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Will man der edlen Singekunst das neue Gebaude errichten, von welchem mancher Kunstjünger traumt, so ware wohl mancher Stein herbeizutragen, der entweder tief vergraben, oder auch unbeachtet am Wege liegt.ill man der edlen Singekunst das neue Gebaude errichten, von welchem mancher Kunstjünger traumt, so ware wohl mancher Stein herbeizutragen, der entweder tief vergraben, oder auch unbeachtet am Wege liegt.
Die alten Lehrbücher aus der Zeit, da diese Kunst weniger Gemeingut war, dafür aber mit weit grösserem Ernste lt; betrieben wurde als es heutigen Tages der Fall ist, enthaltenie alten Lehrbücher aus der Zeit, da diese Kunst weniger Gemeingut war, dafür aber mit weit grösserem Ernste lt; betrieben wurde als es heutigen Tages der Fall ist, enthalten
Worte welche Alle, die sich mit dem Gesange befassen, nicht genug beachten können. Die Mehrzahl dieser ehrwürdigen Bücher sind nur in einzelnen Exemplaren auf die Nachwelt gekommen und desshalb nur wenigen zugiinglich; â solche Sentenzen aber, welche für den ld canto eine feste Grundlage bilden, sind oft verborgen unter mancherlei, was allmahlig seinen Werth verloren hat.
Einige solcher güldenen Worte sind in diesem Büchlein zu finden. Sie sind zu betrachten als werthvolle, unvergang-liche Steine welche, will man sie dem neuen Gebaude einfügen, diesem einen festen Halt geben können. Aus allen Landen sind sie herangetragen. Meister Tosi's Wort befolgend: âwir wollen uns die Einsichten, Erfahrungen und Beispiele aller geschickten Leute, von was für einer Nation sie auch immer sein mögen, zu nutze zu machen suchen.quot;inige solcher güldenen Worte sind in diesem Büchlein zu finden. Sie sind zu betrachten als werthvolle, unvergang-liche Steine welche, will man sie dem neuen Gebaude einfügen, diesem einen festen Halt geben können. Aus allen Landen sind sie herangetragen. Meister Tosi's Wort befolgend: âwir wollen uns die Einsichten, Erfahrungen und Beispiele aller geschickten Leute, von was für einer Nation sie auch immer sein mögen, zu nutze zu machen suchen.quot;
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Pag. 8.
Tag. 9.
Cap. 1.
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CAPITEL * I » VON * DER * EDLEN ⢠UND ⢠NIE » GENUG » GEPRIESENEN * MUSICA *
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Die freijen Künste lassen aus der Tiefte ihres Reichthums volle Ströme soldier Ergötzlichkeiten hervor fliessen, die uns besser erlustigen können als einige Freude dieser Welt. Man wende sein Gemilthe und Gedanken anf nützliche und daneben I erquickende Dhige, damit kann cin jeder seine Zeit in voller Lust vertreiben. Unter welchen alien das Haupt empor he-bet die Edle und niemals genug geprieseneie freijen Künste lassen aus der Tiefte ihres Reichthums volle Ströme soldier Ergötzlichkeiten hervor fliessen, die uns besser erlustigen können als einige Freude dieser Welt. Man wende sein Gemilthe und Gedanken anf nützliche und daneben I erquickende Dhige, damit kann cin jeder seine Zeit in voller Lust vertreiben. Unter welchen alien das Haupt empor he-bet die Edle und niemals genug gepriesene musica, als welches Reichthumb der allerfürtrefflichsten Ergötzlichkeiten auch von des allersinnreichsten Menschen Verstandt bis auf diese Stunde nicht ist ergründet worden, wird auch in dieser sterbüchen Schwachheit nicht ergründet werden, weil sie von soldier Hoheit ist, dass auch die Engel im Himmel selbst kein besseres Delectamcnt ersinnen können als eben die recht göttliche musica.
johann
Krüger.
Martin Luther.
Tosi.
Ich halte es ganzlich dafür und habe dessen keine Scheu öffentlich zu bekennen dass nach derTheologiaoder Göttlichem Wort kein andere Kunst auf der Erden sei, welche der Music könne oder moge verglichen werden: Die weil die Music nach der Theologia das alleine ausrichten kann, welches sonsten das Wort Gottes allein vermag und ausrichtet, nemblich: âEin unruhges und betrübtes Herz fröhlich machen und zu frieden stellenquot;, welches fürwahr ein herrliches Lob ist.ch halte es ganzlich dafür und habe dessen keine Scheu öffentlich zu bekennen dass nach derTheologiaoder Göttlichem Wort kein andere Kunst auf der Erden sei, welche der Music könne oder moge verglichen werden: Die weil die Music nach der Theologia das alleine ausrichten kann, welches sonsten das Wort Gottes allein vermag und ausrichtet, nemblich: âEin unruhges und betrübtes Herz fröhlich machen und zu frieden stellenquot;, welches fürwahr ein herrliches Lob ist.
In Wahrheit, die Musik ist (Dank sei es den erhabenen Geistern ihrer grossen Meister) auch noch zu unsern Zeiten, durch die Süssigkeit ihrer Harmonie so weit gekommen, dass ihr unter den andern schönen Wissenschaften, ihren Schwestern, wohl der Vorzug mit Recht nicht streitig gemacht werden kann. Einen starken Beweisgrund davon giebt mir der überaus gewaltige und zugleich süsse Eindruck, welchen die Musik, vorzüglich vor allen andern, auf unser Herz machet, so gar,n Wahrheit, die Musik ist (Dank sei es den erhabenen Geistern ihrer grossen Meister) auch noch zu unsern Zeiten, durch die Süssigkeit ihrer Harmonie so weit gekommen, dass ihr unter den andern schönen Wissenschaften, ihren Schwestern, wohl der Vorzug mit Recht nicht streitig gemacht werden kann. Einen starken Beweisgrund davon giebt mir der überaus gewaltige und zugleich süsse Eindruck, welchen die Musik, vorzüglich vor allen andern, auf unser Herz machet, so gar,
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Cap. I. Pag. 10. |
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dass vvir beinah zu glauben geneigt sind, sie werde einen Theil der Seligkeit des ewigen Lebens ausmachen. | ||
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Mattheson. ij 1 1 |
-p^vie eintzige menschliche Glottis ist das belangreichste, JU/angenehmste, vollkommenste und richtigste Instrument, oder besser zu sagen, sie ist das eintzige und allein richtige Instrument unter der grossen Menge klingender Werkzeuge, sie mogen durch Kunst verfertiget, oder von der Natur hervor-gebracht werden, denn alle diese vom Winde getriebene oder mit Saiten bezogene Instrumente, nur die Geigen ausgenommen, sind mit einander falsch gegen die menschliche Stimme zu rechnen, und wenn sie auch auf das beste gestimmet waren. | |
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Joh. Adam Hiller. |
â rp ine schone Stimme ist ein so herrliches Geschenk des .L/gütigen Schöpfers Natur, dass es Undank gegen seine Wohl-thaten ist, wenn man nicht, auf die beste Art, zu seinem Lobe, und zum Vergntigen anderer Menschen, Gebrauch davon zu machen sucht. |
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Lud. Zacconi. |
rch würde nicht das Vermogen oder die Zunge haben, zu JLsagen in welcher Werthschatzung und Achtung ein Sanger steht;.....er gelangt mit seiner Kunst als Ehrenperson allenthalben hin, wie eine würdige Persönlichkeit, von Jeder-mann gut aufgenommen und begünstigt, geëhrt durch Tüchtig-keit und verdiente Gunst. Zu jeder Zeit ist er gerüstet zum Dienst und sein Dienst macht nicht milde. Er hat keine Sorge Instrumente mit sich herum zu schleppen, noch hat er Werk-statte und Hauser nöthig, um seine Kunst üben zu können. Wc er auch geht triigt er alle seine Instrumente mit sich, kein Rauber kann sie ihm nehmen. | |
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Cap. 11. | ||||||
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Stimme ist das Naturgeschenk, das ich gleich abrechne weil dessen Vorzüglich - oder Mittelmassigkeit sich verstand-lich genug fiir Jedermann ausspricht, und so herrlich es auch ist, doch noch nicht allein den Sanger macht; so wenig als eine schone Figur den guten Tanzer. Das von der Natur ge-gebene Metall aber, es sei nun spröde, geschmeidig oder weich, so sich unterthan zu machen, dass es in alle zur Ausiibung nothwendige Formen willig mid scheinbar zwanglos sich schmiege, ist das, was den wahren Kiinstler beweist, und Viele mit den Worten âvolkommne Schule,quot; ausdriicken wollen.timme ist das Naturgeschenk, das ich gleich abrechne weil dessen Vorzüglich - oder Mittelmassigkeit sich verstand-lich genug fiir Jedermann ausspricht, und so herrlich es auch ist, doch noch nicht allein den Sanger macht; so wenig als eine schone Figur den guten Tanzer. Das von der Natur ge-gebene Metall aber, es sei nun spröde, geschmeidig oder weich, so sich unterthan zu machen, dass es in alle zur Ausiibung nothwendige Formen willig mid scheinbar zwanglos sich schmiege, ist das, was den wahren Kiinstler beweist, und Viele mit den Worten âvolkommne Schule,quot; ausdriicken wollen.
Pag. ii.
C. M.
von
Weber.
slevers.
Es scheint in der Natur der Sache zu liegen, dass die-jenige Methode eines Siingers die einzig richtige sein kann, die der Natur seiner Stimme am angemessensten ist, die von dieser bedingt wird. Ein denkender Kiinstler weiss diese Methode aufzufinden, und die, welcher er sich vorzugsweis gewidmet hat, wird auch mit seiner Stimme in dem richtigsten Verhaltniss stehn.s scheint in der Natur der Sache zu liegen, dass die-jenige Methode eines Siingers die einzig richtige sein kann, die der Natur seiner Stimme am angemessensten ist, die von dieser bedingt wird. Ein denkender Kiinstler weiss diese Methode aufzufinden, und die, welcher er sich vorzugsweis gewidmet hat, wird auch mit seiner Stimme in dem richtigsten Verhaltniss stehn.
Wir sehen also, wie sehr dem Musiker ein richtiges Ur-theil noth thut:ir sehen also, wie sehr dem Musiker ein richtiges Ur-theil noth thut:
Caccint. Agricola.
wie das oft mehr gilt als Kunstfertigkeit.
Das Herz und das Ohr sind in der Musik zween noch sehr unbestimmte Begriffe. Wie sehr muss nicht mancher Welt-weiser lachen, wenn er in gewissen musikalischen Büchern immer das Ohr und das Herz einander als halbe Feinde entgegen gesetzt sieht. Giebt es etwan einen andern Weg, die Regungen der Zartlichkeit in unsrer Seele, durch musika-lische Tone in neue Bewegung zu bringen als das Gehör? Oder billigen die Ohren etwan, ohne die Seele, ein von allem Ausdrucke entblössetes, oder zur Unzeit angebrachtes musika-lisches Tongerausch?as Herz und das Ohr sind in der Musik zween noch sehr unbestimmte Begriffe. Wie sehr muss nicht mancher Welt-weiser lachen, wenn er in gewissen musikalischen Büchern immer das Ohr und das Herz einander als halbe Feinde entgegen gesetzt sieht. Giebt es etwan einen andern Weg, die Regungen der Zartlichkeit in unsrer Seele, durch musika-lische Tone in neue Bewegung zu bringen als das Gehör? Oder billigen die Ohren etwan, ohne die Seele, ein von allem Ausdrucke entblössetes, oder zur Unzeit angebrachtes musika-lisches Tongerausch?
Pag. 12.
Cap. II.
de
Bacilly.
de
Bacilly.
Joh. Miksch.
Lud. Zacconi.
C. M.
von
Weber.
Mit dem Gehör ist es eine ganz eigene Sache; es giebt so manche Arten von Gehör und diese finden sich nur selten in einer Person vereint. Es ist nur diese Eigenschaft die zum richtigen Singen führt, ohne sic hilft weder Stimme noch Geschicklichkeit der Kehle. Durch sie kann die Stimme sich verbessern, wenn sie falsch ist, weich werden, wenn sie rauhist, sich massigen bei zu grosser Hiirte, sich einhalten, wenn sie zittert, â kurz durch sie lernt man alles was sich auf Gesangs-kunst bezieht verstehen, ja man könnte fast sagen dass wer viel Ohr hat auch Stimme bekommt, diese fast aus Nichts hervorlocken kann durch Fleiss und namentlich durch stete Hülfe eines kundigen Lehrers.it dem Gehör ist es eine ganz eigene Sache; es giebt so manche Arten von Gehör und diese finden sich nur selten in einer Person vereint. Es ist nur diese Eigenschaft die zum richtigen Singen führt, ohne sic hilft weder Stimme noch Geschicklichkeit der Kehle. Durch sie kann die Stimme sich verbessern, wenn sie falsch ist, weich werden, wenn sie rauhist, sich massigen bei zu grosser Hiirte, sich einhalten, wenn sie zittert, â kurz durch sie lernt man alles was sich auf Gesangs-kunst bezieht verstehen, ja man könnte fast sagen dass wer viel Ohr hat auch Stimme bekommt, diese fast aus Nichts hervorlocken kann durch Fleiss und namentlich durch stete Hülfe eines kundigen Lehrers.
Um ein guter Sanger zu werden, braucht man drei sehr verschiedene Naturgaben: Stimme, Geschicklichkeit und Ohr oder Intelligenz, â Vorzüge welche der Unwissende nicht recht unterscheidet, indem er jedes Verdienst bloss der Stimme zuschreibt, ohne zu erwagen, dass man Stimme haben kann und dennoch sehr unrichtig singen, aus Mangel an Anlage oder an Intelligenz.m ein guter Sanger zu werden, braucht man drei sehr verschiedene Naturgaben: Stimme, Geschicklichkeit und Ohr oder Intelligenz, â Vorzüge welche der Unwissende nicht recht unterscheidet, indem er jedes Verdienst bloss der Stimme zuschreibt, ohne zu erwagen, dass man Stimme haben kann und dennoch sehr unrichtig singen, aus Mangel an Anlage oder an Intelligenz.
Manche Menschen geben zwölf bis fiinfzehn Tone an, ohne sich zu rühren; Andere können bei dem Wechsel der Register den Kopf, Mund oder die Zunge nicht ruhig halten. Die erstern sind meiner Meinung nach für den Gesang geboren, und die anderen müssen erst für denselbenanche Menschen geben zwölf bis fiinfzehn Tone an, ohne sich zu rühren; Andere können bei dem Wechsel der Register den Kopf, Mund oder die Zunge nicht ruhig halten. Die erstern sind meiner Meinung nach für den Gesang geboren, und die anderen müssen erst für denselben dressirt werden.
Es ist unerlasslich nothwendig dass derjenige, welcher irgend etwas lemen will, es sich im Schweisse seiner Arbeit aneig-nen muss, und wer durch natürliche Anlage darin gentigend unterstützt wird, der lobe Gott wegen eines so grossen Geschen-kes und suche es auf's beste zu verwerthen.s ist unerlasslich nothwendig dass derjenige, welcher irgend etwas lemen will, es sich im Schweisse seiner Arbeit aneig-nen muss, und wer durch natürliche Anlage darin gentigend unterstützt wird, der lobe Gott wegen eines so grossen Geschen-kes und suche es auf's beste zu verwerthen.
Der Weg zum Ziele ist breit und mannigfach gestaltet, wir haben alle Platz darauf; er ist auch steil, wohl uns, wenn wir uns alle die Hande bieten; Freude, Friede und Gedeihen der hohen Kunst seyen der Erfolg! So rufe ich im Namen aller es mit ihr redlich meinenden Kiinstler aus.er Weg zum Ziele ist breit und mannigfach gestaltet, wir haben alle Platz darauf; er ist auch steil, wohl uns, wenn wir uns alle die Hande bieten; Freude, Friede und Gedeihen der hohen Kunst seyen der Erfolg! So rufe ich im Namen aller es mit ihr redlich meinenden Kiinstler aus.
Pag. -13.
Cap. III.
Eridirici.
Joh.
Miksch.
Agricola.
Joh.
Adam
Hiller.
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CAPITEL * III * WIE ⢠MAN » ATHMEN UND » DEN ⢠ATHEM * SPAREN ⦠SOLL
Welcher Knabe, der Musicam lernen und iiben will, der muss vor s.llen Dingen Lust und Liebe dazu haben, sich befleissigen, dass er wohl und artlich seine Stimmeelcher Knabe, der Musicam lernen und iiben will, der muss vor s.llen Dingen Lust und Liebe dazu haben, sich befleissigen, dass er wohl und artlich seine Stimme moderire und zwinge, den Odem, sonderlich wenn der Gesang hoch gehet, massiglich gebe und gebrauche. Dienen ganz nicht zur Music diejenigen welche also ruffen und schreijen dass sie ganz schwarzroth wie ein kalkutnischer Hahn umb den kopff werden und den Mund so weit auffsperren, als wenn man mit einem Fuder Heu darein fahren sollte, dass sie den Odem samptlich mit einem Schlage fahren lassen und müssen zu einer jeder Noten 2â3 oder 4 mahl neuen Odem schepffen.
Das erste Studium bei der Stimmbildung ist zugleich das Studium, mit dem Athem sparsam umzugehen, weil zu viel oder zu wenig Athem den Ton Verdirbt.as erste Studium bei der Stimmbildung ist zugleich das Studium, mit dem Athem sparsam umzugehen, weil zu viel oder zu wenig Athem den Ton Verdirbt.
Die Luft muss nicht gar zu geschwind und heftig, noch mit Gerausch, sondern gelassen und langsam eingezogen werden, wodurch man noch einmal so viel einbekommen kann. Zu dem Ende muss man die Stellen des Gesanges wo zum Athem-holen Zeit ist, nicht leicht vorbeigehen lassen, damit man nicht aus Noth an einem unbequemen Orte allzu geschwind den Athem schöpfen dürfe, welcher alsdenn freilich auch nicht gar lange dauern kann.ie Luft muss nicht gar zu geschwind und heftig, noch mit Gerausch, sondern gelassen und langsam eingezogen werden, wodurch man noch einmal so viel einbekommen kann. Zu dem Ende muss man die Stellen des Gesanges wo zum Athem-holen Zeit ist, nicht leicht vorbeigehen lassen, damit man nicht aus Noth an einem unbequemen Orte allzu geschwind den Athem schöpfen dürfe, welcher alsdenn freilich auch nicht gar lange dauern kann.
