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T. oei.

1434

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LEO H1RSCB.

REIS E N

IN

SÜD-ARABIBN, MAURA-LAND

ÜND

HADRAMÜT.

Mil K it r I o.

BUCHHANDLUNG UNJ) DRUCKEHEI

vuaMAU

E. J. HRILL,

LKl DKN 1897.

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Kccht der Übcrsetzun^ vorbehalten

DIUXKKKKI vornmls K. J. HKII.L M.IDKN

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DEM IIKWAHRTEN KKEUNUK

HEllllN

JULIUS ROT li STEIN

in ri(i:i kk AMiAN(ii.iciiKi;ri

ZI'OKKUiNKT

VOM

VKHFASSKK.

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..... , ,

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1 N II A L T.

Suitu.

Vorwort..............vu.

I. Nucli Schohr......................1

II. Scheln'................................9,

lil. Nacli Schut . ...................H5.

IV. Sêluit................../iS.

V. Nacli Giscliin mul Makalla...........08.

VI. Makalla..................SU,

VII. Nacli Aden und wieder zui'ück nacli Makalla.....in?.

VIII. Nacli Ihuljarai...............117.

IX. Von lladjarën noch Scliibarn..........101.

X Scliibïiin. - Nacli Sainn mul Tciïm, nnd zui'ück nacli

Schibam.................19(5.

XI. Von Scliibam nacli Makalla dnrcli die Waiiis Bin 'Ali und

Adini und übor das Figra-Uobirgo..... . . 'JHH.

Xli. Schluss...................'2H7.

A nh a n g.

Qasïdo (Arabischer Text)............'293.

lirlol des Djom'adilr's Selah (Arabischer Text) . . 294.

Verzeichniss der gesaininelten 1'flanzen........296.

Register......................lil;!.

M ii n z e u ven T o r i in Facsimile dos Briefes des DJ em'ailri r's Selfih K a r t e.

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WÊÊÊÊÊè* •' ■ quot;■ ■ -■' ■•-• •quot;'- ■ ■■■quot; •■ -■•! HtfmÊm

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V OR WORT.

Oli^'lciuli Holt ncniiuligun^ moiiior Rome nalie/u drei Julire voi'HoHHeii sItkI , wage i('li doch zu hotten, lt;1iish die etwuH spi'ito VciMiUcutlicliuiig dieses lieridits desHen woidwolhiiuh^ Aufnalimc niclit beeiiitriichtigon werde, uinuowoniger, als meines Wissons diejenigon , die naeit mir den gloiclien Weg cinstdilugeu, ausfiiiirlichere Mitthcilungen bisher nicht ge-maclit iiabon.

Vicle Jahre Hchon trug ich mieh mit lt;lcr Absirlit, in das geheiinnissvoile, voni Fanatisnma heseliiitzto 11 a d ram ii t ein-zudringen, und machte bereits 1S,S(S den ersten Versucb zur Verwirklichung dieses Plans, indem ich nacii Aden ging, um dort einen Weg zuiu ereehnten Ziele ansznspiihen. Meine eigene Unerf'alirenheit jedoch, in Verbindung mit den ausser-ordentlich zuriiekhaltenden Berichten der in Aden lebenden Eingebornen jenes Gebict» und der geringen Ermntliigung, die ich audi im Übrigen (and, nahnien mir die Zuversicbt des Erfolges, und nach liingerem Zügern gab ieh meinein Streben eiue veranderte Ilichtung, indem ieh das Land der Homais auf'suchte, deren Sprache ieh wiibrend eines drei-monatigen Auf'enthalts in dem weltlïeinden H u 1 b a r studirte. In Aden aber hatte ieh mir die Freundsehal't eines intel-ligenten Arabers, des Schech's Abdul Kadir Mekkawi, erworben, mit dem ich audi naeh meiner lieiiukehr einen lebhaften, fur mieh sehr bclehrenden lirietwechsel unterhielt, und die A[ittheilungeu meines arabisc.hen Ereundes i'rnuithigten mieh schliesslich, mein nltes J'rojekt wieder aul'zunehmen, tiir dessen weitere Eörderung er sieb dann in unabliissiger, selbstloser llingabe miihte,

Eine Friihe — und nicht geringe Anreguug zu meinein Unter-nehmen verdanke ich dem v. Wrede'schcn Rcisewerk'),

I) A d o 1 p )i von Wrodo's Kciso in I lad h mm nut otc, hornuftgegohon von lloinrich Fruihorrn von Muli/nn: i3raunsclnvnig 1873.

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VORWORT.

dein (Miizigen, das aut' Gnmd des Angonachoins bcriclitot mul dein dor Vorwurl' der Uuglauhwürdigkeit siclu'r mit llnrcclit gcmaclit worden int. Obwolil von M alt/a n seinen I relden d( 'h Arabisclien vollkomnien inachtig sein lasst, will es mir doch schoinen, als liahe gerade die lii(dvenliafte spracdi-lielie St'liulung Wrede's manchen seiner anffallendcn Sdinitzer in den Namen und aueli andere Irrtliiiiner veraehuidet, wie niangelude Kritik seine von dor Wirklielikeit meist weit ent-ternten Zaldenangaben; andrerseits entaelmldigt die Ileindieii-keit und Verstohlenheit, die er bei Niederscbrift seiner Wahrnebmungen heobaditen musste, nianeheaeiner Ungenanig-keiten. Wrede indess für einen Lügner zu erklnren, wie Alexander von llnmboldt ea tbat, da/.u lag schon danuils keine bereebtigte Veranlassung vor. Zn der von dein grossen Gelehrten angezweif'elten Mittbeilung Wrede's vom Versinken des Senkblei's und dor iVIcsssebnur im Sande des 15a br Saf'i braebten sogar erst neuerdingH die Zeitungen ein Seitenatück, das s. Z. wie nachsteliend beriebtet wurde: liondon, 12 Milrz (1S!)4). Einen oigentliüinliclien Tod bat der englisehe Marinelieutenant llicbley von dein Kriegsaehitl' „Piioebequot;, der Solui des Admirals glciohen Nauiens, get'unden. Er begab sich bei Lorenzo (Delagoabai) auf' die Entenjagd, als er bei Caleuibi in den F lugs and sank. Der ihn begleitende Kaffernknabe suclite ilm herausznzieben, aber ver-gebens. Die Erdo verseiilang ihn.

Naeb meinen eigenen Informationen, die ieh von dein im Wadi Irnie ansiissigen 15ctluinen Salim Hagtiyiui, vom Stainine (ter Ai HeTabed, erhielt, soil das H a h r Sai'i ein wirkliehes tief'es, von Sand iiberdeektea Moer sein, das aber, soviet ioh verstand, sehr viel weiter von Silliwa entf'crnt liegen muss, als Wrede angiebt, so dasa er vielleieht etwas ganz Aiuleres daf'ür angesebeu hat, obwolil gerade diese lgt;eselireibiiiig der Örtlichkeit seiner Mittbeilung znr Stiitze dienen würde. Was er die Wüato Ahkaf' iiennt, wurde mir als AimJIi llakaf bezeiebnet. Doch audi dieses soil von Sii hwa noch nnsehnlich entfernt sein, und der Weg von dort ziiiiiicdist drei Tagcreiacn im Wadi llaehiyo zu einer Ortschal't I'u w a ('iihren. woraul' tiel'er Sand iolire, in dein.

VII]

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VOUWORT.

wie ausdrücklich hcrvorgcdioboii wurdo, zahlrciclie Biimnc waüliBon. lm Wadi Rachiye, das angcblich (Iuh grouse Wiidi niclit orroieht, sondern im Sando verlauf't, warden mir zahlroiche Ortsehaf'tcn und ihro Jicsitzer, aucli die hier mul in den benaelibarten Wadis ansiissigen Hedninenstiiinine gonannt. Da indoss bei wioderliolten Unterrednngen niein Gewahrsinann anstatt klarer immer verworrener und wider-spruchsvoller wurde, ho entiialte ich micli der Wiedergabe seiner Mittheilungen, auf die Oef'ahr iiin, eine Anzahl unzu-sainmeniuingender Namen der Vergessenheit proiszugeben.

Dass man ein sehr gutes lUicli über lladrainüt schreiben kann, olme an (Jrt und Stelle gewesen zu sein, beweist am besten die Publication des Jlerrn L. W. C. van don Berg: Lo Hadhranumt et les Colonies Arabes dans l'Archipel indien (Batavia lb8(i). Der Herr Verf'asser, der eine bolie amt-lielie Stellung in Batavia bekleidcte, bat hier über die lleimath der die I[olliindiseb-JudiHeben Colonien zaiilreicii bevölkernden Had ram u ter sehr eingehende Erkundigungen eingezogen, deren Resultat er zu einem recht ansehaulichen, der Wirklichkeit meist entsprechenden Gesammtbilde ver-einigt bat. Die Auswanderung aus dein eigentliehen Hadra-mut nach Ilolliindisch-Indieu nimmt auch jetzt noch ihren ununterbrochenen Fortgang, was seinen Orund in der Arm-seligkeit und Unbedeutendheit der heimisehen Verhiiltnisse luit, die dem Strobenden keino Möglicidveit des Vorwiirts-koimnens int Lande bieten. Die Mittheilungen des Herrn van den Berg hüstcten mir unterwegs ol't gute Dienste und brachten mich auf Manches, was mir sonst verborgen geblieben ware. In der seinem Wcrke beigegebenen Karte bat besonders das grosse Wadi Masilo eine sehr vollstiindige und korrekte Dar-stellung gefunden, und man muss, wenn man die Art der Auf'nahme in Betraelit zieht, dieser Leistung des llerrn Ver-f'assers gerad(!/,u Bewunderung zullen.

Ungemein sptirliidt Hiessen die e i n h e i m i se h e n (duellen über liadramut, und augeuscheinlich ist Niciits darunter, was von Besuchern des Landes herriibrte. Cbereinstinnnend nennen (lie f'rühen arabischen Schriftsteller Schibam und Terim, olme dass einer von ilmen im Staflde wiire, die liMglt;' und Bedeutung dieser Stüdte einigermassen zu keun-

IX

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VOUWOUT.

zoichnon. Nach der Tradition dor Arabor müesto oinnt oin iiimyarisclios Künigroich Iladranuit cxiHtirt habon, da Neschwftn eincn sagenhaften König (lieses Namens nennt, nach dom, wie er aagt, das Wadi Hadrainüt benannt iat. Um die Zeit des Propheten iierrsciiten hier Könige, die den Titel 'Abaiiilo führten, cin Wort, das etwa „freie Fürstenquot; bodeutet, unter denen der Islam in Kadramnt Eingangfand. Ob das ganze Land damals in einer Hand vereinigt war, ist eine Frage, deren Boantwortung einer vielleieht noch recht entfernten Zukunft vorbehalten bleiben muss, die icb abcr im Ilinblick auf die örtlichen Vcrhilltnisse und den gegen t'rüher wigt;lil nur wenig veriinderten Character der Bc-vülkerung verneinen möchtc.

Wcnn es mir endlich gelungen ist, den Schleier ein wenig zu lül'ton,quot; mit dein rcligiiiser Fanatismus mul argwöhnisches Misstrauen dicse Region so lange umbüllten, mul icb im Standc bin, von dein vorher für unerlbrschbar angesehenen Iladranuit und seinen Hauptstiidten die erste authentisehe Sebil-derung y.n geben, so bednrl'te es zur Erreichung dieses Er-f'olges niebt ziini Wcnigsten einer nnendlichen Geduld und ziihen Beharrlicbkeit, Eigenschaften, diezwarjedem Forschor dienlicb sind, bier abcr bis zur Ersehopfung angespannt werden mussten. Sclbst die offieielle liefürwortung des Britischen Residenten von Aden schaffte mir zuniichst noch nicht freie Bahn, und erst nach langen Irrfalirten liings der Arabischcn Kilste liess man mich , dem erneuten , dringenderen Verlangen des Herrn Residenten naebgebend, meines Wegs zielien. Die lange Zeit des JIangens und Bangens war aber schliesslich doeli nicht ganz verloren, da der verliingerte Aufentbalt in don Stiidten der Kuste, besonders des Mahra-Lan des, viel des Neuen und Wissenswertlien über Land und Leute bot.

Obwolil icb mit Ortsbestiimnungen nicht aufwarten kann, hotlb ich doch, dass die Darstellung meiner mit grosser Sorgfalt aufgenoinmenen B i n nen rou te, dieses wichtigstcn Theiles meiner Expedition, für die Wissenschaft nicht ohno Nutzen bleiben werde, schon wegen der Fülle neuer geogra-pbischor Namen , deren grössten Theil ich in bishcr unbe-kannter Correctheit wiedergegeben zu haben glaubc. l)i(^ Aus-spracho der Bediiinen boirrt im Anfange das ungewolinte

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VOUWÜHT.

Ohr, und ho iiim^ aucli maneliCH dom Klangc nach niodor-goscliricbeno \V(irt don Arabisten scltnain anmiitlion. Trotz-dom habo icli vorgezogon, solbst abHondorlich ErsolioinondoH in «oincr ursprünglichon Lautbarkoit wiodomigcbon, als oh orst (itymologincdi zurechtzustutzon.

JJoi dor Anführung von Stammosnamon habo icli inich im Wosontliobon auf' diqjonigon Stilinino beschrilnkt, doron Go-biot ich durcbzog odor mit doron oinzolnon Mitgliodorn icli in lierülirnng kam. lob habo mioh moiirf'aoh bomüht, die Eintbcilung lt;frosM(!r Stiimmo syHtcmatisoh fostziiHtcdlon, kam jodocb daboi zu koinom roohton Ilosnltiit. Dio ZorH|ilitternng golit aber auch allzusehr in's Weito, und oh wnrdon mir Stiimmo bis zu zolin Mannorii horunter gonannt. Der Name einor hüI-chon unbedoutondon Abzwoigung onthillt gowöhniicii llin-woiso auf deren Ursprung, wie ich besondors im Wadi Bin Ali wahrnabm, wo mich ein mit don Stamiiiesvorbiilt-nisson genau vertrautor Fiihror begleiteto.

Der Anordnung des Namon-Ilegisters habo ich gleiclifalln dio lokale Ausspracho zu Orundo gelekt, ohno Rücksiidit auf die arabischo ürthographio, dio überdies in violen Fallon

nicht fostzustollon war. So ist seiner vorschicdonartiiion

' h

Goltung cntsprochond, durch dj (dom italicnischon ^ vor (( und i), g und y, ^ durch (j und g, seltenor durch k,übor-tragen; s ist immer scharf, z we ich auszusprocben; d , d und (Jh sind einandor sobr naho und dom weichon, lii dom schar feu englischon tb fast gleichlautond. Dio fmalo ist sobr hiiufig, und I neigt hoi den Hediiinon fast stots zu il und ö. Der kommaartige Accent doutot auf Boto-nung der Silbo, dor Dchnuiigsstrich auf dio Liingo dos Vokals, über dom er steht. Gh (i) entspricht einoni stum-pfen r; das in dor Ausspracho nicht immer hervortritt, habo ich, wie übiicli, durcli c bezoiclinct. Wörtor, bei donoii cin vorgosotztes Ba odcr Bu mit dom cigontr.fdion Namen vorschmolzon ist, habo ich ungotroiint untor 11, solcho, in doucn dor Artikel el steekt, wie Ld hm er (ol Ahnior), L ai sar (ol Aisar), untor L gogobon.

Grösscror l'riignanz willen iiabo ich mir gestattet, oino Anzahl hiiufig vorkomiuoiulcr, ihron (iogenstand charaoto-

XI

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vouwoht.

ristisch bozoiclmoudpr Wörtcr, wio Gabiye, Kilt, Qiibbo, Ra haba, Si'y y ir, Siyaru u. a. m. in ihrcm uraprüng-lii'bon Wortlaut zu gobrauchon. Dorartigo Wörtcr sind cnt-wcdcr im Register oriiiutort, odor oh ist dort auf die Soite des Tcxtes verwiesen, wo die Erkltirung sicli befindet.

Die als Anhang beigefügten arabiBehen Toxte der meine Ankuuft im Qatn besingenden Q a si d o nnd eines vom Djoinca-dar Selah an mich geriebteten 15 r ie fes, so wie des Letzte-ren Facsimile, werden besonders dem Arabisten willkommen sein, wie audi die Reproduction der Münzon von Terini mcbrfaeh interessiren dürfte. Auf die llerstcllung dor Karte babiï ilt;'li grosse Sorgfalt verwendet und ^ebe mich der Er-wartung hin, dass sic iliren Zweck, dein Leser die Orien-tirung zu erlcichtcrn, niebt verfehleu werdo.

Für die wissenschaftlichc Restinnnung und Anordnung der von inoiner Rcisc mitgobrachten, im Anhango vorzeichncten l'Hanzen bin ieti ilen Herren Professoren Dr. Sehwein-furtb und Dr. 1'. Ascherson zu grösstom Danke ver-pHicbtet. Obwold meine Sannnlung der Zahl nach nicht bc-deutend ist, so iiaben sich doch vcrhiiltnissniiissig viele noiic Arteu darnnter vorgefunden, von donen einige im Kew-Rulletin (Nquot;. 108) beschricben wurden, wobei der inerk-würdigen Tiiatsache Erwilhnung goschah, dass von meinen Neuheiten sich uur drei in der Collection des Mr. Th. Rent, der doch in deraelhen Region sammelte, vertreten linden. Durch Reifügnng der e i n hei m ische n PHanzcnnamcn , so-weit ich sie zu ergründeu vermochte, habc ich versncht, das Interesse für meine kleine Sannnlung zu crhöhen.

xii

Urn Roden- und Gebirgsformationen moglichst genau an-geben zu konnen, eutnahm ich vielfach Gestoi nsproben, die; ich aber nur zum kleineren Thoihï heiinbrachte, dn mcin Diencr si(^ als lilstig und werthlos wegzuwerfen pHegtc. Ilcrr Dr. Max F'iebelkom unterzog sich niit grösster Bercit-willigkeit der iMühc, ilas Gerettete zu bestimmen , wofiir ich ihm meinen aufrichtigen Dank ausspreidic.

Leo IIiüscii.

Rerlin, 21 August 18!(().

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I.

NACH SCHEUR.

Am 18. November 1892 verliess ich IJorliu, schifTte mich am ,'J1. November in Genua an J3orlt;] des Norddeutschen Lloyddampiers „Uayernquot; ein uml erreiclite dus paradiesische Aden am 2. December in der zweiten Nadimittagsstunde. Es war imoli Alles beini Alten dort. Diese]l)e gliiiiende Sonne, die ihre Feuerstralilen auf die unverandert, öde Felslandschaft herabsenkte; Steanier-Point, der Hafon, den vollkommen gleichen, nüchterneu Anblick bietend; sogar die Somals, die mich in it dem Gepack an's Land setzten, ganz die lulmlichen; wenigstens maclilen sie soviel Liirm wie jo. Im Hole], ebenfalls ein sohon friiher von mir bewolmtes, iilieb ich nur wetiige Tage, daim nahm ich meines Freundes Mac Conkey Einladung an, ein geraumiges Haus in Alalia zu beziehen, dessen er nur zum geringen Theile lïir Biireau-Zwecke be-durfte. Malla liegt mitten Wegs zwischen Steamer-Point und der Araherstadt; sein Hafen ist der Anker]datz der Arabischen SegelschilTe, die hier ihre Ladnngen löschen und empfangen. Die Riickwand meines llauses w in! vom Meere bespiill ; von bier babe icli den lilick iiber die Hucht, die sic.h nach links bis an das Vorgebirge llédjuf dehnt, das vor dem Damjifer-hafen gelagerf, ist. Der vorderen llausseite liegen die starren Bergmassen gegenüber, an denen man die Fahrstrasse nach Aden emporsteigen sieht zu dem hohen Felsenthor, durch dessen weite Öffnung dor klare blaue Himmel wie ein leuch-tendes Gottesauge liindurchscbaut.

l

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Narh Scliehr,

Allerorten land ich bereitwilliges Entgegonkoinmen. ITnser Consul, tlerr Sclunuck, überualnn es mit liebenswünliger liereit willigkeit , meinen Wunscli um bliufiihrungssohreiben au die eiugebonieii Sultane ei ui gei' Küstenorte den raassge-benden l'ersönliübkeiteu vorzutragou. Schon nacdi kur/or Zeil erhielt ii-h von Mr. Walsh, damals zweiter Assiijtant-llesident, die angenelime Mittheilung, der Resident, General Jolin , sei bereit, mir für die ilerrsciier von Makalla, Schehr und Kisclüu Briefe y.u gebeu, oline dass jedocli die britische Eegierung hierdurch eiue, Gewiilir i'ür mein Leben oder Eigeu-tlium überuübme. Der Native Assistant-Resident, Mohammed Salih Djafer, der Jetzt die eintlussreiche Stellung seines von v. Maltzau erwiilinten, in/wischeu verstorbeneu Vaters be-kleidet, versorgte inich, aus freien Stücken, ebenfalls mit Em])feldungen, denen i(di besouderes Gewicht beilegen durfte; denn Mohammed öalih luit die Verliaudlungen iler Englischen Bahörde mil den eiugebornen Sullanen und Sehechs zu führen, daher diesen sein Wohlwollen von Werth sein muss. Soweit war Alles nach Wunscli, nur die Gelegeidieit zum Fortkommen Hess lange aut' si(di warlen. Diese Zeit verweudete ich in sofern uützlich, als ich mehrere Einwobner Malla's, die in mir den Arzt sahen, vom Fieber kurirte, das bier immer in den Wintermonaten grassirt. Die knhicre Jubreszeit ist hier die ungesiindo. Der tiache Strand, dor sicli liings Malla hinzieht, wird durch die Fluth übersclnveinmt, und die Sonne in ihrer geminderlen Krafl vermag niclit den Boden geniigend auszulrocknen, der dadurch der Erzeugung von Fiebermiasmen günslig wird.

Der Zuf'iill gab endlich, was ich brauchte. Vertreter einer türkiscbeu Gesellscliat't, die das Monopol dor Tabakaust'ubr aus den Gcbieten von Makalla iiiul Schehr erworben, charterten eineu kleinen Dam]iIer für diese Flafon, um dort Tabak einzunehmen. Von dieser Tbatsache reclitzeilig unter-richtet, konnte ich in Ruhe meiue Vorbereitungen trefi'en. Dor Dampier sollte, wie ich erfuhr, zuerst Schehr anlaufen, nicht, wie erwartet, das niibere Makalla. Infolge dessen iinderte ich meiue bisheri^en Pliine dahin, dass ich Jetzt ticlchr zum Ausgangspunkt meiner weiteren Unteruehmungen

O

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Nacli Schohr. 3

machte, sowohl für die östliclie Kiistenfalirt,, als aucli den Versueh, ins Innere eiimulringen, indem icii mir Makalia hii' den IJiickweg aufs|iarte. Fiir iSehelir verscliaiïie icii mii' aucli eine Hewala (Kredil,brief), dio auf einen ang'esehenen dorligen Kaufinaim, Abdallali Alimed öéber, lanlete. Meinen Somali-Diener entliess icb, um an seiner Stelle einen mir dringend empfohlenen Araher, Krüd, anzunebinen, dessen Begleitung mir fiir .speziliseh arabisclie Liinder angemesseiHU' erschien.

Am 12. Januar 1893 lag der „Scliech Berchndquot;, ein Dampfer von etwa ISO Tonnen, znr Abfabrt bereit. lob sandte am Naebmittag mein Qepiick von Mal la ans an Bord, wabrend icb selbst micb in Stearaer-l'oint einscbiffte. Um b l hr liclilen wir die Anker. Babi berrscht vollstiindige üammeruug; der Horizont ist grau verbangen, ein gelber Scbimmer zeigt den Ort, wo die Sonne nnterging. Das Meer ist rubig, die Lnt't still, das Scbiff in massiger Bewegung. Der „Scbécb Bercbiidquot; ist für Kajüt-l'assagiere nicbt einge-ricbtet; diesen ist, zugleicb mil den Scbifls-Offizieren, das du rob fine Leinwand abgetbeilte Hinterdeok eingeriiumt. Nur der Vertreter der Tabak-Coni|iagiiie, ein Herr Ismailom, dessen Nationalitiit icb nicht ermitteln konnte, nebst einem ibm untergebenen Griecben, waren ausser mir Europiiiscben Ur-sprungs. Hingegen fnhr eine grössere An/alil Araber mil uns. Für die IJnterbringung dieser bedarf es kelner besoudereu Einricbtungen, sie lagern sicii auf Deck oder lm untern Sebiffsraum da, wo sie Plat/, linden, und fübren ibre Bekö-stigung mil sicb, indem sie nur Feuer und Trinkwasser beansprucben. Die Araber wussten recht gut , dass icb nach Hadramut zu geben wünscbte, denn zablreicbe Erkundigun-gen in Kingebornen-Kreisen batten micb und ineine Absiciiten in Aden hiiililnglicb bekannt gemacbt. Hire Reden berecbliglen micb nicht zu besonders bollnnngsvollon Scbli'.ssen, und um ibre neugierigen Fragen abzuscbneideu, erkliirte icb, icb sucbe in Scbebr nur eine Scbiffsgelegenheit für Schut, um dort die Mahra-Spracbe zu erlernen, was ilmen aucli nicht gerade einlenchten mocble.

Dor Ingenieur batte mir für die Nacbl soiue Kabine abge-

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4 Nnch Scliohr.

treten. Durch die unerlnigliche Uil,zo aber und don Liirtn der nebenan avbeiteiulen Masciiino wurde icb bald wieder auf Deck golriebon. Dort woliteoin angonelunos Lüftchon ; über uiib die Pracbt dos voll ausgostirnton llimmols, iinbeeiiitraehtigl durch den Wettbowerb des orst huige naoh Mitternaciit aul-geliondeu Aloiides; unlcr uns eine uimnterbrochene Kotte gliinzeiuior Funkeu, die das Schil!' in seinom Laufe anfstürte. Morgeus gogou 7 Uhr liabea wir 120 Seemeilen zurückge-legt: lt;lio Entferuuug vou Aden i)i8 Schehr betriigt deren

— Unser Cours ist im Angesicht der Arabischen Kiisto; niiiier odor fornor erkennen wir gloichmassig don gelbon Strand, dahiuter die lliigol- und Bergkotten, ofl mehrere hmtoreinander, Alios anscheinend ödo und vogotationrilos. Um 5 Uhr Naclnnittags passiren wir mehrero kleine Insein, hollen Sandhaufen vergloichbar, als doren bedoutendste man mir Er-Ratl und El cAstda nannte '). Auf ihnen sollen unziih-lin-e Vögol niston, doron angehaufter Abgang ausgoführt und zur Diingung des Tabaks verwendet wird. Dieso Insein liegen vor Kas Balhdf; weiterhin östlich zeigle man mir Bir Ali, dann Mégdeha, vor lotzterem oino kleine nirgends vorzeich-note Insol Rébisch. Am nachslen Morgen 7 Uhr fahron wir lilngs einer weissen Sanddüno, liinlor dor sicli in Nebel und Wolken gohüllle Borgketten hiiulohnon. Vor uns ein dicht an die Düne herangeschobener einzelstehondor Berg, der soine Lüngssoite dom Meere zukohrt, obon plateauartig abgoflacht, mit sanft abfallonden Hangen: der Dóbas). IS'ach droiviertol Stundo ist auf dom vollkommen ungobuchteten Dünenstroifen eine Stadt omporgesliegen, Hausor, Minarets worden sicht-bar. Rechts davon erscboint Gebel l^obdob, dessen Verlie-fungon die Sonne scharf aii/cichnol., als voroinzelte slarkere Erbühung, doron Zusammenhang mit den andoren Höhonzü-gen orsl beim Naherkommon sichtbar wird. Um 8 Uhr worfon

1) Mcin kundiger Gcwiihtsmnnn bozcichnclc si(' uuadiücklich als „Tnsolnquot;, wahrond dio Karton sio als „Vorgoblrgcquot; gcbcn. Der Ausdnick Hjczlra wird allerdinga ununterschiedlich für Insel und IIu/Mnsul gobraucht.

-!

2)

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Nach Schohr. 5

wir Anker, weit ab vom Lande, mitten vor Schehr, das unsoheinbar, öde daliegt, kaum vom Boden sicli abbebend. Im Vordergrunde nielit man das niedrige Zollhaus, liinler dem sicli Gruppen höherer Hüuser erbeben : unler ilmen ragt der stattlicbe Palast des Herrscbers besonders bervor. Eiue liobe Lebmmauer umfasst die ganze Stadt, zu deren beiden Seiten in's Meer auslaufend und links mit einem niedrigen runden Thurm abscbliessend. Im Hafen, wenn man so sagen will — denn Einricbtungen zu Gunsten der Schifffabrt sind nicht vorhanden — schaukelu sicb ein balbes Dutzend Sayen oder Sambuken, wie die grosseren Arabiscben Scliifl'e genannt werden, auf der hellgrünen Flutb, die jetzl in langen gleicli-miissigen Wellenlinien gegen das tlacbe Ufer ebbt.

Das Boot wurde ausgesetzt, und der Kapitiin nahm die Tabakleute und micli mit an's Land. Da icb mich erst über die zu erwartende Aufnabme vergewissern wollte, liess ioh Gepiick und Diener vorliiufig an Bord. Am Strande batle sich inzwisclien eine schaulustige Menge augesammelt, uns umlarmend und umscliwarmend, und unsern Scbritteu fol-gend. Ein Muqaddam der Askeris nahm uns in Empfang, uns zum Djemcadar zu geleiten. Dor Weg führte zunachst durch den tiefen Ufersand aufwiirts, daim vorbei am IJüsn, einem aus Lelun und Steinen auf eiuer Erhöhung errichteten quadratiscben Bau von ansehnlichen Dimensionen, vor dem au hohem Maste die Farben des Djemcadars, weiss und roth, wehten. Der unfern davon gelegene Palast des Herrscbers ist ein bobos aus mebreren ungleichartigen Tbeilon zusam-mengefügtes Qobaude, abwechselnd in drei und vier Stockwerken, mit unregolmiissig eingescbnitlenen Fenateröffnungen, zwar geweisst, doch mit grossen Lücken im Putz, dio don darunterliegenden Lelun bloslegon. Daver einige Kanonen auf niedrigen Laffetten; in einem grosseren Eck-Portiko eine Wache, aus Soldaten verschiedener Bacon zusammengesetzt, Araber, sebwarze Sklaven und Indiër, buut, verscbiedenartig gekloidet, doch gleichmassig mit dem breilon Arabiscben Dolch und einem starken Messer eigener Form bewalliiet, beide nach Wohliiabeiiheit dos Hosilzers mit kostbaroren odor geringeron QriU'en; dio zum Theil roicb mit Silber boscbla-

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Niu-li Scliehi'.

genen langliiufigen Luntengewehre tier Heldenschaar waren an der Hinterwand des Eaumes aufgcliiingi,

\\ ir betraten den 1'alast durch einen nnscheiiibaren Ein-gang, und stiegen die Treppe zu dem orslen liocbgelegenen Stockwerk enipor, wo man nns in einen selir langen, ver-hültnisöuiüs.iig scliuuilen, einfach geweissten Saai 1'ührte, der dureh simple Jlolzpi'eiler, aul' denen die Qnerbalken der Decke rnliten, in vier gleicdie Tlieile getlieill war. l'aimmatten mit darübcrgebreilelen bnnten iiulisohen Decken bekleideten den i'ussliodtMi; ungelabr in der Witte des Hanmes beiand sicb ei no voilslandige Gamitur besserer gepolst oner Bombay-Möbel mit Sopba und Tisch: liings dor Wande waren, wie in einem Tnnzsaal, Stülde dor versohiodensten Europaisc.hen Facons in der Mannigl'altigkeit einer Musterkarte aufgestellt.

AVir batten langere Zeil zu warton, bis der üjomcadar mit einigen Begleitern erschion: ein liocligewachsonor scblankor, noob junger Mann von heller Gesichtsfarbe und intelligenten /iiigon, stol/, in Hallung, doch von umgiingliohen Manieren, in eine Art Kaftan aus dnnklem indischen SoidenstoH' gekloi-det, im Gürtol Dolche, deren Grifl'e und Scheiden kunstvoll durchbrocliene indische Arbeit aus Gold odor vergoldetem Silber war. Er reiobte un.s Frengis die Hand, die von den Arabern gokiisst wurtle. Dureh Handkuss begrüssteu ibn anoh die spater llimukoimnonden, anscheinend grossero Kant-leute, die si(di dann nioderliesson und ohne Umstünde in die (Jonversalion eingrilFen. Es handelte sicb darum, ob Tabak zur VersebifTung bereit sei; der Djoui iidar verneinte es, da die Qualitiiten noch nicht gesondert seien. Er hat an der Saobe ein starkes persönliches Interesse. Die Gesellscbat't, deren Vortreter hier gegenvviirtig waren, halte von ihm gegen ein Baohsidiiscb von, wie man sagte, f)5,üü0 Maria-Theresia-Thaler, auf fünl' Jabre das Recht erworben, den in seinen Besitzungen erzeugtcn Tabak, der nach dem in diesen (iebioton liausondon niiicbligeii iioduinenslamine der liaunimi benaunt ist, ausscbliosslich zu exporliren. Der IJaiimnii-Tabak isi niobl gerade edel und hul migemciu slarkc holzige Hippen; inde-,-tui steht er hei allen Arabern in grosser Gunst. Sio rauchon iim in der Wassorpleile, mul er ist ibnon ein

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Nacli Sdii'lir.

geradezu unendielirliclios Genussmittel, so dass die Kxporteure auf sicliern Absalz reclmon koiinen. Diesen llnislaiul liabon siti unch henulzl, den Verkaufspreis, zur grössten l'nzufrio-deuheit der Abnelimer, auf's Do])pelte zu erliöhen, wodurch aber den Pflanzern keinerlei Vortheil erwacbst. Vieltuehr wird diesen ibr Verkaufsprois bestimuit, mul nur der Uin-stand, dass der Djein adar selbsi in grossem Massstabe Tabak baut, schützt die anderen Verkiiufer vor iibermassigem Preis-drnck. Ausser der erwiilmten „Liebesgabequot; aber zielit der Djemcadar nocli einen f'iinfprozeniigen Zoll von dein expor-tirten Tabak.

Man sel/.te uns sehr scbwachen, stark gezuckerten 'J'bee vor. Ich überreiclite meine Eiufübrungsschreiben, die der DjeiUadur aufmerksam durclilas. Er fragte, ob icli Arabisch verstehe, versprach, meine SacLen vom Sebiff holen zu lassen und Alles, was icb wünscbe, zu besorgen, zuniicbst mir ein Haas anzuweisen. Es erhellte nicht , ob seine scbö-nen lieden einer schonen Gesinnung entsprachen: er seinen weder kalt noch warm, nur glalt. Nach Beendigung der Audienz gingen wir Alle zu einem grossen Kaufmann, mit dem die Tabakleute weiter konferirten; das Hesultat war jedoch gleichfalls ein negatives, und sie mussten vorliiiifig ohne Tabak abzieben. Wir gingen über den iirmlichen Markt, wo der Kapitün Fleisch kaufen wollte; da es aber wegen der darauf sitzenden Eliegen nicht sichtbar war, unterliess er es. Danach kebrten wir an den Strand zurück; dort boii'le ich meine Sachen schon vorzulinden, aber Niemand batte sich ihrer angenommen, und ich wendete mieh deswegen schliess-lich an einen alten Mann, dessen mit Henna gelbgefiirhten Bart ich midi erinnerte beim DJemcadar gesehen zu haben. Der gute Alte versprach, sogleich eine Sambuk an's SchiH' zu senden, in die ich Alles einladen könne, und so ging ich mil dem Kapitün wieder an Bord. Nach kurzein erschien auch eine primilive Barke. von sechs Sklaven gerudert, mit einem Askeri. Meine grossen Stücke liess der Kapitan mittelst Dampfkrabns hinab, das übrige (ïepiick wurde vom uuterii ScbKlsraiim ans eingehulen. Das war keine leicbte Arbeit, demi inzwischen war die Eluth eingetreten , und die

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N;i('li Scliohi'.

Wogen rolllen hoch. Die Zurücklegung der weiten Strecke aas Uier koste!e jetzt unseren lluderern unondliche Mühe; bergauf, bergab tanzte das Boot, und manche Welle, die wir durcliscbniUen, übergoss nns uiit einem krüftigen Sprüh-regen. Als wir in llaches Wasser kamen, ward das Steuer herausgenommen, und das Boot herumgedreht, die Spitze nach hinten, und nun bracht en es die heranbrausenden Wel-lenberge noch ein Stück vorwarts, indem sie ea empor-boben und in Absütnen dem Lande niilier rückten. Doch blieb nocli immer eiue guto Strecke AVassers übrig, durch das mich zwei Leute auf den Schultern iruiren, was mich

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aber nicht davor schützte, von einer Welle heimtückisch ertasst zu werden, noch ehe ich den trockenen Boden erreichte. Die Landuug meines Qepacks zu beaulsichtigen überliess ich rneinem Diener, wiihrend ich dem Askeri nach dem mir hestimmten Hause l'olgte, immer liegleitet von der etwas zudringlichen Menge. Der Weg durch das Strassen- oder vielmehr Hitusergewirr seinen mir ziemlich weit und ver-wiekelt; wir kamen endlich an einen offenen 1'latz undhielten vor einem ansehnlichen ilause, dessen zweiten Stock ich bo-wohnen sollte. Man nannte es Hi-t Tómboschi, corrumpirt aus TÓptschi (lCjgt; j^Ij) , Artillerist, nach einem egyptischeu Kanunengiesser, den der DJem'adar l'rüher einmal hier ein-quartirt batte. Naohdem die Hausthür von innen geoffnet worden war, betraten wir einen dunkion Hausflur, und stie-gen die cyklopischen Stilten der engen, winkligen Lehmtreppe empor zu meinem Domizil, das, nach der aufgehtingten Wiische zu urtheilen, noch kurz vorher bewohnt gewesen sein musste, jetzt aber vollkommen leer und jeder Bequemlichkeit baar war. Line Anzahl Leute, ansclieinend Nach barn, waren mir nach oben getblgt; sie begrüssten mich recht liebenswürdig und begannen mich neugierig auszufragen. Ich suchte ihre Neugier abzulenken, indem ich mein Notizbuch zog und sie auirorderte, mir die bei ihnen gebrauchlichen Namen l'ür die einzelnen Theile des Llauses und der Wohnung und anderes Naheliegendes init/.utheilen. Diesem Ersuchen entspmchen meine ncuen Kreunde mit vielem Lifer, da sie siidi wohl •ilolz lïihlten, in einer ihnen so geliluligen Wissenschaft don

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Sohehr.

Frengi utiterrichlen zu kötmen, mul einigo Schril'lgelelirte unter ilnien halten mlr sogiu- mil ihrer keineswegs zweifel-losen Ortliograpliie aus, wenn mein au don Adenor Dialekt gewöhnles ühr ilire abweiehende Aus.sprachü niuht .sogloicli erfasste.

II.

SC1IKHR.

Der Name Hadraraüt umfasst zugleicli einen weiteren und einen engeren geograjjliisclieu Begrifl', von denen der orstere, den andern mit einscliliessend, für die Gegenwart wenigstens als rein theoretisch betrachtet werden muss. Ob er lm Al-terthum thatsachlichen Verhiiltnissen entsprach, und welche politische oder ethnologische Bedeutnng ihra gebülute, bat bich ans den uns überkommenen sptirlichen Berichten nicht ermitteln lassen. Wenn wir indeasen axis der Gegenwart, die den noch unverwischteu Stempel einer weit entfernten Ver-gangeuheit zu tragen scheint, ant' diese selbst schliessen dürfen, so kann bier ein yrosses Gemeinwesen nicht bestanden haben; und wenn aucb der Name schon f'rühzeitig genanut wird, so hat man sicb darunler doch kaum ein f'est abge-grenztes Reich vorzustellen, darf vielmehr annehmen, dass er den Vólkern dos Altorthums hauptsaclilich in Verbindung mit werthvollen l'rodukton bekannt geworden ist, doren Ursprungs-land er allgomoin bo/.eiclinoto.

Als das Hadramnt im weiteren Sinne wurde mir von einem gebildeten Araber höberen Standes, dem ich aucli einige, nach seinen Begritlbn hisforisclii!, DiiIcïii verdanko, die ganze Küste üstlich von Aden bis bin nach Dl uil ar be-zoichnct. liber die Ausdohuung nach innon seinen er sicb

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Sclioln'.

unklar und nannte als iiussei'ste Punkte Gebel Qabfisa mul Wadi DJacaima) die dicht bei einamler unfern Scliibam liegen, aus welchtn' Angahe ii'h scliliess(!, dass mil dem Nordrand des grossen Wadi Masïla die innere Qrenze des enveitorlen mil der des chjinllichcn Hadramül zusammenfülU, Dieses isl. nacii meinei' Aulliissung durcliaus mir ein Binnenland, und itdi mcicbte darunter die Landschaft verstanden wissen, die, elwa von lladjaren ab, von dem untern Lauf des Wadi Dofm durcbsehnitten wird, das nacb Aufnalnne zahlreicher Zuilüsse sicli seliliesslieli znr breilen Thalniederung des Wadi Masïla orweitert. Anf dieses Gebiet konzentrirl si(di der hauptsiicli-lichste Anbau, und zalilreiche Sliidle, Fleckeu und einzelne Niederlassnngen liegen hier in fast ununterbroehener Folge aneinandergereiht,

Und von dieser Kuilnrregion, deren wichtigste Stiidte schon im Altertlmm genannt werden, darf man wohl auch obne Qefahr den Namen Hadramüt ableilen. Indem ich bei dieser Gelegenheit der üblicben Aussprache IladramaMt ent-gegentrete, will ich midi weder mit dem Hazarmaveth der liiliel (I Mos. 10. ÜG) nocb mit der billigen Etymologie des

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arabischev Lexikographen mehr lierumsclilagen; er-steres ist von den hebraischen Autoreu in der hei ihnen üblicben Art siehtlicb zurechtgestuzt, letzteres nngrammati-

kaliscli, da den Artikel hahen müsste. Die Motivirung mit der Ungesundheit der Gegend ist hinfallig; davon linden wir weder eine Überlieferung, noch ist beute ilieser Distrikt als uugesund verrufen : eber das öegentheil. Hteckte ausser-

dem das Wort oyi (Tod) in dem Namen, so wiirde der Diphthong au, wie es auch in der lebenden Sprache gescbieht, sich wohl zu ö abflachen, doch nie in u wandeln können. Au Ort und Stelle, au der Küste, in Aden, sagt man jedoch überall uur Hadraimit, mit langem u, daher in dem Namen wolil andere Beslandtheile entbalten sein müssen. Nun be-

deutet aber (lladar) und (Iliuüra) „die Eegiou

der Sliidle und ties liebauten Landesquot; iiu Gegensatz zur

II)

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Sclichr.

(üftiliya), „den Distrikten der Wüste und der Weidenquot;. Das angeliüngte Ahm haben wir als die Mimation, an Klelle der s|iater gebriiucliliclien Nuinit-ion zu helraclilen, das scliliessende ut als die dein hebraisehen analoge Abstraktbildung, vielleiclit einfach Femininal-Endung. Das Mlm bat sicli dein Worte wobl Iridizeitig fest angefiigt; dass aber ilie Endung ut weder wurzelhaft, noch an das Mnn gebunden ist, ergiebt sich

zur Genüge aus der Bildung des Nomen relativi, (ïïadrami), das beide von einander reissl. Somit biitte Ha-

dramüt ungefilhr die gleiche Bedeutung wie , nnr im Sinne einer bestimmten Oultur-Region par excellence.

Will man diesem Uinnenlande Hadramut eine Kiiste, ge-wissermassen einen outlet, geben, so liesse sich als soldier etwa derjenige Theil des Seeufers bezeiclinen, der sich z^vi-schen dem 49.—51. Grade östliclier Liinge von Greenwich eratreckt, und dessen wichtigste Stiidte lie rum, Fiiwa, Ala-kalla, Schehr, llarai, Kosaicar sich gegenwiirtig in den Handen des Geschlechts der Kacai(i's befindeu, die znglcich mehrere ansehnliche I'liit/.e des Innern besitzen, vor Allen Bchibiim, die bedeutendste Stadt des eigent lichen Hadramut, so dass hierdnrch, wenn auch vorliiufig kein kompaktes Herrschaftsgebiet, doch wenigstens ein politischer Zusam-monhang dieses Kiistenstrichs nut dem innern Hadramut geschaffen ist.

Die Kacaiti's geboren den Vafe'i-Stiimmen an, die ihre Wohusitze in dem Gebirgslande nordlich von Aden haben. 8ie bedienten sich ihrer Landsleute, die sie in Sold nahmen, um der in Hadramut herrschenden Familie dor Kathiri's, in deren Diensten sie früber standen, einen Theil ibres Besitzes abzujagen, und gehen offenbar darauf aus, sie ganz zu ver-driingen, vvobei ihnen ihr lleiehtbum und die Gunst England's hilt'rcicb zur Seite stehen. Die Ivatbiri's sind selbst nnr Eindringlinge in Hadramut; sie sollen, wie mir als Geschichle mitgetheilt wurde, mit etwa 10,000 Mann der vcrscliiedenou liamdani Sliimine, denen sic sclbsl angehören , um das .labr SlOO d. 11. (M'.Mi unter Sultan Bedr bin Tuwêrik

1 I

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Scliehi'.

el Kathiri aua der Gegend vou Sanac gekommen sein und die Lander bis Dlmt'ur von deren bisherigem Besitzer, dein Suil an der Beni Ghasiin, eAmir cAbd el WehÉb el Qliasamp;ni erobert liaben, zuerst die J'Hitzo des Iimern, mit llinen (auch lliinen gesprochen) beginnend, spiiter auch das Litorale. Dieses wurde dein 8ohne des Eroberers; Ahmed bin 15o(lr, nach nur zelinjahriger Eegierung von tien Portugiesen ent-rissen, welclie die ganze Küste von Aden bis Maakat be-setzten, und an deren vormalige Herrscliaft die noch vor-handenen Keste ibrer Burgen erinnern, die das Volk als llusun el Frengi oder el Kalir bezeichnet.

Die Portugiesen wurden nach 35 Jahreu ihres Besitzes von den Kahtan-llainlr-Stiiiuinen bekriegt und vertrieben. Der Versuch, das Verlorne wiederzugewinnen, schlug fehl, und eine Flotte von 2Ü Scbiffen, mit zahlreicheu Soldaten bemannt, tlie sie zu uiesem Zwecke gesandt batten, ging in einem schweren Orkan vollstandig unter.

Bei den Kahtan-llamir blieb das Land £35 Jahre; dann eroberte es von ihnen Mohammed bin Ahmed bin cAmir bin cAlid el Webi'ib el ïïainyari mit den Hamlr-Stammen, doch nur die Küste. Dein Namen nach baben wir es hier mit einem Nachkommen des von den Kathiri's vertriebenen Gha-saniden zu thun, der :iber jelzt el ïïainyari heisst. Danach scheinen die Gljasani den ïïimyarischen Stammen zuzugehü-ren. Die ïïadramuter sprechen übrigens nie und verstehen kaum llimyar; sie sagen Hamir und ïïamyür, ersteres oli'en-ijar aus letzterem zusammenirezoffen.

O O

Die Nachfolger des letzten Eroberers waren Ahmed bin Mohammed und nach ihm Abdallah bin Ahmed. Von diesem soil iü.'35 d. 11. (1025) Isa bin Bedr die Küsle von Berüm bis Kosaicar genommen, sie aber schon nach 5—(5 Jahren an die Vat'ecis wieder verloren haben, von denen dann in jeder Orfschafi einer ibrer Schêchs regierte. Elwa 40 Jahre spiiter eroberte der Kathiri Ghalib bin Mahsin bin Ahmed bin liedr das innere lladramüt, wiilirend sich JS'agi bin cAmr bin Berek, von den llamir-Stammen , die Hafenstiidte, also aucli Schehr aneignete.

In das Jabr 1035 d. IJ. fiillt auch die Grüadung Ma-

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Schelii'.

kalia's (lurch Ahmed bin Módjhom el Keaadi, einen Vaf'eci, der Bicli ofl'enbar unter den Eindringlingeu dieses Stammes befand, die Isa bin Bedr zur Unterstül/.ung seiner Unterneh-mung gegen die Küste herbeiliolte. Wenn es beisst, die Yale i batten Isa nach Kurzem wieder verdrtingl, so bedeniet das wobl, dass sie ibn spiiter bei 8eile scboben, und ilire Anführer das Land unter sicb vertbeilten.

Die Herrschaft der Herék erstreckte sicb nicht anf Makalla, das vielmehr den Kesadis verblieb. 15is in ilie neueste Zoit regierten beide Dynastien, anscheinend stets in grösserer oder geringerer Abliangigkeit von den umwohnenden Bedui-nen. Zuerst verloren die Berék die Herrschaft, als Sultan Qbrilib bin Mahsin el Kathiri si(;li ijn Jabre 1283 d. 11.(1806) Schehr anoignete, und den letzten der Borök, Ali bin Nagi, vertrieb, der sich daim nacli Laheg wandte, wo er, angeblich 120 .lalu-e alt, starb.

Der Kathiri sollte sich jedoch seines Besitzes uur 6 Monate erlreuen. Die Kacaitis waren inzwischen aut' den Plan getreten, batten alimiilig Macht erlangt, und wichtige Platze des Innern von den Katbiris erobert. Jelzt verband sich 'Amr bin Audh el Kacaiti mit dem Neqib Selfih bin Mohammed el Kesfidi von Makalla gegen Schehr, das sie Ende des Jahres 1283 d. H. (18G7) einnahmen, und das nun in den Besilz des Ka aiti überging.

Die liivalitat, die schon immer zwischen Makalla und Schehr geberrscbl halte, hrach unter den Nachfolgorn der IVüberen Verbündeten in offene Zwistigkeiten aus. Der Er-oberer von Schehr, Audh, batte sich nach Heiderabad zu-rückgezogen, wo er schon vorher in der Arabischen Legion des \iziiin den keineswegs hoben Rang eines Djem'adar's eingenommen batte, ilen er mul seine Nachlblger als llerr-schertitel führen. In Indien batte er auch durch Land- und Qeldwucher sein grosses Vermogen zusammengescharrt, das wobl mehr zu seinen Erfolgen beitrug, als seine militarische Tücbtigkeit und Tapferkeil. In Sclnd.ir i'egierle uacii seinem Forlgehen oin Enkel, der Djem adar Abdallah bin cAmr bin Audh, in Makalla war der Sobn des Selab, Neqib cAmr, zur Regierung gelangt. Finanzielle Fragen, veranlasst durch

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Scholn'.

die Rückforderung eine.-* bedeutendeu Darlehns, welfdies die Djem'adare dein Ne(|ïl) gewiihrt liuilen, kamen zu unlieb.samer Erörtei'iing. Dor Neqib weigerte sicli zu zalilen, besass wobl iiucb Nichtri, nnd ein Krieg bracli aus, der zu Wasser und zu Lande geführt wurde, in dein aber die Kacaitis trotz ihrer bedeutendeu Mittel keine Erfolge erzielt hai)en können, deun sie steilten sieli unter den Schutz Englands, das nun eine Vennittlung versnchte, die aber der Neqtb trotzig zu-rückwies. Ein engliscbes Kriegascbiff brachte iim zur Über-gabe, und er wanderte mil seinem ganzen Hofstaate und Harem, der niciit klein gewesen sein soil, nach Zanzibar aus, wo er noch lebt. Die KacaUi8 aber konnten sicb jetzi, Makalla mübelos aneignen, und nabmen bald audi Berfim dazu, das durch seinen Haten wichtig ist, der auch zur Zeil des Südwest-Monsuns den Scliillen eine sicbere Zuflucht bietet. Die Besitznahme Makalla's d urcb die Ivaaitis or Col ff te

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im Jabre 129'J d. H. (1881). Einmal die Hauptstiidte in Liauden, tiel es ihuen niciit schwer, sicli auch der kleineren Küstenjihltze zu bemachtigen, die sie durch Qouverneure verwalten lassen. Von berrschenden Alitffliedern der Familie,

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alle den Titel Djemcadar fülirend, sind mir vier bekannt, die sich in die Regierung der verschiedenen Pliitze der Küste und des Innern getlieiit baben. Ub iiire Besitzuiigen unter einbeitlicher Leitung steben, baba ich nicht erfahren; jeden-t'alls erscheint es mir nicht ausgesclilossen, dass sie sich einmal gegen einander keliren. Vor Europiliscben Invasionen sind sie gesichert, seitdem England sie, das heisst ibre Küste, unter seine geriiumigen Fittiche genommen bat, wot'ür os ilmen aus reiner Menscbenliebe noch Geld zuzalilt.

Der Horrscber von Schehr, dossen Hekanntschaft ich go-macht, war der Djemcadar Husein bin Abdallah bin cAmr bin Audh el Kacaiti. tScin Macbtbereich uint'asst uur die Stadt selbst, die er gegen die umwobnenden llamumis sorg-sam zu büten bat, auch wenn er, wie gegenwiirtig, in t'ried-lichen Beziehungen mit ilmen stoht. Er ist daher genöthigt, eine ansobnlicbe Truppenmacbt zu unterhalten, die vornehm-iicb aus Valets, seinen Stammesgenossen, und aus Sklaven bestebt, etwa in Starke von 1UÜU Mann. Auch ist dio

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Scliolir.

Maner, welche (ho Stadt uing'iel)t,, iiocli besonders gesirliert

(lurch viereckifre Wachtthiirme, Kni's, (o^ pi. o'Jr1), meisl

gt; 1 gt;

ans Lehm errichtel, dio in regelmti.s.sigen Zwisidienraumen liii\-

eing'obaul sind, sowie durcli eitüge kleine runde Forts (Nüba, )

\j»j), zur Armirung mit Kauoneu bestimmt. Die feslungs-artigeu StadUhore (iSidda — s„v.av) werden Nachts geschlossen, und au deren Innenseite isl ia einem arkadenartigen Aubau eine Soldatenwacbe (Kiscbari — ') stiindig unterge-

bracht, die jeder Eiu- mid Ausgebende zu passiren hat.

Das mir angewiesene llaus, oder vielniehr meine Wobnuug darin, erwies sich als nicht so geriiuinig, wie dies nach dem iiussern Anscbein zu erwarten war. Die Treppe fübrt nach dem durch eine Thür abgescblossenen Vortiur (Sath der rechts aul' den schmalen dreifenstrigen Wobn-rauiii, geradezu auf einen oflenen Hof ausgeht, den man uacli der Seite der llausfront, also in der Flucht des VVobn-zinuners, zum Tbeil überdacht und mit Fenstern nach der Strasse versoben bat. Dieses luftige, zugleich vor der Sonne geschützte Stück des llof's dient als Empfangsziiumer, Medjlis, und wird amdi Mirwah (etwa Lul'ti'aum) genannt. Gegeniiber, binter einer mil Tbür versebenen Lelimwand, liegl die scbmale Kü(die und die Waschraume, auch der Backofen, Tinnar

(;Laj) , in Form eines ausgeböblten Baumstutnpfs aus Lebm

errichtet. Die Kocbvorrichtung ist sehr einfach: niedrige Lebmstützen, zwisciien die die Tüpfe gestellt werden. Zur Feuerung dient Sammelbolz, das lieduinen oder arme Stadt-

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1

Dus Wort LvvJ eikliirte miin mir mit (WalTen-

hans der Soklfttcn); in Torlm nanuto abor moin Wirth dio Aikadon seines Molos obenfalls Kischnri, so dass das Wort otl'onbar nnr die Hauart bezoichnot.

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Schehi'.

bewohuer aua dem Qebirge holen, auch trockne Palmzweigo, Gusam , die aui' dem Markte verkauft werden. Dort

win! auch Wasser ia Schlauchen feilgeboten, gewöhnlicii von armen geschiedenen Weibern, deren es eine Unzahl giebt, und die aus den vor den Thoren gelegenen Brunnen schöpfen.

Das unreine Wasser liiesst durch liölzerne Ablaufrinnen nach aussen ab ; der sonstige Unratb fallt in einen Schacht, der nach der Strasse offen ist, und au.s dem die Abgange oft genug in's Freie stroben. Doch führen diese Abztige ge-wöhnlieb nicht aut' die Hauptstrasse hinaus, sondern nach den Gtlssclien, welche die einzelnen Hiiuser von einander trennen.

An main Wohnzimmer schliesst sich noch eine Art Kam-mer, die keine eigentlichen Fenster, sondern nur viereckige Lut'tlöcher von etwa einem Quadratfnss Grosse aufweist. Der-gleichen Ijositzt auch mein Salon noch oberhalb der Fenster, die sicli nur wenig über dem Fussboden erheben und ausser einfachen Laden noch geschnitzte Umrahrnungen 'nesitzen, die einem nicht zu dicken Kopfo das Hinausbiegen gestalten. Die in braunen und weissen Streifen getiinchte Zimmerdecke hesteht aus verbundenen J'almzweigrippen, Djeréd (Aj,:gt;) , mit einigen massig starken hölzernen Querbalken, Akbal (Jwjsl), unterlegt, die auf Holzpfeilern, Sëhm ruhen,

deren Kapitiile, einfuche Klotze, merkwürdigei-weise den Namen Këbesch (Widder) führen. Wiinde und l^ussboden siud mit Gips überzogen, und spitzbogige Nischen in den Wanden angebracht, auch ein verschliessbares Wandspindchen, dessen hiibsch geschnitzte Einfassung aus indischem Tekholz gefer-tigt ist; das gleiche IIolz ist auch fïïr die Thüren verwendet. Das llausthor jillegt bei grosseren Iliiusern zweiflügelig zu sein, mit einer in der Mitte eingelassenen niedrigen Ein-gangspforte, durch die man, nachdem der vorgelegte Riegel von der Wohnuug aus durch einen damit verbundenen Strick,

Qhiilaq (vJüLt), zurückgezogen ist, über die selir hohe Schwelle, Mcrdem, das Haus betritt. i3ei Wohlhabenden sind Koranspriiclie in erhabener, hiibsch verschlungener Schrift in

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Scliohr.

die Hausihür eingescluütten. Man meUlet seino Amvesenlieit durch Ansclilagen oines eisei-nen Tluirklopfers, gewöhnlich in Form eine.s Hinges. Alle Thiirschlösser, Qelfuia ,

sind aus llolz: ein gosciinitztes Hülzsliick, der Ilnhe nach angebracht, in das ein hollies Queriiolz eingelassen ist; in dieses passt der hülzerne SolilÜBsel, Gelid , an dem

sich kleine Pflockohen befinden, welche in die im innern des Scblosses vorliandenen Lö(dier eingreifen,

Meinem Hause gegenüber liegt eine scliniucklose Moschee, neben der sicli, wuhl die l'roinme SUftung eines Qlaubigen, etwa ein Duizend Dattelpalmen ans einem mil grüner Pflan-zendecke iiberzogenen Teicb erbeben , den das von den Wa-schungen der Iteler ablliessende Wasser nabrt. Dieses beschafft ein Brunnen, aus dom es in Scblaucben dnreh Ücbsen ber-aufgezogen wird, die man eine scbiefe Ebene binabtreibt, bis der Srlilaucli die Höhe erreicht bat, in der er, durcb eine angebracbte Vorricbtung, sich selbst in ein Einnsal ent-leerl. Das stagnirende Wasser aher ist der lïrüloi't zablloser Muskitos, die, neben anderem Ungcziefer, eine nnertraglicbe Plage Scbehr's bilden und mir, dem sie aus erster Hand zukamen, die Rulie der Nücbte vollsliindig raubten. In Scbebr, sonst nirgends, sab icb die iMoschce aucli von AVei-bern besucbt, (ïïr die Eingang und Betort natürlicli getrennt sind. Es war mir immer ein eigentbümlicber Anblick, wenn icli zu don Gebetsstmuien von allen Seiten die sorgfallig verscbleierton und vormuuiinton Gestallen berbeiflaltern sab , die os keinoswegs genirto, dass aus dom den ganzen Ivürper umbüllonden indigo- odor feuerf'arbenen Tucbo, unter dem ein seiir knrzer Kittel sicbtbar wurdo, beim Geben die kriiftigen nackten Beine ziemlicli weit ziun Vorscliein kamen.

Als Frengi war iob selbstverslündlicb Arzt, und main Ilaus ward bald zum Sammelplatz aller Krankon, die von moinor Kunst Heilung ibrer ot'l langjiibrigen Gebrecben erwartoten. Alle Stande waren vertreten, und der Strom der Besuclier lioss unaufhörlich zu und ab. Dann und wann meldete mir main Diener mit geheimnissvollem Wispern ein Weib, das icb dann aliseits unter den ihrom Gescblecht gebüb^enden lUicksichten ampfing. Dadurcb erwarb icb mir ganz besonderes

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Schohi'.

Verlrauen, mul meine Praxis überwaltigte mich fast, so class icli quot;'ezwiingeii war, sic? auf gewisse Stunden zu beschranken. Demi man klopfte mich oft in frühester Morgendiimmerung schon he raus, mul Nachts (iel es vielleicht einem ziirtlichen Elieinanne noch ein, mich zu bitten, ihm nach seinem Ilause zu folgen, wo er fiir seine bessere Hiilfte meines üeistands begehrte. Mit iirztlicher ïïülfe ist es hier allerdings schwach beatellt. Unter den iiblichen lleilmitteln nimmt das iironnen mit glühendem Eisen, Ivai, die erste Ktelle ein j und man ist damit bei allen Krankheiten unci Schmerzen, inneren und iiusseren, selbst bei Kindern im zartesten Alter, ohne Weiteres zur Hand, so class man kaum einen Menschen ohne die davon berruhrenden Brandinale zu sehen bekommt. Audi die Blutentziehung ist hiiufig und wird durcb zahlreiche Einachnitte mit dem Rasirmesser bewirkt. Ausserdem giebt es im Bazar vielerlei Arzneien und Droguen zu kaufen, unter denen ich Kiimmel, Mohn , englisches Qevviirz, Zucker-kant, Süssliolz und andere gute Bekannte (and. die bei una proCanen Genusszwecken dienen. Ich kaufte Einiges von diesen Dingen und liess mir Namen und Verwendung sagen. Die meisten waren gegen Leibschmerz; doch landen sich audi Milted gegen i'iebcr (Werd), inneren Brand (Ijenira), Schlan-genbiss, und eines sogar gegen den Djinn vor, das Gbala lieisst und, gemeinsam mit der Schale des Knoblauchs geriiu-chert, den bösen Geist sicher verjagen soil.

Der Krankheiten, die mir vorkamen, waren vieie, dar-unter recht civilisirte. Innere Schmerzen nannte man fast immer [{ib, beim Leibe audi cUsara, ohne indess die Art der Empfindung genauer bezeichnen zu können. Ungemein zahlreich waren eiternde Wunden und fressende Geschwüre vertreten, die sich in Folge dauernder Vernachliissigung und Unreinliclikeit oft in schreckenerregendem Zustande befanden, manchmal ganze Glieder vereitert, was die Leute mit grosser Ergebung trugen, unci wogegen sie nnr „ein wenig Arznei' vei'langten. Von einer einigermassen sachgemassen Bebandlung bat man keinen Begriflf; zu Seife, selbst zu Wasser, fehlt ea müat an Geld. Man iiberschmiert «lie \\ unde gewölinlich nui' mit Myrrhen (Murr) oder einem anderen landesiiblichen

is

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Scl I dir.

Medikametit, bis sich Hcliliesslich eino vollstiindige Sclimulz-kruste gebildet bat, unter der sie sieh tiach Belieben aus-dehnen kann. — lltiufig1 waren ferner Fieber, meist intermit-tirende, starke Kniegesebwulste und andauernder balbseitiger Kopfschmerz, gewöbnlicb mifc starker Augenentzündung und nacbfolgender Erblindung verblinden. Selbstverstandlich er-warteten zablreicbe Blinde vun mir die Herstellung ibrea Augenlichts, und icb musste sie mit dem Qrundsatz ihrer eigenen Religion trosten, dass ihr Loos ibnen von Allah be-stimmt sei. Die Sehkraft der Augen erlisebt bier friib, wobl unter dem Einfluss der blendenden Sonne, und der uraprüng-licb fast schwarze Augapfel bleicbt allmiilig aus und unter-scbeidet sicli scbliesslicb uur wenig vom Weissen des Auges.

Obgleicli man nur brauue Augen sieht, glaubte icb docb, und zwar in alien von mir durchreisten Gegenden, zweierlei Art unterscbeiden zu können, deren Verscbiedenbeit mir be-sonders bei den Weibern auffiel und als ein etbnologiscbes Merkmal beacbtenswertb erscbien: ein scbones grosses, fast rundes Auge, mit rebfarbenem Augapfel, nicbt besonders glanzend, sebr sauft im Ausdruck; dann eine Art Augen, bei der aus scbmalem Scblitz ein fast scbwarzer Augenstern in funkelndem unstiitem Feuer bervorstrablt. Heide Typen sind echt südarabisch; doch möcbte ich letzteren mebr der beduiniscbeu, ersteren vorzugsweise der stadtiscben Bevid-kerung zuscbreiben, in welcber Annabme mich, trotz der vielfacben \ermiscbung beider, die begleitenden Unterachiede in der Hautfarbe, die bei den Beduinen durcbgiingig sebr dunkel ist, noch bestarken.

Den grossen Miihen, die mit meiner umfangreicben iirzt-licben Praxis verkuüpft waren, unterzog icb mich hauptstich-lich in der Erwartung, mir dadurch Freunde und Förderer meiner Plane zu gewinnen. Über diese batte icb mich in (Jbereinstimmung mit den mitgebrachten Empfehlungen zu-niicbst dabiu ausgesprochen, dass ich eino Öchiffsgelegenheit nach Söbut auche, wo icb die Mahra-Sprache erlernen wolle; erst spiiter liess icb, wie zufallig, verlauten, ich zoge eigentlicb den Landweg durch Hadramut und das Wadi Masile vor, auf dem ja wobl Sëbut auch erreichbar aei.

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Sclu'lir.

Keiiier diesor beiden l'liine begegnete liervorrageiidem Kntliu-siusmus. Zwar soi Schut eiu' ansehuliches Bender1)) doch genös.sen die dort herrsclienden Beduinen eines selir sciilimmen Uut'es. Bedu ist bei den Stildtern überdies die Bezeichming l'ür einen rohen, ungebildeten Menschen, wie bei uns „Bauerquot;, nur mil eineiu Beigesciimack von Furcht verknüpft. Meinem Diener Kaid, dein es ohnehin bei mir nielit gefiel, brachte man über Öëhut die beiingstigendsten Vorstellungen bei, so dass er von mir verlangte, icii solle stall dessen nach Makalla gehen. Da ich seinen Wiinscben natürlicli nicht willfahrte, enllief' er mir; docli war icb deshalb nicht verlassen, da ich ibm von Anfang an einen sladtknndigen Genossen von Sewrihil-Abslanimung beigegeben hatte, den ich aber auch bald entlassen musste. Dem Deserteur ge-stattele man iibrigens die Abreise nicht olme meine schril't-liche Erlaubniss, die ich erst ertheilte, nachdem er vor /.ablreichen Zeugen „Tubequot; gesagt, das heisst, die Reue über sein schleehtes Betragen ausgesprochen hatte.

Die AusCührung meiner Absichl aber auf dem Landwege ward für vollkommen umnüglicb erklürt, besonders wegen der (Jefahren, denen ich seiiens der Beduinen ausgeselzt soi. Trotzdem der Djemcadar im Friedenszustande mil ihnen lebe , biess es. Hessen sie sich in ihren rauberischeu Neigungen ausserhalb der Stadt keineswegs storen und wiiren selbst dann nicht zuverliissig, weim man ihren Schutz erkaufen wiirde: vielleicht, dass mir der Djenicadar eine grössere iSoldateu-Eskorte mitgiibe. Über diesen Punkt liess ich mich unter der Hand durch eineu im untern Stockwerk meines Hauses wohnenden Iverani 2) des Dole3), Namens Abdul Chaliq, erkundigen, der mir gegen angemessenes Trinkgeld sclion einige Gefalligkeiten erwiesen hatte, und dem ich bei Erfullung meines \\ unsches ein ansehuliches Bacbscblsch in Aussichl steilte. Der durch ihn vermittelte Bescheid lautete

1

liumlor = Scestndl; die Bezoichnung für Landstadt ist duiohgiingig Béled , für das t'asl immer dio Pluialform Bil/ld gebraucht wird.

2

Wie Kntib, Schrcibor.

3

!i) Regicrung, womit hier stcta die Person des Regenten gemcint ist, nach dem Grnnd»at/-: J/t-tat e'ost mui.

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Scholu'

aber, (lor Djem'ailar müsse mir gerade mis Freundscliafl den Eintritt in's Innere verweliren, denn meine Siclierheit, füi' die er verantwortlicli sei, wiire dort aul 's Ansserste gefalirdet.

Mit der Freundschaft des DJem'ftdar's war es wolil nicht weit lier: das sah ich an dem lienelunen aller meiner lie-kannten, die trotz der Bemühungen und Aufmerksamkeiten, dureh die ich mir ihr Vertrauen /,u erwerhen dachte, ilire Zurückhaltung nicht aufgaben. Einen aufricbtigen Frennd batte ich mir an dom frommen, selir angesehenen alten Scbech Ahmed Baghmiyan ans Scliibam gewonnen, der mir manche Andeutiing über ineinc Missliebigkeit „höheren Orts machte und inich ausserdem biiufig über die Grundsatze der cbristlichen Religion befragte, die er selir scbön fand, und denen er die Blütbe der Frengi-Lander znschrieb, in der Annabme, durch sie giibe es dort weder Tyrannei noch Ar-muth. ilie Grundleiden des Orients; natürlicli bestiirkte icb ih'n in einer für una so vortheilbaften Meinung. Dabei war er vorsichtig. Wenn ich ihn besucbte, oder er micb, so ffp,schab dies stets nnter dem Vorwande von Kranklieit oder Gescbaften, und es war ot'l ergut/lich, wenn er wiihrend unserer Unterhaltung in seinem Hause, bei geschloasener Thür, pldtzlich eine laule gesebilftliclie Bemerkung hinwarf, welche für die Aussenstehenden berecbnet war, die etwa lauschen mochten.

Wie kompromittirend meine Qesellschaft sein musste, sah ich am besten an den Askeris, deren sicb stets cine Anzabl bei mir aufhielt. Gewohnlich begleitete micb der eine oder andere bei meinen Ausgangen, was mir angenebm war, da sie micb besser vor der' Zudringlicbkeit des Fublikums /.u scbützen vermochten, als mein üiener. Hire Bemübnng bracbte ibnen immer ein kleines BachscliTsch ein; daber stritten sic sicb fast um den Vorzug, mir in dieser Art zu dienen. Kamen wir nnn bei unseren Wanderungen in die Niibe des Djem'adar-Palastes, so batte der Eine idiHzlich mit einem Hekannten zu sprecben, der Andere Jemanden in der Niibe zu besucben , knrz, sie li essen micb allein, um nicht mögli-cherweise vom Djem adar mil mir gesehen /.u werden , denn

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Schel u'.

nie fürcbteten in tliesein Falie das geringe (leliall (Meschaharo) zu verlieren, auf das die meisten in Ermangelung eigenen Vermogens odor sonsügen Erwerbes angowiesen sincl. Aller-dings giebt es hier, wie im Innern, aueh wohlhabende Soldatenl'amilien nnd Slanunesluiupter der Ya(ocis mit ansehn-lichem Mauser- und Landbesitz und eigenem Anhang, dein Djem'adar im Eange kanm nachslehend, den sie audi nicht als ihren Herrscher, sondern als Abu, den Primus inter pares, betrachten.

Meine Wanderungen in der Stadt unternahm ich gewöhn-lich am Nachmittage , wenn das Asr-Gebet vorüber war. Die vorgeschriebenen Gebete werden hier pünktlich verrichtet, sogar, wie schon erwahnt, von den Kranen, zu deren mora-lischer Hebung diese Übung kanm beitrilgt. Die Moscheen sind unansehnlich: ]gt;ei dieser und jeuer einige Palmen in einer lliibasa (Bewiisserungsteich). Die unhedeutenden Minarets sehen verwahrlost aus; eines nabe dem Meere, in dor be-kannten Leuchterform, hiitle einen gewissen Anspruch ant Berühmtheit, deun es hiingt weit raehr auf die Seite, als selbst der schrage Thurm von Pisa. liei mehreren Aloscheon betinden sich grosse Begriibnissfelder uiul zahlreiche überkup-pelte Weli-(Keiligen-)Grüber, eiust mit Sorgfalt errichlet und sauber geweisst, dann aber, wie Alles bier, dem Verfall überlassen. Und das Bihl der Vergiinglichkeit begeguet uns überall; mitten in dem Gemisch unordentlich durcheinander-geworfener grosser und kleiner Hiiuser und Hiitten, alle aus Lehmziegeln erriiditet und nur ausnahmsweise mit Kalkbewurf, lagern zahlreicli die Ruinen verlassener Wohnstiilten, die allmiilig in ibre ursprünglichen Bestandtheile zerfallen. Nach der Landseite, inuerhalb iles Stadtgebiets, liegt ein grosser viereckiger, mit Lehmmauer umgoheuer Meidan, mit den vergebenden Resten einos ansehnlichen, vom Djemcadar cAmr erbauten Hüsn'a bestreut. Dor Platz heisst Bagh (Garten); oh der einzelne Baumkrüppel dort ein überlebender Zeuge früherer Anlagen ist?

Obschon dio iStadt einen betrachtlichen üaum einnimmt, glaube ich kaum, dass ihre Einwohnorzahl, mit Einschluss iler Soldaten, (5000 überstoigt. Die Bevölkerung ist vorzugs-

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bchcl.il'.

weise gewerbtliiitig. Aul' primitiven Wsbstülilen, ilie elwas vertieft im Erdhoden angebracht siud, werden aus dein vor-gefiirbten Bainnwollengarn die bunten biibscli gemuaterten Lendentücher gearbeitet, die liauptsaclilich von den feoldalen get,ragen werden. Weisse Bauuiwollstofie werden hingegen ineist aus Indien eingeführt, aber an ürt und htelle vielfacb rait Indigo, auch init Krapp, geiarbt. Die fechmiede verrichten ihre Arbeit auf üffentlichen Platzen unci verfertigen alle Arten Wallen, vor Allen die landliiuligen starken Messer, die dem Araber unentbelirlicb siiul; die Messer von Scliehr baben einen besonders guten Namen. Der Wlberarbeiter giei)t es viele, und sie linden reiclilich Heschiifiigung dureh die Verzierung der Wallen mit fSilber, wie durcli die \\eil)er, die es lieben, das Vermogen ihrer Manner in Silberschmuek an/.ulegen; auch die Kinder, sell)st die kleinsten, werden mit Hilber behiingt , wensohon die Armutli sonst ^ross ist. Man siebl oft kleine Madeben, welche in jedem Ohr etwa ein Duizend grosser Silberringe tragen, die durcli ibr Gewicht die Ohrmuscliel zu einem unfiirmigen Lappen verzerren. Nasenringa sind viell'ach iu Gebraucli, kleiner und breiler als die indischen, mit einer eingelüinglen münzenar-tigen, manebmal vergoldeten Verzierung. Die.Arbeiten sind durchsclmittlicli plurap und wenig gescbmackvoll; sie werden nacb dem Gewicht der verwendeten liupion oder 1 hnlei tinter Zuschlag eines bestimmten Arbeitslolius berechuel. Kunstvollere Arbeiten, namentlich Waffengriffe, kommen vielfacb aus Indien. Die Silberarbeiter und Schmiede Btehen in socialer Ilinsicht keinem Slaude nacb, wiilirend in anderen Gegenden Südarabiens die liart bedrückten Judeu die ausschliesslichen Melallarbeiter sind, .Inden aber werden hier nicht geduldet, weder an der Küste, noch im Innern, und von Nicht-Mnhammedanern sind es nur indische Banianen, denen man in einigen Küstenorten begegnet.

Der Bazar von Schehr ist nicht ganz nnbedeutend. Man lindet dort bunle Katlune und andere Erzeugnisse Europaischen Lfrsprungs, wie Beife, 1 jichte und Eisen zen g, ferner indische Baumwollen- und Seidenstoffe. Petroleum und schwedische Streichhölzer sind vollstiindig heimisch. Ansser einheimiscber

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Scliehi'

l'ressdatlel selir müssigvr Quiilitat siiul Reis, Tfcitin (Durru, Andropogon sorghum), Wei zen, wie audi von Bombay importirtes grobes Wei/.eimiehl, Kafl'ee aus V;'itica, nur in der llülso, uiul Tabak die wichtigsten Waaren, die bier feilgeboien werden. Ziegen- und Scbaltteiscb, das auf ofl'enem Markt verkaui't wird, ist verhallnissuüissig (beuer; die Ilaupt-nabrung bilden Fiscbe, die ungemein billig und vou vielerlei Art siiui. Der 'Aid iAa£i, ein kleiner sardinenartiger Fiscb, wird in solehen Unmassen gefangon, dass der IJberschuss davon als Dünger für den Tabak und zur Tliranfabrikation Verwendung linde!. Von grossor Bedeutung ist der gesalzene und gedörrte Haifiscb, Lacbum ') genannt, der einen wichti-gen Handelsartikel für's Innere bildet und den Beduinen und Binnenstadlern zugleieb das Fleiscli ersetzen muss, das nur Wenigen erreiebbar ist. Ilülmer und Kier sind selir wobK'eil; aber man findet sie gewiibnlieb nicht auf dem Markt, sondern muss sie in den Uiiiisern suclien. Von frischen öemüsen land icli ungefahr dieselben wie in Aden : Dingal (Jw-sUoj1), Bami2), Knoblauch, Zwiebel, Kiirbisse und kleine weisse Eettiche, von denen das Griine lieber gegessen wird, als die Wur/.el 3).

Das bier coursireiule Geld ist die englisch-indiscbe Rn pie und ibre 1 nlerabtheilungen. Das 2-ana-Ptiick lieisst llarf (o,gt;), das 4-ana-Stück Ugiye (\*5SI), der Bësa Cbumsïye jd. Chemasi. Die Recbnungswabrung für den grosseren Ver-kehr und die Beduinen ist der Maria-Theresia-Thaler, Girscb (iA's), Jer nominell in Halbe, Viertel, Achtel und balbe

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1

Für Badingfln (Solnnum melongenn).

2

Abel moschus esculentes.

3

Der Uettig heisst Ba gal , seine Wurzel Dirs pl. Durhs, ebenso wie „Zahnquot;. Die Backzilhne nennt mnn hier Miilhan sintr :

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Schelu

Aclitel getlioill wird, die, weil nicht ausgepragt, clurcjh das kuranle Gleld begliüheu werden nuis.sen. Der Werth des Girsch ist veründerlicli, zn meiner Zeit galt er el was iiber zwei liupien 1).

Die Bevölkerung von Schehr ist nur zum geringen Tiieile stadtgeboren; der grösste Zu/.ug kommt a us den Studiën des Innern, wie ioh inicii bei meinen Patienten überzeugen konnle, deren Qeburtsort icli regelmassig erl'ragle. li ierbei machte ieh die, uieine schon ausges|)roc]iene Annabnie be-Bfiitigende W'uhrneliinung, dass diejenigen, wclche sicli als Hadramuter bezeichneten, stets einer der im grossen Wadi belegenen Ortschal'len, wie Scbibam , El Qaln, Ghurf'a, Bór u. s. w. entstammten, wonach also Schehr bei ihnen nicht zu Hadramilt ziiblle, trotz der vielseitigen Beziehungen, durch die sie damit verblinden waren.

Schehr besitzt einige recht wohlhabende Qrosskautleute, deren auswiirtige Beziehungen sich besonders auf' die Indische Malabarküste und Ostafrika, zur Zeil, der Dattelernte auch Basra, erstrecken, und die ibre Geschiif'te durch eiu'ene

77 O

Sambuken betreiben. Der Binnenhandel bewegt sich in sehr iinbedeutenden Verbaltuisseu nuter Vermittlung der Bedviinen , denen die Stellung der Kameele und IJbernahme des Scbutzes für Menschen und Waaren schon von Alters her erhebliche Einnahmen schafTt.

Die bei Schehr hausemlen Beduinen, deren Machtgebiet sich ziemlich weit ia's Innere erstreckl , gelmren, wie schon erwtihnt, den Ijamnnü-Stümmen an, die in zablreiche Unter-abtheilungen zerfallen. Die wichtigste ist der Stamm der Bet ^Vli, deren Sultan Salemln bin Hasan bin Minah inich besnchte, urn inir sein Geleit nach Sëhut zu Lande, aber Kings das Meeres, fiir 100 Thaler anzubieten. Zuniichst war die Forderung viel zu hoch, und die Ausbeute, die ich mir

1

Dcr Namo fiir Gold im Allgomcinon ist hior Bugésch oin Wort,

dus ich nicht ab/uloiton wciss, cs soi dcnn vom llohriiischcn . suchen,

fordorn, vorlungcn. Jioi den Hoduincn kommt dor Nftino Bugschan vor, in Bodeutung clwa dor Golordorto, (icwiinscbto, ungofiihr gloich

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Scliehi1.

aul' iliesem Wege vorsjirechon durfte, unverliiilfnissmassig goring. Dann aber geniesst Saletnïn eines selir bösen Kufs, und man orziihlte mir vmi seinen zahlreichen Mordthaten uiul Kiuibei'eicn, imlem man meinte, zu don goforderten lüü Thalern würde er siidi uuterwegs woiil das Übrige hinzu-nehmen. Sftlemin ist schon bejahrt und sein Haar und liarl weiss; aber das Alter hat seine Krafte nicht beeintracbi igt, und ungeseliwachte Intelligent scliaut aus den listigen schwar-zen Augen. Seine kleine magere Statur und sehr dunkle Uautfarbe entspreolien dem durchsclinittlichen Typus des siularabischen Beduinen. Er nannte mir die Unterstiimme der Bet cAli '), als deren Gesammt-Ras er sicb bezeicbnete; der beabsicbtigten Fortsetzung meiner J'quot;ragen entzog er sich durcli scbleunigen Aui'bnicb. Systematische Auskunft ist gleich schwierig von Beduinen wie Stadtern zu erlangen; erstore lügen aus Misstrauen, letztere aus Unwissenbeit. Überdies wird mau bald bemerken, dass fast Jeder uur in einem ver-hiiltnissmassig engen Bezirk wirklich zu llause ist und aul' viele Dinge, die den Europiier interessiren, kaum achtet, so dass er dessen neugierigeu Fragen ratblos gegenübersteht, seine Unwissenbeit aber nicht eingestehen mochte. Er denkt dann: Ask me no questions, and I'll tell you no lies. Der Keisende tbut daher unter Umstiinden gut, seiner Wissbegierde Zilgel anznlegen, demi zum Vergleichen des Gehorten bietet sich selten Gelegenheit.

Die Beduinen welcbe die Binnen-Produkte, vor Allen Gummi und andere Harze, nach Schehr bringen, schlagen ihr Lager in der Ebene vor den Stadttboren auf in cArlschen , Ilütten

aus Palmzweigen und einem Binseurohr , das sie Negg (_;ó) nonnen. Bei meinom ersten Besnch dort fand icb die un-vcrschleierten Beduinenweiber mil dem Zerreiben dos Tec;irn zwiscben liinglichcn glatten Steinen 2) beschaftigt; sie wollten

2(5

1

Dioso sind nacli scinor Angabe: die Bdt Sa'ïd, 1^. MJbcd, B. Bftlisan, R Ghurab, H. \yycl, 13. Schini-n, 15. Girzat, aussordem wurdo mir oiu bc-Hondorer Stainm Djëinlm gcnannt; mit oinigcn andoren HauiQmi-Staiumen kam ich spiiter in Beriihrung.

2

Der nntere Slein heisst Mörha, der oberc 'Ali.

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Schohr.

mir, natürlich unler /gt;118111111111111^ der Miiuner, Kall'ee bereiten, aber ioh sagte, ich wünle wiederkommen, leb halte jedoch main Glück verpasst, demi dus niudiste Mal waren sclion wieder andere dort, die weniger gastfrei waren, ünd weniger hübsch und jung; fiir ein alles Beduinenweib aber i'eliU inir (lie richtige Wertlischatzung.

In dieser Ebene linden nicli in der Niilie einiger llrunnen kleinere Anlagen, weiterbin eine bübsch iiberkuppelle, sauber geweissle Sigaye, die mein F re und Sclicch Ahmed Bagbmiyan als eine Wolilthat fiir den duratigea lleisenden 11111 Gottes willen — lillab — gestiftet liat, genau so, wie man sie überall in Uadramïit findet. Eine Sigaye isl kein eigenlli-cher Brunnen, vielmehr ein flaclies iiecken, das in einen würfelartigen Unterbau eingelassen ist, über dem sicli die Kiip])el wölbl.. Zwiscben Beiden bleibt ein vergitlerler S]ialt, breit, genug, urn mit den dabeiliegenden bölzernen Scböpt-kellen das Wasser /,11 erreicben; dieses muss eingef'üllt nnd oft genug von «either herangeschafft werden; und eben in der Lntohalluny liegt der Wertb des wohltbatigen Werks.

Nach Norden /,11 steigt das Gelande siebtbar an, nnd ein steiniger, kaum erkennbarer Wasserlauf ward mir als das bier ausmündende Wadi Sem'un (^.,»*,-*1 bezeichnet. Mebr östlicb, wo sebr allmalig der Puss des Gebel Debdeb sicb erbebt, eine Viertelstunde vom Stadttbor entfernt, liegt eine anmu-tbige Oase, Deféga {ml^S) genamü., wo ausser zablreicben Dattel- und Kokospalmen aucli mancherlei andere liiiume gedeiben, wie der nussartige Hulan, dessen Frücbte ausser-lich der Mandel gleiclien, beim Reifen aber rotb werden, Gil ronenbilume mit kleinen griinen Friicbten, der Ijómer (Tamar. ind.), der essbare dicke brauue S(*lioten Aron siiuerli-cbem Gescbinank triigt. Aucli verscbiedene Arten von Gemiisen werden bier gebaut, ferner etwas Mais, der hier Mubindi beisst. Das Qanze wird sorgfiiltig dureb Hruunen bewiissert, aus denen in der schon enviibnteu Art Ochsen das Wasser beraufzielien.

Die bobeu Lobpreisungen, die mir allseitig von den Herrlicbkeiten Tebfda's gemacht wnrden, erregten in mir den Wunsch, dieses l'aradies zu scbauen. Dio dem Glilubigen

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Sclu'hr

f'üi' das Jenseits gemachten Verlieissungen entsprechen voll-kommen seiner inliscïhen Sehnsucht,, nud Palmenhaine vind rinnende Wasser siiul ilitn der Inbegrifi' des Sdiönen, dem zu idealer Vollkomraenheit nur die fiir das künf'tige Leben aufgesparten llQris felilen. Und man kann es ihm niclit ver-denken, weim nacli langem erraat.tendem Marsch durch das ode zerrissene Felsgebirge odor die wasserlose sleinigo Ebene in der sengenden und zugleieli blendenden Sonnenglutli die erquiekenden Pcbaüen und Wasser spendemle Oase sicli ilnn als der Abglanz bimmlisober Frenden darstelll.

Meinem scbriftlicli geiiussertea Wnnsche, Tebala zu besu-cben, entspraeli der DJemcadar ohne Weiteres und slellte mir ein gutes l'ferd, das ein Kneölit begleitete, wie auch drei Soldaten zur Eskorte. Der Weg fülirt nordwiirts durch die Ebene; Defega lassen wir recbls. Nach 20 Minuien pas-siren wir den Ivnt ') el Misc.iiraf, und kreuzen naoh Kurzem den weissen Kieselgrund des Wadi Rilhba, das kein \\ra3ser liibrt. Es kommt von den nördlichen Hergen und wendet sicb beim W'cge östlicli: an seiner linken Feite der Kul er-Rabba. Inzwischen ist das Gelande starker angestiegen; die offenen Durchscbnitte der seilliclien Berge, einen hellgelben Sandstein zeigend, naiiern sicli der recliten Wegseite; aul'einer massigen Anböiie erbebi sicb Küt es-Sefa (.ao). Wir treffen daun wieder auf Wadi Ildbba, dessen Lauf bier östlich ist. Die Knts el HadaC (v_j-V#) und et-Tm folgen; in der

Xiicbbiirscliafl des letzleren ein einzelner grosser Feigenbanin. Der Weg fübrt über ausgewascbenes Kieselgeröll bergauf, bergab, dann ein Stück zwiscben idedrigen Hügeln rosa geJ furbten verwilterten Oipses, Zur Linken erliebt sicb auf bobem Felsen das ansebnlicbe Ijiisn Schecb 'AH , von viclem Mauerwerk nmgeben, anscheinend Reste einer verfallenen Stadt, in denen jetzl nur Sklaven der Regiernng bausen. Von liier sielit man bereits die Palmen von Tebala, das wir nach einer Viertelstunde erreichen. Der ganze Weg, der stellenweise in scbarfer öangart zurückgelegt wurde, nahm

1) Knt ist, wio schon orwühnt, dio Bozoicbnung fiir einen oinzolstohenden vicrcckigcn AVachtlhurra, dor in unruhigor Zeit mil Soldaten besetzt wird.

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Solii'lii'.

zwei Stumlen in An.spruch. Am llüsn von Tebala, einem auselinlichen viereckigea Bau auf miissiger Felserliöhung, wurden wir vom Muqaddam der Askeris empfangeu und in's Innere ü'ftleitet, Meine Soldaten be^ehrten Geld füi'

O O

Tabak und Datteln, und bald ging die primitive Wasser-pfeife, hier Riischba (\*^) genannt, deren Re.servuir avis ei «er Kokosnuss besteht, lm Kreise urn. Nach liingerem Ausruheu bestieg icb das tlache Dacli des Hauses, von wo die Landschaft weit überscliaut werden kann. Die Sfadt besteht aus kleinen Lehiniiüuserii und Arlscben, die mit Palmbliittern iiinzaunte Vorhöfo baben, und be.sitzt eiue sauber getünchte Moschee, cAinr Medbar (.L^Ihx) genannt. In ihrer Niihe befinden sicli einige Gabiyen, Wasserrese-rvoire, welche aus heissen Quellen gesjieist werden, die, fünf an der Zahl1), unter der Festung iiiren Ursprung nebmen und durcb gemauerte Kinnen überall in die weitlaufigen üpjjigen Anlagen geleitot werden, durch die ieli geführt wurde. Sie bestehen zum überwiegenden Theile aus Datlelpalmen und ausserordentlich kriif'tig gedeihendem Tabak; doch (inden sich aucli Cocospalmen und andere grössere Bauine, sowie Tecani, Bananen, Zuckerrohr und alle Arten von Gemüsen, auch etwas Baumwolle. Der grössere Theil der Kultüren gehort dem J)jemcadar, der sie durch Sklaven bearbeiten liisst. Von Tobiihi lieg! Scliehr gerade südlicb: nach Norden zu, etwa ebenso weit entferut, schauen zwiscben den oden Ilügeln, die wellenaitig das ganze Gelande durcbziehen, die Palmen der Stadt Wasit hervor; dahinter, weitor m'irdlicli, erblickt man Scliacb en-Nur wahrend fern in nordvvesdicher

o

Riohtung die Anlagen von Dikdak (lil'Aio) dem Auge siclit-bar werden.

Als wir uns Naciimittags :5 Ulir auf den lliickweg bo-gaben, brannte die Sonne noch lieiss auf die öde Landschaft. lm Allgemeinen war die Temperatur wahrend meines

1

Die Namen diesor fünf Qucllon (Ma'ylin ^ siml: 4

, O

und

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Scliehr.

Aufenthalts in Sckehr, der Jalireszeit entsprechend, miissig zu neunen uud hielt sicli walirend des Tags fast durchgangig auf ~4—25° C. im Schatten. In den Niichten Hel inehrfach Regen, und vor Sonnenaufgang sank das Thermometer öfters bis aui' IS0 O.; das Barometer wies einen ziemlich gleich-miissigen Stand zwischen 7()t) und 7(5!5quot;quot;n.

Schehr ist in gowissem Sinne Grossstadt; es besitzt niim-lich einen Strassenpoebel, der sicli sehen lassen darf, und ein mehr oder ■vveniger grosses liirmendes Gefolge schloss sicli mir üherall an, wo ich mich auch sehen liess. Das ( bel verschlimmerte sich noch, als eines Tages mein Freund Mac Gonkey mil dom Dampfer „Schcch Derchndquot; eintraf, um Tabak zu laden, und wiihrend seines Aufenthalts bei mir abstieg. Um sich ein Vergnügen zu bereiten, vielleicht auch den Gefühlen eines wohlthatigen Herzens folgend , vertheilte er Geld unter die Leute, wobei er besouders die Weiber bedachte. Als dies in der Stadt bekannt wurde, entstand eine Völkenvanderung nacli dem Hause der grossmütliigen Frengis, die Leute sammelten sich zu Hunderten davor und liassen sich selhst durch die Nacht nicht vertreiben. Als Ibn cAmm (Vetter) meines liberalen Freundes richteten sich nach dessen Aljreise die wolilbegründeten Ansprücbe auf Bachschisch und Fadile (.^L^s, Almosen) natürlich an mich, und ich batte mandiën harten Strauss mil alten und jungen Weibern zu bestehen, die mir meine Ungerechtigkeit und Umliarm-herzigkeit oft genug in bösen Worten vorwarfen, zuweilen nicht erfolglos, denn das Elend ut gross, llatte ich aber bis dahin dann und wann einer cAdjfiza (alten Frau) eine Kup-fennünze gespendet, so wurde ich von nun an von jeder Art Leuten, sogar Seyyids, olfentlich angebettelt, so dass ich vor den micb umringenden Bittstellern kaum vorwartszu-schreiten vermochte.

Fines Tages land eine Ziyara (Wallfahrt) nach der unbe-deutenden Moschee quot;Aidid statt, die in der gleichnamigen ILiH'a (Vorstadt) liegt. Namentlich Weiber stromten dorthin, und batten sicli und ihre unglaublich kleinen Kinder auf's Boste und Bunteste ausgeputzt, grossentiieils sogar die bis auf die Kmichel herabgehenden engen ilosen Sclnbamer Mode

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Scliohr,

angelegt, die der in Tüclier geliiillten fonnlosen Geslait oil. das Ansehen eine» Sacks auf Bielzen verleihen. Als ich mil einigeii bekannten Soldaten den Festplalz in der Kabe der Moschee betrat, anl'detn sicii einige VericauFcr von Datteln , Nüssen, Dom und fetttriefender Halwa inslallirt batten, Hogen dio zahlreioh versammellen Weiber nach allen Seiten kreischend auseinander, Hiilmern gleieh, zwischen die der Geier fahrt. Um das Vergniigen nicht zu storen, ging ich rullig meines Wegs, wieder nach Hause zn, ward aber von einer johlenden Menge verfolgt, aus der Steine geworfen wurden, von denen mich einer an dor Stirn traf. Ich blieb stelien und belaid den Soldaten, mir den Thiiter sofbrt zu bringen, und sie Jagten der nun fliichlenden Menge nach, kohrten jedocli bald resultatlos zurück, indem sie erkliirten, der Missetbater sei nnbekannt. Wie ich aber spiller erfuhr, verriethen sie ibn uur deshalb nicht, weil er der Sohn eines Seyyid war und sie fürchteten, icb möchte dem gebei-ligten Strassenjungen eine derbe Zücbtigung angedeihen lassen. Bei meinem Hause angelangt, verbot ich ibnen, es ferner jemals zu betreten, da sie feige Hunde seien, nicbt im Stande, den Fremdling zu schiilzen, der sich ilmen an-vertraut, [Ind die Stadt that icb in den Bann und erkliirte tien Umstehenden, es biitle von nun an Niemand Medizin, noch sonst eine Gunst mehr zu erwarten, nachdem sie all mein Gutes «o schnöde vergolten. Und diese Drohung führte ich buchstablich aus, indem ich mich immer uur aumahms-wewe erweichen liess, von der Kegel abzugehen, doch so hiiufig, dass die Ansnahme zur liegel wurde.

Am nachsten Tage war wieder eine andere Moschee Schau-])lalz einer Ziyrtra. Um zu zeigeu, dass dor Zwischenfall vom Tage vorher keinerlei Eindruck auf mich gemacht, begab ich mich zur Festsliitte, wo Schebwlini') gesungen oder vielmehr aui'geführt wurde. Deun das Scbebw.lni ist

1) Bossoi* Schibwdni. Ich bin ^cneigt, tins Wort als von Schibftin odor Schibwa, dom vormuthotcn iiltcron Namen diosor Stadt, abgoloitot /.u bolrachtcn. Das Schluss-w bei „Schibamquot; ist nicht wurzclhaft, sondern Zoiohon dor Mimation, doutct somit anch schon auf cin anschnlichos Alter dos Namens in diosor Form; jodcnfalls wiirdon boido Formon dasselbo Nomen rolativum gostattou.

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Sclii'hr.

eiii (lurch die Pantomime unterstiitzter dramatischer Gesang, der von zwei sicli gegeniiberstelienden Parteien vorgetragen wird, die überdies duroh wechselseitiges Vorrücken mul Zurückweichen die Daratellung l)elebeii. Die Musiker, welche den Qesang mit der tlaeben Kesselpauke und kleinen Hand-trommeln begleiteten, nalimen die Mitte zwischen beiden Grappen ein und mussten sicli vorseben, dass sie bei der fbrUvahrenden Hin- und Herbewegung iiicbt über den Hau-ten gerannt wurden. Die Worte verstand icii nicbt, auch wusste mir Niemand den [niialt der Dicbtung zu erzahleu: es war woiil eine Liebes-Kaside. Der Gesang' war um vieles melodiscber, natürlicher und freier, als jenes naselnde Ge-winsel, das man in Aden so oft zu erdulden liat, und dessen ungewölinte Intervalle dem europiiiscben Obre bald wider-wiirtig, wenn nicbt schinerzlicb werden, namentlich wenn die kurzen Perioden oder Verse so unendlicli ofl wiederkeb-ren. Meines Eraciitens macht sich hier in der Erhtihung der musikalischen Fahigkeiten der Einfluss der afrikanischen llace geltend, die ich in dieser llinsicht für weit begabter lialte, als die Araber. In der Pantomime sprioht sich der Negereiniluss noch deutlicher aus, wie deun aucli die Sklavea die eifrigsten Theilaelimer an diesen Produktionen sind.

Einen rein arabischeu Kunstgenuss bereiteten mir Slinger aus Schibam, die von einem (Rambus-Spieler begleitet waren, eines Abends in meiner Wohnung. Zu dieser grossartigen Unterhaltung hatten sich zahlreiche (liiste eingefunden, denen meine Diener theeartigen Kallee reichten. Das (iambus bat drei Doppelseiten, die meinem unmassgeblichen Ohre nacli in der kleinen Quart unter einander gestimmt sind, dazu eine liassseite, die im Intervall einer grossen Terz mit der liefst en Seite des Griffbretts steht. Diese Musik ent-sprach genau den Leistungen, die man zuweilen in Aden von Künstlern aus Sanac zu horen bekommt, wo das Instrument parb (v0) heisst. Man sang zuerst eine Kaside zum Lobe des Djemcadar Audh, au die sich Liebes- und Scherz-gesiinge schlossen, deren Pointen mir leider entgingen. Einer der Siinger versprach, mir am nachsten Tage einige

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Scliohr.

Gedichte zu diktireu — inschi'illah (so Gott will). Alier Ciott wollte os o Hen bar nicht.

So verging' ein iialber Monat, oline dass icli wusste, wohin ich meiiie Schritte lonken würde. Die Moglicbkeit, von Schehr aus in das Innere zu dringen, inussto ich als ausgeschlossen betrachten, und es bandolte sicli jotztdarum, ein Schiff für die Fabrt nach SoluiI. /,u linden. Da beslichte inicb am letzten Januar-Tage unerwartet der Nachuda (Ka-pitiin) cAbd er-Rabb bin Salim, der inir mittheilte, er ginge mit der dem Djem adïir gehörigen Sambuk „Nasr el Medjldquot; (Sieg des Rubmvollen, niimlicli Gottes) nach Schut; der Djemcadar babe ihm gesagt, dass dies auch mein Ziel sei. Ich erklarte mich bereit, mit ihm zu fahren, und er for-derte 50 Rupien t'iir die Passage, wogegen ich ihm für mich und meinen Diener 25 Rupien bot, die er acceptirte, indem er sagte, er würde es auch uinsonst tlmn, da ich der Gast des iJjem'adars sei. Das war natürlich nur arabische falt;,-on de parlor. Am niichsten Nacbmittage sollte ich an Bord geholt werden; indossen wurde mir von anderer Seite bedoutet, die Sache eile nicht, deun das Schiff sei noch nicht segelfertig. Das bestiitigte sicli auch; doch machte ich inicdi auf alle Fiille bereit. Dom Djem adar schriel) icrb, dass ich mich zu verabschieden wünsche, worauf er, eben-l'alls schriftlich, mir den Nachmittag dazu bestimmte. Ein Skiave liolte mich gogen 4 Ubr ah; ich wurde in den mir scbon bekannten Audienzsaal gefülirt, wo der DJemcadar allein mich empting. Nach den üblichen Begrüssungen und Verabreicbung von Kaffee fragte er, ob ich Arzt sei, das heisst, wirklicher Arzt, was ich bejaben zu sollen vermeinte. Er liess mich seinen Puls füblen und klagte über Verscbie-denes, besondors Asthma, wogegen icb ihm Modizin zu senden versprach, was ich auch that. Im weitern Laufe des Gesprtichs fragte er, ob icb Gehalt von der deutscben oder englischon Rcgiorung bezöge. Ich ervviederte, es giibe bei iins eine grosse Anzabl Miinner, die aus keinem andern Grunde als dem der Wissbegierde unter allen Gefabren und Ent bebrungen in ferne Liinder pilgerteu, um daim in der Heimath iiiro Erfahrungen und Keuntuisse zu verbreiten.

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Schehr,

Was ii'li mil ilem Mehri, dieser liedu Sprache, wolle, küiinte er schlecbloi'dings nicht begreifen, iloeli verspracli or mir für die Schöchi» vou Sëhut eine Einführung, die er aucli bei der Abreise dein Naehudu übergab. ISie dürf'ie nicht zu warm ausgefalleu sein, war aber docli woiil nolhweudig'. Uusere Unterlialtung wüiirte ziemlicli lange. Auf der Treppe bettelten inieii ilie jnngen Sklaven de.-; Djem adilr inn Haeliscliisch an. Die Sklaverei bat bier nielits Abscbreckendes, noch Entwür-digeudes, sie wird als ein Sciiiek.sal angeselieu, iiiclit als eine Strafe. Der Skiave bewegt sicb unter den Freien ; grosse re ivantlenle erzielien Junge Sklaven zu den Gescliilften, in denen sie sicb oft sehr gesebickt erweiseu. Natürlich werden Sklaven audi zum Lasttragen and zu anderen scliweren Arbeiten, wie dera Landbau , verwendet; denselben Ver-richtungen haben sicb aber aucli die Freien zu unterziehen, sei es für sicb selbst oder im knappen Taglolin. So weit der britisebe Eiutluss an dieser Küste reieiit, dürfen neue Sklaven nicht eingefübrt werden; an einigen Platzen soli man jedocb deren nocb kaufen können.

I)ie Tage bis zur Abfabrt des Scbiffes batte icb nocb voll-auf mil ineinen Patienten , so wie den Vorbereitungen zur IJeise zu thun. Dazu gebörte aucli der Einkauf von Vor-riitben, wie Geflügel, Reis, Mebl, Dattebi, Kaffee. Mein Sewabil-Diener cAmr war inzwiscben scbon wieder den Weg alles Fleiscbes quot;■eyantren, und icb batte an seiner 8tello

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einen jungen Araber von Scbebr, Abdallab bin Siyfil, ange-noinmen, mil dein icb den VerluiKnissen entsprechend zn-frieden sein konnte, mul der sicb rair anbanglich erwies. Erst der Miissiggang und die deliciae Aden's bei meiner ersten Rüokkebr dortbin verdarben ibn und machten unserer /iiisammengehörigkeit ein Ende.

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Nuch Söhut.

III.

NAGII S Kil UT.

Am Naclimidage des li. Februar kam mein Nachuda mit einigen seiner ijeute und theilte mir mit, das Schiff ginge nach Sonnenuntergang, und i(!li müsse sogleich an Bord. Obgleich ioh fast reisefertig war, so blieb doch im entscheidenden Augenblick genug zu tiiun übrig; zudem trieben mich die Leute, welche mein Qepack gleich mitnehmen wollten, gewaltig zur Eile, bis ich ihnen eudlich solches ïïetzen verwies und sie so lange zum Tempel hinausjagte, bis Alles bereit war. Arabische Diener haben in entscheidenden Momenten immer eigene Geschafte; so war aucli mein Abdallab natürlich nicht zur Stelle. Angehlich nahm er Abschied von seiner Mutter; in Wirklichkeit aber kaufte er sich einen Eeisevorrath von Schnupflabak, den sie liier priemen: nach Weibern seine heftigste Leideiischaft. Er kam endlich, und der Auszug konnte von st atten geben; das Qepack wunie auf die Strasse gestellt , und .Ieder, dem es beliebte, nabtn ein Stück davon. Der Leiter des Ganzen war mein verflossener cAmr, ilem ich auch einen Pauschalbetrag auszahlte, als sicli wunderbarerweise Alles am Meeresufer wieder zusammen-gefunden batte. Er zeigte sich nicht gerade verschwenderisch gegen seine Heifer, so dass diese zahlreicb bei mir rekla-mlrten, und ich noch mit Kleinigkeiten nachhelfen muss te. Am Strande batten wir zu warten, bis der Zoll-Inspektor (Wak 11 el Fürda J»*! j) die Erlaubniss zur Einscbiti'ung

gegeben batte. Dieses eintiussreiche Amt, das in Makalla seinen Inhaber im Verlauf weniger Jabre zum wohlhabenden Manne geinacht hat , befindet sich in Sc.bebr in den iliinden dos cAnu' Nagi bin Merck, eines Mitgliedes der früheren Herrscherfamilie, woraus man schliessen darf, dass diese mit den Kacaitis ausgesöhnt ist.

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Nacli Suhiil.

Die kleine Sambuk, die zur Einscliiffung' diente, lag ziemlich weit draussen im Wasser, durch das dor Frengi uud sein Gepiick golrageu worden mussten, wiilirend eine freiwillige Eskorte die Fluth nicht schuiite, nm nuch boim Boot die let/,ten Haohschisch-Attaekcu zu vorsuclien. Das Schiff ankerto in ans'ehnliclieiquot; Entfernung, und als wir an Bord stiegen, lag schon die Diimmerung über der Stadt, und graue Schleier deckten die fernen Gebirgszüge. Heftig schwankte das Scliitl' auf den bewegten Wellen, und man musste zum Überklettern die Augenblicke wahruehmen, in denen es sich zu dem tanzenden Boote niedorbengte. Man lialte mir auf dem hochgelegenen llintertbeil des Scbiffes, wo audi der Kapitiin und die wenigen arabischen Passagiere ihren Platz batten, eine Qii'de ') aufgestellt, die moin Haupt-quartier wurde, da ein Bewegen durch die engen Eaum-verhaltnisse ausgeschlossen war. Die Ladung onthielt das tiei'e Mitteltheil des Schiffes, das audi einer Anzalil von Somali-Passagieren mil- Weibern und Kindern, von der nie-drigsteu Kaste des Giberli's, zum Aufenthalt diente, die in furtwiibrendem Zungenkampf mit eiuander und mit derMann-schaft lagen und nacb den Sewahil, dem Endziel des Scbill'es, gingen.

