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BIBUOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
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2911 222 8
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LEHRBUCH
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DER
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VERGLEICHENDEN PATHOLOGIE UND THERAPIE
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DRS
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MENSCHEN UNI) DER HAUSTH1ERE
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FÜR
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THIERÄRZTE, ÄRZTE UND STUDIRENDE
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VON
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PROF. DR. GEORG SCHNEIDEMÜHL
PIUVATIW/.KNT DER THIEBMEDIZIN AN DER UNIVERSITÄT KIEL
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#9632; V
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L E I r Z I (i VERLAG VON WMUIEUI ENGELMANN
1S9S.
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Alle Keclite, insbesondere das der tlberset/.ung, sind vorbehalten.
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Druck der Kgl. Univi'VftitätHilrni'kum von H. ytllrtz in WUrzblirg.
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Vorrede.
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Wer die bedeutenden Fortschritte verfolgt hat, welche die Menschen-und Thiermedizin in den letzten Jahren errungen hat, wer als Forscher und Lehrer in der einen oder anderen Wissenschaft genöthigt ist, gelegentlich sich über die wichtigsten Errungenschaften schnell zu unterrichten, oder Aver als vorwärts stiebender Arzt oder Thierarzt den Wunsch und das Bedürfniss hat, die Aetiologie, Pathogenese und Therapie verwandter Krankheiten des Menschen und der Thiere kennen zu lernen, der wird den Mangel eines geeigneten Lehrbuches lebhaft empfunden haben. Während auf dem Gebiete der vergleichenden Anatomies, Physiologie und Entwickelungs-geschichte geeignete Werke vorhanden sind, fehlte es jedoch für das wichtige Gebiet der Pathologie und Therapie bisher an jedem Handbuche, das obigen Wünschen Rechnung trägt.
Soll aber die Erkenntniss. dass Menschen- und Thiermedizin gegenseitig sich zn fördern berufen sind, immer weitere Kreise durchdringen, so ist als Vorbedingung erforderlich, dass die Vertreter der einen den Inhalt der anderen Wissenschaft besonders auch auf dem Gebiete der Pathologie und Therapie kennen lernen.
Neben dem Lehrer und Forscher wird nicht minder der in der Praxis wirkende Thierarzt bei Ausübung seines thierärztlichen Berufs, wie auch besonders als Sachverständiger in Fleischschauangelegenheiten das Bedttrfniss nach einem Werke, wie das vorliegende, empfunden haben. Nicht minder wird der praktische Arzt und besonders der in Fleischbeurtlieilungsfrageii thätige beamtete Arzt recht oft den Wunsch nach einem Buche haben, aus dem er sich über die in seiner Wirksamkeit auftauchenden Fragen aus der thier-medizinisohen Wissenschaft schnell unterrichten kann.
Der Studirendo der Medizin und der Thiermedizin wird durch das Studium des Buches sich frühzeitig üben können, den Plick von vornherein gleich auf wichtiges Punkte der Gesammtmedizin zu lenken, und sich so das Verständniss für zahlreiche Fragen erleichtern.
Sowohl während meiner eisten medizinischen Studien, welche ich gegen Ende meiner thierärztlichen Ausbildung in Berlin begann, wie auch im Verlaufe eines weiteren nennsemestrigen Studienganges, den ich dann in älteren
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#9632;#9632;i
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IVnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vorrede.
Jahren an der Universität Halle, durchmachte, habe ich selbst oft den Wunsch nach einem übersichtlichen Werke der vergleichenden Pathologie und Therapie geänssert. Das dringende liedürtiiiss für ein solches Lehrbuch empfand ich jedoch erst gelegentlich meiner Vorlesungen ..über die auf den Menschen übertragbaren Krankheiten der Thierequot; und. seitdem ich auf Veranlassung des Ueichs-Marineamts im -Jahre ]8',)1 begonnen habe, für Sanitätsoffiziere der Marine alljährlich Kurse über die Üeurtheilung und Untersuchung des Fleisches als Nahrungsmittel abzuhalten, welche gleichzeitig die innerhalb und ausserhalb Deutschlands bekannten Infektionskrankheiten der Thiere berücksichtigen sollten.
So entstand das vorliegende Werk. Bei dem Umfange des zu bewältigenden Materials sind neben Berücksichtigung der wichtigsten, in den einzelnen Kachzeitschriften niedergelegten Arbeiten auch die vorhandenen grösseren Lehrbücher der in Betracht kommenden Gebiete entsprechend herangezogen und benutzt worden. Da das Werk in Lieferungen ausgegeben wurde und die eiste schon im Mai 1895 erschienen ist, so sind in einem grösseren Nachtrage am Schlüsse des Werkes die seit jener Zeit bis Ostern d. J. veröffentlichten wichtigsten Arbeiten noch berücksichtigt. Neben der Benutzung des vorhandenen litterarischen Materials habe ich jedoch auch meine eigenen, in einer fast 16jährigen Thätigkeit als beamteter Thierarzt, als Assistent und Leiter von Universitätsthierkliniken bisher erworbenen Erfahrungen verwerthen können.
Um das vorgesteckte vielseitige Ziel der Bearbeitung möglichst zu erreichen, wurden die zusammengehörigen Krankheiten des Menseben und der Thiere hintereinander erörtert, dabei jedoch die Thierkrankheiten eingehender besprochen, weil das Werk vorwiegend für die Zwecke des Thierarztes bestimmt ist. Jedem Hauptabschnitt sind einleitende vergleichend-anatomische, physiologische, entwiokelungsgeschichtliche, diagnostische und, wo erforderlich, auch vergleichend-pathologische Bemerkungen vorangestellt. Bei der Besprechung der einzelnen Krankheiten ist neben Aetiologie, Symptomatologie, Diagnose, Therapie! und anatomischen Veränderungen besonders auch auf die Geschichte der botreffenden Krankheiten und auf die Bakteriologie Rücksicht genommen worden. Hat die betreffende Thierkrankheit besonderes veterinärpolizeiliches Interesse, oder ist sie für die gerichtliche Thierheilkunde von Bedeutung, so sind am Schlüsse derselben die entsprechenden Bemerkungen unter Hinweis auf die Paragraphen der in Betracht kommenden Gesetzgebung gemacht. Ebenso finden sich am Schlüsse der betreffenden Krankheit auch sanitätspolizeiliche Znsätze, wenn das Fleisch der an der fraglichen Krankheit leidenden Thiere gelegentlich zur Verwerthung für die menschliche Nahrung kommen könnte. Die betreffenden Zusätze sind nicht nur mit Rücksicht auf die betreffende Gesetzgebung in Deutschland, sondern auch derjenigen in Oesterreich und in der Schweiz gemacht worden. Am Schlüsse jedes Hauptabschnittes sind in einer Zusammenfassung die Beziehungen der in demselben erörterten Thici- und Meiisclienkr.inkheiten kurz erörtert worden. Zum ersten Male in
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Vonode.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;V
der Litteratur Ist auoh der Versuch gemacht worden, die durch thierische Parasiten hervorgerufenen Krankheiten des Menschen und der Thiere nebeneinander und unter Bertioksiohtigung der zoologischen Eintheilung zu erörtern. Ebenso findet sich auch in dem Abschnitte über Vergiftungen zum ersten Male eine Gegenüberstellung der wichtigsten beim Menschen und bei Hausthieren beobachteten Erkrankungen dieser Art. Schliesslich ist auch am Schlüsse der Krankheiten der einzelnen Organe auf die vergleichende pathologische Anatomie Rücksicht genommen und sind entsprechende Zusätze gemacht worden,
Endlich sind und es dürfte das keine unerwünschte Beigabe sein nicht nur die in Deutschland und dem sonstigen Europa, sondern auch die in allen übrigen Erdtheilen bisher mit Sicherheit festgestellten, besonders infektiösen Krankheiten des Menschen und der Thiere erörtert worden. Sollte das Werk jedoch keine weit über die ursprüngliche Absicht hinausgehende Ausdehnung erhalten und damit an Handlichkeit verlieren, andrerseits Wichtiges nicht fortgelassen werden, so musste in ausgedehnter Weise von dem Kleindruck Gebrauch gemacht werden. So kam es. dass mehr wie der dritte Theil des Buches im Kleindruck gesetzt ist.
Das wesentlichste Ziel des Werkes würde erreicht sein, wenn es dem ärztlichen und thierärztlichen Lehrer und Forscher, dem praktischen und beamteten Arzt und Thierarzt, besonders auch dem Gerichtsarzt und Gerichts-thierarzt, dem Schiffsarzt und dem an den öffentlichen Schlachthäusern thätigen Thierarzt als Beräther dienen kann. Noch mehr aber dürfte die Nothwendig-keit eines solchen Buches einmal gewürdigt werden, wenn, wie bisher die Kenntniss der Grundzüge der vergleichenden Anatomie von jedem Arzt und Thierarzt, künftig auch die Kenntniss der Grundzüge der vergleichenden Pathologie von jedem tüchtigen Arzt und Thierarzt vorausgesetzt wird, und wenn, wie an denjjniyersitäten Oesterreichs, so auch an denjenigen des deutschen Reiches besondere Lehrstühle der vergleichenden Pathologie für die Ausbildung der künftigen beamteten Aerzte in der vergleichenden Pathologie, in der Fleischhygiene und in der Kenntniss der Zoonosen einmal errichtet werden sollten.
Gelang es mir schliesslich die vielfachen Schwierigkeiten glücklich zu überwinden, welche mit der Inangriffnahme und Durchführung der Drucklegung eines solchen Werkes verbunden sind, so ist das ein wesentliches Verdienst der Verlagsbuchhandlung. Gerne erfülle ich desshalb die angenehme Ptliclit, dem Vertreter der Verlagsfirma, Herrn E. Reinicke. für das fortgesetzte freundliche Entgegenkommen bei der Erfüllung meiner Wünsche auch an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank auszusprechen.
Möge denn das Werk eine freundliche Aufnahme finden und dazu beitragen, die Erkenntniss von der Bedeutung der vergleichenden Pathologie für die Förderung der Qesammtmedizin in immer weitere Kreise zu tragen.
Kiel, im Mai 1898.
Georg Schneidemühl.
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Inhalts-Verzeichniss.
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Eiiileituns und Gcschiclitliches
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laquo;cito .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Seite
19 1. Aplltlienseuohe beim Menschennbsp; nbsp; 85 2. Maul- und Klauenseuche bei
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A. Iiil'uktioiis- mid lutoxikatiuus-kniiikliuilon.
I. Milzbrand.........nbsp; nbsp; 10
Milzbrand beim Mensobeu ...nbsp; nbsp; 11
Milzbrand bei Thieron.....nbsp; nbsp; nbsp;12
Allgemsines.........nbsp; nbsp; 12
Milzbrand bei den einzelnen llaus-
thieren.........nbsp; nbsp; 14
1.nbsp; nbsp;Milzbrand beim Rinde ...nbsp; nbsp; 14
2.nbsp; Milzbrand beim Pferde ...nbsp; nbsp; nbsp;14
3.nbsp; nbsp;Milzbrand beim Schale ...nbsp; nbsp; nbsp;15
4.nbsp; nbsp;Milzbrand beim Schweine . .nbsp; nbsp; nbsp;15
5.nbsp; nbsp;Milzbrand beim Hunde . . .nbsp; nbsp; nbsp;15
6.nbsp; nbsp;Milzbrand beim Gellügcl . .nbsp; nbsp; nbsp;15 Veterinärpolizeiliohe Bestimmungennbsp; nbsp; 15 Sanitätspolizeiliches......nbsp; nbsp; nbsp;16
II. Rotz (Wurm, Ilautwurm) ....nbsp; nbsp; nbsp;16
Rotz des Menschen......nbsp; nbsp; nbsp;17
Rotz der Thiero.......nbsp; nbsp; 18
Rotz beim Pferde.......nbsp; nbsp; nbsp;18
Vetcrinärpolizeilicbe Bestimmungennbsp; nbsp; 28
Sanitiitspolizeiliches......nbsp; nbsp; 23
Gericlitliche Thieiheilkuiide . . .nbsp; nbsp; .28
III. Die Wnthkrankhelt (Tollwuth) .nbsp; nbsp; 24
Allgemeines.........nbsp; nbsp; 24
1.nbsp; Die Wuthkrankheit des Menschennbsp; nbsp; 26
2.nbsp; nbsp;Die Wuthkrankheit der Thiere .nbsp; nbsp; 27
3.nbsp; nbsp;Die Wuthkrankheit bei den einzelnen Hausthiercn.....nbsp; nbsp; 29
a)nbsp; Die Tollwuth des Hundes . .nbsp; nbsp; 29
b)nbsp; Die Wuthkrankheit d. Pferdesnbsp; nbsp; 80
c)nbsp; Wuthkrankheit der Hinder. .nbsp; nbsp; 30
d)nbsp; Die Wuthkrankheit bei den übrigen Haustliieion ....nbsp; nbsp; 80
Veterinäipolizeiliches.....nbsp; nbsp; nbsp;80
iSanitätspolizeiliclies......nbsp; nbsp; 31
IV. Die Maul- und Klauciiscuchu
(Aphthenseuche)......nbsp; nbsp; 31
Allgemeines........nbsp; nbsp; 31
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Thioren........nbsp; nbsp; 87
Vetoiiniiipolizeiliche Massmihmeu .nbsp; nbsp; 41
Sanitiitspolizeiliches......nbsp; nbsp; 41
V. Pocken (lilattern)......nbsp; nbsp; 42
Allgemeines.........nbsp; nbsp; 4y
1.nbsp; nbsp;Die Pocken des Menschen . .nbsp; nbsp; 48
2.nbsp; nbsp;Die Pocken bei Thieren . .nbsp; nbsp; 45
Vetenniirpolizeiliches.....nbsp; nbsp; 49
Sanitiitspolizeiliches......nbsp; nbsp; 49
Spitzpocken, Windpocken, Wasser-
poeken.........nbsp; nbsp; 4lt;j
VI. Masern..........nbsp; nbsp; 49
VII. Scharlach.........nbsp; nbsp;50
VIII. Röthein..........nbsp; nbsp;52
IX. Erysipel (Rothlauf, Rose) . . .nbsp; nbsp; 52
X.nbsp; nbsp;Diphtherie (Croup. Rachenbiilune)nbsp; nbsp; 54 Allgemeines ........nbsp; nbsp; 54
1.nbsp; nbsp;Diphtherie des Menschen . .nbsp; nbsp; 54
2.nbsp; nbsp;Die diphtheiisclien Erkrankungen der Hausthiere ...nbsp; nbsp; 57
a)nbsp; nbsp;Diphtherie b. Hausgeflügelnbsp; nbsp; nbsp; 57
b)nbsp; nbsp;Diphtherie der Kälber . .nbsp; nbsp; nbsp; 59
c)nbsp; nbsp;Diphtherie beim Pferde . .nbsp; nbsp; nbsp; 60 Sanitiitspolizeiliches.....nbsp; nbsp; nbsp; 61
XI.nbsp; nbsp;InHuciiza (Grippe).....nbsp; nbsp; nbsp; 61
1.nbsp; nbsp;Influenza des Menschen . .nbsp; nbsp; nbsp; 62
2.nbsp; nbsp;Influenza der Pferde ...nbsp; nbsp; nbsp; 64
a)nbsp; nbsp;Pferdestaupe .....nbsp; nbsp; nbsp; 64
b)nbsp; nbsp;ßrustseuche......nbsp; nbsp; nbsp; 66
c)nbsp; nbsp;Sknlina.......nbsp; nbsp; nbsp; 69
XII. Typhus.........nbsp; nbsp; nbsp; 7ü
1.nbsp; nbsp;Typhus abdominalis des Menschen .........nbsp; nbsp; nbsp; 70
2.nbsp; nbsp;Typhus exanthematicus . .nbsp; nbsp; nbsp; 72
8. Typhus recurrens.....nbsp; nbsp; nbsp; 73
4. Typbusiihnliche Erkrankungen
bei Hausthieren.....nbsp; nbsp; nbsp; 74
a)nbsp; nbsp;Die Bhitfleckenkiankheitder Pferde........nbsp; nbsp; nbsp; 74
b)nbsp; nbsp;Die Hlutfleckenkrankhcit b. Rinde........nbsp; nbsp; nbsp; 77
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Inhalts-Verzeichniss.
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VII
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XIII.nbsp; Morbua maciilosus Wei'lbofllnbsp; nbsp; nbsp;77
XIV.nbsp; Tuberkulose.......nbsp; nbsp; nbsp;78
Tuberkulose im Allgciuoinuii .nbsp; nbsp; nbsp;78
1.nbsp; Tubei'kuloso dos Menschon .nbsp; nbsp; nbsp;79
2.nbsp; Tuberkuloso bei Tliieren . .nbsp; nbsp; nbsp;83
a)nbsp; Tuberkulose Jos Rindes .nbsp; nbsp; nbsp;84 Saiiitätspolizeiliches ....nbsp; nbsp; nbsp;90 Gericlitliclie Thierlieilkuiulo . .nbsp; nbsp; nbsp;91
b)nbsp; Tuberkulose des Pferdes .nbsp; nbsp; nbsp;01
c)nbsp; nbsp;Tuberkulose des Schweinesnbsp; nbsp; nbsp;92 lt;1) Tuberkulose d. übrig. Haus-
tliierc........nbsp; nbsp; nbsp;93
e) Tuberkulose d. (jellügels .nbsp; nbsp; nbsp;93
3.nbsp; Pseudotuberkulose ....nbsp; nbsp; nbsp;94
XV. Lepra (Aussatz) .....nbsp; nbsp; nbsp;94
XVI. Syphilis (Lues, Lustseuoho) .nbsp; nbsp; nbsp;96
XVII. Schanker (UIous niolle) . . .nbsp; nbsp; nbsp;99 XVIII. Die Beschälseuche d. Pferde
(Lues vencrea equi) ....nbsp; nbsp; 100 XIX. Der Bliischenausschlag der
Pferde und des Rindesnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 102
XX.nbsp; Tripper (Katarrh d. Harnröhre,
Gonorrhoe).......nbsp; nbsp;103
Tripiierillinliche Erkrankungen
bei Thieren.......nbsp; nbsp; 105
XXI.nbsp; Malaria (Wechselfieber, Febris
intermittens)......nbsp; nbsp; 10H
XXII. Texasfleber (Texassoucho des
Rindes)........nbsp; nbsp; 108
XXIII. Hämoglobinämie, Hämoglo-binuric (Hämorrhagische Diathese) ........nbsp; nbsp; 110
1.nbsp; iläiiioglobinurio des Menschennbsp; nbsp; 110
2.nbsp; Httmoglobinnrie bei Thieren .nbsp; nbsp; 111
a)nbsp; Uiiiuoglobinurio dos Pferdesnbsp; nbsp; 112
b)nbsp; Iliimoglobinurie des Rindes und der übrigen Wieder-kiluor........nbsp; nbsp; 114
e) Hätnoglobinurie b. d. übrigen
Thieren.......nbsp; nbsp; 116
XXIV. Cholera asiatica, indica
(Cholera)........nbsp; nbsp; 117
Cholera bei Thieren ....nbsp; nbsp; 119
XXV. Cholera nostras (Brechdurchfall, Brechruhr).....nbsp; nbsp; 119
XXVI. Geflügelcholera, Hiihner-
cholera.......nbsp; nbsp; 120
Sanitiitspolizeilichcs ....nbsp; nbsp; 122
XXVII. Die Binderpest (Pestis boum)nbsp; nbsp;122
Veteiinärpolizeilichos . . .nbsp; nbsp; 126
Saintiitspolizeiliches ....nbsp; nbsp; 126
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Seite
XXVIII. Die Wild- und Rindersciiche
(liollinger). (Septicaemia haemorrhagica [Uueppe]) . 126 Vctoiinärpolizoilichos . . . 128 Sanitätspolizoiliches .... 128
XXIX. Die BUffelseuohe (ünrbone-
krankhoit der Rüffel). . . 129
XXX. Dysenterie (Ruhr) .... 130
1.nbsp; Dysenterie des Menschen. 130
2.nbsp; Dysenterie der Thicre . . 131
a)nbsp; Die Ruhr erwachsener Thiere.......132
b)nbsp; Die rotlie (oder Koccidicn-) Ruhr........133
c)nbsp; Die Ruhr der SUuglingo. Woisse Ruhr.....134
XXXI. Genuineliungeneiitzündung
(Croupöse [lobftreJPneumonie)nbsp; nbsp; 136
1.nbsp; Heim Menschen ....nbsp; nbsp; 136
2.nbsp; Genuine Piieuinonie bei Thieren.......nbsp; nbsp; 138
a)nbsp; beim Pferde.....nbsp; nbsp; 138
b)nbsp; Heim Rinde.....nbsp; nbsp; 140
o) Croupöse l'neumonie bei
kleinen liaustbieron . .nbsp; nbsp; 140
xxx11. Die Lungensenohe d. Rindes 140
Veterinilrpolizeiliclies . . . 146 Sanitätspolizoiliches . . . 146 XXX11I. Infektiöse Lungenbrustfell-cntziindiing der Kälber, Ziegen und amerikanischen Ochsen . . -......147
XXXIV. Parotitis epidemica
(Mumps, Ziegenpeter) . . 147
1.nbsp; Parotitis epidemica beim Menschen......147
2.nbsp; Primäre idiopathische Parotitis bei Thieren , . 148
XXXV. Bösart. Katarrhalfleber d.
Rindes (Kopfkrankheit) . 148 Sog. bösartiges Katarrhal-fieber des Schafes . . . 151 Snnitätspolizeiliches . . . 151 XXXVI. Die Druse der Pferde . . 151 XXXVII. Infektiöser (ephemerer) Nasenkatarrh d. Rindes (Rhinitis contag. benigna) . 155 XXXVIII. Lymphangitis epizootica
beim Pferde und Rinde 166 XXXIX. Der Keuchhusten des
Menschen......155
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plusmn;
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VIII
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Inlialts-Vorzeichniss.
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Süito I
XL, Epissootischer Kolilkopf-I i nil liilircnUa tiir ill der Pferde und Rinder . . 157 XU. EpideiniscIi.Grcnickkraiuitf
(Meningitis corebrospinalis
epidemica)......158
1. Meningitis oerebrotipinalis
opidentloa d, Monsohsn . 158
'2. Meningitis corebrospinalis
epidemloa lgt;ci Tliioi'onnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 159
XLII. InfektiÖHe Riickeniiiiirks-
lähmung beim I'fcrdc
(Paraplegia infectiosa cquo-
runi)........161
XLIII. Starrkrampf (Tetanus) . . 161 Allgemeines......161
1.nbsp; Tetanus des Mensclion , 162
2.nbsp; Tetanus der Thioro . . 163 Sanitiitspolizciliches . . . 165
XL1V. Der akute Gelenkrlieiinm-
lisiniis.......166
I Der akute Goleiikrheu-
matismus des Menschen . 166
2. Der akute (Jelenkrlmmia-
tismus bei Thieren . . . 167
XLV. Malignes Oedem d. Thieie 168
Sanitätspolizeilichos . . . 170
XliVI. Ransohbrand der Thicre .nbsp; nbsp;170
Veterinärpolizeiliches . . .nbsp; nbsp; 173
Sanitätspolizeiliclies . . .nbsp; nbsp; 173
Ransohbrand bei Walfischennbsp; nbsp; 173
Rauschbrand beim Menschennbsp; nbsp; 173
XLV1I. Der Stäbelienrothlaiif der Sehweine (Hackstcinbiat-
torn)........nbsp; nbsp; 174
Veterinärpolizeiliches . . .nbsp; nbsp; 178;
Sanitiitspolizeiliches . , .nbsp; nbsp; 178
Die Backeteinblattern . . .nbsp; nbsp; 178
XI/VIU, Die Schweineseuclienbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;179
XlilX. Die Schweinepest . . .nbsp; nbsp; 180
L. Die Staupe der Hunilc .nbsp; nbsp; 182
LI. Kryptogcuetisclie Septi-
kopyäniie......nbsp; nbsp; 186
1.nbsp; Septikopyämio des Menschen .......nbsp; nbsp; 186
2.nbsp; Septische und pyiimischo Erkrankungen der Thioronbsp; nbsp; 187
l'yiimie bei Hühnern . . .nbsp; nbsp; 188
Sanitiitspolizeiliches . . .nbsp; nbsp; 188 MI. Scjtticaeiiiia Iiuoiuorrha-
gica........nbsp; nbsp; 188
1. Die Kaniiicheuaeptikämicnbsp; nbsp; 189
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Mil.
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Soito
2.nbsp; nbsp;Die Frctlchensoucho . . IM
3.nbsp; Der Miiiisetyplms . . . 180 Pyo-Septikäiaie neugebor.
Thiere, hervorgerufen durch Phlebitis umbili-calis infectiosa .... 190 Sanitätspolizeiliclies . . . 192 Aktinomykose (Strahlen-pilzkrnnkheit).....102
1.nbsp; Aktinoniykoso des Menschen ........191
2.nbsp; Die Aktinoniykoso bei Thieren.......195
Sanitätspolizeiliclies . . .nbsp; nbsp; 197 Aetinoinyces musculo-
rum suis et ovis . . .nbsp; nbsp; 197
Sanitätspolizeiliches . . .nbsp; nbsp; 198 Jiotryomykose (Myko - Fibrom, Myko-Dermoid, Trau-
benpilzkrankheit) ....nbsp; nbsp; 198
Sanitätspolizeiliclies . . .nbsp; nbsp; 199 tJelhes Fieber (Gelbfieber,
amerikanische Pest) . . .nbsp; nbsp; 199
tlclbtiober bei Thieren . .nbsp; nbsp; 201 Pcwt (Orientalische Pest, Uu-
bononpest, Boulenpesfc) . .nbsp; nbsp; 201
Afrikanische Pferdepest .nbsp; nbsp; 202
Siidiit'rik. Pferrteseuchcn .nbsp; nbsp; 202
Horsesickness, Paardenziektenbsp; nbsp; 203
a)nbsp; Dunpaardenziekte . . .nbsp; nbsp; 203
b)nbsp; Dikkoppaardenziekte . .nbsp; nbsp; 204 Die Beriberikrankheit (Neuritis infektiosa multiplex
endemica).......nbsp; nbsp; 204
Cadeiras-Krankheit . . .nbsp; nbsp; 205 Corn fodder (Stoppolkrank-
heit, Corn stalk disease) .nbsp; nbsp; 205
Dengue. Dandyllehcr . .nbsp; nbsp; 206
Milk-Sickness.....nbsp; nbsp; 207
Proteosis (Mall della ferula)nbsp; nbsp; 207 Ak-Paipak (Tcntjian, Dscbn-
nur-Kurt).......nbsp; nbsp; 208
Die Dradsotquot; der Schafenbsp; nbsp; 208 Iiifektionskrankheiten d.
Fische........nbsp; nbsp; 209
Zusainnienfassung . . .nbsp; nbsp; 209
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#9830;
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UV.
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LV.
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LVJ
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LVI1,
LV1II. MX,
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LX.
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LXI. LXII.
XXI11.
LX1V.
LXV.
liXVI.
LXV1I. LXVIII.
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It. Intoxikiitionen. Intoxikatiuus-
kranklieiten.
Allgemeines........211
Der Begriff Gift.....211
Kintheilung der Gifte .... 211
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Ilaquo;
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Inhalts-Vorzeichniss.
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IX
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Soito I
Ursachlaquo; ilur Vergiftungen . .nbsp; nbsp; '212
Wirkung der Gifte ....nbsp; nbsp; 212 j Veriindoning il. Gifte im Hluto
und in den Geweben . .nbsp; nbsp; 2\a
Diagnose der Vergiftungen .nbsp; nbsp; 214
Lieber das Vcrlmlton des Harns
bei Vergiftungen ....nbsp; nbsp; 214
Kinzelno Symptome als Zeichen
bestimmter Vergiftungen .nbsp; nbsp; 215
Allgemeine Behandlung der Vergiftungen des Menschen .nbsp; nbsp; 220
Allgemeine Uehandlung dor Vergiftungen bei Thiercn . .nbsp; nbsp; 222
Wichtige einzelne Vergiftung e n beim Menseheii und bei Tbieren.
I. Mineralische Vergiftungen .nbsp; nbsp; 228
1.nbsp; nbsp;Vergiftung (lurch Hlei . . .nbsp; nbsp; 223
2.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Phosphor .nbsp; nbsp; 224
3.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Quecksilbernbsp; nbsp; 224
4.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Arsenik . .nbsp; nbsp; 225
5.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Kupfer . .nbsp; nbsp; 225 |
6.nbsp; Vergiftung durch Zink . . .nbsp; nbsp; 226 !
7.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Schwefelsiuire, Salzsäure und Salpetersäure .nbsp; nbsp; 226 |
8.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Ammoniak, Aetzkali und Aetznatron . .nbsp; nbsp; 226
9.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Karbolsäurenbsp; nbsp; 226
10.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Alkohol . .nbsp; nbsp; 226 :
11.nbsp; Vergiftung durch Kohlenoxydnbsp; nbsp; 227
12.nbsp; Vergiftung durch Jod . . .nbsp; nbsp; 227 18. Vergiftung durch Jodoform .nbsp; nbsp; 227
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.Soito
5.nbsp; nbsp;VergiftungilurcliKoniin,(Schierling) ..........230
6.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Mutterkorn, (Seeale cornutum, Krgotin) . 230
7.nbsp; nbsp;Vergiftung durch A tropin(Hclla-donna).........231
8.nbsp; nbsp;Vergiftungen durch Strychnin 231
9.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Veratrin . . 232
10.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Lupinen, Lu-pinenkrankheit, Lupinose . . 232
11.nbsp; nbsp;Vergiftungduich Uauniwollsaat-kuchen.........234
12.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Schachtelhalm, (Katzensterz, Duwook), Equi-setum.........235
13.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Herbstzeitlose (Kolchicum uutumnnle) . . . 235
14.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Buchcckorn-Oclkuchen.......236
15.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Kartoffeln. Solaninvergiftnng.....236
16.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Buchweizen. Polygonam Fagopyrnm, Fago-
pyrisnius........236
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17.
18, 19 20.
21.
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Vergiftung durch Kornrade, Agrostemma Githago . . . 237 Vergiftung durch Bilsenkraut . 237 Vergiftung durch Bicinuskuchen 237 Vergiftung durch terpentinölhaltige Pflanzen.....238
Vergiftung durch Kibenbaum
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(Taxus) ........238
22. Vergiftung durch lücliererhseii, Blatterbsen, Wicken U, s. w. (Lathyrlsmus).....238
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14. 15. 16.
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Vergiftung durch Kalisalpeternbsp; nbsp; 227
Vergiftung durch Chloroform ,nbsp; nbsp; 228 Vergiftung durch Brechwoin-
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23.
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Vergiftung durch Helleborus-
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arten.........239
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stoin .........nbsp; nbsp; 228
17. Vergiftung durch Glaubersalznbsp; nbsp; 228
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24.
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Weitere pflanzliche Vergift-
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ungen .........239
III. Vergiftungen dimih Pilze . . 239
1.nbsp; nbsp;Vergiftung durcli Schimmelpilze .........239
Beim Menschen......239
Bei Thieren.......239
2.nbsp; Vergiftung durch Brandpilze . 240 Beim Menschen. Pellagra-
Typhus-pellagrosus . . .nbsp; nbsp; 240 Bei Thieren Maiafuttcrkrank-
heit.........nbsp; nbsp; 241
3.nbsp; nbsp;Vergiftung (lurch Rostpilze .nbsp; nbsp; 241 Kleekrankheit der Pferde . .nbsp; nbsp; 242
4.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Kernpilze .nbsp; nbsp; 242
5.nbsp; nbsp;Vergiftung (I. gift. Schwämmenbsp; nbsp; 242
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18. 19.
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Vergiftung durch chlors. Kalinbsp; nbsp; 228
Vergiftung durch Kochsalz .nbsp; nbsp; 228
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20.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Oxalsäure .nbsp; nbsp; nbsp;228
21.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Kssigsäuro .nbsp; nbsp; 229
22.nbsp; nbsp;Andere mineralische Vergiftungen. Kainit......nbsp; nbsp; 229
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11. PHanzliche Vergiftungen.
1.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Opium, Morphium, Saatmohn.....229
2.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Nikotin . . 229
3.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Klatschrosen (wilden Mohn, Papaver Khoeas) 230
4.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Digitalis . . 280
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X
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Uoiiu Moii.schcii. Moicliehivor-girtung. Vergiftung durch Klicgonscliwainm u. Knullon-
bliittersckwamm.....nbsp; nbsp; 242
Bei Thicron.......nbsp; nbsp; 242
IV.nbsp; Fleischvergiftung. Wurstvcr-giftnng . . '.......nbsp; nbsp; 243
liutulismus, Hackflciselivoigilt-
ung, Fischvergiftung . . .nbsp; nbsp; 243
1.nbsp; Wurstvergiftung.....nbsp; nbsp; 243
2.nbsp; Fleischvergiftungen im weiteren (Sinne.........nbsp; nbsp; 246
8. llackfleischvergiflungen . . .nbsp; nbsp; 248
4.nbsp; Fischvergiftungen.....nbsp; nbsp; 248
5.nbsp; nbsp;Vergiftung durohMiessmuscheln, Austern und Summern . . .nbsp; nbsp; 250
6.nbsp; Vergiftung durch Milch . . .nbsp; nbsp; 251
7.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Käse . . .nbsp; nbsp; 251
V.nbsp; nbsp;Thierisclie Gifte......
1.nbsp; nbsp;Vergiftung d. Schlangenbisse .nbsp; nbsp; 251
2.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Bienengifte .nbsp; nbsp; 252
3.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Columbaczer-mücken ........nbsp; nbsp; 252
4.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Raupen . .nbsp; nbsp; 252
5.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Tsetsefliegennbsp; nbsp; 252
6.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Blattläuse .nbsp; nbsp; 252
C. Durch thierisclie Parasiten verursachte Kruukheiteu.
Allgomeino Bemerkungen über
thierische Parasiten . . .nbsp; nbsp; 253
I. Ueber parasitische Protozoennbsp; nbsp; 257
Allgemeines über parasitische
Protozoen.......nbsp; nbsp; 257
System der IVotozoen . . .nbsp; nbsp; 257
1.nbsp; nbsp;Rhizopoden. Anuiben als Krankheitserreger .......nbsp; nbsp; 258
2.nbsp; nbsp;Sporozoen........nbsp; nbsp; 259
a)nbsp; Glregariniden .....nbsp; nbsp; 259
b)nbsp; Myxosporidicn.....nbsp; nbsp; 260
c)nbsp; Koocldien.......nbsp; nbsp; 260
Koeeidienerkrankuugon beim
Menschen und bei Thieren .nbsp; nbsp; 261
d)nbsp; nbsp;Sarkosporidien.....nbsp; nbsp; 263
c) Mikrosporidien.....nbsp; nbsp; 266
f) llämosporidien.....nbsp; nbsp; 266
3.nbsp; nbsp;Infusorien........nbsp; nbsp; 267
a)nbsp; Flagellaten......nbsp; nbsp; 267
Parasitische Flagellaten heim
Menschen und bei Thieren .nbsp; nbsp; 267
b)nbsp; Ciliaten .......nbsp; nbsp; 2681
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Seite
Parasitische Ciliaten beim Menschen und bei Thieren . .nbsp; nbsp; 268 II, Ueber parasitische Würmer.
Allgoineincs........nbsp; nbsp; 269
1. Plattwünncr......nbsp; nbsp; 270
A. Ccstodon.......nbsp; nbsp; 270
T a e n i a e beim Menschen
und bei Thieren . . .nbsp; nbsp; 273
a) Taenia solium.....nbsp; nbsp; 273
Cysticerkus cellulosao beim
fSchwein.......nbsp; nbsp; 276
1)) Taenia saginata ....nbsp; nbsp; 277
c)nbsp; nbsp;Taenia echinokokkus . . .nbsp; nbsp; 280 Kchinokokkus b. Menschennbsp; nbsp; 281
d)nbsp; nbsp;Taenia nana......nbsp; nbsp; 283
0)nbsp; Taenia llavopunktata . . .nbsp; nbsp; 283
f)nbsp; nbsp;Taenia cuciunenna . . .nbsp; nbsp; 283
g)nbsp; Taenia madagascarionsis .nbsp; nbsp; 284 h) Taenia marginata ....nbsp; nbsp; 284
i) Taenia serrata.....nbsp; nbsp; 285
k) Taenia crassicollis ....nbsp; nbsp; 286
1)nbsp; nbsp;Taenia coenurus ....nbsp; nbsp; 286 Drchkrankhoit beim Schüfe,
Rinde und Pferde ...nbsp; nbsp; 287 Band- und B1 asenwiirmlaquo;r
bei Herbivoron ....nbsp; nbsp; 289
in) Taenia perfoliata des Pferdesnbsp; nbsp; 289
n) Taenia plicata.....nbsp; nbsp; 289
o) Taenia niamillana ....nbsp; nbsp; 289
Bandwürmer des Rindes, der
Ziege und der Schafe . .nbsp; nbsp; 289
p) Taenia dentikulata . . .nbsp; nbsp; 289
q) Taenia alba......nbsp; nbsp; 289
Bandwürmer des Geflügels .nbsp; nbsp; 290
Botbriocephalidon . . .nbsp; nbsp; 291 Bothriocephalidon boim
Menschen und Thierennbsp; nbsp; 291
1.nbsp; nbsp;Bothriocephalus latus . . .nbsp; nbsp; 291
2.nbsp; nbsp;Bothriocephalus kordatns . .nbsp; nbsp; 292
3.nbsp; nbsp;Bothriocephalus cristatus . .nbsp; nbsp; 292
4.nbsp; nbsp;Bothriocephalus liguloides . .nbsp; nbsp; 292 Andere Costoden bei d. Thierennbsp; nbsp; 292
B. Saugwürmer, Trematoden .nbsp; nbsp; 293
Allgemeines über Trematoden .nbsp; nbsp; 293
Entwiokelung der Trematodennbsp; nbsp; 294
Lebensweise der Trematoden .nbsp; nbsp; 295
Eintheiliing der Trematoden .nbsp; nbsp; 295 Trematoden beim Menschen und
bei Thieren......nbsp; nbsp; 296
a) Distomum.......nbsp; nbsp; 296
1.nbsp; nbsp;Distomum hepaticum ....nbsp; nbsp; 296 Die Lebcregelseuche ....nbsp; nbsp; 296
2.nbsp; Distomum lancoolatum . . .nbsp; nbsp; 300
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Inhalts-Verzeichniss.
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XI
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3.nbsp; DisUmuun haumatoliium .
4.nbsp; nbsp;Distumum pulinunalu . .
5.nbsp; nbsp;Distomum ciassum . .
6.nbsp; nbsp;Distoimim lieteiophyes .
7.nbsp; nbsp;Distomum uphthalmobiuiii
8.nbsp; Distomum sinonso . . .
9.nbsp; Diatomum kongcnituin .
10.nbsp; nbsp;Distomum l'olinoum . .
11.nbsp; Distumum kampanulatuin
12.nbsp; nbsp;Distomum cirrigoruiu JVIuskoldistomum bei Schweinen
und Rimlorn . . , . Distomum-Arten l)eiin Hu
geflttgel......
b) Ampliistonium . . .
1,nbsp; nbsp;Ainphistomum hominis .
2.nbsp; Ainplilstomuin konikum .
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Suitu
300 301 302 302 302 302 302 302 302 302
302
303 303 303 303 303 303 303 303 303 303 303
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Soito
d)nbsp; 'IViohotracholiden .... 309
1.nbsp; Trieiiocophalus dispar . . .nbsp; nbsp; 309
2.nbsp; Tl'iohooepbalus krenatus . .nbsp; nbsp; 309
3.nbsp; Triohooephalus affinis . . .nbsp; nbsp; 309
4.nbsp; Triohooephalus depress!uskulusnbsp; nbsp; 309 Triobooepbaliden b. llausvögelnnbsp; nbsp; 309
Trichina spiralis.....nbsp; nbsp; 310
Trichinosis dos Menschen . .nbsp; nbsp; 311
Trichinosis der Schweine . .nbsp; nbsp; 312
e)nbsp; Strongyliden......nbsp; nbsp; 314
KusUongylus.......nbsp; nbsp; 314
1.nbsp; Eustrongylns gigas ....nbsp; nbsp; 314
2.nbsp; nbsp;Kustrongylus tubifox ....nbsp; nbsp; 314
Strongylus.......nbsp; nbsp; 314
Strongylus paradoxus . . .nbsp; nbsp; 314
Strongylus armatus ....nbsp; nbsp; 314
Strongylus tetrakanthus . . .nbsp; nbsp; 315
Strongylus mikrurus ....nbsp; nbsp; 315
Strongylus kontortus ....nbsp; nbsp; 316
Strongylus radiatus ....nbsp; nbsp; 316
Strongylus ventrikosus . . .nbsp; nbsp; 316
Strongylus inflatus ....nbsp; nbsp; 316
Strongylus iilaria.....nbsp; nbsp; 316
Strongylus kontortus ....nbsp; nbsp; 317
Strongylus rufesoens ....nbsp; nbsp; 317
Strongylus hypostomus . . .nbsp; nbsp; 318
Strongylus cernuus ....nbsp; nbsp; 318
Strongylus tilikollis ....nbsp; nbsp; 318
Strongylus venulosus ....nbsp; nbsp; 318
Strongylus paradoxus . . .nbsp; nbsp; 318
Strongylus dentatus ....nbsp; nbsp; 319 Strongyliden bei Hasen und
Kaninchen.......nbsp; nbsp; 319
Strongyliden beim tielliigel .nbsp; nbsp; 819
f)nbsp; Doohmius.......nbsp; nbsp; 320
Doclnnins duodenalis ....nbsp; nbsp; 321
Doohmiaeis der Hunde . . .nbsp; nbsp; 321
Doohmius trigonoeephalus . .nbsp; nbsp; 321
Doohmius stenocephalus . .nbsp; nbsp; 321
Doohmius tubaeformis . . .nbsp; nbsp; 321
Doohmius Baisami teils . . .nbsp; nbsp; 321
üllulanus trikuspis ....nbsp; nbsp; 321
g)nbsp; nbsp;Askaridae.......322
1. Askaris lumhrikoides .... 322
Askaris mystax.....nbsp; nbsp; 322
Askaris megaloeephala #9632;nbsp; nbsp; 323
Askaris ovis .... . .nbsp; nbsp; 323
Qnathosboma hispidum . . .nbsp; nbsp; 323
lieim llausgelliigel ....nbsp; nbsp; 323
h) Oxyuris.......nbsp; nbsp; 323
Oxyuris vermikuluris des Menschen .........nbsp; nbsp; 323
Oxyuris bei Thieren ....nbsp; nbsp; 324
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3.nbsp; Ainphistomum trunkatum
4.nbsp; Gastrodiskus polymastosus
c)nbsp; nbsp;Monostomum .... Monostomum flavuin . .
d)nbsp; nbsp;Hcniistonuim .... Hemistomum alatum . . Gyrodactylus elegans
2. Rundwürmer, Nematoi
Allgemuines......
System der Nematodon .
Die wiclitigston beim Menschen
und hei Thieren beobachteten
Nematoden ......
a)nbsp; nbsp;Anguillulidae......
1.nbsp; Rhabditis terrikola.....
2.nbsp; Rhabditis pellio......
3.nbsp; Rhabditis Niellyi.....
4.nbsp; nbsp;Anguillula sterkoralis . . .
b)nbsp; nbsp;Gnathostomidao . . . .
5.nbsp; ünathostoma siamense . . .
c)nbsp; nbsp;Filaridao.......
6.nbsp; nbsp;Filaria medinensis.....
7.nbsp; Filaria aanguinis hominis . .
8.nbsp; Filaria immitis......
!). Filaria Loa.......
10.nbsp; nbsp;Filaria okuli humani . . . .
11.nbsp; Filaria peritoniji .....
12.nbsp; Filaria papillosa.....
13.nbsp; nbsp;Filaria lakrymalis.....
14.nbsp; Filaria strongylina . . . . 16. Filaria megastoma . . . .
16.nbsp; nbsp;Filaria mikrostoma . . . .
17.nbsp; nbsp;Filaria sanguinolenta . . . .
18.nbsp; Filaria skutata......
19.nbsp; nbsp;Filaria cincinnata.....
Filaria bei den llausvögeln
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303 304
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305 305 305 305 305 305 305 306
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306 306 307 308 308 308 308 308 308 308 308 308 308 308 308
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XM
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Inliiilts-Vei'zoichniss.
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Seite
'.i. Akanl ocophali Kiatzor .nbsp; nbsp; 324
Kcliiiiorrliynvhus huniiniraquo; .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;32/)
Eohinori'hynohus gigas . . ,nbsp; nbsp; 325
Akanloceplialeii boi den Vögelnnbsp; nbsp; 325
bei Fischen.......nbsp; nbsp; 325
bei Feldmiinscn, Ratten n. s. w.nbsp; nbsp; 325
l. II i iiidinei, lilutogel . . .nbsp; nbsp; 325
lliindo ceylonica.....nbsp; nbsp; 326
llirndo vorax......nbsp; nbsp; 326
Andero Hirudineen bei Tbierennbsp; nbsp; 326
III. Feber pat'asitlsohe Ai'thi'opodeiii
1. Arachiioidea, Spiunenthiet'enbsp; nbsp; 326
A. Akaritui, Milben.....nbsp; nbsp; 327 :
a)nbsp; nbsp;Ueniodioidao. Demodexlolli-kulonnn.......nbsp; nbsp; 327
Akarus follikulorutn der Hundenbsp; nbsp; 327
b)nbsp; nbsp;Sarkoptidae [Akdi'idae), Krätzmilben......nbsp; nbsp; 329
1.nbsp; Sarkoptes skabiei hominis Kiätze des Mcnsclion . . .nbsp; nbsp; 329 Räudemilben bei Haustliierennbsp; nbsp; 329 Gattungen und Arien der
Räudemilben bei Thieren .nbsp; nbsp; 331 Allgemeines Über d. Aetiologie
der Räude bei Thieren . .nbsp; nbsp; 332
2.nbsp; nbsp;Die Räude dos Pferdes . .nbsp; nbsp; 334
3.nbsp; nbsp;Die Räude des Schales . .nbsp; nbsp; 335
4.nbsp; nbsp;Die Räude des Rindes . .nbsp; nbsp; 336
5.nbsp; nbsp;Die Räude des Schweines ,nbsp; nbsp; 336
6.nbsp; nbsp;Die Räude der Ziege . . .nbsp; nbsp; 336
7.nbsp; nbsp;Die Räude des Huntlos . .nbsp; nbsp; 337
8.nbsp; Din Räude der Katze ...nbsp; nbsp; 337
9.nbsp; nbsp;Die Räude des Kaninchens .nbsp; nbsp; 337
10.nbsp; nbsp;Räude b. wildlebenden Thierennbsp; nbsp; 337
11.nbsp; nbsp;Räude beim Geflügel . . .nbsp; nbsp; 387 Sanitätspolizoiliches ....nbsp; nbsp; 339 Veterinärpolizeiliches ....nbsp; nbsp; 389 lierichtliche Thierhoilkundo .nbsp; nbsp; 3891
c)nbsp; nbsp;Ixodidae (Zocken) ....nbsp; nbsp; 339
Ixodes ricinus......nbsp; nbsp; 389
[xodes amerikanus ....nbsp; nbsp; 340
Argus roftexus......nbsp; nbsp; 340
Argas porsikus......nbsp; nbsp; 340
Argas Tholazani.....nbsp; nbsp; 340
ArgAS Talaje......nbsp; nbsp; 340
Argas Chincha......nbsp; nbsp; 840
d)nbsp; Trombiidae (Laufmilben) .nbsp; nbsp; 340
Leptns autumnalis.....nbsp; nbsp; 340
Tetranychus molostissinius .nbsp; nbsp; 340
l'ediculoides ventrikosus . .nbsp; nbsp; 341 '
Tarsonemus intektus ....nbsp; nbsp; 341
Cheyletus oruditus ....nbsp; nbsp; 341
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Seile
o) Gamasidae (Käfermilben) .nbsp; nbsp; 341
Dennanyssus avium ....nbsp; nbsp; 341
Denuanys.siis hirundinis . . .nbsp; nbsp; 341
f)nbsp; Tyruglyphidao, Käsemilben .nbsp; nbsp; 341 Tyroglyphus farinao ....nbsp; nbsp; 341
g)nbsp; nbsp;Dormaleichidao.....nbsp; nbsp; 341
Ijistrophorus.......nbsp; nbsp; 341
Anaiges minor......nbsp; nbsp; 341
Analgos passerlnus ....nbsp; nbsp; 341
Anaiges fringillarum ....nbsp; nbsp; 341
Dimorphus kolumbao ....nbsp; nbsp; 341
B. liinguatullna, //uiigonwüriner . .nbsp; nbsp; 342
1.nbsp; nbsp;Llnguatula (Pentastomum) tac-nioides.........nbsp; nbsp; 342
2.nbsp; nbsp;Pontastoma konstriktnin . .nbsp; nbsp; 343 lusoktii, Kcrfthiero ....nbsp; nbsp; 344
Rynchota (Hemiptera) ....nbsp; nbsp; 345
Aptora..........nbsp; nbsp; 345
a)nbsp; nbsp;Podikulidao......nbsp; nbsp; 345
1.nbsp; nbsp;Pedikulus kapitis.....nbsp; nbsp; 345
2.nbsp; nbsp;l'odikulus vestimenti ....nbsp; nbsp; 345
3.nbsp; nbsp;Pedikulus pubis.....nbsp; nbsp; 345
Pediknlidae bei Hausthieren .nbsp; nbsp; 346
b)nbsp; nbsp;Mallophaga (Pelzfresser) .nbsp; nbsp; 346
liei Säugethioren.....nbsp; nbsp; 346
Hei Vögeln.......nbsp; nbsp; 346
Rynchota hemiptera (Hemiptera)nbsp; nbsp;347
Cimox lektularins.....nbsp; nbsp; 347
Diptcra, Zweiflügler ....nbsp; nbsp; 347
A. Aphaniptcra. Flöhe ....nbsp; nbsp; 347
Pulox irrltans......nbsp; nbsp; 347
Pulex penetrans.....nbsp; nbsp; 347
15. Brachyceia (Fliegen) ....nbsp; nbsp; 348
Buckell'hora rusipes (fliege) .nbsp; nbsp; 348
Muska.........nbsp; nbsp; 348
Anthomyia.......nbsp; nbsp; 348
Lncilia.........nbsp; nbsp; 348
Sarkophaga.......nbsp; nbsp; 348
Oestridae........nbsp; nbsp; 348
Biess oder DasselHiegon bei den
Hausthieren......nbsp; nbsp; 348
a)nbsp; Gastrophylus.Magonbromsen
bei Pferden......nbsp; nbsp; 349
b)nbsp; Oestrus. Oestrus ovis. Sohaf-bromse........nbsp; nbsp; 350
c)nbsp; Hypoderma. Hypoderma s. Oestrus bovis.....nbsp; nbsp; 351
Dasselfliege.......nbsp; nbsp; 351
Hypoderma diana.....nbsp; nbsp; 352
Dermatobia.......nbsp; nbsp; 352
Simulia makulala.....nbsp; nbsp; 352
Zusammenfassung.....nbsp; nbsp; 353
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[nhalts-Verzeichniss.
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XIII
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Soi to
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I). Allgemeine Erkrankiingeu des Klutes und Störimgeii des Stoffwechsels.
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b)nbsp; Erythema nodosum . . 386
c)nbsp; Urtikaria. Nesselaus-schlag.......387
2, Hei Thieren.....388
a)nbsp; nbsp;Erythema exsudativum multiforme.....388
b)nbsp; Urtikaria......388
Akrodynie.......389
Purpura rheumatikn .... 389
Arzneiexantheme.....390
Menstrualexantheme .... 390
II.nbsp; nbsp;Ekzeme ........391
1.nbsp; nbsp;Beim Menschen . . . . 391
2.nbsp; nbsp;Ekzem bei Thieren . . 393
a)nbsp; nbsp;Ekzematöso Hauterkrankungen des Pferdes ........393
1.nbsp; Das papulös-vesikuläre Ekzem der Pferde. (Schwindflechten, Sohäl-knötchen, llitzknötchen) 393
2.nbsp; nbsp;Das chronisch-squamöse Ekzem derPforde. (Kleie-und Schuppenflochte, Hungerräude) .... 394
3.nbsp; Das chronische grindartige Ekzem d. Pferdes 394
4.nbsp; Das Ekzem der Beuge-fiächen der unteren Ex-tiemitätentheile. Ekze-niatoae Mauke, Haspe . 395
b)nbsp; nbsp;Ekzem atöse Hauterkrankungen dos R i n-
des........396
Die sog. Schlompemauke
des Rindes ...... 397
c)nbsp; nbsp;Ekzematöse Hauterkrankungen h. Seh a f e 398
d)nbsp; nbsp;Ekzematöse Hauterkrankungen beim Schweine......399
e)nbsp; E k z e m a t ii s c Haute r-
k r a n k u n g c n b. H u n d e 399
III.nbsp; nbsp;Cliroiiiscli-exsudativo Haut-erkrankungen ...... 401
1.nbsp; nbsp;Psoriasis......401
a)nbsp; Beim Monschou .... 401
b)nbsp; nbsp;Bei Thieren.....402
2.nbsp; nbsp;Pityriasis......402
8. Liehen. Schwindflechte . . 403
1.nbsp; nbsp;Liehen ruher akuminntiis
und planus......403
2.nbsp; nbsp;lachen Bkrophulosorum . 403
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I. II.
111. IV.
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(Koiistitutionskrankheiten.) Anämie und Chlorose . . .
Perniciöse Anäniie ....
Surra.........
Die Leukämie......
Die lienale und lymphatische Pseudoleukämie. (H o d gkin #9632; sehe Krankheit Adenio. Malignes Lymphosarkom) ....
Der Skorbut. (Scharbock) . .
Barlow'sche Krankheit . .
Die Hämophilic.....
Diabetes mellitus (Zuckerharnruhr) .........
Diabetes insipidus (einfache Harnruhr)........
Die Gicht. Podagra. Arthritis urica.........
Abnorme Fettleibigkeit
Die sog. Skrophulose . . .
AddiHon'scIie Krankheit, Bronzekrankheit.....
Myxödem ........
Akromegalie (krankhafter Kie-sonwuchs........
Rhachitis........
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357 358 359 3C0
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V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.
XIII.
XIV. XV.
XVI.
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361 362 364 364
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366
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368
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369 371 372
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374 374
377 i
379
379
380,
380;
381
381
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XVII. Osteomalacie
Schniiffolkrankheit ....
Krusch- odor Kleiekrankhoit .
X VIII. Hydrämie, allgom. Wassersucht
1.nbsp; Hydrämie der Schafe . .
2.nbsp; Hydrämie der Rinder . . ZusammonfasHung.....
Organkrankheiten.
A. Krankheiten der Haut.
Allgemeine Vorbemerkungen zu
den Krankheiten der Haut .
Allgemeine Übersicht über die
liautverftndorungen ....
Allgenieino diagnostische Ijemor-
kungen für die Feststellung der
Hauterkrankungen bei Thieren
I. Hyperämie der Haut. Haut-
erythem. Hautröthe . , .
1. lioim Menschen . . .
a) Kryt.hcnia exsudativmn
multiforme.....
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382 383
384
386
386
386
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mm.
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XIV
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Inhalts-Verzeicliniss.