Zwei Kunststücke muss sich der Sanger so zu eigen machen, dass sie ihm zur zweiten Natur werden; er muss 1) in einem unmerklichen Augenblicke die Lunge voll Athem nehmen, und 2) ihn sparsam, und doch mit der ganzen Kraft der Stimme wieder heraus lassen können. Dieses fordert eine eigene Ãbung, die man am besten mit dem langen Anhalten auf einem Tone, und zugleich Verstarkern desselben, oder auch mit einer verlangerten Reihe von Tonen, anstellen kann.wei Kunststücke muss sich der Sanger so zu eigen machen, dass sie ihm zur zweiten Natur werden; er muss 1) in einem unmerklichen Augenblicke die Lunge voll Athem nehmen, und 2) ihn sparsam, und doch mit der ganzen Kraft der Stimme wieder heraus lassen können. Dieses fordert eine eigene Ãbung, die man am besten mit dem langen Anhalten auf einem Tone, und zugleich Verstarkern desselben, oder auch mit einer verlangerten Reihe von Tonen, anstellen kann.
Cap. III.
Pag. 14.
Fr.
wleck.
Agricola
Joh. Miksch.
Joh. Miksch.
Ein verringerter, feiner Athemverbrauch iiimmt zwar dem Tone etwas von seiner materiellen Kraft, giebt ihm aber dafür mehr Seele, Schmelz und sonore Tragkraft.in verringerter, feiner Athemverbrauch iiimmt zwar dem Tone etwas von seiner materiellen Kraft, giebt ihm aber dafür mehr Seele, Schmelz und sonore Tragkraft.
Das Sparen des Athems muss man absonderlich gleich nach-dem man ihn genommen hat wohl beobachten. Denn bey der ersten Note nach dem Athemholen, vornehmlich wenn sie nicht eine der geschwindesten ist, will gemeiniglich zu viel Athem auf einmal wieder heraus fahren; Avelches denn einen rauhen und harten Anschlag verursacht.as Sparen des Athems muss man absonderlich gleich nach-dem man ihn genommen hat wohl beobachten. Denn bey der ersten Note nach dem Athemholen, vornehmlich wenn sie nicht eine der geschwindesten ist, will gemeiniglich zu viel Athem auf einmal wieder heraus fahren; Avelches denn einen rauhen und harten Anschlag verursacht.
Beim Ausathnen muss man sich nie ganz ausser Athem singen und immer dahin trachten eine Ouantitat davon zu behalten.eim Ausathnen muss man sich nie ganz ausser Athem singen und immer dahin trachten eine Ouantitat davon zu behalten.
Der Atem des Sangers ist mit dem Bogen eines Violinisten zu vergleichen. So lange der Sanger seinen Athem nicht so gebrauchen lernt, dass er mit demselben wie der Violinist mit seinem Bogen den Ton vom leisesten Piano bis zum Fortissimo an und abschwellen und in tausend Theilchen teilen, stossen und verhallen lassen kann, so lange kann er nicht sagen, dass er seinen Athem machtig sei.er Atem des Sangers ist mit dem Bogen eines Violinisten zu vergleichen. So lange der Sanger seinen Athem nicht so gebrauchen lernt, dass er mit demselben wie der Violinist mit seinem Bogen den Ton vom leisesten Piano bis zum Fortissimo an und abschwellen und in tausend Theilchen teilen, stossen und verhallen lassen kann, so lange kann er nicht sagen, dass er seinen Athem machtig sei.
Sowie die Führung des Bogens beim Violinspiel das Wesent-lichste zur Erzeugung eines schonen Tones ist, so ist's beim Singen die Verwendung des Athems, durch welche der Sanger über den Ton seiner Stimme gebietet. Der Ton muss heraus-gezogen, nie aber herausgestossen werden. Man muss den Athem so leise fassen lernen, dass man mit dem geringsten Hauche oder Luftstrahl einen Klang hervorbringt der nach und nach zum starkstenTon in allen Richtungen an-und ab-schvvillt.
Joh. Miksch.
Joh. Miksch.
Man muss dem Athem eine solche Richtung geben, dass er bei seiner Ausströmung nicht den Mund ganz fülle, sondern die Oberzahne leise berühre.an muss dem Athem eine solche Richtung geben, dass er bei seiner Ausströmung nicht den Mund ganz fülle, sondern die Oberzahne leise berühre.
Als Studium des Athems folgendes: Man hauche gegen eine Fensterscheibe. Anfangs, bevor der Athem die gehorigels Studium des Athems folgendes: Man hauche gegen eine Fensterscheibe. Anfangs, bevor der Athem die gehorige
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Cap. III. Pag. 15. |
Durante. Caccini. Joh. Mikscii. | ||
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Dunne erhallt, wircl der Hauch wie ein gewöhnlicher Teller gross anlaufen, nach unci nach aber so klein wie das Innere der menschlichen Hand werden; damit versuche man endlich einen Ton zu singen, derselbe wird schwach sein, aber sich nach und nach starken. | |||
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t t renn man lange Passagien machen will, so soli man zeitig VV Athem nehmen, damit die Passagie nicht unvollendet bleibe. Man muss es thun überall wo es nöthig ist, man soil dabei aber nicht eine Pause oder ein Keuchen horen. | |||
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â ï t renn die Stimme schon im Abnehmen ist wird ein wenig VV mehr Athem ihr höheren Ausdruck verleihen. | |||
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riele Menschen sind der Meinung, dass unser Gesang einen V Grad von Vollkommenheit erlangen würde, wenn wir einen immer dauernden Vorrath von Luft wie die aktive Orgelpfeife besassen. Danken wir dem Schcpfer, dass er uns vor dieser Monotonie bewahrt hat. | |||
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Cap. IV.
Pag. 10.
⢠CAPITÃL » IV » 1M * SINGEN ⢠SOLL â¦
⢠DER * TEXT * REIN * UND * VERSTAND -- LICH * AUSGESPROCHEN * WERDEN *
Joh.
Adam Hiller.
Mannstein.
Tosi.
Gut gesprochcn ist hall ijesunjen,ut gesprochcn ist hall ijesunjen, das ist ein Spruch, der in allen Singschulen an allen vier Wiinden geschrieben stehen sollte.
Das Wort ist der Körper, der Ton die Seele. (Eines kann ohne das andere nicht bestehen.) Ein Gesang ohne reine, verstandliche und edle Aussprache hat schon aufgehört, Gesang zu sein, er ist nur noch ein Tonen ohne Sinn und Inhalt.as Wort ist der Körper, der Ton die Seele. (Eines kann ohne das andere nicht bestehen.) Ein Gesang ohne reine, verstandliche und edle Aussprache hat schon aufgehört, Gesang zu sein, er ist nur noch ein Tonen ohne Sinn und Inhalt.
Wenn man die Worte nicht verstehen kann, so beraubt der Sanger die Zuhörer eines grossen Theils der Anmuth, welche der Gesang durch die Worte erhalt. Wenn man die Worte nicht höret, so schliesst der Sanger die V/ahrheit von der Kunst aus. Wenn man endlich die Worte nicht versteht, so unterscheidet sich die Menschenstimme nicht von einem Zinken oder eincr Hoboe.enn man die Worte nicht verstehen kann, so beraubt der Sanger die Zuhörer eines grossen Theils der Anmuth, welche der Gesang durch die Worte erhalt. Wenn man die Worte nicht höret, so schliesst der Sanger die V/ahrheit von der Kunst aus. Wenn man endlich die Worte nicht versteht, so unterscheidet sich die Menschenstimme nicht von einem Zinken oder eincr Hoboe.
Gioseffo Zarlino.
Damit die Worte einer Cantilene zu verstehen seien, sollen wir uns namentlich vor einem viel verbreiteten Fehler hüten: die Vocale zu verandern, A anstatt E, I anstatt O zu sprechen. Wir müssen sie bilden ihrem wahren Charakter gemass. Es ist wahrhaft schiindlich und strengen Tadels werth, wenn man manche Tölpel im Singen die Worte ganz verdorben aussprechen hört, welche sie doch klar, flink, und ohne jeglichen Fehler bilden sollten. Wenn wir z. B. zuweilen ein Lied, ich sage nichtamit die Worte einer Cantilene zu verstehen seien, sollen wir uns namentlich vor einem viel verbreiteten Fehler hüten: die Vocale zu verandern, A anstatt E, I anstatt O zu sprechen. Wir müssen sie bilden ihrem wahren Charakter gemass. Es ist wahrhaft schiindlich und strengen Tadels werth, wenn man manche Tölpel im Singen die Worte ganz verdorben aussprechen hört, welche sie doch klar, flink, und ohne jeglichen Fehler bilden sollten. Wenn wir z. B. zuweilen ein Lied, ich sage nicht singen sondern Tinfen horen, mit ungehobelter Stimme und mit so verunstalteten Mienen, dass sie es wirklich den Affen nachzumachen scheinen; wenn sie aussprechen aspra cara statt aspro core und croda vajlia statt crucla voglia, wer sollte da nicht lachen ? Oder besser gesagt, wer sollte nicht in Zorn gerathen, wenn er so verdrehte, grobe und scheussliche Dinge hört ?
Cap. IV.
Pag. 17.
âde
modo
bene
cantandi
choralum
cantum.quot;
A. D. 1474.
M. Dan. Friderici.
Ein Zeichen übler Bildung ist es, wenn man den Lauten nicht ihren eigenen Klang giebt, dies macht ja den Gesang recht unverstandiich .... Viele Geistlichen lassen sich diesen Fehler zu Schulden kommen, bei denen es manchmal scheint ais hatten sie Brei im Munde, â sie singen etwa, zv/ischen c undin Zeichen übler Bildung ist es, wenn man den Lauten nicht ihren eigenen Klang giebt, dies macht ja den Gesang recht unverstandiich .... Viele Geistlichen lassen sich diesen Fehler zu Schulden kommen, bei denen es manchmal scheint ais hatten sie Brei im Munde, â sie singen etwa, zv/ischen c und i, zwischen a und o, und wissen diese Klange nicht recht unterscheiden zu lassen. So kam e.s mir manchmal vor, dass ich hörte anstatt âdominus vobiscum, oremusquot; (der Herr sei mit Euch, beten wir) âdominos vobiscam, aremusquot; (die Herren seien mit Euch, pflügen wir) â und alsdann zu meinem Nachbarn sagen möchte: ,,wir sind weit vom Pflügen entfernt.quot;
Im Singen soil der Text, wie er stehet, pronunciret werden. Irren demnach die, und haben ein gross Vitium im Singen an sich, welche aus einemm Singen soil der Text, wie er stehet, pronunciret werden. Irren demnach die, und haben ein gross Vitium im Singen an sich, welche aus einem a au, aus einem e ae, aus einem o ein uo, aus einem u, o machen. Als wenn sie vor ^Lumen, vor spiritus spacraetus und dergleichen singen.
m ein helles A hervorzubringen muss man die Oberzahne â wenigstens 6 Stückâsehen lassen.
Joh. Miksch.
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Um die Tone auf A zu singen, manchmal ein Merkchen h vorher, um die Harte zu vermeiden.
Agricola.
Die Mitlauter insbesondere mussen in grossen Gebauden oder offenen Orten scharfer als in gemeiner Rede, ja fast tibermassig scharf ausgesprochen werden, doch aber mit ge-nauer Beobachtung der ihnen eigenen Harte oder Weichheit. In der Nahe wiirde zwar eine so scharfe Aussprache nicht sonderlich angenehm zu horen sein.und etwas affectiret klingen; doch thut sie ihre Wirkung desto besser in der Feme, bringt den Zuhörern alle Worte deutlich zum Gehör und verliert dabei alle Unannehmlichkeit. Einen Sanger, der sich an diese Art der scharfen Aussprache der Mitlauter gewohnet hat, wird man in der Feme allezeit besser verstehen können, wenn er auch gleich nicht allzulaut singt, als einen andern, der aus Leibeskraften schreyt, dabei aber die Mitlauter nicht scharf und deutlich genug ausspricht.ie Mitlauter insbesondere mussen in grossen Gebauden oder offenen Orten scharfer als in gemeiner Rede, ja fast tibermassig scharf ausgesprochen werden, doch aber mit ge-nauer Beobachtung der ihnen eigenen Harte oder Weichheit. In der Nahe wiirde zwar eine so scharfe Aussprache nicht sonderlich angenehm zu horen sein.und etwas affectiret klingen; doch thut sie ihre Wirkung desto besser in der Feme, bringt den Zuhörern alle Worte deutlich zum Gehör und verliert dabei alle Unannehmlichkeit. Einen Sanger, der sich an diese Art der scharfen Aussprache der Mitlauter gewohnet hat, wird man in der Feme allezeit besser verstehen können, wenn er auch gleich nicht allzulaut singt, als einen andern, der aus Leibeskraften schreyt, dabei aber die Mitlauter nicht scharf und deutlich genug ausspricht.
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Pag. 18.
Cap. IV.
Joh.
Adam Hiller.
Gagliano.
Tosi.
Auf alle Provinzial-Mundarten kann ich midi ausführlich nicht einlassen.... eingewurzelte Zungenfehler, als wenn man keinuf alle Provinzial-Mundarten kann ich midi ausführlich nicht einlassen.... eingewurzelte Zungenfehler, als wenn man kein l oder r aussprechen kann, werden mich noch weniger auf halten: diese zu verbessern gehort mehr für die Ammen als für den Singemeister.
Man soil es dahin bringen, die Sylben zu meisseln um die Worte verstandlich zu machen. Dies soli in jeglicher Sangesart, namentlich im Recitativ, der Hauptzweck des Srin-gers sein; er soil überzeugt sein, dass der wahre Genuss des Hörers aus dem Verstandniss der Worte hervorgeht.an soil es dahin bringen, die Sylben zu meisseln um die Worte verstandlich zu machen. Dies soli in jeglicher Sangesart, namentlich im Recitativ, der Hauptzweck des Srin-gers sein; er soil überzeugt sein, dass der wahre Genuss des Hörers aus dem Verstandniss der Worte hervorgeht.
Hiitte der Meister etwa die Fehler der Aussprache nicht zu verbessern gewusst, so bemühe man sich selbst, für sich die beste zu erlernen, denn die Entschuldigung, dass man nicht in Toscana geboren ist, reicht nicht zu, die Umvissenheit damit zu bedecken.iitte der Meister etwa die Fehler der Aussprache nicht zu verbessern gewusst, so bemühe man sich selbst, für sich die beste zu erlernen, denn die Entschuldigung, dass man nicht in Toscana geboren ist, reicht nicht zu, die Umvissenheit damit zu bedecken.
^ 'ï' â gt;ilt;
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Cap. V. Pag. 19. | ||||
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* 1 * ⦠1 * ⦠* i / J |
* CAP1TEL * V * VON * DER * TONBILDUNG * Ij ' * * DER * ETGENTLICHEN * GRUNDLAGE «il*** * FINES * SEELISCHEN * GESANGES * * * «jl' ⢠| |||
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â T t rer singt, der sing', class es wohl kling', VV Und thu' die Stimm' recht führen, Schrei' nit zu sehr, thu sie viel mehr Fein lieblich moderiren; Auf dass gar frei die Melodci Zum Text mög' konkordiren, Denn sonst der G'sang sein Ton und Klang Thut ganz und gar verlieren. |
^Aus dem Sakre 16 CO. | ||
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j-Mn seelischer Gesang kann nur basiren auf richtiger und JlLschoner Tonbildung. |
Fr. wleck. | |||
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y^ber das Herz hat auch seinen Antheil am Tone. |
Aristoteles. | |||
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T-xer Ton ist der Stoff aller Musik. Er ist so mannigfaltig -L^wie die Physionomie der Menschen. |
joh. Miksch. | ||
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T-Mn schoner Gesangston, diese erste und wichtigste Grund--tl/Iage des Kunstgesanges, kann nur in seiner höchsten Vollkommenheit als Trager der mannigfaltigen Empfindungen dienen, welche im Gesange ihren Ausdruck finden. Der Sinn für einen schonen Ton muss, wie für alles Schone in der Kunst, erst geweckt und gebildet werden. Was man unter einem solchen Tone versteht, ist schwer zu beschreiben, er muss vor allem frei von jeder schlechtklingenden Farbung, durchaus edel, voll und rein sein und sollte nie ohne seelische Belebung gesungen werden. |
E. Seiler. | |||
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T-gt;ver Sanger muss die Fertigkeit gewinnen, seinen Ton dahin -L^zu bilden, dass er wie mit einem Teig damit umgehen lerne, um ihm für jede Empfindung die nöthige Eigenschaft zu geben. |
Jon. Miksch. | |||
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1 | ||
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Cap. V. Pag. 20. | ||
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Mannstein. |
-r^s liegt das Gesetz der Bildsamkeit in diesem âguten JlLTeigequot; der sich leicht dehnen, zusammendrücken, zu dunnen Faden und starken Massen verwandein lasst. | ||
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Fr. wieck. |
tv jicht das Volumen der Stimme entscheidet über die Tragic weite des Tones, sondern der Ansatz, das Fortspinnen und das Vornliegen des Tones. |
f | |
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M. Dan. Friderici. |
-p^ie Knaben sollen von Anfang alsbald gewehnet werden, LJdie Stimmen fein natürlich und wo möglich fein zitternd, schwebend oder bebend in den Kehlen oder im Halse zu formiren. Demnach soli man ihnen mit Fleiss abgewehnen, dass sie nicht durch die Nasen singen, viel weniger die Zahne zusammen beissen, wodurch der Gesang schandlich deformirt und gelastert wird. | ||
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Agricola. |
-r^vas a ist der simpelste und leichteste selbstlautende Buch-JL^stab, bey dessen Aussprache die wenigsten Hindernisse im Wege stehen. Denn dabey muss man die Zunge unterwarts drücken, etwas platt machen, und hinter den Zalmen, so viel als möglich ist, gerade und fest halten. Folglich ist die Höhle des Mundes grosser und freyer als bey irgend einem andern Selbstlaute. Ãberhaupt muss der Lehrmeister das Niederdrücken und Plattmachen der Zunge, so es nur möglich ist, nachdrücklich einscharfen. Denn durch diese Lage der Zunge kann man die Nasen - und Kehlenfehler am besten verhüten. | ||
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Joh. Miksch. |
â Qei der Klangbildung des Tones kommt das meiste auf die JÃStellung des Mundes, der Lippen und die Lage der Zunge an. Wenn der Mund nicht gehörig geöffnet wird und die Lippen die Zahne zu sehr bedecken, so bleibt der Klang im Munde sitzen. Hangt man beim Angeben des Tones den Kopf zu sehr vorwiirts oder zieht man den untern Theil des Mundes wahrend des Singens herab, so leidet nicht allein der Klang des Tones, sondern es wird dadurch die Agilitat der Stimme | ||
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I | |||
Pag. 21.
