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ADRIANI'i BOEKMKOa
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BIBLIOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
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Praktikum
der
pathologischen Anatomie
für
Thierärzte und Studirende
von
J. B u c h.
diehqMMumde uvmcHT
BIBLIOTHEEK DER
RIJKSUNIVERSITEIT
UTRECHT.
Berlin, lsi)4.
Verlag von E10 h a r d S c li o e t z. Luisenstrosse Nr. 86,
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Vorwort.
Als Ropotitor am pathologisclien Institut der tliicrärztlichon Tloclischulo zu Bevliu und schon früher als Hörer In dem vetorinär-pathologischen Institut zu München und in dem pathologischen Institut der Universität zu Berlin, hatte ich Gelegenheit, zu beurtlicileu, dass erst der Anschauungsunterricht es vermag1, dem Studirendeii nach Beherrschung der allgemeinen Pathologie das Verständnlss für pathologische Processo zu eröffnen. In der richtigen Erkenntniss dieser Thatsacho werden daher auch an allen Universitäten und thierärztlichen Hochschulen Demonstrationscurso abgehalten, in denen An­leitungen zum Stellen pathologisch-anatomischer Diagnosen an der Leiche bezw. am Cadaver und kurze Erklärungen pathologischer Processe am Prä­parat gegeben worden.
Diese mit Demonstrationen am Präparat verbundenen Curse sind wegen ihrer praktischen Bedeutung ungemein beliebt und werden von Studirenden und Praktikern mit Vorliebe und mit grossem Erfolge besucht.
Da bis jetzt eine Anleitung über die Ausführung von Obduetionen und über das Erkennen pathologischer Veränderungen in der thiermedicinischen Literatur noch nicht vorhanden ist, so glaube ich mit der Veröffentlichuug des vorliegenden Buches einem bestehenden Bedürfniss wenigstens einigermassen abzuhelfen.
Dem Zwecke des Buches entsprechend, wurde bei der Eiutheilung des Stoffes die von Prof. Schütz eingeführte, jetzt allgemein übliche Technik zunächst berücksichtigt und gleichzeitig diejenigen Veränderungen patho­logisch-anatomischer Art erörtert, die für den Studirenden und für den Praktiker von Bedeutung sind. Die pathologisch-histologischeu und die bac-teriologischen Untersuchnngsmothoden wurden nicht näher besprochen, weil Anleitungen über diese Gebiete schon genügend vorhanden sind.
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Der Bespreobung krankliafter VerÄnderungen von Organen dor einzelnen Körperhöhlen wurden Beispiele von Obduotlonsberlohten gleich angefügt und nicht, wie sonst ühlich, erst ganz iun Schluss des Werkes zusainmen nieder­gelegt. Es wurde dadurch eine unnöthige Trennung des zusammengehörigen Stoffes vermieden.
Das Buch dürfte daher geeignet sein, sowohl dem in der Praxis stehen­den Thicrarztc als auch dein Studirenden als Stütze hei der Ausführung von Obdnctiouen und bei der Beurthellung pathologlsoh-anatoralsoher Vor-ilndeiMingen zu dientn.
Berlin, im October 1893.
lt;J. Buch.
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Inhaltsverzeiehniss.
Seite
Vorwort..................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ill—IV
Inhaltsverzeiehniss...............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;V—VI
Die äussere Besichtigung' des Cadavers........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1—3
Vorbereitung des Cadavers zur Obduction und putliologiscli-ana-
tomische Erörterungen............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 8—21
Obduetionsbcfund (Hautrotz)...........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 9—10
Obductionsbcfund (Milzbrand, Pferd)........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 14—16
Obductionsbefund (Hufkrankheit, Pferd).......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 18—20
Obduotionsbefund (Samenstrangkrankbcit, Pferd).....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 20—21
Allgemeine Erörterungen über die Untersuchung von Organen
und deren Verfärbungen............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 21 —31
Die Blutungen und trüben Schwellungen........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 31—34
Die Eröffnung der Bauchhöhle...........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 34
Die normale Lage des Darmes...........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 37—38
Die Verlagerungen des Darmes...........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 39—43
Die Krankheiten des Bauchfelles..........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 43—46
Die Herausnahme der Eingeweide aus der Bauchhöhle . . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 47—53
Die Herausnahme der vorderen Gekrösvvurzel......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 54
Das Aucurysma und die Thrombose der vorderen (iekröswurzelnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 55—61
Obduotionsbefundo in Bezug auf die Thronibosc und das Aueu-
rysum der vorderen (iekröswurzol.........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;61—69
Die Untersuchung des Darmes und seine Veränderungen . . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 69—73
Krankheiten des Magens.............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 73—79
Obductionsbefundo über Krankheiten des Darmes und dos Bauch*
feiles.................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;79—80
Krankheiten der Milz..............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 81—85
Krankheiten der Leber.............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 85—95
Krankheiten der Niereu.............nbsp; nbsp; nbsp; 95—105
Die Herausnahme der Beckenorgane.........nbsp; nbsp; 105—106
Krankheiten der Harnleiter, der Harnblase und dor Harnröhre.nbsp; nbsp; 106—108
Krankheiten der Hoden.............nbsp; nbsp; 108—109
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Seite
Krankheiten der Samenstränge, der Prostata und des Schlauchesnbsp; nbsp; 109—111
Krankheiten der Ovarieu und der Eileiter.......nbsp; nbsp; 111—113
Krankheiten des Uterus und der Scheide........nbsp; nbsp; 113—115
Krankheiten des Euters.............nbsp; nbsp; 115—117
Die Eröffnung der Brusthöhlen, die Herausnahme der Brustorgane
und deren Untersuchung............nbsp; nbsp; 117—120
Krankheiten des Pericardium...........nbsp; nbsp; 120—121
Krankheiten des Endocardiuni...........nbsp; nbsp; 121—122
Krankheiten des Myocardium...........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 122
Krankheiten der Arterien............nbsp; nbsp; 122—124
Obductionsbefund (traumatische Herzbeutelentzündung, Kuh) .nbsp; nbsp; 124—125
Krankheiten der rieuren und der Lungen.......nbsp; nbsp; 125—131
Krankheiten der Lymphdrüsen...........nbsp; nbsp; 131—132
Obductionsbefundc (genereller Kotz, Pferd und chronische, käsige
Bronchitis, Kuh).............nbsp; nbsp; 132—133
Die Herausnahme der Halsorgane..........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 134
Die Herausnahme des Gehirns und die Freilegung der Nasen-
Scheidewand.................134 18B
Krankheiten des Gehirns und seiner Httute.......nbsp; nbsp; 135—137
Obductionsbefund (Hydroccphalus aoutus, Pferd).....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 137
Untersuchung und Krankheiten des Eückeninarks, der Knochen,
der Gelenke und der Muskeln..........nbsp; nbsp; 138—140
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Die äussere Besichtigung des Cadavers.
Die äussere Besichtigung eines Cadavers liefert dem Obducenten oftmals schon allein oberflächliche Fingerzeige über die Todesart eines Thieres, so namentlich, wenn dasselbe am Milzbrand, an Kolik, am Morbus maculosus, am Rauschbrand, am Rotz bei gleichzeitigem Vorhandensein von Hautrotz etc. eingegangen ist. Mit besonderer Sorgfalt muss aber die äussere Besichtigung bei den sog. „äusseren Krankheitenquot; vorgenommen werden, weil dann durch sie meist allein die pathologische Diagnose festgestellt werden muss.
In allen Fällen wird der Sachverständige ein durchaus sach­liches Befundprotokoll und eine auf dieses gestützte wissenschaftliche Schlussfolgerung über die Art der Krankheit, über die Ursache des Todes und vielfach auch über die Dauer der Entwickelung der ge­fundenen Veränderungen geben müssen.
Für alle Befunderhebungen ist es durchaus erforderlich, zunächst das Signalement der zu obducirenden Thiere festzustellen, weil es jedem Bericht als „Kopfquot; voraufgestcllt werden muss. Es ist ent­schieden falsch, das Signalement — wie vielfach üblich — erst nach der Obduction aus der Beschaffenheit des Felles zu eruiren, was ja allerdings bei Kühen, die geschlachtet worden, oft nicht zu vermeiden ist. Bei den Obductionen der Pferde muss aber unter allen Umständen das Signalement, noch bevor die Haut vom Cadaver abgetrennt wird, aufgenommen sein.
Nach der Aufnahme des Signalements ist dann zunächst die Beschaffenheit der Haut festzustellen. Die Prüfung derselben hat sich namentlich auf etwa vorhandene Wunden, Geschwüre, brandige Veränderungen, Narben, scharfe Einreibungen, Schwellungen irgend welcher Art etc. zu erstrecken; denn solche Veränderungen geben oft Aufschlüsse über die Art der Krankheit und oft auch schon über deren Dauer.
Auf diese Ermittelungen folgt die Besichtigung der Augen speziell der Cornea und der Bindehaut, ferner der Schleimhäute des
Buch, l'nildikiiin.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1
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Maules und der Nasenhöhlen, diese letzteren müssen noch ganz speziell auf etwa vorhandene Ausflüsse geprüft werden. Ist irgend ein Ausfluss nachweisbar, dann ist er eingehend zn beschreiben, namentlich in Bezug auf seine Farbe und Consistenz und auch auf seine etwaigen abnormen Bamp;imischunsen.
Am Maule stellt man lest, ob die Zalinreihe geschlossen ist und ob etwa die Zunge aus der Maulhöhle heraushängt. Die an ihr constatirten abnormen Zustände haben aber meist keine so hervor­ragende Bedeutung wie die der Nasenhöhlen. Ferner ist darauf zu achten, ob der Mastdarm geschlossen oder gar hervorgedrängt ist, wie dies häufig bei der Kolik und namentlich bei der Windkolik der Pferde beobachtet wird. Ganz besonders sind blutige Abgänge aus dem Mastdarm zu bemerken, vornehmlich bei dem Verdacht auf Milzbrand. Ich will hier noch die Thatsache erwähnen, dass schon nach längerer Zeit des Liegens der Cadaver in wärmeren Jahres­zeiten schnell Fäulniss und durch diese starke Zersetzungen der Futtermassen vornehmlich im Pansen der Rinder und im Dickdarm der Pferde eintritt, wodurch erhebliche Mengen Gas in diesen Darmtheilen angesammelt werden, die den Bauch stark auftreiben und den Mastdarm oft prolabiren lassen. Zuweilen werden auch dann, und besonders wenn die äussere Haut schon entfernt ist, die Bauchdecken gesprengt und einzelne Darmschlingeu durch die ent­standene Oeffnung nach aussen gedrängt.
Für den weiteren Gang der Untersuchung ist es daher unab­weisbar, den Grad der Fäulniss festzustellen, die bei den meisten Obductionen in mehr oder weniger hohem Grade angetroffen wird. Mit dem Auftreten der Fäulniss verschwindet dann auch der Rigor mortis, der ja bekanntlich an der Starrheit der Gliedmassen sich kenntlich macht. Der Zustand des Rigor mortis wird verursacht durch die Gerinnung des Myosin in Folge Einwirkung der im Muskel angesammelten Milchsäure, die ja bekanntlich im lebenden Muskel von dem Saftstrom immer wieder abgeführt wird. Der Rigor mortis streckt die Gliedmassen und lässt die Muskeln scharf hervor­treten. Er beginnt an den Massetern und pflanzt sich von da am Rücken entlang weiter auf die Gliedmassen fort. Die Fäulniss hebt die Gerinnung des Myosin auf und so wird auch mit dem Eintreten der Fäulniss der Zustand der Muskelstarre beseitigt. Ein in der Starre befindlicher Muskel erscheint auch in Folge der Myosin-gerinnung auf dem Durchschnitt heller gefärbt als nach der Lösung der Starre. Ja, man kann beobachten, dass ein solch' durchschnittener
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Muskel schon bald nach der Durchschneidung sich an der Luft durch Hinzutritt der Kohlensäure dunkler färbt. Da die im Blute in reichlicher Menge vorhandene Kohlensäure die Myosingerinnung ganz verhindert, so seilen wir auch bei den an Kohlensäurevergiftung zu Grunde gegangenen Individuen eine Todenstarre gar nicht ein­treten, ebenso -wie bei allen apoplektischen Todesarten, bei denen Kohlensäure im Blute verbleibt, fast keine Myosingerinnung eintritt. Am schnellsten und intensivsten tritt sie aber bei kräftig genährten und nur kurze Zeit erkrankt gewesenen Individuen auf, während sie bei kachektischen und durch lange Krankheit stark geschwächten nur schwach und spät zur Erscheinung kommt.
Die Fäulniss zeigt sicli am Thiercadavcr immer am ehesten an der Verfärbung der Bauchdecken, die eine grünliche, oder in höherem Stadium eine direkt grüne Farbe annehmen.
Des Weiteren ist noch zu ermitteln, ob das Thier sich in einem guten, mittelguten oder schlechten Nährzustande befunden hat. Der Obducent soll sich über den Nährzustand präcise ausdrücken; er ist demnach gezwungen, um ein ganz correctes ürtbeil abgeben zu können, die Stellen des Körpers zur Feststellung des Grades des Fettreichthums 'zu untersuchen, die mit Vorliebe Fett enthalten. Diese Stellen sind; 1. die Gegend der Kniefalten, 2. die des Schlauches, 3. der Sitzbeinhöcker und 4. die Gegend hinter der Schulter. Ist das Fett dort geschwunden bezw. nur in kleinsten Resten (sog. Fettinseln) anzutreffen, dann kann mit Sicherheit gefolgert werden, das Thier habe sich in einem durchaus schlechten Nährzustande be­funden. Die Ermittelung dieser Verhältnisse wird aber am besten nach dem Abledern der Haut stattfinden können.
Vorbereitung des Cadavers zur Obduction.
Auf die äussere Besichtigung folgt nun die weitere Vorbereitung des Cadavers zur Obduktion, indem die Haut soweit abgetrennt wird, als dies zum Oeffnen der Bauch', Brust- und Beckenhöhle, des Halses und des Kehlganges nöthig ist. Sollen die Nasenhöhlen und das Gehirn auch untersucht werden, dann ist natürlich der ganze Kopf abzuledern. In sehr seltenen Fällen ist es erforderlich, das Rückenmark frei zu legen. Dann muss allerdings von den Rücken-theilen die Haut entfernt werden; es ist indessen gut, sich diese Procedur bis zuletzt aufzusparen, weil sie in Folge der Schwere des Cadavers besser nach der Entfernung der Eingeweide und der Ex­tremitäten auszuführen ist.
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Maules und der Nasenhöhlen, diese letzteren müssen noch ganz speziell auf etwa vorhandene Ausflüsse geprüft werden. Ist irgend ein Ausfluss nachweisbar, dann ist er eingehend zu beschreiben, namentlich in Bezug auf seine Farbe und Consistenz und auch auf seine etwaigen abnormen BÄlmisohungen.
Am Maule stellt man lest, ob die Zahnreihe geschlossen ist und ob etwa die Zunge aus der Maulhöhlc heraushängt. Die an ihr constatirten abnormen Zustände haben aber meist keine so hervor­ragende Bedeutung wie die der Nasenhöhlen. Ferner ist darauf zu achten, ob der Mastdarm geschlossen oder gar hervorgedrängt ist, wie dies häufig bei der Kolik und namentlich bei der Windkolik der Pferde beobachtet wird. Ganz besonders sind blutige Abgänge aus dem Mastdarm zu bemerken, vornehmlich bei dem Verdacht auf Milzbrand. Ich will hier noch die Thatsache erwähnen, dass schon nach längerer Zeit des Liegens der Cadaver in wärmeren Jahres­zeiten schnell Fäulniss und durch diese starke Zersetzungen der Futtermassen vornehmlich im Pansen der Rinder und im Dickdarm der Pferde eintritt, wodurch erhebliche Mengen Gas in diesen Darmtheilen angesammelt werden, die den Bauch stark auftreiben und den Mastdarm oft prolabiren lassen. Zuweilen werden auch dann, und besonders wenn die äussere Haut schon entfernt ist, die Bauchdecken gesprengt und einzelne Darmschlingen durch die ent­standene Oetfnung nach aussen gedrängt.
Für den weiteren Gang der Untersuchung ist es daher unab­weisbar, den Grad der Fäulniss festzustellen, die bei den meisten Obductionen in mehr oder weniger hohem Grade angetrotfen wird. Mit dem Auftreten der Fäulniss verschwindet dann auch der Eigor mortis, der ja bekanntlich an der Starrheit der Gliedmassen sich kenntlich macht. Der Zustand des Rigor mortis wird verursacht durch die Gerinnung des Myosin in Folge Einwirkung der im Muskel angesammelten Milchsäure, die ja bekanntlich im lebenden Muskel von dem Saftstrom immer wieder abgeführt wird. Der Rigor mortis streckt die Gliedmassen und lässt die Muskeln scharf hervor­treten. Er beginnt an den Massetern und pflanzt sich von da am Rücken entlang weiter auf die Gliedmassen fort. Die Fäulniss hebt die Gerinnung des Myosin auf und so wird auch mit dem Eintreten der Fäulniss der Zustand der Muskelstarre beseitigt. Ein in der Starre befindlicher Muskel erscheint auch in Folge der Myosin-gerinnung auf dem Durchschnitt heller gefärbt als nach der Lösung der Starre, Ja, man kann beobachten, dass ein solch' durchschnittener
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Muskel schon bald nach der Durchsclmeidung sich an der Luft durch Hinzutritt der Kohlensäure dunkler färbt. Da die im Blute in reichlicher Menge vorhandene Kohlensäure die Myosingerinnung ganz verhindert, so sehen wir auch hei den an Kohlensäurevergiftung zu Grunde gegangenen Individuen eine Todenstarre gar nicht ein­treten, ebenso wie bei allen apoplektischen Todesarten, bei denen Kohlensäure im Blute verbleibt, fast keine Myosingerinnung eintritt. Am sclmellsten und intensivsten tritt sie aber bei kräftig genährten und nur kurze Zeit erkrankt gewesenen Individuen auf, während sie bei kachektischen und durch lange Krankheit stark geschwächten nur schwach und spät zur Erscheinung kommt.
Die Fäulniss zeigt sich am Thiercadavcr immer am ehesten an der Verfärbung der Bauchdecken, die eine grünliche, oder in höherem Stadium eine direkt grüne Farbe annehmen.
Des Weiteren ist noch zu ermitteln, ob das Thier sich in einem guten, mittelguten oder schlechten Nährzustande befunden hat. Der Obducent soll sich über den Nährzustand präcise ausdrücken; er ist demnach gezwungen, um ein ganz correctes Urtheil abgeben zu können, die Stellen des Körpers zur Feststellung des Grades des Fettreichthums 'zu untersuchen, die mit Vorliebe Fett enthalten. Diese Stellen sind: 1. die Gegend der Kniefalten, 2. die des Schlauches, 3. der Sitzbeinhöcker und 4. die Gegend hinter der Schulter. Ist das Fett dort geschwunden bezw. nur in kleinsten Resten (sog. Fettinseln) anzutreffen, dann kann mit Sicherheit gefolgert werden, das Thier habe sich in einem durchaus schlechten Nährzustande be­funden. Die Ermittelung dieser Verhältnisse wird aber am besten nach dem Abledern der Haut stattfinden können.
Vorbereitung des Cadavers zur Obduction.
Auf die äussere Besichtigung folgt nun die weitere Vorbereitung des Cadavers zur Obduktion, indem die Haut soweit abgetrennt wird, als dies zum Oeffnen der Bauch', Brust- und Beckenhöble, des Halses und des Kehlganges nöthig ist. Sollen die Nasenhöhlen und das Gehirn auch untersucht werden, dann ist natürlich der ganze Kopf abzuledern. In sehr seltenen Fällen ist es erforderlich, das Rückenmark frei zu legen. Dann muss allerdings von den Blicken* theilen die Haut entfernt werden; es ist indessen gut, sich diese Procedur bis zuletzt aufzusparen, weil sie in Folge der Schwere des Cadavers besser nach der Entfernung der Eingeweide und der Ex­tremitäten auszuführen ist.
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Das Abledern der Haut und die damit verbundene weitere Vor­bereitung zur Obduction -wird in der Praxis und auch in den patho­logischen Instituten durchweg von Abdeckern, bezw. Anatomiegehilfen besorgt; wenigstens wird die Haut vom Cadaver durch diese ent­fernt, und meist werden auch noch andere technische Vorbereitungen zur Obduction von ihnen ausgeführt. Jeder Sachverständige muss trotzdem über diese vorbereitenden Manipulationen unterrichtet sein. Ich gebe daher in Nachstehendem eine Technik an, die sich bereits für Unterrichtszwecke bewährt hat, aber ebenso gut auch in der Praxis angewendet werden kann.
Für die Vorbereitung einer sachgemässen Obduction muss in erster Linie das Cadaver in eine Lage gebracht werden, die es er­möglicht, die Oeffnungen der Körperhöhlen und die Exenteration des Inhaltes derselben leicht zu bewerkstelligen.
Für diesen Zweck wird das Cadaver zunächst auf die rechte Seite gelegt, weil von hier die Obduction ausgeführt Avird. Dem­selben werden Gegenstände, wie Holzklötze etc. so weit unter­geschoben, dass dadurch eine schräge, nach der rechten Seite geneigte Lage erreicht wird. Auf Obductionstischen wird diese Lage durch eiserne, in dem Tisch in senkrechter oder in schräger Richtung zu demselben befestigte Eisenstäbe erreicht, an denen die Extremitäten durch Stricke festgebunden werden. Hiermit wären die ersten Vor­bereitungen zur Obduction getroffen.
Der erste Schnitt, der die Abtrennung der Haut bezweckt, beginnt am Kinnwinkel und wird in der Mittellinie des unteren Theiles des Halses, der Brust und des Bauches bis zur Sym-physis pubis und von da, wenn nöthig, auch noch auf die Mittel­linien der inneren Schenkelflächen der Hinterfüsse fortgesetzt. Er hat am Halse die Richtung der Luftröhre zu verfolgen, um dann auf das Brustbein und den Bauch überzugehen, wo er bis auf das Euter, bezw. auf den Schlauch weiter fortgeführt wird. Am Nabel soll der Schnitt diesen umgehen, so dass die Schnitt­linie hier nach links umbiegt, um hinter demselben wieder die ursprüngliche Richtung anzunehmen. Die Sciionung des Nabels ist unter gewissen Umständen nothwendig, weil bei jungen Thieren oft die Nabelvene einer besonderen Prüfung unterworfen werden muss. Der Fortsetzung des Schnittes bis zur Symphysis setzt das Euter bezw. der Schlauch ein Hinderniss entgegen, weshalb unmittel­bar vor diesen Theilen der Schnitt in zwei Schnitte zerlegt wird, die das Euter bezw. den Schlauch umgrenzen. Jeder dieser Schnitte
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verläuft seitlich in gerader Richtung weiter nacli hinten und endet am hinteren Rande des äusseren Sitzbeinastes.
Schon vor der Abtrennung der Haut schneidet man das Euter bezw. den Schlauch mit wagerecht zur Bauchdecke gestellter Messer­klinge in grossen Schnitten von der Unterlage ab. Die Ruthe schlägt man, nachdem deren Aufhängeband vor den Schambeinen und dem Becken in der Gegend der Schambeinfuge abgetrennt wurde, nach hinten zurück. Das Euter wird am besten ganz gleich ab­geschnitten und sofort einer eingehenden Prüfung unterzogen, nach­dem es durch zwei grosse Schnitte, von denen jeder an der der Bauchdecke zugekehrten Fläche beginnen und an der äusseren Haut desselben enden muss, in vier gleiche Theile zerlegt wurde. Es ist aus dem Grunde rathsam, die Schnitte nur bis auf die äussere Haut zu legen, weil das Euter auf diese Weise im Zusammenhang bleibt und doch genug Schnittflächen zur näheren Untersuchung bietet. Beim Rindvieh ist das Euter stets eingehend zu untersuchen, um etwa vorhandene Tubcrculose nicht zu übersehen. Werden in ihm tuberculoseverdächtige Veränderungen gefunden, ohne dass eine ge­nerelle Tuberculose durch den weiteren Gang der Obduction ermittelt werden kann, dann muss eine bakteriologische Untersuchung vor­genommen werden, um auf diese Weise etwa eine localisirte Euter-tuberculose zu beweisen. Zuweilen zeigt allerdings das Euter solche erhebliche tuberculose Entartungen, dass durch sie der Tod des Thieres bedingt erscheint.
Unter diesen Umständen ist eine eingehende Befundaufnahme nothwendig, die sich dann aber nicht allein auf die tuberculösen Veränderungen des Euters selbst, sondern auch auf dessen Umgebung und namentlich auf die Beschaffenheit der Unterhaut zu erstrecken hat. Blaurothe Verfärbungen der Haut, blutig ödematöse Schwel­lungen der Unterhaut, serös haemorrhagische und tuberculose Hyper-plasien der Euterdrüsen, Periphlebitis und Peri- und Lymphangitis sind dann die wesentlichsten Merkzeichen, die auch im Befundproto­koll näher beschrieben werden müssen.
Des Weiteren muss nun die Haut ganz vom Cadaver abgetrennt werden. Zu diesem Zweck stellt sich der Obducent bald auf dessen rechte, bald auf dessen linke Seite und hält mit der linken Hand die Haut straff in die Höhe, während er mit der rechten das Messer durch das lockere Bindegewebe führt und dadurch die Haut mit Theilen des Bauchhautmuskels in kurzer Zeit entfernt. Es versteht sich ganz von selbst, dass die Abtrennung immer nur
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von dem schon bereits gelegten Schnitte der Mittellinie aus statt­findet.
Icii muss an dieser Stelle eines ümstandes erwähnen, der für den -weiteren Gang der Obduction von besonderer Bedeutung ist. Jedem die Praxis ausübenden Thierarzte 1st es geläufig, den Brust­kasten nicht durch Abtrennung des Brustbeines, sondern durch Zer­schneiden des Zwerchfelles nach Entfernung der Baucheingeweide zu öffnen. Bei dieser Obductionsweise, die freilich den wissenschaft­lichen Anforderungen nicht entspricht, ist es nicht nöthig, die Vorderschenkel vom Brustkasten abzulösen.
Werden aber die Vorderschenkel gelöst, dann trennt der Obdu-cent, von unten beginnend, die Brustmuskeln zu beiden Seiten des Brustbeins ab und setzt die Schnitte durch das lockere Bindegewebe und die noch zu durchtrennenden Muskeln fort. Durch kräftigen Zug an den Schenkeln während des Schneidens fallen diese ohne AVeiteres vom Brustkasten ab.
Um die Hinterschenkel zu entfernen bezw. in eine wagerechte Lage zu bringen, müssen nach dem Abtrennen der Haut die Schnitte in der Quenichtung durch die Einwärtszieber derselben gelegt werden. Diese Schnitte sind bis auf das Hüftgelenk zu führen, das dann geöffnet wird. Aber auch das runde Band muss noch durch­schnitten werden, damit die Schenkel die gewünschte Lage erhalten. In das Praxis #9632;weiden meist weder die Vorder- noch die Hinter­schenkel vom Körper getrennt. Die ersteren deshalb nicht, weil die Brusthöhlen — wie erwähnt — In der Eegel durch Zerschneiden des Zwerchfells geöffnet werden, die letzteren aber deshalb nicht, weil das Cadaver doch gut in seiner Lage bleibt, wenn sie auch nicht abgeschnitten werden, und weil sie bei der Herausnahme der Organe nicht hinderlich sind. Wenn nun noch die Haut am Halse und am Kopfe soweit entfernt ist, dass die Luftröhre, der Kehl- und Schlundkopf exenterirt werden können, dann kann die Eröffnung der Körperhöhlen folgen. Sollen aber das Gehirn und die Kopfhöhlen noch untersucht werden, dann ist, wie Eingangs schon erwähnt, noch vor der Eröffnung der Körperhöhlen, die Haut auch vom ganzen Kopfe abzuziehen.
Bei kleineren Hausthieren, wie bei Schafen und Hunden, wird die Haut nur soweit entfernt, als dies zum Oeffnen der Körperhöhlen erforderlich erscheint. Es empfiehlt sich liier, die Vorderschenkel in der schon angegebenen Weise vom Brustkasten soweit abzutrennen, dass sie auf der Unterlage aufliegen, aber mit
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dem Körper am Widerrist noch im Zusammenhange bleiben. Die Hüftgelenke beider Hinterfiisse werden gleichfalls nach Durch-sclmeidung der Muskeln geöffnet und nach den Seiten hin abgebogen. Die Cadaver haben nach diesen Vorbereitungen einen festen Halt und gestatten ohne Weiteres die Eröffnung der Bauch- und Brust­höhle.
Bei Schweine-Obductionen hat der Obducent auf die Erhaltung der Haut gar keine Rücksicht zu nehmen. Er trennt daher hier die Schenkel mit der Haut in der angegebenen Weise ohne weitere Rücksicht ab.
Damit der Obducent schon bei der äusseren Besichtigung, ins­besondere aber bei der inneren Bestimmung der Lage der Eingeweide den Oi't der zu beschreibenden Abnormitäten genau anzugeben ver­mag, hat man den. Bauch in verschiedene Regionen eingetheilt und diese mit besonderen Namen belegt. An ihm unterscheidet man zu­nächst eine regio epigastrica. Es ist dies die Schaufelknorpelgegend. Links und rechts davon schliesst sich die linke und rechte Unter­rippengegend an. Die etwa die Mitte des Bauches einnehmende Gegend heisst regio mesogastrica und zerfällt in die eigentliche Nabclgegend, in die rechte und linke Flankengegend und in die Lendengegend. Die am weitesten nach hinten gelegene Gegend, die regio hypogastrica, zeriällt in die Schamgegend und in die rechte und linke Leistengegend.
Bei Schweinen spielen die Verfärbungen und speziell die Roth­färbungen der Haut eine hervorragende Rolle, weil sie nicht allein beim „Rothlaufquot;, sondern auch bei vielen anderen Krank­heiten, wie bei Lungenentzündungen, erysipelatösen Hautentzündungen, septicäinischen Krankheiten, Hitzschlag, Erstickung etc. in mehr oder weniger hohem Grade nach dem Tode des Thieres noch zu sehen sind. Obwohl der „Rothlaufquot; — „Stäbchenrothlaufquot; — auch ohne wesentliche Hautrüthungen von localer umschriebener oder diffuser Form verlaufen kann, so sind diese bei ihrem Vorhandensein doch wesentliche pathologische Merkmale, welche bei den anderen erwähnten Krankheiten nicht in dem Masse in die Erscheinung treten. Sie müssen daher auch speziell in den Befundprotokollen berücksichtigt werden. Die Angaben hierüber haben sich auf den Sitz, die Ausbreitung und die Intensität der Verfärbungen zu er­strecken und sind in den Protokollen genau zu vermerken.
Es seien nun einige Krankheiten erwähnt, die bei der „äusseren Besichtigungquot; schon Veranlassung zu eingehenden Befuuderhebungen
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geben können, und auf die demnach auch schon an dieser Stelle näher eingegangen werden soll.
In erster Linie kommt dabei der „Hautrotzquot; der Pferde in Betracht. Ist ein Protokoll zu erstatten, so sind die vorgefundenen Veränderungen eingehend zu beschreiben und zwar derartig, dass eine Verwechselung mit anderen Hautkrankheiten beim Lesen des ausgefertigten Protokolls für einen Zweiten nicht statthaben kann.
Der Hautrotz charakterisirt sich bekanntlich durch Knötchen-bildung in den tiefen Schichten der Lederhaut und im Unterhaut­bindegewebe. Ebenso wie die Rotzknotchen der Nasenschleimhaut, zerfallen die der Haut auch sehr rasch und haben eine gewisse Tendenz zur Abscessbildung und daher auch zum Aufbruch nach aussen. Der sogenannte Wurmknoten ist daher nichts weiter als ein Rotzabscess. Während das Rotzknotchen der Schleimhaut im Centrum fettig und körnig zerfällt und durch Neubildungen von Zellen in seiner Peripherie einen rothen Hof um sich bildet, ent­stehen beim Wurmknoten im Centrum puriforme Einschmelzungen, die als „Eiterquot; nacli aussen gelangen, während in der Umgebung des Knotens entzündliche Processe mit Bildung von reichlichem Bindegewebe eine gewisse Rolle spielen. Man findet darum auch meist die Rotzknoten der Haut von einer dicken Bindegewebs-kapsel umgeben, und diese ist die Ursache, dass sich die Knoten nicht weiterverbreiten und keine diffuse Entzündungen der Unter­haut und Eiterung in deren Umgebung erzeugen.
Im Inneren des Wurmknotens findet man — wie erwähnt — einen dickflüssigen, oft mit Blut vermischten Eiter. Hat sich der Inhalt eines solchen Knotens nach aussen entleert, ist er also auf­gebrochen, dann spricht man von einem Wurmgeschwür. Dieses hat Eigenschaften, die seine rotzige Natur leicht kennzeichnen, es besitzt einen aufgeworfenen Rand und einen speckigen, daher glän­zenden Grund.
Von besonderer Wichtigkeit ist noch der Umstand, dass im An­schluss an die Wurmknoten und die Wurmgeschwüre immer auch Veränderungen der nachbarlichen Lympligefässe und Lymphdrüsen auftreten, wodurch die Rotz- bezw. Wurmdiagnose noch gesicherter wird. Es besteht also beim Hautrotz immer auch Lymphangitis und Lymphadenitis. Die Lymphdrüsen sind dann vergrössert, saft­reich und enthalten in ihrem Inneren Knötchen, deren Centrum ge­trübt ist. Bestehen diese Veränderungen längere Zeit hindurch, dann wird das umgebende Bindegewebe verdickt und ver-
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härtet. Solch' rotzige Drüsen produciren aber keinen Eiter als charakteristisches Unterscheidungsmerkmal von der Drüsenaffection bei der Druse, wo sich immer Eiter und daher auch meist Driisen-abscesse bilden.
Zuweilen entstehen allerdings auch von den Lymphgefässen und von den Lymphsaftkanälchen aus Entzündungen der umgebenden Unterhaut, die spezifischer Natur sind und als „rotzige Entzün­dungquot; bezw. als „diffuser oder infiltrirter Rotzquot; bezeichnet werden. Solch' rotzige Veränderungen verbreiten sich oft auf grössere Strecken und liefern dann allerdings auch in der Unterbaut ein serös­eitriges Material. Vielfach entstehen, und das ist besonders be-merkenswerth, inmitten dieser rotzigen Entzündungen charakteristische Rotzknütchen und Rotzgeschwüre.
Nur mit Hülfe dieser Vorkenntnisse über das Auftreten und die Kennzeichen des Hautrotzes ist es möglich, rotzige Hautverände­rungen so zu beschreiben, dass Zweifel über deren Natur nicht auf­treten können.
In Naclistehendem sei ein Bcfundprotokoll über einen eclatanten Fall von Hautrotz mitgetheilt, welches die vorstehende Deduction in besonders instructiver Weise beleuchtet.
Obductionsbefund eines wegen Hautrotz getödteten Pferdes.
Signalement:.......
Aeussere Besichtigung.
Das Cadaver befindet sich in schlechtem Niihmistandc. Der After ist geschlossen. Aus den Nasenöffnungen fliesst eine röthlich gefärbte, schleimige Flüssigkeit in geringer Menge. Die Augäpfel sind prall, die durchsichtige Horn­haut ist normal. Todenstarre noch vorhanden.
Am linken äusseren Darmbeinwinkcl befinden sich in der Haut mehrere markstückgrosse Geschwüre, welche bis in die Unterbaut hineinreichen und deren Gründe mit geröthoten Granulationen bedeckt sind. Am Grunde der Mähne, un­mittelbar vor dem Widerrist liegen zwei Geschwüre, die sich ebenfalls bis in die Unterhaut hinein erstrecken, und die mit einer eiterigen Masse angefüllt sind. Die Känder dieser Geschwüre sind theilweise mit Granulationen bedeckt und zeigen eine gezackte, gebuchtete Umrandung. Eine ähnliche Beschaffenheit haben die Gründe der Geschwüre. In deren unmittelbarer Nähe maclieu sich mehrere Knoten bemerkbar, welche im subeutanen Gewebe sitzen, und die bis in die Haut hineinreichen. Im Grunde sind diese mit eitrigen Massen angefüllt, während ihre Umgebung aus röthlich gefärbtem Bindegewebe besteht.
Melirerc Geschwüre und Knoten von ähnlicher Beschaffenheit finden sich noch am rechten Hinterschenkel in der Nähe des Gesässmuskels und an der linken Seite des Halses am gemeinschaftlichen Kopf-Hals-Armmuskel. Das Unterhaut-
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gcwcbe in der Nachbarschaft ist gelblich gefiirbt und sulzig infiltrirt. Ein grosser Thcil der Subcutis des rechten Hintersohcnkels ist ödenmtös geschwollen. An mehreren Stellen ist dieselbe golblich-weiss gefärbt und hat hier eine härtere Bo-schatfenheit als die anderen Partien. Am gemeinschaftlichen Kopf-Hals-Arm-inuskel ist ein siibcutauer Herd mit einer blutig-eitrigen Flüssigkeit angefüllt. Auch in dessen Umgebung ist die Unterhaut massig sulzig infiltrirt.
Am Kopfe in der Gegend der linken .Backe und der Unterlippe sitzen viele kleine Geschwüre von Linsen- bis Bohnengrösse. Deren Eiinder sind unregelmässig gestaltet und theilweise vernarbt. In den Geschwüren haftet eine eitrige Flüssig­keit. Der Grund einzelner derselben ist mit kleinen Granulationen bedeckt und hat ein glänzendes Aussehen. Die Lyniphgefässe an der linken Backe, welche in der Eichtung vom linken Maulwinkel bis zur linken Submaxillaris verlaufen, sind angeschwollen und bilden fingerdicke Stränge. Die Lympligcfässo selbst sind mit einer eitrigen Flüssigkeit angefüllt; in ihren Wänden sitzen kleine Herde von dem Charakter der Rotzgeschwüre. Die Kehlgiuigsdrüscn der linken Seite bilden ein spindelförmiges Packet und sind mit der Haut verwachsen. Auf dem Durchschnitt lassen die einzelnen Lympbdrüsenknofen eine bedeutende Schwellung erkennen. Einzelne sind haselnuasgross; alle Knoten sind von fibrösen Gewebsmassen um­geben, welche die einzelnen Lympbdrüsenknoten untereinander verbinden. Das Gewebe der Lymphdrüsen ist fest, derb und weiss gefärbt. Innerhalb der Knoten finden sich viele gelblich gefärbte! Herde, die namentlich in den peripherischen Theilen anzutreffen sind, und die eine gelblich eitrige Masse enthalten. In der rechten Submaxillardrüse sitzt ein einzelner hasclnussgrnsser Knoten, der noch von lockerem Bindegewebe unischlosscn ist. Dieser Knoten ist weich und mit zahlreichen, schwach über die Durchschnittsflächo sich erhebenden, trüben, weiss gefärbten und grieskorugrossen Kniitchen durchsetzt.
Die rechten Leistendrüsen bilden ein hühnereigrosses, weiches, saftreiches Packet, in dem zwei bohnengrösse Knoten eingeschlossen sind, die weiss-rotlilich gefärbt sind und zahlreiche weisse und weiss-gelbc Horde enthalten. Die Herde verhalten sieh bezüglich ihrer Beschaffenheit genau so, wie die der rechten Sub-maxillardriise.
Die rechte Kniefaltendrüso ist ebenfalls vergrossert und von Fettgewebe um­schlossen. Die Lymphdrüsen sind auf dem Durchschnitt weiss, einzelne Knoten derselben mit grieskorngrossen Herdon durchsetzt, die schwach gelblich gefärbt sind und eine eiterähnlicbe Flüssigkeit enthalten. Die linke Leistendrüse ist schwach vergrossert, weich und auf dem Durchschnitt geröthet. Auch die Bug­drüsen sind vergrossert und enthalten Knoten von gleicher Beschaffenheit, wie die in den anderen Drüsen ermittelten.
Durch den weiteren (fang der Obduction wurden noch festgestellt: Frische und alte miliare Kotzberde in den Lungen, rotzige Bronchitis und l'eribronchitis, rotzige Entzündung in den bronchialen Lymphdrüsen, Ilotzknoten in der Leber und in der Milz.
Der vorstellende Obductionsbericht kann insofern als „Musterquot; gelten, als er nicht allein die rotzigen Veränderungen der Haut den Thatsachen entsprechend genau beschreibt, sondern auch so abgefasst ist, wie die Berichte in der Praxis bezüglich ihres präcisen Aus­druckes und ihres räumlichen Umfanges abgefasst werden sollen.
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Denn es gilt im Allgemeinen der Grundsatz, dass es nicht darauf ankommt, welche Grosso und Ausführlichkeit ein Obductionsbericht besitzt, sondern darauf, ob derselbe die gefundenen Veränderungen richtig beschreibt und zwar das Wesentliche davon, das Unwesent­liche aber entweder ganz unberücksichtigt lässt oder nur in grossen Strichen andeutet. Man kann demnach einen guten Obductions­bericht liefern, der verhältnissmässig nur einen kleinen Umfang hat, in dem aber die gefundenen Veränderungen genau nnd sachgemäss, also wissenschaftlich beschrieben sind. Audi die noch folgenden in diesem Buche niedergelegten Obductionsberichte werden den Stempel der Einfachheit und Kürze tragen, dafür aber doch der Ausführlichkeit und wissenschaftlichen Gründlichkeit nicht ermangeln. Sie dürften daher auch recht wohl dem praktischen Bedürfniss in dem angedeuteten Sinne entsprechen.
Nächst dem Hautrotz wird bei der äusseren Besichtigung der Cadaver der „Milzbrandquot; dem Obducenten am häutigsten Ver­anlassung zu eingehenden Beschreibungen der Veränderungen der Haut und der Unterhaut geben, wenn auch nicht in Abrede gestellt werden soll, dass noch viele andere Krankheiten mit Attectionen der Haut bezw. der Unterhaut verlaufen, die diagnostisch wichtig sind.
Bei Pneumonien und Pleuriten werden oft erhebliche seröse Infiltrationen der Unterbaut angetroffenj die auf vorhergegangene, äusserliche, scharfe Einreibungen zurückzuführen sind, und die daher auch des septieämischen Charakters entbehren. Die jauchigen Phleg-monen fallen durch ihr trübes, übelriechendes, schmutzig grauroth gefärbtes Material schon bei der oberflächlichen Besichtigung auf und geben schon dadurch über ihren Charakter Aufschluss.
Die Beschreibungen dieser abnormen Zustände müssen in den Befundprotokollen recht eingehend erfolgen und namentlich ist, darauf zu achten, dass die Charaktereigenschaften der einzelnen Verände­rungen besonders präcise hervorgehoben werden, weil anderenfalls der ganze Zweck der Erhebungen illusorisch würde.
Die Beschreibungen haben sich zunächst auf den Sitz der Ab­normitäten und auf deren räumliche Ausbreitung zu erstrecken, so­dann auf deren Farbe, dann darauf, ob das abnorme Material flüssig, serös oder hämorrhagisch ist, ob dasselbe von rein gelblicher Farbe, oder ob es etwa getrübt ist, ob es an der Luft gerinnt, und ob es einen abnormen Geruch hat. Ferner ist darauf zu achten, welche Beschaffenheit das mit dem abnormen Material in Verbindung stehende Gewebe hat, also beispielsweise bei der Unterhaut, ob dieselbe ver-
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dickt ist, und welche Farbe und Oonsistenz die etwaigen Verdickungeu besitzen. Bei den angrenzenden Muskeln ist zu eruiren, ob dieselben durchfeuchtet oder trocken sind, und welche Farbe sie haben.
Bei der Beachtung dieser Fingerzeige werden immer gute Be­schreibungen der Veränderungen solcher Art geliefert werden können.
Da nun #9632;— wie erwähnt — beim Milzbrand oft ausführliche Beschreibungen der Unterhautschwellungen nothwendig sind, und da derselbe das hervorragendste Interesse nächst dem Eotz für den Privat- und namentlich für den beamteten Thierarzt beansprucht, seien an dieser Stelle neben einem ausführlichen Obductionsbefund auch noch einige erläuternde Bemerkungen über die pathologische Anatomie und über sein Verhalten bei den einzelnen Thierarten ein­geschaltet.
Beim Milzbrand spielen die Veränderungen des Blutes die her­vorragendste Eolle, weil die Milzbranclbacillen im Blute leben und dasselbe merklich verändern.
Schon bei der äusscren Besichtigung fallen an Milzbrand-cadavern oft locale Schwellungen der Haut auf. Diese rühren von Infiltrationen des Unterhautbindegewebes her. Sie können aber erst nach der Abnahme der Haut in Bezug auf ihre Ausbreitung und ihre sonstige Beschaffenheit näher untersucht werden und erweisen sich dann als Carbunkeln, die bekanntlich aus sulzig-hämorrhagischem Material bestehen und in rein umschriebener Ausbreitung auftreten. Diese carbunkulöse Form der Unterhaut wird am meisten beim Rinde beobachtet, und zwar an verschiedenen Stellen des Körpers, während bei Pferden meist flache bernsteingelbe Infiltrate im Unter­hautbindegewebe gefunden werden. Bei diesen Thieren treten da­gegen Carbunkeln häufig im Dickdarm auf. Auch reine Hämor-rhagien werden beim Milzbrand gesehen, so regelmässig beim Rinde am Herzen in der Form von Petechien, namentlich unter dem Epi-cardium, an den Herzoliren und an der Herzbasis, dann im Ovarium und im Uterus.
Das wichtigste Merkmal für den Milzbrand giebt daher das Blut ab. Dieses ist theerartig dick und häufig ohne gehörige Gerinnselbildung. Das Venensystem ist mit Blut überfüllt. Die Milz ist mehr oder weniger vergrössert, oft um das 3—4 fache ihres Volumens. Ihr Parenchym ist dann sehr weich und hat eine schwarzbraune Farbe, die Milzkapsel ist sehr stark gespannt. Die Milz bildet somit einen sog. hämorrhagischen Milztumor.
Im Darm findet sich gewöhnlich ein theerartiger, blutiger Inhalt;
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die Darmwandung sieht oft auf grössere Strecken hin schwarzroth aus in Folge ihrer liämorrhagischen Infiltration. Von aussen hat ein solches Darmstück eine blauschwarze Farbe.
In den verschiedenen Gewebsschichten des Körpers trifft man ausserdem noch sulzig-blutige Infiltrate und hämorrhagische Ergüsse an, wie im Bindegewebe des Mediastinum und des Gekröses, in der Nierenumgebung, au der Lungenwurzel und im lockeren Gewebe am Halse und noch an verschiedenen anderen Körperstellen. Sehr häufig findet man auch in der liauclihöhle einen serös-hämorrhagischen Er-guss. Meist sind die Lymphdrüsen des Darmes geschwollen, dunkel-roth gefärbt und blutig infiltrirt. Die Todtenstarre fehlt oft an den Cadavern; diese faulen sehr schnell, und der Bauch treibt daher bald nach dem Tode der Thicre erheblich auf. Aus dem After und den Nasenöffnungen fliesst häufig schaumiges Blut.
Von besonderer Wichtigkeit für die Feststellung der Diagnose des Milzbrandes beim Rinde sind daher die Veränderungen der Milz, des Darmes und des Herzens. Wie schon erwähnt, machen sich bei Pferden weniger Hämorrhagien und Carbunkeln als bernsteingelbe Infiltrate bemerkbar. Diese zeigen sich wesentlich am Halse, am Mediastinum, am Peritoneum und in der Nicrcnkapsel. An solchen Stellen sind dann auch oft die Lymphdrüsen hämorrhagisch infiltrirt.
Im Darm sind beim Pferde zumeist nicht grössere, sondern nur kleinere Abschnitte betroffen; daher findet man auch hier häufiger Carbunkeln. Diese haben dann oft ihren Sitz im Dickdarm.
Aehnlich wie beim Rinde tritt der Milzbrand bei den anderen Thieren auf. Nur die Schafe und Ziegen machen insofern eine Aus­nahme, als man bei ihnen die Mil/ meistens nur in geringem Grade vergrössert findet, wahrscheinlich aus dem Grunde, weil die Thiere unter den Erscheinungen einer starken Gehirncongestion innerhalb einiger Stunden zu Grunde gehen. An ihrem Darm kommen ferner nur selten Carbunkeln, sondern nur entzündliche Veränderungen vor und nur selten enthält der Darm blutige Absonderungen. Das Blut wird bei den Ziegen meist in vollständig geronnenem Zustande an­getroffen.
Wenn die gezeichneten Bilder des pathologischen Befundes bei den genannten Thieren auch im Wesentlichen das gewöhnliche patho­logische Bild wiedergeben, so darf man doch nicht vergessen, dass Abweichungen vielfach beobachtet werden; insbesondere werden häufig carbunkulöse Bildungen im Dickdarm der Pferde vermisst, während dafür diffuse Infiltrationen in die Erscheinung treten.
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In dem nachstehenden Obductionsbefunde ist dieser Umstand zum Ausdruck gebracht und dadurch das Schablonenhafte nach Möglichkeit vermieden worden. Man wird im Allgemeinen nicht fehlgehen, wenn man sich bei der Ausführung von Obductionen der vom Normalen abweichenden Zustände erinnert; man wird sich dann zumeist viele Funde eher erklären können und leichter auf den richtigen Weg geführt werden.
Die Beschreibung der Milzbrandveränderungen und die Wieder­gabe eines ganzen Obductionsbefundes an dieser Stelle ist aus dem Grunde erfolgt, weil durch die Beschreibung der nur durch die äussere Besichtigung festzustellenden Veränderungen der Unterhaut das gesammte Obductionsbild zu sehr zerrissen worden wäre. Es lag mir aber daran, ein kurzes, dem Rahmen dieses Buches ent­sprechendes Gesammtbild des Milzbrandes hier zu geben, um in den späteren Kapiteln darauf nicht mehr zurückkommen zu müssen.
Bei der Beschreibung des Hautrotzes brauchte dieser Weg nicht innegehalten zu werden, weil der Rotz der inneren Körper-theile wiederum ein abgeschlossenes Bild für sich allein liefert, auch wenn der Hautrotz dabei nicht näher in den Bereich der Erörte­rung gezogen wird.
Die nähere Beschreibung und die Wiedergabe eines Beispiels von Rotz der inneren Körpertheile kann daher zweckmässiger bei dem Kapitel der inneren als bei dem der äusseren Besichtigung erledigt werden.
Die Erwähnung anderer, dem Milzbrand recht ähnlicher Krank­heiten hätte an dieser Stelle zu weit geführt. Ich will nur hervor­heben, dass bei Rindern vielfach locale oder generelle Hämorrhagien beobachtet werden, deren Natur oft nicht aufgeklärt werden kann. In vielen Fällen dürfte es sich um die Septicaemia haemorrhagica handeln, die ähnliche Obductionsbilder mit Ausnahme der Milzver-änderungen liefert wie der Milzbrand. Die bacteriologische Unter­suchung allein kann aber in jedem speziellen Falle event. Klarheit in die Aetiologie solcher Vorkommnisse bringen.
Obductionsbefund über ein am Milzbrand verendetes Pferd.
Signalement:.......
Gut genährtes Pferd. Zahnreilio geschlossen, die Zunge hängt seitwärts aus dem Munde. An den Angtlpföln keine Abweichungen. Aus den Nasenöffnungen fliesst eine blutige, schaumige Flüssigkeit. Der After ist geschlossen, blutiger
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Abgang aus demselben nicht vorhanden. Der Bauch massig stark aufgetrieben. Todtcnstarre nicht mehr vorhanden. Massige Fäulniss schon #9632;wahrnehmbar. Die Unterhaut am linken Hinterfuss in der Gegend des Sprunggelenkes und in der Umgebung des Stornum geschwollen und mit einer serös-blutigen Flüssigkeit infilt-rirt. Eine ähnliche serös-häuiorrhagische Infiltration lässt sich im lockeren Bindegewebe um den Pharynx und um die Parotis nachweisen. Die Ober- und Unterlippe wenig geschwollen. Die Oberhaut hier an mehreren kleinen Stellen abgelöst und mit rothem Schorf bedeckt.
In der Bauchhöhle ist kein abnormer Inhalt nachweisbar. Unter dem Peritoneum, welches die linke Flankcngcgcnd bekleidet, finden sich verschiedene grosse hämorrliagische Herde. Der Düniularm ist mit einer graugelb gcfiirbtcn Flüssigkeit und Oasen angefüllt. Die Schleimhaut ist schwach getrübt und bleich. Stollenweise sind die gmssoren Venen der Mucosa des Jejunum mit-Blut injicirt. Aus der Mündungsstelle des gemeinschaftlichen Oallenganges lässt sich ein gelb­lich gefärbter Schlcimpfropf hervordiückcn. Der Coecum enthält breiige, grünlich gefärbte Massen. Die Schleimliaut desselben ist graugrün gefärbt. Im Colon be­findet sich derselbe Inhalt. Die Schleimliaut desselben zeigt in den oberen Lagen eine schwach rötlilicbc Färbung, während sie in den unteren Lagen von derselben Beschaffenheit ist wie die des Coerum.
Am Ecctum sind keine Abweichungen nachzuweiseu. Die Milz ist stark ver-grössert; sie ist 51 cm lang, 31) cm breit und 3 cm dick. Die Milzkapsel ist glatt und durchsichtig. Die Pulpa ist weich, beinahe flüssig und röthlich braun gefärbt.
Der Magen ist mit einer sauer riechenden Flüssigkeit angefüllt. Das Epithel ist von der Scblcimliaut der portio cardiaca an mehreren Stellen abgelöst; der freiliegende Theil der Mucosa ist dunkolroth gefärbt. Die Schleimhaut der portio pylorica ist stark getrübt und mit dem Labdrüsentheil gleichzeitig stark gcrothet.
Die Leber ist vergrössert; ihre Kapsel, namentlich am oberen Theil des rechten Lappens mit zottenartigen Vegetationen besetzt. Die Lebersubstanz ist stark getrübt, lohmfarbon und trocken. Die Acini sind vergrössert. Im Blut der grösseren Gcfässe zeigen sich Gasblasen.
Die rechte Niere ist 18 cm lang, 16 cm breit und 5 cm dick; die linke ist 21 em lang, 14 cm breit und 3,5 cm dick. Die linke Niere ist gelblichroth gefärbt, sehr weich und ihre Substanz durchweg getrübt. Die Trübung tritt besonders in der Rindenscliieht hervor.
In beiden Pleurasäcken befinden sich mehrere Liter einer dunkelrothen trüben Flüssigkeit. Das Mediastinum anticum und die am Eingänge in den Thorax befindlieheu bindegewebigen Massen sind hämorrhagisch-sulzig geschwollen. Die Schwellung erstreckt sich auch auf das subpleurale (iewebe im Bereiche der ersten Rippen. An vielen Stellen der Pleura zahlreiche häuiorrhagische Herde. Auch in den bindegewebigen Zügen längs der Luftröhre bis zum Pharynx hin finden sich sulzige Schwellungen. Der Pharynx selbst ist von blutigen Massen eingeschlossen, welche den Kehlkopf bedecken. Die Schwellung erstreckt sich ferner auf die Schleimhautabsehnitte oberhalb der Morgagni'schen Taschen und auf den Zungen-grund.