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Seite
3. Lichen tropikus ....nbsp; nbsp; 404
4. I'rurigo.......nbsp; nbsp; 404
Hei Tbleren......nbsp; nbsp; 405
ö. Pruritus cutnnnus . .nbsp; nbsp; 405
Bei Thicron......nbsp; nbsp; 405
6. Lupus ory thomatod us .nbsp; nbsp; 405 IV. Blasenausgcliltigc. Pemphigus ..........nbsp; nbsp; 406
a)nbsp; Beim Menschen ....nbsp; nbsp; 406
b)nbsp; Hei Thioron......nbsp; nbsp; 408
V. Verbrennung und Brfriernng
der Haut........nbsp; nbsp; 408
a)nbsp; Beim Menschen ....nbsp; nbsp; 408
b)nbsp; Bei Thieron......nbsp; nbsp; 409
VI. Atropliiuclie und hypertro-
pliischc Zustände der Haut .nbsp; nbsp; 410
1.nbsp; nbsp;Atrophia kutis ....nbsp; nbsp; 410
2.nbsp; Skleroderma.....nbsp; nbsp;410
'!. Kl ephantiasis.....nbsp; nbsp;.411
n) lioim Mensobon ....nbsp; nbsp; 411
b) Bei Tliieren.....nbsp; nbsp;412
4. Ichtliyosis......nbsp; nbsp; 412
a)nbsp; Beim Menschen ....nbsp; nbsp;412
b)nbsp; Bei Thieron.....nbsp; nbsp; 413
VII. Anomalien der Scbweiss- und
Talgsekretion......nbsp; nbsp;413
1.nbsp; Anbldrosis, Verminderung der Scliweisssekretion ....nbsp; nbsp;413
2.nbsp; llyperidrosis. Vennehrung
der Schweisssokietion . . .nbsp; nbsp; 413 8. Dysidrosia. Behinderung der
Scliweisssekretion ....nbsp; nbsp;414
4.nbsp; Chroniidrosis. Färb. Schweiss-bildung........nbsp; nbsp;414
5.nbsp; Bläschenbildung durch Schwitzen .........nbsp; nbsp;414
6.nbsp; Seborrhoea.......nbsp; nbsp; 414
7.nbsp; Komedonen ......nbsp; nbsp; 415
8.nbsp; Akne.........nbsp; nbsp; 415
9.nbsp; Sykosis........nbsp; nbsp;41G
10.nbsp; Furunkulus.......nbsp; nbsp; 416
11.nbsp; Milium........nbsp; nbsp; 417
12.nbsp; Ätherom........nbsp; nbsp; 417
VIII. Erkrankungen der Haare .nbsp; nbsp;418
1.nbsp; Alopecia kongonita ....nbsp; nbsp; 418
2.nbsp; Alopecia aroata.....nbsp; nbsp; 418
3.nbsp; Alopecia pityrodes ....nbsp; nbsp; 419
4.nbsp; Alopecia symptoniatika . .nbsp; nbsp; 419
5.nbsp; Trichorhoxis nodosa . . .nbsp; nbsp; 419 C. Hypertrichosis.....nbsp; nbsp; 420
IX. Plgmentanomallen der Hautnbsp; nbsp;420
1.nbsp; Pigmentatrophie.....nbsp; nbsp; 420
2.nbsp; nbsp;Plgmonthypertrophie . . .nbsp; nbsp; 420
|
Seitlaquo;
X. Durch pflanzliche Parasiten hervorgerufene Krankheiten
der Haut........nbsp; nbsp;422
1.nbsp; Favus........nbsp; nbsp; 422
a)nbsp; Beim Menschen ....nbsp; nbsp; 422
b)nbsp; Bei Thieren.....nbsp; nbsp; 423
2.nbsp; Bcrpos tonsurnns. Ring-flechte........nbsp; nbsp; 424
a)nbsp; Beim Menschen ....nbsp; nbsp;424
b)nbsp; Bei Thieren.....nbsp; nbsp; 426
3.nbsp; Pityiiasis versikolor .nbsp; nbsp; 428
4.nbsp; nbsp;Impetigo kontagiosanbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 428 n) Beim Menschen ....nbsp; nbsp; 428 b) Bei Thieren.....nbsp; nbsp; 429
5.nbsp; Aussereuropäische Hautkrankheiten des Menschen, welche wahrscheinlich auch durch pflanzliche Parasiten hervorgerufen werdennbsp; nbsp; 430
Guno.........nbsp; nbsp; 481
Easkadoe.......nbsp; nbsp; 431
Mal de los pintos ....nbsp; nbsp; 431
Boulenkrankheit.....nbsp; nbsp; 431
Ainlmm........nbsp; nbsp; 432
XI. Durch thicrischc Parasiten hervorgerufene Krankheiten
der Haut........nbsp; nbsp; 432
Cysticerkus oellulosae . . .nbsp; nbsp; 432
Kilaria mediuensis.....nbsp; nbsp; 432
Dermofilaria irritnns ...nbsp; nbsp; 433
llaomatidrosis parasitarin . .nbsp; nbsp; 433 Fliegenlarvenkrankheit der
Lämmer.......nbsp; nbsp; 433
XII. Hautgeschwülste.....nbsp; nbsp; 433
1.nbsp; Papillome......nbsp; nbsp; 433
Framboesia tropika . . .nbsp; nbsp; 434
2.nbsp; Fibrome.......nbsp; nbsp; 434
Verruca peruviana . . .nbsp; nbsp; 434
3.nbsp; Lipom........nbsp; nbsp; 435
4.nbsp; Myom........nbsp; nbsp; 435
5.nbsp; Xanthom.......nbsp; nbsp; 435
6.nbsp; Keloid........nbsp; nbsp; 435
7.nbsp; Rhinosklcrom.....nbsp; nbsp; 435
8.nbsp; M olluskum kontagiosumnbsp; 435
9.nbsp; Sarkome der Haut . .nbsp; nbsp; 436
10.nbsp; Karcinome der Haut .nbsp; nbsp; 437
11.nbsp; X o r o d e r m a p i g in e n -tosum........nbsp; nbsp; 438
12.nbsp; Tuberkulose der Haut. Lupus vulgaris.....nbsp; nbsp; 438
13.nbsp; Milzbrand der Haut . .nbsp; nbsp; 439
14.nbsp; Rotz der Haut ....nbsp; nbsp; 440
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Inhalts-Vorzeichniss.
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XV
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Seite
15.nbsp; AktinomykosederHautnbsp; nbsp;440
16.nbsp; Lepra........nbsp; nbsp; 441
17.nbsp; Kotryomykose ....nbsp; nbsp; 441
18.nbsp; Aphthenseuche . . .nbsp; nbsp; 441 Zusanimenfassung ....nbsp; nbsp; 441
H. Krankheiten der Vcrdauungs-organe.
T. Kranklieitcn dor Mundliölilc
und des Rachens .....442
Vergleicliend-aiiatomisclie, phy-siologischo und entwickelungs-geschichtliche Vorbeniorkungen zu den Krankheiten der Mundhöhle und des Rachens . . . 442 Allgemeino diagnostische Angaben für die Feststellung der Krankheiten der Maulliiihle und des Ilachens der Tliiore . . 443
1.nbsp; Katarrh d. Munds chlelin-liaut. Stomatitis katar-rhalis .......444
2.nbsp; Mundfäule. Stomatitis ulcerosa. Stomakace . 445
H, Aphthon, Stomatitis
aphthosa......447
Stomatitis pnstulosakontagiosa der Pferde.....\ . 449
4.nbsp; Mundsoor, Stomamykosis oidika........451
5.nbsp; Erkrankungen der Zunge . 452
6.nbsp; Noma, Wangenbrand . . . 458
7.nbsp; Geschwülste der Mundhöhle 454
8.nbsp; Erkrankung der Speicheldrüsen ........454
9.nbsp; Angina Ludovici .... 456 10. Anomalien der Dentition . 456
II. Krankheiten des weichen Gan-inens, der Tonsillcii, des Pharynx und des Nasenrachen-riumis......... 457
1.nbsp; Die vorschiedenen Formen der Angina, Entzündung des woiehon Gaumens und der Mandeln.......457
2.nbsp; Retropharyngealabscess . . 461
3.nbsp; Mykosis pharyngis lopto-thricia........462
III. Krankheiten der Speiseröhre 462
1.nbsp; Entzündungen u. Geschwüre
der Speiseröhre.....46H
2.nbsp; nbsp;Krwcitening des OosopliagiiH 464
|
Seite
3.nbsp; Verengerungen des Oesophagus ........nbsp; nbsp; 465
4.nbsp; Perforation des Oesophagusnbsp; nbsp; 465
5.nbsp; Lilhmung des Oesophagusnbsp; nbsp;466
6.nbsp; Schlingkrampf.....nbsp; nbsp; 467
7.nbsp; Neubildungen im Oesophagusnbsp; nbsp; 467
8.nbsp; Parasiten im Oesophagus .nbsp; nbsp; 467
9.nbsp; Die Kropfkrankheiten des
Geflügels.......nbsp; nbsp; 467
Verstopfung des Kropfes .nbsp; nbsp; 468
Erweiterung des Kropfes .nbsp; nbsp;468
Soor des Kropfes ....nbsp; nbsp;468 Parasiten im Schlund und im
Kröpfe des Geflügels . . .nbsp; nbsp; 469
IV. Krankheiten des Magens . . 469 Vergleichend-anatomische und
physiologisclieVorbenierkungen 469 Allgemeine diagnostische Angaben für die Uiitersuchnug d. Magens und Darmes der liaiisthiere . 471
1.nbsp; Allgoinoines über Verdau ungsstörungen . . 473
2.nbsp; Das Erbrechen. Vomi-tus. Emosis.....474
3.nbsp; Akuter Magenkatarrh. Akute Dyspepsie .... 476
Akuter Magen-Darm-
katarrh.......477
Magen- und Darmkatarrh des
Jungviehs.......482
Sanilütspolizeiliclies .... 483 Die sog krankhaften Gelüste ........483
Lecksucht oder Nagckrankheit
des Rindes.......483
Wollefressen der Schafe . . 485 Lecksucht der Pferde und
Schweine.......486
Ferkolfresscn......487
Selbstausziehen der Federn . 487
4.nbsp; Chronischer Magenkatarrh .......487
Clironischer Magen-Darmka-
tarrh bei Thieren .... 488 Akutes Aufblähen der Wiederkäuer ........491
Chronisches Aufblähen der Wiederkäuer ........494
Magenttberfülinng beim Rinde 495
5.nbsp; Gastritis plilegmonosa. Gastroenteri t is toxik a 496
6.nbsp; Magengeschwür . . . 496
7.nbsp; Nervöse Magenerkrankungen 498
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XVI
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InhaUs-Veizeiclmiss.
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Süitü
Wiederkauen beim Menschen 499
8.nbsp; nbsp;Mngonblulung.....49'J
9.nbsp; nbsp;Magenoiwoitening .... #9632;ri01
10.nbsp; nbsp;Zerreissmig des Magens . . 502
11.nbsp; nbsp;Lageveiiindorung des Magens 502
12.nbsp; nbsp;Fremdkörper im Magen . . .r)02
13.nbsp; nbsp;Tlüeiische Parasiten Im Magon........503
14.nbsp; nbsp;Neubildungen im Magen . 504
V.nbsp; nbsp;Krankheiten des Darmes . . 504
1.nbsp; nbsp;Akuter Darmkatarrh . 505
2.nbsp; nbsp;C h r o n i s c li o r D a r m k a -tarrh........509
3.nbsp; nbsp;Magen-D ai-inkafcairh
der Kinder.....511
Magen-DarrnkataiTh des Jungviehs .........512
4.nbsp; Durchfall. Diarrhöe . 514
5.nbsp; nbsp;Verstopfung.....515
6.nbsp; nbsp;Kolik........517
Kolik der Pferde ... 519
Kolik beim Rinde.....523
Kolik heim Schwein .... 529 Kolik beim Huiui.....530
7.nbsp; nbsp;131 inddarmen tzii ndung. Typhlitis und PerityphHHs . 580
8.nbsp; nbsp;Mastdarmentztlndung. Piok-titis.........531
9.nbsp; nbsp;Verengerung, Erweiterung und Lähmung des Mastdarms
und Afters bei Thieren . . 531
10.nbsp; nbsp;llilmoirboiden. Phlebektasia hämonhoidalis.....532
11.nbsp; Darmblutungen.....532
12.nbsp; Verengerungen und Versohl iessungen des Darms . 533
18. Neubildungen im Darmkanal 533
14.nbsp; Parasiten im Darm . . . 534
15.nbsp; Magen-Darmkatarrh beim (le-lliigel........536
VI.nbsp; nbsp;Krankheiten des Baiiclifells . 536
1.nbsp; nbsp;Hauch fell en tz Und ung. Peritonitis ......536
a)nbsp; nbsp;lieim Menschen . . . 536
b)nbsp; nbsp;Bei Thieren.....539
Chronischo UauchfellentzUu-
dung........542
2.nbsp; nbsp;li a u c h h ö h 1 e n w a s s e r -sucht........542
3.nbsp; Neubildungen des Bauchfells 545
4.nbsp; nbsp;Parasiten in der lianchliöhle 545
5.nbsp; nbsp;Andere Veränderungen am Bauchfell hei Thieren . . 545
|
Süitu
Das Luftblasengekröse des Schweines ......545
VII.nbsp; Krankheiten der Leber und der Gallengiinge........546
Allgemeine anatomische und diagnostische Vorbemerkungen 546
1.nbsp; nbsp;Ikterus k atarrha I is. Katarrhalische (ielbsucht. (Stauungsikterns) .... 548
a)nbsp; nbsp;Heim Menschen . . .nbsp; nbsp; nbsp; 548
b)nbsp; nbsp;Hei Thieren.....nbsp; nbsp; nbsp; 549
2.nbsp; Ikterus gravis.....nbsp; nbsp; 550
3.nbsp; nbsp;Ikterus neonatorum . . .nbsp; nbsp; 551
4.nbsp; nbsp;Toxischer Ikterus. Infektiöser Ikterus ........nbsp; nbsp; 551
Woil'sche Krankheit des Menschen ........nbsp; nbsp; 551
5.nbsp; nbsp;Eitrige Leberentziindung. Hep. suppurat......nbsp; nbsp; 551
6.nbsp; nbsp;Leberhyperämie.....nbsp; nbsp; 558
7.nbsp; nbsp;Akute gelbe Leberatrophie .nbsp; nbsp; 553
8.nbsp; nbsp;Knotige Lebernekrose . . 553
9.nbsp; nbsp;Kn/.ootischeLeberentziindung
bei jungen Schweinen . . 554
10.nbsp; nbsp;Lebercirrhose . . . . 554
a)nbsp; nbsp;Heim Menschen . . . 554
b)nbsp; nbsp;Hei Thieren.....555
11.nbsp; nbsp;Leberruptur. Leberblutung ........557
12.nbsp; nbsp;Amy lo idleher. (Speck-leher)........558
13.nbsp; nbsp;Fettige Infiltration. Fettige Degeneration
d e r L e b er......559
14.nbsp; nbsp;Gallensteine, Cholelithiasis .........560
15.nbsp; nbsp;QesohwUlste der Leber . . 561
16.nbsp; nbsp;Anderweitige Veränderungen
in der Leber......562
17.nbsp; nbsp;Parasiten in der Lobor . . 562
VIII.nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Bauch-speioholdt'Use.......563
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|
V. Kranklioiten der Milz.
1.nbsp; Akute Milzerkrankungen
2.nbsp; nbsp;Chronische Milzorkrankun gen.........
. 8. Milzruptur. Milzblutung . #9632;
4.nbsp; nbsp;(Jcschwiilste der Milz . .
5.nbsp; Parasiten der Milz . . . Zusammenfassung.....
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563
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564 564 565 565 565
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T
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XVIII
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Inhnlts-Vorzeichniss.
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Seite
VT. Ki-anklicitcii des Zwerchfells .nbsp; nbsp; 635
1.nbsp; Dor Zworchfellkrampfnbsp; nbsp;685
2.nbsp; Zwerchfollbruch. Zworg-fellruptur.......nbsp; nbsp; 036
3.nbsp; Zworclifolllälimung . .nbsp; nbsp; 037
4.nbsp; Zworchfellatrophio . 637
Anhang........637
K r a n k h o i t e n d o r R e s p i r a -
ti on sorg an o dos Geflii-gols.........637
a)nbsp; Nicht durch thiorische Parasiten hervorgerufonc Krankheiten der Ath-imingsorgane dos Geflügels .......637
b)nbsp; Durch thiorische Parasiten hervorgerufene Kranklioi-
ten des Geflügels ... 637 Zusammenfassung ... 638
E. Krankheiten der Cirkiilatioiis-organe.
Vergleichencl-anatomischo, physiologische und entwickelungs-geschichtliche Bemerkungen zu den Krankheiten d. Cirkulations-
organo.........639
Allgemeine diagnostische Angaben für die Feststellung der Krankheiten der Cirkulationsorgane bei den Hauathieron .... 641 I. Krankheiten des Herzens und des Perikardiums.....643
1.nbsp; Akute Endokarditis . 643
2.nbsp; Chronische Endokarditis ........C45
3.nbsp; Myokarditis. Muskuläre Erkrankungen des Horzens ......649
4.nbsp; Hyportrophieund Dilatation des Herzens . . 052
5.nbsp; Neurosen dos Herzens 054
6.nbsp; Spontane Ruptur dos Herzens ......655
7.nbsp; Angeborene Herzfehler 656
8.nbsp; Hy d roporikardium, Hämoperikardium,
P n o u m o p e r i k a r d i u m . 050
9.nbsp; Porikardltis. Horzboii-telentz iindiing .... 050
10.nbsp; Geschwülste am Herzen . . 660
11.nbsp; Parasiten im Herzen . . . 061
|
Scit.o
II. Krankheiten der Gefässe . . 061
1.nbsp; Aneurysmen der Go-fässo........661
2.nbsp; Thrombose der Schenkel-, Bocken-und Achselartorion .....663
3.nbsp; Ruptur grosserer Ge-fitsse der Brust- und
Bauchhilhle.....665
4.nbsp; Parasiten im Blute . . 665
5.nbsp; Arthoriosklerosi s,
En darteriitis ch ronika (leformans, Atheromd.
Gefässo.......668
Zusammenfassung.....668
F. Krankheiten des Nervensystems.
Vergleichend - anatomische , physiologische und eutwickelungs-gesohichtliche Bemerkungen zu den Krankheiten des Nervensystems ........ 669
Allgemeine diagnostische Angaben für die Feststellung der Nervenkrankheiten bei Haus-
thieren.........671
I. Die Krankheiten des Gehirns 673
1.nbsp; Anilmio des Gehirns . 673
2.nbsp; Hyperämie des Gehirns 674
3.nbsp; Das Gehirnödem ... 675
4.nbsp; Gehirnblutung ... 675
5.nbsp; Entzündung des Gehirns und seiner weichen Häute........678
6.nbsp; Der chronische Hydro-cephalus ...... 085
Dummkollcr der Pferdenbsp; nbsp; nbsp; 086 Dummkoller bei anderen
Thioren.......nbsp; nbsp;695
7.nbsp; Sonnenstich.....nbsp; nbsp;696
8.nbsp; Hitzschlag.....nbsp; nbsp;697
9.nbsp; Parasiten des Gehirnsnbsp; nbsp;699
10.nbsp; Goscliwiilsto dos Gehirns ........699
11.nbsp; Bitzschlag.....700
IT. Kranklicitcn des Rüokenninrkes
und seiner Häute, sowie des verlängerten Markes .... 701 1. Entzündungen der Rückenmarks häute . . . 702
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Inhalts-Verzeichniss.
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XIX
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Soito
Infektiöso Rilckeninarksoikran-kung boi Pferden .... 704
2.nbsp; Rü ckonmarksontz Un-dung........705
3.nbsp; Epid om isclie Cerebro-spinal mc ningitis der Pferde.......705
4.nbsp; Tabes dorsalis .... 710 Traberkraiikhoit bei Thieren . 712
5.nbsp; lilutungon im Rückenmark ........714
6.nbsp; Noubild n ngon i.Rlickon-mark........715
7.nbsp; Parasiten im Rückenmark 715
8.nbsp; Krankh oi ten des Gehirns, verlängerten Markes, und Rückenmarkes, welche bei Thieren bisher überhaupt nicht oder nicht mit Sicherheit beobachtet worden sind.....715
a)nbsp; Progressive ßulbärpara-lyse........715
b)nbsp; Primäre Degeneration der motorischen Leitungs-bnhn einschlicsslich der Muskeln. Amyotrophische Lateralsklerose, spinale Muskelatrophie, primäre Pyramiden - Seitenstran g-sklerose, neurotische Muskelatrophie , Dystrophia muskulerum progrossiva 716
c)nbsp; Hereditäre Ataxio . . . 718
d)nbsp; Dementia paralytika . . 718
III.nbsp; Kninklicitcii der peripheren Nerven .........718
Vorbomorkungen . . . . nbsp; nbsp; 718
1.nbsp; Neuritis.Nierenentzündung ........nbsp; nbsp;720
2.nbsp; Neuralgien.....nbsp; nbsp; 721
3.nbsp; Lähmungen.....nbsp; nbsp; 722
IV.nbsp; Nei'venki'anklieiteii olme bekannte anatotnisohe OnnulltiKenbsp; nbsp; 726
1.nbsp; Epilepsie......nbsp; nbsp; 726
2.nbsp; Eklampsie.....nbsp; nbsp; 731
3.nbsp; Der Schwindel. Vertigonbsp; nbsp; 733
4.nbsp; Die Seekrankheit . .nbsp; nbsp; 736
5.nbsp; Veitstanz. Chorea . .nbsp; nbsp; 738
6.nbsp; Stnrrsucht. Katalepsienbsp; nbsp;740
7.nbsp; Basodo-w'sche Krankheit ........nbsp; nbsp; 741
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Seite
8.nbsp; SclitUtollähniuiig. Paralysis agitans ....nbsp; nbsp;743
9.nbsp; Athotosis.......nbsp; nbsp; 743
10.nbsp; Tetanio........nbsp; nbsp;744
11.nbsp; Myotonia kongenita . . .nbsp; nbsp;744
12.nbsp; Hypnose.......nbsp; nbsp;744
13.nbsp; Syriiigoniyelie.....nbsp; nbsp; 745
14.nbsp; Nervenkranklioiton des Geflügels ........nbsp; nbsp;745
15.nbsp; Das Koppen der Thiere.nbsp; nbsp;745 L u f t s c h 1 u c k o n b e i m M o n-schon.........nbsp; nbsp; 751
16.nbsp; Die StiUigkoit ....nbsp; nbsp;752 Zusammenfassung . . .nbsp; nbsp; 756
(raquo;. Krauklicitcn der Schilddrüse.
Vergleichend - anatomische, ent-wickelungsgoschichtliche und
physiologische Vorbemerkungennbsp; nbsp;756
1.nbsp; Die Entzündung dor Schilddrüse.....nbsp; nbsp;759
2.nbsp; Der Kropf. Struma . .nbsp; nbsp;760 Kropf und Kretinismus . . .nbsp; nbsp; 762
3.nbsp; Geschwülste der Schilddrüsenbsp; nbsp;765
4.nbsp; Parasiten der Schilddrüse .nbsp; nbsp; 765
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II. Krankheiten der Bowegung.s organ e.
1.nbsp; Muskelrhoiimatismiis .
2.nbsp; Dicakuto Polymyositis
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771
771
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Die Eisballenkrankhoit der Pferde .....
3.nbsp; Fortschrcitondo Muakelvor-knöcherung ......
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4.nbsp; Geschwülste in den Muskeln 772
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Molanosis makulosa
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5. Parasiten in den Muskeln . 772
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.1. Krankheiten der Ilariiorgane.
Vorgloichend - anatomische und eiitwickolungsgosoh ichtlichn Vorbemerkungen.....773
Allgemeinn diiignostischo Angaben für die Untersuchung dos Ilarnapparates der Haustbiere 774 I. Krankhoiten der Nieren und des Nierenbeckens.....779
Allgemeine Symptome der Nieren-krankheiten.......779
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n
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XX
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Inhalts-Vorzeiclmisa.
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8laquo;tte
1.nbsp; Die akuto Nioroncnt-ziindung......nbsp; nbsp; 782
2.nbsp; nbsp;Die chronische N ieron-entziindung.....nbsp; nbsp; 786
3.nbsp; Die eitrige Nierenentzündung ......nbsp; nbsp; 700
4.nbsp; Die primäre Schrumpf-niore........nbsp; nbsp; 791
5.nbsp; Nierenentzündung. Pyo-
litis.........nbsp; nbsp; 793
6.nbsp; Amyloidniero . . . .nbsp; nbsp; 79ß
7.nbsp; Nierenknnikhoiton d. Hühnernbsp; nbsp; 798
8.nbsp; Nierensteine, Nephrolithiasisnbsp; nbsp; 799
9.nbsp; Hydronephrosc. Wassernierenbsp; nbsp; 799
10.nbsp; Neuhildungen in der Niere .nbsp; nbsp; 800
11.nbsp; Parasiten in der Niere . .nbsp; nbsp; 801
12.nbsp; Erkrankungen der Nebennieren........nbsp; nbsp; 802
13.nbsp; Wanderniere......nbsp; nbsp; 808
Tl. Krankheiten der Iluruhlascnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;803
1.nbsp; nbsp;Der Bl asenkatarrh. Cystitis ........nbsp; nbsp; 803
2.nbsp; Harnblasonliihmung .nbsp; nbsp; 806
3.nbsp; Harnverhaltung ...nbsp; nbsp; 808
4.nbsp; Ink ontinentia urinae .nbsp; nbsp; 810 0. Blutungen ausden Harnwegen ........nbsp; nbsp; 811
0.nbsp; Geschwülste der Harnblasenbsp; nbsp; 811
7.nbsp; Parasiten der Harnblase .nbsp; nbsp; 811
8.nbsp; nbsp;Blasensteino......nbsp; nbsp; 811
9.nbsp; Lage veränderungen der Harnblase ........nbsp; nbsp; 812
K. Krankliniten der (laquo;cschlcelits-organe.
Vergleichend - anatomische, physiologische und entwiokelungs-goschichtliche Bemerkungen zu den Krankheiten d. (ieschlechts-
organe.........nbsp; nbsp; 813
1.nbsp; nbsp;Impotenz.......nbsp; nbsp; 813
2.nbsp; Sterilität.......nbsp; nbsp; 814
B, Gebärmuttorkatarrh . . .nbsp; nbsp; 816
4.nbsp; Gebärmutterentzümlung . .nbsp; nbsp; nbsp;817
5.nbsp; Scheidonkatarrh ....nbsp; nbsp; 820
6.nbsp; Kalbefleber. Gebärpnresc .nbsp; nbsp; 821
7.nbsp; Abortus.......nbsp; nbsp; 827
8.nbsp; Nymphomania. Satyriasis .nbsp; nbsp; 833
9.nbsp; nbsp;Hodenerkrankungen . . .nbsp; nbsp; 834
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Soito
10.nbsp; nbsp;Parasiten der Geschlechtsorgane ........nbsp; nbsp; 835
11.nbsp; nbsp;Geschwülste der Geschlechtsorgane ........nbsp; nbsp; 835
Niicliträge. Infoktions- und Intoxikationskrankliciteii.
1.nbsp; nbsp;Milzbrand.......nbsp; nbsp; 837
2.nbsp; nbsp;Wuthkrankheit. Tollwuth .nbsp; nbsp; 839
3.nbsp; nbsp;Maul- und Klauenseuche .nbsp; nbsp; 841
4.nbsp; nbsp;Masern und Scharlach . .nbsp; nbsp; 845
5.nbsp; nbsp;üeber eine neue Infektionskrankheit des Rindviehs .nbsp; nbsp; 846
6.nbsp; Tuberkulose......nbsp; nbsp; 847
7.nbsp; nbsp;Syphilis.......nbsp; nbsp; 848
8.nbsp; nbsp;Malaria .......nbsp; nbsp; 849
Surrah........nbsp; nbsp; 850
9.nbsp; Hämoglobinurie.Hämoglobin-ämie........nbsp; nbsp; 850
10.nbsp; nbsp;Rinderpest.......nbsp; nbsp; 852
11.nbsp; Büffelseuche (Barbonekrank-heit der Büffel).....nbsp; nbsp; 853
12.nbsp; nbsp;Infektiöse Paraplegic bei Pferden........nbsp; nbsp; 856
13.nbsp; nbsp;Stäbchenrothlauf. Schweineseuche. Schweinepest . .nbsp; nbsp; 857
14.nbsp; nbsp;Aktinomykose. Botryo-mykose........nbsp; nbsp; 859
15.nbsp; nbsp;Gelbes Fieber.....nbsp; nbsp; 860
16.nbsp; nbsp;Pest.........nbsp; nbsp; 86S
17.nbsp; nbsp;Beri-Berikrankheit ....nbsp; nbsp; 864
18.nbsp; nbsp;Bradsot der Schafe ...nbsp; nbsp; 865
19.nbsp; nbsp;Perulose.......nbsp; nbsp; 868
20.nbsp; nbsp;Kibenek.......nbsp; nbsp; 868
21.nbsp; Dangue-Fieber.....nbsp; nbsp; 868
22.nbsp; nbsp;Mittelmeerfieber ....nbsp; nbsp; 869
23.nbsp; nbsp;Das indische Nasha-Fiober .nbsp; nbsp; 870
24.nbsp; Das japanische Fluss- oder Uoberschwemniungsflobernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;870
Intoxikationen niul Intoxikationskrank-lioiten.
1.nbsp; nbsp;Botulismus......nbsp; nbsp; 871
2,nbsp; nbsp;Mais.stengelkrankheit . . .nbsp; nbsp; 873
Orgiinkranklioitcn.
Symptomatologie der thioiischen
Parasiten.......nbsp; nbsp; 873
Sacli-Register.......nbsp; nbsp; 875
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Einleitung und Geschichtliches.
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Der Gedanke, die Krankheiten der Thiere mit denjenigen des Menschen zai vergleichen, um sich claim Rechenschaft darüber zu geben, warum die Ursachen und die Erscheinungen der Krankheiten des Menschen oft gleich, oft verschieden von denjenigen der Thiere sind, ist keineswegs neu. Schon bei Hippokrates finden wir Andeutungen darüber, die hier in Betracht kommenden Fragen zu beantworten. Bei G alen tritt sogar schon das Bestreben hervor, durch direktes Studium der Thierkrank-heiten die Pathologie des Menschen zai erklären. Allein, erst zu Ende des siebzehnten Jahrhunderts wird von Ehrhard Brunner unter Leitung von Stahl ein grösscrer wissenschaftlicher quot;Versuch unternommen, Thier- und Menschcnpathologio mit einander zu vergleichou (Brunner, dissertatio de frequentia morborum in corpore humano prae brutis). An kleineren Arbeiten fehlte es jedoch auch vorher nicht. Erwähnt sei: J. Ph. Ingrassias (quod medicina veteriuaria formaliter una eademque sit cum nobiliori hominis medicina, materiao duntaxat nobilitate differens, Venetiae 1668) und Lange (de differentiis inter homiiuim morbos cum brutis communes et proprios, Altdorf 1689). (Gleisberg.)
Bemerkenswerth ist weiter eine Abhandlung von Peter Cam per: Reponse a la question proposee on 1783 par la Societe batave de Rotterdam, Paris 1803. Der Mensch einfach als Naturwesen betrachtetquot;, sagt Camper in jener Schrift, ist weder mehr noch weniger ein Gegenstand der Erkrankung wie das Thier. Aber von dem Augenblick an, wo sich die Menschen zu einer Gesellschaft formirten, von da an, wo sie das natürliche und wilde Leben verliossen, mussten sie einer grossen Anzahl von Krankheiton ausgesetzt sein, welche nothwendig aus diesem Wechsel der Lebonsweiso hervorgehen mussten.quot; Auch Percival sagte bei ähnlicher Gelegenheit (Philosophical Transactions LXIV p. 66), dass durch den Missbrauch des Alkohols alljährlich mehr Menschen hinweggerafft werden, als durch Fieber, Tuberkulose und durch die ansteckenden Krankheiten. Wie Camper (Krankheiten, die sowohl dem Menschen als den Thieren eigen sind, Lingen 1787), so liebt auch Nebel (nosologia brutorum cum hoininum morbis compnrata, Giessae 1798) hervor, dass die Thiere im Zustande der Wüdniss selten erkranken, dass sich aber dieses
SchnoiilomUhl, Vergl, FathologtO.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
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Einleitung und Geschichtliches.
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Verhältmss in der Gefangenschaft wesentlich iindoro. Bergmann (Primae lincae pathologiae comparatae 1804) erklärt bereits, class durch die Experimente, welche die Thierpathologie gestatte, sie der Medicin, Chirurgie und Therapie zu Hülfe käme und durch die Geschichte der Thierseuchen die der Epidemien aufhelle. In seinem Werke bespricht Bergmann die Krankheiten der Insekten, Fische, Lurche, Säuge-thicre und der Menschen. Auch bemühte sich derselbe Autor nachzuweisen, dass es bis ZU einem gewissen Grade möglich sei, die Krankheiten der Menschen und Thiero auch in den Pflanzen aufzufinden, z. B. die Bleichsucht, verschiedene Exantheme, Knochenfrass, Geschwulstbildungeu und Missgeburten.
Der genannte Autor erwähnt auch bereits, dass Fische Verletzungen, die man ihnen zufügt, im Allgemeinen leichter ertragen, als andere Tbiere. Ebenso beobachtete Bergmann ein massenhaftes Absterben der Fische zu Zeiten, in welchen Epidemien und Epizootieen herrschten. Auch fand er, dass Vögel, welche den atniosphäriscben Einflüssen ausgesetzt sind, von den unter anderen Thieren herrschenden Seuchen heinigesucht werden. Die Beuchen der Vögel sind oft die Vorläufer der Epidemien der Menschen.quot; (Bergmann.) Bergmann zeigte auch schon, dass, wenn gewisse Krankheiten des Menschen an bestimmte Klimata geknüpft sind, auch die Thiero unter jenen Krankheiten, leiden, Bergmann machte auch einen Vergleich der Ergebnisse grosser ehirurgiseher Operationen und der Körperverstünmielungen bei den öäugethieren und den Mensehen und fand mannigfache Abweichungen zwischen dem menschlichen Organismus und demjenigen der verschiedenen Sängethierspecies. Die zahlreichen Versuche ergaben, dass der Hund z. B. die schwersten Verstümmelungen verträgt und besser verträgt als der Mensch, während die Ziegen, Schafe und Kaninchen ihnen fast säinmtlich plötzlich unterliegen.
Im Jahre 1778 hielt Hennemann an der Universität Göttingen bereits einen Cursus über vergleichende Medicin. Lectiones suas per semestro aestivum in Academia Georgia Augusta habendas indicit, praemittentur primae lineae nosologiao morborum.quot; Ebenso kündigte in demselben Jahre Bossiegel in Göttingen folgende Vorlesung an : Artein veterinarian! traetandam suseipio, commilitoncs optimi, doctrinam ab ea (pme sanitati hominum et constituendae et restituendae inservit, non udeo discrepantem ac vulgo plerique putant.quot; Auch an anderen Universitäten Deutschlands begann man um diese Zeit Vorlesungen über vergleichende Medicin zu halten. Es wurden besondere Lehrstühle für Thiermedicin in Heidelberg, Freiburg, Tübingen, Jena, Marburg und Würzburg errichtet. Man verband damit die Absicht* solche Aerzte, welche sich später zu Physicatsärztcn auszubilden beabsichtigten, in der Kenntniss der Zoonosen auszubilden. Während diese Lehrstühle zum grossen Schaden der Forschung auf dem Gebiete der vergleichenden Pathologie in Deutschland später fast sämmtlich eingingen und nur an solchen Universitäten erhalten bezw. neu errichtet worden sind, wo studirende Landwirthe in den Grundzügen der landwirthschaffliehen Thierheilkunde unterrichtet werden sollen, sind an den österreichischen Landesuniversitäten jene Lehrstühle für Thierheilkunde überall für den oben genannten Zweck bis heute beibehalten worden.
Mit Beginn des neunzehnten Jahrhunderts mehren sich die Schriften über vergleichende Pathologie. Es erschienen u. A. Arbeiten von Greve Erfahrungen
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Einleitung und Geschichtliches.
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und Beobaohtungen über die Krankhoitou der Hausthiere im Vorgleich mit den Krankheiten des Menschenquot; (Oldeuhurg 181821); von Maudt praktische Darstellung der wichtigsten Epidemien und Epizootien. Berlin 1828; von Otto, Lesebuch der pathologischen Anatomie des Menschen und der Thiere, Berlin 1830. Im Jahre 1834 veröffentlichte Strachof eine Schrift über die Dienste, welche die Thierheilkunde und thierische Anatomie der menschlichen Heilkunde bereits geleistet hat und noch zu leisten vermagquot;. Als eine der vollkommensten Darstellungen der Missgeburten bei dem Menschen und den Thieren ist das Werk von Geoffroy Saint-Hilaire zu nennen: Histoire generale et particuliere des anomalies de l'organisation chez rhomme et les animauxquot;. Im Jahre 1839 erschien von Jacob L i v i n eine vergleichende Darstellung der von den Hausthieren auf Menschen übertragbaren Krankheiten. In dieser Schrift wird bereits die Uebertragbarkeit des Eotzes, des Milzbrandes, der Maul- und Klauenseuche, der Wuthkrankheit, der Pocken, der Krätze u. s. w. auf den Menschen erörtert.
Die grössten Verdienste um die Förderung der vergleichenden Pathologie erwarben sich um die Mitte dieses Jahrhunderts Ray er und Heus inger, welche fast gleichzeitig den Versuch machten, für dieselbe einen besonderen Platz in der Wissenschaft zu erwerben. Rayer begründete zu diesem Zweck im Jahre 1842 sein Archiv der vergleichenden Pathologie. Sein energischer Versuch, in Paris einen Lehrstuhl für vergleichende Pathologie zu creiren, blieb jedoch ohne besonderen Erfolg.
In Deutschland trat um dieselbe Zeit in Heu singer ein Forscher auf, der in methodischer Weise den Grundstein der vergleichenden Pathologie legte, das bisherige Material darüber sammelte und durch vortreffliche eigene Untersuchungen erweiterte und vervollkommnete. Heusinger lieferte in seinem Buche Recherches de Pathologie compareequot;, Cassel 18441847, das erste grössere Werk über vergleichende Pathologie. Heu singer's Werk giebt gleichzeitig einen Abriss über die Geschichte der Thierheilkunde. Nach Heusin ger's klassischem Werke folgten noch eine Reihe anderer Autoren mit grösseren und kleineren Beiträgen zur vergleichenden Pathologie, Besonders sind es helminthologisehe Untersuchungen, welche um diese Zeit die Aufmerksamkeit erregten, u. A. die Arbeiten von Hering, die Krätzmilben der Thiere; G urlt und Her twig, Untersuchungen Über die Haut des Menschen und der Haussäugothiere und über die Krätze und Räudemilben (Berlin 1844); Robin, Histoire naturelle des vegetaux parasites qui croissent sur rhomme et sur les animaux vivants (Paris 1853); Gerlach, Krätze und Räude (Berlin 1857); Reynal, Uebertragung des herpes tonsurans dos Pferdes und des Ochsen auf den Menschen (Paris 1858); Davaine, Traite pratique d'entomologie et de pathologie compareo de la psore ou gale de rhomme et des animaux domes-tiques (Paris 1862); Fürstenberg, die Krätzmilben der Menschen und Thiere (Leipzig 1861). Weitere Untersuchungen dieser Art erschienen dann noch von Bremser, Rudolphi, Virchow, Dujardin, 0. Tli. vonSiobold, Küchenmeister, Zenker, Louckart, Heller u. A.
Im Jaiiic 1865 erschien datm von Gleisberg, praktischer Arzt und Magister der Thierheilkunde, und unter Mitwirkung des Oberrossarztes Trautvetter ein Lehrbuch der vergleichenden Pathologie, in welchem zum ersten Male versucht
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Einleitung und Giesohiohtliches.
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wurde, In einem elnbeltllohen Werke Die Pathologie des Menschen den Thlerärzten und die Thlerpathologle den Meuschenänsten zugfinglloh und verständlloh zu maehenquot;. In diesem 729 Seiten starken Bueho sind sowohl die Infe(;tionskrankhlt;'iten wie auch die Krankheiten der einzelnen Orpine in allgemeinen Gmndziigen nach dem damaligen Standpunkt der medieinlsehen Wissensehaft erörtert.
In neuerer Zeit ist es dann Rudolph Virchow gewesen, der fortgesetzt die wissenschaftliche Begründung der vergleichenden Pathologie förderteraquo;, und nach ihm Bellinger, welcher durch die von ihm und Franck begriindoto Deutsche Zeitschrift für Thicnnedizin und vergleichende Pathologiequot; ein Archiv schuf, in dem eine Reihe der werthvollsten Untersuchungen auf dem Gebiete der vergleichenden Pathologie veröffentlicht wurde. Virchow verarbeitetein seinem klassischen Werke über die Zoonosen das Beste, was bis zu jener Zeit für die wissenschaftliche Begründung der vergleichenden Pathologie geleistet wurde. Auf wissenschaftlichem Gebiete die vergleichende Pathologie durch vortreffliche Arbeiten bereichernd, trat Virchow als einer der ersten Universitätslehrer auch im öffentlichen Leben für die Verbindung zwischen Thier- und Menschenarzneikundo sehr energisch ein. Zwischen Thier- und Mensehcnarzneikunde,quot; sagte Virchow gelegentlich einer Kamnierdebatte, ist oder sollte wissenschaftlich keine Scheidegrenze sein. Das Object ist verschieden, aber die Erfahrungen, die aus dem Object zu schöpfen sind, sind Lehrsätze, welche die Grundlage der Doctrinen bilden. Daher hat sich auch von Seiten der Wissenschaft die Verbindung zwischen Thier- und Mensehcnarzneikunde immer inniger gestaltet.quot;
In seinem Werke über die Zoonosen erinnert Virchow an das ganz verschiedene Verhalten der Pflanzenfresser, der Fleischfresser und des Menschen gegen gewisse Gifte. Es liisst sich bis jetzt nicht übersehen, worin diese Verschiedenheiten ihren Grund haben; indess ist es sehr wichtig, sie im Auge zu behalten, daman daraus ersehen kann, dass nicht alle Versuche, die an Thieren angestellt wurden, für den Menschen entscheidend sind. Bei den grossen Epidemien der typhoiden Krankheiten, bei der Pest, bei der Cholera, bei denen die Frage der Contagiosität an sieh so grosse Schwierigkeiten darbieten, hat man oft genug analoge Krankheiten der Thiere conslatirt, ohne dass es jedoch bis jetzt möglich war, sei es die Ueber-einstimmung dieser Krankheiten mit denen dör Menschen, sei es die Entstehung derselben aus meteorologischen, territorialen oder contagiösen Schädlichkeiten zu ermitteln. Im Allgemeinen steht nur soviel fest, dass der Mensch eine grosse Receptivität gegen Tbiereontagi cn, die Thiere eine geringe gegen menschliche besitzen.quot;
Für die weitere Entwickelung der vergleichenden Pathologie ist nun die experimentelle Pathologie von grosser Bedeutung geworden. Die vergleichende Pathologie ist die Vorbedingung jeder Experimentalpathologic. Wie mit Recht Bollinger hervoi'hebt, muss die Forderung gestellt werden, dass der Ex-perimentalpathologle nicht bloss die anatomischen und physiologischen, sondern auch die pathologisch-anatomischen Verhältnisse der Experimentalthiere genau bekannt seien. Dass im Uebrigen unsere Hausthiere, die ja nur einen minimalen Bruch-theil des grossen Thierreiches repräsentiron, passende Objecte sind, um von dem Studium ihrer Krankheiten erspricssliche Resultate für die vergleichende Pathologie
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Kinleitung und Gcscliichtliches.
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zu erwarten, lüsst sich ohne Schwierigkeit nachweisen: Wir sehen in den Haus-thieren die wichtigsten Gattungen der Säugethiere (die Pflanzenfresser in den Einhufern und Wiederkäuern, die Fleischfresser in Hund und Katze, die Omnivoren im Schwein), sowie eine weitere Klasse von Wirbelthieren (in unserem Geflügel) vertreten. Die anatomischen und physiologischen Verhältnisse dieser Thicre sind mit geringen Abweichungen denen des Menschen analog, wie ja auch die wichtigsten Sätze der Physiologie gerade an diesen Thieren festgestellt wurden. Abgesehen davon, dass schon ihre Mannigfaltigkeit sie zu vergleichend pathologischen Studien sehr geeignet erscheinen lässt, so stehen einzelne (Omnivoren und Fleischfresser) theils durch ihre Nahrung, theils durch ihre Organisation dein Menschen sehr nahe und leben zum Theil als dessen Hausgenossen unter denselben äusseren Verhältnissen. Selbstverständlich sollen damit die Thiere aller zoologischen Typen, die frei lebenden, deren Krankheiten wir theilweiso in zahlreichen zoologischen Gärten genau beobachten und studiren können, ebenfalls in das Gebiet der vergleichenden Pathologie einbezogen werden, und wenn auch diese Studien mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen haben und die Verwerthung des zu Gebote stehenden Materials gegenwärtig (in den zoologischen Gärten z. B.) viel zu wünschen übrig lässt, so haben doch verschiedene Beobachter gerade hierin die erfreulichsten Anfänge gemacht.quot;
Es ist zu beachtenquot;, sagt Bellinger dann weiter in seiner vortrefflichen Arbeit, dass die Mehrzahl der krankhaften Vorgänge, wie wir sie beim Menschen beobachten, auch bei unseren Ilausthiercn vorkommt. Schon vom pathologisch-anatomischen Standpunkt aus lässt sich mit aller Sicherheit voraussagen, dass sich beim Vergleich der Menschen- und Thierkrankheiten eine Menge neuer und entscheidender Gesichtspunkte ergeben wird und dass gewisse Fragen zunächst nur auf diesem Wege ihre endgültige Lösung finden können. Da die Krankheiten der Thiere nach denselben Gesetzen verlaufen wie die der Menschen, so ist klar, dass neben der Pflege der pathologischen Zootomie auch die Beobachtung am kranken Thiere sowie das Experiment an demselben für die Menschen* medicin von hohem Nutzen sein werden. Die Beobachtung am kranken Thiere hat vor derjenigen am kranken Menschen das voraus, dass sie eine vollkommen objective sein muss. Eine Ciuelle von Täuschungen und Irrthümern, denen man am menschlichen Krankenbette so häufig ausgesetzt ist, fällt hier vollkommen weg. Ueberhaupt kann ich mir eine bessere Propädeutik für die menschliche Klinik nicht denken, als die Untersuchung und Beobachtung kranker Thiere, die besonders deshalb eine instructive sein muss, weil ein Glanzpunkt der modernen Medicin, die physikalische Diagnostik, am Thiere nach denselben Gesetzen und Methoden in Anwendung gebracht werden kann und vielfach dieselben exakten Resultate liefert, wie in der Mensehenmedicin. In Bezug auf eines der wichtigsten und zukunftsreichsten und gleichzeitig dunkelsten Gebiete, die Aetiologie und Pathogenese, lässt sich gleichfalls die sichere Erwartung aussprechen, dass das Studium der Krankheiten der Thicre, der Vergleich mit denjenigen des Menschen eine reiche Ausbeute zu liefern verspricht: es gilt dies sowohl für die spontanen Erkrankungen einzelner Organe, wie für die grosse Reihe der Infections- und constitutionellen Erkrankungen.quot;
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Alan wird diesen auf Grund innt'angreicher Sachkenntniss ausgesprochenen Ansichten Bollingor's über die Bedeutung der vergleichenden Pathologie nur voll und ganz zustimmen können. Mit Recht erinnert Eollinger daran, dass die Entstehung mancher räthselhafter und verderblicher Krankheiten, wie z. B. der bösartigen Neubildungen durch das vergleichende Studium an Thieren Hand in Hand mit der experimentellen Forschung manche Aufklärung finden kann und wird. Ferner würde die eingehende Erforschung und systematische Untersuchung der A^etiologie siimmtlicher Thierseuchen, die gleichzeitig nationalökonomisch die grösste Bedeutung haben, für die Kenntniss der menschlichen Infectionskrankheiten unmittelbar fruchtbar sein. Auch die wichtige Frage von der Erblichkeit mancher Krankheiten, bemerkt Bollingor weiter, die in so enger Beziehung zur Hygiene steht, wird durch vergleichend-pathologische Forschungen wichtige Anhaltspunkte gewinnen, die sich in relativ kurzer Zeit durch Züchtungsversuche mit kranken Thieren erreichen lassen, wobei z. B. der Einfluss des Vaters, der Mutter, der Vorfahren überhaupt nach sicheren Methoden sich prüfen lässt.
Bei eingehenderem Studium der vergleichenden Pathologie wird leicht festzustellen sein, dass die Gruudstörungen im Wesentlichen gleicher Natur sind, wie auch, von unwesentlichen Abweichungen abgesehen, die feinere Organisation bei allen Säugethieren und Vögeln ttbereinstimniend ist. Soweit Abweichungen in den Krankheitsäusserungen bei den verschiedenen Thierarten nachzuweisen sind, wird man dafür in der Hauptsache folgende Gründe angeben können. Zunächst in der verschiedenen Keizempfänglichkeit der einzelnen Thierarten gegenüber pfliinzlichen und thierischen Parasiten, pflanzlichen und mineralischen Giften sowie gegenüber bestimmten Witterungseinflüssen. Die Immunität, bezw. geringe Empfänglichkeit einzelner Thierarten vielen pathogenen Bacterien gegenüber bedingt es, dass manche Infectionskrankheiten nur beim Menschen oder nur bei bestimmten Thierarten vorkommen; z. B. Masern, Scharlach, Cholera, Typhus, Syphilis u. s. w. nur beim Menschen, Rinderpest nur bei den Wiederkäuern, Lungenseuche nur beim Rinde, Stäbchenrothlauf und Schweineseuche nur beim Schweine u. A. Auch da, WO für dasselbe Contagium eine Empfänglichkeit bei verschiedenen Thierarten besteht, äussert sich die Wirkung desselben bei den einzelnen Thierarten oft in verschiedener Art, so zeigt sich der auf den Menschen übertragene Milzbrand fast nur als örtliche Erkrankung (Pustula maligna), während bei Thieren die apopleotlsoh auftretende Allgemeinerkrankung die Regel bildet. Aehnlich liegt es theilweise bei der Tuberkulose, beim Rotz, bei der Actinomykose u. s. w. Bezüglich der Wirkung atmosphärischer Einflüsse kann man bei den einzoinen Hausthierarten ebenfalls sehr verschiedene Empfänglichkeit nachweisen; so sind die Wiederkäuer, besonders die Rinder sehr unempfänglich und bleiben oft bei erheblichen Witterungseinflüssen ohne wesentliche Störungen, wo Pferde und auch Hunde unter den gleichen Einflüssen schwer erkranken.
Vielfach sind die Abweichungen in der Art und in dem Vorkommen mancher Krankheitsvorgänge auch in der verschiedenartige)! Organisation der Thier arten, in der geweblichen Einrichtung der einzelnen Organe, oder in der besonderen EntwiokellUlg derselben bei den einzelnen Thierspecies begründet, wodurch auch die Gelegenheit leichter zu erkranken begünstigt wird. In dieser Richtung sei im
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Einleitung und Geschichtliches
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die häufige Erkrankung der Pferde an Nasenkatarrhen, Kolik und Huf leiden, an das häufige Vorkommen der Tympanitis, Verdauungsstörungen, Magen- und Darm-kalarrhen bei Wiederkäuern erinnert. Dagegen heobachtet mau beim Rinde, in dessen Lunge eine starke Entvvickelung des interlobulären Bindegewebes nachgewiesen ist, sehr selten Lungenkrankheiten.
Dass die Differenz zwischen den Krankheiten des Menschen und der Thiere, sowie der einzelnen Thiergattungen auch ganz besonders bedingt wird durch zahlreiche äussere Einflüsse, braucht kaum besonders hervorgehoben oder bewiesen zu worden. Es ist ja allgemein bekannt, welchen Einfluss die Nahrung auf das Vorkommen der Parasiten bei den einzelnen Thierarten hat; wie durch die Ernährung der Fleischfresser mit dem Fleische bestimmter Pflanzenfresser der Generationswechsel, z. B. der Cestoden, bei beiden begründet ist. Durch den Alkoholgenuss treten beim Menschen zahlreiche, theilweise sjiecifische Erkrankungen sehr häufig auf, die den Thieren vollständig fehlen. Dagegen sind den Pferden die sog. Ueber-fütterungskolikcn eigenthünilich, den Wiederkäuern die Tympanitis in Folge von übermässiger und schneller Aufnahme leicht gährungsfähiger Nahrung auf der Weide u. s. w. Ebenso gross ist die Beschäftigung der Menschen und die Verwendung der Thiere auf Häufigkeit und Natur der Krankheiten. Wie anhaltende und übermässige geistige Beschäftigung des Menschen eine wichtige Quelle zahlreicher Neurosen ist, so die Verwendung einzelner Thiere zum Zug- und Reitdienst die Ursache zahlreicher Erkrankungen an den Bewegungswerkzeugen. Andererseits ist das Zucht- und Nutzvieh häufiger allgemeinen Ernährungsstörungen ausgesetzt und auch für bestimmte Infectionskrankbeiten leichter empfänglich, so das Rind für Tuberkulose und zahlreiche Geburtskrankheiten, besonders das seuchartigo Abor-tiron, die Pferde für den sog. Bläschenausschlag u. s. w. Kaum bedarf es noch des Hinweises, dass auch die Pflege und Haltung der Thiere, det.Aufenthaltsort derselben in ganz hervorragender Weise das Auftreten und die Vorsch'iedenartig-keit der Krankheiten bei den einzelnen Thierarten beeinflusst. Zahlreiche Hoerde-krankheiten der Thiere treten nur beim Woidegange, andere nur bei Stallhaltung, besonders beim längeren Aufenthalt in unzweckmässig gebauten auf.
Mögen die vorstehenden Andeutungen genügen. Sie sollen nicht annähernd in erschöpfender Weise alle die Verhältnisse zeigen, welche, theils von aussen, thcils von innen kommend, die Vcrschiedenavtigkeit der Krankheitsäusserungcn bei dem Menschen und bei den einzelnen Thieren bedingen; sie sollen vielmehr nur die Anregung für Betrachtungen geben, wie solche aus dem gesammten Inhalt des Buches an sehr zahlreichen Stellen angestellt werden können, sie sollen das Interesse und das Verständniss für die Bedeutung der vergleichenden Pathologie auch vom vergleichend-ätiologischen Standpunkte aus fördern helfen.
Bei der Erörterung der Beziehungen zwischen vergleichender Pathologie und Men schenmedicin wird von Bollingcr auch auf das Verhältniss der vorgleichenden Pathologie zur Therapie hingewiesen. Traube war es, welcher der Ueberzeugung Ausdruck gab, dass die Therapie erst von da an einen gedeihlichen Fortgang nehmen werde, wo man in systematischer Weise versuchen werde, die an Thieren hervorzurufenden Krankheitsvorgängo durch die genauer gekannten Arzneimittel zu modificiron. Setzen wir an Stelle der künstlich hervorzurufenden
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Einleitung und üeschiclitliciies.
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Krankheitsvorgänge die spontan entstehenden unserer Hausthiere, so ist damit eine weitere wichtige und dankbare Aufgabe der Thiennedicln und der vergleichenden Pathologie vorgezeichnet.quot;
Die neueren Errungenschaften auf dem Gebiete der Schutzimpfung, der Anwendung von Blutserum zur Vorbeuge und Heilung von Infectionskrankheiten, der Anwendung des Tuberkulins und Malleins zur Erkennung der Tuberkulose und des Rotzes, der Anwendung von Arzneien durch percutane Injection in die Trachea lehren überzeugend, wie zutreffend die Auffassungen Bollinger's waren, welche derselbe vor 20 Jahren über die Bedeutung der vergleichenden Pathologie für Menschenmedicin und Tbierniedicin ausgesprochen hat. Der Nutzen, welcher der Thiermedicin besonders mit Rücksicht auf normale Physiologie, pathologische Anatomie und Physiologie, Aetiologie der Krankheiten erwachsen muss, ist so klar vor Augen liegend, dass, wie Bollinger auch über diesen Punkt zutreffend bemerkt, eine weitere Erörterung überflüssig erscheint. AVer mit dem gegenwärtigen Stande der Thierheilkunde vertraut ist, wird über den Umfang und die Bedeutung der hier zu lösenden Aufgabe nicht im Unklaren sein. Zweifellos ist jedenfalls, dass die vergleichende Pathologie dazu beitragen wird, der Thiermedicin jene Stellung erringen zu helfen, die ihrer Bedeutung als Naturwissenschaft an sich, ihrer Wichtigkeit für Staat und Gesollschaft zukommt.quot; (Bellinger 1875.)
Auch der Einseiligkeit der Beobachtung und der Einseitigkeit des Wissens, einem immer mehr hervortretenden Missstand, würde die vergleichende Pathologie entgegenzuwirken geeignet sein und beitragen, den Gesichtskreis zu erweitern und vor selbstgefälliger Einseitigkeit zu bewahren. (Bollinger.)
Bei der Vollständigkeit, mit der Bollinger die Bedeutung der vergleichenden Pathologie erörtert, ist nicht zu verwundern, dass er auch an die Beantwortung der Frage herantritt, auf welche Weise die vergleichende Pathologie ihre Aufgabe vorläufig am z weckmässigsten lösen kann. Sehr zutreffend wird in der Beantwortung der Frage darauf hingewiesen, dass das Material, welches die Kliniken und Sektionssäle der Thierarzneischulen, ferner die Schlachthäuser und zoologischen Gärten bieten, zu Untersuchungen in der angegebenen Richtung benutzt werden könnte. Die eigentliche Thierheilkunde würde an einer derartigen Pflege der vergleichenden Pathologie nur den grössten Gewinn haben und als integrirende Diseiplin der vergleichenden Pathologie mit grösserer Pro-duetivitiit als bisher an der hohen Aufgabe der allgemeinen Medicin mitarbeiten. Besonders aber könnten die Thierkliniken, welche sich an den meisten Universitäten befinden, die ein landwirthschaftliches Institut besitzen, in ganz anderer Weise als bisher für die thiermedicinische Wissenschaft und für die Pflege der vergleichenden Pathologie in unmittelbarer Beziehung mit den medicinischen Instituten ver-werthet werden. In ihrer gegenwärtigen Bestimmung, studirendeuLandwirthcn gelegentliche Nothhülfe bei Thieren zu zeigen und für Demonstrationen in der Bcurtheilungs-leliro zu dienen, haben sie nur einen untergeordneten Werth für die Gesammtheit.