Cap. V.
joh. Miksch.
Mannstein.
JoH. Miksch.
verdorben, weil der Kehlkopf in seiner freien Bewegung gestort wird.
Die schwingende Luftsaule, die nach der Spannung der Bander bald hoher, bald tiefer, und nach der Formung und Stellung der verschiedenen Kehlkopf-and Mundtheile, bald voller und schoner, bald flacher und matter klingt, muss so geführt werden, dass sie am vorderen Gaumen, un-mittelbar über den Vorderzahnen, anprallt, und von da zu-rückgeworfen und in tönenden Schwingungen erhalten wird.... Die richtige Führung dieser Luftsaule ist die Grundbedingung eines schonen Gesangtones und kann darum nicht genug von Seiten des Lehrers beachtet werden.ie schwingende Luftsaule, die nach der Spannung der Bander bald hoher, bald tiefer, und nach der Formung und Stellung der verschiedenen Kehlkopf-and Mundtheile, bald voller und schoner, bald flacher und matter klingt, muss so geführt werden, dass sie am vorderen Gaumen, un-mittelbar über den Vorderzahnen, anprallt, und von da zu-rückgeworfen und in tönenden Schwingungen erhalten wird.... Die richtige Führung dieser Luftsaule ist die Grundbedingung eines schonen Gesangtones und kann darum nicht genug von Seiten des Lehrers beachtet werden.
Durch unausgesetzte, beharrliche Ãbung gewinnt der Sanger die Fertigkeit, den Ton am richtigen Punkte (dem vorderen Punkte des gewölbten harten Gaumens) anzuschlagen, in so hohem Grade, dass seinem Gesange niemals ein anders angeschlagener mit unterlaufen wird. Durch das unablassige dahin zielende Studium bekommt er die tonende LuftSiiule völlig in seine Gewalt und lernt dieselbe dermassen verdichten und concentriren, dass sie einzig und allein die den Oberzahnen nachstgelegene Gaumenpartie so stark beriihrt, dass sie dort eine leise Empfindung hervorbringt, der ahnlich, welche durch die Bertihrung einer weichen Feder erzeugt wird.urch unausgesetzte, beharrliche Ãbung gewinnt der Sanger die Fertigkeit, den Ton am richtigen Punkte (dem vorderen Punkte des gewölbten harten Gaumens) anzuschlagen, in so hohem Grade, dass seinem Gesange niemals ein anders angeschlagener mit unterlaufen wird. Durch das unablassige dahin zielende Studium bekommt er die tonende LuftSiiule völlig in seine Gewalt und lernt dieselbe dermassen verdichten und concentriren, dass sie einzig und allein die den Oberzahnen nachstgelegene Gaumenpartie so stark beriihrt, dass sie dort eine leise Empfindung hervorbringt, der ahnlich, welche durch die Bertihrung einer weichen Feder erzeugt wird.
Je leiser der Athem beioffenem Munde an den harten Gaumen nahe den Oberzahnen angeschlagen, und in dieser Stellung durch einen Hauch erhalten wird, so dass er sich gleichsam daran stemmt, um so klangvoller und tönender wird durch tilglich gleiche Ãbung der Ton unserer Stimme. Um den Tonanschlag vorzubereiten, hauche man den Athem, ohne zu singen, vorn an den harten Gaumen, bis man damit einen feinen Luftstrahl bilden kann, durch den dergesungene Ton an dem Anschlagpunkt aufrecht zu erhalten ist; audi beim Sprechen gewöhne man sich daran, seine Aussprache vorn im Munde auszubilden.e leiser der Athem beioffenem Munde an den harten Gaumen nahe den Oberzahnen angeschlagen, und in dieser Stellung durch einen Hauch erhalten wird, so dass er sich gleichsam daran stemmt, um so klangvoller und tönender wird durch tilglich gleiche Ãbung der Ton unserer Stimme. Um den Tonanschlag vorzubereiten, hauche man den Athem, ohne zu singen, vorn an den harten Gaumen, bis man damit einen feinen Luftstrahl bilden kann, durch den dergesungene Ton an dem Anschlagpunkt aufrecht zu erhalten ist; audi beim Sprechen gewöhne man sich daran, seine Aussprache vorn im Munde auszubilden.
Pag. 22.
Ich machte die richtige Erfahrung, dass die Vereinigung (Ausgleichung) der Register durch nichts als durch das Festhalten des Mundes, der Zunge und des Halses wahrend des Singens, erreicht werden kann; die geringste Bewegung dieser drei Organe stort die unmerkliche Vereinigung. Das Festhalten der Zunge macht aber die grösste Schwierigkeit.ch machte die richtige Erfahrung, dass die Vereinigung (Ausgleichung) der Register durch nichts als durch das Festhalten des Mundes, der Zunge und des Halses wahrend des Singens, erreicht werden kann; die geringste Bewegung dieser drei Organe stort die unmerkliche Vereinigung. Das Festhalten der Zunge macht aber die grösste Schwierigkeit.
Es scheint mir, dass die meisten Gesanglehrer unserer Zeit es darin versehen, dass sie die Bildung des Klanges der Stimme, besonders bei Frauen und Madchen, verderben, indem sie die tiefen Tetrachorde der Stimme zu stark ausbilden. Sie legen dadurch, ohne es zu wollen, den Grund zu einer schwerfalli-gen Tonbildung.
Die sehr stark klingenden Töne, womit manche weibliche Stimmen kokettiren, sind, weil sie sich nie mit den mittleren und hohen Tonen in Einklang setzen können (und Kalbstönen anhlich sind) aus dem schonen Gesange zu verbannen.
|^urchs piano wird erst das forte schön.
Cap. V.
Joh. Miksch.
Fr.
wleck.
Agricola.
enn der Schall in der Luftröhre hervorgebracht worden ist, so geht er zum Theil zum Munde heraus, zum Theil aber durch die Nase, nachdem er darin reflectirt worden ist. Die grösste Annehmlichkeit der Stimme entsteht von dieser Reflexion der den Schall verursachenden Luft, denn wenn man die Nase zuhalt, so wird der Schall alsdann nicht so reflectiret, dass er wieder zurückkommen und durch den Mund herausgehen kann; sondern er verliert sich in den weichen Theilen der Nase. Man pflegt von dergleichen Personen zu sagen, dass sie durch die j^lasc reden. Es geschieht aber gerade das Gegentheil. Denn wenn sich tier Schall durch die Nase ist er vernehmlich; nicht aber, wenn die Nase
w
quot;-fcgt;
beweget.
so
fehlet, verstopft ist, oder zugehalten wird.
.ie Stimme muss immer rein und heil herauskommen, 'ohne dass sie (wie man sagt) durch die Nase gehe. oder in der Kehle stecken bleibe. Dieses sind die beiden grasslichsten Fehler eines Sangers; und wenn sie einmal eingewurzelt sind, ist ihnen nicht mehr abzuhelfen.
Tosi.
d:
I
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I Cap. V. Pag. 23. | |||
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J7- ehlton entsteht, wenn man die Stelle unter dem Kinn, zwi-Ivschen Hals und Kinn, angeschwollen halt. |
Joh. Miksch. | ||
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a Iso wie eine Spinnerin den Faden aus dem Wocken, so /vsoll der Sanger den Ton aus seiner Werkstatt ziehen, soli ihn nicht hervor stossen, schleudern oder reissen, denn wollte man dieses Gesetz gering halten und vernachlassigen, so würde man trotz aller Studiën nie den schonen Ton gewinnen können. |
f Mannstein. 1 | |
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Ti /ranche Sanger geben bey vielen, auch sogar nicht sehr iVlweit entfernten Spriingen, ehe die höhere Note kommt, noch immer einen, wo nicht gar zwei oder drei tiefer liegende Tone undeutlich, manchmal dazu mit einem harten Hauche aa. Sie treiben also das ce?-car la nota, Suchen der Note, bis zum Ekel. |
Agricola. | ||
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jch sage dass die erste und wichtigste Grundlage ist: der lEinsatz der Stimme, in allen Lagen; nicht nur dass dieser fehlerfrei, weder zu hoch noch zu tief sein soil, sondern auch dass man auf richtige Weise intonire. |
Caccini. | ||
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â r^vem Verstandigen genügt ein blosser Wink, wo dem Igno-JL/ranten nicht einmal das Zehnfache von Unterrichtsstunden genug ist. |
Lud. Zacconi, | ||
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f |
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I | | |||
Pag. 24.
Cap. VI.
CAPITEL * VI * VOM * SOLFEGGIREN WELCHES * DAS * EINZIGE * MITTEL 1ST * UM * EIN * GELAUFIGES »WESEN DES * HALSES * ZU * BILDEN * * *
'
Das Solfeggiren, welches die wahre Art der Italiener ist, sowohl die Brust als die Stimme ihrer Scholaren gut zu machen, halte ich für sehr nothig bei uns einzuführen. Es ist das einzige Mittel, die Starke der Tone, und ein gelaufiges Wesen des Halses zu bilden.as Solfeggiren, welches die wahre Art der Italiener ist, sowohl die Brust als die Stimme ihrer Scholaren gut zu machen, halte ich für sehr nothig bei uns einzuführen. Es ist das einzige Mittel, die Starke der Tone, und ein gelaufiges Wesen des Halses zu bilden.
Marpurg.
Tosi.
Tosi.
Tosi.
Caccini.
Der Meister werde nicht miide den Schuier so lange solfeggiren zu lassen, als er es iür nöthig erachtet. Wenn er ihn vor der Zeit bloss auf Selbstlautern singen lassen wollte, so versteht er nicht zu unterricliten.er Meister werde nicht miide den Schuier so lange solfeggiren zu lassen, als er es iür nöthig erachtet. Wenn er ihn vor der Zeit bloss auf Selbstlautern singen lassen wollte, so versteht er nicht zu unterricliten.
Beim Solfeggiren suche der Lehrmeisterden Schüler nach und nach die hohen Töne gewinnen zu lassen : damit derselbe vermittelst der Ãbung einen so weiten Umfang der Töne erlange als nur möglich ist. Doch beobachte er hierbei, dass, je holier die Töne sind, je sanfter sie angegeben werden mussen: um das Kreischen zu vermeiden.eim Solfeggiren suche der Lehrmeisterden Schüler nach und nach die hohen Töne gewinnen zu lassen : damit derselbe vermittelst der Ãbung einen so weiten Umfang der Töne erlange als nur möglich ist. Doch beobachte er hierbei, dass, je holier die Töne sind, je sanfter sie angegeben werden mussen: um das Kreischen zu vermeiden.
Lacherlich ist's, wenn ein Sanger die Passagen zu stark, und mit so gewaltigem Hauche stösst, dass, wenn wir eine Passage auf dem A vernehmen wollen, es uns scheint, als wenn er immer ga, ga, ga sprache.acherlich ist's, wenn ein Sanger die Passagen zu stark, und mit so gewaltigem Hauche stösst, dass, wenn wir eine Passage auf dem A vernehmen wollen, es uns scheint, als wenn er immer ga, ga, ga sprache.
Wegen der Wahl der Vokale auf den Laufen ist nothwendig zu beobachten, dass der Vocal âUquot; besser klingt von Sopran- als von Tenorstimmen. und der Vocal âIquot; besser vom Tenor als das âUquot;, wahrend die übrigen Vocale für beide Stimmgattungen gleich sind, obgleich die offenen am klang-vollsten sind, und am geeignetsten zur Ausbildung einer vor-handenen Anlage.egen der Wahl der Vokale auf den Laufen ist nothwendig zu beobachten, dass der Vocal âUquot; besser klingt von Sopran- als von Tenorstimmen. und der Vocal âIquot; besser vom Tenor als das âUquot;, wahrend die übrigen Vocale für beide Stimmgattungen gleich sind, obgleich die offenen am klang-vollsten sind, und am geeignetsten zur Ausbildung einer vor-handenen Anlage.
Cap. VI.
er die Stimme eines Lernenden so faul gewöhnet, dass sie sich immer muss fortschleppen lassen, der lehrt ihn nur den kleinsten Theil seiner Wissenschaft, und setzet ihn aus-ser Stand, den grosseren zu erlernen. Wer bei Stucken, die in geschwinder Taktbewegung ausgeführet werden müssten, nicht eine leicht bewegliche Stimme hat, der macht die Zuhörer bis zum Hinfailen verdriesslich, und kommt bestandig so sehr hinten nach gezogen, dass alles, was er singt, fast immer aus-ser dem Tone ist.
Man gestatte nicht, dass der Untergebcne die Passagen in ungleicher und unordentlicher Taktbewegung singe, und verweise es ihm, wenn er sie mit der Zunge schlagt, oder mit dem Kinn oder dem Kopfe oder dem ganzen Leib Grimassen dabei macht.an gestatte nicht, dass der Untergebcne die Passagen in ungleicher und unordentlicher Taktbewegung singe, und verweise es ihm, wenn er sie mit der Zunge schlagt, oder mit dem Kinn oder dem Kopfe oder dem ganzen Leib Grimassen dabei macht.
Will beim Gesangsstudium ein einzelner Ton oder mehrere mit breiterem Tonanschlag kommen als andere Tone, so leide man das nicht.ill beim Gesangsstudium ein einzelner Ton oder mehrere mit breiterem Tonanschlag kommen als andere Tone, so leide man das nicht.
Pag. 25.
Tosi.
W
Tosi.
Joh.
Mikscii.
i
Cap. VIL
fag. '26.
* CAPITEL ⦠VII ⦠VON * DEM «SCHWELL - TON * ODER * WIE * DER * ITALIENER
* SAGT * DEM * MESSA * Dl * VOGE *
Friderici.
I
man die Stimme nicht fallen lasse. Rufen ist in verboten, dadurch denn oft eine feine, edle und
m Singen soli man seine Stimme freudig gebrauchen und frisch singen. (Es ist ein Grosser Unterschied zwischen frisch singen und nur rufen.) Frisch singen ist in der Musik ganz nötig, und ist soviel als freudig, nicht trage, faul noch schla-ferig, dass der Musik
reine Stimme ganz verdorben wird.
an soil Anfanger nicht gleich lancje X°ne aushalten lassen; das zieht Stimmverlust nach sich.
Joh.
v Miksch. Tosi.
M
Mattheson.
Die wenige Erfahrung manches Lehrers im Solfeggiren macht, dass er den Schüler zwingt, lange ganze Taktnoten, mit gezwungener Bruststimme auf den höchsten Tonen aus-zuhalten. Endlich folgt hieraus, dass der Hals sich taglich mehr und mehr erhitzet, und wenn der Schüler nicht gar die Gesundheid verliert, so verliert er doch zum wenigsten die Sopranstimme.ie wenige Erfahrung manches Lehrers im Solfeggiren macht, dass er den Schüler zwingt, lange ganze Taktnoten, mit gezwungener Bruststimme auf den höchsten Tonen aus-zuhalten. Endlich folgt hieraus, dass der Hals sich taglich mehr und mehr erhitzet, und wenn der Schüler nicht gar die Gesundheid verliert, so verliert er doch zum wenigsten die Sopranstimme.
Eine werkthatige Absicht der Stimmpflege bestehet darin, dass ein Sanger sich befleissige, bisweilen mit ganz leiser, sodann mit halber und mittelmassiger Stimme, welches die Italiener ine werkthatige Absicht der Stimmpflege bestehet darin, dass ein Sanger sich befleissige, bisweilen mit ganz leiser, sodann mit halber und mittelmassiger Stimme, welches die Italiener Jiottc voce nennen, und endlich durch verschiedene Stufen, mit starckerer und ganz starcker Stimme zu verfahren, um dadurch seine Krafte kennen zu lernen : denn die Grade der Schwache und Stiirke menschlicher Stimmen sind unzehlich, und jemehr einer davon zu finden oder zu treffen weiss, je mehrerley Wirkungen wird er auch in den Gemüthern seiner Zuhörer zu Wege bringen.
an wird den erfundenen ekelmachenden Styl derjenigen nicht ohne Widerwillen horen, welche Meereswellen im
M
Tosi.
