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RËÏ8EN IN DEN MOLUKKËN

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IN AMBON, DEN ULIASSERN, SERAN (CERAM) UNI) EURO.

GË0LÖG1SC11ER T11E1L

K. M A RT IN,

Pro/r.s'sor f 'nr Groloijio. an dcr Unriwrsi/iil L/'Irloi.

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l»to Lieferung; AM HON UNI) hl K UM ASSKH.

MIT 3 KAKTEN, 5 TAKKI.N UND 20 TIO.VTBILÜKIIN.

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lU'CUIIANDLUNG UND DRÜCKEUEI

VORUAI.S

E. J. I m i L/Ij

LEIDEN 1897.

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V OR WORT.

üeber Heisen, welehe ich in ilen Jahren 1891 und 1892 in den Molukken unternahm, veroflentlichte ich bereits einen ausfuhrlichen, eine SoAildening von Land und Lenten enthaltenden Bericht. Derselbe wandte sich an einen woileren Leserk reis, und die Geologie ist darin im Wesentlichen uur iasofern beriicksich-tigt, als bei der Beschreibung der bereiaten Uegenden einige allgemeine, zum Verstandniss der Landchaft erforderliche, geognostisehe Angaben herangezogen warden. Im Folgenden sollen nun die rein geologischen und geographischen Eesul-tate zusaramengestellt werden, derart, dass dieselben gleich dor Sohilderung von Land und Leuten einen selbstiindigen Band bilden; aber es braucht kaum hervor-gelioben zu werden, dass beide Theile sicli vielfach erganzen, da sie der Natur der Sadie nach eng zusammengehören und audi vom Verfasser als ein einziges Werk gedacht wurden. Die besondere Herausgabe eines jcden der beiden Bande flndet nur aus ausseren Zweckmiissigkeitsgriinden stalt.

Es ist hinreichend bekannt, dass geologische Untersuchungen in den Tropen mit ungleich grosseren Schwierigkeiten gepaart gehen als in unserem Klima, da die Aufschliisse in der llegel sehr unvollkommen sind; tiefe Zersetzung des Bodens und eine dichte Vegetation erschweren die Beobachtung. Kommt noch, wie im gegebenen Falle, hinzu, dass das Land geologisch so gut wie unbekannt war und in sehr fliichtigen Reisen durchkreuzt werden musste, oh no dass sich Gelegenheit zum wiederholten Besuchen der wichtigsten Punkte geboten hatte, so wird es Jedem verstiindlich sein, dass eine ganze Reibe von Fragen, welche sich dem Beobachter bei mehr vertieftem Studium aufdriingen, im Folgenden unbeantwortet blieben. Es konnte sich nur darum handeln, zunachst die hauptsachlichsten Ge-birgsglieder, welche an dem Aufbau der betreffenden Eilande Theil nehmen, kennen zu lemen, um dann an der Hand ihres Vorkommens eine sehr robe und in mancher llinsicht lückenhafte Skizze der geologischen Verhiiltnisse zu entwerfen.

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liUCHHAHm.UNG UND DJUrCK KRUI VOl'ITials 15. J. BRILL.

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V O R W O R T.

Ueber Ueisen, welche ich in den Jahreu 1891 mul 1SS)2 in den Molukken unternahm, veWifleutlirhle ich bereits einen ausführlichen, eine SchiUlernng vou Land mul henten enthaltenden Bericht. Derselbe wandte sich au einen weitereu Leaerkreis, und die Geologie ist darin ira Wesentliohen uur iiisofera berücksich-tigt, als bei der Beschreibung der bereiaten Gegenden einige allgemeine, /.urn Verstandniss der Laudchaft erforderliche, geognostische Angaben herangezogen wurden. Im Folgenden sollen nun die rein geologischen und geographischen Resul-tate zusammeugestellt werden, derart, dass dieselben gleieh der Schilderung von Land und Lenten einen selbstandigen Band bilden; aber es braucht kaum hervor-gehoben zu werden, dass beide Theile sich vielfach ergünzea, da sie der Natur der Saohe nach eng zusammengehören und auch vora Verfasser als ein einziges Werk gedacht wurden. Die besondere Herausgabe eines jeden der beiden Bande findet uur aus iiusseren Zweckmassigkeitsgründen stati.

Es ist hinreichend bekannt, dass geologische Untersuchimgen in den Tropen mit ungleich grosseren Schwierigkeiten gepaart geheu als in nnserem Kliina, da die Aufschlüsse in der Uegel sehr unvollkommen sind; tiefe Zersetzung des Bodens und eine dichte Vegetation erschweren die Beobachtung. Komrnt noch, wie im gegebenen Falie, liinzu, dass das Land geologisch so gut wie unbekannt war und in sebr fliichtigen Reisen dnrchkreuzt werden musste, ohne dass sicli Gelegeidieit zum wiederholten Besuchen der wichtigsten Punkte geboten hatte, so wird es Jedem verstandlicb sein, dass eine ganze Reihe von Fragen, welcbe sich dein Beobachter bei mehr vertieftem Studium anfdrilngen, im Folgenden nnbeantwortet blieben. Es konnte sich nur darum handeln, zuniichst die hauptsiichlichsten Ge-birgsglieder, welche an dem Aufbau der betreffenden Eilande Theil nehmen, kennen zu lerneu, urn daim an der Hand ihres Vorkommens eine sehr roiie und in mancher Hinsicht lückenhafte Skizze der geologischen Verhiiltnisse zu entwerfen.

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VOKWOUT.

Sollte eiae derartige Arbeit aber von dauerndem Nutzea sein, so war es meines Erachtens in erster Linie erforderlich, jede Beobacbtung obne irgend welche hypothetische Zugabe an der Hand der zurückgelegten Wege genau zu localisiren. in diesem Sinne sind die fiinzclljcobachtunf/en zusammengestellt und die Eoutenkarten gezeichnet; denn beides macht es nicht uur dem spiiteren Forschungs-reisenden leicht, zur weiteren Vollendung des geologischen Bildes an meine Un-tersuchungen anzuknüpfen, sondern es liegt darin zugleich für den Leser eine Controle über die Zuverlassigkeit der allgemeineren Darstellungen. Dass ich auch bei letzteren der Hypothese so viel wie möglich aus dem Wege ging und dass ich sie dort, wo sle sich anfdrangte, mindestens genau als solche charakterisirt habe, diirfte beim Studium der betreffenden Abschnitte leicht ersichtlich sein. Nur bei der Construction der üebersichtskarte ist der Hypothese et was mehr Platz eingeraumt, aus Q-ründen, welche im Texte naher erwahnt wurden; aber auch liier habe ich wirkliche Beobachtungen und Vermuthungen müglichst geschieden.

Die mikroskopische Untersnchung der von mir gesammelten Qesteine wurde bereits von Herrn Dr. J. L. C. Schroeder van der Kolk ausgeführt und an den unten iiiiber bezeichneten Orten veroffentlicht'). Derselbe bat nach Brledigung seiner diesbezüglichen Studiën auch meine ganze petrographische Sammluug im Wesentlichen durchbestimmt, so weit dies eben obne Kenntniss des geoguostiscben Vorkommens nach Splittern und Schliffen möglich war. Ich spreche ihm für diese scbatzenswerthe Mitwirkung, welche mir bei der Zusammenstellung meiner eigenen Untersuchungeu von so grossem Dienste war, bier gerne meinen allerverbindlich-sten Dank aus.

Dass eine nach rein lithologischen Principien erfolgte Bestimmung indessen nicht immer genttgend war, um zu einer endgültigen Gruppirung zu gelangen, verstebt sich von selbst, zumal dort, wo es sicli um neovulkanische Gesteine handelte, welche ilirer mineralischen Zusammensetzung nach in einander veriauien. Die Gesteine, welche den von mir unterschiedenen Gebirgsgliedern angehören, habe icli des wegen auf Grund einer reichen Sammlung von Handstücken im Fol-genden noch kurz makroskopisch charakterisirt. Zur Vermeidung überflüssiger Wiederholungen sind die durch Herrn Dr. Schroeder van der Kolk mikroskopisch geprüften Yorkommnisse hierbei einfach unter Angabe der Fundorte aufgezablt, wiihrend für weitere Einzelheiten auf die citirte Arbeit verwiesen ist. Auf diese Weise werden sich die beiderseitigen Untersuchungeu in gewünschter Weise ergiinzen.

IV

Die auf eine grosse Zahl von Aneroïdablesungen basirten Hühenberecbnun-gen wurden in sorgfaltigster Weise von Herrn Dr. L. H, Siert se ma ausge-

1) V^l. don Abschnitt „Litoratuiquot;

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VOmVORT.

führt '), welcher mir be rei Is für den ersten Theil dieses Werkes seine Hilfe ver-liehen liatte; aber walirend fniher nur einzelne Zahlen fur die Höhenlagen der wichtigsten Punkte herausgegriffen wurden, sind jetzt II ei hen fortlaufender Beo-bachtungen berechnet. Daduroh haben die friiber publicirten Wertbe einige unbe-deutende Aeuderungen erfahren, welche indessen für die im ersten Bande enthalte-nen Schilderungen ganz bedeulungslos sind. Andererseits diirften die jelzt vorlie-genden Höbeuangaben auf einen hohen örad tüii Genauigkeit Ansprucli erbebeu, und jedenfalls genügen die beigefügten Profile allen Anforderungen, die man bin-siclitlicb des Reliefs vom geologiscben Standpunkte aus stellen muss.

Sodann hat mich Herr Dr. D. Riist durcb eine vorliiuOge Untersuchung der reichen Radiolarieafauna, welche sich in einem jungen Kalksteine von Ambon fand, unterstützt. Leider war es dem gewiegten Radiolarienkenner unmöglich, die eingeheudere und gewiss mehrere Jahre erfordernde Bearbeitung des Materiales auszuführen; doch verdanke ich ibm hierüber einige wichtige Notizen, die mir nebst Praeparaten in liebenswiirdigster Weise zur Verfügung gestellt wurdeu.

Endlich erhielt ich Torn Herrn Leutnaut zur See R. Posthumus Meyjes ein werthvolles Material für die Herstelluug der Karten, über das weiter unten bei Gelegenheit der orographischen Beschreibung Naheres mitgetheilt werden soil.

Es ist mir eine angenehme Pflicht, allen genaimten Herren für die auf solche Weise verliehene Unterstützung an diesem Orte herzlichst zu danken.

Die Abbildungen, welche dieser Arbeit beigegeben wurden, sind sammtlicb Reproductionen von J'hotographieen und von Zeichnungen, die ich an Urt und Stelle selbst angefertigt habe.

Leiden, im Jaimar 1897.

1) Vgl. biorübei' die Boil ago und lorn er: J;. H. Siortsonin, Over temporatuurscoöflicicnton van Naudet'üciio anoroïden. (Kun. Akad. v. Wolonsoh, to Amsterdam, Verslagen en Mededeelg. 18(JG, pag. 233).

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I N II A L T.

Scito.

LITERATUB....................................................1.

OROGRAPHISCHE GLIEDERUNG.................5.

AMBON...........................0.

IIARUKU...........................10.

SAPAUUA. . . . •......................13.

NÜSALAUT..........................16.

GEOGNOSTISCHE UEBERSICUT..................18.

PERIDOTIT..........................1!).

GNEISS UND GL1MMERSCHIEFER..................21.

BIOTITGRANIT.........................21.

BIOT1TLUCIT.........................25.

PYROXENANDESIT.......................20.

PYROXENDACIÏ........................31.

AELTERE SEDIMENTE UND DlABASGESTEINE.............35.

TERT1A.ERE KALKSTEINE MIT RADIOLARIEN.............30.

K A RANG (Quartiir).......................37.

STRAND VERSCHIEBUNG....................U.

VULKANE...................................40.

AMBON UND DIE VULKANREIHE VON IIALMAIIERA.......57.

NUTZBARE MINERALIEN....................05.

EINZELBEOBACHTUNGEN....................05.

AUK AMJiON..........................65.

IIAI.niNSEL LE1TIM0R......................05.

1IALBINSEL IIITU.......................70.

AUF IIARUKU.........................74.

AUK SAPAUUA.........................81.

AUF NUSALAUT........................88.

ERLAUTERUN G DER TAEELN..................94,

LISTE DER TEXTBILDER....................95.

BEILAGE: Uobor dio Untersuchung des zu der llölicnbestimnmng lioniitzlon Aneroides

und die Berechnung der lUihen, von Dr. L. 11. Siertsema.........90.

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t, IT H I! A ï U R.

So reichhaltig' die Literatur iiber die Molukken ist, so wenig warde doch biH jetzt iiber die Geologie dieser Gegenden bekannt. Sielit man von den Mittliei-luugen iiber Erdbeben, heisse (^nellen n. s. w. ab, um uur diejenigen Arbeiten zu registriren, welche sich mit dem geognostischen Aufbau der hier behandelten Insein beschiiftigen, so kommen allein die folgenden Schriften in Betracht:

1839. P. Lesson, Voyage autour du Monde sur la corvette la Coquille. Tome III. Bruxelles.

1839—44. Verhandelingen over de natuurlijke geschiedenis der Nederlaudsche overzeesclie bezittingen, uitgegeven door Te mini nek, Land- en Volkenkunde door S. Mil Her. Leiden. — Spater erschienen unter dein Titel; S. Müller. Reizen en onderzoekingen in den Indiscben Archipel, Deel II. (.Werken van het Koninklijk Instituut voor taal- land- en volkenkunde van Nederlandsch-lndië. 11° Afdeeling, Afzonderlijke werken. Amsterdam 1857.)

1853. F. Junghuhn. Java, deszelfs gedaante, hekleeding en inwendige structuur. Amsterdam. Deel 111.

185G. 1'. Bleek er. Reis door de Minahassa en den Molukschen Archipel. Batavia. Deel 11.

1858. C. G. 0. Rei nwardt. Reis naar liet oostelijk gedeelte van den Indischen

Archipel, in het jaar 1831. Amsterdam.

1868. E. W. A. Lu deking. Schets van de Residentie Amboina. 's Gravenhage. 1874. R. Ever wijn. Mi inner op liet eiland Amboina (Jaarboek v. h. Mijnwezen in Nederlandscli Oost-Indië, 3° jaargang, 1° deel, ]iag. 172). Amsterdam. 1882. K. Martin. Neue Fundpunkte von Tertiargesteinen im Indischen Archipel (Sammlungen des Geolog. Reichs-Museums in Leiden, 1° Serie, Bd. I).

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1885. Henry 0. Forbes. A naturalist's wanderings in I he Eastern Archipelago. London.

1894. K. Martin. Ueber seine Reise in den Molukken, durcli Bnru, Seran und

benaohbarte kleinere Insein (Verhaiidlungen der Qesellschaft für Brd-kunde y.u Berlin 1894 , Nquot; 9). Berlin.

1895. J. L, 0. Schroeder van der Kolk. Mikroskopisclie Studiën über Ge

stel ne aus den Molukken; 1. Gesteine von Ambon und den Uliassern (Sammlg. d. Geol. Reichs-Museums in Leiden, Ser. 1, Bd. V, pag. VÜ).

1896. J. L. 0. Schroeder van der Kolk. Beitrtige zur Kenntniss der Ge

steine aus den Molukken; 1. Gesteine von Ambon und den Uliassern. (Neues Jalirbuch 1'. Mineralogie etc. Jahrg. 1896, Bd. 1, ])ag. 152). 1896. R. Semon. Im australischen Busch und an den Küsten des Korallenmee-res. Leipzig.

Lesson bericlitete bereits über das Vorkommen von Granit iui Gebirge von Soja und fiigte hin/.u, dass derselbe an inanchen Orten von einem weiclien und zerreiblichen Schiefer überlagert werde. Audi der gehobene RifFkalk ist ihm be-kannt, und endlich ziihlt dieser Forscber die Uiiasser zu den Vulkanen. Dies ge-schieht freilicli nur auf Grund des Vorkommens heisser Quellen, woriiber einige knrze, fiir Haruku keineswegs elnwandsfreie Mittheilungen gemacht werden (pag. 153, 154 und 165).

MüHer ITihrte von Ambon die folgenden, unier Mithilfe von Professor v. Leonliard in Heidelberg bestimmten Gesleine an: Granit, Serpentin, Reibungs-conglomerat, Feldsteinporphyr, trachytische Gesteine, junge Kalksteine und rothen Lehtn. Der Granit wird nach ihm nicht nur vom Kalkstein, sondern audi vom Serpentin überlagert, mid dabei wird angenominon, dass letzterer auf Spalten im Granit hervorgedrungen sei, was aber anscheinend nicht beobachtet ist. Das Rei-bungsconglomerat soil an der Grenze des Serpentins und des jungen Kalksteins aus der Tiefe emporgehoben sein. (Vgl. die jüngere Herausgabe des Berichts, pag. 25 fl'.).

Junghuhn stützt sich nicht auf eigene Beobaclitungen, sondern ziihlt im Wesentlichen nur die von Müller natnhaft gemachten Gesteine auf, ohne freilich seine Quelle zu neiinen. Es ist das um so aulfallender, als der Alitor nachher die „ For handeling eiiquot; citirt und hinzusetzt, es sei darin nicht das mindeste Licht über die Geologie von Arahoa verbreitet. Junghuhn scbenkle dem betrelfeuden Beri(;hle ofl'enbar weuig Vertrauen; er nimmt aber als sicher fiir die Geologie Jener Insel an: „dass daselbst tertiiire Kalkgebirge (von vnlkanischen Gesteiuen (lurclibroclien) vorkommen — ebenso wie auf .lava.quot; (pag. 1270).

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3

131 eek er hillt oinen „jüngoren Sandsteinquot; fiir das alteste Gebirgsglied, auf dein sicli naclilier Rift'steia bildele Durch vulkanische Krafte wurden beide Bildungeu emporgehobeu; dabei „wurde die Korallenbank vom Sandstein durch-bobrfc und zur Seite geworfen, nnd auf Hitu wurde der Sandstein sogav ausein-andergetrieben durch die tracbytischen oder basaltischen Massen . ..Aus dom, was Bleaker iiber die Qegend zwischeu der Stadt und Eina mittbeilt, geht hervor, dass er den verwitterten Qranit fiir Sandstein angesehen bat. ') Der Alitor will audi Braniikohlen gefunden haben. Andere Einzelbeiten seiner geologiscben Mi(-theilungen stützen sioh augenscbeinlich wiedenun auf Muller (pag. 57—59). Bleo-ker vermuthet ferner, dass Harukn gleicb Leitimor aufgebaut sei (pag. 170 und 175) und dass auch Nusalaut sich bievon geologisch nicht wesentlicb unterscbeide (pag. 193), endlich, dass Saparua hauptsacblich aus tertiarem Kalkstein gebildet warde (pag. 181).

Reinwardt fübrt von Leitimor ausser Korallenkalk (pag. 42G) noch Basalt, Sandstein, Schiefer und Quarz au (pag. 427), voin Wawani Basaltporphyr (pag. 435). Letzterer wird neben Kalkstein auch von Harukn erwiihnt (pag. 440). Bei Pulu Pombo, unfern Kaji Boï, will der Auf or Schiefer nnd Sandstein gefunden baben (pag. 440) und von demselben Orte fiihrt er das Vorkommen von Kalkstein an (pag. 445), der wiedorum auf Saparua selbst angetrofl'en wurde (pag. 443, 450 und 452). Eeinwardt vermuthet ferner, dass auf letztgenannter Insel im Innern noch Basalt anstebe (pag. 452), sowie auf Nusalaut (pag. 450), von wo abermals Kalkstein erwiihnt ist (pag. 447 und 448). Eiue zusammenbangende Dar-stellung feblt bei Reinwardt durchaus.

Ludeking giebt unter der Ueberscbrift „Geologische Beschaffenhcitquot; (pag. 9) im Wesentlicheu Ansichten von Bleaker und Bestimmungen von Müller wieder, denen sohwer verstandliche und mit grosser Vorsicbt aufzunebmende Mittheilungen von Schneider beigefügt sind. Hierfiii' muss auf das Original verwiesen werden, welches fiir die Geologie jedenfalls ohne wissenschaftlicben Werth ist.

Ever wij ii bespricht bunte Marmorarten von Ambon vom rein technischen Ge-sichtspunkte aus. Angaben über ibre Lagerungsform waren dem Autor nicht bekannt.

Martin. Handstticke aus der Sammlung Macklot's, des Reisegenossen von Muller1), wurden untersucht, und zwar junge Kalksteine nebst dem als „Reibungs-conglomeratquot; bezeichneten Vorkommen. Letzteres erwies sich als ein au frernden

1

Eigontlich war Miillcr nur dor Diencr von Mack lot und lioio; doch ward er Einer von donjc-nigon Personen, die am meisten znr Firweiterun^ dor Kcnutniss der Indischen Fauna beigotra^en haben. (II. J. Voth: Overzicht van betgeen gedaan is voor do kennis der Fauna van Ned. Indie. Leiden 1879, pag. 42 nnd 43).

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4

Bestandtlieilen, vor allem Serpentin, selir reicber Kalkstein, welcher gleich dom i-eineii Kalksteine nicht iilter als teriiiir sein kaan. „Dagegen liisst sich nicht rnit zwingender Sichcrheit erweisen, dass die Kalke dem lertiiiren Zeilalter angehören und nicht vielmehr als postterliare Bildungen aufzufaaaeu seien.'' Sie werden xinter Vorbelialt dem Tertiar angereiht. (pag. 158 und 178).

Forbes erwahnt quot;von der Siidostkiisie Leitimor's 200—300 Fuss liohe Klippen von Korallenkalk; ausserdem beobachtete er das Vorkommen von üferterras-seu bei Tengatenga (pag. 290 und 292).

Semon macht einige bemerkenswerthe Mittheilungen über gehobene liiff-kalke, auf deren Inhalt ich unten ausführlicher zurückkommen werde, Was der Autor sonst noch an geologischen Notizen über das betreflende Gebiet bringt, scheint sich nicht auf' eigene Beobachtung zu stützen und dürfte, mindeatens zum Theil, ineinem Eeiseberichte entnommen sein.

Schroeder van der Kolk's Untersuchungen iibergehe ich hier, da sie mit der folgenden üarstellung im engsten Zusammenhange stehen, ebenso meinen in Berlin gehaltenen Vortrag, welcher im Wesentlichen einen Auszug aus dem ersten Theile dieses Werkes darstellt.

Wie man aus Obigem ersieht, tragen alle Berichte, welche wir vor dem Antritte meinor Reise über die Geologie von Ambon und den Uliassern besassen, raehr oder minder den Charakter gelegentlicher und oftmals sehr wenig verhürg-ter Notizen; denn eine sachkundige Brforschung des betreffenden Gebietes batte noch niemals stattgefunden. Es wird sich aus dem Folgenden ergeben, inwie-fern die alteren Angaben noch beute auf Gültigkeit Ansprucli erheben kunnen.

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ORUGRAPHISCHK GLIEl)EliUNG.

Von Ambon unci den üliassern existirt keine Karte, welohe den orogra-phischen Verhaltnissen in einer fïïr das Verstandniss des geologisclien Aufbaus ausreiclienden Weise Keelinung trüge; denn fiir die hier verfolgten Zwecke können nur in Betracht kommen: i) Die Karte von Mie kier, welche das Relief des mittleren Theiles von Leitimor im Maasstabe 1:20000 zur Darstellnng bringt1); 2) die Karte von Meijer im Maasstabe 1:30000, welche die nüchsten Ilöhen Kings der Bai von Ambon verzeichnetl); 3) die Karte in dem Werke Van Hoëveil's, in welche die hauptsaehlichsten Berge der Üliasser eingetragen sind 2). Die kleineren DarstelInngon in Atlanten mul auf Seekarten, welche mehr oder minder schematische Bergzeichnungen bringen, verdienen keiner weiteren Erwahnung.

Um nun die bestellende Lücke so weit wie möglich auszufüllen, liabe ich ant' meiuen Reisen nicht nur die zurückgelegten Strecken aufgenommen, sondern daneben zahlreiche Profillinien, deren einzelne Punkte durch magnetische Peilun-gen festgelegt wurden, auch von den nicht betretenen Gegenden angefertigt. In Verband hiemit wurden ferner die Höhen geschatzt, wobei die wirklich gemes-senen Höhen als Anhaltspunkte dienten, so dass den unten mitgetheilten Naherungs-werthen keine allzugrossen Fehler anhaflen dürften. Selbstredend i.st aber das auf diese Weise erhaltene Material sehr ungleichvverthig, und deswegen zog ich es vor, die mir bekannten, orographischen Verhiiltnisse einfach zu beschreiben, statt eine detaillirte Karte zu geben, welche zwar das Auge befriedigen, aber der Natur der Saclie nach viele Ungenauigkeiten enthalten vvürde. Eine kleinere oro-

1

3) W. I[. A. Micklor. Kaart van Ambon en omstreken, benevens de communicaticn met het overige gedeelte vim het schiereiland Leitimor.

2

G. W. W. C. Baron van Hoevell. Ambon on meer bopaaldelijk de Oei quot;lasers, Dordrecht 1875.

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fgt;

grapliisclie [Jebersichtskarte liolle ich spilter im Zusam-é luenliange mit Seran zu publiciren.

■J Obwohl ich mm von eiuer bildlicbeu Wiedergabe des

Eeliefs absab und mieli begnügte, die Lage der Haivptgipfel auf Qrund meiner Peilungea in die geolo-■3 giselien Kartell einzutragen, so war doch auch für die Anfertigung der letzteren eine ausreichende karto-graphiscbe Grundlage nicht vorhantien. Gliicklichor-weise konute dem Uebelslaiule dadurch abgebolfen werden, dass der Marineoflicier 11. Tost li u m u s Meyjes mir ein werthvülles Material zur Verfiigung Htellte, welches durcli ihn iin Jahre 1893 ia den Molukken e-esammelt war. Es bestand aus einer Kar-

• *

% i tenskizze, welcbe 37 astronomische Ortsbestimmungen ^ enthielt, von denen 18 auf Ambon, 5 auf llai'uku, '■ 3 auf Saparua, ~ auf Nusalaut, 1 auf Melano und 8 I 2 auf die gogenüberllegende Kilste von West-Seran kom-'' 3 men; ausserdem waren darin zablreiche Küstenpunkte § mit Hilfe von astronomisohen Peilungen festgclegt. 2 Diese Skizze ist nun von mir an der Hand der eingangs I erwahnten Karten und meiner eigenen Beobachtungen ^ weiter angefiillt worden, und ich glaube auf diese j I Weise zu einer Darstellung gelangt zu sein, welcbe « ^ für die Beschreibung der geologischen Verhaltnisse jedenfalis vollkommen ausreicht, wilhrend sie gleich-^ zeitig auch dein Geographer, wolil von einigem Nulzen sein wird.

AMBON.

Das Eiland Ambon zerfallt in eine grössere, nörd-liche Halbinsel namens Hitu, und eine kleinere, südlicbe, welcbe Leitimor genaunt wird. Beide sind durch eine etwa 1200 m. breite Landenge verblinden, welcbe die Bai von Ambon und diejenige von Baguala von einander scheidet. Diese Enge wird von alluvialen Ablagerungeii gebildet, ragt uur unge-fiilir 3 m. hoch über den Meeresspiegel hinaus und

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lieisst imch dem an ihrem üstliclien Utei' g-elegeiieii Dorl'e die Laudenge vou Pass o.

Das dicht bevvaldete Hitw isi nicht uur grosser, sondern auch höher als Leitiinor, mul soin bedeutendster Berg- liegt im Nordosten der Hidbinsel, Esistder ± 1300 ui. holie Salbutu, welcher sioh voa allen Seiten als ein flacher Kegel mit unregel-massig zerschuitteiier überflache darstellt und mit seinem Nordfusse ans Meer grenzt. Bei der Einfahrt in die Bai von Ambon, fern er vom westlichen Harnku, von dor Südküste Serans und von manchen anderen Punkten ans iiat man einen vortreflliclien üeberblick über diesen Berg, Betrachtet man ihn von Hatusua, vou der Bai von Ambon oder vom Gipfel des- Serimdu aus, so erliiilt man den Ein-druek, als wiire sein Gipt'el von einem unvollstandigen Ringwalle umgeben, und anf dor Fabrt von Ambon nach Saparua zeigt der Westabhang des Salhutu eine zeitlang eine schön ansgeschweifte Profillinie. Ich bin deswegen geneigt diesen,

das nordöstliche Hitu beherrsclienden Berg, in Verband mit dom, was die geo-gnostische Untersucbung golehrt bat, für eine Vulkanruine zu halten, Lint er seinen Nebengipfeln tritt besonders der Setan bervor, eine scharfo, pyramidenartige Spitzo von etwa 400 m, Höhe, welche zahnartig aus der Profillinie des Kegels bervorragt und hiodureh namentlich von Westen her auffallt, Am Fusse des Setan, weieher landeinwarts von einem anderen Nebongipfel, dem Ka pa baba, über-ragt wird, ist die Küste steil abgebroehen, so dass nördlich vom Dorfe Mare la, am Tandjung Totulain, auch kein l'l'ad mehr am Ut'er hinführt.

Niichst dem Salhutu, welcher mit seinen Nebengipfeln eine geschlossene und isolirte Gruppe darstellt, ist vor allem das Gebirgsland von Bedeutung, welches sich von der Südwestküsto aus nach iV O bis zum Wawani ausdehnt und dem, ausser dem lelztgonannton Berge, noch der Latvia, der Malaman und der Kar 1)au angehoren. Es bildet, als Ganzef! betrachtet, eine schildförmige Masse, welche sich nicht nur nach der Bai, sonderu audi nach SIV und A /A' bin allmahlig abdacht; aber dies Gebirge slellt doch keineswegs einen einfaehen Ilücken dar, dem die genannten und andere, unbedeutendere Gipfel als höchste Spitzon aufgesetzt waren.

An der Nordküsto steigen die Berge zwischon Asilulu und Seit im Mitlel mit 11° Neigung landeinwarts an, aber nach innen zu sind sie steil abgebroehen, so dass iiire IJösclmng sogar 60° erreichen kann; der Wawani fallt mit 16°

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nacli NW, iiüL 3^° nach SO ub. Weua die Uiitersucliung des lotzteren nicht ge-lehrt liiltte, dass dieser Berg ein alter Vulkan ist, so künnte man bei oberflücli-liclier Betrachtung zu der Annalune neigen, es liige der erwahnten Proüllinie des südwestlichen Hitu ein aufgerichtetes Schichtensystem zu Gronde.

Der Wawani ist 9ü3 m. hoch; er besitzt zwei Hauptgipfel, von denen der am weitesten nach O gelegene der bedeutendste ist vind den Namen Tunahubu triigt, wahrend der westliche Wawani im engeren Sinne heisst. Auf letzterem soil sich ein grosser, runder See befinden. Ein dritter, uiedrigerer Gipfel schliesst sicb noch weiter westwarts an; er fallt sehr steil nach W ab, scheint aber trotz

seiner sehr charakteristischen Form kei-nen besonderen Namen zu besitzen. Dei-La tóa, etwa von gleicher Höhe mit dom Wawani '), zeichnet sich durch seinen scharigezahnten Gipfel aus; dage-

' '*■_____. - quot; y

Fro. ;i, Giri'i:i, m s quot;Wawanf, von N iikb.

gen ist der M aid man, welcher in geringem Abstande südöstlich vom Wawani liegt und ± 7()ü ui, hoch sein dürfte, abgeflacht, und der Karbau stellt sich von allen Seiten als eine regelmassige Kuppe dar.

Ausser den hier angeführten, ansehnlichsten Bergen besitzt das südwestliche Hitu nocli manche andere von geringerer Bedeutung. Man bemerkt u. a. bei der Küstenfahrt von Asilulu bis Seit unfern des Nordstrandes nocli eine Keihe steiler, vielfach zerschnittener, aber über die allgemeine Basis des Gebirgslandes nicht sonderlich hoch hervorragender Klippen, welche im Mittel bis zu etwa 4Ü0 m. ansteigen, und auch von Asilulu bis Larike wird die Kilste noch von hohen Bergen mit tieten Schluchten begleitet. So sieht man vom Meere aus ein maleri-sches Thai, welches bei Larike mündet, senkrecht zur Kiiste verlauft und in A von einer sehr stellen Felswand begrenzt wird; Tj. Wakasihu, welches die iiusserste Südwestecke von Uitn dar,stellt, fiillt mit etwa 55° Neigung zum Meere ab. Die Pulu Tig a sind niedrige, flachwellige und t'elsige Eilande.

Nach dein Kap Alang bin wird das Land niedriger; es ist hier hügelig, mit kurzen und ziemlich steilen Wellen, welche unfern des Strandes von kleinen Plateaus unterbrochen werden. Ein solches Plateau liegt auch ein wonig landein-wilrl.s von Alang und bildet hier eine niedrige Anhohe s).

Vom Wawani aus nimmt dio Ilühe von Hitu nach AO bin bedeutend ab.

1) In Do v ns ci f fen's «Atlas van Noderlandsch Oost- cn Wcsl-lndicquot; (Amsterdam 1894) stoht freilich nur 1025 m. l'iir don Latua angegebon, wührcnd dor Wawani lO'tl in, dor Salhutu 1222 in. hoch sein soli. Dioso Zahlon sind abor durchaus unzuvcrliissig, wie schon aus dor Höhonangabe fiir den Wawani borvorgoht.

2) Für dio Namen dor kleineren liöhon langs der Bai von Ambon ist dio Karte von Meijer zu vergleiebon.

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'J

Es scluiltet sich zwischeu diesen Berg und den Salhutu eiu Laiulslrieh oin, welcher die gauze Halbiusel in zwei Absclmitte zerlegt, da er im Mittel mir im-gefalir 200 m. hocli ansteigt und keine besonders hervortretenden Gipi'el aufweist. Ueber die Höhe dieses Gebietes zieht sich aucli der Weg hin, welclier Ruma-tiga mil dem Dorfe Hitu verbindet, wobei man den Maspait (183 m.), den Kamalaoë (291 m.) und den He lat (ï,'70 m.) schueidet. Auf diesem 1'fade kommt, halbwegs zwischen Maspait und Kamalaoë, noch ein Horg namentj Ama zu Qesicht, eine liache Kuppe mit unregelmassig welliger l'rofillinie, «'ulclie vermntlilicli schon zur Salhutugruppe gehort.

Die Ostküste ven Hitu ist im Allgemeinen niedrig, und zwar macht seine Nordostecke, von Hatusua gesehen, den Eindruck eines Plateaus; die Südostecke (lagegon zeigt sicli von Haruku aus als ein Hügelland, dessen höchstei', abgeflachter öipfel ungefahr 150 m. Höhe basitzen dürfte. Naeli BI eek er ist dies Hügelland durch einen weiten, flacheren Landstrich vom übrigen Hitu geschieden1). Ebene Flachen von grösserer Ausdehnung kommen aber sonst auf der Halbinsel kaum vor. Audi die flachen Uferstiume, welche, liie und da durch die Steilküste eines vorspringenden Kaps unterbrochen, das Land urngürten, sind in der Regel selir schmal; nur bei Hila, ferner nördlicli von Hitu und bei Rumatiga erreichen sie eine etwas grossere Ausdehnung. Die Ebene von Rumatiga endigt in der Land-zunge, welche den innersten Theil der Bai seewarts abschliesst, aber letzterer selbst wird wiederum allseitig von einem schmalen Küstenstreifen umrandet, welcher seine Fortsetzung in der Landenge von l'asso fiudet; deun schon bij l'okka tritt das Hügelland wieder ans Meer hinan.

Leitim or ist auch ganz gehirgig. Sein bedeutendster Berg ist der 548 m. hohe Hori, eine breite, schildförmige Masse, der nocli wieder zwei getrennte Kuppen aufgesetzt sind und

ÉM

l id. 4 IIoim. Cikskiikn iY55o0 von Si:i: a\;s.

deren Qehiinge nach S O lün im Mittel 25° Neigung besitzt. AVestlicli von ihm liegt der Serimau (45'.)

m.j, der eine weniger iso-lirte Stellung einnimmt und sich, von Rumatiga aus gesehen, nur als eine etwas ansohnlichere Welle desjenigen Gebirgslandes darstellt, dem auch die Höhen von Soja (353 m.) angehüren.

Vom Hori aus zieht sich das Gebirge als ein zusammeuhangender Rücken nach

1

Kei» 11, pag. 105.

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S IF. mid vcm tlea liiev gelegenen Bergen ist vor allem der Nona (448 m.), im Siul-westen dor Stadt, von liedeuUmg. Gleiuli siidostlicli luevon verzeich-net die Mickler'sclie Karte ausserdem Höhen bis üu 500 m.; dann tblgt siidwestlich vom Nona, in der Richtung der Liingsachse von Leilimor, noch der Tola. Die Siidwestecke der Halbinsel endlich verflaeht sicli allmiihlig nacli dem Kap Nusanive bin, und die ausserste Spitze ist dort durcli eine Niederung inselartig von dem Hauptriickeu geseiiieden; dabei fiillt, das schinale Siidende von Leilimor nach der Bai hin steil, nacdi dem offenen Meere dagegen ganz allmiihlig ab, Siidwestlich von der Stadt steigt aber das Land terrassenartig an , wie man vom Gipfel des Batu Me rah aus sehen kann.

Oestlich vom Hori wird Leitimor niedriger; miter den Höhen

(/i

lt; dieses Landstrichs verdient nur der Maut geuannt zu werden,

S dessen Fuss an der Nordostküste, bei Westuni, das Meer beriihrt. 0

^ Ebenen von einiger Bedeutung sind aber auf Leitimor so wenig

° wie auf Hitu vorbanden. Das Gebirge füllt tast überall steil zur

(S Küste ab, und die Ufersaume, welche sich ihm stellenweise vor-

g lagern, sind wiederum meistens sehr schmal; et was breiter ist

g der li ach e Kiistenstrich, auf dem die Stadt angelegt wurde, sowie

; v, der üfersaum bei Eutung und an der Südoslküste bei Latn

s | Halat1).

HARUKU.

Die Hanptmasse von Haruku besteht aus eiuem vielfach geglie-derten Qebirgslande, aus dem sich der auf 40ü—500 m. geschalzte Uur uw a no als höehster Gipfel heraushebt, Von Porto und von der Bai von Aboro aus gesehen stellt sicli dieser als eine tlache Knppe dar; steiler erscheint letztere auf der Fahrt langs der Küste von S W her und sehr steil von Rumakaï, an der Südküste Serans, aus. Nordwestlich und in nachster Nahe von Aboro liegt der etwa 400 m. liolie W aj i r a. Man überblickt ihn vom östlichen

Urn kcin MissversUindniss aufkommen zu liissen, muss heivorgehoben worden, dass die im verkleinerlen Mnasstabe nach Micklor gezeichncte KartCj im ersten Thcile dieses AVerltos, sehr lückenhaft ist, weil die Aufnahmo nicht vollondot wuide. Oio woisson Fleeken dürfcn also n ie lit als Ebon en aniïoscbon werden. Für weitere i'.iii-zelbeiten, welche das Helief vom mittlercn Leitimor betreffen, verwoiso ich auf die Originalkarto von Micklor.

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Uier der Jkii von Alioi'o aus, nimint ilm aber audi schon an der Küste von i'orto wahr, von beiden 8 tand punk ten als einen Berg mit ilachgewülbteiu Gipfel. Darau scbliessen sicli weiter südwarts, auf der Landziinge, welche die genannle I5ai von der Bucht von Wasn scbeidet, zwei liutföruiige Kegel, deren anselniliclister und am weitesten nach JV gelegener 150 in. hoeh ansteigen dürile. Da diese Hügel keinen Namen liaben, so will ich sie als Toppi Besar und Toppi Ketjil (d. h. „grosser Hntquot; und „kleiner Hutquot;) bezeichnen.

Westlich von der Bai von Aboro, deren Ostufer schon reicblicli 100 m. liocli ist, trifct das Gebirge unmittelbar an die Südküste der Insel heran

Huruwano. Toppi Besar. Toppi Ketjil.

und fiillt es vielerorts steil 'i'j. Waso, Kdjil. Tj. Waso, 13o8»r.

zum Meere ab. Die ganze Kiq. c. Ghbiuoe ai-s dkb NBiik des Kacs Torüi:^ okskhen.

Oberllache dieses Gebirgslan-

des, welclies melirfach schon in nachster Niihe des Strandes 300 m. Höhe l)esitzt, ist wellig, und eiue Reihe von mehr oder minder isolirten Kuppen, bald tlacher bald steiler, hebt sicli aus ihm hervor. Zu ibnen gehort der 230 m. hohe Amahu-ra tu, in der Niihe der Südwestecke der Insel, sowie der geuau östlich hiervon gelegene, ± 300 m. hohe Oma, welcher vermuthlich der ursprüngliche Wohnort der jetzt im Dorfe Oma ansassigen Leute ist.

Nördlich vom Huruwano fallt das Gebirge im Ganzen gleichmilssiger und minder steil ab; die zahlreichen Spitzen und Kuppen, welche diesem Gebiete augehören, sind im Allgemeinen von weit geringerer Bedeutung als im Südwesten des Eilands. Man nannte mir den G. Amaïra und den Q. Amalatu {au/a ira — grosses Dorf; am a lain — Dort' des Königs), welclio beide früber bevvohnt waren und auch auf der Karte Van Hoëvell's verzeichnet sind; doch ist mir deren genauere Lage unbekannt. Vielleicht entspricht einem dieser Berge ein ± 2.r')0 m. hoher Gipfel, den man von der Mündung des Waë Ori aus etwas landeinwiirts wahr-nimmt und au den sich nach N U bin ein flachwelliges Terrain, mit \\rellen bis zu ± 100 m. Meereshöhe, anschliesst. Dies Qebiet debnt sich his zum Kap Ha-tu Talaë aus, wahrend sich westwarts bedeutendere Bodenwellen an die letzter-wühnte Höhe anscbliessen, die bis zum Ma rake anhalten. Am rechten lifer dieses riusses besitzt das Hügelland in geringem Abstande von der Küste noch etwa 150 m. Höhe, wiihrend sein Fuss fast unmittelbar ans Meer stösst.

An der Westgrenze dieser Gebirgsmasse, in der sich trotz der vielfachen Glie-derung keinerlei zusammenhangende Bergriicken unterscheiden lassen, Hiesst dei-Ma rak é; deun der Gunung Maraké, welcher nach dem Flusse genannt ist.

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besiliïl eiuen völlig abvveiclieuclen Oharakter. Es int dies eine auf 200—250 m. zu schil tzende Hölie mit flaehem Gipfel, 15° W von der Mündung des Lap ia geJegen , von wolier man im Profile ihres stellen Ostabhanges einen scharf ausgepriigtca, stufenartlgen Absatz wahrnimmt. Vom Gr. Maraké aus fallt das nordwestliche Haruku ganz allmahlig, fast als eine wenig geneigte Ebene, sowohl nord- als westwilrts zum Meere ab, wie man schon bei der Fahrt langs der Nordküste der Insel und noch besser vom gegenüberliegenden Ufer Serans beobachten kann. Na-mentlich in der Gegend des Kap Waü Ira, südöstlioh von Hatusua, und von Rumakaï aus hat man einen sehr iustruktiven Ueberblick über diesen Theil von Haruku.

Die Westküsle des Eilands wird im Siiden von Kail oio von Bergen und flügeln begleitet, die meistens nur 100—200 m. liöhe besitzen und in der Gegend von Eoliomoni noch unter dies Maass liinabsinken. Im Norden des bei Rohomoni mündenden Waë Ira siud die Höhen abgeflacht uud geheii sie in das plateauartige Gebiet des nordwestlicheu Inseltheiles über. Auf der Strecke zwischen dem Dorfe Haruku und Kailolo ist diesem Küstengebirge fast überall eia schmaler Ufer-saum vorgelagert, welcher sich im Kap Maleo als sandige Landzunge fortsetzt; dagegen bildet die Südvvestecke der Insel ein etwa 100 m. holies Plateau, welches im Kap Samet endigt und nicht nur an der Süd-, sondern audi an der Westküste, im Süden des llauptortes, mit steilem Absturze ans Meer hinantritt.

An den Fuss des Huruwano schliesst sich ostwiirls ein 100 —150 m. holies Vorland, welches zwar in niedrige Hügel zersohnitten, aber doch im Ganzen plateau-artig abgellacht ist, wie man namentlicli von SO her, auf der Fahrt zwischen Ambon und Saparua, erkennen kann. Von hier aus bemerkt man auch, dass das Gebirgsland ganz allmahlig in den mehr oder minder ebenen Küstenstrich übergelit und sich hiervon nicht so scharf scheidet, wie es von Porto aus gesehen dor Fall zu sein scheint cFig. 5). Nach dem Meere bin filllt dies niedrige Land stellenweise in deutlichen Terrassen ab, die unter anderen am Kap Ja na in wohl entwickelt sind. Auch die Nordostecke der Insel ist an der Ostseite des 100 m. hohen Kaps Hatu Talaë steil abgebrochen. Die Südostecke ist niedriger; das Hügelland er-reiclit hier erst in einiger Entfernung vom Strande etwa 50 m. Höhe und ist in dieser Gegend auch scharf von dem benachbarten Gebirge abgegrenzt.

Das Gebirge entsendet verschiedene Flüsse nach S, W und A, widirend au der Ostküste kein Gewasser von einiger Bedeutuug ausmündet. Es ist dies um so mehr bemerkenswerth, als auch an der Nordwestecke, welche sich in Bezug auf das Relief an den östlichen Inseltheil anschliesst, die Wasserlaufe fehlen. Beide Gebiete sind, wie die geologische Untersuchung der Eilande gelehrt bat, erst vor Kurzem aus dem Ocean hervorgehoben, und seither scheint sich also den bereits

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friihei' vorhandenea ThaleiiiscliuiUen kein neuer von nennenswertlier Ausdehming mehi' liinzugefüg't zu liabeu.

Unter den F lussen verdienen vor allem der W. Marakó und der bei Roho-raoni mündende Waë Ir a („grosser Flussquot;), welche beide am Huruwano ent-springen, und zvvar laut zuverlüssiger Mittheilung ans gemeinsamer Quelle1), bervorgehoben zu werden. Unfern der Mündung ist der W. Ira !30 Scliritte, der W. Marakó 20 Schritte breit. Der W. La pi a sobeint dem W. Maraké an Bedeu-tung gleichzukoramen; er besitzt eine weite, trichterförmige Mündung, welclie von Mangrove eingefasst wird, verengert sicb aber bereits eine kurze Strecke landeinwiirts bis zu 30 Schritte. Der beim Doife Haruku mündende Waë Ira, wel (dier kurz vor seinem Austritte ins Meer von rechts her den W. Memi auf-nimmt und weiter unterbalb auch W. Learisa genannt wird, ontspringt ver-muthlich an dein eingangs erwiibnten G. Wajira, nordwestlich von Aboro, da es die Gewolmheit der Bevolkerung ist, die Berge nacb den Flüssen zu benennen. Das Flutbbett des W. Learisa ist etwa 100 Schritte breit.

Ueber den Lauf der Flüsse ist l)is jetzt in keinein einzigen Falie Niiberes be-kannt, so dass alle öewiisser des Eilands nur schematisch eingetragen werden konnten.

SAPARUA.

Saparua, welches durch die tieten, von N und S her einschneidenden Bucli-ten in einen westlicben und einen östliclien Tbeil zerlegt wird, ijesitzt keinderarlig geschlossenes Gebirgsland wie Haruku, und vor allem sein südwestlicher Abschnitt nimmt eine isolirte Stellung gegeuüber den anderen Gebieten des Eilands ein. Letzterer wird zum grössten Tbeile vom Hatu Hahul gebildet, einem breiten llücken von etwa 280 m. mittlerer Ilöbe, aus dem sicb nur der G. Bei als iieig her-vorhebt, wahrend seine Profillinie im Uebrigen nur einige unbedeutende Wellen zeigt. Die Nordgrenze des llalu Ilabul wird durch den kaum über den Meeresspiegel hinausragenden Landstrich gebildet, welcher sicb zwischen der Bai von Porto und der Bai von Saparua ausdehnt, und über den auch der Verbindungsweg zwischen dem Hauptorte und Porto binüberführt. Diese Gegend ist im üsten nahem eben, im Westen, unfern Porto, flachhügelig; unter anderen gehort dem Hügellande, welches sicb in JV ir an den Fuss des Hatu Hahul anschliesst, eine isolirt gelegene, 50 m. ansteigende Hóhe au, welche die iiusserste Nordwesteoke der Bai von Porto darstellt (Fig. 7). Auch in A O geht der Fuss zuniichst in ein niedriges Hügelland über.

1

Vgl. den orston Thoil diosos Wcrkes, pag. 40.

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um ricliliesslicli am Kap Paperu als ein kaum über dem Meeresspiegel gelegenes Plateau zu endigen. Walireiul dei- genannte Rücken nach iV hiii allmShlig mit einer mitt,leren Neigung von etwa 5° abiallt, besitzten seine westliclien vind öst-liclien Geliiinge riO0—25°, stellenweise sogar 50° Neigung.

Der G. Boï ( 280 m.)gt; welcher an der Südküste, an dom nach ibm ge-

nannten Kap, ans Meer stösst, erscheint von allen aVAyL Belten als eine Kuppe; aber sein seewarts gekehrter

Abbang, dessen Neigungswinkel zvvischen 50° und 00° wechselt, zeigt, von SO geseben, noch mehrere, F ui. 7. Boï und NoiiDwusTi-.cKi: her in verschiedenem Grade bervortretende Buckel. Dager

BaI VON POBTO. GkSEHEN VON iVHEU. ,. ,, , Tr .

gen erscheint die Profalhnie des Kaps von Lenitu, auf Nusalaut, einfach'). Am Südabbange des Berges befindet sich eine tiefe Schlucht, in der znr Eegenzeit ein Wasserfall berabstürzt.

Unmittelbar in JV O von Porto erbebt sich der ±260 ra. hohe Massa, dessen Fuss fast bis an die Bai von Porto reicht; uur ein schmaler, niedriger und flacher Küstensaum lagert sich ibm im Westen vor. Der Gipfel des kegelförmi-gen Berges erscheint fast von allen Seiten als Kuppe, uur von A W her spitz, well sich am Westabhange ein steiler Abbruch mit kahler Wand befindet. Sein Geliiinge besitzt im Süden 20° mittlere Neigung, im Norden ist es etwas weni-ger steil. Gleich nordöstlich vom Massa liegt der Latahuhu; er ist höher als der erstgenannte Gipfel, auscheinend aucli höher als der Boï und besitzt zwei, durch eine seiobte Depression geschiedene Kuppen, von denen die am weitesten nordwiirts gelegene die ansehnlichste ist und vielleicht 300 m. hoch aufragt.J). Diese beiden Gipfel treten sowohl von A W nnd S W als von S O her deutlich hervor; uur von W aus erscheint die Profillinie etwas complicirter. üeber den Siidfuss des Latahuhu führt der Weg von Porto nach Saparua bin, wahrend sich der Berg nach i\ mit einem mittleren Neigungswinkel von 10°—20° abdacht und hier allmahlig in das niedrige, nordwestliche Saparua übergeht.

Dieser nordwestliche Tbeil des Eilands erreicht im Innern nur 80—100 m. Meereshöhe; au der Kliste ist er noch weit niedriger. Lilngs seiner Südwestseite zieht sich ein flacher, kaum über den Ocean bervorragender, mit Cocos besetzter Saum bin, über den hinaus das Innere als ein Plateau mit sebr unbedeutenden Bodenwellen erscheint, und dem entsprechend bemerkt man in der Profillinie der üussersten Nordwestecke einen deutlichen, stufenartigen Absatz. Nach der Van Hcëveirsclien Karte befinden sich in diesem Gebiete von Saparua drei kleine Seen,

1) Vgl. Tafel VI des Itcn Theils.

2) Dasolhst. In dor Abbildung bemerkt man liintcr dor am Kup Pa pern endigenden Bbenc links den quot;Massa, rechts den doppelgipfligen Ijatahuhn.

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genannt Ajer Sari am bi, Waö Sal a uiul Ajcr Sariliilu, welcher letztere durch einea Bach mit dem Meere in Verbindung steht, ausserdem eino Lagune namens Waë La Ml, welche sicb nacli dem Meere öffnet und vermuthlich eine Atollagune darstellt. Es wiire zu untersuchen, ob die drei ersterwahnten Seen nicht etwa aueh Lückeii in Korallenbauten sind; demi das gauze Relief weist darauf hin, dass der betreffende Inseltheil aus Riffkalk besteht.

Ostwiirts schliessen sich an den Massa und Latahuhu zwei abgeflachte Höhen an, von denen die am weitesten nacb 0 gelegene Rila heisst, wahrend die andere keineu Namen besilzt; letztere will ich Tafelberg nennen. Beide Berge sind nahezu von gleicher Höhe; diejenige des Rila wurde als 221 m. berechnet. Sein GHpfel bildet eine fast ebene, ausgedehnte und etwas nach ,\ ZT geneigte Flilche, an die sich in N If zunachst eiu Gehange mit etwa 12° Neigung an-scliliesst; daim geht der Fuss des Rila in den oben erwillinten, flachen, dr 100 ra. hohen Tlieil des Eilands über.

Das mittlere Saparua wird östlich vom Rila von einem kahlen Hügellande gebildet, unter dessen Höhen eine flache Kuppe von 130 m., namens Frikadell, ara meisten bekannt ist. Im Südwesten schliesst sicli hieran der Kajuputi

' v'quot; ....

Besar (± 180 m.), im Nordosten der fast gleicli liubo Tahuléu, wilhrend die Auslaufer dieses Hügellandes zwischen dem Fort von Saparua und dem Kap Torano ans Meer stossen.

IJer iiordöstliche Absclinitt des Eilands ist liings der Bai von Tub ah a sebr niedrig und llach, aber liings seiner Nord- und Ostkttste zielit sicli ein zusammen-hangcnder Bergrücken liin, welcher im Norden etwa 200 m. bocli ist und bier aus den wenig isolirten ilergeu namens Amaïhel, Malakki und Ka ra massa gebildet wird. lm Ganzen ist der Rücken, den man u. a. von Rumakai auf Serau überblicken kann, flacli, doch wird er nach bin allmilblich bedeutend niedriger. Er steht in unmittelbarem Zusammenhange mit einem plateauartigen, obwobl nicht ganz liachen, im Mittel vielleicht 150 m. ansteigenden Gebiete, welches sicb in O und SO an den Tahuléu und Kajuputi Besar anschliesst, um sicb bis nacb O w bin auszudehnen. Dieser Landstrich, in dem man eine ganze Reibe un-bedeuteiuler llügel wahriiimmt, ist an iler Ostküste aucli noch 100—150 m. hoch und fiillt liier steil zum Meere ab, wie von Lenitu anf Nusalaut zu erkennen ist; im \\esten befiuden sicb dagegen einige niedrige Ufersiiume, östlich vom Kap

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To ran o, bei Sirisor i unci bei Ow. Die ilusserste Südostspitze, siidlich von Ow, ist im Westen nur ± 15 m., im Osten ±50ra. lioch und fallt zieuillcli gleichmassig von Ost nach West ab.

Die Insel besitzt nur wenige, unbedeuteiule Biiche, was zxim Tbeil dadurch zu erklaren ist, dass die höchsten und dicht be-waldeten Berge liart am Meere liegen, so dass das Wasser zur Regenzeit fast unmittelbar vom Gipfel des Boï und des Massa dem Oceane zugefübrt wird. Das Icalile Hügelland in der Mitte des Ei lands vermag ai)er den Began nicht festzuhalten, und die porösen Korallenkalke, welclie andere Höhen bedecken, saugen ihn auf. Ausser dem Ajer Iluaiisu, welches in einem Thalein-schnitte zwiscben dem Ka]i Torauo und Sirisori lliesst, verdienen nur noch die kleinen Wasseradern hervorgehoben zu werden, welche die Ebene von Tuhaha durchschneiden und in dem östlich

lt;73

2 hiervon gelegenen Landstriche entspringen.

Die imbedeutende Insel Melano in der Nacbbarschaft von

g Saparua wird von einem flachwelligen, reichlich 100 m. hohen

trt

^ Hiigellande gebildet, welches dicht bewahlet ist und sowohl an

= der Süd- als an der Ostküste ein steil abgebrochenes liter besitzt.

H

73

: ? NUSALAUT.

Die kleinste der Uliasser bildet, als Gauzes betrachtet, eiue schildformige, allmablich zum Ocean ablallende Gebirgsmasse, welche fast überall hart ans Meer binantritt, und in der die ein-zeluen Berggipfel eine weuig isolirte Stellung einnebmen. Die bedeutendste Hiihe ist eine Lawakano genannte Kuppe (±300 m.) in der Mitte des Eilands '), Niicbst ihr fallt vor allem der Eu si si na (±','50 m.) au der Südwestecke auf, ein Berg mit tiach gewülbtem Gipfel und einem in Btufen zum Kap Waë Selanno abfallenden Qebange. Oestlicb scbliesst sich an den liusisiua znuachst eine bügelige Landschaft, bis in der Gegend von Abubu nabe dem Straude wieder drei ansehnlichere Kuppen folgen, welche Hauleata, Henaheru und Nusabuhu lieis-sen. Im Osten der Bai von N a labia erhebt sich ferner der

1) in tier Zoichnung erschcint dor Husisina böher, woil or von dom bel rollen don iSiandpunkto aus niiher lag.

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Helenno (±^50 m.), welcher ira Kap \\ aö Ilulete anw Meer stösst und sicli dorUiiu mit einer mittleren Neigung vou etwa 20° abdachl, wiihreiul er südösllioli von der genannten Bai

durcb einen uur etwa 120 m. boben Landstrioh von der übrigen Gebirgs-masse des Eilands geschieden ist. lm Süd-ostenderBai von Sila

tragt das Gebirge den Namen G. Si la Am a no; dieser Rücken stösst im Kap Ji n s i O é n j a ans Meer.

Zwischen dem G. Si la A ma no und der Bai von Si la befindet sicli die einzigo Ebene von etwas grösserer Ausdebnung; sonst sind im W, S und O der Insel nur noch selir kleine Strandebenen vorlianden, welche landeinwilrts durcb sicbel-förmige Ausscbnitte des Gebirges begrenzt und in jeder Hinsicbt als frübere Duchten der Strandlinie gekennzeicbnet sind. Im Norden feblen aucli diese Ebenen; das Ufer ist daselbst nicht nur an den Buchien von Sila und N al ah ia, welcbe im Innern balbkreisförinig begrenzt sind und a us der Ferne als nacb dem Meere geolfnete Tbalkessel erscbeinen, sebr steil, sondern auch zwiscben ilinen, auf der Strecke vom Tj. Namaülo Ids zum Tj. Tolo. Deun obwohl diese beiden Kaps selbst ziemlioh niedrig sind, so steigt das Land von dort aus doch sebr rasch bis zu etwa 100 m. Meereshöhe an. Die Ostküste der 20 — 25 Faden tiefen Bai von Nalabia, in der Dampfer fast in unmittelbarer Ntibe des Strandes ankern kön-nen, wird von den Gehangen des Helenno, ibre Westküste von scbroffenWanden gebildet. Auch das ostlicbe Ufer der Bai von Sila ist bis zum Kap Tolo felsig, und im S sowie im O dieser Bucht erreicht das Land scbon in geringer Entfernung vom Strande etwa 150 m. Höhe, obwohl im S und JF ein sandiger Ufersaum vorlianden ist. Uebrigens feblt es auch im Osten des Eilands, in der Gegend zwischen Abubu und Amett, nicht au Punkten, an denen der Fuss des Gebirges bereits in nachster Nabe des Meeres 100 —150 m. bocb ansteigt.

Entsprechend der geringen Grosse des Eilands kommen nur Bacbe von sebr untergeordneter Bedeutung vor, wofür auf die Karte verwiesen werden mag. Nacb Rein war dt befindet sich in der Nabe von Abubu „nicht weit vom Strande, westlich von dem Dorfe, doch erheblich höher als das Meer, mitten zwiscben Kalksteinfelsen und im Walde ein kleiner See, welcher Salzwasser entbillt.quot; ')

1) lleis, pag. 447. — Ua es nicht Icichl ist, die genanc HiihcniRgc bei Hoiscn in schwor bogohbavom Torrain festzustollen, so halto ich es füi' iniiglicli, dass Heinwardt's Angabe in Bezng auf diescn Punkt

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GEO GNOSTISCHE UEBERSICïïT.

Der Sehildevung der einzelnen Qebirgsglieder, welche aa deiu geologisclien Aufbau der Eilande tlieilnehmen, möge noch eine kurze Brliiuterung der Karteu, auf denen ilire Verbreitung ang'egeben ist, vorangesandt werden.

Die beiden ersten Blatter (I und II) bringen nur dasjenige, was langs der zuriickgelegteu Wege wirklich beobachtet wurde, obne jeglicbe Erganzung; diese Bet'unde sind aber auf Karte III mit andereu Angaben combinirt, denen noch wiederum eiu verschiedener Werth zukommt. So ist z. B. das ganze Gebiet des Wawani als neovulkanisch dargestellt, nachdem der Berg einmal als Vulkan er-kannt war, obwobl icb ilm uur vou Eiuer Seite her besteigen konnte, und ebenso durften die aus jungeruptiven Gesteineu aufgebauten Klippen obne Bedenken in ibrer ganzen Ausdehnung als wirklich bekannt angegeben werden, wenngleich sie nur an einzelnen Punkten untersucht sind. In anderen Fftllen diente die Gescbie-beführung der Bache in Verband mit dein Relief der Gegend für die Feststellung der Verbreitung der einzelnen Gebirgsglieder, so vor allem der neovulkanischen Gesteine des nördlichen Hitu, des südwestlichen Haruku und von Nusalaut.

Nur die jungen Korallenkalke verursachten liierbei stellenweise grosse Schwie-rigkeiten, da sie oftmals sebr unregelmassig vertheilt sind, so dass es sich nur bcirn wirklichen Begehen der betreffenden Gegenden übersehen liisst, in weiober Ausdehnung sie den neovulkanischen Bildungen auflagern. Es ist denn auch niclit zu bezweifelu, dass den erwiihnten Kalksteinen eine grössere Verbreitung zukommt, als auf der Uebersichtskarte angegeben ist; doch wird das Qesammtbild der letzte-ren durch diese Ungenanigkeit in keinem wesentlichen Punkte gestort. In anderen Fallen liess sich, umgekehrt, gerade die Ausdehnung der jungen Korallenkalke mit grasster Wahrscheinlichkeit aus dem Belief der Gegend ableiten, unter Um-standen, die einer vielfachen Erfahrung gemiiss einen Irrthum fast ganz ausscblies-sen. Dies liat mich veranlaast, verschiedene Gebiete, die ich nur nacb dem Belief beurtlieilen konnte, obne Bedenken dem „Tertiilr und Quartiirquot; anzureiben.

Unbetretene Gebiete von grösserer Ausdehnung, für deren Beurtheilung nur wenige Anhaltspunkte verlagen, sind auf der Uebersichtskarte lediglich als hypothetisch angegeben. Für weitere Einzelheiten möge auf die naclifolgende Beschrei-bung verwiesen werden.

Die folgenden Gesteine sind zu unterscheiden:

irrihümlich ist. Ich sclbst orfuhr bei moinom Aufenthalto auf Nusalaut nichts von dem Soo und habo ilm aus dicscm (trundo aucli nicht bosuclit.

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PEEIDOTIT.

Die hierlier gehörigen Gesteine sind in der Regel selir (hinkel gefiivbt, grün-lichgrau bis fast sehwarz, selir selten grau; ihr Bruoh ist splittrig. In der gleicli-miissig körnigen Grundmasse liegen einsprenglingsartig grosse Körner von Olivia; dazu gesellen sich in wechselnder Menge Pyroxen und Amphibol. Mikroskopisch geprüft und 1. c. pag. 82 ff. beschrieben sind die folgenden Vorkomranisse:

Gesobiebe aus dein Waö Ru pa, unfern Erna (Nquot; 4(V.

Scbotter aus der 13ai von Hukurila, am Südstrande von Lei ti m or (N0 41 und 42).

Anstehendes von der Nordseite der Bal von Hukurila (N0 48).

Anstehendes, etwas nordöstlich von dem letztgenanntem Punkle (N0 49 und 50).

Anstehendes von dein am weitesten vorspringenden Kap /wischen der Bai von Hukurila und dem Tj. Hi har (N0 51).

Gerölle aus derselben Qegend (Nquot; ü'J).

Anstehendes, etwas weiter nordöstlich, dort wo die umstehend dargestellto Klippe liegt (N0 53).

Gescbiebe aus dem Waë Biga, nördlich vom Tj. Ilihar (N0 54).

Anstehend im Binern von Leitimor, etwa halbwegs zwischen Rutung und Waë Hi la (N0 81),

Anstehend östlich vom Waë Hila (Nquot; 85).

Blöcke aus dem Waë Hila (Nü 8G und 90).

Allo diese Gesteine stammen also von Leitimor, und es sind die Peridotile auf Ambon und den Uliassern überhaupt ausserhalb der genannten Halbinsel weder anstehend noch als Gerölle angetroffen. Hierlier gebört audi das Gestein, welches Müller als Serpentin anführte '), wie mich die Untersuchung derjenigen Hand-stücke lehrte, auf welche Müller selbst sich stützte (coll. Macklot N0 14, 18 und 23)1). Der Autor giebt an, dass es unfern der Stadt anstehe 2).

Das Gestein ist im Allgemeinen massig, obwohl sich nicht selten eine deut-licbe Bankung oder schiefrige Struotur einstellt, wahrend innerhalb der einzelnen Schichten die massige Structur erhalten bleibt. Dabei scheint die verschiedene Ausbildung an keinerlei Gesetzmiissigkeit gebunden. Die schiefrigen Partieen des Gesteinscomplexes zerfallen in kleine, scharfkantige Bruchstücke, so dass die

1

Die Sammlung von Macklot befindct sich im Loidcncr Museum.

2

Ji) In dem mir vorliegcndon Cataloge von Macklot slelit „Anstehend an der S O-Seito dor Bai von Amboinaquot;, womit nur derjenigo Theil der Kliste von Leitimor gemeint sein kann, welcher sich siidwostlich von der Stadt bofindet.

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Oberllacbe der Felsen wie zerhackt erscheint, und der kaffeebrauu gefarbte Boden, über den der Pfad an der Südküste hinführt, ist mit Steingruss bedeckt, da die

Gehange der ihn be-

gleitenden ïïöhen selir leicht zerbrök-keln. Letztere sind scharfriickig und zeichnen sich in der Landschaft gleich den bizarren Klippen am Meere durch ihre dunkle,schmut-ziggrüne Farbung aus. Vielerorts trifft man grosse, polyëd-rische Blöcke von Peridotit, so an dei-li ai von Ilukuri-1 a und weiter nord-würts am Strande,

kenweise müelitige Anhaufungen bilden, ferner im Waë Juwa und im Waë Hila, sowie am östlichen Gehange des letzteren.

Stellenweise, im AO der TSai von Hukurila, sind schmale Spalten im Peri-dotit gangartig von einem sandigen Kalksteine angefüllt, welcher u. a. Trümmer des Nebengesteins und vereinzelte kleine Oonchylien einschliesst. Durch Ueber-handnehmen der Sandkörner kann das Qestein Psammitstructur annehmen. Das Vorkommen erklart sicb leicht durcli die frühere Meeresbedeckung, der die Insel ausgesetzt gewesen ist, wobei Sand, Kalkschlamm und organische Eeste in die Risse des Peridot,its eingeschlümmt wurden.

An der Kuste zeichuen sich die Peridotite durch grosse Sterilitat aus; sie sind hier meistens nur mit Gras und mit einer durchsichtigen Waldung von Melaleuca leucodendron (Kajuputi) bestanden; im Innern der Insel dagegen, zwischen 200 m. und 300 m. Meereshöhe, sind sie mit üppiger Vegetation bedeckt. Denn bier bil-dete sicli eine dicke Verwitterungskruste, aus der mir noch selten anstehendes Gestein hervorsieht; letzteres liefert ein rothbraunes, lateritahnliches Zersetzungs-product, und auf dem gleich gefarbten WaldAvege ist selbst Steingruss eine sel-tene Erscheinung.

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Nacli dein, was über das Vorkommen der Peridotite in dem Leuachbarten Gebiete von Seran beobaclitet wurde, müssen diese Gesteiue dem archaeischen Schiehtensysteme angehören, weiing-leich auf Ambon selbsl der directe Nacliwei.s bierfür nicht beigebraclit werden konnte.

GNEISS UNJ.) GLIMMEllSCHIEPER.

Diese Gesteine, welche auf dem benaclibarten Seran einen so grossen Antbeil an dem Aufban dos Landes nebmen, sind auf Ambon nur an einem einzigen Punkte, auf den Uliassern gar nicht anstebend bekannt geworden. Der auf Ambon beobacbtete Aufschluss ist zudem sebr unbedeutend; denn icb traf liings des zu-rückgelogten Weges nur etiie kleine Klippe von Gneiss im Westen des Wac H ila, wabreud im Bette dieses Baches grosse Blöcke von Glimmerscbiefer liegen. Glimmerscbiefer ist ferner als Gerölle am Südstrande von Leitimor, in der Nahe von Rutung, gefunden.

Aiif Haruku kommen Broeken desselben Gesteins an der Oberflacbe der aus neovulkanischem Materiale aufgebauten Hügel in der Niibe von Pelau vor, sowie als Gescbiebe im Waë Ij a pi a. Auf Sap ar u a finden sie sicb vereinzelt auf der aus Dacit bestehenden Kuppe, welche (J. F r ik a del 1 genannt wird, auf Nusa-Iaut endlicb an dom von Augitandesit gebildeten Kaj) Amabahani. Hier las ich Glimmerscbiefer und einzelne Gneissbrocken besonders am Strande, erstge-nanntes Gestein aber auch auf der Höbe des Vorgebirges auf.

Bei allen diesen Vorkommnissen auf den Uliassern liegt die Annabme vor der Hand, dass die Pragmente der archaeiscben Gesteine fremdartige Einscblüsse der betreffenden Eruptivgesteino sein dürften, an deren Oberflacbe sie gefunden wurden, und diese Erklarung scheint mir in der That die grösste Wahrscheinlicbkeit zu besitzen, besonders für die Funde auf Saparua und auf Nusalaut.

Die folgenden Glimmerscbiefer sind mikroskopisch geprüft und l.c. pag. 11411'. bescbrieben:

Von der Oberflacbe des G. Frikadell (Nquot;. 197).

Von dor Uobe des Kaps Amababaui (Nquot;. 253).

Vom Fusse des Kaps Amabahani, am Strande (254, 255 und 257).

BIOTITGRANIT.

Fein-bis mittelkörnige Gesteine, vorherrschend scbmutziggelbgrau gefarbt, seltener grau bis weisslich oder auch roth, mit gelblichem, weissem oder rothem

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Orthoklas, woneben audi reiohlich Plagioklas auftritt. In einem Gesteine, welches am G. Bat, xi Me dj ah, östlich von Hatu Ga dj ah, austeht, kommt Hornblende als ein wesentlicher Gemengtheil voi-, neben Plagioklas, (^uarz und untergeordne-tem Biotit, so dass es auf Grund der Mineraleombination als Quarzdiorit zu be-zeichnen ware. Aber bekanntlich neigen sich die Biotitgraiüte ofters den Dioriten zu, und das Vorkommniss bietet geognostisch keinen Anlass zur Abtrennung von der Gesteinsraasse des Biotitgranits, so dass icli es als Hornblende-Biotitgranit bezeichnen will. Da sich letzterer im Oontacte mit Sandstein befindet, so stelll er vielleicht eine Bandfacies des Hauptgranits dar.

Die folgenden Vorkomrunisse warden mikroskopisch untersucht und 1. c. i)ag. 71 ff. besclirieben :

Vom siidlicheu Gehiinge des Batu Me dj ah, östlich von Batu Ga dj ah

(N0 9) ').

Etwas weiter östlich an demselben Gehiinge anstehend, im Oontacte mil Sandstein (N0 10).

Vom Gipfel des Paruwanang, im Westen von Soja (N0 19).

Von einer Anhöhe, welohe östlich vom Paruwanang und gleich westlich von demjenigeu Punkte liegt, an dem sicli der Weg nacli Ha tal ai vom Wege nach Soja abzweigt (N0 21 und 22).

Vom Gipfel des Serimau (Nquot; 26).

Im üorfe Ha t al ai anstehend (N0 31).

Vom Eguinang, am Wege zwischen Hatalai und Erna (Nu 34).

Geschiebe aus dem Waö Rupa, nahe dem Südstrande von Leitimor (No 33).

Gerülle aus der Bai von Hu ku ril a (,Nquot; 4C).

Westlich vom Waö Hila anstehend (N0 9™!).

Gleich den l'eridotiten sind auch die Biotitgranite auf Leitimor beschriinkt. Sie stellen hier in der Gegend zwischen der Stadt und der Bai von Uukurila das herrschende Gebirgsglied dar, welches in zahlreiche, steile Höhen zerschnitten ist und sich im Serimau am weitesten über den Meeresspiegel erhebt. Nach dem Relief zu urtheilen, gehört aber der ansehnlichste Berg von Leitimor, der H o r i, nicht mehr hierher. Da die Peridotite schon au der nördlichen Grenze der Bai von Uukurila anstehen und der Waö Rupa dies Gestein neben Granitgeröllen führt, so dürfte der genannte Bach etwa die Grenze des Granitgebietes im Osten angeben. Im Nordosten liegt die Grenze zwischen Peridotit und Granit dort, wo der Weg

1) In der angcfiihrton Boschroibung irrtliiimlich als N0 0 verzoichnot. Vgl. woitor untcn: „ 'Einzelheo-bachtunaenquot;,

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23

naoh llutung den Waö Hi la kreuzt. Der Stock scheint hier gangartige Ausliivifer in die archaeischen Gesteine zu entseuden; deun die Gneissparlie, welche westlich vom genannten Baclie ganz unvermittelt zwischen den Graniten auftritt, liisst sich scliwerlioh als Gneissfacies des Hauptgrauits betracliten, zumal audi die Giim-merscliiefer aus dem Waë Hila mit letzterem nicht raehr in Verhand gehraclit werden können. Südwestlich von Soja dürfte sich die Graai tinsel ebenfalls noch eine weite Strecke ausdehnen; denn die Mickler'sche Karte verzeiclmet hier bis zum G. Uring Uwang ein Relief, welches demjenigen des Granitterritoriums durchaus gleicht, wahrend Aehnliches bei keinem anderen Gebirgsgliede Ambons heobachtet wurde.

Hieran schliessen sich dann nocli die Ijereits von Macklot beobachteten mul von Miiller publicirten Granitvorkommnisse; denn die nnr vorliegenden Hand-stücke der Macklot'schen Sammlung stimmen mit den von inir selbst gesammel-ten Biotitgraniten überein. Macklot's Catalog giebt an, dass das betreffende Gestein „in losen Massen ') beim Kampong Amahusu an der Südostküste der Bai von Amboinaquot; vorkomme (Nquot; 16), und dass es ferner beim Kampong Ru bang anstehe, woselbst es einen Hügel von einigen bundert Fuss Höhe bilde (N0 21). Amahusu (Am ah IJsu) liegt nach der Mickler'scben Ivarle westlich vom G. Nona und vom G. Uring Uwang; Rubang(?) befindet sicli laut Müller's Angabe „an der Nordseite der Halbinsel Leitimorquot;,i!) also vermutlilich in der Niiho von A m a li U s u.

Der Granit ist von zahlreichen Kluften durchschnitten, deren Verlauf keine Gesetzmiissigköit erkennen lüsst. In Erna und dessen Nadibarscbaft land ich für die Ricbtvmg der Klüfte eine ganze Reihe verscbiedener Werthe: A'15° II', A'25quot; ly, N 30quot; r, N 40quot; ir, Ar 45quot; ff, Aquot; 50quot; r, A' 80quot; II', A 85quot; r, S 70quot; IF. Es lüsst sich hieraus also nur ableiten, dass der Verlauf der Klüfte, von denen verscbie-dene sich schneiden, im Allgeraeinen zwischen und IF schwankt. Ihr Einfallen ergab in derselben Gegend wiederum verschiedene Werthe, welche zwischen 23° S IK und 35—.45quot; iS' variiren. Dies Alles findet aber seine Erkliirung in dem t'm-stande, dass wir es mit flacli gewölbten, kuppelförmigen Banken zu thun liaben, wie es einzelne Felspartieen im Dorfe Ema ganz vorzüglich demonstri ren.

Die umstehende Zeichnung stellt eine hausholie Granitraasse dar, welche einer riesigen Zwiebel gleicb in concentrischen Schalen abbliittert und noch wieder

1) Nach Miiller, wolchor irrthiimlich Amahulu schreibt, sind es grosse BlöcVo (pag, 20).

2) 1. c. pag. 25. Obwohl im Macklot'schen Cntaloge sehr deutlich als Fundort „Kampong Hoo-bangquot; steht, übercinstimmond mit Müller's Angabe, so muss doch oin IrrtUum vorliogen, da es gar kein solchea Dorf aut' Ambon giebt. Vielleicht ist es dor Name eincs sog. Dafi oder liegt eine Vorwechseiuny; mit dom Bache Hu pan, südlich von A mali Usu, vor.

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senkreclit zur 01)erlliic!lie der Banke vuu sicli kreuzendeu Kluften durelizogen wird. Dadurcli lösen sich bei der furtschreiteuden Verwitterung des Gesteins polyëdrische

Blöcke lieraus, welclie zur Bil-dung von natürlicLen und aucli

als solche benutzten Treppenab-siitzen Anlass geben. Freilich darf man diese Absondorungsform kei-neswegs aufquot; die gesammte Gra-nltmasse von Leitimor übertragen, da ich an verschiedenen Punkten machtige Banke sah, welche von ebenflüchigen Kliiften begrenzt werden.

Durch Desaggregation des Gra-nits entsteht der gelblichweiss bis weiss gefürbte Grus, den die Ein-wohner von Arabon suhur nennen, vind welcher stellenweise einen selir unfruchtbaren Boden liefert. Mehrfach liessen sich in diesem Zersetzungsproducte die Banke des Eruptivgesteins noch deutlich wahrnehmen, und in Soja vermochte ich sein allmahliges Ver-laufen in Biotitgranit an einem etwa

10 m. hohen Aufschlusse zu beobacliten. Au anderen Stellen reicht die Verwitterung noch lief er hinab; auf deui Wege von Soja zum Qipfel des Serimuu passirt man unter anderen eine Schlucht, welcho ganz und gar in zersetzten Qranii ein-geschnitten ist.

Eine eigenthümliche Bolle boim Zerfallen des Suhur zu sandigem Grus spiolt eine Spaltalge, \\relehe der Gattung Scytonema (Familie der Nosiocaceen) ange-hört ') und die an verschiedenen Orten, so auch im Dorfe Soja, den verwit-ternden Grauit als eine dünne Scbiclit überzieht. Wenn diese Alge in der Trooken-zeit von der Sonne bestrahit wird, so bilden sich in der schwarzgrauen Pflanzen-kruste zahlreiche Risse; die einzelnen Fetzen dieser Kraste rollen sich nun blattartig aut', urn schliesslich abzufallen, wobei dann ein Theil des verwitterten Felsens

1) Dio Bcstiinmung vordankc ich Horrn Dr. L. Vuyck in Leiden.

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mitgerissen wird. Indessen tritt bei der Umwaudlung des (Jranits keineswegs überall die liilduug vou Suhur eia; vielmolir fiudet au manchen Orten eiiie Jlao-linisation statt, und stollenweise ist das Zersetzungsproduct eiu ausgesprochener Laterit. Im Aügemeiuen ist aber der Boden im Bereiche des Granits nur sellen von intensiv rotiier Farbe; eiu lichtgrauer bis golbiicher Ton herrscht vor.

Als Verwitterungsreste oleiben rundliche Blöcke, welcbe mehr als 3 m. Durchmesser besitzen können, zurück; sie kronen vielfach die Anhölieu der Gra-nitiusel mul bilden bie und da kleiue Felsenmeere, wie z. 13. im Dorfe Ha tal ai. Oftmals bat man Gelegenbeit zu beobacliteu, dass diese Blöcke sclialenartig ab-blattern, wobei daim bisweileu schüsselförmige Gebilde entstehen. Iliervon gab icb bereits früber eiuigo Beispiele ').

Die tiefe Zersetzuug des Grauits musste, iu Verband mit dem ilm durcb-ziebenden Kluftsysteme, deu tropischen Regengüssen zablreiche, günstige Angriffs-pnnkte für die Erosion bieten, welcbe vielleicbt nocli durch Zerreissuugen des Gebirgsgliedes bei den baufig eintretenden Brdbeben 1) unterstützt wurde. So ist es deun auch erklarlicb, dass die Oberflacbe des Stocks in zablreiche, kleine Eügel mit steilen Hilngeu zerschuitten ist. Die Wege besitzen uicht selten 40—45° Nei-gung, und bisweileu kann man auf ibneu nur mit Uilfe von Stufen fortkommen, welcbe aus dem zersotzten Fels ausgehauen warden. In der Regel ist der Granit mit üppiger Vegetation bedeckt, und nameutlicb gilt dies von den ausebulicheren Höben; docb feblt es, wie erwabnt, auch nicht an uniruchtbaren, ziemlicli offeuen Flachen innerbalb des betreffenden Gebietes.

BIOTITDAGIT.

Der Typus der hierber gebörigen Gesteiue zeigt eiue matte, makroskopisch unauflösbare Grnndmasse, welcbe entweder compact ausgebildet oder feinporös und vorberrschend heil gefarbt ist. Aschgraue Farheu, büulig mit einem Stich ins Violette, herrschen vor; aber daneben fiudeu sicli gelblichweisse bis weisse Ge-steine, und an der Nordküste von Hitu steht ein blaugrauer, ziemlich dunkel gefarbter Biotitdacit an, welcher gelb bis braun verwittert. In der Grnndmasse sind Quarz, Feldspath und Biotit ausgeschieden, in sehr wechselnder Meuge, und die verscliiedene Hiiufigkeit des letztgenanuten Minerals ist es besonders, welcbe in Verband mit der Farbung der Grundmasse das iiussere Ansehen des Gesteins bedingt. Zn diesem Typus geboren siLmmtliche Handstücke, welcbe 1. c. ])ag. 104— 107 naber beschrieben sind, uamlich:

1

Vgl. Inoi'ülioi' untün.

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26

Gerölle vom ïandjung Hutu Muri auf Leitimor (N0 55).

Anstehend am Tandjung Mumi'ta auf Hitu (N0 132).

Klippe im Ajei- Mamüa auf Hitu (N0 1U(J).

Von der Oberflache des Gunung Frikadell auf Saparua (Nu 19G).

Klippe beim Tandjung' Boï auf Saparua (N0 281).

Bisweilen stellen sieh zahlreiche, grössere Holilraume in der Grundmasse eiu. In einem Gesteine von S iris or i islam im südöstlichen Saparua besltzen dieselben eine sehr wechselnde, aber vorlierrscbend unregelmüssig ellipsoldiscbe Geslalt, bei ausserordeutlicb schwankendem, bis zu reiclilicli 1 cm. belragendem Durchmes-ser; dagegen kommen in dem Dacite, welelier weiter nordwestlich am Kap Waü ansteht, flacbe Zeilen von iihnlichen Dimensiouen vor, welohe sammtlich parallel angeordnet sind und einer bankförinigeu Absonderung des Gesteins entspreclieu. Ein düunplattiges Gesteiu tand sicli ferner unterdem Seliolter am Fusse des Massa. Es zeigt eine ausgesprocbene Parallelstructur, welche dadurch hervorgerufen wird, dass mit den vorherrscbenden, corapacten, violettgrauen Partieen der Grundmasse sehr sclunale, feinporöse Scliichten von slrobgelber Farbe abwechseln, wahrend gleichzeitig die sparlich auftretenden Einsprenglinge von Gliiumer eine dem entsprechende, parallele Lagerung zeigen.

Hieran schliesst sicli ein glasiges, ■wacbsglanzendes Gestein mit parallel gelagerten Glimmerblattclien und deutlicher Scbieferung, welches am Strande von Forto ansteht. Die Parallelstructur gelangt bei ihm ebenfalls durch verschiedene Farbung der Grundmasse zum Ausdrucke, indem in verschiedenen Nuancen grau gefarbte Partieen mit unregelmilssig eingesclialtelen, weissen Schichten abwechseln. In anderen Fallen erscheiut das glasige Gestein auf den Crucbflachen zwar durch hellgraue und gelblichweisse Lamellen der Grundmasse deutlich gebaudert, wobei auch der Biotit wiederum eiue den Lamellen entsprechende Lagerung annimmt, aber es ist keine plane Parallelstructur vorhanden, und man erhalt beim Anschlagen nur unregelmassig begrenzte Stücke. Alsdann tritt die plattenförmige Absonderung des Biotitdacits nur noch im Grossen hervor (am Strande zwiscben Porto und dem Fusse des Massa).

Die hyalinen Glieder des Gesteins sind im Allgemeinen dunkier als der erst-beschriebene Typus, obwohl auch unter ihnen sehr heil gefarbte Gliiser vorkom-men. Selten sind sie schwarzlich; dagegen ist vor allem ein blaugraues, bims-steinartiges Gestein mit vereinzelten Einsprenglingen von Feldspath, welches östlich von Porto ansteht, charakteristisch. In Gesteinen vom Dorfe Boï und vom Tj. To ran o nehmen diese Einsprenglinge, unter denen Plagioklas hiiufig ist, zu, so dass porphyrische Structur entstebt; dazu gesellen sich daim stellen-weise noch zablreiche Biotitblattchen, und mit dem Zunehmen der letzteren ver-

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I

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Hert das Glas bisweilen seine poröse Beschaffenheit. In VerbinduDg mit den blau-grauen finden sich ferner ganz lichtgraue und fast weisse Glaser, welclie fein-porös oder nahezu compact sind und in letzferem Falie in ilireui Aeussern an dichte Kalksteine erinnern. Daran schliessen sicli fast weisse Bimssteine; doch handelt es sicli bei keiner der hier aufgoziihlten Modificationen um lose Auawürtlinge.

Die hier als Biotitdacit angeführten Gesteine unci zugehörigen Gliiser tragen einen so ausgesprochen rhyolithischen Habitus, dass icb sie auf Gruud der makro-skopischen Prüfung und ilires geognostischen Verhaltens jedenfalls den Ehyolithen anreihen würde, wenn nicht Sc broeder van der Kolk es vorgezogen batte, dieselben nach Anlass seiner mikroskopischen Untersuchung als Dacite zu bezeichnen Indessen sagt auch letzterer: „einzelne Vertreter wilren vielleicht mit gleicbem Recht den Lipariten als den Daciten zuzuzahlen. Die Grenze würde jedoch ziemlich willkürlich sein, und sind sie desbalb alle zu den Daciten gebracht.quot; ') Bei der Benennung des kieselsaurereichen, mineralogisch sehr eintönig zusammengesetzten Gesteins kanu eben nur das Verlialten des Feldspatbs den Ausscblag geben, und für sich allein betrachtet müsste das Handstück vom Tj. Mamüa (132) wegen des vor wall enden Sanidins zum Rhyolith gerechnet werden, das Plagioklas fiib-rende Gestein vom G. Frikadell (196) dagegen zum Dacit. Es lüsst sich aber der allgenieine Charakter des in liede stellenden Gebirgsgliedes bis jetzt um so minder feststellen, als im vorliegenden Falie die sichere ünterscheidung von Plagioklas und Sanidiu auf Gruud makroskopiscber Prüfung kaum auszufiihren ist. Des wegen behielt ich auch die von Scb roeder van der Kolk angenommene Bezeichnung bei.

Ihre Hauptverbreituug besitzen die Biotitdacite auf Saparua, und zwar kommen sie besonders im mittleren und westlicben Theile dieser Insel vor, woselbst andere neovulkanische Gesteine überhaupt nicht bekannt sind. Von bier aus greifen sie ins südöstliche Haruku hinüber, und da Biotitdacit sich noch im Schotter des beim Dorfe Haruku ausmündenden Waë Ira vorfindet, so dürfte sich dies Gestein von der Südküste aus ziemlich weit landeinwiirts ausdehnen. Auch im östlichen Ambon muss es anstehen; denn zahlreiche Gerölle von Biotitdacit finden sich nicht nur im Alluvium der Landenge von l'asso, sondern auch an der Südostküste von Leitimor, in letztgenannter Gegend unter anderem im Flusschotter. An der Nördküste von Hitu steht Biotitdacit beim Tj. Mamüa au, auf JMusalaut dagegen ist dies Gestein als Gebirgsglied nicht augetroffen.

lm üsteu von Porto und im Nordosten des Hauplortes von Saparua bilden die Biotitdacite ein unregelmiissig welliges Terrain, welches fast kahl ist; nur in

1) 1. c, pag. 85; Vgl. forner Menos Jahrbuch 1. c. pag. J5G.

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seinen sumpfigen Einsenkungen wiichst bei Porto hie und da die Sagupalme. Dies Gebiet gehort tlieilweise zu den Auslaufern des Latahuiiu, und letztere dürften

ihren Ursprung ^ Lavastromen zu

verdanken haben; die eben falls uus Biotitdacit aufge-bauten, bewalde-ten Kuppen des

Massa und Boï halte icb dagegen gleicb dem Frikadell für homogene Vulkane.

Silulenformige Absouderung ist nirgends beobachtet, und die kahlen Fels-wtlnde, in denen das Gestein an den Flanken der beiden erstgenannten Berge ziemlicb weit aufgescblossen ist, liessen nur eine continuirlich gleicb beschaffene Masse erkennen. Dagegen zeigt sicli an verscbiedenen Orten eine bald mehr bald minder deutliche Bankung, rnit der eine uriregelmassig polyëdriscbe Absonderung gepaart geben kann, wahrend sich in anderen Fallen bei der Verwitterung rund-liche oder ellipsoidiscbe Knollen berauslösen. Polyëdriscbe Zerklüftung kann aber aucii bei Abwesenbeit der bankförmigen Absonderung auftreten und ist vor allem bei dem oben erwahnten blaugrauen, glasigen Gesteine vortrefflich entwickelt. Der dünnplattigen Absonderung, welcbe besonders an glasigen Modilieationen beobachtet wurde, obwohl sie aucb den steinigen Arten von Biotitdacit nicht ganz feblt, wurde schoii oben gedacht. Das glasige Gestein kann hierbei deutliche Schie-ferung annehmen , und die Lamellen verlaufen alsdann entweder ebenfliichig parallel oder sie sind wellig gebogen ; hisweileii erscbeinen sie unregelmassig gekriluselt.

OfTenbar ist diese Structur auf Fluctuation und Schlierenbildung zurück-zuführen , da sie von der Arertheilung der Gesteinselemente abhangig ist, indem verschiedcne hyaline Ausbil-dungen mit einander abwecbseln und audi die Glimmerblattchen eine den Laniellen entsprechende Lage einnehmen.

Wahrend die steinigen Biotitdacite den Massa, Boi und Frikadell auf-bauen, sind die hyalinen Glieder nirgends gebirgsbildend beobachtet. Letztere dürften ausnahmslos Lavastromen angehören, welche nur wenig über das jetzige Meeresniveau hinausragen, und zwar gilt dies auch von den zusammenbüngenden, porösen bis bimssteinartigen Gesteinsmassen. Tulfe, welche mit der Eruption des Biotit-dacits in Verbindung gebracht werden können , fanden sich nur am Strande von Porto.

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PYROXEN ANDESIT.

Pyroxenandesit ist vor allem von Nusalaut bekannt geworden, und sein heiTSchendei' Typus stelll, auf dieser Insel ein Gestein dar, bei dem in einer matt-bis wacbsglan/enilen, halbglasig bis glasig erscheinenden Grundmasse, von scbwarz-grauer oder schwarzer Farbe, zahlreiche, vveissliclie Feldspathe als makroskopisclie Ausscheidungen liervortreten. Hieran scbliessen sicb Gesteine, welcbe etwas Quarz führen und die somit als Pyroxendacite bezeichnet werden könnten; aber abgesehen davon, dass dem Quarz nur eine geringe Bedeutung znkommt, erwiesen sich die betreffenden Vorkommnisse geologisch docli meistens zweifellos als integrirende Theile des Pyroxenandesits yon Nusalaut. Diese quarzfübrenden Glieder gleiclien mitunter durchaus dem ersterwahnten Typus, aber meistens sind sie iiell- bis blaugrau gefürbt, zuweilen perlitisch. Cordierit, welcher in den eigentliohen Py-roxendaciten von Ambon und Haruku eine so grosse Rolle spielt, ist in diesen quarzfübrenden Andesiten so wenig wie in den quarzfreien nachgewiesen.

An die Andesite von Nusalaut, scbliessen sioh poröse, aber sonst sebr iilm-licbe, dunkle Gesteine an, welcbe das Kap Hatu Me te von Sa par u a bilden; dagegen tragen die Andesite vom Kap Hatelaiiwe, an der Nordküste von Ambon, einen wesentlich verschiedenen Habitus. Zum Theil naliern sicb die hier anstehenden Gesteine in ibrem Aeussern lichten Basalten; aber daneben treten andere auf, welcbe halbglasig, gelblichgrau und poros sind, sowie vor allem glasige Gesteine mit breccienartiger Structur, über deren pyroxenandesitische Natur nach dem geognostischen Verbande kein Zweifel bestehen kann. Auch tief-braune, pecbglanzende Gesteine kommen hier vor.

Mikroskopisch geprüft und 1. c. beschrieben sind die nachstehenden Vorkommnisse :

a. Quarzfreio Gedeine. (pag. 108 li'.)

An der Ostseite des Tj. Hat elan we anstehend (Nn 123).

Vom Rücken des Tj. Ha tela uwe, anstehend (Nn I2G).

Am westlichen Ufer der Bai von Na lab ia anstehend (N0 224).

An der Nordwestküste von Nusalaut anstehend (N0 241).

Grosse Blocke vom Tj. Rusi Oénja, siidlich vom Tj. Elemenanjo (N0 244).

Bei Titawai auf Nusalaut anstehend (Nn 24()).

Gestein, welches da» Tj. Pellano Hu wat, an der Siidostküste von Nusalaut bildet (Nn 248).

Vom Tj. Hau Nukoujo, 32 m. hoch über dem Meere als Gerölle auf-gelesen (N0 249).

%

J

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An der Nordostecke der Bai von Nalalua austeheud (N0 263).

A.m Tj. Hatu Me te anstehend (Nquot; 2GG).

b. Quarzführende Gcsteine (pag. 89, 102 und 103: Pyroxendacit).

Qerölle vom Kap Elemenanjo auf Nusalaut (Nn 243).

(iang im Andesit-Agglomerate, im Südosten von Amett (N0 201).

Im. Nordvvesten von Amett anstehend (N0 262).

c. Agglomerate (pag. 118 ff.: Breccien).

Am Kap Hatelaiiwe anstehend (N0 127 und 128).

Bei Ajer Pa na 8 Sila anstehend (N0 242).

Zwischen Tj. Totu und Waë Urputi, an der Westküste von Haruku, anstehend (Nn 308).

Auf Nusalaut sind ausser dem Pyroxenandesit mit Sicherheit nur noch gehobene Koralleukalke und die oben erwiilinten Broeken archaeischer Gesteine, welche als fremdartige Einschlüsse des Eruptivgesteins gedeutet sind, bekannt geworden. Da nun die Insel ganz umgangen ist, und der Andesit nicht nur in zahlreiohen Aufschlüssen liings der Kiiste, sondern auch ganz allgemein als Qerölle in den Büchen und auf den gehobenen Brandungsterrassen angetroffen wurde, so ist hieraus zu schliessen, dasa andere Bildungen als die genannten, falls sie überhaupt vorkommen sollten, auf Nusalaut nur eine sebr untergeordnete Rolle spielen konnen.

Auf der Halbinsel Hitu wurde der Andesit anstehend am Kap Hatelaüwe und ferner auf dem Rumatiga und das Dorf Ilitu verbindenden Landwege, etwa halbwegs zwischen letztgenanntem Orte und dem Gipfel des Hel at beobachtet, ferner sehr zahlreich als Schotter in den Büchen, welche zwischen Hitu und dem Kap II. a tela i'i we am Nordstrande ausmünden. Doch kommt in dieser Gegeild unter den Gerüllen auch Pyroxendacit vor, so dass sich die Ausdehnung des Andesitge-biets hier nicht mit Sicherheit feststcllen lasst. Immerhin muss aber, nach dem bedeutenden Vorwalten des Pyroxenandesits unter dem Schotter zu urtheilen, letzterea Gestein das vorwaltende Qebirgsglied zwischen dem genannten Kap und Hitu bilden, und scheint es sehr fraglich, ob dem Dacite hier wohl überhaupt eine geognostische Selbstandigkeit zukommt.

Dieselbe Schwierigkeit der Abtrennung des Pyroxendacits vom Andesit wie-derholt sich am Kap Toholau, an der Nordküste von Saparua, woselbst raeine Karte nur das erstgenannte Gestein auf Grund seines Vorherrschens ver-zeichnet; dagegen kommen am Kap Hatu Mete auf Saparua ganz unzweifel-hafte Andesite vor. AVelche Bedeutung dem an der Westküste von Haruku, nördlich vom Tj. Totu, anstehenden Tuff von Augitandesit zukommt, liisst sich zur Zeit noch nicht übersehen.

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Audesitschutt baul auf Nnsalaut Kuppen auf, zn denen unter anderen der flachgewölbte Rusisina gehort '), obwohl sein Geliiinge an der Seeseite durch die bier entwickelten Brandungsterrassen modificirt wurde. Steiler Bind zwei kleinere Kuppen, welcbe nordiistlich von dem genannten Qipfel in der Gegend von Abubu pegen. AufHitu dagcgen scheinen die Andesite Lavastromen anzugehören, welebe zwar irn Zusammenbange geflossen, aber deren Bestandtbeile docli zum Tbeil zer-stückelt sind, bevor sie als Strom hervorbracben; denn nur durch diese Annahme liisst es sich erklaren, dass in unmittelbarem Verbande init gewöbnlich ausgebil-deten Andesiten die erwabnten, glasigen Gesteine mit breccienartiger Structur auf-treten, wiibrend das Ganze eine einzige, zusammenliangende und polyëdriscb zer-kliiftete Felsmasse darstellt.

Als Zersetzungsproducte des Andesits erscheinen stark eisenscbiissige, gelb-rothe bis rotbe Lebme, die zum Tbeil als Laterit, zu bezeichnen sind und in dieser Ausbildung sowolil auf Nusalaut als auf liitu vorkommen; docli gehort hierber vermuthlich auch ein kaolinisirtes Gestein von gelblicbweisser Farbe aus der Gegend von Abubu. Die Höben des Eruptivgeateins tragen fast überall eine dichte Vege-tationsdecke.

PYROXENDACIT.

Als charakteristischer Typus muss das porpbyrische Gestein vom Wawani geiten. Seine halbglasig erscbeincnde, wachsglanzeiule, seltener matte Grundmasse ist feinporös und in verscbiedenen Nuancen grau gefiirbt, meistens asch- oder bravm-, seltener schwarz- oder grünlich-grau; sie verwittert gelblichbraun oder schmutziggrau. Als makroskopische Ausscheidungen treten in erster Linie Feld-spathe hervor, welcbe in der Regel sehr reicblich verhanden sind, aber nur selten bis zu 4 mm. Liinge erreichen; sie erscheinen meistens weiss, raitunter auch klar. Sodann gewabrt man Biotit, dessen Durchmesser bis zu 3 mm. betragen kann, obwohl er in der Regel sehr weit hinter diesem Maass zurückbleibt. Die winzigen Glimmerblattchen sind vereinzelt in der Grundmasse zerstreut; nur ausnahmsweise bilden sie grössere Aggregate. Die Einsprenglinge von Quarz sind vorberrschend gelblich gefiirbt, bisweilen auch farblos. Dazu gesellt sich reicblich Cordierit, welcher in Kornern bis zu 4 mm. Durchmesser vorkommt, und endlich ist Granat (bis zu 10 mm.) ziemlich hiiufig,

Unter den Geröllen der Ebene von Ru ma tig a kommt ein Pyroxendacit von trachytischem Habitus vor, in dessen hellgrauer, poroser Grundmasse grössere Einsprenglinge von klarem Feldspathe liegen als bei dem Gesteine des Wa-

1) Vgl. Fig. 10 auf Seito 17.

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wani. Dieselben siud öfters 5 mm. lang und bisweilen noch erbeblicli grosser; dagegen bleibt die Haufigkeit und Grosse der Qlimmerblattchen dieselbe wie bei dem erstbeschriebenen Typus. Die vereinzelten Quarze sind wieder gelblich; grosse, blaue Oordieritkorner finden sich sehr baufig ').

Audi an der Südwestecke von Haruku, in der Gegend zwiscben Oma und dem Uauptorte, kommt ein Gestein von trachytiscliem Habitus vor, welches unter anderen den Amahuratu aufbaut; es bihlet vom petrographischen Gesichts-punkte aus ein Mittelglied zwiscben Biotit- und Pyroxendacit, so dass sich aus derselben Gesteinsmasse Haudstücke herausschlagen lassen, welcbe ihrer minera-lischen Zusamraensetzung nach bald diesem bald jenem Gesteine angereibt werden können. Die Grundmasse, welcbe hellgrau gefarbl ist, tritt mehr zurück, und neben den reichlichen Emsprenglingen von Plagioklas kommen darin sehr zahl-reiche Qlimmerblattchen vor, welcbe bisweilen 4 mm. Durchmesser erreichen können; dazn gesellt sich Quarz. Da nun der Pyroxen zurücktreten oder nahezu feblen kann, so liegi es bei dem Vorwalten von Biotit nahe, das in Eede stellende Gestein als quarzfiihrenden Glimmerandesit zu bezeichnen und den Anschluss eber bei den Biotitdaciten von Haruku als bei den Pyroxendaciten von Ambon zu suchen. Wenn ich es dennoch mit letzteren vereinige, so geschieht dies aus fol-genden Grimden: Das Gestein vom Amahuratu führt stellenvveise sehr reicli-lich Cordierit und ausserdem Granat, wodurch es sich den Pyroxendaciten vom Wawani nahert und von den oben beschriebenen, eintönig zusammengesetzten Biotitdaciten unterscheidet. Sein Glimmerreichthum ist ferner in einzelnen Fallen nicht viel grosser als bei dem typischen Pyroxendacite, und dabei schliesst es sich im gesammten Habitus so eng an das aus der Gegend von Rumatiga beschriebene Gestein au, dass eine Trennung hiervon durchans künstlich erscheinen würde. Andererseits tragen die oben behandelten Biotitdacite rhyolithischen Habitus und bilden sie somit sclion hierdurch einen erheblichen Gegensatz zu dem Eruptivge-steine vom südvvestlicben Haruku; dabei fehlt ilinen der Pyroxen. Man müsste somit das in Rede stehende Gestein unter allen Umstanden als besonderen Typus von demjenigen scheiden, welches vorhin als Biotitdacit beschrieben wurde, selbst wenn man den accessorisch auftretenden Mineralien, Cordierit und Granat, keine besondere Bedeutung beilegen und es vorziehen wollte, das Gestein vom Amahuratu u. s. w. ebeni'alls als Biotitdacit zu bezeichnen.

1) Ganz augonscheinlich gehort hierher auch das Gostcin, wnlches Müllor (l.c. pag. 30) untei* N0 5 anführt und von dem er sagt: „Hinsichtlich seiner Grandmasse stimmt es am moisten mit einigon trachy-tisehen Laven überein, wahrend es bei einer heligrauen Grundfarbo Krystalle und Körner von blauem Turma-lin, Feidspath und Glimmerblattchen enthiilltquot;. Der „blaue Turmalinquot; wird Cordierit sein. Das Gestein bil-det nach Muller einen llügel an der Südostküste von Ilitu.

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ser; Völlig verschieden in seinom Habitus ist wiederam oin violettIn-mimü' Pyroxen-

bei Jacit init kleinen Einsprenglingeii von Pyroxen und (^uaiv,, welelier zalilreiclie ,

5se, mit hellblauer Substanz ausgekleidete Ilohlrtiume besitzt. Letztere erreicben bis zu 15 mm. Lange, obwobl sie in der llegel weit hinter diesem Maass zurück-

und bleiben; sie sintl llach, fast alle in gleicber Eichtung gestreckt und bringen aul'

iter diese Weise eine Ai-t Parallelstructur herror. Das Gastein ateht au der Nordost-

hts- kilste von Saparua beim Kap Toholan, im Westen von Kap Assal, an. Am

aus Kap Assal selbst ist glasiger Pyroxendacit aufgeschlossen. Beinerkenswerth i.st

era- noch, dass bei UI at ein Agglomerat vorkommt, dessen Bestandtheile liremneii-

den structur besitzen und für sicb allein als Daeittuff betraclitet werden könnten.

und Indessen mussen sie als Bestandtheile grober, zusammengeschweister, vulkanischer

aid- Schuttmassen schon vor der Eutstehung der letzteren gebildet sein, und ich halte

ben es für möglich, dass ilire Bildung bereits im Krater stattfand. Dies Vorkonunon

lezu erinnert an die vom Kap Hatelaüwe gescrbilderten Verbiiltnisse (vgl. Andesit). inde Von den mikroskopiscb untersuchten und I.e. pag. 86 li', beschriebenen Ge-

dier steinen geboren folgende hierher;

zu Gerölle vom Nordstrande von Ambon, imfern Dorf llitu (Nu 106).

fol- (Gerölle von demselben Orte (Nu 111).

licli- Gerölle aus dem Waë Wakahuli, Nordküste von Ambon (N0 139).

/om Vom Gehange des Wawani, in 442 m. Ilöhe (Nquot; 148 und 150).

sten Von demselben Gehange, in 356 m. Höhe (Nquot; 151).

Hen Rollsteiu aus dem Waë Li 11a, 301 m. hoch, am Gehange des Wawani

sich (Nn 153).

jene Vom Gehange des Wawani, in 250 m. Höhe (N0 155).

rde. Am Kap Assal auf Saparua ansteheml (Nquot; 210).

und Am Kap Toholau, westlich von Kap Assal, anstehend (N0 213).

jrge- Am östliehen Ufer der Bucht von Oma anstehend (Nquot; 287 und 288).

sste Vom Ostfusse des Amahuratu, in der Gegend von paal 11 (Nquot; 291).

rpus Vom Gipfel des Amahuratu (Nu 294).

ilbst Westabhang des Amahuratu, in der Gegend von paul 1 (Nn 296).

eino Geschiebe aus dem Waö Muroö, Westküste von llaruku (N0 303).

hu- Anstehend am Waö Muroö (N0 304).

Ein Agglomerat (pag. 121 1. c. unter „Brocciequot; angelübrt), anstehend am Strande von Kap Assal (N0 211),

^ . Die wichtigsten Vorkommnisse von Pyroxendacit sind im Obigen bereita be-

tichy- handelt, und ist dem nur noch wenig hinzuzufiigen. Nac.li der Geschiebefülirung

lima' «Ier Biwihe zu urtheilen, ballen die Pyroxendacite vom Wawani bis Ui la

a uil-

an und erstrecken sie sich weiter ostwiirts vermuthlicli bis in die Gegend des

3

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Ajer Mamiia. Preilich kommt, Pyroxendacit auoh noch bei Hitu unter den Geröllen des Strandes vor, aber seine Herkunft liisst sicb liier nicht feststellen, und es wnrde schon oben bei Behandiung des Andesits hervorgehoben, dass letzte-rer in der betreffenden Geiend unter allen Umstanden als das herrschende Öe-

c3

birgsglied zu betrachten sei. Dass der Pyroxendacit indessen anf' Aiubon nicht etvva anf den Wawani und die weitere Umgebung von Hila beschrankt ist, be. weisen die Gerölle dieses Gesteins aus der Bbene von Rnmatiga und vom Süd-strande L e i timo r' s sowie das unter N® 5 von M ü lier angeführte Gestein , welcbe.s an der Südostküste von Hitu ansteht '). Fiir die Verbreitung des Pyroxendacits im südwestlichen und nördlicben llaruku möge unf die Karte und die Einzel-bescbreibungen verwiesen werden, desgleicben fiir das Vorkommen im nord- und südöstliehen S a p a r u a.

Da der Pyroxendacit seiner mineralischen Zusammensetzung nacli einerseits in Pyroxeuandesit andererseits in Biotitdacit verlüuft, so ist eine sichere Bestim-mung bei Geröllen und vereinzelten, losen Blöcken bisweilen init selir grossen iSchwierigkeiten verblinden und mitunter überhaupt nicht auszufübren. Dort \vo man einen vorwaltenden Hauptgesteins(;liarakter feststellen kann, sind allerdings die Zweifel ausgeschlosseu; aber wiederholt musste ich mich bei den Einzelbe-schreibungen mit der allgemeineren Bezeicbnung „Daoitquot; begniigen , und aucb die Ahtrennung vom Andesit konnte nicht immer mit der erwünschten Sicherheit erfolgen. Inzwischen werden die an der Hand der zurückgelegten Wege ruitge-theilten Beobachtungen keinen Zweifel darüber bestehen lassen, inwiefern iin Einzelnen eine Bestimmung überhaupt möglich war, und auch die kartographische Darstellung tragt diesem ümstande thunlichst Rechnung.

üeber die fjagerungsform des Pyroxendacita ist bei dem Mangel grösserer Auf-schlüsse uur wenig bekannt. Das im WaëLilla, am Gehiinge des Wawani, anstebende und in rundlichen Massen verwitternde Gestein ist gleiob den 50 m. höher beobachteten Klippen am Abhange desselben Berges wohl ohne Bedenken auf einen Strom zurückzufiihren. Dagegen dürften die lose aufgelesenen Gesteine und die ganz zersetzten, abgerundeten Blöcke, welche weiter aufwilrts hiiufig vorkommen, als Auswürflinge zu deuten sein. Dafür, dass der Gipfel des Berges (der Tunahuhu) aus losen Auswurfsmassen gebildet ist, s[)richtlt; auch der Umstand, dass die Wurzeln der Baume dort weit über dem Brdreiche hervorstehen, was durcb eine leichte Portführung des letzteren zu erklaren ist1). Zweifelloser Vul-kanschutt von Pyroxendacit kommt am Kap As sal vor; zusammengeschweiste Agglomerate finden sich ferner an der Bucht von Oma sowie bei UI at.

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1

Vgl. Koiacborichl juig. 21—22.

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Das Bruptivgestein verwittert in der Regel zu einem gelb- bis dunkolbraunen, seltener zn einem rothbraunen Lehme, weieher auf dem Amahuralu von einer düiiuen, au Kajuputi reichen Waldung oder von Gras bedeckt ist; dagegen ist der Wawani überall von einer dichten Vegetation bekleidet.

ALTERE SEDIMENTË UNI) DIABAISQEHTEIJNi'l.

[Jelier die hier zusammengefassten Gesteine liLsst sich wegen Mangels an Auf-schlüssen und bei dem Feblen jeglicher organischer Resie uur sehr wenig aussagen.

Im AVesten von Rutung sehliesst sicli tien Peridotiten ein im Mittel A 7Ü00 streiohendes, steil aufgerichtetes Schiehtensystem an, weiehes in der Richtnng voin Innern der Halbinsel uach dem Strande zu ans dichtem, grauem Kalkslein, san-digem Öcbieferletten und Sandsteinen besteht. Wabrscheinlieh ist der Kalkstein die ill teste dieser Gesteinsarten und lehnen sich letztere derart an die Peridot,ite an, dass man beim Hinuntersteigen nach dem Meere bin vom Liegenden ins Hangende gelangt. Mit dieser Schicbtengruppe dürfen anseheinend noch Sandsteine zusammengefasst werden, welche in gestörter Lage in der Nühe von Batu Gad-j ah, auf dem nach Soja fiihrendeu Wege, innerbalb des Gi'anitstocks auftreten. Die Lagerungsform liisst sich so auffassen, dass die Sedimente anfiinglich in einer Einsenkling des Ernptivgesteins abgelagert und spill er zusammengeschoben wurden: denn einerseits mussen sie beim Feblen jeder Spur einer Conlactmetamorphose jünger als der Granit sein, andererseits bat die mikroskopische Ihitei'suchung ergeben, dass die Minoralien des letzteren vielfach mechanisch defornrirt wurden '). Es könnten also Sandstein und Granit sehr wohl denselben Druckwirkungen aus-gesetzt gewesen sein 1).

Gerölle von Sandstein fanden sich noch am Strande zwischen liutu Muri und Rutung, im Schotter des Batu Merah und in der Ebene von Uumatiga.

Im Anschlusse hieran moge ein Gestein erwtihnl werden, welches zwar nicht sicher bestimmt werden konnte, aber doch vermuthlich als Diabas zu bezeichnen ist. Da es in der Nachbarschaf't des Sandsteines im Oslen von iïalu Ga dj ah ansteht, so liegt die Annahme vor der Hand, dass das betreflende üruptivgestein diesen Sedimenten als Lager eingesohaltet sein konnte. Aueh die zahlreichen Gerölle von Diabasporphyrit, welche an der Südkiiste von Leitimor, et was nordöst-lich von der Bai von Hukurila, vorkommen, sind vielleichl auf' die Zerstö-

1

Vermuthlich gohören hiorher aucli dio Scljielor, welchu nach Lesson den Granit ini Gobirgo von Soja iiborlagcrn (8i(!h : Literatur, obon |)ag. 2), sowie dio von Evorwijn nnlerauchton M a r m o r-A r te a , wolche von der Siidwostocko von Hitu nnd aus der Nilhe von I5atu Ga dj ah stBramcn, und unter denen namentlich der unforn Batu Gadjah anstohende, hellgraue Kallcstein von interesse ist (I.e. pag. 173).

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rung von Einlagerungen zurüokzuführen, welche der westlich von Rutung anste-henden Formation angehörten. Beide Vorkommnisse erganzen sich in gewissem Sinue und verleilien dadarch der hier ausgesproehenen Hypothese einen hoheren Grad von Wahrscheinlichkeit.

TERTIARE KALKSTEINE MIT RA.DIOLARIEN.

Radiolarien iuhrende Kalksteine fanden sicli an verschiedenen Orten an f der tlalbinsel Hitu, woselbat sie im Bette des Waë Maspait und in nachster Niihe des Nordstrandes, am Kap Mamüa, anstehen, wiihrend grosse, lose Blücke der liierlier gehörigen Schichten gleich westlich vera Ilauptorte, an der Mündung des Ajer Wakal und des Waë Lela, vorkommen. Letztere können also nur aus Ablagerungen staramen, die wenig landeinwarts am Nordahhange des Qebirgslandes anstehen.

Die Gesteine sind leicht zerreiblich, diejenigen vom Maspait gelblichweiss, von der Nordküste hellgrau gefarbt; sie führen dieselben Radiolarien, obwohl letztere in dem vorherrschend aus Glohigerinm gebildeten Kalksteine vom Maspait nur sehr sporadiscli auftreten. Am reichsten an Radiolarien ist der mergelige Kalk-slein vom Ajer Wakal, und Rüst, dem icb eine vorlaufige Prüfung der liier behandelten Vorkommnisse verdanke, theilte mir mit, dasa unter den zahllosen Gesteinen, die er auf Radiolarien untersucht hahe, nur wenige sich beiinden, welche die Schalen dieser Tbierchen in solcher Menge und in so vorzüglichem Erhaltungs-zustande führen wie dies Gestein von Ambon. Dem briefiichen Berichte dieses Forschers entnehme icb noch Folgendes:

Das Gestein V(uu Ajer Wakal hat die grösste Aehnlichkeit mit einem Mergel, welcher im nordwestlichen Manitoba in Canada vorkommt und von Selwyn und Tyrrell zur oberen Kreide gerechnet wird; es iihnelt ferner einem cretaceï-schen Radiolarienmergel aus Südcalifornieu. Dagegen bat das ambonesische Vorkommen ein ganz anderes Gefüge als die meisten der Rüst bekannten, tertiaren Radiolariengesteine, wie diejenigen von Galtanisetta in Sicilien, O ran in Afrika, Barbados, den Nikoharen u. a. O. Mehrere Arten aus dem Kalksteine von Hitu sind ferner bislang nur in der Kreide beobachtet, und unter anderen kommen auch 4—5 dor von Rüst abgebildeten Radiolarien aus dem Morgei von Manitoba1) in dem Gesteine vom Ajer Wakal ver, wiihrend eine in den

11 Dr. D. Rüst, ContribuUuns to Canadian Miki'o-Palneontology, Part IV; with introduction by -T. B. Tyrroll. (Gcjolo;;. a. Nut. Hist. Survey of Canada, Ottawa 1892). Das oborcrotaceïsclio Alter der Radiolnricnschiobten von Canada ist iibrigena nicht gnuz zwoifollos, donn Tyrrell sagt; „Above Ibis outcrop of Rndiularian sebule nc exposures of rock in place were seen, but the position assigned to it .. . . ia believed... . to he approximately correctquot; (I.e. pag. 103).

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«7

canadisclien Schichten beobachtete Spongie (Jildlda spec.) in allen Radiolarien lïtlii'un-den Kalksteinen von Ambon zieinlicli hanfig' i.^t. Andererseits sind aber mindestens ebensoviele Arten auf tertiare and lebende Formen zn bezieben, und liiist konnte demnacb auf öruud seiner vorlaufigeu Untersuchung zu keiner sieheren AUersbeatimmung gelangen; er neigt indessen immerbin der echon anfanglich von mir vertretenen Ansicht zu, dass die betrcffenden Ablagerungen von Ambon jünger als Kreide seien.

Wenngleich sich nun an der Hand der palaeontologiBchen Ergebnisse eine end-giltige Altersbestimmung der Jladiolarienscllichten bis jetzt nicht erreichen liess, so ist dennoch ihr postcretaceïsches Alter mit Sicherheit aus einem anderen (;ni stande abzuleiten. Die Tbatsache namlich, dass die Kalksteine vom Maspait den vollstündigen Mineralbestand der Pyroxendacite enthalten, beweist dass sie erst gebildet sind, nachdein bereits neovulkanische öesteine auf Hitu hervorgebrochen waren, also nach Ablaut' der Ereideperiode. Nun können aber die betrcffenden Kalke nach dem oben angefiihi'ten, palaeontologischen Befunde schwerlich noch jünger als tertiar sein und dürfen sie somit wobl ohne üedenken der Tertiarfor-mation zugerecbnet werden.

Das Wenige, was über die Lagerungsverhilltnisse bekannt wurde, lüssl sicli mit der iiier gemachten Annahme öehr wohl in Einklang bringen; denn im Maspait befinden sicb die Radiolarien fülirenden Schichten in einem tieferen Niveau als die (juartüren Kalksteine, welclie die Gipfel der beiiaciibarlen Höhen bedecken, und am Kap Mamiia sind sie vermutblirh durch Meereserosion blosgelegl.

Das Material der Ablagerungen liisst sicli in alinlicher Weise wie l)ei ilem tladiolarienschiamin der Tiefsee isoliren; es limiet sicii darunter eine grossere Auzahl fossil noch niclit beobachteter Formen, deren genauere Untersuchung spater erfolgen wird.

KA RANG.

