbatigfeit jenem Einbrttcf anjitpaÃen. Taà bet bett
Smtgett mancher Thiere baS ©eflebt vom erÃen Augenblick au
vollkommen entmicfelt erfchetnt, tà fettt Einmurf bagegen, fo
wenig als ber 3nÃinft ber jungen Ente, welche, fobalb bte Et*
fcljate ^erbrochen tÃ, bem Saffer zulauft, bem gafrttm miber*
fprtcfjt, baà bas Ãiub nur nach vielfachen Verfugen Ãel)en unb
gehen lernt.
Betrachten wir nun, mie notbwenbtg btefe fttcljenbc Bewegung
beS Auges zum ©e(;eit iÃ. Treten mir tu ein Bimmer, fo feben
ttrir bte gattje eine «Seite beffetbeit auf einmal, ©picget, ©ematbe,
ÃarttteÃ, ©tübfe; wir ntefnen bteà aber nur, weit nur »ou ben
«Bewegungen beö AugeS uub bavott, baà alte ©egenÃänbe rafcb,
aber itacbetttanber an if)m vorbeigehen, fem BewuÃtfeptt baben.
ES tfl leicht barjufbun, baÃ, wenn baS Auge unbeweglich Staube,
eö mit bent ©eben batb aus wäre, baà wtr, nur weit baS Auge
ftcb bewegt, AtteS beÃtmmt uub tu bettem Siebte fefyen, baà bie
©egeuÃänbe verfcbwanben, wenn eö fidf) anberS verhielte. £ef*
teil wir j. B. baS Auge feà auf einen pimfr; eS ià bteÃ, eben
wegen beS £rtebS beS Augeö jur Bewegung, iuct)t letcf)t, burct)
wieberbotte Berfuclje ternt man tnbeÃett enbticb ben Bftcf auf
einen 9>wtft ftrtren. £t)ut man bteÃ, fo bemerft man, baà AlteS,
waS man ftet)t, bitnfler uub bunfter wirb, uub enbticb verfcbwtn*
bet üKan ftrtre am ^auptgematbe im Limmer eine Ecfe ber
Ral)nte. AufaugS tiegt AlleS beutticb vor unö, aber nirf)t tauge,
fo wirb ber Etnbrttcf fcbwächer, btc ©egenÃanbe verbunfein ft\'df),
uub jegt befällt baS Auge ein faà uuwtberÃebticber Jtrieb, ftcb
ju bewegen; batt man bennocb auö, fo erft\'fcbt giterft ber Ettt*
brttcf von bett Bttbern auf bem ©emälbe, eine Beittang fiet)t
mau nodf) ben gotbeuen Rahmen, aber attcb btefer verbitnfelt ftcb
cubltd). £at matt bte Beobachtung fo weit getrieben uub änbert
jegt bie Richtung beö Auges, wenn attd) noch fo wenig, fo ftebt
AtteS wieber votlfommcn beutlt\'d) vor einem.
Dtefe Erfdhetnungeu rühren bat)er, baà btc Empftnblicbfeit
ber Regbant crfcböpft wirb, ©eun ein farbiger SicbtÃrahl be*
ftättbtg auf benfclbett fted ber Reghaut fällt, fo wirb er tutem*
pftnbtich gegen benfetben, bagegen aber empftnbltcbcr für einen
©trabt »ou ber entgegengefegten färbe. Söetm ftcb baS Auge
auf eilten «pmift heftet, uub alfo bte Sichter, ©chatten uub gar*
ben ber ©egenftanbe biefetben relativen ©tetten ber Reghaut
trefen, fo wirb ber Rerv erfchöpft; fo wie aber baS Auge ab*
gleitet, wirb ber Rerv von Rettern erregt; beim ber £f)eil ber
Reghaut, auf ben eben baS Sicht ffet, fommt jegt ben ©chatten
gegenüber, ber auf ben bie eine färbe wtrfte, fommt nun
mit einer anbertt in, Berührung, uitb burch btefen Sffiechfet ber
erregenbcit Momente wirb bie ©enfattoit immer wieber tebenbig.
2)teà zeigt beutltdf), wie wefentticf) bie beÃänbtg fuchenbe Bewe*
gttttg beg Attgeg für bie forfbauerttbe Verrichtung beg £)rgang tÃ.
Ehe wir 51t etwag Anberm übergeben, noch eilt Beifpiel.
2Ãtr fef)ert tn eine offene ©egenb hittaug ttnb ein ferner ^untt
feffett ttnfere Aufmerffamfeit, ober wir erwarten einen greunb
ttnb fehen weit weg auf ber StraÃe eine ©eÃalt ffch bewegen;
wenn wir tn btefen gälten, unferer Sache gewià ju werben, bag
Dbjeft fcharf ffrirett, fo öerffhwtnbet eö; ärgerlich reihen wir
bte Augen, fehett ung unt nnb bewerfen eg wieber. Sie Urfache
bavon ià fehr einfach: bie 3\'tei;haut wirb erfchöpft, erholt ffd)
aber wieber, fobalb Ãe auf anberg gefärbte unb beleuchtete @e*
gettÃänbe hltcft ©er SÃatbntaint int II?cor ober auf beut Berg
ntacf)t hunbertmal btefe Erfahrung, wenn er einen gtug geber*
wtlb aug ber gerne mit bem Auge »erfolgt unb auf ben gtecf
jugeht.