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Cap. VII. Pag. 27. | ||
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Singen vorstellen und die unschuldigen Noten mit hasslichen groben Stössen der Stimme heraus treiben. Dieses ist ein widerwartiger und unartiger Gebrauch. | ||
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r / I * |
1% /ran unterlasse nicht, von Zeit zu Zeit lange schwellende Aus-iVlhaltungen mit der Stimme zu machen, damit dieselbe immer zu dem einen und dem andern geschickt bleibe. |
Tosi. |
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â r^vie Kunst die Stimme herauszuziehen besteht darin, dass man JL^auf einem Tone die Stimme ganz sacht, in der aussersten Schwache herauskommen, â darauf, nach und nach, bis zum aussersten Grade der Stiirke fortgehen, und danach, mit einer gleichen Kunst, vom Starken zum Sclwachen wieder zurück-gehen lasst. |
Tosi. | |
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-p^ie Ãbung in dem verstarkten und wieder abnehmenden 1_gt;/Auslialten langer Noten, verbreitet ihren Nutzen über das ganze Singen überhaupt. Doch muss ein Lehrer dahin sehen, dass er seine Untergebenen nicht allzuoft, und absonderlich nicht allzulange nach einander, zu solchen Aushaltungen anstrenge. |
Agricola. | |
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-p-Mn schönes Herausziehen der Stimme (rnessa di voce) im JlLMunde eines geschickten Sangers, welcher sparsam damit umgeht, und es nicht eher anbringt als auf hellen Seibstlautern, thut unfehlbar allemal eine sehr schone Wirkung. Es giebt itziger Zeit wenig Sanger, welche es ihres Geschmackes würdig zu seyn erachten .... es ist aber doch ein offenbares Unrecht, welches sie der Nachtigall anthun, als welche von solchen Aushaltungen die Erfinderin gewesen; und von welcher die menschliche Geschicklichkeit nichts anders als dieses nachahmen kann, es müsste denn sein, dass man unter diesen tonerfüllten Vögeln auch einige hörete, welche nach der neuen Mode sangen. |
Tos;. | |
|
â quot;i1 â 'if â¢if â¢If |
Cap. VIII.
Pag. 28.
CAFITEL * VIII * VON * DEM * CANTABILE DEM * NON * PLUS * ULTRA * DES * GE-SANGES â ***â¢*â *â¢*â **** *
Joh. Miksch.
Joh. Adam Hiller.
Agricola.
Tosi.
Jon.
Adam Hiller.
Wer nicht zu binden weiss, weiss nicht zu singen.
Im legato soil man keinen Athemstoss horen bei der Verbin-dung der Tone. Es muss alles glatt sich verbinden; der Vocal E hilft dies befördern.m legato soil man keinen Athemstoss horen bei der Verbin-dung der Tone. Es muss alles glatt sich verbinden; der Vocal E hilft dies befördern.
Die gute Singart erfordert, dass ein Ton so genau und so sanft an den andern anschliesse, dass nicht der geringste Absatz zwischen ihnen zu bemerken sei, und alle nur ein einziger langgedehnter Hauch zu sein scheinen.ie gute Singart erfordert, dass ein Ton so genau und so sanft an den andern anschliesse, dass nicht der geringste Absatz zwischen ihnen zu bemerken sei, und alle nur ein einziger langgedehnter Hauch zu sein scheinen.
Hier gebe ich dem Sangmeister noch die nöthige Erinnerung, dass er ja Acht haben, damit die Tone von dem Schiiler gehorig mit einander verbunden und zusammen gehiingt werden mogen. Dieses geschieht, wenn man den vorhergehenden Ton so lange klingen lasst, bis der folgende anspricht, damit nichts Leeres dazwischen vernommen werde. Gemeiniglich machen Anfiinger, nach jeder Note, zumal wenn ein Sprung darauf folget, welchen sie sich nicht mehr zu treffen getrauen, einen kleinen Stillstand.ier gebe ich dem Sangmeister noch die nöthige Erinnerung, dass er ja Acht haben, damit die Tone von dem Schiiler gehorig mit einander verbunden und zusammen gehiingt werden mogen. Dieses geschieht, wenn man den vorhergehenden Ton so lange klingen lasst, bis der folgende anspricht, damit nichts Leeres dazwischen vernommen werde. Gemeiniglich machen Anfiinger, nach jeder Note, zumal wenn ein Sprung darauf folget, welchen sie sich nicht mehr zu treffen getrauen, einen kleinen Stillstand.
Eine nothwendige Ubung ist die angenehme Beschaftigung mit demine nothwendige Ubung ist die angenehme Beschaftigung mit dem Xragerl der- fitimme, ohne welche aller andere Fleiss mangelhaft ist. Wer sich darin festsetzen will, der höre mehr die Vorschriften des Herzens, als die Gesetze der Kunst.
Das Wesentliche des sogenannten Portamento oder Tragens der Stimme (das Aneinanderhiingen der Tone) besteht darin, dass man in der Fortschreitung von einem Tone zum andern keine Liicke oder Absatz, auch kein unangenehmes Schleifen oder Ziehen durch kleinere Intervalle gewahr wird. Im ersten Falle sagt man: der Sanger stösst; im andern : er heult.as Wesentliche des sogenannten Portamento oder Tragens der Stimme (das Aneinanderhiingen der Tone) besteht darin, dass man in der Fortschreitung von einem Tone zum andern keine Liicke oder Absatz, auch kein unangenehmes Schleifen oder Ziehen durch kleinere Intervalle gewahr wird. Im ersten Falle sagt man: der Sanger stösst; im andern : er heult.
Cap. VUL
Pag. 29.
nur mif, zween langsamen
Jenny Lind
(an eine J^reundin.)
Cherubini.
Im Anfang-e muss die Ãbuna:
Tonen, hernach mit drey en, dann mit vieren geschehen ; woher besonders darauf zu achten ist, dass dem vorhergehenden Tone an der Zeit, die er dauern soil, nichts abgebrochen, son-dern derselbe aufs richtigste immer mit einer kleinen Verstar-kung, ausgehalten werde. Die Italiener nennen es H^omumar la nota, die Note zu Ende bringen. Der folgende Ton muss sodann so leicht und sicher darauf folgen, dass man weder Absatz noch Aspiration, noch falsche Zwischentone gewahr wird, und dies nicht allein mit einer Sylbe oder einem Vocal, sondern auch mit mehreren; nicht allein in der stufenweisen Fortschreitung, sondern auch in Sprüngen auf-und abwarts.
Bevor du einen Ton klingen lasst muss der Kehlkopf durch Zurechtstellung der Lage, in welcher der kommende Ton liegt (hoch oder niedrig) praparirt werden. Daraus entsteht ein fester Einsatz, â undevor du einen Ton klingen lasst muss der Kehlkopf durch Zurechtstellung der Lage, in welcher der kommende Ton liegt (hoch oder niedrig) praparirt werden. Daraus entsteht ein fester Einsatz, â und seitdem ein Xon da ist, so muss man lekende nach allen den librigen hinauf (oder herunter) springen, dass kein Riss zwischen den Tonen bemerkbar wird, und daher die phrase ihre Geltung ohne Unterbrechung bekömmt; z. B. mtissen die Tone a1-c2-e- so zusammenhangen, dass sie ein ^anzes bilden ; dies geschieht durch cBinden u Jitacehiren zu gleicher Zeit, ob ich mich so ausdriicken darf, und dies ist allerdings beinahe unmöglich deutlich mit cWorten zu erklaren. Ich habe dir aber oft davon gesprochen und vorgemacht, es liegt in der Beweglichkeit des Kehlkopfes und muss also geiibt werden. Daher singe deine Ãbungen, damit die Kehle rascher vorwarts kömmt, so wird sich der Ansatz einzelner Tone ver-bessern und dann die Reihe folgen.
Zu wünschen ware, dass die Gesangsart des Cantabile, die man mit Recht dasu wünschen ware, dass die Gesangsart des Cantabile, die man mit Recht das J^lon -plus ultra der Gesanges nennen kann, wieder auflebte, denn das Studium welches ihr vorangehen muss, müsste treffliche Sanger bilden. Aber seit einiger Zeit hat man nicht Geduld genug, zu studiren, weil man zu geniessen strebt, und sobald unsre jungen Leute wahrnehmen j dass sie eine schone Stimme und mehr oder weniger Anlage
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⢠: I |
1 â 1 | ||
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Crkscentini.. 1 1 i 1 |
CAP. VUL PAG. 30. | | ||
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haben, werfen sie sich unbesonnen in das Gebiet der Musik, ohne je rückwarts zu sehen oder etwas gelernt zu haben. rch sage, dass sich bei einem volkommenen Sanger vorzügliche iNaturaniagen mit dem Studium verbinden müssen. Aber selten verschvvendet die Natur an einen Menschen alle ihre Geschenke und macht ihn zu dem Verschiedensten gleich geschickt. Wenn der Sanger fühlt, dass ein Theil dieser Gaben ihm mangelt, so ist es seine Sache, auf sich zu achten und das Maass seiner Kriifte kennen zu lernen. Dann muss er sich auf die Gattung beschriinken, die seinen beschrankten Mitteln zusagt, immer bemüht, seine Arbeit durch gute Grundsatze dem guten Geschmacke anzupassen, und stets eingedenk, dass das Melodiöse, Sanfte und Herzergreifende die Hauptsache im Gesange ist. | |||
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* â â â â ^ ^ ^ ^ -1 11 HE* HE* HE4 HE* HE* ^* quot;iquot; HE* HE* gt;1* | |||
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I
Pag. 31.
Cap. IX. ___
CAPITEL * IX * DER * STIMME
gt;[lt; gt;x« gt;!lt; gt;%* gt;x* »\* âº!lt; gt;}* ^ âºI-' gt;h gt;%* gt;%*
Joh.
Adam
Hiller.
VON * DEN * GRENZEN -* UND * VON * DEM * STUDIUM * DER * HOHEN * TÃNE * * *
Man kann junge Schiller und Schülerinnen des Gesanges, zumal wenn sie viel Bruststimme haben, nicht genug vor der gefahrlichen Seuche, die iiusserste Höhe erzwingenan kann junge Schiller und Schülerinnen des Gesanges, zumal wenn sie viel Bruststimme haben, nicht genug vor der gefahrlichen Seuche, die iiusserste Höhe erzwingen zu wollen, warnen, well sie sich leicht den Verlust der Stimme, neb'st Schaden an ihrem Leibe und an ihrer Gesundheit dadurch zuziehen können. Ein guter Ton in der Tiefe mehr, ist schatzbarer als zwëeen Tone in der Höhe, die wie ein Vogelpfeifchen klingen. Man kehre sich nicht daran, dass jene Hochsingende bewundert werden. Bewunderung zu erregen ist kein so edler Endzweck, als Rühren und Gefallen.
Der Zwang, den einer sich anthut,er Zwang, den einer sich anthut,
gehen will und nicht kann, ist dem der zuhöret verdriesslich, als dem, welcher singt.
J ede Stimme hat ihre Grenze, und kann nicht nach Willkühr wie ein musikalisches Instrument tief oder hoch gestimmt werden, sondern muss, wenn sie Biegsamkeit und alle die Vorziige, welche von einer guten und angenehmen Stimme verlangt werden, erhalten soli, sich den Gesetzen der Natur unterwerfen. ede Stimme hat ihre Grenze, und kann nicht nach Willkühr wie ein musikalisches Instrument tief oder hoch gestimmt werden, sondern muss, wenn sie Biegsamkeit und alle die Vorziige, welche von einer guten und angenehmen Stimme verlangt werden, erhalten soli, sich den Gesetzen der Natur unterwerfen.
Ein Lehrer des Gesanges hat bestandig darauf zu sehen, dass seine Schüler den Ton der Stimme immer mehr mas-sigen, je höher er steigt, und lieber die hohen Töne unbe-rührt lassen, die sie nicht mit Leichtigkeit und ohne Zwang erreichen können. Dagegen lasse er sie, wenn die Tone sich nach der Tiefe wenden, den Mund immer voller nehmen, damit diese etwas dicker werden.in Lehrer des Gesanges hat bestandig darauf zu sehen, dass seine Schüler den Ton der Stimme immer mehr mas-sigen, je höher er steigt, und lieber die hohen Töne unbe-rührt lassen, die sie nicht mit Leichtigkeit und ohne Zwang erreichen können. Dagegen lasse er sie, wenn die Tone sich nach der Tiefe wenden, den Mund immer voller nehmen, damit diese etwas dicker werden.
Das Studium der höchsten Töne kann sich der Schüler dadurch sehr erleichtern, dass er einen kleinen Theil der tönendenas Studium der höchsten Töne kann sich der Schüler dadurch sehr erleichtern, dass er einen kleinen Theil der tönenden
der gem in die
Höhe eb en so
Tosi.
Joh. Mikkcii.
Joh.
Adam. Hiller.
Cap. IX.
Pag. 32.
Luftsiiule in die Choanen dringen lasst, wodurch das jenen Tonen eigenthümliche Geilen vermindert wird, indemdieNase gewissermassen die Wirkung eines Dampfers erhalt. Jedoch darf nicht Nasenton dadurch erzeugt werden, was dann ge-schieht, wenn eine zu bedeutende Masse der Tonsaule in die Nasenhöhlen steigt.
er einen hohen Ton ganz vollendet singen will, der muss
Thibaut.
w:
immer noch einige Töne höher singen könneri. Diese
gleichsam überschüssigen Töne müssen dann allerdings geübt werden, aber sie gehören nachher nicht zur Darstellung des Musterhaften; etwa wie die Pariser Tanzmeister den Kindern einige Stunden vor dem Tanz Bleisohlen anlegen, dann aber, wenn es zum tanzen kommt, die Last abnehmen, und dadurch die vollkommenste Leicht^gkeit herausbringen. Unsere Musiker lassen aber gar zu gern die von ihnen angelegten Bleisohlen, als Theil des Putzes, liegen, und so müssen denn halsbrechende Ãbungsstücke, welche zur Darstellung eines einfacheren, wahr-haft asthetischen Werkes fahig machen könnten, gewöhnlich die
Stelle solcher Werke vertreten.
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Cap. X. Pag. 33.
CAPITEL * X * E1NE * EDLE * HALTUNG
1ST * DEM * SANGER * UNERLASSLICH
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rell ist die Stimme, worm sie durch den ofifnen Mund, ohne LZwang und Drücken der Kehie, frei aus der Brust heraus kömmt. In Betrachtung dessen hat der Lehrmeister dar«uf zu sehen, dass der Schuier die Ziihne nicht zusammen beisse, son-dern in solcher Entfernung von einander halte, dass man mit dem kleinen Finger bequem dazwischen kommen könnc. Die Lippen miissen sodann zurückgezogen werden, so dass sie die obere Reihe der Zahne ganz, die untere aber halb bedecken.
Joh.
Adam Hiller.
H!
an muss den Schiller immer stehend singen lassen, damit die Stimme völlige Freiheit habe sich zu bilden.
Tosi.
M
Man soil lieber beim Singen weder den Körper noch das Gesicht bewegen; â falls man aber nun doch gesticulirt, so soil es wenigstens mit Anmuth geschehen, und dem Sinne der Worte gemass, â niemals aber übertrieben werden.an soil lieber beim Singen weder den Körper noch das Gesicht bewegen; â falls man aber nun doch gesticulirt, so soil es wenigstens mit Anmuth geschehen, und dem Sinne der Worte gemass, â niemals aber übertrieben werden.
Durante.
Tosi.
ij;
Tosi.
Lud. Zaccont.
'dem Kopfe, dem Leibe, und vornehmlich mit dem Munde gemachet werden.
Wenn der Schuier zu Hause seine Lectionen für sich durch-singt, so stelle er sich bisweilen vor einen Spiegel. Nicht etwa um seine Schönheit mit bezaubertem Selbstgefallen zu bewunderen; sondern nur um sich vor den convulsivischen Bewegungen des Leibes oder des Gesichts zu hüten, oder sich davon zu befreien.enn der Schuier zu Hause seine Lectionen für sich durch-singt, so stelle er sich bisweilen vor einen Spiegel. Nicht etwa um seine Schönheit mit bezaubertem Selbstgefallen zu bewunderen; sondern nur um sich vor den convulsivischen Bewegungen des Leibes oder des Gesichts zu hüten, oder sich davon zu befreien.
Der Sanger möge sich so halten, dass ihn Jedermann wahrend seines Gesanges gern anschaut. Aber diejenigen Sanger, welche zwei oder drei Noten aus dem Buch und vier oderer Sanger möge sich so halten, dass ihn Jedermann wahrend seines Gesanges gern anschaut. Aber diejenigen Sanger, welche zwei oder drei Noten aus dem Buch und vier oder
Pag. 34.
sechs mit den nach andern Richtungen hingewendeten Augen singen, um zu kokettiren und sich zu zeigen bei ihrem Gesange, thun übel daran.
Der Meister sei besorgt, dass der Schliler. im Singen, sich in einer edeln Leibessteiiung halte: damit er die Zuhörer auch durch eine anstiindige Gestalt vergntlge.er Meister sei besorgt, dass der Schliler. im Singen, sich in einer edeln Leibessteiiung halte: damit er die Zuhörer auch durch eine anstiindige Gestalt vergntlge.
Cap. X.
Tosi.