Der Kapitiin blieb noch am Lande und erschien erst am niichsten Mittag au Bord, woraui'alsbald die Anker golichtet wurdon. Das Wetter war schon und die See rubig, die Schili'sbowegung angenehmer, als im Stillliegen. Um 2 Uhr Nachmittags passirten wir Churd (-gt;ƒgt;), einen Ort, von dem Nichts sichtbar war, und dessen Statte nur ein grosseres und einige kleinere Boote bezeichueten, die am lifer lagen.

Wiilirend das Schil!' seinen Lauf im Angesicht der Küste ruhiff verfoljrte, bonutzte die Mannschaft ibre Musse, sich

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mit Gesang und Spiel gemeinsam zu vergnügon. Zuerst ein erölTnendes, halb barbarisches, halh harmonischos Gebrüll aus allen Keblen, darauf einige einloitende Sc,hlage auf den Handtrommeln und dom Seyyili (LU/o), einem Miniaturbecken

1) , dassolbo wio SerTr, oin rohcs Bottgcsloll, dessen Lager aus kreuz-

weisc durchgozogoncn Pulmstricken bestehl.

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Niicli Solmt.

in Form einer kleinen Gloeke, die gegen ein ausgehöhltes Metallstück entspreehender önisse gesclilagen wird; dann folgten die Gesiinge, von melii'erlei Art, meist Kasiden, geraeinschaftlioh oder von einem Einzelnen vorgetragen, der Refrain von Allen wiederholt; audi Schebvvani wurde unler der üblielien panlouüinischen lieg'leUung gesungen. Diese musikalischen I'roduktionen fanden fast tiiglicli statt, zum grössten Ergötzen der ausübenden Künstler, wie aucli der bewundernden Hörer.

Nacbmittags nm 5 Ubr lag IIami vor nns. Trot/, seiner niedrigen Lehmhiiuser sieht es nicbt unbedeutend aus, denn ein den ganzen Hintergrund ausfüllender Palmenwald lielit seine dürftigen Reize. Unter den Uiiusern arn Strande treten zur Linken eine Moscliee und ein Hüsn bervor, die gewelsst sind; ein anderes grosses Hüsn liegt inmitten der 8tadt raebr nach rechts. Hinter den Palmen erheben sich niedrige Hügel, von einigen Wacbtthürmen gekrönl und von einer dunklen, wesentlich erluditen Bergknppe iiberragt, wiibrend in der Ferne das in Wolken geliüllte Qebirge sich binzieht. Eine weisse höckerartige Erhöhung nach ONÜ zu heisst Gara Bedfi (Lsaxj l.i), östlich sieht man Ras Schérma.

]3er Kapitiin beabsichtigte in llami Wasser zu nebmen. So warfen wir Anker, und er ging an's Land. Am folgenden Vormittag brachten die Matrosen auch mich an's Ufer, wo micb der Kapitiin empfing und unter Zulauf der Bevölkerung nach dein am Meere belegenen Hüsn geleitete. I j ami gehort ebenfalls den Kacaitis; der Hakim aber war abwesend, und an seiner Stelle empfing micb eiu alter Soldat, der mir ein gutes Essen, Reis und Fleisch, bereiten liess und mir seine Jüngsten Kinder bracbte, denen icb kleine Silbermiin/.en spendete; beim Abschiede machte er mir noch ein Gast-geschenk mit einer grosseren Anzahl von Cocosnüssen. Icb wollte gern die Anlagen besichtigeu; man gestattete mir dies aber nicbt, weil dort wenige Tage zuvor ein Askeri von einem Bedninen getödtet worden sei. Diese That steilte aber, wie icb spiiter erfuhr, uur einen vereinzelten Akt von Blutrache dar; indessen ging man sehr sorglich mit meiuer Sicherheit um, und mein Nachuda besonders war mit einem

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Nach Schut.

so lebhaften Vei'antworllichkeitsgefülil beschweri, dass er mir Vieles, was von Interesse für micb hiitte sein können, absicht-lich verscbwieg, aus Furcht, meine Neugier zu reizen, die möglicberweise niich in Qefalir, mul ilm in Sorge gestürzt hiitte.

Ijami besitzt, wie sein Name es andeutel , gleich Tebala beisse t^uellen , die in dio Anlagen geleitei, werden. lm Laufe des Nachmittags kehrte ich an Bord zurück, nachdem ich nocii als ein mir aligerungenes Gesclienk für das ScbiH'svolk eine Ziege erstanden, die am nücbsteii Tage geschlachtet, und deren Blut über das Hintertheil des Schiffs gegossen ward, nach Angabe der Leute ein glückbringender und sicbere Fahrt verleihender Branch.

Der Kapitiln kehrte erst am nilchsien Morgen um 5 Uhr auf's Schiff zurück , worauf wir die Anker lichteteii. Wahrend der ganzen Nacht war das Meer selir bewegt gewesen, und der angebundene alle Kasten tanzle bis zum Morgen auf den Wellen auf und nieder, zeitweise von Windstössen geschüttelt, wie die Mans von der Kat ze. Nach Sonnenaufgang berubigte sich das Meer, indessen hinderto der beinahe kontrüre schwache Wind ein schnelleres Vorwilrtskommen, denn das Segel konnte mir wenig prolitiren, und das Schiff keuchte bei jeder Bewegung wie ein lungenkrankes Ross. Gegen Mittag erhebt sich eine kraftige südliche Brise1); wir halten jetzt auf Ras Schérma, das den sichtbaren Endpunkt eines llacben Kreisabschnitts bildet, in dessen erstem Drittel Ijami liegt.

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An tüesem Vormittage ereignete es sich, dass aus meinem Qeflügelvorrath ein vagabundirender Hahn, ob aus Übermuth oder Melancholie bleibe dahingestellt, in's Meer hinausllog. Obne Besinnen sprang niein Abdallah ihm nach, liisle das J5oot nnd machte sich an das Einfangen des Deserteurs, den er mir auch babi triumphirend brachte. Icli lolinle seine Heldenthat mit einer kriiftigen .... Olirfeige, in deren Besitz

1

Dioser fast rogolmüssig ointrotonde Mittagswind, dor naturgemdss dom Lande zuweht, also hier mehr odor weniger siidlich ist, heiast A/ynb (wiLj^), der Nordwind Köa iij^t )• Dhs Wort lïir Wind im Allgcmoinon ist uusschliess-lich Habnb

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Nacli Si'lnit.

er lintei' dem Golilcliler des Schiffsvolks etwas gedrückt abzog'. Es ware mir wirklich leid gevvesen, imd nicht nur seinetwillen, wiire er wegen des werlhlosen Thiers zu tSchaden gekomnien.

Wir warfen am Abond Anker vor lias Schérma, das sieli

als ein weit in's Meer ragender Gebirgsausliiufer darstellt,

dessen einzehie, allmillig ahnehmende Erhöhungen durch

lange, das Meeresniveau uur wcnig überrageiuic Felsbiinke

mit einander verblinden siud. Um 5 lrhr Morgens ward die

Fabrl, fortgeselzt; wir jiassirten ein Ortcbeu (^arn, von dem

nur ein grösseres vierecldges Hüsn, iimgeben von einigen

Hiluschen, sirhtbar war. Dann lonkten wir, vorbei an einigen

wild zerrissenen Klippen, den ilussersten vorn Lamie abge-

trennten Vorposten des Ras, in eine geranmige baliikreis-

förmige Bnclit, nmfasst von scliroff abfallenden Felsen. Zwei

grössere Sambuken ankerten hier schon; wir gesellen uns

ihnen zn, und nnser Schiff wird an einer flachen Stelle

möglicbst nahe an's Ufer gezogen, um gereiiiigt und mit

Sand (Ketbll) angefiillt zu werden, wie man sagle,

um es zu dicditen. Diese Stelle heisst Bender Schérma; eine

Stadt aber ist nicht vorhanden, nur eine kleine Moschee,

Mahdar irenannt, erbebt sich aul'einer der nachsten

/ 0

Anhöben, deren gelbbraunes Kalkgestein in starker Verwit-terung begriffen ist und die Abhange mit losgelösten Hlöcken und Geröll bedeckt, zwiscben denen si(di stellenweiso eine dürftige Vegetation dundigerungen bat. Nacb rechts werden die Erhöhungen stiirker und bestehen aus den aufgescbichteten Trümtnern eines rothen Andesits, in dem die Verwitterung kleine llöblen gebildet bat, die hei schlechtem Wetter Sidiafen und Ziegen, gewiss auch Menschen, zum rnterkoinmen dienen. Diese Qesteinsarleii, die wechselnd zu Tage t-reten, werden, besonders an der linken Seiteder Bucht, von breiten Schichten eines weissen gebrannten Thons diindibrochen, der angeblich nacb Indien exportirt wird. Am Strande wurden grosse llunder-artigc Fiscbe getrocluiel, iii(; einen liosen üeruch verlireiteton. Ich schickte meinen Abdallah aus, etwas Fisch zu kaufen, und er brachte mir die 1 liilllo eines miichligen Seeiischs, den ihm ein Fischer gegehen, ohne Geld dat'ür zu nebmen.

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Much Solmt.

Am iiiiclisten Morgen g'ing es weifer. Die Fischer, die liier mit ihren Barken hinausfaliren, bel'estigen die Netze zwischen hohlen Kürbissen odor aufgeblasenen Schlauchon, die sie auf dem Wasser treiben lassen. Den Ilauptfang bilden der schon erwiibnte cAid mul eine andere kleine Fischart, der Yódub, den man ebenfalls zum Diingen des Tabaks nnd der Palmen verwendot. ir segeln an einern niedrigen Fels-plateau vorbei, das bier den Ausgang der Bucbt bildet, die im Kückblick beiin heitern Glanze der Morgensonne einen ausserordentlich freundliclien und malerischen Eindruok bervor-rul't. Der Kapitiin wies hier auf Cisternen fiir Regenwasser, die aus alter /jeit. stammen und mit Gips odor Cement über-zogen sein sollen; wahrend unsorer East hatte er, nacb seiner Art, mir Nichts davon gosagt, wobl aus Furcht, ich möchte die Stelle autsuchon wolion. Die Mittbeilung solbst wurde mir aber, als ich bei der Uückfabrt iliese Küste |ias-sirte, aus freien Stücken von einom Mohri-Kapitiin bestütigt, mit dem Hinzufügon , bier habe ein Hüsn el Frengi gestanden ; und es ist durcbaus glaublicb, dass die Portugiesiscben Eroberer sicb diesen so sicbern Hafen nicht entgehon liesson. Trinkwasser ist aber aucb bout zu Tago iiier nicht vorbandon.

Ara Kacbmit.taye nahem wir uns dem lias Baffascbwa

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(oder Bargasebwa). Es ist, was os scbon von woitem scbien, eine fast wagerechte Felsbank von miissiger Hobo, senkrecht in's Meer lallend, aus dom gleicben Gostein wie Kas Schórraa gebildet und fast durchweg von tieten senkrecbten Rissen zerspalten. Vor dieser Bank kreuzen wir min scbon stunden-lang, und die Nacht sinkt herab, ohne dass wir um die Spitze herumkommen. Das Wenden des SchifTs isl immer ein ziemlich aufregendes Manover, und ebe dio hobo schwore Leinwand herumkommt, giei)t es jedesmal viol Rumor.

Wir scbreibon beroits den i). Februar. Zinnoberroth goht die Sonne auf, glanzlos, hinter einer Wolkenwand. Meine Hofl'nung, Ras Bagaschwa boute moi-gen mit dem Iliicken begrüsson zn dürfen, bat sicb nicht verwirklicht; nachdem wir dio gan/.o Nacht davor gokreuzt, babon wir es jetzt, in einiger Entfernung, gorade vor uns. Der Wind ist schwach und das Meer nur miissig iiowogt; aber das Schiff ilcbzt in

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Nacli Suhnt.

allen Fugen, und wtMin es sieli au eine \\'e]lo stösst, schüttelt es sich mit einem eigenthümlichen Laut. Eine starke Meeres-strömung soil nach Mittheilung des Kapltaus die Überwindung dieser Stelle inaiiclnnal selir langwierig machen.

Ge^en 10 Ulir Vormltlae's scheinen wir endlich loszukom-

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men; am kleinen Mast wird ein zweites Segel aufgespannt, das nns liilft, die Strömung zu überwinden; doch behalten wir dir denkwürdige Ecke nocli lange in Sicht.

Am Mittag sprang ein frischer Azyab auf, und die Fahrt ging nun Hotter von statten. Gegen 4 Uiir stiegen in der

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Ferne die weissen Hiiiiser von Kosai ar empor, wo

wir gogen 6 Ulir Anker warfen. Man sielit vom Meere aus nur wenig von dor Stadt: dichl am Sti'ande ein viereckiges Hüsn, aucli in der Ferne einige ahnliclie llauten, weiss getüncht; der liest scheint, gleicli Schehr, Lelim zu sein. Kurz vor Kosafar taucht aus dom hellen üfersande eine niedrige schwarze Felsbank auf, aus stark verwittertem Easalt-Mandolstein bestellend, dor bier eine kleine Eucht bildet und, weiterhin osllich, auf grosse Strecken die Kuste siiumt. Eer Kapitün ging wieder an's Land, wo es ihm oflenbar wobler war, als auf dem Schifl'e, und ich sass lange mit dom Seréng (Steuermann) Salim, einem liebenswürdigeu alten Müimchen, der mir weitliiufig die Geschichte der Kiimpfe zwischon dem Djom'adar und dom Noqlb von Makalla or-zalilte. Aucli Kosaicar gehort jotzt dem Ejemcadar, angeblioii soit 7 odor 8 Jahren, und ein Mitglied der Familie, Nasir bin cAmr bin Audh el Ka'aiti ist dort Hakim. Eieser liess mir ara folgonden Morgen duroii die vom Ufer zurückkob-renden Leute sagen, er möchte raich gern sprechen, und ich ging sogleicli an Land, wo meinor boroits zwei Askeris harrten, die raich zura Hüsn goloiteton. Wir wateten otwa drei Viertolstundon durch sohr hiisslichen Sandboden; dabei sah ich, dass wir an der linken f^oite einor kleinon ïïalbinsel geankort batten, deren Eurchraesser wir jotzt durciiscbritten und auf doren reciitor Seito sich eine zweile Huchl belindel , von der das Hüsn des Eakini nur wonig entfernt ist. In diese Bucht siedelte deun auch die Samhuk spater über.

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Nacli bull ut.

Als wir iiiib der Sladt niilierten, kam mis schon eine grössere An/.alil von deren Bewohnern eutgegen, ilie sicli uns an-sclilossen. Wir gingen an einem grossen Hüsn vorbei und gelangten dnrcli eiu Thor der Stadtmauer in den ansclilies-senden Hof eines kleineren, das wir betraten. Unten an der Treppe begriisste mich der jnnge Hnkim mil liebenswürdigem I[andedruck und geleitate micli zum Medjlis empor, \vo schon der Kapitiin, die Araber vom Scbiff nnd einige Soldaten sassen. Natürlicb war er .schon über meine ungefabren Ab-sicbten unterricbtet und, im Gegensatz zu allen meinen bislierigen Widerrathern, geneigt, sie zn fördern : leb moge in Kosafar bleiben; er werde mir sicheres fleleit selbst nach Bir Berbnt geben, und überall bin, wo icb es sonst wünsche; die Umgebungen von Kosai'ai' soien vor den Bedninen voll-komraen sieher, ich bedürCe hier auch ausserhall) der Maner keines Scbntzes. Seine Erbietungen klangen verlockend; trotz-dem glaubte icb sie ablehnen zu sollen, obschon ich an seinem guten Willen nicht zweifelte; das Besinnen wiire wohl nacbgekommen. und schwerlich batte er ohne Verhaltungs-massregeln von Schehr et was lintscheidendes gewagt. Von dem Ghulh ') des llüsn konnte ich die Stadl gut überschauen, deren niedrige Lehmhauser durcbweg mit l'alrnzweigen mn-zilunte Vorhöfe besitzen. Kosaicar ist vollsliindig, auch nach der Seeseite, mit einer Lehmmauer umgeben, die an den Ecken von niedrigen runden, ungeschickten Lehmthürmeu Hankirt wird; auch an don Liingsseiten der Maner sind noób Befestigungen angebracht. Nach dem Laiide zu liegen unfern des Stadttbors einige angebaute Flecken; der eine, niiher gelegene, dessen Culturen ein Knt schützt, heisst Menfizih (_-,Ux), ein et was entfernterer, bei dem sich einige Palmen

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erheben, Mebiinim Einige Stunden nördlich, — sie

sagen stets, und zwar zutreffend, föq (oben) — nicht sichtbar von hier, ward mir ein Ort Macber (,***) genanut, der reiche i'almenanlagen und ein von den Kafirs errichtetes

1) Dor Gtiulb d. h. dor Dborragonde, ist ein niedrigcr vicveckigoi'

Aussifhtslhuim, der nuf dom Duch kastellartigcr Gobüudc, auch grössoror ilüusor crrii'litcl i.st.

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Nach Suhut.

Hüsn, ho wie B runnen aus deren Zcit besitzen sol!. Auch wurdc mir gesagt, in einem .soclis Stnnden entfernten, in der Anlli I! aha ba iadegenen Ort Fuwf'seliele (üJUioy) befande sicii ein etwa 8 Fuss langer Stein mit einer christlichen Inschrift, also europaisciien Oharakteren. Qern iiiltte ich mieii Member vergewissert, da mir die Thalsache keineswegs übor allen Zweifel erhaben scheint; denn eher, als um ein Uiier-bleibsel ans der ZeiI der knrzen portngiesisclien Herrschaft, die liier einzig in Frage kommt, dürfte es sieh um ein Denkmal der Hirayaren handeln, deren Schriftzeichen sich von denen des modernen Arabiscii ebenso weit entfernen. wie die der europaischen Sprachen.

Der Hakim batte seinen Gasten zn Ebren eine Ziege gesehlacblet und galj meinem Diener Fleiscb und verscbiedene Geimise znr Bereitnng eines Diner's, das i(;ii a part verzehrte. Oflerirte Heuschreeken lelinte ieli dankend ab. Als audi die Anderen gespeist, nabm midi mein Wirtb bei Seite, um mich arztlicb zn konsultiren, und ziiblle mir ein lialbes Duizend Krankheilon auf, gogen die er „ein biscben Medizinquot; (l.o J-aLs) verlangte. Ieli nntersuchte ibn mil grosser Gründ-liobkeit und verspracb, ibm vom ScbiHe Verscbiedenes zn senden, indem ieli ibm zugleich die nötbigen Verbaltungs-massregeln gal).

In Folge der nnerwartet langen Daner unserer Seefahrt waren meine Vorriitbe erscböpft, und icb ging am Nacb-mittage mit meinem Diener und einem Askori, den mir dor Hakim znr Begleitnng gegeben, Gemüse und andere Provisionen einzukanfen. Nacbdem wir die Stadt durchwan-dert, passirten wir die festungsartige Sidde und gingen auf das scbon erwübnte Menilzib zn, wo sieli ansebnliobe An])flanzungen von Gemüsen heiinden. Es gieht hier alios Möglicbe: Di'iyur, eine Bobnengattung, wobl oins mit Digr, Dingal, dor bier Vendhal beisst, Bamiya (Bami), Glinlfuq, seholenartige Früehte trageud, IJalba, eine kleine Bolmenart mit feiten griinen Bliittern, ferner Knoblauch, Kiirbisse, süsse iialalen u. A. Von den einzelnen Avion war immer nur ganz wenig verfügbar, und es bedurfto geraumer Zeit, bis wir einen kleinen Vorrath gosammelt batten. Die einzelnen

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Niicli Sühul.

Hosilzerstelleii sind uur klein; aber Alles gedeiht iippig, demi es ist reiehlich Wasser vorhanden, das durch Grab en von Brunnen leiclit erreicht und in der bekannten Art durcb Hinder heraufgezügen wird; aiis dem gefüllten Schlauch ergiesst es sicb in einen Trog, von dem es durch Rinnsale dem kleinen Teicbe zngefulirt wird, der den Mittelpunkt der Anpflanzungen jedes der Besitzer bildet. Auf dem llückwege kaut'te icb nocli eine Anzalil Hühner, und Abdallah im Sük (Markt), der aus zwei kleinen Qewölben bestebl, etwas scblecbte Dattel.

Wir kehrten nach dem Hüsn zurück, wo wir noch ein Weilcben sassen; daim bat icli, micli verabschieden zu dürfen. Der Hakim liess es sich nicht nehmen, mich bis an's Boot zu geleiten und gab mir seinen Diener mit, die zugesagte Medizin in Einpfang' zu uehmen. Der Diener hatte noch eigene Scbmerzen, für die er ein Heilmittel wünschte, und versprach mir dafür so hohe göttliche Belolmungen, dass icb einen guten Handel zu machen glaubte, wenn icli ihm den Willen tbiite.

Die Eimvobner von Kosaicar haben die Sitte, sich das Gesicht durch Einsclmitte zu verschönern; gewöbnlich bilden drei zolllange senkrechte Narben auf jeder Wange das bei-mat liliclie Abzeicben, docli schmückt man auch Kinn, Nase oder Stirn so ans, und selbst das weibliche Geschlecht soil sicb dieser Mode niolit entziehen.

Erst am nachsten Morgen segelten wir, als noch die Wolken scblummernd auf der Gebirgskette ruhlen. Das Ört-chen Qirén, das nabe bei Kosaicar liegt, wurde von einer Anböhe verdeckt. lm Laufe des Vormittags passirten wir Baida, von dem oinigo Husun und Palmen sichtbar sind; von den auf der Karte angegebenen Orten wurde mir noch Sirar gezeigt. Das Meer ist ideal, die Seefahrt wie ein Miirchen. Ich liege ausgestreckt auf meiner Qa'de wie auf einem W'ol leen lager, der reine tiefblaue Himmel und das grosse weisse Segel über mir. Schwach wogt das Meer, und das öchiff scbaukelt mir leise und gleichmassig. Ein linder Wind wi'bt angenehmo Kühlung; aber die Sonne brennt niebt einmal. Kein unaufhörliches Aufregen durch die Maschine, wie beim Dampier, niclit der widerwiirtige Dampf der Stein-

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Nacli Schut.

kolile. Frei ist der Horizont zur Rechten, ein einziges kleines Segel in Sidit. Und links das duftige Qebirge, trotz seiner deutliclien Gliederung in der Zartheit der Tinten mehr einer Fata morgana gleichend, als einem körperlichen Gebilde. Friede audi ani'dein Schiffe: der Kapitün schlaft; ein arabisclier Passagier schneidert sicli eino grün- und gelbgestreifte Suderiye, und der alle Steuerinann schaut iluri bewundernd zu, wiihrend ein Matrose das Steuer führt. Das Schiffsvolk ist ruhig aul' dein Vorderdeck besidiiiftigt; seli)st die Soinalis im Mittel-schiffe verhalten sicli ausnahmsweise sehweigend, und nicht eimnal die Kinder weinen. l^s war eine soltene Stunde!

Am Abend ankerten wir unfern des Landes an einer Stelle, von der Misönat, ein unhedeutendes Küstenörtchen, etwa nordostlich liegt. Am frühen Morgen lichteten wir die Anker, kamen aber nur wenig vorwarts, denn der Wind hatte fast giinzlich aufgehört. Hald lierrschte vollkommene Windstille, und das leicht gekrauselte Meer, von glatten hellblauea Streif'en (lurchzogen, glicb einem weiten Landsee, auf dem wir bewegungslos lagen, den Strahlen der bren-nenden Sonne preisgegeben. Unglaubliche Mengen violetter Quallen, mit einem röthlich lemditenden Ring in der Mitle , umdrüngen das SchilF. Zwei Mann ergreifen Ruder, schaffen aber nicht viel danjit. Um Mil tag springt ein frischer Südost auf, der uns wieder auf den Weg bringt. Das schwarze Gestein von Kosaicar, das zeitweise unterbrochen war, trilt jetzl, wenn auch nicht hocli, doch in ziemlicher Ausdehnung wieder in den Vordergrund. Von hier haben wir nur wenige Slunden bis Schut, unterbrochen aber kurz vorher nochmals unsere Fahrl, um Salz einzunehmen au einer Stelle, welche die Aga (wuc) heisst. Der Boden ist hier vollkommen mil Salz durchlrankl, das durch Ausgraben tlacher Teiche gewonnen wird, die sich mil Wasser fiillen, nach dessen Ver-dunstung das Salz zurückhleibl. Soldier Aga's giebt os mehrere an dieser Kuste, eine audi bei Makalla. Das Wort Aga hat hier nicht die in den Wörterbüchern gegebene Haupthedeutung von „Meeresuferquot;', das allgemein nur ruit Sif bezeichnel wird, und seine zwoite Auslegung als

„weiter Vorhofquot;, im Sinne eines Vorgeliindes, dürfte dem

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Nacli Sehut.

^uclivi'i'hali, lulliüi'komiueii. Demi bei allon Lokalitiileu dieses Namens haben wir es mit, ausgedelmten Bodendepressioneu zu tbun, ilie den Hacben Vordergrund für das dahinter auf-Bteigende Gebirge bilden, und denen die zum Mee re sire-benden Wadis sitdi uaturgemasa zu wenden. Von der andern iSeite wieder driingt, besonders znr Zeil des Gliarif, der Siidwestmonsuu die bocbrollenden Wogen des Indiscben Oceans in dieso vorlieüen Stellen, den Bodem weilbin übeiilutliend, und ilun nach seiner Aufnalimefïibigkeit einen grosseren oder geringeren Salzgebalt verleibend.

Wir ankern gegenüber dein Ausgange des Fedj (_^) Masile, jenes grossen Wadi's, das ganz Hadramut durcbzieht. Ks lïibrt kfm Wasser. Wo cs bervorbriclit, üllnen sicb die niedri-gen Auslaufer des Gebirges wie Kulissen, binter denen scbön gegliederte Reiben holier und böiier aufsteigender Bergketten, vom scheidenden Licbt in zarles Ultramarin gekleidet, sicb erheben, das Ganze zu einem liilde von zauberbafter, docb strenger Sciiönbeit zusammenliiessend.

Eine Barke, die vom Fiscbt'ango zuriickkebrt, legt beim Scbitro an; einige Passagiere ersteben im Tauscb gegen Messingdrabt und Tecam Fiscbo zu unglaublicb geringen 1'reisen; gogen (Jeld kommen sie weit tbeurer, aber immer nocb billig genug, ein Fiscb von ICf Pfund etwa 15 Pfennige. Es liegen bier noch einige grössere Sambuken, mit der gleichen Absicbt, wie wir. Das am Strande ange-bilufte iSalz wird von don ScbiU'sleuton sell)st in die milge-bracbten MezCgu's — Siicke aus Palmbliittern, oben schmal und unten breit, etwa 6Ü—70 quot;it! lassend — eingef'üllt und lose in den Millelraum des ScbitTs gescbüttet. Das Salz ist etwas sclimutzig, aber enorm billig; bis l'iinlzig soldier Siicke da von werden für einen Tbaler verkauft. Es gebt nacb Ostafrika, wo ein Sack diesen Preis bringen soil. Der Handel, der aul'diese Art getrieben wird, gehl für gemein-schal'tlicho lierlmnng dos Scbiffsbositzers und des Kapitans, denn dieser ist selten Eigentbümer des Schiffs und bat den auf ibn cntfallenden Gewinnantlioil wieder mit dem Scbiffsvolk zu liieilen, das gleich ibm keine andere Besoldüng erbiilt.

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Niu li Sell ul.

Ich ging am naclirilen Tage au's Ul'ur. Der vorg-eschobene diinenartige Laiulstrioli, der sicli vom iSchiiFe wie eiu schma-ler gelber Saum vor ilem Qebirge ausnimmt, erweist .sicli als oiue ausgeiiebnte , mit Sal/pfiauzen bowaehseiiu Sand-ebene, iiber die icb in etwa nordwestlicher Eicbtuug, nur hegleilet vun meiiiem Abdallah, vonviirtssclireite, der Htelle zu, welche deu Eingang in das grosse Wadi zu markii'en sebeint. Nach etwa dreiviertel iStundo sail icii in einiger Eatiernung die Hiiuser und Palmen eines (irtchens cAis dessen Besitzer Beduinen-Schechs sind. Aki weiteren Vordringen ward icb durcb meineu ivapitiin verbindert, der mir mit einem Mamie seiner JJesatzung nacbgeeilt war, und micb besebwor, umzukebren, da die Beduineu sieb sebr erziirnei:, würden, versucbte ich es, obne ibre ICrlaubniss irgend einen l'Iatz des Innern zu betreten. Natiirlieb war es Tborbeit, allein, olme Sebulz und Fiihrer, etwas ausriebten zu wollen; so liess icb micli denn nach liingorem Widerstande bereden, wieder umzukebren. Am Strande meldeten sicb subun Kranke, die icb auflbrderte, luicb in Sêhut zu besuchen.

Zwei Tage liegen wir nun scbon wieder bier in geduldi-gem Harren. Das Meer gleicbt einem See, nur scbwacb gestreift. Die Bcbifl'e spiegeln sicb wie aul' einem blanken Weiber in leise zitternden Bildern. Warm ist die Luft, obne Bewegung, docb ertriiglicb. Licbte \\ olkenlierden liegen iiber dem Lande, iiber dem Meere der reine Atber. Einer der arabiscben Passagiere singt ntiselnd ein Lied, ob zum Lobe des Propbeten oder der Qeliebten, bleibe daiiingestellt. Ent-fernte Stiuunen auf den andern Scbiffen; auf einem Boot, das dem Lande zusteuert, singen die Matrosen nacb dem Takt der Ruder einen eintönigen lie train. Herden grosser, breiter scbwarzer Eiscbe, Gbubr {j c.) gcnannt, durcbzieben die stille, sonnigo Fluth; sie begeben sicb in's weite Meer hinaus. Sie kugeln sicb durcb das Wasser, und man siebt ibre grossen Flossen und einen Tbeil des Ivorpers in fort-wabrender miiblenartigoi' Bewegnng aul' und niedertaucben.

Friib am 15. Februar licbten wir endlicb die Anker; das Gebirge liegt nocb im weisscn Dunst, die einzelnen Ziige kaum erkennbar; die Sonne steigt :un Horizonte aut' wie eiu

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Schut.

matter Mond. Nach eiuer Vierielstunde passiren wir Darfait1) oder Darfct, oin froundlirlms Küstenürtchen, wenige Utluser mit eingestreutea kl(;iiieii Palmgruppen. Vor Sidiut tritt oine lange niedrige Felswand an's Meer heran, etwa im Cliarakter des Ras Bagaschwa, docli niclit so gleichmassig abfallend, sondern stellonweise kleine Vorspriingo und Buoliten bildend. Bei Söhut ist der Strand vollkommen llach; die Siadi steigl zu dom dahinter liegenden Gebirge oin wenig an und bestelit mit geringen Ausnahmen axis imgetünchten Leinnlüiusern, zwischen denen mehrere Minarets und Weli-Kuppeln verstreut liegen; das Griin einiger Palmen allein durchbricht die graue Einförmigkeit der Scenerie. Wir ankerten nach zweistiindiger Fabrt in ziemlicber Entfernung vom Strande, und der Kapitiin ging an Land, um den Schcchs das Empfehlungsschreiben des Djem'adars zu über-reieben und Alles für meinen Empfang vorzubereiten. Auch die Adener Briefe an den Sultan von Gischin nabm er mit.

IV. SKHUT 2).

Au den Tagen, die unserer Ankunft in Sëhut vorangingen, war auf dein Scbiff fast ausscbliesslicli die Frage erortert worden, ob die Beduinen inir die Landung gestatten würden. Obgleicb ich daran nicht zweifelte, begann ioh jetzt doch in

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1

lm Mohri winl der Doppolluut festgohnlton und die Endsilbc nachdriioklich betont.

2

))ic Orthographie de» Namens, der mit dom des l'ropheton Hnd nicht» zu

schaffen hat, ist . nicht Sah Hud wio ihn v. Maltzan

nach Wrede schieibt, und auch die Karton ihn vielfach gebcn.

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Sehiit,

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unangenelime Spannnng zu gerathen, als die erwartete J^ut-schaft vom Lande ausblieb. Zwiili' Tage waren scil unserer Abreise von Schelir verHosseu, und ich war es müde, nocb langer, und unnütz, auf dem Meere herumzuschaukeln. Gegen Mittag liess mir der Kapilan durcli die init der Za inie (SchifTsboot) zurückkehrenden Leute sagen, es werde bereits ein Haus für micli eingerichtet, und er würde midi in kurzem init einem der am Strande liegenden Boote abholen. Die Zeit verging indessen, obne dass dies gescliah; die Leute wollten wieder au's Land gehen, unterliessen es aber, als ich ihnen erkliirte, sie müssten mich dann mitnebmen. Gegen 4 Ubr war meine Geduld zu Runde, und im böcbsten Zorn befabl iub dem alten Steuermann, sogleicb das Boot losmaeaen und mich an's Land setzen zu lassen. Er wagte keinen Widersprucb; meinen Diener liess icb an Bord, und fort ging's durch die brandenden grünen Wogen, die uns dann und wann init einem kriiftigen Hade übergossen, dem Lande zu. Wir bollen eine Barke ein, die vorber bei dem Scbi 11' angelegt und Fiscbe verkauft batte; einer unserer Leute befand sieb darauf, deu auf diese Art obne mein Wissen entwiaebt war; jetzt stieg er zu uns über. Den Kapitiin saben wir am Strande, anscheinend im Begriff, ein Boot zu besteigen: nachdem icb gelandet, fubr leb mit beftigen Vorwürfen auf ibn los, wurde aber dureb seine Sanftmütbig-keit- bald entwaffnet. Er entscbuldigte siob, indem er sagte, die Schëcbs liiitten, um mir jede Ungelegeuheit zu ersparen, sic.b meinetwegen erst mit den Beduinen verstandigen zu sollen geglaubt, und forderte micb auf, ibn zum Scböcli Abdallab ba Kerit zu begleiten. Unter dem Jubel und Zulauf der ganzen Bevölkerung biell icb meinen Einzug in die Stadt, und selbst die Dacber waren, besonders von Weibern, die sicb den beltenen Anblick eines Freng-i gönnen wollten, diebt besetzt. Das Haus dos Scböcli ist niebt das grösste, aber durch Sauberkeit hervorstechend, weiss getüncbt, und in tadellosem Stande. Ich ward in ein niedriges, doch ge-raumiges Medjlis geführl, wohin die Volksmenge nachstürzt e, bis der Rauin dicht gefüllt war. Schöcb Abdallab bewili-kommnete mich auf joviale Art; spater erscbien auch sein

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Schut,

Bruder AbJ er-Ealunfm. üoide sind von einer für Araber ungewühnlieli grossen kriiftigen Stalnr tiiuI wolilbeleibt, beide woblhabend vmd babgierig'. Abd er-Uiibniaa i.st, je-deni'ulls der klügere uud oiierg'iscboi'B, audi wohl reichere, Abdullah mebr kleiulicli uud furchtsam. Sie stellen gemein-sam die Civilbeliörde vou Sehut dar, das unter der nominelleu Oberlioheit des Sultans vou üiscliiu stebt. Als eigent.-

licbe Herrsclier aber mussen die Beduinen vom Stamme der Zuwédi oder Bët Ziyfid gelten, dereu Muqaddam Lebrek bin Hasan eiii eigenes Hiisn in der Stadt besitzt. Die Stiirke dieses Stammes wird auf 600—700 Miinner angegeben, die ibre \\ ohnsitze um Schut und im untern Laufe des Wadi Masile babeu, walirend weiter oberhalb die Bët Yislial ansassig sein sollen.

Naebdem mein Diener mit dem Gopiick angekommen war , fiihrte mich Schöcli Abdallali in ein kleiueres für mich be-stimmtes Haus, das mit dem seinigeu zusammenbing. Ich land ein Wohnzimmer, das recht geraumig war, die Wiinde mit silberbeschlageuen Flinten uud Lemschi's (Schwertern), Dolchen, Messern, bunten Telleru und Schüsseln, auch ge-tlochtenen Matten behangt, und sugar mit einer allerdings verschmutzten, doch schliesslich vorweudbaren Petroleum-Ampel versehen, so dass es deu Eindruck einer gewissen Behaglichkeit machte. Der Schêch saudte mir ein Abend-ossen, aus Fleiscb uud l!eis bestellend, und kam bald selbst, sicb nach meinem lietinden zu erkundigen. leb sprach ihm für die Auihabme meinen Dank aus, und er sagte, ich möchte sein Haus ganz als das meinige ansehen, ob ich mm einen Tag, einen Monat, oder ein Jahr verweile. Ich merkte wobl, dass der Tag ihm das augenehmere sei, that aber nicht dergleicben und erklarte, ila ich gekommen, die Mehri-Sprache zu erlerneu, wiirde ich wohl drei Monate bleiben müssen; er möge sicb meiuetwegen keiuerlei (Jmstande machen, ich wiirde mir Alles selbst besorgen und ihm die Mielbe, die er verlange, für sein Haus zablen. Er erwiderte, er beansjiruche Nichts, deun wir seien ja jetzt nnc, Familie; die Leute allerdings diiebten, er zöge grosse Vortbeile vou mir. Ich verstand natürlich deu zarten Wink nicht und

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Schut.

belobte seine scliöne Gesimiung, indem i(;li lünzufiigte, alu Gast des Djemcadrirs liiitle ich in Schehr zwar JViclils zahlen brauchen; ich verlange aber ein solcbes Opfer niclit von iiim, und er solle jedentiills mit mir zufrieden sein. Er meiiUe, er müsse zunachst dem Sultan von Gischin meine Ankunft berichten und dessen Verfügungen einholen, ihm aucli die Briefe des Adener Sahib und iles J)jeuicailars senden, womit ich micli einverstanden erkliirte, indem ich den Lohn für den Jiülen zahlte, der den langen und heschwerlichen Weg nach Gischin zu Fuss machen sollle. Der Schöch bat mich dann noch, ich möchte mich doch einige Tage zu ïïause balten, um den Beduinen keinen Anlass zur Aufregung zu geben; gegenwilrtig seien deren viele in iler Stfidt, ibrer Abrechnungen wegen; sie würden aber schon nachster Tage in ilire Wohnstiitten zurückkehren.

Über dieses Ersuchen war icb keineswegs erfreut, denn es bestiitigle mir die schon mehrfach gehorte Meinung, dass die Beduinen mir keineswegs gunstig gesinnt seien, obscbon mich ihrer eine ganze Anzahl freundlich, oder wenigstens höflich, begrüsst hatte. Es blieb jedoch iNichts übrig, als zuzustimmen, da ich ohnehin einiger Zeit zur Orientirung in den neuen Verhültnissen bedurfte.

Zum Lehrer des Mebri gab mir der Schöch einen seiner Diener, einen Araber, der beide Sprachen in ihren Wörtern und Construktionen fortwilhrend vermischte, und so beschrankt war, dass ich ilm bald aufgab, womit er, trotz des mit seiner Tbatigkeil verbundenen Einkommens, keineswegs un-zufrieden schien, denn meine Eindringlichkeit war ibm oflenbar htichst unbehaglich. Einen Ersatz für ihn erhielt icii nicht, und so musste ich meine Besucher und Patienteu, deren sich genug einfandeu, als Lehrmittel zu benutzen suchen; i'reilich ein et was unsystematisches Verfahren, bei dem auch nicht viel herauskam, denn die Leute sagten und fragten meist dasselbe, waren hingegen als Überselzer fast gar nicht zu gebrauchen. J)er gewandteste von Allen war Schöch Abd er Eahmfm, der sehr wohl verstand, was ich wollte, auch eine bestimmte Orthographie für die Mehri-Worte batte, leider aber uur wenig für mich disponibel

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Soluit.

war, da soine zahlreichen Geschafte ilin in Auspruch uahmen. Zuweilen versuchte ich inoin Heil mil dem vou einor Mehri-Mutter abstaiumeiuleii siebzehiijillidgen Solm odor Neffen de.s Schöch Abdallali, der eine sehr klare deutliclie Ausspraclie batte, aucii das Arabische vollkommen beherrschte. Aber mit dem Übersetzen von einer 8prache in dio amiere halte es doch seine Schwierigkeiten; auch war der junge Measch sehr wenig ausdauernd und sprang gewöhnlich nach kurzer Zeit davon, nachdein er von mir ein Geldstiick oder etwas Anderes erbettelt. Was ein riclitigor Mehri ist, verabscheul im All-gemeinen jede auhaltende geistige oder körperliche Thiitigkeit und zieht den erbettelten Besa der dnrch Arbeit erworbenen llupie stets vor.

Unter diesen Umstanden war an eine grössere sprachliche Ausbeute nicht zn denken, zumal niein Aufenhalt liier, wie in Gischin, unter dem Druck der liedviinischen Abneigung eine starke Abkiirzung erfuhr. Das Result at meiner scbon in Aden beconnenen Studiën werde icli seiner Zeit besonders veröflentliclien. Soviel kann ich sagen, dass der Name Bhkili, mit dem in Europaischen Gelehrtenkreisen diese Sprache bezeiohnet wird, an Ort und Stelle unbekannt ist; er liat audi koine appellative Bedeutung und licisst einfacb: „bar-bariscli, unverstandlicliquot;, wie auch in Scliehr die Leute schon sagten: „Was willst du mit dioser Sprache, es ist die Sprache dor Vogel.quot; Der allgemeine Eindruck, den sie autquot; mein ühr machte, war allerdings kein erl'reulicher, und die harmlose Unterhaltung zweier Mehri's aut' der Strasse, gleich-viel ob Manner oder Weiber, kam mir stets wie ein gegen-seitiges Anschreien vor, dessen Siitze meist in einem Singsang endigen, der sicli aus der fast immer gewiihlten fragend-verneinenden Form ergiebt, wobei die Verneinung „laquot; stets den Schbiss bildet, so dass fortwiibrend der gloiclie Refrain au's Ohr dringt. Man üborsetzte mir zwar den Imperativ, aber im Gebrauch wird or durch die Fra/je umschrieben; also statt: „Thue das!quot; heisst es: „Wirst du das nicht thun?quot; Das Mebri hat den französischeu Nasallaut li, wie in moli wor ? höii \vo? Der Sch-Laut wird beinahe zu S oder ó) gequetscht und dabei mil schiefer Mundstellung

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SShut.

ausgesprocheu; auch wechseln sich und ij* in den ver-schiedenen Lokalitaten bei den gleichen Wiirtern ab. So sagen

o - «• '

sie für (jiol „was, welchesquot; in Söhui „haschenquot;, in

Gliaidba, ösflich von Ras Fartak, „hfisenquot;, j nahert sich, aber aneb nioht gleichmassig, dem deutschen Z; die Unter-scbiede zwischen $ und _ treten in der Anssprache kaum hervor, ebenso wenig der gutturale Lant des Das Klif' des Fa'ilun wird meist zum langen ö, die Diphtbonge spricbt man als solohe. Im Allgemeinen erscbeint Söbut für gründlicbere Mebri-Studien nicht als der geeignete Ort, da die Sprache bier mit arahischen Wörtern und Construkiionen scbon stark versetzt ist. In dem kleinen Giscbin, das keine Handelsstadt ist, bat sich die Mehri-Bevölkerung weit reiner erbalten.

Die Bebauptung der StammesverwandtBchaft des Mebri-Dialekts speziell mit dem llabescbi, die si(di besonders auf die Analogie einiger Oonjugationsformen stützt, findet in der iuissern Erscbeinung beider Volkertypen keine Stütze. Die ïïautfarbe des Mebri ist ziemlich dunkel, gold- bis chokolade-braun, und seine schlanke Statur überragl durchscbnittlicb die des Beduinen, Das Gesicht ist ebenmassig gebildet, der Kopf liinglich, das lang getragene Haar fallt ungewellt, fast striibnig berab; junge Leute rasiren gewöhnlicb das Vorder-baupt und lassen das lange Haar des Scbopfes lose fliegen, was ilmen ein indianerartiges Ausseben verleiht, wiihrend iiltere Manner es überall wacbsen lassen, und es mit einem scbmalen Ledorriemen um don Hinterkopf befestigen; doch binden sie es nicht zum Knoten, wie die Yafeci-Askeris und die Beduinen zu thun pflegen. Der junge Mebri bat etwas Weibiscbes; schwach und l'urcbtsam sind sie alle, und sie nennen sich selbst Dbaif (^**-0), schwach, im Gegensatz zu den Qubfül (Beduinen). leb glaube auch nicht, dass die Mebri's irgendwo die Macht in Hiinden baben; überall sind arabiscbe Schëcbs oder die Beduinen die llegierenden. Ihre Weiber, soweit icb deren sab, sind jung sein1 bübsch, vom allgemeinen südarabiscben Typus wenig verscbieden; sie scheinen sich nicht strenge zu verscbleiern. Der Bebauptung,

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Sëhut.

tlass die Mehri's dem Islam weniger auhanglich seien, als andere Araber, kann ich , wenigstens soweit Srdiut und Q-iscliiu in Frage kommen, nicht, beistimmen, denn ich sali sio iiire ()el)ote peinlich regelmassig verrichten. Ich halte die Mehri's fur eine südarabische Urrace und stelle sie auf eine

, o

Stufe mit den Sibyan (^L^o), die bei Makalla und im

Innern lladramilts Landbau treiben und beziiglich deren man mir sagte, sie seien von je Diener (ChaditnTn) der Beduinen gewesen, was wohl bedeuten soil, dass sie von letzteren unterworfen wurden.

Die Einwohnerzahl von Schut zu bestimmen, ist schwierig; die Sklaven eingerechnet, könnte man vielleicht 1500 Men-schen annehmen. Von eigentlichen Strassen oder Wegen darf man nicht reden; die grosseren oder kleineren Hiiusergruppen sind vielmehr in weiten, regellosen Zwischenriiumen ttber den massig gewellten, mit Steinen besaten Boden zerstreut, aus dem stellenweiae das Qestein iler in's Meer abfallenden, kurz vor Söhut gesehenen Felawand nackt iiervortritt. Sëhut hat einen kleinen Bazar, in dem ausser den gewöhnliclien Lebensmitteln besonders einfache Baumwollstotfe durch Araber verkauft werden, die sii'h anscheinend immer nur voriiber-gebend bier aufiialten; grossere Umsatze werden vor Allen mit den Beduinen gemacht, ilie ihren Bedarf für lilngere Zeit im Voraus entnehmen und sjiiiler mit ibren I'rodukten zahlen. An diesem Handel betheiligen sich die Schêchs in hervorragender Weise, wie sie überhaupt den Mittelpunkt des ganzen Verkelirs bilden. Sie geben den Beduinen und den Armen zu essen, worin wolil die Hauptstütze iiirer Macht liegt. Denn obwohl sie zahlreiche Sklaven besitzen, stehl noch die iialbe Stadl in ibren Diensten, wofür sie nicht einen Heller zahlen. Die Armuth ist hier so gross, (lass ihr jedes selbststündige Streben ablianden gekommen ist und sie sich damit hegnügt, nur das elendo Daaein von Tag zu Tag gedankenlos zu fristen.

Ich glaube, mit, Ausnahme der Beduinen, die durchschnitt-lich zurückhaltender waren, bin ich liier nicht drei Mensclien begegnet, die micli nichl angebettelt hatten. Am sclilimmsten

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Sehut.

waren tlie Schcchs, die Alles von mir unter Augon lialten und Alles wünschten. Uberdies waren sie neidisch aufeinander, so dass, wenn icli einem der Brüder einen Gegenstand geschenkt, der andre mir eine Art Vorwurf daraus machte, so dass ich zu thun hatte, nur das Gleichgewicht zwisclien ilinen herzu-slellen. leh gat) von Anfang an freiwillig kleinere Qegen-stande, wie Messer, Scboeren, Spiegel, Papier, spater aber, um die gute Stimmung zu erhalten, von meiuen eigenen Sachen Alles, was ich irgend entbehren konnte. Auf den gutgemeinten Rath meiner Adener Freunde hatte ich i'iir den Schcch von Schut ein hübsches Gewand nebst cAmama (Turban) mitgebracht. Nun fand ich zwei Schcchs vor und gcrieth in Verlegenheit, hei welchem von beiden ich mein Geschenk anbringen solle. Da ich aber kinnen beleidigen wollte und ohnehin schor, taglich und an allen Enden ge-schröpft wurde, auch ausserdem die Söhne, Diener, Sklaven und Sklavinnen angelerut waren, mich mit Grazie anzubet-teln, so entschied ich mich, meinem Gastgebor stalt des Ehrenkleides beim Abschiede nur ein ansehnliches Geldgeschenk haq(| es-Selfima d. h. mn der glücklichen Fahrt

willen, zu überreichen, da ich dem Vorwurf dor Knickerei zu entgehen wünschte.

Der an den Sultan von Gischin gesandte liole kehrte nach drei Tagen zurüek, mit einem Brief au den Schcch und mündlicher Einladung an mich , ihn zu besucben. Dem Schcch schrieb er, man solle mich auf's beste aufnehmen, und mir Alles zeigen, was ich zu sehen wünschte: das ganze Land stünde mir often. Schcch Abdallah versuchte trotzdem, mich im Hause festzuhalten, was ihm indesseu nicht gelang. Unter Begleitung meines Dienors und oines Knaben, den ich zu dessen Beistand angenommen und der ein sehr aufge-weckter Junge war, durchwanderte ich die Stadt und den Bazar, um die Leute zunachst an meiuen Aublick zu ge-wöhnen. Im Anfang war ich natürlich stark im Gcdriinge und iiatte manche Bemerkung über mich zu horen. So sagte ein junger Bedu oder Askeri zu einem andern : „Siehe , was für Augen er hat, die Augon eincs Schweins, eiues Huudes.quot; Ich blieb stehen und fragte ihn etwas scharf: „Was sagst

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Schut.

du ila?quot; worauf er in panischem Sehrecken sein Schwort über die Schulter warf und, aoweit er kounte, eutfloh. In der That waren meine blauen Angen stetn ein Gegenstand der Verwunderung, wenn niolit der Furcht; als icli einnial fragte, welclie Farbe si(gt; donn liiitten, antwortete mnn mir: die Farbe des Kobl, namlicb der aus gepulvertem Bleiglanz oder Antimon bereiteten Augenscbminke. Und der Vergleich ist nicht einmal übel.

leb unternahm daim meine Ausgiinge tiiglich, doch nur in der naheren ümgebung, denn für weitere Ausflüge be-durfte es der Qenebmigung der Beduinen, denen, wie es hiess, das Land gehore. Östlich schiiesst sich an Sühut ein Örtchen, Ghamra, ebenfalls am Meere gelogen, mil unbe-deutender, doch woblerhaltener Moschee, sonst aber (restlos verfallen, die Hiinser ruinenhaft und nur tbeilweise bewohnt. Diu bittere Annuth spricht hier den Meuschen mehr noch aus don Angen, als don ontgegengestreckten Hiinden. Man siebt nur Greise, Blinde, Krüppel, armseligo Weiber mit undohne Kinder, Alles verhungert und in schmntzige Lumpen gehüllt, das Gauze die Verkörperung menscblicben Elends. Die Menge folgt mir bettelnd, besonders beharrlich ein triefiingiges W'eib mit zwei anderen ihres Geschlechts und einer Anzahl Kinder, bis ich als gomeinsames Geschenk ein kleines Silberstück geopfert, denn mein Kupfer isl langst zu Endo. Weite Tod-tenl'elder dehnen si(di überall, mehr Raum beanspruchend, als die Wohnstatten der Lebendon: die Pocken haben etwa ein Jahr vorher griisslich gewüthet, und die Kranken wurdon hier hinausgeschleppt und in Chudur — Lappenzelten — untergebracht, wo sie sich selbst überlassen blioben.

Arztlicho Hülfe ward audi in Schut vielfach von mir verlangt, zugloich aber oft zum Vorwand für Bettelei genommen. Wenn ich in sole hem Falie dem Patienten erklarte, nur eins oder das andere könne ich gewahren, so zog er sicherlicb einige Hosa's der scbönB(en Aussicht auf Herstellung seiner Gesundheit vor. Und nicht mit Unrecht. Denn was nützt die Gesundheit dem, der zu arm ist, sie zu erhalten, der nicht einmal die Mittel besitzt, das nackte Leben zu fristen? Die vorkommenden Krankbeiten sind ungefahr dieselben, wie

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Seh ut.

in Schehr; viele Hlinde wieder, zaiilreiohe griisslitdi ver-schmutzte Qescliwüre. Eiiien besonders sclilimmen Fall dieser Art bot der angesehene Seyyid Salih bin All el Ilamid, der luicb in oinem dringenden iiriefe bat., ibn zu besuehen, da er sicb nicht bewegen könne. Er bewohnte eins der ansehnlichsleii Hiinser, dessen innere Einrichtung aber iuicbsl armselig war. Ich fand einen noch jungen Mann, rait sympatbischen Zügen und einem wahren Christuskopf. Br batte an beiden Füssen unterhalb der Knöchel grosse tief-eingefressene, eiternde Wunden, die einen üiden Qenich verbreiteten, mul in denen bereits die Würmer bausten, leb gab mir viel Mübe mil ilim, und nicht ohne Erfolg, und er versprach aus freien Stücken, er wolle, wenn leb ihn hoile, mich sellist nach Hadramut geleiten, da die Beduinen ibm unbedingt gehorcblen, und ich so vollstandig sicber sei. Allerdings wiire ein soldier Schufz nicht werthlos gewesen; doch verbinderten mich die Umstande, die Macht und Ehrlichkeit meines Freundes zu erproben, und ich war sogar genöthigt, mich vorzeitig von ibm zurückzuziehen. Denn ging ich zn ibm, so bettelten mich entweder seine Sklaven im Chore an, oder sein Freund: oder sein Hruder bat um Geld für Tabak, und schliesslich schrieb er selltst an mich, und verlangte zunachst von Gott und dann von mir so und soviel Rupien. Ich liess ibm sagen, Gott müsste sie ibm nicht durcb mich bestimmt haben, und quot;•inquot;1 nicht

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mehr zu ibm, der endlosen Schraube zu entgehen.

In Sëhut lernte ich auch eine Krankheit kennén, die sie cUrük , wörtlich Adern) nonnen, und die besonders im inuern Hadramüt stark verbreit et ist. Hie iiussert sich ebea-i'alls in Form von Geschwüren, aus denen man einen /.iem-lich starken weissen Faden — keinen Wurm — berausziehen kann, und die bei der herrschenden ünreinlickheit of't sehr ausarten. Diesen Faden fand ich in der Niilie der ivniege-lenke; seine Ent terming wollte man mir nicht gestat ten. Was daraus wird , babe ich nicht erfahren, da ich nirgends lange genug blieb, um die lleilung der ineist scbwierigen Fiille ab/.uwarten. Ich tand spiiler in Hadramut, dass man alle Geschwiire clJruk nannte, gleichviel, welcher An sie waren.

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Soluit.

Mein Hans liat einon Vorliof, der von einer Lehmmauer umsclilossen ist. Das in diese eingelassene Thor verschlicsst ein LTolzriegel, der von meinem Zimmer aus durch einon Striek l'ortgozog'en werden kann. üa ich der Maner wegen die Einlass begehrenden liesuclier nicht selien kann, müssen sie, nachdem sie geklopft haben, erst eine dahinter gelegene Anhölie ersteigen, uni sich zu prasentiren. Diese Anhöhe ist stets von zahllosen Bettlern, besonders armen Weibern liesel/.t, die mir ilire Kinder entgegenhalten, urn mein Herz zu rühren, und auf derselben Stelle oft vom Morgen bis znm Nachmittag sitzen, damit sie micb Ijei meinem Ausgange sicber abl'angen, Bevorzugte Besucber, ^vie Seyyids oder Schëchs, führt mir gewöhnlich Schücli Abdallah selbst von seiner Wobnung avis zu, die auf raeinen kleinen offenen Hof (Sath) mündet. Dort erschien aucb öfters seine scbon altliche Gemablin, die ein Gesprach mit mir keineswegs scbente, mancbmal mit, jungen Weibern ihrer Bekanntschaft, die m!(di aber nur verstoblen zu betrachten wagten und entflohen, wenn sie sich beobachtet saben. ScbCch Abdallah besitzt, wie mir gesagt wurde, nur eine Frau, wahrend sein Bruder deren zwei in Schut bat, und ausserdem eine dritte, die Tochter eines Beduinen-Schcchs, in dem östlich von Schut gclegenen Atiib, unfern des gleichnamigen Ras, wo er zeit-weise seinen Aufenthalt nimmt.

Vom Sath kann icb auf wenigen Stufen znm Hein — dem flachen Dach — emporsteigen, das aber mehr einem Söller gleicht, da ausser meinem Medjlis die meisten Kiiume unge-deckt sind. Daim babe ich die Bergkette vor mir, die im fortwahrenden Wechsel der Beleuchtung sich in unendlich mannichfaltigen Bildern darstellt. Ein wunderbarer Anblick, wenn durch cinzelne Lücken der Wolkengebilde, die darüber stehen, die Sonnenlichter fallen. Uier ein grosses dunkles Gebirgsstück, von einem lichten (fierst reifen durcbschnitten; dort eine vergoldete Kiij)])e mul ein einzelner angeleuchteter Berg, auf den wieder der sebwarze Schatten eines andern Gipfels fiillt. Wie verschieden Alles beim strablenden Voll-mond! Oeradezu Kore tauwil (J-jyj d. li. der lange Kopf), der böcbste Qipfel des vor una liegenden Gebirgszugs,

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Söhut.

rechts ilavoii lias Ag-ïïb fwLöc), in der Ferne nacli links die Berge des Wadi Masile, Alles unkörperlioh im Dunst ver-schwimmend and doch den lichten iVlher dunkel abgriinzend. Vollkommen verwaist liegt die Stadt; nur eine Weiberstimme und Hundegeheul dringen von fern an das unbeschaftigte Ohr. Der Erdboden ist strablend weiss; wie aus dem Meere tanchen die bescbatteten HüuserfVonten daraus emjior. Das Hans des Schcch Abd er Rahiuan überragt alle anderen um Hauptesliinge, und sein dunkier llmriss macht einen gebie-tenden Eindruck, obschon es auch nur ein Lehmklumpen ist. Das Gauze aber in seiner Verüdung gewahrt den Eindruck einer langst verlassenen Kuinenstiitte, und die überall verstreuten Reste /erfallender Wohnstatten sind nur zu sebr geeignet, die ergreifende Illusion auf's Höchste zu steigern.

Hinter Schut ziebt sicli cin tiaches Wadi bin, das, vom nördlichen Gebirge abfliessend, dein Meere zustrebt. Sie nennen es Wadi Misyül, ein Name, der eigentlich Nichts vveiter bedeutet als „W'asserlautquot;'. Obwohl es kein Wasser führt, ervvies es doch in seinem oberen Laut'e dessen gewal-tige Wirkungen durch die wilde Zerrissenheit seines Belles, das aus einem röthlichen Sandstein mil ungleichmiissigen Lagen eingebackener Kiesel besteht, und von machtigen loseu lllöcken desselben Gesteins und dichtem Kieselgeröll bedeckl ist, zwiscben dem eine dürftige Vegetation sich emporgezwungeu hat. In seinem weiteren Lant'e hat es die Terraiuerhöhungen durchschnitten, und seine weisse llahaba ') führt stellenweise zwiscben niedrigen Wiinden nines leicht zerbröckelnden orange-farbenen Sandsteius hindurcli, der mil Kieseln so stark durchsetzt ist, dass man sagen könnte, er diene ihnen nur znr Bindung. Spater vertlacht und verliiuft sich dieses Wadi, so dass es sich kaum noch von dem steinigen Boden abhebt, der erst nahe de' Stadt von einem grünen Fleckcheu Erde

1) Dio Rul.iaba ist der Thoil dos Wadiluufs, iibor den das Wanser vorzugs-woisc soinon Weg nimmt, und dor leicht daduroh orkennbar wird, dass allo Sandthoilo fortgowaschon sind, so dass nur dio abgesehlin'onen klaren Kiosol zuriickbloiben. In violen Fallen hiutorliisst das Wasser autquot; dom bespuiten Gostoin einon weisson kalkartigen Sat/, was ioh bosonders bei don Wadis beob-achtoto, dio vom Djöl, dom arabischon Hochplatoan , abfliosson, dossen Ilaupt-masso allordings aus Kalkgestoinon besteht.

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Sehut.

uiiterbroclion winl, wo ehvas Gsidub (Luzerne) für die Ka-meele mul Qemiise für die Meuschen gebaut werden, und einige düri'tige Palmen ilire mageren Rei ze enifalten.

Vierzehn Tage war ieh nun scbon in Sehut , und noch immer stand idi vor der F rage, ob man mir die lleise in's Innere gestatten würde. Ich war sebr ungeduldig darüber, zumal auch meine Sprachstxidien uur geringe Förderung ertühren, und drang tiiglicb in die Scliöchs, sich mil den Beduinen in's Einvernebmen zu setzen, da doch nach dem liriefe des Sultans you Gischin jet/.t alle Bedenken ausge-schloseen sein sollten. Schöch Abdallah erkliirte sich dazu bereit, zögerte aber unter allerlei Vorwiinden die Erfüllung seiner Zusagen bin, oder ricbtiger gesagt, wagte es nicht, die wegen meiner sicberlich von Anfang an gelassten Ent-schliessnngen mir ofl'en mitzutheilen, gab mir aber nicht undeutlich zu verstellen, der Sultan, dem ich anstandshalber obnehin einen Besuch ahstatten Tiiiisse, würde wohl eher die Macht haben, meine Wünsche 7,u erfüllen. Obgleich ich aber Hoflichkeit /.u scbatzen weiss, hiitte ich, wenn aucli mit blntendem Herzen, deren Rul' darangegeben, ware es luüglich gewesen, meine Ziele von Sehut aus zu erreichen.

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Es war am 28 Februar, als ich bei meinem Nachmittags-Ausgauge auf den Scliëch Abd er-Rahman stiess, der sich liiugere Zeit bei mir nicht hat,te sehen lassen. Icb erwi-derte seine freundliohe Begrüssung mit Vorwürfen über seine Falschheit, da es nur bei ibm stiinde, die Beduinen von der Harmlosigkeit meiner Absichlen zu überzeugen und so meinen Wünschen geneigter zu machen. Zu seiner Rechti'er-tigung fiibrte er mich zu einem der Beduinen-Cbefs, Ali bin Hasan, den wir auf' dem Markte antrafen. Matten wurden gebracht, wir setzten uns, und die ünterbaltung, an der auch noch andere Beduinen theilnabmen, begann. Der Scbêch trug meine Sache vor, und icb ergiinzte seine Mittheihmgen dabin, dass ich es den geehrten Herrschal'ten vollkommen freistelle, mir entweder die Siyura1) durch Wadi Masile

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SiyAra ist das von den Boduinen gowührto Schulzgoloit; dor ColeitsDiann heisst Séyyir ( {■***)•

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Sühut.

nach Teriin zu gewiiluen, von \vo icli suohen würde, Makalla zu erreiohen, oder aber, wenu sie dies niclit wollten, uur bis Bir Berhut und wieder nach Söhut zurück. — Was meine Absichten seien? — Nuu, sie stillen, ich sainmle Pllanzen, um deren Heilkrüi'te zu erprobeu, sie braueliten kein Miss-trauen zu liegen, deun der Djemcadrir, der mich empfoblen, werde ihneu doch keinen Spion senden. Sie erklarten, dass sie kein Misstrauen in meine Absichten setzten, aber die Beduinen föq — nümlich oben im Wadi — seieu Schafe, und ihnen sei das nicht bei/.ubringon. Das Hin- und Herreden wahrte lange und blieb obne Ergebniss; sie versprachen, am Abend unter sich darüber berathen und nür das Uesultat am nachsten Tage mittheilen zu wollen. Ira Ganzen war der Ton unserer Verhandlungen ein sehr anstandiger, und das Betragen der Leute aehtuugsvoll. Offenbar wünscblen sie mich nicht zu erzürnen, konnten es aber nicht über sich gewinnen, den Fremden, dessen uneigennützige Beweggründe sie trotz aller gegentheiligen Versicherungen innerlich bezwei-felten, in „ihr Landquot; einzuführen, wo er vielleicht den Ursprungsort der Produkte, die ihnen den Lebensunterhalt gewahrten, erforschen mochte. Da/.u mussten sie Rücksicht auf die im oberen Laufe des Wadi's hausenden Stamme neli-men, die unter Umstanden nicht gesonuen waren, meine Sicherheit zu garantiren, und mich vielleicht zurückgeschickt, möglicherweise auch angegrifion und boraubt hiitten, wodurch meine Person zum Ausgangspunkt kriegerischer Verwickelungen zwischen den Stammen geworden wiire, was man unbedingt vermeiden wollte.

Die Sonne war schou untergegangen, als ich meinen Spaziergang in Begleitung des Schech fortsetzte. Wir \vanderten lilngs das Strandes bin, wo sich MesiÜf , Qrubeu zur Bereitung der Slfa (\i^, Meliri Siil't), des Thrans betinden, der, wie schou erwahnt, aus dem cAul gewonnen wird. Die Fische werden in die Grubeu geschüttet und der Verwesung überlassen; Blut und Fleisch lallen zu Boden, wahrend das Fett obenaul' scbwimmt; die Sauce wird zeitweise umgerührt, und Griiten und dergleichen herausge-fischt. Das Produkt soil besonders zur Dichtung der Schiffe

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Söh ut

dienen und gulen Absat/, nach Indien haben. Ein Mann, der am Uler seine kleine Sainbuk reparirte, lud uns zum Kaffee ein. Wir set/ten uns nieder in den tiefen Sand, vor dera eine flache Felsbank gelagert ist, gegen die die Wogen mit grosser Gewalt anstürmten. Der Westen war noch licht ge-iïirbt, wiilirend der last volle Mond bereits hell ain llimmel stand und sclnvero blaue und schwiirzlicbe Tinten das Gebirge deckten. Unser Gastgeber röstete, wie üblieb, die Bohnen mil den Hülsen auf einer zerbrocbenen Sclierbe; auf seine Frage, ol) es genug Jvafi'ee sei, bat ich, das Quantum ein wenig zu vermehren, worauf er noch eine Bohne zulegte. lm Holzmörser ward der gebrannte Kaffee mit etwas lugwer gestossen, daim in den ivessel geschüttet und aufgekocbt. Ingwer, ohne den der Kaffee bier nirgends genossen wird, giebt ihm einen etwas herben Qesclimack, don wohlbabende Leute durch Zusatz von Zucker inildern; im Allgemeinen wird er sebr diinn getrunken. Es meideten sich auch hier einige Kranke, und ein Mann erziihlle, er habe vor wenigen Tagen den Residenten von Aden und Mohammed Sfilih DJacfer, den Native-Assistant-Resident, in Giscbin gesehen, wo sie auf einem Kriegsschiffe eingefrofl'en seien, um nach einem Auf-enthalt von wenig Stunden wieder abzureisen. Wahrscheinlich brachten sie dem Sultan seinen „Tributquot;.

Am niichsteu Morgen landen sich die Beduinen mit Ali bin Hasan an der Öpitze ein, um mir mitzutheilen, dass sie zu einem mir ungiinstigen Beschlusse gelangt seien. Trotzdem ich darauf hiitte vorbereitet sein sollen, ward ich doch sebr zornig und schalt mit harten Worten ihre Anmassung und IJngastlicbkeit und erkliirte ilinen, ich würde mich au ihre Gebote nicht kehren. Ali erwiderte uur, dass dies keine gute Rede sei, und die Deputation erhob sich, und zog mit grosser Würde von daunen. Ich sagte zum Schöch Abdallah, gerade Jetzt wolle ich, und zwar sogleich , den schon früher beabsichtigten Ausflug nach Raidet el Keblra unternehmen, einem Orte, bei dem sich Palmen uud Quellen finden sollten, ausserdem, was mich mehr interessirte, ein Hüsn el Frengi; als Fübrer dorthin batte sich mir der Mann erbotcn, der dem Sultan von Giscbin mein Eiufübruiigsscbreiben über-

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Selnit.

bracht Initio. Der Scliech bat micb dringend, wenigstens l'ür heute von meinem Yorsatz alizusteheu, zumal Mittwoch sei, ein Tag, der im Aberglauben der Südaral)er — ob aucli anderer Muhammedaner, ist inir unbokannt — die Stelle unseres Freitags einnimmt, dalier an ihm Niemand ein wiobtiges Werk boginnl, oder ein Schili'er in See geht.

So verschüb ioh die Tour auf den folgenden Morgen. Mein Fülirer faad sicli ein, ging aber wieder fort, angeblich, um noch etwas zu besorgen, und — kebrte nicht wieder. Ich dacbte wobl, dasa die Bedninen die Hand im Spiele hiitten, liess mir dies aber nicht anmerken, sondern machte mich, nur begleitet von meinem kleinen Sehuter Jungen, der den Weg ebenfalls kannte und in einem kleinen Zembll Palmkorb) etwas Dattel und Schiffazwieback mitfiibrte, etwa um 9 Ubr anl', das gehidene Gewebr über der Schulter und den llevolver im Giirtel. Der Weg f'ührt durch Wadi Misyal, daim last eben am Fusse der niedrigen Ausliiul'er des Gebirges dahin; nach einer halben Stunde kreuzen wilden steinigen Grund eines Wadi's oline Namen und erkenn-bare Bicbtnng, das wobl sein Wasser dom W. Misyal zu-fiihrt. Die vorher lujchst dürftige Vegetation nimmt liior etwas zu: tlauwir und Cbazeire, Akazienarten, sowie Subre, wobl dasselbe wie Dima, ein Strauch, dessen Zweigen beim Abbrechen oin rötblicher Öat't reichlich enttliesst, und melirere Grasarton bedecken das Wadibett. Wir beginnen etwas an-zusteigen; Namen der Brhiihungen weiss der Knabe nicht; aul' die Frage, wie heisst dieser 13org? antwortet er stets: lagba, niimlich el aqaba, d. i. der Aui'stieg').

Der AVeg wird schwieriger; wir wandern aul'vvarts über grobes Ooruil eines rütiiliciieu Kalkgosteins, dessen überlliiche durcii das Anblasen kleiner abschleifeiuler Sandtheile wie polirt ist. Von einer Erhöhung schauen wir in einen voll-stiindig von Bergen eingolasslon Kessel liinab, in dom tsin schmalor Wasserlauf sich am Fusse der Berge dahinsclihin-gelt. Wir steigen zu ihm iiinab, und verfolgeu ihn ein

1) (Aqaba) ist sowohl dor Auf- wio Abstieg eines Bergos, über den dor

Weg fiilirt; man künnto os also mit Gobirgspass iiborsotzen.

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Seh ut.

kuiv.es Slück; daim wieder au soinem rechten Uier empor zwiscben wiistem Geröll, das audi den Wadigrund anfüllt, in dein der Etljeb Mehri Hatliib) — Ficus salicifolia,

a us dessen Uinde die Lunte der Gewebre geferligt wird, wie auch Subrö und anderes Qestrauch ^i|)|)ilgt;• wucbern. Das Wadi wird im wei teren Ansteigen immer wilder, zerklüfteter. Wir marsciiiren diciit an seinem rechten Uferrande, uusern Weg zwiscben den riesigen Bliicken Biichend, die von den seitlichen Felswanden herabgestürzt sind und auch die tief unter uns liegende eigentliche Thalrinne füllen, deren aus-gewaschener Kieselgrund sicb wie ein weisser Faden zwiscben iiinen durebwindet. Das braune, wildgezackte Kalkgebirge zu beiden Keiten, trotz des blondenden Sonnenscheins hart und düster in die tiefblaue Lnft ragend, und die wie mit lüesen-hand über die Abbiinge verstreuten Felsblöcke in ibren pliantastischen Formen gewiibren ein gleichzeitig erhabenes wie beklenmiendes liild finsterer Naturschönbeit, dessen starrer Ernst durcli das bervorleuchtende Grüu einer nur sparsam eingefügten Vegetation kaum gemildert wird.

Von der Iliilio erblickt man oine grössere Anjillanzung von Battel- und Oocospalmen, unten im ebeuen Thalgrunde rie-selt zwiscben dicht begrastem Erdreich Wasser in flachen natürliclien Binnen. Der Ahstieg dortbin wiilirt nur etwa zelm Minuten; vor und liinter uns verscbliesst sicb das Thai: wir befiuden uns in einem Rundel, das keinen Ausgang zu haben s(;heint. Zur Rechten grössere Palmen- und Durra-pllan/.ungon; binter einer iiügelartigen Eriiöiiung ragen eben-i'alls Palmenhtiupter bervor. Ein Araber begegnet und begrüsst uns; er scheint nicht sehr verwundert. Ich trage, ob wir nicht in einem Hause Unterkommen finden können, und er fübrt uns über nacktes Gestein ein wenig aufwarts, zu einer Ansammlung von etwa 20 armlichen Hausern und l'alin-hiitten. Das ist Raidet el Kebira. Es ist gerade Mittag, wir sind also ilrei Stunden unterwegs gewesen. Die ersten Kinder entflieben; dann aber kommen Leute und begrüssen uns, audi Frauen. Wir gehen in das Hans meines Heglei-ters, der sclion von Weitem ruft, man möge die Matte ausbreitcn. Ich lasse mich nieder; man bat JN'ichts vorzusetzen.

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Sol.iul

als cine Schüssel Dom '). Icli nelime mfiin Hrot nnd Dattel lieraus und ersuche um Wasser. Das JIaus ist bald voll. Melirere der Ijeute sind olIlsi|»• beschiiftigt; sie reinigen auf deni Malbög i 1), wohl die Aleiiri-Aussprache), oiner

kleinen hölzernen Walze, an Ort und Stelle gewonnene Baumwolle von den Samen, verspinnen sie sogleich und machen Fischnetze daraus, die hier nicht Schébeke, sondern Wuschca , eigentlich Spinngewebe) genannt werden. Kin Beduine tritt ein, reiclit mir die Hand und setzl sich mir uur 8eil.e. Er fragt, was ich hier zu suchen lialie, ob mir von den Beduinen die Erlaubniss ertheilt worden sei, das Land zn selien? Ich sagte, ich bedürfe solcher Erlaubniss uiclit, das Land gehore ilinen so wenig wie mir; ich wolle es nicht mitnehmen, sondern uur ansehen; sei ilim das nicht recht, so moge er os in einen Beutel thun und verbergen. Er erwiderte, wenn ich fortfahren würde, gegen den Willen der Beduinen zu handeln, so würde man wohl buld mio/i in einen Beutel thun, womit er das Leichentuch meinte. Er fuhr daim meinen Jungen an, dass er mich hergef'ührt; der entschuldigte sicii sclilau, dass ich den Weg gewusst hiitte; er sei mir uur mit dein Zembll gefolgt. Ich sagte dein Bedil, dor Junge sei main Diener und habe nur zu thun, was icii ihn geheissen; die Verantwortliciikeit trüge allein ic/i] es sei nun genug der unnützen Bede; sei raein liesuch niclit reclit, so könne ich ja wieder gehen. Übrigens hiitte ich gehort, in der Niilie befande sicii ein Hüsn el Frengi, das ich seiien möchte; ob Jemand da sei, es mir zu zcitren. Er wollte wissen, wo icli das erfahren, und ich. war leider aufrichtig genug zu sagen, dass ich es in Sëhut gehort. Er iialte geglaubt, icli wisse es aus meinen Büchern und spracli sich missbilligcnd über die Fnvorsiclitigkeit derjenigen aus, die mir das grosse Qeheimniss verrathen. Zu meiner Überraschung erbot cr sicli daim aber selbst, micli dorthin zu

1) ])io 1'lik'hto des Olb (wüx, Zi/yphus Chiisti), kivsclion^ross , uuch

einon Kern win die kirscho onthaltond, in Form und l'iulic utier kluinon Apfol-chon gloioh; sio weldon im IVischon wiu golrucknoton Znstnndc vun dun Anibuin sohr gum gegusson.

Cf)

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Solui t.

führen; icli zügerte uuoh nicht, rioine Willfalirigkeit zu benut/au, uml l)ald machten wir uns, begleitet von einer grosseren Zahl der Dorfbewohuer, wieder aui'den Weg, ein kurzes Ötüek abwürts im Thalo. Wir erklettern einen der die rechte Wadiseite einfasseuden Berge; weglos geht es empor über lockeres Geröll, das von Dorngestrüpp überwuchert ist, zwischen dein man sich sorgsani durchwinden muss. Nilher dein Gipfel wird der Fels vollstandig nackt, dem gleitenden Fusse kaum einen Halt bietend. üben finden wir eine aus. zerschlagenem Gestein errichtete Mauer, von dei-zwei iin rechten Winkel zusammentreflbnde Peilen, Jede etwa GO Fuss lang, noch gut zusammenhalten, wiihrend eine dritte Seite uur iu schwachen Resten erkennbar ist. Aus-ladungen deuten auf vorbanden gewesene Wachttinirme hin, wie sie heutzutage in die Umiassungsmauern der Stiidte ein-gelassen werden. Au der einen Ecke erkennt man Uber-bleibsel einer Steintreppe, die voraussichtlich zu einem Thurm emporführte. In der Mitte des uinschlossen gewesenen liaums sind die Triimmer des Hauptgebaudes aufgethürmt, doch so regellos verstreut, dass ein Kiickschluss auf'die ursprüngliche Form unmöglich ist; man könnte das Ganze für eine zufiillige Anhaufung von Steinen halten, vviire nicht ein etwa 10 Fuss tiet'er Wasserbehalter vorhanden, zu dem das Gestein, jeden-falls künstlich bearbeitet, sich allmiilig absenkt, wiihrend die Vertietung stellenweise mit einem granen, cementartigen Kalk überzogen ist, dor die ililrte des Steins erlangt bat, und ein grobes, doch gleicbmassiges Gelïïge zeigt. Es wurde beliauptet, dass das Wasser durcli Röhren vom Wadi herauf-geleitet worden sei, was nicht unmöglich erscheint. Der l'latz für diese Festung war jedenfalls gut gewahlt; dei-Berg ist von einem Ivreise holier finsterer Felskuppen wie von einer zweiten Mauer umgeben, und uur an einer Seite mit einem überragenden Gipfel der Gebirgskette verblinden. Der Siiden gestattet einen Durchblick bis an's Meer, und der Laul' des Wadi Kaidu liisst sich in dieser Richtung weitbin veriidgen. Nach kurzem Aufenlialt erfolgte der miib-selige Abstieg. Im Schatten eines gewaltigen Felsblocks, gegenüber einer grosseren Palmenkultur, balten wir noch

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Sëhut.

cinmal Hast; dann machen wir una, nach Verabreicliung' besc.lieidener Bachschischs's an mein Gefolgo, auf'den Uück-weg nach Sehut, woliin meiu lieduine, »Sacd Ali war sein Name, mich — ich wage es nicht zu entscheiden — ob geleitete, ob eskortirte. Wir wurden unterwegs ganz freund-schaftlich, und ich gab ihm, als er mit in mein Hans kam, ein anstiindiges Geschenk. Die Schcrhs empiingen micli mit Vorwürl'en, und ich musste die mir neue Erfahrung machen, dass ich „mehv Muth, als Verstandquot; besiisse. Die Bedu's hatten, wie ich gedacht, dem von mir angenommenen Führer verboten, mit mir zu zielien, und geglaubt, dadurch meine Absicht vereiteln zn köunen. Als ich mich dennoch aufmachte, geriethen sie in grosse Aul'reg'uiig, liei'en zusam-men und wollten mir in grosserer Zalil nachsetzen, um mich zur Rückkehr zu zwingen, so dass die Sehëchs inter-veniren mussten; wahrscheinlich that auch die Furcht vor meinem Frengi-Gewehr das ihrige, sie zu beruhigen, ob-gleich ich in Wahrheit nicht die genügende „Schneidigkeitquot; besilze, meinem Eigensinn ein Monschenleben zum Opfer zu bringen, abgesehen davon, dass in solchem Falie das meinige „Grasquot; gewesen ware. Den Beduinen Sacd aber hatten sie mir nachgeschickt; vielleicht sollle er mich zuriickhalten, wenn es mir einfallen würde, meine Excursion noch weiter auszudehnen; er iiberholte mich natiirlich bald, und ich batte ihn auch unterwegs gesehen, wie er, gleich einer Gazelle, über das rauhe Gestein vor mir dahinflog.

Dieser Vorfall machte es mir zweifellos, dass kein Ein-wohner der Stadt den Beduinen zum Trolz es ferner watren würde, in irgend einer Art meinen Absichten Vorschub zu leisteu. Ich erklarte jedoch leiclitbin, ich beabsichtige dem-nücbst auch Wadi Masïle zu besuchen, in dem sicli unfern der Miindung ausser ansehnlicben Kuituren ein ühnliches Hüsn befinden soil te. Diese Tour ist viel weiter und wiire nicht ausführbar gewesen ohne Kameele und Leute, auf die ich natiirlich nicht zu reduien batte. Uie iSchcchs wurden aber üngstlicli und deuteten mir an, wieviel liesser der „mdehtvjequot; Sultan von Gischin mir beistohen künne, und wie dort auch Leute genug seien, mich in tier iSprache zu

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Nacli (üschin inul Makiilla.

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uuterricliten. Schöch Abil er-Rahman wurde noch cleutlicher, als rtcin Bruder, mul sagte undlioh, er müsse uilclister Tage nach seiuem Hause liei lias Alab, ducli möclite er mich nicht in Söhut lanter sicdi lassen, da er i'ürchte, ich konne mil den lieduinen in Kontlikt gerathen; es stiüule mir voll-komuieu t'rei, nach Gischin oder Makalla zu gehen; eine Za'ime sei gerade zur Abl'ahrt bereit; schliesslich kunne er mir selbst eine kleine Sambuk geben. Da mir die Abreise auf so Ireundsclial'tliclie Art „uahegelegtquot; wurde, war es meinem ijuten llerzen unmöglich, nein zu sagen, und ich erklilrte, da ich ilem „machtigenquot; Sultan olinehin meinen Besuch zugedacht, so wolle ich nach Gischin gelien. Doch benutzte ich nicht die löcherige Sambuk des Schêch, die niclits als ein elendes Fischerboot war, sondern kontrahirte mit dein einarmigen Nachuda Salini Abdallah en-Nubi, einem l'reigelassenen Sklaven, der sich wiihrend der Fabrt sehr tiichtig und zuvorkommend zeigle, dass er mich mit meinem Diener und Gepiick i'iir 10 Hupien nach Gischin bringe. Nachdem icb meinem Wirth das Eutgelt für sein Haus überreicht und mich, unter starkem Blutverlust, durch einen heftigen Bachschïsch-Angrifi' seilens seiner Kinder, Diener, Dienerinnen, Sklaven und Sklavinnen, wie auch anderer Bettler, endlich durchgeschlagen, scliiffte icli mich am 4. M iirz gegen Mit tag nach einem kurzeu, wenig herzlichen Abschied von meinen Söhuter Freunden ein, was bei dem hohen Wellengange weniger für mich, als der schweren Gepückstücke wegen, ein mühseliges Stuck Arbeit war.

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NACH GISCHIN UND MAKALLA.

Ich leide sonst niclit an Ahnungen; als indessen, da wir gerade absegeln wollten, eine kleine Zacime einlief, kam es

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Niicli (iiscliin n 1111 Mnkallii.

mir in don Sinn, ob nie mil' nicht Briefe bringen möcbie, die ich soit, langem entbehrt batte. Mein einarmiger Nfi-cluula, dem icli meine Vermnlbung mittiieiite, beeille sicli dienstfertig, nach deui eingetroffenen Falirzeng biniiberzu-faiiren, und kebrte bald mit dessen Ka])itan zurück, der mir zu meiner Frende einen grossen lieutel mit Briefen aus der lleimatb iiberreiclite, die mein arabisober Freund in Aden dumb Vermittlung eines Alakallaer Kaufmanns mir übersandt batte. Wir licbteten gleieli darauf Anker; der Wind war giinstig, und das Miniatur-Fabrzeug verfolgte munter seine Balm liings der arabiscben Kiiste, deren lang-gestrec-kto Gebirgsketten in allmülig böber aufsteigenden Reiben sicb bis zum fernen Hintergrunde bin debnen. Um balb vier niibern wir uns lias Agab (), das eigentlicb als eine Ansammlung von Verbergen'zu bezeiebnen ist, deren erster, zum Meere scbroff abfallend und wild zerkliiflet, ein grau-röthlicbes Gestein bloslegt. Es tblgt Ecbaut, eine Palmen-jiflanzung — Hiiuser sind nicbt sicbtbar — binter einer boben Sanddüne, dann Kas Atab niedrig, aber zer-

rissen ins Meer binausragend. Sonnenaufgang limiet uns bei Has Scbirwcn, das einem dunklen ANalle gleicb vor uns aufsteigt; weiterbin scbiebt sicb die lange Felsbank von Ras Dérdja in's Meer, und die versebwimmenden Umrisse

von Ras Fartak treten in blauer Feme bervor. üer Wind liisst bald nacb, und wir miissen zeitweise rudern. Wir laviren vor Ras Scbirwcn, dessen brainier, wild zerrissener Grat pbantastiscb in die blaue Luft ragt. Mebrere Stundeu wiibrt es, bis wir um seine Spitze berumkommen. Nacb der andern Seite zeigt es zuniicbst ebenfalls bobe, steil ab-falleude Wiinde, mit liefen ITublungen und Klüflen oberbalb des Wasserspiegels, worauf kleinere, fiacbe Ausliiufer bervor-trelen. Es bildet bier eine Bucbl, Llben genannl , die im Cbarif walirend des Südwest-Monsuns den Sayen sicbere Zuflucbt gewiibrt, In Verbindung mit dem Ras stebende bobe Bergketteu scbieben sicb nilher an die Kiiste beran; am Fusse eines sanfl abfallenden Berges gelegen, tritt in einiger Entfernung Giscbin, nocb seltr klein, hervor; audi bei dor Auniiberung wiicbst es uur uubedeuteud. Um Mittag

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Nacli Oischin und Makalla.

warfon wir Anker im Angesicht einzelsteliemler grösserer Lelimbaiileu von verfallenem Ansseben, Paliiste des Sultans, deren einen ich zur \\ olnnmg erliielt. Eiue Sambuk des Sultans war bald zur Stelle; oiïenbar batte er auf dam Landwege die Botschaft meinor bevorstehenden Ankunft erbalten und ruicli bereits erwartet. Am Uier nahm mich der Sekretar oder Adjudant des Sultans, Sïilim Kubö'a, iu Empfang, biess mich im Auftrage seines Herrn freuudlich willkommen und führte mich eine gute Viertelstunde Wegs durch (iei'en Sand nacli dein vordersten der vom Schiffe gesehenen liiiuser. Wir stiegeu zum geraumigen Medjlis empor, einem liingliciien Kechteck mit vier ungleicben Fensterölliiungen, \vo der Sultan im Staatsgewande und neuen Hemde, umgebeu von seiner Familie und einigen anderen Personen autquot; Matten und Teppichen sass, er allein durch ein Eückenkissen gestützt, wahrend für mich ein Stuhl bereitgestellt war. Er begrüsste mich mit herzlicheu Wort en und theilte mir, wie üblich, mit, das iiaus sei mein Haus, die Stadt meine Stadt, und ich sei ihm ange-nehra, so lange es mir bei ihm gefalle. Er ist eiu guter alter Manu, von beinahe vornehmen Manieren und niclit übermassig weilem Horizont, der iudess genügt, ihn trotz seiner Machtlosiefkeit iiber Wasser zu halten. Schrililirelohrter

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ist er nicht, und seine Correspondenz besorgt der Muallim, ein aller Sehcch, den man dem Fremden eupbemistisch als Wezir vorstellte, oder der sclion erwiibnte Hubo'a, eigentlich eiu Askeri, der mein Lehrer seiu sollte, aber uur in beson-ders glücklichen Momenten auf'gelegt war, einige Brosamen seines reicheu Wissens für mich abfallen zu lassen. Doch war ich vielleicht nicht ganz unschuldig daran ; deun setzte er sich einmal bei mir bin, und begann nun, wie er auch im Katli des Sultans that, die Jagd nach .... dem Glück zu betreiben, so bemtichtigte sich meiner eine natürliche Unbehaglichkeit, die mir den Wunsch nalielegte, ilm soljald als müglich wieder loszuwerdcu. Als icli ihm in diskreter Weise durch ineineu Diener Seife und sugar Geld bieten liess, damit er seine Gewilnder wasche, lehnte er beides mit der Begründung ah, das sei nicht destur (Branch) bei ihnen.

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Nach Giscliin mul Mukalla.

Sein Leben hiitte in der That den grössten Tlieil seines Inhalts verloren, wiire er meiner Anregung gefolgl.

Dor ganze Name des Sultans ist Ali bin Abdallah bin SaM bin Tuwacri bin Afrir, so dass letzterer als der Stamm-vater der Dynastie zu betraebten ist, die gleichzeitig über Giscbin und die Insel Socotora berrscbt. Wie und wann diese so weit auseinanderliegenden Gebiete in eine Hand kamen, vermocbte ieli nicbt f'estzustellen; jedenfalls ist Ali der Sultan Kebir, der Oberberr, wiiiirend in Socotora Sultan Salim, einer seiner Neffen, unter ihm regiert; in Giscbin lernte icb noeb die Sultane Salim und Moliammed kennen, beides bejabrte Herren, von denen ersterer mir als Bruder, letzterer als ein Vetter des Sultans Ali bezeicbnet vvurde.

Icb sandte dem Sultan ein bübsobes Gewand nebst seidener cAmama (Turban) als Gastgescbenk, wogegen er mir eine angegossene Flascbe Lily of tbe Valley verehrte, augenscbein-licli eine Liebesgabe vom letzten engliscben Besucb ber. Die Mebri-Küste stebt, wie aucb die Insel Socotora, unter britiscbem Scbutz, und die Grossmutb der Protektoren gebt so weit, dass sie einen regelmassigen Beitrag zu den Bedürf-nissen ibrer i'lleglinge zablen. Die Araber lieben noch beute, wie ibr Prophet bei Lebzeiten, die Weiber und die Wohl-gerüche; die spirituosen — ich meine Woblgerücbe — sind ihnen jedoch wenig sympathisch, und sie bevorzugen durch-aus die Rilucliermittel, von denen ihnen eine grosse Auswabl einheimiscber zur Verfügung stebt.

Sultan Ali zeigte sicb gastfrei und ordnete an, dass man mir Alles geben solle, dessen icb bedurfte. Ich machte indess von seiner Grossmutb bescbeidenen Qebrauch und zog es vor, meine Bedürfnisse einzukaufen, was bier niclit obne Schwierigkeit ist. Icb erwahnte schon, dass in Schut die Fischer ihren Fang gegen ein Stückchen Messingdraht oder oin kleines Mass Gel reide lüngaben, obsciion dort robe, vom Vorganger iles Sultans gepragte Silbermiinzen, achtel und secbszehntel Thaler, wie aucb englisch-indiscbe Mïmzen und die aus den verscbiedenen Sewahil-Landern stammenden Beaas, aucb die deutscben Gepriiges, reichlich coursiren. In Giscbin aber gibt es kein Geld. Der Sultan balt eine

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Niicli Ciiscliin mid Mukalla.

Niederlago der wichtigsten Produkte, wio lieis, iJatteln, Sémen (geschmolzene Butter), Tecam, von denen er seinen Uiitertliaiien abgibt, wofür, wage icli nicht zu entscheidon, jedenl'alls im Tausch gegen Fisclie, Hühuer, Sehaf'e, Holz, das sie aus den Bergen holen, aucli für Arbeitsleistungen verseliiedener Art, wie in den Pulmenpllanzungen, webdie die Sultane in der Niibe besitzen. Da die Leute eimnal so ge-wülmt waren, ging aucb ich zur landesübliclien Zablweise über, indem icli aus den Magazinen des Sultans, die von Sklaven verwaltet werden, immer l'ür eine Rupie Te^un kaufte und davon für Dienstlelstungen oder kleinere Bediirf-nisse einigc Góros') bingab, wumit die Lmite weit zufriede-ner waren , als uiit dein dreifacben Geldeswerth.

Der Sultan steilte mir das ganze Hans zur Verfügung; icli benutzte aber zum Wohnraum nicht das Medjlis, wie er mir rieth, überliess es vielmehr meinen Besuchern und Kranken, wiihrend icli mich mit meinen Sachen in ein auderes, verschliessbares Zimmer zurückzog, einen kleinen quadratischen Raum von etwa 10 Fuss im Geviert, mit einem Fussboden aus gestampftem Lehm, in dem einige Regimenter stets angriffsbereiter Fluhe im Hinterhalt lagen, nach der Mitte zu muldenarlig vertiefl, so dass Alles scliriig stand. Niedrige, zum Theil ausgebröckelte Fenster, von denen eines noch den Lux us einer halbon gebreclilichen Holzlaile besitzt, sind nach zwei Seiten in die cyklopischen Lehmwande eingelassen und gestatten den Ausblick nach Abend und auf das Meer. Eine kleine Moschee, wenige ruinenhai'te Hiiuser, ein grüner Grasfleck, dahinter einige Lappenzelte, ein Theil der Bucht, die das schwer und schwarz daliegende Ras Schirwön bildet, das ist die eintönige Seenerie, die sich mir nach dieser Seite darstellt, die aber dem schauen-den Auge trotzdem genug des Wecbsels bietet. Jetzt verhullen

1) Góros ist oin kloincs Hohlnmss, schr vorschiodon in don vorschic-

donen Gcbictnn, in Gischin otwa ein viortcl Liter haltond, un mandion Ortcn doppelt so gross. l/igt;priinglieh heisst Ginos der runde Teiglladen, /.u dem dus Mehl gelormt wird , and das Wort ist olFenbar hiervon auf das zum Abthoilen der Portion bostimmto Muss übergogangen.

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Nach Giscliin nnd Makallii

Wolken die Klippen des Gebirgszugs; über dein Meere erliebt sich ein Nebel, bald ist audi lias Schirwcn selbst, dessen Gesleinsformation sich sonst deuÜicb erkennen liisst, nur nocli einer schwucben Wolke vergleiclibar, bis endlich ein grauer Schleier Ras uud Meer vollstandig verbirgt, und auch das Gebirge bis anl' eine Andeutung seiner Linien ver-scbwunden ist. Ein kral'tiger Regen lulll, herab, begleitet von einem eriVischenden W inde. Heides dauerl aber nnrkurz; in einer Vierlelstunde ist Alles vorüber, und Ras und Meer und Gebirge liegen da in strahlendeni Honnenglan/. Ulo Teinperatur in (iiscbin war im Durcliscbnitt 2Ii—25° C. bei Bonnenaufgang, im Laufe iles Tages nur wenig zunebmend, das heisst im (Schatien, denn die Sonne brannte stels glübend. Meisl, webte ein heftiger Meerwind; börle er zeitweise auf', so war die Luft ausserordeutlicb drückend, aucb des Nachts, und selbst die inehrfachen sliirkeren Regen milderten nur vorübergehend die iasteiule Schwüle. Das Barometer wies ziemlich gleichmiissig zwischen 7Gi—7G3miquot;.

Dem Anschein nacli muss ich aus der mir einareraumten Wohnung den friiberen luhaber vertrieben baben, denn sie war immerliin wohnlieh eingerichtet, Die geweissten Wande waren mit grossen und kleinen geflochtenen Speisedeeken, Körben und gewohnlichen leeren Flaschen dekorirt, und von dor üecke hingen an Stricken flaclie drei- und viereckige Holzgestelle herab, auf welche die Gewauder gelegt werden. Eine Thüröffnung ohne Thür, aber mit trogartiger Schwelle, führt zur nebenliegenden dunklen Küche, in der sich nicht unbedeutende Vorrathe an Geschirr betinden, im hollandischen Bauerngeschmack bemalte irdene Schüsseln ver-schiedener Grösse und Form, deren 1'rovenienz icli nicht erfubr. Das Kochen musste ich indess, nach einmaligem Versuch, aus diesem Raum verweisen, da der Qualm des auf dem Fussboden unvollkommen verbrennenden Feuers als einzigen Auaweg mein Wobnzimmer batte. Von dieser Küche führt eine mit mangel haft em Holzscbloss versehene Ausgangs-thür, die scliief und lose zwischen wackoligen Pfosten hiingt, auf einen oifenen Vorhof, in den audi die dunkle Lehmtreppe müntlet. Ein ziemlich tiefcr Brunnen brackigen Wassers, das

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74 Nncli Gischin und Makalla.

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mil dein Ghiirl) einer Arl Lederbeutel, horaufgezogen

wird , senkt sicli von dieser Etage heral) und gestattet wenigstens, der Keinlichkeit zu ptlegen, was schon des zalil-losen l'nge/.iet'ers wegen dringend nüthig ist. Sêhut zoigte sich in dieser Hinsicht bereits recht leistungsffihig; Gischin aber ist das Eldorado jeder Art von Blutsaugern, und ich begreife nur nicht, woher diese, bei der geringen Bevölke-rung, alle die Nahrung hernehmen, deren sie bedürfen, um so kraftig zu gedeiben.

Steige ich die mebr einer Aqaba, als Treppen gleicbenden iStufen zu meinem liem erapor, dessen lückenhafte Umfassung den ruineniiaften Anötrich des Hauses noch verstarkt, so übersobaue icii weithin das gauze Gelande. Der grössere Tbeil der Stadt liegt von hier westlich, aucli die unbedeu-tende Djaini-Moschee, wobin sich zum Freitagsgebet der Sultan begiebt. Ein grösseres Hüsn der Eedu's lebnt sich au diese Seite der Stadt. Die öebaude sind, wie in Sëhut, weitlaufig verstreut, unregelmüssige I'liitze freilassend. Etwas liinter meinem Hause, vom Meere aus gesehen, liegt die Eesidenz des Sultans. An der schmalen Frontseite des ver-wahrlosten Eehmbaus lassen sich zwei Etagenreiben unter-scheiden, deren ungleicbartige Fensterofi'nungen mit sebr dürl'tigen Holzrahmen eingefasst sind. Das Eingangsthor fübrt in einen Vorhof, den eine Eehmmauer umgiebt, aus deren linker Ecke ein miissig holier runder Thurm verspringt, wabrend auf der andern Seite ein viereckiger Küt hinein-gebaut ist; am entgegengesetzten Ende des tietgehenden Gebiius bat man noch einen Wachtthurm aussen angeklebt. Weit gefiilliger ist der Eindruck, den das Haus des Sultans Mohammed maclil , das etwas entfernter nach rechls zu liegt; es ist verliiiltnissmassig klein, aber der einzige liau, der sauber und sorgfïiltig gehalten ist. Von einem Verkehr oder Markt is keine Eede; das einzige Qewerbe scheint der Fisclifang zu sein, demi mehrere kleine Sambuken lagen am Strande. Wieviel Menschen dieses idyllische Stiidtchen be-wohnen mogen, lasst sich kaurn sagen: 500 scheint mir iiuidi laxirt zu sein. Eine grosse Annehmliehkeit fand ich darin, dass die zudriugliche lieUelhaftigkeit, durch die ich

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Nacli Gischin umi Makulla.

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in Sühut su selir belüsligl worden war, liier keine Stütle liatto, Die einzigen Betlier im])ortirte ich selijst; es waren zwei Schechs aus der Gegend von Ilaida und Kosaicar, die mir schon im Hause des öcliccli Abdallali in Schut eine übermassige Freundliuhkeil erwiesen und, von mir unge-wollt, die Fabrt naoh Gischin mitgemacht batten. wo sio ibre kriechende Liebedienerei fortsetzten, bis sie mit ibren wabreu Absicbten berauskamen. Selbstverstündliob brandschatz-ten sie audi don Sultan; ül)rigens babe icb sio im Verdaoht, dass sie, wabrend sio sicb anscbeinend danacb drangten, moinen Interessen förderlicb zu sein , auf dor andorn Seile die Gefahriiciikeit meiner Absicliten denuncirten. Dessen be-durfto es al)er gar nicbt, deun das Misstrauen war obnebin wacb. Im Anf'ang batlo mir der Sultan erklürt, in seinem [jande berrselie überall Friede und Sichorheit; er besitze 3000 Soldaten, die ibm unbedingt geborcbten, und icb könne geben, wobin icb wolle: Alles stünde mir oflen. Unler seinen Soldaten verstand er jedenfalls die Beduinen, die indess mebr ibn rogieren, als umgekebrt, und ohne deren Zu-stimmung er Nicbta unternebmen darf, noch kann. v^m niichsten Tago kamen denn audi scbon die Bedenken; da biess es, zwiscben zwei Stammen auf meinem Wege seien Feindseligkeiten ausgebrocben; icb mocbte einen andorn Ort zum Ausgangspunkl nebmon; von Gbaida, das weiter nörd-licb, übor Ras Fartak binaus, an der Kuste gelegen ist und unter einem Scböcb Bin Ali Muqaddam bin Sar stelit, fübre eine dirokte, vollkommon sicbere, Karavanenstrasse nach Hadramüt. Icb verstand ganz wobl, duss man sicli meiner nur auf gule Art ontledigen wolle, gab aber meine Dank-barkeit für den guten liath /.u erkennen und bat, mir die nölhigen Kameele und Boute für (iliaida zu stellen, wobin der Weg, der übor Ras Fartak fübrt, drei Tagereisen in Ansprucb nimmt. Das war nun nicht die Meinung. Der Sultan sand te seinem erlaucbten Freunde, nilmlich mir, durcli den Muallim einen Brief, der ungolabr lautete: „Oh Fround, die Kameelleute wollen sicli auf don Landweg nicht oinlassen wegen der Scbwacbo der Tbiore und der Stoiliieit der Berge. Die Überfalirt zur See aber ist bequem; lande,

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N;icti (iiscliin mill Makulla.

wonn Du willst, bei Dliakr (j.ö/a, mehri: Zökr), oder bei Haswd mebri: ilaswéil) oder Chiisem Uxaxi», auf

keiner Karte zu finden) oder Dbabtll (o^^o) oder Gbaida (xlaAi), Alles ist gul ; wir verwehren Dir Niclils und sind nicht gei/.ig mit Dir wegen nnserer Liinder, und rail dom grössten Eifer werden wir uin Deinen Schutz bemüht sein.quot;

Ich nalim don Brief und die mündlichen Erlauterunaren.

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durob die der Muallim nür die Sache plausibel zu macben sucbte, mit grosser Killte entgogen, ohne Tiiicb in irgend einer Hicbtung zu iiussern; uur bemerkte ich, dass mir dio süssen Worte über ilen gezeigten Mangel an gutem Willen nicht tbrtbelfen konnten.

Es blieb nun Nichts übrig, als sich abwartend zu verbalten. In Begleitung des Riibcca beslichte ich die Palmen-anlagen, die etwa eine Stunde westlich von Gischin, also nacb Eas Schirwön zu, liegen und den verschiedenen Sultanen geboren. Nach einer guten Viertelstunde Wegs über sandsteinartigen, dürftig bewachsenen lioden kreuzen wir das ziemlich breite, doch tlaohe \N'adi Gbaburi {^c.y.é), dessen Grund zerrissene Sandsteinblöcke mit zahlreich eingescblos-senen Kieseln, und locker hingestreutes Kieselgeröll bilden. Nicht einmal die Herkunft dieses naben Wasserlaufs weiss mein Fübrer anzugeben; es kommt natürlieh Ton „obeuquot;, erreicht aber das Meer nur nach starkem liegen; oberhalb des Wegs batte es einen kleinen See gebildet, aus dom Tbiere und Menscben sich gemeinsam triinkten. Der Boden steigt dann ein wenig an, und der Weg fübrt am Fusse unbedeutender Hügel entlang über gewellten Steingrund, der au der Ubertliiche wie von Würmern zerfressen ist; dann kommen wieder Kiesellagen und der kieseldurchsetzte Sand-stein, stellenweise auch ein tropfsteinartiges Gebilde. Das Ganze bietet nichts Einbeitlicbes. Die Pflanzungen sind recht bedeutend und werden lleissig bearbeitet. Um das von den llügeln abfliessende Wasser für die Palmen nutzbar zu macben, ist an verliefter Stelle aus zerschlagenem Gestein und Kieseln ein flacher Steindamm errichtet, der dessen nulzlose Zer-streuung hindert und es den Anlagen zutreibt.

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Nach Gisrliin und Makalla.

üstlich der Stadt ist der Boden selir eben; er besteht aus eiuein mit Saud untermischten Leliin, über den sioh eine vertrocknete Salzvegeluliun gobreiLet uad atellenweise eiiu; feste Kraste gebildet bat, die nnter den Trillen gleicb einer dunnen Eisdecke springt. Weiterbin iiillt der Boden die Feuchtigkeit besser und ist beinahe wiesenartig mit kleinen nadelartigen Grasern bewaebsen, die von vorlrelllicben Ka-meelen abgevveidet werden. Ob dies die berühmlen Mebri-Eeit-Kameele sind, die man in Scbebr Matiye (a.-ó'u) nanute, kann icb nicht bestimmt sagen, doch borte icb gelegentlicb, ilass die Kameele bier verbaltnissmassig bocb im 1'reise Btehen.

Die Lebmscbicbt wird bald so nass, dass der Fuss lief darin versinkt und trockne Stellen sucben muss; wir kommen an Wadi Djidnüt einen wirklicben, sanft gewellten Wasserspiegel, von flacben grünen Ufern eingefasst, angeblicli von Gebel Gibbon abtliessend, dessen breite Stirn einige Stunden uördlicb aus dein anscheinend vertieften Gelande emportaucbt. Seevögel, Reiber, Enten beleben die Wasserflaebe; etwas weiter oben spaziert eine llerde rosen-farbener Flamingos, die sicb bei der Annaberung in die Luft erbeben und tiefer unten einen Rubeplatz sucben. Nicbt oin-mal für diese doch auHalligen Vögel lialte man einen beson-deren Namen; man naunte sie einfach Tirit gleicb jjSj) , Vogel. Auf' der andern rieite ties Wadis, mebr ober-balb, liegt das Ürtchen Su([ , aus etwa 20 armseligen lliiusern und einer kleinen geweissten Moscbee bestebend. Das Wadi soil das Meer nicbt erreicben, oder nur nach anbaltenden Regen, und icb bin audi der Meinung, dass das kleine Becken seine Füllung mebr dein Einbruch des Meeres, als dein Abfluss der Berge verdankt, zumal das darin befind-liclie Wasser salzig schniecken soil. Man gab dieser Stelle die scbon erwilbate Bezeichnung Aga, sagte aber auob Gbadir (jAc), was allerdings nur einen grösseren Wasserlümpel bedeutet. Nur wenig höber im Wadilauf zeigte die Wasser-menge scbon oine bedeutende Verminderung und zersplitterte sich in mebrere Rinnsale, bis schliesslich nur nocli ein dürftiger Wasserfaden lloss, der denn aucb bald abrisa. Der

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Nacli Oischiii tmd Makalta.

ÖCl (J. Bergstrom) breitet sich jodooli, wie das ausgowa-schene Kieselgeri)!! darthut, hier weit genug aus, bis da, wo „zwei Palmen einsam stebeu,quot; dicbt vor Suk, also einige lumdert Fuss, lm Tbalgrunde selbst ist die Vegetation dürftig; am jenseitigen Wadi-Uier wiicbst besonders üppig der Uschér mit Früchten mul seinen priiditigen Blüthen-dolden zu riesiger Grosse empor. Der wesilicbe Rückweg führt etwas ansteigend iiber lockeres lebmarliges Gestein zwischen niedrigen Hügeln dabin; auf der Spitze des einen soil eine Moschee, auf dem andern ein ïïüsn gestanden baben, was Steinbaufen bezeugen. Daim weiter iiber das vollkommeu öde steinige Gelild, wiibrend sobon die sinkende Nacht die Berge umschleiert, und nur nocli ein durch-blickendes fenriges Pünktchen zwischen den Wolken die Stelle zeigt, wo das Tagesgesiirn untergegangen ist.

