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Leitfaden
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Klinischen Untersuchungs-Methoden des Auges
(als 2. Auflage der Kurzen Anleitung zu den golirliuclilielisten
Üntersucbungs-Metlioden des Augesquot;, von Prof. Dr. Eversliuscli
in- Erlangen)
bearbeitet
für Studirende der Veterinär-Medicin und pract. Thierärzte
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K. quot;W. Schlampp,
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M. RIEGER'sche
Universitäts- J^^fys Buchhandlung.
Gustav Himmei-, ^gaW k. b. Hoflieferant.
München 1889.
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Vorlag der M. RIEamp;ER'scten UniY.-BncliliaiiillnBg (Gnstav Himiner) in Mönchen. Kurzgefasste Anleitung
zur
mikroskopischen Untersuchung
thierischer Gewebe
für Anfänger in der Wstologischen Technik. Von Dr. Rob. Boi;-.*.
Professor der Anatomie an der Uniyefcität Würzburg,
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Mit 2 Holzsehnitton. Preis
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Ueber einige Veränderungen
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Professor der Augen
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Mit 2 Farbendrucktafeln. Preis JK 3..
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Experimentelle Studie
iil)er
Traizmatische Klatai-alit.
Von
Dr. C. Schlösser,
Docent für Augenheilkunde an der Universität München.
Mit 6 Tafeln und 2 Holzschnitten. Preis J(4..
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Ueber die
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Ursachen der Fettablag-erung
im nr'liiericörpcopy;laquo;'.
Von Obennedicinalrath Dr. Carl Ton Voit,
Professor der Physiologie an der Universität München 3. Auflage. Preis oft. 1. .
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Leitfaden
der
Klinischen Untersuchungs-Methoden des Auges
(als 2. Auflage der Kurzen Anleitung zu den gebriiuchlichsten üntersuchungs-Methoden des Augesquot;, von Prof. Dr. Eversbusch in Erlangen)
bearbeitet für Studirende der Veterinär-Medicin und pract. Thierärzte
von
K. W. Schlampp,
Docent für Augenheilkunde an der kgl. Thierarzneischule in München,
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BIBLIOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
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2911 030 5
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Seinem hochverehrten Lehrer und Chef
Herrn Director
Professor Carl Hahn
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in grösster Vorehrung und Dankbarkeit gewidmet
vom Verfasser.
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Vorwort.
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Die häufige Nachfrage nach der seit ein paar Jahren vergriffenen Kurzen Anleitung zu den gebräuchlichsten Untersuchungs-Methoden des Augesquot; von Eversbusch (München 1882) veranlasste die Verlagsbuchhandlung, sich an den Verfasser zu wenden mit dem Ersuchen um Besorgung einer neuen Auflage. Nachdem indessen Professor Eversbusch mit Uebernahme der Professur für Augenheilkunde an der Erlanger Universität in einen Wirkungskreis getreten war, welcher ihm nur noch selten Gelegenheit bot zur praktischen Ausübung der ihm so lieb gewordenen vergleichenden Augenheilkunde, hielt er es für zweckmässiger, die Neubearbeitung des Schriftchens in die Hände eines mit den praktischen Fragen unserer Disciplin in fortlaufender Berührung stehenden Fachmannes zu legen. Auf seine Empfehlung beauftragte mich daher der Herr Verleger mit der Neubearbeitung des Werkchens.
Der Umfang der neuen Bearbeitung ist nicht unerheblich grosser als der Leitfaden in seiner ersten Gestalt. Es erklärt sich dies aus zwei Gründen. Erstens hatte Professor Eversbusch das Werkchen ursprünglich nur für seine Münchener Zuhörer, gleichsam als Manuscript, drucken lassen und erst die rege Nachfrage von Seiten der Praktiker veranlasste den Herrn Verleger, dasselbe in den allgemeinen Buchhandel zu bringen.
Andererseits brachten erst die letzten fünf Jahre eine reichlichere Ausbeute von neuen ophthalmoskopischen Befunden, die fast alle in dem ersten Fachjoumal unserer jungen Specialität, der von Professor Berlin und. Eversbusch herausgegebenen Zeitschrift für vergleichende Augenheilkundequot; (Wiesbaden, Bergmann) niedergelegt sind.
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VI
Längere Zeit trug ich mich mit dem Gedanken, das Werkchen, dessen ursprüngliche Anlage ich in den Hauptpunkten beibehalten habe, umzugestalten in ein kurzes Lehrbuch der vergleichenden Augenheilkunde.
Nach reiflicher Uoberlegung gelangte ich indessen zu der Ueberzeugung, dass es dazu dermalen noch zu früh ist.
Was uns vor Allem und in erster Linie Noth thut, ist der sorgfältige Ausbau unserer in so vielen Punkten erst in der Ent-wickelung begriffenen neuen Disciplin in diagnostischer Beziehung; und man darf geradezu sagen, dass wohl in keinem Grebieto der praktischen Medicin heutzutage eine gute Diagnose sich so vollkommen deckt mit einer rationellen Therapie, als in der Augenheilkunde.
Möge das Werkchen in seiner neuen Gestalt sich derselben beifalligen Aufnahme erfreuen, wie bei seinem erstmaligen Erscheinen.
München, 30. Mai 1889.
K. IV. Schlampp.
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Inhaltsverzeichniss.
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Seite
Einleitung............................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
Inspection............................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2
Fanctionsprüfung.........................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
Tensionsprüfung.........................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6
Pupillarreaction.........................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
Untersuchung mit focaler Beleuchtung .#9632;..............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9
Purkinje-Sanson'sche Flammbildchen................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;12
Untersuchung mit dem Augenspiegel ...............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14
im aufrechten Bilde ................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;18
im umgekehrten Bilde ...............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;28
Leuchtquelle .........................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;30
Der Augenspiegel als optisches Instrument ............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;31
Gehrauch der Mydriatica.....................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;33
Der normale Augenhintergrund..................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;35
Erkrankungen der Augenlider...................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;43
der Conjunctiva ..................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;48
der Hornhaut ..................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;51
der vorderen Angenkammer.............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;61
der Linse.....................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;63
des Glaskörpers..................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;69
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der brechenden Medien, Dift'erentialdiagnose ihrer
Trübungen..................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;72
der Iris und des Corpus ciliare...........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;76
der Netzhaut und des Sehnerven..........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;85
der Chorioidea...................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;92
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Methoden der Augenuntersuchung.
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Gleichsam als ßichtscbuur sollen dem Anfänger vier Sätze zur Befolgung bei der praktischen Uebung mitgegeben werden:
1.nbsp; Man halte sich streng an den Gang der üntersuchungs-methode; jedes Abspringen davon und Aufgeben systematischer Ordnung rächt sich durch üeber-sehen oft scheinbarer Kleinigkeiten, die aber für die Diagnose von grösster Bedeutung werden können.
2.nbsp; Der Augenarzt arbeitet hauptsächlich mit dem Gesichtssinne, nur wenig mit den Fingern und Händen. Anfänger fehlen häufig darin, dass sie sich zu viel mit den Händen am untersuchten Auge zu schaffen machen, dadurch den Patienten beunruhigen und sich selbst die Untersuchung unnöthig erschweren.
3.nbsp; Peinlichste Eeinlichkeit bei Handhabung der optischen Hilfsmittel sei Kegel.
4.nbsp; Wer sich mit der Untersuchung von Augen bei den Hausthieren befassen will, bedarf grosser Ruhe und vieler Geduld; ungeduldig zu werden führt eher zu allem Anderen als zum Ziele,
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Sclilampp, Augenheilkunde.
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fnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;T
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Inspection.
Bevor wir die einzelnen speciellen und specifischen Methoden der Augenuntersuchung in Anwendung bringen, werden wir uns zunächst im grossen Ganzen über das Sehorgan und seine Functionstüchtigkeit zu informiren suchen. Wie letztere bei den Hausthieren, wo sie nur eine objective und demzufolge lange keine so eingehende und ergebnissreiche wie beim Menschen sein kann, geprüft wird, ist im nächsten Abschnitte des Näheren auseinandergesetzt.
Es mag hier gleich erwähnt sein, dass es Fälle gibt, wo sich der Thierarzt nicht auf die Untersuchung des Auges, welche vielleicht die ursprüngliche Veranlassung zur Consultation darstellte, beschränken darf, sondern eine allgemeine Untersuchung nach Art des internen Klinikers auszuführen hat. So kann zum Beispiele der Grund für eine Conjunctivitis, Iritis, einen Hornhaut-abscess beim Pferde eine Influenza (im Sinne Friedb erger's), oder Brustseuche-Infection sein, worüber Thermometer und physikalische Exploration der Brusthöhle Aufschluss geben; Hornhaut-geschwüre beim Hunde können Complicationen der Staupe sein. Weiters tritt beim Hunde im Verlaufe des Diabetes mellitus eine bilaterale Catarakt auf, worüber die Harnanalyse uns aufklären wird. Bei Leukämie, Tuberculose, Petechialfieber, Gehirnerkrankungen bekommen wir unter Umständen gewisse Veränderungen im Augenhmtergrunde und dergl. mehr.
Die Inspection nehmen wir bei gewöhnlichem guten Tageslicht vor, welches wir durch ein Fenster oder eine geöffnete Thüre von vorne oder mehr seitlich auf das Auge einfallen lassen.
Zunächst interessirt uns die Kopfhaltung; Pferde mit höhergradig gestörtem Sehvermögen halten den Kopf häufig schief, öfters dazu auch noch abnorm hoch.
Die Umgebung der Augen kann Neubildungen, Knochen-infractionen, Wunden, Fisteln und verschieden geartete Hautveränderungen zeigen, von welch' letzteren Arrosionen und strassen-förmige Depilationen durch lange Zeit abgeflossenes Thränen- und Conjunctivalsecret am häufigsten sind.
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Haben wir die Lider und die Bindehaut einstweilen provisorisch nach etwaigen Veränderungen untersucht welche Exploration dann später durch die Methode der f o c a 1 e n Beleuchtung noch ergänzt und vervollständigt werden muss , so wenden wir uns dem Augapfel zu, wobei wir, abgesehen von dem gänzlichen Fehlen des Bulbus als angeborenen Mangel (Anophthalmus congenitus) oder als Folge traumatischer vollständiger Herausreissung (Avulsio bulbi) oder operativer Entfernung (Enucleatio bulbi) unsere Aufmerksamkeit richten auf die Grosse, Form, Lage, Stellung und Beweglichkeit des Bulbus.
An Grosse nimmt der Augapfel zu bei Hydrophthalmus (AugapfelWassersucht), im Verlauf von Staphylombildungen im hinteren oder was bei Thieren viel häufiger ist, im vorderen Bulbusabschnitte; eine scheinbare Volumszunahme zeigt der Augapfel bei Infiltration des Ten on'sehen Baumes (Tenonitis, Panophthalmie). Eine Vergrösserung kann schliesslich noch herbeigeführt werden durch epibulbäre und intraoculäre Tumoren. Verkleinert finden wir den Augapfel im Stadium der Schrumpfung (Atrophia, Phthisis bulbi), die sich nicht selten anschliesst an entzündliche Vorgänge im Uvealtractus (also namentlich bei Iridochorioiditis reeidiva speeifica equi), an Panophthalmie und Verwundungen des Auges. So leicht vorgeschrittene Grade von Phthisis oder Hydrophthalmus zu diagnosticiren sind, ebenso zweifelhaft kann eine eben erst beginnende Verkleinerung oder Vergrösserung des Augapfels für den Untersucher sein; einen äusserst werthvollen Anhaltspunkt gibt in solchen Fällen die Faltenbildung der Lider ab (siehe Augenlider). Eines der ersten Phthisissymptome ist das Tieferwerden der lidfalten im oberen Lide, die schliesslich in förmliche Furchen sich umwandeln, während umgekehrt dieselben Falten bei Volumsvergrösserungen des Bulbus rasch verstreichen und die Lidfläche prominenter erscheinen lassen.
Als pathologische Formen sehen wir ganz kugelförmige, birnförmige, walzenförmige, glatte (oft flach knopfförmige), unregel-mässig quadratische (waarenballenförmige, nämlich mit vier Furchen oben, unten und auf beiden Seiten versehene) Augäpfel.
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In seiner Lage kann der Bulbus in der Art verdrängt sein, dass er abgesehen von den selteneren seitlichen Verschiebungen nach Infractionen der um die Orbita hertungelagerten platten Angesichtsknochen u. s. w. entweder abnorm tief in die Augenhöhle zurückgesunken ist oder aus derselben, in besonders vorgeschrittenen Fällen sogar aus der Lidspalte prominent erscheint. Letzteres ist der Fall beim Exophthalmus und bei der Luxatio Bulbi, ausserdem wenn in der Orbita retrobulbär entstandene Exsudatansammlungen (Phlegmonen des retrobulbären Zellgewebes, Abscesse), Hämatome, Emphyseme, orbitale Neubildungen ihn gegen die Lidspalte zu vordrängen. Ein Zurücksinken des Bulbus gegen den Grund der Augenhöhle findet physiologisch bis zu gewissem Grade im höheren Alter in Folge Schwundes des orbitalen Fettpolsters statt; in pathologischen Fällen kann der Exophthalmus dadurch entstehen, dass orbitale Exsudate zu schrumpfen beginnen und durch den mechanischen Zug den Augapfel dem Grunde der Augenhöhle nähern.
Eine krankhafte Stellung nimmt der Bulbus ein, wenn die Blicklinie geändert ist. Wir beurtheilen dies nach der Stellung der Hornhaut. Die Abweichungen der Augapfelstellung von der Blicklinie bezeichnen wir als Schielen oder Strabismus und unterscheiden im Allgemeinen den äusserst spärlichen literarischen Notizen nach scheint der Strabismus bei Thieren ganz im Gegensatze zum Menschen sehr selten zu sein je nachdem die Abweichung von der Blicklinie nasenwärts oder temporalwärts geschieht, einen Strabismus convergens oder divergens.
Eine Veränderung in der Beweglichkeit des Bulbus findet sich im Gefolge von Lähmungen der Augenmuskulatur vor oder wenn derselbe durch ein physikalisches Hemmniss in seinen Excursionen aufgehalten wird, so z. B. wenn er in Geschwulstmassen eingebacken ist.
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Functionsprüfung.
Nachdem die Prüfung des Gesichtssinnes auf objectivem Wege durch die physikalische Untersuchung nicht vorgenommen werden kann, und höchstens bei gewissen pathologischen Befunden, die dann gewöhnlich hochgradige anatomische Störungen sind, eine totale Functionsunfähigkeit des Sehorganes anzunehmen ist oder bei einer geringen Anzahl anderer Augenleiden nach dem Befunde der physikalischen Exploration und da auch immer als Schluss per analogiam vom Menschen her eine mehr oder weniger bedeutende Störung des Visus construirt werden kann und nachdem weiter die Mittheilung subjectiver Gesichtseindrücke bei unseren Hausthieren völlig fehlen, so können wir uns leider aller jener sinnreichen und exacten Methoden des Menschenarztes zur Bestimmung der Sehschärfe in der Thierheilkunde nicht bedienen. Wir müssen uns vielmehr darauf beschränken, zu sehen, wie das untersuchte Thier ihm methodisch bereitete Hindernisse in seiner Gehbahn überwindet und wie es sich weiters Drohungen gegenüber verhält. In ersterer Hinsicht beginnt man mit den grössten Hindernissen und wählt, wenn dieselben gut beobachtet werden, immer kleinere (grosses Thor, Wand, Baum, Schemel oder Kiste, quer gelegte Balken, in verschiedener Höhe vom Boden gespannte Kette). Von Wichtigkeit ist ferners noch, ob der Hindernissgegenstand eine grelle und leuchtende Farbe besitzt oder ob er dunkel ist; ein heller Gegenstand auf dunklem Grunde wird wohl leichter und schärfer gesehen werden, als ein dunkler. Bei einer derartigen Prüfung führt der üntersucher selbstverständlich das Thier selbst und zwar an möglichst langem Zügel (resp. Leine) und hütet sich sorgfältig, dem Thiere, etwa unbewusst, selbst die Directive zu geben, wofür schlecht sehende oder blinde Pferde unter Umständen sehr feinfühlig sind. Die Drohungsmanipulationen werden in der Weise vorgenommen, dass man mit der Hand, der Faust oder mit einem Stocke dem Thiere bald gegen den Hinterleib, bald gegen den Kopf Schläge gibt, selbstverständlich ohne es wirklich zu berühren, jedes Geräusch und die Entstehung eines jeden Luftzuges ist sorgfältigst zu verhüten, weil dadurch das Thier aufmerksam wird und eine Täuschung herbeigeführt werden könnte.
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Dass die Untersuchung bei hellem Tageslicht vorgenommen wird, ist selbstverständlich; doch gibt es auch Fälle, wo im Dämmerlichte und bei eingebrochener Dunkelheit eine derartige Untersuchung indicirt ist, nachdem in einzelnen Fällen ein rascheres Sinken des Sehvermögens bei Abnahme der Beleuchtung, als dies bei normalen Augen der Fall ist, vorkommt (Nachtnebel, Nachtblindheit, Hemeralopie).
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Tensionsprüfung des Auges.
Von einer gewissen Bedeutung ist es, bei einer Eeihe von Augenkrankheiten, und namentlich dann, wenn es sich um Er-gritfensein von Binnenorganen des Augapfels handelt, sich über seinen Spannungsgrad zu orientiren. Bei der hierauf abzielenden Untersuchungsmethode (Ophthalmotonometrie, sie hat sich erst Anfangs der fünfziger Jahre in der Menschenmedicin eingebürgert, namentlich durch Beer, Bitterich u. A. cultivirt) wird die Palpation in ähnlicher Weise ausgeführt, wie man sich von der Fluctuation eines Abscesses überzeugt: Die Spitzen des schwach flectirten Zeige- und Mittelfingers auf die dünnste Stelle des oberen Augenlides, i. e. am oberen Rande des Tarsus, aufgelegt, die übrigen Finger der Hand eingeschlagen, das Carpal-gelenk fest auf die Angesichtsfläche angelegt, sucht man sich durch abwechselnden Druck auf die unter dem Lide liegende Augenkapsel von deren Härte und Resistenz zu überzeugen. Die Bewegungen sollen hierbei nur in den Phalangeal- und nicht in den Handgelenken ausgeführt werden. Oft ist es nothwendig, diese Manipulation eine gewisse Zeit fortzusetzen, weil einmal im Anfange der Untersuchung ein starker Reflexschluss der Lider stattfindet, man also die Spannung der Muskulatur mitprüfen würde, dann bei Thiereu mit einem M. retractor Bulbi (also besonders beim Pferde) ein anfängliches Zurücksinken des Augapfels erfolgt, der dann erst allmählich den tastenden Fingern überlassen wird. Häufige Uebung in der Untersuchung und stetes Vergleichen mit dem gesunden Augapfel oder dem eines anderen Thieres ist erforderlich und sichert dann gute Resultate.
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unter pathologischen Verhältnissen wird der Bulbus entweder abnorm hart gefühlt, Hypertonie, bis zur Steinhärte (wie z. B. beim Glaukom), oder er palpirt sich abnorm weich, Hypotonie, wie in der Mehrzahl jener Fälle der recidivirenden Iridochorioiditis (sog. periodischen Augen entzündung) des Pferdes, bei denen sich die entzündlichen Vorgänge in der hinteren Augapfelhälfte, in der Aderhaut, abspielen, wo es dann gewöhnlich zu einer Verflüssigung des Glaskörpers (Synchysis corporis vitrei) kommt. Fehlerhaft wäre es natürlich, wenn man umgekehrt in jedem Augapfel, der sich weicher als sonst anfühlt, eine Synchysis diagnosticiren wollte.
Die Prüfung der Augapfelhärte erzeugt blos bei gesteigerter Empfindlichkeit und bei beträchtlichen entzündlichen Erkrankungen störende Schmerzempfindungen, unter normalen, aber auch selbst unter vieler, pathologischen Verhältnissen dagegen ist sie von keinerlei Schmerzen begleitet. Zeigen sich starke Bindehaut-und Lidschwellungen und anderweitige Volumzunahmen des Lides für die Genauigkeit des Palpationsergebnisses hinderlich, so versucht man die dire et e Tensionsprüfung, indem man das obere Augenlid thunlichst emporhebt und die vortheilhaft mit warmem Wasser benetzten Fingerspitzen direct auf die Sklera auflegt.
Einzelne Autoren bedienen sich bei Bezeichnung des Spannungsgrades des Bulbus einer Abkürzung und schreiben bei erhöhter Tension, je nach dem Grade derselben, T -|- ^a, T -|- 1, T 2, T 3, bei Spannungsminderung T % T - 1, T 2, T 3.
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Die Pupillar-Reaction.') (PR.).
Von grossem Werthe nicht allein für die Diagnose der Augenkrankheiten, sondern auch von hohem Interesse für den internen Kliniker ist es, die PR. zu eruiren, d. h. nachzusehen, ob und in wieweit die Pupille eines oder beider Augen auf
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i) Heddaeus, Die Pupillar-Reaction auf Licht. Wiesbaden 1886.
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Lichtreize hin (die Prüfung der accomodativen PR dürfte bei Thieren ihre grossen Schwierigkeiten haben) beweglich sind. quot;Wir erhalten bei solcher Prüfung Auskunft über drei Dinge:
1.nbsp; ob die Pupille überhaupt noch eine freie Beweglichkeit besitzt;
2.nbsp; wir stellen die Empfindlichkeit des Auges, resp. der Eetina in Bezug auf die Vermittelung des Pupillar-reflexes fest und
3.nbsp; erkennen wir die Koflexempfindlichkeit des Auges, resp. der Retina.
Zur Vornahme der Prüfung auf die PR. wählt man das diffuse helle Tageslicht, gegen welches (Fenster, in's Freie führende Thüre) man den Patienten mit dem Kopfe stellt und beginnt alsdann abwechslungsweise in der Art, dass man zuerst verdunkelt (ca. 10 bis 15 Sekunden lang durch Auflegen der geschlossenen Hohlhand, eines öfter zusammengefalteten Handtuches, einer schwarzen Compresse auf das Auge) und hinterher das Auge sofort dem Lichte aussetzt, beobachtend die Grosse und allenfalls Form der Pupille im Momente nach Entfernung der Hand und ihre Bewegungen in den nächsten Sekunden, resp. den Zeitpunkt abwartend, wo sie in das Stadium der Ruhe wieder zurückgekehrt ist. Dabei bezeichnen wir als directe PR. diejenigen Irisbewegungen, welche in Folge von Verdunkelung und Erhellung in dem Auge beobachtet werden, welches wir verdunkelt hatten, als consensuelle dagegen z. B. die Pupillar-bewegung, welche wir an der Tris des linken Auges hervorrufen, wenn wir das rechte Auge bald verdunkeln, bald erhellen. Pupillen, bei denen überhaupt eine Reaction auf keine Weise mehr zu erzielen ist, heissen wir unbeweglich oder starr.
Die erste Frage, welche wir bei solcher Untersuchungsmethode zu beantworten versuchen, ist, sind beide Pupillen unter gleichen Bedingungen gleich weit oder bestehen bezüglich der Pupillarweite auf beiden Augen Differenzen, oder mit anderen quot;Worten kurz gesagt, istlsokorie oderAnisokorie (laquo;aog gleich, xÖqtj Pupille, aviaog ungleich) vorhanden. Weiters, welches ist die mittlere Weite der Pupille? Eine abnorme Erweiterung
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bezeichnen wir als Mydriasis (ftvdqog glühend), eine abnorme Verengerung als Myosis (Neubildung von ftvooi). Der Begriff der absoluten Starre ist damit von vornehorein nicht verknüpft; ist solche vorhanden, so sprechen Avir z. B. von stabiler, lassen im weiteren Yerlaufe der Untersuchung noch irgend welche Irisbewegungen sich herbeiführen, von labiler Mydriasis. Ferner wollen wir erfahren, ob beide Pupillen gleich gut reagiren und ob jede Pupille direct und consensuell auf Licht beweglich ist.
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Die Untersuchung mit focaler Beleuchtung.
Wurde die Betrachtung mit freiem Auge so zu Ende geführt, so handelt es sich weiters und bevor wir zum Augenspiegel greifen darum, die etwa vorhandenen feineren oder überhaupt bis jetzt verborgen gebliebenen pathologischen Veränderungen aufzufinden, zunächst im vorderen Bulbusabschnitte. Dies wird erreicht, indem man das Auge in eine möglichst intensive Beleuchtung bringt, wie es bei der von Sanson und Himly zuerst empfohlenen focalen oder seitlichen Beleuchtung der Fall ist.
Das zerstreute Tageslicht, dessen wir uns bis jetzt bedienten, reicht zur Erzielung der hier erforderlichen Beleuchtungsintonsität nicht mehr aus und desshalb muss die Verwendung des Sonnenlichtes zur seitlichen Beleuchtung ebenso wie zur Spiegeluntersuchung ist eine barbarische Quälerei zur künstlichen Lichtquelle, der Petroleumlampe, wie wir sie bei der Spiegeluntersuchung späterhin wieder verwenden werden, im Dunkel-raume gegriffen werden. Das Princip der Methode der seitlichen Beleuchtung besteht nun darin, dass wir die von der Flamme kommenden Strahlen in einen Lichtkegel sammeln und dessen Spitze in das Auge werfen. Dieser Effect wird erreicht, wenn wir die Lichtquelle vor dem Auge, etwa einen halben Meter davon entfernt, aufstellen und zwischen Flamme und Augapfel eine biconvexe Linse bringen; alle Strahlen, welche von der
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Lampe gegen das Auge zu gehen, müssen jetzt die Sammellinse passiren und werden in einem Brennpunkt vereinigt. Es erübrigt dann nur noch, die Beleuchtungslinse in einem solchen Abstand vom Auge anzubringen, dass dasselbe in den gedachten Brennpunkt zu liegen kommt. Wenn wir dann von der Seite her das Auge betrachten, werden wir die Stelle, die jeweilig in der Spitze des Lichtkegels sich befindet, so hell erleuchtet finden, dass wir die zartesten Veränderungen, welche ims früher nur undeutlich oder gar nicht zur Anschauung kamen, distinct sehen können. Machen wir nun mit der Beleuchtungslinse kleine Eotations-bewegungen um ihre Axe oder rücken sie bald etwas näher an das Auge, bald entfernen wir sie um Weniges, so gelingt es uns leicht, die vordere Halbkugel des Auges genau zu durchmustern.
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Fig. 1.
Fl Flamme; L und t1 Beleuchtungslinse, durch deren abwechselndes An- und
Abrücken bei der Methode der focalen Beleuchtung die Spitze des Strahlenkegels
bald in die Hornhaut, bald in die Linse verlegt wird.
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Noch besser werden uns Detailwahrnehmungen gelingen müssen, wenn wir unser eigenes untersuchendes Auge mit einem Ver-grösserungsglase, d. h. einer weiteren Biconvexlinse (am besten mit der aus einer Concavlinse als Ocular und einer Convexlinse als Objectiv zusammengesetzten Brücke'sehen Loupe) bewaffnen und, ähnlich wie der Uhrmacher über dem Uhrgehäuse dies thut, so nahe mit unserer Loupe an das untersuchte Auge herankommen, dass wir die hell erleuchteten Einzelheiten im Auge nun auch noch vergrössert sehen können.