Karamj ist der malayische Name fiir Klippe; in dein bier bebandelten (Je biete verstebt die Bevölkerung darunter indessen ausschliesslich Koralienkalk, was sicb leicht aus dem Umstande erkliirt, dass diese Hildung liiiigs den Kiiston sehr allgemein verbreitet ist. Es ist darunter aber nicht mir der Koralienkalk des S Iran des, auf dem sicli ein grosser Theil des Lebens der Eingeborenen abspielt, begriffen, sondern auch das seiner Entstehung' nach gleichwerthige Gestein, welches oft weit landeinwarts und in ansebnlicben Höhen angetrolfen wird. Dass tlie Leute eine ihnen so wobl bekannte Eildung audi an solchen Orten wiedererken-nen und mit demselben Namen wie die Klippen des Strandes belegen, ist schon an und fiir sicli verstandlicli; doch wiirden sie derselben schwerlicli viel iieac.li-

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tuug gp.sclienkt liaben, wenn die Oberflachenbeschaffenheit des Korallenkalkes nicht derart ware, dass das Begehen dieses Gebirgsgliedes iïïr den barfussigen Inlander höchst unangenehm ist. Mil Karang bedeckte Wegslreckeu seiner Heimatli sind ihm aus diesem Grimde audi sebr geuau bekannt, und was mir über die Verbreitung von Kuralienkalk mitgetlieilt wurde, habe icii immer bestütigt ge-tVuulen, falls ich die betrefi'enden Gegenden spater selbst besuchte.

Die Oberfliiche des Gesteins ist namlich löchrig, mit scbarfen Kanten, Sjiitzen und Zinken verseben, wodureb grobporöse, schwamm- oder wabenalniliclie Gebilde entsteben. welche nicht etwa auf die Form der sie zusammensetzenden Ueberreste von Organismen zurückzuführen, sondern von diesen fast völlig nnab-liiiugig sind. Diese lieschatfenbeit des Karangs verdankt ihre Entstehung der chemi-schen Einwirkung' und der Brandling des Meeres.

Wenn das lebende Korallenrill' infolge fortschreitenden Wachsthums oder einer negativen Strandverscbiebung bis in den Bereich der Brandling gerückt isi und nur noch vom Hocbwasser überstrümt wird, su scblagen die Wellen nicht nur zahlreiche Aeste von den Stücken herunter, sondern die Brecber lüseu aucli ansehn-liche Blöcke vom Aussenrande des Rilfs ab, schieben sie mit dem Hocbwasser dem Lande zu und haufen sie an der Kilste auf, um dort die Zerkleinerung des Materiales fortzusetzen. Der Sand, welcher hierdurch und durch dieZertrümmerung der oberflachlich abgeschlagenen Koralleniiste sowie der Schalen riff'bewolmender Thiere gebildet wird, dient nun nicht allein zur Verfestigung des Korallenbaus; er wird vielmehr durch die auf- und ablaufenden Wellen über den Ebbestrand bin- und herbewegt und mit grosser Kraft in die oberllacblichen Hohlungen des Gesteins Lineingetrieben. Die Folge davon ist, dass der zur Ebbezeit trocken lau-fende Strand in allen seinen Theilen abgescblifTen und hilufig, trotz seiner zackigen Beschaff'enheit, im Einzelnen fein poliert wird.

K. Semon liat freilich mit llecht darauf bingewiesen, dass die Wiinde der im Korallenkalke vorkommenden Hohlungen von den sie bewohnenden Thieren, wie Krebsen, Seeigeln und Schlangensternen, abgescbliffen werden, und dass Wiirmer sowie Holothurien den Sand, welchen sie verschluckten, ins Innere des Bans verschieppen, so dass er hier als Scbleifmaterial dienen kann '); an der zu Tage liegenden Obertlache des Riffs sind aber diese Eintlüsse der Thierwelt gegen-über der weit kraftiger wirkenden Tiiiitigkeit der Brandung jedenfalls von sehr untergeordneter Bedeutung. Bisweilen ist die Oberfliiche der Karangs audi rauh, da ihm stellenweise ein feiner Sand beigemengt ist, welcher bei der Verwitterung

I) K. Semon. Im australischen Husch mid an don Kiislcn des Korallennieores, ])!ig. 501. — Leipzig 18%.

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3fJ

in Gestalt kleiner Warzen liervortritt; bei trockengelegten Korallenkalken ist sie iu der Kegel mit einer dünneu, sobmutziggrauen, selfener uiil einer seliwarzen YerwiLteruugsrinde veraehen.

Das Gestein selbst ist stets hell gefarbt, sebmutzig- oder gelblich-weiss bis gelbliebgrau, bisweileu aucb lichtbraun oder fleiscbfarben , sebr biiufig diirch die oin-gescblossenen, kleineren, organischen lieste weiss getleckt, mul die weissen Flecken lösen sicb unter dein Mikroskope vielfach als Kalkalgeu ( LiUiolhaiiinhmi) au(', welclu; an der Zusammensetzung des Karangs einen selir wesentlicbeu Antbeil nebmen. Vorberrscbend ist letzterer (vvenu man von der löcbrigen Beschaffenheit seiner Oberfiücbe absieht) feinporös, und bisweileu erscbeint das Gestein dein unbe-wad'ueten Auge diebt; andererseits können die Poren aber aueli sebr gross werden, bis scbliesslicb zellige Gebilde enlsteben. Mil unter ist der liiHkalk su locker, dass man in ilnn noch deutlicb die einzelnen Stöcke des Baus in ibrer ursprünglichen Stellung vvabrninimt; doch scbeint dies nur bei den allerjüngsten der bieher gehö-rigen Bildungen vorzukommen; ich habe es mindestens bei denjenigen, welche bereits weit üher das jetzige Meeresniveau hiuausgerückt sind, niebt beobachtet. Wohl findet man unter letzteren neben den vorherrschenden, festen, auch zerreib-licbe Gesteine. Ganz lm Gegensatze bierzu sind andere Vorkommnisse iein- oder gar grobkörnig, ohne dass die Korallenstructur liierbei ganz verwischt wird. Aus dem Karang dürften aucb schone Aggregate von Kalkspatli mit wohl entwickelten Prismen- und Rhomboëderfiücben stammen, welche sowohl in der Nillie von Hitu als in der Gegend von Aboro vorkommen und von den Frauen zerstampll werden, um als Puder Verwenduug zu tinden1).

Eine Gesetzmassigkeit in der Vertbeilung der verschiedenen Varietiiten von Karang lilsst sicli nirgends erkennen; unter anderen sind aucb die körnigen Kalk-steine keineswegs durch eine höhere Ijage, und somit durch höheres Aller2), vor den übrigen ausgezeichnet. So kommt z. B. ein zuckerartiger Kalkstein unf'ern llumatiga in nur 40 m. Meereshobe vor, und auf dem G. Karang Pandjaug lass ich grobkörnigeu Korallenkalk in einer Höbe von etwa 1UÜ m. aut'. Uagegen stellt der Karang, welcher 177 m. bocli am Westabhange des Amahuratu ansteht, ein leiebt zerreibliches, poroses Gestein dar, und ebeuso fehlt die körnige Structur einem Handstücke von grobporösem, t'estem liilf'kalk, welches in etwa 400 m. llöhe auf dem G. Nona gesammelt wurde.

Der faunistische Oharakter des Karangs ist trotz seiner organogenen Natur ungemein schwierig zu beurtbeilen; denn au seiner polierten überfliiche wird

1

Es gehöron hiorhor auch dicjcnigcn Kalkstoino, welche ich IViiher von Ambon bcschrioh („Nouc Fund pu nktoquot; etc.; coll. Mack lot N0 9, 25 und 20).

2

vgl. union.

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die Korallenstriictur schou selir haltl verwischt, so (lass bereits der jetzige Ebbe-strand ein eintönig graues Gebilde darstellt, welches zu dem formenreichen, stets vom Meere bedeckten Korallenfelde im schiirfsten Gegensatze stelit. Nocli mebr ist dies bei trockengelegten liilFeu der Fall. Die Brandung hat ferner die meisteu Schalen von Mollusken und anderen riffbewohnenden Thieren zerstört, und so ist es erklilrlich, dass man noch am haufigsten Jteste der Tridacna gigas Lam. antrifft, deren gewaltige Gehause im Stande sind, der vernichtenden Wellenwir-kung Widerstand zu leisten. An eiuzelnen Orten sind dieselben sogar ziemlich hiiufig. Niichstdem finden sich vor allem Bruchstiicke von Korallen, die bisweilen als Grus über die überfliiche der von Karang bedeckten ilohen ausgestreut sind. Dagegen liiilt es schwer, aus dem durchaus ungeschiehteten Gesteinc Petrefacte herauszuschlagen, welche fur eine niihere Bestimmang brauchbar wiiren. Man ist vielmohr aul' gelegentliche Boobachtungen an der Oberllache der Kalke angevvie-sen, und diese werden noch dadurch beeintrachtigt, dass die organischen Keste vielfach nur in Steinkernen vertreten sind.

In Dihmschliffen wird man lAthotkamnien wohl kanm einmal ganz vermissen, und in der Hegel sind diese Algen ungemein hiiufig; bisweilen nehmen sie rait Kchinidenresten und Foraminiferen den Hauptantheil an der Zusammènsetzung des Ivarangs. Unter den Foraminiferen ist Glohujcrina sehr hiiufig; sodann koramen Tcxlularidcn und liotaliden, worunter Tinoporus in eiuzelnen Exemplaren, vor, ferner Amplmletjina. und Ci/clocli/pom. Letztgenannte Gail ung ist indessen sehr selten und wurde nur in einem Kalksteine von Batu Merah auf Ambon (coll. Macklot N0. 26) beobachtet. Es ist eine kleine Art von etwa !5 mm. Durchmesser. Die feilen schicht, welche im Verticalsclmitte eine sehr deutliche Zuwachsstreifung zeigt, ist in der Mil,te stark entwickelt, so dass sie eine knopfartige Verdickung bildet und der Verticalschnitt an Orbitoides erinnert, Dadurch steht die kleine Art, deren ntiherer Bau noch nicht hinreichend festgestellt werden konnte, den beiden recenten Vertretern der Gattung (6'. (Jarpenlari Brady und 6', j/uembelianus Brady) jedenfalls niiher als den aus dem javanischen Tertiar bekannten Species.

Die bis jetzt vorliegenden Untersuchungen sind nun zwar keineswegs hinreichend, um mit Sicherheit behaupten zu können, dass sich unter den Verstei-nerungen des Karangs überhaupt keine ausgestorbenen Arten beftinden; aber ande-rerseits babe ich auch keine einzige Form beobachtet, die auf ein tertiiires Alter der betreffenden Bildung hinwiese, trotzdem das Studium des ostindischen Tertiiirs mich, viele .lahre lang beschaftigte und mir dessen Fauna hierdurch sehr wohl bekannt ist. Es liisst sich vielmehr Alles, was ich an Fossilien in den Korallen-kalken antraf, zwanglos mit noch heute lebenden Species in Verband bringen. Unter anderen fehlen auch die im iavanischen Tertiar so sehr verbreiteten, grossen

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Cjjcloolypeeit-hxisw, gleichwie die Orhitoiden, Nummuliten vmd Alveoliucn vermisst werden. Diese Foraminiferen könnten bei der grossen Zahl der schon iinterwegs hieraufhin gepriiften Kalksteine scliwerlich der beobachtung entgangen sein.

Ueberhaupt wiirde ein tertiares Alter nur für die höher gelegenen Korallen-kalke in Frage kommen; demi die jüngeren, noch wenig über den Meeresspiogel lün-ausgeriickten Partieen des Karangs stellen sicli in sehr vielen Fallen als die directe Fortsetzung des lebendon Haus dar, und fast allgemein lieg'en Korallenkalke an den Gehangen derjenigen Klistenabschnitte, welche aucb heute noch von Riffen umgeben werden — ein Beweis, dass zur Zeit itirer Bildung die Vertheilnng der Bache bereits dieselbe war wie jetzt und dass mithüi das Relief der betreffenden Gegend, abgesehen von der Strandverschiebung, seither keine wesentliche Aenderung erfahren bat.

Wilhrend also einerseits die fossilen, aber noch niclit sondèrlich liocli gelegenen Korallenkalke unzweifelbaft als quartar zu bezeichnen siud, ist andererseits ili re Trennung von den wei ter landeinwarts vorkommenden und bis zu mehreren Hunderten von Metern ansteigenden Riffbildungen unmöglich auszuführen. Ver-muthlich müssen auch diese iiltesten Ablagerungen von Karang noch dem Quartar zugerechnet werden und handelt es sich um eino Formation, welche ganz allmilhlig vom Altquartar bis in die Gegenwart verlauft. Sollte aber ein Theil derselben dennoch ins Tertiar zurückreichen, was nacli Obigem als luiwahrscheinlich be-trachtet werden muss, so kann immerhin nur der allerjüngste Absclmitt der ge-nannten Periode in Betracht kommen, und selbst dann ist es nicht möglich, eine geognostisclie Grenze innerhalb derjenigen Bildung anzuweisen, welche ich unter dem iudifferenten Namen Karany zusammenfasste.

Nicht immer stellt der Korallenkalk zusammenhangende Decken dar, und es fehlt nicht an ausgedeiinlen 81 rocken, welche nur mil losen Blücken, IS rocken oder Fladen dieses quartaren Kalksteins bestreut sind, so dass sein Liegeades überall hervortritt. Doch ist dies nicht Regel; die Riffkalke bilden vielmehr vor-herrschend ununterbrochene Ablagerungen, welche durchaus geschlossen sind und die alteren Gesteine so vollstandig maskiren, dass es manchmal sehr schwierig wird, sich ein richtiges Bild von dem geognostischen Aufbau der Gegend zu ver-schaffen. Das auf Karte II dargestellte Profil des G. Rila könnte auch erfahrene Geologen Uiuschen und die Vorstellung wachrufen, als bestfinde der ganze Berg aus Karang, wiihrend dieser doch nichts anderes als eine verhiiltnissmassig dunne, mantelartige Umhüllung des unter ilim lagernden, neovulkanischen Gesteins dar stellt.

Aus gleicheu Grimden bult es sehr scbwer, die Machtigkeit der Formation zu beurtheilen; Messungen an den Gehangen zur Bereclmung des Verticalabstandes

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luhrflii niclit zum Ziele; es lassen sicli nur die Schluchten und sonstigen Aui-schliisse fiir dieseti Zweck verwenden. Die grosste, beobachtete Miiclitigkeit der Karangdecke betrug etwa 30 m., und mehr als 10 in. Dicke sclteint sehr btiutig vorzukommen, doch siukt dieselbe in vielen Fallen bis auiquot; wenige Meter, und mitunter sieht man nur dünne Schichten, welche daun in die zerstreut auf'tre-tende Karangpartieen verlaufen.

Nirgends traf ich deutliche Schichten oder Biinke in den fossilen llillen dieser Gregontl an; dagegen sind sie vielerorts von verticalen Spalten durchsetzt, die man bisweilen schon an kaum trockengelegten Korallenkalken beobachtet. Dazu gesellt sich mitunter ein mehr oder minder horizontal verlaufendes Kluftsystem, so dass die ganze Masse in grosse, polyëdrisohe lllocke zerfallen kann; doch gehort dies zu den seltenen Ausnahmen, wtihrend man in der Hegel auch bei den iniichtigsten Korallenkalken ein continuirlich gleich beschafTenes Gebilde wahrnimmt, soweit dasselbe nicht durch Hohlungen unterbrochen wird, die aui' anfangliche Lücken in den Korallenbauten zurückzuführen sind ').

In der Landschaft ist der Karang hiiulig schon aus weiter Feme zu erkennen , namentlich dort wo er bis zum Gipfel der Berge reicht und diese abflacht. Die von ihm gebildeten Terrassen, welche ilire kahlen, hell hervortretenden Absatze dem Meere zukehren, bieten eine weitere Handhabe zur Beurtheilung seiner Verbreitung, und unmittelbar am Strande liisst, dio lochrige Beschallenheit des Gesteins auch in der Regel schon vom Boot aus eiue sichere Unterscheidung von anderen Kalksteingebilden zu. Abgesehen von den in ihnen auftretenden, steilen Stufen ist ferner die Überflache der fossilen EiH'e meistens durch eine üppige Vegetation ausgezeichnet; denn das gelblichbraune Zersetzungsproduct, welches den Karang bedeckt, liefert ein sehr fruchtbares Erdreich, auf dem zabl-reiche PHamungen angelegt werden. Bisweilen wird hierdurch ein schrotier Gegen-satz zu den anderen, die Höhen aufbauenden Gesteinen hervorgerufen, so z. B. im mittleren Saparua und besonders am südostliclien Gehiinge des Rila, woselbst der Karang dicht bewachsen, der Dacit dagegen nur mit einer dünuen Vegetation von Kajuputi hekleidet ist, wahrend Pllanzungen von Gewiirznelkenbaumen, Arengpalmen und Canarium unmittelbar am Fusse der schrofl'en Kalksteinfelsen gelegen sind.

Dass letztere hier so wohl gedeihen, dürfte indessen noch mit einer beson-deren Eigenschaft der fossilen Rifle in Zusammenhang stehen, mit ihrer Fahigkeit nümlich, grosse Mengen von Wasser aufzusaugen, um dieselben in den zabllosen.

1) J)a8soll)o heobaohteto ich uuch bereits in West-Indien (Niodorl. Wcst-lndica II, pug. 79 u. 100).— So moil reclmot zu diosor Cntegorio von Höhlen diojonige vom Batu Gnntong auf Ambon, wolcho ich sell)st nicht bcsucht hube (1. c. pug. 51^7)

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feiiieii Puren, gleichwie in einem Scliwamme, l'ostzuhalten uiul in iler Trockeuzeit allmiihlig wieder abzugeben. Hickert nun das Wasser bis zur Basis dos Karangs hinab und triff't es lüer auf ein minder darchlassiges (iestein, im gegebeaeu Falie auf Dacit, so muss an der Grenze beider Bildungen eine wasserfiihrende Schiclit entstehen, und gelit diese Grenze zu Tage aus, so wird das Wasser am Eusse einos steilen Absturzes vou Kalkstein liervortreten. Keiclit dagegen die Karangdecke ohne Unterbreclmng von der ïïohe bis zum Ötrande abwürts, so wird das Wasser unler ilir au der Grenze des Eruptivgesteins ins Meer abfiiessen, eine Erscheinung, welche man bei Niedrigwasser an der Bai von Saparua sehr deutlicli beobachten kaun. Diese Verhaltnisse sind gauz analog den Quellenbildungen auf den west-indischen Insein Curasao, Aruba und Bonaire, von wo ich sie früher aus-führlicli beschrieb. ') Dieselben erkliiren aucli, weswegen Brunnen, welche sich auf den Insein unt'ern der Kliste im Karang beiinden, zur Ebbezeit ausirocken; deun uur zur Pluthzeit wird das Wasser unter dom fossilen Rifl'stein am Abilies-sen gehindert und somit aufgestaut. Dass die Brunnen bierbei selten brakisch werden, ist ebenfalls leiebt verstandlich; es wird dies nur bei ungenügeuder Zut'uhr von Wasser aus dem Innern des Eilands eintreten können. Im Dorf'e Uil u entspringt eine (Quelle aus dem quartaren Korallenkalke.

Für die Verbreitung dieser Formation moge auf die Darstellung der Einzel-beobaebtungen sowie aul'die Karten verwiesen werden; es ist dem nur noch sehr wenig hinzuzufiigen.

Das oben erwiihnte Handstück vom Q. Nona habe ich niclit selbst gesam-melt, sondern von Herrn G. F. d e B r u y n K o p s erhalten, welcher den Berg wahrend meines Aufenthaltes auf Ambon hestieg. Seine Wahrnehmung stimmt mit derjenigen von Semon iiherein, welcher sagt: „Den G. Nona selbst tand icli bis zu seinem Gipfel, der etwa 4SU m. iiber dem Meere liegt, von Korallen be-decktquot;, und nach dessen Beobachtung auoh auf den Vorbergen des G. Nona Karang ligt1). Laut Mittheilung desselben Forschers kommt ferner diese Formation an der Kuste des östlichen Hitu von Suli bis Wai vor, unter anderen auch bei Tengatenga. Sie zeigt hier deutliche Terrassen, welche einen his mehrere Kilometer breit sind 3), Ich selbst beobachtete bei Gelegenbeit von Kü-stenfahrten Felsen, die ich für Riffstein ansehe, noch an den folgenden Orten: An der Südseite der kleinen Insel Melano, unfern Saparua; sodann im südwestlichen Hitu au der Bai von Ambon, etwas nordöstlich von Alang; ferner au verschie-denen Punkten zwisehen dem ïj. Alang und Wakasihu und endlich au der

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I.e. pag. 534—535. !i) I.e. pag. 523, 527 u. 580.

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Ostkflste von Puin Djambu, tier südlichsten, zu tleu kleinen Pulu Ti ga ge-hörigen Insel, welulie westlich von Asilulu liegl,. In die Karte siiul die meisten dieser Vorkommnisse nur hypothetisch eiugetragen, weil sie nicht mit der wün-schenswerthen (Jenauigkeit localisirt werden konnten.

ST RAN 1)V ER SCHIK BUM G.

Aus der verticalen Verbreitung des Karangs geht hervor, dass seit der Ent-ötehung seiner iiltereu Partieen eine sehr hedeutende, negative Strandverschiebung stattgefunden hat, und der allmühlige Fortgang der letzteren ist durch zalilreiche, vvolil entwickelte Brandungsterrassen angezeigt. Am Eusisina auf Nusalaut, t'erner am Amailiel und am Jiila auf Sajmrua sowie an vielen anderen Orten sind solche Terrassen sehr klar ausgeprilgt; der Uil a besitzt au seinem südlichen Gehiinge nicht weniger als elf deutliche Stufen. Sind nun diese Terrassen aus eineni zusammenhangenden Mantel vun Korallenkalk, welcher bereits vor dem Eintreten der Strandverschiebung bestand, herausgenagt worden, oder bildete sich der Karang derartig über den alteren Kernen der Eilaiule, dass sich mit dem Eortschreiten der Strandverschiebung Jedesmal ein neuer, einer Terrasse entspre-(diender Ring von Rifl'kalk auswarts an die trockengelegten, alteren Korallen-kalke anfügte'!' 15ei der lieantwortung dieser Frage ist Folgendes in Erwiigung zu ziehen:

Es wurde oben gezeigt, wie ein in den Bereich der Braudung geriicktes Ko-rallenfeld durch Corrasion zu einem Brandungsstrande von eigenartiger Oberfla-chenbeschaffenheit umgevvandelt werden kann, ohne dass hierbei noch an die Zer-stürung iilterer Gesteinsmassen gedacht zu werden braucht. Indessen versteht es sich von selbst, dass am Innenrande eines solchen Strandes gleiohzeitig eine Hohl-kehle entstehen muss, falls letzterer, ohne übermiissig breit zu sein, durch eine Steilküste abgeschlossen wird. Diingt die Hohlkehle tiefer ins Gestein hinein, und stürzt dieses infolge der Unterwaschung nach, so wird sich der Brandungs-strand in bekannter Weise landeinwiirts weiter ausdehnen. Derselbe besteht nun aus zwei Abschnitten, welche ihrer Entstehung nach insofern sehr verschieden sind, als der innere dem Lande abgewonnen wurde, wahrend der aussere im Wesent-lichen der Überflache des kaum entstandenen Korallenriffs entspricht und niemals von anderen Gesteinen bedeckt war. Ein derartiges Beispiel stellt das Bild auf Tafel IV Fig. 2, welches an der Küste von Nusalaut aufgenommen wurde, dar: Es ist Niedrigwasser; der Strand, auf dem sich nur noch unbedeutende Wasser-

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lacliei) befinden, dehut sich weit seewiirts aus und liiingt am Aussenrande unrait-telbar mit dem lebenden Rifle zusamraen; bart am Ufer bemerkt man al)cr Erosions-reste von alterem Karang- mit tiefer Hoblkeble, und im Vordergnmde liegen in der Hocbwasserlinie Andesitgerölle, welcbe aus dem Vulkanschutt des Eilands herausgewasclien sind.

1st die Steilküste von Gesteinen gebildet, welcbe sich von den jüngst ent-standenen Riffkalken leicbt imterscbeiden lassen, und

ist der Strand nicht von reichlichen Geröllen oder von Sand bedeckt, so wird man die beiden,ibrer Bildung nach verscbiedenen Abschnitte von einander trennen und die Linie, von der aus die Unterwaschung der

Kiiste ibren An fang nabm, angeben kunnen. Dies *«. r. am Kai- I'ai-kku.

wird alier unmöglicb, falls die Hoblkeble in ein Gestein bineingetrieben ist, welcbes mit dem an seiner Aussenseile gewacbsenen, Jiingsten HiH'kalke ganz und gar iilier-einstimmt, also bei allen Terrassen im Karang selbsl; deun es existirt, wie oben hervorgehoben wnrde, innerhalb dieser Formation keine durcbgrei lende, von der Höiienlage abbangige, petrographiscbe Verscbiedenbeit.

Demnacb lasst sich die eingangs gestellte Frage aucb nicht mit der erwünsch-ten Sicherbeit beantworten, und die Verbiillnisse werden noch complicirter durcb den Umstand, dass man nicht zu beurtbeilen vermag, oh die allgemeinere und lang anbaltende, negative Strandveracbiebung nicht zeitweilig durcb eine posilive Verlegung der Küstenlinie unterbrocben wurde, wobei (lurch die Wirkung der Bran-dung Abrasionsflaohen entstanden sein könnten. Nur eine annübernde Beantwortung ist, nach Analogie der heute noch am Strande zu beobacbtenden Vorgünge, miiglioh.

Wir seben einerseits , dass an vielen Orten ein breiter Brandungsstrand vor-kommt, welcber lediglicb avis Korallenkalk besteht, wabrend nirgends Anzeicben dafür vorhanden sind, dass jen(3r Strand durcb Erosion alterer Karangmassen gebildet sei. Es handelt sich bier also nur um den Ansatz einer neuen Masse von Korallenkalk an die jetzige Insel, wofür namentlich die Südküste von Serau lebr-raiche Beispiele bietet. Ein derartiger Ansatz wird auch in der alteren, quartüren Zeit stattgefunden haben, und es ist bierbei ganz gleicbgiltig, wie die derzeitige Kiiste bescbaffen war. Ob sie bereits vorher von Karang bedeckt war, oder oh sie aus illteren Gesteinen bestand—in beiden Fallen konnte der Riflstein unter analogen Verlijiltnissen eine nabezu ebene Flacbe bilden, die durcb Abscbleifung zu der eigenartigen Brandungsterrasse umgewandelt und bei weiterer, negativer Verscbie-bung der Küstenlinie trockengelegt wnrde. Hierbei mussten etvva vorbandene, al-tere Korallenkalke am Strande durcb ilen jüngeren Nacbwucbs vollstiindig verbüllt und der Beobacbtung entzogen werden.

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Andftrerseits finden sich in den Absatzen, welche die iilteren, iiber denjetzigen Meeresapiegel hinausgerückten Terrassen uuterbrechen, Hölilungen, welche ganz unstreitig als frühere Hohlkehlen zu deuten sind; denn sie stimraen in jeder Hinsicht mil den Erosionsformen des Strandes überein. Die ünterwaschunjr der Kliste, welche noch stets im Fortgange begrillen ist, tand also, wie von vornherein anzunebmen war, auch früher statt, und die betreffenden Stufen sind aus alterem Karaug herausgenagt.

Sonach tnlissen auch ilie trockengelegten Torrassen zum Tlieil durch die Erosion, zum Theil durch Ansatz von neuem Hifl'kalke an der Aussenseite ent-standen sein, und in jedera einzelnen Falle wird man zu untersuchen haben, welcher der beiden Factoren bei der Herausbildung eines Hrandungsstrandes liber-wog. lm Allgemeinen wird man aunehmen dürfen, dass für die Entstehung sebr schmaler Terrassen hauptsachlich die Erosion, für diejenige sebr breiter dagegen in erster Linie der Anaatz neuen lliffsleiiis in Betracht zu ziehen ist.

Dass der vom Hochwasser liberströmte, zur Ebbezeit aber trockenlaufende Strand, welcher der Brandungswelle seinen Oharakter verdankt, unter allen Um-standen ein „Brandungsstrandquot; genannt werden dari' — einerlei ob Erosion, Abrasion oder nur Oorrasion bei seiner Herausbildung thiitig waren — versteht sicii von selbst. In diesem Sinne babe ich die Ausdrücke „Brandungsstrandquot; und „Brandungsterrassequot; denn auch schon früber angewandt, und deswegen muss ich einen mir von Sein on gemachten Einwurf') ais unbegründet zurückweissen; denn icli liabe nicht im Allgemeinen angenommen „in stationiiren Zeiten hiitte sich die Brandling im Niveau des jeweiligen Meeresspiegels in don abgerundeten Koral-lenmantel der Berghölien hineingenagt und so die horizontalen Streifen der Terrassen gescbaU'en.quot; Ich bob sogar ausdrücklich hervor, dass die losen Blöcke, welche aui' einer Brandungsterrasse unfern des Hauptortes von Saparua liegen, nicht üebeneste von früher zusammenluingenden Banken seien 2), und an einem anderen Orto wird die Brandungsterrasse von Nusalaut geradezu als Riff bezeichnet3). üeberhaupt finde icli in meinem Reisebcrichte nichts, was auf die mir zugeschrie-bene Ansicht batte hindeuten können, und Semon hat sich offenbar durch den Ausdruck „Brandungsterrassequot; irre leiten lassen.

1) I.e. pag. 536. 2) Erster Theil «l ieses Werk es, pag. 28,

'i) Daselbst, pag. ^4: lernor Vortrag in Gcsellsoh. 1'. Erdkundo ]894, N0 11, pag. 15.

4) Die IMldung dor Brandungstorrassen behandoite ieh auch bereits in meiner Hectoratsrede am Ston Kebr. 181)0 (Jaarboek der Hijka-Universilelt te Leiden), welche spiiter deutsch ersehienen isl (Hettner, Geogr. Zeitsehr. II. 18(.)6, pag. 303), also vor dom Erschoinon des Werkos von Semon, weiehos erst im Juni desselben Jahres hier in den Handel kam. Ich fiige dies liin/u, um /m beweisen , dass ieh hier nicht etwa eine nach Semon goüml erte Ansicht cntwickelte. Dass Som on I.e. von einer „positivonquot; Strandver-schiebung boim Sinken des Meeresspiegels sprieht, i»l wohl nur ein lapsus calami.

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Auf die Vorgange der Meereserosion soil indessen an dieser Stelle nicht waiter eingegangen werden, da es zweckmassiger ersclieint, alle hierauf bezüglichen, auf den verschiedeneu Insein gemacliteu Beobaclitungen spater zusarnmenzufassen. ') Nur Ein l'unkt verdient nocli besonderer Erwiibnung: Die Anzabl der alten, iiber einander gelegenen Brandungsterrassen ist an den versclüedenen Orten des be-reisten Gebietes keineswegs gleich; e.s finden sich vielmebr in dieser Bezielmng selir erhebliche Unterschiede, wie aus der Bescbreibung der Einzelbeobaclituugen zn ersehen ist. Hieraus wird man nun nicht ohne weiteres ableiten diirfen, dass die Strandverschiebung an allen diesen Punkten verschieden war; demi die Anzahl der Terrassen ist von mancherlei Nebenumstanden abhiingig, vor allem auch davon, ob die alteren Stufen bei der Herausbildung eines jtingeren Brandungs-strandes eriialten blieben oder beim Vordringen der lioblkehla wieder zerstörl wurden. Wie sind aber die grossen Unterschiede zu erklaren, welche man in der Lage des Karangs iiber dem Jetzigen Meeresniveau walirnimmt?

Wahrend der Korallenkalk auf Lei timer im G. Nona etwa 480 m. auf-wiirts reicht, liegt er z. B. auf dem dureb Hitu führenden Laudwege nur 237 m. und auf dem G. Ril a nicht mehr als 221 m. hoch. Zwar sind die bis jetzt iiber seine Verlireitung angestellten Beobaclitungen noch selir unvollstiindig, und es ist daher keineswegs ausgeschlossen, dass der Karang aucli ausserbalb Leiümor nocli in Höhen angetroffen werdm könnte, welche die soobeu von Hitu und Baparua ange-führten übersteigen; docli müssen die betreff'enden Ilölien auf den Uliassern iinter allen Umstanden weit liinter derjenigeu des G. Nona zurückbleiheu. Deun die bedeuteudsten Berge dieser Insein sind alle froi von Riffkalk, und dabei erreichen sie nach meiner Schiitzung auf Nusalaut, und Saparua überhaupt nicht mehr als 300 m. Meereshöhe. Man darf deswegen den Unterschied in der Tlöhenlage des Karangs auf Leitimor einerseits und auf den Uliassern andererseits gewiss auf etwa 200 m. veranschlagen.

Will man annehmen, dass in dem beliandelten Gebiete die relative Aendenmg in der Lage der Erdkruste und dem Niveau des Meeres überall diesel be gewesen sei, so konnte eine Aendenmg von 480 m. an den hinter diesem Maasse zuriick-bleibenden Gipfeln der Uliasser nicht in ihrem ganzen Betrage als Strandverschiebung zum Ausdrucke kommen; demi diese Gipfel mussten, falls sie in der ersten Periode der Strandverschiebung von Leitimor überhaupt schon existirten, bei obiger Voraussetzung noch geraume Zeit vom Meere bedeckt bleiben, Es ist als-dann aber schwer verstandlich, warum sich die Korallen nicht auch auf den höchsten Bergen der Uliasser, welche ihrem Gedeihen am günstigsten sein mussten,

l) Einzolne Mitthoilungon iibor Erosionslbrmon habo ich schon iViihor gemncht (Heltnor, Googr. Zoitschr. II, IS'JG, pag. 805). Sioh fernor union bei „Kinzelbeubacbtungonquot;.

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angesiedelt haben sollten, Man müsste sclion zu der Erkliirung greifen, dass sich daselb.sl zvvar aucli Riffe gebilde!, hiltteu, dass diese aber nachtraglich wieder voll-stiindig zeratört seien, eine Erklarung, die mir im Hiiiblicke daraut', dass der Karang in so viel grösserer Hu he auf Ambon erbalten blieb, giinzlich ausge-schlossen zn sein scheint.

Sonaoh bleiben aber uur zwei Möglichkeiten übrig: Entweder filllt- die Ent-stebung der höchsten Berge der Uliasser in eine Zeit, der bereits eine ausehn-liche, negative Strandverscbiebung auf Leitimor vorausgegangen war, oder Leitimor, welches in dem hier behandelten Oebiele aucb durch seinen verschiedenen geognosti-schen Aufban eine Sonderstellung einnimmt, bat eiue bedeutendere Hebung erfabren als die Uliasser.

Dass sich eine quartare Strandverscbiebung von 480 in. überhaupt nur unter Zuhilfenahme von Dislocatiouen in der Erdkruste erklaren liisst, braucht kaum hervorgehoben zu werden, wenn hierbei auch eine Bewegung des Weltmeeres mitgewirkt und den Betrag der Strandverscbiebung erhöht haben mag. Nur darüber kann noch ein Zweifel bestehen, ob die Verschiebungen innerhalb der Erdkruste in dem hier behandelten Gebiete überall gleicbmassig erfolgten, oder ob sich hierbei locale Verschiedenheiten geltend machten. Von dem Fortbestehen solcher Dislocatiouen legen ilie zablreichen, von vulkanischen Erscheinungen unabbangigen Erdbeben, welche diese Gegend auszeichnen, Zeugniss ab, und dass hiermit noch immer eine negative Verlegung der Küstenliuie gepaart geht, darf man aus Folgendera schliessen.

Der Controleur Hoos baute vor seinem flause auf Saparua einen Steindamm in die Bai dieser Insel hinaus, um auch bei niedrigem Wasserstande sein Boot besteigen zu können; er war aber seit sechs Jahren genöthigt, den Damm zu diesem Zwecke stets zu verliingern, was er durch eine Hebung des Bodens erklil-ren zu müssen glaubte. Die Eingeborenen meinen auch in der Gegend des G. Frikadel! ein Emporsteigen des Landes bemerken zu künnen.

Es entsteht schliesslich noch die Frage, oh der bedeutenden, negativen Strandverschiebung nicht etwa eine andere, positive von iihnlicbem Betrage voran-gegangen sei, so dass die jetzt von Karang bedeckten Höhen anfanglich über den IVTeeresspiegel hinausragten, darauf mitertauchten und erst spater wieder gehoben wurden. In diesem Falie sollte man in denjenigen 1'artieen des Riffkalkes, welche die iilteren Gesteine unmittelbar überlagern, zahlreiche Gerölle der letzteren zn linden erwarten, so wie ich dies in ausgezeicbneter Weise in den quartaren Koral-lenkalken von Curasao beobachten konnte 1). Nun sieht man zwar am heutigen

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WüBt-Jndieii 11, pag. 10, 17 und 82.

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Meeresstraiule des betretleinieii Gebietes vielfach Rollsteiiie, welche ontweder unlei' deru Einflusse der Brandung gebildet oder durch Büclie dem Strande zugef'ülirt sind, mit Karang verwachsen, und Aelmliohes wird auch in friiheren Stadiën der Hebung bereits stattgefunden liaben; aber uirgends traf ich docb allothigene lie-standtheile in den landeinwiirts gelegenen liifi'aleiiien an, so dass sie jedeufalls eine untergeordnete Rolle spielen miissen '). Daraus isfc zu sehliessen, dass der Karang begann, die Insein zu übervvuchern, olme dass vorber Qelegenbeil. zu reichlicher Schotterbildung gegeben war, dass also vor diesem Zeiljiunkte die Insein entweder ganz vom Meere bedeckt (Uliasser) oder docb von sebr geringer Ilohe und Ausdelinung waren. Die Amiahme einer positiven, der Hildung des Ui Hst eins vorangegangenen Verschiebung der Küstenlinie lassl, sicb mindeslons dnrcb nichts begriinden.

V ü L K A N E.

Der Wawani muss zu den tbatigen Vulkanen gerecbnet, werden, denn es bat bei ibm nocb am 17|UI1 Februar I (i74 ein Ausbrucb stattgefunden. Ks giebl bierüber einen alten, fast ganz in Vergessenheil gertitlienen liericlil s), dessen umstiindlicber und leider nicht immer klarer Darstellung ich Folgendes enlnebinc, was zur Bestiitiguug des obigen Aussjiruchs dienen kann. Die wichtigston Daten gebe ich in möglichst getreuer Uebersetzuug wieder, wübrend lm Uebrigen die sebr zerstreuten, geologischen Einzelbeiten zur Erleicbterung der Uebersicbt anders gruppirt wurden.

Am 17t0quot; u. I8tcn October 1671 wurden die Uliasser von einem starken Erdbeben beimgesucht, wobei Ambon in Mitleidenschaft gezogen wurde. Felsmassen stürzten ab, und Spalten von der Tiefe einer Cocospalme bildeten sicb. Der Strand sank stellenweise mebr als I Fuss. Zahlreicbe, schwacbere Erschütterungen folgten spiiter, liinger als ein Jalir bindurcb. Am 12tcn Juli 1G7J1 tand ein beftiges Erdbeben aul'

1) Dass sie nicht ganz fchlen, bewoist das von Aliillcr als ReihmHjucoiKjlomcrat anudillii(o Gostoin (1. c. pag. 20), wolc.hes dem Ilandatücke N® l» der M a ckl o t'schen Saiuniliniir cntspricht und hereils riiilin-von mir boschrieben wurde (Neuc Kundpunkto etc. pag. 155 und 157).

2) Waerachtigh Verhael van de schrickelijke aardbovingc, nu onlanghs oenigen tijd hcrwaerls, en de voornaementlijck op don 17 February des Jaeis 1074 voorgevallen, in en omtrent de Kylanden van Amboina etc. etc. — Batavia, 1075 (Autor nicht angegeben). — 1'. Valentijn (Oud en Nieuw Oost-lndic, ])rA'.\ II , 1724; Ambon'sche Zaken, pag. ^30) hat diesen Bericht mit unwesentlichen Zusatzen wicdergeireben , aber es iehlt darin die Naclischrü't des Originals, und ausserdem kommeu einige Fohler in der Roprodaction vor. — In der neuen, durch Dr. S. Kcijzer besorgten Herausgabo von Valentijn ('s Ciravenhaue 185()) Iehlt der Bericht über das Erdbeben von 1674 überhaupt ganz, und dies mag wesentlich dazu beigetragon haben. dns in Rede stehende Naturoreigniss der Vergessenheit zu iiberlielorn.

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Leitimor statt. „Im Beginne des Jahres 1674 bat der grosse Zorn Gottes seinen Anfang genommen in Ternaten, zunüchst mit (grosser) Sterblichkeit, dann mit grosser Erschtitterung und Aufspringen des grossen Berges Gamaknorra1) und Wegsinken der Lander darum her, mit Menschen und Allem; woven man Aschc und Stein in grosser Menge bei Ambou treiben sah. Massen von Fischen der grundlosen Tiefen wurden weit in den Wald bineingoWorfenquot;.

Das verheerende Erdbeben vom I7ten Februar 1674 trat des Abends um etwa 7.1 Uhr plötzlich ohne jedes Vorzeichen ein. „Man hörte (in Ambon) fortwilbrend Schlage wie Kanonenschüsse von ferne, docli meistens aus JV und Ar IV, woraus genügend abzuleiten war, dass einige Berge springen oder Stücke davon abfallen mussten, wie man aucli bei Tagesanbruch auf dem Lande Hitu, niimlich an den Bergen von Wawani und 3eit2) genügend seben konnte. Die ganze Nacht hin-

durch hielten die starken Erschütterungeu au...... doch meistens gab es solche

Stösse von unten her, als ob man mit grossen Balken gegen unsere Füsse an-stiessequot;. Weiterhin heisst es: „Die zwei hoheu Berge von Wawani und Manusu3) bin ter Seit habeu solche Stücke in die nachsten Thaler geworfen, dass der Lauf des dazwischen befindlichen Flusses verstopft ist, und oben einen Binuensee ge-macht4), welcher nicht ohne (lefahr heute oder morgen ausbrechen kannquot;. Das Wasser des Flusses von Seit ist „durch das Abfallen der Bergequot; unbrauchbar geworden, „weil es dick, trübe und von schlechtem Qescbmackquot; ist.

Zwischen den Dörfern Hi la und Lima au der Nordwestküste von Hitu richtete das Wasser viel Schaden an, und wurde die Vegetation dadurch vernichtet. Die Zerstörung reichte zwischen Hila und Seit „bis zu den Gipfeln der nüchstgele-genen Berge oder nach Schützung wohl 50—60 Faden hoch, und zwischen Seit und Lima nicht viel minderquot;. Der Autor glaubt, dass das Wasser aus dem Lande Hitu gekommen sei, und zvvar in der Gegend des alten Dorfes Lebelehu5) (am Fnsse des Wawani), „weil verschiedene Leute, die sicii in Fahrzeugen uur in geringem Abstande von der Küste belanden, nichts anderes ala eiue geringe Wellen-

bewegung des Wassers wahrgenommen habenquot;.....„Das Wasser war so stinkend,

dass Leute, die in Fahrzeugen uur wenig von der Küste entfernt waren, übel davon wurden, und so schmutzig, dass diejenigen, die darin gelegen batten, aus-

1

Es ist dur Gamma Ku noria auf Halm ah era hiermit gomeint.

2

Es kann hiermit nur der Wawani (und Tunahuhu?) gomeinl sein. Die Namen Wawani und Seit sind im Obigen als Ortsnamen gebraucht; denn Wawani ist ebenfalls der Name eincr alten, zu K a i totu gehorigen Niederlassung.

3

Es ist hiernnter ein Ncbengipfel des Wawani zu verstehen , welcher boi der Eruption von 1071« zum Thcil vernichtet wurde. V al en tij n schreibt Manisau statt Manusu ; doch ist Va 1 en 1 ijn's Sehroib-weiso vermuthlich unrichtig.

4

Der See bofindet sich noch auf dem Wawani (vgl, meinon Reisebericht, pag. 23).

5

Lebelehu gehorte zu Seit.

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sahen, als waren sie aus dem Sehmutz gezogen. IJoim llerannalien sali man den obersten Theil des Wasserbergs glitzern wie Feuer, und darnntei' war d;is Wasser peclischwarzquot;. An einem anderen Orte heisst es, dass dies Wasser kurz nach dem starken Erdbeben bervorbrach, mit starkem Gerauscb, und dass es „wie man spiiter von glaubwürdigeii Leulen vernoinmen bat, in der Gegend des alten Le belelm aus dem Boden seinen ürsprung genommen babe und ]ilötülicli steil emporstiegquot;. Der Strom lief etwas seewiirts und zertbeilte sicb dann in drei Arme, von denen Einer ins Meer floss, wabrend die beiden anderen sich nach West und Ost über den Küstenstricb ergossen. Auch aus einer Spalte, die sicb östlich voin W a i1To mine (östlich vom Fort auf Leitimor) gebildet batte, sprang dns Wasser wie ein Springbrunnen hervor, „wohl etwa 18—20 Fuss bocb, indem es blauen, schlammartigen Sand aufwarf, den man, wie geglaubt wurde, nicht linden würde, selbst wenn man 2—3 Faden tief graben wolltequot;,

Vier Tage spater fand in dor Nacht wieder ein starkes Erdbeben statt, wobei man in Seit ein lautes Pfeifen vernahm. Man schriel) dies Diinipfen /,u, die aus einer engen Oefl'nung des Bodens hervorgestromt seien.

Das Erdbeben vom 17lcn Februar wurde nicht nur auf ganz Ambon und den üliassern, sondern auch auf Huamual, Buano, Kelang, Manipa, Amhlau und Burn wahrgenommen; auf Ban da war die Erschütterung imr schwach, auf Ambon am stilrksten, und zwar will man sio in Uil a starker als an allen anderen Orten gespürt baben. Es begann mit heftig wogender Bewegung, welche ungeheure Zerstörungen anrichtete. „Der Weg zwiscben Ema und Soja war wohl auf 23 Stellen zerrissen'quot; '), und einige der Spalten waren 2—3 Fuss weit, „Das Land von Alt-Lebelehu (an der Nordküste von Hitu) . .. . ist wohl in der Breite eines Musketon-Schusses versunkenquot;, und auch zwiscben Seit und Hi la versank ein betrachtlicher Theil des Kiistenstriches, desgleichen an der Ost-kiiste von Huamual, beim Wac Puti. „Auf Oma (Haruku) fielen zwei kleine Berge von klipsteen (Korallenstein?) von oben herab ins Meerquot;. Auch am IS1quot;11 Februar hielt das heftige Erdbeben noch an.

Ein gewaltiges Seebeben ging mit der Erschütterung vom 17'quot;quot; Februar gepaart. Das Wasser stieg in Ambon 4—5 Fuss an und schwand dann plötzlich wieder. Von der Westküste von Hitu wird berichtet, dass sich das Wasser zu-nacbst zurückzog und der Meeresboden trockengelegt wurde, „worauf es zurück-kam und dreimal von der einen wie von der anderen Seite her den niedrigsten Theil der Insel überstrnmte, indem es mit grosser Gewalt in deren Mitte zusam-menstiessquot;. Im Dorfe Hitu stieg das Wasser nach Schatzung 10 Fuss über seinen

1

V alen lijn schroibt falschlich Oma stall Ema und „23 Kaden langquot;.

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52

gewöhulichen Stand; in Hi]a schlug es bis an das Dach des Forts. Audi auf Huamual riclitete der Wasserberg viel Schaden an; ausser von den Uliassern wird dann uur noch von Manipa und Kelang') aussergewohnlich liolier VVasser-stand erwillint. An der luiste von Ban da stieg das Meer nur wenig an,

Diesen Mittlieilungen des unbekannten Autors ist noch hinzuzufügen, dass laut Valentijn der Wawani bei deni grossen Erdbeben von 1(374 zerborsten ist; „und sind unterirdische Scbwefelwiisser auf seiner Seite an zwei verschiedenen Stellen

ausgebrochen...... weswegen audi der Begiun dieses Erdbebens jenem Berge

zugeschrieben istquot;. Bei Essen, einem Dorfe, welches gleicb dem Orte Wawani am Gehango des gleiclmamigen Berges lag und zu Kaitetu gehorte, fand man Schwefel').

Fasst man Obiges /.usammen, so gelit daraus klar bervor, dass mit dem Erd-und Seebeben eine heftige Eruption verblinden war, und dass diese nur den Wawani betroffen baben kann. Unter starken Explosionen wurde der Qipfel des Berges forfcgeschleudert und der Kratersee gebildet, wahrend eine Schlammfluth vom Ge-hange des Vulkans zum Meere binnnterstiirzte. Dass die Eruption selbst nicht naher besclirieben wird, ist einerseits dadurcb zu erkliiren, dass sie nach dem Eintritte der Dunkelheit statt hatte, andererseits durch den Umstand, dass die schrecklichen Wirkungen des Erd und Seebebens dem Berichterstatter als das Wichtigste erschienen sind.

Die Frage, ob der Wawani ein Vulkan sei oder nicht, ist zu verschiedenen Zeiten in so abweichender Weise beantwortet worden, dass icli aus diesem Grunde die obige ausfiihrliche Darstellung geben zu miissen glaubte. Es möge dem noch Einiges aus der einschlagigen Literatur hinzugefügt werden, was auch aus anderen Grimden hier von Interesse ist, obwohl keineswegs eine vollstandige Uebersicht der über den Wawani geüusserten Ansichten, die hier ziemlich nutzlos sein würde, bezweckt wird.

L. von Buch •1) zahlte den Wawani zu den Vulkanen und stützte sich hierbei zuüehst auf Valentijn, ohne indessen die Angaben des leuteren vollstandig zu kennen. Er citirte nur Theil II, pag. 104 und deutete den hier vorkommenden Satz, den icli oben übersetzte, falsch. L. von Buch berichtete dann ferner, daas 1G94 ein neuer Ausbruch des Berges erfolgt sein solle, desgleichen in den Jahren 1797, 1816, 1820 und 1824.

1

Valentijn giebt an, dass das Wassor anf Kolang 10 Fuss hoch gestanden habo; im Originalbc-rich.to steht dagegen nur G Fuss

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S. Muller') fülirte gegen die Ansicht v. Buch's an: „Binig-e ziemlicli ebene Stellen am Fusse des üerges A tetti1)...., an deuen der Boden warm ist, liier und da Schwefeldiimpfe ausstösst und audi abgesetzten Schwefel entlmlt, waren die einzigeu vulkanischen Anzeichen, die lleinwardt auffinden konutequot;. Vulkanische Producte seien überhaupt hier nicht nacbgewiesen 2); v. Buch iiabe die undeulliche Angabe Valentijn's verkebrt aufgefasst, indam er iwaoclkolkin als Lavastrome deutete, and die übrigeu Angaben über spatere Ernptionen seien durcliaus unbe-griindet. Letzteres unterliegt ancb wobl schwerlich irgend einem Zweifel, wie u. a. auch aus Veth's Bemerkungen bervorgeht.3)

F. Jung hu hn sagt: „Eigentliche vulkanische Kegelberge kommen, nach der allgemeiuen Ansicht, nicht auf' Amboina vorquot;; er nimmt aber die Existenz einer Solfatara als sicher an. Dabei stützt sich Jung huh n indessen lediglich auf die soeben angeführten Angaben von Müller. Von Yalentijn ist ihm nur die auch von L. v. Buch benutzte Stelle bekannt, die er glaichfalls corrigirt. 4)

0. G. C. Rein ward t, dessen Bericht erst nach demjenigen von Müller erschieu, sagt5), am Gehiinge des Atetti (Wawani) „war der Boden an Einer Seite durch Schwefeldiimpfe zu einer weissen Substanz, sowie gewöhnlich, zersetzt, und das meist verbreitete Gestein schien überall ein . .. Basaltporpbyr zu sein.quot; Hiernach scheint es, dass Müller die Beobachtuugen Reiuward 1's, auf welche er sich beruft, falsch verstanden hat; demi letzterer spricht keineswegs von noch Jetzt thatigen Solfataren. Veth's Mlttheilung6) über Solfatareu am Wawani dürften sich wiederum nur auf Junghuhn und somit in letzter Linie auf 11 e i n w a r d t st iitzen.

A. II. Wallace7) zahlt den Wawani von neuem zu den Vulkanen: „Es bestehen auch zahlreiche Berichte über Eruptiouen eines Vulkans an der Westseite des Eilandsquot; (womit nur der genannte Berg gemeint sein kann). Dann giebt der Alitor ein kurzes Excerpt aus der oben angeführten Arbeil v. Buch's, olme freilich seine Quelle zu nenneu. Keu es wird nicht hiuzugefügt, und von 1074 weiss W allace nur zu berichten, dass ein Dorf durch die Eruption veruichtet worden sei.

1

Dieser lior^ Atetti isl nuch lleinwardt glcich dom Wawani (Uois naar liet oostelijk gedeelte van den Indisehen Archipel in het jaar 1821, j)ag. 433, Aninerkung 3). — Veth hiilt don Atetti irr-thiimlichor Weise IVir einen besonderen Berg (Insulindo I, pag. 523). — Vermnthlieh ist dieser Kchlcr anl' Junghuhn zuriickzuführen; denn dieser spricht auch von Atetti und Wawani (Java,Deel Ill,pag. 1276)

2

Es ist dies durch die Sehwierigkeit der geognustischcn Beobachtung, worüber mein Bericht nliherc

3

Auskunft giebt, zu erkliiien.

4

•1») Insulindo (Eino mit Notizen versehene l ebersetzung von Wallace*, Malay Archipelago) I, pag. 523 —

5

Amsterdam 1870. 5) Java, Deel III, pag. 1270. — Amsterdam 1853.

6

0) 1. c. pag. 435. 7) 1. c.

7

The Malay Archipelago, Vol. J, pag 293. —• London 18C(J.

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Thatsaclie ist, dass ini'g'oiuls sichere Angaben iiber wiederliolte Eruptiouen dos Wuwani '/ai fiuden sind und dass die hauptsüclilichste Quelle, welulie tien Ausbrueh von 1674 betrilll, den verschiedenen Autoren unbekanut blieb 1). Besweken kaïin es audi nicht bel'reinden, dass Herghaus 2) den Wawani nicht niehr imter die Rellie der Vulkane aufgenommen hat.

Von den iibrigen Vulkanbergeu dieser Gegend sind keine Ausbniche bekannt, und es ist audi sebr uinvalirscheinlich, dass soloiie in liistorischer Zeit sollten stattgei'uuden haben. Audi liissi sidi wenig über die Anwesenheit illterer Erup-tionscanale anssagen; denn die Insein warden viel zu (iuditig bereist, und die Einzelheiten Hires Reliefs in Verband mit dem geognostischen Aufbau sind noch viel zu oberflachlich studirt, als dass hierüber hinreichende Auskunft gegeben werden künnte. Indessen scheint eine Spalte, aus der vulkanische Gesteine hervor-gfibrochen sind, in derjenigen Linie zu liegen, welche man durch Verbindung der li ai von Saparua mit der südwestlichen Bcke von Haruku erhalt,

Biese Linie fiillt namlich nicht nur mit der allgemeinen Richtuug der Siid-icüste von Harnku zusainmen, sondern es gehort ihr audi der niedrige Landstrich an, welcber die Gebirgsmassen des westlichen Saparua in eine nördliche und eine südliche Gruppe zertheilt. Sodann liegen in ilir die Punkte, an denen die heissen Quellen bei Oma und im mittleren Saparua entspringen, und endlich ausser der li ai von Saparua noch diejenige von Porto und Aboro, was Alles für die Anwesenheit einer Bruchzone spricht.

Von den genannten Luchten halte ich zwei, die Bai von Saparua und von Aboro, fur alte Kratere; denn hierauf weist ihre Form in Verband mit dem Um-stande bin, dass in ihrem Umkreise ausser Karang nur neovulkanische Gesteine anstehen. Bie Meereserosion pilegt nicht derartige rundliche Buchten zu bilden. Bazu kommt für die Bai von Aboro, dass die an ihr aufgeschlossenen Biotitdacite eine Lagerungsform besitzen, welche der obigen Auffassung entspricht, bei einer Tiefe von mehr als 100 Faden (183 m.). Endlich ist die Lage der Buchten in der ungegebenen Linie selbst eine Stütze für ihre Beutung als Kratere. Vielleicht stellt auch die liühe im Norden der Bucht von Oma, welche seewarts von cinem stellen, sichellormigen Absturz begrenzt wird, eine Kraterruine dar. Ich wage dies nicht zu entscheiden, so wenig wie die Frage, ob die Bai von Porto

1

So hut uiich E. W. A. Ludeking, wolclior don PJidbebonbericht von Vnlonlijn oxcorpirlo, Alles ilasjonigo, was uul' die Eruption des Wuwani hul, iiborschen (Schets vun do Residonlio Amhoinu, pug. 1T) — 's Gruvonhugo 1808). Seino Angabc iiber Sullnlnron am Wawani boruhte schwerlieh uuf oigener litrobachiiing; sio diirfle wiederum aulquot; die gonunnlen, Ultoron Auloren zuriickzufiihren sein.

2

h r r ü; h u u s' Physieu livelier Alius, Abthoihing I, Geologie N0 III und XI, Gothu 18(J2.

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mul (liejenig'o voa Nalaliia a ut' Nusalaul io g'lciclioiu Siuue gedeutet werden köiineu.

Eine nweile Bruchlinie iliirfte |iarallel iler Weslkiiste des südöstlichen Hajtarua verlaufen uad die Bai vuu Saparua mil- dom (lurch seine lieissen (Juellen ausge-zeicluieten, nordlichen Theile von Nusalaul verbiiuien. In diese Linie würde audi die heisse Quelle von O w fallen, uiul möglichervveise ist ilire nordwestliche i'orl-setzung in der Strasse zu suchen, welclie Haruku von Saparua scheidet. Es liegt lerner nahe, die I,iele Uai von Ambon durch die Existeuz einer Brucbzone zu er-klaren, da sie zwei geologiscii sehr versdiiedene (iebieie von einander trennt, von denen Eins einen Vulkan besilzt, weleher uocli vor kurzer Zeit thatig war. Die beisse (Quelle am Strande von Tolebu, au der Ostküste von Hitu, könnte aut' einer NebenspaUe aufsitzen.

Die Quelle von letztgenaimtem Orte ist sebr bekaimt '); docli babe icb sie nicbt selbst besuoht, so wenig wie diejenige, welche laut einer mir gemaebten, sebr zuverlassigen Angabe am Kap Ow vorkommt. Aucb eine dor beissen Quellen von Nusalaut mid diejenige, welcbe auf der Karte nordostlicb von Oina verzeiobnet ist, kenne icli nicht aus eigener Anscbauung. Die Lagen dieser vier Quellen konnlen deswegen aucb nur mit annabernder Genauigkeit. in die Karte eingetragen werden. Übrigeus finden sicli nilbere Angaben fiber die beissen Quellen in dein Abscbnitte, weleher die Einzelbvolac/l/mirim bringt.

Im Anschlusse liierau moge noch ein öcli w e fel wasser erwahnt werden, welches einen durch Larike, an der Westküste von Hitu, fiiessenden Bach bildet 1).

Es ist oben gezeigt worden, dass sich unter den neovulkaniscben Gesteinen der hier behaudelten Insein Andesit, Pyroxendacit und Biotitdacit unterscheiden lassen, wührend das den Pyroxendaciten angereihte Gestein vom Amaliuratu auf Haruku noch wiederum einen besondereu Typus darstellt, indem es vom petro-graphiscben Q-esichtspunkte aus ein Mittelglied zwiscben Biotil- und Pyroxendacit bildet. Obwohl nun die Grenzen der einzelueu Gesteine mineralogisch in einander verlaufen und in vielen Fallen eine Scheidung ledigliob auf Grund von llandstücken unmöglich ist, so ist doch die Selbstiindigkeit der genannten vier Massen, als deren typische Vorkommnisse der Andesit von Nusalaut, der Pyroxendacit vom Wawani, der Pyroxendacit vom Amaliuratu und dor Biotitdacit von Saparua gelten müssen, keinem Zweifel uutorworfen.

1

Laut mündlicher Mittheilung von llerru W i ggc 1 e n d am, des 1'red i ge ra von A lang, auf der llalbinsel liilu.

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56

Die Aufeinanderfolge der Evuptionen dieser Gesteine ist f'reilicli niclit festzu-stellen, und besonders felilt es audi an alien Anhaltspunkten, um zn beurtlieilen, ob etwa der durch einen ausgesprochen rhyolithischen Habitus ausgezeiclinete Biotitdacit jlinger sei als der Andesit — enlsprechend deni durcli v. Richthofen formulirten Altersverhiiltnisse von Rhyolitli zu Andesit. Nirgends sind Aufscliliisse gefuuden, welcbe das Lagervmgsverhiiltniss klarstellen könnten, und es liisst sicli überhaupt nur sebr wenig iiber die Zeit aussagen, in welcher die Eruptionen statt-fanden.

Ein grosser Tiieil der Q-estelne reicht mindestens ins iiltere (Juartiir zuriick, da sowobl Andesit als Biotit- und Pyroxendacit bis zu betriichtlicber llube von Kai'ang iiberlagert wurden. Fiir die 1'yroxendacite liisst sicli audi der Nacbweis luhren, dass sie bereits in Tertiar hervorzubrechen begannen, da sicb ibr Mineral-bestand in den tertiaren Kalksteinen vom Maspait auf Hitu vorfindet, und das-selbe ist fiir die Andesite wahrscheinlich; denn die Tufle von Nusalaut entbalten vereinzelte, organisobe lieste, welcbe rait Formen des tertiaren Kalksteins von ilitu iibereinstimmen. Anderorseits baut Pyroxendacit auch den Wawani auf, woraus bervorgebt, dass Ausbriiebe dieses Gesteins bis in die Gegenwart hinein-reicben, und biermit luingt es aueb wolil zusammen, dass am Fusse des genannten Berges die Rifl'steinbildung nur bis zu 92 in. Höbe aufwarts angetroffen wurde. Die Annabme liegt vor dor Hand, dass bier die alteren Partieen von Karang bei spater erfolgten Eruptionen von vulkanischem Material verhüllt seieu. Dass auch die Entstehung der höchsten Gipfel der Uliasser in eine Zeit fallen könnte, in der sicli bereits eine betrachtlieiie Hebung der jetzigen Eilande vollzogen batte, ist obeu bei der Beliandlung der Strandverschiebung enirtert.

Es ist dort auch dargelegt, dass kein Grund fiir die Annabme bestebt, es könnte der negativen Verlegung der Kiistenlinie eine positive, von iilmlichem Betrage vorangegangen sein. Demnach muss also ein grosser Theil der neovulka-niscben Gesteine ursprünglich dem Wassergebiete angehört liaben, und die Laven mussen bei diesen untermeerischen, aber doch in verhiiltnissmassig geringer Tiefe erfolgten Ergüssen rasdier als an der Luft erstarrt sein. Dem enteprechend finden vvir bei ihnen reicbliche Glasbilduug. Es sind in dieser Beziehung namentlicii die iiyalinen Glieder des Biotitdacits, und unter ihnen die zusammenhangenden, bims-si.eiiiarligen Massen, von Interesse, sodann die glasigen Gesteine, welcbe auf Hitu in Verbindung mit Andesit auftreten. Das Gestein, welches das Liegende des Karangs am Fusse des Wawani bildet, ist auch ein balbglasiger Pyroxendacit.

Tm Zusammenhang mit Obigem ergiebt sicb ferner, dass die Kraterruinen von Saparua und Aboro friiher unter dem Meeresspiegel gelegen baben. Sie wurden vermutblich erst, in der Zeit der negativen Strandverschiebung durch die Meeres-

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i

K. Martin, Molukken. Geologie.

\

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57

erosion geöHViet, und die 13ai von Saparua diirfte ihrer centralen Lage utul Grosse wegen dem Jlauptkraler des Eilaiuls entsiireclion. Allgemoin sind die drei üliasser als ebensoviele Vulkan ruin en zu bezeiclm en.

AMBON UND DIK VÜLKANKEIHE V((N HALMAHE11A.

Es stösst hier von selbst die Frage auf, mit welcher Vulkanreihe der W a-wani in Verband zu bringen sei, uud der alto Bericht von IG75, demzuiolge kuiv, vor der Eruption des Wawani ein gewaltiger Ausbruch des Gramma K n norra stalt batte, lenkt den iJliek in erster Linie auf die Vulkanreibe des nörd-lichen llalmabera. loli war in der Lage von letzterer die liiernebeu wiedergegebene Zeicbnung anfertigen zu können, und bevor ich zur Beantwortung der oben ge-stellten Frage übergebe, moge zuniichst nocb erlüutert werden, wie das liild ent-worfèn wurde,

Am Morgen des 24slequot; November 1891 befand icb inicli an Bord des Dampfers Generaal Pel bei Sonnenaufgang in der Nabe der Westküste der nördlicben llallgt; insei von Halma h era; der Pik von Torna te lag iS'500 gerade vor dem Bug des Schiffes, der Gamma Kun or ra A 82° O. Gegen den farbenpraebtigen, öst-lichen llimmel boben sicb die stattlicben Bergkegel der Insel wie sebarf' umrissene Silbouetten ab, und ein grossartiges Panorama, welches in JS'0 durch die südlichen Loloda-E il and e, in S dureb den Pik von Tern ate abgeschlossen wurde, lag vor mir ausgebreitet, Nur das Land zwiscben Gamma Kunorra und Onu') sowie Tidore und Tern ate waren etwas bewolkt.

Diese Gelegenheit benutzte ich zur Zeicbnung der bier wiedergegebenen Profillinien, die auf ziemlicbe Genauigkeit Anspruch erheben dürfen, vor allem , wenn man Jeden einzelnen Gipfel für sicb betrachtet; deun mehrfach war icli jn der Lage Profillinien, die unter abnlicben Verbal (nissen von mir entworfen warden, mit gleiclizeitig aufgenommenen Photograpbieen vergleichen zu können, ohne dass dabei wesentliche Abweichungen vorgekommen wiiren. Das ganze Bild freilich ist ein wenig verschoben, da das Schift' wahrend des Zeiclmens in Bewegung war und sicb wahrend dieser Arbeit, welche eine reicbliche Viertel-stumle in Anspruch nahm, in der Richtung des Piks von Ternate fortbewegte, wobei

1) Nach Cam pon bufindot sicli hior oin Plateau. Buschrijving van do westkust van het Noor-lor-Schicreiland van lifilmahora (Bijdragon t. d. Taal-, Land- on Volkenkunde van Nod. Indiö, Doel WXVII, 1888; pag. 158).

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es otwa 3 englische Mei Ion zurücklegle. Denuoch ist die Eiclitigkeit des Bildes dui'di die Aenderung' des 8tuii(l|iuiiktes nicht wesentlich beeinlliisst worden, wie sioli nucli Vollendung der fSkkze leiclit feststellen iieBS, und da es sich ohnehin um eiueu Eiundblick handelt., welcher uieht in demselben Momente durch ilen Beschauer wahrgenommen werden kann, so giebt die Zeiohnung den Oharakter des Qesainmtbildes unter allen ümstiinden gut wieder. Mit Mille einer gi'össeren Anzahl von magnetischen Peilungen, die alle nacli Erledigung der Zeichnung rasch nach einander gemacht vvurden, war es leiclit, die Namen der Hauptgipfel fest-zustellen. Ic.h benutzte hierfür die Ivarte von 0. F. 11. Cam pen '). Nach letzterer betragt die Köhe der ansehulichsten Berge dor betrefl'enden l'rofillinie, in Fussen aurfgedrüokt: Loloda 2700, Tubaru 4800, Gamma Kun or ra 5UÜÜ, O nu 2'JÜO, Todukku 3U0Ü, Duon 4200, Tula 3700. Dass das Ilëhenverhiiltnies der Gipfel in dem Profile nicht der Wirklichkeit entspricht, da es sich um ein l'anorama handelt, braucht kaum betont zu werden; die Abstünde dagegen sind mit Uill'e der l'eilungen nachtriiglicli in das richtige Verbaltniss gebracdit worden, olme dass hierbei wesentliche Correcturen der Originalzeichnung vorgenoinmen zu werden brauchten.

Der Gamma Kun or ra'), welcher noch stets thiitig ist1), batte laufc Valen tij n am 20st;on Mai 1673 eine aussergewöhnlich heftige Eruption, wobei ein grosser Theil des Berges in die Luft geschleudert wurde. Dichter Aschenregen fiel in Men ado, Siau, Sangir und selbst in Mindanao (Mangindanao bei Val en tij n genannt) nieder, und die Auswurt'sproducte verhinderten den Verkelir zwischen Te mate und Men a do2). Da Valentijn sicli auf einen Bericht von Ter na te stützt, so ist seine Zeitangabe des Ausbruchs jedenfalls zuverliissiger als diejenige des ungenannten Autors von Aiubon, welcher die Eruption in den Anl'ang des Jahres 1(574 verlegt. Dass zwei derartige Explosionen in den beiden auf einander folgeiulen Jahren stattgefunden haben sollten, ist aber von vol'iiherein unwahrscheinlieh, ganz abgesehen davon, dass Berichte hierüber nicht vorliegen. Aucli F. B. A. de Clercq kennt nur die Eruption von 1073 3), und ein ahnlicher Ausbruch bat seither nicht wieder stattgefunden.

Die Vulkanreihe des nördlichen Hal malie ra4) tindet bekanntlich ihre Fort-

1

Campen, 1. c. pag. 158.

2

•1) Oud en Nieuw Ooat-Indion, Doel 1, Molukse Zaken pau;. 331 und Hoschrijving dor Moluceos, pag. 90.

3

Bijdragen lot de kennis der residentie Ternate, pag. 161. — Die Annierkung, wolcho De ('leie(|

4

18(Jö, pag. 80 (neovulkanische Geamp;teine, Korallenkalke); l'eruer J. W. Retgers, Jaarboek v. li Mijnwezen

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511

set/Aing in Tornat e, dessou Kegel, genannt G am ma L amma, vuii J u n gh u li u') auf etwa 5400 Fuss llöhe geseliiilzt wird, Diesor l'ik von Tor na te liatte kuiv. nacli der Eruption des Gamma Kunorra ebeufalls eineu lieftigen Ausbruch, t vvobei der Berg „au der öüdseite von union ))is oben liiu zorrissen isl quot; '). Das

geschah am 12t()n August 1073 3).

Weiter südlich schliesst sieli Ti do re an. Junghuhn, dein koine Eruption

■

dieses Kegels bekannt ist, schiltzt seine Höhe auf 5000 Fuss4). Nach De Glercq befindet sich auf dem Gipfel ein kleiner See, welcher ganz bewachsen ist; auch ilim if't kein Ausbrucli des Fiks bekannt geworden. Eine Schlammlinth vom 6,,,n September 186G wird ledigliob anhaltenden Regengüssen zugescbrieben; iudessen ist es mir nicht klar, weswegen De Glercq den vulkanischen Gbarakter des lierges, über den nicht der iniudeste Zweifel herrschen kann , als fraglich hinstellt5). Walla(!e hat deuselben mit Recht hervorgehoben 6). An der Nordküste der Insel,

in Ned. Oost-lndic 18U5, Wet. Gedoolto, pui;. 108 IV. (Krystiillinische Scliielei-, l'oridutit, Andesit i:le ) und Wall ace, Malay Archipelago, Vol. I, pag. 7 (Koiallenkalk). — Weitere Lituiatiuangalieu iiber Halma-her a fioden sich bei Kii ken thai, 1, c. pag. 83.

1) 1. e. III, pag. 1279.

2) Valontijn 1. e. pag. 3S2.

3) Für spiitero Eruptionen des Gamma Lamma moge auf Junghuhn verwiesen werden (Java, Doel III, pag. 1281), ferner auf Uo Clore(| ('l'oinalo, pag. 338). — Holier den Lavastrom von 17(13, an der „vnbrannUn Eckrquot; von Tomato und das einon Monat frühor ontstandene „(jemnlccne Ltcndquot; au dor Nordwestseite dor Insel vgl H. v. Ilosonherg, Dor Maldyisohe Arehipol, pag. 400 u. 403 (Leipzig 1878).

4) 1. e. pag. 1285. 5) 1. c. pag. 68.

0) Malay Archipelago. Vol. II, pag, 7 u. 8.

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60

in unmittelbarer Nahe des Strandes, entspringt eine lieisse Quelle '). Aiidesite vou T id ore sind durch Retgers Leschrieben 1).

Die jetzt folgeuden, kleinen Eilande Mar eh und Motir stellen erloscliene(?) Vulkane dar2); das grüssere Makjan ist bekannt durch seine gewaltige Eruption von 1646 ^), bei welcher der Berg zerrissen ist. Vale ntij n sagt, dass die brei-ten Spalten, welcbe sicb vom Fusse bis zmn Gipfel binzieheu „und die sich audi jetzt noch zeigen, gewöhnlich die Wagcmpuren des Makjan ganannt werden.quot; Er fügl, in einer für seine Zeit gewiss sehr bemerkenswerthen Weise hinzu: „Man uieint auch, dass dieser Berg uebst demjenigen von Ter na te und dem Qam-macanorre auf dem Eiland Grilolo, nur ein und dasselbe Grundt'euer haben, welches aus drei verschiedenen Oefen ausbricht und ausdampft. Bald glühL der Eine etwas starker, bald wieder der andere.quot;3) Die folgenden Ausbrüche des Vulkans von Makjan sind weiteren Kreisen weniger bekaunt geworden uud mogen deswegen hier noch Platz finden. Reinwardt sagt von dicsem Berge; „Ein sehr holier Vulkan, der iin vorigen Jalire (dies muss 1819 gevvesen sein) noch heftig gebrannt und durch seine Ausbrüche, besonders irn April 1761, grosse Verheerun-gen angerichtet hat, wobei 2000 Bewohner umgekommen sind.quot; 4) Pijnappel, der ïïerausgeber der Reinwardt'schen Reise, ist freilich der Ansicht, dass die An-gabe der Eruption von 1819 auf einem Missveratandnisse beruhe5), wahrend der iiltere Ausbruch vielleicht in das Jahr 1760 zu verlegen sei; sicher scheint es aber zu sein, dass dieser eutweder in dem letztgeiiannteii oder in dem darauf folgenden Jalire statt liatte. Do Clercq giei)t als völlig zuverliissig das Jahr 1700 au.quot;) Dann folgte wieder eine heftige Eruption am 29stun Decbr. 1861, welche vou M. Th. Reiche beschrieben wurde''). Wallace gab irrthiiinlicher Weise hierfür das Jalir 18Ö2 an6quot;), und dieser Fehler findet sicli bei Guillemard wiederholt quot;), wahrend De Clercq in TJebereinstimmung mit Reiche 1861 schreibt 1!). Nach

1

Jaarboek v. h. Mijnwezen 1896, pag. 120.

2

8) l'. liloeker. Reis door tie Minabassa en den Molukschen Archipol, pag. 225 (Batavia 1850). — F. 11. H. G uillom ar d. The cruise of the Marchesa to Kamscbatka a. New Guinea, Vol. II, pag. 231. (London 1886).

Wallace giebt an, dass Motir laut Forrest noch im .fahro 1778 Steine ausgoworfen babe (1. c. II, pag. 9); nach Veth war dies dagegou im Jalire 1774 der Kuil (Insulinde 11, pag 40); es bernht aber die Angabe von Forrest Icdiglich ant (lor Mitthcilung oines liuginosen , dor ich nicht unbedingtes Ver. trauen schenken mochte,

3

l.c. Doel I, Beschrijving der Moluccos, pag. 90. — Vgl. lomer duselbst pag. 10 und pag. 381.

4

Reis etc. pag. 476. 7) Vgl. auch Veth, Insulinde I, pag. 30.

8) Tornato, pag. 93 und 160.

5

9) Natuurkdg. Tijdsebr. voor Ned. Indië, Dcol \XV, pag. 131 II. (llatavia 1803).

10) Malay Archipelago I, pag. 5. 11) The cruise of tlio Marchesa, II, pag. 231.

12) Ternato, pag. 79, 93 und 183.

6

H. v. Rosenborg. Der Maluyische Archipel, pag. '103.

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lil

Ludeking vernahm man die Explosionen bei iliesem Ausbruohe in Ambon gl0i(tii feniem Kanonendonner ').

Batjan, die nachsie, grössere Insel, welche im Südeu folgt, soli nach Wallace an der Südkiiste einen Vulkan besitzen8); doch ist diese Augabe nicht sicher verbürgt, obwohl auch Bleeker sagt, dass die sttdlicbe Hjilfte des Ei lands, welche von der nördlichen (lurch eine niedrige, scbmale Landenge geschieden ist,, zum Theil vulkanisch zu sein sclieine :i). Es ist mir unbekannt, oh Berghaus, von dem ein ruhender Vulkan auf Batjau verzeichnet wird '), sich auf Wallace stiitzt; doch ]gt;(!ille ich selbst von der Rhede von Labuha aus einen kleinen, abgestntzten Kegel (jV 65° O), den ich für einen uuzweifelhaften Vulkan halte. J. W. Retgers beschrieb ferner nicht uur ven Batjan, sondern auch von den gleich west 1 i(rh gelegenen, kleineren Eilanden K a s i r u t a und M a n d i o 1 i Andesi te1). Man trifft ausserdem hei Tehankit, am Fusse des Si hela, iles höchsten Ber-ges im südwestlichen Batjan „au verschiedenen Orten heisse (^nellen, die sich bis zum Strande erstrecken und stark nach Schwefel riechenquot;. An der entgegenge-setzten Seite des Kibela linden sich an der Küste von Atori „heisse Quellen, die ihr Wasser bis zu ansehnlicher Höhe emporwerfen. Das Wasser dieser Quellen ist aussergewöhnlich heiss und schmeckt salzig.quot; In einigem Abstande von der Küste „ist ein tiefer Abgrund von ungeführ 30 Fuss Lange und 24 Fuss Breite, in dem das Wasser mit grossem Gerüusch kochend aufquillt, um bin und wieder 10—15 Fuss hocli aufzuspringen.quot; (!) Hier befindet sich also eine intermittirende Springquelle. Laut Sc h reu der treten die Quellen aus einem erhitzten und aus eruptivem Materiale bestehenden Boden hervor 2).

Freilich ist der Si hela, welcher den ansehnlichsten Berg des si'nllirlien Batjan darstellt, und den Bleeker, viel zu niedrig, auf nur 600 m. schützte, wilhrend Kükenthal 7150' angiebt8), keinesvvegs ganz aus Eruptivgesteinen aufgebaut; deun aus dem Flusse Madawung, der arn westlichen Gehange des

1

Ged. pag. 115—118).

2

I.e. Deel VI, 1851, pag. 153.

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Rückens herabfliesst, eine Stuude Geliens von Labuha entfernfc, erhielt ich Glimmerschiefer. Die krystalliuischoii Schiefer des genannten Flusses, als kaluteen (Flussstein) auf Batjan bekannt, findeii auch yielfacb zu Bauzwecken Verwen-dung; ich las dieselben feruer am Strande des Dorfes auf, woselbst man sie zahl-reich unter dem Auswurf des Meeres antrifft. (Ineiss, krystallinische Schiefer, Diabasporphyrit u. a. wurden auch durch Retgers von Batjan beschrieben; Diabasporphyrit ebenfalls von Kasiruta1). Bekannt ist /.iidem, dass Batjan in seinein nördlichen Theile, welcher friiber wahrscheinlich ein besonderes Eiland ivildote, tertiare Koblen, Gobi und Kupfererz beherbergt, an dessen Gewinnung sicb seiir übertriebene Erwartungen geknüpft baben. 2)

Von den Insein der kaum bewohnten, sogenannten Obi-Gruppe (richtiger O min) ist ausserordentlicb wenig bekannt. J. A. C. Oudemans erwabnt zwar das Vorkommen von Traohyt an der Südküste von Gross-Ombi (oder Ombira)'), aber J. Stonner, welcher jedenfalls der beste Kenner der in Rede stellenden Eilande ist, sagt ausdrücklich: „Vulkane, sowolil tbatige als ruhende, warme (^nellen oder andere Aeusserungen einer vulkaniscben Thaiigkeit, feblen durchaus.... Keiner der Berge besitzt denn auch die eigenthümliche Vulkan form, mit Aus-nahme des Berges von Om bi Latu (nordwestlich von der Hauptinsel gelegen), der einigermaassen wie ein Pik aufragt, aber vermuthlioh doch niclit von vulkaniscbem ürsprung ist.quot; Storm er leitet ferner ans gesammelten Gesteinsproben ah, „dass die grosseren Eilande (der Ombi-Gruppe) von einer alten Formation gebildet werden.quot; ') Das stimmt mit der Mittbeilung von W, Kükentbal überein: „Anstehen-des Gestein sali ich nicht; das Flussgeroll war Granit, Gneiss, Schiefer und dergl.; in rothem Eisenkiesel fand ich reichlich eingesprengten Pyritquot; 3). Retgers beschrieb zudem von der Ostküste von Ombi Latu Diabasporphyrit und ein vermuthlich zu den archaeischen Dioritschiefern gehöriges Gestein G). Es kommen nach S t o r m e r auch Kolden vor.

Immerhin wiire es wünschenswerth, den Berg von Ombi Latu und desglei-chen den grosse]) Landsee, welcher in seiner Nachbarschaft an der Nordwestecke von Gross Ombi in 500 Fuss Meereshöhe gelegen ist, naher zu untersucben. Letzterer soil 5000 m. lang, 3000 m. breit und stellenweise selir tief sein; zwei

1

1. c. pag. 110 ir.

2

Uobcr dio Geologie von Hat jan ist ferner zu vergleiehen: Natunrkdg. Tijdschr. v. Neder). Iiulic 1\, png. 204; VI, pag. 103, 305 und 588; VIII, pag. 191; XII, pag. 324 tlquot;, und 482: XX1H, pag. 336; XXVI, pag. 117 IV.; ausserdem Blocker, I.e. pair. 231 li.; Wallace, Malay Archipolago, II, pag. 16 und 31.

3

lm Malayischon Archipel, pag. 210. rgt;) I.e. pag. 122.

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fil!

Inselcheu liegen darin '). Da der See keinen Namen trügt, wiirde man ihn \volil in passender Weise als Stormersee bezeichnen kunnen.

Wo befindet sich nun die Fortsetzung der Vulkanreihe, vvelclie wir vun Halmaliera bis nacb Batjan veri'olgen können?

Wallace hielt einen Tlieil yon B u r u, das westliche S e r a n so wie die zwischen* gelegenen, kleineren Bilande Buano, Kelang und Manipa für vulkanisch; den To ra a hu, an der Nordwestecke von Burn, betrachtete er als einen thatigen Vulkan8). Dass der Tomahu (oder Kapala Madang), von dem im ersten Theile dieses Werkes auf Tafel 46 eine Abbildung gegeben wurde, nicht eruptiven Ursprunga, sondern aus Kalkstein aufgebaut ist, habe ich bereits früher hervor-geboben1), und ebensowenig bat der See von Wakollo mit einem Krater zu schaffen '). Nichts in dem bis jet/.t durchforschten Tlieile von Buru weist auf die Anwesenheit eines thatigen oder rubenden Vulkanes bin; nur kommt am Unter-laufe des Waö Apu eine warme Quelle vor. Eine solche befindet sich, laut einer mir gemachten, durchaus zuverliissigen Augabe, ebenfalls auf der kleinen lusel Amblau im Südosten von Buru, und zwar an der Südwestecke des Eilands, etwas nordlich von dem hier gelegenen üurfe Sela si.

Für das nordwestliche Seran sowie die benachbarten Eilande Buano und Kelang gilt dasselbe wie für Buru; weder thatige noch rullende Vulkane sind hier bis jetzt aufgefunden. Dagegen nohmen au dem Aufbau von Buano Kalk-steine einen wesentlichen Antbeil; welche den Buru-Kalhteimn und somit auch den Kalksteinen des höchsten Gebirges von West Seran tiquivalent zu sein scheinen, und dieselbe Formation dürfte auf Kelang vorkommen; demi das Profil dieser Insel zeigt die höchst charakteristiscben Linien, welche die alteren Kalksteine von Buru und Seran auszuzeichnen pflegen und deren Brkennung in der Eegel schon aus grosser Ferne ermöglichen. Ueber Manipa liisst sich nichts Bestimmtes ans-sageu2), und es muss vorlaufig dahiugestellt bleiben, ob wir dies Eiland gleich Buano und Kelang als einen losgelösten Splitter des westliclien Seran betrachten dürfen, oder ob es vulkanischen Ursprungsist. Die ina Kap Si al endigende Südspitze von H u amual ist indossen wieder aus neovulkanischem Materiale aufgebaut; und schliesst sich somit an das unmittelbar benachharte Hitii an.

Es liisst sich also nacb Obigera ein directer Verband zwischen der Vulkanreihe von Halmaliera und dem Wawani thatsachlich nicht nachweisen; aber dennocb

1

Storm or, 1. c. pag. 626. -

2

i^iir dio ProlUlinicn von Kolang und Manipa vgl. Hoiseboricht, pag. 108.

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04

giebt es versohiedene Umsfcande, welche das Bestehea eiaes derartigen Zusammen-hang'es mindestens selir wahrscheinlich machen:

Buru und Se ran besitzen ibre Hauptausdehnung in der Riclitung von W—O, und mil, dieser Richtung fallt audi die Nordküste beider Eilande im Wesentlichen zusammen, desgleichen die Verbiadungslinie zwischen den nördlicheu Sula-Inseln (S. T a 1 i a b u, S. M a n g n 1 i, L i f 1' a M a t u 1 a) und M i s o 1. Dagegen streicb t Sula Besi JV—S, und seine Südspitze liegt genau nördlich vonx Tomahu an der Nordwestecke von Burn, wahreud letztgenaante Insel im Nordwesten wiederum eine Ar—S verlaufende Küstenlinie besitzfc. Noch deutlicher ist Buru im Osten durch eine N—S gerichte te Küste abgestutzt, und Huamual streicht nahezu senkrecht zur Hauptachse von Q-ross-Seran; zieht man Buano, welches nichts anderes als ein von letzterem oberflachlich getrenntes Bruchstück darstellt, hinzu, so trilt die der Ostküste von Buru entsprechende Abstutzung des westlichen Seran noch mehr hervor. Endlich trifft die südliche Fortsetzung der von Hal ma he ra bis Bat jan zu verfolgenden Vulkanreihe auf die Meeresstrasse zwischen Buru und Seran. Das Alles scheint inir darauf hinzudeuten, dass der betreffende Theil der Erdkruste von einem Netzwerke sicli nahezu rechtwinklig schneidender Spalten durchzogen ist, welche im Wesentlichen If—O und i\—S verlaufen, und deren entgegengesetztes Slreichen in den Sula-Inseln nm scharfuten zum Ausdrucke gelangt.

1st diese Auffassung aher richtig, so lassen sicli die Ostküste von Buru und die Westküste von Huamual als Bruchrander deuten, wahrend die Bildung der Meeresstrasse zwischen diesen beiden Insein durch das Absinken eiues Bruchfeldes zu erklaren ist. Es wird spater gezeigt werden, dass sich das auf Huamual beobach-tete Streichen der archaeiscben Qesteine mit dieser Auffassung sehr wohl in Ein-klaug bringen liisst. Die Spalte, auf denen die vulkauischen Gesteine von Ambon und den Uliassern hervorgedrungen sind, kreuzt férner die Richtung der ange-nommenen Bruchrander, und weitliiii fortsetzende Verschiebungen in der Erdkruste würden nun zwanglos erklaren, ilass die Eruptionen von Halmahera und ïernate auf einen Zusammenhang mit Ambon hinweisen. Denn es kann schwerlicb ein Zufall sein, dass die durch ganz aussergewöhnliche Heftigkeit ausgezeichneten Ausbrüche auf den genannten Insein, von denen oben die Rede war, in verhalt-nissmassig sehr kurzem Zeitraume auf einander folgten. Vielleicht wurden dieselben schon durch Vorgiinge eingeleitet, welclie mit den im October 1871 beginnenden und lange anhaltenden, starken Erdbeben auf Ambon und den Uliassern in Zu-sammenbang standen. Dann folgten einander:

20 Mai 1 (i 7 3. Ausbruch des Gamma Knnorra.

12 Juli 1 673. Erdbeben auf Arabon.

12 August 10 7 3. Ausbruch des Riks von Ternate.

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05

17 Februar 1G7 4. Ausbrucli des Wawani.

Es ist, als ware der Ausgangspunkt der gewaltigen Explosionen, aliulich den Stosspunkten einer Erdbelienlinie, langs einer N—lt;S' verlaufenden Dislocationsspalte gewandert.

NÜTZBARE MIN ER ALIEN.

Ueber das Vorkommen nut/,barer Mineralien ist ]iur sehr wenig za berichten :

Gold ist in unbedeutenden Mengen bei Eutnng' auf Leitimor and am Strande von Porto auf Sa par na gefunden. Da au dem letztgenannten Orte ausser jungem Riffstein uur nocli Biotitdacit ansteht und dieser ebenfalls in der Gegend von llutung vorkommt, so liegt ilio Annahme vor lt;lei* Hand, dass das Gold an das Erupt,ivgestein gebunden sei und aus der Tiefe herrühre. Vielleicbt gebörte das Edelmetall ursprünglich den krystalliniseben Scliiefern an, welche sicb an der Zusammensetzung des Untergrundes von Ambon und den Uliassem betlieiligen ') und ferner auf Seran und Buru weit verbreitet siml.

Scli we fel vom Wawani war bereits Vale n tij n bekannt2), und dies Vorkommen lindet sieb seitlier mebrfach in der Literatur erwülint, dordi scheint es von sebr untergeordneter Bedeutung zu sein. lileeker sagt, es solle in alten Zeiten auch auf Saparua Scbwefel gefunden sein1); iudessen liabe icli selbst bier-über uichts erfahren.

Manganerz (Pyrolusit?) erliielt ich auf Sapama von einein i'imkte im Nordeu des G. R i 1 a.

EINZ KL BEOBACHTU N0 EN.

AUF AMBON.

HALBINSEL LBITIMOR.

Die südlicbe llalbinsel von Ambon wurde von iïatu Gadjali aus auf dem Wege begangen, welcber vom genannten Orte überBoja, Hatalai und Ema zur Bucbt von llukurila fiibrt. Die Siidküste von Leitimor wurde von bier bis

1

Dool II, pay;. 181.

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6G

zum Kap Hutu Muri unlersucht, ilauu der directe Verbinduugsweg zvvischen Ru lung und der Stadt Ambon eingescblageu. Auf dieser Reise ist Folgendes beobachtet.

Der Weg führt von 15a tu Gadjah aus gleich steilaufwarts, über intensiv roth gefarbte Lalerite; hin und wieder bemerkt man in den Anschnitteu am Wege un-bedeutende Erdpyramiden; in 58 m. Hölie trifft man die ersten, vereinzelten Qranit-blöcke. Jetzt erscheint zur llecbten der Fluss Batu Gadjah in dor Tiefe; die Granite balten au bis zu 84 m. Höbe, woselbst sie sicb im Contacte mit feinkürnigen, thonigen und schmutziggelben Sandsteinen befinden, die hellen Glimmer und Pla-gioklas fübren. Diese Sandsteine sind steil aufgericbtet und streicben N 45° O; etvvas weiter aufwarts liegen sie fast horizon lal, es feblt aber an Aufschlüssen zur ge-naueren Feststellung der Lagerungsverbaltnisse. Von Contactmetamorpbose ist uichts zu bemerken.

Weiter aufwarts führt der Weg zunachst wieder über rolb gefarbte Verwit-terungsproducte, aus denen anstehender Fels selten bervorstebt, und fast nirgends findel sicli darunter ein bestimmbares Gestein. Vermutblicb dürfen aber einzelne, unbedeutende Felspartieen über die der Pfad tiinleitet, als Diabas bezeicbnet werden. Daran schliessen sidi dann weiterhin rothbraune, gelblich gelleckte Laterite, welche inich auffallend an die Verwitterungsproducte der Diabase von Surinam erinnerten und gleich diesen in rundlichen Knollen vorkommen. Nun folgt wieder Granit, dann ein unbestimmbares, tief zersetztes, chloritisches Gestein, welches am Fusse eiuer Paruwanang genannten Höbe ansteht; auf dem Gipfel derselben liegen in 178 m. Meeresliülie abermals Granitblöcke, und von jetzt ab liisst sicb das Eruptivgestein ohne ünterbrechung bis nach Soja verfolgen.

Der Anstieg von Soja zum Serimau lasst sicb in einer halben Stunde aus-fübren; er ist weniger schwierig als derjenige von der Stadt nach Soja. Auf diesem Wege trifft man kein anderes Gestein als Granit an, und auch auf dem steilen Waldpfade, welcher sich vorn Gipfel zu dem nach Hatalai führenden Hauptwege binabziebt. Hessen sich uur Verwitterungsreste derselben Felsart erkennen. An dem l'iinkte, vvo beide Wege zusammentreffen, bat man einen guten Ausblick auf die Hori genannte Bergkuppe. Die Granite halten nun auf der ganzen, ungemein

FlO. 17. HORI, OESEHBN VOM WKGE ZV/ISC1IEN SERIMUU UND HATAIAI.

schwierig begebbaren Strecke über Hatalai und Ema bis zur Bai von Huku-rila, woselbst sie auch noch am Ufer des Meeres anstehen, ununterbrochen an.

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Al)er kurz bevor man den Strand erreicht, linden sicli bereits in dem Waü Hup a genannten Haclie neliea Granitgei'öllen audi sole,he von Peridotit in ziemlicber Haufigkeit vor, und am Meere selbst liegen Gesclüebe und Blöcke von Peridotit in grosser Zahl, vergesellschaftet mit dem Schotter der Granite. Vereinzelt zeigen sich daselbst aueh Rollsteine vou Cordierit fiihrendem Pyroxendacit.

Anstehend findet man Peridotit an der uördlichen Grenze der Kreisbucht von Hukurila, in NW der unbedeutenden, daselbst gelegenen luaelchen, die aus demselben Gesteine aufgebaut sind. Weiterhin lilast sieli diese Formation auf dem Wege nach Lea Kari nooli eine ansehnliche Strecke verfblgen, und namentlich im Süden des Tandjung Hihar ist sie vortrefliich aufgeschlossen, da der 1 Mad dort ent weder über sptirlich bewachsene Höben oder unmittelbar am Strande hinfiihrt , woselbst zahlreiche, lose Blöcke oder Erosionsreste von ansteheudem Gestein zu beobachten sind. Mehrfach sind die Peridotite hier derart unterwascheu, dass das Meer landeinwarts unter den briickenartigen, durch die Wellen gesohaff'enen Ge-bilden wieder aus dem Boden hervortritt, wahrend man an anderen Stellen kleine Felaenthore bemerkt. Die Geschiebe im W a ë Liga, gleich nördlich vom T a n d j u n g Hihar, geboren abermals zu derselben Felsart, und noch weiter nördlich bildet Peridotit nahe dem Strande das Liegende von Ko rallen kalk , etwa in der Mil te zwischen dem Waë Liga und dem Waë Suë, welcher letztere gleich südlich vom T a n dj u n g R i k i ausmündet.

Halbwegs zwischen der Bai von Hukurila und dem Tj. Hihar liegen am Strande unter den Blockanhüufungen des Peridotits sehr zablreich Gerölle von Diabasporphyrit, welche nur aus der Zerstörung in der Nahe anstehender Klippen hervorgegangen sein können.

Die soeben erwahnten, gehobenen Riffkalke bilden am genannten Orte zwei sicli langsam nach dem Meere zu neigende, ebene Flachen , die durch einen stufenarl igen Absatz unterbrochen werden und otfenbar zwei gehobenen Brandungsterrassen ent sprechen. Der höehste Punkt, an dem ich sie kreuzte, lag nur 6 m. über dem Meere; doch vermochte ich ihre Ausdebnung landeinwiirts nicht zu beurtheilen. Auch das etwa 30 m. hobe Kap Riki, welches eine oben abgeflachte und unmittelbar über dem Meeresspiegel mit einer tiefen Hohlkehle versehene Felsmasse darstellt, ist aus jungem Korallenkalk aufgebaut. Deraelbe bildet ferner den Unter-grund des unmittelbar am Strande gelegenen Dorfes Lea Hari, sodann den auf GO in. geschiitzten Gunung Patah, welcher an der nordöstlichen Ecke von Leitimor im Tandjung Hutu Muri ans Meer stösst und an seinem Fusse wiederum eine etwa 5 m. holie Erosionskehle zeigt. Endlich steht junger Rifikalk hart an der Nordgrenze des Dorfes Hutu Muri an, woselbst er unmittelbar bei den Hausern in einem steilen Absturze endigt. Im Uebrigen sollen die Ilügel der

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Naclibarscliaft bier rait rolliem Thon (tanah me ral), ans dem auch die steinerno Flur im Hause des Eegenteu hergestellt worden war, bedeckt sein.

Zwischen dem Tandjung Hutu Muri uiul dein Tandjung Riki dehnt sicli ein llacher, alluvialer Küstensaum aus, auf dem aucb die Dörfer Hutu Muri und Rutung liegen. Verschiedene Bticbe füliren ilim zahlreicbe Gerölle zu, die eine bunte Mustersammlung von Gresteinen liefern. Ausser den nns bereits anstebeud bekannten Felsarlen Granit, Peridotit und Sandstein trifft man darunter namentlicb zablreich Gerolle yon jungeruptiven öesteinen au. Soweit letztere bestimmt wurden, wiesen sie sicb als Dacite aus, darunter Biotitdacit, welcher sowobl am Tandjung Hutu Muri als am Strande zwischen Hutu Muri und Rutung als Gerölle ge-sammelt wurde. Vereinzelt liegen unt'ern Ru tu ng auch Glimmerscbiefer ara Strande.

Es moge liier gleicb erwiibnt werden, dass Biotitdacit aucb sebr zablreicb im Alluvium der Landenge von Passo vorkommt, woselbst er au Hiiufigkeit vor allen anderen Gesteinen vorherrscbt. Vereinzelt fand sicb dort auch ein blaugraner Quarzit mit Pyrit und daneben ein Rollstein, welcher vielleicht einen Diabas repraesentirt, der aber zu sebr verwittert ist, um eine sicbere Bestimmung zu ermöglicben.

In Rutung erhielt ich einen aus der Nachbarscbaft stammenden, blaugrauen Thon, iu dem man bereits mit Hilfe der Loupe winzige Scbwefelkieskrystalle wabrnimmt und aus dem früher in geringer Menge Gold gewonnen wurde. Der Regent des Dorfes hat aus diesem Thon stammendes Gold verarbeiten lassen , so dass also eine Verwechselung mit dem Scbwefelkies nicht vorliegeu kann; docli ist die Production anscbeiuend niemals von irgeud welcher Bedeutung gewesen. Heutzutage benutzt man den Thon nur noch zum Anstreicben von Thüren und Peustern , nacbdem man ihn einfach mit Wasser gemengt bat .

Der Weg, welcher Rutung direct mit der Stadt verbindet, steigt gleicb westlicb vom Dorfe steil an und f'ührt hier über die Schichtenkopfe von steil auf-gerichteten Sedimenten bin, deren Fallen beim ganzlichen Mangel grösserer Auf-sciilüsse nicht zu bestimmen war. Am Fusse des Gebirges besteben sie aus einem sebr feinkörnigen, glimmerreicben, thonigen Sandsteine, welcher dem eingangs aus der Niihe von Batu Gadjah beschriebenen Sandsteine sebr ahnlich sielit und annabernd N80°O streicht. Weiter aufwiirts ist das Gestein rötblich, minder thonreich und etwas grobkörniger; es slreicbt bier deutlich A' 70°O und liefert rothbraune Verwitterungsproducte. Dieser Sandstein biilt bis zu 245 ra. Meereshöhe an, bis zum Gipfel einer Anböhe, von der aus der Hori 50°liegt. Weiter westlicb folgt ein sandiger Schieferletten, welcher licht-blaugrau getarbt ist und

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rotli verwittert; er stelit in 275 in. Ilöhe an und streiclil .AT)000. In kurzem Algt; staiule davon triff't man endlich eine Strecke unterhalb des Wages, zur Eecliten an einem steilen Gehünge, feste, dichte Kalksleine mit splitlrigem Drucli und von dunkelgrauer Fiirbung, welelie in ihrem Aeusseru an Kohlenkalk erinnern, aber weder makro- noch inikroskopiscb wahrnehmbare Versteinerungen enthalten. lis sind nur einzelne, zackige Felsnasen, platlig mul offenbar demselben, steil aufge-richteten Schichtencomplexe angehörig wie die Sandsteiue und der Letten.

Weiterhin ist auf dem Waldwege selbst kaum etwas an de res als tiefverwit-terter Boden von rother oder rothbrauner Farbe zu bemerken, und die einzigen bestimmbaren Felsmassen, welche bin und wieder aus dem Pfade hervorstehen, sind bis zum Waë Uil a Peridotite. Sie stehen in unbedeutenden Partieen gleich im j\ IV des Punktes an, wo der Fussweg zum Hori abzweigt, femer im Waë Juwa, woselbst die Peridotite grosse, polyödrisch zerklüftete Felsen bilden, sodann im Osten des Waë liila, oben aiu steilen Abhange, welcher zu diesem Bache hinabiührt, und endlich liegen im Waë Hila selbst miichtige Blocke dieses Ge. steins nebst solchen von Glimmerscbiefer und üranit, welche somit in u n mit ielquot; barer Niilie anstehen müssen.

Gleich jenseits des Waë 11 i 1 a triff't man auch anstebenden Biotitgranit, bald darauf Gneiss (Talkgneiss), welcher intensiv roth verwittert, und dann abermals Granit in grossen Blöcken, welcher bis in die Kahe des Gunung Karang P an dj an g vor allen anderen, tief zersetzteu Gesteinen vorzuherrschen scheint. Der letztgenannte Gipfel dagegen ist mit Korallengrus bedeckt, uiuf auf' seinem der Bai zugekehrten Gehünge liegen zahlreiche Blöcke von gehobenem RifTkalke , welcher sicli jetzt l)is zum Tliale bin abwiirts verfolgen lasst.

Obwohl auf dem Wege über den Q. Karang Pand Jang al tere Gesleino niclit wieder angetroffen wurden, so stehen solclie doch gleich nördlich am Fusse des G. Batu Merah an, freilich nur in nicht nilher bestimmbaren, kaolinisirten liiinken '), die von machtigen Zersetzungsproducfen und Scliottei'überlagert werden. Es sind blut- bis braunrothe Laterite und ein hellgrauer, gelb gefleckter Thon. Erstere haben der Anhöhe ihren Namen gegeben; denn ia In vier al bedeutet rolhcr Fels. Diese Zersetzungsproducte sind namentlich in ihren oberen Lagen reich an Schotter, unter dem weisse Quarzite und graue, ziemlich feinkornige Sandsteine vorherrschen. Vereinzelt findet man dieselben noch 5—7 m. unter der überffache.

1) Schroe der van der Kolk benchrieb einen Cirnnit von Balu Merah (1. c. pug. 80, N0 G); dn» betrelVondo CiestJiiü ist aber nicht an diesem ürto, sondern am Batu Mecljah, auf dem nach Soja lïiïi-renden Wege, ^esainmelt, und der Irrthum ist oline \frscliulden des Autors (lurch Liukehrun^ dor Nuinmern 0 u. 9 meiner Saiumlung, in Verband mil der Aehnlichkeit der beiden Namen, horvorgeruren.

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HALBINSBIi IUTÏÏ.

Der einzige Weg, welcher ilurcli die nördliche Halbiusel von Ambon führt uud die Dörfer Bumatiga nnd Hitn mit einander verbindet, giebt zu geologi-schen Beobacbtungen uur sebr wenig Gelegenheit. Man geht anfangs reicblich 20 Minuten lang über eine sebr schwacb ansteigende, alluviale Ebene, stellenweise über Lebmboden, mit zahlreichen Geröllen von juugeruptiven Gesteinen, unter denen sich wiederum Dacite nacbweisen liesen, z. Th. mit mebrere mm. grossen, veilcbenblauen Oordieriten; ausserdem kommt ein feinkörniger Sandstein vor. Daim folgt ein steiler Anstieg, wobei man zunacbst nur Schotter und lichtrothe Laterite am Wege angeschnitten findet, bis sich in etwa 40 m. Höhe, zur Rechten einer tieten Scblucht, feinkörnige, zuckerartige Kalksteine mit deutlichen Korallen-stöcken zeigen, die indessen hier nur in unbedeutenden Partieen vorkommen. Der Pfad leitet alsdann über kleine, steile Absütze, die mit fast ebenen, landeinwarts kaum ansteigenden Fliichen wechseln. Letztere halte ich für alte Brandungsterrassen.

Weiterhin ist ein steiler, der Bai von Ambon zugekehrter Abhang mit ge-hobenen llilfkalken vollstilndig bedeckt, und namentlich bekleidet diese Bildung auch die ganze Höhe, welche sich diesseits des Waë Maspait befindet und deren Gipl'el 21(5 m. über dein Meeresspiegel gelegen ist.

In dem genannten Bacbe selbst stehen ebenfalls Kalksteine an, die in hori-zontalen und geneigten Bilnken auftreten, so wie man es auch iiei mantelartigen Umhüllungen junger Rifl'kalke hiiufig sieht, ohne dass hierbei noch an eine Schichtenstürung gedacht zu werden brauchte. In ihrem Aeussern weichen aber diese Kalksteine ganz erheblich von den gehobenen Korallenbildungen ah; denn sie sind leicht zerreiblich, gelblichweiss gefarbt und machen den Eindruck eines Tuffs. Die mikroskopische Untersuchung bat denn auch ergeben, dass sie sebr reich au Foraminiferen (besonders an Globigerineri) sind, woneben liadiolarien und Spow/iennadeln so wie vereinzelte Fetzen von Litho tham n m m. vorkommen. Sch roeder van der Kolk fand ferner, dass sie den vollstündigen Mineralbestand der Pyroxendacite enthalten.

Nördlich vom Bache Maspait und dem gleichnamigen Berge, welcher eine unbedeuteude, tlache Kuppe repraesentirt und nirgends einen Ausblick von einiger Bedeutung bietet, begegnet man wiederum gehobenen Korallenkalken in ihrer typischen Ausbildung. Ein Dünnschllff von einem hier gescblagenen Handstücke ist selir reich an Bruchstücken von Litliothamnien, Die Kalksteine liegen an diesem Punkte im Beginne 235 m. über dem Meeresspiegel und steigen nordwarts in einer fast ebenen Flache nur noch ganz vmbedeutend an; nirgends dürften sie mehr als 237 m. Meereshöhe erreichen. Es ist dies der höchste Punkt, an dem der sogenannte

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Karaug' auf dem Wege durcli Hitu wahrgenommen wurde. Dann schwindet dies Gestein; der Kamalaoë und Helat sind völlig frei von ilim, uiul erst unl'ern der Nordküste trifft man es in 176 m. Meereshöhe abermals au. Der Eiti'kalk be-deckt hier den ganzen stellen, seewarts gekehrten Abhang des Qebirges, an deui der Pfad bisweilen über kurze Stufen hinunterführt.

Die einzige, bestimmbare Felsart, welche auf dem Wage durch Hitu, abge-sehen von den beiden Gruppen von Kalksteinen, anstehend zu beobachten war, ist ein aus jungeruptivem Materiale, Bimsstein, Pechstein, etc., gebildetes, brec-cienartiges Agglomerat von licbtgrauer Farbe und mit starkem Fettglanz, das leicht in scharfkantige Bruchstücke zersplittert. Es stebt unfern der Nordküste, unterhalb des Helat, in einzelnen, abgemndeten Blöcken aus dem Wege liervor und muss auf' Grund der Beobachtungen am Nordstraude zum Pyroxenandesit ge-stellt werden. Die Verwitterungsproducte siud in dieser Gegend intensiv rotb ge-fiirbt, und rotb gefiii'bte Laterite bedecken auch den Helat und Kamalaoë. Dieselben unterscheiden sicb wesentlich von den liell-gelblicbbraim gefiirbten Zerset-zungsproducten, welcbe man auf'den mit Riffkalk bedeckten Wegstrecken beobacli-tet; aber selbstredend ist es nnmögliob, ohno weitere Anhaltspunkte aus der bell-, dunkel- oder braunrotlien bis braunen Fiirbung des Pfades einen sicheren Scliluss auf die Ausdehnung der einzelnen Gesteinsarten zu ziehen. Die frühere Meeresbedek-kung, von der die alten Eilfkalke Zeugniss ablegen, dürfte mit zu der tiefgelien-den Zersetzung des Gesteins beigetragen baben.

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Die Dörfer Hila und Hitu, ara Nordstraude der gleielinamigen Halbinsel von Ambon, werden durch einen bequemen Pfad verbruiden, welcher am Meere, meistens über einen flacben Uiërsaum, hinführl und zablreiche Büche kreuzt, die im benacbbarten Gebirgslande entspringen. Letzteres sendet indessen im Tandjung Hatela i'iwe einen Auslaufer direct ans Meer, den man in 9 m. Höhe über-scbreitet, und hier ragt landeinwarts eine etwa 30 m. hohe Klippe über den Weg empor. Es ist ein neovulkanisches, unregelmassig polyëdriscb zerkliiftetes Gestein, vorherrschend glasig, fettglanzend, bell- bis dunkelgrau gefarbt und in verscbiede-nen Nuancen licht bis schwarz gefleckt, breccienartig und ofl'enbar identiscb mit demjenigen, welches auf dem Wege durch Hitu nördlich vom Helat angetroffen wurde. Dasselbe steht aber mit einem gelbgrauen, porösen, schwach wachsglau-zenden Pyroxenandesit von halbglasigem Ansehen in Verbindung, und machtige Bliicke von Pyroxenandesit liegen auch in geringer Entfiynung östlich vom Tj. Hatela uwe am Wege. Am Fusse des genannten Kaps bat sicb eine durch Calcit cementirte Breccie rait scharfkantigen Bruchstücken glasiger Eruptivgesteine ge-bildet, die indessen keine sonderliche Ausdehnung zu besitzen scbeint.

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Weatlich vom Tj. Hatelaviwe lassen sich die Audesite bis zu dem kleinen Bache verfolgen, welcher zwisclien dem W aë Ulu und Tj. Mamüa fliesst. Dann stelien in der Niilie des letztgenannten Kaps kleine Partieen von Biotitdacit im Wege an, und dasselbe Geste in bildet im Ajer Mamüa eiue ansehnliche Klippe; es ist hier dünnplattig abgesondert, im frisolien Zustande blaugrau, ver-wittert gelblichgrau bis braun gefarbt.

Die Biiche zwisclien Hitu und ïïila sind fast, ausscbliesslieli mit Gescbieben neovulkanischer Gesteine beladen, die man ebenfalls langs des Strandes findet. Aufgelesen wurden Gerölle von Pyroxenandesit am Straude unfern Hit-u, im Waë Lela, zwisclien diesem Bache und dem Tj. Uatelaüwe, im W. Ulu und im Ajer Mamüa; sodann Pyroxendacit ebenfalls unfern Hitu am Strande, im Ajer Mamüa und im W. Wakahuli. Dacit kommt ferner unter dem feinen Steingrus vor, welcber westlicb vom W. Tomo, au der Oberfliicbe einer alten Brandungsterrasse, mit gebobenem lüfl'kalk wecliselt, ausserdem unter den Rull-steinen am Strande von Hila. Das am Tj. Hatelaüwe anstebende, breccienartige, glasige Gestein ist unfern Hitu aui Strande nngemein haufig und herrscht bier vor allen anderen Gerollen vor; es fand sicb ebenfalls an der Mündung des Ajer Wakal haufig und endlich im W. Lela. Scbliesslicb kommt am Strande von Hila noch sporadisch eine vulkanische Breccie als Gerölle vor.

An der Mündung des Ajer Wakal, und einzeln auch in W. Lela, liegen grosse, rnndliche Blöcke oines leicht zerreiblichen, abfiirbenden, dichten , bellgrauen mergeligen Kalksteins, welcher erdigen Bruch besitzt und nacli der mikrosko-pisclien Prüfung zahlreich Kieselnadeln von Sponyien nebst Jiadiolarien führt. Das Gestein zeigt viele Bohrlöcher, die von kleinen Krebsen aus der Gruppe der Ixopoden herrühren ■). Es iihnelt einem kryplokrystallinischen, dolomitischen Kalk-steine, dor beim Tj. Mamüa anstebt und ebenfalls zahlreiche Itadiolarien enthiilt. Leider ist der Aufscbluss liieselbst höchst unbedeutend. Ausserdem fand sich ganz vereinzelt ein grünlicher Quarzit mit vielen, winzigen llexaëdern von Schwefelkies im W. Lela, und endlich liegen unfern Hitu zahlreiche, von der grossen Eruption des Krak at au herrübrende Bimssteine am Strande, auf die icb im Verlaufe der spiiteren Schilderungen noch mehrfach zurückkommen werde.

Ueberblickt man die hier aufgezahlten Gescliiebe, so darf daraus mit Sicher-heit gescblossen werden, dass das Gebirge des Nordstrandes fast- ausscbliesslicli aus jungen Eruptivgesteinen aufgebaut wird, woneben nur noch die gehobenen lliffkalke, denen wir bereits auf dem Wege durch die Halbinsel Hitu begegneten ,

]) Laut giiti^er Mitthoilung von Horrn A Dolll'us in Paris gohüron die Krobso zur Gattung Spluw-roma s. s/r. und rupiacscntiren sie vermulhlich cine nouo Art, wolcho demnilchst boschrieben worden suil.

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und die auch wiederum am Strande anstehen , von grösserer Bedeutung sein dürften. Diese Korallenkalke lassen sicli nicht immer streng von den mit Steingrus be-deckten Bodenflaclien trennen; sie setzen im Verein mit alluvialen Bildungen den flaehen, bis etvva 10 m. liocli ansteigenden TJfersaum zusamraen, welcher sicli an der Kuste dem Qebirgslande vorlagert und vor allem mit Oocospalmen, üras sowie, an sumpfigen Stellen, mit Sagupalmen besetzt ist. Die weite, fast ebene Grasfliiche, welclie sieli zwischen Ajer Mamüa mul Waë Tomo ausdelmt, steigt sebr langsam landeinwarts an, und alles deutet darauf bin, dass vvir in dom Uferxaume, in Uebereinstimmung mit dem Vorkommeu des Karangs, eino gobubene Brandungsterrasse zu sehen baben.

Die bier gescbilderten Verbiiltnisse sind in der Kartenskizze niedergelegt; doeb war es niclit möglicli die Ausdelinung der Andesite und Dacite im Einzelnen niiber festzustelleu. In der weiten Ebene zwiscben Hitu und Ma mala diirf'le audi ge-bübener Korallenkalk nicht t'eblen,

Der Fuss des Wawani, den man von Hila aus in 50 Minuten erreicben kann, beriibrt das Meer und wird von einem halbglasigen, porösen 1'yroxendacite milt; reicblichen, grossen Oordieritkörnern gebildet, vvelcber von jungein Kiffkalk i)e-deckt ist. Letzterer hisst sich bis zn 92 m. Meeresbobe verfolgen und bildet einigc steile Stufen, olme dass indessen eigentliche Ulerterrassen erkennbar wiiven; vicl-fach tritt sein Liegendes am Wege zu Tage. Oberhalb des Rifl'kalkes ilndet sich im Walde, bis zum Waë Li 11 a bin, zahlreich Pyroxeudacit in loseu Stiicken, oftmals so reichlicb, als ob der Pfad damit gepllastert wiire, und in dem genannten Baehe, einem Zuflusse des Olang, stelit dasselbe Qestein an. Bei der Verwitterung zeigen sicli dort an seiner Oberflache faxistgrosse, rundlicbe llöcker. Audi die Ge-schiehe des W. Lilla, den man in 301 m. Hiibe iilierscbreitet, besteben lediglich aus Pyroxeudacit, und derselbe findet sicli mit einem im Wesentlicben gleicb bleibenden Typus als einziges Gestein bis zum bocbsten Gipfel des Berges, dem Tunabubu, den man in reicblich 3 Stunden angestrengten Steigens erreicben kann (Karte 1).

Die Beobacbtung wird indessen auf diesem , in dichtem Walde hinfiibreiiden 1'fade sebr erscbwert, da die Verwitterung so weit vorgeschritten ist, dass man nur vereinzelt zur Bestimmung ausreichendes Material antrifl't. Oberhalb 450 m. Meeresbobe sind audi griissere, rundlicbe Blöcke, denen nuyi nicht selten begegnet, so sebr zersetzt, dass sie beim Anschlageu in eine erdige Masse zerfallen. Unzwei-lelbaft geboren aber noch Gesteine, die fast auf dem bocbsten Gipfel und andere, die in 504 m Uöbe aufgelesen wurden, zu den Pyroxendacilen. In 442 m. Meeres-

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höhe wird dies Qesleiu schon haufiger in gut kenntlichen Stücken gefunden, und in ïjöO m. Höhe steht es eiuilicli in grossen Klippen an.

Die weiteren Einzelheiten des Weges, welcher oberhalb des Waë Li 11 a auf einem sclimalen Grate bis zum Gipfel hinanführt, oftmals liart an der Grenze tiefer Abgründe bin, siud aas der Kartenskizze zu entnehmen, Irgend welche niihere Aufschlüsse über das Eelief des JJerges lassen sioh auf ihra nicht gewinnen, da die Vegetation den Ueberbliek verhindert.

Die Bilcbe, welcbe man auf dem Pfade vom Fusse des Wawani nach Kil a überschreitet, sind in der Eichtung von West nach Ost: Der O lang, Lolla, Lëmann, ürangkaja und endlich der Waë Loï, gleich vvestlicb von dem Dorfe Hi la. Letzterer, das einzige Gewiisser von einiger Beden tung, mit einem Trockenbette von 154 Schritt Breite, entspringt zwischen dem Gunung Maluin an und dem Tunahuhu; er führt wiederum Gerölle von Pyroxendacit in grosser Menge, darunter dunkelgraue bis schwarze, glasige Gesteine, ausserdem vereinzelt grünlichen Quarzit mit Pyrit, ühnlich dem bereits aus dem W. Lel a erwiibnten (Quarzit mit hiibschen Pentagondodekaëdern, ebenfalls im W. Loï gefunden, wurde in i i' in Hi la gezeigt). Lu W. Lëmann sind die Pyroxendacite auch als Gerölle hilufig, und es scheinen in der ü ogend zwischen Hila und dem Fusso des Wawani überhaupt keine anderen als die oben genannten Gesteine vorzukpmmen.

AUF HAEUKU.

Die Südküste der Insel Haruku wurde bei den Dörfern Aboro, Wasu und Oma naher untersucht, ausserdem vom Kap Hatu Nelo an bis zum letzlgenannten Orte soweit möglich bei einer Bootfahrt liings des Ufers aufgenommen. Sie ist fast überall felsig und reich an guten Aufschlüssen; nur im Südosten der Insel ist der Strand auf weitere Strecken hin sandig. Ausser unbedeutenden Partieen von Karang, deren Verbreitung aus dei* Kartenskizze zu ersehen ist, treten nur neovulkanische Gesteine, welche alle als Dacit bezeichnet werden müssen, aus Meer heran.