Einige Beduinen batten mir vom (iobel llegwlr, einer an Ras Scbirwön landwiirts sich anschliessenden bedeutenden Erböbung, zablreiche l'llanzenarten gebracht mul deren Namen milgetbeilt, wolür sie ein kleines Geecbenk erhielten. leb glaubte sie veranlassen zu können, dass sie mich nacb jenem Berge geleiteten, aber sie kebrten nicht zurück, als ich ihnen meine Absicbt ausspracb. Einer der Bedu-Muqaddams gah mir recht deutlicb zu verstellen, dass icb mich auf die Stadt zu hescbranken batte, und als icb erwiderte, daim könne ich ebenso gut ganz zu Hause bleiben, meinte er ungefabr, das sei ibm jedenfalls das Angenebmste. So stand icb wieder auf dem ;ilten Fleck; keinen Schritt war icb der Erfüllung meiner Wünscbe niiber gekummen. Dabei blübte meine ilrztliche Praxis: taglich kam eine Anzabl Kranker zu mir, auch der Sultan verlangte Arznei und brachte mir selhst einen schwerkranken vermogenden Beduinenscbccb, der für seine ïïeilung viel Geld versprach. Leider gingen meine Kenntnisse niebt weit genug, um bier zu bellen. Er batte wohl eine Leherschwellnng gehabl und war nacb der üblicben Rurmethode stark gebrannt worden; die Folge war Scbwel-lung und Verbartung des ganzen Leibes, die ibm furebtbare Schmerzen bereiten musste. Deun auf meine Ausrede, icb iniisae eine grosse Operation vornehmen, könne aber deren

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Nacli Gisctiin und Mukalla.

Erfolg niclit garantiren, wolle audi al» Fremder und Frengi eino so seliwere Verantwortung nicht übernelinien, erkliirte er, er Hei bereit, mich vor Zeugen von jeder Schuld l'reizu-sprechen; icli moge nur tliun, was ich für gut halte; das Leben sei ilim schlimmer, als der Tod. Ich rieth ilim, nach Atlen zu gehen, wo er Arzte und PHege linden wiirde, zweifle aber, dass er meinen Uath befolgt hat oder, seines Zustandes wegen, befolgeu konulo. Ich bemerkte übrigens, dass die Beziehungen zwischen dem Sultan und den Beduinen durchaus freundschartliche waren. Es hausen in der Uingegend verschiedene Stiimme, doch wurden inir nur die GMdhai genannt, die in der Gegend des Gebel Gibhön und Wadi Djidnilt ihre Wohnstiitten haben.

lm Hafen ankerte eine einzige kleine Sambuk, deren Besitzer und Nacbuda ein in Gischin ansüssiger Mebri war. Dieser Mann kam eines Tagea zu rnir und fragte micli, oli ich nut ihm nach Ghaida oder Makalla gehen wolle. Ich nahm diese Frage als eine Insulte, durch die mir auf Um-wegen angeileutet werden sollte, ich möge abreisen, und f'uhr den Mann so grimmig au, dass er vor Scbrecken kein Wort dor Erwiderun^ fand und seheunitfst entfloli. Am

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selben Abend sandte icli nocli meinen Abdallah zum Sultan mit der Empfehlung, es sei der mir zugesagteu Gastfreund-sciiat't wonig entsprechend, dass er nicht nur meine Absichten vereitele, sondern mich auch aut' so unedle Art zur Abreise zu nothigen versuclie; ich würde mich über sein Verfahren in Aden beschweron. Zu moiner grossen Verwunderung kehrte Abdallah in Begleitung des Sultans zurück, der ziemlicii gedrückt aussah , so dass mein Zorn sich beim Anblick des alten Mannes in Mitleid wandelte. Ich begrüsste ilm mit schuldiger Ehrerbietung und liess ihm Thee und Biskets reichen, was ilim offenbar bebagte. Daim kam ich auf die Sache zu sprechen; er bestritt entschieden, den Mann beauf-tragt zu haben, diesem müsso von anderer Seite gesagt worden sein, dass ich ahzureisen beabsichtige. Ich blieb dabei, dass es notbwendig böser Wille sein müsse, wenn er trotz seiner 30Ü0 Soldaten behaupte, mir zur Erreicbung meiner Absichten nicht verhellen zu könuen. Er erwiderte

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Nacti Gischin uml iMaluilla.

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mit wahrer Jaminerinione, er könne sic^h doch meinetwegen nicht den Feindselig'keiteu der Beduinen aussetzen, die nun einmsil nicht wollten, dass ic.li das Innere betrete. Dagegen war wenig einzuwenden, deun die iSaeiie verhielt sieli wirk-licli so, und die Herrschaft des Sultans geht nichl über die Küstenstadte hinaus. leb mochte ihn nicht weiter bescluimen, lenkte daher ein und sagte, ich würde iiiiu meinen Entscheid am iolgenden Tage mittbeilen. Vürliiuiig wusste icli selbst noch nicht, was tiiun. Gan/. gern hiitte ich mein Glück vou einera östlicber gelegenen Punkte noeli einmal versuchl , doch nicht der Mabra-Küste, sondern von Daf'ar (jJamp;gt;) aus, das mir als ein fruchtbares, von tliessenden Strömen durchzogenes Gebiet unter einer ordnungsmiissigen Regierung gescbildert ward, in dessen zahlreichen Küstenstiidten, besonders Mirbiit und Salala, angesehene arabische Kaufieute wohnten; die Adresse eines solehen batte ich schon in Aden erbalten. Von bier führt ebenfalls eine Strasse nach Hadramüt. Indessen erwog ich, dass die grössere Entfernung von meinem Ziele dessen Erreichung nothwendig erschweren musste; auch feblte es mir an Vertrauen zu den Einlubrungen, die man mir von Gischin aus hiitle geben können, wiibrend ich für Makalla noch meine Adener Em])fehlungen in der Reserve batte. So entschied ich mich für Makalla und liess nun don entflohenen Nachuda wieder kommen, mit dem ich bald einig wurde. Am 14, Mürz Mittags war er segelfertig; zum Abscbied wieder feierliche Ratbsversammlung, daim begleitete mich der Sultan trotz meiner iiitte, sicli der brennenden Sonnengluth nicht auszusetzen, mit seinen Getreuen an den Strand, wo wir uns auf das hochgethiirmte Geröll winziger, wie künstlicb abgeschlillener, Kiesel niedersetzten, bis das Gepiick durch die schwere ürandung in das ziemlich ent-fernte Hoot geschafTl war. Der Mualiim redete bier noch auf mich ein, ich möge keinen Groll gegen sie liegen, da ihr Herz gegen mich rein sei. Ich berubigte ihn in böllicber Arl , und nach kurzem, aber freuudlichem Abscbied vom Sultan, der mir zuletzt noch sagte: „So Gott will, ist Alles zum Guten,quot; ward auch ich auf den Schultern zweier Sklaven durch die heranrollenden Wogen zum Boot getragen, das

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Nach Gischin und Mnkalhi.

sügleich absliess. Das iSclilff erwies sich als recht klein und rodil verwahrlost; der iluri entströmende penetrante Gerucli, von der öife (Thran) herrührend, mil der es getrünkt war, blieh uns aul' der ganzen Ueise treu. Es gehorte dem „Typquot; cAbri an, bei dem die Planken durch l'almslricke

verbanden sind, und der Kapiliin behauptete, diese Kon-Btruklion sei sichorer als jede andere. leh war gezwungen, es ihm zu glauben, wenigstens unterwegs, und siehe, mein Glaube hat mir geliollen. Urei Sklaven waren die Besatzung, und einem Mehri-Passagier, der Lacham nach Makalla brachte, balte ich die Mitfahrl gestattet. Das Schifl' besass nnr ein grosses, sehr leichtes Segel, das aus gewöbnlichem baum-wollenern Kleiderstoff' gefertigt war. Wir lichteten sogleich Anker und Hogen bei giinstigem Winde davon. Das Meer glitzerte prachtig grün; in der Entfernung das in der zit-ternden Sonnengluth todt daliegende Nest, dahinter die Berge in rein gezogenen Linien, jedes Spitzchen sicbtbar im klaren Licht. Nach etwa drei Slunden sind wir !)ei den Auslaufern des Ras Schirwën angelangt; wir müssen rudern, um die Spilze y.u überwinden. Unsere Bahn führt im Schatten der bohen schwarzen Felswand, die uns die Sonne verdeckt, fast beangstigend nahe den phanlastischen Höhlen und seltsam gezackten Klippen, gegen die das Meer wild brandet, weissen Schaum boch emporsprübend. Munter strebt das leichte Fabrzeug vorwiirls, schon vom schwiichsten Winde getrieben; am folgenden Abend blieb auch dieser aus, und wir lagen still; die ganze Naclit hürte ich das Meer gegen die Ufer branden, wiibrend das Schiff wilde Scbaukelbewegungen machte und micb aul' meinem komibrlablen Lager am Boden bin- und berrollte. Der Morgen brachte eine müssige Brise; wir kreuzen vor Eaida uml Kosai ar, um lias Bagasclnva zu gewinnen, den ganzen Tag und die ganze Nacht; beim Sonnenaiifgang, dessen Abglan/. das kaum gekriiuselte Meer rosenroth bestrahit, liabeu wir es endlich hinter uns, und ein schwacher Wind Ireiljl uns langsam vorwiirts. Hier beobachtete ich vielfach eine etwa (!—8 Zoll lange Fischart, violett durchsicbtig wie eine Qualle, aus deren Innern ein schmaler Slreit' in gltinzendem Orange hervorleuclitet. \\'ir

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Nacli Gischin und Makalhi.

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sind bei Scherma; die niedrigen flachen Hiigel beim Eingaug der Rucht gleichen kiinsllich aufgeworfenen Witllen. Ich er-kenne das llü.sn von Qarn; die Moschee, bei der wir früber aukerten, ist nicht sichtbar. Der Wind ist gering, die Luft drückend, 28° C. am Morgen im Schatten der Lappen, die als öonnenzelt dienen. Gegen 10 Uhr erhebt sicli eine leb-liafte ilrise, die una am Mittag schon IIami gegenüber-bringt, und bei heftigera Winde und hohem Seegange errei-ciien wir Scliehr, wo wir gegen imlb vier Anker werfen. Ich baüe niclit die Absiclit, mich am Lande aul'zuhalten, aondern wollte nur bei meinem Banquier Abdallah Géber etwas Geld nehmen; daher sagte ich dem Nachuda, er moge sidi y.u sofortiger Abfahrt bereit iialten. Als i(;li aber znm Géber kam, war er gerade beschiiftigt, den cAqd (Hochzeits-kontrakt) seiner Schwesier abzuschliessen, und bat mich, in einigen Stnnden wiederzukommen. Auf der Si rasse begegnete ich dem einarmigen Nftchuda Salim Abdallah Nubi, der mir zu meinem grossen Vergnügen mittheilte. er iiabe Briefe für mich, die er in Makalla erhalten , sie mir nach Gischin zu überbringen. Ich besuchte noch einige meiner Bekannten, von denen ich gut aufgenommen wurde, doch nicht den Djemcadïir. Die Angelegenheit bei Abdallah Géber zog sich ziemlich lange bin; mein Diener, den ich zu seiner Mutter beurlaubt batte und der mich beim Géber treffen sollle, blieb auch aus, so dass ich ihn erst suchen musste: kurz, es war 8 Uhr vorüber, als wir an den Strand kamen. Die Nacht war stockfinster, brüllend stürzten die schaumenden Wellen gegen die Uier; kein Stern, kein Mond und, „wie weit er auch spiihet und blicket,quot; kein Mensch, der uns biute zum Schil!' bringen können. Eine Empflndung grauen-voller Öde üherschlich mich; ich mochte nicht mebr auf's Schilt' diese Nacht und Hess mich bereit linden, bei meines Abdallah Mutter zu bleiben. Sie wohnte, „wo die letzten Hiiuser sindquot;; es war eigentlich nur ein mit einer ijeluu-mauer umscblossener Hol', von dem ein Tlieil überdacht war. Alles sehr iirmlich. Um 5 Uhr Morgens erhob ich mich, gal) mein Gaslgeschenk und ging nach dem Strande; uin O Uhr segelten wir. In der Friihe gab es etwas Regen,

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Makallu.

(lann aber klürte sich ilie Luft vollkommen auf' unci wurde sclion am Vormittag gliihend heiss und drüokend bei schwa-cheiu Winde und selir nihiirer See. Naeli eiiüü'on Stunden

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erschienen hiuter einer lioiien gelben Düne die ausgedehnten Palmenpflanzungen vou ZakCa, daim daa langgeslreckte Plateau des Gebel i)óba (»Sh). Gegen Mittag erhebt sieh eine kraf'tige iJrise, dio das Aleer mit Schaumwellen bedeckt; wir segeln ziemlich weit ab vou der Küste; körperlos liegen die lierg-ketten im Sonnennebel. Eiu soliwarzer Berg schiebt niedrige Auslüufer rasarlig vor eine rosige Felskette, au deren Abfall Makalla, gleich einer Lotos, aul' dem Meere schwimmt oder in der Entfernung zu scbwimmen scheint. Denn die An-naherung verandert das Bild fortwahrend, und als wir um lialb vier Anker werfen, liegt die Stadt mit iliren terrassen-förmig aufsteigenden , zusammengedrangten Hüusern vor uns gleich einem Miuiatur-Genua, überschaut von den den Rücken des rosa Gebirges krönenden Kuts, der ïïafen vou zahlreicben grosseren und kleinereu Fahrzeugen belebt, das Ganze eiu lebendigeres und aninuthenderes Bild, als icb es bisher in dieseu Gegenden geseheu.

VI.

MAKALLA.

Gleich die Ankunft erweckte eiu giinstiges Vorurtheil für die Stadt, die zu betreten ich im Begrifl'e stand, als der kleine lluri '), der micli aufuahm, bei einem aus soliden

l) Kin lliirho8 leichtes Canoo, nur mit oinom kurzon Hudor bowcgt, in Makallu violfach in Gobrftucli. Indischo Schill'e importiron hier diose Art Booto. In Aden hcisst jedes kloinu Boot Hnri.

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Miiknlla.

Qumleni errichteten Kai ^ landete, zu dem bequeme Stein-stufen eiïipoi'l'ührten. Kaum batte icli den festen Boden betreten, als lob von einem Indiër Hascbim l[ïvdji, dem Vertreter des mir befrenndeten angesebenen Adener Kauf-manns Abdallab Murad Hindi berzlicb begrüsst und in sein nabeg-elegenes Hans gefübrl wurde, wo er micb uiit llosen-sclierbet, Tbee und Fofel1) regalirte. Er geleitete micb daim zu dem von den Kacaitis eingesetzten Hakim (QoiiYerneur) Abdul Cbaliq bin Almas, an den meine Adener Ein|ifeb-luntren adressirt waren. Der Gesuebte beland sicdi in dor Moscbee; als er berauskam, übergab icb ibm meine Briefe; er nahm sie nnd ging mit uns in sein Hans, das am andern Ende der Stadt liegt, unfern des tlacben Strandes, dessen östliobe Fortsetzung die vorgescbobene, zum Meere abstür-zende rotbe Bergmasse bildet, an die sieb dann wieder das in lias Makalla auslaufende scbwarze Gebirge scbliesst. Das Haus des Hakim ist nicbt gross, aber gut gehalten und, wio die den grossen Vorbof umgebende Mauer, langs der eine Steinbank lauft, tadellos sauber geweisst; besonders fielen mir die scbön gesciuützten Holzfenster des ersten Stocks auf. Betritt man das Haus, so gelangt man in ein zu ebener Erde belegenes, sebr geraumiges, mit Matten und indiscben Teppicben belegtes Medjlis, wo mir gewöbnlicb ein Stubl biugestellt wurde. Für diesmal setzten wir uns auf die Steinbank im Ilofe; Abdul Cbaliq las die Briefe und bewill-kommte micb mit den üblicben scbönen Reden. Er ist von afrikaniscber Abstammung, fast scbwarz; sein Vater war sicher nocb Skiave, wie dessen Name beweist, deun Almas beisst kein Freier; die jungen Kinder des Hakim sind jedocb von anderen Arabern kaum zu unterscbeiden, wabrend ein erwacbsener Solm sich wieder dem Typus dos Vaters nilbert. Abdul Obaliq ist erst von mittlerem Alter, obwobl seiu Bart scbon ergraut ist; aus seinen Augen spricbt Intelligenz, mit

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Botelnuss, die mit oinom bosondors konstruirten Messer zu scbmalon Schüibchcn zorschnitten und so gokaut wird, gowühnlich zusammon mit Hel

doimim).

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Makalla.

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List und Willensstiirke gemischt. Er gilt bei der Bevülke-rung als tyrannisch, sclieinl alier uur streng zu sein, und von riiuberischen Erpreasungen l)ei den Unterthanen hort man Nichls; dieser Modus der Besteuerung wird ansclieinend in den liesitzungen der Ka'aitis überhaupt nicht geübt. Wahrscheinlich würde er nicht viel einbringen und nur die Menschen vertreiben; dafür werden ansehnliche Aus- und Eingangszölle erhoben. Abdul Chiili(| ist aucli ein tapferer Soldat, und die Kacaitis verdanken ihm die Eroberung von Berum, das den westlichen Endpunkt der grossen bei lïas Makalla beginnenden Bueht bezeichnet, und dessen lie.-iitz Makalla erst werthvoll maclit, da sein Balen auch im Südwest-Monsun den Schiffen Sicherheit bietet, Ein besonderes Ver-dienst mi Makalla hal sicli Abdul Cliaiiq durch die Meisterung des den Sêbfm zugehörigen Beduinen-Stammes der Aipiliore erworben , die zur Zeil der Kesadi's das Recht des Zolls am Thore von Makalla batten, der ibnen etwa 550 Tlialerjahrlicb braohle. Buien gehorte der etwa'drei Stunden westlich von Makalla gelegene Hafenort Ffiwa und das Land von dort bis Makalla, dazu östlicb noch ein grosses Stück nach Schehr zu. Auf die Slle (Thran), die aus dom an dieser Kuste massenhaft gefangeneu cAid hergestellt wird, liatten sie eine Art. Fabrikatsteuer gelegt, die ihnen jiibrlich die ansehnliclie Summe von 1500 Thalern eintrug. Sie nahmen den Kam pi' gegen die Kacaitis auf, unterlagen aber, wahrscheinlicb durch List, und etwa siebzig von ihnen würden gefangen genommen, die zu meiner Zeit nocli gefesaelt in Schehr sassen. Seitdem herrscht in Makalla und seiner weiteren Umgebung Sicherheit vor den Beduinen, und es mogen bier kaum GO Askeris vorhanden sein, wührend Scheer, wie schon envülinl, einer bedeutendon Besalzung bcdarf, um siidi einigermassen sicher zu fühlen. Die Aqabero zalilen übrigens, wie mir einer ilirer Stammesgenossen bericiitete, nur etwa 350 Manner, die ihnen am nachslen befreundoton Beni Hasan, mit denen sie ihre in der Niiho Makalla's gelegenen Wohnsitze tbeilen, 250—300 Manner, wahrend v. Wrede erstere 12,000, letzliu'e 10,000 „Seelenquot; stark sein liisst. Seelen sincl aber bei den Beduinen nur Manner, die die Flinte

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Mukalhi.

trageu. Gleicli haltlos sind fast alle Zablenangaben Wrede's, bei ileneu seine Bericliterstatler ibrer Lust. an der Mubillagba den freiesten iSpielraum Hessen. Die Mubfilagba (phautastische Cbertreibung) aber ist dom Semiten angeboren, wie dem Jiiger sein Latein. Wo sollten diese Hunderttausende wobl sleeken, und wovon sollten sie leben, da man doch im stei-nigen und öden Innern ofi tagelang aul' keinen Menschen, keiuen Anbau stösst? Wenu die Beduinen die Zahl zelm Hundert, das ist tausend, nennen, so bedeutet das liei ilinen sebon fast zabllos, und eiu Slamm von nicht mebr als hundert Mannern gilt unter Umstanden schon als machtig.

Abdul Cbaliq erkundigte sicli uach meinen Fortschritten im Mehri und fragte, wie es mir in Scduit und Gischin ergangen sei. leb erwiderte, dass ich micli in jeder llinsicht zu beklagen hiitte, da sowobl die Machtbaber, wie die Beduinen, meine Absichten vereitelt batten, offenbar aus Furcht, ich möchte ihr Land auskundschaften. Er versicberte, dass er solche Furcht idclit kenne, und forderte mich auf, ibm alle meine Wünsche mitzulbeilen; er würde mir geeignete Leute geben. leb dankte ibm und ging mit Haschim Hadji nacb dessen Hause zurück, wo mir eine Mahlzeit in europaiscber Art, an einem Tische, bereitet war. Ich bin liaschim grossen Dank schuldig; in der langen Zeit, die ich, mit Unter-brechungen, in dem doch immerhin verzweifelten Nest zubringen musste, wiibrend des trostlosen Abwartens, zu dem icli bier mehrmals verurtheilt war, haben er, wie sein Bruder und seine Leute, Alles Indiër, mir von Anfang an in Jeder Art bilfreich und uneigennützig zur 8eite gestanden, ohne indess die gebotenen Eücksichten der Klugbeit, deren Verletzung vielleicht seinen Geschaften hiitte nacbtheilig werden können, ausser Augen zu setzen. Er ist, der angenehme Typus des mubammedanischen Indiërs. Ob er und seine Landsleute unsere idealen Bestrebungen auch nur verstellen, lasse ich dahingestellt sein. Die Vortheile aber, die sie in ibrem Lande den Europaern verdanken, wissen sie sebr wobl zu schiitzen, und zu nützen. Und da sie frei von religiösem Fanatismus sind und ein grosses Interesse fiir ibre regelrnassig erscbei-nenden Zeitungen haben, die ibnen erzilblen, wie es in der

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Makallii.

Welt zugeht, so haben sie gelernt, sich vorurtheilslos Allem gegenüberzuBtellen, was sio nicht sdiililig-l. Melir kann man billig von ilinen nicht verlangen; ebensowenig, dass sie sich ihrer geschiiftlichen Tüchtigkeit und Schlaubeit zu Gunsten frisch hereingeschneiter Europaer begeben sollen, die sicli vielleiolit einbilden, ihre siegliafle Brscheinung geinige, die Frucht fremder Arbeit mübelos zu ernten.

Bei Sonnenuntergang erdröhnte ein Kanonenscbuss, dessen Echo vielfiiltig von den Felsen widerhallte: Jlamadban, der Fastenmonat liatte begonnen. Es war der 18. Marz. Schiessen und Liirm begann auf den Sl rassen. Das Fasten wiibrend des Tages wird hier streng gehalten, aucb von den Weibern, und Einer kont rollirt dabei den Andern. Die Gescbiifle werden in. dieser Zeit sebr liissig betrieben; viele Arbeiter, wie die Scbmiede, arbeiten nur Nachts, der Bazar ist fast verödet bis gegen 4 Uhr Nachmittags, wo sich Alles zum Eiukauf von Lebensmitteln driingt. Ausser der das Fasten brechenden Abendmablzeit nimmt man Nachts gogen 2 Uhr eiu anderes reicblicbes Mahl, so dass ein Ausfall in der Menge der Nahrung kaum entsteht. Trotzdem zerstort der Kamadban manche feste Gesundlieit dauernd, besonders durch die voll-standige Entbaltung vom Trinken wahreud der heissen Tages-stunden. Und es war nicht gerade kühl; des Morgens um 6 Uhr gewöhnlich scbon 25° C., am Tage bis 30° O. im Schatten, die Nacht nicht wesentlich unter der Morgentemperatur. Das Barometer schwankte zwiscben 758—7(115quot;quot;quot;, sank jedoch spater, im Juni, zur Zeit des Cbarif, unter den ersteren Stand.

Haschim miethele fur micb in seiner Niihe ein llaus, dessen Erdgeschoss zum Lagerraum diente, wiibrend mir die aus mehreren Riiumen bestebende erste Etage und eine grosse Terrasse zur Verfiigung stand. Es war recht bequem, ob-sciion nicht sebr lui'tig; Spinnengewebe verhüllten die Wande, und die Ratten batten es sich behaglich gemacht; solcbe Kleinigkeiten storen aber schliesslicli nicht mchr. Es wurde schnell in bewohnbaren Zustand gesetzt, der Fussboden mit Matten belegt , und die Wirtbscbaft zum so und sovielteu Male neu eingerichtet. Die Nacht bliel) scblaflos, deun die

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Makalla.

Auffiihrung eines Mölid — das ist elne Feier der Gebnrt des Propheten •— mit obligaler Pauke wahrte bis in die Morgenstunden. Fast jedü Nacht des Ramaijban-Monats bob den Glaubigfiii abnlicb geraxisohvolle religiose Genüsse; die Nacbt des K]tcn war noch besonders durcb eine Koran-Vor-lesung in der beleucbteten Moscbee verberrlicbt, der ein grosser Zuckerwerk.sverkauf in dein — mit kleinen blecbernen Petroleumliimpcben — glanzend erleucbleten Bazar voranging, durcb den sicb eine dicbte Menge driingte.

Es berrscbt ein reges Treiben in Makalla, und Handel und Wandel steben in Blütbe. Dalt;s liier etwas zu holen ist, erweist scbon die Anwesenbeit zablreicber indiscber, und nicbt nur mnbammedaniscber, Kaufleute, die ibre Hiiuser in der Niibe des Scblosses des verflossenen Neqib baben und sicb vor Allen mit dem Yerkauf von iStofl'en jeder Art, aucb seidener, fast alle indiscber Herkunft, befassen. Sie macben aber scbliesslicb jedes Gescbaft und baben den gesammten Grossbandel fast allein in Handen. So importiren sie Weizen-mehl und vorzüglicb TeVim in grossen Quanlitiiten aus Indien, Weibraucb und Baubolz, aucb für die Sebifie, von der öat-licben Somali-Kiiste um Cajj Guardafui berum, besonders von Alüla und Bender Meraja. Den Beduinen kaufen sie die eingesammelten Produkte des Innern ab, wie Gummi und Bruna, ebenfalls ein Gummibarz, wobl geringerer C^ualiliit, das sie nacb Indien senden, wo es dem Kalk beigemisclit wird; aucb mit Lacbam handeln sie, der bier einen wicbti-gen Stapelartikel bildet; Haifiscbflossen, die sebr gut bezablt werden, kaufen sie zum Export nacb Gbina, Scbildpatt wird ibnen von Has Berüm gebraciit, und aucb die kostbare Ambra kommt mebrfacb vor. Die Englander nennen diese Ambergris, die Araber Amber Asli (die edle Ambra). Sie ist die krankhafte Ausscbeidung eines Pottwals, eine lockere grauscbwarze Masse, die auf dem Meere scbwimmend ge-funden wird und vielfacli in der Niibe dieser Küste vorkommt. Zuweilen strandet ein solcher Fiscb, in dessen Innern sicb der kostbare Stoff vorfindet. Dies war zu meiner Zeit der Fall bei dem Küstenörtcben Erka (wiy:?) westlicb von Gubbet el lt;:Ain. Sofort wurden von den Adener lleflektanten Dampfer

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Makalla.

nm hohen Prois gechartert, die Waare an sicli zu l)!'iiigon. Ein Indiër kanfte allein um 8000 Thaler. Wiihrend meines Auleuthalts in Makalla war der 1'reis 400 Tlialer für das Roll, das hier wesentlich kleiner is(, als das in Aden ebenso genannte englische Pfnnd. Wie mir in Aden von kaufmanni-scher Seite mitgetheilt wurde, galt zeifweise das Gewicht eines Sovereign's in Amhra neun Pfund Sterling. Der Haupt-Export soil nach England stattfinden, wo dip Ambra für Parfumerien sehr gesnclit sein soil. Wahrscheinlicher gründet sifdi deren lioher Preis auf ihren grossen Kuf als wirksames Stimulans.

Der eigentliche Bazar liegt in dem neueren westlichen Theile der Stadt, die sicli hier am Fusse der überragenden Giiret ') el Makalla liings des flaehen Strandes liinzieht und mit der Sidde abschliesst, die von der Seeseite durcli eine Nüba1) geschützt ist. Eine Stadtmauer besitzt Makalla nicht; seinen Kücken ileckl das sleilo Gel)irgo, dessen hervorragende Punkte mit zahlreichen Waehtthürmen und grosseren Festungs-anlagen besetzt sind, welche die Wege und die in der weiteren Uingelmng befindlichen Anlagen sichern. Der Bazar von Makalla liefert Alles, dessen der Aralier aucli zur besseren Lebensführung bedarf; für spezifisch europaische Bedürfnisse ist allerdings wenig gesorgt. Der damit verbundene Markt der Lebensmit tel ist besonders mit frischen Gemüsen und Fiscben, der Hauptnabrung des Volks, stets reicli versorgt. Im Bazar kommen auch allerhand Waffen zum Verkauf, gewöiinlich in Folge von Todesfiillen; für die Ueparatur der Luntengewehre ist bier eine eigene Werkstiitle vorbanden. Die Schmiede baben ihre Arbeitsplatze in offenen Matten-hütten, die langs der Mauer der grossen Miyénne (aOLSU, Kirchhof) erriclitet sind, der Ruhestiitte des Schutzheiligen von Makalla, Schëch Yackllb, und des Vaters des vertrie-benen Neqib, Selah bin Mohammed. Der Eind ruck tro^lloser Verfallenheit und Vergessenbeit, den iibnlicbe ürtlicbkeiten

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Ein rundos Fort, gowöhulich mit Kanonon armirt, s. S. 15.

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Makalla.

(iieser Lander liieton, drangt sich hier weniger auf, und grosse Gebüsche fViscligrünen Itlil's, die diese Stiltte durch-zieheu, ruien selbst eine leise Erinnerung an unsere liei-misohen Todtengarteii wach. Dicht dabei befindet sicb die armselige Mikhaye Kaffeebaus), vor der, auf den rob

gezimmerten Banken hoekend, die Kimden den bittern unt Ingwer gewürzten Trauk scbliirfen. Gegenüber, auf der andern Wegseile am Strande bin liegt der Scbiffsbauplatz, wo rege Tbiitigkeit herrsebt, mul ansehnlicbe Fabrzeuge im Ban begriffen sind. Weiterhin, nabe dem grossen Hüsn, ist dicht am Kai die Fimjba Zollhaus) errichtet; davor

lagern auf freiem Platze stets grosse Waarenmengen, beson-ders Teciim, Mebl, Dattoln, Ingwer, auch Weihrauch, Gummi. Gleich dabei stebt die öffentlicbe Wage mit den iniicbtigen Steingewichten, deren Verwalter sicii in kurzer Zeit ein be-dentendes Vermogen herausgewogen baben soil.

Die von der Regie rung erhobenen Zölle sind nicht unbe-deutend; jeder Sack Tecfim, Mebl, Datteln zalilt l)ei der Einfnhr 'A Thaler, und «las Gleiche bei nochmaliger Ausfuhr zur iSee. Von den anderen Waaren wird, soviel mir bekannt, ein Zoll von 5% bei der Ein- und Ausfuhr erboben. Für das, was in's Innere gebt, ist keine nene Gebübr zu zablen, dagegen muss für jedes beladene Kameel, das die Stadt verliisst, eine Abgabe von 2 anas entrichtet werden,

Die Bevölkerungsziffer von Makalla wird die von Schehr nicht übersteigen, denn die Stadt muss sich mit dem engen llaum begnügen, den die nur wenig vom Meer zurücktre-tende Garet el Makalla ibr lüsHt. Nach Osten ist keine Erweiterung möglich, deun bier fallt, wie schon erwahnt, das Gel)irge senkrecht in's Meer, wiibrend westlich, ausser-halb der Sidde, sich ein breiter Strandstreifen vor den bier nur massig ansteigenden Fuss der Gare gelegt bat, der mit winzigen Mattenhütten weithin bestreut ist. Von der hoch-gelegenen, etwas ruinenhaften Veranda des grossen Hüsn's, wo mich der Hakim einigemal empfing, bat man eine prachtige Übersicht iiber die ganze, mit. Ras Berüm ab-schliessende, von dufligen Bergketten umsiiumte Bucht, den von zablreichen grossen iadischen Baglen besetzten llafen

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Makalla.

und die linke Stadtselte , sowie über die Qesammtheit der an den Fuss der Gare angeklebten Arlschen und die von Kuts besetzten Hügelreiben, denen sicii, von der vorgela-gerten Diine emporsteigend, ein einzelner zur liübe der Gare aufragender Berg, Ras Kaïnle, anf'ügl. Die röthliehe Gesleinsmasse der Gare sleilt sicli als eiu feiner, rosa ge-fiirhter, marmorartiger christallinischer Kalk dar, der ausser-halb des Thors gebrocben und zu Quadern verarbeilet wird; davor baben sicb scbwarzgraue durchklüflete Felsenmassen tbeils dichten, tbeils porphyriscben Qrünsteins gescboben, der stellenweise aueb das rotbe Gestein durchbrocben bat. Die W irkung der unvermitlelten Farben-Gegensalze beider Gesteinsarten isi sebr sonderbar und pbantastiscb, im Son-nenscbein sovvobl, wie beim zauberhallen Licbt des darüber schwebenden Mondes.

Nacb Norden zu liegt meinem Hause die Hinterfront des grossen Hüsn oder Soli losses des ausgewanderten Neqib gegenüber, der bei der Bevolkorung keineswegs in scblechter Erinnerung stebt, und von dessen 1'racbtliebe und Freigebig-keit, wabrscheinlicb im Gegensatz zur rauheu Wirklicbkeit, viel fabulirt wird. Das alle Haus galt nicht als gespenster-sicber, und man erzahlte, nacb dera Abgange des Neqib seien ol'ters gt;Siicke Te ;itii und Datteln aus den Fenstern berausgeflogen, was jedenfalls auf gutartige Geister scbliessen lasst, denn auch in Makalla ist viel Hunger, wenu auch weniger Bettel. Auf dom Hüsn webt am Froitag und bei Ankunft von Dampfern die Bandira (Flagge) des DJemcadar's. Wie Alles im Orient, was nicht ge rade im augenblicklichon Gebrauch ist, bat man auch diosen stat (lichen Bau verfallcn lassen, und besonders das oberste Stockwerk sah sebr ruinen-haft aus. Die Fensteroffnungen sind unregelmassig angobracht, so dass man nicht recht weiss, oh es, mohrere Qbulb's unge-rechnet , drei oder vier Etagen bat, von denen die untersto in der Hühe meines Daches liegt. Der liaum zwischen dera llüsn und meinora Hause ist mit llausruinen, Scbuttbiigeln und einer Anzalil unglaublich zusaramengeflickter niedriger Lappen-und Mattonhütten bedoekt, in denen eine Scliar iilteror und jüugerer Weiber rait ibren Sprösslingen verscbiedener Farbe

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Makalla.

und Abstammung ein absouderliches, fast öffentliches Leben führen. Ein einziger Mann niedrigor Race, dor siidi vom Wassertragen erniihrt, ist der Vertreter des starken Gesehleclits in dieser Bettelrepublik. Die Armuth ist offenbar sebr gross; aber die Schonen sind trotzdem immer schwatzbaft, lustig und guter Dinge, verrichten ilire geringe Jlausarbeit, backen lirot und ihren Fiscli in der Mufa, dom ausserbalb der Hutten aus Lelim erricliteten Backofen, zerschlagen stunden-lang Dattelkerne zum Schaf- und Ziegenfutter, bescbiif'tigen sicli auch wohl damit, aus TafH, den getrockneten Bliittern der Diimpalme, denen sie eine Beilie hübscher Farben zu geben wissen, die berühmten, liier Kartala (sJLbjï), in Aden

Gaff (lt;_«, pl. genannten Deckelkörbe zu flecliten, die

den Weiberu zur Aufbewahrung ihrer Kostbarkeiten, auch Wohlgerücbe, dienen. Auf einem Hügel zur Linken, zu dom sirb die Ifeste eines grossen Hauses zusammengeklumpt baben, tliront das Mattenpalais einer bösartigen Alten, deren Zungenfertigkeit und schrille Blechstimme sie zu dem von ihr usurpirten Censoramt dieser Weibergemeinde ausseror-dentlich tauglich machen. Rechts, neben einem Schutthügel, im stehengebliebenen Rest des ersten Stocks eines Hauses, bat sich eine Somalfamilie eingerichtet, mehrere Miinner mit ihren Weibern und Kindern, deren Beharrlichkeit im Schreien gross ist. Streit zwischen Mann und Frau ist nicht selten, und er verleiht ihr daim auch bei uns nicht ganz unbekannte Ehrentitel, über deren Berechtigung ich natür-lich kein Urtheil babe.

Ich war nun wieder auf's Warten angewiesen, deun ich moehle nicht dringend erscheinen; auch wollte ich mich zuniichst über das Erreichbare und die dazn einzuscblagenden Wege erkundigen, um sogleich mit bestimmt formulirten Absichten hervortreten zu kunnen. Mein Diener war in Makalla wohlbekannt und brachte mir Leute von allerlei Art, Beduinen, wie Stadter aus dem innern Hadramüt; auch mein Freund Haschim suchte mir in Jeder Weise nützlich zu sein, Aus allen Berichten ging hervor, dass die Wege in's Innere als vollkommen sicber betrachtet worden durften, und

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Makallii.

dass hier für mich keine Gefalir bestand, sol)al(l ich uur im Geleit eines zuverlassigeu Mannes reiste. Einen solchen zu erlangen, lialte indess seine Schwierigkeiten, deun ohne Genelimigung des Hakim wagte Niemand für midi einzu-treteu. So wandte icli inicli nach achtlagigem Aufenthalt direkt au Abdul Ghaliq und schrieb ilim, dass ich beab-sichtige, nach Hadjaren uiwl Méschhed AH zu gehen, und von ilim Siyara (Geleit) dazu erbitte. Kr nahm den Brief mit guter Miene enigogen und liess mir durch meinen Diener sagen, er hoffe mir in kurzem einen zuverlassigen Führer verschaffen zu kunnen. Als ich ilin nach einigen Tagen persönlich aufsuchte und an dieses Versprechen erinnerte, erklarte er in Gegenwart mehrerer angesehener Seyyids und Muqóddams, es sei bereits ein Beduine für mich unterwegs; zugleich machte er mich aber auf die Mühseligkeiten des Wegs und den unerlraglichen Sonnenbrand aufmerksam und fragle mich, warum ich mich demi dein Allen aussetzen wolle und welche Ziele icli eigentlich verfolge. Ich sagle, ich wolle die Ktinigsgraber in Wadi Gliaibun sehen, üher die ein früherer Reisenler, der sie besucht, uns bereits berichtet habe: ich erwartete dort alte Inschriften zu linden, deren Inhalt ich kennen lernen möohte. Er schien Nichts davon zu wissen, doch widersprach er nicht und liess meiner hessern Wissenschaft ihr Jiecht. Er steilte dann noch Fragen politi-schen Inhalts, aus denen ich ersah, dass der Mosko (Russland) hier in grossem Ansehen steht, wiihrend England melir seines Eeichthums wegen geschatzt wird. Von unseren Osfafrikani-schen Besitzungen sind besonders Fangani (Pangani) und Bender es-Selam (statt Dar es-Seliim) wobl bekannt, wie denu die Beziehungen nach den Sewahil recht lebliafte sind. Mit be-sonderem Interesse erkundigte sicb Abdul Clialiq, da er offenbar gehort, ich sammle Gosteinsproben, ob und welche werthvolleu Bestandtheile ich darin vermuthe. Ich hüllle mich in Schweigen und erklarte nur, icli würde, wenn ich in die Heimath zurückgekehrt sei, die Steine in einem Laboratorium (Kar-Chane) sorgfaltig untersuchen lassen; aollte sicb etwas Brauchbares darin finden, so würde ich mich mit ihm in Verbindung setzen. Die Ka'aitis sind eifrig auf die

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Ausbevitung der Bodenschatze ihrer Gebiete bedacht und lassen jm Inneru auf Koble bohren, von der mir in Makalla Probeu gezeigt wurden; aucli Sohwefelkies, dessen Fuudort verheimlicht wurde, wies man mir vor; wahrscheinlicb ver-mutbete man Gold darin. Icb bin iiber/.eugt, das einem Europaer, der den Macblliabern liier gute mineralogische und geologische Kenntnisse zur VerCügnng stellen könnte, das Eindringen in's Innere selir erleielitert wiire, und ihm dabei noch grosse Ehren in Aussichi standen. Von einem kleinen Misstranen, dass er dnrcli geiieime Wissenschaft das Beste der erkannten Schiitze für sicli selbst bei Seite zanbern könnte, bleibt er allerdiugs nicht verschont.

Durch meinen Diener batte ich dio Bekanntschaft eines Seyyid Audh bin Salim gemacht, der mich tiiglich besvichte, und dessen Freimdschaft ich dadurcli fesselle, dass ich ibm öfters Einkiiufe anflrug, i)ei denen er seinen kleinen Yortheil fand. Diesen Seyyid bat ich, mir einen Menschen zu ver-scbaffen, mit dom ich Ausfliige in die Umgegend unternehmen könne, damit mir die Zoit nicht ganz nutzlos verflösse. Er brachte mir einen Mann, der zwar keinen l)esonder8 guten Namen batte, aber den Muth besass, mit dem Frengi aus-zugehen, und der sich mir auch stets zuverlassig und dienst-fertiü' erwies. Wir beslichten zuniichst die f'rucbtbaren, wohl-angebauten Wadis, zu denen der Weg zur Sidde hinaus westlich am Meeresufer entlang führt. Gleich vor dem Thore lagern die Karavanen, die für Hadramut bestimmt sind; dicht dabei liegt die Moschee der Hadramüter (Mesdjid el Hadarim), eigentlich nur ein kalküberzogener Estrich, von einer niederen Mauer umgeben, an deren Ecken die übliohen blattartigen Moschee-Verziernngen angebracht sind. Eine kleine Begriibnissstiitte mit wohlerhaltenen gemauerten Grübern schliesst sich ibr an. üio uns zur Rechten begleitenden Aiislanfer der Garet el Makalla sind mit Küls bosetzt, deren bedeutendster der Küt Abu Hösch ist. Nach einer Viertel-stunde haben wir zur Linken das dicht am Meoresstrande gelegene würfelartige Hüsn el Mischraf, nnd biegen bier nach rechts, nördlich, in die Aga ah, eine der sciion früher erwilhnten Bodendepressionen, zu der die Wasser der zahl-

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Mnkallii.

reichen nördlichen kleinen Wad is in der Regen/.eil, iiireu Weg nehmen. Wir wandern liier liingrf einer ansehnlichen Wasserflache, die rechts von der Absenkung der Gare, links durch niedrige Hügelketten eingei'asst wird, deren schön orangelarbenes Gestein stellenweis zu Tage tritt. Kin ein-zelner, kauiii hundert Fusa erreichender kahler Fels, an der Seite ausgeliöhlt., wie ein stark mitgenomraener Backzahn, der schmale übriggeidiebene Gi])fel von einem Wacbttbunn gekrönt, isl der Ghar Lahmer '). Wir begegnen einer langen Ueihe von Beduinen geleileter Kameele, eins an den Schwanz des andern gebundeu, init reisigartigem Brennbolz von Wadi Ghallla kommend, das in die Aga mündet. Die Niederung wird sebr breit; an die Stelle der zusammenbangenden Was-sermasse treten kleine flache Teicbe, die zur Salzgewinnung ausgegraben sind. Nach kurzem ein Brunnen, um den sich Palmenaulageu gruppiren; in der JSiibe Tiiongruben, aus deren Material Sklaven richtige europiiische Backsteine for-inen, die erst an der Sonne getrocknet und daim in einem niedrigen bausartigen Ofen, bei dein die FeueröH'nungen aussen an den beiden Langsseiten angebraclit sind, gebrannt werden. Die fertigen Steine sind von vorzüglicber Qualitiit ; man nannte sie Yayür. Wo Wadi Gbahla einmündet, erbebt sicb Hüsn Minaura; dabei die Birs (Brunnen) Minanra und Bin Zul, letzterer mit uramauertem Rande, aus denen das meiste in Makalla getrunkene Wasser gebolt wird. Rings lierum üppige Anlagen, Paluienwaldungen, und darunter, in eingetlieilten Feldern, die aus den Brunnen bewiissert worden, Gemüse aller Art, Zwiebel, Rettig, aucb etwas Zucker-robr; von grosseren Biuunen sab icb besonders Bldfui und Hömer. Das Gan/.e wirkt böclist anmuthend, und der 1'al-menscliatten verbreitet wohltluitige Kühlung. Weithin dehnen sicb diese Anlagen, zabllose Namen von Ortlicbkeiten, Be-festigungen, Besitzern, nennt mein Fübrer. Das komplizirte Wadi-System wird mir nicht recht klar; jeder Wasserlaul' zwischen zwei Bergerhöhungen hat seinen Namen, der meist mit dom Namen der Ansiedlung zusammenfüllt, die seinem

1) Für ol Ahmor, also dio rotho Höhlo.

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Miikalla,

Wasser die Entstehung mul Erlialtung' verdankt. Wir wan-dern weiter, im Allgemeiuen östlich, immer unter den Anlagen. Bald stossen wir auf die lluinen zweier vuin Necjil) Moliammed errichtoter, reuiit umfungreicher Gabiyen, ummauerter Wasser-Bassins, durch die das rinnende Wasser hindurchgeleitet wird. Soicher Gabiyen, oft mit steinernen Banken liings des Raiules, dem BaJè und der fröblichen Unterhaltung gewidmet, giebl es hier viele, auch für die Weiber, die aber durcli liohe Lelimmauern vor jedem neu-gierigen Blicke geschützt sind. Wir gehen in nordösllicher Ilichtung auf das schone grosse, hochgelegeae Hüsn en-Négca (\*iü) zu, das noch vom Neqlb herstammt mul mit Kanonen armirt sein soil. Der Weg führt andauernd durch reiclie Pflanzungen, in denen ausser Dattelpalmen auch die Cocos-palme. Bananen, Tabak, Wein und Mango, von den Arabern Amba genannt, ü])pig gcdeihen; inmitten ein vergehender Bungalo und eine grosse viereckige Gabiye, die von dem sich südlich zur Aga wendenden Wadi Siqém gespeist

wird, dessen Wasser vermittelst Kinnen die ganzen Anlagen durchzieht. Wir verfolgen seinen Lauf nach Süden und passiren das unbedeulende Ortchen El Qadiyiit (oL^j.a-l); nahe dabei eine kleine Türba (Kirchhof), meist zusammengesunkene Erdhaufen. Nachdem wir den etwa 50 Fuss hreiten Kiesol-grund des Wadi Siqém gekreuzt, schreiten wir wieder zwischen Palmen, Gemüse- und anderen sorgfaltig bewiisserten Culturen, ansehnlichen lliiuseru, Brunnen und Gabiyen dahin und gelangen in Wadi Sidéd (oJu.), das, aus dem Gebirge hervor-kommend, sich in südwesl licher Ilichtung zur Aga schliingell , die wir auf dem lliickwege wieder jiassiren.

Au einem andern Tage erstieg ich mit meinem Ba Ismail die Gara. Schon innerhalb der fStadl ging es beschwerlich aufwiirts am steilen Abfall der vorgelagerten schwarzen Berg-masse, au deren unterem Theile bohe Uiiuser noch ein Stuck emporsteigen. Von einem nach einer guten Viertel-stunde mtihselig gewonnenen schattigen iluhepunkt unter einer machtigen Felsaushöhlung sehen wir die Stadt unter uns liegen; inmitten das grosse grün durchzogene Todteufeld, aus dem die Kuppel dos Schecii Ya'kflb hervorragt, zur

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Mak a! la.

iSeite ilas weissleuclitondo festungsartige llci es-Sf'ada (oLju.), eiu jetzt vmbewolinter I'alasl des Neqll) Moliainnied. VVir blieken gerade in den schonen Süulenliof der vom Bazar aus zuganglichen Moscliee Er-Jiaudha liinein, deren sehlanke

Minara an der Meeresseile liegt. Ein Seyyiil cAinr ibn cAlama liess diesen anmutlngen Bau von zwei beidniscben Indiern erricbten, deren einer den Islam annabm.

Nacb weiterem vierielstiindigem Kletlern gelangen wir an einen Kut obne Besatznng, vinwrii dessen anl'einer andern Erböbung eine verfallene Qéra 'Feslung) liegl , die ebemals mit Kanonen annirt war; von ibr fiilirl eine zerbröekelte Maner aus Felssteinen ein ^tiick am Berge empor. Man siebt von bier südösUicb die Auslaufer des Kas Makalla, auf einer kleinen Landzunge desselben die Qnbbe des Bin Semayil, ein Weligrab. Jetzt beisst es über fast nacktes Felsgestein und Geröll die steile Höbe erklimmen; Jede vorspringende Ecke, jedes ausgewitterte Stellcben, jedes zwiscben dem Qestein aufspriessende l'llanzenbüscbel muss dem gleitenden Fuss Hall und Stiitze gewtibren. Endlicb sind wir oben ; vor uns liegt eine diirftig bewacbsene Ebene, mit zablreicben Broeken des granen Gesteins bestreut. Auf einer Stelle siebt man Mauerreste von Warttbiirmen, ans dem Kriege zwiscben Djem'adar und Neqlb herriibrend. Das Barometer zeigt 722'quot;quot; gegen 700quot;'quot;' in Makalla; wir würden uns danacb in einer Höhe von etwa 500 Meter befinden. Nacb Osfen zu bat der Berg nocb einen el was böberen Gi]ifel, der durcb eine Art Grat mil der Hauplmasse verblinden ist. Eine weite Aussicbt bietet sicb nacb allen Seiten : nördlicb das grosse frucbtbare Wadi Bagren, dabei das gleicbnaiuige Ortcben, vom Hiisu Ba Dohman überragl: nordösllicb kommt binter niederen Gebirgszügen die Laudscbaft llarscbiat (oL^v.=gt;) bervor: Palmen, Hiiuser, Kuts; ein dunkler Palmenstreifcn in der gleicben Ricbtung am fernen Horizont soil die Landscbaft Gliail ba Wezïr sein. Der Abstieg, den wir in etwas ver-scbiedener Ricbtung nabmen, war recbt scblimm, und das glatte Gestein und scblüpfrige Geröll braebte micb öfters zu Fall. Die Felsen waren nocb glübend warm, als scbon die Sonne sicb binter die Berge binabgesenkt batte. Das Gerauscb

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Mukalla.

der Stadt drang hoch liinauf, fast grossstildtisch. Abor es war auch llaiuadliau, wo die Ijeute erst am Abend lebendig werden.

Einen Austlug- nach den Ausliiufern des lïas Makalla machten wir mit einem der schon erwühnten Hriri's. Wir fuhren von der östlichen Seite des kleinen Landvorsprungs ab, autquot; dom die Altstadt von Makalla liegl, bei der Djamic, der grossen Moschee, die iüer an's Meer stosst. Sie ist ziemlich unbedentend und niedrig, aneb nicht im besten baulichen Znstande; einen sonderbaren Eindruck macht ilire M inara, die sechseckig aufsteigt und von einem breiten viereckigen Aufsatz gekront wird, der r.och eine kleine niiitzenartige Kuppel triigt. Kurz bevor das röthliche Fels-gebirge an's Meer iierantritt, ist an einer flaehen Strandatelle ein Fort mit niedriger Vormaner errichtet, in der Offnungen für Geschütze angebracht sind. Der rotheu Bergmassa folgt eine braunschwarze, deren düsterer Eindruck durch die kaum erkennbaren Spuren einer winzigen Vegetation uur wenig gemildert wird. Sicher durchschneidet das leichte, uur von einem kurzen Ruder bewegte l?oot die im Sonnenschein glitzernde Wassertliicbe, die ein t'rischer Wind kriiftig bewegt. Wir uahern uns einem der Ausiaul'er des lias; das Wasser wird liacher und durchsichtig bis aut' den Grund. Das dunkle seitliche Gebirge filllt steil ab; davor bat. sich stellenweise ein vollkommen liacher Strand gelagert, wie beim Ausbruch des Wadi Schisa das sich in schmaler, tiefeinge-

schuittener Felsrinne wild romantisch zum Meere hinabstürzt. Wir passiren zahlreiche vorgeschobene, vom Wasser zerrissene Felszungen und eiuzelne wunderlich gestaltete Klippen, auf denen zum Theil Möwen nisten, und gelangen endlich zum letzten Auslauier des lias, bei dein wir eine Stunde nach der Abfahrt landen. Sein unregelmassig aufgethürmtes schwarzes Gestein ist mit Musclieln vollstiindig inkrustirt; derschmale, weithin leuchtende Strand davor verdankt seine Entstehung ausscbliesslich verwitterten Muschelresten. Gegen den Fels branden unaufhürlich die heranrollenden Wogen, don Gischt hoch omporspritzend. Zwischen den Steiuon bat die über-strömende Flutli kleine Lachen gobildet, die von eiuem

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Miikalla,

Heer win/.iger, noch nicht zolllanger Fischchen bevölkert sind, danmter eine Art von wunderbar leuchtender grüner Schmelzfarbe, andere gelj) mit zebraai'tigen schwnr/.en Streif'en. Das von der Gare aus geselione Weligrab licgl cl was inebr landwarts; es ist der übliche gemauerte Sarkopliag init einer kleinen Kuppel zu llilupten; ein Lappen ist als Fahne darauf angebracht. Zu dieaem Qrabe finden zeitweise Wall-fabrten stalt, und in seiner unmittelbaren Nalie bat man einen mattengedeckten Schuppen ans locker gefügten Stangen errichtet, in dem die Geratbschaften znr Kaffeebereitnng und Kessel zum Kocben der Speisen zu allgemeiner Benutzung bereitliegen. Ein einziger nnbedeutender Palmbaiira, zu dessen Füssen zahlreicbe junge Sprösslinge emporgrünen, führt hier ein weltfremdes Dasein. Wir lassen unser Hnri liings iler Küste fahren und macben uns zu Lande auf den Eück-weg, indem wir ein zum Ras abtallendes Wadi, dessen Name nicht zu erfabren war, über Qeröll und Trümmer braunen und grünen Qesteins mübsam emporklimraen, um dann liings des Meeres die Berghöhen auf- und abzuklettern. Diese Arbeit schien mir so nutzlos, wie sie ermüdend war, so dass mir die Lust verging, sie f'ortzusetzen. Daber stiegen wir au einer passenden Stelle zum Strande hinab, wobin das Hnri gebracht wurde, mit lt;lom wir dann hei vollkommen ruhiger See schnell und bequem die Stadt wieder erreichten.

Allseitig pries man mir als das Scbiinsle der Umgebung die Herrlichkeit des Wadi Bagrrn was micli veran-

lasste, es zum Ziel eines besonderen Ausflugs zu macben. Der Weg fübrt wieder durch die Aga, diesmal rechts von der Wasserfiacbe. Die Ausbeutung des Salzgehalls dieses Bodens muss in früberen Zeiten ungleich stiirker betrieben worden sein, deun in den lockern Sandstein der rechtsseitigen niedrigen Felsbügel finden sicb viele grosse böblenartige Salzreservoire eingehauen, die nun scbon mehr oder weniger verfallen sind. Wir wandeln, ein wenig ansteigend, am Fuss der Felsen über rissigen Lebmgrnnd bin , in den zahlreicbe Löcber gegraben sind, die zum Tbeil Süsswasser enthalten. Bald gelangen wir aii das Orlchen Alinaura, nur aus wenigen Mattenhütten bestellend, bei deneu sicb Holzgestelle befinden,

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Makalla,

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au ilenen der Tabak zum Trocknen aufgehaugt wirtl. Die l'mgebuug des Fleckens ist iin Gegeiisatz zu den in der Thalsohle gelegenen üppigen Anlagen des Wadi Miuaura olme Anbau, der lehmige Boden, mil kleinen Steinen bedeckt, fast olme Vegetation. Ein reich angebautes Wadi Dis el Wasit vereinigt sieh im Nordwesten mit Wadi Minaura. Wir steigeu nun über Felsgeröll und machtige Blöcke gelben üesteins empor und haben nach einer guten Stunde das malerisch aut' einem Felsplateau gelegene BagrOn erreiclit, das aus etwa unbedeulenden Lebmhausern und ebenso viel Anscben nebst einer Moschee bestebt, und von dem auf überragendem Hiigel erbauten Hüsn Ba Dehman beberrscht wird. Bagrt'ii ist der beliebtesto Erboluugsort der Einwobner von Makalla, die bei seinen Quelleu und im küblenden Scbatten seiner Palmen bier mancben Tag dem beiteru Miissiggange widinen, vvorin sie Meister sind. Der DJemcadar, der Hakim und die wohlhabenden Kauüeute sind da ebenso vertreten, wie die Armsten; ilie Indiër besitzen bier ein eigenes gemeinsames llaus zum Absteigequartier. Vom 8.—1U. des Monats Sa far findet eine grosse Wallfabrt nacb Bagrën zum Grabe der Scböcba Uabïlba Aluwïya statt, bei der die übliclien Spiele und Gesiinge, besonders Schebwani, zur Dar-stellung gelaugen. Das Wadi selbst ist eine zwiscben boch-aufragende Felsberge eingesenkte wilde Tbalseblucbt, über deren Abhtinge Kiesenblocke gelbeu Gesteins verstreut sind. lm Hinabklettern erst wird man die Ausdehnung der Anlagen gewahr. Zn ansebnlicher Ilöbe nleigt der Anbau empor, und den Grund bildet eine üppige Wildniss von Palmen und anderen grossen Biiumén, unter denen jedes tauglicbe Fleck-cben noch mit Gemüsen , Tabak und sonstigen Nutzgewacbseu sorgfiiltig bepflanzt ist. Ein schmaler Wasserlauf durchplat-scbert die Tbalsoble; mehr oberhalb beflndet sicb ein gemauertes Webr, das die vom Ablauf der Berge ibm zuströmenden Wasser in llinnen den höboren Anlagen zufiibrt. Die Ufer des Wadis sind stellenweise zu künstlicben Terrassen umge-staltet, deren Seiten durch gemauerte Wiinde aus zerscbla-genem Felsgestein befestigt sind; in gleicber Art ist aucb vielfacb einzelnen Palmengruppeu ein Halt gegeben, indem

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Makalhi.

man dio daruni angnliaiiflcn inselartigen Erderhölmngen au den Seilen sorglich mit Steinen lielegte, damit nicht die Qewail des liergstroma die Wurzeln der kostbaren Bauine liloslege, und sie zn Falie bringe. Aus allen Spalten, allen Ilölilungen riedelt Wasser; eine kraftige warme (Quelle dringt aus dein Felsen, weiter unfen einen schmalen Fall bildend uud sieh dann über grasbedecktes Gelande ausbreitend. Überall künstliche uud natiirliclie Teidie, von denen jedes Fleckcben durcli die überall hingeleiteten Wasser getrünkt wird. Die Pflauznugen gehören Makallaer Kaulleuten, die sie meist durcli Sklaven bearbeiten lassen. Beim Ausgauge dieses Wadis gelaugen wir in die bier etwa 150 Schritt lireite sfeinige Kahaba des Wadi Sidéd, das in seiner Hauplricbluug süd-westlich zur Aga gsht. Der Knt el Gufl (quot;J-aï) und das atif eiuem riesigen unterliühlten Felsblock mitten im Wadi romantisch emporragende Hüsn el Gliowézi hevvacben die Aulagen und den Weg; in kurzer Entfernung östlicb, am Fusse des links in's Wadi Sidéd vorspriugeuden Gebel 1'eragfit, ziehen sich die fruchtbaren, doch weniger ansge-dehnten Culturen vou Bagëniu (^Jb) bin, grossteulbeils eiuem Ba Zambilr in Makalla gehorig, der avich ein hübscbes Hans iu deren Mitte errichtet bat.

In den Augen des Hakim fandeu meina Streifereien iu der llmgegend wenig Gnade. Er tbeilte mir dies jedoch nicht geradezu mit, sondern warnte micli uur mit zweideutigen Worten vor meinem bisherigen Führer, wahrend er diesen zn sich beschied und ilim sagte: „Du Mund, wie kommst Du dazu, den Frengi zu begleiten; weisst Du nicht, dass wir für seine Sicherbeit verantwortlicb sind?quot; wovauf er ibm verbot, ferner mit mir hinauszugehen. Ein anderer Mann war unter diesen Umstanden nicht zn schaffen, deun Niemand hiitte es gewagt, dem Verbot Abdul Chaliq's zu trolzen. Die Erfüllung meines Verlangens nacb eiuem Bednineufuhrer für ITadjaivn, der sich augeblich schon seit Tagen anf dem Wege nach Makalla befand, war iuzwiscben unter allerlei Vorwünden verzögert worden, bis midi eines Tags der Hakim dnrch einen Askeri uacli seinem Ilause holen liess, wo ich auch meinen Freund llascbim land. Hier eroffnele

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er mir endlioli, der Beduine, den er inir bestimmt, liabe erkliirt, er könne das Wag'iiiss, rait einem Frengi in's lunere zu reiden, nicht übernehmen, ans Furcht sowoiil meinet-, wie seinotwegen; er, Abdul Chftliq, rietbe mir daher, die Tonr von Aden ans zu nnternehmen. Also leere Vorwande, micli los-znvverden, wie dies an allen Orten der Fall gewesen war, dio ich bisher mit meiner Gegenwart beglückt. Nachdom man aber vorher meine Hoffnungen genahrt, so dass ich schon geglanbt batte, hier endlicb durohzudringen, gerieth ich über die enttiiuschende Mittheilung des Hakim in um so heftigeren Zorn, dom leb keinerlei Schranken auferlegte, und ich warf ibm mit hitzigen Worten soine Verlogenheit und llinterlist, wie aucb seinen bösen Willen vor, indem ich ibn zugleich fragte, wie er es wagen könne, mir einen so albernen Rath zu ertheilen. Darauf erhob ich mich, und Hnscbim iblglo mir. Abdul Chaliq begleitete uns bis zum Ansgange; er seinen verlegen, ollenbar batte er mich nicht erzürnen wollen, schien aber andrerseits an die Befehle des Djemcadar in Schehr gebunden, die er sicherlich eingeholt. Ich aber wusste nun wieder nicht ans noch ein. Überall horehte ich herum, ob und wie sich vielleieht oin Eindringen ohne llilfe des Jliikim ermöglichen liesse; aber Niemand wagte, sieb ohne seine Zustimmung mit mir einzulassen. Nun suehte ich wieder mit ibm anzuknüpfen, indem ich ihm durch meinen Diener sagen liess, ich wünschte einen Ausflug nach Kelbnt (oj.*b ) zu nnternehmen, einem im oberen Laufe des westlich von Makalla ausmündenden Wadi Füwa gelegenen ürle, dessen Namen ich auf Gerathewohl der Wrede'scben Jvarto entnahm, wo er irrlbiimlich Kelbnb gesehrieben ist. Man erziiblte mii' von grossen Palmen-waldern dort, die allerdings meine Neugier wenig reizten, jedoch in don Augen der Leute mein Interesse für den Ort vollkommen recht ferligten, wahrend mir hauptsiicblich daran lag, zu sehen, wie sich Abdul Chaliq meinem Ansinnen gegenüber verhalton wiirde. Vorlüufig gab or gar keinen Bescheid; dann liess er mir durch einen Diener sagen, er werde mir nach dom naheren Chirbe (^jp-, bei Wrede (^irbe), doch nicht nach Kelbut, eino Soldaten-Eskorte und

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eiu Pferd') geben. Warum er meinen Wunsc.li nicht in seiner gaiizen Ausdelnmng; erfüllen wollte, erfulir icli nicht; aber icli nahm ilas wenige Qebotene an, urn nicht Alles zu verlieren. Am 8. A]iril brachen wir um ü Uhr Morgens in Begleitung von secbs Askeris vom Hause Abdul Cluvliq's aus auf, wo das Pferd und ein Kameel für die mitzuneh-menden Provisionen bereitstanden. lie! der geschlossenen Bidde batte sich schon zalilreiches Volk angesammelt, Miiuner und Weiber, zum Theil eselberitten, die nach den Hrunnen wollten, um in den mitgebrachten Schlaucben Walser zum Verkauf in der Stadt für den kommenden Morgen lierbeizu-schaffen. Bei Hüsn Mischraf gesellten sich uns noch vier Askeris zu. Der Weg fiihrt am Strande enllang; in die kühle Seeluft mischen sich heisse Luftstrome vom Lande ber. Der klare Heb ein des abnehmenden Mondes beleuchtet das schweigende Gebirge und die weissen Schaumkiimme der sich mit Qebrüll überstürzenden Wogen. Hei einem llachen Wadi biegen wir nach einer halben Stunde halbrecbts, etwa nordwestlich, ab, und der Weg, in schriiger Linie sich vom Meere entfernend, führt jetzt hinter der Düne entlang, deren diebtes, niederes Gestrüpp si(di schwarz von dem mond-beleuchteten weissen Grimde abbebt. Die Sandhügel machen allmiilig mehr und mehr ansteigenden Bergketten Platz, zwischen denen das dem Meere zustrebende Wadi Nubécha (auch Ambécha, bei Wrede ,1) sich hinzieht, das etwas

Wasser enthielt, Meine Begleiter laufen wie die Gemsen, weit voraus, so dass ich sie ausser Augen verliere und mit meinem Diener einen falschen Weg einscblage, bis man uns zurückruft. Die gauze Eskorte war nur iSpiegelfechlerei, bestimmt, mich zum Bewusstsein der mir drohenden Gefabren zn bringen: mein Ismail allein wiire mir von weit grösserem Nutzen und ein cbenso sicherer Schutz gewesen. Um (i Uhr beiinden wir uns angeblich schon eine ganze W eile' im grossen Wadi Zemén (ry*\) gt; das, seinen Weg ebenfalls zum Meere nebmend , stellenweise von nicht hohen, doch schroiïon

1) Es giobt in dioBom Thoile Süd-Arabicns und in Hadmmnt kcine Pfoi'do; ich snh doron nur an dun Hulun dor Djoin'adJlro.

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Makalla.

Wiindeu gelbrotlien streiflg'en Sandsleiiis eingeengt wird, im Allgemeineii aber breit vind llacli dalüngelit. Nach einer wei Leren Stunde sind wir am hoiien Rande düri Wadi Lórmi (boi Wrede El Irma, angelangt, in dein wir eine

Sigaye, llüuser und anselinliehe Palmenanlagen erblieken. Wadi Lérmi ist, wie Wrede richtig bemerkt, die Fortsetzung des Wadi Fnwa, das aber mir l)ei der Mündung diesen Namen tragt, den es im ansieigenden Laufe der Heiiie nach in Wadi Chiiba, Wadi Lérmi und Wadi Chirbe, den darin belegenen gleicimamigen Ortsebaften entsprecheud, wandelt. Oberhall) Lérmi wird das Wadi böcbst malerisch; y.n seinen beiden Seiten steigen dunkelgebraunte Felsberge scbroff empor, in seinem Grimde rieselt W asser in Rinnsalen, die es sicb zwisohen gewaliigen lilöeken granen und grünen (jesteins gegraben, das aul' grössere Strecken mit einem Überzuge dichten Grases und kleiner Wasserptianzen bedoekt ist. W ir steigen zum Wafli-Bett binab, in dem wir unsern Weg weiter aufwiirts vertblgen; in einiger Entlernung vor uns Palmen, welehe die allmülig breit auseinandertretenden Wadi-einlassungen nicht nur vollkommen ausfüllen, soudern zum Theil auch noch lerrassenartig daran aui'steigeu. Die unge-mein üppigen KtiUureii siml sorgfiillig gepliegt; zu jedem Stellchen dringt die reiche natürliche und künstliche Bewiis-serimg. A us se r den Dattel])almen, an denen die miichtigea, noch unreif'en Fruchtbündel hangen, fiuden sich zahlreich machtige Cocospahnen und andere grosse liiiume, besonders der Dom (c01b); auch alle Gemüsearten, Tecam und Tabak sind angebaut und gedeihen in Fülle. Nach einer guten Viert eist unde W'egs durch diese Anlagen verscbliesst eine breite Felswand das Thai vor uns; wir wenden uus über vom Wasser überflulhetes Geslein nach links, wo sich neue bedeutende Falinenwaldungon ausdehnen, und sehen jetzt das Stildt dien Chirbe auf ziemlicher Erhöhung au der linken Thalseite vor uns liegen. Nach knrzem haben wir es erreicht und steigen in dem zuniichst am Wege gelegenen Hause des schon erwiihnten Ahmed Tilhir lia Zembür, der auch hier Palmen besitzl , ah. Der DJem adar hal bier ebenfalls Eigen-thum und ein lliius, das sich aber weder durch Schönheit

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Makalla. 10Ö

noch Grosse vor den anderen Lelimarchitekturen dfs Ortes auszeichnet. Die lliluser sind lüer sammllich mit ummauerten Vorböfen zum Trocknen der Datteln versehen. Das Miisrige war gross und unbewohnt und eine herbeigebrachte 1'alm-matte der ein/.ige CornCort, der dom Fremdon geboten wurde; immerhin war es als UuhestaUe und Obdacli vor der bren-nenden Sonne subatzbar. Wir wanderten spiiter nocli ein Stück im Wadi, das sicb weitor aufwarts in einem miichtigeu Bogen nacb Westen wendet. Es mag bei Ohirbe eine halbe Stunde weit sein; der weisse Kieselgrnnd seiner etwa !)()U Fuss breiten Rahaba, in der Oscliér und anderes grünes Gest i'üucii iippig spriessen, sobiebt sicli dicht an das scbroff aufsteigende braune Gebirge der rechten Thalseite , vou deren Erböhungen mir der überragende Qebel Smdchembark

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genannt wurde, mit dem Bemerken, man könne von seinern Gipf'el die Menschen selien, die das Thor von Makalla passiren. Darüber, ob Kelbnt weiter aufwarts im selben Wadi gelegen ist, wie aus der Wrede'schen Karte enl nominen werden uuisste, konnte ich keine Auskunft erlangen. Nacb 2 Ulir mahnte icb zum Aufbruch, fand aber Widerstand bei den Askeris, bis ich mir das Pterd satteln liess und mit meinem Diener davonzog, worauf sie missvergnügt nachkamen. Nacb dreiviertel Stunde befinden wir uns wieder Lérmi gegenüber und steigen in lt;len Wadi-grund hinab , um durch die 100 Schril t breite Eababa bin-durch zu den das rechte Uier bedeckenden Anlagen und dein Ortcben Lérmi zu gelangen, das nur aus unbedeutendeii Lebmbiitten bestebt, wie auch die Anpflanzungen, obwobl tleissig gepflegt und bewassert, doch denen von Chirbe an Ausdehnung nicht gleichkommen. Hinler Lérmi erweit.ert sicb der Thalgrund, in dem eine schinale Rinne klar dabin-fliessenden Wassers konstant bleibt, das seinen Zufluss aus einer dem Erdboden entströmenden Quelle erhiilt. Von den verschiedenen das Wadi einscliliessenden Gebirgsformationen interessirte micb besonders eine griissere Strecko aus einer beinabe lebmartigen, mil kleinen Steincben vollslilndig ver-kneteten Masse, die in den sonderbarsten Fonnen aulgelhiirint war, Fast hatte es den Anschein, als hiitte sicb .Iemand das

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Makalhv.

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Vergnügen geinaclit, sie zu ungeheuren ungleichmassigen Ballen zu formen mul regellos auf einander zu paoken. Da-ilurt'h entstaiulen zugleich ilie wunderlichsten Verliefungen, Spalten mul Hohlungen; das Ganze wirkt aber inoliv grotesk als grossartig, da man das Gefülil belialt, dass man es mit Lehmklössen, nicht mit Gesteiusmassen zu thun bat. Nach einer guten balben Stimde Wegs im Wadi gelangen wir nach Chüba, deseen ausgedehnte Culturen und wenige Hiiuser an der linken Tlialseite liegen. Von bier ist es noch eine Stunde bis Füwa. Die das Wadi einscbliessenden Gebirgs-auslaufer babeu sicli inzwiscben zu niedrigen Hügelketten abgeflacht, die mit verwittemdem dunklem öeröll dicht be-deckt sind. Das A\Tadi erweitert sicb mehr und mehr und ist. bei Füwa, das sich, an der linken Tlialseite aut'einer Anböbe gelegen, sehou aus der Ferne priisentirt, über eine Viertelstunde breit, sein flacber wasserloser Grund mit üppigem 'Oschér bedeckt. Eine nicht, bedeutende Palmenanlage und etwas Giidub (Luzerne) erblickt man ebenfolls links, wiihrend an der rechten Tlialseite uur einige verein/.eUe Hiiuser und ein Weligrab liegen, zu dem Mitte des Monats Safar eine mebrtiigige Wallfabrt mit den obligaten Vergnügungen statt-findet. Fiiwa macht keinen ganz unbedeutenden Eindruck; es mag aus 50 Htiusern besteben, darunter recht ansebnliche, und ist jetzt nicht von Beduinen, wie zur Zeit Wrede's, sondern von einer stildtiscben Bevölkerung bewobnt, mit einem Hftkim, der unter dem von Makalla stebt. Wir stiegen bei einem Kerani des Daule ab und machten es uns bequem auf dem llaclien Dache seines geraumigen llauses. Die Soldaten nahmen ibr Mahl erst nach Sonnenuntergang ein, des Ramadban wegen; sie wollten mich überreden, in Fuwa zu übernachten und den liückweg erst am andern Morgen anzutreten. Da man mir aber bericbtete, in Makalla sei ein Dampier aus Aden eingetroflen, mit dem ich Nach-richten aus der Heimath erwartete, so driingte ich zu schleunigem Aufbruch; indessen wübrte es bis Va 8 ühr, ehe die Herren Soldaten marschbereit waren. Die Nacht war prachtvoll sternklar, aber des Mondes Licht l'eblte nm diese Stunde, so dass man den Weg nur ahuen konnte. Wir

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Nach Adon und wieder zuiück nucli Makalla.

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schritten nacli links ab, in ein ziemlich breiles und ebenes Wadi Tefat (oUj) hinein, desHen Grund mit dichtem, nicht gar niedrigem Geatrüpp bedeckt war, und das mit einer Aga abseliliesst, die grössere Wasserlliicben aufwies. Drei-viertel Stands braudilen wir, an's Meer zu gelangen, das wir uunraebr zur liecliten behielten; nach einer Stunde waren wir hei der Miindung dos Wadi Zemén, eine gute lialbe Stunde spiiter hei der des Wadi Amböcha angelangt; der ganze Weg his Makalla nalirn drei Stunden in Ansprucb. J)er dort eingetroffene Dampfer, der inzwiBchen scbon wieder nach Bombay weitergegangen war, liatto wirklich eine Post für midi, die mir nocli in aller Nacht der Bruder meines indischen Freundes in's ilans brachte.

VII.

MCII ADEN UND WIEDHR ZURÜCK NACH MAKALLA.

Da ich nach allen Anzeichen nicht erwarten durfte, den Tyrannen von Makalla urazustimmen, bescliloss ich, nicht famer meine Zeit in zwecklosen kleinen ünternehmungen verzetteln, sondern nach Aden zurückzukehren, dort meine Beschwerden den massgebenden AutorUilten vorzutragen, und neue und wirksamere Beglaubigungen zu erbitten. Ich sprach hierüber mit Haschim und erkuudigte mich, oh in nachster Zeit ein Dampfer für Aden in Sichl stünde. Dies war niclit der Fall; aber eine hühsche Za line segelte schon am niiclisten Tage, und da mir die Gelegenheit als zuverliissig empfoblen wurde, stand ich nicht an, sie zu benutzen. Haschim brachte mir den Nachuda; wir wurden leicht einig, und am Dienstag den 11. April Mittags ging ich mit Diener und Gepück an Hord, ohne mich von Abdul Chaliq zu

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Nacli Aden \iiiil wiüiior zurück tiach Makalla.

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verabschieden. Die Anker warden sogleich geliclitet, und bei günstigem Winde ptissirten wir nacii vier Stunden Eas Beriim, dessen schwarze, wild gezackte Ausliiuter zerrissen und steil zum Meere ai)falleii. Die jetzt ebeufalls den Ka'aitis gehorige Stadt ist nicht sichtbar und soli eino Stunde vom Meere entfernt liegen. Wir batten noch einen bevomigten Passagier, einen Seyyid, der mit seineni kleinen Nellen von Aden aus nach Java /,u reisen beabsichtigte, wo der Vater des Knaben lebte. Wir bel'reundeten uns; er gab inir von seinem Halwa, trank mit mir Thee und verspracb mir, wenn er zurückkehre, niimlicb von Java, mich selbst nach Hadramnt zn geleilen. Die Besatzung des Schid'es war eine sonderbare Gesellscbaft; Jeder kommandirte und brachte seine Einwendungen gegen die Anorduungen des noch jungen Kapiüins vor, besonders der alte Steuermann, der fortwahrend und mit Jedem stritt, doch oh no Hösartigkeit. Der Wind liess am Donnerstag be-deutend nach, und die fblgende Nacht war so windstill, dass wir beinalie auf der Stelle blieben. Aus dem Morgennebel taucht am Freitag früh plateauartig Qel)el Schim san (Schem-schem) liervor, dem wir bei sparlichem Winde langsam zustreben, wiibrend das ebene Meer einem grossen Landsee gleich sich krauselt, von anscheinend regungslosen langen Streifen durclisetzt. (Jbschon wir gegen Mitlag bereits Ilauser zu erkennen vermogen, kommen wir doch den gleichen Tag nicht mehr an's Ziel, da am Nacbmiltag der Wind voll-standig aufhört und uns erst zur Nacht ein Weiterkommen gestattet. Die Annaherung von dieser Seite gewahrt höchst maleriscbe Blicke, und die wie kolossale Burgen sich vor-schiebenden düsteren Felsen mit der dahinter aufsteigenden, grotesk gezackten Silhouette des starren Gebirges, scharf die iielle Luft durchschneidend, zeigen die schweigende Qross-artigkeit dieser dem Leben scheinhar abgestorbenen Natur. l'h'st am niichsten Morgen konnte icb in Steamer Point, wo unser Schiff zunachst Anker wart', an Land gehen. Mr. Mac Conkey, den icli sogleich aufsuciite, war wenige Togo vorher zu seiner Erholung nach England gegangen, luitte aber einen lirief für mich hinterlassen, er würde sicli freuen, wollte ich in seinem ïïause in Camp bei seinem Campagnon

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Nach Aden utid wiodei' zurück nacli Makalla.

Mr. Howortb Wobnung nelunen. Das Anerbieten war mir willkommen, uad ich nahm c.s dankbar an, um.somebr, als icli so meinen Arabiscbeu Bekanuten nahe war. Alsbald erslattele icli auch dein ilesidenten ausfiibrlicben scbriCllichen Bericbt über den Misserfolg meiner Reise und die geringe Acbtung, die man den nür gewordenen britiscben Kni[ir0hiiingen gezollt babe, und knüpfte daran die Bil te um eine etwas nacbdrücklicbere Befürwortung meiner Plane bei dem Macht-baber von Makalla, das mir durcb seine gesicherten politi-scben Verbiiltnisse, wie ancb wegen der Friedferligkeit der umwolmenden Beduinenstilmme zum Ausgangspunkt meines Unternehmens am meisten, odor vielmebr allein, geeignet erscbiene. Mein Wunsch wurde anf das Liebenswürdigste erlïilll, und scbon am 19. April bracbte mir Colonel Stace, damals 1. Assistant-Resident, selbst das neue Scbreiben an Abdul Cbfiliq, das er mir vorlas. Es biess darin, der Resident babe sicb selir über die mir bereiteten iSchwierigkeiten gewundert; icb sei keineswegs ein Spion oder politischer Agent; obgleieb icb kein Englander sei, babe man mir docb bei l'rüheren Reisen im Somalilande scbon jeden Beistand gewabrt, und man wünscbe jet/.t, dass Alles gescbehe, mir in voller Sicberheit die Reise in's Innere zu ermöglicben. Zugleieb wurde der Besuch des Mr. Bent und seiner Gemablin tür den kommenden Winter „zur Besicbtigung von Inschriften auf Steinenquot; angekündigt. Herr Stace war so giitig, mir ancb für andere etwa in Betracbl kommende i'liitze Em-pfeblungen anzubieten, auf die icb aber verzicbtete, nacbdetn ich zur Genüge erfahren, wie es dort an der Macht, ancb bei vorhandenem gulcm Willen , gebricht. Mohammed Salili Djacfer, der Native Assistant-Resiilenl , f'iigte den ofBziellen Empfeblnngen wieder seine eigenen bei, in denen er midi als einen seiner tlieuersten Frennde ilarstellle mul dafür zu sorgen bat, dass ich „dankbar und verpflicbtetquot; zurück-kehre, damit nicht Seine Erlancht der Wali in Zorn geratho, falls man mir wieder Ursache zur Klatre ffiibe. Icb biitte

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nun reisen können, wenn sicb eine öelegenbeit gefunden batte. Aber es ging kein Dampfer, und der herrschende nordöstliche Wind gestattete den einheimiscben Segelschiffen

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Niich Aden unci wieder zuriick nach Makalla.

nieht, die Eichtung nach Makalla zu nehmen. So musste ich die Zeit des Windwechsels, in Aden die lieisseste und nnangenehmste des ganzen Jalires, in ungeduidigem Abwarten verbringen. Meinen Diener machten die Ikulen Tage von Aden vollkommen nntauglich, so dass ich genothigt war, iim zu entlassen, und den biaherigen Abdullah gegen einen Ali zu vertauschen, der seine Familie in Makalla hatte. Audi mit diesem hatte ich genug zu erdulden; seine Art war nicht besonders angenehm, audi war er anspruchsvoll und wusste seine Vortbeile, rechtmassige und unrechtmiissige, wohl wahrzunehmen; doch kamen wir schlieaslich mit ein-ander aus.

Am 25. Mai konnte ich endlich mit dem von den Talmk-jiachtern gecharterten Dumpier „Woodcockquot; nach Makalla absegeln, das wir am 27stun früh erreichten. Ich ging mit dem Kapitiln an Land und begab mich sogleich zu Haschim Hadji, der midi wieder in moinem alten ilause einquartirte. Abdul Chaliq befand sich mil dem Djemcadar Gbalib bin Audb , der inzwischen in Makalla gewesen war, in Gbail ba Wezir, kehrte aber sclion in der Nacht zum 29st0quot; zuriick. Er samite sogleich nach meinen Briefen, und am Nachmittag holle mich ein Askeri zur Audienz ab. Unser Wiedersehen war so herzlich, wie dies zwischen alten Freunden nach liingerer Trennung iiblich ist, und er bet mir sogar stark gezimmteten Thee, was er früher nicht gethan, und was ich als Zeichen vermehrter Werlhschiitzung betrachten zu diirfen glaubte. Dagegen sandle ich ihm iur seine kleinsten Kleinen, die er dem lichen Onkel Frengi vorstellte, Zucker-werk und Ihskets. Er erkliirte, er werde thun, was er könne, und ich solle in einigen Tagen Bescheid erhalten. Am 2. Juni liess er mich schon wieder zu sidi rufen und theilte mir mit, er babe Jetzt einen guten Beduinen, der mich zuniichst his Had jaren iühren solle, wohin ich einen Brief erhalten würde, der main Weiterkommen nach Schiham zu sichern geeignet sei. Am nachsten Tage brachte er mich denn audi mit einem Beduinen vom Stam me der Dja'aifere zusammen, die zu ilen Beni Halka 1, einer

Unterahtheiiung des weit ausgebreiteten Stammes der Sëbfin

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Nncli Ailen mul wioilor zurück nnch Makalla.

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geboren. Mil diesem vereinbarte er in raoiner Gogen-wart die Qestellung zweier Ktimeele für das Qepack und zum Keiten für mich und meinen Diener; zugleich schurfte er ihm ein, mir in Allem zu gehorchen, mich gnte Wege zu führen, auf'zubrechen und zu lagern, wann ich es be-stimme, für Wasser und Holz zu sorgen , kurz, mir in Allem zu Diensten zu sein. Das versprach der Bedu auch , und ich zahlte ihm auf Verlangen ein angemessenes Angeld. Am folgenden Tage nach dem cAsr sollle ich reisefertig sein und war es; zur Wegzehrung batte ich genügende Vorrüthe an Datteln, Mehl, lleis, Lacham und Semen eingekauft; auch mein sonstiges Gepack, Geschirr, Medikamente, Alles stand bereit. Als aber am Nachmittag der Beduine mit einigen Genossen erscbien, begaim er Scbwierigkeiten zu erheben und erkliirte, eine Eskorte von zweien, wie verab-redet war, geniige nicht, sic müssten wenigstens vier bis fünf Mann stark sein. Eine solche Anderung der vora Hakim getrofl'enen Abmachungeu lebnte ich ah, worauf die Bodu's ibrer Wege gingen. Als sie nicht zurückkehrten, suchte ich Abdul Obaliq auf, um zu hören, wie die Sache stande. Er sagte ganz ruhig, ich möge doch nicht so eilen; ilie Bedu's lüitten gefürchtet, man würde ihnen in Mescbhed Ali Vor-würfe machen, dass sie den Frengi — er meinlo Kafir — In's Land gebracht; er wolle mir auch noch Leute von sich geben; in wenigen Tagen würde Alles in ürdnung sein, ich stiiudo jelzt unter seinem Schutz, wie seine Kinder. Das war mir gewiss eine sehr angenehme Empfindung; zuniichst batte ich jedoch wieder auszupacken. Daim aber besass diese vüter-liche Liebe auch einen starken Beigeschmack von „a bissel Falschheitquot;; deun ich erfubr nacbtriiglich, dass mit einem kleinen Dampier, der am Tage meines „mockquot;-Aufbrucb8 von Bombay eingetrofl'on und wenige Stunden darauf weitor-gegaugen war, Abdul Cliali(| einen seiner hesten Freunde nach Aden gesandt batte, um dort die mir bevorstehenden Gefahren noch einmal eindringlich darzustellen und wo miig-lich den Residenten zum Verzicht auf die bezüglicb meiner ausgeaprocbenen Wünsche zu bewegen. Dies wurde mir spiiter, als ich wieder nach Aden zurückgekolirt war, dort aus

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Nacli Aden mul wiodor zuriick nach Makalla.

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gutei' Quelle besliitigt, mit dem llinzuI'iig'on, die Antworl habe gelautet: „Weim icli es einmal wolle, so moge man inicli nur reisen lassen.quot; Der Bescheid hlieb aber lange aus, beinahe vier W oclion, und unter den verschiedenslen Vor-wiinden mul mit den alten Eedensarten vom Erwarten eines zuverliissigen Führers zerrte man meinen etwas dünn gevvor-denen Geduldladen über dieson Zeitraum bin. Die llitze war sehr gross, und bei der unbewegteu Luft dop pelt empfind-lit'b; das Barometer batte durcbgiingig einen Stand von 747—748'quot;'quot; gegen 758quot;quot;quot; bei der Abreise von Aden. Naeb Angabe der Araber wahrt die lieisse windstille Zeit, die ollenbar mit dem Wechsel des Monsuns zusammenbangt, 40 Tage. Gegen Mille Juni anderte sicb das Wetter: starke Wirbelwinde mil heftigeu flatternden Stösseu eriioben sicii Nacb-mittags, um die ganze Naciit liindurcli zu stürmen, wiihrend sie ara Vormittag ruhten. Damit beginnt die Periode des Ciiarif, und die Leute linden es kalt, obschon gegen Mittag nocb immer eine Sc-battentemperatur von üli0 C. berrsclit und das Thermometer bei 8onnenaufgang 28—29° C. aus-weist. Das Fest der Opferung — clil el 'Arafa — stebt vor der Tbür, und der Hakim versichert, ich könne sogleich nach dessen Feier bestimmt reisen; vorher liesse sich doch keiu Beduine zu dein Unternehmen berejt linden, da ein Jeder die Festtage bei seiner Familie zubringen wolle. Schon mehrere Nachte vor Beffinn des Festes ziehen Nacbls die Kinder bei Fackellicbt mit eintönigem Qesang, von Trom-meln begleilet, in der Stadt umher, um Geld zu erbetteln, von dein sie sicli an einem der Feiertage ein gemeiasames Gastmald in Dis bereilen. Auch hier, wie in den anderen Landern des Islam, wird bei diesem Fesl in Jedem Haushalt ein Schaf oder eine Ziege geschlachtet, bei wobliiabenden Leuten kommen auch mehrere Tbiere an's Messer, mit deren wohlbereitetem Fleiscli sie iiire Freunde bewirthen, aber auch reichlich die Armen bedenken. Die Festlichkeiten dauern in Makalla vier Tage. Am 23slün Juni bei Sonnenuutergang zeigten drei Kanonenschiisse den Beginn des Md an, und am folgenden Morgen um 7 Uhr begab sicli unler Kanonendonner der Hakim in Fro/.ession zur Moschee, um dort das Gebet

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Nacli Aden uml wieder zurück nacli Makalla.

zu verrichten, nacli dessen Beendigung sicli der Festzug zum grossen Hüsn des Noqll) wendete. Die ErofTnung macliten vier Askeris mil entblössten Schwertern und Dolchen, die sie, im Tiinzschrilt sich bewegend, wie im Kampfe gegea einander schwangen. Daim kamen Paukenschliiger, binter denen zwei schwere griin- und rothseidene Fabnen getragen wurden, endlicb, zwiscbeu zwei angesebenen Mannern, Abdul Cbiilif|, im einfacben Gewande, docb mit golddurcbwirkter cAmama, wie ein alter Fucbs ausscbauend. Ein Trupp von f)ü—(iO arabiscben Soldaten folgte, die fortwiibrend ibre Qewebre abscliossen; darauf eine zweite gleicbstarke Abtbei-lung Askeris, docii nur Sklaven, die unter Gesang nacb dem Takt der Pauken groteske tanzartige Evolutionen aus-füiirten, wobei sie ebenfalls daa Pulver niebt scbonten, wie denn aucii ibrtwiibrend die Kanonen gelost wurden. Auf und liinter der Mauer des grossen Kircbbofs liatten sicb zablreicbe Weiber mit ibren bunt ausgeputzten Kindern jiostirt und liessen obne Aufboren das Zagbrlt erscballen. Den Zug scbloss das Gros der aus der Mosciiee kommenden Civil-Glaubigen, in bunter Reibe, jung und alt nebeu einander, Alle in farbenbunte, zum Tbeil golddurcbwirkte Gewiinder, und durebweg so sauber gekleide! , dass man die selunutzige Alltiiglicbkeit kaum wiedererkannte. Unter Gesang und Rezi-tiren von Koranstellen schritten sie voran; unter ibnen befand sicb ein alter Mann, der zunacbst von Gott und dann von den Menscben ein Stück weissen Stoffs und 35 Tbaler er-bat. Es soli iu der Tbat vorkommen, dass die Muslims an solcbem Tage einem Frommen derartige Wünscbe erfüllen, um sicb damit fiir die schwere Abrecbnung des jüngsten Tages ein zweifelloses Gutbaben zu sichern.

An den Nacbmittagen der Festtage fübrten Askeris vor dem Neqib-Palast eigenartige kriegerische TiLnze auf, wobei aucb der Bruder und ein itlterer Solui Abdnl Cbaliq's mit-wirkten. In dem von den Zuscbauern gebildeten grosseren Kreise bewegten sicb in regelmtissigem Tanzscbritt zwei Parteien gegen einander, jede zu drei Personen, denen sicb im weitern Verlauf de^ Spiels je eine vierte zugesellte. Obgleich die Gegner mit den entblössten Schwertern und

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Mach 'Ailen mul wieder zurück nach Makalhi.

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Dolchen Ibrtwahrend Luftlnebe und Stiche iührten, sclilenen sie, ini Aulang wenigstens, eiuander nicht zu verfolgen; erst •/ii Ende jedes Tanzes raarkirten sie durcli wechsehveises Vorrücken und Zurückweicheu im Ganzen den stattfindenden Kampf, wobei abnr die balletmassige, bei Manchem graziöse öangart nicht Mifgegeben wurde. Dieser Tanz hoisst Bérra er wurde mit grosser Leidenschaft und Ausdauer getanzt; auch Sklaven-Askeris betheiligten sich, gemeinsani mit den Freien, darau, wie iiborliaupt ein llangstolz den Sklaven gegenüber nicht wahrnehmbar ist. Die musikalische lieglei-tung bildeten kleine Pauken, die stets nur im dreiviertel Takt geschlagen wurden. Andere Tiiuze worden auf dem freien l'latz an der östlichen Mauer des Kirchhofs aufgeführt; grosse Pauken, die auf den Erdboden gestellt waren, gaben die dröhnende Musik lier; ausserdem sang zu einem primi-tiven Qambns, das aus sechs über ein rohes Holzgestell gespannten Drahtseiten bestand, die ihre Uesonanz durch eine darunter befestigte, mit Schallloch verseliene Kessel-jiauke erlüelten, eiu grosser, ausnehmend htisslicher, pech-schwarzer Skiave mit einem f'urciiterregenden Maule, aus dem blendend weisse Riesenzahne hervorragten, eine nur wenige Takte umfassencle Melodie, die stets dieselbe blieb und von den Tünzern wiederholt wurde, deren Kunst nur in einem geringen Vor- und Rückwiirtsbewegen bestand; zum Schluss traten sie unter lieftigen Geberden mit aller Macht den Erdboden, als wollten sie don Antipoden ihren liesuch abstatten. Icli fragte nach der Bedeutung der Pantomime; man wusste aber uur, dass das gewaltsame Treten die Sliirke und ilen Muth dor Treter zur Darstellung bringen sollte. Dieses Spiel nannte man Tómboga, von anderer Seite Tüm-bra; beides ist wobi auf das Wort Tabla (Pauke) zurückzu-führen. Selbstverstiindlich wurde auch das beliebte Schibwani an diesen Tagen der Freude nicht vernachliiasigt; sogar zwei grosse Schibwani-Gruppen produzirten sich, oder konkurrirten vielmehr mit eiuander. Deun sie befehden sich; die Mit-glieder der eineu Qesellscliaft sollen aus der Umgebung von Makalla sein und kleine Anderungen eiugeführt haben, welche die Billigung dor Orthodoxen nicht fanden. Da in

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Nacli Adon uml wioder zurück nacli Makalla.

dieser wichtigen Kimstangelegenheit ein Comprorniss niclit zii Staude kam, weil jeilo Partei iui Hecht y.w Bein glauljle, so entstand ein Bcliisma, ilas sich niclit nur in den ge-trennten Aufl'ührungen, wondern oft geinig auch in tliat-lichen Feindeeligkeiten ausspricht. Ich hörte beide Arten; leider ist mir aber das Verstiindniss für die Finessen dieser Kunstgattung nicht einmal soweit aufgegangen, dass icli auch nur irgend einen ünterschied zwischen ihnen wahrgenommen hiitte.

Walirend dieser schonen Tage der Festesfreude war meine Ungeduld auf's Höchste gestiegen. Inzwischen musste aber ancli der Bescheid aus Aden eingetroffen sein, denn walirend ich gerade eine neue Attacke auf den Hakim ])]aiite, erschien bei mir der alte Sahib es-Sidde (Thorwachter) mit einem lieduinen von den Haigy oder Ahl Haig einem nnbedeu-tenden Stamme, der zu den Sëbfui gehort und seine Sitze zur Seile des Gebel 15a Djembög hat. Dieser Heduine war zn meinem Séyyir nach lladjaron bestiramt; ausserdem sollte ein junger Sklaveu-Askeri, Nasir, micli bis dortliin begleiten. Am niichsten Vormittag gingen wir zum Hakim und besprachen alles Nölliige. Der Miethspreis für die er-forderlichen zwei Kameele wurde in der Art festgesetzt, dass das lleiten für midi und meinen Diener mit 5 Thaler, das Gepiick mit 5 Thaler für den lieliar (zu 12 Ferasala) be-rechnet wurde; ausserdem bewilligte ich einen halben Thaler für das Herbeischaffen von Wasser und Holz unterwegs. Der Hakim schurfte dem Beduinen noch auf's Nachdrück-lichste ein, mir keinen Anlass zur Klage zu geben, da er ihn andernfalls an den Beinen aufhüngen würde. Irgend welche Formalitaten fanden nicht statt, als ich meinem Séyyir oder er mir übergeben wurde. Schon früber hatle Abdul Chaliq mich ersucht, für die Reise arabische Kleidung anzulegen, um nicht von vornherein überall Aufsehen und Misstrauen zu erregen. So liess ich den Europiier zurück

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110 Nach Ailon uml wiodor /.uniek nuch Mnkallu.

und legte eine Tracht au, die der der Séyyids iihnelte, und zwar mil solehem Erfolgo, dass mir trotz meiner blauen Aniren öfter.s die diesem Staiule zukommenden Ehrenbezeu-Lniutren versehoiillich erwiesen warden.

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Abdul Cliali(| gab mir noch vou sicdi und dem üjemcadar Husein Kmpt'ehlungsbriefe f'ür den Neqlb von Ijadjarcn, Abdallab Ambarik el KacaiU und den Djem'adar Selah , lt;ler in iSohibam residiren sollte, den icb alier in Qatn traf'. Dann verabscbiedete er raicb in wirklicb bei'zlicber Wei.se und ennabnte mich, icb moge micb nicht muthwillig in Gefahr begeben, da er für meine Sicherheit die Verantwortung trage. Icli berubigte ihn damit, dass mir an den Gefahren des Unternehmens am vvenigsten gelegen sei, und dass icb scbon ihm zu ljiel)o mich vor jeder Unvorsichtigkeit hüten werde, nachdem or mir Freundlicbkeit erzeigt. Mein Beduine holte mit einem Gefdhrten gegen Abend mein Gejtiick und begann seine Thfitigkeifc damit, dass er mich mit dessen Gewicbt auf's Ausserste übervortheilte. Die öffentliche Wage war bereits geschlossen, und so wog er mit der Hand, wobei ihm naturgemiisa Alles sehr schwer erschien. Icb nahm scbon seine Sclüitzung an, aber nun begann wieder die Berechnumj zu seinem Vortbeil auszuschlagen. Glück-licherweise war gerade mein alter Ismail gegenwartig, der mir bei diesem Geschaft mit Erfolg zur Seite stand, so dass wir glücklich zu einer Einiguug gelangten. Dann wurden die Sachen zum Thore hinausgescbafft, wo am Strande bei der kleinen Moschee der Hadbarim die Ivameele lagerten und mein AU und der Öklave mich orwarteten. Dm 8 Uhr Abends begab icb mich gleichfalls dorthin, doch brachen wir erst um 'A 11 Uhr aut', nachdem iler Mond über den östlichen Bergen emporge-stiegen war. Daim wurden die Kameele beladen, und vorwarts ging's im Namen Gottes — bismillah — in's Unbekannte.

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Niicli Hadjareu.

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NACll IIA DJ A11 EN.

Bei der Darstellung1 1I03 weiteren Verlaufs ineiner lleise halte ich rnicli so nalie als möglich an meina sorgfaltig geführten Tagebücher, indem ich Tag für Tag über den zurückgelegten Weg berichte. Gefragt habe ich genug, und mich über Alles /.u unterrichton gesucht, was mir wissens-werlli erschien; wie sehr die Antworten, die man hier erhalt, au Genauigkeit und Wahrhaftigkeit zu wünschen übriglassen, habe ieli schon früber auseinandergesetzt. Nir-gends mehr als in diesem Lande ist der lleisende auf den guten Willen und die Kenntnisse seiner liegleiler angewieseu, deren Augaben er (hst immer ungeprüft dahinnehmen muss. Ich bin jedoch überzeugt, dass ich mich in dieser Hinsicht keinen besondereu Befürchlungen hiuzugebeu liabe, und dass die Mitlheilungen, die ich zu machen im Staude bin, der Zuverlassigkeit meiner Führer ciu günstiges Zeugniss ausstellen werden.

Am 1. Juli. Wir wauderten in der Nacht uuserer Abreise den nacli BagrCn führendeu Weg, zuniichsl am Meeresufer entlang, dann in die Aga einbiegend, deren mondbegliinzte Wasserfliiche mir weit ausgedolmter als früher erschien. Nahe der linken Hügelseite marschirend, gelaugten wir zu den Palmen vou Miuaura, die wir, wie auch sjiiiter Bagron, links liessen i passirten Hüsn Ghowczi und Küt el Güfl im breiten steinigeu Grimde des Wadi Sidéd, und schlugen /.ur 8eito der links am Fusse dos Gehel Beragat sich hinziehendon Anlagen vou Bagcrcu uebon einer Sigayo gegeu Milternacht das Lager auf. Andere Karavanen batten au dieser Stelle bereils Hall geinlicht; unserc Kameele wurden enlladen, und ich legtc mich auf meinem Teppich, der die harten Iviesel zwar vorhüllte, aher nicht weicher machte, zur Huhe nieder,

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Nach Hadjaron.

den Kevolver unterm Kojif, das Qewehr neben mir, und Nasir, den Sklaven, der ebenüills ein üewehr führte, an meiner Seite.

Am 2. Juli. Aus dein besten Schlaf weckte mich leider schon uin 4 Uhr der Liirm des Aufbruchs. Die Beduinen Ijeluden unter wechselweisen taktmüssigen Rufen dieKameele, und nach einer Viertelstunde waren wir bereits unterwegs. Mein Missvergnügen über den Irülien Aufbruch war gross und hatte seinen Hauptgrund darin, dass die noch herr-schende Dunkelheit weder einen genügenden Überblick, noch das Schreiben zu gestatten schien. So lange wir indessen rait den anderen Karavanen goiueinsam reisten, batte ich keine Macht über meinen Seyyir, der sich genau nach den übrigen Beduinen richtete, und wir brachen unter Umstiinden noch weit früher auf; erst nachdem wir uns von der Haupt-karavane getrennt hatten, konnte ich in dieser Hinsicht meinen Willen durchsetzen. Doch gewöhute ich mich bald auch an diese Nachtmiirache, die der kühleren Luft wegen Menschen und Thieren zutriiglicher waren, obschon wir dein sengenden Sonnenbrand an den meist schattenlosen Balte-pliitzen keineswegs entgingen. Der unsern Weg beleuchtende Mond war auch stets freundlich genug, wenigstens soviel Licht zu sponden, dass ich meine Notizen, wenn auch nicht kalligraphisch schön, so doch deutlich genug niederschreiben konnte, um mich beim niichsten Halt darin zurechlzufinden.

Unser Weg geht aufwürts im Wadi Sidéd, in das sich nach einer Viertelstunde, vom Gebel Beragüt zur Linken schroff berahfallend, ein Wadi gleichen Namens ergiesst. Wadi Sidéd zieht sich dann in unhestimmbarer, fortwiihrend wechselnder Richtung und ungleicher Breile liin, je nachdem die es einschliessenden dunklen Felsberge Raum geben oder zusammenrücken. Um Va 0 Uhr verengt sich der im Auf und Ab dahinführende Weg bis auf wenige Schritte, um sich gleich darauf weit zu öffnen bei einer Stelle, wo Wadi Ma'waz einmündet, das Geijel Ma'waz herabsendet, ein über die Thaleinfassung hinweg im Norden sichtbarer Gebirgszug, der sich von Osten nach Westen hinzieht, und dessen höchste

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Nacli Hadjaren.

höckerartige Erluihung auf seiner westlichen Seite liegt. Dei-Weg liisat sich als östlich erkennen. Das begleitei]de Gebirge senkt sich allmftlig ab, 'und langs der rechtsseitigen, nicht boiien, doch senkrecht abfallenden Felswand schliingelt sich eine schmale Rahaba dahin. Der Bed nine singt oder gurgelt seinem Thiere et was vor. Auf vereinzeltem schroffem {''eisen haben wir etwa östlich Hüsn es-Sidéd vor uns, zur Hechten auf plateauartiger Erhöhung das Hüsn Djöl Mésha. Wir steigen links empor und seizen unsern Weg in welligem, doch weit übersehbarem Terrain fort, aus dein sich einzelne hübere und geringere Hügel erheben, wiilirend den nördlichen und östliohen Horizont niedere Qebirgszüge umsüumen. Urn 6 Ulir wandern wir auf einer weiten steinigen Fliiche und erblicken nordostlich, überragt von einer init Mauer umge-benen Festungsanlage und mehreren Küts, die zahlreichen Palmen vou Uarschiat, die wir nach 10 •Minuten zu unserer Hechten haben. Wir wenden uns nördlich, den breiten steinigen, mit vereinzelten grossen Felsstücken bedeckten Grund des Wadi Uarschiat durchschneidemi, dann führt zwischen niederen Hügeln eines lockeren Gesteins der schmale Weg auf und xüeder. Wir biegen östlich al); links erscheinen die von einem grosseren Hügel zuin Theil verdeckten Palmen-anlagen von Hauwa den Weg begleiten sanft anstei-

gende, mit kleinen Steinen besiite llohenreihen, deren Gipfel von grossen unregelmassigen lilücken geschichteten Sandsteins gekrönt sind. Unsere Richtung ist im Allgemeinen Ostnordost; auf breiler, sanft gewellter Hochebene wandernd, die rechts und links von massig bohen Hügelketten umfasst ist, sehen wir vor uns im Nebeldunst eine hohe Gebirgsinaase, anschei-nend in der Richtung von West zu üst gelegen, Um 7 Uhr erkennen wir nordostlich in einiger Entfernung die Palmen von Djewiibiyat mit nur wenigen llütten ; dabei ein Reservoir und Wasserrinnen, die vom Wadi Djewiibiyat getriinkt werden; in nordwestlicher Richtung, weit ab vom Wege, erscheinen die Anlagen von Dikdak. Die Berge, hisher rothbraun, nebmen eine gelbliche und weisse Fiirbung an; das Terrain ist jetzt reiclilich mit 'ALhrub (vjic)) einem bis mannshohen friscligrünen Strauch uiit kleinen Bliittern, und Ithl (J.^)

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Nach Hadjavon.

bedeckt. Diese stiirkere Vegetation hiilt aber nicht, lange vor, dann überwiegen, wie zuvur, die vertrockneten Griiser und dürres Gestrauch, Nach einer halhen Stirtule werden siidöstlich die Palmen von liir Selah, von einem Knt iiberragt, sichtbar; eine Viertelstunde danach steigen wir in die etwa 300 Fuss breite Rahaba des Wadi lladhe das hier siidöstlich tiiesst1),

binab, um uns in seinem Grimde gegen 8 Uhr unter einer ziemlich liohen und kriiftigen Ghat'e (wLc) zu lagern. Dieser Baum rait verkrüppeltem, doch kraftigem Stamm und kurzen geflederten Bliitterii gehort der Gattung der Mimosen an; vor der uiibewolkten brennenden Sonne gewahrte sein durcb-sicbtiges Laub nur geringen Schutz. An derselben Stelle haben bereits die anderen Karavanen, mit denen wir die letzte Nacht bei Bagerén zubrachten, Rast gemacht. Etwa dreissig Kaïueele sind liier zusammen, alle uut Waaren, uieist Stoffen, beladen; ausser den Beduinen-Seyyirs begleiten sie die Arabischen Kaufleute, denen das Gul gehort, und die den Weg zu Fuss machen; nur ein sehr kranker Seyyid reitet auf dein Kameel, und ein Mann, der seinen in .lava gebornen jungen NefTen der Hadramuter Verwandtschaft zn-fiihrt, benutzt, wohl des Knaben wegen, Esel. Die Kameele werden entladen, und die Beduinen schaffen Holz und Wasser herbei; erst wird Kaffee, dann das Diner bereitet, aus Beis und Semen bestellend. Wir lagern auf einer dicken Schicht allerlei Unraths, der diese Sliitte als regelmassige Karavanen-station kennzeichnet, und in dem verschiedene Arten von Ameisen, besonders eine riesig grosse schwarze, — gaar, auch goor genannt — Kameel- und andere Liiuse, grosse schwarze Killer, die mit spinnenartigen langen Beinen um-herstolziren, — sie heisseu in Schehr Djéhme — und

anderes kriechendes Gethier zahlreich herumwimmeln. Mein Bedu ist ein noch junger Mann von etwa 25 Jahren, sehr dunkier Hautfarbe, mit kurzgeschornem Haar, Kinn- und

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Ausdrücke wie „llicssen, sioh orgiosaon, Btrömonquot; sind hior roin bildlich zu nohmon, donn dioso Büdarabischon Wadis crwoiaon «ich fast durchgnngig als trocken und stellen nur den Weg dar, dun nach stnrken liegen die von den Borgen herabstiir/undon Wassermassen einsehlagen, um sich in Kürze wieder zu verlaufen.