Die mediastinalen Lymphdrüsen sind stark vergrössert und mit blutigen Massen durchsetzt. Die Lungen sind durchweg lufthaltig. Unter der Pleura sitzen einige blutige Herde. Die Bronchien sind mit einer schaumigen Flüssigkeit
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angefüllt. Die Schleimhaut der Luftröhre und namentlich die des Kehlkopfes röthlich verfärbt, die Venennetze hier stark injicirt.
Im Herzbeutel finden sich ca. 100 g einer dunkelroth gefärbten Flüssigkeit; im Visceralblatt des Pericardium sitzen zahlreiche blutige Flecken. Das Blut in der rechten Vor- und Herzkammer bildet eine schmierige, dunkelroth gefärbte Masse; ein Tlieil desselben sowie das der linken Herz- und Vorkammer ist flüssig. Der Herzmuskel ist sehr stark getrübt und grauroth gefärbt. Die Körpermuskeln sind gleichfalls getrübt und grauroth gefärbt. Unter dem Epicard sitzen zahl­reiche blutige Herde.
Im Blute befinden sich zahlreiche Milzbrandbacillen.
In der Praxis kommt der Thierarzt seltener in die Lage, Ob-duetionsbefunde aufzunehmen von an rein äusseriiehen Krankheiten eingeg-angenen Thieren, als von solchen, die mit innerlichen Krank­heiten behaftet waren. Zuweilen jedoch tritt aber die Verpflichtung an ihn heran, auch reih äusserliche Krankheiten für private oder gerichtliche Zwecke zu untersuchen und darüber schriftliche oder mündliche Berichte abzugeben.
Zu diesen Krankheiten gehören solche, die durch Wunden, meistens aber durch inkurable Hufleiden zum letalen Ausgang ge­führt haben.
Von den rein äusseriiehen Krankheiten interessiren uns daher nur solche. Für die Einreihung der Befunde derselben in dieses Buch glaubte ich hier unter dem Kapitel der „äusseriiehen Besichtigungquot; den besten Ort gefunden zu haben. Da diese Krankheiten aber in den jetzt vorhandenen, vorzüglichen Lehrbüchern mehr oder weniger eingehend beschrieben sind, so glaubte ich auf ganz spezielle Be­schreibungen an dieser Stelle verzichten zu dürfen. Es genügte demnach nach meiner Meinung, hier nur Obductionsbefunde nieder­zulegen, die sich gewiss dem Praktiker ebenso nützlich erweisen werden, als die Beschreibungen der pathologischen Veränderungen dieser Krankheiten selbst.
Da die zum Tode führenden äusseriiehen Krankheiten durch Resorption deletärer Stoffe von den äusseriiehen Veränderungen aus auch solche der inneren Organe hervorrufen, durch welche der Tod bedingt wird, so ist es unter allen Umständen nöthig, auch bei rein „äusseriiehen Krankheitenquot; die inneren Organe eingehenden Prü­fungen zu unterwerfen.
Die hier niedergelegten Obductionsberichte geben daher neben den rein äusseriiehen Veränderungen ein anschauliches Bild über die
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Veränderungen der inneren Organe. Zu berücksichtigen ist aller­dings hierbei uocli, dass nicht sämmtliche innerlichen Veränderungen auf die Einwirkung deletärer Stoffe von dem ursprünglichen Krank­heitsherd aus zurückzuführen sind; denn die meisten mit äusser-lichen unheilbaren Leiden behafteten Tliiere liegen oft längere Zeit und werden darum mit Decubitalgangrän behaftet, dessen Folgen für die Beurtlieilung des pathologischen Bildes noch mit in Frage kommen. Erwähnenswerth sind auch noch die Unterscheidungsmerk­male verschiedener Krankheiten der Unterhaut, wie der Oedeme und der Phlegmonen.
Die Phlegmonen bilden sich oft in Bereichen von Wunden, deren Entstehung noch während des Lebens an den vorhandenen Blutgerinnseln und in späteren Stadien an den Producten der Ent­zündung, die jede heilende Wunde liefert, erkannt werden.
Bei den Phlegmonen ist die Unterbaut in ihren Maschen mit geronnenem Exsudat angefüllt, sie sieht daher gelbsulzig aus. Von der Schnittfläche fliesst keine Flüssigkeit. In älteren Stadien ist die Unterhaut derb und verdickt und sieht grauweiss aus. Oft siebt man auch Eiter bei längerem Bestehen des Processes und vielfach (Tann chronische Bindegewebswuchenuigen, die zur Einkapselung des Eiters führen.
Die sog. septischen Phlegmonen sind mehr verfärbt und haben oft eine gelblich grüne Beschaffenheit. Ihre Natur wird aber auch durch die übrigen Erscheinungen einer allgemeinen Sepsis kenntlich.
Die Oedeme werden je nach ihrer Entstellungsursache benannt und unterscheiden sich mit dem blossen Auge deutlich von einander.
Das Stauungsoedem charakterisirt sich durch Ansammlung von klarem Serum in den Maschen der Unterbaut. Diese ist gelblicb-sul/ig und hat ein stark spiegelndes Aussehen. Aus den Maschen sammelt sich schon nach dem Anschneiden an den tieferen Stellen eine klare, gelbliche Flüssigkeit. Oft sind beim Stauungsoedem die betroffenen Stellen erheblich angeschwollen und fühlen sich teigig an, so auch nach Thrombosirung der Venen am Schlauch und an den Lippen.
Das Entzündungsoedem, welches im Grossen und Ganzen dieselben- Merkmale zeigt wie das Stauungsoedem, enthält aber noch weisse Blutkörperchen. Das Serum dieses Oedems hat daher ein trübes Ansehen, und sonst finden sich auch noch die Merkmale irri-tativer Reizungen und deren Producte. Das sog. kachectische
Bucli, Praktikum,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2
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Oodem ist ein Stauungsoedem und findet sicli seiner Bezeichnung entsprechend bei kachectischen Thieren. Häufig findet man an den Füssen starke bindegewebige Verdickungen als Folgen einer Phleg-mone der Unterhaut. Diesen Zustand, bei dem oft Exostosenbildung und Periostitis im Gefolge angetroffen wird, nennt man Elephantiasis, und zwar solange der Papillarkörjier der Cutis nicht betheiligt ist, Eleph. glabra, im anderen Falle aber Eleph. verrucosa.
Es seien hier nun zwei eclatante Beispiele niedergelegt, welche jedem Praktiker häufig begegnen und mithin auch sein ganz beson­deres Interesse beanspruchen dürften.
I. Beispiel.
Obductionsbericht
über ein au eitrig Jauchiger Eiitzuiiduiig der Fleiscliwand und der Flcisclisolile eingegangenes Pferd.
Signalement:.......
Das Cadaver bofindot sich in iibgemagertem Zustande. Aus den Nasenüff-nungeu flicsst eine geringe Menge einer grau-grünlich gefärbten Flüssigkeit. Beide oberen Augenlider sind geschwollen, die Conjunctivcn geröthet und schwarz-roth punktirt. Die bläulich gefärbte Zungenspitze liegt Im rechten Maul-wiukcl. Der After ist geschlossen. Am unteren Darmbeinwinkel, an beiden Brustwandungen, an den Fesseln aller Extromitilten, au den Sprunggelenken und an den Augenbögeu tinden sich gangränöse Hautwunden vor, die bis in die tiefer gelegenen Weichtheile sich erstrecken.
Die meisten dieser Stellen sind mit Krusten bedeckt, unter denen sieh eine geringe Menge übelriechender Flüssigkeit findet. Nach dem Abziehen der Haut von diesen Stellen erweist sieh die Subcutis der benachbarten Stellen jauchig infll-trirt. Eine räumlich ausgebreitetere plilegmonüse Schwellung macht sich am linken Hinterschenkel bemerkbar, die sich bis über das Sprunggelenk hinzieht.
An der inneren Seite des linken Hinterhufes ist der Trachtentheil der Wand, die innere Eckstrebe und der zwischen beiden gelegene Theil der Hornsoble ent­fernt. Der freigelegte Theil der Flcisehwaud und Fleisehsohle sind mit dunkel-roth gefärbten und mit stinkender Flüssigkeit überzogenen warzigen Hervor-ragungen besetzt, welche sieh weich anfiihle.i. An einer Stelle ist die Fleisch­wand ganz zerstört und das Hufbein von allen AVeiehtheileu entblösst. Hier ist das letztere rauh und es lassen sich kleine Knochenstückchcn mit der Pincette vom Hufbein ablieben. Das Knochengewebe des Hufbeins ist graiiroth gefärbt. Das auf dem Hiifbcinknorpcl gelegene Bindegewebe ist mit einer übelriechenden Flüssigkeit infiltrirt. Der llufbeinkuorpel selbst weist keine Veränderungen auf. Das an der medialen Seite dieses Knorpels gelegene Bindegewebe zeigt ebenfalls eine jauchige Infiltration.
Am Strahlbein, Schnengelenk, am Gelenke zwischen Huf- und Kronenbein und an der Uufboinbeugesehne zeigen sich keine Abweichungen; nur der an der ent-
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blossten Stelle der Hornsohle anstosscndc Theil des Strahlpolsters ist weich und gelblichgrau gefärbt. In den grösseren, an der inneren Seite des Fesseis gelegenen Venen sind keine Abnormitäten nachzuweisen. In der Bauchhöhle kein fremder Inhalt; der Dann mit Gasen stark angefüllt. Das Zwerchfell nach der Brusthöhle gedrängt. Im Peritoneum linden sich einige dunkelroth gefärbte Horde von Hirsekorn- bis Linscngrösse. An der hinteren Fläche des Zwerchfells ist das Perito­neum mit zahlreichen biudegewebigcn Anhängseln versehen.
Der Dünndarm enthält eine grau gefärbte, trübe Flüssigkeit; die Schleim­haut desselben ist schwach geschwollen und bildet zahlreiche Falten, die auf ihrer Höhe schwach geröthet sind.
Der Dickdarm enthält trockene Massen; die Schleimhaut desselben zeigt keine Veränderungen. Die Milz ist von normaler Grosse. Die iiusserliche Fläche der Milzkapsel glatt, die Piilpa massig weich.
Um die Nieren liegen wenig stark entwickelte Fettkapscln. Die sohnigen Kapseln sind leicht abzuziehen. Die äussere Fläche der Nieren ist glatt. Die rechte Niere ist 20 cm lang, 15 cm breit und 5 cm dick; die linke Niere ist 18,5 cm laug, 18,5 cm breit und 5,2 cm dick. Binden- und Marksubstanz sind ge­trübt und gloichmässig grau gefärbt, nur die peripherischc Schicht der Murksub-stanz ist etwas geröthet. Die Schleimhaut der Nierenbecken bleich. Die Nieren­becken enthalten eine trübe, grauröthlich gefärbte Flüssigkeit.
Im Magen eine sauer riechende Flüssigkeit, am gefranzten Bande der oberen Fläche finden sich zahlreiche Gastruslarven vor. Die Schleimhaut im Fundus ven-triculi ist stellenweise sehr schwach geröthet.
Die Leber vergrössert, die Ränder schwach abgerundet, die Kapsel au der vorderen Fläche mit zottigen Anhängseln an einzelnen Stellen besetzt.
Die Lebersubstanz trüb, trocken, grüngelblich gefärbt und mürbe. Die Acini vergrössert.
In der Arteria ilio-cocco-colica die Intima rauh; in ihr einige Strongyli ein­gebohrt. An dieser Stelle ein bohnengrosser, röthlicbgelb gefärbter, weicher Thrombus, der aussen glatt ist.
Die rieurasäoke sind leer; die Pleura ist glatt, glänzend und durclisichtig.
Der hintere Rand des linken Lungenflügels enthält unter der Pleura zahl­reiche Luftblasen, von denen einzelne die Grosse eines Taubcneies haben. Das Parcnchym beider Lungenflügel lufthaltig und feucht; der rechte Lungenflügel gleichzeitig stark geröthet. Bronchien und Luftröhre sind mit einer schaumigen Flüssigkeit angefüllt. Die Venen in der Schleimhaut des Larynx iujicirt.
Im Herzbeutel ca. 200 g einer röthlich gefärbten klaren Flüssigkeit.
Das Herz von normaler Grosse uud Gestalt. Die Muskclsubstanz des Herzens trüb und grauroth gefärbt. Der linke Ventrikel leer, im rechten schmieriges, duukclrothes Blntcoagulum.
Die Körpermnskeln in der Gegend der Decubitusstellen stark getrübt und grauroth gefärbt. Sonstige Abweichungen sind nicht zu ermitteln.
Das Resume der pathologischen Verändeningcu geht demnach dahin:
Eitrig, jauchige Entzündung an der Fleischwaud und Flcischsohle und Carionecrose des Hufbeins des linken Hintcrfusses. Decubitalgangrän an ver­schiedenen Körperstcllcn. Myositis verschiedener Muskelpartbien. Catarrhalischc Entzündung des Magens uud dbs Dünndarmes. Parcnchymatösc Entzündung der Leber und der Nieren. Gastruslarven im Magen. Eudoarteriitis durch Strongyli
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und Parietalthrombosc in der Arteria ilio-coeco-eolica. Subpleurales Emphysem; schwaclics Lungenödem. Hypostase im rechten Lungenflügel, parenehymatöso Entzündung des Herüeus, Hämorrhagien am Peritoneum.
II. Beispiel.
Obductionsbericht
ill)er ein an einer jauchigen Operationswuiulc des Samen-straubes eingegangenes Pferd.
Signalement:.......
Das Thiel befindet sich in abgemagertem Zustande. Die Gegend des Hoden­sackes und des Schlauches sind stark geschwollen. Diese Schwellung erstreckt sich au der unteren Fläche des Bauches bis gegen die Brust, an den Bauchwan-dungeu bis gegen die Wirbelsäule und auf die oberen Abtheilungen beider Hintcr-schenkel. Der After ist geschlossen, ebenso die Manlhöhle. Die Augäpfel zeigen keine Abweichungen.
Die rechte Castrationswunde ist fast vernarbt. An Stelle der linken findet sich eine Oeffnung von dreieckiger Gestalt, in die man bequem mehrere Finger hineinschieben kann. Durch diese Oeffnung gelangt man in eine grosse Hiihle die von den stark verdickten Wänden des Hodensackes umschlossen ist. Die Höhle wird oben begrenzt durch das untere Ende des stark verdickten Samenstranges. Die Höhle ist vom Rande der unteren üeffnuug bis zum unteren Eude des Samen­stranges 14 cm lang. Die Innenfläche ist mit einer eiterigen Masse bedeckt; sie ist rauh und uneben, stellenweise gangränös. Xcben dem Samenstrang, und zwar lateral von ihm, setzt sich diese Höhle in der llichtung des Leistencannls fort. Die Länge dieser Höhle beträgt ca. 10 cm.
Der Samenstrang selbst ist sehr verdickt; sein Durchmesser beträgt 4,5 cm. Das untere Ende desselben, welches innerhalb der oben beschriebenen Höhle sich befindet, ist gangränös zerstört. Das Gewebe des Samenstranges ist indurirt und zwar nimmt die Induration in der Kichtung gegen die Bauchhöhle ab; hier wird das Gewebe derselben mehr weich, gallertig und diese Veränderung erhält sich bis zur Ursprungsstelle der inneren Sanienarterie.
Die Samenartorio ist in einer Länge von ca. 8 cm durch einen Thrombus verstopft, an dem eine faulige Auflösung entstanden ist. Der Thrombus reicht bis an die Ulcorationsflächc am unteren Eude des Samenstranges.
Die Wand der Arterie ist stellenweise mit dem Thrombus verbunden. Das Gewebe um die Samenarterie ist indurirt.
Der Samenstrang ist an seiner äusSeren Fläche durch flbrinöse Gerinnselmasson mit dor tunica vagin. coinmunis im Verlaufe des ganzen Leistencanals verbunden.
Das Gewebe unter dem Hodeusack und in der Nachbarschaft der tunica vagin. communis ist eiterig iufiltrirt. Dieser phlegmonüse Process setzt sich fort auf das lockere Bindegewebe rings um den Schlauch, auf die Suboutis der inneren Fläche des linken Hiutcrschenkels, au die untere Seite des Bauches und ferner zwischen die Bauchmuskeln.
Der phlegmonose Process erstreckt sich ferner im Samenstrang bis zum Poupart'schcn Bande, ferner ausscrhalb des Gewebes der tunic, vagin. comm. im
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rotropcritonealcu Bindegewebe bis in die Bcckenböhle, an die linke Niere und von hier an der Wirbelsäule entlang bis zum Zwerobfell. Das Peritoneum ist an vielen Stellen feuchtglänzeml und g-oröthct; die stärkste Eötliung zeigt sieb in der Nabe der inneren Oeffuung des linken Leistencanals.
Die Harnblase ist gefüllt und enthalt einen etwas trüben, schwaeh gelblich gefärbten Harn. An der Schleimhaut keine Veränderungen.
Der Dünndarm ist stark zusammengezogen; in ihm befindet sich etwas sebleimige Flüssigkeit.
Der Dickdarm enthält breiige Massen. Die Schleimhaut an der Spitze des C'oecum ist etwas geröthet. Die Lymplulriiseu im Mesocolon etwas vergriissert und ebenfalls geröthet. Die Schleimbaut des Colon ist in der unteren Lage au der Beckenflexur und In der iiiagenähnliohen Erweiterung schwach roth gefärbt.
Der Magen zusammengezogen. Die Schleimhaut der portio eardiaca etwas geschwollen und geröthet. Die Milz zeigt keine Abweichungen, ebenso die Leber uud die Nieren.
Die Plourasäckc sind leer. Die Pleura pultn. u, costal, glatt und glänzend. Das Lnngougowebe lufthaltig, an inehreren Stellen das Gewebe eingefallen, luft­leer, ficischartig. Die Schleimhaut der Bronchien stellenweise geröthet, gescbwollen und mit feiublasigem Schaum gefüllt. Im Herzbeutel etwas klare Flüssigkeit.
Die llerzmuskiiliitur trocken, stark getrübt und gelbrotb gefärbt.
Die pathologisch anatomische Diagnose lautet demnach: Gangränös eitrige Entzündung in der Opcrationswuudc am linken Samenstrang. .Tauchige Thrombo-Arteriitis in der linken inneren Samenartcrie. Phlegmone im Gewebe des Hoden-sackes um den Scblaucli, in der Subcutis an der inneren Schenkelfläche, am Bauch und im retroperitonealen Gewebe. Beginnende Peritonitis. Allgemeine Abmagerung. Catarrh des Dünn- und Dickdarmes. Gastritis catarrhalis. Multiple Atelectase. Bronchitis catarrhalis. Myocarditis parenehymatosa mit Fettmetamorphose.
Allgemeine Erörterungen über die Untersuchung von Organen und
deren Vorfärbungen.
Bevor die Technik der Eröffnung' der Körperhöhlen beschrieben wird, will ich noch Bemerkungen allgemeiner Natur vorwegschicken, die zum Verständniss der zu erörternden Materie wesentlich bei­tragen sollen.
Bei der Beschreibung pathologischer Veränderungen kommt näm­lich nicht allein der Anfänger, sondern auch der schon Geübtere in dieLage, gewisse schablonenartigc Grundsätze in Anwendung zu bringen, ohne die solche Beschreibungen nicht gut ausgeführt werden können.
So kommen für die Untersuchung der Baiicheingeweide folgende Punkte in Erwägung.
Zunächst ist nach der Eröffnung der Bauchhöhle die Lage der Eingeweide festzustellen. Der Grund hierfür ist nur zu natürlich, wenn man berücksichtigt, dass im späteren Verlauf der Untersuchung die Lage derselben immer verändert werden muss. Die Versäumniss
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dieser ersten Grundliedingung ist demnach nicht wieder naclmiholen und führt namentlich für die Feststellung der Todesursache bei der Colik der Pferde zu ungenügenden Ergebnissen.
Nachdem die Lage der Eingeweide genau bestimmt wurde, ist zu ermitteln, ob sich im freien Raum der Bauchhöhle oder zwischen den Gedärmen abnorme Inhaltsmassen, wie Futterbrei, Transsudate und Exsudate vorfinden.
Hierauf ist erst die Farbe und die allgemeine Beschaffenheit der vorliegenden Thcile zu bestimmen und dann erst soll die Herausnahme bezw. die Beiseiteschiebung der Eingeweide bewerkstelligt werden.
Für die übrigen Organe kann meist die Bestimmung der Lage wegfallen, Aveil hier nur selten Lageveränderungen angetroffen werden, zuweilen allerdings an der einen oder anderen Niere, am Herzen und an den Lungen, wenn letztere durch Ex- oder Transsudate cora-primirt und so gewissermassen ihre Lage verändert haben.
Im Uebrigen genügt es, an den Körperorganen die Grosse, Gestalt, Farbe und Consistenz festzustellen, noch bevor ihre innere Untersuchung in Angriff genommen wird.
Von den path. Veränderungen der Lunge wissen wir, dass sie entweder durch die Bronchien oder durch die Blutgefässe der Lunge selbst eingeleitet werden. Bei Pferden finden wir meistens eine sog. croupöse Lungenentzündung, wie sie die Influenza liefert, bei Schweinen und Hunden dagegen meist catarrhalische Entzündungen, die auch durch die Mitbetheiligung der Blutgefässe einsetzen, die aber des Oefteren ihren Anfang von den kleinsten Bronchien nehmen. Dem­nach sehen wir bei Pferden und auch bei Rindern — hier bei der Lungenseuche — in den Lungenalvcolen grosse Mengen Fibrin­fäden, die zelliges Material in sicli einschliessen, während bei der catarrhalischen Pneumonie nur zelliges Material die Alveolcn aus­füllt. In Folge dieser verschiedenartigen Ausfüllung der Alveolen mit pathologischen Producten werden die Schnittflächen solcher Lungen auch makroskopisch verschiedene Bilder liefern. Die Schnittfläche einer mit croupösem Material gefüllten Lunge ist daher immer grob­körnig; weil das Fibrin der Alveolen nach deren Durchschneiden als kleine „Pfropfequot; über die Schnittfläche hervortritt. Die ganze Schnitt­fläche erhält daher eine „grobkörnige Beschaffenheitquot;. Gerade umgekehrt liegen diese Verhältnisse bei der catarrhalischen Pneu­monie. Hier kann das bewegliche zellige Material in Folge des Fehlens des Fibrins sich nicht über die Schnittflüche der Alveolen erheben und als grössere Pfropfe hervortreten. Die Folge davon ist.
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dass die Schnittflächen bei der catarrhalischen Pneumonic entweder gar nicht oder nur ganz schwach gekörnt erscheinen.
Auch bezüglich der Ausbreitung der entzündlichen Processe liegen bei den verschiedenen Pneumonien Verschiedenheiten vor. Da die catarrhalische Pneunionie meist eine bronchitische ist, so tritt sie auch zuerst um einen Bronchius auf und hat demnach einen lobulären Charakter, während die croupöse Pneunionie immer lobär, d. h. über grössere Strecken verbreitet, in die Erscheinung tritt. Stehen aber beide Arten der Pneumonie auf der Höhe ihrer Ausbildung, dann dürfte es oft schwer werden, die eine oder andere als lobär oder als lobulär zu bezeichnen, weil bei der lobulären Pneumonie durch das nachbarliche Verschmelzen der einzelnen lobulären Entzündungsherde eine mehr einheitliche, über eine grössere Strecke oder über einen ganzen in Mitleidenschaft gezogenen Lungenflügel verbreitete Pneu­monie entsteht, die in vielen Fällen für das blosse Auge ihren lobu­lären Charakter verloren hat.
Bei einiger Erfahrung und besonders bei der Kenntniss des Auf­tretens dieser Processe bei den einzelnen Thierarten und bei der Kenntniss dieser wichtigsten Merkmale kann sich ein Irrthum nur selten einschleichen. Wenn aber die makroskopische Untersuchung doch nicht zu einem positiven Ergebniss führen sollte, dann würde die mikroskopische Untersuchung ja sofort den Beweis über die wahre Natur der Veränderung erbringen. Mikroskopische Untersuchungen können aber in der Praxis oftmals nicht ausgeführt werden, aus welchem Grunde daher die Beschreibung des Befundes auf Grund der makroskopischen Untersuchung schon allein ausreichen muss, ein klares pathologisches Bild zu zeichnen.
Aber auch für fast alle anderen Krankheiten muss dem Obdu-centen quot;das pathologische Bild schon bekannt sein, wenn er gute Beschreibungen derselben in seinen Obductionsberichten liefern will.
So beschreibt beispielsweise der vorstehend niedergelegte Ob-duetionsbefund über Hautrotz die VVurmgeschwiire, die Wurm­knoten, die Lymphangiten und die Adeniten in durchaus sachlicher Weise. Wer aber nicht weiss, dass die Wurmknoten in der Subcutis sitzen, dort eine fibröse Schicht um sich bilden, puriform im Cen­trum einschmelzen, gelegentlich nach aussen aufbrechen, dann einen speckigen Grund und einen ausgebuchteten erhöhten Rand haben etc., der wird diese Veränderungen oft nicht so beschreiben, dass die wahre Botznatur daraus kenntlich wird. Wer ferner nicht weiss, dass bei der Lungenseuche des Rindes In den Lungen ein ery-
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sipelatöser Prozess sieb abspielt und versebiedene Stadien der Er-krankung dicht nebeneinander erzeugt, der wird die Veränderungen leicht falsch beurtheilen und mitbin oft zum Wenigsten schlecht be­schreiben, so dciss leicht Controversen über solche Berichte entstehen können.
Auch für die Ermittelungen, ob Lungenrotz oder andere patho­logische Processe vorliegen, müssen neben dem pathologischen Bilde des Lungenrotzes auch alle andern event, mit ihm zu verwechselnden Krankbeitsprocesse ihrer Natur und ihrem Wesen nach schon bekannt sein, bevor der Obducent daran denken kann, klare, verständliche Bilder, die Zweifel über die wahre Natur der beschriebenen Processe nicht mehr zubissen, durch seine Obductionsberichte zu geben.
Bevor nun die Technik der Eröffnung der Körperhöhlen be­schrieben wird, seien noch allgemeine Bemerkungen über die Farben­bestimmungen an pathologisch veränderten Organen und über die Entzündnngs- und Stauungsrötben vorweggesebickt.
Bekanntlich werden pathologische Zustände oft nur an ihrer Farbe bei der makroskopischen Besichtigung erkannt und namentlich spielt die rotbe Blutfarbe dabei eine wichtige Bolle. Jedes Organ bat nämlich immer eine gewisse Biutfüllo, die je nach der Menge des vorhandenen Blutes diesem eine mehr oder weniger rotbe Farbe giebt. Bei geschlachteten Tbieren kommt diese Blutfülle nur dann in Betracht, wenn es sich um abnorme Blutfiillungen eines Organs oder eines Theiles desselben handelt, während bei eingegangenen Tbieren die normale Blutfülle der Organe bei dem Beurtheilen patho­logischer Zustände mit den etwaigen abnormen Blutfüllungen ver­glichen und darnach auch diese beurtbeilt werden müssen.
Gerade der tbierärztliche Sachverständige hat auf diese Ver­bältnisse besonders sein Augenmerk zu richten, weil sein Gesiebt durch die anatomischen Präparirttbungen etwas anders geübt wurde als das des humanen Mediziners. Dieser hat nämlich schon in den Präparirübungen nur mit solchen Organen zu thun, die ihren nor­malen Blutgehalt besitzen, während jener nur Organe sieht, die durch das Schlachten der betretfenden Thiere blutleer oder fast blut­leer geworden sind.
Ich glaubte über diese Verhältnisse hier einige Worte sagen zu müssen, weil ich aus eigener Erfahrung beurtheilen kann, wie grosse Schwierigkeiten gerade durch diese einfachsten Dinge dem Lernen­den erwachsen, wenn er nicht gleich im Anfang seiner Studien auf diese Verbältnisse eindringlichst aufmerksam gemacht worden ist.
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Neben der Farbe, die durch den Blutgelialt bedingt wird, ist aber noch die ürfarbe des Organes selbst beim Beurtheilen, ob pa­thologische oder normale Verhältnisse vorliegen, zu berücksichtigen. Diese Urfarbe wird auch als Parenchymfarbe bezeichnet und giebt vielen Organen ein specifisches Aussehen. So besitzen die Muskeln, 1 die Leber, die Milzpulpa, die Hoden und auch gewissermassen die Lungen ihre specifischen Parenchymfarbon.
Diese Parenchymfarben werden aber ganz wesentlich modificirt durch den mehr oder weniger starken Blutreichthum der Organe.
Audi andere abnorme Einlagerungen in Organen wie Eiter, Extravasate, Galle etc. werden in ihrer Farbe durch den Blutgelialt der betr. Organe modificirt. In einer Niere wird beispielsweise ein necrotischer Infarct beim geschlachteten Thiere rein gelb erscheinen, während er bei dem normalen Blutgehalte des Organes, besonders aber bei einer hypostatischen Blutfülle eine verwaschene rotligelbe Farbe erkennen lässt.
Der protokollirende Thierarzt hat sich daher in erster Linie auch über alle diese Verhältnisse klar zu werden, ehe er daran denken kann, genaue Befunderhebungen zu ermitteln.
Von besonderer Wichtigkeit für die Beschreibung pathologischer Veränderungen ist nun naturgemäss die Kcnntniss von den abnormen Blutfüllungen, über die auch einige Worte gesagt sein sollen.
In erster Linie sind hier die abnormen Blutfüllungen ein­zelner Organe zu erwähnen, die erst in der Zeit vom Eintritt des Todes — und oft auch schon kürzere Zeit vorher — bis zur Aus­führung der Obduction entstehen. Diese Blutfüllung eines Organes ist aber weniger auf pathologische als vielmehr auf mehr normale Vorgänge zurückzuführen, die meist rein mechanischer Natur sind. Vor und nach dem Tode liegt nämlich das Thier oft längere Zeit auf einer Seite, in Folge dessen das Blut aus den grossen Gcfässen nach dieser Seite hinfllesst. Das meiste Blut wird sich immer in den grossen Gefässen der Brusthöhle, dem Herzen und in den Lungen ansammeln,-aus welchem Grunde sich auch ein grosser Tlieil in den unteren Lungenflügel senkt (Hypostase). Der eine Lungenflügel wird deshalb immer viel, der andere aber weniger Blut enthalten. Gleiche Verhältnisse finden sich auch an anderen Organen und vorzugsweise an den Nieren. Die in Folge eingetretener Fäulniss in den Därmen sich ansammelnden Gase üben auf die Blutgefässe in der Bauchhöhle einen Druck aus, wodurch deren Blut in das Herz hincingepresst wird. Von hier gelangt es dann weiter durch Senkung in den zu
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unterst gelegenen Lungenflügel. Audi schon während des Lebens der Thiere kann bei grossen Herzschwächen Lungenhypostase ent­stehen. An peripherischen Kürpertheilen entstehen nacli dem Tode ebenfalls Hypostasen, sog. Todtenflecke, die meist fleck- oder strich­weise auftreten und die sich zum Unterschied von den Imbibitions-röthen beim Druck verschieben lassen. Ist das Blut in Fäulniss' übergegangen und hat sich aufgelöst, ist also Blutfarbstoff (Hämo­globin) im Serum gelöst, dann entstehen die Imbibitionsröthen. Denn die rotiigefärbte Flüssigkeit verlässt die Gefässe, namentlich die Venen, und theilt sich dem umliegenden Gewebe mit. Die Venen sieht man dann von verschwommenen rothen Streifen begleitet. Die Imbibitionsröthen treten meist strichweise auf. Schneidet man im-bibirtes Gewebe an, dann fliesst kein Blut aus ihm, wie dies beim Einschneiden in die Gewebsmassen der Todtenflecke immer der Fall ist. Ist der Obducent nicht sicher, ob er Todtenflecke oder Imbibitionsröthen vor sich hat, und will er die Entscheidung nicht durch Einschneiden herbeiführen, dann kann er schon zum Ziele kommen, wenn er auf die rothen Stellen einen Druck ausübt, durch den sich die ersteren verschieben lassen, die letzteren aber nicht. Für das Bestehen von Imbibitionsröthen spricht aber noch das Fehlen jeglicher Gewebsschwellung, die bei den Todtenflecken naturgemäss in mehr oder weniger hohem Grade je nach der Quantität des im Gewebe befindlichen hypostatischen Blutes nachzuweisen ist.
Die Vermehrung des Blutes in einem Organ kann intra vitam in abnormer Weise durch Stauungen — venöse Hyperämien — oder durch entzündliche, arterielle Hyperämien bedingt werden. Oft wird es freilich schwer, die Entscheidung über die wahre Natur der abnormen Blutvertheilung zu treffen. Gewisse Anhaltspunkte sind aber doch vorhanden, die hier kurz erwähnt sein mögen.
Vorerst ist noch darauf aufmerksam zu machen, dass arterielles und venöses Blut nach dem Tode sich in der Farbe ähnlich sehen, während im Leben das erstere hellroth, das letztere dunkel-roth ist. Nach dem Tode ist aber auch das arterielle Blut dunkel-roth und durch nichts von dem ursprünglich venösen zu unterscliciden. Aus der Farbe des Blutes bezw. des mit Blut imbibirten Organes kann daher eine venöse Stauung oder eine durch die arteriellen Ge­fässe bedingte Entzündungsröthc nicht gefolgert werden. Virchow sagt darauf bezüglich in seiner Sections-Teclmik;
„Selbst bei hohen Graden arterieller Injection kann ein Theil ebenso blauroth oder schwarzroth aussehen, wie bei
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venöser Hyperämiequot; und fuhrt als Beispiel hierfür die Malpi-gischen Knäuel der Nieren an, die als rein arterielle Theile bei starker Füllung ihrer Gefässe als ganz schwarzrothe Punkte oder Körnchen mit blossem Auge oder mit der Lupe leicht sichtbar seien.
Wenn diesem Grundsatz immer die gehörige Beachtung geschenkt #9632;wird, dann kann es kaum vorkommen, dass die Böthangen, die erst beim Zutritt von Luft am dunkeln Blute entstehen, für arterielle Injectionen gehalten werden. Das dunkelrothe Blut, mag es venösen oder arteriellen Ursprungs sein, hat nämlich die Fähigkeit, den Sauer­stoff der Luft aufzunehmen und sich nach einiger Zeit hellroth zu verfärben. Diese durch die Luft bedingte Röthe des Blutes macht sich besonders bemerkbar an den kleinsten Gcfässfüllungen und namentlich an dem Venennetz, das aus den Venenwurzeln stammt, während das Blut der grösseren Venen viel schwerer und langsamer sich verfärbt. Diese durch die Luft bedingten sog. arteriellen Ver­färbungen dürfen daher nicht für echte arterielle Injectionen ge­halten werden. Es ist demnach geboten, den Blutgehalt und die Farbe eines Organes sofort nach Herausnahme aus dem Körper und nach der Anlegung eines Schnittes zu bestimmen.
Uebcrhaupt sind arterielle Injectionen eines Organes nur selten durch die makroskopische Beobachtung als solche zu eruiren; es muss vielmehr hier die mikroskopische Untersuchung zu Hülfe genommen werden.
Die meisten der sichtbaren Gefässcheii sind nämlich Venen und nicht Arterien. Es kann demnach auch nicht bei Füllung von Ge-fässchen von einer arteriellen Injection gesprochen werden, wenn der Charakter der kleinsten durch die blosse makroskopische Prüfung noch sichtbaren Gefässe — ob Venen oder Arterien — nicht fest­gestellt wurde. Die gleichmässigcn Eöthungen eines Organtheiles, die sich nur durch eine diffuse Eothfärbung kenntlich machen, sind meist entzündlicher Natur, weil die Capillaren dieser Theile stark gefüllt sind und daher dem betreffenden Gewebe diese diffuse Färbung geben. Die Capillarinjection selbst ist aber mit blossem Auge nicht zu sehen, well Capillaren doch mikroskopisch kleinste Gebilde sind. Man wird den Charakter dieser Verfär­bungen mit blossem Auge noch am besten feststellen können, wenn man die grösseren sichtbaren Gefässe, die immer innerhalb der diffus gerötheten Parthie sich finden, auf ihren Ursprung hin prüft, obwohl gewisse Schwierigkeiten auch hierbei zu überwinden sind. Gerade an serösen und an Schleimhäuten treten diese Verfärbungen dem
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Obducenten entgegen. Es ist daher wohl berechtigt, sicli in seinem Obductionsprotokoll nicht über die Natur derselben auszusprechen — also ein Urtheil abzugeben — sondern sich vielmehr auf die Angabe zu beschränken, dass der betr. Theil diffus verfärbt ist, und dass in ihm injicirte grössere oder kleinere Gefässe sich finden, die #9632;— soweit dies bestimmt werden kann — dem venösen oder dem arteriellen Gefässgebiet angehören.
In weitaus den meisten Fällen wird uns die Ermittelung der wahren Natur der diffusen Röthungen aber wesentlich erleichtert, Aveil die meisten dieser Röthungen entzündlichen Charakters (wie sie am Bauchfell, an der Nasen- und an der Darmsclileimhaut so oft gesehen werden) vielfach auch schon von den Producten der ent­zündlichen Reizung begleitet sind, die sich als trübe Schwellungen, seröse und in noch vorgerückteren Stadien als serös - fibrinöse oder eitrige Infiltrationen oder Exsudate bemerkbar machen. Ein sehr schönes Beispiel hierfür bietet der Kehlkopf dar, bei dem bekanntlich ein entzündliches- und ein Stauungsglottisoedem vorkommt.
Beide Oedemo unterscheiden sich aber nur von einander durch die Farbe. Das entzündliche Glottisoedem beginnt mit einer irrita-tiven Reizung, der eine arterielle Injection mit diffuser Rothfärbung des submueösen Gewebes folgt. Nur selten kommen wir aber in die Lage, die ersten Anfänge des entzündlichen Oedems zu sehen, weil der Prozess meist schon weiter vorgeschritten ist, wenn er bei Obductionen zu Gesicht kommt. Wir finden demnach auch meistens schon zelliges Material vor, das durch eine capilläre Reizung in das Gewebe gewandert ist und demselben die bestimmte Farbe giebt. Da es aus weissen Blutkörperchen und aus Serum besteht, hat das ganze betroffene Gewebe eine graurothe bis grauweisse Farbe. Die vorher diffuse Röthe verschwindet dadurch oder wird, wenn sie noch vorhanden, von dem ausgewanderten Material verdeckt, so dass aus dieser Mischfarbe eine trübe Beschaffenheit des Gewebes ent­steht. Wir sind dann, wenn also das Oedem eine trübe, graurothe oder gar weisse Farbe hat, vollauf berechtigt zu folgern, dass der ganze Prozess nicht einen stauungs-, sondern einen entzündlichen Charakter hat.
Das sog. Stauungsoedem lässt allerdings auch im ersten Stadium seines Entstehens eine Röthe erkennen, aber nur durch Füllung der kleinsten und auch der grösseren Venen. Das betroffene Gewebe ist daher ebenfalls in diesem Stadium diffus geröthet und dieser Zu­stand kann makroskopisch in nichts von dem der entzündlichen
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Capillarinjection, bei der ja auch grössere Gefässc stärker mit Blut gefüllt sind und als solche dem Auge sichtbar werden, unter­schieden werden. Erst später, wenn die Stauung in den Venen zu­nimmt, transsudirt Flüssigkeit aus den kleinsten Gefässen in die submucösen Eäume, und mit ihr gelangen in diese viele rothe, aber keine weissen Blutkörperchen. Aus dem Grunde hat das Stauungs-oedem der Glottis, welches bei Erstickungen durch Lähmung des rechten Ventrikels, also in der Agonie entsteht, eine rothe Farbe, während der Nichtkenner dieser Verhältnisse doch glauben könnte, dass gerade das entzündliche Glottisoedem so gefärbt sein müsste. Aehnliche Verhältnisse finden wir auch an den serösen Häuten. Die kleinsten gefüllten Gefässe am Bauchfell werden häufig ohne Weiteres als Arterien angesprochen und diffuse oder ramiforme Röthungen daher Entzündungen zugeschrieben. Es ist aber grundfalsch, wenn der Obducent auf Grund dieser Verfärbungen von entzündlichen Ver­änderungen spricht.
Gerade an den serösen Häuten bieten sich mannigfache An­haltspunkte, die den entzündlichen Charakter der Eötliungen kenn­zeichnen. Dazu gehören die schon erwähnten sammetartigen Beläge, also Trübungen der Oberfläche der Häute und Exsudate im freien Raum der von diesen Häuten ausgekleideten Hohlräume.
Der Obducent wird daher immer gut thun, sein Urthcil über entzündliche Veränderungen nicht schon dann auszusprechen, wenn Eothungen mit event, entzündlichem Charakter vorhanden, sondern wenn er die ersten Producte der entzündlichen Irritationen eines Organes mit Hülfe der makroskopischen Betrachtung beweisen kann. Kommt es allerdings darauf an, gewisse Röthungen eines Gewebes, bei denen keine Anhaltspunkte durch die event, vorhandenen Entzündungsproducte gegeben sind, auf ihren wahren Ursprung hin zu prüfen, so dürften eingehendere makroskopische und besonders aber mikroskopische Untersuchungen erforderlich sein.
Eine am Darm häufig beobachtete Röthe ist aber noch er-wähnenswerth, weil bei der Feststellung ihres Charakters namentlich der nicht Geübtere leicht zu Irrthümern gelangen kann. Befindet sich nämlich im freien Raum der Bauchhöhle ein blutfarbstoffhal-tiger Inhalt, — wie er bei der Fäulniss und Auflösung des Blutes immer dort angetroffen wird — so wird das mit dem Blutfarbstoff längere Zeit in Berührung befindliche Darmstück und speziell dessen Serosa durch diesen mehr oder weniger diffus geröthet. Bei näherem Zusehen macht sich die Art der Serosaröthung aber sogleich dem
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Beschauer vornehmlich kenntlich an der gleich massig verwasche­nen Rothtarbiing, die meist sich über zusammenhängende grössere Flächen erstreckt, ferner an dem Folilen jeglicher Gefässfiillungen und an dem Fehlen der Schwellungen der Subserosa und zuletzt an der scharfen Abgrenzung nach der ungefärbten Seite hin, wo­durch die Begrenzung der Berührung mit der farbstoffhaltigen Flüs­sigkeit scharf markirt wird.
Da nun gerade bei Thierobductionen diese Art der Verfärbungen (übrigens werden auch an anderen Organen, wo die Bedingungen dafür gegeben sind, Beobachtungen dieser Art gemacht, so z. B. färben sich auch Dünndarmschlingen an der Leber, wobei die Serosa eine rothbraune oder grünlichblaue Färbung annimmt) häufig vor­kommen, war es nothwendig, die Aufmerksamkeit an dieser Stelle auf sie zu lenken.
Es mag an diesen Auseinandersetzungen genügen, um klarzu­legen, in welcher Weise Eöthungen einzelner Organe und speziell der vorliegenden Eingeweide der Bauchhöhle der serösen und der Schleimhäute zu beurthcilen sind. Für die Befunderhebung genügt es für gewöhnlich, bei den einzelnen Organen Angaben zu machen über den Blutreiclithum im Allgemeinen und dann noch kurze Be­schreibungen anzufügen über das Aussehen der Verfärbungen. Um eine Röthung bezüglich ihrer allgemeinen Eigenschaft zu kenn­zeichnen, dafür haben wir gewisse Bezeichnungen, die immer an­zuwenden sind. Haben wir es nämlich mit einer gleichmässigen Gewebsröthe zu thun, dann kann man von einer diffusen Röthe sprechen, und wenn man dann noch deren Ausbreitung und spezielle Färbung bezüglich ihrer Tunhöhe, wie: dunkelroth, hellroth, rosaroth, mat troth etc. anführt, dann ist zumeist die Beschreibung genügend. Sind noch grössere Gefässe innerhalb dieser Eöthung wahrzunehmen, dann ist dieser Umstand zu erwähnen und event, auch die Art der Gefässe — ob Venen oder Arterien — näher zu bezeichnen. Von einem gleichmässig gerötheten Gewebe kann man auch sagen, dass es injicirt ist, und deutet damit den entzündlichen Charakter an, obwohl man bei gleichmässiger diffuser Verfärbung eigentlich von einer dem Auge wahrnehmbaren Injection nicht sprechen kann.
In anderen Fällen spricht man von ramiformer Ilüthc, Avenn die Röthe durch injicirte, sichtbare Gefässe — meist Venen — be­dingt wird.
Bezüglich der räumlichen Ausbreitung einer Röthung spricht man von punktförmigen oder strichförmigen Röthungen etc.
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Zuletzt sei noch erwähnt, dass im Allgemeinen bei der Bestim­mung des Blutgelialtes von Organen darauf zu sehen ist, nicht erst ein ürtheil, sondern nur eine thatsächliche Beschreibung zu geben, quot;wie dies auch eine Bestimmung des Eegulativs der wissen-scliaftlichen Deputation für das Medicinalwesen klar und deutlich besagt. Es heisst darum: „In jedem Falle muss eine Angabe über den Blutgehalt jedes einzelnen wichtigen Theils und zwar auch hier eine kurze Beschreibung und nicht blos ein ürtheil (z. B. stark, massig, ziemlich, sehr geröthet, blutreich, blutarm) gegeben werden.quot;
Diese Auseinandersetzung möge dem Anfänger genügen; er wird durch sie bald bei einiger Uebung zu der erforderlichen Sicherheit in der Bestimmung der „Röthungenquot; gelangen und in Protokollen sich klar und unzweideutig auszudrücken verstehen lernen. —
Die Blutungen und trüben Schwellungen.
Es erübrigt nun noch die Blutergüsse innerhalb der Gewebe — die eigentlichen Blutungen — zu besprechen. Diese haben je nach ihrer Grosse und ihrem Sitze verschiedene Benennungen. Da in den Fachkreisen vielfach unklare Bezeichnungen gerade bei den Beschreibungen über Blutungen wiederkehren, seien aus diesem Grunde Erläuterungen über dieselben etwas eingehender und aus­führlicher niedergelegt.
Die Blutungen entstehen bekanntlich durch den Austritt des Blutes aus den Blutgefässen. Sie werden, wenn sie innerhalb des Körpers gefunden werden, mit dem allgemeinen Namen: Blutextra-vasate bezeichnet. Wir haben es bei Obductionen aber nicht mit wirklichen Blutungen, sondern mit den Producten derselben zu thun.
Die Blutungen erfolgen auf zweierlei Art. Einmal sind die kleinsten oder auch die grösseren Gefässe direkt zerrissen und das Blut sammelt sich in dem umgebenden Gewebe an oder es er-giesst sich, wenn die zerrissenen Gefässe an der Oberfläche eines Hohlraumes liegen, in diesen hinein. Das andere Mal erfolgt eine Blutung durch die unverletzte Getasswand, die aber dann durch Gewebs-Störungen der Gefässwände selbst bedingt wird. Meistens sind dann diese desorganisirt, wie dies nach Embolien, die die Ur­sache für die Ernährungsstörung eines bestimmten, abgegrenzten Be­zirkes abgeben, an den Gefässen des betrotfenen Theiles immer der Fall ist.
Die Gefässwände erlangen auf diese Weise die Eigenschaft, Blut durch ihre Wandungen treten zu lassen; recht oft erlangen sie diese
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Fälligkeit aber auch durch die pathologische Beschaffenheit des Blutes selbst, wie dies bei vielen Infectionskrankheiten und Vergif­tungen beobachtet wird. Ist das ausgetretene Blut mit Entzündungs-producten vermischt, dann spricht man von hämorrhagischen Ex­sudaten, und wenn nach venösen Hyperämien eine Transsudation von Serum und von Blut entsteht, von einem hämorrhagischen Oedem (z. B. bei Stauungsglottisoedem). Sind die Blutungen nur klein, und sind sie in der Fläche ausgebreitet, wobei jedoch die Ge-webszerreissung nur eine geringe ist, so nennt man diesen Zustand Suffusion (Blutunterlaufung). Sind aber grössere Partien mit Blut auch in die tieferen Gewebsschichten hinein durchsetzt, dann spricht man von einer hämorrhagischen Infiltration, während die kleinsten punktförmigen Blutungen, wie solche sehr schön in Schleim-bezw. serösen Häuten gesehen werden, mit den Namen Pctechicn oder Ecchymosen belegt werden. Mit hämorrhagischem Infarct benennt man einen grösseren Bluterguss in das Gewebe, bei dem gleichzeitig das betroffene Gewebe mehr oder weniger zerstört wird, wie man dies bei hochgradigen venösen Stauungen, und nach Em-bolien (embolischer Infarct) zu sehen bekommt. Hat man es mit einer Blutung zu thun, die die Oberfläche eines Organes mehr oder weniger stark hervorwölbt, dann bezeichnet man diesen Zustand auch als Hämatom oder Blutbeule. Unter hämorrhagischen Herden versteht man im Allgemeinen grössere Blutungen, bei denen Zer­trümmerungen des Gewebes nachweisbar sind. Finden sich solche Herde im Gehirn vor, dann nennt man sie apoplectische Herde.
Werden Blutungen innerhalb von Körperhöhlen angetroffen, so belegt man solche Zustände noch mit speziellen Namen: so wird eine im Uterus aufgefundene Blutung als Hämatometra, Blutergüsse in den Pleurasack mit Hämatothorax bezeichnet. Auf die Beschrei­bung der Ursachen solcher Blutungen kann hier nicht näher ein­gegangen werden. Es möge genügen, darauf hinzuweisen, dass die verschiedenartigen Blutergüsse auch mit verschiedenen dem Cha­rakter des Blutergusses entsprechenden Namen in den Befund­protokollen belegt werden müssen.
Neben dem mehr oder weniger hohen Blutreichthum eines Organs oder eines Theiles desselben, mag derselbe den normalen Verhältnissen angehören oder auf Stauungen oder auf Entzündungen zurückzuführen sein, wodurch die Farbe der betroffenen Theile beeinflusst wird, und neben der bereits erwähnten Eigenfarbe eines Organs, der sog. Pa-renehymfarbe, sind noch Verfärbungen zu beachten, die in Ver-
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änderungen der Gewebszellen oder in Einlagerungen fremder Stoffe in oder zwischen diesen ihren Grund haben. Wenn diese Verände­rungen und Einlagerungen oft auch fast farblos sind, so werden sie bei massenhaftem Auftreten in einem Organe doch dessen Grundfarbe wesentlich beeinflussen.
Bei allen fieberhaften Krankheiten treten in den Herz- und auch in den Körpermuskeln, dann in der Leber, in den Nieren etc. Veränderungen auf, die man als trübe Schwellungen bezeichnet. Die Zellen dieser Organe erfahren eine Zunahme der Körnung und vermögen daher wie die normalen Zellen das Licht nicht mehr zu reflectiren. Die gekörnte Substanz wird daher „trübquot; erscheinen. Mit dem Auftreten der Trübung bezw. mit dem Auftreten der Kör­nung vermindert sich aber der Wasserreichthum der Zellen, während ihr Volumen vermehrt wird. Das betroffene Organ hat daher ein trübes Aussehen, erscheint trocken und ist voluminöser. Den ganzen Process bezeichnet man als parenehymatöse Trübung oder als trübe Schwellung. Dass ein solch' verändertes Organ auch brüchiger wird, ist leicht erklärlich. Der Zustand ist demnach gekennzeichnet, wenn im Befundprotokoll gesagt wird:
Das betreffende Organ, z. B. der Herz-Muskel, zeigt sich grau-roth, trübe und trocken, oder die Leber ist geschwollen und brüchig, ihre Durchschnittsfläche ist trüb und trocken.
Treten in den Zellen Fetttröpfchen auf entweder durch Ein­lagerung von aussen oder durch Metamorphose der Körnung, dann wird das so veränderte Organ eine mehr gelbliche Farbe annehmen.
Im Allgemeinen kann daher als Regel gelten, dass die Organe ihr Aussehen je nach der eingelagerten Substanz ändern. Hierbei ist aber wohl zu berücksichtigen, dass die Parenchymfarbe des betr. Organs den Grundton abgiebt, der nur durch die speeifischen Ver­änderungen modificirt wird. Mit dem Feststellen der Farbe geht dann die Feststellung der Ausdehnung des farbenveränderten Ge­bietes Hand in Hand. Fast alle pathologischen Veränderungen fallen aber, zunächst durch ihre von der Parenchymfarbe verschiedene Farbe auf und geben meist dann erst Veranlassung zu weiteren Untersuchungen. So bemerkt man beispielsweise acute broncho-pneumonische Herde zunächst an ihrer Farbe. 1st diese ermittelt — es sind kleine rothgraue oder graue Herde — so wird ihre übrige Beschaffenheit bestimmt: ob sie auf dem Durchschnitt trocken oder feucht sind, und welchen Umfang und in welcher Ausdehnung, in welcher Zahl und Verbreitung sie anzutreffen sind. Dann wird ihr
Buch, Praktikum.
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Charakter genau geprüft, der sich schon liier durch kleinste central gelegene Flecke markirt, die sich bei näherem Zusehen als mit Eiter gefüllte kleinste Bronchien — Endbronchien — ausweisen. Die wirkliche Natur eines solchen Lungenknotens, der ja zuweilen mit ähnlichen Gebilden rotziger Natur verwechselt werden kann, ist damit meist aufgeklärt.
Wer gute pathologisch-anatomische Beschrcibungea liefern will, muss sich, was hier noch besonders hervorgehoben sei, freilich noch durch Uebung die Fähigkeit angeeignet haben,. richtig zu sehen. Ohne diese Fähigkeit, die ich den Sinn für das pathologische Sehen nennen möchte, und die weder angeboren ist, noch mit dem soge­nannten guten Auge etwas zu thun hat, werden eben oft augen­scheinliche Ergebnisse wichtiger Processe doch nicht gesehen. Ebenso wie der nach der Natur malende Anfänger zuerst keine präcisen Umrisse und nur wenige Farben in der Natur sieht und nur all­mählich daran gewöhnt werden kann, die Natur total „farbigquot; zu seilen, — ebenso kann auch der mindergeübte pathologische Anatom nur wenige Farbennüancen eines Organes im Anfang seiner Studien erkennen.
Nach längerer Uebung aber werden diese Schwierigkeiten über­wunden, und es kann Jeder dahin kommen, auch die feinsten Farbenunterschiede wahrzunehmen und event, richtig zu beurtheilen.
Die Eröffnung der Baucliliolile.
Die normale Lage des Darmes, die Verlagerungen desselben, und die Krankheiten des Bauchfelles.
Schon beim Ablösen der Haut vom Bauche werden das Unter-hautgewebe und auch die Unterhautvenen auf ihren Flillungsgrad hin geprüft. Man stellt ferner die Menge des Fettes der Unterhaut fest und prüft noch besonders dessen Farbe.