Zunachst sind hier Biotitdacite zu erwahnen, welche an der tiefen Kreisbucht von Aboro ansteben und besonders an deren östlichem Ufer weithin aufgeschlossen sind; denn hier berühren auf reichlich 1UI) m. geschützte Höhen, deren Fuss fast senkrecht abgebrochen ist, den Strand, und pittoreske Klippen liegen davor im Wasser. Das Gestein, welches gleich nördlich von der sandigen Spitze des Kaps Waëlain ansteht, ist bell-blaugrau gefilrbt, glasig, feinporös bis bimssteinartig, enthalt zablreiche Einsprenglinge von Biotit und gliedert sich in bald mehr bald minder deutliche Banke, oder es ist schichtenahnlicli mit regellos verlaufenden

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Kluftfliichen abgosondert. An den Wanden treten bei der Venvitterung faust- bis kopfgrosse und grössere, sehr yerscliieden gestaltete Knollen hervor. darunter solehe von rundlicher bis ellipsoidischer Form. Bis etwa 10 in. über dein Niveau des Wassers lüsst sich die Wirkung der Meereserosion, welche eine deutliche ïïohlkehle ins Gestein eingegraben bat, erkennen. Letztere stellt eiue kaum gehobene Ufer-linie dar; demi bei aussergewöhnlichen Hochflutben wird sie nocli jetzt vou den Wellen erreieht, wahrend die gewölinliche Flutb nur bis zu dein slufenartigeii Absatze des beistehonden i'rofiles ansteigt.

Die Klippen, welche Aboro mebr genahert, am ösllicben Uier der Bai, liegen

und unter anderen ein bübsches Felsenthor bilden, sind aus

einem minder glasigen Biotitdacite von lichtgrauer Ids gellj- / quot; ~ quot; quot;

licher Farbeaufgebaut und in dünne Banke gegliedert, welebe / ~ 'gt;

unregelmassig polyödrische Absonderung zeigen. Dieselbo ^ v;.;

Structurtbrm findet sicli an einer Klippe, die im Westen

von Aboro am Strande liegt und abermals aus glasigem 'v*'. ' '

Biotitdacit bestelit. Dies Gestein ist feinporös, hellbraun

gefarbt und mit schmutziggrünen, pecbsteinahnliclien Streifen

verseben. An beiden Orten fallen die Banke vom Meere weg i ^

landeinwarts, in Uebereinstimmung mit der bereits früber —'•pamp;lfi

von mir gemachten Annahme, dass die runde Bucht von ,

Aboro ein alter Krater sei. Wenn man von dem sandigen .UJJil.

Strande, der sich zwischen dem genannten Dorfe und dein 1''Ui-Hohi.kkih.i an igt;kk

Bai von Aboro.

ivap oei el e ausdehnt, absieht, sowie von den hier gar

nicht weiter in Betracht komineiulen Bildungen von gehobenem Korallenkalk, so wurden his Wasu bin bei der Bootfahrt auch keine anderen als neovulkanische Gesteine wahrgenommen, und zwar geboren dieselben, soweit die Beobaclitungen reicben, wiederum ausscliliesslicb zu den Biotitdaciten. Die beiden hutförmigen Kuppen, welche auf dor im Tj. Wasoi Bes ar endigenden Landzunge liegen und deren liochste auf etwa 150 m. geachatzt wurde (Top pi Bes ar und Top pi Ketjil) mussen ebenfalls aus jungeruptivem Materiale aufgebaut sein. Alles dies weist in Verband mit der grossen Tiefe der Bai auf einen alten Krater bin.

Die Biotitdacite dieser Gegend tragen im Wesontlichen den Habitus der ent-sprechenden Gesteine von Saparua und stimmen vor allem mit denjenigen aus der weiteren Umgebmig von Porto vortrefflieli überein. Eine steil abatürzende Wand an der Ostseite des Tj. Wasoï Besar erinnert auch auffaljend an die Aufschlüsse des G. Massa und des G. Boi von Saparua1); daneben beobachtet man an dem

1

Vgl. unten.

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erwahnteu Kap eine Absonderung in diinnen, nnregelmassig wellig gebogenen Biinkeu.

Die Bai vou Oma, im Westen von einem nnbedeutenden Vorsprunge der Küste, im Osten vom ïj. Akau begrenzt, isi von sichelförmigem ümrisse und wird von einem halbmondformigen Ausschnitte des Gebirgslandes umgeben, Welches uumittelbar binter dem scbmalen, zum Erbauen des Dorfes benutzteu Ufersaume fast Benkrecbt, etwa 100 m. boch, ansteigt und sich von bier aus allmablig nacli den genannteu Vorgebirgen bin abdacbt. üleicb westlicli vom Dorfe befindet sich am Strande eine steile Klippe von Pyroxendacit, und öst.licb von ibrn stebt oin grobes Agglomerat desselben Gesteins an, welches in grosse, rundlicbe Blöcke zer-fiillt und aus dem , gegenüber dem Kircbbofe des Dorfes, eine warme (Quelle entspringt.

Letztere wird Ajer Pa nas Ketjil genannt, besilzt eine Temperatur von 54° O., wird vom Hocbwasser überstrümt und tritt an verschiedeneu Punkten zwischen Sand- und Geröllmassen aus dem Boden bervor. Eine andere, Ajer Pan as Bes ar genannte, warme Quelle entspringt im Nordosten von Oma, nacb mir gemacbter Mittbeilung etwa 1 paal vom Strande entfernt; sie vereinigt sich mit einem kaltes Wasser fübrenden Bacbe und tiiesst östlicb von Oma ins Meer, nacb der Karte Van Hoëveil's gleicb westlicb vom Tj. Totüel; denn offenbar ist das dort verzeicbnete Ajer Panas Oma identisch mit dem Ajer Panas Be sar. Eeinwardt, welcber diese Quelle besucbte, bestimmte ihre Temperatur auf etwa 8^° 0. und fand, dass sie einen geringen Schwefelgerucb liesitze'). Icb selbst bin nicht dort gewesen und kann deswegen die Ursprnngsstelle des Ajer Panas Besar nur mit annabernder Ricbtigkeit angeben 2).

Das üfer zwischen Tj. Akau und der Bucbt von Wasu lernte icb uur vom lioole aus kennen, da sich zum Landen keine Gelegenbeit fand; aber es unterliegt keiuem Zweifel, dass aucb hier neovulkanische Gesteine ansteben, die wiederbolt in schroff zum Ufer abstürzenden FelswÉinden aufgeschlossen sind, und die in Verband mit den übrigen Beobacbtungen auf Haruku wobl nur als Dacite gedeutet werden kunnen. Dagegen ist es nicht möglich, in dieser Gegeml die Grenze zwischen den Pyroxen- und Biotitdaciten genau anzugeben. Grössere Aufschlüsse des Eruptivgesteins befindeu sich vor allem im Innern der Kreisbucht, welcbe vom Tj. Totüel und Tj. Wasoï Ketjil begrenzt und von einem steil ansteigenden,

Ij Reis naar het oostelijk gedeelte van den Ind. Archipel, pag. 441.

2) Naeh Lu deking liegt die warme Quelle ,,1350 rheinlandisehe l'uss vom Mooresstrando ontfornt und in geringer Höhe an dem Bergriieken W aim ah ana, milten in einem Wiildequot;. Obwohl dieser Autor an-giobt, dass sie sieh zwischen Oma und AVasu betindo, so verlegt er die Quelle doch an die Ostküste dor Insol, was wohl nur einem lapsus calami zuzuschrciben ist (Schets van de residentie Amboina, ]gt;ag. IC).

Lesson borichtete irrthiiinUcherweise, dass die beiden Quellen von Haruku aus zwei weiten Oell-nungen an den Seiten eines Kraters entsprangen (1. e pag. 165).

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melir als 200 m. Höbe erreielienden öebirgslande eingeschlossen wird. Dies Ufer bot offenbar aucli keine Q-elegeaheit zur A.uflagerung von Korallenkalk, von dem nichts walirgenommeu wurde und der liier höclistens in seiir iinbedeixtenden l'ar-tieen vorkommen kann. Dagegen (ritft man diese Bildung wieder im Dode (lma und weiter westlich au.

Der Weg, welcbër über Land von Oma nach dem Dorfe Ilaruku fübrt, ningebt zuniichst die Höhe, welche die Bai von Oma einscliliesst, indem er sich nach NO wendet und das Kap Akau absclineidet. Bald darauf biegt er uaoh N IF ura und leitet nun im Zickzaek über den Amahuratu, eine 230 m. hobe Kuppe mit steilem Gipfel, aber nacli Ilaruku und nach Osten bin langsam abfallendem Fusse. Von dieaem Berg aus liat man einen instructiven Ausblick; man sieliL zuniichst im Osten auf der Insel Ilaruku nocli verschiedene, mehrere huudert Meter bohe, abgerundete Bergkappen, welche auf eine wei te Verbreitung der in dieser Gegeild anstehenden Eruptivgestelne schliessen lassen, sodann ein Kap der Südküste, weiehes meine Begleiter als Tj. Ajer Pa nas Be sar bezeichneten und das mit dem Tj. Totüel identisch sein dürfte; von Nusalaut erblickt man ferner den Ru si si na, von Ambon den Salhutu und Ilori.

Die einzigen Gesteine, welche auf diesem Wege angetrofl'en wurden, sind wiederum Pyroxendacit, der freilich stellenweise sebr reicdi an Biotil ist, und quartare Kalksteine; leider lassen die Anfschlüsse sebr viel zu wünschen übrig. Die Pyroxendacite, welche am Ostfusse des Amahuratu, etwas nordwestlich von paal II in vereinzelten Geröllen gefunden werden, enthalten Cordierit in mehrere mm. grossen, veilchenblauen Krystallen, welclie uahezu sechsseitigen Querschnitt besitzen und deren Axenfarhen sich mit Hilfe des Haidinger'schen Dichroskops an einem frei praeparirten Individuum als dunkelblau, gran und fast farblos bestimmen Hessen. Sie verwittern zu rothbraunem Laterit, der in dieser Gegend in einem Wasserrisse weithin aufgeschlossen ist und seine Entstebungsweise als Hangendes des tief zersetzten Eruptivgesteins noch deutlicb erkennen lasst.

Im Uebrigen sind die aus der Zersetzung des 1'yroxendacits hervorgegangenen Lebme meistens von brauner Farbe, kaffeebraun bis gelbbraun, seltener röthlich. 8ie schliessen hier und da rundliche Verwitterungsreste des Gesteins ein, welche nur etwa kopfgross sind und znsainmen mit den sporadisch auftretenden Geröllen und einzelnen Blöcken die einzige Handhabe zur Beurtbeilung des geognostiscbeu Bans dieses Landstriches liefern.

Der Karang reicht bis zu betriicbtlicher Höhe anfwarts; er liegt am west-lichen Gehange des Amaliuratu noch 177 m. über d6m Meeresspiegel nnd jenseits, in der Gegend von paal II, dürfte er sich nach meiner Sohatzung auch ungefahr bis ebenso boch liinanf ausdehnen. Indessen bildet er keine zusammenhan-

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genden Deckeu; ev liegt vielmelir in der Regel in grossen, losen Broeken zerstreut umher. Seltener beobachtet man eine dünue Schicbt Ton Korallenkalk ala Hangendes des braunen Erdreiclis, iind bedeutendere Felsmassen dieser quartiiren Bildung sah iob nur knrz nach dem Beginne des Landweges, gleich nordwestlich vom Tj. Akau, Eine genaue Karürung der Karangbedeckung ist unter diesen Umstanden nnmöglioh; sie musste langs der zurückgelegten Strecke schematisch eingetragen werden.

Beim Abstiege vom Amahuratu zum Waë Ir a passirt man drei sanft zum Meere abfallende Ebenen, welcbe durch zwei kurze, aber steile Stufen des quartiiren Kalksteins unterbrochen werden und von denen die am höchsten gelegene landeinwarts an einem steilen Gebiinge von ryroxeiulacit endigt, wabrend die niedrigste ans Uier des Waë Ira stöast. Diese drei Ebenen lialte ich wiederum für gehobene Brandungsterrassen.

Der Schotter im Waë Ira besteht aus jungeruptivem Matoriale, worunter Biotitdacit; auch Quarz kommt einzeln darin vor. Am jenseitigen üfer des Flusses, an dem iiussersten Ende des Dorfes Ha ruk n, steht wieder Pyroxendacit an, der hier noch immer den gleicben Habitus zeigt wie auf dem soeben geschilderten Landwege und in grosse, polyëdrische oder abgerundete Blöcke zerfallt. Dasselbe Gestein bildet ferner die etwa 100 m. ansteigende Höhe, welcbe nordlich von Sara et am Tj. Waë Muroë ans Meer stösst. Pyroxendacit steht sodann am rechten Ufer des Waë Muroë an; die Karangpartieen, welcbe sich sowohl nordlich als südlich von dem genannten Bache ausdebnen und über die der Weg hin-führt, sind wieder alte Terrassen. Dieselben endigen mit steilem Absturze einer-seits am linken Uier des AVaë Muroë, andererseits am Tj. Totu; scbroffe Wande von gehobenem Korallenkalk achliessen auch die schmale Strandebene, die sich nordlich vom genannten Kap ausdehnt, landeinwarts ab.

Dann folgt in einem unbedeutenden Wasserrisse, welcher zur Zeit trocken war, etwas südlich vom Waë ürputi ein Aufschluss von scbrautzig-grüngrauem Tuff von Augitandesit; seine Bruchstücke sind schwarz, wachsglanzend und errei-clien bis zu Wallnussgrösse; sie verleihen dem Gestein ein breccienartiges Ansehen. Eine grosse Ausdehnung scheint aber dieser Bildung nicht zuzukommen; denn anselmliche Blöcke von Pyroxendacit liegen in demselben Wasserrisse, dort wc der Tuff ansteht, und weiter nordlich ('and sich hls zum Waë Urputi bin kein Gestein, welches mit letzterem in Zusammenhang stehen könnte; es weist vielmelir alles auf Dacit bin. Freilich waren nur stark zersetzte Blöcke zu beobach-ten, da der Pfad südlich vom letztgenannten Bache wenig oberbalb des Meeres durch Wald über tief verwitterten Boden hinführt. Wiederholt (reten liier noch kleine Partieen von Karang auf.

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Weiter nördwarts bietet sich bis zurn Dorfe Rohomoni hin noch weniger Gelegenheit zu geognostischer Beobachtung; uur die öeschiebe der Biiche sind liier vou Interesse, deun sowobl im Waë Urputi als im W. Kebon Kalapa und im W. Ira fanden sich noch wieder Oordierit führende Dacite als Qerölle vor. Hiernach ist der Gebirgsrand in dieser Gegend reconstruirt worden. Von Rohomoni bis Kail oio dehnt sich ein sandiger Ufersaum aus, der namentlich im Tj. Kailolo eine weit vorspringende Landzunge bildet. Die westlich hier von gelegene, kleine Insel Pulu Fombo ist sehr niedrig, mit Cocos bestanden und soil ans Korallon aufgebaut sein.

Der Weg von Kailolo nach Pel au wurde über Land zurückgelegt. Er schneidet den nordwestlichen Theil des Eilands, welcher sich hier sowobl nach A' nis NO ganz allmiihlig absenkt, ab und führt anfangs an der Grenze abgeflachter Höhen hin, welche sich etwa iüO m. über das Meer erheben und östlich von Kailolo den Pfad um reichlich 50 m. überragen. Der hochste Punkt dieses Pfades wird schon in einer Viertelstunde von Kailolo aus erreicht und liegt 45 m. bocli; man steigt dort biiian stets über quartilren Korallenkalk, der wieder unverkennbare Terrassenbildungen zeigt, und jenseits passirt man im Westen vou Pelau ebenfalls eine sehr steile Stufe von Karang, unmittelbar an der Grenze des Dorfes. Blickt man ferner vom Tj. Hatu Talaë, der Nordostecke von Haruku, nacli W, so erkennt man, dass sich auch hinter Tj. Pap el a zwei ebene Fliichen befmden, welche durch einen schrofTen Absturz geschieden sind und deren unterste mit einer gleicli schroflfen Wand an der Peeseite endigt. Die Spitze dos genannten Tandjungs ist freilich gleich dem Tj. Hatu Muri mil Mangrove beset/,t und soil, laut mir gemachter Mittheilung, sandig sein.

Im Wesentlichen stellt derjenige 'i'heil des Eilands, welcher sicii im Nord-westen des Kailolo und Pelau verbindenden Weges ausdehnt, ein durch mehr oder minder deutliche Stufen unterbrochenes und kaum geneigtes Plateau dar, in dem nirgends eine andere Bildung als diejenige von jungem Korallenkalk auf-tritt, wenngleich derselbe vielfach von einer lichtbraunen Erde verdeckt und strek-kenweise uur in vereinzelten Broeken wahrgenommen wird. Hier und da tritt der Karang auch in steilen Wanden zur llecliten des Weges, am Fusse der ihn be-gleitenden, flachen Höhen auf, so dass auch diese ganz vou einer Decke des jun-gen Kalksteins eingehüllt sein dürften.

Eine miichtige Partie von quartarem Korallenkalk steht ferner eino Strecke landeiuwarts am linken Ufer des Maraké an; unbedeutender sind die Karang-felseu, welche in der Karte an den rechten Ufern des Waë Ori und des Waë Lap ia so wie zwischen den Müudungen dieser beiden Gewasser am Strande ein-getragen sind. Gehobener Eiffkalk ist endlich am Tj. Hatu Talaë aufgeschlos-

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sen, weiehes nacli 0 steil abfallt und dessen Kobe auf etwa 100 in. gesclmtzt wurde.

Neben diesen Kalksteinen feblen aber der No i'dkiiste von Haruku auch die jiingeren Eruptivgesteine nicht. Das Hiigelland, welches sioh im Osten von Pelau am rechten Ufer des Ma rake ausdebnt, wird von einem Oordierit fiihrenden Pyroxendacite gebildet, den ich bier in 30 — 40 in. Meereshobe auf dem mit Kajuputi bestandenen Boden reicblich vorfand. Auch dor genannte Fluss ist mit Geröllen von Dacit beladen , woneben nur noch vereinzelt solche von llornstein und Karang volkommen, und dasselbe neovulkanische Qestein bildet den Schotter des W. Ori und des W. L a p i a, Die grossen Rollsteine ^ S des M a ra k é sieht man im Dorfe 1' e 1 a u überall zu Unterbauten der Wohnungen und vielfach zu Einfassungeu fiir die Wege benutzt; der Ort selbst liegt auf einem sandigen Ufersaume, und au der Mündung des Flusses bemerkt man einen sich weit ins Meer erstreckenden, unterseeischen Schotterkegel, dessen Aus-senrand von Korallen iiberwuchert wird.

I in Waë Lap ia las ich neben dem herrscbenden Dacite noch ein Qerölle von Andesittuliquot; sowie ein einzelnes Stück Qlimmerschiefer auf, ein Gestein, welches sporadisch audi an der Oberllacbe der aus Pyroxendacit aufgebauten Höben, am rechten Ufer des Maraké, vorkommt, aber vergebens suchte ich in den Fluss-betten und am Strande nacb einem Auf-schlusse der archaeischen Formation.

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Vielleiolit gilt für diese Glimiuerschiefer tlasselbe wie fïïr diejenigen, welche auf Saparua und Nusalaut gefunden warden1); keineswegs kunnen aber arcbaeischo Gesteine einen irgendwie bedeutenderen Antlieil an dein Aufbau der Insel llaruku nehmen, da man sie in diesem l,1alle weit liiiufiger unter dein Schotter der Bache antreffen miisste.

AUF SAPARUA.

Wenn man yoh dem Flecken Saparua ans den Weg nach Porto einscblügt und sicli nun, etwas westlich von dem unmittelbar an den Hauptort sich anscldies-senden Dorfe Tiow, nach Norden wendet, um den Gnnung Ril a zu ersteigen, so trifft man keinerlei anderes Qestein als geliobenen Rilfkalk an, Derselbe bildet ancli den höchaten Gipfel des genannten Berges, welcher sicli 221 m. lioch über den Meeresspiegel erhebt und auf dem sicli unter anderen noch die Scliale einer gewaltigen Tridacna f'and.

Der G. Rila zeigt eine ganze Reihe schön entwickelter Strandlinieu, die sich der Bai von Saparua zukehren uud mit Brandungsterrassen von sehr verschiedener Breite in Verbindung stehen. Zum Theil lassen sie sich schon von der Bai ans wahrnehmen. Die unterste von ihnen besitzt die grösste Ausdehnung und stellt ein unregelmassig welliges, langsam ansteigendes Plateau dar. Weiter aufwarts werden die Terrassen schmüler, und die Absiitze, welche sie scheiden, besitzeu 30°—40° Neignng. In einer Höhe von etwa 110 m. hat sich in einem solchen eine deutliche Hohlkehle erhalten. Nahe dem Gipfel folgen die Stufen einander sehr rasch und sind sie so schroft', dass man die haushohen, fast senkrecht ab-stürzenden Felsmassen nur mit Hilfe von Hand und Fuss erklettern kaun. Der Kalkstein ist hier von tiefen Kluften durchsetzt; in Einer derselben wurde seine Müchtigkeit bis zu 12 m. gemessen, ohne dass indessen das Liegende zu Tage getreten ware. Mandie dieser Klüfle verdanken ihre Entsteliung der zersprengenden ïhatigkeit der Baumwurzeln, wie sich mühelos erkennen hisst; denn der Eergist , von etwa 60 m. an aufwarts, mit einer dichten Vegetation bekleidet. Es dürften aber die Kliifte durch Spalten vorgezeichnet worden sein, die manchen kaum geliobenen Korallenkalken eigen sind mul welche dem Eindringen der Baumwurzeln Vorschub leisteten. Die Stufen in dem Profile möchte ich indessen nicht durch nachtraglich erfolgten Abbruch erklaren, icli halte sie vielmehr ausnahmslos für alte Strandlinien, so dass deren Zahl an diesem südlichen Gehange des Rila liier-nach elf betriigt.

Der Gipfel fallt nach Südost ebenfalls sehr steil ab, und man trilft liier beim

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vgl. unten.

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Abstieg-e anfangs audi nur Karang; dami wird die Neigung des Qelianges plötzlich geringer, der Korallenkalk tritt nur noch ganz vereinzelt, in kleinen Partieen auf, und obwohl sich liier und da einige undeutliche Stnfen /,eigen, so lassen sicli doch eigentliche Terrassen nirgends erkennen. Der Boden besleht in dieser Gegend vor-herrschend aus einem kafl'eebraun gefiirbien Lehme und ist stellenwuise mitfeinem, glitzerndem Bande von Quarzkrystallen bestreut; ganz vereinzelt kommt auf ihm am Fusse des Berges, unfern Saparua, verwittertes Gerölle von Biotitdacit vor. Da mm Biotitdacit audi den benachbarten G. Frikadell aufbaut, so ist aus Obigem zu schliessen, dass dies Gestein das Liegende der jungen lliffkalke des G. Uil a bildet,

Westlich von der Bai von Saparua befinden sich warme Quellen, die man von dem nach Porto führendeu Hauptwege aus leicht erreichen kann, und welche als Ajer Pan as auf dem Eilande wohl bekannt sind. Sie liegen im Niveau des Meeres und treteu in einem Morast zu Tage, welcher ringsumher von niedrigen Höhen eingesclilossen wird. Letztere bestehen aus jungem Korallenkalk, fallen mit etvva 20° Neigung nach den Quellen ab und waren dort, wo ich sie überschritt, nur 11 m, hoch. Das Wasser, dessen Temperatur als 57° C. bestimmt wurde, bat nach der Untersuchung von J. van Bemmelen die Zusammensetzung eines verdünnten Meereswassers; es dürften also die Quellen duvcli Spalten mit dem Wasser der benachbarten Bai in Verbindung stehen. Für weitere Einzelheiten moge auf die früher gegebeue Beschreibung des Ajer Pa nas verwiesen werden ').

Der A\reg nach Porto erreiclit nirgends eine bemerkenswerthe Uöhe; er zieht sich an der Südgrenze des Gebirgslandes bin, welches die Mitte des Eilands aufbaut, und ist anfangs nahezu eben, im Mittel kaum 20 m. über den Meeresspiegel sicli erhebend. Fast überall bemerkt man hier und auf dem Wege zu den warmen Quellen kleine, lose umher liegende Blöcke von Korallenkalk, die eine graue bis schwarze Verwitterungsrinde zeigen und durch ilire zackige oder grobporose Be-schaffenheit aufi'allen, wodurch sie bisweilen riesigen Schwammen ahnlich scheinen, Diese Massen entsprechen durchaus dem Vorkommen loser Korallenblöcke, die man haufig auf Brandungsterrassen antrifft und welche, vom Aussenrande der Rifle los-gerissen, durch die Hochfluth dem Lande zugeschoben werden. Der Weg nach Porto ist deun auch in seinem östlichen Theile nichts anderes als die Fortsetzung der untersten Brandlings terrasse des G. Ui la. Ein zweiter Berg, welcher sich westlich vom Ril a hefindet und einen flachen Auslilufer bis an den Weg sendet, zeigt in Uebereinstimmung hiermit auch einen abgeflachten Gipfel und ist offeuhar

I) iveiscn in don Molnkken, png. 28.

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ebenfalls mit Karang bedeckt, wie der llila, dom er an Höhe fast gleichzu-stehen scheint.

Der Gegensatz zu den bei Porto gelegenen Bergen, welche Massa vnul Lat a lui hu heissen, ist sebr augenfallig, und entsprechend ihrem abweichenden Relief stellen die Ausliiufer dieser letztgenannten Höhen im Osten von Porto audi ein unregelmiissig welliges Terrain dar, welches im Wege indessen nirgends mehr als 17 m. Meeresliohe besitzt. An einem Pnnkte war dort ein meterhoher, künsl-licher Anschnitt zu beobachten, in dem sicb ein dacitisches Glas (Biotitdacit) auf-gescblossen zeigte. Das Gestein ist graulichweiss bis blaugrau gefiirbt, feinporös oder aucli bimssteinartig, mit weisser Verwitterungsrinde; es ist in polyëdrischen Körpern abgesondert, die sich der Bi- oder Kugelform niihern und etwas mehr als Faustgrösse besitzen. Das Verwitterungsproduct ist ein lichtgrauer, steinroth ge-ileckter Thon.

Am Strande von Porto, welches wiederum auf Karang liegt, bietet sich reich-lich Gelegeuheit znr weiteren Beobaohtung der Dacite. Wendet man sich vom Dorfe aus nordwarts zum G. Massa, so trifl't man zunachst, kaum 1000 Schritte von der Negorei entfernt, eine mehrere m. lange und bis zu lm. holie Klippe von glasigem Biotitdacit. Derselbe ist dünnplattig und zeigt aucli unter der Loupe eine ausgezeichnete Parallelstructur, er ist stellen weise feinporös, und auf den Spaltungs-flachen liegen einzelne, bis 2 mm. grosse Biotitblattchen. Die Platten streichen S^'2aU,r und fallen unter 40° nach SO ein. Etwa 100 Schritte weiter nördlich kommt dies Gestein als graulichweisser Bimsstein vor, welcher in rundlichen Knollen verwittert; dann folgt ein schmutziggelber Tuff, welcher in grosser Zahl eckige Stücke ei nes gelbbraunen, bimssteinahnlichen Glasges teins und kleinerer, flaschengrüner Glasbrocken einschliesst. Die bimssteinartigen Bestandtheile enthalten bisweilen wiederum Einsprenglinge von Biotit, so dass aucli dies Agglomerat biotit-dacitischer Natur und uur eine breccienartige Modification des weiter südlich bei Porto anstehenden, diinnplattigen Gesteins sein dürfte.

Der Tuff lasst sich nun eine weite Strecke nordwarts am Strande verfolgon; er bildet bis zu dem Pnnkte, welcher gegenüber dein höchsten Qipfel des Massa liegt, das herrschende Gestein, uur hior und da von Karangpartieen und an Einem Orte durch einen plattenförmig abgesonderten Biotitdacit, welcher mit dem in unmittelbarer Niihe von Porto anstehenden im Wesentlichen übereinstimmt, unterbrochen. Die Platten stehen hier auf dem Kopfe und streichen //'—O. Die Bestandtheile des Agglomerates sind öfters faust- bis kopfgross.

Der Massa kehrt eine bis zum Gipfel reichende Kluft dem Meere zu, und in ihr sieht man ein graues, massiges Gestein entblösst, welches (nach dem reich-lichen, zur Regenzeit aus der Schlucht fortgefülirten Schotter zu urtheilen) aber-

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mak eiueu Biotitdacit darstellt. Unstreitig bildet letzterer das Ilauptgestein des Massa, obwobl an seinem Ostabbauge nach Aussage raeiner Begleitung wiederum Karang auftreten soil.

Unter den Bimssteinen, die am Strande quot;von Porto liegen, kommen zablreich Stücke vor, welche laut Versicherung des gebildeten Regenten des genannten Dorfes etwa 10 Tage nach der grossen Eruption des Krakatau. im Jabre 1883 bier angetrieben sind. Derselben Quelle verdanke ich die Mittbeilung, dass in dieser Gegend früber etwas Gold gefunden ist, welches von Sacbkuudigen als solcbes erkannt wurde.

Durcbquert man Saparua auf dem vera Hanptorte nach No lot fiilirenden Wege in der Richtung von Süd nach Nord, so steigt man zunachst in unregel-miissigen Stnfen über die nns bereits bekannte Karangbildung anfwarts; aber noch bevor man den ersten luud erreiebt bat, wird die Gegend /ur Rechten tlachwellig. Aus dem fast kalilen, hauptsachlich mit Gras bedeckten Boden stehen hier nnr noch einzelne, unbedeutende Partieen des jungen Riffkalks bervor, und der hart am Wege gelegene G. Frikade 11 ist ganz frei davon. Diese flache Kuppe zeigt zwar keinen Aufschluss, aber es liegen auf ibrer Oberflache zahlreiche Broeken von Biotitdacit, so dass dies Gestein zweifellos die ïïöhe aufbaut. Vereinzelt las ich auch ein Stiick Glimmerschiefer dorl auf; es dürfte als ein aus der Tiefe empor-gehobener Einscbluss des Bruptivgcsteins zu deuten sein.

Lehrreich ist der Ausblick, den man vom G. Frikadell aus bat, vor allem auf einen Theil des nalien Seran und auf den Amaïliel bei Nolot. Dieser Berg, mit horizontal abgesclnüttenem Gipfel, zeigt einen deutlich terrassirten Ban; er fiillt in drei Stnfen nach Westen ab und erinnert dadurch sogleich an den G. Rila. Im Einklange hiermit wurde mir versichert, dass auf dem Amaïbel nur junger Rifl'kalk vorkomme.

Karang steht auch wiederum im Wege zwiscben dem G. Frikadell und T u h a h a vielfach an; freilich bildet er keine zusammenbangende Decke mehr, so dass er auf der Karte und in dem Profil nur schematisch dargestellt wurde. Etwas südlich vom W. 11a fand sicli noch ein kleiner Aufschluss von Biotitdacit, und dies Gestein balt nun, nach den Verwitterungsproducten in den unbedeutenden Wegein-schnitten zu urtbeilen, bis zum genannten Bache an, Daim fübrt der Weg durch lichten Wald unweit des Meeres bis nach Tub a ha, olme dass auf dieser ebenen Strecke noch Gelegenbeit zu geologisclien Beohachtungen gegeben ware.

Am Strande von Tubaha liegen wiederum einzelne Gerolle von glasigem Dacit. lustructiv ist die Landschaft, welcbe man von bier aus in 8IV erblickt: Tahuléu, Frikadell und Rila, dieser abgeflaebt, jene wellig, lassen den

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cliarakteristischen Gegensatz iin Eelief der aus Dacit und aus Karang gebildelen Holien deutlich walirnehmeu.

Zwisclien Tuhaha und Nolot bleibt der Weg gauz eben, kaum über den Meeresspiegel sich erhebend. QuarUire Korallenbauten, in denen die Stöcke noch ihre ursprüngliche Stellung bewabrt liaben, sind vielfach aufgesoiilossen; zieinlich baufig trifl't man dariu auch die Schalen grosser Tridacnen an.

Am Strande von Itawakka, welches unfern Nolot an der Nordküste der lusel liegt, ist der Boden mit zahlreichen öeröllen jungernptiver Gesteine bedeckt, als ob er stellenweise damit gejiflaslert wilre. Diese Geriille bestehen vorherrschend aus Daciten (darunter Pyroxendacit), untergeordnet aus Andesit, Pyroxendacit und Andesit stehen audi gleich im Osten von Itawakka, beim Kap Toholau, an; aber der Aufschluss ist unbedeutend, so dass sieb die Lagerungsform der betref-fenden Qesteine nicht beurtheilen lüsst. Die Möglichkeit ist demnacb nicltt ausge-schlossen, dass der unmittelbar neben detu Pyroxendacit anstehende Andesit mit jenem derselben Gesteinsmasse, in vvelcher der Quarzgebalt stellenweise enüedrigt wiire, angebören könnte.

Weiter östlich sind die Pyroxendacite am Kap As sal vortrefflich aufgeschlossen. Das glasige Gestein bildet bier eine etwa 20 m, hohe Schlackenanhautinig, deren moist faust-, bisweilen auch kopf- bis metergrosse Bestandtheile durch einen liclit-grauen, vulkanischeu Sand verkittet sind. Gangartig treten darin dünne Schichten eines hreccienartigen Agglomerates auf, dessen Fragmente mit dem am gleiclien Orte anstehenden Pyroxendacite übereinstimmen. Nach Westen zu ist dies neovul-kaniscbe Gestein noch eine Strecke weit am Strande zu verfulgen. anscheinend bis zu dem am weitesten vorspringenden Kap, welches zwisclien Tj. Assal und TJ. Toholau liegt.

Von dort aus bis zum Kap Toholan tritt dagegen wiederum der jmige Eiffkalk unmittelbar ans Meer binan. Er bildet den Fuss des M a 1 a k k i, einer Fortsetzung des Amaïhel, dessen steil abstürzende Felsen eine deutliche Hohl-kehle zeigen und an die Kliste von Hutu Muri auf Leitimor erinnern. Zwei winzige Insein, welche der betreflenden Bucht vorgelagert sind — gewaltigen, losgelösien Blöcken gleich — bestehen ebenfalls aus Karang.

Die Ostküste der tiefen Bucht, welche von S her in Saparua einschneidet, wurde langs des vom Dorfe Ow zum Hauptorte führenden Weges untersucht. Vom Tandjung Ow bis zum gieichnamigen Dorfe bemerkte ieh bei einer Kahnfahrt entlang dem Ufer nur Eiffkalk, welcher am genannten Kap' durch horizontale und verticale Klüfte in grosse, quaderförmige Blöcke zertheilt und mit liefer Iloblkehle verseben ist. Ow selbst liegt aueb noch auf Karang. Gleich westlich vom benach-

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barton Ulat steht links vom Wege eiu grobes, vulkanisches Agglomerat au, dessen Bestaudtlieile die breccienartige Structur der gesammten Felsinasse im Kleinen wiederholen. Es sind waohsgliinzende Gesteine, welche in einer dunkelgrauen Grundinasse zahlreiche, scliwarze, sehr verschieden grosse Bruchstücke yoii dacitischem Glas enthalten und die, abgesehen Yon der dunkleren Farbung, mit dem oben erwiihnten Agglomerate vom Tj. Assal übereinstiinmeu. Somit dürften aucli sie zu den Pyroxendaciten geboren.

Am Tj. Hatu Mete (==schwarzer Fels) führt zwar der Weg zunachst wieder iiber Korallenkalk, aber am Strande bildet Pyroxenandesit das Liegende dieser Bildung, wie schon durch den Namen des Kaps augedeutet ist. Der Pyroxenandesit flndet sich daim, nacb dem Passiren der Spitze vom Tj. Hatu Mete, auch in zahlreiohen, machtigen Blöcken eine Strecko weit langs des Weges, bis wieder eine aus Karang gebildete Ebene im SÜ des Ajer Salaiku folgt. Aber vielfach kommen auch aocli in dieser Gegend Kollsteine des Eruptivgesteins vor, so dass man sie in den Dörfem sogar zu Bauzwecken verwendet.

In Sirisori islam steht eiu violettgrauer, grobporöser Dacit an, in dessen stark vorwaltender Grundmasse ausser Feldspath, Quarz und sparlicbem Biotit grössere Partieen von griinlichem Glas auftreten. Er steht in Verbindung mit einem feinporösen bis bimssteinahnlichen, fetlglanzenden, glasigen Gesteine von breccien-artiger iStructur, scliwarzlichgrau und in verschiedenen Nuancen lichtgraii bis weiss gefleckt. Der Aufschluss ist vortrefEich, denn die Hiiuser des Dorfes ruhen auf den aus dacitischem Glas gebildeteu Klippen, die in grosser Zahl am Wege an-stehen. Weiterhin lasst sich das Eruptivgestein, nach den Geröllen zu urtheilen, bis zu Sirisori sarani nacbweisen; dann folgt zuniichst ein Waldweg, auf dem gar nichts zu beobachten ist, bis zum Tj. Amulaha. Dort ist dieselbe hyaline Modification des Biotitdacits wie in Sirisori islam in zahlreichen, isolirten Blöcken und in grosseren Felspartieen sowohl im Walde als unmlttelbar am Meere aufgeschlossen.

Am Tj. To ra no befand sich am Wege ein künstlicher, 4 m. hoher Aufschluss, in dem dasselbe bimssteinartige, dacitische Glas von grauer bis blauer Farbe zu Tage trat wie in dem oben erwiihnten Aufschlusse im Osten von Porto. Es bildet oflenhar das Liegende von machtigen Karangfelsen, die etwas östlich von dem betreffenden Punkte in einem höberen Niveau zur Rechten des Weges anstehen. Einzelne Partieen dieses neovulkanischen Gesteins liessen sich ohne Schwierigkeit als Biotitdacit erkennen, da sie vollkommen mit dem Biotitdacite übereinstimmen, welcher unfern Waëhenaia am Wege ansteht, so dass also das Glas ebenfalls hierher gehort. Der Biotitdacit von Waëhenaia führt auch etwas Pyroxen.

Zwischen Tj, Torano und Waëhenaia trifl't man beim Tj. AVao am

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Strande Klippen eines poröseu Biotitdacits, welclier in dunnen, unregelmüssigen Banken abgesondert ist. Die quarlaren Korallenkalke treten in der Gegend von Waëhenaia wieder in machtiger Entwicklung auf'. Der Weg führt liier ziemlich hoch über eine alte Brandungsterrasse hin, welche landeinwarts von steil abstüi'-zenden Karangpartieen begrenzt wird, und von ilim aus bat man beim Tj. Me-tikitjil einen lehrreiehen Ueberblick über das Qebirgsland, welches sich vom G. Ril a bis zum G. Massa und Q. Latahuhu ausdehnt. Auf unregelmüssigen Uferterrassen steigt man schliesslich wieder zum Hauptorte der lasel binunter.

Die Westküste der ins südliche Saparua einschneidenden Bucht lernte ich bei einer Kahnfahrt entlang dem Uier kennen. Es findet sich bier im Meere eine Reihe von Klippen, die aus neovulkanischem Gestein bestehen, aber zu klein sind, urn einzeln in die Karte eingetragen zu werden. Ich zog es deswegen vor, die grosseren Complexe dieser Klippen zu vereinigen, so dass also der kartographisclie Ausdruck ihrer untermeerischen Fortsetzung entsprichl. Et was nordlicli von Boï triii't man die ersten Felsen an; sie bestehen aus dacitischem Glas, welches dem am gegenüberliegenden Ufer, bei Tj. Torano, und dem ostlich von Porto anste-henden Gesteine fast vollkommen entspricht. Biotitdacit steht daim ferner am Kap Boï au, gegeniiber 1*. Po mbo, einer etwa 10 m. hohen, ganz aus Eifi'kalk ge-bildeten Felsmasse '). Das Eruptivgestein ist daselbst in einer fast gleicb hohen Klippe, hart am Ufer, aufgeschlossen , ein hellgraues, poroses Gestein mit spiir-lichen Einsprenglingen von Feldspath, Quarz und Glimmer, welches an der Basis der Klippe in dunnen, wellig gebogenen Platten abgesondert ist. Kleinere Klippen und zahlreiche, grosse Blöcke, die am Fusse des Kaps im Meere liegen, bestehen aus demselben Gesteine. Der Gunung Boï, welclier vom Meere aus in einer stellen, kahlen Wand ein massiges Gestein aufgeschlossen zeigt und in jeder Hin-sicht an den G. Massa erinnert, darf luernach ebenfalls als eine Kuppe von Biotitdacit betrachtet werden. Zu demselben Gesteine recline ich schliesslich niedrige Klippen, welche ara Landungsplatze vom Dorfe Boï sowie weiter südlich, halb-wegs zwischen Boï und Puin Pombo, in der Kiihe des Ufers auftreten.

Die Ausbreitung des gehobenen Rillkalkes am Westufer der Bucht ist aus der Karte zu ersehen; sicherlich fehlt er auf dem Gipfel des G. Boï. Am Tj. Papern ist der Korallenkalk etwa 10 m. machtig und gewölbeartig erodirt; ganz an der Spitze des genannten Kaps ragt er lippenartig über die Ilohlkehle hinaus, und dalier rührt der Name dieses Punktes, welclier „hangende Lippequot; bedeutet.

1) Hein ward t giobt nn , dass er aiu Imissc dieser Klippe , einen sehr scliwurzcn , anscheinend kolilen-haltigcn, grobkornigcn Schiefer und einen schwnrzen, uliin/.enden Sandstein gefunden hobc. I.s würde inieii nicht hofremden, wenn in dieson lose aufgelesenen (Jcsteinen auch Hiotitducilo, /. Th. mit l'arallelslrnclnr vorgelegen hiltten (1. c. pag. 446).

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AU F NUSALAUT.

]Jie Insel Nusalaut warde auf dem rings mn das Eiland hinfiihrenden Wege began gen, ausserdem in der weiteren Umgebung von N al ah ia und von der dor-tigen üai aus bis zur Bai von Sila lang-s der Küste naher untersucht. Es steilte sicb heraus, dass sie im Weseutlichen aus grü])em Vulkanschutt besteht, dessen Bestandtheile zusammengeschweisst oder durch vulkanischen Sand yerkittet sind und dessen herrscliendes Gestein eiu schwarzer Pyroxenandesit mit zalilreiohen Ein-sprenglingen von Plagioklas ist. Bisweilen wird dieser Andesit grobporös, in anderen Fiillen glasig. In Verband rait ihm treten ferner Bimssteiu und Tuffe auf, welche letztere namentlich au der Küste voni Tj. Namaülo bis zum Tj. Tolo eine bedeutendere Entwicklung erlangen. Am Tj. Nainaulo wurde ein Handstiick ge-scblagen, in dem einzelne Racliolarien vorkommen.

Stellenweise ist das Andesitmagraa reicher an Kieselsaure, so dass es nach lithologigchen Principien als Pyroxendacit bezeichnet werden muss. Geognostiscb lasst sicb aber dieser Dacit nicbt vom Andesit scbeideu, und dasselbe gilt von dem sporadisch auftretenden Biotitdacit. Am Landungsplatze von Nalabia bildet ein soldier eine niedrige, polyëdrisch zerklüftete Klippe, in der neben Biotit und Hornblende noch Pyroxen vorkommt und deren Gestein sicb auch im Habitus eng au die Pyroxendacite der Insel anschliesst.

Nach diesen allgemeineren Bemerkungen mogen die Einzelbeobachtungen au dor Hand des zurückgelegten Weges mitgetheilt werden :

Au den steilen LTferu der Bai von N al ah ia ist das Eruptivgesteiu weitbin auf'geschlossen, ebenso am Wege, welcher zum gleichnamigen, 40 m. hoch gele-genen Dorfe hinanführt; doch liisst sicb au diesem Wege uur stark verwittertes Gestein beobachten. Das Verwitterungsproduct der Schuttmassen ist ein gelbrother bis rother Lebm; die Hauser des Dorfes ruhen zum Theil auf Laterit. Im Innern der Bai ist das Ufer seicht, deun dort mündet eiu kleiner Bach, welcher aus einem nach dem Meere bin geöffneten Thalkessel kommt und hier einen Zufluss von einer warmen (Quelle erhalt. Der gesammte Bach heisst hiernach Ajer I'anas, auch wohl Ajer Panas Besar, d. h. „grosse, warme Quellequot;, zur Unterscheidung von den anderen, unbedeutenderen Ajer Panas von Nusalaut.

Im erwahnten Thalkessel quillt das warme Wasser au verschiedenen Puukten aus dem Felsen hervor (10 Minuten Gehens vom Ufer des Meeres entferut) und vereinigt sicb dann zuuachst in einem unbedeutendeu Becken, dessen Temperatur 06° 0. betrug; von dort tliesst es sogleich in den kaltes Wasser führenden Bach, welcher in die Bai ausmündet. Es kommen au der warmen Quelle unbedeutende, aber durch ihre Form interessante Siuterbildungen von Aragonit vor, die wie

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Si)

Schwalbennester am Felsen liaflen und obeu napfformig' ausgebölilt siud. Die Form erklart sicb dadurcb, dass dort, wo das Wasser am Kande überfliesst, dio Ab-scbeidung des Kalksinters am raschesten erfolgte; sie wiederbolt im Kleinen die Becken- und Scbalenform, welcbe vou den Quellabsclieidungen des Nationalparks und anderer Gegenden so wobl bekannt sind ').

Eine zweite wanne Quelle, mit einer Temperatur von 50° 0. en (springt gleicb westlich vom Tj. Namaulo aus vulkanisohem Tuff, auf dessen Oberfliicbe sicb eiuo diinne Kruste von Brauneisenerz abgesetzt bat. Dies Ajer Pan as Ketjil befindet sich hart am Strande und wird zur Flutbzèit vom Wasser überströmt; man gelangt dortbin eniweder vom Meere aus oder auf einem Pusspfade, welcber unfern des Kircbhofs von Nalabia am steilen Gehiinge der Küste binabfflbrt. Auf diesem Wege trifft man aucb wieder gebobenen Korallenkalk, weloher wenige Scbritte landeiuwarts von der Quelle in 10 m. boben Pelsen anstebt und ferner in der Gegend des Kircbbofs in etwa 20 m. Meereshobe eine machtige Entwicklung erlangt. Geschiebe von Eiffkalk, theilweise mit deutlichen Korallenresten, sind ferner im Bette iles Ajer Pan as Besar nicht selten; doch kommt unter dem Schotter dieses Baches vereinzelt aucb ein körniger Kalkstein mit Korallenstructur vor, den ich nicht ohne weiteres dem Karang anzureihen wage, Ausserdem las ich an demselben ürle einen Broeken von Hornstein auf.

Schlagt man den von Nalabia nach Lenitu tiihrenden Fusspfad ein, so gebt man anfangs, vom Kirchbofe aus in etwa gleichbleibender Höhe, eine Strecko weit \lurch die in zablreichen Aufschliissen entblösste Karangbildung, bis der Weg zum Strande hinableitet. Dieser Punkt liegt au der Grenze des im Tj. Tolo endigenden Rückens und ist in mehrfaolier Hinsicht bemerkenswertb. Am Uier liegen zahlreiohe, bis 1 m. grosse Blöcke von Andesit mit geschwiirzter Verwit-terungsrindo; davor dehnt sich ein breiter Brandungsstraud aus, welcber aus recentem Korallenkalk besteht und sich wie eiu Kranz rings um die Itisel erstreckt, uur in den Buchten von Nalabia und von Sila uulerbrochen. Auf diesem Strande erheben sich nun zwischen Tj. Namaülo und Tj. Tolo isolirte Erosionsreste einer iilteren Riffbildung, die man vom genannten Punkte, und besser noch vom Meere aus, beobachten kana. Es sind kleine Felspartieen, welcbe durch ihre allseitig tiet'ent-

1) Reinwardt ncnnt den Hach nicht Ajer Pnnas Bos ar, sondern S age 1 ape und bestimmle die Temporatur der heissen Quelle nis 180° K. (82,2° C,). Nach Angabo dessclbcn Autors kommt zwischen Nalabia und Ainett noch eine andere heisse Quelle vor, von der ich leider nichts erl'ahren habe. «Sic, bildot einen kleinen Sec in einer bewaldeton Ebene des Dusun Kalapoila, dossen Wasser eine Temperatur von 138° F. (58,0° C.) batte und reichlich aus dem Boden hervovquoll^ Nach ileinwardt lieisst dieser See Wuï-pulo, was der Autor irrthümlich mit „warmes Wasserquot; übersetzt; es ist vermuthlich \V a ë-pulu {wa'é = Fluss; pulu = Insel) gemeint. Die genaue Lage des Punktes vermag ich nach dor gegebenen Boschreibung nicht fost/.ustellon; es ist nur ersichtlich, dass sich derselbo et was weiter von Nalahia entrernt befindet als das Ajer Panas Besar (1. c. pag. 449),

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wickelte Hohlkehle riesigeu Pilzen gleichen unci die bisweilen audi bizarre, last au alles Geiisle erirmernde Profillinien zeigen; ihre Oberflache isl dicht bewachsen, und zwischeu ihnen wjichst im Korallenboden Sonneratia alba Smith,

Ain Tj. Tolo selbst liegen Auswürflinge vou Pyroxenandesit, welehe bis

last ! m. Grosse erreichen und durch einen gelbbrau-nen ®an(i mit zablreicben Lapilli verkittet sind. Stel-^lenweise ist dies Material deutlich gescliicbtet; aber lySww'i; daneben kommen au der Spitze des Kaps unregelquot;

tr v»... massige Anbaufungen grösserer Blöcke vor.

Den im Kap Tolo endigenden Auslaufer des

Fro. 20. Erodierteh Hi ff kalk an deu

kiisri: von Nusai.aut. Gebirges überschreitet man in 37 m. Meereshöbe und

steigt nun steil zur Bai von Sila hinunter, woselbst man unmittelbar am Ufer und bart am Wege eine dritte warme Quelle antrifft. Dies Ajer Pauas Sila eutspringt aus den soeben vom Tj. Tolo erwalmten, vulkanischen Schuttmassen und wird gleich dem Ajer Pauas Ketjil vom Hoch-wasser überstromt. Seine Temperatur betrug 44° C.. Landeinwarts, ■woselbst sich das Eruptivgestein noch au verscbiedenen Punkten am Wege aufgescblossen zeigt, ist die Vemitteruug leider wieder so weit vorgeschritten, dass sich nirgends eiu brauchbares Handstück schlagen lasst. Daun folgt auf dem am lunenrande der Bucht nach Sila und Leuitu hinführenden Pfade zunachst mit Sagupflaazungen bedecktes Alluvium, worin hier und da grosse Blöcke von Karang liegen, darauf Mangrove und endlich gehobener Eiffkalk, welcher auch den Untergrund der béiden letztgenannteu, kaum über dem Meeresspiegel gelegeneu Dörfer bildet.

Dieselbe Bildung halt bis zum Tj. Elemenanjo au, freilich vielfach durch Bumpfigeu Boden unterbrochen, wiihrend das Gebirge vom Strande zurückweicht und erst am Tj. Rusi Oénja wieder ans Meer stösst. Dort endigt eiu niedriger Auslixufer des G. Sila Amano uud liegen Anbaufungen grosser Audesitblöcke sowobl am Wege als am Strande. Der Rand des Gebirges ist annahernd durch die puuktirte Linie eingetragen, und die Annahme, dass jener ebenfalls aus Audesit bestehe, gründet sich auf die üntersuchuug der Gerölle des Ufersaumes. Aucli die übrigen roth punktirten Linien langs der folgenden Wegstrecken haben denselben Werth und bedeuten somit mehr als eine Hypothese; unsicher sind die Grenzen des Eruptivgesteius dort uur insofern, als der Gebirgsrand schematisch eingetragen ist und sich nicht übersehen lasst, iuwieweit er noch wiederum von Karang überlagert wird.

Landeinwarts vom Tj, Rusi Oénja liegen haushohe Felsen von Korallenkalk am Gehange, uud dieser halt nuu bis zur Ebeue des W. Latu au. Auf dem Pfade dorthin, welcher sich nahe dem Strande halt und hier uur zwei ganz un-

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bedeutende Steigungen macht, passirt man mehrfach kleine, pittoreske Scliluehten, die durch Karang führen, mul au der Grenze der erwillinten Ebene ist derselbe vortretHicli aufgeschlossen. Es befiiidet sich dort eine senkrecht zum Strande stellende, ganz vertical abgeschnittene Wand yon gehobenem llifi'kalk, welcber bei einer Machtigkeit von etwa 30 m. nirgends eine Andeutung von Schichten oder Biinken erkennen lilsst. Am Tj. Njaituni, woselbst das Gebirge unmittelbar ans Meer hinantritt, steht dieselbe Formation an, über welche der Weg in etwa ;JÜ m. Meereshöhe hinführt.

Im Waë Latu, einem etwa sechs Schritte breiten Bache im Norden dos letzterwahnten Kaps, fanden sich nnr Andesifgerölle, welche auch über die Ebene an seiner Mündung reichlich ausgestreut sind, desgleichen im zelm Schritte breiten Waë Pandila, welcher durch das Derf Titawai fliesst. lm südlichen Theile dieses, auf einem niedrigen Auslaufer des (i. Rusisina gelegenen Ortes steht auch wieder das vulkanische Agglomerat an, welches wir an der Bai von Sila kennen lernten, und die steilen Wege sind bier mit grobem Vulkanschutt bedeckt. Seine grosseren Auswürflinge finden, ebenso wie in Nalahia, zur Herstellung der Fundamente der Wohnungen Verwendung.

Von Titawai aus erblickt man den G. Rusisina, welcher im A IF un-gemein steil abfiillt; man überschreitet ihn am Tj. Waö Sol an no in einigem Abstande vom Ufer und in 44 in. Meereshöhe. Anfangs geht es wieder über grosse Blöcke von Karang aufwarts, und in etwa 30 m. Höhe befindet man sich auf einer kleinen Ebene, woselbst Andesitblöcke und Karang regellos mit einander abwechseln. Ich halte diese Fltiche für eine alte Brandungsterrasse; eine zweite Terrasse sieht man weiter abwürts nahe dem Ufer liegen. Die trockenen Bachhetten, darunter auch dasjenige, welches dem Kap seinen Namen gegeben, sind in dieser Gegend wiederum mit Geröllen des Eruptivgesteins beladen, und dieselben halten auch auf dem unregelmassig welligen Boden an, über den man vom höcbsten l'unkte des Weges aus wieder abwarts steigt. Daim befindet man sich nahe der Südküste auf einer 13 m. hoch gelegenen, mit Sagupalmen bestandenen Ebene von Koral-lenkalk, von wo der Pfad in einigen kleinen, unregelmiissigen Stufen zum Strande hinunterführt. Es sind also am Tj. Waë Selanno zwei deutliche Uferterrassen entwickelt, die man schon von Saparua aus nvühelos erkennt, und aus dem Profile des Rusisina, welches man vom Meere, von A' IF aus, erblickt, lilsst sich fast mit Sicherheit folgern, dass noch eine dritte, weit höher über den Meeresspiegel hinausgerückte Terrasse am G. Rusisina verhanden ist (Fig, 10, pag. 17).

Am Tj. Pellano Huwaï ist der Andesitschutt abermals vortretllich aufge schlossen; er tritt in steil abstürzender, hoher Felswand aus Meer hinan, so dass der Weg dort hei Hochwasser kaum zu passiren ist. Dagegen ist am Tj. Hau

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Nukonjo Koralleiikalk abgelagert, den man daselbst nocli in 32 m. Meereshöbe, dem hochsteii Punkte des üher das Vorgebirge liintübrenden Pfades, antrifft. Die Karangpartieen in der nüheren Umgebuug von Abubu und westlich vom Tj. Pell an o Huwaï liegen kaum über dem Niveau des Meeres; dass sie aucli in dieser Gegend mit Geröllen des Eruptivgesteins bestreut sind, ist in der Karteu-skizze angedeutet. Uebrigens ist es nicht mögiicli, den gebobeuen Eiffkalk genau vom Alluvium zu trennen, da beide Bildungen vielfacb regellos mit einander abwecliseln, so dass also die kartograpbische Darstellung uur ibre Hauptverbrei-tungsgebiete von einander scheidet.

Ein kaolinisirtes, neovnlkaniscbes Gestein von gelblicbweisser Farbe, welcbes naeb Obigera aller Wahrscheinliebkeit nach als Andesit zu betrachten ist, koramt am Fusse des Gebirges in der Gegend von Abubu vor uud wird von den Ein-geborenen gegessen, namentlich von Frauen zur Zeit ihrer Scbwangerscbaft.

Am Tj. Iru und am Tj, Mulaa stösst das Gebirge mit steilem Abfalle aus Meer, und an beiden Orten ist wieder das Andesit-Agglomerat auf'gescblossen, besonders am erstgenannten Kap, woselbst es auf weite Strecken bin mit eiuer tief einschneidenden Hoblkehle versehen ist. Dem entsprechend zeigt die vorge-lagerte Brandungsterrasse ungeheure Mengen von Geröllen des Eruptivgesteins, welcbe unfern Tj. Mulaa noch einmal durch grosse Karangblöcke unterbrocben werden. Eiffkalke bilden ferner den Untergrund des Dories Akon, welches in geringer Höbe über dem Oceane auf einem Hachen Auslilufer des Gebirges liegt, sammt der etwa 10 m. hoben Klippe, die sicb dort in unmittelbarer Niihe der Kliste im Meere befindet. An dem sebr steilen Tj. Amahahani reichen machtige Karangfelsen bis zur böchsten, 28 m. betragenden Höbe des darüber hinführenden Weges; sie bilden das Hangende des auch bier anstehenden, neovulkanischen Ge-steins, eines Augitandesits, welcher sich von dem herrschenden Gesteine der Insel durch seine licbtgraue Farbung unterscheidet.

Au der Oberflilche des letzteren, oben am Wege über das Kap Amahahani, fand sich ein Stück Glimmerschiefer und am Strande, nach dem Ueberschreiten der Anhöbe, eine grössere Zahl von Broeken archaeischer Gesteine, vor allem wieder Glimmerschiefer, ausserdem Gneiss; vereinzelt kommt ferner Quarzit vor. Am Ufer steht indessen uur junger Eiffkalk an, und auch auf dem Ebbestrande vermochte ich keine Klippe der arcbaeischen Formation zu entdecken; es liegen dort nur noch Gerölle von jungeruptiven Gesteinen, wie überall auf den das Eiland umgebenden Brandungsterrassen. Nun ist es zwar keineswegs ausgeschlossen, dass die Schiefer- und Gneisstücke von einer weiter im Meere gelegenen Klippe los-gerissen sein oder von Felsen stammen könnten, die au einem anderen Punkte der Küste von Nusalaut anstehen; aber der Umstand, dass Glimmerschiefer auch

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93

auf der Höhe des Kaps lose angotroffen wurde, scheint dagegen zu sprechen, Demi da hier an Versohleppung kaum zu denkeu ist, so müsste man schon aunehmen, dass zur Zeit der Bilduug jener quartaren Kalksteine, welche heute das Kap Amahahani bedecken, in gleiclier Weise wie jetzt Bruchstücke der archaeischen Formation daselbst angespült seien; doeli sollle man alsdann auch viele andere Bollsteine aui' dem Rücken des Vorgebirges anzutreffen erwarten, die, so weit meine Beobacbtungen reiclien, nicht vorkommen. In Verband damit, dass aucb auf dem aus Biotitdacit aufgebauten G. Frikadell von Saparua ein Stück Glimmerschiefer aufgelesen wurde, halte ich es deswegen für das Wahrscbeinlicliste, dass diese archaeischen Qesteinsbrocken vom Tj. Amahahani fremdartige Einschlüsse des die Insel aufbaueuden Eruptivgesteins sind.

Zwischen Tj. Amahahani und Tj. Serimena lüilt sicb das Gebirge in geringem Abstande vom Meere, und am letztgenannten Kap, woselbst wieder Karang ansteht, steigt es landeinwarts alsbahl bis zu etwa 156 m. an; dann begleitet es bis in die Niihe von Amett den Strand, und unfern dieses Dorfes, im Südosten, ist das Andesit-Agglomerat weithin aufgescblossen. Es treten in diesem Gesteine scbmale, steile Gange von Pyrosendacit auf. Letzterer wurde auch bereits auf der schmalen Brandungsterrasse zwischen Tj. Amahahani uiul Tj. Serimena als Gerolle aufgelesen, und im Nordwesten von Amett wird der Vulkanachutt am Strande von einem perlitischen Pyroxendacite mit zablreichen Einsprenglingen von l'lagioklas und Ampbibol gebildet. Hiernach scheint es, als ob die Andesite dies er Gegend doch ihren Quarzgehalt besonders ausgezeichnet und mög'licherweise von den quarzfreien Gliedern, welche vor allem im südwest-lichen Theile der Insel vorherrschen, zu trennen waren; doch vermochte ich hierfür vorlaufig noch keine sichere Handhabe zu gewinnen. Welche Bedeutung den Gangen zukommt, liisst sich auch nicht weiter beurtheilen.

Amett liegt auf einer alten, kaum über den Meeresspiegel erhohenen Brandungsterrasse; am Kap, welches bald ausserhalb des Dorfes auf dem Wege nach Tj. Waë Hutete folgt, beobachtet man grosse, isolirte Blöcke von Karang; dann trifft man alsbald deu erwahnten Aufschluss des perlitischen Dacit-Agglomerats. Der Fuss des G. Hel en no, um den der Weg in der Niihe des Strandes hinführt, besteht aber wiederum aus Schutt von quarzfreiem l'yroxenandesit, der vielfach am Ufer aufgescblossen ist und beim Tj. Waë Hutete in grossen Blücken im Meere liegt.

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ERLAUTERUNGr DER TAFELN.

Zu den Unterschriften der Tafeln ist nocli Folgendes hinzuzufiigen:

Taf. I, Fig. 1 u. 2. Dio beiden Bilder sind von demselben Standpunkte a«s, am West-ufer der Landenge ron Passo, genomraen. Im Vordergrunde schlammiger Ebbestrand mit Mangrove-Vegetation.

Taf. II, Fig. 1. Das Bild ist etwas iistlicb von Uil a genommen. Dio grasbedeckto Ebono im Vordergrunde ist oine kautn gebobene Brandnngsterrasse.

Taf. II, Fig. 2. Die Treppe ist aas verwittertem Granit ausgebauen. Im Hintergrnnde der Hori.

Taf. III. Dio Klippen beflnden sicb gleicli nördlich von der Bai von Hukurila. Es sind Erosionsreste. Die iosen Blöcke bestellen ebenfalls aus Peridotit.

Taf. IV, Fig. 1. Der bucbste Berg zur Recliton ist der (J. Wajira; dann folgt nach links To])pi Be.sar nnd am weitesten links der nar theilweise sicbtbare Toppi Ketjil, vor dam das Kap Solole liegt. Im Vordergrunde Klippen von Diotitdacit, an denen bei der Ver-witterang rundliche Knollen hervortreten. In das Eraptivgesteia ist eine Hohlkeble eingescbnitten. (Vgl. hiorza die Textfigar 18, Seite 75). Von Osten genommen.

Taf. IV, Fig. 2, Das Bild ist im Texte auf Seite 4'i niiber erlautert. Aa der angefübrten Stelle ist auch oin Erosionsrest derselben Brandnngsterrasse in Fig. 15 noch besonders dargestellt.

Taf, V. lm Hintergrnnde liegt das Kap lliki, welches gleich dom Kap von iluta Mari aus gehobenem IlilTkalk besteht.

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LISTE DER TEXTB1LDEK.

xVmbon, gesehon vnn Ilatusua auf Seran. — Scito 0.

(Jipfel flos Salhutu, gcsehen vom Seriinau aus. — Soilo 7.

Gipfol des Wawani, von Norden geselien. — Seito 8.

Hori, gosohen von See aus, in iV550 O. — Seite 9.

Haruku, goselieu von dor üai von Porto aus. — Seite iO.

Gebirge von Haruku, gesehon von See aus, von eiiiotn Punkte in der Niihe des

Kaps Totüel. — Seito li.

G. Boï und die Nordwestecke dor Bui von Porto. Von Norden gesehen. — Seito li. Frikadell und Kajuputi Besar, von SOden gesehen. — Seite 15.

Nusalaut, von See aus gesehen, von Westen aus. — Seito 10.

Ilusisina, von See aus gesehen, von einom Punkto etwas sndöstlich vom Kap Ovv. — Seite 17.

Peridotit. Unterwaschene Klippe an dor Südküste von Leitimor. — Soito 20.

Granit aus dom Dorfe E ra a. — Seite 24.

Latahuhu und Massa, von See aus gesehen. — Seite 2S.

Kli|)po von Biotitdacit, ara Kap Boï. — Seite 28.

Erosionsformen im Karang. Der rait a bozeichnete Fels liegt auf der Torrasse,

woklie auf Tafel IV abgobildet ist. — Seite 45.

T i d o r e, gesehen von dor Rhedo von Ternate. — Seite 59.

Hori, gesehen vom Wege zwischon dent Seriinau und llatalai. — Seite 00. Hohlkehle an der Bai von Aboro. — Seito 75.

Salhutu und Brandungsterrasse von Rillkalk, welcher lotztere der Insel Haruku angehort; gesehen von einem Punkto iu imchster Niiho von Pehin. — Seito 80. Erodiorter Rilfkalk, auf einer Brandungsterrasse an der Küsto von Nusalaut. — Seite 90.

Fig.

1.

Fig.

2.

Fig.

3.

Fig.

4.

Fig.

5.

Fig.

6.

Fig.

7.

Fig.

8.

Fig.

9.

Fig.

10.

Fig.

11

Fig.

12.

Fig.

13.

Fig.

14.

Fig.

15.

Fig.

16.

Fig.

17.

Fig.

18.

Fig.

19.

Fig.

20.

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B E1 L A G E.

UEBER DIE TJNTERSUCriUNG DES ZUR IIÖHENBESTIMMUNG BENUÏZTEN ANEROÏDES UND DIE BERECIINUNG

DER HOITEN,

VON

Dr. L. H. SIERTSEMA.

I. BkSTIMMI'XG der kourektionbn des Ankroïdes.

Pas zu ilen Höhonbestimmimgen benutzto Instrument ist ein Naudet'schen Anaroïd-Baro-meter, olmo Temperatur-Kompensation, mit einer Theilung in ra.M., von 400 bis 790 m.M., mit foster Hohonscala und einem Thermometer. Der Teinperatur-Kocfficient nnd die Standkorrektion sind vor der Relso von Dr. E. C. de Vries ira Aug.—Sept. 1891, nach der Reise von mir im ■Jnni—Dcc. 1893 bestimmt worden.

Zur liestimmung dieses Koölïicienton ist ein Apparat in der Anstalt zur Verifikation nautiscber Instrumonte mit gütiger Erlaubniss des Directors Dr. P. J. Kaiser bonutzt worden. Dieser Apparat, dessen eigentlicher Zvveck die tbenniscbe Untersuchnng von Thermoinetern ist, bestebt aus einer Wanne von Kupfer, mit doppeltem Boden und Wilnden, welcbo mit Wasser gefidlt sind, das mittelst einiger Gasllammen orbitzt wird. Die Gaszufuiir wird dnrcb oinen in die Wanne eingostellten Thermostaten rogulirt, mit welcbem die Temperatur leicht bis aufeinzelne Zehntel von Gi aden konstant zu erhalten ist. Die Wanne ist durch ein Glasfenster goscblossen, durch welches man das Instrument ablesen kann, olmo jene zu ollnen. Das Aneroid wurde bei meiner Untersuchung in der Wanne mit einom Meeres-Barometer der Anstalt bei den Temporaturen '2()0, 35°, '25° verglichen. Mit Einbegriff von Ablcsungen bei Zimmer-Temperaturen am Anl'ang und am Ende sind im Ganzen 48 Ablesnngen getnacht worden. Nach der Methode der kleinsten Quadrate wurde als Tomperatur-Koëfficient —0.184 ±0.003 berecbnet.

Die liestimmung der Stand-Korroktiou liabe ich im physikalischen Laboratorium der Uni-versitiit zu Leiden ausgeführt. Dus Aneroid wurde unter eine Glasglocke gelegt, welche mit einem offenen Quecksilber-Manometer verblinden war, dargestellt aus einer U-förmigen, 15 m.M. weiten Glasröhre, in welcher der Quecksilber-Meniscus mit einem Kathetometer eingestellt wurde. Ein daneben hilngendes Thermometer giebt dio Temperatur des Quecksilbers an. Die Luftverdün-nung in dor Glasglocke wurde mittelst einer kleinen Wasser-Saugepumpe erhalten und die Ge-schwindigkeit der Verdünnung mit einem Glashabn regulirt.

Die bei Vergleichungen dieser Art immer aui'tretende, elastische Nachwirkung machte sich

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97

audi liier bemerklich. Nach jedom Uebei'gang zu einem anderen Druck wurde etwa 15 Stimdon gewartet, bevor eino Ablesung gemacht wurde, und auch dann war biswoilen die Nachwirkung noch nicht verschwunden. Es stimmt dies gut rait don Resultaten von Roinliertz ') Uber die ohistische Nachwirkung von Aneroïden üboroin. Dieser steilt dio Abweichung .r zur Endlage vor duich

x = Co — quot; i1

worin l die Zeit, vergangen nach der Druckilndemng, in Minuten angiebt. Für die Konstante a flndet lleinhertz in Fiillen, welcbe don unsrigen am nieisten gleichkommen, 0.08 und weiter C— 41 ra il, fiir oino Druckandorung von 20 m.M., C, = 0.78 iu.M. für oino solcbo von 40 m.M. Nach 15 Stunden giebt diese Fonnel für x 0.04 m.M. ira ersten, 0.07 m.M. ira zweiten Fall, und wir flnden also, dass die Nachwirkung noch gerade merkbar sein kann.

Wenn man aber die Korrektionen bei zimehmendem und bei abnehmendem Druck mit ein-ander vergleicht, so bekomrnt man den Eindruck, dass aussor dor oben gonannten, nach 15 Stunden k.iura rnebr merkbaren Nachwirkung noch oine andere bestobt, wolche erst nach liingeren Zeiton sichtbar wird 2). Da aber die erforderte Genauigkeit es nicht nothig machte, aid'diese Unter-schiedo weiter einzugohen, so sind für dio Standkorrektionen dio durchschnittlichen Worthe ge-nommen und ilio folgendon Worthe gefundon;

Ablesung; 090 700 710 720 730 740 750 700 770 Korrektion; 0.9 1.4 -f 1.2 11 1.3 1.5 EG 17 1.7

Es kann gewiss als ein Beweis, sowobl für die Güte des Instrumentes als für dossen sorgfaltigeBebandlung wiihrond dor Reise, horvorgehoben werden, dass diese Korrektionen nur wenig von denjenigen abweichen, welcbe von Dr. E. U. de Vries vor der Reise im /Vug.—Sept. 1801 bestiramt sind. Dieser fand als Tomperatur-Koofficient — 0.19 und als Standkorrektion hoi 0° 4.0 m.M., wiibrend ans meinen Bestiratnungen für diose Grosse 4.5 m.M. berechnet wird. Dem Unterschiede zwischen den vor und nach dor Reise gefundenen Zahlen i.st Rechnung ge-tragen, wenn wir als Standkorrektionen boi 15o.0 C. annehmen:

Ablesung: 690 700 710 720 730 740 750 760 770 Korrektion; O.G 1.1 0.0 0.8 1.0 1.2 1.3 1.4 1.4.

Als Temperatur-Koefficient babe icb — 0.184 boibehalton, wei! inoine Bestiniraungen ans-führlicher sind als diejenigen von Dr. do Vries.

Dio Aendorung des Teraperatur-Koëfflcienton mit der Baromoterbiibe ist in Anbetracbt der verlangton Genauigkoit vernachliissigt.

II. Bbrechnung riEii Höiien.

Ans den korrigirten Barometerablesungen sind jetzt die llühen zu berechnen.

Dio vollstiindige Barometerformel ist3):

/) = 18400 log - (1 0 003665 0 | l 0.377 j (1 ^ cos 2 | l -ij,

Diese Formel giobt den Hohenunterscbiod h in Motern zwischen zwei Stationen an, wobei die gloichzeitig beobachteten Luftdrucke I' und p sind. Es sind weiter;

l die mittlore Lufttemperatur beider Stationen, in C°.

(p) der » Euftdruck.

o » » Dunstdruk.

(3 = 0.00265.

lt;p die geographische Breite.

H die mittlore Höhe der Stationen über dem Meero, in Metern r = 6370000 M , der Erdhalbmosser.

1

lleinhertz, Zeitschr. f. Inslrumeutenk. VII (lb87), p.

2

Vgl. (J a 11 e. Moteorol. Zcitflchr. VII ('890) p. 300.

3

Jordan, llanüb. tl. Vcniiessungskundo II, p. 5^3 (3tc Aull).

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98

Wir erlmlten oine fiir unseren Zweck gentigende Genauigkeit, wenn wir sot zon:

c = 21, 1 0.377 — = 1.010.

iP)

tp = 0.

und infolgedesson füi' die Barometerformel annehmen:

h = 18400 x 1,00265 x 1.010 (/u;/ F — log p) (1 0.003005 I)

= 18633 (log log p) (1 0.003065 t).

Dio Anwendung dieser Formel verlangt, zwei gleichzeitig beobaclilete Luftdrucke au den beiden Stationen, deren Ilöhenunterschied man bereehnen will. Wo solche gleichzeitige Beobach-tungen fehlen, wio in unserein Fall, kann man anch Beobachtimgen y.u verscliiedonen Zeiten benutzen, wenn man nm der Aenderung dos Lnftdruckes wiihrend dos Zoitverlaufes Rcchnung triigt. Diese Aenderung (die tiigliche Variation des Lnftdruckes) ist iu den Tropen sehr rogol-miissig und genau beobachtet. Mit llilfe oiner Tafel, welclie für jedo Tageszoit die Abweichung des Luftdruckes vom Tagesmittel angiobt1), ist daher aus jedem beobachteten Barometerstande der mittlere, tiigliche Luftdruck berechnet, und diese Zahlen sind sodann zur Bereehnung in der oben genannten Formel verwendet.

Audi für die Lufttemperatur ist der tiiglicheu Variation walirend des Zoitverlaufes zwischen beiden Beobachtuugen Rochnung go tragen 2).

Dio Bereehnung ist nun weiter mit Tafeln von Jordan ■1j ausgeführt. In diesen Tafeln findot man berechnet:

/(, = 18404 {log 762 — log p) (1 0.003605 0.

Wenn man die Didoronz /i2 sucht der llöhen /i,, welche zu den Worthen I' und /) geboren, und die Korrektion

(ffi-1) gt;*-***quot;•

hinzutügt, so fmdet man den gesucliton Hohen-Uuterschied:

h = 18633 (log I'— log /gt;) (1 0.003005 l).

Wir mussen also an jedem Tage eine Station walden, mit deren llilfo wir die Hobenunterschiede anderer Stationen bestimmen wollen. Gewohnüch ist diese Wabl nicht schwer, und kiinnen wir cine Station am Meeresufer nehmen oder eine solche, deren llöhe durch Beobachtungen des ver-gangenen Tages bokannt ist. Wenn, wio es oft der Fall war, eine solche Station nach Beendigung eines A-Uslliigos an demselben Tage wieder erreicht wird, kann man die llöhe oiner anderen Station desselben Tages in zwei von einander unabhangigon Weisen bereehnen und die Genauigkeit der Höhenbestimmungen kontroliren. Gewohnlich war die Uebereinstimmung befriedigend und beschri'inkten sich die Diderenzen auf einzelne Meter. Einige Male aber betrug diese Differenz 10% und mohr, was oft durch ungünstige Witterung oder sonstige Ursachen orkliirt werden konnte. Bedeutonde Schwierigkoiten liat dieses aber niemals veranlasst.

1

Observations made al the Magn. and Meleorol- Obs. at Batavia, XIII (181)0), Tab. 44.

2

Dasselbe, Tab. 68.

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K. Martin, Molukkeii. Geologie.

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2. lilick auf diii Salhutu, von der Landcnge von Passo,

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K. Martin , Molukken. Geologie.

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K. Martin . Roisni in deuMolukkm. feoluoio.

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Prolïl ilos \Neoes durcli Hitu, projicirt auf die dirckte Wrbiudmi^sliuie ywisohon Riunatiga ui\d das Dorf Hilu

Mnnsstub dor Landen» l; 30000. der Hölien-1:10000

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Maasstal) der Landen» t.;UM)00, der llöhcn*t; 10000

dureh Leilimor, projicirl auf die dirokte Vorbindunjslinie /wis oh on der Sla dl und dor liai von Hukurila

.Maasstab der Iilt;inlt;»pn-l:;iOO()((, dep llöbcn =1 10000

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R EIS EN IN DEN MOL UKKEN,

IN AMBON, DUN ULIASSEI1N,SKRAN (CERAM) ÜND 11URÜ

(lEOLÖdISCIIER TIIEIL,

vo.s

K. MARTIN,

Vu/mor pr Geologie an der Vniversital tu Li'iilati.

2te Lieferung: SERAN UND BUANO.

MIT 2 KAKTEN, 3 TAFELS UND 20 TEXTBILDEUN.

Neust einem Nachtrage zu Ambon und den Uliassehn.

HkUATISOEQEBUN MIT T'.NIl BSTilTZUNQ DHR NrKDEMiANDISCMUN ReOIIIRUNC,

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BUCII HAND LUNG UNI) DUUCKtKKI VOlimils E. J. HIULL.

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NACHTRAG ZU AMBON UND DEN ULIASSERN.

Die Qesteine, welclie oben') nach dem Vorgange von Schroeder van dei-Kolk als Pyroxendacit beschrieben und auf Karte III unter der allgemeineren Bezeichnung „neovulkaniscliquot; eingetragen siud, wurdeu seitlier noch vou versohie-denen Seiten uutersuoht. Behrens studierte Gesteine quot;vom Wawani (Nquot;. ir)3 u. 157) und vom Kap Assal, auf Saparua (N0. 210 u. 212); er nannte sie „glasreicbe, zum Theil perlitische Quarzandesitequot; und ist geneigt „sie in die erste Hiilfte des Tertiars (zu) stellenquot;; er constalirte ferner, dass: „vou Saparua unverkennbare vulkanische Auswürfliuge vorliegenquot;1). Inznischen hatte Verbeek dielnsel Ambon einer eingehenderen, geologischen Untersuchung unterworfen :'); er kam zu dem Schlusse, dass die als Pyroxendacit bezeiclmeten Gesteine zur Familie der Norit-porpliyrite gehören und cretaceïsehen Alters seien. Verbeek meint: „Es wüi'de vielleicht zu empfehlen sein, für diese Noritgeslehe der Kreidcfonnalion, die in merkwürdiger Weise einige Eigenschaften der jüngeren mit anderen der alteren Eruptivgesteine in sich vereinigen, eiuen besonderen Namen einzuführenquot;. Erschlagt vor, sie Ambonite zu neimen'). Nach Anlass dessen suchle ich selber2) zu beweisen, dass schon auf Grund der Lagerungsverhiiltnisse die Entstehung des NVawanige-steins nicht weiter als in die al tere Tertiarzeit zurückreichen könneB), glaubte aber zur Klarstellung der Prage nocbmalige Untersuchungen der strittigen Punkte durcli andere Fachgenossen veranlassen zu müssen.

Max Bauer priifle demzufolge abermals ein Gestein vom Wawani (N0. 150)

1

3) Over de geologie van Ambon. (Vorhandlg;. Kon. Akad. v. AVeUch. Amsterdam, Sect. II, Doel Vf, N0* 7) Amsterdam 1890. 4) 1. c. pag. iü.

2

7

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100

nebst vier anderen vom Kap Assal (208, 210, 211, 212) und erklarte sie siimmt-lich für neovulkanisch. Nacli ihm stellt Nquot;. 150 einen stark glasigen Pyroxenandesit mit rhombischem Pyroxen, das Gestein vom Kap Assal einen Pyroxendacit dar. 0. Klein, dein icli einige Gesteinsproben vorlegte, veranlasste alsdann die nach-folgende Untersuchung von F. von Wolff und stimmte dem Ergebnisse der letz-teren zu. Eosenbuscli endlich scbloss die betreffenden Gesteine auf Grund der Beschreibung von Schroeder van der Kolk wiederum den Daciten an, wobei er hervorhob, dass sie auffallend an die Oabo de Gata-Typen erinnern 1).

Somit sleben die Auffassungen von Bauer, B eh reus2), Klein, Rosen-busch, Schroeder v. d. Kolk und v. Wolff nicht uur unter einander in völligem Einklang, sondern auch mit der Schlussfolgerung, die ich selber aus dem Lagerungsverhaltnisse der in Rede stellenden Gesteine gegenüber dem Karang, in Verband mit ihrem Habitus, gezogen hatte. Der gegentheiligen Ansicht V e r b e e k 's kami ich mich demnach nicht anscbliessen.

Zu alledem gesellt sich noch ein palaeontologischer Beweisgrund für das Alter der Eruptivgesteine von Nusalaut, welche von Verbeek mit den ambonesi-schen „Noritgesteinenquot; zusammengefasst wurden 3): Oben ist bereits ein Tuff mit einzelnen Iladiolarien erwahnt, welcher am Kap N a m a ü 1 o auf der genannten, kleinen Insel ansteht (Nft. 226) 4), und ferner wurde hervorgehoben, dass diese organischen Reste „mit Formen des tertiaren Kalksteins von Hitu übereinstimmeuquot;5). F, Dreyer6), dem ich nachtraglich die Praeparate von Nusalaut vorlegte, hatte die Güte, mir diese Uebereinstimmung zu bestsltigen und theilte mir ausserdem mit: „Die mikroskopisch organischen Reste sind ja zwar in dieser Probe recht sparlich, doch aber lasst das, was darin sich findet, den Schluss auf Tertiar mit hohem Grade von Wahrscheinlichkeit als geboten erscheinenquot;.

Für die genauere Angabe der Fundorte der in diesem Nachtrage genannten Gesteinsproben kaun ich zum Theil nach Seite 33 verweisen (Nn. 150, 153, 210 u. 211); Nquot;. 157 ist ein Gestein, welches am Fusse des Wawani als Liegendes des Karangs ansteht und oben7) als „halbglasiger Pyroxendacitquot; angeführt wurde;

1

Mikrosk. Physiographic der masaigen (icsteino, pag. 841, 8t2 u. 81G.

2

Horr Prof. Behrons vorptlichtcto mich bereits früher dnrch einige Mittheilungen üboi' die von ihm gepriil'len Gesteine. Ihm sowie den Herren Geheimriithen Maner mul Klein, und besonders Horrn ür. F. von Wol ff, statte ich für die mir verliehene ünterstütznng hierdureh meinen verbindliehsten Dank ab.

3

Voor), versl. over eene geol. reis door het oostelijk gedeelte van den Indischcn Archipel in 1899, Batavia 1900; pag. 11 und Karte.

4

pag. 88.

5

pag. 56.

6

G) F. Dreyer hat die oingehendere Boarbeitung der oben genannten (pag. 30) übernommen,

da llüst dicselbe dorzeit nicht ausführen konnte. (Sieh Vorrede).

7

pag. 56 u. 73.

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101

N0. 208—212 stammen sammtlicli von der „Sclüackenanliaufungquot; ') am Kap Assal auf' Saparua.

MIKROSKOPTSCHE UND CHEMISCHE UNTERSÜCHUNG ET NICER GESTEINSPROBEN VOM WAWANI UND VOM KAP ASSAL, AUF SAPARUA

VON

FERDINAND VON WOLFF.

I. QUARZ FÜHUENDEE HYPERSTHENANDBSIT MIT BINBM KIESELSAUREGBHALT

VON 64,07 0/0 (Nquot;. 150).

Dieser Andesit zeigt in eiuer grauen Grundmasse Eiusprenglinge von Plagioklas, Biotit, Pyroxen, Quarz, ferner grössere Partieen von dunkelblauem Cordierit und rotliem Granat, Die Verwitterungskruste ist brann.

ü. d. M. erweist sich das Gesteiu als ein vitrophyrischer Hypersthenandesit. ünter den Einsprenglingen spielt ein basischer Kalknatronfeldspath von der Zusam-mensetzung des By tow nit die erste Holle. Icb maass auf Schnitten parallel M = ooPoo(010) — und — 411/s0; in derselben Scbnittlage betrug die Nei-gung der Periklinlamellen zur Kante P/AI — l '/a0- Die symmetrische Auslöschungs-scbiefe auf Sclinitten aus der Makrodiagonalzone ist gleicbfalls hoch. Schiefen von 28—133° wurden luiufiger beobaebtet.

Die naohstwichtigste Oompononte ist ein rhombischer Pyroxen in langge-streokten Prismen mit stumpfer Endigung. Er gebört wobl meistens dem Hypersthen an, Durcb Vergleich zweier Scbnitte, die senkrecht zur I. und II. Mittellinie getroffen waren, ergab sich nüinlich, dass die I. Mittellinie negativ, also a, die II. positiv — c war; letztere liegt senkrecht zu c —oP (001). Der Pleochroismus ist in dünnen Langssclinitten schwacb, aber immerbin walirnebmbar; er wechselt zwischen gelblichen und grttnlichen Tonen. Auffallend ist das nahezu vollstandige Pehlendes monoklinen Pyroxens, so dass das Gestein einen sehr reinen Typus des ïïypersthenandesits darstellt. Weit sparlicher ist unter den Einsprenglingen Biotit vertreten.

Die Grundmasse ist ein friscbes, granbraunes Glas mit reichlichen Mikrolithen von rhombiscliem Pyroxen — sie zeigen stets orientirte Auslöschung — und in gerin-

1

Oben pag. 85.

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102

gerer Anzahl von Feldspath. Accessoriseh tref en noch Magnetit, lang leistenförmiges Titaneisen, Eisenkies, ferner Quarz, Cordierit und Granat anf. Die letzteren drei Bestandtheile sind nicht gleichmassig durch das ganze Gestein vertheilt, sondern treten sporadisch, nesterweise, auf, so dass die Vermuthung nalie liegt, dass diese Bestandtheile nicht primar sind, sondern von dem Einschmelzen durchhrochener Gesteine herrühren. Anzeichen von Beeinfiussung des Gesteins durch endomorphen Contact lassen sicii mehrfach l)eol)achten, So erscheint der Quarz ruit abgernndeten Formen gern vergesellschaftet mit Cordierit und Granat. Der Cordierit zeigt einen verhaltnissmiissig starken Pleochroismus zwischen gelblichen und violettblaulichen Tiinen. Er ist zweiaxig und besitzt das Relief des Canadabalsams. Mikrochemische Eeaction auf Magnesia sichern die optische Bestimmung.

Die Cordierite enthalten zum Theil roichlich Einschlüsse von farblosen Sil-limanitnildelchen, z. Th. sind sie einsohlussfrei und dann idiomorph. Die Silli-manitnadelchen sind optisch positiv in ihrer Langserstreckung und löschen orientirt aus. Cordierit und Granat treten irn normalen Gestein nicht auf, sondern sind auf Partieen von holokrystalliner Natur oder deren Nachbarschaft beschrankt, die sicb in vielen Fallen als Einschlüsse von dom umgebenden Andesit abheben, aber aus demselben Material wie die Einsprenglinge des Hypersthenandesits, also aus basischem Plagioklas, Hypersthen, Biotit und Brz bestellen ')•

Das mikroskopische Bild entspricht vollkommen dem eines vitrophyrischen Andesits. In Übereinstimmung hiermit weist der procentuale Kieselsauregehalt von 64,07 0/o ^as Gestein in die Gruppe der Hypersthenandesite 8).

II. HYPERSTHENDACIT MIT EINEM KIESELSAUREOEIIALT ArON 68,74 ü/0 (N0. 209).

Dieser Dacit ist ein dunkelgraues, glasiges Gestein mit gelben, schlackigen Partieen. Einsprenglinge sind makroskopisch nur schwierig zu erkennen und bestehen aus Quarz, Feldspath und Glimmer.

U. d. M. ist das Gestein ein vitrophyrischer Uypersthendacit.

Die Einsprenglinge sind basischer Kalknatronfeldspatb, Quarz, Hypersthen und Biotit. Der Plagioklas ist nicht ganz so basisch wie in dem vorhergehenden Gestein. Er gehort zumeist dem Labrador an. In zonar aufgebauten Einsprenglingen erreicbt

KJ

die Randzone Andesincharakter. Es hessen sicli auf M = cc P co (010) folgende Schiefen beobachten: —37° 30' im Kern basischer Labrador —18° 35' am Rand

1) Aelinlicho Erscheinungen beschroibt A. Osann an Hypersthonnndositon vom Cabo do Gata und fübrt siü auf die Resorption Cordierit fiihrendor Gneisso zuriick. (A. Osann „Übcr den Cordierit führenden Andesit von Hoyazoquot; (Cabo do Gata); Zeitschr. d. d. geol. Ges. XL. 1888, pag. 69*1 — 708).

2) Vergl. 11. Kosenbusch, „Elemente der Gesteinslellregt;,. Stuttgart 18Ü8, pag. 296 u. 207.

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L03

Labrador, oder —213° im Kern — Labrador und —7° am Rand = Andesin. Die Neigung der Periklinlamellen zur Kante P/M betrug-f-i0 20' in letzterem Falle. Der Quarz in meist abgerundeten Durclisehnitten — niclit selten lasst sich jodoeb nocli seine Dihexaedergestalt erkennen — .stebt hinter dem Feldspath kaum znriick.

Der Pyroxen ist rbombisch. Der Axen winkel um die positive Mittellinie recht gross, sodass er dem Hypersihen angehören diirfte oder ilim jedenfalls recht nahe steht. Die Hypersthenkrystalle sind in diesem Gestein nicht selten fast tatlig' nacli a — oo 1'oo (100) entwickelt. Der Pleochroismus ist der gleiche wie in dem vorigen Gestein. Zu den angefubrten Einsprenglingen gesellt sich noch spiirlicb Biotit. Die Grundmasse ist ein farbloses Glas mit Feldspathmikrolithen, die niclit selten Skeletfonn zeigen. Auch rhombisclie Pyroxeumikrolithen lassen sich beobachten. Das farblose Glas ist stellenweise reich an trichitischen Entglasungsproducten. An Übergemengtheilen seien Magnetit, Titaneisen, Eisenglanz und Zirkon erwiihnt.

Audi dieses Gestein stellt einen ziemlich reinen Typus eines vitrophyrischen Hypersthendacits dar. Hiermit stebt die Kieselsaurebestimmung mit (58,74 0/0 gut im Einklang.

III. HYPEBSTHENDACITTUFF (Nquot;. 212).

Brucbstücke des vorher beschriebenen, dunkelgrauen Ilypersthendacits werden durch ein gelbliches, fast bimssteinartiges Glas zusammengekittet.

U. d. M. ist dieses Gestein nicht einhei'tlich aufgebaut. Man erkennt Brucbstücke des vorher beschriebenen, vitrophyrischen Hypersthendacits mit denselben

VJ

Einsprenglingen, Labrador— Bytownit, (die Schiefe betrug'— 33° auf M = oo P oo (010)), Quarz und Hypersihen und derselben farblosen Grundmasse, ferner Partieen von nielir holokrystalliner Natur, zumeist aus Hypersthenanhaufungen bestehend, endlich Brucbstücke von (^uarz, Plagioklas und farblose, scharfkantige Glassclierben, zusammengekittet durch ein gelbes, trübes Glas. Sammlliche Bestandtheile sind überreich an Gaseinschltissen, die Krystalle meist zerbrochen, Erscheinungen, die auf eine sehr gewaltsame Eruption unter Mitwirkung von reichlichen Wasserdiimpfen hinweisen. So erhiilt die Annahme, dass dieser Dacit submariner Entstehung sei durch das mikroskopische Bild eine weitere Stiitze.

1) Vgl. oben, pag 56.

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8ERAN uni, buano.

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IN II ALT.

LITER AT UR . . . . •......

OROGRAPHISCHE ÖLIEDERUNG . . GEOGNOSTISCHE UEBERSICI1T

GNEISS UNI) GLIMMKRSCIIIEFEll . .

AMPI11HOL1T..........

GHAUWACKE..........

KALKSTE1NE DER WASSERSCHEIDE . KALKSTKINE VON UNHEKANNTEIl STE

K1ESELK A LK FORM ATION.....

HUNTER GLOU1GERINENKALK . . -

KARANG ...........

Seite.

107. 111. 128. 128. 131.

132.

134.

135. 130.

141.

142.

143.

144.

.UNi

JÜNGSTE HILDUNGEN.......

G

PERIDOTIT...........

DIOR IT............

AUGITANDESIT.........

STRANDVERSC'lllEHUNG UNI) EROSION

ZUSAMMENFASSUNG.......

EINZELBEOB ACIITUNGEN.....

PROFIL DURlTl DIE INSEL. . . . . liEOHACHTUNGEN AN DER NORDKÜST1 IM SÜDEN VON OROSS-SERAN . . .

UUAMUAL ...........

liUANO............

ERLAUTERUNG DER TAFELN LISTE DER TEXTBILDER

140.

150.

152. 152.

156.

157.

157. 164. 180. 187. 195.

198.

199.

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L IT E R A T U R.

Scliou im Jahre 1842 sammelte Dr. E. A. Forsten '), welclier den Zoologeu als Reisender wobl bekannt ist, Gesteine im Umkreise der Pirvibai; er brachte kurz vor seinem Tode ein aus 38 Nummern mul zahlreichen Handstücken beste-hendes Material zusammen, welcbes sich noeli heute im Leidener Museum befindet, aber niemals bearbeitet wurde. Deun die (leologie des Archipels ist friiher aehr stiefmütterlich behandelt, und die illtere geologische Literatur üher Seran ist noch dürftiger als diejenige, welche sich mit Ambou und den Uliassern bescbüftigte. Für den von mir besucbten Theil der Insel sind aus der meiner lleise vorangebenden Zeit nur die fulgenden Schriften und Karten zvi envühnen:

1867. H, von Rosenberg. Beschrijving van eenige gedeelten van Ceram (Tijdschr. voor Indisclie Taal- Land- en Volkenkunde, Deel .XVI, jwg. 97). Batavia u. 's Hage. — Mit Karte.

1876. Schneider. Geologische Uebersicht über den hollandisch-ostindischen Archipel (Jahrb. d. Kais. Kon. Geologischen Reichsanstalt, Bd. 26, pag. 113). Wien. — Mit Karte.

1) Forsten stammto aus Middelburg, war nis Mediciner in Leiden promovirt, bereilete sich ein Jahr lang am Museum lur Naturgeschichte dnselbst für seine Forsehungsreisen vor und begab sieh 1838 nach Indien; er starb bald nach seiner Kiiekkebr von Seran am 8len Januar 1843 in Ambon. (II. J. Vetli, Overzicht van heigeen gedaan is voor dc kennis der fauna van Nederl. Indie, j)ag. UI u. Iü7; Leiden 1879). Obwohl Forsten, nach den Angabon des Catalogs seiner Sammlung zu urtheilen, offenbar nur geringe geologische Kenntnisse besass, so wiiro die Boarbeitung des vortrcfllichen Materials gewiss iiussert wiinschenswerth gewesen; aber die Sammlung des Verstorbenen ist unordentlich behandelt worden, so dasa ich schon im Jahre 1883 hervorheben inusste, sie diirfe „nur unter Vorbehalt benutzt werdenquot;. (Sanimlg. Gcol. K. Mus. Leiden 1, l, Vorwort, pag. XII). Ich war jetzt in dor Lage, diese Gesteine an der Hand des von mir gesammelten Materials zu controlircn, und will hervorheben, dass es für cinen Petrographen noch heute von Interesse sein dürfte, sie in Verband mit den unten mitgetheilten Heobachtungen zu priifen. Die Angaben des Catalogs und meine Sammlungen ormöglichon in den meisten Fallen die Verifiirung der F'undorte: auf einzelne Haud-stücke der coll. Forsten werde ich auch selbst unten noch Bezug nehmen.

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108

1878 H. von Rosenberg. Dei' Malayische Archipel. Land unci Leute. Leipzig ')• 1886 J. Gr. F. Riedel. De sluik- en kroesharige rassen tusschen Celebes en

Papna. 's Gravenhage.

1892 H. Berghaus. Atlas der Geologie (Bergbaus' Pbysikaliscber Atlas, Abthlg. I) N0. XV (Ozeanien) und XI (Asien und Europa). Gotha.

Die Ansicht, welche v. Rosenberg über den geologiscben Aufbau vonSeran batte, ist im Wesentlichen in dem folgendea Satze ausgesprocben: „Die nördlicben Auslaufer (des vom Autor angenomnienen Centralgebirgess) tragen die deutlicbsten Kennzeichen derselben Formation, die ioh .... langs der Südwestknste von Neu-Guinea beobachten konnte; die südlicben Verzvveigungen dagegen, wie auch das Gentralgebirge selbst, bestehen hauptsachlich aus Gneiss, Grauwacke und Glim-merscbieferquot; ■'). Unter der rait der Südwestküste von Neu-Guinea verglichenen Formation ist offenbar Kalkstein verstanden, wie auch aus der spateren Redaction des Verfassers bervorgebt; denn hier heisst es: „Kalk bildet die Uauptmasse dieser Nebenketten, wiihrend die Uauptmasse an den Ausgangspunkten *) aus Grauwacke und Glimuierschiefer besteht mit Durchbrüchen von Gneissquot; —eine Veranderung, die im Uebrigen keine Verbesserung genannt werden kann; denn hier sind die nördlicben und südlicben Höhen nicht mehr einander gegenübergestellt, wie anfangs sehr richtig geschab. Das Erinnerungsbild des Verfassers war wobl beim Nieder-schreiben der letzten Vorstelluug bereits zu sehr verblasst.

Die betreflenden Kalksteine wurden durch v. Rosenberg augenscbeinlich als Tertiar betrachtet; deun er rechnet u. a. die Steilküste an der Bai von Sawaï zur Tertiürlbvmation (pag. 2iJ9). Auch kommt nach ihm Tertiar im Osten der Insel vor, und zwar östlich von der Tulutibai durch Thon, Sandstein und Kalk (pag. 291), ferner in der Gegend von A ff an durch Lignit (pag. 292) vertreten. Das Braunkohlenflötz ist auch auf dem seiner Karte beigegebenen Carton verzeichnet. Kalkstein unbestimmten Alters wird ebenfalls von Af fan sowie von der Südost-küste Serana erwahnt (pag. 293 u. 294); Muschelkalk soli am Poli on Batu und auf Se ran-Laut anstehen (pag. 284 u. 298). Grauwacke bildet den Unter-grund des zu Marhunu gehörigen Dorfes Paluële-Tuëte 1) (pag. 313); sodanu

1

Ich folgo hier der Schreibweise der Karto, nicht derjenigen, welche in der spateren Arbeit angewandt ist (Pataüéle-t ucte), da mir letztere weniger verstiindlich ist.

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werden Blöcke voa Grauwacke und Tbonschiefer nebst Geröllen vou Qnarz, Glim-merschiefer, Grauwacke und Syenit von der Elpaputibai angeführt(pag. 284).— Ausser diesen sporadischen Notizen ist in den Arbeiteu v, Rosenberg's nicbts enthalten, was auf die Geologie der Insel Bezug hiitte.

Nach Schneider zieht sich durch das Innere von Serau, der Langsachse der Insel entsprechend, ein aus Gneiss, krystalliniscben Schiefern und illteren Eruptiv-gesteinen aufgebautes Gebirge, an das sich siidwiirts die Steinkohlenformation lagert, und zwar soil letztere sowobl in Huamual als im Westen und Osten von Gross-Seran vorkomraen. Ausserdein gehort diesem Autor zufolge der gauze nördliche Küstensaum zuin Tertiar. Diese Angaben entbehren aber der nöthigen Begründung und sind, soweit meine eigenen Beohachtungen reichen, fast ausnahmslos falsch. Nur ein Theil der archaeischen Gesteine ist in die Karte richtig eingetragen ').

Was Riedel in eigenthümlicher Verquickung über die Geologie der Insel inittbeilt (pag. 86), tragt so sehr den Stempel des ünverstandeneu, dass ich es hier übergeben darf. Erwahnung verdient nur, dass nacli ihm Braunkoblen in der Ebene des Bobot, welcher im Osten der Tulutibai ausmündet, vorkommen, und dass im Osten der Abtheilung Waru Petroleum gefunden ist. Letzteres wurde durch Van Hoëvell in seine Karte1) eingetragen, und zwar im Südosten der Bai von Bula, ungefahr an der Nordostecke des Eilands 2),

Bergbaus verzeichnet auf Karte Nrt, 11 für Serau Archaeisch und Palaeo-zoisch, ausserdem Mesozoisch im aussersten Osten des Eilands. Dagegen besteht nach Karte Nquot;. 15 die südliche Hiilfte von Gross-Seran ausschliesslich aus palaeo-zoischen Blldungen, wahrend die nördliche Hiilfte nebst Huamual zum Tertiar gerechnet wird. Es ist dies eben nur der Ausdruck der grossen UnsicherheU, die noch wahrend der Herstellung der betreffenden Karten über die geoguostische Be-schaffenbeit der Insel herrschte und die den Autoreu seibstredend nicht zur Last zu legen ist.

Obwohl nicht dem von mir besuohten Theile der Insel angehörig, moge der Wichtigkeit des Vorkommens wegen noch der Rest eines gigantischen Ichtlyosaurm angeführt werden, welcher von der Südküste Serans, vermuthlich vom östlichen Theil des Eilands, stammt und als L ceramenm Mart. besclirieben wurde 3). Nach

1

Vgl. unten: Orographiamp;che Gliederung.

2

Dies Vorkommen von Petroleum ist wohl zuerst durch v. Rosenberg bekannt geworden (Natuurkdg. Tijdschr, v. Nederl. Indië XXI, 1860, pag. 330j vgl. ferner daselbst XXII, pag. 3()(j u. 412).

3

Sammlg. d. Geol. II. Mus. Leiden, Ser. I, Bd. 4, pag. 70; 1888. Hierauf stiit/.t sich auch wohl die oben erwahnte Angabe von Berghaus über das Vorkommen mesozoischer Ablagerungen im Osten der Insel.

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Anlass meiner Reisen erschienen sodann über Sevan, ausser dem oben angefiihrten Berichte vou 1894 ') noch die folgenden Schriften:

1899. J. L. 0. Schroeder van der Kolk. Mikroskopische Studiën über Ge-

steine aus den Molukken. 2, Gesteine von Seran (Sammlg. Ser. 1, Bd. 6, pag. 1).

J. L. 0. Sc broeder van der Kolk. Beitrage uur Kenntniss der Gesteine aus den Molukken. II. Gesteine vou Seran (Neues Jahrb. f. Min. etc. 1899, Bd. II, pag. 84).

1901. K. Martin. Eeise-Ergebnisse aus den Molukken. (Oentralblatt f. Mineralogie etc. 1901, N». 11, pag. 322 u. 1902, N0. 1, pag. 1).

Ausserdem hat Verbeek den östlichen Tbeil des Indischen Archipels untersucht und darüber eine vorliiufige Mittheilung veröffentlicht;

1900. R. D. M. Verbeek. Voorloopig verslag over eene geologische reis door

bet oostelijk gedeelte van den Indischen Archipel in 1899. Batavia. 1900.

Auf der Karte, welche dem Berichte beigefiigt ist, sind für Seran und das benachbarte Kelang „altere Eruptivgesteine (grosstentheils wahrscheinlich creta-ceïsch)quot; angegeben 3); doch bat der Verfasser, soweit mir bekannt, das Innere vou Gross-Seran überhaupt nicht betreten 3).

J) pag. 2.

2) In oinor anderen Arbeit desselbon Vorfassers, wolcbe sicli iui Uebrigen nicht init dem ^eognostischen Aufbavi der Insol boschivftigt, sind aus duin Alluvium von Pnulohi Glimmer schiefer- und oinzclne Gabbro-Gcrölle crwühnt (Kort verslag over do aard- cn zeebeving op Coram, den 30sten Septbr. 1899; Natuurkdg. Tijdscbr. v. Ned. Iodic, Deel LX, 1901, pag. 225).

3) Verbeek bob bervor, dass „das Binnenland von West-Seran, wegen der ungünstigen Gesinnung der Ijevölkerung nicbt niiber zu unlersuehon istquot; (daselbst, pag. 220; fernor: Voorloopig verslag..., pag. 4).

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O R O G R A P HIS C H E G LIE D E R U N G.

Musste schon für Ambon und die Uliasser die mangelhafte Kenutniss der orographiaclien Verhaltnisse hervorgehoben werden, so gilt dies in noch höherem Maasse für Seran'), dessen Eelief bis jetzt von Keinem systematisch studiert wurde. Die eiuzige, nach eigenen Reisen ini Innern zusammengestellte Karte ist diejenige, welclie v. Rosenberg von einem Theile der Insel a. a. O. gegeben bat; aber aucb diese ist scbematisch gehalten, und das Schema eiitspricbt, wie nnten gezeigt werden soil, uur tlieihveise der natürlicben Gliederung der Insel8).

Der Grund liegt in der dichten Bewaldung des Landes, welohe fast jeden üeberblick Yon einiger Bedeutung verhindert, und dies um so mehr, als die Fluss-betten in der Regel sehr sclimal sind, so dass man an ansehnlicben Gebirgen voriibergehen kann, ohne Hire Existenz auch nur zn abnen, Kaum jemals wird man auch im Stande sein, mit Sicherheit festzustellen, ob man den böchsten Qipfel eines Berges überhaupt eri'eichte, so dass ich selbst über die von mir zurückge-legten Wege nicht viel mehr sagen kann, als die Profile geben. Bei den alfurischen Dörfern und Pflanzungen lasst sich schon mehr wahrnehrnen; aber da man sie bei dem feindseligen Gharakter der Bevölkernng nur selten besuchen kann, so wird erst eine wirkliche Aufnalime des Eilands, bei der eine grössere Anzabl von Wald-blössen angelegt werden muss, einen befriedigenden üeberblick über das Relief des Eilands geben können. Bis dahin kann man sich nur von der Kilste aus durch systematische Zusammenstellung von Profilliuien eine ganz allgemeine Vorstellung

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112

von deu orographischen Verhiiltnissen Serans maclien, und dieseu Weg hat v. Rosenberg ansclieiuend uiclit eingeschlagen.

Van Hoëvell hat spater den Versuch gemacht, alles, was iiber die Insel bekannt war, zusamraenzustellen '), und diese Daten durch manche eigene Beo-bachtungen bereichert. Unter anderen wurde von ilun auch die Lage einer Anzahl von Bergen mittelst iiiagiietischer Peilungen bestimmt; aber es braucht kaum betont zu werden, dass bei der oben hervorgehobenen Maiigelhaftigkeit des Materials, welches bis dahin zu Diensten stand, die Darstellung der orographischen Verhiilt-nisse nicht anders als schematisch sein konnte. Mehr als eine Uebersichtskarte, vvelche zur allgemeinen Orientirung dienen kann, wollte der Autor auch nicht liefern, und als solche wird die Arbeit Jedem von viel Nutzen sein, der sich spiiter mit der Erforschung des Landes zu beschaftigen bat1). Andererseits versteht es sich von selbst, dass die betreffende Karte für die vou mir bereisten Gegenden nicht au die Stelle meiner eigenen Beobachtungen gesetzt werden konnte.

Für die Construction der Küstenlinie von West-Seran und Buano benutzte ich zunachst wiederum die mir freundlichst zur Verfügung gestellten Ortsbestim-mungen und Peilungen von E. Posthumus Meyjes2); die ersteren, 19 an Zahl, sind in der Karte durch ein angegeben. Von den durcb die bydrographische Abtheilung des Niederlandischen Marine-Ministeriums herausgegebenen Karten kamen in Betracht; 1) Schetskaarten van Ned. Oost-Indië JN0. 19, 1897. Dies Blatt stellt u. a. West-Seran und benacbbarte Insein im Maasstabe 1 : 500000 dar, wobei die Arbeit von Posthumus Meyjes auch bereits benutzt wurde, sodann die Bai von Kot tan ia3) und die Rhedeu von Etti, Lokki, Waisamu und Kamarian. 2) Plannen van Ankerplaatsen in den Molukschen Archipel, Blad I, mit dein Ankerplatze bei G. Sudi, in der Strasse von Buano. 3) Plannen van Ankerplaatsen, Blad II, mit der Rhede von Kai bobo. Für die Construction der Nordküste des mittleren Seran war ferner eine Skizze von einem Theile der Bai von Sawaï (Besi Bai) zu verwenden, welche auf „Schetskaarten v. Ned. Oost-Indië, N0. 1Gquot; vorkomint. Diejenige Karte, welche als „Moluksche Archipel BI. 11quot;

1

leb selbst konnte nuf meinen Keison leider noch keinen Gebrauch von dor Karte machen, da sie erbt naehher erschicnen ist; sonst wiire mir daraus mancho Erleichterung erwachsen.

2

Vgl. auch. R. Posthumus Meyjes: .De astronom. plaatsbepalingen ten dienste dor Hydrographie in Nod. indie (1857—'O-l) (Tijdschr. Kon. Nederl. Aardr. Genootsch. XVIII, 1901, pag. 543, Karte X).

3

Die betreffende Karte dor Bai von Kottania lag mir in Manuscript vor, und auf Grund desletzteren ist auch die Lage dos Landungsplatzes von Kottania bestimmt. Doch ist diese Ortsbestimmungschwerlich einwandsfrei, da der Abstand van Piru nach meinor Scbiitzung zu gross ist; die Entfernung von Kottania bis Ruin ist dagegen schwerlich iibersehatzt; denn die Landenge, welche IIuamaal von Gross-Seran schoidet, ist in der That sohr sehmal. (vgl. Thoil 1, pag. l57).

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113

bezeichnet ist, im Maasstabe von I : lOOOOOO (N0. 146) enthalt in der neuen Her-ausgabe von 1897 auch keine weileren, hier in Betracht kommeuden Verbesse-rungen der alten Avifnahmen ').

In die so erhaltene Qrundlage wurden meine eigenen Beobachtungen einge-fügt, und zwar dienten mir liierbei Kartenskizzen, die ich bereits unterwegs mit Hilfe magnetischer Peilungen entworfen batte, als Ausgangspunkt, wobei die relativen Langen nach der Daner der Bootfabrten, unter Abzng eines jeden, für Untersuchungen verwendeten Anfenthaltes gescbützt wurden. Der Eest der Küsten-linie ist na(^b Van Hoëvell ergiinzt. Die Einzelcbnung der zurückgelegten Wege und der durchwanderten Flusslaufe geschab ebenfalls auf Grund von Peilungen und Schatzungen, desgleicben die Bestimruung der Lage einzelner Berggipfel. Für die Construction der Profile sind 119 Höhenmessungen verwertbet; sie ver-theilen sich in folgender Weise. Weg durcb Hu a no: 10; Weg nach Wakollo: 6; Weg von Kuïn nach Kottania: 7; Weg von Lubu nach Kambello: 15; Weg nach Ilonitetu: 3(5; Weg über den Lumute bis zur Nordküste: 25; Weg über die Wasserscheide zwiscben Tan a und A tan: 20. Im Bette des Tan a ist ferner die Höbenlage ron 9, in demjenigen des Atau von 5 Punkten bestimmt. Für die Darstellung des Reliefs sind aber die bis jetzt vorliegenden Daten durcbaus ungeniigend, und beschranke ich mich deswegen darauf', die orograpbischen Ver-hiiltnisse in den allergröbeten Umrissen zu beschreiben. Einige landschaftliclie Skizzen mogen diese Uebersicht bier und da unterstiitzen. Compilation babe ich vermieden; nur Selbsterkundetes 1) ist eingetragen.

Wo seranesiscbe Namen zu erfragen waren, sind diese auch benutzt; aber die Feststellnng solcher Namen ist nicht nur sehr schwer sondern letztere feblen oftmals ganz und gar; an der Kiiste treten malayisobe Bezeicbnungen haufig an ihre Stelle2). In der Scbreibweise folgle ich mitunter Van Hoëvell, als dem mit der Landessprache vertrauten Forscber3), falls die seinige von der meinen abwich; einzelne sehr unbedeutende Aenderungen gegenüber der im ersten Theile dieses Werkes benutzten Scbreibweise sind hiervon die Folge gewesen. Dass meine

1

Eine Ausnahme macht die kleine Insel L'intu, an dor Westkiiste von Hu a no, dio ieh auf Grund einer handsclwiftlichen Angahe von Posthumus Meyjes eingetragen hnbe. Ihre Lago gegenüber Pua, Kalapa und Kasuari vermag ich nicht festzustollen, und die Möglichkeit, dass Pintu dom Eilande Kalapa sowie Batu Ka pal (dor Schetskaart 10) dem Eilande Kasuari entsprocho, halte ich nicht für ausge-schlosson. In dicscm Falie bedarf meine Karto selbstredond einer bedeutendon Correetur.

2

Vgl. Thoil I, pag. 101 u. 205, Anmerkung.

3

Vgl. Vorrcde, pag. IX.

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] 14

gauze Karte im Einzelnen sehr verscliiedenwerthig ist und, vom geographischen Standpunkte aus betrachtet, nvn* den Anspruch einer rohen Skizze erheben darf, versteht sich vou selbst; dem hier verfolgten Zwecke diirfte sie indessen geniigen.

Zwischen die I'iru- und Elpaputi-Bai scliiebt sich ein liohes Gebirgsland eiu, welches im Vergleiche zum übrigen Sevan eine ziemlich isolirte Stellung einnimmt und als eine geschlossene Masse, einem machtigen Pfeiler gleich, die beiden ge-nannten, tiefsten Buchten an der Südseite der Insel von einander scheidet. Obwohl seine einzelnen Gipfel benannt sind '), so giebt es doch keine Bezeichnung für das gesammte Gebirge, und will ich letzteres deswegen im Folgenden als Wallace-gehirge einfiihren. Keine seiner weiter landeinwarts gelegenen Höhen ist meines Wissens jamais von Weissen betreten, aher infolge seiner eigenartigen Lage lasst es sich sowohl von JF und O als von S her zum grossen Theile übersehen.

Lehrreich ist vor allem der üeberblick, den man von der Ostküste iluamual's aus hat, nnter anderen von Lokki und vom Batu Kapal. Man erkennt von dort zunachst, dass sich das Wallacegebirge sowolil nacli iV als nach S hin allmahlig abdacht, und dass sein liöchster Punkt den Salhntu auf Ambon1) überragt; denn jener erscheint trotz seiner weit grosseren Entfernung von dem genannten Orte fast ebenso hoch als der letztgenannte Berg. Verglichen mit diesem schützte ich, unter Zuhilfenahme der Abstaude, die Höhe des betreflenden Gebirgslandes von Seran auf etwa 1500 m. Zu ihm gehort der Tottaniwel (J 800 m.), welcher nördlich von der Mündung des Waë Hi ra gelegen ist und bei der Küstenfahrt von S her wie eine stumpfe Pyramide erscheint. Eine entspre-chende Profillinie zeigt auch die gesammte Gebirgsmasse, welche man von der Nordküste Haruku's aus, in der Gegend von Pelau, überblickeu kann; denn keine der zahlreichen Spitzen und scharfen Grale, welche ihr eigen sind, erhebt sich so weit über die gemeinschaftliche Basis, dass jenes Profil dadurch wesent-

1

Nach Verbeek 1030 m. hoch.

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licli beeinflusst würde. Dagegen erscheint das Wallacegebirge von Am ah ei aus mehr gegliedert; es treten in seinen östlichen, von hier aus sichtbaren Aus-liiufern, welohe nirgends mehr als SOU m. Ilöhe erreichen dürften, zwei schild-

i i i «74° r. S 86° II'. jV880 //'.

Fig. 23. Simouette dks Wai.laceqeuihges, gesehen von Amaiiei. Im

voildebgrunde die laNBZUNOE von amahei.

förmige, durch eine ziemlich tiefe Einsenkung geschiedene Massen hervor. Jede derselben triigt aber doch wieder einen ahnlichen Oharakter wie er dem Oebirgs-lande ia der weiteren ümgebung des Tottaniwel, freilicli keineswegs dem ganzen Wallacegebirge, eigen ist.

Im Nordwesten treten namlich Höhen mit ganz abweichendem Ilelief hervor. Die bedeutendste von ilmen ist der Solohua, welchen man ebenfulls von der Ostküste Huamual's, ferner anf der Fahrt von II at u sua nach K ai bobo und vom Gipfel des Brisepa, von wo sein Fuss lt;S'7800 liegt, erblickt. Seine Spitze bildet eine steile Kuppe, die einer schildförmigen IJasis aufgesetzt ist, und der Oija, welcher auf dem Wege nach Honitetu zu Gesicht kam, tragt den gleichen Oharakter. Der Gregensatz im Kelief' zwischen dem nordwestlichen und dein in S und SO sicli anschliessenden Gebiete des Wallacegebirges tritt auch in den Zeichnungen deutlich hervor.

Im Westen wird dies Gebirge an der Küste von der weiten Ebene begrenzt, in der Kairatu und Hatusua gelegen sind und welche sich bis in die Niihe von Saduruë bei Kaibobo ausdehnt. Weiter landeinwiirts fallt seine Westgrenze annahernd mit dem Wege nach Honitetu zusammen, welcher sich anfangs in verhaltnissmassig geringer Höhe am Gehange hinzieht und erst nördlich vom VVaë Tuba unter Umgehung der ansehnlichsten Berge weiter ansteigl, um endlich in der Niihe des Dorfea Honitetu 406 m. Meereshöhe zu erreichen. Der verhaltnissmassig niedrige Landstrich, welcher sich nordwarts an den Fuss des Solohua anschliesst und in dem auch das genannte Dorf gelegen ist, stellt sich in der Profillinie, die man von Lokki aus wahrnimmt, als eine tiefe Depression dar.

Obwobl das Wallacegebirge fast unmittelbar an dieSüdküste hinanreicht, so ist ihm doch ein sandiger Strand vorgelagert, welcher am Kap Waë Ir a eine ziemlich erhebliche Breite erlangt; nur am Hatu Meten finden sich unbe-deutende Klippen. Uebrigens treten niedrige Ausltlufer des Gebirges am Kap Lohitetu und am Kap Tene nahe ans Meer heran. Am letztgenannten Orte

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wird der betreffende Rüoken im Oaten vom Waë Lei begrenzt, vvelclier, von N IF herkommend, aucli die Grenze der Abtheilung Kairatu bildet. Der Riicken, welcher weiter östlich zum Kap Latu abfallt, ist sehr niedrig; sein böchster, gleioh jenseits Arom Waë Leï gelegener Punkt, ragt nicht mehr als 250 m. über den Meeres-spiegel hervor, soweit sich dies bei der Küstenfahrt überblicken liisst. Kap Latu selbst ist ganz flach.

Au der Elpaputibai lagert sich dein östlichen Fusse des Gebirges wiederum ein niedriger Ufersaum vor, auf dein unter anderen die Dörfer Hualoï und Ruma-reat liegen; dann folgt nordlich von dem in Fig. 22 dargestellten Landstriche eine weite Ebene, in welcher der Tal la ausmündet und die als die Grenze des Wallacegebirges bezeichnet werden darf. Demi von A mali ei aus bemerkt man daselbst in der Profillinie der Insel, im Westen der genannten Bai, eine tiefe, dem Gebiete jenes Flusses angehörige Depression, Vermuthlich stellt der Lauf des von A' If kommenden Talla, des niichsfc dem Ruata bedeutendsten Stromes von West-Seran, die nordöstliche Grenze des Wallacegebirges dar.

Wie die Piru- von der Elpaputi-Bai, so wird am Ufer von Gross-Seran aucb die aussere Piru bai von der inneren, der 1' rji u b a i im engeren Sinne, durcb ein Gebirgsland geschieden. Dasselbe erreicht in der weiteren Unigebung vou Kaibobo, von Saduruö bis zum Kap Tetunaten, die Kuste; letztere ist steil; die Kaps sind felsig, wührend das Gebirge sclion in nacbster Niilie des Ufers 50—150 m. hoch ansteigt. Audi die kleine, gegenüber Kaibobo gelegene Insel Babi besteht, im Gegensatze zu dem ganz sandigen, flachen P. Ka sa, aus einem 50—80 m. boben Hügellande.