Als Beleuchtungsglas verwendet man eine Biconvexlinse von 15 bis 20 Dioptrien; es genügt mithin für die Zwecke der seitlichen Beleuchtung jene Linse, welche in jedem Etui dem Augenspiegel für die Untersuchung im umgekehrten Bilde beigegeben wird. Von Vortheil ist es, sich einer Linse mit Fassung, d. h.
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einer Linse, deren Band mit einem Horn- oder Metallring zur besseren Handhabung umgeben ist, zu bedienen; sie entgleitet bei oft unvermeidlicher Unruhe des Thieres weniger leicht der Hand und wird auch durch die Finger nicht so häufig beschmutzt; Anfänger fehlen hierin sehr häufig und erzielen dann natürlich mit ihrer beschmierten Linse kein helles Bild.
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Fig. 2. Die Methode der seitlichen Beleuchtung in ihrer Anwendung.
Manche Untersucher verwenden statt der Beleuchtungslinse einen Hohlspiegel, wobei sie dann die Lichtquelle wie beim Ophthalmoskopiren seitlich neben das zu iintersuchende Auge aufstellen müssen und dieses durch Reflexion der Strahlen vom Concavspiegel her in dessen Brennpunkt bringen.
Mit vielem Yortheile untersuchen wir so vor Allem die brechenden Medien des Auges, zunächst die Cornea, wobei wir unser Augenmerk auf Trübungen, und zwar ganz besonders auf die feineren, zarteren Yerdunkelungen richten; alsdann begegnen uns Pigmentirungen, Blutgefässentwicklungen in der sonst gefasslosen Membran, Substanzverluste und Epitheldefecte, Fremdkörper u. s. w. Weiters durchforschen wir die vordere Augenkammer nach Farbe (blutige Tinction des Humor aquaeus) und Klarheit, nach pathologischen Producten, wie Ansammlung von eiterigen, fibrinösen, hämorrhagischen Exsudaten und deren zahlreichen Mischformen , die bald mehr gleichmässig im Kammerwasser suspendirt sind, bald als specifisch schwerer
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am Boden der Kammer lagern; wir forschen nach Parasiten und Fremdkörpern, denen auch die dorthin luxirte Linse zuzuzählen ist; ausserdem suchen wir zu erfahren, ob allenfalls der Kammerraum verengt oder vertieft ist. An der Iris interessirt uns die Vorderfläche, ihre ciliare Insertion, ganz besonders aber der freie Pupillarrand, der bei gesunder Regenbogenhaut scharf geschnitten erscheinend zerfetzt und zerrissen oder gar nach hinten mit der vorderen Linsenkapsel oder nach vorne mit der Rückfläche der Cornea verlöthet. und verwachsen sein, öfters auch mit dem gegenüber liegenden Abschnitte des Pupillarrandes so innig verklebt sein kann, dass Pupillarabschluss besteht. Die sogenannten Traubenkörner finden sich ab und zu in verschieden hochgradig hyperplastischem Zustande. Wollen wir uns mit der Exploration der Linse beschäftigen, so ist es nöthig, dass wir das Auge durch vorausgehende Instillation eines Mydriaticum (Atropin) vorbereiten, damit die Iris ein möglichst schmaler Saum wird und so das ganze Linsensystem der Untersuchung zugänglich ist. Namentlich die Gegenwart und der Sitz von Linsentrübungen wird uns interessiren.
Weiter als bis zur hinteren Linsenkapsel können wir für gewöhnlich nicht mit der foealen Beleuchtung dringen, wenn auch in einzelnen Fällen ein Aufschluss über Processe (Trübungen) in den allervordersten Abschnitten des Glaskörpers erholt und gelegentlich die Faltenbildung einer abgelösten Netzhaut gesehen werden kann.
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Die Purkinje-Sanson'schen Flammbildchen.
Am passendsten an die seitliche Beleuchtung anschliessend können hier die Purkinje-Sanson'schen Flammbildchen, welche gelegentlich in der Augendiagnostik eine Rolle spielen, ihre Erledigung finden. Man bezeichnet mit diesen von den genannten beiden Aerzten ungefähr gleichzeitig und unabhängig von einander entdeckten Bildchen Reflexspiegelbilder, welche bei gewisser Beleuchtung in der (mit Voitheil in mydriatische Stellung gebrachten) Pupille des untersuchten Auges sichtbar werden.
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Bringt man im Dunkelraume in eine Entfernung von ungefähr ein bis zwei Decimeter vom Auge und in gleicher Höhe mit diesem eine Kerzenflamme und sieht gleichzeitig von der Schläfenseite des Patienten in dessen Auge, so beobachtet man in der Pupille die Flamme sich mehrmals wiederspiegeln, und zwar erblickt man in einem gesunden Auge drei sich deutlich von einander unterscheidende Flammbildchen. Diese dreifache Reflexion der Kerzenflamme wird von drei im Auge vorhandenen und als Spiegel wirkenden Flächen hervorgerufen: von der Cornea, der vorderen Linsenfläche und der hinteren Linsenfläche. Die Cornea wirkt als Convexspiegel und entwirft daher ein aufrechtes, stark verkleinertes, virtuelles Bild der Flamme; ebenso wirkt die vordere Linsenkapsel, wobei ein ebenfalls aufrechtes, virtuelles Bild entstehen muss. Da der Brechungsiudex der Cornea und jener der Luft sehr verschieden sind, so ist das von der Cornea entworfene aufrechte Lichtbild lichtstark und dadurch sehr deutlich sichtbar, während im Gegensatze dazu das zweite von der vorderen Linsenkapsel reflectirte aufrechte Bildchen lichtschwächer, daher undeutlicher und mehr verschwommen erscheint, weil der Brechungsindex des Kammerwassers und jener der Linse weniger differiren. Das dritte in der Pupille sichtbare Flämmchen endlich stammt
von der hinteren Linsenkapsel, also von
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einem Concavspiegel und muss daher ein reelles, umgekehrtes, stark verkleinertes Bild sein.
Von den drei im Pupillargebiete durch Spiegelreflexion entstandenen Flamm-bildchen erscheinen dem Untersucher
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dem oben Gesagten zu Folge zwei aufrecht nämlich ein aufrechtes, lichtstarkes von der Cornea entworfenes und ein weiteres aufrechtes, aber lichtschwaches und mehr verschwommenes von der vorderen Linsenkapsel herrührendes , das dritte von der hinteren Linsenkapsel reflectirte aber umgekehrt und stark verkleinert.
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rurkinJe-Saiisüu'sihe Flanim-
bildchrn. Die schwarze Scheibe soll die Pupille des beobachteten Auges darstellen, o ist das von der Comea gelieferte aufrechte, lichtstarke Spiegelbild, b ist das von der vorderen Linsenkapsel gelieferte aufrechte, lichtschwache Spiegelbild,
c ist das Ton der hinteren Linsenkapsel entworfene umgekehrte Spiegelbild.
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Leicht und sofort können auch die drei Bildchen von einander unterschieden werden, wenn der Untersucher die Kerzen-tlamme hinter der, vom Auge wegWärts gekehrt, man praktiscli eine matte, schwarze Scheibe anbringen kann, damit keine störenden anderweitigen Hornhautreflexe entstehen vor dem Auge hin und her bewegt. Bei jeder Bewegung der Lichtquelle sehen wir die Flammbildchen sich ebenfalls bewegen und, wenn die Excursion der Kerzenflamme bedeutend genug war, aus dem Pupillargebiete fliehen; und zwar verlassen das Cornealbild (und ebenso das von der vorderen Linsenkapsel reflectirte) die Pupille nach der gleichen Seite, nach der wir die Kerze gerückt hatten, das umgekehrte Bildchen der hinteren Linsenkapsel dagegen wird stets nach der entgegengesetzten Seite verschwinden. Durch dieses Manöver können wir uns auf die einfachste Weise über das umgekehrte Flammbildchen orientiren, dessen Vorhandensein oder Abwesenheit für die Erkennung der Aphakie (siehe die Linse) von hohem quot;Werthe ist. Ausserdem spielen die Purkinje-Sanson'schen Flammbildchen noch eine Eolle bei der Differentialdiagnose der Linsentrübungen (s. d.).
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Die Untersuchung mit dem Augenspiegel.
Wenn die hintere Linsenfläche die hinterste Grenze des Gebietes bezeichnet, das wir mit den bis jetzt erwähnten Hilfsmitteln, also namentlich der focalen Beleuchtung, zu exploriren im Stande sind, so hindert uns zunächst die Schwärze der Pupille daran, die jenseits gelegenen Augenbezirke zu durchforschen. Bevor wir auseinandersetzen, auf welche Weise diese hinderliche Schwärze (resp. graublaue Färbung beim Pferde und den Wiederkäuern) vom Untersucher überwunden werden kann, erscheint es erforderlich, den physiologischen Grund für die Pupillenschwärze zu suchen. Es war ein Jahrhunderte lang gelehrtes und geglaubtes, unbestrittenes Dogma, die Pupille müsse desswegen absolut schwarz erscheinen, weil alles Licht, das von aussen in das Auge eindringt, vom Pigmente der Aderhaut im
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Augenhintergrunde absorbirt werde. Eine scheinbare Stütze für diesen Lehrsatz war die Beobachtung, dass bei Individuen mit albinotischen Augen (in deren Augen dem Aderhauttractus das Pigment also völlig fehlt) die Pupille erleuchtet, gewöhnlich in rothem Lichte erscheint, oder doch leicht zu solchem Leuchten zu bringen ist. Hier, so schloss man, fehlt die sonst alles Licht absorbirende schwarze (Aderhaut-) Tapete iru Augengrunde und darum ist die Pupille hell. Dass dieser Calcül ein Trugschluss gewesen, werden wir bald sehen. Die Absorptionslehre musste mit dem Momente hinfällig werden, wo man erkannte, dass kein auch noch so tiefschwarzes Pigment alles Licht zu absorbiren im Stande ist. Es verlässt vielmehr ein Theil und wie wir uns überzeugen werden, ein sehr beträchtlicher Theil des hineingedrungenen Lichtes das Auge wieder, der uns aber nicht von Nutzen sein kann, weil er nicht in unser eigenes Auge hineinfällt, sondern zur Lichtquelle (von der aus das Licht in des Patienten Auge eindrang, also eine Kerzenoder Oellampenflamme, ein erleuchtetes Fenster, die Sonne, ein leuchtender Körper überhaupt) zurückkehrt. Nur dann, wenn das zurückkehrende Licht in unser beobachtendes Auge hineinfallen würde, könnten wir auch die Pupille hell, mithin den Augengrund erleuchtet sehen. Dies geschieht aber lediglich in dem einen Fall, wenn unser Auge selbst Lichtquelle gewesen ist, was für gewöhnlich ja nicht zutrifft. Könnten wir aber unser Auge künstlich zu einer Lichtquelle machen, dann wären alle Bedingungen gegeben, unter denen ein helles Aufleuchten im Augenhintergrunde beim untersuchten Patienten eintreten muss.
Dem kann nun in der That entsprochen werden durch folgende Einrichtung:
In der Figur 4 stelle
A das Auge des Untersuchers,
B das des unter-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; rie- * '
m, .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; A das Auge des üntersuchers, B das Auge des Patienten.
imeres Aar.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;SS Spiegelplatte, r Lichtquelle.
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Damit nun A Licht in den Grund von B sende, brauchen wir nur den von der zur Seite des untersuchten Auges B befindlichen Kerze x ausgehenden Lichtstrahl x g auf eine spiegelnde Platte SS, die vor dem Auge A sich befindet, so auffallen zu lassen, dass er derartig von der Platte reflectirt wird, dass er nunmehr zusammenfällt mit der Linie, welche die Vereinigung darstellt zAvischen den Pupillenmitten der Augen A und ß, dann ist erreicht, was wir wollten.
Für das Auge B haben die von der Kerze x ausgehenden Strahlen durch die Reflexion von der Spiegelplatte eine derartige Ablenkung erfahren, dass sie aus der Pupille des Auges A herauszukommen scheinen und daher wird auch für das Auge .4, da der Strahl gh auf demselben Wege wieder zurückkehrt, auf dem er in das Auge B gedrungen ist, jetzt die Pupille nicht mehr schwarz, sondern hell erleuchtet sein.
Das ist in Kürze das Princip, welches dem vonHelmholtz im Jahre 1851 erfundenen Augenspiegel zu Grunde liegt.
Mit dem Augenspiegel können wir uns aber nicht allein das Augeninnere erleuchten, sondern wir sind durch ihn auch in den Stand gesetzt, uns einen genauen Einblick in die Einzelheiten des Augengrundes zu verschaffen.
Zum besseren Verständniss ist es indess nothweudig, mit einigen Worten auf die verschiedeneu Bauarten des Auges ein-
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zugehen.
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Es gibt deren drei:
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1.nbsp; das sog. normal-sichtige oder emmetropische Auge (sjw-jUfTgog im Masse, ütp Auge),
2.nbsp; das sog. kurzsichtige oder
myopische Auge ijiiu) schliesse, wtp Auge) und
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o -laquo;
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c-
a-
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b
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Flg. 5. Die KefractiouBziigtände des Auges.
£ das emmetropische, normalsichtige Auge (schwarze Linie), auf welches die parallelen Strahlen au auffallen,
M das myopische, kurzsichtige Auge (punktlrte Linie), auf welches die divergenten Strahlen ce auffallen,
// dashypermetropische,übersichtigeAuge(gestrichelte Linie), auf welches die convergenten Strahlen hb auffallen.
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3. das sog. übersichtige oder bypermetropische Auge {vniQ-tievQoq übermässig, wlaquo;// Auge).
Ad 1. Das emmetropische Auge ist dadurch charakterisirt (cf. Fig. 5), dass auf der Netzhaut das ist ja die Stelle im Augenhintergrunde, in welcher die Gegenstände der Aussenwelt abgebildet werden nur solche zur Wahrnehmung gelangen, die parallele Strahlen (und das sind Gegenstände, die sich in mindestens sechs bis acht Meter Distance vom Auge befinden) aussenden. quot;Wenn wir uns das Auge in seiner Brechkraft als eine einfache convexe Glaslinse vorstellen, können wir auch sagen: Das sind Augen, bei denen die Retina gerade im Brennpunkte des Linsensystems liegt.
Nach der zuvor gegebenen Erklärung, dass das Licht, welches in ein Auge eindringt, letzteres auf demselben Wege verlässt, auf dem es hereingokommen ist, werden also die aus einem normalsichtigen Auge heraustretenden Strahlen parallel sein müssen.
Ad2. In den kurzsichtigen Augen werden nur solche Dinge deutlich in der Netzhaut projicirt, die kein paralleles Licht aussenden, sondern divergentes (d. h. also solches, das von Gegenständen ausstrahlt, die näher gelegen sind, als sechs bis acht Meter). Das kommt daher, dass, wenn wir wieder den Vergleich des Auges mit der convexen Glaslinse wählen, die Netzhaut nicht in dem Brennpunkte derselben liegt, sondern hinter demselben. Es wird also das von der Netzhaut des myopischen Auges zurückgestrahlte Licht, das divergent eintrat, convergent austreten.
Ad 3. Was schliesslich die dritte Kategorie der übersichtigen Augen angeht, so haben wir es da mit Augen zu thun, bei denen ihrem Brechungsvermögen allein nach weder von parallelen noch von divergenten Strahlen in der Netzhaut ein deutlicher Bildpunkt zu Staude kommt, sondern nur von convergenten.
Es muss also, da es keinen terrestrischen Gegenstand gibt, der convergentes Licht aussendet, bei ihneu, wenn man die üebertragung der Brechkraft dieser Augen auf die Glaslinse durchführt, die Netzhaut als vor dem Brennpunkte gelegen gedacht werden.
Schhtiupp, Augenheilkunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2
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Demgemäss haben die von der Netzhaut reflectirten Strahlen eine divergente Richtung. Wie es kommt, dass gleichwohl so gebaute Augen die Gegenstände der Aussenwelt deutlich wahrzunehmen vOTmögen, wird bei der Besprechung der Accomo da ti on klar werden.
Wenn man nun annimmt, dass in der Figur 6 sowohl das untersuchende Auge des Arztes A, wie das untersuchte des Patienten B emmetropisch sind, so ist klar, dass nach der eben gegebenen Begriffserklärung der Emmetropie der Untersucher A ein deutliches Bild vom Augengrunde B erhalten wird.
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Untersuchung im aufrechten Bilde.
Die Art wie Ä den Augenhintergrund des B sieht, ist gerade so, als wenn wir durch eine Loupe ein in ihrem Brennpunkte (hier also der Augenhintergrund) befindliches Object anschauen. Das Auge des Untersuchers legt sich gleichsam auf das des Untersuchten wie auf eine Loupe auf, und da die aus dem Brennpunkte der Letzteren (aus der Netzhaut) kommenden Strahlen, nachdem sie die Linse passirt haben, parallel sind, so wird A, als für parallele Strahlen eingerichtet, den Augengrund ganz deutlich sehen und zwar ein sogenanntes aufrechtes Bild von ihm bekommen.
Daraus geht aber weiters die Notwendigkeit hervor, dass, damit diese Loupenbetrachtung wenigstens annähernd zu Stande kommen kann, das Auge des Untersuchers A dem von B, soweit es eben möglich ist, nahe rücke.
Ist A emmetropisch, B aber myopisch oder hyper-metropisch, so wird A den Augengrund von B erst dann deutlich sehen, wenn zuvor die convergenten Strahlen (also die myopischen) durch ein Zerstreuungsglas parallel gemacht worden sind, und ebenso müssen die aus dem hypermetropischen Auge A herkommenden divergenten Strahlen zuvor durch eine Sammellinse parallel gemacht werden.
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Die bei der Spiegeluntersuchung im aufrechten Bilde möglichen Fälle verschiedener Refraction des Auges sind die nachfolgenden, wobei links der Refractionszustand des Arztes, rechts jener des Patienten zu stehen kommt *):
I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;II.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;III.
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E
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I. Der Arzt ist Emmetrop.
i. Der Arzt ist Emmetrop, der Patient ist ebenfalls Emmetrop.
Wie oben bereits ausgeführt, ist in diesem Falle keine Correction, d. h. Zwischenschieben von Zerstreuungs-, resp. Sammelgläsern nothwendig, es sieht der Arzt die Einzelheiten im Augengrunde seines Patienten deutlich und kann daraus, eben weil er Emmetrop ist, auf die Normal sichtigkeit des Patienten schliessen (cf. Fig. 6).
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Fig. 6. Der Arzt (A) 1st Emmetrop, der Patient (B) ist Emmetrop.
2. Der Arzt ist Emmetrop, der Patient ist Myop.
Will der nur für parallele Strahlen eingestellte (d. h. eben emmetropische) Arzt die aus dem myopischen Auge des Patienten
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') Nachdem in ophthalmologischen Schriften die Bezeichnungen für den Refractionszustand ausserordentlich häufig vorkommen, ist es Sitte, Abkürzungen zu gebrauchen, und zwar schreibt man für: Emmetropie (Normalsichtigkeit) = E; Myopie (Kurzsichtigkeit) = M; Hyper-metropic (Uebersichtigkeit) = H.
2*
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heraustretenden convergenten Lichtstrahlen in sein Auge zur Erzielung eines deutlichen Bildes bringen, so muss er dieselben nothwendiger Weise zu parallelen machen. Dazu braucht er ein optisches Hilfsmittel, ein Zerstreuungsglas. Je höher die Kurzsichtigkeit des Patienten, je convergenter also die Strahlen aus dem untersuchten Auge austreten, desto schärfer muss sein Concavglas sein; er kann also aus der Stärke seines benöthigten Correctionsglases einen Rückschluss auf die Höhe der Myopie des Patienten machen.
3. Der Arzt ist Emmetrop, der Patient ist Hypermetrop.
Der Arzt muss die divergent aus dem Auge des Patienten tretenden Strahlen durch Vorsetzen eines Sammelglases (Convex-Linse) zu parallelen machen. Die Stärke des benöthigten Correctionsglases gestattet einen Schluss auf den Grad der bestehenden Uebersichtigkeit.
II. Der Arzt ist Myop.
i. Der Arzt ist Myop, der Patient ist Emmetrop.
Aus dem myopischen Auge des Arztes treten die Strahlen convergent heraus; der dioptrische Apparat des Patienten-Auges ist aber so eingerichtet, dass nur parallele Strahlen im Augengrunde (d. h. in der Netzhaut) sich in einem Punkte vereinigen.
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Fig. 7. Der Arzt (A) ist Myop, der Patient (BJ 1st Emmetrop.
Setzt sich der Arzt ein dem Grade seiner Kurzsichtigkeit entsprechendes Concavglas vor, so verwandelt er seine ursprünglich convergenten Strahlen in parallele und erreicht so einen Zustand,
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als ob zwei Emmetropen sich gegenüber stünden. Sieht ein myopischer Arzt unter Gebrauch seiner ihm genau passenden Zerstreuungslinse *) den Augengrund des Patienten scharf in seinen Einzelheiten, so kann er damit die Emmetropie des Patienten constatiren.
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2. Der Arzt ist Myop, der Patient ist ebenfalls Myop.
Man kann hier annehmen, dass der Arzt sich zunächst durch sein ihm passendes, seine Kurzsichtigkeit neutralisirendes, Concav-glas für parallele Strahlen einstellt; alsdann sucht er ein dem Kurzsichtigkeitsgrade des Patienten entsprechendes weiteres Concav-glas aus und macht damit auch dessen ursprünglich convergente Strahlen parallel. In praxi wird er die Stärke beider Concav-linsen addiren und eine einzige, dem Kurzsichtigkeitsgrade des
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-8Jgt;
Fig. 8. Der Arzt (A) ist Myop, der Patient (B) ist Myop.
Arztes plus dem des Patienten entsprechende Concavlinse zur Correction verwenden. Umgekehrt wird der Arzt, wenn er bei einer Kefractionsbestimmung ein viel stärkeres Concavglas braucht, als zur Correction seiner eigenen Myopie nöthig wäre, um den Augengrund des Patienten deutlich zu sehen, Myopie des untersuchten Auges diagnosticiren und er braucht nur von der Summe
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*) Für Jeden, der sich mit Spiegeluntersuchungen von Thieraugen, speciell mit Refractionsbestimmungen befassen will, ist es unerlasslich nothwendig, sich vorher die Refraction seines eigenen Auges vom Augenarzte genau feststellen zu lassen. Und nachdem das menschliche Auge mit zunehmendem Alter seine Refraction ändert, so ist eine Control-untersuchung von Zeit zu Zeit geboten.
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A
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der gefundenen Dioptrien jene seines eigenen ihm sonst passenden Glases zu subtrahiren, um den Kurzsichtigkeitsgrad des Patienten zu eruiren.
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3. Der Arzt ist Myop, der Patient ist Hypermetrop.
a) Ist der Grad der Myopie des Arztes gleich dem Grade der Hypermetropie des Patienten, so braucht er kein Corrections-glas, denn was in dem einen Falle das Auge des Arztes an Brechkraft zu viel hat, besitzt das Auge des Patienten zu wenig.
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Fig. 9. Der Arzt (A) ist Myop, der Patient (B) ist Hypermetrop. Der Grad der ärztlichen Myopie (= 3 Dioptrien) ist gleich dem Grade der Hypermetropie des Patienten (= 3 Dioptrien).
b) Prävalirt dagegen der Grad der Kurzsichtigkeit oder der üebersichtigkeit in dem einen oder anderen Auge, so wird man sich vergegenwärtigen, dass, wenn z. B. der Arzt stärker myopisch als der Patient hypermetropisch ist, zunächst ein Theil der ärztlichen Myopie durch die Hypermetropie des Patienten neutralisirt wird und nur der noch übrig bleibende Theil der Myopie ist zu
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Fig. 10.
Der Arzt rA) ist Myop, der Patient (BJ ist Hypermetrop
und zwar ist die ärztliche Myopie (= 7 Dioptrien) stärker als die Hypermetropie des
Patienten (= 3 Dioptrien), so dass A ein ComaTglas von 4 Dioptrien benöthigt, um den
Augengrund Ton B deutlich zu sehen.
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#9632;
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comglren durch den Gebrauch eines Zerstreuungsglases. Gegen-theilig muss bei stärkerer Hypermetropie des Patienten der durch die Kurzsichtigkeit des Arztes nicht ausgeglichene, überschiessende Theil der Hypermetropie durch ein Convexglas corrigirt werden.
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;-:£-- a.
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3D
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Fig. 11.
Der Arzt (A) ist Myop, der Patient (B) ist Hypermetrop,
dabei ist die ärztliche Myopie (= 2 Dioptrien) geringer als die Hypermetropie des
Patienten (= 5 Dioptrien); in Folge dessen kann A nur durch Einschieben einer
Convexlluse von 3 Dioptrien den Augengrund von B deutlich sehen.
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III. Der Arzt ist Hypermetrop.
i. Der Arzt ist Hypermetrop, der Patient ist Emmetrop.
Der Arzt hat lediglich eine dem Grade seiner Uebersichtigkeit entsprechende Convexlinse vorzusetzen und so den Farallelismus der Strahlen herbeizuführen. Ein hypermetropischer Untersucher, welcher mit der seine Hypermetropie genau corrigirenden linse den Augengrund des Patienten deutlich sieht, weiss, dass letzterer Emmetrop ist.
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Fig. 12. Der Arzt (A) ist Hypermetrop, der Patient (B) ist Emmetrop.
a. Der Arzt ist Hypermetrop, der Patient ist Myop. Der umgekehrte Fall von II. 3. und wie dort zu behandeln.
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#9632;
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3. Der Arzt ist Hypermetrop, der Patient ist ebenfalls Hypermetrop.
Der Arzt wird seine eigene Hypermetropie durch ein Convex-glas corrigiren und dann jene des Patienten durch ein weiteres Sammelglas, d. h. er wird sich eine Convexlinse vorsetzen,
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Fig. 13.
Der Arzt (Ä) ist Hypermetrop (= 4 Dioptrien) , der Patient (BJ ist Hypermetrop (= 3 Dioptrien). Es bedarf A daher eines Concavglases von 7 Dioptrien, um den Augengrund von Jt
deutlich zu sehen.
welche dem Grade seiner Uebersichtigkeit plus jener des Patienten entspricht. Anders wird ein Arzt, der bei einer Spiegeluntersuchung eine stärkere Convexlinse als gewöhnlich benöthigt, bei seinem Patienten Hypermetropie constatiren.
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Es wäre aber ein Irrthum, den für nöthig befundenen Grad des Correctionsglases als absoluten Massstab des Grades der Refractionsanomalie anzusehen.
Bei all den vorhergehenden Erörterungen haben wir nämlich einen wichtigen Factor ausser Acht gelassen: die sog. Accomo-dation.