StBenn man 001t etiter empffttblichen Stelle auf ber dle^aut
fprtcht, fo tff bteà wohl ein uneigentlicber Augbrucf. Sae Sehen
richtet Ãch nach benfelben ©efe£en, ob wir eine feine Scabelfpiiie
ober einen ©egenÃanb in einer weiten Sanbfchaft betrariffeit. 3Btr
fehen auf bte Sptf$e einer Scbretbfeber unb föntten babei uufere
Aufmerffamfeit augfdffieÃltcb nur auf eine Seite ber Spalte richten,
gerabe wie wir ung einen Baum ober ein £attg rnerfen unb eg
genau betrachten fonnen. 9öäre ber empffnblicbe glecf regelmäÃig
begrenzt, fo müÃte er fel)r fleiu fet)tt, uttb wäre er wirflt\'ch fo
ffrettg umffbrteben, fo müÃten wir et wag bavott gewahr werben,
unb bteà tà nicht ber galt. Eg fcheint baber unter allen UmÃäw
ben bag ©efefe zu gelten, baà Empffnblicbfett für Etnbrücfe im
Auge big junt Eentrum fortwährenb zunimmt, unb baà bteà gilt,
ob wir über bag Sanb bwtbltcfeu, ober mtfrofcopifch fehr fleitte
©egenffättbe betrachten.
2Ãentt «tan läugnet, baà bte Sfftugfclbewegttng beg Augeö
fteh aufg ©ettauffe nach bem Etnbrttcf auf ber DZehbattt richtet,
wte erfiärt matt bann bag allbefannte gaftum, baà fteh ber
Augapfel fo auönehmenb richtig unb ficher bewegt ? wie fommt
eg, baà bag eine Auge ffcfffo wunberbar genau nach bem anbern
richtet? wte fommt eg, baà betbe Slugcn zufammen mit ber Volt*
kommenÃen Sicherheit einen ©egenÃanb »erfolgen, fep es nun
ein Böget int ging, ober ein Ball, ober eine Bombe? folgt
nicht ganj nothwenbig, baÃ, wenn mir einem ©egenÃattb ber«
geÃatt nad)fel)en nnb babei bte Augenmuskeln fo tri £l)ätigteit
fegen, baà mir tm MaaÃe, als er feine ©teile veränbert, ti)m
bte Augenachfe zukehren, mir ettt BewuÃtfepu von tiefen Be«
wegmtgeit haben ntüffen? berat wie könnten wtr bte Muskeln
fo ober fo voixfen laÃen, wenn wir lein BewuÃtfepu von ihrer
Thätigfeit hatten? ES fragt Ãcf) alfo, ob, ba wir unS beS 3n«
ÃanbeS ber MuStetn bewuÃt nnb im ©taube Ãnb, Ãe mit fo
auÃerorberttltcher ©euauigkeit jtt lenken, btefe £()ätigfcit ber
Muskeln bei uttferent Urtl)eil von beut ©taubpuntt eines @e«
genÃaubS nicht in Rechnung genommen wirb? 3ft btcà aber
nicht Wtebcr ganz baffetbe, als wenn wir früher fragten, 06
wir bte jpanb lenken könnten, ohne ju wtffen, wo fie i�
Muffen wir nicht ein ©efüht, ober eine Kenntnjà von ber £age
ber Jpanb haben, bevor wir Ãe gegen einen ©egenÃattb auS«
ftreden können? Unb muffen wir md)t ettt ©efnf)t vom Ber«
liattnià ber Augenmuskeln zur Richtung ber Attgettadjfe haben,
bevor wir beut Auge eine anbere Richtung geben können, um
einen neuen ©egenÃattb zu fahren?
3ch wnnbere midj, wie fcharffinntge Manner ber AnÃcht,
baà bie £l)äftglett ber Augenmuskeln jum vollkommenen ©el)en
burchauS uothwenbig fei), tl)re BetÃtmmuug verfagett können,
ba man bod;, wenn man ben erwacheitben ©trat beim Ktnbe
beobachtet, beuttich Ãel)t, wie bte gäl)igfcit nur allmahltg er«
worben wirb, Sötrb ein gläujenber ©egenftanb bem Ktttbe aus
ben Augen gerüdt, fo malt Ãd) Betroffenheit in feinen Bügen,
unb grettbe, wenn man il)m baS Ding wteber vorhält. Eine
Bettlang iÃ, wenn man ben ©egenÃanb hin unb her bewegt,
von jener fudjenbett Bewegung ber Augen nicf)tS p bemerken,
aber attmäfjjtg verfolgen Ãe benfelben unb bilden ringsum,
wenn er weg ift. Dtefe allmähltge Erwerbung ber ©ehfähigfeit
geht mit ber Erwerbung beS ©ebraud)S ber £aub burchauS
parallel, unb tu betben gälten fudjett wir bie" ndttdft MuS«
ketbewegung ertaugte Erfahrung mit beut auf beit etgeitt«
8*
liehen ©tmtnetven gemachten Etttbrucf in UebcretnÃtmntttng ju
bringen.
Manebe behaupten, nnfer Begriff vott ber Sage eines ©e*
genflanbS fesj nnferer ©eete eingepflanzt nnb unabhängig von
ber Erfahrung. Saà bteà möglich wäre, wenn bt\'e Natur eS
fo angeorbnet hätte, muffen wir anerkennen. Bei ben Sungen
Vieler Stfjiere fehen wtr baS ©efldfl vom Moment ber ©eburt
an Vollkommen fertig unb auSgebttbet; aber bei bt\'efen Xhteren
ftnb alle korrefponbtrenben Fähigkeiten von Anfang an voll*
kommen entwickelt; kaum ià baS gälten ober baà Sarnnt ge*
worfen, fpringt eS auf unb läuft ber Mutter nach. Mit ben
jungen folget Stirere bärfen wir baö £)üfflofe Ãtnb fo wenig
vergleichen, aB mit ber gltege, welche nur eine MttfagSÃunbe
lebt, bte auS ihrem «puppengebäufe bricht, Ãeh begattet, ihre
Eier auf ein beflimmteS ©ewächS, bt\'e HÃetbe ober ben Hageborn,
fegt, unb fltrbt. Socfj bieà gehört nicht bisher; benn offenbar
gel)t einmal btefe ©ebfähigfett von Anfang an bern ntenfcblidjen
Auge ab, fie muà erà erworben werben, wte ber ©ebrauch
ber anbern ©inne unb ber ©etÃeSfräfte felbÃ, burch wieberl)olte
Berfttche ober burch Erfahrung,
©ibt man zu, baà bt\'e Sbeen, melche mir bttrd? ben ©e*
ÃchBÃnn erhalten, tutS burch bte Erfahrung zukommen, fo folgt
barauS, baà ftcfj bte ©eele im Vergleichen üben muÃ, bevor
wtr einen Begriff bavott hflben können, baà Ãd) trgenb etwaS
auÃerhalb beS AugS beÃnbet, baà trgenb ein ©egenÃanb in
einer befonbern Ntditung liegt. 3Benn man, wie Ijäuftg in Bit*
ehern, bte ©ache fo vorÃeltt, afö ob ftcfj hinten im Auge ein
Btlb abmatte unb bte ©eele btefeg verkehrte Bifb anfchaute unb
feine Theile vergliche, fo Verwickelt mau nur bte grage; bt\'e
©ache wirb baburch retn nicht erklärt, man erfährt babet nicht/
Wte bte ©eele in btefe Camera obscura blickt. Sie grage wirb
jum tvenfgÃen einfacher, wenn wtr bet einem einzelnen funkte
flehen bleiben, ben baS Auge fleht, unb fragen, mober mir bte
Ntcbtung kennen, in welcher ber ^untt baö Auge trifft. Ein
Schiffer ficht einen ©tern ober ein geuerflgnal: muà er ba
nicht, um ftcfj Von ber Sage beS ©ternS z» vergewtffern, Ãcfy
nach einem BergleicbungSpuuft, einem gwetten Stent ttmfef)ctt,
an bem er erfennt, jtt welchem Sternbilb ber erÃere gehört?