Durch die Vergleichung der Thierkrankheiton, der pathologischen Prozesse bei den verschiedenen Arten und Gattungen des Thierreicbsquot;, sagt dann Bollinger
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Einleitung und Geschichtliches.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9
im letzten Abschnitt seiner Schrift, wird die vergleichende Pathologie analog der vergleichenden Anatomie und Physiologie die Aufgabe erfüllen, die allgemeinen Gesetze der Entstehung, des Verlaufs und Ausgangs der Krankheiten zu erforschen, mit anderen Worten die wahre allgemeine Pathologie zu schaffen.quot;
Der praktische Sinn der Engländer ging zuerst in der Verwirklichung des Gedankens vor, der vergleichenden Pathologie eine Pflegestätte zu schaffen. Mr. Brown aus Dublin bestimmte zu diesem Zweck ein Legat von 15 000 Pfd. Sterl., das sich durch weitere Schenkungen auf fast 40000 Pfund vermehrt hat. So wurde in London ein Institut für vergleichende Pathologie errichtet. Ebenso ist an der medicinischen Facultät der Universität München seit Frühjahr 1874 eine ausserordentliche Professur für vergleichende Pathologie errichtet Avorden. Ohne irgendwie Illusionen sich hinzugebenquot;, sagt Bellinger, bedarf es keiner Prophetengabe, um vorauszusehen, daas nach dem Vorbilde anderer Wissenschaften die vergleichende Pathologie, wenn sie an Umfang und Inhalt herangewachsen, wenn sie Anspruch auf den Namen einer Wissenschaft machen kann, auch anderswo die ihr gebührende Pflege und Stellung erhalten wird.quot;
So schrieb Bollinger im Jahre 1875. Jetzt, nach 20 Jahren nmss man mit Bedauern aussprechen, dass seine Hoffnungen sich nicht erfüllt haben. Aussei- in München hat die vergleichende Pathologie an keiner Universität des deutscheu Reiches eine Stätte erhalten. Im Gegentbeil sind die wenigen Lehrstellen für Thiermedidn an den deutscheu Universitäten theilweise zu ganz untergeordneten Lehrstellen horabgedrückt worden. Die vorhandenen Lehrstellen für Thiermedicin an den Universitäten wären jedoch am ehesten geeignet, zur Verwirklichung dor vorlivffliehen PläneBollinger's ZU dienen, weil sie überall mit Thierkliniken verbunden sind. Trotz der Bedeutung, welche die vergleichende Pathologie gerade in dem letzten Jahrzehnt für die Förderung der Aufgaben der Gesammttnedioin erlangt hat, muss man in Berücksichtigung obiger Thatsachen demnach lebhaft beklagen, dass diese wichtige Wissenschaft am Ende des neunzehnten Jahrhunderts weniger Förderung und Pflege findet, als ihr am Ende des achtzehnten Jahrhunderts zu Thell geworden ist,
Möchte das neunzehnte Jahrhundert nicht ganz zu Ende gehen, ohne class nicht wenigstens einzelne der sehr berechtigten Wünsche Bolliuger's, die von allen unterrichteten Kreisen vollständig getheilt werden, in Erfüllung gehen.
Während in Deutschland, wie erwähnt, gegenwärtig an keiner Universität Vorlesungen über vergleichende Pathologie gehalten werden, finden an sänimtlichen österreichischen Universitäten derartige Vorlesungen besonders für die Zwecke der Physicatscandidaten statt. Die betreffenden Docenten sind meistens auch Examinatoren ihres Faches. Da sich auch in Deutschland das Bcdürfniss für ähnliche Vorträge immer mehr herausgestellt hat, begann ich im Soimnersemester 1894 an der Universität Kiel einen Demonstrationscursus in der vergleichenden Pathologie abzuhalten, mit besonderer Berücksichtigung der für den Arzt wichtigen Fortschritte! dieser Wissenschaft und der Beurtheilung und Untersuchung des Fleisches als Krankheitserreger. Ebenso lese ich seit Wintersemester 93/94 über die auf den Menschen übertragbaren Krankheiten der Thierequot;. Vielleicht dienen diese bescheidenen Anfänge dazu, für die Förderung und Pflege der vergleichenden Pathologie immer weitere Kreise zu interessiren.
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10nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infections- und Intoxicationskrnnkheiten.
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A. Infections- und Intoxicationskrankheiten.
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I. Milzbrand (Anthrax)
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(Franz.: charbon, sang do rate; cngl.: malignant pustula, splenic fever; ital.: carbonchio,
febbra carbonchiosa.)
Geschichtliches. Milzbrand ist unter allen Thiersouohen wohl am längsten bekannt. Griechische und römische Thierürzte erwähnen die Milzbrandkrankheiten unter den Namen ()'.'amp;raquo;)a(a, Sacer ignis, Gutta rosea, öutta renalis, Pustula. Ebenso war den griechischen Aerzton die Milzbrandblatter unter dem Namen Anthrax, den römischen unter dem Namen Carbunculus bekannt. Arabische Aerzte beschreiben den Milzbrand als Atshac, al Humrah und Persisches Feuer. Chabert (1780) wies gegenüber der bisher vorhandenen Verwirrung nach, dass viele bisher für different gehaltene Krankheiten verschiedene Formen von Milzbrand sind. Nach Chabert machten sich dann Delafond, Gerlach und Heusinger um diese Frage verdient. Dann fand Pellender (1849) im Blute milzbrandkranker Rinder und Brauoll (1857) im Blute von Menschen, Schafen und Pferden eine grosso Menge feinster stäbchenförmiger Körper. Davaino (1863) erklärte diese Stäbchen für Bacterien und für die Ursache der Krankheit. Die Fntwickelung der Milzbrandbacillen, die Umwandlung in Dauersporen wurden von F. Colin und R. Koch, die sonstigen biologischen Verhältnisse des Bacillus Anthracis wurden von R. Koch klargelegt.
Verbreitungsweise und Vorkommen des Milzbi-aiulcs. Der Milzbrand ist in allen Welttheilcn und beinahe in allen Ländern beobachtet worden. In Deutschland besonders im Flussgcbieto des Pregel, am Unterlauf der Weichsel, an den Flussgebieton der Netze, Wartho, Oder, Elbe, Saale, in den Flnssgebieten zwischen Main, obere Donau und Rhein, ferner nördlich der Mosel und Niederrhein, in der schwäbisch-bayerischen Hochebene zwischen Oberlauf der Donau und dem Lech, sowie zwischen Isar und Inn. Die Verluste an Vieh sind in den sog. Milzbrandjahren oft sehr gross. In drei Jahren (187275) starben in Oberbayern 900 Rinder und 40 Pferde. Der Cesammtverlust in Preussen während der Zeit von 187883 betrug 6000 Rinder, 3000 Schafe und 300 Pferde nach amtlichen Feststellungen, der wirthschaftliche Schaden wird während dieser Zeit auf zwei Millionen Mark berechnet. Von 188690 erkrankten und starben in Deutschland 14 000 Thiere darunter 11000 Rinder.
Der Mil/bi-and kommt am häuflgsten vor beim Rinde, dann bei den Pflanzenfressern überhaupt (Rind, Schaf, Ziege, Pferd), ferner beim Roth- und Dammwild, beim Kameel, Meerschweinchen und bei den Mäusen. Ausserdem erkranken auch Menschen, Katzen, Hasen, Kaninchen, gelegentlich auch der Hund und der Fuchs, selten Schweine. Ausserdem sind noch Enten, Hühner und Tauben empfänglich, dagegen nicht Raubvögel. Fast ganz immun sind Ratten, Fische, Amphibien (besonders Frösche). Frisch eingeführte und gut genährte Thiere erkranken meist leichter. Einmaliges Ueborstehen vorleiht manchen Thieren Immunität. Milzbrand kann sporadisch, enzootisch und epizootisch auftreten, meist jedoch auf bestimmte Bezirke beschränkt stationär. B o d e n b e s c h a f fo n he i t (schwarzer, lockerer Humusboden, Kalk-, Mergel- und Thonboden, mooriger, sumpfiger Boden), Bodenfeuchtigkeit (Sinken der Bodenfeuchtigkeit steigert die Milzbrandfälle) und Temperatur (grosse Wärme begünstigt die Entwickclung) haben Einfluss auf die Milzbrandentwickelung in einer Gegend.
Bacteriologisches. Die den Milzbrand hervorrufenden Milzbrandbacillen sind im lebenden Thierkörper Stäbchen- oder cylinderförmige, unbewegliche, an den Enden scharf abgeschnittene und etwas verdickte, 520 Mikra lange, 1 Mikra breite Gebilde, in der Mitte oft etwas geknickt erscheinend. Die Grosso wechselt bei den verschiedenen Thieren, dennoch gehören die Milzbrandbacillen zu den grössten Spaltpilzen. Ungefärbt erscheinen die Bacterien glashell, gefärbt (am besten mit Bismarckbraun
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l) 6 civöpa; = Kohle.
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Milzbrand.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;11
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oder Vesuvin) erkennt man Gliederung, Endflächen der Glieder erscheinen kolbig erweitert in dor Mitte flach vertieft.
Die Bacillen sind in allen Theilen des Thierkörpers enthalten, besonders in den inneren Organen und im Blute. Vermehrung im lebenden Körper erfolgt durch Längenwachsthum und Quertheilung. Aussorhalb des Thierkörpers verlängern sich die Bacillen zu geflechtartig gewundenen langen Fäden. In den Fäden treten noch Sporen auf, die nach dorn Zerfallen der Fäden frei werden.
Die Milzbrandbavillen entwickeln sich gut im Blute, in den thierischen Se- und Excreten, auf rohen und gekochten Kartoffeln. Obwohl Wasser zur Entwickelung nöthig ist, hindert zu viel Wasser dies Wachstlunn. Durch Austrocknen werden sie vernichtet. Unentbehrlich zur Entwickelung ist der Sauerstoff der Luft, deshalb bei ungenügendem Sauerstoff (im Innern der Kadaver) keine Sporenbildung. Die günstigste Temperatur ist 85deg; O.j bei 12deg; 0. und 45deg; C. hört die Entwickelung auf und bei 10deg; C. und 550 C. tritt Vernichtung ein. Sonnenlioliteinwirkung hemmt das Wachsthum, Magensaft und Fäulniss tödten nach längerer Einwirkung die Organismen.
Die Milzbrandsporen entwickeln sich ausserhalb des Thierkörpers in den zu Filden ausgewachsenen Bacillen. Aus den Sporen bilden sich durch Fortsatzentwickelungquot; die Bacillen. Im Erdboden können die Sporen sehr lange (10 Jahre und mehr) entwickelungs-fähig bleiben. Der Milzbrandbacillus ist demnach ein endogener und ectogenor Spaltpilz. Zur Sporenbildung ist etwas Sauerstoff und eine gewisse Temperatur nöthig. Im Uebrigen sind die Sporen viel widerstandsfähiger als die Bacillen, weder durch Siedhitze (-]- 110deg; C.) noch durch starke Kältegrade ( 110deg; C.) werden sie sogleich vernichtet. Fäulniss zerstört sie nur sehr allmählich. Sublimat, Carbolsäuro, Creolin, Brom, Jod, Borsäure, Lysol wirken in starken Lösungen vernichtend.
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Milzbrand beim Menschen.
(Pustula maligna, Carbunculus contagiösus, Anthrax.)
Milzbrand ist beim Menschen von Alters her bekannt. Französische Aorztc und Thierärzte geben schon im vorigen Jahrhundert genaue Beschreibungen der Krankheit.
Aotiologie. Uebertragung auf den Menschen erfolgt in der Regel durch direkte Einimpfung des Giftes. Thierärzte, Schäfer, Lamlwirthe, Fleischer u. A. werden sich beim Vorhandensein kleiner Wunden an den Händen leicht inficiren können, wenn sie mit milzbrandkranken Thieren sich beschäftigen. Durch Beschäftigung mit Fellen und Haaren (durch Einathmimg des Milzbnuidniiiterials in die Lungen sog. H ad e rn k ra n kh eit), durch Insektenstiche, sowie gelegentlich durch Fleisehgenuss kann die Ansteckung erfolgen. Erkrankung in Folge von Fleisch-genuss ist sehr selten. Bollinger sah bei Menschen durch den Genuss von Fleisch milzbrandkranker Thicre, die an den neutesten und bösartigsten Formen zu Grunde gingen, keine schlimmen Folgen. Ebenso selten erfolgt eine Ansteckung vom Menschen auf den Menschen. Prädilcct ionsstel len sind die unbedeckten Körperstellen.
S.yinpfoine und Krankheitsvorlauf. Der Milzbrand kommt beim Menschen in zwei Formen vor, als örtliche Erkrankung der Haut (Milzbrandcnrbunkel, Fustula maligna) und als vVllgemeininfection. Bei der Pustula maligna kommt es 1J2 bis l^ä Wochen nach der Ansteckung zur Entstehung einer kloinen Pustel mit rothem Hof an tier Infectionsstelle. Unter Fieber entwickelt sich dann Lymphdrüsen- und Lymphgefässerkrankung und mit starkor Infiltration der Umgehung eine Anthraxpnstel, die im günstigen Falle wieder unter Abstossung eines nekrotisohen Schorfes abheilt, in anderen Fällen zur Allgeineininfection und zum
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12nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infections- und Intoxicationskrankhoiten.
Tode führt. Bei der Allgemeininfektioii, wegen der vorwiegenden Darmerkrankung A uthrax intestinalis (Mycosis intestinalisquot;) genannt, ist die Hauterkrankung kaum erkennbar, dagegen treten Erscheinungen einer schweren Darmerkrankung auf. In wenigen Tagen folgt unter schwerem Collaps Tod. Daneben leichtere Formen mit Genesung. Charakteristisch ist in der Mehrzahl der Fälle (auch bei Fleischgenuss) plötzliche Erkrankung) rascher Verlauf mit stürmisch auftretenden Erscheinungen (Erbrechen, Diarrhöe, Cyanose, Collaps). Lungonmilzbrand tritt unter den Erscheinungen einer Bronohopueumouie auf,
Pathologische Anatomie. Darmerkrankung charakteristisch. Neben Dünnlaquo; darmoatarrh finden sich hämorrhaglsohe Infiltrate mit centralen Verschorfungen. Milz wonig vergrössert, dunkel und blutreich. Milzbrandbacillen sind mikroskopisch nachweisbar in den Erkrankungslierdcn, besonders in den Gefässen, Lymphdrüsen n. s. w.
Diagnose ist gesichert durch Nachweis der Milzbrandbacillen im Blute und in den erkrankten Organen, ev. durch Impfung von Mäusen mit dem verdächtigen Material.
Prognose bei örtlicher Erkrankung, frühzeitiger Diagnose und richtiger Behandlung günstig. Ungünstiger bei Allgemeininfection.
Therapie. Die Pustula maligna wird nach chirurgischen Regeln behandelt. Von Incisionen, Ausschneidungen sieht man oft ab, um Allgemeininfection zu vermeiden. Dagegen Eisblase, Umschläge mit antiseptischem Verband. Bei Allgemeinerscheinungen Chinin 0,2 zweimal täglich, oft mit Carbolsäure (Acid, carbol. 0,1 Chin. 0,2 mehrmals täglich, |Leube|), ferner Calomel, Salicylsäure u. s. w. Daneben kräftige Nahrung, Wein.
Milzbrand bei Thieren.
Allgemeines.
Allgemeino Entstehung des Milzbrandes bei Thieren. Die Mehrzahl der Milz-brandinfectionen erfolgt vom inficirton Boden aus. Die Aufnahme der Infootionserreger kann vom Magen und Darm aus, von der iiusseren Haut, von der Lunge und den natürlichen Körperöffnungen aus erfolgen. Die Hautinfection ist im Ganzen selten bei Thieren. Vorangegangene Wunden (durch Bisse, Stiche, Insektenstiche, stacheliges Futter,) bedingen die Eintrittsmögliohkeit. Häufiger ist Darminf ection, wobei Milzbrandsporen und Milzbrandbacillen durch Vermittolung der Nalming und des Trinkwassers aufgenommen worden Durch die Streu von inficirtem Ackerboden und durch Knochenmehl, welches von kranken Thieren stammt und nicht geglüht wurde, kann Infection erfolgen. Ebenso durch dio Milch kranker Thiere. Selten kommt der sog. Inha lationsmilzbrand (Aufnahme der Sporen durch die Lungen) vor,
Verbreitungsweg und Wirkung der Milzbraudcrreger. In der Cutis ist die Verbreitung nur langsam, (Sidamgrotzky,) Bei tieferer Infection erfolgt die Verbreitung durch Lymphgefässe und Blutgefiisse, Nach schneller und massenhafter Vermehrung der Bacillen kommt es zu Hiiniorrhagien, Oedemen in den inneren Organen, sulzigen Extralaquo; vasaten. Die Wirkung der Bacillen im Blute ist noch nicht ganz aufgeklärt, Theiis soll Erkrankung und Tod durch Verstopfung der Capillnren und Sauerstotfontziehung, thcils (Hoffa) durch Milzbrandalkaloide eintreten.
Die wichtigsten chnraktcristischen pathologiseh-anatomischen Veränderungen beim Milzbrand. Es treten Hämorrhagien in allen Organen auf; Blut erscheint theerartig, weniger gerinnungsfähig, stark mit Bacillen durchsetzt, Todtenstarre fehlt, Fäulniss der Cadaver tritt bald ein; scros-sulzige und
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Milzbrand.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 13
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auch hämorrhagische Infiltrationen in dem subcutancn, submucösen und subserösen Bindegewebe, manchmal Hautnekrose; Lymphdrüsen vergrössert, hämorrhagisch; Körpermuskulatur dunkelbraunroth, sehr mürbe. Alle inneren Organe sehr blutreich. Milz meist schwarzroth gefärbt und oft bis fünffach vergrössert; Leber, Nieren und Lunge meist vergrösserst. Darmkanal in schweren Formen des Darmmilzbrand besonders im Anfangstheil (Labmagen und Duodenum) erkrankt; Erkrankung der Pey er'sehen Plaques und der solitären Follikel. Manchmal, bei direkter Infection, auch Mastdarmorkrankung.
Bei sehr schnell verlaufenen Milzbrandfällen können die meisten dieser Erscheinungen fehlen. Bacillennachweis entscheidend.
Allgemeiiie Erscheinungen und Yerlauf des Milzbrandes bei Thicren. Die Erscheinungen können ausscrordontlich wechseln. Charakteristisch ist bei den verschiedensten Milzbrandfonnen, das plötzliche Auftreten, der stürmische durchlaquo; schnittlich nach 13 Tagen zum Tode führende Verlauf, das schwer gestörte Allgemeinbefinden, das hohe Fieber, Neigung zu Schleimhautblutungen. (Friedberg er-Fröhner.) Daneben Carbunkel und Oedeme auf der Haut, Erscheinungen einer Dai'in-, Gehirn- und Lungenerkrankung.
IMagnose ist während des Lebens nicht leicht. Blutuntersuohungen des lebenden Blutes oft negativ, weil besonders die inneren Organe bacillenhaltig sind, Sicherheit ist durch Blutuntersuchung nach dem Tode und ev. im Zusammenhang mit Impfung von Mäusen, Kaninchen, Meerschweinchen gegeben.
Biffcrcntialdiagnose. Verwechselungen beim mikroskopischen Nachweis der Milzbrandbacillen können vorkommen mit septischen und Fänlnissbacillen, mit Rauschbrandbacillen, Bacillen des malignen Oedems und Ileubaeillen.
Septische und Fänlnissbacillen haben Eigenbewegung und sind an den Enden abgerundet; ev. Probeimpfungen. Rauschbrandbacillen sind kürzer und dicker als Milzbrnndbacillen, an den Enden abgerundet, haben Eigenbewegung, sind gaserzeugend und als anaerobe Pilze auf Kartoffeln nicht zu züchten. Die Bacillen des malignen Oedems sind schmäler, nicht gegliedert, abgerundete Enden, schwache Bewegungen, fehlen im Blute, ausserhalb des Körpers wachsen dieselben zu langen oft kreisförmig gebogenen, sporenfreien Fäden aus. Der Bacillus subtilis ist dick, kurz, hat an den Enden starke Geissein und ist beweglich. (Kitt.)
Die Prognose ist beim Milzbrand im Allgemeinen sehr ungünstig. Durchschnittlich 7090 100 Proc. Todesfälle. Manchmal sogar Selbsthoilungen (Fried-1) erger- F r ö h nor).
Die Therapie kann sich beim Milzbrand in erster Linie nur auf die Prophylaxe beziehen; Vernichtung der Milzbrandcadaver durch Verbrennen, gründliche Desin-fection der verseuchten Stallungen, rationelle Bodenmclioration in Milzbrandbezirken. Eine arzneiliche Behandlung ist mit verschiedenem Erfolge versucht worden, u. A. 60200 g Creolin innerlich (Meyer), ebenso Salicylsäure und Carbol-säure 510,0 mit Wasser und Kamillenthee; Lugol'sche Lösung (Jodi 30,0, Kalii jodati 60,0, Aqu. destill. 360,0) alle 2 Stunden 2 Esslöffel in einem Liter Wasser für ein Bind (Davainc). Ferner Calomel, Salzsäure, Chlorwasser, Terpentinöl und Salmiakgeist (für grosse Thiero 6080 g für kleine 1020 Tropfen
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14nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskrankheitcn.
mit Wasser). Auch subcutane Sublimatinjectionen (1 : 500 Wasser) und subcutan Jodjodkaliuinlösung (1:100) werden empfohlen.
Schutzimpfung gegen Milzb rand, Milzbrandimm unisirung und Heilimpfung. In fast allen Ländern sind Schutzimpfungen nach Pasteur-scher Methode gemacht worden. Pasteur ferügt zwei Impfstoffe (einen stärkeren durch Züchtung der Bactorien bei 4243deg; C. während 24 Tage und einen schwächereu durch Züchtung während 1 2 Tage) an und injicirt zuerst den schwächeren und dann den stärkeren Impfstoff. Es zeigte sich, dass die Impfung für Schafe nicht zu empfehlen ist, dagegen beim Binde versucht werden kann. Eine Passenimmunität zeigte sich gelegentlich bei den algerischen und Berberschafon. Absolut nicht immun zu machen sind Kaninchen, Ratten, Mäuse (Loeffler) und sehr schwer Pferde (Oeinler). Auch eine Milzbrandimmunisirung und Heilimpfung ist versucht worden unter Benützung des Blutes milzbrandimmuner Thiere, doch sind die Versuche hierüber noch nicht abgeschlossen.
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Milzbrand bei den einzelnen Hausthieren.
1. Milzbrand heim Rinde.
Symptome. Beim Rinde tritt gewöhnlich allgemeine Milzbraudcrkrankung ein, ohne wesentlich vorangegangene äussere Localisationen. Meist tritt plötzlich heftiges Muskelzittern, Sträuben der Haare, Kälte in den Extremitäten bei schnell sich entwickelndem hohen Fieber (4142deg; C.) und beschleunigtem Puls (80-100) ein. Futteraufnahme, Wiederkauen, Milchsecretion sistiren, es folgt Mattigkeit und Schwäche im ganzen Körper. Manchmal ferner Benommenheit des Sensoriums, selbst Wuthanfälle und Rasereierscheiuungen. Unter Athembeschwerden, Blut-harnen, Diarrhöe und Tympanitis tritt meist in 1236 Stunden der Tod ein. Bei langsamem Verlauf tritt der Tod in 37 Tagen ein. Selten Genesung. Bei sehr gut gemästeten und kräftigen Thieren oft sehr schneller Verlauf.
IMilzbraiirtcarlmnkel kommt beim Rinde im Beginne und im Verlaufe des Anthrax vor. Die Carbunkel treten an den verschiedensten Körperstellen in der Haut auf und gehen leicht in Gangrän über. Auch auf der Maulschleimhaut (Zungen- oder Gaumenanthrax) und auf der Mastdarinschleimhaut (Mastdarmcar-bunkel, Rücken-Lendenblut) kommen Carbunkel vor.
Differciitialdiaguosf. Verwechselung ist möglich mit Wuth, mit Vergiftungen, mit Gehirn- und Lungenerkrankungen, Magen- und Darmentzündung, Bauschbrand, Hitz- und Blitzschlag. Entscheidend ist in zweifelhaften Fällen Section und Bacillennachweis.
2. Milz b r a n d beim P f e r d e. Die Symptome sind ähnlich wie beim Rinde. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch inficirtes Futter oder durch inficirte Insekten. Unter den Erscheinungen treten Gehirnerscheinungen und Symptome einer heftigen Kolik frühzeitig auf, Danebon Fieber, Dyspnoe, oft carbunkulöse Schwellung in der Kehlkopf- und Schlundkopfgegend. Carbunkulöse Schwollung an denjenigen Stellen,
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wo inficirte Insekten gestochen haben. Der Tod tritt meist in 624 Stunden, selten später und in 23 Tagen ein. Genesung gelten.
Differentialdiagnosc. Verwechselungen können beim Pferde am ehesten mit dem Petechialfieber (Blutfleckenkrankheit), dann mit Septikämie, Darm- und Gehirnerkrankungen vorkommen. Bei der Blutfleckenkrankheit ist jedoch am Anfang kein Fieber, auch der Verlauf nicht so stürmisch und selten tödtlich, ebenso ist es bei der Septikämie, Fieber ist vorhanden aber im Anfange nicht hoch. Section und Milzbrandbacillennachweis sind auch hier in zweifelhaften Fällen entscheidend.
3. Milzbrand beim Schafe.
Gerlnch hatte zuerst festgestellt, dass die früher als ,Blutseuche' und Blutschlagquot; bezeichnete Krankheit der Schafe Milzbrand ist. Meist tritt Milzbrand bei Schafen als Fllttorungsmilzbrand auf, die Symptome sind hier rein apoplektisch. Wie vom Schlage getroffen stürzen die Thiero unter Krämpfen und Zuckungen nieder und sind in wenigen Minuten tod. Oft dauert es länger, selten jedoch über einige Stunden. Bei langsamerem Verlauf zeigen sich auch Gehirn- und Verdauungsstörungen.
Differentialdiagnoso. Eine Verwechselung kann vorkommen mit maligenem Oedom.
Auch bei Ziegen kommt Milzbrand vor, doch ist der Verlauf langsamer.
4.nbsp; Milzbrand beim Schweine.
Beim Schwein ist Milzbrand selten. Die früheren Beobachtungen darüber waren unrichtig. Es hat sich um Stähchenrothlauf bezw. Schweineseuche gehandelt. Schweine sind im Gegensatz zu den früheren Angaben verhältnissmässig immun. Es scheint bei Schweinen Milzbrand nur nach Aufnahme milzbrandkranken Fleisches vorzukommen.
Symptome. Es zeigen sich die Erscheinungen der Milzbrandbräune, hervorgerufen durch Milzbrandkarbunkel auf der Radien- und Kehlkopfschleimhaut. Schwellungen im Kehl-gango und später am Vordorkörper verbunden mit Athem- und Schlingbeschwerden beobachtet man.
5.nbsp; nbsp;Milzbrand beim Hunde.
Beim Hunde, ebenso hei Katzen. Löwen und anderen Eleisohfressern ist Milzbrand selten und wird meistens durch den Genuss des Fleisches von milzbrandkranken Thiere hervorgerufen. {Darmmilzbrand.)
6.nbsp; nbsp;Milzbrand beim Geflügel.
Auch beim Geflügel kommt Milzbrand nur vor, wenn diese Thiero Fleisch, Blut und dergleichen von milzbrandkranken Thieren genossen haben.
Symptome. Ganz plötzlich tritt Krampf, Muskelzittcrn und blutiger Ausfluss aus Maul, Nasenlöchern und After ein, in einer halben Stunde sind die Thiere todt. In anderen Fällen vergeht längere Zeit. Selten jedoch länger als ein Tag.
Vetcriniii'polizeilielic Bestimmungen. Nach sect; 3133 dos Deutschen Reichsvioh-seuohongesetzes vom 23. Juni 1880 dürfen Thiere, welche an Milzbrand erkrankt, oder dieser Seuche verdächtig sind, nicht geschlachtet werden. Die Vornahme blutiger Operationen an milzbrandkranken, oder der Seuche verdächtigen Thieren ist nur approbirten Thierärzten gestattet. Eine Oell'nung dos Cadavers darf ohne polizeiliche Erlaubniss nur von approbirtou Thierärzten vorgenommen werden. Die Cadaver gefallener oder getödteter milzbrandkranker oder der Seuche verdächtiger Thiere müssen sofort unschädlich beseitigt werden. Die Ah-häutung derselben ist verboten. Die gleichen Vorschriften finden beim Ausbruche des Milzbrandes unter Wildständen auf die Cadaver des gefallenen oder getödteten Wildes Anwendung.
In den sect;sect; 515 der Instruction dos liundesrathes vom 24. Februar 1881 sind nähere Bestimmungen über die Ausführung der gesetzlichen Bestimmung enthalten.
In Oesterroich sind die voterinärpolizeilichen Bestimmungon ähnlich. (Gesetz vom 29. Februar 1880.) Ebenso sind die Bestimmungen in der Schweiz; nur ist dort die Anwendung der Schutzimpfung beim Milzbrand von der behördlichen Erlaubniss abhängig. Die geimpften Thiere sind während 16 Tagen, von der letztmaligen Einspritzung des Impfstoffes an gerechnet, abzusperren. Ein als vom Milzbrand inficirt erkanntes Grundstück soll, wenn möglich während drei .Jahrun weder zum Futtorbau, noch zur Weide benützt werden.
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Infections- und Intoxicationskrankheiton.
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Suuitiitsitolizeiliches. Das Fleisch milzbrandkrankor Thioro ist als schädlich und in hohem Grade ekelerregend zu vernichten. Für die Bourthcilung der Gefahr in denjenigen Fällen, wo aus Unkenntniss oder Fahrlässigkeit Fleisch von milzbrandkranken Thieren genossen ist, sei erwähnt, dass durch den Genuss solchen Fleisches nur in seltenen Fällen Erkrankungen beim Menschen beobachtet worden sind. Gefahren beginnen erst, wenn Verletzungen in der Mundhöhle oder au anderen Stellen des Verdauungsapparates vorhanden sind.
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II. Rotz. (Malleus. Wurm. Haut wurm.)
(Franz.: Morvo; ital.: Moccio, Morvo, Cimorro; eng!.: Glanders.)
Gescliichtliclies.' Der Rotz bezw. die Rotz-Wurmkrankheit ist als eine der iilteston Pferdekrankheiten schon Aristoteles und Hi ppo kr ate s bekannt gewesen. Apsyrtus, Ilossnrzt im Heere Constantins des Grossen und Vegetius beschreiben denaelben unter dem Namen |j.a/,!5 und malleus. Vegetius unterscheidet auch schon verschiedene Arten des Rotzes. (Nasen- und Hautrotz = Malleus humidus und fareiminosus.) Spiiter im Mittelalter wurden für Pferde mit dieser Krankheit noch andere Namen eingeführt: Hauptmöndig-keit, Mondisch, Hauptsichtig, Profluvium atticum u. dgl. Obwohl die Uebertragbarkeit des Rotzes von Pferd auf Pferd schon um die Mitte dos siebzehnten Jahrhunderts bekannt war, wusste man von dem Uebergang auf Menschen um diese Zeit noch nichts. Dagegen nahm van Helmont (1682) an, dass die Syphilis des Menschen aus dem Rotz zur Kntstehung komme. In Wahrheit lehrten jedoch spätere Impfungen der Pferde mit Syphilis des Menschen, dass Rotz dadurch nicht erzeugt werden kann, wie überhaupt Syphilis als solche bei unseren Hausthieren nicht vorkommt.
Obwohl schon Solcysel (1064) und später Lafosso, Abildgaard und Viborg (1797) durch direkte Versuche die Contngiosität und Unhoilbarkeit des Rotzes nachwiesen, wurde besonders in Frankreich F,nde des vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts die Nichtcontagiosität vertheidigt und gelehrt. Auch in Deutschland begannen um die Mitte dieses Jahrhunderts die Ansichten zu schwanken. Man hielt den Rotz zeitweise für Tuberkulose, die erfahrnngsgemäss beim Pferde sehr selten vorkommt, dann brachte man ihn in Beziehung zur Diphtherie. Durch Haubner, Gerlach, Virchow, Leisering und Chnuveau wurden theils die Uebertragbarkeit theils die anatomische Grundlage des Rotzes eingehend bearbeitet. Der Standpunkt, dass Rotz sich aus Druse oder Eiteraufnahmo entwickeln könnte, musste aufgegeben werden. Nachdem vorher von Zürn, Ha liier u. A. A'ersucho gemacht waren, den Pilz der Rotzkrankheit, den diese Autoren noch für identisch mit demjenigen der Syphilis hielten, zu finden, gelang es erst im Jahre 1882 (Löffler und Schütz) den eigentlichen Rotzbacillus aufzufinden, zu züchten und mit Erfolg auf andere Thiere zu übertragen. Im Anfange dieses Jahrhunderts wurde durch Aerzte und Thierärzte bereits die Uebertragbarkeit des Rotzes auf den Menschen festgestellt. Schilling (1821) beschrieb zuerst eingehend einen Fall von Uebertragung auf den Menschen Später folgten zahlreiche andere. Die wichtigsten Arbeiten von der Rotzkrankheit des Menschen lieferte dann Virchow in den Jahren 1855 und 1863.
Verbreltangswelse und Vorkommen der Botzkrankheit, Der Rotz ist eine wesentlich beim Pferdegeschlechte vorkommende, auf andere Thiere und den Menschen übertragbare Infectionskrankheit, mit- meist chronischem, selten acutem Vorlaufe. Der spoeifische Rotzbacillus veranlasst kleinere Neubildungen, die später grosser werden, schnell zerfallen und dann auch eigenthümliche Geschwüre bilden können. Je nach dem Sitze der Erkrankung unterscheidet man öfters noch Rotz und Wurm. Ist der Sitz in der Haut, den Lymph-gefässen und Lymphdrüsen derselben, so spricht man von Wurm oder Hautrotz, in allen anderen Fällen von Rotz. Die^Krankheit kommt in allen Ländern und Klimaten vor, meist vereinzelt oder als Stallseuche. Eine allgemeine Verbreitung wird nur in Kriegszeiten und bei gemoinschaftlichem Weiden beobachtet. In Deutschland sind besonders die östlich gelegenen Tbcile der Provinzen Westpreusscn, Posen, Schlesien und ausserdem einzelne Theilo von Oberbayern, Württemberg und Lothringen gefährdet und oft verseucht. In der Zeit von 18861890 wurden etwa 6000 Pferde als rotzkrank festgestellt. Nach einer Zusammenstellung von Feilsch fielen in Preimcn bezw. wurden von Rotzkrankheit getödtot in der Zeit von 1870 1880 20 566 Pferde. Die Gesammtentschädigungssumme betrug dafür 41./'2 Millionen Mark.
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Bezüglich der Kinpfängliohkoit für Rotz ist vom Pferdegesohlecht eine natürliche bezw. künstliche Uobertragung auf den Menschen und auf andere Thiere möglich. Ausser beim Menschen wurde gelegentlich eine natürliche Ansteckung bei Ziegen, Kaninchen, Hunden und Rnubthieien beobachtet. Künstlich lässt sich die Rotzkrankheit übertragen auf Feldmäuse und Meerschweinchen, dann auf Katzen (Löwen und Tiger), Hunde, Ziegen, Kaninchen und Schafe. Wenig empfänglich sind Schweine und Tauben. Immun scheinen Rinder, Hausmäuse, Ratten und Hühner zu sein.
Bacteriologisches. Die Rotzbaoillen sind 0,0007 0,0024 a lange an den Enden abgerundete Stäbchen, die sich in alkalischen Anilinfarbenlösungen (Methylenblau) färben und ausserhalb des Thierkörpers auf Hammel- und l'fordeblutserum, in neutralisirter Bouillon und auf Kartoffeln züchten lassen. Die Züchtung gelingt am besten bei 8040quot; C. und hört bei 45deg; C. und unter 20deg; C. auf. In Aufgüssen von Heu, Stroh und Pferdomist wächst der Pilz nicht (Loeffler). Bei allmählichem Austrocknen, Fäulniss, in feuchtem Zustande erhalten, bleiben die Organismen drei Wochen lebensfähig, nicht eingetrocknete Bacillen haben höchstens eine Lebensdauer von vier Monaten. Eine Sporenbildnng ist zweifelhaft (Loeffler). Unmöglich dürfte sie jedoch nach neueren Untersuchungen nicht sein. Die Bacillen worden ausserdom zerstört durch Hitze von 55deg; C. in 10, durch 80deg; C. in 5 Minuten. 350/o Oarbolsäure vernichtet sie in 5 Minuten, Chlorwasser in 2 und Sublimat (1:5000,0 Wasser) in 1 Minute.
Die Wirkung der Rotzbacillcu ist zunächst eine örtliche. Es werden Entzündungsherde mit kleinzelligon Neubildungen hervorgerufen, die entweder durch Zerfall im Centrum verkäsen oder sich zu Geschwüren entwickeln. Von den primären Herden erfolgt eine Weitorverbroitung durch die Lymphgefässe und Lymphdrüsen und auch durch das Blut. Vorwiegend findet die Entwickelung der Rotzherde im Athmungsapparate statt (Nase, Nebenhöhlen der Nase, Lungen und Luftröhre), daneben auch in der Leber, Milz, im Knochen und in anderen Organen.
Der bacteriologisclie Nachweis der Bucillcn ist nach Loeffler nicht allgemein anzuwenden. Eine Untersuchung des Nasenausflusses oder Geschwürssocretes ist meistens erfolglos. Eine bei mehreren männlichen Meerschweinchen erfolglos ausgeführte Impfung würde am besten das Nichtvorhandonsein des Rotzes ergeben.
Neuerdings kommt als sehr wichtiges Diagnosticum ein von Kalning und Hollmann zuerst aus den Stoft'wechselproducten dargestellter Stoif, das Malle'in hinzu. Es wird dargestellt durch Extraction der mit Rotzbacillen beschickten Kartoffelculturen mittelst Wasser und Glycerin, wobei durch Erhitzen und Filtriren die Rotzbacillen entfernt werden. Nach Versuchen, die in umfangreicher Weise in den meisten Ländern vorgenommen sind, ist das Mallein ein sehr wichtiges Diagnosticum beim Vorhandensein der Rotzkrankheit. Es tritt innerhalb 723 Stunden nach der Injection eine Temperaturerhöhung bis 2,6deg; C. ein. Bei nicht rotzigen Pferden fehlt diese Reaction in der Regel. Zu ähnlichen Ergebnissen ist neuerdings auch Besehetti gekommen nach Verwendung dos Blutserums rotzkranker Pferde zu Impfzwecken. Rotzkranke Pferde bekommen nach Injection von Blutserum rotziger Pferde eine Temperaturerhöhung, gesunde dagegen nicht. Die Temperaturerhöhung ist jedoch geringer als nach Malleininjection.
Der Rotz des Menschen. (Malleus.)
Aetiologie. Die Kotzerkrankungen heim Menschen sind ausnahmslos auf oino Infeclioii durch ein rotzkrankes Thior zuriickzuführen, obwohl die Infoctions-oiitstehung oft schwer nachzuweisen ist. Dementsprechend kommt die Erkrankung auch vorwiegend bei Personen vor, die viel mit Pferden in Beriilming kommen. Die Uebertragung erfolgt in der Hegel durch den Eiter, das Blut oder durch das Nasensecret kranker oder gestorbener Thiere, wobei kleine Mengen dieser Stoffe auf kleine wunde Stellen der Haut, auf die Conjunctiva des Auges (beim Ausprusten der Pferde) oder auch auf die Mundschleimhaut gelangen können. Auch durch den Eiss rotziger Pferde und durch den Genuss des Fleisches erkrankter Pferde kann eine Infection erfolgen. Die D isposition ZU der Rot/.erkrankung ist jedoch beim Menschen verhältnissmässig gering,
Sch no hl om iihi, Vergl, Pathologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2
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18nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskranklieiton.
Symptome und Verlauf. Nach einer Incubntionszeit von 3 bis 5 Tagen und mehr treten ilie ersten Krankheitsersclieinungen auf. Am Orte der Infection tritt mit Schmerz verbundene Schwellung der betreffenden Stelle ein, dazu in der Regel bald eine erhebliche Miterkrankung der benachbarten Lymph-gefäss-e und Lymphdrüsen. Es können auch örtliche Krankheitszeichen fehlen und zunächst allgemeine Krankheit serscheimingen (Unbehagen, Mattigkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Muskelsohmerzen) auftreten. Dann treten an verschiedenen Stellen der Haut Pusteln und Abscessc auf, die nach Entleerung eines stark riechenden Eiters unregelnüissige und tiefe Geschwüre werden. Dazu kommen auch Schleim-hauterkranknngen und besonders geschwürige Processe in der Nase, die selten fehlen und mit Absonderung eines dünnen, zähen, weisslichen Schleimes beginnen. Conjunctiva, Rachen, Mundschleimhaut und Kehlkopf können in gleicher Weise erkranken. Im weiteren Verlaufe kann auch eine diffuse Bronchitis und Magendarmerkrankung eintreten. Auch eine Meningitis kann hinzukommen. Unter hohem Fieber, frequentem kleinen Puls und Eintritt allgemeiner Schwäche und Abmagerung sterben die Patienten in solchen acuten Fällen 34 Wochen nach der Infection. In Fällen mit mehr chronischem Verlaufe entwickeln sich die Krankheitserscheinungen laugsamer, Fieber und Allgemeinerscheinungen sind geringer. Es kommt zu (heilweiser Verheilung der erkrankten Stellen und die Patienten bleiben, wie ich mich an einem Falle in Breslau überzeugen konnte, verhältniss-mässig gut genährt, nachdem die Krankheit schon zwei Jahre bestanden hat. In solchen Fällen kann Heilung erzielt werden, manchmal tritt jedoch Uebergang in das acute Stadium ein und die Kranken gehen unter hohem Fieber und zunehmender Körperschwäche zu Grunde.
Anatomischer liei'und. Man findet in den inneren Organen Abscesse und Knötchen, besonders in der Schleimhaut der Nase, des Pharynx, Larynx, der Luftröhre und Lunge (ähnlich wie beim Pferde); manchmal auch in den Muskeln, Knochen, in der Milz und im Gehirn. Auch Blutungen in den Schleimhäuten und in den serösen Häuten zeigen sich. Die Lymphdrüsen sind beim Rotze des Menschen weniger häufig und geringer erkrankt als beim Pferde. (Bollingcr.)
I)ittf?uose. Die Diagnose ist durch Anamnese (Möglichkeit der Infection), Impfungen mit den Secrelcn des Patienten, Nachweis der Rotzbacillen und event, durch Reaction nach MallcTninjection beim Menschen bisher noch nicht versucht sicher zu stellen.
Die Prognose ist nach Bollingcr für den acuten Rotz des Menschen ungünstig. Günstiger (5Ü0/o Heilung) beim chronischen Rotz.
Die Therapie ist dementsprechend bei acuten Fällen fast aussichtslos. Man wird eine, örtliche Behandlung (desinficirendeMittel; Sublimat, Carbolsänre, Salicylsäure) und eine allgemeine (nämlich Jodkalium, Tinctura Fowleri, Arsen) einleiten. Nach Erfahrungen der neueren Zeit soll auch eine Schmierkur mit Ing. cinereum sehrgünstig sein.
Der Rotz der Thiere.
Rotz beim Pferde. Aetiologie. Die Krankheit entsteht nur durch Ansteckung und Ucber-tragung der speeifischen Spaltpilze. Die Organismen finden sich in den Rotzneu-
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Rotz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 19
bildungen, in den GesohwUrseoreten, besonders auch im Naseimusfluss, gelegentlich im Blute, vielleicht auch im Harn, Schweiss und Speichel der kranken Thiere. Durch Zerstäubung des ausgepusteten und im Stalle getrockneten Nasensecretes kann vielleicht auch eine Verunreinigung der Stalluft mit diesen Organismen und eine Ansteckung durch die Luft erfolgen. In der Regel erfolgt die Ansteckung direkt von Thier zu Thier, seltener durch Zwischenträger, indirekt dadurch, dass mit obigen Secreten verunreinigte Gegenstände (Futter, Geschirr, Putzlappen, Tränkeimer, Decken u. s. w.) mit gesunden Thieren in Berührung kommen. In der Regel bildet der Respiriitionsapparat die Eintrittsstelle des Infectionsstoffes, besonders beim Nebeneinandergehen gesunder und kranker Thiere. Bei vorangegangenen leichten Hautverletzungen kann auch die Haut Eintrittsstelle werden. Nase, Lungen und Haut können primär erkranken; letzteres selten. Am seltensten erfolgt die Infection durch den Verdauungsapparat. Lebertragung von dem Mutterthier auf den Fötus ist möglich. Eine Infection durch die Begattung ist unwahrscheinlich. Die Verbreitung der Rotzkrankheit von einem Herde erfolgt in der Regel durch die zunächst gelegenen Lymphgefässo und Lymphdrüsen; seltener durch die Blut-bahn, wobei schnell von der Infectionsstello sehr entfernt gelegene Organe (Gehirn, Leber, Niere, Milz, Knochen, Hoden) inficirt werden können.
Man unterscheidet je nach Localisation und Verlauf der Rotz-krankbeit Nasenrotz, Lungenrotz, Hautrotz oder Wurm bezw. einen acuten und einen chronischen Rotz.
Anutouiischcr Uctuud. Es handelt sich um die Produkte speeifischer Entzündungen, deren Folgen sich theils als kleine und grösscre Knötchen, theils als mehr diffuse Veränderungen, theils als Eiterungen, Geschwüre, Granulations-hildungen oder als mehr oder weniger charakteristische Vernarbungen vorangegangener Processe nachweisen lassen. Am häufigsten findet man die Veränderungen in der Respirationsschleimhaut, in den Lungen, in den Lymphgefässen, in der Haut und Unterhaut. Die Knötchen sind begrenzte, hanfkorn- bis erbsengrosse, anfänglich durchscheinende, graue Neubildungen, die später von einem schmalen rothen Hofe umgeben, trübe, trocken, derb und von mehr grüngelber Farbe werden. Durch Zusammenwachsen und dauernde Entwickelung einzelner Knötchen werden sie grosser und bekommen einen unregelmässigen Band. Bei mehr diffuser Rolzneu-bildung entstehen anfänglich serös-gallertige, später derbe, schwielige, weissgelbe, nach der Umgebung ausstrahlende Bindegewebsinfiltrationon (Siedamgrotzky), aus denen sicli dann später die sog. Rotznarben und Rotzschwielen entwickeln. In der Lunge sind diese Rolzknötchen fast regelnlässig und beim Ueberstreichen derselben mit der Hand zu fühlen. Sie sind hier bald saftig, grau, weissgrau mit rothem Hofe, bald mehr trocken, gelb, abgekapselt und selbst verkalkt. In gleicher Form kommen sie auch in den Bronchialdrüsen vor. Meist sind die Knötchen in der Lunge embolischen Ursprungs und sitzen dann in den peripherischen Abschnitten. Daneben finden sich chronische Bronchitis, Bronchiektasien, Peri- und I'arabronchitis, Atelektasien. Seltener sind in der Lunge die sog. Rotzgewäehse (Rotzinfiltrationen). Es handelt sieh dabei um grösscre, grauweisse Herde, die an den unteren Rändern der Lunge sitzend, entweder schwielig sich verdichten oder auch eiterig zerfallen. (Rotzcavernen.)
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20nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskrnnkheiten.
Ferner kommt es häufig zur Bildung von Kotzknötchen und Rotzgeschwüron in und auf der Schleimhaut der Nase (Scheidewand und Muscheln), der Rachen-höhle, im Kehlkopfe, der Luftröhre bis zu den feineren Bronchien. An allen diesen Stellen kann man beim chronischon Rotz auch die strahligen, hervorspringenden, nicht vertieften, narbenartigen Rotzinfiltrationen nachweisen. (Leisoring-Sie-damgrotzky.) Auch in den Luftsäcken und in der Eustachischen Röhre, in der Stirn- und Kieferhöhle finden sieh die Veränderungen gelegentlich. Wo Geschwüre entstehen, sind sie bald oberflächlich, bald tief, kraterförmig, von einem wallartigen Rande umgeben und fliesson häufig zu grösseren Geschwüren mit unregel-mässig gezackten, zerfressenen Rändern und speckigem Grunde zusammen. (Fried-berger-Fröhner.) Auch Perforationen der Nasenscheidewand, Exostosen, Auftreibung der Kieferbeine können vorkommen. Ebenso sind die Kehlgangsdriisen verdickt, verhärtet und mit Rotzknötchen durchsetzt.
Beim Hautrotz (Wurm) sind die Knötchen in der Haut, dem Unterhautgewebe und in den angrenzenden Muskeln. In der Haut sind sie hnnfkorn- bis erbsengross, vereitern schnell und bilden kleinere Geschwüre, in der Subcutis werden sie bis hülnioreigross, wandeln sich dann in grössere Abscesse um und brechen nach aussen durch. So entstehen fistelartige Geschwüre mit einem centralen Hohlraum, aus dem sich ein eiteriges, zähes Secret entleert. Bei Hautrotz kommt es auch manchmal an den Extremitäten und am Kopf zu einer rotzigen Elephantiasis oder l'achydennia. Die Lymphdrüsen in der Umgebung der Knoten sind anfänglich markig geschwollen, später mehr indurirt und von stecknadelkopfgrossen grauweissen oder gelben und verkästen Herden durchsetzt. Die Lymphgefässe sind entzündlich geschwollen, die Wandungen verdickt; die grösseren Gefässe sind dabei in derbe, rosenkranzähnlicho Stränge verwandelt.
Milz, Leber, Nieren, Hoden, Gehirn, Herz, Knochen, Magen und Darm (sehr selten) können ebenfalls Sitz der Rotzerkrankung sein.
Beim acuten Verlauf des Rotzes treten anatomisch umfangreiche Veränderungen in vielen Organen hervor, wobei geschwürig-jauchiger Zerfall an der Nasen-, Kehlkopfs-, Schlund- und Luftröhrenschleimhaut sehr auffällig ist, ebenso Vereiterungen der Lymphgefässe, Lymphdrüsen, zahlreiche Metastasen in der Lunge, Haut u. s. w.
Symptome und Arerlmil'. Die Krankheitserscheinungen sind je nach dem Sitze der Erkrankung und je nach dem Verlaufe (chronisch oder acut) verschieden. Beim chronischen Rotz, der Monate und selbst Jahre dauern kann, werden die ersten Erscheinungen meist übersehen. Beim Impfrotz besteht die Dauer des In-cubationsstadiuins 35 Tage.
Die eigentlichen rotzverdächtigen Erscheinungen bestellen zunächst in einem meist einseiligen, bald auch beiderseitigen anfänglich geringen und grauweiss schleimigen, später reichlicher werdenden grau oder grüngelblichen klebrigen Nasen-ausfluss. Das Secret stammt von den Geschwüren der Nasenschleimhaut, ist manchmal wässeriger, manchmal dicker und mit Blutspuren vermischt, vielfach trocknet es an der Umgebung der Nasenränder ein und bildet hier Krusten. Auf der Schleimhaut der Nase, besonders auf der Scheidewand finden sich auf unebenem blassem Grunde wenig eiternde tiefgehende Geschwüre, deren Rand verdickt, ge-
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Kotz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 21
rüthet. und theilweiso genagt orschoint. Duneben kleine hirsekorngrosse, oft unter der Oberflüche fühlbare, jedoch leicht zerfallende Knötchen, sowie an älteren, theilweiso verheilten Stellen, strahlige, sternförmige oder auch längliche, blasse Narben. Nach längerem Bestehen der Krankheit tritt trotz guten Futters Abningorung ein. Dazu kommt Schwäche, manchmal leichtes Fieber, trockenes struppiges Haarkleid, matter, dumpfer Husten, öfters auch Kurzathmigkeit, Nasenbluten, Katarrh der Conjunctiva, schliesslich auch ödematöse Schwellungen der Brust, dos Bauches, der Hoden, der Gelenke und Beine. Bei Knochenrotz können leicht Frakturen eintreten.
Ist die Lunge vorwiegend Sitz der Erkrankung so treten, besonders bei der Arbeit, Athembeeohwerdan und Husten in den Vordergrund. Beim Hautrotz treten theils in der Haut, theils in der Unterbaut, thoils plötzlich, theils allmählich Knoten oder Beulen an den Extremitäten, der Schulter, der Brust und des Bauches auf. Die anfänglich etwas schmerzhaften, bis haselnussgrossen Knoten erweichen, brechen auf, entleeren eine eiterähnliche, Flüssigkeit, welche die umgebenden Haare verklebt, und wandeln sich etwa 14 Tage nach ihrer Entstehung in flache oder tiefe Geschwüre um, mit aufgeworfenem Rande. Dazu Entzündung der nachbarlichen Lymphgefässe, die als knotige Stränge oft die einzelnen Hautgeschwüre verbinden. Ebenso erkranken die Lymphdrüsen. Bei Ausdehnung der Erkrankung an den Beinen tritt Lahmgehon ein.
Der acute Rotz zeigt in seinem Krankheitsbilde den Charakter einer meist rasch verlaufenden septischen Infectionskrankheit mit jauchigem Zerfall der Respi-ratioiisschleimhaut und Metastasenbildung in Haut, Lunge und anderen Organen. Hohes Fieber (bis 42deg; C. steigend), schwere Athmungsstörungen, meist Hautrotz, Durchfall, Schluckbeschwerden, schleimartiger, oft blutiger starker Nasenausfluss sind die wichtigsten Erscheinungen.
Während der chronische Rotz langsam verläuft, Monate und Jahre (bis 7 Jahre sind beobachtet) dauern kann, verläuft der acute Rotz viel stürmischer, ist ausnahmslos in 2 Wochen tödtlich.
Diagnose. Klinisch ist die Diagnose im Wesentlichen gesichert, wenn der eigenthümliohe Nasenausfluss, die meist schmerzlose Drüsenanschwellung der betreffenden Seite, schlechtes Haarkleid und charakteristische Rotzgeschwüro vorbanden sind. Die letzteren sitzen jedoch oft etwas hoch in der Nase und sind dann nur mittelst Anwendung des Nasenspiegels nachzuweisen. Aussei- durch den Nasen-spiegel kann durch Anwendung der schon erwähnten Malleminipfungen, durch den Nachweis der Rotzbacillen, durch Impf versuche, durch Trepanation der Kiefer- und Stirnhöhle, sowie durch Excision und Untersuchung der verhärteten Kehlgangslymphdrüsen die Diagnose sichergestellt werden.
Bezüglich der Malleinimpfungon ist schon darauf hingewiesen worden, das.s nach den zahlreichen Versuchen rotzkranke Pferde nach der Impfung mit dem Extrakt einer Rotzbacillenkultur (Mallein genannt) Fieber bekommen, rotzfreie dagegen nicht. Das Mallein wurde von Kalning und Helmann in der Weise hergestellt, dass Rotzhacillenkulturen, auf Kartoffeln gezüchtet, mit Wasser und Glycerin ausgezogen, dann filtrirt und sterilisirt wurden; 0,30,5 g hiervon mit Carbolwasser verdünnt, werden dann suheutan injicirt. Später (nach Hüppe)
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22nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskrnnkheiten.
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wurden die Rotzbacillen 14 Tage bei einer Temperatur von 37deg; C. auf Bouillonkulturen gezüchtet, die Flüssigkeit filtrirt und sterilisirt und dann die gleiche Dosis (0,30,5 g) injicirt. Foth hat dann noch aus solchen Bacillenkulturen durch Eindampfen, Ausfüllen mit Alkohol, Auswaschen des Niederschlages und Austrocknen ein trockenes, in Wasser leicht lösliches, sog. Roh-Malle'in hergestellt, das in Dosen von 0,10,2 g angewendet wird. Bei der Anwendung des Mallein muss bei den verdächtigen Pferden vorher die Temperatur festgestellt werden; 6 Stunden nach der (am besten Abends) erfolgten Injection wird dann die Temperatur alle 2 Stunden bis 24 Stunden nach der Impfung gemessen. Bei rotzigen Pferden steigt die Temperatur in der Kegel in 6--12 Stunden um 1,53deg; 0. Tritt 1,4deg; Temperaturerhöhung ein, so ist fast sicher Rotz anzunehmen. Bei unentschiedener Reaktion muss die Injection mit Steigerung der Dosis um die Hälfte wiederholt werden. Jedenfalls bilden die Malleuiimpfungen das entscheidende Hülfsmittel bei der Rotzdiagnose. Der Nachweis der Rotzbacillen ist für praktische Zwecke wenig zu verwenden, wie dies schon erwähnt ist. Für Impfversuche eignen sich die, Meerschweinchen am besten. Denselben wird in eine künstliche Hauttasche eine grössere Menge von dem verdächtigen Nasenausfluss eingeführt. Nach einigen Tagen beginnt an der Impfstelle die Entwickelung der charakteristischen Geschwüre, später (in der zweiten quot;Woche) auch Hoden-, Haut-und Gelenkerkrankung. 34 Wochen nach der Impfung tritt der Tod ein. Section; Rotz der Nase, Lungen, Milz, Hoden, Haut U, S. W, Für das gezüchtete Rotzgift sind Feldmäuse, die 34 Tage nach der Impfung sterben (Löffler), und Igel (Kitt), die 615 Tage nach der Impfung eingehen, sehr empfänglich.