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Cap. XI. Pag. |
35. | |||
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.*/lk CAPITEL ⦠XI » EIN * WÃRTCHEN * VON . |
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â¢â¢'.j» DER » RICHTIGEN * TAKTBEWEGING * ⢠|
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1 |
ym Takte fest, im Tone rein J-Soll unser Thun und Singen sein. | |||
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xch besitze nicht Ãberredungskunst noch Worte genug um, Iwie ich wollte und sollte, einem Studierenden die strenge Beobachtung einer richtigen Taktbewegung einzuscharfen. Und wenn ich mehr als einmal davon spreche, so halte ich es bei mehr als einer Gelegenheit für nothwendig; denn auch unter den besten Sangern giebt es sehr wenige, welche nicht zuweilen die Taktbewegung gleichsam unvermerkt verrücken; und entweder zögern oder forteilen sollten. In Wahrheit, die Geringschatzung, welche vieie der neuern Sanger gegen den Takt hegen, indem sie ihn dem ungereimten Geschmacke, den sie an ihren geliebten Passagen finden, ganzlich aufopfern, ist zu ungerecht als dass man dazu stillschweigen könnte. |
TOSI. | |||
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t |
\ n deutschen Sangern ist das Nichtbeachten der letzten XkNoten in Perioden zu tadeln ; der Grund für diesen Fehler liegt wohl in der deutschen Sprache, die die Endsilben oft fallen lasst; z. b. âlass mich nur machenquot; â âlascia fare a me.quot; Das Wort tnacaen enthalt eine halbverschluckte Endsilbe, das me aber gerade eine Betonung. Dieser Ãmstand wirkt storend auf den Gesang ein. |
Joh. Mikscii. | ||
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r |
j-^er Meister erinnere sich dass derjenige, welcher nicht in JL/der strengsten Richtigkeit des Taktes singt, unmöglich die Hochachtung verstandiger Leute verdienen könne. |
TOSI. | ||
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1 | |||||
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Cap. XII. Pag. |
36. |
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V.l * ⦠I ⦠% * * ⦠⦠⢠* |
^ CAPITEL * XII. * WIE * UIE * STIMME ⢠* ZU «PFLEGEN * UND * DER ⢠GESANG ⢠* ZU ⦠VERVOLLKOMMNEN * 1ST * * |
« * « ⢠* * ⢠⦠* « « * ⦠* * ⢠| |||
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Benelli. |
D |
ie Stimme gleicht einem Instrument, welches seinen ganzen Werth verliert, wenn es nicht fortgesetzt gebraucht wird. | |||
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Tosi. |
j-Mne unermüdete Bemiihung junger Leute hat den gewissen JlLNutzen, dass sie alle Hindernisse, die sich ihnen entgegen setzen überwindet, und wenn es auch gleichsam mit der Muttermilch eingesogene Fehler waren. | ||||
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Mannstein. |
-]\ /ran erwage dass die Ausübung aller Kunst eben durch iVilange fortgesetzte Studiën zur zweiten Natur werden muss, so dass der ausübende Künstler an die Art und Weise der Ausübung gar nicht mehr denkt, sondern sich ganz seiner Begeisterung hingeben kann, ohne befürchten zu mussen dadurch Fehltritte herbeizuführen. | ||||
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de Bacilly, |
â p^s ist eine seltene Gabe, wenn ein Sanger eine geschmeidige Jlllt;Kehle hat, die sich dazu eignet, jede Art Verzierung auszu-führen. Es fehlt meistens entweder Kraft, um die Tone zu markiren oder auch Biegsamkeit. Das Geheimniss, sich diese Eigenschaft zu erwerben oder sie zu vervollkommnen ist, sich von morgens früh an zu üben ; jedesmal erst kraftig und langsam, um sicher zu gehen; allmahlig leicht und geschwind. | ||||
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Joh. Adam Hiller. |
a ufmerksamkeit auf die Fehler der Stimme, Fleiss und iVübung im Singen, thun immer das meiste, denn alles, was uns einen bessern Gebrauch von der Stimme machen lehrt, ist als Verbesserung derselben anzusehen. |
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Tosi. |
Qtudieret an anderer Leute Fehlern. Welch eine grosse OLection ! Sie kostet wenig, sie lehret viel; man lernet von allen und der Allerunwissendste ist der grösste Meister. | ||||
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Cap. XII. Pag. 37. | ||
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\ us den Verbesserungen erfahrener und in Ansehen steh-X\.ender Freunde kann man viel es lernen. Noch mehr Nutzen aber zieht manaus dem giftigen Tadel der Missgünstigen. Denn je aufmerksamer die Bosheit ist, die Fehler anderer Leute zu entdecken, je grosser ist die Wohlthat, so man dadurch geniesst, ohne dass man einmal Dank dafür zu sagen schuldig sei. |
Tosi. | I | |
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i |
t jatte ein Scolar etwa noch Fehler, absonderlich der Nase, l^loder der Kehle oder des Ohres, so singe er ja niemals wenn nicht sein Meister, oder sonst jemand der das Singen versteht und ihn verbessern kann, zugegen ist. Sonst werden die Fehler immer starker und man verliert die dagegen dien-lichen Mittel, |
Tosi. |
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t^vas Genie verachtet so wenig die strenge Regel, als die JLvttichtige Arbeit, und nur eitler Stumpfsinn strebt nach regelloser Leichtigkeit, weil ihm weder zum schuldigen Ge-horsam, noch zum rechten Herrschen die Kraft gegeben ist. |
Thibaut. | |
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t riele hatten wohl Lust zur Sache; es steht ihnen trefflich V an, wenn sie horen, dass hin und wieder berühmte, tüchtige Leute von Kaisern, Königen und Fürsten hochgeachtet, auch mit ansehnlichen Geschenken, Besoldungen und Ehrenzeichen versehen werden: den güldenen Wagen verlangten sie zwar auch; aber das Ringen darnach stehet ihnen nicht an; der Preis, das Kleinod gefallt ihnen sehr gut, die Arbeit aber, das Laufen in den Schranken, der Fleiss, das bestandige Nachdenken und Studiren ist ihres Thuns nicht. |
1 Mattheson. ) / | |
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) |
â it rer nicht mit allem Fleisse darnach strebet, den ersten VV Platz in seiner Wissenschaft zu ersteigen, der fangt schon an den zweiten abzutreten, und nach und nach begnügt er sich mit dem letzten. |
Tosi. f |
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t^vas Singen verlangt die Anwendung eines so grossen Fleisses, JL/dass man sogar in Gedanken studiren muss, wenn man mit der Stimme nicht kann. |
1 Tosi. 1 | |
Cap. XII.
Pag. 38.
Tosi. Qehr viel studiren, und doch die Stimme in ihrer volligen ^Schönheit beibehalten, sind zwei Sachen, die beinahe gar nicht in Verbindung mit einander stehen konnen. Einige Freundschaft kann wohl unter ihnen stattfinden, sie dauert aber ohne Eigennutz und Neid schwerlich lange. Wenn man aber bedenket, dass die Vollkommenheit in der JStimme eine freie Naturgabe, in der ICunst aber ein mit vieler Miihe erworbenes Gut ist, quot;so erfolgt der Ausspruch, dass die Kunst der Natur, sowohl in Ansehung des Verdienstes als das Lobes, vorgehe.
Bedenke immer dass du noch ein langes Leben vor dir hast und stürme nicht mit Gewalt auf deine Jugend und Gesundheit. Gewaltsames memoriren greift die Nerven und zu vieles Singen die Brust an.edenke immer dass du noch ein langes Leben vor dir hast und stürme nicht mit Gewalt auf deine Jugend und Gesundheit. Gewaltsames memoriren greift die Nerven und zu vieles Singen die Brust an.
Nicht genug kann die Regel empfohlen werden, dass man in Erlernung des Gesanges der Natur nichts abzwingen, sondern alles nur nach und nach, durch überlegten und an-haltenden Fleiss von ihr erhalten mtlsse. Mann kann dadurch eine unreine Intonation rein machen. Man kann den Umfang der Stimme erweitern; aber nicht auf einmal, in einem Tage, sondern nach und nach. Man singe anfanglich nur immer in dem kleinen Umfang der Stimme, in welchem man die Tone mit Leichtigkeit, hell und rein herausbringen kann, und wenn es auch nur 8 oder IO Tone sein sollten; man setze von Woche zu Woche, oder lieber von Monat zu Monat, einen Ton in der Höhe und Tiefe hinzu, und sei versichert, dass man in einem halben Jahre einen Umfang von 18 bis 20 Tonen in seiner Gewalt haben werde; und das ist beinahe mehr als man bedarf.icht genug kann die Regel empfohlen werden, dass man in Erlernung des Gesanges der Natur nichts abzwingen, sondern alles nur nach und nach, durch überlegten und an-haltenden Fleiss von ihr erhalten mtlsse. Mann kann dadurch eine unreine Intonation rein machen. Man kann den Umfang der Stimme erweitern; aber nicht auf einmal, in einem Tage, sondern nach und nach. Man singe anfanglich nur immer in dem kleinen Umfang der Stimme, in welchem man die Tone mit Leichtigkeit, hell und rein herausbringen kann, und wenn es auch nur 8 oder IO Tone sein sollten; man setze von Woche zu Woche, oder lieber von Monat zu Monat, einen Ton in der Höhe und Tiefe hinzu, und sei versichert, dass man in einem halben Jahre einen Umfang von 18 bis 20 Tonen in seiner Gewalt haben werde; und das ist beinahe mehr als man bedarf.
joh. Miksch.
joh. i Adam 1 Hiller. i
JOH. quot;TNer gesund gebaute unverdorbene Mensch entwickelt seine MlKSCH. JLvStimme an Farbe, Starke, Grosse und Gestalt, wie das Blatt am Strauche, wenn man die Entwicklung durch ein i falsches oder zu zeitiges Eingreifen nich stort.
Cap. XII.
Es ist die lacherlichste Frage von der Welt, wie lange man bnuche um die Kunst zu erlernen. Das hangt ja ganz ab von Talent und Ohr.s ist die lacherlichste Frage von der Welt, wie lange man bnuche um die Kunst zu erlernen. Das hangt ja ganz ab von Talent und Ohr.
Der erste Sanger von der Welt muss doch noch immer studiren: und zwar eben so viel um seinen Ruhm zu erhalten, als er that um dazu zu gelangen.er erste Sanger von der Welt muss doch noch immer studiren: und zwar eben so viel um seinen Ruhm zu erhalten, als er that um dazu zu gelangen.
Lasst euch niemals an nur mittelmassigen Verdiensten ge-nligen. Sie werden oft verdunkelt; grosse Verdienste aber haben ein daaerhaftes Licht.asst euch niemals an nur mittelmassigen Verdiensten ge-nligen. Sie werden oft verdunkelt; grosse Verdienste aber haben ein daaerhaftes Licht.
Manches Ãbel wurzelt, wenn ich nicht irre, darin, dass sich der Musiker nicht völlig dasjenige, was er singen will, anches Ãbel wurzelt, wenn ich nicht irre, darin, dass sich der Musiker nicht völlig dasjenige, was er singen will, ! zu eigen gemacht hat.
Die bequemsten Stunden zur Ãbung im Singen sind die Friihstunden. Dieubrigen, diejenigen ausgenommen, welche zur Pflege des Leibes gehören, sind für das geschickt, was | ein Sanger, ausser dem Singen, noch in seiner Profession zu erlernen hat.ie bequemsten Stunden zur Ãbung im Singen sind die Friihstunden. Dieubrigen, diejenigen ausgenommen, welche zur Pflege des Leibes gehören, sind für das geschickt, was | ein Sanger, ausser dem Singen, noch in seiner Profession zu erlernen hat.
Des Morgens muss man besonders mit Vorsicht beim Singen zu Werke gehen. Das geschieht, wenn man Anfangs nur die mitteln, leicht anschlagenden Tone versucht; nach einer halben Stunde die tieferen, und zuletzt die hohen.es Morgens muss man besonders mit Vorsicht beim Singen zu Werke gehen. Das geschieht, wenn man Anfangs nur die mitteln, leicht anschlagenden Tone versucht; nach einer halben Stunde die tieferen, und zuletzt die hohen.
Pag. 39.
de
Bacilly. ToSI,
Tosi.
Caccini.
Tosi.
Mannstein.
Man übe die Stimme vor sich selbst unermüdet in der Ge-schwindigkeit der Bewegung; damit man sie bey allen Vorfallen gehorsam fmde.an übe die Stimme vor sich selbst unermüdet in der Ge-schwindigkeit der Bewegung; damit man sie bey allen Vorfallen gehorsam fmde.
Es ist dem Sanger, der sehr in der Höhe liegende Passagen in einer Arie vorzutragen hat, zu rathen, dass er diese, wenn er sie zur Ãbung für sich singt, lieber um eine Quarte oder Quinto herab versetzt, um die Stimme nicht zu sehr in der Höhe anzucrreifen und zu ermüden.s ist dem Sanger, der sehr in der Höhe liegende Passagen in einer Arie vorzutragen hat, zu rathen, dass er diese, wenn er sie zur Ãbung für sich singt, lieber um eine Quarte oder Quinto herab versetzt, um die Stimme nicht zu sehr in der Höhe anzucrreifen und zu ermüden.
Tosi.
Joh.
Adam.
Hiller.
Wenn nun ein Knabe, vorhergehender Instruction nach, durch JOHANN stete und fleissige Ãbungen so weit ist kommen, dass KRüGER.enn nun ein Knabe, vorhergehender Instruction nach, durch JOHANN stete und fleissige Ãbungen so weit ist kommen, dass KRüGER.
Cap. XII.
Pag. 40.
Tosi.
^esangschule des J^ariser Conservatoriums.
TOSI.
er ein Stücke ziemlich fertig kann singen, ist es damit nicht genug: sondern weil finis ^lusicae auch suavitas ist, muss er auch angeführet werden, wie er sich zu einer zierlichen und lieblichen Manier soil gewöhnen.
Wenn ein Anfanger nun die reine Intonation, die Aushal-tungen, die Triller, die Passagen, und die wohl ausge-drückten Recitative lange geübt und vollkommen in seine Gewalt gebracht hat, wenn er hierauf bedenkt, dass der Meister ihn nicht die ganze vollkommne Ausführung, welche zur feinsten Kunst der Ariën erfodert wird, lehren, ihm auch nicht unauf-hörlich zur Seite sein kann; alsdann, sage ich, wird er anfan-gen einzusehen, wie nöthig er derjenigen Art des Fleisses habe, in welchem auch der beste Sanger von der Welt noch immer sein eigener Schüler und sein eigener Meister sein muss.enn ein Anfanger nun die reine Intonation, die Aushal-tungen, die Triller, die Passagen, und die wohl ausge-drückten Recitative lange geübt und vollkommen in seine Gewalt gebracht hat, wenn er hierauf bedenkt, dass der Meister ihn nicht die ganze vollkommne Ausführung, welche zur feinsten Kunst der Ariën erfodert wird, lehren, ihm auch nicht unauf-hörlich zur Seite sein kann; alsdann, sage ich, wird er anfan-gen einzusehen, wie nöthig er derjenigen Art des Fleisses habe, in welchem auch der beste Sanger von der Welt noch immer sein eigener Schüler und sein eigener Meister sein muss.
Der Sanger muss Dichter lesen, Poesie und Geschichte werden sein Gedachtniss schmücken, seine Phantasie erwarmen und sein Gemüth in der hohen Stimmung erhalten, welche nöthig ist, grosse dramatische Leidenschaften auszudrücken, den Charakter und die Gesinnung der Personen wiederzugeben, von denen die Geschichte und die Fabel spricht, und die er darstellen soil.er Sanger muss Dichter lesen, Poesie und Geschichte werden sein Gedachtniss schmücken, seine Phantasie erwarmen und sein Gemüth in der hohen Stimmung erhalten, welche nöthig ist, grosse dramatische Leidenschaften auszudrücken, den Charakter und die Gesinnung der Personen wiederzugeben, von denen die Geschichte und die Fabel spricht, und die er darstellen soil.
Der Scholar muss sich vornehmlich nach dem Besitze sitt-licher Tugenden bestreben; das übrige seines Fleisses aber auf die Kunst gut zu singen wenden: damit er durch einen guten Fortgang in beiden, zu der Glückseligkeit gelangen möge, die edelsten Gemüthseigenschaften mit den sonderba-resten Gaben des Genies in sich vereiniget zu haben.er Scholar muss sich vornehmlich nach dem Besitze sitt-licher Tugenden bestreben; das übrige seines Fleisses aber auf die Kunst gut zu singen wenden: damit er durch einen guten Fortgang in beiden, zu der Glückseligkeit gelangen möge, die edelsten Gemüthseigenschaften mit den sonderba-resten Gaben des Genies in sich vereiniget zu haben.
Cap. XIII.
* CAPITEL * XIII * DER * SCOLAR * SOLL *
* WOHL * ERWAGEN * VON * WEM ⦠ER »
Pag. 41.
* SICH * FÃHREN * LASSEN * WILL
Tosi.
Das Studiren allein ist noch nicht genug. Mann muss auch wissen wie, unci von wem man studiren soil.as Studiren allein ist noch nicht genug. Mann muss auch wissen wie, unci von wem man studiren soil.
Heut zu Tage giebt es so viele Meister, als es überhaupt Leute giebt die von der Musik Profession machen. Ein jeder will lehren; nicht etwa die ersten Anfangsgründe, â behüte der Himmel! dieses würde den Ehrgeiz aufs Allerempfind-lichste beleidigen. Ich will nur von denen sprechen, weiche sich die Freiheit nehmen, in der feinsten Kunst des Singens eine Art von kleinen Gesetzgebern vorzustellen. Wir wundern uns noch, wenn der gute Geschmack verloren und die ganze Singkunst zu Grunde geht ? Eine solche schadliche Verwegen-heit herrschet sowohl bei denen weiche, wenn sie nur den Mund aufthun, gut zu singen sich einbilden, als bei den ge-ringsten unter den Instrumentalisten. Diese, ob sie gleich ihr Lebtage nicht gesungen, noch singen gekonnt haben, so wollen sie doch, nicht etwa nur im Singen unterrichten, son-dern im Singen zur Vollkommenheit führen; sie finden auch wirklich Einfaltige genug, die sich ihnen anvertrauen.
J. H.
Mees.
Caspar Printz.
de
Bacilly.
Die Fiihigheit, diese Kunst andern mitzutheilen, ist seltener als die Kunst selber; so sehen wir denn viele V'irtuosen, weiche nicht im Stande waren, einen Schuier zu bilden, und dennoch fallt Jedermann hinein. Wie schön er singt! Er muss aber ein vorzüglicher Lehrer sein! ... UnsehligerIrrthum.....ie Fiihigheit, diese Kunst andern mitzutheilen, ist seltener als die Kunst selber; so sehen wir denn viele V'irtuosen, weiche nicht im Stande waren, einen Schuier zu bilden, und dennoch fallt Jedermann hinein. Wie schön er singt! Er muss aber ein vorzüglicher Lehrer sein! ... UnsehligerIrrthum.....
Weil der Instrumentalist die Stimme nicht in der Kehle formiren darff, sondern nach dem er greifft, blast oder zeucht, folget auch der Klang, dannenhero ein Instrumentist viel leichter zu unterweisen ist, als ein Vocalist.eil der Instrumentalist die Stimme nicht in der Kehle formiren darff, sondern nach dem er greifft, blast oder zeucht, folget auch der Klang, dannenhero ein Instrumentist viel leichter zu unterweisen ist, als ein Vocalist.