ntuà er nicht, um bie Sage beS SeucbtfeuerS fcnnen ju lernen, auf
Kompaà unb Karte bltcfen unb nach ihrer Anleitung bte Richtung
beS Seucbtburntö attfftnben? @anj fo machen mir eS bet Allem,
was wir fei)etu ©eitern m bte Augenadffe füllt nur Etn spitnft,
wir foulten aher von feiner Sage nicht urthetfett, ohne baS Auge
narf) einem anbern punft j« brehen, unb uttS ber Drehung beS
Augapfels unb bcS Stnfels, um ben er fiel) bewegt hat, bewuÃt
ju werben; ober wenn wir fernen jwetten $unft fehett, mit bem
wir ben erÃett vergleichen fönnten, fo müffett wtr von feiner
Stellung burch Berglctcbung mit ber Bewegung beS AugeS felbft
urtheiten. Sir Ãnb unS bewuÃt, baà ffcf) baS Auge rechts ober
tinfS fehrt, unb wir vergleichen ben ©eÃcbtSetnbrucf auf ben
Rerven mit ber Bewegung beS AugeS, mit ber Richtung unb
bem Umfang berfelben.
Sogar 9ftatbematifer behaupten, wir urthetten vott ber Rieh*
tung etneS ©egenÃanbeS nach bem StchtÃrahl, ber auf bte Reg*
haut fällt, unb nach ber Stnte, in welcher er an baS Auge fommf.
Aber ber Strahl, von bem hier bte Rebe iÃ, trifft ja nur einen
einzigen ^nnft ber Reghaut; biefer ^unft fann feine Richtung
haben; baS febtefe Einfallen beS StrahtS fann unS von nichts
unterrichten, eine ?0?enge Strahlen von alten möglichen Einfalls*
«unfein laufen ja auf btefen ^unft jufammen; unb beÃntren
nid)t biefetben SRatl)ematifer in ben AnfangSgrünben ihrer Stf*
fenfehaft bie Stute atS etwas, baS wenigftenS burch jroei fünfte
gebogen tÃr? So Ãnb aber hier bie jwei fünfte, welche bte
Richtung ber Stute angeben, ba boef) bte Hornhaut unb bte flüf*
ftgfeiten beS AugeS für ben Durchgang beS StrablS uncmpÃttb*
lieh Ãnb ? Dber ià jene Anficht ein 3rrtbum, ber Ãcf) in folge tttt*
richtiger anatomtfeber Begriffe eingefchtichen hat? rührt bte 3bee,
bie Richtung beS Strahls vermöge unS jene Belehrung ju geben,
von ber BorÃeHung bber Strahl gehe burch bie btefe, trübe
5J?affe ber Reghaut? Seh frage, jtt was befeÃigt man an ein
£elefeop einen fogenannten âSucher?" boeb wohl, weit man
mit bem groÃen SnÃrument, welches einen ©egeitfianb fehr Ãarf
vergröÃert, ant Himmel nicht fuchett fautt, titbent ber Beobachter
nur jenen etnjtgeit ©egenftaitb baburd) ftel)t Stefern UebelÃanb
abzuhelfen, bringt ntait ant groÃen 9?ol)r, genau parallel mit
bemfefbett, ein fletnereg von geringerer Kraft an, bag aber ein
wettereg ©eÃdjtgfelb bef)errfd)t; btefett >/ Sud)er" richtet ber
AÃtonom gegen bag Sternbilb uttb rücft bautit vott Stent ju
(Stent, big ber, bett er beobachten will, in ber SKitte beg ©e*
jTchtgfelbg Ãef)t, uttb fofort regulirt er leicht bag groÃe Telefcop
tarttad). 3à bt\'eà nicht ein vofffommeueg Bilb beÃeit, wag beim
(Sehen »ergebt? SÃ3tvb bag Auge nicht utwoffÃäitbtg augeregt,
wenn eg nur Einen Puitft Ãet)t, erfüllt eg bagegeu nicht »off*
fotnmett feine BeÃtntmuug, wenn eg von £)bjeft zu £)bjeft wait*
bert, beit ©rab nub bie Dichtung biefer Bewegung fd)ä£t unb
wng fo tu Stanb fe£t, bttrd) SSergleicbttng ein Unheil ju fällen?