Von Piru aus erblickt man einen Rücken, welcher südlich vom Flusse Etti

Ft». 2!!. Bliok von Piru auk Guoss-Seuan.

und der seinen Unterlauf begrenzenden Ebene zuin Kap Tetunaten abfallt (Fig. 23). Sein am weitesten landeinwarts gelegener Gipfel beisst Manuala ( i 300 m.); weiter westlich folgt der kuppenförmige Kupanuë; dann verflacht sich das Gebirge ziemlich gleichmassig nach dem genannten Kap bin, und ahnlicb ist aucli sein Abfall zum Kap Sisi, welches vou demselben Standpunkte aus sicbtbar wird. Hinter dem Riicken, welcher den Kupanuë mit dem Kap Tetunaten verbindet, treten ferner noch drei andere Berge hervor, von denen der

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mifctlere Huhuëla heisst. Alle drei sliul uuter Bioh und mil: dein Kupanuë ung-efalir von gleicher Ilfthe, und zwai' vibersclireitet letzfcere sohwerlich 300 m. Die am weitesten westlicli gelegene Kuppe gehort zu dem im Kap Sisi endigenden Riicken; die Lage derjenigen, welche gleich ostlicli vora Iluliuëla her vort rit t, liess sich nicht naher bestimmen, und für keine der beiden letzterwahnten Berge vermochte ich eineu Namen zvi erfahren, Sie stellen sieh gleich dem Kupanuë als Kuppen dar, wahrend der Huhuëla von der Pirubai aus tast dachförmig erscheint— beides Bergformen, die man auch in der niichsten Niihe von Kaibobo antrilft.

Hier zeigt die Landschaft einen höohst eigenartigen Charakter. Von gt;S' und SO her glaubt man auf der gegenüber 1'u 1 u liabi endigenden Landzunge, in der Qegeud von Saduruë, drei Kegelberge zu sehen; die betreffenden Gipfel stebeu in scliarfem Gegensatze zu den flachen Bodenwellen, welche sich in O und .V O an sie anschliessen und landeinwiirts bis zu 501) m. ansteigen dürften. Brst beim Naherkommen bemerkt man, dass jene Berge keineswegs kegelförmig sind, sondern ebene Flanken besitzen. Die nach SO gekehrten Gebange der in der nebeustehenden Zeichnung (Pig. 24) am weitesten im Vordergrunde liegenden Höhen (a u. i) fallen sogar in eiue eiuzigeEbene, deren

weiter landeinwiirts im be-nachbarten Gebirgslande erkennen lasst, und die Ver-muthuug liegt auf der Hand, dass diese Ebene einer Kluft oder Schichtungsflache entsprechen dürfte, so dass die einzelnen Gipfel diirch Erosionswirkung aus der ursprünglich zusammen-liÉingeudeii Gebirgsmasse herausgeschnitten wiiren.

Ganz ühnlich stellen sich verschiedene andere Höhen dar, welche man vom Erisepa (217 m.) aus erblickt, so der bereits erwahnte, nordöstlich von bier gelegene Huhuëla (J 300 m.) und zwei andere Gipfel, die, ungetahr von gleicher Höhe, sich unmittelbar im Osten

an ilin anschliessen; dann der ./ Henahuhui und der Uranitu ' /

im SIK des Huhuëla, welche dem Erisepa etwa an Höhe gleichkommon; ferner der nabezu östlich von bier ffelea-ene A ë 1 a-

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pia. Alle tragen im Wesentlichen

den gleichen Charakter und erscheinen mehr oder minder pyramidenartig. Der

Fortset zuiiü' sich aucb noch

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Erisepa selbst macht von iV her den Eindruck einer steilen Kuppe, welcbe landeinwarts unter 23°, seewürts uuter 27° abfiillt; in Wirklichkeit ist er indessen nur der höchste, nördlicliste Punkt einea Rückens, weieher den Ort Kai bobo in O und S halbmondformig einsobliesst, und auch der gleich südöstlich von ihm befindliche Henasama bildet einen langgestreckten Rücken.

Die ungewölmlich scharfen Grate und Spitzen, welche das Gebirge von K ai bobo auszeichnen und die erwahnten Profiilinien bervorrufen, finden, wie spater zu erörtern sein wird, im geognostisclien Aufbau dieser Gegend leicbt ihre Erkliirung.

Nördlich vom Kap Te tuna ten zieht sich das Gebirge landeinwarts nnd lagert sich seinem ' 250 m. hohen Rande ein niedriger Ufersanm vor, weleber die Eb ene von Etti genannt werden moge, nacli dem wichtigsten der in ihr gelegenen Dörfer. Dieselbe endigt gleioli westlich von Pirn; deun hier tritt das Gebirge rait selir sanftem Abfalle wieder ans Meer hinan, und seine flachen Wellen besitzen daselbst nicht mehr als 150 m. llöbe.

Eine weit grössere Ausdebnung als diejenige von Etti besitzt die Ebene von Hatu sua; südlich von Baduruë am Waë Sar is a beginnend, endigt sie am II a tu Meten. Dabei erstreckt sie sich weit ins Innere binein; unter anderen dehnt sie sicli langs des nach Honitetn inbrenden Weges bis nach Urdu ans. Klippen kommen an der Meeresgrenze dieses tiachen Landstrichs nur beim Hatu Huran, gleich im SO von li a tn sua, vor; aber os sind auch dies nur etwa 5 m. liohe Korallenkalke von geringer Erstreckung, keine alteren Bildungen. Sonst ist der Strand in dieser Gegend völlig llach '). Im Innern wird die Ebene von einera Gebirgslande begrenzt, welches die llöhen von Kai bobo mit denjenigen des W a 11 acegebi rge s verbindet, aber weit niedriger ist als letzteres. Dasselbe zeigt sanft geschwungene Wellen und steigt, soweit der Gesichtskreis bei der Küstenfabrt reiclit, selten höher als bis zu 500 m. an; erst weiter im Innern scheint es stellenweise 800 m. Meeresböhe zu besitzen.

Auch die Elpaputibai wird im Innern von einer weiten Ebene umsaumt, die wobl am besten nach der erwahnten Bncht genannt wird s). Der Poli on Batu trennt sie von der Ebene des Talla; er ist der Auslaufer eines etwa 250 m. hoben Rückens, welcher von W her an die Bai binantritt und selbst rh 200 m.

.1) Der Namo Ilatusua hat nichts mil Klippen zu schallen, obwohl in ihm die Bezeichnung hatu (- Fels) steekt. Vielleieht bezieht er sich auf den heiligen Stein der Soa, tien hatu pamali (vgl. Th. 1, pag. 70) und setzt er sieh aus hatu und soa zuaammen? Es sind mindestens am Strando von Ilatusua keinerlei Felsen vorhanden.

2) Elpapati ist nach v. Kosenberg der gemeinsame Name dor Dorfer Paulohi und Sama-s urn, zwoier benachbarter Ortschaften am Westufer der Bai (Mal. Archipel, pag. 283). Paulohi war aber friiher der Sitz der Niederlandischen Beamten (1. c., pag. 282), wodureh sich dor Name dos Busens leicht erklart.

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liocli über den Meeresspiegel hervorragt. Gleich nördlicli von ihra weicht dann das Grebirg'o weit landeinwiirts zurück, und die Ebene erreicht nicht uur nordöstlicb vou Paulohi, soudern audi bei Rumasosal und Makariki, an dem Unterlaufe des Tana so wie des Ruata, eine sebr erhebliclie Brei te. Die ganze Küstenstreeke zwischen dem Po bon 3atn im Westen und Amabei im Osten ist, abgeseben von unbedeutendem Ausatz von recentein Korallenkalk, sandig oder grandig, stellen-weise sumpfig. Die Uöben, welcbe die Elpaputi-Eljene im Inneru einsebliessen und die sicb von A mali ei aus bis A' 16° O überblicken lassen, iibersteigen wobl nirgends 800 m. und zeigen vom genannten Orte aus Profillinien, welcbe init derjeuigen des östlicben Wallacegebirges im Weseutlicben übereinstimmen.

Wie aus Obigem bervorgebt, ist die Südküste von West-Seran aucli dort, wo das Gebirge nabe ans Meer binanreiclit, im Ganzen genommen ilacb; nur auf der Strecke zwischen K ai bobo und Kap Te tu nat en sowie am Poli on Batu ist eine Steilküste mit niedrigen Klippen vorbanden. Dagegen tragt die Xordküste stellenweise einen durchaus abweichenden Charakter.

Es gilt dies zunachst von dem Ufer, welches sich vom Kap Tanduruë ans ostwarts bis zum Flusse Pa na erstreckt. Die Berge, welcbe am genannten Kap etwa 100 m., weiter östlich 800 m. boch über den Ocean liervorragen, fallen ungemein steil zum Meere ab; ibre Gebiingo besitzen stellenweise 45° und mehr Neigung und kehren vielfach bohe, kable Felswande dem Wasser zu, so besonders am Kap Tanduruë Otó sowie an den Vorgebirgen Hatuëna und KalawaL Nur östlich von Tanduruë Otó sind die Gehange am Ufer bis zum Kap llatuëna bin ganz dicht bewaldet.

Jenseits des Pan a schwindet die Steilküste; der Strand wird tlach und sandig, und die nachsten Höben, welcbe am rechten Ufer des Pa na noch etwa 250 m,, unfern Nuniali uur noch 100 m. boch sind, fallen in sanften Wellen zu ibm ab. Beim letztgenannten Dorfe nimmt alsdann der üfersaum eine erhebliclie Breite an und gebt er in eine Ebene über, welcbe sicb zu Seiten des Sapalewa ostwarts bis zum Kap Lamana ausdehnt. Indessen ziebt sicb hinter dem flachen Strande und den unbedeutenden, ihn begleitenden Höben doch gleich landeinwiirts wieder ein ansehnlicbes Gebirge bin, dem unter anderen der Massobi, am rechten Ufer des Pana, ferner der Lakaëla, Hulung und Toësiwa, zu beiden Seiten des Sapalewa, angebören'). Dies Gebirgsland, von dem. ich bereits früher Abbildungen gegeben babe 1), ist im Mittel etwa 700 in. boch und triigt einen sebr eigenartigen Charakter; deun die Gipfel seiner Berge zeigen ganz senkrecht

1

Theil I, pag. 107.

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120

abstürzende Felswiinde, welche sich scliarf von ihrer milssig' geneigten Basis ab-heben. Der Massobi, welcher einigermaassen au die bekannten Stiper Stones erinnert'), uud der Lakaëla lassen dies in den erwiilinten Zeichnungen am besten erkennen; aber auch der Uniting und der gleicb landeinwarts von ihm gelegene üerg am rechten Ufer de.s Sap ale wa, welcher vermalhlich 1) dem Toësiwa entspricht, kehren dem genannten Flusse senkrechte Wande zu, die in ihrer Hölienlage derjenigen des Lakaëla entsprechen. Diese Höhen, welche das eigent-liche Küstengebirge des nordwestlichen Seran darstellen, tragen som i t einen von dem Uelief des an die Südküste stossenden Gebirgslandes völlig abweichenden Habitus, und es wird spiiter zu erörtern sein, inwieweit die tektoniscben Ver-haltnisse der Insel diese Verschiedenheit zu erklaren vermogen.

Da ich die Gegend östlich von Nuuiali nicht betreten babe, so vermag ich über die fernere Ausdehnung des Küstengebirges daselbst nicbts anderes auszu-sagen, als dass es sich noch viel weiter nach Oslen erstreckt, wie schon aus dem Landschaftsbilde hervorgebt, welches man iu der Nühe von Murinatin bei der Küstenfahrt wahrnimmt ^). Auch die genauere Lage des in der citirten Abbildung vorkommenden Batolla kaun ich nicht angeben. Erst in der Bai von Sawaï begiunt ein anderes, mir bekanntes Qebiet der Nordküste.

Hier wird die Kuste vom rechten üfer des Waë Uta au bis zum Dorfe Sawaï wiederum von einem hohen Qebirgslande eingefasst, dessen Fuss fast überall unmittelbar ans Meer hinautritt, so dass nur stellenweise ein schmaler Strand zur Entwickluug gelangt. Am meisten fallt in der Landschaft der Supun (±600 m.) auf, welcher sich als felsiges Kap mit schroffen Wanden nach N

1

Dies „vormuthliehquot; beziehl sich nur auf die Abbildung, nicht aber auf die Angabe, welche die Karte betrelfs dor Lage des Toësiwa onthalt.

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vorschiebt und die Bai von Slemann von der Binneubai von Sawaï scheidet'). Nahe dem innersten Winkel der Bai von Slem aun ragt ferner ein nacli diesem Orte genannter, auf 800 m. geschatzter Berg empor, und zwei andere, niedrigere folgen weiter nordwestlich. Der zunachst sich anscliliessende Gipfel erreiclit etwa 500 m,, der andere, unmittelbar liinter dem Dorfe Slem a n n gelegene 300 m. Meeres-bölie (Fig. 27). Jenseits vom Supun und vom Dorfe Sawaï zieht sich das Qebirge landeinwarts aucli noch weit uach Osten bin fort, und seine mittlere Hühe kommt hier derjenigen des Berges Slemann gleich. Yom Meere aus bemerkt man in ihm eine Auzahl steiler Gipfel, welche durch tlache Eiuseukungen getrennt werden und dem auch der durch v. Rosenberg

gezeichnete Hat u-Sak ka5) angehören muss. An- Gunung Slemann Slemann.

, . i i- I i . 1 i ■ i ■■ it i o ■■ Fin. 27. SilHOUETTK mis Gkihroks

scheinend liesyt letzterer ffleich sualich von oawai.

0 0 AN 1)111 ISAl VON Sl.KMANN'.

Der ganze Charakter der Landschaft, welche man

in der Gegend des letztgeuannten ürtes und von Slemann erblickt, erinnert lebhaft an denjenigen der soebeu geschilderten Nordwestküste.

Freilich lasst sich die ostliche Fortsetzung des Gebirges von Sawaï nicht mebr ala Küstengebirge bezeichnen; denn es ist ihm ein niedriger Landstrich von grosser Ausdebnung vorgelagert, zu dem sclion die tiaclihügelige lialbsinsel im Norden des Dorfes Sawaï gehort, und auf der ganzen Küstenstrecke, die ich von hier aus bis Fasahari, im Osten von Wahaï, kennen lernte, tritt nirgeuds mebr eine Anhöhe von einiger Bedeutung ans Meer hinan; vielmehr ist sie meistens ganz flach. Das lasst schon das vom Waë Uta aus gezeichuete Landscbafts-bild (Fig. 26) für diejenige Gegend erkennen, welche die Bai von Sawaï im Osten abschliesst, und meine lieise von Wahaï aus ins Innere, zum Tol na rang und von hier nach F as ah ar i, lelirte, dass in der betreffenden Gegend dieselben Relief-verhaltnisse herrschen; denn auf diesem ganzen Wege lernte ich keine Anhöhe kennen, die mebr als 40 m. betragen batte. Die Eücken in der weiteren Umgebuug von Wahaï sind auch nur etwa GOm.

hocli.

Aber uiclil nur im Osten, sondern aucli im Westen der Bai von Sawaï

1) Vgl. ausscr nebcnstchender Abbildung auch Taf. \1II, l'erncr Taf. XXI in Thcil I dieses ^Verkes, Die 1 löliu dieses Beiges wird durch v. Kosenberg auf 800 Fuss geschiitzt (pag 299), doch isl dies sicher zu niudrig.

2) Der Malnyische Archipel, pag. 301,

-i,, Vo. • , ,

..... ______________;__________________________

Fig. 28. Afsijlk k von i i k Mündung des WaK 1'i a nach Wkste.n.

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rnrd das Ufer von niedrigen, flachwelligen Ilöhen eingefasst, so dass beiderseits eiu stark ausgesprochener Gegensatz zu der das lunere der Bucht begrenzenden Steilküste hervortritt; uiedrig sind audi die Insel Tj am peda im Westen sowie die kleinen Eilande, welcbe sicli nördlich von den Dörfern Sawaï und Ruma-olat befinden. Icli halte es deswegen für walirscheinlicb, dass die beiden am weitesten nacli i\ bin vorspringenden Ausbucbtungeii von Seran, welcbe durcb die li ai von Sawaï geschieden sind, eiu Vorland darstellen, an dessen Innengrenze sich der Eücken binziebt, welcher im Innern des genannten Busens ans Meer hinanreicbt, und dass ferner dieser Eücken in orographischem Sinne die directe Forsetzung der Nordwestküste von Seran darstellt.

Siebt man von IInamnal, welcbes am besten gesondert betrachtet wird, ab, so ist über die Westküste der Insel wenig zu sagen. Vom Vorgebirge Tan-duruë zieht sich zum Kap Wan a ein niedriger, wobl nirgends mehr als 80 m. hoher Eücken, welcher aus abgeflachten Hoben gebildet wird und sich am letzt-genannteu Orte nach SO wendet, indem er die alluviale Ebene von Kawa land-einwiirts begrenzt. Der ganze übrige Küstenstrich bleibt min bis nach Huamual bin niedrig, und auch die kleinen Insein in der Bai von Kottania sind flacli, mit Ausuahme der südliobsten von ibnen, welcbe Buntal heisst und sich etwa 50 m. über den Meeresspiegel erhebt.

Für die Beurtbeilung des Binnenlandes ist aus oben angeführten Gründen zunachst dasjenige beranzuzieben, was sich von der Kliste aus über den Charakter des Landes feststellen lasst.

Aus dem Innern der Pirubai erkennt man, dass das Gebirgsland im iV O von l'iru bis zu etwa 800 m. ansteigt. Zu ibm gehort der Sai-

-' ^ p u t i h u b u '), ein sehr cbarakteristischer Berg, den man unter anderen

Fici 20 Sintou- VÜIU böcbsten Punkte des Euïn und Kottania verbindenden Weges eitk dksSaipu- sowie A 40° O von Lokki aus (Fig. 29) wabrnimmt. Er besitzt einen steilen, kegelförmigen Gipfel, der sich nur wenig über seine fast horizontal abgescbnittene und im Westen mit einem stufenartigen Absatze ver-sebene Basis berausbebt. Derjenige Theil des Gebirgslandes, den man auf See von IF lier überblickt, erinnert in seinem Relief an die benachbarte Nordküste. Es fübrt darüber bin ein sehr schwierig begehbarer Alfuren-Weg, welcher die Dörfer Wakollo und Piru mit einander verbindet.

Von don Ilöhen, welcbe die Etti-, Hatusua- und Elpaputi-Ebene land-einwarts begrenzen, war scbon oben die Eede. Dem ist noch hinzuzufügen, dass von Amabei aus durcb die Einschnitte des der Elpaputibai nabe liegenden

1) Der Anhang „huhuquot; bedeutet die Spitze des Berges.

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12:i

Gebirgslandes und über dieses hinweg, weiter im Innern, Berge sichtbar werden, die ich aui' 1500 m. schatzte. Die höchsten Gipfel liegeu vom genannten Orte aus iN'öO0 IV, JV390 /F (der Kiiste mehr genahert) und ^'22° W. Der Charakter ilirer Profillinien entspricht demjenigen der Höben, welclie weniger fern vom ■Strande liegen; sie sind zackig, aber koine der zalilreichen Spitzen ragt weit über den gemeinscbaftlichen Sookel bervor. Dem gegenüber siebt man vom Kap Lat\i, ferner vom Kap Assal, auf Saparua, und aus der Bai von Naiabia, auf Nu-salaut, über das die Elpaputibai nordwarts begrenzende Gebirgsland einen sebr hohon, scbroffen Berg binausragen, dessen Qebange steil nach //' und O abfallen, wahrend sein Gipfel fast gerade abgescbnitten ist. In der beistehenden, vom Kap Assal genommenen Skizze, liegt dieser uugenannte Berg iV340 0; er muss sich nacli meinen Peilungen westlicb vom Korolubuë und uörd-

lich vom Usua befinden, so dass er vermuthlichzum Lumute-Ge bi r ge gehort. Der auffallende Gegensatz des Reliefs ist

nameutlicb im Vergleicb zu den von der Nordküste gescbilderten io,Q. 30. Silhouktti. Verhaltnissen von Interesse. lob will dieson Berg Flachkopf des FLAcnRorts. nennen. Von der Westküste der Elpaputibai aus, u. a. von Paulobi, siebt man in O und NO, desgleioben vom Dorfe ïïoiiitetu aus in nördlicber Uichtung, ein holies Gebirgsland im Innern, welclies wiederum den zuerst geschilderten Charakter triigt.

Die Höhe des llüokens, welcher die Wasserscheide zwischen Tan a und At au biblet und laut v. Kosenberg's Angabe lleleheléa beisst (mir wurde dieser Name nicht genannt) 1), ist nicht in ibrem ganzen Betrage bekanat; demi mein Wegführte nicht über den Gipfel dieses Gebirges, wenngleich er am Lot one Bataï OSi'J m. Meeresböhe erreichte. Aucb ist es zweifelbaft, ob der auf der Reise durch die lusel überstiegene Korolubuë (824 m.) den böohsten Punkt des Lu mute genannten Rückens darstellt; jedenfalls wird er von dem Hübenzuge, welcber sioh nordöstlich von ibm befindet uud Maóte2) beisst, überragt. Icli schiitzte die Höhe des letztoren auf reicblich 1000 m.; aber noch ansehnlicbere Berge müssen sicli im Süden der. Bai von Sawaï befiuden, demi man sieiit sie von A'lier schon u 11 fern desStrandes über das Küstengebirge der genannten Bucbt binausragen. Laut Aussage des Radja's von Sawaï sind diese Berge wohl dreimal so boch wie der Koroluhuë; das würde also fast 2500 m.3) ausmacben, und wenngleich diese Scbatzung ausseror-dentlich rob ist, so bat sie doch des Vergleiches wogen Interesse. Unfern der Mündung des Ajer Be sar, bei Wabai, erblickt man in lt;S220 O wiederum

1

Vgl. Notiz zu pag. 205, Theil I dieses Werkos.

2

Vgl. Theil 1, pag. 214, 215.

3

Aucli Riedel giebt für eine Anzahl von Bergen 2000—2500 m. Höhe an (I.e. pag. 87).

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ein Qebirgsland von ungefahr 800 m. Hölie. Es liegt vielleicht gleich weit land-einwiirts wie der Koroluliuë, von der Bai von Sawaï aus gerechnet, und dürfte die Fortsetzung des Rückens darstellen, welcher sich östlicli von der genannten Bucht ins Innere hiuein erstreckt.

So spiirlicli die vorliegenden Daten nun audi sein mogen, so lasst sich doch eine Folgerung mit Sicherheit daraus ableiten, dass namlioh West-Seran niclit etwa von einem Höhenrücken durchzogen ist, welcher, in der Langsrichtung der lusel ver-laufend, die nördliche und südliche lialfte derart scheidet, dass sich das Land von ihm aus nach den Küsten hin allmiihlig ahdachte. In diesem Sinne ist ein Cen tralgehirge überhaupt nicht vorhanden. Audi v. Rosenberg's Auffassung, welche in der citirten Karte einen schematischen Ausdruck fand, vermag ioh nicht zu theilen. Dean der Autor sagt: „Die von Ost nach West laufende Langsachse der Insel wird durch einen Gebirgszug dargestellt, welcher mit vielen Auslaufern meist ziemlicli steil nach Nord und Süd abfalltquot; '), und ferner1), dass diese Gebirgskette „einer Mauer gleich die Nordwestküste 2) von der Südküste trenntquot;. Schliesslich heisst es, dass von der betreffenden Gebirgskette „kleine, meist zerbröckelte Abzweignngen nord- und südvvarts auslaufenquot; *). Selbst wenn man von dein ziemlich isolirt aufragenden, nach S bin vorgeschobenen Wak lacegebirge absieht, so bleibt doch eine derartige Anschauungauch für dasjenige Gebiet der Insel, welches etwa nördlich von der li —O verlaufenden Verbindungs-linie zwischen lJ. Babi und dem Innenrande der Elpaputibai gelegen ist, irrig.

Es scheint, dass in dem betreffenden Inselgebiele die höchsten Berge im Allge-meinen der i\ordküste genahert sind; denn die Wasserscheide befindet sicli nicht nur auf dem von mir begangenen Wege am Lumute, sondern es münden auch nach allern, was über die Flusslaufe bekannt ist, die zahlreichsten, mit wenigen Ausnahmeu bedeutendsten und somit lilngsten Flüsse an der Südküste aus. Schon die ansohnlichen aliuvialen Ablagerungen, welche im Umkreise der Elpaputibai eine Ebene bilden, wie sie in ahnlicher Ausdehnung am Nordstrande von West-Seran nicht bekannt ist, beweisen, dass die Hauptwasserraassen nach iS'bin abgeführt werden. Die Geologie der Insel wird auch in üebereinstimmung mit der soeben gemachten Annahme lebren, dass die nördlichen Gebirgsmassen die geologisch jüngeren sind. Von dem Vorlande, welches sich nördlich von dem hohen Gebirge zu beiden Seiten der Bai von Sawaï befindet, ist übrigens bei dieser Betrach-tung abgesehen.

1

1) Mal. Archipel, pag. 282. 2) Daselbst, pag. 288.

2

Ks ist hier wohl die Nordküsto geraeint.

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Es bleibt noch die Schilderung von Huamual übrig, der westlichen Halbinsel yon Serail, welclie im Gegensatze zu dem übrigen Theile des Eilauds (Gross-

Seran) aucli wolil als KI ei u-S er an bezeichnet wird und fast eine solbstandige

. ^ ^ ^

G, Naga. S C,]0 11'. SS20ir. AVeg.

Fro. 31. Ausbiick von Pmu nacii Uuamuai..

Inael darstellt; demi die beide Landmassen verbindende Enge ist nicht uur sebr, sclimal, sondern audi sebr niedrig. Der Anschluss mit dem die Ebene von Etti einfassendeu öebirgslande wird durcli einen schnialen Kiicken erreicht, welcher in der Qegend von Ruin unmittelbar an die Pirubai grenzt und gleich nördlich von dem Ruïn und Kottan ia verbindenden Wege mir reichlioh 100 m. Höhe besitzen dürfte. Der höchste Punkt dieses Pfades erheht sich nur 143 ui. über den Meeresspiegel; dann steigt der 1!ücken weiter südlich allmahlich an, bis er im G. Naga ± 250 m. erreicht. Abgeseben von diesem scharfrückigen Berge und einer ihm beuachbarteu, steilen Kuppe, südwestlich vom Talaga, zeigt die ganze Landschaft in dieser Gegend fiache Wellen.

Denselben Charakter tragt im Wesentlichen auch das ganze übrige Huamual, weiin man es aus grösserer Perue betrachtet, so dass die schmalen Thiller und Wasserrisse, welclie die einzelnen Wellen zersclmeiden, dem Auge entzogen werden. Von Hila, aut' Ambon, und von Hatusua aus erscheinen z. li. auch die hücbsteu Gipfel der Halbinsel flach gewolbt, so dass sie sicii nur wenig von ihrer niichsten Umgebung abheben. Der Rücken, welcher sich ohne Unterbrecbung von Ruiu zum Kap Si al hinzieht, steigt zunachst vom Naga ab südwürts zum W a u-wangi an. Letzterer übertrifft an Höhe den gleich zu erwühnenden Muralatetu

S 23° W. Wduwnngi.

l io. 82. Hlick aui- Huamual, süDLicn vom Naga.

und dürfte sicli somit reichlioh 500 m. über den Meeresspiegel erheben. Man erblickt den Wauwangi u. a. am Strande von Lokki, und auch vou A O her

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tritt er bei der Küstenfahrt deutlich hervor, so in der nebenstehend skizzirten Landschaft, welche gleich südlich vom Naga entworfen wurde. Einen guten Ueber-blick hat man feruer von P. Ka sa und vou Hatusua aus.

Der zweile Berg, welcher in derselben Zeichnung dargestellt ist, liegt weiter südlich, zwischen Lokki und Luim, und ist anscbeinend ruit dein Wauwangi von gleicher Höbe. Leider konute icli für ihn keinen Namen in Erfahrung bringen. Sodann tritt vor allem der Muralatetn, südwestlich von Lu hu, hervor; im Vergleiche mit dein auf dem Wege zwischen Lu hu und Kambello bestiegenen, 443 m. hohen Gipfel des Menapele') schiitzte ich ihn auf ± 500 m. Die mittlere Höhe des Berglandes zwischen Wauwangi und Muralatetn Ijetriigt etwa 400 m.; alsdann fiillt es südlich vom letztgenannten Gipfel ganz allmahlich zum Kap Sial ab, und die letzte, hier endigende Welle ist nur noch 1 150 in. hoch. Von dort senkt sich das Land langsam nach der aussersten Spitze bin, an der sich nur uubedeutende Klippen von vielleicht 20 m. Höhe befinden.

Im Allgemeinen ist das Ufer von Huamual au der Pirubai nicht so steil wie die von mir besuchte Küstenstrecke zwischen Kambello und Kap Sial im Westen; deun letztere ist der Braudung weit mehr ausgesetzt als die geschütztere Ostseite der Halbinsel, da die Wirkung des SO-Passates durch Ambon und die Uliasser theilweise gebrochen wird. Doch ist audi im Oaten hie und da eine Bteilküste vorhanden, u. a. am Kap Saluku und am B. Tambaga. Dagegen betindet sich eine ebene Fliicbe von grösserer Ausdehnung in der Gegend von Lokki, von wo sie sich nordwürts, entlang der Küste, bis zum Fusse des Wauwangi erstreckt, und auch der Ufersaum, auf dem Luhu sammt den benach-barten Dörfern liegt, zieht sich nordwürts bis zum Batu Kap al bin. lm Norden ist die Küste von Huamual ebenfalls niedrig, im Anschlusse an die alluviale Flache, welche sich von Kawa aus über Kottania bin nach jSverfolgen lasst. Dann beginnt in der Gegend vom Kap Tapi ein ziemlich niedriges Hügellaud, welches sich eine Strecke weit in südwestlicber Ricbtung ausdehnt, wie man vom Strande von Buano aus wahrnimmt. Uebrigens habe ich diese Gegend nicht betreten, und weitere Beobachtungen über den nordwestlichen Theil der Halbinsel fehlen mir ganzlich.

Obwohl die ganze Gebirgslandschaft von Huamual durch die Erosion tief zerscbnitten ist, so giebt es infolge seiner Schmalheit doch nur weuige Flusslaufe von einiger Bedeutung, die auch zur Trockenzeit Wasser führen.

1

Nach Van Ho ë veil ist Men a polo nicht dor Namo einor cinzigen Spitzo, sondorn des goBammton, N—S gerichtotea Bergriickons in diosoin Thoile von Huamual.

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Von den westlicli von Serau gelegenen, kleineren Eilanden besuchte icli mir Buano. Dei- siidwestliche Theil dieser Insel wird von einem 400 m. lioeli ansteigenden Gebirge gebildet, der nordöstliche dagegen ist niedrig und fast flaeh; die Grenze beider fiillt nahezn mit dem Fusspfade zusammen, welcher das Dorf Buano mifc dem Ajer Labuan verbindet, und dessen hochster Punkt nur 74m. Meeresliohe besitzt. An der Bai von Tundona endigt das Gebirgsland im Nordeu mit dem Telia ( J 250 m.); doch bildet P. I'ua, welches nur durch eine schmale Strasse von ihm geschieden ist, seine unmittelbare, gleich bohe Fortsetzung. Da-gegen liegen die etwa 200 m. liohen (jiplel Tain a und Sehesetëu, in der Nahe des A. Labuan, gleich dem auf 300 ui. gescliiitzten Hat nana, nördlicb von Pua, bereits im flachen Lande, aus dem sie sich inaelartig erbeben.

Der scharfe Gegensatz im Relief der beiden erwühnten Abschnitte von Buano

I

S 60° IF. Pirn. Hatuana. NS20 W.

Fig. 33. Buano, von Kawa aus geskhen.

tritt audi im nebenstebenden, vom Strande von Kawa aus gezeichneten Profile deutlich hervor. Das Gebirgsland, welches siidlich vorn Hatuana iiber die Ebene hinaus sichtbar ist, gehort zum Theil zu Pua; doch reicht letzteres wohl nicht bis zu dem tiefen Einschnitte, welcher die beiden Ilauptgebirgsmassen in dieser Ansicht trennt. Auf dem von Ruin nach Kottania fiihrenden Wege erkennt man in der Profillinie von Buano audi ein von schroffen Wanden eingefasstes Thai, welches dem Gebirgslande des westlichen Inseltheiles angehört, und durch diesen thorartigen Binschnitt hindurcb sieht man noch einen kleinen Theil von Pua. Im Allgemeinen sind die Berge von Buano und Pua schrofiquot;; sie erinnern durchaus an den Cha-rakter, den die Steilkiiste in der Bai von Sawa'i besitzt.

Letzteres gilt audi von dem AValain (±800 in.), welcher hart an dor siid-östlichen Ecke von Kelang gelegen ist unci mit dem benachbarten Lalola den hochsten Punkt der genannten Insel darstellt. Im Uebrigen sind Kelang und M a n ipa, soweit sich dies vom Strande von Kambello und bei derFahrtdurch die Strasse von Kelang erkennen liisst, von einem vielleicht 500 in. hohen, der Hauptsache nach welligen Gebirgslande gebildet ').

1) Vgl. die Abbildungon in Thoil 1, pag. 108.

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GEÜGNOSTISCIIE U EB EES ICIIT.

GNEISS UND GLIMMEESCHIEFER.

Gneiss ist bis jelzl, uur iui südlichen Theile der Halbinsel Huamual nacbgewiesen. Er betheiligt sicb hier an dam Aufbau des Menapele, kommt unter dein Schotter des Ajer Manuru vor vmd ist vor allen Dingen audi an der Ostküste, am Rap Sa luk n, aufgeachlossen. Nur am letztgeuannten Orte liess sich an niedrigen, vom Hoohwasser überströmten Klippen das Streichen feststellen; es ist hier i\ 4° IV, und die Schichten stehen auf dem Kopfe. Am Strande selbst ist die Schichtung in unmittelbarer Nahe trotz erkennbarer Parallelstructur nicht scharf ausgepragt; der Gneiss ist dort in einem niedrigen Aufschlusse vertikal zerklüftet und zerfallt in kleine, polyëdrische Blöcke.

Das Gestein führt Cordierit, welcher nach den Untersuchungen von Schroeder van der Kolk in sehr wechselnden Mengen auftritt, indem er bald eine bedeu-tende Eolle spielt, bald kaum vertreten ist. Die mikroskopisch geprüften und 1. c. pag. 23 fl'. beschriebenen Vorkommnisse siud:

An der Nordseite des Kaps Saluku am Ufer anstehend (Nquot; 391).

An der Südseite daselbst anstehend (N0394).

Gerölle aus dem Ajer Manuru, bei Lu hu, (N0404).

Vom östlichen Gehiinge des Menapele (N0413 u. 414).

Glimmghsohiefer besitzen im Gegensatze zum Gneiss auf Seran eine sehr weite, horizontale Verbreitung. Sie bilden das ganze Bett des Tana, von der Grenze des Alluviums ab nordwarts zwiscben 81 m. und 23G m. Meereshöhe, desgleichen das Gebirge, welches die Wasserscheide zwiscben Tana und At au darstellt, und stehen auch noch eine Strecke weit aufwarts im letztgenannten Flusse an. Vermuthlich kommen sie im Süden von Wakollo vor1); in der Gegend

1

Vgl. unton bei Bchandlung der Grauwacke.

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von Waliaï, besonders im Bette des To 1 u a rang, sind sie durch reichlichen Schottel' vertreten. An der Südküste bilden sie verschiedene kleine Vorgebirge, das Kap Tetunaten, im Norden von Kaibobo, Hatu Meten, im Südosten von Hatusua, und die Basis des von Karang bedoekten l'obon Batu, an der Elpaputibai. Sodann sind Grerölle von Gliramerscliiefer hautig- in dem die Südküste begleitenden, alluvialen Ufersaume vertreten; sie wnrden nacbgewiesen bei Hatusua, Kairatn, Rn ma kal, an der Mündung des Tall a und bei Makariki. Glimmerschieter nehmen ferner einen wesentliclien Antheil an dem Aufbau des Gebirges im Norden von Kairatu; sie kommen noch in der Gegend von Ho-nitetu vor. Auch die schmale Landverbindung zwischen Gross-Se ran und Hua-mual wird zum Tbeil von diesen Gesteinen gebildet, welche hier in Verband mil, Phyllit') auftreten; au f der genannten Halbinsel sellist steben sie zwiscben Lokki mid Luhu am Kap Batn Kapal und am Batu Tam bag a an, desgleicben in der Gegend von Kam bell o, am vrestlieben Gelüinge des Huamual durebziebenden Rückens. Das Alluvium der Küste ist auch hier wiederum reicb au Scbotter von Glimmerschiefer; er ist bei Talaga, Lokki und Lubu, au der Oslküste, aus_ serdem in der Gegend des Batu Lobang, an der West.küste, nacbgewiesen.

Man wird aus alledem scbliessen dürfen, dass die Glimmerschieter in Verband mit, untergeordnetem Pbyllit das berrscbende Gebirgsglied des südlicben Seran darstellen, und besonders gilt dies für das westliche Gross-Seran; doch zeigen die Beobacb-tungen in der Gegend von Wabaï, dass die betreffende Formation weiter ostwarts auch in der Nahe der Nordküste entwickelt ist. Die Gesteino sind vorberrschend Muscovit-, Muscovit-Biotit- und Biotitschiefer, welche sich hautig durch einen hohen Gehalt an kohliger Substanz auszeichnen; bisweilen werden sie gneissartig; dazu gesellt sich Granat-Glimmerschiefer. Sie sind reicb au Quarz und verlaufen stellenweise in Quarzitschiefer; sonst ist der Quarz in Linsen und Lagen weit verbreitet, und Lagenglimmerscbiefer mit ausgezeichnet gebanderter Structur sind hiiulig. Die Zersetzungsproducte sind meistens braun, seltener brauuroth bis roth gefilrbt.

Diese krystalline Schieferformation ist stark zusammengestaucht. Weder im Tana, wo sie am besten aufgeschlossen ist, noch im schmalsten Theile der Insel und am Hatu Meten liess sich ein constantes Streichen erkennen; im südlicben Huamual dagegen ist letzteres nach den Beobachtungen am Batu Kapal und in der Gegend von Kambello im Wesentliclien iV—6'; es stimmt hier also annübernd mit dem Streichen des benachbarten Gneisses überein. Die starken Stö-

1) Phyllit kommt nnch der Sammlung von Forsten nuch aut' dom Wogc von Piru nach Knwa vor (vgl. woiler nnten).

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rungen, welclie die Schichten erfahren haben, kommen nicht nur im Grossen, sondern vielfach schon an Handstücken durch feine Kunzelung oder Fallelung zum Ausdruck, besonders an den weit verbreiteten Lagenglimmerschiefem des Ta na rmd des At au, Gesteine, welclie ebenfalla unter dem Schotter des Toluarang und des Tall a beobachtet warden. Mikroskopische Praeparate dieser Gesteine liefern ungemein zierliche Bilder. (Taf. VI, Fig. 1 u. 2).

Im Zusammenhango hiermit verdient eine im Garuda Ketjil bei Kam-bello anstehende, durch sparliches Kalkcement verkittete Quarzitbreccie erwahnt zu werden. Dieselbe stellt ein an Ort und Stelle durch Gebirgsdruck zertrüm-mertes Gestein dar; denn haufig passen ihre Fragmente nocli zusammen oder sind sie nur wenig gegen einander verschoben, und in einem der Handstücke ist ein scharf gekrümmter Battel vorhanden, bei dem an der Stelle der starksten Knickung die Bruchstücke von Quarzit gleich Mauersteinen eines Gewölbes neben einander liegen. (Taf. VII, Fig. 3). Im Schliffe erkennt man, dass die schmalen Zwischen-rilume zwischen den grosseren Quarzitbrocken von einem feinen, verkitteten Grus erfüllt sind, dessen Bestandtheile oft noch deutlich an die Fliichen der gröberen Fragmente passen, und vielfach lasst sich direct wahrnehmen, wie jene durch Zersplitterung der letzteren entstanden. Die Bestandtheile der Breccie enthalten et was Glimmer und nahern sich dadurch den Quarzitschiefern; da ausserdem gleich abwarts am Gehiinge Glimmerschiefer anstehen, so darf man annehmen, dass das zertrümmerte Gestein mit letzteren demselben Schichtencomplexe angehörte. Bei der steilen Aufrichtung der archaeischen Formation in der Gegeild von E. ambello spielten die eingelagerten Peridotite augenscheinlich die Rolle eines quot;Widerlagers, und das Kalkcement der Quarzitbreccie weist auf einen submarinen Vorgang bin.

Ein feinkorniger, au dem Wege nach Honitetu anstehender Kalk dürfteals Einlagerung in den Glimmerschiefern zu betrachten sein,

Unter den Resultaten der mikroskopischen Untersuohung muss liervorgehoben werden, dass in dem Oordierit führenden Biotitschiefer vom Men ape le der Biotit sich an einigen Stellen zusammendrangt; „Es entstehen ausgedehnte, braune Flecken, welche central viel Erz umschliessen. Jene Partieen sind den eigenthümlichen Einschlüssen einiger Wawani-Dacite nicht unahnlichquot;'). Die 1. c. eingehender beschriebenen Gesteine stammen von den foleenden Fundorten:

O

Batu Tambaga, au der Ostküste von Huamual, anstehend (N0 384, 385).

Westabhang des Menapele, unterhalb des Garuda Ketjil, anstehend (N° 423).

Bett des Tana, 81 m. Meereshöhe, anstehend (N0 590).

1) Schrocder v. d. Kolk, 1. c. pag. 29.

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Bett des Tana, 95 m. Meereshöhe, anstehend (N0 5(,I2, 593).

Bett dea Tana, i 210 rn, Meereshöhe, anstehend (N0 595).

Bett des At au, h 28I-) m. Meereshöhe, anstehend (N0 625).

Da die Forraationen Serans in grossen Ziigen derart auf einander folgen, dass man von Siid nach Nord fortschreitend voni Liegenden ins Hangende gelangt, so vvird man den Oordieritgneiss auf Grund seiner geographischen Lage als das uitere, die Glimmerschiefer als das jüngere von beiden Gebirgsgliedern betrachten dürfen, entsprechend der auch sonst bekannten Lagerungsfolge. In dem Gebirgsrücken des südlichen Huamual scheint die Lagerungsform eine giebelförmige zu sein; denn das Streichen von Gneiss und Glimmerschiefer entspricht hier demjenigen der genannten Halbinsel, und in der Gegend zwischen Lu hu und Kambello lagern sich die steil aufgerichteten Schiefer im Westen auswarts an die aus Peridotit und Gneiss gebildete Aohse an. Am Ostabhange derselben sind sie zwar nur als Geschiebe angetroffen, nnd die Beohachtungen, welche von der Ostküste über das Gneiss- und Glimmerschiefersystem vorliegen, lassen sich auch bis jetzt in keinen gesetzmassigen Verband bringen. Die Glimmerschiefer und zugehörigen Phyllite stellen vermui hlich das jüngste Glied der archaeischen Formationagrappe Serans dar, da sie von einem machtigen System von Grauwacken überlagert werden; für die Annahme, dass sich unter ihnen auch postarchaeische Sedimente betinden mochten, fehlt bis jetzt jeder Grund.

AMPHIBOLIT.

Von den Gesteinen, welche ihrer mineraliscben Zusammensetzung nach als Plagioklasamphibolite bezeichnet werden könnten, ist ein Theil aus geognostischen Gründen mit dem unten behandelten Peridotit vereinigt. Dagegen betrachte ich ein Vorkommen im Bette des Atau als eine Einlagerung im Glimmerschiefer, obwohl in derselben Gegend wiederum Peridotit unter dem Flusschotter auftritt. Betreffs des LagerungsverhÉiltnisses ist nur bekannt, dasssowohl tlussauf-als-abwarts Glimmerschiefer anstehen; von den amphibolitischen Mineralcombinationen aus der Gegend von Kaibobo unterscheidet sich der Amphibolit des Atau durch das Vorhandensein von primarem Quarz. Das mikroskopisch geprüfte und (1. c. pag. 27ff.) unter Nquot;. 614 beschriebene Gestein steht am linken üfer des Flussea in ±270m. Meereshöhe an.

Vielleicht sind hieran auch die unten als Amphibolit bezeichneten Geschiebe aus dem Toluarang und aus den Nebentliissen des Kiuajia, dem W. Krikiia und W. Kuassa, anzureilien.

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QRAUWACKE.

Grauwacte ist besonders in der nördlichen llülfte von Seran entwickelt. Sie nimrnt in erster Linie an dein Aufbau der Wasserscheide zwischen Nord- und Südküste Theil, in der sie am Südabfalle des Lu mute, vou 400 m. an aufvvtirts, sowie am steileu Nordabhange des Koroluhuë beobachtet wurde, Sodaun trilt sie weiter nördlich im Stromgebiete des Waë Uta auf und vor allen Dingen ira nordwestlichen Theile der Inse], in der Gegend von Wakollo, woselbst sie das vorherrschende Gebirgsglied darstellt. Ausserdem ist Grauwacke an verschiedenen Pnnkten der benachbarten Küste als Gerölle nacbgewiesen: bei Nuuiali, Muri-natin, an der Mündung des Lamasi und auch noch bei Kawa; sie muss somit an der Bildung der Nordwestecke Serans einen wesentlicben Antbeil nehmen. Wie unten dargelegt werden soil 1)) bildet Grauwacke vermuthlich aucb die Basis des anselmliehen Qebirgslandes, welches sicb unfern der Nordküste vom Pan a bis znm Sa])alewa erstreckt; an der Südküste ist sie nur in unbedeutenden Aufscblüssen bei Kaibobo beobachtet, und vielleieht müssen noch Klippen aus der Gegend von Was ia hierher gerechnet werden. Sodann stebt diese Formation im Stromgebiete des Ruata an; deun mir liegt ein grosses Gerölle aus dem genannten Flnsse vor, welches daselbst durch Hoedt2) gesammelt wurde und eine dick-schiefrige Grauwacke darstellt. Auf der Halbinsel Huamual ist die Grauwacke bis jetzt überhaupt nicht nacbgewiesen.

Die Formation besteht zum Theil aus fein - bis mittelkörnigen, seltener aus grobkörnigen Grauwacken, welche in Conglomerat übergehen, aber dabei eine gewisse Parellelstructur bewabren könneu, zum Theil ist sie aus schiefrigen Grauwacken und Granwackenschiefern zusammengesetzt. Eine Gesetzmüssigkeit in der Verthei-lung der verschiedenen Structurvarietaten liess sich nicht erkennen; nurscheintin der Wasserscheide die körnige Grauwacke vorzuherrschen. Unregelmassig polyë-drische Zerklüftung ist hiiufig; auch transversale Schieferung wurde in beschrankter Ausdehnung beobachtet. Die Schichten sind überall stark gestort, Streichen und Fallen an den bekannten Aufscblüssen einem jaben Wechsel unterworfen. Soweit die Beobachtungen reichen, schwankt das Streichen im nördlichen Theile der Insel zwischen IV und 48° O, im südlicben zwischen A 70° und S 70° Mr. Be-stimmbare organische Raste wurdén nicht aufgefunden.

Au der Zusammensetzung des Gesleins betheiligen sich auch Fragmente der oben bebandelten krystallinen Schiefer, unter anderen der leicht kenntlichen, kohligen

1

Vgl. die Kieselkalkformation.

2

Die Etiketto lautet: „D. Hoedt 18(54. Rivier Roewattu. Bogt v. Amahey, Coramquot;. \)ix$ „Uoewattaquot; ontspricht der hullilndischcn Schreibart 1'ür „Ruataquot;. (Leidoner Musoum).

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Glirnmerschiefer, die aus dem Bette des Tana bekannt sind. Da letztere in den Qrauwacken aus der Qegend von Wakollo uud des Ajer Binang vorkommen, so wird man bieraus schliesseu dürfen, dass die im Tana anstehendeu Glirnmerschiefer auch im Süden ron Wakollo entwickelt sind. Auf dem Koroluhuë sind den Grauwacken Kieselschiefer eingeschaltet; vielleiclit dürfen Gerölle vou Kiesel-scbiefer aus der Gegend von Wakollo liiermit in Verband gebracbt werden und sind audi ein feinkörniger Kalkstein von Kaibobo sowie eine grobe Glimmer-scbieferbreccie vom Po bon 13a tu demselben Scbicbtencomplexe anzureilien.

Die folgenden Grauwacken sind mikroskopisch geprüft und i.e. pag. 33 fl. beschrieben:

Am Kap Eu san, bei Kaibobo, anstebend (N0 334).

Zwischen Kaibobo und Kap Marua anstebend (N0 35','—354).

Gerölle von Murinatin (Nn517).

Zwiscben Waë Me tan und Ajer Binang anstebend (N0 526, 527).

lm Ajer Binang anstebend (Nquot; 535, 540).

Zwiscben Ajer Binang und Wakollo; Gerölle. (N0 531, 532).

Scbotter aus dem Atuu (Nquot; C20 u. G30).

Am Südabbange des Lumute, in ± 440 m. Höbe, anstebend (N0 63t)).

Gipfel des Koroluhuë, am Nordabhange anstebend (N0 653).

Scbotter vom Nordabhauge des Lumute, ±430 m. boch (N0 656).

Anstebend im Waë Losa (N0 660, 063 u. 667).

Unfern des Waë Uta, ±:100m. über dem Meere. Lose Blöcke (N0 674).') Der Contact zwiscben Grauwaeke uud Glimmerschiefer ist nicht direct beob-achtet; aber im oberen Atau treten bereits eine kurze Strecke nördlich von den bier anstehenden, krystallinen Schiefern Grauwackengerölle auf, wabrend alle Au-zeicben von dem Vorhandensein einer anderen Formation feblen; dann folgen die Grauwacken des Lumute. Es ist bieraus zu schliessen, dass die Grauwaeke den Glimmerschiefer unmittelbar überlagert. Die reicblicbeu Einscbliisse von Schiefer-fragmenten in den Grauwacken aus der Gegend von Wakollo deuten auf das gleiche Lagerungsverhaltniss daselbst bin. Andererseits tritt im Hangenden der Grauwacken ein machtiges Schichtensystem auf, welches nacli seinen organischen Einscbliissen nicht alter als mesozoiscb sein kann; man wird also jene gleich den entsprechenden Gesteinen Europa's als palaezoisch bezeicbnen dürfen. Eine nabere Altersbestimmung derGrauwackengesteine vonSeran istindessen vorliiufig unmöglich.

1) Uic quarzitischen Praeparate, welcho Schroodor van dor Kolk don Grauwacken anreihto (png. 36 I.e.), weil sie bei der Bosch reibung dort am besten Platz fanden, pehören nicht hierher Donn N0 420 ist die oben vom Garuda Ketjil erwühnto Quarzitbreceie, wolehe znm Complexe der Glimraerschiefor gerechnot wurde (pag. 130); N0 563 ist ein (Juarzitschiofer, wolcher in Verband mil dem Biotitsehiefer am Ilatu Meten auftritt; N0 552 ist ein llomslein, welcher den Kalksteinen des Kap IIatuc na eingeschaltet ist.

9

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KALKSTEINE DER WASSERSCIIEIDE.

An dem Aufbau des Lu mute nelimen ausser Grauwacken auch Kalksteiue Theil. Sie sind ungeschichtet, polyëdrisch und meist quaderartig zerklüftet; ihre Far be schwankt zwischen heil-, gelblich-, braun- und schmutzig dunkel-grau; ihr Brucli ist splittrig; sie sind von feinen Kalkspathadern durchzogen, die oftmals ein dichtes Netzwerk bilden, und werden nicht selten durcli Nester und Adern von Kalkspath marmorartig. Die hellgrau verwitterte Oberflache des Gesteins zeigt fast immer kleine, zellenartige Gruben, welohe von der in dieser Gegend stark entwickelten Moosvegetation herrübren dürften.

Makroskopisch erkennbare Versteinerungen sind leider nicht verhanden, und auch das Mikroskop enthüllt uur undeutliche organische Eeste, obwohl in dem feinkörnigen Aggregate, welches die Hauptmasse des Gesteins darstellt, zahlreiche grössere Partieen von pelluciden Kalkspathkörnchen liegen, die, nach ihren Um-risseu zu urtheilen, zum Theil auf metamorphosirte Organismen hinweisen. Stellen-weise liess sich Korallenstructur erkennen, wahrend zweifellose Foraminiferen, deren nahere Bestimmung allerdings unmöglich ist, nicht gerade selten sind. Ein ein-zelner, derartiger liest scheint zu den Rotuliden zu gehören, ein anderer erinnert an Tcxlularideii.

Die schon makroskopisch auffallende, starke Durchtrümerung mit Netzwerken von Kalkspath tritt in den DünnschlifTen noch mehr hervor und deutet bei der weitgehenden Zertheilung des Gesteins auf complicirte Lagerungsverhaltnisse hin. Für die Beurtheilung der letzteren lassen sich aber bis jetzt nur die im Waö Los a gemachten Beohachtungen verwenden, da die Grauwacken sonst nirgends derart aufgeschlossen sind, dass sich ihr Lagerungsverhaltniss zum Kalkstein fest-stellen liess, wahrend diesem jegliche Schichtung fehlt. Da nun im Waë Los a die beiden Gebirgsglieder wechsellagern, so dürfte dies auch an dem südlichen Gehange des Lu mute der Fall sein, obwohl die Kalksteinklippen hier die Grauwacken überragen und somit scheinbar oinem hoheren Niveau angehören. Wollte man an-nehmen, dass die Kalke als Ueberreste einer die Grauwacken überlagernden Bank zu deuten seien, so würde dies zu einer sehr unnatürlichen Construction führen.

Andererseits ist es sehr verstandlich, dass die Grauwacken rasdier der Zerstö-rung anheimfielen als die ungeschichteten Kalksteiue, welche nun mauerartig aus ihnen hervorstehen, zumal sich unter ihnen auch sehr leicht zerfallende Schiefer befinden. Hierfür spricht schon der Umstand, dass die Grauwacken fast nur als Schotter beobachtet wurden, und in (gt;52 m. Meereshöhe hat sich ein Bach genau an der Grenze des Kalksteins in die Grauwacken eingeschnitten. Neben der starken Durchtrümerung der Kalksteiue sind Rutschflachen an den Grauwacken und das

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Auftreten stufenartiger Absiitze am nördlichen Gehange des Lu mute weitere Beweise fiir das Vorhandensein eines steil aufgericliteten Schichtencomplexes. Die Möglichkeit, dass dieser aus Isoklinalfalten bestehe, lasst sich freilich niclit von dor Hand weisen; demi die Kalksteine können recht wohl den Grauwacken ein-gefaltet sein und möglicherweise das jüngere von beiden Gebirgsgliedern darstellen.

üeber das Streichen dieser Sedimente, welcbes nur im Waë l^osa beobachtet wurde und hier schon in sehr kurzem Abstande wecbselt, lassen sicb lediglich Vermuthungen aufstellen: Die Wasserscheide zwischen Usua und Atiiu, über welcbe der Weg biufübrte, stellt einen etwa N§1° O geriobteten Rücken dar, und mit dieser Ricbtung müssen also audi die Betten der genannten Biicbe im Allge-meinen übereinstimmen. Nimmt man nun an, dass das Hauptstreichen im Lumute ff—O ist und dass die WasserlÉiufe vorherrschend in Grauwacke eingescbnitten sind, so würde dies erklaren, warum sie sich mehr der //—O als der iV—S Linie nahem. Jedenfalls wird die Wasserscheide des mittlereu Seran von einer vorherr-schend aus Grauwacken und Kalksteinen, nntergeordnet aus Kieselsehiefern gebil-deten, steil aufgerichteten Schichtenreihe aufgebaut. Die Kalksteine treteu noch wieder im Oberlauf des Waë üta auf, und ausserdem liegen Andeutungen vor, dass sie in der Gegend von Wakollo anstehen; ihr palaeozoisclies Alter liisst sich nicht mit Sicherheit erweisen.

KALKSTEINE VON UNBEKANNTER STELLUNG.

Nördlich von den letzterwabnten Kalksteinen des Waö üta stehen im Geblete dieses Musses noch mehrfach unbedeutende Klippen von Kalkstein an, deren Stel-lung sehr unsicher ist. Es sind vorherrscbend scbmutzig- bis braungraue Gesteiue, welcbe öfters au dor Oberliiiciie zalilreiche, herausgevvitterte Versteinerungen zeigeu und von den Kalksteinen des Lumute abweichen; in anderen Fallen liess sich aber kein wesentlicber, petrographischer Unterschied erkennen, ünter den Fossilien waren nur zaidreiche, unbestimmbare Reste von Korallen oder Bryozoen und eine undeutliche Gastropodenschale nachweisbar; das Mikroskop gab audi keinen woiteren Aufscbluss; nur Textularia wurde im ScblifFe aufgefunden.

Mit den unten beschrlebenen Kiesel- und Globigerinenkalken lassen sicb diese Gesteine nicht zusammenfassen, obwolil das Globigerinensediment auch am Waö üta ansteht; demi es handelt sicb bei den fraglichen Kalksteinen oflenbar um ganz andere Bilduugsverhaltnisse. Andererseits sind llussabwarts am Waö Uta noch wieder lose Blöcko von Grauwacke gefunden; somit köunten die Kalksteine in dieser Gegend ebenso wie im Gebirge der Wasserscheide mit Grauwacken lagern.

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KIESELKALKFOilMATION.

Au der Nordküste der Insel ist auf der Strecke von Sawaï bis Slem an n sowie im Nordwesten, in der Qegend des Ajer Pana uiid Lamasi, ein macli-tiger Scliiclitencomplex entwickelt, den ich iiach seinem am meisten auflallenden Charaklerzug als „Kieselkalkformationquot; bezeichnen will. Er besteht aus sehr ver-scliiedenartigen Kalken, denen stellenweise Schichten oder Nieren von Hornstein eingelagert sind und die selbst einen sehr verschiedenen Kieselsauregehalt besitzen. Nach Analysen, die F. M. Jaeger von einigen Handstücken gemacht hat, betragt derselbe bei einem Kalksteine von der Spitze des Hatu Supnn nur 0,050(0 (Nquot; 09(5), vorn Kap llatuöna 1,1% (Nu 554), von Sawaï 1,50/0 (N0 688), vom Lamasi *i,38(l0 (N(' 558), von einem Punkte ostlich vom Hatu Supnn 5,1% (N0 von Klippen im Westen von Sawaï 7,830/0 (N0 691). Dazu

gesellen sich Gesteine, welche gegen 650/0 Si02 enthalten und als unreine, kalk-haltige Uornsteine zu bezeichnen sind. Unter den Kalksteinen fallt besonders eine Varietat auf, welche ans fein auf einander gescbichteten Schalen von Protozoen besteht und dadurch ein bliittriges Gefiige besitzt, wahrend jede einzelne Kugel im polarisirten Lichte das Interferenzbild optisch einachsiger Krystalle zeigt1). Ausser Globigerinen und Radiolarien, von denen die letzteren nebst Nadeln von Spongien auch im Hornstein vorkommen, enthalten die Kalksteine noch einzelne Tcxtnlarien (?), undeutliche Beste von Koraüm sowio vermuthlich Lilholhamnicn uml Coccolithen. Wenngleich einzelne Kalksteine solchen der Wasserscheide mehr oder minder gleichen, so ist der hier behaudelte Schichtencomplex doch, als öanzes be trachtet, sowohl petrographisch als palaeontologisch von den Kalksteinen des Innern zu trennen.

Die Kieselkalkformation hat steil zum Meere abfallende Berge aufgebaut, welche vielfach mit schroffen Klippen am Ufer endigen. Ihre Schichten fallen unter 30—65° nach iV ein, wobei das Streichen zwischen 5 62° Wund A 57° Wschwaukt; bisweilen sind sie etwas gefaltelt. Indessen ist die Schichtung nur stellenweise durch eingelagerte Schichten oder abgeplattete Nieren von Hornstein deutlich zum Aus-druck gebracht; an dem unreinen, kalkhaltigen Hornstein tritt sie erst infolge der Verwitterung hervor, und die Kalksteine selbst stellen sich meistens als Massen-kalke mit unregelmassiger Zerklüftung oder undeutlicher Bankung dar. Diese von

1

Dassolbe beobachtcto ich an don Globigerinen in dem Kalksteine vein Maspait auf Hitu (N®. 97 u. 98 coll. Martin) sowie in dom Globigorinenkalke vom Kap Do an auf Nuhututut (Martin, Die Koi-Inseln etc., Tijdschr. v. h. Kon. Ned. Aardr. Gonootsch. 1890, pag. 9 des Sep. Abdr.). Jeder Kummer der zusammengesetzten Schalen entspricht ein Kreuz. — K. \V. v. Gümbel hat die Erscheinung an Coccolithen gofunden (Geologie von Bayern I, png. 14 u, 57).

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Horn stein freien Kalke konneu in ihrer Lagerungsform ungeniein an Karang erinnern, desgleichen die kalkhaltigen, wenig angewitterten Hornsteine.

Das hier Mitgetheilte bezielit sicli nur auf die oben angegebeuen Strecken der Nordküste Serans; doch hat die Kieselkalkformation vermuthlicli eine viel weitere Verbreitung. Nach dem Oharakter der Landschaft zu urtiieilen, erstreckt sie sich niclit nur westwarts iiber den Lain asi hinaus, sondern nimmt sie auch östlich vom Pana einen wesentlioheu Antlieil an dein Aufbau des Laudes. Das liohe Gebirge, welches hier bis zum Sapalewa die Kttste begleitet, besitzt an seiner Basis ein Elelief, welches mit demjenigen der Grauwackenformation von Wak olio iibereinstimmt; die Gipfel dagegen machen mit ihren steil abgebro-chenen Wanden und ihrem lichtgrauen Colorit durchaus den Eindruck der an der Kuste aufgeschlossenen Kalkformation. Da nun die letztere unter alien Umstanden als die jiingere von beiden Bildungen zu betrachten ist, so gewinnt es einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeil, dass sie in dem genannten Gebirgsrückeu die Qrau-wacke überlagert. Freilich ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass der Gipfel des Massohi aus widerstandsfiihigerem, den Grauwacken eingelagertem Gestein gebildet sein könnte, analog den vom Lnmute geschilderten Verhaltnissen und den Stipcr Stone*1); aber die Profillinie des den Sapalewa beglei tenden Gebirges liisst eine solche Deutung kaum zu. Hier wird man die plötzliche Aenderung der Böschungs-winkel durch Ueberlagerung verschiedener Gebirgsglieder erkliiren miissen 1).

Nach dem Relief zu urtheilen, erstreckt sich die Kieselkalkformation vom Innern der Bai von Sawaï aus ebenfalls noch weiter nach Osten, landeinwarts, und Geschiebe aus dem T oluarang weisen daranf hin, dass sie auch noch in diesem Stromgebiete anstehe. Das würde der östlichen Fortsetzung des hohen Ge-birgsrückens von Sawaï ungefahr entsprechen.

Auch Kalksteine von Buano und Pua, welche sich vom Karang bestimmt trennen lassen, müssen vielleicht der Kieselkalkformation zngerechnet werden; denn der Oharakter der aus ihnen gebildeten Höhen stimmt durchaus mit demjenigen der in Rede stehenden Bildung von der Nordküste Serans überein. Biogene Kieselgesteine, welche solchen der Nordwestküste Serans vermvithlich entsprechen, sind zudem auf Buano angetroffen; nur liess sich ihr Lagerungsverhaltniss zu den Kalksteinen nicht feststellen.

Sicherheit ist iiber die Stellung der letzteren freilich bis jetzt nicht/u erlangen; denn weder die sparlichen Reste von Organismen noch der petrographische Oharakter lassen entscheiden, ob die Kalke von Buano und Pua denjenigen der Wasser-scheide oder der Nordküste Serans zngerechnet werden miissen. Gewisse rothgetleckte

1) Vgl. oben, pag. 120.

1

Vgl. Abbildungen in Theil I, pag. 107.

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Varifttaten sinil von der letztgenaunten Insel überhaupt nicht bekaunt; andererseits fehlen unter den Kalken der erstgeuannten Eilande, soweit die Beobachtungen reichen, dio ausserst cbarakteristischen Protozoenkalke der Nordküste Serans und ihre Hornstein-Einlagerungen. Allerdings scheinen die ungefleckten Kalksteinvarie-taten von Buano und Pu a solchen der Kieselkalkformation im Allgemeinen naher zu stehen als den Kalken der Wasserscheide; sie lassen sich von jenen in einzelnen Eiillen überhaupt weder makro- noch mikroskopiscb unterscheiden; docb giebt es auch im Innern von Seran sehr ahnliche Vorkommnisse1). Hier sind also jeden-falls weitere Naohforsohungen erforderlich.

Betreffs der Bildung der Kieselkalke muss zunachst hervorgehoben werden, dass bekanntlich nicbt alle Radiolurien führenden Schichten ohne weiteres als Tiefsee-Ablagerungen gedeutet werden dürfen 2), wahrend dasselbe für das Vorkommen der Qlohigenncn gilt. Denn der Mederschlag des Planktons kann an keine Tiefe ge-bunden sein, und so finden sich denn thatsachlich die Globigerinen auch biiufig in Gesteinen der Javagruppe3) sowie im Karang4), also in beiden Fallen in Abla-gerungen des litoralen Gebietes, und es ist nicht einzusehen, warum sie daselbst nicht auch gelegentlich ein Globigerinensediment bilden sollten 5), Doch wird man die Kieselkalke von Seran als eine Ablagerung der Tiefsee betrachten mussen, da der petrographische und palaeontologische Charakter in gleichem Sinne hierauf hinweist. Hire Glieder stellen zum Theil einen metamorphosirten Protozoenschlamm dar, den man nur als fossilen (Uohinennen- und Radiolarienscldich bezeichnen kann; einige lassen sich den Hornsteinschichter. des alpinen Jura vergleichen. Wenn andere Glieder, wie vermuthet wird, Lilhiolhamnien tnthalten, so darf man annehmen, dass die Beste dieser Kalkalgen von benachbarten Banken in seichterem Wasser6) ange-führt eind; sonst weist nichts auf die Nahe der Küste hin.

Die Altersbestimmung dieser Tiefseebildung ist mit grossen Schwierigkeiten verknüpft. Da sie nördlich von der Grauwackenformation entwickelt ist und nach A' einfallt, so ist schon hieraus mit einiger Wahrsclieinlichkeit abzuleiten, dass die Kieselkalke die Grauwacken überlagern. Das gilt namentlich für die Nordwestecke der Insel, woselbst die letzteren schon in kurzem Abstande von der Küste anstehen und ein anderes Lagerungsverhaltniss kaum zu construiren ist, Der palaeontologische Befund steht mit dieser Annahme auch im Einklang; denn die Glohiqsrincn

1

Vgl. oben, pag. 136.

2

V^l. Noumayr, Erdgoschichte, Bd. I, pag. 633.

3

8) Martin, Foss. v. Java, Foraminif. führ. Gej-t., pag. 2.

4

Oben, pag. 40.

5

Sich auch im Folgonden.

6

Solchu Biinko sind von Web er bis 120 m. Tiefe boobaehtet (Petermann's Mittblgn. 1900; VIII, pag. 18«).

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sind nicht aller als triadisch bekannt, so dass die Kieselkalkformation nacli dem palaeozoischen Zeitalter entstanden seiu muss. Bei der Entseheidullg• der F'rage, ob sie mesozoisch oder jünger sei, lassen mis die oben angelührten, organischen Reste indessen vollkomiueu itn Stich; denn für ein niilieres Studium Hires Bans waren diese durchaus mmireicliend, und die genannten Qruppen geben uus als solehe keinen naheren Aufschluss, da sie sainmtlich vom mesozoischen Zeitalter in die Jetztzeit hinaufreicben Audi der Vergleich mit den anderen Eilanden des Indi-scben Arcliipels tïïhrt zu keinem sichereu Resultate.

Die Radiolarien, welche von Billiton aus vermuthlich palaeozoisoben Schichten bekannt sind, stammen aus Kieselschiefer, welcher mit Sandsteinen und Thon-schiefern lagertquot;). Dieser Schichtencomplex tragt somit einen ganz abweicheuden, petrographischen Charakter, und dasselhe gilt von der an Radiolarien reichen Afa-lage rung von Borneo, welche Moiengraaff Danau-Formation genannt bat :|). Denn letztere besteht aus DiabastufF, Diabas, üiabasporphyrit, Quarzit, Kieselschiefer, Jaspis, Hornstein, Thonschiefer und Sandstein ^). Allerdings handelt es sich anch bei den Radiolarienschichten der Danau-Formation um eine Tiefseebildung, die nach Molengraaff's Darlegung vermuthlich in grossem Abstande von der Kuste ent-standen ist und als oceanische Ablagerung bezeicbnet werden muss.

Nacli P. u. F. Sa ras in1) kommt auf Celebes ein Roththon vor, welcher reich an Radiolarien ist und grosse Neigung zeigt „sich mit Kieselsiiure zu impraeg-nieren und durch üeberhandnebmen derselben sich in Hornstein zu verwandeinquot;. Wo er ansteht „wird man in den Flüssen auch meistens Hornsteingeschiebsel findenquot;. Die zahlreicben Radiolarieneinschlüsse dürften „wohl ein tiefes Meer vermuthen lassenquot;, und die betreffenden Schichten werden zur Kreide gezogen; ihrLiegendes wird von körnig-krystallinischen Kalken dargestellt, welche „hypothetisch alsdyna-mometamorph veranderte, jurassische Kalkequot; aufgefasst sind. Die in Rede stellenden, seranesischen Schichten lassen sich hiernach auf Celebes nicht wieder erkennen

Die leicht zerreiblichen, Globigerinen und Radiolarien führenden Gesteine,

1

B) Entwurf einer geographisch-geologischen Beschreibung der Insel Celebes, Wiesbaden 1901, pag. 108, 112, 172, 296, 297 u. s. w.

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welche auf Hitu vorkommen1), besitzen wiederum einen völlig abweicbenden petrographischen Cliarakter. Ihr geognostischer Verband sowie der Umstand, dass die Globigerinenkalke vom Maspait den vollstiindigen Mineralbestand derbenach-barten Pyroxendacite beigeraengt enthalten, cliarakterisirt sie obnehin als küsten-nabe Ablagerungeu. Aucli das vortrefflicli erhaltene Globigerinensediment von dem zu den Kei-Insein gehörigen Eilande Nuhututut') lasst sicb mit dem seranesi-schen Vorkommen durchaus nicht vergleichen; seine Stellung ist zudem unsicher (altqnartar ?).

Kieselkalke mit ilornstein-Einlagerungen sind freilioh in versohiedenen Gegenden des Archipels entwickelt. Sie treten im Tertiar yon Borneo auf2) und sind auch aus dem Tertiar von Java seit langer Zeit bekannt3); verkieselte Kalksteine und Hornstein werden nnter anderen aus der Stufe m 1 der Preanffer-Reffentschaften

O D

angeführt4), desgleichen von Bawean5). Hornstein-Einlagerungen kommen sodann in den Kalksteinen der Ostküste von Gross-Kei vot6); aber in allen diesen Fallen handelt es sich um Bildungen, welche unfern der Küste, und nicht in der Tiefsee, abgelagert wurden.

Schichten, welche den hier behandelten von Seran sowohl petrographisch als pal aeon tologisch entsprachen, sind meines Wissens aus dem Indischen Archipel bis jetzt nirgends beschrieben; doch ist hiermit selbstredend noch nicht bewiesen, dass die Kieselkalke Serans von allen bekanuten, versteinerungsfiihrenden Sedimenten dieser Inselwelt verschiedenaltrig sein müssten. Man wird unter anderen von vorn-herein zugeben müssen, dass sie, für sich allein betrachtet, sehr wohl eine andere Facies der weit verbreiteten Javagruppe darstellen könnten. Doch giebt es einen einzelnen Umstand, welcher fiir das mesozoische Alter des in Rede stehenden Schichtencomplexes spricht, das Vorkommen von rothem Aplychenkalk mit A. laevis 11. v. Mey. auf der Insel Buru7). Denn dieser, leider nur als Gerölle bekannte Aptychenkalk stammt aus einem Flussbette im Norden des Eilands, aus einer Gegend, deren Relief wiederum an die Umgegend von Sawaï erinnert8); er weist auf eine Ablagerung in sehr grosser Tiefe hin, in gleichem Sinne wie die Kiesel-kalkformation von Seran. Zusammengenommen lassen sich die beiden Vorkommnisse

1

Oben, pag. 30; coll. Martin N0. 97 u. 98.

2

Sammlgn. (ieol. H. Mus. Leiden I, 1, pag. 139 u. I'li4.

3

Daselbat pag. 144, Anmerkg. 2.

4

6) Verbeek u. Fenneraa, Java en Madoera, pag. 574; Martin, Fossilien v. Java, Foraminif. führ. Gest. pag. 10, N0. 389, IV.

5

Verbeek u. Fennoma, 1. c. pag. 188; Martin l.c. pag. 12, N0. 30.

6

Martin, Kei-Insein, pag. 7. (Separat-Abzug).

7

Zoitschr. d. deutsch. goolog. Gescllseh. 1900, Protokoll, j)ag. 9.

8

Abbildung soil spiiter bei der Behandlung von Buru gegeben werden.

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von Bum und Seran ihrer Bildungsweise nacli den Hornstein- und Aptychen-Schichteu des alpinen Jura vergleiohen. Das spricht in Verband mit der geogra-phisclieu Lage und dem Oharakter der Landschaft dafür, dass der fossile Protozoen-schlamm von He ran mit dem Aptychenkalke von Buru demselben Schichtoncomplexe zugeziililt. werden miisse und dass somit die Kieselkalkformation vermuthlich juras-sisch sei ').

Auch die Danauformation von Borneo ist nacli Molengraaff und Hinde vermuthlich ganz oder theilweise als jurassisch /,u betrachten 1), und Ersterer hat bereits die Erwartung ausgesprochen, dass aequivalente Ablagerungen noch in anderen Gegenden des ostindischen Archipels gefunden werden könnten. Die Kieselkalkformation von Seran stellt nun gleich einem Theil der Danauformation eine Tief-seehildung dar, wenngleich sie vielleicht in grösserer Nühe der Kliste ahgelagert ist als das oceanische Sediment von Borneo. Somit ist die Moglichkeit nicht aus-geschlossen, dass der seranesische Schichtencomplex nur eine andere Facies der Danauformation darstellen könnte *), und vielleicht reihen sich hieran dann noch die oben erwahnten, körnig-krystallinischen Kalke von Celebes.

BUNTER GLOBIÖER1NENKALK.

Braune und graue, mergelige Kalksteine, welche ganz mit Gloöifferinen erfüllt sind und diese Foraminiferen schon mit Hilfe der Loupe miiholos wahrnehmen lassen, stehen bei Pa san ia und am Waë Ut a an; sie müssen im Qebiete des genannten Flusses, nacli den Geröllen zii urtheilen, eine ziemlich weite Verbreitnng besitzen. Die Schichten sind stark gestort; ein bestimmtes Streichen ist nicht erkennbar. Vielleicht gehören auch bunle Qerölle vom La mas i, an der l\Tord-westecke von Seran, mit Glohigennen und Radiolanen, worunter Hjihaerozmm spec., hierher.

Das Lagerungsverhaltniss gegenüber der Kieselkalkformation liess sich an der Küste leider nicht feststellen; doch wird man in Verband mit dem nördlicheu Einfallen der letztgenannten Bildung und dem Umstande, dass die Globigerinen-kalke nördlich von ihr anstehen, den Schluss ziehen dürfen, dass die Schichten von Pasania das Hangende des imSupun aufgeschlossenen Complexes darstellen. Ihre Farbung weist, unter Berücksichtigung des übrigen petrographischea und

1

I.e. pag. 442 u. Appendix I, pag. 50.

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palaeontologischen Oharakters, wieilerum auf eine Tiefseebildung hin. Somit mogen die Kieselkalke nüi den bunten Globigerinenkalken eine ununterbrochene Ablage-rung grosser Meerestiefen darstellen und diirfen auch die letzteren mit einiger Wahrscheinlichkeit als mesozoiscli betrachtet werden.

KARANG.

Karang ist in weiter Verbreitung im südlicheu Huamnal nacbgewiesen, sowohl liings des Weststrandes als im Osten, woselbst er namentlich au den Kaps La li ma und Salnku sowie in der Gegend von Lu hu machtige Ablagerungen bildet. Weiter nördlich kommt er am Batu Kap al und Tam bag a vor und steht er vermuthlich noch gleich südlich von Lokki an. Unbedeutende Partieen dieser jugendlichen Bildung treten bei Ruin und Hatu Huran, im Südosten von Hatu sua, auf; eine ansehnlichere Entwicklung erlangte sie wiederum am südwestlichen Uier der Elpaputibai bei Hualoï und vor allen Dingen am Po bon Batu') Ferner wurde Karang im Innem des Landes, ziemlich weit von der Süd-kiiste, am Waë Tuba nacbgewiesen; im Norden besitzt er in der Gegend von Wahaï eine weite Verbreitung; sodann steht er im Nordweslen bei Nuniali sowie an der Mündung des La ma si an und nimmt er wahrscheinlich an dem Auf ban der Höhen im Norden von Kawa Theil. Qebobener lliffkalk soil auch auf dem Wege zwischen letztgenanntem Dorfe und Piru an vielen Orten aufgeschlossen sein1); eudlich ist diese Formation auf der benachbarten Insel Buano in weiterer Ausdebnung angetroffen. An den Kusten von Serau lasst sich wiederum die Beob-achtung macben, dass der Karang besondors dort entwickelt ist, wo noch heute die lebenden Riffe am üppigsteu gedeiben 2).

Der petrograpbische Cbarakter des Gesteins ist schon bei der Beschreibung von Ambon und den Uliassern behandelt3); bier moge nur noch hervorgehoben werden, dass der Karang des südlichen Huamnal vielfach durch kreideweisse Fiir-bung ausgezeichnet ist. TJnter den organischen Einschlüssen sind ausser den mehr oder minder haufigen Korallenresten wiederum zablreiche Kalkalgen (LitholJiamnium)4) und Foraminiferen zu erwahnen (Alvcolina hoscii JJefr. sp., Baculoyyp.nnac), Amphi-stegina, Glohiyerina), von denen Alveolina fiir diese Gegend neu ist.

1

te Ambon, pug. 32.

2

Vgl. Theil 1, png. 160. — Daran Bcblicssen sich dann die flaeben Eilande und das auf 50 m Hobo gescbiltzle l'ulu Bun tal in dor Hui von Kot tan ia, welehe vermuthlich ohne Ausnahme aus Karang bestellen.

3

3) Vgl. ebon, pag. 41. 4) Obon, pag. 37 fl'.

4

Ueber Lithothamnien-Bünko vgl. Md. A. Web er—van Bos se, Études sur les algues de 1'Archipol Malaisien (Ann. du Jardin Bol. de Buitenzorg, 2o Sér., Vol. II, pag. 126—141); ferner Martin, Lithotb. i. cretaceïscben und jüngeren Ablagerungen tropischor Insein (Contralbl. f. Mineralogie etc. 1901, N0, 6).

0) ss Tinoporus.

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Die alteren Bildungeu, deren Fragmente bisweilea als Einschlüsae ün Karang, au der Basis des ietisteren, vorkommen, werden von dem jugemllichen Kalkstein decken- ader mantelförmig überlagert und in der Regel ganz verhüllt. In der JS'iilie von Lu hu liess sich feststellen, dass die Oberflache des Karangs dort dieselbe Neigung besitzt wie diejenige des im Liegenden auftretendcn Gebirgsgliedes, obne dass hierbei noch au Schichtenstörungen gedacht zu werden braucht ')• Die Miich-tigkeit der Decken wurde an den wenigen Punkten, welche Handhaben /ur Beur-theilung gaben, auf ] 5—30 m. geschatut. Die Höhenlage über dem Meere liess sich nur an einigen Orten messen; am To me-to me Weru bei Lu hu betriigt sie 99 m., bei eiuem Aufschlusse am Waë Tuba 87 m., und am Pohon Batu wurde der Karang bis 120 m. über dem Meere uacligewiesen; vermuthlich reicht er aber hier bis zum Gipfel der auf 200 m. geschatzten Anhöhe. Unfern des Ajer Binang bei Nuniali steht dieser Kalkstein 150 m. über dem Meere an; nach Schatzungen erreitdit er bei Wahaï nur 00 m., am Batu Kap al 100 m., südlich 7011 Lu hu 250—300 m., unfern Kap Sial 200 m. Meereshöhe.

Unter den öeröllen, welche mit mehr oder minder grosser Wahrscheinlichkeit dem Karang angereiht werden dürfen, sind vor allom einige Kalkateine und eiu Sandkalk aus dem Toluarang zu nennen. Sie wiesen sich als ein zusammen-geschwemmter, durch Kalk cementirter Detritus aus, enthalten zum Theil Oolithe und entstanden vielleicht auf einem vom llochwasser überströmten Eiffe. Durch zahlreiche Bryozoen zeichnen sich versteinerungsreiche Kalke aus, welche unter dem Schotter des Ajer Binang vorkommen und die vermuthlich mit anderen Qeröllen aus dem Toluarang zusammengefasst werden müssen.

JÜNGSTE BILDUNGEN.

Breccien. Die jüngsten Partieen des Karangs, welche in die lebenden llifl'e verlaufen, sind an einigen Orten durch Breccien vertreteu, welche Bestandtheile der am üfer anstehenden, alteren Formationen einschliessen, so in der Nach barschaft von Slemann, an der Grenze des Pohon Batu und am Kap Saluku. Vermuthlich ist hiermit eine Peridotitbreccie, welche südlich von Kambello ansteht, aequivalent, desgleichen ein Comglomerat aus der Bucht am Batu ïambaga.

Alluvium. Die llachen Küstenstrecken, wTelche namentlich im Süden von Seran eine weite Ausdehnung besitzen, sind von mir nur ausnahmsweise naher untersucht worden. Im Norden von Kairatu so wie der Elpaputibai ist zwar die Breite des alluvialen Saumes bekannt; aber in der Begel gründet sich die

1) Vgl., Martin, Reiso nach Niedorl. West-Indien, II, pag. 83.

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Einzeichnung des Alluviums in die Karte uur auf Ceobaclitungen, welche vom Boote aus gemacht wurden. An der Elpaputibai, in der Gegend von Ilatusua und Etti, sodann in der Gegend von Lokki und liings der Kuste von Kawa bis zur Bucht von Kottania dürfte diesen jugendlichen Bildungen eine weit grössere Ausdelinung zukommen, als die Karte angiebt. Bei Pasahari und Ruïn liegen im Alluvium unfern des Strandes kleine Binnengewasser; nordösllich von lluma-sosal steigt dasselbe, naoli dem Bette des Tana bin, bis gegen 80 in. Meereshöhe an.

Zu dem Auswurf des Meeres geboren Bimssteine, welche vor allen Dingen auf der kleinen Insel Ka sa zahlreich sind und laut mir gemachten Angaben vou der Eruption von Krakatau berriihren sollten '). Seitber machte ich aber mit den Mittbeilungen, welche ich selbst intelligenten Eingeborenen verdankte, sehr iibele Erfahrungen, und sehe ich mich daher genöthigt, die Ilerkunft dieser, mikroskopisoh noch nicht naher geprüften Bimssteine vorderhand noch als unsicher zu betrachten1). Im Anschlusse hieran möge das massenhafte Vorkommen von Orbitolites complanata Lam. im Ufersande von Buano erwiibnt werden, da dasselbe auch vom geologischen Standpunkte aus nicht ohne Interesse ist2).

Im Oberlaufe der Flüsse sind stellenvveise niedrige Terrassen beobachtet. Am Unterlaufe des Toluarang stehen weit landeinwarts Mergel an, welche an der früheren Müudung des Flusses abgelagert sind, sei es im Meere oder im Aestuar. Biese ragen gegen 3() m. über das jetzige Flussbett empor, wtihrend jüngere alluviale Ablagerungen zu Seiten des Toluarang eine sehr ansehnliche Ausdehuung erlangten. Die Machtigkeit des Alluviums betragt am Waë Tamua etwa 8 m.; sonst liegen hierüber keine Beobachtungen vor.

Auffallend war mir, im Vergleich zu dem, was ich in Surinam kennen lernte, die Seltenheit intensiv roth gefarbter Laterite.

GEANIT.

Cordieritführeuder Biotitgranit, mittelkörnig, schmutziggrau oder hellroth bis braunlich gefarbt, steht östlich von Kai bobo an. Sein Lagerungsverhaltniss zum benachbarten Peridotit ist nicht bekannt. Da an verschiedenen Punkten, sowohl nördlich von Kai bobo (350) als auf dem Henasama (347) und dem Erisepa

1

Vgl. Theil T, pag. 115.

2

Vgl. Theil 1, pag. 1G5.

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(340), unter dem Schotter von Peridotit auch einzelne Grani) broeken angetroflen wurden, welclie petrograpliisch mit dem ansteheud beobachteten Vorkommen iiber-einstimmen, so könnte man annehmen, dass diese von Granitgiingen oder von gangartigen Auslaufern herriihrten, die sicb von der Hanptgranitmasse in den Peridotit hineinerstreckten. Der Cordierit fiihrende Granitit von Ambon stellt aber nacli Verbeek das iilteste Gestein dieser Insel dar; denn nach den Beobaehtnngen des letzteren bat der Peridotit daselbst den Granit dentlieh durchbrochen nnd iiberdeckt '). Deswegen wird man audi das den iimbonesisclien Biotitgraniten durcbaus entsprechende Gestein von Kaibobo vielleicht als die altere, den Peridotit dagegen als die jiingere von beiden Bildungen betrachten miissen.

Oordieritfreie Granite sind uur als Gerölle aus der Abtbeilung W a b a i, im Norden der Insel, bekannt: ans einem Bacbe bei dem Orte Wabaï selbst, aus dem Ajer Besar, aus dem Toluarang nnd dem Alluvium in der unmittelbaren Niihe des letztgenannten Flusses.

Die mikroskopiscb geprüften und 1. c. pag. 2 ff. beschriebenen Vorkommnisse sind die folgenden:

Gleicb südlicb vom Gipfel des E rise pa anstebend (N0 342).

Unter dem Scbotter am Hang des Henasama vorkommend (Nfl 347).

Nordwestlich vom E rise pa lose aufgelesen (N0 350).

Eollstein aus einem Bache bei Wabaï (N0 701).

Gescbiebe aus dem Toluarang (N0 717).

PERIDOTIT.

Peridotite besitzeu auf Seran eine weite Yerbreitung. 1m siidlicben Huamual nebmen sie den wesentlicbsten Antbeil an dem Aufbau des Gebirges zwiscben Lubu und Kambello und erlangten sie audi nocb im Süden des letztgenannten Ortes an der Westküste eine erlieblicbe Ausdebnung; sie liessen sicb bier bis in die Niibe von Elli naebweisen. Im Innern der Pirubai stebt Peridotit an der Ostküste von Huamual im Gunnng Naga an, und in der Gegend von Kaibobo stellt dies Gestein das berrscheude Gebirgsglied dar. Es wnrde sodann innerbalb des aus krystallinen Scbiefern gebildeten Gebietes auf dem Wege von der Küste nacb Honitetu in grosser Verbreitung und bis zu 400 m. Meeresbobe nacbge-wiesen. Als Gerölle fand sicb Peridotit an der Mündung des Tall a, im Bette des A tan und in der Niibe von Wabaï.

Die Peridotite bilden scbrofle Höben, die, wie auf Ambon, in der Niibe der

1) Over de geologie v. Ambon, 1. c. png. 7 u. 8.

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Küste vielfach fast kabl, im Wesentlichen nur mit Gras und Kajuputi besetzt sind.

In der Gegend von K. a i b o b o fallen sie sclion von weitem durch ihre kegelfiirmigen Profillinien auf, wie aus der nebenstehenden Skizze 1) zu erseben ist. Bisweilen sind ihre Gehange ganz flacb, und unfern Saduruë bemerkt man zwei Höhen, welcbe der Südküste nahezu ebene Flanken zukehren. Uebrigens erkliirt sich die bald mehr bald minder ausgepragte pyramiden - bis dach-förmige Gestalt der Peridotitberge durcb eine oft deutlich auf-tretende Bankung und damit verbun dene, polyëdrisclie Zerklüftung des Gesteins J). Bisweilen zeigt letzteres eine ziemlicli deutlicbe Parallelstructur. TJmwandlung in Serpentin ist vielfach wahrzu-nehmen; die Zersetzungsproducte sind in der Regel braun, seltener roth gefarbt.

Schroeder van der Kolk hat hervorgehoben 3), dass die von ihm untersuchten Peridotite aus der Gegend von Kaibobo (320, 330, 337, 344, 348, 349, 355 u. 359) plagioklasfrei be-funden wurden, desgleichen ein Peridotit, welcher an der gegen-überliegenden Küste von üuamual, unfern des Talaga, am Fusse des G. Naga geschlagen ist (37Ü, 371). Dagegen erwiesen sich die Handstücke aus dein südlichen Theile der Ilalbinsel llua-mual plagioklashaltig (399, 401, 403, 412, 41G u. 431), ebenso Peridotite aus der Naclibarschaft von Honitetu (490, 491 u. 493). Nach der mikroskopischen Prüfung musste es ferner als unwahrscheinlich bezeichnet werden: „dass in den als plagioklasfrei befundenen Gliedern der Plagioklas verschwunden warequot;, und so würden wir zu zwei riiumlich geschiedenen Grappen von Peridotiten gelangen, obwohl auch in den plagioklashaltigen Ge-steinen der Feldspath nirgends sehr reichlich vertreten ist. Den-noch ist dieser ünterscliied nur ein scheinbarer; denn bei den Peridotiten von Kaibobo gelangte der Plagioklas in Schlieren zur Ausscheidung.

cc

]) Dicso ist vom Mooro aus gezoichnct, otwas nordwestlich von Mat u sua, also von SO hor. Die llacho Welle, wolcho sich westlich an die drei Spitzen anscliliesst, cntspricht vermuthlich dom Granitvorkommen von Kaibobo; die ilusscrste Eckc stellt das aus Grauwackc gebildete Kap If u sa n dar. — Vgl. audi Fig. 24 u. 25, obcn pag 117.

2) Nach dam Relief zu urtheilon, gewinnt dio Annahme eine gewisse Wahrschein-lichkeit, dass auch der Garuda Hes ar bei Kambello aus Peridotit aufgebaut sei (vgl. Fig. 35).

8) I.e. pag. 13 if.

o

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147

Diese ScMiereu situl am Kap Si si in einem vortreÜliehen Aufschlusse zu böobachten, sie heben sich durch ilire hellere Farbe von der Hauptmasse des Gesteins scharf ab und bestehen aus einer dioritischen Mineralcombination von sehr grobkörnigem Qefüge ;

der hellgraue Plagioklas lasst die Zwillingsstreifung schon mit Hilfe der Loupe erkennen; die Hornblende-

krystalle können mehrere cm. lang werden; in deni

Zwischenraumen tindet sich feinkörnifi:erQuarz(361)').

D ' H. Ulatu.

Meistens herrscht die Hornblende unter den Gemeng- Fio. 35. Garuda Besab, gesehen

theilen vor, doch überwiegt stellenweise der Plagio- Kamuklloquot;

klas. Solche Mineralcombinationen durchsetzen die Gesteinshanptmasse nicht nur

gangahnlich in allen Richtungen, sondern treten aucli in dunnen, bisweileu nur

einige Millimeter dicken Schichten zwischen den plaltenartig abgesonderten Partieen

des Peridotits auf oder sind mit letzterem so innig verquickt, dass sich das Ganze

wie eiue geologisch untrennbare Einheit verhalt'). Somit kann es sich nur nm

Schlieren handeln, nicht um richtungslos oder schiefrig struirte Diorite, welche

den Peridotit durchbrochen hutten.

J. M. van Be mm el en1) bestimmte durch Bauschanalysen den Gehalt an Si ü2 für den Peridotit vom Kap Si si (359) und die oben genannte, dioritische Mineralcombination von demselben Orte (361), wobei von letzterer eine Probe verwendet wurde, in welcher die Hornblende etwa die Halfte der Gesteinsmasse bildete. Nquot; 359 ergab 42,78 0/0, N0 361 dagegen 46,06% Si 03. Das Schlieren-material ist demnach acider. Vermuthlich liegen Bildungen vor, welche Zirkel „hysterogenetiscbequot; Schlieren nannte und die als der letzte aus dem Magma aus-geschiedene fiest /,u betrachten sind 2).

Einmal zu dieser Auffassung gelangt, wird man auch andere Vorkomnmisse aus der Gegend von Kaibobo, welche raumlich aufs engste mit dem Peridotit verknüpft sind und die für sich betrachtet als Plagioklasamphibolite bezeichnet werden könnten, als Ausscheidungen betrachten müssen ■'). Zwar gleichen sie im

1

Meineni verehrten Hom Coliogen spreche icli hierdurch für die freundlichst verliehene Hilfe meinon verbindliehsten Dank aus.

2

Lehrbuch der Petrographie, lid. I, pag. 791 (1893).

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148

Habitus durchaus Gesteinen der krystallinen Schieferreilie, und ihr Verband mit der Hauptmasse des Peridotits ist nicht festgestellt; aber sie stehen in unmittel-barer Niilie des letzteren an oder finden sich unter dein Schotter der aus Peridotit aufgebauten Höhen '); zudem. entspricht ibre mineralische Zuaammensetzung lm Wesentlichen derjenigen der unzweifelhaften Schlieren. Der Amphibol lierrscht in dieser amphibolitischen Mineralcorabination meistens vor ; Plagioklas tritt in weoh-selnden Mengen anf; die Structur ist entweder richtungslos körnig oder scliiefrig, und bis wellen alternireu Lagen von Plagioklas und Amphibol derart mit einander, dass eine ausgezeichuete Parallelstructur entsteht.

In Verband mit Obigem ist es von Belang, dass Amphibol auch als Gemeng-theil eines Peridotits nachgewiesen wurde, welcher unfern Luhu, am Ajer Manuru, ansteht (403)1). Grobkörnige, dioritische Adern, die in demselben Gesteine, wenn-gleich nur in isolirten Peridotitgeschieben des genannten Baches, beobachtet sind (406), dürften ebenfalls zu den Ansscheidungstrümmern gehören.

Schroeder van der Kolk hob hervor, dass die plagioklashaltigen Glieder der Peridotite „den Anfang eines Uebergangs zu den Gabbro's bildenquot; 2). Unter Berücksichtigung der Schlieren in der Gegend von Kaibobo wird man aber siimmt-liche Peridotite von Seran als Tiefengesteine auflaseen dürfen, welche durch das Auftreten accessorischen Feldspaths auf einen geologischeu Zusammenhang mit den Gabbro's hinweisen, wenngleich man sie nicht scblechlbin als peridotitische Grenz-glieder der Olivingabbro's bezeichnen darf. Ebensowenig ist bierdurch ihre völlige Gleichwerthigkeit erwiesen, obwohl die Peridotite „einander nach dem Habitus recht ahnlichquot; sind 3).

Eaumlich sind die Peridotite von Seran aufs engste mit den oben beschrie-benen Gneissen und Glimmerschiefern verknüpft, so namentlich im Menapele und in der Gegend von Honitetu; auch die Peridotitgerölle fanden sich stets in Gesellschaft von Glimmerschiefern: beim Batu Lobang, am Tall a, im A tan und bei Wahaï; nirgends ist auch nur ein einziges Gerölle dieser Art im Gebiete der Grauwacken und der jüngeren Formationen beobachtet.

Im Menapele wechseln zudem Cordieritgneiss und Peridotit mebrfach mit einander ab, und wenn auch das Lagerungsverhaltniss infolge des Feblens brauch-barer Aufscblüsse nicht klar zu erkennen ist4), so lasst sich doch kaum annehmen,

1

Schroeder v. d. Kolk, I.e. pap. 17. 3) 1. c. pag. 13.

2

4) Schroeder v. d. Kolk, Neuea Jnhrb., I.e. pa^. 85.

3

B) Der Wechsel von Cordieritgneiss und Peridotit ist wohl am Gehiinge des Menapele, nicht aber im Profile beobachtet. Die Darstellung auf der Karte ist also, wie noch ausdrücklich hervorgehoben werden

4

soil, auf Grund der hier gegebenen Erorternng construirt.

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J 49

dass das Eruptivgestein die Gneisse durchbroclien hiitte. Denn die letzteren stellen uur uubedeutende Parüeen inoerhalb der I'eridotite dar, uud so sollte man bei obigar Vorauasetzung in dem benaebbarten Eniplivgesteine reichliclie Einsebliisse von ihnen zu finden ervvart.en. Davon ist aber weder makro- noch mikroskopiscb etwas wabrgenonmen, und dies negative Merkmal fülll um so melir ins Gewicht, als in dem A,ndesit des Wawani Einsebliisse vorkommen, welche vermuthlich aua einem dem Biotifcschiefer des Menapele (423) gleichvverthigen Gesleine her-künftig sind'). Es ist ferner anch nicht wohl einzusehen, wie die Gneisse den Peridotiten eingelagert sein könnten, wenn letzlere sioh anfanglich übar die Schichtenköpfe der archaeischen Formation ausgebreitet hilt ten. Demnach gelange ich zu der Voi'st.elhmg, dass der Pendotit des südlichen Huamual lagerartig iin Gneiss und Glimmerschiefer auftritt und somit den krystallinen Schiefern des Grundgebirges angeliört1); doch raöchte ich diese Auffassung nicht obne weiteres auf allo Peridotite vou Seran übertragen. Immerhin halte ich letzrere auf Grund der oben betontan geographischen Verbreitung fiir sehr alte Eriiptivgesteine2).

Es ist anzunehmen, dass der Peridotit, welcher als Gerölle an der Mündung des Tall a gefunden wurde, in varbaltnissmiissig geringer Entfernung von bier anstaht. Verbindet man nun diesen Fundort mit den aus Peridotit gebildeten Uohen in der Gegend von Honitetu und Kaibobo, so erhillt man eine Linie, welche der mittleren Eichtung der Südwestküsta vou Seran etwa parallel verliiuft. Vermuthlich kommt ihr eiue tectoniscbe Bedeutung zu.

Die mikroskopiscb untersUchten Gesteine, welche nach der obigan Darlegung zum Peridotit zu raclniau sind und durch Schroeder van der Kolk beschrie-ben wurden, sind:

10

1

Lodiiilii'h aus dieawm Grunde sind auch die Peridotite von Ambon dem arehacischen Schichtonsystemo ziigerechnet worden (oben, pag. 21 und Karte lil). Nach Verbeek sind aber die ambonesischen Peridotite noch jiinger als die oben (pag. 35 u. 08) besebriebenen, iiiteren Sediinente, die ich geneigt bin fiir palaeo-zoiseh zu halten, und vermulhlich cretaceïseh (Over de geologie van Ambon ; Verb. Kon. Akad. v. Wot. Sect. II, Deel VI, N0 7, 18(J(J, Amsterdam, pag. 8 u. 18). Es ist mir nicht ganz klar, wie diese Aullas-snng mit dem Prolile zu reimen ist, welches Verbeek an einem anderen Orte gegebon hat (Kort verslag over de aardbeving te Arabon, Batavia ISiM), Fig. 8); denn hiernaoh sollte man viel ehor zn der AulVassung gelangen, dass die Sandsteine das Hangende der Peridotite darstellen, so besonders ara Gehiinge des Hori (= G. Mori el). Die Darstellnng der Lagerangsverhaltniase entspricht bier durebaus der von mir als wahr-scbeinlich vertretenen Ansicht (oben, pag. H5); doch verfügt Verbeek vielleicht iiber anderes, noch nicht publicirtes Beweismaterial fiir die Richtigkeit seiner abweichenden Anschaunng, so dass ich mich eines end-gilti^en Urtheils vorlaufig enthalte.

2

Verbeek rechnet die Peridotite zu seinen „Emptivgpamp;teinen von wahrscheinlich crclacAschem Alterquot;gt; hebt aber hervor, dass in den Molukken der Verband mit Sedimenten des Kreidesystems bislang nicht beob-achtet sei (Voorloopig verslag, pag. 11). Nach Angabe desselben Forschers kommt auf Seran auch Gabbro ver (das., pag. 12).

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150

a. Ilaupimasse 1).

Anstehend in einem Hügel bei Saduruë (N0 329, 330).

Anstehend in der Nahe von K ai bobo, landeinwarts (N0 337).

Vom Gebange des Hen as am a, bei K ai bo bo (N0 344).

In der Niibe von Ivaibobo, unfern Nquot; 337, anstehend. Beim Anstiege zum Erisepa geseblagen (Nquot; 348, 349).

Isolirle Blocks vom Strande, gleich nördlich von Kaibobo (N0 355).

Anstehend am Kap Sisi (Nn 359).

Klippen am Nordfusse des Gunung Naga (N() 370, 371).

Schotter aus dem Unterlaufe des Ajer Manuru (N0 399).

Anstehend am Tome-tome Weru (N0 401).

Anstehend am Oberlaufe des Ajer Manuru (N0 403).

Anstehend am Ostabhange des Men a pale (N0 412).

Anstehend am Westabhange des Menapele (N0 41G).

Aus einer groben Breccie, nördlich vom Kap Taw an o (N0 431).

Unfern der Nordgrenze des Peridotitgebietes auf dem Wege nach Houifcetu gesammelt (N0 490, 491, 492).

Geschiehe aus dem Atau (N0 (116).

b. Schlieren s).

Aus dem Peridotit vom Kap Sisi (N0 361).

Aus Peridotitgeschieben im Oberlaufe des Ajer Manuru (N0 406).

Anstehend in einem Hügel bei Saduruë (Nu 333).

Schotter vom Gehange des He nas am a (N0 345).

Vom Gipfel des Erisepa; lose aufgefunden (Nquot; 339).

DIOEIT.

Anstehend ist Diorit nur am Batu Lobang und eine kurze Strecke nördlich von hier, an der Südwestküste von Huamual, beobachtet. Am Batu Lobang zeigt er ganz auflallende Structurverschiedenheiten; denn auf einem Eaume von kaum zwei Metern lassen sich dort aus einer und derselben Klippe mittel-bisgrohkörnige sovvie sehr feinkörnige, dem blossen Auge fast dicht erscheinende, und endlich durch Einsprenglinge von Plagioklas und Amphibol porphyrische Gesteine schlagen, wobei die letzteren andesitischen, die ersteren granitischen Habitus besitzen. Die grobkörnigen Partieen stellen hisweilen scharf begrenzte Aussscheidungen dar, welcbe mehr als Kopfgrösse erreichen konnen und dem Gestein stellenweise das

1

I.e. pa^. 13fr.: Peridotit.

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Atiselien einer Breccie verleihen. Da sie lei(!liter verwit tern als die feinkörnigen und porphyrischen, so ist die ObertUiche des Felsens liier und da mil Verliefungen verselien. Solche Slructurverscliieden-heiteu inöi;eii aucli dazu beigetragen haben, dass sich in einer alten, geho-benen Strandlinie der liatu Lobang genannten Klijijie die Oeffungen bil-deten, welche dem Felsen seinen Namen gegeben baben. Der Diorit zeigt bank-förmige Absonderung und ist unregel-massig zerklüflet.

Die in diesem Gesteine vorkom-menden Zusammenballnngen erinnerten micli lebhaft an die Concretionen von Hornblende und Augit, welcbe ich in dem syenitalinliehen Quarzdiorite von Aruba beobacbtete, trotz der im üebrigen beste-benden Verschiedenbeit beider Vorkommnisse ')• Wie innerhalb des Dioritmassiva von Aruba ausserdem gabbroartige Gesteine auflreten, denen eine geognostische Selbstandigkeit nicbt zugeschrieben worden darf2), so lialte icb es andererseits für möglich, dass die Diorite von der Südwestküste Huamual's nicbts anderes sind als umfangreicbe Aussclieidnngen des Peridotits; denn das Vorkommen unzweifelhafter dioritischer Schlieren in letzterem ist, wie oben dargelegt, erwiesen. Peridotit ist aucb wiederum in nachster Naclibarschaft des Diorits vom Batu Lobang ange-troffen; nur liess sicli bier der directe Zusammenbang beider Gesteine nicbt erkennen. Immerbin kommt der in Rede stellenden Partie eine ziemlicb bedeu-tende Ausdebnung zn, so dass ibre gesonderte Darstellung selbst dann angezeigt sein würde, wenn sicli mit Sicberheit nachweisen liesse, dass wir in ibr keinen selbstandigen Diorit zu seben baben.

Dieselbe Unsicberheit herrscht liinsicbtlich der Dioritgerülle, welcbe in Gesell-scbaf't von Peridotit unter dem Scbotter des Atau vorkommen.

Mikroskopiscb geprüft und 1. c. pag. G ff. bescbrieben sind die folgendeu Handstücke:

Gerülle vom Kap Tavvano, an der Südwestküste von Huamual (N0433, 434).

Nordlicb vom 15atu Lobang anstehend (Nn 435, 436).

Gestein des Batu Lobang (N0 440, 441, 442).

Schotter aus dem Atau, im Innern der Insel (ATo 617, 622).

2) Daselbst, pag. 40.

1) Bericht über cine llci.^c n. Nicderl. Wcst-Indion II, pag. 44.

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AUGrlTANDESIT.

Au der Südspitze von Huamual hat Augitandesit als Liegendes der Karang-formation eiue weite Verbreitung. Er bildet hier indessen nur ausuahmsweise zusammenhangeude Felsmassen, vielmehr meistens einen groben, durch Tuff ver-kitteteu Vulkauschutt, dessen Bestandtheile poros, blasig oder sohlackig, mitunter an der Oberflaclie rissig aufgesprungen oder mit eiuer Glasrinde verselien siud. Schroeder vau der Kolk rechnete hierzu auch olivinhaltige, den Uebergang zu Basalt bildende Qesleiue, weil sie im Habitus nur wenig von den olivinfreien Andesiten ven Huamual abweichen, und es lasst sich auch nach den vorliegenden geognostischen Beobaohtungen in der That vorlaufig kein Grund angeben, welcher eine Treunung beider Grappen befürworteu könnte ').

Mikroskopisch untersucht und I.e. pag. 17 ff. beschrieben sind die nachsteheuden Vorkommnisse:

Am Kap Laüma anstehend, bei Waë Puti (N0 395).

Am Kap Laüma, etwas wei ter südlich, anstehend (N0 897).

Halbwegs zvvischen Kap Laüma und Kap Hatamata (N0 459).

Von der Ostküste, ganz nahe dein Kap Si al (Nquot; 457).

Vom Stidende des Kap Makanopal (Nü 449).

Von der Nordspitze des Kap Mulat (Nquot; 452).

Von der Westküste, ganz nahe dein Kap Sial (Nquot; 455, 456).

Nach dem Lagerungsverhaltniss gegenüber dein Karang ist schon von vorn-herein zu schliessen, dass die Auswurfsmassen submarin zur Ablagerung gelangten; denn von einer positiven Strandverschiebung, welche der jüngsten, negaliven, voran-gegangen ware, ist nichts bekannt8). In Uebereinstimmung hiermit steht der Um-stand, dass die Bestandtheile des Andesittuffs haufig aus genau an einander passenden Fragmenten bestehen. Sie sind, wie das Mikroskop lehrt, offenbar erst nach der Ablagerung zerborsten, was ich der raschen Abkühlung infolge dor Wasserbe-deckung zuschreibe.

STRANDVERSCHIEBUNG UND EROSION.

Aus dem oben beim Karang Mitgetheilten ist zu ersehen, dass die fossilen Riffe weit über den jetzigen Meeresspiegel hinausgerückt sind; nach Schatzungen betragt ihre Höhenlage stellenweise 200—;5()0 m. Dabei scheint es, als oh die

1) Dcrselbo Alitor hob hervor: „lm Gcgcnsatz zu den Andesiten der üliasser fehlt hier der rhorabisclio Pyroxenquot; (Nenes Juhrbuch, 1. c. pag. 85).

2) Vgl. auch: Martin, Wawani, I.e. pag. 10 und v. quot;Wolff, oben pag. 103.

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Stramlverscbiebmig im südlichen Hu am u al am bedeutendsteu gewesen sei und wiederum bedeutender an der Süd- als an der Nordkiiste von Gross-Seran; docli sind die bis jetzt vorliegenden Beobacbtungen viel zu nnvollstandig, als dass man bieraus weitgehende Scblussfolgerungen ableiten dürfte.

Der allmablige Fortgang der Straudverscbiebung ist, wie auf den im Süden von Seran gelegenen, kleineren Eilanden, durcb wohl entwickelte Terrassen gekenn-zeicbnet. Diese alten Brandungsterrassen sind namentlicb im südlichen lluamual vortrelllicb entwickelt, so in der Qegend von Luim, besonders am Gunung Lubulaina und G. Saluku, lerner am G. Teuang

und im Süden des Kaps Lat'ima, endlicb am Kap Ilata- L. __

mata und nocb in unmittelbarer Nabe vom Kap Si al.

Fin. 37. Terrassen hei

Mebrere wobl entwickelte terrassen und kleinere Stufen Waiui whsti.k h vom Oim:, von Karang sind aucb am Fob on Batu vorbanden;

sodann zeigt die ganze Gegend von Wahaï einen terrassirten Aufbau; scbliesslicb ist auf dor kleinen Insel Buano die Straudverscbiebung ebenfalls durch eine niedrige Brandungsterrasse von grosser Ausdebnung und eiuige holier gelegene Stufen angezeigt.

Alte Strandlinien sind an verscliiedenen ürten als fortlaufende Hublkeblen oder dem Meere zugekebrte Reiben von Höblungen zu erkennen. Dabin geboren vortrelllicb entwickelte Hoblkeblen von Fulu Pua, bei Buano, sodann die Oeffnungen im oben bebandelten Batu Lobang, d. b, Löcberfelsquot;, an der Westküste von Huamual'), Reiben von Höblungen am (}. Sal ukn und vermutbliob aucb diejenigen, welcbe man landeinwarts beim liatu Kapal sowie am G. Tenang wabrnimmt. Mit einiger Wabrscbeinlicbkeit dürf'en ferner Höblungen, welcbe an der steilen Nordküste, an der Oslseite des Kaps H.atuöna, in der Kieselkalkformation auf-treten, als Anzeicben einer gebobenen Strandlinie geilen let werden. Selbstredend feblt es nicht an zablreichen Erosionskeblen, deren gesonderte Aufziiblung bier kein Interesse bat, im Hereiche der beutigen Flutbgrenze; es

moge bier nur an die Frofillinie des Batu Kapal8) erinnert werden sowie an die gewaltige Hoblkeble mit hobem, gewölbeartigeni Dache, welcbe sich am Batu

Pana3), unmittelbar nördlicb von der Spitze des Kaps

Laüma und südlicb vom Waë Futi, befindet. J)ie Erosionsform am letztge-nannten Orte gehort zu den schönsten, welcbe icb überhaupt kennen lernte.

Die negative Straudverscbiebung, welcbe icb auf Hebungen zurückfübre4),

2) Thoil I, pag. 101. 4) Vgl. obcn, pag. tS.

1) Vgl. aucli Theil 1, pag. Hl. 3) Das,, jmg. 10^.

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ist anfern der Nordküste der Insel noch durch Mergelablagerungeu am Unterlaufe des Toluarang angezeigt. Die Mündung diesesFlusses muss sich früher weiterland-einwarts befunden haben; demi dort, wo sein jetziges Bett 27 m. über dem Oceaue liegt, stehen am Ufer jugendliche Mergel an, die nach den unten angefülirten organiscben Resten entweder im alten Aestuar oder unmittelbar an der Mündung des Flusses im Meere zum Absatz gelangten. Da nun diese Bildungen naeli Scliat-zung etvva 30 m. über das Leutige Bett hinausragen, so würde die alte Mündung hiernaeh an dem genannten Ürte 1) ungefahr (Sö m. boher gelegen baben als die jetzige, der betreffende Landstrich somit mindestens 2) um einen gleicbeu Betrag geboben sein. Das stimmt mit der Höhenlage des Karangs gleich südlich von Wahaï überein, und wabrscheinlich sind die am Toluarang abgelagerten Mergel mit letzterem gleicbaltrig.

Der benacbbarte Küstenstrich zeigt indessen keineswegs Spuren einer noch heute andauernden Hebung: Gleich wesllicb von Ba s ah ar i befindet sich ein Binnensee, welcher mit dem Faun in Verbindung steht und einem mit Mangrove und flipa bewachsenen Sumpfgebiete angehört; er ist uur durch einen Uferwall vom Meere geschieden. Wabrend dieser Wall seewarta mit halb verdorrten, unter-waschenen oder bereits umgefallenen Btiumen bedeckt ist, bat sich um einzehie, im Meere stehende Stiimme unten eine Art ringförmiger Hohlkehle gebildet; auch steben an diesem Orte viele Stümpfe aus dem Wasser hervor. Ob es sich um eine ins Meer hinaus reichende Vegetation handelt3) oder ob die Erscbeinung durch ein Sinken des betreflenden Küstenstrichs zu erklaren sein mag, wage ich nicht zu entscbeiden. Der Umstand, dass die Lebensbedingungen für die betreffenden Baume jedenfalls ungünstigere geworden sind, als sie es im Beginne waren, spricht allerdings für die lelztere Annahme 4).

Abgesehen von den mit Strandlinien und Strandverschiebungen in Verband stebenden Erscheinungen ist über die Wirkungen der Erosion wenig zu berichten. Uier möge nur nocb der eigentbümlichen Oberflachenbeschaffenheit vleier Kalksteine gedacht werden.

Am auffallendsten ist die Riefung, welcbe man haufig an stellen, nahezu ver-

1

Eb ist nicht bekannt, wie woit sich aeqnivalente Ablagerungen noch landeinwarts ausdehnen uiögen.

2

Falls der Absatz dor Mergel im Meere stattfnnd, kann die Hebung noch ctwas bcdeutender gewoson soin als beim Absatz in einem Aestuar.

3

Vgl. Sonneratia, Theil I, pag. 14.

4

Nach E. Carthaus zeigen sich unfern Karazna, welches an der Westküste von Colebos in der Nahe der Palosbai liegt, „die Spuren einer sehr sch nellen Senkung des Lundes an der Meoresküste in noch ziemlich wohlerhaltonen, dicken Baumstümmen des Urwaldes, welehe nun so gar wil h rend der Ebbe fusshoch im Meereswasser stehen. Es handelt sich hier nicht etvva um Mangrove-oder andere Haum-arten, welehe gogen den Einfluss des Soewassers woniger oder gar nicht empfindlich sindquot;. (Samml. Geol. II. Mus, Leiden, Ser. 1, Bd. VI, pag. 248).

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155

ticalen Kalkfelsen wabrnimmt; sie ist am Hatu Supun, und zwar besonders

au seiner senkrecht abgebrocbenen Westseite, gegenüber Slem aim, so scharf und

regelmiissig ausgepragt, dass die Felawiinde geradezu wie cannelirt

erscbeineu; noch besser lasst sie sich im Umkreise der Bai vou

Tundona beobachten. Stellenweise sind liier die Rillen oben erweitert,

so dass mitunter eiae gewisse Aebnlichkeit mit Erdpyramiden eut-

stelit; doch verlaufeu diese Formen in karremilmliclie Gebilde. Es

kann sicli hierbei nur um Regeminnen handeln, wie sie in iibnliclier

Weise aucli in anderen tropischen Qegenden an selir steilen Fels-

wanden beobachtet sind '). Das quot;Wasser übt in den Tropen auf kry-

stallinisóhe üesteino und feste Kalke dieselbe Wirkunff aus wie

Fig. 39. Reqkn-

anderen Orles auf lose, wenig widerstandsfabige Massen. binnen au

lm Uebrigen ist die Oberfliicbe der Kalksteine baufig mit nadel- Kai.kstkin. sticliartigen Löcbern bedeckt, welclie auf die Einwirkung des Pflanzenreicbs zurück-zuführen sind, und mitunter bilden sicb an ibrer Aussenseite sugar zellenartige, an Korallen erinnernde ïïohlraume, welcbe bereits durch Kr au se beschrieben wurden 1). Dadurch muss die Erosion eine kraftige Unterstützung erfahren.

Höchst eigenthümlicb ist die aussere Bescbaffenbeit der angewitterten Kalksteine aus der Hochwasserlinie vom Kap Hatuena (554 u. 555; Taf. VII, Fig. 1 u. 2); denn auf der durch Wellenscblag hervorgebrachien, wie beim Karang zackigen Oberfliicbe bemerkt man dicbt an einander gedrüngte, kurze und feine, gerade oder schwach gebogene Lamellen, welcbe sich zu Systemen paralleler Linieu vereinigen und jeden Tbeil der durch die Erosion erzeugten Aussenfliiche bedecken. In Verband mit den Formen der letzteren glaubt man auf den ersten Bliek Korallenstructur zu erkennen; doch baben die betrefienden Lamellen niebts mit Septen zu schaffen. Verschiedene Systeme paralleler Linien können unter be-liebigem, baufig auch rechtem Winkel zusammenstossen und wechseln so vielfach mit einander ab; bisweilen sind diese Systeme aucli deutlich gekreuzt. Deswegen ist das eigenthümliche Bild, welches aussiebt, als ob man das Gestein mit einem feinen Stifte schraffirt hatte, weder mit organischen Resten noch mit seiner Sehieh-tung in Verband zu bringen. Vermulhlich isL die Erscheinung auf die Einwirkung von Algen zurückzuführen. An den entsprechonden Kalksteinen von Saw ai babe ich nichts Aebnlicbes wahrgenommen, wobl aber an den Felsen der kleinen Insel Pua bei Bnano, wenngleich das letzterwahnte Vorkommen auch nicht völlig mit dem erstgenannten, vom Kap Hatuëna, übereinstimmt.

1

Sammlg. d. Geol. R. Museums in Leiden l, 5, pag. I7ü.

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ZUSAMMEN FASSUNG.

Es sind im Obigen alle Gebirgsglieder angeführt, welche in dein bereisten Gebiet.e von Seran beobachtet wurden, und ihnen sind audi die ineisten als Gerölle und Schotter bekannten Vorkoramnisse angereiht. Nur in vereinzelten Fallen quot;war dies nicht müglich, und für diese darf hauptsachlich auf die unten folgenden Einzelbeobachtungen verwiesen werden, da die betreffenden Funde vorlaufig nur ein untergeordnetes Interesse besitzen '). Lassen wir die letzteren ausser Acht, so gelangen wir zu folgender Uebersicht:

Alluvium und recente Breccien. i Augitandesit.

Karang nnd Mergel des Toluarang. j Diorit.

Bunter Globigerinenkalk — Mesozoisch (?) i Peridotit.

Kieselkalkforuiation — Jura(?) ! Granit.

Kalksteine von unbekannter Stellung.

Kalksteine, mit Grauwacken lagernd.

Grauwacke — Palaeozoisch.

Amphibolit — Archaeisch (?)

Glimmerschiefer

Gneiss

Das Grundgebirge und die jüngeren Sedimente folgen einauder in grossen Zügen derart, dass man von Süd nach Nord fortschreitend vom Liegenden ins Hangende gelangt; nur der Karang, als küstennahe Bildung, und die jüngsten Sedimente machen in dieaer Bezieliung eine Ausnahme. Indessen ist die Grauwacke in bescliriinkter Ausdehnung audi an der Südküste von Gross-Seran entwickelt.