Trepanation der Kiefer- und Stirnhöhle, sowie Excision und Untersuchung der Kehlgangslymphdrüsen dürften gegenwärtig nur selten noch als Hülfsmittel Verwerthung finden.
Differentialdiagnosc. Eine Verwechselung der Rotzkrankheit mit zahlreichen anderen Krankheiten ist Im Leben der Thiere möglich. Da jedoch die Diagnose in allen bedeutenden Fällen durch Anwendung der Malleinimpfungen sichergestellt werden kann, so sollen hier die wichtigsten der dabei in Betracht kommenden Krankheiten genannt werden, mit denen Rotz verwechselt werden kann, nämlich mit! einfachem, acutein und chronischem Nasencatarrh, mit Druse, mit chronischem Catarrh der Kieferhöhlen, des Luftsackes, mit einfachen Erkrankungen der Nasenschleimhaut, mit Stomatitis pustulosa contagiosa, Urticaria, Petechialfieber, phleg-monösen Hautentzündungen, Neubildungen in der Nasen-, Stirn- und Oberkieferhöhle, Wunden und nichtrotzigen Geschwüren in der Nasenscbleimhaut, u. s. w. Für die klinische Entscheidung ist hervorzuheben, dass der nichtrotzige Nasencatarrh heilt, ebenso nichtrotzige Geschwüre und Wunden; die Druse zeigt günstigen Ausgang und anderweitige charakteristische Erscheinungen, Stomatitis pustulosa contagiosa verläuft in der Regel im Maule, Geschwülste in der Nase müssen event, durch mikroskopische Untersuchung auf ihre nichtrotzige Natur geprüft werden, Urticaria verschwindet schnell undführt nie zuHautnbscessen, starke Drüsenanschwellungen u. s. w. phlegmonöse Hautentzündungen, Petechialfieber, Lymphangitis können oft die Untersuchung sehr schwer machen, dann ist Malleinimpfung erforderlich.
Die anatomische Differential diagnose kann in folgenden Fällen von
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Rotz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 23
Bedeutung werden. Es können multiple, peribronchitischc Knötcben (Dieckerhof f) ZU Verwechselungen Veranlassung geben. Dieselben sind jedoch meist gleich gross, anderweitige Rotzerkrankungen (Bronchialdrüsenerkrankung) fehlen. Botryouiykose Sarkome und Carcinome sind mikroskopisch von Rotz leicht zu untorseheiden. Embolischc Lungenknoten, Fremdkörperpneumoniecn sind besonders durch das Fohlen anderer Rotzorkraukungen in der Lunge, Fehlen der Bronchialdrüseneikrankung zu unterscheiden. Tuberkulose der Lungen (bei Pferden selten) unterscheidet sich durch die Bacterien, durch den mikroskopischen Nachweis der Riesenzellen, durch das Fehlen anderer Rotzerkrankungen, durch häufige tuberkulöse Miterkrankung der serösen Häute. Erwähnt sei noch, dass sowohl in der Nase (besonders Pentastoma taenioides und Gastrophilus nasalis) wie auch in der Lunge Parasiten Anlass zu rotzverdächtigen Erscheinungen geben können.
Prognose. Trotzdem man in neuester Zeit Behandlungsversucho unternommen hat, ist die Prognose schlecht, weil die Krankheit bisher fast ausnahmslos unheilbar ist.
Therapie. In Deutschland ist die Behandlung der Rotzkrankheit für Nicht-thierärzte verboten. Eine Heilung der Rotzkrankheit wollen Brusaco nach länger fortgesetzter innerlicher Verabreichung von Carbolsäure, Levi u. A. nach intra-trachealer Injection von Jod-Jodkalium beobachtet haben.
Vetei'inärpolizeilichc Bestimmungen. Nach sect; 4044 des doutschen lleiohsvioh-seuchengeselzes vom 23. Juni 1880 müsson rotzkranko Thiere unverzüglich polizeilich ge-tödtet werden. Verdächtige Thiero unterliegen der Absonderung und polizeilichen Beobachtung. Dio Tödtung verdächtiger Thiere muss von dor Polizeibehörde angeordnet worden, wenn von dorn beamteten Thiorarzt der Ausbruch der Kotzkrankheit für wahrscheinlich erklärt wird, wenn anderweitig ein Hcbutz gegen die Verbreitung der Seuoho nicht erzielt worden kann und wenn der Besitzer die Tödtung beantragt und dieselbe im öffentlichen Interesse liegt. Das Abhäuten der Cadaver rotzkranker Thiere, die sofort unschädlich zu beseitigen sind, ist verboten. Nähere Instructionen sind enthalten in sect; 8250 der Bestimmungen der Bundesraths-Instructionen vom 24. Februar 1881. In Oesterreich und in der Schweiz sind die voterinärpolizeilichon Bestimmungen ähnlich.
Sanitiitspolizelliches. Das Fleisch rotzkranker Thiere ist schädlich und in hohem Grade ekelerregend. Zur Bcurtheilung derjenigen Fälle, wo FJeisch rotzkranker Thiero aus Unkenntniss oder Fahrlässigkeit genossen worden ist, sei erwähnt, dass in vielen Fällen das Fleisch rotzkranker Pferde ohne jeden Nachtheil von Menschen genossen worden ist (während der Belagerung von Paris z. B.). Gefahren treten ein, wenn beim Genüsse Verletzungen in der Mundhöhle oder an anderen Stelion dos Verdauungsapparntes vorhanden waren.
Gerichtliche Tliicrhoilkuinlc. Gegenwärtig bestehen für Rotz in verschiedenen Ländern noch Gewährszeiten: in Hamburg (6 Tage); in Frankreich und Elsass-Lothringen (9 Tage); in Baden. Bayern, Grossherzogthum Hessen, Proussen (bandrecht in den alten Provinzen), Kurhessen, Landgrafschaft Hessen, Frankfurt a. M., Hohenzollern, Waldcck und Württemberg (14 Tage); in Oesterreich und Königreich Sachsen (15 Tage); in den schweizerischen Kantonen Aargau, Bern, Freiburg, Nenenhurg, Zug und Zürich (Concordat); in Belgien (25 Tage); in Biemcn, Braunschweig, Sachson-Meiningen-llildburghausen (28 Tage); in Nassau (29 Tage); in Sachson-Coburg-Gotha (42 Tage); 12 Wochen rosp. 3 Monate in Hannover (mit rechtsgültiger Präsumption nur im Hildesheiinischen).
Für Wurm bezw. Hau t wurm sind thoilweise noch besondere (lewährsfristou vorhanden: 6 Tage in Hamburg; ü Tage in Frankreich, Klsass und Lothringen; 14 Tage in Baden, Bayern, Grossherzogthum und ehemalige Landgrafschaft Hessen, Frankfurt a. M Hohenzollern und Württemberg; 15 Tage im Königreich Sachsen; 20 Tage in der Schweiz (Concordat); 25 Tage in Belgien, 28 Tage in Sachson-Meiningen-Hildburghausen ; HO Tage in Oesterreich; 42 Tage in Sachson-Gotha. Auch für v erdächtige Druso bestehen noch Gewährsfristen in Kurhessen und Frankfurt a. M. 14 Tage; in Oesterreich und Königreich Sachsen 15 Tage, in der Schweiz (Concordat) 20 Tage.
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24nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskrankheiten.
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III. Die Wuthkrankheit. Tollwuth. (Lyssa1). Rabies.)
(Fälsch! icli auch Wasserscheu, Hydrophobie genannt.) (Franz.: Kage, Hydrophobie; ital.: Rabbin, Idrofobia; engl.: Oanine madners.)
Die Wuthkrankheit ist eine am meisten beim Hundegesobleohte, dann auch bei allen übrigen Hausthieren, ferner beim Geflügel, beim Wilde und beim Menschen vorkommende Infeotionskrankheit.
Geschiclitliclics. Die Wutlikrankheit ist mit Sicherheit schon im vierten Jahrhundert v. Chr. von Aristoteles beschrieben worden, jedoch wohl noch früher bekannt. Aristoteles (f 322 v. Chr.) sagt: Die Hunde leiden an der Wuth. Diese versetzt sie in einen Zustand der Raserei, und alle Thiere, welche sie dann beissen, werden gleichfalls von der Wuth befallen. Diese Krankheit tödtet sowohl die Hunde als auch andere von einem wUthenden Hunde gebissene Thiere mit Ausnahme des Menschen'. Die letztere Stelle, welche die Wuthkrankheit des Menschen nicht anerkennt, wird jedoch in ihrer Aechtheit vielfach bezweifelt (Rollinger). Auch von Ovid, Virgil, Plutarch, Horaz u. A. wird die Wuth erwähnt. Eine ausführliche Beschreibung giebt Cornelius Celsus (1. Jahrhundort n. Chr.) Wenn eine solche Bisswunde nicht sogleich energisch behandelt wird, entsteht die Wasserscheu, ein höchst beklagenswerthcs Uebel, das keine Hoffnung auf Errettung davon zulässt. Das Gift soll man durch einen trockenen Schröpfkopf ausziehen und wenn die Stelle es zulasse, brennen, wenn das nicht angehe, ätzen, auch Blut entziehen*. Ebenso beschreibt Dioscori des, Galen (131201 n. Chr.) und Aurelianus die Krankheit. Besonders giebt Aurelian eine gute Krankheitsschilderung. Auch den alten Indern, den Aegyptern und den Juden war die Krankheit bekannt. Während aus dem Mittelalter wenig über die Wuthkrankheit bekannt ist, häufen sich in den letzten Jahrhunderlen die Schriften über diese Krankheit erheblich. Es finden sich Mittheilungen über die Verbreitung dieser Krankheit vom Ende dos sechszehnten bis zum Anfange des achtzehnten Jahrhunderts. Eine besonders grosso Verbreitung fand die Seuche dann im neunzehnten Jahrhundert in Deutschland, Frankreich, England, in Amerika und in einem Theile Indiens, in Europa war die Krankheit allmählich in jedem Lande zu linden. Aus dieser Zeit stammen auch eine Reihe trefflicher Arbeiten über die Wuth, so von Hartwig (18281830) beitrage zur äusseren Kenntniss der Wuthkrankheit', worin zahlreiche fundamentale Versuche über das Wesen und die Uebertragbarkeit der Krankheit mitgetheilt werden. Andere Arbeiten lieferten Viborg in Kopenhagen, Waldingcr in Wien, Greve in England, u. A.
Trotz dieser zahlreichen Arbeiten sind die Ansichten über das Wesen der Wuthkrank-hoit bis in die neueste Zeit vielfach sehr unrichtige gewesen. Die Annahme, dass die Krankheit spontan entstehen kann, durch grosse Hitze, unbefriedigten Geschlechtstrieb, Mangel an Trinkwasser, durch Zorn, gute Nahrung wollte nicht verschwinden, obwohl Virchow, Hertwig, Pillwax u. A. längst auf das Irrige derselben hingewiesen hatten. Allmählich und besonders durch die Untersuchungen von Pasteur (1881) und seiner Schüler ist dann die Thatsache von der rein infectiösen Natur der Krankheit allgemein bekannt und anerkannt worden.
Wesen, Vorkonimcn und Verbreitung;. Die Wuthkrankheit ist eine
acute Infeotionskrankheit, die in erster Linie eine funetiouello Erkrankung des
Centralnervensystems hervorruft, ohne dass grobanatomisclie Veränderungen In
diesen Organen nachzuweisen sind. Sehr charakteristisch ist die lange und sehr
wechselnde Incubationszeit. Aussei' beim Hundegescblecht (Hund, Wolf, Fuchs,
Hyäne, fäcbakal) kommt die Krankheit auch bei anderen Thieren vor. Es können
Katzen, Kinder, Pferde, Esel, Schafe, Ziegen, Hühner, Tauben, Affen, Hirsche,
liehe, Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten und Mäuse gelegentlich inficirt werden.
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i) von quot;/.uzos der Wolf.
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Wuthkrankheit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 26
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In hundoreichon Gegenden findet man die Krankheit am häufigsten, ebenso dort, wo viele Wölfe vorkommen (Vogesen, Karpathcn, Russland). Wo viele Wölfe und Hunde vorkommen wird die Seuoho oft stationär, vom Hund auf Wolf und unigekehrt übertragen. Nach den amtlichen Berichten giebt es in Deutschland jährlich 5600 wuthkranke Thiere, darunter 4500 wuthkranke Hunde. In Oester-reich erkranken jährlich etwa 1000 Thiere an Wuth, iix Frankreich sind in den letzten 5 Jahren beinahe 3000, in Belgien etwa 1000, in Grossbritanieu 900 Thiere an Wuth erkrankt. (Friedberger-Fröhner.)
Bacteriologisches. Die spccifischen Krankheitserreger sind bisher noch nicht rein dargestellt worden. Doch weiss man nach den üntersuclmngen von Pasteur (1884), dass das Gift im Gehirn, Rückenmark und im Speichel der wuthkranken Thiere am intensivsten vorhanden ist und sich durch Uebertragung vom Hunde auf Affen und von Affen zu Affen, sowie durch lange Austrocknung dos Rückenmarks kranker Thiere in dor Wirkung abschwächen liisst. Pasteur zeigte ferner, dass es gelinge, Thiere (Hunde) gegen eine natürliche oder künstliche Infektion zu schützen, wenn ihnen Organtheilo mit abgeschwächtem Virus entweder unter die Haut oder nach Trepanation unter die Hirnhaut eingeführt wurde. Die Schutzimpfung wird öfters und in der Weise vorgenomraon, dass die Thiere drei bis viermal mit einem weniger abgeschwächten Virus geimpft werden und schliosslich die Einimpfung des stärksten Wuthgiftes ohne Reaction ertragen. Selten tritt bei den Impfungen eine vorübergehende Impfkrankheit ein. Wie Pasteur ferner zeigte, wird die Heftigkeit gesteigert bei Fortimpfung durch mehrere Generationen von Kaninchen und Meerschweinchen. Ob bei bereits erfolgter natürlicher Infection durch Schutzimpfung der Ausbruch der Wuthkrankheit verhütet werden kann, ist nach den bisherigen widersprechenden Versuchsorgebnissen noch nicht zu entscheiden. Durch Erwärmen der Nervenmasse und durch Einimpfung auf Hühner Hess sich gleichfalls eine Abschwächung erziehlen. Neuerdings sind auch noch andere Schutz- und Heil impf vor fahr on versucht worden. Nach Versuchen von Saltier werden Horbivoren und Ginnivoron durch intravenöse Injectionen gegen Wuth geschützt; Hoyges will ähnliche Resultate erzielt haben durch Impfungen von Rückenmark, das mit Salzwasser in verschiedenen Mengen (1: 10, 1: 100, 1:200, 1:500, 1:2000, 1:5000) behandelt und abgeschwächt ist. Babes fand, dass die Methode von Pasteur bei dem Bisse wuthkranker Wölfe sich nicht bewährte und spritzte den gebissenen Personen je 20 Gramm von dem ülute immun gemachter Hunde in die Bauchhöhle. Protopopoff erzielte mit intravenösen oder subeutanen Impfungen des 30, 46 und 60 Tage in Glycerinbacillen gelegten Rückenmarks wuthkranker Thiere Immunität gegen die Wuthinfection und Heilung nach bereits erfolgter Infection (Friedberger-Fröhner). Tizzoni und Centani benutzten Blutserum zur Immunisirung gegen Rabies. Es zeigte sich, dass die Nervensubstanz (Vsoo vom Körpergewicht) ebenso wie das Blutserum ('/iso) immunisirendo Wirkung besass, nicht aber Lober, Milz, Nieron und Muskeln. Das Blut der geimpften Thiere enthält früher iminunisirende Eigenschaften, als das Nervengewebe; dagegen verliert das Blut die iminunisirende Eigenschaft früher als das Nervengewebe. Die Vortheile, welche die Serumimpfung bei der Hundswuth von den bisher von Pasteur cin-goführten zu bieten verspricht, fassen die Versuchsansteller in folgender Weise zusammen: 1. Wirksamkeit in jeder Periode der Incubation, bis zum Erscheinen der ersten Symptome der Rabies; 2, die Wirkung tritt augenblicklich ein; 3. Fehlen jeder Giftigkeit und jeder sonstigen schädlichen Einwirkung des Serums; 4. sehr schnelle Behandlung durch einen oder durch wenige Einspritzungen von sehr geringen Mengen von Material; 5. vollkommene Löslichkeit und daher schnelle Aufsaugung des Serums; 6. lange Haltbarkeit des Serums in trockenem Zustande, so dass es mit Leichtigkeit von jedem Berufenen in der Wohnung des Kranken angewendet werden kann.
Bezüglich der Widorsstaiulsfühigkeit des Wuthgiftes zeigte sich schon lange, dass sie unter natürlichen Verhältnissen keine bedeutende ist. Speichel verliert schon 24 Stunden nach dem Tode der Thiere seine giftige Wirkung, dagegen ist die Nervenmasse (Gehirn und Rttokenmark) noch nach 15 Tagen bis 3 Wochen selbst bei starker Killte (bis120 C.) noch vollständig wirksam (M ergel, Pasteur). Nach anderen Untersuchungen kann sich in diesen Organen das Gift monatelang bei Abhaltung bezw. Verminderung von Licht. Feuchtigkeit, Wärme, Luft wirksam erhalten. Bei weit voigeschrittoner Fäulniss geht die Giftigkeit erst nach 45 Tagen verloren (l'astour). Wie Galtier zeigte, bleibt das Gift in den
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26nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und [ntoxicntionskrankheiten.
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Cndiivern trotz eingetretener Fäulniss noch 1544 Tage wirksam. Durch den Magensaft (Wischikowsky) durch Creolinlösung (l0/o), durch Citronensaft (nach drei Minuten), durch 20/oigon Liquor Ferri, durch 50/oige Salzsäure und Salicylsäuro, durch 50ioige Curbol-siiurolösungen wird das Gift getödtet (de Blasi und Rasso Travoli). Ferner wird das Gift vernichtet nach längerer oder kürzerer Einwirkung von 100/o Gupr. sulfur. 1:20,000 Sublimat, 80/o Kali hypermang. von 25quot;;'o Alkohol, u. s. w. 5060deg; C. heisser Wasser-dampf vernichtet die Wirksamkeit des Giftes ebenfalls (Celli), auch fand man, dass eine von dem Gehirn wuthkranker Thiere hergestellte Emulsion ihre Giftigkeit verlor, wenn sie mit 12 Tropfen Essigsäure schwach angesäuert oder durch Soda schwach alkalisch gemacht wurde (Fri cd berge r-Frö line r).
1. Die Wuthkrankheit des Menschen. (Rabies. Lyssa.)
GOSOblohtlloheSi En den Schriften desCelsus (200 n. Chr.) findet sich zum ersten Male das Wort Hydrophobie, welches jedoch nur ein gelegentliches Symptom darstellt und wie Bol linger richtig bemerkt, fälschlich auch den wüthenden Thiercn beigelegt wurde. Gels us empfahl bereits die prophylaktische Anlegung von Schröpfköpfen bei Tollwutbbiss, sowie Cauterisation. Falsche Vorstellungen über das Wesen der Krankheit bewirkten, dass man die von Lyssa befallenen Menschen floh, einsperrte und sich selbst überlioss. Oft wurden die so erkrankten Menschen von ihren Nachbarn erschossen, vielfach tiidteten sich auch die von einem wuthkranken Hunde gebissenen Menschen selbst, um dem Ausbruche der Krankheit zu entgehen.
AHiolof-ic. Die Wutbkrankheit des Menschen entsteht nur durch Einführung des Wuthgiftes, welche fast nur durch den Biss wuthkranker Hunde, selten durch den Biss kranker Wölfe und Katzen bewirkt wird. Wahrscheinlich ist, dass die Bunde schon während der Incubation der Wuth die Krankheit durch ihren Biss auf den Menschen übertragen können. Dass auch Infectionen beim Menschen durch zufällige Verletzungen bei der Section wuthkranker Thiere entstellen können, ist sicher. Ob die intacte Epidermis das Gift aufnehmen kann, wenn wulbkranke Hunde lecken, ist nicht erwiesen und nicht wahrscheinlich. Die Neigung zur Erkrankung nach dein Biss wüthender Hunde ist beim Menschen im Ganzen nicht so gross, wie allgemein angenommen wird; 335()0/o, nach anderen Autoren nur 8 l()0/o der Gebissenen erkranken und sterben an Wuth.
Die Incubationsdauer ist bei der Wuthkrankheit sehr verschieden. 2 bis ö Monate können durchschnittlich bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen, ebenso kann es kürzere (2 Wochen) und sehr viel längere Zeit (12 Jahre) dauern. Während der Incubation soll die Berührung der Narben von Bisswunden Zusammenschnüren, Angstgefühl und tieft! Respiration hervorrufen. (Bollinger.)
Symptome. Man kann ein Prodromalstadium (Stadium melancholicum), ein Stadium hydrophobicum (Stadium der Reizung) und ein Stadium paralyticum (Stadium der Lähmung) unterscheiden. Im Prodromalstadium zeigt sich Unwohlsein, Appetitlosigkeit, unruhige Stimmung, durch das Bcwusstsein der bevorstehenden Erkrankung hervorgerufen, gelegentlich auch Widerwille gegen Flüssigkeiten und manclnnal Schmerzhaftigkeit der Bissnarben und Schwellung der bc-naohbarten Lymphdrüsen. Selbst Krampfanfälle beim Schluckakt werden schon in diesem Stadium, das meist nur 12 Tage dauert, beobachtet. In dem hydro-phobischen Stadium treten nur Krampfanfälle im Bereiche der Schlund-, Glottis-, Athem-, Rumpf- und Extremitätenmusknlatur auf. Die Anfälle sind mit starker Athemnoth und grossein Angstgefühl verbunden. Weil die Kranken beim Schluekakt Schlundkrämpfe bekommen, vermeiden sie ängstlich jede Wasserauf-
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Wuthkranklieil.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 27
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mihmo, deshalb die Wasserscheu. Schon der Anblick des Getränks ruft oft reflektorisch die Schlundkrämpfo hervor. Bei den kleinsten äusseren Anlässen (starker Luftzug, Lichtreiz, Sprechen) treten reflektorisch heftige Krämpfe hervor-Ausserdem leiden die Patienten an starkem Durstgefühl und oft erheblichem Speicliel-fluss. Dieses Stadium geht in l1/raquo;3 Tagen vorüber, die Krampf auf alle lassen nach, das Stadium paralyticum tritt ein. Dieses Stadium ist meist sehr kurz und dauert etwa 218 Stunden. Der Tod tritt meist sehr bald nach Aufhören der Krampfanfälle ein.
Anatomischer liefund. Der anatomische Befund ist meist unbedeutend und sehr wenig charakteristisch. Das Blut erscheint dunkel und gerinnt langsam. Gehirn, Lungen und Rachen meist sehr blutreich; kleine Blutungen in der Nähe der Gefässe. Herz, Leber, Milz meist normal.
Diagnose. Wenn die Möglichkeit der Infection festgestellt ist, so ist das Krankheitsbild ziemlich charakteristisch. Beim Tetanus, mit dem Lyssa verwechselt werden könnte, ist die Incubationsdauer viel länger, es kommt Trismus und tonische Contraction der Bauch- und Rückenmuskeln hinzu, die Wasserscheu und das anfallsweise Auftreten der Krämpfe fehlt.
Die Prognose ist in der Regel sehr ungünstig und richtet sich nach der Intensität der Symptome und nach der Schnelligkeit, mit der sie sich entwickeln.
Therapie. Bei der Behandlung ist Curare subeutan (Curare 0,4, Glycerini 3,0, Aqu. 20,0 34 stündlich den 5. Theil einzuspritzen) versucht worden. In anderen Fällen Morphium und Chloralhydrat; auch Enteroklyso (l1/2 2 1 laues Wasser oder Kamillenaufguss) ist angewendet worden. Jede Aufregung ist zu vermeiden und absolute Ruhe für die Kranken erforderlich. Prophyluetisch ist jede verdächtige Bisswunde sofort mit Arg. nitricum, Wiener Paste, Carbol-säure, Kali causticum oder mit dem Glüheisen gründlich zu dosinficiren und zu cauterisiren. Nach Bollinger sterben 83quot;/o der Gebissenen, wenn keine prophylaktische Behandlung stattgefunden hat und nur 33ü/o, wenn nur eine solche (Cauterisation) angewandt wurde. Ebenso ist starkes Ausbluten der Wunde, event, auch Aussaugen der Wunde zweckmässig, wenn sofortige Cauterisation nicht ausführbar und die Person, welche die Aussaugung ausführt, unverletzte Mundschleimhaut besitzt. Schliesslich ist zweckmässige psychische Behandlung der Personen, die von verdächtigen Thieren gebissen sind, von Werth. Die Verabreichung innerlicher Mittel erscheint nutzlos. Bezüglich der Pasteur'^chen Behandlung ist schon Seite 25 das Wichtigste mitgetheilt worden.
2. Die Wuthkrankheit der Thiere.
Allgemeine Kutstelning der Wuthkrankheit l)ei Thieren. Die Krankheit entsteht nur durch Ansteckung. Die Infectionserreger sind noch nicht festgestellt, dagegen ist bekannt, dass das Wuthcontagium fix, nicht ausserhalb des Thierkürpers entsteht, sondern auf die Entwickelung in demselben angewiesen ist. Am concentrirtesten und reinsten kommt der Infectionsstoff im Gehirn und Rückenmark, ferner in den Nerven der kranken Thiere, in verschiedenen Drüsen (Speichel-Thronen-, Milch- (?), Bauchspeicheldrüse) und deren Secrete, ausserdem in der
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Lymphe, im Harn, selten im Blute vor. Eine indirekte Uebertragung der Krankheit durch Zwischenkörper ist mit Sicherheit bisher nicht beobachtet, stets scheint directs Einverleibung des Giftes durch den Biss wuthkranker Thiere zu erfolgen. Ebenso fraglich erscheint, ob Fleisch und Milch den Infectionsstoff aufnehmen und beim Genüsse übertragen. Auch der Uebergang der Wuth von kranken Müttern auf die Jungen soll beobachtet sein, jedenfalls ist er sehr selten. Die lucubations-zoit ist sehr verschieden und beträgt durchschnittlich 3ß Wochen, manchmal auch bedeutend mehr, Rasse, Alter, Geschlecht und Klima scheinen ohne Ein-fluss auf die Enstehung zu sein, dagegen ist eine individuelle Immunität einzelner
Thiere möglich,
Allgemeine Hiuitomische Vcriiiideruiigen hei der Wutlikrankhcit der
Thierelaquo; Wie beim Mensehen, so bietet auch bei Thieren die Section kaum etwas Charakteristisches, Die Cadaver sind meist abgemagert, das Blut dunkel, dickflüssig, unvollständig geronnen; Gehirn und verlängertes Mark erscheinen oft, aber nicht regelmässig etwas blutreicher; die Schleimhaut des Maules, besonders am Zungen gründe, dann im Kehlkopfe ist geröthet, die Mandeln sind geschwollen. Die Schleimhaut des Magens ist besonders auf den Falten geröthet, manchmal in Verbindung mit kleinen Blutungen und häinorrhagischen Erosionen; Futter ist in der Regel nicht vorhanden, dagegen sind oft unverdauliche, fremdartige Stoffe (Stroh, Ilaare, Federn, Holz u, dgl,) zu finden. Ebenso ist die Schleimhaut des meist leeren Darmes auf den Falten, besonders im Mastdarm geröthet, Lungen, Milz, Nieren sind ebenfalls meist sehr blutreich, Herz manchmal im Zustande parenehymatöser Erkrankung, ebenso ist die Körpermuskulatur mikroskopisch betrachtet oft körnig und fettig degenerirt. In der grauen Substanz und in der Gcfässwand der Hirngefässe oft grössere Ansammlung von Lymphzellen.
Prognose. Die Tollwuth ist, in der Regel eine tödtliche Krankheit, Die Auffassungen über die Zahl der nach einem Biss im Durchschnitt erkrankenden Thiere gehen weit auseinander, 530 Procent, Die giftige Wirkung des Bisses hängt wesentlich davon ab, ob von dem Gift viel in den Haaren der Thiere hängen geblieben, oder das Meiste bei grösseren Wunden durch den Blutstrom wieder entfernt ist.
Theraiüe. Eine Behandlung der ausgebrochenen Wuth erscheint ganz erfolglos. Das Wichtigste ist eine gute Prophylaxis. Hohe Hundesteuer zur Verminderung der Hunde, Einführung des Maulkorbzwanges in grossen Städten und strenge polizeiliche Massregeln bei Feststellung eines Falles sind das Beste. Eine Vorbeuge hei den gebissenen Thieren kann auch stattfinden durch Ausbrennen der Wunden mit einem glühenden Eisen, concontrirte Säuren, Höllenstein, Sublimat-, Carbolsäure- und Kreolin- (50/o) Lösungen. Nach den Versuchen von Galtier, Roux und No card können Pflanzenfresser und Schweine vor dem Ausbruche der Wuth geschützt werden, wenn man den Thieren 2 cem Wuthgift zweimal hintereinander in die Venen spritzt. Das Wuthgift wird in diesen Fällen durch Verreibung von 20 g des getrockneten Rückenmarks mit 100 g Wasser hergestellt.
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Wutlikrankheit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 29
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3. Die Wuthkrankheit bei den einzelnen Hausthieren.
a) Die T o 11 w u t h des II u u d o s.
Die Krankheit kommt meist 36 Wochen nnch dem Bisse zum Ausbruch. Selten früher oder später. (34 Monate.)
Symptome und Verlauf. Man kann beim Hunde zwei Formen der Wutli unterscheiden: die rasende und die stille Wutli. Die rasende Wuth tritt wiederum in drei Stadien auf, die denjenigen beim Menschen ähnlich sind, das melancholische Stadium, das Reizstadium (maniakalisohe), das Läbmungsstadiüm (paralytische). Im ersten Stadium, das 12 Stunden bis 2 Tage dauert, zeigt sich Veränderung im Benehmen, Unruhe, Traurigkeit, Aengstlichkeit, manchmal erheblicher Hautreiz an der Bissstclle, oft Neigung unverdauliche und fremdartige Stoffe aufzunehmen und zu benagen, dazu kommen Schluckbeschwerden, Schlingkränipfo und meist starke Obstruction. Im zweiten Stadium tritt Beissucht, Drang zum Entweichen und eine eigenthümliche Veränderung der Stimme (eigenthiimlich heiseres und rauhes Bellen) ein. Wenn rasende und stille Wutli ineinander übergehen, kommt auch in diesem Stadium ein mehr ruhiges Verhalten, Erscheinungen der Depression vor. Schliesslich tritt schon nach wenigen Tagen das dritte Stadium ein, wobei sich eine schnell fortschreitende Abmagerung, Schwäche im Kreuze, Herabhängen dos Unterkiefers, matter und trüber Blick besonders bemerkbar machen. In 58, seltener in 10 Tagen nach dem Beginn der Krankheit ist der Tod der Thiere eingetreten. Bei der sog. stillen Wuth zeigen die Thiere ein mehr ruhiges Verhalten, die beiden ersten, besonders das zweite Stadium tier rasenden Wuth, fallen fort und meist schon in 23 Tagen sind die Thiere todt.
Die in Laienkreisen vielfach noch verbreitete Aiinalime, dass wllthcnde Hundo den Schwanz zwischen die HinterfOsse eingeklemmt, davon und meistens geradeaus laufen, seinen Herren nicht mehr erkennen, meist Geifer und Schaum vor dem Maule hahen und das Wasser scheuen, ist ganz unrichtig. Wiithonde Hundo nehmen sehr oft noch Wasser auf, erkennen ihren Herrn und folgen demselben auch, ohne sogleich davon zu jagen.
Diagnose und Differentialdiagnose. Anamnese (Nachweis des Bisses) und Gesammtbild der Symptome können in vielen Fällen die Diagnose sichern; wichtig sind: das veränderte Benehmen, die Beissucht und die veränderte Stimme im Verein mit dem schnellen und tödtlichen Verlauf, sowie mit dem meist wenig charakteristischen Sectionsergebniss. In entscheidenden Fällen ist zur Sicherheit nöthig, wie No card empfohlen hat, 12 Tropfen einer Emulsion des verlängerten Markes des wuthverdächtigen Hundes mittelst der Pravaz'schen Spritze unter Anwendung von Cocain in das Auge eines gesunden Hundes zu übertragen. Nach 1417 Tagen sollen dann solche geimpften Hunde die Wuthkrankheit bekommen, falls der verdächtige Hund wuthkrank war. Die Emulsion aus dem verlängerten Mark wird hergestellt durch Verreibung desselben mit destillirtem Wasser. VjS genügen 12 Tropfen der aseptisch dargestellten Emulsion, Versuche lehrten noch, dass durch intracninielle und intraoouläre Impfung meist die rasende, durch subeutane und intravenöse Impfungen die stille Form der Wuth hervorgerufen wird. Verwechselungen der Wuth mit anderen Krankheiten (Gehirnerkrank-ungeu, Staupe, Würmer in der Nase, im Magen und Darme, Magen-Darmentzünd-
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30nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- mid Intoxicntionskrankboiten.
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uiigen u. tlgl.) können leicht vorkommen. Die Entscheiclung ist nach den vorangegangenen Mittheilungen zu treffen.
b) Die Wutbkrankhelt des Pferdes.
Symptome und Verlauf. Die Erscheinungen der nur durch den Blss wiithender Hunde entstehenden Wutbkrankhelt der Pferde treten 4812 Wochen nach dem Eisse auf. Manchmal auch später, nach 620 Monaten. Die wichtigsten Krankheitszeiohen sind: Unruhiges Benehmen, Rcharren mit denFiissen, Ausschlagen, Beissuoht, wobei die Thiere sich oft den eigenen Körper, besonders an der Bisstelle des Hundes verletzen. Dazu gesellt sich starker Urindrang und erhöhter Geschlechtstrieb, die Thiere wiehern häufig, nehmen das Futter begierig auf und zeigen auch oft Kolikerscheinungen, Zuckungen und Krämpfe im Bereiche der Kopf-, (häufiger) Brust- und Bauchmuskeln. Schnell, meist schon am zweiten Tage, treten Lähmungserscheinungen (besonders im Hintertheil) auf, denen am dritten Tage der Tod folgt.
Dlft'ereiitialdias'iiose. Eine Verwechselung mit Gehirnerkrankungen, Kolik, Kreuzlähmung u, s, w. ist möglich, jedoch bei Beobachtung des typischen Vorlaufes der Wuth leicht zu vermeiden.
o) Wuth k rankheit- der Binder.
Symptome und Verlauf. Die Erscheinungen der durch den Biss wiithender Hunde verhältnissmässig häufig vorkommenden Wuth der Binder zeigen sich
1nbsp; 48 Wochen, selten 1 Jahr nach der Infection. Im Wesentlichen beobachtet man bei den Thieren ähnliche Erscheinungen wie beim Pferde ; Scharren, Belecken, Beissen der Bisstelle, stierer Blick, unruhiges Benehmen, fortgesetztes Brüllen, Stossen und Wühlen mit den Hörnern, verminderte Fresslust, zuweilen gesteigerter Geschlechtstrieb, Geifern, ürindrang ist das Wichtigste. In 45 Tagen erfolgt, von Ausnahmen abgesehen, der Tod der Thiere.
d) Die Wutbkrankhelt bei den übrigen Hausth icren.
Bei der Katze zeigt sich 24 Wochen nach dem Bisse grosso Beissucht,
wobei die Thiere besonders Menschen und Hunde angreifen und kratzen. Dazu
kommt eine eigenthünilich heisere Stimme. Manchmal schon am 1. Tage, meist
in 2 4 Tagen tritt der Tod ein. Schweine erkranken 2 4 Wochen, bis
2nbsp; nbsp;Monate nach dem Bisse. Unruhe, Beissucht, heisere Stimme, Scheuern der Bisstelle sind auch bei diesen Thieren die wichtigsten Zeichen der Krankheit, die in spätestens 4 Tagen zum Tode führt. Schafe und Ziegen erkranken nach einer Incubation szeit von 24 Wochen, soil teuer nach längerer Zeit. Die Erscheinungen sind ähnlich wie bei anderen Thieren, sie stossen, machen Angriffe auf Menschen und Thiere. Unter Abmagerung und Schwäche tritt der Tod in B8 Tagen ein. Auch beim Geflügel ist Wuthkrankheit beobachtet worden. G Wochen bis 11 Monate nach dem Bisse beobachtet man Unruhe, Springen, gegenseitiges Beissen, Angriffe auf Menschen, vieles Schreien bei den Thieren. Schnell folgt Lähmung der Thiere und der Tod in 23 Tagen.
Veterinttl'pollzelllohes. Nach sect; 15589 dos Deutsolion Reichs-Violisoucliengosotzos vom 23. Juni 1880 niiissen wutlivenliichtigo Hunde und andere Hnusthiero sofort getödtet oder bis zu polizeilichem Einschreiten in einem sicheren Behältnisse eingesperrt werden.
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Maul- und Klnuenseueho.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 31
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Ileilversuche sind vor polizeiliohom Kinschreiten bei wuthkrankon odor wuthverdiichtigen Thieren verboten. Dns Schlachten solcher Thiere, Verkauf oder Verbrauch einzelner Thoilo, der Milch oder sonstiger Erzeugnisse derselben ist verboten. Hundo und Katzen, die von einem wuthkranken Hunde gebissen sind, müssen sofort getödtet, andere gebissene Thiere sofort der polizeilichen lieobachtung unterworfen werden. Ausnahmsweise können auch gebissene Hunde einer dreimonatlichen Beobachtung unterworfen weiden. 1st ein wuthkranker oder der Seuche verdächtiger Hund frei umhergelaufen, so müssen für die Dauer der Gefahr alle in dem gefährdeten Bezirke vorhandonon Hunde festgelegt oder mit Maulkorb an einer Leine geführt werden. Die Cadaver der gefallenen oder getödteten wuthkranken oder der Seuche verdächtigen Thioro dürfen nicht abgehäutet, sondern müssen sofort unschädlich beseitigt werden.
Im g 1630 dor Instruction dos Hundesrathes vom 24. Februar 1881 sind die näheren Ausfühnmgsbestimnuingen enthalten.
In 0 estreich und in der Schweiz weichen dio diesbezüglichen Beatimmungen nicht wesentlich von denjenigen im Deutschen Keiche ab.
SanltfttspollzellloheSi Wenn auch, wie erwähnt, Uebevtragungen der Tollwuth auf den Menschen durch den Genuss des Gleiches von wuthkranken Hausthieren noch nicht beobachtet sind, ist das Fleisch als ekelerregend und auch indirekt schädlich vom Verkehre auszuschliessen, weil eine Infection beim Zerlegen der Thiero möglich ist. Aus gleichem Grunde ist die Verwerthung der Milch wuthkranker und wuthverdächtiger Thiere zu verbieten. Auch ist cine Infection des Menschen durch Milch gewiss nach den Versuchen von Noc.ard, Roux und Hard ach, denen es gelang, durch iutracranielle Einimpfung der Milch wüthender Thiere Wuth zu erzeugen, nicht unmöglich.
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IV. Die Maul- und Klauenseuche. Aphthenseuehe.
(Aphthae1) epizooticac)
(Kranz: fiövre aphthouse, Storaatito aphtheuse, Cocotte, maladie aphthongilaire; ital.: Febbro aftosa; eng!.: Foot and mouth disease.)
Die Maul- und Klauenseuche ist eine acute Infeetionskrankhoit, die durch einen unter Fieber auftretenden Blasenausschlag im Maule, an der Haut der Fuss-enden, gelegentlich auch am Euter charakterisirt ist und seuchenartig beim Klauen-vieli (Wiederkäuer, Schwein und Wild), vereinzelt auch bei anderen Thieren vorkommt und gelegentlich auch auf den Menschen übertragen werden kann.
Geschichtliches. Aus zahlreichen Mittheiluugen früherer Zeiten geht hervor, dass die Maul- und Klauenseuche schon seit vielen Jahrhunderten bekannt ist. Genauere Angaben liegen jedoch erst aus der Zeit gegen Ende des siebenzehnten Jahrhundorts vor, wo diese Seuche in Deutschland und in Frankreich In grosser Verbreitung auftrat. Kanold berichtet (Jahrhistorie von den Seuchen dos Viehes) von Diodrich aus dessen historia putis folgendes: ich habe an meinem Vieh zu Schaumburg bei Cüstrin anno 1(586 gesehen, dass das Rindvieh, wie alles übrige des Orts, mitten im Winter ein jedes Stück, kein einziges im ganzen Orte ausgenommen, 14 Tage nach einander richtig snlinirt, gesabbert, als wenn dio alten Weiber zu Hamburg mit Quecksilber die Franzosen und alte Krankheiten kuriren: doch daran kein einziges Stück gestorben, ob das Vieh wohl dio ganze Zeit wenig genüssen koenen, und diese Krankheit in den nächst gelegenen Orte nicht giynerketquot;. Eine grosso Verbreitung fand die Seuche in den Jahren 1731 und 1732, wo besonders Frankreich, Deutschland und die Schweiz von der Maul- und Klauenseuche heimgesucht wurden. Dann trat die Krankheit allmählich in allen Ländern Europas luif und befiel Rinder, Schafe, Schweine und Pferde. Gegen Ende des vorigen und zu Beginn dieses Jahrhunderts nimmt die Verbreitung der Aphthenseuehe immer mehr zu. Besonders verheerend trat sie auf in den Jahren 1809 bis 1812, 1837, 18421845, 18551857, 1862, 18751877, 1883-1884; dann 18881893 in sehr grosser Verbreitung in Deutsehland, Oesterreich und in der Schweiz,
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i) ai 4'lt;pftai (Hippokrates) Bläschen.
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Intoctiona- und Intoxicationskiankheitcn.
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Dhss die Maul- und Klauenseuchequot; eine einheitliche Krankheit ist, wurde erst in den letzton Jahrzehnten allsomein anerkannt. In dor ersten Hälfte dieses Jahrhunderts he-stand noch eine grosso Verwirrung. Es wurde eine Maulseuche'', Klauenseuchequot;, Blasen-iieborquot;, Zungenanthraxquot;, Znngoncarbunkclquot;, fliegender Zungenkrebs des Rindviehsquot;, jo nach Sitz, Verlnuf, Gutartigkeit oder Bösartigkeit der Krankheit unterschieden. So haben sich denn bis auf den heutigen Tag noch verschiedene Bezeichnungen für diese Seuche erhalten. Man spricht ausser Maul- und Klauenseuche' auch von Aphthenscuchequot; Maulwehquot;, Maulfäulequot;, Sabberseuchequot;, Blasensouchoquot; (Aphthae epizooticae), französisch; maladie aphthongilaire, ooeotte, fievre nphtlieuso, stomathie aphtheuse; englisch: foot and mouth disease, thrush; italienisch: febbre aftosa; russisch: jastschur.
Voi'koiniucii, Verbreitongswelse nud volkswlrthsoliaftllohe Bedeutung iler
Aitlithensciieho. Als eine dem Klauenvioh oigenthümliohe Krankheit beobachtet man die Maul- und Klauenseuche zuniiehst beim Rind, Schaf, Schwein und bei der Ziege, seltener beim Pferde. Hunde, bei den Katzen und gelegentlich auch beim Gteflügel. Auch bei wildlebenden Zweihufern (Hirsche, Rehe, Dammwild, Gemsen) und bei wilden Wiederkäuern (im zoologischen Garton: Kameel, Lama, Giraffe, Antilope, Auerochse, Büffel u. s. w.) kommt dio Maul- und Klauenseuclic vor. Verhältnissmässig häufig wird die Krankheit auf den Men schon übertragen. Wie die Erfahrungen lehren, tritt nach einmaligem Ueberstehen der Krankheit keine Immunität ein; vielmehr können dieselben Thiere im Verlaufe eines Jahres und im Verlaufe ihres Lebens öfters erkranken. Bei dieser, wie bei vielen anderen Seuchen, erfolgt die Verbreitung in der Richtung und nach der Ausdehnung des Verkehres. Dio Seuche wird sehr schnell direkt und indirekt verbreitet; ausser durch Menschen, welche bei irgend einer Golegcnheit mit den kranken Thieron zusammengekommen sind, durch Eisenbahnwaggons, durch gemeinsame Stallungen, Weiden und Tränkon, durch gemeinsame Bullen, durch inficirtos Futter, durch die Streu, durch den Dünger, durch Geräthschaften, welche mit den Krankheitsprodukten der Thiere verunreinigt sind, ferner durch die Magermilch, durch Abfälle von Molkereien, desslialb insbesondere durch die Genossenschaftsmolkereien.
Die volkswii'tlisehaf'tliche Bedeutung dieser Seuclie ist eine gewaltige und wurde bisher eher unter- als überschätzt. Nach Bouley wurden im Jahre 1871 allein in Frankreich 700000 Thiere von der Seuche befallen; der Verlust durch Tod oder Schlachtung betrug ungefähr 7000 Stück. Den wirthschaftlichen Schaden, wolchen Frankreich allein im Jahre 1871 durch die Maul- und Klauenseuche erlitten hat, veranschlagt Bouley auf 30 bis 3rgt; Millionen Franks. In der Schweiz soll nach einer officiellen Schätzung in den stärksten Seucbenjahren jährlich mindestens der vierte Theil aller infectionsfähigen Thiere, d. h. 248000 Rinder, von der Maul- und Klauenseuche befallen werden. Wird der hieraus erwachsene Schaden nur auf 35 Franks für jedes erkrankte Rind und auf 5 Franks für jedes Stück Kleinvieh veranschlagt, so ergiebt sich eine Schädigung des Nationalvermögens von mehr als 10 Millionen Franks. In England belief sich die Zahl der nur im Jahre 1871 von der Krankheit ergriffenen Thiere auf 691666 Stück, von denen 5853 gefallen und 2051 gotödtet sind. Der Schaden wird für das eine Jahr auf 18 Millionen Mark veranschlagt. In Russland wurden in den Jahren 188891 bis 300/o Verluste an Maul- und Klauenseuche in den verseuchton Gegenden beobachtet. In Oesterreich wird der direkte und indirekte Schaden durch die Maul- und Klauenseuche in den Jahren 1801 und 1892 auf über 30 Millionen Gulden veranschlagt. Nach ungefährer Schätzung wurden inPreussen in den Jahren 1876'77 bis 1879/80 40000 Rinder, 8000 Schafe und 4000 Schweine von der Seuche befallen. Eine bedeutend grössere Verbreitung hat die Seuche jedoch in den letzten Jahren erhalten. Nach den amtlichen Ermittelungen wurden im Deutschen Reiche im Jahre 1887 12723, im Jahre 1888 371G4, im Jahre 1889 202 381, im Jahre 1890 432235 und im Jahre 1891 821130 Rinder von der Seuche befallen. Im Jahre 1892 ist die Zahl noch grosser. Rechnet man nach ungefährer Schätzung den direkten und indirekten Verlust für das Rind auf 40 Mark, so ergioft sich für die Jahre 18871892 ein volk s wirthschaftlicher Schaden von 100 Millionen Mark für das Deutsche Reich. Da Erkrankungen des Kleinviehs hiebei nicht mitgerechnet sind, sraquo; dürfte der Schaden eher grosser als kleiner sein. Bactoriologiselies. Der speeifische Infectionserregcr der Maul- und Klauenseuche ist bisher mit Sicherheit noch nicht festgestellt. Aus zahlreichen Versuchen ist jodocii bekannt, dass das Contagium fix und flüchtig und in der Flüssigkeit der bei der Krankheit zur Entwickelung kommenden Blasen, im Secrete dor Geschwüre, im Speichel, in der Milch, im Koth und Harn, vielleicht auch in der ausgeathmeten Luft der kranken Thier enthalten ist. Eine Fortführung der Krankheitserreger durch die Luft dürfte nur auf kurze Entfernung möglich sein. In den meisten F'ällen werden die Organismen der Maul- nnd
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Maul- und Kkuonseuclio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 33
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Klauenseuche durch den Spoichol von Thier auf Thicr, durch das gegenseitige Belecken und Scheuern derThiere, beim Melken durch die Hände der Melker, dann schliesslich durch feste und flüssige Zwischeutritgor übertragen. Der Eintritt der Krankheitserreger erfolgt wahrscheinlich durch die vorletzte Haut und Schleimhaut ebenso, wie durch die unverletzten Wege des Vordauungs- und Athmungsapparatea. Jedenfalls ist sehr begünstigend vielleicht auch oft entscheidend für den Eintritt der Erkrankung das Vorhandensein kleinster Verletzungen, welche dem Eindringen und Festsetzen der Organismen den Weg ebenen. Die Erfahrung lehrt, dass die Bläschen an denjenigen Stellen am ehesten zur Entwickelimg kommen, wo kloine Verletzungen bestehen. So sieht man bei Rindern in erster Linie das Maul erkranken, wo durch stacheliges Futter fortwährend kleinere Oberflächen-vorlotzungon hervorgerufen werden. Ebenso tritt die Erkrankung an den Fassen und am Euter vornehmlich dann auf, wenn kleinste, oft unscheinbaro Verletzungen vorher bestanden haben. Auch ist bekannt, dass eine künstliche Uehertragung der Krankheit nur dann sicher erwartet worden kann, wenn die Stellen der Haut oder Schleimhaut, auf welche der infec-tiöso Speichel eines kranken Thieros übertragen wird, durch vorheriges Kitzen mit dem Messer oder in anderer Weise für das Eindringen der Organismen geeignet gemacht werden kann. Für die weitere Fntwickching scheint dann noch ein bestimmter Feuchtigkeitsgehalt der inficirten Stelle begünstigend hinzuzukommen.
Weil es bisher noch nicht gelang, die Organismen der Maul- und Klauenseuchequot; zu isoliren und zu eultiviren, ist auch über die Biologie derselben wenig Bestimmtes zu sagen. Kurtz fand in dem Bläscheninhalt und in dem Speichel der kranken Thiero Streptokokken, die sich durch ein eigenartiges Wachsthum besonders in flüssigem Blutserum von anderen Streptokokken unterschieden. Bei Plattenaussaaten bildete sich um die Stroptokokkenkulturen ein bei anderen Bacterienarten nicht beobachteter Körnerhof. Schottelius fand in dem Bläscheninhalt in Ketten geordnete Kugeln, die sich mit Gentianaviolett gut, schlecht mit Methylenblau färben Messen. Zu ihrem Wachsthum war eine Wärme von 37deg; bis 39deg; unhedingt erforderlich. Ala Nährboden erwiesen sich mit Glycerin und amoisensaurem Natron versetzte Agargelatine und ebenso behandelte Bouillon am geeignetsten. Kälte und alkalische Flüssigkeiten scheinen demnach für die Entwickelimg der Erreger der Maul- und Klauenseuche ungünstig zu wirken. Beiila fand Organismen, an doiien sich auch eine Geisseifärbung nachweisen liess, im Blute während der Blasenbildung. Auch bei künstlicher Uehertragung der Krankheit wurden diese Organismen im Blute eines Kalbes, eines Ferkels und von Hühnern vorgefunden, die sich auf der Hohe der Krankheit befanden. Bei den erkrankten Thieren fanden sich dieselben Organismen auch in der Blasenlymphe, im Maulspoichel, vereinzelt auch in der Milch frisch erkrankter Thiere. Bei gesunden Thieren waren diese mit Eigenbewogung ausgestatteten Organismen nicht zu finden. Die im Speichel, im Blute und in der Blasenlymphc vorkommenden rundlichen Organismen vermehren sich durch Theilnng und Sprossung, bilden auch Schwärmer mit Geissein. In die Aussenwelt gelangt, bildet sich in den grösseren Rundzellen bei schlechten Ernährungs-verhältnisson und drohender Anstrooknung eine geringe Differenzirung des Protoplasmas. Dieselben platzen. Die schwarz jiigmentirten Kügelchon, darunter ungemein kloine, stellen vielleicht die Sporen dar, mit fester Hülle der Aussenwelt trotzend. Zu Staub verpulvert gelangen diese in die Luft und werden weitergetragen. Gelangen sie in den thierisohen Körper, so fangen sie an zu keimen, es entstehen junge Generationen, die sich dann wieder weiter vermehren, in ungeheuerer Mengequot; (Behla). Bei Rindern, die noch nicht geifern, zeigt sich das Blut frei von Mikroben, wohl aber finden sich dieselben in dem frisch abgeschabten Epithelsaft, der von der geriitheten, stärker seoernirenden Schleimhaut entnommen wird. Vor Behla und Schottelius haben auch Nosotti und Klein einen Mikrococcns als Ursache der Maul- und Klauenseuche angesprochen, Züchtungen und Impfungen mit demselben vorgenommen.
Die Wldei'Staudsftihijgkelt der- InfectlonserrOgei' der Maul- und Klauenseuche scheint nach genauen Beobachtungen grosser zu sein, als allgemein angenommen wird. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich die Sporen derselben monatelang im Stalle, besonders in schlecht gebauten und ventilirten, und im Dünger lebensfähig erhalten können. Auf der Hoho der Krankheit ist nachSchleg die Milch der Thiere sehr infectiös. Demnach ist einleuchtend, dass in Stallungen, wo erst nach dem Erlöschen der Seuche desinticirt wird, die Inl'ectionserreger sich zu Milliarden entwickelt haben und zur ausgedehnten Verbreitung der Seuche Veranlassung geben müssen. Auch werden Thiere, die bereits im üenesungsstadium sich belinden, die Krankheit noch verschleppen können. Die noch all-gemein verbreitete Ansicht, dass durch die Wirkung der atmosphärischen Luft auch die
Sohnoulomülil, Vsrgl. Fathologie,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3
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34nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskranklimton.
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Krankheitserreger der Maul- und Klauenseuche zerstört werden können, ist jedoch nach den neueren Unterauchungen über die desinfleirende Kraft der Luft nicht mehr aufrecht zu erhalten. Die günstige Einwirkung der stark bewegten Luft kann nur so auf-gefasst werden, dass dadurch die Organismen durch die Luft fortgeführt und so fein ver-theilt werden, dass ferner eine krankmachende Wirkung am Orte ihrer Niederlassung nicht eintritt. Dass die Organismen im Verdauungs k anale genesender Thiere sich lange erhalten und in dem Dünger dieser scheinbar schon ganz durchseuchten Thiere ent-wickelungsfähig bleiben können, wird durch zahlreiche Erfahrungen beim Auftreten der Seuche bestätigt So kann die Seuche aus einem Stalle noch verschleppt werden, in welchem alle Thiere anscheinend wieder vollkommen gesund und alle Absperrungsmassregeln aufgehoben woi-den sind.
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1. Aphthenseuche beim Menschen.
Crcscliichtllches. Schon im Jahre 1764') hat Sagar in Mähren beobachtet, dass Menschen nach dem Genüsse der ungekochten Milch von Kühen, die an Maul- und Klauenseuche litten, an Schlingbeschwerden, gesteigerter Hitze in Mund und Schlund, schliesslich an Aphthen im Munde erkrankten. Drosche beobachtete dann 1820 bei zwei Mägden, die viel mit maul- und klauenseuchekranken Kühen beschäftigt waren, einen Ausbruch von Hläschen, die mit klarer Flüssigkeit gefüllt waren, auf den angeschwollenen Fingern und Zehen. Eine bemerkenswerthe Beobachtung wurde dann 1827 in Böhmen gemacht, wo zur Zeit, als die Maul- und Klauenseuche unter den Bindoru stark herrschte, besonders jüngere Individuen von einem entzündlich-rheumatischen Fieber befallen wurden, das mit einem aphthüsen Ausschlage am Munde, auch mit Abscessen und Geschwüren an den unteren Gliedmassen auftrat. Hort wig, nach ihm noch Andere, führte dann experimentell den Nachweis der Uebertragbarkeit der Maul- und Klauenseuche dadurch, dass er vier Tage lang täglich ein Quart frisch gemolkener Milch von kranken KUhen trank. Schon am zweiten Tage trat bei Hertwig Fieber, Ziehen in den Gliedern, Kopfweh, heisser Mund, juckendes Gefühl in den Händen und Fingern auf. Nach weiteren fünf Tagen schwoll die ganze Mundschleimhaut bedeutend an, es entstanden kleine bis linsengrosse Bläschen von grauweisser Farbe, die sieh vergrösserten, platzten und dann abgestossen wurden. Auch an den Händen und Fingern entstanden solche Bläschen. Auch durch den Gonuss der aus der Milch kranker Kühe bereiteten Butter und Käse sind schon seit langer Zeit Erkrankungen beim Menschen beobachtet worden. Schneider sah ganze Familien darnach erkranken. Aelmliche Beobachtungen hat in neuerer Zeit wieder Fröhnor gemacht, wo die Ueber-tragung durch Slissbutter erfolgte. Ausserdem haben Dem me. Bischer, Cnyrim, Haarstich, Weigel, Eggeling, Hartenstein und viele andere Aerzte undThierärzte Uebertrngungen der Maul- und Klauenseuche auf den Menschen beobachtet''). Oefters sind selbst Massenerkrankungen beobachtet worden. In einem von Hai in beobachteten Falle starben von 1000 Einwohnern eines Dorfes 23 an Aphthenseuche. Nach den Mittheilungen preussischer Thierärzte erkrankten (1874) zahlreiche Menschen nach dem Genuss der Buttermilch, welche aus der Milch kranker Thiere bereitet war. Siegel beobachtete (18yl) in Britz bei Berlin eine Mundseuche-Epidomie bei mehreren Hunderten von Menschen, in deren Verlaufe 36 Personen starben. Die Epidemie führt Siegel auf den Genuss der Milch maul- und klauenseuchekranker Kühe zurück, zumal die Seuche in jener Zeit in grosser Verbreitung um Berlin vorkam.