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Niicli Hatljaron.

Baokenbart, und tailellosom Gebiss. Er ist ein vrenig Komiker; wenn ich elwas von ilim verlange, lugt er zura Zeichen der Ergebenlieit ilie Hand auf' Kopf und Nacken , ulmo deslialb meinen Wunsch zu erfüllen. Er heisst Bugscban bin Abdullah el Haigi; offenbar iat er sebf arm, demi er besitzt nicht einmal ein Gewebr, und daw gewübnliche Messer und eln stark gekrümmter Uolcb sind seine einzigen Waffen. Ich erzürnte mich of'l mit ibm, zumal or jeden Tag irgend ein neues Begehren ausserte, dessen Erfüllung scbon an seiner Masslosigkeit scbeitern musste. Wir vertrugen una aber schliesslich ganz gut, nacbdem er geseben, auf diese Art sei Nielitö bei mir auszuricbten. Ein cArnm (viiterlicber Oheim) von ibm war ebenfalls mit uns; dieser biess allgemein iler Scbêbe, d. i. der Alle, eigentlicb Graukopf, obgleicli er pechscbwarzes Haar batle. Das war ein scblimmer Gesello, der nicht nur meinen Bugscban zu immer neuen Forderungen anstacbelte, sondern deren ancb auf eigene Hand steilte. Der Umgang mit den Beduinen ist nicht leicht, und der formale Schutz, um den man ibrer Begleitung bedarf, ver-fübrt sie oft zu anmassendem Betragen und unbilligen An-sprüchen, denen sich die Arabischen Scbützlinge meisl mit grosser Geduld fügen.

Gogen 'A 4 Uhr brachen wir wieder auf, in nordostlicber Kichtung ansteigond über mit Steinon und Kieseln dicht besiiles Terrain. Hechts, entfernt vom Woge, otvva Ost-Süd-Ost, die Palmen von Buésch. Nacli einer viertelstündigon Wanderung gelangen wir /.u einer stoinigen Hochebeno, dio niedore Hügolreihon umgrenzon, bis auf lt;len Westen, der von oinor Anzabl binter oinandor liegendor, schliesslicli hooh ansteigeader Gebirgsketten verschlossen ist, die in ibrer Gesammtbeit don Namen lluida Nu'ima führon.

üra 4V2 Ubr kreuzt das in östlicbor Richlung strebonde Wadi llaham unsern Weg, dom sicli niodere Hiigel mehr oder wouiger nabern, aus langen Schicblen einos lockeren rotblicben und gelben Sandsteins bestehend, dor mil kleinen Kieseln vollstandig durchbacken ist. Für oine kurze Strocke nimmt dann die Vogotalion einen waldartigen Charakter an: Ithl und Athrub steigou zu ansohulichen Bilumen

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122 Nacli Hadjarën.

empor; oin üppig wuchernder Strauch uiit dunkelgrünen gezackten Blattern, zur halben Maunshöhe sicli erhebend, wird mir als llisflr ?) bezeichnet. Gegen 5 Ubr er-

blicken wir zur Linken des andauernd nordöstlichen AVegs in dunstiger Feme das hohe, anscheinend von West nach Ost sich hinziehende Ba Djembög-Gebirge. Wir bleiben ira An- und Absteigen; nachdem wir mühselig eine für die Kameele selir beschwerliche Höho erklommen , Laben wir wieder eine weite, mit schwarzen Steinen besilte und von niederen Bergen ninfasste Ebene mit geringer verkrüppeller Vegetation vor una. Hier zweigt sich zur Rechten der Weg nach Gliail ba Wezir ab; bald darauf zeigt man uns das fern in nordwestlicher Richtung gelegene Basra, das ich aber nicht erkenne. Um 6 Uhr wandern wir über eine Flache weissen Sandes, die von dera etwa 50 Schritt breiten steini-gen liett des Wadi Riyan (auch Rnin aLj;) durchschnitten wird, das von den nördlichen Bergen kommt und in süd-licber Richtung siclitbar ist; bei starkem Regen soil sein Wasser das Meer erreichen. Nach halbstündigem Marsch stei-gen wir durch eine schmale Felsrinne zu seinem Grunde liinab, oder vielmehr zu einer von Nordwesten kommenden Abzweigung, die sich hier mit dem Hauptwadi vereinigt, und schlagen an einer etwas erhöhten Stelle nnser Lager aut'. Der Himmel ist bedeckt; bei vollkommener Windstille weist das Thermometer 29'A0 0.

Am 3. Juli. Die Nacht brachte liegen. Am Abend vor-her halte mein Ali Streit mit dem Beduinen, der zum Abendbrot mehr Semen verlangte, wahrend der Diener be-hauptete, ihm seine richtige Ration gegeben zu haben. Einen Beduinen zufriedenstellen ist ehen eine schwere Kunst. Wir brechen schon um 15.10 Morgens auf, vind ziehen eiu Stück aufwÉirts im Wadi Riyan, dessen Grund mit ziemlich dichtem Grase, auch einigen Baumen, bedeckt ist. Daim bleibt das Wadi rechts, wahrend links niedrige Hügelketten den Weg begrenzen. Gleich darauf haben wir zur Linken ebenfalls ein Wadi; sie sagen, es sei „einesquot;, niimlich mit Wadi Riyan, das lieisst eine zweite Rahaba desselben, von

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Nach lladjaren.

der ersten durch einen erhöhten Landstreifen getrennt, auf dem wir eino kurze Strecke marschireu, wonach wir an eine weite Flücho gelangen, anscheinend die Fortsetzung der gerftern passirten. Uiu Va 4 kommen wir an Wadi Serüra (n.l-w), das von Norden nach Süden geht, und .setzen nnsern

Weg anfwiirts in seinem Lanfe fort. Es ist von Felsen eines granen blattrigen Qesleins eingefasst, dessen losgelöstePlatten iiber den Erdboden verstreut sind. Der Weg steigt süirker an; wir wandern jetzt an der linken, dann liings der rechten fieite des Wadis, das hier zwischen sleil abfallenden Ufern in seinem Grimde eine ü|)pige Vegetation darbietet, Wir nahern nns dem Tochm1), einem hohen öel)irg.sziige, von dem das schmale steinige Wadi Tochm, das wir nm 474 Uhr kreuzen, in südöstlicher Richtnng aiitliesst. Bald darauf müssen wir absitzen, und die Kameele werden in allmiilig ansteigenden langen Windungen anfwiirts geführt, wührend wir über blankes Gestein die Akaba des Tochm direkt em-porklimmen, bis zu einer Stelle, wo sich die Trümmer einer aus Felssteinen erricbteten viereckigen Umfassungs-maner befinden, die einst mit Schiessscharten versehon war und den Leulen des Kacaiti als Deckung im Kamjif gegen den KatijTri gedient hatte. Der lol ztere musste bekanntlich weichen und verlor hier 70—80 Manner. Wir ruhen ein wenig; dann kommen auch die Kameele, und wir zieben wieder vorwarts auf schmalem nnebnem Pfade, der sich zwischen machtigen Felsblöcken und Geröll liindurchwindet. Gegen 5 Uhr befinden wir una bei einer mit wilden Fels-triimmern bedeckten Stelle, die sie cUtbat (oLLtc) nennen, offenhar der Name eines grosseren Wadis, das sich von links herabstiirzt. Ilnser Weg führt nordwestlich in der Vertiefung zwischen zwei hohen, steil abfallenden dunkleii Gebirgszügen bin, die beide, fast parallel, von Nordwest zu Südost laufen: links das Tochm-Gebirge, rechts die 15erge von Ghail ba Wezlr; in grossen Wellungen geht unser Marsch fortwüh-rend auf und ab. Nachdem wir um eine das Thai versper-

l'2'ó

1

, sio sagen auch Tochm-Sëbfln.

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Nuch Hadjaren.

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rende Felswand lierum ein Stüclc abwarts geklettert Bind, baben wir zur liechten das enge 8teiiibett des von Nord-üstün hervorbrechenden Wadi Gali'a; dann wieder auf schmalem Stege empor, der, au den linksseitigen Felsen enllang fiihrend, rechts durch den schroiïen Abhang begrenzt wird. Um ö'/a Ubr sind wir auf der Höhe des rechtBseitigen Gebirgszuges angelangt, und eiue weite Fernsieht bietet sicli uns; im Vordergrunde niedere Hiigelzüge, hinter denen mehrere lleihen aufstrebender Bergketten im duustigen Morgennebel erscheinen, der audi die aufsteigende Sonne nur stückweis sichtbar werden lilsst. Dann gelit es weiter im ll'adi Utbiit, wie sie jetzl sagen, an steil absttirzendon öründen , felsigeu Regenrinnen entlang; der iiier scbroff abl'allende Tocbm tritt etwas zurück und lasst niederen davor gelagerten Hügelreihen Eaum. Gegen l! Ubr gelangeu wir au das zur Linken wild romantisch herabstürzende W adi Eéschenit (aucli Erschenït); die gauze sclirolle Felspartie, zwischen der wir jetzt auf- und abklettern, fiihrt diesen Namen. Rechts im Thalgrunde erscheint das örtchen Erschenït, mit wenigen Palmen und etwas Gadub. Wir steigen zu iluu hinab. Etwas davor ein Wehr; die Rinnen, welche die Anlagen durchziehen, enthalten nur zum Tiieil Wasser. Es gelit dann wieder aufwarts, doch nicht bedeutend, und eine wellige, fast vegstationslose Ebeue, rechts und links von niederen Höhenzügen begrenzt, dehnt sich vor uns. Wir kommen an ein kleines steiuiges Wadi Erschenït, das West-Süd-West zu Ost-Nord-Ost liluft; es liisst sich nicht feststellen, oh dies der untere Lauf des vorher passirten Wadis gleichen Namens oder einer seiner Zuflüsse ist. Um GVj durchschreiten wir ein grösseres Wadi Biil Hiyfiu , das in der Richtung Ost zu West sichtbar ist; nach einer Viertelstunde baben wir das hier schmale Wadi Howëre zur Rechten. Gegen V'A kreuzen wir das ziemlicli breite, steinige Wadi Gbafit, in dom, nns zur Linken, l'almenanlagen und ein Örtchen gleichen Namens, nur aus wenigen Lehmhausern bestellend, sichtbar sind. Dann Ireten die rechtsseitigen Berge weit zurück, wahrend ein nicht boher, doch steil abfallender brauner ilob enzug, der Gel)el Gbalira («ju; den bis oben

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Nacli Iladjarön.

(liclites vertrocknetes Gestrüp|) liedeckt, zur Linken unserm AVege naliebleibt. lm Angesicht den dunklen Gebirges betreten wir Wadi Howöre, das au tiieser Stelle von ansebn-licber Breite isl, und lagern uns nm 7,1/4 Uhr in seinem ateinigen Grimde unter einem der Smur-liüume, init (lenen es zahlreich bestanden isl, die aber wegen der zarten Fiede-rung ihrer Hlatter als berufene Schattenspender nicht gelten können. (iebel Ghabra liegt südlicb von unserm Lager])latz; die Richtung des Wadi Howére erscbeint bier von Westen nacb Osten. Gegen 2 l'lir weist das Thermometer unter Scbattendacb JJS0 C., das Barometer 728quot;quot;quot;; der letzte Stand in Makalla war 740quot;quot;quot;.

Um VU Nm. setzen wir unsern Weg im Wadi Howére in westlicher Richtung fort, wobei uns ein Qebirge im Charakter des Gebel Ghabra zur Linken bleibt. Die Sonne brennt fürch-terlich; ein starker östlicher Wind webt uns glühend an. Der Lauf des Wadi Howére verbreitert sich melir und mehr; wo das Innere der es einscbliessenden Gebirgsmasse zu Tage tritt, erweist es sich als ein röthlicher Sandstein, der zum Theil in boben, vollkommen senkrechten Wanden abfallt. Der Thalgrund ist mil zahlreichen anselmlichen Smurbiiutnen besetzt, die sich in unsern Weg drangen und uns mit ihren langen Dornen mehrfach streifen. Llm ö'A buchtet sich die linke Wadieinfassung zu einem, mit einer ungleich boben , stark verwitterten Sandsteinwand umschlossenen, Halbkreise aus, dessen Durchquerung etwa 'A Stunde in Anspruch nimmt. Der andauernd westliche Weg im Wadi führt jetzt über grobes Geröll, zwischen dam etwas C0scher und Marh (_ ,Ui) wachsen; letzteres ist ein über mannshober Baum, aus dessen Hol/,zweigen lange halmartige Fiiden bervorspries-sen; es ist wohl eine Euphorbienart. Schon eine grosse Wegstrecke begleitet uns zur Linken, die angrenzenden nio-deren Höhen weit tiberscbauend, ein holier Gebirgszug in der Richtung Ost-Nord-Ost zu West-Süd-West, der Gcriin, dessen durchscbnittlicbo Erböhung über dem Thalgrunde 2ÜÜO Fuss betragen mag; ein ilazu gehoriger, einzelner dunkier Felsberg, dor Dabfit, zu etwa 1500 Fuss ansteigend, schiebt sich direkt zum llande des Wadi's vor. Der Gcnm

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Niicli lladjaren.

zeig'l eino eigenthümlicbe Formation; auf dem dunklen vor-.s|inngen(len Unterbau ruhen liolie weisse Gesteinswande, (lenen unregelmassig eingezeichnete senkrechte Sprünge das Aussehen einer machtigen Burgruine gegeben haben, bei der man Thürme, Mauerwerk, selbst Fenster zu erkennen gliuil)t, eino Tüusclmng, die kauin beim Naherkommen schwindet. Niiclulem die Sonne im Dunst wie ein bleicber Mond zur liuhe gegangen, lagern aucli wir uns nm ö'/j zur Seite des öebirges in dem sebr breiten Wadi Ho wc re.

Am 4. Juli nm 5 Ubr Morgens sir.d noch keinerlei Anstalten zum Aufbrucb getroffen; der abnehmende Mond steht klar am Himmel bei bellem Tageslicht. üas Thermometer weist 25'A0 C., ilas Barometer 729quot;quot;quot;. Die Qe-sammtbreite des Wadis mag 1000 Fuss betragen; es erbebt sich nacb seiner rechten1) Seile bin in Lüngsterrassen, welche die Gewalt des Wassers aus KieselgeroU aufgeschichtet bat, und welche nun die llaclien Ufer darstellen, zwiscben denen die verschiedenen Wasserlaufe neben einander ihren Weg nelimen. Eine ansebnliche Vegetation tritt bier hervor; be-sonders biiufig ist wieder Smur, ferner eine niedrige Eupbor-bienart, die in grossen Büscben wuchert. Wiihrend ich auf' meinem Lager schreibe, bemerke ich eine kleine, etwa zwei Zoll lange Eidechse, die vollkommen vogelartig gestaltet ist: spitzer Schnabel, abgestumpfter kurzer Schwanz, vorn am Ualse ein schwarzer Kragen, rothe und rothbraune Fleckchen auf der hellgrauen Haut, weisser Bauch, die Augen schwarz und lebhaft; audi die Bewegungen vogelartig. Sie wandert auf meinen Sacben hin und her, und schaut mioh neuglerig an, liisst sich aber nicht greifen. Ihren Namen konnte ich nicht erfahren

Um OVi Ubr machen wir uns auf den Weg, der zunachst an der rechten öeite des Wadis in westlicher Eichtung da-

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Rechts und links bczichon sich , wo nicht uusdrucklich anders gesagl wird , immer auf den vor uns liegenden Weg.

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Niicli lliuljarën.

hinführt. Dann trol,en dio Gebirge weit zurück; rechts dehnt sicli eino steinige Flache bis zu entfernten Höhen, tienen wir, in nordwestlicher llichtung wandernd, uns zu nühern scheinen. Um T'/ü Uiir kreuzen wir das nur etwa ftü Fuss breite Wadi llelu'ba, das von Westen nacli Osten skditbar ist; beinahe jiarallel mit ihm laufen reclits Wadi Tim' (^i), links Wadi Djöbe wir marsclnren westlich zwischen

den Wadis Djöbe und Kehëba. Wo Wadi Howëre geblieben ist, ist mir unklar. Man nannte den ganzen, in kleinen Terrassen ansteigenden Grund , den wir bier durchschritten, Rehëba, nnd leb nebme au, dsss das Wadi dieses Namens, nacbdem es die erwiilinten und vielleicht einige andere Zu-llüsse empfangen, links in Wadi Howëre einmiindet. Aus den linken Höbenzügen ragt ein einzelner Felsberg, Gara Sübba (i£*a), etwa 1500 Fuss über dein Thai empor, mit steil abfallenden Wanden, deren durch die Verwittèrung gedunkeltes, stark zerkliiftetes Qestein doch die helle Gruud-l'arbe stellenweise zu Tage treten liisst. Den gleicben Cha-rakter triigt ein zu unserer Linken die nahen Bergketten hoch überragender Gebirgszug mit wild gezackteu» Grat, der Schédbe , dessen llichtung Nordost zu Südwest

ist, und den ich als die Fortsetzung des Gerfm ansehe. Etwas nach 8 Uhr befindea wir uns an der rechten Thal-seite und don sie begrenzenden, nicht bedeutenden liergen, die aus einem lockoren Gestein bestehen, das zahlreiche Kiosel und anderes Geröll einschliesst. Wahrend wir um den Fuss einer miissigen Brhobung horum, oin wenig anstei-gend, unserm Lagerplatz zugehen, bemerke ich, dass wir uns in dein Steingrunde des nicht bedeutenden Wadi's Abut bowegt haben, dessen llichtung als Südwest zu Nordost erkonnbar ist. Wir ruhen unter einem Baum mit weit aus-laufenden Asten und grünen Bliittern, den sie Sarh nonnen; sein dicker knorriger Stamm mit glattor silbergrauor Hinde besteht aus einer Anzahl dünner Stiimmcben, die sicli im Wachsen wie zu einem Tau zusammengedreht haben. Die Sceuerie ist ein ungleich gewellter, mit dor gewohnten Vegetation miissig boHtandenor Tbalgrund, durch don sicli Wadi Abat windet; rings umher uiedere Höhenzügo, überall von

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Nucli lladjarön.

liolien Gebirgsketten überragt., deren hüchste Erhebung im Westen zu liegen scheint. Kin von üsten zn Westen gela-gertes Qebirge im Charakter des Geriin, mit gezacktem, weiss dureiischeinendem Grat, nennen sie Serhfm , die Lo-

kalitilt, in der wir lagern, Schibél beide Worte haben

die Bedeutüng „Lüwe, liallbtiliel■'', worauf man mieh bei ersterem ausdrücklich aufraerksam machte.

Wir werden hente bier liegen bleiben; in der Ndhe muss eine Beduinen-Niederlassung sein, demi wir erhalten fort-wahrend Besucher, darunter auch einzelne Weiber, die sich ausserhalb des Lagers niedersetzen; sie sir.d unversclileiert, von groben, regelmiissigen Zügen; ein langer, bis zu den Füssen reichender blauer Kittel, urn die Hüften ein Gurt, ein Tueb um den Kopf, das ist ihre Kleidung. Qegen Mittag kommen drei Milnner und verlangen Nahrung; wir geben einem Jedeu sein Góros Mehl; am Abend vorber schlug ich es Einem ab, da AU fürchtete, die Vorriithe würden nicht reichen. Ein Beduine, der mich für einen Seyyid ansieht, will mir die Hand kussen, die ich ihm jedocb ent-ziehe. Der Stand der Seyyids, der direkteu Nachkommen des Propheten, geniesst in ïïadramut die höchsten Ebreu, und einige von iiinen besitzen einen ungemeinen Eintluss. Der Prophet soli einst gesagt haben: „Meine Enkelkinder,quot; uiimlich Hasan und Husein, „werden duften gleich dem Bihan,quot; woruuter gowöbnlich eine Basilicum-Art verstanden wird. Aut' diesen angeblichen Ausspruch bin erheben die zabllosen echten und unechteu Nachkommen der zwei Söhne Fatime's ibren Anspruch aut' eiu Extra-Honneur, das ihnen erwiesen wird, indem man ibre Hand einigemal hörbar beschnüffelt und daun noch eiue oder beide Handflachen küsst, je nach dem Grade ihres Ansehens und dem Ruf'e ibrer Heiligkeit; Höherstehende thun die Ceremonie mit einer Art Theaterkuss ab, doch erweisen auch sie ihnen alle tiussere Ehre. So ganz zweifellos muss aber der heilige Odeur nicht erkenubar sein, denn es geschah mir bisweilen, dass, wabrend icb Jemandem die Hand reichte, ohne an Übles zu denken, er sie in dieser Art beroch und sehr be-friedigt von dannen ging.

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Nach llailjai'on.

lch kaufte an Jiesem Platze in Compagnie mit den Ara-bern zwei Ziegen, von (lenen eine sogleicli gescblachtet ward. Das Feil wird dem Thiere unaufgeschnitten abgezogen und gehort, der cIdda (nJj, Gemeinscbaft) der Beduinen. Von einer Reinignng der Eingeweide, wie sie Wrede be-scbreibt, babe icb Nicbts wabrgenornmen; vielmebr bemerkte icb, daas sie einfacb ausgedrückt und mitgekocbt wurden, daher icb vorzog, mir ein bestimmtes Stück Fleiscb besondera bereiten zu lassen. Die den Seyyirs verwandten Beduinenjungen, deren sicb oine Anzabl bei unserer Karavane angefunden batte, erbiellen die Ablallstiicke, die sie unter sicli verloosten und, nacbdem sie sie kurze Zeit auf die glü-benden Koblen geworfen, balbrob verzebrten. Die Beduinen sind im Allgemeinen sebr gefrilssig, und mein Bugscban thut sicb in dieser Tugend besonders bervor. Meine eiserne AVascbscbüssel ist zum Essnapf der Leute avancirt, und drei Miinner und ein Junge leeren sie, wenn sie getbürmt voll ist , im Umseben; Bugscban wülzt dabei seinen Reisbrocken wie einen Schneeball stets so lange berum, bis ér die Grosse eines respektablen Knödels erreicbt bat, der daim auf eimnal hinter dem Scheunentbor seines unersiittlicben Scblundes verscbwindet.

Mittag weist eine Schattentemperatur von JiS0 C., das

Barometer stebt auf 722.....'. Ein heftiger Glutbwind aus

Siulost webt uns von den Bergen entgegen und verstiirkt sicb fortdauerud im Laufe des Nacbmittags, wabrend die Sonne entsetzlicb blendet. Der Himmel bewolkt sicb, die Berge verscbwinden in der dicken granen Nebelluft. Ein gewaltiger Wirbelsturm tobt von allen Feiten; zuerst fallen einzelne scbwere Tropfen, dann stürzt ein tropiscber Gewitter-regen, von unaufborlicben Blitzen und Donnerscbliigen be-gleitet,, auf uns lierab. Das Gewit,ter stebt weniger über uns, als über den südöstlicben Bergen, zwiseben denen der Donner rollt, wie ein Wirbel von mebreren Tausend Trommelu; in derselben Ricbtung erdröbut aucb ein kolossaler Scblag, von dessen verlangertem Widerball die Berge zu erzittern acbeinen. Nach einer Stunde miissigt sicb der

Guss; grosse Feuer werden angezündet, an denen wir unsere

«

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Nucli lladjarun.

durphniisste Kleidung trocknen und das Abondmahl bereilet wird. IJer Regen iiimmt dann wieder zu; da das Endo nicht abzusehen ist, lege ich raicli gegen 9 Uhr nnter einer etwas dichter belaubten Stelle unseres Lagerbaumes zur linhe nieder, den Eegeusclurm über dein Haupte ausgespannt, und thue einen gesunden Bchlaf bis zum Morgen, nur dann und wanu von dem klagenden Geschrei eines abseits angebunde-nen jungen Kameels erweckt, das nach der Mutter schreit.

A ui Juli. Nachdem die Sonne matt emporgestiegen, verbirgt sie sich hinter einem dunnen Wolkenschleier. Erst um 7 Uhr setzen wir uns in Bewegung und passiren nach kurzem Wadi Gattrif (oLlas), einen ziemlich breiten, steinigen Wa.s'erlauf ohne erkennbare Jüchtung; dann haben wir zur Linken das Gebirge, rechts eine weite Ebene. Ein Wadi folgt, das mir als Wadi Suw^h bezeichnet wird, ein Name, der mir fraglich erscheint. Am lioden bewegen sich zahlreich hochrothe sammetartige Kaler von etwa 1 '/lt; cm. Lünge, denen man den Namen Ter el Mi'itar (Regenkafer, vvortlich llegenvogel) gab. Der Weg wendet sich nördlich; wir verlassen die linker Hand gelegenen Berge uiul wandern mitten durch die Ebene, die überall von niederen Hubenzügen umgeben ist. Um 8 Uhr gehen wir schriig auf das zu un-serer Rechten sich hinziehende Wadi Howëre zu und steigen in sein Bett hinab, das von mehreren llachen Rinnsalen neben einander durchzogen wird, deren Wasser den letzten Regen entstammt. Das Wadi bat hier die Eichtung West zu Ost, seine Breite ist etwa 150 Schritt. Starre helle Sandsteinwiinde und die dunkle verwitterte Gebirgsmasse, wild durchklüftet und unterhöhlt, bilden wechselnd die romantische Scenerie der Uier; der Griuul ist zum Theil steinig, meist aber klarer gelher Sand, überstreut mit zahl-reichen, von den seitlicben Bergen abgestürzten Felsblücken, die sich in den lockeren Boden tief eingegraben baben, und an denen sich das Wasser bricht, wahreud es sie zu umgeben sich bemübt. Die Vegetation ist schwach : nur Oschór, dürftiger Smur und grimes Gestriiuch an den Seiten. Wir gehen bald am rechten, bald am linken Uier entlang, wobei

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Nach lladjaren.

wir die Wasserltiufe mebrfach zu durciiwalen iiaben; furl-waiirend macht das Wadi scharfe Windungen und scheint zuweilen durch quer gelagerte Felsmassen volistiindig gesperrt, bis es bei einer unvorhergeseheneu Biegung sich plntzlicli wieder weit offnet. Inzwisciion iiaben wir eine nordwestliche Richtung angeuommeii und steigen jetzt etwas ineiir an; um 9'/« Ulir machen wir zwischen zwei Wasserlaufen in-mitten des Wadi's Halt, und die Kameele werden liier ent-laden, um nach Wadi Siqam zum Weiden geführt zu

werden. Die Menschen lagern sich au der rechten Wadiseite Tinter einem ricsigen vorhangenden Felsbloek, der vor der inzwischen klar berausgetretenen Honne Sc.hulz und Küblung bietet. Um zu dicsem l'latze zu gelangen, muss ich einen etvva 20 Fuss breiten Wasserlaut'durchwaten, was eigentlioh den Kameelen zugekommen wiire, die niobt ersl nötliig gehabt biitlen , Schuhe und Strümpfe auszuziehen. Wir be-finden uns nachst der durch riesige Felsblöcke markirten Einmündung des Wadi Siqiim, das, von Korden kommend, hier die starren Wande durchbrochen bat; weiter oberhalb übersieht man es in nordvvestlicher llichtung. Dicse ganze Gebirgspartie zeichnet eich durch grossartige wildromantische Formationen aus; in die Felsen haben die Wasser tief ein-schneidende Spalte garissen, die von Geröll und Blöcken angefüllt sind ; noch einige Regen, und die Masse stürzt in's Tlial hinab. Denn das Ganze hangt nur locker zwischen dein festen Gcstein, gewissermassen an einem Faden; so wird ein ungeheurer Felsbloek nur durch einen eingeklemm-len, zwei Hiinde grossen Steinbrocken vor dem vollstiindigen Absturz bewahrt. Uie Vegetation im Hauptwadi ist schwach; Aveit kraftiger fand ich sie in Wadi Siqam; eine sehr schone Enphorbie, A uw a genannt, deren geschmeidige Zweige in der Luft zu schweben scheinen , mil lanzettförmigen Blilttern, die gleich Blumen hervorspriessen, erregte mein inniges Wohlge-fallen. Hier gab man dem schon erwiihnten Baum, aus dessen Bast die Lunte der Gewebre gefertigt wird, den Namen Atab oder cetiib (wLLic?), wahrend er an der Kiiste étheb hiess

1) Von anderen Pflanzen, die ich hier vortrcten fand, nannte man mir:

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Nucli lliuijaiün.

Im vollstilndigen Schatten zeigte um 1 Ulir das Thermometer

32° G., ilas Barometer 714.......

Um ü'A Nm. sotzen wir unsern Weg im Wadi Ilowi-re in westlicher lUchtung fort. Nach einer Viertelstunde bricht rechts ein zweiter Ausgang ties Wadi Siqam hervor. Üas ein-schliessende Gebirge iiehalt, den bisherigen Charakter bei; überall weist das Gestein liefe Quersprünge. Besonders nach oben zu ist es stark gedunkelt; wo aber die im 'J'iial ver-streuten Blöcke neuerdings ahgewittert sind, zeigen die Bruchstellen an der Felswand eine helle Sandsteinfarbe und meist grosse glalte Fliichen, i'usl lothrecht abfallend, zuwei-len wie angebaute Thürme im Halbrund hervortretend, die Wiinde wie von Manrerhaiul uiit regelmüssigen Querfurchen vcrsehen. El was nach 4 Uhr haben wir zur Hechten Gebel Kermïïm dessen steile Waude sich etwa 1200 Fuss

über iler Thalsohle erheben mögen; in einer gewissen Ilöhe soli sich auf ihm eine Ansaminlung vortrefflichen Wassers betinden. Weiterhin kommen wir au einem vereinzelten Block in Form eines Uiesengrabes vorbei, von dem man erziihlte, dass ein dagegen geworfener Stein in anderer Richtung forttliege, was ich ohne Weiteres glauhte. Dann ein wirkliches Grab, Steine auf den Leichnam gelegt, dessen Gebeine durchschauen. In dieser Qegend waren kurz zuvor zwei Beduinen der Söban-Stamme von Hamümi's umgebracht, die überhaupt in üblem Hui' stehen. Das Wadi verengt und verhreitert sich, je nachdem die Bergketten einander niihern oder auseinander laufen. Ein von der Gebirgsmasse ahge-trennter Felshlock von gewiss 300 Fuss Höhe, der sich zum Wege iiherneigt, wie ein im Einsturz begriffener iiiesen-thurm, heisst Maghdifa (xiAix.'l. Wir marschiren westlich; ein im iernen Hintergrunde hoob aufragendes Gebirge, an-scheinend in der Richtung von Süd nach Nord, ist der Kor Scbaii. Uie Seiienberge flaohen sich stellenweise bedeutend ab ; um Ö'A Uhr jedoch haben wir zur Linken wieder den finstern, etwa 1800 Fuss über dem Thai emporsteigenden Gebel

Djolcdjola, Mórungft. Siimgas, Këtlioro, Meschólt Glt;j-Dil) (Wolfskainm), Huhmu, Gohnd, I/gAl.

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Nucli lladjaron.

IlowC're, mil seitliuli sanft abfallenden, weit liingedehnlen Hangen, die mit maehtigoin Gerlt;dl bedeckt sind, den Triim-merii seiner in starker Verwitterung begrifi'euen liaujitinas.se, die aus lockerem, wild zerklüftetem Sandstein mit zahlreich eiiigescblossenen ivieseln besteiii. Bald darauf taucbt im öüden, augenblicklich vor uns, liinter den nahen Bergketten der hochragende Gebel 'Aram auf, dessen vou der unler-gehenden Sonne angestralüter weiss- und graugemischter Grat mit dem zarten Blau der Luft angenebm liarmonirt; seine liücliste Erliebung möcbte icb auf mehr als 3000 Fuss über uns scbatzen, seine Ricbtung erschien mir Südost zu Nord-west. Wir setzeu unsern Weg noch ein Stück südvvestlicb zwischen sicb absenkenden llüiieuzügey fort; um O'A lagern wir uns im Wadi Smur, das, von Südsüdwest kommend, zu unserer Linken in Wadi How ere mündet. Ein Beduweib, die Frau eines unserer Seyyirs, weidete iiier eine grosse Herde Ziegen und Schafe, die sammtlich scbwarz waren.

Am G. Juli. Schon um 2 Uhr Morgens isl Alles zum Aufbrucb bereit. Icb widerspreche den tj-ranniscben Disjio-sitionen unserer Seyyirs, durcb die unser Marscb last ganz auf die Nacbtzeit beschrankt wird. Man stort sicli jedocb niebt an meinen beftigen Protest; die Karavane ziebt ab, mit ibr audi eines meiner Kamoele sammt einem Tbeile des Gepiicks, und ich bleihe mit meinem kleinen Gefolge verstimmt zuriick. Endlicb, um 3 Ubr, gebe icb dem all-seitigen Zu reden nacb, und Bugscban sagt beim Aufsteigen: „Diesem Kameel iet sein Pcbicksal gescbrieben ,quot; da es nun allein wandern musste. iSonst ist Bugscban nicbt fromm, das Beten ist ibm ein unbekanntes Geschaft, und seine Gottlosigkeit ist oft der Spoil meines strenggliiubigen Die-ners. Wenn er Wallab (bei Gott) sagt, so betbeuert er damit sicber eine grobe Lüge; darum ist er aber nocb nicbt scblimmer, als die iiusserlich Frommen, die es ganz ebenso macbon, natürlich uur in Arabien.

Unser Weg fübrt uns wei Ier Itu Wadi ITowcre; klar strabll der Mond , die einscbliessenden Berge werden niedriger. Nach einer Yiertelstunde baben wir rechts Uebel ïeliayye,

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Niich lladjarön.

aut' dein sich Quelleu befinden sollen , deren reichliches mul gules Wasser eine Gabiye sammelt. Ich bemerkte ein Hiius-chen dabei, grüssere Anlagen waren nicbl erkennbar; das Quaken vou Frösehen tönte zu uus herüber, ein unerwar-teter Laut hier. Die Richtung ist nordwestlich; bald sehen wir, breit vor uns gelagerl, den Garn Mendfib '))

einen scheinbar alleinstebenden, wohl zu 2500 Fuss anstei-genden Felsberg mit kegelförmigem Qipf'el, zu den Seilen miissig abfallend. Der Weg i'ührt daim recbls neben seinem Tbalabhang; iniiclitige ]51ücke siud von seiner Höbe herab-gestürzt mul baben sicb vor ilin gelegt. Wir begegnen mebreren ansehnlichen Herden, von Weibern gehiitet, die zu unseren Bedninen geboren und uns auob in den niichsten Tagen bei unserm weiteren Aufstieg im Wadi zur É?eite bleiben. Der Grund verengt sicib stellenweise durch vorge-schobene Felspartien, dann treten die Gebirge sehr weit zurück, dem Wadi breiten Uaum lassend. Um 4,/i Uhr beginnt es in den höchslen Spitzen des vor uns liegenden Kör Sëban-Gebirges zu dammern. 15ald baben wir zur Rechten die hohen, steil abfallenden Wiinde der Berge Lébfig, Schédbe und Yacara (».clgt;?); als nördlicher Hintergrund priisentirt sich, quer vor die breite Tlialöffnung gelegt, die schrofl'e Felsmauer des Gebel IJégga. Halbrechts, etwa östlich, treten hinter niederen Hügelreihen die Palmen des Stiidtchens Girwid auf massiger Berghöhe hervor. V* ir mar-

schiren auf den langgedehnten Gebel Hesüsa zu, der sich kaum 1000 Fuss über dem Thale erheben mag, und lagern uns um SVi Uhr an seinem Fusse, wo die übrigen Karavanen bereits rasten , unter einera diirftigen Smurbaum. Die Gijifel des Kör Scban werden jetzt von der aufgehenden Sonne beleuchtet, und ragen körperlos in den mattblauen Ather. Die Luft ist erquickend und von einem miissigen östlichen Hauch bewegt. Das Thermometer weist 251/20 O., das Barometer 696quot;quot;quot;.

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1

Mit (Garn = Horn) worden oinzolne das Gobirgsnivoau überragonde

Ërböhungon bezoichnet, wie dies auch in dor Schweiz geschioht.

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Niicli lladjarün.

Wadi Ho wij re macht an dieser iSlelle eine rtcharle liiegung nach Westen, wahrend Wadi l.légga, dem gleichnamigea Gebii'gii entstaminend, von Nordeu her breit eininümlet. Die Langsaeite de.s (Jol)el Hesnsa begrenzt das reulilo Uier dos Wadi Howore, wahrend ein Fuss des Barges sicli an die linke Seite des Wadi l.lógga lelmt, so daas er den gemein-samen Winkolpunkt beider Wad is Ijildel-. Wadi l.légga ist breit nnd vielfaidi verzwelgt; sein Grund isl weithin mit einem ansserordentlich f'einen gelben Bande bedeckt, in den die von den Gebirgen zahlreicli abgestürzten Felsbliicke si('h tiet' eingebolirt haben. Ein alter Bedniue , der unser Lager besucbte, erzahlte, dieses Wadi enthalte viel Gold, ^ilber nnd Blei, nur wüssten die Bedninen diese Schatze nicht zu heben. leb kann diese Annahme nicht unbedingt von der Hand weisen. Demi ich land bei einer kleinen llekognosci-rung langs der Hiinge des Qebel Hesusa Blöeke des von ihm abgestürzten Gesteins, deren gelbe sandsteinartige OberfliLcbe sieli als eine Krnste erwies, durch deren abgestossene Stellen hindureh si(di das Innere ills reiner krystallinischer Quarz ofifenbarte. Einheitlicli ist aber die Bergmasse nicht, und von ihren übrigen Bestandtheilen nimmt auch hier ein lockerer Sandstein, stark mit grossen und kleinen Kieseln durebsetzt, den meisten Ranm ein. Liinga des Wadi Ho wc re bildet der Hesnsa ein riesiges Trümmerfeld, und ilie auf der Höhe stehen gel)liebene, in voller Verwitterung begrillene Felswand fügt dem über die Bergseiten weithin verst renten wilden Geroll fortdauernd neuen Vorrath zu. Von unserm Lagerplatz liegen die schon erwiihnten Berge Léiieg im Oston, Schc'dbe in Nordosten, Vitara nordlieh, die hochsten Erhohungen der Wand dos l.légga .Norilwest 340, der Kör tiebfm von W. 2(50 bis znm Süden berumgeheiul. Dor Lr heg liofft noch am Wadi Howcre, wahrend der Schédbe hereits zuin Wadi llcgga hinabscbaut; dio Wiindo der das Thai begrenzenden Gebirge mogen bis ÜÜUO Euss anateigen.

Die Hitze ward wieder sehr drückend, und gegen Mit tag zeigte das Thermotnelor l)ei geringem Luftznge 3f)0 C. im Schatten. Es ging hoch her im Lager; ieh iiatte wieder eine Ziege erstanden, und meine Leute Hessen es sich wohl

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Niicli lladjaron.

8ein; Bedu-Qiisto kamen und ginguii; eiuer brachte inir uls (tastgeschenk ausge/.oichnete frischo Dattelu (Bisr _^j) aus Girwid; ein Bedu-AVeib, die sich mit ihrem Kinde — uud ihrem Manne — zu mir setzte, wollle alles Mögliehe von inir habeu, aucli Andere bettelten mich nach Kriiften an; ich hielt indess meine Qaben in den Grenzen der Miissigkeit. Auf diesem Lagerplatz entdeckte icli oine Va cm. lange Fliege mit .spitz zulaufendem Leibe mui rundem dickem Kopf, den riohtige liiiuisliornciiou schmückten, so daas man bei ihrem Anblick an ein Miniatur-öchscben zu denken versucht war, was auch in ihrem Namen Bagarfm (q.Jü) zum Ausdruck kommt.

Ein wenig nach 'iU* Uhr brechen wir wieder auf und setzen unsern Weg im Wadi Ho were fort, dessen breiter Grand mit einer hohen Schicht gehleicliter Kiesel und grosser Steine dicht bedeckt ist, Zur Linken erheben sich niedrige Wilnde des lockeren Sandsteins, der hier nicht uur kleineres Gestein einschliesst, sondern auch grosse Blöcke, die aber, ehe sie in diese Umhüllung geriethen, lange dem Wasser ausgesetzt gewesen sein müssen, da sie, gleich den Kieseln, vollstiindig abgeschliffen und gerundet sind. Dieses Gefüge bihlet, wahrend unseres heutigen Weges fast überall die nachste Einfassung des Wadi's, lanter der daim das steile Gebirge aufsteigt. Unsere Richtung ist nicht einheitlich, durchschnittlich Nordwest. Die Vegetation im Wadigrunde ist reichlich; besonders üppig gedeiht der schon erwahnte oleanderartige Etheb. Gegen 4 ühr haben wir gerade vor uns Gehel Ijalfa («.AlLs»), anf dessen hügelartigem Unterbau weiasglanzende burgartige Wande schroff emporsteigen; er zieht sich wesentlich von Siidost zu Nordwest, und wir waudorn an seiner Seile entlang, indem wir ihn zur Rechten beiialten. Das Wadi bleibt fortgesetzt sobr steinig; auch links begrenzen es hohe Berge, deren Fuss meist abgerissen ist, so dass das Innere, der bekannte lockere Sandstein oder die gelbe dichte Felsrnasse, zu Tage tritt; au grosseren Stollen ruht letztere, wie in zugehauenen Quaderu wandartig aufgethürmt, auf dem Thalgruude, und darüber als Decke die lose Gesteinsschicbt. Meiu Bedu bat sich überfressen und

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Nuoli llailjaren.

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verlangt Modi/in; ich verordne ilun Hunger, er aber traumt von eiuem ietten Ras (Stück Vieli), Kurz vor 5 Uhr Htoigen fern im Westen und Siidwesten ilie machtigen Kuppen des Kör Sebfm empor; davor lagert, das Tiial einschliessend, die schwarzo Masse des Kowér Saglilr oder kleinen Kör südwestlich von uns. Wir drehen uns fortwiihrond; bald nach 5 Uhr wandern wir in südwestlicher Richtung, den Haifa im Rüoken. Ohne dass ich wüsste, wie wir hinein-gelangt, beiinden wir mis im Wadi Mlrilk, auch Ml rak 11 owere benannt, dessen breiter, mil machtigen Blücken iiberstreuter Kieselgrund sidi durch die nngemein grossartigen wilden Gebirgsmassen in unbestimmbarer Richtung windel. Rechts, auf holiem Unterbau, die starr abfallende Wand des Oebel Gbaii, eines ganzen Gebirgs/.uges, dessen emporstar-rende Gipfel auch die Bergausschnitte vor uns füllen. An einer hoben Felswaud angelangt, wenden wir uns links in Wadi Marïln hinein, ein miichtiges Steinfeld, aus dessen wiistem Grimde reicblieh Kriiuter emporspriessen, die von einigen Herden abgeweidet werden, Dieser Platz erscheint von den senkrechten Bergdurchschnitten wie von künstli-chen Mauern eingeschlossen. l,1a.sl unabliissig haben wir die blinkende Sonne vor Augen; es ist beinabe unmöglich, die Gegenstiinde zu erkennen. Die Richtung wecbselt unaufhörlicb; raube Steingriinde, von miissiger Vegetation besetzt, bilden den Weg. Die erwiibnlen Wadis Mirak und Marfm wage ich nicht genauer zu bestimmen; ich weiss nichl, wo sie anfingen und endeten, und knnn sie nur als Znflüsse des Wadi Howcre betrachten, die vielleicht ihre eigenen Namen diesem Wadi streckenweise verlieben haben. Jedenfalla bewogen wir uns nm S'/a Uhr, weiter ansteigend, wieder im eigentlichen Wadi Howöre, das hier, etwa 150 Puss breit, sich zwischen hochaufgetbürmten Steinschichten im gleichen wildromantiscben Zuge dahinwindet, zur Rechten vom (Jliail-Gebirge, links von vollkommen senkrecht abfallenden Wiinden

1) Kuwer würdo oigontlich geniigon, denn ns ist dus Diminutiv von Knr mlor violuiohr Koro, iliis liicr gobiiiuchlictie Wort l'iir Kupf, dus «Iso gloiohbedoutond mit USs ist.

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Nacli lladjarën.

begrenzt, deren gelbliches Gestein grosse Stellen in rötlilicher bis (lunkelrothev, porpliyrartiger Fiirbnng aufweist. Nacli kurzem erscheineu vor uns, zur liechten, die erslen Palmen von Gliail, autquot; die wir in nordwestlicher Richt nng zugelien, und um 0 Uhr schlagen wir, nachdein wir nocli ein zur Linken in wilder enger Bergklut't herabstürzendes Wadi jiassirt,, unser Lager im weissen Kieselgrunde des Wadi liciwcre aut', angesichts der J'ahnon-Anlagen von Ghail-Iialka. Zur Linken ragen die glatten gelben Wande, deren Gestein slellenweise so weich ist, dass man es nuihelos mit ilem Stock zerstossen kann; etwas weiter anfwiirts im Wadi evblicken wir das bocbgelegene Grabmal eines Sclioch in Form eines sauber getüncliten Thurmes. Das Gebiige links nannte man wie den Berg, bei dom wir unser letztes linger aufgeschlagen, Gebel llesnsa, der Sklave Nasir sagte His-bis. Die Anlagen, zu denen icb mit Nasir emporstieg, zieben sicb in Terrassen ziemlich weit lilngs der Abhiinge des Ghail bin; sie sind vortrefflich bewiissert und mit Kinnen durchzogen, die aus einem breiten Kanal gespeist werden, in dem sicb das von den Bergen abtliessende Wasser konzentrirt. Das bocbgelegene Stadtcben bestebt aus einigen Hausern von Stein, in der Mebrzabl aus l'alnibütten. Einige Weiber und Kinder bottellen micb an; spater kamen aucli einige der Bewobner in's Latrei'; icb kaufle hier etwas Dattel, die nun schon vollkom-

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men reit' war. Am Abend batte icb noch einen Zusammen-sloss mit dem Scbcbe, dom cAmm meines Bugschan. Wiibrend ilie Beduinen noch am Feuer sassen, balie icb micb zur liuhe gelegt und scblief nach den Müben des Tages den Schlaf des Gerecblen, aus dem micb plötzlich der cAmm rüttelte, um mir mitzutlioilen, dass icb noch einen balben Tbaler für Wasser- und Holzbescbaffung zu zablen hiitto. Ich batte bereits in Makalla Alles glattgemacht, und das vor Zeugen : zudem batte ich mit dem Scbcbe gar Nicbts zu tliun. Dann aber war der Moment, etwaige Ansprüche geltend zu macben, sebr sohlecbt gewühlt und moin Zorn über die dojipelte Unverscbiimtlieit gross; daher brüllte ich ibn furcbtbar an und veraetzte ibm, als er mir ungebübr-lich nabekam, einen Stoss, dass er taumelte; ebenso erging

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Nacli HiidjarSn.

es Bugschan, mit dem er sioliorlich das Komplottclien auf meinen ]5eutel gemeinsam ausgelieckt. Dann aber legten sich die anderen lieduinen in'a Alittel, vind ich war froh, ihren Uitten um Verzeiliung fiir die Schuldigen nachgeben zu können, denn ich hatte einige Sorge wegen meiner Handgreiflichkeiten. Als sie meine Versöhnlichkeit bemerkten, hielten sie die Gelegenbeit fiir giinstig, Iheils fiir sich, theils fiir ihre Weiber, Vater, Kinder und anderen Vrer-wandten um Medizin zu bitten, die ich ihnen am nachsten Lagerplatz zu gehen versprach. Der Schcbe aber miod micdi seitdem, wie das wilde Feuer.

Am 7. Juli. Um 3 Uhr Morgens brechen wir auf. üer abnehmende Mond ergiesst über unsern holprigen Pfad sein scliwaches Diimmerlicbt gleich einer schlechten Laterne. Das Thermometer weist ° G. Die Aqaba von Ghail zu er-klimmen ist die schwere Aufgabe, vor der wir heute stehen. Wir schreiten westwarts im Wadi, von Beginn an steigend. Zuerst haben wir die Palmen von Ghail zur Hechten, dann begleiten sie uns zu beiden Seiten weit empor. Links am Wege ein riesiger abgetrennler Felskegel, auf dem in alter Zeit ein llü.sn gestanden haben soil. Was wir heute von Felsen, Blocken, wilden Schluchten, Abgründen und starren-den Berghöhen erblicken, ist yl//c.t riesig. Alles masslos. Alles unglaublich phantastisch-romantiscli, als hiitte der Genius dieser fiusteren Natur in grimmer Laune das Gebirge in kolossale Trümmer zerschlagen und sie zum iS|)iel dahin-gestreut. Wir kreuzen den schmalen, docii ziemlich lieten ausgemauerten Wasserlauf, der das von den liergen herabkom-mende Wasser den Anlagen zuleitet. Der kaum erkennbare Weg schliingelt sicli zwischen den Jiiesenblöiiken bindurcli, die den Thalgrund sperren, und führt dann im Zickzack am rechtsseitigen Gebirge empor. Die Kaïneele haben sciiwere Arbeit; wenn eins erscluipft atehen bleibt, so pausirt die ganze Kette, wtihrend die Beduinon ihnen in gurgelnden Tonen schone Lieder singeu und sie durcli Zuruf antreiben. Eerden, von den Weibern unserer Seyyirs gehütet, ziehen mit uns hinauf und machen sich die kriil'tige Vegetation zu

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Nacli lladjaron.

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Kulze, ilie zwiscben dem Gestein hervorspriesst. Jotzt mar-Bchiren wir liurL am Raude einer tieleii Schluclit, die starre Wand des Qhail vor uns; dann thürmen sicli wieder zu unserer Ijinken ung'laubliclie Felsstücke bis zur vollen Ilöbe des Berges auf. liuld darauf steigen wir auf scbmaleni Pfade liings der liorgseite empor, die nacb unten wie nach oben miieluige Trümmerfelder darbietet. Die Htihe krönt eine lüesenlelsburg; über die Abhiinge sind die gewaltigen Blöcke gebreitet, als hingen sie nur locker am Berge. Um 4 Uhr baben wir zur Recbten eine Niederlassung, nur aus wenigen Hteinlüiusern mit den bekanuten Vorböfen und einer Anzabl Hiitten bestehend, aus deren einer Licht bervorscbimraeri. Das Qebirge der linken Thalseite ftilll noch scliroffer, fast senkrecht ah, es führt den Namen Battich, auch Barticb Wadi llowcre liegt zwiscben uns; wir schauen hinab in sein Bett, das die von den Bergen lierabgestürzten Felsmassen fast zur Sohlucht verengt baben, Wir steigen noch immer; eine Eichtung ist nicht bestimmbar; gegen 43 i Uhr sehen wir durch eine Senkung im Osten tien Ijégga durchschimmern, weiterhin auch andere miicbtige Bergketten im Morgendiimmerlicht. Ausserordentlicb beschwerlich ge-staltet sich mm wieder das weitere Emporklimmen über wegloses lockeres Qeröll. Gegen ö'/j Uhr gelangen wir zu einer offenen Stelle, wo es ebener wird. Überall scliliessen uns liolie Gipfel ein, starren uns schroffe Felswande entgegen; tiefe Kegenrinnen durclifurchea die Abhiinge zum Tbale, macbtiges Geröll hinabfübrend, zwiscben dem Gras und Krauter und einige grünhliittrige Straucher hervorspriessen. In unserer Niilie belinden sich einige steinerne Brustwebren. Ich wollte don Kameeleu einen Vorsprung abgewinnen und bin nun mit meinen Leuleu zu weit vorgedrungen; nachdem wir eine Welle gewartet, holt mich Bugscban zum Lager, das in einer grossen muldenartigen Vertiefung im Angesicht der erbabenen Felsscenerie aufgeschlagen ist. Nasir findet fiir mich ein besonders gutes Obdach in der durchgehenden Hühlung eines iil)erragenden Felsens, die mir die allseitige Übersicht über das grossartige, doch durch seine iurchter-liche Starrbeit und Ode zugleich bedrückende, 1'anorama

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Nacli lliiiljarcn.

ge^latlet. Im Nordostoii erscheint die liucli luifrageiule Wand dea üebid Edme I), gogen den der O. 78 gelegene

Gebel Hauwiiq sicli etwas absenkt. Ostlich ragt wie ein miichtiges Seliloss, in zwei Etagen, Gebel ^Ar.seii em])or, biuter dein, in welter Entfernung, sieli O. 103 üébel l.légga gleicli einer langen Bank vorschiebt; O. 1 lU kommt biuter dem Ijégga der liobe Gebel Giilule ?) zum Vorschein.

Die recbten Seitenberge des Wadis überragt südöstlicb von uiih der einzelsteheiule Gebirgsrücken des Yibcar (jIxas*?

Entfernter im Südosten, Bieb lang bis zum Süden ziehend, tritt hinter dem Gühde der Haid Issora hervor; den Zwischenraum zwiscbeu beiden l'üllt die im l'ernen O.S.O. sicbtbare Kuppe des Garn II eimnr (^^). Den Süden mul Südwesten nimmt der am Wadi selbst emporsteigende Kowcr oder kleine Kor ein, weit überragt von den HAW. bis W.S.W. bingedehnten Wiinden des Kor Hcbiin. Mit der langen scbroffen, mebrfacb durcbbroclienen Mauer des Gebel Kaite, die nordwestlieb von tins am Wadi selbst aulsteigt, scbliesst sich der uns umgebende Kranz von Gebirgen, die unter dem Namen der berge von Gbail und Ualka zusam-mengefasst werden.

Unser Lagerplatz befindet sieb schon in ansebnlicber Höhe, und das liarometer ist bis ()34quot;quot;quot; gefallen; das Tbermometer weist um l'/a Ubr bei krilftigem Ost- bis Nordostwinde uur 29° C. Die Beduinen, von den Stammen der Ba Stirre und Muraschide, beides Unterabtheilungen der Scban, tieibeu ihre Medizin-Forderungen ein. Man bringt mir ein Beduiuen-madeben . das eben vom Felsen gestürzt ist und sich ausser einigen Hautabschürfungen starke Verletzungen au Stirn und Nase zugezogen bat. Die junge Schone von etwa 15 Jahren, mit regelmassigen groben Ziigen und wildvei'wirrlem schwar-zem Haar, batte, obschon das Blut ihr heftig aus der Nase quoll, Anfangs wenig Neigung, sich mir auzuverlrauen. Sie war noch in furcbtbarer Aufregung, berubigte sich aber bald unter meiner sanften Behandlung und dem Zureden der Mutter, deren Segenswünsche mir eine angenebme Bozahlung der aufgewendeten Mühe waren.

Am Naclimittag um S'A Ulir setzen wir unsern Marsch

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Nucli lladjarën.

in westlicilier lliehtung bei seugender Soniiengluth fort. Wir steigen in grossen Windungen weiter empor; der Weg, der die Aussieht fast überall offen lilsst, führt laugs des Tlial-randes dahin ; das mit Geröll ausgefüllte Wadi ist hier uur eiu breiter Spalt zu nennea. Kör uud Kowcr liegen vor una. Wir durchschreiten wüste Felder braunea verwitterten öesteins, darunter ruüclitige lilocke, denen die Verwilterung sonderbare Fovinon, Ilolilungen und Klüfte verlieheu hat. Spiiter steigen wir zum Wadi hinab und wandern nun weeh-selnd in seinem Grimde oder an einem der Ufer entlang. Um 4 Uhr haben wir die auf steilein Unterbau burgartig emporsteigenden \\ iinde des Gebel Batticii gerade vor uns, von dein noch eine besondere gleichgeartete Abzweigung sicb im Nordwesten prasentirt. Wir marschiren auf diese zu; beide Seiten des hier ebenen, nur mit kleinen Kieseln bedeckten Thalgrundes sind mit frischgrünen Baujnen und li hl reichlich bewachsen; auf den Abseukungen zur Linken hat man el was Palmen und FuUerkriiuler angebaut. Diese Anlagen sind vun zwei Husun sms Lebui gescinitzt, die aul felaigen Bergvorsprüngen ruhen, wahrend auf einem Abbange der rechten Thalseite die etwa 20 Steinhauscben des Dörf-chens Rattich emporsteigen. Wir lagern uns gegen 5 Uhr auf der linken Thalseite im Schatten der hochragenden Wande des Gebel Batticb (auch Bóttich); das andere Ufer des bier nicht breiten, wieder mil grossen Felsblöcken bedeckten Wadis wiril von Gebel Tebah oder Tabrb gebildel , einem langen, senkrecht abfallenden Bei'gdurchscbnitt mit drei Gipfeln nelien einander; seine grossen Wandflachen zeigen in der llauptsai'he ein gelbes Gestein, das mit grossen rothlichen bis dunkelrothen Stellen durchsetzt ist. Die lliehtung des Wadis ist N.N.W.; es ist, ausser im Süden, überall durch die Gebirge verachlossen. Um 6 Uhr Nm. weist das Thermometer 2Gi/'2 0 C., das Barometer G17quot;quot;quot;.

Am 8. Juli. Schon vor 4 Uhr Morgens machen wir una auf, die Aqaba des Batticb zu ersteigen. Der kleine Mond stebt klar am Kimmel; ein wenig Wind bei 22° C. Wir wandern aufwarts in dem mit schonen griinen Strüu-

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Niicli lladjiirön.

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cliern bewach.senen Thai und wenden uiih dann links, am Abhange des Haltich mühselig emporkliramend. Die Felsnatur ist wieder unsagbar grandios, und die bizarre Gestaltungs-krall der Elemente hat vielfach ilein Gestein Formen ver-liehen und es /,11 Gruppen geschichtet, die in ihrer Fülle und Machtigkeit der ausschweifendsten Künstlerphantasie spotten. Aufwiirts führt der Weg über Geröll; zur Linken machtige wildzerrissene Felsblocke, hinter denen der Berg sicii auftliürmt, rechts der steile Abhang und tiel'e wilde Schluchten, die lünablubren in das sclimale liett des Wadi Howëre, das, fort und fort kraftig ansteigend, sich wie ein Faden zwischen den Felsmassen hinzieht. Gegen 5Va Uhr sehen wir von N.N.O. her die sclimale Eahaba des \\ adi Ei ome sich mit Wadi llowöre vereinigen, das wir in seinem hier nordwestlichen Laufe weiter verfolgen. Die Vegetation wird üppiger; die Herden der Beduinen begleiten uns, langs der Abbiinge weidend. Wir steigen binah in den Tbalgrund, dann in forlwabrcndcm Wechsel bald am recliten, bald am linken Uf'er in Windungen wieder hoch empor. Die Gebirge sind weniger kiibn und bis zu den Gipfeln mit braunem verwittertem Geröll bedeckt, wahrend das Bett des Wadis mit machtigen Blöcken angefüllt ist, deren weisser Überzug den Weg bezeichnet, den der Bergstrom genommen. Dus ganze Gebirge scheint bier abgestürzt, und viel davon erst neuerdinga, was die frisehen Bruchfliichen des Gesteins be-zeugen, das sich zum grössten Theile als eine belle blüttrige , leicht abbröckelnde Masse ausvveisi. Gegen 7 Ubr iiinchen wir Kast; die Beduinen lassen die Kameele weiden und zünden sich ein Feuer an, um sicli dem Genuss der Rüschba (Wasserpfeife) hinzugeben. Die Luft ist angenebm kübl, mir 21° C. Da das Gepiick auf den Kameelen geblieben ist, kann von einem wirklichen Ausruben nicbt die Rede sein. Daher brecbe icb mit meinem Diener bald auf, und wandere voraus, binter einer der anderen Karavanen ber. Noch eine Stunde aufwiirts lm Wadi, theils auf den Uferiuingen , theils im Tbalgrunde, mehrfach über blankes Gestein: dann ist die Aqaba von I [owcro erstiegen mul eine von unbcdcul enden Gipfeln umschlosseue Ebene erreichl. Wahrend die Kameele

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Noch lladjaien.

rechts davong'eheu, besteigen wir zur Linken eine nahe gelegene Anhohe, deren Qeslüin sicii durch den Eintlnss der Wasser fast zu regnlüren Treppen gestaltet hat. Oben ange-langt, befinden wir uns aut' einer zweiten Hocliebene, die im weiten Bogen von Erhöhungen unigeben ist, welche im Hüdosten die Kolto dos Kór Sëbiin überragl. Der flac.lie J3oden ist vüllstiiiidig mit kleinen Steinen besiit, die Vegetation iiöchst dürft.ig; von tiieser Stelle fübrt der sichtbar hervortretende Weo; nach Wadi D(ian links, nacii dein eijrentlicdienlladramüt

O ' ~

rechts ab. Nach einigem Warten langen die Karaeele an; nm 8V4 Uhr schlagen wir das Lager im Wadi Metilu anf, das hier entspringt mul in seinem südwestlicben Laufe von Anfang an den Boden tief aufgerissen und sein wildes schluchtartiges Bett durch das Gestein gezwangt bat, zwi-schen dem eine kriiftige Vegetation emporgrünt. Eine dornige Mimose, Garada genannt, mil röthlichem lockerem Holz, ist hier mehrfach vertreten, und ein hober Gumr-Baum mit eichenartlger Hinde, aut' den die Beduineu klettern, Futter fiir die Kameele abzureissen, gewiihrt nns einen ungewobnt dichten Schatten. In den Fels-Vertiefungen des Wadi-Qrundes haben sich einige Lachen trüben Wassers gesammelt, von dem wir gemeinsam mit den Kameelen — trinken, die man anf abschüssigem Pfade hier hinabfübrt , tind das zugleich zum Wascheu der Gewander dient. Einen armseligen Tropf, der sich bis Eadramnt bei der Karavane durchbeltelt und hier ebenfalls seine verschmutzten Lumpen wascheu will, bringe ich durch ein kleines Abstandsgeld von seinem Vorhahen ab, und er singt im Lager seiner Genossen eine Qaside zum J'reise der Grossmuth des Frengi. Ich bemerkte hier, dass die Beduinenweiber um ein Bein oder l)eido 4—5 Zoll breite Messingspangen mit eingravirten Verzierungen, eigentlich Bleche, trugen, die uur zusammengebogen waren und den Knöchel nicht ganz umschlossen. Ausser den Weibern inte-ressirte micii ein brauner, 10—12 cm. langer, massig dicker Wurm von ringtormiger Gliederung mit zahllosen Beinen, von dem ich hier mehrere Exemplare herumkriechen sah. Man nannte ihn SerlaaiTi, auch Ijanasch el Gbais (Regenschlange) und Seb u Sebcin Kigl (77-1''nss); zugleich sagte man mir,

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Nach Hadjarön.

in Hadramüt heisee er Sera. Wir sind hier also noch nicht in Hadramüt.

Das Thermometer weist gefyen Mittag 139° C. im Schatten, das Barometer 582quot;quot;quot;. Wir hefinden uns liier etwa 2200 Meter über dem Meeresspiegel auf der grossen Oebirgsjdat-form, die den Namen Djöl, auch Qol odor Megéd

(Aë/t) führt, und die die Wasserscheide bildet zwischen den südlich zum Meere fiiesaenden Wadis und denen, die sich nördlich wenden, der grossen Hadramnter TIial-Niedernng dos Wadi Masile zn, das ilire Wasser sammelt. Wir trennen uns liier von den übrigen Karavanen, die in etwa nordöstli-cher Richtung direkt nach den Stadten Hadramilt's ziehen, wiihrend wir uns nordwestlich wenden, dem untern Laufe des Wadi Döan zu, um unser nachstes Ziel Hadjarön zu erreichen.

Um 2V4 Uiir brechen wir auf. „Über die dürre Ebene weht der Wind.quot; Ein Gofühl der Vereinsamung besclileicht micli, da unsere winzige Karavane ohne die bisherigen Ge-filiirten allein in's Unhekannte zielit, und die Ode und Trostlosigkeit rings umber legt sich mir drückend auf's H erz. Wir wenden uns zuniichst ein Stückchen südwestlich und westlich, dann nehmen wir die nordwestliciie ilicbtung an, die bei unserer Wanderung über das Djöl im Durch-schnitt massgebend bleibt. Der Boden ist sebr eben, von einer dunnen kiesartigen Schicht bedeck!, aus der slellen-weise das feste Grundgestein hervortritt. Niedrige Hügel Festungswiillen iilmlich, ol)oii vollkommen abgeflacbl, bedecken das Djöl in seiner ganzen Ausdehnung; weiten Strecken fehlt jede Vegetation; wo sie sich findel, ist sie höchst dürftig, und Biiume und Striiucher sind oft vollstiindig ver-dorrt. Ein Beduine cAmr bin Sfilim (er sagt Sélim) von den llalka begleitet uns seit dem letzten Ruheplatz, und Bug-schan redet mir zu, ihn als Séyyir bis lladjar'cn hinzuzu-nehmen, da er selbst don Weg nicht genau kenne. Da der Mann mir gefiillt, und eine Verstürkung unserer kleinen

1) Dioso Hilgol wurdon Kóiln von don Boduinon lladjib (wCgt;Lgt;)

gonannt.

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Nach lladjarên.

Truppe mir erwünscht sclieini, so engag-ire ich ihn; mul in Walirheit liatte icli Ursache, mit seiner Zutliunlichkeit nnd üieustfertigkeit zufrieilen zu sein, Die zalilreichen Wadis, die zu beiden 8ei(en unserea Wegs ihren Ursprung nehmen, illusiriren am besten die Qewalt der von dieser Hochebene abströmenden Wasser duroh die Wildheit nnd Tiefe -der Klüftungen, die sie in den ebenen Boden gerissen. Da die meisten in einiger Entfernung liegen und mir stückweise sichtbar sind, so ist, deren hauptmchllchc Ricbtung mir aus-nahmsweise iestzustellen, und ieli muss micli aucb in Bezng aul' ilire Verzweigungen im Wesentlichen auf das stützen, was mir darüber berichtet wird; dabei kann es trotz der sorgsamsten Erkundigung vorkommen, dass man statt des niiebsten Nebenllusses mir dasjenige Wadi nennt, dem das ganze System zufliesst. Gegen 4 Ubr haben wir rechts des Wegs das kleine Wadi Mauw er, das Ost zu West sichtbar ist und sich dem Wadi el cAin zuwenden soil. Eine uahe Qraberstfitte von etwa 50 Hügeln aus aufgeschichteten ötei-nen , die sie Hadj bil Qabri'ii _L=») nennen, versam-

melt wobl dièjenigen, die der Tod aut' der Keise ereilte. Wir haben jetzt mehrfacb kleine lliigel zu übersteigen, die uus den Weg versperren, der daim wieder eben dahinfiihrt. Die Landschaft bleibt uuveriindert trostlos: die weite stein-bedeckte Ebene, die llacbeu Hügel, die üusserst spürlicbe Vegeiaüon, und auch diese uur stellenweise, denu auf weite Strecken gedeibt kein Halm. Eiuige Kriiheu, die die Luft durchschwirren, ihren Schrei ausstosseud, und eine dünne (iiftschlange, Ijarisch (^Ls-) genannt, die zwischen den Steinen hervorhuscht und von deu Heduinen getödtet wird, das sind die Reprasentanten der Thierwelt; der Mensch aber Iriigl seinen ewigen Kampf auch in diese Einöde, wie einige steinerne Brustwebren, Mirbah (_Lj,^) , am Fusse eines der Ilügol darthun. Um 5 Ubr erblicken wir zur Linken ein kleines Wadi Murfih (j-1/»)) das sich W.S.W. hinzieht und zuin Wadi Laisar (El Aisar, strebt, daim eine Stunde

spilter rechts Wadi Zigóme, nordöstlicb nach Wadi ol cAin gchend. Bald darauf erscheint links wieder ein Stück von

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Nacli lladjarën.

Wa(ii Murfih in sii(lwoi?tlicliein Lauf; wir biegou, nachdem wir es passirt, links ab, zum Urspruugsort eines Wadi Iskit, auoh Skil genannt, das sicli mit Wadi Murfih vereinigen soil, und das wir liier in nordwestliclier llichtung über-seben. Au seinem liamie schlagen wir mn G'A Uhr unser Lager für die Nacht auf.

Am 9. Juli. Ein sturmartiger Slid fegte die gauze Nacht über die llochebene bin, zeitweise von massigem liegen begleitet. Das Barometer weist 588quot;quot;quot;, das Thermometer nm 5 Uhr Morgeus 23° C. Wie mau sicli docb verandert; bei dieser Temperatur bin ich vollstaudig durchfroren und lasso deshalb vor unserm Aufbruch Kaffee bereiten. Am Bett des Wadi Skit erweist sicb, wie bei dem am Nachmiltag vorber verlassenen Wadi Metau, deutlicli die Gesteinsformatiou des Djöl, die ül)erall die gleiche ist. Ein heller dichter krystalliuiscber Ivalk mit dunkleu Erzpnnkten bat si(!h iu dickeu, gleichmassigeu l'latteu auf ein graues krystalliuisches, theilweise durch Eiseuoxyd rothgefiirbteB Kalkgesleiu gelagert, das bisweileu etwas sandig und mit Quarztheilen durcbset/.t ist. Das obere l'latlengestein senkt Bi(;b in fast regelmassigen Treppen zum Tbalgninde ab, ahnlich wie wir es bei der Aqalia von Howëre beobachtet; bei der Verwitterung zerfallt es zu blüttrigea Scherben, die oft weite Strecken bedeckeu. Im Grimde und auf den Ufer-hiingen des Wadis hal sich eine kraflige Vegetation ent-wickelt; besonders hüufig war eiu Dorustrauch, der weisse Katzchen trug, und den sie kitade (ktad)') uanuten.

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Nach G Uhr brecbeu wir auf und passiren nach kurzem eiuen langen und breiten, von Menscheubauden zusammen-getrageneu Sleinhaufcu, dem sie ileu Namen Méschhed AH geben, nabo dem llaude des schrofT abfallendeu Wadi l ldsra, das hier eine Krümmuug macht, an der wir rechts vorbeiziehen. Das Terrain erhalt sich eben; die Hügel aber trelen uilhor zusammen und erheben sich nmiBt zu mehroron Terrassen. Unsere Eichtuug bloibt wesentlich nordwestlich, dio Vege-

1) Acacia senogftlonsis Forsk.

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Nacli Undjarün.

tation unverilndert dürftig. Uin GVi Uhr wird zur Linken des Wegs Wadi Galgól in westliolier llichlung sichtbar; es soil dein Wadi Laisar zutiiessen. Wir ersteigen die erste l'latform eines der Hügel, daim golit es wieder hinab in die Ebene. Jïin Hrunnen mit viereckiger Offnung findet sicli hier, das Werk der Fadile ') eines Frommen. Diese Bruunen heissen nicht Kir, sondern Naqba (sasü, Loch). Das Terrain wird welliger, der Weg windet sich am Fuasp der Hügel entlang. Um 7'/gt; Uhr hlendet und sengt die Sonne ach on l'ürchterlich, trotz des herrschenden Windes; rneine Stirn verbrennt jeden Tag neu mul ist vollstandig mit einem schmerzenden Schort' bedeckt. Zur Hechten behalten wir eino Weile Wadi Mschóta, das sich nördlich nach Wadi el cAin wendet, und dessen Ursprungsort, wie auch den des Wadi Heggaiwa, das gleichfalls dom Wadi el cAin zugeht, wir bald darauf' passiren. Die Plateauhiigel sind hier aufge-rissen; ihr Qestein stellt sich als ein weisser thoniger Kalk dar, der bei der Verwitterung gelb wird. Unser Weg, dessen Eichtung zwischen Nord nnd Nordwest wechselt, führt uns jetzt mehrfach über die Hügel hinweg, deren durch-schnittliche Hohe zunimmt. Von der ersten Platform eines solchen erblicken wir rechts in der nun unter uns liegenden llochebene ein Wadi cAriba, das zum Wadi el cAin fliesst; eine wilde, mit Geroll angefüllte Schlucht, die schroff liings der Hügekeile abfallt, nannte man cAriba haqq es-Scl

oigt;), das ist cine Regenrinne, die ihr Wasser dom

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Wadi cAriba zuführt. Die Hügel werden stellemveise 7,u langgedehnten Terrassen, oben vollkommen llach, vegela-tionslos und mit braunen und schwarzen Steinen besat, die sich als das zerkleinerte Plattengestein ausweisen und ihron dunklen Überzug oflenbar dom Oxydiren der eingespi'oiigteii Erzpunkte verdanken. Diese Terrassen machen den Eindruck oberer Stockwerke, die sich auf dem Grimde der Hochebeno aufbauen; sie sind wieder von lieihen flacher Hügel über-ragt, nnd die muldenartigen Einsenkungen oder Tlüiler

1) WohUhiiligkcit; zugloich „Almosonquot;, «. S. 30.

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Nacli lludjaron.

zwischeu den einzeliieu langen Zügon Ijeeintriieliligeii nicht das Gefühl der Flache, da das Niveau der sieh gegenüber-liegenden Erhöhungen ilas gleiclie ist. Die Wegriclitung liisst sieh kaum feststellen, da wir uns fortwahrend in grossen Windungen iiiigel auf, Hügel ab uud um die lliigel herum bewegen. Zahlreiche in den felsigen Grund gehauene Brunnen liegen zu beiden Heiten des Wegs, aber in keinem findet sieh Wasser. Oegen 10 Ulir wird mir in der rechten Thalvertiefung Wadi el cAin gezeigt; der Abhang der Terrasse, auf der wir marschiren, ist von tiefen Regenrinnen durchfurcht. Nach einer lialben Stunde taucht nordwestlich in grosser Entiernung Gebel llaid') blauschwarz über der lluchebeno empor, eine lange, gleichfalls plaleau-artige Hank, Wir mochten rasten, linden aber nirgends Wasser. Um 11 Uhr halten wir an, und die Beduinen geben auf die Suche; naoli •dreiviertelstüiuligem Harren bringt endlich einer von ihnen das Ersehnte, und wir lagern uns in der sonnigen Landschaft unter einer dünnbelaubten phabbin-Mimose, M. unguis cati), die vortrefllichen Gummi

liefert. Um l'/i Uhr Nm. zeigle das Thermometer üO0 C. im Schatten, das Barometer 593quot;quot;quot;.

Kurz vor 3 Uhr brechen wir wieder auf und pas,si ren eine Anzahl Brunnen, von denen kelner Wasser enthiilt. Die Richtung ist nordwestlich; wir klettern zwischen groben Blöcken des weissen Kalkgesteins einen der lliigel hinan und setzen unsern Weg auf der weiten, mit scbwarzem Gesiein hestreuten Ebene fort, die auf seiner Höhe vor uns liegt. Bei heftigem S.S.W. Winde brennt die Sonne fürchterlich; die Vegetation ist auf grossen Strecken gleich Null. Um 4,/4 Uiir wandern wir rechts bei einem vereinzelten höheren lliigelberg vorbei, derden Namen Garet ed-ljiyiib ü.Lï,

Hügel der Wölfe) tragi ; dann folgen zu beiden Wegseiten niedere parallele Plateauluigel, zwischen denen wir marschiren. Ganz ebenes, uur mit kiesartigen Steinchen bedecktes

1) bodoutot «quot;.hon an sieh oino „Borgerliöliiing'*, deren eigonllicher

Nuiue hier jodenfalls als allgomoin bokannt vorausgesolzt wird.

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Nacli l.Iadjaren.

Goliliulo bringt mis an eln ilachod Scha'b1) lliih in

dessen leliiuartigeiu, mit Liingsstreifen durchfarchtem Boden wir unsern Weg in etwa nördlicher Hichtung forlset/.en. Das Seha'b zeigt eine krilftige Vegetation; auf dem rechten, miissig ansteigenden (Jfer erheben sicli einige Steinliüuser, Beduinen geliörig, mit denen sieh meine Séyyirs liingere Zeit unterhalten. Diese Ortliebkeit lieisst Schenij2) HÉih. lui weiteren Verlauf unsers Weges übersclireiten wir eine schmale, zwischen Hachen grünen Ufern zn unserer Rechten dahiniliessende Wasserrinne, und gelangen iiher eine grasige, mit Biiumen gut bewachsene Fliiche zn dom am Abbange eines Iliigels gelegenen Ortchen Hüh, ans etwa 10 zerstreu-ten niedrigen Steinhausolien bestehend, die ansser der Ein-gangsthür keine üil'nungen besitzen. Dicht bei einer breiteren Sfelle des Wasserlaufs, dessen Ufer hier mit Steinen befeatigt sind, lagern wir mis nm ö'A Ubr. Man übersieht von bier noch ein Stück des Bacbos bis zu einem weiter unten er-richleten Wehr. Icii bemerke nur eine einzige schwacblicbe Dattel])alme; hingegen giebt eine grössere Anzahl an den künstlichen Terrassen emporsteigender Dombiiume und reich-liches frischgrünes Geslriiuch der Landschaft ein sehr fremul-licbes Ansehen. Unser Wirtb, ein Halki, wie mein zweiter Séyyir, bringt mir als Gastgeschenk Datteln und ein Schaf und bittet mich um Medizin fiir sein krankes Weib. Auf Wunsch meines Beduinen kaufe ich von ihm eine gute Ration Gasab Durrastroh) für unsere abgemagerten

Kameele.

Am 10. Juli. Bei unserm Aufbruch gegen ö'A Ubr Morgens weist das Thermometer nur 21° (J , das Barometer

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1

Untor „Schu'bquot; wird hior gowöhnlich dor Oberlauf einos Wadi's verstanden; oft atcht das Wort auch ganz gloichbodeutend mit Wadi. Zuglcich bezoichnet man damit die kuizen, ofl schluchtartigon Hegonrinnon, die den Wadis dus Wasser zuführen, und dio von den Beduinen hiiufiger „Siigaquot; genannt werden

2

bedeutet oincn „Ort, wo Wasser fliesstquot;; bei don Beduinon ist mit dom Wort stots dor BogrilF dos Anbau's vei bunden, und sio sagton, ein Seherg (Scherdj) Bei „ein Ort, wo gcsat wird und Te'üm wachstquot;.

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Nacli lliidjurun.

GÜ2quot;quot;quot;. Wir wandern zvvischen ilen recJits gelegoiien Hiiusem und dein Sc;li!icb, dessen Wasser bald zu Emle ist. Nachdem wir dann eineii der llügol zur Rechten ersliege», blieken wir in das zum lief' eingeschnittenen Wadi Htih gewandelte Schacb liinab, welches Jetzt zwischen gerade abfallenden Wanden einos gelbon schief'rigen Gesteins daiiinfiiesst, nacli Westen dem Bilad Ddf'a zu, das im Wadi Laisar liegen soil. Unsere lüchtung ist schwankend, da wir fortwiliirend die Hügelfüsse zu uingehen haben, doch iiiilt sie sicli iin Allge-meinen zwischen Nord und West. Wir sehen ein kleines Wadi Moh links in Wadi Hah münden; dann passiren

O —

wir ia kurzen Abstünden zahlreiche Saga's, alle dem Wadi Hali zufliessend. Um 7 Ulir gelangen wir an den Ursprung eines sich nordwestlich zura Wadi el 'Ain wendenden Wadi's Paclisach, welches die Mitte eines breiten muldenartigen Tiiales durchschneidet, das sich zwischen zwei langgedebnten lliigel-terrassen eingesenkl hat. Der Charakter der Hochebene bleibt nnverandert; der Weg führt die 1'lateauhiigel auf und ab, die Vegetation ist ungemein dürftig. üegen 8 l'iir erblicken wir rechts das in nordöstlicher llichtung dem Wadi el Ain zulliessende Wadi Mauksfm, eine Stunde sjjiiter zur Linken Wadi Fail, das etwa südwestlich zum Wadi Döan geht. Wir biegen zum Wadi Fail ab, zu dessen rechtem üferrande wir über eine mit grobem Qeröll bedeckte Absenkung ge-langen, und lagern uns hier um O'A Uhr, ohne eigentlichen Schatten, unter einem Dornstrauch. Die Uferhiinge dieses Wadi's sind schroff, und wie der tiefe Grund seines schluclit-artigen Bettes mit Mimosen und Dorustrauchern reichlicli bedec^kt, die zwischen dem hochaufgethiirmten und vom Wasser theilweise ausgehöhlten Gestein krilftig hervorspriessen. Das Thermometer weist Mittags unter Schattendach lid'A0 C., in der Sonne über 50° C. auf, das Barometer 005quot;quot;quot;.

Gegen 3 Uhr brechen wir wieder auf und setzen die Waiiderung über das DJ dl in mehr westlicher lüciilung fort, überall von den bekannten |dateauartigen ïïügelzügen um-ringt. Glübend weht uns der Wind au. Wir entfernen uns ein wenig von Wadi Fail, das zur Linken in seinen Windungeu sichtbar bleibt. Von beiden Seiten Üiessen ihm zalilreicbe

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Nach Hadjfiron.

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Scliacb'8 mul Siiga's zu, nieiat nur wonigo Imndert Schrilt lang, immer aber von Beginn an tief in den sleinigen Boden schneidend; einige davon hesitzen eigene Namen: C'hamera, — Giitile — Kfèt. (?) — Mulgéld. Um S'A Uhr sehen wir zur Rechten in novdwestlichem Laufe Wadi Msih, das zum Wadi Doan geht; daranf folgt links noch ein /jiillnss zum Wadi Fail, den sie cAtt'a M Mudhabina nennen. Wadi Msih wird wieder sichtbar, dann erscheint Wadi Umm Djol — die Mutter des Djöl — links des Wegs, der eine lange Streeke über den hocb mit dünnen Platten des Grundgesteius bedeckten Boden hinführt, die scherbengleic.li unter dem Tritt der Kameele zerspringen. Um S'A Uhr passiren wir links den Ursprung einer Piiga Muzir zum Wadi Fail, dossen Bet.t jetzt zwiscben bohen Felswanden von der Plateauböhe sichtbar ist. Hinter Wadi Fail ein anderes breiles Wadi, senk-recht gegen unsern Weg gerichtet: Wadi Ldisar. Links in einiger Entfernung wird eine gewaltige Lücke im Plateau wahrnehmbar; ein breites Wadi scbeint es hier zu durch-schneiden, und im Dunst verschwimmend erblicken wir uns gegenüber schroff abfallende Felswande. Wieder eine grosse Schlange am Wege getödtet. Zur Hechten passiren wir noch Wadi Umm Djebüh, das sicb nach Wadi Döan wendet, und dessen zwischen felsigen Ufern sich hinziehenden Lauf' wir weithin verfolgen können; dann gelangen wir um ö'A Uhr an den Rand des Djol da, vvo es zu unserer Linken in senkreebten Felswanden zum Wadi Döan abfiillt. Es ist ein einziger Anblick, der sich uns bietet, wunderlich und wunderhar zugleich, und die Emplindungen des Entzückens, denen Wrede, der et was südlicber, bei Ghoröbe , Wadi Döan betrat, in seiner Bescbreibung Ausdruck giebt, legen das beste Zeugniss dafür ab, dass er diese Gegenden geschaut, denn am Araber gehen die Scbönheiten und Wunder der Natur zu eindruckslos vorüber, als dass einheimische Darstel-lungen Wrede zu seinem Bericht batten anregen können. Wir schauen hinab in ein breites Thai, dessen Sohle viel-

1) 'Atfa (fkilac) Vcroinigung, dus sich Voroinigendo: wiodor uino undoru Bozoichnung für dioso kleinen Zufliisse.

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Nacli I ladjaron.

leiclit 1500 Fuss uiifer uns liogl, und dessen anderes (Jfer in Hohe unseres Standorts sicli gleichfalls in geraden Felswiinden abstiirzt, die sic,)!, gewaltigen Jiurgen vergleichbar, eine hinter der andern vorschieben. Über der Tiefe lagert schtm ein leicbter Abenddunst, der don scbweren Massen das Schroffe und llarle, nicht das Grosse nimmt und den Gesammtein-druck verstarkt, indem er ibn vereinbeitlicht. Durch den breiten Lehmgrund des Wadis, der sich bis an die Gebirgs-riinder debnt, sehlangelt sicli wie ein Faden die weisse stoinige Rahaba, in die wir siidlich die des Wadi Laisar rechts einuuiiulpn selien, ein gules Stuck ober-, nicht unter-halb der Stadt SiC, wie es die Maltzan'sche Karte giebt. Wiihrend uns aui' der Höhe noch trosllose Ode und Verlas-senheit umgiebt, liichelt uns aus der Tiefe freundliches Grün, das Ergebniss, menschlicher Kulturarbeit, entgegen. Am südlichen Ende des Wadi Laisar ist eine Palmenpflanzung siclitbar, die mir als Bilild Tamp;üle bezeicbnet wird, entferntere nordöstliche Palmen zeigen den Ort des Bilad Arsime an. Doch beschrankt sich der Anbau keineswegs auf'diese örtlichkeiten, vielmehr ist der Thalboden überall bestellt und in Felder eingelbeilt, die niedrige Lehm-, audi Steinmauern von ein-ander trennen, und grössere und kleinere Anpflanzungen von Dombiiuraen und Palmen sind über den ganzen Grund zer-streut, den tlmtige Menschen beleljon.

Es dammert bereits, und wir müssen noch binab in's Thai. Den Abstieg vennittell eine wilde, mit wiislem Ge-röll angefüllte Pegenschlucht, Wadi Mischrigi oder Mischergi, anscheinend uur für die hinabstürzenden Wasser passirbar, ungemein schwierig für Menschen, am schlimmsten für die Kameele, die ein erstaunliches Klettertalent beweisen. Nach einer guten Viertelstunde führt der Weg am Abhange liings einer hohen Felswand, eenkrecht zu der Stelle dos Djol aufragend, die wir soeben verlassen. Dunn goiil os weiter abwarts über loses Geroll, in stetem Zickzack zwischon gewaltigen Blöcken abgewitterten Gesteins, zur rechten Seile dos Wadis hinab, dessen Grund wir aber nicht mehr errei-chen, da die Nacht uns überlallt. So schlagon wir das Lager an einer erhöhten üferstelle aui', zur Hechten das

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Niich lliuljuruti.

aufsteigeiule Gebirgo. Links taucht aus dern tieler gelcgenen Wadi ein üppiger Palmenwald empor, limter dem man an der andeni Thalseite auf miissigcr Erliöliung die Stadt Slf nicht Ssayf) erblickt, wo Wrede ge rade 50 J ah re früher

als Spion beargwolmt und zur llückkehr gezwungen wnrde. Slf1) gehürt noch heute dein Geschlecht der cAmridi8, wie

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1

Die im Wadi Döan oborhalb STf, dns ist südwiiits, bclegcncn Ortschafton wiirden von dom mir befreundoten Silborschmiod Silliui lui'ik bin Bu Bakr 'Amari zu Makalla, einem Yafê'i, der zu Budha im Wadi Doan Palmen bositzt, dor lieiho nacb wie folgt angogebon:

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Nach lladjaren.

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zu AVrede's Zeit,; sein gegenwartiger Beherrscher ist der Schüoli Hiisan bin Bedr el cAmridi. Die cAmudi's besitzen die wicbtigsten ürtschaften des Wadi Doan; es Hcheint alier, dass sie zur Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft auf gute Beziehungen nut den umwohnenden Bedulnenstammen ange-wiesen sind. Mir wurde das VerhaltnisH sü dargestellt, als nahmen die verschiedeneu cAiuiidi-Sultane die Beduinen in Sold, doch unterliegen sie wolil elier deren mehr oder minder drüekender Schutzherrschaft, die ilinen zur Aufrecht-erlialtung ihrer Macht ihren ünterthanen gegenüber veriiilft. Die Zubl der 'Amudi's wurde mir auf OOUÜ angegeben, die sich auf eine grossere Anzahl von Sladten und Dörfern ver-tbeilen, deren Bevolkerungszahl soinit unendlich viel kleiner sein muss, und ist, als sie Wrede angiebt. Der Stadt Sif würde ich 1UUÜ — 12Ü0 Einwoiiner zusprechen. — Zu unserm Lagerplatz kamen noch am spiiten Abend mehrere lieduinen, darunter der Mann von den Ba Djacaifere, der bei meinem ersten missglückten Aufbruch zu meinem Séyyir bestimmt gewesen war, und der mir jetzt miltlieilte, dass Abdul Chaliq es gewesen sei, der ihn damals veranlasst, meine Beise zu ver-eiteln. Mein Bugschan ilusserte lebhafle Befürchtungen für die Weiterreise im Wadi Doan, weniger meinet-, als seinel-wegen, weil Blut zwischen seinem Stamme und den Sa'ris sei, die iiire Wohnsitze in dem unweit Schibam in Wadi Masile einmündenden Wadi Serr haben, aber wiihrend der Dattelernte das ganze Wadi Döan unsicher machen, wo sie Datteln zu stehlen pflegen. Er wollle deshalb', dass ich einen andern Séyyir bis lladjaren nehine, wiihrend er selbst sich auf den Rückweg zu machen gedachte. Ich lehnte die-sen Vorschlag ab, da ich mil Bugschan die mir von Makalla aus gewahrleistete Sicherhelt bis lladjarrn aus der Hand gegeben und eine eigene VeranUvortung übernommen luide, quot;die angesichts meiner Unkeuntniss der Verbiiltnisse uur leicht-fertig genannt werden konnte. Doch gab ich in der Art nach, dass ich mich bereit erkliirte, noch einen Séyyir hin-zuzunehmen, wozu sich mir dor Schëch Sacld bin Abdallah el cAmudi aus Gaidün (nicht (^ahduu) anbot, der mir für ein Billiges aucli noch einen CJeleilsmann von deti Sacris zu

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Niicli HaJjuron.

stellen versprach, so dass Bugachan, der schon fortwahrend die befiirchtete Abschlaclitung pantomimisch an sioh vollzog, sich beruliigen koimte. Die Lult war gewitterschwttl bei ibrtwiihrendera Wetterleuchten. Die Unterredungen mit den Bedu's batten lange gewabrt, mul erst gogen II Ubr logten wir una zur Rube, zu welcber Zeit das Tbermometer 30° C., das Barometer G37quot;quot;quot; auswies.

Am 11. Juli. Die Nacbt verging obne nennenswertben Kogen; beim Aufbrucb um 5 Ubr Morgens batten wir 28° C. Mein quot;Amttdi-Scbocb fand sicb rocbtzeitig cin und liatte sein l)estes Kleiil und Waffen angelegt; besonders wertbvoll war seine reicli mit Silber bescblagone lango Flinte. Überhaupt war er ein weidlicber Mann, der in der Armee des Nizam von ïïoiderabad Dienst getban batte, auch Hindustani spracb und das Arabische schriel), dabei vollkommen aufgeklürt und in jeder Art zutbunlicb war, ausserdem natürlich in der Gegend durcbaus Bescheid wusste. Er brachte noch seinen jüngeren Bruder mit, einen ebonfalls böfliclien, verstandigen Menacben. Wiibrend wir uns auf den Weg macben, ruht noch die dünne Mondsichel auf einom der recbtseeitigen Gipt'el. Zur Rechten pasairen wir ein bpchgelegenes Hüsn der 15a Djacai(ere, das oberbalb einor kleinen Biiuser-ansammlung liegt; dann tolgl. ein zweitea grösseres Hüsn, darunter wieder iliiuser; links bleibt uns die l'almonwahlung zur Suite. Der Weg t'ührt noch immer am Bergabbange abwürta, zwiscben veroinzelten abgestürzten Blöcken bin-durcb; zu beiden Seiten des breiten Wadigrundes steigen hinter den vorgelagerten Hiigoln die scbrofl'en Bergwande starr zum DJiil empor. Iin lebmigen Thalgrunde angelangt, marscbiren wir in einor Sakiye (Bewasaerungsrinne), die nacb Gidtiro fiibrt. Ub dies das Gidfire ist, das nabe l.ladjarön liegt, kann icb nicht bestimmt sagen, doch ist es anzuneh-men, da wir dom Laufe des Wadi Döan abwürta folgon; indessen kommt der Name in Hadramut baufiger vor, Nacb dreiviertelstiindiger Wanderung bahon wir zur Linken die breite Einmündung des Wadi Gaidrin dessen von

ateilen Felsbergen eingescblossonen Grund dichte Palmen-

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Nacli lliuljaron.

waldungen bedecken, die sicli zwi'ilf Stnnden weit aufwarts erstrec.ken sollen. Vom Bilad des gleichen Namens konnle ich Niciits entdecken; bei der grossen Fruclitbarkeit der Qegend kann es nielil unbedeutend sein. Wie mir mein Anmdi-Schöch mittheilte, lebte dort zur Zeit ein Sóyyid IJaddiid, rait dein ich zusauimen von Aden nach Makalla gefahren war, nnd der sich in Aden durcii sein excentrisches Betragen auffallig gemacht hatte. lm Laufe von vier Wochen liatte er dort drei Weiber unter grossem Aufwand gelieiratliet nnd fortdauernd Sclimausereien nnd larmende religiose Festlich-keiten veranstaltet, zu denen jedem Gliiubigen freier Zutritt gestattet war. Diese erbauliche Lebensführung (bat aber dem Qeruch grosser Heiligkoit, in dem er stand, keinerlei Abbruch. Woher er die Mittel zu seinen kostspieligen Ver-gnügungen nabm , wusste Niemand anzugeben; wabrscbeinlich warden sie iinn von seinen engeren Landsleuten als eine gottgefallige Speude in der Stille dargebracht, wie dies auch im eigentlicben Hadramdt üblicb ist. Mein arabiscber Freund in Aden, von dessen Hiiusern er eins bewohnte, batte ibn um eine Empfehlnng für mich ersucbt, aber die Antwort erbalten, es nütze zu Niebts, deun würde ich nicht Muham-medaner, so würde man mich unbedingt nmbringeu. Bei meinem cAmüdi-Schcch stand der Mann ebenfalla im büchsten Ansehen, und er lud mich ein, ibn zu besuciien, was ich aber mit Dank ablehnte. In Qaidün befindet sicli tias Grab des heiligen Ahnherrn der cAratldi-Familie, Sciu'cbs !Sacul bin 'Isa el 'Amfldi.

Unsere llichtung ist nördlich im Wadi Doan; zu den Seiteu der öiikiye, in dor wir wandern, liegen bestellte Felder, durch niedrige Erd- und Steinzüunungen von eiuan-der getrennt, viell'ach mit kriiftigen Dombaumen bestanden. Bald nach 6 Uhr soiien wir zur Hechten zwischen hohen Felswilnden Wadi Msih einmünden, das ebenfalls reicii an Palmen nnd Dom sein soil. Beim Zusammenfluss beider Wadis auf einem Felshügel ein Uiisn und einige Hiiuser. Wir marschiren ein Stiick im Wadi Msih, dessen breiler Grund zuerst steinig, daim klarer hügeliger Lebmbodeu ist , über den wir auf- und abklettern. Weiteriiin folgt an der

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Nndi lladjaren.

rechten Seite des Wadi Döau, am Felsen aui'steigend, dan den cAmult;li.s gehorige Stadlchen cAadiye, etwa i)Ü Hduser umfassend, von einem Ilücgt;ii der Ba Mehérris überragt. Um (i'A Ulir haben wir linkw das aus einem hochgelegenen schmalen Felsthore liervorbrechende mul dann schrofl' abstür-ïende Wadi Insöre, dessen unterer Lauf durch unregehnas-sige hohe, die breite Eahaba des Wadi Döan einfassende Lehmwünde verdeckt wird. Dann folgt links beim Zufiuss des unbedeutenden Wadi Nmaer(?) eine kleine Ortschaft der liin Bóbah mit Hüsn und Palmen, kurz darauf'am Wadi Nésra eine solche der Bamdils, und rechts, am l'ergabbange gelegen, ein Stiidtchen llibir mit llüsn und Pflanzungen bei tier Mündung des gleicbnamigen Wadi's.

^ ir setzen unsern Weg im breiten steinigen Grimde des Wadi Döan fort, das, wie mir mein kundiger Scbcch ver-sicherle, nirgend den Namen lladjarcn fülirt, wie es mir auch weit hinter der Siadl lladjarcn slets nur als Wadi Döan bezeichnet wurde. Der Namen Wadi Kesr niclit

Qasr, für die weitere Fortsetzung des Wadi Döan scheint nicht unbekannt, doch ist mir die genane Fixirung seiner Grenzen nicht gelungen. Wir marschiren bald niiher der rechten, bald der linken Seite des Wadi's, das von massig holien Wanden klaren Lehms eingefaast wird, hinter denen die mehr oder weniger auseinandergehenden Bergziige auf-steigcn. Qegen 8V Uhr haben wir rechts ein kleines Wadi Ilbih , in dem Palmenpflanzungen siohtbar sind, und gleich daraut' Wadi Thaclïib; in etwa gleicher Höhe öffnet sich zur Linken Wadi MerheUln, und danach Wadi 'Arsime, in dessen breit einmiindender, mit abgesl ürztem Felsgeröll besater Eahaba wir um B'A Uhr unser Lager aufschlagen. Von hier erblicken wir gerade nördlich in der Entfernung einen hohen Berg mit festungsartigem Felsaufbau, der sich anscheinend quer vor Wadi Döan gelagert bat : es iat das Gebirge von lladjarcn. Der Thalgrund bei unserm Lagerplatz ist von einer kraftigen Vegetation besetzt; ausser einer Anzahl Dombüume spriessen reichlich Uschér und iiohe und niedere Straucher, unter denen Medftd, ein frischgrüner Strauch mit rothen Blüthen, und Dljabbtu, hier auch Dhabb ge-

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Niir.h Hadjnren.

nannt, von dem ich selbst einige Stückchen Gummi las, haufiger waren. Mein Schocli beschafl'te eine Ziege znin Mittagamahl, an dein einige Giiste, Heduinen von den DjacaifeFe, theilnahmen. Hier stiess auch unser 8acri-Beschützer zu uns, ein Junge von etwa 12 Jahren, der selir würdevoll dreinsah und sich «einer hoheu Mission offenbar mit 8101/, bewusst war. Er trug die üblichen Waffen, IJolcli und Messer im Qiirtel; eine Flinte f'ührte er nicht. Doch ge-nügte seine blosse Qegenwart, demi er vertrat seinen Stamm, dessen Schutz sich in ihm verkörperte. Wir hahen gogen 11 Va Uhr im Halbschatten 38° G. bei schwachem Nordwest-winde; das Barometer wies 647quot;quot;quot;.

Man erzahlte mir, dass am vergangenen Tage zwei Be-duinen, von den Stammen der Bfmchar und Bélhimar, die beide den Halka zugezalilt werden, an der Stelle unserer Rast einander mit Dolchen tödtlich verwundet hiitten. Wenn beide gestorben sind, so dürfte der Ausgleich hergestellt sein und die Saciie keine weiteren Folgen iiaben. Wie hoch der Mann bier im Preise steht, das beisst, wie hocii das Blutgeld lur einen Getödteten heinessen wird, liabe ich einigermassen zuverlassig nicht erfahren können. Die mir darüber gemachten Angaben erschienen mir so übertrieben, dass ich, angesichts der herrschenden Armuth, daran zweifle, es ware der Einzelne oder seine ganze Sippe im Stande, so hohe Betrage aufzubringen, daher die Blutfehde stets in ihre Hechte treten müsste, wenn nicht die Mnnsib's oder Schieds-richter der Stiimme, deren durch keine physischen Zwangs-mittel gestütztem Wahrspruch die Parteien si(;h willig zu unterwerfen ])llegen, in den meisten Fallen ihre friedliche Autoritat geltend zu machen wüssten.

Um 274 Uhr brechen wir wieder aul' und setzen unsern nördlichen Marscb im Qrunde des Wadi Döan fort, das hier drei liahabas') nebeneinander aufweist. Nach einer hallien Stunde passiren wir die links gclegpne Orlschaft Lgliar in deren Umgebung sic.ii Anpflanzungen von Palmen und Dom befindea; dann wandern wir in einer Sakiye, die

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KSO Nac.li iradjarön.

bis IIadjaivn t'iiliren sol), liings der schrot!' aui'steigeuden linkeu Gebirgsseil.e, wahrend zu iinserer Kecliten sicli holie Lehinhügel erheben, welche die Aussicbt aui' das andere Thalufer versperren. Bald nacli !5 Uhr sehen wir Wadi Zóble (\Lj) rechts ii\ Wadi Döan münden; bei der Vereiuigung heider ein den cAmndis gehöriges Hüsn El Macla, wie micli inein Schóch benachriclitigt, demi ich sclbsl kann es der davor anfgethürmten Lehmberge wegen niclit erblicken; eine Abzweigung unserer Sakiye leitet den dabei hefindlichen J'al-mengiirten das nolhwendige Wasser zn. Gegen SV-i Uhr wird das anf iler Hiibe eines abgeflaohlen Berges gelegene Hüsn von lladjaivn mit den sich dariinter aushreitenden ïïilusern deullich erkennhar. Zuniicbst aber erliebt sich an der linken Tbalseite anf' einem vorspringenden Felsen das Beled SeliV, , von zwei ansehnlichen Husim überragt, wahrend rechts in Wadi Döan ein Wadi 'Iscliba ( i einmiindet. Die Sakiye, in der wir noch immer wandern, bat rechts einen Abflnss, llerre, der anf anderem Wage das Wasser den Anlagen von Hadjarön zuführt, die vor uns auftanchen. Inzwischen hat sich der Himmel hezogen, ferner Donner lüsst sich hören. Die Gluthhitze wird unertraglich, ein heisser Wind wirbelt den Staub auf, so dass das nabe 11a-djarcn irn granen Sanddnnst wieder verscliwindet; dabei fallen grosse Tropfen, glückliclierweise nicht sebr dicht, üin 4 Uhr blieken wir in das mit Wadi Döan zur Hechten sich vereinigende Wadi M'mwah, dessen reich mit Palmen be-deckten Grund hohe finstere Felswande einschliessen; dann geht es auf und ab über niedrige Lehmhügel zwischen den üppigen, wohlgeptlegten Palmenanlagen von Hadjarön bin-dureb. Kurz vor der Stadt das verandaartige Grabmal eines Schr'ch , von zablreichen Todtenliügeln umgeben , dazwiscbeu eine Anzahl wohlerlialtener gemauerter Grabstatten. Das Hüsn von lladjarcn, der Sitz des JHe(|il), liegt hoch über iins am Bande des senkrecht ahfallendon Felsens; zu ihm und zur Stadt empor fübrt an der Anssenseite des Berges ein im Zickzack ansteigender Weg, der uns zur Sidde fübrt, hei der wir von einigen Askeris ernpfangen werden, welche uus unter Zulauf des neugierigen Volks durch die unregel-

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Von llailjaren nncli Scliiham.

miissigen Gassen zum Ne([ib geleiten. Es scheint, class das lliisn init den zugehörigen Gebiluden, die Wolinungen der Askeris tind Sklaven umfassend , einen abgeschlossenen Com-plo.N bildet, bei dossen Zugang die begleitende Menge zurüok-gewiesen wurde. Voi' einem hohen ilause in einer sclnnalen öasse machten wir Halt, den No(|ii) zu erwarten, der l)ald erscliien und inich bewillkommnete: ein grosser mul breiter, etwas plumper Mann mittlerer Jahre, von groben, gewühn-lichen Zügen, dem Stempel seiner Gesinnung. Ich reiclite ihm meine lirief'e von Makalla, die er mit grossein Bedacht las, worauf er erkliirte, dass er mein Diener, Vater, Solm, Onkel und Nefl'e sei, und ich nur meine Wünsclie auszu-sprecheu luitte, um sie als Bei'ehle behandelt zu sehen. Dann fiihrte er mich in das Haus, vor dem wir standen, durch das niedere Tiior die hiigelartige dunkle Ijelimtreppe empor zum Medjlis, einem nnbedeutenden, nach zwei iSeiten mit kleinen Fenstern versehenen Raum von geringer Höhe, dessen gestampfter Fussboden langs der Wiinde nut sclnvarz-wollenen Deckenstreifen belegl war. Nachdem ich den Ehren-platz an seiner Seite eingenommen und mich mit den gegen-wiirtigen Honoratioren von lladjarcn begrüsst hatte, empf'mgen wir Fremdlinge Wasser und frische Dattel zum Imbiss, wiihrend der Neqib Anordnungen bc/iigdicb der Kameele mul des Gepiicks traf, fiir das ein sehr kleiner dunkler, jedoch verachliessbarer Raum angewiesen wurde.

IX.

VON HAD.IAIIEN NACI1 SCI I [HAM

Die Stadt lladjaron steht unter der Herrschaft der i\acaitis, die bier durcb den dieser Familie zugehiirigen Xocpib Abd-allah Umbarik vertreten sind , der in dessen keine selbststiiudige

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Von lliiiljiuvn midi Schiliam.