Ein febr fcbarfÃnutger neuerer gorfdjer wiberfpriebt biefer
unferer Annahme einer gehoppelten 9iatur beg ©eÃd)tgÃitng, unb
behauptet, Von beit gönnen unb VerbältniÃen ber ©egettÃänbe
werben wir ganz allein burd) bie Kraft beg Augapfelg fei6Ã,
mitteià beg Surchgaitgg ber Strahlen burd) bie glüÃtgfeiten beg
Slugeg unb ihreg Einbrucfg auf bie Stetina unterrichtet, uub er
uteint ferner, wir würben bte Sage ber ©egeitÃänbe fenuen,
felbà wemt bie Augemnugfelit gelähmt wären. Diutt verÃel)t cg
ftdh aber wohl von felbÃ, baÃ, wenn id) auf bie Bewegung beg
Attgeg fo groÃeg ©ett?icf)t lege, t\'d) babet bie Bewegungen beg
Körperg, unb ganz befonberg ber Hanb, nicht auÃer Acht laÃe;
baà in Wahrheit ber üttaaÃÃab, bot bag Auge an bie ©bjefte
legt, vollkommen mit ber Erfahrung übereütÃtmmt, bte uttg bie
Bewegungen beg ganzen Körperg verfdjaffeit, unb baà wir, ohne
foldje Erfahrung, von Materie, Dichtung, Entfernung, gorm
gar feine Begriffe hätten. Stänben bie Augen unbeweglich im
Kopfe ober wären Ãe gelähmt, fo wäre eg zwar mit ber Thätig*
feit beg £>rgang groÃeittbetfg, unb mit ben ju feinem Schule
notbwenbigen Borfebrttttgeit ganz ang, immerhin fönnten wir
aber noch bie ©eÃchtgetubrttcfe mit ber übrigen Erfahrung beg
Körperg »erglet\'djen. So lange wir bie rechte Hanb von ber tin*
feit uttterfd)etben fönnen, fo lange wir ben Kopf aufheben müÃen,
um zu fefjen, mag über uttS iÃ, ober ben Kopf fenfeit, um 3e*
maub auf bie pÃe Z" febett, fo laug fefflt cö nicht au ©toff,
bie Einbrüde, meiere ber ©eflcbtSnert) erbätt, mit ber Er*
fabruttg beS KörperS zu »ergteichen.
®3are xct> nicht überzeugt, baà meine Auflebt richtig iÃ, fo
müÃte tcb mtd) mobt entfcf)u(bi\'gen, baà td) bett Anflehten J>od)=
flebenber Männer wtberfprecfje; tcb glaube aber, btefe MetnungS*
Verfcbtebenbett erftärt flet) barauS, baà ber 3Beg, auf beut mit
ju folcbeit gorfd)uugeu hinzutreten, fet)r bebeutenbeu Einfluà auf
uns bebatt. Ein Mann, ben bie Semunberuug ber Eigenfchaften
beS SidjtS, unb ber ^Birkungen ber gtüfligfeiten beS AttgS, atS
optifeber 2öerfzeuge, befängt, mag leicfjt ein Natfonnement üoit
fleh metfen, baS mir, ber ich gemöbnt morbeu bin, bie Eigen*
febaften beS AttgeS mit ben tebenbigen Kräften beS ganzen Kör*
perS zu üergfetcbeit, äuÃerfl biutbig vorkommt. Senn mir, flatt
bas Auge btoS aB eine bunfte Kammer, atS einen ©udfaflett ju
betrachten, in befleit £intergrurtb ein umgekehrtes Sttb flel)t, bett
Einfluà ber MuSkettbätigkeit babet tn Betradjt ziebett, mentt mir
auf bie ©enfationett beim Batauctrcn bcS KörperS adfleit, auf
jene unS iitmobnenbe empflubtiebe Kraft, mittetfl metdjer mir
fämmtttcbe MuSketit nach ber jebeSmattgen Neigung beS KörperS
richten; mettn mir febett, wie btefe Kraft öom Ktttbe ermorbett
mtrb, mte fle beim ©etäl)mtett, beim Xritttkeneu öerforett get)t,
wie Bemeguug unb ©ettfatiou ttt ber §attb fld) fombiutren, mte
baburd) bie £anb bie feinflen Werkzeuge zu führen öermag; fce*
beuten mir, mt\'e genau Auge unb £anb überetnflt\'ntmen, mte bie
Bemeguitgeu beS AugeS, tu ihrer Kombination mit bem Etnbrud
auf bte Neghaut, bte Mittet abgeben, Ntcfflung, gorm, Ent*
fernuttg ber Objekte, baS flehtbare Bt\'tb befleit, maS ber £anb
bekannt ifl , JU fdjägen unb zu meflett; mettn mir cnbltd) auf bte
Bewegungen ber Augen achten unb bemerken, mt\'e auSnebmenb
fein fle flnb unb mt\'e auÃerorbenttich zart uttfer ©cfübl batwu ifl :
fletten mir unS AlteS bteà lebhaft vor, fo können mir unS ber
Ueberzeugttng nicht entziehen, baà ohne baS Vermögen, bie Au*
gen zu richten â eine Bemegttng, bie mit ber Xbätigkeit beS
ganzen KörperS in ber tnm\'gÃen Berbiubung fleht â »«fer
Stmtorgan, it>etd)e6 fo mächtig jur Eittwidlimg ber ©eiÃeSfräfte
bettragt, brach tage.
Don t>er Bewegung i>es 2luges in Ziehung auf Iren
(Effekt &c\\)att(M untr for 4Farbe auf einem
Qkmiilöe.
Racf) bem Bisherigen bietet fleh *>on felbà bte grage bav, ob
nicht gorfchttttgett, wie bie eben befprodjettett, bem Mater unb
Siebl)aber Regeln an bte #anb geben tonnten. Denn bie Begriffe
unb bie Sprache beS ?tebf)aberS, ber ©efege hmÃchttid) ber Ber«
thetlnng »on garbe unb ©chatten w einem ©emälbe aufÃellen
möchte, ffub in hohem ©rabe fdjwaufenb unb unbefiimmt.