Man soil sich sehr hüten vor einem eben so grossen wie weit verbreiteten Fehler: dass man namlich einen Sanger vonan soil sich sehr hüten vor einem eben so grossen wie weit verbreiteten Fehler: dass man namlich einen Sanger von
Cap. XIII.
welchem man eine oder zwei Arien hübsch hat singen horen, gleich fiir fahig halt, seine Kunst Anderen zu zeigen, wenn er auch oft gar keine musikalischen Kenntnisse besitzt, und die Regeln fiir den Kunstgesang ihm abgehen; â es ist nur zu wahr, dass man die Dinge also oberflachlich betrachtet.
Wie sollte ein Lehrer, der keine Stimme hat und der nicht zu singen versteht, je im Stande sein, den richtigen Ansatz zu lehren und des Schillers Fehler zu verbessern ? Ein soldier Meister wird wohl einen Musiker bilden können, nie aber einen guten Sanger.ie sollte ein Lehrer, der keine Stimme hat und der nicht zu singen versteht, je im Stande sein, den richtigen Ansatz zu lehren und des Schillers Fehler zu verbessern ? Ein soldier Meister wird wohl einen Musiker bilden können, nie aber einen guten Sanger.
Ein guter Gesanglehrer muss erstens singen können und auch Stimme haben um sich verstandlich zu machen, denn man lernt nicht singen aus den Biichern.in guter Gesanglehrer muss erstens singen können und auch Stimme haben um sich verstandlich zu machen, denn man lernt nicht singen aus den Biichern.
Pag. 42.
Benelli.
de
Bacilly.
de
Bacilly.
Singen lernt man nicht durch Vorschriften; ein Lehrer, der eine Arie gewandt und anmuthig vorsingen kann, wird sie dem Schüler weit besser einpragen, als der, der eine schone Rede darüber halt. Es ist eine Wahrheit, dass man singen lernt durch Nachahmung, so dass der Schüler bis auf die Miene und Bewegungen des Lehrers nachmacht. Es ist also ein grosser Irrthum, zu behaupten, dass ein Lehrer zwar schlecht singt, wohl aber gut unterrichtet; wenn er selbst eine unreine Stimme hat, wie mag er da auf Reinheit himvirken? Wenn er keine Kehlfertigkeit hat, wie sich verstandlich machen? Und namentlich wenn seine Stimme hart ist und rauh, wie könnte er alsdann Weichheit, Leichtigkeit und Zartheit bei-bringfen ?ingen lernt man nicht durch Vorschriften; ein Lehrer, der eine Arie gewandt und anmuthig vorsingen kann, wird sie dem Schüler weit besser einpragen, als der, der eine schone Rede darüber halt. Es ist eine Wahrheit, dass man singen lernt durch Nachahmung, so dass der Schüler bis auf die Miene und Bewegungen des Lehrers nachmacht. Es ist also ein grosser Irrthum, zu behaupten, dass ein Lehrer zwar schlecht singt, wohl aber gut unterrichtet; wenn er selbst eine unreine Stimme hat, wie mag er da auf Reinheit himvirken? Wenn er keine Kehlfertigkeit hat, wie sich verstandlich machen? Und namentlich wenn seine Stimme hart ist und rauh, wie könnte er alsdann Weichheit, Leichtigkeit und Zartheit bei-bringfen ?
de
Bacili.y.
Tosi.
Es ist höchst gefahrlich, sich einem Lehrer anzuvertrauen, der durch die Nase singt oder dessen Zunge nicht flach liegt, denn dies sind Fehler, die sich leicht vererben.s ist höchst gefahrlich, sich einem Lehrer anzuvertrauen, der durch die Nase singt oder dessen Zunge nicht flach liegt, denn dies sind Fehler, die sich leicht vererben.
Der Unterricht in den Anfangsgründen, so lange bis der Lehrling ohne Anstoss etwas vom Blatte treffen kann, muss einem mittelmassigen Sanger anvertraut werden. Nur muss dieser von untadelhafter Lebensart, fleissig, wohl geübt.er Unterricht in den Anfangsgründen, so lange bis der Lehrling ohne Anstoss etwas vom Blatte treffen kann, muss einem mittelmassigen Sanger anvertraut werden. Nur muss dieser von untadelhafter Lebensart, fleissig, wohl geübt.
Cap. XIII.
und ohne Nasen-und Kehlenfehler im Singen sein. Er muss eine Leichtigkeit in der Stimme, einige Einsicht in den guten Geschmack, eine Fertigheit, andern seine Gedanken leicht begreiflich zu machen, eine vollkommen reine Intonation und endlich eine Geduid besitzen, welche der grössten Beschwer-lichheit einer der verdriesslichsten Beschiiftigungen wider-stehen kann.
Viele werden glauben, dass ein jeder vollkommener Sanger desswegen auch zum Unterweisen in der Singkunst vollkommen geschickt sein müsste. Es verhalt sich in der That nicht so. Denn alle seine Einsicht, sie mag auch noch so gross sein, ist doch zu diesem Unternehmen nicht hinlanglich, wenn er dabei sich nicht leicht verstehen machen kann; wenn er seine Lehrart nicht nach der Geschicklichkeit des Lehr-begierigen einrichtet; wenn er nicht einige Kenntniss der Composition besitzet, wenn er nicht solche Gelassenheit hat, bei welcher der Untergebene kaum einmal in der Schule zu sein glaubt; wenn er endlich nicht aufmerksam, sinnreich und erfahren genug ist, um die Starke der Sangers hervor zu ziehen und seine Schwache zu bedecken. Dieses ist das vornehmste und nöthigste bei einer guten Unterweisung.iele werden glauben, dass ein jeder vollkommener Sanger desswegen auch zum Unterweisen in der Singkunst vollkommen geschickt sein müsste. Es verhalt sich in der That nicht so. Denn alle seine Einsicht, sie mag auch noch so gross sein, ist doch zu diesem Unternehmen nicht hinlanglich, wenn er dabei sich nicht leicht verstehen machen kann; wenn er seine Lehrart nicht nach der Geschicklichkeit des Lehr-begierigen einrichtet; wenn er nicht einige Kenntniss der Composition besitzet, wenn er nicht solche Gelassenheit hat, bei welcher der Untergebene kaum einmal in der Schule zu sein glaubt; wenn er endlich nicht aufmerksam, sinnreich und erfahren genug ist, um die Starke der Sangers hervor zu ziehen und seine Schwache zu bedecken. Dieses ist das vornehmste und nöthigste bei einer guten Unterweisung.
J^Tin Tropfen Leben ist besser denn ein Meer von Wissen.
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Tos
Verabscheuet die Beispiele derer, so die Bestrafung hassen. Bestrafung ist ein Blitz für einen, der im Dunkeln wandelt: er schrecket zwar, aber er leuchtet doch.erabscheuet die Beispiele derer, so die Bestrafung hassen. Bestrafung ist ein Blitz für einen, der im Dunkeln wandelt: er schrecket zwar, aber er leuchtet doch.
Ein jeder Sanger halte dies für eine ausgemachte Wahrheit, dass die Fehler, welche durch Feinde verbessert worden, gemeinigiich so rein ausgefeget sind, dass auch nicht einmal eine Spur davon übrig bleibt. Sie verschwinden bald aus den AuEjen und aus dem Gediichtnisse.in jeder Sanger halte dies für eine ausgemachte Wahrheit, dass die Fehler, welche durch Feinde verbessert worden, gemeinigiich so rein ausgefeget sind, dass auch nicht einmal eine Spur davon übrig bleibt. Sie verschwinden bald aus den AuEjen und aus dem Gediichtnisse.
Tosi.
Tosi.
meiste von dem, was ich in meiner Kunst zu leisten vermag, habe ich mir durch unglaubliche Arbeit und er-
Jenny. Lind.
rr
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Cap. XIII.
staunliche Mühe selbst erworben â und gelernt habe ich nur von Garcia einige wenige wichtige Dinge. Gott hatte es mir so klar in die Seele geschrieben, wie und was ich zu lernen hatte, â mein Ideal war (und ist noch) so hoch, das es wohl keinen Sterblichen gab, der meinen Anforderungen auch nur im geringsten zu genügen vermocht hatte. Deshalb sang ich nach niemandes Methode, â nur, (so gut ich's eben konnte) nach der der Vogel, denn deren Meister war der einzige der mein Verlangen nach Wahrheit, Klarheit und Ausdruck befrie-digen konnte.
Pag. 44.
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Cap. XIV.
Pag. 45.
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* CAPITEL * XIV * DER * MEISTER * SOLL * ' WOHL * ERWAGEN * WELCHE * WEGE *
* ER » DEN * SCOLAREN * FÃHREN * SOLL *
CACCINl.
E. Seiler.
Tosi.
TOSI.
Tosr.
NaGELI.
Diese Kunst vertragt keine Mittelmassigkeit, und je mehr vorzugliche Eigenschaften ihr innewohnen, mit um so grös-serer Anstrengang und Liebe müssen wir Lehrer uns berriühen sie wieder zu beleben.iese Kunst vertragt keine Mittelmassigkeit, und je mehr vorzugliche Eigenschaften ihr innewohnen, mit um so grös-serer Anstrengang und Liebe müssen wir Lehrer uns berriühen sie wieder zu beleben.
Die einfachste und natürlichste Art des Unterrichts besteht darin, dass der Lehrer in seinem Schüler den Sinn für einen schonen Gesangston zu wecken versteht, und ihm die Wege zeigt, sich denselben anzueignen.ie einfachste und natürlichste Art des Unterrichts besteht darin, dass der Lehrer in seinem Schüler den Sinn für einen schonen Gesangston zu wecken versteht, und ihm die Wege zeigt, sich denselben anzueignen.
Hat der Meister nicht mehr Einsichten als die, weiche allen-falls zureichend sein könnten, die bis hieher vorgetragenen Regeln in Ãbung zu bringen, so ist er in seinem Gewissen verbunden, sich nicht weiter zu wagen; er soil vielmehr selbst dem Scolaren anrathen, sich, zu seinem eigenen Vortheile, gelehrter Anweisung zu untergeben.at der Meister nicht mehr Einsichten als die, weiche allen-falls zureichend sein könnten, die bis hieher vorgetragenen Regeln in Ãbung zu bringen, so ist er in seinem Gewissen verbunden, sich nicht weiter zu wagen; er soil vielmehr selbst dem Scolaren anrathen, sich, zu seinem eigenen Vortheile, gelehrter Anweisung zu untergeben.
Ich rede überhaupt von allgemeinen Fehlern: und wenn ich mich ja bisweilen auf einige besondere einschranke, so wisse man, dass ich dazu kein anderes Urbild, als mein eigenes genommen habe, in welchem ich leider! immer Materie genug zum Tadel gefunden habe und noch finde; ohne dass ich sie erst an andern zu suchen nothi? hatte.ch rede überhaupt von allgemeinen Fehlern: und wenn ich mich ja bisweilen auf einige besondere einschranke, so wisse man, dass ich dazu kein anderes Urbild, als mein eigenes genommen habe, in welchem ich leider! immer Materie genug zum Tadel gefunden habe und noch finde; ohne dass ich sie erst an andern zu suchen nothi? hatte.
Von der ersten Unterweisungsstunde an bis zur letzten, erinnere sich der Meister, dass er alles dessen, was er nicht gelehret hat, und aller der Fehler, die er nicht verbessert hat, schuldig ist.on der ersten Unterweisungsstunde an bis zur letzten, erinnere sich der Meister, dass er alles dessen, was er nicht gelehret hat, und aller der Fehler, die er nicht verbessert hat, schuldig ist.
Die guten Stimmen sind mannigfaltiger und unterscheidbarer als die schlechten. Man überzeuge sich hiervon: man be-lausche jede schone Stimme, man fühle sich ganz in sie hinein â je schoner, je charakteristischer. Eine jugendliche Stimme,ie guten Stimmen sind mannigfaltiger und unterscheidbarer als die schlechten. Man überzeuge sich hiervon: man be-lausche jede schone Stimme, man fühle sich ganz in sie hinein â je schoner, je charakteristischer. Eine jugendliche Stimme,
Cap. XIV.
besonders die Madchenstimme in ihrer vollen Blüthe, durch Cultur gelautert und gestarkt, ist der klarste Seelenspiegel, die feinste irdische Hülle, in welcher sich der Geist ofifenbart.
Es kommt nicht darauf an wievieZ, zonderns kommt nicht darauf an wievieZ, zondern ivie gesungen wird. Man muss nur den Gedanken aufgeben, im Laufe eines Jahres grosse Sanger zu bilden. Die Unbilligkeit ware zu weit getrieben. Giebt man doch einem Handwerker drei bis vier Jahre Zeit zum Lemen und ein Künstler möchte in eincm Monate fertig sein. Wer ist aber Schuld daran als die Unwissenheit der Singemeister, deren ganzes Wissen oft kaum einen Monat Unterricht ausfüllt.
Der Lehrer sei besorgt dass die Töne von dem Schiller, indem er ihre Namen singt, volkommen rein angegeben werden. Wer kein feines Gehör hat, der sollte nicht unternehmen, weder zu lehren, noch zu singen; indem der Fehler einer Stimme, welche steigt und fallt, wie die Ebbe und Fluth, schlech-terdings unertraglich ist.er Lehrer sei besorgt dass die Töne von dem Schiller, indem er ihre Namen singt, volkommen rein angegeben werden. Wer kein feines Gehör hat, der sollte nicht unternehmen, weder zu lehren, noch zu singen; indem der Fehler einer Stimme, welche steigt und fallt, wie die Ebbe und Fluth, schlech-terdings unertraglich ist.
Der einfachste und natürlichste Weg ist auch im Gesang-unterricht der kürzeste und beste; der Lehrer singe seinem Schülcr jeden Ton so lange richtig und gut vor, bis dieser ihn ebenso nachzuahmen versteht.er einfachste und natürlichste Weg ist auch im Gesang-unterricht der kürzeste und beste; der Lehrer singe seinem Schülcr jeden Ton so lange richtig und gut vor, bis dieser ihn ebenso nachzuahmen versteht.
Gewiss ist das sogenannteewiss ist das sogenannte contrafare, â Nachmachen fehler-hafter Angewohnheiten in der Tonbildung desSchülers für den Gesanglehrer ein unschatzbares Hülfsmittel bein Unter-richten.
Pag. 46.
Mannstein.
Tosi.
Seiler.
Ebenso wichtig aber, ja gewiss noch wichtiger wird es sein dass der Lehrer, durch vollendete Ausbildung seiner Stimme, im Stande ist, dem jungen Sanger jedes Toncolorit, jede Vor-tragsnüance, künstlerisch schön vorzasingen.
Mancini.
Wie auch die Stimmbeschafifenheit eines Schülers sei, â der weise Lehrer soil die Stimme jene Wege und nach jener Methode führen, welche ihrer Art und Begabung ent-sprechen.ie auch die Stimmbeschafifenheit eines Schülers sei, â der weise Lehrer soil die Stimme jene Wege und nach jener Methode führen, welche ihrer Art und Begabung ent-sprechen.
i *
Cap. XIV.
Pag. 47.
Mancini. Tosi.
E. Seiler.
F
ür jeden besonderen Fall, fiirjeden besonderen Stimmfehler wird ein eigenes Heilmittel erfordert.
Wenn alle diejenigen, welche in den Anfangsgründen Un-terricht geben, ihren Schülern zu zeigen wüssten, wie sie das Falsett mit der natürlichen Stimme vereinigen konnen: so wtirden die Sopranstimmen heutigen Tages nicht so rar sein.enn alle diejenigen, welche in den Anfangsgründen Un-terricht geben, ihren Schülern zu zeigen wüssten, wie sie das Falsett mit der natürlichen Stimme vereinigen konnen: so wtirden die Sopranstimmen heutigen Tages nicht so rar sein.
Verlangt schon die Ausbildung des Gesangsorganes eine besondere Befahigung des Lehrers, so verlangt die künst-lerische Ausbildung eines Sangers einen in jeder Hinsicht ge-bildeten Menschen; denn alle Technik bleibt etwas Todtes, wenn sie nicht von Geist und Gefühl durchweht ist.erlangt schon die Ausbildung des Gesangsorganes eine besondere Befahigung des Lehrers, so verlangt die künst-lerische Ausbildung eines Sangers einen in jeder Hinsicht ge-bildeten Menschen; denn alle Technik bleibt etwas Todtes, wenn sie nicht von Geist und Gefühl durchweht ist.
Wenn sichs ja bisweilen zutragt, dass ein schlechter Meister einen guten Scolaren zieht, so haben unstreitig die Na-turgaben des Schülers das Unvermögen des Lehrers überwun-den. Man darf sich hierüber nicht gar zu sehr verwundern. Denn wenn nicht vun Zeit zu Zeit zuweilen auch die besten Meister übcrtroffen würden: so würden die schönsten Künste schon lange in der Asche liegen.enn sichs ja bisweilen zutragt, dass ein schlechter Meister einen guten Scolaren zieht, so haben unstreitig die Na-turgaben des Schülers das Unvermögen des Lehrers überwun-den. Man darf sich hierüber nicht gar zu sehr verwundern. Denn wenn nicht vun Zeit zu Zeit zuweilen auch die besten Meister übcrtroffen würden: so würden die schönsten Künste schon lange in der Asche liegen.
Der Meister suche seinen Schiller aufzumuntern wenn er zunimmt; er demüthige ihn, aber ohne ihn doch zu schlagen, wenn er anhaltend hartlernitj ist.er Meister suche seinen Schiller aufzumuntern wenn er zunimmt; er demüthige ihn, aber ohne ihn doch zu schlagen, wenn er anhaltend hartlernitj ist.
Tosi.
E. Seiler.
Mit poetischer Frische und Begeisterung muss ein Lehrer seine Schuier anzuregen wissen, dass sie, ihr eigenes Ich vergessend, ganz in der ideellen Aufgabe ihrer Kunst aufgehen, und ihre gut geschulten Stimmen nur als Mittel betrachten, die edelsten und mannigfaltigsten Empfindungen dadurch auszudrücken.it poetischer Frische und Begeisterung muss ein Lehrer seine Schuier anzuregen wissen, dass sie, ihr eigenes Ich vergessend, ganz in der ideellen Aufgabe ihrer Kunst aufgehen, und ihre gut geschulten Stimmen nur als Mittel betrachten, die edelsten und mannigfaltigsten Empfindungen dadurch auszudrücken.