Durcli diese Vertheilung der Formationen ist bereits ein der Langsrichtung der Insel entsprechendes Streichen angedeutet; doch liisst sich dasselbe im Einzelnen nur unklar erkennen, da alle Gebirgsglieder vom Karang abwarts sehr gestorte Lagerungsverhaltnisse zeigen. Das stark zusammengeslauchte Grundgebirge streicht im südlichen Huamual sogar annahernd iV—S-, bei den Grauwacken niihert sich das mittlere Streichen aber schon mehr der JV—O - als der iV—S - Linie, und dies

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gilt in noch erhöhtem Maasse für die steil nacli iV einfallende Kieselkalkformation. Für die bunten Globigerinenkalke, \A'e]t!he bis jetzt nur in geringer Verbreitimg bekannt sind, liisst sieh in Bezug auf das Streichen noch keine allgemeinere Schlussfolgerung ableiten. Der Karang, welclier, von der Strandverschiebung abge-sehen, überall im Wesentlichen seine ursprüngliche Lage bewahrt zu haben schei ut, tritt im südlichen Huamual als Hangendes des Augitandesits auf; es ist aber uichts über das gegenseitige Lagerungsverhültniss der Erupt ivgesteiue uud der alteren Sedimente bekannt ; das Alter der ersteren liisst sich demnach auf Seran vorlilufig nicht feststellen. Wenn der Diorit nicht als eine machtige Schliere des i'eridotits aufzufassen sein sollte, so wird man ihn als das jüngere der beiden Gesteine betrachten dürfen; das höhere Alter des Oranits gegenüber dem Peridotit ist nach Analogie der für Ambon vorliegenden Beobachtungen gescblossen.

E1NZ KL BEO BA Cl ITÜNG EN.

1. PROFIL DTJRCH DIK 1NSKL.

Die gauze, vou mir begangene Strecke des Ta na ist in Gliinmerschiefer ein-geschnitten. Letztere sind Muscovit- uud Miiscovit-Biolilschiefer von vorberrschend schwarz-, seltener hell-grauer Farbe, vvelche nach der Untersuchung von Schroeder van der Kolk durch einen bedeutenden Gehalt au kohligeu Partikeln ausge-zeichnet sind '). Die dunkleu Varietaten herrschen so sehr vor, dass der Sand im Flusse vielerorts schwarz erscheint, wahrend die blau- bis schwarzgrauen Gesteius-fragmente den Sandbiinken uud dem gesammten Trockenbette ein dunkles Oolorit verleihen, so vor allom auch dort, wo der Fluss aus dem engen Thaleinschnitte heraustritt, in der Gegend der Station vom 28stl'n Miirz.

Der Quarz bildet in diesem Schiefer sehr baufig continuirliclie Lagen von verschiedener, bis 4 min. uud mehr betragender Miichtigkeit, die sicli in linsen-förmige, in der Structurebene gelegene Massen auflösen könuen; ausserdem kommen zahlreicb grössere Quarzlinsen vor, welclie dem Gesteiu eine flasrige Structur verleihen, unter anderen bei den ersten Stromschnellen. Die Laifensdimmerschiefer

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bringen die vielfacheu l^iegungen, Knickungen uud Faltnngen, webdie der Scbich-tencomplex erfabren bat, vortrefliicb zuiu Ausdruck. Gleicb beim Eintritte iu den

1) 1. c. png. 30.

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engen Thaleinschnitt, in 81 m. Meereshöhe, trifft man machtige Blöcke an, welche die zierhchstea Faltelungsn aufweisen, desgleichen in dem etwa 100 m. hocli ge-legenen Flussabschnitte, und noch an der Einmündung des Kalauri zeigen sicli unter dem Schotter Fragmente des dunklen Glimmersohiefers, in denen man bis zu reichlich 1 cm. liohe Fallen und Windnngen wahrnimmt. Die grosseren, linsen-förmigen Massen von Quarz sind ebenfalls vielfach gebogen.

Auch dort, wo zusanimenhangende Quarzlagen fehlen, liisst sich sebr oft eine schwacbe llunzelnng scbon bei makroskopischer Betracbtung dentlich wabrnehmen 1), wabrend in anderen Fallen die Bcbieferungsebene völiig flacb erscheint.

Das Streichen und Fallen der Glimrnerschiefer des Tan a ist einem bestan-digen Wechsel unterworfen, wie sich an den zablreicben Aufscblüssen im Flussbette sehr gut beobacbten liess; demi die Ufer sind vielf'ach von niedrigen Klippen ein-gefasst, vor allera auf der Strecke bis zu etwa 160 m. Meereshöbe aufwarts, wabrend nackte Felswande in der Gegend des Kalauri seltener auftreten. Da in dem stark gekriimmten Laufe die Aufschliisse naturgemass an der convexen Seite gelegen und fast immer vom Wasser bespült sind, so liess die Genauigkeit der Ablesung, die bilufig im Wasser stebend vorgenommen werden musste, mancbmal zu wünschen übrig; aber das Ergebniss würde auch unter giinstigeren Umstanden kaum zu einem anderen Kesultate gefübrt haben, als dass eine Gesetzmassigkeit in der Lagerungsform durchaus nicht aufzufinden ist. Die Schichten sind so unregel-miissig gebogen, gefaltet und geknickt, dass Streichen und Fallen mancbmal scbon an ganz unbedeutenden Klippen einen jahen Wechsel zeigen und eine bestimmte Stellung überhaupt nicht angegeben werden kann. Aus solchen Grimden können die in der Karte des Ta na angegebenen Streichrichtungen mehrfach nur auf annahernde Richtigkeit Anspruch erheben. Wabrend an vereinzelten Punkten und in sehr unbedeutender Ausdehnung eine söhlige Lage der Schichten beobachtet wurde, richten sie sich gleich daneben wieder steil auf und stehen sie bisweilen auf dem Kopfe; meistens fand ich für das Fallen 30 — 60°; sehr steile Aufrichtung ist vorherrschend. Wir haben es also im Bette des Tan a mit einer stark zus am m en ge st auch te n, krystallinen Schieferformation zu thun.

In dem höchstgelegenen, von mir begangenen Thalabscbnitte des Tan a beob-achtete ich, beim Abschneiden starker Krümmungen seines Laufes an der concaven Seite im Walde, mehrfach deutliche Terrassen. Sie endigen mit steiler Boschung an der dem Flusse zugekehrten Seite und ragen über das Alluvium, welches sich unmittelbar an den Wasserlauf anschliesst und landeinwarts etwas ansteigt, ungefahr 5 m. hoch empor. Wahrend die theilweise mit Wald bedeckten Flachen in der

1

Uüber dus mikroskopisclie Jüld vgl. Schroodcr v. d. Kolk, fernev Tab. VI, Fig. 1 u. 2.

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▼

nachsteii Naclibarscliaft des Tan a oliue Zweifel noch dem heutigen Inundationsbette des letzteren aiigehörten, lialte ich das höher gelegene Plateau für ein alteres Inun-dationsbett, eine Flussterrasse. Vielleicht steht eine etwa 8 m. hohe, alluviale Wand rnit Schotter, welche sich oberhalb der Station vom 288ton Marz am rechten üfer des Flusses hinzieht und die Qrenze seines Bettes zur Regenzeit darstellen dürfte, ebenfalls mit einer Flussterrasse in Verband; dass sie links vom Wasser-laufe nicht beobachtet wurde, ist wohl nur eine Folge des mangelliaften, durch die Vegetation behiuderten Ueberblicks. Diese Wand ist lateritahnlich roth gefarbt; doch habe ich eine Bildung, die man wirklich als typischen Laterit bezeichnen dürfte, im Gebiete des Tana überhaupt nirgends wahrgenommen.

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Für die weitere Schilderung des Ta na verweise ich auf don ersten Theil dieses Werkes'). Das Alluvium, welches auf dem Wege von Rumasosal bis zum genaunten Flusse jiassirt wurde, giebt zu keinerlei besonderen Bemerkungen Anlass; es fand sich in dieser Qegend nur stellenweise, unter anderem in und an dem Bache Makariki, archaeischer öesteinsgrus.

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In dem Gebirgsrücken (Profil A—B), welcher die Wasserscheide zwischen dem Tana einerseits, dem Noa1) und At au andererseits bihlet2), kommen liings der von mir begangenen Strecke Aufsehlüsse von irgend welcher Bedeutung überhaupt nicht vor. Man ist hier fast ganz auf das Studium des Scbotters angewiesen, den man im Walde stellenweise sebr reichlich, dann wieder so selten antrifft, dass es unausgesetzter Beobachtung des Bodens bedarf, um überhaupt einige Gesteins-brocken aufzufinden. Reichlicbem Schotter begegnet man an dem zum linken Ufer des Ta ii a abfallenden Geluinge bis zu i 340 m. Meereshohe, dann in der Gegend der Station vom 30sten Marz, welche als das Quellengebiet des Noa bezeichnet ist, am Lotone Bataï, uud weiter nordöstlicli, so lange der Pfad au dem steilen Gehange des Riickens binführt. Hier findet man in ilen unbedeutenden, derzeit trockenen Wasserrissen auch stellenweise kleine Blöcke; aber nirgends lasst sich die

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Is,

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1

v. Rosenborg nennt dicsen l'luss Nua (Noca): „Zur Rechten hort man aus dor Tiüfe das Ranschon

2

des Nun-Flusses, einos bcdeutendon, von N nach S strömenden Nebonllusfios des i\ nat tanquot; (Beschrijving

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Lage des Qesteins feststellen. Das Gehange des Wakate ïïuë, welches von reiclilicli 600 in. Meereshöhe zurn Ata u abfiillt, iat, gleich der ganzen übrigen Strecke, ungemein arm an Gesteinsfragmenten, die erst ein wenig oberhalb des Atau-Bettes wiederum reicblicber erscheinen. Trotzdem yertheilen sich die Beob-achlungen derart ül)er den ganzen Rücken, dass sicli aus ihnen mit Sicherbeit erkennen lasst: Das Gebirge zwisclien dem Tan a und At au wird in dieser Gegend aussoliliesslioh aus Glimmerschiefern aufgebaut.

Diese Schiefer stimmen in allen wesentlichen Punkten mit denjenigen des Tana-Bettes überein; besonders nehmen auch die dunklen Varietaten einen hervor-ragenden Antheil an dem Aufbau des betreflenden Rückens. Sie herrschen auf' der D-anzen Strecke vom Tan a bis zu 562 in. Ilöbe aufwürts vor und finden sich

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zablreich im Quellengeblete des Noa; doch treten in letztgenannter Gegend aucli hellgraue Muscovit- und Muscovit-Biotitschiefer in hedeutender Entwicklung aiif. Diese fanden sich sodann im Süden der Station vom :iOs,(!n Marz bis zu 562 m, Höhe abwarts und an dem zum Atau abfallenden Gebünge des Wakate Huë. An letzterem beobachtete ich ausserdem Granatglinimerscbiefer in 520 m. Meereshöbe, und an der dem Tan a zugekebrten Seite des Rückens kommen in 380 m. Höhe ebenfalls Granatglimmerschiefer vor. Ansehnlichere Quarzmassen sind weder in den dunklen noch inden hellen Varietaten der im Quellengeblete des Noa vorkommenden Schiefer selten; doch fand icli nicht die continuirlichen Quarzlagen von grösserer Miichtigkeit, welcbe aus dem Tan a-Bette erwalint wurden. Scharfe Knickungen und Faltungen sind an den losen Gesteinsfragmenten öfters zu beobaclifen, wenngleich nicht so biiufig wie im genannten Flusse. Der Verwitterungsboden im Walde ist braun gefarbt.

lm Bette des Atau1) ffiny icli von 268 bis 307 m. Meereshöhe aufwürts.

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Dor(, wo ich es zuerst betrat, ist es mit groben Qeröllen und ansehnlicben Blöcken erfüllt; es sind vorherrscbend die von der letzten Wegstrecke lier bekannt.en, bell-grauen Muscovilscbiefer, die zum Tbeil als quarzreicbe Lagenglimmerschiefer vorkommen uud biiuiig ziemlicb reicblichen Granat fiibren. Danebeu sind grau- bis dunkelgrüne, fein- und mittelkörnige, deutlich schiefrige Ampbibolite nicht selten; zum Tbeii besitzen sie gebanderte Structur. Verelnzelt findet sich an diesem Orte unter dem Flusscbotter auch Quarz imd endlicb, sehr untergeordnet, Peridotit. Die krystallinen Schiefergesteine zeigen auch hier wiederum oftmals zierliche Fiilte-lungen, wenn auch nicht so haufig wie im Tana.

1

l iir den Landschaftschaiaklor vgl. don Keisebericht, pag. 207 u. 211.

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Ifil

Amplübolit stelit audi sogleich flussaufwiirts an, zuuilchst am linken, dann auch am I'ecbten Ufer; aber die Scbieferung des unregelmiissig zerkliiftelen Gesteins ist hier muleutlicb, so class sicb die Lage nicht bestimmen liisst. Weiier aufwiirts kommt bis zur Station vom 31st(gt;n Milrz im Flusslaufe anstehendei' Fels überhaupt nicht vor, uud strockenweise ist das Bett grandig; man ist hier somit wiederum lediglich auf das Studium der Gesteinsfragmente angewiesen. Unter den gröberen Geröllmassen, die sicb bei der Station mul eine kurze Strecke welter südwarts fanden, sind schiefrige Ampbibolite ganz vorherrscheud vertreten, aber auch I'eri-dotite sind nicht selten, so dass dieselben bier in der Niibe anstehen miissen; sie besitzen eine ziemlich deutliche Parallelstructur. Sehr vereinzelt finden sich Diorite, miltel- bis grobkörnige Gosteine, mil weissem Plagioklas, ferner eine Epidot-Amphibol-Breccie '), dunkelgrauer Quarzitund noch wiederum schwargrauer, mit dem im Tana anstehenden Gesteine vidlig' übereinstimmender Koblenglimmerschieter.

Eine kurze Strecke oberbalb der Station steht abermals iielier (Jranatglimmer-schiefer in stark verwitterten Klippen des A tan an. Dies ist der nordliehste I'unkt, an dem die krystalline Schieferformation auf dem W'ege durch Seran überhaupt beobachtet wurde, und auch unter dem Schotter des Bachbettes scbwindet der Glimmerscbiefer welter aui'wiirts als bald, etvva halbwegs zwischen den lelzterwabnten Klippen und dem Endpunkte meines Weges im Atau. Zablreicbe Gerulle von Grauwacke, unter die sicb noch eiuzelne, weisse Quarzstücke mengen, treten an ihre Stelle; sie linden sich auch in der alluvialen Ebene, welcbe sich am rechten Ufer des Atau nordwiirts bis zum Fusse des Gunung Lumute ausdehnt.

Kleine Terrassen von 3 — 5 m. Ilöhe, die bisweilen unmittelbar an das Jetzige Flusshett hinantreten, sah ich noch in der well eren Umuebunquot;' dei' Station vom

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31»tcn Miirz, wie an Tana, nicht aber in dein büchst gelegenen, von mir begangenen Abschnilte des Atau. Die alluvialen, waldbedeckten Flacben, welcbe bier den letzteren begleiten, ragen kaum über die Scbutlablagerungen seines Bettes hervor.

Am Gehiinge des Gunung Lumute beobachtete ich, helm Anstiege vom Atau zum Koroluhuë, bis nahezu 801) in. aufwiirts keine anderen Gesteine als dichte Kalksteine und Grauvvacken. Die Kalksteine stelien gleich am Fusse des Hühenrückens an und Ireten weiter aufwiirts noch in drei machtigen Bartieen auf, deren Streichen und Fallen leider nicht zu bestimmen ist, obwohl mauerartig über den Waldboden aufragende, etwa 20 m. hobe Felswiinde in weiter Ausdebnung

1) Durch Schrocdcr v. d. Kolk I.e. pag. 36 boschrioben (N0()15).

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aufgeschlossen sind; deun es fehli jede Schiclitung. Stellenweise hat sich an der Oberfliiche des Kalkes eine aiis Fragmenten desselben Gesteins bestellende, recente Broccie gebildet, welche durch ein gelblichbraunes, mergeliges Cement ver-kittet ist.

Die Gramvacke ist anstebend in den ersten Hügeln am Fusse des Lnmute, in etwa 440 m. Meereshöhe beobachtet, ferner in Blöcken in einem Bachbette gleicb unterbalb der ans den Kalksteinen entspringeuden Quelle des Usua, sonst mir als Hchotter, den man mil Miihe ira Walde auflesen ranss. Derselbe bestebt aus fein- bis mittelkörnigen Gestelnsfragmenten, die nur ausnabmsweise nndenllicb dickscliietVige Structur besitzen, unregelmiissig polyëdrisch, seltener in imdentlicbe Platten, zerfallen mul zum Tbeil Rutscliflachen erkennen lassen. Etwas oberhalb der Station vom lton A])ril scbeinen noch andere Gesteine mit der Grauwacke in Wechsellagerung anC/.nt reten; denn streckenweise vermisst man hier den Schotter der letzteren ganzlich, wilhrend der Boden aus einem gelben Then besteht. Das Aveist somit auf das Vorkommen eines Tbons'esteins bin.

Der Koroluhuë genannte Gipfel des Lnmute wird zum Tbeil von Kiesel-schiefern gebildet; sie sind gleicb oberhalb der höchst gelegenen Kalksteine in einem unbedeutenden Wasserrisse aufgeschlossen und steben ausserdem auf der böchsten Spitze an dem nach NO gekehrten Abhange an. Zwischen beiden Punkten fand sich noch wieder sporadisch Grauwacke in losen Stücken; sonst ('ebleii sowobl Schotter als anstehender Fels im Walde, dessen Boden oft schlammig ist; dann folgt ara nordöstlichen Gehange, wenige Meter unterbalb des Gipfels, allermals ansteheude Grauwacke. Letztere stellt auch das einzige Gestein dar, welches an dem steil zum Waë Losa abfallenden Gehange beobachtet wurde, an dem der Pfad in stufenartigen Absatzen, offenbar die Schichtenköpfe der steil aufgerichteten Sediment,e, hinabführt'). Aber anstebend ist die Grauwacke hier wiederum nur an einem etwa 100 m. oberhalb des genannten Baches gelegenen Punkte gefunden, und da aich nicht beurtbeilen lüsst, ob am genannten Gehange noch andere Gesteine mit der Grauwacke wechsellagern, so ist diese nur dort eingetragen, wo sie auf Grund reichlicheren Schotters als anstebend angenommen werden darf. Letzterer besteht vorwiegend aus fein- bis mittelkörnigen Gesteinsfragmenten, die nur selten eine undeutlich scbiefrige Structur besitzen; die anstehenden Felsen oberhalb des Waë Losa sind dagegen von echtem, thonreichem Grauwackenschiefer gebildet, und

1) Ich rausa horvorhebon, dnss ich diose Gegend bei selir ungiinstigcr AViltoning mit forthastondon Trügcrn pnssirlo und daher nur flUchtig untersucben konnto. Hier, und namentlich im Waë Losa, sind weitere Nacbforschungen deswegen sehr erwünscht, da sie vielleieht zur nilheren Altorsbestiminung des be-treffendon Scliiehtensysloms führen kunnen. In der Trockenzeit kann man den W. Losa von der Nordküste aus leichl erreiehen.

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dieser entlialt organische üesle. Leider ist ilir ErLaltiingszustand so schlecht, dass jede Bestimmung ausgeschlossnn erscheint ').

Im Bette des Waë Losa sind ilie Qrauwacken und Kalksteine des Lu mute sehr gut aufgeschlossen. Erstere sind überall sehr deutlicli gescliichlet und stellen zum Theil ziemlich grobkörnige Gesteine zum Theil dünn- bis diokschiefrige Grauwackensobiefer dar, die undeutliclie l'llanzenreste enthalten. Dort, wo der Pfad den Bach kreuzt, streichen die Schichten jVO?0 //' und tallen sie unter GO0 nach S ein; aber bereits eine kurze Strecke aufwarts steiien sie auf dem Kopfe, wobei sie etwas gebogen sind, und streichen sie iV 17° //'. In dieser Gregend tritt eine nicht ganz constante, in ihrer Richtung nahezu der A—S - Linie entsprechende, transversale Zerklüftung hinzu; sie ist gleich deutlich ansgepriigt wie die durch die Lage ihrer orgaiüscben lieste gut erkennbare, ursprüngliche Schichtung. W'cnigo Schritte tlussabvvarts folgen auf die Qrauwacken dichte Kalksteine, welche sich weder makroskopisch noch in DünnschlifTen von den Kalksteinen des Lumute unterscheiden lassen; theilweise sehen sie einem siidlich von der Quelle des Usua, in 540 m. Höhe geschlagenen Handstücke zum Verwechseln ahnlich. Schichtung ist auch hier wieder nicht wahrzunehmen; es liess sich nur feststellen, dass die Hauptmasse der aufgeschlossenen Kalksteine etwa j\ 78° O durch den Bach hin-durchsetzt. Da im gleichen Niveau noch wieder eine unbedentende Klippe von dickschiefriger Grauwacke aufgeschlossen war und der Unterschied in der llöhen-lage bei allen hier aus dem W ae Losa angeführten Gesteinen überhaupt nicht nennenswerth ist, so müssen die Kalksteine mit den steil aufgerichteten Grau-wacken wechsellagern. OiTenbar entstammen dem gestörten Sedimentgebirge auch grosse Blöcke eines weiss und grau getleckten, ziemlich grobkörnigen Marmors, welche bei den ara weitesten aufwarts anstehenden Grauwackenschiefern im Bette des W. Losa angetroffen wurden.

Eine machtige Kalksteinpartie, welche sich von denjenigen des Lumute nicht unterscheiden liisst, tritt noch wiederum nördlich vom W. Losa auf; der Oberlauf des W. Ut a ist in sie eingeschnitten. Dann folgen Gesteine von durchaus abwei-chendem ('harakter, dichte, mergelige Kalksteine mit feinerdigem Bruch, welche durch ihre Farbe an bunte Keupermergel erinnern. Sie sind rothbraun, stellenweise grünlichgrau gefleckt und zeigen in Diinnschlifien zahlreiche Glohigcnnen, Die Schalen der letzteren, welche vielfacb zerbrochen und durch Druck deformirt, im Uebrigen aber sehr gut erhalteu sind, besitzen bis zu 0,35 mm. Durchmesser. Die Schichten sind aufgerichtet, nnregelmassig zerklüftet und streichen au einem Punkte

1) Ein gnnz ahnlichcs Profil bositzt auch der Nordhang des woitor nördlich golegonen lioscnborgs kopt'os; doch ist der lotzlerc, soweit sich dies ntis der l orno nacli dem Charakter der Felswünde l)eurthoiIen liess, aus Kalkstein aufgebaut (vgl. Th. I, pag. 214—217).

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SC)'.]1 O. Offenbar entstammen demselben Schichtencomplexe rothbraune nnd grün-lichgrane, thonige GMiyrinen/calic, welche sich, iu Gesellscbaft von Grauwacke, in grosser Zabl miter den Grerollen zur Linken des W. Uta fanden, gleicb nörd-licb von dera Pnnkte, an dem das Mügelland des Profils endigt. Die Grosse der Individuen betragt hier 0,23—0,43 mm.

Kördlicli von dem ersterwabnlen Aufscblusse des Globigerinenkalkes steben die oben ') behandelteu Kalksteine von unbekannter Stellung an. Grauwacke fand sicli in vereinzelten, losen Blöcken noch wiederum unmittelbar nördlieb von der Station vom 2ten April, unfern vom Bette des W, Uta, und als Schotter ana nörd-licben Gebange des letzten Bacbes, welcber ans dem Hügellande in den W. Uta tiiesst. Sie stimmt nrit der Grauwacke des Lnmute überein. Auf der Strecke, welche sich von den erwahnten Globigerinenkalken nordwarts bis zur genannten Station ausdehnt, ist keine Grauwacke beobachtet; doch wurde diese Gegend unter ungemein ungiinstigen Verbültnissen passirt8).

2. ItEOBAClITUNGEN A.N DER N0KDKÜ8TE.

Die Nordküste der Insel lernte ich nur an drei, weit auseinander liegenden Punkten auf kurze Strecken kennen: 1) Von der Nordwestecke bis nach Nuniali ostwarts 2) im Innern der Bai von Sawaï 3) von Wahaï ostwarts bis Pasa-bari. Es mögen bier zunachst die Beobachtungen in der )5ai von Sawaï folgen, da sie sich an die oben mitgetheilten am besten anreihen lassen.

Im Innern der Bai von Sawaï stösst ein hohes Kalksteingebirge ans Meer, welches am Kap Hatu Supun steil abfallt und von hier aus bis zum Doi'fe Sawaï am üfer vortreiliich auf'geschlossen ist. Die Kalke, welche an sein em Aufban theilnehinen, sind sehr verschiedenartig.

Zunachst ist unter ihnen ein Gestein zn erwabnen, welches nur wenig west-lich von Sawaï ansteht, ein hellgrauer Kalk, dem 5—6 cm. machtige Schichten von schmutzigbraunem Hornstein eingelagert sind (ö'Jl u. 6U2). Die Schichten streichen hier A 57° II' und fallen unter 50° nach A ein. Der Kalkstein besteht aus dunnen, nur bis 2 mm. Dicke erreichenden S(;liichlen, die sich unregelmiissig überlagern, haufig gegen einander auskeilen und dem festen, splittrig brecbenden Gestein auf dem Querbruche ein blattriges Gefüge verleihen. Auf angeschliffenen Fliichen bemerkt man, dass sich diese Structur auch im Kleinen wiederbolt, wodurch das Gestein fein geflammt erscheint; vereinzelt linden sich Nester von grobkör-nigem Kalkspath darin. U. d. M. zeigt sich, dass das Ganze aus dicht zusammen-

1) pag. i:i5.

2) Vgl, Th. I, pag. 218.

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IGf)

geJrangleu, winzigea, pelluciden Kugeln besfeht, die von weniger durchscheinenden Körnchea erfüllt sind und zvvischen gekreuzlen Nicols das lulerferenzbild einach-siger Krystalle zeigen: ein dunkles Kreuz, welches beim Drehen des Praeparats seine Lnge nicht iindert, und bisweilen auch 1—2 deutliohe Ringe. Die Kreuze treten bald mehr bald minder scbarf liervor. Selir vereinzelt fanden sich im SchliiTe auch grössere, polyëdrisch begrenzte Kalkspathkörnchen mit deullicheu Spaltungs-fliicheii und Zwillingslamellen,

Die Deutung der Kügelchen (Taf. VI, Fig. 4) ist schwierig. Meist treten sie einzeln auf, mit einem Durcbmesser von nur 0,04—0,13 mm.; oftmals finden sich auch spiral verbundene Kammern von 0,14—0,18 mm. Grosse und selir haufig Schalendurchsclinitte, welcbe zwei eng verbundene, kugelige Segmente zeigen, wie man sie so zahlreich in Globigerinenkalken antrifi't. Die Oberflüche ist rauh; aber Foren wurden nur au ganz vereinzeltcn Kugela wahrgenommen. Da letzteres der weit vorgeschrittenen Metamorphose zugeschriehen werden kann, so weist Manches fast zweifellos auf die (Hobiyerimden bin. Freilich sind die Behalen ungewöhnlich klein; docdi sind nacli Brady im heutigen Tiefseeschlamm Qlohigerincn von nur 0,2 mm. Durcbmesser audi nicht selten '), und die Grosse von G. huUoidcs (VOrh, kann bis zu 0,13 mm. sinken s).

Einzelne Kugeln mit deutlichen, kurzen Stacheln dürfen dagegen gewiss als Radiolaricn gedeutet werden, zumal auch das Bruchstiick einer Gitterkugel mit Slab beobachtet wurde. In Uebereinstimmung mit dieser Auffassung befindet sich zudem der Umstand, dass dem Kalksteine fast 80/0 Bi ()2 beigemengt ist1). Das Ganze stellt somit einen stark metamorphosirten Schlamm von l'rotozoen dar; aber ich vermag nicht zu entscheiden, oh die Foraminiferen oder die Radiolaricn darin vorherrschen.

Der eingelagerte Hornstein (692) besitzt splittrigen Bnich und enthüllt u. d. M. eine grosse Anzahl pellucider oder auch nur von einem pelluciden iünge umge-bener, runder Durchschnitte, an denen höchst selten, aber doeli sich er nachweisbar, kurze Stacheln wahrzunehmen sind. Die durchscheinenden Kugeln heben sich im polarisirten Liclite als morgensternahnliche Gebilde heraus; sie könneu nur als liadiolanen gedeutet werden, womit auch ihre Grosse durchaiis übereinstimmt. Einzelne anders gestaltete Durchschnitte, welche mit ihnen vergesellschaftet vorkommen, lassen sich auf dieselbe Thiergruppe beziehen.

Weiter nach Westen, aber noch etwas östlich von der Spitze des Kaps, steht

1

Nach cincr von Ilcnn F. M. Jaeger in Leiden ausgeüihrten Analyse.

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abermals Kalkstein niit eingelagertem Llornstein an (694 u. 6i)5); aber lelzterer bildet hier keine zusanunenbangenden Schichten, sondern nur abgeplattete, faust-bis kopfgrosse und grössere Nieren. Diese hringen die Scbicblung des Gesteins, welclie sonst nicht wahrzunehmen ist, noch einigermaassen zum Ausdruck. Itn Handslücke ist der Kalkstein von unregelmassig gebogenen, bisweilen convergi-renden Lamellen durchzogen, welche die Btructur des soeben bescbriebenen Kalkes (()S)1) in gröberer Weise wiederholen; seine Farbeist gelblichweiss; dem blossen Auge erscheint er vollstandig dicht, nur durcb winzige Einschlüsse f'ein getüplelt, Ibm entspricht ein Kalkstein, welcher unmittelbar im Westen quot;von Sawaï (östlicb von 691 u. 692) kleine Klippen bildet, dein aber hier die llornsteiu-Nieren fehlen (690j, so dasa er beim Mangel der Scbichtung auf den ersten Anblick an Karang erinnert. lm Schliffe nimmt man indessen auch eine feine, kurzscbicbtige Structur wabr ').

Audi an dein alten Postwege, welcher unmittelbar binter dem Dorfe Sawaï steil am Qehünge aufwiirts fübrt, kommt Kalkstein mit Knollen von split trig brechendem, grauem bis brannem Hornstein vor; er liegt dort in grossen Blöcken in einem zur Küste berabfübrenden Wasserrisse. Aber wiibrend die beiden erstbe-schriebenen Varietiiten (690, 691 u. 694) im Innern der Insel iiiobt beobacbtet sind, gleicht dieser Kalkstein von Sawaï (688) durchaus Gesteinen der Wasser-scheide; er entbalt undeutliche lleste von Korallen und Foraminiferen, und nur die Einscblüsse von llornstein, welche im Binnenlande überhaupt nicht angetroffen wurden, verleihen dem Gestein einen abweichenden Charakter. Eine bestimmte Anordnung dieser Einschlüsse ist an dem betreffenden Orte nicht wabrgenommen.

Kalksteine, denen die Hornstein-Einlagerungen fehlen (693), sind eine ganze Strecke weit im Osten vom llatu Supun aufgeschlossen, zwischen den soeben bescbriebenen, als N0 691 und 694 bezeiclineten Kalken. Sie stellen bier ein lichthraunes, durch zahlreiche, feinkrystalliae, gratie Partieen breccienartig erscbeinendes Gestein dar. lm Schliffe tritt die Brecciennatur noch deutlicher her-vor; in der feinkörnigen Grundmasse liegen durchscheinende Kalkspathaggregate von sehr verscliiedener Grosse, meistens scharf begrenzt und bisweilen in Verband mit deutlich erhaltener, organischer Structur, welche au Korallen und Bryozoen erinnert. Das Gestein ist von zahlreichen, feinen Kalkspathadern durchzogen und erinnert im Aeussern au einen Kalk des Luinute, bei dem aber die Ereccien-structur weder makro- noch mikroskopisch hervortritt. Es steil t sich meistens als Massenkalk, welcher oftmals unregelmilssig zerklüftet ist, dar; bisweilen bildet es aucli undeutliche Biinke; aber nirgends ist deutliche Scbichtung wahrzunehmen, obwohl die senkrecht abstürzenden Felswfiitde mindestens bis 60 m. über dem

1) Uebor die organischcn Einschlusso vgl. union bei N0 55o, pag. 171.

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Meeresspiegel aufgesclilossfiii sind. Üiese ganze Lageruiigsfbrm erinnert au iliejunige des Karangs; doch lelirt, der Augenschein, dass das betreffende Gestein ruit den Hornstein führenden Kalksteinen zusammengefasst werden muss.

An der Spitze des Kaps fehlen die Hornsteine ebenfalls. Hier stelit ein dichter, hellgrauer Kalkstein an, welcher wiederum von siimmtlichen bisher beschriebenen Varictaten abweicht (09G). Makroskopisch erscheint er ganz liornogen; im Pclilifle zeigen sich in eiuer Grundmasse von grosseren, durcbscheinenden Calciten zabl-reiche, sebr verschieden, aber bestimmt begrenzte, feinkörnige Aggregate. Obvvolil letztere niemals mit Sicherheit organische Struct ur erkennen lassen, so erinnert Form und Anordnung doch ganz uiigemein au Kulkalgcn, wiibrend anderes auf Foraminiferen hinweiat. Vielleicht darf das betreffende Gestein als ein Lilhol/iam-nienkalk angesprochen werden. Eine Schichtung ist im llandsliicke nicht wabrzu-nehmen; doch sind die steil abgebrochenen, kahlen Felswande, deren Höhe ich auf reichlich 150 m. schatzte, arn Kap von Klüften durchzogen, welche au einem Punkte N 32° IF uud N 28° O streichen und nabezu vertical gerichtet sind. Das erstere Kluftsystem sclieint den Schicbtungsfltichen zu entspreclien, um so mebr, als seine Riclitung von dem weiter ostwarts beobaohteten Streichen (iV 57° ^Onicbt sebr viel abweicht; das zwei te bedingte den Verlauf der Küstenlinie an der West-seite des Kaps, gegenüber Sleraann. Hier sind die Felswande stellenweise so genau senkrecht abgebrochen, dass sie au künstliches Mauerwerk erinnern; uur eine unbedeutende Höbluug mit nuregelmassigen Sinterbildungen unterbricht die zusammenbangende Kalk masse.

Weiter südlich steht am östlicheu Uier der Bai von Slemann oine Breccie (698 u. 699) an; sie stellt den Fuss machtiger, von den steilen Gehangen berab-ziehender Schutthalden dar und ist von Bruohstücken derjenigen Kalkstein-Varietat gebildet, welche an der Spitze des Kaps aufgescblossen ist (696). Hire Bestandtbeile sind durch recenten Korallenkalk verblinden. Dann folgt südwiirts ein sandiger, schmaler Strand, aus dem noch einzelne Klippen der Kalksteinformation hervor-stehen, nur im inneren Winkel der Bai von Slemann tritt die letztere noch-mals in zusammenhangender Masse direct ans Meer binan.

Kleine Klippen, welche ein wenig südwarts von Slemann anstehen (700), sind denjenigen von der Spitze des ïïatn Supun (696) makro- und mikroskopiscb noch durchaus abnlich; etwas weiter nördlich, aber noch immer südlich von Slemann, finden sich in diesen Kalken wiederum die Einscblüsse von Hornstein. Auch im Norden des genannten Dorfes debut sich der sandige Strand noch eine Strecke weit aus; dort fand sicb ganz in der Niihe des Dorfes abermals ein Kalkstein, welcher mit dem oben unter N0 694 angeführten vollstündig überein-stimmt, aber nur als loser Block beobachtet wurde (687). Endlich steht etwas

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weiter nacli Pasania hin aus dem Ufersaude eine am Strande endigende Klippe hervor, die aus ungeschioliteiem, braungrauem, durch zalilreiche Nester und Adern von Oalcit weiss gefiecktem Kalkstein gebildet ist (686). Erlasst sich petrographisch von Kalken der Wasserscbeide, nnter denen sehr ilhnliche Varietüten vorkommeu (u. a. 647), nicht trennen.

Sehen wir zunachst von dem letzterwahnten Gestein al), so ergiebt sich aus Vorstehendem, das» von Sawaï bis Slem an n eine Kalksteinformation anfge-scblossen ist, welcbe durcb iliren allgemeinen petrographiscben Obarakter von den Kalksteinen des Innern selir wobl unterscbieden ist. Zvvar kann das Gestein den Kalken der Wasserscbeide iilmlicli werden (688); docb wies es sieb aucb in diesem Falie durcb die Einlagerung von Hornstein als Glied derjenigen Schicbtenreibe aus, welche am Hat,n Supun anstebt und aus verscbiedenartigen, im Innern der Insel nicht beobachteten Kalken aufgebaut wird. Einzelne dieser Gesteine be-sitzea sebr augenfiillige petrograpbisebe Kennzeichen. Dass das nördlichste der oben bescbriebenen Vorkommnisse (686) noch derselben Formation zuzurecbnen sei, Itisst sicb zwar nicht mit Sicherheit behaupten, muss aber docb als böcbst wabr-scbeinlich betrachtet werden, um so mehr als die Grauwacke diesem Küstenstriche ganz fehlt.

Die Ausdehnung dieser durch Ilornstein-Einlagerungen ausgezeiclmeten Kalk-steinbildung nach dem Innern des Landes zu ist unbekannt. Freilicb darf mit grosser Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass der ganze Supun von ibr gebildet wird; denn seine Felsvvande zeigen, so weit sie dem Ange sichtbar sind'), bis weit aufwiirts dasselbe Anseben, und der Scbotter, welcher die soeben erwabnte Broccie gebildet bat, spricbt ebenfalls hierfür. Es liegt ferner nabe, die stufenartigen Absat/.e, welcbe das Profil des Supun, sowohl von iV TF als von Sawaï gesehen, erkennen lilsst 1), mit der steilon Schiebtenaufricbtung der betreflenden Kalksteine in Verband zu bringen nnd die Stufen als Schicbtenköpfe dieser Formation zxi denten. Das Gehirge, welches sich vom Supun aus, hart an der Grenze der Bai von Slem ann, bis zu dem Dorfe Slemann hinziebt, und zu dem audi der gleicbnamige Berg gehort, tragt auch noch durcbaus denselben, schroffen Obarakter, desgleichen der Höbenzug, welcher sicb vom Supun ans östlich ins Innere des Eilands erstreckt ^). Dagegen ist die Höhe zwiscben Slemann und Pasania (±150 m.) viel weniger steil; sie ist ganz bewachsen und fiillt san ft nach dem Meere bin ab.

Dieser Unterschied findet aucb in dem abweicbenden petrographiscben Obarakter

1) Vgl. auch Thoil T, png. 220. 3) Vgl. obon, pag. 121.

1

Vgl. Tab. VI11 u. Abbildung oben, pag. 120.

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des au der Kilste, zwischen den beiden Dörfern, anstehenden Schichtencomplexes seine Erklarung. Es sind hier rothbraune und liclitgraue, mergelige Kalksteiue aufgesclilossen (682 u. 683), welche mit Gloligerineu erfüllt sind (Taf. VI, Fig. 5). Die Schalen der letzteren, obwobl manchmal zerbrochen oder deformirt, sind vor-trelllicb erhalteu; ihre Grosse schwankt im Allgemeinen zwischen 0,15 und 0,4 mm., doch kommen noch bedeutendere Unterschiede vor. Alit ihnen vergesellschaftet fanden sicli einige Texlulariden und ganz vereinzelt eine Foramiuifcre aus der Gruppe der Rolalidcn. Die Gesteine gleicben sowohl makro- als mikroskopisch denjenigen, welche oben vom W. Uta beschrieben wurden (669, 678 u. 679), stellenweise kommen darin dicke Kalkspathadern und mit Kalksinter ausgekleidete Hohl-raume vor.

Streichen und Fallen der Schichten ist auf der knrzen Küstenstrecke, auf der die betretfende Formation ansteht, selir verschieden. ünfern Pasania fand ich für das Streichen i\ 12° II, für das Fallen 34° iV O; weiter nach Slemanu zu sind die Schichten aufwarts gebogen und gewölbt; das Streichen dreht nach S 18° IV; das Fallen ist hier 25° iS'O; noch weiter südwarts liegen die Schichten fast horizontal. Uebrigens ist die Schichtenstellung nicht im Zusammenhange zu beobachten, obwobl die Felswande stellenweise bis 15 m. über dem Meero entblösst sind; denn der Aufschluss liegt im Bereiche der Brandung ') und das anstehende Gestein ist infolgedessen streckenweise durch ungeheure M assen von scharkantigen Blöcken, in welche die Globigerinenkalke zerfallen, verdeckt. Sowohl in der Nahe von Pasania als an der nach Slemann gekehrten Seite des Profils wechseln dünne Schichten von brauner und grauer Farbe mit einander ab; dazwischen ist das Gestein eintönig grau gefarbt,

Aus dem tlachwelligen Terrain, welches nördlich von Pasania die Bai von Sawaï im Westen begrenzt 1), liegen keinerlei geognosfische Beobachtungen vor.

An der Nordwestküste fallt das Gebirge in der Gegend des Ajer Pan a und Lamasi ebenfalls steil ins Meer ab, und die Landschaft tragt einen ahnlichen Charakter wie im Innern der Bai von Sawaï. Hier ist auch dieselbe Formation wie dort entwickelt.

Zunachst steht gleich westlich von der Mündung des Pa na, am Ostabfalle und an der Spitze des dorligen Kaps, Hatu Kalawaï, ein Gestein (549—551) an, welches weisslich- bis heil braunlichgrau gefarbt ist, splittrig bricht, in seinem

1

Vgl. oben, pag. 12J, Fig. 28.

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Aeussern durchaus einem dichten Kalksteine gleiclii, aber luit Siiuren nur schwach braust vind sog'leicli durch seine bedeutende, 6,5 betragende Hiirte auffiillt. Dem entsprechend besitzt es einen hoben Kieselsauregebalt; denn eine von F. M. Jaeger ausgeführte Analyse ergab 04,52 Si Oj, 27,300/0 CaGÜ.,, 3,(11 Caü, 4,84% Al2 0;1 mit Spuren von Fe2 ODas Gestein nahert siob also mehr den Jiiesel- als den Carbonatgesteinen und ist als unreiner Hornstein zu bezeichnen. Indessen ist nicht von vornberein anzunehmen, dass die betreffende Kioselkalkmasse überall gleichmassig von Kieselsaure durchdrungen sei ').

Bei Betracbtung mit der Loupe bemerkt man bereits, dass das Gestein von winzigen Kugeln und Stabcben, welche seine biogene Natur verrathen, dicht erfüllt ist; im Schliffe ist leider keinerlei feinere Structur wahrzunehmen, aber die Kugeln, welche bis Ü, 18 mm. Durchmesser erreicben, können wobl nur als liadiolurien gedentet werden, die Stabcben als Sponyiennadcln, Dam it, steht in Verband, dass die angewitterte Oberflacbe ein eigenthüinlich sehwammiges Ansehen erbalt. Am Hatu Kalawaï ist der Hornstein dünn geschichtet; er streicht hier IF und fiillt unter 55 — (55° nach N ein; weiter nacb W zu, an der Ostseite des Hatu Hatuëna, ist das Streichen HiV2°lfr, das Fallen 30° iV, wobei eine geringe Faltelung auftritt1). Uebrigens tritt die Schichtung nur infolge der Verwitterung hervor und ist sie deswegeu namentlich oberhalb der Brandungslinie, seltener und minder deutlich an den steil abgebrochenen Felswanden wahrzunehmen; letztere machen vielmehr im Allgemeneinen den Eindruck von Massenkalken, und bei oberflachlicher Betracbtung könnte man sie für Karang halten. Die Aehnlichkeit mit letzterem wird noch durch das Vorkommen kleiner, nur wenig über dem Meere gelegener Höhlungen, welche vielleicht einer alten TJferlinie angebören, erhöht. Das Gehange des Hatu Hatuëna fiillt mit einer mittleren Neigung von 45° nach A' ab; kurze, stufen-artige Absatze, welche die Profillinie von W her zeigt, dürften mit dor Schichten-aufrichtung in Verband stehen.

Fast an seiner aussersten Spitze steht wiederum der Kalkstein an, welcher oben unter Nquot; 690 u. 694 aus der Gegend von Sawaï beschrieben wurde und der auch bier zablreiche Einscblüsae von Hornstein führt (554 u. 555). Das Gestein erhalt dadurch das Ansehen eines Gonglomerats; in Verband mit ihm tritt ein rotbbrauner, gelblichbraun verwitternder, deutlich geschichteter Hornstein auf (552 u. 553). Die Scbichten stehen fast auf dem Kopfe, sind unregelmassig gefaltelt und fallen nach N ein.

1

Dio Beobachtungen sind bei starker Brandung im sehwankenden Boete geraacht und daher nuranniihemd genau. Das Ufer war nur schwimmend zu orroicheo (vgl. Theil I, pag. 179).

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Die verwitterte Oberflache des Hornsteins zeig't zablreiche, sehr kleine, runde Poren, als ob sie mit JNadelu zerstoclien ware und kaan eiu iihnliclies, schwummiges Aussehen erhalten wie bei den soeben bescliriebenen, unreinen Horusteiuen vom Kap Kalawaï; die winzigen Ktigolu der lef,zteren entsprechea den hiererwahuten Poren audi an Grosse, so dass die Vermutbung eines gleichen Ursprungs auf der Hand liegt. Das Mikroskop entliiil It nur durchscheinende Kugeln atou 0,00—0,09 mm. Durchmesser, welche keinerlei deutliebe Structnr mehr erkennen lassen, aber wohl nur als Radiolarien gedeutet werden könneii.

Im Diinnscbliffe von INquot; 555 fanden sicli leidlicli gut erlialtene GloligerineHhis zu reichlieij 0,2 mm. Durelimesser in grösserer Zahl, vereinzelt audi Textulnrieu(?j. Im Uebrigen ist das Qestein dicht erfüllt von winzigen, nicht niiher bestimmbaren, rundlichen Körpern, deren Grosse bis zu 0,009 mm, sinkt; vielleiclit stecken Coccolithen darunter. Die Anwesenheit einer grosseren Zahl von Radiolarien ist schon im Hinblick anf den geringen Kieselgehalt {[,lnlu) nicht wahrscheinlich. Von dem entsprechenden Gestein aus der Gegend von Sawaï ((590) unteracheidet sich dieses palaeontologisch nur dadurch, dass in jenem die Tcxtularim (?) nicht nach-gewiesen wurden und die Globigerinen auch nur in winzigen, bis 0,13 mm. mes-sendeu Schalen zur Beobachtung gelangten. Uebrigens dürfte dies nur einem Zufall zuzuschreibeu sein; deun der Gesammtcharakter des Gesteins von Sawaï stimmt mikroskopisch ebensogut wie makroskopisch mit demjenigen vom Kap Hatuëiui überein.

Das gleiche Gestein steht auch noch an der Mïmdung des Lamasi an, wo-selbst der Fluss in einem kleinen Falie darüber hinstürzt und grosse Blöcke dieses Kalkes am linken Ufer liegen (557 u. 558). Dagegen wird das kleine Kap, welches sich zur Hechten et was vor die Mündung des Gevvassers hinausschiebt, von einem etwa 10 m. hohen, unterwaschenen Karangfelsen mit psammitischer Structur gebildet (556). Auf dem Uferwalle, welcher sich dem Lamasi vorgelagert bat, finden sich zahlreicbe Gerölle.

ünter letzteren ist ein braungrauer, dichter Kalkstein haufig, welcher bald einzeln bald in grösserer Anzahl Bruchstücke alterer Gesteine einschliesst und in eine Breccie übergehen kann. Diese enthalt zahlreicbe Fragmente von Quarz und alteren, krystallinen Gesteinen, besonders von krystallinen Schiefern, vereinzelt auch Grauwacke, daneben Bruchstücke von Lilhothamnivm mit ziemlich gut erbal-tener Structur und einige Foraminiferen. (ilohiycrina tritt vereinzelt, aber sicber erkennbar auf, anscheinend l'ulvinulina und vielleicht auch Nummulina. Der Erhal-tuiigazustaiid dieser Schalen, wehthe nach der Eiiibettung ins Gestein noch mebrfach zerbrochen sind, ist für eine nahere Bestimmung nicht ausreicbend. Feine Adern setzen bisweilen durch die Bestandtheile der Breccie hindurch und geben in das

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Kalkcement über, was in Verband mit dom Verhalten der of'ganischen Einschlüsse auf starke Störungen nach der Bildung des Gesteins hinweist. Die Oberllache des letzteren ist öfters löelirig; dies wird u. a. duroh die geringere Widerstandsfiihigkeit der Grauwacke gegen die Verwitterung iiervorgebracht.

Ausserdem kommt ein poröser, blaugrauer Kalkstein vor, an dem man makro-skopisch zierliche Steinkerne von Kor allen, einzeln auch solche von G aslropoden-lleslen bemerkt, daneben Hoblraume, welclie durch Fortführung von Foraminiferen entstanden sind. Schalen von Foraminif eren, die aber eine nilhere Bistimmung nicht zulassen, sind wiederum im Dünnschliffe nachzuweisen; besonders treten aber zahlreicbe lAlkolhamiien darin auf, welclie bisweilen ausserordentlich gut erhalten sind. Auch Grauwackenschiefer ist unter den Geröllen am La ma si vertreten; endlich finden sich noch plattige Stücke von dunkelfleischrothem und von Bchmut-ziggrauem, mergeligem Kalkstein (51)1 b-quot;•c-).

Der fleischrothe Kalkstein ist deutlich geschichtet und mit Kügelchen erfüllt, die 0,1—0,i;5 mm. Durchmesser besitzen, aber selten Structur erkennen lassen; darnntei' steeleen aller W ahrscbeinliclikeit nach Gloljigcrinen; doch herrschen die Itadiolarien vermuthlich vor. Hire Gitterkugeln sind schon im Schliffe zu erkennen und lassen sich mit Salzsaure aus dem Qestein berausatzen; besonders fallen aber unter dem Mikroskope die zablreichen, klar durchscheinenden, dreiarmigeu Nadeln von Sp/aerozowm auf. Diese zierliclien liacliolar-Ueste sind 0,03—0,06 mm. gross, an den Enden baufig kuopfartig verdickt oder dreiseitig ausgebreitet und abge-stumpft; für eine Altersbestimmung lassen sie sich leider nicht verwerthen (Taf. VI, Fig. 3 u. 3«.). Auch der graue Kalkstein, welcber schiefrig ist und einen mikro-skopisch feinen Sand beigemengt enthalt, ist von winzigen Kugeln nehst verbundenen Kammern und deren Bmchstücken dicht erfüllt. Die organischen Eeste, welche selten bis zu 0,2 mm. Durchmesser erreichen, Hessen sich hier zum Theil sicber als Glohujerinen und 'Radiokmeu-Uruclistücke bestimmen.

Mit den Globigerinenkalken vom Waë Uta (669, 078 u. 679) und von Pasania (082 u. 683) dürfen die beiden letztgenannten Gesteinenicht ohne weiteres zusammengefasst werden, da sie biermit weder petrograpbiscb noch palaeontologisch vollstandig übereinstimmen; doch besteht immerhin eine gewisse Aebnlicbkeit und kennen alle geuannten Vorkommnisse sehr wohl demselben Sclüclitencomplexe entstammen.

Nach dem Gharakter der Landschaft zu urtbeilen '), erstreckt sich die oben behandelte Kalksteinformation vom Ajer Pan a aus noch über den Lamasi hiuaus nach W zu und gehort ihr auch das Kap Tanduruë-Otó an, dessen

1) lm Westen des Lamasi war die Landung nicht müglich.

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Wande im Westen fast senkrecht abgebroclien sind. Dagegen dürfeii die 1 5 m, holien, unterwaschenen Felsen, welclie am Kap Tanduruë die ausserste Nordwestecke der lusel bilden, mit; grösster Wahrscheinliclikeit als Karang bezeichnet werden. Vielleiclit sind auch die abgellachten, auf etwa 80 m. geschatzten Höhen, welche sicli in kurzer Entfernnng vom Meere zwischen Kap Tanduruë1) mul Kap Wana binziebeu, von Karang bedeckt 2). Am letztgenannten Orte und au der gegenüberliegeuden, 1 15 m. holten Klijtpe, welche Pulu Siri genannt vvird, wurde diese Formation audi anstehend beobacbtet; sonst ist das Ufer zwischen den Kaps Wan a und Tanduruë sandig. In dam Graad des Alluviums von Kawa fand sicli Quarz und Grauwacke.

In dem flachwelligen Terrain, welches östlich vom Ajer Pan a die Küste begleitet, ist vor allen Dingen Grauwacke beobacbtet. Sie fand sicli zunacbst in zahlreicben Geröllen am Strande von Murinatin, sodann anstehend auf dem Wege von Nuniali nach Wakollo, woselbst sie besonders im Bette des Ajer Binang weithin aufgeschlossen ist. Dort, wo der Pfad den Bach kreuzt, stehen an Glimmerscbüppchen reiche Grauwackenscliiefer an, denen dickschiefrige Grau-wacken eingelagert sind. Die Schichten sind stark gestort, unregelrnassig gefaltet und zusammengestaucht; an einem Punkte betrug das Streichen vV48°O, das Fallen 30°A //, an einem anderen das Sireicben nahezu O, mit nnrdlichem Einfallen: eine Gesetzmassigkeit ist nicht zu erkennen. Die Schiefer sind unregelrnassig zer-kliiftet und auf den Kluftflachen mit Striemen verseben; bestinimbare organische Reste sind nicht vorhanden.

Am nordöstlichen Gehange des Rückens, welcber A. Binang und W. Metan scheidet, stehen fein- bis grobkörnige Grauwacken an, welche in Grauwacken-Conglomerat übergeben. Nicht nur die kürnigen Grauwacken sind bald mehr bald minder deutlich geschichtet, sondern audi die Conglomerate erhalten durch die eingeschlossenen Scbieferfragmente mitnnter eine ziemlich gut bervortretende Parallelstructur. Die Schichtungsflachen durchschneidende, gestriemte Kluftflachen wurden auch hier beobacbtet. Namentlich das Conglomerat ist an diesem Gehange gut aufgeschlossen; doch bilden dieses und die kürnigen Grauwacken nicht die einzige Formation Merselbst:

Gleich unterhalb des höchsten Punktes stehen in dem Wege, welcber über den erwahnten Rücken hinführt, unbedeutende Partieen eines Kalksteins an, den

1

Nach v. II oë veil heisst dies Kap auch Tananurong; auf der Schetskaart N0 19 steht Tul an urn.

2

Vgl. fcrner Theil I, pag. 160.

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ich auf Grund seines petrographiscben Oharakters und der Beschaffenheit seiner Oberflache ohne Bedenken als Kurang ansprecben zu dürfen glaube. Einer der bier gescblagenen Qesteinsproben ist reichlich ein feiner Sand beigemengt, so dass sie als sandiger Kalkstein zu bezeichnen ist (529). Kor allen feblen darin, dagegen sind Fetzen von frisch erhaltenen Lithothamnien reichlich vorhanden und auch Forumi-niferen nicht se]ten; unter letzteren kommt Glohigcrina und Amphidcgina vor. Das zweite Handstück (544) enthalt ausser einem unbedeutenden Korallenbruchstücke keine bestimmbaren organischen Ueberreste.

Zwischeu Ajer Binang und Wakollo wurde nirgends anstehender Fels beobachtet. Wakollo selbst liegt auf gelbrothem Lehmboden; doch tand sich an verschiedenen Funkten des Ffades als Qerölle wiederum körnige Grauwacke, su dass dies Gestein unter allen Umstanden auch in dieser Gegend als die herrschende Formation zu betrachten ist. In unmittelbarer Nahe von Wakollo las ich zusammen mit sehr grobkörniger Grau wacke auch rothbraunen Kieselschiefer auf.

Im Schotter des Ajer Binang und Waü Metan herrschen ebenfalls Grau-wacken und Qrauwacken-Oonglomerate vor allen anderen Gesteinen vor. Die Conglomerate sind bisweilen sehr grob, und ibre Fragmente erreichen in Blöcken des Ajer Binang mehr als 2 crn. Durchmesser; in Grauwackenschiefer des W. Metan kommen undeutliehe Pflanzenreste vor. Neben diesen Gesteinen sind aber auch Gerolle von Kalkstein ziemlicb biiufig. lm Ajer Binang fanden sich gelblich-weisse bis graue, dichte Kalke, welche sehr reich au Versteinerungeu sind; sie führen zablreiche Bryozocn, einige Korallen, vereinzelt Echinidenstacheln, Zioei-schaler- und (Jaftlropoden-Wamp;siB, feruer Fetzen von Liiholhamnium und endlich Am-phutegina (541—54!1). Eine naliere Bestimmung der organischen Eeste ist ihres ungünstigen Erhaltungszustandes wegen nicht möglich, und so lasst sich das Alter dieser Kalksteine leider nicht feststellen. Vermuthlich müssen sie dem in der JMiibe anstehenden Karang zugerecbnet worden. Dagegen triigt ein im W. Metan aufge-lesenea Kalkgeschiebe (523) einen völlig abweichenden Charakter; es erinnert makroskopisch durchaus an die Kalksteine des Lu mute und liess sich von diesen auch auf Grund mikroskopischer Prüfung nicht trennen. Fossilien feblen.

Die Möglicbkeit ist somit nicht ausgeschlossen, dass den Grauwacken der Gegend von Wakollo Kalksteine und Kieselschiefer eingelagert sind, entsprecbend den Verhaltnissen, welche oben für die Wasserscheide des mittleren Seran geschildert wurden; doch lasst sich der Beweis bierfür bis jetzt nicht erbringen; deun auch die Kalksteine der Küste, welche Hornstein führen, können denjenigen der Wasserscheide gleicben ').

1) Ygl. ül)en, pag. 160 (N0 688), ferner pag. 108 (N0 086).

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Von oinem kleinen, beiNuniali ausmündenden Bache wird wiederum Scbotter angeführt, welcher grösstentheils aus Grauwacke besteht, untergeordnet aus Kalk-stein (518). Dieser entliiilt, Kor allen uud Inlholhamnien nebst einzelnen Echiniden-Resten und dürfte den Kalksteinen des Aj er Binang gleicbzustelleu sein. Bisweilen isl bier die Oberflacbe der Kalkgerölie eigentbümlicb zeliig verwittert '). Sicberlicb gehören zum Karang Kalksteinklippen, die am Gebiinge des gleicli sudlicb von Nuniali ansteigenden Gebirges, in etwa 50 m. Meeresböbe, vom Strande aus wahrzunehmen sind. Handstiicke, die icb bier scblagen liess (547 u. 548)1), ent-balten neben KoraUen-Wosien wiederum selir zablreicbe Lithuthamnien, einzelne Ec/ri-nidenslacheln, Bryozoen, Glohigerinen u. s. w. Im Scbliffe erkennt man, dass dem Kalke ein feiner Sand beigemengt ist. Endlich muss eine Felspartie, die am linken Ufer des Waö Me tan unfern der Strandebene anstebt, vermutblicb ebenfalls zum Karang gerechnet werden.

In der Gegend von Wahai ist Karang weit verbreitet. Er bildet dou Untergrund des Dories und die auf 60 m. gescbatzte Anböbe, welcbe gleicb südlich von ibm ansteigt und iu Stuffen nacb der Kiiste bin abfallt. Am Ufer des bier mündenden, ungenannten, in den Riffkalk eingesebnittenen Baclies selling' icb in 43 m. Meeresliöbe Gesteinsproben (731), welcbe gut erbaltene Schalen von Aloeolina öoscii Befr. sp.2) in grösserer Anzahl einscbliessen. Diese bereits im Eocau auftretende Art ist bekanntlich beute in den Tropen, nameutlicb auf Korallenriflen, weit verbreitet; in dein Kalksteine von Wabaï erreicbt sie 0 mm. Liitige; der Bau ibrer Scbalen ist an aufgebrocbenen Exemplaren bereits init Hill'e der Loupe vortrefflicli zu studiren.

Der Karang bildet indessen in der Niilie des Dorfes wobl nur eine verbiilt-nissmassig diinne, iilteren Gesteinen aufgelagerte Decke; denn der erwsilinte Bach fübrt ganz vereinzelt Gerölle von Glimmerscbiefer, L'eridotit, Granit3) und Eisen-kiesel an; dagegen muss seine horizontale Verbreitung, nacb dem Belief des Küstenstricbes zu urtbeilen, eine sebr betracbtliche sein:

Das erste, kleine Kap, welcbes gleicb vvestlicb von Wabaï ans Aleer stösst, zeigt von Osten geseben einen deutlicb terrassirten Bau, und die oberste Terrasse ziebt sicb als flacber Rücken mit nabezu gleicbbleibender Hübe südlich vom Dorfe

1

Ich bubo don Punkt nicht sclbst besucht.

2

Brady, Voyage of H. M. S. Challenger, Zoology, Vol. IX, pag. 222.

3

Sch roeder v. d. Kolk, Mikr. Stud. 2, pag. 5.

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ii nel ostwarls bis zum Aj er Be sar hin. Ein zweiter, flacher Rücken wird weiier landeinwarts bei ïïatu Sacolla vom Meere aus sichtbar; er ist etwas höher als der erstgenannte, ziebt sich ebenfalls südlicb von W aba i zum Ajer Be sar bin und zeigt mebrere Einscbartungen, in denen ausser dom letzterwabnten Ge-wiisser aueb der Ajer Wabaï genannte Baob lliesst. Dort, vvo das Ajer Besar aus dein Hügellande heraustritt, kommen in seinem Bette ausser kleinen Geröllen von krystallinen Scbiefern, Granit, Quai'z und Jaspis aueb sebr friscb erbaltene Koraüen vor, und dieselbeu Gescbiebe finden sicb nocb weiter aufwarts im Baebe, in der Niibe von W a i r a in a.

Nacb Mittheilungen, die mir wabrend meines langeren Verbleibs in Wabai von Ortskundigen gemaebt sind, ziebt sicb das betreffende Hügelland vom Ajer Besar aus westlicb bis zum H. Pamali, weiebes die Bai von Sawaï im NO abscbliesst, bin. Es soil ganz mit Karang bedeckt sein, vier Terrassen besitzen, im Süden ziemlicb steil, aber niebt in Stufen, abfallen und von dem bolien Gebii'gs-lande dos Innern dureb einen ilacben Landstrich gescbieden werden. Seine Gesammt-breite wurde aul zwei alfuriscbe Wegstunden gescbatzt, Aueb der etwa 20 m. hobe Jlügel am IJ. Labuan, östlicb von Wabaï, soil mit Korallenkalk bedeckt sein; der Strand selbst ist bier sandig. Soweit meine eigenen Beobachtungeu reicben, stimmen sio mit diesen Angaben wobl überein.

Wenn man von W ai ram a Ajer Besar in südöstliclier Ricbtung zum Mas si ma to gebt, so steigt man vom Flusse aus in drei Stufen aufwarts, von denen die erste nur 8 m , die zweite 18 m., die dritto im Mittel 30 m. über dem Meeresspiegel gelegen ist, wabrend sicb zwiscben diesen Stufen ilacbes Land aus-dobnt. Das deutet wiederum auf das Vorkommen alter Strandterrassen bin; Gesteine sind froilicb in dieser Gegend nirgends zu finden.

Die Kilste selbst ist auf dor ganzen Strecke zwiscben Sawaï und der Mündung des Tol u arang tlacb und sebr niodrig; am Kaj) Pamali finden sicb recente Korallen-Anbaufungen; unbedeutende Klippen im Meere, die an verscbiedenen Orton beobaebtet wurden, stellen ebenfalls junge Riffbildungen dar; iiltore Gesteine sind am Strande nirgends wabrgenommen. Von Sawaï bis Wabaï tritt überhaupt keine Anböhe direct ans Aleer hinan; dann folgt gleicb östlicb der unbedeutende, Pamali Ketjil genannte Hügel, aber weitorbin wird der Strand abormals ganz flacb. Hatu Sa kol la ist sandig und so niedrig, dass man vom 15oote aus in der Ricbtung ATon O nacb //' über die scbmale Landzungo daselbst binwegsiebt.

lm Bette des Toluar ang fand icb kein anstobeudes Qestein, aber roicblicbon, groben Scbotter. Darunter berrscben Glimmerschiefer so sebr vor, dass alle anderen Gesteine ilinen gegonübor durebaus zurücktroten; sie sind quarzreicb und stellen zum Tbeil gefiiltelte Lagenglimmerscbiefer dar. Ganz vereinzelt tin det sicb fein-

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körniger Ampliibolit, Qranit') und eine Breccie mil. perlitisclion Fragmenten, welclie als die Grundmasse eines Eruptivg'esteins erkannt wurden 1). Dein gegeiüiber siud Kalksteine ziemlich haufig. Min Theil dersol ben, mit deutlicb erball enen Korallen-Eesten und Br/jozoen (722, 723, 729 u, 730) gehort böcbst wabrscbeinlicb /.um Karang; einige dieser Qerölle erinnern au die obeu aus dein Ajer Binang bescbriebeneu (541 — 543) 2).

Andere Kalksteine (713) sind solcben aus der Gegend von Slem an u (69() u. 700) ') so ahnlicli, dass man sie makroskopiscb von diesen nicht I,rennen kann. Der wenig pellucide Dünnschliff von Nn 713 liess die Gleichwerthigkeit freilich nicht nüher begründeu; doch fand sich andererseits auch nichts, was einer Zusammen-fassung im Wege stehen könnte. Unter dem Schotter des Flusses kommen ferner luiufig braune und sclnvarzgraue llornsteine (7J1) vor; sie enthalten dieselben, als liadiolanen gedeuteten Raste, welche oben von Saw ai beschrieben wurden (692)5). Die Kugeln, welche das Gestein dicht erfiillen, treten hier noch deutlicher liervor und lassen sich im Schlifl'e scbon bei Anwendung der Loupe sebr gut beobacbten; das mikroskopische Bild ist bei beiden Vorkommnissen im Wesentlichen dasselbe. Das weist alles mit grosser Wabrscbeinlicb kei t darauf bin, dass die durch Horn-stein-Einlagerungen ausgezeichnete Kalksteinformation der Nordkuste ebenfalls im Stromgebiete des Tol na rang entwickelt sei.

Daran scbliesst sich ein nur in einem einzelnen Broeken beobachteles, ziegel-rothes, feinporoses Kieselgestein (7]2,)i9). Die Poren sind dureb Fortführung orga-niscber Eeste entstanden, der Mehrzahl nacb rundlicb und ohne Zweifel von Jihizopoclen herrührend. Vereinzelt liess sich im Dünnschliffe auch (tlohigerhivn-Structnr wahrnehmen. Mit einem anstebend beobachteten Vorkommen vermag ich dies Geschiebe nicht in Verband zu bringen, so wenig wie eine Anzahl von Kalk-steinen, welche von den bereits erwahnten verscbieden sind.

Unter ihnen verdient zunacbst ein helles, gelblichgrau gefarbtes, festes, splittrig brecbendes Gestein (71i)) Erwühnung, in dem man schon mit der Loupe deutlicb concentriscb-scbalige, rundlicbe oder ellijisoidische Oolithe wahrnimmt. Diese liegen diebt auf einander gepackt und erreichen 0,5—0,75 mm., seltener 1 mm. Grösse. Im Schliffe bemerkt man in einer feinkörnigen, pelluciden Grundmasse runde, ovale oder unregelmiissig gestalte! e, aber fast stets vollstandig zugerundete Körper, welche aus sehr feinkörnigen, undurchsebeinenden Partikelchen besteben und keiuerlei organische Structnr erkennen lassen. Vielfacb sind sie mit einer

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Dasolbst pag. 38, N0 710. Dus Gestein ial nnch einer mir 8 pilt er gemarhten Miltheilung von

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Schroeder v. d. Kolk „andesitarligquot;.

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dünnen, lichtbraunen Rinde bekleidet; docli kann dieselbe auch ganz fehlen. In anderen Pallen wird die Rinde dicker und alsdann zeig't sie stets eine sehr deut-liclie, concentrische Structur. So entstehen ovoide und kugelige Oolit-he, welche einen bald mehr bald minder grossen, granen, feinkörnigen Kern umschliessen; nur ausnabmsweise ist letzterer durclischeinend. Die Kernmasse lagert, aicb aber bisweilen auch noch zwiscben die Schichten der Schalen ein, und fast stets sind die letzteren in radialer Richtnng, wenngleich in sehr unregelmassiger Weise, vou der undurch-scheinenden, feinkörnigen Masse durchsetzt. Einzelne Oolithe sind nachtraglich zerbrochen; denn es kommen eckige Körper mit einseitiger Umrindnng vor, Mine-ralfragmente und Foraminiferen {Texlularia ?) spielen eine sehr untergeordnete Rolle.

Eine gewisse Aehnlichkeit mit dem vorhergehenden zeigt ein sehr fester, an der verwitterten Oberflache löchriger Kalkstein, welcher schmutziggrau gefarbt und durch kleine Einschlüsse von griinlichgrauem Thon gefleokt ist (718). Die löchrige Bescbaffenheit ist durch Fortführung dieser Einschlüsse hervorgebracht; die splitt-rigen Bruchllachen zeigen zahlreiche Spaltungsflacben von Oalcit. Vereinzelt bemerkt man scbon makroskopisch organische Structur, welche auf Korallen oder Bryozoen hinweist; auch ein undeutlicher Brac/iiopoden-HQSl ist überliefert; sonst bestebt das Gestein aus einem Conglomerate von unregelmassig geformten Körperchen mit raebr oder minder abgemndeten Ecken, welche 2 mm. und mehr Durchmesser erreichen. Oolithe sind darin selten, und den übrigen Bestandtheilen fehlt auch eine Umrindung von concentrisch-schaligem Ban, wenngleich sie oftmals von einem feinen Calcitrande umgeben sind. Im Schliffe nimmt man an den Einschlüssen dieses Gesteins mehrfach deutlich organische Structur wahr, wonach ein Theil der letzteren von Bryozoen und Echinidensiacheln herrübrt. Einiges weist auf Kalkalyen bin. Die Grundmasse ist durchscheinend.

Daran schliesst sich ein bellgraues Gestein mit erdigem Bruch (712), welches fast den Eindruck eines feinkörnigen Sandsteins macht, aber doch noch zu den Kalksteinen gestellt werden mag, da das Cement von kohlensaurem Kalk den allothigenen Bestandtheilen an Masse mindestens gleichkommt. Die Einschlüsse (Quarz mit Flüssigkeitseinscblüssen und beweglichen Bliischen, Plagioklas, Frag-mente von krystallinen Schiefern u. s. w.) liegen in einer sehr feinkörnigen, im Schliffe matt durchscheinenden Grundmasse und sind fast alle von einem dünnen, pelluciden Rand umgeben, dessen Theile eine radiale, aber keine concentrische Anordnung besitzen. Oolithe fehlen. Fossilien sind in diesem Sandkalke weder makro- noch mikroskopisch nachgewiesen.

Alle drei letztgenannten Vorkommnisse (712, 718 u. 719) stimmen insofern überein, als sie einen zusammengeschwemmten Detritus darstellen, welcher von kohlensaurem Kalk zunachst mehr oder weniger vollstandig umrindet und darauf

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verkittet wurde. Trotz der Verschiedenheit ihrer allotliigenen Bestandtheile ist die Bildung dieser Gesteine unter seiir ahnliclien Verhaltnissen inög'lioli gewesen, und vielleicht fand sie auf einem nur vom Uochwasser überströintea KifFe stalt, woselbst der aulgeaommene, kohlensaure Kalk bei eintretender Ebbe infolge der starken Verdunstung wieder abgescbieden wurde. Die scbabende Thiitigkeit der Wellen kann dort auch zur Bildung eines feiiien Kalksteinschlamms beigetragen haben, ilire rollende Bewegung zur Bildung der Oolithe. Eiiumlich brauebt der Entstebungsort aller dieser Gesteine nicht weit getrennt gewesen zu sein, zeitlich können sie ganz aequivalent sein. Die Mögliobkelt, dass sie dem Tertiar angebören und sich an den Karang anreihen, ist nach alledem nicht ausgeschlossen.

Der Vollstandigkeit wegen mogen hier noch zwei andere Gescliiebe aus dem Toluarang erwahnt werden, welche sich bis jet,zt nirgends anreihen lassen. Eins derselben (724) slellt ein grobes, polymiktes Gonglomerat dar, an dessen Bildung sich, neben Quarz und Broeken alterer krystalliner Gesteine, vor allen Dingen Kalksteine betheiligen. Diese stimmen zmn Theil rnit den ersterwahnten, unter Vorbehalt zum Karang gerechneten Eollsteinen überein, zum Theil sind sie einem der letztbeschriebenen, aus Kalkdetrilus gebildeten Gesteine (716) ahnlich. Das Cement ist ein sandiger, hell-rostbranner, erdig brechemier Kalk. Oflenbar handelt es sich um eine sehr jugendliclie Bildung. Das zweite Qeschiebe stellt einen hell-grauen, hier und da blaugrau gefleckten, festen, splittrig brechenden, dichten Kalkstein dar, welcher als einziges Fossil die nicht naher bestimmbare Dorsalschale einer lihunchondla enthalt und seinem petrographischen Charakter nach ebensogut zu der Kalkformation von Sawaï als zu derjenigen des Innern geboren könnte. Auch die mikroskopische Prüfung ergab hierüber keinen niiberen Aufschluss. Kalksteine mit bestimmbaren Versteinerungen vermochte ich unter den Geschieben des Toluarang trotz stundenlangen Suchens nicht weiter aufzufinden.

Mehrfach treten an das Ufer dos Toluarang kleine, bis zu 30 m. hoch geschiltzte Anhöhen hinan, welche aus erdigem Mergel bestehen. Diese sind von blaugrauer Farbe, nach oben zu gelbbraun verwittert und enthalten einen feinen Sand beigemengt. Qleich unterhalb der Station waren die Schichten am rechten Ufer gut aufgeschlossen; sie eind hier stellenweise schwach wellenförmig gebogen und fallen im Mittel 20° i\'. Den Mergeln sind Schichten von Geröllen eingelagert; darunter befinden sich ziemlioh frisch erhaltene KoraUen-liesis und Kalksteine, welche von solchen des Fluascliotters nicht zu unterscheiden sind (Karang?). Etwas weiter abwarts liegen die Schichten nahezu horizontal.

Durch Schlemmen wurde aus dem feinen, sandigen Eückstande dieses Mergels eine Anzahl organischer Reste gewonnen: Foraminiferen aus der Familie der Jioia-lidae Carp., worunter Calcarina, ferner Serjmla und besonders eine Eeihe winziger

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Muscheln und Schuecken. Die geringe Grosse machte eine Speciesbestimmung leider uumöglich; doch liesseu sich immerhin die folgenden Gatlungen mit Sicber-heit feststellen: ISucula, /Irca, Lucina, Tellina, Corhula, Teredo und Mangitia. Auch Pflanzen-ïièamp;iB sind in kleinen Bruchstücken nicht selten.

Der Erhaltungszustand der eingeschlossenen Korallen weist auf ein sehr jugendliches Alter der betreflenden Schichten hin; der Umstand, dass unter ihren Qcröllen vertretene Gesteine auch im heutigen Flusschotter vorkommen, lüsst ferner in Verband mit den vegetabilischen Eesten auf eine alte Ablagerung des Toluarang schliessen, womit auch der petrographische Charakter im Uebrigen im Einklang steht. Die angefübrten, thierischen Reste stammen aber aus dem Meere, wenngleich Corhula haufig an Flussmündungen und in Aestuarien vorkommt, wo-selbst auch Area keine seltene Erscbeinung ist. Die Foraminiferen weisen ebenfalls auf Flachwasser bin, denn Rolaliden finden sich sogar in Aestuarien. Man wird somit schliessen dürfen, dass die in Rede stehende Bildung an der friiheren Mün-dung des Toluarang abgelagert wurde, entweder im Meere selbst oder im Aestuar. Für letzteres spricht die Kleinheit der Thierreste, ila solche winzige Schalen leicht durch die ins Flussbett eindringende Fluthwelle mitgeführt werden konnten, wogegen man in einer reinen Meeresablagerung auch grössere Exemplare anzutreffen ervvarten sollte.

Von den letztgenannten Morgein abgesehen, besteht das Ufer des Toluarang auf der bereisten Strecke aus Alluvium, desgleichen der ganze Küstenstrich von hier aus bis nach Pasahari und die durchwanderte Gegend westlich vom Toluarang bis jenseits des Massimato. Zwischen diesen beiden Flüssen fand ich auch einzelne GerÖlle von Glimmerschiefer und Granit, die letzten noch fast eine Weg-stunde westlich vom Toluarang entfernt; sonst feblen auch die losen Gesteins-brocken ganzlich.

3. IM SÜDEN VON GROSS-BERAN.

In der Gegend von Kaibobo nehmen Peridotite den wesentlichsten Antheil an dem Aufbau des Qebirges. Sie sind an der Küste an den Kaps Si si, Ta pan und Marti a gut aufgeschlossen und finden sich in isolirten Blöcken noch dort, wo im Norden des Dorfes die Grauwacken anstehen. Gebt man gleich nördlich von diesem Punkte landeinwarts, um von hier aus den Erisepa zu besteigen, so erreicht man nach dem Passiren des mit Pflanzungen besetzten, alluvialen Küstensaumes bald ein ziemlich enges Thai, in dem der Weg zunachst in nordöstlicher iiichtung aufwarts führt. Hier besteht die Anhöhe zur Linken (vermuthlich ein Auslaufer des Uranitu) wiederum aus Peridotit; nur vereinzelt und nicht anstehend wurde Granit gefunden. Sodann ist Peridotit in unmittelbarer

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Niilie des Dorfes aufgeschlossen. Man passiert Klippen dieses Gesteins, wenn man von Kaibobo langs des Henasama direct zum Erisepa hinaufsteigt; es ziebt sich zum ilenasama bin, dessen kable Oberflacbe mit reicblichem Schotter von eckigeu Gesteinsfragmenten bedoekt ist, Letztere besteben ganz vorwiegend aus Peridotit, der ebenfalls unter losen Gesteinsbrocken vom Gipfel des Erisepa angetroflen und scliliesslicb anstebend bei Saduruë beobacbtet wurde. Das Gestein bildet bier in vielleicht 100 Sobritt Abstand von der Kiiste einen 66 m, boben Hügel.

Anf Jem Gipfel dieser Anhölie stebt Serpentin an, 5 m. niedriger der unter Nn 329 u. 330 bescbriebene I'eriJotit, dessen (Jmwandlung in Serpentin sicb bier direct beobacbten lasst. Audi am Kap Marua ist der Umwandlungsprocess wabr-zunebmen, und unter dem Scbotter des Ilenasama ist ebenfalls Serpentin vertreten.

In dem Aufscblusse am Kap Marua zeigt der Peridotit deutlicbe Baukung; die Banke fallen dort unter 30° nacb O ein, sind indessen gleichzeitig polyëdriscb zer-kliiftet. Am Kap Si si streicben derartige Bilnke A 4300; aber in Verband damit tritt bier audi undeutlicb scbiefrige Structur auf. Die Schlieren, welcbe an diesem Orte vorkommeu, sind oben bereits behandelt1); nur möge betreffs der ampbibo-litiscben Mineralcombinationen, welcbe nicbt dem Ivap Si si augebören 1), nocb Folgendes binzugefngt werden: Anstebend ist nur ein feinkörniges, granitiibnlicb struirtes, dunkles Gestein bekannt, welcbes in dem oben erwalmten Hügel bei Saduruë aufgescblossen war (333;, etwa 20 Scbritte ostwarts von dem bier vorkommenden Peridotit (329 u. 330); der Contact liess sicb indessen nicbt beobacbten. Am Hans: dieser Anböhe wurden nocb scbiefrige Brudistiicke derselben

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Mineralcombination aufgelesen (332) und Aelmlicbes kommt aucb unter dem Scbotter des Henasama vor (345); plagioklasreicbe, durcb ibre vortrefflicbe Parallelstructur ausgezeicbnete Vorkommnisse fanden sicb in losen Stücken auf dem Gipfel des Erisepa (338, u. 339).

Oestlicb von Kaibobo stebt Granit an; er bildet westlicb vom Henasama einen die Ebene von Kaibobo sicbelförmig begrenzenden Rücken, welcber sicb nordostwiirts bis zum Erisepa binziebt und bier gleicbe Höbe mit dem letzteren besitzt2). Die Verwitterung bat ans diesem Rücken eine Anzabl kleiner Kuppen ausgesobnitten und nacb dem Dorfe berablaufende Rinnen gebildet; als Ileste blieben auf der Höbe zablreicbe Gesteinsblöcke zurück, welcbe stellenweise ansebn-

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]) pag. 117. 2) Daselbst.

2

Am Erisepa ist kein Aufschluss volbanden; der Gipfel war bei meincr Anwesenheit mit dichtom Grasswuchs bedeckt; somit liess sich nur auf Orund dor zwischen dem (irnse aufgelescnen Gostcinsfragnicntc ein Urthcil liber seine Zusammensetzung gewinnen. Da hierunter Peridotit und die hieran angereihte, amphi-bolitische Mineralcombination vorberrschen, wiihrend Granit nur untorgoordnet beobacbtet wurde und bier nicbt in Blocken vorkommt, so liabe icb den Erisepa auf der Karte zum Peridotit gezogen.

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dünnen, lichtbraunen Rinde bekleidet; docli kann dieselbo aucb ganz fehlen. In anderen Fallen wird die Rinde dicker und alsdann zeig-t sie stets eine sehr deut-liche, concentrische Structur. So entstehen ovoide und kugelige Oolithe, welche einen bald mebr l)ald minder grossen, grauon, feinkörnigen Kern umscliliessen; nur ausnabmsweise ist letzterer durcbscheinend. Die Kernmasse lagerl sich aber bisweilen auch noch zwisclien die Schichten der Schalen ein, und fast stets sind die letzteren in radialer Richtung, wenngleich in sehr unregelmassiger AVeise, von der undurch-scheinenden, feinkörnigen Masse durchsetzt. Einzelne Oolithe sind nachtriiglich zerbrochen; denn es kommen eckige Körper mit einseitiger ümrindung yor. Mine-ralfragmente und Foraminiferen (Tnxlularia ?) gpielen eine sehr untergeordnete Rolle.

Eine gewisse Aehnlichkeit mit dem vorhergebenden zeigt ein sehr fester, an der verwitterten Überfliiche löchriger Kalkstein, welcher scbmutziggrau gefarbtund durch kleine Einschlusse von griinlichgrauem Thon gefleckt ist (718). Die löchrige Bescbaffenheit ist durch Fortführung dieser Einschlusse hervorgebracht; die splitt-rigen Bruchflachen zeigen zahlreicbe Spaltungsflachen von Oalcit. Vereinzelt bemerkt man schon makroskopisch organische Structur, welche auf Korallen oder Bryozoen hinweist; auch ein undeutlicher Brachiopoclen-lÜQai ist überliefert; sonst besteht das Qestein aus eiuem Conglomerate von unregelmassig geformten Körperchen mit mehr oder minder abgerundeten Ecken, welche 2 mm. und mebr Durchmesser erreichen. Oolithe sind darin selten, und den übrigen Bestandtheilen fehlt auch eine Ümrindung von concentrisch-schaligem Bau, wenngleich sie oftmals von einem feinen Calcitrande umgeben sind. Im Schliffe nimmt man an den Einscblüssen dieses Gesteins mehrfach deutlich organische Structur wahr, wonach ein Theil der letzteren von Bryozoen und Echinidensiacheln herrührt. Einiges weist auf Kalkalgen bin. Die Grundmasse ist durcbscheinend.

Daran schliesst sich ein hellgraues Qestein mit erdigem Brucb (712), welches fast den Eindruck eines feinkörnigen Sandsteins macht, aber doch noch zu den Kalksteinen gestellt werden mag, da das Cement von koblensaurem Kalk den allotbigenen Bestandtheilen an Masse mindestens gleichkommt. Die Einschlüsse (Quarz mit Flüssigkeitseinschlüssen und beweglichen Blaschen, Plagioklas, Frag-mente von krystallinen Scbiefern u. s. w.) liegen in einer sehr feinkörnigen, im Schliffe matt durchscbeinenden Grundmasse und sind fast alle von eiuem dünnen, pelluciden Rand umgeben, dessen Theile eine radiale, aber keine concentrische Anordnung besitzeu. Oolithe fehlen. Fossilien sind in diesem Sandkalke weder makro- noch mikroskopisch nacbgewiesen.

Alle drei letztgenaunten Vorkommnisse (712, 718 u. 719) stimmen insofern überein, als sie einen zusammeugescbwemmten Detritus darstellen, welcher von koblensaurem Kalk zunacbst mehr oder weniger vollstandig umrindet und darauf

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verlnttet wurde, Trotz der Verschiedenheit ilirer allotliigenen Best.andtheile isi die Bildung dieser Gesteine tniter sehr alinliclien Verhiiltnissen möglich gewesen, mid vielleicht fand sio auf einem nur vom Hocbwasser überströmten Jüfle stalt, woselbst der aufgenommene, kolilensaure Kalk bei eintreteuder Ebbe infolge der starken Verdunstung wieder abgescbieden wurde. Die schabende Thatigkeit der Wellen kann doi t aueh zur Bildung eines feinen Kalksteinscblamms beigetrageu baben, ilire rollende Bewegung zur Bildung der Oolitbe. Kilumlich braucbt der Entstebungsort aller dieser Gesteine nicht weit getrennt gewesen zu sein, zeitlicb konuen sie ganz aequivalent sein. Die Möglicbkeit, dass sie dem Tertiar angehören und sicb an den Karang anreiben, ist nacb alledem nicht ausgescblossen.

Der Vollstandigkeit wegen mogen bier nocii zwei andere Gescbiebe aus dem Toluarang erwühnt werden, welche sicb bis jetzt nirgends anreiben lassen. Eins derselben (724) stellt ein grobes, polymiktes Conglomerat dar, an dessen Bildung sicb, neben Quarz und Broeken alterer krystalliner Gesteine, vor allen Dingen Kalksteine betbeiligen. Diese stimmen zum Tbeil mit den ersterwiibnten, unter Vorbebalt zum Karang gerecbneten Eollsteinen überein, zum Tbeil sind sie einem der letztbeschriebenen, aus Kalkdetritus gebildeten Gesleine (716) abnlicb. Das Cement ist ein sandiger, bell rostbrauner, erdig brecbender Kalk. Otlenbar liandelt es sicb um eiue sebr jugendlicbe Bildung. Das zvveite Gescbiebe stellt einen liell-grauen, liier und da blaugrau gefleckteu, festen, splittrig brecbenden, diebten Kalkstein dar, welcber als einziges Fossil die niebt naber bestimmbare Dorsalscbale einer Rhjnchonella entbalt und seinem petrograpbiscben Cbarakter nacb ebensogut zu der Kalkformation von Sawaï als zu derjenigen des Innern geboren könnte. Aucb die mikroskopiscbe Prüfung ergab bierüber keinen naberen Aufscbluss. Kalksteine mit bestiinmbai'en Versteinerungen vermoebte icb unter den Gesebieben des Toluarang trotz stundenlaugen Sucbens niebt weiter aufzufinden.

Mebrfacb treten an das Ufer des Toluarang kleine, bis zu 30 m. bocb gescbatzte Anböhen hinan, welcbe aus erdigem Mergel bestellen. Diese sind von blaugrauer Farbe, nacli oben zu gelbbraun verwittert und entballen einen feinen Sand beigemengt. Gleicb unterbalb der Station waren die Scbicbten am reebten Ufer gut aufgescblosseu; sie sind bier stellenweise sebwacb wellenforinig gebogen und fallen im Mittel 2()0iV. Den Mergeln sind Scbicbten von Gerüllen eingelagert; darunter befinden sicb ziemlicb friscli erbaltene A'orafew-Reste und Kalksteine, welcbe von solchen des Flusscbotters niebt zu unterscbeiden sind (Karang?). Etwas weiter abwÉirts liegen die Scbicbten nabezu borizontal.

Durcb Sclilemmen wurde aus dem feinen, sandigen Rückstande dieses Mergels eiue Anzabl organiscber Reste gewonnen; Foraminiferen aus der Familie der Rota-lidae Carp., wornnter Caloarina, ferner Serpula und besouders eine Reibe winziger

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Muscheln uiul Schneckcn. Die geringe Grosse machte eine Speciesbestinimung leider unmöglich; doch Hessen sich immerhin die folgonden Gatlungen mit Sicher-heit feststellen: Nucula, Area, Lncina, Tellim, Corhula, Teredo und Mangilia. Auch PJlunzen-ÏXesie. sind in kleinen Bruchstücken nicht selten.

Der Erhaltungszustand der eingeschlossenen Kor allen vveist auf eiu sehr jngendlichea Alter der betreffenden Schichten bin; der Umstand, dass unter iliren öeröllen vertretene Gesteine auch im heutigen Flnsschotter vorkommen, liisst ferner in Verband mit den vegetabilischen Resten auf eine alte Ablagerung des Tol u ar an g schliessen, womit ancb der petrographische Charakter im Uebrigen im Eiuklang steht. Die angeführten, thierischen Eeste stammen aber aus dem Meere, wenngleich Corhula haufig an Flussinündungen und in Aestuarien vorkommt, wo-selbst auch Area keine seltene Erscheinung ist. Die Foraminiferen weisen ebenfalls auf Flachwasser hin, denn Rolaliden finden sich sogar in Aestuarien. Man wird somit schliessen dürfen, dass die in Rede stebende Bildung an der früheren Mün-dung des Toluarang abgelagert wurde, entweder im Meere selbst oder im Aestuar. Für letzteres spricht die Kleinheit der Thierreste, da solche winzige Schalen leicht durch die ins Flussbett eindringende Flu tb welle mitgeführt werden konnten, wogegen man in einer reinen Meeresablagerung auch grössere Bxemplare anzatreffen erwarten sollfe.

Von den letztgenannten Morgein abgesehen, bestebt das Ufer des Toluarang auf der bereisten Strecke aus Alluvium, desgleichen der ganze Küstenstrich von hier aus bis nach Pasabari und die durchwanderte Gegend westlich vom Toluarang bis jenseits des Massimato. Zwischen diesen beiden Fliissen f'and ich auch einzelne Gerölle von Glimmerschiefer und Granit, die letzten noch fast eine Weg-stnnde westlich vom Toluarang entfernt; sonst feblen auch die losen Gesteins-brocken giinzlich.

3, IM SÜDEN VON GROSS-SEnAN.

In der Gegend von Kaibobo nehmen Peridotite den wesentlichsten Antheil an dem Aufbau des Gebirges. Sie sind an der Küste an den Kaps Si si, Tap an und Mama gut aufgescblossen und finden sich in isolirten Blöcken noch dort, wo ira Norden des Dorfes die Grauwacken anstehen. Geht man gleich nördlich von diesem Punkte landeinwarts, um von hier aus den Erisepa zu besteigen, so erreicht man nach dem Passiren des mit Pflanzungen besetzten, alluvialen Küstensamnes bald ein ziemlich enges Thai, in dem der Weg zunachst in nordöstlicher Richtung aufwarts fiibrt. Hier bestebt die Anhöhe zur Linken (vermuthlich eia Auslaufer des TJranitu) wiederum aus Peridotit; nur vereinzelt und nicht anstehend wurde Granit gefunden. Sodann ist Peridotit in unmittelbarer

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Naho des Dorfes aufgeschlossen. Man passiert Klippen dieses Gesteins, wenn man von Kaibobo langs des Henasama direct zum Erisepa hinaufsteigt; es ziebt sicli zum Henasama hin, dessen kable Oberfliiche mit reicblicbem Scbotter von eekigen Gesteinsfragmenten bedeckt ist. Letztere bestehen ganz vonviegend aus Peridotit, der ebenfalls unter losen Qesteinsbrocken vom Gipfel des Erisepa angetroflen und scbliesslich anstebend bei Sadnruë beobachtet wurde. Das Gestein bildet bier in vielleicht 100 Sebritt Abstand von tier Küste einen G6 m. hoben llügel.

Auf dem Gipfel dieser Anhöhe stebt Serpentiu an, 5 m. niedriger der unter N0 329 u. 330 bescbriebene Peridotit, dessen Umwandlung in Serpentin sicli bier direct beobaclileu lasst. Audi am Kap Marua ist der Umwandlungsprocess wabr-zunebmen, und unter dem Scbotter des Henasama ist ebenfalls Serpentin vertreten.

In dom Aufscblusse am Kap Marua zeigt der Peridotit deutlicbe Bankung; die Banke fallen dort unter 30° nacb O ein, sind indessen gleicbzeitig pol^'ëdrisch zer-klüftet. Am Kap Si si streicben derartige Banke Ar4300; aber in Verband damit trilt hier auch undeutlich schiefrige Structur auf. Die Schlieren, welche an diesem ürte vorkommen, sind oben bereits behandelt1); nur moge betreffs der ampbibo-litischen Mineralcombinationen, welche nicht dem Kap Sisi angebören 1), noch Folgendes binzugefügt werden: Anstebend ist nur ein feinkörniges, grauitahnlich struirtes, dunkles Gestein bekannt, welches in dem oben erwalmten lliigel bei Saduruë aufgeschlossen war (333), etwa 20 Scbritte ostwarts von dem bier vorkonimenden Peridotit (329 u, 330); der Conlact liess sich indessen nicht beob-achten. Am Hang dieser Anhobe wurden noch schiefrige Brucbstücke derselben Mineralcombination aufgelesen (332) und Aehnliches kommt aucb unter dem Schotter des Henasama vor (345); plagioklasreicbe, durch ibre vortrefllicbe Parallelstructur ausgezeichnete Vorkommnisse fanden sich in losen Stiicken auf dem Gipfel des Erisepa (338, u. 339).

Oestlich von Kaibobo stebt Granit an; er bildet westlich vom Henasama einen die Ebene von Kaibobo sichelförmig begrenzenden Eücken, welcher sich nordostwarts bis zum Erisepa hinzieht und bier gleiche llöbe mit dem letzteren besitzt2). Die Verwitterung bat aus diesem Rücken eine Anzahl kleiner Klippen ausgeschnitten und nacb dem Dorfe berablaufende Rinnen gebildet; als Reste blieben auf der Höbe zahlreicbe Gesteinsblöcke zurück, welche stellenweise ausebn-

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1) pag. 147. 2) Dasolbst.

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Am Erisepa ist kein Aufschluss vorhandon; der Gipfel war bei meiner Anwesenheit mit diehtem Ginsawnchs bedeckt; somil liess sicli nur auf Grund der zwischen dem (ïrase auCgelesonen Gesleinsfragmcnto ein Urtheil über seine Zusnramensetznng gewinnen. Da hierunter Peridotit und die hieran angereihte, nmphi-bolitische Mineralcombination vorherrschcn, wiihrend Granit nur untergeordnet beobachtet wurde und hier nicht in Blöcken vorkommt. so babe ich den K risen a auf dor Knvte zum Pciidotit irezotren.

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liolio Anhaufungen darstellen uml bis melirere Meter Durclimesser erreicheu. Das lassfc sieli bei der im Wesentlichen nur aus Gras bestehenden Vegetation gut über-blieken. Einige Granitblöcke blatterten krummscbalig ab.

Zwischen Kaibobo mul Kap Mama stelien ara Meeresufer Grauwacken-schiefer und scliiefrige Grauwacken an; ihre sebr steil aufgerichteteii Schicbten fallen nacli iS und stretchen A' 70° JF bis S 70° //'. Zwiscben den Klippen liegen die bereits erwahnten Blöcke von Peridotit (355). Weiter nördlicli folgt ara Ufer zunacbst schiefriger Quarzit, darauf der obengenannte Peridotit vom Kap Mama. Eine feinkörnige Granwacke bildet auch die Spitze des Kaps Ru san, im Süden des genannten Dorfes, und fand sicb in einzelnen, losen Blöcken ara Strande von S a d u r u ë.

Ein sebr feinkörniger, krystalliner Kalkstein, kantendurcbscheinend, von bell-blaugrauer Farbe, bildet am Landungsplatze von Kaibobo eine etwa 30 ra. bobe Klippe, au der keinerlei Scliichtung wahrzunebraen ist. Das Gestein halt nordwarts ara Ufer nur eine kurze Strecke an; dann folgen die Grauwacken, und da bier keine anderen Gesteine ansteben, niit denen der Kalk in Verband gebracht werden könnte, so wird man annebmen dürfen, dass letzterer den Grauwacken eingelagert sei.

Vom Kap Tetunaten erbielt ich quarzreicbe Glimmerscbiefer'), worin der Quarz in Lagen und grosseren Linsen vorkommt. Sie sind gebogen und dabei zierlicb gefiiitelt, auf den Scbieferungsebenen in der entsprechenden llichtung ausserst fein gerunzelt. Das Gestein bildet niedrige Klippen ara Meere; weiter nordwarts wird das Ufer bis Pirn bin llacb.

Der übrige Theil der Südküste ist vora Kap Tetunaten aus nördlicb bis Pim und Ruïn hin völlig llacb, desgleichen von Saduruë aus südwarts, bis über Katusua binaus. Pulu Babi, gegenüber Kaibobo, dürfte nacb seinera tiacbwelligen Relief zu urtheilen die Fortsetzung der ara gegenüberliegenden Ufer aufgescblossenen Grauwackenformation darstellen 1); das weiter südlicb gelegene Eiland Ka sa ist ganz llacii mul sandig, nur beraerkenswertb wegen der zablreicben, angespülten Birassteine, welcbe bier in Stücken bis zu Kopfgrosse vorkommen 2).

1

Vj^l. Theil J, pag. 95. — Auch die Handstiicke der coll. Forsten weisen darauf hin, wenn keine Venvechselung von Nummern stattgefunden bat (vgl. N0 205).

2

Vgl. oben, pag. 141.

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Am Hatu Huran, südöstlich von Hatusua, treten etwa 5 m. hohö Felsen von Karang ans Meer hinan; andere Qesteine sind liier nicht aufgeschlossen; jenseits folgt nach Kairatu liin sogleich wieder der flaohe Strand; erst am Hatu Meten begegnet man Klippen von krystallinen Schiefern, die übrigens in losen Brucliatücken audi im Alluvium von Hatusua reichlich vorkommen.

Am genannten Kap endigt das Gebirgsland, welches die 1' i r u- und E1 p a-putibai sclieidet. Obwobl die Llöhen sclion weniglandeiuwarts vom Hatu Meten bis zu 500 m. ansteigen diirften, so ist dies Kap selbst doch sehr niedrig und sein Ufer vorherrschend sandig. Nur an einem Punkte sind die Schiefer aufgeschlossen, und bier ist das Vorgebirge nahe dem Meere vielleicht 10 m. Iioch. üie Schiefer des Hatu Meten sind hauptsachlich Biotitschiefer, welche stellenweise durch Schwinden des Glimmers in Quarzitschiefer verlaufen; sie streichen vorherrschend S 33° 0 und fallen unter 30° nach S IF; doch ist das Streichen nicht constant und an einem Punkte wird es genau N—S, wobei sich das Umbiegen der Schichten deutlich verfolgen liisst.

Bei der Fabrt vum llatu Meten liings der Kliste nach Eumakaï sah ich nur einen flacheu, sandigen Ufersaum, vvelcher namentlich am Kap Waë Ira eine grüssere Ausdehnung erlangt; die Landschaft liisst bier eine Anzalil scharfer Grate erkennen, die indessen nur wenig iiber die Hauptgebirgsmasae liin-ausragen. Im Dorfe llumakai ist der langsatn landeinwarts ansteigende Boden mit Broeken krystalliner Schiefer besiit, die sich auch überall in seiner niiberen Umgebung unfern des Meeres reichlich vorfinden. In dam kleinen Bache Waë Si a, welcher ein wenig östlich von dem genannten Orte ausmündet, beobachtete ich unter dem Schotter auch nur Glimmerschiefer, Biotit- und Muscovitschiefer, zum Theil Qranatglimmeraohiefer. Weiter ostwiirts hehiilt der Strand den gleichen Charakter bis zur Elpaputibai.

Am siidwestlichen Ufer der genannten Bai befindet sich ein kaum fiber den Meeresspiegel hinausragendes Plateau von geringer Breite, auf dem auch Hualo'i liegt. Da wiederholt Karangfelsen am Strande aufgeschlossen sind, u. a. audi nörd-lich vom letzterwiihnten Dorfe, so ist anzunehmen, dass jenes Plateau von geho-benem lliffkalke gebildet wird. Uebrigens babe ich das Laud in dieser (legend nicht betreten und ist die Karte bier somit theilweise hypothetisch.

Weiter nördlich soil am Westufer der Elpaputibai bis zum Poll on Batu jeder anstehende Fels feblen. Soweit meine Beobachtungen vom Boot aus reichen, stimmen sie mit dieser Angabe überein. In dem Uferwalle an der Haupt-mündung des Tall a, siidlich von Sanabu, fanden sich zahlreiche Geschiebe, besonders Glimmerschiefer, seltener Peridotit, daneben Quarz. Die Glimmerschiefer-Fragmente /eigen theilweise dieselbe zierliche Faltelung, wie sie obeu fiir die

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entsprecheuden Gesteine aus dein T3ette des Tan a erwahnt wurde1). Andere Gesteine wurden unter dem reichlichen Scliotter der Flussmündimg niclit angetroffen.

Gleich nördlich you Was ia befindet sich am Strande eine vom Hochwasser überstromte, warme Quelle, die mir bei der Küstenfahrt unzuganglich war; eiue zweite eut,springt el was weiter, dem Poliou Batu geniiliert, genau in der Hoch-wasserlinie aus grandigem Boden, dessen Temperatur 37,8°C. betrug; sie bildet nur ein unbedeutendes Ilinsal von etvva 1 Schritt Breite'). Zwischen beiden Punkten steben im Meere sebr unbedeutende Klippen eines kalkreicben, feiuköruigeu Sand-steins au, welcber einzelne grössere Quarzfragmente einscbliesst und vermutblicli den Grauwacken augereibt werden muss. In kurzem Abstande von der letzter-wabnten Quelle folgeu bart an der Greuze des Pohon Batu am Strande miiohtige Blöcke vou Glimmerscbiefer und danebeu solclie einer durcb Kalk cementirten Breccia, welcbe denselben Glimmerscbiefer in Bruchstiicken bis zu mebr als Kopf-grösse einscbliesst. Letztere gehort wabrscheinlioh demselben Scliichtencomplexe an wie der soeben erwabnte Sandstein; doch ist über ilas Lageruugsverhiiltniss garnichts bekannt. Am üfer liat sich Karang mit Glinjinerschiefer Fragmenten gebildet, ausserdem ein grobes Conglomerat von Quarz und Glimmerscbiefer, dessen Bestandtheile durcb Kalk cementirt sind und welches ebenfalls von sebr jugend-lichem Alter ist.

Der Poli on Batu stösst an der Spitze des Kaps mit einer etwa 30 m. hohen, quaderartig zerklüfteten Wand von Karang ans Meer. Letzterer stellt hier ein poroses Gestein mit Korallenstructur und vielen Eesten von MollmJcen, meist Ab-driicken und Steinkernen von Muscheln, dar; weiter nördlich halten 5 m. hohe Felsen von Riffkalk am Meere noch bis in die Nahe der E pe-j\Iündung an. Am nord-licben Hang des Berges, den man vom genaunten Flusse aus leicbt besteigen kann, finden sich wiederum ausgedehnte Partieen von Karang. Scbon gleich beim Anstiege passiert man eineu vielleicht 5 m. hohen, steilen Absatz, welcber aus diesem Gestein gebildet ist; wiederholt folgen daun aufwiirts kleine Stufen; darauf nimmt die Steilheit der Absatze und die Grosse der Karangblöcke nach dem Gipfel bin zu. Ich verfolgte die Ablagerung bis zu dem höchsten von mir erreichten, 120 m. über dem Oceane gelegenen Punkte ■''j. Die nicht vou Karang bedeckten Theile des Gehiinges sind mit reichlichem Schotter von Glimmerscbiefer bestreut, welcber mit den oben erwahnten Blöcken übereinstimmt und ebenfalls in grossen Mengen im Flusse Epe und im Dorfe Paulohi gefunden wird. An letztgenanntem Orte

1

iing. 1 58.

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benutzi man die grossen Fragmente dieses Gesteins /aim Unterbau tier Wohnungeu.

/iieht man in Betracht, dass am Hang des Po lion Batu der Karang stellen-weise mit Strecken abwecliselt, die nur mit dein Schotter von Glimmerschiefer bedeckt sind, wahrend letzterer audi am iSüdfusse des Berges in grossen Blöcken beobachtet ist, so wird man daraus schliessen diirfen, dass die Hauptmasse des Pohon Batu aus Glimmerschiefer gebildet ist, weloher nur oberfltiehlich mit einer unzusammenhangenden Karangdecke bekleidet wurde. Das entspricht ganz den friiher flir Ambon und die Uliasser geschilderten Verhiiltnissen; von Paulohi aus erkennt man audi deutlich den terrassirten Aufbau des Berges.

Das Ufer der Bai ist weiter nordöstlich crandie', liacli; das Gebirg-e tritt weit

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zurück mid anstehender Fels feiilt bis zur Mündung des Mala (weiter delinte sich hier meine Küstenfahrt nicht aus) vollstandig. Einen ilhnlichen Cliarakter tragt audi das östliche Ufer der E1 p a p u t i b a i von A m a h e i bis P u m a s o s a 1; im Dorfe Makariki, unfern der Mündung des Ruata, ist das Alluvium wiederum reich an grossen Fragmenten von Glimmerschiefer. Endlich soli audi das nördliche Ufer, zwischen Hum as os al und der Mündung des Mala, ausschliesslich von einem niedrigen, flachen Strande gebildet werden.

Der Weg von Kairatu nach Honitetu war fürgeologische Beobachtungen ausserordentlich ungünstig, da nur ganz ausnahmsweise anstehender Fels ange-troffen wurde, so dass fast lediglich der Schotter der Wasserlaufe und vereinzelte, lose im Walde aufgelesene Gesteinsbrocken Aufschluss über den Bau des Landes geben konnten. Selbst das Sammeln unbedeutender Gesteinsfragmente war auf dem Buschpfade mit Schwierigkeiten verblinden, da es unausgesetzter Aufmerksamkeit bedurfte, um überhaupt bestimmbares Material zu erhalten. Aus solchen Gründen will icli die Beobaclitangen nicht an der Hand des zurücksreleüMen Weiyes registriren,

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sondern gleich die zu unterscheidenden Gebirgsglieder übersichtlich zusammenfassen.

Das Alluvium dehnt sich von der Küste bis nach Ut au aus, woselbst der Waë Tari unmittelbar am Fusse des Gebirgslandes westwürts lliesst; ein wenig nordvvestlich von genanntem ürte hat man einen weiten Aushlick auf die Ebene von Hatusua. Im Alluvium findet sich Glimmerschiefer, unter anderen auch, nebst Quarz, in dem unbedeutenden Bache W aë Sari, gleich nördlicb von Kairatu.

Glimmerschiefer kommt sodann als grober Schotter reichlich im Waë Tari vor, desgleichen im Waë Kriküa, im Waë Kuassa und im Wal? Tuba. Ueberall sind diese Gesteine ganz vorherrschend Biotitschiefer, wogegen Muscovit-scbiefer sehr zurücktritt. Daran reihen sich Amphibolite, welche in kleinen Blöcken im Waë Kriküa und ausserdem unter dem Schotter des Waë Kuassa vor-

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kommen; es siud grim uud weiss gefleckte, mittelkörnige, fast riclitungslos oder auch deutlich schiefrig struirte Gesteine. Weiter laudeiuwarts begegnet man den Glimmerschiefern nochmals in der Gegend von Honitetu und eine Strecke weit siidwarts von hier in stark zersetzten Fragmenten.

Zwischen die beiden genannten, aus krystallinen Scbiefern aufgebauten Gebiete scbalten sich bis 400 m. ansteigende Höhen ein, welcbe ganz vorberrschend aus Peridotit gebildet sind. Dies Gestein wurde an zahlreichen Punkten auf der be-treffenden Wegstrecke beobacbtet, meist wieder in kleinen Brucbstücken, vereinzelt aucb in Blöcken; es liefert ein kaffeebraun oder blutroth gei'ilrbtes Zersetzungs-product. Seine Höhen sind zwar steil, aber wenig zerschnitten. In unmittelbarer Niihe des nördlicbsten Pvmktes, an dern noch Peridotit beobacbtet wurde, folgt ein schmales Grat; hier dürfte die Grenze zwischen dem Peridotit und den etwas weiter nördlich beobachteten Glimmerschiefern gelegen sein; doch ist der Contact wiederum unbekannt geblieben. Peridotit ist ausserdem an einem Punkte beobacbtet, welcher etwa halbwegs zwischen Waë Kr ik ü a und Waë Kuaasa gelegen ist.

Innerhalb des Haupt-Peridotitgebietea ragt eine isolirte, steil ansteigende Höhe auf, deren Gipfel 278 m. hoch über dem Meere liegt und welche aus einem sehr feinkörnigen, krystallinen Kalk gebildet wird. Das bellgraue Gestein mit undeut-licher Schichtstructur dürfte eine Einlagerung in den krystallinen Schiefern bilden; doch ist von der unmittelbar siidwarts sicli anschliessenden Wegstrecke kein ein-ziges Gesteinsfragment bekannt, wodurch diese Vermuthung weiter begriindet werden könnte. Freilich spricht das ganzliche Fehlen von Schotier gogen das Vor-kommen von Peridotit in dieser Gegend (vgl. feruer das Profil).

Am linken TJfer des Waë Tuba steht in 87 m. Meereshöhe ein sehr poröser, schmutziggrauer bis weisslicber Kalkstein an, welcher zahlreiche Eeste von Lii/io-thamnien und Foraminifcren enthalt, untergeordnet von Kor allen (475—477). Die Kalleahjen sind zum Theil stark metamorphosirt, zum Theil aber vortrefflich erhalten; die Foraminifcren geboren nach Schlumberger vor allem znr Gattung Baculogypsiua (= Tinoporus), deren Schalen schon mit der Loupe auf den Bruch-Üüchen des Gesteins wahrzunehmen sind. Die genannte Gattung ist uur in zwei Arten bekannt1) und selir charakteristisch für den indischen und pacifischen Ocean; sie spricht somit für ein jugendliches Alter der betrelïenden Kalksteine, welclie auch schon auf Grund ihrer petrographischen Beschaffenheit dem Karang zuge-rechnet werden dürfen.

Der Punkt, an dem diese Kalke beobacbtet wurden, befindet sich an einem

1

C. Schlumberger, Note sur le genre Tinoporus (Mémoires d. 1. Soc. Zoolog. de France, tome IX, pag. 87, annéo 1890).

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ausserortlentlicli steilen Geluinge, wie man sie so haufig bei den gehobeneu Eiffen beobachtet, unrt dies erstreckt sich noch bis etwa 120 m. llöbe rnit g-leichblei-bendem Oharakter aufwiirts'), so dass vermuthlich aucli der Karang hier eine entsprechende Höhe über dera Meere erreicht. Andererseits fand sich ein hierher gehöriger Kalkstein (478) weiter abwürts in 50 m. Höhe, an der Grenze des Alluviums des Waë Tuba. Es scheint also das ganze, zum genannten Baclie abfallende Gehiinge von einer jugendlichen Kalkablagerung bedeckt /.u sein. Daran reilit sich ein thoniger und sandiger, zerreiblicher, erdig brechender Kalkstein von liellgrauer Farbe, welcher im Dünnschliffe ausser reichlichen Mineral fragmenten nnd Broeken von krystallinen Schielergesteinen wiederum zahlreiche Foramiuiferen, vor allem Globigerinen, enthüllt. Er ist eine Btrecke weiier aufwiirts arn rechten Ufer des W. Tuba in einer ' 15 m. hohen Wand aufgeschlossen (480) und zeigt undeutliche Schichtung, bisweilen schwach gebogene Banke; ein regelmassiges Fallen liess sich nicht feststellen.

Es bleiben Bchliesslich vom Wege nach Honitetu noch zwei Gesteine übrig, welche sich bis jetzt nirgends einreihen lassen. Eins derselbeu stellt ein roth-braunes Kieselgestein dar, welches eine kurze Strecke nordwestlich von Urauauf einem engbegrenzten Gebiete in zahlreichen Fragmenten vorkommt und bier zwei-fellos anstehen wird, das andere eine durch Quarz cementirte Breccie von Serpentin-Bestandtheilen, welche in kleinen Blöcken im Waë Krikua angetroffen wurde und vielleicht eine sehr jugendliche Bildung darstellt.

4. UUAJIUAL.

Der schmalste Theil der Insel, welcher Gross-Seran von der südwestlichen Halbinsel scheidet, besteht aus stark zersetzten Glimmerschiefern und 1'bylliten, an die sich in der Niihe des Strandes jugendliche Bildungen anschliessen. übwohl a\if dem Pfade von Euïn nach Kottania grössere Aufscblüsse gün/.lich fehlen, so gebt die Formation doch bin und wieder in unbedeutenden Klippen, welche sine stark gestorte Lagerungsform erkennen lassen, zu Tage aus. Meist sind ihre Schichten steil aufgerichtet und stellenweise steben sie auf dem Kopte: doch kommt daneben eine fast schwebende Lage mit unbedeutender Neigung nach A W vor. Für das Stretchen wurde abgelesen: W, S 13—18° W, S 65° IF; das Umbiegen der Schichten liess sich bisweilen deutlich erkennen. Die Schiefer sind ungemein reich an Quarz, der in zahlreichen Broeken auf dem braunrothen bis rotben Ver-

1) Boim Abwiirtsklettern hat man den Abgrund zur Linken.

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wittoniugsbodeii angetroffen wird und als Linseu in dein Qestein vorkommen dürl'le ').

Bei Ruïn steht Karang an, welcher am Uier eine 5 m. hohe Stufe bildet und die Grenze eines niedrigen Plateaus darstellt; bei Kot tan ia wird das Uier vun Mangrovesumpf eingefasst, an den sich landeinwarts eine ziemlicli weile, von kleinen Bacben durcbscbnittene, alluviale Ebene anschliesst. Darin fmden sich wiederum vielerorts Fragmente von Glimmerscbiefer und Quarz. Schwarze Pbvllite, welche Gesteinen aus dem Innern von Buru makroskopiscb sehr abnlicb sehen 1), sind durch Forsten auf dem Wege von Piru nacb Kawa gesammelt; doch lasst sicb der genauere Fundort vorliiufig nicht naber feststellen 2).

Die Ostküste von Huamual ist auf' der Strecke von Ruïn bis Lokki vorberrscbend flach. Gleicb südlich von dem als Talaga bezeicbneteu Tümpel lïlllt aber der Qunung Naga sebr steil zum Meere ab (wie kein anderer lierg an der Ostküste von Huamual), und bier steht an seinem Nordfusse, an der Spitze eines unbedeutenden Kaps, Peridotit an. Die Form des Berges recbtfertigt die Annahme, dass er ausscbliesslieli aus dem genannten Gestein aufgebaut sei, Das Alluvium des Küstensaums ist beim Talaga noch reich an Fragmenten von krystallinen Scbiefern; grober Scbotter von Glimmerscbiefer findet sicb audi am Strande von Lokki, von wo aus icii ibn nordwarts bis zum Hatu Saw ai verfülgte, sodann eine Strecke landeinwarts vom Dorfe, in einem in das Alluvium eingescbnittenen Wasserrisse. Obwobl die Oescbiebe am letztgenanntea ürte bis zu Kopfgrösse erreicben, soil der anstebende Fels bier doch noch eine Wegstunde weit entfernt sein; jedentalls besitzt das Alluvium in der Gegend von Lokki eine anselinlicbe Breite, worauf aucb die ausgedehnten Saguwalder im Norden des Dorfes hinweisen. Unter den lose aufgelesenen Gesteinen befand sich nichts, was auf die Gegenwart anderer als arcbaeiscber Bildungen in der ümgegeud von Lokki schliessen lassen würde. Andere als die erwiibnten Orte habe icb auf der betreflenden Kiistenstrecke nicht betreten; sie .wird vermutblich bis zum G. Naga bin von einem alluvialen Saume gebildet (vgl. oben pag. 125, Fig. 33).

1

Untei* anderen dem Phyllite aus dem Waëlsehu (N0 853).

2

Dor Catalog giebt an: „N0 258 Thonschiefer aus dem Flusse Kol oe metten, vom Wege von Piru nach Kawaquot;. Ieh vermuthe, dass statt Koloemeiten zu lesen ist Uatoemetlen (~ Hatumeten), was „schwarser /V/.yquot; bedeutct (vgl. Th. I, pag. 182). Die Bezeiehnung würde dann mit derjenigen des Kaps im Siidosten von II at us ua übereinstimmen und wilre in gleieher Woise durch die dunklo Farbe der Gesteine zu deuten. Da Forsten den Catalog vermulhlieh kurz vor seinem Tode in Ambon geschrieben hat, so würde das Vorsohen leieht zu erklaren sein; es sind darin /. B. aueh Kap Sisi und Kap Tetunaten unter der Ueberschril't „Klein Coramquot; angeführt, obwohl sie nicht dahin gehören. Der Catalog dürfte nach den Etiketten, welche den Ilandstücken unterwegs beigefügt waren, zusammengestellt sein.

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Zwischen Lokki und Liihu tritt daa Gebirge am Kap Batu Kapal und dem nordwiirts sich anschliessenden Batu Tambaga ans Meer lieran. An beiden ürten sind Gliminerscliiefer aufgesclilossen, die am erstgenaimten Kap gleicb nord-vvarts von der aussersten Spitze kleine Klippen im Meere bilden; sio streichen liier A—S und fallen ziemiich steil nacli 11' ein. Am Uier liegen lose, von Karang iiberwucberte Blocks dieses Gesteins, und Eiffkalk bildet audi die Kndiguug des Batu Kapal; er stösst daselbst in einer etwa 10 m. lioben Terrasse ans Meer und liegt landeinwarts Ins ungefahr 100 m. Höbe am Gehiinge. Man bemerkt in diesen gebobenen Karangpartieeu dem Strande zugekehrte Holilen.

Am Batu, Tambaga ist aie Scliichtung der Glimmerscbiefer stellenweise im Grossen dnrcli weisse und graue Bilnderung der Felswiinde und eingelagerte Quarzlinsen ausgepriigt; sie ersclieint vom Meere aus horizontal, docb liess sich das Streichen und Fallen nicht naher bestimmen. Die Schiefer sind reich an Pyrit; sie werden am Nordfusse des B. Tambaga wiederum von etwa 8m. miichtlgem Karang bedeckt, wahrend im Innern der Bucht daselbst, unmittelbar über dem Wasserspiegel, ein grobes Conglomerat ansteht. Seine Bestandtheile, welche meistens nuss-, seltener faust- bis kopfgross sind, bestehen ganz vorherrsehend aus Quarz, untergeordnet aus Qlimmerschiefer. Anscheiuend handelt es sich um eine sehr jugendliche Bildung von geringer Milchtigkeit.