Hierauf wird die Bauchhöhle geöffnet, indem man hinter dem Schaufelknorpel einen Einstich macht, durch den die in dem freien Baum der Bauchhöhle behndlichen Gase entweichen. Es gehört eine gewisse Uebung dazu, namentlich bei stark durch Gase ausgedehnten Darmtheilen, den Schnitt, ohne dass diese verletzt werden, auszuführen.
Bei ungewöhnlich starker Ausdehnung des Bauches rathe ich, zuerst vor der Symphysis pubis die Bauchhöhle durch einen kleinen — etwa 10 cm langen — Querschnitt zu öffnen.
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Durch eine solche Eröffnung der Bauchhöhle wird die Spannung der Bauchdecken sofort aufgehoben, ohne dass ungewöhnliche Druck­verhältnisse von Darmtheilen an dieser Stelle gegen die Oeffnung stattfinden, was aber beim Einstich hinter dem Schaufelknorpel bei stark ausgedehntem niind- oder Grimmdarm immer der Fall ist.
Von der Einstichstelle hinter dem Schaufelknorpel setzt man den Schnitt in der Mittellinie des Körpers fort bis zur Symphysis pubis, nachdem vorher der Nabel nach links hin umgangen wurde. Von diesem Längsschnitt legt man zwei Querschnitte an, die in der Richtung der beiden letzten Kippen und zu deren beiden Seiten bis gegen die Wirbelsäule geführt werden. Die so gevierthcilte Bauch­wand gestattet aber noch keinen genügenden Eingriff in die Bauch­höhle. Es müssen vielmehr zu diesem Zwecke die Lappen zurück­geschlagen werden, nachdem vorher Schnitte in sie gelegt wurden, die ihr Zurückfallen verhindern. Vielfach werden auch diese Bauch­lappen gleich ganz abgeschnitten. Es muss dann aber vorher schon das retroperitoneale Fettgewebe einer genaueren Untersuchung unter­worfen werden. An diesem Fett sind nämlich oft Atrophien nach­zuweisen, wodurch ein Rückschluss auf den allgemeinen Nälirzustand gemacht werden kann. Solch' atropiiirtes Fett fällt in die Augen wegen seiner eigenartigen gelben Farbe, welche mit der Farbe des Cadmium am besten verglichen werden kann. Je mehr Fett im retroperitonealen Gewebe noch anzutreffen ist, desto heller wird auch die gelbe Farbe des Fettes sein, je mehr dasselbe aber atrophirt ist, eine um so dunklere gelbe Farbe kann man an ihm wahrnehmen. Diese Erscheinungen in der Farbendifferenz bei nicht atrophirtem und atrophirtem Fett rühren von der Concentration des nicht resor-birbaren Farbstoffes des Fettes selbst her, der, wenn er auf ein kleineres Volumen zusammengedrängt wird, auch eine intensivere gelbe bezw. dunklere gelbe Färbung zeigt. Ein wenig atropiiirtes Fett besitzt dalier eine helle, ein stark atropiiirtes eine dunkle Cad-miuinfarbe.
Man stellt nun die Lage und die Beschaffenheit der vorliegen­den Darmtheilo fest und bestimmt gleichzeitig den etwa vorhandenen abnormen Inhalt der Bauchhöhle auf seine Menge und auf seine Be­schaffenheit hin. Um den abnormen Inhalt auf Quantität und Qua­lität hin zu prüfen, ist es oft angezeigt, die eine oder andere Darm­partie aus Ihrer Lage zu bringen. Aus diesem Grunde muss die Bestimmung der Lage der Eingeweide schon vor der Bestimmung des abnormen Inhaltes der Bauchhöhle erfolgt sein.
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Die Feststellung der Lage der Darmtheile hat natürlich einen besonders hohen Werth für die Fälle, wo der Tod indirect durch Lageveränderungen verursacht wurde. In allen anderen Fällen hat die Bestimmung der Lage der Darmtheile eine geringere Bedeutung, weil abnorme Verschiebungen nur selten constatirt werden können. Wenn aber solche vorhanden sind, dann stehen sie meist in keinem Zusammenhange mit der Todesursache selbst. Die pathologische Lageveränderung grösserer oder kleinerer Darmabschnitte findet man darum auch fast ausschliesslich bei an Colik zu Grunde gegangenen Pferden. Auch bei den anderen Hausthieren kommen Lageverände­rungen dieser Art vor, jedoch auf Grund der Verschiedenheit des anatomischen Baues ihres Darmkanals nicht in dem Umfange und in der Ausdehnung, wie bei Pferden. Die Darmverschiebungen bei Kindern, Schweinen und Hunden sind im Verhältniss zu denen der Pferde selten, haben eine mehr locale Ausdehnung und betreffen da­her meist nur kleine Abschnitte des Darmrohres.
Bevor ich die Technik der Obduction weiter beschreibe, will ich über die Lageveränderungen des Darmrohres bei Pferden noch einige erläuternde Worte voraufschicken. Ich beabsichtige jedoch keineswegs in diesen Ausführungen, ebenso wenig wie schon bei der „äusseren Besichtigungquot; und in den nachfolgenden Kapiteln, er­schöpfende pathologische Anatomie über diese Gegenstände zu bieten; ich weise nur auf die mir am wichtigsten erscheinenden Verände­rungen, namentlich aber auf solche hin, die am meisten in der Praxis vorkommen, und deren richtige ßeurtheilung dem Anfänger mehr oder weniger grosse Schwierigkeiten bereiten.
So ist beispielsweise die genaue wissenschaftliche Bestimmung abnormer Lagen des Dickdarmes gar nicht so leicht, wie das wohl auf den ersten Blick erscheinen dürfte. Bei einiger Uebung und vorausgesetzt, dass theoretische Kenntnisse darüber schon genügend vorhanden sind, werden die Schwierigkeiten bis auf ein Minimum verringert.
Bekanntlich haben die einzelnen Darmtheile bei der Colik der Pferde oft eine derartig abnorme Lage, dass es schwer fällt, sofort die einzelnen Darmstücke zu erkennen. Es ist demnach wichtig zu wissen, wie die am meisten den Drehungen ausgesetzten Darmtheile auch dann erkannt werden, wenn man nur kleine Theile von ihnen vor Augen hat.
So ist das Coecum immer daran kenntlich, dass es durch ein Band mit der rechten unteren Lage des Colon verbunden ist. Sehr
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Läufig ist das Coecum durch eine Lageveränderung1 gar nicht zu finden oder als solches gar nicht zu erkennen, während die untere Lage des Colon leicht ermittelt werden kann. Hat man daher dieses Band gefunden, dann ist man sicher, das Coecum vor sich zu haben. Auch die Beckenflexur verschiebt sicli oft in so hohem Grade, dass sie nicht gleich gefunden wird. Ihr Auffinden unter solchen Um­ständen wird aber immer erleichtert, wenn man sich vergegen­wärtigt, dass sich zwischen beiden Darmtheilen ein Band befindet, das an keiner anderen Stelle des Darmes dieser Art gefunden wird. Dieses Band der beiden Lagen der Beckenflexur kann mit Kecht als ein Charakteristicum für die Feststellung der Beckenflexur ange­sprochen werden.
Gewisse Unterscheidungsmerkmale besitzt man auch in dem Umstände, dass die Häute der einzelnen Darmtheile ein von ein­ander verschiedenes Dickenverhältniss besitzen. Bei dem Mangel anderer Erkennungszeichen kann man diese Merkmale zu Hülfe nehmen, allerdings mit Nutzen nur dann, wenn man schon in dieser Hinsicht eine gewisse Uebung erlangt hat.
Die Wand des Colon fühlt sich nämlich im Verliältniss zu der des Coecum dick und voll an. Also schon durch das blosse Befühlen lässt sich feststellen, ob man es mit einem der beiden Darmtheile zu tluin hat. Die Verschiedenheit der Wände in dieser Hinsicht hat ihren Grund in dem mehr oder weniger hohen Fettreichthum der Submucosa. Das Colon verfügt nämlich in dieser über viel, das Coecum über wenig Fettgewebe. Im Dünndarm befindet sich in der Submucosa fast gar kein Fettgewebe, weshalb sich derselbe auch weich und dünn anfühlt.
Im Allgemeinen wird man nicht fehlgehen, wenn man sich die anatomische Einrichtung der Wände und die Anreihung der einzelnen Darmabschnitte aneinander bei jeder Obduction vergegenwärtigt, weil man dadurch in den Stand gesetzt wird, jede Abweichung sachlich richtig beurtheilen und beschreiben zu kiJnnen. Wir wollen daher versuchen, die Lage des Dickdarmes und die noch nicht erwähnten charakteristischen Einrichtungen seiner Wände an den einzelnen Ab­schnitten hier zu recapituliren, aber nur insoweit, als es für patho­logische Zwecke nöthig erscheint.
Von der Lage des Blinddarmes ist erwähnenswerth, dass sein Grund in der rechten Unterrippengegend liegt, der bis in die rechte untere Flankengegend hineinragen soll. Die Spitze dieses Darm-theiles soll immer in der Gegend des Schaufelknorpels liegen. Der
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Körper hat vier Bamlstreifen und dementsprechend ebenso viele Reihen von Poschen. Bemcrkenswerth ist noch, dass zwei Band­streifen ganz frei liegen, während die anderen mit dem Grimm- und Hüftdarm durch Bänder (Gekröse) in Verbindung stehen.
Zur schnellen Orientinuig, ob man es mit oberen oder unteren Grimmdarmlagen zu thun hat, möge man berücksichtigen, dass nur die unteren Grimmdarmlagen, nicht aber die oberen, Poschen be­sitzen.
Bekanntlich geht nämlich aus dem Blinddarme die untere Lage hervor, die sofort das untere Quercolon bildet und weiter nach hinten sich an der Bildung der Beckenflexur betheiligt, die normal in der linken Leistengegend liegen soll. Die untere Lage geht in der linken Leistengegend in die oberen Lagen über und bildet mit diesen hier die sog. Beckenflexur. Die Fortsetzung dieses Darmstückes Ist die linke obere Lage, die, nachdem sie vorn das obere Quer­colon gebildet habt, nun nacli rechts geht und die obere rechte Lage bedingt. Diese heisst auch magenähnliche Erweiterung. Die linke obere Lage hat nur Bandstreifen, wovon einer zur Anhaftung des Gekröses dient, welches die oberen und die unteren Lagen mit einander verbindet.
Von den Befestigungspunkten der einzelnen Abschnitte ist er-wähnenswerth, dass sich sowohl der Blinddarm als auch der Grimm­darm mit lockerem Bindegewebe an die Wirbelsäule — letztere bezw. die magenähnliche Erweiterung liegt in der linken Unter­rippengegend — anheftet und, dass diese Theile unter sich und mit dem Pancreas, mit dem Netz und auch mit der vorderen Gekrös-wurzel verbunden sind, während die ganzen linken Lagen ohne jeg­liche feste Punkte frei in der Bauchhöhle liegen. Dieser anatomi­schen Einrichtung entsprechend, kommen auch Verlagerungen am häufigsten an diesem freiliegenden Theile des Grimmdarmes, also an den linken Lagen vor.
Die Verlagerung der Darmthoile wird durch Drehungen bedingt, die eine bestimmte Drehungsstelle besitzen. Die Drehungen werden meist durch Hindernisse (Stenosen) — meist Futteranschop­pungen — die im Darmlumen an irgend einer Stelle, vornehmlich aber an den engeren Stellen liegen, bedingt. Diese zu Futter-auschoppimgen prädisponirten Stellen sind: die Eintrittsstelle des Hüftdarmes in den Grund des Blinddarmes, der Uebergang aus dem Coecum zum Colon, die Beckenflexur und die Anstrittsstelle des Rectum aus der magenähnlichen Erweiterung des Colon.
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Die Drehungsstelle liegt hinter dem Hiiulerniss. Die Drehungen finden meist um die Längsachse statt. Drehungen um die Queraxe findet man des öfteren am Dünndarm und an der Spitze des Blind­darmes. Man kann diese Queraxendrehungen auch als Knickungen bezeichnen, wie beispielsweise am Grimmdarme eine Queraxendrehung dann erfolgt ist, wenn die Beckenflexur am Schaufelknorpel liegt. Alle übrigen Drehungen sind Längsaxendrehungen. Längs- und Quer­axendrehungen kommen demnach nur an den linken Lagen des Grimmdarmes vor.
Um ein wissenschaftliches Urtheil über die Längsaxendrehungen abgeben zu können, muss auch eruirt werden, ob die Drehung von links nach rechts oder umgekehrt und ob eine viertel oder eine halbe Drehung erfolgt ist.
Die Feststellung einer Drehung nach einer der beiden Seiten hin geschieht am besten am vorderen Theile des abgedrehten Darm­stückes, wo man aus der Drehung selbst deren Kichtung ersehen kann. Will man an den linken Lagen des Grimmdarmes den Grad der Drehung feststellen, so geschieht dies am besten dadurch, dass man die beiden Lagen in ihrem Verhältniss zu einander bezüglich ihrer Lage prüft und Abweichungen dann als viertel oder halbe Drehungen bezeichnet. Ist zum Beispiel eine viertel Längsaxen-drehung nach rechts hin an diesen Theilen erfolgt, dann werden die beiden Lagen statt übereinander nebeneinander liegen und zwar wird sich die untere Lage für den Obducenten im Cadaver stets rechts finden. Bei einer halben Drehung liegt dann die untere Lage stets oben.
Sehr oft werden auch Drehungen etwa in der Mitte der linken Lagen des Colon gefunden, wobei dann die ganze Beckenflexur und noch ein kleiner Theil des Darmes nach vorn der Abschnürung verfällt.
Auch am Mastdarm und am Dünndarm, — an letzterem häufiger, als an ersterem — werden Drehungen gefunden. Die Drehung des letzteren Darmtheiles hat meist seinen Grund in Drehungen seines Gekröses um seine Axe. Die Drehungsstelle bezw. das Centrum der Drehung befindet sich dann immer an der Gekröswnrzel. Auch der An'fangstlieil des Hüftdarmes giebt in Folge der eigenartigen Lage und Bauart seiner Wände leicht einen festen Punkt für Drehungen des Dünndarmes.
In Folge der Darmverdrehung bildet sich immer eine Darm­stenose aus. Als weitere Folge der Drehung findet man dann noch
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bei der Obduction in dem abgeschnürten Darmtheil und des dazu gehörigen Gekröses hämorrhagische Infiltration, einen Blut-erguss in den Gekrösen und in dem Darmlumen und auch mehr oder weniger reichliches blutiges Transsudat in der Bauchhöhle; ferner in den vor dem abgeschnürten Theil gelegenen .Darmtheilen — und oft auch in dem abgeschnürten Stück selbst — neben den schon erwähnten Futteransammlungen starke Gasaifeammlungen. Die Darmserosa ist durch die Stauung im Venensystem dnnkelroth, feucht glänzend und durchsichtig, als Unterscheidungsmerkmal von Entzün­dungen. Ein durch Gase stark ausgedehntes Darmstück giebt beim Anschlagen einen tympanitischen Ton. Seine Wand ist in hohem Grade elastisch und nachgiebig. Eine Anschoppung macht sich aber durch eine partielle Erweiterung bemerkbar. Das Darmrohr fühlt sich teigig an und nimmt Fingeroindrücke an.
Verengerungen des Darmrohres entstehen durch Neubildungen in der Wand, die durch angewandten Zug nicht verschwinden, wäh­rend die nur durch Contracturen der Wandungen bedingte Ver­engerung durch angewandten Zug verschwindet. Diese Contraction des Darmes wird oft an mehreren Stellen desselben gesehen und kommt in der Agonie zu Stande.
Zu den Lageveränderungen sind auch die Brüche (Hernien), der Vorfall (Prolapsus), die Einschiebung (Invagination) und die Ein­klemmung (Incarceration) zu rechnen. Sie mögen daher an dieser Stelle eine kurze Erwähnung finden und zwar besonders deshalb, weil sie häufig die Todesursache in Folge von Stenosen innerhalb des betroffenen Darmlumens abgeben.
Zu den uns intercssirenden wichtigsten Brüchen gehört in erster Linie der Leistenbruch (Hernia inguinalis). Hier liegt der vor­gelagerte Theil im Leistenkanal, also in dem erweiterten Sack der gemeinschaftlichen Scheidenhaut des Hodens. Diese Brüche kommen besonders häufig bei Pferden vor; bei anderen Thieren weniger häufig, weil hier der Bruchsack sich erst bilden muss, während er bei dem Pferde schon normaliter vorhanden ist. Liegt der Bruchsack aber direct im Hodensack, dann bezeichnet man den Bruch auch als Hodensackbruch.
Der Nabelbruch (Hernia umbilicalis) entsteht bei jungen Thieren durch mangelhaften Schluss des Nabelringes und der Schenkel­bruch (Hernia femoralis) durch Umwandlung des Schenkelkanals in einen Bruchsack. Der Schenkelbruch wird selten bei Pferden und Hunden, bei anderen Thieren aber fast gar nicht beobachtet.
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Der sog. Bauchbruch (Hernia abdominalis), der durch eine Zerreissung der Bauchmuskulatur entsteht und in der weissen Linie liegt, wird nur äusserst selten beobachtet, während der Flanken-bruch (Zerreissung der Musculatur in der Flankengegend) häufiger in Folge traumatischer Einwirkungen bei kleinen Thieren, wie Schafen, Ziegen und bei weiblichen castrirten Schweinen in Folge der Ca­stration vorkommt. Dann ist noch der Zwerchfellbruch (Hernia diaphragniatica) zu erwähnen. Derselbe kommt angeboren, häufiger aber durch Zerreissungen des Zwerchfelles (intra vitam) vor.
Alle diese verschiedenen Brüche können eingeklemmt werden und verhalten sich dann genau so, wie abgeschnürte Darmtheile. Die Venen in dem abgeschnürten Darmstück werden comprimirt, es ent­steht eine hochgradige venöse Hyperämie, eine blutige Infiltration der Wandung des betroffenen Darmstückes, Bluterguss in die Darm­höhle und ein wässriger Erguss in den Bruchsack (Bruchwasser). Später tritt dann noch eine Entzündung und eine brandige Zer­störung dieser Darmtheile und eine allgemeine Darmstenose mit sich anschliessender abnormer Gasentwickelung in dem übrigen Darm-tractus hinzu.
Der Vorfall (Prolapsus) kommt am Mastdarm vor und hat keine so grosse Bedeutung, dass über ihn hier Näheres mitgetheilt werden müsste.
Viel wichtiger sind die Darmeinschiebungen (Invaginationen). Es sind dies Einschiebungen von kleinereu Darmtheilen in einander. Invaginirte Darmtheile werden oft in einer Grosse bis zu einem halben Meter gefunden, haben aber gewöhnlich nur eine Länge von einem Fuss und etwas darüber. Dieselben kommen dadurch zu Stande, dass sich ein Darmstück in das daliinterliegende hineinschiebt. Wenn dieser Fall eintritt, berühren sich naturgemäss die gleich­namigen Schichten des Darmes. Es liegt also dann Serosa auf Serosa und Mucosa auf Mucosa. Die eingestülpte Stelle besteht daher aus drei über einander liegenden Darmwandungen. Da die Einstülpungen meist am Dünndarm vorkommen, so wird das dort befindliche lange Gekröse mit in die Einstülpung hineingezogen. Auch sind partielle und totale Einstülpungen des Blinddarmes in sich selbst mehrfach bei Obductionen ermittelt worden. An der Invagination entstehen in Folge der Compression der Blutgefässe erhebliche Veränderungen: hochgradige venöse Hyperämie, hämorrhagische Infarcte, und schliess-lich auch Entzündungen der Schleimhaut und des Bauchfelles. Bleiben diese pathologischen Zustände längere Zeit bestehen, dann treten
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auch brandige Zerstörungen ein. Das eingestülpte Darmstück fällt — das ist besonders bemerkelaquo;swerth — zu allererst der brandigen Zerstörung anheim. Die ganze Einstülpung des Dünndarmes sieht immer gebogen und wurstförniig aus. Sie kommt am häufigsten beim Rind, weniger oft bei Schweinen und selten bei Pferden und Hunden vor. Auch in der Agonie entwickeln sich zuweilen solche Einstül­pungen, bei denen es aber zu einer höheren Ausbildung der er­wähnten Veränderungen nicht kommt. Das Alter dieser Verände­rungen sowie der positive Befund einer anderweitigen Todesursache kennzeichnen die Einstülpung als agonisches Product zur Genüge.
Die Incarcerationen (Einklcmmungen) verhalten sich in ihren Resultaten ähnlich wie die eingeklemmten Brüche. Sie werden daher auch innere Brüche genannt. Ihr Zustandekommen hängt oft von Zufälligkeiten ab, die entweder in pathologischen oder in normalen Gebilden der Bauchhöhle gegeben sind. Zu letzteren gehört das Vinslow'sche Loch, in das häufig eine Dünndarmscblinge tritt und dann eingeklemmt wird. Zu ersteren gehören stärkere bindegewebige Züge innerhalb der Bauchhöhle und gestielte Lipome, durch welche Spalten gebildet werden, in die sich zuweilen Dünndarmschlingen legen und dann abgeschnürt werden.
Eine wichtige Rolle für die Ermittelung bestimmter Todes­ursachen spielt auch die Bestimmung des abnormen Inhaltes der Bauchhöhle. Ein solcher wird regelmässig angetroffen bei Darmzerreissungen, bei der Bauchwassersucht, bei der Bauchfell­entzündung und bei allen bereits schon erwähnten Krankheiten des Darmrohres, bei denen Darmtheile abgeschnürt bezw. aussei- Function gesetzt wurden. Wie schon erwähnt, entstehen an solchen Darm-theilen im Verlaufe des Krankheitsproccsses hämorrhagische Trans* sudationen, die sich oft in reichlicher Menge in der Bauchhöhle an­sammeln. Vielfach findet der Obduccnt eine röthliche Flüssigkeit in der Bauchhöhle — ebenso wie in den Pleurasäckeu und im Herz­beutel — ohne dass dieser Inhalt auf pathologische Productc zurück­geführt werden könnte. Derselbe ist dann immer durch bereits be­ginnende oder schon ausgebildete Fäulniss des Cadavers bedingt, durch die der Blutfarbstoff aufgelöst wird und mitsammt dem Serum als blutfarbstoffhaltiges Transsudat die Gefässe verlässt und sich in den Höhlen des Cadavers ansammelt. Am Herzen beob­achtet man in solchen Fällen, dass diese von dem dort befindlichen Blute gebildete Flüssigkeit allmählich den Herzmuskel durchdringt und den Herzbeutel mehr oder weniger erheblich anfüllt. Nach län-
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gerer Zeit dringt die Flüssigkeit (cadaverösc Flüssigkeit) auch durch diesen und sammelt sich in den Brusthöhlen an. Wenn solche Zu­stände bei Obductionen gefunden werden, dann kann man regelmässig nachweisen, dass die grösseren und die dem Auge noch sichtbaren kleineren Venen von verwaschenen rothen Eändern begleitet sind, welch letztere auch durch das ausgetretene blutfarbstoffhaltigo Trans-sudat erzeugt werden (Imbibitionsröthe). Diese Befunde sind daher nicht als pathologische, sondern als Fäulnissproducte aufzufassen.
Von den abnormen, auf pathologische Zustände zurückzuführeiulen Inhaltsmassen der Bauchhöhle ist im Allgemeinen nur wenig zu sagen. Liegen Darmzerreissungen vor, dann finden wir immer flüssigen und festen Darminhalt im freien Raum der Bauchhöhle und zwischen den Därmen. Sind diese Darmzerreissungen in Folge von Verlagerungen (Drehungen) erfolgt, dann finden wir regelmässig als Folge der er­heblichen Veränderungen des abgeschnürten Darmstückes mehr oder weniger reichliche, blutige Transsudate in der Bauchhöhle, die sich mit den anderen abnormen flüssigen und festen Massen vermischt haben.
Dass auch reines Blut in geronnenem und in flüssigem Zustande bei Zerreissungen und Verletzungen der Leber, der Milz, des Darmes und der grösseren Gefässstämme in der Bauchhöhle angetroffen wird, braucht wohl kaum erwähnt zu werden. Zu erwähnen sind aber noch die Flüssigkeitsmengen, die durch Bauchfellentziindungen bedingt werden.
Die Bauchfellentziindungen sind meist seeundären, seltener primären Ursprungs. Bei vielen Krankheiten der Baucheingeweide und den Organen des Beckens entstehen sie durch nachbarliche In­fection. Häufig sind bei Rindern Fremdkörper, die von da in den Bauchfcllsack gelangen, ihre Ursache. Auch Magen- und Darminhalt, selbst wenn er nur in geringen Mengen und nur kurze Zeit in der Bauchhöhle liegt, ruft sofort eine Bauchfellentzündung hervor. Daher finden wir immer bei Magen- und Darmzerreissungen locale oder diffuse Peritoniten, obschon der abnorme Inhalt nur ganz kurze Zeit vor dem Tode in die Bauchhöhle gelangt war. Recht oft entstehen dieselben aber — wie gesagt —• durch nachbarliche Infection (sc-eundäre Peritonitis) bei heftigen Darm-, Milz- und Leberentzündungen. Bei Erkrankung der beiden letzteren Organe betrifft sie oft nur deren Bauchfellüberzug. Man findet daher häufig bei Obductionen an diesen die Producte abgelaufener Jhitziindungen in Gestalt kleiner bindegewebiger Anhängsel (Vegetationen). Zuweilen trifft man,
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immentllcli bei Rindern, stärkere Verwachsungen des peritonealen Ueberzuges des Darmes mit dem Bauchfell. Häufig sind die fibrösen #9632;Verbindungen so stark, dass sie nur mit dem Messer durchtrennt werden können. Ditfuse chronische Veränderungen der Serosa ver­ursachen manchmal Wucherungen der Muscularis des Darmes und zellige Infiltration der Submucosa. Das Darmrohr wird dann an den betroffenen Stellen erheblich verdickt, starr, und giebt gelegent­lich zur Parese und Stenose des ganzen Darmabschnittes Veranlassung. Die Thicre gehen dann unter dem Zeichen einer mehr oder weniger schleichenden Colik zu Grunde. Es kommt auch vor, dass durch primäre zelligc und bindegewebige Wucherungen innerhalb der Darm­häute, die aber wahrscheinlich sarcomatöser Natur sind, Erkran­kungen der Serosa und durch diese eine chronische adhäsive Peri­tonitis bedingt wird, die ebenfalls zur Parese und Stenose des be­troffenen Darmtheiles führt. Als fernere Ursachen gelten fortgeleitete Nabel- und Uterusentziindungen und Entzündungen, die durch Ope­rationen (Castrationen) eingeleitet wurden, dann hämorrhagische In-farete und Metastasen, welch' letztere durch Pyämie bedingt werden. Eine ganz spezielle Erwähnung verdienen aber die Entzündungen des Bauchfelles, die nach dem Eintritt von kleineren, ausser Funktion gesetzten bezw. abgestorbenen — necrotischen — Darmtheilen sich durch nachbarliche Infectionen regelmässig ausbilden. So werden öfters handtellergrosse Partleen des Darmes in Folge arterieller Embolie necrotisch. Die necrotischen Theile wirken dann auf das nachbarliche intacte Bauchfell als fremde Körper und verursachen entweder eine locale oder bei längerer Dauer der Einwirkung eine generelle Peritonitis. Zuweilen beobachtet man auch speeifische Formen der Peritonitis, wie bei der Tuberculose und bei der Satco-matose des Bauchfelles.
Die Entzündung des Bauchfelles verläuft entweder diffus odir circumscript. Sie beginnt mit den bekannten Zeichen einer Ent­zündung. Sehr bald entwickelt sich aber auf den entzündeten Par-tieen ein feiner, sammetartiger Belag, der aus Fibrin, Rundzcllen, und auch zum Theil aus abgestossenem und gewuchertem Endothel besteht, weshalb die betroffene Fläche schon gleich im Anfang des Processes matt und trüb erscheint. Später bildet sich noch ein seröses, 4—7% Eiwciss enthaltendes Exsudat, welches, mit Fibrin­flocken vermischt, sich in mehr oder weniger grosser Menge an den tiefsten Stellen des freien Raumes der Bauchhöhle ansammelt. Auch Transsudate finden sich oft im freien Raum der Bauchhöhle, jedoch
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nicht als Producte von Entzündungen, sondern von Stauungen im Pfortadersystem oder bei chronischen Hepatiten und Herzfehlern. Die Flüssigkeit ist oft in sehr grosser Menge anzutreffen, ist klar, gerinnt an der Luft nicht und enthält nur 2—80/0 Eiweiss. Die entzündlichen Erscheinungen am Peritoneum fehlen immer gänzlich.
In diesem Stadium der Bauchfellentzündung — welches dem Obducenten ja meistens zu Gesicht kommt — beobachtet man dann auch als recht auffallendes Merkmal diffuse Gewebs-Röthungen und starke Blutfüllungen der kleinsten sichtbaren Gefässe in Folge der starken Alteration, so dass der Bauchhautsack und die Serosa stellenweise durch die geschlängelten, kleinsten injicirten Gefässchen überaus stark geädert — ramiform geröthet — erscheint. Zuweilen sieht man in der Nachbarschaft solch' kleinster Gefässchen kleine Blutungen im subperitonealen Gewebe, welche die Grosse eines Steck­nadelkopfes bis die eines Zehnpfcnnigstückes haben. Ausserdem findet man bei jeder intensiven generellen Peritonitis das subperito-neale Gewebe mehr oder weniger oedematös geschwollen und blut­reich. Ja, das ganze Darmrohr besitzt dann oft diese Eigenschaften in hervorragendem Masse und wird dadurch merklich brüchig. Die Mitleidenschaft des ganzen Darmtractus kennzeichnet sich während des Lebens des Thieres daher im Sistiren der Peristaltik und im mangelhaften Absetzen von Kothmassen.
Auch eitrige und jauchige Bauchfellentzündungen, die meist ebenfalls secundäier Natur sind, werden oft beobachtet, aber weniger bei Pferden, als bei den übrigen Hausthieren. Zuweilen findet man in der Bauchhöhle Parasiten, wie Cysticercus tenuicollis im Netz und Gekröse bei Schweinen und Wiederkäuern. Dann den Cysticercus pisiformis auf der Leberkapsel und im Netz der Hasen und Kanin­chen; beim Schwein den Cysticercus cellulosae. Auch der Coenurus c^'ebralis wurde als verirrte Form äusserst selten bei Schafen und Ziegen gefunden. Auch Oestruslarven, Filaria papillosa und Ascaris raegaloeephala, werden beim Pferde beobachtet. Der letztere Wurm durchbohrt nach dem Tode des Thieres die Darmwand und gelangt so in die Bauchhöhle. Beim Schwein findet man auch den Echino-rhynchus gigas. An Neubildungen sind besonders erwähnenswerth die Lipome, die meistens bei Pferden vorkommen, gestielt sind und meist eine runde, oft aber eine platte Form (am Mastdarm apendices epiploicac) besitzen. Sie haben einen bindegewebigen Uebcrzng und sind in Folge von Abschnürungen oft im Innern verkalkt. Auch Sarcome finden sich als plattenförmige Einlagerungen in der Sub-
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serosa des Peritoneum. Die mclanotischen Sarcome sind bei Pferden recht häufig, während sich Carcinome bei diesen sein- selten linden. Bei Hunden beobachtet man letztere häufiger und kann nachweisen, dass sie gerade vom Bauchfell ausgegangen sind. Am häufigsten findet man aber den Tuberkel beim Rinde und zwar hier häufig in Verbindung mit einer mehr oder weniger intensiven Peritonitis.
Nach diesen Abschweifungen in das Gebiet der pathologisch­anatomischen Diagnostik kehren wir wieder zu der eigentlichen Technik zurück, indem nun die Art und Weise beschrieben werden soll, wie der Darmtractus am vortheilhaftesten aus der Bauchhöhle entfernt werden kann. Bevor derselbe aber entfernt wird, muss man in vielen Füllen noch den Stand des Zwerchfelles feststellen. Bei den meisten Obductionen wird dies kaum nothwendig sein, wäh­rend aber bei den Krankheiten, bei denen eine erliebliche Veränderung (Abfiachung) des Standes vorauszusehen ist, wie beim Hydrothorax, bei Lungenoedem, Lungenhepatisation, Darmgasen diese Feststellung unerlässlich wird.
Unter normalen Verhältnissen steht das Zwerchfell im 7. Inter-costalraum. Man braucht daher nur die Zählung der Intercostal-räume von der letzten Rippe aus in der Richtung zu der ersten vor­zunehmen, um auf diese Weise den Zweck zu erreichen.
Am Zwerchfell treten häufig Zerreissungen auf, die für die Feststel­lung der Todesursache von grosser Wichtigkeit sind. Sie entstehen sowohl während des Lebens als auch nach dem Tode. Es ist aber durchaus erforderlich, festzustellen, wann eine solche Zerreissung erfolgte. Die während des Lebens entstandenen Rissränder sind mit Blutgerinnseln bedeckt, die Gefässe der Serosa an der Rissstelle sind injicirt, die Serosa selbst ist oft entzündet, mit Fibrin belegt und daher trübe. Auch die Subserosa und die Muscularis können bei längerem Be­stehen des Processes erheblich entzündet erscheinen. Die nach dem Tode erfolgten Rissränder enthalten aber kein geronnenes Blut. Meist ist gar kein Blut vorhanden, wenn aber doch, dann ist dasselbe immer flüssig. Die etwaigen entzündlichen Veränderungen fehlen natürlicherweise ganz und gar, so dass ein Zweifel darüber, ob ein Zwerchfellriss vor oder nach dem Tode entstanden sei, bei Beobach­tung der erwähnten Unterscheidungsmerkmale kaum entstehen kann. Liegen alte, während des Lebens entstandene Risse vor, dann sind deren Ränder glatt, verdickt, weiss gefärbt, also narbenartig. Der Riss hat dann mindestens schon 8—14 Tage bestanden.
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Die Herausnahme der Eingeweide aus der Bauchhöhle.
Auf die Feststellung des Zwerchfellstandes folgt nun die Her­ausnahme des Darmes aus der Bauchhöhle.
Das Herausnehmen des Darmtractus kann nur mit Hilfe gewisser technischer Handgriffe erfolgen.
Je besser darum der Sachverständige die Technik der Heraus­nahme des Darmrohres -während seiner Studienzeit kennen gelernt hat, um so eher wird er auch dann noch pathologische Veränderungen wahrnehmen können, wenn die Entfernung des Darmrohres auf den Abdeckereien — wie dies immer geschieht — auf die primitivste Art bewerkstelligt wurde.
Da das Colon einen grossen Theil der Bauchhöhle ausfüllt und fast in seiner ganzen Länge lose darin liegt, kann man es auch ohne Mühe — und zwar die Beckenfiexur und die beiden Colonlagen — aus der Bauchhöhle auf die rechte Seite des Cadavers legen. Den Mastdarm legt man aber nach dem Hervorziehen aus der Bauchhöhle auf die linke Seite.
Man entfernt nun zuerst den Dünndarm. Zu diesem Behufe sucht man sicli das in der linken Unterrippengegend unter der rechten Niere gelegene Ligamentum recto-duodenale auf, unterbindet hier das Duodenum und schneidet es hinter der Unterbindungsstelle ab. Wenn man nun das abgeschnittene Ende des Darmes erfesst und das mit ihm verbundene Gekröse straff anspannt, während man das Messer dicht an der Ansatzstelle desselben am Dann entlang­führt, kann man den ganzen Dünndarm mitsammt dem Hüftdarm, der eine Hand breit vor seinem Eintritt in das Coecum quer durch­schnitten wird, leicht entfernen. Während des Abtrenuens des Dünn­darmes vom Gekröse kann mau auch schon die innerhalb der Gekrös-blätter liegenden Lymphdrüsen einer näheren Prüfung unterziehen, Hierauf wird der Dünndarm an der Gekrösansatzstclle aufgeschnitten. An der entgegengesetzten Seite des Dünndarms soll die Eröffnung niemals erfolgen, weil hier die grossen Lymphdrüsenpackete — die Peyer'schen Plaques — liegen, die bei der Untersuchung der Dünn­darmschleimhaut eine wichtige Kolle spielen. Nachdem der Inhalt dieses Darmtheiles geprüft wurde, wird die Schleimhaut gehörig mit Wasser abgespült und dann eingehend untersucht. Nun wird das Kectum in die Bauchhöhle zurückgelegt und an seiner Anfangsstelle, die zwischen beiden Nieren am Ligament, recto-duodenale liegt, ebenso unterbunden und abgeschnitten. Man löst nun das Rectum, nach­dem es vorher ausserdem im Becken abgeschnitten wurde, von seinem
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Gekröse, dem mesorectum, ab und verfährt bei der weiteren Unter-8110111111^ genau wie mit dein Dünndarm. Indem man nun den Dick­darm herausnimmt, entfernt man zuerst das grosse Netz, welches an der magenälmlicheu Erweiterung am oberen Quercolon und am An-fangstheil des Rectum hängt. Sodann schneidet man die Serosa, welche das Pancreas überzieht, unmittelbar am Darme durch und entfernt dasselbe durch Stossen mit der Hand vom Grunde des Coe-cum und von der magenähnlichen Erweiterung des Colon.
Besonders schwierig gestaltet sich hierauf die Abtrennung der grossen Arterienstämme vom Darm, weil jedes einzelne Gefäss für sich aufgesucht und abgeschnitten werden muss, wenigstens erfordert dies die correcte Entfernung des Dickdarmes. Die Gründe dafür sind in dem Umstände zu suchen, dass zuweilen diese Gefässstämmc durch Emboli und Thromben verstopft sind, die ermittelt werden müssen, um ein klares Bild über die etwa durch sie verursachten Veränderungen des Darmes selbst zu erhalten. Die abzuschneiden­den Gefässstämme sind nach ihrem Versorgungsgebiet benannt und können, wenn ihre Abtrennung einzeln und von vorn nach hinten erfolgt, genau von einander unterschieden werden. Aus dem ge­meinsamen grossen Gefässstamm, der allerdings nur sehr kurz ist und direct der hinteren Aorta entspringt —• der sog. art. mesent. superior — zweigt sich ein kleineres und ein sehr grosses Gefäss ab, welch letzteres die Fortsetzung der art. mesent. sup. bildet und art. ilio-coeco-colica benannt wird, während das erstere einen Theil des Colon versorgt und art. colica superior — obere Colonarterie — heisst.
Aus diesem Gefässe entspringt dann noch die vordere Mast­darmarterie. Aus der fortgesetzten art. mesent. superior, der sog. art. ilio-coeco-colica entspringen nun am weitesten nach vorn die untere Colonarterie, weiter nach hinten, die beiden Coecumarterien und die Hüftdarmarterie. Die art. ilio-coeco-colica hat sich daher gleichsam in diese kleineren Gefässe aufgelöst, nachdem sie noch vorher auf der der oberen Colonarterie entgegengesetzten Seite die 17—20 Dünn­darmäste abgegeben hat.
Damit die einzelnen Gefässe nun in ihrem ganzen freiliegenden Theile, der sich von der art. ilio-coeco-colica bis zum Eintritt in den Darm erstreckt, später eingehend untersucht werden können, sind sie möglichst dicht an ihrer Eintrittsstelle in den Darm abzuschneiden.
Dies Abschneiden erfordert einige Uebung. Es geschieht am besten, indem man mit dem Zeigefinger der linken Hand jedes ein­zelne Gefäss von unten her erfasst und es dann mit diesem und dem
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Daumen von seiner binclegewebigen Umgebung durch Auf- und Ab­wärtsziehen der Hand soweit freimacht, dass das Abschneiden un­mittelbar am Darm erfolgen kann.
Um nun den Dickdarm ganz aus der Bauchhöhle zu entfernen, lässt man in der Eichtung nach der rechten Seite an ihm ziehen, wodurch oft schon allein die bindegewebigen Massen, die den Grund des Coecum noch mit der quot;Wirbelsäule verbinden, gelöst werden. Anderenfalls trennt man diese während des Zuges mit dem Messer ab.
Nachdem der Dickdarm auf diese Weise aus der Bauchhöhle entfernt war, schreitet man zu dessen Eröffnung. Schon während der Herausnahme kann man oft abnorme Futtcransammlungen in einem Tiieile desselben feststellen, auf die man später dann sein Augen­merk ganz speziell richten muss. Die Eröffnung des Grimmdarmes, geschieht mittelst einer Scheere und beginnt an der Stelle, wo der Mastdarm abgetrennt wurde. Der Schnitt muss an der der Ansatzstelle des Mesocolon abgewendeten Seite geführt und bis zum Ursprung dieses Darmtheiles aus dem Blinddärme fortgesetzt werden. Der Blinddarm wird in derselben Weise geöffnet. Um dessen beide Ar­terien zu schonen, legt man den Schnitt, der am Grunde der grossen Curvatur beginnen soll, aber die Eintrittsstellen des Ilium und des Colon intact erhält, zwischen zwei Bandstreifen und führt ihn bis zur Spitze hin fort.
Hierauf stellt man den Inhalt der geöffneten Darmthcile fest und prüft dessen Beschaffenheit. Da in den Partien des Ueber-ganges vom Coecum in das Colon und des Ilium in den Grund des Coe­cum abnorme Futteranschoppungen am häufigsten beobachtet werden, so sind hierauf bezügliche spezielle Prüfungen dieser Darmthcile be­sonders angezeigt. Nach Entfernung der Inhaltsmassen spült man mit Wasser ab und prüft die Beschaffenheit der Schleimhaut. Liegen Darmverdrehungen mit erheblichen Veränderungen der abgeschnürten Theile vor, dann müssen auch deren arterielle Gefässe näher unter­sucht werden, weil dann der Verdacht auf Embolien bestellt, die möglicherweise die Ursache zu den Verdrehungen abgegeben haben. Man beginnt mit der Eröffnung der Gefässe an der Stelle, wo sie an ihrer Eintrittsstelle in den Darm abgeschnitten wurden.
Es ist für den Obducentcn von grosser Wichtigkeit, dass er weiss, an welchen Stellen des Darmes die erheblichsten Verände­rungen zu suchen sind. Gerade in Bezug auf die Zerreissungen — die schwersten Darmveränderungen — ist man durch reichliches Er­fahrungsmaterial in der Lage, hierüber nähere Angaben zu machen.
Buch, Praktikum,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4
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Vom Magen weiss man, dass er immer an der grossen Curvatur reisst, weil hier die Serosa denselben verlässt und die Blätter des Netzes bildet. Schon durch den Geruch kann der Obdncent folgern, ob der Magen zerrissen sei; denn die aus dem Magen stammenden Futterstoffe haben einen intensiv sauren Geruch, während der aus den übrigen Darmtheilon stammende mit Wasser vermischte Inhalt nicht sauer riecht. Am Blinddarm reisst mit Vorliebe die grosse Curvatur am Grunde desselben und zwar an der Stelle, wo sich das Blind-Grimmdarnigekrose ansetzt, am Grimmdarmc die magenähnliche Erweiterung. Der Mastdarm reisst seltener und immer nur zwischen den Bandstrelfen, Der Dünndarm kann überall reissen, weil er mit Ausnahme des Hüftdarmes gleichmässig für Risse disponirt ist.
Um nun die Bauchhöhle ganz zu entleeren, wird zuerst die Milz mit dem Netz entfernt. Zu diesem Behufe muss das Milz­nierenband durchschnitten werden und gleichzeitig mit diesem die Milzarterie.
Nachdem die Milz auf einen Tisch ausgebreitet wurde und mau sich dabei vergegenwärtigt hat, dass der breite Band derselben im Körper oben, der spitze aber unten liegt, untersucht man zunächst ihr Aeusseres. Es ist wichtig ihre etwaige Vergrösserung mittelst Maasse festzustellen, da die normalen Verhältnisse der Milz genau bekannt sind. Man eruirt also ebenso wie bei der Untersuchung der Leber, Lunge, Nieren etc., die ürosse und Gestalt, die Farbe, die Consistenz und dann erst die innere Einrichtung. Um die Grosse zu bestimmen, misst man die Länge, Breite und Dicke. Unter nor­malen Verhältnissen beträgt die Länge des vorderen ausgeschweiften Bandes der Pferdemilz 45 cm, die Breite des oberen Endes 15 cm und die Dicke, an irgend einer Stelle gemessen, 2 cm. Sodann be­stimmt man die Farbe, die meist stahlblau ist. Die Consistenz kann durch Befühlen ermittelt werden. Die innere Einrichtung wird fest­gestellt nach Anlegung eines über den grössten Durohmesser gelegten Schnittes. Das Hauptaugenmerk muss der Obducent sodann auf die Beschaffenheit der Trabekel, der Follikel und der Pulpa legen, welch' letztere am meisten verändert angetroffen wird.
Jetzt nimmt man den Magen mit dem Duodenum heraus. Hierbei müssen seine Verbindungen mit der Nachbarschaft durcli-trennt werden. Man durchschneidet das lig. gastro-phrenic., das lig. gastro-lienale wurde schon früher durchschnitten, das lig. gastro-hepatic, das lig. gastro-duodenale und oesophag. Das lig. gastro-duodenale und das lig. hepatic.-duodenale sind eigentlich ein Band,
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in weleliem der duct, hepaticus eingebettet liegt. Derselbe verläuft in ihm zum Vater'sclien Divertikel. In seltenen Fällen — vornehm­lich beim Icterus — kann es vorkommen, dass den Gallengängen und insbesondere dem Abflusskanal der Galle, dem duct, hepatic, eine eingehendere Aufmerksamkeit zugewendet werden muss; in solchen Fällen ist dann auch dieser Gang speziell zu prüfen. Damit er aber nicht schon etwa vor der Prüfung durchschnitten werde, lässt man das lig. gastro-duodenale intact, trennt nur das Gekröse vom Duode­num ab und üifnet letzteres an der unteren Seite unmittelbar am lig. hepatic.-duodenalo und führt den Schnitt bis zum Pylorus fort. Der in dieser Weise angelegte Schnitt trifft nicht die Einmündung des duct, hepatic, sondern geht, Avas ja auch beabsichtigt wird, zwischen diesem und der Einmündung des duct. Santorinus hindurch. Jetzt kann man den duct, hepaticus in Bezug anf seine Wegsamkeit prüfen, indem man auf seinen im lig. hepatic-duodenalc liegenden Thcil in der Richtung nach dem Darme hin einen Druck ausübt, wodurch etwaige Verstopfungen aus seiner Mündung in den Darm hineingepresst werden und nun besichtigt werden können. Es dürfte noch wichtig sein, zu erwähnen, dass ein Theil des duct, hepatic, in die Darmwand eingebettet ist. Von seinem Eintritt in dieselbe bis zu seiner Mündung an der Papille verengert er sich erheblich und wird auf dieser Strecke als portio intestinalis bezeichnet.
In allen den Fällen aber, in denen die Eröffnung des duodenum behufs Prüfung des duct, hepatic, nicht nothwendig erscheint, wird der Magen raitsammt diesem Darmtheil nach der Trennung seiner obenerwähnten Verbindungen und Entfernung des kleinen Netzes ohne Weiteres herausgenommen, nachdem man noch vorher den Schlund aus dem foramen oesophageum hervorgezogen und dicht am Zwerchfell abgeschnitten hat. Dann schneidet man den Magen an der grossen Curvatur bis zum Schlünde hin auf und prüft seinen In­halt und nach dem Abspülen die Beschaffenheit seiner Schleimhaut. Nach der Herausnahme des Magens entfernt man am besten gleich darauf die Nieren und die Nebennieren.
Da die Nieren vom retroperitonealen Fettgewebe umgeben sind und ausserhalb des Bauchhautsackes liegen, führt man einen Schnitt lateralwärts von vorne nach hinten durch das Peritoneum bis auf die Muskeln, umfasst die Nieren mit der Hand und legt sie nach Durchschneidung der art. renalis und des Ureter zur weiteren Unter­suchung bei Seite. Das die linke Niere mit der Milz verbindende Band — Milznierenband — wurde schon bei der Herausnahme der
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Milz diu'clischiiitten. Bei der rechten Niere hat mau noch vor ihrer Herausnahme das lig. hepat. renal. — die Verbindung mit den Spiegel'schen Lappen — zu durchtreunen.
Hierauf bestimmt man die Gestalt und die Grosse der Nieren. Die Nebennieren, welche gleichzeitig mit den Nieren entfernt wurden, geben nur sehr selten Veranlassung zu eingehenden Untersuchungen.
Die Gestalt der linken Niere ist bohnenförmig, die der rechten herzförmig. Die Grosse beider Nieren bestimmt mau beim Pferde durch Messungen, bei den übrigen Thieren am besten durch Wiegen. Beim Pferde ist die linke Niere 20 cm lang, 15 cm breit und (5,5 cm dick, die rechte 17 cm lang, 18 cm breit und 5,5 cm dick.
Man entfernt nun die Capsula adiposa und fibrosa, indem man auf den convexen Rand einen Schnitt legt, der beide Kapseln durch­trennt. Hierauf zieht man diese bis zum Hilus ab und lässt sie an diesem hängen. Wenn man den Schnitt in der Eichtung der erst­angelegten Schnitte durch die ganzen Nieren fortsetzt, erhält man zwei grosse Schnittflächen, die es ermöglichen, die Nierensubstanz und das Nierenbecken eingehend zn untersuchen.
Darauf folgt die Herausnahme der Leber. Mit ihr werden die Lebervenen und auch die untere Hohlvene durchschnitten. Aus den geöffneten grossen Venenstämmen entleert sich oft durch Ab-iliessen des Blutes die rechte Vor- und gleichzeitig auch die rechte Herzkammer, wodurch diese Theile blutarm oder blutleer werden. Bei der Section des Herzens findet man dann diese Höhlen leer, während sie doch in Wirklichkeit gefüllt waren. Dass dadurch falsche Schlüsse bezüglich der Todesart gezogen werden können, ist ohne Weiteres einleuchtend. Es müsste daher der Gang der Section ein anderer sein. Nach der Eröffnung der Bauchhöhle und der Be­stimmung des Standes des Zwerchfelles, der Lage und Beschaffen­heit der vorliegenden Theile und des etwa vorhandenen abnormen Inhaltes müsste die Eröffnung der Brusthöhle erfolgen, wodurch die geschilderten Vorgänge im rechten Herzen vermieden würden. Für die Ausführung menschlicher Obductiontn ist die Eröffnung der Brust­höhle nach der Section der Bauchhöhle Vorschrift, während bei thierischen Obductionen es meist nicht vermieden werden kann, in umgekehrter Weise zu verfahren. Es muss daher hier von dem Ob-ducenten ein ganz besonderes Augenmerk auf die Quantität des ab-fiiessenden Blutes aus den erwähnten Gefässen gerichtet werden, damit ein der Wirklichkeit entsprechendesUrtheil über den etwaigen Füllungs­zustand der rechten Herzhälfte einigermaassen gewonnen Averden kann.
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Mit der Herausnahme der Leber durchtrennt mau vom Zwerch­fell das Aufhängeband mit dem rundon Bande, das rechte und das linke Leber-Zwerchfellband umd das Kranzband bis zur vena cava. Das Zwerchfell muss dabei geschont werden, während die vena cava quer durchschnitten wird.
Die Untersuchung der Leber muss in derselben Weise erfolgen, wie sie bereits bei der Milz und den Nieren angegeben wurde. Die Messung der Leber ist aber nicht gut ausführbar, weil ihre Gestalt bei fast allen Pferden durch Druckatrophie des rechten und compcn-satorische Hypertrophie des linken Lappens erheblich verändert ist. Man gewinnt daher ein besseres Urtlieil, wenn ihr Gewicht, das normal zwischen 4 und 7 kg schwankt, festgestellt wird. Die innere Untersuchung hat sich nach Anlegung grosser, über das ganze Organ sich erstreckender Schnitte auf die Hcschaffenheit des Paren-chyms, der grossen Blutgefässe und der Gallengänge zu erstrecken.
Die Herausnahme der Darmtheile beim Binde.
Beim Rinde geschieht dieselbe abweichend von der beim Pferde, weil der anatomische Bau bei beiden Thicrarten verschieden ist.
Während beim Pferd der Dickdarm den grössten Theil der Bauch­höhle ausfüllt, nimmt bei Rindern der Pansen den grössten Raum in Anspruch. Der Darmkanal der Wiederkäuer hat ein gemeinschaft­liches Gekröse und bildet ein geschlossenes Darm-Convolut, welches auf dem rechten Sacke des Wanstes liegt. Es wird vom grossen Netze bedeckt.
Die Herausnahme des Darmes und der Mägen beim Rinde ge­schieht daher am besten, wenn man zuerst den Schlund durch­schneidet, und dann den Pansen durch Zug und durch Trennen mit dem Messer von seinen Verbindungen befreit. Man entfernt ihn mit seinen Abtheilungen in toto aus der Bauchhöhle und schneidet dabei gleich­zeitig den Zwölffingerdarm nach einer zweimaligen Unterbindung ab.
Die noch in der Bauchhöhle befindlichen übrigen Darmtheile werden ebenfalls in toto nach Durchschneidung des Mastdarmes her­ausgenommen, oder aber man trennt dieselben, an einem der durch­schnittenen Enden beginnend, gleich am Gekröse ab, wobei schon die Drüsen des Mesenteriums auf etwaige Schwellungen untersucht werden können.
Die Herausnahme der übrigen Organe aus den Körperhöhlen für path. anat. Zwecke geschieht in der gleichen Weise wie beim Pferde.
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Die Herausnahme der vorderen Gekröswurzel.
Bei den OMuctionen der Pferde, insbesondere wenn diese durch Dannverdrehungen oder durch partielle Necrosen eines Darmstückes zu Grunde gegangen sind, müssen die arteriellen Gefässe des be­troffenen Darmabschnittes und die vordere Gekrösarterie in Hinsicht etwa vorhandener Thromben und Emboli immer näher untersucht werden; denn zweifelsohne werden vielfach durch diese tödtliche Darmanomalien herbeigeführt.
In selteneren Fällen tritt die Nothwendigkeit ein, die ganze hintere Aorta von der Wirbelsäule abzutrennen, weil hierdurch gleich­zeitig alle von ihr an die Baucheingeweide abgehenden Gefässe und mit diesen das Gekröse des Dünn- und des Mastdarmes entfernt wird, so dass dann ausserhalb der Bauchhöhle eine bequeme Unter­suchung stattfinden kann. Meistens genügt es, nur denjenigen kurzen Theil der Aorta zu entfernen, von dem sich die art. meseut. super, abzweigt.
Man schneidet zu diesem Behufe die Aorta etwa handbreit vor und hinter der Abzweigung der art. mesent. super, quer durch und löst sie von vorn nach hinten mit dem Messer von der Wirbelsäule ab.