Und darum muss ein Gesanglehrer auch auf die Seele seiner Schiller wirken, damit sie fiihig werde, das Höchste und Edelste zu empfinden. So allein kann es ihm gelingen, wahre Künstler und Künstlerinnen zu erziehen, die, durch-drungen von dem hohen Werthe ihrer Kunst, auch deren Zweck erfüllen, indem sie dadurch veredelend und erfreuend auf die Menschen wirken.
tosi.
Cap. XV.
Pag 48.
i*.-.| * CAPITEL * XV * VON ⦠DER * BELEH-' RUNG * UND * BILDUNG * DURCH ⺠EDLE ⢠KLASSISCHE * MUSTER
-
Es bleibt dem Kreunde der veredelten Musik immer ein grosses Hiilfsmittel, welches iiberall den ersten Platz ein-nimmt, wo auf den Geschmack und das Gefühl gewirkt werden soli, namlich die Beiehrung und Bildung durch klassische Muster.s bleibt dem Kreunde der veredelten Musik immer ein grosses Hiilfsmittel, welches iiberall den ersten Platz ein-nimmt, wo auf den Geschmack und das Gefühl gewirkt werden soli, namlich die Beiehrung und Bildung durch klassische Muster.
Thibaut.
Joh. Adam Hiller.
Tosi.
Tosi.
Beispiele thun beinahe mehr als Unterricht, sie erwecken die Nacheiferung, vermehren die Lust zum Lemen, und bringen einen Anfanger auf einem kürzeren Wege dahin, wohin er durch todten Unterricht nur lansfsam srelantrt.eispiele thun beinahe mehr als Unterricht, sie erwecken die Nacheiferung, vermehren die Lust zum Lemen, und bringen einen Anfanger auf einem kürzeren Wege dahin, wohin er durch todten Unterricht nur lansfsam srelantrt.
Ein junger Anfanger in der Singkunst suche, so oft als es ihm möglich ist, die berühmtesten Sanger, und auch die besten Instrumentisten zu horen. Denn aus der Aufmerksam-keit auf ihren Vortrag kann man mehr Nutzen ziehen, als aus irgend einer Unterweisung.in junger Anfanger in der Singkunst suche, so oft als es ihm möglich ist, die berühmtesten Sanger, und auch die besten Instrumentisten zu horen. Denn aus der Aufmerksam-keit auf ihren Vortrag kann man mehr Nutzen ziehen, als aus irgend einer Unterweisung.
Unter den berühmten alten Sangern sowohl als unter den neuen giebt es noch Leute, von denen man lernen könne. Ein Studierender ahme der sinnreichen Biene nach, welche aus den angenehmsten Plumen ihren Honig suchet. Man muss nur die Blume aufsuchen, und sie recht zu distilliren wissen, damit man hernach die Essenz daraus bekomme.nter den berühmten alten Sangern sowohl als unter den neuen giebt es noch Leute, von denen man lernen könne. Ein Studierender ahme der sinnreichen Biene nach, welche aus den angenehmsten Plumen ihren Honig suchet. Man muss nur die Blume aufsuchen, und sie recht zu distilliren wissen, damit man hernach die Essenz daraus bekomme.
jeder
Sanger
'in
Tosi.
XLauf eine lacherliche und übertriebene Weise nachzuiiffen. Er wird sonst gar zu schlimme Folgen daraus zu erwarten haben. Dergleichen Nachafifungen beleidigen jeden, der nicht gern lacherlich werden, oder für unwissend angeschen sein will.
muss sich hüten, anderen ihre Singart
er besten Kunst eines Sangers muss man zwar nachahmen, nicht aber dieselbe copiren.
D
Tosi.
I
CAI'. XV.
Pag. 49.
Jon.
Adam
HILI.KR.
Der Sanger muss sich gcwöhnen, bei Zeyten selbst zu denken, selbst zu suchen. Die verborgensten Schatze der Kunst werden ihm nach und nach so offenbar und bekannt werden.er Sanger muss sich gcwöhnen, bei Zeyten selbst zu denken, selbst zu suchen. Die verborgensten Schatze der Kunst werden ihm nach und nach so offenbar und bekannt werden.
Wer sich einmal gewöhnt hat, sich alles wie einen Brei in den Mund einstreichen zu lasssen, der wird trocken und unfruchtbar, und macht sich zum Ski ave n seines Gedacht-nisses.er sich einmal gewöhnt hat, sich alles wie einen Brei in den Mund einstreichen zu lasssen, der wird trocken und unfruchtbar, und macht sich zum Ski ave n seines Gedacht-nisses.
Die vermehrte Kunstbildung kann zwar in Betreff der Politur viel verbessern ; aber was man Saft und Kraft nennt, das quilt immer aus dem eignen Reichthum des Genies.ie vermehrte Kunstbildung kann zwar in Betreff der Politur viel verbessern ; aber was man Saft und Kraft nennt, das quilt immer aus dem eignen Reichthum des Genies.
Tosi.
. IIIDAUT.
Tosi.
Bettina v. Aknim.
Das Copiren gehöret für den Scolaren ; einem Meister aber kömmt nur das Selbsterfinden zu.as Copiren gehöret für den Scolaren ; einem Meister aber kömmt nur das Selbsterfinden zu.
Alles Lernen in der Kunst ist nur dazu, class wir den Grund der Selbststandigkeit in uns legen, und dass es unser Errun-lles Lernen in der Kunst ist nur dazu, class wir den Grund der Selbststandigkeit in uns legen, und dass es unser Errun-
genes bleibe.
an muss lernen was zu lernen ist, und dann seinen eigenen Weg (jchcn.
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Cap. XVI.
Pag. 50.
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* CAPITEL «⢠XVI » VOM * GUTEN * GE *
* SCHMACK * ÃBER « DP:N » SICH »
* SCHWER * SCHREIBEN * LASST * * »
cr Gcschmack an und fiir sich ist schwer zu dcfinircn.
Laccassagne.
Tosi.
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'cr ist ein gewisses Etwas, von dcm cinc cmpfindsamc Scclc immer durchdrungen ist. Ein zartes Ohr kann zwar die verschiedenen Niiancen auffassen, cs ist abcr unmöglich, genau anzugeben, worin sie eigentlich bestehen.
Ein Studirender suche immer das Beste, und suche es, wo es zu finden ist, ohne sich daran zu kchren, ob cs sich in der vor ftinfzehn oder zwanzig Jahren nach der Mode gewc-senen, odcr in dcr ganz neuen Schrcibart antreffen lasse. Das Gute, so wie das Schlimme, halt sich in alien Zeitaltern auf: wenn man es nur zu suchen, zu erkennen, und Nutzen daraus zu ziehen weiss.in Studirender suche immer das Beste, und suche es, wo es zu finden ist, ohne sich daran zu kchren, ob cs sich in der vor ftinfzehn oder zwanzig Jahren nach der Mode gewc-senen, odcr in dcr ganz neuen Schrcibart antreffen lasse. Das Gute, so wie das Schlimme, halt sich in alien Zeitaltern auf: wenn man es nur zu suchen, zu erkennen, und Nutzen daraus zu ziehen weiss.
Tosi.
Mit dcr Mode und mit dem Volke geht es wie mit dcm Wasser ausgctretencr Strome, welches, sobald cs aus den Ufern getretcn, seinen Laufgraben schr oft verandert, und endlich doch bei dem ersten warmen Tage wieder in sein Nichts zurück kehrt. Das Ãbel rühret zwar von dcr Quelle her, die grösste Schuld liegt abcr dcnnnoch an den Sangern.it dcr Mode und mit dem Volke geht es wie mit dcm Wasser ausgctretencr Strome, welches, sobald cs aus den Ufern getretcn, seinen Laufgraben schr oft verandert, und endlich doch bei dem ersten warmen Tage wieder in sein Nichts zurück kehrt. Das Ãbel rühret zwar von dcr Quelle her, die grösste Schuld liegt abcr dcnnnoch an den Sangern.
Man singe oft die sehmackhaftestcn Arbeiten der besten Verfasser : denn dicse sind süsse Anreizungen, sich immer weiter mit dem guten Gcschmack bekannt zu machen, und gewöhnen das Ohr an das, was wirklich gefallig ist.an singe oft die sehmackhaftestcn Arbeiten der besten Verfasser : denn dicse sind süsse Anreizungen, sich immer weiter mit dem guten Gcschmack bekannt zu machen, und gewöhnen das Ohr an das, was wirklich gefallig ist.
Fiir den Halbgebildcten ist die asthetische Vollkommenheit, das Schone in seiner Klarheit und Wahrheit nicht da, und der ungelauterten Kunstanschauung blcibt das Einfachste wie das Höchste verschlossen.iir den Halbgebildcten ist die asthetische Vollkommenheit, das Schone in seiner Klarheit und Wahrheit nicht da, und der ungelauterten Kunstanschauung blcibt das Einfachste wie das Höchste verschlossen.
Tosi.
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CAP. XVI.
Pag. 51.
MAUI'LRG.
Wer von den wahren Schönheiten eines Stücks und dessen regelmassig naturüchem Vort rage nicht gerührt wird, hat ohne allen Zweifel einen verstopften Geist und einen verdor-benen oder wohl gar keinen Geschmack.er von den wahren Schönheiten eines Stücks und dessen regelmassig naturüchem Vort rage nicht gerührt wird, hat ohne allen Zweifel einen verstopften Geist und einen verdor-benen oder wohl gar keinen Geschmack.
Der gebildete Mensch wird und muss geneigt seyn, vorzugs-weise durch den Umgang mit ausgezeichnetenwissenschaft-lichen Menschen sich zu belehren und zu unterhalten. Allein er soli auch für den Zauber der Unschuld nicht den Sinn verlieren . . . Wenn im Evangelium von den Kindern gesagt wird : âihnen ist das Reich Gottes,quot; so enthiilt dies eine herr-liche Wahrheit.er gebildete Mensch wird und muss geneigt seyn, vorzugs-weise durch den Umgang mit ausgezeichnetenwissenschaft-lichen Menschen sich zu belehren und zu unterhalten. Allein er soli auch für den Zauber der Unschuld nicht den Sinn verlieren . . . Wenn im Evangelium von den Kindern gesagt wird : âihnen ist das Reich Gottes,quot; so enthiilt dies eine herr-liche Wahrheit.
Noch nie hat ein veredelter Mensch, welcher der untergeh-enden Sonne in ernsten Betrachtungen folgte, oder am Friihlingsabend im Walde durch den Gesang der Nachtigallen und das Sauseln der Winde zu Ahnungen und tieferen Betrachtungen gcfiihrt ward, über Eintönigkeit geklagt und sich eine künstlerische Erfrischung herbei gewiinscht.och nie hat ein veredelter Mensch, welcher der untergeh-enden Sonne in ernsten Betrachtungen folgte, oder am Friihlingsabend im Walde durch den Gesang der Nachtigallen und das Sauseln der Winde zu Ahnungen und tieferen Betrachtungen gcfiihrt ward, über Eintönigkeit geklagt und sich eine künstlerische Erfrischung herbei gewiinscht.
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Cap. XVII.
Pag. 52.
CAPITEL * XVII * VOM * VORSINGEN * UND * VOM * ZUHÃREN * * * * *
Sollte der Meister auch gleich mit dem Zunehmen des Schü-lers zufrieden sein, so bilde er sich doch ja nicht ein, dass er ihn öffentlich horen lassen könne ; wenn er nicht vorher das weise Gutachten soldier Manner darüber vernommen hat, welche mehr zu singen als Schmcicheleien zu sagen wissen.ollte der Meister auch gleich mit dem Zunehmen des Schü-lers zufrieden sein, so bilde er sich doch ja nicht ein, dass er ihn öffentlich horen lassen könne ; wenn er nicht vorher das weise Gutachten soldier Manner darüber vernommen hat, welche mehr zu singen als Schmcicheleien zu sagen wissen.
Ich sage endlich, dass die Dichter, die Maler, die Bildhauer, die Baumeister, ja die Componisten selbst, ehe sic ihre Werke öffentlich ans Licht geben, vorher alle die Zeit habcn, welche erfodert wird, immer daran zu bessern und sic auszufeilen. Für den Sanger hingegen, welcher das, was ihm vorgcschrieben ist, nicht recht ausgeführet hat, ist kein Mittel mehr übrig: sein Fehler kann nicht verbessert werden.ch sage endlich, dass die Dichter, die Maler, die Bildhauer, die Baumeister, ja die Componisten selbst, ehe sic ihre Werke öffentlich ans Licht geben, vorher alle die Zeit habcn, welche erfodert wird, immer daran zu bessern und sic auszufeilen. Für den Sanger hingegen, welcher das, was ihm vorgcschrieben ist, nicht recht ausgeführet hat, ist kein Mittel mehr übrig: sein Fehler kann nicht verbessert werden.
Der Meister gewöhne den Scolaren, oft in Gegenwart von solchen Personen zu singen, die wegen ihrer Einsicht in der Musik in Ansehn stehen, damit derselbe nach und nach die Furchtsamkeit verliere, und also dreist, aberjanicht unverschamt und frech werde. Eine edle Kühnheit ist die erstgeborne Toch-ter des Glücks, und an einem Sanger wird sie zum wirklichen Verdienste. Ein furchtsamer Sanger ist unglücklich wie ein Verschwender, welcher auf eine elende Art arm ist.er Meister gewöhne den Scolaren, oft in Gegenwart von solchen Personen zu singen, die wegen ihrer Einsicht in der Musik in Ansehn stehen, damit derselbe nach und nach die Furchtsamkeit verliere, und also dreist, aberjanicht unverschamt und frech werde. Eine edle Kühnheit ist die erstgeborne Toch-ter des Glücks, und an einem Sanger wird sie zum wirklichen Verdienste. Ein furchtsamer Sanger ist unglücklich wie ein Verschwender, welcher auf eine elende Art arm ist.
Tos i.
Tusi.
Tos i.
Wenn ein Sanger Verstand besitzet, so wird er niemals ohne gegründete Ursache, die höchstabgeschmackten und gezwungenen Worte, welche jcderman zuwider, und doch so sehr im Gebrauch sind,enn ein Sanger Verstand besitzet, so wird er niemals ohne gegründete Ursache, die höchstabgeschmackten und gezwungenen Worte, welche jcderman zuwider, und doch so sehr im Gebrauch sind,
âHeute kann ich nicht singen,
und indem man sagt: âich man ein wenig.
Tos i.
aus seinem Munde gehen lassen;
ich bin bis zum Sterben heiser,quot; bitte mich zu entschuldigenquot; hustet
Cap. XVII.
Pag. 53.
Tosi.
Wer seine Stimme niclit nach dem Orte, wo er singt, ein-zurichten unci zu massigen weiss, der muss auf Besserung denken: denn es ist eine grosse Einfalt, ein gross Theater nicht von einem engen Cabinette unterscheiden zu können.er seine Stimme niclit nach dem Orte, wo er singt, ein-zurichten unci zu massigen weiss, der muss auf Besserung denken: denn es ist eine grosse Einfalt, ein gross Theater nicht von einem engen Cabinette unterscheiden zu können.
er wenig und gut singt, der singt am besten.
Tosi.
Ui
Tosi.
W
Wenn alle diejenigen, die sich mit Unterweisen beschaf-tigen, bedachten, dass es von unserm ersten Vortritte in die grosse Welt abhangt, ob wir einen guten Namen und nöthige Herzhaftigkeit verlieren oder gewinnen wollen , so würden sie ihre Scolaren nicht so blindlings, und aufs Gera-thewohl, der Gefahr aussetzen, bei dem ersten Schritte zu fallen.enn alle diejenigen, die sich mit Unterweisen beschaf-tigen, bedachten, dass es von unserm ersten Vortritte in die grosse Welt abhangt, ob wir einen guten Namen und nöthige Herzhaftigkeit verlieren oder gewinnen wollen , so würden sie ihre Scolaren nicht so blindlings, und aufs Gera-thewohl, der Gefahr aussetzen, bei dem ersten Schritte zu fallen.
ch bemerkte, dass nur derjenige, der gefallig singt, geschatzt wird, dass man aber den, der sich sein Lebenlang geplagt hat, um sich eine gediegene Bildung in der Gesangskunst zu erwerben, als einen Tropf betrachtet, wenn er nicht auch solche Eigenschaften mit sich bringt, durch welche sein Gesang ge-fiillt, â und wenn die Jahre ihm nun vollends alles genom-men haben, so steht ihm bever, trotz aller seiner Wissenschaft vor Hunger zu sterben.
de
Bacilly.
I
jAus dem Bucni âHeler
'Kunstdarstellungquot;.
Wer immer Augen und Ohren hat unter uns, der glaubt auch Beruf und Geschick zu haben, über Kunst zu ur-theilen. Farben und Töne und andere sicht-und fiihlbare For-men sprechen zu den Sinnen, und so, meint man, durfte auch von den Sinnen über Farben und Tone und andere derlei Formen Für- und Widerrede geschehen. Die Wahrheit ist aber: dass man nocher immer Augen und Ohren hat unter uns, der glaubt auch Beruf und Geschick zu haben, über Kunst zu ur-theilen. Farben und Töne und andere sicht-und fiihlbare For-men sprechen zu den Sinnen, und so, meint man, durfte auch von den Sinnen über Farben und Tone und andere derlei Formen Für- und Widerrede geschehen. Die Wahrheit ist aber: dass man noch hinter den Farben und Tonen etwas suchcn soil, wovon sie bloss die Veroffenbarungen sind,â-den die jSeele, welche aus den Formen sprechen ; und wie-derum ist es Wahrheit: dass diesen Geist, diese Seele inden Kunstformen sehr viele kaum ahnen, sehr wenige ihn finden.
quot;! Cap. XVII.___Pag. 54.
Mattgeson. ' quot;r^vcr Unterschied, mit welchem das Gesehene und Gehorte L/nach verschiedener Beschaffenheit des Gemüths Krafifte, angenommen, gefasset und genutzet wird, ist so gross als Tag und Nacht.