Bor Allem haben mir gu bemerfen, baà bte natürlichen gar«
bett unb bte farbigen ©egettÃänbe auf etttem ©emälbe Ãd) üt
mehreren fünften wefenttid) unterfehetben. Serben berfchteben
gefärbte RaturgegenÃänbe jufammengeffellt, fo refleftirt ffcf) bie
eine garbe auf bte anbere, unb fo gelangen ffe ütS Auge. Auf
btefe Seife fegen Ãd) bte natürlichen garbett tu Harmonie; aber
bte garben auf ber ebenen ?eiitwanb tonnen ffd) nicht fo auf ein«
attber refleftiren unb öerfchmelgett. Einen Wettern llttterfdhteb be«
brngt bte Atmofphäre; babttreh, baà bte non entlegenen ©egett«
ffänben auSgehenbeu Strahlen bte Suft ju burd)taufen haben,
werben Ãe gemtlbert; ba bte Set\'nwanb bem Auge nahe gerüdt
tÃ, fo ià auf bem ©emälbe ber Effekt ber Atmofphäre auf bie
garben gleich Rull. Einer brüten Beranberung unterliegen Ra«
tttrgegenÃäitbe unb ©emalbe gleichmäÃig; Ãe bejteht ffd) auf baS
beim Sehen herrfdbenbe ©efeg, baS wir im Bongen befprod)ett
haben uttb worauf wir hiev jurüdfornmett muffen.
Senn wir optifdje Berfud)e mit »erfefffeben gefärbten Kör«
pern auffeilen, fo ià ber Effekt auf bie Empffnbltd)feit ber Reg«
haut ein fetjv auffallenber; unb ba bteà nicht etwa nur jufälltg
ber gall iÃ, fonbertt immer, wo unb warnt wir baS Auge brau«
djert, mehr ober weniger eintritt, fo muà bt\'efer UmÃanb auch
bann feinen Einfluà äuÃern, wenn wir ein ©emälbe betrachte«.
Die befattttfett Erfd)etmtngen, welche hiebet borauSgefegt werben
müffert, Ãttb folgettbe. Steht man ein auf einer febwarjeu Tafel
liegenbeS ©tlberÃücf Ãarr an, unb nimmt eS nach einer Seile
weg, fo geigt ffcf> auf etnen Moment ein meiÃer flecf an feiner
©tctte, ber atöbatb tief fdiwarg wirb. Segt man eine rottje Ob*
täte auf etnen Bogen tapfer unb fwrt baS Auge barauf, fo er*
fcfyetitt, wenn man Ãe Wegnimmt, bte ©fette, bte fte auf bem
metÃett Rapier bebedte, gvün. ©tebt man untgefebrt eine grüne
Oblate an unb nimmt fte weg, fo geigt ftd) ein rottjev fted;
nacb btau ober Subigfarb erfcbemt bte ©teile getb. 2>tefe Er*
fcbetuungen erftären ftcb barauS, baà ber ©ebner» burcb bett
lang batternbett Etnbrud erfcbopft unb für bett Einbruch ber ent*
gegetigefegten färbe empfänglicher wirb, ©ämmtlicbe färben beS
Prisma fommen von ber flache beS wetÃeit Papiers tuS Auge,
wenn bie Oblate entfernt iÃ; würbe aber ber Rerö burcb bte
EiitWtrfung ber rotbett ©trabten erfd)öpft, fo ijt er tuieinpÃitbttcb
für btefe, vom weiÃen Rapier mit beit anbertt reflefttrten rotben
©trabten; eben bamit fietgert Ãcb ber Effeft ber entgegengefegtett
©trabten, unb fo erfcbemt ber ftecf nicht mebr weiÃ, fonbern
tu ber »orfcblagenben färbe, b. f). grün.
©eben wir nun, welchen Ejfeft bte Erfcbopfungber Empffnbltcb*
fett bei KupferÃtcben hervorbringt, überhaupt bei DarÃelluttgen, WO
feine f arbe, fonbern nur Sicht unb ©chatten itt Anwenbuug fommt.
Unmöglich fann tu ber Ratnr ein b°ber £burm bet Wolfen*
lofetn Gimmel an ber ©p{ge weniger beleuchtet fepn atS unten,
©chlagen wir aber ein Buch auf, wo ein arter £bttnu mit hellem
Himmel babinter abgebitbet iÃ, fo fehen wir bett gangen obern
Sheit beffelben buttfel bargeÃellt, unb ber Ejfeft ià angenehm,
malertfch, unb bte DarÃetfung ià aud) vollfommen richtig; benn
wenn auch ber oberÃe £beit beS Xl)urmS noch fo hell beleuchtet
tÃ, fo fehen wir eö boch nicht fo, eS erfcbemt bem Auge niemals
fo. Er erflart Ãcb bteà barauS, baÃ, wenn wir bett Xhurm
anfebett, ein groÃes ©tücf ber Re^aut bem hellen Hünntef
gegenüberliegt; bewegt Ãcb nun baS Auge, um bte etngelnett
^heile beS £l)urmS gu muÃern, fo faltt baS refleftt\'rte Sicht von
bemfetben auf bte Retina ait ber ©teile, welche burcb baS bt\'refte
Steht vom Himmel erfcbopft tÃ. ©ehen wtr auf bie ©pige beS
Xbtirmö unb laflen bann baS Auge gu einem Ornament weiter
unten bevabgteiteit, fo erfcheiut ung itnfcMBav bte obere Raffte
beg Tburmg bunfct. S3etradf)teit nur Z- B. bett Punft A. (gig.
XXXV.) uttb gleiten mit beut Auge nad) B herab, fo fetjen wir
bag ©tüd beg Thurms öort A big B mit bem Tbeit ber
haut, ber bem betten Himmel von A big C gegenüberlag, uub
eg erfcbetut buufef, nicht in gotge beg EontraÃeg, wie man oben*
bin fageit tonnte, fonbern weit bie Empftubtidffctt beg Nerven
üt gewtÃem ©rate erfcböpft ift.