Aetiologic. Die Aphthenseuche wird beim Menschen am häufigsten durch den Genuss der rohen Milch euterkranker Kühe hervorgerufen. Wenn trotz-dem nicht noch mehr Erkrankungen beim Menschen vorkommen, als nach der Verbreitung der Seuche hei Thieren anzunehmen wäre, so ist darauf hinzuweisen,
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i) Die nachfolgenden Angaben zeigen, dass die Behauptung Strümpoll's (Pathologie und Therapie, 1894, S. 7) ganz unrichtig ist, man wäre erst in neuerer Zeit auf die Möglichkeit einer Uebcrtragung der Aphthenseuche durch die Milch krankor Kühe aufmerksam gewordenquot;.
2) Eine Zusammenstellung findet sich auch in der Arbeit von Würzburg, Therapeutische Monatshefte 1891.
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Maul- und Klauenseuche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 35
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dass nach den Versuchen, die Nocard (1874) angestellt hat, die mit Vorsieht abgelassene, mit dem Inhalte der Aphthen nicht Verunreinigte Milch unschädlich sein kann. Nocard liess die auf solche Weise kranken Kühen entnommene Milch jungen Kälbern als Nahrungsmittel verabreichen. Die Kälber, welche im Uebrigen isolirt waren, blieben gesund. Nocard selbst und die Eleven der Schule in Alfort tranken die rohe Milch ohne jeden Naehtbeil. Kinder erkranken nach dem Genüsse der ungekochten Milch leichter, als Erwachsene. Aacli erwies sich die Milch dann noch als schädlich, wenn sie mit 9/io gesunder Mich vermischt und ebenso, wenn sie mit Kaffee getrunken wurde. Eine Uebertragung der Maul- und Klauenseuche durch Fleischgenuss ist unwahröcbeinlieb, dagegen, wie erwähnt, durch Butter und Käse möglich, die aus der Milch kranker Thiere hergestellt sind. Ferner wird eine direkte Infection beim Menschen am häufigsten beim Melken kranker Kühe hervorgerufen, sobald wunde Stellen, Excoriationen, Geschwüre und Erosionen mit dem Inhalte tier Blasen oder mit dem Wnndsecrete kranker Kühe in Berührung kommen, Oft kommen beide Infectionen (durch Milchgenuss und Melken) gleichzeitig vor. Eine Uebertragung der Maul- und Klauenseuche durch Zwichenträger ist. selten beobachtet worden. Dass Menschen, welche Wunden an den Füssen haben, sich durch Berührung der entblössten Gliedmassen mit dem Kotho kranker Thiere inficiren können, ist ebenfalls festgestellt worden.
Was Bollinger schon vor 20 Jahren hervorgehoben hat, trifft, heute noch mehr als damals zu, dass nämlich die Krankheit weit häufiger beim Menschen vorkommt, als man gewöhnlich anzunehmen geneigt ist. In den thierärztlichen Zeitschriften, Mittheilungen des Reichsgesundheitsaintes finden sich viel mehr casu-istische Beiträge, als in den niedicinischen Journalen, Bis in die neueste Zeit hinein ist nachgewiesen, dass zur Zeit des Herrschens der Maul- und Klauenseuche beim Menschen auch ähnliche Erkrimkungen bei Kindern vorkommen, wobei eine sehr grosse Uebereinstimmung sowohl in den örtlichen, wie in den Allgemeinlaquo; erscheinungen besteht. Es wird jedoch seitens der Aerzte auf dieses Vorkomnmiss noch nicht genügend geachtet, sonst würden diesbezügliche Beobachtungen viel häufiger gemacht sein und die Uebertragung tier Maul- und Klauenseuche auf den Menschen besser gewürdigt werden.
Symptome und Verlauf. Nach einer Incubationsdauer von durchschnittlich 3 5 Tagen treten die ersten Erscheinungen beim Menschen auf. Kopfschmerzen, Trockenheit und Hitze im Munde, geringes Fieber werden in den ersten Tagen beobachtet. Bei Infection durch Milchgenuss zeigen sich dann unter Zunahme der Fiebererscheinungen Bläschen an der Lippe, an der Zunge, selten auch am harten Gaumen und am Bachen. Unter Zunahme der Schmerzen im Munde werden die Blasen bis erbsengross, platzen dann nach 12 Tagen und lassen nach Entleerung des Inhalts und Abstossung des zerstörten Epithels flache Geschwüre und kleine Erosionen zurück. Starke Schwellung der Lippen, reichliche Absonderung von Schleim und Speichel, auch Schluckbeschwerden stellen sich ein. Während der Entleerung tier Binsen und Abstossung des Epithels kann die Aufnahme fester Nahrung einige Tage unmöglich sein. (Stomatitis ulcerosa.) Dazu treten regelnlässig Verdauungsstörungen, es zeigen sich die Erscheinungen eines heftigen Gastrointestinalcatarrhes und oft ein Bläschen-Exanthem an den
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36nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicntioiiskrnnkheiten.
Händen und an den Fingern. Kinder, die meistens am heftigsten erkranken, leiden oft noch an erheblicher Diarrhöe, Auch ein Ausschlug an den Füssen und ein Exanthcm an den Brüsten weiblicher Personen entsteht, wenn an diesen Stellen dio Infection stattgefunden hat. Auch eine Miterkrankung der Nasen-Schleimhaut unter den Erscheinungen eines eigenthttmllchen Schnupfens wird beobachtet.
Der Verlauf der Erkrankung kann je nach der Schwere der Infection l4 Wochen in Anspruch nehmen, Bei Kindern (lauert es meist länger, als bei Erwachsenen. Der Ausgang des Processes ist in der grossen Mehrzahl in Heilung. Demnach ist auch die Prognose im Ganzen eine günstige. Bei Kindern fehlt es nicht an ernstlichen Erkrankungen und manche Todesfälle unter den geschilderten Erscheinungen sind bei Kindern vielleicht auf eine Infection durch Maul- und Klauenseuchegift zurückzuführen.
Diagnose. Mit Hülfe der Anamnese ist die Diagnose; nicht schwer. Vor allen Dingen wird man während des Herrschens der Maul- und Klauenseuche, besonders im Beginn der Seuchencin schleppun g, wo noch nicht genügende behördliche Schutzmassregeln angeordnet sind, seitens der Aerzta auf das Vor-kommen einer aphthösen Stomatitis zu achten haben. Eine solche Erkrankung wird um diese Zeit als besonders verdächtig anzusehen sein, wenn gleichzeitig Verdauungsstörungen, besonders bei Kindern, und Exantheme an den Händen und Fingern bei Erwachsenen beobachtet werden. In zweifelhaften Fällen würde man Impfungen auf kleinere Thlere (Ziegen und Schafe) zur Sicherstellung der Diagnose ausführen können.
Therapie und Prophylaxis, Die beste Prophylaxis wird in allen Fällen sein, WO die Möglichkeit vorliegt, dass die Milch von kranken Thicreu stammt, dieselbe vor dem Genüsse zu kochen. Personen, welche! mit kranken Thielen zu thun haben, werden besonders auf Verletzungen zu achten und nur nach voll-kommener Heilung etwaiger verletzter Hautstellen die Pflege kranker Thiere ZU übernehmen haben. Wie bei Behandlung der kranken Thiere, so werden auch bei der Therapie der infectiösen Aphthcnseuche des Menschen energische medicinische Eingriffe zu vermeiden sein. Die Behandlung wird eine mehr symptomatische und wesentlich diätetische sein. Schwache Lösungen von Borsäure, Kalichloricum dürften sich zur Behandlung der Munderkrankungen empfehlen, ausserdem Pinselungen der Erosionen und Geschwüre mit Arg. nitricum und daneben kühlende Getränke. D'w Erkrankungen der äusseren Haut wird man nach den Regeln der Chirurgie behandeln.
2. Die Maul- und Klauenseuche bei Thieren.
Allgemeine Entstehung der Krankheit bei Thicreu. Es ist schon bemerkt worden, dass es sich hei der Maul- und Klauenseuche um eine durch einen fieberhaften Blasenausschlag im Maule und au der Haut der Fussendeu charakte-risirte, acute Infectionskrankheit handelt, welche seuchenartig sowohl beim Klaueu-vich vorkommt. Wie auch auf andere Thiere übertragen werden kann. Die Erkrankung erfolgt nur nach vorangegangener Ansteckung.
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Mnul- unil Klauoiiseucho.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 37
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Symptome und Verlauf dor Maul- und Klauenseuche bei den Thieren.
Benin Riiido zeigen sieh die Kniiikheitsersclieiimiigeii sowohl auf der Maul-sehleimhmit (Muulseuche), wie aueh auf der Haut der Klaue und des Klauenspaltes (Klauenseuche). Nach einem Incubationsstadium von 2 bis 5 Tagen tritt zunächst Fieber ein. 1224 Stunden später tritt starkes Speicheln und Geifern ein, verbunden mit einem eigenthümlich schmatzenden Geräusch beim gewaltsamen Oeffnen des Maulos, Die Aufnahme des Futters wird verweigert, die Milchsecretion ist vermindert und das Wiederkäuen fast ganz unterdrückt. Ein bis drei Tage nach diesen ersten Erscheinungen kann man an der manchmal stark gerötheten Maulschleimhaut die Entstehung kleinerer und grösserer (bis Haselnuss-grosser und darüber) Bläseben, namentlich an der inneren Fläche der Lippen, am Gaumenende, an der Zunge, am zahnlosen Theile des Oberkiefers beobachten. Die Blasen werden grosser, 1015 Ctm. im Umfange und grosser, confluiren vielfach miteinander und bersten 12 24 Stunden nach ihrer Entstehung; entleeren dann eine anfänglich wasserhelle, gelbliche, später mehr trübe Flüssigkeit. Nach dem Bersten der Blasen bleiben sehr schmerzhafte Schleimhauterosionen zurück. Oft geht die; Blasenbildung auch nach aussen auf die Lippen und die Schleimhaut der Nasenlöcher über. Meist gleichzeitig mit den Erkrankungen am Maule, oder manchmal auch vorher treten auch die Erscheinungen der Klauenseuche beim Kinde auf. Unter schmerzhafter Schwellung der Haut an der Krone der Klauen, am Klauenspalte und in der Nähe der Ballen, wodurch oft erhebliches Lahmgehen der Thiere hervorgerufen wird, treten dann kleine und grössere Bläschen auf, die, wie im Maule, nach einiger Zeit bersten und eine anfänglich mehr helle, später mehr hübe Flüssigkeit entleeren. Da die zurückbleibenden Erosionen der Haut, welche noch durch schlechte Streu, Urin, Koth u. dgl. gereizt werden, den Thieren viel Schmerz bereiten, so lahmen dieselben erhoblieb und liegen viel. Aueh auf Euter und Zitzen geht das Exantheni über und ruft ausser Blasenbildung auch durch Ueher-gang auf die Milchdrüse (von den Strichkanälen aus) oft eine Mastitis parenehy-matosa hervor. Dementsprechend ist auch die Milch heim Beginne und auf der Höhe der Krankheit mehr oder weniger erheblich verändert; an Menge verringert, wird sie öfters Im Laufe der Krankheit dick, gelblich und schleimig, schmeckt manchmal salzig und bekommt eine colostrumähnliche Beschaffenheit. Beim Kochen gerinnt die Milch leicht und lässt sich schwerer als normale! buttern und käsen.
Beim Fortschreiten des Processes vom Maule auf den Bachen beobachtet man auch als Complication eine Pharyngitis; Schlingbeschwerden und häufiger Husten treten ein. Bei jungen Thieren, insbesondere bei Saugkälbern tritt oft eine heftige Magen-Darmentzündung hinzu, in anderen Fällen wird auch eine Mit-erkrankung des Grundes der Homer beobachtet; Vulva, Vagina, Bauch und Brust können bei Ausbreitung des Processes mitergriffen werden. Im ersteren Falle tritt, häufig Abortus ein. In sehr seltenen Fällen fehlt das Exanthein fast ganz. Durch Aspiration abgestossener Epithelstücke, Bläscheninhalt u. dgl. von der Maulhöhle in den Kehlkopf kann Freaidköiperpneumonie und Tod eintreten. Bei der Klauenlaquo; seueheform kann es zu grösseren Zerstörungen, Panaritium, Kuochenneerose, zum Ausschuhen, Pyäraie und Tod kommen.
Beim Seiiafe und bei der Zieue tritt besonders die Klauenseuche auf. Dio
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: Infections- und Jntoxicntionskrankheiten.
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Klauoiiki'ono schwillt an, später bilden sich Bläschen, deren Inhalt eintrocknet. Die Lahmheit ist oft sehr gering und, oft im Anfange nicht erkannt, verbreitet sich die Seuche in einer Schafheerde sehr langsam. Bösartig und mit Panaritium complicirt wird die Seuche, wenn die Thiere ungünstigen Einflüssen im Stalle oder auf der Weide ausgesetzt sind. In solchen Fällen kann es zu eiteriger Arthritis, Knochennecrose u. dgl. kommen.
Beim Soli weine tritt ebenfalls häufiger die Manlseuche als Klauenseuche auf. In selteneren Fällen findet man beim Auftreten der Maulseuche Uehergang der Bläschenbildung auf den Rüssel und dessen Umgebung.
Hunde mul Katzen sind für diese Krankheit wenig empfänglich. Die Thiere erkranken jedoch gelegentlich an den Erscheinungen einer Maul- und Klauenseuche, wenn sie rohe Milch am aphthenseuchekranken Vieh genossen oder in verseuchten Stallungen sich aufgehalten haben.
Beim Pferde kommt nur die Maulseuche vor. Die Erscheinungen sind wesentlich gleich denjenigen beim Binde, Auch beim Geflügel kommt Aphthenseuche vor, wobei Blasen auf der Zunge, in der Bachenhöhle, auf der Conjunction, am Kamme, an den Füssen auftreten.
Bei dem W i 1 d e (Hirsche, Rehe, Dannnwild, Wildschwein) verläuft die Krankheit unter denselben Erscheinungen wie bei den Hausthieren; sie kommt auch hier seuchenartig vor und kann dann erhebliche Verluste bewirken.
Der Verlauf ist heim Rinde durchschnittlich zwei Wochen. Oft dauert es jedoch längere Zeit bis die durch die Krankheit eingetretene Abmagerung der Thiere ausgegllohen und die Milchmenge wieder normal geworden ist. Einen ungünstigeren Verlauf nimmt die Seuche, wenn die Thiere schlechte, feuchte Lagerstätten haben, schlecht gepflegt und gehalten sind. Todesfälle kommen bei erwachsenen Thleren selten vor, sehr häufig dagegen bei jungen Thieren, besonders Säuglingen, wo oft 50 SO'Vo an Magendannentzündung zu Grunde gehen. In manchen Jahren ist ferner der Verlauf der Seuche günstiger, in anderen viel ungünstiger. Die Seuchendauer in einem Stalle, oder in einer Heerde hängt von vielen Umständen ab (Haltung und Pflege der Thiere, Sauberkeit der Stallungen, gute Streu u. s. w.) und kann 5 (5 Wochen betrugen. Oft zeigen sich noch unangenehme Nach krankhei ton; Abortus, verminderte Milchergiebigkeit, chronische Euter- und Klauenerkrankungen. Besonders lang kann der Verlauf der Krankheit bei Schafen sein. Ebenso in Schn-eineheenlen.
Dementsprechend ist die Prognose im Allgemeinen günstig, wenn die Thiere rechtzeitig und richtig behandelt und gepflegt werden. Andrerseits ist der wirtb-sehaftliche Schaden während und nach der Krankheit ein ganz erheblicher. Bei bösartigem Auftreten der Seuche unter ungünstigen örlliehen Verhältnissen kann auch sehr oft tödtlicher Ausgang der Krankheit eintreten. Es starben in Baden im Jahre 1891/92 in einem halben Jahre 400 Thiere und in anderen Gegenden oft 2080 Thiere in einem kleinen Bezirk an Maul- und Klauenseuche, bezw. deren Nachkrankheiteii.
Diagnose und Diffcrentialdiagnose. Die Feststellung der Krankheit bietet kaum Schwierigkeiten. Die typischen Krankheitserscheinungen und derseuchen-
aitige Verlauf schützen vor Verwechslungen. Solche können ausnahmsweise und
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Maul- und Klauenseuche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 39
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beim Auftreten der Krankheit bei einem einzelneu Thiere Btattfinden mit mykotieoher
Stomatitis, hervorgerufen dureb Befiillung.spilze auf dem Futter, mit golegentlieben Verbrühungen, Anätzungen, Vergiftungen, mit Scblempennmuke, einfacher Mauke, bei Schafen mit der sog. Mo der hinke. Bei dieser handelt es sich jedoch um keine ansteckende Erkrankung, sondern um ein tniumatisehes Ekzem der Klauenhaut.
Aiiatoniisßher Refund. Oharakteristisohe Erscheinungen der Maul- und Klauenseuche wird man selten bei den gestorbenen Thieren nachweisen. Man wird vielmehr Veränderungen finden, welche; sich auf die Complieationen bezw. Nach-krankheiten beziehen, an denen die Thiere zu Grunde gegangen sind; die Zeichen einer Gastroenteritis besonders hü jungen Thieren, die Veränderungen durch Fremdlaquo; körperpneumonie, Myocarditis, Pyämie, durch parenehymatöse Hepatitis, Nephritis u. s. w. werden zu bemerken sein.
lichundluiig. In vielen Fällen ist eine zweckmässige diätetische Behandlung ausreichend. Reinliche, reichliche, trockene und weiche Streu. TJnmittelbar nach Auftreten des ersten Krankheitsfalles bezw. den ersten verdächtigen Erscheinungen muss sofort eine gründliche Reinigung des Stalles stattfinden (Entfernung des Düngers u. s. w.), worauf man den Fussboden mit ö pioc. Carbol-säure, 2proz. Lysol, Kreolin- oder Solutollösung abspült und auch eine gleiche desinficirende Reinigung mit allen übrigen Geräthschaften des Stalles ausführt. Dann erst bereitet man den Thieren eine gute Streu, trennt, wenn möglich, die kranken Thiere von den gesunden und verabreicht reines, kaltes Trinkwasser und weiches Futter (gutes Grünfutter oder Mehl und Schrottrank). Zweckmässig kann auch der Streu etwas Gerberlohe zugefügt werden; wichtig ist jedoch, dass der frische Dung der Thiere sofort aus dem Stalle entfernt wird, und die durch Urin verunreinigte Streu sofort durch trockene ersetzt wird. Die Erkrankungen im Maule, in der Umgebung der Lippen, am Euter und an den Klauen wird man beim leichten Verlauf der Krankheit möglichst ohne besondere arzneiliche Behandlung lassen und sich event, auf Vorsichtige Irrigationen der Maulhöhle mit Bonvasser (4 : 100), Kali chloric, (1 : 100), Kali hyperm. (1: 100) beschränken. Das aussen erkrankte Euter wird man vermittelst Wattebäuschchen, die man in eine diesen-Flüssigkeiten taucht, betupfen, während man die Klauen möglichst unberührt lässt und sich nach Irrigationen darauf beschränkt, dieselben entweder mit Borsänrepulver, Dermatol, Alumnol zu bepudemquot; oder mit einem leichten Theeranstrich zu versehen. Oft genügt jedoch Sauberkeit und Trockenheit der Streu. Selbst in höheren Graden der Krankbeil empfiehlt es sich allzuviel Manipulationen mit den Thieren zu vermeiden. Häufige Irrigationen der Manlhöhle mit Borsäurewasser, Verabreichung von kaltem Mehltrank sind auch bei umfangreicheren Erkrankungen der Maulhöhle noch ausreichend. Saure Maulwässer wird man jedoch nach den Erfahrungen über die Entwickelung der Organismen vermeiden müssen. Bei erheblichen Erkrankungen an den Klauen wird man aussei' den genannten Pulvern auch die Sublhnatglyceringelatine (Leimgelatine in 1 0/o Sublimatwasser gelöst und dann 5 0/o Glycerin hinzu gesetzt) oder die Zinkgelatine (Glycerin, Gelatine und Wasser zu gleichen Theilen, dazu '/s des Gewichts Zinkoxyd und 1 0/o Sublimat in Wasser gelöst) anwenden. Beide Präparate werden etwas erwärmt aufgetragen.
Zum Bestreichen der vorher gut gereinigten mit Wundwatte getrockneten Euler
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40nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskrankheiten.
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kann limn bei orhcbliehorei- Erknuikiiiig auch Borsalbe oder Borglycurin verwenden. Bei erheblicheren Erkrankungen der Klauen und Füsse der Schwcino sind aueli Einlaquo; pinselüugen mit, Oupr. sulfur. 5 : 1U0, Pyootanin (11 100) zu versuchen.
Solion im Anfange dieses Jnlirliunderts hat man angeblich, um den Verlauf der Seuche zu beschleunigen' odor sogar um .die Behandlung der Maul- und Klauenseuchequot; zu untor-stiitzen, auch die Impfung der Maul- und Klauenseuchequot; empfohlen. Dabei wird nach der bisherigen Technikquot; Speichel kranker Thiere den gesunden in die Maulhöhle eingerieben. In anderer Weise ausgeführt weiden Wollfüden mit Speichel kranker Thiero iuiprKgnirt den gesunden durch die Haut gezogen, oder es worden den gesunden Tliioren vor Einreibung dos Speichels kleine Wunden mit dor Lancette an den Impfstellen beigebracht. In meiner Schrift Abwehr, Tilgung und Verhütung der Maul- und Klauenseuchequot; {Berlin 1893) habe ich eingehend begründet, dass durch diese absichtliche Sou chen übe rtragung die Maul- und Klauenseuche verschleppt, verbreitet und deren Tilgung aufs Aoussersto erschwert, oft geradezu uninöglich gemacht wird. Ferner hat diese Art der Nothimpfung der Maul- und Klauenseuche bisher nur dazu beigetragen den Seuchenverlauf zu verlängern und den Schaden zu vorgiössern. Diese Nothimpfung steht desshalb in direktem Widerspruch mit allen (irundsatzen rationeller Seuchentilgung. Wie mit derselben überhaupt eine schnelle Tilgung dor Seuche oder gar eine Unterstützung der üe-handlung zu Wege gebracht weiden soll, bleibt eigentlich ein Räthsel. (iogenüber Einzelnen, welche den Worth der Impfung mit Keclit als fraglich bezeichnen, erklären Andoro die Nothimpfung als eine durchaus enipfehlenswerthe Massregelquot;, weil sie eine raschere Durchseuchung bedingt und häufig milder und nur in der Form der Maulseuche verläuft.quot; Auch soll dieselbe mehr leisten als sofortige Separation der kranken Thiere und sofortige und öftere Desinfeetion der Stallungen. Dom gegenüber sei nach den Erfahrungenquot; einfach auf den Widerspruch hingewiesen, dieselbe Seuche beim Auftreten durch Desinfectionon bekämpfen und gleichzeitig durch Impfung in demselben Stalle zu züchten. Ich wiederhole nur: dass durch die Impfung eine schnellore Durchseuchung bewirkt wird, sollen alle Beobachter erst noch beweisen durch 0ontro 1 versuche. Umfangreiche Erfahrungen über die schnelle Tilgung und Vorbeuge der Maul- und Klauenseuche durch energische und öftere Desinfeetion, sofortige Separation liegen bisher leider noch nicht zahlreich genug vor, um durch die Thatsache zu beweisen, was wissenschaftlich nicht zweifei haft ist, dass Infectionskraiikheiton überhaupt nicht und besonders nicht solche, wie die Maul-und Klauenseuche, durch künstliche Verbreitung der Seuche schnell eingeschränkt und getilgt worden könnten. Desshalb haben alle Autoren Unrecht, welche behaupten, die Erfahrungen sprächen bei der Maul- und Klauenseuche gegen die Anwendimg rationeller Seuclientilgungsmassregeln und für die Anwciulung unrationeller Massnalunen, wie die Impfung.
Bisher liegen Erfahrungen über die Wirksamkeit rationeller Tilguugsmassregoln nur sehr vereinzelt vor und diese sprechen n u r , wie zu erwarten war, zu Gunsten derselben auch bei der Maul- und Klauenseuche, während über die Wirksamkeit der unrationellen Impfung die A u sich ten weit auscinan dergeh en, wie csmit Recht schon in den Motiven zu dem glücklich begrabenen Gesetzentwurf biess, durch den die Impfung sogar zwangsweise eingeführt werden sollte. Die bisherige Impfung wird bleiben, was sie war, ein Seuchonver-breitungsmittel bester Art, und steht in schreiendem Gegensatz zu allen sonstigen Tilgungsmassregeln. Ein polizeiliches Verbot derselben würde den Forderungen einer exaoten Seucheutilgung entsproclion. Hoffentlich hat sie, wie die einst ebenso energisch vortheidigte Pockenimpfung bald nur noch historisches Interesse für die wissenschaftliche Tliierheilkunde.
Prophylaotlsche und andenvcilige Tilgungs-Massiinliincii bei der Miml-und khuiiMisciiclic. 1. Beim Ausbruch der Seuche in der Nähe eines Dorfes sofortige Reinigung und Desinfeetion der Stallungen, Vermeidung des Verkehrs mit dem Nachbardorfe, Vermeidung und Verbot des Eintritts fremder Personen in die Viehstallmigen. 2. In Zeiten der Gefahr ist der Ankauf fremder Thiere und die Einstellung derselben in die gemeinsamen Stallungen vor einer I4iiigigeii Beobachtungsfrist zu vermeiden, event, sind dieselben vor der Einstellung einer gründlichen Hmit-desinfeotion zu unterwerfen. 3. Der Ankauf von Futtermitteln jeglicher All aus
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Maul- und Klauenseuche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;41
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Ortschaften, in welohen Mmil- und Kliuiensoucho festgestellt ist oder der Verdacht des Ausbruelis besteht, ist zu unterlassen. 4. Ebenso sind Molkoreirückstände aus Genossensolinftsniolkereien jeglicher Art nur im gekochten Zustande zu verfüttern. 5. Weiden, Wege, Grimdstücke, die von seuchekranken Thieren betreten sind, müssen von gesunden Thieren vermieden werden. 6. Gesunde Viehbestände in der Nähe von Seuchenorten werden besonders sorgfältig gepflegt werden müssen, stacheliges Futter ist ZU vermeiden, ebenso Verletzungen am Euter durch die Nägel an den Händen der Melker. Von Tilgungsmassregeln seien erwähnt 1. schleunige Entfernung der kranken Thiere aus dem Stalle der gesunden, Desinfection der gesunden Thiere, der Stallungen, Jaupherinnen, Geräthschaften u. s, w, 2. Anordnung der Stall- bezw. Gehöfts-und Feldmarksperre. 3. Verbot des Weggebens von Milch in ungekoohtem Zustande. 4. Anordnung der Desinfection der Stallungen in Zwischenräumen von 8 Tagen bis zur vollständigen Genesung aller Thiere. 5. Verbot der Märkte, Controlo der Viehhändlerstallungen u. s. w.
Die yeterinärpollzeillchen Massnahmen, welche nach der Instruction desBundes-mthes vom 24. Februar 1881 nach sect;sect; 5768 zur Anwendung kommen, sind im Wesentlichen bereits unter den angeführten Tilgungsmassregoln mitgetheilt worden. In dem Reiclis-viehseuchengosetz vom 23. Juni 1880 sind gesetzliche Bestimmungen bisher nicht enthalten gewesen, erst durch eine Novelle zu demselben aus dem Jahre 1894 ist ein sect; 44 a über die Maul- und Klauenseuche eingefügt worden, der sich besonders mit dem Verbot der Versendung unahgekochtor Milch aus den (ienossenschaftsmolkereien beschäftigt
In Oesterreich sind die veteriniirpolizeilichen Bestimmungen wie in Deutschland. In der Schweiz ist ausser den ahnlichen Bestimmungen Deutschlands und Oesterroiohs die Schlachtung der wegen Maul- und Klauenseuche abgesperrten Thiere nur in denjenigen Ortschaften, in denen sie sich befinden, gestattet. Vor dem Hinführen zur Schlachtbank sind die Füsse sorgfältig zu desinficiren und mit Tüchern zu umwickeln.
Siiiiitätspolizelliclujs. Wenn aphthensouchekranke Thiere geschlachtet werden, so wird das Fleisch der Freibank überwiesen oder nach vorheriger Durchkochung (hierdurch deklarirt als Fleisch von kranken Thieren) dem freien Verkehr überlassen werden können. Natürlich wird man die kranken Theile selbst zu vernichten haben. Besondere Vorsicht wird mit dem Fleische junger Thiere nöthig sein, die wogen beginnender Gastroenteritis geschlachtet sind. Erfahrungsgemäss ist überhaupt das Fleisch von Thieren, die wegen beginnender Magendarmerkrankungen geschlachtet worden sind, besonders gefährlich wegen der nach dem Genüsse manchmal beobachteten Fleischvergiftungen. Das Fleisch maul- und klauen-seuchekranker Thiere nach Entfernung der kranken Theilequot; als bankwürdigo Waaro in den Verkehr zu geben, wie in einem Handbuch der Fleischbeschau empfohlen wird, muss, weil mit dem Nahrungsmittolgesetz und mit den Forderungen einer rationellen Fleischbeschau im Widerspruch stehend, als vollständig unstatthaft bezeichnet werden. Fleisch von Thieren, die an einer fieberhaften Krankheit vor dem Schlachten gelitten und wegen dieser geschlachtet sind, ist niemals bankwürdig, wenn auch in vielen Fällen, wie auch bei der Maul- und Klauenseuche gesundheitaächädliche Eigenschaften solchen Fleisches selten beobachtet werden. Die Milch von aphthenseuchekranken Thieren soll, wenn sie zum Genüsse für Menschen oder Thiere verwendet wird, vorher gekocht werden. Wo das Euter mit erkrankt ist, die Thiere sich im Beginn bezw. auf der Höhe der Erkrankung befinden und die Milch roh und gekocht die früher erwähnten Veränderungen zeigt, sollte der Genuas solcher Milch, weil dieselbe schädlich bezw. ekelerregend ist, nicht stattfinden.
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42nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und [ntoxicationskrankheitcn.
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V. Poeken. (Blattern, Variola1), Variolois.)
(Franz.: Variole; ital.; Vajuolo; engl.: Smallpox.)
Wesen und vergleichend-pathologische Bemerkungen. Mit Pocken oder Blattern bezeichnet man eine acute, fieberhafte lufeetionskrankheit, bei welcher unter typischen] Verlaufe Knötcben, Bläschen und Pusteln auf der äussereu Haut und auf den Schlehnhäuten zur Elitwickelung konimen. Die Krankheit kommt beim Menschen und bei allen Hausthiergattungen vor, doch zeigen sich bei den einzelnen Thierarten oft erhebliche Abweichungen in Bezug auf Ansteckungsfähigkeit, Heftigkeit des Fiebers, Ausbreitung des Pockenausschlages u. dgl., so dass jede Thierart ihre eigenthümliche Pockenkrankheit bat. Einmaliges Ueberstehen der Krankheit bewirkt Immunität gegen spätere Ansteckung.
Man hat gegenwärtig die Ansicht, dass (he Pocken nicht bei allen Tliier-gattuugen primäre, selbstständige Krankheiten darstellen, sondern dass (Bellinger, Koloff u. A.) die Kuhpocke von der Mensehenpocke abstamme und (Bollinger) dass es eigentlich nur zwei Hauptformen der Pocken, die Menschen- und die Schafpocken giebt. Bei beiden liesse sich nach Bellinger der Ursprung von pockenkranken Menschen bezw. von pockenkranken Schafen nachweisen, beide, stellen wohlcharakterisirte Krankheiten dar, die vielleicht miteinander nahe verwandt, aber durchaus nicht identisch seien. Alle übrigen Pockenformen der Haus-thiere stellen jedoch nach Bollinger's Ansicht keine selbständige Krankheit dar, sondern sind verirrte Pocken, welche entweder vom Menschen oder vom Schafe übertragen wurden und wechselseitig ihren Ursprung nehlnen. Die Gleichartigkeit und nahe Verwandtschaft der letzteren Pockenformen wird durch die wechselseitige Uebertragbarkeit derselben, durch die gegenseitige Iminunitätsverleihung und durch die oft beobachtete wechselseitige Stellvertretung zwischen Menschen- und Thier-pocken hewiesen.
Bactei'iologischcs. Das speeiflsohe, organisirte Pockengift ist mit Sicherheit noch nicht festgestellt, obgleich es keinem Zweifel unterliegt, dass lebende Organismen die Ursache dor Krankheit sind. Hallier, Klebs. Zürn u. A. haben verschiedene Organismen in dem Inhalte der Pockenpusteln voi längerer Zeit gefunden und als Krankheitserreger ausgesprochen. Chauveau zeigte dann, dass der Ansteckungsstoif nicht an die Flüssigkeit der Pockenlymphe, sondern an körperliche Bestandteile derselben gebunden ist und mit der grösseren Zahl derselben steigt. Von anderer Seite (tiuttmann) ist ein besonderer Mikrococcus (Micrococcus vaccinae, Staphylococcus cereus albus variolae) aus der Lymphe gezüchtet, Van der Loeff will in der Lymphe bewegliche Gebilde gefunden haben, welche er für Bhizopoden hält und, weil sie nur in dein Inhalte der Pockenpustel angetroffen wurden, als das Wesen des Pockengiftes ansieht. Pfeiffer meint, das die schon von anderen Autoren constatirten kugeligen Gebilde in der Lymphe der Thierpocken in Sporen zerfallen und den Sporozoen angehören2). Uebereinstimmende Angaben über Form, Lebensbedingungen und über die Fortpflanzung der gefundenen Gebilde fehlen bis jetzt noch. Blut, Speichel, Schweiss, Harn, Milch können den Infectionsstoff gelegentlich wirksam enthalten (Boell). Die Widerstandsfähigkeit des Pockencontagiums scheint nicht gering zu sein, da es in Stallungen 46 Wochen, selbst monatelang wirksam sein kann, wenn es vor
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!) Dim. v. varus, der Knoten. (Celsus.)
8) Doehle fand in dem Blute und in dem Pustelserum die auch bei Scharlach und Masern beobachteten '/laquo;1 p grossen, geisseltragenden Kugeln, welche Bewegungen und Formveränderungen erkennen liessen. D. hält sie für die Ursache der Pocken.
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Pocken.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;43
Zersetzung durch Filulniss, hohe Temperaturen oder durch chemische Mittel (Carbolsäure 5procentige Chlorzinklösung, 10 procentiges ühermangansaures Kali, Sublimat u. s. w.) geschützt bleibt. Das Pockenoontagium ist fix und flüchtig.
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1. Die Pocken des Menschen. (Variola.)
Geschichtliches. Die Pocken waren schon in uralter Zeit in China und Indien verbreitet. Die ersten beglaubigten Nachrichten über das Auftreten der Seuche in Europa finden sich zu Ende des sechsten Jahrhunderts. Seit jener Zeit sind die Pocken ständig in Europa aufgetreten. Sehr alt ist auch die Ausführung der Inokulation der Pocken, die sog. Variolation. Absichtlich wurden die echten Pocken der kranken Menschen auf gesunde übertragen und bei diesen wieder die echte Pockenkrankheit hervorgerufen, um einen milderen Verlauf zu erzielen, als bei natürlicher Ansteckung. Die Chinesen führten zu diesem Zwecke getrocknete Pockenschorfe in die Nase (besonders bei Kindern) ein, die Inder machten bereits kleine Schnitte an den Vorderarmen und brachten auf diese Pockenlymphe. Im Anfange des achtzehnten Jahrhunderts wurde diese Methode der Inokulation durch Lady Montague, welche dieselbe in der Türkei kennen lernte, in England eingeführt. Die grosse Gefahr der Methode war, dass die Geimpften die echten Pocken bekamen und gleichzeitig die Pockenseuche unter den übrigen empfiinglichgobliebencn Volksmassen verbreiteten. Es steigerte sich desshalb die Pockenkrankheit und wurde in einzelnen Liindern stationär. Sehr spät wurde die Methode der Impfung verlassen und ihre Anwendung selbst mit Strafe belegt. In Preussen wurde 1835 eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bestimmt für die Anwendung der Variolation.
Ende des achtzehnten Jahrhunderts war nun schon beobachtet worden, dass sich am Euter der Kühe gelegentlich ein Blattornausschlag bildet, der auch auf die Hände der Melker überging. Der Ausschlag wurde auch auf andere Korpcrtheile übertragen und war oft mit Störungen des Allgemeinb^flndens verbunden. In viehzuchttreibendon Gegenden beobachtete man, dass das Uoberstehen dieses Kuhpockonausschlages vor der Ansteckung durch die Menschenpocken schlitze. In Schottland und in Holstein wurden sogar von Laien Schutzimpfungen mit dem Inhalte jener Kuhpockon beim Menschen vorgenommen. Edward Jenner, Arzt in Berkley, prüfte dann die Frage experimentell (1772), indem er Menschen, welche den Kuhpockenausschlag überstanden hatten, mit echtem Pockengift impfte. Die geimpften Personen blieben gesund und es war so der wissenschaftliche Nachweis für die Schutzkraft der Kuhpockon erbracht worden. Jenner impfte dann auch mit dem Inhalt von Pocken, die sich eine Magd durch Ansteckung bei Kühen zugezogen hatte, einen achtjährigen Knaben am Arm. Die dann bei diesem Knaben sechs Wochen später vorgenommene Impfung mit echtem Pookengift blieb ebenfalls ohne Erfolg. Somit hatte Jenner auch die erste Impfung mit humanisirter Lymphe (die Vaccination) vollzogen. Schliesslich zeigte Jennor auch, dass der Kuhpockenimpfstoft' seine Wirksamkeit auch beim Durchgange durch verschiedene Menschen bewahrte und benutzte die Lymphe der mit Kuhpocken Geimpften, um mehrere Generationen weiter zu impfen. Bei seinen Versuchen erkannte auch schon Jenner, dass die Kuhpocken sich nur durch die Einimpfung vom Menschen zum Menschen fortpflanzen und einen flüchtigen Ansteckuugsstoff nicht besitzen. Bald wurde die Vaccination in anderen europäischen Staaten bekannt. In Deutschland wurde im Jahre 1800 die erste Vaccination von Heim in Berlin vollzogen. Später wurde dann durch besondere Gesetze die Vaccination zwangsweise in vielen Staaten eingeführt, in Deutschland durch das Reichsimpfgesotz vom 8. April 1874. Die Dauer des durch die Impfung erzielten Schutzes gegen Pocken schwankt innerhalb weiter Grenzen und beträgt im Durchschnitt 10 Jahre, oft auch bedeutend länger. Man spricht von ,humanisirter Lymphequot;, wenn dieselbe erhalten ist durch Impfung von Menschen mit dem Inhalte spontaner Kuhpockenquot;; animalo Lymphequot; ist solche, welche von Kühen erhalten wird bei denen durch Impfung mit humanisirter Lymphe (lietrovaccine), ein Pockennusschlag entstanden ist.
Aetiologin. Die Pockenerkraukung erfolgt stets durch Uebertragung des Giftes von einem kranken Menschen. Das Krankheitsgift haftet an den erkrankten Körpertlieilen, an dem Inhalt der Pockenpusteln, im den Krusten und Selüippelien der Haut nach Eintrocknung der Pockenpustel, Vor und während der Ausbildung
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44nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infections- und Intoxicationskrankheiten.
der Pockenpu.stol ist die Knmldioit schon ansteckend; das Gift ist flüchtiger Naturquot; und durch die Luft in der nächsten Umgehung der Kranken ühertragbar. Ebenso indirekt durch Gegenstände und Geräthschaften (Wäsche, Essgeschirr, Ess-waaren), welche mit den Kranken in Berührung komnieu. Selbst die Leichen Pockenkranker sind noch ansteckend. Die Disposition für die Pocken ist allgemein verbreitet. Einmaliges Ueborstchen gewährt fast regehnässig einen Schutz gegen nochmalige Erkrankung.
Symptome und Verlauf. Das Inoubatlonsstadlum beträgt 814 Tage. Nach Ablauf dieser Zeit bekommen die Kranken Schüttelfrost, Fieber, Ko2)f- und Kreuzsehmerzen, Auch leichte Angina und geringe Bronchitis wird beobachtet. Am zweiten Tage tritt ein klcinfleckiger Ausschlag oder ein Eiythem auf, vorzugsweise in der Unterbauchgegend, an den Innenflächen der Oberschenkel, Seitenflächen des Rumpfes und des Oberarmes. Am dritten oder vierten Krankheitstage beginnt die eigentliche Entwickelung der Pocken, wobei man eine leichte Form (Variolois) und eine schwere Form (Variola vera) unterscheiden kann. Bei der schweren Form treten fast immer zuerst im Gesichte rotlie Stippchen und Pleökenj dann kleine Knötchen auf, die später zu Bläschen werden und nun einen trüben, eiterigen Inhalt bekommen; am neunten Krankheitstage ist die Pockenbildung auf der Höhe. Am 12. oder 18. Krankheitstage platzen die Bläsehen meistens, der Inhalt vertrocknet zu gelben Brocken, die später sich ab-stossen und oft mehrere Monate später Narben, Pockennarben, zurücklassen. Die Pockeneruption kann auch auf der Schleimhaut des Mundes und der liachenhölde, auf der Zunge, auf dem weichen Gaumen, im Kehlkopfe u. s. w. stattfinden. Bei der Variolois ist dio Pockeneruption spärlicher. Die Gesammtdauer der Krankheit ist kürzer. Com plica tione n können bei der schweren Form hervorgerufen werden durch Miterkrankung des Respirationsapparates, des Digestionsapparates, dc;s Herzens, des Auges, des Ohres, des Nervensystems, der Gedenke und der Genitalien. Während beim normalen Verlauf die Krankheit in 34 Wochen ihr Ende erreicht haben kann, tritt in schweren Fällen am 5. oder 6. Krankheitstage der Tod ein.
Diagnose und Dilferentialdiagnose. Im Beginne der Krankheit ist die Feststellung oft schwer und eine Verwechslung mit Masern, Typhus, luetischem Ausschlag möglich.
Prognose. Im Beginne der Krankheit ist eine Prognose noch nicht möglich, später wird sie je nach der Art der Eruption und der Complicationen, und ob Kinder, Greise oder kräftige Menschen im mittleren Alter erkranken, zu stellen sein.
Auatomisclicr Itei'und. Die Pocke ist charakterisirt durch einen centralen necrotischen Herd, der von einer Zone entzündeten Gewebes eingefasst wird. Später geht ein Theil der Epithelzellen zu Grunde; ist der Papillarkörper der Haut ergriffen und zerstört worden, so bleibt eine straldige Narbe zurück.
Therapie und Prophylaxis. Die Prophylaxis ist die Vaccination. Bei der Vaccination beträgt die Dauer des ganzen Processes etwa 3 Wochen. Manchmal tritt ein Itnpferysipel ein, wenn Verunreinigungen bei der Impfung mit andern Organismen eingetreten sind. Die eigentliche Therapie ist bei den Pocken eine rein symptomatische. Aseptische Umschlagquot;, Auflegen von Gelen und Salben, conlinuiiliche warme Bäder werden zur Milderung der Hauterkrankimg empfohlen,
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Pocken.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 45
Die Sohleimhauterkrankungen der Mundhöhle, Baohenhöhle u, s. w, worden mit (lesinficiroiulen Mundwässern behandelt.
2. Die Pocken bei Thieren.
Gesehiehtliches. Die Pocken der Hnusthiere sind wie die Menschenpocken schon seit sehr langer Zeit bekannt. Sichere Nachrichten über die Schafpocken findet man in England im dreizehnten Jahrhundert. Nach Mittheilungen von Rabelai s und Joubert wurde die Impfung derselben schon 1578 in Frankreich ausgeführt. Dux'ch die dann später allgemein eingeführte Schutzimpfung (in Deutschland (1770) trat eine ausserordentliche Verbreitung der Schafpocken ein. Seitdem dann durch Reichsgesetz vom 23. Juni 1880 die bisher übliche alljährliche Schutzimpfung der Lämmer verboten ist, tritt die Seuche in Deutschland nur noch sehr selten und sehr vereinzelt an der Grenze Ostpreussons auf. Wie schon erwähnt, waren auch die Kuhpocken seit vielen Jahrhunderten besonders in Deutschland und England bekannt und das Vorhandensein derselben gelegentlich des Auftretens der Menschenpocken wurde später Ursache zur Einführung der Vaccination. Im Ganzen sind Kuhpockon als primäres Leiden nicht oft beobachtet worden. Ebenso ist die Pfordopocke in früheren Jahrhunderten öfters als jetzt beobachtet worden, wo seitJahr-zohnten kein Fall bekannt geworden ist. Die S chweinepocken und Ziegonpocken sind ebenfalls sehr selten.
Volkswirthschaftlichc Itcdeuturaquo;^. Der Schaden, welcher bisher durch die Pocken der Schafe hervorgerufen wurde, war ein ganz gewaltiger. Viele Millionen von Thieren sind in den letzten Jahrhunderten dieser Krankheit erlegen. Bohliesslioh führte dieselbe zu einer Abnahme der Schafzucht. Eine Aenderung trat in Deutschland erst mit dem Verbot der Läinmerimpfung ein. Während in anderen Ländern jährlich noch Tausende von Schafen zu Grunde gehen, ist die Pookenkrankheit in Deutschland in den letzten Jahren nicht mehr beobachtet worden.
Aotiologie. Die Pockenkrankheit der Thiere ist, wie die Variola der Menschen, eine acute Infectionskninkbeit, die unter dem Bilde eines typischen lOxanthems verläuft. Der Infectionsstoff ist am concentrirtesten in dem Inhalte der Pocken, dann auch in allen Secreteu und Exoreten pockenkranker Thiere. (Maul- und Nasenschleim, Hautausdünstung, Blut, Milch, Dünger.) Weil das Oontagium fix und bei Schafen flüchtig ist, kann es bei diesen Thieren auch durch die Luft auf nachbarliche Herden übertragen werden, doch dürfte die Verschleppung dann nicht sehr weit erfolgen können. Bei den Schafen tritt die Krankheit auch in erster Linie seuchenartig auf und verbreitet sich dann über grosso Bezirke. Die Verbreitung erfolgt, tbeils direkt durch die kranken, geimpften, oder durchseuchten Thiere, thoils indirekt, durch Zwischenträger (Kleider der Menschen, Wolle, Folie, Streu, Hunde, Katzen und Geflügel. Theils auf natürlichem, thoils auf künstlichem Wege können die Sciiafpocken auf andere Thiere (Hinder, Ziegen, Schweine, Hasen und Kaninchen) und auf den Menschen übertragen werden. Ebenso sind Menschen- und Kuhpocken auf Schafe übertragbar. Ein allgemeiner Pocken-ausschlag wird erzeugt, wenn Pockenlymphe des Menschen in das Blut von Schafen überführt sind. (Küchenmeister, Tappe.)
Bei den Kuhpockon ist das Contagimn fix und an den Inhalt der Blasen gebunden. Die Kubpocken stehen in enger Beziehung zu den Mensobenpockon und werden wahrscheinlich durch Ansteckung mit humanisirter Kuhpocke gelegentlich der Schutzpockenimpfungen dos Menschen in grosser Ausdehnung bei Kühen erzeugt. (Bollinger.) Desshalb steckt Taccinirtes Wartepersonal der Kühe diese
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46nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskrankheiten.
am (raquo;hestou an. Die Kuhpockwi können auf Schafe, Ziegen, Pferde und Menschen übertragen werden, ebenso ist die echte Menschenpocke und die vaecinirte auf Kinder übertragbar, ohne dass sich ein Exanthcm bildet. Es tritt, wio bei intravenöser, subcutaner Impfung mit Blut kranker Thiere nur Immunität ein.
Die Pf erdepooke, auch Schutzmauke, echte Mauke (Variola equina) genannt (franz. Variole equine; engl. Horse-pox; ital. Vajuolo equino), ist als selbständige Krankheit sehr zweifelhaft und wird wahrscheinlich nur durch Uebertragung der Variola, Vaccina, oder auch der Schafpocken erzeugt. Die Pferdepockc kann auf künstlichem und natürlichem Wege (bei Hufschmieden, Stallwärtern) auch auf- den Menschen übertragen werden, Pockenausschlag und Immunität erzeugen. Die Pferdepooke kommt am häufigsten an den Füssen vor, weil hier viel Verletzungen und Schrunden sind und die Möglichkeit der Ansteckung durch die Hände und Arme vaccinirter Schmiede und Wärter erheblich ist. (Friedbergcr-Fröhner.) Ein allgemeines Pookenexanthem Ist bei Pferden selten.
Die Seil weinepocke n (Variola suilla) kommen bei jüngeren Thieren und wahrscheinlich nur durch indirekte Uebertragung der Menschenpocken (z. B. durch Bettstroh) oder durch die direkte (bei der Castration) durch vaecinirte Menschen. Auch durch Schafe kann die Krankheit erzeugt werden. Der Ansteckiuigsstoff ist bei der Schweinepocke fix und flüchtig. Die Schweinepocke ist auf Menschen und Ziegen übertragbar.
Die Pocken der Ziegen (Variola caprina) sind sehr selten und werden meistens durch kranke Schafe erzeugt. Es kommt ein allgemeiner Ausschlag und gelegentlich auch nur ein localisirter am Euter der Thiere vor.
Die Hundepocken kommen selten und ebenfalls durch Menschen oder Schafe übertragen vor. Die Disposition der Hunde für die Pocken ist jedenfalls sehr gering-, Auch beim Geflügel will man eine Pockenkrankheit beobachtet haben, doch dürfte es sich in den beobachteten Fällen nach Bollinger um ein dem Molluscuni contagiosum des Menschen ähnliches, durch Gregarinen hervorgerufenes Epitheliom handeln.
Wiederholt ist der üebergang der Menschenpocken auf Affen, Hasen und Kaninchen beobachtet worden. Bollinger meint, dass die Krankheit bei Hasen dann als Venerie der Feldhasen bezeichnet ist. In Ostindien sollen die Pocken beim Kameele häufig vorkommen.
Symptome und Verlauf. Bei Schafen tritt nach einem Incubations-stadium von 27 Tagen Fieber (4142deg; C), Mattigkeit, Röthiuig der Augen und Ohren ein, und 12 Tage später sieht man an verschiedenen Körperstellen (Kopf, innere Schenkelfläche, Brust und Bauch) zunächst kleine Fleckchen, die später erhoben werden und in 36 Tagen erbsengrosse, mit Flüssigkeit gefüllte Blasen geworden sind. Am 7. oder 8. Krankheitstage wird der anfänglich klare Blaseninhalt trübe, dick, eiterartig und trocknet, gleichzeitig die stark geröthete Oberhaut In der Umgebung, zusammen, es bildet sieb ein zuletzt schwarzbrauner Schorf, der abfällt und eine kleine, anfänglich rothe, später blasse Narbe zurück-lässt, auf der später keine oder wenige Vollhaarc wachsen. Die Gesammt-dauer der Krankheit beträgt in tier Regel 3 Wochen, selten bei typischem Verlaufe länger.
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Pocken.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 47
Vom typiric'hcu Yerlaufe abwelohend können hei Schafen auch erhebliche Moclificationen und Complicatioiien eintreten. In dem einen Falle kommt es zu keiner Blasenbildung bei den Pocken, sondern zu kleinen, vereinzelt auftretenden Knötchen, die bald wieder verschwinden. Im anderen Falle hat nur ein geringer Lympherguss stattgefunden (plattgedrückte Pocken), odor es bilden sich kleine, harteraquo;, feste Hautknötchen ohne Hof, von brauner oder ziegelrother Färbung, sog. Steinpocken. In schwereren Füllen fliessen die Pocken zusammen, verschorfen nicht, bilden grosso, stark riechende Geschwürsfliiehen, wobei die Haut in der Umgebung und andern Stellen auch oft starke Hilmorrhagien zeigte. Die Tliiere leiden dann erheblich und gehen meist zu Grunde. (Aaspocken oder brandige Pocken, Variola liaeniorrhagica bozw. diphtheritica.) Bei erheblicheren Complicatioiien bilden sich, wie beim Menschen, auch auf der Schleimhaut der Maulhöhle, der Racheuhöhle, des Kehlkopfes der Cornea Pocken unter Miterkrankung der zugehörigen Lymphdrüsen und erheblicher Störung des Allgemeinbefindens, Bei un-giinstigem Verlauf tritt auch eine croupöse Pneumonie, Septikämie und Pyilmie ein. Bei jungen Thieren können dann 8090 Procent zu Grunde gehen.
Beim Binde ist das Allgemeinbefinden nicht erheblich gestört, etwas Fieber, verminderte Fresslust und verminderte Milchabsonderung wird beobachtet und gleichzeitig zeigen sich, besonders an den Strichen und nächsten Abschnitten des Euters, in den ersten 34 Krankheitstagen linsen- bis erbsengrosso Knötehen, die sich später in Blasen und Pusteln umwandeln. Die Pusteln haben eine rundliche oder längliche Form und in der Mitte eine Delle (Nabel). Etwa am 10. Krankheitstage sind sie vollständig entwickelt, gehen in Zerfall über und fallen nach vorangegangener Schorfbildung in weitern 4 Tagen ab. Bei normalem Verlauf ist die Krankheit in 3 Wochen beendet. Selten treten die Kuhpocken auch an andern Körperstellen (generalisirt) auf. Dagegen beobachtet miui im Verlaufe der Pustelbildung am Euter mehrere Nachsehübe, zwischen denen oft 714 Tage liegen können, so dass man dann Pocken in den verschiedensten Entwickelungsstufen beobachtet. Der Verlauf ist dann langsamer. Meist ist aucli die Verbreitung im Stalle eine langsame.
Beim Pferde bemerkt man unter ähnlichen Vorboten, wie beim Rinde, in den- Beugefläche des Fesseis ein pustulöses Exanthem, wobei die Thiere lahmen. Im weiteren Verlaufe kommt es dann zur Abstossung der Pusteln, wie beim Schafe und Rinde. In 3 4 Wochen hat die Krankheit ihr Ende erreicht. Manchmal werden auch Kopf, Lippe, Nase, Maul und Conjunctiva von dem Exanthem ergriffen. Weissgezeiehnete Hinterfüsse erkranken leichter als dunkele.
Bei den Schweinen tritt unter erhebliehen Störungen des Allgemeinbefindens meist in 34 Tagen nach den ersten Krankheitszeichen eine allgemeine Pockenerkrankung ein. Am Kopfe, Halse, Rücken, Bauch, Brust, manchmal auch auf der Schleimhaut des Maules und Rachens, zeigen sich die Pusteln. Entwickdung, Verlauf, Abweichungen sind bei den Pocken der Schweine ähnlich wie beim Schafe.
Anatomischer Befund. Bei Schafen findet man aussei- den durch die Pocken selbst hervorgerufenen Veränderungen an der äusseren Haut und auf den
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Infections- und [ntoxicationskrankheiten.
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Sohleimhäuten nodi dieletitgeii Ersoheluungen, welche durch die Complloationeii
bedingt werden.
Ditignoso und Dilfüreutialdiaffiiose. Die Diagnose ist wesentlloh gesichert durch Beobachtung der verschiedenen Entwiokelungsstadien des Exanthems, das an nicht pigmentirten und dünn behaarten Hautstellen geschehen kann. Bei Schafen ist im Anfangsstadiuni eine quot;Verwechselung mit Urticaria möglich. Beim Rinde könnte zur Zeit des Ilerrschens der Maul- und Klauenseuche eine Verwechselung mit dieser, auch mit der sog. Schlempemauke und (in seltenen Fällen) mit der Binderpest erfolgen. Ebenso ist eine Verwechselung mit den sog. falschen Kuhpocken (Spitz-, Stein-, Warzenraquo;, Wasser-, Windpocken) möglich. Es sind dies siinnntlich nicht ansteckende Hauterkrankungen. (Va ricellen.) Die Pf erde-pocke kann niit der Stomatitis pustulosa contflgiosa verwechselt werden; nur tritt diese im Maule, die Pferdepocke in der Regel nur an den Füssen auf. Ebenso könnte noch eine Verwechselung mit der sog. Schrundenmauke eintreten.