Dieser Begriff wird wiederum am klarsten, wenn man auf die physikalische Optik zurückgeht. Während nämlich die Glaslinse in ihrem Brennpunkte nur Strahlen aus einer Entfernung, und zwar nur parallele Strahlen zu vereinigen vermag, und alle Strahlen, die nicht parallel sind, in demselben nicht zur Vereinigung gelangen, ist die menschliche und thierische Linse dadurch vor der Glaslinse hervorragend ausgezeichnet, dass sie in ihrem Brennpunkte, d. i. die Retina, sowohl parallele wie divergente Strahlen sammelt, oder anders ausgedrückt:
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Es kann sich die Brechkraft der Augenlinse derart steigern, dass die letzteren Strahlen noch zuvor parallel gemacht und dann gerade wie die von Hause aus parallelen Strahlen in der Netzhaut vereinigt werden (cf. Fig. 14).
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Fig. 14. Kiiifluss der Accomodation laquo;uf die Breclikruft des Auges. Während die Linse Ä die parallelen Strahlen Sund c im Brennpunkte (Netzhautpunkte) laquo; voreiniKt werden nach stärkerer Wölbung derselben - die man mit dem Hinzufugen einer weiteren Linse B vergleichen kann - auch noch die von d herkommenden divergenten Strahlen in a vereinigt.
Diese Fähigkeit der menschlichen Linse, ihre Brechkraft zu vermehren, d. h. sich zu der schon vorhandenen ruhenden Linse {Ä) noch nach Bedürfniss eine Hiilfslinse (B) zuzulegen, wenn es das deutliche Sehen erfordert, nennen wir Accommodation.
Die Accomodation spielt nun bei der Untersuchung im aufrechten Bilde eine grosse Eolle. Da diese Untersuchung ja in sehr grosser Fähe vorgenommen wird und andererseits die Accommodation des Untersuchers, d. h. also die Vermehrung seiner Brechkraft um so grosser ist, je näher der betrachtete Gegenstand seinem Auge sich befindet, so wird beispielsweise die oben gemachte Behauptung, dass ein Emmetrop immer ohne Correction den Augengrund eines emmetropischen sehen würde, hinfällig werden können.
Derselbe aecommodirt in Folge der starken Annäherung seines Auges an das untersuchte so stark, dass sein Auge gar nicht mehr auf parallele Strahlen eingerichtet ist, sondern auf divergente, also solche, welche in das myopische Auge einzutreten pflegen.
Will also ein solcher Emmetrop dennoch deutlich den Grund eines anderen emmetropischen Auges sehen, so muss er die durch seine accommodative Thätigkeit künstlich geschaffene vermehrte
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Breclikraft seiner Linse oder die künstlich erzeugte Kurzsichtigkeit corrigiren, indem er sich ein so starkes Concavglas vorlegt, dass die aus seinem stark aecommodirenden Auge convergent herauskommenden Strahlen parallel werden.
Und andererseits braucht ein Emmetrop nicht immer ein Convexglas, um den Hintergrund eines hypermetropischen Auges deutlich zu sehen, sondern er kann schon durch accommodative Thätigkeit, indem er seine Linse abnorm stark wölbt und dadurch ihre Brechkraft steigert, die aus dem übersichtigen Auge kommenden divergenten Strahlen parallel machen.
Wir müssen also bei allen unseren Augenspiegeluntersuchungen, wenn wir ein Urtheil wollen über die Art und den Grad der Eefraction eines Auges, immer die durch die Accommodation unseres Auges bedingte Fehlerquelle in Anschlag bringen.
Gebrauche ich z. B. als Emmetrop, um ein anderes emme-tropisches Auge deutlich im aufrechten Bilde zu sehen, ein Concavglas von 1 Meter Brennweite (oder 1 Dioptrie), und finde ich in einem anderen Falle, dass ich, um den Augengrund deutlich zu sehen, ein Zerstreuungshülfsglas von 1/2 Meter Brennweite (2 Dioptrien) hinter die durchbrochene OefFnung des Augenspiegels schieben musste, so weiss ich, dass das betreffende Auge eine Kurzsichtigkeit von 1 Dioptrie besitzt, aber nicht von 2 Dioptrien, da ich meine accommodative Myopie von 1 Dioptrie von dem letzteren Werthe abziehen muss.
Ganz in der gleichen Weise kann ich aus dem bei der Augenspiegelbetrachtung erforderlichen Correctionsglase die Brechkraft des untersuchten Auges bestimmen, wenn ich nicht normal-, sondern kurz- oder übersichtig bin.
Beispiel: Meine Kurzsichtigkeit betrage 3 Dioptrien (d. h. ein Concavglas von 1/3 Meter Brennweite verschafft mir die Möglichkeit, ebensogut in die Ferne zu sehen wie ein Normalsichtiger). Ich nehme nun ferner an, dass ich bei der Untersuchung im aufrechten Bilde 2 Dioptrien (also ein Glas von ^2 Meter Brennweite) Accommodationsmyopie habe. Finde ich nun, dass ich, um den Augengrund eines Thieres deutlich zu sehen.
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ein Concavglas von 6 Dioptrien (von i/s Meter Brennweite) vorsetzen muss, so weiss ich, dass das Thier eine Kurzsichtigkeit von 1 Dioptrie hat (^3D eigene M 2 D Accommodations-M = 5 D, die von 6 D gefundener M subtrahirt werden = 1 D M). Hätte ich gefunden, dass ich gar kein Glas brauchte, um deutlich zu sehen, so ist klar, dass das Thierauge einen übersichtigen Bau haben musste und zwar einen solchen von 5 Dioptrien (3 -j- 2 = 5). Denn gerade soviel, als mein Auge vermöge seines natürlichen Baues und seiner Accomodationsanstrengung von der Normal-sichtigkeit nach der Kurzsichtigkeit hin abweicht, weicht in diesem Falle das übersichtige Auge von der Normalsichtigkeit nach der Uebersichtigkeit hin ab.
Diese Dinge mussten desshalb so eingehend besprochen werden, weil die Untersuchung der Brechkraft, des Thierauges auch für den Praktiker sehr wichtig werden kann.
Im Allgemeinen ist ja der Brechungszustand unserer Haus-thiere ein hypermetropischer, es beruht darauf ja auch das eigenthümliche Phänomen des Augenleuchtens.
Nach den Untersuchungen Berlin's, mit denen auch unsere Erfahrungen vollkommen übereinstimmen, schwankt der Grad der Uebersichtigkeit zwischen 1 und 2 Dioptrien. Man begegnet indessen auch normalsichtigen und sogar kurzsichtigen Augen.
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Fig. 15.
Die Augenspiegel-Untersuchung mittelst des aufrechten Bildes in ihrer Anwendung.
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Tritt nun der Fall ein, class ein Thier auf einem Auge übersichtig, auf dem anderen dagegen kurzsichtig ist An isometropie (aviaos ungleich, fthgov Mass) , so kann sich aus dieser ungleichen Brechkraft beider Augen, falls die Differenz einigerraassen bedeutend ist, eine Störung im Sehen der Thiere ergeben, da sich auf beiden Netzhäuten die körperlichen Gegenstände in ganz verschiedenen Grossen abbilden werden. Es wird sicher in einem derartigen Verhältnisse häufig genug z. B. der Grund vom Scheuen der Pferde zu finden sein.
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Untersuchung im umgekehrten Bilde.
Es gibt Fälle bei der Spiegelhantirung, in denen man mit dem aufrechten Bilde nicht zum Ziele kommen würde; wenn beispielsweise starke Trübungen in den brechenden Medien vorhanden sind.
Da ist es dann zweckmässig, mit dem sogenannten umgekehrten Bilde zu arbeiten.
Das Princip dieser Methode ist ein sehr einfaches:
Wenn man genauer die Art und Weise betrachtet, wie die Strahlen aus dem myopischen Auge austreten, so wird auffallen, dass diese Strahlen sich vor dem Auge überkreuzen, um nunmehr divergirend weiter zu gehen.
Es entsteht also ein umgekehrtes, sogenanntes reelles Bild, was ein vor dem Auge stehender Beobachter durch den Augenspiegel deutlich wird wahrnehmen können, falls er die divergenten Strahlen entweder durch ein Convexglas (wenn er accommodationslos ist), oder falls letzteres nicht der Fall ist, durch Wölbung seiner eigenen Linse parallel macht.
Dasselbe Bild nun, was wir durch den natürlichen Gang der Lichtstrahlen im hochgradig myopischen Auge zu Stande kommen sehen, können wir uns von jedem Thieraugengrunde künstlich verschaffen.
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Wir setzen (Fig. 16) vor das beobachtete Auge B nur eine Loupe (von etwa 23 Zoll Brennweite). Dann werden sowohl die aus dem Auge B parallel herauskommenden (bei emme-tropischem Baue desselben), als wie divergent austretende, (bei hypermetropischer Eefraction), als auch endlich etwa schwach convergent zurückkommende (bei geringen und mittleren Graden der Kurzsichtigkeit) Strahlen durch die starke Glaslinse X1 derartig convergent gemacht werden, dass sie sich nach ihrem Durchtritte durch dieselbe bald überkreuzen. Nun haben wir in a1 ein umgekehrtes Bild von a und wir können uns dasselbe zur deutlichen Wahrnehmung in ar2 bringen, indem wir uns, falls wir atropinisirt und damit accommodationsgelähmt wären, ein entsprechendes wirkliches zweites (aber natürlich viel schwächeres) Convexglas vor unser Auge bringen i, oder, falls das nicht der Fall ist, unsere Accommodation durch stärkere Linsenwölbung anspannen.
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Fig. 16. Die Untersuchung im umgekehrten Bilde.
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Ohne ausführlicher über die Vorzüge der beiden Methoden der Augenspiegeluntersuchung zu werden, möchten wir nur die Thatsache urgiren, dass, da wir im aufrechten Bilde gleichsam den Augenhintergrund wie durch eine Loupe ansehen, die Ver-grösserung der betrachteten Partie eine viel bedeutendere ist, als wie bei dem umgekehrten Bilde,
Daher hat man also bei der erstbesprochenen Methode Gelegenheit, die feineren Veränderungen im Augeninneren viel besser zu erkennen, als bei der letzteren.
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Andererseits überblickt man bei der Methode des umgekehrten Bildes gleich grössere Partien und kommt man dadurch schneller zu einer allgemeinen Uebersicht.
Es ist also am zweckmässigsten, wenn man nicht aus-schliesslich die eine oder die andere Untersuchungsmethode cultivirt, sondern je nach Bedürfüiss mit der, allerdings bei unseren Hausthieren als Norm festzuhaltenden Methode des aufrechten Bildes, auch die Ophthalmoskopie im umgekehrten Bilde combinirt.
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Die Leuchtquelle.
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Nach den Erfahrungen, die wir bei der Ophthalmoskopie der Thiere bisher gemacht haben, müssen wir bekennen, dass wir das Tageslicht sehr gerne benützen. An trüben Tagen ist das nun natürlich, weil die Lichtquelle da doch eine zu schwache ist, nicht gut angänglich. Der Einfall des künstlichen Lichtes in das Auge macht nämlich die Thiere leicht unruhig und daher empfiehlt sich schon im Interesse der Untersuchung eine möglichst milde Beleuchtung. Es dauert zwar etwas länger, bis der Anfanger einmal einen halbwegs ordentlichen Eindruck von dem, was er im Augeninnern sehen soll, bekommt. Aber es hat für den Praktiker den grossen Vortheil, dass, wenn er irgend wohin gerufen wird (z. B. über Land), wo ihm nicht immer eine schön brennende Petroleum-, resp. Oellampe zur Disposition steht, er nicht so ganz hilflos dasteht. Die Benützung des Tageslichtes hat den weiteren Vortheil, dass bei ihm die auf grelle Beleuchtung regehnässig eintretende störende Verengerung der Pupille vermieden wird.
Dessgleichen ist der Einfluss des künstlichen Lichtes auf die natürliche Färbung der Chorioidea sowohl wie auch des Sehnerveneintrittos nicht zu unterschätzen. Er tritt gerade bei den Augen der Thiere, die ein Tapetum besitzen, deutlich hervor.
Während beim natürlichen Lichte z. B. der Sehnerveneintritt des Pferdes weisslich-gelb mit einem Stich in Organe aussieht, das Tapet in einem bläulichen Farbenton schimmert, nimmt die
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MM
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Papille (i. e. der Optikuseintritt) bei Petroleumlicht eine intensiv gelbrothe und das Tapet eine grüngelbliche Farbe an.
Da man aber nicht stets, wie schon bemerkt, geeignetes diffuses Tageslicht benützen kann, so ist eine Uebung der Ophthal-moskopie bei künstlichem Lichte (am besten noch das einer guten Kerze oder einer Oellampe) nicht minder angezeigt.
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Der Augenspiegel als optisches Instrument.
Die zur Jetztzeit gebräuchlichen Augenspiegel es wurde allmählich eine ziemliche Anzahl in Einzelheiten von einander abweichender Instrumente construirt sehen vom ersten Helm-holtz'sehen Spiegel ziemlich verschieden aus. Dieser bestand ursprünglich aus drei planparallelen, sich aber nicht mit der Fläche direct berührenden Glasplatten, mit welchen das Licht unter einem Winkel von 56deg; in das zu untersuchende Auge reflectirt wird; der üntersucher sieht schief durch die Platten hindurch. Um alles seitliche Licht von seinem Auge abzuhalten, sind die Platten in einem prismatischen, mit schwarzem Sammte austapezirten Kasten eingefügt, dessen kleinere Seite eine Oeffnung zum Durchblicken für das untersuchende Auge hatte.
Die heutigen Spiegel bestehen aus einer runden, entweder planen oder leicht concaven Platte, zu der als Material entweder blank polirtes Metall (diese Spiegel sind meist zu schwer und zu lichtstark) oder gewöhnlich auf der Kückfläche mit Spiegelamalgam belegtes Glas genommen wird. Im Centrum ist die Spiegelplatte durchbohrt oder (bei Glasspiegeln) lediglich der Belag in linsengrosser Ausdehnung entfernt, um das Auge des Arztes durchsehen zu lassen. Auf der Spiegelrückfläche befindet sich irgend eine Vorrichtung, wie z.B. eine kleine Gabel bei dem für thier-ärztliche Untersuchungen am meisten zu empfehlenden und völlig ausreichenden Liebreich'schen Ophthalmoskope (Fig. 17), in welcher die jeweilig benöthigten Correctionsgläser hinter der centralen Oeffnung befestigt werden. Das Ganze wird von einem dünnen schlanken Stiele getragen.
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Wem die genaue Bestimmung der Brechungsverhältnisse bei Thieren von Interesse ist, dein sind die sogenannten Eefractionsspiegel zu empfehlen, bei welchen in eine an der Spiegelöffnung vorbeirotirende (sog. Rekoss-sehe) Scheibe eine fortlaufende Serie von Convex- und Concavlinsen eingelassen ist (Construction: Loring, Wecker, Landolt, Hansen etc.).
Eine billige und doch für unsere Zwecke nach jeder Richtung ausreichende
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Modification des Loring'sehen Refrac-
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Fig 17. Llebreicli'scliex Oplitlmlinoskop,
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tionsspiegels hat jüngst P. Dorf fei in
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Berlin nach den Angaben von Professor Eversbusch hergestellt. Die Gläserscheibe enthält folgende Nummern (in Dioptrienwerth): 0; #9632;1; 2; 3; 4; 5; 6; 7; 8; 9; 10; 12; 1; 2; 3; -f 6. Es trägt diese Anorduung von Gläsern sowohl dem Vorkommen auch höherer Kurzsichtigkeitsgrade des Untersuchers Rechnung, als auch erlaubt sie eine genauere Untersuchung der brechenden Medien im durchfallenden Lichte (mit -|- 6).
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Literatur des Augenspiegels1).
H. Helmholtz, Beschreibung eines Augenspiegels zur Untersuchung der Netzhaut im lebenden Auge. 1851. Biervliet und van Eooy, Annales d'oeulistique, 1861. Nagel, Magazin für die gesammte Thier-heilkunde. 1863. Bayer, Oesterr. Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Veterinärkunde. 1881. Föringer, Die Ophthalmoskopie in der Veterinärmedicin. Vorträge für Thierärzte. IV. Serie, Heft 4. 1881.
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*) Selbstverständlich soll hier die seit seiner Erfindung aufgelaufene Literatur nur in zweckentsprechender und knappster Auswahl geliefert werden.
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Berlin, Der norm ale Augenhintergrund des Pferdes. Zeitschrift für vergleichende Augenheilkunde. 1882. Hirschberg, Zur vergleichenden Ophthalmoskopie. Archiv für Anatomie und Physiologie, Abth. f. Physiol. 1882. Heyne, Ueber den normalen Augenhintergrund des Pferdes u. s. w. Adam's Wochenschrift. 1883, S. 141. Vossius, Leitfaden zum Gebrauche des Augenspiegels für Studirende und Aerzte. 18- 6. Bayer, Lehrbuch der Veterinärchirurgie. 1887. Dimmer, Der Augenspiegel und die ophthalmoskopische Diagnostik. Möller, Klinische Diagnostik der äusseren Krankheiten der Hausthiere. 1887, S. 6091. Möller, Lehrbuch der Augenheilkunde für Thierärzte. 1889, S. 225 u. ff. Königstein, Praktische Anleitung zum Gebrauche des Augenspiegels. 1889. Schlampp, Die TJntersuchungsmethoden des Auges (Ophthalmoskopie). Encyclopädie der gesammten Thierheilkunde von Koch. Bd. VII.
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Gebrauch der Mydriatica.
Bevor wir die Spiegeluntersuchung selbst beginnen, müssen wir uns entscheiden, ob es von Vortheil und statthaft ist, eine künstliche Erweiterung der Pupille zwecks der Exploration mit dem Augenspiegel im untersuchten Auge durch ein Mydriaticum zu veranlassen? Angenehm und die Untersuchung sehr erleichternd vom Anfänger bei seinen ersten Versuchen daher mit vielem Nutzen verwendet ist die Mydriasis einmal, weil sie die störende quot;Wirkung der Hornhautreflexe vermindert, dann die Helligkeit im Augenhintergrunde in Polge Eindringens einer grösseren Lichtmenge bedeutend vermehrt, die sämmtlichen Theile des Augeninneru unseren Blicken zugänglich macht und dadurch unser Beobachtungsfeld vergrössert. Sie wird aber ganz und gar unentbehrlich, wenn es sich darum handelt, allenfallsige Verwachsungen der Regenbogenhaut mit der vorderen Linsenkapsel (sog. hintere Synechien) aufzudecken oder die Linse in ihren Randpartien zu untersuchen, z. B. nach starigen Trübungen , die nicht selten (wie bei Cataracta incipiens) gerade in der Linsenperipherie zu allererst auftreten. Nennenswerthe Nach-
Schlampp, Augenheilkunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
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theile1) bietet die Mydriasis, welche für gewöhnlich durch Instillation einiger Tropfen einer 10/oigen Lösung des At ro pin um sulfuricum in den Bindehautsack erzielt wird, nicht. Höchstens kann es sich ereignen, dass bei Thieren mit kurzem Thränenkanal (beim Hunde und ganz besonders bei der Katze) Spuren des bitteren Alkaloides in den Eachen dringen und ein mehrere Minuten anhaltendes, manchmal recht heftiges Speicheln provociren, das man aber auch vermeiden kann, wenn man während kurzer Zeit die Thränenpunkte mit dem Finger zudrückt. Etwa auftretende Vergiftungserscheinungen müssten mit Morphiuminjectionen bekämpft werden.
Aiisser dem Atropin wirken noch pupillenerweiternd Hom-atr o p i n (ein künstlich dargestellter Abkömmling des Atropins und als Homatropin. hydrobroraic. in 10/oigor Lösung verwendet), Daturin, Cocain, Hyoscyamiu und Hyoscin. Dem Vorschlage, statt des Atropins sich zur künstlichen, medicamentösen Erweiterung der Pupille des salzsauren Cocai'n s zu bedienen, können wir nicht beipflichten, glauben vielmehr vor solchem Beginnen warnen zu müssen. So angenehm das rasche Eintreten der Mydriasis und ganz besonders der Umstand ist, dass die Pupillenerweiterung nur über einige Stunden sich erstreckt im Gegensatze zum Atropin, dessen Wirkung nach Anwendung der 10/oigen Lösung oft selbst nach acht bis zehn Tagen noch andauern kann, sich allerdings durch wiederholte Einträufelungen 1 o/oiger Eserinlösungen abkürzen lässt so hinderlich und störend wird es empfunden, dass die Hornhaut nach zehn-, oft schon nach fünfminütlicher Cocai'n Wirkung im durchfallenden Lichte bei
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!) Jedenfalls ist es gerathen, sich bei Atropinisirungen zum Zwecke der Untersuchung vorher das Einverständniss des Eigenthümers zu sichern, wie der von Berlin (Zeitschrift f. vergl. Augenheilkunde, 1882, p. 100J initgetheilte Fall beweist. Es wurde bei Pupillarverschluss atropinisirt und trat unter Zerreissung vorhandener Synechien eine Mydriasis ein, die eine weisse, starig veränderte Linse sehen liess, auf Anwendung myotischer Mittel aber nicht mehr verschwand, was der Besitzer als cosmetischen Fehler betrachtete und geschädigt zu sein behauptete. Jedenfalls ist bei stark verengten Pupillen bei Atropingebrauch mit einiger Vorsicht zu Werke zu gehen.
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der Spiegeluntersucluing wie mit einer Unzahl feinster und wirr durcheinander laufender Risschen und Sprünge bedeckt zu sein erscheint, die Folge von Vertrocknung der oberflächlichsten Epithelschichten der Cornea. Eine einwurfsfreie Detailwahr-nehmung im Augenhintergrunde ist nach diesem Ereignisse natürlich nicht mehr möglich.
Als sehr geeignet für die Praxis ist zu empfehlen, als Lösungsmittel für die Mydriatica, wie überhaupt für alle Alkaloide, welche in der Augenpraxis äusserliehe Anwendung finden, sich statt der Aqua dest. einer 30/oigen Borsäuresolution oder derSublimat- (l,o : 5000,o) Salicylsäure- (l,o : 300,o) Lösung (zu gleichen Theilen) zu bedienen, wodurch die lästigen Trübungen und Pilzbildungen in den Flüssigkeiten oft über Jahresfrist hintangehalten werden. Man verschreibt sie in Quantitäten von 5,o bis 10/) und lässt sie im Bedarfsfalle lieber repetiren. Zum Einträufeln bedient man sich am besten eines Tropfgläschens, im Nothfalle eines Pinsels oder Pederbartes mit Vorsicht und lässt etwa 15 Tropfen in den Conjunctivalsack gelangen. Bei älteren Individuen, bei welchen die Irisbewegungen an und für sich viel träger und weniger ausgiebig ablaufen, ist zur Erzielung der gewünschten Pupillenweite gelegentlich wiederholte Instillation noting.
Der normale Augenhintergrund.
Wenn wir den normalen Augenhintergrund, zunächst des Pferdes (die Abweichungen im Augenhintergrunde der übrigen Hausthiere sollen im Anschlüsse daran besprochen werden) ophthalmoskopisch durchmustern, so können wir uns denselben aus drei Bezirken zusammengesetzt denken:
1.nbsp; nbsp;der Eintrittsstelle des Sehnerven,
2.nbsp; nbsp;dem tapetirten Theil und
3.nbsp; nbsp;dem nicht tapetirten, übrigen Theil.
1. Der Sehnerveneintritt (fälschlich, wenn auch allgemein als Papilla nervi optici bezeichnet, obgleich ein knötchen-oder knöpfchenfönnigesquot; Hervortreten dieser Region in keinem einzigen gesunden Auge zu finden ist).
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Wenn man sich die Verbindungslinie zwischen Mittelpunkt der Cornea und der Linse nach rückwärts verlängert denkt (Augenaxe), so findet man, dass die Eintrittsstelle des Opticus, welche sich zunächst durch einen röthlichen Lichtreflex aus dem Augengrunde ankündigt, sich meist nach unten von dieser Linie befindet. Der Abstand schwankt indess bei den verschiedenen Thierspecies.
Am Bedeutendsten ist die Entfernung des nach unten aussen gelegenen Opticus von dem hinteren Ende der Augenaxe immerhin beim Pferde.
Man ist daher genöthigt, beim aufrechten Bilde etwas von oben, bezw. von innen her in die Pupille hineinzuleuchten, wenn man den Sehnervenquerschnitt sehen will. Derselbe stellt beim Pferde ein liegendes Oval dar, dessen Querdurchmesser sich zum Höhendurchmesser etwa im Allgemeinen wie 3 : 2 verhält. Doch gibt es auch Abweichungen, indem die Sehnervenscheibe bald in der Höhe, bald in der Breite grosser ist.
Von gelblicher Farbe mit einer Nuance in Orange bei Tageslicht erscheint sie bei künstlichem Lichte gelbroth.
Auffällig ist der grosse Eeichthum an, wenn auch sehr zarten, Gefässen. Dieselben entspringen als sehr dünne Stämmchen zumeist aus dem mittleren und äusseren Drittel des Papillen-areals und nur hier und da gewahrt man eine Gefässursprungs-stelle in dem inneren Drittel der Scheibe. Zum Unterschiede von den Erstgenannten, die sich alle in die Netzhaut begeben, verbreiten sich diese vorwiegend in der Papille selbst.
Die Gefässverzweigungen in Arterien und Venen zu sondern ist sehr schwierig, oft unmöglich. Arterienpuls ist nicht nachweisbar.
Weiterhin ist bemerkenswerth, dass die Sehnervenscheibe in der Mitte ein viel helleres Colorit besitzt wie in ihren Randtheilen. Dabei hat sie ein gesprenkeltes Aussehen, was durch das Maschenwerk der dem Opticuseintritt gleichsam als Gerüst dienenden Lamina cribrosa bedingt ist. Unter den zwischen den weisslichen Zügen der letzteren hervortretenden Flecken, die im Allgemeinen eine grauröthliche Farbe haben, fallen besonders zwei in der Mitte auf, die von verschwommen rundlicher Gestalt holler roth
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gefärbt sind. Doch kann thre Zahl zwischen zwei, drei, vier und mehr schwanken; je grosser ihre Anzahl ist, desto kleiner werden die einzelnen Flecken selbst, die nichts anderes darstellen, als den Schatten der sich noch innerhalb des Opticusgewebes knie-förmig umbiegenden und dann in einzelne Aeste zerfahrenden Central-Arterie und Vene des Sehnerven. Je mehr solcher Flecken wir in der einzelnen Sehnervenscheibe auffinden, desto kleiner und mehr vom Centrum entfernt sind sie, weil sie schon der schattenhafte Ausdruck einer weiteren Gefässtheilung sind. Einen directcn ophthalmoskopischen Beweis für diese Auffassung derartiger rother Punkte liefert neben dem anatomisch-mikroskopischen Präparate der in diesem und jenem Auge gelegentlich zu machende Befund, dass von solcii einem rothen Flecken direct ein stärker calibrirtes Gefäss wegtritt, über die Sehnervenscheibenoberfläche hinzieht und schliesslich unter dichotomischer Theilung in die Netzhaut übertritt.
quot;Was den Verlauf der Ketinalgefässe angeht, so breiten sie sich in radiärer Anordnung in der Netzhaut aus. Dabei findet eine dichotomische Theilung der Hauptästchen statt. Das von ihnen eingenommene Areal ist nicht überall gleich gross. Am weitesten lassen sie sich noch verfolgen im horizontalen Durchmesser. Hier gewahrt man in einer Entfernung von 11/2 Papillenquerdurchmesser vom Opticusrande die letzten zarten Ausläufer. Nach oben und unten ist der Verbreitungsbezirk der Gefässe ein viel kleinerer. Er misst in seinem Höhendurchmesser zwischen 8/4 1 Papillenlängsdurchmesser. Dabei steht nicht selten der untere in seinem Höhendurchmesser etwas zurück gegen den oberen. Nicht an allen Theilen sind die Gefäss-verästelungen gleichmässig deutlich sichtbar.