Bei Ka tap an miring ragt unfern des Strandes, gleich Muter dem Dorfe, eine auf 50 m. geschiitzte Felspartie empor, die ich fitr Karang halte; doch babe ich den Ort nicht betreten. Eine unbedeutende Partie von llitikalk tritt audi noch etwas südlich vom Batu Kapal auf; sonst sind auf der Strecke von Lokki bis Luhu keine anderen als die er walm ten Aufschlüsse am Ufer zu verzeichnen. Nacli den Wabrnehmungen, die ich vom Boote aus anstellen konnte, scheint nur ein alluvialer Küstensaum vorhanden zu sein, der streckenweise mit Mangrove besetzt ist und landeinwarts Sagu- und Cocoswalder tragt.

Am Kap Saluku steht Oordieri I gneiss an, der von Karang überlagert wird. Das Gestein bildet dort an der Nordsoite des Vorgebirges, unmittelbar am Ufer, die oben ') erwahnten, niedrigen vom Hocliwasser überstromten Klippen. An der Südseite vom Kap Saluku sind etwa 20 m. hohe, fast senkreoht zum Meere abfallende Felswiinde von Oordieritgneiss entblösst, deren Kliifte ungefahr A—6' verlaufen. Die Karangbedeckung ist iiberall deutlich; stellenweise bat siuh am Strande eine durch Eiffkalk cementirte Gneissbreccie gebildet.

Der Karang besitzt in dieser Gegend eine sehr bedeutende Entwicklung, alinlich seinem Vorkommen auf dem benachharten Ambon und den Uliassem.

1) [mg. 128.

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Schon bei Luhu bemerkt man darin eine Reihe deutlielier Torrassen; südlich von diesein Orte sind letztere sehr scharf ausgepragt, am G. Lubulama ( ' 250 m.), welcher bis zum Gipfel von dieser Formation bedeckt ist und znrn Kap Emputi abfallt, um bier in ± 10 m. liolien, recbtwinklig zerklüf'teten Klippen zu endigen. Die Terrassen, welcbe am genannten Berge aucb von S lier im Profile besonders gut zu sehen sind, balten bis zum Kap Ana an; doch werden sie bier aufwarts, am Qehange des War au, undeutlicb. Der G. Saluku, am gleicbnamigen Kap (:' 300 m.), ist ebenfalls ganz von Riffkalk überlagert; die Terrassen sind hier wieder scharf ausgepragt; man nimmt daselbst voiu Meere aus auch zwei über einauder liegende Reiben von Höhlungen im Karang walir. Südlich vom Kap Saluku fallt das Gebirge zunachst mit schwacher Neigung zum Strande ab, und eine Strecke weit scbeint hier der jugendliche Kalkstein zu fehlen; dann tritt er wieder am Kap Laiima anf, woselbst er den abgeflachten Gipfel des G. Tenang (± 150 m.) bildet. Der Korallenkalk ist in dieser Gegend sehr heil, vielfach krei-deweiss, weswegen man ilm schon von der gegenüberliegendeu Küste von Ambon wahrnimmt; er ist reich an Tropfsteinbildungen; eine mit Stalaktiten bekleidete llöblung befindet sich am Nordabhange des Tenang nahe dem Gipfel. Am üfer stürzt die Formation stellenweise in etwa 30 m. hohen Klippen ab; aber daneben befindet sich die schon erwahnte') Hohlkeble des 1 ia tu Fana. Südlich vom Kap Lauma tritt abermals eine sehr deutlicbe Terrassenbildung von Karang hervor ; namentlich in der tiefen Bucbt im Süden des Tenang lassen sich die über ein-ander liegenden, alten Strandlinien vom Meere aus gut beobachten. Sie dürften hier etwa 200 m. Höhe erreichen, und nach den an der Westküste angestellten Beobachtungen liegt der Karang noch in unmittelbarer Nahe des Kap Sial ebenso hoch über dem Meeresspiegel. Aucb in der Gegend des Kap Hatamata sind alte, von Riffkalk gebildete üferterrassen wabrzunebmen; Eiuzelbeiten konnte ich bei meiner Küstenfabrt hier nicht untersuchen.

Das Liegende des Karangs wird am Kap Laüma von oliviuhaltigem Andesit gebildet, welcher unmittelbar im Süden des Waë Puti nnd nördlich vom Batu Fa na am üfer in einer auf 30 m. Ilühe geschatzten Felswand aufgeschlossen und von ' 20 m. machtigem Riffkalk bedeckt ist. Das Geslein ist durcb den Besitz einer dunklen, pecbahnlich glanzenden Glasrinde von 5 und mehr Millimeter Dicke ausgezeichnet, welche sich makroskopisch ziemlich scharf gegen die völlig matte, hellblaugraue Hauptgesteinsmasse abgrenzt und gleich der letzteren grosse Olivin-krystalle, ueben Feldspatb, enthalt. Etwas weiter nördlich liegen am Fusse des kleinen, über Karang abstürzendeu Falies Waë Puti Blöcke einer vulkanischen

1) Oben, pag. 153.

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Breccie. 8ie entlullt Fragmenle derselbeii Gesteinsart, die aber hier eine blasige Structur besitzt; ihr Bindemittel ist ein an Glasbrocken reicber Tuft'.

Olivinfreie Andesite kommen südlicb vom Kap Laüma vor; grober, ver-kitteter Vulkansclmtt dieses GesLeins scheint bier eine grosse Verbreitung zu be-sitzen. Ganz nabe der iiussersten Spitzo vom Kap Sial scblug leb unter anderen einen Andesit, welcber im Habitus den Bestandtbeilen der Breccie vom Wai; l'nti gleicbt und der eine abnlicbe Glasrinde besitzt wie das Gestein vom Kap Laüma; docb ist die Rinde gleicb der Hauptmasse blasig und von letzterer nicht so schart' geschieden wie bei dem oben angeführten, olivinbaltigen Andesite. Daneben kommen an demselben Orte in dem Vulkansclmtt Gesteine vor, denen die Glasrinde feblt und deren Oberflache rissig aufgespnmgen ist. Gerolle von Andesit flnden sich südlicb vom Kap Hatamata als Binscbliisse im Karang, an der Basis des letzteren.

Der Weg von Luhu nach Kam bell o fiibrt nur kurze Zeit über allnvialen Boden und schneidet dort aucli den Unterlauf des Ajer Manuru, dessen reichlicber Schotter vorherrscbend aus Peridotit besteht; daneben kommt Karang und vereinzelt Biotitscbiefer vor. Peridotit bildet sodann den Tome-to me Wem; er ist bier sowohl am Ostabhange als anf dem Gipfel aufgeschlossen, wird aber von Karang überdeckt, dessen Blocks überall umhorliegen und oben am Wege etwa 5 m. Durchmesser erreichen. Obwobl der jugendliche Kalkstein keine völlig geschlossene Decke bildet, so konnte dies in dem Profile docb nicht anders zur Darstellung gebracht werden; jedenfalls entspricht letztere durchaus dem gegen-seitigen Lagernngsverhiiltnisse beider Gesteine. Der Karang stellt eine der seewarts gekebrten Terrassen dar, deren Anwesenbeit schon vom Meere aus wahrgenommen werden konnte').

Am Westabhange des Tome-tome Weru führt der Weg wieder zum Ajer Manuru hinunter und dann eine kurze Strecke in dem Bachbette selbst weiter. Wo man dieses zuerst betritt, liegt am linken Ufer noch vereinzelt Karang; daneben ist polyëdrisch zerklüfteter Peridotit aufgeschlossen; aufvvarts feblt der Kalkstein, auch unter dem Schotter des Wasserlaufes, welcber wiedermn ganz vorherrscbend aus Peridotit besteht. Darin beobachtet man nicht selten grobkörnige, dioritische Adern, die aber leider nicht im anstehenden Gestein aufgefunden wurden. Zu den selteneren Geröllen des Ajer Manuru geboren ('ordieritgneiss und Glimmer-schiefer; sie sind vermutblich aus grösserer Entfernung angeftthrt, deun beim weiteren Anstieg zum Menapele fand sich zuuiichst noch eine ansehnliche Strecke

]) Vgl. oben, pag. 153.

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1(.)2

weit. nur Peridotit. Es ist nach alledem zu schliessen, dass der betreffende Abschnitt des Manuru in dasselbe Gestein eingescbnitten sei.

Peridotit l)ildet wiederum den böclisten Gipfel des Jlenapele und stelit dort am sobroffen Ostliange an; doeb ist bier ebenfalls Cordieritgneiss ia grossen polyëdrischen Blöcken angetroffen. Der Cordierilgneiss kommf aucb am AVestbange des Men ape le, etwas östlich vom Garuda Ketjil, vor; bis dabin stebt voin Gipfel abwarts nur Peridotit au. Nor weuig unterbalb der Spitze, in etwa 400 m. Meeresböbe, ist letzterer in Banken aufgescblossen, welcbe S 58°O streicben und unter 30° nacb AO einfalleu; der Weg ftibrt liier über ein sclimales Grat, und die steilen Hünge siud mit reichlicbem Scbotter bedeckt. Weiter abwarts, in der Niibe des Gneiss, ist der Peridotit in Serpen tin umgewandelt und stark zersetzt; dann folgt er nocbmals in friscbem Zustande am Garuda Ketjil, woselbst er die östlic.lie Knppe bildet. Die beiden anderen, niedrigen Koppen, welcbe sicb westwarts anschliessen und noch unter demselben Namen begriffen werden, besteben dagegen aus der bereits eingangs erwabnten, durch ein sebr sparlicbes Kalkcement verkitteteu Quarzitbreccie 1).

Unterbalb des Garuda Ketjil steben quarzreicbe Biotitscbiefer an, welcbe bis zur Ebene der Westküste anhalten. Gleicb oberbalb des Waë Tamua stellen sie auf dem Kopfe und streichen sie S 8°—18° O; weiter aufwarts worden sie nur in losen Blöcken und als Schotter beobacbtet2). Sie finden sicb dann ungeraein zablreicb als Gerülle im genannten, unfern Kambello miindenden Bacbe; ein/.eln wurden bier aucb Fragmente einer der oben beschriebenen sebr abnlicben Quarzitbreccie angetroffen. Das Ufer des Wai; Tamua wird am Fusse des Gebirges von einer etwa 8 m. hoben, an eingescblossenen Geröllen reicben, alluvialen Wand gebildet.

Die Küste zwischen Kambello und Kap Bial musste icb unter sebr ungün-stigen Verbiiltnissen untersucben; denn zeitweise stand bier eine derartig hobe Brandung, dass jede Landung ausgesclilossen war; ao anderen Orten, welcbe zur Ebbe/eit passirt wurden, erstreckten sicb mit Gerülle bedeck!e Flacben so weit ins Meer binein, dass dadurcb die Erreicdiung des anstehenden Gesteins vereitelt worde. Aucb die Abstande hessen sicli infolge scblechter Witterung und Strömungen nur sebr scbwer bestimmen. Die Unvollstandigkeit der Beobacbtungen an diesem Tbeile der Westküste ist um so mehr zu bedauern, als gerade bier das gegenseitige

1

pag. 130.

2

Dicso Beobachtungen waren zum Thoil nur doswegen möglich, woil der Weg ausgeknppt und der Wald stollcnweiso niedorgebronnt war.

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Lagerungsverhaltniss iler aut' II u am ual unterschiedenen Gebii'g'sg]ieder wohl am ehesten aufgekliirt werden könute.

Eine kurze Strecke südlicli von Kambello iat eiu ziemlicli bedeutender Aufsebluss von Peridotit am Ufer v orb an den; er zeig't auf dem Kopfe stehende Biiuke, welche A 18—^3° O streicben. Etwas weiter siidwiirts liegen ansehnlicbe Blöcke desselben Qesteins am Strande und kommt eine grobe, durcb Kalk cemen-tirte Breccie vor, welclie grosse Fragmente von Peridotit und Serpeutin entbalt. Hiernach ist die Verbreitung des Peridotits im Norden des Hatu Ta w a no auf der Karte angegebeu, wobei angenommen wurde, dass er audi in unmittelbarer Niihe der erwiihnten Hreocie anstebe, wahrend die letztere in der Zeichnung veruachliissigt werden musste.

Am Kap Ta wan o befinden sioh ungeheure, weit ins Meer bineinreicliende (i e rö 11 a blage rn n ge n von Diorit, welcher bier also zweifellos anstebt. Dasselbe Ge-stein wurde dann anstebend unmittelbar nördlicli vom Batu Lobang gefunden, in Klippen, welche zum Theil vom floebwasser überströmt werden und in polyë-driscbe Fragmente von allen Grossen zerfallen; sodann bildet es den Batu Po-bang selbst.

In unmittelbarer Niibe des letzteren muss indessen aucdi Peridotit anstelien, da sicb derselbe am Fusse der genannten Klippe und eine knrze Strecke nordwarts von bier in zablreicben Geröllea am Strande vortindet. Dazu gesellt sicb noch Glimmerschieter, welcher in dieser Gegend stellenweise ziemlicb haufig unter dem Scbotter des Ufers angetroffen wurde. Peridotit kommt dann wieder an einem kleinen Bache, welcher gleich südlicli vom Batu Lobang ausmündet, in grossen Blöcken vor, und solcbe Blöcke stecken auch in einer etwa 8 m. hohen Wand von kaffeebraunen Verwitterungsproducten, welche unmittelbar im Korden von der kleinen alluvialen Flacbe von El li aufgeschlossen sind und daneben Gerolle von Jaspis enthalten. Mir schien es bei der Küstenfahrt, als ob Peridotit nocli an ver-schiedenen ürten zwischen Batu Lobang und El li am Strande anstebe. Die genannte, alluviale Ebene ist die evste, welche man von Kambello aus siidwiirts antrifft; bis dahin ist das üt'or steil.

Siidlich von El li sind an verscbiedenen Orten vulkanische Breccien aufgeschlossen; sie bestehen aus porösen oder blasigen l)is schlackigen Augitandesiten, zum Theil mit Glasrinde, welche durcb Tuff verhuilden sind und den auf gleicher Breite anstehenden Gesteinen der Ostküste entsprecben. Diese Bildung wurde zu-nachst am Südende des Kap Makanopal angetroffen; das letztere scheint aber ganz aus ihr aufgebaut zu sein. Das Gestein, welches dort am Vorgebirge in steilen Wanden aufgeschlossen ist, machte vom Meere aus mindestens ganz den Eindruck einer Breccie, und am Strande tanden sicb am Südende auch keine anderen

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194

Qerölle als Augitandesit. Sodann selling ich Augilaiulesit an der Nordspitze des Kap Mulut, und audi in unmittelbarer JSfiihe des Kap Si al ist die vulkanische Breccie am Straade aufgeschlossen; auf der zwischeuliegenden Strecke wurden noch wieder Gerölle des Eruptivgesteins gesammelt, darunter olivinlialtiger Andesit.

Ausser Augitandesit kommt an der Südwestküste von Huamual noch Karang vor. Nürdlieh vom Kap Makanopal liat er bei Elli am Strande nur eino unbe-deutende Ausdehnung; am genannten Vorgebirge selbst bildet er im Meere einen isolirten Felsen welcher das Eruptivgeslein iiberlagert. Von dort bis zum Kap Mnlut bemerkte ich keinen gehobenen Eiffkalk; die Küste, an der stellenweise steile, bis 40 m. liobe Felswiinde entblösst sind, sciiien mir vielmehr vorn Boote ans in dieser öegend überall aus der am Kap Maka nopal aufgescblossenen Breccie zu bestehen. Südlich vom Kap Mulut erreicht der Karang aber eine ganz bedeutende Entwicklunp;; er halt bier am Strande ununterbrochen bis zu dem

Ankerplatze, welcher sich in nachster Nahe des Kap Sial befindet, an und bildet dort land-einwarts ein auf200 m. geschatztes Plateau, welches sowohl naeh Westen als nach Süden senkrecht abgebrochen ist und streckenweise Felswiinde von leuchtendem Weiss zeigt. Am Strande selbst stösst der Karang zwischen dem Ankerplatze und Kap Mulut fast überall mit steil abgebrochenen Wiinden, deren llölie ich an verschiedenen ürten auf 8 m. schiitzte, ans Meer, und da das Land in der Niilie des Ufers sehr niedrig bleibt, so liegt die Annahme vor der Hand, dass die Küste hier von einer gehobenen Brandungsterrasse gebildet werde. Dort, wo ich das Land betrat und zwischen dem Karang die Andesitgerölle auflas (vgl. Karte), liess sich das Vorhandensein der Terrasse auch feststellen; landeinwiirta scheinen daselbst noch zwei andere zu folgen. Am Meere ist der Eiffkalk wie gewöhnlich unterwaschen, und in den gehobenen 1'artieen bemerkt man ebenfalls vom Wasser aus eine Anzahl ansehnlicher llöhlungen. Sein Liegendes, welches am Uier nur in unbedeutenden Aufschlüssen zur Beobachtung gelangte, scheint lediglich das erwiihnte vulkanische Gestein zu sein; ich fand mindestens keine Andeutung von dem Vorhandensein einer anderen Bildung. Uebrigens konnte ich die ausserste Spitze von 11 uamu al, das Kap Sial, nicht uutersuchen.

L

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195

5, BIIANO.

TJeber die kleine fusel Buano, welclie sich westwarts an Seran anschliesst, babe ich nur wenige Mittheilungen zu machen, die sicb auf eine einzige Excursion vom Hauptorte nacb der Nordwesteclce des Eilands grimden.

Am Landungsplatze des üorfes steht Karang in maebtigen Partieen an, des-gleicben eine Strecke weiter nordöstlicb von hier in der Nabe des Strandes, wo-selbst der Pfad zum Ajer Labuan abzweigt. Das Gestein ist an diesem Orte in einer dem Meere zugekebrten Stufe aufgesclilossen; drei andere Stufen, welcbe weiter aufwiirts folgen, siud ganz von Alluvium bedeckt. Am Nordabfalle der höcbsten Bodenwelle (74 m.) kommen im Wege zalilreiche plattige und polyödrische Broeken eines durcli die Verwitterung porös gewordenen Kieselgesteins vor, welches hier jedenfalls anstelit. Dasselbe ist von Sponr/iennacleln, welche stellenweise au der Oberflacbe berausgewittert, meistens aber uur noch im Abdrucke zu erkennen sind, dicht erfüllt. Dabei iat dor Steinkern des Acbsencanals sebr oft im Innern der durch Portführung der Skeletelemeute entstandenen Hohlréiume erhalten geblieben, so dass die Deutung dieser Beste leicht wird. Andere, rundliche Poren und Kürpercben weisen auf Racliolarien bin, ohne dass deren Anwesenbeit sicber festzustellen wiire. Das Gestein erinnert durch seine organische Zusammeusetzung an die Kieselkalke und Hornsteine der Nordwestküste (549—553) '), und vermuthlich handelt es sicb um deuselben Scbichteucomplex.

Eine kurze Strecke weiter nordwarts kommen noch sparlich kleine Gerülle von Quarzitschiefer vor; aber anstehendes Gestein ist in dieser Gegend nirgendszu beobachten, bis au einem kleinen Bache wieder Karang auftritt. Letzterer enthiilt einzelne, aber vortrefflich erbaltene Ueberreste von Lithothamnien. Endlich erlangt der alte Eiffkalk auf der letzten, flachen, zum A. Labuan abfallenden Bodenwelle eine bedeutendere Entwicklung. Hier steben überall lüclirige Karangblöcke mit grauer Verwitterungsrinde, welche der betreflenden Fliiche den Cbarakter einer alten Brandungsterrasse verleihen, aus dem Grase hervor. Obwohl niebt der Nacbweis gefübrt werden konnte, dass liier wirklich eine gescblossene Decke von gehobenem RifTkalk vorhanden sei, so liess sich das Vorkommen in dem beigegebenen Profile doch nicht gut anders darstellen. Es ist obnehin unwesentlich, ob eine derartige Decke oder nur lose aufliegende, zerstreute Karangblöcke angenommen werden. Jedenfalls befand sich in dieser Gegend in quartarer Zeit eine Meeresbucht, welche im Südwesten durch den concaven Jiand des benachbarten Gebirges begrenzt wurde.

Am Ajer Labuan ist das Ufer vorherrschend schlammig mul nut Mangrove

1) pag. 109 u. 170.

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196

besetzt; docli steht auch hier nocli hin vind wieder Karang, in tlem man bis-weilen deutliche Ilohlkehlen walirnimtut, an, Seine Maolitig'keit scheint nicht mehr als 15 xn, zu betragen. Die Ilöhen im Umkreise der Bai von Tundona tragen dagegen einen ganz anderen Oharakter, obwohl auch sie aus Kalkstein aufgebaut sind.

Am Fusse des Hatuana stehen feste, split trig brechende, dichte Kalksteine, vvelche zahlreiche kleine Adern und Nester von Kalkspath entbalten, an. Ihre Farbe ist braungrau, stellenweise fleischroth gefleckt oder geflammt; makroskopisch erkenn-bare Versteinerungen sind nicht vorhanden (500 u. 507). An der Oberflache sind zwar vereinzelt astige, an Korallen erinnernde 1 'arl ieen lierausgewittert (509), aber weder makro- noch rnikroskopiscbe Prüfung vermochte die organische Natur dieser Gebilde naher zu erweisen. Aucb im Dünnscbliffe aus der übrigen Gesteinsmasse liessen sich nur undeutliche Raste von lladiolarien, Foraminifercu und Bryozoen (?) wahrnehmen.

In dem genannten, festen Kalksteine befinden sich am Ufer der Bai rostbraune, poröse bis löchrige Massen, welche einen ganz abweicbenden Cbarakter besitzen und den Eindruck grosser, unregelmüssig begrenzter Einschlüsse des Hauptgesteins machen. Bei naherer Betrachtung erweisen sie sich als ein durch reichlichen Kalkspath verkitteter Sand, welcher einzelne grossere, aber selten 1 cm. Durcbmesser erreichende Gesteinsfragmenle einschliesst; die Hublnngen sind von Kalksinter ausgekleidet; stellenweise kommen schün erhaltene Kalkalgcn vor (508). Diese porösen Partieen haben mit der Hauptgesteinsmasse des Uatuana augeuscheinlich nichts zu schaffen, obwohl sie mit ibr innig verblinden sind. Icb betrachte sie als eine sebr jugendlicbe Bildung, welche die Höhlungen an der Aussenseite des alteren Kalksteins angefüllt liat; demi die Oberflache des letzteren erinnert an diejenige des Karangs und konnte somit leicht die jüngeren Absatze in sich aufnehmen.

Dieselben iilteren Kalksteine, welcbe am Fusse des Hatuana beobachtet wurden, stehen audi an der gegenüberliegenden Kilste auf der kleinen Insel Pua an, woselbst sie streckenweise senkrecht zum Meere abfallen (510—513). An einigen Stellen sind hier organische Reste lierausgewittert. Sie stellen dicht gedrangte, mit den Wanden verschmolzene Röhren dar, deren unregelmiissig rundliche oder elli]i-tiscbe Querschnitte mitunter zur polygonalen Form neigen und deren Oeflnungen etwa 1/J mm. Durcbmesser besitzen. Weder Querböden noch Sternleisten sind walir-zunebmen, obwohl die Structur iin Schliffe ziemlicb gut erhalten ist. Icb halte diese Fossilien für Bryozoen (511). Winzige, kugelige Gebilde sind ferner in diesen Kalken nicht selten, doch liess sich iiire Natur nicht feststellen; die Möglicbkeit, dass es Radiolarien sind, ist allerdings nicht ausgeschlossen. Bisweilen ist die ver-witterte Aussenflache des Gesteins tuit den oben1) erwahnten, nadelstichartigen

1

img. 155.

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1(J7

Löohern verselien (512). Stengelige Aggregate von gelblicliein Kalkspath, welclie am östlichen Geliiinge \'on Pulu Pua unter dem Schotter der alteren Kalksteine vorkommen, entstammen vermuthlich derselben Ablagerung.

Diese Kalksteine sind massig und unregelmassig zerklüftet, gleich dem Karang; Schichtung ist nirgends lieobachtet. Die eigenthümliche, duroh Erosion hervorge-brachte Riefung ihrer Felswande wurde solion oben erwiibnt1); sie verleilit der Formation einen eigenartigen Cliarakter und lasst sicli von der J5ai aus Iris znin Gijifel der Berge vou Buano und Pua wabrnehmeu. Denn nicht nar am üfer sind bis 50 in. hohe Aufsehlüsse vorhanden, sondern kahle, graue Felswünde treten überall an den ausserst steilen Höhen hervor. Ihre grosse Gleichartigkeit rechtfertigt die Aunahme, dass nicht uur der II atu ana sowie die Nord- und Ostküste vou Pua, sondern auch die übrigen Berge im ümkreise der Bai vou Tundona, besonders der Taïna und Teha, aus denselben Kalksteinen aufgebaut seien. Vermuthlich besitzen dieselben im sttdwestliohen Theile von Buano eine noch grössere Verbreitung, denn das Relief der Landschaft weist darauf hin 2).

An der nordöstlichen Ecke von Pua sind in vertikal abgeschnitteue Felswande zwei sehr scharf ausgepriigte Strandlinien eingegraben; darüber ist in etwa m. Hohe noch eine dritte angedeutet:!). Am östlichen Ufer dieser kleinen Insel befindet sich eine auf 10 m. geschatzte Uferterrasse von geringer Breite; au ihrem Fusse lianen die Korallen. Am Nordweststrande von Buano lass ich wieder angespülten Bimsstein auf.

13

1

pag. 155. 2) Vgl. Theil I, pag. ICO.

2

3) Abbildungon dicser Strandlinien hubo ich schon friibor gegeben : llctlncr, Googr. Zeitschr. II, 185)0, pag. 305.

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EKLAUTERUNG DER TAFELN.

Die Vci'grnsscrung von 1—5 auf Taf. VI ist 40 X , diojenige von 3« dagegen 240 X- Dio Pliotogni|il)ieen nul' dioscr Talbl sind vou Herin E. D, van Oort hergostellt, dio Zeichnungen aul'Tal'. VII von llerrn Dr. H. \V. de Graaf.

Taf. VI, Fig. 1 u. 2. Gefaltolto Glimmerscbiefer aus dern Tana. (N0 590 u. 592). — Scito 130,

Taf. VI, Fig. 3 n. 3it. Kalkgerolle vom Lam as i mit Uhizopodenrosten, besonders Radio-laiien, womnter Sphaermown. (N05fi1c), — Seite 172.

Taf. VI, Fig. 4. Kalkstein von Sawaï; raetamorphosirter Protozoonschlaram. (No 691). — Seite 104.

Taf. VI, Fig. 5. Globigerinonkalk von Pasania. (Nquot; 083). Seite 109,

Taf. VII, Fig. I u. 2. f-'chrafïirte Oberflüc.ho an Kalksteinen vom Kap HÉituëna, ver-iiiutlilicli dnrcli Algen licrvorgebraclit. Vergtusserung 4 X' Seite 155.

Taf. VII, Fig. 3. Zerquotscbter Qnarzit vom Garuda Kotjil, Vergrösserung 2 X. Seite 130.

Taf. VIII. Bliek auf den Supun, von Sawaï aus. — Seite '108.

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LISTE DER ÏEXT131LDER

Fig. 21. Wallacegebirge, vom Batu Kapal geselion. — Seito 114.

Fig. 22. Wallacegebirge, von Atnaliei gesohon. — Seito 11quot;).

Fig. 23. Bliek von Pirn auf Gross-Seran. — Seite HO.

Fig. 24. ilühen bei Saduruë, gesehon von — Seito \\1.

Fig. 25. Ausblick vom K rise pa. — Seite 117.

Fig. 26. Ausblick von der Mündnng des Waë Llta nacli Osten. —• Seite 120.

Fig. 27. Gebirge an der Hai von Slemann, — Suite 121.

Fig. 28. Aasblick von der Mündung des Wae Uta nach Westen. — Seite 121.

Fig. 29. Silhouette des Sa i p u ti hu li u. — Seite 122.

Fig. 30. Silhouette des l'lachkopfs. — Seito 123,

Fig. 31. Ausblick von Piru nach Huamnal. — Seito 125.

Fig. 32. Bliek auf 11 uani ual, südlich vom Naga, — Seito 125.

Fig. 33. Huano, von Kawa gesehen. — Seite 127.

Fig. 34. Gebirgslaml bei Raibobo, gesehen von SO. — Seite 14«.

Fig. 35. Garuda Besar, gesehen von Karabello. — Seito 147.

Fig. 36. Batu Lobang. — Seito 151.

Fig. 37. Torrassen bei Wahaï. — Seite 153.

Fig. 38. Erosionskehle am llatu Supun. — Seite 153.

Fig. 39. Regenrinnen an Kalkstein. — Seite 155.

Fig. 40. lilick von der Südwestküste lluamuars auf H. Sial, Ambon u. P. Tig Seite 194.

Abgeschlossen lm Januar 1902.

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K. Martin, Reis en in den Mo lukken. Ge oio sie.

Karte III

10

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128° O r.Gr.

übep einen ïheil von

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Dasflypothelische ist horizontal (jeMrichclt. Arc/iacisch und Granit

Maas stab 1:300000

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REISEN IN DEN MOLÜKKEN,

IN AMBON, DEN ULIASSERN, SERAN (CERAM) UND BURU.

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REISEN IN DEN MOLÜKKEN,

IN AMBON, DEN ÜLIASSERN, SERAN (CERAM) ÜND BÜHÜ.

CEOLOeiSCIIEIl THEII;,

K. MARTIN,

Prlt;gt;ft'Xsot' fiir Gculoijic an der Vnivrrsildf zu Tf nlrn.

MIT () KAltTBN, I PKOKIhl.lMH, 1 Tl TAFUIjN UN1) -12 THXTlilliDEKN.

Hhiiausouiiukkn mit Um'HBsrüTZUNG iikk Nikiieki.anixsoiikn HioinKitiiNci.

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liUCIlllANDLUNi; UND DIlUCKKIli:! E. J. HUI LL

LEIDEN — 1903.

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BUCHHANDI.UNQ UNI) DRUCKEREI vomals K. .1. BllU.I,.

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I

1 N n A L T.

AMBON UNI) DIE U LI ASS Ml

NEDST EINER PROFILUNIE DES NüUDLIOIIEN 1IALMAHERA.

Seite.

Literatur........................................................I ■

Orographischo Gliedorung..........................................5.

Ambon......................................................C.

Haruku......................................................I'1'

Saparua......................................................1

Nlisalaut...........................10- 'j

Goognostische Uobersicht.....................18

Periilotit...........................19.

Gneiss nnd Glimmerschiefer....................

Biotitgranit..........................-j- I

Biotitdacit..........................2;).

Pyroxonandosit.........................29.

Pyi'oxondacit.........................•

Aeltere Sedimonte mid Diabasgesteino.................35.

Tertiiu'o Kalksteine mit Radiolarien..................

Karang (Quartiir)........................37.

SU'andvorschiobung......................./»/K

Vulkane............................/'9.

Ambon und die Vulkanreiho von Halmahora (tiierzii Panorama des nördlichen

Halmahera)...............................

Nutzbaro Minoralion.......................

Einzelboobachtungen.......................65.

Aut' Ambon..........................,

Halbinsel .................................'j'1

Halbinsel .............................

Auf Haruku..........................

Auf Saparua..........................sl-

Auf Nusalaut.........................S8-

Erlflutorung dor Tafeln......................94.

Listo dor Toxtbildor.......................95.

Boilago: Ueber dio Untersiicbung des zu dor llobonbestimmnng bcnutzten Aneioiiles

und die Berechnung der Huhen, von Dr. L. 11. Siertsoma.........90. ■L|

Nachtrag zu Ambon und don Uliassern........................99. I^j

Mikroskopisclie und chemische Untersiicbung einiger Gestoinsproben vom Wawani

und vom Ka|i Assul, auf Saparua, von Ford, von Wolff........I'H.

SERAN UND BUANO.

Litoratur............................^0quot;'

Orographische Gliodorung.....................1•

Goognostischo Ueborsicht.....................'2.S.

Gneiss und Glimmerschiefer....................12S.

I t-

VI

I

#

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IN HALT.

Sfciio,

Amphibolit..........................131.

Grau wacke..........................132.

Kalksteine dor Wasserscheido....................134.

Kalksteino von unbekannter Stellung.................135.

Kieselkalkformation.......................136.

Bunter Globigerinenkalk.....................141.

Karang...........................142.

Jüngste Bildungen.......................143.

Granit............................144.

Peridotit...........................145.

Diorit............................150.

Augitandesit.........................152.

Strandverschiebung und Erosion...................152.

Zusaramenfassung...... .................156

Einzolbeobachtungon.......................157,

Profil durch die Insel......................157.

Beobacbtungen an der Nordküste..................164

lm Süden von Gross-Seran.....................180

lluatnual...........................187.

Buano............................195

Erlauterung dor Tafeln......................198

Listo der Toxtbilder.......................199,

BURU UNI) SEINE BEZIEHUNGEN ZU DEN NACHBARINSELN.

Qoographisches..................................................203.

Einzolbeobachtungen.......................217.

Profil durch die Insel......................217.

An der Südküste........................231.

Die Nordwestecko von Burn........................................233.

Das nordöstliche Bum und die Nordküste..............................238.

Q-oognostisehe Uoborsicht..........................................246.

Krystalline Schiefer und Phyllite....................................246.

Grauwacke....................................................249.

Sandsteine mit eingelagerten Kalkbiinken, von Ambon...........251.

Burukalk... ..............................................252.

Mesozoische Versteinerungen........................................258.

Jüngere Kalksteine.......................261.

Jüngere Sandsteine, Conglomerate und Sandkalke.............2(56.

Alluvium......................................................267.

Massengesteine..................................................268.

Allgomeines......................................................268.

Einbrüche....................................................268.

Erdbeben......................................................275.

Neovulkanische Gesteine .......................................276.

Heisse Quellen..................................................282.

Hebungen....................................................283.

Schlussfolgerungen..............................................287.

Erliiutorung der Tafeln............................................289.

Liste der Toxtbilder.......................290

Heilage: Untersnehung dos Wassers vom Ajer Panas auf Saparua und vom Gassit auf Burn, von ï. M. van Bemmelen.................291.

Schlusswort. ..................................................294.

VI

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VORWORT.

üeber lieisen, welolie icli in den Jahren I.S91 und 1892 in den Molukken unternahm, veröffeutliclite icli bereits einen ausfïïlirlichen, cïnc. Schilderung omi Land und heulen entlialtenden liericht. Derselbe wandte sieh an einen weiteren Leserkreis, und die Geologie ist darin im Wesentlichen nur insot'ern berücksicb-tigt, als bei der liescbreibung der bereisten Gegenden eiuige allgeraeine, zum Verstiiudniss der Landschaft erforderliche, geognostisidie Angaben herangezogen wurden. Im Folgenden sollen nun die rein geologischen und geograpbiscben Mesul-tate zusammengestellt werden, derart, dass dieselben gleich der Scliilderung von Land und Leuten einen selbstündigeu Band bilden; aber es braueht kaum bervor-geboben zu werden, dass beide Tbeile sicb vielfacb ergiinzen, da sie der Natur der Sacbe nacli eng zusaiumengebören und aucb vom Verfasser als ein einziges Werk gedacht wurden. Die besondere Herausgabe eines jeden der beiden Bilnde findet nur aus üusseren Zweckmassigkeitsgründeu statt.

Es ist hinreichend bekannt, dass geologische l'ntersucbungen in den Tropen rait ungleich grosseren Schwierigkeiten gepaart gelien als in unserem Kliiua, da die Aufschlüsse in der Regel sebr unvollkommen sind; tiefe Zersetzung des Bodens und eine dichte Vegetation erschweren die Beobacbtung. Konimt uocli, wie im gegebenen Falie, binzu, dass das Land geologisch so gut wie unbekannt war und in sebr flüchtigen ileisen durchkreuzt werden musste, obne dass sich Qelegenheit zum wiederholten Besuchen der wichtigsten Punkte geboten hiitte, so wird es Jedem verstandlich sein, dass eine ganze Ueihe von Fragen, webdie sicb dem Beobachter bei mehr vertieftem Studium aufdriingen, im Folgenden unbeantwortet blieben. Es konnte sich nur darum handeln, zunachst die bauptsücblichsten Ge-birgsglieder, welche an dem Aufbau der betreöenden Eilande Tbeil nebmen, kennen zn lernen, um dann an der Hand ihres Vorkommens eine sebr robe und in mancher ïïinsicht lückenbafte Skizze der geologischen Verbaltnisse zu eutwerfen.

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VOnWORT.

Sollte eine derartige Arbeit aber von dauerndem Nutzea sein, so war es meines Erachteus in erster Linie erforderlioh, Jelt;le Beobactitung olme irgend welche hypothetische Zugabe au der Hand der zurückgelegten Wege genau zu localisiren. In diesera Sinue find die Einzelhcohachtungcn zusaramengestellt und die Routenkarten gezelchnet; denn beides raacht es niclit nur dem spiiteren Forsohungs-reisenden leicht, zur weiteren Vollendung des geologlschen Bildes an melne TJn-tersuchungen anzuknüpfen, sondern es liegt darln zngleich für den Leser eine Controle über die Zuverliisslgkeit der allgemeineren Darstel hingen. Daas ich auch bei letzteren der Hypothese so viel wie raöglich aus dein Wege ging und class lob sie dort, wo sie sicli aufdriingte, ralndestens genau als solche charakterisirt habe, dürfte beira Studium der betreflenden Abschnitte leiclit ersiebtlich sein. Nur bei der Construction der Ceberslchtskarte ist der Hypothese etwas mebr Platz eingeriiurat, aus Grimden, welche Ira Texte naher ervviihnt wurden; aber auch bier babe ich wirkliche Beobachtungen und Verrauthungen raöglicbst geschieden.

Die raikroskopiscbe Untersuchung der von rair gesarainelten Qesteine wurde bereits von Herrn Dr. ,J. L. C. Schroeder van der Kolk ausgefübrt und an den unten nilher bezeicbneten Orten veroffentlicht'). Derselbe hat nach Brledigung seiner diesbezüglic.hen Studiën auch raeine gauze petrograpliische Sammlung ira Wesentliehen durclibestiramt, so weit dies eben obue Kenntniss des geognostiscben Vorkoraraens nacli Splittern und Schlitlen raöglich war. Ich sjirecbe ibin für diese sobiitzenswertbe Mitwlrkung, welche rair bei der Zusaiuraenstellung meiner eigenen üntersuehungen von so grossem Dienste war, bier gerne meinen allerverbindlich-sten Dank aus.

Dass eine nach rein litbologischen Prineipien erlolgte Bestlramung indessen nicht immer genügend war, ura zu einer eudgültigen Qruppirung' zu gelangen, versteht si(di von selbst, zumal dort, wo es sich um neovulkanische Qesteine liandelte, welche ibrer inineraliscben Zusarauiensetzung nacb in einander verlaufen. Die Qesteine, welche den von mir unterscbiedenen (iebirgsgliedern angebören, habe icb deswegen auf Grund einer reichen Sammlung von Handstücken ira Fol-genden nocli kurz makroskopisch charakterisirt. Zur Vermeidung überllüssiger Wiederholungen sind die durcb ilerrn Dr. Schroeder van der Kolk raikroskopisoh geprüften Vorkomranisse bierbei einfacli iiuter Angabe der Fandorte aufgeziildt, wilhrend für weitere Einzelheiten auf die citirte Ai'beit verwiesen ist. Auf diese Weise werden sich die beiderseitigen Üntersuehungen in gewünschter Weise ergtinzen.

vtn

Die auf eine grosse Zahl von Aneroïdablesungen basirten Höbenberechnun-gen wurden in sorgfaltigster Weise von Herrn Dr. L. H. Siertsema ausge-

1) Vgl. tien Abschnitt „Litcrnturquot;.

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VORWORT.

fiihrt'), welclier mir bereits für den ersten Tlieil dieses Werkes seine llilte ver-liehen hatte; aber wiilirend ivülier uur einzelne Zuiden für die Ilëlieulugen der wichtigsten i'unkte herausgegriffen wurden, sind Jetzt Heihen fortlaufender Beob-achtungen bereohnet. Dadurch liaben die frülier publioirten Werthe einige unbe-deutende Aenderungen erfahren, welche indessen für die im ersten Bande enthaltenen Schilderungen ganz bedeutungslos sind. Andererseits dürften die jetzt vorlie-genden Höhenangaben auf einen hohen Grad von Genauigkeit Anspruch erheben, und jedenfalls genügen die beigefügten Profile allen Anforderungen, die man bin-sichtlich des ileliefs vora geologischen Standpunkte aus stellen muss.

Sodann bat micli Herr Dr. D. liüst durch eine vorliiulige Untersuchung der reiedien Radiolarienfauna, welche sioh in einem Jungen Kalksteine von Ambon fand, unterstützt. Leider war es dem gewiegten Radiolarienkenner unmögliob, die eingehendere und gewiss mehrere Jabre erfordernde Bearbeitung des Materiales auszuführen; doch verdanke icli ihm hieriiber einige wichtige Notizen, die mir ucbst Praeparaten in liebenswürdigster Weise zur Verlïïgung gestellt wurden.

Endlich erhielt ich vom Herrn Leutnant zur See H. Posthumus Meyjes ein werthvolles Material für die Herstellung der Karten, über das weiter unten bei Gelegenheit der orographischen Beschreibung Naheres mitgetheilt werden soil.

Es ist mir eine angenehme Pflicht, allen genannten Herren für die auf solclie Weise verliebene ünterstützung an diesem Orte herzlichst zu danken.

Die Abbildungen, welclie dieser Arbeit beigegeben wurden, sind siimmtlich lïeproductionen von Photographieen und von Zeichnungen, die ich an Ort und Stelle selbst angefertigt habe.

Leiden, im Januar 1897.

1) Vgl. hieriiber die Heilage und ferner: L. H. Si er taenia, Over temperatuureoëffieieuten van Naudet'sche aneroïden. (Kon. Akad. v. Wetensch. tc Amsterdam, Verslagen en Mededeelg. 1896, pag. 233).

IX

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A M B 0 N

UN ii diis

U L I A 8 8 E R.

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S R RAN iiNi) BUANO.

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B U l{ U

IM) BHINU MK/.IKllI NilHN 7.\ DEN

N A C H 15 A RI N S E igt; N,

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G E O GRAPH ISCH ES. 'gt;

Die geograpliisohen Beobaohtungen, welc.he icli aut' «Ier iieise in mul urn Bum ansteilen konnte, bescliranken sich im Wesenllichen auf die Durcliquerung des centralea Insellheils in «Ier liiclitung' von Nord nach Süd, auf die weitere ümg'ebung von Kajeli, eine Fahrt den Waë Apu aufwiirts und die Kenntniss der Küstenstrecke, welc.he man passirt, we nu man ausg-ehend vom Kap Fusan das Eiland in westliolier Uichtung l)is Tifu unifiihrl. Das südöstliclie 1 iuni blieb mir giinzlich unbekannt, und icli bin weit entferut, eine orograpbische l ebersicbt über die gauze insel geben zu können. Da die Beobacbtnngen iiberdies selir ungleieb-wertlug sind, so scheint es am besten, die durcliforscliten (:iebiete gesouderi zu bebandeln, wobei t'ür alle weiteren, die Landschaft betredend en Einzelheiten auf den ltcn Tbeil dieses Werkes 1) verwiesen werden kann.

Das mittlei'O IJurn. Das Profil (Karte VI), welches dnndi das mittlere Buru entworfen wurde, ist ein Profil des zurückgelegten Weges mit seinen siimmtliehen Krümmungen; es entspriclit also keineswegs der directen Verbindungslinie zwischen Nord- und Südküste. Heine Langen sind geschiitzt, wobei die Wegstrecken glei(di-zeitig unter fortwahrender Benutzung des Compasses mit Hilfe einer vorangetra-genen Fahne gepeilt wurden, und zwar waren die so gescbiitzten einzelnen Strecken sebr klein, besonders im Urwalde. Demgemiiss setzt sieli die unterwegs in grossem

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1

„Eine Schilderuny von Land und Lnutenquot;, im Folgénden als „Reisebprirhtquot; vxixxi. Vielegeographisehe Einzelheiten, welohe dort bereits erwiihnt sind, werden an diesem Orte übergangen, da es sich hier uur um ein allgemeines Uebersiehlsbild handelt und Wiederholungen vermieden werden sollen, soweit dies mit Riieksicht auf das Verstiuidniss des geologisehen Theiles überhaupt möglieh ist.

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Maasstabe entworfene Profillinie aus einer ungemeiu grossen Anzalu von Theil-stiioken, welche eine fortwillirende Richtungstinderung angeben, zusammen; iu sie wunten die gesammelten Gresteinsaummém und alle anderen fiir die Construction des Wages erforderliclien Beobaclitnngen eingetragen. 'I'rotz der unsügliclien Mübe, welche aul' die Hchiitzungen und Peilungen verwendet wurde, genügten aber die Beobacbtungen nicht l'ür den EntAVurf einer in allen Einzelheiten genauen Marsch-ronte; ilenn die Schiitzungen erwiesen sich bei den ungeheuren Terrainschwierig-keiten als t'iir einen solclien Zweck niclit hinreichend zuverliissig, und icli war nicht in der Lage, astronomische Ortsbestimmungen, die sich im dichten Walde ohnehin nicht hutten machen lassen, anzustellen. Die Schützung der Qesanimtliinge des Weges im Profile ist jedenfalls nicht zu hoch, vielleiclit eher etwas zu niedrig, doch dürfte sie sich nicht allzuweit von der Wahrheit entfernen. Desto mehr Vertrauen verdienen die Höhenangaben; denn t'iir 14(3 I'unkte des Protils ist die B ölienlage mittlest Aneroid berechnet, ') und das Prolil selbst trtigt die Controle der Brauchbarkeit dieser Berechnungen in sich: Verbindet man den i'unkt, an dem der W. Ni be überscbritten wurde, einerseits mit der Flussmiindung am Nordstrande andererseits mit seinem Austlussp unkte aus dem Wakollo-See, so liegt je der der zablreichen Büche und Wasserrisse, welche in der Nühe des Hauptstromes a'ekreuzt wurden, ober hal b der ffenannten, ilas mittlere (lelulle des Wr. Ni1)o

0 7 o

angebenden Verbindungslinie. Somit dürfte die tiier entworfene Ijinie spiiteren Forsctiern wohl von einigem Nvitzen sein; die geognostischen Beobacbtungen sind jedenfalls an ihrer Hand derart festgelegt, dass sicli die in Betracht kommenden

1 'unkte iibersehen und zurücktinden lassen. Der scliarfe öegensatz des Reliefs, welcher sicli nördlich und südlich vom Wakollo-See zeigt — einerseits zalil-reiche, tiet' eingesclinittene Schluchten, andererseits ein bequem begehbares Gebiet — bat, wie unten naher zu erörtern ist, seinen Grund in dem geognostischen Aufbau des Landes.

Der Unterlauf des W. Ni be musste umgangen werden; deswegen stiegen wir zunüchst den G. IMtigawa hinan, und der erste von rectits kommende Xebe^illuss, der W. Samleko, wurde hoch obeti im Quellengebiete passirt. Jetzt wandten wir uns auf weitem Umwege dem W. .\ ibe zu, kreuzten den W. Nebo sammt seinen Zuflüssen W. Bobbo und W. Ifenwaïn, darauf den W. Hangan, W. Kibo und Waëltane und bekamen endlich, wenige Minuten nach dem I'eberscbreiten des letztgenannten Xebenttusses, den Hauptstrom zu Gesictit. W. PI és sa und W. Likusama wurden an der Einmündung in den W. Nibe überscbritten, letzterer auf schwebenden iirücken, welche zu diesem Zwecke an der stellen üfenvand des

1) Durch S i e r t s e ma; vgl. oben, pag. 96.

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Flusses aufgeliaugen waren: daim musste der W. Ni be an der Miindung' deis W, Danga abermals verlassen werden. Der Wee; fülirte nun im lietle des letztoenanuten

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Nebenflusses in siidostliclier Uichtung aufwiirts, dann wieder nacli SU'' iiber den W. Fanabo, ') Kaminwaël, W. Tsafe, W. Halianund Walutmaba zu dein Punkte, wo sicli der W. Erro in den Hauptstrom ergiesst. Ein wenig aufwiirts von hier, wurde der W. Ni be überschritten, und der Weg fübrte nun stets am linken Ufer und meistens in niudister Niibedes Stromes bin, bis wir zum W. Grabe gelang-ten. Die linken NebenHüsse, welclie auf dieser iStrecke passirt wurden, tragen die Namen W. A])u (aucb W. Kabo genannt), W. Ngenga, Waëlkadar mitdem Nebenbache W. Lesnela, W. Hakniku, Waëlsehu, Waölnipa, Waël-panga, W. Lata, Warora und W. Kateffa: dann folgen noch ungenannte Wildbiiche {sangwaru).

Da der Weg siidlich vom G. Pitigawa nicht iiber den Gipfel des Gebirges fiihrte, vielmehr vom W. Bobbo al) tief eingescdinittene Wasserlüufe in der Nühe des Hauptstromes kreuzte, so muss das gauze Gebirge weit Indiër sein als das construirte Profil. Vermuthlich dehnt sicli vom Nordstrande bis Wakollo ein plateauartiges Land von etwa 800 m. Meereshöhe aus, woriiber sicb noch einzelne höhere Gi]del hinausheben, wie die aul' ± 1100 m. geschiitzten Berge hu Norden des Wak oil o-Se es. Einen holten, abgeflachten Gipfel, welche 8 08° // von dem Punkte liegt, an dem der W. Nibe gekremt wurde, sc.hataie ich auf 1000 m. Nir-gends wurden soliarf aufragende Spitzen gesichtet; die IVolllliuieu zeigen vielmehr ein Hachwelliges Relief au. Das gilt ebenfalls für das Gebirge, welches westlieb vom G. Pitigawa am linken l ier des W. Nibe liegt, und ist eiue Folge der geringen Seitenerosion im l'rwalde, trotz des tiefen Kins(dineidens der Wasserlüufe. Gebirge, webdie gleicb schwierig zu begehen sind wie ein europaeisches Hocligebirge, machen aus der Ferne den Eindruck, als oh in ibnen kaum Terra i nbi ndernisse zu fiber winden waren. Der plateauartige Oharakter des nordlichen Burn tritt aucb bei der Fahrt von Waëmangi ostwiirts bervor, so u. a. in der Gegend des T j. Wamlana, von wo aus man den Kapala Latamiha und das südwarts sicli anschliessende Gebirgsland ühersieht. Der Nordbang des Gebirges ist bis reichlicb 500 m. Meereshöhe von lichter Waldung bedeckt; dann folgt bis zum Wakollo-See ununter-brochener l'rwald.

Den Wakollo-See lernte ich infblge der Schwierigkeiten, welcbe die Ein-wobner seiner Intersucbung in den Weg steilten,8) nur sebr ungenügend kennen;

1) Hier lag otFenbar das Dorf Fnabo, welches schon Valentyn nanntc (Oud en Nieuw Oost-Indien, 2^1* Deel, pag. 21); denn derselbe giebt an, dass es sicli halbwegs zwischen der Miindung des W. Nibe und Wakollo belinde, und die beireirende Gegend ist audi wohl zur Au lage fines Dories geeignet (vgl. Reisebcrieht, pag. 'M'2). Die liewohner von Fnabo vermittelten den Handel zwischen den Wakollonesen und den Strandalfuren. 2) Reisebericht, pag. 330 tV.

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doch win I derselbe auf den Karten viel zu gross angegebeii '). und ich war iiber die KleiaLelt der Wasserlliiche demzufolge .selir enttiiusclit. Meine iSchiitzung komiut nahezu nit derjenigen vou J oh an Leipsig iiberein, welcher den See 1()68 zuerst besuchte: „en gisten dit meir wel ruim zo breed als den inham van Amboina, tegen over liet kasteel Victoria1);quot; sie bleibt sogar noch etwas hinter letzterer zuriick. Soweit ich von dem mit X bezeiclmeten Punkte einen 1'eberblick erlangen konnte, seinen mir die grösste Ausdehnung des Sees in der Ilichtung S28° IV gelegen zu sein2). Die Tiefe wurde schon 1710 von Conrad Keller gem essen; er giebt liierfiir 15 bis 10 Faden nn3); Mars, welcher in demselben Jahre den Wakollo-See besuchte, tand ihn in der Mitte 20 Faden tief3); Forbes giebt 4-0—50 Faden an4'), doch schenke ich den alteren Angaben mehr Vertrauen 5).

Der 749 m. hoch gelegene See6) ist das Sammelbecken für zahlreiche liiiche; dahin gehören der W. Haggi, W. Te mu und W. Feha, der W. Arsale mit dem Zuflusse W. Moar, der W. Sapinfattan, W. Sassefattan, W. Sali und endlich der vom G. Tagalaggo berabfliessende W. Halebe, welcher auch als W. Tagalaggo bekannt ist. Der einzige Fluss, welcher den See verlasst, ist der W. N i b 6, und es ist sicherlich ein Irrthum, wenn die hydrographis(die Karte von 1902, augenscheinlicli na(di dem Vorbilde von Riedel, noch einen zweiten Strom a us dem Wakollo-See entspringen liisst, den an der iiussersten Südspitze der Insel mündenden \V. Koio. Viellelcht hat man in der Bezeichnung Waë Kolo einen Hinweis auf Wakollo gesehen und ist somit die Quelle des Ver-sehens in dem Namen zu suchen u).

1

1quot;. Valeutyii, Oud cn Nieuw Oost-Indien, 2e Deel 173-1-, png. 17.

2

Immerhin ist es möglieh, dnss mir der freie Ueberbliek durch eine vorspringende Landzunge ver-deckt war und sich der See noch weiter naeh //' ausdehnt.

3

So audi noch nuf der hydrographischcn Karte von 1902.

4

Valentyn l. e. pag. 27.

5

Vgl. hierzu Heisebericht, pag. 331, Anmerkung 1.

6

Forbes giebt mir 11)00 Fuss (573 m.) an, was jcdenfalls sehr unrichtig ist.

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Das Gebirgsland, welches den 8ee umgiebt (Taf. XIII, Fig. 1—3), zeigt wie-derum von N durcli O nacli S ein tlachweliiges üelief; uacli W liatte ich keineu Feberbllck, da ich nicht zur Mitte des Wassers gelangen konnte ï). Beim Ausliusse des W, Nibe tritt das Gebirge, an dessen Fuss audi Wakollo liegt, tast uunüt-telbar au deu tSee hinan; von dort zieht es sich in siidwestlicher llichtung nacb Nalbesi bin, nördlich von dein von ndr zurüiikgelegten Wege; es triigt, soweit icb erkennen konnte, auch liier noch den gleicben Cbarakter. Zwischen dein Ge-birgsrande und dem westlicben l Ter des .Sees dehnt sich eine Ebene aus; sie mag als Hoc be bene von Wakollo bezeicbnet werden und stellt vennulhlicb alten Seeboden dar. Die Vegetationstormation ist in dieser Gegend vielfacli eine an Baumfarnen reicbe Waldsavanne (Taf. XI, Fig, 2). Die niicbste rmgebung des .Sees und auch der Nordfuss der AVasserscheide sind reicb an ^ümpl'en.

Die Wasserscbeide, der G. Tagalaggo, war dort, wo ich sie überschritt, 10lt;55 ui. hoch; aber es ist nicht sicher und nicht einmal wahrscheinlich, dass dies der höchste Funkt des Gebirges war. Indessen scbiitzte ich den vom Wa-kollo-See aus zichtbaren Tlieil der Wasserscbeide nur auf etwa 950 m., und der höchste Funkt, den Forbes erreichte, als er den See von ü her besuchte, besass 3600 Fuss (1097 m.) Meereshuhe. Somit wird man annehmen dürfen, dass sich das centrale Bnru rund HOU m. über den Ocean erhebt.

Man erblickt die Wasserscbeide auch von dem 000 m. bocb gelegenen Funkte, welcher auf der Karte in Sir von der Mündung des W, Na pa verzeichuet ist, in uninittelbarer Nabe des W. Dula, als ein en zwar vieltacb gegliederten, aber im Ganzen flaclien Uücken, iiber den sich die einzelnen Gipfel uur wenig binausbeben. Er zieht sich bis 5'82° O vom G. Tagalaggo aus nacb SO bin und ist schart' von der siidwiirts sich anschliessenden Ilochebene geschieden. Da der W. Mala aus ihm entspringt, bezeichne icb den üücken als Mala-Gebirge. Sein itelief ist auch aus der i'rotillinie zu entnehmen, welche ara Südliange des G. Tagalaggo in 887 m. Meershöhe entvvorfen wurde (Taf. XV, Fig. 1); die Compass-directionen zeigen gleichzeitig, dass sich das bobe Gelurgsland noch weiter nacb S ausdehnt, und beim Feberschreiten des W. Mala, südlicb vom W'. Xapa, wurde in S ebeufalls ein solclies Gebirgsland gesichtet. Bestimmt streicliende Ketten liessen sich bis Jetzt nirgends erkennen.

Der W. Mala emptangt in seinem Oberlaufe Arou rechts her den vom G. Tagalaggo kommenden W. X apa mit dem rechten Zuflusse W. G uma, darauf von links

1) Wcstlieh vom Sec sol! der hohe G. Siel gelegen sein, weleher nach Wilier dem K apa Ia Mad an g fast an Hiihe gleiehkoinmt mid ihm anch in der Form nngemein iUiulich sieht (ifet cHand lioeroe, pag. 87 n. Karte,

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den Mesawaël und W. Du la. Da der Weg nach deiu Ueberschreiten des W. Mala in «ndwestlicher llichtung' iiber die Hölie ibrtfulirte, oline dass bis zum W. l'nit irgend ein Bach angetrofl'en wurde, so muss der Hauptstrom hier weit entfernt seiu und im Oberlaufe eine starke Wendung niacben. \\ eiter südwarts nimmt der W. Mala von links den W. Ti hi mit dem Nebentlusse W. I uit auf; in letzteren ergiessen sicli die Hiiche W. Fuka und Mokotwaël. Dann folgt der \V. Dina init den Zuilüssen W. Manjangantaï, W. Konfokotpun, W. Gampua \iu(l W. Itefattan, weiier siidlich der W. Du le, der \\. F lol'Ion nut dem Nebentlusse W. Kapal und endlich tier W. Roliu.

Das Profil des Weges, weieher in Sir vom W. Dula anfangs in etwa 600 m. Meereshöhe hinfiihrte, iallt von hier aus allmiililig bis laO ni. und weiter ab; doch liült iliese Senkung des W eges gleiohen Schritt mit der Anntiheruug an den W. Mala und diirfte sie auf die hier erfolgte stiirkere Abtragung des Gesteins durch das tliessende Wasser znrückzuführen sein. Berücksichtigt man die untern des Weges gesichteten Höhen, so er halt man den Eindruck, dass sich das Land zwar vom Fusse der W asserscheide an südwarts abdaclit, aber doch im Ganzen weit weniü'er als das Profil des Weges andeutet. Noch in kurzem Abstande von Kawiri

O ' o

liegen lamleinwiirts mebrere Imndert Meter bohe Berge und südöstlich von hier stösst der gegen :K)0 m. bohe G. Sa nan e mit steiler Wand ans Meer. lm Ganzen triigt das Land vom W. Dula bis Kawiri einen plateauartigen Gharakter; das üelief lilsst bald liingere bald kürzere Wellen, aber keine sonderlich hoch hervorragenden Gipfel erkennen: nur halbwegs W. Dula und W. 1 uit wurde A 03° li ein miudestens 900 m. hober Berg iu einem Abstande vou einigen Wegstunden gepeilt. Er ist namenlos gleich alle den zahlreichen kleineren Höhen, welche wir passirten; des-gleichen der Tat. XV, Fig. '2 abgebildete Berg, den ich als Hendriks berg (± .quot;gt;00 m.) bezeichnen will ')gt; «la e1' sich leicht nach seiner Lage an der scharfen Krümmung des W. Mala zurückfinden liisst2). Das wellige Relief des Plateaus, für das icli den Namen Ma la-Hoc he bene einführe, trilt auch in dieser Abbildung deutlich hervor :,).

1

X ach dem verdien ten Missionar von Tifu.

2

Reiseberieht, pag. 846.

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Die Vegetationsfomation der Mala-Hoohebeue zeigt ilas typische liild iltü' (Savannen und erinnerte niich trotz der verschiedeneu Ptianzenformen doch sogleich an die Savannen von .Surinam: weit ausgedelinte Qrasfelder mit wenig Striiuehern und liiiumen durchsetzt, worunter Kajuputi; daneben Wahlgalerieen an den Fiiissen und Biichen ').

Das nordöstllclio Burn wird von dom 1410 m. hohen Batubua Ijeherrscht (balu — Fels; bm — Fruclit). Obwohl der Berg von Kajeli au.- schildftinniquot;* erscheint, stellt doch der (iipfei ein wasserscheidendes Grat dar, wehdies sich ii beiden Gr. Dammer zum Q. Etnoul hinzieht, Einerseits ontspringen hier der Waëlmoli und W. Senepa, rechte Nebenfliisse des bei Ajer Makasser mandenden W. Lata, andererseits der W. Lea und W. Assel (Ajer Ka ie li). Die Schlucliten des W. Lea und Waëlmoli Ziehen sich am weitesten, bis un-mittelbar unter den höchsten (iipfel des liatubua, aufwiirts. Weiter nordwestlich schliesst sich au das erwahnte Grat der Hanhoni, und das gauze Oebirge, welches ich Kajeli-Gebirge nennen will, stellt sicii vom Kubalahiu und anderen am W. Apu gelegenen i'vinkten aus als ein zusammenhiingender ilohen-rücken dar. Nordwiirts fiillt dieser allmiihlig zu de m lliigellande der ÏJmgebung von Kajeli ab; sein östlicher und südlicher Abfall sind mir unbekannt geblieben. Nur beobaciitete ich aus der Strasse von Manipa, dass die IVofillinie des Bilands nach dem Tj. Sar om a hin nut einer mittleren Neigung von etwa •gt;0 abfallt; doch ist die Linie gebrochen, so dass in ihr landeinwarts einzelne scharfe .Spitzen bervortreten.

Dem genannten Hügellande ist der Kaknsan oder l'loï, siidöstlich von Kajeli, aui'gesetzt. Aus der Zusammenstellung der Proffiinien ergiebt sich, dass dieser Berg einen langgestreckteu Hiicken darstellt, dessen Streichen sich der i\'-.S'-Linie miliert (Taf. XIII, Fig. (i, 7 u. 12) ^). Die eigenthümlich gegliederte Protil-linie von W her ist wohl die Ursache, weswegen die Bezeiclmung in der .Sprache der Eingeborenen Ploï ist; deun dies ist auch der Name fïir das iiussere Skelet von Krebsen. Kakusan dagegen ist ilie malayische Bezeichnung für ein kegel-förmiges Körbchen1); demgemass nennen die Strandbewohner den nrirdlichen, von Kajeli aus höher erscheinenden Gipf'el Kakusan ISesar, den siidlichen Kakusan Ketjil, d. i. gleitdibedeutend mit Moeder und Dochter der Seeleute. Der Fuss des Ploï liegt 350 rn. über dem Meere; seine Gesammthöhe schatze ich auf reichlich 500 m.

1

Eigentlich solltc cs Kwkusan heissen ; doch hörtc ich den Hcrii aut'Burn iinnier K ak usa u nennen.

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Westwürts wird das Kaj eli -Gebirg-e von der Ebeue des W. Apu begrenzt, webdie sicli liiugs des Flusslaufes ausdebnt und eine ziemlicli bedeutende Breite zu besitzeu sclieiut ')• Pi'eilieb springen einzelne l.Iügel als zuugenartige Auslaufer des Gebirgslandes in die Ebene vor, so der 114 m. bobe Kubalabin unfern Wabloï; aber bei Barnang vermochte ich ni(dits von einera benacbbarten Ge-birge zu entdecken1). Forbes, welcber von Wabloï aus landeinwiirts zum Wakollo-See ging, marscbirte am ersten Tage ollenbar auob noch durcb ganz niedriges Land; denn erst am daraul' tblgenden Tage heisst es, dass die (legend anzusteigen begann, erst 500, dann 400, dann wieder (500 Fuss. Die Flüsse, welebe Forbes in den niicbsten Tagen passirte, gehörten alle zum Stromgebiete des W. Apu •'); dieser kommt also weit von /F her; dass er der grösste Finss von Bum ist, war sebon Valentyn bekannt2). Der W. Apu ist reich an starken maeandrischen Krümmungen; leider liisst meine Aufnabme des Laufes infolge von rnpüsslicbkeit sebr zu wünscben übrig, obwobl ich den (Strom bis Bamang kennen lernte 3).

Die Ebene des Waë Apu bietet wiederum das Bild der Savanne®), wie sie auoh in der Niihe von Kajeli'), bei Leliali (Taf. XI, Fig. I) und an anderen Orten von Burn vorkouimt, um vielerorts in die ty|nsohe australische Waldsavanne (Taf. IX u. X) quot;) überzugeben 4). Diese aus Imperata arundinacea Cynll und Melaleuca leucodendron L znsammengesetzte Vegetationsformation gehort zu den augenfiilligsten Cbarakterzügen der Insel, denn sie bedeckt weithin das niedrige Hügelland und

1

Vgl. anch Wilier, I.e. pag. 152.

2

Derselbe berichtet, dass der Way Abbo 3 Tagereisen landeinwiirts befahrbar sei und 388 Kriim-mungen besitze. Letzteres spricht sehon an und t'ür sich für die weite Ausdehn\ing des Alluviums landeinwiirts (pag. 10).

3

pag. 898.

4

Dass diese Gegenden nicht, wie anfangs geglaubt wurde, zur Anlage von Pllanzungen geeignet sind, ist schon vor .Tahren durch NV. 11. de Vriese (Natuurkundig Tijdschr. v. NTed. Indië XXI11, 1861, pag. 77) und J. E. Teysmann (das., pag. 316) hervorgehoben.

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Küstengebirge; am (J. Lalmata ilehnt sic sich bis rund 300 m., unterlialb dos Q. Ktnoul bis etwa 320 m., am Fusse des Kakusan bis 350 m. über den Meeresspiegel aus. l obrigens konunt diese Waldsavanne audi aut'Seran vor'), und stellenweise lindet man ebenfalls aid' Ambon dieselben I'ilan/.enb rinen vcr-gesellscbaftet1).

Das nordwestliclie ISiiimi isl durcb die luicbste Gebirgskotte der Insel aus-gezeicbnet, welelie gegenüber den kleinen Eilanden Tomabu, Tonga und Koggi in schroil'em Absturzo endigt und dor auch der 2000 m. bobo, scbon friibor aus-fiibrlicb gesclulderte 2) Kapala Ala dang odor G. Tomabu angebört. Obwobl die böcbste Bpitze dieses 15orges von 1'. Tonga aus uabezu kegelt'urmig ersclieint3), so ergiebt sicb doelt aus der Zusammenstellung der Profdlinien (Taf. Xill, fig. 13), dass sie ein kurzes (.3rat sein muss, dessen nordwiirts gekelirter, steiler Ablall als die Fortsetzung der scbrofi'en Wand dos Q. J}ara ersobeint. Dieser endigt im lunern der Bai von Bar a in nilcbster iNabe des Aleeres; dann folgt waiter oslwarts sogleicb dor scbrofi'o G. Sanane, wie aus der Zeicbnung zu entnobmon ist, die von einem gleiob nordwestlicb von dor Alündung dos W. D edel ale ge-legonen Punkte genommen wurde (Taf, XIV, Fig. 2). \ ergleicbt man biermit die Profillinie, welcbe der G. Sanane von Bar a aus zeigt (Taf. XII I, Fig. 8), so ergiebt sicb, dass der Berg dacbförmig ist, mit All'—SO streicbender Firste; von ibr ziebeu sicb Wasserrisse und Scbuttkegel als lichte, scliarf gezoicbnete Streifen weitabwiirts durcb den Wald, dor diesen hoben Gijdel gloicb seinen Nacbbarn bekleidet. Audi an den steilen Wiinden des Kapala Aladang und des G. Bara troton die Klippen (i be rail aus dor Vegetation hervor. Das gauze Gebirgo, dem sicb uacli Foggi zu noch der G. Karkui anscliliosst (Taf. Xill, Fig. 9), slollt due derart in sicb abge-scblossene und durcb einen so eigenartigen Oharakter gekomizdidinote .Masse dar, dass es zweckmiissig ersclieint, dasselbe als Ba ra-Gebirgo zusammenzufassen.

Jedom Beobacbtor muss es sogleicb aufl'allen, dass die Gipfel dieses Gebirges durcb eigentbiimlicbe Frolilli tiien ausgezeiclinet sind, welcbe durcb die Verbindung von Zacken mit mebr odor minder gescbweiften Linion an den Kakusan orinnorn, obwobl diese Eigentbümlidikeit bei letzterom am meisten borvortritt (Taf. X 111, Fig. 7, 8, 12 u. 13). Der allgemoino Oharakter liisst ferner sogleicb an das Küstengebirge dos

1

Vgl. audi Teysinann, (Muluiirlvuiidig Tijclschr. v. Ned. Indie X.W'Vll, 1H77, pag. 79). .Vaeh dernsolben Autor muss im nordostlicheu liuru noch ciu Sen ^clegea scin, dcr mir uiibekamit geblieben ist; demi er sagtl „Ich halte die Jiiger /urn See liana, welcher in _ 1000 l^nss ilohe sollle j^ilegcu süin und theils mittelst Boot innerhalb der 13ai (es ist die Bai von Ivajeii gcmeint) theils iiber Land zu erreichen

2

war, gesandt um Vogel zu schiossen. (das., pag. 105).

3

8) Reiseberieht, pag. 804 fl'. 4) Das., tab. 40.

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nördlidien Seran denken, und die Aehnlichkeit der Landschaft mit derjenigen aus der Gegeud von Saw a i wird noch daduroli erhölit, dass sicli liier wie dort der Cordillere ein niedrig-erer Landstriidi vorlagert. De nu nördlich voiuQ. Sanane sowolil als voiu Kapala Madang und dem westlidien Theile des Gr. Hara befindet sicli ein niedriges Ilügelland, welclies einerseits vom Tj. Ualipetu andererseits von der Nordostecke der Bai au,lt; gan/, alluiiililieh landeinwiirts austeigt und uirgeuds mehr als 250 in. Meereshölie erreiclien dürfte. In der von Bara aus gezeiclineten Protillinie (Taf. Xlll, Fig. 13) ist die scliarfe Scheidung des Kapala Madang (i) vind des westlicheu Auslaufers des G. Bara (a) von dem die Kilste begleitenden Hügellande deutlicli ausgedrückt; in letzterem liegt der mit e bezeiclmete Puukt gleioli südlicli von der Mündung des W. Dedelale, der nut d bezeiclmete gleicli jenseits des W. Hot ton. Die kleinen Ellande an der Westküste von Buru gehörten friiher vermuthlich einem alinliebeu, erst nachtrilglich zersclmittenen und von letzterem losgelösten Ilügellande an.

Von den i'liissen, welcbe das nordwestliclie Burn entwüssern, lernte icli nicht viel mehr als die Mündungen kennen. Nördlicli von Foggi folgt nach eingezo-genen Erkundigungen auf den unbedeutenden W. Mi ting1) zunachst das Ajer Ter na te, dessen Mündung icli nicht selber sah, dann der W. I la, welcher vermuthlich gegenüber 1'. Ten ga ins Meer tliesst, darauf der W. DJ im (oder Duin)2). Letzterer ist eine wasserreiche Quelle, welcbe gegenüber der 81rasse von Tenga aus eiuer vielleicbt 1,5 m. weiten Oellhung des dort anstelienden Kalkes entspringt, um sich als ein Fall von etwa m. Höhe direct ins Meer zu ergiessen. Auf der Küstenstrecke vom TJ. liiloro bis zum W. Dedelale sind siimmtliche Flüsse in die Karteuskizze eingetragen; unter ihnen schien mir der W. Hotten der bei weitem bedeutendste zu sein. Weiter östlich folgt noch eine Anzahl nicht eingezeiclmeter Flüsse und Biicke: zwischen W. Dedelale und W. Fattfallu der W. Gobur; zwischen W. Fattfallu und VV. Kuriu der W. Hafu; zwischen W. Kurin und W. Basfatta der W. Ni pa, VV. Ruba, W. He ra und W. Tina; z wise ben W. Basfatta und W. Lekau der W. Bidadare und W. Meting. Bei Bara ergiesst sich der VV. iSifu unter Bildung eines weiten, an grobem Schotter reichen Deltas in die nach Jenem Ürte genannte Bai. Der Finss besitzt nordlicli wie südlich vom Dorfe Bara Je drei Mündungen; sie heisseu in der Eichtung von Nord nach Süd W. Baraketjil, Dia, Pen tja lang, Sifu, Waëlmassava, Marluhu; nur den Hauptarm, welcher gleieh südlich von Bara ausmündet, lernte icli eine Strecke landeinwiirts kennen; vermuthlich kommt der Fluss vom Q. Sanane

1

Reisebericht, png. 861.

2

B'/lm ist im Malayischen gleiehbedoutciul mit sctany (= Tcufel); dnhi bcdeutet iu der Laudea-sprache „Flossquot;.

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lier. lm Norilo,sten der liai von Bara luünden noch der W. Kusa mul W. lïebe.

Die Nordkiiste triigt westlich voii Waëpote, soweit ich sie kennen lernto (d. i. Ina Waëmangi hin)'j, überall don gleichen Charakter: auf einen schmalen, flaclien Ufersaum f'olgt landeinwiirts alshald ein Jlügelland, welches mehrere hnndert Meter iiocli ansteigt und, als Gauzes hetrachtet, allmiihlig nacli .V hin ahfallt. 1 Hese nördllche Ahdachung besitzt vielfaoh etwa 15° iS'eignng. Weiter iiu Innern sieht man llache, durch seichte Einschuitte uur unvollstiindig gegliederte Rücken, die ich auf 700—800 ni, Meereshöhe schiitzte. Das Gehirge am olieren \V. lli üher-steigt nach Aussage der Alfuren den G. Pitigawa noch an Höhe; doch schiitzte ich die Wasserscheide zwisclien W. Ili und W. Mangi, soweit ich sie nus dem Bette des letztgenannteu Flusses überblicken kounte, auf nur 700 m. Das ganze Relief erinnert an dasjenige von anderen Gegenden Bums, welche aus krystallinen ScMefern aufgehaut sind.

ünter den Flüssen, welche an der Nordkiiste ausmünden, ist der W. lli nachst dem W. Ni he ohne Zweifel der hedeutendste: denn die Alfuren sagen, dass er ansehnlicher sei als der W. Mangi, dessen Bett an der Müuduug 40—50, beim Beginne des Hügellaiules 80—100 Schritte breit ist. Der rechte Zulluss des W. Mangi, genannt A. Ba lila bin, welcher au dem gleichnamigen Berge ent-springt, führt zur Trockenzeit kein Wasser. W. Puri und Wamlana scheinen dem W. Mangi an Wasserreichthum etwa gleichzukommen; aach der W. Spaï, welcher an der Mündung ein Delta bihlet, gehort laut Mittheilung der Eingeborenen zu den grosseren Wasseradern ; toii weit geringere!' Bedeutung als die erstgenannten sind: W. Babo, Bobo, Kenga, Tabi, Kuddi, Tuli, Lal mat a und Mas si.

Uebrigens ist es ungeinein sehwierig, sich bei der Küstenfahrt ein richtiges Urtheil über die Bedeutung der Flüsse zu bilden, da die Mündung bisweilen durch einen vorgelagerten Uferwall mehr odor minder verdeckt ist und somit unbedeu-tender erscheint als der Breite des Bettes entspricht. Zudem geht im rnterlaufe infolge starker Verdampfung viel Wasser verloren, wenn sicli der Finss durch ein breites, an erbitzten Gerölleu reiches Inundationsbett windet, und schon im Ober-laufe tindet bei den unbedeutenderen Zu flüssen der Hauptströme Aehnliches statt. Ho ist z. B. das Bett des W. i'apaï |iu kurz vor der Einmündung in den W. Lea in der Trockenzeit trotz seiner erheblichen, 40—50 Schritte betragenden Breite last wasserfrei 1). Wenn man somit beobachtet, dass die Mündung des Wamlana hinter derjenigen des W. Ni be x) an Breite nicht zurücksteht, so beweist dies noch

1

Vgl. ferner Roisebericht, pug. 138. 3) Das., pag. 870.

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keineswegs, dass beide Stn'lme annüheml gleiclie Wasserzufuhi' erhalten. Auf der Karte ist der A'ersuch gemacht, die relative Bedeutung der Flussbetten auf Grund der vorliegenden Beobaclituugen und Erkundigungen scheiuatisch zuiu Ausdruck zu bringen.

Zn beiden Seiten des W. Massi tritt das HügeUand lust unmittelbar ans Meer hinan; dann folgen im Osteu von Waëpote die Klippen vom Tj. Dat u Noha, dam am weitesten nach N vorspringenden Kap von ISuru, welclies ara Fusse des Kapa 1 a Latamiba 1 Legt.

Die Küste, welclie sich östlich vom Tj. Batu Noha nach dem Tj, Karbau lün ausdélmt, lernte ieli nur bei Leliali niiher kennen. Uier belindet sich die Bai von I) j i kom a ra sa '), ein Küstensee mit unregelmiissig gelapptem lTmriss, welcber durch einen scbmalen Canal mit dem Meere verhuilden ist und sogleich an die Binnengewüsser der westindiscben Insein erinnert (Taf. X), An seinem nördlichen üfer liegt der Kotta Frang (810 in.), an seinem südliclien der G. Tj a p von nahezu gleicher Hiihe, am östlichen und südöstlichen üfer der Tan u s a n und Terwisa, heide etwa 150 m. hoch. Bis Ubong hin triigt die Hügelland-scbaft denselben Charakter und reicht sie bis nahe ans Meer hinan; sie erinnert durchaus an die niedrigen Höhen in der nilchsten Umgehung von Kajeli. Auch westlich von Leliali bleiht bis znm Tj. Batn Noha bin der allgeiueiue Charakter der Kilste derselbe: ein sandiger I Tersaum, hier und da mit unbedeutenden, niedrigen Korallenfeisen, nnd dahiuter sogleich ein unbedeutendes Hügellaud. Nur der Kulehleo und die unbedeutenden, Batu Tampajan genannten Klippen in der Gegend von Hamalagi machen hiervon eine Ausnahme 1).

Dio Siidwostkiisto ist bei Ti fu jiih abgebrochen. Der Fuss des G. Sanane (;i. aOÜ m.) endigt in steilen Klippen (Taf. XllI, Fig. 10 u. II)2), ehenso der G. Eban, welcber die Bai von Tifu im Norden abschliesst, und allerseits steigen im Umkreise der genannten Bai ilie Berge steil empor. Die Taf. XIV, Fig. 1 repro-ducirte Zeichnung, welclie vom Missionshause aus genommen ist, zeigt links den G. T e il o ï am östlichen Ufer, sodann die am westlichen Ufer gelegenen Höhen G. Sanane, Waëtibe, Wat ham in und Walbati. Einen iibnlicben Charakter triigt die (Jmgegend von Mefa 3), und das Gebirge hesitzt bier im Mittel auch etwa 30U m. Hohe. Nach Hendriks und Storm belindet sich ferner südöstlich

1

Dos., pug. 278. Dio Lage von Samalagi, Kulcblco und li. 'rainpajan kountc nur anuühcrnd ricliiig leslgestclli werden.

2

Das , pag. 357.

3

t) Das., pag, 355.

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von Mefa, gleicli jenseits vou Leksula, eine Steilktlste, welclie iu gewaltigen Klij)i)eii ans Meer stösst').

Der oben gescliilderte, plateanartige Glmrakter des siidliclien ]3urii tritt audi bei der Küstenfalirt von Ti f u iiach iY W liiu deutlicli hervor. Blickt man jenseits der Mün-dung des \V. Mala nach 0, so sielit man die Insel seewarts iiberall in steilen Wanden abt'allen, landeinwurts aber ein wenig zersohnittenes, zieiulich flaches Bergland; wiederholt stossen Klippen an den Strand, mid bis ziim Tj. I' at 11 pa, am Fusse des gleiclmamigen Berges, erinnert die Küste an diejenige des nördlichen Se run. Audi der G. Bobo, welcher vom Tj. Fatupu ans siditbar ist (Taf. XIII, Fig. 4), stellt einen ziemlich flachen Berg dar; aber der Oburukter der Küste iindert sicli in dieser Gegend durdiaus; «lie Hohen fallen sanft zum Meere ab; dann iblgt eine weite alluviale Bbene, durcb welcbe der \\'. Kuma mit seinen Nebonurmen W. Mulu und W. Muni ai lliesst. Der W. Kumu muss ein ansehnlidierStrom sein; die Mündung ist derjenigen des W. Mala zn vergleidien 1). Am \V. Seka tritt das Gebirge wieder nabe ans Meer, aber os madit einen ganz anderen Eindruck als bei Tifu nnd der Strand bleibt sandig, bis etwas südlicb vom W. Bo wieder einzelne Kli])pen anftreten2). Sonst ist die Klistenlandsebaft bis in die Gegend von Foggi bin sebr gleiobartig: ein bewaldetes, 200—300 m. bolies, tlachwel-liges, allmiiblig seewiirts abfallendes Gebirge; davor ein sandiger Strand, bin nnd wieder von unbedeutenden Klippen unterbrochen. Der Gegensutz zu den Küsten-strecken vom Tj. Fatupa Ins Tifu einerseits und von 1'. Foggi bis ITorn aim andererseits ist ein so augenfülliger, duss ibm eine Verscbiedenheit im geognostischen Aufbau der betrefienden Gegendeu zu Grande liegen muss.

Die obigen, sebr liickenbuften Beobacbtuiigen babe icb in Kurte \,l (1:500000) eingetragen, welcbe der Natur der Sa(die nadi nur den Ansprmdi einer rolien Skizze erbeben darf. W ir wissen aber von Burn biz jetzt so ausserordentliidi wenig3), und dies Wenige ist so scliwierig auf seine Zuverlüssigkeit abzusebützen, duss die bier gelieferte Skizze, weldie ganz ansscbliesslicb eigene Beobacbtungen entliiilt, audi dem Geograpben willkommen sein dürfte. Die Kiistenlinie ist im

1

Nach Hendriks besitzt der \V. Mala „zwei grosse .Miindungenquot; (das. 1880, pag. 194). I'cber die Ebene des \V. Mala das., ferner pag. 195.

2

In Verband mil dem Vorkumnien von Krcide im Stromgebiele des \\ . I tan diirl'te es von Interesse sein, die hier aulgeschlossene Formation nilher zu nntersnchen (vgl. nnten).

3

Vgl. hierüber J. yE. ('. A. Tinnnennan in: Kncyelopaedie voor Xcderlandseli-Imlic, Deel II, pag. 173.

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Wesentlichea eine Vergrösseruug derjenigen der liydrograpliischen Karte von 1902 '), für welclie audi die astronotnisclien Ortsbestimmungen von l'ostliaiuus Meyjes aus dem Jahre 1893 Vevvveiulung landen1). Aber letztere erstrecken sxcli nur aul' die östliclie Hiilfte der Insel; dagegen ist die Küstenlinie des we.stlirlieii Ijuru gewiss notdi fehlerhaft, und meine Beobaclitungen an der Nordwestküste konnte icli in die vorhandene Grundlage nicht eintragen. Deswegen liabe icb die Nordwestecke anf Grand magaetischer l'eilungen von Kap zu Kap und der Dauer der Bootfabrten selbst construirt. Selbstredend ist das bierbei erbaltene Resultat nur in roben Umrissen ricbtig. Die Streckevom W. DJiiu bis B. Banang babe bdi nicbt autgeaommen, ebensoweuig die ganzen Küstenlinien der kleinen Eilande Foggi, Tenga und Tomabu. Die Bai von Djikoinarasa scheint zu Ibrtwiibrenden Missverstiindnissen Anlass zu geben, weil sie im Inn era des Laudes liegt und man ihren sohmalen Verbindungscanal leicht für einen Fluss halten kann 2).

Die richtige Schreibweise der Namen stösst aul'grosse Schwierigkeiten; denn einerseits mengen sicb an der Kliste alfurische und nialayische Namen, so dass doppelte Benennungen von Bergen und Flüssen keine Seltenheit sind, andererseits ist die Landessprache kaum gekaunt. Die einbeimische Bezeichnung für Fluss ist fFaé', doch wird dies Wort nicht immer vom Eigennamen getrennt gehalten; vielmehr spricbl man das Jfaë hiiulig im Zusammenbange mit dem Namen des Flusses aus, wobei es daim in verschiedener Weise umgestaltet oder auch binten angehiingt werden kann : Waêltaue, Waëlkadar, Wa 1 ut maha, W arora, W am 1 ana, Kaminwaël. Ich war bemübt, die Namen so zu schrei ben, wie sie ausgesprochen werden; denn es geht nicht an, jedem Flussnamen einfach ein //'W vorzusetzen, noch weniger selbstredend ein S {Sungai) sammt dem Waë, wie es auf der hydro-graphischen Karte gescbeben ist3), da Sung ai und Hraë gleichbedeutende Bezeich-nungen für Fluss sind. Mitunter ist das malayische Ajer ilie mehr gehriiucblicbe Bezeichnung für ein Gewiisser; dann bebielt ich letztere anstatt des Waë bei, z. 15. A. Makasser.

Berge und Dörfer werden bekanntlich sehr oft nacb den Flüssen genannt. In diesem Falie ist das JVaë stets mit dem Eigennamen in Verbindung als ein Wort gesc.lirieben, also der Fluss Waë 1'ote, das zugehörige Dorf Waëpote; der Fluss Waë Nibe, das Gebirge, i lurch welches er fliesst, Gunung Waë nib e

1

Tfjdschr. v. h. Kon. Ncd. Aardr. Genoolsohap Serie II, Deel 18, 11)01, pag. 513.

2

Vgl. die hvdrogr. Karte. Diese Hinnenbai fehlt aueh aul' der neucsten Karte von Stemfoort u. Ten Siethoff.

3

Aul' der Karte steht S. Wai Apoe, S. Wai Poetili, S. Wai Nipeh u. s. w.

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u. s. w. Doch (larf man aucli nicht überall den Bergen ein G. vorsetzen ; deun man aagt nicht Grunung üatubua, weil hier im Namen schon das Halu (Fels) steekt. Bo ist audi in den Bergnamen bisweilen schon die alfurische Bezeichnung ('ür Berg, Kalcun, enthal ten : Walli ami nkakun , Moïtkakun. Man wird also ent,weder die letztere Schreibart ïinnehnien oder dafür Q. Wathamin, (■}, Moït u. s. w. Wilhlen müssen. So folgte ich deun bei der Feststellung der Namen nir-gends eineni Heb erna, sondern dem, was ich mil Hilfe meines Dolmetschers iiörle und aufzeichnete. Yersehen werden trotzrlem nicht ausgebliehen sein, da dies in eineni Lande nut kaum gekannter Sprache nnmüglich ist.

EINZELBEOMCHÏUNGEN.

1. IMlOFIFi müiCII WE INSEI,.

lm mittlereu Theile der Insel wird das Gebirgsland von Burn von der Nord-küste bis zum Wakollo-See ganz vorlierrschend von krystallinen Schiefern, und zwar in erster Linie von Griimmerseliiefern, aufgebant. Daneben spielen Quar-zitscldefer eine grosse Bolle, wenngleich diese Gesteine infolge ilirer grosseren Widerstandsfilliigkeit unter den gesainmelten llandstücken mebr hervortreten dürften, als ihrem Vorkommen innerlialb der Schieferlbrmation cntspriclit; dazu gesellen sich untergeordnet Cidorit3(diiefer und Kalkglimmerschieter. In Verband mit diesen krystallinen Bchiefern tritt in geringer Verbreitung 1'ltyllit aul', welclier sicli vom Glimmerscbiel'er nicht scliarf trennen liisst, da beide Gesteine in einander über-gehen. Der phyllitartige Qlimmersehiefer ist stellenweise reich au koldigen 1'ar-tikeln (8113).

Eine öesetzmiissigkeit in der Vertheilung von Glimmer- und Quarzitschiefern ist nicht verhanden, ebensowenig liisst sie sich für die Phyllite feststellen; doch schei ut es immerhin von Bedeutung, dass letztere besouders vom Gipfel des G. üa-tare aus südwarts vorkommen, wahrend sie nördlich von der genauuten Höhe nur sehr vereiuzelt beobachtet sind. Am Nordfnsse des G. Ba tare stehen zudem am Gehauge des AV. Hakniku Glimmerschiefer (851) au, welche sich im Habitus den Grauwacken nilhern, und dasselbe gilt von Quarzitschiefern aus dem W. Graiie bei Wak oil o ') (877). Bin anderes Gestein vom Gehauge des W. Hakniku (849)

1) Sehroedüi' v. d. Kolk, Mikrosk. Studiën iibcr Gesteine aasden Molnkken. 3, Gesteine von Burn (Sammlgn. Geol H. Mus. Leiden, Ser. I, lid. VI), pag. 100 u. 110.

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liisst sicli nnr als krystalline Grrauwacke bezeiclinen; in Verband damit treten (^uarzitscliiefor aui', wolche etwas l'liig'ioklus (848), ilaueben audi Orthoklas und Turmalin (850) führeu. Alles dies (848—851) muss zusaimnengehören, und da •vveiter im Hi'ulen Grauwacken anstehen, so dürfte es sicb um eingefaltete und dynaiuoiuetamorjdüsch veriiiidevte, palaeozoische Sedimente handeln. Aucb andere (^uarzitscbiefer und ein Theil der I 'liyllite mogen dabingehören; doch wird man die llauptmasse des in Kede stellenden Gebirgslandes als Grundg'ebirge bezeichnen dürfen.

Grössere Quarzmassen sind weit verbreitet; in dem am Waêlnipa anste-benden Quarzitscbiefer bilden sie zalilreiche platte Linsen; ansebnlicbe Blöcke von Quarz liegen in demselben liache, desgleiclien im Waë Nebo und in dem nördlicb-sten Zutlusse des W. Samleko; am Nordhange des G. Pitigawa sind sie in etwa 000 m. Höbe ungebiiuft. Aucb die Gliitimerscliiefer des W. Lalmata sind reicb an Quarz. Einzelne Quarzgerölle sind zudem in der an Beliotter armen Qegend in der Niibe iler Station vom 203len Mai wabrgenommen, desgleicben aui'der Strecke zwiscben W. Samleko und W. üobbo; sie finden sicb ferner unter den Geröllen des W, Krr o und reiohlicb unter denjenigen des W. Nibe, in kurzem Abstand auf-wiirts von bier, sodann nocb unfern des W. Grahe u.s. w. Accessoriscbe Mineralien babe icb in diesen (Quarzmassen nirgends wabrgenommen, aucb nicltt i^yrit, obwobl letzterer stellenweise im Glimmerscbieter vorkornmt. Der nur am Walutmaba beobacbtete Kalkglimmerscliiefer ist von dunnen Kalkspathadern ') durcbsetzt.

Die Scbieferformation ist meistens durcli ein dunkles Oolorit ausgezeicbnet1); scbmutzig- bis scbwarzgraue und scbwarze Farben berrscben vor; nur ein Tbeil der l'liyllite zeigt eine liell-grünlicbgraue Farbung, obwobl aucb diese meistens scbwarz sind. Die Ver witter ungskruste ist in der Regel gelblicbbraun; nur sebr selten wurden brauu- bis blutrotb verwitterte Gesteinsfragmente, welcbe wie liotb-eisenerz abfarben, wabrgenommen; dem entsprecliend zeigt aucb der Waldboden eine gelbbraune Farbe, und nirgends ist ein Verwitterungsproduct beobacbtet, das als Laterit bezeicbnet werden könnte 3).

Das Streicben und Fallen dieser Scbieferformation liess sicb an folgenden Paukten feststellen: Am Nordhange des G. l'itigawa steben zwiscben 438m. und 4811 m. Höbe Glimmerscbiefer (80(5) au, welcbe A 72° IF bis //' streicben und

1

Allerdings muss hierbei der Mangel grösserer Anfschlüsse auf der ganzen ansserhalb der Flussbetten zurüekgelegten Wegstreeke hervorgehoben werden.

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2 lil

auf «leiu Kopfe steken. (J-limmerscMefer aus einer Ncbenschlucht «les W. Hangan (831) streiclien IK uud fallen unter 25° nacli A'; (iliiumer.selüefer, wolclie bei der Einmiindung des W. Likusaraa am W. Ni be anstehen (834), streiclien IT vind fallen unter 45° nacli S. Im iiette des W. Danga sind auf einer weiten Stre 'ke öliramerscliiefer aufgeschlossen (835, S3())l welclie anniihernd IF streiclien nnd unter 22—•48° nacli S einfallen; in eineiu Bachbette nnlern des W. Nafe ist das Streiclien der (ilinunerscbiefer (840) wiaderum anniihernd IT, das Fallen 32° nacli A. Die Kalkglimmerscbiefer des Wal ut ma ha (842), wehdie Miegung zeigen, liessen das Streiclien nur unklar erkennen; es ist etwa i\ ~gt;20 W, «las Fallen 35° nach NO, Bei der Station vom 23stc,1 Mai fallen die Schichten dort, wo der Fluss überschritten warde, nordwiirts ein; das Streiclien liess sich hier nicht bestimmen. Qaarzitschiefer im Waölni pa (800) streiclien anniihernd // uud ('allen unter etwa 22° nach Ar ein; die Schichten sind hier gebogen. Am Waëlpanga anstehende Glimmerschiefer (862) fallen unter 25° nach iV uud streiclien anscheinend i\r()80 O; im Bette desselben Baches dagegen wurde iV 87° IF abgelesen und ist das Fallen 35° nach A. L'nfern des W. Kateffa anstehende Quarzitschiefer (867) liegen nahezu horizontal.

Die Schieferformation streicht somit im Wesentlichen //—O, mit gelegentlichen Abweichungen nach JSiH und NO, wel die Belten mehr als 20° betragen dürften. Dabei nimmt die Steilheit der Schichtenstelhmg vom Innern nach der Nordküste bin zu; in der (legend zwischen dem W. Hangan und W. Danga helindet sich ein Luftsattel; die Schiefer sind demnacli in der liichtung von N nach S zusammen-geschoben, wobei sie ausser der l'altenbildung im Grossen audi nolt;di im Einzeliien vielfache Störungen erfnhren. Schichtenbiegungen wurden schon erwahnt; schwach wellige Krümmungen sind unter anderem am W. Danga mehrfach zu beohaditen. Ausserdem kommen feine Fiiltelungen vor, die man schon unfern der Nordkiiste an Glimmerschiefern aus dem Schotter des W. Lalmata findet. Selbstredend lassen sich alle möglichen üebergiinge von ebcu noch im Handstücke erkennharen Biegungen und Knickungen bis zu diesen l'altolungeu bin wahriiehmen, vvelche letztere mikroskopiach fein werden können und den Bruclitliichen hiiufig das Anseheu grob gefaserten Holzes verleihen. Scharfe Knickungen, bei denen die Schenkel der Fallen nahezu parallel liegen, linden sich bisweilen mit den zier-lichsten Fiiltelungen vereinigt.

übwohl es keinen Werth bat, alle hierauf bezüglichen Beobachtungen mit-zutbeilen, so ist es doch von Interesse, die Frage zu beantworten, oh die kleineren, in Handstücken wahrzunehmenden Störungen sich gleichmilssig über das ganze Schiefergebiet vertheilen oder etwa nur auf die der Nordkiiste zunachst gelegene Strecke mit steilster Schichtenstellung beschriinkt sind. Dies ist um so mehr von

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Belang, als die lose anfgelesenen Gesteinsbrocken, welclie selir hiiullg den einzigen Anlialtspunkt für die Beurtlieilung des geognostischen Baus der betreflenden Gegend geben, auf diese Weise aucb eine Handbabe zur anniüiernden Beurtbeilung der Lagerungsverbiiltnisse lieiern. Deswegen müge eine Anzahl cbarakteristiscber \ror-komnanisse in der Reibenfolge von A nacb S bier aufgezablt werden:

Glimmerscdüefer am Gebiinge des G. Lalmaia anstebend, mikroakopisch fein gefaltelt (801); Gliinmerscbiefer am Nordabbange des G. Pitigawa anstebend, im llandstücke scbwacb wellig gebogen, au(' den Spaltungsfliicben stellenweise infolge feiner Fiiltelung mit scbarf'avisgepriigten üunzeln verseben (800); Glimmerscliiefer von einer Blockanliiiufung auf dem G. J'it igawa in 517 m. Höbe, in der Einsenkung, welclie sioli gleicb siidlicb yon der 580 m. boben Spitze befindet, im Handstüoke scbarf gebogen (807); Glimmerscliiefer, Gescbiebe aus einem Zuliusse des W. Samleko, an «Ier Gren/.e des G. Pitigawa, auf Spaltungsfliicben runzlicb, an grobe Holzfaser erinnernd, im Scblilfe mit scbarfen Biegungen, Knickungen und gekrösartigen Windungen (8U)); Glimmerscbiel'er, Scbotter, halbwegs zwiscben W. Samleko und W. Bobbo aulgelesen, bis mikroskopiscb fein gefiiltelt und zum Tbeil stark zusam-mengestauidit (81'J—821); Glimmerscliiefer, anstebend am W. Nebo, gebogen und mikroskopiscb fein ge fill telt (828, 829); Glimmerscliiefer, anstebend im W. Dan ga, scbwacb wellig gebogen, auf den Spaltungsfliicben mit feinen, scbarfen Runzeln verse-ben, ilie im Scblifle als selir zierlicbe Faltelung erscbeinen (83(5); Kalkglimmerscbiefer, im Walutraaba anstebend, stark gestort, im Scblifle stellenweise mit scbarfen Knickungen, die Spaltungsfliicben zum Tbeil gerunzelt (842); Glimmerscliiefer, anstebend am Gebiinge zur Linken des W. Ni be, gleicb oberbalb des Punktes, an dem der i,1luss überschritten vvurde, mit iiusserst zierlicber, nur im Scblifle wabr-nebnibarer Faltelung (843); Quarzitscbiefer, am Geliiinge des W. Hakniku anstebend, zeigt auf Brucbtlaoben stellenweise feine, wellige Biegungen (850); Quarzitscbiefer, im Waëlnipa anstebend, scbarf geknickt und durcb Faltelung auf den Scbicbtungstlacben gerunzelt (800); Pbyllit, im Waëlpanga anstebend, mikroskopiscb fein gefaltelt (8(13); am Abbange der Scblucbt des Waëlpanga ist die Faltelung aucb im Grossen wabrzunebmen.

Somit lassen sich die Druckwirkungen im ganzen Scbiefergebiete bis weit landeinwarts im Kleinen nachweisen, und es wiirde irrtbümlicb sein, wenn man aus der fast borizontalen Lage der Quarzitscbiefer aus der Nabe des W. Kateffa ableiten wollte, dass sicb die Störungen nicbt bis in diese Gegend binein erstreckt hiitteu, Sie sind audi nocb an dem letztgenannten Gesteine selbst makro- und mikroskopiscb zu erkennen. Stellenweise gesellt sicb zur Faltung nocb eine Zer-kltiftung der Schiefer; docb liess sicb im Streicben der Klüfte keinerlei Gesetz-miissigkeit auflinden; die Ablesungen scbwanken zwiscben N-S und .S'70° //'.

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Dasrt, voiu Alluviuni abgeselien, noch andere als «lie mvahnteu öel)irg'sg,lielt;ler auf der Strecke von der Nordküste bis zuiu Wakollo-See vorkommen könuten, muss als selir umvahrscheialicli betrachtet werden; deuu die Scliieferfonuatiou ist, wie bereits aus Obigem liervorgelit, au zahlreichen l'unkteu aufgeschlossen. Sie ist ausserclem noch vielerorts ansteliend gefunden, uiiler anderem am nördlicli zum W. Bobbo abl'allenden Gehiinge, in 472 m. Meereshöhe, ferner am W. Ifen-waïn, im JJette des W. ILangan, in einem Baclibetle unfern des W. Kiho, an den I fern des Waëltane, im Bette des W. Plessa, am Kaminwaël, im W, Erro, anf dem ü. Batare und in den 8ang\varu genaunten Wasserrissen. In keinem lt;ier zahlreichen Bachbetten, welche vom W. Bobbo südwarts passirt wurden, sind anstebende Gesteine oder Gerölle gefunden, welche nicht der Schiefer-l'omiation in obiger Fassung angehörten. Nördlicli vom W. Bobbo sind freilich die Aufschlüsse sehr selten, und auf der Jlöhe des Qebirges, welches sich von hier bis zum Kordabhange des G. Pitigawa ausdehnt, ist man lediglirli auf das iStudium des spürlich vorkommenden Schotters angewiesen; aber die gesammelten Gesteins-fragniente, welche sich ziemlich gleichiniissig über die ganze Wegstrecke vertheilen, weisen alle in gleichem Sinne darauf bin, dass auch diese Gegend lediglich aus Gesteinen der Schieferformation aufgebaut sei.

Den alluvialen Ablagerungen koramt in dem betreflenden Inseltheile nureine geringe Bedentung zu: Am W. Lal mat a sind wiederbolt schotterreiche Wiinde von 5—10 m. llöhe angeschnitten, die Aufschlüsse sind aber stets kurz; am W. Ifen-waïn wurde ein altes Inundationsbett von unbekannter Ausdehnung passirt; alte Flussterrassen sind in der Gegend der Station vom 2i3sten Mai durch einige niedrig-e, stufenartige Absiitze angedeutet, welche sich in der Nühe des Walut-maba und W. Erro, kurz vor ihrer Einmündung in den W. JVibe, belinden. Erst ara W. Grabe erreicht das Alluvium eine bedeutendere Entwicklung; anstehender Fels feldt auf der an und in genanntem Bache durchwanderten Wegstrecke durchaus; indessen sind die Wiinde des üfers nur etwa J- m. hoch.

Der Wakollo-See wird ganz von Alluvium umgeben; anstehender l'els ist auch hier weder von mir beobachtet noch komrat er nach sorgfiiltig eingezogenen Erkundigungen überhaupt im Umkreise des Sees vor.

Auf dem Wege von Wak oil o zum G. Tag a lag go lindet man im Alluvium zunachst noch reichlichen Schotter von krystallinen Schiefern, beziehungs-weise Pbyllit; namentlicli das letztgenannte Gestein und (^uarzitschiefer sind ver treten; dann stellt sicb im W. Fe ha Grauwacke ein. Weiter südlich folgt dann ein sumpfreiches Gebiet, in dem man sich vergeblich nach irgend welchen Qesteins-

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fragmenten urusielit, liis hu W. li al e b o wiederum Grauwacke, zuniichst als Gerölle, hernacli auch ansteheml, beobachtet wird; Gesleiue der oben beliandelten Schiefer-fomation fehlen hier durchaus. Die (irauwacke lüsst sich nun zu beiden Seiten der Wasserscheide bis zum W. Nap a verfolgen.

Diese Grauwacken, welche neben Qaarz, Feldspatli und Kieselschiefer reich-licli farblose Qlimmerblattchen enthalten, stellen ('ast alle sehr fein-bis mittel-kornige, ausnahm.sweise auch grobkörnige Gesteine dar; schiei'rige Grauwacke kommt nur vereinzelt vor. Die Farbe ist meistens hellbraun, hiiufig mit einem iStich ins Griine, bisweilen blaugrau, seltener schmutzig-graubraun oder rothbraun. In kleinen Aufschlüssen am W. 11 alebe ist das Gestein unregelmassig polyëdrisch zerklüftet, ohne dass Schichtung zu erkennen wiire, und auch uuter dem Schotter trifl't man seiten jilattige, die Schichtung verrathende Stücke. Bisweilen ist die Grauwacke von dunnen Quarzadern durchsetzt.

Der Glimmer, welche bis zu 2 mm. Durchmesser erreicht, lugert sich in einzelnen, nahezu dichten Varietiiten parallel; dabei eutbalten letztere so i'eicbliches, thoniges Bindemittel, dass sie angefeuchtet und zerschabt eine plastische Masse liefern; sie lïïhren somit zu den Thongesteinen hinüber. Andere Varietiiten würden sich Yom rein petrographischen Gesichtspunkte sehr wobl als Sandsteine bezeichnen lassen '); sie zerfallen bei der Verwitterung zu einem lockeren Sande. Im Uebrigen ist die Yerwitterungsrinde der Grauwacken meistens durch Limonit rostbraun gefarbt, seltener braunviolett *); doch kommen ausnahmsweise audi ruthbraune und rotho Farben vor. Auf dem Gipfel des G. Tagalaggo steekt der Schotter von Grauwacken in einem strohgelben Boden.

An den bereits erwiihnten Aufschlüssen im W. 11 al eb e liess sich die Suhichten-stellung nicht erkennen; vennuthlich stehen hier Biinke von grosser Milchtigkeit an; kleine Klippen am Nordhange des G. Tagalaggo scheinen AWCzu streicbeu und auf dem Kopfe zu stehen. lm Uebrigen ist man wiederum auf das Studium des Schotters und der Gerölle angewiesen, welche vom W. Hale be bis zum W. Na pa an zahlreichen Punkten angetroffen warden und die fast ausschliesslioh aus Grauwacken bestehen. Letztere kommen noch in Blöcken in einem kleinen Bachbette bei der Station vom 80stcn Mai vor und als reichlicher Schotter im W. Gum a und W. Na pa. Somit wird die Wasserscheide im Wesentlichen von Grauwacken gebildet; doch treten in Verband mit letzteren auch Thongesteine auf, die unter anderem zwischen den Grauwackengerüllen des W. Hale be beobachtet wurden. Dazu

1) Als solchc siml die Grauwacken audi anfauglich von mir angeacheu worden (Gescllsch. 1'. Krdkunilc, 1. c. pag, 3 u. -I; ferncr Theil I, pag. 338 u. 339).

2) Oer „conccntrisch-schaligc Bauquot;, den Schrooder van der Kolk erwiihnt (pag. 120), ist auch nur einc Folge der Verwitterung.

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gehort eiii grauer Schieferthon mit winzigen (rlimmerschüppclien auf den Schich-tungsflachen; Sohiefertlion ist ierner am Südliange des in llede stellenden Qebirgs-rückeus in 785 m. Höhe lose angetroHen, anstebeud aber uicLt bekauut.

Am W. Gu ra a sind bis 3 m. hohe Schotterwande aufgescblossen; es fehlen aber seineui Bette und dem W. Napa auf der begangenen Htrecke die Klippen, bis sich unmittelbar nach dem Ueberscbreiten des letztgenannten Flusses die ersten Kalk-steine in grossen Blöeken am Wege einstellen. Nochmals folgen Qrauwackengerölle in der weiteren Uragebung des W. Mala und naraentlich im Bette dieses Flusses, woselbst sie vor dem bier ebenfalls auftretenden Kalk- und Ilornstein-Gescbiebsel bedeutend vorberrsclien (.SJ09 u. 910); dann bilden Kalksteine bis zur Südküste bin das vor allen anderen stark vorberrschende Gebirgsglied; doch sind sie nicht sammtlich gleiehwertbig, vielmebr lassen sie sich sowobl makro- als mikroskopisch in verschiedene Gruppen trennen. Die erste derselben dehnt sich südwarts bis in die Gegend des W. Gampun aus; sie nimint den Hauptantbeil an der Bildung der J\1 a 1 a - H ochebeae 1).

Die Klippen, welche in diesem Geblete ansteben, erinnern durdi ihre sdiarfen Zinken und zert'ressene Oberflache im Aeussern durchaus an Ka rang; sie sind audi ungesdiiditet, stellenweise unregelmassig zerklüftet. üftmals zeigen sie ein deutlich blattriges Gefüge, was in Verband mit der gleich zu erwahnenden Breccienstructur zur Erhöhung der Bizarrheit ihrer Verwitterungsformen beitrügt. Mitunter ist der Sdiotter an den Hangen durch reichlichen Kalkspath zu einer recenten Brecde verblinden; audi eine iireccie mit hellbraunem, mergeligem dement wurde beobachtet (943). Der Verwitterungsboden ist kafl'eebraun gefarbt.

Trotz aller erwübnter Aehnlichkeit im Aeussern sind indessen die betrell'enden Gesteiue vom Karang durchaus verschieden. Es sind sehr leste, splittrig brechende Kalke, ganz vorherrschend von hellgrauer Farbe, mitunter gelblich bis bellbraun, weit seltener rauch-, dunkel- oder braungrau, ganz vereinzelt röthliidi gellammt oder gefleckt. Dem blossen Auge erscheinen sie dicht, unter der Loupe fast aus-nahmslos feinköruig oder marmorartig. UH'enbar handelt es sich am druckiueta-morpbisdi veranderte Gesteine; denn haufig sind diese vollstandig' zerquetsdit, so aber, dass die einzelnen iquot;ragmente ihre urspriinglidie gegenseitige Lage mehr oder minder deutlich bewahrt haben. Mitunter ist dadurcb ein feiner Grus ent-standen, welcher die erwahnte Orientirung der einzelnen Broeken audi noch u.d.M. vortrelllicli wahrnehmen lasst (919, 930); in anderen Fiillen ist. dieZertrttmnierung

1

lïir den landschal'tlichon ('barakter vgl. Thcil I, pag. 3i-() 11'.

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mehr im Grossen erkenabar (914, 920 u. 924). Selbstredend kann die Verschiebung der einzelnen Bestandtbeile einer so entstaiideneu Breccie stellenweise derart werden, dass sii-li ilire anfangliclie Zusammengebörigkeit und gegenseitige Lage nicht mehr nachweisen lasst; eiii solcbes Gestein muss durchaus den Eindruck einer gewöhnlidien, aus allotliigeuen Fragmenten gebildeten Breccie macben. In diesem Sinne glaul)e ich ein einzelnes, lose aufgelesenes Brucbstück von geringer Grosse deuten zu raüssea (918); dagegen zeigen andere Vorkommnisse eine Breccienstructur, welche die abgeriebene Oberflache der Kalksteine bisweilen tein gefleckt erscbeinen lasst ( 911) und die mit der Zertrümmerung durch Gebirgsdruck nichts zu schafl'en bat.

ü. d. M. entbüllen die letzterwabnten Gesteine winzige Körper von rundlichem, ellipsoidiscliem, cylindrischem oder unregelmassig gelapptem Umriss, welche ganz oder tbeilweise Aron matt durchscbeinenden Partikeln gebildet sind und in letzterem Falie im innern mehr oder minder reichlicb grössere Körnchen von pellucidem Kalkspath entbalten, die ebenfalls das Cement bilden. Manche dieser Körper erinnern so sebr an scblecht erbaltene Foraminiferen, dass eine andere Deutung kaum moglich ist; doch müssen bei weitem der Mehrzabl andere Bildungen zu Grunde liegen, für die bis jetzt keine Erklarung zu geben ist. Solcbe Breccienstructur ist öfters in demselben Handstücke mit der meist vorkommenden anderen Ausbiklung des Gesteins verblinden, bei der in einer schwach durebscbeinenden, sebr feinkörnigen Grundmasse unregelmassig begrenzte, heil durchscbeinende Aggregate von grosseren Oalcitkörnern liegen. Seltener linden sich allseitig ausgebiblete libomboëder von Dolomit eingestreut, deren Duridischnitte gleiclisam zerfressene Üander zeigen und welclie einen aus wenig pelluciden Körnchen gebildeten Kern umscbliessen (913)'). Nur ausnabmsweise erscbeint das Gestein im Scblifl'e last gleichmassig fein-krystallin (92(5).

An Fossilien sind u. d. M. ausser den l)ereits erwahnten, aui' Foraminiferen binweisenden, organiscben Uesten nur noch liadiolarien als solcbe bestimmbar (939). Makroskopiscdi wahrnebmbare Versteinerungen sind ebenfalls ausserordentlich selten; doch kommen etwa balbwegs W. Du la und W. Unit zahlreicbe, scblecht erbaltene, stengelige, parallel angeordnete Gebilde von rundlichem Querscbnitt, 4—5 mm. im Durchmesser und in Kalkspath umgewandelt, vor, welche im Dünnschlifl'e zweifellos organische Structur erkennen lassen (923—25). Diese deutet aul' Korallen oder Bryozoen bin, der allgemeine Habitus aui' bündelt'örmige Korallenstöcke; ein anderes Vorkommen scbeinl wirklich ein vieliacb verasteltes Moostbiercben darzu-stellen (921) und in einem einzelnen Falie liess sich ein Vertreter der letztgenannten

l) 1'. li. Du 1) o iirc(j hat dies Gestein auf iMatrnesium uutersueht mid letzteres ziemlieh rcichlieh angetroffen.

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Tliierclasse mit Siolierheit nacliweisen (1)16). Weiter ist indessen au Versteinerungen gar niclits bekannt.

Wie an der Nordküste von Se ran, so 1 reten, wie erwahnt, hn W. Mala gleiohzeitig mit den Kalken aucli Hornsteine auf, und eine dunkelbraune, unterdem Qescdiiebsel dieses Musses vorkommende Varieliit, (912), welcbe im Schlilie rotb-brann und der Schiclitung ents])reehend grau geflammt erscheint, besteht aus dicbt auf einander gepackten Skeleton von liadiolarien. Darunter kommen zablreicb kugelige Gebilde vor, die liaulig parallel der Scbicbtung zusammengepresst sind und bisweilen Stacbeln und (xitterstructur unklar erkennen lassen; ausserdem linden sicb ungemein zablreicb Spicula von Sphaerozoum. Diese beben sicb klar oder porcellanartig aus der dunklen Q-rundmasse beraus und lielern ungemein zierliebe Bilder.

Nacb Rüst scbeinen diese Körpercben stets vierarmig zu sein: docb ist der vierte Arm in Gesteinspraeparaten selten walirnebmbar '). In dein mir vorliegenden Scbliffe erscbeinen sie wie i )reistrahler, welobe an den Enden einfaeli zugespitzt (selten) oder knopfartig verdickt sein können, wobei dann lt;lie Verdiekung entweder nur unbedeutend oder im Verbiiltniss zur Liinge der Strableu so erlieblicb sein kann, dass eine kleeblattartige Form entstebt (l11-—lc); in der Hegel ist aber das Bild, welcbes die Spicula liefern, viel complicirter. Der Knopf an den Enden der Arme kann sicb zertbeilen, so dass eine Gabelung beginnt (ld); in anderen Fallen ist letztere volkommen geworden, wabrend jeder der so entstandenen Nebenarme wiederum am Ende verdickt ist (l11 u. l1), und ausnabmsweise bemerkt man dabei den Beginn einer nocbmaligen Zertbeilung (l^). Uebrigens ist die Ausbildung der Verdickungen an den Enden eines und desselben Spiculums mitunter sebr ver-scbieden. Werden die dureb Gabelung entstandenen Nebenarme langer als die Hauptarme, so abnelt das Bild einem Secbsstrabler (Is), und mitunter erreicbt die Verkürzung der Hauptarme einen solcben Grad, dass alle secbs Strablen von einer centralen Scbeibe auszugeben scbeinen (f). Der Vergleicb lebrt aber, dass alle diese Formen in einander verlaufen (le), und werden also audi die letztgenannten als tief zertbeilte Drei-, bezw, Vierstrabler aufzufassen sein2). Wenn nur zwei Anne der tief gegabelten Körper zur Beobacbtung gelangen, glaubt man einen unregelmassigen Vierstrabler zu selien; wirklicbe Vierarmigkeit konnte icii nicht mit binreicbender Klarbeit wabrnebmen. Die Grosse der Ivörpercben übersteigt nur selten 0,07 mm.; im Allgeraeinen scbvvankt sie zwischen 0,04 und 0,09 mm.

Bei allen bier als verscbiedene „Formenquot; bescbriebenen Uesten ist indessen

1

Palaeontographica 1W. XXXVI]T, 1891, 1802, pag. 133.

2

Sechsstriihler giobt cs nach Hüst iibcrliaupt nicht (ilaselbst).

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221)

in A-oht zu nehmen, class es sich um beliebige Projectionen von mehrstrahligen, nicht in einev Ebene ausgebreiteten Körpern handelt, so dass «lie Verschiedenheit zum Theil wolil nur eine scheinbaro ist. Diejenigen Formen, welche gleich lange Nehen- wie Hanptarme hesitzen, siud zudem durch Verschmelzung dreier Einzelkörper zu erklaron; dasselbe gilt vermuthlich auch noch für andere lief zertheilte Körper, und der coraplioirteste deutel eine V erwachsung mil noch weileren, im Schliffe nicht melir wabrnehmbaren Dreistrahlern an. Mitunler haufen sich lol/,tere an und lüsst sich erkennen, dass sie die 15il dungs clemente der Schalen darstellen; zumal bei den tiach gedrüeklen Hadiolarien trilt dies dentlich hervor (Fig. 2).

Die Form der hier heschriebenen Gebilde ist manniglaltiger als in dem oben') angefübrtea Gesteine von Seran; indessen lüsst sich hierdurch gewiss keiu Unler-schied begründen; Alles kann recht wolil einer und derselben Species angehören, deren Bestimmung aber unmöglich ist. Vieles erinnerl au die von Rüsl beschrie-benen 1), jurassischen Spicula von Sphaerozoum, desgleichen an diejenigen, welche Hinde von Borneo publicirte 2), nur Einzelnes an die entsprechenden 'Jleste von JU Hit on*); aber bekanntlich lasst sich hieraus für die Allersbeslimmung der Ablagerung niclils ableilen. Demi schon Ilüst erkannte, dass in den verschie-densten palaeozoischen und mesozoischen Schichten Kieselkörper von Sphaerozoum vorkoramen, welche ganz dieselben Formen- und Grossenverhaltnisse zeigen r').

In den übrigen, von mir geprüften Hornsteinen aus dem in Rede stekenden Kalksleingebiele kommen die Hadiolarien entweder in gleich. schlechlem Erhaltungs-zustande vor wie in den Hornsteinen von Sawaï3) oder lassen sie sich überhaupt nicht melir nachweisen. Sonst fand sich nur noch ein unbestimmbarer Brachiopoden-llest darin (928). Diese Hornsleine sind in verschiedenen Nuancen braun bis grau gefarbt oder aucli woisslich, mitunler feinporös, oflenbar infolge der Fortführung von Protozocn-Rmiamp;n, oder aucli zerquotscht gleich den oben behandelten Kalken (940). Einzeln kommen zahlreiche, winzige, braun gefarbte llhomboöder in dem Hornstein vor, so dass der Schlifi' u. d. L. wie bestaubt erscbeint und durch diese Einschlüsse eine braune Farbung hervorgerufen wird (932a)'). Daneben lindel sich

1

3) M o Icngra af f. I.e. Appendix I, pag. !), tab. 1, lig. 1 (vgl. ferner oben, i)ag. 139 u. 141).

2

1) Jaarb. v. h. .Mijnwezen 1897, pag. 224, tab. 3, lig. 1 (vgl. lerner oben, pag. IS'.)).

3

Fluorwasserstolt' verlliichtigt, wonach der Rest dentlich Eisen zeigte, aber weder chemisch noch mikrochcmiach eine Mangaureaction ergab. Vielleicht mügen die llhomboeder demnach metamorphosirte Sideritkrysialle seinquot;.

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braunor Jaspis id it Adern von Quarz und blaulicliom Chalcedon, ohno organische Eeste (947).