Um die Beschaffenheit der Gefässwand und den Inhalt der vor­deren Gekröswurzel zu prüfen, schneidet man diese von der Aorta ausgehend mittels einer Knopfscheere bis zur Theilung in die vier Gefässe auf. Diese werden einzeln geöffnet und ebenso auch die obere Colon- mit der vorderen Mastdarmarterie. Da aber von den Gefässen in ihrer Gesammtheit auf diese Weise doch nur ihre An­fänge untersucht werden können, ermittelt man nach Ausbreitung des Dickdarmes den Eintritt derselben in diesen und schneidet auch sie, von hier beginnend, mit der Knopfscheere auf. Ist der Verdacht auf Emboli innerhalb der Dünndarmäste begründet, so kann man diese ebenso in der angegebenen Weise verfolgen, obwohl das Auf­schneiden mit grösseren Schwierigkeiten verknüpft ist, als bei den anderen Gefässen.
Bevor das Wesentlichste über die Krankheiten des Darmkanals im Allgemeinen besprochen wird, seien die wichtigsten pathologischen Veränderungen der Gekröswurzel und die Folgen einer Embolie in­soweit hier erörtert, als dies zum Verständniss der betreffenden Zu­stände unbedingt nothwendig erscheint.
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Das Aneurysma und dio Trombose der vordoron Gekröswurzel.
In der vorderen Gekröswurzel und zwar in dem Theil, der zwischen der oberen und der unteren Colonarterie liegt, der sog. art. ilio-coeco-colica, lebt bei fast i)40/o aller Pferde ein Parasit, der Strongylus armatus, welcher sich in die Intima dieses Gefässtheiles einbohrt und Gänge erzeugt, die meist nur dann sichtbar sind, wenn der Wurm sie verlassen hat. Nachdem nämlich dieser aus ihnen ausgewandert ist, heilen sie wieder zu und bilden unter Einschluss von Blutpigment Narben. Diese pigmentlrten Narben sind daher, wenn auch im freien Eaum des Gefässes selbst keine Parasiten mehr angetroffen werden, ein untriiglichcs Merkmal für deren früheres Vorhandensein innerhalb dieses Gefäsaabschnittes.
In der Mehrzahl der Fälle entstehen recht erhebliche Störungen in den Gefässwandungen, die eine grosso pathologische Bedeutung gewinnen können; denn der auf die Intima durch das Bohren der Parasiten ausgeübte lieiz ist meist so gross, dass sie sich in dem ganzen betroffenen Gebiete entzündet und an den stark entzündeten Stellen theilweise oder ganz zerstört wird. Wir finden dann eine ulceröse Artcriitis.
Das ulcerirte Stück giebt nun Veranlassung zur Bildung eines Thrombus, der mit der Zeit eine bedeutende Zunahme erfahren kann. Gleichzeitig verändert sich aber auch die Muscularis, denn sie ver­fällt in einen gewissen Wucherungsprocess, der zur Vergrössenmg ihres Volumen führt. Auch die Adventitia und das sie umgebende Bindegewebe der Gekröswurzel vermehren sich in Folge des nach­barlichen Keizes und betheiligen sich daher in hervorragendem Masse an der Bildung der Wandverdickungen. Gleichzeitig er­weitert sich das Arterienrohr und zwar in demselben Verhältniss, als der Thrombus an Grosse zunimmt. Dass derselbe mitunter in das eine oder andere Gefäss oder nach oben bis in die Aorta hinein sich vergrössert, gehört nicht zu den allergrössten Seltenheiten. Da die Vergrösserung des Thrombus durch peripherische Anlagerung von Fibrin entsteht, das eine Zeitlang noch lose mit dem schon organisirten übrigen Theil desselben zusammenhängt, ist es einleuch­tend, dass durch den an dem Thrombus vorübergehenden Blutstrom kleinere oder grösserc Tlieile — Emboli — abgerissen und mit ihm in eines der hinter bezw. unter der art. ilio-coeco-colica gelegenen Gefässe geführt werden können. Auch kann im Falle der Vergrösse­rung des Thrombus bis zur Aorta ein Embolus mit dem Aortenstrom
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in die hintere Mastdarniartcrie und in die Nieren-, Becken- und Sclienkclartcrien gelangen. Der Thrombus muss aber dann immer in die Aorta liineinreichen, während, wenn er sich nur bis in die art. mesent. superior hineinvergrössert, nur Emboli in die art. colic, super, und in eine der Dünndarmarterien gelangen können.
Die anatomische Lage des Thrombus bestimmt daher den Weg, den ein abgerissener Theil desselben zu nehmen hat. Man muss also bei dem Vorhandensein eines Thrombus innerhalb der art. ilio-coeco-colica und bei dem Verdacht einer Embolie des Dickdarmes immer zunächst die art colic, inferior und die beiden Coecum-arterien einer näheren Prüfung unterwerfen, und zu diesem Zweck schneidet man in solchen Fällen behufs Ermittelung der Embolie nicht die obere, sondern die untere Colonarterie und die beiden Blinddanmirtericn und bei dem Verdacht einer Hüftdarmembolie auch (las diesen Darm theil versorgende Gefäss auf.
Für die Annahme, dass ein Aneurysma bezw. ein Thrombus der vorderen Gekrösarterie für sich allein Darmstenose mit event. Darm-verdreliung hervorrufe, — wie noch immer vielfach fälschlich an­genommen wird — fehlt zur Zeit jegliche wissenschaftliche Begrün­dung. Wenigstens kann man durch die übduetion keinerlei Anhalte für diese Annahme gewinnen; denn es ist bekannt, dass viele Pferde mit grossen Aneurysmen und Thromben behaftet sind, ohne jemals Colikcrscheinungen gezeigt zu haben, und dass der durch den Throm­bus scheinbar behinderte Blutstrom doch durch die noch freien Bäume innerhalb des Aneurysma in derselben Stärke wie unter nor­malen Verhältnissen den Darmgefässen zugeführt wird. Vom klini­schen Standpunkte aus könnte man ja allerdings die Möglichkeit zugeben, dass der Blutstrom doch zuweilen behindert sein könnte, und zwar dann, wenn der Thrombus schneller sich vergrössere als die Erweiterung des Aneurysma erfolge, so dass zeitweise nicht genügend Zwischenraum für den Blutstrom vorhanden sei, wodurch wegen mangelnder Blutversorgung des Darmes Sistiren der Peri-staltik und im Gefolge davon Stenosen entstehen könnten. Wenn aber diese theoretischen Erwägungen auch recht verlockender Art sind, so kann der pathologische Anatom bezw. der Obducent doch auf sie keinerlei Kücksicht bei seinen Erwägungen nehmen. Dieser kann nur dann, wenn er durch Aufschneiden der bezeichneten Gc-fässe Emboli wirklich tindet und auch nachweisen kann, dass sie thatsächlich einen Theil des Darmes von der Blutzufuhr abgeschnitten haben, und dass sie von dem in der Gekrösarterie sitzenden Haupt-
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thrombus losgerissen wurden, einen Zusammenhang- der Emboli mit diesem beweisen und daher die vorgefundenen, die absolute Todes­ursache bildenden Veränderungen des Darmes, direct auf die Embolie und auch indirect auf den Thrombus der anderen Gekrösarterie zurückfuhren.
Vergegenwärtigt man sich das Blutversorgungsgebiet des Darm­kanals etwas näher, dann wird man auch zu anderen Schlüssen nicht gut gelangen können.
In erster Linie kommt das Colon hier in Betracht, an dem ja bekanntlich die meisten tödtlichen Verlagerungen beobachtet werden. Aus der anatomischen Einrichtung ist ersichtlich, dass die obere Colonarterie schon ganz allein im Stande ist, das ganze Colon mit Blut zu versorgen, weil dieses Gefäss mit der unteren Colonarterie an der Beckenflexnr anastomosirt. Nach der anatomischen Lage wird das letztere Gefäss am häufigsten Embolien ausgesetzt sein, weil es ja direct aus der art. ilio-coeco-colica entspringt. Die andere Arterie entspringt aber schon oberhalb des Bereiches des Thrombus­sitzes aus dem Gefäss und ist daher der Gefahr der Embolie fast gar nicht ausgesetzt. Wenn daher die untere Colonarterie durch einen Erabolus an ihrem Anfangstheil für den Blutstrom vollständig unwegsam wird, was schon durch einen vergrösserten und direct in dieses Gefäss hineinreichenden Thrombus geschehen kann, dann ist die noch völlig wegsame obere Colonarterie immerhin noch im Stande, die genügende Blutmenge zu liefern, so dass keinerlei Störungen in der Blutversorgung des Colon zu entstehen brauchen.
In vielen Fällen reicht ein Embolus gar nicht einmal hin, die Anastomose aufzuheben, weil er in Folge seiner oftmals minimalen Grosse dem nun erhöhten Blutdruck nicht widerstehen und sich da­durch theilen oder ganz im Blutstrom verlieren kann. Gelangen aber, bevor solche Verhältnisse eingetreten sind, noch mehr Emboli in das Gefäss, so dass dasselbe auf kürzere oder längere Strecken hin gänz­lich unwegsam wird, — geschichtete oder etagenartige Em­bolie — dann wird auch die Anastomose und der erhöhte Blutdruck dieses verstärkte Hinderniss nicht mehr überwinden können.
Für den Dünndarm ist die Gefahr einer tödtlichen Embolie weit geringer, als für den Dickdarm, weil bei ersterem die Gefäss-bogen auch untereinander anastomosiren, und die Ueberwindung eines Hindernisses in einem Dünndarmgefäss daher sehr leicht erfolgen kann. Ausserdem ist noch zu berücksichtigen, dass sich die Dünn-
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dannäste in den meisten Fällen ausserlialb des Bereiches des Throni-bnssitzes befinden, wodurcli in hervorragendem Maasse die Gefahr für sie verringert wird. Der grössten Gefahr sind aber wiederum auf Grund der anatomischen Lage die beiden Blinddannarterien aus­gesetzt, weil sie beide aus der art. ilio-coeco-colica und zwar dicht nebeneinander entspringen und weil sie nicht miteinander ana-stomosiren. Wenn darum ein Gefäss durch einen Embolus ver­stopft wird, ist ein Ausgleich der gestörten Circulation durch das andere nicht gut möglich, obwohl der Blinddarm noch von einer aus der unteren Grimmdarmarterie entspringenden kleinen Arterie versorgt wird. Die Verstopfung eines dieser Gcfässe durch einen Embolus erfolgt in weitaus den meisten Fällen an der Spitze des Blinddarmes, also da, wo das Gefäss enger wird und sich in viele Aeste auflöst. Die dort sicli festsetzenden Kmboli geben hier nun regelmässig Veranlassung zur hämorrhaglschen Infarcirung und Necrotislrung eines oftmals handtellergrossen Stückes dieses Darmtheiles. Ein solch' ab­gestorbenes Darmstiick grenzt sich dann wie auch an den anderen Darmstücken durch eine scharfe Demarkationslinie von dem umliegen­den gesunden Gewebe ab und verursacht eine einseitige oder eine totale Parese und in Folge dessen eine Stenose des Blinddarmes und oftmals auch der Übrigen Darmtheile, gleichzeitig aber auch durch nachbarliche Infection von dem todten Darmstück ans eine Peritonitis, die für sich allein schon eine totale Parese des ganzen Darmkanals und den Tod bedingen kann. Haben ein oder mehrere Emboli einen Theil eines Dünndarmgefässes so verstopft, dass ein Ausgleich der Circula­tion durch die Gefässbogcn und durch die aus ihnen entspringenden Darmzweige nicht mehr möglich ist, dann stirbt in Folge der Er­nährungsstörung das betroffene Dannstück nach vorheriger hämor-rhagisclier Infarcirung ab und verursacht eine fibrinöse Peritonitis, die meist zum Tode führt.
Sind nur kleine Darmtheile, wie häufig am Dickdarm (Becken-flexnr) beobachtet wird, infarcirt, so ist eine Heilung des betroffenen Stückes nicht ausgeschlossen. Man findet dann später pigmentirte Narben bezw. Platten, die dem infarcirten Stücke in Grosse und Ge­stalt entsprechen.
Obwohl die Hüftdarmarterie ihrer anatomischen Lage nach für Emboli ebenfalls prädisponirt ist, beobachtet man doch selten solche in ihr, indess wohl hauptsächlich aus dem Grunde, weil das Gefäss wegen seiner geringen Weite grössere Emboli nicht aufnehmen kann und weil, wenn dies doch geschieht, dieselben nur sehr selten
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in Folge der Anastomose mit den Diinndarmästcn zur Oblitterirung führen können.
Wie bereits erwähnt, kann sich der Thrombus der vorderen Gekrüsarterie auch in der Eichtung der Aorta vergrüssern, in diese förmlich hineimvachsen und durch losgerissene Emboli die sclnversten Störungen in den Nieren, im Endtheil des Mastdarms, im Bereiche des Beckens und in den Scheukelartorien herbeiführen.
Zuweilen findet man — wie erwähnt — im Bereiche der arte­riellen Gefässe pigmentirte Narben und innerhalb der Gefässe, ins­besondere an dem Gefässbogen der Beckenflexur und an der Blind­darmspitze organlslrte verkalkte Reste früherer Emboli und Oblitte-rationen des Gefässes selbst. Die aneurysmatisch erweiterte ilio-coeco-colica enthält in solchen Fällen ältere oder frische Thromben. Man kann daher annehmen, dass das betrettende Thier einmal oder öfter im Leben eine Embolie der Art.-Gefässo überstanden, die von dem Thrombus der vorderen Gekrösartcrie ihren Ursprung genommen hatte. Ein solches Pferd zeigte im Leben wahrscheinlich C'olik-erscheinungen, die aber nach üeberwindung des embolischen Hinder* nisses wieder verschwanden. Geht nun ein mit offenbaren Merk­malen früherer Embolie und noch bestehender Thrombose oder mit nur bestehender Thrombose der vorderen Gekrösarteric behaftetes Pferd später zufällig an einer Verstopfungscolik mit event. Darm-umdrehuug zu Grunde, dann ist der Praktiker oft geneigt, die Ver­stopfung und deren Folgen auf die Thrombose der vorderen Ge­krösartcrie zurückzuführen und seine Annahme in dem Befuudbericht näher zu begründen. Für den Versuch einer solchen Begründung werden aber immer Speculationen zu Hülfe genommen werden müssen, die den bisherigen wissenschaftlichen Ergebnissen nicht entsprechen.
Man kann daher, wie aus vorstehenden Erörterungen zur Ge­nüge hervorgehen dürfte, nur dann eine Verstopfung und Verdrehung des Darmes oder die Infarcirung oder Necrotisirung eines kleineren Darmstückes und deren Folgen auf eine Embolie zurückführen, wenn frische Emboli gefunden werden, die nachweislich die tödtlichen Veränderungen bedingt haben, und die von einem bestehenden Throm­bus herrühren.
Da aber in solchen Fällen der thierärztliche Sachverständige in seinen Befundberichten nicht allein über die Natur der gefun­denen Darmveränderungen und deren Zusammenhang mit der Em­bolie, sondern auch vornehmlich über das Alter der Veränderungen bezw. der Emboli und des Thrombus der vorderen Gekrösartcrie ein
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Urtlieil abzugeben gezwungen ist, um eine event. Zurückclatirung der tüdtliclien Krankheit bis zu einer gewissen Zeit zu vermögen, seien hier einige erläuternde Bemerkungen In forensischer Hinsicht über die betreffenden Fragen niedergelegt.
Die wissenschaftliche Erfahrung ist zu der Scblussfolgerung ge­langt, dass weder ein Aneurysma der vorderen Gekrüsarterle, noch ein Thrombus im Bereiche derselben Abnormitäten sind, die an sich schon allein die Ursache für tödtliche Kmbolien oder andere Darra-krankhoiten abgeben. Denn beide pathologische Gebilde kommen bei fast allen Pferden vor, und doch nur selten geht eins derselben durch sie zu Grunde. Das Aneurysma dürfte überhaupt ganz dem Bereiche der Beurtheilung forensischer Fragen entzogen werden, weil es nicht allein nicht die Ursache für eine tödtliche Embolie ab-giebt, sondern auch im Gegentheil ihr Zustandekommen noch ver­hindert. Denn mit dem Wachsen des Thrombus erweitert sich das Aneurysma immer mehr und verschallt dadurch dem Blutstrom eine freie Passage. Nur wenn es selbst Abnormitäten erfährt, wie Zer-reissungen, Abscedirungen etc., kann es zur directen Todesursache werden. In allen anderen Fällen hat sich der Obducent an den vor­gefundenen Thrombus für die Construirnng seiner Beweise zu halten.
Wenn auch zugegeben werden kann, dass der Thrombus zu­weilen eine erhebliche Zunahme erfahren kann, während die art. ilio-coeco-colica sich dementsprechend nicht so rasch zu erweitern vermag, so dass der Blutstrom eine momentane Behinderung erfährt, so werden in weitaus den meisten Fällen nachweisbare patho­logische Veränderungen nur durch abgerissene lockere und noch nicht ganz organisirte Theile des Thrombus bedingt. Zuweilen kann sich auch ein bereits stark organisirter Thrombus auflösen und es können Theile des aufgelösten Thrombus dann dem Blutstrom zu­geführt werden. In den meisten Fällen lösen sich aber die frisch gebildeten Fibrinschichten vom Thrombus ab und werden als „Emboliquot; fortgerissen. Die älteren organisirten Thromben haben in Folge der Eesorption des Blutfarbstoffes und des Serum eine trockene Be­schaffenheit und sind grauroth oder gar schmutzig gelblichweiss ge­färbt, während die frischen Theile derselben in Folge ihres noch vor­handenen Blutfarbstoffes und einer gewissen Quantität Serum dunkel-roth, locker und feucht erscheinen. Je intensiver roth, feuchter und lockerer daher ein Thrombus ist, desto jünger ist er auch. Der Ob­ducent kommt daher im Allgemeinen in seinen Befundprotokollen zu richtigen Schlüssen, wenn er die Thatsache in Erwägung zieht und
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seinen Schlussfolgerungen zu Grunde legt, dass ein trockener orga-nisirter, keinen Blutfarbstoff enthaltender Thrombus Wochen, ja Monate alt ist, während alle übrigen Thromben in mehreren Tagen, ganz dunkelrothc, lockere Thromben aber innerhalb 24 Stunden sich bilden können. Da nun aber fast immer jüngere Theile des Throm­bus für das Zustandekommen der Embolie in Frage kommen, so ist es erklärlich, dass nur diese für die Beurtheilung der Frage des Alters der Veränderungen herangezogen werden können. Es ist daher auch nicht schwer, einzusehen, dass in nur sehr seltenen Fällen die Zurückdatirung einer entstandenen Embolie und des sie bedingenden Thrombus auf eine längere Zeit hin erfolgen darf, und dass, wenn dies geschieht, alle dafür sprechenden Merkmale erst eingehend an der Hand der hier gegebenen Fingerzeige erwogen sein müssen.
Dem Zwecke des Buches entsprechend, ist das vorstehende Capitel über die Embolie des Darmes eingehender behandelt worden, als man hätte erwarten sollen. Die Gründe dafür sind aber in dem Umstände zu suchen, dass die Frage der Embolie für den Praktiker eine grössere Bedeutung hat, als viele andere Abnormitäten, weil sie weit mehr als diese zu Irrthümern und falschen Schlussfolgerun­gen führen kann, und weil für forensische Zwecke die subtilsten Untersuchungen erforderlich sind, ein klares Bild in Bezug auf die Dauer der Ursachen zu erhalten. Aus diesen Gründen sei auch eine grössere Zahl von ObductioTisbefunden hier niedergelegt, an denen der Obducent die vorstehenden Fragen zur Genüge illustrirt findet.
Obductionsbefunde.
I. Beispiel. Gut genährtes Pferd. Die olicrcn Augenlider und die oberhalb der Augenraquo;
bogen gelegenen Hautabschnitte sind stark goschwollen und von den letzteren die Ilaaro und die Oberhaut abgelöst. Es tritt daher an diesen Stellen die etwas be­feuchtete und schmutzig-roth gefärbte Cutis frei zu Tage. Die oberen Augenlider bedecken den ganzen Bulbus. Die Oonjuuotiva 1st stark geriithet, die Augapfel sind prall, die Cornea beider Augäpfel durchsichtig. Aus den Nasenörfnungen lliesst riithlich gefärbte, schlelinige Flüssigkeit; die Zahnreihen der Sohneidezähne sind geschlossen. Die Zunge liegt mit ihrer Spitze ausserhalb des Maules und zwar zwischen den zahnlosen Abschnitten der rechten Kieferhälften, Der After ist geschlossen, der Bauch aufgetrieben. Die Haut oberhalb der Darmbeinwinkel geschwollen und die Cutis an diesen Stellen von Haaren und Oberhaut befreit. In der Unterhaut zeigt sich an diesen Stellen blutige Sugillatiou. Die Unterhaut ist fettreich. Die Venen der Unterbaut sind mit Blut augefüllt. Die Nachbar­schaft derselben geringgradig verwaschen roth gefärbt.
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In der Baiichliöhlc findet sieh kein abnormer Inhiilt. Das Coceum und das Colon sind durch üase stark ausgedehnt und nehmen den grössten Theil der Bauclihühle ein. Das Zwerchfell ist nach vom gedrängt. Die Eingeweide haben eine normale Lage. Coeeum und Colon sind aussen hlauroth gefärbt. Am perito-ncalen Ueherzuge beider Darmtheile und im Mesocolon zeigen sich stcckuadelkopf-bi.s erbseugrosse blutige Horde, die stellenweise in Gruppen zusannnengelagert sind. Der Inhalt des Coeeum ist breiig und dunkelroth. Die Schleimhaut des Coeeum hat eine dunkelrotho Darbe und ist mit zahlreichen schwarzrothen Flecken besetzt. Die Submucosa ist stark geschwollen und blutig infiltrirt.
Die obere Coecumarterie ist dicht an ihrem Ursprünge durch einen 4 cm langen Embülus verstopft, dessen vorderer Theil hellgelb gefärbt und trocken und dessen Spitze abgerundet ist. Der hintere Theil des Embolus ist dankclroth ge­färbt und feucht. Die untere (.'oecumarterie enthält einen 5 cm langen, das Gefäss vollständig verstopfenden Embolus, der gelbroth gefärbt, trocken und brüchig ist.
In der unteren Lage des Colon befindet sich breiiger, dunkelroth gefärbter Inhalt in massiger Menge. Die Schleimhant ist überall schwarzroth gefärbt. Die Subimicosa ist ocdematös-hämurrhagisch geschwollen.
In der unteren Oolonarterie sitzen zahlreiche Emboli dicht hintereinander, die zusammen einen Strang bilden, der eine Länge von 35 cm hat. Der Strang reicht mit seinem vorderen Ende bis an die Anastomose der beiden Colonarterion.
Die obere Grimmdarmlage enthält breiige Blassen, die schwach rothlieh gefärbt sind. Die Schleimhaut dieses Darmabsehnittcs ist bellroth gefärbt. In der niagenähnlichen Erweiterung zeigt die Schleimhaut eine normale Beschaffenheit. Im Rectum befinden sich Kothballon. Seine Schleimhaut zeigt keine Abweichungen.
Der Dünndarm ist mit Flüssigkeit gefüllt. Die Schleimbaut desselben bildet zahlreiche Falten, die auf ihrem Kamm gerotiiet sind. Das Duodenum ist leer. Die Schleimhaut desselben zeigt keine Abweichungen. Der Magen enthält eine geringe Menge sauer riechender Flüssigkeit. Die Schleimhaut der portio pylorica ist etwas geschwollen, getrübt und massig stark gcruthet.
Die Milz ist von normaler Grosso. Im Gewebe derselben sitzen mehrere wallnussgrosse, dunkelroth gefärbte Herde. Die Durclischuittsflächc derselben ist glatt.
Die Nieren zeigen mit Ausnahme einer leichten parenehymatöseu Trübung der Rinde keine Abweichungen.
Der rechte Leberlappen ist klein, 21 em laug, 12 cm breit und 3 cm dick. Der linke und mittlere Leberlappen sind vergrossert. Die (iefässe der Leber sind mit dunkelrotbem Elute angefüllt.
Die arteria ilio-eoeco-coliea ist cylindriseh erweitert und durch einen Thrombus verstopft. Letzterer ist 3 cm laug und reicht bis an die Theilungsstolle des ge­nannten Gelasses. Nachdem der Thrombus von der Wand des tiefässes abgehoben, ergiebt sich, dass die Intima an mehreren Stellen mit Strongyli besetzt ist. Die­selbe ist verdickt und stellenweise ulcerös.
Die Pleurasttcke sind leer. Im subplouralen und interlobulären Bindegewebe der vorderen Lappen und der unteren scharfen Ränder beider Lungenflügel zeigen sich zahlreiche Luftblasen. Das Gewebe der Lunge ist geröthet und feucht. In den Bronchien findet sich eine schaumige, schwach geröthete Flüssigkeit.
Der Herzbeutel enthält ca. 50 g geröthetor Flüssigkeit. Unter dem Endo-eardium des linken Ventrikels, namentlich auf den l'arpillarmuskeln, zeigen sich zahlreiche blutige Herde von Hirsekorn- bis Linsongrösse.
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Die Vouonnctze der Schlund- und Kehlkopfschleimhaut sind mit Blut ange­füllt. Weitere Abweicliungcn zeigen sich an den Eingeweiden dos Pferdes nicht.
Das Kesumc der pathologischen Veränderungen geht demnach dahin:
Aiieurysina mit Thrombose der artoria ilio-ooeeo-coliea. Enibolio beider Coe-cumarteriou und etiigcnartige Embolie der untereu (Jolonarterie. Hiiniorrhagischo Entzündung der Schlciinhaut, hämorrhagisches Oedem der Submucosa und sub-peritoucale lOxtravasate am Coecum und an der unteren Lage des Colon, lliimor-rhagische Entzündung des Dünndarmes, catarrhalische Eiitziiiulung des Magens, hämorrhagischo Herde in der Milz, Verkleinerung des rechten, compensatorische Vergrösserung des mittleren und linken Loherlappens.
Extriilobulilros Emphysem, schwaches Lungenocdom, Blutoxtravasate unter dem Endocardium des linken Ventrikels.
II. Beispiel.
Gut genährtes Pferd. Das Maul ist geschlossen. Die Zunge liegt im rechten Maulwinkcl und ist blauroth gefärbt. An den Angiipfclu zeigen sich keine Ab­weichungen. Der After ist geöffnet und der nach aussen hcrvorgestiilpto Theil der Schleimhaut des Rectum geröthet.
Der Bauch des Pferdes ist aufgetrieben. Im freien Raum der Bauchhöhle findet sich eine dunkelroth gefärbte, trübe Flüssigkeit vor, deren Menge ca. 15 Liter beträgt. In der Flüssigkeit befinden sich Eäcalmasscn. Solche Hassen bedecken auch die Oborflächo des Peritoneum, liegen in grösseren Quantitäten zwischen den Darmwindungen und zwischen den Mcscnterialblüttern an der Wurzel des Dünn-darmgekroses,
Das Coecum und Colon sind dunkelroth gefärbt und mit zahlreichen blutigen Horden besetzt, von denen einzelne die Glosse einer Erbse erreichen. Im Mcsocolon liegen zahlreiche blutige Herde. Das Zwisohengewebe ist ocdematös-hiiinorrhagisch infiltrirt. Am stärksten geröthet ist der hintere Theil der unteren, die ßeckeu-flexur, und die linke obere Lage dos Colon. Ferner finden sich zahlreiche blutige Horde im Diiundarmgckröse, namentlich an der Ansatzstelle desselben vor. Dicht vor der mageuiihnlicben Erweiterung enthält das Colon einen Querriss, der 9 cm lang ist. Die Ränder des Risses sind buchtig und mit blutigen Massen bedeckt.
Der Dünndarm ist mit Flüssigkeit stark angefüllt, deren Menge in der Rich­tung gegen die Ilio-Cocal-Klappo zunimmt. Die Schleimhaut des Jejunum ist ge­schwollen und bildet zahlreiche Querfalten, die am Gipfel geröthot sind. Die Schleimhaut des Hium ist ähnlich verändert.
Das Coecum enthält breiige Eäcalmassen und Case; die Schleimhaut ist stellenweise geröthet und geschwollen. Aeusserlich verändert ist die untere Lage des Colon. Vou da ab ist aber die Schleimhaut des Colon bis zu der Stolle, wo sich der Riss befindet, gleichmässig dunkelroth gefärbt und sehr stark geschwollen. Die Schwellung betrifft namentlich die Submucosa, die eine blutige Flüssigkeit enthält. Diese starke Schwellung der Submucosa bedingt es, dass die Schleimhaut in dicken Wülsten über die Cbcrfläche sich erhebt. Die Fäcalmassen im hinteren Theil der unteren Lage sind weich, in der Bockentlexur etwas trocken und dicht vor dem Riss ganz trocken. Hier bilden sie ein walzenförmiges Convolut, welches im Durchmesser 19 cm hat und den Darm vollständig ausfüllt. Ein Theil des Convoluts hat sich durch die Oelfnung in die Bauchhöhle gedrängt. Die Schleim-
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haut der magenähiiliclicu Erweiterung ist schwach geröthet uud geschwollen und dieser Theil des Colon leer.
Das Kectum ist contrahirt und enthält mehrere Kothhallcn. Im Duodenum ist eine gelblich gefiirbto Flüssigkeit nachzuweisen. Die Zotten desselben sind geschwollen und geröthet. Der Magen enthält eine sauer riechende Flüssigkeit; die Schleimhaut ist weich uud aufgequollen, sonst aber normal.
Die Milz enthält zahlreiche hämorrhagischc Herde. An der Leber und an den Nieren sind keine nenuenswerthen Abweichungen.
Der Theil der Aorta, der zwischen Hauchschlagador und vorderer Gekrös-arterio liegt, zeigt ein Ancurysma in der Grosse eines Kindskopfes. Der Sack liegt an der unteren Wand der Aorta und ist verhältnissmässig flach, die Wand stellenweise verkniicheit. An der Innenfläche sitzen zahlreiche, roth gefärbte, massig feste, au der Oberfläche rauhe Thromben. Die arteria ilio-coeco-colica von normaler Beschaffenheit, ihre Innenfläche ist glatt. An den aus der Arterie hervorgehenden Gcfässen keine Veränderungen. Im Stamm der vordercu Gekriia-artcrie noch vor der arteria ilio-coeco-colica sitzt ein haselnussgrosses Aneurysma, in dem sich ein wandständiger Thrombus befindet. Im Stamm der linken Nieren-artcrie befindet sich ein wallnussgrosscs Aneurysma, dessen Innenfläche glatt ist. Im Stamm der rechten Nieronartcrie, welche cylindrisch erweitert ist, sitzt ein bohneugrosses Aneurysma von gleicher Gestalt.
In der unteren Grimmdarmarterie, da wo die Schwellung und blaurothe Färbung beginnt, betiudet sich ein 4 cm langer Embolus. In der oberen Grimm­darmarterie etwa 6 cm hinter dem Loche sitzen zwei Emboli, wovon jeder die Grosse einer Erbse besitzt. Das Gcfässlumen ist durch die Emboli verlegt.
Im Dünudaniigckröso hängt an einem 10 cm langen Stiel ein Lipom. Der Stiel ist aussei! glatt, In seinem Innern findet sich Fettgewebe vor.
An den übrigen Organen werden keine bemerkenswertheu Abweichungen aufgefunden.
Resume: Aneurysma der Aorta mit Thrombose. Aneurysma im Stamm der vorderen Gekrösartcrie mit Tliromboso. Aneurysma in beiden Nierenarterien. Embolie der unteren und etagenartige Embolie in der oberen Grimmdarmarterie. Fäoalstase und Ruptur des Colon. Itämorrhagisches Oedem im Colon. Catar-rhalisdie Entzündung des Dünndarms. Hämorrhagischc Herde in der Milz.
III. Beispiel.
Der Bauch des ziemlich gut genährten Pferdes ist stark aufgetrieben. Die Zunge liegt im rechten Maulwinkel und ist blauroth gefärbt. Der After ist ge­schlossen. Aus den Nasenüffnungcn fliesst röthlich gefärbte Flüssigkeit. Die Aug­äpfel sind prall, die Cornea ist durchsichtig.
In der Hauchhohle finden sich mehrere Liter einer dunkelroth gefärbten Flüssigkeit vor. Abweichungen in der Lage dos Darmes lassen sich nicht erkennen.
Der vordere Theil des Dünndarmes ist mit Flüssigkeit und Gasen stark an­gefüllt. Ein 80 cm langes Stück des Leerdarmcs zeigt sicli aussen blauroth ver­färbt und mit schwarzen Flecken besetzt. Das andere Ende dieses Theilcs liegt 2 Meter von dem Pylorus entfernt. Aehulicho schwarzrothe Flecken finden sich noch au einem anderen Thoilo des Jcjuiuini, der 70 cm hinter diesem Abschnitte liegt. An den übrigen Partien des Dünndarmes ist der seröse ücberzug nicht so
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stark blauroth gefärbt. Der Inhalt de.s piinndamies ist blutig, seine Schleimhaut ist geschwollen und bildet zahlreiche Quorfaltcn, die am Gipfel geröthot sind. Nur an dem Theilc des Jejunum, der sich schon aussen durch seine schwarzrothe Färbung markirt, ist die Schleimhaut schwarzroth gefärbt. An dieser Stolle ist die Subserosa blutig iufiltrirt. Inmitten der schwarzroth gefärbten Schleimhaut zeigen sich verschieden grosse, graugclblich gefärbte Flocke, an denen die Oberfläche nicht mehr glatt, sondern ulcerös ist. Diese hiimorrhagisch-odematöse Schwellung der Wand des genannten Darmthoiles setzt am hinteren Ende ziemlich soharf ab, während sie sich am vorderen Ende ganz allmälig verliert. Die Schleimhaut des vor diesem Abschnitte gelegenen Theiles des Jejuinim ist gallig gefärbt.
Das Coecuin ist mit breiigen Massen sehr stark angefüllt, seine Schleimhaut ist schwach gcscliwollon und blauroth gefärbt. Am peritonealen üoberzugo des Coecuin sitzen unzählige hämorrhagische Horde von Ilirsenkoru- bis Erbsengrösse.
Das Colon ist ebenfalls mit breiigen Massen stark angefüllt, die Schleimhaut ist grauroth, und an der Serosa desselben sitzen einzelne blutige Flocke.
Die Milz ist 45 cm lang, 19 cm breit und 4,1cm dick. Die kleinen Venon-notzo der Milzkapsel sind injicirt. An der Milzkapscl sitzen zottige Vegetationen. Die Mllzpulpa ist normal.
Das Duodenum enthält eine gallig gefärbte Flüssigkeit; in seinem Anfangs-theilo sitzen an einer etwa thalcrgrosscn Stelle gclbgrünlich gefärbte Gastrus-larvon, die Schlciuihaut selbst ist trübe und grauroth gefärbt.
Der Magen enthält eine grosso Menge sauer riechender Flüssigkeit und Gase. An einer Stelle, auf der portio cardiaca und in der Nähe des gefranzten Randes sitzen 20 röthlioh gefärbte Gastruslarven. Die Schleimhaut der portio pylorica dos Magens ist etwas geschwollen, schwach getrübt und grauroth gefärbt.
Die linke Niere ist 21 cm lang, 14 cm breit und 5cm dick. Die seimige Kapsel ist mit der Nicrensubstanz an vorschiedeueu Stelion fest verwachsen. An diesen Stellen 1st die Nicrensubstanz entsprechend mit Narben durchsetzt, welche schiefrig gefärbt sind und 5—ß cm weit in die Rindensubstanz hineinreichen. Die grösste Vcrwachsungsstclle liegt au dem vorderen Ende und der unteren Fläche der Niere; hier fehlt die Rindensubstanz ganz, und sitzt an deren Stelle eine grosso, strahlenförmige Narbe, in der gelb gefärbte, trockene Reste der alten Rinden­substanz nachzuweisen sind. Die Arterien dieses Niorenabschnittcs sind oblitcrirt. — Die rechte Niere ist 20cm laug, 18cm breit und 5,2 cm dick. Die Nierenkapsel ist auch hier thoilweiso mit der Nierensubstanz verwachsen, und nn diesen Stellen sitzen dieselben Narben, die oben an der linken Niere beschrieben worden sind. Die Niere zeigt aussen und au der unteren Fläche verschiedene grössere und unrogel-mässig gestaltete gelbrothe Flecke, welche keilförmigen, durch die Rinde bis in die Marksubstanz reichenden Herden entsprechen. In den Arterien, welche zu diesen keilförmigen Horden führen, sitzen weiche, röthlichweiss gefärbte Emboli.
Das Düundarmgckröse ist dort, wo es sich au den Darm ansetzt und wieder­um an jenem oben erwähnten und blauroth gefärbten Abschnitte des Dünndarmes, blutig-oodomatüs geschwollen. lgt;ieso Veränderung nimmt in der Richtung gegen den hinteren Theil des Jejunum ab. Die grüsseren Venen des Mastdarmgokröses sind mit Blut gefüllt.
Nachdem das Gekröse im Zusammenhange mit der Aorta herausgenommen und diese an der oberen Seite mit der Scheore aufgeschnitten worden ist, zeigt sich, dass aus der vorderen Gekrüsartcrie ein Thrombus bis in die Aorta sich er-
Bucli, Praktikum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
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streckt, der bis an die rechte Nicrenarterie reicht, an der Spitze uneben und gelb-lichweiss gefärbt erscheint. Dieser Thrombus verstopft fast die ganze vordere Qckrösarteric und reicht mit tingerformigea Fortsätzen in die 8 ersten Dünndarm­arterien hinein. Die Fortsätze sind verschieden lang, an der Basis gelbweiss, au der Spitze dunkclroth gefärbt und trocken. Mithin sind die Arterien des Leer-darmtheiles thrombotisch verstopft, der jene erwähnte hämorrhagisch-sulzige Ver­änderung zeigt. Der Thrombus erstreckt sich ferner in die arteria ilio-cocco-colica und reicht mit fingerartigen Fortsätzen, deren Spitzen abgerundet sind, bis in die Theiläste des genannten Ocfässes hinein. Der Thrombus ist nicht überall adhärent und daher die Circulation des Blutes, wenn auch sehr nuingolhaft, dennoch mög­lich; dagegen ist in den oben erwähnten Dünndarmästeu eine totale Obturation nachzuweisen. Fndlich#9632;findet sich auch ein Thrombus in der oberen Griinindarm-arterie, der an dem Ursprünge des (iefässes blassgelb gefärbt und weich, vorne aber mehr seröthet und mit einer abgefressenen Spitze versehen ist. Auch in diesem Gefässe ist die Circulation, wenn auch gering, dennoch möglich. Die arteria ilio-coeco-colica ist ausserdem sackartig erweitert, die Intima des Sackes ist athero-matös verändert und zum Theil verknöchert; auf dieser Stelle hat sich der be­schriebene Thrombus gebildet.
Ein zweites Aneurysma boflndet sich im Anfaugsthcile der oberen Crimm-darmarterie, welches ebenfalls Ausgangspunkt für die Thrombose in diesem Gefässe war. Die Gefässe, welche in den Wänden der grossen Arterien verlaufen, sind erheblich erweitert und bilden rankenformige Geflechte, die unter einander in Verbindung stehen. Ein Stück des Thrombus in der oberen Grimmdarmarterie hat sich losgelöst und sitzt im weiteren Verlauf dos Gefässes, etwa in der Mitte der oberen Lage des Colon.
An der Leber zeigen sich am rechten und am linken Lappen mehrere narben­artige Einziehungen.
Die Plcurasäekc sind leer; in der Pleura sitzen einzelne schwarzroth gefärbte Flecke.
Die Lungen sind feucht, die Bronchien mit einer rothgetärbten, schaumigen Flüssigkeit angefüllt.
Die Venen am Schlund und Kehlkopf injicirt.
Resume: Multiples Aneurysma mit Thrombose an den Aesten der vorderen Gekrösarterie. Obturation mehrerer Dünndarmäste durch fortgesetzte Thromben. Hamorrhagisches (Jedem und Diphtherie an dem entsprechenden Dünndarmtheile, Dilatation des ganzen Dünndarmes, Catarrh im Coecum und Colon. Alte und frische embolische Herde in den Niaren. Partielle chronische interstitielie Hepatitis. Gastruslarven im Magen und Duodenum. Catarrhalische Entzündung des Magens, Blutungen in der Pleura und Lungenocdom.
IV. Beispiel.
'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Au den äusseren Thcilen nichts besonders Erwähncnswerthes. Den grössten
Theil der Bauchhöhle nimmt das sehr stark ausgedehnte Coecum ein, welches mit Faeces reichlich angefüllt ist und an der inneren Fläche des Grundes einen ca. 20 cm weiten Kiss zeigt, in welchen die festen Inhaltsmassen sieh hineingedrängt haben. Die Bänder des Bisses sind dunkclroth gefärbt und an einzelnen Stellen mitBlut-goriunsoln bedeckt. Die llöthung ist durch eine hämorrhagischc Infiltration der
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Mucosa und Subinucosa bedingt. Aussen ist das t'oocum blauroth gofiirbt, die Vcncnnctzc stark injicirt und im poritonealcn Uebcrzuge zahlreiche blutige Herde, die namentlich im Gekriise zwischen Coeeum und Colon nachzuweisen sind.
Das Colon ist massig stark augelullt. Die grösseren Venen des Mesocolon sind ebenfalls injicirt und in ihm liegen zahlroiphc blutige Herde. Der perito-neale Ueberzng des Colon zeigt keine Abweichungen.
Der Dünndarm ist in seinen hinteren Abtheilungen starker gefüllt. Am peritonoalen Ueberzuge desselben keine Abweichungen. Die Venen des Mosentcrium sind stark angefüllt. An seinem Ansätze am Darm zwischen den Mesentcrial-blättorn zahlreiche häinorrhagische Herde. Der Inhalt des Dünndarmes ist flüssig und graugelb gefärbt. Die Schleimhaut des Jejunum und Jliuiu ist stellenweise oedematös geschwollen. Die Selileimhaut des Duodenum ist durchweg geschwollen und bildet hinter der Mündung des Lebergallenganges zahlreiche Querfalten, die eine grünlichgelbe Farbe haben. Hinter dem Pylorus befinden sich mehrere kleine Narben.
Der Magen enthält geringe Mengen einer saueren Flüssigkeit. Die Sehleim­haut des Fundus ist etwas geschwollen und geröthet.
In der arteria ilio-coeco-colica befindet sich ein sackartiges Aneurysma, welches durch einen Thrombus vollkommen verstopft ist. Von letzterem gehen zwei Fortsätze aus, von denen der kleinere in die untere, der grosscre bis in die obere Coccumarterie hineinreieht und letztere vollständig verstopft. In der unteren Coecumartcrie sitzen mehrere Fmboli dicht nebeneinander, welche das Gefiisslumen vollständig ausfüllen.
Die Lober, die Nieren und die Milz sind faulig.
Im subplcuralcn Gewebe mehrere blutige Herde. Die Lungen hyporämiseh und schwach oedematös. In den Bronchien feiublasiger Schaum,
Ecsumö: Aneurysma vermiuosum mit Thrombose in der arteria ilio-coeco-colica. Verstopfung beider Dlinddarmartcricu durch fortgesetzten Thrombus. Em-bolie der unteren Blinddarinarterie, Fitcalstase im Coeeum und Ruptur derselben. Magen- und Darmcatarrh. Blutige Herde unter der Pleura. Hyperämie und Oodcm der Lunge. Fäulniss.
V. Beispiel.
Ziemlich gut genährtes Pferd. Die Reihe der Schneidezähne geschlossen. Die Zunge liegt im rechten Manlwinkol und ist an der Spitze blauroth getärbt. Der After etwas geöffnet. Weitere Abweichungen zeigen sich ausseu nicht.
Bei der Eröffnung der Hauehböhle etitströmcu derselben Gase. In der Bauch­höhle finden sich etwa 20 Liter einer trüben, röthlichgelb gefärbten und mit Fibrinflookon und FttOalmtUSSen vermischten Flüssigkeit vor. Die vorliegenden Theile sind stellenweise sehr stark geröthet. Die stärkste Röthung zeigt die untere Lage des Colon, ferner der Ueberzug des Dünndarines und die Spitze des Coeeum. In den gerötheten Theilen sitzen zahlreiche Blutpunkto. Die linke Lage des Colon und dieBeckenflexur sind leer und befinden sich in der reehten IJnterrippengegend. Den grössten Theil der Bauchhöhlo nimmt das mit Gasen angefüllte Coeeum ein, welches mit seinem Mittclstiieke gegen die Beekenhöhlc geschoben ist. Das Netz ist mit der Spitze des Coeeum fest verwachsen. Diese Verwachsnngsstelle liegt neben der Spitze und zwar an der oberen Wand des Coeeum, Die Venen des
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Netzes Bind stark mit Mut angefüllt. Die Gefiisse desselben werden durch Fett-sti'iinge begleitet. Die Oberfläehe des Netzes ist mit Fäcalmasseu besetzt und an einigen Stelleu mit Fibrinmasson überzogen. Eine noch dickere Fibrinschieht lässt sich an der Oberfläcbc des Coecuni nachweisen; endlich sind die Bauchdecken fleckig goröthet und deren Oberfläche mit derselben Fibrinschicht bedeckt.
Der Dünudaum ist sehr stark zusammengezogen. Beim Abtrennen dos Diinn-tlarmos vom Mesentorium ergiebt sich, dass auch die Mesentcrialblätter ziemlich stark goröthet sind, uud zwar namentlich an der Ansatzstelle an dem Darm, und ferner, dass der Leerdarm au einer Stelle, die etwa 1 m von der Ilio-coccal-Klappe liegt, an der oberen Wand gerissen ist und auch vom Mesenterium sich abgelöst hat. An dieser Stolle sind die Häute des Leerdarmcs aussen graugelb gefärbt und auffallend mürb. Diese Beschaffenheit zeigen die Darmwände auf einer Länge von etwa 40cm. Die Schleimhaut des Jejunum bildet zahlreiche Querfalten, welche an den Gipfeln stellenweise gerüthet sind. Dicht vor der aussen graugclb gefärb­ten Partie ist die Schleimhaut des Jejunum stellenweise golblichweiss gefärbt, uud diese derartig gefärbten Flecke sind von einem stark gerötheteu Hofe umgeben. Von diesen Flecken kommt man allmithlich in necrotischc Darmstücke hinein, d.h. der Darm besitzt an dieser Stelle dieselbe Farbe wie jene Flecke au der Scbleim-haut des Jejunum kurz vor dieser Partie. Die Schleimhaut hat sich zum grössten Theile abgelöst, selbst die Muscularis ist stellenweise zerstört und der Darm daher so dünn, dass er au mehreren Abschnitten nur die Dicke von Seidenpapier besitzt. An der dünnsten Stelle zeigt dann der Darm an der oberen Wand ein Loch, welches eine Länge von 11 cm hat; die Ränder dieses Loches sind zackig gerissen, und das Gewebe um den Kiss von derselben Beschaffenheit, wie die Darmwände an diesen Thcilen überhaupt. Hintor dieser Darmabtheilung nimmt die Schleimhaut des Jejunum eine mehr rothe Farbe au. Dicht hinter dieser rothgefärbten Ab­theilung der Schleimhaut hört plötzlich die Veränderung an derselben auf; die Schleimhaut ist da noch vollständig erhalten, bildet zahlreiche Falten, die rings um den Darm verlaufen und auch ziemlich lebhaft goröthet sind. Diese Veränderung lässt sich bis zur Ilio-coccal-Klappe verfolgen.
Das Coecum enthält Gase uud eine geringe Menge breiiger Massen von gelb-lieligrüuer Farbe.
Im Colon findet sich etwas breiiger Inhalt von graugelbcr Farbe.
Im Eectnm liegen trockene Kothballen; das Eectum ist stark zusammen­gezogen; die Schleimhaut bildet zahlreiche Falten, die am Gipfel etwas geröthet sind.
Die Milz von normaler Grosse. Milzkapsel mit zahlreichen blutigen Herden besetzt und stellenweise stark injicirt. Viele Venen der Milz sind thrombotisch verstopft; uamoutlich sitzt ein grössorer Thrombus im Hauptstamme der Milzveue der als die Fortsetzung der Thromben grössercr Aeste anzusehen, etwa fingerdick ist und mit abgeruudeter Spitze bis in die Pfortader hinein reicht.
Das Duodenum enthält eine gallig gefärbte, schleimige, trübe Flüssigkeit; die Zotten im Duodenum sind etwas geröthet.
Der Magen ist mit Gasen und einer stark sauer riechenden Flüssigkeit auge­füllt, Die Sehlcimhaut der Labdrüsenportion ist Dtwas geröthet; an der portio oardiaoa zeigen sich keine Abwcichmigeu.
Die arteria ilio-coeco-colica ist in ihrem ganzen Verlaufe erweitert und ist aussetdem noch im Anfangstheile mit einem etwa bohneugrossen, sackartigen Aucurysma besetzt; in diesem Aneurysma liegt ein Thrombus, der bis au die Ur-
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sprungsstello der artcria ilio-coeco-colica sich erstreckt. Von hier ausgehend hat sich ein Pfropf abgelöst, der in einen Stamm mehrerer Dünndarmäste hinein-geschleudert worden nnd hier bis zur Thcilungsstclle vorgedrungen ist; an der Theilungsstcllo zweier Arterien reitet derselbe, und seine Enden erstrecken sich in die beiden Acste hinein. Die Enden sind durch frische Thromben verlängert. Das necrotische Darmstück liegt genau zwischen diesen beiden Aesten. Die Venen, welche aus diesem Darmstilck herausführen, sind ebenfalls durch frische Thromben verstopft.
Die Pleurasiickc sind leer. An der Pleura costalis und pulmonalis zahlreiche blutige Horde. Die Venen oberhalb der Mamma stellenweise durch Thromben ver­stopft.
Kcsume; Anourysma verminosum mit Thrombose der arteria ilio-cocco-
colica. Embolie durch fortgesetzte Thrombose in zwei Dünndarinästen. Necrose und (langrän der dazugehörigen Abthcilung des Jejunum. Perforation desselben und Peritonitis scro-tibrinosa. Vor und hinter der perforirten Stelle: Enteritis catarrbalis. Gastritis catarrhiilis. Thrombose und hämorrhagischo Herde in der Milz. Thrombose in den Aesten der vena pudenda externa.
Die Untersuchung des Darmes und seine Veränderungen.
Beim Entfernen der einzelnen Darmtheile kann man jedes ein­zelne Darmstück auf die Beschaffenheit seiner Schleimhaut hin ent­weder sofort oder aber erst nach der Herausnahme des ganzen Danntractus untersuchen. Der Einfachheit halber gebe ich hiev den letzteren Modus an.
Nachdem der Dünndarm aufgeschnitten ist, prüft man zunächst seinen Inhalt in Bezug auf Menge, Farbe, Consistenz und Geruch. Bei Thieren, welche längere Zeit vor dem Tode schlecht gefressen haben, findet man wenig Inhalt. Derselbe kann auffallend blass ge­färbt sein, was von einem etwaigen Staunugsicterus herrühren kann. Haben Thiere Eisenpräparate erhalten, so ist der Inhalt des Dünn­darmes oft schwarz, bei grösseren Gaben von Calomel aber grün gefärbt. Parasiten kommen in zahlreichen Gattungen vor, deren Er­wähnung würde aber den Rahmen des Buches überschreiten, weshalb darüber hinweggegangen werden kann.
Viel wichtiger ist es, auf die Veränderungen der Schleimhaut selbst näher einzugehen. Am häutigsten sind hier Catarrhe fest­zustellen, weil bei den meisten innerlichen Krankheiten auch die Schleimheit des Darmes catarrhalisch afficirt ist. Der catarrhalische Zustand und zwar der seröse Catarrh der Darmschleimhaut ist aber nach dem Tode sehr schwer nachzuweisen, weil die Röthungen und Schwellungen dann fast gänzlich verschwunden sind. Man hat dann nur Anhaltspunkte für seine Feststellung an dem flüssigen Inhalte
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des Darmes und an dem sogenannten ausgewaschenen Zustande der Schleimhaut. Eine Vergrössenuig der Zotten ist nur schwer nach­weisbar.
Bei stärkerer Erkrankung der Schleimhaut entsteht eine En­teritis acuta, bei welcher aber immer auch die Magenschleimhaut betheiligt ist, und bei der die Drüsen in hervorragendem Masse in Mitleidenschaft gezogen sind. Man beobachtet den Zustand bei allen Infections- und Intoxicationskrankheiten. In solchen Fällen ist dann die Schleimhaut merklich geschwollen und liegt in Folge dessen in Falten, die sich nicht verstreichen lassen. Die ganze Schleim­baut ist anämisch und trübe und erscheint daher im Ganzen grau. Oft sind die Darmzotten auch betroffen; dieselben heben sich dann dunkler von ihrer Unterlage ab und enthalten oft an Ihrer Spitze (Gipfel) Blutpigment.
Die chronische Enteritis tritt deutlicher in die Erscheinung als die acute. Die Schleimhaut ist aber ebenso wie die bei Enteritis acuta blass, aber mehr verdickt und uneben, die Zotten sind erheb­lich hyperplastisch und an den Spitzen stärker pigmentirt. Die Follikel des Darmes sind dabei meist vergrössert. An ihnen können auch selbstständige Processe verlaufen, ohne dass die übrige Schleim­haut wesentlich verändert angetroffen wird. Ganz besonders zu be­achten sind aber bei der Prüfung pathologischer Zustände der Follikel, um grobe Irrthümer zu vermeiden, cadaveröse Veränderungen, die an denselben fast immer nachgewiesen werden können. Befinden sich nämlich im Darm grössere Flüssigkeitsmengen, dann entsteht an den Follikeln sehr schnell Fäulniss, wodurch sie aus ihrem Gerüst herausfallen. Sehr intensiv tritt dem Obducenten diese Erscheinung an den Peyer'schen Haufen entgegen, wo man diesen Zustand mit dem Namen etat crible belegt hat. Dass aber auch wirklich cadaveröse Erscheinungen vorliegen, kann man sehr leicht erkennen, weil die Ränder der Follikellöcher nicht geschwollen sind, während bei ent­zündlichen Zuständen immer eine Schwellung und zuweilen auch eine leichte Röthung nachweisbar ist.
Die Follikel können auch abscediren. Die herausgefallenen Follikel hinterlassen dann ein sinuöses Geschwür, dessen Ränder stark aufgewulstet, geschwollen und dessen Oeffnung bedeutend enger erscheint als sein Grund. Die Umgebung des Geschwürs ist meist geschwellt und entzündet — Enteritis ulcerosa.
Auch diphtherische Geschwüre kommen an den Plaques vor, wobei eitrige Mortiftcationen und Dofectc entstehen, die stark ge-
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röthete und entzündete und zackig geartete Gründe bezw. Ränder, welch' letztere aber nicht geschwollen sind, hinterlassen (Ulcus diphthericum).