Eine eigentliche grubige Vertiefung der Sehnervenscheibe, wie solche als sogenannte physiologische Excavation beim Menschen vorkommt, ist beim Pferde nicht vorhanden, vielmehr ist die gegen den Glaskörper hinsehende Oberfläche des Sehnerveneintrittes gleichmässig schwach ausgehöhlt.
An der Papillarumrandung, die häufig auffällig licht erscheint (wenn nämlich die anstossende Chorioideal- bezw. Epithelschicht stark pigmentirt ist), bemerkt man ausserdem nicht selten das
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Auftreten einer graugrünlichen, oder auch weissröthlich aussehenden Sichel, die sich entweder auf den äusseren Abschnitt der Circumferenz beschränkt, oder aber sich auch noch weiter nach oben und selbst nach innen hin erstreckt, und nicht immer scharf linear, sondern verschwommen oder in zackiger Weise gegen die Peripherie abgegrenzt ist. Diese Sicheln beruhen zum Theile auf einer Verbreiterung des den Opticus umgebenden sogenannten Sclerotikalringes, in einer anderen Reihe von Fällen auf einem Verluste des Pigmentepithels und einer Verdünnung der Chorioidea in der an den Sehnervenrand sich anschliessenden Partie derselben.
Ein gewisses Interesse hat für uns noch die Grosse der Sehnervenscheibe, weil sie uns als Massstab bei Beschreibung der Grössendimensionen von irgend welchen pathologischen Veränderungen im Augengrunde dient. Es wäre fehlerhaft, wollten wir die Grössenverhältnisse in Centimetern und Millimetern ausdrücken und z. B. sagen, eine Netzhaut-blutung habe die Breite von 3 und die Höhe von 11 Millimetern; jeder andere Untersucher wird, weil es sich hier um eine Gesichtswahrnehmung, deren räumliche .Taxation abhängig ist von dem Bau der Augen des Untersuchers und des untersuchten Thieres, handelt, die Blutung anders schätzen. Sagen wir aber beispielsweise in einem anderen Falle, die Netzhautblutung ist einen halben Papillenhöhenmesser breit und 11/2 Papillenquer-messer hoch, so ist für jeden übrigen Beobachter ein vergleichender Massstab gefunden.
Die Form der Sehnervenscheibe beim Hunde ist weder oval noch rundlich, sondern nähert sich auffällig einem gleich-schenkeligen Dreiecke mit abgerundeten Winkeln an der Basis, welche dem unteren Rande des Opticuseintrittes entspricht. Auch die Vereinigung der beiden seitlichen Begrenzungslinien an der Spitze ist keine scharf lineare, sondern es iahrt der Sehnerveneintritt an dieser Stelle in mehrere feine Büschel auseinander. Arterien und Venen sind wohl zu sondern: Die Arterien charakterisiren sich durch ihr dünneres Kaliber, das hellere Roth ihrer Farbe, ihren gestreckteren Verlauf und eine mehr regel-mässig erfolgende Verästelung, während sich die Venen an
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ihrem stürkeren Querdurchmesser, einem mehr dunkelrothem Colorit, geschlängelterera Verlauf und gelegentlich unregelmässiger Theilung leicht erkennen lassen. Der Austritt, beziehungsweise die Vereinigung der Gefässe in der Scheibe erfolgt im Allgemeinen in der Art, dass die Hauptstämme im mittleren Drittel des Sehnerven querschnittes hervortreten, beziehungsweise dort eintreten. Immer isolirt entspringen die nach oben hinziehenden Gefässe, während die nach den beiden Seiten und nach unten sich abzweigenden Aeste erster Ordnung nicht selten eine gemeinschaftliche Wurzel besitzen. In der Mitte der Papille ist eine leicht grubige Vertiefung zu gewahren, welche durch die nach allen Seiten erfolgende Ausstrahlung der Nervenfasern bedingt ist (physiologische Excavation). Jedoch ist eine trichterförmige Excavation der Papille in der Art wie sie beim Menschen gelegentlich gesehen werden kann, nicht vorhanden. Vielmehr fällt die Sehnervenscheibe von allen Seiten gleichmässig sanft gegen das Centrum hin ab.
Eine Abweichung von dieser Form ist beim Hunde gar nicht selten zu bemerken, namentlich kann es vorkommen, dass unter Abstumpfung der Spitzen des Dreiecks die Papille gelegentlich eine mehr unregelmässig ovale Form annimmt.
Die Farbe nähert sich der grauröthlichen; nur das Centrum schillert mehr weiss.
Ein recht auffälliges Phänomen an der Hundepapille ist die sowohl im aufrechten wie im umgekehrten Bilde deutlich hervortretende Venenpulsation.
Die Papille der Katze ist klein, rund und von grauweisser Farbe. Aehnlich wie beim Hunde haben die langen Blutgefässe, die sich als Arterien und Venen deutlich unterscheiden lassen, einen centralen Ursprung aus der Mitte der Papille.
Bei den Wiederkäuern stellt der Sehnerveneintritt einen nicht scharf begrenzten, etwas über erbsengross erscheinenden Fleck dar, aus dem die centralen Netzhautgefässe entspringen und sich von da in die Netzhaut ausbreiten.
2. Der tapetirte Theil des Augenhintergrundes (Pferd). Die vom Tape tum 1 ucidum eingenommene Chorioideal-partie ähnelt mehr oder weniger einem Dreieck mit ziemlich
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geradliniger Basis, während die beiden Seiten bogenförmig (convex) nach aussein verlaufen und auch an der Spitze des Dreiecks bogenförmig in einander übergehen. Die Basis des Tapetum fällt fast durchweg zusammen mit dem oberen Papillenrande, sehr selten beginnt sie oberhalb desselben, in einzelnen Fällen umfasst sie sogar seine obere Hälfte. Die grösste Höhendimension hat das Tapetum im verticaleu Meridian, linear von der Basis genommen etwa 7 bis 7,5 Papillenhöhendurchmesser; den grössten Breitendurchmesser besitzt das Tapetum an seiner Basis und zwar bleibt es in dieser Linie nur 2,5 bis 2,7 mm von der Ora serrata entfernt, medial wie lateral. Nach oben bleibt es etwa um das Doppelte von derselben entfernt. (Das op h t h a 1 m o s k o p i s c h sichtbare Tapetum ist nicht unbeträchtlich kleiner als das anatomische.) Die normale Grundfarbe des Pferdetapetum ist grün und erhält bei Tagesbeleuchtung eine mehr bläuliche Beimischung. Diese grünliche oder blaugrüne Färbung ist nicht überall dieselbe, das Tapet erscheint manchmal an einzelnen Stellen heller, an anderen dunkler; ausserdem ist sie keine gleichmässige, sondern zeigt durchgängig ein ziemlich regelmässiges Muster; es ist ,netzförmigraquo; oder punktirtquot; und diese Punkte, welche bald als dunkel, bald als violett, unter Umständen auch als hellroth erscheinen, beziehen sich auf die kleinsten Gefässe, welche das Tapetum in senkrechter Eichtung von hinten durchsetzen. Neben den beschriebenen punktförmigen Flecken bietet das Tapetum des Pferdes ausserdem noch kleinere und grössere, zuweilen confluirende Flecken, namentlich in der Nähe seiner oberen und seitlichen Grenzen. Diese sind ebenso wie bei den Wiederkäuern auf einzelne mit Pigment gefüllte Zellengruppen des Retinaepitheles zurückzuführen. Das eigentliche Gebiet des Tapetum ist frei von Gefiissen und lässt nur an der unteren Grenze einige vor ihm liegende und hier durch Contrast sehr dunkel erscheinende Retinalgefässe erkennen, während an den oberen und seitlichen Grenzen die tiefer gelegenen Chorioidealgefässe roth durchscheinen (Eversbüsch und Berlin).
Das Tapet der Wiederkäuer zeigt keine besonderen Abweichungen vom Pferdetapetum.
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Die Farbe des Hnndetaiietiim zeigt sich ungemein verschieden. Bei vielen Hunden besitzt es einen ausgesprochen blauen Farbenton, bei anderen eine glitzernde, golbrothe Färbung, zuweilen trifft man eine schöne Goldfarbe. Oft ist dasselbe auf den temporalen Abschnitt des Augonfundus beschränkt, während nasal die Aderhautgefässo deutlich durchschimmern. Der üeber-gang in den nicht tapetirten Theil erfolgt nicht so scharf wie beim Pferde; es finden sich hier, namentlich in der Nähe der Papille, im Tapetura lucidum scharf umschriebene, dunklere, schollenartige Flecke. Die Farbe des Tapetum pflegt überhaupt nicht so gleichmässig zu sein, wie bei den Herbivoron, erscheint vielmehr wie eine grobe Mosaikarbeit, in der kleinere oder grössere unregelmässig gestaltete Felder von verschiedener Farbe mit einander abwechseln (Möller).
Das Tapetum der Katze erscheint blaugrün.
3. Der nicht tapetirte Theil nimmt den übrigen Abschnitt des Augenhintergrundes ein. Der obere Theil desselben um den Sehnerven herum erscheint bei pigmentirten Pferden röthlich, zuweilen orange, der übrige ist meist sehr dunkel gefärbt und lässt keine oder nur ganz ausnahmsweise einzelne Aderhautgefässe durchsehen. Die Intensität und Nuance der Färbung ist in gewissem Grade von der Haarfarbe des Pferdes abhängig. In der Grenzzone gegen das Tapetura zu unterscheidet man manchmal im nicht tapetirten Theil der Aderhaut, zwischen diesem und der Papille, sowie seitlich von dieser in gesunden Augen mehr oder Aveniger zahlreiche inselförmige helle Flecken. Sie können an 20, 30 und mehr betragen, sind sehr verschieden in ihrer Grosse und haben meistentheils eine unregelmässigc Form. Sie charakterisiren sich dadurch, dass sie ganz dieselbe grüne Färbung zeigen wie das benachbarte Tapetum und in der Kegel von einem dunklen Kande umsäumt sind. Es sind das Tapetuminseln, die in das nicht tapetirte untere Chorioidealgebiet eingesprengt sind (Berlin).
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Diagnostik der Augenkrankheiten.
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Augenlider.
Uie Untersuchung der Augenlider, die im Ganzen häufig entweder primär oder secundär im Anschlüsse an anderweitige pathologische Frocesse des Auges erkranken, beginnt mit Betrachtung der Faltenbildung auf ihrer Aussenfläche, die von der normalen Fältelung, besonders am oberen Lide, insoferne sich unterscheiden kann, als die Falten und das sind namentlich die mit dem freien Lidrande horizontal laufenden abnorm tief geworden sind und förmliche Einsenkungen und grubige Vertiefungen darstellen; ein Zustand, der die beständige Folge von Verkleinerung des Augenhöhleninhaltes ist tuid daher immer nach operativer Entfernung des Augapfels (Enucleatio bulbi), Ausweidung der Augenhöhle (Exenteratio orbitae) und bei Atrophie des Augapfels (Phthisis bulbi, wie sie nach Netzhautablösung, Panophthalmie, Zerreissung der Augenkapsel eintritt) angetroffen wird. Beginnt das Augenlid zu schwellen, so sehen wir die Falten sofort verstreichen.
Entzündliche Lidschwellnngen, die entweder die Consequenz von Verwundungen oder Quetschungen des Lides selbst sind, oder Erkrankungen des Auges und seiner Höhle compliciren (so treifen wir die Lider oft mehr oder Aveniger geschwollen im Anschlüsse an eine Conjunctivitis, bei entzündlichen Hornhaut-processen wie Abscessen und Geschwüren, Iritis, Augapfelwunden, Fremdkörpern im Auge, bei Zellgewebsentzündung der Orbita u. s. w.), treten sehr häufig auf, begünstigt durch das ausserordentlich lockere Gewebsgefüge im Lide selbst. Dabei wird die Lidhaut bei zunehmender Schwellung immer mehr gespannt, glänzend und
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schliesslich kann die brennend heiss sicli anfühlende Goschwulst einen solchen Grad erreichen, dass die Lidspalte weder activ vom Thiere selbst noch durch die Finger des Untersuchers mehr geöffnet werden kann. Dabei sehen wir dann gelegentlich, wenn die Bindehaut in den entzündlichen Zustand mit hereingezogen wurde, schlotternde, rothgelbe und halb diaphane Conjunctival-wiilste aus der Lidspalte hervorquellen (Chemosis). Derartige Lidschwellungen sind pathologisch-anatomisch betrachtet entweder eiitzuiidliche Oedeme oder Phlegiuouen; ab und zu kommt es wohl auch zu einer umschriebenen Ansammlung von Eiterzollen und es etablirt sich im Lide ein Abscess, in welchem Falle man bei der Palpation an irgend einer Stelle des geschwollenen Lides eine harte und besonders schmerzhafte Stolle entdeckt, die sich verbreitert, dann später erweicht, fluetuirt und sich wenn chirurgische Hilfe nicht geleistet wird weiterhin spontan nach aussen eröffnet.
Eine andere Art von Schwellung entsteht und ist durch das knisternde Crepitationsgefühl leicht zu erkennen bei Emphysem der Lider, das wie ein Hautemphysem überhaupt im Anschlüsse an Verletzungen des Lides oder der Lidumgebung, sehr selten wohl als Theilerscheinung eines allgemeinen Hautemphysems auftritt und für gewöhnlich nach wenigen Tagen wieder verschwindet.
Tumoren, deren Vorkommen wir an den Lidern nicht allzu häufig beobachten, durchsetzen entweder das Lid in seiner ganzen Dicke, wie gewöhnlich die Carcinome und Sarkome, die hier nicht selten melanotischer Natur sind, oder sie gehen, wie Fibrome und die warzenförmigen Auswüchse (Hauthörner) lediglich von der Lidhaut aus und bevorzugen nicht selten den freien Lidrand, wo sie besonders beim Hunde entweder mit breiter Basis aufsitzen, oder als gestielte Neubildungen den Lidschluss theilweise verhindern. Epitheliome der Lider treffen wir gelegentlich bei der Gregarinose des Geflügels. Als Chalazion (yaXaLa, Hagelkorn) bezeichnet man eine rundliche, stecknadelkopf-bis erbsen- und selbst bohnengrosse, unbeweglich im Tarsus des Lides sitzende und von den erkrankten Meibom'schen Drüsen ausgehende, cystöse Geschwulst, deren Balg die Drüse und das
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sie umgobende, stark bewucherte, pcrigUindiiläre Bindegewebe abgibt, während der Inhalt aus verändertem Driisensecrete geliefert wird und bald eine flüssige, eiterige, bald eine gelatinöse, fettijge Masse darstellt, die von Granulationsgewobe durchsetzt ist, in welchem allmählich eine schleimige Erweichung stattfinden kann. Die Haut lässt sich über dieser Neubildung leicht verschieben.
Am Hauttheile der Lider können alle Dermatonosen vorgefunden werden, welche wir am Integumentum commune kennen; besonders aber treffen wir Ekzeme, die entweder lediglich auf das Lid sich localisiren oder Theilerscheinung von solchen der Gesichtshaut sind, eiterige Hautentzündungen, gesell wür ige Processe u. s. w. Eine besondere Beachtung verdient der Umstand, dass beim Hunde die erste Eruption des Acarus-Ausschlages an den Augenlidern und deren nächster Umgebung stattfinden kann, wo wir einen Haarausfall neben vermehrter Abschuppung der Epidermis beobachten , die Oberfläche der gerötheten Haut ist vollständig trocken und zeigt nur geringgradige Spuren von Entzündung. Siedamgrotzky empfiehlt daher, jede von Haarausfall begleitete schwache Hautentzündung der Lider mikroskopisch auf Acarus zu untersuchen (Friedberg er-Fröhn er).
Yenvundungen der Lider kommen häufig zur Behandlung, namentlich Riss- und Quetschwunden, seltener Hieb- und Stichverletzungen. Die Trennung erstreckt sich entweder lediglich auf die Haut, oder es sind die Fasern des Musculus orbicularis und dann meist noch ausserdem die Conjunctiva palpebrarum durchrissen. Die Wundrichtung kann in einzelnen Fällen senkrecht auf die Lidspalte sein, in der Regel aber nimmt sie einen mehr oder weniger parallelen Verlauf mit dem freien Lidrande, wobei die Meibom'schen Drüsen mit durchrissen werden, die dann späterhin obliteriren. Ist in Folge der Verletzung ein grösserer Substanzverlust entstanden, so kann nach der Abheilung ein verschieden grosser Defect im Lide bestehen bleiben Coloboma traumaticum palpebrae; ein derartig defectes Schutzorgan wird das Eindringen von den in der Luft suspen-dirten Staubpartikeln und Fremdkörpern nicht genügend verhindern
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und die Folge ist eine ständige Conjunctivitis mit Schwellung, Thränenträufeln u. s. w. Besshalb bedarf es auch reiflicher Ueberlegung, bevor man den abgerissenen Wundlappen durch Wegschneiden einfach opfert. Ist die Sehne des Levator palpebrae sup. durchrissen und gelingt die Wiedervereinigung nicht vollständig, so wird das obere Lid tiefer herabhängen und die Lidspalte nur theilweise geöffnet werden können Ptosis traumatica.
Der freie Lidrand kann, abgesehen von den Wunden, Substanzverlusten und Narben, sich im Verlaufe einer meist chronischen Entzündung (Blepharitis ciliaris) bedeutend verdicken und ist dann mit epidermisähnlichen Schüppchen oder auch grösseren Borken und Ernsten bedeckt, welche die Cilien büscheiförmig verkleben; nicht selten gesellen sicii hiezu noch ulceröse Processe. Wird ein solcher schleichender Entziindungs-process lange Zeit hindurch unterhalten, so kann es im verdickten (tylotischen) Lidrande neben anderweitigen histologischen Veränderungen zu einer Zerstörung der Haarbälge der Cilien kommen, die späterhin epilirt werden; einen solchen Zustand der Cilien-losigkeit bezeichnet man als Madarosis (fiadaQÖtü, mache kahl). Haben die Cilien ihre Eichtung verändert und stehen mit ihren Spitzen gegen den Augapfel zugekehrt, berühren ihn wohl auch und wischen bei jeder Lidbewegung auf ihn herum, so haben wir es mit Trichiasis zu thun. Hat dieser bedenkliche Zustand eine gewisse Höhe und Dauer erreicht, so finden wir häufig als Folge der permanenten Keizung durch die die Rolle eines Fremdkörpers spielenden Wimperhaare neben einer Bindehautentzündung auf der Hornhaut Geschwürsbildung, schwere Keratiten und sogar pannöse Entzündungen, die zur Erblindung führen können. Als Distichiasis [dig, zweimal und arixog Reihe) bezeichnet man ein doppeltes Vorhandensein der Cilienreihe, wobei beide Reihen entweder normal entwickelte Cilien besitzen oder zum Theil nur sogenannte Wollhaare vorhanden sind, die wohl auch gegen den Augapfel zu wie bei Trichiasis gekrümmt sein können.
Von den Vorbildungen der Lider sind zunächst zu nennen das Entropinm {ev-Tgeno), wende einwärts), die Ein-wärtskehrung des Lides, von der am häufigsten Hunde werden vorzugsweise davon befallen das untere, seltener das
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obere Augenlid, gelegentlich wohl auch beide zugleich befallen werden. Der niederste Grad dieser entweder durch spastische Contraction des Lid-Schliessmuskels oder in Folge von narbiger Schrumpfung der Conjunctiva palpebralis und Verbiegung des Lidtarsus wie sie sich an chronische Conjunctiviten und Blephariten anschliessen , wohl auch nach Enucleation des Augapfels entstehenden Lidanomalie ist ein Zustand, bei dem die innere Lidlefze verstrichen erscheint (Inversio); bald invertirt sich bei weiterem Fortschreiten des Leidens der ganze Lidrand und bei hohem Grade der Ausbildung des Entropium kommt es zur Einstülpimg der ganzen Lidbreite, deren Haarbedeckung und Cilieu dann den Bulbus berühren uud schliesslich erscheint das Lid förmlich wie eine Papierrolle eingerollt, wobei die Haare bei jeder Augapfel- und Lidbeweguug auf der Conjunctiva und Cornea bürsten und Veranlassung zur Entstehung von Hornhautgeschwüren oder pannösen Keratiten geben. Je nachdem mir ein gewisser Abschnitt des Lidraudes eine solche Inversion zeigt oder derselbe in seiner ganzen Länge eingestülpt erscheint, spricht man von einem Entropium partiale oder totale.
Umgekehrt entsteht das Ektropimu {sK-TQtna), wende auswärts), wenn sich das Lid nach auswärts umstülpt. Je nachdem der Lidrand in seiner ganzen Länge nach auswärts gekehrt oder nur ein temporaler oder nasaler Abschnitt sich umgeklappt hat, unterscheidet man ein Ektropium totale vom Ektropium partiale. Dem Grade nach findet man im Einzelfalle entweder lediglich eine Umklappung des Lidrandes nach aussen, Eversio, oder aber die ümrollung ist weiter vorgeschritten und in den schwersten Erkrankungsfällen ist die äussere Lidhaut dem Blicke völlig entzogen, verdeckt von der hervorgequollenen und ab und zu sogar mit ihrer Uebergaugsfalte sichtbar gewordenen Bindehaut, die, nun allen äusseren Einflüssen preisgegeben, zu wuchern und sich zu verdicken beginnt #9632; Ektropium sarcomatosum s. luxurians. Die vom Lide in der Kegel betrifft die Auswärtswendung das untere Augenlid jetzt nicht mehr gehörig bedeckte, ungeschützte Hornhautpartie wird in Folge Einwirkung der atmosphärischen Luft und der in ihr vorhandenen reizenden Körper nicht selten an ihrer Oberfläche geschwürig verändert
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oder der Sitz einer chronischen Keratitis. Am leichtesten verständlich ist die Ektropium-Bildung, wenn sie Folge von geschwürigen Processen und Schrumpfung des Lidrandes oder von Excoriationen, Verbrennungen und Aetzungen der äusseren Lidhaut ist, wo die Auswärtsdrehung durch den mechanischen Zug der Narbe herbeigeführt wird, Narbenektropium. In anderen Fällen verdankt das Ektropium seine Entstehung einem Nachlass des Tonus des Musculus orbicularis, besonders bei älteren Individuen oder es ist Theilerscheinung einer Facialislähmung, Ektropium paralyticum.
Achtet man schliesslich darauf, ob die Schliessung und Oeffnung der Lider ohne Anstand von Statten geht, so kann man gelegentlich die eine oder andere Functionsstörung gewahr werden. Nicht gar so selten ist Beweglichkeitsstörung namentlich des oberen Augenlides in der Art, dass dasselbe schlaff herabhängt und die Augenlidspalte mehr oder weniger vollständig verschliesst: Ptosis des oberen Augenlides, Blepharoptosis (ttiWw, falle); sie ist die Folge einer vorausgegangenen Verletzung, welche den sehnigen Ansatz des Hebers des oberen Augenlides betroffen hat oder einer Paralyse des Levator palpebrae als Theilerscheinung einer Oculomotoriusparalyse und kann auch in einer bedeutenden Vergrösserung und Steigerung des Gewichtes des oberen Lides, wodurch die Action des Hebemuskels zu schwach wird, ihre Ursache haben. Auch Verwachsungen der beiden freien Lidränder, die sich auf einen mehr oder weniger grossen Theil der Lidspalte erstrecken und entweder angeboren oder erst später erworben sind, wurden mehrfach (unter anderem bei Hunden, Katzen, Schafen, Pferden) beobachtet: Ankyloblepharou {ävxvlog, krumm und ßMqxxqov, Augenlid). Eine Verkürzung und Verengerung der Lidspalte durch gegenseitige Annäherung der Lidwinkel bezeichnen wir als Blepharophiniosis (qptjuow, verschliesse). Narbige Verwachsungen in Form breiter Platten oder von Narbensträngen zwischen der Lidbindehaut und der Conjunctiva bulbi oder selbst der Cornea, Syiublepharon {avv mit, ßXkyaqov Lid), sind gewöhnlich die Folgen von Verbrennungen chemischer, resp. thermischer Natur und müssen ebenfalls eine Immobilisirung des Lides mit sich bringen.
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Eine angeborene Spaltung^ des Lides, Coloboma jpalpebrae, wird gewöhnlich mit anderweitigen Spaltbildungen im Auge (Iriscolobom, Aderhautcolobom) vergesellschaftet sein.
Einiger besonderer Worte bedarf noch die Palpebra tertia, die Nickhaut. Bei den hyperämisehen und entzündlichen Zuständen der Bindehaut vermöge ihrer Ernährungsbeziehungen zu derselben fast immer in Mitleidenschaft gezogen, kann sie, abgesehen von zufälligen oder vorsätzlich gesetzten Yerwundungen in manchen Gegenden belieben die Pfuscher sie als Phrophylak-tikum gegen Augenkrankheiten in rohester Weise herauszureissen oder zu verstümmeln hyperplasiren und Sitz von Neubildungen, besonders Adenomen, Carcinomen, Dermoiden werden. In neuester Zeit hat F r ö h n e r auf das Vorkommen der Conjunctivitis follicularis auf der Innenfläche der Palpebra tertia aufmerksam gemacht. Er fand dabei auf der geschwollenen und höher gerötheten inneren Schleimhautfläche der Nickhaut rundliche, etwa hirsekorngrosse, über die Schleimhautoberfläche deutlich prominirende Knötchen von dunkelrother Farbe, welche häufig etwas durchscheinend sind. Fröhner fand sie bei 400/o aller Hunde überhaupt und bringt sie in Beziehung zur Entstehung des Entropium.
Conjunctiva.