Sie erquidenbeit garbett ber natürticben Sanbfdjaft erfcheittett
ung nie lieblicher, atg wenn wir auf ber üKeife lefen unb vom
Buch weg auf gelb unb 2Satb bltcfett; bie ©djatten ftub bamt
tiefer, bag ©rütt fanfter, alle garbett gemtfbert. Ãlepuolbg
machte gegen ©t\'r ©eorge Beaumont bie Bemerkung, bie ©e*
ntatbe von 9?ubeng fe^en ihm bei feiner jweiteu Steife auf beit
(kontinent attberg, nicht mehr fo gtäugeitb erschienen; er fanb beit
©ntitb beg ituterfd)tebg barüt, baà er Ãd) bag erjtemat Vor beit
©emalbeit Bewertungen aufgezeichnet, bag zweitemal nicht. Eg
- muÃte bieà allerbtugg bie angeführte SBirfuug haben, meiner
ÃKetttung nach ià aber babet ber Augbruc? »/gtanzenb" nicht ganj
richtig, eg müÃte beim Ãöarme unb Tiefe beg @olorttg bamit
gemeint fepit; beim wenn Ãd) bag Auge vom WeiÃen Papier auf
bag ©ematbe richtet, muà bag 3?ott) unb ©etb nothwenbtg fatter
erfcheineit. Bticfeit wir auö bem genÃer unb fetjen battn ein ©e*
ntatbe au, fo ià ber gait^e Ejfeft bejfetben zerÃört, bie reflef*
tüten ©trabten Vom ©ematbe Ãnb ju fdjwad), um beit gehörigen
Etubrucf ju machen; mtb feheit Wir einen Bogen Papier unb
bann et\'it ©ematbe au, fo erfcbeint ber Ton tiefer, bie Warmen
Tinten fräftiger, aber Steht uub ©chatten weniger fdjarf ge*
trennt. Hängt matt etit £>ctgemätbe ohne Gahmen auf einen
groÃen Bogen Papier über an eine weià getünchte 2öaub, fo iÃ
eg garÃtg gelb. 3n btefem gatle wanbert bag Attge abwechfetub,
freilid) immerftich, ^mifd^eit bem WeiÃen 5Raume uttb bem ©e*
ntatbe f}"1 unb her, le^tereg hat einen bunfetn Ton, uitb fo er*
fchemt bag Braune uub ©elbe unnatürlich Ãarf. 9Jian Ãeht fo*
mit, weldjeit Stenà ber vergotbete Gahmen einem folgen ©e*
matbe teiÃet unb wie nothwenbtg er ihm iÃ: er grenzt eg nicht
nur von bcit imtgebcttben ©egeuÃättben ab, er bereitet aud) baS
2tuge auf bte garbeit tut ©emätbe vor unb ertaubt, wenn ich fo
fagett barf, bem Mater, feine Kunà feder ju treiben unb bie
natürtieben garbeit zu überbieten.
Sie Mater richten jTcf) jtacf) ber Erfahrung. £>at einer ein
Portrait zu waten, fo fattn er bie Büge, mit ganz Zeitig garbe,
burch KontraÃe von £id)t unb ©chatten barjMeit; aber ein 9>or*
trait ber Art ià nie beliebt, Sitt er bte Büge ohne Ãarfe Sicht*
unb ©chattenfontrajte barÃetten, fo muà er fte burch garbeit*
fontraÃe herausheben, unb bte (Saritattou wirb notbwenbig zu
Ãavf; bteà wirb nun aber baburcf) ausgeglichen, baà matt eine
Sraperte inS ©emätbe aufnimmt, beren garbeit baS Auge fo
vorbereiten, baà baS ©efld)t, metcheö obtte btefeS Mittet mte
entzünbet auSgefet)en hätte, jc|t natürlich erfctjeiut. Ser ge*
möhntiche KunÃgrtff ber Mater beÃeht bartit, baà Ãe eilten rotl)eu
Vorhang, ober eine »turne, ober ein KteibungSÃud anbringen,
ttjoburdj baS Auge burch eine AbÃufung von Tinten bittburd)*
geführt, ober rid)ttger, auf bie foità übertrieben erfcheinenbe
garbuug beS ©eflcbfS vorbereitet merben fott. TaS Auge muÃert
Zuerà bett rott)en Vorhang unb batttt bie Büge, unb fo erfchemen
ihm festere int befcheibeneit Eotorit ber Natur.
SOBer ©emätbe aufbangt, meist nicht einem btÃortfcbett©tücf
iit ber Manier ber VotogueÃfdjeit ©djute mit grett unb ab*
Ãed)enb gefärbten Srapetien feinen ^tag nebelt einer Sanbfchaft
ait; bemt bie garben in ber Saitbfchaft Ãnb, um naturgetreu ju
fepit, unb namenttid) jenen von ber Suft bebingtett Effeft mt\'eber*
Zugeben, gebänrpft unb fanft gehalten, unb ihre Sirfung mürbe
bal)cr burd) zu Ãarfeit Eontraà aufgehoben. â ES ià fdÃver zu
eutfchcibeit, meldjett AnÃrtch mau bcit Sänbeu einer ©allerie zu
geben bat, ba bte ©tüde gröÃtentheifS nad) ganz verfd)tebetten
Prinzipien gentaft Ãnb; tut AÃgemetuen aber bebt ein buttfleS,
gebämpfteS Notf) bte garbeit ber ©emälbe, mit auberit Sorten,
wenn mir eine fo gefärbte Sanb unb bann baS ©emälbe anfebeu,
fo erfchemen bte vorherrfchenbeit grünen unb gctbeit Tinten bett er.