Mit der Enteritis ulcerosa ist die sog. Enteritis caseosa der Schweine selir verwandt. Hier sind aber nicht allein die Fol-likel, sondern der ganze Drüsenapparat des Darmes und die Dam­wandung selbst ergriffen. Das Darmrohr ist derb und starr, getrübt und gelblich gefärbt. Die Darmwandungen sind erheblich verdickt und entzündlich infiltrirt. Später entstehen durch die auf Grund der Infiltration bedingten Ernährungsstörungen käsige Veränderungen, wie solche auch in den Gekrösdrüsen und in den Lungen gefunden werden (Tabes meseraica). Früher glaubte man, dass dieser Zustand immer der Scrophulose und der Tuberculose angehöre, wohingegen neuere Untersuchungen dargethan haben, dass sie vielfach der „Schweine­seuchequot; eigen sind.
Die Enteritis crouposa findet sich häufig im Dünndarm des Eindes. Sie tritt meist diffus, zuweilen aber auch herdförmig auf. Die Schleimhaut liefert dabei nicht wie bei der Enteritis catarrhalis flüssiges seröses Material, sondern Fibrin und geringe Mengen weisser Blutkörperchen. Die sog. Croupröhren, die auch schon während des Lebens nach aussen befördert werden, sind nichts weiter als Fibrin-häute, die Producte der Enteritis crouposa.
Der hämorrhagische Catarrh hinterlässt nach dem Tode ent­gegen den anderen catarrhalischen Zuständen leicht nachweisbare Abnormitäten. Die Schleimhaut ist nämlich diffus geröthet und die Venen sind injicirt; man sieht daher auf einem gerötheten Grunde eine ramiforme Röthung. In den meisten Fällen kann man auch blutige Herde wahrnehmen. Wenn aber bei solchen Befunden die Schleimhaut erheblich geschwollen ist, dann kann man immer an­nehmen, dass giftige Substanzen diesen Zustand erzeugt haben.
Am Mastdarm kommen dieselben pathologischen Processc vor wie am Dünndarm, mit Ausnahme derjenigen der Glanduli, weil diese hier fehlen. Zuweilen geben Mastdarmzerreissungcn An-lass zu Befunderhebungen. Man hat daher zu beachten, dass beim Reissen des keine Serosa besitzenden Theiles dieses Darmstückes eine Phlegmone durch die ausgetretenen Futtermassen im paraproc-talen Bindegewebe entsteht, welches mit der Zeit grauweiss, derb und trocken wird, während bei Zerreissungen der übrigen Mastdarmlaquo; theile Peritonitcn mit ihren Folgen auftreten.
Werden die Futtermassen aus dem Dickdarm entfernt, dann sind
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dieselben noch besonders eingehend auf ihre Quantität und ihre Consi-stenz hin zu prüfen, um Rückschliisso auf etwaige abnorme Ansamm­lungen machen zu können. Enthält der Dickdarm im Ganzen massig viel Futter, dann hat das Thier noch kürzere Zeit vor dem Tode ge­fressen. In allen Abschnitten soll der Inhalt breiig sein, nur in der magenähnlichen Erweiterung ist er normal schon oft etwas consistenter. Dass eine Fäcalstase an den bereits schon benannten engeren Stellen aufzusuchen ist, liegt in der anatomischen Einrichtung des Dick­darmes selbst. Dem Futterinhalt können auch Darmsteine und ein­getrocknete Kothballcn beigemengt sein und die Ursache zu Fäcal-stasen abgeben.
Ueber die Verlagerungen des Dickdarmes wurde schon früher das Nennenswertlieste mitgetheilt. Es sei aber nochmals kurz er­wähnt, dass sich bei allen Drehungen vor der Drehungsstelle Inhalts­massen anstauen, und dass die hinter der Drehungsstelle befind­lichen Gefässe durch die Drehung zusammengeschnürt werden. In Folge dessen kommt es zu einer arteriellen Blutleere und gleich darauf zu einer Rückstauung des venösen Blutes und somit zu einer serösen hämorrhagischen Transsudation in dem abgeschnürten Theile — hämorrhagischer Infarct. Die seröse hämorrhagische Transsudation theilt sich, nachdem die Serosa besonders im Bereiche der grossen Gefässe und vornehmlich auch die Submucosa und diese bis zu '/s cm geschwollen ist, dem Darminhalte mit und gelangt schliesslich in den freien Baum der Bauchliühle. Zuweilen wird der hämorrhagische In­farct necrotisch, und das necrotische Stück verursacht eine locale oder diffuse Peritonitis. Die gleichen Veränderungen entstehen ja auch nach totalen Verstopfungen der Gefässe in Folge von Emboli, über die und deren Folgen das Wesentlichste schon mitgetheilt wurde. Auch in den grossen Venen der abgeschnürten Darmtheile findet man oft grössere thrombenartige Speckgerinnsel. Solche Ge­bilde (venöse, Thromben), die lediglich erst nach der Abschnürung der venösen Gefässe entstehen, haben mit der Entstehung der Todes­ursache nichts zu thun. Nur bei oberflächlichen Untersuchungen können sie mit wirklichen Emboli verwechselt werden, allerdings aber nur dann, wenn übersehen wurde, dass nicht die Arterien, son­dern die Venen Sitze derselben sind.
Darmzerreissungen werden an allen Stellen des Darmes ge­sehen. Dieselben können als Folge erhöhten Druckes von Seiten der Fäcalstofte, abnormer Gasansammlungen, und an nectrotischen Darmstücken eintreten. Es ist eine oft zu beobachtende Thatsache,
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(lass der Dickdarm mit Vorliebe da zerreisst, wo er sich mit dem Gekröse vorbindet.
Es bleibt noch zu erwähnen übrig, dass im Coecum und im Colon die Zotten und die Plaques fehlen, dass aber dafür Solitär-follikel vorhanden sind, die ebenfalls leicht maceriren und kleine Löcher ohne jegliche Schwellung und Röthung ihrer Ränder zurück­lassen. Dessenungeachtet können an diesen Follikeln Abscesse (Fol-likularabscesse) entstehen, die sich bezüglich ihres Aussehens genau so verhalten, wie die schon beschriebeneu der Plaques des Dünndarmes.
Zu erwähnen sind noch die häufig auf der Schleimhaut des Dick­darmes sich bildenden diphtherischen Auflagerungen. Dieselben entstehen durch Einwirkung der Inhaltsmassen mit Vorliebe überall da, wo die Schleimhaut aussei- Function gesetzt wurde, also nach häinorrhagischen Infarcten. Anfangs sieht man dann auf der schwar/-rothen Schleimhaut graue, sammetartige Beläge, die isolirt oder diffus verbreitet sind. Sie können bei oberflächlicher Betrachtung mit ver­unreinigten Schleimmassen verwechselt werden. Beim Abspülen der Schleimhaut wird man aber sehen, dass die Schleimmassen verschwin­den, während die diphtherischen Beläge mit der Schleimhaut ad-härcnt bleiben. Man gewahrt dann auch, dass sie mit Vorliebe auf den Falten des Darmes sitzen, während die zwischen diesen gelege­nen Abschnitte nur wenig oder gar nicht betroffen sind.
Aber auch nach leichteren Affectionen der Schleimhaut sieht man zuweilen diphtherische Beläge, deren Umgebung einen ganz deutlich erkennbaren, entzündlichen Charakter besitzt. Haben die diphtherischen Massen Gelegenheit, längere Zeit auf die Schleimhaut einzuwirken, dann kommt es zur Necrose und es bilden sich in der Schleimhaut wirkliche Defecte.
Krankheiten des Magens.
Der Magen der Pferde reisst zuweilen bei liberreichlicher Fül­lung mit Futter und Gasen (Golik) während des Lebens des Thieres. Aber auch nach dem Tode zerreisst er oftmals, so dass der Obdu-cent zu entscheiden hat, ob die Eissstelle intra vitam oder post mortem entstanden ist. Die nach dem Tode entstandenen Zerreislaquo; sungen werden durch die Nachwirkungen des Magensaftes herbei-gefübrt, der die Schleimhaut macerirt, so dass die übrigen Häute dem durch die sich bildenden Gase ausgeübten Druck nicht melir widerstehen können. Die Entscheidung, ob ein Hiss post mortem oder intra vitam entstanden ist, liefert allein die Beschaffenheit der
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Rissränder. Bei den tntra vitam entstandenen Rissen sind deren Bänder entzündlich verändert, die Gefässe sind stärker injicirt, und das Gewebe ist geschwollen und mit kleineren oder grösseren Blut­gerinnseln bedeckt. Die unmittelbare Nachbarschaft der Ränder ist immer hämorrhagisch infiltrirt. Die durch postmortale Rupturen entstandenen Rissränder zeigen aber keine Spuren einer Schwellung oder einer stärkeren Injection der Gefässe oder gar hämorrhagische Intiltrationen und Auflagerungen von Blutgerinnsel. Das Fehlen dieser charakteristischen Merkmale kennzeichnet daher den Riss als post-mortales Gebilde zur Genüge. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Säuren des Magensaftes nach dem Tode des Thieres immer noch auf die Magenschleimhaut einwirken und dieselbe je nach der In­tensität und der Dauer der Einwirkung merklich verändern, bei längerer Einwirkung aber, wie schon gesagt, total maceriren. Gering-gradigere Einwirkungen haben zur Folge, dass die Schleimhaut heller gefärbt wird und gequollen erscheint (cadaveröse Er­weichung). Der Zustand kann daher mit einer leichten Gastritis verwechselt werden. Die Unterscheidung beider Zustände ist aber in dem Umstände gegeben, dass bei der Gastritis immer capilläre Röthungen — die allerdings nicht als solche, sondern nur als diffuse Gewebsröthungen sichtbar sind — wahrgenommen werden, was bei der macerirten Schleimhaut niemals beobachtet wird.
Bei den intra vitam entstandenen Rissen reisst oftmals nur die Mucosa, während die übrigen Häute intact bleiben. Dann sieht man in dem Magen einen in die Länge gezogenen Spalt, der durch die blossgelegte Muscularis ausgefüllt wird. Die Ränder des Risses sind hämorrhagisch infiltrirt. Da die Zerreissungen des Magens immer an der grossen Curvatur, dort, wo die Serosa an das Netz tritt, und die Wand des Magens daher nur durch die Mucosa und die Muscularis gebildet wird, eintreten, so wird bei totaler Zerreissung der Magen­wand der ausgetretene Mageninhalt sich gewöhnlich im Sack des Netzes ansammeln und erst, wenn dieses zerrissen ist — was aber meist geschieht — in den freien Raum der Bauchhöhle gelangen, wo er eine todtliche Peritonitis hervorruft.
Für die Beurtheilung der Veränderungen der Magenschleim­haut ist es nothwendig, sich immer die grobe anatomische Einrichtung derselben ins Gedächtniss zu rufen, weil man dann viele pathologische Veränderungen besser zu beurtheilen vermag. Die Magenschleim­haut besteht nämlich aus mehreren Regionen, die verschieden ein­gerichtet sind. So hat die linke Magenhälfte, die regio oesophagea.
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eine durchaus cutane Einriclitung', während der übrige Abschnitt die Einrichtung einer Schleimhaut besitzt. Man unterscheidet an diesem rechten Theile zwei von einander anatomisch verschiedene Abthei­lungen: Die Schleimdrüsenregion (Pylorusregion), die grau gefärbt und glatt ist, und die Labdrüsenregion (Fimdusregion), die dunkler gefärbt und etwas höckeriger ist, als die andere.
Die Gastritis wird in den leichteren Graden als Catarrh be­zeichnet. Sehr häufig besteht allerdings Gastritis und Catarrh zu­sammen. Im acuten Stadium der Veränderung ist die Mucosa ver-schiedengradig geschwellt, stark glänzend, saftreich und capillär ge-röthet. Die Chronicität des Leidens führt gewöhnlich zur Hyper­trophie und Verdickung der Schleimhaut. Diese wird uneben, höckerig und erscheint wie mit Warzen bedeckt (Gastritis proliferans). Die Warzen bilden sich durch Hypertrophie der Labdrüsen;' auch das Stützgewebe der Schleimhaut wird hypertrophisch; es kann so­gar vorkommen, dass auch die übrigen Magenhäute hyperplastisch werden. Die Veränderungen der Schleimhaut sieht man oft inten­siver in der Nähe des Pförtners, als in den übrigen Theilen. Diese Art der Mageuerkrankung bekommt man am häufigsten bei Pferden zu scheu. Ihre Entstehung ist noch nicht recht aufgeklärt; man nimmt aber an, dass vornehmlich Stauungen im Pfortadersystem die Ursache abgeben.
Eine ganz besondere Form der Gastritis ist die Gastro-Ade­nitis oder parenchymatöse Gastritis. Sie verläuft nur an den Labdrüsen, welche sich erheblich vergrössern und deren Zellen später fettig entarten. In der Regel ist der Process diffus ver­breitet.
Beim Rinde wird zuweilen im vierten Magen an den dort be­findlichen solitären Lymphfollikeln eine entzündliche Schwellung be­obachtet, bei welcher dieselben central fettig zerfallen. Gleichzeitig ist dann die übrige Schleimhaut catarrhalisch afficirt. Den ganzen Process bezeichnet man, weil sein Hauptsitz die Lymphfollikel sind, als follikuläre Gastritis. Auch eine Gastritis crouposa kommt — allerdings selten — im vierten Magen der Rinder bei der Rinder­pest vor, wobei necrotische Herde entstehen und nebenbei ein ziem­lich intensiver Eutzüudungszustand in deren Umgebung.
Alle entzündlichen und catarrhalischen Processe des Magens sind meist vergesellschaftet mit entzündlichen oder catarrhalischen Affectionen des Darmes. Man spricht daher von einem Magendarm-catarrh und von einer Gastro-Euteritis etc.
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Das Magengeschwür (Ulcus rotundum) sieht man bei Hun­den und Kälbern und zwar meist an der kleinen Curvatur und im Zwölffingerdarm, soweit der Magensaft reicht, und kommt gewöhn­lich nur bei blutarmen Thieren vor. Es wird bedingt durch Er­nährungsstörungen — daher septisches Geschwür — eines kleinen Abschnittes des Magens. Das der Ernährung entzogene Gebiet wird durch den Magensaft zerstört, wodurch eine Perforation der ganzen Magenwand des betroffenen Gebietes entstellen kann. Da als Ursache weder entzündliche Veränderungen, noch eine Thrombose der Ge-fässe bis jetzt nachgewiesen werden konnte, so muss ihr Zustande­kommen lediglich Ernährungsstörungen zugeschrieben werden. Ge­schwüre der Magenschleimhaut können aber noch in anderer Weise entstehen. Die nächste Veranlassung zur Bildung eines Geschwüres geben vornehmlich bei Infectionskrankheiten kleine Blutungen, aus denen sich locale hämorrhagischc Erosionen bilden. Dieselben sind chaiakterisirt durch oberflächliche Substanzverlaste (Defecte). Sie werden oftmals durch die Einwirkung des Magensaftes in vollstän­dige Geschwüre verwandelt und können ebenso wie das septische Geschwür unter Bildung von strahligen Narben heilen oder zur Per­foration der ganzen Magenwand führen.
In der thierärztlichen Praxis haben die Magengeschwüre ein mehr wissenschaftliches Interesse, weil sie im Verhältniss zu den anderen Magenkrankheiten nur selten und dann auch nur bei be­stimmten Thierarten angetroffen werden. Dahingegen spielen die hämorrhagischen Zustände des Magens hier eine grosse Rolle, weil sie bei allen Thieren und vornehmlich, wenn diese mit Infections­krankheiten behaftet sind, beobachtet werden. Die Hämorrhagien liefern freies Blut in den freien Raum des Magens oder sie bilden Infiltrate des Schleimhautgewebes. Oftmals trifft man beide Formen der Hämorrhagien nebeneinander an, was aber nicht auffallend ist, wenn berücksichtigt wird, dass die Grundlage beider meist eine Gastritis und zwar eine hämorrhagischc bildet, wie sie bei In­fectionskrankheiten und bei der Einwirkung von Giften oft entsteht. Die hämorrhagischc Gastritis in ausgesprochener Form findet sich als sog. „Mykotische Magen-Darmentzündungquot; bei Wiederkäuern und Pferden, und ist durch Einwirkung pathogener Pilze etc. be­dingt, die mit dem Futter aufgenommen werden. Immer findet man dann auch den Dünndarm affloirt und vornehmlich den Zwölffinger­darm in dem Zustande einer schweren hämorrhagischen Entzündung. In allen Fällen dieser Art ist die Schleimhaut des Magens und
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Darmes geschwollen und diffus schwarzrotb gefärbt. Die Submucosa ist sulzig infiltrirt und glasig durchscheinend. Auch bei den übrigen Thieren (Fleischfressern) finden sieb hämorrhagische Magen- und Darmentzündungen in Folge Einwirkens von Fleischgiften, wobei neben diffusen hämorrhagischen Infiltrationen circumscripte Hämor-rhagien dieser Theile, wie solche auch in anderen Organen nebst erheblichen parenehymatüsen Veränderungen auftreten, gesehen werden.
Die Blutungen werden meist als kleine Blutherde — Ecchy-mosen — beobachtet, die sich durch die Magensäuren rasch in kleine Geschwüre verwandeln. Die übrige Schleimhaut ist dann catarrha-lisch afficirt. Oftmals confluireu min kleine Blutungen, und man sieht dann grössere fleckige Klutunterlaufungen. Man kann dann diesen Zustand auch als Suffusion bezeichnen.
Jede hämorrhagische Erosion und Infiltration kann die Grund­lage für die Entstehung eines Geschwüres abgeben, ebenso — wie bereits gesagt — die einfache Ernährungsstörung eines bestimmten Magentheiles. Zumeist beruhen die Ernährungsstörungen auf Cir-culationsstörungen, die in Venenthromben, in einer Endarteriitis, im Atberom der Magenarterien und äusserst selten in Embolien ihren Grund haben können. Man kann aber — wie erwähnt — die Ur­sache für ein septisches Magengeschwür gar nicht oder nur selten feststellen, obwohl man bei frischen Geschwüren dieser Art nach­weisen kann, dass der Geschwürstrichter dem Verbreitungsbezirk eines Arterienastes, dessen Stumpf man öfters findet, entspricht; denn die schräge Stellung des Geschwüres stimmt mit dem schrägen Verlauf der Gefässe in der Magen wand überein. Man kann daher wohl annehmen, dass die erste Entstehung der septischen Geschwüre abhängt von einer localen Herabsetzung der Widerstandsfähigkeit der Magenwand gegenüber dem Magensaft, welche hauptsächlich durch Circulationsstörungen irgend welcher Art bedingt wird, dass aber wesentlich allgemeine Körperzustände, wie Anämie und allgemeine Circulationsstörungen, für die Erklärung der Entstehung herangezogen werden müssen.
Befindet sich Blut im freien Kaum des Magens und ist dieses somit der Einwirkung der Magensäuren ausgesetzt, so werden die Blutkörperchen von diesen zerstört. Man findet dann das Blut von dem Aussehen des Kaffeesatzes vor.
Neubildungen werden nur selten beobachtet.
Von Parasiten sind erwähuenswerth beim Pferde: Spiroptcra megastoma und Oestruslarven, beim Hunde Spiroptera sanguinulenta,
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beim Schafe Strongylus contortus und bei Bindern der unter dem Epithel der Labmagenscldeimlmut lebende Strongylus convolutus.
Bei Wiederkäuern linden sich zuweilen in den ersten Magen­abtheilungen Veränderungen, die von Einwirkungen fremder Sub­stanzen herrühren und local auftreten oder aber es sind Theil-ersclieinungen allgemeiner Erkrankungen. Im ersteren Ealle sind es namentlich scharfe Substanzen, die locale Entzündungen verursachen. Als Folge allgemeiner Krankheitsproccsse findet sich die Vormagen-entzündung- bei Infectionskrankheiten wie bei der Rinderpest in aus­gesprochener Eorm. Man sieht dann hämorrhagische Herde mit ent­zündlicher Umgebung und mit der Neigung zur Necrose.
Eine diffuse Vorniagenentzündurig beobachtet man auch fast regelmässig bei der Maul- und Klauenseuche, wobei die Epithelleu abgestossen und Erosionen gebildet werden. Jede Entzündung der Vormägen geht mit einer starken Abschuppung des Epithels einher (Desquamation). An den desquamirten Stellen findet der Obducent die Schleimhaut stark geröthet und öfters mit etwas Exsudat bedeckt. Zuweilen sieht man in höheren Stadien des Processes Necrose und eitrige Infiltrationen.
Eine hervorragende Bedeutung haben in der thierärztlichen Praxis diejenigen Entzündungen der Vormagen wände, welche durch Traumen erzeugt werden. Wie allgemein bekannt ist, gehen spitzige Gegenstände mit Vorliebe an der Stelle der Haube, wo diese am Zwerchfell anliegt, durch deren Wand hindurch und gelangen in das Zwerchfell oder nach dessen Durchbohrung in das Herz, seltener in die Lungen oder direct in die Bauchhöhle. Sehr selten gelangt ein solcher Gegenstand statt durch die Haube vom Labmagen aus in die Bauchhöhle.
In der Umgebung des Wund canals entstellt regelmässig eine Entzündung, und wenn der fremde Körper das Bauchfell berührt, eine ausgesprochene locale Peritonitis, die zu Verklebungen der be-theiligten Organe führt. Später kommt es dann zu einer schwarten-artigen Verdickung der Wundcanalwandung In Eolge starker Binde-gewebsneubildungen, die eine harte speckige Beschaffenheit annehmen können.
Da der Wundcanal in vielen Fällen von der Haube zum Herz­beutel und vom Labmagen bis zur Bauchwand fortgeführt ist, so findet man eine speckige, oft armstarke, den Canal umschliessende Biiulegewebsgeschwulst in dieser Richtung vor. Zuweilen stüsst der spitze Körper bei seiner Wanderung auf grössere Gefässe, wie auf
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die Coroimmrterie des Herzens, wodurch eine tödtliche Blutung entstellt.
Au Neubildungen findet man in den Vormägen öfters Papil-lome, die meist blumenkoldartig geformt und nichts weiter als hyper-trophirte Papillen sind. Ziemlich selten trifft man abnorme Hornwuche-rungen an den Pansenzotten an. Zuweilen werden auch Carcinome gesehen und in noch selteneren Fällen Tuberkeln und tuberkulöse Geschwüre. Die letzteren sind aus dem Zerfall der Tuberkeln ent­standen.
I. Beispiel.
Obductionsbefund
über ein mit Piioaistaso, Drehung und Zorreissung des Dickdarmes
behaftetes Pferd.
Der Bauch des Thiercs ist stark aufgetrieben. Der hintere Theil des Mast­darmes ist hervorgedrängt, und der vorliegende Theil der Schleimhaut desselben ist stark roth gefärbt und üdematös geschwollen. Au den übrigen Kiirpertheilen zeigen sich keine Abweichungen.
Die Bauchhülile enthält ca. 20 Liter einer duukelroth gefärbten, trüben Flüssigkeit und ausserdem Fäcalmassen. Das I'eritoncuni ist mit den letzteren bedeckt und gleichiuässig duukelroth gefärbt. Die OberHiiche des Bauchfelles ist glatt, nur an einzelnen Stellen hängen kurze fadenartige Fortsätze.
Die beiden linken Lagen des Colon liegen au der rechten Seite der Bauch­höhle; es hat mithin eine Läiigsaxendiehung an ihnen stattgefunden. Die genann­ten Theile des Colon sind mit blutigen Fäcalmassen ziemlich stark augcfüllt und durch Gase ausgedehnt. Der peritoneale Ueberzug derselben ist dunkelroth gefärbt und mit zahlreichen blutigen Herden besetzt. Aehnlichc Herde und dieselbe Ver­färbung findet man am Mesocolon. Die Häute des Colon sind stark verdickt durch ein hämorrhagisches Ocdem, durch welches die Submucosa um ca. 1jicm verbreitert ist. Die Schleimhaut liegt daher iu dicken Querfalten, die dunkelroth gefärbt sind.
Etwa lö cm von der Uebergangsstclle des Colon In das Itectum sitzt an der üusseren Seite der iiiagenälmlichcn Erweiterung ein etwa 20cm lauger Hiss, der dicht neben dem Bandstreifen liegt. Die Ränder des Risses sind ausgezackt und mit Blut und Fäcalmassen bedeckt. An den Uebergangsstellen vom Colon in das Rectum hören Schwellung und Röthuug auf. Am Mastdarm zeigen sich keine Abweichungen, ebenso am Coecum.
Der Dünndarm ist mit Gasen und mit einer röthlich-grünen Flüssigkeit ange­füllt. Die Schleimhaut desselben ist im vorderen Theile etwas bleich, dagegen im hinteren etwas geröthet. Diese Röthung tritt namentlich an gewissen Abschnitten auf, welche den tiefsten Stellen der Darmschliugen entsprechen.
Am Magen zeigen sich keine Abwciclumgeni nur am gefranzten Rande sitzen einige rötblich gefärbte Gastruslarven.
Am Ursprünge der Arteria ilio-cocco-eolica findet sich ein sackartiges Aueu-rysma von der Grosse eines Taubeneies, welches an einer Stelle mit einem Tbrom-bus, der an der Obertläche rauh ist, belegt ist,
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In den Arterion deraquo; Dick- und Dünndiirmes keine Emboli.
An den ttbtlgsn Organen keine besonders erwiihncnswertLea Abnonnitiiteu.
II. Beispiel.
Obductionsbefund.
Fäcalstase im Oolon unmittelbar vor der Beekonflexnr, liiiptur des Mast­darmes an der oberen Wand. Phlegmon6 im Bindegewebe des Beckens und eitrige
Peritonitis.
Bauch stark aufgetrieben. Die Bauchhöhle enthält üase und ca. 25 Liter einer trüben, grüngelb gefärbten Flüssigkeit. Der hintere Theil des Peritoneum, numentlich der Uebcrzug des hinteren Mastdarinendes ist mit einer gelblich-weissen Masse bedeckt, die stellenweise grösscre Kliimjien bildet, welche von derOberflilche des Peritoneum sich abnehmen lassen. Das Peritoneum ist an den angeführten Stellen gleichzeitig stark goröthet.
An der rechten Seite des hintern Mastdarinendes, dicht neben der Ansatz­stelle des Mesenterinm befindet sich ein Loch von der ürüssc eines Zehnpfennig' Stückes, welches 28 cm vom After entfernt liegt. Nachdem der Mastdarm geöft'uet ist, eiglebt sich, dass an seiner oberen Wund rechts neben der Ansatzstelle des Gekröses ein Sem langer Riss liegt, welcher durch die Schleim- und Muskelhaut bis an das Peritoneum reicht. Das letztere überspannt den liiss und ist nur an seinem vorderen Ende durchbrochen. Hier liegt die beschriebene Oeifnung Zwischen den Rändern des Risses und von der unteren Fläche des Peritoneum liegen Fäcalmassen. Die Rissränder sind sehr uneben und bestehen aus einer weichen Gewcbsmasse, die im Zerfall begriffen ist. Der den Riss überspannende Theil des Peritoneum ist graugelb gefärbt, trocken, nekrotisch. Die Üeffnung, welche am vorderen Ende dieses Peritoncalübcrzuges liegt, befindet sich genau an der Grenze des abgestorbenen Thciles des letzteren. Die Schleimhaut des Becken-stüekes des Mastdarmes ist sehr stark geschwollen und bildet dicke Falten, die auf ihrer Höhe (Gipfel) gerothet sind; das um das Bcckcnstück des Mastdarms gelegene Bindegewebe ist eitrig, jauchig infiltrirt. Am Dünndarm keine besonders envähucnswerthen Abweichungen. Das Coecum mit trockenen Fäcalmassen schwach angefüllt. An seiner Schleimhaut keine Abnormitäten, der peritoneale Uoberzug an der Spitze des Coecum ist mit zahlreichen, blutigen Herden besetzt. Die untere Lage des Colon ist mit trockenen Fäcalmassen stark angefüllt. Die Füllung nimmt in der Richtung gegen die Bcekenflexnr zu. Hier bilden die Fäcalmassen einen zusammenhängenden, festen Klumpen, der 80cm lang ist und einen Durch­messer von 32 cm hat. Das gegen die Beckentlexur gerichtete Ende des Klumpens ist abgerundet. Die Schleimhaut in diesem Thcile des Colon ist stark gerothet und mit blutigen Herden besetzt. Die obere Lage des Colon ist massig stark angefüllt und die Schleimhaut desselben schwach gerothet.
Ausser diesen Veränderungen wurden noch ermittelt: Dünndarmkatarrh, blutige Herde in der Milz und in der Pleura, Lungenödem, sackartiges Aneurysma mit Thrombose der Arteria ilio-cocco-eolicu. (iietztere ohne Bezug auf die tödt-lichen Veränderungen.)
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Krankheiten der Milz.
Die Krankheiten der Milz sind in der pathologischen Ana­tomie Gegenstand eingehender Untersuchungen, weil sie bei fast allen Infectionskrankheiten angetroffen werden und vielfach eine ausschlag­gebende diagnostische Bedeutung besitzen (Milzbrand).
Die Milz liegt normal in der linken Unterrippengegend. Sie ist von einer Kapsel überzogen, die mit ihrem peritonealen Ueber-zuge fest verwachsen ist. Die Kapsel besteht aus einem derben tibrillären Bindegewebe, das zahlreiche feine, elastische Fasern ent­hält und bindegewebige Septa in das Innere des Organes sendet, von denen wieder bindegewebige Fortsätze ausgehen, die ein feines Ma­schenwerk für die Pulpa bilden. Die Fortsetzungen der Kapsel be­gleiten die am Hilus in die Milz eintretenden Blutgefässe und bilden um die Venen und um die Arterien bindegewebige Hüllen. Diese Umhüllungen der Arterien enthalten die Malpighi'schen Körperchen, die als kleine Flecken sichtbar sind. Die Pulpa, welche eine braun-rothe Farbe besitzt, besteht aus einem äusserst feinen Stiitzgewebe. dem feinen bindegewebigen Reticulum und aus den zwischen diesem gelegenen lymphoiden Zellen. (Grössere mehrkörnige .Rundzellen, rothe Blutkörperchen beherbergende Zellen, feine rothe Blutkörperehen und Pigmentkörner.) Die feinsten Verzweigungen der Arterien gehen in die feinsten Venen über; ob aber durch ein eingeschaltenes inter­mediäres Canalsystem, oder durch intermediäre wandungslose Blut-bahnen oder durch directen Uebergang von den Arterien zu den Venen, ist noch nicht sicher festgestellt. Für die Praxis ist es wichtig, diese grossen Umrisse zu kennen, namentlich aber zu wissen, dass die arteriellen Gefässe der Milz Endarterien sind.
Nachdem der Obducent die Gestalt, Grosse, Farbe und Con-sistenz der Milz bestimmt hat, legt er einen Längsschnitt durch die­selbe und bestimmt dann deren innere Einrichtung. Namentlich die Pulpa tritft man häufig verändert an, weshalb sie ganz speziell ge­prüft werden muss.
Krankhafte Zustände werden an der Kapsel und an den Tra­bekeln, an der Pulpa und an den Malpighi'schen Körperchon gefunden. Zuweilen sind alle diese Theile gleichzeitig verändert. Die Schnitt­fläche ist bei allen die Trabekeln betreffenden Processcn meist glatt und trocken, während bei Hyperämien und acuten Schwellungen, welche von der Pulpa ausgehen, die Schnittfläche feucht und gewellt erscheint,
Buoh, PmkUkimi.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (j
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Die Circulatiousstöi'uugen der Milz sind ungemein häufig, weil dieses Organ in Folge seiner inneren Einrichtung in hervor­ragendem Masse hierzu disponirt ist.
Obwohl häufiger hyperämische Zustände gesehen werden, so kommt doch, wenn auch seltener, eine Anämie vor, die allerdings nur als Folge einer allgemeinen Anämie auftritt. Eine anämische Milz ist auf ihrem Durchschnitt grauroth gefärbt und auffallend trocken. Ihre Kapsel ist in Folge einer Verringerung des zelligeu Materials und des Blutgehaltes der Milzsubstanz runzelig.
Die Staimngshyperämien treten meist nach venösen Stauungen auf, wie solche im Gefolge der Herz- und Lungenkrankheiten und ganz besonders nach Lebercirrhosen gesehen werden. Die Milz ist dann vergrüssert; auf dem Durchschnitt erscheint die Pulpa dunkel-roth; die Follikel sind deutlich sichtbar und grau gefärbt, die Tra­bekel und die Gefässwandungen sind mehr oder weniger verdickt.
Im Gegensatz zu diesen durch venöse Stauungen bedingten Ver-grösserungen, werden solche als Folge von Hyperämien acuter Natur im Verlaufe von Infectionskrankheiten angetroffen. Hierbei kann das ganze Organ oder nur ein Theil desselben hyperämisch und daher in toto oder partiell vergrössert sein (acuter Milztumor). Bei längerem Bestehen acuter Hyperämien tritt der entzündliche Charakter immer mehr hervor; es geht dann aus der acutenHyperämie eineHyperplasie hervor, die man als Milzentzündung und zwar als hyperplastische bezeichnet. Der Name „acuter Milztumorquot; ist hier ebenso wie bei der acuten hyperämischen Veränderung am Platze, wo auch von acutem Tumor gesprochen werden kann. Die acute Hyperämie und die acute Hyperplasie können von dem Obducenten auf der Schnittfläche des Organs aus der Beschaffenheit der Pulpa erkannt werden. Bei erstercr ist die Pulpa ganz dunkelroth und gallertig; die Schnittfläche ist daher stark glänzend und hügelig. Die Pulpa fliesst von der Schnittfläche ab. Die Schwellung ist viel erheblicher als bei der venösen Stauung, und zuweilen auch noch erheblicher als bei der acuten Hyperplasie. Das ganze Organ ist blutreicher und oft so stark mit Blut angefüllt, dass Hämorrhagicn eintreten, die sogar die stark gedehnte Kapsel sprengen können.
Bei der acuten Hyperplasie tritt der liämorrhagische Charakter mehr zurück, während die Pulpa selbst eine Vermehrung ihrer zelligeu Elemente, insbesondere der farblosen Zellen erfahren hat. Die Pulpa ist daher auch mehr grauroth und rpüllt über die Schnitt­fläche stark hervor.
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Dass aus den acuten Hyperämien sehr leicht directe Blutungen entstehen können, ist in Anbetracht der grossen Dispositionsfähigkeit der Milz für Blutansammlungen leicht verständlich. Wir sehen daher oft kleinere oder grössere Blutergüsse in dem MUzparencbym, welche sich an der Schnittfläche als dunkelrothe Flecke deutlich von der Umgebung ablieben. Zerreisst die Pulpa in grösserem Umfange, dann entstehen oft faustgrosse Hervorragungen an der Oberfläche unter der Kapsel, die mit Blut gefüllt sind.
Auch für Embollen ist die Milz in hohem Masse disponirt; einmal weil sie Endarterien hat, wodurch ein Ausgleich der gestörten Circulation durch Anastomose nicht erfolgen kann; dann dadurch, dass die Arteria lienalis ein relativ weites Gefäss ist, welches in Folge dessen Emboli leicht aufnehmen kann. Ein das Gebiet einer Endarterie verstopfender Embolus giebt daher immer Veranlassung zur Bildung eines hämorrhagischen Infarctes, der bis haselnuss-gross, und anfangs dunkelroth gefärbt ist. Auf dem Durchschnitt zeigt derselbe die Gestalt eines Keiles, dessen Basis unter der Milz­kapsel liegt, die hier eine Niveauerhebung erkennen lässt, und dessen Spitze nach dem Hilus zu gerichtet ist. Später werden diese hä­morrhagischen Infarcte durch Zerfall der rothen Blutkörperchen und Resorption des Blutfarbstoffes entfärbt, und man sieht dann scharf umschriebene, gelbe Keile. Die necrotischen gelben Infarcte werden dann erweicht und nach Resorption der Zerfallsmassen durch Narbengewebe ersetzt, welches eine Einziehung der Oberfläche des Organes an dieser Stelle zur Folge hat.
Die chronischen Veränderungen der Milz haben auch eine Schwellung derselben Im Gefolge (chronischer Milztamor). Das Organ ist dann immer grosser und derber, aber nur weil eine destructive Veränderung seiner zelligen und bindegewebigen Elemente stattlaquo; gefunden hat.
Zu den chronischen Milztumoren gehören die leukämischen, die melanämischen und die aleakämischen oder lymphosarcomatischen, wozu noch als specifische Arten die Amyloid^-Schwellungen in der Form der Sago- und der Schinkenmilz gerechnet werden müssen.
Beim leukämischen Milztumor ist die Substanz der Milz ver-grössert; diese hat eine derbe (Konsistenz und oft ein fleckiges, hier mehr graues, dort mehr rothes Aussehen. Obwohl hauptsächlich die Pulpa durch ihre Hyperplasie sich an dem Process betheiligt, so ent­stehen doch regelmässig fibröse Wucherungen an dem trabeculärcn Gewebe und an der Milzkapsel, die dadurch oft mit der Umgebung
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verwächst und daim zeitweise zerreisst. Auch die Follikcl bethei­ligen sich an der allgemeinen Hyperplasie, indem sie sich vergrössern und dadurch deutlicher sichtbar werden. Zuweilen treten die Ver-gTüSserungen der Follikel in den Vordergrund. Sie sind unter solchen Umständen bis zur Bohnengrösse angeschwollen und geben zu er­heblicher Gewichtszunahme des Organes Veranlassung. Man bezeichnet diese Vcrgrösserung dann als ale uk am is eben oder lymphosar-comatiseben Tumor. Diese beiden Arten von Tumoren treten im Gefolge allgemeiner Leukämie auf. Die leukämischen Veränderungen können aber oft nur als solche dann diagnosticlrt werden, wenn noch leukämische Veränderungen der Leber, der Nieren und vielleicht auch des Blutes gefunden werden.
Bei dem melanämischen Milztuinor findet man ebenfalls das trabeculäre Bindegewebe durch Wucherung verdickt und daneben enthalten entweder die Pulpa oder die Follikel Pigment. Die Ver­färbung tritt fleckweisc oder diffus auf und die betroffenen Thcile sind dann rothbraun, dunkelbraun, braunschwarz oder ganz schwarz.
Die Vergrösserung der Milz durch Amyloid kann, wie schon angedeutet, in zwei Formen erfolgen: einmal befällt die amyloide Entartung die Follikel, wodurch dieselben vergrössert werden und eine wachsartige Beschaffenheit erlangen: Sagomilz; das andere Mal verläuft der Process an der Pulpa. Dieselbe erscheint auf dem Durchschnitt ganz glatt und trocken und ist von durchscheinender rother bis braunrother und grauweisser Farbe (Schinkenmilz).
Bei dem Verdacht auf Amyloid wird zur Erkennung desselben eine Jod- oder Metylviolettlösung angewandt, wobei nach Jod die amyloiden Veränderungen eine weinrothe, die gesunden Theile aber eine gelbe Farbe annehmen, während bei der Anwendung von Metyl-violett die gesunden Stellen blau, die amyloidveränderten aber hell-roth erscheinen.
Partielle Vergrösserungen der Milz werden durch Ge­schwülste verursacht, von denen die Rotzmalleo me die wichtigste Bolle spielen. Diese sind erbsen- bis haselnussgross und zuweilen noch darüber und von der Umgebung wallartig abgesetzt. Sie haben eine grauweisse oder weisse Farbe und besitzen immer eine nachbar­liche Entzündungszone, die je nach dem Alter des Rotzknotens einen acuten oder chronischen Charakter erkennen lässt.
Die übrigen Neubildungen, die meistens metastatischer Natur sind, können oft nur durch die mikroskopische Untersuchung ihrer Natur nach erkannt werden. Es kommen ausseiquot; den erwähnten
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Kotzkuoten auch Sarcome, Tuberkeln und Carcinome und auch zuweilen Fibrome, letztere allerdings öfters auf der Kapsel als im Parenchym, vor.
Von Parasiten werden in der Milz der Einder und Schweine zuweilen Echinococcen und bei letzteren auch Finnen beobachtet.
Die chronischen Veränderungen der Milzkapsel sind meist Folgen einer allgemeinen oder partiellen Erkrankung des Organes selbst. 8ie A\ard dünner upd durchsichtiger bei acuten Schwellungen (acuten Milztumoren), weil sie stärker angespannt wird und gewellt bei plötzlich eintretenden Retractioneu der Pulpa, weil die ursprüng­liche Vergrösserung der Kapsel durch das plötzliche Kleinerwerden des Parenchyms noch eine Zeitlang fortbesteht und dadurch zur Faltenbildung' Veranlassung giebt.
Zuweilen kann die Spannung der Kapsel so gross werden, dass sie zerreisst. Es tritt dann Verblutung in die Bauchhöhle ein. Eine indurative Perisplenitis macht die Kapsel dicker, undurchsichtig und grau. Sie ist oft vergesellschaftet mit einer interstitiellen Splenitis, bei der die Pulpa zum grossen Theil verloren geht. Eine solche Milz ist ungemein derb und fest.
Krankheiten der Lober.
Die Leber ist eine grosse Drüse, welcher durch die Pfortader venöses Blut zugeführt wird, das sie durchdringt und das mit den Lebervenen wieder entfernt wird. Die Leberarterie führt der Leber das arterielle Blut zu, welches die Pfortaderäste, die Gallengänge und das interstitielle Bindegewebe mit Blut versorgt. Dann sind noch die Gallengänge vorhanden, welche ein Canalsystem für sich bilden, in dem Galle gebildet wird.
Die Pfortader, die Leberarterie und die Gallengänge werden durch Bindegewebe — die Glisson'sche Kapsel — umhüllt, welches die Gefässe bis in die kleinsten Verzweigungen begleitet und in dem auch die Lymphgefässe verlaufen. Die Lebervenen werden von der Glisson'schen Kapsel nicht begleitet und haben auch in ihrer un­mittelbaren Nähe keine anderen Gefässe, aus welchem Grunde sie leicht von den Pfortaderästen unterschieden werden können. Aussei-den Gelassen und dem Bindegewebe besteht die Substanz der Leber noch aus dem sog. Acinus, der die Leberzellen enthält und in dessen Centrum seine Sammelvene, die vena centralis, sich befindet. Die Pfortader, welche sich an der Peripherie in kleine Aestchen auflöst, wendet von hier feinste capilläre Verästelungen hinein, die .schliess-
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lieh, nachdem sie, vielfach unter einander anastornisirend, radial' zum Centrum der Acini verlaufen, in die vena centralis einmünden. Auch die Gallencapillaren durchziehen die Acini, aber nicht wie die Ca-pillaren der Pfortader von der Peripherie zum Centrum, sondern umgekehrt vom Centrum bezw. vom Inneren des Acinus zur Peri­pherie, weil sie im Acinus entspringen und in die interacinösen Gtaltangänge einmünden. Zwischen den Pfortader- und Gallencapil­laren innerhalb des Acinus liegen dann ^och die sog. Leberzellen­balken, welche radiär um die vena centralis angeordnet sind.
Von den Lymphgefässen weiss man, dass sie die Leberarterien-und Pfortaderäste umspinnen, ohne dass jedoch bekannt ist, ob sie auch eine interlobuläre Ausbreitung haben. Sie bilden schliesslich unter der Leberkapsel dichte Netze und verzweigen sich in die ver­schiedenen Bänder der Leber.
Schon bei der ausseien Besichtigung der Leber lassen sich oft­mals krankhafte Veränderungen bestimmen, besonders hämorrliagische Intarcte und Zerreissungen des Lebergewebes. Zuweilen zerreisst erst die Kapsel, nachdem schon das Lebergewebe bereits zerrissen ist. Die intra vitam erfolgten Leberzerreissungen charakterisiren sich als solche durch die an den Wundrändern immer vorhandenen Blut­gerinnsel. Ist die Kapsel nicht zerrissen, so tindet man eine der Menge des ausgetretenen Blutes entsprechende Blutbeule, in der das Blut entweder im flüssigen oder im geronnenen Zustande ein­gelagert ist. Die Oberfläche der Leber ist oft durch Narben einge­zogen. Dieselben rühren von verheilten Zerreissungen und embo-lischen Processen, von eitriger Hepatitis, oder von abgeheilten Rotz-geschwüren her, deren Narben meist sternförmig sind.
An Geschwülsten findet man bei Pferden am häufigsten! Sarcome und melanotische Sarcome; ferner Carcinome, letztere meist an einer Delle erkennbar, und Adenome, Geschwülste, die aus Lebergewebe bestehen, ohne aber dessen gewöhnlichen normalen Bau zu haben. Sie werden beim Kinde oft mannskopfgross und sind meistens dunkelgrün gefärbt, was wohl daher rührt, dass in ihnen Galle gebildet wird, aber zur Entleerung derselben keine Gallcn-gänge vorhanden sind. Recht häufig findet man auch beim Rinde Tuberkeln und zwar in conglomerirter Form in den verschiedensten Grossen, die sich jahrelang hier erhalten können. Sie sind oft so zahlreich vorhanden, dass das Organ um das 10—15fache seines Gewichtes vermehrt wird. Ist ein Pferd mit Rotz behaftet, dann findet man häufig Kotzgranulome in der Leber, die ebenso wie die
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Tuberkeln bald einer Destruction verfallen. Meistens sind die Rotz­knoten in der Leber hirsekorn- bis erbsengross, von weisser Farbe und scharf von ihrer Umgebung', die bei acutem Rotz parenchymatös verändert ist, abgesetzt.
Auch Echinococcen in ihren verschiedenen Formen als ein­facher, als exogener und entogencr und als Alveolarechinococcus oder Kchinococcus multilocularis, welch' letzterer in älteren Stadien grosse Aehnlichkeit mit conglomerirten Tuberkeln hat, kommen namentlich beim Rinde, bei Schweinen und bei Schafen, äusserst selten aber bei Pferden vor. Auch C3'sticercus tenuicollis sieht man bei Wieder­käuern und Schweinen. Das Pentastomum taenioides wird beim Rind und beim Schaf eingekapselt in kleinen gelben Knötchen gefunden. Bei Rasen und Kaninchen trifft man häufig Cysticercus plslformls und Gregarinen, die, wenn sie in grosser Zahl beisammen liegen, umschriebene Abscesse bedingen können. In den Gallengängen trifft man sehr oft in grossen Mengen Distomnm hepaticum und Distomum lanceolatum an.
Die Leberkapsel ist recht häutig entzündlichen Zuständen aus­gesetzt. Man findet daher bei fast allen Obductionen älterer Thiere, namentlich der Pferde, Veränderungen an ihr, die dem Obducenten be­kannt sein müssen. So ist die vordere Fläche fast immer etwas dicker als die hintere und mit Zotten bedeckt. Die Verdickungen und die Zot­ten rühren von abgelaufenen acuten localen Peritoniten her, die durch Reibungen mit dem Zwerchfell entstanden sind. An der hinteren Fläche sitzen zuweilen- auch pathologische Producte, die sich als weisse Flecke (Sehnenfiecke) bemerkbar inachen. Danehen finden sich öfters Zotten. Meist ist aber die Kapsel der hinteren Fläche glatt.
Die Farbe und die Consistenz der Leber sind häufig ver­ändert. Man ist daher im Stande, aus ihnen Rückschlüsse auf die Natur der Veränderungen zu machen.
Bezüglich der Farbe der Leber bei den wichtigsten und am häu­figsten vorkommenden Krankheiten ist zu bemerken, dass eine dunk­lere Färbung ihres Parenchyms bei acuten und chronischen rothen Atrophien wahrgenommen wird. Häufig sieht man die Leber intensiv partiell oder generell gelb gefärbt, woraus auf Fettleber oder Icterus zu schliessen ist. Ist dieselbe mehr weiss gefärbt, dann liegt mit Sicherheit eine Hepatitis interstitialis vor. Eine schmutzig grünliche Farbe deutet auf Fänlniss, während partielle graugelbliche Oberlaquo; flächenherde auf metastätische Abscesse hinweisen. Auch die Con­sistenz giebt schon über wichtige Processe Aufschluss. So hat bei
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der Hepatitis parenchyraatosa acuta und bei der Fäulniss das Parenchym eine weiclie, mürbe Beschatfeidieit. Eine derbe Consi-stenz findet man bei allen interstitiellen Processen, bei Neubildungen, bei der Amyloidleber und auch in mehr oder weniger hohem Grade bei der Fett- und Stanungsleber.
Anämien der Leber werden nur selten, besonders nach Druck von Seiten Ihrer Nachbarschaft und bei allgemeiner Anämie beobachtet.
Hyperämien sind ziemlich häufig. Sie entstehen im ersten Stadium der Hepatitis parenchymatosa acuta, oder als Begleit­erscheinung derselben, also bei Infectionskrankheiten und namentlich bei Vergiftungen.
Eine Stauungshype'rämie kann man bei Girculationsstörungen im Bereiche des Herzens und der Lungen, also dann, wenn das Lebervenenblut verhindert ist, in das rechte Herz abzufliessen, beob­achten. Ist der Abfluss des Lebervenenblutes längere Zeit hindurch behindert, dann staut das Blut in der vena centralis, wodurch die­selbe erweitert wird. Auch in den Capillaren innerhalb des Acinus und zwar in der Peripherie der vena centralis treten dauernde Blut-üborfiillungen und Erweiterungen der Capillaren ein. Während daher das Centrum des Acinus dunkelroth gefärbt ist, wird die Peripherie desselben durch den auf sie vom Centrum aus ausgeübten Druck blut­leer — anämisch — und dadurch auch in den Zustand einer Er-nähi'ungsstürung versetzt, wodurch eine fettige Entartung der peripherisclien Theilo bedingt wird. Das dunkler gefärbte Cen­trum liebt sich daher gegen die nunmehr ganz helle — gelbe — Peripherie so scharf ab, dass dadurch eine Farbenzusammenstellung entsteht, die dem Durchschnitt einer Muskatnuss äusserst ähnlich sieht. Eine solch' chronische Stauungsleber wird daher als „Mus-katnussleberquot; bezeichnet. Ein ähnlicher Farbenunterschied, der auch ein muskatnussfthnliches Bild liefert, kann aber schon vorhanden sein, wenn die Peripherie des Acinus sehr hell gefärbt ist, während das Centrum eine nur geringere dunklere Eöthe als unter normalen Verhältnissen zeigt. Es kann auch vorkommen, dass die Peripherie normal gefärbt ist, während das Centrum eine dunklere Rüthung angenommen hat; dann zeigt die Schnittfläche des Acinus ein ähn­liches, wennschon nicht so scharf gezeichnetes Bild wie bei der echten Muskatnussleber.
Man bezeichnet den Zustand, der das Bild einer ausgeprägten Muskatnussleber liefert und bei dem eine Atrophie der peripherisclien Theile der Acini nachgewiesen werden kann, als cyanotische oder
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rothe Atrophie. Es ist erklärlich, dass, wenn der Zustand der Cyanose längere Zeit besteht, dann in den Leberzellen des cyanoti-schen Gebietes sich Blutpigmeut ablagert, durch welches die ganze betroffene centrale Fläche des Acinus eine dunkelbraunrothe Ver­färbung erhält. Man spricht dann — und da eine Atrophie wie bei der rothen Atrophie an der Peripherie des Acinus besteht — von einer braiunen Atrophie. Mit dem Namen Muskatnussleber wird daher — wie nun ersichtlich ist — nicht ein ganz bestimmter anatomischer Zustand, sondern vielmehr eine Reihe von Bildern gekennzeichnet, die allerdings fast alle auf der gleichen Voraussetzung ihrer Entstehung basiren.
Aussei- Blutungen, die schon erwähnt wurden, kommen Throm­bosen und Embolien in der Leber vor. Erstere haben ihren Sitz im Pfortadergebiete, ebenso auch Embolien, die bei Erkrankungen des Pfortadergebietes gefunden werden. Es werden aber auch Em­bolien gesehen, die von den arteriellen Gefässen her entstehen.
Aussei- den beschriebenen, durch Blutstauungen bedingten cya-notischen Atrophien treten noch Atrophien auf, die in Ver­kleinerungen der Leberzellen und damit des Organes in Summa oder eines Theiles desselben bestehen, aber mit Blutstauungen nichts ge­mein haben.
In erster Linie ist hierzu die einfache Atrophie, die Atrophia simplex, zu rechnen, ein Zustand, der durch Schwund der Leber-zellen in Folge mangelhafter Ernährung derselben bedingt wird, wie im Alter und besonders bei abnormen äusserlichenlh-uckverhältnissen. Da nicht die Blutgefässe und das Stützgewebe der Leber, sondern nur die Zellen schwinden, so wird die Leber kleiner und derber, ihre Kapsel gerunzelt.
Eine eigenartige Atrophie ist die mclanämische Atrophie, bei welcher das Organ kleiner ist und eine schiefrige, schwärzliche Verfärbung zeigt. Hier sitzt aber der Farbstoff — schwarze Pig-nientkörner-—nicht wie bei der cyanotischen Atrophie in den Leber­zellen, sondern hauptsächlich im Lumen der Capillaren, welche da­durch mehr oder weniger verstopft werden.
Die acute, gelbe Leberatrophie ist in ihren Ursachen noch nicht genügend erforscht. Man sieht eine Schnittfläche, bei der gelbe und rothe Partien mit einander abwechseln. Die gell) gefärbten Theile entsprechen dem in fettiger Degeneration befindlichen Leberlaquo; parenehym, die rothen dem Bindegewebe mit seinen Gefässen und den abnormen Gallengangseinlagerungen. Es ist wahrscheinlich, dass
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diese Krankheit, welche häufig beim Menschen beobachtet wird, oft­mals eine besondere Infectionskrankheit darstellt, deren Ursache vielleicht in einem noch unbekannten Mikroorganismus zu suchen ist. Man sieht sie aber auch häufig in Folge von Vergiftungen durch metallische und andere Gifte: Phosphor, Arsenik, Alkohol, Chloroform und besonders auch bei den acut verlaufenden Jnfectionskrankheiten, wie bei Lungenentzündung, Morbus maculosus und bei der Hämo-globinurie. In mehr chronischer Weise kommt sie bei chronischen Krankheiten, wie beim chronischen Alkoholismus vor. In den aller­höchsten Graden der Ausbildung, besonders bei Vergiftungen, sieht man sogar Blutungen. Nach Phosphorvergiftungen kann sich der Fettgehalt des Organs ganz enorm steigern. In den meisten Fällen sieht man die höchste Ausbildung des Processes nicht, weil die Thiere schon vorher zu Grunde gehen. Gewöhnlich tritt bald nach der acuten Schwellung, die immer vom Icterus gravis — starke gallige Färbung der Zellen — begleitet ist, durch Eesorption der Fett-tröpfchen, die oft auffällig gross sind und dadurch zumeist von der Fettinfiltration nicht unterschieden werden können, eine sehr starke Verkleinerung des ganzen Orgaues ein, daher der Name acute, gelbe Atrophie. Das Organ sieht dann an der Oberfläche fleckig braun-roth und braungelb aus und ist sehr weich und schlaff. Die Kapsel ist gerunzelt. Das Parenchym zeigt auf dem Durchschnitte eine citronengelbe und eine dnnkclrothe Färbung. Oft wiegt die gelbe, oft aber auch die rothe Farbe vor, so dass nur gelbe Stellen in rothen Partien oder umgekehrt gesehen werden. Die gelben Stellen sind weich und hervorquellend, die rothen derb und zähe. In den rothen Theilen ist eine Acinuszeichnung nicht mehr zu sehen, wäh­rend in den gelben noch einzelne Läppchen mit galliggelb gefärbtem Centrum und schwacher Eothfärbung bemerkt werden. In beiden Substanzen finden sich oftmals kleine Hämorrhagien. Die gelben Stellen bestehen aus fettig zerfallenen oder im Begriff des Zerfalls stehenden Leberzellen, in denen daher kleine und grosse Fetttröpfchen anzutreffen sind, aus Gallcnpigment und aus Eilirubincrystallen. In den rothen Theilen sind dagegen gar keine Zellen oder nur Reste solcher anzutreffen; sie bestehen meist aus den Capillaren des Pa-renehyms, zwischen denen statt der Leberzellen Blut- und Gallen­pigment eingelagert ist und aus den grösseren Gefässen und der Glisson'schen Kapsel. Da die acute, gelbe Leberatrophie sich plötz­lich bei sonst gesunden Individuen und, wie schon erwähnt, bei In­fections- und Intoxicationskrankheiten entwickeln kann, so muss man
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annehmen, (lass sie nicht das Eesnltat einer einzigen Ursache ist, sondern einen anatomischen Process darstellt, der durch verschie­dene Ursachen hervorgerufen werden kann.