Will man die Bindehaut besichtigen, so ist man stets ge-nöthigt, eine Umstülpung der beiden Lider vorzunehmen, bezw. dieselben auseinander zu ziehen, damit mau sowohl die Lidpartie der Bindehaut, wie auch den die Augapfelvorderfläche bedeckenden Theil in möglichster Ausdehnung übersehen kann. Diese Manipulation macht an dem unteren Augenlide nicht allzu grosse Schwierigkeiten. Ein sanfter Zug, mit dem Zeige- und Mittelfinger nach unten gegen die Wangengegend hin ausgeübt, genügt, um die Auswartskehrung desselben zu bewirken. Dagegen-ist die Umstülpung des oberen Lides im hohen Grade dadurch erschwert, dass wir bei den Thieren nicht wie beim Menschen in
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der Lage sind, eine willkürliche Bewegung des Augapfels nach unten zu erreichen. In Folge dessen gleitet das kaum evertirte Lid im nächsten Augenblicke wieder in seine natürliche Lage zurück. Indessen kommt man mit einiger Geduld auch da immer zu dem gewünschten Ziele. Der Handgriff selbst ist folgender: Man fasst mit der linken Hand (Daumen und Zeigefinger) den Ciliarrand des Oberlides in der Mitte (so dass der letztere [Zeigefinger] der Cutis, der erstere der Schleimhautfläche des Lides entspricht) und zieht es etwas vom Augapfel ab gegen sich nach vorne und unten. Sodann geht man mit der Daumenspitze der anderen Hand in die grubige Hautvertiefung des oberen Lides, welche ungefähr dem oberen Kande der Lidbaudscheibe entspricht, und übt daselbst einen leichten Druck nach abwärts aus, indem gleichzeitig die linke Hand den freien Lidrand nach vorn und oben wendet. Dann präsentirt sich die Conjunctiva palpebralis und ihre Fortsetzung auf die Conjunctiva bulbi, der sogenannte Uebergangstheil. Ist eine bedeutende Schwellung der Bindehaut und noch ausserdem etwa eine ödematöse Durchtränkung des Lidgewebes vorhanden, so kann übrigens das geschilderte diagnostische Manöver eine reine Unmöglichkeit werden.
Zunächst interessirt uns die Flächenausdehnung der Membran, die durch Bildung von in ihrer Zahl und Höhe verschiedenen Falten vergrössert sein kann; in hochgradigen Fällen geht das soweit, dass die enorm geschwollene Bindehaut in Form sulziger halbdiaphaner Wülste aus der Lidspalte hervorquillt und so deren Schluss verhindert, Chemosis (xlaquo;, xaiyw gähne, X',Mgt;1 Gienmuschel). Andererseits können wir das Areal der Conjunctiva in Folge Schrumpfung verkleinert finden, besonders bei Verwachsung gegenüberliegender Conjunctivaltheile, Symble-pharon. Der nächste Blick gilt dem Inhalte des Bindehautsackes, der physiologisch nur einen feuchten Glanz der Membran hervorruft. In pathologischen Fällen, wenn ein Catarrh oder eine tiefergreifende Conjunctivitis vorhanden ist, finden wir entweder ein schleimiges Bindehautsekret vor, das sich als glasige oder weissliche Masse in Form von Flecken, Fädchen oder Klümpchen darstellt, oder es ist schleimig-eiterig, eiterig, serös oder fibrinös. Au Fremdkörpern stossen wir nicht selten auf
Schlumpp, Augunheilkunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
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Metall-, Holz-, Kohlepartikelchen, Straquo;nbkorner, Haare, Insektenflügel, Aehrentheilchen u. s. w. Hinsichtlich der Farbe begegnen wir bei der Bindehaut genau denselben Veränderungen wie wir sie auf anderen Schleimhäuten bei gleichen Erkrankungen gewöhnt sind. Die Ebenheit der Membran kann gestört sein durch Excorationen und mehr oder weniger tiefgreifende Geschwüre einerseits, anderseits durch Prominenzen und Vorwölbungen; ihrer Form nach unterscheiden wir sie etwa in hügelige, knötchen-förmige, warzenförmige, pilzförraige, knopfartige, hahnenkamm-artige, blumenkohlartige, bläschenfönnige und cystöse.
Die weitaus häufigsten Erkrankungen der Bindehaut sind entzündlicher Natur, seien es primäre Processe oder von anderen Theilen des Auges, z. B. der entzündeten Hornhaut, fortgeleitete Processe. Man unterscheidet in der Hauptsache drei Formen, die einfache Conjunctivitis (Syn.: Syndesmitis [awötto binde zusammen]), catarrhalis, dann die C. purulenta s. blenorrhoica und die C. crouposa und diphtheritica.
Gleich hier anschliessend soll noch erwähnt werden, dass auch die Besichtigung und Durchtastung der Thränensack-gegend nicht unterlassen werden darf, da häufig erst auf diese Weise eine chronische Dakryocystitis (Thränensackentzündung) und die sich an dieselbe in der Regel anschliessende Erweiterung des Thränenreservoirs manifest wird, indem die über demselben befindliche knöcherne Bedeckung entweder vorgetrieben ist, oder, falls dieselbe gleichzeitig stark verdünnt ist, auf Druck die im erkrankten Sacke angestauten schleimig-eiterigen Sekretmassen in die Thränenröhrchen zurückströmend, sich aus den Thränen-punkten entleeren. Bei etwaigem Vorhandensein einer fistulösen Oeffnung in der Nachbarschaft des medialen Augenwinkels wird sich leicht durch die Anwendung einer feinen Sonde feststellen lassen, ob der Fistelgang in einer Communication mit dem Thränenbehälter oder seiner Fortsetzung gegen die Nase hin steht. Durch das gleiche Manöver kann der Nachweis von Concrementen, Fremdkörpern in den Thränenorganen oder einer Atresie des unteren Ausführungsganges geliefert werden.
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Die brechenden Medien.
I. Die Hornhaut.
Um Sitz, Ausdehnung u. s. w. pathologischer Veränderungen bei der Beschreibung von Hornhauterkrankungon näher zu bezeichnen, denkt man die Cornea durch den horizontalen und verticalen Meridian in vier Quadranten getheilt und spricht z. B. von einem inneren oberen, äusseren unteren Quadranten u. s. f. Im Schneiduugspunkte beider Meridiane befindliche Veränderungen werden als cent rale, direct um ihn herum gelegene als pericentrale bezeichnet. Processe, welche in directer Umgebung der Hornhaut im conjunctivalen und epi-scleralen Gewebe ablaufen, wie z. B. Rothung, Injection u. s. w., heissen wir pericorneal.
Was zunächst die Abnormitäten anbelangt, welche wir ohne dass anderweitige materielle Veränderungen zugegen sind als Krümmungs-Anomalien bezeichnen, so können durch die abnorme Brechkraft der Hornhaut optische Fehler im Auge entstehen. Zustände, welchen bis vor Kurzem von thierärztlicher Seite wenig, vielleicht zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Die Anomalie besteht darin, dass entweder ein Hornhautmeridian stärker gekrümmt ist und daher die Lichtstrahlen anders bricht als
die anderen Meridiane, oder, dass ein und derselbe Hornhaut-meridian in seinen einzelnen Absch n itten verschiedeneBrcch-kraft, besitzt und wird als Astigmatismus (laquo;, priv. ant-eiv stechen [in ophthalmologischen Fis- '8-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Werken gewöhnlich abgekürzt
Schematische Darstellung der Art und Weise,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i. i. i\ i. uj.
wieim astigmatischenAuge diednrchnbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Asnbsp; nbsp; geschriebenj) bezeichnet,
verschieden gekrümmte l'anien eines Horn-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; l u n uraquo;.
hautmeridians gehenden Lichtstrahlen sichnbsp; nbsp; nbsp; nbsp;imnbsp; nbsp;ersteren V alle Spricht man
nicht in einem Brennpunkte zn ver-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i i i
einigen vermögen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;von regulärem As, im letz-
teren von irregulärem As. Hiebei muss bemerkt werden, dass im hohen Grade wahrscheinlich ist, dass es bei all' den Thieren, welche eine runde Pupille besitzen, die Hornhaut annähernd gleichmässig gewölbt
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ist, während andererseits bei den Repräsentanten der spaltförmigen Pupille eine physiologische Krümmungsverschiedenheit in der Cornea in der Art zu bestehen scheint, dass der verticale Durchmesser eine andere Krümmung hat als der horizontale.
Für das Pferd und die Katze ist das erst jüngst durch Berlin und Wolfskehl in der Art positiv dargethan, dass bei diesen Thieren die Hornhaut in dem Durchmesser, welcher der Längsrichtung der Sehspalte entspricht, schwächer, in dem darauf senkrechten stärker gekrümmt ist. In gleicher Weise konnte der letztgenannte Autor eine ähnliche Verschiedenheit bei der Cornea des Kalbes nachweisen.
Strahlen, welche auf eine derartig unregelmässig gewölbte Hornhaut fallen, werden bei gleich massigen Wölbungs- und Brechungsverhältnissen des Linsensystems im Gegensatze zu den Strahlen, welche eine annähernd gleichmässig gewölbte Hornhaut passiren, in der Netzhaut zu einem Bildpunkte nicht vereinigt, sondern ein Theil der Strahlen muss für die scharfe Wahrnehmung verloren gehen, indem sie sich entweder vor der Netzhaut vereinigen (wenn sie nämlich einen Hornhautdurchmesser passiren, welcher so stark gekrümmt ist, dass sie durch ihn eine zu starke Brechung erleiden), oder es besitzt der betreffende Durchmesser andererseits eine so schwache Brechkraft, dass der Vereinigungspunkt als hinter der Netzhaut gelegen gedacht werden müsste. Nun ist es bei den astigmatischen Thieraugen durch die spaltförmige Pupille weislich so eingerichtet, man möchte sagen, dass die Strahlen, welche sich nicht auf der Netzhaut als deutliche Punkte abbilden, vielmehr diese als Zerstreuungskreise treffen und dadurch störend auf das deutliche Sehen wirken würden, dass diese durch die Zusammenziehung der Pupille auf einen schmalen Spalt (ähnlich der sogenannten stenopäischen Spalte), der nur die brauchbaren Strahlenbündel durchlässt, vom Augeninnern abgehalten werden. Zum Nachweise des Hornhautastigmatismus kann man sich des Spiegelbildes einer Kerzenflamme oder eines Fensterkreuzes bedienen, wobei man den Umstand benützt, dass mit Zunahme der Brechkraft, also auch der Convexität der Hornhaut das reflectirte Bild immer kleiner wird; jener Meridian also, welcher am stärksten gekrümmt ist, wird das kleinste Spiegelbild
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liefern müssen. Man hat dazu auch empfohlen die Keratoskopie {/.tQag Horn, axorricü sehen), deren Princip auf der Beobachtung des Spiegelbildes der Hornhaut beruht. Man benützt eine Scheibe, die abwechslungsweise mit weissen und schwarzen Ringen bemalt ist.
Der Patient wird mit dem Hinter-
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theile gegen eine geöffnete Thüre oder ein Fenster gestellt, der Untersucher postirt sich vor das Thierauge, die Scheibe ein bis zwei Decimeter vom untersuchten Auge und in dessen Höhe haltend und sieht nun durch eine cen-trale Oeffnung der Scheibe auf das Auge, wo er die Kreise in verkleinertem Massstabe erblickt. Bei regelmässiger Krümmung der Hornhaut erscheinen die Kreise wieder als solche; ist die Hornhaut aber in zwei Hauptmeridianen verschieden gekrümmt, so sind Ellipsen sichtbar, deren Axe von der Richtung
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und Krümmung der Hauptmeri-
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Fig. 19. Kertoskop nach Placido.
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diane abhängig ist. Zweckmässig ist es auch, sich einer zweiten
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Scheibe mit einer Strahlenfigur zu bedienen. Ist ein Strahl der Strahlenfigur roth bezeichnet, so wird bei Drehung der Scheibe der rothe Strahl bald am grössten, bald am kleinsten erscheinen und durch Ablesung des Grades der Drehung gegen die erste Scheibe der Meridian der stärksten und schwächsten Krümmung abgelesen werden können. Dann gibt es aber noch Fälle, bei denen die Krümmungszunahme der Hornhaut eine sehr viel bedeutendere ist als beim As, so dass wir sie ohne alle Instrumente schon bei einer Betrachtung des Auges von der Seite her wahrnehmen können. Es hat sich bei ausgebildeter Erkrankung die kugelige Oberfläche der Hornhaut in einen Kegel umgewandelt, dessen abgestumpfte
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Spitze mehr oder weniger hervorspringt und ungefähr der Horn-hautmitte entspricht Keratokonus, Cornea conica, früher als Sttiphyloma pel lucid um bezeichnet, weil die Hornhaut ebenso wie bei der folgenden Anomalie ihre Transparenz völlig oder nahezu beibehalten hat. Sicher lässt sich der Conus ausserdem mittelst der Reflexbilder von auf der Hornhaut sich spiegelnden Gegenständen (am besten ein Fensterkreuz oder eine Kerzenflamme) nachweisen; nachdem bei Convexspiegeln (und als solcher wirkt ja die Hornhautoberfläclie) mit zunehmender Krümmungsstärke die reflectirten Bilder in gleichem Masse immer kleiner werden, muss beim Keratokonus das in der Hornhautmitte (also der stärksten Krümmung entsprechend) entworfene Spiegelbild sehr auffällig kleiner sein als jenes der Eandpartien.
Dann kann es ferner vorkommen, dass die Krümmungs-zunahme aller Homhautmeridiane eine mehr gleichmässige iät, und so die Cornea mehr kugelförmig hervorgetrieben erscheint; eine derartige Vorgrösserung der Hornhaut kann so weit gehen, dass die Lider den Augapfel nicht mehr vollständig zu bedecken vermögen, Keratoglobus (auch Buphthalmus [ßovg Eind, d(ptgt;aXi.i6g Auge] oder Hydrophthalmus genannt). Letzteren compliciren noch anderweitige Veränderungen im Augeninnern.
Umgekehrt treffen wir eine Abflachung, Aplanatio Corneae,
d. h. eine zu geringe Krümmung einzelner Homhautmeridiane, die als Folge von Hornhautnarben in der Art zu Stande kommt, dass der Narbenzug eine partielle Abplattung zunächst der der Narbe benachbarten Hornhauttheile herbeiführt.
Eine anderweitige Aenderung im Niveau der Hornhautober-fläche erzeugt das Hornhantödem, welches sich gelegentlich bei Intluenzaerkrankungen des Pferdes einstellen kann, sobald Augen-complicationen hinzutreten. Wenn nämlich die Conjunctivitis söfef-., heftig ist, kommt es in den Eandtheilen der Cornea zu einer derartigen ödematösen Durchtränkung, dass dieselben sich vorbauchen und wie ein querovaler Wall die gleichsam im Krater liegenden mittleren und centralen Hornhauttheile umsäumen. Dieser Zustand wird leicht mit einer Keratitis verwechselt, aber es ist, wie man sich djirch Betrachtung mit der Loupe über-
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#9632;#9632;
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zeugen kann, in der Randzone keine Spur eines eigentlich entzündlichen Zustandes der Hornhaut nachweisbar.
Die Hornhauterkrankungen, welche uns am allerhäutigsten unter die Hand kommen, sind Entzündungen und deren Folgezustände. Die entzündlichen Vorgänge sind stets mitbestimmten Veränderungen verbunden, die zum Theil die Membran selbst, zum Theil das ganze Auge mit seinen Adnexen betreffen, und diese Veränderungen, die freilich bald mehr bald weniger ausgesprochen erscheinen, sind im Wesentlichen folgende:
1.nbsp; Verlust der physiologischen Transparenz an der entzündeten Stelle, welche in verschiedener Weise getrübt erscheint;
2.nbsp; Verlust der normalen Form und des normalen Volumens an der Entzündungsstelle; es tritt eine Zu- oder Abnahme des Volumens ein, während oft gleichzeitig eine auffallende Formveränderung der Membran statt hat;
3.nbsp; Veränderung der normalen Consistenz und Resistenz an der erkrankten Partie;
4.nbsp; Vascularisirung der Membran und
5.nbsp; Erhöhung oder Herabsetzung der Sensibilität im Entzündungsgebiete.
Als begleitende pathologische Erscheinungen der entzündlichen Processe werden bezeichnet:
1.nbsp; Höher- oder niedergradige Schmerzen (Ciliar-neurose);
2.nbsp; Lichtscheu;
3.nbsp; Hyperämie im subconjunctivalen und conjunctivalen Gewebe;
4.nbsp; ges teigerte Thr äno nsecre tion, Thränen-träuf ein;
5.nbsp; Schwellung der Lider;
6.nbsp; Veränderungen im Inhalte der vorderen Augenkammer;
7.nbsp; entzündliche Vorgänge in der Iris oder im gesammten üvealtractus und eudlich
8.nbsp; die resultircopy;nde Functionsstörung.
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Von den drei Entzündungstypen, welche wir unterscheiden müssen Abscess, Geschwür und Infiltrat , repräsentirt sich zunächst der Honiliaut-Abscoss im auffallenden Lichte als ein im Hornhautparenchyme gelegener stroh- oder graugelber Flecken von verschieden grossen Durchmessern, der sich entweder vom gesunden Gewebe scharf absetzt, so dass der Uebergang ein ganz plötzlicher ist, oder von einer mehr oder weniger breiten, grauen und getrübten Zone umgeben wird. Im Centrum oder pericentral gelegene Abscesse zeigen gewöhnlich eine kreisrunde Form; solche in peripheren Hornhautpartien besitzen dagegen häufig ovale oder eine selbst nierenförmige Gestalt; sitzt der Abscess ganz am Rande der Hornhaut, so kann er die Form eines Bogenabschnittes erhalten. Ist der Hornhautabscess ein totaler, so erscheint die Cornea in ihrer ganzen Ausdehnung als ein graugelber eiteriger Pfropf, dessen Rand bis nahe zur Sclera hinreicht und dessen Oberfläche getrübt erscheint und über das Niveau hervorragt. Ein derartiger Zustand wird als Vortex purulentus bezeichnet. Klinisch cbarakterisirt sich der Hornhautabscess des Weiteren durch eine oft bedeutende Lichtscheue, starke ciliare Injection, ab und zu auch Schwellung der Augenlider und der Bindehaut. Kommen die den Abscess von aussen-her noch deckenden Parenchymschichten der Hornhaut zur Ein-schmelzung und geht das Epithel zu Verluste (das ja beim Abscess erhalten bleibt), so tritt die Perforation ein und der Abscess wandelt sich damit in ein Hornhautgeschwür um, dessen weitere Schicksale er dann theilt.
Das Hornhautgeschwür so bezeichnen wir eine entzündliche Veränderung der Membran, bei der unter Einschmelzung eines Theiles von Gewebe ein Substanzverlust entstanden ist, welcher nach Entfernung der oberen (epithelialen) Decke an der erkrankten Stelle direct mit seiner Begrenzung in die Oberfläche der Membran übergeht erscheint uns verschieden nach Ausdehnung, Umfang, Form und Sitz. Bei seiner Betrachtung und Beurtheilung müssen an ihm unterschieden werden der Geschwürsgrund, die Geschwürsränder und die directe, unmittelbare Umgebung (Halo, Hof); die Beschaffenheit dieser drei Dinge gibt uns darüber Aufschluss, in welchem Stadium
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ein Geschwür sich jeweilig befindet. Der Gesell w ins grün d kann uneben oder mehr glatt, grau oder weisslichgrau und selbst leicht gelblich gefärbt erscheinen, während er in wieder anderen Fällen heller ist oder auch wohl vollständig transparent bleibt. Die Geschwürsränder können aufgeworfen, ausgezackt, oben und glatt sein, ganz steil abfallen oder sich in mehr schräger Richtung dem Geschwürsgrunde nähern, oder auch über den Geschwürsgrnnd hinüberragen. Demnach unterscheidet man napf-förmige, trichterförmige, muldenförmige, sinuöse Geschwüre. Nur selten ist die das Geschwür direct umgebende Hornhautpartie von normaler Beschaffenheit; in der Regel erscheint sie getrübt, theils rauchig oder auch streifig, zeigt sich gewisser-massen gelockert oder von Blutgofasseu, und zwar manchmal sehr reichlich durchzogen und diese Blutgefässschlingen können sich selbst bis in den Geschwürsgrnnd hinein erstrecken.
Während des ganzen Ablaufes eines geschwungen Processes kann man drei sich einander folgende Stadien unterscheiden:
1.nbsp; das Stadium der Entwickelung,
2.nbsp; nbsp;das Stadium des Stillstandes und
3.nbsp; nbsp;das Stadium der Reparatur.
Im ersten Stadium (Entwickelung) sehen wir den Geschwürsgrund uneben, grau bis graugelb oder grauweiss verfärbt und getrübt, mit einem Belage bedeckt. Die Räuder verlaufen nicht in scharfer Linie, haben vielmehr unregelmässige Contouren, sind ausgezackt; auch sind sie getrübt und mit nekrotisirten Gewebsresten bedeckt. Die Geschwürsumgebung ist getrübt. Dass ein Geschwür in sein zweites Stadium getreten ist, documentirt sich vor Allem im Verschwinden des Belages, der Geschwürsgrund wird durchsichtiger, das Geschwür reinigt sich. Der Grund beginnt allmählich wieder Licht zu reflectiren. Die Geschwürsränder schieben sich, entsprechend dem Stillstände in der Zerstörung des Gewebes, nicht weiter mehr in die gesunde Hornhaut vor, erscheinen mehr glatt, weniger getrübt und heller. Ebenso tritt in der Umgebung der Regel nach eine Aufhellung ein. Am auffallendsten und höchst charakteristisch für das zweite Stadium ist der Beginn einer Gefäss-Entwickelung in der
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Cornea, wo sich vom Hornhautlimbus Gefässschlin^cn bis in den Oeschwiirsgrnnd vorschieben.
Im dritten Stadium wird das Auge völlig reizlos, der Geschwürsgrand gleichmiissiger, glatter und regelmässiger, die Vertiefung wird ausgeglichen und der Krankheitsherd ist schliess-lich nur noch an einer mehr oder weniger dichten Trübung kenntlich, welche sich dann gegen das gesunde Gewebe scharf absetzt. Erfolgt der Ablauf im Einzelfalle nicht so programmässig, wird späterhin der Substanzverlust immer tiefer und die Descemeti'sche Membran schliesslich blossgelegt, so. sehen wir, dass unter der quot;Wirkung des intraoculareiv Druckes der Geschwürsgrund sich blasenartig über das Hornhautniveau hervorbaucht, Keratokele (xsgdg Horn, xjjAt; Bruch), und schliesslich berstet. Sehr häufig wird bei solcher Perforation mit dem rasch durch die entstandene Hornhautfistel hervorstürzenden Kammerwasser ein Stück des pupillaren Irisrandes oder der Eegenbogenhautfläche (entsprechend dem mehr centralen oder peripheren Sitze des Ulcus) zwischen den Geschwürsrändern eingeklemmt und führt dann entweder zu einer oft beträchtlichen quot;Wucherung (Granulations-geschwulst) oder zum Leucoma adhaerens.
An der vom Hornhautinflltrate (Keratitis) eingenommenen Stelle entwickelt sich eine Trübung von grauem oder weisslich-grauem Aussehen, rundlicher oder auch unregelmässiger Gestalt, die gemeinhin ohne scharfe Begrenzung in das gesunde Gewebe übergeht. Dabei ist die Trübung oft keine gleichmässige, zeigt vielmehr dunklere und lichtere Stellen, das Epithel kann ein zerstipptes Aussehen annehmen. Entweder schon mit Beginn der Infiltration des Hornhautgewebes oder erst nach einiger Zeit lässt sich eine Neubildung von Blutgefässen in der Cornea con-statiren, die bis zum und in den Infiltrationsherd hineinreichen oder nur vom Limbus corneae her auf eine kurze Strecke in die Membran eintauchende Gefässschlingen darstellen. Nach der Ausdehnung und dem Sitze kann man unterscheiden das räumlich begrenzte, umschriebene und das diffuse Infiltrat (Infiltratum circumscriptum und diffusum), das oberflächliche und das mehr die tiefen Schichten der Hornhaut einnehmende (Infiltratum superficiale und profundum).
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Entsprechend der Mannigfaltigkeit der entzündlichen Processe, als deren Folgen Hornhauttrübungen späterhin hervorgehen, wird auch das klinische Bild dieser Opacitäten ein sehr verschiedenes sein. Grosse, Form, Farbe u. s. w. der Maculae wie man auch Hornhauttrübungen im Allgemeinen zu bezeichnen pflegt richten sich nach dem Umfange der einstigen Gewebs-zerstörung. Um die Abstufung der Trübung im concreten Falle bezeichnen zu können, gebraucht man die Bezeichnungen:
1.nbsp; Leukoma (Aeüxdg weiss) für intensive, fast oder ganz undurchsichtige Trübungen, deren Farbe ein reines quot;Weiss ist;
2.nbsp; Macula (vom Sanskr. mala, Flecken) für graue, halbdurchscheinende Flecken und
3.nbsp; Nubecula (Dem. von nubes, Wolke) für durchscheinende und nur ganz schwach angedeutete Verdunkelungen.
Zur Diagnose feinster Hornhauttrübungen bedient man sich des Augenspiegels, wo sie dann schärfer, weil im durchfallenden Lichte dunkler, hervortreten. Nicht gerade selten trifft man statt einer weissen und grauen eine rothbraune oder schwarze Trübung an, die zweierlei Ursprungs sein kann. Entweder es hatte gelegentlich einer vorübergehenden Vascularisirung der Hornhaut (Infiltrat, Ulcus) eine Gefässberstung stattgefunden, wobei das ausströmende Blut sich zwischen die Lamellen ergoss, hinterher nur unvollständig zur Resorption kam und seine bekannten Metamorphosen dann durchmachte; derartige Pigmen-tirungen hämatogenen Ursprunges werden daher stets zwischen den beiden elastischen Häuten liegen müssen (seitliche Beleuchtung). Oder es ist seiner Zeit eine Anlöthung der Iris an eine Stelle der Hornhautrückfläche eingetreten (Synechia anterior), die sich später wieder löste, nicht ohne dass Pigmentschollen der Iris auf dem hinteren Hornhautepithele sitzen geblieben wären. Ab und zu wird eine Hornhauttrübung angetroffen, als deren Grund man eine Einlagerung anorganischer Natur erkennt Blei salze , die Folgen therapeutischer Sünden, einer Anwendung von Blei. Präparaten bei vorhandenen Substanzverlusten der Cornea, in die sich Bleisalze präeipitirten.
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Aus Verdünnung dus Grundes von Hornhautgoschwüren oder iiiich deren Perforation entstandene höckerige, graugetrübte oder gelbliche Horvorwölbungen der Hornhaut, die häufig in ihrer Mitte dunkle oder schwarze Erhabenheiten aufweisen (prolabirte und hinterher eingeklemmte Iristheile), bezeichnet man als Staphylome. Ist biebei die ganze Hornhaut von der krankhaften Affection befiillen, so bezeichnen wir dies als totales Staphylom; bei nur theilweisem Ergriffensein als partielles Staphylom.
Tumoren der Hornhaut gehören nicht zu den. häufigen Befunden. Die wenigen sich auf der Hornhaut vorfindenden Neubildungen müssen klinisch in zwei Gruppen getrennt werden, wovon die eine alle primär im Gewebe der Hornhaut sich entwickelnden umfasst, die andere jene vereinigt, welche sich im Augeninnern an weiter entfernten Orten entwickelt haben und mit fortschreitendem Wachsthum zur Hornhaut gelangt sind, diese durchbrachen und in die Geschwulstbildung mit hereinzogen, so dass manchmal der grösste Theil des Cornealgewebes in Geschwulstmassen aufgegangen erscheint. Es sind das gewöhnlich Carcinome und Sarcome, die ihren Ausgangspunkt von der Iris oder Chorioidea, seltener wohl von der Netzhaut nahmen, mit fortschreitendem Wachsthum und unter Zerstörung der Binnenorgane des Augapfels diesen schliesslich vollständig ausfüllen und die Augenkapsel dann gerne in ihrem Hornhauttheile perforiren. Als Folgezustände durchgebrochener Hornhautgeschwüre (s. d.), die einen Irisprolaps nach sich zogen, treffen wir öfters die Umwandlung des prolabirten und eingeklemmten Iriszipfels in eine Granulationsgeschwulst, welche der Hornhautoberfläche an der früheren Perforationsstelle aufsitzt, die Grosse einer Hasel-nuss und darüber erreichen kann und dabei im Allgemeinen das Aussehen von Fleischwärzchen zeigt.