Macht besitzt, sondern sie uur als Wekil der in Schibam residirenden Djemcadare ausiilit. Hadjarön, nicht lladjann (Wrede), ist nicht ganz unbedeutend; es besil/.t ansehnliche iliiuser in allerdings imregelinitssigen verschmutzten Strassen; die Zahl seiner Einwohner mag sieli auf 1500 belaufen. Seine wohlangebaute Umgebung, der sicli die reiclien Anpflan-zungen zahlreicher kleinerer Nachbarortschaften anscdiliessen, wie die Wichtigkeit, die ihm seine Lage au der grossen Verkehrsstrasse als erste Etappe der Binnenbesitzungen der Kacaitis verleiht, inachen es zu einem kleinen Vei'kehrscen-trum, in dem die gegenseitigen Lieziehungen der Kilste und des eigentlichen Hadramnt sicli kreuzen. — Hier endigten die Verbindlichkeiten meines Beduineu-Séyyirs Bugschan und seiner Kameele, auch der Dienst des Sklaven Na sir war zu Ende, und dem Ne(]Tb lag es ob, für meine Weiterbefórde-rung nach Schibam Sorge zu tragen. Seine Qastfreundschaft war in kelner Art Terschwenderisch und beschriinkte sicli im Weseutlichen aul' das mir gewiihrte Obdach, wiihreiul mein Diener die Bestandtbeile unserer Mahlzeiten selbst beschall'te. Aus einem offenen Hot' und daran stossender dunkier Küche im zweiten Stock des llauses bestand die mir zugetheilte Wohnung, auch konute ich über das Medjlis verfügen; doch benutzte ich den niedrigen, luftlosen Raum uur als Obdach vor Sonne und Regen. Am Abend meiner Ankunft empling ich zahlreiche Besuche, auch den des Neqlb, in dessen Gegenwart ich meine alten Leute ablohnte, denu der Beiluine wollte aus Furcht vor den Sacris in aller Frühe die Rück-reise antreten, und zwar der grosseren Sicherheit wegen zusammen mit Niisir, der zuniichst seine im Wadi Laisar wohnenden Eltern, ebenialls Sklaven, besuchen wollte. Ldi gab ihm einen Brief für den ilakim von Makalla mit, in dem icti über meine glückliche Ankunft und den vortreflli-chen Emjifang in IJadjareu berichtele. Meinen cAmudi-Schoch batte ich gebeten, mit mir vor seiner Al)reise die Umge-bumr von lladjan-n zu durchstreifen, über die ich mir

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inöglichst genaue Notizen ma(^]ieu wollte; der eifer- oder geldsnchtlge Nef|ilgt; aber vorweigerte ili(ï Lrlaubniss bierzu und erklilrte, er slt;dl)st werde mir Alles zeigen. Ich machte

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Von I [ailjai'cn nacli Scliiliam.

ihm nun klar, was ich von ihm wiinsche; Den niuihslen Tag wolle ich der Rnhe pliegen, nnd am folgenden den mir höchst wichtigen Ansllug' nacli Méschlied All und den Ruinen von Wadi öhaibün unternehmen, wozu- er ein Kameel erfor-derlich hielt,, das er zu bescliaflen ver.spracli. Dann nooli ein lluhetag, den die Vorbereitungen y.ur endgiiltigen Abreiso nacli iScliibnm ausfüllen würden, fiir die ich wieder zwei Kameele und einen Séyyir verlangte. Mit vielen liezeugun-gen seiner grossen Ergebenlieit erkliirle mein Wirth, Alles meinen Absichten gemass einriclilen zu wollen, und das bat er schliesslicb aucb gethan. Ich wurde noch durcb den Besucb des heiligen Séyyid Huson bin cAmr bin Hadun geehrt, eines der grössten Well's des Distrikts, von der Familie der Hadun, die in Méschlied Ali berrschen. Wilhrend ihm von Allen, auch dem Neqib, die seinem Stande gebüh-renden Ehrenbezeugungeu in höchsler Devotion dargebraebt wurden, begnügte ich mich, respektvoll aufzustehen und ihm die Hand zu reichen. Da sagle mir einer der Askeri's vorwurfsvoll: „Aber das ist ein grosser Weli;quot; er aber nabm mit einer Geberde hochnuilinger Nachsicht meiue Hand, worauf ich ihm den Ehrenplatz an meiner Seite überliess. Er f'ragte, was ich im Wadi Ghaibün suche, worauf ich mit, den Wrede'schen Angaben antworiete, von deren lüch-tigkeit ich mich überzeugen wolle. Obschon sein Wohnsitz der Ruinenstiitto nalie liegt, schien er von Inschriften oder Königsgrabern Nichts zu quot;wissen; dsss dort 'Aadiye (aditische Bauteu) seien, war ihm natürlich bekannt; ein /nslorisc/es Interesse für dergleichen ist aber aucb bei den Gebildeteren nicht verhanden, und nur der öedanke au verborgeneSchiitze vorknüpft sich allgemein damit. Mein Weli ging bald auf das religiose Gebiet über und iiusserte, da er gehort, dass ich im Koran gut lioscheid wisse und den Islam bochbalte, sein Befremden ,«dass ich es ablehne, die von mir zugestan-dene Wahrheit auch öflentlich zu bekennen. Ich redeto mich damit aus, dass ich doch in mein Vaterland zurückheliren müsse nnd dort als Muliammedanei' gefiihrdot sei. Kr blieb iibrigens in den Grenzen anstiiudiger Uberredung, und seine 'l'oleranz gegen den Katir ging so weit, dass er beim Weg-

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Vim lliidjiirun iiiich Schibiim.

gehen lueinem Dieuer sagte, er erwurte ein GescliBiik, das lieissl Geld, von mir und würde mir eine Einfiiiirung an din Sade (]d. von Séyyid) von Mósohhed All gelien. Ich sandte ihm y() llupien, und er versprach, ilen Empt'ehlungH-brief fiir uiich bereitzubalten; beim I'assiren seiner am VVege nach Méschlied belegenen llót.a') möge ich ihn dnrch

meiiiea Diener holen lassen.

Am 12. Juli. Es gab Regen die Nachi; gegen Morgen ist die Luft angenehm kühl und der Himinel noch etwas bedoekt; um 5 Uhr weist das Thermometer I1W/10 (J., das Barometer 050quot;quot;quot;. Üher dem Thai liegt hliiuliche Damme-rung, wiibrend die Gipfel der nahen Felsketten schon das Tageslicht umgiebt. Uer Bliek wendet sicb dem Wadigrunde zu, zwisehen dessen gelben Lebmbiigeln das freundliche Grün zahlreiclier Palmen und Dombaume schiinmert. Hoch aufstrebende, burgartige Lehmlüiuser mit unregeliniissigen Fensleröffnungen steigeu am Bergabhange empor; aul'einem Hiiuserdach erscheint ein Weib, sieht mich, und verschwindet. Die Sperlinge zwltschern im lustigen Morgenkonzert; freche Fliegen beginnen beim ersten Sonnenstrahl ihr liistiges Tage-werk; der überall starrende Schmutz sendet herrlicbe Qerüche empor. Spiiter kam der Neqib, mich zu einem Spaziergang abzuholen. Er batte ebenfalls meinem Diener zu verstellen gegeben, dass ihm eine Aufmerksamkeit von mir wohltbun würde; so liess ich ihn in meine Gepackkammer eintreten, angehlich, um ihn meine Sachen sehen zu lassen. Dort steckto ich ihm ein Röllchen von 20 Rupien zu, das er in der cAmHma verbarg, worauf er wiederholt seine Bereitwil-ligkeit betheuerte, mir mit Allem, was in seinen KriUïen stehe, zu dienen. Als er sicb eutfernte m seine Beute in

1) IIótn bodoutet cinon umschlossonou, also gosichorlcn 1'lalz. in Hudiamnt fiilivcn ilio aliseits der Stiidle gelcgonon Wohnsitzo der Scyylds dicsen Namon, ontwodor in Holracht ihrer fostungsartigon Anlago, odor woil sio, als noutralor Doden, vor Kcindschaft und Hlutracho Schulz gewiihron, rein durch dio mura-Hschr Macht der Bositzer, denn Wallen füUicn die Séyyid» nicht.

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Von lladjnren nacli Scliibiim.

Sicherheit zu bringen, f'asste or nochmalH na(^li «(iiiicm Turban, urn sicli des darin verborgenen Scbatzes zu versichern, genau wio liei mm eino kokette Scli(iiie nacli ilirem Ilaarputz, elie sie ilen Ballsaal betritt. Walirscbeinlich liat ei' sicli liir das Geld noch nine Frau zugelegt, denn schon am Ahenil Torher batte er angedeutet, I'iir 8—10 Jieal .sei elite ganz gule zu baben. Er kebrte bald zuriick, worauf wir uns in liegleilung einigor Askeri's auf don Wag macbten, duvcb die Stadt bindurch zum böchsten Punkt des Berges, an des-nen Seiten sieli 1! adjarcn ausbreitet. Sein Name ist II aid bin Maimiin el Muneissur'); er wird von einem unhedeu-tenden Hüsu gekrönt, und die Reste einer Wasserleitung sind sicbtbar, die ehemals bis zur Hobe fübrte. !Maii ge-niesst von bier einer vorlrefflicben Übersieht über die Land-pcdial't, die mir der Neqib in ibren Einzelbeiten erliiuterte. Die Sakiye, die uns Tags vorber nacb Ifadjarën fübrte, liegt von unserm Standpunkt aus südli(di; die linke Seite des weiten Thalgnmdes wird von der breiten steinigen Kiibaba des Wadi Gbabr eingenommen, das s.s.w. ans bolien scbroffen Felsufern bervortritt und, in weitem Bogen nordöstlicb strebend, vor Méscbed Ali sicli mit Wadi Döan vereinigt, weiebes seinen Lauf liings des recbtsseitigen Ge-hirgarandes in Windungen nacb Norden nimmt. Ein kleines Sc.ua'b Charécber (mein Neqib spracb so, schrieb aber ,

Cbarobör), mit der glnichnamigen Stadt und einem Hüsn, mündet südsüdwestlicb in Wadi Gljabr, das in seinem oberen Laufe mebrere Ortschaften mit reiebem Anbau entbiilt: Gid-fire, Lyiicby Nbole (, El Guzih von

denen icb ersteres, das etwa eine Stunde entfernt ist, be-sucbte, da icb an einen dort ansassigen Scliücb Saliin, der mir von Makalla aus bekannl war, einen Brief abzugeben batte. Im Osten wurde mir ein Wadi cArnm («.o) ge/.eigt, das seinen Lauf zum Wadi el cAin uebinen soil. Die Stadt Mésebbed Ali ist X.N.W. siclitbar.

oder ; beinaho möchto ich letztores annehmon, wogen

aoinor woiten Sichtbarkoit.

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Von 11 adjuren nacli Scliihiim.

Am Nachmittag wunle die Lufl sehr tlriiekeml; gegen 4 Uhr zoigte das Thermometer 34l/i0 G. im Schatten; der llimmel bezog sieh, mid eiu heftiger Q-ewitterregen stürzte in Stromen herab. Hier wie iu den anderen Stiidten 11a-dramüts rufen die Leute wiihrend des Regens: Va Kerlm (oh Allgütiger!), was wobl mit dem Dank für den gespen-deten Segen zugleich die Bitte um dessen Fortdauer aus-drücken soil. Es ist hier auch Sitte, dass derjenige, der die frohe Botschaft vom Nahen des Sol (Bergstroms) als Erater verkündet, eine Belolmung erbiilt, deun von der Fülle des kostbaren Nass, das in Kinnen den Anlagen zugefiihrt wird, hangt deren grössere oder geringere Fruchtbarkeit ab. Bei meinem Dortsein gescbah es, dass zwei Bedninen fiilschlicb don Sï'1 attestirten, um den kleinen Meldelolm einzuheimsen, der ihnen dann bei Aufdeckung des Bet rugs wieder abgejagt wurde.

Am 1!J. Juli. Der Neqib batte mir ein Kameel, wie auch einen Beduinen-Séyyir beschafl't, der dem Stamme der Bedr angebörte, die, etwa 400 Mann stark, binter Méschbed AU im Wadi Düan bausen und dem miichtigen Stamme der Nehd (Jcjj) zugeziihlt werden, deren Wolmsitze sich westlich — die Hadramüter sagen: in der Kible — von flora befinden, Wir brechen ein wenig nach O'/j Uhr auf; der Neqib ge-leitet uns bis zur Sidde, der zweiten, die nach der Seite des Scbacb Qhabr aus der Stadt- hinausführt. Fünf Askeri's sind uns noch als Eskorte beigegeben. Der holprige, im «teilen Zickzack abwarts leitende Weg fübrt zwischen dem rechts aufsteigenden Gebirge und den zuniicbst unter uns liegenden Palmenpflanzuugen des Wadi Ghabr bin, in denen mehrere Küts errichtet sind. Von dem Steingipfel des Qeliel Muneissfir stürzt sich ein schmales Wadi herab, durch eine die l'flanzungen rechts begrenzende Sakiye bindurch dem Wadi Gbabr zuströmend. Gegen 7 74 Uhr befinden wir uns auf' dem Niveau der Anlagen. Eine zweite breitere Sakiye liiuft links neben der ersten; heide sind mit Gras und Krautern dicht bewachsen; der vom liegen schlüpfrig gewordene Weg führt auf lehmiger Erhohung zwischen beiden dahin. Wir

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Von llailjiiron nucli ficliihiiin.

wendon uns vun der rechten Gebirgsseite ab and set/en unseru Marsch iamitteu der Palmenwaldung fort, die abernacli kurzem zu Ende ist, vviibrend mit Gilgil (Sesam) und Durra bostellte Felder uns nocli ein Stiick begleiten. l{eolil,s am Wadi Doan, zur Seite des Muneissiir, erliebt, sieb auf mtis-siger Anböbe die Ortschaft Muuédara {Hja i.*), hinter der ein Wadi Lgo zwiscben steilen Felswiinden hervorkommt; zwei kleinere Wadis folgen weiterhin: Scherg Muchtabiya und öcberg tSécdime , ebenfalls zu Wadi

Doan geliend. Begegnende spenden uns von den Datteln, die sie auf Eseln zur Stadt führen. Gogen 8 Uhr befinden wir uns an dor Htelle, wo die Wadis Döan und Ghubr sicb vereinigen; sie laufen zuniichst uoben einandor, Wadi Glu'ibr links, Wadi Doan reciils, eine lireite gomeinsame liababa bildend, die stellenweise von Lebmhügeln durchbrocben ist, wie .sicb dor Lehm in Gostalt breitor zerkliifteter Wilnde audi zu beiden Seiten der Niederung vor die einfassenden Felsgebirge gelegt bat. Ausgedehnte Wasserlacben im Wadi-grunde, in denen sogar Fröscbe qnaken, bezeugon die letzten liegen, leli sende meinen Diener mit einem Askeri nacb der llóta des Seyyid Husön, einem anselmlicben Hiluser-Complex, bei dor Voreinigung beider Wadis gelegen, die nun ibren gemeinsamen Lauf als Wadi Doan an der linken Tbalseite nebmen. llier erbeben sicb auf niedrigem Vorbau die scbrolien, mobr als 1000 Fuss über dom 'Dial oinporstei-genden Wande des Gebel Scbérma, dem der lange festungs-artige Bergrücken des Gebel Nacam folgt. Zwiscben beiden Bergen kommt ein Wadi Mlcb bervor, das dem Wadi

Döan links zufliesst: es soli in seinem oberen Laufe 1'almen-pflanzungen und Hiiuser besitzen. In Hobo des Gcbol Scherma maolien wir Halt und barren im Scbatten eines der Lebm-borge dor Leute, die zum iSéyyid gogangen sind. Nacb droiviertel Stunde kommen sie und bringen den Brief fur Méschbed Ali mit; gegen 9 Ubr brocben wir dann wieder auf, indoin wir den Weg über die Lobmbiigel nebmen. Die Tbalniederung erweitert sicb jetzt sebr bedeutend, und wir dijrchscbreiten eine lireite Fliiche lockeren Sandes, wiibrend wir Méscbbed Ali gorade nordlich vor uns seben.

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Vnn lladjm'on nucli Scliibum.

An Gebel Nó,cam scliliesst mch wieder die weit hingedehnte, ziun Tlial schrofl' abfallende Felsmasse dos Gebel Gabdón ; in dom zwisolien ihnen hervorbrechenden Wadi Na'ain befindet sicli eine Ruinenstatie, die den Namen; Aadiye Umm ed-Didjém laht scliacb Nacam ') fübrt. Wir biegen links vom A\'ege ab, die Reste zu besiehtigen, die wir naoh 10 Minuten Wegs über Fhigsand erreicben. Es ist eine grössere Anlage, die eine Anzalil aus Felsgestein erricbteler ilaus-umfassungen erkennen liisst, deren Inneres Scbutt und Steine vollstündig füllen. Die verwendelen, gut bebauenen lilöcke, durcb oinen sebr harten, mit Bteineben reichlich durchsetzten Mortel verblinden, zeigen keineswegs cyklopische Dimensionen; die grössten sind etvva !i Fuss lang, hoi 1 Va Fuss llohe und gleicher Breite. Sie wurden offenbar dem nahen Gehirge ent-nommen, dessen Farbung jedoch heute röthlichgrau erscheint, wahrend die hei dem Bau beniitzten Steine ein schwiirzlicbes Blaxi zeigen. Ich kann diese Gabaude nicht als Grabstatten auseben, sondern halte sie für Wobnhüuser, bei denen sich auch ein jetzt bedeckter Brunnen befand, dessen einstiger Rand, etwa 16 Fuss im Durchmesser, von Steinblöcken umfasst ist ; beiin Auftreten auf der Stelle hört man, dass man eine Höhlung unter sich bat. Etwa 25—Jiü Hauser lassen sich erkennen, von denen jedoch die meisten giinzlich zusammengestürzt sind und Steinhügel bilden, deren Bestand-theile nur zum Theil aus dein Alles hedeckenden Sande hervorkommen. Zablreiche Scherben von Tbongefiissen, gla-sirt und unglasirt, deren Material und erkennhare Form der heutigen Töpferwaare sehr nahe kommen, die Ja auch nur in der robesten Art hergestellt wird, wie auch stark ver-witterte Knochenstückcben befinden sich in den Triimmern, und es ist kaum anzunehmen, dass diese Überbleibsel neueren Datums sein sollten, da die jetzigen Bewohner des Landes diese Statten schenen, die sie vom Afrit bewobnt glauben. Die Sandebene rings umber ist von dem zerkleinerten Gestein

1) f*-3 d. i. dio Aditigohon Buuworko

lTmiii Didjém untorbalb don Sclm'b Na'ftm.

IfiS

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Vim lliuljuron micli Scliiliam.

dor liuinen boileckf, das wolil vom Wasser in dioser Art zerstückt und verstreut worden ist.

Nach einein langoren Aufentlialt setzon wir unsern Marsoli fort mul passiren andere, selir schlooht erliallene cAadiye zn beiden Seiten des Wogs. Niilier an Méschhed Ali finden sich Reste elner dopjielton Manor, zwei woite Zirkel, etwa 200 Fuss von einander entfernt, die aber niemals Méscbhed Ali nmfksst haben kiinnon, denn ilire Ausbuchtung liogl gogen die Stadt. Diese Ruinen sind offenbar jiinger, die iSteine unbodeutender; als Bindemittel dient ein leicbt /.erreibbaror Kalk. Nab er Méscbbed Ali f'olgen nocb goringfügige lliiu-serresle, aus kleinen zerschlagenen Felssteinen erricbtet. Wir steigen in eine Sakiye binab, die znm linken lifer des Wadi fiibrt, dessen Rababa wir durciikreuzen, und wandern, nacbdeiu wir das lebmige recbte Ufer erstiegen, zwiscben Lolimbergon auf die weiss getünobte Kiqipel des Sóvyid-Grabes zn. Die Stadt bietet nicbts Hervorragcndes: einfache Lebmbiiuser, von denen einige an die rechtsseitigen Berg-büben berangebaut sind, die den Namen Gibal haqq Méscbbed Ali fübren; ein bübscbes viereckiges Minaret tritt bervor, ferner ein grösserer Kuppelbau, dessen böohste Wölbung von einer Anzabl kleinerer mngeben ist. Dies ist ein Brnnnen, dessen Wasserspiegel 75 Mannsliingen (Bac, cL) tief liegt; ein vereinzelter Palmbaum stebt dabei; überhaupt weist, ausser einigen verkommenen Palmen, dor Ort an Culturen Nicbts auf, Ausser dor Hauptkuppel besitzt das Qrabmal des Heiligen nacb jeder Himmelsricbtung eine kleinere; audi der niodrige Tboreingang, in dessen wobltbuendem Scbatten wir ein Weilcben barren, ist überkuppelt, Mein Einfiibrungs-scbreiben wird von einem der Askeris fortgetragen; bald erscbeint ein scböner stattlicber Mann mit sanften braunen Augen, der Seyyid Abdallab bin Abd el Miintelib, dor sicb von den Anderen beriecben liisst und mir die Hand zum Willkomm reiobt. Meine Begleiler betreten das Heiligtbum und verrichten ibre Gebote; audi mir gestattet I-V'vvid Abdallab auf meine Anfrage den Eintritt. Die Mitte des nicbt bedeutenden quadratförmigen Raums, dor mil einer bunten Stoffdocke iiberbiingt ist, nebmen zwei grosse go-

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Von lladjariin nach Schibam.

schuitzte llolzsarkopliage ein, deren iSeitenwiiiule mil einge-Hclinitleneu In.sclirifton vollsttindig bedeckt sind. Der Harkopliag zur Kechten onlliiilt dio Qebeine des heiligen Ahnlierrn der Familie, Sóyyid Mi bin Hasan, nacb dein der Ort genannl ist, dessen Name Méschhed Ali Mehts besagt, als: Grab des Ali, daher v. Maltzan seine liemiilumgen, ilin elymolo-gist'li zn erkliiren, vergeblicli aufgewendet bat. Der linke Sarkopliag umseliliesst die Reste dos Solmes dieses Ali, iladiin (^.,.^1^), dessen Naclikonimen Besitzer der Stadt sind. Recbts vom Sarge des Ali befindet sich noch das gemauerte Grabmal eines Schëch, dessen Namen ich nicht erfuhr, dessen Verdienste aber sehr hervorragend gewesen sein müs-sen, da er im Tode der Eiire dieser heiligen Nachbarschaft gewürdigt wurde. Die weiss getünchten Wiinde des Ileilig-thums sind mit Inschriften bedeckt und durch mehrere Niscben unterbrochen; das Qanze ist wohl erhalten. Wie man mir sagte, findel alljabrlich im Monal Moharram eine grosse Walli'ahrt hierher statt, die vier Tage wahrt, z.u welcber Zeil sich in dem jelzl vollsliindig lodten Orte gegen hundert Lilden öffnen sollen. Von dem heiligen Grabe fiihrt man uns nach einem wenig entfernten ansehnlichen Hause, in dessen oberem Stockwerk wir wahrend der Mittagshitze Schulz finden. Der Héyyid bloibt bei uns; Datteln werden als Gastgeachenk gereicht, dann Kadee gekocht, und eine theuer erstandene /iiege zum Mittagbrot bereitet. In nnserm Zimmer befindet sicli ein grosser Bücberschrank, in dessen Thiiren Inscliriften geschnitten sind; ant' meine Frage nach dem Schlüssel beisst es, er sei verloren gegangen. Unsere Fenster gewilhren eine gnte Überaicbt über die ötadt; ausser der llauptmoschee, die in recht gutem haulichem Zustande ist, sind noch andere Moscheen vorhanden, eine mit stark verfallenem Lehm-Minaret. Unfern befindet sich eine grosse Grube zum Brennen des Kalks, der aus den nahen Bergen geholt wird. Sie sagten hier für Gebel auch llota.

üm Mittag wies das Thermometer im Schutten des llauses ;W0 0., das Barometer 654quot;quot;quot;. Man deutete mir an, das Oberhaupt der Hadïin erwarto ein Gastgeschenk; icii sandte daher dem alten Herrn, der blind ist und zur Zeit ki'ank

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Von llndjaron nacli Srliitiiirn.

war, (lurch meinen Diener f) lUi|)ien mil tlem Bemerken, dies sei fiir die Armen. Er wio» indessen die Gabe zurück mit dor Erkliirung, sio sei /.u klein i'iir einen so grossen Mann, wie ich und ancli er sei. Wie solii' ich nun von letzterem iiberzeugt war und mich durch seine Ilochscliiitzuug geehrt fülilte, so sail ich mich doch nicht veranlasst, tieler in den lleutel zu greifen, denn die Séyyids von Méschhed sind keineswegs hedürflig, sondern recht wohlhabend und ents|)rechend gierig. Daher steckte ich das Geld ruing wieder ein uiul gab es beim Ahschied dem Bóyyid Abdallah, der uus nach den Ruinen führte und es mit vielem Dank und Segenswünschen annahm. Dieser Séyyid beklagte sich bei mir über starkes Fieber, gogen das er schon Vorschie-denes, audi das Bronnen mit glühendem Eisen vergehlich versucht halte. Da ich aul' der Weiterreise Méschhed wieder herühron musste, versprach ich, ihm hoi meiner lliickkehr eine gute Medizin mitzubringen. Obschon er selbst aber sich nicht zu hellen wusste und zu den Heilmittoln der Ungliiubigen seine Zuflucht uahm, lungirte er doch als Arzt bei einem meiner Askoris, der sich zu ihm iiber Asthma beklagte, und dem der gule Heilige aul' der Brust herum-spuckte, wodurch sich der Patient offenhar sehr erloichtert fiihlte.

Bald nach 8 Uhr machten wir nns in Begleitung des Séyyid Abdallah aul' don Weg nach don Ruinen. AVir wan-dern ein Htück rückwiirts, wieder durch Wadi Ddan bindurch, das an seiner, von Iladjarön aus linken Soite Aron stellen Lohmwiinden eingelasst ist, und sind in einer Viertelstunde lm Schacb N4cam, wo die Trümmerfelder beginnen, unregel-miissige Steinhaufen, dabei ein tiefer, mit 81 einen ausge-mauertor, oflonbar alter Zeit entstammonder Brunnenschlund. Ein Sandsturm, der dio Lult mil glühendem gelbbraunem Dunst erfiillt, artet bald zu einem heiligen Qewiltorrogon aus, vor dem wir uns in ein am Rando des Wadi I'll Ghaihine errichtetes Haus der Séyyids llüchlen. Wadi Ghalhme geht nordöstlich zum Wadi Mtch; sein schmales Belt batte sich durch dio letzten liegen so gefülll , dass (li(gt;. zahlreich darin angebauten Dombilume und jungen Palmen unter

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Von lliidjaron naoli Scliiliam.

Wasser standen. Das Unwetter liess bald wieder naoli, und wir setzten nnsere Wanderung' zwischen den Ruinen fort. Wir befinden uns etwa siidwestlich von Mésohhed im Wadi Ghaibiin, das, wie mir gesagt wird, von \\'alt;li Mich kommt und bier im Sande verlduft; ich möclite jedocli umgekelirt behaupten, dass es in den zahllosen Regenrinnen, mit denen der liodcn durchrissen isl, das von den Hiigoln ablaufende Wasser dein Wadi Midi zufübre: jedenfalls gebl es nicht direkt zmn Wadi Doan. Die Ruinen dehnen sicli weit aus und tragen den Cbarakter der zuerst gesehenen; einige davon sind recht gut erlialten, besonders die Umwallungen eines aus beden I enden (^uadern auf niederem Hügelrücken errichte-ten Bans nnd zwei grosse Hiluser mil Vorspriingen. Unter den formlosen Trümmern, die auch bier durch hoben Sand und zerkleinertes Gestein verhüllt waren, fand ich zahlreiche Bruchstücke eines mit liimyariscben Cbarakteren bedeckten bellen Kalkgesteins, von denen icli eine Anzabl mit mir nabm und nach Berlin bracbte. Sie sind leider nicht gross genug, Zusammenluingendes zu ergeben und iiberhanpt nur einen Schluss anf den Zweck znzulassen, dem diese Inschriften gewidmet waren. Die Typen zeigen Verschiedenheiten und geboren kaum der gleicben Periode an; vielleicht liandelt es sicb um Grabschriften; hieraus folgt aber noch nicht, dass diese ganzen Ruinen von Grabmiilern herriibren müssten. Ich l)leibe vielmebr der Ansicht treu , dass wir es bier mit einer grossen Kt ad tan lage zu thun haben, über deren Alter ich micii bei dem vorliiufigen Mangel jeder beglanbigten Uberlieferung aller Yermnthungen entbalte. Systematische Nacbgrabungen an dieser Stelle dürften werthvollere Reste aus alter Zeit zu Tage fördern. Der diesen Ruinen von Wrede beigelegte Name Tnrbet el Mnlnk oder Königsgraber war meinen Begleitern giinzlich unbekannt, und von den durch ibn bericbteten Einzelheiton babe ich auch bei genauer Nacbfrage an Ort und Stelle Nichts erfahren können.

Mésohhed Ali selbst hat jedenfalls nichts Altertbümliches, und der aus den umgebenden Resten gezogene Schluss, dass es friiber viel grosser gewesen sein müsse, berubt wohl auf der oberflachlicben Beobachtung arabiscber Bericbterstatter.

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Von lliidjaren tiiii.h Schibiim.

Die modernen Heiligen, die es gegrüudel, haben ilii'e ijeliui-liiiuser um das hoilige Grab gruppirt, da.s die great attraction I'iir die Gltiubigen und die milchende Kuh dor IJemtzer i.st. Wenn Etvvas iiier aus Aditischer Zoit iibernommen ist, so ist es vielleiehl. der Brunnen , den icb im innern nicbt geselien babe, dessen grosse Tief'e und kostbare Überkuppe-lung micli aber vermutben lassen, dass man die litiilige iStiitte ■weislicb in die !Nülie des sciion vorgefundenen vor-trefilichen Wasserbebiilters verlegte, der in dieser wasser-armen Gegend von grossem Werthe sein musste.

Gegon 5 Ubr traten wir den Riickweg nacb IJadjarcn an; bald tiel wieder Regen, von entferntem Gewitter begleitet. Früh umgab uns die von keinem .Stern erbollte Nacbt, so dass der Weg geiabrlicli wurde und icb vom Kameel al)-steigen musste. Die Askeris entziindeten, um el,was Licht /.li schallen, die Lunten ibrer Gewehre, deren mattes Glimmen aber elier verwirrte. Scbliesslicb erleuchteten allein die unab-liissig aufeinanderfolgenden lilit/.e , die den ganzen Horizont in Feuer luillten, unsern schwierigen I'i'ad, von dem wir immer nur von Blitz zu Blitz ein Stiick zu iiberscbauen vermochten. Wir langten jedoch nach etwa dreistiindigem Marscii, vielt'acb iiber scbliipfrigen Lehmboden, und scbliesslicb an der steilen Felshöhe uns aufwürts tastend, ohne Gefiihr in liadjaren an. Da der liegen nicbt aufbürte, musste icb die Nacbt im dumpfigen Medjlis zugleich mit einer Anzahl anderer Leute zubringeu. Im Scblaf legte sicb mir, vielleicbt in Folge der grossen Selnvüle, ein heftiger Alpdruck ant' die Brust, der sicli in einem huilen Schrei Luft machte, wodurch audi meine Mitschliifer geweckt warden. Einer derselben, ein Askeri von meiner Begleitung nach Mésehhed, behauptete ganz ernsthaft, meine Ueiingsti-gung sei die Folge von Verzauberung , und der alte Séyyid von den Hadun riiche sicb so an mir, weil icb ibm kein Gelil g'egeben. Da der liegen inzwischen aufgeiiürt, licss ich mir das Lager an gewobnter Stiilte im Freien bereiten, wo der Zauber anscheinead seine Wirkung verlor, demi ich schlief ruhig bis zum Morgen.

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Von llailjiirun nucli Scliihiitn.

Den 14. Juli nahmen vorziig-lich die Vorbereitungcn zur Weiterreise in Ansprucli, da wir nouli einiger Vorriithe bediirften, deren Meschairung mil Uinatündlichkeiten verknüpf't war, well es hier koine eigontiichen Kaufiiiden giebt, und wir nns Allen miiiiselig in den Hiiusern zusammenauchen mvissten. Die Kameele steilte der Neqïb ; das eine war wohl sein eigenes, das andere batte er vom Séyyid Husein um-sonst geliehen und such to nun von mir das Möglichste herauszuschlagen; doch kam die Sache schliesslich nicht zu theuer, da ich mit, den Verhaltnissen einigermassen vertraut, und er durch die vom DJemcadar in Seheliv in meinem Interesse ertheilteu Weisungen gebunden war, daher er os bei kleinen öaunereien bewenden liess, in deneu er aber irross war. 80 saffie er mir, die Askeris meiner Eskorto

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halten sich über das geringe BachscliTseh beklagt, «las ich ihnen gegoben; ich möge doch etwas zulegen. Obgleich es reicblirh hemossen war, erfullte icli doch dieseu Wunsch, hörto aber von den Louton, die mich auch weilerbin boglei-lelen, dass sie zuniichst ihm einige Kupien hatlon heraus-geben müssen, wodurcb sich nattirlich ihr eigener Anlheil enlsprochend verringert halte.

Am Nachmittag unternahm ich den Austiug nach dem schon erwahnlen Gidtire, wolün mich der Schöch Salim durch einen seiner Leute geloilen liess. Er nahm mich wohl aut', und ich konule mich yon der Fruchtbarkeil der (logend überzeugen; in den ansehnlichen Palmonpflanzungen war zugleich Tr am gesiit, und der Boden wurde mil Ochsen geptlügl. Leider übertiel uns oin heftiger Qewilterregen, so dass ich zufrieden war, unter Dacli zu kommen. Der ürt liegt oberhalb der Anlagen, und die von der Bergseite abstürzenden Wasser durchströmten ihn in kleinen sprudelnden Wadis, ebe sic ihre Boslimmung erroichton. Der Schech wollte mich die Nacht bei sich behalteu; ich batte aber den nachsten Morgen /,ur Abroise beslimml, und eille nach lladjarcn znrück, sobald nur dor Regen oin wonig nacligo-lassen halte.

Am IT). Juli. Der Morgen war klar, die Abkühlung

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Von lliidjarcii nach Scliihain.

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aber verhilltnissmassig gering1 in Betracht des starken gestri-gen Regens. Das Thermumeter wies um 5'A Uhr Morgens boreits 24° C., ilas Barometer (547quot;quot;quot;. Um (i'A Uhr waren die Kameele beladen, und wir bracben auf, naclidein der Neqib mir einen Brief an den in Qatn residirendon l)jemcadar Hel ah übergeben batte. Unser Séyyir war dersellie Mann, der uns scbon nach Méschbed geleitet batte; ausserdem war uns eine Eskorte von fiinf Askeris beigegeben worden. Das Debüt war nicht selir glücklicb, deun das eine Kameel war scbleclit gepackt, und scbon beim Abstieg zuin Wadi Gbabr verloren wir von unseren Sacben, so dass wir einen langeren Halt /.n deren Umladung zu macben batten. Gegen Q'A Uhr langten wir bei unglaublichem Sonnenbrande in Méschbed All an, wo ich nur den Séyyid Abdallali kommen liess und ilim sein Chinin gab, woraui' wir ohno Auf'enthall weiter zogen. Dor Weg ist etwa nördlich. Die game, bedeutend erweiterte Tbalebene, die sicb, nur wenig gewellt, binter Méschbed Ali zwischen den weit zurüc-ktretenden Seitengebirgen ans-dehnt, ist mit zablreichen liesten iillerer Steinbauten und Manern, die aus dem vollkommen vegetationsloeen Sand-boden hervorschauen, angefiillt; die verwendeten Steine sind aber nur klein, und ein bobes Aller ist diesen Ruinen kaum beizumessen. Die noch zusammenhiingenden Trümmer stehen fast alle auf niederen Hügeln , und \vo sie auseinan-dergefallen sind, liegen die (quot;Heine auf den Hügelrücken zerstreut; möglich, dass die llügel selbst nur sandverwehte Ruinenhaufen sind. Oflen bleibt die Frage, welche liedin-gungen für die Entstebung und Erhaltung einer so ausge-dehnten und zusammonhilngenden Kulturstiitte einst mass-gehend waren an einer Stelle, die beute vollkommen ode und wasserlos daliegt, einem alten Meeresboden vergleichbar. — Nach einer Viertelstunde haben wir rechts ein kleines Wadi Morauwib („).*), das sicli liings der liergseile binziclil und N.N.O., vor uns, bei einer grosseren Domanpflanzung verliiuft. Eine halbe Stunde sjiiiter treten, gleichfalls rechts, aus der seitlichen Thaleinfassung zwei Wadi's hervor, Wadi cl cAin, und gleich darauf diis kleine Wadi Liglet (jedenfalls das sogleich hei seinem Abströmen von ersterem aufgonom-

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Von lliuljaioii nacli Scliiliuni.

mt'ii wird, woraul' dieHes sich die recblo Bergseite im liogcu unllangwiudet, uui sicli «{liitei' uiit AViuli Dijan zu vereinigen, das, an die linksseitige sic.h weit ausLucbtonde Bergkette des Gebol Gabdón gelelmt, unsern Weg begleiteL An seiiiem linken Ufer werden, zvvischen niederen iliigeln, die weilge-debnten Anlagen des Beled Gabdén, von einer weissleucli-tenden Sigaye überragt, etwa nordwesllicb von uns sicbtbar. Um IOVj Ubr seben wir in geringer Entfernuug, nord-nord-ostlich am Bergabbange gelegen, das Dörfchen Adil) vor uns, aus etwa 25 armsellgen iliiuserii und einer kleinen Mosebeo bestellend, in dem wir Mittagsrube ballen sollen. Wir passiren unterwegs noch Beste iilterer Bauten und ge-laniren durcb Wadi el cAin hindurcb, dessen Rababa zu

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beiden Seiteu reicblicb mit I'almeu und Dom besetzt ist, in eineu gut bepilanzten Schérg (Zufluss) zum Wadi Adib, das von den Bergen zur Rechten abströmt, um sich weiterbin mit Wadi el quot;Ain zu vereinigen. Zwei junge Miidcben aus Adib begleiten uns schon seit Aléschbeil und unterhalten sich und scherzen mit unseren Leuten, die unterwegs singen und Scbebwani spielen. Im Hause der Schëcbs 15a Wezir, wo audi der Djem'adar liei der Durcbreise zu rasten pliegt , steigen wir ab. Ein alter quot;Scbecb empfiingt uns und speudet Datteln und Wasser, wie audi eine Ziege, deren ungefabren Wertli icli ersetze. Das Medjlis isl ein goriiumiges liinglidies Zimmer, dessen Wande mit einfarbigen griinen Zeiclmungen geziert sind; von besonders starker kiinstleriscber Wirkung sind die Darstellungen eines Jiigers, der aut' einen Wacl (Steintiock) zielt, dessen Uornerspitzen im weiten Bogen sein Bintertbeil beriihren, und eines schonen Reiters zu Pferde. Silberbescblagene Waffen, bunte Sebiisaeln, gellociitene Decken und andere Utensilien des arabischen Hauses sind iiberall aufgebiingt und machen den Rauin hoimiseb, dessen grosster Vorzug indess eine angenehme Kiible ist, die allerdings nicht Stand liiilt, ileini um 1 Ubr haben wir im Schatten dos Hauses 35° G., wiibrend über lt;lem scbliilrig schweigsainen Gebirge der lieisse Mittagsdunst gelagert ist.

Um 13 Ubr brechen wir wieder auf, bei gliihend beissem Winde von Norden. Wir kebren in Wadi el cAiii zuriick,

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Von lladjaron imcli Scliibiim.

dan wir lüngs des roclileii UCers vei'lblgen, wurauf wir auf die glatle Sandebene iibergelieu, die zwisohen ilim und Wadi Adib liegt. In dem weiien Thalgrunde laufeu zu gleiolier Zeit drei Wadi.s , durch breite Lelimfliichen von einandei' getrennt, alle nacli Norden strebeml: links Wadi Döan, an das weit zurücklreiende CJabdén-Gebirge gelehnt, rechts davon Wadi el cAin und Wadi Adib, letzteres nabe dem i'eclitssoitigen Qebirgo, dus man Gebel Gbai* Labmer (^Lc nannte. Naob dreiviertelstiindigem Marscb sind wir bei der Vereinigung von Wadi Adib und Wadi el Ain angelangt, das wir dnrcbscbreiten, worauf wir zu seinem linken, aus geringer Lehmerböbung bestebenden lifer em-porsteigen und unsere Wanderung zwischeii Wadi el Ain und Wadi Döan fort setzen. Ein Scluicb Öabdén lliesst liier dem Wadi Doan links zu, und das Qebirge auf dieser 8eite füiirt von nun an den Namen Fadeh Andere spracben

Fódih); recbts des Wegs mündet Wadi Djemale in AVadi el cAin bei einem Orteben Róda , ilas ans einer kleinen

Anzabl von Eiiiisern nebst Moscbee inmiden ansebnlirber Anlagen besteht; kurz darauf f'olgl das an der recbten Borg-seite auf einer Erböbung gelegene Sódbe mil bedeutenden l'almonpflanzungen, die von einem Kul geschülzt sind; beide Ortschaflen geboren den Sade Ali bin Hasan bin Hadün. Wir begegnen bier einer Anzabl der berüchtigten Saeri-Beduinen, die wabrend der Dattel-Ernte in der fruebt-baren Tbalniederung schweifen, um sieb auf billige Art, nümlicb durcb Raub, mit Vorrütben zu verselieu, wie sie aucb, wo es angebt, Menscben ausplündern. Ob sie so scblimm sind, wie ibr Ruf, kann ieb nicht en t schei den; jedenfalls batte man allgemein grossen Eespekt vor ibnen.

In der ganzen Thalebene des Wadi el cAin, die wir bier durch wand ern , reiht sieb eine Ortschafl dicht an die andere, und ein fasl ununterbrocbener iippiger l'alinenwald ziebl sieb durcb diesen ganzen Distrikt, der in seiner Gosammt-beil den schon erwiihnten Namen Sédbe zu fübren sebeinl. ünfern des erslgenannten Sédbe liegt, ebenfalls auf Berg-böbe, der Ort Ker'ïmi mil scbiil zend ein W'acbt.lhurni inniitlen

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Von Iliidjaiun niicli Scliihain.

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dor rfieli IbrLietzeiulen reichen Aulagen. Um AVi Ulir passiren wii' eiu kleines W adi Fódih, das links zuin Wadi Doan g'olit, mul sehen gleicli daraul' nordwestlich von uns Wadi cAmd, das sicli weiterbiu mit Wadi Doan vereinigl , broil ans dein linksseitigen Gebirge hervorbrochen. An der rocbten Soito des Wadi el cAin folgt Arcib bu Zed haqq es-Sédbe mil einem am liergabhange gelegenen liiliul, mul kur/, daliinter, links am Wadi, die anseluilicbe Sladl. Bódra, au di(3 sicb ein grösserer Kircbliof schliesst, zwiscben dessen Steinbiigeln sicb audi einige gemauerte Griiber bolinden. In gleioher Hühe mündet reclits in Wadi el c7\.in oin Wadi el Bilad, au dessen Ausfluss Beled es-Sirfidj inmitteu der reicbeu l'almeu- und Domanpflanzungen liegt, die uns im Wadi ol cAin aucli i'enier zur Seile bleiben. üei einem grosseren Hauser-Comples links im Thale, Diyar en Xasir geuaunt, macbon wir eiuen kurzeu Halt, um zu trinken, bei welclier Gelegeuheit sicb die Bewoliner neugierig um micb sam-meln und mit Fragen, ob icb Muslim sei und welche Goscliiifle icb babe, in micb dringen, obne jedocb Abnei-guiig zu verratben. Den nöi'dlicben Ausgang des Wadi ol Bilad bildet Gebel Erké, an dessen weitgedebutem Tbal-abbange, ansser mebreron die Aulagen bescbützenden Küts, wiederum eine nicht unbodeutende Stadt liegt, die mir gleicbfalls als Bilad Sédbe bezeicbnet wird, eiu Name, den icli uur untei' Vorbebalt wiedergebe, da er wobl kein Spezial-name ist, sottdern uur besagt, dass wir uns nocb in dom so genannten District befinden. In der Ebeue zur Linken folgt bald danacb die kleine Ortscbaft Logrfin el BasSri, daim erbeben sicb zu beiden Seiteu des Wegs, künstlicben Maueru gloicb, steil abfallende Lebmbügel, von denen wir oinon der recbtsseitigen ersteigen, wurauf wir uns am linken Ufer des mit W adi el lt;:Ain parallel laufenden Wadi llora (^=-) befinden, das meine Leute, wie gewölinlicb, weun sic keiuo Auskunft geben können, von föfj, oben, das wiire südlicb, kommen lassen. Die Kuituren zicben sicb aucli ferner binter don die gauze Ebene zu den iSeilen beider Wad is durcb-setzendeu Lebmluigeln biu; reclits des Wadi Hora erstreckt sicb , vom stoinigou Grunde des Scba'b Dinalii durclizogen ,

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Vuil 11 ;li I |;l I ril llill'.ll Sclliliiilll.

das vom reclitsseitigen Gebirge iihllienst, ein fruclilbares Gel lie I gleichon Nuinona, dessen Bod(!n üherull mil Tirain beslellt ist, und reiclien Ertrag gcben Boll. Die sanft abfai-lende nördliche Senkung des Gabel Erké bleibt una /ur Seilo und win! von einem grosseren lliisn des Djem adar's gekront; weiterliin, aulquot; der Spitze eines nicht bedeutenden GebirgsvorspruHges, erhebt sicli ein /.weites, den Kacaitis gehöriges lliisn es-Sidéf, und die von hier nord-nord-osllicii am rechten Abhange des Gebel Mora gelegene, durch eine ausgedehnte Festungsanlago beherrschte Stadt llora wird unseren Blieken sichibar; ihr grosses hochragendes lliisn besteht aus zwei langliclien tiiurmartigen Bauten, die von runden Ecktliürmen flankirt sind. Bah! nach 6 Ulir liaiien wir llora erreicht; man fiihrt uns in ein unbedeutendes, nahe dem ötadteingange belegenes ILaus, in tles.-ien dum]ifein niedrigem Medjlis wir den iibliehen Empfang erdulden; spiiter verbessert sicli unsere Lage, indem wir auf's Dach steigen, wo die Luft zwar niHil weseutlich kühler, aber doch besser ist. Die Stadt ist auf ungleichmiissigem, zum Berge auf-strebendem Terrain erbaut und zeigt einen saubereren und wohlbabenderen Anslricb als IIadjarcii; ihro Einwohnerzahl zu bestimmen ist sellwierig; 2000 ist sichprlich nicht zu niedrig gegriffen. Der von den Kacaitis eingesetzte Hiikim ist Sftlini Abu Narisch, der mir als bald seine Aui'wartung machte und mich bat, ihm mitzutheilen, wann ich weiter-zureisen gedenke, da der in (^atn residirende Djemcadar Helab über die Zeil meines Eintreffens durch einen besonderen Boten unterrichtet zu sein wünsche. Die Einladung des Hu-kim, im grossen lliisn zu wobnen, lehnte icli dankbar ab, da ich mit dem friihesten aufbrecben wollte. Der Abend verlief recht animirt, deun Qasiden-iSiinger entziickten das aus den Honoratioren der ötadt bestehende 1'ublikum durch ilire Leistungen, fur die ich sie in einem Masse honorirte, das weit über den mir bereiteten Genuss hinausging.

Am 16. Juli. Um 5Vi Uhr Morgens wies das Thermometer bei schwacii bedecktem Uimmel 21)° C., das Barometer yGL'....... Man batte mir von einem mil bimyarischer Scliril't

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Von llad.jiiron nach Schilmtn.

bedeckten iStoine erziib.lt, don zu suchen wir mis bereits vor (5 Ulir aul'iniu'liteu. Nabo iler Sladl. zeigle man mir die Griiber des Vat era von Abdallab Umbarik, dem Qouvernein' von lladjarcn, und eines beiligen Scbc'chs Omar Wir

wandeln erst zwisclien Lelimlüigeln im Wadi llóra und durcbscbreiten dann ein Wadi Zebara, das von ungemein reicben, dem Djeincadiir gehorigen I'almenpflanzungen ange-fiilll ist, die durch mebrere Brunnen und Gabiyen sorgfaltig bewilssert werden. Wadi Zebara soli von Wadi el cAin kommen ; das bedeutet wobl, dass es diesem zufliesst; sein Lauf liissl. sieb bier ein Stück als nord-nord-ostlioli überseben. Der bimyariscbe Stein ist nicht auf'zufinden; angeblich ist er l)ei einem Hau verwendet und dabei mit Kalk überzogen worden; viel warscbeinlicher jedoeb bat er nie existirt, und die Mabr seines Daseins ward nur erfuuden, um dem Frengi ein kurzes Vergnügeu zu bereiten. Wir begaben uns niclit in die Stadt zurück, sondern die Kameele warden uns entge-gengebracbt, und nacbdem uus der Gouverneur einige grosse Dattelbündel als Gastgesclienk seitens des Djemcadlt;U''s über-reicbt, ging es um ö'/j Ulir an die definitive Abreise. Der Weg fiibrt znerst nördlicb im Wadi Ijóra, darauf weiter im links daneben laufenden Wadi el cAin , das bier mil grossen alten Dombaumen bestanden ist. Die zwischen den ein-schliessenden Gebirgen sieb weit ausbreitende Fliicbe, meist mit tiel'em Sande bedeckt und nur dürftig bewacbsen, wird dann von den vier nebeneinander rinnenden Wadis Doan, el cAin, llóra und Zebara in Anspruöh genommen, von denen die beiden letzteren sicb bald mit Wadi el cAin vereinigen. Wirbaben unsere Notb mit den Kameelen ; das mannliche scbeut bei ieder Handbewegung und argert sicb besonders über das Ölihen meines Scliirms; es springt dann heftig zur Seite, so dass man in Qet'ahr geratb, herunterzustürzen, wabrend die Stule über die Wildlieit ibres miinnlicben Gefilbrten derart erscbrii'kt, dass sio mitsainmt dem Reiter im Galop]) davon-liiuft, wobei das Gepiick in Unordnung geratb und stückweise zu Hoden fiillt. — Nacb 7 Ulir erblicken wir recbts in der Ebene die l'almenanlagen und das llüsn von Negca haqq el Mescbaicli, wogegen die lliiuser dieser Ortsebal't durcli die

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Von IliiiljariMi iimcIi Scliiliam.

davor gelag'eiien lieiimliiig'ol verdeckt Bind; eino viertel Stmule Hpiiler folgt links, von einigen Knts iiberragt, ein gr(in,lt;er(!s licled üliunima /.inn Theil ebeiilidls liinter

den seitlichen Lelimhiigeln verborgen, die jedocb den Blick anl' die zugehörigen I'almenpflanzungen olieiilas.sen. Gegen 8 Ulir paasiren wir don rechts vor das eigenllicbe Gebirge gelagerten Gebel Mehanin, an dessen Abbange eine verlassene Btadt, desselbeu Namens liegt, die Ids /urn Gipfel das Borges ansteigl, und die sie aditisob nonnen. I )ieso Uuinen bestebon ausscbliesslicb aus noch gut erbaltonen Lelimbauten, dalior von oiiioin bobereu Alter boi ibnen niclit die Rede sein kann. Icb bin dor Ansicht, dass der schroil'o Fall dor Bergwasser die Einwobner zwang, den Ort aulV.ugeben, der eine bedeu-tonde Ausdehnung geluibt babon muss. Um den Fuss des Uerges /.iebt si(di ein doin Wadi ol cAin zutliessendos Wudi Mehanin, das reichlich ruit Dombiiurnen besetzt ist, mid in dom Einder und Kleinvieb weiden.

Wir wandern in etwa nordosllicher Ricbtung woiter im Wadi el cAin; ein grosser, vom Gobirge abgestimter Fels-block bezeichnot don Scbeidopunkt zwischen den Gobielen dos Djomcadar8 und dor Nol.id-lieduinon; die l/uiic, in dor die Grenzo liiuft , weiss man mir jedocb nicht zu sagen. Gogen 8V4 Ulir erreichen wir Adjlantye eine znr Rechten

in frucbtbaror Uingebung gelegene fStadl dor Kalhiri's, (lie sie schon boi ibrem ersteu Eindringen im Beginu des 1 Glt;011 Jabrbundorts eroberlen; obschon von den Besitzungen dor feindlicben Racailis nmgeben, ist der lt; irt nicht gefiilirdot, da er durch Vertrag fur neutral erkliirt wurde, was seinen Hanptgrund in der Complizirtheit der Besitzverhaltnisse dieses ganzen Distrikts haben mag, von dem audi die Kaaitis nur unzusammenbiingonde Striohe beherrschon. \\ ir durch-schroiten Adjlanlye, dessen Umgebung Kinder und zablreichos Kleinviob boloben, nnd passircn bald daraut' dio beiden Ort-schaften Banen, odor Union , an der rechten Seite

des Wadi Doan, und Sfflle , links im Wadi el cAin

gelogen, deneu die sich zwischen beiden Wadis erbebenden Husun el Kuwér, einem der Nehdi-Scböclis gehorig, iblgen. Dies Alles bloibt mis links, wiibrend wir auf der rechten

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Von lliuljari'ii nnch Sctiibiim.

iSeite des sclir breilen Wadi el cAin mnrschiren, uiit dem sich , a\is ileui Qebirge hervorlretencl, lüer eiu Wadi M inch or vereinigt, in dem wir unseni Weg i'orlsetzen, wobei wir Wadi el cAin links belialten. Den Boden des Wadi Mlncbor bildet tieter gelber Flugsand, den uur niederes Gestriiucli mul meist vertrocknete Qriiser bedeeken, Wir wenden uns öatlioh einigen unbedeutenden Hilusern zu, die don Flecken Minchor reprasentiren, mul linden um lO'A Uhr in dem luftigen, aus Raumzweigen und trocknem Qrase errichteten Vürbau eines kleinen Hausea ein beliagliehes Unterkommen und Schutz vor der brennenden Sonne. Die Leute halten Scbat'o, Ziegen und Hüliner, und ein angenebmer Wind webt uns durcli das lockere Wandgetlecht einen liebliehen landwirtbscbafllieben JJuft zu, wabrend wir Battel essen und Kafl'ee l)ereitet wird. Das Thermometer weist um 11 Ubr :}40, um 2 Ubr Nacbmittags 37° 0. im Schatten.

Um 2Vt Ubr brechen wir wieder aut' und wandern zu-nachst noch ein Stück nordöstlicb im Wadi Minchor, wobei wir den links am Wadi el cAin gelegenen Blr esch-Schöch passiren, den einige Hiiuser umgeben. Eine lialbe Stunde S[)üter befinden wir uns in den zu eincm Laufe verbundenen Wadis el cAin, Döan und cAmd. So sagte man, und ich muss annebmen , dass sich Wadi el cAin minmehr mil Wadi Dnan vereinigt liat, wiibrend Wadi cAmd schon bei IJora hinzugetreten war. Das Qanze kann ich uur wieder als Wadi Döan bezeichnen , deun auch hier hörte ich den Namen Wadi Kesr nicht, obgleich dies sein eigentliches Gebiet sein müsste. Fiir die Sache selbst ist der Name unwesentlich; in Wirklichkeit haben wir den durch seine Zuflüsse erwei-terten Lauf des Wadi Döan vor uns, der, wenn auch ferner-hin unter anderen Namen die weite Thalebene durchziehend, doch immer als ein Einheitliches hetrachtet werden muss. Rechts unsers \\ egs mündet ein Wadi Minwab in Wadi Döan , an dessen rechter Seile wir die Ortschaft Midhür mit iliisn und et was abgelegenen l'almeiipllanzungen südöstlich von hier wahrnehmen.

Der Thalgrund ist sehr breit und überall von der be-kannten Ciebirgsfonnation umschlossen, die uur W.N.W.

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Von lliiiljaivn iku'Ii Scliil)iiiii.

isa

so weit zurücktriU, dass hier die litü'ge v.n inner l)lüuliclieii Masse verschwimmen. Dem gel lien öaiullioden entspriesst eiue diirftige Vegetation, die von einigen Ziegenlierden iib-geweidet wird; iiulturen linden hIcIi nur verein/.ell. Unser Weg gelit Nordost, die Luf't ist gliihend heiss. Qegen 4 Uhr passiren wir linker Hand eiue hiibsehe Moschee init Minaret, dabei einige lliinser und Palmen, der 10 Miiuiten spüter folgenden, mitten im Wadi gelegenen Ortscliaft Batine (xaIj'j) /.ngeliorig, die ans etwa JjO lliinsern mil Hüsn und ansehnlicbeu l'almenpllanzungen bestebt; weiterhin nocli einige grössere Hiiuser-Complexe, vou Anlagen umgeben, in deuen leb das erste grüne Te am bemerke, das mir im Innern be-gegnete. An der linken Wadi-Seite zieben sicb grostie im Besitz der Nebd-Beduinen betindliche Uomwiilder bin. Qegen 41A Uhr sehen wir ein Wadi Uelbclli (^*1) in Wadi Doan münden; es kommt links aus dem Qebirge, das bier eiuen miiebtigen Kreis bildet, den wir schon langere Zeit nord-östlich (lurcbschneiden. Der Boden ist bier, et was \v eniger diirftig, mit Ithl und üschér, aueh hohem, meist vertrock-netem Qrase bedeckt; Heusdireckeu siebt man in Men ge, und zablreiclie Eidechsen buscben über den sonnendureb-glübten Grund; aber kein Vogel belebt die erbitzte Land-scbaft. Etwa östlicb von uns ein Ortchen Tebcfin: nur wenige lliinser, doc.li mit ansehnlichen Palmenanpflanzungen, die sicb am Qebirge hinzieben. Am Bergabbaug zur Hecblen erbebt sicb ein grösseres Hüsn, Knl Ahmed cAmir genannt; andere , anf' einem zweiten Bergvorsprnnge gelegene Kuts und Hauser, von reicben Anlagen und üppigem Te am umgeben, tragen denselben Namen. Dies Alles gehort den Bin Vérd, einer aus Val'ra stammenden Askeri-Familie. Man sagte mir, der Grund yon llóra bis zu diesen Kuts sei Higenthum der Nehd-Beduineii, hier aber beginne der Distrikt El C^atn (pflj's) und damit der Besitz des Djem'adars und seiner Yafe'i-Askeris. Es ist T)1/* l'hr. Kinder und Erwacb-sene sind uns entgegengekommen und freuen sicb desFrengi, den sie vergnügt begleiten; die Weiber tragen bier breit-kriimpige Cylinderhüte aus I 'almblatiern, mindestens dopjielt so hoch, als nach der letzten Bariser Mode, jedenfalls aber

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Von Iliiiljiiivn nncli Scliibiim.

oin praktischer Schut/. bei der Feldarbeit. Das TeMni isl iiier selion tlieilweise gesclmittcn und in Qarben /.usammen-gestellt. Die Anlagen werden aus /ahlreichen Brunnen ge-triinkt, denen das Wasser in schon erwahnter Art mil JJille wohlgepliegter Uiiuler entnoiumen wird. Uni SVi Ulir jiassi-ron wir El Ferd, ein kleines lieleii der Bin Yérd mit llüsn und mehreren Kuts auf einer der llergerliöliungen /,iir Uecbten; dabei die Qui)be') des Scbcch Salim bin Sa^d, wiihrend die /.ugeliorige Moschee links des Wages liegt. Von liior ist es noch eine Viertelstuude östlich durch iippigo Felder und Palmenwaldungen, aus denen luisnartige lliiuser hervorschauen, nach El llóta, der Residen/, des Djein'adar's Selah. dessen weissleiKditender Palast mit seinen Thiii'mcben und Spitzen sicb von dem umgebenden Grün Creundlich ab hebt. Vor llóta ein grösserer Festungscomjdex , der den Bin Seliih Ahmed bin Bakri von den Val'e'i-Askeris gehort. Am Bet ed-Daule angelangt, verkiinden meine Gefiihrten unsere Ankunft durch eine Gewehrsalve, worauf wir von einigen Askeris empf'angen und die bequeme Treppe empor zum M edjlis geleitet werden, dessen Fussboden mit schonen indi-sclien Teppichen vollstiindig belegt ist. Der Djem'adfir er-scheint alsbald , und nach der liebenswürdigsten Bewillkomm-nung uebme icb an seiner Seile 1'latz und überreiclie ibm meine Briefe, die er aufmerksam liest, wobei or iiber die Bcmerkung des Keqib von IIadjarcn liichelt, dass ich keine besonderen Ansprüche erhebe. Er erklart mir, dass ich sein Gast sei, und betont noch meinem Diener besonders, dass ich weder für midi, noch meine Leule oder Kameele irgend el was zahlen, vielmehr nur meine AVünsche aussjire-chen moge, die er mit Freuden erfüllen würde. l!nd er bal Wort gehalten und in jeder liichtung die sorglichste und lier/.lichsle Qaslfreundscliaft gegen micb geiibl. I'jr ist schon ein alterer Mann, von Mittelgrosse und ziemlich dunkier Hauttarbe; sein voller Name ist Selah bin Mohammed bin

1) Dus Wort Qubbo. das oigentlich nur „dio Kuppclquot; bodoutot, wird boi den fust (lurch^inKi'j: überkuppelton (^rill)orn beiligor Schrchs udor Woli's nioisl IVir die firftbslütto sclijst gebraucht.

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Von IlailjiirÏMi iiiicli Scliiliuiu.

Ami' bin Autlh el Kaai li; die Djemadare Uusein iu iScliehr und Miiiii'issar, der IViiliei' in iSidiibaiu lebte nud daim nacli Makalla iibersiedelle, sind seine Nefl'en. Nacli seinen Ausse-rungfin lïililt, er Hi(di in Hadrainiil niclil, Helir wohl: wabr-scheinlich bat (ü- liing'ere Zeit in Indien gelebt. In iler Europaisehen Polilik isl er nicbl unbewandcrl, nnd icb i)in der Ansidil , dass er nnsere Kultur scbiltzt. Icli lialte ihn niciit fiir f'anatiscb, obscbon er sicb den herköminlichen ansaerlielien Übiingen seiner Religion streng unterzioht. in einer bezüglicben l'iilerrediiiig erkannte er die aueb bei uns güllige Tliatsaebe an, dass Frömmelei nnd Moral durcbans niclit immer Hand in Hand gehen, und beklagto den einreis-senden Sittenverfall, den avieb ieb sciion in den Haienstiulten batte boobaiditen können.

Ein kleinerer, sebr sanber gebaltener Üauin, man könnte sagen Salon, ebenfalls mit weicben Teppicben nnd Kissen bedeckt, ward mir /,nm Wobngeniacb angewiesen, dessen lieliagliobkeit der Lnxus einer s(duinen und iicli leucblenden retroleunilampe nocb erbölite. Fiir die opulenten Mabl/eiten, die der Djemcadar selbst dirigirte, ward ein kleiner Tisch berbeigebrarbt, der sogar mit einem weissen Tucb gedecki wurde, und selbsi Messer nnd Gabel feblten ni(dit. JSIit Eeelil emjifabl mir der Djeincadar llauui (), in der iMul'a (Backofen) gebackeues Fleiscb , das in der That woblscbmek-kend war. Er war sebr erfreut, dass icb die VortrelHicbkeit der mir gereicbten Datteln eignen W'acbslbums pries, die von ausserordenllicber Grosse waren, und von denen die eine Art, schwarz und sebr weiob und süss, Hadjari (, genannt, nacb seiner Miftbeilung uur in diesem Distrikt gedeiben sollte. Er gab mir, gewissermassen als persönlicben Adjudanten, ein Mitglied seiner eigenen Familie, Salim Aluiallab Amjli el Ka'aiti , znr Seite, der böllicdi, aber nicbt all/.u wohlwollend war; jedenfalls war ibm niein Kafirtbum zuwider, daber er nacb Kriiften meine l'lane zu durcbkrenzen suchte.

/Vin 17. Juli. Der Morgen bracbte mir nacb einem reichlicben Friibstück von friscbem Brot, Datteln, Honig

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Von lliicljiiriin iiiicli Scliil)iiiii.

und dri'i nolxiiKiinaiHlci- geslellten Tassen slark gesiissten Thee's eine l^aside, zu der eine edlo Dicliterfamilie, Valer und /wei Sihno, duiTh die Aiikunlt des Hakitn el DJermel id Frengi, d. i. des denl.solieii Frengi-lIiikiins, vielleiclit audi durcli die von seiner Grossmuth zu erwarteuden Kupien, in-s])irirf worden war. Das Gedicht laulel in dor ( borselzung'):

An. dkn (Saiiid Leo IIiubcu, den deutbciikn Hakim.

Oh Gott, oh Uerr, oli grossmiithiger Geber, Du Wissender meiner geheimslen Zustande,

Oh Erliörer des Bittenden, verzeilie meine Fehle, Du, der Schöpfer der Blitze sendenden Wolken und ihros frueht-baren Ausstri'imens!

Hiir Deinem Knecht in der Stunde des Qerichts beitn Bekenntniss, dass er es klar ausspreche,

Und Nekfr und Münker1) ihn nicht schrecken, wenu seine Gebeine im Staube begraben sind. —

Ba Atwah 2) spricht: Ein lieisender kam zu uns aus den Landern Europa's, offen und uiiverstellt:

Es ist Hirsch, einer der Edlen des deutschen' Volkes, vor dem alle Flamren entfaltet werden.

DO

Wenu sie ausziehen mil ihren Waffeu und Armeen, er-sc; ball en laut Musik und Pauken ;

Wenn ihre Scbiffe das weite Meer durclikreuzen: der Du dabei stehst, gehe fort, wenn ihre Trompeten ertönen;

Ibnen geboren Kriegsschifl'e, booh im AVer the, von Kupfer, mil Kalk iiberzogen ^3).

Du aber, Herr, bist Besitzer edler i'lerde; Dein Schwert ward stumpf vom Zerschmettern der Uückgrate.

Dn bist der Flosten der Thür, mul die Schwelle, und der iStützpl'eiler der Thür und ihr Hauptbalken!

Du gingst hinaus /.nm Wadi Fladramutr'), es zu eribr-

ISO

1

Namon der boidon Engol, dio don Gostorbonon das Olaubonsbokcnntniss abfrngen.

2

Namo des Vorfassors.

3

Don Arabischon Text gcbo ich urn Schluss dos Werks.

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Von Hiiiljarën nacli Scliibain.

sdien; in ilini wohnt der Ka uiti, der den Fremilen niclil geneigt ist;

Aber Selah Mohammed elirle und bewillkommnote Dich , denn das Deutsche Roicli verlangt die ilim zukommende Ehrerbietung;

Und dann, oli eigens Gesandter, richteten wir dieses Scbreiben an den, der ein weit beriiiimtes Vaterland bat,

Und den der Dichter (wörtlich Dolmetscber) l)eBiiigt , und zu dem cr sjiricht: Wabrlich, Rebica besitzt Wissen und Scharfsinn;

Kath kann der geben, der von Edlen stammt; Hirsch ist es, der die Fülle der Eiiisicht besil/.t.

Dieses entstand in meinetn (Jeisle; verzeihe Omar 15a Atwah, dem Beurtbeiler 1) der Yafeci's im Kriege.

Gedicbtet von Omar 15in Mohammed bin Sa'ld Ba cAtwah und seinen Söhnen Nasir und Audb Bin Omar 15a rA(wab, denen Gott gnadig sei.

Amen!

Etwa um 7 Uhr lud mich der Djemcadrir zu einem iS]ia-zierritt in der Umgebung ein, wobei uns niein Adjudant iSalim zu Pferde und eine Anzahl anderer Leule zu Euss begleitete. Man halte mir einen schonen ganz 'weissen iSchimnud gegeben, der aber sehr weichmaulig und dabei heftig war, und dem mcine etwas harte Führung wenig bebagte. Als ich versucbte, seinen Eifer zu zügeln, 8(ieg er kerzengrade empor und überschlug sich dann, wobei ich mil dem rechten Schenkel miter ihn gerieth und mein Kopf kraftig den Erdboden Irai'. Sicherlich babe ich es nur dcr dick umwickelten cAmama zu danken, dass mir nicht der Scbiidcl /.ertrümmcrt wurde. — El hamdu lillab! — Nachdem das 1'ferd aut'ge-standen war, erhob ich mich ebenfalls mit Wiirde, und

dio frurhibaro Niodorung «los verliingertcn Wadi Boan dargostollt wird, oine vollkommon solbstsliindige Mestiitigung an Ort und Stello.

1) Wahrschoinlu'h bosiugt or ihre Kiimpfo, woboi or soinen Stammesgonosson Prois und Tadcl auslhoilt.

187

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Von llailjiiivn iiik'Ii Schilumi.

be.stieg mil dnilniendein Kojife ilen Fuclirf meincn Adjudanten; daim ging- tss vveiter zwiscliou Palmen, üppig'em Tec:im und anderen Anlagen, die soi'g'lïillig' he^vasserl werden: das Ganze ein erfreuliclies liild emsigen und erfolgreichen Sdr.iffens. Nuch einiT kiia|)|)en ötunde kehrten wir zurück; hu Laul des Tages scliwoll uiein Hein slark an, und idi l'iirc.hlete sclion, ineinc l'ür den iolg'eiulen Morgen bestimmte Abreise nacli iSclnbaiu uufgeben /.u müssen, wozu uiicli der Djem'adiir aurb übnrreden wullte; jedoch war icli lest eutscblosseu, mich in keinem Falie halten zu lassen, da icli inir vou einetu schuellen Vordringen griisseren Nulzen versprach , als vou dem liuigeren Aulonthall au diesem Ort, selbst unter den gegebenen beliagliclieu Verbiiltnisseu. Im Laufe des Tages Ijestieg icli nuch das büchste Dacli des l'alasles, um Umschan iiber die Landschaft zu hallen, wobei mich einige der Bediensteteu begleiteten, die mir mcine Fragen liea ut wortelen. Der Ort El Hoia ist vou eiuer Lehmmauer umgeben, die vom Palast ausgeht, sich liiugs der Berge windel und mit einem llüsn am Gcbirge abschliesst. Nur die Sladt selbst f'ührt diesen Namen, wahrend der gauze sie umgebende, ungemein l'ruchtbare Distrikt, dor sich östlich bis au den unbedenteuden Gebel El lltiziye debut, El Qatn heisst. In der Gegeud vou Mohauin war mir bereits ein Wadi Qatu genanut worden, vou dem ich alrer dort nichts sah, und dessen auch hier nicht erwiilmt wurde; doch w'age ich anzunehmen, dass ein solches vom rechtsseitigeu Gebirge aus sich zur Thalniederung absenkt und wir uns am Orto seiner Vereinigung mit dem grossen Wadi betinden. Vou dor IIoho blicke icli iu den Baulenhof der nahegelegenen Moschee, die sauber geweisst ist und ein uiedlicbes Minaret besitzt. Nordnordwestlich erhebt sich am Fuase des Gel)e] Chibbe das gleichuamige Stadtcheu mit Hüsn und etwas

Palmen, das als llóta zugehörig betraobtet wird, und ila-hinter, am niichsten Bergabbange, Furd, als Ferd, wie es unterwegs genannt wurde, bereits erwiilmt, mit Palmen, Te'rim, Bruunon, Rinderu und andoren Kulturmerkmalen; dabei, inmitten von Palmen, zwei Kilts, die man als Akwal.

1 SS

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Vim lladjami iiiicli Srliili.iin.

min Iloséisi ^ ouj i) bezeichnete. Weiterhin

uordwestlich wieder ein Kut zwischen grossen Palmenanlagen, Rcliiine (xiL^u.) genannt, N. 10 aul' Ireiem Felde eiii grosses Hüsn Talberizk mit spilzenartig gezacktem Dach j

das mir schon vor der S(,adt aufgefallen war, N. 20 ein kleines lieled Muraqqada (s^Vyi) inmitten zahlreicher J'almen, N. 30 oine Anzahl Hiiuser, Ilusfin und Kilts unter Palmen, dein Séyyid Muliammed bin cAmr el Heddar golnirig. — (gt;. 100, uuweil der Stadt, orblicken wir die Ijóta des Ahmed Nfisir, ein kleines Stiidtchen; dahinter, unter Palmen, Saliet el lladfirim Seitwiirts von diesem, elwa öst-

lich, Zerkune, und etwas weiter zuriick mehrere unbedeu-tende Ori,schallen unter Palmen, wahrend die Qübbe des Ilabïb Aiur bin Mubammed el Heddar, Vaters des vorher genannlen Séyyid, von einer grosseren Muqbara (Begriibniss-stiitte) umgeben, siidiistlich sichtbar ist. Zwei grosse f'estungs-artige Htiuser, überragl von dom am Fusse des Chibbe erhöht gelegeneu Hüsn el Minfira, besitzl der Djem'adar noch in der Stadt, die im Übrigen nur die gewohnlicben Lelun-hiiuser bietet. Die Zahl ihrer Einwohner liisst sich schwer bestimmen; sie darf kaum hoch bemesaen werden, wohl niebt über 1500 Seelen trotz der grossen Fruchtbarkeit dor vuuliegonden Felder und Palmengiirten, die abor meist dom Djemcadar, seinen Yafeci-Askoris und reichen Séyyidf'amilien gehören.

Am 18 Juli. Mei)i Dein war zwar noch goscbwallon; doch liess icb mich dadurch von der Abreise nicht zurück-halten. Der Djom'adar steilte mir sei)) Leibpford, eineu trelHicbon Grauscbimmel, zur Verlugung und gab mirmeine)! Adjudanten Salim, ebenfalls boritten, ztDia Bogloiter ; zugleicK vorsah er mich mit einem Scbreilien an sei))e)i Scbibamor Vortretor, den Scbcch Abdallah bi)) ^ac)d ba Fadbl, dessen grösster Fürsorge er mich empfahl; or seliist verspraob in wonigen Tagou nachzukommen. JMei)) Diener rail den Ka-meeloii, der Beduine und die Askeri-Eskorto gi))ge)) zugleich mit uns ah, blieben aber natürlich weit zurüidc, da wir die

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Vmi llailjaren nacli Scliiliarn.

11)0

i'ferde laiil'en liesseu, mu Glulh uud Sonne B(!linell0r hinler uns zu liaben. Um li/\ Uhr Morgens brecheu wir auf; vvir durchreiteu zuerst den grossen Palmenliain, indem wir die Qiibbe des Woli recbts lassen; weiterbin sine Begriibnissslatte mil einigcii geinauerten (iriibern, meisl aber vorfallenon Steinbiigeln. Zvvisclicu den Culturen zalilreich grössere Ililu-scr und Husiln verstreut, Askeris und Sade's goborig, die ancb bior in scböneni Verein die Haujitstützen der Uerrscber-maebt bilden. Unsero Richtung ist wesentlich Ü.N.O.; nacli einer Viertelslunde baben wir links Zöc (gj)) gt; ebi kleines Ueleil mil zablreichen Palmen und Te'amfeldern. \N ir bleiben der rechten Gebirgsseite, die als Djibal el Qatn be/.eicbnet wird, nabe, wiibrend die linke im grossen Bogen zurück-Iritt, eine weite Ebene freilassend. Die Weiber, denen wir unterwegs begegnen, tragen weisse sackartige Uberwiirfe über einer indigoblauen Unterkleidung. Fast das gauze Ge-biet, durcli das wir kommen, gehort Askeris von den N afe i-iStilmmen, deren Abu der Djemcadar i.-st. Anslatt des Soldes, den sie in den Küstenstadten erhalten, ist ihnen bier Land zugetheilt worden, das sie sorgfaltig bebauen und mit ihren Wobnstiitten bedecken, die sich an mehreren Stellen zu Ort-schaften gehiiuft baben. Manche dieser Qabllis, das heisst Augehörigen l'reier Beduiuen-Stamme, als welche die lafe^s in ihrer urspriingliohen Heimath zu betrachten sind, liaben grossen Besitz angehauft, und es scheint, als gehore eine nicht geringe politiscbe Klugkeit für die Djoin adare dazu, sich über diese ibre Stammesgenossen die Autoritiit zu be-wahren, worin sie allerdings durch ibre grossen Mittel und die Zersjditterung aller Verlniltnisse unterstützt werden. Audi die Dha^f i^scfjuü) besitzen in dieser Gegend Eigen-thum , ilas ihnen nicht genoinmen werden kann. Über Wesen und llerkunft dieser Dbacif konnte mich mein Begleiter nur in geringem Masse aufklaren; er bestatigte es, dass sio von Alters her den Ueduinen unterthiinig gewesen seien; wabr-scheinlich besorgteu sie ihnen die Feldarbeit. Jedenfalls bilden sie einen eigenen Stand oder eine Kaste, die sicher nicbl über dem gekauften Sklaven steht, gesollschaftlicli auf einander augewiesen ist und eigene Sitteu hat; ich

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Von llailjaren nacli Scliib.im.

DKichte slo fiir Ureiiuvoliner des Landes lialten, wobei ich bemerke, dans rile eino hellere Hautfarbo besitzen, als die Mebrzahl der allerdings zuni Schwarzeii neigeudeu siidarabi-schen Beduineii. Die Besitzverhiiltnisso aber zwischen diesen und dem Üjera adar sind durch Qrenz-Verl riige geregelt, die audi fiir die Yafeci-Askeris verbindlich sind.

Gegeii S'A Uhr passiren wir Bilitd el Aniii, einen Mekim el Asker, das ist Soldatenort-, und baben nach einer weiteren Stunde, wiihrend recbts tlas Gebirge von El Qatn uns zur Heite bleilit, liaziye (wlXs-), den Qrenzort dieser Landscbaft erreicbt, ein kleines Nest, das sieli am Abbange des nnlie-deutenden gleicbnamigen Gebirgsausliiufers erbebt. Von diesem Punkte liegt Sobibam nordöstlicb, i lóta westsüdvvestlicb; der Weg zwiscben beiden, der etvva 5 Stunden beanspruebt, ist bier zur Hiilfte zurückgelegt.

Nacb einer Viertelstunde verlassen wir 11 i'iziye und seine l'flanzungen; die Ebene wird dürr und baumlos, nur grössere liüsche friscbgrünen Raks geben ibr ein etwas freundlicberes Anaeben. Anlagen, docii diirfüg genug, linden sicb orst nacli einer Stunde wieder bei Ugran einem armseligen

Flecken, aus wenigen verlallonen Hausern bestellend, die theils im Tbale verstreut, tbeils auf massiger Anhübe iiber 'Aadiye's erricbtet sind. Das gleicbnamige 8chacb, das seinen kurzen Weg vom Qebirge zwisclien inacbtigen, roiuantiscii getbürmten Felsblöcken zurücklegt, spendet den unbedeuten-den Culturen das belebende Nass wobl nicbt allzureicblicb, deun das Dattelprodukt, das wir am Wege aaben, und von dem man uns nacbber aucli bot, war das dürftigste, das mir aut' der ganzen lieise vorgekommen ist. In Ugran sucbte icli nacb lümyariscben Inscbril'ten, docb vergebens; man sagte mir, der Djemcadfl,r babe vor einigen Jahren zwei Scbrifttafeln forlgenommen. Dagegen ist der Ort reicb an woblerbalteuen Aditiscben Bauten, So land icb die Hoste eines Hauses aus unbebauenen Felsblöcken, die in einem sebr lesten Mortel steckten; dann einen Hiiuserrest mit gut erbaltener Treppe aus (Juadern, dio regelmtissig bebauen waren, wie aucb andere vorzüglicb gefügte, nicbt gar liobo Treppeustufen von etwa 4 Fuss Breite, jcde aus einem ein-

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Von lliuljaren nach Schilvun.

zio'en lUock liestelieud. 1m Iimeru eines Raums, der jelzt

*1

einige Fuss unterlialb ilos Erdbodcns lieg'l , verbarg sicli eine hohe Wand aus regelmiisaigen (^uadern, vordeui wolil die Aussenseite oines Aditischen Hauses. Mehrfach sind die stehengebliebenen eykloitisohen Mauerreste zur Lrricblung der lieutigen ililuser mil Lehm waiter emporgefiihrt. — Dies Alles ist reclits vom llüsn. Links davon, aid geringer ildbe, linden sicli weitere üeste mil vor/.üglicli gefügten Quader-Ecken mul andere, weniger gut erhaltene Baulicbkei-ten; dann wieder als Grundlage cines Lehnihauses Quadern, die wie nen aussehen und aucli nacli Buropaisolien Begrineu vollkoinmeii kunstgerechl bearbeilel. aiiid. W ir steigen zum obern Stock eines Hauses empor, dessen dürflige Lehrawünde aul' den soliden Steinkonstruktionen aus aller Zeil ruben, und balten Rast im Medjlis, das si(di bald mil oiner grossen Anzahl l'ersonen füllt, die viel zu tragen baben, und von deuen einige für ihre eigenen oder Anderer Krankbeilen , wie gewöbnlicli jahrealte, schwierige Fiille, „ein biscben Arzneiquot; verlangen. Man reicht uns anfangs von der armso-ligen Dallel, die der Distrikt selbst er/engt; erst als das Gros der Besucber sicb enlfernt hat, bringt nnser Wirlli einen Napl' besseren Gewiiclises hervor, das wir uns scbmeeken lassen, wübrend irh wenigstens die ausserdem gebotene Milcb mil eingebrocktem arabischem Brot dankbar ableline,

Geo-en 2 Ubr weist das Tbermomeler im Schallen des Hauses 36° 0.; um 3 Ubr brechen wir wieder anf', nacbdem wir die Kameele vorausgesandl. Zuersl fübrl der Weg durcb Pflanzungen, in denen aucli elwas geringer Tabak erzeugl wird, dann über ein Slück vom steinigen Grimde des Scba b Ugrfui, worauf eine weile sandige, nur durcb Rak-gestraucb i)ülebte Flacbe folgl, die wir, neben der recblen Tbaleinschliessung bleibend, in nordöstlicber Ricblung iiber-schreiten. Nacb einer lialben Slunde öffnel sicb die weit zurücktrelende linke Gebirgsseile , liings deren sicb die Fort-setzung der Wad ia Döan und Kesr — hier nannte man lelzleren Name zum erslen Male — als Wadi Schibrim binziebt., um breit dem Zufluss des Wadi Serr Ranm zu geben, das dem Hauptwadi von hier an den Namen Serr-Masile

11)2

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Von ll.uljaren nach Scliibam.

verleiht. Der Oberlaut' des Wiuli Serr mul suine Nebenlliiiler durchziehen das Land der Sa'ri-lieduiueii, deren wir, wie sc.hoii erwiilmt, uiUerwegs trafcn, und die sehr /alilreicli sein miissen, da die geringste Scluil/.ung sie aul' 200Ü Manner veranschlagte, wilhrend von anderer Suite das Mehifaclie dieser Zahl genannt wurde. Als ihr Aim wurdc mir Kaniei-dan, in der iStadt Haidet-e8-iSacr ansii.-sig, genannt und Hire Abstainniung auf dnen Muqdad bil Aswad el Kind! zuriick-geiiilirt ; sie uaren also Nacbkommen der Kinditen , die Kelilan, den Hobu des Scba, ibren Hlaimnvater nennen. Icb kann aber nicht sagen, ob und welcbo Stümuie der Qibla, d. li. des die Gebieto der Wadis Aind, Irma, Eacbiye und llaidet-ed-Dóyyin uiiilassenden W'estens aussordem den Kindis zugezablt werden, da die mir iiber diese Hianimverlialtnissc gewordenen Miltheilungen verworren sind und niclits 15e-stimmtes ergebeu.

(llübend v/ebl der Wind iiber die aonnig'e Ebene. lit was vor 4 I hr liaben wir westlicli, etwa in der Mitte der Ebene, das Nadtrhen Agad (.'•Lie), mir aus wenigen iliiuserii bestellend, mil goringen Anlagen; doch /iehen sicb von bier ab dureli die gauze Niederung melir oder weniger dielit 1'al men I illan/.ungen bi s bin naeii Heliibrim. Indeiu wir die nordostlicbe Kicbtuug welter verfolgen, passiren wir um 4 Ubr Cbasehaiuir und L'.') .Minuten spiiter Cliamur,

beides kleine Ortsebal'ieii, von Kuituren umgebeu. Danu tiefer weisser Hand; die Anlagen ziehen sicb die recble Tbalseite enllang, die goringen Ei'luibungen sind mit Iliiuserii und liusun bedoekt. Mein Adjudant trennt sich auf kurze Zeit von mir, mn naeb I'alnien zu seben, die ibm geboren, und icb galoppire allein iiber die beisse Bandebene in der Ricbtung auf Seiiibam, von dessen lliiusern die getiincbteu oberen Stockwei'ke mir aus der KnH'ernung enl-gegenloucbten. Niiber an Scbibam vermebren si(di die An-pflanzungen, obne aber dor Qegend ibren öden Charakler nebmen zu köunen. Alles redel Verl'all: Mauser, die wieder zu Hiaube wurden, von dem si(f genommen waren und die nun als niedrige forinlose lliigel daliegen, üuinen, die dem gleicben Loose entgegongeben, anuselige lliilten, Inzwiseben

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194 Von lliuljarön imcli Scliibam.

hat sich meiu liogleiler wieder zu mir gesellt, unci wir durchreiten einen wirklichen Palmenwald, in dem wir kurz vor Schibam Hall, machen, unsere zuriickgebliebone Soldaten-Eskorte zu erwarten. Wir befinden una naiie der rechten Thaleinfassung, gegeniiber dem vorgeschobenen, nicht bedeu-tenden Gobol Chibbe, auf dessen Abhange das Uiisn es-Sa^dtye (juJoju.) sich erhebt. Bei vielen der una umgebenden Palmbaume hat das Wasser don Lehm dor Wurzeln woggo-spiilt, und oinige der kostbaren Stiimino liegen bereits halb entwurzelt am Boden, weiter grünond, abor doch im Ertrage geschwacht, wilhrend die sonst iiier übliche Sicherung durch rund herum angelulufte, mit Steinen hefostigte Erde sie vor diesem Schicksal bowahrt hiitte. Der 1'rois einer Palmgruppe von vier inittleron und grosseren Stiimmeu wurde mir mit 30 Thalern angegeben. — Eine Anzahl Sklaven und Soldaten des Sirkill findet sich bei uns an, audi allerlei Volks, Erwachsene und Kinder, die uns beim Aufbruch ihr geriiusch-volles üeleit geben. Es war ein grosser Tag für Schibam: Der ersle Frengi nabt sich seinen Mauern. Umschwiirrat von unserm jubeliulen Qefolge nabern wir uns der Stadt, indem wir die Palmen rechts lassen, und kommen bald an das erhöht gelegene doppelte Stadtthor, das wir durchschreiten, dann iiber einen massig grossen Plata an den hohen Djenicadar-Palast, zu dessen i'forte eine seitliche, durcii eine niedrige Vormauer maskirte Aussentreppe führt, bei der wir abstei-gen. Am Eingange werden wir von einem ansehnlichen Manne in gewilhlter Kleidung empfangen , dor spiiter im Laufe dor Unterhaltung mit einigem Stolz sogar oine goldene Taschenuhr vorwios. Es war, wio ich nachher ert'uhr, ein mit dem Djom^adar befreundeter Kauliuann Audh biii Mohammed Schemah, der uns die bequeme Treppe hinauf zum Medjlis fiibrte, einem hohen liaum mit weissen gegossenen Gipswandeu, auf denen erhabene, sehr einfache Ornamente spiirlich angebracht sind. Die wenig oberhalb des Fussbodens gelegenen FensteröfTnungen, etvvas höher als gewöhnlich, haben hübsch geschnitzte Laden; die mit hölzernen Quer-balken unterlegte Zimmerdecke ist glatt geweisst, der Fuss-boden mit orientalischen Teppichen belegt. Alle Raume

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Von lladjai'on nacli Schibam.

zeigen den g-leichen schmucklosen Charakter, unci das Gauze ist weniger freundlicli als in llóta, wo wenigstens eine Andeutung farbiger Dekoration vorhanden war, Bchrch Ahd-allah, der Wezir des Djemcadar, wie cr mir von Schoinali etwas hochtrabend vorgeatellt wurde, begrüsste micb dem-niicbst und nahm den an ihn gerichteten Brief soines Herrn entgegen. Er ist ein alter Alann mit langem weissem Bart und hübschen jungen Angen, san ft von Gemütb, wenig enorgisob und sebr dienstferlig; man nennt ihn allgernein den Muallim. Mein Wolinraum ist ein grosses Eckgeinach mit zwei und drei Fenstern unten und ebenso viel Luftöff-nungen oben. Es ist sc-biLndlich beiss bier, selbst Nacbts auf dem Dacbe, da dann der Lebmkoloss die liitze aus-atbmet, die er Tags über eingesogen bat. Icb batte dem Djenicadiir in Ijota gesagt, dass icb nacb Terlm geben wolle, und er war der Ansicbt, dass sicb dies tbun liesse; icb moge nur die Empfeblungeu, die mir scbon mein Freund Abdul Kudir an den Hub cob Abu Hakr Sarid Zubf'di in dem auf dem Wege nacb Terim gelegenen Tariba initgege-

ben, durcb einen Boten dorthin senden und die Antwort abwarten. Als icb im Laufe lies Abends bieriiber spracb, erkliirten der Muallim wie mein Adjudant plotzlicb, der Weg sei nicbt sicber, da im Gebiete des Katbïri zwiscben zwei Stammen Krieg ausgebrocben sei; jedenfalls batte Freund Salim Einweudungen gogeu mein Unlernebmen erboben und den Muallim damit erscbreckt, dass mir ein Unbeil zustossen könne, wofür er dann dem Djem adar verantwortlicb wiire. Icb bemerkte auf die unwillkommene Mittbeilung etwas ironiscb, es sei wunderbar, das der Djem'adar von dem ihncn bekannten Ereigniss noch nicht unterriebtet sei; was mich betriife, so sei icb gevvöbnt, dass gerade da, wohin icb meino öchritte zu leuken beabsicblige, derartige Hinder-nisse sicb mir entgegenstellten. Die guten Leute bebarrten Jedocb bei ihrer einmal ausgesproebenen Behauptung, wiib-rend mir nur übrig hlieb, micb vorltiufig in Geduld zu ergebon und der kommenden Dingo zu warten.

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196 ïSchituin, — Niicli Siiiiiii imil Tenm ,

X

SCII1BAM. - NACH SA1UN UND TERIM, UND ZURÜCK NACH SCI1I15AM.

Aia 19. Juli. In der verflossenen Nacht war liegen ge-lallen, ho class icli vora Dacli iu's Zimmer zuriickgehen musste. Es herrschte oino entsetzliche ilitze, mul bei Son-uenaufgang batten wir bei bedecktem Himmel bereits über ;]30 C., wiihreiul Nacbmittags um 2 Ulir die Scbattentem-peratur auf ÏS'J0 0. slieg, mul eiu heftiger Glullnvind die heisse Lult noch erstickonder machte.

Der Djemcadar batte sorglich auch fiir Scliibam Anordnun-gen wegen ineiner uml meiner Leute Vorpilegnng getroffen mul sugar ei non seiner Hediensteten gesandt, der anscheinend die Vorriithe unter sich lialte und nach Bedarf verausgabte. Die mir vorgesetzten Mahlzeiten waren auch bier reichlich , doch weniger gut, und durch eine der Sklavinnen des Hau-scs bereitet, die es bekümmerte, dass ich nur wenig ass, da sie glaubte, icli sei unzufrieden mil ihrer Küche. Die in llóta gebolenen Euro|iais(dien Bequemlicdikeiten mangelteu liier, und die Bedienung war auch, lt;ia das Auge des Herrn t'eblle, im Allgemeinen lüssiger; docli war mir dies un-wichtig genug, und icli batte es. ohnehin lieber gesehen, batte ich micli selbst versorgen und mir alles Nothwendige durch meinen All beschaflen lassen können, der übrigens inzwischen zum grossen Manne herangewachseu und sich seines \\ erths bewusst geworden ist, da Alle, die Etwas von mir wünschen — und deren Zahl ist nicht gering — sicb seiner Vermittelung zu l)edienen pllegen. Meine Askeris liabe it'h mil einem angemessenen liaclischisch entlassen, doch liegen sie 1'orlwiibrend auf Besuoh bei mir, und dor eine von iluien, ein Skiave, bittet dringend, mich zurück naclt Makalla begleiten zu dürfen, angeblicli, weil er dort

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mid ziirück nach Sctiibarn, 197

Verwandie besuclien will, walirscheinliclier aber, um das ^ulo Leben lortselzen mul cliizu noch el was Quid eiiilieimscn zu können. Da mir der Mann syinpalbisrb war, ü'ug ich beiin Ahscliied seinen Wunscli dein Djeincadar vor, der ilin oline Wei teres erfüllle. Meine Vorausselzung, in ihm einon dienstfertigen , anf' meine Sicherhoit bedachten Gefabrten zu linden, liat micb aueb nicht geliiuscbl, wie inir denn allge-meiii Skiaven zuverlassiger ersobienen sind, als dio ('reien Araber, audi angenehmer, weil weniger nnmassend mul lanatisch. Meine Kameele und der Beduinen-iSéyyir liahen init Scbibam gleichfalls ihr Ziel erreiebt und kehren nach Ijadjaren zurück; so handelt es sich jelzl wieder um die Bescbaffung von Tbieren und Geleit. Da ieb zweifelhafl bin, ob ich micb nach Torim wenden kann, so muss ich dio Rückreise ia's Auge fassen. lob liaile scbon dem Djem adar erkliirt, dass ich zurück keinesfalls denselhen Weg' nelimen würde, dass es vielmehr meine Absicht sei, durcb Wadi bin AH und xo wci/ir zu geben , wobei ich das „Uudsoweiterquot; durcb Namen aus der Van den itergVcheu Karte ergiinzle, um von den Leulen die Mittbeilung einer gangbaren Route herauszulocken. Das gelang mir, Dank der /,iiverliissiglccil meines Kuropiiischen Gewiihrsmannes, und wenn man mir audi Vorstellungen wegen der ('nsichcrheil und Scbwierig'keit des beabsiebtigten Weges machte, so bemühte man sich doch, da ich micb von tneinem Vorhaben nicht abbringen liess, in der Richlung meiner Wiinsche, und der Muallim sucbte Kameele und Leute für micb zu beschaflen, was nichl ffanz leiebt war, denn dein Einen behagte es überhaupt niebt, mit dem Frengi (lurch's Land zu zielien, wabrend der Andere sich zu unmüssigen Ansprücben verstieg.

Im Laufe des Tages sandte ich durcb einen besonderen Holen meineu Empfehlungsbrief an den Scht'cb Aliu liakr Zubcdi in Tariba, indeiii ich ihm gleichzeitig den Wunsch ausdrückle, ilin persönlich zu hegriissen, und bedauerte, dass sich dies der herrscbenden Feindscligkeiten wegen wohl kaum ermöglichen lassen werde. Linige i'alienten begannen sicii einzufinden, aueb neugierige Besucber, die sich im Ganzen schicklich und i'reundlicb benabmen ; einen Séyyid , der

I

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Schibiim. — Niicli Saiuii mul Torim ,

unangemeldet und ohno Grass das Zimmer betrat und mir auf die Frage , was er wünsche, nur stol/, erwiderte: „Ich bin Séyyid und Scherifsagte leb, dass ein wohlerzogener Skiave mir lieber sei, als ein Scherif rail schlechten Manieren, worauf er beleidigt seiner Wege ging; es war ibm, der Anwesenden wegen, gewiss selii' fatal, dass ieb seine Würde so wenig respektirte; gerade deshalb iiielt ich es aber für nothwendig, mein Standesbewusstsein gegen das seinige zu behaupten. Denn icii glaube nicht, dass man micb hier lm Allgemeinen mit freundludien Angen ansah. Üei einein Spaziergange, den leb mit einer Askeri-Eskorte durcb die Stadt unternabm, wurde ich Ton der Bevölkerung derart überlaufen, dass leb kaum treten konnte und meine Begleitung tbrtwiibrend die Leute zurückdrangen mnsste, die daim auf' Seitenstrassen zur uacbsten Ecke liefen, wo sie mich schon wieder erwarteten. leb kebrte unter diesen belastigenden Umstanden bald nach Ilause zurück, oiine einen anderen Eindruck gewonnen zu haben, als: Hobe Lebmbiiuser, mancdie durcb Gallerien mit einander verbun-den und Durcbgange freilassend, und enge bolprige Strassen, von Schmutzrinnen durebzogen, die aus den Hausern genÉibrt werden. Die Bevölkerung von Scbibilm ist niclit geringe und mag sicli auf 6000 Measchen belaufen, lt;lio sich inner-balb der Mauern zusammendrangen, da wegen der Nach-barscbaft der Kalbiri's ausserhali) der Stadt keine Sicherheit herrscht.

Von meinem Ausgange zurückgekebrt, sleige ich, um mich zu orientiren, auf das Dacb des Palastes, der indessen keinen Ghulb (Aussichtstburm) besitzt, wie der danebenlie-gende des Djemadiir's Abdallab oder Audb , der trotz seines böheren Alters einen freundlicheren Eindruck macht, weil er, obwohl gleichfalls Lehm, doch in Etagenstreifen sauber mit Kalk getüncbt ist, den man in einein spitzenartigen Muster aufgelegt. Der Bewurf der obersten Etage ist liocli-geführl , und die aufgesetzten kleineren Ghulbs, wie auch der eine bobere, sind vollstündig geweisst. Thürme wie Dacb laufen in Verzierungen aus, die Lanzenspitzen gleichen und dem schweren Qebaude einen Anstricb von Zierlicbkeit ver-

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mid zurück iiiich Sclübiitn.

leiheii, den der gitterartig durchbrochene Rand der Terrasse noch erhöht. Dei' Palast, den wir bewohnen , geliürl dam Djemcadar Munas.sar , iilterem Bruder des in Schehr residi-renden Husen; zur Nachbarin, am gleiclien l'latze golegon, haben wir die verfallene Mosclioe des Schëch Macr[ir mit ihrem ebenfalls baufillligen viereckigen Minaret und dor machtigen Qübbe des Heiligen. Im Süden legt sich der Gcbel Chibbe in westsüdwestlicher Riebtung quer vor iSclii-biim, von der Stadt getrennt durch eine Shel (Suhél) el Bilad genannte Ebeue, die, etwa eine halbe Stunde breit, in ihrer südlicben llalfte niichst dein Fusse des Berges dicht mit Palmen bedeckt ist, zwischen denen eine Moschee und eine Anzahl vertallener IliinBer sichtbar werden, wiihrend sie im Ubrigen tiefen gelben Sand aufweist, aus dem nnr hier und da eine vereinzelte l'alme horvorragt. Das schon erwahnte Fort Saculiya liegt von unserm Standpunkt S.W. 210 am rechten Abhange des Geliel Chibbe, wiihrend an seinem linken Fusse, etwa iS.O., die weissen Hiiuser und Palmen von Hazim einer der Séyyidfamilie cAiderüs

gebörigen Ortscliaft, zu sehen sind. Die Djemcadar-Palüflte nehmen den östlichen Tlieil Schibam's ein, und eine etwa 20 Fuss hobo Lehmmauer, die die ganze Stadt umfasst, gebt von ihnen aus. Nach der Seite des Shöl ist eine Nuba (Fort) mit fünf Kanonen errichtet; auch in unserm Palast bemerkte icb zwei kleine Boller. Besonders östlicb der Stadt ziehen sich grosse Palmenwaldungen bin; ausserhalb der Mauer befindet sich eine grössere Anlage zur Herstellung des Indigo, den man aus der Pflanze llawir (Indigofera argentea) in der Arl bereitet, dass man deren getrocknete Bliitter zerstösst und mit Wasser übergossen in grossen irdenen Geiassen dor Sonne aussotzt.

Man gal) mir die Riebtung aui' Terim als ostnordüstlich an, nordöstlicli erblicke icb den Gebel Qabüsa ), dor

sich anscheinend vor das Gebirge gelagert bat. Au seinom Fusse sind N.O. CO die Uiiuser und Palmen von Behiira (s.^o), N.O. am Gebirgsabbange Holed DjaViima ,

und ein-wenig rückwiirts, N.O. ÜO, ein anderes kleines Beled, Mechtórga sichtbar; die beiden letztoren

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Sdiihiini. — Nacti Siiiiin uml Toiim

sollen am Fnsse der ilinei\ g'leichnamigen Berge liegen. Alle drei Ortscliaften sind duin KaLhii'i uuterthan, dessen Gebiet diclii liinter 8clnl jam seinen Anfang nimmt.

^lan hatte mir bereils in Itadjami erziililt, am Gebel Qabrisa mul zu Djacaima g'iibe os alto Inscbrifteu; besondors sei Gebel Qabusa merkwiirdjg, da sicb in ibm eine Höble belinde, die das Grab des Scheddiid, Solmes des cAd, ent-balte, dessen Gebeine ein koslbarer, mit zablreirben Insebrif-ten bedeckter Barkopbag u in lange. Obgleieb die Mittbeilung vollkomnien nnbeglaubigl war, ancb don Hlempel der böoh-sten i nwabrscbeinlicbkeit trug, verspracb ieb mir doch von einem Ansilnge dortbin eine Ausbente, venn audi vielleicht in anderer ilicblimg, mid balte bereits mit Djen/adar Selah in Qatn dariiber Eiicksprache genonimen, audi einen will-fabrenden Bescbeid erballen. In Sdiibam regie i(di die Pacbe alsbald wieder an: da aber die genannlen Ijokaliliiten, wie ■-'■bon erwabat, miter dor Hobeil derden Kacaiiiquot;s feindlicben Katbiri's stelien, so bedurfie os eines Goleils von iSoiten der ansiissigen iStiimme, zn dessen Voi'millelung man sidi an den iSi'yyid iliisdn Aidorus wendele. Dieser war gokommen, das Nahere zn verabreden, mid sass im Medjlis, wabrend moin Adjndaul Salim zu mir kam, um imiglidisl viel aus mir berauszupressen. Er fragle, was idi dom Sóyyid geben wolle, da dieser doeh die Siyara zu bezablcn babe, worauf idi erwidorte, dass mir ein Betrag von 20 Rupien auge-messen ersdiiene. Dann raeinte er, die Leute, deren Zabl siob aul wcnigslens zwanzig bolielb, müsslen vom Sóyyid audi bewirlbot werden, wofiir idi weitere 20 Kupion bewil-ligle. Als or dies uocb immer wenig land, ward idi un-geduldig und ersucbte ibn, von weiteren Bobrversucbeu abzusteben, da iidi nicdit mobr geben wiirdo; iibrigeus sollo dor Djem adar von seinem Verfabreu gegen midi unterricblet werden. Er wurde arrogant und erklarte, er werde dafiir sorgen, dass aus der ganzen Sadie Nidils wiirdo, worauf ich ibm bemerkte, dass mir audi dies vollkommeu recbt sei; zuniidisl möge er aber seiner Wege geben. Er ging und reiste am niiobsten Morgen nadi ijola zurudlt;, indem er das I'ford milnabm, das der lljcin adar audi fiir meiuen

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iiml zui'ück nricli Schibam.

ferneren Gebrauch in Scliibam bestimml liatto. — Nachtlem mich Salim verlassen, kam der Mui'illim und suchte micb wieder zu besiinftigon; er erkliirte, der Hi'yyid sei mil (ligt;n gebotenen 40 Rupien vollkommen zu ('rieden, und brachte mich mit ilim zusatnmen, worauf wir den AuBliug für den uüchaten Tag verabredeten, obne den Geldpunkt nocb ein-mal zu berühren.

Am 20. Juli. Da das Pferd mir enfzogen war, besorgte der Muallim ein Kameel, diesmal mit einem Reüsatlol, wiibrend der Sóyyid seiiuin woblgeniiltrten sclnvarzen Ksel, mit weisser Scbnauze und brillenarfigen bellen Eiindern um die Au gen, einen ricbtigen i'faffenesel, rilt, wie audi sein Herr, mit dickem Kopf, scliwarzem zugespitztem Bart, blin-?,einden Augen und Stiernacken, etwas Pfaffiscbes bat, ob-gleieii die Séyyids nur Heilige, keine Priester sind. Um V/lt; Uhr Morgens brecben wir in Begleituug einer Anzabl Askeris auf und nebmen unsern Weg zunaobst zwiscbon der östlicben Maner und dom Palmemvalde, um, nacbdem wir die Stadt liinter uns gelassen, au!' erln'ibtem Pl'ade inmillen üp])iger Anlagen in nordösllicdier Ricbtung weileiv.uwandern. Wir kreuzeu eine Sakiye; dann folgen Lebmliiigel, in deren Senkungen Te'am gebaut ist. Um 8 Uhr baben wir eine weite wollige Elieno mit ganz niedrigen diinenarligen lliigeln Flugsandes, fast olnie eine Hpur von Vegetation, vor tuis. Links am Fusse des Gebirges, von einem Hüsu dos Katbiri iiberragt, Gfira (s.Lï), ein grösseres Holed, von dessen Palmen nur wenig siobtbar isl ; woiterbin am Ausgange des Wadi Nacam der gleioiinamige Orl , mil ösllioli sirb

binziebeuden Anlagen. Das Ton-ain wird ebenor und bedeokt si(;b mit einer allerdiiigs dürl'iigen Vogolaiion: vont niiobslen liergosabbange senkl sicb ein Wadi Asliobo borab. Fin S(ddal unsorer Begleituug scbiosst soin Gowohr ab, um die Ivatbiri-Eskorte berboizumten. Wir niibern uns lisilioli dom Gebol Qabilsa, der sicb als oin romantisch aulgeliauter Folsborg answoist, zurn Thai sloil , zu den Soilon miissig ablallend. Kurz vor iluu passiren wir den Rest einer alten, doch sicberlich nicht adilischcn Mauor, in deren A'iiho vor einiger

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Scliibiiin. — Kacli Sailin und Tovïm ,

Zeit l)eiirl)eitotes Golil gofunden sein soil. Um f Ulir siiul wir am Fusso des lierges angelangt, und unsere Leute maclien bei einer Sigaya Halt, wiihrend ich die steinige Auhöhe weitor aufwiirts steige, allein, demi sclieuer Aber-glaube halt meine Geiahrteu ab, mich zu begleilen; spater kaïn rnir jedoch mein Diener nach. Eiu Sclia'b, das vom (jabüsa abfiillt, senkt sich in miissigen Windungen zum Tliale liinab. Mühselig über das weglose Gestein emporklet-ternd, iia!)e ieb eine llöbo erreicht, ilie den freien Umblick gestallet. Nordwestlicb im Thale das schon erwiilinte DjVuima, sowie einzelne llusun und Hiiuser mil geringen, sitib nach Norden ziebenden Anlagen; ansebnlicber sind die Kuituren am nördliehen, linken, Abhange des (^abüsa. Schibam liegt südwestlich, ^\ra(li bin Ali, in dem grosse Palmenanlagen und die weissen Hiiuser zablreicher Bilads sicbtbar sind, gerade südlich von hier. Wadi Scbibftm ist ebenfalls im Südwesten wahrnehmbar; sein Lauf liisst sich etwa südöstlich übersehen. Es ist mir nicht ganz klar geworden, ob ich uater dem Namen Wadi Schibam, der vielfach im Wechsel mil Wadi Serr gebraucht wird, hier die ganze Tbalniede-rung zu versiehen babe, oder ob es, wie anzunehmen, ein besonderos Wadi Schibam giebt, das daim links zugeflossen sein müsste, und sicii zunacbst selbststandig biilt, bis es unmerklich verlauft oder im Hauptwadi auf'gebt. Ein eigent-licher Wasserlaul' ist kaum erkennbar in diesem ausgedehn-ten, auch ferner von Gebirgsriindern eingei'assten Thalgrunde, dessen Boden vielfach nur tiefen lockeren Sand mil geringem l'llanzenwuchs aufweist, wiihrend die vorhandenen Kuituren in grösserer oder geringerer 15reite und Dichtigkeit sich nach den Seiten gezogen haben, wo ihnen die abtliessenden Bergwasser reichlicbe Nahrung spenden.

Eine Iliilile vermochte ich nicht zu enldecken; was man mir als solclie /.eigte, war ein milchtiger Felsblock , in dem das Wasser eine schmale Öflhung geschaffen batte, die wir durchscbritten. Man wies nun von unten auf eine noch inehr nach ol)en gelegene Hohlung, die wir, die steile Hiilie weiter erklimmend, auch erreichten. Der lierg zeigte in seinem oberen Theile breite ofi'enliegende Schichten einer aus

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mul ziirück irncli Scliibiun.

violett gefarbtem Tuff uhcI Basalt-Jaspis 1) zusammengesetzteu Gesteinsmasse. l^ie angeblioho Hölile abei' erwies sich als ein breiter Spalt zwlschen zwei ganz kolossalen von der Höhe lierabgestürzlen Blöcken, der sich nacli innen verengte, so dass Itein Eindringen rnöglicli war; an der Hiicksoite dieser Felsstücke liatte sich jedocli die Lücke zu einer grosseren Iloblung erweilert, die sichtlieb nut der von vorn gesehenen üffnung kommunizirte. Da meine Hoffnung, die berühmte Hölile noch zu entdecken, vollkommen gesehwuu-den war, der weitere Aufstieg aber wegen der grossen Steilheit und Zerrissenheit des Berges einen übermiissigen Aufwand au Mühe und Zeit erfordert hiitte, so zog ieh vor, mich aut' den Rückweg zu begeben, der beinaiie gelabrlich war, da die lockeren Felstrümmer unter unseren Füssen fortrollten und uns uiit in die Tief'e zu reissen drohten.