Die Fettinfiltration — sog. Fettleber — kommt häufig vor. Das Organ ist vergrössert, dessen Schnittfläche hat ein gelbes, fettig glänzendes Aussehen. Ist der Zustand noch nicht voll zur Ausbildung gelangt, so sieht man die gelben Stellen nur strichweise in die Erlaquo; scheinung treten. Die einzelnen Acini sind dann oft in ihrer Peri­pherie intensiv gelb gefärbt, während das Centrum noch die normale Röthe besitzt. Die Fettintiltration kommt zu Stande durch Ein­lagerung von kleinsten Fetttröpfchen in die Leberzellen und zwar zuerst In die, welche in der Peripherie des Acinus liegen. Allmäh­lich werden auch die central gelegenen Theile ergriffen; die Zellen schwellen an und geben dadurch zur Vergrosserung des ganzen Or-ganes Veranlassung. Eine solche Leber sieht jntensiv gelb auf ihrer Schnittfläche aus. Ihre Abstriche bestehen, da die einzelnen kleinsten Fetttröpfchen oft zu grösseren Tropfen confluiren, zum grössten Theil aus Fetttropfen, die so zahlreich vorhanden sind, dass sie unter dem Mikroskop das ganze Gesichtsfeld ausfüllen. Die Fettinfiltratiön kommt bei sonst gesunden, aber sehr fetten Thieren und bei sehr intensiver Mast, wie bei den Gänsen — Gänsefcttleber — vor und kennzeichnet sich dadurch als eine wirkliche Einlagerung von Fett in den sonst normalen Zellkörper. Der Fettgehalt des Organes kann sich um das 20—2h fache und darüber steigern. Solche Fett­leben) sieht man allerdings auch zuweilen bei chronischen Krank­heiten, insbesondere bei der chronischen Lungentuberkulose des Menschen.
Eine eigenartige Erkrankung der Leber ist die Amyloid-infiltration derselben. Eine solch' erkrankte Leber ist oft erheblich vergrössert, ihre Ränder sind abgerundet, Ihr Parcnchym von harter Konsistenz. Die Schnittfläche sieht granröthlich, speckig — ge­räuchertem Lachs älmlich — aus. Die Amyloidinfiltration tritt zu­erst an den Gefässen und OapIUaren auf und beginnt in der inter­mediären Zone der Acini, geht dann von da auf die centrale und zuletzt auf die peripherische Zone über. Die Leberzellen werden weniger oft als die Plutgefässe von der ainyloiden Veränderung be­troffen, welch' letztere aber durch die scholligen Einlagerungen ihrer Wandungen und durch ihre dadurch bedingte räumliche Ausdehnung eine starke Compression auf die zwischen ihnen liegenden Leber­zellen ausüben.
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Die dem tliierärztlichen Obducenten am meisten zu Gesicht kom­menden Leberveränderungen sind, abgesehen von Echinococcen und Geschwülsten, die Hepatitis parenchymatosa acuta, die Hepatitis interstitialis chronica, die Hepatitis purulenta und die Veränderungen der Gallengänge.
Die Hepatitis parenchj'inatosa acuta finden wir bei jeder Infectionskrankheit. Sie kann das Anfangsstadium zu der interstiti-ellen, purulenten und der fettigen Degeneration sein. Bei ihr ist das ganze Organ in toto vergrössert, die Eänder sind abgerundet, die Kapsel ist gespannt. Die Schnittfläche ist trübe, trocken, wie gekocht, ihre Farbe graubraun oder braungelb. Ihre Consitenz ist brüchig. Die Leberzellcn sind geschwollen durch eine abnorme An-fiillung von Eiweisskörpern, wodurch die Trübung und Schwellung des Zellleibes bedingt wird. Man sagt dann, die Zellen seien ge­körnt. Im vorgeschriitenen Stadium dieser Erkrankung kommt es zu einer fettigen Degeneration der geschwollenen und gekörnten Zellen, wodurch an Stelle der Eiweisskörnung Fetttröpfchen treten, die den Zellleib noch mehr vergrössern, als dies im Stadium der trüben Schwellung der Fall ist. Die ganze Leber wird dadurch noch grosser, ihre Ränder noch stumpfer, ihre Kapsel noch mehr gespannt und ihr Parenchym gelber, manchmal lehmig gefärbt. In den höchsten Sta­dien dieser fettigen Entartung — Degeneration — gehen nun Leber­zellen zu Grunde. Man findet dann als Producte dieses Zerfalles Detritusmassen und die freigewordenen Kerne der Zellen. In Folge dieser eingreifenden Veränderungen entstehen zellige Wucherungen an der Glisson'schen Kapsel und catarrhalische Zustände der Gallen-wege, wodurch oft der Abfluss der Galle behindert wird; daher pri­märer Icterus der Leber und seeundärer des Körpers. Neben der zelligen Destruction besteht daher oftmals auch Entzündung des interstitiellen Gewebes, ferner Icterus und in den höchsten Graden der Erkrankung Zerfall des Lebergewebes. Die Leberzellen zerfallen breiig, die ganze Leber wird atrophisch. Wir haben dann das Sta­dium der acuten, gelben Atrophie vor uns, von welcher bereits oben das Wissenswertheste mitgetheilt wurde.
Die Hepatitis interstitialis chronica kommt als selbst-stäudige Krankheit nicht häutig vor. Beim Pferde hat man sie in einzelnen Gegenden schon enzootisch auftreten seilen. Auch bei Schweinen, Hunden und Katzen tritt't man sie an, meistens aber als Folgezustand oder Begleiterscheinung anderer pathologischer Gebilde, wie der Tuberkeln, Sarcome und der Veränderungen der Gallengänge
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durch Distomen beim Rinde. Audi nach dauernder Schlempefütterung: bei Eindern und Schweinen hat man diese Krankheit beobachtet und den in der Schlempe befindlichen Alkohol als Ursache beschuldigt.
Der Krankheitsprooess beginnt mit einer regelrechten, peripor-talen nnd interacinösen Entzündung, bei der in diesen Theilen eine rundzellige Infiltration geliefert wird, als deren Folge die Leber grosser und schwerer wird. Später entwickelt sich aus diesen ent­zündlichen Producten neues Bindegewebe, welches nicht allein das periportale, sondern auch das interacinöse so erheblich vermehrt, dass dadurch die Grössenzunahme dos Organs bedingt wird. In diesem Stadium sieht man dichte bindegewebige Züge die einzelnen Acini umspinnen und das periportale Gewebe als dichte Bindegewebs-stränge das Parenchym durchziehen. Im weiteren Verlaufe des Pro­cesses kommt es zu erheblicher Schrumpfung des neugebildeten Binde­gewebes nnd zu einer Atrophie der zwischen den geschrumpften Theilen liegenden Lcberzellen, wodurch eine partielle oder generelle Schrumpfung und Verkleinerung der Leber hervorgerufen wird. Der Process tritt meist multipel auf, so dass die Oberfläche der Leber ein gelapptes und granulirtes Aussehen erhält. Sind in vielen Lappen und Läppchen der Leber die Parenchyme atrophirt, so wird schliesslich das ganze Organ kleiner und wegen des vielen Binde­gewebes auch viel härter. Die Leber schneidet sich dann oft so derb, dass das Messer nur mit Mühe hindurchgeführt werden kann. Wegen dieser Eigenschaft bezeichnet man den Zustand auch als Lebercirrhose oder Leberin du ration. Wird so viel Bindegewebe gebildet, dass das untergegangene Parenchym durch dasselbe ersetzt, ja das ganze Organ dadurch vergrüssert wird, dann bezeichnet man diesen Zustand als hypertrophische, während man den mit Atro-phie des ganzen Organes verbundenen Zustand als atrophische Cirrhose bezeichnet. Die Leberzellen der atrophirten Stelleu sind fettig degenerirt und oft gallig verfärbt.
Meist sind auch die Gallengänge im periportalen Bindegewebe gewuchert und die Circulation desPfortaderblutes durch den umgebenden Druck von Seiten des gewucliertcn Bindegewebes behindert, wodurch, und namentlich, weil noch dabei viele Capillaren des Pfortaderkroislaufes durch die Atrophie des Acinus zu Grunde gegangen sind, Stauungen im Pfortaderkreislauf eintreten. Als Folgezustände dieser Störungen im Pfortadergebiete müssen Kückstauungen nach dem Magen und Darm erfolgen, durch welche seröse Transsudatiouen in die Bauchhöhle (Hydrops ascites) und Stauungshyperämicn (auch Oedem und Bin-
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tungen) in der Schleimhaut des Damtractus entstehen, und welch' letztere daher chronische Magen- und Darmcatarrhe und zeit­weise auch Milz Schwellungen bedingen.
Die Hypatitis purulenta (der Leberabscess) hat anfangs ihren Sitz im interacinösen Gewebe und befällt erst in zweiter Linie das Parenchym. Bei Rindern kommt der Process häufig vor als Folge­zustand einer Einwanderung von Distomen aus den Gallengängen in das Lebergewebc. Es entstellt dann dort zuerst eine hämorrhagische Entzündung, die zur Eiterung und dadurch zur Bildung eines Ab­scesses fllhrt, Bildet sich Eiterung im interstitiellen Gewebe, dann kann der Eiter sich von hier weiter verbreiten und grössere Elächen des Parcnchyms in Mitleidenschaft ziehen. Der Process kann auch multipel auftreten; dann ist er aber meist die Ursache einer einbo-lischen Verstopfung der Pfortaderäste, seltener der Leberarterie. Bei neugeborenen Thieren sieht man multiple Leberabscesse in Folge allgemeiner Pyämie, die ebenfalls auf embolisclicm Wege zu Stande kommen. Zuweilen verkäsen und verkalken solche Abscesse und bleiben, nachdem sie sich abgekapselt haben, unbeschadet bis zum Tode des Thieres bestehen.
Auch die Gallengänge können für sich allein erkranken und das übrige Lebergewebe seeundär in Mitleidenschaft ziehen.
Es ist zuerst die acute catarrhalische Entzündung zu er­wähnen, welche vom Darm aus auf die Gallengänge fortgepflanzt wird. Durch die Schwellung derselben wird der Abfluss der Galle behindert und es entsteht ein sog. catarrhalischer Icterus.
Die chronischen Entzündungen entstehen durch mechanische Reizungen der Distomen bezw. durch die in Folge ihrer Anwesenheit erzeugten Concremente und Steine. Im Anfang des Processes besteht natürlich auch nur ein mehr oder weniger heftiger acuter catarrhali­scher Zustand innerhalb der Gallengänge mit Absonderung von schleimigem Secret, welches sich aber allmählich immer mehr eindickt, wodurch die Gänge verstopft werden. Die Mucosa der Gallengänge verfällt in Folge des dauernden Reizes in einen Wucherungszustand, der zur erheblichen Verdickung der Wandung des Ganges führt und der auch auf das umgebende portale Bindegewebe übergreift, wodurch eine Hepatatis interstitialis bedingt wird.
Die in den Gallengängen angehäuften verdickten Secrete geben oftmals Veranlassung zur Bildung von Gallensteinen, die ihrerseits wiederum auf der Mucosa an der Stelle ihres Sitzes ulceröse Pro-cesse erzeuren, die dem Obducenten an den necrotischen Gewebs-
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massen mit ihrem geröthetem Untergründe kenntlich sind. Zuweilen erweitern sicii auch die Gällengänge erheblich und bilden Ektasien, die dann durch Druck auf nachbarliche Lebervenen zu deren Throm­bose Veranlassung geben können.
Die Steine der Lebergallgängc bestehen aus phosphorsaurem Kalk oder phosphorsaurer Magnesia oder aus Cholestearinmassen, die für sich allein oder in Mischung mit Pigment als „Pigmentsteinequot; vorkommen. Die Cholestearinsteine sind anfangs ganz weich und werden erst später hart und fest.
Aussei' diesen Steinen kommen in den Gallengängen und auch in der Gallenblase Schleim polypen, Tuberkeln und tuberkulöse Ge­schwüre vor.
Krankheiten der Nieren.
Von den Veränderungen der Nieren sind zuerst diejenigen ihrer Fettkapseln erwäbnenswerth. An diesen sieht der Obducent oft Oedeme und Phlegmonen, wobei das Fettgewebe im Anfang des Pro­cesses eine sulzige Beschaffenheit und eine intensiv gelbe Farbe an­nimmt, später aber mehr weiss und trockener wird.
Vom retroperitonealen Gewebe her gelangen oft eitrige Processe durch nachbarliche Infection an die capsula adiposa und verändern dieselbe erheblich. Aber auch primäre Eiterungen trifft man an ihr. Diese können scbliesslich auf die Niere selbst übergehen. Jauchige Processe, die ebenfalls vom Bauchfell übergreifen, sind an der grün­lichen Verfärbung der Fettkapsel erkennbar. Zuweilen wird das Fettgewebe hypertrophirt; man kann dann von einem Lipoma cap-sulare sprechen. Bei der Atrophie des Fettgewebes ist dasselbe schleimig und intensiv gelb gefärbt (Cadmiumfärbe).
Die fibröse Kapsel soll sich, nachdem sie durchschnitten wurde, von der Nierensubstanz unter normalen Verhältnissen leicht abziehen lassen. Sie ist nur am Durchtritt der Gefässe und am Hilus mit ihr fester verbunden. Partielle Verwachsungen der capsula fibrosa mit dem Parenchym werden durch Narbenbildungen in letzterem be­dingt, die aus embolischen Processen, aus verheilten hämorrhagischen Infarcten, aus rotzigen Heiden und aus interstitiellen Processen her­vorgegangen sind. •
Bevor nun die einzelnen Processe der Niere beschrieben werden, seien einige aus der praktischen Erfahrung entnommene Fingerzeige hier wiedergegeben, mit deren Hülfe man schon durch die äussere
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Besichtigung Rückschlüsse auf etwa vorhandene Abnormitäten des Nlerenparencbyms machen kann.
Schon die Veränderung der Farbe giebt Fingerzeige für etwa vorhandene pathologische Zustände. Bekanntlich soll ejne normale Niere gelbbraun aussehen. Ist sie aber gleichmässig schnuitzigroth gefärbt und betrifft diese Färbung die im Cadaver zu Unterst ge­legene Niere, dann deutet die ermittelte Farbe auf Hypostase dieser Niere. Eine grünliche Farbe dagegen lässt immer auf Fäulniss schliessen. Ist das Parenchym dunkelroth bezw. fleckweise dunkelroth gefärbt, dann hat man es meist mit einer hämorrhagischen Nephritis zu thun. Eine fleckige, grauweisse oder graugelbe Oberfläche lässt immer eine Nephritis parenehymatosa verinuthen. Eine Veränderung durch Amyloid oder eine Hydronephrose giebt dem Gewebe eine hellere Färbung.
Die Consistenz der Niere ist bei bestimmten Processen eben­falls charakteristisch verändert.
Im normalen Zustande soll das Niercnparenchym eine massig derbe Consistenz besitzen; ist dasselbe dahingegen sehr weich, so besteht entweder Fäulniss oder Pyo- oder Hydronephrose, bei sehr derber Beschaffenheit eine interstitielle Nephritis, wenn weniger Derbheit, eine Stauungs- oder Amyloidniere.
Da die Nierenprocesse im Allgemeinen schwierig zu diagnosti-ciren sind, so gebe ich in Nachfolgendem auch für die Betrachtung der Durchschnittsfläche der Niere einige Fingerzeige an, die eine schnelle und einigermassen richtige Diagnose sichern.
Die Rindenschicht soll normal graubraun gefärbt sein. Kine graugelbe Färbung deutet auf parenehymatöse, und eine dunkel-rothe event, fleckige auf hämorrhagische Processe (wie beim Rothlauf der Schweine).
Sind in dem Parenchym weisse Züge sichtbar, die auf Druck in der Richtung nach dem Hilus hin Schleim entleeren, dann haben wir eine Nephritis catarrhalis vor uns, wird aber keinerlei Secret, sondern nur Harn entleert, dann rühren die meisten Züge von dem Bestehen einer interstitiellen Nephritis her. Ist in der Niere Eiter,, dann haben die Züge eine helle Farbe. Befinden sich in den Harncanäl-chen Kalksalze, dann werden die durch sie bedingten weissen Stellen durch Zusatz von Säuren verschwinden. Oftmals sieht man auch kleine, weisse, derbe Punkte inmitten des Parenchyms. Dieselben ge­hören entweder indurirenden Processen oder Neubildungen wie Tu­berkeln an. Handelt es sich wirklich um Tuberkeln, dann sieht man
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um die fremde Substanz eiaen deutlich gerütheteu Hof liegen, der bei den indurirenden Processen nicht angetroffen wird.
Die Markschicht ist normal immer mehr gerötliet als die übrigen Theile der Niere. Bei geschlachteten Thieren ist sie immer heller als bei verendeten. Bei einer Stauungsniere hat sie dagegen immer eine blaurothe Farbe. Im Gefolge von parenchymatösen Processen ist sie collateral mehr gerothet als unter normalen Ver­hältnissen.
Am Nierenbecken werden öfters Erweiterungen gefunden. Dieser Zustand deutet dann auf Hythonephrose. Als abnormer In­halt findet sich ferner Schleim, Eiter, Sedimente und Harnsteine: wie Oxalate und ürate. Erstere sind an ihrer sehr harten und hücke-rigen Beschaffenheit und an ihrer nussbraunen Farbe kenntlich.
An der Papille sieht man häufig Defecte und unter ihnen starke Rüthungen. Es sind dies diphtherisclie Processe, die hier mit Vor­liebe Platz greifen.
Es seien nun die einzelnen Krankheiten in Kürze und dem prak­tischen Bedürfnisse entsprechend besprochen:
Die Anämie der Niere kommt als Theilerscheinung genereller Anämie vor; sie findet sich ebenfalls bei jeder Fettniere.
Die Hyperämie tritt in zwei Formen auf: einmal als sog. ar­terielle Hyperämie, das andere Mal als Stauungshyperämie.
Die erstere Art der Hyperämie entsteht durch arterielle Ein­wirkungen, wie bei Infectionskrankheiten und nach der Einwirkung speeifischer Substanzen, wie Terpentin, Cantharitlen etc.; die letztere Art aber meist als Folge von Stauungen im Venenkreislauf, wie bei Herz- und Lungenkrankheiten, und wird daher häufig mit der Mus-catnussleber vergesellschaftet gefunden. Besteht die Stauung längere Zeit, dann kommt es häufig zu einer Art Bindegewebsneubilduug In der Niere. Das Organ wird dann meist vergrossert und ist auf dem Durchschnitt cyanotisch verfärbt (cyanotische Induration).
Bei der Stauungshyperämie ist die Niere vergrossert und immer blauroth verfärbt, die Marksubstanz dann auffallend blutreich.
Blutungen der Niere sieht mau im Nierenbecken, im Parencbyni und unter der Kapsel. Sie ergiessen sich im Parenchym in das Lumen der Harncanälchen und auch in das interstitielle Gewebe hinein nach mechanischen Erschütterungen der Nieren, bei Infections­krankheiten, bei Harnsteinen und bei Carcinomen. Sie entstehen auch häufig nach der Einwirkung von Canthariden, Terpentin, gewisser harziger Futterstoffe und nach Embolie und Thrombose. Die Ein-
B uch, Praklikini
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Wirkung gewisser bis jetzt noch unbekannter Stoffe verursaeht eine enzootisch auftretende Hämoglobiuurie, Avobei nur Blutfarbstoff in den Ausscheidungen sich findet, während bei der Hämaturie wirk­liches Blut im Harn gefunden wird. Hier tritt es entweder fein vertheilt oder als wirkliche Blutgerinnsel auf, die meist eine cylin-drische Form besitzen, weil sie Abgüsse der Harnkanälchen, aus denen sie ausgeschieden wurden, darstellen.
Von besonderer Bedeutung sind noch die auf dem Wege der arteriellen Blutzufuhr entstandenen Embolien, die in den Nieren zu hämorrhagischen lufarcten Veranlassung geben.
Die den Embolien zu Grunde liegenden Emboli verstopfen in der Niere den betroffenen Nierenarterienast. Hatte der Embolus eine gutartige Beschaffenheit, dann wird ein einfacher hämorrhagischer Infarct entstehen, der mit der Zeit wieder abheilt (je nach der Grosse in 8—14 Tagen). Ein mit deletären Stoffen behafteter Em­bolus wird aber zunächst ebenfalls einen Infarct erzeugen, der sich aber dann sehr schnell in einen Abscess verwandelt (innerhalb 24 Stunden). Bei der sog. Pyämie entstehen oft zahlreiche kleinste Abscesse, die auf das Festsetzen kleinster maligner Emboli zurückzuführen sind. Diese Abscesse sitzen manchmal in grossen Mengen in der Rinden­substanz und sind von einem entzündlichen hyperämischen Hofe um­geben. Die Gründe für das zahlreichere Auftreten maligner Emboli im Verhältniss zu den sog. gutartigen sind in dem leichteren Zerfall in Folge hoher Brücliigkeit der ersteren zu suchen.
Die eigentlichen hämorrhagischen Infarcte füllen den ganzen Gefässbezirk des betroffenen Gefässes aus. Sie sind daher meist gross und haben eine keilförmige Gestalt. Die Spitze des Keiles reicht zur Marksubstanz, während die breite Basis an der Nierenoberfläche liegt, die sich hier als dunkelrothe, runde Erhebung schon bei der äusseren Besichtigung markirt. Ein solch' hämorrha­gischer Infarct der Niere entsteht auf dieselbe Weise wie alle In­farcte in Organen mit Endarterien entstehen. Man sieht nämlich in den der Blutzufuhr beraubten Gefässbezirken zuerst eine totale Anämie eintreten, die aber sehr schnell wieder durch Ilückstauung und Eintritt des zurückgestauten Blutes in das anämische Stück von den Nachbargefässen aus beseitigt wird und einer Blutanfüllung Platz macht. Das Blut wird aber bald durch Zerfall der rothen Blutkörpercheu zerstört und der freigewordene Blutfarbstoff resorbirt, so dass ein weisslichgelber, keilförmiger Herd sichtbar wird, der
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später meist eine intensiv gelbe Farbe annimmt. Da das Gewebe des Herdes nicht mehr ernährt wird, verfällt es der Verfettung — Necrobiose — die an den Eändern beginnt, während das Centrum necrotisirt und die necrotischen Massen resorbirt werden. Die Ne­crose und die Resorption greifen immer weiter um sich und von den Bändern her bildet sich durch eine entzündliche Eeizung der nach­barlichen Theile eine scharfe Demarcationslinie, die schliesslich zur Bildung von Granulationsgewebe führt, das, nach dem Centrum fort­schreitend, das Lumen des Keiles allmählich ausfüllt. Durch Um­wandlung des Granulationsgewebes in Bindegewebe tritt an Stelle des Infarctes eine derbe Narbe. An der Oberfläche der Niere ent­spricht dem betroffenen Theile eine tiefe Einziehung.
In forensischer Hinsicht können solche embolische Infarcte und deren Narben häufig Gegenstand von Controversen werden, bezüglich ihres Alters und ihres Zusammenhanges mit der Todesursache. Der gerichtliche Sachverständige wird aber nicht fehlgehen, wenn ei­serne Interpretation dahin abgiebt, dass embolische Infarcte für sich allein den Tod eines Tliieres nicht hervorrufen, sondern dass sie meistens im Zusammenhange mit anderen tödtlichen Krankheiten gefunden werden. Soll ihr Alter aber bestimmt werden, so ist das Stadium, in dem sich der Infarct befindet, für die Beurtheilung mass-gebend. Gesetzt den Fall, der den Infarct bedingende Embolus oder die bedingenden Emboli hätten sich von einem Aorten- oder vorderen Gekrösarterientlirombus abgelöst, so wäre die Ursache zu der embo-lischen Nierenkrankheit auf den Primärthrombus der erwähnten Ge-fässe zurückzuführen. Wie bereits bemerkt, kann ein schon organ!laquo; sirter Thrombus in mehreren Tagen sich zu einem solchen ausbilden. Das Zustandekommen des Infarctes ist aber ein momentanes; dasselbe lässt sich daher in Bezug auf die Zeit nicht näher feststellen. Die in dem Infarct entstehende Necrobiose entwickelt sicli ebenfalls in kurzer Zeit und ebenso die Resorption der necrobiotischen Massen. Da indessen Granulationsgewebe schon mit dem Beginn der Necro­biose, also im Anfange des Bestehens des Infarctes, sicli entwickelt und im gleichen Verhältnisse zur Resorption dieser Massen zunimmt, so wird die ganze Ausfüllung des betroffenen Bezirkes mit solchem Gewebe ebenfalls nur eine kurze Zeit beanspruchen, wenigstens keine längere, als der Zeitraum beträgt, in dem sich auch an den Wunden der äusseren Haut Gramilationsgewebe zu bilden pflegt. Die Verwandlung des Granulationsgewebes in Narbengewebe beansprucht einen Zeitraum von mehreren Tagen. Es vergeht daher vom Einsetzen des Processes
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an gerechnet bis zur völligen Vernarbung des infarcirten Theiles nur etwa ein Zeitraum von 8—14 Tagen.
Hat der Obducent aber durch das allgemeine Ergebniss der Obduction — etwa durch das Fehlen eines Primärthrombus — die Ueberzeugung eines längeren Bestehens des Zustandes, so darf er trotzdem seine Annahme nicht als Beweis hinstellen, weil ihm für seine Behauptung der positive Beweis durch den Mangel des Nach­weises des Alters von schon fertigem Bindegewebe gänzlich fehlt.
Die entzündlichen Veränderungen verlaufen an der Nieren­kapsel, am Nierenbecken und am Nierenparenchym. Am letzteren unterscheidet man die eigentliche parenehymatöse und die intersti-tielle Entzündung.
Die Nierenkapselentzündung (Perinephritis) tritt ein nach traumatischen Einwirkungen, durch Blutungen in der Nierenumgebung und nach Entzündungen der Nierenrinde. Meistens gehen die acuten Processe in chronische über, und es entstehen fibröse Verdickungen und directe Verwachsungen mit der Nierenoberfläche. Solche Ver­wachsungen deuten daher immer auf frühere entzündliche Processe hin. Die traumatischen Einwirkungen können auch zur Abscess-bildung und zu schwartenartigen Verdickungen Veranlassung geben.
Die Entzündung des Nierenbeckens (Pyelitis) wird häufig bei Pferden und Rindern in acuter und chronischer Form als Folge­zustand vorhandener Nierensteine angesehen. Die Schleimhaut des Nierenbeckens ist im acuten Stadium geschwollen und gerötliet und meistens mit kleinen Blntpunkten versehen. Bei den chronischen Zuständen ergreift der Process die ganze Wandung, welche erheblich durch Bindegewebsneubildung verdickt wird. Von der Oberfläche kann man dann einen eitrigen, schleimigen Belag abstreichen. Zu­weilen findet man ein griesartiges Sediment und diphtherische Prozesse, die meist auf das Nierengewebe selbst übergreifen. Die eitrigen Processe können sogar zur Perforation und somit zur Peri­tonitis Veranlassung geben. Häufig setzen sie sich auf das Nieren­parenchym fort (Pyelonephritis); es entstellen dann dort zahlreiche kleine, zuweilen auch grössere, umschriebene Eiterherde, die sich von dem Nierenbecken nach der Rinde hin erstrecken. Wird der Process chronisch, dann entwickeln sich mehr oder weniger reichliche Binde-gewebswucherungen, die zur Atrophie des eigentlichen Parenchyms führen. Diese eitrigen Nierenprocesse werden am häufigsten bei Rindern angetroffen.
Die parenehymatüse und die interstitielle Entzündung
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sieht man bei fast jeder Obduction. Die erstere verläuft an den Epithelien, die letztere an dem interstitiellen Gewebe (Nephritis interstitialis). Die parencbymatösen Entzündungen theilt man ein in eigentliche parenchymatöse Entzündungen (Ne­phritis parencliymatosa) und in catarrhalische Entzündungen (Nephritis catarrhalis). Da beide Entzündungsformen an den Epithe­lien ablaufen, so sind sie auch beide parenchymatöser Natur. Als Nephritis catarrhalis bezeichnet man aber diejenigen parencbyma­tösen Entzündungen, welche an den Epithelien der Sammelröhren und duetus papillares ablaufen. Die Epithelien sind dabei ge­schwollen und stärker gekörnt und stossen sich von ihrer Unterlage ab. Sie füllen daher das Lumen der Canälchen aus und erweitern diese (weisse Züge). Uebt man auf diese Canälchen in der Richtung nach dem Hilus einen Druck aus, so entleeren sie eine trübe, graugelb­liche, schleimige Masse, die grösstentheils ans den veränderten, ab-gestossenen Epithelien besteht. Wegen des Vorganges der Abstossuug der Epithelien hat man den ganzen Process auch desquamativen Catarrh benannt. Die eigentliche Nephritis parencliymatosa verläuft hauptsächlich an den Epithelien der gewundenen Harn-kanälchen. Hat der Process aber seinen Hauptsitz an den Epithelien der Bowman'schen Kapsel und an dem denGrlomerulus überziehen­den Epithellager, dann belegt man diesen Zustand noch mit dem speciellen Namen: Glomerulo-Nephritis. Die eigentliche Nephritis parencliymatosa und auch zuweilen die Glomerulo-Nephritis findet man bei fast allen Infectionskrankheiten und fieberhaften Krank­heiten im Allgemeinen. Sie verläuft acut, zuweilen, jedoch selten, auch chronisch und ist entweder über das gesannnte Parencbym oder nur über bestimmte Theile desselben verbreitet. Mit der catarrhali-schen Nephritis kann sie vergesellschaftet sein.
Im Anfangsstadium der parenehymatösen Entzündung ist die Niere vergrössert, blut- und saftreich. Hire Kapsel lässt sich leicht abziehen, die Consistenz ist meist vermindert. Von der Schnittfläche kann man einen grauen, blutigen Saft abstreichen, der hauptsächlich aus Epithelien besteht. In der Eindenschicht findet man häufig streifige Blutungen. Die Malpiglifschen Körperchen erscheinen dunkel-roth und sind deutlich sichtbar, Blutpunkten ähnlich. Das intersti-tielle Gewebe ist mit einer serösen Flüssigkeit durchtränkt. Auch bei der parenehymatösen Entzündung, die meist mit catarrhalischen Zuständen der Sammelröhren vergesellschaftet ist, erhält man bei einem nach dem Hilus zu ausgeübten Drucke einen weisslichen Saft,
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der aus abgestossenen, gequollenen und fein gekörnten Epithelien der Harncanälchen besteht. Häufig findet man zusammenhängende Massen dieser Epithelien, die in Form yon Cylindern mikroskopisch sichtbar sind (Epithelcylinder). Schon während des Lebens der Thiere werden solche Epithelmassen abgesondert und dem Harn beigemischt. Im Harn findet man aber neben diesen Epithelcylindern auch noch Blut-eiweiss, welches direct aus dem Blute abgeschieden in den Harn ge­langt. Den Zustand des Ausscheidens solchen Eiweisses bezeichnet man als Albuminurie. Das Albumin gerinnt im Harn und ist als Cylinder dann auch sichtbar. Sie heissen aber zum Unterschied von den Epithelcylindern hyaline Cylinder. Erreicht der Process in der Niere ein höheres Stadium, dann verfetten die Epithelien .und man sieht gelbe, breite Streifen inmitten der Bindenschicht Das übrige Zwisehengewebe ist anämisch durch Druck der vergrösserten Harn­canälchen auf die Blutgefässe, während sich die Glomeruli als stark geröthete Punkte deutlich vom Untergrunde abheben. Durch die Anämie der Rindenschicht entsteht im Centrum der Niere Stauung. Diese Schicht (Medullarschicht) wird daher blauroth oder roth ver­färbt (collaterale-Hyperämie). Das erste Stadium der parenchymatösen Entzündung heisst auch das Stadium der trüben Schwellung, weil die Epithelien der Harncanälchen geschwollen sind durch Ein­lagerung undurchsichtiger Eiweisskörper, die das Licht reflectiren. Je nach der Anzahl der Körner ist das ganze Organ mehr oder weniger getrübt und heller als sonst — also grauroth — in hohen Graden der Erkrankung aber nahezu weiss gefärbt.
Im zAveiten Stadium der parenchymatösen Entzündung wandeln sicli die undurchsichtigen Eiweisskörper der Epithelien in Fett-trüpfchen um. In Folge dessen wird die ganze Rindenschicht blass gelblich, oft sogar lehmfarbig. Die Consistenz ist dann erheblich vermindert, der Blutgehalt der Rinde sehr gering. Unter dem Mi­kroskop sieht man die Harncanälchen mit einer Fettemulsion voll­ständig angefüllt. Dieses Stadium der Erkrankung stellt demnach das der fettigen Entartung dar.
Bei den grossen Hausthieren tritt, wenn nicht schon im ersten, doch aber im zweiten Stadium der Tod ein, so dass bei diesen Thieren das dritte Stadium — das chronische Stadium — das der Atrophie, wodurch die sog. granulirte Niere entsteht, gar nicht gesehen wird. Diese Atrophie entsteht eben zum Unterschied von andern Atrophien des Nierenparenchyms aus der fettigen Entartung der Epithelien der Harncanälchen, also ans dem zweiten Stadium der
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Nephritis parenchymatosa. Die Verfettung der Epithelien schreitet hier irnmer mehr vor. Dieselhen gehen mitsammt den Harncanälchen durch ihren fettigen Zerfall zu Grunde. Während nur das drüsige Gewebe schwindet, wuchert das interstitielle Gewebe. In solcher Weise entsteht ein Verlust der drüsigen Substanz, — die doch den grössten der Niere ausmacht — der durch die Bindegewebswucherung nicht ausgeglichen werden kann. Die Niere wird daher kleiner und selbstredend auch derber. Ihre Oberfläche sieht höckerig aus. Daher der Name granulirte Niere.
Die Nephritis interstitialis verläuft am Bindegewebe der Niere. Das Bindegewebe ist in der Niere spärlich vertreten. Es findet sich in der Papille, um die Bowman'sche Kapsel und um die Gefässe. Partielle Entzündungen des interstitiellen Gewebes kommen bei vielen localisirten Processen vor, wie nach Verletzungen, bei embolischeuGefässverstopfungen, bei Nierenbeckenentzündungen etc. Eine mehr diffuse Form beobachtet, man bei allgemeinen Stauungen, die von der Lunge oder dem Herzen ausgehen. Im Anfang ist das Gewebe mit Exsudat durchtränkt, nur erst allmählich bilden sich, namentlich von den Gefässscheiden der arteriellen Gefässe und den Malpighi'schen Körperchen aus, biiulegewebige Wucherungen, die, da bei Stauungen das Drüsengewebe oftmals hypertrophirt, eineVer-grösserung des ganzen Organes bedingen. In weitaus den meisten Fällen entsteht aber durch die Wucherung des interstitiellen Binde­gewebes eine Atrophie des Drüsengewebes, es kommt dann zur Bil­dung einer granulirten Niere, einer sog. Schrumpfniere, die ana­tomisch in nichts von der durch die parenehymatosen Entzündungen bezw. fettige Entartung bedingten granulirten Niere unterschieden werden kann. Bindegewebige Wucherungen entstehen ausserdem in der Niere nach multipler Embolie, wodurch eine grosse Anzahl kleiner Abscesse gebildet werden, die in Ihrer Umgebung bindegewebige Wucherungen verursachen. Auch nach Stauungen des Harnes und nach Nierensteinen werden meist herdförmige Entzündungen des Bindegewebes beobachtet.
Die eitrigen Nierenentzündungen entstehen, Avie schon er­wähnt, vorzugsweise durch Embolien, die Nierenabscesse hervorrufen und durch fortgeleitete, eitrige Nierenbeckenentzündungen (Pyelo­nephritis). Eine dritte Art von eitriger Nierenentzündung wird aus-schliesslich durch die Blutbahn eingeleitet. Das Blut führt nämlich vielfach Mikroorganismen mit sich, die sich in der Niere ablagern und Veranlassung zur Bildung von zahlreichen Abscessen geben.
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Diese liegen aber nicht, wie die durch Emboli erzeugten, allein in der Rinden-, sondern auch in der Marksubstanz.
Eine ganz eigenartige Nierenveränderung ist noch er-wälmenswerth und nimmt ein hohes Interesse in Ansprach, weil sie recht oft und nur bei Fleischfressern angetroffen wird. Es ist dies dio sog. fettige Infiltration der Niere. Man sieht bei dieser Abnormität in der Eindensubstanz im Bereiche der geraden Harn-canälchen die Epithelien unter dem Mikroskop mit vielen Fetttröpf­chen infiltrirt, wodurch diese Nierenpartie ein trübgelbliches Aus­sehen erhält. Die mit Fetttröpfchen erfüllten Canäle machen sich meist als gelbliche Streifen bemerkbar. Tritt der Zustand nicht partiell, sondern generell in die Erscheinung, dann ist die Niere in der Regel vergrössert und brüchig, dabei aber anämisch und daher blass und gelblich gefärbt. Der ganze Zustand hat grosse Achnlich-keit mit der fettigen Entartung, dem zweiten Stadium der Ne­phritis parenehymatosa, von der das Wissenswerthe bereits schon mitgetheilt wurde.
Die Hydronephrose entsteht bei Unwegsamkeit der Harnleiter irgend welcher Art und ist oftmals angeboren. Oberhalb des Hinder­nisses erweitert sich der Harnleiter und das Nierenbecken. Durch den abnormen Druck schwinden bezw. platten sich die Nierenpapillen ab, sodann schwindet durch den fortgeleiteten Druck, die Marksub­stanz und zuletzt auch die Rinde, so dass nur die Nierenkapsel übrig­bleibt, die dann einen mit Flüssigkeit gefüllten Sack darstellt. Tritt die Hydronephrose einseitig auf — was meist der Fall ist — dann hypertrophirt die andere Niere und zwar in der Weise, dass auch die drüsigen Elemente sich vermehren, weshalb diese Niere that-sächlich die Tliätigkeit für die ausser Function gesetzte übernimmt. Entsteht in einer Niere eine partielle Hydronephrose, dann bildet sich an den anderen gesunden Theilen eine compensirende Hyper­trophie aus.
Bei Unwegsamkeit der Harnkanälchcn kommen angeboren oder erworben durch Stauung des Harns Cysten innerhalb der Niere vor, die oft sehr gross werden und das umgebende Gewebe durch den nachbarlichen Druck zum Schwund bringen.
Bei Kälbern kommt eine typische Form einer Nierenerkrankung vor, die als Nephritis fibroplastica maculosa alba, weisse Fleckniere der Kälber bezeichnet wurde. Man sieht an solchen Nieren hellgraue bis weisse Flecke, die selten isolirt, meist conflui-rend, linsen- bis haselnussgross sind, wodurch die Schnittfläche,
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namentlich der Einde, fleckig und streifig erscheint. Die meisten Flecke sind rundlich und keilförmig, quellen über die Schnittfläche etwas hervor und sind von einem liyperämischen Hof umgehen.
Die disseminirte Anordnung der stets beide Nieren betreffenden Flecken weist entschietlen auf embolische, hämatogene Entstehung hin. Ob diese durch bindegewebige Wucherungen mit anfänglich reichlicher Anhäufung von weisseu Blutkörperchen und nachheriger Bindegewebsneubildung, das Hcilstadium der Nephritis purulenta, oder einen selbständigen, durch die Blutbahn eingeleiteten, induriren-den Process darstellt, ist noch nicht entschieden. Mehrfach wurden auch solche Processe als congenitale, sarcomatöse Neubildungen fest­gestellt. Bei Hühnern kommt eine echte Nephritis urica in Beglei­tung gichtischer Veränderungen vor. Die Nieren sind mit zahlreichen, sehr kleinen, weisseu Fleckchen bestreut, die sich hart und fest an­fühlen (crystal!mische Ausscheidungen).
Bei Bindern trifft man häufig in den Nieren Tuberkel und Sarcome. Auch findet mau bei generellem Rotz dort Rotzknoten und Geschwüre und deren sternförmige Narben. Carcinome werden ebenfalls häufig in den Nieren als nietastatische Gebilde gesehen.
Die Nierensteine kommen als kleine oder als faustgrosse Steine — Corallenform — vor und stellen dann zuweilen förmliche Abgüsse der Nierenbecken dar.
Von Parasiten siebt man: Echinococcen beim Rind, Schwein und Schaf, Eustrongylus gigas beim Pferd und Hund, und Pen-tastomum denticulatum, das zuweilen in Kapseln und verkalkt an­getroffen wird.
Die Heransnalime der Beckenorgane.
Zuerst stellt man den Füllungsgrad der Harnblase fest. Man erfasst dann diese mit der Hand, zieht sie nach vorn und macht einen Schnitt in die untere Wand. Der in ihr befindliche Harn wird dann nach Quantität und Qualität einer näheren Prüfung unter­worfen. Hierauf verlängert man den Blasenschnitt bis durch das collum vesicae. Bei männlichen Thieren durchschneidet man den Hodensack und prüft den Scheidenhautsack und macht dann einen Längsschnitt durch die Hoden und Nebenhoden. Etwaige Abnormi­täten dieser Organe und des Sameustranges werden hierauf einer
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näheren Prüfung unterworfen. Bei Wallachen verfolgt man die Richtung der Samenstränge behufs Feststellung etwa vorhandener Samen str angflsteln.
Nachdem man noch den Leistenkanal geöffnet hat, trennt man nach vorherigem Entfernen des Praeputiums die Euthe von den Sitzbeinen ab. Hierauf wird die Beckenhöhle so weit geöffnet, dass die nach vorn zurückgeschlagene Ruthe in diese hineingebracht werden kann. Das Rectum und die Ruthe werden darauf mit der linken Hand er-fasst und nach vorn gezogen, während man mit der rechten Hand mittels Messer die Verbindungen dieser Organe mit den Wänden des Beckens abtrennt. Hiernach wird der Mastdarm an seiner oberen Wand geöffnet und dessen Schleimhaut nach Entfernung seines In­haltes abgespült und näher untersucht, Die Harnröhre wird von der Blase aus geöffnet, wobei die Samenblasen, die Prostata etc. unter­sucht werden. Auch die Beschaffenheit der Innenwand der Harn­blase kann jetzt noch spezieller geprüft werden.
Bevor die weiblichen Beckenorgane entfernt werden, öffnet man die Harnblase ebenso wie beim männlichen Thier und prüft dann die Lage und die Beschaffenheit der Oberfläche des Uterus. Alle Becken­organe werden darauf gemeinsam mit den Ovarien aus der Becken­höhle herausgenommen, indem man zuerst das Rectum und sämmt-liche Weichtheile hinten umschneidet und dann noch die lockern Verbindungen durchtrennt, die diese Theile mit dem Becken ver­binden.
Man eröffnet dann den Uterus und untersucht dessen innere Verhältnisse. Die Eileiter öffnet mau in der Richtung vom Uterus zu den Ovarien, die letzteren halbirt man durch einen nach dem Eileiter zu verlaufenden Schnitt.
Krankheiten der Harnleiter. Die Harnleiter erkranken häufig durch fortgeleitete, catarrhalische Entzündungen oder durch Stauungen des Harnes, in Folge von vor­handenen Steinen etc. Dabei hypertrophirt die Wandung erheblich, so dass manchmal mannsarmstarke Stränge entstehen.
Krankheiten der Harnblase.
An der Schleimhaut der Harnblase sind Blutungen in Ver­bindung mit entzündlichen Processen ziemlich häufig anzutreffen. Sie entstehen bei Einwirkungen von Concrementen, Steinen und Neu-
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bildungen und im Gefolge von Infcctionskrankheiten, wie bei der Einderpest und bei dem Milzbrand etc.
Ebenso sieht man häufig in der Blase acute und chronische Catarrhe, ferner sog. croupöse Catarrhe und diphtherische Processe, letztere primären und seeundären Ursprungs.
Die acuten Catarrhe sind Begleiterscheinungen anderer Krank­heiten infectiüser Art oder sie sind durch entzündliche Vorgänge der Nachbarschaft wie Entzündungen der Harnröhre und Scheide, Nieren­entzündungen, und durch Blasenlähmungcn etc. entstanden.
Der Catarrh kann schleimiger oder eitriger Art sein. Die Schleim­haut ist wie bei jedem Catarrh anfangs blutreicher und geschwollen. Der Harn ist je nach der Quantität und Qualität der beigemischten Producte getrübt. Die Harnuntersuchungen geben schon während des Lebens der Thicre über den Sitz der etwaigen Krankheit im Gebiete des Harnapparates Aufschluss und zwar aus dem Grunde, weil seine verschiedenen Abtheilungen verschieden geformte P!]pithelicn besitzen. Bei catarrhalischen und eitrigen Zuständen der Harnleiter, der Harnblase, der Harnröhre, der Vagina sieht man beispielsweise unregelmässig gestaltete, in Gesellschaft mit Schleim und Eiter-körperchen vorkommende Pflastercpithelien mit gut sichtbarem Kern.
Die Ausscheidung flbrinöser Massen hat den Namen Croup. Bei allen catarrhalischen Zuständen geht Epithel verloren und wird dem Harn beigemischt; diesen Zustand belegt man daher mit dem Namen desquamativer Catarrh, der bei fast allen Infcctionskrankheiten gefunden wird.
Bei chronischen Catarrhen findet man die Schleimhaut oft­mals polypenartig verdickt. Auch die Musculatur kann sich dann verdicken, üeben Steine einen Druck auf die Schleimhaut aus, dann entstehen zuweilen ulccrösc Processe; auch diphtherische werden namentlich bei Bindern — seeundär beim bösartigen Catarrhalfieber — gefunden. Phlegraonöse Processe findet man häufig in dem zwischen Mastdarm und Blase gelegenen Bindegewebe. Die Phlegmone kann sich auch auf das Bauchfell fortsetzen und hier eine tödtliche Peri­tonitis hervorrufen. P^in aus einem ulceröscn Process hervorgegangenes Geschwür kann zur Perforation führen und ebenfalls zur Ursache einer tödtlichen Peritonitis werden.
Eine Hypertrophie der Blase verläuft, wenn der Abfluss des Harnes behindert ist, meistens nur an der Muscularis. Man sieht dann auf der Innenfläche des Organs Muskelbalken in Form von Strängen hervortreten.
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Kleine Wunden der Blase heilen ohne Nachtheil, grössere rufen eine tödtliche Peritonitis herbei.
Nehen den schon erwähnten, polypenartigen Verdickungen der Schleimhaut und den Verdickungen der Muscularis kommen noch zu­weilen, besonders am Blasenhalse, Sarcome und Carcinome vor.
In den in der Nähe des Blasenhalses gelegenen Venencomplexen kommt es oftmals zur Bildung von Thromben, die leicht verkalken oder, nachdem sie bereits organisirt sind, puriform erweichen. Es entsteht dann eine Thrombophlebitis. Die durch die Erweichung aufgelösten Thromben geben in der Leber durch Hineingelangen der Emboli in die vena portarum oder, wenn die Leber passirt wird, durch Hineingelangen in die vena cava inferior zu Metastasen in den Lungen Veranlassung.
Die steinartigen Harnausscheidungen bilden In fler Blase sog. Blasensteine, die geschichtet und weisslich oder bräunlich gefärbt sind. Die ungeschichteten Niederschläge (Steine) heissen sediment­artige Steine und breiige, sandartige Massen von graugelblicher Earbe Harnsedimente oder Harngries.
Von Parasiten findet man zuweilen: Eustrongylus gigas.
Krankheiton der Harnröhre.
Die Harnröhre erkrankt häufig als Folge directer Einwirkung von Steinen. Bei weiblichen Thieren rufen Scheidencatarrhe oft mehr oder weniger erhebliche Entzündungen durch Uebergreifen des Processes hervor. Bei männlichen Thieren an der Krümmung der Harnröhre, bei Hunden am Euthenknochen kommt es häufig in Folge der Einwirkung eines festsitzenden Fremdkörpers (Stein) zur Necrose, die zuweilen zur Perforation und zur Bildung einer Harn­fistel führt.
Die Harnsteine können die Harnröhre vollständig verstopfen wie dies häufig bei Hunden und Rindern gesehen wird. Bei ersteren kann auch eine vergrösserte Prostata einen solchen Druck auf die Harnröhre ausüben, dass diese dadurch vollständig geschlossen wird.
Krankheiten der Hoden.
Bei männlichen Thieren werden Veränderungen an den Hoden häufig beobachtet.
An Missbildungen sind zu erwähnen:
Der Cryptorchismus, der bei allen Hausthieren vorkommt. Bei diesem Zustand liegen beide Hoden innerhalb der Bauchhöhle und
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sind meist ungenügend entwickelt. Beim Monorchismus befindet sich nur ein Hode in der Bauchhölile. Der Hermaphroditismus ist eigentlich nur ein Cryptorchismus. Bei ihm haben die äusseren Geschlechtstlieile einen weiblichen Typus, weil die Harnröhre und der Hodensack gespalten sind. Die Spaltung erstreckt sich oft bis in das Mittelfleisch, wodurch eine gewisse Aelmlichkeit mit weiblichen Geschlechtstheilen geschaffen wird.
Die Hodensackentzüudung, Orchitis, kommt bei Thiereu selten vor. Ihre Entstellung ist auf traumatische Einwirkungen zurückzuführen. Dabei wird das Parenchym blut- und saftreich, der ganze Hoden grosser und der Hodensack oedematös. Die Scheiden-haut ist dann gewöhnlich auch entzündet und führt zur Verwach­sung — Adhäsivperiorchitis —. Die entzündlichen Vorgänge des Hodens führen häufig zur Bildung von Abscessen, deren Inhalt ver­käsen und verkalken kann; oder es entstehen bindegewebige Wuche­rungen, welche die Drüsensubstanz zum Schwinden bringen — Indu­ration —. Atrophien des Hodens werden nach Entzündungen, mit denen Induration und Verkalkung verbunden sind, beobachtet, während Hypertrophien nur selten in die Erscheinung treten.
Häufig erkrankt die Scheidenhaut entzündlich und zwar in seröser, serös-fibrinöser oder eitriger Form. Die Heilung dieser Ent­zündungsformen erfolgt durch bindegewebige Verwachsungen beider Blätter. Oft kommt es aber zu erheblichen, schwartenartigen Binde-gewebsneubildungen, die den Hoden dann ganz oder theilweise um-schliessen.
Eine Wassersucht des Scheidenhautsackes bezeichnet man fälsch­licherweise als Wasserbruch. Sie entsteht nach leichten localen Entzündungen oder als Begleiterscheinung einer generellen Wasser­sucht. Nach traumatischen Einwirkungen hat die Flüssigkeit oft eine blutige Beschaffenheit, daher der Name Blutbruch. Ist die Substanz des Hodens durch chronische Processe vergrössert, dann bezeichnet man diesen Zustand fälschlicherweise auch als Fleiseh-bruch. Als echten Bruch kann man nur den Leistenbruch (Hernia inguinalis) ansprechen, bei welchem sich in dem erweiter­ten Sack der gemeinschaftlichen Scheidenhaut Eingeweide etc. vor­finden,
Krankheiten der Samenstränge, der Prostata und des Schlauches.
Am Samenstrang werden gewichtige Veränderungen nach Traumen und nach Castrationen gesehen. Es entstehen nach ersteren häufig
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ßindegewebsneubüdungen, nachdem vorher üppige Granulationen und Eiterungen bestanden hatten, die zum Verschluss des Leistenringes zuweilen Veranlassung geben. In weitaus den meisten Fällen trifft man aber die echten Samenstrangverhärtungen sog. Samenstrang­fisteln an, die manchmal sehr gross werden und in der Hauptmasse aus fibrösem Bindegewebe bestehen. In diesem Gewebe treten an der Oberfläche und in der Tiefe der Geschwulst Abscessc und Fistel­gänge auf, die ihren Inhalt nach aussen und bis gegen den Leisten-canal und zuweilen in die Hodensackhaut entleeren. Daneben sieht man inmitten des fibrösen Gewebes braunrothe bis gelblich-braune Herde von schwammiger Consistenz (Botryomykose), welche durch Micrococcen (Botryococcus ascoformans) bedingt sind. Schon makro­skopisch sieht man in diesen Herden sandkornartige, gelbliche Körper, die bei mikroskopischer Untersuchung nach Zusatz von Essig­säure oder Kalilauge runde, scheibenförmige Kapseln erkennen lassen, in denen sich zahlreiche, runde Körnchen von dem Charakter der Micrococcen befinden. Die Kapseln bestehen aus einem die Coccen umschliessenden, gallartigen Material, welches schon beim Druck mit dem Deckglas gesprengt wird. Die Färbung der Coccen gelingt dann mit Anilinfarben. Schnitte, nach der Gram'schen Methode be­handelt, lassen oft noch die Brombeergestalt gut erkennen. Die Coccen sind culturfähig auf Kartoffeln, Agar, Pepton-Gelatine. In den Culturen bilden sich keine Kapseln, sondern es wachsen nur Micrococcen. Impfungen haften an Meerschweinchen, die unter den Erscheinungen der Septicämie getödtet werden; ferner in localer Weise an Ziegen, Schafen, Pferden; immun scheinen dagegen die Mäuse zu sein. Die Botryomykose wurde bei Pferden noch gefunden in der Lunge, in Widerristfisteln, in Bugdrüsen, am Fessel und an der Schweifrübe, im Bindegewebe der Beckenhöhle, im Euter, an den Rippen und im Fleische. Auch der echte Actinomyces bovis wurde im verdickten Samenstrang beim Pferd gefunden. Manchmal sind die Fistelgänge mit jauchigem Material und mit necrotischen Theilen des Samenstranges gefüllt. In Folge der Resorption und der nach­barlichen Infection entstehen dann Pyämie und Peritonitis.