Was die von der Hornhaut selbst ausgehenden oder doch von ihrer nächsten Umgebung herüberwuchernden Geschwülste betrifft, treffen wir zunächst die Kcratose, d. i. an irgend einer Stelle vom Hornhautepithele ausgehende und in Folge excessiven Epithelwachsthums entstandene papilläre Wucherung, die sich mikroskopisch in nichts von den Keratosen überhaupt unterscheidet. Eine weitere Neubildung stellt das Hornhaut-
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dermoid1) dar, welches gewöhnlich solitär, selten auf beiden Augen angetroffen wird. Man sieht gewöhnlich am Hornhautrande, und zwar häufiger am äusseren als am inneren, in seltenen Fällen wohl auch im Centrum der Membran eine halbkugelige Prominenz von der Grosse einer Linse bis zu der eines Taubeneies, von gelber, sehnig weisser oder auch brauner Farbe, die Oberfläche in fast allen Fällen mit einem dichten Haarwuchse besetzt und pigmentirt. Das übrige Hornhautareal erscheint gesund, es kann aber ab und zu durch die als Fremdkörper wirkenden Haare der Neubildung zur Entwickehing von Horn-hautgeschwürchen kommen. Als weitere Geschwülste, welche sich gelegentlich auf der Hornhaut entwickeln können, sind Desmoide, Lipome und Melanoma zu erwähnen, letztere meist im Anschlüsse an eine über den ganzen Körper (besonders bei wenig pigmentirten Thieren, wie Schimmeln) sich erstreckende Melanose.
II. Vordere Augenkammer.
Bei der nun folgenden Exploration der vorderen Äugen-kammer, welche bei Tageslicht wie auch bei seitlicher Beleuchtung vorgenommen wird, richten wir unser Augenmerk in erster Linie auf die Beschaffenheit des Humor aqueus, ob selber klar oder getrübt ist; und wenn letzteres der Fall, ob die Trübung eine mehr gleichmässige ist, oder ob sich an dem Boden der Kammer daneben ein consistenteres Exsudat niedergesetzt hat (eiteriges: Hypopyon [wrounter, ttüoraquo;'Eiter]; hämorrhagisches: Hyphaema [aJ/ua BlutJ); zumeist sind diese Niederschläge durch eine lebhafte Entzündung der Iris und des Strahlenkörpers hervorgerufen und fehlen alsdann auch nie die sonstigen Symptome dieser Affectionen (s. Iritis und Cyclitis). Es kann aber auch der eiterige Satz am Boden der Vorderkammer, wie wir öfters beobachteten, herrühren von einem eiterig infiltrirten Hornhautgeschwüre oder Abscess, die nach einwärts durchgebrochen waren.
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') Schindelka (Oesterr. Vierteljahrsschr. f. wissenschaftl. Vetcrinär-kunde. Bd. 58) hat 27 Fälle von Dermoiden aus der Literatur zusammengestellt und 2 neue hinzugefügt. Diese Fälle vertheilen sich wie folgt: Rind 9, Hund 8, Schaf 4, Pferd 3, Schwein 5.
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Ferner sind in der Vorderkammer mehrfach Fremdkörper und Parasiten (Filaria papillosa Eudolphii und Cysticercus cellulosae) beobachtet worden.
Ebenso sieht man oft genug, namentlich an den Augen, die an recidivirender Iridochorioiditis erblindeten, die (meist schon getrübte) Linse zum Theil oder völlig in dieselbe dislocirt. Dabei kann das Liusensystem verlöthet sein, entweder mit der Regenbogenhaut allein, oder dazu auch noch mit der Hornhaut.
Hat in einem Auge eine Verletzung, resp. Sprengung der vorderen Linsenkapsel stattgefunden, so sehen wir die Linsen-substanz unter zunehmender Trübung allmählich tumesciren, aus der Spalte hervorquellen und einzelne Linsenpartikelchen gelangen in die vordere Augenkammer, wo man sie eine gewisse Zeit hindurch wahrnehmen kann, bis sie schliesslich von dem sich continuirlich erneuernden Humor aqueus gelöst und weggeführt werden.
Verengerungen der vorderen Augenkammer werden immer constatirbar sein in den Fällen, in denen eine Verlöthung der Hornhaut mit der Iris (sogenanntes Leucoma adhaerens) stattgefunden hat. Ebenso, wenn der Flüssigkeitsaustausch zwischen vorderer und hinterer Augenkammer aufgehoben ist durch eine völlig ringförmige Verwachsung der Pupillarumrandung mit der vorderen Linsenkapsel (sog. Pupillarabschluss), in Folge dessen dann die Iris durch die sich hinter ihr anstauende Flüssigkeit nach vorne gedrängt wird (sog. Iridoconus).
Eine Abnahme in der Tiefe der vorderen Augenkammer finden wir ausserdem in Fällen von Abflachung der Hornhaut, nach eingetretener Perforation von Hornhautgeschwüren, nach Linsenblähungen und Subluxationen nach vorne, sowi.e wenn Tumoren in der Iris zur Entwickelung kommen.
EineVertiefung erfährt die Vorderkammer im aphakischen Auge, wo die Regenbogenhaut, die durch die Linse von rückwärts her nicht mehr gestützt wird, mehr nach hinten rücken wird; ausserdem bei Keratoconus und Keratoglobus, sowie bei einer Volumsabnahme der Linse und nach Schrumpfung des Glaskörpers.
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III. Linse.
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Zunächst ist es von quot;Wichtigkeit festzustellen, ob die Linse sich überhaupt im Auge, resp. im Pupillargebiete befindet oder ob sie nicht allenfalls in Folge eines Trauma oder nach Auflösung ihres Aufhängebandes das Auge gänzlich verlassen hat (durch einen Cornea-Scleralriss etwa herausgeschleudert), oder sich doch in einer anderen Eegion desselben befindet als direct hinter der Regenbogenhaut. Den ersten Verdacht auf Linsenlosigkeit oder Aphakie (a priv., (pa/.ög Linse) werden \vir gewöhnlich bei der Augenspiegeluntersuchung schöpfen, sobald wir hier einer auffalleud hochgradigen Hypermetropie begegnen. Ja häufig verräth sich die Linsenlosigkeit schon auf den ersten Blick. Durch den Wegfall eines so stark brechenden Medium nehmen die schon so wie so divergent aus dem Thierauge heraustretenden Lichtstrahlen eine derartige Divergenz an, als ob sie von einem Gegenstande herkämen, der in unserer unmittelbaren Nähe sich befindet. Man sieht dann schon mit dem freien, unbewaffneten Auge nicht nur das Leuchten des Tapets, sondern kann auch ganz gut eine Detailwahrnehmung des Augenhintergrundes machen. Vollends entscheidend aber für die Diagnose ist das Verhalten der Purkinje-Sans on'sehen Flammbildchen: das vollständige Fehlen des umgekehrten und verkleinerten Bildes ) (der hinteren Linsenkapsel) der Flamme bei völliger Transparenz des Pupillargebietes ist das am meisten charakteristische Symptom der Linsenlosigkeit. Ausserdem sieht man ein deutliches Zittern der Iris, Iridodonesis (J^tg Regenbogen, dovtcD-divito wirbele) bei den geringsten Bewegungen des Auges, was dadurch bedingt ist, dass der Regenbogenhaut die ihr durch die Linse gegebene Unterlage nach rückwärts fehlt. Die vordere Augenkammer erscheint vertieft.
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') Consequenter Weise sollte bei Aphakie auch das von der vorderen, convexen Linsenfläche reflectirte aufrechte Flammbildchen fehlen; allein indem sich an Stelle der Linse gewöhnlich der Glaskörper bis zu gewissem örade vorbaucht, entsteht eine neue convexe und spiegelnde Fläche, welche ein, wenn auch zuweilen recht undeutliches Bildchen entwirft.
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In Fällen, wo die Linse nach volLständiger Luxation das
Pupillargebiet zwar verlassen hat, sich aber noch im Auge befindet, gelingt ihre Auffiadnng dann meist, und zwar treffen wir sie häufig im Glaskörperraume, wo sie in der ersten Zeit noch durchsichtig, späterhin aber getrübt und wohl auch gebläht, bei eintretender Resorption dagegen verkleinert am Boden des Augenfundus aufgefunden wird gelegentlich der Spiegeluntersuchung (künstliche Pupillenerweiterung erforderlich!). Bei sehr wässeriger Consistenz des Glaskörpers kann die luxirte Linse zeitweise und namentlich bei raschen, ausgiebigen Augenbewegungen aufsteigen und sichtbar werden, um dann wieder niederzusinken, wobei sie durch fortgesetztes Aufschlagen auf das Corpus ciliare Reizung bewirken und einen Zustand chronischer Entzündung herbeiführen kann. In anderen Fällen finden wir die luxirte Linse in der vorderen Augenkammer auf, wo sie mit beginnender Blähung die Regenbogenhaut theilweise nach rückwärts schieben und ab und zu nach vorne mit der Rückfläche der Hornhaut verlöthen und verwachsen kann. Bei focaler Beleuchtung erscheint sie, so lange sie noch nicht getrübt ist, wie eine grosse, dicke Perle. Veran-lasste eine heftige Contusion des Augapfels neben der Linsen-luxation gleichzeitig auch einen Scleralriss, so kann die aus ihrer anatomischen Fixation gelöste Linse zwischen den Rissrändern durchgetrieben werden und unter der Conjunctiva bulbi als Geschwulst von der charakteristischen Gestalt der Linse erscheinen. Durch Combination der focalen mit der Augeuspiegelbeleuch-tung kann man auch die sogenannte SuMnxation oder partielle Luxation (d. h. die Linse nimmt nicht mehr das ganze Pupillargebiet ein, sondern lässt unter theilweiser Drehung und Schiefstellung einen Theil desselben frei, ohne aber die tellerförmige Grube ganz verlassen zu haben) diagnosticiren. Man sieht dann mit dem Augenspiegel im glänzenden Reflexlichte des Augenhintergrundes einen Theil des Linsenrandes als bogenförmigen, dunklen Streifen, welcher das Pupillargebiet in zwei Hälften theilt und bei seitlicher Beleuchtung hell aussieht. Der Grund dafür liegt in der totalen Reflexion des Lichtes an dem Rande des aus dem Pupillargebiete herausgetretenen Linsensegmentes, welcher wie ein Prisma wirkt (und auch als aus einer Serie von
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Prismen zusammengesetzt gedacht werden kann). Daher erscheint bei Beleuchtung von vorne derselbe hell, indem die von der Loupe ausgehenden Strahlen an ihm so schief auffallen, dass sie nicht weitergehen, sondern alle vollständig zurückgeworfen werden in das Auge des Beobachters. Wenn darauf der Untersucher den Spiegel benützt, so erscheint der Rand schwarz. Denn das Licht, welches er durch den Augenspiegel aus dem Auge bekommt, wird an der Stelle, wo der Linsenrand sich befindet, ebenfalls total reflectirt, also in das Innere des untersuchten Auges wieder zurückgestrahlt. Endlich ist für die theilweise Luxation der Linse aus dem Pupillargebiete charakteristisch, dass die Theile des Augenhintergrundes, z. B. die Sehnervenscheibe, doppelt erscheinen. Das ist sehr natürlich, da das aus dem Auge zurückkommende Licht dasselbe auf zwei ganz verschiedenen Wegen verlässt, einmal durch den Theil der Pupille, in dem sich die Linse noch befindet, das andere Mal durch den linsenlosen Theil.
Indem wir bei gleichzeitig künstlich erweiterter Pupille die seitliche Beleuchtung mit der Spiegeluntersuchung combiniren, suchen wir uns von der Durchsichtigkeit des Linsen-systemes zu überzeugen. Jede Trübung, welche wir daselbst vorfinden, ganz gleichgiltig, ob sie vielleicht kaum stecknadel-kopfgross ist oder die ganze Linse occupirt, ob sie ihren Sitz in der Kapsel oder im Linsenkerne hat, ob sie von eben noch wahrnehmbarer Zartheit oder absoluter Dichtigkeit und Undurch-leuchtbarkeit ist, bezeichnen wir als grauen Star oder Cataracta (xar-ofgaffffw reisse herab). Und zwar nennen wir einen Star, bei welchem lediglich der Linse zugehörige Theile (Kern, Rinde, Kapsel) getrübt sind, eine Cataracta vera, echten Star; im Gegensatze dazu Zustände, bei denen sich trübe und undurchsichtige Massen, welche mit anderen festen Theilen des Auges nicht im Zusammenhange stehen, der vorderen oder hinteren Fläche der Linse, resp. deren Kapsel anlagern, Cataracta spuria falscher Star.
Ist die starig getrübte Linse mit der Iris oder mit irgend einem anderen,Theile im Auge verlöthet, so reden wir von einer Cataracta accreta (ad-cresco wachse an), dem angewachsenen Stare.
Srhlampp, Augenheilkunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
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Dem anatomischen Sitze der Trübung nach differenziren wir in Opacitäten, welche der Linsenkapsel angehören Cataracta capsularis Kapselstar, und solche in der eigentlichen Linsensubstanz Cataracta lenticular is Linsenstar. Letztere können sich in der Rindenschichte oder im Linsenkerne vorfinden und wir halten dann auseinander eine Cataracta corticalis, Rindenstar und eine Cataracta nuclearis, Kernstar. Sind Kapsel und Linsensubstanz zugleich in den starigen Process hereingezogen, so bezeichnen wir das als Cataracta capsulo-lenticularis.
Zunächst werden wir die Opacitäten, welche im auffallenden Lichte focale Beleuchtung , mehr hell, grau resp. weiss erscheinen, im durchfallenden Lichte Spiegeluntersuchung dagegen dunkel, schattenhaft bis schwarz sind, nach Form, Lage, Farbe, Dichtigkeit und Glanz prüfen.
Form: Kleinere Trübungen zeigen die Form kleinerer oder grösserer, in der Ein- oder Mehrzahl vorhandener Punkte, die bald nahe zusammen liegen, bald mehr zerstreut stehen, ab und zu ganz abenteuerliche punktirte Figuren darstellen (Cataracta punctata); es kann vorkommen, dass das ganze Linsengebiet mit solchen Punkthäufchen durchsät ist. Andere Opacitäten erscheinen uns als Striche, Balken, Sternchen, federn-förmig u. dgl. m. Ausgedehntere Trübungen repräsentiren sich wieder als Schleier, Nebel, Wolke, Schollen, Kugeln.
Lage: Wie oben schon erwähnt, unterscheiden wir zunächst hinsichtlich der Lage von Trübungen die Cataracta capsularis von der Cataracta lenticularis (welch letztere wieder eine Cataracta corticalis oder Cataracta nuclearis sein kann). Trübungen, die an einem der beiden Linsenpole sitzen, heissen Polarstare und je nachdem sie den vorderen oder hinteren Pol der Linse occupiren, sprechen wir von einer Cataracta polaris anterior und einer Cataracta polaris posterior. Die Polarstare sind gewöhnlich Kapselstare. Fällt eine Trübung mit der Augenaxe zusammen, d. h. durchsetzt sie die Linsensubstanz vom vorderen Linsenpole zum hinteren reichend in der Richtung der Augenaxe, so haben wir eine Cataracta axialis vor uns. Aussordem kann man sich die Linse ähnlich wie die Hornhaut
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durch don verticalen und horizontalen Meridian in vier Sectoren getheilt denken zwecks genauer Beschreibung von Trübungen.
Farbe: Bei anffallendem Lichte erscheinen die starig ver-ändßrten Linsentheile entweder hellgrau, weissgrau, bläulichgrau oder mattgrau, molkenartig, hellweiss, milchweis, kalkfarbig, grüngelb, bräunlich, perlmutterglänzend. Im durchfallenden Lichte sind sie alle dunkel in den verschiedensten Schattirungen. Nur bei ganz dichten, undurchlässigen, glänzend weissen Totalcataracten kann es vorkommen, dass diese bei Spiegeluutersuchung auch weiss erscheinen, weil letztere eben hier wie das auffallende Licht wirken muss.
Schliesslich möge hier noch der Nomenclatur Erwähnung geschehen, welche sich für besonders häufig vorkommende Starformen eingebürgert hat:
Cataracta accreta, ein Kapselstar, welcher Adhäsionen mit dem pupillaren Irissaume eingegangen hat; Cataracta adnata s. congenita, bereits mit zur Welt
gebrachte Linsentrübung; Cataracta chorioidalis, eine in Folge von Aderhauterkrankungen (Chorioiditis, Cyclitis) entstandene Startrübung; Cataracta consecutiva, der im Anschlüsse und als Folge anderweitiger Erkrankungen im Augeninnern entwickelte Star; Cataracta cystica, der Beutelstar, der Kapselinhalt ist vollständig verflüssigt, wobei die Cataract entweder längere Zeit in diesem Zustande beharrt oder es tritt allmählich Kesorption des Fluidums ein; Cataracta diabetica, die (beim Hunde beobachtet) im Anschlüsse an den Diabetes mellitus gewöhnlich auf beiden Augen sich ausbildende Linsentrübung; Cataracta incipiens, die in der Aequatorialgegend der Linse der Kegel nach beginnende und allmählich nach dem Centrum zu fortschreitende Trübung; Cataracta partialis, der Theilstar, welcher im Gegensatz zur Cataracta totalis nur einen beschränkten Abschnitt des Linsena'reales einnimmt;
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Cataracta progressiva, eine Starform, bei welcher der cataractöse Process nicht sich auf die bereits ergriffenen Linsentheile beschränkt, sondern vielmehr die Tendenz zeigt, sich auch noch auf die gesunden Linsenabschnitte zu verbreiten und schliesslich eine Totalcataract herbeizuführen;
Cataracta pyramidalis, Pyramidenstar, eine kleine der vorderen Linsenkapsel in der Form eines Punktes oder einer kleinen weissen Scheibe aufsitzende und gewöhnlich in der Mitte der Pupille gelegene Trübung (also eine Cataracta polaris anterior), welche als eine kleine Pyramide in dievordere Augenkammer hineinragt;
Cataracta senilis, der Altersstar, ein erst in bestimmtem höheren Lebensalter und annäherungsweise auf beiden Augen gleichzeitig sich einsteilender Involutionszustand der Linse, wobei diese sich allmählich trübt, bis zur Erzeugung einer Totalcataract.
Mit eigentlichen Linsentrübungen dürfen nicht verwechselt werden die von Berlin 'j zuerst beschriebenen, bei Untersuchung mit dem aufrechten Bilde sichtbaren Yeränderungen im Linsensysteme, die er als Linsen-Astigmatismus bezeichnet hat.
Derselbe beruht auf Unregelmässigkeiten im inneren Baue der Linse selbst und zeichnet sich durch zwei ophthalmoskopisch wahrnehmbare, objective Merkmale aus:
1.nbsp; durch eine unproportional starke Verschiebung der Einzelheiten im Augenfundus bei Bewegungen des untersuchenden oder des untersuchten Auges und
2.nbsp; durch einen innerhalb der Linse sichtbar werdenden Eeflex.
Was den Letzteren betrifft, so findet man, ganz besonders bei älteren Pferden, nach Berlin bei genauer Untersuchung mit
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') Berlin, Tagblatt der 52. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte. 1879, p. 347. Berlin, Tagblatt der 59. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte. p. 387. Berlin, Zeitschrift für vergleichende Augenheilkunde. V. Bd. 1. Heft. 1887, p. 1 u. ff.
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dem Augenspiegel (kein Correctionsglas, lichtschwächste Spiegel sowie sehr massige Lichtquelle!) jedoch bei allen Hausthieren in der Linse in den mittleren und den Eandtheilen, in con-centrischer, ringförmiger Anordnung, bogenförmig verlaufende raquo;Linien'', die abwechslungsweise, je nach Bewegung des Untersuchers, des Spiegels oder des untersuchten Auges hell erleuchtet oder schattig aussehen. Berlin vergleicht sie mit einer .Butzenscheibe*. Ausserdem beschreibt er noch zwei andere Formen des Linsenastigmatismus, die er als sternenförmigen'1 und unregelmässigen quot; bezeichnet.
Fixiren wir in einem solchen linsenastigmatischen Auge bei der Spiegelbetrachtung irgend einen leicht festzuhaltenden Punkt (Gefäss, Pigmentfleck etc.), vielleicht durch die obere Linsenhälfte, und bewegen alsdann unser Auge in horizontaler Eichtung, so werden wir beobachten, wie der betrachtete Punkt einmal eine parallaktische Verschiebung nach der Eichtung, wie unser Auge wanderte, erleidet; aber wir sehen ihn gleichzeitig einen ausgiebigen, nach oben stark convexen Bogen beschreiben. Betrachten wir später denselben Punkt durch die untere Linsenhälfte, so geht die Convexität des Bogens nach unten.
Eine Folgeerscheinung, die wir beim Linsenastigmatismus finden, ist auch die von verschiedenen Autoren *) schon beschriebene scheinbare und sich bei Bewegung ebenfalls bewegende wellige und zackige Form des Bandes der Sehnervenscheibe beim Pferde.
IV. Glaskörper.
Bei der mit Hilfe des Augenspiegels (in Atropin-M^driasis) vorzunehmenden Untersuchung des Glaskörpers begegnen uns als ein sehr häufiger Befund Trübungen, d. h. in verschiedenen Formen und wechselnder Menge sich im durchfallenden Lichte dunkel präsentirende Einlagerungen in das Glaskörpergewebe. Diese der Eegel nach volatilen (d. h. nach Augen-
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') Berlin, 1. c.
Föringer, Die Ophthalmoskopie in der Veterinär-Medicin. Hirschberg, Zur vergleichenden Ophthalmoskopie. Archiv für Anat. u. Physiol. 1882, p. 96.
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bewegungen noch besondere Ortsveränderungeu vollführende), selten mit dem Momente des Aufhörens einer Augenbewegung ebenfalls unbeweglich werdende Opacitäten lassen sich, so mannigfaltig die Gestalt der einzelnen Trübungen sein mag, der Hauptsache nach in vier Gruppen unterscheiden:
1.nbsp; als Glaskörperstaub,
2.nbsp; als Flocken, Fäden oder Klumpen,
3.nbsp; als Membranen und
4.nbsp; als diffuse Glaskörpertrübungen.
1.nbsp; Der in der Regel die hinteren Glaskörperpartien, seltener das ganze Corpus vitreum einnehmende CJlaskörperstanb welcher von dem Anfänger am schwersten von allen Glaskörpertrübungen zu diagnosticireu ist und besondere deutlich bei erweiterter Pupille und sehr lichtschwachen Planspiegeln, hinter die man zum Zwecke stärkerer Vergrösserung ein Convexglas (etwa -|- 6 D) schiebt, gut gesehen werden kann erscheint dem Untersucher als eine nebel- oder schleierartige Trübung im Augenfundus, welche bei Augenbewegungen wie eine Unzahl feinster Pünktchen durcheinander wirbelt, um sich bei Ruhe des Auges langsam und etwa wie ein feiner Sandregen wieder zu senken. Dabei wird naturgemäss das Tapetum und die Papille mehr weniger verwischt gesehen, ein Umstand, der zu Täuschungen insoferne Veranlassung geben kann, als man geneigt ist, den Sitz der Trübung gelegentlich in die Retina zu verlegen; die Beweglichkeit der Trübung schützt aber immer vor solchem Irrthum. Nicht ausgeschlossen ist, dass der Glaskörper noch nebenbei von faden-artigen, wolkigen oder klumpigen Trübungen durchsetzt ist.
2.nbsp; Die Glaskörperflocken erscheinen als schwarze, knopfartige Bildungen mit anhängenden grauen Fäden oder als grauschwarze, strich- und federartig gewundene, in einander verschlungene Gebilde, welche meistens sehr lebhafte Bewegungen
ausführen.
gt;-
Noch leichter sichtbar sind:
3.nbsp; nbsp; Die hautartigen, schwarzen Membranen, welche sich während der Bewegung, die sie im verflüssigten Glaskörper ausführen, vorhangartig auf- und zusammenrollen. Wo sie reichlich
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vorhanden sind, können sie den Einblick in das Augeniiiueio erheblich beeinträchtigen. Viel mehr hinderlich für die Betrachtung des Fundus aber sind:
4. Die diffusen Glaskörpertrübungen, bei denen oft nur ein matter Rest von Licht aus dem Auge zurückkehrt. Hier kann allenfalls die Untersuchung im umgekehrten Bilde versuchsweise verwendet werden.
In welcher quot;Weise Glaskörperopacitäten von Trübungen der Linse, der Hornhaut u. s. w. bei durchfallendem Lichte unterschieden werden können, vergl. die Differentialdiagnose der Trübungen der brechenden Medien.
Eines der ophthalmoskopisch schönsten und überraschendsten Bilder erhalten wir bei der sogenannten Synchysis scintillans ') oder Scintillatio ocnli (scintilla Funke), welche uns entweder in schwer erkrankten oder in sonst gesunden Augen begegnet und in letzteren wohl als eine senile Erscheinung aufzufassen ist. Hier sind es nicht dunkle oder schwarze Trübungen, die uns der Augenspiegel (die Beleuchtung darf eine etwas grellere sein) zeigt, sondern das ganze Gesichtsfeld ist erfüllt mit stark glänzenden und glitzernden Punkten, so dass es den Eindruck macht, als sei der ganze Augenhintergrund mit zahllosen Sternen besät. Bewegt sich alsdann das Auge, so wirbeln diese stark lichtbrechenden Körperchen wirr durcheinander und führen rückläufige Bewegungen aus, so dass man einen ähnlichen Eindruck erhält, wie wenn die Sonne ein Schneegestöber erleuchtet und die einzelnen Kryställchen hell erglänzen lässt. Und in der That sind es auch hier Krystalle, und zwar in der Regel Cholestearin- und Tyrosin-krystalle, welche im verflüssigten Glaskörper umherschwimmen und das ganze Corpus vitreum von den vordersten Schichten in der Gegend der tellerförmigen Grube bis in die Nähe der Retina durchsetzen.
Die einfache Synchysis {avv-xiw giesse zusammen) oder Verflüssigung des Glaskörpers, bei welcher derselbe seine leimartige Consistenz eingebüsst und sich mehr der des Wassers genähert hat, ist nur zu diagnosticiren, wenn Trübungen in
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l) Berlin, Zeitschrift für vergleichende Augenheilkunde. 18'3, p. 117.
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rascher Bewegung das dünnflüssige Corp. vitr. durchlaufen, was allerdings die Regel ist. Gewöhnlich zeigt sich ausserdem der Augapfel bei der Tensionsprüfung weicher.