Therapie und Prophylaxis. Die Therapie ist bei den Pocken mehr exspeetativ und diätetisch als arzneilich; bei besonderen Complicationen wird dieselbe symptomiitisch sein. Gute, reine, trockene Streu, Grünfutter, bei schwächlichen Thieren auch Hafer und Gerstenschrot, abwechselnd mit etwas Biersuppe gemischt, wird am meisten zu empfehlen sein. Seil weine nehmen gerne saure Milch an,
Obwohl nach meiner Meinung ebenso wie die Sclmtzinipl'ung so auch dieN othimp f ung dor Sohafpooken, die allein bei der Prophylaxis in Betracht kommt, eine verwerfliche Massregel ist und zu vei bieten wäre, möge bezüglich der Ausführung derselben erwähnt sein, (lass man die klare, helle Lymphe gut ausgebildeter Blasen zur Impfung verwendet. Die Impfung erfolgt am Ohre und auch am Schweife. 10 Tage nach der Impfung tritt bei den Impflingen ein örtliches Pockenexanthem mit geringgradigen Allgemeinerseheinungen auf; ev. ist 10 Tage später die Impfling zu wiederholen. Die geimpften Thiero sind zu isoliren und sorgfältig zu pflegen. 1 2O'o Todesfälle wurden bisher beol)aclitet. In neuerer Zeit sind zur Mitigirung der Lymphe vorsohiedene Verfahren vorgeschlagen worden, u. A. Verdünnung der Lymphe mit Wasser 1 :50100 oder mit sauerstoffhaltigem Wasser (Pencil, Nocard, Molloneau). Bei subeutaner Impfung soll dann eine Localisation dos Exnnthems ausbleiben, trotzdem jedoch Immunität erzielt werden. Von anderer Seite (8om m e r-Raup ach) ist Erwärmung der Lymphe auf 55deg; C, oder Cultivirung derselben in Nährlösungen (To us saint) versucht worden, um gleichen Erfolg zu erzielen.
Vcteriniirpolizeiliclies. Nach sect; 4649 des Deutschen Reichsseuchengesetzes muss beim Ausbruch der Pockenseuche der Schafe, auf die sich die Bestimmungen nur beziehen, die Impfung aller zur Zeit noch seuchenfreien Stücke der Heerde angeordnet werden, falls nicht innerhalb 10 Tagen nach der Feststellung seitens des Besitzers der Antrag auf Schlachtung der ganzen lleerde gestellt wird. Bei grösserer Ausdehnung der Seuche findet Noth-impfung der bedrohten Hoerdcn statt. Die geimpften Schafe, sind wie pockenkranke zu behandeln. Ohne polizeiliche Anordnung darf eine Pockenimpfung der Schafe nicht vorgenommen werden.
In den S^ 92109 dor Instruction des Bundesrathes vom 24. Februar 1881 werden die näheren Vorschriften für die Ausführung der gesetzlichen Bestimmungen gegeben.
In Oesterreich und in der Schweiz sind die diesbezüglichen liostimmungen mit denjenigen im Deutschen Reiche im Wesentlichen übereinstimmend.
Saiiitiitspolizeilielics. Wenn pockenkranke Schlachtthiero beim Ausbruch oder während der Erkrankung geschlachtet werden und sich besondere Erkrankungen der inneren Organe nicht zeigen, so ist das Eleisch auf die Freibank zu verweisen. Zeigen sich in höheren Graden der Erkrankung Mitaffcction innerer Organe, so sind die Thiere für technische Zwecke zu verwerthen. Das Fleisch der Impfrinder, die zur Erzeugung der animnlen Lymphe gedient haben, darf nur dann in den freien Verkehr gegeben werden, wenn die impf Krankheit vollständig abgelaufen ist. In anderen Fällen muss das Fleisch auf die
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Pocken. Masern.
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Freibank verwiesen worden, weil, wie Goltz richtig begründet, das Fleisch von Thieren stammt, die an einer auf den Menschen libertragbaren fieberhaften Infectionskranklieit leiden und sich in der Regel an der Haut, Unterhnut und zugehörigen Lymphdrüsen der Impfstelle entzttndliohe Schwellungen vorfinden.
GtaviohtllobO Thierlieilkuiide. Für die Pookenkra nkhei t der Schafe existiren gegenwärtig noch folgende Gewährszoiteu: acht Tage nach dem preussischen Landrecht in den alten Provinzen, in Kurhessen, in Hessen-llomburg, Frankfurt a. M., im Grosslierzog-thum Hessen, in Waldeck und Oesterreich; neun Tage in lOlsass-Lothringen und Frankreich ; 10 Tage im Königreich Sachsen; 14 Tage im Canton Thurgau und Belgien; 31 Tage im Canton Schaffhauson.
Spitzpocken, Windpocken, Wasserpocken. (VariceUep,)
Yai'i Gellen heim Men so hon.
Die Varicellen (Dim. von Variola, frz.; varicelle, varioloide; engl.: chickenpox, water-pox; ital.; varicella) sind eine leichte neute [nfectionskrankheit der Kinder, die Erwachsene nur selten befällt und hilulig in epidemischer Ausbreitung vorkommt. Der Name V. soll 1764 von Vogel eingefühlt sein, wahrend man in alter Zeit von Crystalliniquot; sprach.
Der speeifische Krankheitserreger ist noch nicht festgestellt. Obwohl die Verschiedenheit der Varicellen und der Variola hervorgeht aus dein völlig getrennten Auftreten beider Epidemien, aus der Unmöglichkeit durch üebenmpfung der Varicellen Variola zu erzeugelaquo; oder durch Ueberstehen der einen Krankheit vor der anderen geschützt zu sein, werden besonders von Einzelnen die Varicellen noch immer als leichte Pockenfälle bezeichnet.
Nach einem ineubatiensstadium von 13 - 14 Tagen treten am Rumpfe, im Gesicht, manchmal auch an den Sclileimhiuiten (Gaumen, Mundhöhle), unter geringem Fieber linsengrosse oder grössere Bläschen auf, die in kurzer Zeit eintrocknen, so dass in 1- l'/a Wochen der Krankheitsprocess beendet ist. Manchmal kommen auch kleine Nachschübe oder es fehlt die Bläschenbildung und es entwickelt sich nur eine varicellöse Roseola. Das Befinden der Kinder ist meist, wenig gestört und Cotnplioationen kommen nur selten vor.
Die Diagnose ist meist leicht zu stellen und diePrognose günstig. Eine Therapie ist kaum erforderlich, nur ist es zweoknüissig, die Kinder im Bette liegen zu lassen.
Varicellen bei Th leren.
Bei Thieren werden mit Varicellen (falsche oder unechte Pocken) durch Sitz und Erscheinungen den echten Pocken zwar ähnliche, aber woniger gefährliche Ausschläge bezeichnet. Man unterscheidet Spitzpocken, Wa ss o r-. oder W i n dpock en , Stein- und Warzenpookon. Die Spitzpocken kommen für sich oder als Begleiter der echten Pocken beim Schafe und Rinde vor. Ks bilden sieh hirsekorngrosse Knötchen, besonders am Euter der Kühe, zuweilen auch der Schafe und Schweine, die in 46 Wochen eintrocknen. Bei den Wasser- oder Windpocken, welche bei Kühen und Schweinen beobachtet werden und am meisten den Varicellen des Menschen ähneln, bilden sich erbsen-grosso und grössero lilasen, die nach 45 Tagen unter Zurücklassung eines dünnen Schorfes verschwunden sind. Die Stein- und Warzenpocken sind hirsekorngrosse oder grössero Pusteln, welche nur bei Kühen beobachtet werden und meist nach 1214 Tagen verschwinden. Manchmal kommt es zu warzenähnlichen Ausbrüchen (Warzenpocken), die erst nach mehreren Wochen vertrocknen und abfallen.
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VI. Masern. (Morbilli.)
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Die Masern (altluichdeutseii masn, niiltellioelnleiitseli raAse Fleck, frz. rougeole, engl. measles, mheola, ital, morbillo, rosolio) wurden anfänglich mit Variola zusammengeworfen, später erst als eigene Krankheit erkannt und beschrieben. Die Masern sind eine leicht, Übertragbare Krankheit der Kinder, die auch bei Erwachsenen vorkommt und dann meist ungünstiger verläuft. Das C'ontngiuni ist bisher noch nicht nachgewiesen, In der Regel kommt die Krankheit bei demselben Menschen nur
SchnoidomUhl, Vorgl. Patliologio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
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50nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicntionskrankhoiten.
einmal im Leben vor. Mim nimmt an, dasa das Gift mit der Atbmungsluft aufgenommen wird und dcsshnlb mich in den Respirationswegon zuerst seine Gift-wirkung entfaltet1), Die Krankheit kann künstlieh durch Impfung gesunder Kinder mit dem Blute oder mit iSecretflüssigkeiten von Masernknuiken übertragen werden.
Symptome und Verlauf. Nach einer Incubationsdauer von 1012 Tagen treten die ersten allgemeinen Krankheitserscheinungen (Fieber, Nasencatarrh, Con-junctivitis, Catarrh der oberen Luftwege) auf und 3 4 Tage später beginnt der Ausbruch des Exanthems. Im Gesichte, auf den Wangen, auf der Stirno und um den Mund herum, von da auf andere Körpertheile übergehend, bilden sich kleine Knötchen, die später grossere, oft sich berührende briiunlicbrothe Flecke, auch wohl Quaddeln bilden. Allmählich verschwindet das Exantbem, es tritt eine kleinschnppige (im Gegensätze zur Inmellösen beim Scharlach) Abschuppung der Haut ein und, bei normalem Verlauf, können die Kranken in 810 Tilgen in voller Genesung sein. Abweichend davon kann es zur Entwickelung sog. hämor-rhagischer Masern, zur Entstehung von Herpes, Urticaria, zu diphtherischen Processen, Mittelohrerkrankungen, zu schweren Augenerkrankungen, Bronchopneumonieen, zur Nephritis und schweren Darmerkrankungen kommen. Oft tritt die Tuberkulose als Naohkrankheit auf.
Daraus ergiebt sich auch die Prognose, welche im Allgemeinen günstig ist.
Therapie und Prophylaxis. Dunkles Zimmer, peinlichste Reinlichkeit, Waschungen der Mund- und Nasenhöhle, warme Bäder, event, kalte Einwiekelungen, Expectorantieu und kräftigende Diät. Beim Ausbruch bösartiger Fälle ist Isolirung des kranken Kindes, bei denen 3 Wochen nach Ablauf der Krankheit noch Vorsieht geboten ist, sehr zweckmässig.
Bei Hausthieren kommen die Masern nicht vor. Diesbezügliche bisherige Beobachtungen bei Schweinen sind auf Verwechslungen mit anderen Krankheiten zurückzuführen,
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VIL Scharlach. (Scarlatina.2))
Der Scharlach (frz. scarliiliiic, fievre ecarlate; engl. scarlet fever, .scarlatina; ital. scarlatina) wurde früher mit Masern zusammengeworfen und ist eine der gefährlichsten Infectionskninkheiten der Kinder. Das Contngimn der Krankheit ist noch nicht bekannt, Pfeiffer fand im Blute von Scharlachkranken sog. Plasmodien, die nach ihm in ätiologischer Beziehung zur Krankheit stehen sollen3). Die Infection erfolgt fast immer auf dem Wege der Ansteckung. Kurzer Aufenthalt in der Nähe eines Seharlaebkranken kann zur Ansteckung genügen. Indirekt kann die Krankheit durch Peisouen, welche mit Kranken in Berührung kommen, sowie durch
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i) Doehle fand in dem frischen Bluto sowohl in der BlutfUissigkoit wie in den rothen iilutkiirperchen sich langsam aber deutlich bewegende Gebilde von Va1 \i Durchmesser, die einen hellen Hof und einen dunklen centralen Kern hatten, auch 12 Fortsätze erkennen liessen. Doehle hiilt dieselben für die Erreger der Masern.
2) y; #9632;3Z70/,7.TLva sell. vbSOf, to T/.yry/A-'i so. c.(')').7 öcharluclitarbe.
B) Doehle fand in dem Blute der Kranken ebenfalls geisseUrageudo Kugeln, die er für die Erreger des Scharlachs hält,
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Soharlacli.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 51
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Gogenstände (Wäsche, Kleider, Möbel, Spielzeug), vielleicht auch durch Milch, die mit kranken Personen in Berührung kam, verbreitet werden. Eine Verbreitung durch Milch kann, wenn Personen, die kranke Kinder pflegen, auch gleichzeitig die Kühe melken und dabei die Infeetionserreger in die Milch gelangen, stattfinden.
Die sog. Tenaoltät des Seharlaehcontiigiums seheint eine grosse zu sein und kann monatelang dauernlaquo; Soharlaohkranke können noch länger im Genesungsstadium ansteckend wirken. Es ist, anzunehmen, diiss die Erreger des Scharlachs im Blute und in dem Inhalte der Hautbläselien enthalten sind, weil eine künstliche Erzeugung der Krankheit durch Impfung mit diesen Flüssigkeiten wiederholt gelungen ist. Die Disposition zur Erkrankung ist bei Kindern im Alter von 210 Jahren am grössten und nimmt mit zunehmendem Lebensalter ab. In der Regel erkrankt der Mensch nur einmal an Soharlaoh und erwirbt dann meist eine Immunität gegen das Contugium. Der Selnirlaeh ist gegenwärtig über die gimze Erde verbreitet. Der allgemeine Krankheitscharakter wechselt sehr in den einzelnen Jahren und Jahreszeiten.
Hyinptoine und Krankheitsveiiauf. Nach einem Inoubationsstadium von 2 4 Tilgen treten plötzlich die ersten Krankheitserseheinungen (Fieber, Halsschmerzen, mehr oder weniger heftige Gehirnerscheinungen, Erbrechen) auf, und meist am zweiten Krankheitstage das charakteristische Scharlachoxantheni. Gesicht, Lippen und Kinn bleiben meist blass, während die Wangen stark geröthet erscheinen. Am Halse, auf der Brust und am Rücken beginnend, später fast die ganze Körper-haut bedeckend, bilden sieh zunächst kleine rothe Punkte, (he später durch ein seharlachrothesquot; Erythem verbunden werden, das am Rücken am stärksten ausgebildet ist. Nach 4 Tagen wird das Exanthem blasser und mit Beginn dor zweiten Kninkbeitswoche beginnt die Reconvalescenz, wobei sich die Epidermis in grösseren Lamellen (bei Masern in kleinen Sehiippchen) abstösst. Bei normalem Verlaufe kann die Krankheit in 4 Wochen beendet sein.
Sehr häufig treten Complieationen und Abweichungen vom normalen Verlaufe ein. Von Complieationen ist die Scharlachnephritis zu erwähnen, dann die Scharlachdiphtherie, Perforation des Trommelfells, Hämorrhagien, Herpes, Furunculose u. s. w. Der Verlauf kann wegen geringer Ausbildung der wichtigsten Krankheitserscheinungen kürzer und günstig, in anderen Fällen schneller und ungünstig sein. Demnach ist auch die Prognose in jedem Fidle sehr unsicher.
Die Diagnose bietet wegen des charakteristischen Ausschlages und der gleichzeitig vorhandenen anderen Symptome meist keine besondere Schwierigkeil. Schar-lachähnliche Anschläge kommen vor nach Anwendung von Atropin, Cliinin, Anti-pyrin, Morphium, Chloralhydrat u. A., ferner nach dem Genüsse von Krebsen, Fischen u. dgl. und bei anderen Infeetionskrankheiten. (Typhus, Pocken, septischen Erkrankungen u. s. w.)
Die Therapie wird sieh bei normalem Verlauf auf zweckmässige hygienische und diätetische Massregeln beschränken können. Dunkles, kühles Krankenzimmer, kräftige Ernähnmg (Milch, Fleischbrühe mit Ei), Eeinlichkeit der Haut und des Mundes, event, auch Fetteinreibungen der Haut, Gurgeln mit Kali chlorieum l1/20/o60/o Inhalationen mit Kalkwasser sind die wichtigsten allgemeinen Massnahmen, Besondere Massrcgeln werden sieb nach den Complieationen richten. Wegen der
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Infections- und Intoxioationskranklioiton.
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Gofährliclikcit der Knuiklicit ist, Isolimng der Knuikoii und Entfernung dor gesunden Kinder erforderlich.
Bei Thieren wurde in früherer Zeit ebenfalls das Vorkommen von Scharlaeli angenommen. Es haben jedoch Verwechslungen mit anderen Krankheiten vorgelegen. Aueii die neuerliche Behauptung Klein's in London, dass die Kühe einen Scharlach-ausschlag bekommen und diesen event, durch die Mileh auf den Menschen übertrugen, konnte durch weitere Beobachtungen nicht bestätigt werden.
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VIII. Röthein. (Rubeolae.)
Die Eötheln (frz. rubeole, engl. rnbeoln, ital. rubeola) (Kubeolen) sind eine als selbständiges Leiden bisher sehr bestrittene Krankheit, die früher mit Masern oft verwechselt wurde. Gegenwärtig betrachtet man die Röthein als eine selbständige Infectionskrankheit, die epidemisch auftritt Das Ueberstehen der Krankheit schützt nicht vor Masern, ein Beweis für die Versohledenartigkeit der Infection. Nach meist 14tägiger Ineubationszeil, tritt, ein den Masern ähnliches aber kleinfleekiges Exantliem auf. Die Flecke sind meist nur linsengross am Gesieht, am Kopfe, am Rumpfe und an den Extremitäten. Nach 24 Tagen verschwindet das Exanthem, ohne dass eine besondere Abseluippung zu bemerken ist. Das Fieber ist meist massig und von geringer Daner. Manchmal ist auch ein Catarrh der Conjunctiva, der Nase und des Rachens zu beohaohten.
Die Prognose ist demnach iiünstig und eine Behandlung meistens überflüssig.
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IX. Erysipel1). (Rothlauf. Rose.)
Eiysipel bedeutet eine acute, fieberhafte, von mehr oder weniger Allgemeinerscheinungen begleitete eontagiüsc Hautentzündung, die meist von einer (oft sehr unscheinbaren] verletzten Stolle der Haut oder einer oberflächlich gelegenen Schleimhaut ausgeht und die Neigung hat, sieh sehneil über grosse Hautpartien zu verbreiten. Bedingt wird Erysipel in den meisten Fällen durch einen Streptokokkus8), wie Koch (i881) und Feh leisen (1883) nachgewiesen haben. Es sind kleine kugelige Zellen, die in der Regel zu Ketten von (3 lu Organismen auswachsen, Durch Züchtung, Impfung und Erzeugung des typischen Erysipels bei Menschen und Kaninehen konnte Fehleisen diesen Streptokokkus als speeifischen Erreger des Erysipels nachweisen. Der Kokkus wächst bei Zimmer- und Brüttemperatur. Nach Jordan sollen auch andere Mikroorganismen typische Erysipelfälle hervorrufen können. Man findet den Streptococcus erysipelatis in den Lymphgefässen und Saftkanälchen der erkrankten Haut. Im Blute von Erysipelkranken werden meist keine Streptokokken gefunden; spärlich auch nur in dem Inhalte der auf der Haut sich bildenden Blasen. Neuerdings wird Streptococcus erysipelatis und
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1) ipvjamp;polaquo; roth, to v.xuii Haut. Diese Abloitmig wird von anderer Seite als unrichtig bezeichnet.
-') c! raquo;tftntolaquo; die Kette.
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Erysipel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 53
Streptococcus pyogenea fur idciitiscli gohalteu. Mau unterscheidet gewöhnlich ein traumatisches und ein iiliopatlus(dies(exantlH'inatisc]ics)Eiysij)i'l.Das(i,uuniatisch(', welches sieh nach jeder Verwundung der Haut entwickeln kann und dann eine accideutelle Wundkrankheit ist, steht hier nicht zur Erörterung1), Das sogen. idiopathische Eiysipel kommt fast ansschliesslich im Gesichte Gesichtsrose vor oder nimmt liier seinen Ausgang, geht auf den Kopf (Kopfrosequot;) und auch auf den Rumpf über, sodass eine grundsätzliche Trennung von dem Wundeiysipcl nicht möglich ist. Auch Gesichtserysipel dürfte In den meisten Fällen von kaum nachweisbaren Verletzungen der Haut oder Schleimhaut ausgehen. Oft bilden kleine Schrunden, Exeoriationen an Nase, Lippen und Ohr den Ausgangspunkt. Tu Fällen, die mit Fieber beginnen bevor die Hauterkrankung auftritt, werden auch andere! Eingangspforten für die Infection möglieh sein. Jugendliche Personen, besonders Frauen erkranken häufiger als Männer. Dieselben Personen können mehrmals befallen werden, besonders wenn die Gelegenheitsursachen (chronischer Schnupfen, Hautverletzungen U. dgl. Im Gesieht, In Krankenhäusern, Kasernen) vorhanden sind.
Symptome und Vorlimf. In den ersten beiden Krankheitstagen tritt meist, etwas Fieber und Schmerz in den betreffenden Hautabschnitten des Kopfes ein. Fast gleichzeitig oder 23 Tage später folgt Anschwellung im Gesicht, meist verbunden mit den Erscheinungen einer Angina. Die erysipelatöse Hauterkrankung beginnt meist an einer begrenzten Stelle der Nase, der Wangen, der Ohren oder des Kopfes. Die gerötheto und gesehwollene, heisse, im Uebrigen glatte und glänzende Hautpartie bekommt manchmal an einzelnen Stellen auch kleinere und grössere Blasen, deren Inhalt eitrig werden kann (E. vesieulosum oder puslulosum). In 45 Tagen kann unter starker Abschuppung eine Abheilung der kranken Hautabschnitte erfolgt sein. Gleichzeitig verschwinden auch die übrigen Kninkheits-eracheinungen, sodass in 1l1/* Wochen in vielen Fällen Heilung eingetreten sein kann. Von den das Erysipel begleitenden Erscheinungen sind noch zu nennen, Magen- und Darmerkrankung, Erbrechen, Milzschwellung, Leukocytose, (16000 bis 18000Leukocyten im Cubikmillimeter[Strtimpell]), als Zeichen einer durch die Infection hervorgerufenen Allgemein-Infection des Körpers. Dazu kommen manchmal BecidiVe in wenigen Tagen und Complieationen (Bronchitis, Pleuritis, Endocarditis, Nephritis u. s. w.).
Die Diagnose bietet in der Regel keine besonderen Schwierigkeiten. Die Prognose, ist meistens günstig, nur beim reinen AVunderysipel, auf das hier nicht Rücksicht genommen ist, ungünstig.
Die Therapie der Kopf- und Gesichtsrose ist wesentlich symptomatisch; Eisblase, Einpudern oder Einfetten der Haut (Oel, Vaseline) zur Behandlung der Haut-erkrankung; örtliche Kälteanwendung oder Antipyrin gegen die Kopfschmerzen, dazu Limvarme Bäder; ausserdem kräftige Ernährung. Andere Massnahinen (subeutane Carbolsäureinjection) haben sich weniger zweokmässig erwiesen, höchstens Scarifieationen
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i) Ein puerpcrales Erysipel entstellt in Folge der bei der Geburt entstandenen Verletzungen der weiblichen Genitalien, Erysipel der Neugeborenen gewöhnlich von kleinen lihaguden am After oder von der Nubelwundo aus.
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54nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskranklieiton.
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dor erkrankten Haut mit nachfolgender Sublimatabwaaobung odor Anlegen eines breiten Heftpfltisterstreifens oder einer Gunmiibinde um die betreffende Extremität oberhalb des Eiysipels,
Bei Thiereu kommt eine eigentlicbo Kopfrose bei Pferden und Rindern, wenn auch selten, vor. Bei Pferden, wie beim Menschen, im Anschluss an heftige Nasencataithe und Erkrankungen der Mauisehleimhaut. Im letzteren Falle ist auch Lymphdriisensehwelluug im Kehlgange nachzuweisen.
FMe Symptome äussern sieh In plötzlicher Anschwellung des Kopfes, die von Lippen und Nase beginnend, schnell zunehmen und sehr bedeutend werden laum. Dabei sind Augen und Nasenlödhör versehwollen, das Athmeu ist sehr behindert, ebenso Saufen und Fressen erschwert. Noch einiger Zeit erfolgt Zert-lieilung der wannen, derben und schmerzhaften Gesehwulst. Therapeutisch ist nur eine symptomatische und diätetische Behandlung angezeigt; Reinlichkeit und bei starker Seinvelhing Essigwasebungen (Si eda mgro t zky). AVu n d rotb lau f ist bei Tbieren nicht selten und kann sowold an den Gliedmassen, wie an anderen Körpertheilen, nach Wunden, Verletzungen, Geschwüren jeglicher Art vorkommen.
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X. Diphtherie1). (Diphtheritis, Croup2), Rachenbräune.)
Die Diphtherie ist eine seit Jahrhunderten beim Menschen bekannte, bereits von Aretäus und Galen sehr genau beschriebene Infeetionskrankbeit, deren Name von Brotonnoau stammt. Es handelt sieb um eine, acute speeifisebe In-feetäonskrankheit, die sieh hauptsächlich im Rachen und in den obersten Abschnitten des Respirationsapparates localisirt. Dabei bilden sich schmutzig-gelbe, in die Schleimhaut und das unterliegende Gewebe eingreifende Plaques, von denen aus eine Infection des ganzen Körpers verbunden mit schweren allgenieinen Erkrankungen entstehen kann. Bisher unterschied man Croup, wobei eine oberflächliche fibrinöso Schleimhautentzündung mit Bildung abziehbarer Membranen (Croupmembranen) entsteht und Diphtherie, wobei es zur fibrinösen Exsudation in das Innere der Gewebe mit nachfolgender Necrose kommt. Nach neueren Anschauungen besteht jedoch ein principieller Gegensatz zwischen Croup und Diphtherie nicht; vielmehr ist die diphlherische Entzünduiig die schwerere Form der Erkrankung, die croupöse Entzündung die leichtere. Bei der ersteren bandelt es sich um eine der fibrinösen Exsudation vorhergehende Necrose des Epithels und des darunter liegenden Schleim-hautgewebes selbst, bei der croupösen Entzündung dagegen nur um eine Necrose des Epithels,
VerglelcheiuUpathologisohe Bemerkungen. Wie beim Menschen, so
kann man auch bei Tbieren zwischen primärer und seeundärer Diphtherie unterscheiden. In beiden Fällen, der Menschen- und Thiermedicin, beobachtet man das Auftreten diphtherischer Processe im Verlaufe anderer Krankheiten; beim Menschen im Vcr-
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1)nbsp; rj Sisitsplaquo;, die Haut, Gerbhaut.
2)nbsp; Croup ist schottischen Ursprungs und bedeutet Einschnürung. Die Schotton nennen jenes weisso Hautchen auf der Zunge der Hühner (in Deutschland .Pips') den Croup.
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Diphtherie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;55
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laufe von Soharlaoh, Masern, rocken, Erysipcl, Keuchhusten n. dgl.j bei Thleren im Vor-raquo; laufe der Binderpest, dos bösartigen Katarrhalflebers beim Rinde, der Schweinepest, dos acuten Rotzes und dos sog. Peteohlalflebera der Pferde, dor sog. Sclinüffolkmnkhoit der Schweine, der sog. Qregarinose dos Geflügels, sowie im Verlaufe, einzelner Erkrankungen der Nase, dos Mundes, dos Darmes und des Geseldechtsapparates. Eint! primäre dlphtherltlsche Erkrankung kann ausser durch specläBÖbe Infeotiouserrogor beim Menschen und bei Thieren auch durch verschiedene andere Ursachen hervorgerufen worden: durch me oh an is ehe Einwirkungen (stagnirende Kothmassen, Gallen- und Nierensteine; durch chemische Beize (Aetzmittel, besonders Ammoniak, Säuren).
La Gegensatz zu den naheliegenden anderen Annalmion stehen nach den gegenwärtigen Kenntnissen die. dijditiierisohon Krankheiten der Haasthiere zu der Diphtherie des Menschen in keiner Beziehung. Mit Recht hohen Frledberger und Fröhner noch hervor, dass es ebensowenig bisher gelungen ist, die menschliche Diphtherie als speeifisohe Infeotionskraukheit auf Thiere zu Übertragen, wie auch kein verbürgter Fall vorliegt, in welchem die menschliche, Diphtherie durch Ansteckung von diphtheritisch kranken Thieren entstanden wäre. Alle gegentheiligen Angaben, die durch Versuche und Beobachtungen gestützt sein sollen, bedürfen sämmtlieh der weiteren Untersuchung und Bestätigung, da Verwechselungen hier leicht möglich sind.
Baoterlologlsobes, Bei der Diphtherie des Menschen fand Loeffler (1884) und nach ihm Roiix, Yersin, u. A. einen ganz bestimmton Bacillus, der die Länge des Tu-berkelbaoillus und doppelt so breit wie dieser ist. Gefärbt zeigt er ein segmentirtes Aussehen. Der Bacillus findet sich gewöhnlich ausscliliesslich in den diphtherischen Pseudo-membranon, sonst nirgends im Körper, so dass die schweren Allgemeinorscheiiningen der Diphtherie auf Intoxicationen durch die Stoffweohselprodtlkte der Organismen zurilckgefülirt werden nillssen. Vor, während und nach der Erkrankung findet man die Diphtheriebacillen in der Mundhöhle. Der Bacillus wächst bei Temperaturen zwischen 20deg; und 42deg; C. auf leicht alkalischem Nährboden und ist unbeweglich. Kine Sporenbildung ist bisher nicht beobachtet worden. Getrocknet (in Stückchen von I'seudomembranen) bleibt der Diphtherie-bacillus 34 Monate entwickelungsfähig. Der Diphtheriebacillus gehört zu den toxischen Baclerienarten, bildet in Kulturen, wie im Körper der Kranken ein speeifisches Gift, aber dessen Natur noch wenig Sicheres bekannt ist. Nach Guinochet (1892) bildet sich das Diphtheriegift auch bei der Kultivirung des Diphtheriebacillus in sterilisirtem Urin. Die giftige Kulluriliissigkeit liefert keinerlei Kiweissreaction, demnach gehört das Diphlheriegift nicht zu den Kiweisskörpern (Clü n t h er). Brioger und Fraenkel stellten einen giftigen Eiweisskörper aus Diphtheriebacillenkultuien dar, den sie zu den Toxalbumlnen* rechnen Derselbe ist demnach mit dem specifischen Diphtheriegift nicht identisch. Das Diphtheriegift bezw. die gifthaltigen Kulturen der Diphtheriebacillen tödten nach subeutaner Einverleibung kleinster Mengen iMeerschweinchcn in 2496 Stunden, wobei sieh fast regelmässig ein charakteristischer Sectionshofund (Schwartenbihlung an der Infectionsstelle, l'leuratran-sudat, Blutfttlle der Bauchorgane, Vergrosserung und Rothfärbung der Nebennieren) zeigt. Auf der Vagina entsteht bei Meerschweinchen nach direkter Impfung eine necrotisirende Schleimhautentzündung, auf der Trachea entwickelt sich bei Meerschweinchen und Kaninchen eine echte Diphtherie (Bricg er, Fraenkel) und bei längerer Krankheitsdauer kommen bei den Versuchsthieren echte diphtherischo Lähmungen vor (Brieger, Fraenkel u. A.).
Mäuse, Ratten, Pferde und Rinder verhalten sich gegen die künstliche Uebertragung widerstandsfähig, wenig empfänglich sind auch Kaninchen, Taubon und Hühner, sehr empfänglich dagegen junge Hunde und Hammel. Behring und W e rn icke gelang es diphtherie-cmpfängliche Thiere künstlich gegen die Intoxication zu festigen und zu zeigen, dass das Blutserum der so inimunisirten Thiere diphtheriezerstörende Eigenschaften besitzt und mittelst desselben andere Thiere immun gemacht und diphtheriekranke Thiere und Mensc'hen geheilt werden können.
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Infections- und Intoxiciitionskrankheitcn.
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raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Erwähnt sei nocli, dims Loeffler, spiiter v. Hoffmann in dor Mund- und Raclion-
höhle einen dem echten üiphtheriebncillus sclir ühnliciien Bacillus (Pseudodipiitlieiiebacillusquot;) gesehen haben. Ebenso fand Loeffler bei einer Porin der Taubendiphtheritis in den Exsudaten und in dor Lebor einen Stäbohenorganlsmus, dessen Reinkulturen unter die Haut von Mäusen gespritzt necrotisirende KntzCindungen hervorrufen. Auch bei der Diphtherie der Kalber fand Loeffler in dor Tiefe der necrotisirten Theile eine charakteristische Bacillenentwickidung. Die Stäbchen waren 68 mal so lang wio breit, halb so dick wie Oedembacillen, bildeten wellige Züge und dichte Haufen an der Grenze des gesunden Gewebes.
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1. Die Diphtherie des Menschen.
Aotlologle. Dnss die echte Rnchendiphtherie dos Meuachen durch einen speoifisohen orgmiisirten Krankheitserregel' hervorgerafeu wird, ist jetzt enviesea. Die Diphtheriebacillen finden sich nur an den erkrankten Schleimhautabsohnitten und zwar an der unteren Fläche frlsolier Membranen; dagegen nicht im Blute oder in den inneren Organen. Die Diphtheriebacillen können auf verschiedene Art (durch die Athmungsluft, ferner nucli dlU'ch Zwischeutl'äger Kleider, Wüsche, Spielzeug der Kinde;', durch Anhusten u, s, \v.) in Eachen und Kehlkopf gesunder Mönschen gelangen. Bei der Entstehung der Kninklieit ist dii^ grosse Widerstandsfähigkeit der Organismen gegen äugsere Einflüsse (Temperatur, Austi'ocknung u. s. w.) von Bedeutung. Die Diphtherie isi vorzugsweise eine Krankheit des Kindesalters, Erwachsene erkranken weniger häufig.
Symptome und Krankheitsverlanflaquo; Nach einer 25 täglgen In-cubatlonsdauer treten mit Unwohlsein, Kopfschmerz und Fieber verbunden Schlingbeschwerden auf. Die Schleimhaut des weichen Gaumens röthot sich, die Mandeln sind geschwollen, auf der Innenfläche derselben, auf den Gaumenbögen, auf der Uvula, seilen zuerst auf der hinteren l'hnmixwand oder am harten Gaumen zeigen sich kleine grauweissliche Beläge auf der Schleimhaut. Die Ausbreitung der Membranen nimmt in den schweren Fällen in den nächsten Tagen rasch zu. Schwellung der Lymphdrüsen am Kieferwinkel ist gleichfalls vorhanden. In leichteren Fällen ist in 1 1 '/a Wochen eine schnelle Besscmng eingetreten. In schwereren Fällen treten im Beginn der Krankheil oder später gefahrbringende Erscheinungen (Fortschreiten der Entzündung auf Nachbarorgane, schwere Allgemein-Störungen) auf. Man sieht diphtherische Nasenerkrankung, Nasenbluten, Athmungsbeschwerden, durch mechanische Stenose in Folge der croupösen Auflagerungen bedingt, Heiserkeit, bei Mitaffection des Kehlkopfes eintreten; schliesslich kann eine croupöse Bronchitis eintreten. Bei Mischmfection mit Streptokokken etc., tiefer gehenden Necrotisirungen der Racheuschleimhaut nud Aufnahme der Produkte in das Blut kommt es auch zur septischen Diphtherie. Schwere allgemeine Krankheitserscheinungen (hoher Puls, starke Herzschwäche, Somnolenz) beobachtet man nach Allgemeiniutoxication des Körpers in Folge Uebergang der dabei erzeugten giftigen Toxine in den Kreislauf. Bei schwerer Diphtherie wird auch oft Myocarditis und Nephritis beobachtet. Manchmal treten schon bei scheinbarer Genesung noch nervöse Nachkrank-halten, besonders diphtherische Lähmungen auf, wobei Lähmung des weichen Gaumens, des Kehlkopfs, Angenniuskellälmnmgen, Lähmung der Ilumpfiniiskeln und Extremitäten, die häufigsten, Ataxie und Sprachstörungen die selteneren Vorkommnisse sind.
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Diphtherie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;57
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Die Diagnose Ist bei genauer Untersuchung und WürdJgung der klinischen Erscheinungen nicht schwierig.
Die Prognose ist sehr zweifelhaft, je nach dem Grade, der Dauer und dem Umfang der Erscheinungen. Die Prognose der nervösen Nachkninkheitcn ist durchweg günstig.
Therapielaquo; Die Therapie wird wohl nach ausgedehnter Anwendung des von Behring u, A. hergestellten EEellserums erfolgreicher werden als bisher. Jedenfalls bleibt eine örtliche Behandlung beim Beginne der Krankheit zwecknuissig, doch darf dieselbe keine tiefgreifende sein (Spray oder Betupfuugen mit Sublimatlösungen 1 : 10ü bis 1:1000). Besonders wichtig sind dauerndes Beinhalten der Mund- und Bachenhöhle durch fleissiges Ausspülen und Gurgeln mit desinficirenden Wässern, Schlucken von Eisstücken, Application einer Eisblase auf den Hals, auch Inhalationen von Kalkwasserinnerlich werden Terpentinöl ('/a8 Theelöffel täglich), weniger zwecknuissig Kali chloricum (l'/sSprocentige Lösungen), Kalkwasser, sowie Pilo-carpininjeetionen empfohlen. In jedem Falle kräftige Ernährung der Kninken, genaue Beobachtnng der ilerzthätigkcit, bei schwachem l'ids: Campher, absolute Kühe.
2. Die diphtherischen Krankheiten der Hausthiere.
Es kommen in erster Linie diphtherische Schleimliaulcrkrankuiigeii heim Hausgeflügel, dann bei Kälbern und bei Pferden vor.
a) Diphtherie beim Hausgeflügel.
Aetiologie. Die diphtherischen Erkrankungen beim Hausgeflügel können durch Spaltpilze (Loeffler), durch Gregarincn (Rivolta, Silvestri 1872) und vielleicht auch durch Cercomonaden (Bivolta, Zürn) hervorgerufen werden. Dass auch El age 11a ten (Pfeiffer) solche Erkrankungen hervorrufen können, scheint nach Babes, der diese Protozoen auf der normalen Schleimhaut fand, ausgeschlossen.
Bei der durch Spaltpilze wahrscheinlich bedingten Diphtherie fand Loeffler, wie erwähnt, Stäbchen in den Exsudaten und in der Leber. Die Krankheit kommt besonders bei den feineren und edleren lliihncr- und Taubennieen und fast nur seuchennrtif? vor, vielfach verbreitet auch durch die Gefliigeliiusstcllungen. Die von Rivolta und Silvestri beobachtete Gregarinendiphthiorie tritt gleichfalls seuchenartig auf, ist leicht durch Impfung zu übertragen, localisirt sich in der Maul- und llachonscldcimhant, am Kehlkopf und auch auf der Haut.
Symptome und Verlauf. Sind Spaltpilze als die Ursache der Krankheit anzunehmen, so tritt nach einem Iiieubationsstadium von 410 Tagen bei Hühnern und 2 3 Tagen bei Tauben (Babes, Pascani) ein Iheilweise recht vielseitiges Krank-heitsbild auf. Unter sehr geringem Fieber (Eriedborger-Fröhner) sieht num eine llöthungnnd Schwellung der Maul-und Bachenschleimhaut eintreten, ein dünner, anfangs reifäbnlicher Ueberzug (Friedberger) wird später mehr käseähnlich, zäh und haftet der Unterlage fest an. Allmählich wird dieser Belag gelb, dann bräunlich, die Oberfläche rauh. Die dann meist mit geöffnetem Schnabel atlimeuden Thiere sind an der Fulteranl'nahnie stark behindert. Die Schleimhaut ist nicht gleichmässig, sondern insularquot; erkrankt, untere Zungenfläche, Zimgenbäudchen, Zungenspitze, Backenwandungen, Maulwinkel, Umgebung des oberen Kehlkopfes sind Lieblings-stellen. Im weiteren Verlaufe kann es zur Abhebung der Auflagerung und Heilung
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58nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infections- und Intoxicationskrankheitcn.
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oder auch tieferen Gesohwüren selbst mit Zerstörung eines Theiles der Znngenspitzo kommen. In anderen Fällen können die Nase und ihre Nebenhöhlen Sitz der Erkrankung sein, ebenso erkrankt das Auge und seine Umgebung, sowie Kehlkopf und Luftröhre. Ebenso wird eine Mitaffection des Darmkanales und der allgemeinen Decke beobachtet. Im letzteren Falle kommt es zu goscinvürigen Substauzverlusten in der iiusseren Haut.
quot;Wenn Gregarinen die Ursache der Get'liigeldiplitherie sind, so sind die Krankheiteerscbeinungen nicht sehr verschieden von der durch Spaltpilze hervorgerufenen Diphtherie, Allerdings ist die Haut viel häufiger miterkrankt, es entstehen Knötohen in der Haut, ein Epithelioma grega rino sum, das nach Bellinger identisch ist mit dem Molluscum contagiosum des Menschen. Besonders an den unbefiederten Theilen des Kopfes beobachtet man diese knötchenförmigo Ilyperplasie, wobei die Knötchen anfänglich einen perlmutterähnlichen Glanz haben und derb sind, später verschorfen und durch die verschiedenen Grade ihrer Fnt-wickelung maulbeerähnliche Wucherungeix (Friedberger) von Linsen- bis Bohnen-grösse werden können. Oft ist (bei Tauben besonders) das ganze Auge mit solchen Wucherungen besetzt.
Der Verlauf ist bei der Spaltpilzdiphtherie meist chronisch, dauert Wochen und selbst Monate. Junge Thiere gellen schneller zu Grunde als alte, demnach ist auch die Prognose im Allgemeinen keine günstige. 50700/o der erkrankten Thiere sterben, lt;la die Heilung meist schwer zu erreichen ist. Dagegen ist Verlauf und Prognose der durch Gregarinen erzeugten Diphtherie günstiger; oft heilen die Knötchen ohne Hülfe ab. Tödtlicher Ausgang (in 45 Wochen) wird beobachtet, wenn Kehlkopf und Luftröhre Sitz der Erkrankung ist.
Der anatomische Befund zeigt bei der Spaltpilzdiphtherie Atelectase bezw. Oedem der Lungen, ferner Catarrh der oberen Abschnitte des Darmkanals, Blind- und Mastdarm oft geschwürig verändert und mit gelben Massen ausgefüllt (Zürn). Mikroskopisch sieht man, besonders bei Anwendung wässeriger Methyl-violettlüsung an den frisch erkrankten Stellen, zahlreiche Spaltpilze und Mikro-kokkenhaufen. Bei der Gregarinendiphtherie sieht man mikroskopisch sowohl in den Epithelien des erkrankten Schleimhautgewebes, wie auch in dem Innern der abgestorbenen Epithelien einen das Zellinnere fast ganz ausfüllenden rundlichen, stark lichtbrechendeii, fettig glänzenden Körper. Dieselben Gebilde findet man in Schnitt- und Zupfpräparaten der Hautknötchen. Je älter die Erkrankung, um so grosser sind die Körper, welche man mit Picrocarmin gelb färben kann, während die Zellkerne braunroth bleiben (Friedberger).
Die Tberapic besteht in Anwendung örtlich desinficirender Mittel bei der Spaltpilzdiphtherie (Carbolsäure, Creolin, Kali dhloricum, Lysol, Terpentinöl, auch Sublimat (Friedberger-Fröhne r) in 1 2 0/ooo Lösungen), die Geschwülste am Kopfe werden gespalten, entleert und mit Ferr. sesqu. behandelt, bei Darmer-krankuiigen Tannin oder Eisenvitriol (12 procentige Lösungen), oder in Pillen mit Brot hergestellt; für Tauben 0,30,6, Hühner 0,61,2, Gänse 0,62,0 pro dosi. Prophylactlsoh ist Absperrung der gesunden von den kranken Thieren nothwendig, zeitweise Desinfection des Stalles und der Geräthe, Vernichtung der gestorbenen und Quarantäne für neu eingeführte Thiere.
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Diphtherie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;59
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Bei der gregariuÖHeu Diphthori tis empfohlen Friodbergor und Fröhner Bepinselungen der erkrankten Schleimhmitstellen mit einer 12proo. Lösung von Creolin oder Garbolsäure in gleichen Thoilen Glycerin und Wasser. Auch das reine Glycerin vernichtet die Gregarinen durch Wasserenlziehung. Gregarinoso Darmerkrankung kann nach Zürn ebenfalls durch Verabreichung von Glycerin (1 Kaffee- bis Esslöffel) namentlich bei Gänsen gebeilt werden.
b) Die Diphtherie der Kälber.
Unter Kälberdiphtherie sind bisher ätiologisch zu trennende Krankheiten zu-sammengefasst worden. Auch gegenwärtig ist die Krankheit noch nicht genau abgegrenzt und durchforscht. Die Annahme Dammann's, dass die Kälber-(lipbtherie identisch ist mit der Diphtherie des Menseben, hat sich nicht bestätigt. Loeffler fand in den Grenzbezirken der erkrankten Abschnitte der Kälber Bacillen, die sich von denjenigen des Menschen unterscheiden.
Aetiologle. Die eigentliche Ursache der Kälberdiphtherie ist noch unbekannt. Die Krankheit kommt vorwiegend bei Kälbern und auch bei Lämmern im ersten Lebensjahre vor und ist künstlich auf Mäuse und Kaninchen übertragbar. Die Krankeitserreger scheinen flüchtige (durch die Luft übertragbar) und sehr lebenszähe zu sein. Die Incnbationszeit wird auf 35 Tage angegeben.
Symptome. Das Krankheitäbild ist während des Lebens, wie Fried-bergor-Fröhnor hervorheben, dem der Maul- und Klauenseuche sehr ähnlich. Die Kälber fressen nicht, speicheln stark, zeigen eitrigen Nasenausfluss, bekommen Schwellungen an den Backen, an der Zunge, am harten Gaumen, und an den Backenraudinigen finden sich grössero und kleinere graugelhe, theils zerklüftete und mit dem darunter liegenden Gewebe fest zusainmenhängeiuie, cmupähnliehe Auflagerungen. Dabei werden Fieber, gelblicher Nasenausfluss, Schlingbeschwerden, bei Miterkrankung der Lunge schmerzhafter Husten und beschleunigter Athem, bei Miterkrankung des Darmes Durchfall und schnelle Abmagerung beobachtet.
Bei Lämmern machen sich die Erscheinungen der Bleichsucht bemerkbar, die Zähne lockern sich und es tritt ein stark riechender Ausfluss aus Maul und Nase ein. (Siedam grotzky.) Doch ist nicht sicher, dass es sich bei diesen Erscheinungen um Diphtherie handelt.
Der Verlauf ist beim ungünstigen Ausgang ein schneller, die Thiere gehen in 45 Tagen zu Grunde. Tritt Genesung ein, so vergehen 35 Wochen; in anderen Fällen gehen die Thiere nach 23 Wochen an Lungen- oder Darmdiphtherie zu Grunde.
Diagnose und DiU'erentialdiagnose. Eine Verwechselung mit Maul-und Klauenseuche ist möglich. Nach Damm an n erkranken an Kälberdiphtherie nur die jungen Thiere des Stalles, auch ist der Verlauf schneller und bösartiger. Die tiefgehenden Erkrankungen der Maulschleimhaut fehlen bei der Maul- und Klauenseuche.
Anatomischer Befund. Aussei- den angegebenen Veränderungen auf der Maulschleimhaut der Maul- und Rachenhöhle findet man ähnliche Processe auch in der Nasenhöhle, im Kehlkopf, in der Luftröhre und im Darmkanal, ebenso pneumonische Herde in der Lunge und manchmal eine eiterige l'leuritis. Mikro-
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skopisoh findet mail in den erkrankten Sohlelmkautabsobnittej] die Loeffler'sohen Biieilk'n,
Therapielaquo; Es werden örtlich deslnflolrende Mittel (Salloylsäure, Kali chlorloum, Creolin,' Lysol) anzuwenden sein. Salicylsäure 20,0 g oder Borsäure 1()~40 g, Mehl 60 g, Wasser 1000,0 g. Als Vorheuge wäre zu empfehlen! Trennung der gesunden Thiere von den kranken, gründliche Desinfection de* Stidles, Pflege dor erkrankten Thiere durch besondere Wärter.
c) Diphtherie beim Pferde.
Niich Dioekerhoff erkranken Pferde nur selten an einer in multiplen Herden auftretenden Entzündung der Nnsenseldeimhant, des Maules und der änsseren Haut an den Läppen und tier Nase. Die diplilheriliselien Herde bilden sieh im Verlauft! mehrerer Tage. Die speoifische Ursache der infectiös auftretenden Erkrankung ist noch nicht festgestellt. Auch eine diphtherische Erkrankung der Coiijunctivii und des Darmes ist von Dicckerhoff beobachtet worden.
Syniploine und Verlauf. Unter Eiebererscheinungen (410 C.) tritt bei den kranken Pferden Absonderung eines gelblichen, eiweissroiehen Nnsensecretes ein, ausserdem gelbrothe Färbung der Kopfschleimhaut, Schwellung der Unterhaut und an den (lliedmassen. Nach den Erfahrungen Dicckerhoff's verläuft die Krankheit, acut und endet nach 3(i Tagen stets tödtlich. Ist jedoch nur die Conjunctiva Bit/, der Erkrankung, so tritt nach 1020 Tagen Genesung ein (Dieokerhof f.) Ist der Dann Sitz der Erkrankung, so tritt bei schweren Fällen in 810 Tagen der Tod, in anderen Fällen Genesung ein. Bei primärer diphtho-rischer Darmerkrankung erstreckt sich der Verlauf auf 34 Tage und endet meist rödtlich.
Diagnose und DillVreiitialdiiignose. Im Leben der Thiere sind die diphtherischen Erkrankungen der Pferde um so weniger mit Sicherheit zu erkennen, als ein charakterisches Bild der Krankheit fehlt und die bisher als Diphtherie bezeichneten Fälle manchmal auch andere Deutung ermöglichen. Beim Sitz der Erkrankung in der Käse ist eine Verwechselung mit Rotz möglich, doch wird der Intlunn nach Dicckerhoff durch die Beachtung der Thatsache vermieden, dass sich beim Rotz niemals scharf umgrenzte necrotische Herde in der Nase finden und dass auch in denjenigen Fällen, in welchen der Rotz nach aentem Verlaufe zum Tode führt, Milz, Leber und Nieren kerne starken Schwellungen zeigen. Auch finden sich inmitten der diphtherischen Herde der Nasenschleimhaut feste, necrotische Gewebsstückchen, was bei den Rolzgeschwüren nicht vorkommt. Die diphtherische Dannerkrankung ist noch schwerer im Leben und nach dem Tode der Pferde mit Sicherheit zu erkennen.
Anatomischer Befund. Beim Sitz der Erkrankung in den Schleimhäuten der Maulhöhle, der Nase und des Rachens finden sich die necro-tischen Herde und in deren Umgebung die Zeichen der entzündlichen Reizung. Die Lungen sind ödematös infiltrirt, Leber stark geschwollen und infiltrirt, ebenso ist die Milz erheblich geschwollen, derb und mit schwarzrothem Blute durchtränkt. Die Schleimhaut des Magens ist gelhrölhlich und geschwollen, die Nieren sind stark vergrössert und zeigen auf der Schnittfläche die Zeichen schwerer bämor.hagisch-
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pnrcncliyniatöser Eiitziindung. Im Grimm- und Bli ndd anno werden niiinchmiil gleiohfaUs diphtherisobe Herde beobachtet, die dann dio Grosso einer Haselnuss bis eines Tauboneies erreichen. (Dio ok erhoff.)
TlieFttplelaquo; Tliorapoutiseh ist bei don diphtherisehon Erkrankungen dor Pferde I)isli(^r wonig erreicht. Versuchsweise wären örtlieh Piuselungen mit 2 3 0/i) Lösungen von Kali ohlorieum, Lysol, Croolin, Borsäure u. dgl. zu versuchen. Innerraquo; lieh, besonders bei Darniorkrankiingen, Calomel, Dormatol, Ichthyol oder Croolin, daneben Prisnitz'sche oder warme Umschläge um den Bauch, warmer, bequemer, reiner Stall u. s. w.
Saiiilälspolizoilichos. Obwohl bisher kein Fall von Uebertragung der Diphtherie der Tbiere auf Menschen mit Sicherheit nachgewiesen ist, wird mail das Fleisch von Tliicren, dio wegen Diphtherie geschlachtet worden sind, als verdorben, ekelerregend und möglicherweise auch als schädlich vom Consum ausschliesson müssen.
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XI. Influenza1). (Grippe.2))
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Wesen. Mit dem Namen Influenza wird ursprünglich beim Menschen eine eigenartige Infeetionsknmklieit bezeichnet, die in fieberhaft eatarrbalisolier Erkrankung sämmtliolior Schleimhäute besteht, liiiufig noob bogleitet von nervösen Erscheinungen höheren oder geringeren Grades.
Verglelohend-pathologisohe Bemorkungon. Während man in der Menschenheilkunde gegenwärtig mit dem Worte Influenzaquot; eine im Wesentlichen charakteristische liifeetionskrankhoit3) bezeichnet, bildete der Name Influenzaquot; in der Thierheilkunde sehr lange Zeit den Sammelbegriff für zahlreiche, seuebenartig auftretende Pferdekrankheiten, deren Selbständigkeit nach dem damaligen Stande der thierärzÜichen Wissenschaft nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden konnte. Acute Infectionskrankheiten der Pferde, die sieb durch Catarrh sämmtlicher Schleimhäute, häufig verbunden mit Pleuropneumonie und nervösen Störungen, auszeichneten, wurden in erster Linie damit bezeichnet. Es wurden verschiedene Formen der Influenza der Tbiere unterschieden, und man sprach von einer catarrhalischen, gastrischen, pectoralen, entzündlichen, rheumatischen, rothlauf artigen, typhösen, nervösen u. s. w. Form dor Influenza. Mit Influenza gleichbedeutend finden sich aus joner Zeit die Bezeichnungen! epizoodsche Brustfell-Lungenentzündung, Pferdefieber, Pferdeseuohe, Nervenfieber, Brustseuche u. s. w. Falke hat dann in einer von der Brüsseler Akademie der Medlcin preisgekrönten Schrift zuerst versucht, zwei diagnostisch genau zu trennende Hauptkrarikheiten der Influenza zu unterscheiden. Die eine Hauptkrankheit nannte er Influenza gegenwärtig: eig(!iitlieli(! Influenza Fried bor gor-Frö hu or's^Ffordostaupe Dice k erb of f's, Roth-laufseuche nach Schütz, Darmseuche nach Lustig; die andere nannte er Typhus
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1)nbsp; Italienischen Ursprungs vielleicht von influere, beeinflussen.
2)nbsp; Nach Angabo einzelner Autoren von grippor greifen (?). Seuche, Staupe sollen Synonyma sein.
3)nbsp; In den älteren Zeiten war Influenza auch in der Menschenheilknnde vielfach ein Sammelbegriff für Infectionskrnnkheitcn, deren Contagium sich vornehmlich in den Schleimhäuten localisirto.
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62nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskrankheiten.
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gegenwärtig: Bmstseuclio, infeetiöse Pleuropneuinonio. Ausserdem wird von Diockerhoff eine vielleicht manchinal zur Influenza gerechnete Krankheit getrennt, wofür eine alte Bezeichnung Scalniaquot; von ihm gewählt wurde.
Die Identität der Influenza des Menschen mit der Influenza der Pferde ist gelegentlich behauptet, aber bisher nicht bewiesen worden. Gelegentlich der grossen Verbreitung der Influenza des Menschen im Winter 1890/91 wollen einzelne Thierärzte in Gegenden, wo die Influenza des Menschen mit grosser Heftigkeit auftrat, in den Erseheiniingen gleiche Erkrankungen auch bei Pferden beobachtet haben. Die Thiere blieben unter heftigem Schüttelfrost plötzlich vor dem Wagen stehen, waren kaum fähig, sich auf den Beinen zu erhalten, und konnten nur mit grosser Mühe nach ihren Stallungen gebracht werden. In den meisten Fällen waren diese oft äusserst heftig einsetzenden Krankheitserscheinungen nach wenigen Tagen verschwunden, und die Thiere konnten wieder zur Arbeit verwendet werden. Gaben von Antipyrin haben sich dabei auch bei Thieren als sehr vortheilhaft erwiesen, Aehnliche Angaben macht auch Prof. Lombardini in Pisa im Giornale di Anat. Fisiol. e Patol. degli Animaliquot; unter der Ueberschrift Dobhiamo chiamarla influenza?quot; Auch in Italien trat um jene Zeit die Influenza in ausgedehnter Weise unter Menschen und Pferden auf. Hiebei zeigten die Krankheitserscheimingen der Pferde eine ausserordentliche Aehnlichkeit mit der Influenza des Menschen, so dass Lombardini die Frage aufwirft, ob diese bei Pferden beobachtete Seuche auch noch thatsächlich als Influenza im bisherigen Sinne aufzufassen ist. In vielen Fällen waren besonders die Muskeln und Gelenke erheblich in Mitleidenschaft gezogenraquo; Tödtliche Fälle sind jedoch sehr selten beobachtet worden. Auch Aerzto berichten darüber, dass gelegentlich des Herrschens von Grippe gleichartige Erkrankungen bei Pferden, Tlunden, Hühnern und Katzen beobachtet worden sind.