Etliche Gemüther sind wie ein Wachs, andre wie ein Stein. Ob nun zwar dasjenige, was in einen Stein gehauen wird, am langsten dauert, so ziehen wir doch in der Tonkunst ein Gehirn, das gleichsam wachsern ist, dem steinern vor: weil es leichter annimmt, und ein biegsames Wesen hat.
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Cap. XVIII.
Pag. 55.
» CAPITEL * XVIII * VOM * KÃNST â¢
* LER * UND * VON ⦠DESSEM lt;
* TREFFLICHSTEN ⢠MEISTER * ^
Aus dem BüCHE â^Ueher
cKunstdurs tellunjquot;.
Wer die Kunst bloss mit dem Sinne auffasst,er die Kunst bloss mit dem Sinne auffasst, nur mit den Ohren hort, nar mit den Augen sieht, wer ihr nicht Durchyang verstattet zur Seele, sondern sie schon im Organ, im Leitmittel festhiilt, â der hat sich um den eigentlichen cKunstzwccli vorsehen und um den eigentlichen Kunstgenuss betrogen. Solche sind noch zu sehr Sklaven ihrer Sinnlichkeit; sie lieben zu sehr die Augen-und Ohrenlust; kurz, sie haben sicli noch nicht bis zur Reinheit und Freiheit des Geistes
zur
empor gerungen, welche in der asthetischen Anschauung so gut, wie in der moralischen Gesinnung vorwalten sollen.
aus dem lïuche âUeler
0lCunstdlt;irstelluncj'',
Unsre Sanger bemühen und geberden sich nach Kraften, den Umfang ihrer Stimme, die gelaufige Modulation ihrer Stimme, die âmetallne Füllequot; ihrer Stimme, â überall ihre Stimme undnsre Sanger bemühen und geberden sich nach Kraften, den Umfang ihrer Stimme, die gelaufige Modulation ihrer Stimme, die âmetallne Füllequot; ihrer Stimme, â überall ihre Stimme und nur die Stimme horen zu lassen. Ich will mit dem strengen Kritiker nicht einmal tadeln, dass sie die Worte nicht artikuliren, die Rede nicht in und mit dem Gesange vernehmen lassen, â aber dass sie, ohne Kenntniss der höheren Kunst, ohne Geschmack für das Geistigschöne, ohne Gefühl, ohne Ahnung dessen, was vom Herzen und zum Herzen spricht, doch Ansprüche auf Künstlertalent, auf Künstlerverdienst machen wollen, â das kann schlechterdings nicht geduldet, das muss empfindlich gerügt werden.
Wie ohnmachtig sind solche materielle, athletische Productionen gegenüber der wahren Sprache des Gefühls, und wie viel höher steht der Sanger, welcher seinen Stimmorganis-mus nur zur deutlichen Offenbarung des Seelenlebens verwendet.ie ohnmachtig sind solche materielle, athletische Productionen gegenüber der wahren Sprache des Gefühls, und wie viel höher steht der Sanger, welcher seinen Stimmorganis-mus nur zur deutlichen Offenbarung des Seelenlebens verwendet.
Schwartz.
/
Cap. XVIII.
er Künstlcr, (im rcincn Sinne des Wortcs) kann und muss schon geboren sein ; der technische Künstler kann nur erzogen, mühsam und langwierig geübt, gebildet werden. Die Idee des ersteren springt oft aus dem Gehirn, wie Minerva aus Jupiters Haupt; die Ausführung, die Darstellung, die Execution des andern gelingt nur allmahlig, und oft unter grossen Beschwerden und Schrnerzen.
Ein an allerlei Wendungen reicher, obgleich sonst nur mit-telmassiger Sanger verdienet, (wo ich mich nicht irre) viel mehr Hochachtung als ein besserer, der aber einen trockenen Kopf hat: Denn dieser kann die Kenner nicht mehr als nur das erste Mal belustigen.in an allerlei Wendungen reicher, obgleich sonst nur mit-telmassiger Sanger verdienet, (wo ich mich nicht irre) viel mehr Hochachtung als ein besserer, der aber einen trockenen Kopf hat: Denn dieser kann die Kenner nicht mehr als nur das erste Mal belustigen.
Pag. 50.
aus dem buche ,,'Veler cKunstdarstellunq''.
D
TOSI.
Andreas IIerbst,
'-fjeim/jschule des J^ariser Conservatoriums.
Es ist eines Musicanten Ampt nicht allein singen, besonders künstlich und anmuthig Singen: Darmit das Hertz der Zuhörer gerühret, und dies ist eines Musicanten Ampt nicht allein singen, besonders künstlich und anmuthig Singen: Darmit das Hertz der Zuhörer gerühret, und die affect us beweget werden, und also der Gesang seine Endschafft, clarzu er gemacht, und dahin er gerichtet, erreichen möge.
D
Jon.
Adam Hiller
a usdruck im Gesange ist cine Naturgabe, welche die Kunst ivvergebens nachzumachen streben würde ; man kann sie erklaren, leiten, aber nicht lehren. Ein kalter Mensch kann ein fertiger Sanger werden, aber nie ein Ausdrucksvoller.
er Endzweck des Musikers soil sein : die innerste Seele zu rühren und zu erfreuen.
Alles was in der Musik, besonders im Gesange, schön ist, muss Beziehung auf Leidenschaft haben. Alles was man darüber sagen wollte, würde Geschwatz seyn und ein Sanger der Empfindung hat, ist durch die Natur besser unterrichtet, als er es durch grosse Folianten, die man darüber schriebe, je werden würde. Glaubt nicht, Ihr jungen Künstler, dass Ihr alles, was Ihr zu lernen habt, um in Eurer Kunst gross und vortrefflich zu seyen, aus Büchern lernen woliet. In derlles was in der Musik, besonders im Gesange, schön ist, muss Beziehung auf Leidenschaft haben. Alles was man darüber sagen wollte, würde Geschwatz seyn und ein Sanger der Empfindung hat, ist durch die Natur besser unterrichtet, als er es durch grosse Folianten, die man darüber schriebe, je werden würde. Glaubt nicht, Ihr jungen Künstler, dass Ihr alles, was Ihr zu lernen habt, um in Eurer Kunst gross und vortrefflich zu seyen, aus Büchern lernen woliet. In der
Cap. XVIII.
Pag. 57.
j^gricola.
Musik stossen wir auf Tiefen, deren Grand man nicht erreichen kann. Hire Wirkungen zu erklaren, die Mittel, wodurch sie rtihrt und geftillt, genau zu beschreiben und durch Regeln zu bestimmen, dazu haben wir das Alphabeth noch nicht vollstiindig.
Göttlich wird uns die Musik nur erscheinen, wenn sie uns in einen idealen Empfindungszustand hiniiber führt; und wer diesen nicht zu geben weiss, der ist im Gebiete der Tonkunst nichts, als ein Mechaniker oder gemeiner Handlanger.öttlich wird uns die Musik nur erscheinen, wenn sie uns in einen idealen Empfindungszustand hiniiber führt; und wer diesen nicht zu geben weiss, der ist im Gebiete der Tonkunst nichts, als ein Mechaniker oder gemeiner Handlanger.
as für ein grosser Meister ist doch das Herz ! Saget es selbst, geliebteste Sfinger, und saget es aus schuldiger Dankbarkeit, dass ihr nicht die vornehmsten in unsrer Wissenschaft geworden sein würdet, wenn ihr nicht seine Schiller wSret. Saget, dass es in wenig Lectionen euch den schorsten Ausdruck, den feinsten Geschmack, die edelste Action, und die sinnreichste Kunst gelehret hat. Saget (wenn es auch gleich nicht glaublich scheinen sollte) dass es die Fehler der Natur verbcssert, indem es die rauhe Stimme angenehmer, die mittelmassige besser und die gute vollkommcn macht. Saget, dass wenn das Herz selbst singet, ihr euch unmöglich verstellen könnt, und dass die Wahrheit niemals grössere Uberredungskraft besitzt, als zu der Zeit. Machet endlich bekannt, (weil ich es selbst nicht sagen kann,) dass von ihm allein ihr die gewisse nicht zu beschreibende Anmuth gelernt habt, welche sanft durch alle Adern schleicht und endlich den Sitz der Seele erreicht.
Tosi.
W
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I
Notizen.
Pag. 58.
* NOTIZEN * ÃBER * EINIGE * MEISTER
* DEREN * WERKEN * OBENSTEHENDE
* AUSSPRÃCHE * ENTNOMMEN * SIND *
Agricola.
de baCILLV.
Grescentini.
Caccini.
Grescentini.
Cküger.
Johann Friedrich Agricola,ohann Friedrich Agricola, geb. 1720 zu Dobitschen, war der Schüler JOH. Seb. Bach 's, wurde Capellmeister in Berlin, wo er als der bedeutendste Organist und zugleich der grösste Meister der Gesangskunst galt; erstarb daselbst 1774. Er übersetste Tosi's Gesangschule in 's Deutsche.
Bennigne de Bacilly,ennigne de Bacilly, französischer Priester, Chordi-rigent und Gesanglehrer, geb. 1625 in der Normandie, gest. 1692 zu Paris. Er schrieb Werke über die Gesangskunst, von denen die âV^emarcjuts curieuses sur Hart de lien chanterquot; das bedeutendste ist.
Antonio Peregino Benelli,ntonio Peregino Benelli, geb. 1771 zu Forli in der Romagna, Tenorist, Gesanglehrer, Componist und Musik-schriftsteller. Er war langere Zeit in London, das er wegen eines Zwistes mit Spontini verlassen musste. Dann zog er nach Sachsen und starb 1830 in Börnichen.
Giulio Caccini,iulio Caccini, in Rom geboren (1558), desshalb oft glulio romano genannt. Er lebte in Florenz, wo er vor 1641 als Componist und Sanger starb. Er war einer der ersten Componisten, welche die Arie zur Geltung kommen Hessen.
Girolamo Grescentini,irolamo Grescentini, italienischer Sopranist und bekann-ter Gesanglehrer, geb. 1769 zu Urbania, gest. 1846 zu Neapel. Napoleon I forderte ihn auf, nach Paris zu kommen, wo er 8 Jahre in hohem Ansehen lebte, bevor er als Director des Conservatoriums nach Neapel berufen wurde.
Johannohann CRüGER, geb. 1598 zu Gross-Breesen, gest. 1662 als Musikdirector an der Nicolai-kirche zu Berlin. Er schrieb âder rechte Weg zur Singekunst.quot;
Notizen.
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Durante. Friedekrici.
Gagliano. Herbst.
Hiller.
O
M
Mancini.
Miksch.
ttavio Durante, schrieb ein Lehrbuch fur die Ge-sangskunst, das um 1614 in Rom erschien.
Daniele Friedericianiele Friederici, geb. in i/ten Jahrhundert zu Eisleben, war Magister und der erste Cantor in Rostock, woselbst seine Gesangsmethode herauskam : Musica Figuralis, oder neue, klarliche, richtige und verstandliche Unterweisung der Sing-kunst, 1619.
arco dl Zanobi ue GagliaNO, Domherr und Ca-pellmeister zu Florenz, gest. daselbst im J. 1642.
Johann Andreas Herbstohann Andreas Herbst, geb. 1588 in Nürnberg, gest. 1665 als Kapellmeister in Frankfurt a. M. Er was der erste deut-sche Singemeister der eine âAnleitung zum Singenquot; hinterliess, welche im J. 1642 in Nürnberg erschien.
Johann Adam Hillerohann Adam Hiller, geb. im J. 1728 in Ossig in der Lausitz, studirte Jura, zeigte aber schon als Kind besondere Anlage zur Musik, (er hatte eine sehr schöne So-pranstimme) und widmete sich ihr spiiter ganz. Er war der erste Leiter der Gewandhausconcerte und zugleich der beste Singemeister seiner Zeit. Corona Schröter und Gertrud Elisabeth Mara waren seine Schülerinnen. Imjahre 1774 erschien von ihm : âAnweisung zum musikalisch zierlichen Gesangequot; und im j. 1780 âAnweisung zum musikalisch richtigen Gesange.quot; Er starb 1804 zu Leipzig.
Giovanni Battista Manciniiovanni Battista Mancini, geb. 1716 zu Ascoli, war der Schüler Bernacchi's und einer der besten Meister seiner Zeit. Er schrieb âPensieri e riflessioni pratiche sopra il canto figurato.quot; Er starb im J. 1800.
Johannes miksch,ohannes miksch, geb. 1765 in Georgenthal (Böhmen), bildete sich in Dresden aus, wo er mit Caselli, einem Schüler des Bernacchi zu Bologna, bekannt wurde, durch den er die italienische Gesangsweise griindlich kennen lernte. â Er war der kurfürstlichen Oper in Dresden, zugleich Cere-
Mitglied
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Notizen. Pag. 60. | |||
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moniensanger an der Katholischen Hofkirche; spater unter seinem Freunde C. M. v. Weber Chordirector der Oper; vor allem aber Gesanglehrer. Agnese Schebest und Wilhelmine Schroder- Devrient batten, wie sie selbst bezeugen, ihre grossartigen Leistungen und Erfolge dem Unterricht von Joh : Miksch zu verdanken. Er starb im J. 1845 'n Dresden. | ||||
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Laccassagne. |
t acassagne de, war Ahhé und zugleich Gesangmeister in Llt;Paris. | |||
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Paschierotti. |
/^asparo paschierotti, berühmter italienischer Sanger, Vjrfing seine Laufbahn als Chorknabc an der Kathedrale zu Forli an. Er durchreiste ganz Italien, zog dann nach London und starb 1812 in Padua. | |||
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Printz. |
yquot;-quot;* asp ar Printz, schrieb eine Abhandlung über den Gesang: V^âzierliche und nianierlicheSingkunst,quot;die 1 ö/Sgedrucktwurde. | |||
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Tosi. |
-qietro Francesco Tosi, geb. 1650 zu Bologna, gest. 1730 in 1 London. Er war der berühmteste Gesanglehrer seiner Zeit; seine Erfahrungen hat er in einer Schrift niedergelegt, H)pini-one de' cantori, die namentlich in Agricola's Ãbersetsung, einen Weltruf erlangte. | |||
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Tiiibaut. |
\ nt. Fried. Just. Thibaut, geb. 1774 in Hameln, war Prof. /\der Jurisprudenz an den Universitaten Kiel, Jena und zuletzt ; in Heidelberg, wo er i84o starb. Neben seinen sehr geschatzten ; juristischen Werken veröffentlichte er eine höchst wichtige Schrift âüber Reinheit der Tonkunstquot; in welchem ersich als bedeutender Musiker und zugleich als idealer, dem Klassischen sehr zugeneigter Küstler bekundete. | |||
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Zacconi. |
j udovico zacconi, Augustinermönch, Sanger und JL/Chordirigent. Sein bedeutendes Werk â^ratica di ^luucaquot; erschien 1592 und erweitert im J. 1622. | |||
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Zarlino. |
ioseffo Zarlino, geb. 1517 in Chiaggia, starb 1590 als VJCKapellmeister an der Markuskirche zu Venedig. Sein bedeutendstes Werk âXe institujioni harmonichequot; kann im J. 1611 zu Venedig ans Licht. |
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* HIER * UNTEN » FOLGT » DIE * IN-
* HALTSANGABE * DER * CAPITEL. * »
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Warum dicscs Büchlcin zusammcngestellt wurde.
Cap. I. Cap. II.
Cap. III. Cap. IV.
Cap. V.
Cap. VI.
Cap. VII.
Cap. VIII. Cap. IX.
Cap. X. Cap. XI. Cap. XII.
Vón der edlcn und nic genug gepriesenen Musica.
Von der natürlichcn Anlage zum Singen, dem sogenannten Naturell.
Wie man athmen, und den Athem sparen soil.
Im Singen soil der Text rein und verstandlich ausgesprochcn werden.
Von der Tonbildung, der eigentliehen Grundlage eines seelischen Gesanges.
Vom Solfeggiren, welches das einzige Mittel ist, um ein qelauficjes cWescTi des (Halses zu, lilden.
Von dem Schwellton, oder, wie der Italicner sagt, dem messa di vocc.
Von dem Cantabile, dem non -plus ultra des Gesanges.
Von den Grenzen der Stimme und vom dem Studium der hohen Töne.
Eine edle Haltung ist dem Sanger unerlasslich.
Ein Wörtehen von der riehtigen Taktbewegung.
Wie die Stimme zu pflegen und der Gesang immer mehr zu vervollkommnen ist.
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Der Scholar soli wohl erwiigen, von wem er sich führen lassen will.
Der Meister soil wohl erwagen, welche Wege er den Scholarcn fiihren soli.
Von der Belehrung und Bildung durch klassische Muster.
Vom guten Geschmack, tibcr den sich schwer schreiben lasst.
Vom Vorsingen und vom Zuhörcn.
Vom Künstler und von dessem trefflichsten Meister.
Notizen tiber einige Meister, deren Werken obenstehende Aussprtiche entnommen sind.
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4.
Inhalt.
Cap. XIII.
Cap. XIV.
Cap. XV. Cap. XVI. Cap. XVII. Cap. XVIII. Notizen.
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Pag. G3.
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I-^ür die bercitwilligc Erlaubniss, diesem Büchlein Aussprüche -^ür die bercitwilligc Erlaubniss, diesem Büchlein Aussprüche H aus untenstehenden Werken einftigen zu durfen, sci den Herren Verlcgern dcrsclbcn der vcrbindlichste Dank ausgcsprochen.
Johannes M i k s c h, der grösste dcutsche Singcmcistcr, von Adolf Kohut, Carl Ruble's Musikvcrlag, Leipzig.
Jenny L i n d, von Holland and Rokstro, F. amp; A.
Brockhaus, Leipzig. «--
hein rich Mann stein, Grosse italienisohe Gesang-schule, E. Habcrland, Leipzig.
E. S E I L E R, Altes und Ncucs vom Gesangsorganc, Leopold Voss, Hamburg.
Friedrich W i e c k, Clavier und Gesang, Didaktischcs und Polemisches. F. G. C. Lcuckart, Leipzig.
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