Blutungen aus den Retinalgefässen führen zu Blutansammlangen im Glaskörper. Ist der Erguss nur ein massiger, so kann man ihn als eine röthliche Opacität im Glaskörperraume mit dem Spiegel erkennen, die allmählich mehr und mehr abblasst und sich schliesslich von den oben beschriebenen Glaskörpertrübungen in nichts unterscheidet (dieselben entstehen ja nicht selten in Folge Ton Hämorrhagien) und im günstigsten Falle aufhellt und selbst verschwinden kann. Wenn bedeutende Blutungen stattfanden und manchmal fast der ganze Glaskörper in eine einzige Blutkugel umgewandelt ist, gelingt es nicht mehr, Licht aus dem Augenhintergrunde herauszubringen, die Pupille erscheint im durchfallenden Lichte schwarz, nur manchmal gelingt es, mit dem Augenspiegel von dieser oder jener Richtung her einen rothen Reflex von der vorderen Fläche des Blutklumpens zu erzeugen.
Intensive Glaskörperschrumpfungen und die bei Pferden gar nicht seltene Verknöcherung des Corp. vitr. können wohl nie Aufgabe einer klinischen Spiegeldiagnose werden, weil in solchen Fällen bei der ständigen Complication mit Linsen- und Hornhauttrübungen, Phthisis bulbi u. s. w. die Spiegeluntersuchung unmöglich wird.
Yen fremden Körpern können mit dem Spiegel im Glaskörper gefunden werden Cysticerken und Filarien (Verwechslung mit membranösen Glaskörpertrübungen und umgekehrt möglich), ausserdem perforirende Metallstücke etc.
V. Diagnose, resp. Differentialdiagnose der Trübungen in den brechenden Medien.
In wie weit die focale Beleuchtung zur Untersuchung der brechenden Medien mit Nutzen herangezogen werden kann, wurde bereits erörtert. Um in exakter quot;Weise zarte und feinste Trübungen oder Opacitäten des Glaskörpers und der hinteren Linsenabschnitte überhaupt feststellen zu können, unterziehen wir den dioptrischen Apparat einer Untersuchung im durchfallenden Lichte mit dem Augen spiegel. Dabei hat der Untersucher etwa Folgendes zu beachten:
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1.nbsp; Die Untersuchung geschieht im sogenannten aufrechten Bilde; das umgekehrte Bild würde uns die einzelnen Trübungen zu sehr verkleinert erscheinen lassen.
2.nbsp; Um das üntersuchungsgebiet möglichst rollständig und leicht übersehen zu können, ist eine vorherige Pupillarerweiterung erforderlich, ohne welche z. B. nahe dem Linsenäquator gelegene Trübungen überhaupt nicht bemerkt werden können.
3.nbsp; Man bediene sich möglichst lichtschwacher Spiegel (also keiner Metallspiegel, sondern auf der Eückseite belegter planer Glasspiegel, Liebreich's Ophthal-moskop) und einer sehr schwachen Beleuchtungsflamme. Wollte man im Gegentheil die Exploration mit lichtstarken Spiegeln und bedeutenden Beleuchtungsintensitäten vornehmen, so würden in einem auf diese Weise im Augeninnern geschaffenen Lichtmeere zarte Trübungen gleichsam ausgelöscht werden und so der Wahrnehmung entgehen. Bei solcher schwacher Beleuchtung kommt auch der Hornhautreflex (das von der Hornhaut gespiegelte Reflexbild des Beleuchtungsspiegels) so ziemlich in Wegfall, welcher gerade bei der Untersuchung der brechenden Medien oft sehr hinderlich werden kann.
4.nbsp; Es sollEegel werden, bei Durchforschung der brechenden Medien sich kein Correctionsglas hinter den Spiegel zu schieben, mit dem man sich wohl für einzelne Details des Augenhintergrundes, z. B. die Sehnervenscheibe, einstellen kann, einzelne davor gelegene Trübungen aber übersehen würde.
5.nbsp; Bei Conjunctiviten kommt es häufig vor, dass sich Schleimfäden über die Hornhaut hinziehen oder Luftbläschen in der die Cornea bedeckenden Flüssigkeitsschichte vorfinden, welche im durchfallenden Lichte gleich den Trübungen dunkel erscheinen und zu Yer-wechslungen mit solchen Anlass bieten könnten. Ein ein- oder zweimaliges Wischen mit dem oberen Augenlide über die Hornhaut schützt vor solchem Irrthume.
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6.nbsp; Trübungen der brechenderaquo; Medien präsentiren sich im durchfallenden Lichte im Allgemeinen dunkel bis schwarz (im auffallenden meist -weiss bis grau), was daher rührt, dass sie das vom Augengrunde reflectirte Licht aufhalten, also nur auf der etwa der Papille zugekehrten Fläche hell erscheinen würden, auf der dem Untersucher sich darbietenden dagegen dunkel und schattenhaft. Eine Ausnahme machen die ganz dichten, für Licht absolut undurchgängigen Opacitäten, z. B. Totalstar, welche kein Licht durchlassend dasselbe vollständig reflectiren, so dass die Spiegeluntersuchung eigentlich mit auffallendem Lichte vollführt wird und der focalen Beleuchtung gleichkommt; diese Trübungen erscheinen daher auch beim Spiegeln hell, oft glänzend.
7.nbsp; Den genauen Sitz von Opacitäten der brechenden Medien zu eruiren gelingt nicht so ohne weiteres, wie z. B. bei seitlicher Beleuchtung. Doch haben wir auch hier ein einfaches Mittel, dieselben zu localisiren, indem wir das untersuchte Auge veranlassen, Bewegungen auszuführen (Rufen, Antippen des Patienten an verschiedenen Körperstellen, meist kann man durch einfaches Abwarten sein Ziel erreichen) und während derselben das Verhalten der Trübungen genau beobachten. Wenn wir sagen, das Auge bewegt sich, z. B. nach links, so meinen wir damit allgemein, die vordere (Hornhaut und Linse tragende) Augapfelhälfte macht eine Excursion nach der linken Seite hin; es ist nun aber klar, dass alsdann die hintere (den Glaskörper haltende) Augapfelhälfte sich nach rechts von unserer Blicklinie bewegen muss. Wir werden also, nachdem der Drehpunkt des Auges hart hinter der hinteren Linsenkapsel liegt, sich Hornhaut, vordere Augenkammer und Linsenach derselben Richtung wie das Auge (recte die vordere Bulbus-hälfte) bewegen sehen, den Glaskörper aber in entgegengesetzter. Trübungen, welche sich
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gleichsinnig mit dem Auge bei Bewegungen desselben drehen, gehören der Hornhaut oder der Linse an und können dann leicht mittelst focaler Beleuchtung auf ihren Sitz diagnosticirt werden; solche, welche sich in entgegengesetzter Richtung im Pupillargebiete bewegen, liegen im Glaskörper.
8.nbsp; Ausserdem kann man die Trübungen in fixe, d. h. solche, welche nach einer Augenbewegung mit Aufhören derselben ebenfalls bewegungslos werden und in bewegliche unterscheiden. Letztere machen, nachdem das Auge ruhig geworden ist, noch weitere, von der Bewegung desselben nicht direct abhängige Excursionen, indem sie entweder den eben durchmessenen Weg wieder zurückgleiten oder dem Gesetze der Schwere folgend, mehr oder weniger senkrecht und in verschieden raschem Tempo auf den Boden des Augenhintergrundes fallen. Auch gelingt es öfters, sie im Beginne der Bulbusbewegungen von dort aufwirbeln zu sehen. Wenn man die Consistenz der brechenden Medien prüft, so ist von vornherein klar, dass solche bewegliche Opacitäten nur im Glaskörper vorkommen können, dessen Festigkeitsgrad bei Vorhandensein von Trübungen ohnehin mehr und mehr dem des Wassers sich nähert (Synchysis). Fehlerhaft wäre es, umgekehrt schliessen zu wollen, jede Trübung im Glaskörper müsse volatil sein; fixe Trübungen (z. B. Bindegewebsspangen) sind durchaus keine Seltenheit.
9.nbsp; nbsp;In einige Verlegenheit können den Untersucher hinsichtlich der Differentialdiagnose Trübungen bringen, welche dem Drehpunkte des Auges sehr nahe liegen, es sich also um die jeweilige Entscheidung handeln muss, ob sie den hintersten Partien der Linse oder den vordersten Giaskörperregionen angehören. Hier bringen die Purkinje-Sanson'schen Flamrabildchen Aufschluss. Ist nämlich das hintere (verkehrte und
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nach entgegengesetzter Kichtuug sich entfernende) Linsenbildchen deutlich nachweisbar, so kann die Opacität, da sie weder in der Cornea, noch in der Vorderkammer, noch in der Linse liegt, nur im Glaskörper gelegen sein. Hat sie dabei eine gewisse Ausbreitung und Dichtigkeit, so kann sie wie das Amalgam hinter einer Spiegelplatte wirkend den Reflex der hinteren Linsenkapsel bedeutend verstärken
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und das Linsenbildchen auffallend hell und deutlich 'werden lassen. 10. Dass alle diese verschiedenartigen Trübungen natürlich die Erkennung des Aiigengrundes erheblich erschweren und unter Umständen geradezu unmöglich machen können, liegt auf der Hand. Ebenso ist es leicht erklärlich, dass das Bild, welches wir von den einzelnen Theilen desselben bekommen, alsdann ein mehr oder weniger verschwommenes und verzerrtes ist. Der nachtheilige Einfluss der Trübungen wird bei den Thieraugen doppelt in die Waagschale fallen müssen, da der Gang der Lichtstrahlen schon physiologischer quot;Weise eine Störung durch den Hornhaut- und den Linsenastigmatismus erleidet.
Befinden sich zwischen der Sehnervenscheibe und dem Beobachter reichliche dichte und staubförmige Trübungen, so kann ihm die. erstere abnorm gross und diffus dunkel geröthet erscheinen, und zwar aus denselben Gründen, warum wir die hinter Dunstschichten aufgehende Sonne so gross und quot;gluthroth sehen.
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Iris und Corpus ciliare.
Die Untersuchung der meisten Verhältnisse an der Iris erfordert die Anwendung der seitlichen Beleuchtung, wobei man sich dann noch mit Vortheil einer vergrössernden Loupe bedienen kann. Nur in einem Falle benöthigen wir den Augenspiegel,
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wenn es sich darum handelt, in der Kegel als Folge von Entzündungen abnorm dünn und atrophisch geworden e Stellen oder Zusammenhangstrennungen im Irisgewebe, ganz besonders die Abreissung der Iris von ihrer ciliaren Insertion, Iridodlalysis (dtaXvio löse auf) zu constatiren. Indem uns bei solcher Exploration im durchfallenden Lichte Strahlen aus dem Fundus des Auges durch die Kissstellen zurückkehren, sehen wir dieselben so hell erleuchtet wie die Pupille. Hat die Iridodialysis eine grössere Ausdehnung erlangt, so wird man schon durcli die abnorme Gestalt der Pupille, die eine mehr abgeschrägte Form angenommen hat, auf ein solches Ereigniss hingewiesen.
Ausser den Bewegungen, welche die Regenbogenhaut macht, um eine mydriatische oder myotische Form der Pupille herbeizuführen (s. Pupillarreaction), kann man gelegentlich in Augen, deren Linse zufällig oder auf operativem Wege zu Verlust gegangen ist, eine rein passive Bewegung, ein Schlottern, Zittern oder Flattern der Iris, Iridodouesis (dovitü-ötvecj wirbele) oder Iris tremulans bei Bewegungen des Auges wahrnehmen, welches darauf zurückzuführen ist, dass die Iris ihre natürliche Stütze nach rückwärts die Linse verloren hat. Dabei ist die vordere Augenkammer gewöhnlich gleichzeitig etwas vertieft.
Der Grund für Bewegungshemmungen der Iris, wobei hier nervöse Störungen nicht weiter berücksichtigt werden sollen, ist in der Regel in dem Umstände zu suchen, dass die Membran Verlöthungen *und Verwachsungen mit ihrer Umgebung einging und nun theilweise oder ganz an der Adhäsionsstelle fixirt wird. Derartige Zustände werden als Synechien (avvtxeia, aiv-iyu halte zusammen) bezeichnet und zwar spricht man, wenn irgend ein Theil der Irisfläche oder ganz besonders gerne und häufig des pupillaren Irisrandes nach hinten zu mit der vorderen Linsenkapsel verlöthet ist, von einer hinteren Synechie (Synechie posterior), von einer vorderen Synechie (Synechie anterior) andererseits bei Verwachsungen mit der Hornhautrückfläche. Während die hintere Synechie gewöhnlich im Verlaufe einer Regenbogenhaut-Entzündung (Iritis) in der Weise zu Stande kommt, dass zuerst auf die Oberfläche gesetzte Exsudations-producte eine Verklebung mit der vorderen Linsenkapsel besorgen
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und diese amorphen Massen sieh später organisiren, d. h. eine Umwandlung in Narben-Bindegewebe durchmachen, geht der vorderen Synechie gewöhnlich eine Hornhaut-Perforation (z. B, bei ulcerösen Hornhautprocessen) mit Einfallen von Iristheilen in die Perforationsstelle und hinterherigem Einheilen dortselbst voraus.
Je nachdem viele oder nur wenige Punkte des pupillaren Irisrandes in solcher Weise Adhäsionen eingingen, wird einmal die Beweglichkeit der Pupille bald mehr, bald weniger gestört sein und dann die Gestalt der Pupille selbst dabei mancherlei Verzerrungen (ei-, birn-, sanduhrförmig u. s. w., absolut unregel-mässig) erleiden müssen. In einzelnen, besonders ungünstigen Fällen, besonders bei Kecidiviren der Entzündung, kann es sogar soweit kommen, dass sich der ganze freie Irisrand an die vordere Linsenkapsel anlöthet und eine einzige, aber totale, ringförmige Synechie bildet, Pupillarabschluss, Synicesis') (atv-itavia sinke zusammen); weil es hierbei aber zu einer Absackung des Humor aqueus hinter der Iris stets kommen muss, wird diese constant in Form eines entweder einzigen und grossen oder mehrerer kleiner Buckel hervorgetrieben und hervorgebaucht, Iridoconus, so dass es in einzelnen Fällen zu einer Berührung zwischen Irisvorderfläche und Hornhautendothel kommen kann, wobei dann natürlich der Kaum der vorderen Augenkammer ausserordentlich reducirt sein wird.
Dass Synechien, allerdings dürfen sie nicht zu ausgedehnt sein, einer Reparatur fähig sind, kann uns eine über längere Zeit und täglich wiederholte Untersuchung eines günstig verlaufenden Falles lehren. Bemerken wir vielleicht zuerst, dass der Irisrand uns nicht mehr so fest und innig an die Linsenkapsel angedrückt zu sein erscheint, so beobachten wir schon in den nächsten Tagen, wie sich die Synechie zu einem immer länger und in gleichem Masse dünner werdenden Faden aus-
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1) Als Pupillarverschluss oder Pupillensperre, Occlusio pupillae, bezeichnen wir die Verlegung des ganzen Pupillargebietes durch Entzündungsproducte und deren Umwandlungsproducte (Psendo-mombranen etc.).
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spinnt, der eines Morgens gerissen ist und späterhin resorbirt wird. Die Stelle aber, wo die Synechie ihren Anheftungspunkt an die Linsenkapsel hatte, können wir in der Regel lebenslang nachweisen an dem schwarzen oder dunkelbraunen Pigment-fetzchen, welches von der Iris weggerissen und auf der Linse deponirt wurde. Pferdelinsen, welche oft massenhafte Synechien-bildung erleiden, können aussehen, als ob man einen Staubbeutel mit Pigment über sie ausgeschüttelt hätte.
Die häufigste und daher wichtigste Erkrankung ist die Entzündung der Iris, Iritis. Noch bevor wir uns eine entzündete Iris selbst ansehen, begegnen uns an den Schutztheilen des Auges und in dessen vorderem Abschnitte ganz regelmässig und der Intensität der Entzündung entsprechend verschieden hochgradige Begleiterscheinungen. Zunächst fällt uns Empfindlichkeit gegen grelle Beleuchtung und Helligkeit überhaupt auf und in Folge dieser Lichtscheu wird die Lidspalte mehr weniger, oft vollständig geschlossen gehalten, wozu auch noch ein verschieden starkes entzündliches Oedem der Lider beiträgt. Der Lidrand erscheint in der Regel feucht, benässt von einer vermehrten Conjunctivalsecretion, Thränen-fliissigkeit fliesst aus dem medialen Augenwinkel und bildet ab und zu über die Wangen herab eine förmliche Strasse. Oeffnen wir die Lidspalte, was wie überhaupt jede Manipulation an einem iritischen Auge vom Patienten sehr unangenehm und schmerzhaft empfunden wird und daher mit Rücksicht und Geduld vorzunehmen ist, so bemerken wir eine starke Röthung der Conjunctiva bulbi mit oder ohne Hyperämie der Conjunctiva palpebrarum, welch letztere aber immer graduell gegen erstere zurücktritt im Gegensatze zur Conjunctivitis cartarrhalis, wo das Verhalten der beiden Theile der Bindehaut zu einander ein entgegengesetztes ist. Die pericorneale Injection kann einen solchen Grad annehmen, dass die episcleralen Gefässe als breite blaurothe Bandstreifen erscheinen, die sich auf Fingerdruck hin ihres Blutinhaltes nur noch unvollständig oder gar nicht mehr entleeren lassen; der ab- oder zunehmende Grad der Färbung und Breite der episcleralen Pericorneal-Injection dient und als ziemlich zuverlässiger Massstab für die Beurtheilung des Vor- oder Rück-
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wärtsschreitens des iritischen Processes. Die Hornhaut betheiligt sich an der Erkrankung in der Weise, dass sie eine entweder mehr diffuse, oder strichförmige, wohl auch randständige Trübung zeigt; nicht selten kommt es sodann zu einer thell-weisen Vascularisation der Membran. Namentlich bei der serösen Iritis sehen wir die Hornhauthinterfläche gerne mit feinen, punktförmigen Präcipitaten (Descemetitis punctata) beschlagen, welche aus dem Humor aqueus niederfielen. In wie weit letzterer in Mitleidenschaft gezogen wird, sehen wir alsbald. Und nun zur Iris selbst! Eines der ersten Symptome beginnender Iritis ist eine Yerengerung der Pupille oder anders ausgedrückt, eine Verbreiterung des Irisareales, die wir schon während der die Iritis einleitenden und ihr vorausgehenden Regenbogenhaut-Hyperämie wahrnehmen; die Pupille wird mit zunehmender Intensität der Entzündung enger und enger, dabei sind die Bewegungen der mit Blut überfüllten Membran immer weniger ausgiebig und energisch, bis sich mit einer maximalen Myosis vollständige Pupillenstarre verknüpft. Mit Beginn der Exsudation pflegt die Iris ihren Glanz zu verlieren und sich zu verfärben, sie nimmt ein schmutziges Colorit an, blaue Irides werden dabei gewöhnlich schmutziggrün, braune werden roth- resp. rostbraun mit Beimischung von grau oder gelb, so dass die verschiedensten Nuancirungen entstehen können. Als vielleicht nächstes Symptom vermissen wir bei genauer Durchmusterung der Iris mit focaler Beleuchtung die Deutlichkeit der Zeichnung ihrer Vorderfläche, die sogenannten Structurfalten treten nicht genügend scharf mehr hervor, die Leistchen und Furchen, die wir sonst zu sehen gewohnt sind, sind eingeebnet, das Irisgewebe ist geschwollen und aufgelockert; untersuchen wir nur kurze Zeit später wiederholt, so bemerken wir dort ein sammetartiges Aussehen, einen vorderhand noch sehr zarten Beschlag, der natürlich die Irisfarbe noch weiter modificiren kann. Nimmt die Exsudation ihren ungestörten Fortgang, so wird zunächst das Irisgewebe sich mit Entzündungs-producten infiltriren, die ganze Membran dicker werden oder bei nur partiellem Ergriffensein an einzelnen Stellen tumesciren. Ein anderer Theil des Exudates wird auf die vordere und hintere
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Fläche der Iris und in der Gegend des Pupillarrandes abgelagert, geräth hier in Berührung mit dem Kammerwasser und vermengt sich, dasselbe verschiedenartig trübend, mit demselben. Je nachdem das Exsudat vorwiegend serös, gelatinös-fibrinös, eiterig oder blutig ist (und wir sprechen in Bezug auf den Charakter der Entzündungsproducte auch von einer Iritis serosa, fibrinosa, purulenta, haemorrhagica), wird Iris und Vordertammer ein anderes Bild bieten.
Bei der serösen Iritis tritt eine Hypersecretion des Humor aqueus in den Vordergrund, der eine schwache diffuse Trübung erleidet, durch welche die Iris verfärbt durchscheint; von ihm präcipitirea sich weisse, punktartige Fleckchen auf die Descemetis, die gewöhnlich bei focaler Beleuchtung eben sichtbar sind und sich selten zu weissen Platten conglomeriren. Viel schwerere Veränderungen erleidet die Eegenbogenhaut bei der parenchy-matösen, plastischen und suppurativen Iritis, wo das Gewebe mit fibrinösen oder eiterigen Massen vollgepfropft wird, die dann auch auf der Irisaussenfläche erscheinen, sich allmählich von der Membran ablösen, im Kammerraurae dem Gesetze der Schwere folgend zu Boden sinken. Das Exsudat erscheint entweder als zuerst mehr voluminöse, gelatinöse, grüngelb oder graugelb gefärbte, lockere Masse und nimmt die unteren Theile der Kammer ein, gelegentlich durch mehr diffuse oder streifenartige Bluteinmischung ein röthliches Colorit erhaltend; in Folge auftretender Fibrinausscheidung gerinnt es allmählich, contrahirt sich und wird dabei compactor, bis im Stadium des Eückschreitcns eine fettige Degeneration die Kesorption und damit Säuberung der vorderen Kammer ermöglicht. Oder wir finden am Boden der Kammer verschieden hoch gegen die Pupille hinaufreichend einen eiterigen Satz mit horizontaler Abgrenzungslinie, Hypopyon {uno unter, 7ci:ov Eiter). Wird durch Exsudattheile irgend eine Stelle der Iris an ihre Umgebung festgeklebt, so entsteht eine Synechie (siehe diese weiter oben).
Sehr selten primär erkrankt das Corpus cillare; gewöhnlich sind es Entzündungsprocesse, die sich von vorne, von der Iris her oder von rückwärts, von der Chorioidea auf den Ciliarkörper fortpflanzen und eine Cyclitis (xvxAog Kreis) veranlassen, so dass
Schlampraquo;, AuKcnheUkunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6
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im ersteren Falle eine Iridocyclitis zu Stande kommt, während im zweiten Falle die Cyclitis Theilerscheinung einer Iridochorioiditis ist, d. h. eines Entzündungsprocesses, der den ganzen Uveal-tractus occupirt. Nachdem das Corpus ciliare weder mit focaler Beleuchtung noch vermittelst der Spiegeluntersuchung direct zugänglich ist, müssen wir uns für die Diagnose mit mehr indirecten Symptomen begnügen und es sind da besonderer Erwähnung werth die starke episclerale Injection, ausserordentlich heftiges Schmerzgefühl bei Berührung der von Blut strotzenden Ciliargegend, Hypopyon ohne hervorragende und dasselbe erklärende Betheiligung der Iris, Trübungen in den vordersten Abschnitten des Glaskörpers und Schwankungen des intraocularen Druckes.
Tumoren der Iris sind im Ganzen recht seltene Vorkommnisse. Häufiger einzig trifft man beim Pferde Hypertrophien und Hyperplaslen der Traubenkörner, bald so geringgradig nur, dass man im Zweifel sein kann, wo das Normale aufhört und das Krankhafte beginnt, bald in solcher Entwicklung, dass die hochgradigsten Sehstörungen daraus resultiren können. Man findet dunkel pigmeutirte, rostbraune, klumpige, meist vielhöckerige, in der Regel mit schmaler Basis aufsitzende und von erweiterten und oft korkzieherförmig gewundenen oder bandartigen Gefässen durchzogene Geschwulstmassen, die wie in dem von Eversbusch1) veröffentlichtem Falle in ihrem grössten Durchmesser bis zu zwei Centimeter messen und die Hornhautrückfläche fast erreichen können. Das angrenzende Irissegment ist gewöhnlich in keiner Weise an der Geschwulstbildung mitwirkend, die vielmehr lediglich von den Traubenkörnern ausgeht. An Tuberkuloseprocessen betheiligt sich die Iris in der Weise, dass entweder (und zwar hei Impfung mit Tuberkelgift in die vordere Augenkammer) eine Eruption von Knötchen im Irisgewebe stattfindet, die dann zu verkäsen pflegen und rasch zu tiefgreifenden Destructionen des Auges führen oder (bei perlsüchtigen Bindern) es im Verlaufe einer tuberkulösen
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*) Eversbusch, Zeitschrift für vergleichende Augenheilkunde. 1885, S. 68 u. ff.
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Iritis zu Perl Wucherungen kommt, welche eine derartige Verdickung der Membran veranlassen können, dass die Vorderkammer völlig verschwindet. Ausser diesen Neoplasmen kann man gelegentlich auf Sarkome, Lipome und cy stoide Degenerationen des Irisgewebes stossen.
Was die angeborenen Missbildungen und Defeete anbelangt, so kann zunächst die Iris vollständig fehlen, Aniridie oder Irideremia totalis (tQig, EQfios einsam), so dass der Krystall-körper in seiner ganzen Ausdehnung zur Anschauung gelangt, was dem Auge einen ganz eigenthümlichen Ausdruck verleiht. Es ist dies übrigens der einzige Fall, wo es gelingen kann, die Ciliarfortsätze entweder bei blosser Betrachtung oder doch mit dem Augenspiegel zu sehen. In anderen Fällen finden sich noch einzelne Segmente in der Nähe des ciliaren Irisrandes vor Irideremia partialis. Nicht mit ihr verwechselt werden darf das einfache Umschlagen oder Umklappen eines Theiles des freien Irisrandes nach rückwärts.
Abweichend von ihrer centralen Lage kann die Pupille und gewöhnlich unter mehr weniger bedeutender Verzerrung ihrer Form congenital aus der Sehaxe hinausgerückt sein und eine excentrische Stellung besitzen, Korektopie (jco^ Pupille, hc aus, roTiog Ort), so dass sie in einzelnen Fällen nur durch eine ganz schmale Brücke von der ciliaren Irisinsertion getrennt ist. Das Vorhandensein von mehr als einer Pupille bezeichnen wir als Polykorie (noXvg viel, xo^).
Das Colobom der Iris erscheint uns als ein entweder angeborener oder (bei Thieren wohl recht selten) erworbener Defect der Regenbogenhaut in der Art, dass eine Lücke von annähernder Dreiecksform im Gewebe der Regenbogenhaut besteht, wobei die Basis in den Pupillarrand zu liegen kommt, während die gewöhnlich abgerundete Spitze gegen den ciliaren Irisrand hin gerichtet ist, den sie entweder erreichen kann oder auch schon früher endet. Dabei kann die Grosse der Lücke verschieden sein. Häufig beschränkt sich die Hemmungsbildung eine solche ist das Colobom nicht nur auf die Iris, sondern com-plicirt sich mit spaltförmigen Lücken (Colobomen) in der Aderhaut, dem Ciliarkörper, ja selbst in den Lidern.