Die Veränderungen der Prostata haben nur eine Bedeutung bei Hunden, bei denen oftmals Hypertrophien dieses Organes im Alter angetroffen werden. Entzündungen kommen hier ebenfalls mit serösem und eitrigem Material vor; auch Abscesse mit grünlichem Eiter werden häufig gesehen. Zuweilen entleeren sich diese in die Harnröhre oder nach aussen. Zu den chronischen Entzündungen
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rechnet man die bereit^ erwähnte Hypertrophie. Bei überreichlicher Zunahme des Bindegewebsgeriistes wird die liypertrophirte Drüse hart und derb, bei einer aussergewühnliclien Zunahme der Drüsensubstanz aber weich und saftig erscheinen. Die letztere Form bezeichnet man auch als „Adenomquot;. Von Neubildungen trifft man zuweilen Sarcome an.
Am Schlauch findet man häufig chronische Veränderungen des Uuterhautgewebes, die zur Induration führen. Gleichzeitig wird in die so veränderten Thcile Fett abgelagert; man bezeichnet diesen Zustand als Fettschlauch. Venenthrombosen, die sich namentlich bei Pferden entwickeln, geben Veranlassung zur Entstehung von oedematosen Durclifeuchtungen des Unterhautgewebes. Bei maran-tischen Thieren entwickelt sich die Venenthrombose ebenfalls und wird dann als marantische Thrombose bezeichnet. Zuweilen ent­stellen als Folge der oedematosen Schwellungen Absccsse, die nach aussen aufbrechen und Veranlassung zur Verwechslung mit Hautrotz geben können. Gewöhnliche eitrige und jauchige Processe sind meist flächenartig ausgebreitet und auf fortgeleitcte Infection oder auf die Einwirkung vou Traumen zurückzuführen. Schwellungen der Vorhaut und des ganzen Schlauches mit entzündlichem Charakter und mit venösen Stauungen, wodurch brandige Zerstörungen einzel­ner Theile des betroffeneu Gebietes verursacht werden können, sieht man häufig. Durch Absclmürung der Eichel in Folge von entzünd­lichen und oedematosen Schwellungen kann auch diese brandig werden.
Im Lumen des Schlauches kommen aussei- entzündlichen Pro-dueten eingetrocknete Talgmassen vor, aus denen sich in Folge ihres Wasserverlnstes sog. Eichelsteine bilden. Bei Pferden und Schweinen findet man häufig Harnsedimente und echte Harnsteine, sog. Präputialsteine.
Bei erheblichen Verletzungen der Ruthe entstehen manchmal als Folge starker Narbenbildungen Stellungsveränderungen derselben.
Neubildungen kommen an der Ruthe bezw. an der Eichel namentlich beim Pferde häufig vor. Am meisten werden Fibrome und Papillome — letztere von blumenkohlartigem Aussehen — und nur selten Carcinome beobachtet.
Krankheiten der Ovarien und der Eileiter. An den Ovarien finden functionelle Blutungen auf normale Weise statt, daneben kommen aber auch echte Entzündungen vor, die acut und chronisch auftreten.
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Die acute Oophoritis entsteht entweder primär im Ovarium selbst oder als Folge von Entzündungen des Peritoneum und des Uterus. Im Anfangsstadium der Erkrankung sieht man Schwellung und seröse Durchfeuchtung des Organs und zuweilen abnorme Blutungen. Vielfach entstehen im Anschluss an die entzündlichen Veränderungen Abscesse, welche zur Vereiterung des ganzen Organs führen können.
Die chronischo Oophoritis wird nach voraufgegangenen, ent­zündlichen Veränderungen beobachtet. Man sieht dann Neubildungen von Bindegewebe, die zur Atrophie oder Hypertrophie oder zu Ver­wachsungen der umliegenden Tlieile Veranlassung geben (Perioophoritis).
Von Neubildungen der Ovarien sind am erwähnenswerthesten die Cysten. Sie entstehen, wenn sich im Follikel in abnormer Weise Flüssigkeit ansammelt (Hydrops follicularis), die ihn stark ausdehnt. Liegen mehrere Cysten dicht neben einander, so kann die Scheidewand durch den nachbarlich ausgeübten Druck atrophiren und die Cysten können sich zu einer grosscn Cyste — einem Cysten-tumor,— vereinigen. Erwähnenswerth ist der Umstand, dass die Wände dieser Tumoren mit Cylinderepithel ausgekleidet angetroffen werden.
Bersten solche Cysten, was zuweilen vorkommt, dann entsteht eine Peritonitis. Von den Hausthieren sind die Einder am häufigsten diesen Veränderungen unterworfen. Die Dermoidcysten sind Ge­bilde, deren Wand aus echtem Lederhautgewebe mit Haaren und Talgdrüsen besteht. Ihr Inhalt setzt sich aus abgestossenen Haaren und Cholestearin zusammen. Beim Menschen hat man zuweilen Zähne und Knochenstückchen gefunden.
Von Geschwülsten kommen am häufigsten Sarcome und Car-cinome vor.
An den Eileitern bemerkt man oftmals Verengerungen und Erweiterungen. Erstere entstehen nach Entzündungen, die zu Ver­wachsungen führen, letztere wenn sicli in dein verschlossenen Eileiter Flüssigkeit ansammelt. Er wird durch diese oft erheblich ausgedehnt und verläuft dann geschlängt. Bei wässerigem Inhalt spricht man von einem Hydrops tnbae, ist diesem aber Blut beigemischt von einem Hydrops tubae sanguinolentus.
Die Entzündungen der Eileiter sind entweder katarrhalischer oder eitriger Natur und treten acut und chronisch auf.
Sie entstehen meistens durch fortgepflanzte Entzündungen des Uterus und werden am häufigsten nach Geburten gesehen. Bei
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jauchigen Uterusentzündungen ist der Charakter der Eileiterentzün­dung dann auch ein jauchiger.
Eine spezifische tuberculöse Entzündung der Schleimhaut sieht man bei Eindern sehr häufig. Es bilden sich in dieser Tu­berkeln, die verkäsen oder verkalken, meist aber geschwürig zer­fallen und die ganze Schleimhaut daher in eine mehr oder weniger grosse tuberculöse Geschwürsfläche verwandeln, wobei die übrigen Wandtheile dem Grade der Intensität des Reizes entsprechend stark hypertrophisch werden.
In Folge der sog. Tubarträchtigkeit, bei der sich ein be­fruchtetes Ei statt im Uterus im Eileiter entwickelt, zerreist letzterer etwa im 6. Monat der Trächtigkeit, und es erfolgt dann häufig eine tödtliche Blutung.
Krankheiten, des Uterus und der Scheide. Im Uterus werden aussei* physiologischen Hyperämien zur Zeit der Menstruation entzündliche und Stauungshyperämien beobachtet. Die Entzündungen selbst (Endometritis acuta) verlaufen an der Uterus­schleimhaut und sind entweder gutartiger oder bösartiger Natur; letztere Art entsteht nach puerperaler Infection (Endometritis puer-peralis). Zu der gutartigen Endometritis rechnet man auch hämor-rhagische Processe, die bei vielen Infectionskrankheiten auftreten, wie namentlich beim Milzbrand und bei der Einderpest. Bei der Endo­metritis puerperalis, mit der häufig Diphtherie verbunden ist, findet man im Uterus eine chocoladeufarbige, ziemlich zähe, septische Steife enthaltende Flüssigkeit in mehr oder weniger reichlicher Menge, die durch Eesorbtion in die Blut- und Lymphgefässe eine generelle Sepsis verursachen kann (septisches Puerperalfieber). Der Pro-•cess beginnt an den Ansatzstellen des Fruchtkuchens und verbreitet sich von hier aus auf die Uteruswandung, die dadurch oedematös infiltrirt wird. Er tritt natürlich in dieser septischen Form fast ausschliesslich nach Geburten auf. Eine andere Art der Verbreitung des septischen Materials erfolgt durch die Blutgefässe. In den kleinsten Gefässen der Uteruswandung sitzen nämlich gleich nach der Geburt noch Thromben, welche, ebenso wie die Venenwandungen, durch die Berührung mit den septischen Stoffen von diesen inficirt werden (septische Thrombophlebitis). Gelangen nun kleinste Theile der Thromben (Emboli) in den Blutstrom, so kommt es zu metastatischen Herden in den Lungen, Nieren etc. und oftmals auch in den Augen (septische Embolie).
Bue^. Praktikiini.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8
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Eine noch andere Art puerperaler Endometritis hat ihren Sitz in den Lymphgofässen des Uterus und der breiten Mutterbänder. Die feinen Lymphgange, sowie die grossen Lymphgefässe sind mit Eiter gefüllt, der sich mit Hülfe der letzteren auf das Bauchfell, auf die Pleura etc. fortpflanzen kann. Es entstellt dann eine puerperale Peritonitis bezw. Pleuritis.
Die septische Endometritis hat für die Praxis noch eine hervorragende Bedeutung insofern, als das Fleisch der ge­schlachteten Thiere derartig infectiös ist, dass es beim Genuss den Menschen, wenn es auch gekocht wird, inficirt. In dieser Hinsicht hat die septische Endometritis eine grössere Be­deutung als der Milzbrand, bei dem bekanntlich das Milzbrandgift — der Bacillus anthracis — bei Abwesenheit von Sporen durch Kochen gänzlich zerstört wird.
Die chronische Form der Endometritis entwickelt sich aus acuten Entzündungen, die häutig durch Verletzungen, zurückgebliehenen Resten der Nachgeburt, abgestorbenen Foeten etc. bedingt werden, na­mentlich, wenn der Muttermund so verstopft ist, dass der Abfluss des Inhaltes des Uterus verhindert wird. Recht häutig besteht das entzündliche Material, das von der Schleimhaut geliefert wird, aus eitrigen Secreten, die sich bei verhindertem Abfluss im Uterus an­sammeln (Pyometra). Auch ohne nachweisbare Ursachen entstehen manchmal bei schlecht genährten und alten Thieren eitrige Catarrhe der Uterusschleimhaut. Wenn dann, wie es häufig vorkommt, der Muttermund geschlossen wird, sammelt sich das Secret im Uterus an. Am häufigsten wird dieser Zustand bei Rindern und bei einem grossen Procentsatz alter Stuten augetroffen. Statt eitrigen Materials sieht man auch oftmals Schleim in grösseren Mengen, wenn der Abfluss verhindert war. Diesen Zustand bezeichnet man mit Hydrometra. 1st reines Blut vorhanden oder wiegt dasselbe vor, dann spricht man von Hämatometra.
Alle diese chronischen Zustände des Uterus führen zu Deforma­tionen seiner Schleimhaut, die entweder glatt und dünn, also atro-phisch, oder durch Wucherungsvorgänge hypertrophisch wird. In letzterem Falle entstehen durch zellige Infiltrationen Wulstungen, ausserdem Rüthungen und daneben oftmals Erosionen und Geschwüre.
Mit der Uterusscbleimhaut wird oft der Uteruskörper selbst (Metritis) und die umliegenden Theile in Mitleidenschaft gezogen (Perl- und Parametritis). Die Perimetritis kommt als um­schriebene Entzündung In der Nähe der Eierstöcke vor, die manch-
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mal zur Bildung von Biiulegewebsspangen (Pscudoligamenta) und zu Verwachsungen mit dem Uterus führt. Die Parametritis stellt eine Entzündung des in der Umgebung des Uterus befindlichen Binde­gewebes dar.
Der Prolapsus und der Volvulus des Uterus haben ein zu geringes pathologisches Interesse, als dass hier auf die dabei etwa auftretenden Veränderungen näher eingegangen werden könnte. Nur der Umstand sei erwähnt, dass der Prolapsus namentlich bei Kühen und Schafen, der Volvulus aber fast ausschliesslich beim Rind vor­kommt. Ueber die Bedeutung des Verschlusses des Muttermundes und der Wunden und Zerreissungen des Uterus ist bereits das Wich­tigste mitgetheilt. Bei totalen Zerreissungen der Uteruswandung gelangt entzündliches, oftmals infectiöses Material und Blut in die Bauchhöhle, wodurch eine tödtliche Peritonitis bedingt wird, wäh­rend nach unvollständigen Zerreissungen nur Blutungen und Ge­schwürsbildungen mit verschiedenem Ausgang beobachtet werden.
Von Neubildungen werden namentlich Fibrome, Myofibrome (letztere gehen von der Muscularis aus), Tuberkel und selten auch Carcinome gesehen.
An der Scheide kommen Entzündungen acuter und chronischer Art in Folge fortgeleiteter Entzündungen vom Uterus oder in Folge traumatischer Einwirkungen vor. Von spezifischen Krankheiten sind erwähnenswerth: sog. catarrhalische Geschwüre durch Einwirkung eitriger Secrete, die sich aus dem Uterus entleeren, rotzige Ge­schwüre bei generellem Rotz, necrotisirende, diphtherische Entziiu-dungen (Vaginitis ichorrhosa) nach Geburten und die Bläschen­bildungen mit eitrigen, catarrhaiischen Aifectionen der ganzen Schleim­haut bei dem Bläschenausschlag etc.
Von Neubildungen sieht man hier nur selten Sarcome und Carcinome, häufiger Papillome am Scheideneingang, Melanosarcome beim Pferd; Tuberkel, Lipome und Cysten in der Schleimhaut beim Rind.
Krankheiten des Euters.
Krankheiten des Euters beobachtet man am häufigsten kurz vor und kurz nach Geburten. Es kommen Hyperämien und echte Ent­zündungen vor, die meist durch in die Ausfiihrungsgänge der Drüsen in das Drttseninnere gelangte Mikroorganismen bedingt werden. Die entzündlichen Vorgänge betreffen das ganze Euter oder einzelne Theile desselben und verlaufen im Drüsenparenchym oder im Binde-
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gewebe der Drüsen. Als Ausgang solcher Entzündungen bildet sich häufig aus den zelligen Infiltrationen Bindegewebe in Form von Knoten (Milchknoten), in die zuweilen Kalksalze abgelagert werden. Dass bei den acut entzündlichen Vorgängen die bekannten Erscheinungen der Entzündung auch hier gesehen werden, dürfte kaum erwähnens-werth sein. Erwähnenswerther ist die Thatsache, dass neben diesen Veränderungen in den Drüsengängeu geronnenes Kasein, das mit Milchserum und Blutspuren vermischt ist, angetroffen wird.
Die chronische Euterentzündung (Mastitis chronica) führt häufig zur Bildung von Abscessen, die in die Ausfiihrungsgänge durchbrechen und die zuweilen zu Cystenbildungen Veranlassung geben. Oefters trifft man innerhalb chronisch veränderter Partien Pigmentirungen des Gewebes an, die auf früher bestandene Blutungen zurückzuführen sind.
Brandige Zerstörungen des Euters werden häufig bei Schafen und Ziegen gesehen. Sie nehmen meist ihren Ausgang von Wunden der Zitzen.
Spezifische Erkrankungen findet man bei der Maul- und Klauenseuche in der Haut des Euters. Namentlich an den Zitzen­öffnungen sieht man kleine Geschwüre, die oft ulcerös sind. Aehn-liche Veränderungen trifft man auch bei den Pocken der Schafe und pockenartigen Pusteln bei der Rinderpest an. In allen Fällen kann sich der Process auf das Drüsengewebe selbst erstrecken.
Eine hervorragende Bedeutung haben die tuberkulösen Ver­änderungen des Euters der Rinder. Im Anfang des Processes entsteht im Bindegewebe eine zellige Infiltration. Das ganze Gewebe wird derb und erscheint grau marmorirt. Häufig tritt Verkäsung und Verkalkung ein. Inmitten dieser tuberkulösen Entzündung (Mastitis tuberculosa) sieht man oft auch Miliartuberkeln. Die am hinteren Ende des Euters gelegenen Lymphdrüsen sind regel-mässig hyperplastisch und enthalten tuberkulöse Gebilde (Miliar-tuberkel). In älteren Stadien sind diese Drüsen mit käsigen und kalkigen Massen angefüllt. In der Milch und in den Secreten solch' tuberkulös veränderten Euters befinden sich Tuberkelbacillen. (Die rohe Milch ist dann ausserordentlich infectiös.)
Von Neubidungen im Euter, die dort nicht häufig vorkommen, sind aussei' den erwähnten Tuberkeln Retensionscysten bemerkens-werth, die sich nacli dem Verschluss der Ausführungsgänge bilden. Sie enthalten eine milchig getrübte, wässerige Flüssigkeit.
Warzenartige Neubildungen und echte Warzen findet man
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auf der äusseren Haut der Euter namentlich bei Kühen. Auf der Schleimhaut des Zitzencanals können Neubildungen einen Verschluss und eine Stenose desselben bedingen. Bei Pferden sieht man im Innern des Euters oft Melanosarcome und bei Hunden Sarcome, Chondrome und Carcinome.
Als Folge von Verletzungen der Milchdrüse kann die Milch durch die verletzten Stellen nach aussen treten. Es entwickeln sich dann leicht Milchflsteln und Abscesse. In den Milchcanälen trifft man mitunter Concremente (geronnenes Kasein), ferner Milchsteine, die nicht geschichtet sind und deren Kern aus Kaseingerinnseln besteht, und harte geschichtete Milchsteine, die theils aus organischen, theils aus anorganischen Substanzen sich zusammensetzen. Solche Steine stecken zuweilen im Zitzencanal und verursachen eine Rückstauung der Milch und dadurch Schwellung des betroffenen Eutertheiles.
Die Eröffnung der Brusthöhlen, die Herausnahme der Brustorgane und deren Untersuchung.
Wie Eingangs schon bemerkt, soll die Eröffnung und die Section der Brusthöhlen erst nach dem Oeffnen der Bauchhöhle, aber nicht nach deren Section erfolgen und zwar wegen der Bestimmung des Blutgehaltes des Herzens und der Gefässe innerhalb der Brusthöhlen. In der Praxis lässt sich bei Pferden und Rindern diese Obductions-technik nicht gut ausfuhren. Man entfernt daher diese Theile nach der Entfernung der Eingeweide der Bauchhöhle, indem man das Zwerchfell an seinen Ansatzpunkten mit dem Brustkasten und der Wirbelsäule abschneidet und dann den Herzbeutel von vorn nach hinten von seiner Verbindung löst und die Luftröhre und den Schlund beim Eintritt in die Brusthöhle quer durchtrennt. Die Lungen, das Herz mit dem Herzbeutel, das Mediastinum und die grossen Gefässe der Brusthöhle werden dann ausserhalb des Cadavers näher untersucht.
Führt man aber die Obduction den Regeln gemäss aus, dann durchsägt man von hinten her die Rippen an beiden Brustwandungen und hebt das Brustbein nacli dem Abstossen des Herzbeutels vom Brustkasten ab.
Sodann prüft man den Inhalt beider Brustfellsäcke und achtet auf die Beschaffenheit der Pleura costalis, puhnonalis und dia-phragmatica. Hierauf schiebt man die Pleura pericardialis mit dem
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darunter liegenden Fett vom Pericardium zurück und prüft dessen Farbe und sonstige Beschatfenheit.
Die Eröffnung des Herzbeutels und des Herzens in situ erfolgt in nacbstehender Weise; man erfasst den Herzbeutel mit der linken Hand etwa in seiner Mitte, bildet eine Falte und schneidet diese mit einer Scheere auf. Hierauf erweitert man den Sclmitt nach oben und unten hin soweit, dass der etwaige Inhalt nicht herausfliessen kann. Erst nachdem dieser bezüglich seiner Quantität und Qualität geprüft wurde, öffnet man den Herzbeutel ganz und schneidet ihn an seinem Gefäss-ansatze ab. Sodann legt man zur Prüfung des Inhaltes der Herzkammern einen Schnitt zwischen den beiden Hohlvenen durch die rechte Vor­kammer und führt denselben mit Schonung des Sulcus circularis auf der Kante der rechten Herzkammer bis in die Nähe der Spitze fort. Nun prüft man den Inhalt beider Herzkammern und durch Einbringen der Faust in die Vorkammer die Weite des ostium atrioventriculare. Nach der Umdrehung des Herzens öffnet man die linke Herzhälfte in gleicher Weise, indem man hier den ersten Schnitt zwischen die Lungenvenen legt. Da die Spitze des Herzens vom linken Ventrikel gebildet wird, führt man den zweiten Schnitt auf der Kante durch die linke Herzwand bis zur Spitze hin fort. Hierauf greift man mit dem Zeigefinger und Daumen der linken Hand an der Herzspitze in die Schnittöffnungen und durchschneidet, während man das Herz kräftig abzieht, die grossen Gefässe einige Centimeter oberhalb ihrer Eintrittsstelle in den Pericardialsack. Behufs vollständiger Eröffnung der Herzkammern legt man nun das Herz auf einen Tisch und zwar so, dass die linke Längsfurche dem Obducenten zugekehrt ist. Man schiebt dann einen Gegenstand in die Oeffnung des Aortenstumpfes und schneidet unmittelbar an dem Septum ventriculi vor der linken Längsfurch'e bis zur Herzspitze die Herzwand durch und verbindet den schon angelegten Ventrikelschnitt mit diesem. Sodann bringt man den Gegenstand in den Stumpf der art. pulmonalis und schneidet ebenso dicht neben dem Septum aber hinter der linken Längsfurche die Wand des rechten Ventrikels bis zur Spitze hin auf und ver­bindet den Schnitt mit dem schon gelegten rechten VVandschnitt. Um die Atrioventricularklappen gut übersehen zu können, durchtrennt man auch noch die stehen gebliebenen Brücken am Sulcus circularis. Die Füllung der einzelnen Kammern mit Blut klärt die Art des Todes auf. Ist nämlich der rechte Ventrikel mit Blut gefüllt, dann ist der Tod durch Asphyxie, ist dagegen der linke mit Blut gefüllt, dann ist der Tod durch Paralysis cordis erfolgt.
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Bevor die wesentlichsten pathologischen Herz- und Herzbeutel-Veränderungen besprochen werden, seien noch normale Verhältnisse, die zu wissen nothwendig sind, erörtert.
Das Pericardium, das einen geschlossenen Eanm bildet (Peri-cardialhöhle), überzieht als viscerales Blatt das Herz und ist mit diesem fest verbunden. Es besteht aus einer bindegewebigen Masse, in der elastische Fasern liegen, und ist mit einem Endothel über­zogen. Das parietale Blatt geht an den grossen Gefässstämmen aus dem visceralen hervor, umzieht lose das ganze Herz und bildet so die Pericardialhöhle. Auf ihm liegt dann noch die Pleura pericar-dialis, die von dem parietalen Blatte, also vom eigentlichen Peri­cardium, durch eine mehr oder weniger grosse Menge Fett getrennt ist. In der Pericardialhöhle befindet sich unter normalen Verhält­nissen eine geringe Menge klarer, farbloser, an der Luft gerinnen­der und der Lymphe ähnliche Flüssigkeit (Liquor pericardii).
Im Fäulnisszustande löst sich das im Herzen befindliche Blut auf und gelangt als cadaveröse Flüssigkeit durch das Myocard in die Pericardialhöhle. Das Myocard lässt die Flüssigkeit leichter durchtreten als das Pericardium. Die Flüssigkeit dringt aber auch durch dieses und sammelt sich in den Pleurasäcken an.
Am Herzen selbst hat man zunächst auf die Dickenverhältnisse der Ventrikelwände zu achten. Normal ist die Wand des rechten Ventrikels (Pferd) 2 cm dick, die des linken 3,5 cm. Man stellt ausserdem noch fest und zwar theils in situ, theils ausserhalb des Cadavers (Pferd): die Lage, die normal zwischen der ;5. bis 0. Rippe ist. Die Herzspitze soll dicht hinter der 5. Rippe sich befinden. Das Gewicht: im Mittel 8 Kilo. Die Grosse: Umfang an der Kranzfurche im Mittel üO cm. Höhe der Wände 15 bezw. 19 cm. Tritt Fäulniss am Herzen ein, dann erschlafft die Musculatur, wo­durch dasselbe grosser wird. Die Gestalt: normal kegelförmig. Die Farbe: braunroth. Die Cousistenz: sehr derb, besonders am linken Ventrikel. Die Füllung der Sulci mit Fett. Bei gut genährten Thieren ist hier viel Fett und von gelblicher, weisser Farbe vorhanden; bei schlecht genährten wenig und von sulziger, schleimiger Beschaifenheit und intensiv gelher Farbe. (Die gelbe Farbe rührt von dem nicht resorbirten Pigment her). Die Füllung der Kranzgefässe mit Blut.
Im Innern des Herzens untersucht man die Klappen, die Sehnen­fäden, die Papillarmuskeln und das Endocardium, letzteres ist normal durchscheinend und glänzend. Bei alten Pferden ist eine häufig vor-
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kommende Abnormität erwähnenswertli, der sog. gefensterte Zustand der Seminularklappen, der durch Atrophie entsteht.
Die wichtigsten Veränderungen am Pericardium sind:
Stauungshyperämie als Begleiterscheinung anderer Krank­heiten (Erstickungstod), und als Hypostase.
Congestive Hyperämien sind besonders gut am parietalen Blatt des Herzbeutels zu sehen. Man sieht rosig gefärbte Stellen, in denen stark injicirte Gefässe verlaufen. Die feinen Verästelungen dieser Gefässe, die ebenfalls deutlich durch ihre abnorme Blutfülle sichtbar sind, dürfen aber nicht als Capillaren angesehen werden, Aveil diese, wie schon öfters erwähnt, als solche makroskopisch nicht sichtbar sind. Die stärkere Capillarinjection repräsentirt sich dem blossen Auge als diifuse Gewebsröthe, die gerade am Pericard sehr gut in die Erscheinung tritt. Aus der congestiven Hyperämie ent­wickelt sich die Entzündung. Man sieht dann diffuse Gewebsröthe, stärkere, ramiforme Röthungen und Trübungen des Pericards (Ent-zündungsprorlucte) und subpericardial hämorrhagische Herde.
Das entzündliche Material füllt, wenn es im Innern des Herz­beutels gebildet Avird, das Lumen desselben oftmals ganz an. Das Exsudat ist trübe und gelblich, bei Blutbeimischungen röthlich. Eiter und Fibrin sind leicht in der Flüssigkeit zu erkennen. Die fibrinösen Beläge lassen sich zum Unterschiede von chronischen, fibrösen Auflagerungen leicht abziehen. Die Fibrinmassen liegen auf dem Pericard in Form von Netzen, Leisten und Zotten.
Die Exsudatmassen unterscheiden sich von der schon erwähnten cadaverösen Flüssigkeit insofern, als letztere kirschroth, wenig ge­trübt und nicht gerinnungsfähig ist, und weil jegliche entzündlichen Erscheinungen am Pericard fehlen, während erstere getrübt, gelblich-bis röthlich, event, mit Eiter vermischt ist, und das Pericard deut­liche, entzündliche Veränderungen erkennen lässt.
Das bei allgemeinem Hydrops im Herzbeutel auftretende Trans-sudat ist ganz klar und gerinnt nicht an der Luft. Entzündliche Veränderungen fehlen dann gänzlich.
Blutungen sieht man am Herzbeutel häufig. Das intra vitam durch Zerreissung von Blutgefässen in den Herzbeutel sich er-giessende Blut gerinnt dort vollständig und legt sich um das Herz mantelartig herum. Man darf aber bei der Beurtheilung forensischer Fälle nicht vergessen, dass sich dieses geronnene Blut bei beginnen­der Fäulniss ebenso wie das Herzblut zersetzt und dann flüssig wird, so dass die Entscheidung, ob das verflüssigte Blut intra vitam oder
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post mortem in den Herzbeutel gelangt ist, aus seiner Beschaffenheit in Bezug auf das Geronnonsein allein nicht mehr getroffen werden kann.
Bei der Pericarditis hämorrhagica sieht man auch Blu­tungen. Diese liegen aber meist unter dem visceralen Blatt des Herzbeutels und sind flächenartig ausgebreitet. Das vorhandene Blut ist nicht geronnen.
Partielle Blutungen sieht man immer bei suffocatorischen Todesarten. Sie finden sich besonders an der Herzspitze und an der Herzbasis und sind stecknadelknopf- bis erbsengross und häufig noch grosser.
Die chronische Pericarditis kommt oft vor. Auf dem Herzbeutel sitzen Granulationen (daher granulirende Pericarditis), die mit Eiter bedeckt sind.
Als Product der serös-fibrinösen Pericarditis sieht man häufig sog. Sehnenflecke und partielle oder diffuse Adhäsionen, die meist trüb und derb sind.
Als Folge von Traumen (Rind) entstehen Entzündungen sämmt-licher Blätter des Herzbeutels, die, wenn Chronicität eingetreten ist, Bindegewebe und Granulationen etc. liefern.
Die Pericarditis tuberculosa kommt namentlich beim Rinde vor und verhält sich genau wie die Pleuritis tuberculosa. Sie kann so bedeutend entwickelt sein, dass das ganze Herz von einem förm­lichen Tuberkelmantel umhüllt wird. An sonstigen Neubildungen finden sich am Herzbeutel Lipome, Sarcome und Carcinome.
Von Parasiten kommen im Pericardium Finnen bei Schweinen vor. Zuweilen hat man auch Psorospermien gefunden.
Krankheiten des Endocardium.
Das Endocardium soll normal glänzend und durchsichtig sein. Eine diffuse Rüthung entsteht durch die cadaveröse Auflösung des Blutes. Man findet aber sonst keinerlei Merkmale von Entzündungen.
Punktförmige Röthungen bezw. Hämorrhagien, die immer unter dem Endocard sitzen, kommen bei suffocatorischen Todes­arten vor.
Die Endocarditis kann acut und chronisch sein und verläuft entweder an den Klappen und den Sehnenfäden oder an dem übrigen Theile des Endocard.
Bei der Endocarditis chronica partialis sieht man warzen­artige oder flächenförmige, trübe Verdickungen, die durch Retraction
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der neugebildeten, bindegewcbigen Massen eine Insufficienz und Ste­nose der Klappen bedingen können. Sie treten meistens am ostium aorticum und an der Mitralis auf.
Eine besondere Form der Endocarditis acuta ist die Endo­carditis maligna oder ulcerosa, die infectiöser Natur ist. Es entstellen kraterfürmige Geschwüre, die bis in das Myocard hinein­reichen. An den Klappen liegt Fibrin, darunter ein Defect mit zer­fressenem Eand.
Krankheiten des Myocardium.
Das Myocardium soll normal braunroth und etwas durch­scheinend sein. Bei siiifocatorischen Todesarten und Lnngenkrank-heiten ist der Herzmuskel dunkler als normal gefärbt.
Bei der Myocarditis parenchymatosa ist derselbe grauroth bis grauweiss, zuweilen fleckig, trübe, mürbe und brüchig. Die Schnitt­fläche eines solch' veränderten Myocards ist trocken und matt.
Bei der Rotzkrankheit sieht man häufig im Herzmuskel und auch an den Papillarmnskeln circumscripte Bindegewebsflecke (Myo­carditis fibrosa).
Kleine Abscesse, die manchmal conflniren (Myocarditis purulenta), und Echinococcen, von Wallnussgrösse und dem Aussehen von Absccssen, trifft man ebenfalls im Myocard zuweilen an.
Neben braunen Atrophien des Herzmuskels und fettigen Degenerationen desselben sei eine Myomalacia cordis (Necrose) erwähnt, die nach einer Thrombose von atheromatös veränderten Aesten der Coronararterie aus inmitten des Herzmuskels entsteht. Die Elasticität der Herzwand ist daher an der Stelle des Sitzes dieser Herde beeinträchtigt, wodurch leicht Rupturen der Herzwand ent­stehen. Die Ränder des Risses sind dann stets gezackt. Das aus­getretene Blut umgiebt das Herz mantelartig.
Die noch zu erwähnenden, aber seltener auftretenden Verände­rungen am Herzen sind die hyaline Degeneration der Muskel­fasern und die amyloide Degeneration des intermuskulären Bindegewebes und der Gefässe, die ebenfalls einen necrotischen Cha­rakter haben.
Krankheiten der Arterien. Die Krankheiten der Arterien kommen bei Thieren mit Ausnahme des Anenrysma verminosum der art. ilio-coeco-colica nicht so häufig vor als beim Menschen. Dessenungeachtet seien einige
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Veränderungen bier angeführt, die auch bei Thieren gefunden werden. In der Adventitia kommen Hyperämien und Blutungen vor.
Thromben sieht man in den grösseren Arterien nach atheroma-tösen Wandveränderungen oder in Aneurysmen, aber auch in kleineren Arterien nach Entzündungen ihrer Wandungen. Die P]mboli sitzen, abgezweigt von den Thromben, in den kleinen und kleinsten Arterien und verursachen die schon besprochenen, embolischen Herde und In-farcte.
Eine Arteriitis purulenta kann von aussen oder von innen auf die Gefässhäute geführt werden. Von aussen können fortgeleitete Entzündungen oder Eiterungen die Wände und sogar die Intima zer­stören, wodurch im Innern des Gefässes ein Thrombus entstellt, oder aber es entstellt zuerst ein Thrombus mit septischem Charakter, der zur Necrose der Intima Veranlassung giebt. Das septische Material pflanzt sich dann meist auf die Media und die Adventitia fort, alterirt das umliegende Gewebe und erzeugt in diesem Eiterung.
Die fibröse productive Entzündung besteht in Wucherungs-processen entzündlicher Art der Intima, wodurch eine Verengerung des Gefässes bedingt wird. Der entzündliche Zustand der Intima kann sich auch auf die Muscularis und Adventitia fortpflanzen.
Die atheromatöse Entzündung beginnt mit chronischer Hy­perämie der Vasa vasorum. Die Intima quillt auf, und es entsteht in ihr eine Ernährungsstürung, die zur fettigen Degeneration führt. Es bilden sich dann häufig in den degenerirten Theilen Hohlräume, die mit Cholestearincrystallen und Fetttröpfchen (Atherombrei) aus­gefüllt werden. Später können sich durch Zerfall der Umgebung ein atheromatöses Geschwür und durch regressive Metamorphosen ausser den erwähnten, fettigen Degenerationen Verkalkungen und Verknöche­rungen der entzündeten Theile bilden.
Die atheromatösen Veränderungen führen häutig zur Ausdehnung der Wandungen des Arterienrohres; es entsteht ein Aneurysma verum. Die Aueurysmata spuria entstehen durch Zerreissungen des Arterien­rohres und nachfolgende Blutung in die Umgebung hinein, auf die eine Abkapselung des ausgetretenen Blutes folgt.
Atheromatöse Erkrankung mit Verengerungen des Gefässlumens sieht mau bei Thieren zuweilen am Herzen an der arteria coronaria cordis. In dem betreffenden Gefässbezirk entsteht dann mangel­hafte Ernährung des Myocardium und darauf fettige Degeneration der Muskelfasern. Bildet sich in den atheromatösen Gefässen Throm­bose, dann tritt vollständige Sistirung der Ernährung des betreffenden
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Herzmuskeltlieiles ein mit daran sich anscliliessender Necrose (Myo-malacia cordis). Alle diese Zustände können zu Rupturen Veranlas­sung geben. Ist das Gefässlumen an der ürsprungsstelle der Coronar-arterien so verengt, dass die Ernährung des Myocardium nur mangelhaft erfolgen kann, dann entsteht eine Ernährungsstörung und fettige Degeneration beider Ventrikel (Tod durch Herzlähmung).
Obductionsbefund. Traiunatiselie Herzbeutelentzündung einer Kuli.
Das massig gut genährte Thier wurde wegen der klinisch nachgewiesenen Krankheitssymptome der Herzbeutelentzündung geschlachtet.
An der Haut, an den Kiirperöffnungcn und an den Augäpfeln zeigen sich keine Abweichungen. Die Bauchhöhle enthält mehrere Liter einer fast klaren und schwach gelblich gefärbten Flüssigkeit, welche beim Stehen an der Luft ein ganz weiches Gerinnsel ausscheidet. Am Peritoneum zeigen sich keine Abweichungen.
Der Dünndarm ist zusannnengezogen und enthält kleine Quantitäten einer Bchleimigeu und gelblich gefärbten Flüssigkeit. Die Submucosa des Dünndarmes ist etwas oedeniatös. Der Dickdarm enthält breiige Massen von gelbliohgrüner Farbe. Auch die Submucosa des Colon, namentlich In den hinteren Tlicilen des­selben, ist schwach ocdeinatos.
Die Haube ist an ihrer vorderen Wand mit dem Zwerchfell fest verwachsen. An der Innenfläche der verwaebsenou Stelle zeigt sich in der Haube eine Narbe von der Grüsse eines Fünfpfnnnigstückes. Alle vier Magenabtheilungen sind schwach gefüllt und sonst im Uebrigen ohne Veränderungen.
Das Zwerchfell besitzt au der verwachsenen Stelle eine etwa federkiclgrosse Oeffnung im sehnigen Theil desselben, welche etwa 8 cm unter der Schlundöffnung liegt. Um die Oeffnung liegen bindegewebige, adhäsive Massen.
Beide Pleurasäcke enthalten etwa 2 Liter wassorklarcr Flüssigkeit, die beim Stehen ein weiches Gerinnsel ausscheidet.
Da wo sich die Oeffnung im Zwerchfell befindet, ist letzteres mit der hin­teren Wand des Herzbeutels verwachsen. Die Verwachsung ist ein Markstück gross. Durch sie führt ein Canal in den Herzbeutel hinein.
Das Gewebe, welches die Verwachsung herstellt, ist ziemlich weich. Der grösste Theil des Herzbeutels ist obliterirt. Beide Pcricardialblätter sind bedeutend verdickt und durchschnittlich 1—D/a cm dick. Der nicht obliterirte Theil des Herzbeutels ist mit Eiter und Fibrinmassen angefüllt. Der Eiter und die Fibrin-massen bilden trübe, weisslichgclb gefärbte und zusammenhängende Massen, die sich aus dem Lumen des Herzbeutels herausheben lassen. Die Innenwand des ver­dickten Herzbeutels ist an den Stellen, wo der Eiter sich befindet, mit ziemlich grosson, röthlichen Granulationen besetzt. In dem Inhalt des Herzbeutels findet sich ferner eine 15 cm lange Stecknadel. Ein Theil des Myocardium ist fibrös ver­dickt. An den Herzklappen sind keine Veränderungen nachzuweisen.
Die Lungen sind luffhaltig. An einzelnen Stellen ist dasParenchym schwach goröthet und luftleer. Diese Stellen liegen unter dem Niveau der Nachbarschaft. Die Bronchien dieser Tbeile sind mit Schleim angefüllt.
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Die Leber ist verkleinert und an der Überfläche uneben. Das Parcnchym der Leber ist stark gerötbct, stellenweise blauroth gefärbt. An vielen Stellen sind die Acini verkleinert und geröthet. Die Röthung betrifft die um die Lebervenen ge­legenen Theilc. An andern Stellen sind die Acini erhalten und peripherisch gelb-wciss gefärbt (Muskatnussleber).
Die Milz ist etwas vergrössert und ziemlich derb. Die Nieren sind bleich. An den übrigen Körpertheilcu finden sich keine Abnormitäten.
Krankheiten der Pleuren und der Lungen.
Nachdem sämmtliehe Verbindungen, welche die Lunge noch mit dem Rumpfe verbinden, abgeschnitten wurden, zieht man diese aus der Brusthöhle heraus und prüft ihre äusseren Verhältnisse (Pleura) und ihre innere Einrichtung, letztere, indem man grosse Schnitte in der Längs- und in der Querrichtung durch das ganze Parenchym legt und die Schnittfläche bei auffallendem Lichte untersucht.
Die acute Pleuritis zeigt das Bild der acuten Peritonitis. Die Flüssigkeitsmengen in den Pleurasäcken sind theils serös-fibrinöser, theils eitriger, jauchiger und cadaveröser Natur. Die eitrige Flüssig­keit ist trübe und rahmartig und bildet beim Stehen einen Boden­satz von Eiter. Die jauchige Flüssigkeit sieht chocoladenfarbig aus, ist sehr trübe und übelriechend. Die cadaveröse Flüssigkeit ist da­gegen braunroth, zuweilen aber auch grauroth gefärbt. Die grau-rothe Farbe rührt von den zahlreichen, abgestossenen und gequollenen Epithelien her. Am Cadaver kann man dann regelmässig schon Fäulniss constatiren. Bei der serös-fibrinösen Pleuritis sieht man neben einer gelblichen, und da meist cadaveröse Flüssigkeit beigemischt ist, gelbröthlichen, eiweissreichen, trüben Flüssigkeit (Leucocythen) Fibrin­flocken in derselben und Fibrin auf den Pleuren. Das Fibrin sieht gelblich oder gelbröthlich aus. Die röthliche und die gelbe Farbe ist durch Beimischung von Blutkörperchen bedingt, denn im reinen Zustande ist Fibrin von der klaren, durchsichtigen Farbe des Glas­körpers. Erwähnenswerth erscheint mir noch der Umstand, dass das Fibrin überall da netzförmig gerinnt, wo sich die Pleurablätter nicht berühren und nur Flüssigkeit vorhanden ist, während es faden­förmig dann gerinnt, wenn sich die Blätter einander nähern und entfernen (an den Rändern der Lungequot;. Die leistenförmige Ge­rinnung sieht man an der oberen Partie der' Lunge, wo sich keine Flüssigkeit befindet und die Blätter sich schichtenförmig reiben.
Bei beginnender Pleuritis erscheint die Oberfläche der Pleura ramiform geröthet, undurchsichtig, mattglänzend und rauh.
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Bei der chronischen Pleuritis ist die Pleura regelmässig verdickt, weiss und undurchsichtig (Sehnenflecke), oder sie ist gra-nulirt, uneben und dunkelröthlich gefärbt. Die Granula können bis haselnussgross sein. Organische Verwachsungen der Pleurablätter lassen sich nur durch starkes Ziehen oder durch Trennen mit dem Messer beseitigen. Die Necrose der Pleura tritt circumscript auf. Das necrotische Stück ist trocken, seine Umgebung geröthet. An der necrotischen Stelle befindet sich auf der Pleura kein Fibrin, während dies den übrigen Partien anhaftet. Die Necrose der Pleura wird durch einen necrotischen Herd der Lunge bedingt, der bis zur Pleura heranreicht. Auf der Pleura kommen vielfach Tuberkeln (meist Eind), seeundär Carcinome und Sarcome vor.
Im Retractionszustande ist die Lunge meist auf ein Drittel ihres Volumen reducirt. Sie ist grosser, wenn ihre Elasticitäts-verhältnisse aufgehoben sind.
Schon durch die äussere Betrachtung der Lunge kann man häufig auf vorhandene Abnormitäten schliessen. Wenn der Retrac-tionszustand nicht vorhanden ist, dann ist sein Zustandekommen ver­hindert worden durch mancherlei Abnormitäten, wie beispielsweise durch septische Krankheiten, bei denen die Elasticität der Lunge verloren geht, bei Lungenoedem, Pneumonie, und wenn die Luft nicht entweichen konnte, bei Emphysem etc.
Auch durch die Bestimmung der Farbe kann man auf Ab­normitäten schliessen, bezw. oft schon die pathologische Diagnose stellen. Unter normalen Verhältnissen soll die Lunge hellroth sein, sie ist aber etwas dunkler, wenn sie einen reicheren Blutgehalt be­sitzt. Ist die Lunge und besonders ein Lungenflügel gleichmässig dunkclroth gefärbt, dann kann man Hypostase annehmen. Bei Hä-morrhagien tritt die dunkle Rothc local In die Erscheinung. Ist ein kleines Gebiet schwarzroth gefärbt und scharf umschrieben und ragt es über die Oberfläche ein wenig hervor, dann kann man auf das Vorhandensein eines frischen, hämorrhagischen Infarctes schliessen. Die Atelectase der Lunge macht sich durch eine dunklere Färbung als die der übrigen Tlieile und durch die unter dem Niveau der Lungenoberfläche liegende, betroffene Stelle bemerkbar. Bei Pneu-mouien — catarrhalischer oder croupöser Natur #9632;— ist die betreuende Partie je nach dem Stadium der Krankheit dunkclroth, grauroth, gelhgrau etc. verfärbt. Das Vorhandensein einer Lungenverdichtung •— meist Pneumonie — kann man schon feststellen durch Einbringen eines Lungenstückes in Wasser, wobei das Stück in Folge seiner
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Schwere untersinkt, während normale Lungentheile schwimmen. Ge­nerelle Grünfärbungen der Lungen deuten auf Fäulniss, partielle auf jauchige Herde.
Von der Beschreibung der verschiedenen Arten der Pneumonien und den verschiedenen Stadien derselben kann hier abgesehen werden In der Voraussetzung, dass diese Verhältnisse allgemein bekannt sind, dafür sollen aber solche Zustände erörtert werden, deren rich­tige Deutung dem Praktiker Schwierigkeiten verursacht, weil die Untersuchung gewisse spezielle Kenntnisse voraussetzt, die nicht all­gemein verbreitet sind.
Es sei gleich voraufgeschickt, dass die meisten Pneumonien der Pferde und auch der Rinder (Lungenseuche) einen croupösen Charakter haben. Die Alveolen sind auf der Höhe des Processes hauptsächlich mit Fibrin ausgefüllt, während bei den kleinen Thieren (Schwein, Hund) meist nur catarrhalische Pneumonien, bei denen die Alveolen nur zelliges Material enthalten, gefunden werden. Bei der echten, croupösen, lobären Pneumonie der Pferde (Influenza) sieht man auch noch necrotische, gelbe Herde, die, wenn sie an die Pleura reichen, dort die beschriebene Mortification und daher indirect die serös-iibrinöse Pleuritis bedingen.
Erhebliche Schwierigkeiten verursacht die Feststellung des Ur­sprunges hämorrhagischer Infarcte. Dieselben stellen keilförmige, im frischen Zustand etwas über die Oberfläche der Lunge sich erhebende Blutherde dar, deren Basis unter der Pleura liegt, deren Spitze aber dem Centrum der Lunge zugekehrt ist. Sie entstehen auf zweierlei Art. Einmal durch Emboli, die aus dem rechten Herzen oder aus dem Venensystem stammen, das andere Mal durch Zerreissung eines Pulmonalarterienastes. Die erstere Art bezeichnet man als embo-lische, die letztere als rein hämorrhagische, event, entzündliche Infarcte.
Vielfach kann man aber nicht entscheiden, welchen Ursprungs der Infarct ist. Man nimmt aber an, dass, wenn in dem an die Spitze des Infarctes herantretenden Lungenarterienast ein Embolus sitzt, der Infarct embolischen Ursprungs ist, während man dann, wenn sich kein Embolus findet, den Infarct als rein hämorrhagisch bezeichnet.
Ein hervorragendes Interesse beanspruchen die Rotzknoten der Lunge. Dieselben sind meist metastatischer Natur und sitzen entweder im Parenchym oder im interlobulären Bindegewebe. Das
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Rotzknötchen, mag es auf einer Schleimhaut oder in der Lunge sitzen, hat im Allgemeinen den Charakter der Granulationsgeschwulst. Es besteht aus Granulationszellen, die sich durch eine nur kurze Lebensdauer auszeichnen. Das Eotzknötchen geht also, kaum ent­standen, schon dem Zerfall entgegen. Es entsteht im Centrum des Knötchens Trübung, körniger und.fettiger Zerfall. An der Ober­fläche einer Schleimhaut kommt es zur Geschwürsbildung und in seiner Nachbarschaft zu einem catarrhalischen Zustand. Ebenso ent­stellt in der Lunge um das Rotzknötchen eine spezifische Entzün­dung, die je nach der Intensität des Reizes einen bedeutenden Um­fang erreichen kann (die indurativen Entzündungen bezeichnet man als Rotzgewächse).
Die Rotzknoten haben ein ungleiches Alter, denn man findet der Natur derselben entsprechend ältere und ganz frische nebeneinander. Da der Rotzknoten als spezifisches, infectiöses Gebilde mit dem Cha­rakter einer Granulationsgeschwulst nicht scharf gegen seine Um­gebung abgegrenzt ist, können auch seine centralen, gelben Zerfalls­massen aus ihrer Umgebung nicht herausgehoben werden; denn dieselben hängen unzertrennlich mit dieser zusammen. Die eigentlichen Rotzknoten sind nur klein, ihre entzündliche Zone, die hepatisirt ist, ist oft aber so gross, dass man diese Hepatisations-knoten für die eigentlichen Rotzknoten halten könnte. Die älteren Rotzknoten haben ein etwas eingedickteres Centrum als frische, welches sich aber, da es mit dem umgebenden Gewebe innig zu­sammenhängt, ebenfalls aus diesem nicht herausheben lässt. In einigen Fällen verdichtet sich die rotzige Entzündung zu einer Schwiele, in der dann abgestorbene Rotzknoten eingeschlossen liegen, in anderen Fällen schmilzt der Rotzknoten eiterartig ein. Es entstellt an Stelle des Rotzknoten eine trübe, schmierige Flüssigkeit, um die die hepa-tisirten Lungentheile liegen. Zuweilen greift der Schmelzungsprocess auch auf diese hinüber, so dass Höhlen entstehen, deren Natur als rotzige nicht mehr erkannt werden kann. Nur wenn in der Umgebung derselben, was meist der Fall ist, neue Rotzeruptionen auftreten, kann auf den rotzigen Ursprung geschlossen werden. Die um die rotzigen Schmelzungsmassen gelegenen hepatisirten Theile können auch eine fibröse Umwandlung erfahren und eine Kapsel bilden, in der sich dann die eiterartigen Schmelzungsmassen befinden. In vielen Fällen werden durch die Ulcerationen ßlutgefässe zerstört; es erfolgt dann, wenn das Gefäss nicht thrombosirt war, eine Blu­tung in die ulcerirte Höhle. In den Blutgefässen entsteht häufig
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Thrombose, die an den in der Nähe der Rotzknoten gelegenen Venen-wurzeln ihren Anfang nimmt.
Mit frischen Rotzknoten können kleine embolische Herde verwechselt werden. Diese sind blutreicher als Rotzknoten, und ihr kleiner Kern liegt inmitten einer schwarzrothen Umgebung, die beim Rotzknoten nicht gesehen wird. An der Eintrittsstelle der Bron­chien in den Lobulus sitzen häufig bronchio-pneumonische Herde von rother oder rothgraner Farbe, in deren Centrum sich ein mit Eiter gefüllter Kern befindet. Wenn der Eiter entfernt wird, sieht man, dass derselbe in dem Lumen des durchschnittenen, kleinsten Bronchus seinen Sitz hatte, wodurch die Natur dieser Ge­bilde gekennzeichnet wird.
Auch die meist parasitären Ursprunges in den Lungen der Pferde sich häufig findenden, griess- bis hirsekorngrossen Kalkknoten können event, den Verdacht auf ältere, rotzige Gebilde erwecken. Bei der Beachtung der Thatsachen aber, dass diese Knoten vielfach ganz rund sind, und ihr kalkiger Inhalt durch eine fibröse Schicht von dem intacten, übrigen Gewebe abgeschlossen ist, aus der sich der Inhalt sehr leicht herausheben lässt, wird eine Verwechslung mit Rotzknoten nicht gut stattfinden können. Mehr noch als diese Gebilde können aber die von den Bronchialwänden ausgehen­den Schwellungen mit älteren Rotzknoten verwechselt werden. Die ßronchialwände entzünden sich häufig, und es entstehen ent­weder Verengerungen oder Erweiterungen derselben, wobei die Wände verdickt und das Lumen mit Eiter oder später mit käsigen und noch später mit kalkigen Massen ausgefüllt werden. Die Um­gebung des Bronchus ist häufig auch in Mitleidenschaft gezogen, daher der Name Peribronchitis. Durch Erweiterung der Bron­chien und Einschliessung des eingedickten Materials von Seiten der erweiterten Bronchialwand entstehen bronchieetatische Knoten, die besonders im älteren Stadium zuweilen mit älteren Rotzknoten ver­wechselt werden. Wer aber solche Gebilde genauer prüft, wird immer nach Entfernung ihrer Inhaltsmassen die Bronchialwand nach­weisen können, wodurch die Natur dieser Gebilde gekennzeichnet ist. An den bronchitischen, peribronchitischen und bronchieetatischen Knoten ist auch, das sei noch besonders bemerkenswerth hervorzu­heben, ein gleiches Alter zu constatiren, während an den Rotz­knoten immer ein verschiedenes Alter nachzuweisen ist.
Für forensische Zwecke kommt der Obducent häufig in die Lage, das Alter von in den Lungen befindlichen Höhlen zu bestimmen.
Bttoh, Praktikum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;!)
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Es kommen zuerst die bronchiectatischen Cavernen in Be­tracht, die in ähnlicher Weise entstehen wie die bronchiectatischen Knoten. Sie sind von den Bronchien eingeleitet und stellen Höhlen im Lungengewebe dar, die je nach ihrem Alter mit mehr oder weniger festem Material ausgefüllt sind. Meist ist ihr Inhalt käsig eingedickt, und sie besitzen nur einen Zugang. Ihre Wand, die das Alter bestimmt, ist im chronischen Stadium mehr oder weniger erheblich verdickt und glatt. Im acuten Stadium sind die Wände weniger verdickt, aber granulirt und zeigen die Merkmale von frischerem Granulations­gewebe, während die verdickte und glatte Wand diejenigen Merk­male, wie sie beim Narbengewerbe gefunden werden, erkennen lässt. Ich bemerke noch, dass die eingedickten Inhaltsmassen für die Zurück-führung des Processes auf eine längere Zeit hin nicht in den Bereich der diesbezüglichen Erwägungen wegen der kurzen Zeit ihres Ent­stehens gezogen werden dürfen, sondern dass vielmehr die erwähnte Beschaffenheit der Wände ein genügendes Merkmal in dieser Hinsicht abzugeben vermag.
Dann giebt es noch sog. ulceröse Cavernen, die in der Regel mehrere Zugänge besitzen und abgestorbenes, necrotisches Lungen­gewebe enthalten. Von der Necrose werden auch grössere Blutgefasse betroffen, so dass man innerhalb der Höhlen grössere in das Lumen derselben hineinreichende Gefässstümpfe findet, die thrombosirt sind. Dass solche Höhlen sich in mehreren Tagen entwickeln können, bedarf kaum der näheren Begründung, abgesehen davon, dass Er­wägungen dieser Art zu dem Ergebniss führen, dass ulceröse Höhlen namentlich beim Pferd in kurzer Zeit den Tod des betreffenden Thieres bedingen.
Bei allen erheblichen Lungenkrankheiten und besonders bei genereller Hepatisation findet man fast immer Thrombose der Lungenarterien und der Venen. Auf dem Durchschnitt sehen die Thromben ganz rund aus und haben eine verschiedene Farbe.