Mau bebient fleh beS SorteS »EontraÃ/ ohne eS metter zu
bcfl\'ntren ober feilte Bebeutung gehörig zu verfielt. Ter Effeft
Söea, &ie Jpant>. , 9
gufammengeÃellter garben rührt mm aber »Ott bcr Beweg tt tt g
beS AugeS her, in Berbtnbung mit bent oben befprochenen @efeg,
«ad) welchem Ãd) bte EmpÃitblid)fett ber Regbant richtet. 9Ãemt
mir garben ju Dergleichen meinen , fo unterliegen mir fit ©at)r«
t>ett ber SÃirtuitg ba»on, baà ber Rerü bnrcf) baà Verwerten
bei einer garbe erfdjöpft nnb für bt\'e entgegengefegte garbe empftnb«
ticfjer geworben iÃ. 3à baà Eolort\'t beS gletfdjeS ju warm, wie
ber Mater eS nennt, fo fantt eS baburcf) fatt gemacht werben,
baà man baà Auge für bte rotben nnb gelben ©trafen abÃumpft
itnb eS für bie btauen ttub purpurfarbigen empÃnblicher als ge«
wohnlich macf)t, 3eber farbige ©trafst üont gleifche bringt üt baS
Auge, f)at Ãrf) aber baS Auge von einer getbeu ober rotbeit Dra«
perte git ü)m hüibewegt, fo gehen, für beit Angenbltd, bie getbett
itttb rothen ©trahleit für baà ©eÃcht Verloren, unb bte garbe
beS gleifcheS erfchemt weniger warm, weit bie ©trabten »ou
entgegengefegter garbe Vorfragen,
2Ãer Ãch über natürliche ©egenÃüube unterrichten Witt, fottte
einen AuSbrud nicht fo hinnehmen, ohne feilte Bebeututtg gauj
gtt verÃebeit. ES ià gar viel über Eotttraà unb Harmonie tit
einem ©emälbe, als gotge ber 3nfammenÃcttung verfd)icbetter
garben, gefagt worbeit, aber mit ber VorÃettung, als ob wir
btefe garben ju gleicher Seit fäf)cn, Wahrenb boefj ber Sebermaittt
bekannte Effeft baf)er rül)rt, baà wir wechfelSweife auf bte eine
uttb bie attbere bltdfert. ES lieÃe Ãd) bteà ergöglid) ausführen,
eS war mir aber hier ttur barum gu thuit, ju erwetfeit, welch
bebeutenbett Einfluà bie Bewegungen beS AugeS beim ©eituÃ
füttÃlid)er rote natürlicher garben haben.
Rod) tà etneS anbern intereffanteit fünftes Erwähnung ju
thnn, nemltcf) beö EffeftS auf ber Reghaut, wenn baS Auge feÃ
auf ein Objeft gerichtet ià unb mau eS md)t »on ^unft jtt ^unft
umherfd)Weifett (aÃt. ES fd)tägt bteà in baS fogenannte Elatr«
obfeur ein, unb btefeS beÃetjt nicht attem tu ber AuStheiiiuig Von
Sicht nnb ©chatten, fottberit aud) barttt, baà man in einer Dar«
ftettung bie einzelnen ^artbteeit bent «auptgegeuÃanbe unterorbuet.
Ein ©ernälbe, auf Welchem AtteS ausgearbeitet, bte Draperie
fümmtltcher gigurett, bie Sierrathen an alten ©egenÃäubett im
gröÃten Detail aufgeführt Ãnb, fiat fetbà für baS ungeübtere
Auge etwas UuvoïlfommetteS, Ungefällige^, benn fo Ãefjt man
bte Dinge in ber Sirfltcf)feit nie. DaS wahre ©emälbe bagegen
macht ben Effeft beö Ratürlichen, t\'nbem baS Auge fogletcb auf
bt\'e Hauptgruppe, auf bie Hauptfigur, womit ber KünÃler bie
EinbitbungSfraft befchüftigen Witt, geführt unb baran feÃgebaltett
Wirb. SRit groÃer Kunà unb in uttmerflicber AbÃufung l)alt ber
9Mer bie vom SKittelpunfte entfernten parthteen nieber, unb
Ãettt bannt ben Auftritt fo bar, wie er Ãcb unS in ber Ratur
geigen würbe, wenn Wir einen ©egenÃanb vorgitglich unb feffc
ittS Auge faÃten; in foïchem falle fehen wir baS, waS ber
Augenachfe nabe liegt, voltfommen beuttich, bie anberu ©egett*
ftänbe aber treten, im SOiaaÃe atè fie ftcb vom ÃRittetpunft eut*
fernen, gteichfant weiter gttrücf ober immer weniger heraus.
3m elften faÃt matt ber KünÃter ein panorama, wo, tnbent
wir uns ringsum brebett, bie verfebtebenen Stücfe beS KretfcS
bern Auge vorgerüeft werben, unb wir in jebem bie ©egenftäube
gteich beutttch fehen; int gweiteu fall gibt er ein ©entälbe,
worauf bie ©egenftäube nicht fo vorgeÃeltt Ãnb, wie wenn baS
Auge voit einer Partie gur anbertt febweift, fonbertt fo, wie
wenn eS Ãcb mit befonberem Snterefie auf einen Hauptgegett*
ftanb richtet, währenb bte übrigen uutergeorbnet erfchetnen.
Uufer Hauptaugenmerk ftnb bte Bewetfe von ber itt ben Se*
benSfräften Ãcb offenbarenbett göttlichen ©üte, unb fo fehen wir
benn hier, wetche ©cnüÃe jene boppette (Sfgenfcbaft beS AugeS:
Bewegtichfeit unb ömpÃnbtictifeit, unS verfctjajft. Sabmtb ber
SBecbfef von Sicht unb Schatten notf)Wenbig ià gutn Sehen, Ãnb
auch bte farbigen Straffen tu ihrer 23erfcbtcbctt!)ctt auf bte höhere
^hatigfeit beS StnnS berechnet. Rieht atte beteuerten bte ©egett*
Ãattbe gleich Ãarf, nicht atte Ãnb bem Auge gteich angenehm,
©etb, BfaÃgtürt ober Sfabettf arbeit befeuchten int höchÃen ©rab
unb ftnb auch beut Auge am Angenehmen ; unb wo wir bte
Ratur betrachten, Sanb, See ober Hüntel, fo fehen wir gteich,
baà jene färben bte vorf)errfcbenben ftnb. Die rofhett Strahlen
beteueren am wetttgÃen, ret\'gen aber am meiÃelt, unb juà btefer
wectjfetnbe Einbrucf ber Strahlen erl)aft ben Sinn in £b«tigfeit
uub wirb zugleich für ung eine Duelle beg ©emtffeg. garbtnwech*
fef unb Eontraff Ãttb ung angenehm, unabhängig von bent böberu,
burdh bie Affociatton Vermittelten ©eiffeggettuffe.