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Als ein der Rückbildung und Eesorption nicht völlig anheimgefallener Rest der fötalen Pupillarmembran stellt sich uns die Meiubrana pupillaris perseverans sive persistens im Auge des erwachsenen Thieres dar, in der Hauptsache ein fadenförmiges oder hautartiges Gebilde von grauweisser Farbe, mit einzelnen verschieden starken Ausläufern versehen, das sich an Irisgewebe inserirend über die Pupille hinwegzieht. Eine Verwechslung der persistirenden Pupillarmembran mit Synechien der Iris die einzige, die wohl möglich wäre lässt sich leicht vermeiden, wenn man genau zusieht, wie alle die Fäden und Fädchen stets ihren Ursprung von der vorderen Irisfläche nehmen, etwa aus dem Circulus iridis minor herauszukommen scheinen, während die Adhäsionsfäden der Synechien sich am Pupillarrande der Iris inseriren. Gelegentlich kommt es auch vor, dass die gröberen oder feineren Fädchen, wenn sie den freien Pupillenrand überschritten haben, zur vorderen Linsenkapsel treten und dort sich anheften; im Falle von Schindelka1) war nur der Mitte der vorderen Linsenkapsel eine plattenförmige Trübung in Form eines achtzackigen Sternes aufgelegen, während die Verbindungsfäden durchrissen zu sein schienen. Die Pupillarreaction wird wohl nie durcli eine derartige Membran gehemmt sein.
Ein Blick zum Schluss auf die Farbe der Iris geworfen, zeigt uns zuweilen eine verschiedene Färbung beider Irides, Heteroplitlialmus s. Heterochromia ocnli; auch kommt es vor, beim Hunde nicht selten, beim Schweine geradezu häufig, dass ein Sector oder die eine Irishälfte albinotisch sind, während die übrige Irisfläche in ihrer normalen Farbe erscheint.
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Die Erkrankungen des Augenhintergrundes
können nur mit Hilfe des Augenspiegels diagnosticirt werden. Es ist desshalb nöthig, zuerst den Refractionszustand des untersuchten Auges festzustellen, worauf man gewöhnlich den Sehnerveneintritt aufsucht und von hier ausgehend dann die verschiedenen Bezirke des Augengrandes systematisch der Betrachtung unterwirft-
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') Schindelka, Zeitschrift f. vergleich. Augenheilkunde. 1883, p. 101
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A. Sehnerv und Netzhaut. I. Sehnerv.
lieber die Erkrankungen des Sehnervenkopfes ist bis jetzt etwa Folgendes bekannt:
Beim Hunde beobachtet man gelegentlich eine sogenannte Stauungspapille (erstmalig beobachtet von Eversbusch-Westrum). Dieser Zustand beruht auf einer entzündlichen Infiltration des Sehnervenkopfes und seiner directen Umgebung, die sich ausspricht in einem starken Vorspringen der Papille gegen den Glaskörper hin. Die klinische Diagnose dieser Erkrankung ist nicht allzuschwer. Denn da der geschwollene Sehnerv nach vorne von der am normalen Platze befindlichen Netzhaut liegt, so ist klar, dass man bei der Untersuchung im aufrechten Bilde den ersten Theil mit einem schwächeren Correctionsglase (da ja der Abstand von der Mitte der Hornhaut verringert ist) deutlicher sehen muss, als wie die weiter rückwärts gelegene Netzhaut und Chorioidea. Femer fallen die aus dem warzen-förmig vorspringenden Sehnerveneintritt entspringenden Gefässe, entsprechend dem Grade der Schwellung, steil ab in das Netzhaut-Niveau. Dabei sind die Venen wie die Arterien verdünnt, letztere besonders und oft in dem Grade, dass man sie nur und zwar im aufrechten Bilde eben noch sehen kann.
Als Neuroretinitis, d. h. Entzündung der Sehnervenscheibe und der direct um diese herum gelegenen Netzhautpartien gibt Schindelka beim Pferde etwa in Kürze folgendes klinische Bild: der Seh nerveneintritt ist anfangs partiell, dann in seiner ganzen Ausdehnung bedeutend geröthet, in den einzelnen Contouren verwaschen, getrübt und erscheint etwas prominenter. Der an-stossende Netzhauttheil zeigt sich zuerst weniger durchsichtig, späterhin trübe, die Eetinalgefässe scheinen nur ganz undeutlich durch diese Trübung hindurch; seitlich von der Papille treten Stecknadel- bis hanfkorngrosse sowie spindelförmige Netzhautblutungen auf und der Glaskörper wird flockig getrübt. Die Erscheinungen bildeten sich im Laufe der Zeit allmählich zurück.
Als endlicher Ausgang einer Entzündung des intraoeularen Sehnervenendes, aber dann auch in Folge bis jetzt nicht erkannter
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Ursachen, kommt es, besonders beim Pferde, dann aber auch beim Hunde beobachtet, bei letzterem sogar congenital oder kurze Zeit nach der Geburt constatirt, zu einer Atrophie der Sehnervenscheibe, d. h. es vollzieht sich ein Schwund der nervösen Elemente der Papille, wodurch das bindegewebige Element mehr in den Vordergrund tritt. Dieses Ereigniss kommt auch ophthalmoskopisch dadurch zum Ausdrucke, dass man in Fällen typischer Atrophie statt der normalen Zeichnung der Papille das bindegewebige Stützgerüste der Lamina cribrosa durchscheinen sieht quot;und zwar erscheint der centrale Theil der Pferde-Papille als ein weissliches Feld, welches von unregelmässigen grauen Flecken siebförmig durchbrochen ist, während gleichzeitig die nach innen vom Scheidenringe gelegene Zone als ein mehr oder weniger deutlich radiär gestreifter Kranz erscheint. Berlin vergleicht das Aussehen der atrophischen Papille mit dem eines schräg durchschnittenen Rettigs. Die Gefässe der Sehnervenscheibe sind an Zahl bedeutend verringert, die oft wenigen, die noch sichtbar blieben, in ihrem Kaliber auffallend reducirt, die Capillaren zum grossen Theile ganz verödet, wodurch die Farbe der Papille ein reines oder mehr weniger mit Grau gemischtes Weiss wird. Das liegende Oval der Sehnervenscheibe beim Pferde wandelt sich nicht selten unter gleichzeitiger Verkleinerung ihres Umfanges in eine annäherungsweise runde Configuration um.
II. Netzhaut.
Ueber das ophthalmoskopische Bild der Netzbautentzündung ist zur Zeit noch sehr wenig Positives bekannt. Im Allgemeinen treffen wir bei einer Retinitis einen erhöhten Blutzufluss zum Entzündungsgebiete, also stärkere Füllung und Verbreiterung der Netzhautgefässe, die sich dabei sogar schlängeln können, neben einer mehr diffusen Eöthe in Folge capillärer Injection; aus den mit Blut überfüllten Gefässen kann es sogar in Folge Berstung ihrer Wandungen zu Blutungen (s. d.) in die Netzhaut kommen, und derartige Hämorrhagien finden wir desshalb auch besonders gerne entlang dem Verlaufe der Blutgefässe. Wir bezeichnen solche Formen der Netzbautentzündung, die hervorragend mit Blutungen einhergehen, als Retinitis haemorrhagica s. apoplectic a.
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Kommt es im ferneren Verlaufe zu einer entweder mehr serösen Infiltration der Retina oder zu Einlagerung von fibrinösen oder purulenten Exsudatmassen zwischen die Gewebselemento der Netzhaut oder auf ihre Oberfläche, so wird vor Allem die Transparenz der Membran Schaden leiden müssen, sie verliert ihre Durchsichtigkeit die Netzhaut ist im gesunden Auge ja bei der Spiegeluntersuchung nicht sichtbar und nur die in ihr verlaufenden Gefässe zu erkennen und es entstehen rein weisse, oder grau resp. gelblich weisse Trübungen in der Form von Streifen oder Plaques, welche allenfalls dort verlaufende Gefässe und die darunter gelegenen Aderhautpartien (Tapetum) ganz oder theilweise verdecken und späterhin der Resorption anheimfallen können.
Bei dori nahen Beziehungen zwischen Retina und Chorioidea ist es nicht auffällig, dass retinitische Vorgänge sich an Aderhautentzündungen anschliessen, wobei der Entzündungsprocess sich per continuitatem auf die Netzhaut fortpflanzt, Chorioretinitis.
Blutungen in der Netzhaut finden wir nicht selten in Folge von Contusionen des Augapfels durch stumpfe Gewalten, wo es zu Gefässzerreissungen kommt, bei Circulationsstörungen im Netz-hautgefässsystem wie sie durch schwere Herzerkrankungen herbeigeführt werden, dann ferners bei krankhaften Veränderungen in der histiologischen Structur der Gefässwandungen, z. B. im Verlaufe von Degenerationsvorgängen oder bei Infectionskrankheiten, ausserdem im Anschlüsse an eine rapid eintretende Herabsetzung des intraoeularen Druckes. Die ihrer Zahl und Menge nach im Einzelfalle sehr verschiedenen apoplectischen Herdchen erscheinen im Spiegelbilde als blutige Flecken, die, wenn in der Vielzahl, bald gegen den Sehnerveneintritt zusammengedrängt, bald mehr gleich-massig über die ganze Netzhaut disseminirt sind und öfters dem Verlaufe der Gefässe folgen, bald in irgend einem Bezirke des Augengrundes gehäuft auftreten. In ihrer Grosse von einem eben sichtbaren Stippchen bis zu der Ausdehnung eines Papillen-durchmessers und selbst zu einer förmlichen Blutlache variirend, zeigen die einzelnen Extravasate eine annähernd runde oder un-regelmässige Form oder erscheinen in anderen Fällen strich-und streifenformig; letztere haben ihren Sitz hauptsächlich in der
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Faserschichte der Netzhaut, die ersteren in der Körnerschichte. Die Farbe der blutigen Ergüsse, die natürlich in ihrer Helligkeit schon dadurch beeinflusst wird, je nachdem die Blutung in den vorderen oder den hinteren Netzhautschichten gelegen und letzteren Falls von einer verschieden dicken Gewebslage gedeckt wird, ist im Allgemeinen bei frischen Apoplexien ein intensives helles Roth, das sich späterhin unter fortschreitender Resorption
nbsp; nbsp;dem schliesslichen günstigen Ausgange der Retinalapoplexien
nbsp; dunkler, dann bräunlich färbt, um endlich ganz zu verschwinden. Bei grosser Massigkeit des Ergusses kann es auch vorkommen, dass die Netzhaut entweder gegen den Glaskörper zu oder, wohl selten, nach der Aderhaut hin perforirt und dadurch eine ausgedehnte schalenförmige Hämorrhagie entsteht.
Ais Ablösung oder Abhebung der Netzhaut, Secessus sive Ablatio retinae bezeichnen wir ein Abgedrängtwerden der Netzhaut von der Chorioidea und Vorrücken der Retina gegen den Glaskörperraum zu, wobei gleichzeitig der auf diese Weise zwischen den beiden Membranen neu entstandene (sog. subretinale) Raum durch Flüssigkeitsmassen oder Gewebselemente ausgefüllt wird. Eine solche Abhebung, als deren Ursachen wir heftig auf den Augapfel einwirkende contundirende Gewalten, zwischen beide Membranen gesetzte Exsudate und Blutungen, Schrumpfung eines pathologisch veränderten und die Netzhaut mechanisch nach vorne ziehenden Glaskörpers sowie von der Aderhaut ausgehende und in ihrem weiteren Wachsthume die Netzhaut vor sich herdrängende Geschwülste kennen, kann nur einen kleineren oder bedeutenderen Theil der Retina betreffen, oder es erfolgt mit dem Fortschreiten des veranlassenden pathologischen Processes ein totaler Secessus. Dass die Netzhautablösung, besonders in den schwereren Formen der totalen Abhebung, nicht noch weit häufiger in Pferdeaugen klinisch diagnosticirt werden kann (und beim Pferde wird sie im Anschlüsse an jene Formen der reeidivirenden Iridochorioiditis
nbsp; sog. periodischen Augenentzündung welche sich im hinteren Abschnitte des Uvealtractus abspielen, ungemein häufig angetroffen), hat seinen Grund in dem häufigen Auftreten seeundärer Hornhaut- und Linsentrübungen sowie von Glaskörperveränderungen, welche die Spiegeluntersuchung stören und oft immöglich machen.
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Ein auf alle Fälle passendes klinisches Bild lässt sich nicht geben; doch wird bei Berücksichtigung der folgenden Einzelheiten ein halbwegs spiegelfester Beobachter die Biagnose der Netzhautablösung unschwer und richtig stellen können.
Augen mit abgelösten Netzhäuten und ganz besonders im Decursus der recidivirenden Iridochorioiditis des Pferdes treffen wir das beginnen nach einiger Zeit schwach phthisisch zu werden; sie fühlen sich alsbald bei der Tensionsprüfung erheblich oder deutlich weicher an, weil als Polge des primären chorioiditischen Processes neben der Netzhautablösung noch eine Yerflüssigung des Glaskörpers (Synchysis) sich einstellt. Die Pupille hat in einer grossen Anzahl von Fällen ihre graublaue, resp. schwarze Farbe verloren und erglänzt in einem entweder rein hellgrünen oder schmutzig grüngelbem Schimmer, in jener ich möchte sagen berüchtigten grünen Färbung, welche zu dem verhängnissvollen Irrthume Veranlassung gab, die sogenannte periodische Augenentzündnng Jahrzehnte hindurch als Glaucom aufzufassen. Die Erklärung dieses Phänomens wird sehr einfach, wenn man bedenkt, dass der Augengrund mit der Yorschiebung der Netzhaut sehr weit gegen die Pupille vorrückt, das an und für sich übersichtig gebaute Auge unserer Hausthiere dabei hochgradig hypermetropisch wird und sehr stark divergente Strahlen aussendet, während gleichzeitig die hinter der Netzhaut angesammelte, der Kegel nach in Folge von Auflösung des Blutfarbstoffes rothbräunlich gefärbte Flüssigkeitsschichte das Licht stark reflectirt.
In vorgeschrittenen Fällen der Ablösung der Ketina von der Aderhaut kann es sich ereignen, dass der Untersucher bereits mit unbewaffnetem Auge oder unter Anwendung der seitlichen Beleuchtung hinter der Pupille ein graues oder mehr dunkles, hautartiges, unregelmässig und unbestimmt gefaltetes Gebilde trifft, das im allerersten Momente ihm vielleicht als eine Linsentrübung imponiren könnte. Greifen wir zum Spiegel, so fällt sofort auf, dass es uns anfangs nur sehr schwer oder gar nicht gelingen will, Licht aus dem Augengrunde heraus zu bekommen. Haben wir es mit einer noch nicht vollständigen Abhebung zu thun und letztere entzieht sich häufig der Diagnose wegen der gleichzeitig vorhandenen dichten Glaskörperopacitäten so
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werden wir von den der Aderhaut noch anliegenden Netzhautstellen ein annähernd normales Bild des Tapetum erhalten; dies kann auch bezüglich des Sehnerveneintrittes der Fall sein. Die abgelöste Netzhautpartie dagegen erseheint uns je nach ihrer Grosse als eine dunkle grauschwarze Blase oder ebenso farbiges vorhangartiges Gebilde, ausgezeichnet durch verschieden grosse und hohe, der Hauptsache nach concentrisch gegen die der Papille entsprechende Stelle des Augengrundes gerichtete streifige Faltenzüge. Bei Bewegungen des Auges bemerken wir in diesem verschieden grossen manchmal mehr als den halben Augengrund einnehmenden bald mehr blasenartigen, bald hautigen Gebilde eine gewisse Undulation, eine wellenartige Bewegung, erkennbar an dem Verstreichen einzelner Falten, für die sofort andere Faltenkämme auftreten, die je nach der wechselnden Spiegelhaltung bald etwas heller, bald wieder dunkler scheinen. Reicht die Abhebung der abgelösten Netzhaut bis in die Nähe des Sehnorveneintrittes, so kann sich ein Theil der flottirenden Netzhaut vor die Papille, die meist mehr weniger verschwommen ist und ein schmutzig gelbes Colorit angenommen hat, legen und dieselbe zur Hälfte oder noch mehr verdecken, ja völlig durch Vorlagerung unsichtbar machen. Gleichzeitig werden die sehr dünn calibrirten und kurzen Papillargefässe beim Pferde undeutlich oder sie verschwinden ganz; bei Thieren mit gut entwickeltem und ausgebreitetem Netzhautgefässsystem dagegen kann es vorkommen, dass wir ein Stück eines Gefässes zu Gesichte bekommen, das plötzlich unterbricht (weil es in ein Faltenthal untertaucht), um dann ebenso unvermittelt auf der Höhe einer Falte wieder zu erscheinen. Dabei haben solche Gefässe die Eigenthümlichkeit, sehr dunkel, fast schwarz zu erscheinen, und zwar aus demselben Grunde, warum wir Glaskörpertrübungen schwarz zu sehen pflegen, eben weil wir sie im durchfallenden Lichte beobachten. Einrisse in die abgehobene Netzhaut lassen sich nicht selten constatiren.
Zu bemerken ist noch, dass es häufig gelingt, den abgelösten Netzhautsack bei der Spiegeluntersuchung ohne Correctionsgläser zu erkennen.
Unter normalen Verhältnissen reichen bei allen Hausthieren (mit alleiniger Ausnahme des Kaninchens) die doppelt contottrirten
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Nervenfasern im Sehnerven nur bis an die Lamina cribrosa, um sich von hier unter Verlust ihres Nervenmarkes als durchsichtige Axencylinder in der Netzhaut auszubreiten. In einzelnen Fällen kann es vorkommen (besonders beim Einde und Pferde, dann beim Hunde bislang beobachtet), dass ein Theil der in die Netzhaut ausstrahlenden Sehnervenfasern beim Wegtritte von der Sehnervenscheibe, abweichend von der Norm, sein Nervonmark beibehält. Solche Stellen, die sich gleichsam als Anhängsel am Rande der Sehnervenscheibe und in deren nächster Nachbarschaft vorfinden, erscheinen bei der Spiegelbetrachtung als Flecken von glänzender, grauweisser oder bläulichweisser Farbe, haben die Grosse von etwa 1/41/2 Papillendurchmesser und zeigen zumeist eine deutlich ausgesprochene radienartige Streifung, welche exact in der Richtung der Nervenfasernausbreitung verläuft. Tapetum und von der Papille dort allenfalls in die Netzhaut übertretende Gefässe werden dabei ganz oder theilweise durch die Flecken verdeckt. Die Papille selbst bleibt der Regel nach von Trübungen verschont.
Einen intra vitam diagnosticirten Fall von Cystenbildung der Retina (partielle cystoide Degeneration) bei einem alten Pferde hat Eversbusch beschrieben1). Er fand, wenn er stark von oben nach unten in die ad maximum erweiterte Pupille sah, in den abhängigen Theilen des Glaskörperraumes eine fast halbkreisförmig gestaltete, intensiv schwarz gefärbte, ziemlich scharf contourirte Linie, welche man mochte von den verschiedensten Stellen in das Auge hineinleuchten oder es mochte sich das Auge nach den verschiedensten Seiten hin bewegen constant gleich blieb in Form und Ausdehnung. Die Convexitiit dieser Linie war nach dem Glaskörpercontrum hin gerichtet, während die beiden nach abwärts gerichteten Enden dieser halbkreisförmigen Linie nicht mit Sicherheit zu erkennen waren. Der von dieser halbkreisförmigen Linie eingeschlossene Raum erschien transparent und konnte man durch ihn die betreffenden Theile des Augengrundes nahezu in der gleichen Klarheit erkennen, als wie durch den oberhalb von ihm gelegenen Theil des Glaskörpers.
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*) Zeitschrift f. vergleichende Augenheilkunde. Bd. IV. pag. 87.
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B. Chorioidea.
Frische Fülle von Chorioiditis kommen schon desshalb sehr selten zur Beobachtung, weil sie nach aussen hin wenig und nicht besonders auffallende Symptome machen. quot;Was dem aufmerksamen Eigenthümer auffällt, ist höchstens eine bis zn gewissem Grade gehende Lichtscheu. Weiters erschweren die in Fällen von Chorioiditis nicht selten vorhandenen starken Verdunkelungen des Glaskörpers die Erkenntniss der Chorioidealveränderungen der Art, dass man sich mit Sicherheit über dieselben nicht aussprechen kann. So muss es erklärt werden, dass über die Spiegelbilder einer frischen Chorioiditis lediglich nichts bekannt ist. Was wir finden, sind der Kegel nach bereits abgeschlossene Processe in der Aderhaut und Folgezustände entzündlicher Zustände.
Von einem Fall eines älteren, auf beiden Augen gleichartig gefundenen chorioiditischen Processes und von ihm als Chorioiditis disseminata bezeichnet, entwirft Eversbusch1) bei einem alten Pferde folgendes typisches Bild: Nach abwärts und seitlich vom Sehnerveneintritte unregelmässig verbreitet heben sich von dem sonst dunkelbraun erscheinenden Augengrunde hellere Stellen ab, die in Form und Farbe mehrfach von einander abweichen. So gewahrt man nasal- und temporalwärts von der Opticusscheibe mehrere leicht zickzackförmig verlaufende ('/iq ili Papillen-querdurchmesser messende) weissliche oder weisslichgrüne, bald breitere bald schmäler werdende Linien und Bänder, die gegen die normal erscheinende Nachbarschaft vielfach umsäumt sind von schmutzigen Pigmentmassen. Diese letzteren, welche entweder ebenfalls bandartig oder in rundlichen, ovalen und unregelmässig polygonalen Schollen die helleren Stellen abgrenzen, sind in gleich wechselnder Form in die letzteren eingesprengt, so dass auf das dunkle Centrum eine hellere Lage folgt, welche ihrerseits wiederum von einer dunkleren Partie eingefasst ist. Daneben kommen auch rundliche oder unregelmässig configurirte Lichtungen vor,
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*) Eversbusch, Ein Fall von Chorioiditis disseminata. f. vergl. Augenheilkd. Bd. III. 1885. p. 71.
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von denen keine mehr als ein Zehntel des Papillendurchmessers einnimmt; sie weisen genau das gleiche Verhalten in Bezug auf Anordnung, Form und Intensität der Pigmentiruugen auf, wie die vorerwähnten Veränderungen. Ausserdem aber ist man an einigen Stellen dieser Herde in der Lage, Bruchstücke der Gefässe der Aderhaut zu erkennen. Ja, an mehreren sehr weisslich erscheinenden Stellen schimmert deutlich das Gewebe der Sclera mit den in ihm verlaufenden Gefässen durch. Neben diesen sofort erkennbaren Veränderungen entdeckt man zwischen ihnen bei genauerer Durchmusterung zahlreichste, kleine punktfürmige, das Licht stark reflectirende weisse Stellen, die den Eindruck machen, als ob sie der Aderhaut prominirend nach vorn auf-sässen. Der tapetirte Bezirk des Augengrundes erschien ausserdem weniger leuchtend.*
üebrigens muss in der Deutung in Bezug auf Abweichungen vom gewöhnlichen Aussehen des Tapetum eine gewisse Vorsiciit angewendet werden. Aenderungen im Colorit des Tapets, die zuerst eingehend von Berlin1) studirt wurden, sind in Pferdeaugen nicht gerade selten zu treffen und in dem gänzlichen oder theilweisen Mangel des Pigmentes begründet; und nachdem der Pigrnentreichtluim in gewisser Beziehung zur Hautpigmentirung steht, begegnen wir solchen Anomalien namentlich bei Pferden mit fehlendem resp. sehr geringem (Schimmel) oder ungleich-massig vertheiltem (Schecken, Tiger, stichelfarbigc Pferde) Hautpigment. Doch stossen wir gelegentlich auch bei gleichmässig braunen oder schwarzen Pferden auf derartige angeborene Defect-bildungen, von denen vielleicht zwei besondere Erwähnung finden sollen.
Eine Form ist die, dass wir an irgend einer Stelle, nicht so selten gerade oberhalb des Seimerveneintrittes, eine ausgedehnte Lücke im Tapetum finden, ophthalraoskopisch aufgefasst, ein förmliches Colobom desselben, wo der Augenhintergrund roth und von zahlreichen mittleren und grösscren Gefässen (der Aderhaut) durchsetzt erscheint. Dieser Ausfall kann
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') Berlin, Der normale Augenhintergrund des Pferdes. Zeitschrift f. vergl. Augenheilkunde. 1882.
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auch mitten im Tapetum liegen, er kann aber ebensowohl einen peripheren unteren, oberen, nasalen oder temporalen Theil betreffen und ist von sehr verschiedener Grosse. Ein anderer Fall von Leucosis besteht darin, dass wir die Stelle des Augenhintergrundes, welche sonst die grünliche Farbe des Tapetum bildet, weiss oder gel blich weiss gefärbt erblicken. Dabei zeigt der weisse Grund die normale Punktiruug, aber die Punkte sind roth. Dieser Befund, er wurde bis jetzt nur bei Glasaugen angetroffen, kann über das ganze Gebiet des Tapetum verbreitet oder ein partieller sein. In der Kegel pflegt er mit der vorherbeschriebenen Anomalie vergesellschaftet zu sein, so dass man an einzelnen Stellen, besonders an der Peripherie die rothe Farbe der Chorioidea und zahlreiche Gefässe durchscheinen sieht.
Chorioidealrupturen wurden bislang bei Hund und Katze als Folge einer Contusio bulbi, wie sie durch Einwirkung stumpfer Gewalten auf das Auge statt hat, getroffen. Ophthalmoskopisch werden sie sich im Allgemeinen dadurch kennzeichnen, dass im Bereiche der ßissstelle statt des Tapetum das helle glänzende Weiss der Sclera sichtbar wird. Bedeutende Blutungen aus den Rissrändern kommen vor.
In wieweit die anatomisch in einer Reihe von Fällen nachgewiesene Tuberculose der Aderliant mit dem Augenspiegel diagnosticirt werden kann, ist eine zur Zeit noch offene Frage.
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(Lichkirnckbild nach der Farbentafel von Eversbnsch - Herlin).
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Verlag jerM. RIEamp;ER'schen UniT.-Bncliliaiiillnng (Gnstav Himmer) in Mjncjig.
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zur
Plastischen Anatomie des Pferdes
nach natürlichen Präparaten
herausgegeben von
Professor Dr. R. Bonnet in Würzburg und R, Ebner, Kunstmaler in München.
40. Mit 12 Tafeln. Preis 4 JL
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Untersuchungen
über die
Zersetzung des K:rweisses
im Thierkörper.
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Von Professor Dr. H. Boeck in München.
Preis laquo;Ä 1.20.
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Repetitorium der Zoologie.
Von Dr. S. Buchte.
Preis X 2..
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Zur Keimblattbildung bei Selachiern.
Ein Beitrag zur Lehre vom Parablast.
Von
Dr. J. Rückert, Privatdocent in München.
Preis .laquo;. 1.20.
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