Die Lungenseuche des Rindes stellt eine croupöse, meist ein­seitige Pneumonic (intraalveoläre, fibrinöse Pneumonic) mit primären Affectionen des interstitiellen Gewebes und der Lymphgefässe dar, wobei aber besonders beachtenswerth ist, dass der Process von einem bestimmten Punkte aus sich allmählich auf die umgebenden Lungentheile und auf die Pleura weiter verbreitet und sich dem­nach in Bezug auf seine Verbreitung wie das Erysipelas verhält. In Folge dieser Eigenschaft sieht man verschiedene Stadien der Krankheit nebeneinander, die sich je nach dem Alter in der Farbe —
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roth, gelb und grau — scharf voneinander abheben. Durch die erheblich verbreiterten, interstitiellen Gewebe und Lyinphräume, die kleinere und grössere Gruppen von verdichteten Lobuli umspinnen, und durch die erwähnten Farbenunterschiede einzelner grösserer Lungenpartien entsteht ein überaus charakteristisches Bild, welches man mit dem gefelderten Zustande des Marmors verglichen hat (marmorirt) und welches bei anderen Lungenkrankheiten des Rindes in solch' eigenartiger Beschaffenheit nicht gesehen wird.
Nur ältere Stadien der Lungenseuche (Indurationen und Sequestrationen) können zu Verwechslungen führen, weil hier die charakteristischen Merkmale mehr oder we­niger verwischt erscheinen.
Die übrigen Lungenkrankheiten sollen hier nicht näher erörtert werden. Ks genügt, nur noch darauf hinzuweisen, dass auch Para­siten Lungenkrankheiten bei Rind, Schaf, Schwein etc. hervorrufen, die den broncliiopneumonischen beizuzählen sind. Für die Tuberku­lose bildet die Lunge einen Lieblingssitz. Andere Geschwülste, namentlich Carcinome und Sarcome, entwickeln sich meistens als Folge secundärer Infection von der Blutbahn aus. Erwähnenswerth ist noch für die Fälle, in denen eine eingehende, mikroskopische Untersuchung nicht ausführbar ist, dass die Carcinome in den Lungen nicht so circumscript wie die Sarcome gefunden werden, und dass erstere in ihrer Mitte eine schwache Vertiefung erkennen lassen, die bei letzteren nicht gefunden wird. Am Mediastinum sieht man häufig Emphyseme (Luftblasen zwischen seinen Blättern) und sul­zige Phlegmonen Im Fettgewebe. Auch Eiterungen •kommen hier vor (Mediastinitis apostematosa).
In der Luftröhre trifft man oft feinblasige, schaumige Flüssig­keit bei Lungenoedem, und bei Bronchitis catarrhalisches Secret oder Blut, Eiter und zuweilen auch Fibrin (Rind).
Die Rotzgeschwüre an der vorderen Fläche der Trachea haben eine längliche Form durch die Einwirkung des Kespirations-stroines. Der Grund des Geschwüres ist, wie auch bei den auf der Schleimhaut der Nasenhöhlen sitzenden Geschwüren, speckig, der Rand zerfressen und wallartig und die Umgebung geröthet. Die Rotznarben sind stets strahlig und weiss gefärbt.
An den Lymphdrüsen der Lungen (Bronchialdrüsen), sowie an den übrigen Lymphdrüsen des Körpers entwickeln sich als Be­gleiterscheinungen anderer Krankheiten und je nach deren Charakter Abscesse (Druse), acute Hyperplasien, markige Schwellungen,
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Indurationen, Verkäsungen, Verkalkungen und Neubildungen. Bei den acuten Hyperämien ist die Substanz der Drüse vergrössert und weicher als unter normalen Verhältnissen. Der Durchschnitt ist glänzend. Die markige Schwellung, die dem ersteren Stadium folgt, zeichnet sich durch eine glänzend weisse, der weissen Hirnmasse ähnliche Schnittfläche aus. Bei der Induration hat das Bindegewebe eine Verdickung erfahren, wodurch die ganze Drüse eine derbe Be­schaffenheit erhält. Durch Verkäsungen, die zuweilen nur in isolirten Käseherden bestehen können, wird die Drüse oft enorm vergrössert (Tuberkulose) und mit einer bindegewebigen, starken Kapsel umgeben. Der Käse ist trocken, homogen und bröcklich. Die Verkalkungen entstellen, wenn Kalksalze sich in den Käse einlegen. Beim Durch­schneiden solcher Drüsen knirschen die kalkigen Massen und sind auch durch Befühlen an ihrer Härte nachweisbar. Von Neubildungen iindet man bei Thieren am häufigsten Sarcome und Lymphome.
Obductionsbefund. (Jenei'cller Rotz eines Pferdes.
Abgemildertes Thicr. An der äusscren Seite des linkcij hinteren Fcsselgelenkes sitzt in der Haut ein erbsengrosses Geschwür, dessen Ränder wallartig hervor­treten. In der Nachbarschaft der Ränder sind die Haare im Umkreise eines Zehn-pfeunigstückes ausgefallen. Auf dem Durchschnitt zeigt sich, dass dieses Geschwür durch den Zerfall rotziger Neubildungen entstanden ist, welche sich bis auf die Subcutis erstrecken. An der inneren Seite des Fesselarclcnkcs sitzt in der Haut ein bohnengrosser Knoten, der aus einer VerdickuiiK der Cutis hervorgegangen ist. Das Gewebe des Knotens ist fest und weiss gefärbt. Etwas oberhalb des Sprung­gelenkes desselben Fusses sitzen zwei subeutane Herde von der Grosse einer Bohne, die gelblichweiss geftllbte, eitrige Flüssigkeit enthalten. In der Nachbar­schaft der Herde ist das subeutane Gewebe mit gelblichweiss gefärbten Neubil­dungen durchsetzt. Noch weiter im Umkreise zeigt sich das Gewebe fibrös indu-rirt. Beide Leistendrüsen vergrössert. Die einzelnen Knoten sind von lockerem Bindegewebe umgeben. Das Parcnchyiu der Drüsen ist weiss gefärbt und weich. An der linken Seite des Koblganges liegt eine markstiickgrosse, haarlose Stelle und am vorderen Rande derselben ein bohnengrosses Geschwür, dessen Grund uneben und dessen Rand wallartig erhaben ist.
Am vorderen Ende der oberen Nasenmuschel, namentlich am unteren Rand;' derselben sitzen in der Schleimhaut zahlrciHie Rotzgesohwüre und rotzige Neubil­dungen. An den übrigen Theilen der Nasenmuschel sitzen ebenfalls mehrere kleine Geschwüre. Die Schleimhaut an der linken Seite des septum nasale ist durchweg mit Rotzncubildungen und Rotzgeschwüren besetzt. Sie liegen meist zusammengebäuft und bilden grössere, beetartige Erhöhungen, deren centrale Theilc ulcerirt sind.
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Die Sohleimbaut des Kehlkopfes, der Luftröhre und der Bronchien ist durchwejj: glatt und bleich, nur die kleinen Bronchien sind mit einer durchscheinenden, schleimigen Flüssigkeit angefüllt.
Die Lymphdrüsen im Kehlgango sind vergrössert, etwas fester und von etwas verdickten Kapseln umgeben. Auf dem Durchschnitt zeigen sich die Knoten der Lymphdrüsen weiss gefärbt, das Ciewcbc fest und stellenweise mit kleinen grauen, durchscheinenden oder gelhlich gefiirbtcn bis grieskorngrossen Herden durchsetzt. Dieselben Zustände können an den phnryngealen Lymphdrüsen nachgewiesen werden.
In der Lunge finden sich zahlreiche, grics- bis hirsekorngrossc und grauroth gefärbte Knötchen,idie theils unter der Pleura, theils inmitten des Lungengewebes liegen. Das Centrum dieser Knötehen ist grauroth gefärbt und die Peripherie derselben geröthet. Eine starke Begrenzung der Peripherie ist nicht nachzuweisen.
Die Bronchialdrüsen sind etwas vergrössert und weich. Auf dem Durchschnitt zeigen sich in den gefärbten Parcnehynien zahlreiche schwarze Flecken.
Die Leber zeigt keine Abweichungen.
Die Milz ist an ihrer äusseren Fläche in der Nahe des breiten Endes mit zahlreichen, gelb gefärbten Flecken besetzt, die von einem stark gerötheten Hofe umgeben sind. Diese Flecke erweisen sich auf dem Durchschnitt als kleine, gelb-•weiss gefärbte Herde, deren Centrum zum Theil eitrig geschniolzcn ist. Einzelne Herde sitzen auch inmitten der Milz.
An den übrigen Organen sind keine nenueuswertiien Abweichungen uachzu-weiseu,
Obductionsbefund. Käsige, ulccrtisc, chronische VrouchitlN einer Kuh.
Stark abgemagertes Thier.
Brusthöhlen. Beide Pleurnsäcke sind leer. Die Pleura puhnonalis und costalis an verschiedenen Stellen mit einem trüben Belag bedeckt.
Die Lungen sind fast im Zustande starker luspiratiou, luftleer. Heim Ueber-streichen lassen sich im Innern zahlreiche Knoten fühlen. Einzelne derselben sind hart, andere aber weicher. Diese Knoten entsprechen Höhlen, welche mit einer käsigen, klebrigen Masse angefüllt sind. In den härteren Knoten sind diese Massen consistenter. Die grössten Höhlen befinden sich an den hinteren Enden beider Lungenflügel. Die Herde reichen bis an die Pleura, die hier scliwartenartig verdickt, mit zottigen Vegetationen besetzt ist. Die lunenfliiclie der Höhlen ist glatt; einzelne Höhlen sind ausgebuchtet, mehrfächerig und stehen mit Bronchien in Verbindung. Durch grösscre Höhlen ziehen sicii feste balkcuartige Züge, welche obliterirten Gefässen entsprechen. Die die Höhlen umsehliesscnde, binde-gewebige Membran ist innen geröthet. Die Bronchien und die Luftröhre enthal­ten eine schleimige, mit flockigen Massen durchsetzte Flüssigkeit, die grauroth gefärbt ist. Die Schleimhaut der kleineren Bronchien ist stärker, die der Luft­röhre schwächer gerötiiet. Die Bronchial- und Mediastinallyiuididrüscu sind stark vergrössert und mit bindegewebigen Massen durchsetzt.
Am Herzbeutel keine Veränderungen. Der rechte Ventrikel ist etwas ver­grössert, seine Wand hypertrophisch.
Des Weiteren wurde noch ermittelt: Pareuchymatöse Hepatitis, Nephritis eatarrhalis, Milztumor, Dickdarmcatarrh und Catarrh des Labmagens.
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Die Herausnalime der Halsorgane.
Um die Halsorgane zu entfernen, legt man zwei tiefe Schnitte an den inneren Flächen der beiden Unterkieferäste an, durchsticht am Kinnwinkel die Muskulatur und macht auf solche Weise eine Oeffnung in die Maulhöhle. Aus dieser Oeli'nung zieht man die Zunge aus der Maulhühle nach aussen. Sodann durchtrennt man die Gelenke zwischen dem kleinen bezw. mittleren und grossen Zungenbeinast und entfernt den Pharynx mit sammt den Drüsen vom grossen Zungenbeinaste. Wenn man nun noch das lockere Gewebe zwischen Schlund und Wirbelsäule durchtrennt, dann kann man die Theile herausnehmen und untersuchen. Da beim Abtrennen des Pharynx vom grossen Zungenbeinaste der Luftsack geöffnet wurde, untersucht man zuerst dessen etwaigen abnormen Inhalt.
Nachdem an den auf einem Tische liegenden Theilen die Zunge betrachtet worden, durchschneidet man das Gaumensegel in der Mitte und öffnet nun den Pharynx und den Oesophagus. Will man die Giesskannknorpel untersuchen, dann trennt man die sie umgeben­den Theile ab. Nun kann der Larynx geöffnet werden, indem man den Ringknorpel und mit dem fortgesetzten Schnitt die hintere Wand der Luftröhre durchschneidet. Nachdem dann alle vorliegen­den Theile genau untersucht sind, präparirt man sich die Kehlgangs­drüsen, die normal 15 cm lang und deren einzelne Knoten etwa bohnengross sind, die seitlich vom Pharynx gelegenen retropharin-gealen und die seitlich vom Schlundkopf unter der Parotis liegenden subparotitealen Lymphdrüsen ab und untersucht sie noch speziell. Dass in den Kehlgangsdrüsen mit Vorliebe rotzige Veränderungen, die bereits schon beschrieben wurden, und in diesen und auch in den retropharingealen und subparotitealen Lymphdrüsen mit Vorliebe drusige Abscesse entstehen, dürfte allgemein bekannt sein.
Die Herausnahme des Gehirns und die Freüegung der Nasenscheidewand.
Nach Entfernung der weichen Theile sägt man dicht oberhalb der Augenbogen (Querschnitt) und von vorn nach hinten an beiden Seiten dicht oberhalb der Jochbeine die Knochen durch. Die letzteren Schnitte sollen im grossen Hinterhauptsloche enden. Wenn man
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nun Hammer und Meissel behufs vollständiger Durchtrennung der Knochen zu Hülfe nimmt, kann man das Schädeldach abheben. Nach­dem das Schädeldach und alle vorliegenden Theile incl. Dura mater eingehend geprüft wurden, trennt man letztere ab und untersucht die Pia mater, die häufig Veränderungen aufweist, jetzt schon, soweit ßle sichtbar ist, und nimmt dann das Gehirn nach Durchtrennung der Nervenverbindungen aus der Schädelhöhle heraus.
Krankheiten des Qehirns und seiner Häute.
Die zwischen Dura und Pia mater gelegenen Lymphräume findet man bei Obductionen niemals mit Exsudaten oder Transsudaten ge­füllt. Dafür ist aber die Pia selbst in ihren Maschen häufig oede-matös infiltrirt. (Bei Erstickungen Oedem klar.) Die Pia mater er­krankt oft parenchymatös entzündlich (entzündliches Oedem). Das gelieferte Material ist dann undurchsichtig in Folge Beimischung weisser Blutkörperchen und hat daher ein trübes Aussehen, deswegen auch der Name trübes Oedem. Gleichzeitig sind die Venae arach-noidales mit Blut stark angefüllt. Die arachnoidealen Räume der Pia mater sind an der Basilarfläche des Gehirns reichlicher — maschiger — entwickelt als an der Oberfläche. Aus diesem Grunde sieht man daher die Krankheitszustände dort besser als hier. Die Eröffnung der Gehirnkammer führt man am besten auf die Weise aus, dass man beide Grosshirnhälften etwas von einander abzieht und Schnitte dicht über dem Gehirnbalken lateral durch die Wände der Gehirn-kammern legt und die Schnittöffnungen nach Bestimmung des In­haltes der Kammern in der Richtung nach vorn und hinten erweitert. In den Gehirnkammern befindet sich normal eine nicht messbare Feuchtigkeit (der Liquor cerebri). In abnormer Weise findet man dort, wenn auch selten, Serum, Eiter (Pyocephalus) und Fibrin. Beim Dummkoller und bei der acuten Hirnhöhlenwasser­sucht (Hydrocephalus ventricularis) sind die Kammern mehr oder weniger mit klarer Flüssigkeit angefüllt, die durch Reizungs- oder durch Stauungsverhältnisse bedingt wird. Das Ependym schwindet durch den Druck des abnormen Inhaltes dabei stellenweise und vornehmlich an den corpora striata, wo die Gehirnmasse dann hindurchschimmert.
Unter normalen Verhältnissen ist das Ependym immer matt­glänzend, glatt und wciss gefärbt. Bei acuten Processen, die von einer Arachnitis cerebralis auf das Ependym fortgeleitet werden, ent­steht eine Ependymitis cerebralis. Das Ependym enthält dann
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HäinoiThagien, die sich durch Abspülen mit Wasser nicht entfernen lassen. Auch Blut (geronnen) kann sicli nach Zerreissungeu von Blutgefässen in den Ventrikeln ansammeln.
Bei chronischen Veränderungen sieht man — allerdings nur sehr schwer — warzenartige Erhabenheiten, die Thau tropfen ähnlich sind und schwielige Verdickungen, wodurch das Ependym lederartig verdickt erscheint.
Die Plexus sehen normal roth aus und zeigen an der Umschlag-steile (Glomus) meistens grau gefärbte Schwellungen (bindegewebige Neubildung). Häufig sitzen hier haselnussgrosse Geschwülste, die anfangs weich sind, später aber härter werden und dann Cholestearin enthalten.
Hyperämien in der Gehirnsubstanz machen sich an der stärkeren Füllung der Gefässe bemerkbar.
Blutungen, die punktförmig und in grösserer Verbreitung auf­treten, sind leicht als solche zu ermitteln. In ihrer Umgebung ist die Gehirnsubstanz immer feucht glänzend. Auf Grund vorhandener Blutungen (hämorrhagischer Herde), entstehen häufig Erweichungs­herde, welcher Zustand in Folge der vorhandenen, hämorrhagischen llötiie als rothe Erweichung bezeichnet wird. Durch Ablagerung von Pigment innerhalb des event, zur Narbe führenden Herdes ent­steht in diesem eine mehr braune Farbe, daher der Name: braune Erweichung.
Die gelbe Erweichung besteht in einer fettigen Umwandlung einzelner kleinerer oder grösserer Substanzpunkte, die Dcstructionen irgend welcher Art erfahren haben.
Bei thierischen Obductionen werden diese beim Menschen viel beobachteten, pathologischen Gebilde relativ nur selten gefunden.
Beim Gehirnoedem ist die Schnittfläche feucht glänzend, während die Gefässe blutleer sind. Die Pia mater ist dann meist auffallend blass. Bei der acuten P^ncephalitis sieht man zuerst Hyperämien, und zuweilen bilden sich wahrscheinlich in Folge von septischen Embolien Erweichungsherde, die nach ihrer Resorbtion eine Narbe hinterlassen, oder es entstehen durch dieselben Abscesse, die entweder tiidtlich wirken, oder die sich nach ihrer Abkapselung mittels Granulations- und Narbengewebe lange Zeit erhalten können. Auch partiell und generell auftretende Eiterungen werden beobach­tet, die meist durch fortgeleitete, eitrige Entzündungen vom Schädel her bedingt werden. Erhebliche Veränderungen im Gehirn und an seinen Häuten werden durch das Vorhandensein des Coenurus cere-
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bralis verursacht. Er kommt am meisten beim Schaf, dann beim Rinde und nur ganz selten beim Pferd vor.
Da Gehirnkrankheiten bei Thieren, abgesehen von der chro­nischen und der acuten Hirnhöhlenwassersucht der Pferde, nur selten auftreten, ist auch bis jetzt über die anderen Gehirnkrankheiten nur wenig bekannt. Dem Praktiker dürften daher die hier niedergeleg­ten, kurzen Abrisse zur Befriedigung seiner Bedürfnisse in Bezug auf die Ermittlung von Gehirnkrankheiten vollauf genügen.
Obductionsbetund. Hydroccphalus acutus.
Am Schädeldach zeigen sich keine Veränderungen. Die Dura ist aussen glatt und schwach durchscheinend. Innere Fläche der Dura normal. Die Venen der Pia injicirt. An der höchsten Stelle beider Hemisphären, rechts und links vom Sichelfortsatz befinden sieh zahlreiche Pacchionische Granulationen. Die Maschen der Pia mit einer schwach trilhen Flüssigkeit angefüllt, diese zeigt sich nament­lich an der Basilarfläche des Grosshirns. Die grösseren Gefässe an der Volarfläohe normal. Beide Seitcnventrikel sind gefüllt mit klarer und nicht gefärbter Flüssigkeit. Die Seitenventrikel sind etwas erweitert. Die Corporraquo; striata schwach abgeplattet. Die Oberfläche des Ependyms überall glatt, beide Ependymblätter an der hinteren Seite der Ammonshörner partiell miteinander verwachsen. An der gewölbten, oberen Fläche des linken Ainmonhornes, an der lateralen Wand des rechten, weniger des linken Ventrikels, und an der halbdurchsichtigcn Scheidewand ist das Bpendym mit punktförmigen, hämorrhagischen Herden zahlreich durchsetzt. Die Hirnsub­stanz trocken und anämisch. Der freie Band der Adergeflechte an der lateralen Seite des Ventrikel ist blauroth verfärbt und verdickt. In den verdickten Theilen treten kleine, graue Zeichnungen auf, die auch im Velum der Adergeflechtc nach­zuweisen sind. Die Wasserleitung des Sylvius und der vierte Ventrikel mit Flüssigkeit angefüllt. Letzterer etwas ausgedehnt.
Ilesumfe: Arachnitis serosa acuta. Ejiendymitis hiinioiThagica. Hydrops ventricularis acutus. Alte adhäsive und partielle Ependymitis und chronische Ent­zündung an den Adergeflechten. Auämia cerebri.
Ferner wurden ermittelt: Myocarditis, Hepatitis, Nephritis und Myositis parenehymatosa. Hämorrhagische Herde in der Milz und Pleura pulmonalis. Ga­stritis glandularis acuta, catarrhalische Entzündung des Darmes. Jauchige, eitrige Phlegmone am Schädel und an den Extremitäten,
Nach der Untersuchung des Gehirns trennt, man den Unterkiefer vom Oberkiefer ab, indem man nach Durchschnei­dung der in Frage kommenden Weichtheile die Gelenkverbindung zwischen Ober- und Unterkiefer ablöst. Man kann nun die Zähne, die Schleimhaut der Backen und den harten Gaumen untersuchen. Hierauf wird der Oberkiefer von vorn nach hinten dicht neben der
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Mittellinie durchsägt und dann die Nasenscheidewand aus ihrer Um­gebung herausgelöst und diese nebst allen anderen Theilen nach vorherigem Abspülen mit Wasser untersucht.
Untersuchung und Krankheiten der Lymphdrüsen, des Bücken­marks, der Knochen, der Gelenke und der Muskeln.
Für die Untersuchung der Extremitäten genügt es, die Ge­lenke, die krank befunden werden, zu öffnen. Die Muskeln werdem mit grossen Schnitten zerlegt und ihre Beschaffenheit auf der frischen Schnittfläche festgestellt. Die Knochen werden der Länge nach auf­gesägt und dann nach Abspülung der Sägefläche die weichen (Mark) und die harten Theile untersucht.
Einer ganz speziellen Prüfung soll man die Lymphgefässe und die Lymphdrüsen unterwerfen. Zu diesem Behufe präparirt mai? erstere frei und verfolgt sie bis zu den Lymphdrüsen, die in Bezug auf ihre eigene und auf die Beschaffenheit ihrer Umgebung zu unter-suchen sind. (Krankheiten schon vorher besprochen.)
Soll der Huf untersucht werden, dann genügt es häufig, ihn in der Mitte zu durchsägen. In andern Fällen muss man die Hornwand von der Hornsohle in der Eichtung der weissen Linie durchsägen und die Hornwand mittels einer Zange abreissen; ebenso soll dann die Hornsohle von vorn nach hinten durch starken Zug entfernt werden. Man kann nun die weichen Theile des Hufes übersehen. Die Gelenkeröffnungcn erfolgen von der Sohle aus, indem man zuerst den Fleischstrahl von seiner Verbindung mit der Sehne des Hufbeinbeugers und dann diesen Theil der Sehne selbst entfernt. Auf diese Weise wird das Strahlbeinsehnengelenk geöffnet.
Die Beschreibung der Eröffnung des Eückenmarkcanals kann hier übergangen werden, weil es kaum einmal vorkommen dürfte, dass der Praktiker in die Lage käme, denselben anders zu öffnen, als man es von Fleischern zu sehen gewohnt ist.
Das Rückenmark selbst wird untersucht, indem man die Dura mater an der zu oberst liegenden Seite des Rückenmarks aufschneidet und dabei diese und die Pia mater in Bezug auf entzündliche oder adhäsiv indurirende Zustände näher prüft. Sodann legt man mit einem Messer Querschnitte in Abständen von 1—2 cm durch das ganze Rückenmark und untersucht dabei seine innere Einrichtung.
An den Sehnen, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln kom­men bei Thieren häufig Veränderungen vor. Blutungen werden ge-
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sehen nach Traumen. Durch Entzündungen und Traumen entstehen fibrinöse Entzündungen. Die Auflagerungen sitzen auf der Ober­fläche der Sehne und auf der Innenfläche der Sehnenscheide (Tendo-synovitis acuta sicca), Eiterungen kommen zwischen Sehne und Scheide häufig vor (Tendosynovitis acuta purulenta). Tuberkulose findet sich im Anschluss an generelle Tuberkulose. Das Hygroma tendovaginale ist eine Erweiterung der Sehnenscheiden durch Flüssig­keitsansammlungen.
An den Schleimbeuteln und zwar an der Bursa praepatellaris sieht man Blutungen, seröse und eitrige Entzündungen und Hygrorae. Die letzteren entstehen häufig aus serösen Entzündungen.
An den Knochen sieht man oft eine Periostitis ossificans. Die­selbe führt zur allgemeinen Verdickung der Knochen (Hyperostitis), oder aber sie betrifft nur einen grösseren Theil eines Knochens (Periostitis), oder sie ist auf einen kleinen Theil localisirt (Exostosis). Das Entzündungsproduct bei Fracturen heisst Callus. Die Ostitis ossificans führt zum abnormen Wachsthum, die rareficirende Ostitis zum Schwunde des Knochens. Nach Infectionskrankheiten treten zuweilen eitrige Entzündungen des Knochenmarkes und des Periost auf (Osteomyletis purulenta). Bei der Arthritis purulenta ist die Synovialmembran catarrhalisch verändert. In der Gelenkhöhle be­findet sich fibrinös-eitriges Exsudat. Die knorpeligen Ueberzüge der Gelenkenden schwinden dabei. Ist die Entzündung auf die die Gelenke umgebenden Theile fortgeleitet worden (Panarthritis), dann entstehen dort häufig Abscesse. In Folge von chronischen Gelenk­entzündungen sieht man oft hochgradige Deformationen, so Schwund des Knorpels und auch des Knochens an den Gelenkköpfen und chronisch hyperplastische Veränderungen der Gelenkkapseln (Arthri­tis chronica deformans).
Von den tuberkulösen Veränderungen ist zu bemerken, dass der tuberkulöse Process zuerst mit fungösen Granulationen und mit in diesen gebildeten, kleinsten Tuberkelknötchen beginnt, welch' letztere später verkäsen und in ihrer Umgebung Necrose erzeugen. Der tuberku­löse Process kann auftreten im Periost, im Knochen, im Knochen­mark und in der Synovialmembran, nicht aber im Knorpel. Rotzige und aktinomykotische Knochenerkrankungen sieht man hier beim Pferde, dort beim Rinde häufig.
Die Rhachitis besteht in abnormen Wucherungen der Knorpel­zellen, mangelhafter Bildung des Markraumes, gesteigerter Resorption und mangelhafter Verkalkung. Durch letztere Eigenschaft bleiben
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die Knochen weich. Die weichen Knochentheile werden durch den Druck, der auf sie ausgeübt wird, aufgetrieben (englische Krankheit).
Bei der Osteomalacie wird in umgekehrter Weise der harte Knochen weich, die Ursachen sind unbekannt.
Am Periost kommen Neubildungen vor, wie Sarcome, Osteo-sarcome, Osteoidchondrome, Osteoidsarcome.
In den Muskeln findet man oft Geschwülste und Parasiten. Von letzteren Cysticcrken, Trichinen, Actinomycesrasen (Schwein), Muskel-distomen, Psorospermlenschläuche etc. Der Muskel selbst kann atro-phiren, indem Muskelfasern schmäler werden (Atrophia musculo-rum simplex), oder es entstehen hyaline und fettige Degenerationen und Verkalkungen der contractilen Substanz.
Im intermuskulären Bindegewebe giebt es Oedeme. Blutungen werden oft bei septicämischen Krankheiten, Infectionskrankheiten und nach Traumen angetroffen.
Die Myositis parenchymatosa besteht in einer trüben Schwellung der contractilen Substanz. Sie kann zur fettigen Dege­neration und zur wachsartigen Metamorphose führen.
Die Myositis interstitialis apostematosa (Abscessbildung im intermuskulären Bindegewebe) sieht man nach Traumen, nach fortgeleiteten Entzündungen, nach malignen Embolien etc. Die Myo­sitis interstitialis chronica fibrosa verläuft im interstitiellen Bindegewebe meist in Begleitung anderer entzündlicher Zustände und führt zu Atrophien der Muskelfasern und zur Bildung von Schwielen. Auch Verknöcherungen des Muskelbindegewebes sieht man in nicht allzu seltenen Fällen.
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Alphabetisches Register.
A.
Abledern der Haut 4. 5.
—nbsp; nbsp; b.kleincnThiorcn6. Amyloid, Milz 84. Amyloidinfiltration der
Leber 91. Ancurysma der vorderen Gokröswurzel 55—61.
—nbsp; nbsp; Alter 60. Anhängsel, bindegewebige
48.
Aorta, hintere, Heraus­nahme der 54.
Apendices epiploicao 45.
Apoplcctisch 3.
Arachnitis oorebralis 186.
Artcviitis fibrosa 123.
—nbsp; nbsp; purulonta 123.
—nbsp; nbsp; uleerosa 65. Arthritis ehronioa defor-
maua 139.
—nbsp; nbsp; purulenta 189, Athcrombrci 123. Atrophie ,brauned.Leber8(J.
—nbsp; nbsp; cyanotische der lie­ber 38.
—nbsp; nbsp; raclanämische der Leber 89.
—nbsp; nbsp; simplex d. Leber 89. Atrophien dos Fettes 35. Augen, Besichtigung 2. Ausflüsse 1.
B.
IJauchbruch 41. Bauchfell, Sarcomatose des
44. 45. 46. Bauchfellentziimlu ngcu
43-46.
—nbsp; eitrige u. jaucliige 45. üauchhülilo, abnormci' In-
halt 42. 43.
—nbsp; Eiüffming der 34. 35.
—nbsp; Exsudat 44. 45.
—nbsp; Transsmiut 44. 45.
—nbsp; nbsp; — blutiges 40.
Bauchrcgioucn 7. Beckenorgane, Heraus­nahme 105. 106. Beläge, sammetartige 29. Besichtigung, äusscre 1. Blascnsteine 108. Blinddarm, Erüftnungd. 49.
—nbsp; nbsp; Zerreissungen 50. Blut, arterielles 26. 27.
—nbsp; nbsp; venöses, 26. 27. Blutbruch 109. Blutextravasate 31. Blutfarbstoff 26. Blutfülle, hypostatische 26. BlutfüIIungen, abnorme
24. 25.
—nbsp; nbsp; normale 25. Blutungen, d. Muskeln 140.
—nbsp; nbsp; der Nieren 97.
—nbsp; nbsp; des Gehirns 136.
—nbsp; nbsp; des Magens 77.
—nbsp; nbsp; d. Pericardium 120.
—nbsp; nbsp; eigentliche 31. Blutunterlaufung 32. Botryomycose 110. Bronchitis catarrhalis 131. Brustkasten, Oeft'nung 6. Brusthöhlen, Eröffn.d. 117. Brustorgane, Herausnahme
u. Untersnehung 117-131. Brüche, innere 42.
C.
Cadaveröse Erweichung d. Magens 74. •laquo; Färbungen 30.
—nbsp; nbsp; Flüssigkeit 43. Capillarinjection 27.
—nbsp; nbsp; ent/.iiiullicbc 29. Carbunkeln (lev Haut und
des Darmes 12. 18. Oavcinome des Bauchf. 46. Catarrb/lerHarnblasc^icii-
ter, chronischer 107. des Dünndarmes 69.
—nbsp; nbsp; des Magens 75.
Catarrh, hämorrhagisch. 17. Cavcrnen, bronchieeta-tischc 130.
—nbsp; nbsp; ulceröse 130. Cholesteatome der Ader­geflechte 136.
Coenurus cercbralis 45. Cryptorchismus 108. Cysten der Nieren 104.
—nbsp; nbsp; der Ovaricn 112. Cysticercus ccllulosae 45.
—nbsp; nbsp; pisiformis 45.
—nbsp; nbsp; tennicollis 45,
D.
Darm, Einklemmung. d. 42.
—nbsp; Einschiebungen 41.
—nbsp; Infarcirung, hiimor-rhagischo 68.
—nbsp; Infiltration, hiimor-rhagische 12.
—nbsp; Lage, normale 38.
—nbsp; Längsaxendrehung39.
—nbsp; Necrotisirung 58.
—nbsp; Queraxendrehung 39. —#9632; Verengerungen 40.
Darmtheilc, Beschaffenheit
—nbsp; nbsp; — normale 36. 37.
—nbsp; (Rind), Herausnahme der 53.
—nbsp; nbsp; Lage der 35. 36.
—nbsp; Verlagerungen38-42. Darmzerreissungcn 43. 50. Decubitalgangrän 17. Dermoideysten 112. Dickdarm, Drehungen des
89. 40. 72.
—nbsp; nbsp; nbsp;Ilcrausn. des 48.4!). Diphtherisohe Auflage­rungen der Schleim­hau t d. Dickdarmes 73.
Drehungsstelle (Darm) 89. Drüsen, rotzige 9. Driisenabscesse 9. 131. Duotus hepatlous, Prüfung des 61.
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Dünndarm, Drehungen des 39. 40.
—nbsp; nbsp; Herausnahme d. 47.
—nbsp; nbsp; Zerreissungen 60. Duodenum, Erüffnungd. öl.
—nbsp; nbsp;Herausnahme 50. 51.
E.
Ecchymusen 32. Eingeweide, Herausnahme aus derDauchhöhle47.
—nbsp; nbsp; Lage 22. Elephantiasis glabra 18. Elephantiasis verrueosa 18. Emboli 65. 123. Eiiil)olie,etagenai'tige oder
geschichtete 57. septische 113.
—nbsp; nbsp; Zurückdatirung der 61.
Eiubollen 32.
der Leber 89.
—nbsp; nbsp; der Milz 83.
—nbsp; nbsp; der Nieren. 98. 99. Encephalitis acuta 136. Endocarditis chronica
partiaiis 121.
—nbsp; nbsp; umligna oder ul-cerosa 122.
Endocardium, Hiimor-rhagien dos 121. Endomctritis acuta 114.
—nbsp; nbsp; chronische 114.
—nbsp; nbsp; puerperalis 113. Enteritis acuta 70.
—nbsp; nbsp; cascosa(Scliweiii)71.
—nbsp; nbsp; chronica 70.
—nbsp; nbsp; crouposa (Rind) 71.
—nbsp; nbsp; ulccrosa 70. Ent/,(indiiug,catarrhalisclii'
der Lunge (Schwein, Hund) 22. 127.
—nbsp; nbsp; der Uterusschleim-haut 113.
—nbsp; nbsp; des Euters 115.
—nbsp; nbsp; rotzige, der Unter­baut 9.
Entzündungsoedein 17.
Entzündungsröthen 24. 26. Epcndymitis acuta 135.
—nbsp; nbsp; chronica 136.
—nbsp; nbsp; cerebralis 135. Eröffnung der Bauchhöhle
34.
—nbsp; nbsp; d. Brusthöhlen 117. Erstickungen 29. Erweichung, cadaverijse
(des Magens) 74. Enter, Abtrennen des 5. Eutcrdrüsen, Hyperplasien
5. Euter, Entzündungen des
115.
—nbsp; nbsp; Hautkrankheiten des 116.
—nbsp; nbsp; Neubildungen d.l 16. Tuberkulose d. 116.
Exostosis 139. Exsudat, geronnenes 17. Exsudate, 29.
—nbsp; nbsp; eitrige 28.
—nbsp; nbsp; serös-flbrinöse 28. Exsudation, hämorrha-
gische 32.
F.
Färbungen, cadaveröse HO. Farbenbcstimmungen au
Organen 24. Fiiulniss 2. 3. P'ettinseln 3. Fettroichthum 3. Fettscblau ch 111. Filaria papillosa 45, Flankcnbruch 41. Fleisohbruoh 109. Fut,terunschoppui;gcn '
(Dam) 38.
(i. Gallongänge, Entzündun­gen, acute 94.
—nbsp; nbsp; — chronische 94.
—nbsp; nbsp; Steine der 96. Giis im Darm 2. üastritiscroiiposa(Hiii(l)7,;).
—nbsp; nbsp; follioulatls(Rind)76.
Gastritis hämorrhagica 76.
—nbsp; nbsp; proliferans 75. Gastro-Adenitis 75. Gastro-Entcritis 75. Gehirn, Blutung 136.
—nbsp; nbsp; braune Erweichung 136.
—nbsp; nbsp; gelbe Erweichung 136.
—nbsp; nbsp; Herausnahme 134. 135.
—nbsp; nbsp; Hyperämie dos 136.
—nbsp; nbsp; rothe Erweichung 136.
Gehirnoedeni 136. Gekröswurzel, vordere, Aufsebneiden der 54.
—nbsp; nbsp; Herausnahme 54.
—nbsp; nbsp; Thrombose 54—61. Geschwülste d. Nieren 105.
—nbsp; nbsp; der Ovaricn 112. Geschwüre, diphtherisclie
70. 71.
Glonierulo-Nephritis 101.
Glottisoedcm, entzünd­liches, 28.
(iiimmdariiijBröffn. des4i).
—nbsp; nbsp; Zerreissungen 50.
H. Hämatom 32. Hämatometra 32. 114. Hämatothorax 32. Hämoglobin 26. Hämorrhagien 12.
—nbsp; nbsp; d. Endocardium 121 Halsorgane, Herausn. 134. Harnblase, Catarrhe,acute,
chronische 107.
—nbsp; nbsp; Hypertrophie 107. -#9632; Parasiten 108.
—nbsp; nbsp; Tbrombcn 108. Haut, Beschaffenheit 1.
—nbsp; Infiltration,scrosell.
—nbsp; nbsp; Rot.hfärbungeu, (Schwein) 7.
Hautrotz 8. 23. Hepatitis interstitiulis chronica 92. 93.
ocr page 154
143
Hepatitis parencliymatosa acuta 92.
—nbsp; nbsp; purulonta 94. Hermaphroditismus 109. Hernia abdominalis 41.
—nbsp; nbsp; diaphragmatica 41.
—nbsp; nbsp; femoralis 40.
—nbsp; nbsp; inguinalis 40. 109.
—nbsp; nbsp; umbiUoalis 40. Herz, Untersuchung 117
bis 119. Herzbeutel, Eröffnung 118.
—nbsp; nbsp; Neubildungen 121. normale Anatom io
119. Parasiten 121. Herzkaminerueriift'ng. 118. Hoden, Atrophien 109.
—nbsp; nbsp; Hypertrophien 109. Hodensackontzündungl09. H.ydrometra 114. Hydronephrosc 104.
Hydrops aseites 93.
follicularis 112.
—nbsp; nbsp; tubae 112. tubae sanguino-
lentus 112.
—nbsp; nbsp; ventricularis 186. Hygroma tendovaginalc
139. Hypcrilraicn, arterielle 26. vemisc 20. 27. der Leber 88. der Milz 82. der Nieren 97.
—nbsp; nbsp; des Gehirns 136.
—nbsp; nbsp; d. Pericardium 120 Hypcrostitis 139. Hypostase 25. 26.
Infarcirung, hämorrha-gische d. Darmes 58.
Infiltration d. Haut, eitrige 28. — seröse 11.
—nbsp; —#9632; serös-flbrinöse 28.
des Darmes, hiimor-rhagische 12.
—nbsp; nbsp; hämorrhagische 40. Influenza 127. Injection, arterielle 26. 27. Invaginationen 41.
K.
Kachectische Krankheiten
3. Kalkknotcn (Lunge, Pferd)
129. Knochen, Untersuchg. 138. Kohlensäurevorgiftung 3. Krankheiten, äussere 1. d. Arterien 122-124.
—nbsp; nbsp; der Gelenke 139.
—nbsp; nbsp; der Harnblase 106 bis 108.
—nbsp; nbsp; der Harnleiter 106.
—nbsp; nbsp; der Harnröhre 108. der Hoden 108.109. d. Knochen 139.140. der Leber 86—96. der Lymphdrüsen
131. 132. der Milz 81. 85.
—nbsp; nbsp; der Muskeln 140.
—nbsp; nbsp; d. Niereu 95—105. der Ovarion und Ei­leiter 111—113.
d.Plcuren u.Lungen 125—132.
—nbsp; nbsp; der Samenstränge, der Prostata und des Schlauches 109—111.
- d. Euters 115-117.
—nbsp; nbsp; d.Endocardium 121.
—nbsp;#9632; d. Gehirns u. seiner Häute 135—137.
—nbsp; nbsp; d. Magens 73—79.
—nbsp; nbsp; d. Myocardium 122.
Krankheiten des Rücken­marks 138. — des Uterus und der Scheide 113-115.
Längsaxendrehung (Darm)
39. Leber, Abscess 94.
—nbsp; AmyloidinfiltrationOl.
—nbsp; Anämie 87.
—nbsp; Atrophia simplex 89.
—nbsp; Atrophie melanämi-sehe 89.
—nbsp; Atrophie acute, gelbe 89. 90.
—nbsp; braune Atrophie 89. cirrhose 93.
—nbsp; cyanotische Atrophie 88.
—nbsp; Embolien 89.
—nbsp; Fcttinflltration 91.
—nbsp; Gallengäuge, Steine der 95.
Geschwülste 86. Herausnahme 52. Histologie, normale 85. 86.
—nbsp; Hyperämien 88.
—nbsp; nbsp;Kapsclveränderuntrcn 87.
—nbsp; Parasiten 87.
—nbsp; Stauungshyperämic 88.
—nbsp; Untersuchung 53. Leistenbruch 40. 109. Lipome 45.
Liquor cerebri 135. Lunge, Rctracfionszustand 126.
—nbsp; nbsp; Kotzknoteu 128.
—nbsp; nbsp; Untersuchung 126. Lungenentzündung, orou-
pöse (Pferd) 22.23.127. Lungenbypostase 26. 126. Lungenrotz 24. 128. Lungen8cuchc(Rind) 22.23.
24. 130. 131.
Imbibitiousriitheu 26. 43. lucarccnitioncn 42. Infarct, embolischer 32.
—nbsp; nbsp; hiimorrhagischer 82. 72.
- der Nieren 98.99.
—nbsp; nbsp; necrotischer 26.
ocr page 155
144 —
Lymphadenitis, rotzige 8. Lymphangitis, rotzige 8. Lymphdrüsen, hämorrha-gische 13.
—nbsp; nbsp; Krankheiten 131. 132.
M. Magen, Blutungen 77.
—nbsp; nbsp; Kroffnung 51.
—nbsp; nbsp; nbsp;Ilerausnalime50.!jl.
—nbsp; nbsp; Parasiten 77. 78. MagendanncntzUndung,
nrykotische 76.
Jlagendarmkatarrh 75.
Magencutziindung, trau­matische 78.
Ilagengeschwür 76.
—nbsp; nbsp; septisches 77. Magenschleimhaut, nor­male Einrichtg. 74.75.
Magenzorreissungen 50.
73—74. Mastdarm 2.
Mastdarmzerreissungen71. Mastitis acuta 116.
—nbsp; nbsp; chronica 116.
—nbsp; nbsp; tuhcrculosa 5. 116. Maul, Beschaffenheit 2. Metamorphose 33. Metritls 114. Milchsäure 2. Milchsteine 117.
Milz, Amyloid 84.
—nbsp; Anämie 82.
—nbsp; Blutungen 83.
—nbsp; Oirculationsstörungen 82. 83.
—nbsp; Embolien 83.
—nbsp; Entzündung, hyper­plastische 82.
—nbsp; hämorrhagischer In-faret 83.
—nbsp; Herausnahme 50. Histologie normale81.
—nbsp; nbsp; nbsp;Ilyiieriimieii,acute 82.
—nbsp; llyperplasie, acute 82.
—nbsp; Kapselvciiindeiungen, chronische 85.
Milz, Neubildungen 84. 85. Parasiten 85.
—nbsp; Rotz 84.
—nbsp; Stauungshyperämien 82.
—nbsp; Tumor, acutcr 82.
—nbsp; Tumor, leucäraischcr 83. 84.
—nbsp; — melauämischer 84.
—nbsp; Untersuchung 50. Milzbrand 1. 2. 11. 12.
—nbsp; nbsp; beim llinde 13. beiSchat'ciui.Ziegen
13.
Milzbrandbacillen 12.
Milztumor, hämorrhagi-scher 12.
Monorchismus 10!).
Muskatnussleber 88.
Muskeln, Atrophie,einfach(i 140. Blutungen 140. Degeneration hya­line 140.
—nbsp; nbsp; — fettige 140. Geschwülste nnd
Parasiten 140.
—nbsp; nbsp; interstitielle Ent­zündung 140.
Oodeine 140.
—nbsp; nbsp; parcuehymatiise Entzündung 140.
—nbsp; nbsp; Verkalkungen 140,
—nbsp; nbsp; Verknöcherungen 140.
Muskelstarrc 2. Myocarditis fibrosa 122.
—nbsp; nbsp;liarenchyinatosal22.
—nbsp; nbsp;puruleuta 122. Myocardium Abscessel22.
—nbsp; nbsp; braune Atrophie 122.
—nbsp; nbsp; Echinococccn 122.
—nbsp; nbsp; fettige Degenera­tion 122.
—nbsp; nbsp; hyaline Degenera­tion 122.
Myocardium amyloide De­generation 122.
Myomalacia cordis 122. Myosin 2.
Myosingerinnung 8, Myositis apostematosa 140.
—nbsp; nbsp; interstitialis 140.
—nbsp; nbsp; interstitialis chro­nica flbrosa 140.
—nbsp; nbsp;parcnchyinatosal40.
y.
Mabel, Schonung 4. Nabelbruch 40. Nährzustand 3. Nasenhöhlen 2. Nasenscheidewand, Frei-
legung der 134. Nephritis catarrhalis 101.
—nbsp; nbsp; flbroplastica maen-losa alha 104. 106.
—nbsp; nbsp; interstitialis 101. 103.
—nbsp; pareuchymatosalOl. 102.
Neubildungen am Pcriost 140.
—nbsp; nbsp; der Milz 84. 85.
—nbsp; nbsp; der Ruthe 111.
—nbsp; nbsp; der Scheide 115.
—nbsp; nbsp; des Euters 116.
—nbsp; nbsp; des Herzbcutelsl 21.
—nbsp; nbsp; des Magens 7i).
—nbsp; nbsp; des Uterus 115. Nieren, Anämie der 97.
—nbsp; nbsp; Blutungen der 97.
—nbsp; nbsp; Beckenentzündung 100.
—nbsp; nbsp; Cysten der 104.
—nbsp; nbsp; Embolien der 98.99.
—nbsp; nbsp;-Entzündung eitrige 100. 103.
—nbsp; nbsp; — interstitielle 100—101.
—nbsp; nbsp; — parencbymatciso 100—102.
—nbsp; nbsp; fettige Entartung der 102.
—nbsp; nbsp; fettige Inültration der 104.
ocr page 156
145
Nieren, Geschwülste 105.
—nbsp; nbsp; gnmulirt 102. 103. —. hämorrhagischor
Infarot 98. 99.
—nbsp; nbsp; nbsp; Herausnahme der 51. 52.
—nbsp; nbsp; Hyperäinio dor 97.
—nbsp; nbsp; Kapsclentzündung 100.
—nbsp; nbsp; Parasiten der 105.
—nbsp; nbsp; Steine 97, 105.
—nbsp; nbsp; Untersuchung d. 52.
—nbsp; nbsp; Veränderungen der Kapseln 96.
0.
Obductionsbefunde, iiusser-lidie Krankheiten 18. 19. 20. 21.
—nbsp; nbsp; über Kmbolien Hl bis 69.
Obductionsbefund über Darmkrankh. (Pferd) 79.
—nbsp; nbsp; über Hau trotz i).
—nbsp; nbsp; Üb, Milzbrand, l'ford 14.
—nbsp; nbsp; über eine Kuli mit chronischer, käsiger Bronchitis 188.
—nbsp; nbsp; über eine Kuh mit träum. 11 erzbcutelcnt-zündimg 124.
—nbsp; nbsp; über ein Pferd mit generellem Rotz 132. 133.
—nbsp; nbsp; eitrige Peritonitis u. Darmkrankheit 80.
Obductionsbcvichtc, An­fertigung 10. 11. 12.
Obductionsliericht üb. lly-droccphalus aeiit. 137.
Üedem der Unterbaut 17.
—nbsp; nbsp; entzündliches, der
—nbsp; nbsp; hiiraorrliagisolics32. kacheotisches 17.
—nbsp; nbsp; Pia mator 135.
—nbsp; nbsp; trübes der Pia ma­ter 135.
üsteomalacie 140. Osteomyelitis 139. Ocstruslarvcn 45. Oophoritis, acute 112.
—nbsp; nbsp; chronische 112. Orchitis 109.
Ovarien, Cysten der 112.
—nbsp; nbsp; Geschwülste d: 112.
Pleuritis acuta 125.
—nbsp; nbsp; chronica 126. Pneuinonie, oroupöse 22.
23. 127. Pueunionicn 11. 125.
—nbsp; nbsp; catarrhalischc 22. 23.
Prolapsus 41.
—nbsp; nbsp; des Uterus 116. Psoudoligamcnta 115. Puerperalticber, septisches
113. Pyblitis 100. Pyelonephritis 100. 103. Pyoccphalus 135. Pyomctra 114.
n-
(Juoraxcndrchung des Dar­mes 39.
R.
Raohltis 189.
Reotura, Herausnahme des
47. 48.
Eigor mortis 2.
Kothtärbungen , verwa­schene 30.
Bothlauf der Schweine 7.
Röthungen, diffuse 28. 29. 30. rainiforme 20. 30.
Eotz, diffuser u. infill rirter der Unlerhaiit 9.
Eotzabsoess 8.
Eotzgeschwüre d. Haut 9.
—nbsp; nbsp; der Schleimhäute 8. 181.
Rotzgewäch.sc 128. Rotzknotcu, Uindegcwebs-
kapsel des 8. Holzknoten der Lunge,
frische .128. Rotzknötchen d. Haut 8. 9. Rutlie, Abtrennung 5.
S. Sagoiuilz 84.
Panarthritis 139. Parametritis 114. Parasiten d. Harnblase 108.
—nbsp; nbsp; der Leber 87.
—nbsp; nbsp; der Milz 85.
—nbsp; nbsp; der Nieren 105.
—nbsp; nbsp; deslfcrzl)ciitelsl21. #9632; des Magens 77. 78.
der Muskeln 110. l'arenchyml'iirbo eines Orgaues 25. 32. 33.
—nbsp; nbsp; spezi tische 25, Paroso des Darmes 44. Peiibronohltis L20, PorloatdltlB ohrouioa 121.
—nbsp; nbsp; haemoiThugica 121. traumatica 78. 121.
Pericardium, Blutungen des 120.
—nbsp; nbsp; nbsp;Ilyperämic'iulesl20. l'orimetritis 114. Poriost, Neubildungen am
140. Periostitis 189. l'erisplenitis 85. Peritonitis adhiisive 44.
—nbsp; nbsp; generelle 44.
—nbsp; nbsp; locale 44. Petechien 12. 32. PMogmone, jauchige 11, l'hlegmonen der Unter­haut 17.
septische 17.
Pleura, Careinomo der 128. Necrose d. 126. 127, Sarcome der 126. Tuberculosc d. 126.
Plouriteu 11. 125.
ocr page 157
Sarcomatose des Bauch­felles 44.
iSoheidc, Entzündungen der 116.
—nbsp; nbsp; Neubildungen 115. Snlienkel, abtrennen G. Scbeukclbruoh 40. Schinkenmilz 84, Soblauoh, Abtrennung d. 5.
—nbsp; nbsp; Tlirombose, maran-tische, des 111.
—nbsp; nbsp; Venenthi'ombose d. 17. 111.
Schleimhaut, normale, des
Magens 74. 75. 8ch\veineseucho 11. Schwellungen, trübe 31.33. Scpticaemiahaeinorrhagica
14. Signalement 1. Stauungsglottisoedem 28.
29. Stauungshyperämie der
Leber 88. Stauungsoedem dcrllnter-
haut 17. Stauungsrüthcn 24. Strongylus armatus 55. Suffusion 32.
— 146 —
Thrombose der Venen am
Schlauch 17. — d. vorderen Grckriis-
wurzel 64—61. Thrombus 55.
Alter 60. Todtenflecke 26. Todtenstarre 3. 13. Transsudat, blutfarbstoff-
haltiges 42. , — d. Bauchhöhle, blu­tiges 40. Transsudation, serös-
häraorrhagische 72. Tubarträchtigkeit 113. Tuberkeln dos Bauchfelles
44. 46. Tuberkulose der Eileiter
(Rind) 113. der Knochen 139. des Euters 5. J16.
U. Uleus rotundum 76. Unterhaut, rotzige Ent­zündung der 9. Untersuchung der Brust­organe 117—131. der (jfelenke 138.
—nbsp; nbsp; der Knochen J38.
—nbsp; nbsp; d.Lymphdriisenl38.
—nbsp; nbsp; der Muskeln 140.
—nbsp; nbsp; des Darmes u. seine Veränderungen 69-73.
—nbsp; nbsp; des Euters 5.
—nbsp;des Kückcnmarksl 38.
—nbsp; nbsp; von Organen 21. Urfarbe eines Organes 25.
Uterus, Neubildungen 116. UteruseDtziindungll3.n4. Uterus, Volvulus 116.
Y.
Vaginitis 116.
Vegetationen 43.
Venen thromben des Schlau­ches Hl.
Verengerungen des Darmes 40.
Verfärbungen d. Organe21. | Verkalkungen der Muskeln 140.
Verknöcherungen der Mus­keln 140.
Verlagerungen der Darin- -theile 38. 42.
Volvulus des Uterus 115.
Vorbereitung des Cadavers zur Obduction 3.
Vorfall des Mastdarmes 41.
W.
Wasserbruch 109. Windkolik 2. Wurmgeschwttr 8. Wurmknoten 8.
Z.
Zerreissungen des Blind­darmes 60.
—nbsp; nbsp; des Darmes 72. 73.
—nbsp; nbsp; des Dünndarmes 50.
—nbsp; nbsp; d. Grimmdarmes 50.
—nbsp; nbsp; d. Magens 50.73.74.
—nbsp; nbsp; des Zwerchfelles 46. Zwerchfellbruch 41. Zwerchfell, Stand des 46.
Tendosynovitis acuta sicca 139. — — purnlenta 139. Thromben, venöse 72. Thrombophlebitis, sep­tische 113.
Berichtigung,
Seite 38 soll (Stenosen) nicht stehen. Unter Darmstenoseu Seite 41—48 sind nicht Verengernngen dos Darmes durch chronische Voränderungen der Wände, sondern Verengerungen bozw. Verschlüsse des Darmlumens durch Futteranschop-pungen zu verstehen.
Uttolulnu-korui Julius Kliuklmrdt, Leipzig.
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