Dom 2lusöruck im 2lucje.
Am S (Muffe beg eigentlichen Süöerfg iff bemerft worbeit, baÃ
SZaturpbtlofopbte bcn Schwachen zuweilen ben Ãopf verritdt. So
Weià td), baà ein junger 9)iann ffd) gegen ben Augenauffchlag
unb bie Stellung beim S3eten auslieÃ; //beim/\' fagte er, »nad)
üben bilden, tà ein Uttbtng: ber Erbball, auf bem wir Ãeheit, iÃ
ja runb, uub bie Erbbewobner auf ber gaujeit Siuttbimg febven
ihre Augen von ber Erbe abwärts nad) jeber Dichtung."
Siefe närrifche Betnerfung weià ung wieber auf bie Betrad)*
tung beg jwifd)en Ãörper uttb ©eiff unb ber äuÃern 3\'iatur ob*
walteuben Verhältniffeg bin. 2)ie Stellung unb ber ©eÃcfffgaug*
brucf beg üftenfcbctt beim ©efüble ber Ehrfurcht Ãttb in jebent
Sebengalter, auf jeber Stufe ber @efellfd)aft, unter allen Elimateit
biefelben. ©ewiffe SeeleujuÃäube äuÃern mächtigen Einfluà auf
bie SWitgfelit, welche ben Augapfel bewegen: gauj unabhängig
vom Göttien lehren ffd) bei Ãhwerem Seeleitletben, ober wenn
©efüble ber Ehrfurcht unb ber grommigleit ung burchbriugeit,
bte Augen nach oben. 2)teà iff etit von ber 9?atur bem ?Dienfd)cit*
antlit} aufgebrüdteg 2öabrzeicf)ett, eg ià eine Eigentbümlidffeit beg
?D?enfd)eu, wie nur irgenb etwag, bag ihn vom Thiere imterfcbei*
bct. 23te ganje Ãörperftelluitg richtet ffd) von felbà baritacf), uub
fo entÃeht etueg ber Vielen äuÃern Reichen beg SeeteuzuÃanbeg,
bte ein fwnpatbetifcbeg Battb um bie ?CRenfchbeit fcblütgen.
3Sir fonuett ung l)ter auf baffelbe Beugntà berufen, bag ung
bei einer ähnlichen grage, beim Slugbntd mit ber £anb, bleute,
uemltd) auf bie Söerfe groÃer 9)Mer, bte Ãd) bte hohem menfeh*
ltd)eit geibenfehaften zum Vorwurf ihrer Ãttuà gemacht haben:
burd) bie 9ftid)tung ber Augen unb bte berfelben entfprecbenbeit
Büge unb Stellungen reben ffe laut zu Sebermann. $öir muffen
atterfemten, baà bie Stellung beim ©efüble ber Ebrfurdff uub ber
aufwärtg gelehrte Bltcf bem sDJenfd)cn natürlich Ãttb, im ftnÃertt
Bimmer, wie unter bem Himmelgzclt. Eg "flieÃt bteà aug ber
ganzen Verfaffttttg fettteg ©et\'ffeg uub Körperg unb liegt zu tief,
alg baà eg Ãd) je VerWtfcheit ober abättbern lieÃe; fobalb Seelen*
leiben ober 9JJiÃgefchid ben SKeitffbeit meberbeugt ober zum ©ebete
treibt, ià ber Slugbrud immer ttttb überall berfelbe. Hier offenbart
ffd) ber jwtffben ©eiÃ, Körper uub äuÃerer 3iatur waftenbe
fammenhang, ber ben SD?enfd)en antreibt, ffd) nach Hülfe von
oben umzufeben.
iFtgutrat^lfogtetcv
3-ig.
â.M
Charles Bell âdie Hand".
|
I. |
Safet 1. |
gig. XIX. |
ïafel |
5. |
|
II. |
» 1. |
XX. |
» |
6. |
|
III. |
» 2. |
â XXI. |
2. | |
|
IV. |
» 5. |
â XXII. |
» |
8. |
|
y. |
» 5. |
XXIII. |
» |
10. |
|
yi. |
» 4. |
â XXIV. |
» |
7. |
|
ni. |
» 5, |
â XXV. |
» |
7. |
|
VIII. |
10. |
â XXVI. |
» |
8. |
|
IX. |
» 1. |
â XXVII. |
» |
7. |
|
X. |
» 9. |
â XXVIII. |
» |
8. |
|
XI. |
» 6. |
â XXIX. |
» |
9. |
|
XII. |
» 3. |
.y |
» |
7. |
|
XIII. |
» 9. |
â XXXI. |
» |
2. |
|
XIV. |
» 8. |
â XXXII. |
» |
10. |
|
XV. |
» 5. |
â XXXIII. |
» |
10. |
|
XVI. |
» 3. |
â XXXIV. |
» |
7- |
|
XVII. |
» 6. |
â XXXV. |
» |
6. |
|
XVIII. |
10. |
â XXXVI. |
» _ |
8. |
gfiv ôen iSuttVi\'itt&cv, Sic jefnt Sftfetn ai&fctf&ttngen fini) in itt
9leit;enfotge aniu&itt&en, Wie fte ôesiffévt fmï>, Stïê eine eitfte Slctfeï
ift biefeg Statt ciujufiefte«, weftôeê feie aSeftimmung ï;at, bm Ãefev 6ns
Stuffudjen èer Sigut\'cn ju evtcicïjtenn
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