Es fehlt auch nicht an Mittheilungen, dass die Influenza der Pferde gelegentlich auf den Menschen übertragen werden kann. Bei dem Mangel jedes wissenschaftlichen Beweises für diese, wie für andere Annahmen, z. B. dass die Staupe der Hunde und die Grippe des Menschen identische Krankheiten sein sollen, wird man jedoch daran festhalten müssen, dass die Influenza des Menschen und die als Influenza der Pferde bezeichnete Seuche vollkommen verschiedene Krankheiten darstellen, die auch ätiologisch in keiner Beziehung zu einander stehen.
1. Influenza des Menschen. Grippe. (Blitzcatarrh.)
Die Influenza des Menschen ist, wie schon erwähnt, eine Infectionskrank-heit, die sich durch einen mit Fieber begleiteten Katarrh säinmtlicher Schleimhäute, besonders derjenigen der Athmnngsorgaiie, unter mehr oder minder starker Be-tbeiligung des Nervensystems auszeichnet.
Ocscliichtliclies. Sichere Angilben über das Auftreten der Epidemie sind schon aus dorn Jahre 1580 vorlianden. Dann beobachtete man eine grössere Verbreitung der Krankheit in den Jahren 1732, 1800, 1835, 1800 und zuletzt 1890. Die Seuche war stets durcli ihr plötzliches Auftreten, kurzes Bestellen, langsame RecfOUValaSCenz, ferner durch schnelle allgenieino Verbreitung und durch Öfteres Uebcrs|iiingcn einzelner Landstriche ausgezeichnet. Die Krankheit tritt in allen Zonen und Klimaten auf, ist unabhängig von Jahreszeit und Bodenverhältnissen und wird wenig von Alter, (lescblecht und Lebensweise beeinllusst.
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Bacteriologisches. R. Pfeiffer hat in dem Bronchialsecret von Krankon, die an der catarrhalischen Form der Influenza litten, constant sehr kleine Bacillen mit abgerundeten, stärker färbbaren Enden gofunden. Die Bacillen fanden sich sowohl frei im Schleim, wie auch in Eiterzellen, ohne Eigenbewegung. Die Bacillen sind aßrob, und gedeihen in Temperaturen von 27deg; C. bis 42deg; C. Auf den gewöhnlichen Nährböden wächst der Bacillus nicht, jedoch wenn man frisches Blut auf die Agarfläche aufstreicht. Das Blut von Menschen, Kaninchen, Meerschweinchen, Tauben, FrOsohen ist dazu geeignet. Canon will die Bacillen auch im Blute der Kranken, jedoch spärlich und nicht regelmüssig gefunden haben. Sporenbildung ist nicht beobachtet worden. Die Bacillen sind gegen Austrocknung sehr wenig widerstandsfähig und bleiben nur im feuchten Zustande längere Zeit entwickolungsfähig. Nach intratrachealer Injection der Reinkulturen war nur bei Affen eine gleichartige Erkrankung zu erzielen. Gegen das in den Kulturen enthaltene von den Bacillen producirte Gift zeigten sich Kaninchen sehr empfindlich. Die Bacillen färben sich mit den gewöhnlichen Parbstoiflösungen, jedoch nicht nach Gram.
Aetiologio. Die Infection erfolgt wahrscheinlich durch Einathiming der Krankheitserreger. Die Verbreitung der Krankheit erfolgt wohl in erster Linie dadurch, dass die Bacillen oder ihre Sporen über weite Strecken verschleppt und ausgestreut werden, ferner durch Vermittelung kranker Menschen. Oft sollen andere Infectionskrankheiten (Masern, Scharlach, Diphtherie) nach dem Auftreten der Influenza verschwinden. Lungenleidende, Herzkranke, schwächliche Personen und Greise werden leichter von der Krankheit befallen. Die schweren Allgemeinerscheinungen werden wahrscheinlich durch ein an der Infectionsstelle von den Bacillen producirtes und dann in den Körper verbreitetes Gift hervorgerufen.
Symptome und Verlauf. Die Erscheinungen sind theils als örtliche, theils als Allgeineinerseheinungen stärker ausgebildet und dessbalb sehr wechselnd und verschiedenartig. Plötzlich tritt Fieber mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Mattigkeit auf; Schwere in den Gliedern, Brustschmerzen, zuweilen Uehelkeit und Erbrechen folgen. Daneben Diarrhöe oder Obstipation. Die katarrhalischen Erscheinungen zeigen sich durch Niesen, Ausfluss von Schleim aus der Nase, Brennen in den Augen, Lichtscheu, Heiserkeit bis zur völligen Aphonie, Husten, Bronchialcatarrh U. 8. W. Ist Magen und Darm besonders ergriffen, so treten Durchfälle, Leibschmerzen, Uehelkeit und öfters Erbrechen auf; manchmal auch Icterus. In sehr schweren Fällen kommt es zur typhösen Formquot; (im Gegensatz zur catarrhalischen und gastro-intestinalen) der Influenza, mit Delirien und Coma. Die Milz ist fast nie geschwollen. Die Dauer der Krankheit beträgt meist 4-7 Tage, manchmal auch 2 Wochen; das schnell ansteigende Fieber geht plötzlich oder allmählich zurück und die übrigen Krankheitserscheinungen verschwinden.
Die Prognose ist im Ganzen günstig und wird nur durch (Vmiplicationen und Nachkrankheiten (Pneumonien, Nephritis, Keratitis, Encephalitis, Herpes labialis, eitrige Mittelohrerkrankungen) beeinflusst und ungünstig.
Die Diagnose ist in der Regel nicht schwer. Verwechselungen sind mit Typhus und Intermittens und mit anderen Catarrhen der Schleimhäute möglich. Der typische Verlauf entscheidet jedoch meistens.
Therapie. Leichte Diät, Bettruhe, Darreichung von Calomel im Beginn der Krankheit, Pilocarpin mur. 0,01 subctihm, gegen das Fieber und die Kopfschmerzen Antipyrin,Salipyrin (Troch. Salipyrin Riedel 1,0, 8mal täglich 1 Plätzchen), Antifebrin, Phenacetin, Chinin, äusserlich Eisblase auf den Kopf, sind zweck-mässig. Bei Schwächezuständen Cofl'eTn (ColTein. natr. salicyl. 2,013,0 Aqu. dest. 10,0,
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64nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskninkheitcn.
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24mill tiiglicli 1/b1 Spritze suboutan). CmnpluT und Wein; hoi starkem Hustenreiz Morphium, im Uebrlgon je nach dem Auftreten von Coniplientioiien.
2. Influenza der Pferde.
a) Pt'erdestaupo (Diockorlioff). Eigentüclie Influenzii (Friedborger). RoÜdaufseuche (Sohütz). Darraseuohe (Lustig.)
Die Pferdestaupe (Influenza orysipolatosa'), franz. Fiovro typhoide des chevaux; engl. Equine Distemperquot;, Influenzaquot;, Horse-Plaguequot;J nuioiik. Pink-Eyequot; (rothes Auge), Piiik-lOye-l'estquot;) ist eine acute Inieotionskrankheit der Pferde, wobei ein schweres Allgemeinleiden und entzündliche Erkrankung fast sämmtlicher Schleimhäute besteht,
Gesohlohtliohes. Da dio Krankheit früher von anderen Pferdeseuohen ähnlicher Art. nicht getrennt wurde, ist auch Uhor dio Uescliichte nichts Bestimmtes zu sagen. Nach Dieckeihoff ist dio Seuche schon im vierten und fünften Jahrhundert n. Chr. bekannt gewesen und als Fieber der l'ferdequot; bezeichnet, Nacli Kalke soll die Influenza'' schon zur Zeit Karl des (irossen bekannt gewesen sein. Im 14. Jahrhundert soll sie in Italien, 17. und 18. Jahrhundert in Deutschland zuerst in grosser Verbreitung vorgekommen sein. Besonders verheerend trat die Seuche 1laquo;05, 18131815, 18251827, 1836, 1840, 18701873, 18811883 und 1890 auf (Friedberger-Fröhnor). Im Jahre 1890 erkrankten in der prcussischen Armee 8434 Pferde, im Jahre 1892: 3645.
Bactei'iologiscliee, Die specifischcn Krankheitserreger sind noch nicht gefunden. Di ockerhoff fand im Ulute koine pflanzlichen Organismen, wohl aber gelang es ihm die Krankheit durch subcntane und intravenöse Injectionen dos warmen Blutes kranker Thiere auf gesunde zu übertragen. Friedberger und Arloing gelang der Versuch niclit.
Der Ansteckungsstotf ist wahrscheinlich sowohl in der Athmungsluft, wie auch in den Se- und Kxcreten, besonders Koth und Urin der kranken Thiere vorhanden, sehr flüchtig und leicht zerstörbar. In der Kegel gewahrt das einmalige Uebersteheu der Krankheit Immunitiit für die ganze Lebenszeit. Das Contagium kann auch auf Esel und Maultiiiere übertragen werden. Kino Uebertragung auf andere Thiere und auf den Menschen ist jedoch mit Sicherheit nicht beobachtet worden.
Aetioiogie. Die Krankheit, entsteht nur durch direkte oder indirekte Ansteckung. Die Infection gesunder Pferde kann durch die Athmungsluft kranker Thiere, besonders in dicht besetzten, schlecht ventilirten Stallungen, dann auch im Freien, sowie indirekt durch die Streu, durch das Futter, durch Geschirr, durch Thermometer, die nach der Benützung bei kranken Tbieren schlecht, gereinigt wurden, sowie durch Menschen erfolgen, wenn sie mit den kranken Thieren beschäftigt waren. Die Pferde zeigen eine grosso Empfänglichkeit für das Contagium, so daslaquo; im Verein mit der Flüchtigkeit, und leichten Verschleppbarkeit des Contagiums schnell grosso Bestände erkranken und die Seuche in kurzer Zeit ganze Länder durchziehen kann. Alter, Geschlecht, Race, Pflege und Fütterung der Pferde scheinen keinen Einfluss auf die Empfänglichkeit der Thiere auszuüben. Wahrscheinlich in Folge allmählicher Abschwächung des Contagiums verschwindet die Seuche nach 12 jährigem Bestehen.
Symptome und Vorlauf. Nach einem Incubationsstadium von 47 Tagen entsteht die Krankheit plötzlich und erreicht in 1224 Stunden oft schon ihren Höbepunkt. Hohes Fieber tritt ein, kleiner, kaum fühlbarer Puls- und Herzschlag, daneben starke Mattigkeit, Muskelschwäche, schwankender Gang, Sopor,
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') Dieckeihoff wünscht auch die Bezeichnung Lcumaquot;, von ö Xo()iö{ die Seuche, eingeführt, womit früher jede beliebige Pfordeseucbe benannt, wurde. Intl. erysipelatosa entspricht jedoch auch nicht, ganz dem Wesen der Krankheit.
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Influenza.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 65
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verbunden mit gastrischen Störungen (verminderte Fresslust, Verstopfung, später Diarrhöe, Kolikerseheinungen). Ziemlich regelmässig ist auch eine Conjunctivitis, selbst Keratitis und Iritis nachzuweisen, die schnell verschwinden können. Die Sclerotica ist dabei oft gelb gefärbt. Manchmal besteht auch eine geringgrudige Cystitis, der Harn ist vielfach eiweisshaltig, reich an weissen Blutkörperchen. Dazu kommen Störungen der Respiration. Im weiteren Verlaufe zeigen sich geringere und erheblichere Anschwellungen der Extremitäten, der' äusseron Geschlechtstheile, an der Brust, am Bauche und am Kopfe. Als Complicationen treten auf cä-tarrhalische Pneumonien, Leptomcningitis, heftige Diarrhöe mit tödtlichem Ausgange, sog. Rhehe, Abortus bei trächtigen Stuten, spinale Lähmung (Kreuzlähmung) Urticaria, Absccssbildung in der Haut, Tendovaginitis. Der Verlauf der Krankheit beträgt durchsclinittlich 610 Tage, in leichten Fällen 36 Tage, in schweren 23 Wochen und darüber.
Die Prognose ist günstig. 0,54 0/o der erkrankten Pferde gehen zu Grunde. Ungünstig auf den Verlauf wirken schlechte Ernährung, übermässige Anstrengung vor Beginn der Krankheit, schlechte, dunstige Stallungen, regnerische Witterung u. dgl. ein.
Diagnose und Diifereiitiuldiagnose. Die cigenthümlichen, schnell sich entwickelnden und bald verschwindenden Krankhoitserscheinungeji, sowie das seuchenartige Auftreten erleichtern die sichere Feststellung. Eine Verwechslung mit Brustscucho ist möglich, jedoch wegen dos Hervortretens der Darmerkrankung meistens zu vermeiden; oft kommt Pferdestaupe und Bmstsouche gleichzeitig vor.
Aiuilomischer Befund. Nach Friedberger und Schütz sind bei der Pferdestaupe die Veränderungen im Darmkamd am constantesten. Schwellung der Magen- und Darnischleiinhaut, Röthuug besonders der Kämme der Falten, Durchtränkung der Submucosa mit einem trüben gelblichen Secrete, Peyer'sche Drüsen ver-grössert und oft erweicht. Meist ist Blind- und Grimmdarm ergriffen und sind hier bis 2 cm starke Wülste nachzuweisen. Eine gleiche Schwellung und Röthung ist auch an der Schleimhaut des Maules, des Rachens, der oberen Luftwege und des Auges vorhanden. Von weiteren Veränderungen sind noch hervorzuheben: leicht geronnenes Blut, Vermehrung der weissen Blutkörpereben, Blutreichthum und Wassererguss im Gehirn, besonders in den arachnoidealen Räumen, Blutreicbthum und trübe Schwellung zahlreicher Organe (Herz, Leber, Nieren, Milz, Muskulatur, Lymphdrüsen, Haut), kleine Hämorrhagien im Darm, in der Lunge, im Auge und im Gehirn.
Therapie. Bei regelmässigem und gutartigem Verlaufe genügt ein diätetisches Heilverfahren. Schonung der Tiiiere, gute Ventilation der Stallungen, Reinigung der Stallungen und Uebertünehen der Wände und Decken mit Kalknülcli, im Sommer Ucberspülen des Fussbodens mit kaltem Wasser, Verabreichen von frischem Trinkwasser, leicht verdaulichem und kräftigem Fuller. Eine arzneiliche Behandlung ist erst in schwereren Fällen zweckmässig und symptomatisch auszuführen: Spirit, aeth., Ruin, Cognac, Wein auf Brot, Branntwein mit Wasser bei HerzschwächeJ auch Einreibungen der Haut mit Campherspiritus; salinische Abführmittel, Priessnitz'sche Umschläge um den Bauch bei Darmcatarrhen; Umschläge von kaltem AVasser, Eis bei Kopfcongcstionen; Waschungen mit Spiritus und Wasser, mit einer 5 proc. Lösung von Plumb, acet. oder mit der Burow'schen Lösung (Dieckerhoff), Sohnoidomühl, Vetgl. Pathologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5
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Infections- und Intoxicationskrankheiton.
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(ein Ei^slöffel einer Misclmng von Plumb, acot. cnul. 100,0 Alum. erud. 50,0 wird in einer Weinflasche Wasser gelöst und zu Waschungen benutzt).
Propliylactiscli empfiehlt sich neu angekaufte Pferde zunächst allein zu stellen, ZU Zeiten des Herrschens der Seuche die Stallungen öfters zu desinficiren, die eigenen Pferde nicht in fremde Stallungen ZU stellen, Separation der gesunden Pferde, gute Pflege der gesunden Thiere, gute Lüftung der Stallungen u. s. w.
Vttteriiiiirpollzeilicli ist gegen diese Seuche wegen ihres schnellen und meist guten Verlaufes wenig zu thun und wonig erforderlich.
b) Brustseuche der Pferde.
(Plcuropneumonia coutagiosa, Kpidemia pectornlis, Pneumo-Pleurosia contngiosa, contagiöse LungeubrustfellentzUndung, opizootische Biustt'ellentziindung, typische infectiöso Lungon-
entzündung der Pferde u. s. w.)
Die Brustseuche ist im Wesentlichen eine infeotiöse Pnoumonie oder Plouro-pneunionie. Die Krankheit tritt meistens in den grösseron Pfordebeständon der Städte auf; jüngere Pferde, welche die Krankheit noch nicht durchgemacht haben, erkranken häufiger als ältere. Ein einmaliges Ueherstehen der Seuche scheint für mehrere Jahre, oft für dio ganze weitere Lehenszeit der Pferde Immunität ZU verleihen; die Empfänglichkeit der Pferde für ehe Brustseuche ist geringer als für die Pferdestaupe.
Bticteriologiselies. Die Erreger der Brustseuche sind bis jetzt mit Sicherheit noch nicht feslgestellt. Lustig fand Bacillen, die er mit Erfolg auf gesunde Pferde übertrug. Von Anderen (Schütz, LUpke) sind diese Organismen nicht gefunden und deren Specifität bestritten worden. Schütz fand kloine ovale Bacterien, welche theils einzeln, theils zu zweien, seltener in Kettenform constant in den kranken Lungenabschnitten sich vorfinden, nach der Gram'sehen Methode zu färben, in Reinkulturen auf Miiuse, Kaninchen, Tauben, Meerschweinchen, dagegen nicht auf Schweine und Hlihner zu übertragen sind. Direkt in die Lunge der Pferde gespritzt trat an den Einstichstellen necrotisirende Pneumonio ein, dagegen wurde bei [nhalationsversuchen mit den betreffenden Organismen eine der Brust-seucho entsprechende fiungenentzündung nicht hervorgeiufen. Schütz fand diese Bacterien bei allen croupösen Pneumonien der Pferde, und will diese alle zur Brustseuche rechnen, wahrend andere noch eine besondere nicht infectiöso croupüso Pneumonie unterscheiden. Hell und Baunigarton halten die Seh li tz ' sehen Bacterien noch nicht als die Krankheitserreger der Brustsouche. Hell httlt dieselben mit den Eiter- und Krysipelkokken für identisch. Fiedler und Rust stimmen auf Grund ihrer Versuche der Ansicht von Schütz zu, Rust fand die Organismen auch in der Exspirationsluft der kranken Pferde. Lm lilutc der kranken Thiere findet sich der Änsteokungsstoff nicht. Dieckerho ff konnte durch intravenöse und BUbontane Injection des warmen Blutes brustseuchekranker Pferde eine Ansteckung bei gesunden Pferden nicht herbeiführen.
Aciliologic. Die Krankheit entsteht durch Aufnahme der bisher noch nicht sicher festgestellten speeifischen Krankheitserreger, weiche theils durch direkte Berührung mit den kranken Tlueren, theils durch die Athnningshift derselben, theils indirekt durch Zwischenträger in den Körper gesunder Pferde gelangen. Als Zwischenträger können Menschen, Thiere (Hunde, Htthner), die durch Se- und Excrete der kranken Thiere verunreinigten Stallungen, [Tuttermittel u. s. w. in Betracht kommen. Zur Entwickelung der Organismen sind mich bisherigen Erfahrungen ein gewisser (irad von Hodenfeuchtigkeit, schnelles Sinken des Ornndwasserstiindos (Peters), stark durchtränklcr Pussboden, Malralzenstivu, schlecht veiitilirte, Stallungen u. s. w. sehr günstig. Man beobachtet ferner, dass Pferde im Reconvalescenz' stadium gesunde Thiere noch inficiren können. Schlecht genährte und junge Pferde
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Influenza.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 67
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erkranken leichter, als gut genührto und ältere, dabei wirken Lungeneatiirrhe, Erkältungen, viel Aufenthalt in kleinen Stallungen begünstigend. Die Seuche tritt im Winter meist in grösserer Verbreitung auf als im Sommer. Beim Auftreten in einem Pferdebestande ist die sprungweise Verbreitungsart der Krankheit bemerkens-werth; in Militärstallungeu sah man die in den Eckständen untergebrachten Thiere schneller und schwerer erkranken als die an anderen Stellen befindlichen Thiere. Die Aufnahme des Contagiums erfolgt wohl in erster Linie durch Vennittolung des Kespirationsapparates und gelangt von hier event, in die Blutbahn; möglieb ist auch eine primäre Infection vom Digestionsapparate aus.
Syiii|itoiiio und Verlauf. Nach einer mit Sicherheit noch nicht festgestellten Incubationsdaiier, die einen Tag bis 2 Wochen betragen kann, durchschnittlich 5-10 Tage (Dieokerhof f) betragen soll, machen sich die ersten Krank-heitserscheinungen bemerkbar, die sehr wechseln können. Allmählich oder plötzlich tritt hohes Fieber, beschleunigter Puls, allgemeine Mattigkeit, Gliederschwäche, Verminderung der Fulteniufiiabme ein. Dazu gesellt sich je nach dem Grade der Infection eine höhere oder leichtere Erkrankung der Lungen und auch des Brustfells, Ferner sieht man eine gelbrothe Färbung der Conjunctiva und anderer sichtbarer Schleimhäute. Je nach Erkrankung der Lungen (lobulär, mit Neigung zur Necrose und Pleuritis, lobär, mit gutartigem Verlaufe ohne Neigung zu Necrose und Pleuritis |Friedbcrger-Fröhner|) sind die pneumonischen Erscheinungen etwas verschieden, jedoch klinisch nicht so scharf, wie pathologisch-anatomisch zu unterscheiden. Bei der lobulären Erkrankung tritt häufiger anfänglich kräftiger, später matter werdender Husten, grosse Atheinbeschwerde, abdominaler Atheaitypus, rostgelber Nasenausfluss in den Vordergrund. Auscultation und Percussion der Lungen ergiebt im Wesentlichen Dämpfung in den unteren Lungenschichten, trockene Reibe-geräusebe bei Miterkrankung der Pleura, tympanitiseben Ton bei Entwicklung von necrotischen Herden mid Cavemen, sowie ausserdem Broncbialathmen. Bei vorwiegend lobärer Erkrankung werden in kurzer Zeit grössere Lungenabschnitte befallen, die Dämpfung ist in einem grösseren Bezirk nachzuweisen, die Athmung dessbalb auch beschleunigter und erschwerter. Die linke Lunge ist doppelt so häufig erkrankt als die rechte (Friedberger). Rasselgeräusche, Bmnchiaiallmieii, safran- bis rostgelber Nasenausfluss sind auch bei dieser Forin nachzuweisen, der Athmiingstypus ist mehr costal. In vielen von mir untersuchten Fällen gedang es nur nicht, eine scharfe Trennung der Lungenerkrankung klinisch nachzuweisen. Weiter beobachtet man bei den kranken Thieren je nach Intensität und Menge des aufgenommenen Contagiums und je nach der Beeinflussung der Krankheil durch die erwähnten ungünstigen Faktoren grössere oder geringere Mitaffection anderer Organe. Bei Miterkrankung der Nieren (hämorrhagische und parenehymatöse Nephritis) ist der Urin trübe, fadenziehend gelbbraun, mit Blut vermischt, später kann Anasarka eintreten; bei erheblicher Miterkrankung des Herzens bemerkt man hochgradige Schwäche, kleinen, frequenten Puls; bei schwerer Erkrankimg des Digestionsapparates treten die bekannten Erscheinungen (Kolik, Diarrhöe u. s. w.) ein. Es kann schliesslich bei der Bmstseuche vorkommen, (lass kein Organ verschont bleibt von der MitalTcctipn, besonders, wenn gleichzeitig Pferdestaupe vorhanden ist. Hervorgehoben möge noch sein als Complication und Nachkrankheit! Gehimkrämpfe, Lungonb'Iütungcn, llämuto-
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68nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infections- und Intoxicationskrankhoiten.
thorax, Kreuzlähmung, innere Augcnerkrankungen, Kehlkopfpfeifen, chronische Tendo-vaginitis des M. flexor cligitorum profundus.
Verlauf und Ausgang. Der Verlauf ist bei der Brustseuehe sehr verschieden und abhängig von dem Sitze, dem Umfange der Erkrankung und von den etwaigen Complicationen. Unter günstigen Bedingungen (kräftige Constitution der Thiere, zweckmässige Pflege und Haltung) dauert es 3 Wochen (typischer Verlauf); das Gegentheil (atypischer Verlauf) tritt bei schlecht genährten Thieren und unzweekmässigcr Haltung derselben ein. Der sogen, abortive Verlauf, welcher nur eine Woche dauert, wird bei älteren Pferden oft beobachtet, während der chronische Verlauf, von Complicationen abgesehen, besonders dann entsteht, wenn in necro-tisch gewordenen und abgekapselten Lnngenabschnitten der Infectionsstoff sich noch viele Monate wirksam erhält (Friedberger-Fröhner). Bezüglich des Seuchen verlauf s zeigt sich, dass die Brustseuehe allmählich ihren heftigen Charakter verliert und 12 Monate nach dem letzten Krankheitsfall aufhört, obwohl noch viele Pferde in einem Bestände nicht erkrankt sind.
Der Ausgang' der einzelnen Krankheitsfälle kann vollkommene Genesung sein, wohei unter allinählichem Nachiass sämmtlicher Erscheinungen reichliche Entleerungen eines trüben Harnes eintreten, oder es treten mannigfache Complicationen ein, welche entweder die Rcconvalescenz verlangsamen oder den Tod der Thiere bewirken. In anderen Fällen bleiben Dämpfigkeit, Kehlkopfspfeifen, Lungen- und Herzkrankheiten, Kreuzschwäche, Sehnenerkrankungen U. dgl, zurück. Demnach ist auch die Prognose sehr zweifelhaft; 52U0/o der erkrankten Thiere gehen zu Grunde.
Die Diagnose ist manchmal mit Schwierigkeiten verbunden und sind Verwechselungen mit anderen Lungen- und Brustfellerkrankungen möglich. Zur möglichst frühzeitigen Erkennung der Brustseuche in grösseren Beständen werden täglich zweimalige Temperaturmessungen bei den anscheinend noch gesunden Pferden empfohlen, Das seuchenartige Auftreten der Krankheit wird sehliesslich das Ent-scheidende bleiben, so lange z. B. diagnostische Impfungen noch nicht zu Gebote, stehen.
Anatomisches Bild. Bei der häufig auftretenden lobulären Form der Brustseuche zeigt die. Section im Wesentlichen das anatomische Bild einer multiplen,, hämorrhagischen, mortificirenden Pneumonie mit seeundärer Pleuritis und pareu-chymatöser Degeneration der wichtigsten Körperorgane (Friedherger-Fröhner). Es finden sich necrotisehe Herde in der Lunge mit rother Hepatisation in der Umgebung, dabei sulzige Infiltration des interstitiellen Gewebes. Die Bronchial-drüsen sind geschwollen, die Pleura zeigt die Erscheinungen einer diffusen exsuda-tiven Pleuritis; blutig seröses, mit Faserstoff flocken gemischtes trübes Exsudat findet sieh in der Brusthöhle, auf dein erkrankten Brustfell sieht man gelbe Auflagerungen, die meist leicht abziehbar sind. Das Blut ist meist unvollständig geronnen, die Kadaver gehen schnell in Fäulniss über. Ansserdem parenehymatöse Erkrankung des Herzfleisches, der Leber, Milz, Nieren, theilweise auch der Körpermnskuliitur. Magen und Dünndarm zeigen häufig die Erscheinungen eines desquamativen Catarrhs.
Therapie. Das Fieber wird ausser durch kalte Umschläge, nur bei grosser Herzschwäche und hohen Temperaturen durch Arzneimittel (1025,0 Tinct. Strophanti
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Influenza.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 69
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innorlich, Aiitifobriii, Antipyrin, Phemicetm 1525 g dreistündlich) und durch Verr abreiohung von Wein, Brunntwüiii u. dgl. ennässigt. Danobeu ist Aufenthalt in gut ventilirteii Stidlungen, Gri'mfutter, Frottirung der Haut sehr zweckmässig. Gegen die Erkrankung der Brustorgane werden Prinssuitzsche Uinscldiige oder (in höheren Graden) sdiarfe Einreibungen (Senföl mit Spiritus 1 :1220 [Dieekerhoff]) angeordnet. Innerlich sind Expeetoraatien (Alkalien) und rosorbirende Mittel (Digitalis, Fruotus Juniper!, auch Pilooarpin 0,10,2 suboutan) angezeigt. Punction des Thorax kann bei starken Ansammlungen von Flüssigkeiten erforderlieh worden-Bei erheblichen Darmerkrankungen wird man Calomel (1,04,0) oder die Mittcl-salze anwenden. Neuerdings ist von Hell auch das Blutserum solcher Tliiere verwendet worden, die vor längerer oder kürzerer Zeit die Brustseueho überstanden hatten. Das Blut der von der Krankheit geheilten Tliiere wurde mittelst Aderlass (68 Pfund) entnommen, in hohen Glaseylindern aufgefangen und in mit Eiswasser gefüllte! Eimer gestellt. Die kranken Thiere erhielten 40 g Blutserum intratracheal oder besser suboutan; es trat günstiger Ausgang ein. Gleiche Beobachtung machten Toepper, Eichhorn, Bertram, Liess u. A. Die Thiere .erhielten meistens 150200 g suboutan injicirt.
Wichtig ist bei der Brustseuche auch die Prophylaxe. Neu angekaufte Pferde wird man in Zeiten der Gefahr 46 Wochen unter Beobachtung stellen; die Pferdestallungen wird man öfters gründlich reinigen und desinficiren. Die kranken und verdächtigen Thiere werden von den gesunden zu trennen, die letzteren aber aus dem Senchenstalle zu entfernen sein; die kranken Thiere wird man, wenn möglich in Baraken, Bivouaks u. dgl. unterzubringen suchen. Ebenso ist Des-infection aller Personen nöthig, die mit den kranken Thieren zu thun haben.
Neuerdings ist auch von Hell u. A. eine pro p hylactische Impfung mit dem Blutserum von der Brustseuche genesener Thiere mit Erfolg ausgeführt worden. Hell entnahm das Blut in obiger Welse und injicirto den gesunden bezw. gefährdeten Thieren eines bereits infleirton Seuchenstalles im Verlaufe von drei Wochen 200240 g Serum. Nach Ausführung der Impfung trat kein weiterer Seuchenfall ein. Bertram und Liess, Siednmgrotzky, Toepper, Eichhorn, Steffens u. A. haben die Impfungen wiederholt und gleiche Resultate erzielt. Allgemeinstörungen nach der Impfung wurden meist nicht beobachtet. Die örtlich eintretende Anschwellung war meist in einigen Stunden verschwunden. Die geimpften Thiere wurden Vormittags gebraucht, Nachmittags geimpft und am nächsten Morgen wieder eingespannt. Zum Beweise der guten Wirkung der Impfung wurden die geimpften Thiere vielfach unter die hrustseuchekranken Pferde bezw. unter die Reconvalescenten gestellt und eine Desinfection nicht ausgeführt. Von den geimpften Pferden erkrankte kein Thier an der Brustseuche. Als beste Stelle zur Injection eignet sich die Uegend vor der Brust oberhalb des Habichtsknorpels. Um eine schnellere und ergiebigere Gewinnung von Serum zu erlangen wurde von Steffens auf Veranlassung von Tereg in den vorher gründlich desinficirten Cylinder eine 0,90/oige Lösung von Oxalsäure (1 : 9 Theile Blut) vor dem Auffangen des Blutes gegossen und später der mit Blut gefüllte Cylinder einige Male umgewendet, um eine gleichmässige Mischung der Säure mit dem Blute zu bewirken.
c) S k a 1 m a.
Als Skalina (Schelm!) ist von Dieekerhoff noch eine miaamatisch-contagiöse Krankheit der Pferde unterschieden worden, die im Wesentlichen einen subacut verlaufenden Catarrh der Luftwege darstellt. Die Krankheitserreger sind noch unbekannt. Die Symptome sind vorwiegend diejenigen einer Bronchitis (kurzer, schmerzhafter Husten, Nasen-ausfluss, beschleunigtes Atbmen, etwas Fieber). Der Appetit ist wenig gestört und in fünf, his acht Tagen sind oft die wosentlichslen Erscheinungen wieder verschwunden. Dagegen wird meistens ein langes, drei bis vier Wochen dauerndes, Reconvalescenzstadium beobachtet
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70nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und lutoxicationskraukhoitcn.
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Manchmal tritt als Complication eine diffuse, exsudative Pleuritis ein. Meistens wird die Krankheit als Stallseucho heobachtot und kann dann zwei hin drei Monaten in einem Ue-stande vorkommen. Die Prognose ist günstig und dio Thernpie in erster Linie diätetisch, daneben zur Förderung der Verdauung Nat. chlor. Nat. bicarb. Rad. Genth. u. s. w. innerlich zu geben.
Dass die Sk aim a in der That eine specifisehe Krankheit darstellt, erscheint manchen Autoren ( S iodamgrot z ky, Friodborger-Fröh ner ) noch nicht sicher erwiesen. Pharynxangina, Prustseuche, enzootischer Kehlkopf- und Luftrölirencatarrh knnn gelegentlich für Skalma gehalten werden. Leclainche meint, dass die Skalma die in Frankrfcich als Grippequot; bezeichnete seuchenartige Bronohitls darstellt und eine von Pferdeataupe und Brustseuche verschiedene Kranklieit sei.
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XII. Typhus.
Vei*g^lelohendgt;patliolog^isolie IttMiiorkun^pii. Tu der Mensohenheil-
kunde lint man früher drei ganz verschiedene Infectionskraiikheiten, den Unterleibstyphus, den Rückl'idlsiypims und den Flecktyphus mit dem Namen Typhusquot; belegt, weil bei ihnen gewöhnlich ein gemeinsames Symptom, nämlich Störung dos Bewusstseins (tvwoq, Dunst, Umnebelung der Sinne) in den Vordergrund tritt. Jetzt ist bekannt, dass jene drei Typhusai'ten ganz verschiedene Krankheiten sind, welche durch verschiedenartige Infectionserreger hervorgerufen werden, von denen zwei bekannt sind. Ebenso weiss man, dass das Ueberstehen der einen Krankheit nicht, wie früher angenommen wurde, Immunität gegen tue, beiden anderen gewährt. Auch ist das anatomische Bild bei den einzelnen Krankheiten sehr verschieden.
In der Thierheilkunde wurde die Bezeichnung Typhusquot; früher ebenfalls in weitester Ausdehnung für alle Leiden gewühlt, bei denen nervöse Zufälle (Stumpfsinn, Betäubung, grosae Schwäche) neben der Neigung zu Blutungen und schneller Zersetzung sieb zeigten. Unter den Pferdekrankheiten wurden früher Influenza, Pferdestaupe, Blutfleckenkrankheit, Milzbrand u, dgl. als Typhusquot; bezeichnet; beim Schweine waren es Rothlauf der Schweine, Schweineseucho; beim Rinde und Schafe sind es meist mykotische Darmerkrankungen, welche früher und theilweiso noch jetzt von einzelnen Autoren als Typhusquot; angesprochen werden. Dennoch ist heute allgemein bekannt, dass der Abdominaltyphus, der exanthematischo und der Rück-fulltyphus des Menschen bei unseren Hausthieren nicht vorkommt und auch nicht auf diese Thicre übergeht.
1. Typhus abdominalis des Menschen.
(Ileotyphus, Knterischer Typhus, Typhold, Sohleimfleber.)
Der Abdominaltyphus ist gegenwärtig in Europa und in anderen Erdtheilen oino der wichtigsten Infectionskrankbeiten. Es handelt, sieb dabei um eine Allgemeinerkrankung, wobei die Krankheitserreger mit, Vorliebe in den lymphatischen Apparaten des Tleams, der solitären Follikeln und den Mesenterialdrüsen, dann in der Milz und in der äusscren ITaut sich loknlisiren und anatomische Veränderungen hervorrufen. Durch frühzeitige Aufnahme der Krankheitserreger und der von ihnen gebildeten Gifte in das Blut werden fuiictioiiclle Störungen und anatomische Veränderungen auch anderweitig unter entsprechenden Krankheitserscheinungen hervorgerufen. Der Abdominaltypbns tritt endemisch und epidemisch auf.
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Typhus.
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Baotöriol'Oglsobea. Zuerst von Koch und Kberth gesuhon, hat dann später Gaffky die Bacillen des Abclominaltyplius näher untersucht. Ks sind kurze an den Knden alige-jundetc Stähchen, die in klinstlielien Kulturen zu langen Fäden auswachsen. Die Typhne. bacillen zeigen dmeh 812 an den einzelnen Bacillen vorhandene Goisseln bewirkte Eigen-bcAvegung. Ferner gedeihen die Organismen bei .Sauerstoil'anwesenheit bei Bnittempeiatur und auch bei Zimmertemperatur. Verwecbselungen mit anderen Bacterionarlen im Darm (Bacterium coli commune) sind möglich. Die Entstehung von Sporen bei den Typhusbacillen wird gegenwärtig geleugnet. Eine Uebertiagung der Typhusbacillen auf Thiere ist bisher nicht gelungen. Dagegen erzeugt das Gift der Bacillen eine Intoxication bei den Versuchs-tliieren. Beim lobemlon Menschen fand man die Organismen im Stuhl, im Blute und im Urin. Ebenso sind die Typhusbacillen im Trinkwasser, besonders im verunreinigten Brunnenwasser gefunden worden. Bei der Section sind die Typhusbacillen gefunden worden in den erkrankten Darmabschnitten, in den Mesenterialdrüsen, in der Milz, in der Leber, in den Nieren, im Centralnervensystem und im Knochen.
Actioloffie. Meist durch die Darmentleerangeo eines Typhuskranken gelangeD
die Typhusbacillen oder deren Sporen nach iiusscn, koim.....i unter günstigen Be-
dingungen zu reichlicher Entwickelung und bedingen dann grttssere oder kleinere Epidemien oder auch nur Einzelerkrankungen. Nnch der Boden- und Grundwasserlaquo; theorie (Pctten kofer) hängt die Vermehrung der Typhuskeim'e wesentlich von der Beschaffenheit des Bodens ab; bei niedrigem Grundwasserstande sollen die Organismen mit der Grundluft in reichlicher Menge aufsteigen. Sie können dann das Wasser verunreinigen und so in den Körper des Menschen gelangen. Durch Kleider, Wäsche, Bettstücke, Essgeschirr, Darmentleerungen von Kranken 1st dann die Weiterverbreitung möglich. Abtritte und Cloaken bilden dann weiter die Brutstätten für das Typhusgift. Durch Milch und Milchgefässe, welche mit Typhusbacillen verunreinigt sind, gelegentlich auch durch andere Nahrungsmittel (Fleisch) kann die Weiterverbreitung ebenfalls erfolgen. Dagegen ist die Annahme unbegründet, dass durch Fleisch kranker Thiere echter Abdominaltyphus beim Menschen erzeugt werden kann. Bei den betreffenden Beobachtungen (Kloten) handelt es sich um Fleischvergiftungen anderer Art, Gewöhnlich bildet der Dann die Eingangspforte für das Typhusgift. Eine besondere Disposition (kräftige, männliche Personen von 1530 Jahren, Diätfehler) ist nachgewiesen. Eine längere Immunität (durch Zurückbleiben von Schutzstoffeu oder Alexinen in dem Blutserum der Erkrankten?) nach dem Ueberstehen tier Krankheit ist nachgewiesen. Unmittelbare üebertragung der Krankheit von Mensch auf Mensch wird geleugnet. August bis November ist die für Typhusepidemien günstigste Zeit.
Symptome und Verlauflaquo; Nach 24 wöchiger Incubation, wobei Störungen des Allgemeinbefindens (Mattigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit.) beobachtet werden, beginnen die eigentlichen Krankheitserscheinungen unter erheb-licher Steigung tier genannten Beschwerden, wobei Fieber, Frost und Hitze, lebhaftes Durstgefühl hinzukommen. Der Schlaf wird unruhig, oft kommen Nachts Delirien vor, daneben werden Stublverstopfuug, später Durchfall, Mil/.schwelbing, Nasen-blutungen und geringere oder stärkere Bronchitis beobachtet. In der zweiten Krankheitswoche treten am Rumpfe meist kleine, blassrothe, etwas erhabene Flecken (Roseola)
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auf, In der dritten Woche tritt entweder ein Nael
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Krankheitserscbeinungen ein,
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öderes beginnen die Complicalionen, unter denen Darmblutungen, Dannperforationen, Peritonitis, Parotitis, Angina, Mittelohrentzündung, eitrige Bronoh'tis, cutnrrhnlischa Pneumonie, Icterus, Nephritis, Meningitis, Gelenkrheumatismus gonannl sein mögen. Oft treten auch scluvere Melancholie und Geistesstörunjren als Nachkrankheiten ritt.
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Her (laquo;esainmtverlauf bei Abdoniinnltyphus ist sehr verschieden. In leichten Fällen kann die Krankheit in 3 Wochen beendet sein; beim sog. Abortivverlauf treten im Beginne schwere Erscheinnngen auf, die jedoch schnell verschwinden und zur baldigen Genesung führen. Sehr oft dauert es jedoch bedeutend länger (67 Wochen) bis Genesung eintritt und manchmal treten am Schlüsse der Krankheit noch Reeidive ein.
Die Prognose ist in keinem Falle ganz sicher zu stellen, wenn auch der Abdoniiiialtyphus bei sorgsamer Pflege und Behandlung nicht zu den besonders gefährlichen Krankheiten gehört und selbst schwere Fälle noch in Genesung übergehen. Durchschnittlich rechnet man 10 0/o Mortalität.
Diagnose. Die Diagnose ist manchmal leicht, in besonderen Fällen auch schwer, zumal der Nachweis der Typhusbacillen in den Stuhlentleerungen gegenwärtig noch recht umsländlich und schwierig ist. Charakteristisch ist besonders das hohe, eigenartig verlaufende und anders kaum erklärbare Fieber, die Milzschwellung und die Roseolen. Bei einmaliger Untersuchung kann die Unterscheidung von Tuberkulose, Meningitis, Influenza u. dgl. schwer sein.
Anutoinischer Befund. Man findet Schwellung der Darmschleimhaut, später markige Infiltration der Follikel und Peyer'schen Platten. Anfangs sind entzündliche Veränderungen in der Umgebung der Herde nachweisbar. Im weiteren Verlaufe tritt oberflächliche oder tief rgehende Necrose an den erkrankten Drüsen ein, wobei Perforationen des Darmes vorkommen können. Meist gegen das Ende der vierten Krankheitswoche tritt Vernarbung der Geschwürsflächen ein. Manchmal können die Geschwüre noch wo'henlang bestehen (lentescierende Geschwüre). Meist ist auch die Milz geschwollen and zeigte manchmal keilförmige Infarcte. Auf die anatomischen Veränderungen beim Eintritt von Complicationen und Nachkrankheiten kann hier nicht eingegangen werden.
Therapielaquo; Im Anfange der Krankheit wird zweckmässig Calomel (23 Pulver von 0,3 Calomel) gegeben. Im Ucbrigen ist die Behandlung mehr diätetisch symptomatisch und propbylactisch. Daneben massig kühle Vollbäder; 2426 quot;R, im Beginn und später 1820 0R. Auch kalte nasse Einwickelungen sind statt, der Bäder in einzelnen Fällen zweckmässig. Wichtig sind öftere Reinigung der Mundhöhle, Desinfection der Darmentlerungen durch Zusatz von Kalkmilch. Ausserdem be grosser Schwäche Wein und Camphereinspritzungen.
2. Exanthematischer Typhus. Flecktyphus. (Typhus exanthematicus.)
(Fleckfleber, Petechialtyphus.)
Der Flecktyphus ist eine exquisit contagiöse Infectionskrankheit, bei welcher unter schwerer Allgemeinerkrankung die Wirkung des Giftes in der äusseren Haut, in den Lungen und sehr häufig auch in der Milz in erster Linie sich bemerkbar macht.
G-escliichtliches und Verbrcitiingswcise. Der Flecktyphus ist seit langer Zeit mit Recht als schwere Volkskrankheit gefürchtet, die besonders in Kriegszeiten, in Jahren der Hungersnoth und Missernton in jenen bändern und an jenen Orten viel Opfer forderte, wo viele Mensclien in engen, ungesunden Käumen (Schiffen, Gefängnissen, Kriegslagern) bei schlechter Krnahrung sich zusammendrängten. Gegenwärtig ist die Krankheit im Verlaufe milder und in ihrem Aultreten seltener. Sie kommt noch in solchen Ländern am meisten
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Typhus,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;73
vor, wo (wie in einzelnen Gegenden Russlands, Oberschlesions, Galizien, Irland und Italien) die meisten Vorbedingungen für die Entstehung (Hunger, schlechte Erwerbsvorhältnisse, ungesunde Wohnungen u. s. w.) vorhanden sind.
Actiolo^ic. Die specifischen Krankheitserreger dos Flecktyphus sind noch nicht mit Sicherheit festgestellt. Dagegen hat die Erfahrung gelehrt, dass der exanthenuuische Typhus leicht von Mensch auf Mensch übertragen wird und nur da entsteht, wo das Gift desselben, d. h. die Krankheitserreger eingeschleppt sind. Dies erfolgt #9632; häuf ig durch die Sachen des Kranken. Auf welchom Wege die Organismen in den Körper gelangen (Athniungs- oder Verdauungsapparat) ist nicht genau bekannt.. Jüngere Personen werden häufiger als ältere ergriffen. Einmalige Erkrankung verleiht eine gewisse Immunität.
Symptoiiic und Verlauf. Nach 710 tägiger Incubation beobachtet man Schüttelfrost, Fieber, Benommenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen, zuweilen Catarrhe der Nase und der Conjunctiven, Bronchialcatarrh; fast regel-mässig Milzschwellung. Dazu gesellt sich (in der zweiten Hafte der ersten Woche) #9632;das charakteristische Roseolaexanthem am Ilumpfe und an den Extremitäten, das manchmal grossfleckig und dem Masernausschlag ähnlich sein kann. Das Exanthem kann hämorrhagisch werden und sich in Petechien umwandeln. In leichteren Fällen tritt schon in der zweiten Woche unter Nachlassen der Krankheitserschein-ungen Besserung ein; in schwereren zeigt sich Pneumonie und Nephritis, manchmal auch Otitis, Parotitis, Dysenterie u. 8. w. Manchmal ist das Exanthem sehr gering und der Gesammtprocess der Krankheit verläuft in 58 Tagen (,,Febricula'' genannt). In einzelnen Fällen zeigt sich Herpes labialis.
Diagnose und UiHcrciilialdiagno.se. Eine Verwechselung mit Abdominal-typhus ist möglich. Unterscheidung durch das schnell steigende und fallende Fieber bei Flecktj'phus, durch das reichliche Exanthem, durch den bei Abdominaltyphus selten beobachteten Schnupfen, durch das Fehlen der Darmerscheinungen bei Flecktyphus. Das Masernexanthem ist meist grossfleckiger als die Roseola des Typhus exanthematicus.
Prognose. Die Mortalität beträgt 67 0/o im Durchschnitt; die Prognose ist im Uebrigen um so ungünstiger, je älter der Kranke und je erheblicher die Infection ist.
Anatomischer Itefund. Der anatomische Befund ist weniger charakteristisch. Das Roseolaexanthem verschwindet nach dein Tode und nur die Petechien bestehen fort, Milztumor fehlt oft, Darm meist normal, dagegen oft Erkrankung der Herzmuskulatur und Catarrh der Bronchialschleimhaut.
Therapie. Bäderbehandlung ist noch am zweckmässigsten; event. Kalt-wasscrumschläge.
3. Typhus recurrens. (Rückfalltyphus.)
(Febris recurrens. Uiickfallsfieber.)
Der Rückfalltyphus ist eine contagiöse Infectionskrankheit, hei welcher sich die specifischen Krankheitserreger besonders in der Milz und (seltener) in der Leber localisiren und neben fieberhaften Anfällen fieberfreie Zeiten auftreten, wobei sich die Kranken relativ wohl befinden.
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Geschiclitliches. Die Hoimuth des Typhus recurrens ist Irland und der Osten Europas, wo die Kninklioit noch jetzt endemisch auftritt. Nach Deutschland eingeschleppt verbreitet sich die Seuche am moisten dort, wo Mnssonquartiere und Asyle, Hunger und Armuth und schlechte hygienische Verhältnisse vorhanden sind. In Deutschland ist der llückfalltyphus erst seit 18()fi epidemisch aufgetreten.
Bactei'iolos'isclies. Schon im Jahre 1873 wurden von Oberinoier sehr bewegliche Spirillen im Blute bei dem Kückfalltyphus beobachtet. Die Spirillen haben spitz zulaufende Enden, finden sich nur während der FieberanMle, zeigen keine Sporenbildung und sind mit Erfolg nur auf Affen übertragbar. Die Affen bekoinmon jedoch nur einen Fieberanfall, keine Rückfälle.
Aotiologle. Die Infection kann durch Zwischenträger und direkt erfolgen, besonders wenn unter ungünstigen bygienlsoben Verhältnissen gesunde und kranke Menschen zusammenleben. Audi bei Sectionen kann eine Infection durch das Blut erfolgen. Eine absolute Iimnunität wird durch das Ueberstehen der Krankheit nicht erreicht.
Symptome und Verlauflaquo; Nach 5 Stägiger Incubation tritt plötzlich hohes Fieber ein, das sich einige Zeit auf 40deg;41deg; erhält. Daneben zeigen sich in hohem Grade die Begleiterscheinungen des Fiebers. Oft stellt sich auch Herpes facialis ein. Das Bewusstsein bleibt jedoch in der Kegel klar. Manchmal tritt am Ende der ersten Krankheitswoche Icterus. ein. Dann geht unter starkem Schweissausbruob das Fieber zurück, die Allgemelnerscheinungen verschwinden fast vollständig und nach ö14 Tagen folgt dann ein zweiter Anfall. So können 35 Anfälle folgen. Complicationen sind Iritis, Iridochorioiditis, Bronchitis, Pneu-monie, Parotitis, Laryngitis, auch hämorrhagischo Nephritis.
Die Prognose ist im Ganzen günstig. Die Mortalität beträgt 210 0/o. Die Keconvalescenz ist jedoch meist eine sehr langsame.
IMagnosc. Durch den Nachweis der Spirillen ist die Diagnose gesichert.
Anatomischer Befundlaquo; Der Leichenbefund bietet wenig Charakteristisches. Die Milz ist oft 46fach vergrössert und enthält die Spirillen. Die Leber ist oft vergrössert und blutreich, wenn Complication mit Icterus hinzukommt.
Die Therapie des Kückfalltyphus wird rein symptomatisch geregelt. Gute Pflege und zweckmässige Ernährung reicht meist vollkommen aus. In anderen Fällen soll Calomel (0,15 8 stündlich) günstig wirken; auch grosse Gaben von Chinin finden Anwendung.
Typhusähnliche Erkrankungen bei Hausthieren.
Es ist schon erwähnt worden, dass bei Thieren weder der Abdoniinaltyphus, noch der exantheinatische und Kückfalltyphus vorkommt bezw. durch natürliche Infection übertragen werden kann. Ans rein praktischen Gründen soll jedoch eine Krankheit der Hausthiere hier folgen, die bisher noch am längsten mit Typhus oder Faulfieber bezeichnet wurde, nämlich das sog. Petechialfieber oder die Blutfleckenkrankheit der Thiere.
a) Die Blutflecke n kran kheit der Pferde. (I'fcrdctyphus, Petechialtiober. Morbus maculosus equorum.)
Wesen. Die Blutfleckenkrankheit ist eine vorwiegend beim Pferde, seltener bei anderen Thieren (Kinde) vorkommende Infections- bezw. Intoxicutionskrankheit,
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Typhus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;75
welche vorwiegend chamkterisirt ist durch das Auftreten zahlreicher Blutungen und blutig-seröser Ergüsse in die Haut, Unterhaut, Schleimhaut der Athmungs- und anderer Organe, wobei häufig Necrose des erkrankten Abschnitts eintritt. Nach den bisherigen Erfahrungen ist die Krankheit weder ansteckend, noch auf Pferde oder andere Thiero überiinpfbitr.
GeschichtlicliCH. In ältftren Zeiten zwar schon beobachtet und von Eberhardt (1867) als Hlutfleckonkrnnkheit beschrieben, haben doch erst die fortgesetzten Untersuchungen der neueren Zeit gelehrt, dass die Krankheit, welche früher Typhus (Pf'erdetyphus, Petechialtieber) bezeichnet wurde, weder mit dem Typhus des Menschen, noch dem Scharlach des Menschen (Annahme in England), noch mit Septikämie oder Milzbrand etwas zu thun hat. Dieckorhoff ist für eine Uehereinstimmung der Blutfleckenkraukheit mit dem Morbus inaculosns Werlhofii des Menschen und für die Wahl der Bezeichnung Blutflecken-krankheif.
JJacteriologisches. Aehnliche Organismen, wie solche beim Morbus maculosus Werlhofii des Menschen beobachtet sind, hat man beim Pctechialfieher der Thiero noch nicht gesehen; nur Frank will in dem Blute eines lebenden an Morbus maculosus erkrankten Rindes grosse Mengen Kokken gefunden haben.
Aßtioiugie. Die Krankheit entsteht meist nicht als primäres Leiden, sondern als Folge- oder Nachknmkheit anderer Infectionskrankhciton, u. A. der Druse, Bnistseuche, Nasen- und Racliencatarrhe, (Jatarrhen der Stirn- und Kieferhöhle, Darmcatarrhen, des acuten Rotzes; nach Anderen auch im Anschluss von inficirten Wunden (Kastrationswunden, Hautwunden). Das Alter der Thiere scheint keinen besonderen Einfluss auszuüben, doch erkranken ganz junge Pferde selten. In Ke-niontedopots ist das Petechialtieber enzootisch beobachtet worden (Zschokke). Welcher Natur das Gift ist, weiss man gegenwärtig ebenso wenig, wie man die Wege kennt, auf denen es in den Körper gelangt. Walirschoinlicii ist, dass es sich um speeifische Organismen handelt, die unter gewissen Bedingungen (schlechte Stallungen, schlechtes Futter) sich entwickeln können und an geeigneten Eintrittsstellen kranker Thiere erst chemische Gifte produciren, welche in den Körper aufgenommen besonders auf die Gefässwände wirken (Diockerboff) und so die Blutungen hervorrufen. So ist die Nicbtiibertragbarkeit, Nichtüberimpfbarkeit, der meist fieberlosc Verlauf und das oft enzootischc Auftreten in schlechten, stark belegten Stallungen am ehesten zu erklären.
Symptome und Verlauf. Gewöhnlich beginnt die Krankheit plötzlich unter massigem Fieber mit dem Auftreten kleinerer und grösserer Blutungen auf der mehr oder weniger gerotteten Schleimhaut der Nase. Die Blutungen sind bald klein (Petechien), bald grosser (Ecchymosen) und dann dunkohothe, unregehnässige Flecken bildend, dabeiist die Schleimhaut geschwollen und oft von dunkclblaurother Farbe; auch besteht dann ein gelblich-schleimiger Nasenausflnss. In der Conjunctiva der Augen, im Maule (an den Lippen und an den Zungenrändern), in der Haut treten die Blutungen gleichfalls auf. Zugleich oder einige Tage später zeigen sicli besonders an den abhängigen Körporstellen anfänglich Quaddeln, später grosso, mehr oder weniger scharf abgesetzte Anschwellungen, die anfänglich weich und schmerzhaft sind, später mehr derb, theilwoise teigartig werden. Bei grosser Ausdehnung derselben tritt oft Gangrän an einzelnen Hautstellen, an anderen Haarausfall ein. Je nach der Lokalisation treten Bewegungsstörungen (Schwellung der Gliodiuassen) oder Athmungsstörungen (Schwellung der Nasenlöcher und unteren Abschnitte des Kopfes) ein. Zu den genannten Erschoinungon gesellen sich dann weiter gastrische
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76nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicatioiiskrankhciten.
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Störungen und Athmungsbeschvverden. In schwereren Fällen treten auch Kolik, Pharyngitis, Hämaturie, croupöse oder gangränescirende Pneunionie, schwere innere Augenerkrankungen hinzu. Ebenso beobachtet man oft Decubitus und ausgedehnte Hauterkrankungen im Verlaufe lange bestehender Hauterkrankungcn.