Obwohl Hornsteia sclion beim ersten Uoberschreiten des W. Mala unter dem öeschiebsel des letzteren angetrofien wurde (912), so ist er aut' der südwarts sich anscliliessenden Hochebene doch erst Avieder in der Qegend des W. I uit beobachtet; dann wird er sehr hiiufig. Zum Tbeil trifft man ibn als Einscbluss im Kalkstein an, wie au der Nordküste von Seran, so etwasnördlich vera W. 1' uit und beiderseits am ünterlaufe des W. Ti hi; au anderen Orten limiet sich reichlicher (Schotter von Horustein zwischen einzelnen Kalksteiublöcken oder endlich ist von letztereu überhaupt keine Spur mebr zu sehen. Das gilt für weite Htreckeu im iSüdeu der Station am W. ünit, woselbst der gauze Boden dicht mit Broeken vou Horustein bestreut ist (928 u. 929) und man den Eiudruck erhalt, als oh dieser bier machtige Schichten bilden müsse. Aber das Wasser, welches aus jener Gegeild dem W. Unit und W. Tihi zuströmt, euthiilt reichlich kohlensauren Kalk; demi die Flussbetten sind hier ganz mit Kalktuü' bekleidet'). Abkühluug der Bache, welclie aus der heissen Savanne in den Wald eingetreten sind, muss bei der Bildung der genaunteu Absütze neben der Vegetation eine grosse Uolle spieleu; dort wo der W. Unit in den W. Tihi mündet, betrug- seine Temperatur noch 2;30 0. In Verband mit dem Norkommen des Kalktuffs und dein Felileu tieferer Binschuitte iu der uordwiirts von ihm durebwauderten öegend wird man aber den Schluss ziehen dürfen, dass auch in letzterer die llornsteinbestreuung auf zerstörte Kalkschichten mit eingelagertem Horustein zurückzuluhren ist und dass der Kalkstein im Untergruude ansteht3). Gerade dort, wo Horustein reichlich vorkommt, ist der Boden auch vielfach sumplig.

Die Kalksteinformation besitzt auf der Mal a-11 och eb ene nicht uur in der lüchtung von A'—S, sondern auch iu derjenigen \ron IK—O eine erbebliche Aus-dehnuug-: deun die zahlreiolien Hohen, welche zu beiden Seiten des zurückgelegten VVeges bis zum W. Unit liin gesichtet wurden und die den Pfad 50—100 m. über-ragten, tragen alle durchaus den gleiclieu Charakter. Das lasst sich in der otl'enen Qegend leicht erkennen. Nahe dem Uuterlaul' des W. Tihi und vor allem in der weiteren Umgebuug des W. Dina stelit sich aber Schotter von Grauwacke ein (944 u. 94(5), der stellenweise sogar sehr reichlich vertreten ist. Er steekt unter anderem mit Hornsteinbrocken im Ufer des letztgenannten Flussea und kommt dort am Gehiinge in grossen Qeröllen vor. Man wird annelimen müssen, dass die Grauwacke in geringer Enticrnung ansteht, vermuthlich auch im Untergruude. Au dem

1) luir die Schiklcrung der li'luasbctteu ist dor Ueiscbcrichi (pag. 343) zu vcrglcichcu.

2) Bes wegen giebt die geologische Karte hier aueii Jiurukalk au.

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22.s

Orte, wo sie zuerst angetroflen wurde, kommt uuter dem Srdiotter ferner eiu lein-köniig krystalliner Kalkstein, sclimutziggran und rötlilich verwitternd, vor, wc.ldier von dem herrsclienden Kalksteine der Mala-Hochel)ene ganz verschieden ist; vielleicht war er der Grauwacke eingelagert (941).

Am W. Itefattan und in der weiteren 1 'mgebung' von Polpitu trilgt die Landschaft einen etwas abweielaenden (Jharakter. Die niedrigen llöhen, welche die Ebene ilurcbsetzen, zeigen hier statt der abgerundeten, weiter landeinwiirts herr-S(dienden Formen scbürfere, mitunter pyramidenahnliche Profillinien; die Thal-einschnitte zwischen ihnen sind eng, und die grossen Kalkbiöeke mit grauer Verwitierungsrinde, webdie zablreicli an den Gebiingen liegen, besitzen nicht mehr die bizarren Umrisse wie sonst au f der Mala-IIo eb eb ene; stellenweise zerfallen sie polyëdi'isch, an anderen Orten sind sie mehr oder minder abgerundet. Der jietrograpliiscdie Cliarakter der Kalke (949—952) ist auch ein anderer wie bei den oben behandelten Gesteinen: dabei ieblt der Hornstein.

Diese liellgelblicben oder bellbraun gefïii'bten, dicliten Kalksteine lassen mitunter sclion mit Hilfe der Loupe organische li es te wahrnehmen, bauptsacblich grossere Foraminiferen, deren Erlialtungszustand aber meistens ungünstig ist. Darunter land sich Gypsvia, wabrsidieinlieli Amphiatctjina und viellcidit AuuimuUks; Glo/jigerina ist sebr selten; dagegen kommt JAthot/mmnium vereinzelt in sehr gut erbaltenen Broeken vor: audi AWatów-Structur und ein Ec/inidenstachel sind beobachtet. Die meisten Schlille zeigten eine feine Breccienstructur und machten den Eindruck eines zusammengeschwemmten Detritus. Da Gi/psina nach 15radv nicht iilter als raiocün ist '), so muss es sicli um eine junge, vermutblieb Jung-tertiiire Kalkablagerung bandeln, welche die ülteren, llornsteiu tubrenden Kalke überlagert bat. Für das Vorbandensein einer solcben jtingeren Bildung spriebt auch sclion der ümstand, dass nnfern Kawiri am rechten lifer des W. Mala ein etwa 200 m. hoker Berg liegt, dessen Gipfel senkreebt abstürzende Felswilnde zeigt und sicli schart' von dem breiten Sockel abhebt, was auf eine Formationsgrenze schliessen lasst.

Zu beiden Beiten des W. Du le und südwarts bis in die Nahe des W. Kap al steben wiederum Kalke von ganz anderem Cliarakter an, welche sogleich durch ibre bunte Favbe autl'allen. Hie sind lleisclii'arbig bis rotb- und gelbbrann oder bellgran, mit einem tSlich ins Violette oder Grime; zum Tbeil besitzen sie deutlicben Thongerucb. Oftmals sind sie durch die zahlreich darin vorkommenden Rhizo/wden-Weste t'ein

1) Voyage of II. M. »S. Challenger, Vol. IX, png. 717.

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getiipfelt; stellenwoise eutlialten sie viele Ilorn^ltiinkiiüllen, iu aaderen l'alleu sind sie regellos rait (.^uarzsubstaiiz (lurelnvach.seu, uelclie au der verwitterten Oberflache in spongiösen Massen liervorstehen kann und nicht sellen den falscheu Eind ruck hervorruft, als eiithielten diese Kalke auch grossere Fossilien. Dem blossen Auge erscheinen sie vollkonimen dicht, luitunter fast porcellanartig, und auch u. d. M. losen sie sich nur in matt durchscheinende i'artikelchen auf. l'nter den lihizopodeti-üchvkiva, von deuen die Gesteiue dicht erfüllt sind, betinden sich (Hohigerinen mit vortrelilich erhalteuer Htdialenstruclur in wecliselndeu Mengen, aber mitunter so vorherrscliend, dass die betreffende Ablageruug hiernaeli als Globigerinenkalk bezeichnet werden dart', wenngleich amdi Hadiolarien vorzukommen scheinen. Die grosseren Schalen sind haufig stark durch Druck deConuirt (953—955, 901—9G4). Der eingesohlosseue Hornsteiu (951!) liess nur undeutliche gt;Spuren von Hadiolarien erkennen.

Die bunten Globigerinenkalke zeigen iu llandstücken selten eine undeutliche Schichtung (962) und sind alsdann im Grossen dünnplattig. In dem einzigen Auf-schlusse, welcher dies erkennen lilsst und sich in 150 m. Holie südlich vom W. Dule befindet, liegen die Schichten liorizontal; au anderen Orten zerfallen die Kalke wieder in polyëdrische Blöcke, we lelie mitunter durch die Verwitterung gerieft sind. Blockanhaufungen linden sich ülierhaupt haufig an den Gebiingen; nur hier und da zeigen sicli in der ilaclnvelligen Gegend, welche man, wie weiter land-einwiirts, gut überblickt, senkrecht aligebrocliene Felswiinde. Alle llöhen iu weitem Umkreise tragen denselben Cliarakter, sowohl links als rechts von der tiefen Schlucht des W. Mala.

Im Itette und in der weiteren Umgebung des W. Dule kommen abermals die Kalktull bildungen vor. Erwiilinung verdient, dass sich auf stufenartigen Absiitzen an dem nördlich von genanntem Flusse befindlichen Gehange zablreiche, lose umherliegende, grosse Ooi it he gebildet haben. Sie stellen anuiibernd rundliche oder ellipsoidische, bis 3 cm. Durchmesser erreichende Körper mit unregelmas-siger Oberflache dar, welche aus concentrischen, im Durcbschnitte mehr oder minder welligen Schalen besteben und ofl'enbar beim allmahligen llinuutcrrollen am ilaug entstanden sind. (958).

Wie leicht ersichtlich, ist es unmöglich, die bunten, hornsteinführenden Kalke mit Globigerinen von den weiter landeinwiirts austebenden, hornsteinführenden Kalken zu trennen, und mussen sie somit ebenfalls mit den Kalksleinen des oberen W. Mala zusammengefasst werden, die ich als Bumkalksteine bezeichnet babe '). Eine kurze Strecke südwilrts von den Globigerinenkalken stebt

1) Gescllsch. 1'. Krdkuiule, pag. 0 (I.e.).

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am Ufer des W. Mala audi wieder eiii Kalkstein an, welclier jenen Burukalken makroskopiscli durchaus gleicht (973), wahrend ev im Scldifie zalilreielie Kugeln und stabförmige Gebilde zeigt und dadurch auft'allend an das Qestein vom Hatu Kalawaï, an der Nordkiiste von Be ran 1), erinnert. Die erwahnten, stark meta-morphosirten, organischen lleste besitzen aucii die gleichen Dimensionen wie in dem genannten Vorkommen von Seran.

Der letztgenanate, am Unterlaufe des W. Mala anstehende Kalkstein enthiilt abermals Einschliisse von Hornstein, der audi in dünnen, wenngleicli vielfacb unterbrochenen Scliicbten liindurchzieht und so eine bankförmige Absonderung liervomifen kann; in einem Aufschlusse am linken lifer und etwa 30 m. über dem Meere ist das Streiohen dieser Banke annahernd JF—0, das Fallen Ü20 N. Nördlioh vom W. lïehu steben die Schichten auf dem Kopfe und streiohen sie genau II—O; noch weiter nach Kawiri zu belindet sich in reiclilieli 20 m. Meereshöhe ein vortrefflicher Aufschluss, in dem miichtige Kalksteinbiinke S (52° 0 streicben und unter 50° nach S einfallen; stellenweise sind sie durch ein senk-recht zur Schichtung verlaufendes Kluftsystem in grosse, polyëdrische Blöcke zertbeilt. Audi in dieser Gegend kommen in den Kalksteinen Hornsteinknollen vor, die sich ebenl'alls reichlich unter dem Schotter im Unterlaufe des W. Mala linden. Letzterer fübrt neben Kalken, welche sich denen des oberen W. Mala anschliessen (968), vereinzelt eine bellrothe Kalkstein-Yarietiit mit rotlibraunem Hornstein, beide erfüllt mit Radiolanen, worunter Splaerozouni ziemlich hiiufig ist (9(37). ])ocli ti'ill't man im Bette des W. Mala noch anderer Gerölle:

Schon nordlich vom W. Kapal kommen zahlreich grosse Gerölle von körniger Grauwacke vor, welche noch immer mit den Gesteinen der Wasserscheide über-einstimmt (905); bei dem ersterwiihiiten Aufschlusse am W. Mala in etwa 30 m. Meereshöhe herrschten dann unter den bis J m. Durchmesser erreichemlen Ge-scbieben die Grauwacken sogar vor den Kalksteinen vor; einzeln trill't man darunter eine grobkörnige Varietilt (9(36). Ausserdem treten sehr vereinzelt bis | m. grosse Blöcke von Eruptivgesteinen auf, welche Sc broeder van der Kolk '-) als Andesite hestimmt bat (9(59—972). Es müssen also die letztgenannten Gesteine sammt den Grauwacken im unteren Stromgebiete des W. Mala ansteben, wenngleicli die Burukalke unter den zu Tage ausgehenden Gebirgsgliedern gewiss bei weitem überwiegen. Soweit die Landschaft in dieser Gegend zu überblicken ist, weist mindestens Alles auf das Vorherrschen der Kalksteine bin.

2) l.c. pag. 80.

1

Obcn, pftg. 170.

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231

2. AN DEU SÜDKÜSTK.

Au der Südküste legte inh den Fusspf'ad zuriick, welcher Kawivi ruit der Bai von Tifu und letztgenannten Ort mit Me fa verbindet; von einer Untev-suclmng des Ufers konnte wegen ungünstiger Witterungs verlialtnisse leider iiicdit die Rede sein ').

Zwisclien Kawiri und Tifu steht in den beiden fast 170 in. liolien Bergen, über welcbe der Weg hinfübrt, uur Burukalkstein an. Dieser bildet ebenfalls die Ilöben iiu Umkreise iler Bai von Tifu uml derjenigeu von Me fa, sodann stellt er das 1 laii |)tgebirgsglied anf der Slrecke vun T i fu nacb M e fa dar: er ist iiier unter aiulerm in den lietten des W. Dea, W. Foffo und W. Fefa aulgescdilossen. üass aucb die Steilküste im Westen der Bai von Tifu, webdie sicb bis nacb Kawiri aus-debnt und zum Tbeil vom Fuss des G. Sa nan e gebildet wird, derselben Formation angebört, lasst sicb bei der Küstenfabrt unscbwer erkennen. Sodann dürften ancdi die boben Klippen in der Qegend von Leksula dem Burukalk zuzurecliiien sein8).

Die Kliste bei T i f u erinnert sogleicli an das Küstengebirge von A o r d - S e r a n , ebenso die steil abgebrocbenen Felswande des G. Fib.an, im Innern der Bai von Tifu, und biennit stebt im Einklange, dass die ganze Gegend aus der an Kóm-stem reiidien Facies des Burukalksteins gebildet wird. Knollen und Linsen von Hornstein, welcbe nicbt selten bis 10 cm. dick werden, sind allgemein verbreitet. Seltener trifi't man zusammenliangende Scbicbten von Hornstein, die indessen audi in einer mebrere Centimeter betragenden Macbtigkeit auftreten können. Auf der IJölie und mitunter audi am Geliiinge ist die l'ormation streckenweise mit Korn-steinbrocken bestrant, so dass kaum ein Kalkstein zu linden ist. Das erinnert an die oben aus der Gegend des W. Unit gescbilderten Verbaltnisse und bestatigt die dort für die Hornsteinbestreuung geg'ebene Erklarung; überbaupt tragt der Gipfel des Küstengebirges sowobl westlicb als östlich von Tifu vielerorts ilnrcbaus den Obarakter der Savanne des Innern.

Die Kalksteine stellen zum Tlieil unregelmassig zerklüftete Massenkalke dar, zum Tbeil sind sie deutlicb gescbicbtet, mitunter dünnplattig. Das Hauptstreicben scbeint der lUebtung der Küstenlinie des südwestlicben Burn zu entsprecben; auf dem G. Watbamin ist das Htreirbon S 62° O, das Fallen 30° S, unweit Kawiri das Streicben S 72° O, das Fallen 30° iV; au der vorspringenden Land-zunge, welcbe die Innen- und Aussenbai von Tifu im Osten trennt, sind die Scbicbten steil aufgericbtet und fallen sie nacb S; dann folgt an beiden Seiten der Aussenbai ein langer Aufscbluss, in dem die Scbicbten unter 20—30° nacb

2) Vgl. oben, pag. 215, Anmerkung 1.

1) Vgl. deu lleiscbericht, pag. 34(.) u. 356.

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S einfallen ; am Fuss des G. Sanane betriigt das Fallen etwa 70°nachS; doch sind die Schichten danehen wellig gehogen, so dass die Lagerungsverhaltnisse zieralich (•omplicirt sein dürften '). Dem entsprechend wurden auch auf dem Wege von Kawiri nach Tifu far das Streichen einige Werthe gefumlen, welclie von den eben genannten und den am Unterlaufe des W. Mala gefundenen durchaus ahweichen: Streiidien A—S, Fallen 25° O; Streichen S 30° O, Fallen 45° W, heides am Hang der Kawiri zunachst gelegenen Höhe. Vielleicht handelt es sich iiier um einen Einhruch von geringer Ausdehnung, zumal überall machtige, ahgestürzte Blooke in dieser Qegend am Gehftnge liegen, und ich halte es für wahrscheinlich, dass auch die ISai von Tifu und diejenige von Mefa, welche heide von ungemein schroffen Höhen eingeschlossen werden, durch Einhruch entstanden sind. Auf das Vorkommen grosserer Höhlungen im Kalksteingehirge deutet der TJmstand hin, dass das Wasser des W. Dea im Boden verschwindet2).

Die Oherflache ist (lurch die Erosion, deren Wirkung in der Regenzeit eine sehr hedeutende sein muss, tief zerschnitten; in einem zur Zeit meiner Anwesenheit völlig trockenen Wasser-risse bei Kawiri war der Kalkstein an einem Orte mit Strudellöchern hedeckt; sie hesassen bis etwa 20 cm. Durclanesser und waren zum Tlieil in der lüch-tung- des ablliessenden Wassers in die Liinge gezogen (Fig. 41). Der V'erwitterungshoden ist in frischen An-schnitten chokoladebrauu geiarbt.

Auf' dem Wege von Tifu nach Mefa, etwa J Kig. 41. SïKuoEi.r.ücHEu. Stunde Qehens vom erstgenannten Orte entfernt, steht Andesit an (970 u. 980), ein den Andesitgeröllen des unteren W. Mala ahnliches Gestein. Es hildet eine iinliedeutende Kuppe, welche sich etwa 40 m, über die umgehende Savanne erhebt; an ihrem östlichen Fusse war wieder Kalkstein aufge-schlossen. Ein Kalkgerölle (978), welches am westlichen Gehange der genannten Kuppe aufgelesen wurde, fübrt nach Schroeder van der Kolk Amphibol3). Auf demselben Wege und reichlich {■ Stunde Qehens von Mefa entfernt, in einer Niederung südöstlich vom W. Dea und nordwestlich vom W. Foffo, findet sich ausserdem reichlicher Schotter von Qrauwacke (981). Es erinnert somit Alles an die vom Unterlaufe des W. Mala geschilderten Verhaltnisse.

]) Allo die Kiisle dieser Gegeild betrolTeudeu ]\littheilungen griinden sieli lediirlicli auf die Beobaehtung vom Boete aus uud sind deumaeh unvollstündig.

2) Vgl. Ueiseberieht, pag. 355. 3) pag. 123.

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233

3. WE SOKinVESTEOKE VON lUUir.

Die Nordwestecke von Bum untersuchto icb 1 tings der Küste auf der Htrecke von Foggi Ijis Bar a.

i nter den liier beobaehteten Bildnngen ist zunticbst wieder Burukalkstein zu nennen, weloher schon in der Niilie von Foggi am Fusse des Gobirges anstelit, dort wo l)ei den teicliartigen Wasseransammlungen der W. Mi ting entspringt'). Das Gestein, welches mir nur bei ernem unbedeutendea Aufsc.liluss mit lose liegenden Kalkplatten zugiinglicli war, liess die Schichteasteilung leider nicht erkennen: es ist dicht, gelblicliweiss, von vielen Kalkspathadern durchzogen vind enthiilt zahl-reiche, tlieilweise durch Druck deformirte Schalen von Glohigerinen (98(5 u. 987).

Sodann ist dieselbe Formation an der Westküste von Bum, gegeniiber der nordöstlichen Ecke von l'ulu Foggi, weitbin und in iioiieu Klippen anfge-schlossen, dort \vo im erweiterten, nördliclien Absclinitte dos P. Foggi und Buru scheidenden Canals eine kleine, nur 5 m. bohe Klippe liegt, welclie Batu Taturuga (= Scliildkrötenfels) heisst und ebenfalls aua Burukulk bestebt, feruer am TJ. Kamnjobo, am B. Banang und noch eino Htrecke weit nördüch von hier. Kacli dem (harakter der Klippen, welche das nordösiliclie Fter von Fulu Foggi bilden, zu nrtheilen 1), steht audi bier Burukalkstein an; endlich beobachtete ich ilm am W. üj im.

(Südlich vom W. DJim ist das TJfer von Buru gegeniiber Fulu Tenga mit Mangrove besetzt; aber unfern des Meeres ragen aus dem Walde überall Klippen hervor, welche denselhen Eindruck machen wie diejenigen der benaclibarten 8teil-küste: graue, zackige Felsmassen mit scharfen Erosionsfurchen, welclie mitunter aus den l'irsten Spitzen mit pyramidenartigen 1'rotillinien herausgeschuitten haben. Das ganze iioho Gebirgsland dieser Qegend triigt bis zum Gipfel des Ka pa la Madang (G. To ma hu) aufwiirts denselhen ('harakter, und die zu Tage aus-gehenden Gesteine ') dürften, wenn nicht ausscbliesslicb, so doch vorherrschend, dem Burukalk angehören 2), ebenso am G. Sanane und tlieilweise am G. Bara; demi auch unter den Geröllen des W. Sil'u linden sich zweifellose Burukalksteine vertreten (1025, 1027 u. 1034), desgleichen im Alluvium, welches weiter west-warts das Ufer der Bai von Bara umgiebt. Im iunersten Winkel dieser Bal, gleich südlich von dem Delta des W. 81 fu, treten 200—300 m. hoch aufragende Kalkhöhen fast unmittelbar an den Strand liinan.

1

3) Dass das Gebirge nicht ganz und gar aus Kalkstein besteht, geht schon aus den Gcnillcn bervor, welche im Alluvium des nordwestlichen liuru und in den jiingeren Sedimenten dei' vovgelagertcn kleinen

2

Geaellsch. f. Erdkunde, 1. c. pag. 7.

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2U

Von 5 nacli N fahrend trifft man in den ersterwiihnten Avifschlüssen an der Westküste zunachst dünn geaclüchtete, yollkonimen dichte, weisse und gelblich-weisse Kalksteine mit zahlreichen, feinen Kalkspathadera, stelleniveise mit wohl entwickelten lihomboëdern von Calcit auf den Klufttlachen. Sie gleiohen sowohl makro- als mikroskopisch dem Gesteine vom AV. M it i n g und zeigen im Sclililie aucli viele wolil erlialtene Glohigerinen, deren Schalen wiederum zuin Theil stark durch Druck deformirt sind, Die Adern, welche die Gehiiuse jener Foraminiferen stellen-weise durohsetzen, w eisen auf naohtragliehe Zerreissungen des Kalksteins liin (1010); mitunter bemerkt man bei ihnen neben vielen anderen eine besondere Hanpt-richtung. Einschlüsse von Hornstein sind hauiig, besonders in der Gegend des li. Ta turn ga (lOOli); weniger zahlreich linden sie sich am Tj. Kamnjolio; sie besitzen rotli- bis leberbraune oder auch hellgraue Farbe und fallen alsdann in dem abnlich gefarbten Kalksteine wenig auf. Gleicli letzterem sind sie mit JUdzopodcn- Uoslen dicht erfüllt und von Kalkspathadern durchsetzt (1006—-1010).

Wie schon der geschilderte petrographische Charakter vermuthen lasst, sind die Lagerungsverhaltnisse sehr complicirt; ein bestimmtes Streichen und Fallen ist nicht zu erkennen; abgelesen warden die folgenden Werthe: Streichen iV 12° IV, Fallen 30° SF; Streichen S G3° W, Fallen 30° Streichen A 47° W, Fallen GO0 SW. Dabei sind die Schichten vielfach gefaltelt, und diese Filltelungen ver-laufen nicht nur parallel dem Streichen, sondern mitunter auch senkrecht dazu, so dass wiederholte und verschieden gerichtete Druckwirkungen augenommen werden müssen, Ëinzelne kleinere Felspartieen sind kuppenartig gewölbt, riesigen l'anzern von Schildkröten nicht unahnlich. An der Nordseite des li. lianang werden die Kalke ganz unvermittelt massig, und einzelne senkrecht abstürzende, zerklüftete Klippen erinnern wiederum au die Gegend vou Sawaï und an die Südküste von lluru; die gleichen Massenkalke stehen dauu ehenfalls am VV. Djim an.

An letztgenanntem ürte besitzt die Hohlkehle der Strandlinie stellenweise eine iiache Decke und erinnert dadurch an die Erusionsform des llatu Supun '). Bei dem zur Zeit meiner Anwesenhoit herrschenden Wasserstande ragte sie uur etwa 1 m. über den Meeresspiegel hervor. Ganz anders zeigt sich dagegen die Einwirkung des Meeres au der Nordseite des 15. Banang, wo die Erosion des Kalksteins den Kluftflachen der Massenkalke gefolgt ist; hier stehen an der Basis der Felswande keilförmige und aufwarts zweigartig sich theilende Klippen über das Wasser hinans (Fig. 42).

Die oben angeführten, zu derselben Formation gehörigen Gerölle aus dem W. Sifn sind abermals Globigerinenkalke, dichte Gesteine, worunter eins yonhell-

1) Vgl. oben, S, 153.

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rothbrauner Farbe, welclies clurch die zahlre'Kihen organischen Einschlüsse foiu geliiprclt isl- (1025). Daran schliesst sink eine unvollkoinnien gescliiclitete, dunkel-rotlibraune Varietiit mit iloiscbrollien bis M'eisslicben Flecken, welcbe bei oberfJiicb-lielier Itetrachtung an (!W«o^«-Ke.ste er-innern, deren Form aber mit Organisnien in keinerlei Verband stebt. I )iese Partieeu sind vielmehr uur von etwas abweiciien-der petrogTaphischer Hescballenbeit und führen dieselben Protozoen wie die übrige 1 1':quot;quot;slquot;NS,'ultJi|N'.

Gesteinsmasse (1034), Das dritte Gerölle (1027) stellt einen bellgranen, unvoll-koinmen schiefrigen Kalkstein dar. Kalkspatbadern sind audi in diesen Geröllen reicblicb vorbanden; sie erscbeinen in der erstgenannten Varietat stellenwoise bündelartig angeordnet; an den 67oi/ym«tf«-Scbalen sind die Druckwirkungen ebenso wie bei den Gesteinen der Westküste wabrzunebmen. In Gesellschaft diuser Hurnkalke findet sicb wiederum Gesebiebsel von Hornstein, der auaserdem als Einschluss in den dunkel-rothbraunen Kalksteinen beobacbtet wurdo.

Von den Globigerinenkalken des nordwestlicben Buru seben die bellen Varie-tiiten einem plattigen Globigerinenkalke der Mala-llocbebene (903) sebr almlicb; nur ist letzterer ein wenig dunkier gefiirbt. iSie schliessen sicli ausserdcm petrograpbiscb eng an gewisse Gesteine von der Nordküste Serans an, so an das Gestoin vom Kap Hatuëna (554 u. 555) und an ein anderes aus der Gegeud von Hawaï (690), welcbe den genannteu Vorkommnissen von Hum aueb palaeontologiscb nabe steben '). Das bell-rotbbraune Gerölle aus dem W. Si l'u (1025) entspricbt durcbaus einem Gesteine aus der IS'iibe des W. Dule (953— 955) -); das dunkel-rothbranne (1034) ist anstebend niobt bekannt, und aueb unter den Geröllen findet sicb keine genau übereinstimmende Varietat; aber die belleren Partieen von N0. 1034 almeln ungemein einem bellrotben Kalke aus dem Scbotter des W. Mala (9()7)J). Das graue Gerölle aus dem \V. Si l'u (1027) illmelt der Nquot;. 902 von der Mala-Hocbebene; seine unvollkommen scbiefrige Structur tritt aueb bei Gesteinen der Nordküste Serans, aus der Gegend von Sawaï (094) und von der Mündung des Lamasi (558), auf und wurde von bier scbon früber be-scbrieben ''). Zusammengenommen theilen die Globigerinenkalke des nordwestlicben Burn die fblgenden Merkmale mit denjenigen der M al :i - llocb ebe ne; Sie sind vollkommen dicht, tbeilweise bunt gefiirbt und dureb die eingescblossenen orga-

t. t!

1) Vgl. obeu, pug. 171. 3) Vgl. obcn, pag. 2S().

2) Vgl. obcn, ]iag. 22!t. 4) Vgl. obcn, pag. IGfi.

18

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ÖI3()

nischen lieste getüpfelt, enthalten Einscliliisse von Hovnstein r.rul treten sowolil jilatüg nis ouch iu der Form von Massenkalken auf. Die Schalen der Glohiyerinen siud beiderorts hiiulig deformirt. Die „bnnten (Jlobigerinenkalkequot; des nördlicbeu Seran (von Pasania nnd aus dem (iehiefe des Waö [Jta ') sind dagegen von denjenigen des in Rede stekenden Gebietes petrographisch verschieden.

Filter den Geröllen des \\'. Sifu kommt ausser den bereits angefiihrten Glo-bigerinenkalken nocli ein braungrauer, gelb getleckter Kalkstein vor (1028), welcber siidi nicht nur an Vorkommnisse aus dem Innern von liuru, sondern auch an solcbe des nördlichen Seran petrographisch eng anscbliesst und den ich eben-falls als liurukalkstein ansprecben zn müssen glanbe, wenngleich sicii dies nicht durch die Fossilfiibrunff — es sind nur undeutliche lleste vorhanden •—- beffri'tnden

O O

Isisst. Sodann linden sieli im Bette des W. Sifu noch verschiedene andere Kalksteine, unter denen ein Aptyc/icn-liixlk (1040—1044) der wichtigste ist. Diese sollen weiter nnten behandelt werden.

An der südöstlichen Ecke des kleinen Pulu Foggi stehon hellbraune, zerreibliche, raergelige und an Broeken krystalliner Schiefer reiclie Sandsteine an, welche in Gonglomerat verlaufen. Die Conglomerate sind den Sandsteinen in isolirten Parlieen eingelagert, obne fortlaufende Scbiciiten zu bilden, und einzelne ilirer Bestandtbeile, unter dencu sich reiclilich ()tiarz und wiederum krystalline Schiefer beiinden, erreichen Ko[dgrösse; doch sind die eingesc.hlossenen Gerölle meistens kleiner als die Faust. Iu einem etvva 10 m. bohen Aufsclilusse ara Strande fielen die Schichten unter 22° nach S ein; das Stralchen schien anniibernd W-—0 zu sein. Weder makro- noch mikroskopisch erkennbare Versteinerungen sind vorhanden (1000—1005). Die Formation scbeint sicli am Südstrande noch weiter westuiirts auszudehnen.

Auf Pulu Tenga stehen Sandkalke an (1011—1015), reich au eckigen Quarzkörnern nnd Glohigcrhien, deren Schalen selir gut erhalten sind und steil en-wei se dicht gedriiügt bei einander liegen, so dass sie mit den Quarzkörnern zn-sammen den wesentlichsten Bestandtheil des Gesteins darstellen. Dieser Globige-rinen-Sandkalk ist üusserlich dem mergeligen Sandsteine von Pulu Foggi tilinlich, uur von grösserer, aber immer noch geringer Festigkeit und etwas hellerer Ftirbung; er bildet an der Nordecke des Eilands 40—-50 ut. hohe Hügel, deren Gehange mit reichlicliem Scliotter bedeckt sind, und ist an seiner Westküste in holten, stark zerklüi'teten Klippen aufgeschlossen. Dasselbe Gestein, nur etwas

1) Oben, png. 1 tl.

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•SA7

eisenscluissig' uml mit vovtrelHicli inliltvivten Hclialen vuii Uhhiijenneu (tülSi, bildet sehr luibedeutende Klippen1), welche innütten der Htrasse von Tomuhu uuf der uordsüdliclien Verbindungslinio zwischen 1'. Tomahu und Tj. lüloro gelegen sind; es ist audi hier stark zerklüf'tet. Anscheineml streielieu die .Schichten S 20° W und lallen sie steil nacli //.

Am südlichen Ufer von I'. Tomahu stehen feste, durch Kalk cementirte Conglomerate an, welche ausser reichlieliem (^iiarz, einzelnen Broeken von krystal-linen Schiefern und von ilornstein auch grosse öerölle von Kalkslein eins(diliesseu (1016 u. lOl?1). Es liegt nahe, alle diese letztgenannten Bildungen von l'. Foggi, P. Ten ga und P. Tomahu zusammeuzuiassen 3).

Daran reihen sieh machtige Ahlagerungen von grobem üerölle, welche am W. 8il'u, eine gute W'egstunde vom Htraude entfernt, am Fusse des G. Bara aufgeschlossen siud, dort wo der Fluss aus dem Gebirgslande heraustrilt, um sich unter Bildung eines weiten Deltas zu zerlheilen. Diese Ahlagerungen, deren Machtigkeit nach roher Bchalzuug etwa 150 m. betrügt, tallen beiderseits senk-reeht zu dem vielleicht 70 m. breiten Flussbette ah, sind langgeschichtet und führen dieselben Qerölle wie der Schotter des \\ . Sifu, von dem ich sie nur durch die grössere Festigkeit unterscheiden konnte. Kalksleine herrschen unter jenen Geröllen durchaus vor; krystalline .Schiefer vermochte ich nicht zu enldecken. Makroskopisch erkennbare Versteinerungen lehlen, und Material 1'ür eine mikro-skopische Prüfung versiiumte ich leider mitzunehmen; deswegen bin ich nicht im Stande, zu entscheiden, ob die Gerölle etwa ursprünglich als ein Schuttkegel im Meere zur Ahlagerung gelangten. Der .Schotter des W. Sifu nuiss zuin Theil aus diesen Schichten stammen und sieh som it auf tertiarer Lagerslatte beiiaden,

Unter diesem Schotter belinden sich ausser den bereits angeführten Geröllen noch liaulig rauch- bis schwarzgraue, dichte Kalksleine, welche im Schlifie nur undeutliche lieste von Organismen, w or unter viele kleine, nicht naher bestinun-bare, kugelige Gebilde, erkennen lassen (1021), 103(1 u. lO-JS), ferner nicht selten ein unvollkommen schiefriger, schwarzer Kalkstein (1023, 1024 u. lo31i mul etullich vereinzell „Eruptivgesteine mit dem Miueralbestande eines Andesitsquot;, aber „von altem Habitusquot; (1080, 1032 u. 103'J)3).

lm Alluvium von Foggi linden sich Quarz, krystalline Schiefer, Glim-merschiefer (984) und Quarzitschiefer (989), nebst Grauwacke (990), und zwar kommen Genille Jener Schiefer vom S(rande landeinwiirts bis zuin l'rs|irunge des W. Miting 4) vor. Den Grauwacken ist vielleicht auch ein grobes (Jon-

:2i Niihercs linten, t; \jrl uben, pag.

1

Reiscbericht, pag. liOO.

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2:58

glomerat, welches am Strande von Foggi aulg-elesen wurde (990), anzureilien. Ausserdem ist bei genanntem Dorfe II1 m s s t e i ii (999) angespiilt.

Endlick kommen daselbst kleine Gerölle eines Gesteins vor, an das Dr. Schneider hohe Erwartungen geknüpft Katte 1). Nach li. Biicking, welcher die Giite Katte, diese öerülle zu priifen, liegt ein stark bituminöser und kohliger •Schiefer vor, wehdier beim Qliihen (51) 0/0 Mergel hinterlüsst nnd mit dem dunklen scdiiefrigen Mergelkalke aas dem W. Sit'u iibereinstimmen diirl'te. Die betreffenden Gerölle aus dem W. Si fu enthalteii undeutliclie Amnumiten 2). Bei Foggi soli dieser sebiefrige Mergel vor allen Dingen hei der ersten kleinen Landzunge südwestlich vom J brie, etwa { Stunde üuderns vom Orte entfernt, gefunden sein; er wurde mir zuerst von Sclmeider gelegentlich eines kurzen Aufenthalts in Surabaya gezeigt; spiiter sail ich ihn audi in Ambon, docK las ich ihn an Ort und Stelle uur in höchst unhedeutenden Broeken auf (991, 997, 998) 3).

Von den hereits enviihnten Gesteinen abgeseben, ist das Ufer des nordwest-li(dion Dura, nördlich vom Djim und von den kleinen Eilanden mit Einschluss der Bai von Bara, im WesentlicKen aus alluvialem Sand und Grand gebildet. Darin kommen im Innern der genannten Dai nocK viele Gerölle von krystalliuen Schiefern, naben solchen von Karang (1021 u. 1022) und iilteren Kalksteinen (Burukalk), vor. Zwischen dem Kap Biloro und dem gleichnamigen BacKe belindet sich am Strande eine Anhiiufung grosser Karanghhicke mit wohl erhalteneu, aber trotz ihrer ge ringen Höhenlage hereits krystallin gevvordenen A'orallen-Uesten (1019 u. 1020). Dahin geboren wohl auch unbedeutende Felsen, welche in der Nach-barschaft des Tj. Dalipetu, siidlich \oni W. Ik an und besonders nördlich vom W. Melal e am Ufer vorkommen4), die ich aber nicht ntiher untersuchen konnte.

4. HAS NOKUÖHTLIOHE BCUl' INI) JUK XOEJJKÜrfTH.

Der Weg vou Kajeli zuiii Kakusan r') ist unter den vom Hauptorte aus unternuminenen Ausliilgen der lehrreicbste. Man gelangt dorthin, wenn man sicli

1

Sell ii j id or crwjirb sich im Jalire 18(.)3 cino borginiiimist'he Concession fiir die Insel Huru (Jaarboek v. h. .Mijnwezen XXIII, 1891, Tcclm. admin, ged., pag. 203).

2

Verbeek, Geol. reis door liet oostelijk gedeelte etc., pag. 14'.

3

Ollenbar handelt es sich nm dieselhen Gesteine, welche hereits von llnmphins (Rariteitkamer, pag. 270 ii. 277,' nnter amhra nigra angefiihrt warden und die nach ihm an der Wesikiiste von lUirn „omtreut Foggileko of oud Koggiquot; vorkommen. Uumphius vennuthet, dass die Gerölle bei Westwind angespiilt werden.

4

Am Kap Balipetn und eine Strecke weit siidöstlieh von hier kommen auch lebende Jlill'e vor, bis in die Niihe des W. Hot Ion, ferner im innerstcn Winkel der Hai von Bara.

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zunüclist über das llilg-ellixiul im iSiidusten vou Kajeli zum W. iSanlapa, eiuem linken NebenÜusse des W. Lea, begiebt, in seinem üette abwiirts mui aisdann in demjenigen des HauptHusses eine kurze Htrerke aufwarts, zur Miindung de^ von reclits kommenden VV. i'apaïpu, geiit. Aisdann folgt man dem Laui'e desletztge-nannten Nebenllusses axifwiirts bis zn etwa 100 m. Meeresbübe und steigt endlich nocb gegen 2 Htunden lang zuv Linken des \V. Papaipu bergan, bis zu dein 300 in. bocb gelegenen Lusse des Kak usan ').

1'nter den in dieser Gegend beobacbteten Gebirgsgliedern ist znniicbst Glim-nierscbiefer zn neunen. Sclion gleicb nacli ilem Verlassen dor alluvialen Kbene von Kajeli trill't man dies Gestein nebst selleneren Quarzbrocken an den milunter steil en Hangen des ersterwiibnten Hiigellandes an. Der W. Sanlapa ist tief in die ölinnnerseliiefer eingeselinitten (752), nnd audi am W. Lea so wie im Interlaufe des \\, Papaipu sind diese in zablreieben, oft bohen Klippen aufgeschlossen (779). lis sind ganz vorherrsidiend dunkle, anf den Spaltungsfliichen schwarzgraue Gesteine; seltener sind sie lichtgrau und dann durch grossen (^uarzreiclitliimi ausgezeicdinet. Quarz kcmmt audi in Linsen ver und lindet siidi untor dem FlusschÖtter reichlicli, mitunter in kleinen Blixiken. Htellenweise niihern sic.h diese Gliinnierschiefei' den Phylliten; an der Grenze gegen die Grauwacken bin sind am W. I'apaïpu Kalk-glimmerschiefer entwickelt (778). Infulge starker Stormig sind die Spaltungsiliieben mitunter l'ein gerunzelt und zeigen sich auf dem (Juerbruche zierlicbe Faltelungen. Der Verwitteningsboden ist an einigen Orten backsteinroth.

Gleicb oberhalb der erwabnten Kalkgliminerseliiefer, welche mil Glimmer-scbiefer lagern, sclnvacli gefaltet und von 5 m. maebtigem iSchotter liedeckt sind, stebeii im Flussbette Granwacken an (777). Diese kommen in abgerundeten iilocken vun mehreren Metern Durchmesser auch nocb weiter aufwiirts vor (758 u. 759) und steben in uninittelbarer Niilie des höclisten im W. I'apaï pu erreichteu i'unktes (100 m.) abermals au (773—-776); endlich iiilden sie, nach dem Schotter (706 u. 709) und einzelnen unbedeutenden Aufschlüssen (772) zu urtheilen, fast ausschiesslicli das llachwellige lliigelland, dem der Kakusan aufgesetzt ist8). Gerölle von (irauwacke wurden aufwiirts bis zum Fusse der genannten Höhe gefun-den (704); sie tragen hier noch den gleichen Gliarakter wie im W. i'apaïpu.

Die Grauwacken dieser Gegend sind deijenigen der \\rasserscheide im Innern, siidlich von Wakollo, durcliaus iibnlicb; vereinzelt wurde Grauwacdcen-Conglcmerat beobachtet (759). JS'nr selten ist eine uudeutlicbe Schicbtung au kleineren Gesteinsfrag-menten erkennbar, und nur an einem l'unkte, unfern der Station am W . iJapaïpu,

1) Nilheres im lUïisüberiehl, pag. 20 Hl'. Sj Abbildung im Ueiscberichl, Talquot;. 30.

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240

war die Luge ilev Soliicliten feslzustellen; sie steheu hier auf deiu Kopfe «ml streicheu S57o0. Honst lassen weder die kleinen Klipjten nocli die gewaltigen illocke im Flussbette die ScbichtuEg des meist polyödrisch zerkliifteten Gesteins walirnehmen.

Ausser Glimmerschief'er «nd Grauwacken sind im Mussgebiete des W. Lea nocli liu r «kalk e entwiokelt. Zaniicbtst begegnet man im Bette des W. B aula pa ver-einzelten Geröllen eiues hellrotben, dicbten, durcb die eingescblossenen Foramini-feren fein getiipfelten Globigerinenkalkes, welcher von zablreicben, sicb kreuzenden Kalkspatbadern dnrcbzogen ist. Entsprecbend der starken Durcbtriimerung des (lt; est ei ns sind die iSebalen der Glohiyerincn vlelfacb zerbrocben oder sebr deformirt. Dies Vorkommen (753) entspricbt makro- «nd mikroskopiscb den buuten Qlobi-gerinenkalken der Mala-Hocbebene (953)1). Klussabwiirts nimmt die Anzabl dieser Kalkgerölle ab und im W. Ban lap a selbst ist die betreilende Formation am der begangenen Strecke uicbt aufgescblossen; sonaeb muss sie im Quellengebiete des genannten liarbes ansteben.

Bunikalk kommt in kleinen Geröllen avirbi«i Fnterbuif'e des W. I'apaipu vor (757), sodann weiter (lussaufwiirts, gleicb oberlialb der Grenze der Glimiuerscbiefer-formation, in Gesellsrbaft der Grauwacken und wie let/,tere in mebrere Meter messen den lUöcken (700 u. 7(51). I Hese können nur als Keste von Biinken gedeutet werden, welcbe an Ort «nd Stelle anstanden, und solcben Verwitterungsresten begegnet man audi in grosser Zabl aut' der llöbe des ilac-bwelligen Terrains, iiber welches sicb der Kakusan2) erbebt. Endlich gehort audi der letztere der-selben Formation an (76Ü u. 768).

Iliese Burukalke sind von dem rothen Globigerinenkalk des W. Banlapa durchaus verschieden. Die miicbtige, ungeschicbtete und «nregohuussig zerkliiftete Kalkmasse ties Kakusan erinnert vielmehr iiusserlich in jeder Beziehung an die Kalksteine des G. Lumute auf Beran; nicht minder ist dies bei den weiter abwiirts und im W. Papai pu vorkommenden, isolirten Blöcken der Fall, und diese Ueber-einstiiumung erstreckt sicb auch auf das mikroskopiscbe Bild. Andererseits stimmen die Kalksteine ties Kakusan und \V. I'apaipu audi mit denjenigen des oberen W. Mala dberein. Btellenweise sind sie wieder zerquetscbt (im Unterlaufe des W. I'apaipu an Geröllen beobachtet); niakroskopiscb liess sicb an organisdien Hasten nur Korallcn-^tvnctur und due einzelne leidlich erhaltene Terciraiula nacliweisen; mikro-skopisch begegnet man undeutlidien KorallcnAlesten allgemeiner, daneben solcben

Obcn, pag 229.

2) Zwisclicn den Kalkfclsen «los Kakusan ist nach Angalx; des Ilegcnltm von Kajcli der J\v r i t-nollcn (780) gefunden, den Schroeder v. d. Kolk (I.e. pag. 122) besehrioben hat.

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241

yon Bryozocii und schleclit überlieferteu Foraminifcrcn. Ansdieinend bofiudet sicli unter letzteren Globïgerina.

Ktwa halbweav zwisrlien dem Fuss des Kakurfiin uud der Station am W. i'a païpn «telit ein Quarzkörner luhrender Kalkstein an (770), welcher im Hc.lilifle eineu grossen Ueiclithiim au Foramiuiferen, namentlich an ziemlicli gut iibeflie-ferten Globijerinen, zeigt. Das diinn gescliiclitete (.1 ostein, welches mxr in einer sehr unbedeutenden Klipj)e aufgeschlossen war, sebien i\'12° IV zu streicben uud mil geringer Neigung nach 0 einzufallen; sein Lngerungsverhiiltniss zu den in grosser Niibe befindliclien Verwitterungsresten von liurukalk liess sich leider nicht feststellen; doch iuüte ich es fiir walirscheinlich, dass der sandige Globigerinen-kalk hiermit zusaninienzui'asseu ist, zumal in dieser (legend kein amleres (iebirgs-glied vorkommt, mit dem man ibn in Verbindung bringen könnte.

Es ist von Bedeutung, dass bier unter dem Schotter wieder Horn stein vorkommt; man tindet ihn vereinzelt schon am Fusse des Kakusan (7(55) und. unfern des letztgenannten Grlobigerinenkalks (770), reichlicher am Gehiinge nntei'lialb der mit Kalkblöcken bedeckten Ilöhe; hier liegen nur sehr vereinzelte Kalkgerölle unter dem Steingrus. J)iese Hornsteine simi von roth-, leber- oder schwarzbrauner Far be, stark durchtriimert und machen bisweilen den Eindruck einer Ereccie (7(58); man erkennt aber leicht, namentlich audi im SclilitFe, dass es sich um ein zer^uetschtes Gestein handelt, in dem die eiuzelnen Tbeile ilire gegenseitige liiige nur wenig geiindert liaben. Diese Di'uckwirkungen sind gleicb deutliidi wie l)ei den Eurukalken und Hornsteinen der Mal a-H och eb en e '). Mikroskopisch linden sich zablreiclie J'roiozoen-lloAte, meist kugelige Gebilde, ver-mutblicli Radiolanen, aber auch mebrkammerige Schalen, welche bisweilen im polarisirten Eicbte ziemlich gut hervortreten und anscheinend Globvjerinen sind.

Fremd nimmt sicli in dieser Gegend ein quarzreicher Glimmer schiefer aus (707), welcher ganz vereinzelt, etwas nnterbalb des Kakusan nnd in Gesell-schaft von Grauwacke (7156), lose aufgelesen wurde. Da weit nnd breit nicbts aul' die Anwesenheit archaeischer Gesteine hinweist, so wird man annebmen miissen, dass es sich um einen Jiingeren krystallinen Schiefer handelt, zumal die stark gestorte Eagerungsweise der Grauwacken eine Erkliirung der I'mwandlung durch Druckmetamorphose wobl zuliisst.

Der Wog von Kajdi /inn (Jipi'el dos IJaiulma ^ 1'iihrte micli zuniichst eine Strecke im Bette des W. Ass el aufwiirts, dann iiber das Hügellaad zur Linken

1) Obcn, pag. 223 u. 220.

2) Vgl. Ainncrkiing 5, obeu, pag. 238.—Sich foriicr I'iir Kiuzclhcilcu des Wegcs: Hciscbcrieht, pag. 378 IV.

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dieses Flusses zum (i. Etnoul, endlich über den (i. Dammer zur Bpitze des Herges. Die gauze (iegend ist t'iir geognostischo Heobachtungen so ungiinstig wie uur möglicli; deun abgeselien vun den gleich zu erwiihnenden Klippen von i lneiss (oder besser „Qneissgliiumersobieferquot;), welclie inetvva 1200 m. Meeresliöhe anslelien, ist nirgends eiu nennensAvertlier Aufsclduss oorbanden. Nacb dem Verlassen des niedrigen, mit Kajuputi besetzten Biigellandes ist streckenweise überhaupt kein Gestein zu linden; soust sind es unbedeutende, zersetzte Klippen oder kleine, lose umberllegende Blöoke, in der liegel nur tmbedeutende Gesteinsbrocken, aui welche sicli die Beobacbtung besclirilnkt. Immerliin liess sicb deutlicb erkennen, dass der betreflende Laudstricll aus krystalliuen Sebiefern autgebaut ist.

1 )as Gestein, welches hiusichtlich der Gemengtlieile einera G neiss entsprudit, ist liasrig (1057 u. 1058); die Maseru umwinden walluussgrosse und grössere Linsen von (^uarz und sptirlic.her vertretenem Feldspath. Dabei ist das einem Glim-nierscbiefer iilinllche und vielleicht am besten als Gneissglimmerschiefer zu bezeicbnende Gestein fein gelaltelt; es ist unregelmilssig zerkliiftet; Streicben und Kallen waren nicht zu bestimmen. Bonst wurden vor allen Dingen typische G limmer scb iefer beobachtet, welche biiulig durcb dunkle Filrbuug ausge-zeiohnet sind und sicb stellenweise den IMiylliten niiheru (1054 u. 1061—03), wie das Gestein vom G. Etnoul. Grössere Quarzlinaen sind in den Schietern wo it verbreitet; bisweilen lieferten (^uarzbrockeu iiu Walde den eiuzigen Anhalts-punkt t'iir die Beurtheilung des Ausbalteus jener Gesteine; stellenweise tand sicb der Quarz als Scbotter angehiiuft. Quarzitscliiefer steht im Hiigellaude unter-halb iles G. Etnoul in 320 ra. Meeresliöhe an. (1052 u. 1053). Die am Gneiss-glimmerschiefer beobachtete Fiiltelung ist audi sonst an den Glimmerschiefern vielfach wahrzunehmen; sie land sicb sowohl am Gestein des G. Etnoul als oberbalb dieses Herges in weiter Verbreitung und zeigt trotz des Fehlens brauch-barer Aufschliisse die starke Stoning, welche die Formation erfabren bat, an.

Dio Flussbelten des Assel uud Luniaïti 1) wurden beide bis zu etwa zwei Wegstunden vom Strande entfernten I'unkten nutersucht; am erstgenannten Gewiisser war die Mündung des von links kommenden W. 11 ra das Endziel der lieise. Die krystalliuen Schiefer sind in diesen Mussbetlen vom Beginne des Hügellandes an vielerorts aufgeschlossen; wieder sind es ganz iiberwiegend dunkle G li mmerschiofer, welche sicli mitunter den Pbylliten uahern (742) und nur ganz vereinzelt in Quarzitscliiefer 2) (74(5) iibergehen. Am W. Lumaiti stellt sicb an dem südlichsteu Orte der von mir hegangenen Strecke reichlichor

2) Nur untcr dem Vlusscholter beobachtet.

1

Keisebcricht, pag. 200. (W. Asscl = W. Kajcli).

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Feldspath ein, so dass dtis (iesteLn petrographisch ula (xiieiss zu bezeiolineu ist (745); aber im Hinblick auf das sporadische Aut'treten solcher feldspathreicher Gesteine iimerbalb des betreftenden (Jlimmerschiefergebietes diiid'te es besser sein, auch bier von „Gneissg'limmerschieferquot; zu reden. Quarz ist in Linsen uud Lagen wieder weit verbreitet. Stellenweise sind die Hcbieler braun- oder aucb blutrotb verwittert.

In dem erwiibnten Aut'scblusse von Gneissglimmerschiefer am W. Lumaïti liegen die Scbichten borizontal; eine kurze Strecke flussabwiirts streicben die Gliiu-merscbiefer (744 u, 751) iV 40—50° IF und fallen sie nnter 15—30° nacii j\0 ein; am W. Assel wurde 8(diwaoh wellige Hieguug und Verwerfung der Scbichten beobacbtet, obne dass sicb die Schicbtenstellung niiber bestimraen lies». Makro-skopiscdi wabrnebmbare Fiiltelung land sicb nur gimz ausnalimsweise bei Gerollen des W. Assel, und aucb dann tritt sie mitunter nur als feine iiun/.elung auf den öcbiclitungsflacben bervor (740).

Unter den selten mebr als { m. Durcbmesser erreicbenden Gescbieben der genannten Flussbetten iindet sicb nirgends eine Andeutung von dem Vor-kommen eines Gobirgsgliedes, welcbes nicbt den krystallinen Sciiietern zugeziiblt werden müsste. Selbst der Karang feblt, sowie er audi auf dem Wege zum Kakusan und zum üatubua vermisst wurde.

Au der I$ai von Kajeli sind die quarzreicben G1 immerse b ie I er gleicb östlieb vom Hauptorte aufgescblossen; sie sind wellig gebogen, fallen aber im Grossen uud Ganzen nadi j\'0 ein, mit ciiieiu l)is 45° erreicbenden Neigungswinkel. Sie sleben ferner nordöstlicb von Kajeli auf 1'ulu Ketjil an (734 u. 735) und ver-mutblicb audi auf Pulu Be sar, da dies den gleicben Cbarakter triigt. Gegen-über den beiden genannten, kleinen Eilanden folgt zuniicbst ein alluvialor, tlieil-weise mit Mangrove besetzter Strand; dann treten die Glimmerscbiefer wiederum au der Nordosteeke der Bai auf, woselbst idi sie bis zum Tj. Fusan verfolgen konnte. Hier sind die Scbiefer stark gefiiltelt (7815), etwas weiter westlicli, unfern des Batu Mustika, streicben sie iV38° O und fallen sic unter 20° nacb SO. Der ganze westlicb von Kajeli gelegene Ufersaum der Bai wird von Alluvium gebildet; dazu gesellen sicb in der Niibe des TJ. Karbau Blöcke von Karang. Ein sandiger Strand, bier und da mit kleinen Blöoken von Korallenkalken bestreut, welclie meist unter der Hocbwasserlinie liegen 1), erstreckt sicb ancb vom genannten Kap aus nacb Lel ia li bin. Am Tj. Karbau ist die Breite des alluvialen Kiistensaumes, nacb i'eilungen vom G. Etnoul aus, sebr betriicbtlicb; am Tj. Fusan fand sicb wieder angespülter Bimsstein (787).

1) lm Mecrc bciiudcn aich hier lebende Uillo.

19

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Dor W aë Apu ist in dem ganzen von iiiir befahrenen Flussabsclinitte, bis zum weit im Innern gelegenen Bamang, von Alluvium begrenzt, welches stellenweise in Wiinden bis zu 4 m. Hübe aufgesdilossen ist. Erst stundenweit land-einwiirts, eine Strecke unterbalb Wabloï, tand sicli darin ein grober Grand von krystallinen Scbiefern und Quarz (1048); bis daliin wurden Aron der Mündung ab nur Sandablagerungen beobacbtet. Krystalline iSc.biefer, welc.be denjenigen aus iler Unigegeml von Kajeli ilurchaus ontspreiiben, stolien anoli in dem Hügellande unfern Wabloï ') an; in der Kubalaliin genannten Höbe sc.liienen die Scbicbten in unbedeutenden Aufscblüssen etwa 558° W zu streicben (1049 u. 1050); der benacbbarte Kakubiban bestelit aus derselben Formation und aucb die Biicbe, wie der Salt'akka (1051), ('iibrenausschliesslu'b Glimmerscb ief'er, Quarzit-scbiefer und Quarz. In der Qegend von Bamang sab icb im Alluvium zur Linken des Musses weder anstebendes (lestein nocb 8(diotter1).

l)i(? Oegond vou Loliali 2) gebört ebent'alls dem Glimmers(diiefergebiete an; die Bai von DJ i kom ar as a liegt ganz in dieser Formation, deren Überliiicbe bier stellenweise diobt nut Quarzbrockeu bestreut ist (782—785) und welobe siidi aucdi nocb weiter nacb SO, iu der Ricbtung nacb dem Tj. Karbau zu, ausdebnt. Denn die llöben im Norden der 11 ai von Kajeli tragen dui'cbaus den gleicben Obarakter wie diejenigen von Leliali, und wabrscbeinlicli liegt aucb die letzt-genannte weite Bucbt ganz und gar in der lt; HimmerscbieCerformation, welcber nur der bereits erwiibnte, alluviale I Tersaum vorgelagert ist.

Bei fjeliali werden die Schiefer seewürts von einer kaum über das Meer bin-ausgerückten Brandungsterrasse begrenzt, welclie von Korall enkalk gebildet ist. Letzterer stelit u. a. zu Seiien des Canals an, welcber die Bai von DJ iko ma-ra sa mit dem Meere verbindet, sodaan im Untergrunde des Dories und weiter westlich von hier. Im Korallensande des Ufers entspringen bei Leliali Süsswasser-Quellen, welche zur Flutlizeit iiberströiut werden, fbre Bildung ist vermuthlicb durch die Anwesenheit einer wasserfübrenden. Schiclit an der Grenze von Schiefer und Karang zu erkliiren4).

Dio Nordküsto /wisclie» Leliali mul (lor Bai von Ham konnte ich nur an einzelnen 1'unkteu niiber nntersucben. Am Strande von Samalagi, eines

1

J. E. Tcysmann sagt, dass am W. Apu „die Korallcnblöckc liiiufig durch den Boden liindringen und mi die Oborlliichc kommenquot;; siber aus dem Volgenden geht hervor, dass der Autor oll'enbar die lt;|uarz-reiehen Glunmerschiefer ans der Gegend von Kajeli aneh fiir Koralienkalk gehalten hat. (Natuurkundig Tijdschr. van NTed. ludië XX111, 1801, pag. 816). Deswegen halte ich die Mittheilung Te ysm au u's, die ich überdies nicht durch eigene Hcobaehtung bestiitigen konnte, fiir nicht verbiirgt.

2

Reisebericht, pag. 278. 4) Vgl. oben, pag. 43.

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kleinen Dorfes unfern der Ostgrenze der Landschaft Tag al i sa, fmdet sich wie-derum Scliotter von Gliiuiuerscli ie l'er (788 u. 789), daneben recenter Koral-1 enkalk in unbedentenden Klippen vind mit deutlicli erlialtener Structur (790).

Am IJ a t u No ha '), welclier die Bai von Waëpote in O abschliesst, stelit Anaphibolschiefer an (797 u. 800), überdeckt von einer sehr groben, durch Karang cementirten Breccie desselben Gesteins. Es treten darin kleine Adern imd schinale Linsen von Kalkspath auf. Das Gestein zeigt Transversalschieferung nnd ist dabei polyëdrisch zerklüftet; die Schichten sind gebogen und steil aufgerichtet. Diese Scliieler lassen sicii am genannten Kap in einem 5—10 m. hohen Aui-schlusse eine ganze Btrecke weit verfolgen. Der Finss bei Waëpote dagegen t'ührt grosse Mengen von Glimmer schiefer-Geröllen an; der Schotter am Strande des Dorfes besteht ebenfalls ganz vorherrschend aus Glimmerschiefer (791 u. 792), nnd zwar in erster Linie aus dem unter Nn. 792 beschriebenen Gestein 1). Alle anderen Vorkoinmnisse unter den Geröllen treten dem gegenüber durcbaus zurück. Zum Theil sind die Glimmerschiefer sehr stark gefiiltelt. Selten findet man Granit(793—795) und kleine Broeken von Kalkstein (798 u. 799), welche ■vviederum dem Karang zuzuziihlen sind. Die Korallenstructur ist bei diesen Kalken bisweilen noch selir deutlicli erlialten, Foraminiferm-Reste und besonders auch Lilholhamnien sind in ihnen reichlich vertreten. Sehr vereinzelt kommtauch Grau-wacke Aror (796); Bimsstein war bei Waëpote wieder zahlreich angespült.

Von Waëmangi aus folgte icli dem Bette des gleichnamigen Flussos etwa zwei Stunden weit flussaufwarts, bis zu dem Punkte, an welchem eine Gunung Madelö genannte Höhe unmittelbar ans linke Uier hinantritt. Der G. Ajer-bal ilahin, welcher rechts vom \V. Mangi liegt und etwa 500 m. boch ist, soil von hier aus noch eine Wegstunde entfernt sein. Anstehendes Gestein traf icli bis dorthin überhaupt nicht; der Schotter bestebt aus Glimmerschiefer, Quarzitschiefer, Phyllit und Quarz (104.quot;)—1047). Dieselben Gerölle stecken in einer etwa 5 m. liocli aufgescblossenen, alluvialen Ablagerung zur Rechten des Flusses, am Fusse der ersten lliigel, welche sich ungelahr J Wegstunde vom Strande entfernt betinden; sie kommen sodann am Strande bei Waëmangi vor. Kalksteine fand ich in dieser Gegend überhaupt nicht; alles erinnert an die Fluss-betten des W. Assel und W. Lumaïti; ebenso an der Kliste von Wamlana, woselbst der Schotter durchaus mit demjenigen von Waëmangi übereinstimmt. Endlicli gilt dasselbe für die wenigen grosseren Gerölle, welche sich in den Sanden an der Mündung des W. Ni be linden.

1) Rciscbericht, pag. 295.

1

Sehroodcr v. d. Kolk, 1. c. pag. 101.

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GE O GNOSTISCHE UEBERSICHT.

KRYSTALLINE SCHIEFER UND I'llYLLITE.

Gleu^liwie auf S e r a 11 besitzen die krystallinen Scluefer auf li u r u eine weite Verbrei tung'; sie debnen sicb im öebiete des W. Ni be von der Nordküste his zum Wakollo-See aus und sind ausserdem an der genannten Kilste sowie im nordöstliclien Bum an zablreicben Punkten nacligewiesen, Der 15atubua bammt dem G. Etnoul und dem nordwiirts sicb anscbliessenden Iliigellande, in welcbes der W. Assel und der W. Lumaïti eingeschnitten sind, werden von dieser Formation aufgebaut. Man begegnet ibr ferner in dem Hügellande, webdies sicb in SO des Dories K ajeli ansdelmt'), und liings der Kuste vom letztgenannten Orte aus bis nacb Tj. Fnsan. Vermutblicb geboren alle Höben im niicbsten ümkreise der Bai von Kajeli deraselben Gebirgsgliede an, welcbes weiter im Innern noch bei Wabloï am W. Apn angetroffen wurde und liings der Nordküste bei Leliali, Samalagi, Waëpote, an der Mündung des W. Lalmata und des W. Nilie, bei Wamlana und Waëmangi. Gerölle von krystallinen Schiefern finden sicli noch am Ufer der Bai von Bara; sodann im Alluvium von Foggi und als Be-standtbeile von Conglomeraten auf den kleinen, nördlicb von bier gelegenen Eilanden an der Westküste von Burn. Somit muss den Scbiefern auch im nordwestlicben Buru eine grössere Yerbreitung zukommeu, ohwobl sie liier nicht das herrscliende Gebirgs-glied darstellen, sondern von machtigen jüngeren Bildungen überlagert werden.

Die bierher gehörigen Gesteine sind vorherrscbend dunkle Glimmer-schiefer, aus denen sicli uur ganz sporadisch G neissg 1 i mmer sch i e fer entwickeln (Batubua und W. Lumaïti), niicbstdem Quarzitschiefer; grössere (Juarzmassen sind weit verbreitet und steUenweise so luiufig, dass die Oberflache der Formation dicht mit Quarzbrocken bestreut ist1). Einlagerungen von Chlorit-scbiefer (Waöltane), Kalkgli mmerscbief er (Walutmaha und VV. Pa-païpu) und Ampbibolscbiefer (Waëpote) spielen uur eine unbedeutende

1

Schone (^uarzkrystalle sah ich von Waëperang in der Kogcntschaft Leliali. Nühercs ist mir iiber den Fundort nicht bekannt.

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Holle. Mitunter niihern sieli die Glimmerschiefer den Phylliten, welche letztere in diesem Scliiefergebiete in geringer Verbreitung vorkommen, vor allem im Ober-laufe des W. Nibe; iin Grossen und Ganzen triigt aber das Gebiet der krystallinen Schiefer von Buru überall den gleiclien Gbarakter.

Wtibrend im mittleren Buru das Streichen im Wesentlicben 11—O ist, liess sicb in der weiteren Umgebung von Kajeli hierin keine Gesetzmiissig-keit erkennen; doch muss letztere» wohl hanptsiichlich der infblge mangelnder Axifschl iisse sehrun-vollstiindigen Beobachtung zugeschrieben werden. Uebrigens istdie Scliieferformatlon überall stark gestort und Faltelungen, vielfach bis zu mikroskopischer Feinheit lün, sind weit verbreitet. Nicht nur im ganzen Stromgebiete des W. Nibe vind an der Nordküste bei AVaëpote, sondern aucb im Nordosten der Insel sind diese Druckwir-kungen zu beobachten, so namentlich audi am Batubua und G. Etnonl, weit seltener im W. Assel, W. Lumaïti und AV. Lea, dann wieder am 'i'j. Fusan.

Die (blgenden Gesteine sind mikroskopisch geprüft und 1. c. pag. Ü4 11'. be-schrieben:

a. Gncissglimmerschiefer ').

Auf dem Batubua in etwa 12ü() m. Hiibe anstehend (N0 1(158).

lm Bette des W. Lumaïti anstebend (N0 745).

Ij. Glimmerschiefer.

Anstebend auf Pulu Ketjil, in der Bai vou Kajeli (N0 735).

Anstebend am Tj. Fusan, an der 15ai von Kajeli (N0 781)}.

Schotter aus dem W. Assel (N0 740).

Von den ersten Klippen im W. Lumaïti (N0 742).

Weiter südlich im VV. Lumaïti anstehend (N0 744).

Scbotter aus dem AV. San la pa (Nn 752).

Anstebend im \Vr. Papaïpu (N0 779).

In 44U m. Höhe aul' dem G. Etnoul anstebend (\0 1061),

Vom Gipfel des Kotta Frang bei Leliali (N0 783).

Scliotter vom Htrande bei AVaëpote (N0 791, 792).

Am Gehünge des G. Lalmata anstebend (N0 801).

Am Nordbange des G. Pitigawa anstehend (Nquot; HOti).

Scbotter aus dem (^uellengebiete des AV. Samleko, an der Grenze des G. Pitigawa (N0 810)1).

Anstehend am W. Nebo (N0 828).

In einer Nebenscblucbt des AV. Hangan anstehend (Nn 831).

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Hei Schroedcr v. d. Kolk pag. 103 mul 111 bcschricbcn.

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248

lm Bette lies W. PI ess a ansteheml (N0 833).

Am W. Ni be, unferu der Münduug des W. Likusama, an-

steliend (N0 834).

lm ISette des W. Danga ansteliend (N0 S35, 836).

Scliotter aus eiuem üache iu SW des W. Nafe (N0 839).

Weiter aufwilrts in demselbeu Baclie ansteliend (Nu 840).

Fast halbwegs zwischen W. Nal'e mul W. Ha ban ansteliend (N0 841). Am linken Ufer des W. Ni be ansteliend (Nu 843).

Am Gehiinge zur Seite des W. Hak nik u ansteliend (Nn 851).

Zwiscben Waëlnipa und Waöl pangu ansteliend (N0 861).

In der Ntilie des Waöl pan ga ansteliend (N0 862).

c. Quarzitschncfer.

Scliotter vom Gunung Waënibe, oberlialb des W. Bobbo (N0 822).

Etwas weiter abwiirts, oberlialb des W. Bobbo, ansteliend (N0 824). Am W. Nebo ansteliend (N6 82U).

Klippen am Ufer des W. Ifenwain (Nu 830).

Blöcke im Bette des Waëlsehu (N0 854, 855).

Bliicke aus dem Bette iles Waëlnipa (N0 85('))').

In der Nilhe des W. Kateffa ansteliend (N0 867).

Scliotter aus dem W. Gralie bei Wakollo (N0 870, 877).

Gerölle aus dem Alluvium von F oggi (N0 989).

Scliotter aus dem Bette des W. Mangi (N0 1045).

Im Hügellande zur Linken des W. Assel ansteliend (1052).

d. Kalhjlimmcr-, Arnphibol- mid ChloritscMefer.

Liegendes der Grauwacken im AAr. Papaïpu (Nu 778, Kalkglimmerscbiefer)2). Ansteliend im Walutmaha (N0 842, Kalkglimmerscbiefer)3).

Vom Batu Noba an der Bal von Waëpote (N0 800, Ampbibolschiefer). Am rechten Ufer des Waëltane ansteliend (N0 832, Obloritschiefer).

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Aus dem Waëlsehu (N0 853).

Am rechten Ufer des Waëlnipa ansteliend (N0 859).

Im Bette des Waöl panga ansteliend (N0 863).

Von dem Qrat, welches W a ël pang a und W. Ni be scIieidei(N0 864).

Blöcke im Bette des W. Lata (Nquot; 866).

Gerölle aus dem W. Mangi (N0 1047).

1) Schroeder v. d. Kolk, I.e. pag. 123, unbestimmt.

2) Bei Schroeder v. d. Kolk, I.e. pag. 98 unter Gliniraerschiefer angeführt.

!i) Daselbst pag. 107 ». 100 als „Calcitseliieferquot; augefiihrt.

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249

Die krystallinen Schiefer und I'hyllite von Buru entspreclien ira Wesent-lichen den Glimmerschiefern und zugèhörigen Phylliten von Sevan; ihre Haupt-masse wird man gleicli den letzteren als jiingstes Glied des Grundgebirges betrachten dürfen; doch stecken unter dan Schiel'ern von Burn anch dynamometa-morpbisch veriinderte, jiingere Sedimente '). Der Cordierit fiihrende (ineiss von Huamual ist aut' dieser Insel bis jetzt nicht nachgewiesen; denn die hinsiclitlich ibrer Geraengtheile eineiu Gneiss entsprechenden Gesteine des nordostlichen liuru (Gneissglimmerschiefer) sind hiervon durchaus verscbieden.

Atif den kleinen Insein im Süden von Se ran ist Glimmerschiefer nur lose angetrofl'en, und die Angahe, dass auf Ambon ein selir unbedeutender Aufschluss von Gneiss vorkomme 1), muss ich wieder einzieben. Dagegen kommen auf Maui pa alte Schiefer vor 2).

GHAUWACKE.

Grauwacke bildet die Wasserscheide im Süden des Wakollo-Sees, den G. Tagalaggo; nördlich von hier lindet sie sich noch im Alluvium der Iloebehene von Wakollo, südlicb in demjanigen des oberen W. Mala, welches bereits dam Gahieta des Burukalkstains angehort. Krystalline, mit (^uarzitschief'er lagernde Grauwacke ist farner am W. Hakniku der Schieferformation des nördlicben Buru eingelagert. Sodann wurde Grauwacke anstehend im nordöstlichen Buru, und zwar im W. Papaïpu und in dam Hiigellanda, welches sich von lüer aus zum Kak us an erstreckt, baobachtet; von anderen Orten liegen nur Gerölle von Grauwacken vor. Diese letzteren sind aber stallenvvaise so zablreich, dass das Anstehende in niicbster Niihe vermuthet warden muss, so namentlicb am W. Din a und weitor südlicb am lrnterlaufa des W. Mala, ferner in der Gegend von Me fa. Verainzalta Grauwacken-garölle sind auf dor Mala -11 o c li eb en a unl'ern des W. Itafattan und das W. Tihi gefunden, sodann im Alluvium von Foggi und am Strande von Waëpote.

1

Oben, pag. 21.— Die Angabc griindete sich auf cin stark aorsef/tcs Gcstcin, welches Schroeder v. (1. Kol k auf Gnuul makroskopiaoher I'ntcrsuchunjj: als Talkgneiss bestiiiimlc (oben, pag. 01)). Diese Hestim-mung liess sic,h sehr wohl annehinen, da im benachbarten VV. Hi! a uieht nur grosse lihicke eiaes Gestoins liegen, welches sich pctrographisch nur als Glimmerschiefer bezeichnen liisst (N0 88; vgl. audi Schroeder v. d. Kolk, Sammlungen 1, 5, pag. 114), sondern auch solche von Pcridotit, wclcher auf Serun riitiniiieh aufs engste mit Gneiss und Glimmerschiefer verkniipft is! (oben, pag. 148). Veri)eek, welcher Ambou spater ciuer weit eingehenderen I'ntersuchung unterwerfen konnte als ich selber, hat das Vorkommcn von Gneiss auf diesem Eilande aber uieht bcstiitigt (Over de geologie van Ambon; Verb. d. Kon. Akad. v. Wetensch. (e Amsterdam, Deel VI, N0 7 u. Deel VII, N0 5, 1899 u. 1900). Deswegen fiihrtc Schroeder v. d. Kolk auf mcin 10 r sue hen noch eine mikroskopische rntersuchnng des als Talkgneiss angeschenen Gesteius (X0 93) aus und gelangte dabei in Ueberlegung mit liehreus zu dem llesultate, dass seine getiaue Bestiinmnng infolge wcit vorgesehrittcner Zersetzung überhaupt nicht möglich sei. Somit ist auch die Angabe auf Seitc 2!i (oben) iiber das vermuthlichc Vorkommen von gangartigen Ausliiufern des Granits unbegriiudet.

2

Verbeek, Oosiel. gedeelte etc., pag. 3 u. 10.

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250

Somit komrot audi dieser Formation sowohl in der Eichtung If—O als N—S eine anselmliclie horizontale Verbreitung auf Burn zu, und man (larf annelimen, dass sie sicli auf wei te Strecken liin als Liegendes der Burukalke ausdelint.

Die Grauwacken si m i meistens fein-bis mittelkörnige Gesteine; selten werden sie grobköruig, nocb selteaer verlaufen sie in Oonglomerat; bisweilen führen sie zu Tbongesteinen hinüber. Im G. Tagalaggo tritt in Verband hiermit Scbie-f ert bon auf, dem aber uur eine geringe Bedeutungzuzukomraen scheint und welcber anstehend überhaupt nicht angetrotfen wurde; vielleiciit ist den Grauwacken des siidlichen Buru auoh K alkstein eingelagert. lm Ganzen geuommen ist aber der petrographisclie Oharakter des in Rede stellenden Gebirgsgliedes, soweit die Beobach-tungen auf Buru reiehen, von den krystallinen Grauwacken abgesehen, überall dersell)e. Die Grauwacke sclieint vorherrschend sehr machtige Biinke zu bilden, da sie unregelmiissig zerklüftet ist und in grosse Blöcke zerfallt, wiibrend die Schichtung selten wahrzunehmen ist; schiefrige Grauwacke ist nur vereinzelt gefuuden. An den wenigen Punkten, an deneu die Lage der Schichten überhaupt mit mehr oder minder grosser Sicherheit festzustellen war, stellen sie auf dem Kopfe; ein bestimmtes Streichen ist nicht zu erkennen.

Von den mikroskopisch geprüften Gesteinen gehören die folgenden, 1. c. pag. 117 ff. beschriebenen hierlier:

Qerölle vom h'tisse des Kakusan (Nquot; 7lt;)4).

Schotter vom Ifiigellande in der Niibe des Kakusan (.Nquot; 7t)9).

Von Blöoken mis dem VV. l)apaïpu(Nquot; 758, 751); letzteres Oonglomerat).

Im Bette des W. i'apaïpu, 100 m. lioch, anstehend (Nquot; 773).

Weiter abwiirts im W. l'apaïpu anstehend, unfern der krystallinen Schiefer

(JSTn 777).

Schotter aus dem W. Felia, in der Hochebene von Wakollo (N0 884).

Gerölle aus dem \V. Halebe, Nordfuss des G. Tagalaggo (N0 H87).

Weiter aufwiirts im VV. Halebe anstehend (N0 889).

Am nördlichen Gehange des G. Tagalaggo anstehend (Nn 890).

Genille aus einem Baclibette am Südfusse dos ö. Tagalaggo, unfern des \\r. Na pa (Nquot; 902).

Gerölle aus dem W. Nu pa (Nquot; 905, 90(5).

Gerölle aus der Niihe des W. Dina (Nquot; U4(i).

Schotter aus der Gegend von Me fa (Nquot; 981).

Gerülle aus dem Alluvium von Foggi (N0 990).

Gerölle vom Strande von Foggi (N0 990; Oonglomerat)?

I) Obcn, pag. 228.

ocr page 305

251

Man muss anuelimen, ilass die Grauwacke uniuittelbar im Hangenden der krystallinen Schiefer auftritt, soweit sie nicht als krystalliue Grauwacke den letz-teren eingeschaltet ist; denn im Alluvium der Hochebene von Wakollo finden sich ausschliesslich Qerölle, welche von den beiden genannten Formationen herkiinftig sind, und im W. l'apaïpu liegen machtige lilöcke von Grauwacken bereits in einem Abstaude von wenigen Schritten oberhalb der liier anstelienden Glimmerschiefer; beiderorts nimmt ilie Grauwacke das höhere Niveau gegenüber den krystallinen Schiefern ein. Das gegenseitige Lagerungsverhaltniss der genannten Gebirgsglieder ist auf 13urn sonüt das gleiche wie auf Seran '), wiihrend im Hangenden der Grauwacke auf beiden Insein wiederum dieselbe Ivalk-steinbildung auftritt-, Avie weiter unten naher zu erörtern ist. üemnach sind die Grauwacken von Buru und Seran als gleicliwerthig zu betrachten.

Auf Ambon und den Uliassern ist die Grauwackenformation bis jetzt nicht nachgewiesen.

SAN DSTEINE MIT EINGELAGERTEN IvALKIiANKEN, VON AM150N.

An die Grauwacken scbliessen sicb vielleicht als das nilclistjiingere System die oben als „illtere Sedimentequot; beschriebenen Schichten an, welche bei Uutung und Batu Ga dj ah anstehen und am erstgenannten Orte im Hangenden des 1'eridotits auftreten1). Dies vorherrscbend aus Sandstein, untergeordnet aus 8cbie-ferletten und Kalkstein bestellende Schicbtensystem istspilterdurch Ver 1)eek noch an verschiedenen anderen Orten auf Leitim or nachgewiesen, namentlich im öst-lichen Theile der Halbinsel, im Oberlaufe des W. Jori, ausserdem in den lietten der bei Stadt Ambon ausmündenden Flüsse, des W. Batumerah, des W. Tomo niit dem Zuilusse W. Batugadjah') und des W. Hatugantung. In den beiden letztgenannten i'lüssen sind den steil aufgerichteten Sandsteinen ausser Kalkstein noch Quarzit und Schiefer eingelagert. Das Liegende der Sandsteine ist nach Verbeek ein „iiltererquot; Diabas'), obwohl hierübor noch einige Uusicberheit zu herrschen sclieint2); ihr Alter wurde auf Grund undeutlicher, in dem ein-

20

1

3) Der von mir beobachtcte Anfschluss bei hatn Gndjah liegt auf der llübo, betindet sic.h abcr in

2

In der spiiteren Arbeit (Voorloopig verslag ete. pag. 7) stebt, dass diese Diabase „iilter zu sein scheinen als die Sandsteine mit eingelagerten Kalkbilnken'. feb selbst sprach oben die Hypothese; aus, dass „das bol rellende Eruptivgestein diesen Sedimenten als Ijager oingeschallet si^iii konntequot; (pag. 35). Die a. a. O. genannten Gerölle von Diabasporphyrit in NO dor Bai von Huknrila sind wohl den Diabasen znznreehnen, welehe Verbeek als Liegendes der Sandsteine von Uutung eingezeiehnet hat. (Kort verslag etc., Prolil, Fig 3).

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gelagerten Kalkstein vorkommender Versteiuerungeu unter Vorbehalt als triadiscli bestimmt1).

Die silmmtliclien organischen Beste, auf welche sicli «lies Urtheil gründete, warden mir spilter von Verbeek gesandt; sie stecken in eiuem Kalkstein, wel-clier gleioli demjenigen im Westen von Bulling an Kohlenkalk erinnei't '2) und die Zugehörigkeit beider Vorkomnmisse zn demselben Sidiichten^yslenie (von Butung) ist scbon frülier von mir betont3). Die Versteinerungen waren indessen für eine Bestimranng durchaus ungenügeud; auoh I)ünnsclilitfe fülirten zu keinerlei Besnltat, nnd lediglicb auf Grund des petrographisehen Charakters lilsst siidi sell)stredend kein Urtheil aussprechen. Indessen kommt das Oberoarbon im Indi-sclien Archipel vor und könnten die in Rede stellenden Sedimente ihrer geogra-phisclien Lage nacli sehr wohl das Hangende der Granwacken darstellen, welche an der Südknste von Seran anstehen und vermuthlich auch auf lt;lem Boden der Birnbai liegen. Das obercarbonische Alter der ambonesischen Sedimente erhiilt somit einen ge wissen Grad von Wahrsclieinliclikeit.

G. Boehm4) erhielt spiiter aus einem hierher gebörigen Kalke zahlreiche ll/iynvhonellen, Terehrateln und einige „iinsserlicli ('///•^■««-gleichendequot; Fossilien; er gelangte zu dem Schlusse; „Tbr Alter kann, wenn Cyrtina vorliegt, nicht Jünger als Trias seinquot;. Die genauere Bearbeitung des hetreflenden Materials ist nocli abznwarten; doch stebt das vorliinfige Ergehniss mit der obigen Darstellung im Einklang.

BUBLTKALK 5).

!Helle oder selr fcinlcórniye, wemc, hellgrave oder hun ie Masseakalke nnd wohl gesehiehiele Kalksteine mil Mmchlüsseu oder dunnen Schichten von Ilornslein, hiinjlg r/anz verstcinerungsleer, an anderen Orten reich an Glo/jiyerinen; die Uornsteine von Radiolarien erfülll; nndeidliehe makroskopuche Reste von Organumen anssersl uilen. Der llauplsaehe na el eine 'Tiefoeebildung, welche mil complicirten hagerungsverhalt-nissen im Hangenden der Granwacken auflnti. Aller nnhekannl.

Das als Burukalk bezeichnete Gebirgsglied wird von sebr verschiedenartigen, aber geognostisch untrennbaren Kalksteinen gebildet. Dabin gehort zunacbst ein

1

Over de geol v. Ambon, pag. 7. — Voorloopig verslag, pag. 7 u. 0. 2) Oben, pag. fil).

2

Ji) Tijdschr. v. h. Kon. N(3d. Aardr. Genootsch. Scr. IT, Deel XVI, pag. 056, 1899. (Referat).

3

4) (t. Hoelnn. \Veitere8 aus den Mol ukken (Zeitschr. d. deutscli. gcolog. Ges. Hd. 5 t-, 1902, pag. 74). Das Material stamnit von einem losen Hloek im Thale dos W. Hatugantung; das Anstehende veimochte der Verf. trotz genauer Instruction von Verbeek nicht wiederzurmden; doch gehort der Kalkbloek naeh

4

Hochin zweifellós zu den hier besproehenen Schichten.

5

Gesellaeh. 1'. Krdkunde, 1. c. pag. 2.

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253

diolites oder sehr femkörniges Gestein von yorberrscliend liellgrauer Farbe, welches sicli in der Regel als ein iiusserlich an Karang erinnernder Massenkalk darstellt, stellenweise polyëdrisch zerklüftet, an andereu Orten aber audi deutlicb gesohichtet ist uml ausserordentlicli selten organiscl e l!e(ftü erkennen lüsst. Diese geboren zu den Bryozoen, Kor allen, liacliolanen uml Furaminiferen (Gloljvjerina /); ausserdem eine einzelne Terehraiula '). Das betreffende öestein niinmt den wesentlichsten Aulbeil aa dem Aufbau der Mala-Hocbebene ,2), stelit an der Südküste auf der Strecke von Kawiri bis Mefa an, bildet den Kakusan uml konimt am W. 1*a |i a j p u vor.

Mit ilim lagert ein Kalk, welcher zalilreiche, wohl erballene Qlohlgennen entbalt, vollkommen dicbt, bisweilen fast porcellanartig, erscbeint und die llhi-wjoorfew-tSchalen oftmals bereits bei makroskopiscber Betracbtung durch eine feine Tüpfelung der BruchHacben erkennen lüsst. Die Farbe wecbselt in verschiedenen Nuancen von Weiss, Grau, liraun und Roth; die besonders aufl'allenden rothlicben Qlobigerinenkalke kommen u.a. in der (legend des W. Dule, im Bette des W. Sifu und im W. San lap a vor, die weisslicben in der (legend von Foggi und nördlich von bier an der Westküste von Buru; doch scliliossen sich die verscbiedon ge-farbten Varietaten keineswegs gegenseitig aus. Die Scliichtung kann seiir deutlicb. ausgepragt sein oder aucli ganzlich feblen. Vemmtblicb gebört aucb ein san-diger Globigerinenkalk aus der Gegend des Kakusan noch zu dieser Formation

Sowoiil der versteinerungsleere Burukalk als der Globigerinenkalk enlbalt Einscblüsse von llornstein, welcbe stellenweise so zablreich sind, dass sie sogar dem Eingeborenen auffallen mussten, der sie in sehr bezeichnender Weise Italu menumpang, d. h. Steinparasiten, nennt. Aucb Schichten von Hornstein, die indessen nur eine geringe Machtigkeit besitzen, kommen als Einlagerungen in dein Kalke vor. Die Oberlliicbe der Formation i.st infolge der Forlführung iles Kalkes milunter mehr oder minder dicbt mit Broeken von Hornstein bestreut4). Seine Farbe ist in verschiedenen Nuancen braun, grau oder weisslicli; daneben kommt vereinzelt ein brauner Jaspis vor. Der Hornstein ist reicb an Radiolaricn, welcbe aber in der Regel nur undeutlich erhalten, in anderen Fallen ausserordentlich klar zu erkennen sind {Sphaerozoum) *); er kann durch Fortführung der l'rotozoenreste fein-porös werden, Aucb ein Brachiopodc.ii- Rest wurde in dem Mineral beobacbtet.

Kalke und Hornsteine lassen starke Druckwirkungen erkennen; deun zer-quetschte Kalksteine beobacibtet man liaulig auf der M ala-Hoc he b en e und

1) Oben, pag. 221- u. 240. 2) Obeu, pag. 223, 227 u. 280. 3) Oben, pag. 211.

4) Oben, pag. 227 u. 3151. 5) Oben, pag. 225.

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254

ebenfalls im W. Pa pa ï p u '); zerquetschte Hornsteine kommen daneben in den beiden genannten Gegenden vor8). Sodann sind in den Globigerinenkalken aus der Qegend des W. Dule, des nordwestlicben li urn und des W. Sanlapa die Scbalen der Fora-miniferen vielfadi durch Druck stark deformirt; es handelt sich dabei urn eine ganz allgemeiu verbreitete Erscbeinung. Uazu gesellen sicb stellenweise zablreicbe, feine, milliliter die 6Voiiymw,(?«-fSchalen durchsetzende Kalkspatbadern.

Dem entsprecliend ist das Lagerungsverhaltniss sebr complicirt; die Scbicbten sind steil auf'gericbtet, mitunter wellig gebogen, an anderen Orten gefilltelt. Ein bestinimtes Streichen und Fallen war an der Nordwestecke der Insel überhaupt ni(dit zu erkennen; am unteren W. Mala scheint das Hauptstreichen IV—O, in der Gegend von Kawiri der Kilstenlime parallel zu sein; doch kommen im Einzelnen sebr erhebliche Abweichungen hiervon vor. Der Schotter, welche den Boden vie-lerorts dicht bedeckt, ist liaulig mit zabllosen Löchern versehen, wie mil feinen Nadeln ganz und gar zerstochen; an manchen Orten der Mala-Hochebene, woselbst ich diese au 1'die Einwirkung von Plechten zurückzuführende Erscheinung s) am allgemeinsten verbreitet fand, niniml man sie fast an Jedem iSteine waiir 1). (Taf. XV, Fig. 3).

Wie aus Obigem hervorgeht, dehuen sicb die Burukalke liings des W. Mala von der Wasserscheide bis zur Südküste hin aus; hier sind sie iu südöstlicher liichtung bis Mefa nachgewiesen; doch dürften sie sicb in der von mir nicht untersuchten Gegend noch weiter nach SU erstrecken, vielleicht gar bis zur aussersten Siidspitze der lusel Soweit die Küstenfahrt ein Urtbeil zuliisst, bildet der G. Fat up a die Grenze der Formation nach NW; denn von diesem Berge ah, welcher gleich westlich von Waëturin 2) und südöstli(di vom Tj.

1

t) N0. 015, 919 u. 920; vgl. nuch oben, pag. 155.

2

Auf der Karte in „Berigteu v. d. l;trechtsche Zeudingsvereenigingquot; (1887, pag. 16) steht irrthüiulieh W a i To c r i m ; Hendriks schreibt dagegen richtig Toe r i« (1880, pag. 195).

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Waëkuma liegt, triigt die Küste bis Foggi hin einen durohaus abweichenden Oharakter. Nun tblgen die Burukalke in dein holien, ia i\ fF aufragenden Gebirgs-lande '), aber östlicb voiu Q. San an e bei Ba ra scheinen sie dein nördliclien 15uru giinzlicli zu feblen, bis die Formation im Osten abermals im Gebiete des \Y. Ijea (W. Sanlapa und \V. 1'apaïpu) und am Kaknsan auftriU.

Bei den Kalksteinen des oberen W. Mala ist die Annahme, dass sie den Gran-wacken der Wasserscbeide eingelagert sein könnten, ausgeschlossen; denn sie feblen im G. Tagalaggo und nördlich von bier, wülirend sie sicb im Süden des genannten Gebirges als oine weitbin ausgedelinte und in sicb gesclilossene l'or-mation darstellen. Andere Gebirgsglieder, welelie bei der ganz ofl'enen Gegend scliwerliob batten übersehen werden können, sind hier nicht entwickelt. Diese Kalke mussen also im Hinblick auf die Aul'einanderfolge der krystallinen Schiefer, Grauwacken und Kalksteine in der Richtung von A'—-S als die jiingste der ge-nannten Bildungen betraclitet werden.

Auch am Ka kus an erhiilt man den Eindruck, als ob der Burukalk die Grauwacke einfach Ijankfönnig überlagere, und ilie Verwitterungsreste, welche weiter abwarts auf' dem aus Grauwacke gebildeten tlügellande liegen 2), sprechen ebenfalls f'ür diese Annahme. Es f'ehlt aber l)is jetzt ein deutliches l'rofil3), und somit bleibt immerhin die Möglicbkeit ofl'en, dass die Kalke den Grauwacken eingefaltet seien, zunial der Kakusan ein langgestrecktes Grat darstellt.

Es bedarf kaum des llinweises, dass die hornsteinreicben, mit Protozocn dicht erfüllten Sedimente, welche namentlich am unteren \\. Mala, an der Südküste und im nordwestlichen Buru nachgewiesen wurden, gleich den entsprecbenden Bildungen von 8 er an4) als eine Ablagerung der Tiefsee zu betrachten sind; doch besitzen die Burukalke, wie schon hervorgeboben, keineswegs überall denselben (.'ha-rakter. In den Kalksteinen des ofjeren W. Mala und des Kakusan sind L'roto-zoen-Heste, wie erwiibnt, nur spiirlich vertreten, was sicb nicht allein durch druck-nietaraorphische Veranderung erkliiren liisst; denn die Druckwirkungen machten sicb, wie oben dargelegt ist, im ganzen Gebiete der Burukalke geltend, Gleicb-zeitig tinden sicb hier die undeutlichen Üeste von Korallen und Hryozoen; vor allen Dingen aber steiit in der Nilhe des Kakusan ein sandiger Globigerinen-kalk an, welober unfern der Küste abgelagert sein muss und dessen Zugebürigkeit zum Burukalk kaum zweilelhaft erscheint3). Aucb die hilufig vorkommende Brec-cienstructur bei Gesteinen des oberen W. Mala0) liisst sicb durch die Annahme deuten, dass sicb au der Bildung der letzteren Detritus von iilteren Kalksteinen

1) Oben, pag. 138.

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25(5

betlieiligte. Die Hornsteine sind zwar über das ganze Geliiet der Burukalke ver-breitet, aber weiten Strecken am oberen W. Mala scbeinen siegiinzlich zu feblen ') und audi im Kalksteine des Kakusan habe icb sie nicht beobacbtet, wobl aber unter den Venvitterungsresteu des Burukalks, welobe das llügelland am W. Papaïpu bedeck en 1). Uier sind offenbar machtige Kalksteinbanke zerstört und die zurück-gebliebenen Hornsteine dadurcb relativ büufiger geworden: doch lasst sicb das Vorkomnien keineswegs mit der Hornsteinbestreuung des Bodens in der (legend des W. Unit und von Tifu vergleiclien 2).

Alles zusammengenommen, gewinnt es einen gewisseu Qrad von Wahrscbein-lichkeit, dass die mindestens in ihrer Hauptmasae als Tiefseebildung anzusprecbenden Burukalke unfern einer Küste zur Ablagerung gelangten, was audi für die „Kiesel-kalkformationquot; von Seran als möglic.h betrachte! wurde 3). Immerhin können ans dem Meer, in dein die aus planktonisclien Organismen gebildeten Sedimente nieder-geschlagen warden, nur böchst unbedeutende, vielleicht ebenlalls von Kalk bedechte Insein aufgeragt haben, weil sicb die Reinbeit der übergrossen Masse des Burukalks von terrigenen Sedimenten sonst garnicht erkliiren liesse. Vielleicht lagen abnliche Reliefverhaltnisse vor, wie sie augenblicklich aus der Gegend der Cbristmas-Insel bekanut sind4). Im Uebrlgen bietet die verschiedene Facies der Burukalke auch ohne liiicksicht auf diese Hypothese sebr wichtige Anbalts-punkte für die Beurtbeilung der verschiedenen auf Seran beobachteten Kalksteine.

Der Kieselkal kformation Serans entsprechen die hornsteinreicben Burukalke, und unter diesen zeigen auch die Globigerinenkalke selir nahe Beziehungen zu dem genannten, au der Nordküete von Seran anstehenden Gebirgsgliede(l). Die l'ebereinstimnmng erstreckt sich sodann ebenfalls auf das Relief der Küstenlandschaft in der Gegend von Tifu und im nordwestlichen Buru. Der bun te G 1 o bigeri n e n kalk von Seran ist petrograpbisch yerscbieden, er führt auch keinen Hornstein; aber der l'mstand, dass auf Buru buntgefarbte Globigerinenkalke mit dem Burukalke lagern kann nur dazu dienen, der früher ausgesprochenen Ansicht eine .weitere Stütze zu verleiben, wonach „die Kiesel-

1

3) Ohou, pag. 237 u. 231, 4) Oben, pag. 138 u. 111.

2

5) M. We her saglc (auch in liczug nuf das Vorkomnien der Hornsteine auf Seran)! „Hacliolaricn-sehlamm von soldier Reinheit konnte nur weit entfernt von der Küste sich bilden. Beutlich wies die Siboga-

3

FiXpcditioi'. naeh, dass den heutigen tiofen Heeken des Archipels, selbst solehen von der Ausdehnnng der Banda- und Celebes-See, oceanische Sediiuente von der Reinheit jener verkieselten Sedimente ganz abgehen. Stets mengt, wegen der relativen Niihe der Küstcu, feinstcs Küstenmaterial dem Niedersclilage sich bei.quot; (Der Indo-australisehe Archipel und die Geschichte seiner Tierwelt, Jena, 1902, i)ag. 11. — Vgl. hierzu ferner l'elermanns Mitth. Bd. 40, 1900, pag. 18G). Das diirfte der obigen Deutung kaum widersprechcn.

4

0) Oben, pag. 235.

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kalke niit den bunten Globigerinenkalken eiue ununterbrocheae Ablagerung g-rosser Meerestiel'en darstellenquot; 1),

Die Kalksteine der Wassersc heide von Se ran stimmen mit den-jenigen des Kakusan überein2); nur felilen im Innern der erstgenannteu Insel die Hornsteine 3). Es ist aber schon bervorgelioben, dass letztere in der Gegend des Kakusan audi nur als Verwitterungsreste beobaclitet sind, nicht im Anste-benden, und es ist möglitdi, dass Gerölle von ïïornstein im Urwalde Serans der Wahrnebmung entzogen wurden, wilbrend sie auf ilem von dünner Ptlanzendecke bekleideten Ilügellande am \V. I'apaïpu leiclit ins Auge fallen mussten. iSiebt man nun von den Hornsteinen ab, so entspricbt das Profil von Kajeli zuin Kakusan fast genau demjenigen von der Elpaputibai bis zum W. Uta; vielleicditist aucb das Lagerungsverlialtniss von Grauwacken und Kalksteinen an beiden Orten das-selbe 4). Wilbrend aber nacli den lieobacbtungen am G. Lumute nocb die Möglicb-keit oliën blieb, dass die Kalksteine der Wasserscheide Serans den Grauwacken gleiclialtrig sein könnten, ist dies für die Kalksteine des Kakusan durcb den Vergleicli mit der Ablagerung der Mala-Ilocli ebene ausgescblossen. Man wird somit aucb für Se ran die andere, bereits oben bervorgebobene Mögliclikeit annebmen müssen, dass die Kalksteine das jüngere von beiden Gebirgsgliedern darstellen ^).

Die Kalksteine von unbekanuter Stellung aus dem Stromgebiete des W. Uta gelaagten vvabrscheinlitdi in seicliterem Wasser zur Ablagerung als die Kalksteine der Nordküste Serans, und solcbe Bildungsverhiiltnisse sind aucb für diejenigen der Wassersclieide nicbt ausges(dilossen. Dann könnten die vier für Soran unterscbiedenen Grappen von Kalkstein zusammengenominen den liuru-kalken entsprecben und würden bieran aucb die Kalksteine von Buano und P. Pua anzuscbliessen sein, bei denen siidi bislang nicbt entsclieiden liess, ob sie der Kieselkalkformation oder den Kalken der Wasserscbeiile zuge/iihlt werden müssten 5). l'Yir siidi allein betracbtet Hessen die Beobaclitungen auf Seran die Zusammen-gebörigkeit lt;ler in llede stellenden Bildungen nicbt erkennen; aber das nun erbaltene, von Hypotbese allerdings nicht freie Endresultat der Untersuidiung entspricbt dem ersten, bereita unterwegs erbaltenen Eindrucke 6).

1

Oben, png. 143. 3) Oben, pag. 240.

2

3^ Oben, pag. 166. 4) Vgl. oben, pag. 135 n. 255.

3

5) Oben, pag. 135.

4

6) pag. 137. Auch au anderen Orten stiess die strenge Trenmiug der Kalksteine Serans mitunter auf

5

von Seran angesehen. Die Grauwacken, welche daraals noch nicht uiihcr uutersucht waren, sind hier noch

6

des oberen W. Mala nicht nur als gleichwerthig mit denjenigen des Kakusan, sondern auch mit solehen

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258

Auf Ambon mid den TI li assem sind die Burukalke bislang weder von mir noch spilter von Verbeek aufgefunden.

Die Bildung dieser Formation muss selir lange Zeitraume erfordert liaben, da anselmlicbe Grebirge aus dein fossilen Protozoenscblamm der Burukalke auf-gebaut sind, und somit dürften bei den bierlier gehörigen Gesteinen betriiohtliche Altersunterschiede vorkommen, wenngleich sie sidi vordevband nicht in scharf geschiedene Gruppen trennen lassen. Die Möglichkeit, dass verschiedene Systeme der mesozoischen iSchicliteiigrup])e unter den Burukalken stecken könnten, ist keineswegs ausgeschlossen; dass mindestens ein Theil dieses Qeliirgsgliedes niög-licberweise jurassisch ist, wurde oben bereits dargelegt '). Eine sichere Altersbestim-mung ist yorliiulig ganz ausgeschlossen.

iMKSOZOlSCIIE VEUSTEINEKUNGEN.

Uier sind zuniicbst die schon niebrfach genannten 2) Aptyc/en zu erwiihnen. Der Aptychenkalk aus «lam W. Bifu stellt ein schmutzig-rothbraunes, undeutlich grauliraun gellecktes oder gellammtes, feates Gestein dar, welches unvollkommen geschicbtet ist, so dass es sich nur schwer nach den Schichtungsfliichen zerspalten liisst. Sein splittriger Querbruch erscheiut u. d. L. feinkörnig; die reichlich vorhan-denen, aber meistens scblecht erlialtenen organischen I teste sind in der Kegel schwarz gefiirbt, so audi die Aplychcn (Taf. XII, I'ig. 311 u. S1'). Letztere sind, obwohl tbeil-weise verdrückt, selir gut überliefert; an dem Querbruche des kleineren Exemplares nimmt man bei X noch dentlich die zellige Mittelschicbt der Ccllulosi wahr. Die in wirklichei' Grosse abgebildeten Schalen lassen sich in keinein Punkte von A. laevis //. v. J/'*y-unters(dieiden, wahrend niihere iieziehungeu zu einer anderen Art nicht aufzufinden sind. Das ( iestein entliiilt sodann notdi zwei dünnschalige, nicht niiher bestimmbare Arten von haindUhranchialen, von denen die eine, radial gerippte, biiufig zu sein scheint; endlich schliesst es zablreiche Schalenbruchstücke ein, welche s(^hon u. d. L. eine deutlich prismatische Structur zeigen. Im Dünn-schlifie erkennt man ferner, dass der Kalkstein fast ausschliesslich aus Prismen von Kalkspath bestebt, welche von zahlreichen Spaltungslamellen durchsetzt sind und nur durch ein selir spiirliches, braunes Cement verkittet werden. Diese isolir-ten I'rismen würden ilire Herkunl't nicht mehr verrathen, wenn niclit daneben

nis SantUtcine bozciclmet (vgl. hicmi obnu, ii;vg. 232). Vor dnm viilligcn Alischhiss iler St\ulion iiber Sevan uml allein mit dei» Uilde dicsor Insel vor Augou hielt ieh infolge iler Unl)el(aunthcit der LagerHiigsverhiilt-uiase die Kalksteine dlt;;s G. Linnute fiir gleiehaltrig ni 11 den Grauwaekeu (Handelingen v. h. 8tö Ned. Natimr-en Geneeskundig Congres te Rotterdam, 1901, pag. 302).

1) pag. Itl. Vgl, ferner den folgendcn Abschnitt: „Mesozoiselie Versteinerungeuquot;.

2) Reiseberieht, pag. 309. —Zeitschr. d. deuUch. geolog. Gesellsch. 1!)00,Vcrluuull., pag. i). — obon, pag. 140.

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ar)'.)

die sehon erwiilinten Schalenbruclistücke vorlianden würen, welclie in allen Einzel-lieiteu die zellig-prismatische Structur der Mnscheln zeigen vind den Process des Sich-Loslösens der l'rismen hu Schlitle direct beobachten lassen. Somit entstand der Aptychen fiilirende Kalkstein aus einem von zerfallenen Lamellihranchialfn-Schalen gebildaten Scblamrae. In einem Gesteiue von sebr iibnlicher petrograplii-sclier llescballeniieit aus dem W. Sil'u (lü44l'is) beobachtet mau im HcbliH'e ausser den erwiilinten Prisraen noch ainzelne I teste von Ecliuodermen, Spongien und Fo ram in ife ren.

Dieselbe Structur wie bei dein Aptyclienkalk gewabrt man iu Praeparaten eines anderen, ebenfalls im W. Sifn gefundenen Kalksteins (1085), welcher noch intensiver rotii geiïirbt ist als das letzterwiihnte Vorkoinmen und durcl) zablreicbe organische Iteste weiss gelle(dlt;t erscbeint. Auch dieser Kalk ist nndeutlicb ge-scliicbtet und zeigt eins ('einkörnige Bescbati'enheit, welche von den ilas Qestein zusammensetzenden Prisman herrttbrt. Die reicblich vertretenen, grosseren Scbalen-brucbstiicke erreicben bis 2 mm, Dicke und besteben lediglich aus der iiusseren Schicht, in welcher die Prismen mit gleicher Deutlichkait wie bei Pinna und Inoceramus bervortreten. Sonst eind nur uudeutliche Keste von Lamollihranchiaten vorlianden, welche verscliiedene Species vertreten, tbeilweise stark verdi'ückl sind, aher jcde niibere llestiinmung ausschliessen. Dagegen Hessen si(di cinzidnc üeste von Belemnitas nachweisen, worunter das 3,5 cm. lange Hruchstück einer Scheide mit seichter Ventralfurche.

Es ist klar, dass die letztgenannten iu melir als bandgrossen Stücken vor-kommenden Gesteine mit Aphjchm und Bekmnites zusammengehören und dass sic mindestens mit selir grosser Wabrscheinlichkeit als oljerjurassisch zu bezeich-nen sind; ilass der Aptyclienkalk sehr an das alpine Tithon erinnert, wurde schon früher a. a. O. hervorgehoben.

An diese Kalksteine schliessen sich einige kleine Qerölle an, welche in der Niilie von Foggi, bei der ersten, sandigen Landzunge in S}F des Ortes am Strande gesammelt wurdan (993, 993* u. 995). Es sind rotbbraune bis ziegel-rothe, diidite oder feinporöse Kalksteine, zum Tbeil kieselig und alsdann dicht mit Sjtongiennadela erfüllt, welche schon u. d. L. au der angeiitzten Oberflache ileutlich bervortreten und im SchliH'e mehr oder minder vollstiindig inliltrirta Achsencanale zeigen. Danehen kommen zablreicbe Radiolarien vor und einzelne unhedeutande Broeken von Belcmnitus, die auf dem Querbruche eine tiet'a Ventralfurche zeigen. Es ist von Hedentung, dass zusammen mit diesen rothgefiirbten Kalken niclit nur viele Qerölle von llornstein vorkommen, sondern auch wiederum zweifelloser Burukalkstein (992), wornnter elne hellröthliche Varietüt.

Die Gerölle aus den W. Sifu und von Foggi halte ich für gleichaltrig; denn

21

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beiderorts lieg'eu rothgelarbte Gesteine vor, Avelche Belemnilen mit Ventralfurche führen, wahrend der petrographische und palaeontologische Charakter dieser Kalke :uil' eine Ablagerung in grosser Tiefe hinweist. In dieser Hinsicht scbeint es aucli von Bedeutung, dass die (leHleine aus dem W. Sifu lm Wesentliclien aus dem Sohlamm zer fallen er Muschelscbalen gebildet sind; sie wurden also in einer Tiefe abgelagert, welelie für die Erhaltung jener Schalen ungünstig war. Man wird annehmen müssen, dass die Muscbeln in höber gelegenen liegionen des Oceans gelebt haben und von hier aus verflösst sind.

Zieht man in Betracht, dass dieselbeu Bildungsverbaltnisse für den Burukalk angenommen werden mussten, dass uuter den Qesteinen des letztgeuannten Gebirgs-gliedes ebenfalls rotbgefarbte Varietiiten vorkommen, dass endlich die mesozoischen Gerölle des W. Sifu und von Foggi beiderorts in Qesellschaft von solcben «les Burukalks gefunden sind, so darf nach alledem mit einiger Wahrscheiulichkeit auf eine Zusammengehörigkeit aller dieser Bildungen geschlossen werden. Damit soli aber keineswegs behauptet werden, dass der ge sa muite Burukalk dem oberen Jura zugerechnet werden müsse.

Verbeek ') und G Boehm1), welcbe nacb mir im W. Sifu sammelten, haben die Aptychen nicht wieder gefunden 2), wohl aber entdeckte letzterer in einem rotben Gestein viele Inoceramen, Abdrücke grosser Ammonilen {Perisphincles?) und sohlecbt erlialtene Belemnilen, sodann in schwarzen schiefrigen Kalkmergelconcre-tionen grosse Mengen tlacligedrückter Amnonilen, webdie auch scbon Verbeek bekannt waren. Es ist nach Boehm „zweifelbaft, ob sicb eins der Fossilien sicher bestimmen lassen wirdquot; *),

Sodann berichtete Boe lira a. a. O. über Kr eid e-V e rstei n er u nge n , welcbe als Gerölle im Bilkofan (Belkofan/), einem linken Zullusse des südlich vom Dorfe Foggi mündendeu Waft au r') vorkommen und die er im Besitze der Eingeborenen von Foggi vorfamlu). „Es waren meist Zweischaler, einige Gastro-

1

Wei lores aus den Molukkeii (Zcitschr. d. deutsch. gcolotr. Gesellscli. lid. 54, 11)02, pog. 74).

2

Ji) Da ich die Aptychen sclion au Ort und Stelle aus dem Gestein heraussehlug, su siichic ich derzeit ebenfalls naeh mehr Material, fand aber nur das Mit gebrachte. Die Aptychen müssen somit wohl selteu sein. Die Möglicbkeit einer Verscbleppung is( irn Hinbliek nuf den l'uudort selbstredend ausgesehlossen.

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poelen und audi AmmonUenquot;, worunter Kreide-Oeratiten, u. a. Tissolia. Boek in war so freundlich, mir auf meine Anfrage einige dieser Fossilien zu senden, so dass ich das Gesteiu ruit dem Burukalk vergleiclien uud leststellen konnte, dass unter letzterein überhaupt nichts Aehnliches vorkommt. Es liaudelt sicli ofi'enbar urn eine andere Formation; der landschaftliche Oharakter ist im Öüdeu von Foggi aucli eiu ganz anderer wie im Gebiete der Burukalke. Das fallt schon bei der Küstenfahrt auf 1).

Auf Sera n ist Ichthyosaurus ceramensis Mart. gefunden 2); sodann sab ich in der Sammlung Schneider's in Surabaya das Hruchstück eines in Schwefel-kies umgewandelten Ammoniten von diesem Eilande. Der niihere i'umlort ist mir unbekannt. Von Ambon und den Uliassern simt keine mesozoiscben Versteine-rungen bekannt geworden3). Auf Grand einer Mittheilung von Rump bi us4) hat Wichmann die Vermuthung ausgesprochen, dass audi auf Kelang meso-zoische Schichten vorkommen dürften 5), doch sind dieselben bis jetzt nicht auf-gefunden 0).

J ÜNGEUE KALKSTEINE.

Jünger als die liisher behandelten sind Kalksteine, welche am W. Itefattan und in der weiteren Umgebung von Polpitu anstehen'), niichstdem kaum fiber den Meeress[)iegel hinausgeriickte i'artieen von Ka rang. Unbedeutende Klippen dieser Formation linden sich an der Nordwestecke von Bum, ferner an der Nord-küste bei Samalagi, sodann zwischen diesem Dorfe und Waëpote, bei Waë-pote selbst uud eine kurze Strecke westlich von hier. Von etwas grösserer Ans-debnung ist eine sehr uiedrige Terrasse von Korallenkalk bei Leliali; an der nordöstlichen Ecke, zwischen letztgenanntem Orte und TJ. Kar ban, liegen lose Karangblöcke auf dem alluvialen Kiistensaume.

Obwobl das Vorkommen fossiler KiH'bildungen liings der bereisten Küsten-strecke damit gewiss nicht erschöpft ist, da ich uur an einzelnen Punkten landen konnte, so kann doch als feststehend betrachtet werden, dass der Karang auf Buru weit weniger entwickelt ist als auf den benaebbarten, östlicb gelegenen Eilanden. Auf den Excursionen, welche ich von Kajeli aus ins Innere unternahm,

ningen von Timor vonlaiikte uud l)lt;;i dcin icli u. a. sc-hone Vcrsleincrungen von Rotli sah, hat sich l)(;i dem Sammeln im östlichcu Theilc des Archipels viellach der llille von Kingeborenen bedient. — Hoehm hat, lant mir gemacliter Mittheilung, audi noch selbst am Bilk oI an sammeln lassen

1) Oben, pag. 215. 2) Oben, pag. 109.

8) Vgl. hierzu oben, pag. 252. 4) llariteitkaraer, pag. 254.

5) U urn phi us Gedenkboek, pag. 160. Haarlem, 11)02.

0; Weber, Siboga-Expeditie; lutroduct. et descript. de rcxpedition, pag. 83.

7) Oben, pag. 228.

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202

und bei der Durchquerung des mittleren Bum liabe ioh mich audi vergebens nacli dieser Formation umgesehen. Wenn nicht etwa auf'dem Kulebleo, unfern der östliohen Qrenze von Tagalisa, liöher gelegene Kalkterrassen vorkommen sollten '), so sind alle auf Burn wabrgenomtnenen, zweifellosen Karangbildungen ') durch eiue sebr geringe, nur wenige m. betragende Höbe über dem Meere ausgezeiclinot, Zusammenhii nge nde Deck en von grosser er horizontaler oder verlikaler Ausdehnung wurden überhaupt nicht beob-aditet3).

Man könnte geneigt sein, anzunehmen, dass die quarzreichen Qlimmerschiefer von Buru für die Ansiedlung der Korallenbauteu ungünstig gewesen seien; doch würde dies noch nicht erklaren, warum man Karangterrassen von der Bedeutung derjenigen Huamuals, Ambons n. s. w. auch auf der Mala-Hocheb ene und an der Südwestküste von Buru vermisst. Selbst wenn die Kalksteine aus der (legend von i'olpitu den alteren Karangablagerungen von Ambon und benach-barten Insein entsprechen sollten, so würde auf Buru doch noch immer der Verband mit den jungen, kaum über den Meeresspiegel erhobenen lliffbildungen felilen. Es ist auch nicht wolil einzusehen, warum sich u. a. auf den Höhen bei Leliali infolge des dertigen Quarzreichtbums keine Korallen angebaut haben sollten, wiihrend sich daselbst am Fusse des Hügellandes die erwahnte Terrasse lünzieht. Das abweichende Verhalten von Buru im Vergleicli zu den benachbarten Insein glaube ich deswegen nicht durch die Annahme ungünstiger Lebensbedin-gungen für die Korallen erklaren zu können

Für die Frage, ob die vermuthlich jungtertiaren Kalksteine von Polpitu ebenfalls dein Karang zuzurechnen seien, kommt Folgendes in Betracht. Oben ist die Ansicht vertreten, dass die gesammte Karangformation von Ambon und den U li assem noch zum Quarlar gehore; die Möglichkeit, dass sich darunter auch tertiiire IHldungen befinden könnten, ist zugegeben, doch wurde dies als unwahr-scheinlich betrachtets). Die tertiiiren Kalksteine mit liacliolarien c), welche unter anderen im liette des W. Maspait anstehen, sind vom Karang getrennt; indessen waren die Lagerungsverhiiltnisse nur unvollkommen bekannt.

1) Vgl. Ilcisebcricht, j)ag. 278. Auf 150 m. Mccroshöhc gescliiitzt.

3) Vou dem Kalkslciu von I'olpitu sclic ich hier vorliiufig ab.

3) Wenn man aus grössercr Entfernun^ von //' her nuch der Nordostcckc der Rai von Ba ra bliekt, so bemerkt man eiue Prolillinic mit vier stufenartigen Absiitzcn, deren höehster vielleieht 150 in. Meeresliöhe besitzt. Das macht den Eindruck, als ob hier gehobene Strandterrassen vorbauden wiiren; doch verliert das Bild ia dor Nilhe au Deutlicbkeit, und ich war nicht in der Lage, die Gcgend hier uiiher untersuchen zu können.

4) Nach Wilier ist fast ganz liuru vou machtigen Korallenbauteu umgiirtet. (Het eilaad Boeroe, pag. 85).

5) pag. H. — Sehon bei der ersten Bearbcitung ambonesiseher Kalksteine eatstand bei mir der Zweifel, ob es sich um tertiiire oder posttertiiire IHldungen handle (Sammlgn. Ser. I, Bd. 1, pag. 158 u. 178), und auch noch spiitor ist d(;r Karang als „tertiiir oder posttertiarquot; bezeichnet (Kei-Insein, pag. 200).

0) pag. 30, ?() u. 72.

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263

Verhoek liielt die gesammte Karangablagerung von Arabon anfiinglicli ebenfalls für quartar. Seine Darstellung entsprach fast genau der früher vou mir gegebenen '): der Mangel eines petrographisclieii Unterschiedes zwischen den ver-schieden hoch gelegenen Kalksteinen und das Fehlen von Orbiloiden wurde beson-ders betont; aber die Schichten aas dein liolte des W. Maspait sind mit dem Karang vereinigt. Es wird zugegeben, dass die letzteren pliocan sein könnten, wiihrend eine Trennung in 2 Etagen unmöglich sei. Wenn dies aber riclitig ist, so folgt hieraus nicht uur die Möglichkeit, sondern die Sicherheit, dass unter dem Karang tertiare Ablagemngen stecken.

Bei der weiteren Fortsetzung seiner Studiën im östlichen Theile des Indiscben Archipels gelangte Verbeek zu der Ansicht, dass die betreffenden jugendlichen Kalke nicht ausschliesslioh quartar seien, sondern theilweise seiner Stufe ra. 3 von Java1) entspriichen, also vom Jungtertiiir bis in die Jetztzeit reicliten 2). Dies ist vor allem durcb den Urastand begründet, dass „in der umnittelbar am Meere gelegenen, mindestens 6 ra. dicken, harten, com pacten Kalkbank von Tam au gil (an der Westküste von Gross-Kei), also hier in den allerj angsten unter den Korallenkalkablagerungen, eine Menge grosser Orhiioxdcn (natürlich lepidocy-clina)quot; gelanden sind, „die spiiter in den Korallenkalkeu aul' dem Gebirge anch hier und'da angetrofl'en wurdenquot; 3).

Dass Gross-Kei von Korallenkalk bedeckt ist, war bereits Wallace be-kannt3), und schon im Jahre 1881 fand ich in Kalksteinen von derselben Insel, welclie v. l!o sen berg gesammelt batte, Lepidocyclina(!). Spiiter liess sich die weite Verbreitung der Orbitoidenkalke anf Gross-Kei an der Hand der Samm-lung Wertheim's erweisenr), und das Alter dieser, an manche quartare Uiil-bildungen erinnernder Gesteine betrachtete ich stets als miocan *). Nacli dem, was wir lieute über die Verbreitung der lepidocyclinen Orbitoiden im Indiscben Archipel wissenil), kann überhaupt keine Unsicherheit mehr darüber besteben, dass die betreffende ilildung derajenigen Schiclitencomplexe angeliört, welcben wir in -dieser Qegend noch dem Miocan zuzurechnen ptlegen. Es handelt sich um

1

van Ambon, pag. 20 u. 21.

2

„Javagruppequot; Martin (Samrnl. I, Hd. 0, pag. 243).

3) Over de geologie van Ambon (11) (Verli. Kon. Akad. v. Wetensch. Amsterdam, Deel Vil, N®. 5).— Voorloopig verslag, pug. 40 n. 41.

3

Voorloopig verslag, pag. 40. 5) The Malay Archipelago II, pag. 183.