Als wir von unseren fruchtlosen Miihen abstanden und zu unseren Leut en zurückkehrten, fandeu wir sie um die Askeris dos Katbiri vermohrt, die zu unsorer Eskorte bestimmt waren, und die wir begrüssteu. Dann macliten wir uns nach der eine Vierielstunde entfernten Hota des Héyyid auf, die dein Berg Djacaiina gegenüberliegt. Das etwas erhöht er-richtete Ménzil (Wohnhaus) ist von mehreren verfallenen Wohnstiitten umgeben; es hat einen grossen ummauerten Vorhof, der Kameelen und Eseln znm Aufenthalt diente. Mein Gefolge war jetzt recht betrüchtlich: Askeris und Sklaven des Djetn^idar's, Askeris des Katbiri, darunter einer, den sie als Daule2) bezeichneten und der sich durch grosse Liebenswürdigkeit gegen mich hervorthat, Kameel-treiber, Triiger, kurz Personen liatten zusainmenkoinmcn müssen, um mein glanzendes Fiasko zu konstatiren. Im gerüumigen Medjlis, zu dein man uur zwei Slufen empor-steigt, f'auden Alle Platz. Ober den mattengedeckten Fuss-boden waren die aus schwarzer iSchal'wolle gewebten groben Beckon gebreitet; der Sóyyid und ich batten Kissen, mit buntgestreiflem orientalischem Stoff belegt. Es gi\i) guten

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Sio imnnfcn dieses Oestein I.IntnAia

2

Wahrscheinlich war or MvKjadduiu odor liosit/.or oinor kluinen Ortschaft.

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Niich Siiiun mid Teviin

Kaflbe uml spüter das Diner, ilas fiir raicli besonders bereitet seinen : drei Fleiscbsorten , davon zwei ge,sauce te , Brot, Keis, Alles gut; ich ward mit einem Blechteller und einem sehr biegsameu lilecbloll'el ausgezeiclmet, wiihrend die Anderen, gruppeawoise um grosse lieissehüsselu gekauert, ihr Mahl in gewobnter Art, das beisst mit den Handen, zu sieb nahmen. Deui Essen folgte eine sebr angeregte Unterhaltung, die fiir midi obne luleresse war; der Séyyid priisentirte mir nocb seinen kleinen Sobn, der das vülerliebe Blinzeln ererbt halte und dadurcb seine edle Abstammung unverkennbar bezeugte. Uiu 4'/2 Uhr bracben wir wieder auf, nacb Hause, und zwar iiusserst befriedigt, obne dass vou irgend einer Seite der Versuch gemaebt worden wilre, auf die ursprünglicb mit diesem Auslluge verbundene Absicbt. mit einem Worte zurückzukommen. Scbibam liegt von bier gerade S.S.W.; nacb einer Mertelstuude verlassen uus die Katbiri-Leute, und um S'A Uhr erreichen wir wieder Scbibam. Unterwegs sehon halte ein glilbender Wind den Sand so aufgewirhelt, dass die nahen Berge im weissen Dunsl verschwanden. Nacb unserer Ivückkelir zog in der Ferne ein Gewiltor auf, das sicb gegen Abend naherte und einèn ausgiebigen, etwas kiiblenden liegen spendele. In der Nacht celebrirte man in der am Platze gelegenen Moscbee ein Mrdid , jene lürmende Fraudenfeier zu Bhren des l'ropbeten, über den das Heil.

Am 21. Juli. Die Ungowissbeit, ob ich mich mm wieder gen Makalla wenden oder zuvor die lieise nacb Terim machen werde, bleibt besteben. Fiir alle Falie sind einige Provisionen nöthig, wegen deren Boschaflung icb am Vor-mitlago selbst zu Markte gehe, wobei irh heute weniger als sonsl hclasligt werde. Ein Spaziergang in diesen Strassen ist wenig erfreulich; sie nehmen den Abgang aus den Hiiu-sern ibeils vmmittelbar auf, theils lliesst er über gekalkte Ahsenkungen in geringe Vertiefungen, die zu schmalen, die Wege dm^disclineidenden Kinnen führen. in denen das Schmutz-wasser stagnirt. Der Markt isl obne Bedeutnng, die unge-mein kleinen Lilden baben keine Auslage, die Waaren, die ich sah , waren von geringer Qualitat. Doch mag fiir arahische

Si'liiliiiin. —

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mid ziinick niicli Scliibitni.

liedürl'nisso alios Bi'forderliclie vorliunclen sein, da Scliibïlin als oine Handelsstadt ersten Uanges g-ilt und wirklich Hainn und Tenin in Bezuf? aul' liebeu und Verkehr weit überraa't.

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Ich bemerkte aucli Europüische Artikel, wie Ftalienische Seife, Französiscbe Lichte, bunte Ilolliindische Forzellane; Lobensmittel und tagliche Bedarisartikel, wie ilcilz, l'alm-körbe u. A., werden meist aul' offener Stranse feilgeboten, auch Handwerker üben ihre bescheidene Kunst vielfacli ini Freien. Mehl bekommt man nicht, nur Weizen, der dann Weibern zum Mahlen übergeben wird. Diese Getreideart gedeiht vortrefllich in dor LJmgebung von Hchibiim. Das -Salz, das man zum Verkauf bringt, slammt von Schébwa , das sechs Tagereisen westlicli von Schibam im Lamlo der Eerök gelegen ist, wohin Wadi Irma (^') seinen Laul' nimmt; in derselbon Landschaft lindet man auch Salz in den nahe Scbébwa gelegouen Ortschafteu cAbidi'. und

clyad (oLc). Wie man mir erzsihlte, zahlt man fiir den

Sack Salz an Urt und Stelle einen Besa (2 pf.), wo/.u allor-dings die Kameelmiethe tritt. Las Salz, von dein ich zu Hause eine Frobe untersuchen liess, ervvies sich als reines Natrium-Cblorid, also Steinsalz, das hüchst wahrscheinlich auf natürlichem Wege entstanden ist.

Die Eechnungsmünze in Schibam ist der Girsch (Maria-Theresia-Tbaler'), dessen Bruchlbeile ihren Ausgleich in Anglo-Indischem Gelde finden; doch wird von Kupfergeld nur die iillero Fragung mit der Wage angenominen. Bei Zahlung in Uupien kommt man zu Schaden, dena der Girsch, dor in Makalla 2 liupion 2 anas, schliesslich nur 2 Unpion und daruuter stand, musste in Schibam mit 2 liupien 4 anas ausgeglichen, aul' das 2-ana-Stück, gleicb 8 liosas, also ein Besa zugegeben werden, sotern es Vio Girsch darstollen sollto. Die Marktleute zeiü-ten sich mir übriirens

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zuthunlich und l'reuiidlich, und ich kaut'te Einiges, musste aber schliesslich doch das Feld raumen , da mich das l'ublikum von allen Seiten dicht umdriingte.

1) Ich nonno ilm der Kiirzo wogen gewiilmlich „Thalerquot; (vorgl. S. 2-1).

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Nacli Saiiin iiml Tonin ,

Der Miiiillim brachte mir im Lauf des Tages einen Sóyyir, Namens Siiciil Berayih vou den Al Auu

(^.^), die zu den Kathiri-Hlilmmen geboren. Dieser Mann, der im Wadi bin cAli anstissig war, sollte mich auf dem Wege durt'h dieses Wadi naeh Makalla geleiten ; die Kameele verspracb er morgen zu liefern, doeh verabredelen wir zu-niiclist noch nichts Bestimmtes. Inzwischen traf ein iiote des Scbëch Abu Bakr Zubédi ans Tariba ein mil. einem Scbreiben des Sclu'cli, worin er sich erbot, mir auf Wnnscli Siyara von Saifln, Terim nnd den Mescbïlich, das sind die freien Scdiëcbs der unterwegs gelegenen Ürtscbaften, sowie seinen Solin nacb Schibam zu senden, die mich sicber gcleiten würden. Diese Mittbeilung war mir in einer Art sehr er-freulicb, demi die gebotene Sicberbeit war zweifellos; docb schien os mir notbwendig, mich zuvor der Zustimnaung der Schibamer zu versichern, deren Wohlwollen ich znr Förde-rung meiner weiteren Pliine bedurfte, für die man sich ja bereits bemübt batte, i^o gab ich dem Buten eine ausweichemie Antwort, um Zeit zu gewinnen.

Gegen 5 Uhr beginnt es wieder in den Bergen zu don-nern; das Gewitter kommt bald niiber und bringt audi una einen krüftigen Regenguss. Ge walt ig rollt der Donner, und der Sturmwind scluittelt die ijuft wie ein macbtiges nasses Tucb. Aber das erfriscbende Nass versiegt bald wieder; immerhin luit es die vorher auf !j80 C. erböhte Sc.hatten-tem])eratur um einige Grade ermassigt. Aucb bier bemerkte ich, das die Leute wiibrend des Regens .,Ya kerlmquot; aus-riefen,

Am 22. Juli. Es baben sich mit der Zeit zablreicbe Patienten eingefunden, aucb Weiber, die mit ibren Miinnern kommen: gegen 50 Menschen konsultirten mich diesen Tag, obne dass ich viel lielfen konnte, demi gerade die Medika-mente waren mir ausgegangen, deren ich besonders bedurft hiilte. Die Meisten klagten üher beftigen Kopfschmerz oder starke Migrüne, doch auch Augenkrankbeiten, Huston, und Schwiiebe aus verscbiedenen Ursacben sucliten Hülfe; wenig Wunden, im Gegensatz zu den Ilafenstadten; aucb eine

Schiliam. —

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mul /.iiiiick nacli Scliihatn.

Anzahl Bettler (Iriingte siuli unter dem Vorwande von Krank-heit lieran. — Am Nachmittag brachte mir ein Bote auH dem Qatn einen Brief vom Djem'adfir Selah folgenden Wortlauis ');

Von S el all Bin Mu ham mod Bin cAinr Bin Anijh el Kacaiti.

Preis sei Gott, dem Urqueil der Lobpreisungen dessen, den er zu seinem Auborwaiilten erkor1), dem Mender seiner ruhmvollen Apostel mit den Botschaften seiner Gesetze und der rechten Leitung, und Gohet nnd Ilcii iiber nnsern Herrn Muhammed und sein llaus und seine Gefahrlen. — Hiernach hringen wir Griisse, die kaum auszudriicken sind, und Lob, zarter und liebliclier, als das kühlende Lüf'tchen, dem dar, dessen Spuren in \\ ahrheit ruhmvoll, und dessen Nachrichten auf Wegen der Freuiulschaft schön sind, der erhabenen Excellenz und dem hohen ausgezeiclineten Frennde, dem Sahib Chowadja Leo Kirscli, don Gott begliicke und schütze und behüle.

Dieser Brio! kommt vom Belod Eaidha ''), und es ist nichts Erwahnenswerthes zu berichten, ausser Gules; mein Zweck ist, mich nach Deinem Befmden zu erkundigen, nnd mein Hollen, dass sicli Nichts znm Schlechten veriindert iiaben moge. Dein angenehmer Brief ans Sciiil)am ist angelangt mit der Mittheilung Deinor Ankunft, woriiber wir uns freu-ten. Und Du begabst Dicii zum Schedi Abdallah Bin Sacid und danktest Seiner Excellenz fiir Deine Aufnalime entspre-chend dem, was wir vorschrieben. Dies ist nur das Nothige fiir Dich, und wir haben damit Deine rechtmiissigen An-sprücho gegen uns niclit erfüllt; vom Ereunde erhoflen wir jedoch die Verzeilmng unserer Unziiliinglichkoit.

Sodann rnusst Du unbedingl mindestons nach Terim reisen,

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Dos Prophcton Muhnmmod.

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Niich Suiun mul Toriin ,

mul wir sehriebon doiu Scliëch Abdallah 15in Sa'id, Dir zuverlassiges Geleit zu suchen, mil dom Du nacti Terim gelien mul zu uus zurückkehren wirst, da Du auf Deinem Reisewege sclion in dio.se Gegeud gelangt bist. Du kannst Torlm obue iJeschwerdo orreicbeu; was aber Hir Borbüt betrifl't, so baben wir kein Vei'trauen zu tlou Stammen jener Gegeud. Nach Deiner lliickkolir vou Torlm muss ieb uubo-dingt eine Zusaminenkunft mil Dir baben, so Gott, will. Dor junge Salim Abdallah ist bei uns angekommen und bat die Pierde gebracht; wir vorluuglon sie jedoch nicbt ebe'' zurück, als bis Du es geslattetest und werden sie nun, falls es Dein Wunsch ist, Dir senden. —

Dieses dient zur Mittheilung der Ankunft Deines lirietes und zur Darleffuny dos Vorstehenden. Und unsern Gruss

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au Dich.

Geschrieböu aiu Sonnabend, dom 8ton dos heiligen Mouats Mobarram im Jahre 1311.

Meines Eraohlons hiillc der Djeu/adar das Geleit, wenu aucb nicht bis iiir Berliüt, wie ich ilim früher den Wunsch ausgesprocben batte, doch recht wobl bis nach dem kaum eine Tagereise vou Tormi enttbrnteu Aiuat (o.aj!) ausdebnen

können, wo der bociiverehrte .Mi'insib1) der Yafeci's, Séyyid Ibn iSchech Bu Bakr Bu Salim seinen Sitz bat; vielleicht fiirchtete er, sich vor diesem Heiligen durch die Einfübruug dos Uuglüubigeu eine Blösse zu gebeu. Bchliesslich war ich aber auch mil. dem Erreichtou zul'rieden. Von Krieg in dem zu durchzieheuden Qebiet war keine Rede mohr; der Friede war wohl inzwischen geschlosson worden. Dor Muallim \ror-anlasste den ursprünglich für Makalla bestimmten Sóyyir Sacid Berayih, mit mir zu gebeu; zwei Kameele, die von Sklaveu der DJabiri geloitet waren, kamen Abends an. Die

Sdiiliain. —

1

Munsib iiborsct/.lo man mil* mit Hakim kcbir, d. i. „obovater Richtorquot;. Dicso Mimsibs bilden die höchste Instan/. für StainmesRlreitigkeiten; Maeht-mittcl zur Durchfiihrung ihrer I rthoile, donen ihr moialisches und personlichca Ansohon das Hauptgewicht verloiht, besitzen »'\o niehl. Warum dor Oberrichlcr der VateYa seinen Sitz aussorhalb des Staminesgobieta hat, sogardurch foindlicho Siiimino vou ihnen getrennt, erfuhr icli nicht.

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und zuiiick nnch Scliibuni.

Hedingungen für Kameele und Séyyir waren selir massig, und der Mann erwies sicli als bescheiden, sorglich und zuverlassig; nur wussle er auf dieser Tour nicht so gut Bescheid, wie ich es gewünscht hatle, und er versetzte mich zuweilen dvirch seine problemalischen Auskünf'te in lieftigen Zorn, dessen Ausbruch er gelassen ertrug.

Am 2li. Juli. Morgens 0 Uhr nur 28° C.\ das Barometer wies 6G9quot;quot;quot;. In der Nacht grosse Prozession init Laternen, Handeklatschen und Qesang, wegen des Hel (Gehirgsslroms), der in Folge der letzten Regen erwartet wird oder schon erschienen ist. Die bessere oder geringere Qualital der Dat-telernte hiingt wesentlicli ven der Menge dieses Wasserzu-tlnsses ab, der, den Plianzungen zugeleitet, sicli in den sie durchziehenden Binnen vertheilt,

Nachmittags ü'A Uhr Aufbrucli nach Tenm. Ausser dom Séyyir begleitet uns nur mein Diener, und icli beschraidce mich auf das nothwendigste Gepiick; alles Ülmge bleibt in meinem Zimmer, dessen Schliissel wir inilnehmen. Gross kann die Gefahr nicht sein, da man uns ohne jede Eskorte ziehen liisst. Wir passiren zuerst den Palmenwald , wie nach Qabüsa, worauf wir die den cAiderü3 gehorige Ortschaft llazim mit ihrem weissen viereckigen Minaret süd-

östllcb wahrnehmen. Nach einer Viert elsiinule wird Behiira am Fusse des Qabüsa sichtbar; wir wandern in nordnordöst-licher Bichtung über die gleichmiissige, mit geringer Vegetation bedeckte Sandflache, an deren rechter Seite man unbedeutende Anlagen erkennl. Um li1 A Uhr haben wir das dem Kathjri gehörige Hilad IIó(ai Ahmed bin Zon elwa BÜdöstlich; in gleicher Bichtung weist man anf die Einmün-dung des Wadi bin All in Wadi Schibaui, in dein unser Weg fiihrt; N.N.O. von hier, zu nnserer Linken, miindet Wadi Dja aima am Fusse dos gleiebnamigen Berges. Den nordwestlichen bis nordostlichen Horizont decken sclnvarze Wolken, wiihrend wir in der gliilienden Sonne braten. Der Boden zeigl kleine Anhiiurungon, die mit Negiiwa (n^Lai), einer Salzpflanze, bewachsen sind, wie deun die Vegetation allgemein el was dichter wird und besonders ein feines Gras

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210 Scliibum. — Nach Saiim und Torïm,

mit gelber ISliillio, in grossen Bi'ischen wucbernd, und elwas Oscliér her vort reten liisst.

Wiihrend wir in etwa östlicher Kichtung weilerziehen, wird mn 4'/i O.S.O. in der Entfernung die Stadt Ghurfa (\:.c) an der rechten Gobirgsseite, am Fusse des öebel VirgM gelegen, erkennbar. Den Berg vor diesem nannte man zuerst Ba Bakr; dann sagte man, dies sei der Name der den Kathiri's gehörigen Hauser und llusiin, die am Fusse dieses Herges liigen, der in Wirklichkeit Gebel Brisker baisse. Noch vorher, an denselben Berg gelehnt, erscbeint die Ortschaft Di Sebfib , dei' Séyyid-Familie El

Bahr (^.'O gehorig. Um é'A Uhr sehen wir rechts, etwa in unserer Höhe , Wadi Yób einmünden, das vun Südwesten kommt und angeblich dem Wadi bin Ali entstammt '). Hint er nns, im Westen, fallt offenbar Regen, und die das Thai einscbliessenden Berge sind /.um Theil in Nebel gebüllt.

Dem Gebol Yirgid folgl auf der rechten Thalseite Gebel

— - gt;

Sch-bob ), dann Gebel Djézme , der sich

anscheinend im Osteu breit vor das Thai gelagert bat; beim Niiberkommen erweist os sich aber, das seino lange Kette aus mehreren Berggliedern zusammeugesetzt ist, deren naiierer Bekanutschaft wir entgegengeheu. Wir sind jetzt auf der Höhe des links gelegenen Behrira angelangt, das

sicli als kleines Beled mit Hüsn und ansehnliohen Palmen-pflanznngen ausweist; in seiner Umgebung die {Jiïbbe eines Scht'ch Bin Sacid bin Schocii. Der Weg fübri durch ausge-debute, atjer iirmliche, meist juuge 1'almenanlagen, die von einer Anzahl Kilts bewaoht werden. Mehrfacb sind Menschen tliiitig, aus Brunnen das Wasser in bekannter Art empor-zuziebcn und es den nicht gar zablreichen Bewtisserungs-rinnen zuzufiiliren, die den Boden durchscbneiden. Ein Beduine und sein W eib, die ilire Kameele mit trockenen Palmzweigen beladen baben, um sie nach Ghurfa zu fiibren, gebeu uns

1) Die Rodowciso: „Diosos Wadi kommt von joncm Wadiquot; ist sohr hiiufig. jch verstohe daruntor in unserm Vallo, dasa oin Arm dos Wadi bin Ali als Wadi Ycb soinon eigonen Wug zur grossen Nioderung nimmt.

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und /.urück nacli Schibüni.

7M Irinken. Mit liisügor Beharrliclikeit begleitel una cin liel-tiger nördlicher Wind und liiilli IJerge und Thai in dichten Staubdunst. Qegeu fj'A Uhr [lassiren wir dicht bei den weit vorgestreckten Ausliiufern des an der linken Thalseite dem Geljel (^abusa folgenden Gebel Mechtérga, deren einen ein verfallener JCnt krönt, wiihrend die Hpitze des andern von einem Hüsn beset/,t ist, wie sein Abbang mit llüusern, Alles in Ruinen. Die Palmen werden bier weniger dicbt und horen bald ganz auf; uur friRcbgrüner Rak bedeckt noch den steinigen Grund. Wir entf'ernen una von der linken Thalseite und scbreiten der Mitte zu, wo Ilügel gelben Flugsandes mit wenigen dürftigen Palmen in den dazwischen liegenden Senkungeu uns nocb eine kuize Strecke begleiten, tun dann bald fast vollslandiger Vegetationslosigkeit I'lalz zu machen. Um öVi Uhr wird nordöstlicb, an der linken Tlial-seite, die Ortschaft Medïïda mit Hüsn und Palmen sichtbar, wiihrend Saiün zur Rechten, gerade östlich von liier, ge-zeigt wird, mir jedoch des starken Dunstes wegen verhüllt bleibt. Dagegen tritt das am Abhange des Gebel Sch-höh davor belogene Terïs südöstlich hervor, wird aher unseren Blieken bald entzogen durcii eine Kelte bölierer Sandhügel, die sjch davor gelagert liaben. Solche Hügeh'eihen, dürftig bewachsen, verdecken auch die linke Gebirgsseite; zwischen ihnen zielit sicli der vollkommen el)ene Weg os(nordöstlicb bin. Saiüu (eigentlieb Sênn, erscheint jolzt am Ab

hange einos Berges, den sie (iebel Saiün nonnen, vom hochgelegenen Hüsn des Sullans überragt, mit bedentendeu Anlagen, die sich weit in die Niederung hinausschieben. Um (5 Uhr befinden wir uns auf der Ilöbe von Mediida; bald darauf durchschreiten wir, zur rechten Thalseite über-gehend, einen lehmigen feuchten Wadigrund, in dem sich oine Anzahl grösserer Wassertümpel gesammelt bat. Bei dieser Stelle erkliirte mein Führer ausdriicklicii, wir seien liier ini Wadi Masile, das, wie er binzufügte, nach Qabr Bud und in's Meer gebe; wie frülier erzahlt, sali ich es bei St'hut münden. Vom Gebel Sch-höh liiuft das gleichna-mige, sehr breite Wadi ab, das, so weit man blickt, mit Palmen angefiillt ist. Hoi seinem Ausfluss an der uns zu-

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Schibaiu. — Niich 8;iiiiii mul Terini

niU'hst gelegeuen Seile Terts uu der amlern Haiun;

doch niimile man auch ein Wadi öaiiin, und es ist nichl ausgeschloasen, lt;lasö vom Gebol Öaiuu dieses zweite Wadi deuiselben Ausgange zuströmt. Um GV-j Dhr siml wir bei den Anlagen von Saiun angelangt, uud der Weg lülirt zwi-schen Iiohen und uiederen Palmen, iippigem IVfim, Weizen und neubestellten Feldern. Überall Brunnen, breite und schmale Wasserrinnen durchziehen den ganzen Grund. Es regnet ein wenig: an allen Seiten des llorizonts zucken 151iize, enlfernt rollt der Lonner. Die Danimerung ist herein-gebrocben, und \Veiber und Kinder kehren aus den Anlagen zur Stadl zurück. Fünf Minuten vor Saiun , aui Fusse eines vorgeschobenen llügels, eine kleine, mit inehreren Kuppeln überdachte Moschee; der Weg führt über ebenen, unbe-wachsenen Grund; aber rechts und links begleilen uns Palmen. Niichst Sainn , ausserhalb der Stad (maner, eine zweite Mosehee mit Kupi)eldacli und hübschem durclibroehenem Mi-nare! ; um 7 Uhr passiren wir das niedrige Stadtthor. Der Heduine i'iilirt uns lange in der Stadl herum; er scheint selbst niclit zu wissen, wohin; Moscheen, Palmengiirten, hohe und niedrige Hiiuser, meist letztere , scheinen kein Ende zu nehmen. Oil'enbar bewegen wir uns im Kreise; es ist vollstandige Nacht geworden, und uur der Mond beleuchtet unsern irren i'i'ad. Endlich steigen wir im Hause des Dellfil Abd-allah bin Sfilih Bagtiyan (0L1»s1.j) ab, von dessen Tochter, einer schon illtlicben Frau mit zwei artigen Knaben, wir freundlich empi'angen werden. Dellal lieisst Makier, für was, weiss ich nicht; Beduinen pfiegeu iiier beiui Dellal abzusteigen, wenn sie kein anderes Unterkommen haben, so auch wir, die wir keine Empfehlungen für Sainn mitführten. Die Aufnahme war armlich, aber behaglicher, als die Gast-freundschaft der Grossen, zumal man uns lür unser Geld alles Gewünschte besorgte. Wir quartierten uns zuerst auf dem tlachen Dache ein; aber ein lieftiges Ge witter mit starkem Eegen, der die halbe Nacht andauerte, trieb uns in das kleine niedrige Medjlis hinab, in dem wir die Nacht zubrachten.

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\inil znrück narli Schibiim.

Am 24. Juli. Um O Ulir Morgens weist das Thermometer 29° C., das Barometer 674quot;quot;quot;. Heut am 10. Muliarram wird in Makalla das cld cAschrir gefeiert, an dein man die Kinder mit Süssigkeilen besehenkt : in iSainn war nichts Festliches wahrzunehmon. Icli sandte meinen Bedu /.um Sultan unci liess ihn um Erlaubniss bitten, die f?tadt besich-tigen zu dürfen, was er ohne Anstand bewiliigte, nacbdem er den Mann über midi und meine Absicbten grüiullicb ausgefragt. Der Sultun von Saiiin lieisst MansUtr bin Glmlib bin Muhsin el Kalliiri, wiibrend sein Bruder Mübsin bin Ghalib in Terlm regiert. Meine Wirlliin drückte grosse Unzufriedenlieit mit ilirem angestammten Herrscher aus, der naoli ilirer Mittheilung Geld von seinen Unterthanen eqtresse; wabrscheinlicb sorgt er landesvalerlieli dafür, dass sein getreues Volk nicht übermiithig werde, indem er in Form vTon Steuern die unnöthig angehanften Überschüsse in seine Tasche leitet. Zu solchem Verfahren scheint er uber beinahe gezwungen zu sein, denn die Kathiri-Sultane besitzen nicht den tinanzielien Rückhall der Kficaitis; auc.h dürfte der Ertrag der ausgeschriebenen Contributionen kaum lioch zu veransclilagen sein, denn an die hier besonders machtigen und l'asl allein wohlhabeivden Séyyids wagt man sicli nicht heran. — Saiun soil 300 Moscheen besitzen; die Uiinser seien, wie mir meine Wirthin versiclierte, alle bewohnt was auf eine ansehnliche Bevölkerung schliessen liesse, die jedoch von glaubwürdiger iSeite nicht über 4500 Seelen geschiitzt wurde.

Die Strassen von Saiïïn sind breiter und reinlicher, als die von Schibam, und werden frei gehalten von den Ausllüssen der ïïiiuser, die in ummauerte Ecken münden. Innerlialb der die Stadt umfassenden Lehmmauer linden sich bestellle Felder und anselinliche Palmgiirtcn, die meist den Mosclieeu gehören. IJiese sind in der Tliat zahlreich und gut in Stande; dio bedeutendsten wurden mir l)ei der Wanderung durch die Stadt von meinem l'reiwilligen Gefolge bezeicluiet, das sich et was liistig, aber keineswegs unfreundlicli benahm und sich anscheinend dos Interesses f'reute, das ich für iliro Heiliglhümer bewies. L)ie hervorragendslen wurden von den

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Schibiim. — Nach Saiun und Terini ,

Séyyidfamilien erriclilet, nach denen sio benannt Bind. Wir pausirleu zuniicbst die Moschee des llabib ') Ali bin Abdallah Seqqfif mit anselinlicher Kuppel mul hübsobom Ali-

naret, wie ulle besseren Moscbeen liier so rg fill tig geweisst; dabei liegt ein Kircbhof, dessen wolilerbaltene gemauerte Griiber mit Namenstafeln verseben sind, und eiu mit Jjebm-mauer umgeliener Garten von 1'almen und Doinbüumen; im gleicben Styl ist die Moscbee ïaba (L^LLj) genalten, der ebenfalls ein Garten zugebört. Eine breite Slrasse, mit grosseren Hausern besetzt, ist Eigentbum des Ijabil) Abdallah bin Muhsin es-Seqqftf, welcher der Münsib von Saiün ist; bier liegt auch sein hüsnartiges, übrigens unbedeutendes ïïaus und dio nach ibm benannte Moscbee, dio nicbts Her-vorragendes bietet. Andere Moscbeen von Bedeutung sind die Moscbee Mescbhar mit hübscbem durcbbrochenem

Minaret, mul die Moscbee Er-liiyfidli (^Lj^) dos llabib cAli llabschi der ebenfalls ein grosser Weli und Munsib

ist und alljübrlicb einmal (5000 Personen mit Keis und Fleisch bewirthet, obsclion er nicht wohlbabend sein soil; jedenfalls beatreitet er die nicht unbedeutenden Kosten dieses Gastniahls, das seiner Popularitiit und Heiligkeit ungemein förderlich ist, aus Beitriigen von angesehenen Gliiubigen, deren Interessen cr wiederum in irgend einer Art dient, indem er seinen Eintluss zu ibren Gunsten in die Wagschale wirft; denn auch hier wiischt eine Hand die andere. Wer das Volk tïïttert, der bat es, und besonders fallen die Beduinen, denen der Glaube durchscbnittlich nur wenig am Herzen liegt, unter diese Regel. — An der Seite der Moscbee Abdul Mólik, die ein interessantes viereckiges Minaret be-sitzt, liegt die bochgevvolbte Qubbe des IJabschi min Gediida1); ein ausgedebnter Friedhof mit zablreicben Weli-lviij)poln schliesst sich der heiligen Stiille an. Hier befindet sich die Qubbe doT iSeqqat'; davor zwei Griiber, deren Grabsteine

1

Vielloicht dor nach soinom mir unbokannton Stammort bozoichnoto Ahn dor boriihmton , weit ausgebroitoton Séyyid-Familio.

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unit zui'tick nach Scliibam.

mit. grosseren luschrifteu verselien siiul, die ich gern copirt liiiUe. JJu ich jedoch bei meitieu Begleitern einen gewissen Widerwillen dagegen wahrnahm, duss icli den Kirchhof he-triite, bo unterliess ich es, uui keine Aui'regung x.u verur-sachen, Uieses Todtenl'eld weist ein lioheri Alto)- auf, denn auf ihm sieht man das verfallene Qrabiual des ersten Kalhiri, der nach Hadramiit kam, Sultans liedr bin fuwériq; audi der Valer des gegenwiirtigen Sultans, Ghiilib bin Mühsiii, ruht an dieser illüslren Stiitte.

Der Palast des Sultans liegt auf einer Erhöhung; er ist von einer Maner mit vorspringenden Kiils umgeben mul von runden Thürmen flankirt, das Dacli mit drei Aussichts-warten gekrönt, von denen die heiden seitlichen die mittlere überragon; ahnlieli dem Schihamer Palast ist er nur streifen-weise in der lireite der Fensterreilien getüncht. Seine un-mittelhare Nachbarin ist die gi'osse Moschee — Djamic kehir —, in der das Freitagsgebet verrichtet wird, ein llacher, doch geriuimiger Ban mit gewölndicliem Minaret und Zuhehör von Palmen. Der in der Ntihe befindliche Bazar weist einen sehr geringen Uinfang auf; ich sali nur einige winzige Lilden, die in zwei kurzen Keihen einander gegenüberliegen; Geschaft bemerkte ich an diesein Tage nicht.

Um elne Übersicht zu gewinnnen, erslieg ich einen der Vorhügel des Seitengehirges. Nach Norden ziebt sich weit die genünnige Stadt mit ibren ausgedehnten, in das breite Wadi Maslle vorgeschobenea Anlagen; vor mis die jenseitige Bergkette, an deren Fusse nordwestlich von hier Meduda sichtbar ist. Ostllcb sehen wlr Wadi Dji'/.me Slid naeh Nord zum Wadi Maslle gehen, wahreud Wadi Sch-luib, liinter einem Berge vorkommend, der Teris verdeckt, westllch vor uns einmündet.

Nach llause zuriickgekehrt, emptlng icb um 11 l'hr den liesuch des Jungen Solmes dder vielmehr NellV n dos Sultans, der mlch bitton liess, ibn zu besuclien. Auf dem Wege zu ihm bekam mein Beduine Streit mü dom Sultanssprössling, den er etwas wegwerfend behandelte, worauf joner den Dolch zog. Unsere liegleiter besünftigteu jodocb don aufgerogton

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Nach Siliun uml Tei'iin ,

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Scliilmm. —

Jiingling, den ieli höflich bat, don Ehronplatz an meiner Seite einzunohiaen, worauf icli die l'nterlialtung auf die Sciiöuheiten der Stadt uad ilire fruchtbaren Uino'ebnnü'en

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lenkte. Am llüsn angelangt, in dessen Hofe ich zwei alte Kanonenrohre hernmliegen sali, stieg-en wir zmn bohen nnd geraumigen Medjlis empor, dessên üoden mit schonen orien-talischen Teppielien bedoekt war. Man liess nns ein Woilcben warteu, dann erscliien der Sullan mit einem kleinen Gefolge von Askeris und Sklaven nnd einer Anzahl Kinder, von denen die zwei jüngsten seine eigenen waren. Er selbst ist nocb jung, etwa Anfang der Zwanzigor, lt; 011 kleiner Statur, beller Hautfarbe, sebwarzem Haar und Bart, besonders stark entwickelten Lippen und etwas nnrubigen Augen, im Ganzen der bier seltene Typus eines jungen jüdischen Patriziers und Lebeinannes unserer Heimatli; er wie die Seinigen waren vornehm gekleidet. Kr begrnsste micb böllich, docbreservirt; ich nahni an seiner Seite Plalz, und alsbald reiebte ein Skiave vortrefliicben Kaffee. Die Unterbaltung war recht unbelebt. Der Sultan erkundigte sich nacb meiner Heimath; er zeigte sich über die Europaischen Verbaltnisse wenig unterrichtet und inleressirte sich vor Allen für die bei nns berrsebende Religion. Die Gründe für meine Reisen leucb-teten ihm offenbar nicht ein ; aber er gab keinem Misstrauen Ausdruck. Mein Séyyir batte micb veranlasst, ibn zu Irit-ten, uns zur grosseren Sicherbeit einon seiner Sklaven nach Tertm mitzugeben, welcbes Ersuchen er, wenn nicht liebens-würdig, doch prompt erfüllle. Nach balijstündiger Dauer endete die Unterredung mit einem ziemlich freundlichen Abschied, worauf wir in miser Quartier zurückkehrlen.

Kurz nach 1 Uhr Nachmittags machten wir uns unter den Segenswiinscben unserer Wirtliin in Begleitung des Sklaven-Askeri, den uns der Sultan beigegeben , auf zur Weiterreise. Der Weg führte östlich zur Stadt hinaus, die an dieser Seite ofïbn, jedoch dureb mohrore grössere Husfin geschützt ist. Wir wandern liings der rechten öebirgshöhen quer dui'cb das bier einmiindeade, sebr l)reite Wadi Djézine, dessen östlichen Ausgang das auf einem liergvorsprunge erric.btete Hüsn Féles (^U) beberrscht. Im oberen Laufe des Wadi Djézme

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und zurück nacli Scliihrun.

sind die Kuituren diirf'tiü', drilniyou sich vielmehr seinem

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Ausflusse und dein Wadi Alaslle zu. Nach lialbstündigem Marsch haben wir Geren erreicht, das Séyyids gehort,

von diesen aber nur wiilireud der Dattelernte bewohut wird. Wir üielien durch den kleinen Ort, der inmitten i'almen liegt, und dessen einzelne lliluser von heckenumzüunten Palmgiirton umgeben sind, in denen zugleicli Gudub, 'recain und Musöbeli, das langiihrige, das sie aucli scliwarzes Tec;im nennen, üppig gedeihen. Kinnen durclmehen die Anlagen, die sorgfaltig bewasseri worden, und regsame Meuschen erhöhen noch den ('reundlichen Eindruck dieser Oase, zu der die angrenzende öde Gebirgskette einen starken Gegensatz bildet.

Die einzeluen Berge, die sicli zum Tlial vorschieben, sind durch oft ansehnlich breite Einsenkungen von einander ge-trennt, zwischen denen die der grossen Niederung zuiliessen-den Wadis ausmünden, deren nachstes Wadi Djedac ist, das wir nacli einer AMertelstunde erreichen. Kechts von uns er-hebt sich bier Hüsn el llowari (, nebst melireren Hüu-

sern; die hauptsachliohsten Anlagen liegen zu unserer Linken, im Wadi Masile, wilbrend dor obere Lauf des Wadi l)jedac nur unbedoutendon Anbau aufweist. Danaeh ein kurzes iStiick Wegs iiber dürres Land ; dann wandern wir wieder zwischen Jungen Dallelpllanzungen: diose Gegend nannle man Mamvir. Gegen SVt Uhr befinden wir uns am Wadi Méryeme; vor uns, am östlichen Ausgange des Wadis, auf dor Iliihe das Btattliche Iliisn, nacli recbts binüber das üilad Móryome mit zahlreicben, zum Wadi Masile sicli hinzieliendon Palmen. Etwas weiterliin passiren wir das inmiUon Palmen und wohlbewiissorter Folder gelegene Iliisn Bii Ghalab (v_ibl.é ü), don Al Ba Yiri (Bairi?) gehorig. \'or Méryeme ein verfallener Kirchhof mit wenigeh geiuauei'len Griibern : die Siadi liegt am westliclien Abbange eines vorgoscbobenen Bergkegels, an dom wir links vorbeimarscbiren, wobei wir an dessen luii'dlicbor Seite die verf..Honen lliiusor und iiuinen des frü-iioren Méryeme wahrnelimon, das oflenbar vor nicbl langer Zeit von gewalligen Regenflnthen zerstort wui'do, deren Macht zugleicli das bis zum Gipfol aufgetliürnite lockore

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Nach Saiüii und Terïin ,

Schibam. —

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Geröll schnf, das jeden Augenblick zum Absturz bereit ist. Diese lluineustadl ist weit umfangreicher uud bedeutender, als die :ieue Aulage, die indesseu ebeni'alls eiuige grössere Hiluser aufweist.

Auf der rechten Tiialseite fulgt Wadi Semnfln; in seinein llintergrnnde am Borgesfusse llóta Hultana Zubédiye, ein kleines Beled mit Ijiisn und getüncliter Moscbee, den Me-schaicb der Zóbde (wobl gleiebbedeutend mit Zubödi's) ge-börig. In der Mille der Einbuchtung, dio den Ausgang ilieses Wadi's bezeicbnet, sieht man ansebnliebe Palmenpflan-zungen; dagegen ist die Kbene zu beiden Seiten des A\ egs fast vegetationslos. Recbts bat sicb vor das Gebirge die Garet el cÖrr (yi-l) gelagert, ein steiler Felskegel, an dessen Fusse und Abbiingen Mauerreste sicbtbar werden; doch ist aus der Enlfernung nicht festzustellen, oh, wie meine iie-gleiter behaupten, dies 'Adiye sind. ]5ei einer öigiiye iiahen wir einen viertelstündigen Aufenhalt, da das Gepiick in lTnordnung geratiien ist und die Kameele umgeladen werden müssen. Um !)'/gt; Ubr sehen wir auf der linken '1 lialseite das grosse Wadi Matér (J**'!) zufiiessen. Unser Weg führt zwiscben niedrigen, scblecht bewachsenen Hügeln Flugsandes dahin; ein heftiger Glntlnvind wirbelt den Staub auf, und der entfernte linke Thalrand verschwindet beinabe im Dunst; wüst und ze rid ü ft et stellt siidi das Felsgebirge zur Hechten dar. Das hier einmündende Schacb Ihibschi mit etwas l'al-men langs der Bergseite passiren wir gegen 4 Uhr; ein ver-einzeltes llaus, eine kleine überkuppelte Moscbee und die Qübbe des Heiligen, dessen wirkliche Grabstiitte mehr auf-würts, am Dergeshange, liegt, werden im oberen Laufe des Schacb sicbtbar, das sicb zwiscben niedrigen Lehmmauern ein flaches Bett gegraben hat, welches wir durohkreuzen; auch weiterbin ist der Boden noch vielfach durchfurcht und mit tiefen Rissen durchzogen. Die linke Tiialseite üfliiet sicb einern Wadi Medjér (:^gt;), an dessen Ausgange das den 'Aiderns gehorige Beled Bor mit bedeutenden Anlagen er-kennbar win! , dem bald die Ardb Abdillah folgt, gleicbfalls ausgedehnte Palmenpflanzungen darbietend, an die sicb eine

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mid ziinick nacli Scliibam.

grüssere Anzahl zeratreuter, den Al 15a Yin gehöriger Hiiu-wer schliesst.

Wir bewogen hub in wesentlieh üntli(^ilei•, nur zeitweise nach Nordost abweichender Eichtung über welligon Sand- und Lehmbüden, der nur eine schwiichliche Vegetation erzeugl und mil zahlreicheu Heuschrecken jeder Grosse und Farbe, besonders grünen und gelben, bedeckt ist. Gogen !j Ubr durchsehreiten wir ein steiniges Scliacb) das bei seinem wilden Laufe durcb die Berge maclitige Steinblocke milge-rissen und über den Abbang und in's Thai vei'streut bat. Links am Scha b ist der Boden bestellt und mit Dombaumen bestanden; der Weg fiibri dann weiter am Fusse des Gebirge.s entlang, das hier so stark verwittert und zerklüftet aussieht, als sei sein vollstandiger Zerfall nur die Frage einor nahen Zukunfl,

Zehn Minuten spiiter, nachdem wir den Fuss einea weit vorspringenden Berges umgangen, bietet sich O.S.O. Turiba (xjjLj') unsern Blieken, mit seinen über die ganze Niederung gelagerten Hiiusern und Palmen und don zahlreicheu ll usim der Qabail, die sammtlich den verseliieJenen Abtheilungen der cAniiris angehören. AArir biegen rechts ein, in Wadi Turiba unsern Weg zwischen Hiiusern und den ungemein üppigen Kuituren nehmend. Geschnittenes Tecnm von riosi-ger Ilöhe steht in Garben aufgestapelt ; unter den Palmen ist nodi Duchu (Holcus Docbna Forsk.) angebaul ; Weiber und Kinder und allerlei Hausthiere beleben die Anlagen, die vielfach terrassenförmig angelegt und durcb Lehmrander in Folder und Beete gotheilt siml. Von meinen Leulen weiss keiner den Schcch Abu Bakr Znbédi zu linden, der im eigentlichen Tariba wohnt; man weisl uns aber babi zurecht, und. gogen (i Ubr sind wir bei seinoni grossen Uauso ange-langt, an das lt;ler von einor Lelimmauer umsclilossene Garten stösst. Ein junger Monsch kommt mir enigegen und be-grüsst mich als einen alton Bekannlen von Schut hor, wo er micli gesehen bat; es ist der Solui, odor genauor Nefl'e des Schêchs, zugleich sein Schwiegersohn , noch sehr Jung, und noch einlaltiger, als jung. leb entsann mich seiner nicht, freute mich aber natürlich, ihn wiederzusehon, demi es

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Niicli Siiiiin nnd 'rm'im

wiire ihm unbegreiflicli gewesen, class ich ihu vergessen Imben sollte. Kr geleilete micli hinant' zum Medjlis, einem grossen holien Raume, dessen Boden mit kostbaren, orienta-lisclum Doeken belegt war. Der Schöch empfing mich mit grossier Wiinne und Liebenswürdigkeit nnd erkundigte sich eingebend nach dem Befinden seines und meines alten Freun-des, des Sdiöchs Abdul Kadir in Aden, wo er selbst in frülieren Jahren gelebt batte. Bu Bakr stebt im miitleren Alter; er is( von bagerem Körperbau bei ansehnlicber Grosse, king in seinen Angelegenbeiten und etwas sehr beredt. Seine Gastfrenndscbaft war berzlicb und sein Ilaus in jeder Art beliaglieb; er hielt mir nnnütze Besucber fern, steilte mir dagegen mebrere angesebene Séyyids seiner Be-kanntscbaft vor. Dass ich, wie beabsiebtigt, am nachsten Morgen abreise, liess er nicht zn: er müsse mir erst die Gegend zeigen und werde mir bei der Abreise nach Terim eine gnie Empfehlung anf den Weg geben.

Am 25. Juli. Morgens 7 Uhr machten wir mis, der Scliëcb nnd ich, in lieü'leitunquot;' meines Dieners zu Esel anf

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den Weg, etwa siidwiirls, in Wadi Tariba hinein. Nach einer kleinen lialben Stunde befinden wir uns südsüdwestlich von Tariba an einer Hlelle, wo zwei Wadis zusammonlliesson: Wadi Djébra, von S.S.O., und Wadi el Keblr, von Siid-westen kommend, nnd diese sind es, deren Vereinigung den Namen Wadi Tariba führt. Die Einmündung des Wadi Keblr bezeichnet ein kleines Beled Ghanïme, das schon im AVadi Tariba liegt nnd dem Kalliiri gehort. Wir verfolgen Wadi Keblr anfwiirts und gelangen, naclulem wir die ganz bedeutenden 1'alraenanlagen von Gliail passirt, die nebst eiuigen zugehürigen Htlusern eine wei te Ausbuchtung des Wadis znr Linken tullen, an eine gemauerte Gabiye •— sie sagen hier liirke — welcbe ibre Nahrnng von Quellen er-bült, die eine Stunde weiter oberbalb im Thale dem Boilen entsteigen, nnd deren Wasser in gemauerten Kinnen hierher und weiter aliwarts in die Kuituren von Ghail geleitet wird. Den Ursjirnngsort dieser Quellen, an dem sich anselinliclie l'aluienpllanzungen befinden, nannte inein Sclioch Ilaztr (,jA=gt;),

Schibiiin. —■

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uiiil zurück liacli Scliiljarn.

den Ort der Gubiye, der von nur vvenigen I'nlmen uinsiau-den is(, Salirng ') („,.±*3). Kaobdom sicli ineine liog'leitor in der külileu Flutli des Bassins durch ein Bud erlVischt, kehren wir wieder nach Tariba zurück, jedocb auf dor an-dern Seite das VVadis, indeiu wir dessen steinig'e Eababa kreuzen; bier luündet ein kleines Wadi, das sie Arudb el Wadi (^ouJI nonnen. Bald baben wir reebls das

sobon gesebeue Gbanima, dann an der linken Tbalseile ein kleines Wadi Glmbéra (s^é) und bald daraul' ein grösseres Wadi llerad Das etwa in der MiUe lt;ier Kiederung'

des Wadi Tariba gelegene Wadi bin Solman isl eine Ori-scbaft, nicht ein Wadi, wie man aus dem Namen scliliessen künnte; seine Unigebnng ist sorglaltig bebaut; besunders wird bier dio Indigopilanze (Ilawir) in botracbllicbem Um-fange knllivirt. Ausser andoren ansebnlicben Hiiusern enlbiiU dieses Bilud die lióta des bocligoacliteten gt;Séyyids cümar bin Abdallab el lloddar hoi dem mein Schecb rnicli ein-

fübrte. Dor Sóyyid empfing midi sebr i'reundlicb und spen-dete Kafl'ee; er las uns aus einem Briefe vor, in dem mein Kommen bereits angezoigt und über micb beri(ditet war. Vom Uause des Sóyyid aus siobt man Wadi llerad vorbei an dem von grossen Palmenpflanzungen umgobonen li üsit llerad sicb in nordnordöstlicber Uicbtung zum Wadi Serr-Alasile wenden, dessen Lautquot; bier als o.n.ö. erkennbar ist. Man kann füglicb gar nicbt von oinor Stadt Tariba sprecben; vielmebr sind es neben mebreren getrennlen Ürtsebafton die zablreichen über den ganzen Tbalgrund verst renten einzelnen Hilusor und Husiln, die in ibrer Gesammtbeit unter dieseiu Namen zusammengei'asst werden. Die wichtigste fStadtanlage,

1) l)as gobrauchlichoro NV ort isl ilua mit (^Vosgoibchilllor)

synunim ist. Ob dor Nnmo mit dom niivvusstsoin seiner Bodoutung gobrjuicht

wird, ist mir unhokunnt; ii'h bozweillo es ubor, du mnn ilin sonst fiir Gnbiyo

beniitzt lüitte, dio man jcdoch, wio enviilint , Hirko minnto. So durf ich wohl sugon, dus» ^5,^/0 hior nis Ortsmvmo zu botnu liton ist. Dieso Ortho-

graphio ist korrokt, nicht etwa obgloich beide Worte in sachliehem Zusammonhaogo stohon.

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Scliibam. Nach Saiun und Toriin ,

dio auch das Domizil meines Sclit'chs ist, lingt an der Ost-seite lies Wadi's und enthillt zusammenliiingend eine Anzahl quot;•rösBerer und kleinerer Hiiuser, wie auch eine Moschee mit luibschem Minaret; dieser Theil des Distrikts ist das Shrd schérki ( ^5^ , das östliche Ufer, wtilirend die ge-

genüberliegende Thalseile Shi'l qibli das

Westuier, genannt wird. Die hier lebenden Beduinen, die allo Landbau treibeu, sind, wie erwilbnt, vom grossen Stamme der cAiniri (^jiLc); die diesem /ugehörigen Al cAbd el Baki (lCï1j), etwa 160 Miinner stark, haben ihre Bit ze im iShël schérki, wiihrend die Al Ghamis, nur aus 50 Milnnern bestehend, das Shi'l ([il)li bewohnen. Von anderen Stiimmen der cAmin wurden mir noch die llatiitaba (.yLLLi5gt;) und die Bin Hattflb (w^Lis») genannt, letztere, etwa 150 Miinner, im Wadi 11 orad ansassig. Beim östliohen Ausgange des Wadi Tariba liegt am Bergeshange ein kleineres üelod Ba Abdallah, in dom der Sóyyid Muhammed bin Ilusön cAideriïs, der Miinsib des Distrikts, soine Hola bat, unweit deren sich die überkiippelten Grabstatten der Séyyids Aluwi bin Ahmed und Ismail bin Ahmed cAiderus erheben.

An dem opulenten Mittagsmahl, mit dem dor Schëch aufwartete, nahmen noch drei Séyyids theil: zwei iiltere, Sóyyid Ahmed bin Salem Bu Fatcm und Salih bin

cOmar Bu Fatrrn, von denen letzteror in Java sebr ange-sehen ist; ferner der jüngere Séyyid Hasan bin Aluwi bin Schelmb, der in Singapore gelebt batte und etwas Englisch sprach. Die Unterhaltung der heiligen Leute, die sich iibri-gens betreffs meiner sehr aufgeklart zeigten, drehte sich wesentlich um eine Angelegonheit, die dem Séyyid Salih viel Arger bereitete. Kr hatte in seinem Wohnort, der mir nicht bekannt ist, eine Moschee erbaut, die stark besucht wurde, bis ein anderer Sóyyid in dor Nachharschaft ebentalls eine Moschee errichtete, der sitdi die ungetreue Knndschaft zuwandte, so dass die fromme Stiftung des Sóyyid Salih verwaiste, der iiber diesen „unlauteren Wettbewerbquot; sehr zornig wurde uud nach Milteln suchte, dem lilstigen Kon-kurrenten seinerseits Abbruch zu thun. Ob sein Schmerz

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uml zurück hucIi Sc'liibani.

melir durcli dnn Enlgang idealer, als realor Vortlieile genilhrt war, ist mir unbekannt geldieheii; jedenf'alls war er selbst nu QewaUihateu geneigt, um soiiien vermeintlicheu Keciiten öeltung zu verschaflen. Solche Falie sind liier niclit unge-fahrlich', und es geschieht wohl, dass die geistlichen Herren, die sell)st keine Waffen führen, sicli gegen iiire Feinde der Qabail bedienen und sogar vor Meuchelmord niclit zurückschrek-ken. Der Hcliecli wollte versuclien , ob er nicbl einen Ausgleieli herbeifübren könne, und begab sieii bald nach dem Essen zu dein gegnerischen Séyyid; er versprach bald zurückzukehren, liess micli aber deu ganzen Nacbmittag allein. Gegen Aljond bestellte er clurch einen Boten, die Unterredungea zogen sich hin; sein Nefl'e möge mit mir einen Spaziergang in den Ank,gen maclien. Dieses Vergnügen wiibrte aber nicht, lange, demi der junge Tölpel sclmmie .sicli ofl'eubar seines nnglüubi-gen Begleiters und fübrte micli auf Nebenwegen den Leuten ans dem Geskdit, was micli verdriesslicli machte, so dass icb ihn ersuchte, umznkehren, welohen Wunscli er mit be-leidigender Willfiihrigkeil erfüllte.

Am 2C), Juli, Icb batte den ScbêcL gebeten, mir für die lieise nach Terim einen Mann zu besorgen, der im Stande wilre, über die Einzelheiten der öegend Auskunft zu ertheilen, dagegen seinen geebrten Nellen nicht zu bemüben. Gogen geringes Entgeit schaffte er auch dio gewünsehte I'ersönlichkeit, liess sich aber nicht abhalteu, mir durch Mitsendung des jungen Sclicch eine Ehre zu erweisen, anf die icb gern verzicbtet biitte. Nach einem kleinen Morgen-imbiss brachen wir um 5Va üiir auf; iieiin Abschied übergab mir Schëch Eu Bakr ein Schreiben an den Séyyid Abdallah bin Abd er-Rahmiln bin Scliehab in Terim ; er liaüe seinem Neffen und nür Esel gestellt, wührend meine Leute die Kameele benützten. Wir zogen au der rechfen Tbalseite langs des Qehirges bin, vorboi an 15a Abdallah, dessen wenige stattliche iliiuser den Verfall und die Armuth des Ganzen nicht verdoeken kunnen. Nach einer balbeu Hl undo haben wir auf der rechten Thalseite Scliórma, ein iieled der Bin Kashuba; in ein einzelnes Hans vor der Stadt

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N;u;li Siiiim mid Torini

Scliiliiiiii.

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tragen wie eine Toiltenbalii'O liiuein. Der Weg führi. weiter unter Palmen; wir bewegen uns jetzt südöstlich, ob noch im Wadi Tilriba, ist nicht genan festzustellen; liald aber inarscbiren wir zweifellos im grossen \\ adi Serr-Masile in östlicher Richtuug. Hechts die Moschee und Qübbe eines Weli Aluwi bin HJbrd Allah; das Grabmal seines Bruders liegt unweit davon etwas höher am Berge. Die Palmen, unter denen wir wandeln, erhalten ihr Wasser von dem zur Hechten einmündenden Wadi cl Gare (^is), an dessen Aus-gange auf der llühe eines detacliirten Felsens ein Beled Garet es-Senahidj (^U^i s.ls) liegt, das sicb beim Kiilier-kommen als vollstiindig verfallen ausweist; ein kleines in der Vertiefnng dahinter gclegenes Ueled ist an seine Stelle get reten. An der östlichen Seite der Gare trilt Wadi Kater breit und ode aus dem Gebirge hervor; an derselben Stelle, als eins mit Wadi Kacter, nennt man mir noch Wadi Kacait das ich mir als einen von der West-

seite des nachstlblgenden Berges ablaufenden Znfluss zu ersterem denke, mit dem es den gleiclien Ausgang sucht; an die volle Identitiit beider Namen glaube ich nicht, ob-wobl sie einander nabestellen; ein Hüsn des Daule, also der Kalhiri's, bewacht den Ausgang des Wadi's. Das weiterbin rechts des Wegs gelegene unbedeutendo Beled Gbaraf, gleicbtalis Eigenthum der Kathiri's, besitzt grosse l'almen-anlagen, die sich bis zum Gebirge binziehen; links erhebt sicb ilas llüsn des Audh bin Ali ijin Garuuts (u^/c ï) von den Temimi's. Um 7 Uhr passiren wir ein von Süden kommendes Wadi Miibwalo das an Gbaral vorbei-

tliesst und in den hügeligen Lehmgrund zalillose tiefe Binnen, fast Tbalern gleich, gerissen hal. Zur Rechten noch mehrere Husïin derGaramsa, mil nicht bedeutenden 1'almenptlanzungen, die sicb quer über das Wadi breiten, und deren Statte Dimah heisst. Stelleimeise ist der Weg von niedrigen

ljcbin\\i'iii(leii eingeschlossen; elne kleine Moschee des Séyyid liaibi Schcch bin Viihya mit dabeiliegendem Hauae und Palmen bleibt uns links. Nach einer Viertelstunde seben

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utul ziirtlck nncli Scliihïim.

wir Wadi Adim, vora südlichen Qel)ii,go kommend, die Niederung erreichon mul sioli rait Wadi Serr vereinigen, da.s liier südöstlicli gelit. Der gemeinschaftliche Lauf beider Wadis setzt sicl) von liior unter dem Namen des Wadi Adim fort mul nimmt auch fernerhin den breiten Grund des Wadi Maslle in Anspruch; augenblicklich lauft es zu unserer Keelilen als ein Strom fliessenden Wassers, das von anselin-lichen Fisclien belebt ist, die Ufer von diciilem liohem Scbilf besauml, vviiiirend sidi links des Wegs der steile Berg i Iiul Giisim erbebt, von dessen zerrissenen Abbangen machtige Blöcke in's Tbal hinabgestürzt sind. Am rechten Ufer des Wadis erblickt man Palmen, bald darauf das weisse Minaret des den cAiderüs gehörigen Stildtchens Haida, und fünf Minuten spiitnr das Einmünden eines grossen Wadis Hol ibir ( ), das anscheinend von Siidosten kommt. Znr Linken erhebt sich auf Bergeshölie ein verfallenes Hüsn Mutacha; liier ist der uns begleitende Wasserstrom schon wieder verajegt, und das trockene Wadi Adim ldeil)t uns rechts, nach der Mitte zu in Lfingsterrassen ansteigend. Wir marsc.hii'on zwischen niedrigen Lehmhiigeln links am öebirge in nordvvestlicher liicbtung, wenden uns dann aber mehr znr Mitte des Thalgrnndes nacli Norden zu. Znr Linken eine kleine Moschee und die (^i'ibbe des Weli Biiyil Ijabbfm gt; V(,n hier sieht man nordnordöstlich in der Ferne Terim liegen.

Wadi Masile, oder vielmehr die l)reite Niederung, dio diesen Namen triigt, nimmt auch fernerhin zaiilreiche Was-serlaufe auf, die alle dem sie sammelnden Wadi Adim zustreben, das sie, wohl unter wecbseinder Benennung, schliesslich bei Schut dem Meere zuführt. Die Ebene ist bier ganz dürr, der jillanzenlose Lehmgrund mil. weissen Salztlecken ausgescblagen. Um 8 Uhr passiren wir das reclits einmiindende Wadi Dohame das Palmen und Qnellen

enthillt, und sind eine Viertelstunde spater bei dem von Nordwesten kommenden, links aus dem Gebirge hervortre-tenden Wadi Tbébi angelangt, in dem unweit des

Wegs inmitten zahlreicher Palmen das gleichnamigo Bilad

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Scliib;im. — Nach Saiiin und Terïni ,

liegt, dei' Sitz des Mimsib Muhammed bin Aluwi el cAiderus, wiilirend el was weiter oberhalb im Wadi das Eüsn des Mubarak bin cAinr Temlmi sicbtbar ist.

An der rechten Rergseite erhebt sicb Hüsn el Felfika (si'j.U), unterhalb dessen sicb ansebulicbe l'almenanlagen zeigen, in denen das Wasser vom Boden aufsteigen soil. Auf' scbnialem 8leig gebt es scbarf abwiirts in das Mticbrig des. Wadi Tbébi, wie diejenige Sl recke seines Betts genannt wird, die sicb, aus dem Gebirge liervortrefend, zur grossen Niederung herabsenkt, an deren linker Suite das AV adi dann seinen Weg ninunl , um sicb weiterbin mil Wadi Adim zu vereinigen. das sicb recbts liings des Gebirges binzieht. Das Miichrig lullen reicbe Palraen]iflanzungen , die sicb aucb liings der nördlicben Tiialseite des Wadi Thóbi (aucb Tbibi) erstrecken, wo der frucbtbare Boden bestellt und aus lirunnen bevviisserl wird. Das Misyïil dieses Wadi's, in dem wir mar-scbiren, weist im Übrigen einen stellenweise durohrissenen Lelnnboden aul', wiilirend die bier sebr breite Ebene ven lieli'in weissern Sande bedeckt ist. Kecbts im Wadi Tbibi Hiiuser der 1 labfirsi, eines den Temlmi zugebörigen Stammes, bald daraul' zur Linken am Bergesabbang ein Hüsn el cl/,/. (jc). Im Wadigrunde gedeibt bier viel llbl; dann l'olgeu

wieder Palmen, doch nur auf der rechten Seite, wiilirend sicb links Lehmhügel erheben, hintor denen das seitliche Gebirge aufsleigt. Der kleine Scbérg Abut bin Salim mil etwas Palmen und Dom, die aus lirunnen getriinkt werden, mündet hier ein ; für Scbérg sagten sie bier auch Agdd '). Um U Ubr sehen wir von der rechten Gebirgsseite drei Waiils zu Adim abfliessen; es sind die Wadis Chubaye, iMuscbta und Uógba Vor deren Eintritt das Bilad

Musénnede, ebent'alls reciils im Wadi Adim gelegen, dem von der linken Seite Wadi 'Aidïd (lXjAac) zudiesst, iici dessen Einmündung ein kleines Nest Glturft esch-Scbllliri Xi;c) sicbtbar ist. Die weite Tbalausbuchtung ist

1) tXflc, wohl gleiohbeiloutond mil sAfic, das cimm kullivirton Ort, mit Biiumon und Wnssor, bezoiohnet; s. S..I50, Anm.

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mul /,uniek nucli Sclutmni.

ode in der Mil te; liing1?! iler Rüiuler alier ziohen sicli roicb-licli l'almeuanlagen liin; um IJ'/2 Uiir sind wir vor Tenm, das zur Linken am Bergeshange hingeslreckt liegt; da vor grosse wohlerhaltene Friedhöfe, vornan zwei holio Qübben mir iinbekaimt gebliebener Heiliger, Zur Linken der niede-ren Sidde, zu der es hügelartig emporgelit, ein grosses verfallenos Ilüsn el Ernadi oder Rinal (LUj?), das aus sehr alter 'Ami slaiiinien soli. Sobald man die Htadl betreten, bal man es wieder links an einem grossen l'latze, der durch seine gdoiciimassig viereckige liinscliliessnng an den Markns-platz erinnert, mul dessen mis gegeniiberiiegende iSeile zwar niebt von einer Markuskirclie, wobl aber von der grossen Üjami-Moschee eingenommen ist, einem niedrigen scbmuck-losen Bau mi( gewöhnliuhem Minaret. Wir mussten ziemlicli weit durcii die Sladt reilen, die von einer scbinalen steinigen Rababa durebzogen ist, welche sicb vom wesllicbeu Gebirge hinabzieht und, nachdem sie sicb vor der Stadt mit einer zweiten von Nordosten kommenden vereinigt bal, den Namen Obéle fübrl. Wabrend wir einzogen , packte meinen jungen Sebccii wieder die Angst; er fragle midi, ob ieh et was dögegeu liiilte, wemi er mich den Lenlen als Scliëch be-zeiobnete, i'alls sie fragen würden, wer icii sei. Ich überliess es ihm, in dieser wiclitigen Saclie nach seiner geprüften Weisheit zu verfahren; übrigens fiel icii den ISegegiiemien gar nicht auf, und einige belrachteten mich sogar als Séyj'id und berochen die Hand, die icli ihnen zum Grusse eutgegengeslreckt, in der für diese Heiligen iiblichen Art, wobei sie sicb anscheinend sehr zut'rieden l'iililten. Aus irgend eiuer Veranlassung scheute der Esel meines jungen Fremules und warf seinen Keiler zur 1'lrdo, der siidi jedoch unbeschii-digt wieder aufselzte; daim ging e.s ohne weiteren /wif-cheii-fali zu dem ansehnlichen biisnarligen Hause des Séyyid Abdallah Sidiehab, das nach der Strasse einen grossen Vorhof besilzt, dossen Umfasaungsmauer an der liinenseile mit Ar-kaden verseiien isl, und den man durch ein holies mil melirereu Ku|ipeln überdecktes Portal betritl. Der Hcyyid ist ein schlankcrquot; Mann in den Dreissigen, von seiir intelli-genlem Gesiclitsausdruck; er batte lange in Java gelebt und

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Niic.h Saiuii uiul Teriin ,

war dalier mil Eurupiiern und Europiiischeii Dingen wolil verlraut. Uass (!r sein' erfVeut iiboi' den seltenen Besuch war, iiuiehte ich nicht bebauplen, dorh emjiling er meineu ihui bekannten Begleiter iierzlicii, mui inicli init linllielier Freuud-licbkeil. ibe Kameele und meiue Leiile sclnokte ich init eineui Zchrgelde zuni Deiliil, da uiein W'irtii meinte, er kunne sie nicht unterbringen, übsciiun der lluf für die üebnfacbe An/.abl nocii gross gevvesen ware. Aber der Séyyid war oflenbar ein selir sjiarsamer ilerr, wie sicli auch an seinem mageren Diner und der Knappliuit des sonsl gut en Kali'ees erwies. lm Ubrigen aber kami ich über ibn nicht klagen, und seine Zuthunlichkeit wuchs iui Laufe der Unter-balinng. Er brachte mir seine hübsclieu Kinder und liiiirte nüch dnrch das behagliche Uaus und den zugehorigen Garten, in dam sich ein zebn Mannslangen (Biic) tiet'er Brunnen und ein kleines gemauertes Reservoir belindet, aus dein das Wasser überallhin geleitet wird; Palmen, Granathilume, Limonen, Paprika und allerlei Geiniise gedeilien hier, auf engen Eanm zusammengedrangt, in üppiger Fiille. 8])ilter slitsg icb init meineni Wirth znm Gliulb seines Hauses hin-aul', der wie ein Zimuier eingericbtet ist, das nacli allen Heiten eine ümscbau über ilie Landschaft gestattet, deren Einzeliieiten mir der iSéyyid erliluterte, Man sieht von hier Wadi Adim seinen Lauf zunachst in nördlieher, dann östli-cher lüchtung liings des Berges Djehel nehmen, der

uns den liorizont von N.N.O. zu üst verschliesst; an seinem Fusse, O.N.O. von uns, Hüsn Bilghérh östlich,

neben Wadi Adim, ein Hüsn Zagldfuli; etwa iu gleicher Richtung, nabe Teriin, leuchtet das weisse Minaret des St iidtcbens I j a wi hervor. Auf dieser Soite ist Tenm

von einem breiten Palraengürtel umgeben, wogegen die ilauptniasse seiner llaimcr südlich und südwest.lich unseres Htandpunkts liegt. Der südwestliciie Tlieil der Stadt bietet einen sebr desolaten Anblick, und zwischen dessen ineist in Uuinen liegenden Hausern bemerkt man uur wenige, die sich durch Grosse und gute Eriialtung auszeichnen; be-sonders hervorragend ist eigentlicb nur das dein Scyyid

Schibïiin. —

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Mini /nhick riiich Schibarii,

Djundd gehorige Hans Haclnte, das einen grossen

Garten zur Seile liat mul den Palast des Sultans weit über-ragt. Die Stadt besitzt eine nicht übergrosse Zahl von Moscheen, deren wolilerhaltene, weiss getiinchte Minarets der gewöhnlichen Form zwischen den liiinsern licrvorlaiiclien; ein sehr hübsches quot;viereckiges Minaret, von griinen liaumen ningeben, besilzt die Moschee Ahmed igt;il Faqlye «.AÜaJb); andere berühmte Moscheen ausser der schon er-wiiimten Djami5 sind El Mnhdar 15a Aluwi, Seq-

q af i mit der Moschee it Libit ist die Médrese ver-

einigt, wo Religions- und Rechtswissenschaft gelehrt und den Zöglingen Alles, audi eine Frau, unentgeltlich gelie-fert wirtl.

lm Südwesten sah ich Wadi cAidid sich in etwa ostnord-östlicher Richtung am Gebirgo hinziehen, mit 1'almen in seinein unferen Laufe; als am Berge gelegen, mir unsichl-bar, nannte man ein Sliidtchen cAidid; audi das schon erwahnte Hüsn Rinat soil an der Seite dieses Wadis liegen. Ein Hüsn Mettasch (jjiLiU), das sich nordöstlich auf Berges-höhe erhebt, bewacht die Palmen und wenigen Hiiuser des sich bier absenkenden gleiebnamigen 8cbacbs und Beleds; ein anderes Hüsn, das den Namen Bin Abdul Kadir triurt,

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liegt unweit des vorgenannten etwas mebr nach Norden, ebenfalls am Bergesbange, dorh niedriger. In dem nordwest-licrh gelegenen Gebirge wies mein Wirlh auf eine ILible unweit der Sladl , die nach seiner Anyabe riesiire Men^chen-

O o

knocben entballen sollle, wiihrend Andere sie als Tbier-knocben erkhlrten. Leider gelangte ich nicht dazu, die Thatsache festzustdlen.

Nach Angabe des Sévyid bestebl Terïm von Alters her aus fünf Bilad — man könnte sagen Quartieren — , doren Namen und Griinzen er mir zugleich mil der Bewobnerzahl eines jeden mittbeilte, die er nach seinen Behauptungen genau festgestellt hatte, indem er jeden Qeburts- und Todcs-t'all sorgfiillig regislrirte. Ich wiederhole seine Angahen, well sie eine gewisse Anschaulicbkeit des Stadtbildes gewiibren. Danach erstreckten sich die Bezirke:

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Scliililim. — Nurli Sainn und Terini

NuwPdcre («.lX-jJ), mit einer Bevölkerung von 840 Men-sclieii, von liachUo bis Schacb Mettfisch,

Kx-Siilill mit 420 Mensclien, votii Medjra')

Ctu'lo bis Nuw/'dero.

M-Bula , mit 1400 Menschen, von Raiihi'me bis

zum Palast dos Sultans, Bacbiie und liilcasclui'

l'r-A'a(lliPgt;/if mit 350 Meuschen, von dein west-

lielien Gebirge bis llóta.

KI-('half mit 800 Mensclien, von llola bis

cAidid, und von den wostlichen Bergen bis Bilcascbir.

Sonacb hütte Terlm zur Zeit meines Besuchs 3810 Ëin-wohnei' besessen, was bei seiner Ausdehmmg geringe, an-gesicdiis des trostlosen Zustandes ganzer Quarliere a her nielit unglaubwürdig erscheint, wie demi audi der iSéyyid über den zunebmenden Verfall der Stadt klagte.

leb batte sogleicb nacli unserer Ankunft meinen Diener und den Jungen Scbcch zum Sultan gesandt, um die Er-laubniss zur Besichtigung der Stadt zu erbitten. Der Bescheid war zustimmend und in wohlwollender Art ertheilt worden, und nacli einiger Zeit kam ein Skiave des Sullans, um mir milzutheilen, dass er bestimmt sei, mich zu begleiten. Er war sehr zuthunlich, und icli bespracli mit ilim , wobin wir gehen wollten. Inzwischen liatten sicb an der oHenstebenden Pforte des Séyyidbauses foriwiihrend Gi'iiiipen Meugieriger, meist Kinder und Junge Leule gesammelt, die ibr Interesse fiir micb durch Schirapfreden, wie Hund, Sohwein, IJnglau-biger, der nicht betet, und ahnliche Liebenswürdigkeiten kundgaben. So wenig Eindruck diese schmeichelbaften Aul-merksamkeiten auf mich machlen, so peinlich war es mir, als mein W'irth zuerst meinem Diener, dann mir selbst erziililte, dass er von verschiedenen Séyyids Briefe erhalten babe, in denen ihm seine Standesgenossen mit dem Abbrechen aller Beziehungen, mit Zerstörung seines Hauses und anderen üewalttliaten drohten, wenn er dem Frengi audi uur cine Stuude langer Gastfreundschafl gewilhren würde. Er schien

1) Moiijra wiirtlich Fliossoi't, i»t hier gloichbodeulond mit Hiihnlm.

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imil ziiiiick nucli Sctiibiim.

sehr nieclergeschlagen über diese Weudung der Dinge, B|»racli tiich jedut'li, al.s icli uiicli in weiuein liitore.s.so /.u sul'uriiger Abreise bereil erkliirte, dahin aus, dass ich uuter alien Umstanden in seineru Bchutz .stiinde und inioli um ilin nicht s org en solle. Die allgemeiue Slimmuug blieb indessen ge-drückt; die ötadt zu durchwaiulera, wiire niclil geralben gewesen, da ich InsuUeu befiirohten musste. Ich bescbloss dalier, eiue Entscbeidung dadurch berbei/ulVdiron, da.ss ich lueine Leute noch einiual zum Sultan sandte und ibm sagen lies», „obwohl er micli willkommen gebeissen, behandelten mich die Séyvids feindselig: ob diese oder er zu befehlen batten.quot; Er zog sich diplomatisch aus der Affiire, indem er erwiderte, „er habe Kichts gegen micb; die Hévyids abor hütten erkliirt, sie würden sicb von ihren Weibern scheiden lassen und fortziehen, wenn er mich langer in Terlm duldete; trotzdem stande icb unter seinem Schutz, und es bleibe mir überlassen, ob ich am Naclmüttag oder am nachslen Morgen abreisen wolle.quot; In Wirklicbkeit be-sitzt der Sultan, ein ganz junger Mann, nur eine nominelle Macht und ist vollkommen in der 'Hand der grossen Séyyuls, die in Wabrheit die Regierenden sind. Sein Bescheid war jedenfalls deutlich, und icb bescbloss nunmehr, meliien Aufenthalt sofort abzubrechen und unter das gast-freundliche Dach meines Schechs in Tariba zurückzukehren. Ich sandte uach den Kameelen und beauftragte meineu Diener, den der junge Schëch begleitete, ein nedes Piistchen Tabak einzukaufen, den ich dein Schëch liu Bakr verehren wollte, da ibm, wie icb aus einer zufalligen Eedewondung verstanden batte, ilas gewobnte Raucbmalerial ausgegangen war; audi sollte man el was ünrra für die Esel besorgen, denen der sparsame Séyyid nicht ibis Geringste gerei(dit. Die Kameele kamen, aber mein Diener und der junge Schëch waren oine Stunde spiiter noch nicht zurückgekebrf , so dass ich in grosse lrnruhe über ihren Verbleib gorietb. Endlich erscbienen sie und brachten wobl das Verlangte, von den Thalern aber, die ich ibnen znin Wechseln mit-gegeben, um kleine Bachschischs verl hellen zu können, Nii'hts zui'iick, unter dem Vorgeben, die Verküufer wilrcn

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Nacli Saiun und Terïm ,

OQO

Scliibam. —

nicht im Stande gewesen , herauszugeben '). Mein Diener aber, der mir iibrigeua audi nicht ganz klar erschien , theilte mir insgebeim mit, der junge Schöeh liabo daa Geld an sich genommen und unier die Lente vertheilt, zugleich sich überall höchst missliebig über mich ausgesprochen mul gesagt, er wisse nicht, was der Frengi in den Liindern des Islam zu suchen habe. Da diesem jungen Tölpel docli kein Verstand beizubringen war, so begnügte ich mich, ihn in Schrecken zu setzen, indem ich ihm meinen geladenen Ferd (Revolver) unter die Nase hielt und ihn ersuchte, sich das Ding anzuseheu: Der Erste, der es wagen würde, mich anzutasten, oder nur zu beschimpfen, erhielte eine Kugel in den Lei!). Der Séyyid, dein ich meinen hübschen silbernen lUeistifthalter, über den er sein Wohlgefallen ausgesprochen batte, beim Abscliied zum Geschenk machte, atbmete oflen-bar erleichtert auf, als die iinliehsamen Qiiste sein Haus verliessen. Don Sklaven, der mich batte herumliihron sollen, veranlasste ich, mich bis zum Stadtthor zu geleiten, wohin ich mich zu Fuss begab. Er schaffte mir freie Halm, indem er vor mir berging', wührend einer seiner Genossen den Rückzug deckte, und beide gegen die herandriingenden Leute grosse Steine schleuderten, um sie zurückzutreiben. Das gelang auch vollkommen , und wir verliessen die Stadt ohne Gefiihrde. In den umgebenden Feldern lief Alles von der Arbeit, den Frengi zu sehen, den man vorher nicht l)eachtet batte. Wir machten den Weg zurück, wie wir ihn gekommen waren, und erreichten um 71/a Uhr bei hellem Mondschein das Haus des Schoch, der sehr erstaunt war, uns so bald wiederzusehen. Er batte wieder mehrere Séyyids zum Besuch, auch den Vetter unseres Terimer Wirths, und

1

Hei diesor Gologonhoit bemorko ich, df\R8 TeiTm eigene Miinzen besilzt, silberne und kupferne, deren Abbildungen ich um Schlusse dos Werkes beit'iige. Mrs tere tragen die nrubischen Zillern 10, 8 und 4 und die Jnhreszahl 1281 d. 11.; sie sind von einom Seyyid in Java geprügt worden und reprascn-tiren das Viertel, Achtel und Sechszohntel des Maria-Theresia-Thalers. Der Kupformiinzon sind zwei; sie haben die Grosse dos indisehen Hosu und tragen den Stempel Terïm; die eine ist dreimal so dick, als die andere, bei gleichem Umfange. Fline Kolloktion dieser Miinzen habe ich dom Königlichen Museum in Merlin iiberluHson.

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iiikI zuiiirk iuicli Scliibmii.

wir gaben unser Abenleuer zum Besten, ohne jeiloi^li derf sonderbaren Jletragens des jungen Sehëelis zu erwtihnen. Der alte Schcch freule nicli zwar über seinen Tabak , zciifle

' o

sieli aber doch reservirt beim Abschied am naobstoii Morgen und entlie.ss uns ohne Irabiss. Vielleicbt liatte das Terimer Missvergnügen über den Kafir aucli ilin etwas beeintlusst, was aber meiner Ilociiacbtung und dem Dankgeluhl für seine Gastlicbkeit keinen Eintrag hal.

A in 27. Juli. Wir brachen schon urn ö'/j Uhr anf', da ieb noch am seliien Tage Scliibam erreichen wollte. Der Rückweg entsjiracli zuniiciist genan der Ilinreise; vun Mér-yome au 9 aber biel ten wir uns mehr zur Mitte des grossen Wadis, um Saiün zu umgeben, da ieb fürcbtete, den Leuten dort könnte vielleicbt nacb meinem Misserfolge in 'J'erlm der Gedanke an abnliche Ungezogenbeiten aufsteigen. Hinler Meryeme fübrt unser Weg zwiseheu jungen l'alinenptlan-zungen durcii Fiyër ein kleines Ts'esl inmitten ü|i|ji-

ger, reich bewiisserter Anlagen, die den Sade von der Familie Gliële geboren. I'm 93/4 Ubi haben wir

Saitln und das hocligelegene Hüsn seines Sultans zur Linken; dann wandern wir inmitten der Niederung wecbselnd über oden geborstenen Lehmboden, der stellenweise Salzflecke zeigt, und zwiseben dürftigem Palmenwucbs dabin, iii.s wir gegen 11 Ubr in einem einzelstehenden grosseren Hanse mitten im Wadi vor der glübenden Sonne Scbutz suciien und linden. Unser Wirth ist ein jovialer alter Herr, ein guler Freund unseres Beduinon, und empfiingt uns sebr gastfreundlieh und mit hauilgem „Va liayya, va mérhabaquot; (Willkommen). Im Haussebatten haben wir g'egen Alittag 35° C, Wir befinden uns auf der Höhe von Tens; davor an der rechten Bergseite, von Scbibam aus geseiien, zwei kleine liilads: El Qorén dein IJabib l.lasan bin Ali

gehorig, und Som bin Ijainam dessen Menare

siehtbar ist. Nacb dem Mittagessen entliess ieb den Sklaven des Sultans von Saiün mit dem Anftrage, seinein lierrn das Vorgefallene zu berichten und ibm mein Bedauern darüber

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Nacli Saiiin und Terini

aus/.udriickon, daas icli, uuter seinoni Hcliul/.e steheiul, bei lt;einem Bruder keine bessere Aufnulmie gefuiulen.

(regen 2'A Ulir brecheu wir bei glühendem Sonnenbrande wieder aul'; unser Wirtli führte uns nouli durch seine wobl-

.......................Cnltumi, ausser Palmen besonders Muscheli nnd

Gadub, ebe er uns mi( seinen Segenswünscben entliess. Üiine Viertelstunde spiiter durcbsobreiten wir wieder, indein wir Uils der — unserer VVegriclitung naob — recbton Qebirga-seite nahem, die feuchte Steile der grossen Niederung, au der sicli et was mebr Wasser findet, als liei de)1 Hinreise. Das grosse Wadi boi Sebibam neunen sie jetzt, wieder Wadi gerr; die Begegnenden fragen uns: „Seid ibr in lladra irewesen?quot; Dieses Wort bedeulet „unten, lieler im

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Tbalquot;, und wird in Sebibam allgemein zur Bezeiebnuug der Liinder des KaLbiri angewendet. Um 53A Uiir liaben wir Sebibam wieder erreiebt; die Pforteu unseres Palast es sind aber test verselilosseu, und ich batte das widerwiirtige Qefübl eines Mannes, der, von einer lleise zurückgekebrt, statl, eines froben Willkouims seiue Familie ausgetlogeu findet.. Kadi liingerem Warten wurde endlicb aufgeschlossen, und unsere Sachen landen sicb vollkommeu unberiibrt. Bald kam audi Sebecb Abdallah lierbeigeeilt; seiue Excellenz entsebuldigte sicb, er babe gerade seine Kleider am Bruu-nen gewascben und erst dort von unserer Eückkebr gehort: Warum wir keinen Boten vorausgesandt ? Ich beginne sogleieb über die Uüekkelir naob Makalla zu verbandeln, und der Sehéch ist l)ereit, alle meine Wünsche zu erfüllen; er bat aber noch keine geeigneten Leute. Ich erniuthigte ibn durch eiu entsprechendes Geldgeschenk; vorerst sandte er noch am selben Abend einen Mukótlib (Boten) zum Djem'adar nach (^atn, um ihn zu bitten, mir das 1't'erd zu senden, damit ich iiim vor meiner Uückreise den gewünschten Besuch abstatte.

Am 28. Juli. Schon um 8'/j Uhr Vormittags brachte cin Heitknecht das l'terd; ich machte mich jedoch erst Nachmittags Wli Uiir auf den Weg nach Ijota, woböi der Mann mich zu Fuss begleitete. Wir zogen nicht wieder lilngs «Ier Tlialseite, wie wir gekommen waren, soudern

Scliilniin. —

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mid zurlick nncli Scliil):irn.

nalunen den Durohmosser der weilen TlialauslinclitunD' und

O

salien uur aus der Entfermmg die früher erwatmteu Oii-scliaften Ugran (audi Ogran) und Ijaziye, die sieli solir unbedeutend ausnalimen, und von deren l'nilier erwalmten Anlagen und Hausorn uur wenig sichtbar war. Ich eille, um vur Einbruch der Nacbt inein Ziel zu erreichen, und langte gegen 7 Ubr beim DJem'adar an, den ich ausserbalb des Hauses, auf ausgebreiteten Deciken unter den Palmen fdtzend, in Gemeinscliaft seiner [jenle und eines Séyyid Abdallali bin Alnwi bin Scliöcli 15u Bakr antraf. Er erbob sicli, und wir gingen in's Haus; dort sassen nir lm Medjlis mit lt;leni Séyyid, dein der Ebrenplatz eingeranmt war, und ich gab meine Terimer Erlebnisse zum liesten, worauf icb mich in das früher von mir bewohnte Qemach zurückzog. Der Djem'adar seinen in Qcgemvart des Héyyid weniger herzlich; er sorgte aber wie früher für mich und sandte mir Thee und ein reichliches Abendessen, und ich batte wieder den gedeckten Tisch, moinen iSluhl, Messer und Gabel und die schone Fetroleumlampe, wie das erste Mal. Noch spiit in der Nachi iiolte man mich zu einer schwerkranken Fran , der wohl kaum noch zu helfen war; ich sagle, wenn ihr Solui am nüchsten Morgen mit mir nach Scbibiim kiime, wolle ich ihm Medizin geben; er kam aber nicht. Einigo Askeris des Djemcadar brachten mir dann noch ihre leiblicben Bescliwerden vor, die zum Theil sehr komplizirt waren, und zu deren Heiluug icb ihnen, soweit inein Vorrath noch reichte, von Schibam Medizin sandte.

Am 29. Juli. Man batte mich veranlassen wollen, auf dem Dache zu schlafen; da icb aber ganz allein war, zog ich vor, die Nacbt in meinem Zimmer zuzubringen, dessen Tbiir ich verschloss. Am IVübesten Morgen schon klojifte man mich gewallsam heraus, woriiber ich meinen lebhaften ITnwillen keineswegs unterdrückte. Nach dem Frühstück kam der Djem'adar zu mir und war wieder freundlicher, als am Abend zuvor; er suchte mich zu überreden , dass ich den Tag bei ihm verbringe, was ich jedoch ablehnte, da ich mir keinerlei Vortheile davon verspracli, wiihrend meine

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Nach Siüun und Torim ,

Scliibiim. —

Anwesenheit in Bchibam vielleiclil zur Beschleunigung der liiickreise boitrageu konnte. VVir \Tei'!il)Scliiedeteii uns sehr freundschaftlich, und ich brachte ihm den gebührenden Dank I'iii' seine gastfreie Aufnahme und weitreiohende Fürsoi'ge au;! aufriclitigem Herzen dar. Um 7 ühr ritt ich tib; wir passirten unweit liota einen Kirchhof, auf dem sich das Grab eines Schöchs befindet, bei dem nach Mittheilung uiei-nes Reitknechts die Reisenden Geld niederzulegen pflegen; nalürlich brachte auch ich meinen Obolus dar, rait dem Wunsche, die Seele des trommen Mannes moge mir eine gate Fürsprecherin für eine glückliche Heimkehr sein, Nur S'A Stuiule branch te ich bis Schibum, da ich das Pferd. kniftig antrieb; vom Beginn der grossen Sandebene an setzte ich es in dauemden Galopp und liiess den Mann, der l)iri dahin nut ihm Schritt gehalten, mir nach Gefallen folgen. In Sehibam war nocli Niehts hesorgt, nicht Sóyyir, noch Kameele; der Muallim svollte, dass ich der grosseren Sicher-heit wegen einen zweiten Séyyir annehme, und hatte auch bereits einen angesehenen und zuverlassigen Mann deswegeu zu sicli bestellt. Vorliiufig aber war kein erster, viel weni-ger ein zwei ter Séyyir zur Stelle.

Am llü. Juli. Am Morgen besuchte mich dor Kauf-mann') Audh bin Mohammed Schemah, derselbe, der mich bei der Ankunft in Sehibam empfangen liatte. Er lud mich ein, lienle bei ihm zu speisen, da der Muallim ihn gebeten habe, mir einmal das Essen zu hereiten, weil es mir im Palast nicht zu schmecken scheine. Wenn ich wirklich wenig ass, so lag das nicht an der Qualitat oder Bereitung der Nahrung, sondern an meiner geringen Esslust; indessen nahm ich Sohemah's Einladung an und suchte ihn gegen 9 Ulir in seinem ansehnlichen Hause auf', das nahe der Stadtmauer liegt und eine freundliche Aussicht auf die Palmen und das Thai gestat,tet. Der Mann bat lange in Java gelebt, mul Balken, Üecke, Wande und Nischen seines Medjlis waren nach Javaiüschem Geschmack et was wild, aber immerhin

1) Tadjir — dus Wort bozuichnot oigentlich mohr oincn roichon Mann.

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iind zunick nacli Scliilniin.

freiind lich ausgemalt. Er liutle nicli meinet wegen grosse Wülie gegeben, und das Essen war reicldich und gut. Nachdem wir gespeist, widmeten wir uns dor Iviinst , und er produ-zirte die reciit werthlosen Musikworke, die er in Java gewiss thenar erstanden hatte; aucli berei(ete er sicli das liarmlose Vergnügeu, mir seine zalilreichen reparaturbedürftigen Uiiren vorzuzeigen , von denen die allerdings nicht im Gauge befind-lii'hon scher/.iiarten Wccker sicli seiner besonderen Zuneigung erfreuten. Er wünselite von mir Medizin fiir seine zvvanzig-jahrige Schwester, deren Beine geschwollen seien, ohne sie jedoch am Gehen zu iiindern. Die l'atientin priisentirte sicli mir als ein blaulichweisser Sack mil angedeuleten Armeln, diclitem blauem Schleier und kriil'ligen nackten i'einen; da sioh weder deren normale Starke, noch ibr Verbaltniss zu den ührigen Körpertbeiien leststellen liess, so halt' ich mir mit allgemeinen Redeusarten und sandte spaier eine liarmlose Einreibung. Meinen Freund Schemah interessirle von meinen Medikamenten vorzüglich Beréndi (Brandy), den er als ein Universalbeihuittol pries, und nach dessen Vorhandensein er sich augelegentlicb erkundigte, ein kleiner Beweis, wie die Folie seiner lokalen Frömmigkeit aul' dem Grimde einer recht freien Weltanschauung ruble. Der arme Schemah! Ich mussle seine Schmerzen ungestillt lassen, da icb in den Tropen nie geistiges Getrauk geniesse.

Um 1 Ubr kehrte ich in den Palast zurück. Sa'ïd Berfiyih, der unser Séyyir nach Terïm gewesen war, soli uns min auch auf der Rückreise geleiten , und die beiden Sklaven und Kameele der DJiibiris sind bereits im Laul'e des Vormil-tags angekommen. Der Muallim brachte mir daim noch den vorgesehenen zweiten Séyyir, ebenlalls von den Katbiri-Sliim-men, der jedoch anspruidisvoll war, beritten sein wollte und überhaupt dem Unternehmen abgeneigt seinen. Aber auch Sa'ïd will uns nicht bis Makalia, sondern nur etwa drei Tagereisen weit, bis Sab (sLw) bringen, wo er uns neue Séyyirs von den Ilamuiui-Slanimen beschaflen wird. Unter-wegs ilen Séyyir zu wechseln, kommt mir allerdings be-denklicb vor, da jede Garantie für das Woblverhalten der neuen Leute zu Ibhlen scbeint. Da aber der Muallim fur die

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Vuil Sdiiliiim iiiicli Makrtlla diurli ilie Wadis

Uedlidikeil mul Umsicht des Saci(l einzustelioii erkliirt, audi kein Menscli sousl yew ill I, ist, «liese Tour mil mir zu maclien, so einigeu wir uus scihlies.sliclj auf der vorgeschlageneu Grund-lage. Statt des zwei ten Séyyirs nehineu wir bis nalie an Sah eiue Eskorte vuu vier Beduinen; hiiigegen geht der bereits erwiihnle Skiave des Djem adiir's his Makalla mit. Ich zahle Allen eateprecLende Angelder und inache micli vollstiindig reisefertig, um am naclisten Morgen uiöglichst 1'riili aufbrechen zu konuen. Der Muallim g-iebt, mir noch am Abend Briefe fiir die verschiedenen Djem'adare und. Abdul Clialiq, dom er zur Vermeidung spaterer Difl'erenzen die Abmaclumgen mit den Kameelleuten, die bis Makalla luilgehen, genau wiederholl. Zur Ueisezehrung aber erlialten wir einen grossen Parken vorlrefliicber Dalleln als ein selir praktiscbes Ueisegeschenk dcs Djemadars Selah, das uns unterwegs vortreliiich zu Statten kam.

XL

VON SCI 11 HAM NAGII MAKALLA DURCH DIE WADIS BIN A LI UND A DIM UND ÜHKR DAS FIGRA-GEBIRGK.

Am 31. Juli. Als wir um ö'/j Uhr aufbraehen, stand noch der vuile Mond in seinem Glaiize am scbwiirzlicb blauen lliminel, wiihrend die Berggi[ifel und Uausdacher sclion von den Vorboten der Sonne angestralilt waren. ]Jer Muallim batte uns nicht oline Morgenimbiss gelassen und geleitete mis ein Stück Wegs dureli die Landscbal't Slid lilnu'S «les zu unserer Rechten sich hiiiHtreckenden Gebel

D

Chibhe, auf dessen Abhange sidi ijüsu es-Shcl oberhalh des schon erwilhnten verfallenen Bilad erhebt. Es weht ein

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liin 'Mi nnd Ailim nml ül)ur diis Fifira-Gebii^e. y!5'.)

angenelimer, helebender Flaui'li; liald kominl die Sonne, ein riesig'er Feuerball, liinler dein Goliirgo liervor: wir bcsloigen die Kameele, und der Muullim veraimcliiedet sirli vort uur mil, warmen Wünsclien für eine glüekliche Iieimkelir. I'line liallie Stnnde nach unserm Anfbrncii passiren wir das bereits t'rüher genannte, der Aideni.s Familie gebörige fiu/.im das rechts am Wege liegt und durcli seine saubere Moschee rait hübscbem viereckigeiu Minaret, eine An/.abl grosser, gut erbaltener IJaoser und ausgedebnte l'almengilrten einen anselmlioben Eindruek macht; weiterhin l'olgt eine zweile kleine Moschee und mit Gel reide und Fulterpflanzea ii|lt;]óg bestandene Felder. Fnser Weg fiibrl südö.-llidi am l-'usse des Gehirges bin, das sio noch immer Clubhe nennen, nnd das wii' rechts bebalten. Ein Ortcben Kd-Diihaka Eigentluim der Elbln Séned el Kiillmi, an dem wiruniG l'hr vorüberzieheii , ]i((gi gleichfalls an der rechten Wegsoile, wührend wir die da/.u gehörigen Palmen zuerst links lie-halten und dann durchscbreiten. Wenig spiiter haben wir östlich, au der entfernten linken Thalseite, den Gebel DJifil an dessen Fusse sich die ililuBer, Festungen und Palmen der Al Djifil el KaLhiri hin/.iehen. Wir bewegen uns südwiirts im Misyal des Wadi Bin cAli, das hier zwi-schen ilen Bergen Cbibbe und Djit'il die nördliche Pichluiig zum \\ adi Serr einscbliigt . mit dem es sirh unwoit DJa aimo vereinigt.

Um 6',2 Ubr erblicken wir halblinks mehrere den Al IJJiiter bin Salim bin Talib el Kathlri gehorige, sehr an-Behnliche, fast schlossarlige Jliiuser, von denen Jedes mehrere Aussicbtsthürme besitzt; bald darautquot; rechts eine weile Kin-buchtung, durcdizügen voai Wadi lli'trriye, das sich von ilom weit znriickgetretenen Gebirge gleichen Namens berabsenkt , um sich mit Wadi Bin cAli zu vereinigen. lm Ilinlergrunde des Bogens, am Fuss des Gebirges, Skeban , ein Bilad der Bin Set' el Katliïri, denen zugleich das kleine iiilad Snfvile mit einem K ilt und zahlreiidien Palmen eignet, das am südlichen Ausgange des Wadi l larriye gelegen ist, wo anch , uns ein wenig niiber, einige testungsartige lliiuser der Al'Aliiu (^U) el Kaljiiri sich inmitten Anlagen befinden, die duivh

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Von Sdiiliiun nacli Makalla (Inrcli iliu Wadis

niedere Leliinhügel vom Misyal des Wadi Bin cAli gelrennt siiul, dessen linke Seite hier grosse Dompflanznngen und schone Itlil-Baume einnolnnen Der Weg' ist südöstlich; audi weiterhin begleiten tins rechts die Leluuiiiigel, die sich vor das Qebirgo gelagert haben, das liier Qehel Móschah lieisst. Zwischeu ihm und der Uiigelreihe eine O rt soli aft J'll Mischrigije und anschliessende einzelne Hiiuser

niit grossen Anlagen, Alles dies, gleichwie ein kleines uns zur Linken gelegenes iiilad Llidjbe , den Bin Séned

el Kaijiiri gehorig; vor llidjbe noch einige Waclilthiirrne, die Besitzungen der Sacar A1 Djehabli Jl .do) be-

wachend, die gerade ihre Acker mil Hilfe von Kameelen bestellen. Gegen /'A Uhr zeigl. sich an der linken Thalseite am Bergeshange Zebid, ein Iiilad der Subcan A1 Djabiri ^.,1*^0); bald darauf mündet rechts Wadi Mhasen (jj.avLsi.*) , bei dessen Ausgange, an seiner Südseite, das

gleichnamige Iiilad der Sado Schöcb Bu Bakr auf einem Vorhiigel, El liedi genannt, sich erhebl.

Die Mitte der Niederung wird hier ganz unfruchtbar, das Terrain ist schwacb gewellt, und es scheint, dass wir im Allgemeinen ansteigen. Um 8 Uhr erblicken wir an der linken Thalseite En-Nuchsch (^^0), ein Bilad der Bin Abiidan am nürdlichen Ausgange des dort einraiindenden Schacb esch-Schëch; rechts liiuft neben uns zwischen niederon Lehni-hügeln das schmale sandige Bett des Wadi Móschah, von Südosten kommend; dahinter sleigt am Fusse des Gebirges ein kleines Beled Bah Zel empor, von einem ansebnlichen Ilüsn iiberragt, das auf Aditischen Qrundmauern ruhen soli. I'm es in der Niihe zu sehen, sleige ich ab, und wir durcli-schreilen Wadi Moschah und eine Biikiye (kiinstliche Wasser-rinne), Gaat Tabib i^iï) genannt, lt;lie nach Mhasen

fiihrt. Die Anlage des recht in Verfall befindlichen Hiisn datirt allerdings aus iilterer, aber keineswegs aditischer Zeit, und gleiche, aus zerschlagenem Felsgestein hergestellte Grundmauern findet man auch bei den neuen Bauwerken dieser Gegend. Die iiussere liundung eines jelzt zugedeckten

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Hin 'Ali und Adim und iibor das Figra-Gebirgo.

Brunnenschachts, der his zAir Hühe reiclit, liegt, theilweise zu Tage. Im Hüsn kam uns eine grosse Anzahl alter unci hiiss-licher Weiber entgegen , die leider unverschleiert waren und viel zu fragon hatten. Es waren wold arme Geschiedene odor Witt wen, die den verödeten Bau zum A.syl ei-wiililt hatten; einige von ihnen verlanglen Medi/.in fur ilire Angen , die recht jiimmerlich aussahon. — Wir hatten die Kameele vorausgesandt und zogen nun zu Fuss unsers Wegs am rechtsseitigen Qebirge entlang. An der linken Thalseite folgeu sich die Ortschaften El Gos mit, ïïüsn und Palmen, im Besitz der Al Mén bin

Amir Bel cUlémi el Djilbiri, und Gheréb ein kleines

Bilad des Schrch oder Well Hfiritli bin Ahmed Ba Scherilhln; rechts mündet der Scherg Marïïn, dann wieder links Wadi Chléo ein. Wir durchschreiten zwei weite Todtenf'elder, die sicdi um tlie heiligen Grüber des Sóyyid cAluwi bin Ahmed und eines grossen Weli oder ilablb Hïlmid bin Hasan bin Schöch Bu Bakr gebildet haben; gegen 'J Uhr erreichen wir Ar(Jii er-Rij fde, ein kleines verfallenes und schmutziges Bilild der Djiibiri am rechtsseitigen Gebirge, das seine Wasser als Schacb Eiyfife dem Wadi Bin cAli zusendet. IliyÉ.fe ist der Wohnort meines öéyyirs Sacid Berfiyih, und er zwingt uns, in seinem Hause eiuzukehren, wo sein stattliches Weib uns gastlich bewirtbet und uns zu Ebreu ein Thier schlacbtet. Gegen Mittag woist das Thermometer im Schatten des Hau-ses 35° C., das Barometer 000quot;quot;quot;.

üm l'/j Uhr breclien wir wieder auf bei glühendem Son-nenbrande. So unbedeutend die Stadt lliyfife, so ausgedehnt und üppig die zugehörigen Anlageu; unter den Palmen sind ausser 'IViim und Digr nocli überall Gemüse und Futter-pflanzen angebaut. Vorüber an einer verfallenen Moschee wenden wir una nach links über die Lehmhiigel hinweg, zwischen denen eine Sïïkiye liiuft, die sich in verschiedene Arme theilt. Die Mitte des Wadis ist ode und wird zu einer kieseligen, von Sandstellen durchbrocheneu Ramp;haba mit einer Einfassung von Lehmhügeln, hinter denen sich breite Anpflanzungen von Dom und 1'almen liings der Thalriinder hinziehen. ünserc Ilichtung ist etwa südöstlich;

10

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Von ScliilKim niicli MuUiilla durcli dio VVmlis

zu unseror Rechten oin kleines Beled Ui(lel)et Al Tliiïlflt (o^L*i , link.^ Djóbra, ein örtc.hen der Saile Al

cAid(,i,n8 bin ui, ilas wir gegen ~ Uhr passiren. Mald darauf selien wir zwisclien den ['quot;(slsen tier linken Gebirgs-seile eine Anzalil Wadis hervorbrechen, die süuiintlich dein Wadi Bin cAli /.uliiefi!lt;eii, nn^ zuniichst Wadi Hóijba (xaö.,); daan folgen nacli Süden zu die Wadis Henaylr, lt)ülnma Diiiil (iajj) und Geinrfit , weldi letzteres

jedoch, wührend es zur Niederung abfiillt., si(;b der linken Seite des Wadi Dina zuwendet, das die urspriingliche süd-östliche lliclitiuig des Wadis Bin cAli aufnimint, wogegen dieses sieli im grossen Bogen breit nacb Südwesten wendol. Rechts, noch im Wadi Bin AU, iJHhir, ein Bilad der Al Djabir Bin Amir; dann lolgen wir dem Lanle des Wadi Dina und gehen auf das an seiner rechten iSoite gelegene Ortchen Mésenat Al Bedr zu, wo wir im Hause des Djabiri, der unsere Kameelo geliefert hat, nach kaum einstiindigem Marscli einkehren. Die guten Leute wollten sicb nun eininal die Ehre niclii nehmen lassen, den seltenen Fremdiing zu beherbergen, und so musste icli den halben Tag verlieren. Die Authahme war Ireundlich und das llaus bald gedriingt voll: man verlangte von mir mehrfacb Arznei, audi Anderes, wie einen Beitrag zur Erbauung einer Moschee, welches Ansinnen ich aber mit der Begründung zurückwies, dass ich mich luiten würde, zu solcbem Zwecke üeld herzugeben, da docli kein Christ die Gotteshiiuser der Muslims betreten diirle, wiihrend der liesucii unsercr lure hen jedem Muslim t'reistehe , wie denn nuiin Vaterland die lleimstatte religiöser Toleranz sei. Die Djabiri sind eine Uuterabtlieilung der Bedr; ihr Chef ist Salib Bin Bedr el Djabiri. Vom Dache unseres llauses liess sich die Landschaft gut übersehen; von Mésenat liegt die Mündung des Wadi Uoluma gerade östlich; die Wadis Dina und Geinrflt miinden S.U. und südsüdöstlich; alle drei Wadis kommen vom Djól herab. Südlich von Mésenat, seinen Fuss in die vollkommen flaehe Sandebene hinahsenkend, die den Winkel zwischen den Wadis Dina und Bin cAli ausfülll , ragt Gebel Hcrme (*-lt;.:gt;) empor, dessen in schragen Windungen aufwarts führende cAqaha wir morgen

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Hin 'Ali unil Ailim nnd ülior das Kigra-Oebirgo.

ersteigen mussen, Roclils am Berge zielit Hinli Scluicb Sclia-gnïii liin zu den Dompflanzungen, die die linke

Seite dos Wadi's Bin cAli oinnelimen, dem man zn beiden Seiten Wadis zulliessen sielit: reolits Wadi Chamiisef Al

Sacid bin CXmir und Chamuset ed-Doamp;ni, beide von Wadi FTarriye kommend, und \\radi lluwéhet Al ijasan bin

Gebel, links die Wadis Lacanz .'), El 1.1 abl i^s-) und Géreb In der Umgegend von Mésenat und im Wadi

Sobagrun giobt es nach Angabe der fiente aditisobe Jieste; ebenso in Chamllsa, \vo sieb nabe dem Hüsn ein Brunnen aus aller /iuit betinden soil. Ein sleinalter blinder Mann erzablte mir, in seiner Jugend babe man grosse Töpfe init Datteln aus der Erde gebolt. Man weiss bei dissen Ijeuten nie, ob sie Alles von bundert oder tausend Jabren meinen; thatsacblicb land icb nabe dem Hérme eine unbedeutende Trümmorstiitte, deren formloses Durcbeinander bearbeitete Broeken Jenes Kalkgesteins euthielt, das ich im Wadi Gbai-bfin init himyariscber Schrift bedeckt gef'unden liatte, wie aucb der sanft gewellte Sand umlier init jonen zerkleinerten Felsstüekcben beslreut ist, die die Ebene um Méschlied Ali weitbin eharakteristiseh bedecken.

Am 1. August. Nachdem wir um 5'/. Ubr aufgebro-clion, wenden wir uus in gerader Ricbtung dem Gebel Hórme zu , dessen Fuss wir nach 10 Minuten erreiebt baben. Der sogloicb achwierigo Aulstieg i'iiiirt von Anfaug an über rauhes Felsgeröll empor; nach Kurzem baben wir einen Absatz erreicht, der sich plaleauarlig ausdehnt; man siebt von bier, wie das grüne Bell des Wadi Scbagriin sich im spitzen Winkel zu Wadi Bin cAli hinzieht. Beim weiteren, sehr miibseligen Ansleigen über glattes naoktes Gestein übersiebt man die Vereinigung der Wadis Gemrilt und Dinft; um (j'/i Ubr sind wir bei einem Vorsprungo der von der Plateauhöhe senkreebt zu mis abfallendon Wand , gleicb dar-aul' bei dieser selbsl angelangt. Ein beladenos Kameel stürzte hier vor wonigen Tagen ab. Man siebt Móseuat etwa nörd-licb, pabir nordnordwestlich; dicht dabinter, ein wenig

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Von Scliilmm nacli Mukullii durcli die Wailis

mehr nacli Westen, Dagal , ein kleines Bilad mit

J'ulmeii, nalie dem Wadi Bin cAli. Eh gelit weiter empor /.wischcn miicbtigen abgestürzten Blöcken; eine tiei'e Regen-schluc.ht, Scha'b el cAqaba, mit wiklem Qeröll angefüUt, stürzt sick schrofl' zuru Thale hinab. Man überschaut bier Wadi I5in cAli sndwestlieh: an seinem linken liter Beréke (\Xjy), ein unbedeutendes Örtchen, an iler andern Seite senkt sick das sclumle Bett des Wadi Ohanuisa herab; rechts davon, am Bergabhang, die Hiinser des gleiehnamigen Stiidtchens. Um 6:IA Uhr haben wir die cAqal)a erstiegen mid befinden mis nun auf der grossen Hocbebene, dem Djol, das audi an dieser Stelle das friiber boobachtete tafelfürmige Gestein und die cbarakteristisohen abgeflacbten lliigel zeigt. Das Barometer, das am Fusse des lierges 667quot;quot;quot; auswies, ist aut' 644quot;quot;quot; gefallen. Der Ansblick erinnert an den in's Wadi Dnan : die Thaler scharf eingesclmitten in das Plateau, von dessen Höhe die bastionartig vorgeschobenen, oben gleichiniissig abgeflacbten Gesteinsmassen den Eindruck einer riesigen Festungsanlage hervorrufen. Wir haben die Kameele entlastet, nnd die Lente rauehen iiire liuscbba (Wasserpfeife), deren Gennss sie leidenschaftlich ergeben sind, wahrend ich mich an einem Trunk des in Schlauclien mitgelübrten Wassers erquicke.

Nach einer kleinen balben Stunde machen wir una wieder auf den Weg. Das Djöl zeigt genau die friiber beschriebene Öde und Vegetationslosigkeit; den iioden bedecken kleine iSteine; spiiter folgen wieder weite Strecken, die mit dem bekaunten scbwarzon Gestein bestreut sind. Das Terrain liebt sich zuniicbst; wir marschiren mit geringen Abweicbungen in südöstlicher Jbchtung. Von Mcsenat ah geleitet uns die in Schibam bedungene Eskorte von vier Djabiris; zwei davon begeben sic.h auf die Jagfl nach dem Wabr (Klippdachs), dessen lange schmale Eckzahne die Heduinen allgemein als Tropbiien am Kolben ihrer Flinte befestigen. Ich batte den jjeuten für ein Pell des Tbieres eine Rupie versprochen, die sie abor zu ibrem und meinem Bedauern sioh nicht verdienen konnten.

Wir [lassiren zablreiehe kleinere Wadis und Schacbs der

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Min 'Ali mul Adim und über ilas Kigra-Gobirge. 245

schon l'rüber beschriebenen Art. Nacli zehn Minuten Wegs lialien wir zur Linken das ersto Schacb znm Wadi Qeinrül 'j, bald darauf rechts den Ursprungsort dea Wadi Bchagriin, das wir in Wadi Bin 'Ali raünden salien. Die 1'lateanhügel ziehen sich zuniichst ebenlalls mehr zn unserer Hechten liin, wahrend, in südösl liclior Kiclitung sichtbar, Wadi öeinnit selbst uns in einiger Entfernnng links begleitet, fortwahrend genahrt durch none Zuflüsse, die znweilen beden tend genng sind, urn eigener Benennnngen gewiirdigt zu werden, wie Schacb Érget Aiulh üSjc), Sciiacb Gewol el Chedér(?)

und Scbaeb Kütne, dessen schinalen Steingrund wir um S'A Uhr kreuzen, Verschiedene Zuflüsse gehen dann wieder dem Schacb Kütne zu, von dem dieser Theil des DjTil, den die Djabiris als ihr Land bezeichnen, den Namen Mediiri el Kütne f'ührl. Meine lieduinen fürchten einen Überfall von llamumi's und Sacri'8 und setzen die Ijiinte ihrer Gewdlire in Brand; aber keine Seele wird sichtbar. Vun allen Hei ten umringen uns jetzt terrassenformige Hügel, vereinzelt und in langen Zügen, neben- und hintereinander. Qegen 9 Uhr zu unserer Linken ein öcha'b el Megiitïl cine Vier-

telstunde spater Schacb Ferasche, beide dem Wadi Qemrüt zutliessend. Der Weg führt zwischen den llügelu dauernd südöstlich über tlacben, mit schwarzen iSieineu bedeckten Grund, dessen Vegetation gleich Null ist; nur nahe dein Wadi Gemrüt etwas Dorngestrauch und Gras, von den küz-ten liegen ergrünt. Inmitten dieses Wadis machen wir nach 10 Uhr Kast unter einem kleinblatlrigem Kiiad-Stnuiuh. Ein eigentliches Belt weist das obere Wadi nidit aut'; den Luut' des Wassers bezeugt nur der krtifiige l'tianzenwucbs, der hohe Dornstriiucher, niederes Gestriipp uud Gras darbietet, an deren t'reundlicbem, von der Dürre der llochebene geliillig abstechendem Grün das Auge sicb angenehin erfrischt. Um Mittag ü^'/i0 C. im Schatten; das Barometer wies 15^1quot;quot;quot;.

Um IS'/a Ulir machen wir uns in dor 1'rüberen llichtung aut' den Weg, indam wir uns von Wadi Gemrüt wieder

1) Allo Aogabon boziohou sich auch fernor stct? nuf don vor inir liogondon Weg.

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246 Von Scliilmm nucli Makallu (lurch (iio Wad is

abwenden. Wir steigen eiiicn iniissig' liolien Hiigelbei'g empor zu einer weiten, sclnvarz bestrenten Ebene, die sioli links ansclieinend bis zum Horizont dehnt, der nur in welter Feme von vereinzelteu Iliigeln beg'renzt ist; rechts blieken wir in die Niederung' lunub, aus der wir emporgeatiegen, nnd in der wir die griine Kiune des Wadi Geinrut noch ein St tick ver-folgen können. l)iese ohere Etage des Djiil lieisst Djol Qatét'e ), nacli einem Wadi gleichen Namens, dessen

Ursprungsort zu unserer Linken wir nach welterer viertel-stündiger Wanderung passiren. Es wendet sich etwa nord-nordöstlich zu Wadi Dinil und erhiilt zahlreiche Znlliisse, die audi nur durch eine von dem sterilen dunklen Boden abste-chende Vegetation kenntlich sind, hervorgernfen durch die letzteu starkeu Regen, welclio vielen Strauchern zur Blüthe verhallen. Der Boden wird welliger, und der Weg führt in grassen Windungen auf und ab. Wir ersteigan ein neues Stockwerk des Djbl, um daim eine östliche llichtung einzu-schlageu, wobei vor uns und zu unserer Rechten die hügel-artigen Erhohungeh sich mehren; bald darauf geht es wieder so scharf abwürts, dass wir es für sicherer halten, von den Kameelen abzusteigen. Unten wieder die dürre Ebene! Der Himmel liat sich inzwischen vielfach bewolkt; vorliiufig habeu wir davon den Vortheil, dass wir der glühenden Sonne entzogen sind, gogen deren blendende Strahlen meine Augen l)ereits zu protestiren begannen. Um 2 Uhr baben wir rechts deu Ursprungsort des Wadi Nésme, das unsern östlichen Weg l)egleitet und sicli nach Ghail cümar zieht; daim folgon sich in knrzen Zwischenriiumeu, gleichfalls zu unserer Hechten, zahlreiche Schans zu diesem Wadi, die von den unsern Weg kreuzenden Wasserabfliissen der links-seitigen Terraasenhügel geniihrt werden. Ein Gewitter, das schon liingere Zeit in den Bergen wirtbschaftet, entladet auf uns einen krilftigen Regen, der nach viertelstündiger Dauer wieder den seugenden Sonnenstrablen und einem heftigen Gluthwinde l'latz macht. Meinem Kameel gendit wohl seine Last niclit mebr, dalier es sich plötzlich niederwirft, so dass ich Gefalir laufe, ibm über deu Kop F bin wegziilliegeu. Um 23/4 Ulir nehmen wir links unsers Wegs Wadi AlisÓiiaca

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Bin Ali iinil /Vilirn und iibor ilas l'igi'a-Gebirge.

walir, das uds nunmelir auf ilieser Seilo treu lileibt, wie Wadi Nésine zur Kecliteii, und eboufalln durch fortwiilirende Zullüsae verstiirkt wird. Beide Wadi.s iiaben ilir Belt tief in das Plateau eingegraben, und man ei'blickt die Bchrofi'en Felswiinde , zwiHchen denen .sie ihren östlichen Lauf zu Wadi Adim nehmen. Ein wenig nach 4 Uhr eehen wir Wadi Miséna'a sicb vom Wage abwenden; rechts in einiger Entfermmg gelbe Haiuihiigel, binter denen scbwarzblaue Er-böbungen wie Insein ans dem Meere emportauchen. Eine Viertelstmule spiiter sind wir am Ursprungsorl des Wadi Gerösa angelangt, das sicb in einer wilden Fels-

seblucbt zum Wadi Adim binabstiirzt, mit dem es sicb bei der den Schöchs Ba We/.ir gebörigeu Ortschaft (ibail 'Omar vereinigt, deren Palmen in der Ferne' gerade ösllich lief unter uns liegen. Wir verlassen die Kameele, und es gebt nun die cAqaba von Öerösa steil hinunter über von Sand und Wasser [lolirtes Gestein und Geröll, das unter den Füssen weicbt, zwiscben schroffen, wild zerklüfteten Felswiinden, die drohend überhangen. \\ ie ein weisser Faden ziebt sich zwiscben den machtigen, von den Höhen abgestürzten Berg-trümmern, die den Wadigrund ausl'iillen und stellenweise versperren, die schmale sleinige Bahaba des Wadi Gerösa hin, ein wenig erweitert uur da, wo der Fall minder jiih ist. Eine üppige Vegetation hat in jeder Spalte, jedem Zwi-schenraum des Gesteins Fuss gefasst. Das i'lateau liegt schliesslich hocb über uns; auf schmalem S(eige wandern wir lüngs der zu ibm aufsteigenden Gebirgswand, die ans einem weichen bliittrigen Gestein bestebt, dessen helle Farbe annehmen liisst, dass die davon abgewittcrlen, in den Thal-grund gestiii'zten Massen sich erst in verhiiltnissmiissig neuer Zeit loslösten. Der untere Lauf des Wadi Gerösa verflacht bedeutend und Ibeilt sicli in mehrere kieselige Bahuba's, ditgt; von uiederen Lehmhiigeln fhmkirt sind; gegen 0 I hr seben wir es in Wadi Adim münden bei einer Stelle, «lie durch die gut erbaltene ovale Grundmauer eines aditisciten liau-werks bezeichnet ist, das aus wenig behauenen J^elsquadern besteht. Der dabei verwendete, mil kleinen Steincben durch-setzte Muriel ist weit biirter, als ich ibn bisher land, denn

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Von Schibatn imch Makalla (lurch ilio Wadis

liier war es niclit möglicli, Stiicke davon abzuschlagen. Eiuige andere aditische Bauten nahmen wir scliun unterwegs wiihreud des Absliegs am Bergesliange wahr, konnten iliiien aber nicht nahekommen, da wir der spitten Stunde wegen nicht sauuien durfteu. Wir kreuzen Wadi Adim, dessen Grund neben einer steinigon Eabuba mehrere breitere und schmalere llinnsale fliesseiuien Wasser einnebmen, von hohem, dichtem Schilf umstanden. Dann fiibrl unser Wo^ zwischen wohl ye[)fleg(en und bewiisserlen Anlagen dahiu; auf einem lliigel zur Linken in einiger Entfernung das in Triimmern liegende Bilad Sur, in dessen Niilie das vorher gesehene Wadi Miséna'a sich mit Wadi Aiiim vereinigt. Wir wenden uns jelzt dem Bilad Gliail cOniar zu, das aus nur wenigcn Hauseru bosteht und in seinen üppigen Umgebungen fast verschwindet. Gegen O'/a Uhr machen wir Halt; der Sklave eines Bin Bedr bin Gïiga gewiihrt uns Ul)dacli in sei-

nem kleinen Hause, auf dessen niedrigem Lache wir uns i'iir die Nacht hiiuslich einrichten. Zum Abendessen muss ich einen lias1) opfern, tier erst gegen 10 Uhr einigermassen zugerichtet ist. Uiu lÜ'A Uhr steigt hinter den Bergen dor Mond hervor, dessen iiberwiiltigendes Licht den zuvor klar ausgestirnten ilimiuel fast entvölkert.

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Am 2. August. Um den Mond batte sieb im Laul'e der Nacht ein machtiger Hof gebildet. Morgens 5'A Uhr wies das Thermometer 22° C., das Barometer G7Üquot;quot;quot;. Elne Empflndung eindringlicher Kiilile behorrschte micli wiihreud der Nacht; starker Thau war gefalleu und batte unsere Sachen vollstiindig durchniisst. Gegen G'/j Uhr hrechen wir auf; gleich beim Ausgange aus den Palmen am Bergabhange Ardh er-llaide, gleioli Ghail cOmar und dem verfallenen Stir, das nordnordoatlich von hier liegt, c()mar bin Mohammed dem Schcch, niimlich Ba Wezlr, gehorig. Wir wandern im breiteu Grunde des Wadi Adim liing.s des linken Seiten-gebirges in siidlicher Eichtung; zu unserer Eechten Culturen, die durch angeblich dem Boden eiitsteigunde (^uellen bewiis-

1

Kaa (Kopf) bodcutot hior cin Stiick Vioh , niimlich Schalquot; odor Ziegc.

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Bin 'AM und Ailim unil über das Figru-Gebirgo.

sert werden. Unser Weg- bleil)t audi fernerhin südlich, (loch wenden wir uns zeitweise durch die Palmenwaldungen hin-durcli mehr der Mille de.s Wadis zu. Um 7 Uhr passiren wir den kegelförmigon Duku el Qérn q5'0) gt; einei1

vorspriugenden Felsberg an dor rechten Gehirgsseile, der die zur Hühe des Djöl's eiiiporsleigende Thalwand um ein i5e-triiehtliches überragl; die I'almenanlagen an Boinem Fusse nannte man Mécherga ïïinler dem Dukn hervor

lliesst Wadi Nés in e dein Wadi Adim zu, desnen Lauf wir auch weiter siidwiirts verfolgen; wir marschiren auf seinem erhöbten linken Uf'er, das weithiu mit Palmen besetzt ist; zwiscbendurch grossere fStrecken, mil Rak, anderem griinem Geslrauch und üppigem ürase bestanden, das Ins zur Bergböbe ansteigt; zablreicbe Menscben sind emsig he-sebiiftigt in den Anlagen, die man El Cluimire (»yiLswi) nannte; zngehiingo Htiuser waren nicht siehlbar. Aiicb die rechte f^eite des Wadibetta ist fortlaufend mil einem hreiton i'almenrande besaumt, hinter dem sogleich das Gebirge schroff emporsteigl; tief unlen im Thai, uns nnsichtbar, rauscbt Wasser. Zur Linken folgt Gebel Lébyab , der,

mit seinem Haupttheile stark zuriicktretend, eine weite Ein-buchtung bildet, die von Palmen ausget'iilll ist; dann hören die Anpflanzungen an der linken Wadiseite auf, und wir wandern iiber diirren, nur von etwas Rak bewachsenen, vum Wasser tief durchfurchten Lehmboden. Heim vorspriugenden Fusse des Lébyah wind der Grund steinig; grosse Klcicko sind von der Hühe des Berges abgestürzt und iiber seine Abbiinge verst reut. Rechts und links des Wadihetts haben sicb ansehnliche Lehiuhügel vor das Gebirge gelegl; das Wadi wendet sicli bier entschieden siidöstlicb. Um 8 Uhr starrt links, dicht atii Wege, der Dukn ez-Zabne (.va=gt;IJ1 j) empor; seine bis auf den Grund vollkommen senkrecht ab-fallenden Wiinde gelbbraunen Gesteins, die sicb 1200 Fuss iiber der Thalsoble erheben mogen, hindern den /jutritt der Sonne und machen selbsl in unmitte'.barer Niihe lt;len sub weren beangstigenden Eindruck kolossaler verfallender Burgen mit zahlreichon Vorsprüngen und ïhürmen, deren Baufallig-

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Von Scliiluuii midi Makalla durcli die Wadis

keil, tiefo Spalten uml l{i^se bezeugeu, in tienen sich miichlige lierabgestiirzle Blöcke und Gerull locker zusain-niengeschoben haben, in droheiuler Sehwebe verharrend. Wir entiernen una von dieseiu liurgkomplex nach rechts, durcb die I'aliuen, die sich bis dicht heran schieben, unseru Weg nehmend, und gelangen alsbald an den Wasserlauf des Wadi Adim, den wir durchwaten, worauf wir noch die trockene Rahaba dieses Wadis überschreiten, anf dessen rechter Seite wir uns nun befinden. Indessen fiilirt der weitere Weg jetzt nicht im Wadi Adim, sondern im Misyal des Wadis Ilübba, das, durch hulio Lebui wande von ersterem geschieden, rechts daneben berliiuft und sich mit ilun ein wenig oberhalb der Ötelle vereinigt, wo wir es kreuzten.

Audi durch Wadi Ilubba zieht sich zuniichst ein etwa 20 Fuss breiter flacher Wasserlauf, der aber bald versiegt; wir verfolgen unsern südlichen Weg in der Rahaba dieses Wadis, die sich bis an die rechtsseitige Gebirgskette breitet, von der sich dann und wann ein unbedeutendes Schacb her-absenkt. Ein lebhafter Verkehr herrscht auf dieser Strasse, und zahlreiche Karavanen und eseltreibende Manner und Weiber kommen uns entgegen. Der meist kieselbedeckte Boden lost sich mil Htellen tiet' durchfurchten Lehmgrundes ab: der Anbau im Wadi ist imissig, und nur eine kriift.ige natürliche Vegetation von Rak und Dornstriiuchern zieht sich liings de.s Qebirges bin. Hingegen gewiihrt die linke Thal-seite, neben der wir die lidhaba dos Wadi Adim etwas vertieft sich dabinschliingeln sehen, ein Mild der üppigsten Fruchtbarkeit; dichte l'almenwalder, grosse Dompflanzungen und grime hochspriessende Saaten reihen sich ununterbrochen an einander und fiillen audi die breiten Offnungen, welehe die bier zugehenden Scha'bs sich geschaffen haben. Um 8:,/4 Uhr passiren wir die weite Miindung des dein Wadi Adim zulliessenden Wadi Angiira, das ebenfalls mit reichen Culturen bedeckt, ist, uud bei dessen südlichem Ausgange ilie gleichnamige, den A1 DJabir gehorige Stadt am Abhange eines Herges liegt, auf dem sich angeblich aditische üauten belinden. Eine Viertelstunde spiiter steigen wir halblinks zur steinigen Ealiaba «les Wadi Adim hinab, die bier kaum

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liin 'Ali und Adini nnd über ilas Figra-Gebirge.

100 Sohritt Breite liat, und die wir ein Stückclien Büdwiirts verlblgen. Audi zur liechten liaben wir Anlagen und das unbedeutende JJilsid tSüget el cAinir mit kleinem Hüsn; die liuko Seite des Wadia aber biolel l'ortdauenul den l'reundlich-sten Anblick und gleieht einem einzigen vvolilgepflegten und sorgfaltig bewilsserten Garten; vielfach ist das elwas erhöhte Lelimufer mit Steinen befestigt. Wir sleigen zu den Anlagen empor und lagern uns urn D'/a Uhr im Schatten eines prachtigen Dombauraes zur Seite des Wadi's. Durcli die Palmen idndurch erbliekt man einige Hiiuser, die Stadt Sah (»Lv-), die den DJabiris gehort und unter dem Schëch Abül bin Scltrch bin LHh (^J) Ba Wezir steht, dessen Vorgan-ger, Abd er-Eahim, in einem wenig entfernten überkuppelteu Grabe ruht. Uier sollen wir neue Qeleitsmiinner von den Hamumi's erhalten, wiihrend die Beduinen-Eskorte und mein bisheriger Séyyir Sacid zurückkehren. Auf Wunsch des Letzte-ren richte ich an den Sehech Abdallah in Schibam einige Zeilen, dass ich mich wohl befilnde und mit den Leuten zufrieden sei. Zahlreiche Besueher kommen, uns zu be-grüssen mul bleiben bei uns, bis wir abziehen, Um Mil lag weist das Thermometer im Baumschatten 3ü0 C., das Barometer 068quot;quot;quot;.

Als wir uns Nachmittao-s SVa Uhr wieder reisefertitr

O O

gemacht batten, stelllo es sicb heraus, dass trotz fester Abmaclmngen die neuen ILamUmi-Leute nicht geneigt waren, mitzugehen; sie erhoben plötzlich erhöhte Geld-Ansjiriiche, wollten uns auch uur bis Ghail ba Wezir geleiten. Da mein bisheriger Séyyir, der sicb immer vollkommen zuverliissig und anstündig gezeigt batte, nicht uur mir, sondern auch der Schibfimer Hegierung gegenüber für nieine Sicherheil ver-antwortlich var, so fühlte ich mich vollkommen sicher, dass die Sache in ürdnung kommen wiirde, ilenn im schlimmsten Falie hiitte er selbst das weitere Gelcii übernehmeii miisseu. Ich ging daher auf die veriiuderten Forderungeu gar nicht ein und erkliirte, dass ich auch ohne Séyyir abreisen wiirde, welchen Entschluss ich mit meinen Lieuten sofort ausführte. Der Weg führt wieder siidlich im Wadi Adim, das sicb bald wesentlich erweitert und mehrere breite Kahabas bildel.

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Von Schibani iiucli Makalln (lurch die Wadis

die durch niedere Lehmhiigel von einander getrennt sind, \vi0 sich audi inehrere soldier Hiigelketten vor die Beitlidieu Gebirge legen. Die Anlagen vermindern sich und nehmeu, bia auf wenige Dombiiume, bald ganz ein Ende; an ilire Stelle tritt eine magere Dornenvegetation, Kurz hiuter Sah fliesst dein Wadi Adiui links Sdia'b Sah zu, an dossen nördlichem Ausgange sidi ein grösseres Iliisn auf einem Lehmhiigel erhebt; dann folgen einige Qi'ibben und wenige Hauser, sowie ein Hüsu der Al Ba Hadi el Ba Wezir; bald darauf ein zweites Scliacb Sah. Eine balbe Stunde, nadulem wir auf'gebrodien, stossen die ueuen Séyyirs zu uns; der eine ist vom Slamme der Maciri , der an

dere von den Yemeni ( die beide zu den Stammen

der llamumi geziihlt werden. Es sind dies nicht die Leute, die urspriinglich die Siyara übernommen halten; diese waren vielmehr bei ihrer Weigerung geblieben, wahrscheinlich aus einer Art Furcht vor dem Frengi, die audi der ïemöni, ein hübecher liescheidener junger Buradie, ursiirünglich ge-theilt, halte, wie er mir beim niichsten Lager gestand. Dor Ma.ciri bingegon erwies sich al» ziemlich dreist und anmas-send, und ich halte oft genug Veraulassung, sein hocli gesteigerles Selbstbewusstsein zu zügelu. Gleich /,11 Anfang gerielhen wir in Konflikl, weil er drei Schcchs, die sidi ihrer grosseren Sicherheil wegen von Sah ab uns angeschlos-sen hallen, inn mil unler dem Schutze unserer Soyyirs zu reisen, durchaus zurückweisen wollte, bis ich iiim nach-drücklich erkliirte, ic/i hiitle den Leuten geslallel, mil uns zu gehen. Er iialte ihnen ein Schutzgeld orpressen wollen, das ibm nun entging; doch gaben sie ihm spater Ireiwillig ein kleines Geschenk, wie es ihren knappen Mitleln enl-sprach. — Zahlreich senken sich von beiden Seiten des hegleit enden Gebirgos Wadis, Scha bs und Saga's herab; oftmals iheill sich das Wasser beim Ablauf von einem Berge in verschiedene Jlinnen, die den gleichen Namen führen, jedoch mil einom Zusalz, wie Uiibili (das unlere), Sacidi (obere), audi Négdi (nördliche) odor Bahri (südliche); da wir im Wadi aufwarts und in wesenllich südlicher Richlung inarscliiren, so kommen wir nalürlich in solchom Falie immer

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Bin 'Ali uiiil Adiin und über das Figra-Gebirge.

zuerst an den nürdlichen oder unteren Lauf dieser gosjmlle-nen Wadis. Unser We^ f'ührt bald in der Mil te, bald an den Seiten des Wadi Adiin , in das rechts Sclia'b el Kudde, bald darauf links die Sclia^bs Dje/ér el Halnti und

Sïicicli, danu wieder rechts in weniger Minuten Abstand Wadi Saisól und die Saga's Aswad, el llimar, el BCiqara und drei iSiigas Uwédj (-•£) münden. Qegen 4 Uhr passiren

wir die links zutretende Siiget ed-IMllun ( den Kie-

selgrund des Wadi Adiin durchzielien iiier iireite Liingsstreifen gewellten, tief durchfurchten Lehras; uur wenige Dombiiiime gedeilien auf diesem Boden, der die bekanute Dornenvegetation triigt. Neue Scha'bs zur Rechten: Scbacb Schinghor dann, zu beiden Seiten eines kegelformigen Berges hervor--

I

kommend, die Scha bs cAivvedj (-^c) el llabiti und Sa'idi, oine gute Viertelstunde spiiter Schacb et-Talic (*_!LL). Das Gebirge zur Linken starrt senkrecbt zuin Djöl empor; tieie Höiilen bat die Verwitterung im oberen Tbeile der Felswand gebildet und gewaltige Blöcke in's Wadi iiinabgestürzt; die Beige rechts hingegen weisen gerundete Kuj)])en und sanft zuin Tiial geneigte Abbange auf, die uiit zerkleinertem (Je-stein bedeckl und ids zum Gipfel, wenn auch recht dürftig, bewachsen sind. Weiterhin verliert auch das linksseitige Gebirge den burgarligen Charakter, wogegen zur Abwecbse-lung die Bergfüsse reclits vielf'ach wie mit dein iMesser abgeschnitten sind, so dass bier die Tbaleinfassung aus bohen lothrecbten Wanden besleht, Zur Linken ölVnet sicli Scbacb Ternake, hinter deru gleicbnamigen Berge bervorkommend, gleicli darauf Schacb cAli; dann wieder rechts Scliacb Bin Djébed. Hinter Wadi ZeiiCin, das links einmündet, buchtet sicli Wadi Adiin gewaltig aus; eine üppige Dornen vegetation, die viele ansebnliclip Biiume liervorbringt, breitet sich über den sandigen, init kieseiliesiilen Streifen durchsetzten Grund. Unaere Richtung ist zwischen iSüd und Südost. Rechts Wadi Qebih und Scbacb e^-Dtb, links Siiget Silo und Wadi cAbld Garttib ; auf dein llacben Gijifel des vor

dieses Wadi geschobenen hohen lierges gleichen Namens sind

25:5

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Von Schitum nacli Mukalla (luirli die Wadis

llauwerko sichtbar, angeblicli aus adilischer Zeil. Bei iler

Einiiuiiulung' der iSiigel Djeliail Marith (_ ,Ls sclilagen

' O-'

wir um ö'A Ulir unsere Lagerstatt unweit des rechtsseiligen Gehii'ges im Wadi Adim auf, in dem sich hier an mehreren Stellen reichlich Wasser findet. Ein iSchal', das ich einer begeguenden Karavano unterwegs abgekauft, wird fiir die Ai)endmalilzeit bereitet. Zur Nacbt erbebt siidi ein kübler südöstlicber Wind.

Am 3. August. Oegen Morgen liess der Wind nacb; um 5 Ubr weist das Thermometer 23quot; C., das Barometer 65(5quot;quot;quot;. Zeim Miiuiten sjiiiler machen wir uns auf den Weg und set/,en unsern Marsch aufwürts im Wadi Adim in etwa südlicher Richtung fort. Wir wenden uns zur Mitte des Wadis, dessen steiuige Kaliaba durchkreuzend, die dicht mit Biiumen bestanden ist, deren lange Dornen uns oft genug streifen. Bald müudet zur Linken Wadi Giitfa (\sdji), danaeb Wadi Nehdi ein; rechts lliesst Siiget ol Ciiurdi zu.

Wadi el Kibre dessen breite Mündung wir dann wie-

derum links wahrnehmen, soil vou Osten aus dem Lande der llamnmi's kommen. Hei dom ilim zur Hechten folgenden Wadi Wacl (J-cj) verengt sich Wadi Adim; sein Grund wird sleiuig, ilie Vegetation lasst nach, und die unregelmassig vorgescliobenen lierge scbeinen es iiberall zu verschliessen. An der linken Tbalseite erliebt sich, sanlï abfallend, Gebel Ghuzz (ii.), von dessen nördlichem Abbange Siiget el Wabr ai)liiesst, wiiiirend der siidliche Wadi Ghuzz zum Wadi Adim binabsendet. Ein wenig nach G Ulir beginnen wir die cAqaba des Gebel Ghuzz zu erklimmen; der Weg führt über Geroll und Felst nimmer, zum Tbeil auch übor nacktes Gestein aufwiirts, bereitet aber keine sonderliciien Schwierigkeiten, da die Steigerung iiberall nur miissig ist, Nacb einer halben ötunde haben wir die Hölie erreicht und befinden uns aber-mals auf der Hochebene des Djöl, das mit, seinen Terrassen-biigelu und Hügelketten, seinem braunen, unter den Tritten der Kameele zerspringenden Scherbengestein und seiner Vege-tationslosigkeit genau die früiieren Eindrücke hervorruft. Wir

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Bin 'A li uml Adiin und üboi' das Figm-Gehirge.

sclilageu eine südliche, zeitwoise nach Westen abweichende Kichtung ein, uiul passiren sogleich das zur Hechten lau-fende, tief eingesehnittene Wadi liabói Udlian, das wir schon unten im Tliale vor uns sahen, und das von dem an der linken Seite des Wadi Adiin gelegenen gleichnamigen Berge ablliesst, a ut' dessen daclieiu liiicken man ein angeblieh aditisches Fort, aus niclit bedeutenden braunen Felssteinen obne Kalk erriehtet, walirnimmt. Eine halbe Stunde spiiter sind wir am Ursprungsort des Wadi llabéi üdüan angelangt, dem zablreicbe andere Wadis folgen, die ibren Weg tief in das Djol eingezeichnet haben, und deren erste Anfiinge auch iiier meist uur ein griiner Streil'en bezeichnet, der sicb au tien lliingen der Piateaubügel absoukt, l)is die zuueliineude Gewalt der Wasser den Boden aufzureissen begiunt und sicb ein vertieftes, bald schroff abstürzeudes Bett schafft, dessen lliinder mit der 1'lateaubühe abschneiden.

Aui' Wadi llabéi Uilbau folgen zur Hechten uusers Wegs Wadi Bachascii, dein Wadi Adim zutliessend, links Wadi Umm l'djér (.gt;'), das sicb mit dem sciion erwahnteii Wadi Zeblin vereinigt; daim wieder reciits Sclia'b Ma'are (s.Ljix), ein Zutluss des Wadi llebauet (?), das den Weg zum Wadi Adim uimmt. lu der Umgebung des Wadi Kibre, das wir früber in Wadi Adim münden sahen, und dessen l'rsprungs-ort wir bier zur ijiukeu haben, macht sich eine etwas khiftigere Vegetation bemerkbar; wenig danacii erhebt siclt reciits des Wegs ein vereinzelter ilügelberg, Gilret liadde, auf dessen liolie man Mauerwerk und Brustwehreu erblickt , die aus eiuem Kriege zwischen den Mïiciris und andereu ij am fl mis stammen, in dem die ersteren unterlagen; niedrige ovale Steiniiaufeu, deren ich schon beim Betreten des i'la-teau's wahrnahm, dienten wohl ebenfalls als Deckuug im Kampfe. Augenblicklich herrschte wieder Friede zwischen den Stiimmen, sonst hiilte meiu Ma iri-Wann sicb nicht in dieses Oebiet wagen können. Unsere Richtung ist rein süd-lich; um 8 Uhr passiren wir das rechts des Weges laufende Wadi Sn ha das wieder zu Wadi Adim gebt; halb-

rechts vou dieser Stelle erhebt sicb der in zwei Etageu aufsteigonde Ilügelberg Gi'iret el Kéfer. Nach dreiviertel

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Von Scliibiini nach Makalla (hircli die Wadib

Stunde kommen wir bei dem zu unserer Linken entsprin-genden Scliacb GliargSn vorbei, das dem Wadi Zebun

zufliesst; bald darauf ein zweites tiefes Scha'b Gbargén', aus dessen Qrunde mir einer der Beduinen eine Weihvauch-ptianze bringt, die er Mugér nennt, wobei er bemerkt., dies sei der Weibrauch der Somalis. Man möchte hieraus beinabe schliessen, dass das eigentliclie Weilirauchland nicbt Arabien, sondern das Land der Somals sei, wie denn fast all der Weihraucb, der über Makalla /,ur Verschiffung gelangt, von Alula importirt ist. Bald nacb 9 (Jhr haben wir vor uns Wadi Arég (^c?), das sicli, einen novdöstlicben Lauf ein-scblagend, links des Wegs mit Wadi Qhargén vereinigt. Wir klettern die steinigen, steil abfallenden Ufer des Wadi Arég binab zum schmalen, wenig vertieften Misyal, in dessen mit einer massigen Vegetation bedecktem Sandboden wir uns um O'A Uhr unter einem krilftigen Dhabblnstrauch lageni. In unserer Niihe befand sich ein holier eichenartiger Baum, den sie Muscbt') nannten, mit rissiger Hinde und breit ausgcliender Verüstung, aiier kleinen Bliittern an dün-nen , durehweg aufwarts gericbteten Zweigen, daber er keinen nennenswerthen Schatten bietet.

Das Thermometer wies Mittags im Baumschatten 35° C., das Barometer 048quot;quot;quot;. Gegen 2 Uhr brechen wir wieder ant' und wandern, in südlicher Richtung allmiilig ansteigend, ein Stück neben Wadi Gbargén her, in dessen Grande wir darauf unsern Weg fortselzen. Die Vegetation im Wadi ist üppig, und die Dorngewüchse erbeben sich bis zu ansehnli-chen Biiumen, die niclit nur unser Qepack, sondern auch uns selbst gelegentlich streifen; sanft abfallende, nicht be-deutende Berge, wobl bewachsen, und verschieden von den Plateauhügeln, begleiien uns zu beiden Seiten. Bald miindet

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rechts Sfiget-el-Kóhod )ein; grosse Büsche der schon frülier erwahnten Halmeuphorbie bedecken hier den Boden. Weiterhin neue Wadis: links Siiget ed-Dlb, an deren südlichem Aus-gange sich der Berg Ghar Djehiium jLi) erhebt; dann

1) Von Van don Berg — lo Hadhramout, S. 10 — orwahnt als „une espèce d'arbre, dont le boia rossemblerait a do racajou.quot;

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Bin 'Ali und Adiin und iibor iliis Figra-Gebirgo. 257

rechts, zwischen niedrigen Hiigelreihen liorvorkommend, Siiget en-Nub, und links, ebenfalls miissig abfalleml, Piigei el Gild; diesen folgen zur Hechten, in ganz kurzen Absliinden , Siiget el cAliye, die sitdi ein (iefes Jietl, gegrabeu, iSiiget es-Sum (fyquot;) und Wadi Dist. Unser Weg führt tiieils in süd-licher, theils südostlicher Richtung, molir oder weniger ansteigend, dahiu, wührend die einschliesBenden Gebirge, die verwittertes dunkles Gestein bedeckt, sicli allmülig ab-senkeu. Gogen ^ Uhr kreuzen wir das von rechts einmün-dende Scha'b cAli, worauf wir eine Anhöhe ersteigen, die uns wiedernin auf das ebene,, mil den bekannten Terrassen-hügeln besetzte Dj ui führt. Wadi Ghargén ist jetzt unter uns in nördlicber Richtung sichtbar, wührend wir südöstlich raarschiren. Wir durchkreuzen einen ateinigeu Wasserlauf, den der Bedu Ramdha (Ua/o.) min Ghargén nennt, und ersteigen dann einen schon von weither erblickten ansehnlichen Plateauhügel, dessen steile Aqaba den Kameelen grosse Mühsal verursacht und uns auf das höchste Stockwerk des Djol führt, von dem wir die unter uns aufsteigenden, überall verstreuten Iliigel mit unserm Niveau abschneiden sehen. Dieser Theil des Hochplateau's heisst Djol Ijard oder Ilarfid, nach dem gleichnamigen Wadi, zu dem der Weg sich allmillig wieder absenkt, und das wir mn 4 Uhr kreu-zen. Es geht in etwa östlicher Richtung auf AVadi Zebiïn zu, als dessen Quellgebiet man uns feme schwarzliche llügel-ketten im Osten weist, die sich anscheinend nördlich ziehen; davor, ebenfalls östlich, erblickt man helle Sandhügel, Remad et-Tersib genannt; dort soli ein Beled mit llusun liegen, den 15in Hóteli, vom Stamme der Djiibiri, gehörig. Im Süden erhebt sich die Alles überragende burgartige Masse des Kor Söbfin-Gebirges.

Eine Viertelstunde spater nehmen wir rechts in der Ent-fernung die Hustin der Mluimile Hurcud Idón wahr, einer Qablle der angeblich sehr zablreichen Aubtbfini, die zu den Nehdi geboren sollen. Idén ist der Name des Gelilndes oder vielmehr AVadis, in dem wir marschiren, und das zu Wadi Adim fliessen soil. Es heisst zuerst c()sbi Idén, das sich als eine westlich sich hinziehende, mit dornigen Biiumen

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Von Scliilmm n;u',h Makulla (lurch ilio Wiulis

mul Striiuchern bedeckte Flache darstellt, die wir kreuzen , und die una daan noch eine Weile zur Linken bleibt; darauf liebt sicii das Terrain wieder, und wir wandern ein Ötück über volldtandii^ ebenen, mit kleinen Sleinchen durchsetzten Kiesboden. Zur Hechten der Ursprung des Wadi Chamcr (.x igt;), das in nicht rochi erkennbarer, anscheinend nordöst-licher Richtung dem Wadi Idén zufliesst; dieses nimmt audi weiterhin die Wasser auf, die von den bewachsenen Abhiingen der iinksseitigen Hügel ablaufen, und deren Weg durcii a'rüne, das öeliinde durciiziehende liinnen bezeichnet

o 1

wird. Der llücken eines vor nns gelegonen Ilügelzugs ist in regelmassigen Abstanden mit einer Reihe grosser Blöcke oder Steinhaufen l)esetzt, so dass es auHsielit , als krönten ilm Zinnen; angeblich haben wir es hier mit aditischen Bauten zu than. Gegen 6 Uhr steigen wir, inmitten zweier Hügelreihen wandernd, zu einer mit Dorngestrauch und Gras reichlich bewachsenen weiten Flache binab, in der wir unser Nachtlager aufschlagen. Wir befinden uns im Wadi Shcl, das zu Wadi Adim gelien soil; den Raum zwischen den Berden nannte man Ghahf es-Shel. Der Grund und

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Boden gehort den Djohm, einer etwa 200 Manner starken Unterabtheilung der Söbi'tu. Wasser findet sich hier nicht, und wir halten in dieser Voraussicht von nnserm mittiigli-chen Lagerplatze die Schlauche gefüllt mitgebracht.

Am 4. August. Die ganze Nacht wehte ein scharfer Wind; als wir Morgens 42/4 Uhr aufbrachen, wies das Ther-mometer 223 0., das Barometer (534quot;quot;quot;. Wir waadern in südöstlicher Richtung weiter im Wadi Sh'cl; die Biiume entfernen sicdi zu beiden Seiten vom Wege. Nach einer halben Stnnde haben wir links ein welliges, bewachsenes Gelande, als Wadi Defdget el Mesclifiich bezeichnet, in dem wir dann südsiidöstlich zwischen zwei parallelen Hügolketten wandern, die sicli aber bald auseinanderzieiien. Links cüwÓdja ') Dcfrga, oin Schalt;:b von ansehnlicher Breite, das wir durch-

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'OwüJja soil gloichboduutend mit Sclui'b sein; us ist abgoloitot

2

Ov

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liin 'Ali mul Ailim nnd über lt;la.s Figra-Gobirge. 259

kreuzen, worauf wir uns nach links von ihm entfernen. Eine Viertelstunile spater befinden wir uns irn Wadi JJaide, das dom Wadi DofV'ga zufliesst. Wadi Raide, genauer Raidet el Djnhin, ist dem Wadi Ailim tributar; sein sehr breiter wel-liger Lehmgrund, der sidi zwischen nieileren Hügelketten hinzieht, ist an den Sandern von wolilbestellten Feldern und anselmlichen Domwiildern besüumt. An der rechten Wadiseite erhebt sich ein dem Öchüch DJenéd Hu Bakr ge-

hörender Kut, den wir um 0 Uiir passiren; bald darauf zur Linken Wadi el Beglui zwischen zwei unbedeu-

tendon Hügeln hervorkommend, und weiterliin die erhühten llusiin der Qii (tLï P) Al Audlj, einer Abtbeilung der Djohin. Auf derselbeu Seite l'olgt Wadi Ksöda das breit zwischen niederen Hügeln einmündet, und zehn Minuten 8i)iiter Wadi Begln'lt bin Sacb ^ bUj) , an

dessen Ausgange die Husün der Sacl), eines den Djöhln zu-gehörigen Stammes, aut' miissigen Anböhen errichtet sind. Das Bett des Wadi Raide ist hier tiet' durchiürcht, und senkrechte Lehmwande scbliessen es zu beiden Seiten ein; auf eine liingere Strecke liisst der Anbau bedeutend nach. dafür tritt eine reiche Dornenvegetation, Itiil, Oschér und kraftiger Qraswuchs ein, i)is wieder das freundliche Bild üppig grünender Saaten an uns vorüberzieht. Ich bemerkte, dass hier auch llavvir, die Indigopflanze, in grösserem Mass-stabo angebaut war. An der rechten Thalseite erhebt sicb auf geringer Anhöhe das aus Steinen erbaute, unhesetzte Hüsn Bugschésch , dem 10 Minuten spater das

den Djohin gehorige Hüsn es-Sedéf folgt., ebenfalls

ein auf wenig erhöhter Hügelplatltbrm errichteter Steinbau , vor dem ein kleines Scha'b desselben Namens einmündet. lm Wadi Raide lösen Anbau und natürliche Vegetation einander fortwahrend ab; bei dem links, von Osten, eintliessenden Wadi Haubje oder llóbiye ist auch diese sehr dürftig und zeitigt nur einige magere cUhib (Dombiiume) und vertrocknetes Dorngestniuch; doch luilt diese Armutb nicht lange an, und Dom und Palmen folgen wieder in stattlichen Mengen. Um 8 ühr kreuzen wir die ansehnliche Rahaba des Wadi Cha-

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Von Scliil);lin nacti Makalla (lurch ilio Wailis

berak, lias, von Siidosten kommend, links in Wadi llaide bei dem Stiidtchen Sfeule UJua*.) miindet, das den Djohin geliort. Das Hiisn von Sfeule nnd einige seiner Hiiuser sind ant' scbroU' abfallendem Felsgestein errichtet; ungemein aus-gedelmte Todtenfelder liegen davor: tast Alles nur aufge-schichtete Steinhügel; inmitten der Grilber mebrere niedere

o

Maueruniwallungen , Sitren (sjXm) , die dazu dienen, den Todten unterzubringen, bis ilim das Grab bereitet ist. Links im Wadi ein grösserer Teicli tliessenden Wassers, dabei eine anselinliche Itbl-Waldung. Wir lagern uns unter einem schonen Dombamu und werden von den Einwohnern woblwollend begrüsst. Man rietb uns hier, von der schwierigen Route iiber das Figra-Gebirge Abstand zu nehmen; unsere Séyyirs wuss-ten aber auf dem als leichter geschilderten Wege iiber l()érac (fj3?) nicht Besfdieitl, und andere, ungarantirte Séyyirs zu nelunen, erschien bedenklich; überdies lagen die Djohin mil den llainümi in Fehde. Ich liiitte gern die Kameele gewech-selt, da sic-h eines der unsrigen eine liete Druckwunde auf dem Riicken zugezogen liatte; unter den obwaltenden Um-stiinden aber war nicht anzunebmen, dass die llamumis das Eigenthura der Djohin, selbst im Goleil meinerDjabiri-Leute, respektiren würden; so mussten wir uns begniigen, unser krankes Tliier zu schonen und schleppten es audi gliicklicli bis Makalla durch.

Das Thermometer wies Mittags 3!}° (J. im Schatten, das Barometer üii/quot;quot;quot;. Um l^'/j Uhr machen wir uns in zuniichst östlicher Kiclitung auf den Weg. Die Lehmhiiuser von Sfeule Bind alle auf einem Unterbau von Steinen errichtet. Das Wasser hat die niederen Hügel zur Rechten stark mitgenom-mon und zersetzt, so dass sie trotz ihrer Kleinheit einen romuntischen Eindruck machen. Von ihren Absenkungen tliesst das Wasser den links des Wegs gelegenen Anlagen zu, hinter denen ein Wadi Huscn cAinr in nordwestlicher Richtung sichtbar ist, welches zu Wadi Raide tliessen soli, das auch die meisten Wadis aufnimint, die wir weiterhin passiren. Ob sie es direkt, oder durch Vermittlung von Zwischenglie-dern erreichen, liisst sich nicht immer genau feststellen, nur

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Min 'Ali uml Ailim uml über ilus Figia-Gebii'go.

bo viel ist als sicher anzunehmen, dans tde dessen System angehören. Die Verschlingung- der Wadis ist hier ohnehin fast unentwirrbar; znweilen laufen mehrere Thalrinnen dicht, noben oinander, .so dass man oft geinig' nicht woiss, wann man von einem Wadi in's andere übergegangen ist. Unsere Wegrichtung wechselt zwischen Ost und Südost. Nach kurzer Wanderung steigen wir 8a(!bt. aufwarts im Wadi Hóbiye, das wir liereils am Vormittag in Wadi Kaide münden saben, um schon 10 Minuten spater quer durch die fruchtbaren Anlagen des Wadi Musérrebe (/u.**.*) zn ziehen, die von schonen grossen liindern, Eseln, Kameelon nnd Horden von Kleinvieh belebt sind. Dasselbe freundliche Bild gewiibrt Wadi Cbaniq, neben dessen von niederen Lebmluigeln einge-fasstem Bett sich zu beiden Seiten ü|i)iige Saaten debnen. Um Vh Uhr beginnen wir in einer zwischen zwei Hiigel-reihen gelegenen Vertiefung, die den Namen Cballfet el Hediye führt, allmiilig emporzusteigen; das vor dieser Cha-life gelegene Land gehort den Ma'iris, wahrend das Gebiet der Djrdiin binter uns bleibt. Wir dnrchkreuzen das nord-westlich gerichtete Wadi KA tiet Anweizan, das angeblich dom Wadi llaide zufliesst, nnd sehen bald darauf, nachdem wir noch an einem unbedeutenden Hügel vorübergezogen, wieder Wadi Cbaniq Beni Didu , jetzt nnter uns. Wir steigen sein steiles, alles Erdreichs entkleidetes rechtes Ufer hinab; als linke Einfassung bat es senkrecbte Wiinde, die tiefe ïïöhlungen zeigen; sein Bott ist hier ansehnlieh breit, der Boden meist tiefer Sand, den waldartiger It lil bedeckt. Ver-schiedene Wadis münden in Wadi Cbaniq : rechts das uiibe-deutende Wadi Eewfiye; gleicli darauf, lange dor linken Bergseite fliessend. Wadi Angoa, dann wieder rechts die Wadis Wabit (Lu'j) und Edin (^jAi). Von bier weist der Maciri-Séyyir auf die östlicli gelegenen Wobnsitze seines Stammes, dossen Stiirke er auf 10ÜÜ Manner ang'iebt , wovon man rubig drei Viertel abrechnen kann , will man sich der Wirklicbkeit niihorn. Als den Hauptort der Mfi iri's nonnt mein Fiihrer Haddi , ilas drei Husnn und zablreiclie

Steinhiiuser besitze, und dessen Umgobungon, Mie er voll

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Vom Sdiiluim luicli Mnkalla ilnrcli die Wailis

Entzücken er/ahlt, reich an Dom mul Team seien. Sein warmes lleimathsgefühl, das die gewiss armselige Wirklich-koit so schon verkltirle, beriiiirle in uiir eine verwandte Seile, die in dom Geschenk einer Eupie ausklang, worauf er die Gelegenlieit beim Scbopfe ergriff und micli mn einen Vorschuss bat. — Ein Wadi Haddi, das ans dem Lande der Ma ciri's kummt, mündet links in Wadi Cliilniq. Wir gehen daim in Wadi Edin über; lioi den an seiner linken Seile erricbteten ïïusun Hadbe neben denen sicli noch

einige geringere Hïiuser erbeben, macben wir einen kurzen Halt, urn zwei Kameele zurückzugeben, die meine Beduiuen am Vormittag im Wadi Raide aufgefangen und als hierher gehorig erkannt batten. Sie behaupteten, die Kameole seien gestohlen worden, und bezeichneten einen Mann, der uns kurz nach ibnen entgegengekommen war, als den Dieb, batten ilm aber ungefragt und ungehindert ziehen lassen. Ich forderte den Eigenthümer aul', den Ijeuten ein liach-schisch zu geben; er erklarte alier, dass die Ansprüche aul' seiner Seite seien, weil die uns begleitenden Schöchs ihre geringen Habseligkeiten den Thieren unlerwegs aufgelegt und sie geritten batten. Ein wenig binter den HusOn Hadbe mündet links Saget-escb-Scludgin ein. Bald darauf

betinden wir uns im Dbamir 1) des bereits genannten Wadi's Wiibit, das von niedrigen Lebmliiigeln eingefasst ist; zu seinen beiden Seiten laufen Wadis: links das erwilbnte Wadi Haddi, breit, voller Itbl; rechts, ebenfalls dem Wadi Chaniq zufliessend, Wadi Hedyób el Muqéddem, in dessen Ijhamïr wir unsern Weg über welligen Lehmboden fortsetzen, wührend die Hügelreihen zurücktreten, binter denen wir weiterhin zur Linken Wadi Cheiliin (qjL=») wahrnehmen, ilas gleich dem rechts fliessenden Wadi el Kettib zum Wadi Chaniq geht.

Wir liaben uns indessen dem obern Laufe des bereits friiher berührten Wadi Edin genahert, aul' dessen rechlem üferrande wir marschiren. Sein Grund ist reichlich mit Ubl

]) — wortlich: da» Innorsto, gleichbodoutend mit Haliaba.

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Hiii 'Ali mul Aiiiiii iiinl ülior ilas l-quot;i^i,a-(ii'birp:('.

und solir alten diokon Dombiiumeii bedoekt, auf dem linken Ufer erhebeu siob die Diyfu' der ISeni Tliabit, (c^oLi); weiler-bin, am Hiigelabhange, die verstreuten Hiluser von Lugna (ka«J) , einem Flecken des Ma^iri-Muqaddams Ali bin AikJIi el Scliemcmi. Kin ausuerordenllicli scbiuaier Spalt fübrt uns von der Höbe der Ufervvand im scbarfen Abstiege binab in den Wadigrund, der bier etwa 300 Schrift breit und in südlicber Riebtung übersehbar ist. So weit das Auge blickt, ist er mit üppigen Palmenpflamungen bedeckt; an seiner linken Seite baben sich Kameele niedergelassen, deren i5e-sitzer dabei sind, ibre Ernte an Datteln einzubeimsen. Obgleicb aber die Biiume bocb und kraflig ragten, erscbien mir docb ibr Produkt recht unansehulich, dabei noch unreil', was inangelndem Regen und der durchschnittlich niedrigen Tem-peratur des Wadis zugeschrieben wurde, die ira Monat Rebi eel Auwel so weit sinken sol! , dass es des Nachts Eis friert. Gegen S'A Uhr lagern wir uns unter den Palmen im saudigen Grunde des Wadis in der Niibe eines lirunnens. Der Muqaddam der Scheiuémi, ein umgünglicher, ansehnli-cher Mann, bewillkommnet uns und spendet Datteln, indem er zugleicb seine Dienste zur Erfüllung aller meiner Wünsche anbietet. Mein Maciri-Séyyir brachte mir einen allen Mann, den er als seinen Valer vorslelite; wahrscheinlicber war es sein cAmra (vaterlicher Obeim); er wünschte sehr, dass ich mich diesem gegenüber lobend über ihn aussprecbe, was ich etwas contre-coeur that. Der Greis war otlenbar sehr befrie-digt, das Wunder dos Landes kennen zu lernon; er om])fahl seinem Sohne dringend, mich sorglich zu schützen und, wenn nöthig, mit dom eignen Leben für mich einzustehen; zugleicb raumte er mir jede Macht über ihn ein. Aut' Veran-lassung meiner Beduinen spendete ich den Kameelen eine Ladung Qiisab Te^imstroh), das sie sehr kriilligen

soil. Ich bemerkte hier hoi der Unterhaltung, dass man ('ür JLs, er sagte, stets sprach; fiir „Regenquot; ward nur das Wort gebraucht; iliren Tbieren, also Kameelen, l!in-

dern, Schafou, Ziegon gaiion sie ilio Collectiv-Bozeichnun(gt;• Niscbra (a-iü).

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Von Scltibiim nach Makullu (lurch dio Wadis

Am 5. August. Um 5 Ulir Morgens wies dtis Tliermo-ineter nur 20° C., diis Barometer (536quot;quot;quot;. Eine hiilbe Stunde 8])iiter begeben wir uns auf den Weg, der an der rechten .Seite des Wadi Edin liings senkrecht abfallender IlügeUviinde füiirl , vor die sicli niedere Lehmmauern gescboben baben. J)io Hiclitung win! bald südiistlicb; der Palmenwuclis hort auf, und nur Dom und Jtiil bedecken den Boden. Verscbie-dene Wadis minuien zu beiden Seilen, zunacbst recbts Wadi Seli!icibe und Wadi Badlii, bei dessen Zutritt Wadi

Edin sieh nocli anselmlicb erweitert. Von den Hügeln links ist der Sand lt;iligesj)iill ; ibr treppenartig aufgetbürmtes Ge-stein erinnert an die Stufen des Coliseo; die davor gelagerten geringen Lebmerböhungen verdanken offenbar ibr Dasein dem berauBgewaschenen Erdreicb. Der Boden des Wadi Edin ist bier nacktos Qestein; bei der Einmündung des rechts zu-fliessenden Wadi Dilaben aber, die wir um 6 Ubr passiren , wandern wir wieder über ])reiieii Kiesgrund. Eine Viertel-stunde spater erhebt sich links aut einem Hiigelabbange Bab el Haig, ein Bilad der MiViri, nur aus wenigeu lltiu-sern bestehend; kurz davor mündet Scbacb Mugbar, zehn Mimiten spiiter Gerif es-Sélek links in Wadi Edin; dieses zeigt an einigen Stellen wieder Palmen, liberal) jedoch ist Itlil und Dom reicblich vertreten. Auf der Uöhe eines lang-gestreckten Iliigels an der rechten Tbalseite, den sie Barcga uennen, ein Hüsn der Ba Tbacleb die zu den Maciri

geboren; der niicliste niedrigere Hügel triigt die Keste eines angeblich aditischen Hüsn's; zwischeu beiden tritt das Schacb el Schübe hervor; links miindet Wadi oder, wie sie

sagen. Garen el Ijóle, bei dessen Ausgange die erhobten Hustin el Garen erriebtet siud. Weiterhin lliessen dem Wadi Edin recbts die Wadis Djuare und Ba Geban (audi Ba Agban) zu, und wir l)iegen balbrechts in das erstere ah, unsern Weg auf dessen erhöhtem linkem Uier nebmend. Um 7'/i Ulir baben wir links auf einer Anbohe die den Mescluiich Ba Gbenosch gehorige Ortscbafl, Djuare, aus kleinen niedri-gen Steiniiausern, die nur eine EingangsöfTnung besitzen, und einem bochgolegenen lliisn bestellend, dessen Material unten Stein, oben Lehm ist. Der weitere Weg führt am

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Bin 'Ali uml Adini iind übor das Figra-Gobirgo. 205

Fusse der linksseitigen Ilügel eiiUang-, wührend uns rochts Suaten begleiten. Wir befindou uns liicr im Schacb Ba Tliacleb, der dem Wadi Dj uil re zuflieest; liald darauf durch-schreiten wir den von einem der linken Hiigel ablaufenden Geril' Geréd der unweit rechts in Scliacl) lia

Tbrrleb miindet, und gelangen, naobdem wir allmiilig ange-stiegen sind, wieder anf das DJol, über dessen braunes Scherbengestein wir wandern, dabei mebrere Scliacbs kreu-zend, die den Wadis Dj nare und Ba Agban zufliessen. Gegen S'A Ubr kommen wir an den Rand des zum W adi Ba Agbitn gebenden Wadi Djolën, in dessen ziemlicb breiles steiniges Belt, das mit einer üppigen Dornenvegetation iiedeekt ist, wir hinabsteigen, worauf wir es in seinem südwestlicben Laufe ein kurzes Stück verfolgen. Dann wieder das andere UCer dieses Wadis lunauf, dessen tiefes, jetzt von senkrecbten Felswiinden eingescblossenes liett wir zur Eechten bebalten, wahrend wir unsern Weg über nackten öteingrund fortsetzen. Bald darauf miindet Schacb Sowede links in Wadi

Djolön, ebeuso die nach iü Minuten folgendeu, von den linksseitigen Hügeln ablaufenden beiden Scba bs Tlnr el Hfibiti und es-Sacidi. Nachdem wir das erstere durcbkreuzt, biegen wir rechts vom Wege ah, um gegen 'JVj Ubr unser Lager im Schcab Tbir es-Saidi aufzuschlagen, dessen von mehreren Einnsalen durchzogenes liett eine ansehnliche Breite ausweiat und mit hohen Dorngewachsen, meist Garod, be-selzt ist.

Das Thermometer wies Mittags im Schatten 34° C., das Barometer Gif)quot;quot;quot;. Gegen 2 Ubr brechen wir wieder auf und setzen unsern Weg fort, der in südsüdöstlicber Bichtung ein wenig ansteigt. Unser armes Kameel bat viel zu leiden, und seine Rückenwunde vergrössert sich tiiglich. — Wadi Djolön bleibt uns auch ferner rechts; im oberen Lauf des Wadi ïhlr es-Sacidi, den wir zur Linken haben, grosse Büsche der llalmeupborbie. Nach Kurzem schiebt sich links neben Wadi Djolön, unfern 'tlarin miindend. Wadi Riéde ein, auf der anderen iSeite nimmt es die von den rechtsseitigen Terrassenhügeln abfliessenden Schacbs el Gussa

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Von Schitiam nach Makulla (lurch dio Wadis

(x^ï) mid el Marterisi nach kurzem Laufe anf. Wir uiar-Bcliiren über steiniges, odes Terrain langs der linken lliigel-reihe, wenden ihih daim aber, bei einoin llügel Riöde balb-rechts abbiegend, quor dutch Wadi Riéde und über dürres Gelitnde bin weg der recbten Hiigelseite /u. Wir lassen Wadi Riöde binter uns, passiren aber noch verscbiedene Wadis, die ihm zufliessen; so rechts unsers Wegs Wadi Sowéde es-Sa'idi, links Wadi Choniaile gleich darauf wieder

rechts Scha'b Ghnrab, in dem wir ein kurzes Stück mar-schiren, worauf wir in Wadi Qbuwéth (ó^jkc) übergehen, das gleicbfalls, weiter nnterhalb, in Wadi Riöde mvindet. Wadi Ghiiwtit_b weist eine breite, steinige Rahaba auf; nacli-dem wir sein linkes TJfer gewonnen , setzen wir unsern Weg in südlicher Richtung fort. Wir sehen von rechts ein iSchacb Melmll in Wadi Ghuwétli münden, das uns zunachst

rechts bleibt; links wendet sich diesom das Scbacb Idrtn (q'J»!) zu, das wir kreuzen. Dann marschiren wir die linke llügelseite eutlang; die Terrassenlüigel werden bier sebr ansehnlich und erheben sich vielfach zu mehreren Stockwerken; sie umge-ben uns von allen Seiten so zablroicb , dass sie das Thai zuzuscbliessen scheinen. In Wadi Gbuwéth mündet dann noch rechts Scbacb el Mescbaich ein, links sehen wir ihm die Wadi's II umr und Birde znlliessen; in allen diesen Wadis sprosst eine kriiftige zu Biiuinen aufsteigende Dornen-vegetation. Es geht nun ein Stück östlich im Wadi Humr, dann in gleicber Richtung weiter über die steinige Ebene, aul' Gebel l iiunr zu , einen der böchsten Plateauhügel, dem wir uns, zwisclien den vom Wasser verwüsteten Kalkbügeln allmtilig ansteigend, niibern. Die zum Gebel Humr empor-I'iibrende Aqaba zieht sich in miissiger Steigerung unler langen Windimgen bin; wir überlassen diese Strasse den Kameelen, wabrend wir auf dem niiheren, allerdings seiir mübseligen Wege der Mügraba IJ umr (eigentlich Magraba, wörtlich: der niicbste Weg) über wüstes Gerüll, Felstrüm-mer und nacktes Qestein èmporklimmend, in etwa 20 Minuten die Hobe erreicben, die sich 800 Fuss über dem Thale erheben mag. Wir siud bier um 4 Uhr angelangt;

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Bin 'Ali mill Ailim unil dbor ilas Figra-Gobir^o.

weiiige Minuten in südliclier Biohtung bringen uns an tlea Ursprungsort des Wadi llumr, das zuniiohst nördlich dnrch eine tiefe Felsspalt.e zum untern Stockwerk des Plateau's abstürzt, wo wir es es voi'lier |iassirten. Die Passholie zeigt wieder die friihere Formation des Djol und ist von neuen ITügeln überragt. Wir habeu liier die Wassersclieide zwisoheu den nördlichen und siidlicheu Wadis erreicht; wilbrend alle Wadis, die wir bisher passirten, dem nordlicben System des Wadi Adim oder vielmelir Masile angeborten, wenden sieli all die Rinnsale, denen wir von jetzt ab eutgegengehen , südlich nach Ghail 15a Wezlr, oder, wenn sie so weit kommen , dem Meere zu.

Wir haben eine gute Viertelstunde auf die Kameele zu warten und setzen dann unsern Marscli siidlicb fort. Nacb kurzer Wanderung nehmen wir zu unserer Linken Wadi Dlsbe wahr, das zuerst südöstlich, dann östlich gehend, in ein Wadi cAr(lli miinden soli, von dem ich nicht wieder börte. Einige scbroff abfallende Schacbs zu Wadi Disbe, das uus zur Seite bloibt, kommen links dicbt an unsern Weg berau, der uus an den Fuss der cAqaba Kris Disbe, eines ansebnliohen Hiigelberges, fxibrt, den wir erklettern. Wir gelangen damit auf das böcbste Stockwerk des Plateau's, das nur von vereinzolteu Gipfelu überragt wird. Von oben ist Wadi Rial in ostsüdösllicber Eiclitung dem Wadi

Teliamr'n (^/«L^ï?) zufliessend, sichtbar, auch ein Scliacb, das recbts in Wadi Rial miindet.

Wo das weisse Gesteia der llügel verwiltert ist, zeigt es sicb blilttrig und weicb wie Pappe, so dass man es mit leichter Mühe zerbröckeln kann. A'ur 10 Minuten bleiben wir auf der Hohe , dann gebt es wieder in steilem Abstiege binunter; wir überseben von oben weitbin die Windungen uuseres kiinftigen Wegs, dessen Hauptriciitung siidlicb bleibl, wiilirend er sicii ein wenig absenkl. Gogen Wh Ubr lagern wir tins bei einem tief abfallenden Scba b, das recbtsbin dem Wadi Rial zuliiesst, und dessen Grand von einer iippi-gen Vegetation bedeckt ist. Wasser aber iindet sicii bier niciil , was meina Leute auch wussten, daber sie es sclion unterwegs milgenommen batten. In tiieser Gegend bemerkte

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Von Schibiun nnch Makalla (lurch dio Wnilis

ich vielfach ein auf dem Gestein wucherndes Moos, das sie Schiiu' Evernia prunastri) nemieu, und das nach Java

exportirt wird, wo man es theuer bezahlen soil; ich sab es an keiner andorn Stelle de» Innern.

Am 6. August. Die Na(dit war kiilil und windig, der llimiuel am l'rühen Morgen schwacli bedeckt. Urn 5 Ulir waist das Thermometer 20° C., das Barometer 006quot;quot;quot;. Mit una war gestern ein Beduinen-Schcch gereist, der auch nnser Naehtluger theilte; dieser empfahl unseren Séyyirs dringend, einen anderen, oflenbar leichteren Weg, als den beabsicb-tigten, einzuscblagen ; da sie seinem Bath nicht folgen woll-ten, zog er am Morgen allein von dannen. Wir brecben ein Viertel nach 5 Ubr auf, indem wir unsern gestrigen Pfad weiter verfolgen. Nach 10 Minuten liiibon wir zur Linken Scbacb Nagdén, das wir bald darauf kreuzen; es führt nach rechts binüber zum Wadi liinl und wird alsbald durch einen kurzen, I iel' eingerissenen Iiosfil) ') vergrössert. Nacli einer Viertelstunde rechts das schroff abfallende Scha'b Mitdwar, bald darauf kreuzen wir den von links über den Weg ge-henden Losfil) Taf! Abu Salim Ijarffifa

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von denen sich ersteres direct, der andere durch Vermitte-lung iles Wadi Awiir zum Wadi Rial wendet. Der Weg führt in massigein Auf und Ah in wesentlich siidlicher, gelegent.licdi nach Osten ahweichender Richtung lilngs der Hiigel bin, die bis zu den Qipfeln hinauf mit Örasbüschen und Euphorbien dicht bewachsen sind. Gegen G'A Ubr liaben wir zu unserer Rechten das tiefe Bett des Wadi Awfir, das sie hier Ahmed Awar nonnen, in siidlicher Richtung; nach einer Viertelstunde folgt, westlich zum Wadi Rial gehend, Wadi Arke fsJ.c) mit fast ebenem bewachsenem Grunde und sanft sich absenkeuden grünen Ufern. Am Rande dieses VVadis wandernd, steigen wir abwiirts; links einige Schacbs

1) \_jjAaJ. — Man ^uhriiuchto hier diusus Wui't, nnch I/ostlh, Lóösnb uml iiosi'h fiir dio kurzen schluchtarligon Zulliisso zu grössoron Wadis in otwa gloichom Sinno wio Siigu.

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Bin 'Ali nnil Adim und übor das Figra-Gobirgo.

zum Wadi Nagdén, zulelzt Scha'b el Gal fa (nJuii)', bald darauf zu unserer Rechten der Ursprung des etwa südwest-lieh gerichteten Wadis Ridhéiniye, das dem Wadi Tehamén zuflieBsen soli; dieses wird mir wiederholt al» Nebeulluss des Wadi Howcre bezeichnet.

Wiihrend die Wadis, die wir in ilea letzten Tagen jenseils des Qebel llumr sahen, sich vielfach als flache Kinnen clia-rakterisirten, deren Spuren oft mir durch die deui Lauf des Wassers entsprungene Vegetation erkennbar warden, setzen fast alle Wadis diesseits der Wasserscheide von Beginn an sehr tief und zerrissen ein. Der Theil des Djöl, den wir durohwandern, lieissl Megéd el Figra; das Figra-Gebirge, das wir nun zu überschreiten baben, stellt si(di als ein grösserer Complex von verscbieden benannten Hergen dar. In starken Wellungen zieht sich unser 1'f'ad zwiscben den das Plateau überragenden Hügeln bin, die alle bis uben binauf bewacbsen sind; der Boden muss bier ein gutes Mass Feucb-tigkoit halten, da sich iiberall ein kriiftiger, frisober Gras-wuchs findet. Der Weg wird sehr beschwerlich und fiihrt bergauf und al), oft iiber nackles Gestein und lockeres Geröll. lm Südwesten erblicken wir gogen H'/i Uhr uater uns den von steilen burgartigen Wanden eingefassten Lauf des Wadi Awar, welches das Schacl) es-Surr (^«.) aufnimmt, das wir bald darauf zu uuserer Recbten baben. Eine gute Viertelstunde s[)iiter Schacb cAsaf (^Juac), zum Wadi Djid oder Gid (A=-) gehend, das in ein dem Aleere zuiliessendes Wadi Hiirdje miinden soli. Wir kreuzen ein kleines öehacb zum Wadi Suit; gleicb darauf geht es die quot;Aqaha von Ithufa binab, eiuen Wadilauf, der sich weiterbiu gleichfalls dom Wadi Surr zuwendet. Unsere Richtung ist bei dem fortwahrendeii Hin und Her des Wegs nicht gcnau fostzu-stellen, sie bloibt wesentlich siidlich, meist nach Osten geneigt. Bald geht es wieder aufwilrts; links tritt hinter einem Lliigel Wadi 8a'uh hervor, angeblicb zum Wadi Djid fliessend, rechts Scba'b el Gorr, das zu Wadi Awar geht.

Qegen ü Uhr selieu wir von dor Hobo den Tochm Scbfm fern im Süden aus einer weiten Ebene aufsteigen , zu seinen Fiissen das Bett des Wadi llowöre. Wir beliiiden uns im

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Von Schibarn nnch Muknlla durcli die Wmlis

Figra-Gebirge, murschiren alier augonblicklicli iilier ziemlich ebenen, mil schwarzen Stejnen bestreuten Grund. Links öc!liarb el Gétle, etwa östlich zum \Valt;li (ilil gehend; unler una ilie steilen weissen Wtiude des südlioh gerichteleu Wadi Mnzic , das in ein AVadi Himme münden soil. Es

geht bald wieder abwiirts, pfadlos, iiber nackies Gestein, dessen vervvitterte Stellen allein dem Fuss einen Halt bieten; mein junger Yemcuii-Bedii stützt inich selir fiirsorglich und geschickt bei dieseui waglialsigen Al)stiiig; dieser junge Mensch hat etwas Bescheideues und Liebenswürdiges, im Gegensatz zu seinem oümals arroganten Mrriri-Gcnossen; vom AVege soheint er aber nicht viel zu wissen. Wir blieken hinein in das wüste und finstere Wadi Sirat el Musteqlm (Weg des Gerechten), das dom Wadi ïehamcn zugehen soil; es sind eigentlich zwei Scha'bs des Namens, die erst neben einander uud daan nach scharfen Windungen zusam-menfliessen; der Abstieg führt uns an eine Schlucht dieses Wadis, wo wir einen kurzon Halt maclien, die Kameele zu erwarten. Der Weg hier herunter ist die Aqabat el Mertkiz; der Gipfel, von dem wir herkommen, mag 1200 Fuss iiber uns liegen. Es geht sogleich wieder aufwarts; links ein tiofes Schacb el Haciq , das man etwa östlioh übersieht; es soil dem Wadi Dj id zufliessen. Nach einer halben Stunde neuer Abstieg. Es ist 11 Uhr geworden; wir sohen im fer-nen Süden Wadi Howcre, in das Wadi Abdallali Gbarlb südsüdöstlich von hier eimnündet. Wir kommen daim zum Schacb Ua'iq hinab, liings dessen Ufer wir weiier ziehen; dicht zu unserer Rechten Wadi Geréiz el Aster ?),

in breiter liefer Sciilucht nach Siidosten abfallend. Um 11 Uhr sind wir an den schroffen Hand des Methor el Lestlb ( ji-lu.') gelangt, in das wir hinabsteigen, um

darin unsern Weg fortzusetzen; eine halbe Stunde spiiter kreuzen wir es in seinem untern Laufe; es spaltet sicli zu zwei Rahabas, die sich dann wieder vereinigen. Wir mögen wieder 1500 Fuss abwiirts gostiegun sein, die Thalsohle liegt aber noch weit tiefer. Es wird ein Riiheplatz und be-Bonders Wasser gesucht, aber kuinos gefunden; wir waren

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liiii 'Ali mul Ailim und iibor ilus Figra-Goljii^o.

am Morgen ohne Imbiss aufgebrochen und Bind der Ruhe und Erholung recht bedürft.ig. Düstere braune Felsniassen balten una allseilig eingescblassen; der sie bedeckende J'llan-zenwucbs ist moirtt verdorrt. Angeblicb beQnden wir uiib im uutern Laufe des Wadi Qeréiz Aafer, in dem, inebr ober-halb, sich maclitiges Gerull aufgebiiuft bat. Einer der Kameelleute bat endlich Wasser erspürt, und gegen 1 Ubr konneu wir uns in der Eiihaba eines Wadi el cAin, im Schatten eines ungeheuren abgestürzten Felsblocks lagern, dessen schrag vorspringende Lage einigen Schutz vor der brennendeu Sonne gewahrt. Wadi el cAin schlangelt sich links an einom liohen Felsberge bin, dessen rechte Seite Wadi Himme einnimmt, worauf es westlicb von uns sicli mit dein ersteren vereinigt , das einer Rahabat esch-Schecamele zutiiessen soil, die dem System des Wadi Howöre angehört.

Wir lagern an einer liöchst romantischen Stelle, an der linken Seite des Wadi's, in dessen Laufe riesigc Felstrümmer aufgethürmt sind, die das Wasser grossentheils schon mit einer weissen Kruste überzogen hat. Aus allen Fugeu des Gesteins sprosst frisebes Grim, und ansehnliche Baume» Slrilu-cher und üppiges Gras bie(en den erscböpften Kameelen reicliliche Nahrung. Uie Felsgebirgo 1 reten zu beiden Seiten, gleicli gewaltigen Terrassen holier und liiiber ansteigend, weit zurück; den böchsten Gipfel, von dem wir herabge-kominen, sehen wir auf der audern Thalseite, vmsere Lager-stelle um gewiss !15()0 Fuss iiberragend, nordöstlich vor uns. Der Bedu nennt ilin Aqabat-ol-Muleföchsche. Die oberste Lage seiner dem Wadi zugekehrten Front ist abgestiirzt, und das helle streifige Gefüge dor neuen Oberflachen sehneidet von der stehengebliebenen braunschwarzen Kruste der uuteren Partien, die eine alle Vegetation bedeekt, in gerader Linie ab, wodureh der Kontrast zwischen beiden noch lebendiger wird. Oer eine Kameelmanu klettert zwisciien den Felswün-den umher und sammelt für dio Kameele Gras, um es mit auf den Weg zu nebmen. Meine Stiefelsohlen sind vollstiin-dig zersciinitten; ins Makalla aber muss es noc]i gehen. Das Barometer ist auf 700quot;quot;quot; gestiegen, das Thermometer weist gegen 3 Uhr im Halbscliatten 37° C. aus.

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Von Schibam nach Makalln (lurch die Warlis

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Um Uhr machen wir uns wieder auf und sleigon so-gleich an der linken Tlialseite lilngs des schrofi' abstiirzenden Schacb el Djöl auf halsbreciierischem Wege empor. Die Höbe bringt uns zu einem schmalen, von Bergen umfassten Plateau, in dessen Mitle eine einzelstehende, mil junger Vegetation bedeekte gelbe Bergkuppe, die Garet-el-Asfer, sicli erhebt, und das wir südlich überschreiten. Bald darauf kreuzen wir Scbacb ed-Derk, das el wa nordöstlich zum Wadi el cAin geht, worauf wir, weiter ansteigend, 5 Minuten spater an das tiel'e Schacb es-§öd (wX^) golangen, auf dessen hohem linkem Ufer wir ein Stüek marsebiren. Bei seiner Einmün-dung in Wadi ol cAin, dessen Bett in tiefer, scbroff abfallender Felsspalte unter uns liegt, macbt dieses, das bisber siidlicb lief, eine Biegung nacb Sttdosten. Der Abslieg oder viel-mebr Absturz in seine llababa ist bücbst gefabrvoll; meine Reisegefahrten, die öcbecbs, sind scbon etwas früber bei dieser Stelle angelangt und sitzen bebaglicb, in trautem Verein die Coeoi-jd'oife scbmaucbend, im kiiblen Grunde, be-Bcbattet von den aufstrebenden Felswiinden und den bolien kriiftigen Biiumen des Tbalgrundes. Dor Ma'iri-Séyyir hat die Kameele mit seinem Yemeni-Genossen und dem Sklaven-Askeri auf einen andern Wog dirigirt, so das wir, von ibnen ge-trennt, nicbt wissen, wo sio stecken. Er selbst ist ver-scbwunden, selbst ein SignalscluiBS ruft ibu nicbt berbei. Wir klettern wieder am andern Ufer des Wadi el cAin auf-warts, und der allein mögliche Pfad fiibrt uns an eine tiefe Felsscblucbt, die von den Scbeebs als Wadi Halfün bezeicbnet wird; in ibm setzen wir uiisern Irrweg fort. Der weisse Überzug der riesigen, von dem einsebliessenden Gebirge ab-gestürzlen Felsmassen, mit denen seine Rababa angefüllt ist, bezeugt den Weg der Bergwasser, deren Gewalt im Stande war, diese kolossalen Gesteinabroeken gleicdi kleinen Kieseln rund zu scbleifen. Bei einer Abzweigting des Wadis wiiblen wir die allein gangbare Ricbtung, in der wir über das weglose Geröll aucb ferner auf- und abklimmen. übue Aussicbt, uns aus dieser Wirrniss berauszufinden, und des boffnungslosen Umherirrens miide, macben wir endlicb, der Dinge liarrend, die da kommen sollen, Halt an einer düsteren, ausserordent-

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Hin 'Ali imd AiIi'mi uml übor ilas Figra-Gebii'fro.

lich romanlischen Stelle, die von holien schwarzen Felswiinden umschlossen ist, und deren unheiinlichen Elndruck die ein-breohende Naclil noch versfilrkl. I'lcitzlich taucht der Beduine auf; gefragt, warum or mein Signal niehl, beantwortete, erklart er, er babe gefiirclilel,, ieb wiirde ihn umbringen; wo die Kameele und unsere Leute seien, wisse er nicht; er wiirde sie sogleich suchen gehon. Ich war ernstlich besorgt, er möchte mis ganz im Siich lassen, und er musste mir zum Pfande seiner Rückkehr seinen Doloh auslieforn, was allerdings keine materielle Bürgschaft bedeutete, jedoeh eineu tiefon Eindruck auf ihn zu machen schien. Nach Vj Stundo kehrte er zurück und braebte die ganze Karavane init sich; wie die bepackten Kameele diesen Wop machen konnten, ist. mir noch hout ein Riithsel. Ich gab dem Bedu mit einigen ironischen Bemorkungen über seine Tüchtigkeit die mir verpfandete WafTo zurück, wahrend die ganze Qesell-schaft ihn krilftig auslachte. Er behauptet, dass wir uns im Mether LusOb befiinden, auf dem Grunde der Scbe'iimele, die zu den l.lamümi's gehören, und deren Üebiet sich von der Stelle, wo wir am Miltag lagerten, bis nach Ghail Ba Wozir erstrecken soil.

Am 7. August. Das Thermometer wies Morgens 5 Uhr 25° C., das Barometer 720quot;quot;quot;. Um ö'/a Uhr braohen wir auf, in ostnordöstlicher Richtung den Abfall des Wadis verfol-gend , das an den Seiten, wie in der Mitte der Rahaba mit kriiftigem grünem Gestranch liewacbsen ist. Der Thalgrund ist vollstiindig mit grobem (ieriill und gewaltigen Felsblöcken bedeckt, die umgangen oder, wo dazu koin Raum, iilier-klettert werden müssen. Die Kameele leiston Bewnnderungs-wtirdiges; haufig ist der Weg für sie zu Ende und muss neu gesucht, sperrendes Gobüsch enlfernt werden. Die llin-dernisse, die wir zu überwinden haben, gestation mir ein sehr allmüliges Vorwiirtskommen. Hier ist ein 50—60 Puss langes Stiick dor Felswand in eins abgestürzt und bat, einer unregolmtissigen Mauer gleic.h , die vom Wasser bereits giinzlich geweisst ist, den Thalgnmd zu einem vollkomme-nen Engpass geslaltet; dort bliob ein vielfach ausgehübltes

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Von Scliibiim nach Makalla diivch ilio Wudis

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Stück der alten Gebirgskruste slelicn, wiihreud das Gestein dahinter ausgewittert ist, so dass sich ein breiter tuunel-artiger Weg iin Felsen gobildet hat. Die Kameele werden weiter ubon, auf dem steilen, wild zerrissenen Thalrande gefïïhrt; es ist gar nicht anzusehen, wie sich die armen Thiere qualen. Zeitweise lileiben sie stehen und müssen ihrer Last entledigt werden; erstaunlich ist es, wie sie sicher-gehen und tasten, eho sie den Fuss aufsetzen, und wie sie nach Erfordern sicii st reek en und zusammenziehen: ein Fehl-tritt, und sie stürzen zerschmettert vom Felsen herab. Gegen 7 Uhr bringt man sie zur linken Thalseite hinüber; der Beduine war hier schon vorher ho-hgestiegen und hatte rekugnoscirt; jetzt behauptete er, dort oben kamen wir auf den richtigen Weg. Also unter unsaglichen Miihen, mit Handen und Fiissen kletternd, jeden Stein und Strauch zum Hall beniitzend, die steile Thalwand empor. Oben wird's licht. Wir setzen unsern Weg am Rande eines schmalen, zum Mother Lusüb müssig abfallenden Wadi's fort und wenden uns dann ostlich, zwischen zwei gerundeten 15erg-kuppen hindurch, die blendende Sonne gerade vor uns. Von den die links gelegene Kuppe iiberragenden Gipfeln senkt sicii ein Schacb zum Wadi Sümur ab, an dessen Rande wir uns ein Stück in sndostlicher Eichtung bewegen; bald darauf ein kleines, schrollquot; abstürzöndes Wadi, das sie Leslb es-Sümur nennen, zu unserer Linken. Hechts, zwischen senkrecht abfallenden Wiinden, Wadi Teliamen, zu dem wir unsern Weg nehmen. Es kommt von üsten und macht, nachdem es das ihm westlich zufliessende Wadi Sümur aufgenomuien, eine entschiedene, südwestliehe Eiegung. Wir machen an dieser Stelle einen viertelstündigon Halt in dor steinigen, fast ehenen Rahaba des Wadis Teliamen, in der wir gegen S'A Uhr unsere Wanderung fortsetzen. Glatte, kaldo, nicht eben hohe Felswiinde beg'leiten uns; ihre helle Fiirbung giebt Kunde, dass die alte Bergkruste, deren Trümmer im Wadibett verstreut sind und es stellenweise sperren, sich erst neuerdings abgelöst lint. Niiher den Gipfeln ist die urspriingliohe Gebirgsdecke vielfach stehen geblieben, und breite mit Vegetation bedeckte Flachen alten Gesteins wechseln

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Bin 'Ali nml Aiiim und ilbor das Figra-Gebirgo.

mit ilen neu zu Tage getretenen Schicliten Btreilenweise ab. Wir kommen bald an eine Stella, wo dor Wadigrund in anaebnlicher Ausdehnung mit Wasser hedeckl ist, in dera sicb kleine graue Fischohen und l1'rösche tummeln; nnweit dieser Stelle treilen wir eine gewiss vier Fuss lange gelb-braune Giftschlange, die der junge Beduine durch einen Scliuss in den Kopf tödtet. Nach einer ferneren Viertelslunde Wegs wird die Eababa selir breit; links und rechls miinden je ein Wadi ein, ersteres, Wadi Méthna , schroff

abstürzend, das andere, Wadi Nil tri, in sanfter Senkung. Wadi Tebanii'n verengt sicb dann wieder und windet si(di scblangengleich zwiscben den Felsen bindurch, anscbeinend in siidöstlicber llicblnng; wir erblickon von bier den Tocbm im Siiden. Die Gebirge zur Recliten treten alsdann wieder zurück; links mündet ziemlicb Itreit Scbacb el cUscbur rechts Wadi Hehiiuub ein. Das Belt des durcb diese ZnfUisse vergröÈserten Wadi Tebamön wird bier selir breit, gewiss an G0(J Scbritt. Wir sleigen an seinen: nnr miissig erböbten linken Uier empor, worauf wir, es recbts lassend, unsern Weg in etwa südöstlicber Ricbtung verfolgen. Die sanft abfal-lende, von böberen und niederen Bergen umscblossene Ebenn, liber die wir wandern, weist nur einen geringfiigigen Pflanzen-wucbs auf, der iiberdies unter Diirre gelitten baben muss. Im Osten die emporstrebende, plateauartig abgeflacbte Oebirgs-masse des Gebol lludfid, der die niiber gelegenen Berge weit überragt und sicb bis liOOO Fuss über una erbeben mag. — Zu uuaerer Eecbten ein unbedeutendea Wadi Girb es-Séyyid, das sicb scbeinbar nacb Westen wendet; man nannte die ürtlicbkoit bier Scburi'ldj es-Séyyid, oflenbar die Collektiv-Bezeicbnung einer An/ubl kaum erkennbarer Wasserliiule, die von den linken Hügoln ibren Weg zur rechten Bergseite nebmen und sicb ebenfalls westlicb verlieren. Qestriincb und Bilnme, Alles verdorrt; unsere Ricditnng ist Südost, spiiter östlicb; der Weg fübrt über gewellten Sandboden; binter die begleitende linke Bergkette tritt stiindig das Ihulnd-Gebirge. Um 10 Ubr baben wir zur Linken die scbmale steinige Rfibaba des von Nordwesten

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271) Von ÖcliibniM nacli Mukalla (lurch dio VVii'lis

kommenden Wadi lludrid , ilas una nun zur Seite bleibt, und sicli 8])atei'liin aiisehnlich ervveitert; die Vegetation in seinem Grunde ist kriifliger und frischer alrf dio bisiier j)assir(e. Vorbei an tlein ihm links zufliessenden Scbacb Gurr (ƒgt;)gt; machen wir inn 10'A Uiir uuter einem Lótbeb-Gebüsch Halt in seiner Eahaba oder vielme]ll• der des Wadi Mzabi Thor, das sicb ibm bier anscbliesst, um sich dann gen Négca zu

wenden. Von unserm Lagerplatz, den unbedeulende Erbebun-geu umgeben, erblickt man die Gibal Ij udud nordwestlicb. Das Tbermometer weist Mittags im Halbscbatten ü?0 C., das Barometer 7!12quot;quot;quot;.

Eine scbwebende Olutb lagert über der öden Landscbaft, als wir um ISVj Ulir uns wieder aufmacben. Wir wenden uns südöstlicb; links niedere Berge mul braungewittertes Gostein. In die nacb rechtsbin abfallende Ebene baben sich kleine Wadis eingerissen, denen der Beduine den Ge-sammtnamen Scberi iSlcl t/*1) un^

zum Wadi Negca wenden sollen. JMacli einer Viertelstunde erblickt man die l'almenumgebung der Stadl dieses Namens als eiueu scbwiirzliohen Fleck fern im O.S.Ü; zu unserer Linken ein kleines Wadi Serr, das in südöstlicher Uicbtung liLuft und ebenfalls dem System des Wndi Neg'a angebört; dann treten die lierge überall weit zurück. Von den bervor-ragenderen Erböbungen werden mir im O.S.Ü. der Gebel DjeVümele , im O.N.O. Gebel Sbaut (J^lt;Vw) ge-

nannt. Gegen l'A Ubr kreuzen wir ein breiteres Wadi, nacb Angabe des Beduinen wieder Wadi Serr; nachdem wir an seinem rechten Uier emporgestiegen, niiiiern wir uns don seitlicben Horgzügen. Links niodrigo aufgerissone Kalkbiigel, neben denen der ziemlich iireile, tuII Steinen bestreute gelbe Sandgrund des Wadi Garet-Istérr iiiufl , das itald das kleine Scha'b Ktdiet rechts aufnimmt, worauf es sein Beft vertieft und seinen Weg zwischen hoben Lelimwanden fortsetzt, bis ilim links Wadi Küscha zufliesst. Die Vereiniguug beider Wadis wird zum Wadi Tbibi (, das sic-b zwischen stellen Kalkufern breit dabinzieht. Wir durchkreuzen seino Rababa zum linken Ufor bin an der Stelle, wc es iu das breite

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Din 'Ali mul Ailirn mid iil)or d.i.s lebirgo

iind llache Wadi lliyttn mündet, auf dessen reclite 8ei(e wir iibergeben, in die alsbald ein schmales Scha'b eth Thor (^,0) mündet. Weiterbin Scbacb er-Rak zu unserer Ijinken; an seiner 8eite auf Hügelböhe Knt ol Garn (q;s)) audi Schfiret en-Negca genaunt. Wir erblicken bier die weisse Menara von Negca si'ulöatlicb; seine umfanglichen Palmen|iHanzungen deb-nen sicb südlicb der Stadt, an deren linker Seite die Qübbe des berübmten öcbëcb Uin Ahmed Ba Wezir sicbtbar ist. Gegen 23/4 Ultr macben wir Rast unter einem schonen Dom-bauiu in der Nil he eines Brunnens ausserbalb der Stadt, die mis östlich liegt. Wir selien von bier das Bohrgestell im Wadi Kiyan, wo unter Leitung eines englischen Indiërs auf Kohle gebohrt wird, anscbeinend mit geringem Erfolge. Man war allmillig 130 Fuss tief gekommen; die Kolilen-pröbchen, die man mir zeigte, ersehienen mir jedodi unter-geordnet in (Jualitill. Unsere Ankunft war durch dieSebechs, nnsere bisberigen Eeisebegleiter, die vorausgezogeu waren, um scbneller die Ueiinath zu erreicben, schon verkiindet worden, und Hatir Sdhib, der indiscbe Ingenieur, liess mich dureb einen lioten auffordern, ihn in seinem nabegelegenen Zelt zu besuchen. Dies lebnte ich jedocli al), erkliirte viel-mebr, dass er zu mir kommen möge, wenn er mich be-griissen wolle. An einer Begegnung mit mir schien ihm aber nicht viel gelegen, demi er batte sicb nun, angeblich in Gesehaften, nacli Ghail begeben, von wo er jeden Augen-blick zurückerwartet wurde. Er fürchtete wobl das Urtheil eines Europiiers iiber seine Leistungen, hiitle sicb jedoch deswegen beruhigen diirfen, da ich in diesen Dingen nur wenig erfabren bin. Die Djem adaro aber, nnter deren Hobeit Negca wie audi das bedeutendere Ghail Ba Wezir stelii, setjen grosse Uoiïnungen auf die Minpralscliiitze, die nacli ihrer Ansicht der Boden liier bergen soil. Allerdings ware eigene Kohle von grosser Bedeutung fiir die llafen-stadte, besonders Makalla, obschon der schwierige Weg zur Kiisle ausschliesslich don Transport auf Kameelriicken ge-statten wlirde.

Da wir nocli Ghail Ba Wezir erreicben wolllen, brachen wir um 4 Uiir wieder auf und wendelen mis zuniicbst der

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Von Schibïini iiach Makallu durcli ilie Wadis

Stadt Negca zu; unterwegs begegnete hub deren Hakim, Salih Ali, mit einigen Askeris; naeh eiiiom liöflichen Willkomm spracli or soiii J3edauerii atis, dass er mir die Buhrarbeiten nicht habe /eigen können; er beauftragte einen Askeri, una nacli Gliail /u geleiten und dort im Uause des Danle unter-zubriugen, wo er mich am Abend besuchen werde. Wir wandern iiber Lehmbodon mit regelmassigen tiefen Löchern, in denen vordem Palmen gesiauden, die man dêm Wasser naiiergebracht liatle, das die uordöstlichen Berge aus Quellen lierabsenden. Die unbedeutenden Hauser von Negca, das sicb /.ieinlicli lang hinzieht, sind aus Lehm errichtet und bestehen meist uur aus dem Brdgeschoss und einem ummauerten Vorhof, Dirac genannt, der zum Trocknen

der Datteln dient. Wie überall, auch hier viel Verfallenes; aber dio Strassen sind belebt, und ganze Eselkaravanen, mit Te'amgarben beladen, kummon uns aus den Aulagen ent-gegen. Am Ausgange der Stadt beginnt ein dichter \\rald ATon Palmen, zwischen denen wir in südöstlicher Hichlung voranschreiten. Der Boden ist überall von schmalen grüuen Kanalen durchzogen, in denen Wasser rinnt, das auch die Qruben füllt, die den Palmen zum Standort dienen. Eiue reiche Vegetation umgiebt uns; den Eaum zwischen den Palmen t'iillen miioblige Dombiiume und allerhand üppig wucherndes Gestrauch aus; grosse Flachen sind mit Gadub und Te'fim bedeckl, dessen geschnittene Garben neben der jungen, kraftig spriessenden Saat lagern; Einder undZiegen-herden sind in den Anlagen zerstreut. Nach einer halben Stunde durchschreiten wir Beled Dlwan, das kleiner als Negca ist und einen noch imansehnlicheren Eindruck macht. Nachdem wir die das Ortchen beschliessende Miniatur-Mosc'bee passirt, beluiden wir uns wieder zwischen hohen Palmen und lieissig gebauten Feldern, in denen das Tecfim anderthalb Mannsluihe durchschnittlich übersteigt; stellenweise waren die Leute beim Pllügen. Da der Tabak dieser Gegend hocbge-schützt ist, sprach icli meine Verwunderung darüber aus, ibn nicht angebaut zu selien; man bolehrte mich al)er, dass jetzt die Zeit dos Siieus sei. Au einer ofl'enen Stelle ein ausgedehnter Friedhof; die üriiber waren allo mit scimell

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liin 'Mi uml Adiin mul üboi' das I'lgni-Gobirgfi.

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verwitterndem Kalkstein belogt., so class die Statte eiuen iius-serst trostlosen uml verwahrlosten Eiudruok machte. Zwaiizig Minuten hinter Diwan tlas örtohen Fürdja ()o-,s), das mis rechts bleibt; der Wog füiirt weiter unter Palmen, deren miiehtigo Fruchttrauben hier ruit bauinwollenen Netzen um-hüllt waren, wahrend ich sonst fast allgemein Tafli-Qellecht') dazu verwendet sah, Der Boden ist Lehm, der anscheinend von den links ansteigenden kahlen Bergen abgeschwemmt ist, denen wir uns nahern. Anf' dieser Beite werden die Palmen mehrfach von Musöbeli und Tecfim abgelöst, die in l^olge des reichlichen Znllusses der in breiten Pinnen durch die Anlagen geleiteten Bergwasser sicli des üppigsten Wachs-thi.ms erfreuen. Nacli Kurzem t'olgt das kleine Bilad Duru oder ?) mit einer geringen Zahl unbedeutender Hiiuser

und einer kleinen Moschee; wenige Minuten hinter diesem örtchen erhebt sich anf' einem niedrigen Hügel zur Linken das ansehnliche, doch verfallen aussehende, von runden Eck-thiirmen tiankirte lltisn Djilbir. Wir passiren noch inehrere Qübbes berühmter Heiliger, jedenfalis Schëchs der Familie Ba Wezlr, auch die eines Séyyid Ali bin Husün, zur Rechten etwas abseits des Weges gelegen. Kurz vor Ghail Ba Wezir grosse verfallene Todtenfelder zu beiden Seifen unsers Wegs; gegen 5'/2 Uhr sind wir bei der Stadt angelangt, die von einer massig bohen Mauer umgeben ist, in welche man in Zwischonraumen Kiits eingeschoben bat. Nachdem wir das festnngsartige Thor passirt, erblicken wir rechts eine ge-weisste Moschee mit rohem Minaret, unweit davon einen grossen, mit niedriger Mauer von der Strasse abgeschlos-senen Friedhof, den gewübnlichen Veriall allunend, und bald daranf den unbedeutenden Bazar mit seinen kleinen Liiden. Weiterbin noch eine grössere, von vier Kuppeln über-dachte Moschee; in der Entfernung ist daim auch das zweite, ansehnliciiere und besser erhaltene Stadtthor sichtbar. Die Bauart von Ghail unterscheidet sich kaum von der Negri's; am Bët ed-Daule, das sich vor den iibrigen lliiusern nur dadurch auszeichnet, dass es geweisst ist , machen wir Halt.

1) Tiilti isl (lus gotiocknolo liliitt ilur Dllmpnlmo (Hyphacne thebnica).

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Von Scliibani ruich Makalla (lurch dio Wa.lis

Das Thor ist verschlosseu, und es wiihrt liingere Zeit, bia der Schlüssel herbeigeholt ist; man hal oin des Diebstahla angesclmldigtes jmiges Weib mil ihrem siiugeuden Kiude bier eingesperrt. Naclulem gcofl'net ist, stcigen wir die enge, doch bequeme Treppe binavif und durcbzieben das gau/.e geriiumige Haus, nm scliliesslich unser Lager in dem ofl'enen Eingangsraum aufzuscblagen. Ein Thier win! er-standen und gescblachtet; von dem Malxl erhiilt auch das gefangene Weib seinen Antlieil. Uie lieduinen-Séyyirs, deren Engagement erfüllt ist, luiine icii ab; sie werden am kom-menden Morgen in aller Friiiie den llückweg antreten, iür den ich sie nocb mit einer Melilral ion ausstatte. Meiue Leute kennen zwar den Weg nach Makalla; da ieh aber wünscbe, über alles Einzelne orientirt zu werden, so nebme icb gegen miissigen Lobn einen Mann an, der gut Bescheid weiss, oder vielmehr wissen soil, demi in Wirklicbkeit kannte er uur den Gbuil nabegelegenen Tiieil des Wegs genauer. Der ilakim besuclite mich noch am Abend; er zeigte mir einige Bohrstangen und beklagte sicli über die Langsamkeit, mit der die Arbeiten ihren Fortgang niihmen. Ich glaube nicht, dass man in der Wahl der damit betrauten 1'ersönlichkeit eine besonders glüokliche Hand bewiesen batte; doch war iür das geringe Qehalt, das man zaiilte, kaum Grosses zu erwarten gewesen.

Am 8. August. Morgens ö'A Uhr wies das Thermometer 28° C., das Barometer 740quot;quot;quot;. Ich suchte den Ilakim in seinem Hause auf, um micli von ihm zu verabschieden; daim ging ich zu dem Thore binaus, durch das wir die Slalt;lt betreten batten, und erwarlete die Kameele und meine Leute, die icli hierher beslelll. Der Stadttheil Bérra es-Sidde (vor dem Thore) bestebt meist uur aus Hütten von Palm-zweigen und 'IVfimstroh; in der Niihe einige grössere Teiche tliessenden Wassers. Bah! nacii 7 Uiir brecben wir von hier aus auf, indem wir eine südliclie liichtung einscblagen. Der Weg führl iiber welligen Lehmboden; links begleiten uns 1'almen, die nacii einer Viertelstunde ein Eude neiimeu, worauf wir zwischen vegetationslosen Leiunbügeln dabiuwandeln, deren

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l!in 'Ali uml Ailim und über (lii« Figra-Gebirgo.

höchster G Ti ret el Muchbiye ist. Eine Anzahl un-

bedeuteiuler Schans, die den Qruud durcliziehen, vereinigeu sicb zum Wadi Rowakan, da,s, zu uuserer Rechten laufend, sich weiterhin theilt mul eine Art Innel bildet; es soli in südöstlichein Laufe der Landschaft Schehfir zulliessen. Ein Reiher (SÓini) llieg'l vor uns auf; in des Wadi's lebmigem Grunde etwas trübes Wasser, das wir beim Übergehen zum recbten JJi'er durehwaten, worauf wir über steriles Terrain zwischen niederen Hngeln unsern Weg fortsetzen, auf dom wir bald darauf eiu kleines Wadi kreuzen, das in Windun-gen der rechten iSeile des Wadi Rowakfni zufliesst. Südöstlich von hier wird Gebol ^óba sichtbar, an dessen Fusse Schebr gelegen ist. Es geht starker aufwarts; unter den uns um-gebenden lidhen , die mit einer röthlichen Ablagerung bedeckt sind, ragt zur Rechten Garet el Ahmar hervor, ein Berg-hügel, dessen zinnoberrothe Fiirbung stellemveise ein weisses Geslein durcbschimmern lüsst, das sich theils als bliittriger, moist aber Fasergips — beides heisst Berfiga — ausweist und die Masse des ganzen vor uns liegenden Gebirges bildet. Um 8 ühr erblicken wir, zwischen grosseren Erhühungen wandernd, rechts das kleine Bilad Gunca (s.xXé'!) im Wadi Milauwi, das südlich lauft und sicb weiterhin mit Wadi Ribban vereinigt. Nachdem wir bald darauf die kleine Aqaba Meschémma erstiegen, haben wir zur Linken Wadi Mügh-raba, das sich ebenfalls in Wadi Ribban ergiessl, dem sich danu nacb mehreren Windungen auch das rechts von uns laufende Wadi Duma zuwendet, welches nacb Aufnahme mehrerer ansehnliehor Zutlüsse von Westen sich bedeutend ver-breitert bat. Wir kreuzen sein Bett und setzen dann unsern Weg im Grunde eines kleinen Wadis, das auch Wadi Saghir heisst, ein kurzes Stück fort, worauf wir in das rechts davon etwa südlich laufende Wadi Smur übergehen, an dessen linker Seite Gebel Benig, aus der erwilbuten Gipsmasse bestehend, sich etwa 300 Fuss über der Thalsohle erbebt. Ich besteige ihn und iiberschaue von seiner Höhe Wadi Smur, das seinen weitern Weg, nachdem es zu beiden Seiten eine An/.ahl kleiner sandiger Scliacbs aufgenommcn, bald westlich, bald südwestlich zum Wadi ijudóre

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Von Schibam nncli Miikulla (iurcli die VVn()is

nimmt, dessen breito EAhaba sicli zuniichst ostlicli, dann südwiirts zieht. Alle diese Wadis streben dam Aleere zu, verlaufen jedoch Hirer Mehmhl nacb unterwegs im Sande, ohne es zu erreichen. Wadi llodcre, au das wir um 9'A Uhr gelangen, laut't neben einer andern, breiteren Kahaba, der des Wadi Katbibo , in der sich elwas Wasser ge-

saramelt bat, das besonders von Nebab, einer Schilfart, und Tiirfa, das dem l[hl iibnelt, umstanden ist. Wadi»Katbibe wird mir als Fortsetzung des Wadi llowïre bezeicbnet; es soil sjiiiter Wadi Hodüre aufnehmen. Wir durchscbreiten beide Wadis; dann gebt der Weg aufwarts, bald aber wieder hinab in die steinige Riibaba elnes dein Wadi Katblbe zu-tliessenden Wadi Mukbin, das wir durcbkreuzen. Nachdem wir sein anderes Ufer erreicht, steigen wir die ansehnliche cAqal)a Mutallac (jilixi) zn einer Art Hocbebene emjior, deren voin Wasser zerrisseuen Qrund unbedeutende Erböbun-gen umgrenzen. Unser Weg ist südlicli; um 10 Ulir sind wir bei dem Ursprung des Wadi ]{ak angelangt, das nacb Auf-naiime einiger Scha'bs sicb mit Wadi Katbibe vereinigt, gleichwie Wadi Méftak, dessen schmale Jiababa wir bald daraui' krenzen. Wir durchscbreiten dann nocb verschiedene unbedeutende Wadis; nachdem wir ein Wadi Sulb (_Joo) passirt, das, durcb verschiedene Zuflüsse zur Rechten ver-stürkt, wieder dom Wadi Katjiibe zuiliesst, geht es in Win-dungen die 'Aqaba Suil) hiuauf, von deren Höbe der Weg nacb Scbehfir sicb südöstlicb abzweigt, wiibrend wir etwa südwestlich marsclüren. Mebrero Wadis kreuzen unsern Weg, darunter ein tieferes, vom Tucbm berabkommend, der liinter niedrigen ïïügelketten sich westlich von uns erbebt. Dann zieben wir wieder abwiirts, und wieder aufwarts, und so fort. Der Doden zeigt auf grössere Strecken kleine regelmassige Wellungen, die stark verwitterten Heste elnes ebemaligen Qipsgebirges. Die gauze Gegend beisst Riyan, nacb dem Wadi dieses Namens, dessen zablreiche Zuflüsse zu beiden Seiten unsers AN'eges lanfen ; Wadi Riyan selbst durchscbreiten wir eine kurze Strecke und lassen es dann links, worauf seine mit mussiger Vegetation besetzte Kahaba sicb südöstlicb

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liin 'AM und Adim und übor ilus Kigi-a-Gebirge.

wendet, angeblich zuui Wadi Regïica, das dem Meere zu-lliessen aoll. Nachdem wir ein weitere» Misyal zum Wadi lliyBn gekreuzt, erblicken wir von einer soebea ersticgciien Anliölie aus roelitH Wadi Djewiibiyat iui weiten Bogen , mit Palmen in seinem Grunde, und etwas fernerhiu südlich, in einer Vertiefung des Gebirges, das Bilad Riyan, auf das wir zugeben. Links von iuih das moscheeartige Grabmal des heiligen Scliï'di Alxl er-Eahim; Wadi Djewabiyat, dem wir uns nilhern, nimmt gleiehfalls den Weg zum Wadi Riyiln. Wir durchwaten eine breite, den Palmen zufliessende Bewiis-serungsrinne; der Boden ist weisslicb, mit Hiiuserresten be-streut, die einst aus dem weissen Gipsgestein errichtet waren; rechts ein ansehnliches ïïüsn, auf dem Untergrunde des gleichen Materials in Lehm erbaut. Gegen HVj Uhr lagei'n wir uns zur Rechten einer üppigen Palmenwaldung, in dor aber auch Dom, Lïm (Citrone) und andere Baume ein kraftiges Gedeihen finden; rechts die dürre Ebene; von den Hausern des Bilad sieht man bier Nichts. Ein rechts auf geringer Erhölmng errichteter Küt bewacht die, mit zahlreichen Rinnen durchzogenen Anlagen, tlie aus einer von den nördlichen Bergen gespeisten Gabiye (Teich) getrankt werden.

Gegen SVi Uhr brechen wir wieder auf, wahrend ein heftiger Wind von Süden weht. Wir lassen die Palmen links und schlagen eine südwestliclie Richtung ein, die sich spiiter mehr zum Westen neigt. Nach Kurzem kreuzen wir den grünen Grund cines kleinen, dem Wadi Riyftn zufliessenden Wadis Miitalbr, und l)ald darauf die lehmige Rdhaba des Wadi Gergir, das südöstlich zum Wadi Yercöb geht,

von dem mir gesagt wird, es fliesse dem Meere zu. Das Terrain ist überall mit Hiigeln und niederen Gebirgszügen besetzt, die im W.S.W. die böchste Spitze dor Qibal Aqabere überragt; links davor in der Richtung Süd 190 Gebel Felik (dUs). Dann und wann kleinere Wadis, dio uns auf kurze Streckon begleiten; um li'A riir links Wadi Sorlra, das sich etwa südöstlich zu Wadi Vorcöb wendol, -Wir haben don Tochm jetzt nördlich; unser Weg führt übor hügeligon Saudbodon, dor weithin mit Broeken schwarzen Gesteins

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Vim Schibam nucli Mukalla ilnrcli iliü Wudis

bestreut iat; die nur apiirliclie Vegetation, hauptsaclilieh Dima, ist fast überall verdorrt. Es iat eine herrliche Gegend; zu Allem noch iler grelle Sonnenscheiu, der iinsei' Auge blendet, und (ier uns rastlos entgegenwehende Wind, der zum Sturm ausgeartet ist. Wadi Sirr, das in Waili Serira münden soil, zu unserer Linken; eine Viertelstunde spiiter kreuzen wir den Laui' eines kleinen zu Wadi Yercöb lliessen-den Wadi Uade Gegen 4 Uhr linden wir uns überall

yon niedrigen Bergen umgeben, hinter denen im Südwesten und Nordwesten mehrere Reihen im Dunst verschwimmender Gebirgsketten hervorkommen; die liöclisten Gipl'el des Ba Djembiig-Gebirges erscheinen westlicli. Nach einer Viertelstunde liaben wir die Stelle erreicbt, wo sicli von Makalla aus die Wege nach Hadramüt und Ghail Ba Wezir schieden; wir gingen damals links, heute kom men wir von links. Die steile cAqaba, die wir einst so mühaelig emjiorstiegen, geht es jetzt abwarts; sie führt den Namen ChaliT el cAul

Wir wollen heute noch Harschifit erreiclien, und man sollte meinen, dass wir auf dem früher eingeschlagenen Wege zurückkehren müssten; unser gescheuter Führer aber geriith auf' eine mehr östlich auslaufende, dazu schwierigere lioute, ilie uns erst auf Umwegen an's Ziel bringt. Wir durchschneiden zunachst das kleine, dann das breit- und weithin mit frischgrüner Vegetation bedeckte grosse Wadi Felik (aucli Flik), die spiiter vereinigt zu Wadi Fagad (Js.»:) gelien. Gegen 5 Uhr marschiren wir in südwestlicher Eich-tung rechts am Fusse ties Geliel Raham entlang in einer breiten steinigen llahaba, die dem Wadi Raham angebört. Wir haben hier die Berge von Harsohifit südwestlich, ent-fernter und etwas mehr nacb Süden zu don zackigen Grat des Gebel Macwaz, den machtigen, ungefügen Bergklumpen des Gebirges von Makalla rein siidlich.

Nach einer Viertelstunde zweigt zich zur Linken in süd-südwestlicher Riehtung dor Weg nach Rókub (audi Rfikub) ab, einer vier Stuuden östlich von Makalla gelegenen Uafen-stadt, die Eigentlium des Scliëchs Ahmed Ba 'Ami' ist, der sicli jedoch unter die Oberhuheit der Ka aitis begeben bat.

284

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Bin 'Mi imil Adim unci iibor ilns Figra-Gobirge.