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2(54

altmiociine OWtoidenkalke, unci als solche sind die Scliicliten auch schon anfangs a. a. 0. von mir bestimmt worden. Pliocane und jüngere Orbitoiclen g'iebt es über-liaupt nicht! Da nun nach Verbeek die Orbitoidenkalke von Tamangil zu den allerjüngsten Korallenkalken Aron Gross-Kei geboren, so wiirde dies wiederum in vollstem Einklaiige mit der Schlussfolgerung stehen, die ich früber, unterstiitzt durch Wertbeim's Angaben, gezogen batte, dass niimlich auf Gross-Kei das Pliocan und Quartar feblen '), — wenn niebt an einem anderen Orte aus-drücklicli bervorgehoben wiirde, dass die (miocanen) Mergelkalke von jüngeren Korallenkalken überlagert werden8). Trotzdem besteht bierüber auch bei Verbeek noch grosse Unsicherheit; denn einserseits beisst es, dass unter den jüngeren Korallenkalken vielleicht noch Jungmiocane Ablagerungen stecken könnten1), andererseits; „Hielt die Erhebung von Gross-Kei z. B. am Ende der Tertiiirzeit auf, dann wiirde der Orbitoidenkalk von der Küste bei Tamangil nicht jünger als tertiür sein könnenquot; 2). Nach alledem betrachte ich das Vorkommen quartarer Korallenkalke auf Gross-Kei auch heute noch nicht als vollkommen sicher erwiesen; denn es fehlt in der Darstellung des Vorkommens die logische Consequenz.

Ausser den ürbitoidenkalken kommen auf Gross-Kei noch iiltere Aljlagerun-gen mit zablreichen Foraminif eren vor, die, aniaiiglich für Alveolinen gehalten 3), von Sclilumberger als Lacazina Wichmanni Schlbg. bestimmt wurden 8). Diese Kalke hielt ich ebenfalls für „wahrscbeinlichquot; iniocün, doch lieisst es, dass sie „an ihrer Basis entweder als iilteres Miociin oder als Eocan zu bezeichnen sindquot; 4). Aus dem Umstande, dass Lacazina sonst nur aus der oberen Kreide bekannt ist •) und L. Wichmanni sogar der L. clonyata Mnn.-C/tal. ungemein uahe steht9), wird man nicht ohncj

1

4) Daselbst, pag. 41. 5) Kei-Insein, pag. 24111quot;.

2

6) Die vermeintliehen Alveolinenkalke stimmen petrographiseh und palaeontologisch mit Gesteinen von Neu-Guinea iiberein, wie sehon frnher betont ist (Kei-Insein, pag. 245). Sehwager batte die Forainini-feren iu dein Kalksteiue von Neu-Guinea als Alveolinen bestimmt (Sanunl. Bd. I, pag. 70); deswegen nanute ich die gleiehen organischen Keste von Gross-Kei ebenfalls Alveolinm — verrnuthlieh ohne überhaupt die F rage anfzuwerfen, ob diese Bestimmung aueh unriehtig sein könne. Naehdem Sehlumberger in dem Gesteine von Neu-Guinea die Lacazina II iclunanni nachgewiesen (Buil. de la Soc. Grol. de France,

3

3« série, tome XXII, pag. 295, anu. 1894), legte ich ihm das Gestein von Gross-Kei vor und erhielt

4

Kei-Insein, pag. 240 u. 250. 8) Sehlumberger, 1. c. pag. 298.

9) Sehlumberger, Buil. Soc. Géol. France, 3c série, tome XXVII, pag:. 459, aim. 1899).

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weiteres den Schluss ziehen könuen, dass auch der Lacaziaönkalk vou Neu-Gruinea und Gross-Kei zum Henon gehort; doch kann diese Bildung wohl schwerlich jünger als eoeiin sein. üebrigens halt auch Verbeek die iiltesten Kalksteine vou Gross-Kei für „wahrscheinlichquot; eoeiin, weil darin einige kleine Orthophragminen (dureh Verbeek Discocyclinen genannt) vorkommen1;. In wel-ehem Verband diese letztgenanutea Kalke zu den Lacaziueiikalken stehen, ist bislang nicht zu ersehen 2).

Es erhellt aus Obigem zur Genüge, dass unter den jungen Kalkterrassen, welche nach Verbeek sogar 1586 m. Meereshöhe erreichen sollen3;, verschiedenaltrige Bildungen stecken, und dass nicht der ganze durch Verbeek hierunter begritlene Complex dem Miociin gege nii bergestellt werden kann. Dass die Scheidung ungemein schwierig ist, darf als genugsam bekannt vorausgesetzt werden; denn vou den vers(iliiedensten Seiten (u. a. auch auf Celebes und Chritmas-Island) sind bei der Altersbestiramung dieser jugendlichen Kalke Missgrifi'e begangen, und es dürften noch manche Decennien vergehen, bis allen tertiareu und jüngeren Kalkbildungen des Archipels der richtige i'latz angewiesen werden kaun. Um so mehr wird man sich vor frühzeitiger Verallgemeinerung luiten und vorliiufig jedes Vorkommniss für sich allein betrachten mussen.

In der weiten Fassung, welche Ver 1)eek den jungen Kalken gegeben hat, geboren auch die gegen 400 m. Meereshöhe erreichenden Kalksteine von Pol-]iitu unstreitig noch hierlier. Andererseits ist es ganz undenkbar, dass die kaum über den Meeresspiegel hinausgerückten Karangpartieen von Buru, welche lebenden Ritten unmittelbar die Hand reichen, iilter als quartar sein könnten, und dasgleiche gilt für die in entsprechender Höhenlage belindlichen liiffbildungen von 8 er au, Ambon und den Uliassern. Die Möglichkeit, dass diese Ablagerungen den au der Kliste von Gross-Kei anstehenden Orbitoidenkalken gleichwertbig seien, ist selbstredend von vornherein ausgeschlossen; wohl aber können unter den höber gelegenen Karangterrassen von He ran, Ambon u. s. w. solche miocane Ablagerungen vorkommen, zmual diese Terrassen nach Verbeek am Q. Nona 539 m, hoch ansteigeu4) und die tertiiiren Schichten aus dem W. Maspait nunmehr mit dem Karang vereinigt werden. Bis jetzt sind aber auf den in Rede stellenden

1) Voorloopig verslag, pag. 17 u. 21.

2) Das Vorkommcn von Lacazina wurdc von Verbeek iiberhaupt noch nicht als ganz sieher betraebtet (das., pag. 21). J)ie Gattung Alveolina, auf die Verbeek so holien Werth legt (das., pag. 17 u. 21) ist als Bolehe für die Altersbestimmung uieht mehr beranzuziehen, «la diese Gattung lust uuveriinderl vom Kocan bis in die Jetztzeit reicht (vgl. auch Sainnilungen, Ser. I, JM 0, pag. 206). A. boscii Dtfr. sp. konunt u. a. nicht nur im Eoeiin, aoudern auch im Quartar vou Wahuï vor (oben, pag. 175),

3) Voorloopig verslag, pag. 38.

4) Over de geol. v. Arabon, pag. 22. Oben ist vou mir nach Sein on nur 480 m Höhe angogebeu (pag. 48).

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Insein keine mi 00 an en Qesteine nachgewiesen, und dürfte man der Wahrlieit am michsten kommen, wenn man den Karang hier als pliocau und quartiir bezeichnet').

JÜNGEIIE SANDSTEINE, CONGLOMERATE UND SANÜKALKE.

Die Sandsteine, Conglomerate und Sandkalke, welclie auf den kleinen Insein Foggi, Tenga und To ma hu anstehen, sind ilurch den Gehalt an Globigerinen als Meeressedimente, durch ihren übrigen Oharakter als küstennahe Ablagerungen charakterisirt. Die genannien Eilande liegen gegenüber dem höohsten Qebirge von Buru, und somit wird man annehmen dürfen, dass das Material, welches jene Gesteine zusammensetzt, zum grössten Theile aus diesem Gebirgslande herstammt.

Wahrscheinlich haben die in Rede stehenden Sedimente ursprünglich bis an die Westküste von Buru gereicht und sind sie naeh erfolgter Trockenlegung durch Erosion zerschnitten, Avobei nicht nur das Meer, sondern aucli Biiche thiitig waren. Deun es kann schwerlich ein Zufall sein, dass gerade gegenüber den beiden Strassen, welche die drei kleinen Eilande scheiden, fliessende Gewiisser ausmünden (der W. üj i m gegenüber der Strasse von Tenga, das Ajer Ternate gegenüber der Strasse von Foggi), wiihrend die Insel Foggi noch heute nur durch einen schmalen, einem unbedeutenden liache tibnlichen Canal von Buru geschieden ist. Die Klippen in der Strasse von Tomahu sind aucli nur als Erosionsreste zu deuten *). Die geringe Festigkeit der Sandsteine und Sandkalke spricbt iin Verein mit der guten Eriialtung der Gloljifjerigt;ien-^r\vA\amp;i\ für ein junges Alter; vermutblich handelt es si(di um Schichten, welclie zeitlich dem Karang in obiger Fassung gleiobzustellen sind.

()b die machtigen Geröllablagerungen, welche am W. Sii'u, am I'asse des G. Ba ra, anstehen, mit den Sedimenten der genannten drei Eilande zusammengefasst werden dürfen, lasst sicb zur Zeit noch nicht entscheiden 1j. Es schien mir ferner bei der Küstenfahrt, dass auch die niedrigen Höhen, welche gleich nördlich von Bara Ketjil, also an der Nordgrenze des Sifu-Deltas, ans Meer hinantreten, aus Conglomerat bestehen; doch bin ich hier nicht gelandet.

1

Vgl, oben, pag. 237. Verbeek fiihrt vom nördlichcn Bum grobc Conglomerate an, welche nach seiner Auffassung zum Mioctin gchören (Oostelijk gedeelte, pag. 23). Dam it können wohl nur die Geröll-nblagerangen zu Seiten des W. Sifu gemeint sein, wie aus dem Verbande hervorzugehen scheint (vgl. das. pag. 43 u. 44). Ein Grund für die Hestimmung dieser Schichten als miucan ist nicht angegeben.

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Die alten Flussablagerungen am Tol u a rang' auf Seran ') könnten den erwahnten Gerollablagerungen des W. Sifu gleichaltrig sein.

ALLUVIUM.

Wenn man von Kajeli aus lilngs der Nordküste nacli Bara \inil yon hier uber Foggi nach Tifu fahrt, so siebt man, dass, abgeselien von den bereits erwahnten Karangpartieen, fast die ganze Küste von einem alluvialen Strande urasaumt wird1); die Klippen am östlichen I'fer der liai yon Kajeli, die Igt;atu Tampajan genannten, unhedeutenden Felsen an der Westgrenze von Leliall n), der Batu Noha hei Waëpote, ferner die iSteilküste gegeniiher den kleinen luselu im Westen sowie hesonders hei Tifu und eine Strecke nordwestlieh yon hier verhalten ^ieh dem gegenüber als Ausnahmen.

Dieser alluviale Ufersaum ist meistens ziemlicb scbmal, nimmt aber an den Mündungen der Fliisse eine grössere Ausdehnung an, so an der Nordküste hei Kajeli2), Waëpote 3) und namentlich auch bei Tj, Waënihe. Kin brei ter rter-saum limiet sicb sodann weiter westlich von hier bis Waëmangi bin; stellen-weise liat das Meer in dieser Gegend einen steilen, bis 8 m. hoben Wall von Geröllen aufgeworfen. Auch am östlichen Ufer der Bai A'on Bara, wo sicb das Aveite Delta des W. Sii'u befindet, besitzt das Alluvium eine erhehliobe lireite und eine ülmliche Bedeutung erlangt es an der Hüdwestküste am Delta des W. Kuma; sodann debnt sicb au der Münduug des W. Ftau eine alluviale Ebene aus, und am W. Mala baben die jugendlichen Ahlagerungen eine weit vorspringende Landzunge gebildet.

Von der Mündung des W. Apu aus erstreckt sicb das Alluvium weit land-einwiirts4); ausserdem erlangte es in der Umgebung des Wakollo-Sees eine grosse Ausdehnung; sonst sind aber diese recenten Bildungen auf der von mir durchwanderten Strecke von untergeordneter Bedeutung7). Nur die alluvialen Kalktuffe 8) vom W, Unit, W. Tihi und W. Dule sowie die Oolithe aus letztgenannter Gegend verdienen iiier noch der Erwiibnung. ïïinsicbtlich des Laterits gilt dasselbe wie für Seran ^).

Als Auswurf des Meeres kommt wiederum Bimsstein vor, sowohl an der West- als au der Nordküate, woselhst er stellenweise bautig ist.

22

1

Die Streckc vom W. Rcbc, an der Nordostcckc der liai von IIara, bis nach Waëmangi kenne ieh lïeilieh nicht, da ieh hier znr Nacht/.cit voiheifuhr.

2

Heiscbericht, pag. 278. t) Ileiseberieht, pag. 203.

3

7) Oben, pag. 221. 8) Oben, pag. 227 n. 229.

4

0) Oben, pag. 144,

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2(58

MASSENOIESTEINE.

Ueber Massengesteine ist von liuru wenig /,u berichten. Gr an it ist nur in einzelnen Qerollen von Waëpote bekannt; diese siml von den Oorclierit f'iihronden Graniten von Kaibobo una Ambon verschieden (793—795), da sich in ibnen weder Cordierit noch Granat land!). Andesite „von altem Habitusquot;1), die icli lieber Porphyrite nennen möchte, traf icii audi nur als Gerölle im W. Sifu an (1030, 1032 u. 1039); Verbeek sammelte in dem Bchotter desselben Flusses Diabas ^). Gesteine, ^Yel(:]le „eineni Glimmerandesit nicht unilhnlichquot; sehen 2) und wohl kaum als vortertiar betracbtet werden können, stehen oine kurze Strecke südöstlicli von Tifu an (979 u. 980) 3); ahnliche Gesteine kommen amdi als grosse Gerölle im unteren W. Mala vor (9(59 — 9 7 2).

i'eridotit ist auf Burn bis jetzt niclit nachgewiesen. In Verband mit dem, was oben über die Peridotite und Diorite von Seran mitgetbeilt wurde e), ist es von Interesse, dass in Japan Peridotite und Serpentine zusammen mit Gabbro und Diorit vorkommen. Ferner heisst es: „The gabbros and serpentines of the Archaean and Palaeozoic eruptions are found accompanying crystalline shists and Palaeozoic formations; and those widely distributed in Ohugoku seem to belong to a later issuequot; 4). Ein naherer Vergleieh der Massengesteine aus dem östiichen Tlieile des Indischen Archipels mit denjenigen von Japan diirfte fiir diese beiden Gebiete verschiedene Parallelen ergeben5).

ALLGËMEINES.

Einhriiche. Bei der Betrachtung der Karte fallt sogleich auf, das Bum eine in sich geseddossene, nur in NO von der tief einschneidenden Bai von Kajeli unterbrocliene Masse bildet, wiibrend Seran eine vielfach gegliederte Kiiste zeigt, der so wold im Kordwesten als im Süden eine Anzahl kleiner Eilande vorgelagert ist. Dabei liegen die Südspitze ATon Burn und die Siidostecke von Seran fast genau auf gleicher Breite, wahrend die Nordküste des mittleren und westlichen Seran nebst Buano weiter nach Norden reicht als die Nordküste von Burn.

1

1) Schrocdcr v. d. Kolk, Sammlg. 1. c. pag. 80; Ceutralblatt 1900, N0. 12, pag. 374.

2

Schroedcr v. d. Kolk, Sammlg. I.e. pag. 81; Ccntralblatt 1. c.

3

IJierzu die lose aufgelesenen Nnmmern 974 u. 977. 6) pag. 145—151.

4

Es wird hier audi tertiilrcr Gabbro angefiihrt.

5

Vgl. dasclbst; ferner unten bei „Neovulkanisehe Gesteinequot;.

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209

So erliall man den Eimlruck, als ob ostlich von Buru eine Scholle dei' Erdkruste nacli N gezerrt sei und die liier gelegenen Insein Ihren Umrltis einor tief eingrei-fendea Zei'i'üttung zu danken liiitten. Es entsteht die I'Vage, inwiefern ilie orogra-pliisolien und geologisohen Verliiiltnisse eine derartige Aud'assung zu stützeu vermogen.

VVahreud die Wassersclieide von Burn von dam nordwestlichen Theile der Insel aus nach südöstlioher Ricditung hin verliluft und annaliernd parallel der 67/ -und JVO-Kiiste des Bilands zu streiclien sclieint, zielit sich das höcliste Gebirge von Burn von der Nordwestkiiste in nordöstlicher lUolitung Ms zum G. Sanane hin; weiter ostlich kommen an der Nordküste dieser Insel Höhen von alinlicliem Oharakter nicht mehr vor. Wir begegnen ibnen erst wieder aui' Buano ') uud an der Nordküste von Se ran, wo sie im Nord westen und in der Gegend von Sawaï beobachtet wurden; die zwischenliegende Strecke ist bisher nicht erforscht. Hire östliche Fortsetzung beilndet sich im Siiden von Pas a bar i, woselbst die hydrographische Karte einen ungenannten Berg von 7000 Fuss (2100 m.) Holie verzeicbnets). Alle diese Hohen, welche eine vielfach unterbrochene nordliche Cor dill ere darstellen, zeiclmen sich durch die Schroli'beit ibrer öi piel aus1); Burukalk nimmt an ihrem Aufbau einen sehr wesentlichen Antheil.

Die Lücke, welche sich zwischen dem G. Sanane (bei Ba ra) und Buano in der Verbreitung der Burukalke befindet, liisst sich schwerlicb. durch ilie Annalune erkliiren, dass diese Formation bier überhaupt nicht zur Ablagerung gela ngt sei, da ilir Gesammtcharakter2) von vornherein eine weite horizontale Ausdehnungwabrscbeinlich macht. Audi die Grauwacken fehlen dem nördlicben Buru fast giinzlicli; dermittlere Theil der Insel besitzt einen durcliaus einseitigen Ban, und die Nordküste von Buru stellt keineswegs die directe Fortsetzung der Nordküste von Seran dar, trotz der im Grossen erkennbaren geognostischen Gleichwerthigkeit beider Ei lande. Das führt zu der Vorstellung, dass hier ein Abbruch erfolgt sei, und diese wird durch die Meerestiefen noch weiter unterstützt; demi nach don Ergebnissen der Siboga-Expedition3) ist die Seran-See unfern der Nordwestküsto von Buru 4113 m. tief und befimlet sich zwischen der Nordostküste dieser insel uud Buano eine zungenförmige Ausbuchtung des 2000—5000 m. Tiefe unfassenden Gebietes. In Uebereinstimmnng biermit stehen die IT-O streichenden krystallinen Schiefer des G. Pitigawa auf dera Kopie und nimmt die Steilheit der Schichtenstellung dieser

1

pag. 127 (Buano), Taf. VIII (Supun), Taf. XIV, Fig. 2 (Sanane).

2

Oben, pag. 250.

3

Karte iu: M. Weber, Der indo-australischc Archipel und die Gcschichte seinerTicrwclt, Jena 1902,

ocr page 324

26(5

Insein keine miocanen öosteine nachgewiesen, vind dürfte man der Wahrheit am niichsten kommen, wenn man den Karang hier als pliociin und quarttlr bezeiclmet

JÜNGERK SAN OSTEINE, GONGLOME IIA.TB UND SANDKALKE.

Die Sandsteine, Conglomerate und Sandkalke, welclie auf den kleinen Insein Koggi, Tonga und Tomaliu anstelien, sind durch den Gehalt an Globigerinen als Meeressedimente, durcli ihren übrigen ('karakter als küstennahe Ablagerungen «liarakterisirt. Die genannten Eilande liegen gegenüber dem liöchsten Gebirge von Buru, und somit wird man annelimen dürfen, dass das Material, welches jene Gesteine zusammensetzt, zum grössten Tlieile aus diesem Gebirgslande herstammt.

Wahrscheiulich baben die in llede stehenden Sedimente ursprünglich bis an die Westkiiste von 15uru gereiclit und sind sie nach erfolgter Trockenlegung durch Erosion zerschnitten, wobei nicht uur das Meer, sondern aucli Bache thalig waren. Denn os kann schwerlich ein Zut'all sein, dass gerade gegenüber den beiden Strassen, welclie die drei kleinen Eilande scheiden, fliessende Gewtisser ausmünden (der W. Djim gegenüber der Strasse von Tenga, das Ajer Tenia te gegenüber der Strasse von Koggi), wiibrend die Insel Foggi noch heute nur durcheinen schmalen, einem unbodeutenden Bache ahnlichen Canal von Buru gescliieden ist. Die Klippen in der Strasse von Tomaliu sind aucb nur als Erosionsreste zu deuten s). Die geringe Festigkeit der Sandsteine und Sandkalke spricht im Verein mit der guten Erbaltung der Glohigcrineri-^hnXvn für ein Junges Alter; vermutblich handelt es sich um Schichten, welcbe zeitlich dem Karang in obiger Fassung gleichzustellen sind.

Ob die miicbtigen Geröllablagerungen, welcbe am W. Si Cu, am Fusse des G. Ba ra, anstelien, mit den Sedimenten der genannten drei Eilande zusammengefasst werden dürfen, liisst sich zur Zeit noch nicht entscheiden 1j. Es schion mir ferner bei der Küstenfabrt, dass audi die niedrigen Höben, welche gleich nördlich von Ba ra Ketjil, also an der Nordgrenze des Sifu-Deltas, ans Meer hinantreten, aus Oonglomerat bestehen; doch bin ich bier nicht gelandet.

1

Vgl. oben, pag. 237. Verbeek fiihrl vom nördlichen Burn grobe Conglomerate an, welche nach seiner Auffassung zum Miociin gehören (Oostelijk gedeelte, pag. 23). Damit können wohl nur die Geroli-ablager.ingen zu Seiten des \V. Sifu gemeint sein, wie aus dem Verbande hervorzugehen scheint (vgl. das. pag. 43 u. 41). Ein Gruud für die Bestimmung dieser Schichten als miociin ist nicht angegeben.

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267

Die alten Flussablagerungen am Toluarang auf Sevan ') könnten den orwiilmten Geriillablagerungen des \\r. Sifu gleichallrig sein.

ALLUVIUM.

Wenn man von Kajeli aus Kings dor Nordkiiste naeli Bar a und von hier über Foggi nacli Tifu fuhrt, so sielit man, dass, abgesehen von den bereits erwahnten Karangpartieen, fast die ganze Kiiste von einem alluvialen Strande umsiiumt Avird'-); die Kli|ij)eii am ostlichen t ier der Hai von Kajeli, die liatu Tam paj an genannten, unbedeutenden Felsen an der Westgrenze von Leliali *), der Batu JNolia bei Waëpote, ferner die Steilküste gegeniiber den kleinen Insein im Westen sovvie besonders bei Tifu und eine Strecke nordwestlicb von bier verhalten sicb dem gegeniiber als Ausnahmen.

Dieser alluviale Ufersaum ist meistens ziemlicb sclimal, nimmt aber an den Mtindungen der Flüsse eine grossere Ausdehnung an, so an der Nordküste bei Kajeli'), Waëpote ') und namentlich audi bei 'l'j. Waënibe. Ein breiter Ufersaum lindet sicb sodann welter westlich von bier bis Waemangi bin; stellen-weise bat das Meer in dieser Gegend elnen steilen, bis 3 m. bohen Wall von Q-eröllen aufgeworfen. Audi am östlicben üfer der üai von Ba ra, wo sicb das weite Delta des W. Sifu befindet, besitzt das Alluvium eine erbeblielie Breite und eine iilmliclie Bedeutung erlangt es an der Südwestküste am Delta des W. Kuma; sodann delint sicb an der Mündung des W. Ftau eine alluviale Ebene aus, und am W. Mala liaben die Jugendlichen Ablagerungen eine welt vorspringende Landzunge gebildet.

Von der Mündung des quot;W. Apu aus erstreckt sicb das Alluvium weit land-einwiirts8); ausserdern erlangte es in der Umgebung des AVakollo-Sees eine grosse Ausdehnung; sonst sind aber diese recenten Bildungen auf der von mir durcbwanderten Strecke a'oh untergeordneter Bedeutung7). Xur die alluvialen Kalktuffe 8) vom W. Unit, W. Tihi und AV. Dule sowie die Oolithe aus letztgenannter (legend verdienen bier nodi der Erwahnung. Ilinsicbtlicb des Lat er its gilt dasselbe wie für Se ran 9).

Als Auswurf des Meeres kommt wiederum Bimsstein vor, sowobl an der West- als an der Nordküste, woselbst er stellenweise haulig ist.

1) Oben, png, 14-1, 154, 150 u. 180.

2) Die Strecke vom W. Bebe, an der Nordostccke dcr lini von Bar a, W\a uach Waemangi kciiue ich frcilich uicht, da ich hicr zur Nachf/eit vorbcit'iihr.

3) lleisebericlit, pag. 278. 4) llciscbcricht, pag. 203.

5) Das., pag, 279. fi) Oben, pag. 2t t.

7) Oben, pag. 221. 8) Oben, pag. 227 u, 329.

0) Oben, pag. 144.

22

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2(58

M ASSEN (i ESTBIN E.

Ueber Massengesteine ist von liuni wenig zu berichten. Granit ist nur in einzelnen Gerollon von Waëpote bekannt; diese sind von den Oordierit fiibrenden Graniten von Kaibobo und Arabon verschieden (793—795), da sicb in ibnen weder Oordierit noch Granat laud1). Andesite „von altem Habitusquot;1), die icb lieber Porphyrite nennen möcbte, traf icb auch nur als Qerolle im W. Sifu an (1030, 1032 u. 1039); Verbeek samnielte in dein Schotter desselben Flusses Diabas ^). Qesteine, welche „einem Glimmer an de sit nicht unahnlichquot; sehen 2) und wobl kaum als vortertiar betrachtet werden köunen, stehen eine kurze Strecke siidöstlich von Tifu an (979 u. 980)3); ahnliche Gesteine kommen auch als grosse Gerölle im unteren W. Mala vor (909—972).

1'eridotit ist auf Bum bis jetzt nicht nachgewiesen. In Verband mit dem, was oben über die Peridotite und Diorite von Se ran mitgetheilt wurde 4), ist es von Interesse, dass in Japan Peridotite und Serpentine zusammen mit Gabbro und Diorit vorkommen. Ferner heisst es: „The gabbros and serpentines of the Archaean and Palaeozoic eruptions are found accompanying crystalline shists and Palaeozoic formations; and those widely distributed in Obugoku seem to belong to a later issuequot; 5). Bin naberer Vergleich der Massengesteine aus dem ostlicben Theile des Indisch en Archipels mit denjenigen von Japan diirfte fiir diese beiden Gehiete verschiedene Parallelen ergeben 8).

A L L G E M EIN Ë S.

Einlnliclie. Bei der Betraclitung der Karte fdllt sogleicli auf, das Buru eine in sich gescdilossene, nur in NO von der tief einschneidenden Bai von Kajeli unterbrochene Masse bildet, wührend Seran eine vielfach gegliederte Kilste zeigt, der sowohl im Nordwesten als ira Sudan eine Anzabl kleiner Eilande vorgelagert ist. Dabei liegen die Südspitze von B u r u und die Siiilostecke von Seran fast genau auf gleicher Breite, wiihrend die Nordküste des mittleren und westlichen Seran nebst Buano weiter nach Norden reicht als die Nordküste von Buru.

1

1) Schrocdcr v. d. Kolk, Sammlg. 1. c. pag. HO; Ceutralblatt 1900, N0. 13, pag. 374.

2

t) Schrocdcr v. d. Kolk, Sammlg. 1. c. pag. 81; Ccntralblatt 1. c.

3

Hierzu die lose aufgelescncn Nummeru 97i u. (.)77. 0) pag. 145—-151.

4

Vgl. daselbst; ferner unten bei „Ncovulkanische Gesteinequot;.

5

Es wird hier auch t e r 1 i ii r e r G a I) b r o augcf ii hrt.

ocr page 327

269

tSo erhiilt man den Eiudruck, als ob östlicli von Bur u eine Scliolle der Erdkruste nacli jN gezerrt sei und die liier gelegenen Insein ihren l'mriss einer tietquot; eingrei-t'eiulen Zerrüttung zu danken lultten. Es entstelit die l'Vage, inwielern die orogra-plasclien und geologischen Verluiltnisse eine derartige AuHassung zu stiitzen vennögen.

Walu'end die Wasserseheide von Burn A'on dem noi'dwestliclien Theile der Insel ans naoli südöstliclier Riclitung Irin verlauft nnd annaliernd parallel der 57/'-und A'O-Kilste des Eilands zu streiclien sclieint, zicht sicli das liöchste Gebirge von Buru von der Nordwestküste in nordöstlicher Uielitving bis zum Q. Sanane bin; weiter östlicb kommen au der Nordküste dieser Insel Hoben Aron almlicbem Cbarakter nicht melir vor. Wir begegnen ibnen erst wieder auf Buano ') nnd an der Nordküste von Seran, wo sie im Nordwesten und in der Gegend von Sawaï beobacbtet wurden; die zwischenliegende Strecke ist bislier nicht erlbrsoht. Hire östliche Fortsetzung beflndet sich im Süden von Pasahari, woselbst die hydrographische Karte einen nngenannten Berg von 70ÜÜ Fuss (2100 m.) Hohe verzeichnets). Alle diese Höhen, welche eine vielfacli unterbrochene nördliche O or dill ere darstellen, zeichnen sich durch die Schrofi'heit ibrer Gipfel aus1); Burukalk nimmt an ihrem Aufhau einen sebr wesentlicben Antheil.

Die Lücke, welche sicli zwischen dem G. Sanane (bei Ba ra) und Buano in der Verbreitung der Burukalke beflndet, lüsst sich schwerlich durch die Annabme erklaren, dass diese Formation hier überhaupt nicht zur Ablagerung gelangt sei, da ibr Gesammtcharakter2) von vornberein eine weite horizontale Ausdebnung wahrscheinlicli macht. Auch die Grauwacken fehlon dem nördlichen Buru fast giinzlicb ; dermittlere Theil der Insel besitzt einen durchaus einseitigen Bau, und die Nordküste von Buru stellt keineswegs die directe Fortsetzung der Nordküste von Seran dar, trotz der im Grossen erkennbaren geognostischen Gleicliwerthigkeit beider Eilamle. Das fübrt zu der Vorstellung, dass bier ein Abbruch erfolgt sei, und diese wird durch die Meerestiefen noch weiter unterstützt; denn nach den Ergehnissen der Siboga-Expedition 3) ist die Seran-See unfern der Nordwestküste von Bur u 4113 m. tief und beflndet sich zwischen der Nordostküste dieser Insel und Buano eine zungenformige Ausbuchtung des 2000—5000 m. Tiefe unfassenden Gebietes. In Uebereinstimmuug hiermit stehen die W-O streichenden krystallinen Schiefer «les G. l'itigawa auf dem Kopte und nimmt die Steilheit der Schicbtenstelluug dieser

1

Vgl. hierzu die folgeuden Abbiidnngeu: Heiscberiehl, Tur. XLVI (Kapalu Madaug), Suite 107 (Massohi u. Nordküste von West-Seran); fcruer obcu pag. 120u. 121 (Supuu u. Gebirge bei Sl emnnu)» pag. 127 (Buauo), Taf. VUl (Supuu), Taf. XJV, l ig. 2 (Snnaue).

2

■I) Obeu, ])iig. 250.

3

Karte iu: M. Weber, Der iiido-austraiische Archipel und die Geschichte seiner Tienvcll, Jenn 1902.

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27Ü

Formation nach S bin ab, eiu Beweis, class Burn starken Druckwirkungen von JV her ausgesetzt war.

Dieselbe Einseitigkeit dos geognostiscben Aul'baus zeigt das mittlere Sevan, aber in unigekelirter Ricbtung; deun bier folgen in der lücbtung S—K auf ein-ander: Crystalline Scbiefer, Grauwackeit und Burukalksteine. 1st die oben ange-nommene Deutung der seranesiscben Kalkbildungen ') riiditig, so bestebt der einzige Unterscbied im geognostiscben Ban des mittleren Seran und des mittleren Bum dariu, dass der Wasserscbeide der letztgenannten Insel die Kalksteine lelden. IJoeb kunnen auf Seran, wie bervorgeboben, die Kalke den Grauwacken eingefaltet sein und Avürde sicb der Unterscbied gegenüber Buru alsdann durcb die JN'abe der Nordküste erklaren; denn die Grauwacken der Wasserscbeide liegen auf Burn viol welter von dieser Kliste entfernt und konnten somit bei dera von Ar her elnwlr-kenden Gebirgsdruck nlcbt wobl in gleicber Weise wie auf Seran gestort werden. Wie dein aber audi sein moge, so wiederbolt das Prodl des mittleren Seran in der Ricbtung S—iV jedenfalls in grossen Zügen dieselbe ileibenfolge der Gebirgs-glieder, welcbe auf Burn in entgegengesetzter Ricbtung unterscliieden wurden. Wie bei Burn im Norden, so feblen bei Seran im Öüden die Buru-kallee 8), und audi, die Grauwacke ist im siidlicben Seran nur in beschranktor Verbreitung angetroflen; sie ist hier steil aufgeriebtet und fallt nacb S ein. Hier bat ein Abbrucb stattgefunden, durch den aucb die tief einscbneidende Piru- und Elpaputi-Bai gebildet wurde, wie noch durcb Folgendes weiter begründet wird.

Der Elpaputibai gegenüber liegt die Bal von Sawaï, welcbe den tiefsten Einschnitt an der Nordküste Serans dart teil t; die nördllcbe Oordillere zlebt sicb von dom innersten Winkel dieser Bucbt landelnwiirts nacb Osten und 1st scbarf von dem vorgelagerton, nledrigen Landstricbe lm Norden gescbiedenJ). Da die

1) pag. 257.

2) Es soil noch ausdrücklich hervorgchobcn werden, dass das ös tl ie he Seran in diese Betrnchtnng nicht hineinbezogen ist. Man wird hier vielmchr im Siiden das Vorkonnnen der Hnrukalke unch obiger Darstellung erwarten diirfen, und in der That liegen Andeutungen vor, welche auf die iVnwcsenhcit dieses Gebirgsgliedes nn der Siidostccke von Seran hinweisen. Rum p hius giebt an, dass Feuersteine (vgl. hierzu oben, peg. 254, Annicrkung 5) au der Siidkiiste Serans „omtrent Goeli-Goeli van de rivier Wattaio mi lot Af fan en Da wan toequot; vorkommen (Rariteitkamer, pag. 235), also an der iinsserstcn Siidostccke der Jnsel, AVichmann fiihrt llornstein und Jaspis von l'undorten an, welche in der Nachbarsohaft des w acl ila-Gebi rges im ostlichen Seran gelegen sind (Rumphius fiedenkboek, Haarlem 1902, pag. l l-S). Fiir Gebirgslandsehaften aus dem siidöstliclien Seran ilt;t v. llosenberg zu vergleichen (dor Malayisehc Archipel, pag. 290).

Uumphius nennt a. a. O. als Fundort von Keuerstcin besonders auch Varkens Eiland, d. i. Pul ii Ha bi bei Kaibobo, und zwar deSBen Siidkiiste. Viellcieht treten hier Buruknlkc im Hangenden von Grauwaoken auf (vgl. hierzu oben, pag. 182). Wenn dem so ist, wird man auch in dom bcschranktcn Vorkommen des Hurukalks an diesem Orte (und solcher Vorkommnisse mag es im siidwestlichen Seran noch mehr geben) keinen Be wei s gegen die Kiehtigkeit der oben vertretenen Ansicht erblicken können.

3) Oben, pag. 120,

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271

Schichten der Burukalke ])ei nördlicliem Eiufallen steil aufgerichtet sind, so wird es wahrscheinlicl), dags dein Xoi'drande des (Jebirges eiiu; Yenverl'ung zu Grande liegt; der Abbruch erlblgte aber nicht so vollstandig und erstrec-kte sicli anrh nicht so weit südwiirts wie bei der Hildung der jetzigen Nordküste von Bum. Die Seran-See ist dem entsprechend gegenüber dem mittleren und östli(dien Öeran minder tief (bis 2000 m.)-

Audi im Westen schneidet die genannte Cordillere iiu luneru der Bai vou Sawaï hei Pasania plötzlich scharl' ah, was uur durch das \rorbandensein einer Bruchspalte erklart werden kann. Vielleicht stelit die lüchtung des G. Maóte und der steile Nordhang des Gr. Lumnte hiermit ebenfalls in Zusaiumenliang. Weiter südiich folgen die stark zerrütteten, krystallinen iSchiefer, bei denen keiu constantes Streichen zu erkennen ist, ganz im Gegensatze zu den II'—O streichenden archaeischen Gesteinen von Baru. Sodaun entspringen bei dem Poli on Batu, dem einzigen 1'unkte au der Westküste der El]iaputi bai, an dem iiltere Ge-steine ans Meer hinantreten, und bei dem beuachbarten Sa na hu viele warme Quellen '). In dieser Gegend, bei Paulohi, lösste sic.h auch bei dem verheerenden Erdbeben vom !iOstei1 Sept. 1899 ein 2G0 m. langer und bis 100 m. breiter Streiien von der Küste ab, und der bis dahin llache Strand stösst min mit einer etwa 9 m. liolien Steilwand ans JNIeer. Dor Ausgangspunkt dieses Erdbehens muss in der Nillic gelegen sein1). An der üstseite der Elpaputibai, in der Ebene von Mak ar ik i, entspringen ebenfalls warme Quellen2). Endlieli liegt die genannte Bai derart, dass die Inselreibe, welche dem südwestlicben Seran vorgelagert ist, ihr gegenüber endigt; das seichte, uur bis 200 m. tiefe Meer, welches die Strasse

1

Verbeek, Naluurkmulig Tijdschr. v. Xed. Indie, ii\', pag. 22I; 1000. — Die genaue Lage des Epiceutrums ist allerdings nicht festzustclleu (vgl. das., pag. 220), und wenn dassclhe auf der Karte iu einer nicht untersuchten, durchaus unbekannlen Gegend im Westen der Elpaputibai eingetrageu isl, so soil diese Angabe wohl nur als hypothetisch aufgelasst werden. Durchaus hypothetisch ist auch die Darstellung der l lussliiufc, welche in einer das Küslengebirge vom lunern scheidenden Depression veriauien sollen (pag. 221); für den Riuapa ist die Angabe l'alscli (obcn, Karte IV) mul von den iibrigen l'lüsscu ist der Obcrlauf giinzlich nnbekannt. Trotzdem mag sich hei dem genannten Erdbeben vielleicht cine Spalte gcbildet haben, welche von llatusua iiber Paulohi zur Tulutibai verlief. Als frische Abbriichc werden wcisse und gelbe Fleeken gedeutet, die im Wallaccgeb irge, im Gebirge der Xordwestecke von Seran und in dem-jenigen von Buano vorkommen (pag. 220, 222 u. 223). Bei der Verwerthung soldier Anzeichen ist tier Vergleieh niit dem früheren Zastande leider so gut wie ganz ausgeschlosscn, da iiltere Angaben fchlcn. Deshall) diirfte es nicht immer leicht sein, aus der Entl'ernung zu entscheiden, ob die Abbriichc in jüngster Zeit erfolgt sind. So gab es im Gebirge an der Nordwestküste von Seran auch schon friihcr steile, licht gcfarbte Felswiinde (Ueisebericht, pag. 100).

2

G. W. W. Daron van Hoe veil, Ambon en meer bepaaldelijk de Oeliassers, pag. 210. Nach van Ey bergen (Nat. Tijdschr. v. Ned. Indie, X.X, pag. 211) befindet sich dieser Punkt am rechten ITer des lluata, weieher a. a. O. l'iUschlich als A'oeatan bezeichnct ist (wohl nur infolge eincs Druckfchicrs), also in deutscher Schrcibweise als A'ualan.

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o 79

tv r iv

zwischen Ambon \1111l ilen Uliassern einerseits uml der Süilkilste Serans andererseits bildet, wird im Osten von einer Linie begreüzt, die sicli von der Siidwestecke der Elpaputibai aus um die Ostküste von Saparua hinzielit. Oestlicli von liier und in der Bai selbst befinden sich grössere Tiefen.

Nach alledem wird man annelimen dürfen, dass sicli ein Brucbgebiet von der Nordostecke von Saparua aus in aordöstlicher Ilicbtungquot; bis zur Bai von Hawaï lünziebt. Letztere ist g-leich der Elpaputibai eingebrocben, der zwi-selienliegende Landstridi, über den der bequemste Pass iuhrt, nur stark gestort.

Das Innere der Pirubai ist seiobt; ilie untere Tiefengrenze von 200 m. reicbt liier ziemlich weit nalt;di Süden, vvjibrend die Südspitze von Huamual rings von grosseren Meerestiefen umgeben ist. Nimmt man an, dass letztere dnrch Einbrucb gebildet wurden, wiibrend der südlicbe Tbeil von Huamual als Horst steben blieb, so muss dieser von IF und O lier Druekwirkungen ausgesetzt gewesen sein. Dem entsprechend streichen Gneiss und Glimmerscbiefer liier nahezu N—S, völlig abweicbend von dem, was man nacb dem allgemeinen Aufbau von Burn und Seran erwarten sollte; dabei sind die Sdücliten steil aufgerichtet; am Kap Saluku und unfern Kambello steben sie auf dem Kopfe. Stellenweise sind die krystallinen Schiefer sogar vollstiindig zerquetsclit, wobei Peridotite das Wider-lager bildeten. Am Batu Tambaga steigt eine Quelle vom Meeresboden auf1). Das Innere der Pirubai fand zudem nodi vor kurzem seine Fortsetzung in dem niedrigen Landstriclie, welcher sicli zwischen Piru und Kawa ausdehnt und mindestens theilweise vom quartiiren Meere bedeckt war2). Beim letzterwühnten Dorfe versank wtihrend des Erdbebens von 1899 auch ein Tbeil der Kliste 3).

Mir will es scheinen, als hiitten die Massengesteine, und zwar in erster Liuie die Peridotite, bei der Begrenzung der Absenkungen eine grosse Kolle gespielt; denn Peridotite besitzen eine weite Verbreitung im Umkreise der Pirubai; sie bilden die Hauptmasse des Gebirges von Kaibobo, welckes pfeilerartig zwisclien den inneren und ausseren Tbeil der genannten Bai verspringt, und scheinen auch einen wesentlicben Antbeil an dem Aufbau des Wallacegebirges zu nelimen'). Auf Ambon kommen Peridotite besonders in Leitimor vor, woselbst sie aucii streckenweise an der Südküste aufgescblossen sind; aber an der Südküste von Hitu treten sie ebenfalls bei Alang auf, hier sovvobl wie in Leitimor in Verband mit Granitr'). Die genannten Massengesteine nebmen somit im südli-

1

reten neovulkanisehe Gesteine (Noritporphyrit naeli Verbeek; Vgl. hierzu oben, pag. 99) an die Südwest-

2

küsto von Hitu herau (Verbeek, Aardbeving te Ambon, l'ig. 2; Over de geologic v. Ambon, pag. 8).

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273

clien Ambon gegenüber der Ban da-See eine abnliclie Lage eiu wie bei Kaibobo gegeuüber der l'irubai. Aul' Bum ist bis Jetzt keiu Peridotit ge-funden, so dass das Gestein hier, wenn es überhaupt vorkoimnen sollte, jedenfalls nur eine besc li rankte Verbreitnng besitzt; dabei ist die Küste der Insel wenig gegliedert. Somit gewinnt es eine gewisse Walirscheinlichkeit, dass bei den Ein-lirüclien, welclie südlicli vom jetzigen Gross-Seran stattfanden, die tief nieder-setzenden Massengesteine allgemein als Horste stehen geblieben seien nnd ilen niedersinkenden Schollen als Widerlager gedient batten, wie dies auf Huamxial ganz angenscheinlich der Fall war. iSelbstredend handelt es sich hei dieser Betrach-tung nur mn Einbrüche in dem verhaltnissmassig seiditen Meere, dessen 2000 Metergrenze südlich ATon Ambon nnd den Uliassern verlauft, niclit aber um die grosseren Tiefen der Banda-See.

Innerhalh des hier behandelten Bruchgebiets treten bei Betraohtung der Karte noch einzelne Linien besonders hervor: Die beiden llalbinseln A'on Ambon erstrecken sicli von Sir nach NO, getrennt durch den gleicdi gerichteten, streif'en-förmigen Einbrucb, welcher die 11ai von Ambon gebildet bat. Der Liingsrirditung von Ambon verliiuft die Siidostkiiste von Burn nahezu parallel, desgleichen die Verbindiingslinie von Piru nach Manipa. Uier fallt es aut', dass Huamnal, Kelang und Manipa') alle in gleichem iSinne in iXIF ahgestutzt sind, Buano in ahnlicher Weise in SO. Ho entstebt eine seichte Strasse, und wahrend in der Verliingemng der Linie Pirn-Manipa jenseits der Strasse von Manipa der Kakusan liegt, trifft die Verlangerung der erstgenannten Strasse die Bai von Kajeli und weiterhin das Thai des W. Apn. Der Eindruck, als ob hier ein Graben verhanden ware, der sich vom nordöstlichen Bum zum nordwestlichen Seran erstreckte, wird indessen durch die Meerestiefen nicht bestatigt, und der tectonische Werth der genannten SiF—JS'O gerichteten Linien liisst sich bis jetzt noch nicht erkennen.

Die Bai von Kajeli halte ich indessen im Hinblick auf ihre Lage und die siarke Störung der sie hegrenzenden krystallinen Schiefer für einen Einhrucli, desgleichen die Depression des W. Apn, in der die warme, Gassit genannte Quelle 1) liegt, ebenso die Bai von Tifu mit ihren steil ahgebrochenen Felswanden im Innern nnd auch die Bai von Mefa. Dagegen bin ich geneigt, die Bai von DJokomarasa ihrer ganzen Form nach für einen bei der jüngsten Hebung des

1

Vg). Reiscbericht, pag. 373. Analyse des Wassers unten, in der „Beilagequot;.

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274

Land es unvollstandig abgegliederten Kiistensee zu halten, den blattartigen „Binnenwaterenquot; von Curasao 1) vergleiohbar.

Dass der Wakollo-See nichts mit einem Vulkane zu schaffen hat, wnrde schon früher betont2). Er liegt, von Gehirgsland umschlossen, nahezu an der Grenze der krystallinen Schiefer- nnd Grauwacken-Formation, welolie letztere in der \\rassersf)heide anseheinend auf dein Kopfe stelit3). üeswegen halte icli es für wahrsclieinlich, dass die AVanne, in welcher der See gelegen ist, ebenfalls dnrch Einhruch entstanden sei, ein lokales Senkungsfeld darstellend; dann stauten sich die vom G. Tagalaggo ans nordwarts fliessenden Wassermassen am Südrande des aus krystallinen Schiefern aufgebauten Gehirgslandes und fanden nachher ira W. N ihe iliren Ahllnss, wiihrend die gesammte Wanne durch Denudation, namentlich des Qrauwac,kengebirges, erweitert wurde. Der See muss früher eine grössore Aus-dehnung hesessen hahen und beun weiteren Einschneiden des W. Xibe unter gleich-bleihenden ReliefVerhtiltnissen allnulhlich zu einem Flusshette zusammenschrumplen.

Den verschiedenen Einhrüchen des hier hehandelten Gebietes dürfte ein selir verschiedenes Alter zuzuschreiben sein; doch liisst sich dies geologisch bis jetzt nicht naher begriinden. Dass sich ilir Alter nicht einfach nach der Tiefe abschatzen liisst, versteht sicli von selbst und würde noch vor kurzem durch P. u. F. Sara sin betont. Dieselben Forscher gelangten durch ihre zoogeographischen Unter-suchungen zu dem llesultate, dass im I'liociin anfangs die Seran- und Han da-Bee zwar bestanden, aber nur durcb eine nördlich von Buru verlaufende Strasse verhunden waren. Dann hildete sich eine Verbindungsbrücke zvvischen Sul a Be si und dem nordwestlichon Buru, deren Existenz trotz oceanographisclier Scliwie-rigkeiten als genügend verbürgt angesehen wird; hernach lösste sich Buru durch die Entstebung der Strasse von Manipa zuniichst von Seran, spater audi wieder von den Bula-Insein los 4).

Auch Weber ist der Ansicht, dass die Einbrüche theilweise selir jungen Datums seie.n, obwohl er den ebengenannten Ausfuhrungen von I'. u. F. Sarasin keineswegs zustimmt5); die Entstebung der Einstürze, wodurch die tiefen Becken entstanden., lalit nacli ihm in die tertiiire Zeit, und „jedenfalls sind sie iilter als manche tiefgreifende Aenderung, die der Archipel weiterhin erfuhrquot; 0).

Die auf zoogeographiscben Studiën beruhenden Ansichten beanspruchen beim gegenwiirtigen Stande unseres Wissens im Allgemeinen gewiss weit mebr Ver-

1

K. Martin, Hoisc nach Nied, West-liulicn, pag. 119.

2

Rcisebericht, pag. 382, Amnerkung 55. 3) Oben, pag. 2^2.

3

4) P. \i. Iquot;. Sarasin, Maierialien zur Natnrgesch. d. iiiscl Celebes, Bd. Til, pag. 129—140; Vgl.

4

hierzu auch oben, pag. 01 (S ui u -1 u sel u).

5

Siboga-Expeditic; Introdnction et description do. I'cxpodition, pag. 87.

C) Der Indo-australische Archipel etc., pag. 10, 12 u. 15.

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tranen als die sparlichen geolog'ischen Daten, welclie bis jetzt vorliegen. Verbeek ist der Ansicht, dass die Eutsteliung der Ban da-See nicht weiter als bis zum Beginn der jungmiocanen Zeit znrückreichen kunne, weil an der Ostküste von Saleijer altmiocane Schichten durch eine Verwerfung scharf abgeschnitten seien Ich vermag ans dieser Thatsache überhaupt nichts für das Alter der gesanimten Ban da-See ahzuleiten, da derartige Verwerlüngen sehr wohl von rein localer und für die Beantwortung der hier gestellten Frage sehr untergeordneter Bedeutung sein kiiiinen, Ks ist nicht einmal einzusehen, warnm neben der tertiareu Verweifung au der Küste von Saleijer nicht noch weit iiltere Brüche in niii-hster Nühe des Eilands vorkommea sollen, die unserer Beohachtung durch die Wasserbedeckving entzogen sind.

Erdboben. Ambon und die henacliharten Insein sind bekanntlieh von hiiuiigen Erderschütterungen heimgesucht, deren Behandlung ausserhalb des üahinens dieser Arbeit liegt'1). Ich beschranke micli deswegen auf die Mittheilung dessen, was ich selbst wübrend meiner lieisen walirgenommen oder von anderen erfahren babe:

10 Juni 1891 abends in Tifu, an der Südküste von Buru, Erd-mul Seebeben. Bas Meer stieg etwa 6 Fuss, zog sich 10—12 Mal „rasselndquot; vom üfer zurück und kam ebenso wieder. Böte wurden derart aul' und abgeworfen, dass sie entzwei gingen; in der auf losem Material ruhenden Veranda des Missionars entstand iu der Flur eine //'—O gerichtete Spalte. Das Seebeben wurde anch bei Ibal, an der Südostecke der Insel, wahrgenommen. (Müudliche Mittheilung des Missionars ïï. Hendriks).

Dies Beben ist bis jetzt nicht registrirt; es fanden aber an demselben Tage Erdbeben auf Java und Sumatra statt, und auf Batjan ist ebenfalls SI'2 ein Seebeben wahrgenommen. Letzteres diirfte mit dem Beben von Tifu in Verband stehen. Es wird berichtet, dass auf Batjan das Meer siebenmal mit Macht au der Küste aul'warts striimte 3).

29 Januar 1892, # 30m im Dorfe Saparua, auf der gleichnamigen Insel, ein scliwaches Erdbeben von den Einwohnern wahrgenommen.

(Kacli Mittheilung der Eingeborenen hört man liier sehr hiluiig unterirdischen Donner, welcher sich voni Dorfe üw, im Siidosten des Eilands, her dem Uaupt-

1

J)!»* graphisclic Darstellung, welchc F. de Moutcssus de Uallorc gegebcn hal, ist leider durelums uubrauchbar, cla sin deu unriebtigcii Hindruck erweekt, als ob uur ein/.elne Punkte vou Huru und Scran heftigen Erdbeben ausgesetzt wiiren. Min lilick anf die Karte lebrt, dass es sirb hierbei eben nur uni solcdie Punkte handelt, von denen Naehrichtcn zu uns zu gelaugen ptlegen. (T/es Indes Neerlandaises sismiques; Natnnrk. Tijdsehr, d. Kon. Xat. Vercenig. in Ned. Indi(;, i)l. W I, IS DO, pag. 817).

2

Geol. v. Ambon II, pag. 8 (Sond. Abdr.); Oostel. gedeelte, pag. 23.

3

Natuurk. Tijdschr. v. Ned. Indie, Deel i-II, 1893, pag. 110.

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5270

orte nahert1), woselbst alsdann scliwaclies Erdbeben wahrgenommen winl. Die Leute behaupten, dass dies namentlicli bei lang anbalteader Trockenheit, nicht aber bei dauerndem Eegenwetter der Fall sei).

2S Mürz 1892, l'.''1 !i2lu im I5ette des Tana auf He ran, am Fusse des Gebirges. Einige kurz auf einander folgende Stösse; Uichtung S—N, gemessen naob dom Wcbwanken der lose aufgehangenen Lampe in meiner lliitte. Deutliclies Erzittern des Bodens und unterirdiscber Donner. Uauer etwa 3 Secunden.

5 Mac 1802, Üü1' 15quot;' bis 2(Jl1 4()111 ia Kajeli auf' iiuru wiederholt unter-irdisclier Donner, anfangs von scbwacliera Erzittern des Bodens begleitet.

21 Mal 1892, Üb1' 22ni in der Station am W. Nebo auf Iiuru durch einen beftigen Stoss aus dein Schlafe geweckt. Fin schwacherer Stoss 2311 30m; darauf bald nocb zwei, abermals scliwachere Stösse. Uiobtung naob den schwankenden Gegenstanden meiner lliitte anscheinend JS'0—Sir.

31 Mai—1 Juni, naclits, in der Station am W. Unit auf Buru durch starkes Schwanken der Hangematte aus dem Schlafe geweckt. Mebrere Wellen, welche O—JK verllefen.

7 Juni 1892 in Foggi auf Buru die Eruption des G. Awu auf Gross-Sangir gehort, aber weder Erd- noch Seebeben gespürt2).

24 Juni 1892, Sü'1 36ra auf dem G. Dammer, Station beim Aufstiege zum Batubua auf Buru, 70S m. über dem Meere, soiiwaches Beben; Uichtung SW—NO.

6 Juli 1892, O11 45quot;! in Kajeli auf Buru ein starker Stoss, welcher das Bett deutlich bewegt; Uichtung SfV—NO3).

Noovulkanische Gostoiiio ^). Auf Ambon und den Uliassern nelunen neovulkanisohe Gesteine den Hauptantheil an dem Aufban des Landes. Die Ver-muthung, dass ihnen auf dor erstgenannten Insel aueli ausserhalb des von mir bereisten Gebietes eine weitere Verbreitung zukomme, dass sie u. a. im östliohon Leitimor anstanden und den Salhutu bildeten s), ist durch die spateren ITnter-suchungen Verbeek's insofern bestiitigt, als nach ihm nicht nur alle höberen Gipfel von ïïitu, sondorn auch das westliidie und östliclic Leitimor aus dom-

1

Vermuthlich verlüuft hier eiue Bruchlinic. Vgl. Karte JU.

2

NiUierea im Heiscberichtc, pag. 350.

3

In Naluurkiindig Tijdachr. v. Ned. Iudic, Deel LUI, 1893 is( hicrfiir nngcgcbcn „O—W, leichtcr Stossquot; (pag. 151). Vermuthlich handelt es sich hier urn eiue ungcnaue Wicdergabe meiner eigenen lieobach-tnug, dureh Vermittelung des derzeitigen Posthalters von Kajeli. Von den übrigen, oben angefiihrtcn Beben ist meines Wissens bis jetzt kein einziges registrirt. quot;Das ist. erkliirlich, zeigt aber zugleich, wie nnvollstandig die Berichte aus jenen entlegeueii Gegendcn sind, und niahnt zur Vorsicht bei allgemeineren Betrachtungen.

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277

selben Gebirgsg'lieile bestehen, welches al» „Noritporpliyrite uud deren (ilusgertteiuequot; bezeichnet wird '), wofiir ich aber a us früher2) dargelegten und unten noch weiter zu erörternden Grimden die Benennung „Andesitquot; und „Dacitquot; beibehalte. Aut' Hitu wird das Liegende der neovulkanisclien Qesteiiie von Diabas gebildet welclier am Wawani (Tuna) an dein von Seit (8 a id) herautfiiiirenden Wege 4) sogar bis 024 m. Meereshöhe nacbgewiosen isl; aber der Gipl'el des Berges bestelit aus quarzfübrendera Pyroxenandesit, und bis etwa 400 m. Meeresbölie ist sein Fuss in der genannten Gegend von Breccien und Scluitt desselben Gesteins bedeckt, wekdies weiter oberlialb in grossen Blücken angetrolfen wird. Aus Sclnitt von Pyroxenandesit dringen aucli Wasserdiinipfe und Schwefelwasserstolf hervor 5).

Hieran scliliessen sicb die Augitandesite des südliclien Iluamual; die

Andesite aus der Gegend von Tifu und vom unteren W. Mala geboren nicht mebr

hierher, wohl aber die Noritgesteine, welelie aut'Amblau anstehen 6), weungleich

die 5000 m.-Grenze der Banda-See die genannte Insel von Ambon und den

Uliassern sclieidet. Diese letzteren vier Eilande betraclitete ic.li früher „als die

Fortsetzung der Reihe vulkanischer Insein, welche sich von Ban da aus über

Man uk und Sarua bis nach Horna hinzieht7).quot; Verbeek liat aber darauf

hingewiesen, dass die Banda-Gesteine unter allen Cmstiinden jiinger seien als

diejenigen von Ambon und den Uliassern und dass die Erdbeben von Banda

und Ambon fast niemals zusamiuenfallen, so dass zwischen diesen Insein keine

Bruchspalte verlaufen künne s), eine Betrachtung, deren Ilichtigkeit ich genie

anerkenne — trotz aller Yerschiedenheit, welche betrefls der Beurtheilung der

Ambon-Gesteine bestehen bleibt. Suess sieht in Amblau, Ambon und den

Uliassern die Fortsetzung der basischen Gesteine von Manawoko9). f_

1) Aardbeving te Ambon, Fig. 2 u. 3; Geologie van Ambon II.

2) Einige Worte über den Wawani, pag. 15; oben pag. 91).

3) Diabas kommt aucli unter den Geröllen des W. Loï vor; doch bestehen dieselben nach Verbeek zum grössten Theile aus Noritporpbyrit; aueh Gcröllscbiehten, welche $ Kilometer slromant'wiirts am linken Ufer des Flussea anstehen, enthalten fast uur Noritporpbyrit. Weiter landeinwürts stehl zunaehst das letzt-geuante Gestein, darauf Diabas an. Die Noritgesteine entbalten wiederum Granat, Cordierit und Quarz (Geolog. v. Ambon 11, pag. 7, Sond. Abdr.); es ist also der quarzTithrende Pyroxenandesit des Wawani gemeint, den ich ebenfalls nahe der Miindung des W. Loï sammelte (oben, i)ag. 74); den Diabas babe ich nicht erkannt (Vgl. hierzu: Martin, Wawani, pag. 13, Sond. Abdr.).

4) leb habe diesen Weg nicht zuriiekgelcgt und daher den Diabas aucli nicht gefunden.

5) Verbeek, Over de geologie van Ambon (11). leh eitire filr Noritporpbyrit hier stets Pyroxenandesit, da der Autor noch aiisdrüeklich hervorhebt, dass cin Biotit, Granat und Cordierit fiihrendes Gestein den Diabas überlagert, womit also nur der Pyroxenandesit gemeint sein kann.

0) Verbeek, Oostel. ged. v. d. Ind. Archipel, pag. IJ. — l ebrigens stehen dieselben Gesteine auf K e 1 a n g au (das.).

7) Reisebericht, pag. 42.

8) Oostel. ged. v. d. Ind. Archipel, pag. 3G. Wie Verbeek daselbst zu der Mittheilung kommt, dass ich die Gesteine von Ambon und den l'liassern „ohne i rgend welchen Grundquot; als neovulkanisch betrachte, ist mir durchaus uuverstiiudlich.

9) Antlitz der Erde 111, pag, 304.

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Dass die Eruption der in Rede stellenden Gesteine mil Exploslonen verbanden war, beweisen die weit verbreiteten Auswurfsproducte: Tuffe vom Tj. Naxna-ülo (22lt;i u. Tulle (221)) nud grobe Breccien (242) vom TJ. Toio 1); Tufl'e

vom Slrande von Porto (187 u. 188)s); grober Vulkanscbutt (208—210), verkittet dureb Tuff (212) vom Kap Assal2); Tufi von der Westkiisto von Haruku (!5()S)3) nnd aus dem W. Lap ia (;!26) ü). Daran scbliessen sieli Eruptivbreecien, welcbe aus dicht auf eiuander gepackten, kleinen Fragmenten von verstdiiedenen Qliisern und Andesit sowie aus Quarz, Feldspatb und Cordierit besteken 4). Hire Bestand-tbeile sind nooli willireiul der Verkittung hiiufig derart zerbrocben, dass man die zu^ammengoborig'en Scberben nebea einander im Gestein vorfindet. Diese Gesteine steben am Kap II a tel a uwe (127 u. 128) und im scbmalsten Tbeile von Hitu, siidlicb vom gleitdinamigen Dorfe, an (102—-104) *). Der grobe, durch Tuff ver-kittete Vulkansidiutt von lluamual5) ist bier ebenfalls zu envübnen, sodann die Bestandtbeile der groben, zusammengesrli weisten Agglomerate6) von UI at (205) quot;), welche für sicb eine an zerbrocheneii Krystallen reicbe Breccie darstellen, u. s. w.

Ein grosser Theil der neovulkanischen Gesteine ist untemeeriscli entstanden 7j; in Verband hiermit bob v. Wol Cl' den lieirbtlium an Qaseinscblüssen und zer-brodienen Krystallen in dem Ilyperstbendacittufl' vom Kap Assal liervor 8), Er-sclieimuigen, die auch in anderen Tuffen und Breccien beobacbtet werden. Spiiter wurden die neovulkanischen Gesteine vom Kanmg überwuchert, und da nirgends Anzeichen dafür vorbanden sind, dass ein Theil dieser Kalksteinbildung eociin oder gar noch iilter sein könnte 9), so können audi die in Eede stellenden Eruptiv-gesteine nicht vortertÜir sein, Deun es ist nicht wohl eiuzusehen, warum sich auf den submarin entstandenen Andesiten und Daciten keine eociinen Sedimente abgelagert haben sollten, wenn ihre Eruption, wie Verbeek annimmt, bereits in der Kreideperiode stattgefunden batte quot;).

1

3) pag. 28 u. 83. 4) pag. 84, 85, 103 u. 103.

2

7) Sc h roe der v. d. Kolk, Samml. I, 5, pag. 118 u. ll'J.

3

8) ])ag. 30, 31 u. 71. 9) pag. 152.

4

Tuflequot; nanntc ich Eruptivbbreccien und Tuflc mit gröberen Hrocken „Agglomeratequot;, womit also stcts ver-

5

Zweifel zuliisst (pag. 30 Ü'.), so glaubte ich dies hier noch besonders betonen zu miissen, da Rosenbnsch

6

den Ausdnick „Agglomeratequot; uur aut'lose Massen (Accumulate) anwendet ^Elcmcnte der Gcsteinslehre, pag. 371).

7

12) Oben, pag. 50; ferncr Martin, Wawani, pag. 10 (Sond, Abdr.).

8

13) pag. 103. 11) Oben, pag. 200.

9

15) Vgl. ferncr oben, pag. 99 u. 100.

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279

Der petrographische Charaktei' stelit mit dieser Schlussiblgening in voll-kommenem Einklang, trotz der vou Verbeek liervorgehobenen l'utersclüede, die zwischen den Gesteinen von Ambon vind den l'liassern einerseits uud denen von Java'und Sumatra andererseits besteken '). Dass die ersteren in der 1 iegel minder friscli sind, erklilrt sicb leicbt durch die frühere Meeresbedeckung eines grossen Theiles der Molukkengesteine. Auf' Curasao, wo die Diabase in demselben Lagerungsverhaltnisse zum Ivarang stelien wie die bier bebandelten Andesite und Dacite, hat die ganze Diabasformation eine so tiet' binabreicbende Auilockerung und Zersetzung erfabren, dass sicli fast an keinem 1'unkte ein Handstiick seblagen liisst1). Die böberen Oipi'el von Ambon, welclie von der Meeresbedeckung frei geblieben sind, zeicbnen sicb zudera durck so grosse Feucbtigkeit aus, dass ich auf dem Wawani alles mit dicken Moospolstern be-deckt fand'). Wahrsoheinlicb wiirden die untermeeriscli entstandenen ( Jesteine noch weit mebr zersetzt sein, wenn bei ilmen niclit so reicblicbe Glasbildung stattgefunden biitte, und selbstredend liisst sicb die llilufigkeit glasiger Gesteine nicbt zur Begriindung eines Altersuntevscbiedes gegenüber den anderen neovul-kaniscben Producten des Arcbipels verwenden; denn es baudelt sicb kierbei nur uiu abweickende Bildungsverbiiltnisse. Vermutblicb ist audi die weit A^ei'breitete Serpentinisirvmg der l'eridotite2) von Ambon und Sevan auf die Meeresbedeckung in tertiiirer und quartiirer Zeit zurü(dtzufübren 3).

Das Vorkommen von Oordierit und Granat in quarzfiibrenden Andesiten von Ambon etc., auf welches Verbeek einen so hohen Wertb legt, da dies friiber in tertiiiren und jiingeren Gesteinen des Archipels überhaupt nicht bekannt war, hat für die Feststellung des Alters ebensowenig Wertb. F. v. Wolff vermulbet, dass diese Bestandtheile von dem Einschmelzen durchbrocliener Gesteine herrühren4), und auf dem benachbarten IIuamual stehen wirklich Cordierit führende Gneisse und Glimmerschiefer an; nach Schroeder van der Kolk enthalten letzteve audi Partieen, die gewissen eigenthümlichen Einsclilüssen des W awani-Gesteins iilmlicli seben'). Somit dürfte es durchaus berechtigt sein, die Anwesenheit vuii Granat und Cordierit mit den Cordierit führenden Gesteinen des Gnmdgebirges, welches im südli(dieu Huamual zu Tage ausgebt, in ursachlichen Verband zu

1

K. Martin, Niedcrl. West-Indien II, pag. 13. — Max Bauer, Hebev einige Diabase von Curasao (Neuea Jahrb. f. Min. 1000, II, pag. 110). Dom Verlasser ist meine ülterc Arbeit ganz entgangen.

2

Se broed er v. d. Kolk, Saminl. I, 5, pag. 8211'.; 0, pag. 13 II'.; ferner oben, pag. 140, 181, 192 ii. 193.

3

Vgl. hierzu Thomas II. Holland (The Geological Magazine, New Series, Decade IV, Vol. VI, 1899, pag. 30 n. 540).

4

Oben, pag. 102, 7) 1. e. pag. 29,

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28(1

bringen'). Dabei ist es von Bedentung, dass den Andesiten Ton Nusalaut, wcl-clies am weitesten von Huamual entternt liegt, der Oordierit ganzlicb fehlt und dass dies Mineral auch in den lose aufgelesenen Grliinmerschiefer-Fragmenten 1) von Nusalaut und dem mittleren Saparua niclit nachgewiesen werden konnte, wübrend Granat darin ebenfalls uur sparlich vorkommt 2).

Der iSoputan im nördlieben Celebes bat zudem vereinzelt fremde Ein-scblüsse ausgeworfen, welobe nacb 11. IJücking „eigentliümlicbe, durcb l'm-scbmelzung aus einem andei'n, ansclieinend nicbt vulkaniscben Gestein bervor-gegangene Massen, reicb an Neubildungen von Oordieritquot;, darstellen3). Auch japauiscbe Vulkane !ial)en in Auswürflingen Oordierit geliefert4); in Lavastromen koramt das Mineral nacb 1!. Kotö bier niclit vor5). Obnebin würde sieb ein Unterscbied in den Eruptionsproducten des westlicben und östlicben Gebietes des Indisclien Archipels durcb die Annabme verscbiedener Magmaberde erklaren lassen.

Somit vermag ich im Gesteinscharakter niclits zu seben, was der liezeichnung „neovulkanischquot; ') enlg-egenstelien könnte. Freilich ist nirgends ein Zusammenbang mit noch erkennbaren Krateren nachzuweisen; denn nacb Verbeek giebt es aut Ambon überhaupt keinen Krater6); die mir gemacbte Mittbeilung, dass sicli auf einem der Gipfel des Wawani ein grosser, runder See be linde0), bat sich als iinrichtig erwiesen, ebenso der „Eindruckquot;, den ich vom Gipfel des Salhutu erhielt, ohne ihn bestiegen zu baben l0). Es kann aber kaum befremden, dass die Vulkanform dieser tertiaren Gebilde verloren gegangen ist; denn Ambon war früber mindestens 540 m. weiter untergetaucht als jetzt, so dass wübrend der Bildung des Karangs nur die böclisten Gipfel von Hitu aus dem Meere erapor-ragten, und diese wurden allseitig vom Wasser umspült; dazu gesellen sich biiu-iige und mitunter selir heftige Erdbeben. Dass letztere in historiscber Zeit Zer-reissungen, Bergstürze und Rutschungen veranlasst baben, ist genugsam bekannt; eine Summirung solcher Vorgiinge kounte aber leicbt zur Zerstörung etwaiger

1

3) N0. 197, 253—255 u. 257.

2

Vgl. Schroeder v. d. Kolk, Samml, I, 5, pag. 114. — Das Gcstciu N0. 88, woriu „einzclnc Venvitterungsproducte möglicherwcise von Oordierit berrühren dürftenquot;, stamrat von Ambon (obcn, pag. 241), Anraorkiing 2).

3

Beiti'iige /. Geologie von ('elebcs (Petcrraarms Geógr. Milthcilg. Bd. 45, 1899, pag. 250).

4

H. Bucking, Oordierit von Nord-Cclebcs u. s. w, (Her. d. Senkenberg. nat. Ges. li)00), pag 8 (Sond. Abdr.).

5

0) On the geol. struet. of the Malayan Archipelago (Jouru. of the College of Science, Imp. Univ. of Tokyo, Vol. XI, Part II), pag. 97.

6

Geol. v. Arabon, pag. 14.

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281

aus lockerem Material aufgebauter fvliuitkegel führeu'), Verbeek erkliirt aucli die Entstehung vereinzelt vorkominendor Seen au den Geliiingen der Berge duroh liutsclmngen und dadurch erfolgte Abdiunmungeii von Sohhuihten 2). Die unter-seeisclien Vulkane der Uliasser3) haben wabrscboiulicli niemals hohe Kegel gebildet; das ganze Ifelief dieser Eilande sclieint einer solcben Annahme zn widersproclien; einzelne niedrige Kuppen und ïïiigel uiögen uiassige Vulkane darstellen 4).

Wenn icb demnach keinen Qrund salie, das friiber angenommene tertiiire Alter fiir die in Rede .stekenden Bildungen von Ambon und den Uliassern fallen zu lassen •'), so muss icb andererseits die am gleicben Orte') ausgesprocbene Anslcbt, dass Ausbrücbe des quarzfiibreuden Andesits vom Wa wani 7) bis in die Gegemvart lüneinreichten, als unrichtig bezeichnen; deun der genannte Berg ist kein tbiitiger Vulkan. Obwobl dies scbon au anderer Stelle geschah8), so scbeint es doch geboten, das Wesentlicbste hier nocbmals zu wiederholen; fiir weitere Einzelbeiten, welche in diesem Zusammenbange uicbt von Belang sind, verweise icb auf die unten citirte Arbeit:

Das Natnrereigniss vom 17ton Februar 1074 fl) deutete ich als eine Eruption des Wawani; denn in der Scbilderung ist von Kanonenscbüasen die Rede;

in den Worten ......baben geworfen.....und obeu einen Bi un en see

ge machtquot; sab icb ebenfalls einen Ausdruek der Tbiltigkeit; als man vier Tage spiiter ein lautes Pfeifen vernabm, scbrieb man dies a us bre eb en den Dumpfen

1) Dazu wiirdc vielleicht schon cin eiuziges Naturcrcigiiiss von der Beileutung des indischeu Erd-bcbens vom 12ten jUni 18(J7 hiureichen.

2) 1. c., pag. 14. 8) oben, png, 50.

4) oben, pag. 28.

5) Sclbstredeud beziehe ich inich nur auf diej enigen G est cine, iiber die mir ein cigencs ürthcil zusteht. Dass danebcn anch eretaeeïsche Eruptivgesteine auf den genannten Insein vorkomraen könnten, zumal in Gegenden, die ich nicht betreten habe, ist sehr wobl möglich. Vgl. hierzn; Martin, Wawani, pag. 15 (Sond. Abdr.). Sodann brauche ich wobl kaura zu betonen, dass ich kei nes we gs alle diejenigen Gesleine fiir tertiiir halte, welche Verbeek als vermuthlich cretaceïsch bezciehnct bat (Oostel. gedeelte, pag. 11 fl'.); nur will cs mir scheinen, dass Verbeek in seiner Darstellung Vcrschiedenaltriges zusammen-gefasst und zu sehr generalisirt bat. (Vgl. ferner hierzu; Oostelijk ged., pag. 23).

0) oben, pag. 50.

7) Der Berg, wclcher seit Valentyn's Zeitcn auf Leitimor W awani genannt wird, hcisst nach Verbeek au der Nordküste von Ilitu „Tuna (oder Tunah uhu...., was den Gipfel des Tuna be-deulet)quot;; dagegen wird der Name Wawani von den Einwohnern von Seit nur cinem etwa 250 m. hohen Gipfel oberhalb des genannten Dorfes beigelegt (Geol. v. Ambon, pag. 5; dcsgl. II, pag. 5. Sieh auch J. E, Te ijsman n, Natuurk. Tijdsehr. v. Ned. Indie XXXVII. 1S77, pag. 132). Da dieser niedrige Berg am Fusse des westlichen Hauptgiplels liegt, so ist es sehr verstandlich, dass die Einwohncr von Mila mir den letzteren als AV awani bezeichneteu. Ich sah und sehe noch heute keine Veranlassung, um von der auf Leitimor einmal eingebürgerten Bezeichnung abzuweieheu und verstehe unter Wawani dnssclbe wie friiber (Vgl. Reisebericht, pag. 20 u. oben, pag. 8; ferner „Eiuige Worte über den Wawani.....quot;).

8) Einigc Worte über den Wawani etc. (Tijdsehr. Kon. Ned. Aardr. Genootsch. 1899).

9) Oben, pag. 50.

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zn. Die sclion erwiilmte, false!ie Mittlieilung, dass sich auf dem zweiten, von mir niclit erreicliten Gipfel des Wawaai ein grosser, runder tSee Ijefiude, bradite icli init dem in 1G74 entstandenen See in Verband uud so gelaugte icli zvi der Vorstel-lung, dass der Gipfel dos Herges derzeit unter starken Explosionen fortgesclileudert und ein Kratersee gebildet wnrde. Die ganze Doutung des alten, von Rump bins stammenden Bericlites wurde mit dem Nachweise, dass sich auf dem Wawani weder ein Krater noch ein Kratersee befinde, binfallig'. Selbstredend gilt dies aucb für die nacli Anlass der vermeintliclien Eruption angestellten Betrachtungen, inson-derbeit für die Ilypotliese, dass die Eruptionen von Halma b era und Ter na te auf einen Zusammenbang mit Ambon binweisen 1). Aucb der angebliebe, in den Vulkan-Catalogen angefübrte Ausbruch des Piks von Ternate am 12tequot; Aug. 1G7J3 bat nach Wicbmann garnicbt stattgefunden 2).

Verbeek bielt es anfangs aucb für möglicb, „dass die Spalte, auf der die Halmabe ra-Ter na te-Vulkan e liegen, südwarts l)is Ambon sich fortsetzequot;, und zwar als eine langs der Westküste von Batjan und Ombi major über den schmalsten Tbeil von II u am u al und durcb die Pi rub ai zura mittleren Ambon verlaufende Bruchspalte; doch liess Verbeek diese Ansicht spater wieder fallen 3).

Hoisse (Jucllen. lm dem bier bebandelten Inselgebiete haben beisse Quellen eine weite Verbreitung. Diejenigen von Ambon und den Tliassem sind auf Karte III verzeichnet; dam gesellen sich der Qassit auf Burn, die Quelle von Amblau und vermutblich diejenige vom Batu Tambaga4) au der Pirubai, dann die (Quellen aus der Gegend von W a s i a, S a n a b u und M a k a r i k i an der Elpaputibai. Nach Riedel kommt aucb bei Bula, an der Nordostecke von Seran, eine beisse (Quelle vorB).

Fast alle diese Quellen betinden sich in nachster Nabe des Meeres oder gar unmittelbar am Strande selbst0), AVo dies nicht der Fall ist, wie beim Gassit

1

Obeu, pag. 64, Die Ictztcn 12 Zcileu von Scitc 04 und die 3 ersten von Seile 65 sind hioruach eiuzuziehen.

2

Tijdsehr. v. h. Kon. Nederl. Aardr. Genootseh. Ser. TI, J)eel XVI, 1899, pag. 11 1-, Anmerkg. fi.

3

li) Aardbeving te Ambon, pag. 20, Karte N0. 2; Oostelijk gedeelte van den Indisehen Archipel, pag. 30 und Karte.

4

Die benaehbartcn Glimmersehiefer sind hier reieh an Pyrit (oben, pag. 180).

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28:)

und den Quellen von Makariki, da entapringen sie in Depressionsgebieten, in denen ansehnliche Ströme, der W. Apu und der lluata, tliessen. Das deutet auf einen Verband mit liruclilinien liin, besonders mit sokben, wekdie bei der liildnng der heutig'en Küstenlinien eine Kolle gespielt liaben dürften. IJazu kommt die unverkennbare Beziehung, welclie auf Ambon und den Uliassern zwischen den heissen Quellen und den neovulkanisclien Gesteiuen bestebt. Deswegen halte icb dieae beissen Quellen für Juyenil, d. b. fiir subdie „webdie als Naclnvirkungen Tidkaaiscber Tbiitigkeit aus den Tiefen des Erdkörpers aufsteigen, und deren Wilsser zuni ersten Male an das Tageslicht tretenquot; 1), obwold sie, mindestens tbeil-weise, mit vadosem, aus ilem Meere stammendem Wasser gemiscbt sind 2).

Soweit icb selbst in der Lage war, die Temperaturen zu messen, besitzt Ajer Pa nas Ketjil bei Oma 54, A. P. bei Sap ar u a 57, A. P. Be sar bei Nalaliia (30, A. P. Ketjil bei Nalaliia 50, A. P. Sila 44, eine Quelle bei Wasia 37,8, Gassit 34,5° O. Im Uebrigen verweise icb auf die friibereu Mit-tbeibmgen und die nnten folgende „Beilagequot;.

Hcbungon. Die negativen Strandversrbiebungen, welche sowobl im West- als im Oslindiscben Archipel in weitester Verbreitung nacbzuweisen sind, tiihrte icli schon vor einer Reibe von Jabren in erster Linie auf Krustenbewegungen der Erde zuriick, statt ibre Erkliirung in der Veriinderlichkeit des Meeresspiegels zu suclien. Hierzu veranlasste mich: 1) die bedeutende Höbenlage der jungen liifl-bildungen 2) der l'mstand, dass der Betrag der Strandverschiebung sehr ver-schieden ist, sogar bei benacbbarten Eilanden 3) die Tbatsacbe, dass sicli iler

Gross-Seram; XXII Jahrcsber. d. Vcrcius 1'. Erdkunde in Dresden, 1892, pag. 155), cbenlalls hicrlier. Dor genaantc Autor berichtet durüber Folgcndes: und wieder faml it'll in Indien, sowohl in Am, Nen-

Guiuea und Scram als aueli auf den Evar-Insein (Es könucn nur die Ewab- oder Kei-insein sein), Gelegenbeit, auf dein durch eingetretene Ebbe troekengelegten Strande Quellen, vor allem solche, die Siisswasser fiihrten, zu beobaehten. Vornehmlieh in Klein-Evar giebt es Insein, die auf troekenein Boden nicht einen Tropfen Siisswasser haben, deren Hewohner daher ihr Trinkwasser aus den bei Kbbezcit hervortretenden Strandquellen schöpfen müssen. Manche dieser Quellen land ich so wasserreieh, dass sie 10—12 Fuss breite, 5—1U Fuss tiefe, schnell dem Meere zueilende liache in dem festen Boden des trocken-golegtcn Slrandes gcbildet batten. Das AVasser dieser Quellen ist kalt und woblschmeckcnd. I eber l rsache und Entstehung dieser regelmiiasig wiederkebrenden Quellen kann ich niehts sagen, nur erwahnen moehte icb, dass man annimmt, ihr Ursprung liege in hohen, manchmal von der Ausbruehsstelle recht entfernten Gebirgenquot;.

1) E. Suess, Uebcr heisse Quellen (Gesellscb. Deutsch. Naturf. n. Acrzte Verhandlgn. 1902, allg. Th., pag. 17, Sond. Abdr.).

2) Sich unten: Beilage.

3) Ueisebericht, pag. 28, 34, JiG, 102 n. 372; ferner oben pag. 54, 55, 03, 70, 82, 88, 81), 90, ISl, 271, 272 u. 273.

Die heisse Quelle, welche im nördlichen Niisalaut westlich von Amett entspringt und von Hein-war dt Waï-pulo genannt warde (vgl. hierzu Anmerkung oben, pag. 8(.)), heisst nach eiuer mir geinaehten Mittheilung von G. \Y. W. C. van Hoe veil \Vaë putn. Das Wort putu bedeutet im Dialect von Amett heiss; in den übrigen Dörfern der Inscl spricht man statt dessen puu.

4) In Uebcrcinstimmung hiermit stcht die spiitere Beobaclituug von Verbeek, dass „die Meereshöhen

24

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284

grösste Betrag der Verlegung der Küstenlinie naclr unten an der Aussengrenze Ledeutender iSenkungsfelder des Oceans beliudet. Dass die Straiidverseliiebuagen genau parallel dem Wasserspiegel erfolgt seien, hielt icli uicht für erwiesen; aber Messungen der llöbenlage der Strandliniea waren nicbt vorlianden. Indessen wurde der Versucli gemacbt, Strandverscb iebungen und Binbrüclie, Er d be ben und Vul lean e auf eine einzige Ursacbe, den labilen Zustand des betreffenden Tlieiles der Erdkruste zurückzufiibreu'). Diese Ansicbt ist selbstredend nioht ohue Widersprucb geblieben, dürfte aber doch manchem Geologen beutzutage weniger l'remd erscheinen, da sicli jetzt noch weiteres Material zu ihrer Begründung verwerthen lasst2).

Was zunach.st die hier bescbriebenen Eilande betrifl't, so lieferten die Beobacb-tungen auf Se ran zwar keine neuen Gresicbtspunkte oder zur niiberen Begründung der oben genanuten Anscliauung verwerthbare Ergebnisse 3); dagegen deutet das-jenige, was über die Yerbreitung des Karangs auf Uuru bekannt ist4), darauf bin, dass hier die Strandverschiebung keineswegs in gleicbein Schritte erfolgte wie auf den benachbarten Eilanden im Osten, auf Seran, Ambon und den llliassern. Weit wicbtiger sind aber die Resultate, welche Verbeek spater auf seiner lieise durcli den östlichen Theil des Indiscben Archipels erhielt3); denn biernaeh ist die Höhenlage des Karangs noch viel bedeutender als früher ange-noramen wurde und schwankt dieselbe innerhalb selir weiter Grenzen; die Werthe liegen zwischen o i 2 und 1283 m,, und verinuthlicb erreichen die Kalksteinplatten im östlichen Timor sogar 1586 m. Meeresliöhe 0). Wenn dies richtig ist, so dürften

der Terrassen und Kalkründcr an vcrsehicdeneu Pnnkten von 11 i t u und Lei ti mor nicht iibcreinstimmenquot; (Gooi. v, Ambon, pag. 23). Die Erklilrung, welche Verbeek für das Pehlen des Karangs auf dem Gipfel des llori giebt (daselbsl, pag. 22 n. 23; ferner: Aardbeving te Ambon, pag. 14), kann ieh allerdings nicht aunehnien (Vgl. hierzu mein Referat in Kon. Ncd. Aardr. Genootsch. ]81)9, Ser. II, Deel XVI, pag. 055).

1) Zur Frago nach der Mntstehung des ost- und westindischen Archipels (lletlner, Geogr. Zeitsehr. II, 18(.)G), pag. 371—370. — Vgl. ferner oben pag. 47, IH u. 153; sodann: Einige Worte über den Wa-waui ... ., pag. 28 u. 35 (Sop. Abdr.).

2) Einige neuere Beobachlungen über locale Hebungen, vcranlasst durch aufwiirts driingenden Schmelzfluss sind kürzlich von \V. h ran co zusammengestellt (Das vulkanische Vorries, pag. 1). — Abhandl. d. Königl. Preuss. Akad. d. Wiss. 1902; Berlin 1903).

3) Vgl. oben, pag. 153. 4) Oben, pag. 202. 5) 1. c pag. 37 fl'.

0) In diesem Verbande möge darauf hingewiesen werden, dass aueh an der Mac lay k üs te in Kaiser W il he lm s-Land anf Ne u-Guinea ein ausgezeiehnetes Terrassonland vorkommt, welches bereits von O. Finsch beschricben und abgebiidet ist. Die Terrassen erreichen hier 800—1000 Fuss Höhe (Samoa-fahrten, pag. 121—130; dazu Karte, pag. 30). In Rritisch Neu-Guinea steigen die fossilen Kilie bis zu 2000 Inss über den Mcercsspiegel an; sic liegen hier zwar auch meistens horizontal, sind aber doch stellenwoise stark gestort, gcfaltet und bis 50° geneigt. Tbr geuaues Alter ist noch nicht bekannt; sic mogen th(,ilweise alter als tertiür sein. (H. L. Jack u. II. Elheridge, The Geology and Palaeontology of Queensland and New Guinea, pag. 081; [jondon 18(.)2). Auf den Philippinen erreichen dio gchobcncn Korallenkalke 2302 Fnss llöhc (fi. F. Decker, Report on (he Geology of the Philippine Islands, pag. 09 u. 79; Un, States Geol. Survey, Washington 1901); auf den K iuki u-1 nsel n 084, Fuss; sie sind hier meistens posttertiiir. (S. Vos hi war a, Notes on the raised coral reefs in the islands of the Rinkiu Curve,

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die liöclist gelegeneu, iiltesten Kalksteine mindestens eocün '), vielleldit gar cretaceÏHch sein; dies luiliere Alter würde aber die Fragestelluug uacli der 1'rsacue dei' Strandverscliielmng unbei'iihrt lassen und uur eine grössere Zeitdauer i'iir letztere beanspruchen.

Verbeek macbte gegen die Erkliiruug, dass die Trockenlegung der Karang-terrassen eine Folge des sinkenden Meeresspiegels sei, besonders audi den I'mstand geltend, dass jene Terrassen stelleuweise eine geringe Neigung besitzen. Das gilt vor allen Dingen von den höber gelegenen, iilteren Partieen, und /.war betriigt das Fallen 5—10, an einem einzelnen Punkte 11°. Icb muss gesteben, dass icb diese Angaben an und für sicb nicbt als iiberzeugend fur eine stattgefundene Hebung des Landes betracbten kann: denn aus dem Wacbstlium der Koralleu gebt die Möglicbkeit bervor, dass die liifie Aron vornberein oben abgescbriigte Kliiclien bildeten, zumal dann, wenn sie sicb auf geneigtem I'ntergrunde ansiedelten und nicbt bis zum Meeresspiegel binaufwucberten2). So können ursprünglicb geneigte, aber keineswegs aufgericbtete Schichten entstehen. Audi zeigen die Brandungs-terrassen obnehin cine geringe Neigung, entsprechend dem Unterschiede zwischen Hoch- und Niedrigwasser, und der Betrag dieser Neigung muss im umgekebrten Verhiiltniss zur Breite der Terrassen steben; auf Curasao fand icb hierfiir 2—3° Ausscblaggebend wiirden wold nur, wie scbon friiber bervorgeboben, genaue Hnhen-messungen der Strandlinien sein, die allerdings ungemein schwierig und zcit-raubend sind, wabrend die f'estgestellte Neigung der Piatt form en nur einen bedingten Werth beanspruchen darf. Audi Suess bemerkte zu den yon Verbeek festgestellten Neigungen der Kalkbanke: „Auf solclie Xeigungeu im Sinne des Schichtenfalles würde icli weniger Gewicbt legen, weil die Erfahrung zeigt, dass sie durcb nebensiicblicbe Veranlassung, sogar durch Entkalkung im Wege des Grundwassers, entstehen können. Von Bedeutung waren Störungen des Verlaufes der wagerecbten Liniequot; 4).

Will man aber in den übrigen, bisher angefiihrten Griinden einen Beweis

pag. 14; ferner S. Yoshiwara, Gcol. structure of the Hiukiu Curve etc.; Jouru. (quot;oil of Science Imp. Univ. Tokyo, Japan. Vol. XV], Part I, 1901). Bekanntlich sind hoch iiber dem Ocean gelegene, junge Kalk-plattcu noch weit iiber die hier augefi'ibrten Gebiete biuaus iiacii,trewiesscii, auf der W e i h u ac h ts i u se 1 im Siiden vou Java (Tertiiir), auf den Pal au-lnael n, im Hismarck-A rcb ipel, auf den Salomoneu, deu Loyal ty-Inscln u. s. w. Ks handelt sicb um eine Erschciuung, welcbe uur durcb zablreicbe Kiu/el-uiitersucbungen, so wie sie auf der Weibnachtsinsel atattgefunden, in ibrem volleu I mfange iiberseben und crklart werden kann. Eingebende palaeontologiscbe Stndicn iiber das Alter der Kalksteine sind in den ael-tensten Eüllcn geinacbt und die llöbenmessimgcn lassen viel zu wiinscben übrig.

1) Vgl. audi oben, pag. 264; Verbeek Imit die Karangbildungen fiir obenniociin, plioctin und quartiir (1. e. pag. 41).

2) K. Martin, Beriebt iiber eine Keise nacb Niederl. AVrest Indien II, pag. 81^.

3) Daselbst, pag. 100.

4) Antlitz der Er de, lid. HI, 1, pag. 340, Anmerkg. 90.

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fur Ji'mgere Dislocationen in der Erdkrusle 1) selien, so kunnen solclie niclit rait llilfe von Faltungen erkliirt werden, da an den Karangbildungen kein Zusanuuen-schub erkennbar ist. Selbst die Annahme, dass die Kalkplatten nur die höchsten Partieen selir flacker Falten seien, deren Flügel vom Meere bedeckt würden, widerspriolit der Lagerungsfonn durchaus, Zudem ist die weite Verbreitung der geliobenen Riffe eine derartige, dass sie sicli überhaupt nicht zur Construction von Faltenzügen würden verbinden lassen. Somit muss die supponirte hebende Kraft in vertikaler Richtung gewirkt lial)eu.

Man könnte vielleicht die ruckweisen Verschiebungen der Strandlinie mit Hilf'e der Theorie von Btübel erkliiren wollen, wonack peripherische Magmaherde in enge, lest umwandete Uaume eingeschlossen sind und bei dem Erkaltungs-processe der Füllmasse Pbasen plötzlicher Volumenvergrösserung eintreten, die theils nul' moleculare Vorgüiige teils auf den Qasgehalt des Magmas zurückgeiuhrt werden. Die versckiedenen Terrassen der Insein würden alsdanu den auf einander folgenden Pbasen der Volumenvergrösserung entsprecben, wobei die hiermit ver-bundene Kraftausserung statt zu Eruptionen nur zu einer Hebung der Erdschollen fuhrte. Derartige Vorgiinge können aber nicht die Entstehung der ausgedehuten Senkungsfelder erkliiren, wahrend docli der Augenschein lehrt, dass zwischen diesen und der Strandverschiebung ein ursachlicher Verband bestehen muss.

Nimmt man dagegen an, dass auf grosseren Magmanestern durch Hpalten geschiedene Theile der Erdkruste sckwimmen, welche einerseits den Bruchfeldern andererseits den Eilanden entsprecben, so muss das labile Gleichgewicht im Laufe der Zeiten notligedrungen gestort werden, durch die Einwirkung des Magmas auf die tiefer liegenden Theile der Schollen, Injectionen u. s. w. Auch die oberfliich-liche Belastung muss sirli andern; deun wilhrend die Landmasseu durch Denudation abnelimen, werden die Zerstörungsproducte dem Meeresboden zugeführt, auf' dem unter Mitwirkung you Organismen immerfort amvachsende Sedimente gebildet werden 2). Durch Störung des Gleicbgewichts wird nun das Magma emporgepresst und dies kann zur Bildung von Vulkanen führen ^1), aber es können auch die Schollen der Senkungsfelder die benachbarten Eilande empordrücken, falls dem

1

II. Biicking erkliirt die hohc Lage der alten Riffe von Celebes auch als „Folge eiuer sehr langsamen periodischen Hebung des Landes, welche sieh auch in anderen Erscheinungen .... geaussert hatquot; (Beitr. z. Geol. von Celebes; Samml. F, 7, pag. 187).

2

Ueber die pelagisehen und terrigeneu Nicderschlage, welche den ziihen Schlamm der Becken des Archipels bilden, vgl. M. Weber: Die niederlandische „Sibogaquot;-Expe(lition (Petermann 40, 1000, pag. 180 u. 187). — Wie gross die Mengen von ierrigenem Material sein niüsscn, liisst sicli auch aus dem Umstande entnehmen, dass zur Kegenzeit nicht selten Biiume aus den Flussbetten Se rans bis an die IJ ai von Sa parr, a und nach Nu sa la ut verllüsst werden.

3; Der gauze Indische Archipel befindet sicli bekanntlicli in einem Zustande der Hebung (Martin, Wawani, pag. 28, Soiul. Abdx.).

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völlig eiugeschlossenen Magma kein anderer Ausweg* geboten wircl. Sind aber dio sinkendeu Theile der Kruste, wie in dem beregten (Jebicle der Fall ist, im Ver-lialtniss zu den Insein sebr gross, so genügt scbon eine geringe Verschiebung der ersteren zur Erreicbung einer merkbaren Heining des Landes. Die ruckweisen Strandverschiebungen Avürden aucb auf diese Weise ibre Erklarung in einem Emporpressen des Magmas linden '). Selbstredend müssen bei einem derartigen Vorgange die Venverfungsspalten völlig geschlossen bleiben. Dass die Insein bei solcben Hebungsvorgiingen der tertiilren und quartilren Zeit keine seitlicben Pres-sungen erfuhren, dass besonders aucb die ganz oberfliichlicb aufgelagerten Platten und Keile von Korallenkalk in ihrer Lagerung nicht gestort wurden, ist keineswegs befremdend; denn die Suturen J), welcbe die sinkenden Schollen von den gebobenen trennen, können in einigem Abstande von der Küste und bereits in einer gewissen Tiefe gelegen sein. Der Umstand, dass Meerestiefen über 2000 m. nicht unmit-telbar am Rande der Eilande beginnen, wahrend die letzteren in einem seichteren Meere liegen, rechtfertigt eine solche Annahme. Die Einbrüche in dem Verhült-nissmilssig seichten Meere und auf den Insein selbst sind in diese Betrachtung nicbt einbezogen 1).

Der obige Erklarungsversuch beansprucht selbstredend nur den Anspruch des Werthes einer Arbeitshypothese; denn es stellen sich im Einzelnen zahlreiche, vor der Hand liegende Schwierigkeiten ein, deren Discussion hier unterbleibt, weil sie uns zu weit von den noch recht spilrlich vorliegenden, thatsiichlichen Ueobaclitungen entfernen würde.

Sclilussfolgerungen. Aus den obigen Betrachtungen sind die nachfolgenden Satze abzuleiten:

1) Der Eindruck, den die Karte hervorruft, als oh östlich von Burn eine Scholle der Erdkruste nach AT gezerrt sei, ist unrichtig; denn die Nordküste von Buru stellt geognostisch keineswegs die directe Fortsetzung der Nordküste Serans dar.

2) Sowohl nordlich von Seran als von Buru sind Theile der Erdkruste nie-dergebrochen; docli erstreckte sicli der Abbruch bei Buru weiter südwiirts.

3) Umgekehrt reichten im Süden von Seran die Einbrüche weiter nordwarts als bei Buru. Damit steht die Bildung der Piru- und Mlpaputibai in Verband, wobei Huamual als Horst stehen blieb.

1

Vgl. obcn, pag. 373.

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288

4) I lie Entstelmng der Bai von Sawai sowie derjenigen von Kajeli, Tifu uud Mela, endlicli audi der Waime, in welcher der Wakollo-See gelegen ist, liisst sicli (lurch Einbruch erkliiren.

5) Die Einbrüche sind schwerlicli gleichaltrig, vermutlilicli audi der Art Hirer Entsteliung nacli ungleichwertliig. Die Bruchlinien ') haben im Einzelnen einen sehr unregelmassigen Verlauf, fallen zuiu Theil niit der heutigen I'fergrenze der Eilande zusamiuen und sind liier mehrfacli durch das Auftreten heisser Quellen angedeutet.

0) Ein scliematiseher Ausdruck fiir den Verlauf der ISruidilinien liisst sich bis jetzt nicht linden, und die Existenz concentristdi verlaufender Spaltensysteme in dem liicr behandelten Gebiete8) ist nicht nur unenviesen, sondern nacli den vorliegenden Beobachtungen sogar hiichst uuwahracheinlicli. Das gilt auch für den Graben, welcher das südliche Seran von Ambon und den Uliassern trennen sollte ^).

7) Auf der Zone der tiefsten Zerriittung drangen notdi in tertiiirer Zeit Eruptivgesteiue hervor. Ein grosser Theil derselben gehorte ursprünglich dein Wassergebiete an; es batten unterineerische, mit starken Explosionen verbundene Ausbriicbe statt.

8) In Jungtertiiirer und quartarer Zeit liaben sich Rifle auf den neovulkani-scben Gesteinen angesiedelt, welche infolgo negativer Strandversehiebung mehr als öOO in. über den Meeresspiegel hinausgerückt wurden.

9) Diese Strandversehiebung ist als Hebung zu bezeiebnen; sie liisst sich vielleicht durdi die Annahme erkliiren, dass die sinkenden Schollen der tiefen Bruchfelder auf peripherische Magmaherde drückten, andere Massen desselben llerdes eniporpressten und so das Ansteigen der Insein im TJmkreise derSenkungs-gebiete veranlassten,

1) Vgl. hierzu auch oben, pag. G t (Zcilc —19 von oben); femer in Verband hicrmit pag. 374 und pag. 282, Anmerkung 1.

2) Ks ist daniit also nur der nordwestliche Theil des Molukkenbogens, sowcit er von mir selber untcrsucht wurdc, gemeint.

3) W i ch inan n, Der Wawani. (Tijdschr. Kon. Ned. Aardr. Geuootseh., Ser. 2, Deel XVI, Karte II).— Verbeek, Oostelijk gedeelte van den Ind. Archipel.

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ERLAÜTERUNG DER TAFELN.

Dio Pliotographieen füi- Tafel XII sowie Tal'. XV, Fig. '! siml von llorrn E. D. van Oort liorgestcllt, dio übrigen vom Autor.

Taf. IX, lm lietto Jos W. Lu raai ti; Datubua itn llintorgrundo; rechts Iliigel mit Waldsavanne. — Seite 210.

Taf. X. Schiefergebirge bei Leliali, bedoekt rait Waldsavanne. Bliek auf die Bai von Djikomarasa vom Kotta Frang aus. — Seite 210.

Taf. XI, Tig. 1. Savanne bei Leliali; im llintergrundo der Kotta Frang. — Seite 210.

Taf. XI, Fig. 2. Waldsavanne mit Baumfarn. Hochebene von Wakollo. — Seite 207.

Taf. XII, Pig. Ia—1/;. Spicula von Sphaorozoum aus Hornstein; Geschiebsel des W. Mala (N0 912). Vergr. 150 X- — Seite 225.

Taf. XII, Fig. 2. Praeparat wie oben (N0 912), Durin oino flaebgedrückte Badiolarien-schale, deren Bildungselemente Sphaerozoen sind. Vergr. 180 X- — Seite 220.

Taf. XII, Pig. 3« u. 3}). Aplychus lacvis 11. ik Moy; Geschiebe aus dem W. Sifu; Nat. Grosse. — Seite 258.

Taf. XII, Pig. 4. Kalkstein rait Spongiennadeln; Geriille von Foggi (Nquot; 993*). Vergr. 32 X. — Seite 259.

Taf. XII, Pig. 5. Kalkstein, aus den Prismen zerfallener Schalen von Lamellibranchiaten gebildet; Geschiebe aus dein W. Sil'u (N0 1035). Vergr. 32 x — ^eite 259.

Taf. XIII, Pig 1—3. Relief ira Urakreise des Wakollo-Soes; 1 u. 3 vom See, 2 vom Landungsplatze aus gezeichnet. Der Pfeil in 1 giebt den Ausfluss des W. Ni be an. — Seite 207.

Taf. XIII, Pig. 4. Bliek auf die Südwestküste, gezeichnet bei Tj. Fatupa; N 02° U' liegt Tj. Waëkuma; Ar22° \V Gunung Bobo. -- Seite 215.

Taf. XIII, Pig. 5. Pulu Foggi von S gesehen. — Seite 212.

Taf. XIII, Pig. 6 u. 7. Profillinien dos Kakusan; 6 von See aus gesehon, .57° O; 7 vom Gassit ans, .V770 0; b = Kakusan Besar; li = Kakusan Ketjil. — Soite 209.

Taf. XIII, Pig. 8. Proflllinie des G. Sanane, S40° O von Bara. — Seite 211.

Taf. XIII, Pig. 9. G. Karkoï von SIF, unfern Foggi, gesehen. — Seite 211.

Taf. XIII, Pig. 10. G. Sanane an dor liai von Tifu mit dem Batu Kapal, von W geseben. — Seite 214.

Taf. XIII, Pig. II. Klippen ara Fuss des G. Sanane. von O geseben. — Seite 214.

Taf. XIII, Pig. 12. Bliek auf das Kaj eli-G ebirge, von der Rhede von Kajeli aus. Nach Pliotogi'aphieen. K = Kakusan; B=Batubna. — Seite 209.

Taf. XIIl, Pig. 13. Panorama von Bara aus gesehon. Dor Gipfel des Kapala Madang S55° TV' (h)\ a = Ausliiufer dos G. Bara; füi' c und cl vgl. Text; rechts Tj. Balipetu. — Seite 212.

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290

Taf. XIV, Fig. 1. Rlick anf die Bai von Tifn, vom Dorfe Tifu aus. — Seite 214. Taf. XIV, Fig 2. Gunung Sanane und G. Bara, geselien von einern Punkteim Innern der Bai von Bara. — Seite 211.

Taf. XV, Fig. 1. Ausblick vom G. Tagalago auf das Mala-Gebirge. — Seite 207. Taf. XV, Fig. 2. IIendriksberg, geselien von dem 453 in. hoben Punkte zwischen W. Dnlo und W. Kapal. — Seite 208.

Taf. XV, Fig. 3. Burukalk (N0 920) mit Coinen, von Flecliten herrührenden Liichern. Vergr. 1 i X- — Seito 254.

LISTE DER TEXTBILDER.

Fig. 41. Strudellöcher in Kalkstein bei Kawiri. Etwa tV d. nat. Gr. — Seito 232. Fig. 42. Erosionsformen an der Nordwestküste von Burn. — Seito 235.

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ocr page 365

B EIL A G E.

UNTERSUCHUNG DES WASSERS VOM A .TER PANAS AUF SAP A RU A UND

VOM GASSIÏ AUF BURU

VON

Prof. Dr. J. M. VAN BEMMELEN.

I. Wasbek vom Ajbii Panas i.m Westex der livr vox Sapakita ').

Dies Wasser war mit sehr -viol Schlainm vermengt, da es aber nach dom Schöpfen eine Zeit lang der Verdampfung ansgesotzt gewesen war, so liess sich sein l'rocentsatz au aufgeliisten Stoffen und Schlamm nicht mehr bestitumen. Dio Untersuchung fand viele Monate spater statt, und inzwischen hatte sich in der spater luftdicht geschlosaenen Flasche soviel Fe S gebildet,' dass dor iirspi-ünglich golbbraune Scidamm ganz schwarz geworden war nnd mit verdünntor Saure II2S entwickelte. Die Analj'se dor festen Bestandtheile des Wassers, den Scha mm inbe-grilfen, ergab:

34,2

Gramtn im Lilcr. j Milligr. Acquivalcnl.

•Si Oj................................0,-12

Cl..................................10,14 28,58

04 ................................0,30 0,75

Ca..................................0,1 P) 29,3

M;/..................................0,58 /(.,8

Na (berechnet nach dom Cl). . 0,58 | 28,58

Organische Bestandth. . . . | ®Pln'en K, der Rost von Na, COs etc. 1,38 j

S* = 1Ü,3'2~ I

1) Reiaobericht, pag. ÜS; oben, pag. 54 u. 8^; Karte II u. III.

25

ocr page 366

Ü92

Hiernach enthiilt der wasserfreie Schlarnm in 0/o ausgedrückt:

5,7 Si Oj (wovon etwa 4 luslich)

75,0 Ca C03 \ ,0 Mij CO,

10,7 Füj O,

1,1 Orgaiiische Restandtheile 0,5 S 100,0

Somit ergiebt sich, ilass das Wasser als ein verdünntes Meereswasser zn betrachten ist. Nimmt man an, dass sein Volumen zuniicbst infolge der quot;Verdampfiing auf die Halfto reducirt wurde (denn ilie Flasclie war nur noch zur Halfte gefüllt), so würde es anfangs 5 Gramm Cl auf den Liter enthalten haben. Das würde einor Verdünnimg des Meereswassers mit etwa 3 Vol Wasser entsprechen. Da das Wasser mit Ca C03 in Berührung kam, so wurde es alkalisch, os enthiilt also etwas Alkali-Carhonat. Die Verhaltnisse zwischen Cl, SO,, Ca O und Mg O verglichen mit denjenigen des Nordseewassers, sind auf 1 d. Chlor:

Meereswasser. Ajor Panas.

S Oj......0,1'2.....0,03

Mf! O.....0.11.....0,1

Ca O......0,03.....0,02

Diese Zahlen lehren, dass das Verhaltniss von Ca O zit MV/O fast unveriindert blieb, wiihrend dei' Gehalt an .SOj sehr abnahin, was der Reduction der Sulfate zn einem uulöslichen Sulfür zugescliriebeii werden kann Kin Theil des Fe^ O., dürfte anfanglich als Fe C03 und zwar als Bicarbonat aufgelöst geweson sein. Die in gei'ingei Menge vorhandenen organischen Bestand-theile stellen fast ganz humificirte Pllanzenreste dar; die. unaufgeloste Si 02 besteht aus kleinen, meist amorphen Theilohen, worunter sehr selten eino der winzigsten Diatomeen vorkomrnt. In dem nach Ausziohen mit verdünnter li Cl erhaltenon Rückstande fehlte Pyrit durchaus.

Die geringen Mengen von .S wurden (lurch 6'.V2 aus dein Schlamm aufgelöst, sowohl vor als nach dern Ausziehen mit verdünnter Saure (gefunden 0,4 und O,.quot;)0/,,).

Der Schlamm war in der gut geschlossenen Flasclie ganz schwarz geworden, went) man annehmen darf, dass er antiinglich nur Fe^ O, und kein h'e S enthielt. Durch sulfur- oder schwefelhlldende liakterion ist also dor (lips dos Wassers und durch reducirende VVirkungen ist das Eisenoxyd dos Schlamms zu Ca S und Fc O reducirt, welches let/tere zitsainmen mit Fcj O3 in Fe -S verandert ist. Es ist dabei aber iiiüglicliorweise etwas Schwefel aus Ca gt;V oder ll2 S mit Fei O3 frei geworden (3 Ca S Fe2 0:! «• '2 Fe .V -f. 2 Ca O .V), und deswegen ist es auch durchaus nicht sicher, dass der gofnndene Schwefel von vulkanischem Ursprung ist.

Als der schwarzo Schlaimn der Luft ausgesetzt wurde, oxydirte sich Fe S alsbald wieder zu Ferro-Ferrisulphat und entstanden durch die Einwirkung von Ca C03 und weitere Oxydation wiederum Gips und /''c2 O,, wodurch die Suhstanz gelb wurde. In diesem Zustande ist sie unter-sucht. Unter dern Mikroskop zeigten sich gelbbraune Kügelchen des oxydirten Schwofoleisens, aber kein Pyrit').

An der Zusarnmonsotzung von Wasser und Schlamm können sich demnach botheiligt habon ; Meereswasser, Korallenkalk und ein vulkanisches Silikal.

1) Da das Wasser untersucht iat, nachdcm os von dein schwarzen Sclilamm abfiltrirt war, ist die gefundonc Zahl fiir SO4 (0,36 Gramm auf «Ion Liter) niedriger als sich ergeben hütte, wenn FeS dca Sehlamnies erst wieder an dor Luft oxydirt worden ware.

ocr page 367

293

II. Wasser vum Qabsit ').

Das Wasser war beim Scliüpfon rostbraun; es entbielt etwa 1auf lüOO C.C. Die Analyse des Wassers ergab:

Gramm im Liter.

Si O,............. 0,03'24

AI2 O) u. i'Vj Oj.....

Cu.............

%.............. 0,0042

A............... 0,010»

Gramm tester 13estandtheile

Millujr. Acquiv.

0,000« 0,014'

0,71

0,35 0.20 8,22

m............... o.iso3

9,54 liasen

Cl..............................0,156

.Sïgt;4............................0,0938

CO,.............. 0,092

Organ. Uestandtheile n. ge-

bundenes Wasser..........0,027

4,39 •1,96 3,07

9,4 Saureti

■V' = 0,025' Gr.

Gewogenes Residnura .... 0,020 Gr.

Ba/u mag nocb, als ursprünglich im Wasser aufgelöst gewesen, angenonimen worden: ( Fe 0,117«

1 CO3 0,126 (berechnet)

•V' = 0,869, ansser (lt;'()i des Bicarbonats and dor freien COy Man darf annehmen, dass das Wasser klar nnd farblos aus dom Hodon lici'vorgeqnollen ist and an der Lult rothbraun geworden dnrch die gleich eingetreteno üxydation des gelosten Ferrobicarbonats zu Eisenoxyd.

Bindet man in der früher gefulgten Weiso dio Saaren nnd Basis Radikalo za Salzen an einander, so wtirde man den Gehalt an Salzen in '1 later Wasser wie folgt ausdrücken können, olme zu bebanpten, dass dios riebtig ware; demi dio Saaren nnd Hason sind in der verdünnten Ltisang grösstentheils in lone gespalten:

Ca SOt.................. 0,048

Jfj .S04 .................. 0,022

M;, .S (gt;4.................. 0,021

0,04

N(h slt;gt;lt;

0,136

Nn Cl................... 0,256

Nd; CO3................. 0,169

Fr CO3.................. 0,243

Si (gt;2................... 0,032

Alamierdo...............±: 0,003

Geblind. Wasser 11. organ. Bestandtb. 0,03

.s» == 0,86' Gramm; anssoideni 0,126 (quot;Oj Das Wasser ist also ziemlich reic.b an Sulfaten (Vb der mineialiscben Bestandtheile) nnd an Ju' CO) (reicblicb '/4 der min. Bost.); aber besonders ansgezeiclinet ist. es dnreb A'i/j (0,109 Gramm anf den Liter). Demnacb ist es als ein sogenaantes Mineral wasser zu betraebten.

Der Niederscblag von /'V2 O, entbielt nur wonig organische Bestandlbeile; denn dor Gliili-verliist des bei 110° getrocknelen Staabes betrug nnr 10% nnd bestand grösstentbeils ans Wasser, welcbes bei der genannten Temperatnr noch an das i'Va 0;j gebimden blieb. Doch bemerkte man untei' dein Mikroskop ziemlich viele von den bekannten üraliten einer ('renollirix, des liebewesens, welcbes / r ' Oj in 7 Vj Oj umsetzt. Sie waren meistens rnit Oj nmi indet.

1

llciacbericlit, pag. ; oben pag 273,

ocr page 368

SCIILUSSWO RT.

Die Mittlieilungen über meiue Keisen in den Molukken sincl hiermit abge-sclilossen. JMaclidem im .lieginne des Jahres 1894 als erster ïheil der lleise-Ergebnisse „eine Sch'Merung von. Land mul Leut en' erschienen war, folgte im Januar 18Ü7 die erste Lieferuug des geologiscben Theiles, Ambon und die üliasser betreffend, dann im Januar 1902 die 2te Lieferung, welclie einen Nachtrag zu den genannten Eilanden und die Geologie von Seran und Buano bracbte; erst im Juli 1903 konnte icb Buru abschliessen. Der Qrnnd der Verzögerung liegt zum Theil in dem Umstande, dass die mikroskopiscbe Untersuchung der mitgebracbten Gesteine durcb unvorliergesebene Umstande liinausgescboben werden musste. Scliroeder v. d. Kolk's mikroskopiscbe Studiën iiber die Gesteine von Ambon und den Cliassern waren im October 1895, iiber diejenigen von Seran im Januar 1899 und iiber die von Buru im Miirz 1900 vollendet. Inzwiscben war icb von Deo. 1894 bis Ajiril 1899 mit dei' Publication der Gastropoden aus dem Tertiar von Java bescbiiftigt'), eine Arbeit, zu der icb im Interesse der V e r b e e k'scben Kartirung von JaA7a verptliclitet war, und wurden meine Studiën iiber die Molukken nocb wiederbolt durcb anderweitige Untersucbungen unter-brocben, welcbe mich bis zum Mai 1900 beschaftigten s).

Die so entstandene Verzögerung ist dem Werke nicbt zum Nacbtbeil geworden; denn seit icb A ml) on auf flücbtigen Excursionen obertliicblicb kennen lernte, ist es Verbeek vergönnt gewesen, die complicirt gebaute Insel mit Musse nacb allen lüchtungea gründlicb zu untersucben, unterstiitzt von M. Koperberg und weiterem Hilfspersonal. Es verstebt sicb von selbst, dass meine eigenen Ergeb-nisse bierdurcb weit überflügelt werden mussten, und so war es mir von grossem Nutzen, bei den weiteren Studiën über das bereiste Qebiet die Resultate Ver-beek's scbliesslicb nocb verwerthen zu können. Freilicb vermag icb seinen Ansicbten nicbt in jeder Hinsicbt beizupfiicbten, wie oben dargelegt ist3).

1) Die Fossilien von Java (Sammlg. G. H. Mus. Leiden, Neuc Folge, Bd. 1).

2) Vgl. Sammlg* I, Bd. 5 u. 6. 3) pag. 99; ferner „Allgemcinesquot;, pag. 268 ff.

ocr page 369

295

Fr. Drey er hat die noc'1 aussteliende Bearbeitung der veidien Eadiolarien-fauna von Ambon übernommen, worüber oben auf Grund einer vorliiutlgen Untersuchung von D. l\iist schon Einiges mitgetheilt wurde '). H. Büoking wird die wenigen Qesteine untersuclien, vvelche icb ausserhalb lies bier beschrie-benen Gebietes lm Indischen Archipel sammelte — soAveit die Publication des betretienden Materiales beute noch von Werth ist —, und zwar im Anschlusse an eigene Aufsamralungen und Beobacbtungen. Der Mitwirkung von J. L. C. Sc broeder van der Kolk ist bereits in der Vorrede gedacht. Ausser den-ienigen Gresteinen, welche von ihm selber untersucbt und beschrieben wnrden, sind nocdi einzelne Nunimern von Burn hu Laboratorium und auf Veranlassnng von Sc broeder van der Kolk durch i'. Ij. Dubourcq geprüft'), wot'iir icli audi diesem llerrn hierdurch meinen allerverbindlichsten Uank ausspreche. Wie selbstredend ist und in der Vorrede S(dion hervorgehoben wurde, konnte die rein mikroskopische Untersucliung nicht immer maassgebend für die endgiltige Grup-pirung der Gebirgsglieder sein; docli babe icb keine Eintheilungen gemacht, obne mit Herrn Schroeder van der Kolk nochmals wegen der mikroskopischen Beschalfenheit der helrellendeti Gesteine zu Hatbe zu gehen, und stehen unsere beiderseitigen Aufl'assungen somit im Augenblicke nirgends in Widerspruch. Für die viele Mühe, welclie mein verebrter Herr College sich noch geg-eben, um einzelne Ambon, die Uliasser und Seran betredende Detailfragen zur Klarheit zu bringen, bin ich ihm zu ganz besonderem Dank verpflichtet. Bei Bum lagen die Verhaltnisse einfacher, und bier babe ich die Verantwortlicbkeit fiir die Gesteins-bestimmungen, soweit sie nicht durch Schroeder van der Kolk publicirt oder durch Dubourcq geprüft sind, selbst zu tragen.

Die Bearbeitung der Ergebnisse einer Forschungsreise wird kaum von zwei Personen in durchaus gleicher Weise vorgenommen werden. Man wird zunilcbst entscheiden mussen, ob man nur dasjenige veröflentlichen soil, was zum Gebiete eigener Specialforschung gehort, oder ob man audi lioobachtungen mittheilen will, welche diesem Gebiete ziemlicb fern liegen. Ich entschloss mich zu letzterem, da ich meine, dass aus völlig unbekannten Gegenden alles bericbtet werden sollte, was dem Reisenden überhaupt aufstösst. Der Fachmann wird den Werth der verschiedenen Beobacbtungen bei der hier befolgten Darstellungsweise leicht ab-schiitzen konnen; der Autor selbst aber wird den Muth des Irrens besitzen iniissen, da es unmöglich ist, allen zu erörternden Fragen vollkommen gerecht zu werden.

Manchem, nur mit europaeischen Verbiiltnissen vertrauten Fachgenossen werden meine Ergebnisse dürftig und die Profile gar naiv erscheinen; aber, wie A. Stübel

1) png. 36.

2) oben, pag. 224 u. 226.

ocr page 370

296

in sebr zutreffender Weise gesagt liat: „Es sind nur Stichproben, die......

zu machen vergönnt istquot; 1). Freilich sind hiiutlg auf gleieh lückenliafte Wahr-nehmungen liin die klarsten Profile construirt, ura der porsönlichen Aufl'assung des Autors Ausdruck zu geben; doch halte ich derartige Darstellungen fiir durcliaus unerlaubt. Demi auf solche Weise erweckt man niclit nur die Vor-stelluug einer genaueren Kenntuiss als den Verhaltnissen wirklich entspricht, sondern es wird audi den nachfolgenden Untersuchern unnöthig erschwert, die etwa vorhandenen Irrtlüimer wieder auszumiirzen. Man kaun von Forschungsreisen der vorliegenden Art nur ein unbedeutendes iScberllein zuiu weiteren Ausbau der Wissenschaft heiiubringen, und ich selber bin mir der Unvollkommenheit des Qe-botenen durcliaus bewusst.

Leiden, 31 Juli 1903.

1

AV. Rei 88 u. A. Stübel, Rei sen in Siid-Aiuerika; Geolog. Studiën in der Republik (Colombia II, png. IV.

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