Das Terrain hleibi wellig, Vegetation fiiidel sicli nur in den Wasserliiufen. Nachdem vvir eine grössere Erhiilumg, Mutill la' el Djol rlliA) erstiegeu, erblicken wir im Süden und

Osten das Meer, wie es gegen seine üfer brandet; südöstlicb versperrt die Aussicht darauf ein niederer öobirgsstreifen aus ansoheinend weisser Masse, die stellenweise die zinnober-rothe Farbung triigt, wie wir sie lieute früh an dein Gebirge bei (ïbail geselien. Südlicb vor uns, vertieft, das kleiiie von einom Kilt besehützte üilftd Bir el lladbe mit etwas Palmen mul grosser, sicb weit naob Südosten erstreckender Ithl-Waldung im Wadi Hadbe, dessen breite, südöstlich sicb hinziebende Rababa wir durcbsehreiten; angeblich mündet dieses Wadi spater in Wadi Hoéseb Um G Ubr

steigen wir in den breiten sandigen, mit frischgrünem liak und anderen Büumen, besonders cA(lliba, einer feinblattrigen Mimosenart, bewacbsenen Qrund des Wadi Basra binab, das wir in seinem westlichen Laufe verfolgen. Die es einfassen-den, anfangs niedrigen Seitengebirge steigen allnullig zu bölieren Kuppen empor und rücken naher zusammen; kleine Wadis fliessen zu beiden Seiten ein. So rechts Wadi Tilic (*lb), bei dessen Eininündung sicb der Tbalgrund bedeutend erweitert, links Wadi Award, durcb das der schmale stei-nige, einer Kegenrinne gleicliende Weg dann in südwestlicber Ricbtung zwischen den dicht zusammengescliobeneu Bergen daliinfülirt. Wir kommen danacli wieder auf ebenes Gelande und durcbschreiten Wadi Dikdak, das wir in östliclier Ricbtung überseben. Unsere Ricbtung ist südlicb; um Ubr, wiilirend es schon stark dunkelt, sind wir bei einem kleinen, nur aus wenigen Palmbütten bestebenden Bilad Blr Ba Yacbele angelangt, dessen Palmenpflanzungen durcli Rinnen sorgfiiltig bewüssert werden. Wir finden hier einige Leute, die uns über lt;len Weg nacb llarschiat Auskunft geben; es soli nur noch eine halbe Ötinule bis dort sein. In fortwiih-reudem Anf- und Absteigen wandern wir mm wechselnd in siidlicber und südwestlicber Ricbtung neben dor recbtsseitigen Gebirgskette bin, der die einander folgenden Berge Sebahat und Jliluwa augehören, an deren Fusse, jedoch uns unsicbt-

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Von Schibam nuch Makalla ilui'cli dio Wik lis

bar, sicli die gleiclinamigen Ortschafleu mil, Palmenanlagen befinden. I'jm ist vollstiindig Nacht geworden uud besonders das Abwartssteigen nicht oline Qefahr; l)ald aber winken una tröstende Lichter in der Feme, uud gegeu 7'A Uhr lagern wir uns in der hreiten Bteinigen Huh aba des Wadi Harschial, iiu Angesicht der Palmen des Bilad.

Am 9. August. Die gauze Nacht amüsirten aicli be-nachbarte Sibyan 1), die man hier auch Hodjür uaunte, mit Schebwaui-Singeu uuter obligater I'aukeubegleitung; die lieb-lichen Harmonieu, vereint mit fortwiihrendem Eaelsgeschrei uud dem unabliissigen Gel)rüll des brandenden Meeres, waren indess wenig geeignet, unsere Nachtruhe zu fördern. Bei starkem Winde weist Morgens 5 Uhr das Thermometer 24° C., das Barometer 751quot;'quot;' aus. Die Rah aba des Wadi llarschiat, das von Norden kommt uud sicb in südöstlicher Richtung zum ^leere wendet, wird durch eineu eingescho-benen, erhobten Landstreifen in zwei ungleiche Tlieile zer-scbnitten. Die Anlagen, hauptsachlich i'almen uud Teciim, eind sehr ausgedehnt uud iippig, uud von breiteu uud schma-len Rinnen fliessenden Wassers clurchzogen, das die Berge herabsenden. Die wichtigste Anbauflftche liegl siidwestlich uud westlich, doch ziehen sicb die Palmen und lliiuser der Stadt bis zum Nordwesten hiir, wiihrend den Siiden ein ab-getrenntes, nur aus unbedeutenden Hiiusern und Palmhiitten bestehendes Bilad einuimmt, das sie Djol ed-Doan nennen. Nachdem wir gegeu S'A Ulir aufgebrochen, ziehen wir an diesem Ortchen rechts vorbei, indem wir die südwestliche Richtung einschlagen. Der Weg führt an zahlreichen, zum Schutze der Pflanzungen meist erliölit errichteten Hustln und Kuts vorbei; bald nach 6 Ulir sind die Palmen zu Ende: das dunkle Gebirge von Harschifit, welches im Halbkreise das nunmehr vollkommen öde Thai von Norden l)is Siiden umfasst, liegt uns rechts; von Siid zum Ost ziehen sicli niedere Hiigelreihen bin, zablreiche Kuts kronen auch bier

1

Ich habo dor Sibyiin, al» einor untorgoordaeten Kasto, bereits frühor orwiibnt.

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liiii Ali uml Aditn und liber iliis Figra-debirge. — Öchluss. 287

ilit! Höhen. Dio Gare vou Makalla liegt von hier siullich, der hüchste Gipf'el des Gebel Macwaz im Siidweslen; zur Reoliten ragt aus der begleitenden Oebirgsuiasne Gebel Qunac ?) mit ausserordentlich schmalem, zackigem Gral be.son-ders hervor. Wir ziehen darm durch das düster romantische Felsgebirge, den Lauf dor Wadis Macwaz und Sidëd verfol-gend, welch letzteres una zur Aga von Makalla führt, in die wir um 8 Uhr einbiegen. Wir nehmen den Weg an ihrer linken Seite; sie enthalt ziemlich viel Wasser. In der Gegend der Ziegelöf'en koinint uns zu Pferde in majestiitisch feierlichem Zuge der Djeincadar Munassar enigegen, der sich init seinem zum Theil ebenfalls berittenen Gefolge, das mit grossen Kochtöpfen und anderen Speisogeralhscliaf'ten beladen ist, nach Bagrën hegiebt, um in dessen kühlen Gründen einen Erholungstag zu verleben. Du er auf der rechten, ziemlich entfernten 8eite der Aga ritt und ich ilin nicht persönlich kannte, so nahm ich keine Notiz von ihm; Abdul Ciialiq , der mit ihm war, sagto mir bei spiiterer Gelegen-heit, er babe mich geseben, aber nicht erkannt. — Auf dem gewohnten Wege liings des MeereBuiers gelange ich bald an das Thor von Makalla, wo meiu Kameel zum letzten Male niederkniet und ich mit einem warmen Willkommen von mehreren meiuer Bekannten begriisst werde.

XII.

SCHLUSS.

Ich land mein Haus, dessen Schlüssel ich wiihrend meiuer Abwesenheit ïïaschim anvertraut, genau so,'wie ich es verlassen. Die in Schibam erhaltenen Briefe sandte ich noch

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Schhiss.

am Alienil zu Alnlul Chiiliq und erliielf ara nilchsten Morgen den Besuch zweier Loulo de^ Djeracadar's Munassar, dio rair raiUheilten, dass ich am Nachmittage zur Audienz abgeliolt werden würde. Die gleiclie Bestellung machte Abdul Ohaliq noch ineinem Diener, den or sich kommen liess.

Munasaar ist. der iiltere Bruder des in Sciiehr residirenden Djemcadars Husein. Er liatte vorher seinen Wohnsitz in Schi-bam geliabt und war crat wilhrend rneiner Abwesenheit nach Makalla übergesiedelt, wodurcb Abdul Ohaliq /.war ausserlich in die zweite Reilie rückle, ohne jedoch, meiner Ansicht nach an seiner Stellung als geistiges Haupt der Eegierung einzubiissen, was dieser mir zum Vortheil gereichen kamj. Munassar residirte mit seinem Hof, dor an Franen, Dienern, Sklaven und Sklavinnen angeblich 200 Personen umfasste, in dem grossen Hiisn, das or ausbauen , repariren und verscbimern liess, und in dessen oberem Stockwerk er mich audi em-pfing. Er nahra mich liebenswürdig auf land lie.ss sogleich Thee serviren ; ein noch jnngor Mann , triigt er eiu bescheidenes, fast timides Weaen zur iSchau; ich glaube aber, dass er eine ganz ansehnliche Portion Dünkel besitzt, wogegen icb seine geistigen Kriifte nicht hoch anschlage. Abdul Ohaliq war zugegen; man fragte mich, ob ich zufrieden, und nichts Unangenebmes mir zugestossen sei. Ich verneinte dies und sprach fiir die erhaltene Förderung wiederholt meinen Dank aus, den Abdul Chaliq mit grossem Gesc.hick seinem Herrn zuschob, obgleich dieser Nichts fiir mich gethan liatte. Es schien ilinen viol daran gelegen, dass ich den Englandern in Aden günstigen Bericht abstatte und dadurch die vorange-gangenen Chikanen in Vergessenheit bringe. Man fragte mich besonders eingehend, ob ich unterwegs Ortlichkeiten gefunden, die eine bergbauliche Ausbeute verspriichen; ich konnle nur antworlen, dass ich keine Gelegenheit gehabt, Proben anzustellen, da ich ohne Aufenthalt von Ort zu Ort gezogen sei.

Die Temperatur hat sich gegen friiber und gegen unterwegs wesentlich abgekühlt; Morgens 0 Uhr zeigt das Thor-momoter 22—'24° (J., Mil tags zwischen 29 und 5513° 0. ira Schatten; das Barometer hielt sicii auf 750—756quot;quot;quot;; Nachts

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Sclihiss.

fiilll gewöhiilich sehr starker Thau. Wir befinden una noch im Charif; hoch gehen die Wogen des ludischen (Joeans, uud dio iScliifle sind ent,weder au den Strand gezogen, wo sie für die neue Campagne zugei'iiditet, und sauber gestri-chen werden, oder aukern in der lincht vou lieriim, vor der Gewalt der südwestlich slürmendeu Wiude gesichert. Keiue Sambnk oder Sriye (ïilirt au.lt;, weder nach Osleu nocli Westen, deun keines dieser Sohillo würde dem Anprall der Wellen jeizt Stand halten kunnen. Vor einem Monat habe ich keiue Aussicht, eine Segelgelegeuheil nach Aden zu finden. Nach Usten ist, ilie Fahrl immerhiu gunstiger, uud thatsachlich hegaunen die Barken liald , sicli für Basra hereit-zuiuacheu, wo sie Dattel einuelunen. Vou einem Dampfer, iler etwa in nachster Zeil aulegen würde , war Nichts hekaunt; am 27. August t rat' allerdings unerwartet der Englische Steamer „Schatt el Arabquot; ein, der aber, von Djidda kommend, nach Basra und Bombay bestimmt war; und dasselbe Ziel batte der eiuzige den Djem adaren gehorige Dampfer, der am II. September eiulief, uaclideiu man ihu scliou mebrere Wocbeu als untergegaugen hetrachtet batte.

Wahrend der unfreiwilligen Mnsse, die mir auf diese Weise aulerlegt war, wurde ich wieder durcli ineine iirztlicbe Praxis stark in Ansprucb genommen. Freund ilaschim batte iu meiner Abweseuheit sein einziges Kind verloren, woran die bauptsachlichste Schuld eine jener iu England berge-stellten Quacksalbereieu trug, die gegeu Krebs , Jlübneraugen , Kuoclienbrüche, Fieber uud alle sonst existirendeu Krank-heiteu zugleich angepriescn uud tiir theures Geld aus Aden bezogeu werden. Man siclit die gil'tigsteu Mil tel dieser Art in den Handen besser situirter Eingehorner, deneu die Vor-trefflicbkeit des morderischen Scbundes durch die sogleich beigefügte arabische und hiudustaniscdio (jbersetzung dor Gebraucbsanweisung plausibel gemacht wird. — Mein Vor-rath au Medikamenteu war ziemlicli erscboptl, uud ich beschrankte mich im Wesentliciien auf Wuudbehandlung, die mir ein reichlicbes Arbeitsfeld gab, deun mein liuf war in die Ferue gedruugen, uud i^s kamen Leute uiehrero Tage-

1«

289

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Schluss.

reiseu weit herbei. Zu meinon Patienten gehorte auch der zvveijiilirige, von oiner Abessiiüschen Mutter geborne Sohn des Djem'adar's Munassar und einige seiner Sklavinnen; iiiein treuester Kunde und Lobpreiser aber war der Silberschmied Salem, der an zalillosen, über den ganzen Körper verltreite-ten verunreinigten Wunden und Geschwüren litt, an denen er sehon seit secb.s Jahren die landesüblichen Mittel des Brennens, Hchneidenn und englischen Gifts ersohöpft liatte. Als icli abreiste, war er bis auf einen kleinen Eest geheilt, wegen dessen er micli uach Aden begieitete, wo er auf ineinen Katb den englischen Arzt konsultirte, der ihm rieth, mit der bisherigen Behandlung fortzufahren.

Den IJjein'adar sali ich selten; des Abends ptlegle er aui Quai Luft zu schöpfen, wo für ihn Uecken auf dein Erdboden ausgebreitet wurden; sein Qefolge selzte sieli ihm aber niclit zur iSeito, sondern gegenüber, wiilirend er midi allerdings neben sicli silzen liiess. Er scheint eine Neigung für aussere rrachtentfaltuug zu besitzen und ceremoniösere Respekts-bezeugungen zu beansprnchen, als ich sie anderen arabischen Herrschern erweisen sah; wenigstens bemerkte ich, wie ihm Leute zur llegriissung ausser dem üblichen Uandkuss einen Kuss auf das Knie applizirten. Wenn er die Stadt vorlasst, so zeigt dies der Dunner der Kanonen an; dann und wann speist er seine getreuen Unterlhanen mit J{eis und Fleiscii. Er ging damals mit dem keineswegs unverstandigen i'lane um, den zu verliingern, zu welchem Zwecke eine

Anzalil der am JStraiuie gelegenen Hiiuser anzukaufen^ war — tout comma choz nous; die für den Ban erforderlichen Kleine lagen schon ausserhalb des Thors am Fusse der Gare von Makalla bercit, wo sie gehrochen und sogleich behauen werden.

Am 213. August besuchte mich ganz unerwartet mein Freund Abdul Ghaliq in Gesellscdiaft zweier Séyyids mul eines mir unbekannten Askeri; ich nahm sie kiiniglich auf mit Thee, den ich in fünferlei Tassen servirte. Uneere Unterhaltung war f'reundschaftlic.h, doch ohne Interesse; es schien, als sollte mir eine Auszeiclmung erwiesen werden, und als vertriite Abdul Chaliq seinen Herrn, dem seine

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Schluss.

Würdo es wulil nicht gestattete, sich selbst so weit herab-zulasaen.

Dio Teinperatur nahm Ant'ang September wieder anselm-licli zu; der frühe Morgen bringt sclion 28° 0., und nach Sonnenuatergang zuigt ilas 'J'bertnometer biiufig noch 33—■34° 0. Am 11. September brachte mir Hascliim die ven seinem Adener llau.se empfangene liotsclial'i , ein grosserer Dampier, der Tecam fiir Makalla geladen habe, Bui von liombay naoli Aden unterwegs. Es batte micli, wie begreiflicb, recht ungeduldig gemaebt, nun bereits su vielu Wochen bier nutzlos zubringen zu mussen, und da der Wind sich in-zwischen gedreht batte, wollte ich schon mangels anderer Gelegeuiieit mich wieder einer arabischen Sambiik anver-trauen, wol)ei ich allerdings die Chance lief, ein Duizend Tage auf dem Meere zuzubringen. Diese Absiclit scheiterte aber an der Masslosigkeit der gestellteu Forderungen, wobei sich der Nachuda Abd er-liabb, der mich einst nach Schut gebracht hatte, hervorthat, indem er für die kurze Fahrt 100 Keal beanspruchte. 8o kam mir llaschim's Millheilung sehr gelegen, doch verzögerte sich die Anku'uft des Dampfers noch bis zum 19. September. Es war die „Mobilequot; von der Bombay amp; Persia St. JNav. Co., mil deren Capiliin Mac Adam ich alsbald die Uberfahrt für ein Hilligtss stipulirte. In seiner Gesellschaft begab icli mich zum Djein'adar, Abschied zu nelimen; dor Gate luitte sich dazu in einen kirscbrothen Sammetschlafrock mit schwerer goldner Stickerei geworfen, fur die Teinperatur ein recht passendes Kleidnngsstück. Er wie Abdul Cliiilii] zeigten sich wieder eifrig bemiiht, mich zu einer günstigen Darstellung ihres Verhaltens gegen mich bei Seiner Gliickseligkeit dem Hakim von Aden zu veran-lassen; nachdem ihr friiherer hartniickiger Widerstand ein-mal iiberwunden war, halte ich in der That keine Ursache mchr y.ur Klage, obschon es, i)is auf den Djem^adnr Selah, Allen an jener Herzliciikeit, gebrach, die eine erwiesene Gunst erst werthvoll* macht. Die „Mobilequot; fasst 2000 Tons; sie liatte 3000 Sacke Te'am fiir den Djemcada.r und 1G00 fiir verschiedene Kaulleute zu entladen, was die Zeit bis zum folgendeu Abend in Ansjiruch nahm. Erst nach

291

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Schliiss.

10 Ulit' Nachts liehleten wir am 20slolgt; die Anker; das Wetter war schtni, die See ebeii, das SchifF fur Passagiere gut ausgestattet, mil lufligen Kabinen ober Deck. Bei dauernd ruliiger Fee, aber grosser Iliize, erreichten wir am 22. iSeptember 18',);} g(!gen Miltag Aden, you wo ich mit dom lüieliston Darapfer des Norddeulsolien Lloyd in die Ileimalli zurüekkelirie.

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A N H A N G.

QAS1DB.

Die Üborsetzung boliudot sich Seite 180.

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1

Das Godicht ist in \uro'i-üoduiniscli vorfasst. Die Übersut/ung hult sich im Allgemeinon an don Text; stollonwoiso mnssto ich uiich judoch, ungobrauchli-chor Wörtor wegen, mit dom Sinno bogniigon, wio tsr mir an Ort und Stelle wiodorgogobon wurdo. Die grammatischen und urthograpliisction Kigenheiton habo ieh moist belassen und suchc sie in Nachstehendom zu erlautern.

2

ö) rür 7) l'Vir

3

für 4) ^ wio bij fin . das an Stelle vun iv3| steht,

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294 Uriel' ilcs Djem'rtdSr's Sola li.

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imiEF DES DJEM'ADAR'S SELAl.l.

In der Übersetzung gegeben auf Seile 207.

uCkoüij| 0j 0J 0J cr

sAgt;^0^' ^lt;C ^ \A/OL-gt; vX-^wgt;^ ^.Ww^o xij I-X^.^

1) Dicso Slollo ist im Original vorschloiorl , dahcr zwoifolhaft.

2) Sioho Anm. 5 dor vorstohondon Soitc.

3) hjyK**.'S Lo* fiir ^c*gt;.j . wörlliob: boansprucht sein Horkömm-lichos, niimlich, dass man ihm Milro erwoisl.

4) Fiir

5) Text , dor Ausspracho gimiiiss, nach Analogie andoror Wörtor, in

donen sich zum doutschen / . boinaho i erweicht, wio in ~ r** ■, dus violfuch

6/ W

Schóri goBprochcn wird.

0) Fiir ^«3.

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Hriof dos Djcni'adar's Solah. 2U5

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L'ilti

VEUZEICJINLSS der auf mei n er Roise geaammelten Pflanzen.

Die vou meiner Reise iieimgebrachten botanischen Samm-lungen, von deiien ein betraclillicher Theil durch die Un-aehtsamkeit meines arabisciien Dieners zu (trimde giiiggt; übergab ich Herrn Professor Dr. 8ch w einfurth , der sie grössteutheils bestimmle, wobei ihm die ara hiesigen Bota-nisclieii Museum augestelllen Herren Dr. G. Lindau (Acan-tbaceae) mul Dr. l'. Tauberl (Leguminosae) beliilllicli waren. Im Spatsommer 1895 sand te er die Sammlmig nach Kew, \vo die Bestiinmungen verglichen und ergünzt wurden, an welcher Arbeit sich ausaer dein Leiter des Herbariums, Mr. J. G. Baker, noch die Assistenten Mr. N. E. Brown (Aselepiadaceae) und Dr. O. S t a p t'(Apocynaceae, Gramineae) betheiligl baben. Die neuen Arten und die neue Gattung Hirscbia Baker wurden in dem von den „lioyal Gardens, Kewquot; berausgegebenen Bulletin of Miscellaneous Information N0. 108 (December 1895) veroffentlicbt; die dort gegebenen Bescbreiinuigen (lieile ich im naclifolgenden Verzeicimiss mil, dessen Anordnung nacb dem Engler'sclien System ich den gütigen Bemüliungeu des Herrn Professor Dr. 1'. Ascherson verdanke.

Die iSammlung befnulel sicli wieder in Herrn .Prof. Sciiwein-furth's bekanntlich dem Preussischen Staate gehörigem afri-caniscbem Herbarium ').

1) Die oingcklaminurton ZiH'ern sind moinc SninnilungH-Nuuimorn , * bodeutüt ('uUurpflan/.on.

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Verzeiclmiss ilur gesiirnmclleii Pllan/.en. 21)7

L i c h e n e s.

1. (139). Eccrnia prunaulri (L.) Ach. — Sóhut

(au Bauuiiisteii-Miirz) und Hochplateau (5. Aug.); anil).: Schink.

Gramineao.

2. (14!i). An dr o j) o g oh kir lus \j. — Kan Schirwon

(11. Marz); mehri: Turnfil.

3. (144/145). And r opoij on Aucherï ISoiss. lla.s öchir-

wfn (11. Mjirz); mehri: Erhll.

4. (15U). A n (l r op o lt;j o n laniycr üesf.

•). (156«). Penniselum ciliare (L.) Lk.

*0. (ühue N0j. l'vnnrsctum spie alum (L.) Köm; arab. Musóbeli.

7. (156i). Cencli rus bi flor us Roxb.

8. (46). Ar i slid a par a dis ca Edg. — Ras Ma-

kalla (23. Miirz); arab.; li ai ?

9. (111). Arislida pallida St. — öebel Hogwlr

(11. Miirz); mehri: Arferis.

10. (174). E r a gr o s lis aula co sper ma Fres. — Kas

Öehirwöu (11. Marz); mehri: Saiotr,

Cyperaceae.

11. (87). Ct/pcras sp. aff. ('. c ong lom er aio Rottb.

— Üebel Jlegwir (11. Miirz); mehri: Q/sqas.

12. (109). Cgpcras rol und us L. — Ras Schirwöu.

Palmae.

*13. (49). Vhocnix daclilifera L. — Makalla ; arab.: Nachl.

14. (74). II g p ha ene the Ij ai ca (L.) Mart. Li llaceao.

IT). (9). Aloe sp. affinis y/. A ««/ Baker. (Kew-Bullet.

A'0. 93 p. 342). — RasSchirwëu (11. Miirz).

ocr page 314

Vor/.eicliniss

Moraceae.

1(5. (13G). Fi cuti sn licif o/ia Valil. — Wadis bei Sëhut(rebr.);

inehri: Ualhilj; arab.: EUwh, gewuluiliclier Lclhch. (90) gehört vielleiclit /.u derselbeu Art.

Urticaceae.

17. (72). F o r x k amp; Ita l, c n a c i n s i m a L. — Garel Ma-

Ualla (22. Miirz).

Loranthaceae.

18. (41). Lorantlus Acaciae /jacv,. — Hocbplateau

(Juli).

Olacaceae.

19. (107). Ji a I a n i t e v a a g y p t i a c a Del. var.

Polygonaceae.

20. (176). Oxygon n m sp. (niclit blübeiul). — Hegwlr (11.

Milrz); mehri: IThI,

Chenopodiaceae.

21. (88). // a I o p e p / i .v p c r f o I i a I a (Forsk.) Hunge.

Uerge bei Kisciiiii (10. Miir.',); inehri: Garnfir.

22. (125). Safoola Holla c üoiss. — Ras Scbirwên (11.

Marz); mebri; Tanil.

23. (63). Sal no I a foe I id a Del. — IlegwTr (11. Miirz);

mehri: Hemtdul.

24. (2). Sal sol a sp. 'I Uas Sehirwen (10. Marz); inehri:

Ilakalnl.

25. (61). A u a Ij a k i x K h r e n h c r g i i Schweinfurtb. —

Wadi Yidnut ii. Ki.schln (10. Miirz).

26. (158). Cornulaca Rhrenbergii Ascbers. — Ras

Scbirwên (11.

Amarantaceae.

27. (114). /Inrva Javanica (L.) Juss. — Hegwlr (11. Miir/,); arab.: lid, mebri: Fur,

ocr page 315

ilcr ^csaiiiMioltcn l'lliinzoii.

Nyctaginaceae.

28. (07). Ji o c r h a a v ia j) l u m b a ij I n e a Cav. — Wadi

iSigcm hei Makalla (21 Mtlrz); arab.: lladwan.

Aizoaceae.

29. (103). O r ij (j i a d a c u m h e n s Forsk.

30. (172). 7' r i a n t h r m a c r ;/ s tall i n a L. — lias Scliir-

weii (11. Miirz).

31. (1(58). Tri an thema punt a n d r a L. — Bas Schir-

wcn (J 1. Miirz).

Caryophyllaceae.

32 (2ö). Co met es upiculata Duue. — Wadi Bagrcii bei Makalla (24. Miirz).

Menispermaceae.

33. (154). Cocculns Leacla (Del.) G. 1'. K. Einjührige

Pflanze.

Cruci ferae.

34. (159). Kruca strum arabicum Fiscb et Mey.

Capparidaceae.

35. (89). Cleome brack // (■ tl r p a Vabl. — Kiscbin (10.

Miirz); mehri: Ijnf.

36. (71). !gt; i p t c r y y i u m g ! a u c n m ücne. — Sëhut

(28. Febr.); arab.: KlqTd, mehri: Elqnin.

37. (147). ('a d a b a gt;/ !■ a u d u t o s a Forsk.

38. (1(50). Macrua sp.

Resodaceae.

39. (22). Reseda amblyocarpa Kresen. — Wadi Tai-

ker bei Sehut (27. Febr.); mehri: Amhr.

LEGUMINOSAE. Mimosoideae.

40. (108). A c a c i a m gt;i /1 if r r a Bentb. — Hoebplateau

(Juli).

ocr page 316

Vorzoiclmiss

41. (,106). Acacia A .1 a k (Forsk) Schweinfurth. — Hoch-

plateau.

42. (11). Acacia arabica W. — Schüch Othman bei

Aiien.

4i3. (141). A c a c i a c L h a i c a Schweinf. — Hegwlr (11.

Miirz); arab.: Smur, mehri: Horrd, auch Hordt,

44. (105). Acac/a 0 c rf 0 t a (Fortik.) Schweinl'. (yl, nubica

Benth.). — Öebel llegwir (11. Miirz); mehri: J far chair.

45. (lü). Acacia sp. aff. A. laelae 1{. Br. et A. Ah ah

(Forsk) Schweinf'.

4(5. (44). Acacia np. (unvollstündig).

47. (163). Acacia sp. n. (unvollstandig).

48. (43). 1' r o s o p i .v SI e p h a n i a // a (W.) Spr. — Wadi

Ma.sile (Juli).

Caosalpinioideae.

49. (115). Famarindus indica L. (moustr.) — Hef-

Hlr (11. Miirz); arab.: Ifómcr, mehri; Sabürd.

50. (20). Cassia obovata Coll. — Sühut (24. Febr,);

arab. ^Aschriq.

51. (46(/.). C as s i a a d e n c n. ,v i s B e n t h. — Sühut (Febr.).

Papiliouatae.

52. (Itil). C rot a I a r i a I up i;/ 0 i d c s Hochst. i

*53. (3(3). Me die ago saliva L. — arab.; Gddub (au-gebaut),

54. (110). / n d i(/ of c. r a s p i n 0 s a Forsk.

55. (1), Indiffof era 0 b 10 n g if 0 l i a Forsk. (/.

c ij 0 li a Del.). — Oebel Hegwlr (11. Miirz); mehri: Hissór,

50. (90). Indiffof era ar (j ent e a L. — Wadi Taiker bei Söhut (^3. Miirz) uiui Ge bel llegwir (11. Miirz); arab.; llawir, mehri; Uomir,

57. (20). Indiffof era arabic a Jaub. et Spach. —

Ras Schirwcn (II. Miirz); mehri; Yïderi,

58. (94). Tephrosin (Rein er ia) geminillarn Ba

ker (Kew-Bull. J\0. 108, p. 310 N0. 215).

ocr page 317

ilor genammelten Pflanzon, 301

Herbacea, iierennirf, caulibus gracillimis adpresse albo-sericeis, slipuliH subulatis persistentibus, foliis jietiolalis |iinnatnn trifoliolatie folioli.s linoaribus rigide coriaceis utriuque adpresse albo-sericeis terminali breviter potiolulato lalo-ralibuw majoro, floribus gnminis axillaribus, pedicollis calyce brevioribus, calycis tubo cam-panulato nericco dentibus cuspidatis baHi dol-toideis tubo longioribus, petalis pallide rebellis calyce duplo longioribus, vexilio obovato oxtu.s sericeo, alis angustis vexilio distincle brevioribus, geuitalibus petalis brevioribus, ovario lineari multiovulato.

Foliolum terminale 12—15 lin. longum, 1 liu. latum. Cah/x 1lin. longus. VcxiUum 3 lin. longum. Fructux ignotus.

Nalie verwandt mil Tcplrosia suhlriflora Hochst. (Kew-I5iill.)

59. (69). T ep h r o s i a a ti l h // 11 o i d e ,v Hochst. — 8ö-

luit (24. und 28. Febr.), öebel Hegwir (11. Miirz); arab.: ('hazdire, mehri: Taifïr, aucli Jj/iaflr.

60. (79). Tep h r o s i a d e c o r / i o a n «v Taub. n. sp. =

Hildebrandt iSoinal N0. 836.

61. (100). Tcphrosia p o // o n o h I i g m a lioiss.

*62. (31). / ij n lt;{ .v i n c n « / v E n d I., var. s o n y u i p e-dalix L. — arab.; Dvjr (überall angebaut).

Zygophyllacoae.

63. (85). /1/ lt;j op Ji y 11 u m alh u m L.

64. (112). Zy y o p h y l / u m d e c u m lgt; e n Del. — Hegwir

(II. Miirz); mehri: i\ar/a.

65. (3). h'agonia glut i n. o ,v a Del. — Wadi Raida

(3. Miirz), Wadi Bagrcu (24. Miirz); arab.: Hannl/ia.

66. (113« Fagonia a r a h i c a L. — Hegwir (11. Miirz); u. 135). mehri: Hctkl.

ocr page 318

Ver/.üicliniss

Rutaceae.

67. (77). Thamnoxinn Ilirschii Schweinf. (Kew-liulletin N0. 108, |). i51fi N0. 2112). Herbacea, perennis, glabra, in parlibus omnibus glanlt;iulis subimmer-ais copiDsis rutaceis llavo-viridibus praidita , l'oliis remoÜB sessiliburf lineanbus niarginibus revo-Intis iloribus laxe racemosis, pedicellis erecto-patentibus, calycis lobi.s ovaüs obtusis, polalis oblongis calyce 3—longioribus, stami-nibus petalis ajquilongis filamentis linearibus antheris parvis globosis, f'ructu coriaceo oblongo profunda bifido lobi.s apice rotuudaiis, seiuiiiibus globosis granulatis.

Kiscbiu (10. Miirz); mehri: Hdetil,

Foiia 4—9 Hu. longa. l'etala 1 liu. longa. Fruotus

3 liu. longus.

Die beiden üuerst bekauut gewordeueu Arlen siud in Texas uud Oaliforuien heiiuisch. Dr. 15al l'o ur faud eiue dritte iu Soeotora, uud wir habeu eiue vierte, noch uubescbriebeue, die Dr. Alher-stone sammelte '). Die arabische Pflanze iilmelt am moisten T. tcxana, Torrey (Kew-Bulletin N0. 108).

Burseraceae.

G8. (42). li o swell ia Cartcri Birdwood. — liocli|)la-tean (Aulquot;. Aug.); arab.: Mug ér.

69. (96). C o m m i /) h o ra a Ij y s n i n i c a (Berg). Eugl.

var.: Schvveiul'urtli («i vip li c ifo l i a). — Hegwir (11. Miirz); mehri: Uitfik.

70. (52). 6' o m m i p h a r a O p o h u I s a m u m (Ij.). Engl. —

Hegwir (11. Miirz); mehri: Tun dad.

3Ü2

Hierher vielleicht- auch (87) uud (23). Holier Bchlanker Haum mit grauer liinde. — Wadi Bagrou (24. Miirz).

l*. Asc.hürson.

1) Eino Art lindot kicIi in Deulscli-Südwest-Afrikii. —

ocr page 319

dor gesaininolton Pflanzen.

Euphorbiaceae.

71. (130). P h 1/ 11 a n t h u * sj). (unvullstiiiulig), — Hegwir

(11. Miirz); uKitiri: Nazdil,

72. (18). J a / r o p/i a oil los a (Forsk.) Müll. Arg-. —

Gebel Hegwir (11. Marz); meliri: Talmt. 7!i. (133/ Jatrop/ia spinosa Vahl. — Söl bei Schut 134). (23. Febr.) und Hegwir (11. Miirz); arab : JJimd (Subr), mehri: Schrol.

74. (G8). Ricinus communis L. — Sëiiut (27. Febr.);

meliri: Schujrlt Halll, d. i. Oelpflaune.

75. (7). E u p k o r l) i a o b l o n (j i c au l i s Baker (Kew-

Bullatin K0. 104 p. 185). — Hochplateau (Juli); arab.: 'Aahh ed-IJlb.

76. (5). E u p h o r Ij i a a d c n c u s i s Deiiers. — Hoch

plateau (Juli).

77. (119). KupUorbia 8 c h i vi p e r i l'resl. — Hegwir;

inciiri: Mi al.

78. (102). Eup hor h i a sp. afünis E, cuneatac Valil

et E. Sc kw c infur Ihii Balf. f.

79. (86). Euphorbia n. sp. (unvollstiindig), — Wadi

Howöre; arab.: Auwn.

Anacardiaceao.

*80. (76). Ana card i u m o c c l d e n I a l v L. — Au der Küste angepliauzt; arab.: iïidan,

81. (153). ilhutt fle.vicauli* Baker. (Kew-Bulletiu N0.

108, p. 316 N0. 214). Fruticosa, ramulia gracillimis teretibua deuse ])il()si8, foliis petio-latis digitatim trifoliolatis foliolis oblaneeolato-oblougis obtusis integris i)asi cuiieatis utrinque sordide viridibus dense pilosis, lloribus permi-nutis in panieulam aiuplaiu laxam terminalem ramis pubescentibus lioxuosis dispositis, pedi-cellis erecto-patentibus lloro longioribus, bracteis ovatis acutis parvis persistentibus, sejialis late ovatis, pelalis obiougis obtusis viridibus calyce

ocr page 320

Vorzoichniss

2—!5-]il() longiovibus, staminibus petalis brevio-ribiw.

Petioli !}—4 lin. long'i. Voiiola 6—8 lin. longa.

Petala Vi lin. longa. Fruclus ignotus.

Nalie verwandt rait der Indischon li. m// o r e n .v is, Heyne, and li. pa rvif I or a , Koxb. (Kew-15ull.).

Sapindaceae.

82. (93). J) o d o n a c a v i s c o ,« a L. — arab.: Zêru.

(8). S a p i ii (I a- * t r if o I i a l u x L. — Die Frttchte dieser indisohen i'tlau/.e, in Aden kiiuflicli, dienen zum Waachen hunton Zeuges. Vergl. u. a. A. Hraun in Bastian und Hartmann, ZeitBchrilï l'iir Elhnologie IX 1870. S. 30!).

Rhamnaceae.

Zi zyp h u x xp i n a C/ r i x l i (L.) W. — lm Innevn überall; aval). cOlh, audi Dom, dio Früclilo Dom. It lm hui ii.*- lenvodvftnis I5aker. (Kew-13ulletin N0. 108, p. 310 N0. 213). Fruticoria, glabra, ramulis albis teretibus spinis pungentibus pa-tulis cylindricis rectis basi dilalatis ail nodoa praidiüs, iiiliis faseimilalis obovatü-oblongis ob-tusis breviter potiolatis rigide coriaceis utrinque viridibus, lloril)Us rfolilariia pedunculatis, calycis campanulati lobis ovatis, petalis angustis viri-dibus c-alyce paulo longioribus, ovarii) globoso, stylo ovario mquilongo, i'ructu globoso cu8])idato. Hochplateau (Juli).

Folia 4—0 lin. longa. Sepala Vi lin. longa. Fruclus

2 lin. longus.

Nalie verwandt mil A'. olcuidcs, Linn. uud A'. (jraucu, Uoins. (Kew-lbill.).

Vitaceae

85. (120|175). r.'v.v.vM.v c up lop lt;• lala Freseu. — Wadi Uaida bei Söhut (3. Mtirz), Wadi Yidnul (7. Miirz); mehri: ilalk.

804

83. (24).

84. (84).

ocr page 321

dor nesummolten IMlaii/.on.

Tiliaceae.

80. (116). (' o r c h o r n s Anlichorns llaeusoliel. — Ufis Scliirvvcn (11. Miirz); mohri: Sctnli,

87. (104). Grcwia villosa Ileyne (Roth.).

Malvaceae.

88. (179). Ahul'i ion gr ave o lc nx Wight el Am. — Wadi

Bagrcn (24. Miirz): liimii: Knplo.

89. (05 u. A bul i I on f rul i co sum G. 1*. i{. — Wadi Sigóm

182). (24. Miirz).

90. (123). Si da »]». n. (imvollstündig). — Kischin.

91. (50). Svnra incana Gav. — Kiscliin (11. Miirz);

mehri: Alaf.

Sterculiaceae.

92. (51). Mrlkania i) r n h a m i 1{. Hr. — Ras Makalla

(Miirz).

93. (152). Melhanla velulina Forsk.

94. (170). Mtomheyu muihifn Baker. (Kew-Bullelin N0.

108, p. 315 N0. 211). Fruticosa, ramulis dense stellato-pubescentibus, i'üliis breviter peliolatis (iorilato-orbicnlaribus obtusis sinxiatis irrecularitor dentatis prope marginem rrispaiis facie leiuiiter dorso dense stellato-pubescentibus venis elevatis, cymis jduribus in paniculam brevem coarctatis rainis dense pubescentibns, bracteis ovatis pilosis, pedicellis 'floro longioribus, se]ialis ovatis dense pubescentibus, ])etalis obovatis coccineis calyce ])aulo longioribus, staminibus 15 tnbo lilamon-tarum bravissimo staminodiis lanceolatis jiela-loideis coccineis, stylo obsolelo.

Folla 3—4 poli. longo el lala. Catyx 3 lin. longns.

/'clala 4 lin. longa. (Hooker Ic. pl. ^4()0).

Hebr ausgezeicbnet dureb sebr kurze Stanbtaden-röbre; die Staminodien, welcbe an Farbe und Textur ganz den Bbimenbliiltern gleicben , und den kauni vorbandenen Qrill'el. (Kew-Bull.).

20

ocr page 322

Vci'zuichiiiss

Tamaricaceae.

95. (ï)'.))- Tamarix n.ll o li c a Ehrenb. — Kischin (10.

Mar/,); an der Kitste mul im Innorn; aral). : llld, mehri: Kidlr.

Loasaceae.

(,)(ï. (37). Klssen ia spal/i u lala 11. 13r. — Wadi Bagrt'ii (24. Miirz); arab.: Schabdd/i.

Thymelaeacoae.

1)7. (30). Arthrosolen s p/i aer o cc p h ylus Baker. (Kew-Bulletin N0. 93 p. 341).

Ly thraceae.

*98. (75). hawsonia incrmis L. — arab. I llcna, meliri: Hanön.

Plumbaginaceae.

99. (29). Stalice c j/1 i n d r if o I i a Forsk. — Küsie.

Oleaceae,

100. (27). Olea c hr y s o p h y II a Lam.

Salvadoraceae.

101. (40). Salvadora per si ca Qarcin. — lm Innern,

besonders bei Schibam; arab.: Ruk.

Apocynaceae.

102. (47). R hazy a sir iet a Done. — Sël bei Sëbut (28.

Febr.); arab.: Hèriucl, mebri: Adfir.

103. ( 12). A il f n i u m Bp. cf. A. a r n h * c u m Half. — Uog'WTr

(11. Miirz); mebri: Alirïl.

Asciepiadaceae.

104. (21«). (j l o s s o n c vi a Ho v én n n m Dciu1,.

105. (21//). (i l o s s o n c in a cdulc N. E. Brown (Kew-Bnll

N0. 104 p. 183)?

ocr page 323

dor gesaniinelton I'llanzen. lt;i()7

10(). (19). S t e i n h c i l i a r a d i u n. s (Forsk.) Dcne. — I looh plateau.

107. (lt;W). ^ quot; n a i ! a Fn r ,i l' amp; I / i Dcne.

108. (1)9). (Ui l o i r u p i .v p r o c e r a (Ait.). 11. Hr. —

Überall; arab.: Ondier.

109. (92.) ha cm/a c o r d a l n U. Br. — 'lias Schirwön

(II. Miirz); mehri: IrP.m.

lil). (28). ('(irallumu flava N. E. limwn (Kew-liul-letin N0. !)!i j). liJiT)), — Wadi liaida bei Schut.

111. (28«). CttruUumtt avnUica N. E. Brown (Kew-

Bulleüu N0. 108, p. 318 N0. 220). ('. tuher-cvldhf similis, lloriluis terininalibus umbellatis Ijedicellalis omnino glabris, sepalis ovatis acutis, corolla! tubo brevi campanulato lobis ovatis acutis levibus atro-purpureis, corona? exterioris lobis profunde bifidis segmentis lineari-iiliformi-bus obtusis erectis a])ice arcuatis quam columna staminum multo longioribus, coronie interioris lobis llnearibus obtusis dorso gibbosis super antberas incumbentibus et eis subajquantibus. Wadi liaida bei Schut.

Pcdicclli l'/a—2 lin. longi. Scpala 'A—Va lin. longa. Corolla luhm l'/a lin. longus, lobi 2 lin. longi, 1'/2 lin. lali. ('orante exteriorix lobi V4 lin. longi, segmentis '/2 lin. longis; interioris lobi '/4—Va lin. longi.

112. (16). ('arulluma sp. a ('.nuhulata (Forsk.) Dcne.

il i v e r s a.

llïi. (140). A x c I c p i a d (i c r a r u m gon. duhiuin.

Convolvulacoao.

114. (7.J). Ipomoca //Hol/a Forsk. — Kischin (10. Mitrz);

mehri: llad/idur.

115. ( lt)7). ( 0 u v o l v 11! h -v 11/* l ri.v Vahl. — Hegwir (11.

Miirz); mehri: Fkillun.

Borrasinaceae.

IK). (59). Hrfiol roplum dr e}) ano p/11/1/it m liakcr (Kew-

ocr page 324

Vorzoiclmiss

JJullotiii N0. 93 p. :WG). — HegwTr(il. Miirz); mehri: Snier.

117. (17, 9!), 1)7). IIelio t rnp i nm sp. (unvollsliindig).

118. (78). Ifc lio tr opium nndulatum Vahl. — Wadi

Yidnflt (10. Miirz); meliri: Hdljcr/.

119. (38). U cliolr opium /i t c r o c (i r p um Hochst. ol

Steud. — (23. Febr.); meliri: Uébr.

Labiatae.

120. (129). O ei mum basilicum L. — In Aden kiiuflich;

arab.: Sclógor, mehri: Hihag für Hdbaq.

121. (57). Ocimv.m ennnm Sims? — Wadi Raide bei

Schut (27. Febr.); arab.: /xlhdn, ildbaq, Dham-ran', mebri: hhomrdni.

122. (128). Col run sp. — arab.: A'/fna, (Dieser Name be-

dentet eigentlicb Mc nil a pip evil a L.). 12» 5. (157). Mi cromeria up. all. ,)/. (jraccac (L.) ]]enlli.

124. (3). Labial, vel. Verbenac. spec. — Ras Sebirwm

(11. Miirz); mehri: Nunlw.

Solanaceao.

125. (142). üolanum coagulant Forsk. — Söluit (23.

Febr.) und Kischin (10. Miirz); arab.: Hiiqum, mehri: Hcdgèl.

120. (58). Sola tium dubium Fres. — Wadi Bagrên (24. M iirz); arab.: Qidub.

127. (48). Willi a ui a somnif era (li.) Dunal). — Wadi

Yidnüt (10. Miirz).

128. (56). Datura fasluosa L. — üm Makalla (21.

Miirz); arab.: Genegcna.

129. (83). Lyeium ara hieuw Sehvveinfurlb. — IlegwTr

(11. Miirz); mehri: Schirbh.

*130. (181). i\ icoliana Tabacum Ij. — Makalla; arab.: 11 art.

Scrophulariaceae.

131. (177). Verbaseum sp.

132. (64). Se Iwcinf ui l h ia plerbsperma (A. Hich.)

A. 15r. — Wadi Bag ren (24. Miirz).

ocr page 325

ilor gosamiiiolten l'flan/.on.

// i n d cnh er (j i u sin ai ca lioiith. — ilocli|)lii-teau (Juli).

H er posies Monnieria (Ij.). 11. 15. Kunth. —

Wadi Bagrcn (24. Miirz); arab.: ^ Ann at. A nt ich ar ix giandu Iosa (Ehrenb.). Ascliers. — Wadi Raide; arab.: Ilalèke, — Zu Makalla im Bazar kaullich; die Weibur beuulzen die 1'flaiizu wie Öeit'e zum Waschen.

Acanthaceae.

lUO. (104). Rnellia sp. nov. aff. palulac.

1157. (160). Hurler ia candida Nees.

138. (131). heucobarleria Itobecchii Lindau n. sp. —

(Ann. del R. Isl. Bot. Horna VI. p. 78) ~ öomal-Land lloliecchi.

139. (91)). Anisoles Iriscxilus Nees.

140. (165). Unvollstiimlig.

Rubiaceae.

141. (122). l'avclla longif lor a Valil. — Kas Schinveu (11. Miirz); mehri: ('harflsch.

Cucurbitaceae.

M u m o r d i c a Ji a l s a m i n a L. — Wadi Siqém

bei Makalla (29. Miirz); arab.: Guwür.

P h i a lo carp u » (Co r allo car p u «) gl o m e r u l i-florus (Sebwf.) Deflers Buil. 8oc. bot. Fr. XL11 PI. 2.

C u c u m i .v p u s t u I a I u s Hook. 1'. var. — 8ëhut (24. Febr.), Kiscbiu (7. u. 11 Miirz); arab.: Ilddig, mehri: UadgU, — Andere Species mehri: lladgëi.

Composita e.

145. (6). V e r n o n i a a l r i p l i c i j' u l i n Jaub et iSpach.

146. (107). P si dia ar ah i ca Jaub. et Spach.

147. (178). Conyza acggpliaca (L.) Ait. — Arab.:

Mesehmu a, Wohlrieebend , in Aden küullich.

133. (101/

102).

134. (60).

135. (70).

142. (62).

143. (15).

144. (34).

ocr page 326

Verzoicliniss

148. (8ü). i'tuii/zn rylimh'irti linker. (Kew-Bulletin N0.

108, p. 317 N0. 217). Suffruticosa, tenuiter albo-incana, ramulis lignoHis teretibus pallidis, foliis sessilibus simplicibns crassis subcylindricis facie canaliculaüs, eapitulis paucis laxe corym-bosis longe paduiiculatis, involucri campanulati bracteis multiseriatis adpressis rigidis pallidis interioribus linearibus exterioribus senf-im bre-vioribus, achicniis pubescentibus, pappo seloso albo ilexili corollaj tubo fcquilongo.

lias Sclurwcn (11. Miirz); mebri: TassefU.

Folia Va—1 Va poll. longa, Va liu. diam. luvolu-cruvi 2 lin. longum. Pappun IVa liu. longus. 14'J. (54). ('uni/za .sp. afl'. (, py r r h op n pp a c Scliultz liip.

Wadi Raida büi Siihut (2. Miirz); arab.: Ifm.

150. (55). Cunyxn stenodontn Uaker (Kew-Bulletin N0.

108, p. 316 N0. 21ö). Suffruticosa, ramulis lignosis bruuneis obscure puboscentibus, foliis crebris sessilibus, oblanceolatis aeutis pinnalifidis segmentis paucis remotis linearibus margine leviter recurvatis, eapitulis multis laxe corym-boso-panieulatis, pedunculis brevibus vel elon-gatis, involucri campanulati bracteis multiseriatis rigidis pallidis adpressis, interioribus linearibus exterioribus sensim brevioribus, acbiBniis cylin-dricis, pappo albo lloxili corolla) tubo jequilongo. Scl bei Söhut (3. Miirz); arab. Hatëke,

Folia (12—15 lin. longa, segmentis 1 lin. latis. /molmrum 2—2Va lin. longum. l'appus 1 Va lin. longas.

Verwandl mit (\ slricta, Willd. (Kew-Bull.),

151. (117). Uclichr y sum n. sp. afl'. //. b r achyr r kizo

Harv.

152. (45, 183). I phi one scahra I). G. — Sö] hei Si'but

(23. Febr.), Wadi Raida (3. Miirz); mebri: TezfU.

153. (14). Grnntin scnwionoideir Baker (Kew-Bulletin

M0. 108, p. 317 N0. 218). Herbacea, perennis.

ocr page 327

doi' gesatniiiclton I'Hunzen.

caulibuK pilis mollibuB brevibus paüili» dense vestiüs, folÜH alternis petiolatLs lyrato-oblongis bipiiinatifidis lobo centrali oblanceolatolateralibus [laucis remotis superioribun |iiiiiiiitili(lis segmentiu linearibiiH inferioribus sensim minoribus, capitulis multifloris discoideis ad apices ramulorum soli-lariis involucri campanulalei bracteis biseriaü» exterioribus i'oliaceis integi'is linearibus interio-ribus brevioribus lanceolatis scariosis pallidis pubescentibus, achfeniis pubescentibus, pappo Inseriale exteriore brevi paleaceo interiore seloKO albido curolltu lubu (equilongo.

Folia inf'eriora (cuin petiolo) 3—4 poll. longa, segmenÜB 1 lin. latis. Involucrum G liu. longum. Pappus 13 lin. longus.

Aluielt in den Kopfchen und deren lliille der 6'. dixcuidva Bunge, unterscheidet sich aber von derselben ilurcli doppelfiederspaltige Blatter. (Kew-Bull.).

154 (35). II i me hi n Baker (Compositarum-Inuloidearum genus novum), ('apilula bomogama, multiflora, discoidea, floribus omnibus berniapbroditis. In-volucmm duplex, bracteis exterioribus I'oliaceis profunda pinnatifidis, interioribus 2—S-serialis cbai'taceis lanceolatis a'quilongis. Ituceplaadum eonvexum. ('oro/la subcylindrica, lobis f) ffiqua-libus erectis ovatis cuspidatis. Anthem basi caudataj. Stjlm plano ovulutus ignotus. Pappus sotosus, sells fragilibiis valde iiuequalibus, exterioribus brevioribus. Hcrha perennis, ramulis albo-incanis, f(diis alternis petiolatis bipinnati-iidis segmentis, capitulis ad apices ramorum solitariis. Einzige Art :

ff. nniluaniili/tiliii Baker. — (Kew-Bulletin N0. 108, p. 1517 N0. 219).

Folia cum petiolo 1 — l'A poll. longa, segmentis Va lin. latis. Involucrum 7—8 lin. longum. Pappus 3 lin. longvis.

ai i

ocr page 328

Viii'zoiclmiss dei' gesamnielten Pflanzon.

Diose neue Gattung steht (Iranlia am nachsten, von der sie sich (lurch ilire homogamen, nicht strahlenden lilütheu, /weireihige Hülle mit geiieilerten laubigen Ausseubliittcheu, und dio Abwesenheit einer spreuartigen Aussenreihe am Pappus unterscheidet. Ju der Trachl illinclt sie tier Algerischeu (iranlia {l'erralderia corouojti-folia Beuth. et llook lil.)am meisteu. (Kew-Buil.j.

155. (155). l'ulioaria crispa (Forsk.) Beuth. et Hook.

156. (13). Senecio odorws Forsk.

157. (tiü). Senecio klcinioides Oliv. et Hieru.? (unvoll-

stiiudig). — Garat Makalla (22. Marz).

158. (82). Centaurea sp. cf. C, pallescennY)^. — Qebel

Hegwir (11. Miirz); mehri: EdirÜ,

löü. (33). Launea npinotsa (Forsk.) Schultz Bip. (Zol-likoferia sp. Buiss.).

U n b e sti m m ba r.

160. (81). Wadi lïaide bei Söliut.

101. (12(5). Gebel Hegwir.

1G2. (127). Kischiu.

1(53. (134). Gebel Hegwir.

1(54. (138). Sühut.

1G5. (148).

166. (173).

167. (180).

ocr page 329

:)i:i

U E Q I S T E11.

Die g'ewöhnlidien Zahlen weisen aui' die Seilen des lluches, die mil dein Zusatz „N0'' vertellenen aut' die Heilienl'olge im angeliiingten „Verzeichniss der ge.sammelteu 1'flaiizen.quot;

A.

cAadiye 158.

(aditische Bauten) = liau-werke. angolMicli der Zeit des Aad entstarnmend, d. h. aus alter Vorzoit -16:!, 191.

Abdallah bin Ahmed el iiiim-yari 12.

--Ambarik (Mubarik) el

Ka'aiti, Xeqïb von Uadjarên 110. 101.

--bin cAmr bi,, Audh el

Ka'aiti 1.').

--Ghanb, Wadi 270.

Abdul C/liiili(| bi,, Aliini.s, llakim von Makalla 84 u. a. ü.

cAbid Garl ub , Wadi 'J,quot;).'!.

Abida 'iiK).

'Abri, Schiffsgattung 81.

Alm ^ Vater (wortlicb); gleich-bedeutend mit Ras, Scliëcb, Aei-tester 22.

Abflt, Wadi 127.

--bin Salim, Scborg 220.

Aden 1,

Adfir s. llórmel,

cA(Jhba, Mimosenart 28r).

Adib, Oi'lscliatt und Wadi 170. 177. Adim, Wadi 225. 220. u.

a. O. 238. 247. u. folg. 207. Adjlaniye 181.

Ailjiiza = alte F ran.

cAirir, Faniilien-Nanie des Sultans

von Giscbin 71.

cAga 45. 77. 94. 287.

cAgab, lias 59, 09.

Agad 19:(.

Agad = Scborg 220 Anin. Ahmed Awar, Wadi 208.

--bin Bedr el Kalbiri 12.

--bin Médjhein el Ke-

sadi 43.

--bin Mohammed el narn-

yari 12.

Aid = .sardinenartiger l'iscb 24.

40. 85.

'Aidid, Wadi 220. 229.

cAin, Wadi el 140. 105. 175. 170 u. folg.

--Wadi el (Figra-Gebirge) 271.

272.

Ainiil, 208.

cAiti 47.

cAiwedj, Scba b 253.


ocr page 330

Kluister

314

Al Abil el Hiiki, Reduinon-stnmin '2'22.

— Alau ol Kntljii'i

Aim , Boduinonstamm 20G. Ha Hadi, Stamm 'i5'2. Ba ^ in (Bairi?), Uoduinon-stanim '217. 219.

Ohamis, Boduinonstaintn '222.

— Djabir bin 'Amir, Beduinon-s tam in '2'/i2. 250.

— Djn'fei' el Kaïhïri 239.

— ÜJilil ol Kaïhiri 239.

— Mél i bin Amir cl IJjabiri. Boduinenstamm 241.

Ali , Sclia'b '253.

--j Sclia'b 257.

--bin Nn^i bin liorck 13.

'Aliye , Sa^ot el 257,

Alüla 88. 25(1.

Amama = Turban 55. 71. u.a.O. Amböcha, s. Nuböcha.

Ambra 88.

cAiih1 , Wadi 178. 182. 193. Ainiiïr = N0 39.

cAmir rAli(l el Wehab ol Gha-aani 12.

'Auiiri, lioduinonstanim '210. 222. cAmm = viiterlichor Olioim 30. 'Aiiir bin Audh ol Ka'aiti '22.

--i)in Selah, Neqib von

Mukalla 13. 14.

Amiidi, Stamm irn Wadi Döan 154 u. folg.

--, Schocli Sa'ïd bin 'Isa ol 157.

Augöa, Wadi 201.

Angora, Wadi 250.

Anln, Biliid ol 191.

Aqaba = Aufstieg, Abstiog, tio-birgspass 03 Anm., 74. u. a. O.

Aqaba, Sclia'b ol 244.

Aqabere, Boduinenst amni 85.

--, Gibal

c Ara fa, -id el 112.

cAram, Cobel 133.

Anjb, ol 154.

cAr(]h , Wadi 207.

Ardli Abilillali 218.

— — Bil Zöd baqq es-Sódbo 178.

--er-Raide 248.

Arég, Wadi '250.

Arl'eris N0 9.

cAi,isclie llütto ans l'alnizwoi-

gon und Matton '20. 29.

Arke, Wadi 208.

'Arinat N0 134. .

cArscb, Uebel 141.

Arsiine, Biliid 153.

'Arsime, Wadi 158.

'Arum, Wadi 105.

'ArCujh el Wadi 221.

cAsai', Scha'b 209.

'Ascbriq Nquot; 50.

AshSbi, Wadi 201.

cAsida 4.

'Asr-Gebet = Naclmiittags-Gebot. As wad , Silga 253.

cA1ab, Ras 58. 09.

--s. étheb 11H.

Atal' N0 91.

cAtra 152, Anm.

ALlii'ub 119.

Aünt N0 103,

Aubibani, Itcduinenstamni 257. cAudb bin cAmr ol Ka'aiti

13. 32.

Auwa 131. Nquot; 79,

A war, Wadi 268. 209.


ocr page 331

Itefristur

Award , W.kIj '28.-),

A/,yiil) -- Siidwitid !)8 Atuu,. 'il.

B.

ISii Alxlulluli, liiiiul ü'2'2. '22:i.

— Bakr, Cobol '210.

- Chenösch , Meschuicli '2(14.

— Dj om bog, Gebol 115. 12'2. 284.

— Pad lil, Schocli Alxlallah 189. 195.

— Gohun , auch MaAgbuii, Wadi 204. 205.

— burre, Ueduinenstaiam 141.

— 'llia lel), Beduinonstairnn 204.

— I'liil leb , Scha b 205.

— VVozir, angesobeno Scliöch-Fainilio 170.

üa Mannshinge, Faden 109. 228.

Bab el Haig, Hihid 204.

iiaoliilscli Wadi 255.

iJachile, 229. '230.

Hadija s, liudhii 154.

limJhi i Wadi 204.

Bégascliwa , aucli liar^ascbwa,

Ras 40. 81.

Bagortlll, Wadi 101. 117.

Bag'la , Scbillsgattanfj 90. Bagren, lt;)7. 99. 100. 117. Bah Ze], Holod '240.

Bahri das siidliclio '252. Bal iliyan , Wadi 124.

Balliiil', Ras 4.

Bauulas, Boduii)enstaniiii 158. Bami (Abol moscluis esculentes) 24. 43.

Banehar, Boduinenstainm 159. Baiulira --= Klaggo 91.

Biiqara, sa^üt ol 253.

Ban'ga, lingel 204,

Basem, Bilad 154. —— , Boduinenstanun 154.

Basra 25. 289.

Basra 122. 285.

BiUine 183.

BaUieh (liartich, Bóllicli), (iebel

140. 142. 143.

Bdelit N0 07.

Bedi, ol, llügol 240.

Bedr , Beduinenstamni 100. '24'2. i5edr bin 'hiwerik cl Kaïliïii

11. 215.

Béd ra 178.

Begba, Wadi 259.

Begbal bin Sacb 259.

Behilra, 199. 209. 210.

Béled (auch Bilad) — Laadstadt,

Binnonstadl '20.

Btdhimar, Ueduinonstamia 15!). Bendei' = Soostadt, llalcnstadl '20. Beni Tbfibit 203.

Be rag'i Gobol '281.

Beraga ('.ips 281.

Beragat-, Gobol 101. 117.118.—,

Wadi 118.

Berëk, liabcre Dynastiovoa Schehr

13. 205.

Beivke 244.

Bérra , kriogorisi hei' Tan/. 114. Berüm ll. 14. 85. 289. lias —

88. 90. 108.

Belui N'0 00.

Bet Ali, Stanini 25. dessen Un-torstilnnne 20.

— Yishal 5o.

— /iiyad s. /uwëdi.

Beübir, Wadi 225.


ocr page 332

Uegistor.

Hldau (Anacai'diu occidontule L.)

'27. 95. N0 80.

Billul s. Bélod,

--, Wadi ol 178.

llilghóth , IIdsn 228.

Bin Abudfin, Beduinonstaraiu 240.

—— Ali, Wadi 202. 206. 209.

238. 239. 240. u. a. O. — DJéhed, Scha'b 253.

--Scf el Kaihlri 239.

—— Selman, Wadi 221.

--Séued el Kathiri 240.

Bir cAli 4.

--Ba Yiichele, Bilad285.

--Berhilt 42. 01. 208,

--el l.ladbe, Biir,d 285.

--esch-Schöcli -182.

--Selah 120.

Blrde, Wadi 200.

Birke s. Gabiye 220. 221.

Bobab, Bin 158.

liuösch s. Buëscli.

Bor 25. 218.

Budha 154.

Buüsch 121. 285.

Bllgescli = (ield im Allgeraoinen 25.

Bugscdian , Kijrunnanio 25.

Bugrichcsch, llüsn 259.

Biima, oin Guminiharz 88.

Bund = Kai 84.

]5i'iqum, niobri: lledgut N0 125.

Buri N0 130.

Busker, Gobel 210.

C.

Ohiil)erak, Wadl 259.

Chadimin — pl. vun Cliadim — - Diener, Untergebono; untur-geordnoto Kaste, s. Sibyïin.

Chalif el cAul 284.

Chahf es-Shöl 258.

Chalifet-el Hediye 201. Clidmca, Bediiinenstainiii 154. Cliamör, Wadi 258.

Chfuuire, ol 249.

Chamur 193.

Chainrm, Bilad 243. 244. Chamiïset Al Sacul, Wadi 243.

---ed-Doaui 243.

Cbaniq, Wadi 201

--Beni Didu , Wadi 261.

202.

Cliareeher, Scha'b 105.

Cbarftscb N0 141.

Charif lierbst; Krnte, Frucbt

112. 289.

Chaschfimir 193.

Chaschwön, Ba, Beduinenstanitn 154.

Chazdire, mebri: Tail'ir, audi

Dhafir X° 59.

Ciieilón, Wadi 262.

Ciléle, Wadi 227. 230. Oiienabschi, Beduinenstanun 154. CbcBBin 70.

Cilibbe, tiebel (Qatn) 188. 189.

--Gobel (Scbibiim) 194. 199.

238. 239.

Ciiirbe 102.

--, Wadi 104.

Chléo, Wadi 241.

Gbumaile, Wadi 260.

Chordi, Siiga 254.

Ciiorcbe 152. 154.

Chüba, Waili 104. 100. Chubayo, Wadi 220.


ocr page 333

Ile^istor.

:il7

Cliudiir sin^.: Cliiilr = l,u|i|icn-zolto.

CliumsTye pi, Chomüsi = imli-

scher liosii.

Churd 30.

D.

l)al)ril , Gobol 125.

paf N0 35.

I,)aliir 80.

Dagill iAA.

IJiihaka, cl- 230.

I,)altir, liilrid 242.

I.Jarb = Soiton-Instrunient 32.

Darfait (DurfSt) 48.

Daule (Diilo) = lloiTsclior, lio-

giernng 20 n. a. O.

Opbdel), (lolml 4. 27.

Detcga 27. 2S.

Defcga, 'Owudja 258. 250, Deloget cl Mosch;iicli 258. Delifimo, Wadi 225.

Dellal = Mak Ier 212. 228.

I.)éra 2()(')

Dórdja, Rns (i!l.

Derk , Sclia'b od- 272.

Dertlür Bi'auch 70.

Dliabbin = IJbiilili (Mimosa nn-

^nis cati) 140. 15S. 250. Pliabüi 70.

Dlialiir 154.

])haclf 53, 100.

Dliakr, mobri Znkr 7(i.

Pliamtr 202.

Pliamran, inubri: l)luiinran]N0121, Phalir s. Cbnziiire.

Plioinrani s. IJhainran.

l_)i Sebiih 210,

i ed- 250.

--, Sclia'b cd- 253.

Did N0 20.

IMgT, uiicli Diiyur (Vi^nusinensis

var. sosquipodnlis) 43, Nquot; 62. Dikdak '20. 110. 285.

Dik'ik no r.o.

Dilaben, Wadi 204.

pillan , SiiRet od- 253.

Diuia = Subiv (Jatropha spinoBa)

03. N0 73.

Diraah 224.

Dina, Wadi 242. 243. 210.

Dinabi, Sclia'b 178.

Dingal IVn- nadingün (Solannni

molungona) 24. 43.

Dinic 278.

Dis N0 140.

--cl Wasit, Wadi 100.

Dlsbe, Ras 207.

---, Wadi 207.

Dist, Wadi 257.

Diwan 278.

Diyar , pi. v. n.ïr, Haas 203. DJa aifere, Uoduinoastamin 110.

155. 150. 150.

Dja'aima, Belod 109. 200. 202.

230. —. Gebol 203. —, Wadi 200. Djabir, liüsn 270.

Djabiri , lioduincnstaimn 208, 237.

ii. a. O. 244.

Djamic Moscbeo, in der dus

Froitagsgobet verriebtet wird. DjcViimole, dcbcl 270.

Djeba, lin, ncdiiincnstamm 154. DJébra, Wadi 220.

—— , liclod (Wadi bin Mi) 242. DJedilquot;, Wadi 217.

Djebail Murab, Wadi 254,


ocr page 334

Ile^ister

Djolu'l, Borg '2'2(i.

Ujoin llilai' Titel dor llorrsclior aus ik-in ('icschloclit iler Kn'aiti 5. l:i. 14 n.a. O.

Djemale, Wadi 177.

Djémha, llainiimi-Stainm Djewabiyat 119.

1 )jewubiyal,, Wadi '2S:i.

Djezór, Sclia'li 25:1.

Djézme '2i0. 215. 21(1.

DJiil (üid), Wadi 209. 27». Djidnfit, Wadi 77. 79.

Djifil , (leliel 239.

Djobe , Wadi 127.

DJ oh hl, nediiinonstaiiini 258. 259, 200. 201.

Dj(il 59 Amn. 145. 147 u. folg. 242. 244. u. a. O.

--, Scha'h ei 272.

--od-Doan, Bilad 280.

--I l:ird (I Ui rad) 257.

--Qatöfe 240,

Djolcn , Wadi 205.

Djuïlre , Wadi 204, 2G5. —, Bolod 204,

Duail, Wadi 144. 145, 152 ii, l'nlfi,,

105 u. l'olg.

PÓba, Gebel 4. 83. '281.

Dofa, Bilad 151.

Dole s. Daulo.

I Jol tl ma , Wadi 242,

Ddin, dio Fnichte dos 'Olli 05

ii. An in, N0 83.

Duchii (llolcus Doclina Forsk,) 219, Dukn el (lérn 249.

--cz-Zalino 249,

Dnraa, Wadi 281,

Dnru 279.

Di'iyur s. Itifrr.

E.

Eclin , Wadi 201 u. lolff,

Edirit N0 158.

Edme, Gobel 141,

J-jlikili 52.

Klbln Soiled el Kalhiri 239. Elqat, mohri : Klqam N0 30,

Erblt N0 3.

Érget Atiilb, yclia'h 245.

Erka 88.

Erké, Gobel 178. 179.

Ernadi, llüsn 227. 229. Erschenit 124.

I'd li eb, inoliri ■ llathïb (Ficus sali-cifolia) 04. u, a. O, N0 10.

F.

Fadeh s. Fódih.

Fadile = Abnosen 30,

Fagad, Wadi 284 Fail, Wadi 151.

Flirt,ak , Ras 09. 75.

Fedj lür Wadi 40,

Felik, Gobel 283.

--(Flik), Wadi, grosses mul

kleines 284.

Feluka, llüsn 220.

Ferasche, Sclia'h 245,

Ferd, ol 184. 188. Figra-Uebirgo 238. 20)0. 209 u, folg.

Fiw s. u.i,

Fiyör 233.

Fkilllw N0 115.

Fódih , Geliel 177. —, Wadi 178.

F)') dbon, oberlialb 42.

Furd, s, Ferd.


ocr page 335

Ilo^islur.

Furdim = /olllmus !}().

Fur dj a '279.

Fuwa 11. H,quot;). 102. 104. 100. Fuwoschele A'.l

G.

G;i Al Auilli , licdninonstnitirn 259.

Qfiaf 'fablb 240.

Oabdén, Gobol 1(gt;S, 170.177.—,

liclccl 176.

Giibiye Wasserreservoir, künst-

liclior Toicii 29 u. a. O.

Qadub= Lnzorno (Modicago saliva)

00. N0 53.

Gaidün 155. 157. —, Wadi 156. Gara 89 Anm.

Gara, Doled 201.

Gara Bi'da :i7.

Garada (Garod) Acacia arabica?

144. 265.

Gare , Wadi ol 224.

Garen el Hóle, 204.

Griret el Abraar 281.

--el Asfer 272.

--Istérr, Wadi 270.

--ol Makalla 89. 9(t. 94. 90.

287. 290.

--ol Muchbiye 281.

--es-Senabidj 224.

Gannir N0 21.

Garmüa, 15iii (Garamsa), licdm-

nenstamm 224.

Garn 1.'!4 Anm.

GCisab Durrastroli 150. 26!). Gatfa, Scba'b ol 209.

--, Wadi 254.

Gatlfif, Wadi 130.

Gébel, pl. Gibal = Horg, Gobirgo.

Ge bib , Wadi 253.

Gefle, Scha'b ol 270.

Gem rut, Wadi 242. 243. 245.

Genogena K0 128.

Gorfm , Gobol 125.

Gcreh, Wadi 243.

Geréiz el Asfer, Wadi 270. 271.

Géren 154.

--(boi Saiiui) 217.

Gerön, ol 233.

Gergir, Wadi 283.

Gerif Geréd , vVadi 205.

Geril' os-Sölek , Wadi 204. Gerusa, Wadi 247.

Gerrön, el 154.

Getliém, Boduinonstainm 154. Gewot el Gbedér, Scha'b 245. Gliabr, Wadi 165. 100. 107. Gliabra, Gobol 124. 125. Gliaburi, Wadi 70.

Gbadlr = Wassortiinipel 77. Gliafe 120.

Gbafk 124.

Gbaibnu, Wadi 103. 172. 243. Gbaida 75. 70.

Gbail, Gobol 137. 140.

--(bei Tariba) 220.

---Ba Wezlr 97. 122.

123, 251. 273. 277 u. folg. 284.

--TIalka 138. —, Gebirgo

Von 141.

--c()inar 24(5. Ml. 248.

Gbiilib bin Mabsin ol Ka-ihiri 13.

--bin Mabsin bin Ahmod

bin Hedr ol Kaïhiri 12.

Gballla, Wadi !)5.


ocr page 336

Uü^istoi'.

öhi'imra jt;.

(jHianunu, liolcd 181.

Ghaufma (hoi Tariba) 'i'20. '2'il. Qlnir Djchaum '251).

--Lalimer 9r).

--Lahruer, Gobol -177.

Ölian'if 224.

Gharb, oin Lederboutel zum Was-

sorscliöpl'en 74.

Glliargcn , Itatiidlja min 2rgt;7. (^liai'g't'ii , Scha'b 2rgt;(,gt;. 257. (jhasiin , lieni 12.

Glial li ine , Wadi 171.

Gliorch, liilfid 241.

(ihubcra , Wadi 221.

Ghübr 47.

Ghilli) Aussiclitstlmi'in 42 u.

Anm.

Gln'ilfuq 43.

Ghumb, Scha b 2()().

Gliurfa 2.quot;). 210.

Ghurfl. ö.scb-Schi'iti ri 22(1. ÜInnvH li , Wadi 2(50.

Gliu/.z , Gobol. Wadi 254. Gibbon, Gobel 77, 70.

Gid s. Djid.

Giilfire 150. 105. 174.

Gidliai, Stamm 79.

Gild , Siifrot cl 257.

Giljj;il = Sesam.

Girb es-Sóyyid, Wadi 275. Ginscb . Mavia-Thoi'osia-Tbalor

(audi Ileal) 24. 205.

Gii'wid 134. 130.

Giscllin , rnoliri: Kaschen 50. 51. 53. 02. 09.

Gl)l . S. I)j()l.

Guros , ein llohlmass 72 u. Anm.

Gorr, Scha'b ol 209.

Gös, ol, iieled 211.

Gowdre, cl 154.

Gulule, Gobol 141.

Gutnr 144.

Gnnca , Kilad 281.

Qunfic, Gebcl 287.

Guit, Scha'b 270.

Gusain ti'Dckono l'almzwoigc 10.

Gilssa, Scha'b el 205.

Guwar N° 142.

Gu/ili 105.

H.

I [abaq N0 121.

Habiïrsi, liodiiinonstamm 220. Ilabawa Hewiisscrungsteich 22. Uiibeg N0 118.

ilabéi Uijban, Wadi 255. Ijabescbi 53.

Ilablb - Séyyid 214 Anm. Habili = das nntoro 252.

i.labl, Wadi cl 243.

I lab8cln, Scha'b 218.

Habnb : Wind 38 Anm. Hadbe, llusim 202.

--, Wadi 120. 285.

Iladdo , Garot 255.

Haddi 201. —, Wadi 202.

I ladljiini' N0 114.

liadgcl s. Hadig.

lladig, mehri: llailgül Nquot; 144.

Ijadj bil (Jabrcn 140.

l.ladjarcn , Gcbirgo von, 158.

--, Sladt 100 n. I'olg.

Ifadjili Plateanhügol 1 -l5. Anni. Hadra 234.


ocr page 337

slor. {{21

Ijlird (Marad), Wadi 257.

Hilrdje, Wadi 209.

1.1 ad' das 2-ana-Stiitk 24. Hnriscli, Scblango 140.

Harriye , Wadi 239. 243. Harsehiat 07. 119. 284. 285.280. Hasan , Beni, Beduinonstaram 85,

I I as ra, Wadi 147.

! Haswöl, mebri: llasweil 70. Ijatataba, Boduinonstamm 222. Hati-ke N0 135.

!--N0 150.

Ilalbib s. Kthob,

II all lib , Bin, Boduinonstamm 222. Hauwa 119. 285.

Hauwaq, Gobel 141.

^ Ilauwir 03.

Hauwir 217.

j ilawi 228.

Hawlr (Indigoiora argontea) 199.

221. 259; mehri: llomir N0 50. Ila/.im 199. 209. 239.

Ilazlr 220.

Ija/.iye , Borg, OKsclial't 188. 191. 235.

: Hebauel, Wadi 255.

1 Hebduub, Wadi 275.

: Hebr No 119.

Hedget s. Biiqum.

lledyi'b el Miuiéddom 202. liégga , Gebol 134. 135,140.141.

— , Wadi 135.

llegwlr, Gobol 78.

lleimór, Garn 141.

Heuitaut N0 23.

Ilona, mebri: llamm N0 98. Ilonayir, Wadi 242,

llenid. Wadi 221. 222.

21

Uogi

l ladrauiat, Goograpliisches , Ilis-torisclios und Etymologisclies 0—14. 180.

lladuu , Sóyyid-Familio in Mósch-

licil Ali idH. 170.

I j ad Wiin N0 '28.

I.lïiffa = Vorstadt 30.

llali, Sclm'li,Wadi, Sclionlj 150.151 IIaid (ihid) Gusiiu 225.

Haid Issöra, Gobel \\\.

llaid bin Maimun ol Muneissiir,

I?erg 105. 1C0. 1C.7.

Haida Nu'lma Gehel 121.

Haigy odor Mil llaig 115.

Jla:iq , Sclia'b el 270.

Jlakablt N0 24.

Hakim (auch llakim), Ba, Bodui-

nenstamm 154.

I.lalba = Trigonella loonumgrao-

cum 43.

Ilalfa, Gobel 136. 137.

llaltun , Wadi 272.

Halk N° 85.

Hal ka , liiiiii, liediiinonstmnm 110.

145. 159.

Ilahva = Zuckorwerk 31. Ilamdaiii-Stiiiiinio 11.

Haimllia N0 05.

Ilami 11. 37, 38. 82.

l lamir und llamyar l'iir llirnyai' 12. Hamisch, Ba, Beduinonslainni 154. Hainudba, Wadi 154.

llamumi, Boduinonstainiu ti. 14.

25. 245. ti. a. Ü. 273.

llaiudra s. 203. Anm.

Ilitnen 12. 181.

Ilauid 185.

Ham in s. Ilena.

ilarcbaii' N0 44.

ocr page 338

Ilogistor.

Hérmo, Gebol '24'2. '241$. Hérmal, moliri: Adfir N0 1()'2. Ijerre 100.

lleriit, uuch Hörüt s. Smur.

Ileséisi, Ak\v;it tuin 1S!I.

Llusüsa, Gebol VM. 135.

Ilowüla -- Croditbrief li.

Kibiig s, Schógor.

Ilibir, Wadi, Oi'tselial't •158.

Hidebet \1 Thiiliit, Boled '242.

llidjbe 240.

ïïiinar, Siigel el 25.!.

llimine, Wadi 270. 271.

Uimyüren 43.

Hlneu s. Hanon.

Ilisur 122.

Jlissór X0 55.

llóbiye (Ilaubjo), Wadi 259. 201. HoJÓre, Wadi 281. 282.

Hodjfir 280.

Hodüu 154.

lüiiner (Tamarindns indica) 27. 95:

mehri: Saburd N0 49.

Homlr s. iiawir.

ijóra 100. 179. 182. 183.

--, Wadi 178. 180.

Ilota = Wohnsitze der Séy3'ids 104 Anin.

--, el (lm Qatn) 184. 188. 191.

234.

--Sultana Zubwliye 218.

Ilótai Abmed Nasir 189.

--Ahmed bin Zën, üilad

290.

Hóle li , Kin. Hodninenstamm 257. ilowcre, Gebol 133.

--, Wadi 124. 125. 130 u. folg.

209 u. folg. —, Aqaba (Anfstieg znm Ursprungsort dos Wadi's) 143. 147.

ijudi'ul, Gobel 275. 270.

----Wadi 270.

I.lumr, Gobel 200. 209.

I.Inmr, Wadi 200. 207.

Huri 83.

IIusein bin Abdallah ol Ka'aiti,

Djoia'adiir 14 u. a. O., 185. llnsfMi cAmr, Wadi 200.

I.lüsn, pi, Husün = Citaiiello,

Schloss, Festung 5. n. a. O. I.lusim el Frengi odor ol Kafir 12. 40. 02.

I.

Ibn cAmm = Vottor.

Idiin , Scba'b 200.

cIdén , Wadi 257. 258.

Ilbih , Wadi 158.

Ilübba , Wadi 250.

Insëre, Wadi 158.

Irém N0 109.

Irma, Wadi 193. 205.

cIsa bin Bedr 12. 13.

Clschba, Wadi 100.

Iskil,, Wadi 147.

11 bl = Tamarix nilotica Ehrenb.

90 n.a. O. N0 95.

cIyad 205.

K.

Kacait, Wadi 224.

Kacaiti , Familion-Namo dor Hv-nastie dor Djom'adaro 11. 13. 123. 101 n. a. O.


ocr page 339

llogister.

Kahtnii-ljamir-stiiimiiu 12,

Kai das Hionnon mit ^liihen-

düin Eison 18,

Kaite, Gobol 141,

Kapto N0 88,

Kartala, Korbausl'almblatlorn 'J'i, Kasbuba, IJin, Beduinunstamm '223. Kaalde = Gedicht,()(lo3'2,186.293. Ka'ter, Wadi 224,

Katliibe, Wadi 282.

Ival hïri, l'anulion-Nanie oinur Dynastie in lladramut 11, 13. 123. 195 200 u. a. ü.

Kiiliet Auweizan, Wadi 261. Kebir, Wadi el 220.

Kêfer, Garot el 255.

Kelilïln ibn Seba 193.

Kelbüt 102. 105.

Keriini = Sclnoibei' 20.

Ker'ani 177.

Kerm urn, Gobol 132.

Kesadi, Dynastie von Makalla 13. 85.

Kesr, Wadi 158. 182. 192. Keljnb = Sand 39.

KetÜb , Wadi ol 202.

Kible s. Qiblo.

Kibre , Wadi el 254, 255,

Kidir N0 95.

Kindi, Muqdad bil Aswad el,

193,

Kinditeu 193.

Kiscbüri Arkadon l5iindAniii,

Kiscbill, s, Giscbin,

Kitade (Ktad), Acacia sonepilonsis

Forsk. 147. 245.

Koda Plateanlnifiol 145 Amn. Kollet., Scba't) 270.

Kobl — Angensclmiinke 5(),

Kubod, Siiffot el 25(1,

Kor iSebdn i:i2. 134. 135 n.

I'olf?,, 144. 257.

Kbre lauw 11 58.

Kiis Nordwind 38. Amn.

Kosai'ar ll. 41. 44. 75. 81.

Kower, Gobol 137. 141, 142,

Ksoda, Wadi 259.

Kudde, Scba'b ol 253.

Kuscha , Wadi 270.

Kut, pl. Ak wat, vierecki^er Wacbt-

tburrn 15. 28.

Kütne , Scba'b 245.

Kuvvör, lluxun ol 181.

L.

Lacauz , Wadi 243.

Laeham = gosalzonor und godürr-

tor llaifiscb 24. 88.

Ldisar , Wadi 146. 151. 152.153. Lébyah, Gobol 249.

Legran el Basari 178.

Lubeg', Gebol 134. 135.

Lémschi = Scbwort 50.

Lérmi, Wadi 104. 105.

Létheb s. Éthob,

Lghïir 159.

Lglt;gt;, Wadi 107.

Llben 69,

Liglel , Wadi 175.

Llm f= Citmno.

Losüb 208 u, Amn.

Li'igna 203.

Lyachy 105.

M.

Maciire, Scba'b 255 Ma bor 42.


ocr page 340

Ilopi.stor.

Mi'ichrig (Thóbi) '226.

iMag'liilifa 182.

Mali ra Sjinu ho I 'J. Ii4 51. 52. 5lt.

Millnvale, VVaili 224.

Ma iri , lioduinoiistainin 252.255.

201 u. folg.

Makalla H. 12. 14. 45. 54. 83. u. u. O.

--, Ras 84. 85. 07. 08.

Maia , el, llüsn 1(10.

Malla I.

Mansur bin Ghallb ('I Kathiri,

Sultan von Saiun 213.

Manwer, Wadi 140.

Ma ran , Wadi 137.

Marh 125.

Marterisi, Scha'b ol 200.

Marun , Schorg 241.

Maslle, Wadi 10. 40. 50. 50. 00

145. 211. 225. 207.

Maskat 12.

Matér, Wadi '218.

Matiye = Ruitkameel 77. Mauksfm, Wadi 151.

MaSvaz , Gebel 118. '284. 287. —.

Wadi 118. 287.

Macyan = Quellen '20; in Te-

bala 20.

Mécluirga 249.

Meclitérga 109. 211.

Mcilari el Kntno 245.

Mei Ij IT , Wadi 218.

Modjlis = lÜTiplanKsziinmcr 15. Mé dj ra = Fliessort, s. Misyal. Mefliiila 211. 215.

Mófïak, Wadi 282.

Megatïl, Scha'b ol 245. Mégdelia 4.

Megéd, s. üjöl.

Megéd ol Figra 200.

Mehanim 42.

Mehamn, Gcbol 181. 188. Mehérris, Ba 158.

Mehri s. Malira-Spraclio.

--= Hewohnor des Malira-

Landos 52. 53. 54, s. ancb Mahra-Spraclio.

Meitlan oirentliclinr l'iatz, llenn-

platz, Arena 22.

Mólwa, Wadi 154.

Monazih 42. 43.

Mendiib, Gnrn 134.

Menzil = Wolmhans 203. Meraja, Render 88.

Morauwih , Wadi 175. Merlieliin, Wadi 158.

Merlkiz, Aqabat cl 270. Méryeme 217. 233.

Mesali = Grnben zur Ilerstellnn};

des Fischthrans 01.

Meschahare Gelmlt, Sold 22. Meschaich, p|. von Scliöcb, 218. Meschitich , Scha'b ol 200. Meschémma , Aqaba 281. Méschhed AU 103.105.172.243. Mesclmui'a N0 147.

Mésenat Al Redr 242. '243. 244. Mötón, Wadi 144. 147.

Métlier el Lesüb. Wadi '270. 273. '274.

Méllina, Wadi 275.

Metlasch, llüsn '220. '230. Mezï'gu Sack ans l'alnihlat-tern 40.

Mhamile Dur'ud Idén, Stamni 257.

Mhasen, Wadi, Moled '240.

Mi at Nquot; 77.


ocr page 341

Ki'jristur

Mïcli, \V;i(li 1()7. 171. 17'2. Miiiln'ir 1H2.

Mikhitye Kalleeliaiis ü(». Milauwi, Wadi '2H1.

Minara, llusn el 180.

Minaret (Menara) = Tlim in oinor Moschoo.

Minaiira, llüsn, Wadi 95. U'.l, 1 17. Miuchor, Wadi 18'2-Minwab, Wadi 100.

--Wadi 18'2.

Mi rak (Ilovvure), Wadi 137. Mirlmli lirustwohr 141).

Mirbal 80.

Mirwah 15.

Misclirigi (Mischorgi), Wadi 153. Misclirigiye, (d 240.

Mist'iura -24(1. '247. gt;248.

Misiinal 45.

Misyal = Wasserlaul', Flnsslaul^)!).

--, Wadi 5'J. 03.

Mitówar, Sctia'b '268.

Miyénne 89.

Mol.l, Wadi 151.

Mohammed bin Abmed o'

lUimyari 12.

Mölid, Feior dor Oohurt des Pro-

pheton 88. 204.

Mortcliab, Oobcl 240.

Msib , Wadi 152. 157.

Muallim (wurtlieh Loliror), Se-cretiir dos Uorrschers 70. 75.195. Mucbtablya, Schorg 107.

Müfa Backofon 92 1S5. Mugbftr, Scha'b 2()4.

Mugér Woihraudi (Boswollia

Carlori Bird wood) 250. N'0 08. Mugbraba, Wadi 281.

Ml'lgraba (Magralni) 200.

Mubindi M aib 27.

Mllbsiu liin Ohalili, Sultan vun

Tornn 213.

Ml'ikbill, Wadi '282 Mlllliussai-, lljtan'adar 185. '287.

u. a. 0.

Munoilara l(;7.

Munei.ssür s. llaid liin Mainnm. Miïnsib 150. 208 Anm. Mllfjilddam = Aeltester, Anliih-

rer, iSlammoshaupt.

Muqbara - Begiiibnissstatte 180. Muriïh , Wadi 140. 147. Miir:'i(|qadu, Belod 180. MiiiTisciiide , Beduinenstainni 1'i 1. 154.

Muscht , Barna 250.

Mi'isehta, Wadi 220.

Mu8id)eli Pennisoluni s|iiratiirn.

N0 0,

Muséunede 220.

Musérrebe, Wadi 201.

Mutólla', Aqaba 282.

--, Wadi 283.

--cl Djnl 285.

Mnlefechsche, Aqabal ul 271. Muzic, Wadi 270.

Mzabi Tbor, Wadi.

N.

Nu am , Wadi 201.

Nacam , (iobel 107. 108.—, Wadi

108. 171 Nacbl N0 13.

Nacbuda =. ScliilVsca|iitaa.

Niiga N0 04.

Nagdi-n , Scba'b 208. 200.

N'agi bin Amr bin BimcU 12. Na na N0 122.


ocr page 342

Ilo^istor.

Niisir, Diyar on- ITS.

Nali'i, Wadi '275.

Nazait N0 71.

Nebdh 'JS2.

Nóg'a , Hiliid, Wadi '27t'gt;. u. lolfj. Neg'a liaqq el Moschaich iso. Nogawa '209.

Nég'di das nördlicho '2r;'2. Ni'gg' — Art lünsuni'ohi' '2(i. Nehd, Beduinonstainm 10(1. 181.

183. '2.')7.

Neluli, Wadi '254.

Noqll) = Vorsteher, Chof, (iou-vorneur; ziiwoilon ffleichbcden-tcnd luit Sultan.

Nésme, Wadi '240. '2'i7. '249. Nésra , Wadi 158.

JS hole 105.

Nmaer, Wadi -158.

^riib , Siiget en- 257.

Ntïba = rundes Foi't, mit Kano-

non armii't 15. 81). 199. Nuliccliu, Wadi loa. 107. Nuchsch, en '240.

Nuniw Nquot; 124.

O.

'Jlb (/izyplms spina Cin isti), audi 1) o in 05 u. a. ü.; [gt;1. 'U1 a b '259. N0 83.

'O ra 154.

Oit, Garot el '218.

O s b i 1 dé it, Wadi 257. 'Oschél' s. üscliér.

cüwédja '258. Anni.

P.

I'orlugie.sen l'2.

Q.

l^aball = Hoduinon, wiirtlich

Sta rn in o 53.

Qabr Hud 211.

QabilHa, Gobol 199. '200.'201. 211, (^acde = Uettgestell (syn. Sorlr)

30. 44.

Qadiy^t, cl 90.

(jambus = Soiten-liistruinont lt'2,

114.

(^arn 39. 82.

Qasldü s, Kaside.

Qatn 25. 183. 188.

Qcren Magid ir,/, Anni.

(ijil)li) = dor Westen 100. 193. Qiriui 44.

Qisqas N0 11.

(^llbbe, wöl'tlicli Kuppol, liozeirh-not die gewöhnllch üboi'luip|iol-ton Gi-aber heiliger Scbüclis odor Wi lis. 97. 184 Amu.

Qi'ii'hat 154.

((JiUub N° 120.

R.

Ra , inehri: Fïw N0 27.

iifichiye, Wadi 193.

Rada, Wadi 284.

Rilhaba, erkliirt 59 Anni. ---, Ardh 43.

Rabam, Wadi 121.284.Gobol '284.

Rahba, Wadi '28.

Raci no 8.

Raida 44. 75. 81.

--(Wadi Adim) 225.

Raidet-ed-Dóyyin 193.

Kalde (Raidet ol Djolmi) 259.

u. I'olg.


ocr page 343

Keuris

Ilaidet el Kebira (i'2. (14. oo. ---es-Sa'i'

ilaiiJliil, liuloil (Qatn) 2(17.

lialv (Salvudoru püi'sicu) N0 101.

--, VVudi '28'2.

luimijha min Gharniin '257.

Kaïnle, lias 01.

Ras = Oborliaupt '2(1; Cap. Vor-f^obir^e, aucli Hui}.'

llatl 4.

lioal, sicliü (lirscli.

Uóbisch 4.

RegSa, Wadi '2s:f.

iiehab 154.

Rchaiie iso.

llchaut 189.

Uohcba, Wadi 1 '27.

das llaclit) Dacli dos lluu-•sos 15 Anm., 58.

Uemad el Tersib '257.

liesc.henlt s. Krscliunit.

liesclild, er- 154.

iielhötb , Wadi 183.

Rewaye, Wadi '2(11.

Rial, Wadi '207. '2(18.

Ribat 154.

Ribhftll, Wadi '281.

Ridliéiniye, Wadi '2(l(J.

Riöde, Wadi '205. '20(1.

Rióme, Wadi 14.').

Rlh Sclimcrz 18.

Ulhau \0 121.

Rinal. , s. Kniadi 2'27.

Riyflfe, Aidh or-, Hi lad '241. lüyan, audi Uoan, Wadi 1'2'2. '277. 28'2. 283.

Ködba 177.

--, Wadi '24'2.

to1- :j^7

Uoyba , Wadi '220.

Riikdb (Kiikah) '284.

Uuwakan, Wadi '281.

Rimcbba Wasscrplbifc '2!). '244. liuwélu?!, Al 11 anaii, Wadi '243.

S.

iSa'ai' Al Djohabli Stainm '240.

Hacb, liodiiiauastaiiiin '259.

iSaburd s. Ildiaor.

Haclmacb, Wadi 151.

Silga 150 Anm.

Hagel el 'Ainir, [tilad 251.

Sagbir, Wadi 281

Sab '237. '238. 251. 252.

Sabel, el Hadarim 189.

öabnig 221.

tea idi das oboru 252.

Sucl(l{ye, llüsn es- 194. 199.

Saiard , Wadi '253.

Saiiin (Soun) '205. '211. '212. 233.

bakiye = liewassenin^rsrinne 15(1.

Salala 80.

Salemln bin Hasan bin Minah,

bultan 25.

Sillev N0 110.

Sambuk arabiscbo ScbilVsjrat-

tung 5.

iSarli 127.

Sacri, Heduinenstamin 155. 159.

102. 177. 193. 245.

Sat li Vorflnr, Voi'bol' in ludic-

ron Ktagun 15. .58.

8acub , Wadi 209.

öawtl' N0 10.

oaye ~ aiabiscbe iScliilts^attunp' 5. Schacb 150 Ainu.; aiieb /iilluss,

Nebenfluss.

---en-N 11 r, Ortscbaft '29.


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Ilü^istur,

iSchubiujh N0 i)(i.

8cluicl)0, Scliu'ti oscli- 'idi Scliiigntn, Sclia'b Ü4;i, 245. iSch.i'ilit), Wiuli '2(H.

Scheaiuole , Hoduinunstamm 27.'i.

--, VVuJi esch- 27-1.

Scbébwa 205.

iScbebwuui 31 und Anm., 32. 37,

114 u. a. O.

Schëch, Sclia'b oscli- 240. Hcbédbe, Gobel 134. 135.

--i (libal 127.

iScheddad bin 'Ad 200.

Schob ar 281. 282.

Schelir 5.12.13.25 u. a. O. 82. 281. Scbemab, Boduinenstanim 154. fecbemi'ini, Boduinenstainin 203. Scberdj (Scborg) 15(1 Anm.; kleines Wadi 107. 171! u. a. O. Öcliéri Met 270.

Scbérma boi Tariba 223. ----, (jobcl 107.

) lias ^7. 38. 39. — , Bendoi' 39. 82.

Scb-höh 210. 211. 215.

Scbibam li. 25. 31 Anm. 191. 193 u. folg. 234.

--, Wadi 192. 202. 209.

Schibi'l 128,

iScbibwani , «. Scbobwani, Scbidjin, Siiget esch- 202, Scbigrït Saht no 74. ScbimS!in(Schémscheiii),Geboll08. Scbingbor, Sclra'li 253.

Öchin'i' = Kvernia prunastri 268.

N0 1.

Schirbit N0 129.

iScbirwcn, lias 09. 72. 70. 81. tScblsa, Wadi lt;.18.

Scbógor, nieln i: llibag N0 120. SclmrUdj os-Séyyid 275.

Se ba hal , Gobel 285.

Hf'ban, Dcduineiistaniiu 85. 110. 258.

Sécbme, Schorg 107.

Sédbe 177. 178.

iSedel, llüsn os- 259.

Schut, nieliri: Sohdut 19. 20. 25.

45. 48 und Anm. 71. 211. 225. Sid = liergstrom 78. 100. u.a. O. iSëld', Ueled 100.

Sol ah bin Moliauiined bin 'Aim-el Ka'aili, Djom'adar 110. 184 u. a. O.

--bin Mohammed el Kesadi,

Neqib ven. Makalla 13. 89. Somen = gescbmolzone liiittor72. Semniin, Wadi 218,

Semcüii, Wadi 27,

Se rii 145.

beróug Stenerinann 41.

Se rara , Wadi 123.

Serhan, Gobel 128.

Seri sa, Wadi 283. 284.

Seri gt;ii ra 144.

Serr, Wadi (Neg'a) 270.

--, Wadi 192. 193. 202. 225.

234. 239.

---Maslle, Wadi 192, 221, 224,

Selah N0 80.

Sewnhil üstal'rica (Suahili) 30. 71.

I?eyyat =- kleines Boeken (iiiiis.)30. n. a.O.

Séyvid pi, Siide = Naclikominon

des I'roplieton 30 n a. O. Sóyyir Scliützer, Goloitsmann 00 Anm,


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Unfristnr.

Sfeule '2lt;io.

Sfio, Süget 25:!.

iSf'üle 181.

Shaut, Gobol 270.

Shel, Wndi 258.

--el Bilad 199. 238.

Sibyiin 54. 280.

gt;gt;i(l(la (Siiliio) = Stuiltthor 15 (aiich

llnusthür).

Sidéd , Wadi 90.101.117. 118. 287. Slf 153. 154. 155..

--= Moorosufer 45.

Wlla, mehri: Suft = Fischthi-an

01. 81. 85.

iSigayo =. Wassorbehiiltor, Trimk-

ort 27.

Siqam, Wadi 131. 132.

Siqem , Wadi tici Makalla 90. Siradj , Holed os- 178.

Sirar 44.

SiiTit el Musteqim, Wadi 270. Sll'l', lur Riiliaba 159 Amn. —— . Wadi 284.

Si tra 200.

Hkubfm 239.

Skit, s. Iskit.

Smachembark, Gobol 105. Smur, Wadi 133.

--, Wadi 281.

--(Acacia otbaica SI'.): uiebri:

lloi'üt, auch lldriit N0 43. biyara = das von don Bodninen gowiibrto Scbutzgoloit 00 Amn. Socotora 71.

Solia, Wadi 255.

Som bin I j amain 233.

Sörai = Iloihor 281.

Sciwah, Wadi 130.

Sowöile , Scba'b 205. 200.

Subcaii Ai Djabiri, Bodiiinon-

stamm 240.

Sl'lbba, Cara 127.

hubrii lt;s. niina; mohri: Sobröt. iSudi'riye = iirmelloso Wosto 45. Suiule 239.

Slik (Süq) = Markt 44; OrtKcbaft

77. 78.

Sulb, Aqaba 282.

— — , Wadi 282.

Sultan Kebir = Grnss-Sultan,

Oberberr 71.

Sum , Siigot os- 257.

Sümur, Lesïh os- 274.

--, Wadi 274.

Snq (aucb Sük) 77. 78.

Sur 248.

burr, Scha'b os- 209.

T.

Talmt N0 72.

Tadjir = roichor Mann 230.

Ta Ui 279 u. Amn.

Taille, Bilad 153.

Tali Aim Siiiim Ilarfufa, l^.siili 208.

Tail Ir s. Cbazairo.

Talberi/.k, Hüsn 189.

Tali , Scba'b ol 253.

Tanét N0 22.

Tausït X0 2.

'['arfa 282.

Tariba 195. 197. 219. n. a. O. 231.

TassefV'l no | ia.

I e am = Dmia (Andropogon sorghum) 24 u. a. Ü.

Tebab (Taboh), Gobol 142.


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lle^iMor.

Tebuhi 27. '29.

Teb'aa isn.

Tet'al, Wadi 107.

Tehamcii, Wadi '2(17. 'itl!). ^70. '274. ii. üdf;.

Tehiiyye, Gebel 11 ill.

Teun mi, Beduinenstamm 2'24. u. a. O.

Teriin (it. 195. 199. '205. '207.

'2'2.-) u. a. O.

Terin '21'2. 2:(:!.

Ternake, Scha'b 253.

Tezlet N0 152.

Th!icliib, Wadi lquot;gt;8.

Thé bi (Thihi), Wadi '225.

Tliibi, Wadi 270.

Thir, Scha'l) '205.

--, Wadi 1'27.

Thor, Sclia't) dh- '277.,

TiHc. Wadi '285.

Timdutl N0 7((.

Tinnar = Backofen 15.

Tochm, auch Tochni-Sébïin, üübel 123. 269. '275. 282. '28;j.

--Wadi 123.

Tómboga 114.

Tümbra 114.

Türba = Kirchholquot; 90.

U.

Ugiye = das 4-ana-Stück 24. UgTan (Ogran) 191. '235. —,

Scha'l) 191. 192.

Tlub. pl. von '01b '259. N0 83. Uinm ed-Didjém 108.

--Djeböh, Wadi 152.

--Djol, Wadi 151.

--I (ijrr, Wadi 255.

Uruk , wiirtlicli A d o r n = Oo-schwüro 57.

i sehfl', aucli 'Oschér (Oalotropis

procera) 78. u. a. O. Nquot; 108. IJschur, Scha'b ol 275.

cütbat,, Wadi 123. 124.

cUwédJ , biina 253.

W.

Wabit, Wadi 201. 202.

Wabi' Rlippdachs 244.

--, Siiget cl 254.

Wakll (Wekil) = Voi'trotoi', l!o-

vollinachti^toi'.

\\ akil el l1 ürda --- /oll-lnspoc-

tor 35.

VVacl, Wadi 254.

Wa«i t 29.

Weli = Bezeicbnunfr der Heiligen im Islam, in lladramiit ancb der grossen Séyyids (scbon bei heb-zeiten) '22 u. a. O.; 10.3.

Werd = Kieber 18.

Y.

Vfiara, (lebel 134. 135.

\aleci. Staninmaine 11. 12. 14.22. \ ali a , Gebirgsland nördlich von

Aden 11. '24.

Yacküb, Scliöch 89. 90. Vul), Wadi 210.

^ eduli = Fischgattimg 40. \ omóiii, Beduinenstamm 252. \ eiKjlial, s. Dingal 43. ^ erd , lijn, Yiife'i-Famiiie 183. 184. Yercöb, Wadi 28.3. 284.

^ ibcar, Gebel 141.

Vldei'ö Nquot; 57.


ocr page 347

Registor,

^ iiliuii s. Djiilmil.

Virgld, dehol '210.

Z.

Zaghlfuli, Hiisn '22«.

ZagbrTt, ancli Za^rlirut, Jubclnif der Woibor bei lloclizeiten und anderen festlichen Veranlussuti-gen.

/a'ime = Scbid'sboot 49 ; (laltung kleiner Sefrelscliilfe 08.

Zak la 83.

Zobara, Wadi 180.

Zebid 240.

Zé blo, Wadi 100.

Zebun , Wadi '2r(.'t. '255. 250. '2,quot;)7.

Zembll l'almkorb OU.

Zemón, Wadi lOli 107.

Zerkano 180.

Zcru N0 82.

Zigiime, Wadi 140.

Ziyara = Wiillfabrt :iO. .'M ii. a.O.

Zoc l'JO.

Zökr = nbakr 70.

Zubb 6(1-1)11) Nquot; 75.

Zubödi, Schëcli Abu ISakr Sa'nl

195. 197. 200.

Zuwcdi 50.


ocr page 348

... . . . ■ ..... ■ •gt;-• 1 -■

........

hï'-'.

ocr page 349

S U 1' 1' L E AI E N T.

Ich erlialte nach bceiidetom Druck meines üucliea von Herrn Prof'. Dr. Schweiiifui'lli dio iiaclisteheiuh; lierichliiroiule Mil-Uieilung', /,u deren naclilragdicher Anfiigung ifli mich im Iiueresse iler betheiligten wisseuscliafllichen Kreise verpflichtct halte:

Die S. 305 N0. 94 (170) als Dombeya arabic a Bak. aufgeführte l'llanzeuart liat sich als identiscli mil G1 o s sos tem o n B r ugu i er i 1). C. herausgestellt, einor allerdings der Gallung Dombeya zi(!mlicli nahesleliemlen, bisber nur aus Mesopotamien bekannten and nur von wenigeu Reisenden beobachteten Pflanze. An letztere kniipft sicli ein bervorragendes pliarinakologiscbes interesse. Die 1 met. Ilöbe erreielienden oberirdischen Tbeile der Pflanze, die fil/.ig bebaarte Bliitter, ansebnlicbe rolhe Bliithen und mit sonderbaren Stacbelfortsatzen versebene Kapseln tragen, slerbeu in der Trockenzeit ab. Aber aus-8erordentli(di stark entwickelte 3—4 Finger dicke Wurzel-iisl e, die nach einor Angabe des Col. Mock Ier, englisclien Consuls in Bagdad1), eine Liingc von 5 bis 7 Fuss er-reicben sollen, verbürgen mit ibren aufgespeicberten Reservestoffen ein krafliges Wicderomporsprossen nacb erfolgtem Winterregen. Diese Wurzeln, dio in Hagdad „Arabgosiquot; beissen, gelangen von dicsem i'latze aus

1

dom ich (lurch Admiral lllomfiold's Vormitlclnng Mxcmplare der Pflanzo vordanko, dio von cinom eigens dazu ontsandlcu Idolen aus dom 100 Kilom. nöidlich von Bagdud ^«'logenen IIauirirgei)iru:o im Juli d. J. iicrhoigosehaiït worden waren.

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Sii|i|)loinont.

in g'rosser Mengo in den Hamlel umi wcrcien nainnnllirli iKicli Aegyplon ausgefiilirt, wo sio in ullen Drogen-llazarcn unici' di'in Niuucn „m og ii u t liquot; (eigenUic.h „ i'aiipequot; oder schieimiger Brei ini allgemeinen) bekamil, uiul ala lie-wiiinios Ki'iiftigungsmitlel I'iir ^(diwaidie/.uslaiulc, Jeder Ai'l (Wiifilinerinnen, Kinder, Grei.se) ungeaclilel, ilii'es niclil allzueiniadenden desclunai'ks in lioliem Anselien .stelien. Or. A. Figari, in seinen SiudJ Hcienlilici, giebl, p. 389 in der Materia mediea interessanle Anskunl'l iiiier dieses volkslIniinlic.he lEeilniiilel der Aegypler, indem er einer-seits bezengl, dass er selbst, „wundorbare Knrerfolge da-mit beobaelitetquot; babe, dann aber aneii die Wur/el obne weiteres mil der vor einigen 10 Jaliren in gan/. Rurnpü so mark t s(*b reierisdi angepriesenen Kevalent a arabic a Dn liarry's idenlHizierl. I'quot;igari's Ansicbl. Iiat viid Walir-scdieinliidikeii I'iir sich , da ausser dem liingsi bekjannlc.n Hale!) kein zweiles I'rodnkl des Orients bekannl, isl , das sicli der Wniv.id des (i lossoslcmon verglei(dis\veise an die Seite sleilen liesse oder dem eine gleiebe HimI-kral'f. zuzuscbreiben ware. 'Erst ,s|iiiler, nacbdem der Wellruf der Revalenla ara hie a Dn liarry's nirlil, meiir /.u erscbiillern war, mag die Snbslanz durc.b das leic.iiter erliiilllirbe nnd woblli'ilere Linsen-, be/.w. Bobnen-mehl ersel/.l worden sein. reber datf in dem „mogbiUli wirksame l'rin/,i|i werden di'inniifbst in Berlin plivsio-logisc,ii-(diemisclie Unlersindnnigea angeslelll werden.

Berlin, 5 (Jcl. 1 H'.Hi. (J. SenwniNFinrrit.

ocr page 351

Miiu/ru von rcrïin llladrjimut ;

SiH'Cf nuf qlatteniKaud

SllhcP. nul i/ln/li'iii Rund

Silbcr, nut qlaltrrn Rand.

Kliflfd', dwa dix'inud sj du k wii' ilir fb/i/cndi'

Kufifor, dnnu

I. ;•(ƒ/. S /I11111.. S/u// der dor/ ifci/t lwimi Juliri's'vuld niiiss,, 1270(111. (jclcuen werden

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