Verlauf und Ausgang ist bei der Blutfleckenkrankheit sehr verschieden. In der Mehrzahl der Fälle dauert es auch bei leichten Erkrankungsfällen 26 Wochen bis vollständige Genesung eintritt, dabei sind Recidive nicht selten. Manchmal tritt bei sehr schwer erkrankten Thieren plötzlich Besserung und Genesung ein. Ein tödtlicher Ausgang kann oft schon in wenigen Tagen durch heftige blutige oder sulzige Ergiessungen in die Darmwand, durch nachfolgende Darm-lähmung oder durch schnell erfolgende Sepsis eintreten, oder der Tod erfolgt in 23 Wochen durch Fremdkörperpneumonie, Sephthämie mit oft schnellem Verschwinden der Anschwellungen. In anderen Fällen kann die Heilung durch eingetretene Complicationen melirere Monate dauern.
Die Prognose ist für die einzelnen Fälle demnach sehr unsicher. Die Mortalität beträgt 2050 0/o. Günstig zu bourtheilen sind Fälle, wo bei gutem Nährzustande der Thiere die Anschwellungen gering sind, ungünstig, wo geringer Appetit, grosse Ausdehnung der Blutungen und Anschwellungen, sowie schwere Allgemeinerscheinungen nachweisbar sind.
Anatomischer Refund. Die wichtigsten Sectionsergebnisse sind unvollständig geronnenes Blut, Hämorrhagien in den Schleimhäuten und an den serösen Häuten (besonders Nasenhöhle, Kehlkopf, Trachea, Bronchien, Magen, Darm, manchmal auch noch an anderen Organen) oder auch seröse Ergiessungen in die Subcutis, Submucosa und intermuskuläre Gewebe. Je nach den besonderen Complicationen und nächsten Todesursachen ausgedehnte Blutungen in der Milz, Lunge, in den Nieren, im Herzen, in der Blase, Geschwüre der Dickdarmschleimhaut, hämorrhagische Infarcte in der Leber, Peritonitis u. s. w. Die Cadaver gehen schnell in Fäulniss über.
Diagnose. Eine Verwechselung ist im Beginne der Krankheit und auch später möglich u. A. mit Druse, Rotz, Urticaria, einfachen phlegmonösen Hauterkrankungen, malignem Oedem u, s. w. Das Auftreten der zahlreichen Petechien in Verbindung mit den Hautanschwellungen wird jedoch in den meisten Fällen die Entscheidung sichern.
Therapie. In diätetischer Beziehung wird man die Thiere in einen grossen, kühlen Raum mit reichlicher trockener Streu unterbringen, kraftiges Futter (Hafer, Grünfutter) und schon beim Beginn der Krankheit etwas Wein täglich auf Brod verabreichen. Die Krankheit selbst wird man theils allgemein, theils symptomatisch behandeln. Für die allgemeine Behandlung hat sich die von Dieckerhoff empfohlene intratracheale Injection von Jod (Jod 1 g, Jodkalium 5 g, Aqu. dest. 200, davon täglich 2030 g ein- höchstens zweimal injiciren) in vielen Fällen vortheil-haft gezeigt. Vorsicht ist beim Vorhandensein von Lungenaffection nöthig. Daneben empfiehlt Dieckerhoff Kalium (jodatum 1520,0 pro die) mit dem Getränk zur Selbstaufnahme. Zweckmässig wird man im Anfange der Krankheit auch Calomel, Salicylsäure, Ichthyol, Borsäure, Carbolsäure innerlich versuchen können. Symptomatisch werden die äusseren Anschwellungen mit Burow'schcr Lösung
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unter Zusatz von Campher (Campher 50,0, Plumb, acetic. 200,0, Alum. 100,0, davon 1 Esslöffel voll auf eine Flasche Wasser) gewaschen (Dieckerhoff) oder mit einem aus reinem Lehm und Essig hergestellten Brei öfters bestrichen, wobei ich sehr gute Ergebnisse erzielte. Bei grosser Athembeschwerde empfiehlt sich frühzeitig die Traeheotomie auszuführen, umfangreiche Blutgeschwülste in der Haut müssen scarificirt und nachher mit desinficirenden Mitteln behandelt werden.
b) Die Blutfleckenkrankheit beim Rinde.
Beim Binde ist die Blutfleckenkrankheit gleichfalls beobachtet worden. Die Symptome sind im Wesentlichen wie beim Pferde. Besonders, zeigen sich oft starkes Lahm-gehon und Lähmungserscheinungen, ferner starke Blutungen in der Vagina und im Euter. Der anatomische Befund ergiebt ausgedehnte Blutungen besonders am Bauche, an der Brust, zwischen den Muskeln des Rumpfes, wo dunkle und helle Stellen abwechseln, ferner im Euter, in den Synovialhäuton, in den Hirnhäuten, Herzbeutel, im Herzmuskel. Der Verlauf und Ausgang scheint beim Rinde schneller und ungünstiger als beim Pferde zu sein. Therapeutisch wurde Digitalis mit Wein verwendet (Schenkel).
Beim Hunde
kommen nach Friedberger-Fröh ner hämorrhagische Erkrankungen vom Charakter des Morbus maculosus beim Menschen vor, nie aber ein mit dem Petechialfieber des Pferdes übereinstimmendes Leiden.
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XIII. Morbus maeulosus Werlhofii. (Purpura.)
Zuerst von Werlhof beschrieben, fasst man unter diesem Namen eine Reihe verschiedenartiger Krankheitsprocesse zusammen, denen ein Symptom gemeinsam ist, hämlich Hiimorrhngien in der Haut, welche allerdings von verschiedenster Ausdehnung und Grosse, von verschiedenster prognostischer Bedeutung und verschiedenen Ursprungs sind, bei gesunden, kranken und genesenden Personen mit und ohne erhebliche Allgemeinstörungen verlaufen können.
Die Aetiologic ist bisher noch wenig aufgeklärt. Nach Kolb ist der Erreger der Blutfleckenkrankheit des Menschen ein stäbchenfönniger Organimus (Bacillus haomorrlmgicus) mit abgerundeten Enden, von dem meist zwei Exemplare zusammenhängend, ab und zu auch längere Fäden angetroffen werden. Eigenbewegung fehlt den Organismen. Nach Impfungen gingen weisse Mäuse und Kaninchen in 13 Tagen zu Grunde. Dabei zeigten sich Blutungen unter der Haut (nicht an der Injectionsstolle), in den Lymphdrüsen, in den Muskeln, Bauchhöhle; aussordem Milztumor, Leberschwellung. Ein Tropfen Bouillonkultur suheutan oder intraperitoneal genügt zur tödtlichen Infection. Meerschweinchen zeigten sich wenig empfänglich. Tauben bekommen nur örtlich eine necrotisironde Veränderung an der Impfstelle. Hunde bekamen Blutungen in den verschiedensten Organen, zeigten sich jedoch im Uobrigen sehr widerstandsfähig. Auch die Stoffwechselprodukte hatten bei subeutaner Injection bei Mäusen die gleiche Wirkung wie die Kulturen. Die gleichen Ergebnisse erhielt Kolb in drei Fällen echter Blutfleokenkmnkhett des Menschen, Derselbe Bacillenfund und die gleichen Kultur-und Impferfolge konnten nachgewiesen werden.
Babes meint, dass die Blutfleckenkrankheit durch mehrere Bacillen verschiedener Art hervorgerufen wird.
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78nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskrankheiten.
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Die Symptome sind sehr verschieden und man unterscheidet: a) Pupura simplex (kleine, unscheinbare Blutergüsse in die Haut), b) Purpura haemorrhagica (grössere Blutextravasate in die Haut und kleinere in die Schleimhaut); ferner noch Purpura febrilis, non febrilis, rheumatica und Pcliosis1) rheumatica (Schönlein), wobei entzündliche Ergüsse in die Gelenke eintreten. Diese Blutungen in der Haut und Schleimhaut treten ohne nachweisbare Ursache und manchmal verbunden mit inneren Blutungen (Nase, Mundhöhle, Magen, Darm, Gehirn) auf. Dazu gesellen sich Fieber, Gclenkschmerzen, erhebliche Magen- und Dnrmerkrankungen.
Die Diagnose ist erschwert wegen der leicht möglichen Verwechselungen mit Vergiftungen, acuten Infeetionskrankheiten, Hämophilie, Scorbut u. s. w.
Die Prognose ist unsicher, weil durch schwere Ernährungsstörungen und grosse Blutungen tödtlicher Ausgang eintreten kann.
Die Therapie ist bisher ohne wesentliche Erfolge,
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XIV. Tuberkulose2). Tuberkulose im Allgemeinen.
Die Tuberkulose ist eine meist chronisch verlaufende Infectionskrankheit, welche durch den 1882 von Robert Koch entdeckten Tuberkelbacillus hervorgerufen wird, und anatomisch durch die allmählich zunehmende Bildung kleinster, knötchenförinigor, gefässloser, im Verlaufe ihrer Entwickehmg käsig zerfallender Entzündungsherde (Tuberkel) charakterisirl. ist. Die Tuberkulose kommt ausser beim Menschen am häufigsten vor heim Kind, Schwein und Geflügel, seltener bei den Fleischfressern, beim Pferde, bei Ziegen und Schafen. Verbaltnissmässig häufig kommt die Tuberkulose bei den in Gefangenschaft gehaltenen wilden Säugethieren vor (Affen, Löwen, Tigern, Bären, Dromedar, Schakal, Panther), auch bei Nage-thieren und bei Amphibien (Leehner).
Nach den Untersucliungen von Uaumgarten tritt in Folge der Baoillenentwickolung in einen) Gewebe zunächst eine Wucherung der fixen (ievvebszellen ein, welche zur Bildung opitheloider Zellen führt. In den so ontsteliemlen knötchenfönnigen Herden liegen die Ba-cillen theils zwischen den Zellen, thoils in den Zellen selbst. Die wuchernden Zellen sind ein- oder zweikernig, manchmal auch vielkernig (liiesenzellen). Innerhalb der Knötchen konmifc es gewöhnlich nicht zur Bildung neuer Capillaren, dagegen gesellt sich zu der Zeil-Wucherung eine entziindliche Alteration der im Krkrankiiiigsbeziike gelegenen Gefiisso mit nachfolgender Emigration farbloser Blutkörperchen. Der auf der Höhe seinerEntwickelung angelangte Tuberkel bildet ein gmu durchscheinendes, hirsekorngrosses, hartes, mit der Umgebung fest verbundenes Knötchen, welches allmählig eint im Centrum beginnende regressive Veränderung durchmacht. Das Gewebe stirbt ab, der Tuberkel wird undurchsichtig, es tritt Verkäsung oder Verkalkung ein.
Bacleriolojfischcs. Die Tuberkelbacillen sind feine Stabchen von 1,6 bis 3,5 p Liinge, die in den frisch entstandenen tuberkulösen Herden meist einzeln im Gewebe liegen. Eigenbewegung geht den Tnberkelbaolllen ab. Hammel-, Rind- oder Kalbblutsernm eignet sich am hosten zur Kultur. Das Blutserum wird nicht Verflüssigt. Unter 29deg; C. gedeihen die Tuberkelbaoillen nicht, ebenso wachson sie nicht mehr bei-12deg; C. Das Optimum der Temperatur liegt hei !i73laquo;deg; C. Durch direktes Sonnenlicht werden Tuberkelbaoillen in wonigüii Minuten bis einigen Stunden getüdtet. Das zerstreute Tageslicht wirkt, wenn
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i) r) ici)X(u)9n = Blutunterlaufung. #9632;-') tubercnlnm, das Knötchen.
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Tuberkulose.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 79
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auch langsam, in gleicher Weise. Ob eine Sporenbildung hei den Tuhorkelbacillen vorkommt, ist mit Sicherheit noch nicht entschietlen. Eine Vermehrung bozw. Weitcrentwicke-lung der Baeterien ausserhalb des thierischen oder menschlichen Körpers erscheint daher wenig wahrscheinlich. In gewöhnlichem Wasser blieben dieselben 120226 Tage infections-i'ähig (Cadeac, Chautemesse). In einer Verdünnung von 1 :400,000 vermögen dieselben subcutan oder intraperitoneal beigebracht noch Tuberkulose zu erzeugen (Bolli nger-Geb-hardt). Durch Sublimat (1:1000), Jodknliumlösung (6 i 100,0), Creolin- und Carbollösung (5 : 100,0), durch Natronlauge (1 : 100,0) wird getrocknetes Sputum tuberkulöser Menschen in 24 Stunden unwirksam (Galtier). In der Milch worden die Uactorien durch 85deg; C. vernichtet (Bang). Fäulniss, Austrocknen, Gefrieren bis zu 8deg; C. Alkohol vernichtet die Bacillon nicht (Galtier). In dem Auswurfstoffe und in Secrcten eingeschlossen scheint die Widerstandsfähigkeit der Tuberkelbacillen eine bedeutende zu sein. Vernichtet werden sie ferner noch durch trockne Hitze in einer Stunde, durch strömende Wasserdämpfe in 15 Minuten. Für den mikroskopischen Nachweis der Bacillen giebt Johno nach den gebräuchlichsten Methoden fügenden Weg an: Für Deckglaalt;yräpnrato (Aufstrich von Sputum, Caverneninhnlt u. s. w.) die Z iehl-Gabbct'sche Methode: 1. Aufstreichen des bacillenhaltigen Materials in möglichst dünner Schicht auf das Deckglas und lufttrocken werden lassen. 2. Dreimaliges Durchziehen durch die Flamme, bestrichene Seite des Deckglases nach oben gewendet. 3. Aufbringen von Ziehl'scher Ccirbolfuchsinlösung (in 100 g einer 50/oigen Carbolsäurelösung und 10 g Alkohol wird in der Wärme 1 g Fuchsin gelöst; nach dem Erkalten flltriron), so dass die ganze Oberfläche des Deckglases bedeckt ist.
4.nbsp; 34raalige8 Aufkochen des mit der Pincette gehaltenen Deckglases über der Flamme.
5.nbsp; Hinstellen des Präparates durch ca. 5 Minuten. 6. Abspülen mit Wasser und Ablaufenlassen desselben auf Fliesspnpier. 7. Aufbringen von Gabbet'scher Lösung (in 100 g einer 250/oigen wässerigen Schwefelsäuelösung werden 12 g Methylenblau gelöst; filtriren) 12 Minuten je nach der Stärke der gefärbten Schicht. 8. Abspülen mit Wasser, Auflegen des Deckglases (mit der bestrichenen Seite nach unten) auf den Objectträgor, Abtupfen mit Fliesspapier. Für Ge websschnitte die K och-Kb rlich'sehe Methode: 1. Alkobol-solmitte in frisch bereitete Anilinwasserfuchsinlösung für mindestens 12 Stunden bei Zimmer-oder Brutteraperatur einzulegen. 2. Abspülen in einer wässerigen Lösung von Salpetersäure (1 : 4) durch 5G Sekunden. 3. Auswaschen in Alkohol bis zur schwachen Roth-färbung. 4. Nachfärben in wässeriger Methylenblaulösung, 12 Minuten. 5. Auswaschen in Alkohol. 6. Nelkenöl (bezw. Origauumölj, Balsam.
1. Tuberkulose beim Menschen.
Gcschichtlicliea. Schon Hippok rates hat eine gute Schilderung der Schwindsucht der frühere allgemeine Name der Tuberkulose gegeben, die er auf eine Vereiterung der Lungen und der Pleura zurückführte. Baylo führte im Anfange dieses Jahrhunderts die Bezeichnung Miliartuberkel in die Wissenschaft ein und verstand darunter hirsokorn-* grosse, graue, durchscheineiule Knötchen und trennte gleichzeitig tuberkulöse Phtbiso von anderen Schwindsuchtsforinen. Laennec (1819) bezeichnete dann jede Vorkäsnng in einem Organe als vorgeschrittenes Stadium eines tuberkulösen Processes. Gegen diese Aulfassung trat Virchow (1847) auf, der nur dann Verkäsung als durch Tuberkulose entstanden ansah, wenn die Geneso aus submiliaren Knötchen erkennbar war. Villemin (1803) suchte dann die uralte Frage nach der Infectiosität der Tuberkulose auf experimentellem Wego zu lösen, indem er Kaninchen und Meerschweinchen mit dem Sputum von Phthisikern, mit dem Inhalte von Käseherden aus der Lunge u. s. w. impfte. Die Versuchsthiere, welche das Material unter die Haut oder in die Peritonealhöhle eingeführt erhielten, gingen an allgemeiner Tuberkulose zu Grunde, Diese Versuche wurden später von einer sehr grossen Zahl von Autoren (Waidenberg, (Johnheim, Fränkel, Tappeiner, Oharcot, Klebs u. s. w.) modificirt und wiederholt. Die Entscheidung geschah durch lt. Koch im Jahre 18ö'2 durch die Auffindung und den Nachweis der Tubarkelbacillen als alleinige Ursache der Tuberkulose.
Aetlologlei Obwohl nun feststellt, dass ohne Anwesenheit dos Tuberkel-bacillus keine Tuberkulose möglich ist, gehört zur Entwickelung dor Tuberkulose noch das Hinzukommen von Qelegenhelts- und disponirenden Ursachen. Als Eingangspforten (Wege der Infection) können für die Bacillen dienen die
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Infections- und Intoxicntionskrankhfiiten.
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Athmungswege (Inhalation), der Darm (Fütterung), Hautwunden, Uebertragung von den Eltern auf das Kind beim Zeugungsakte oder von der Mutter während des fötalen Lebens durch den Placentarkreislauf. Die Inhalationstuberkulose ist die häufigste und können die Organismen in der Nase, im Rachen, im Kehlkopf, in der Trachea und in den Lungen sitzen bleiben. Die Fütterungstuborkulose ist seltener und kann sowohl durch Selbstinfection der Phthisiker wie auch durch Verunreinigung der Nahrung und besonders durch Genuss roher Milch tuberkulöser Thiere, seltener durch Genuss tuberkulösen Fleisches erfolgen. Ebenso sind Hautverletzungen selten die Eingangspforten der Bacillen. Auch die direkte Vererbung und Uebertragung der Tuberkulose von Eltern auf Kinder und beim Zeugungsakte muss trotz vieler anderer Behauptungen als seltenes Vorkommniss bezeichnet werden gegenüber der erworbenen Tuberkulose. Kinder tuberkulöser Eltern inficiren sich wohl leichter durch die Muttermilch und bei zahlreichen anderen Gelegenheiten in einer tuberkulösen Familie, als durch den Uebcrgang der Bacillen von der Mutter auf den Fötus. Dagegen ist ein phthisischer Habitus oft bei Kindern tuberkulöser Eltern nachgewiesen. Dazu kommen dann individuelle und allgemein disponironde Momente. Bezüglich der individuellen Disposition ist zu erwähnen, duss eine gewisse Immunität einzelner Personen vorhanden ist, obwohl andrerseits Alles, was die Ernährung und Kraft des Körpers beeinträchtigt, die Entstehung der Tuberkulose begünstigen kann. Zwischen dem fünfzehnten und dreissigston Jahre ist die Disposition am grössten. Allgemein disponirend wirken alle Catarrhe des Kehlkopfs, der Luftröhre und der feineren Bronchien, alle mit stärkeren Ernährungsstörungen verbundene Krankheiten, alle die Atbmungsfähigkeit der Lungen einschränkende Krankheitszustände (Verwachsung der Pleuren, Pleuritis, Lungen-Schrumpfung, Bronchitis, Bronchiektasie u. s. w.), ferner erhebliche Herzkrankheiten, stärkere Blutverluste, Störungen der Blutthätigkeit (Chlorose, Anämie, Leukämie, Diabetes), schliesslich ungünstige hygienische Verhältnisse überhaupt. Je mehr Tuberkulöse zusammenwohnen, je schlechter die Ventilation der Wohnungs- und Arbeitsräume, urn so grosser die Ansteckungsgefahr.
Bei der Tuberkulose der Lungen ist zunächst die grosse Häufigkeit derselben bemerkenswerth. Fast '/? aller Menschen soll an Tuberkulose sterben.laquo; Die Aufnahme der Krankheitserreger erfolgt durch die Athmung. Begünstigend wirken die bereits angegebenen Zustände (phthisischer Habitus, Catarrhe, schlechte Ernährung u. s. w.). Die acute allgemeine Miliartuberkulose kommt zur Entstehung, wenn ein stark bacillenhaltiger, tuberkulöser Herd, der oft schon lange besteben kann, zerfällt und Theile desselben in den Blutstrom und von hier plötzlich in zahlreiche Organe des Körpers gelangen. Tuberkulöse Lymphdrüsen, wie auch disseminirte Herde in der Lunge können die Ursache solcher Metastasen sein. Auf diese Weise entsteht auch die Meningitis tuberculosa (Basilar-meningitis), wo sie seeundär auftritt, während Fälle von primärer M. t. ätiologisch nicht immer zu erklären sind. Die Infection der Lymphdrüsen erfolgt in den meisten Fällen von der Schleimhaut aus, seltener von der äusseren Haut. Die Halsdrüsen, Bronchialdrüsen, die Retroperitoneal- und Mesenterialdrüsen erkranken am häufigsten. Die Tuberkulose der Haut kann eine seeundäre sein, wenn von tuberkulösen Erkrankungen anderer Organe (Gelenke, Knochen, Lymph-
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Tuberkulose.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 81
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driisen) eine Infection der Haut und Untorhaut erfolgt, oder eine primäre, wenn entweder gleichzeitig andere Organe erkranken oder nur die Haut allein afficirt ist. Hei Personen, welche Kühe mit Eutertuberkulose melken und Verletzungen an den Fingern haben, ist Hauttuberkuloso an den Fingern nicht selten. Die Hauttuberkuloso verläuft meist unter dem Bilde des Lupus, der bisher als besondere (nicht zur Tuberkulose gehörige) Erkrankung angesehen wurde. Die Tuberkulose der Knochen und Gelenke ist besonders bei Kindern häufig und verläuft sehr langsam. Die Tuberkulose dos Urogonitalapparates kann durch das Blut von anderen tuberkulösen Herden oder auch von der Prostata, Blase und den äusseren Geschlechtsorganen aus erfolgen. Die Tuberkulose dos Peritoneums ist meist chronisch und oft mit Tuberculose der Pleura, des Pcricardiums, der Lungen oder des Gehirns verbunden. Eine Infection kann indirekt durch die Blutbahn von tuberkulösen Herden (Lunge, Kehlkopf, Geschlechtsorgane) oder direkt durch tuberkulöse Darmgeschwüre, tuberkulöse Mesenterial- und Eetro-peritoncaldrüsen. u. s. w. erfolgen.
Symptome und Verlauf. Bei der chronischen Lungenschwindsucht, entwickeln sich die klinischen Erscheinungen meist sehr langsam und sehr verschieden. Meist ist der trockene Husten eines der ersten und quälendsten Symptome, dazu gesellt sich mehr oder weniger reichlich Auswurf, dem manchmal Blut beigemischt ist, herrührend von Lungenblutuugcn, die in allen Stadien der Phthise vorkommen. In dem Sputum kann man als entscheidend für die Diagnose die Tuberkelbacillen nachweisen, daneben auch elastische Fasern. Schmerzen auf der Brust oder in den Seiten treten ebenfalls oft auf, in anderen Fällen sind die Lungonerscheinungen sehr gering, dagegen zeigen sich Blässe, Kurzathmigkeit, Mattigkeit, Appetitmangel, Herzklopfen, Abmagerung u. dgl. Oft entwickeln sich diese Erscheinungen plötzlich bei gut genährten Personen und nach scheinbar geringfügigen Gelegenheitsuisachen. In höhorou Graden treten continuirliches hohes Fieber, Abmagerung, Anämie und Hautverfärbung, nervöse Störungen, multiple Neuritis, Nachtschweisse und starke Hyperästhesie der Haut auf.
Bei der acuten allgemeinen Miliartuberkulose sind die Erscheinungen sehr verschieden, je nachdem die Lungen oder andere Organe vorwiegend Sitz der Erkrankung sind. Frühzeitig bemerkt man Athemfrequenz (Bronchitis), mittleres oder hohes Fieber, beschleunigten Puls, blasse, evanotische Gesichtsfarbe. Daneben oder später können Gehirnerscheinungen und Verdauungsstörungen auftreten. Gewöhnlich ist auch die Milz stark vergrössert. Bei der Meningitis tuberculosa zeigen sich verschiedenartige Erkrankungen der Augen (Nystagmus, Ptosis, Amaurosis, Chorioiditis, Stauungspapille), Erkrankungen des Gehörs (Schwerhörigkeit, Ohrensausen, Ohrenklingen). Im Bereiche des Trigeminus werden Anästhesien und Neuralgien, im Facialisgebiot klonische und tonische (Konvulsionen und Paresen wahrgenommen. An den Extremitäten sind zuweilen Hemiplegien nachzuweisen. Beim Lupus entstehen in der angrenzenden Schleimhaut rothe oder rothbraune ins Coriuni hineinragende Knötchen, die später zerfallen und zur Geschwürsbildung mit späterer Abschilferung und narbiger Atrophie führen. Gesicht, Nase, Wangen-gegend werden am häufigsten, seltener die Schleimhaut des Mundes, Ilachens und Kehlkopfs ergriffen. Der Lupus beginnt meist in den Kinderjahren und kann
SchnoidomUlli, Vorgl. Puthologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 6
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liii'octions- und Lntoxicatioiiskrankliciten.
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ohne Mitorkrankuiig anderer Organe viele Jahre besteben bleiben. Bei Tuberkulose des Peritoneums sind die SymjHonie wenig obarakterlstisob; Bei Kindern wird tuberkulöse Peritonitis als Begleiter der Tabes mosaraiea beobachtet,
Der Verlauf der Tuberkulose ist sehr verschieden und abhängig von dem Orte und der Ausbreitung des tuberkulösen Processes. In den Lungen kann die Tuberkulose manchmal in wenigen Wochen und Monaten beide Lungen zerstören, in anderen Fallen kann der Process stillstehn, jahrelang nur langsam fort-sehreilen. Im ersteren Falle kann oft nach einigen Monaten hei hohem Fieber und schnell eintretender Abmagerung der Tod eintreten (Phlliisis fiorida, galoppirende Schwindsucht). Wo ausgedehntere Erkrankungen der Lungen stattgefunden haben, tritt meistens tödtlicher Ausgang ein. Bei der acuten, allgemeinen Miliartuberkulose ist die mittlere Dauer 3 4 Wochen, doch kommen auch Schwankungen von einigen Tagen bis zu einigen Monaten vor. Bei der Meningitis tuberculosa ist die Dauer gleichfalls sehr verschieden.
Anatomlsolier BeflUld. Beim acuten Verlaufe des Processes finden sich in der Lunge über die ganze Schnittfläche zerstreute, mohnkorngrosse, grau durch-scheinende Knötchen Miliartuberkel, meist in tier Nähe der Blutgefässe (em-bolische Tuberkulose). Die Wand der Blutgefässe ist vielfach verdickt, die Bron-chialdriisen sind vergrössert. An anderen Stellen der Lunge finden sich durch Confluenz der Tuberkel ausgedehnte Infiltrate. In anderen Fällen ist der Process von den Bronchien ausgegangen; die Schleimhaut und das poribronchitische Gewebe sind verdickt. An anderen Stellen sieht man käsigen Zerfall der Herde, erweiterte Bronobialwand und Zerfall der tuberkulösen Infiltrate (bronebieotatische Cavernen); es wechseln ferner atoleclatische, emphysematös erweiterte, ödematös infiltrirte Stellen mit einander ab. Entstandene Cavernen können durch feste Schwielenbildung, wobei die befallene Lunge schrumpft, von der Umgebung abgegrenzt werden. Durch die käsigen Zerfallsvorgänge werden oft Gefässe eröffnet und Lungenblutungen hervorgerufen. Aussei' den speeifisch tuberkulösen Veränderungen finden sich gelegentlich Zeichen der catarrhalischen Pneumonic, der croupösen oder Des-, (juamativpneunionic (Buhl's), je nachdem das pneumonischo Exsudat schleimiggallertig, rein fibrinös oder vorzugsweise aus abgestossenen Alveolenepithelien bestellt. Regelmässig ist auch die Pleura bei der Tuberkulose miterkrankt. Das Herz zeigt häufig Dilatation des rechten Ventrikels und fettige Degeneration seiner Muskulatur. Im Blute werden die Tuberkelbacillen manchmal gefunden. Bei der acuten allgemeinen Miliartuberkulose lokalisirt sich der Process am häufigsten in der Leber, in den Lungen, in den Nieren, im Darme, in der Milz und in der Pia maier; seltener im Peritoneum, in der Pleura, in dem Knochemnarke, in der Dura, in dem Qehime, ausnahmsweise im Pericard, Magen, Schilddrüse, Genitalapparat und Muskeln. Sind die Meningen ergriffen, so finden sich auch Miliartuberkel in der Chorioidea, Iris und Betina. Bei der Meningitis tuberculosa ist vorzugsweise die Gehirnbasis ergriffen, daneben auch die Konvexität. In der Umgebung der Tuberkel sind meist stärkere entzündliche Erscheinungen und ein serös-eitriges Exsudat, besonders reichlich an der Gehirnbasis nachzuweisen. Bei der Tuberkulose des Peritoneums konnnt oft eine adhäsive Peritonitis vor, wobei sich in den l'seudomembranen reichlich Tuberkel
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Tuberkulose.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;83
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cntwickpln. In anderen Füllen sind sowohl dns Peritoneum, das Her/,, Leber und Milz mit kleineren und grösseren Tuberkeln besetzt. Nftoh längerer Erkrankung ist gleichzeitig Verdickung und Schrumpfung am Herz und Peritoneum nachzuweisen, Fnst regelmässig sind die Mesenterial- und lletropentonealdrüson gesehwollen. Oft bestellt Ascltes und amyloido Entartung der Nieren und der Milz. Bei der Tuberkulose des Darmes sind die solitäron Follikel und die Peyer'scben Plaques Prädilectionsstellon für die Lokalisation des tuberkulösen Processes. Durch Fortscbreite)i der zelligen Infiltration auf Submucosa und Muskularis entstehen tiefe Geschwüre, die zur Darinperforation und Peritonitis führen können,
IMagnose. Die Diagnose wird in allen Fällen sicher gestellt sein, wenn die Bacillen im Sputum nachgewiesen sind, dagegen wird man aus ihrem Fehlen keinen bindenden Sohluss auf ihre Abwesenheit in der Lunge ziehen dürfen. Auf andere verdächtige Momente für das Vorhandensein der Tuberkulose in den einzelnen Organen soll hier nicht eingegangen werden,
Prognoselaquo; Der allergrösste Theil der an Tuberkulose der Lunge leidenden Menschen stirbt an der Krankheit und nur ein kleiner Bruohtheil wird geheilt. Bezüglich der Tuberkulose anderer Organe hängt die Prognose von zahlreichen Umständen ab, die in jedem Falle besonders erwogen werden müssen. Heilungen von allgemeiner acuter Miliartuberkulose kommen selten vor. Ebenso ungünstig ist die Prognose der tuberkulösen Meningitis, der Tuberkulose des Darmes und des Peritoueums.
Therapie. Die Therapie wird zunächst prophylactisoh sein müssen. Vor allen Dingen Vernichtung der von Tuberkulösen in die Aussenwelt beförderten Bacillen, entsprechende Erziehung der von tuberkulösen 10! tern Abstammenden (kräftige Ernährung, Abhärtung u. s. w.), entsprechende Berufswahl der hereditär Belasteten, Vermeidung des Genusses der rohen Milch von tuberkulösen Thieren, Die medicamentöse Behandlung kann, da es ein Specificum gegen die Tuberkulose noch nicht giebt, nur eine symptomatische sein, Gegen die ontzündlicben Voränderungen auf der Bronchialscbl ei mbaut wird fortgesetzter massiger Gebrauch von Terpenthiuöl (10 30 Tropfen täglich in Milch) empfohlen) auch als Inhalation; ebenso (Jreosot (0,8 1,5 g täglich, allmählich steigend in Kapseln mit verschiedenen Znsätzen | Lebertbran, Tolubalsam]), Morphium bei Husten, Schmerz und Schlaflosigkeit Gegen holies Fieber sind Antipyretica wie Chinin, Antipyrin etc, von Vortheil, Gegen die Naohtschweisse werden kalte Abreibungen, Atropin (0,00050,001), Agaricin, Pikrotoxin (Abends 0,0080,01 in Lösung oder in Pillenform), Milch mit Cognac, empfohlen, Eingetretene Hämoptyse wird durch Bettruhe, Eisblase, Verschlucken von Eisstüokohenj Morphium, Ergotin (subeutan 0,10,6 mehrmals täglich) Sclerotiusäure, auch durch Kochsalz (mehrere Thcelöffel mit quot;Wasser) behandelt.
2. Tuberkulose bei Thieren.
Es ist schon erwähnt worden, dass unter den Thieren die Tuberkulose sehr häufig beim Rind, Schwein, Geflügel, ferner bei den Fleischfressern und beim Pferde, sowie bei Ziegen und Schafen beobachtet wird, Ausserdem kommt die Tuberkulose sehr häufig bei zahlreichen in der Gefangenschaft gehaltenen wilden
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8inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infections- und Intoxicationskraiikheiten.
Säugethieren vor. Dio wichtigste Beprflsentantiu der thierischen Tuberkulose ist
die Tuberkulose des Rindes.
a) Die Tuberkulose des Kindes.
GtaSohlolltliobeSi Von den beiden Ilnuptformen der Tuberkulose des Rindes, die der Lungeraquo; und die der serösen Hiiutc, welclie bisher nicht als zusammengehörige Kraukheits-processo aufgefasst wurden und doshalb auch verschieden bezeichnet wurden, ist die Luugeu-t u berkulose die historiseli ältere. Von älteren Autoren wurde dieselbe als Lungensucbt, Lungenfttule, Luugenscbwindsucbt, Grannigsein, Phthisis pulmonum ulcorosa bezeichnet. Schon im III, Buch Moses (C. 22, V. 8) werden die Kraukheitserscheinungen erwähnt und von Seilwindenquot; (Scbäbigsein, Dürre) des Rindviehs gesprochen. Columella (40 n, Ohr.) beschreibt als Lungenversohwttrung des Rindes exuiceratio pulmonie dieselbe Krankheit. In späteren Jahrhunderten ist die Krankheit meistens als Lungenschwindsucht bezeichnet worden. Spinola (1858) trennte dann die eigentliche Lungentuberkulose von nn-deren entzttndlichen Prooessen der Lunge. Virchow (1856) bestritt die Identität der Tuberkulose des Menschen und der Thiero und übertrug sebr unzwecknuissig den bisher nur für die knotenfönnigen Neubildungen auf den serösen Häuten üblich gewesenen Namen Franzosenkrankheit oder Perlsuobt auch auf die im Inneren der Organe vorkommenden, bisher als Tuberkel bezeichneten Neubildungen. Unrichtig war dann auch die Meinung Virchow's, dnsa die l'erlsucht der Tbiere mit den Lyinpbosnrkonien des Menschen in Parallele zu stellen sei.
Ueber das Wesen der auf den serösen Häuten vorkommenden Form der Tuberkulose, der noch jetzt öfters als l'erlsucht bezeichneten Krankheit, waren die Ansichten lange Zeit sehr verschieden, wie die zahlreichen Namen (Stiersuoht, geile Sucht, Monatsreiterei, iJrunnnel, Traubenkraukbeit, Meerlinsigkeit, Finnigsein, Satyriasis, Pcrlsucbt, Hirsesucht, Zäpflgkeit, Kindsbaniineu, Franzosenkrankheit, Luatseuche, Venerie, Unreinigkoit) beweisen. Franzosenkrankheit wurde die l'erlsucht schon seit dem 15. Jahrhundert, genannt, weil man (nacli Ur au mann) annahm, dass sie syphilitischen Ursprungs und durch Sodomie auf Tbiere übertragen sei. First, Ende des 18. Jahrhunderts wurde diese Auffassung durch Kreisphysious Heim, Graumann und Cersting in Hannover energisch bekämpft, llaubner, Spinola und Gerlacb vertraten dann am consequentesten den Standpunkt der Identität der Procosse auf den serösen Häuten und in der Lunge, In neue Hahnen wurde dio Tuljerkuloseforschung durch dio vonVillemin (IBGö) verölfentlichten Resultate seiner Versuche gelenkt. V ill ein in stellte folgende Sätze auf: 1. Die Tuberkulose ist eine specillsclie Affection; 2. sie hat ihre Ursache in einem impfbaren Agens. 3. Impfungen von Menscbea auf Kanineben gelingen gut; 4. Die Tuberkulose gehört demnach zu den virulenten Krankheiton. Nunmehr wurden von zahlreichen Autoren Uebertragungsversnche in ausgedehnter Weise vorgenommen, Klebs und später Gor lach sowie in Frankreich Chau-voau machten (18()8) Fütterungsversuohe und betonten die Gefährlichkeit des Genusses der Milch und dos Fleisches tuberkulöser Tbiere. Mit der Entdeckung des Tuberkelbacillus durcli R.Koch (1882) war die Frage sowohl der Identität der thierischen und menschlichen Tuberkulose als auch der Möglichkeit dor Uebertragung der Krankheit von Thier auf Mensch und umgekehrt entschieden.
Vorkommen und Verbreitung der Rindcrtuberkulose. Die Tuberkulose ist die veibreitetste Rinderkrankheit und kommt gegenwältig fast auf der ganzen Erde vor. In Gegenden mit lobhaftem Viehverkehr, mit hochentwickelter Viehzucht und in der Umgebung grosser Städte nimmt die Krankheit augenscheinlich zu. Weniger bemerkt wird sie in den Polargegendcn, in den Steppengegenden, in abgeschlossenen vom Verkehr wenig berührten Gegenden, wo ausschliesslich eigene Zucht betrieben wird. Dementsprechend ist der Procentsatz der tuberkulösen Rinder in den einzelnen Gegenden ein sehr verschiedener und schwankt zwischen 2700/o und darüber. F'erner erkranken Niederungsrassen häufiger als Gebirgsrassen; Stallvieh öfter als Weidevieh; weibliche Thiere sehr viel häufiger als männliche; Milcbthiere häufiger als Zugthiere, ältere häufiger als jüngere. Nach den vom kaiserlichen Gesundheitsamt zusammengestellten ungefähren Ermittelungen über die Verbreitung der Tuberkulose im Deutschen Reiche während der Zeit vom October 1888 bis October 1889 waren etwa 60*/o aller tuberkulösen Rinder über 6 Jahre alt; 3i50/o waren im Alter von 36 Jahren; ll0/o im Alter von 13 Jahren, l0/o nur unter 1 Jahr alt und 0,40,l0/o unter 6 Wochen. Unter einer Million von Kälbern, welche in den Jahren von 1878 1882 in München geschlachtet wurden, waren nur 5 mit angeborener Tuberkulose
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(Friedberger-Fröhner). Unter 370,000 Kiilbom, die im Jahre 1888/89 in Preusson gescblaclitot wurden waren nur 7li tuborkiiliis. Unter 170,000 Kälbern, welche in zwei Jahren (188587) in dem Sohlaohthause zu Berlin gesoblaohtet wurden waren 18 tuberkulös. Unter 7,095 unmittelbar nach der Geburt in Elel gesohlaohteten Kalbern war ein tuberkulüses. Ferner waren unter 81,265 (1888/89) in den Schlnclitliäusern des Deutschen Reicheraquo; geschlachteten Bullen 2,155 tuberkulös; unter 141,291 Ochsen 5,410; unter 218,570 Kühen 17,080 und unter 43,740 geschlachteten Rindern 705 tuberkulös. Von 51,377 Fällen von Tuberkulose bei Kühen waren 22,279 im Alter von 6 Jahren und darüber, 16,993 waren im Alter von 86 Jahren und 5,852 im Alter von 13 Jahren.
Baoteigt;iologl8obeslt; Das Wichtigste ist bereits oben mitgetheilt worden.
Aetiologic. Unter Bezugnahme auf das über die Entstehung der Tuberkulose dos Menschen bereits Gesagte möge für die Tuberkulose des Kindes noch folgendes erwähnt sein. Die Entstehung der Tuberkulose erfolgt am häufigsten durch Ein-athmung der in der Stalluft vorhandenen Tuberkelbaoillen, welche durch die Sputa kranker Tbiere nach aussen gelangen, eintrocknen und sich staubforinig der Stalluft beimengen. Ho inficiren sich die Nachbarn kranker Thiore am häufigsten und so kann durch ein neueingestelltes tuberkulöses Bind ein gesunder Viebstannn mficirt werden. Durch die Y erdnuun gswege kann die Infection gleichfalls erfolgen, wenn gesunde Tbiere kranke, auf deren Haut sieb die Organismen finden, belecken ; wenn Kälber die Milch tuberkulöser Iviibe direkt oder überhaupt unge-kooht aufnehmen und sicli sowohl durch die Milch, wie auch durch die in der Umgebung der ötrichöffnung vorhandenen Organismen inficiren; oder wenn gesunde Tbiere Futter aufnehmen, das von kranken Thieren verunreinigt ist oder auf welches sich die etwa in der Stalluft vorhandenen Organismen abgesetzt haben. Auch durch Aufnahme von Molkereiprodukten (Molken, Butter, Käse), welche von tuberkulösen Thieren stammen, kann die Tuberkulose verbreitet werden; ebenso durch Yerftttterung der centrifugirten Milch, welche gleiche Abstammung hat, an Kälber. Schliesslioh kann die Tuberkulose auch angeboren und durch die Begattung von dem männlichen auf das weibliche Thier und umgekehrt übertragen werden. Ist auch diese Art der Entstehung der Tuberkulose bei einem Tbiere durch fötale oder conceptionello Infection durch die Erfahrung und den Versuch als erwiesen anzusehen, so ist ebenso sicher statistisch nachzuweisen, dass auf diese Weise die Tuberkulose selten entstellt und verbreitet wird. Die angeblich oft beobachtete Infection eines gesunden Viehstammes durch einen kranken Bullen erfolgt sicher häufiger durch Cohabitation als durch Uebergang von Tuberkelbaoillen vom Hamen auf das Ei der weiblichen Tbiere während der Begattung. Viel häufiger dürfte auch eine direkte Infection durch die erkrankten äusseren Geschlechtsorgane erfolgen, besonders wenn ein gesunder Bulle in schneller Aufeinanderfolge zuerst eine an Uterustuberkulose erkrankte Kuh und dann gesunde Kühe bespringt. Ebenso kann im Augenblick der Geburt noch cine Infection gesunder Kälber erfolgen falls eine tuberkulöse Erkrankung der Geburtswege vorhanden ist. Demnach kann der sog. parasitären Erbliohkeit der Tuberkulose keine besondere Bedeutung mehr zukommen, wohl aber, wie beim Menschen, die Vererbung einer Disposition, die in einer C'onstitutionsauonialic (ererbte, krankhafte Hebwäche, geringere Widerstandsfähigkeit der Gewebe) und theilweise in einer anatomischen Anomalie (enger Brustkasten) Ausdruck findet. Noch wichtiger als die ererbte Disposition ist die erworbene, die allgemeine l'riidi spos ilion, welche durch verschiedene
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8Gnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infections- und Intoxioiitionskrankheitoii.
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Umstände hervorgerufen und in vielen Fällen erst entscheidend ist für das Entstehen iler Tuberkulose bei einein Kinde. Eine solche Prädisposition wird erworben durch sohleohte Ernährung, durch dauernden Aufenthalt in schlecht vcntilirton und überfüllten Stallungen (hiebei wird durch die oberflächliche und unvollkommene Allunung die Ansiedlung der Tuberkelbaoillen in den abhängigen und beengten Theilen der Lunge erleichtert), durch alle Umstände, welche die Körperconstitution der Tliiere im Allgemeinen und die Athmungsfähigkeit der Lungen im Besoudern zu schwächen geeignet sind (fortgesetzte Inzucht, Verfeinerung und Veredelung der Rassen, ausgiebige Milchproduktion und gleichzeitige Verwendung der Thiere zur Zucht besonders bei Stallhaltung), sohliesslich durch oatarrhalisohe Affeotionen jeglicher Art, welche sich auf der Kespirationsschleinibaut lokalisiren. So wird in einzelnen Gegenden z. B. durch Hüttenrauch zunächst eine entzündliche Affection der Bespirationssohleimhaut hervorgerufen, welche die Ansiedelung der Tuberkelbacilleu begünstigt und so eine chronische (Inhalations-) Tuberkulose hervorruft (Johne). Nicht sicher nachzuweisen, wenngleich anzunehmen, ist eine [nfection der Hinder durch tuberkulöse Menschen, deren Sputum (beim Warten und Pflegen der Thiere) ebenfalls In den Stall gelangen und der Luft beigemengt die Thiere in demselben infi-ciren können. Obwohl ferner das Eindringen der Tuberkelbaoillen durch die intacte Schleimhaut und äussere Haul anzunehmen ist, wird besonders von der äusseren Haut die Infection durch kleine Verletzungen begünstigt und in den meisten Fällen erst möglich,
Symptome. Im Beginne der Krankheit fehlen nachweisbare Störungen der Gesundheit bei den Tbieren vollständig. Selbst bei hochgradiger Tuberkulose, besonders beim Sitze derselben in den serösen Häuten, bleiben die Thiere oft; nicht allein gut genährt, sondern erreichen sogar einen sehr guten Mastzustand (früher fette Franzosenquot; genannt). Im weiteren Verlaufe können nun neben den örtlichen Krankbeitserscheinungon auch allgemeine Störungen sich zeigen, besonders: zunehmende Abmagerung bei unverminderter Presslust, glanzloses Haar, Blässe der Schleimhäute, später geringes Fieber ohne nachweisbare Ursache, andauernde Diarrhöe u. s. w. Die lokalen Krankheitserscheinungen sind je nach dem Sitze des Processes verschieden. Bei der Lungentuberkulose zeigt sich kurzer, trockener, matter, später quälender Husten, der besonders nach dem Aufstehen, nach der BewosunS' und nach der Getränkaufnahme stärker wird. Ausserdein stellt sich erschwerte und beschleunigte Athmung ein. Die physikalische Untersuchung der Lungen orgiebt bei der Percussion ungleichmässige Dämpfung in den unteren Lungenabschnitten, bei der Auscultation abgeschwächtes oder theilweise ganz unterdrücktes vesiculäres Athmen; manchmal sind auch Rasselgeräusche und Bronchialathmen hörbar. Auswurf ist in den ersten Stadien selten und später oft nur und daini mit Kasemmsfluss manchmal vorhanden, wenn Erweichung von Tuberkelherden und Dnrclibruch derselben in die Bronchien stattgefunden hat. In einzelnen Fällen zeigt; sich auch chronische Tympanitis, Dyspnoe, Kolik. Bei Tuberkulose der serösen Häute sind charakteristische Zeichen oft lange Zeit überhaupt nicht nachweisbar. Bei Tuberkulose der Pleura sind öfters Husten, Schmerzäusserung heim Druck auf die Brustwandungen, Atliembeschwerden, ausgedehnte Dämpfung, Reibungsgeräusche nachzuweisen. Sind die serösen Uoherzüge
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der Gonitiilorgane ergriffen, so beobachtet nuiii häufig Btiersuoht, Abortus bei sonst sehr gutem Nährzustande. Ist das Bauchfell ia grosserlaquo;' Ausdehnung erkrankt, so sind die meist erheblich in Mitleidenschaft gezogenen Lymphdrüsen am Pausen von aussen zu fühlen. Hei allgemeiner Tuberkulose sind auch die Ohr-, Kopf-, Hals-, Leisten-, Kniefalten*, Euterdrüsen als knotige Ansohwellungen ftusserlioh fühlbar. Hei Gehirntuberkulose, die seltener primär auftritt, zeigen sich die Erscheinungen der Gehirnentzündung (Aufregung, Krämpfe), später oft Bewusst-losigkeit, epilepti forme Anfälle, Stumpfsinn und Lähmungen; bei Tuborku lose d e r R ü o k e n m a r k h ä u t e zuerst unsicherer tappender Gang, später Kreuzlähmung; bei Eutertuberkulose, die In der Hegel secundiir auftritt, beobachtet man in späteren Stadien feste und derbe, schmerzlose Schwellung meistens der hinteren Euterviertel, dabei ist die Milch anfänglich normal, später dünn, wässerig und flockig, die zugehörigen Lymphdrüsen sind häufig stark vergrössert. Ausserdem kommt auch Tuberkulose der Haut, der Knochen, Gelenke;, Leber, Nieren, Milz und der Augen vor.
Verlauf. Der Verlauf der Tuberkulose ist (von der acuten Miliartuberkulose abgesehen, die selten vorkommt) ein sehr ohronisoher, Mehrere Jahre können besonders bei älteren Thieren vergehen, ehe der Tod eintritt.
IJiagnosc. Die klinische Diagnose ist nach den Krankheitsersoheinungen nur sehr selten und bei weit vorgeschrittenem Processe mit Sicherheit zu stellen; meist ist nur eine Wahrscbeinlichkeitsdiagnoso möglich. Ebenso ist der bacterio-logische Nachweis der Tuberkelbacillen nur in einer kleinen Zahl von Fällen im Leben der Thiere zu erbringen. Dagegen ist nach allen Versuchsergebnissen der Neuzeit die nach der Einspritzung von Tuberkulin eintretone Temperaturerhöhung in der Kegel ein Zeichen des Vorhandenseins der Tuberkulose. Im Uebrigen sind Verwechselungen mit Lungenseueho, Blasenwünuer, Actinoniycose in der Lunge und mit anderen chronischen Lungen- und Darmkrankbeiten möglich, die durch Tuberkulininjectionen am ehesten zu vermeiden sind. Auch Ueberimpfungen mit der Milch, mit dem Scheidensecret, mit exstirpirten Lymphdrüsen auf Meerschweinchen können für die Sicherstellung der Diagnose Vorwertbung finden.
Das von U. Koch zuerst dargestellte T uberkul in ist ein tdyoei'iuoxtrnet der Stoffwechselprodukte von Reinkulturen ilor Tuberkelbacillen und erzeugt, sttbouton tuberkulösen Bindern eingespritzt eine Tomperatursteigening, welche in der 6.18. Stundo eintritt, 312 Standen anhält, in der 9.18. Stundo ihre griisste Höhe erreicht und mit Ablauf von 24 Stunden gewöhnlich verschwunden ist (Siedamgrotzky), während bei gesunden Thieren eine Temperatursteigei'Ung gewöhnlich ausbleibt. Das Tuberkulin wird je nach der Grosso der Thiere in Doson von 0,30,5 g, bei Jungvieh 0,1 g, mit der zehnfachen Menge l/90/o Carbolwusser verdünnt verwendet. Nachdem am Tage vorher die normale Temperatur bei dem betreffenden Thiere früh, mittiigs und abends festgestellt ist, macht man am besten am nächsten Tage früh mittelst l'ra vaz'achor Spritze die Injection an einer Seite des Halses. Dann ist die Temperatur zuerst dreistündlich und von der 6.18. Stunde nach der Injection zweistündlich festzustellen. Tritt nach der Injection eine Tem-peratursteigernng über 1,1deg; oder über 40deg; C. ein, so kann das Vorhandensein der Tuberkulose angenommen weiden; bei Steigerungen bis 1deg; ist Tuberkulosenverdacht sehr begründet und die Impfung mit stärkerer Dosis zu wiederholen, tritt keine oder nur sehr geringe Temperatursteigerung ein, so kann man annehmen, dass die Thiere tnberkulosefr sind. Etwa 1012% tuberkulöser Thiere rengiren auf dio Injectionen nicht und etwa ebensoviel reagiren und sind nicht tuberkulös. Als Folge bezw. Nachtheilo der geimpften Thiere sind bisher beobachtet: Milchverlust, vorübergehendes Vorschwinden der Conceptions-neigung, (iehirntuberkulose. Darmtnbcrkiilose, Lnngenödein.
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Infections- und Intoxicationskrankheiten.
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Anatoinisclioi' Itcfund. Die anatoniischeu Veriiiidcrungeu bei der Tuberkulose des Kindes sind am häufigsten in der Lunge und in den serösen Häuten imcbziuvoisen. Xaeli Lydtin, Goering, Adam u. A. sind etwa in der Hälfte aller Fälle die Lungen und die serösen Häute gleichzeitig tuberkulös, in etwa ein Drittel die Lungen allein, in etwa ein Fünftel nur die serösen Häute. Gleichzeitig mit der Lunge und den serösen Häuten erkranken stets die zugehörigen Lymphdrüsen. Eci gcnenilisirter Tuberkulose können sämmtliche Organe des Körpers tuberkulöse Veränderungen zeigen. In der Lunge des Kindes tritt die Tuberkulose meistens als käsige Fneumonie, selten als ombolische Miliartuberkulose auf, daneben Misehfonnen. Bei der acuten ombolischen Miliartuberkulose findet man hirsekorn- bis stecknadelkopfgrosse, anfangs grauweisse, wenig durchscheinende, später verkäsende, gelbweisse, feste Knötchen im anfänglich normalen, später entzündlich-ödematösen Lungengewebe. Bei der käsig-pneumonischen Form der Tuberkulose entstehen grössere und kleinere käsige Herde und Cavernen mit thcils käsigem und bröckeligoin, theils schmierigem oder eitrigem Inhalte. Daneben sind die Erscheinungen einer chronisch indurirenden Pneumonic nachzuweisen, erkennbar an der Carnification und Schrumpfung des Lungengewebes. Die Schleimhaut der Bronchien ist oft im Zustande des Catarrhs und enthält dann tuberkulöse Herde. In anderen Fällen ist eine Peribronchitis tuberculosa nodosa durch Ausbreitung des Processes in die Umgebung der Bronchien nachzuweisen. Die Tuberkulose des Prust- und Hauchfelles beginnt mit der Bildung grauer, grauweisser oder gelblicher, später undurchsichtiger Knötchen. Durch Aneinanderlagerung und Verschmelzung derselben bilden sich bis faustgrosse knotige Geschwülste oder dicke, plattenartige Massen, die sehr derb und fest werden. Dieselben verkalken später im Centrum und bestehen dann aus einer bröckeligen, mörtelartigen Masse. Bei aeutem Verlaufe liegen die kleinen Knötchen in dem Gewebe der Serosa subendothelial eingelagert. Ist das Brustfell erkrankt, so sind regelnlässig die vorderen und hinteren Mittelfelldrüsen erkrankt, welche nicht selten den Schlund einfassen, coinpriniiren und so chronische Tympanitis erzeugen (Johne). Von anderen Lymphdrüsen des Körpers, die noch in Mitleidenschaft gezogen werden können, sind zu nennen: die Kehlgangslymphdrüsen, die Lymphdrüsen in der Parolisgegend, die oberen, mittleren und unteren Halslymphdrüsen, die Bug-, Achsel- und Ellenbogendrüsen, die Leisten-, Kniefalten-und Kniekelilenlymplidrüsen, die äussei'cn Darmbeindrüseu und die Lumbaldrüsen. Die Mediastinaldrüsen können manchmal Tumoren von i J2 m Länge werden. Bei der Tuberkulose der serösen Häute kommt es oft zur Fntwickelung verschiedener Gebilde, die buhl eine traubige, blumenkohlartige, bald eine maulbeerförmige Gestalt haben. Das Gesannntgewicht der tuberkulösen Neubildungen kann 40 kg und darüber betragen. In der Leber tritt die Tuberkulose theils als acute miliare embolisohe.Tuberkulose (zahlreiche kleine Knötchen), theils als chronisch embolische Tuberkulose (spärliche erbsengrosse Knötchen), thcils ähnlich den Veränderungen bei der käsigen Pneumonic (bis wallnussgrosse, speckige Conglomerate) auf (Johne). In der Milz beobachtet man nur acute oder chronische embolische Tuberkulose. In den Nieren konnnt entweder eine neute oder chronische embolische Tuberkulose vor, wobei im ersten Falle- zahlreiche kleine Knötchen in der Rinde, im letzten
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Tuberkulose,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;89
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Falle meist längliche in der Richtung der Hiirnkaiiälchen verlaufende Herde in beiden Nieren vorhanden sind, oder es geht der Process von den Geschlechtsorganen auf das Nierenbecken über, befällt nieist nur eine Niere und geht von den Papillenspitzen des Nierenbeckens in die Markkegel, In diesem Falle entstehen oft Cavernen in den Nieren (Johne). Tuberkulose des Uterus und der Tuben ist verhältnissniässig häufig und schliesst sich meist an eine abdominale Tuberkulose an, Tuberkulose der Ovarien ist ebenfalls nicht selten, wobei diese Organe manchmal in bis kopfgrosse, zahlreiche käsige Herde enthaltende Tumoren umgewandelt sind. In der Scheide, im Hoden, Samenleiter, in der Harnröhre und in der Vorhautschleimhaut des Penis kommen tuberkulöse Herde öfters vor (Johne-Eber). Ebenso im Darme, seltener im Lab-und Blättermagen, Sehr oft entwickeln sicli tuberkulöse Herde unter der Muoosa und Serosa des Magens und Darmes. Im Euter kommt die Tuberkulose primär und seeundär vor. Hochgradig erkrankte Euter erreichen oft ein Gewicht von 20 kg. Die supramammären Lymphdrüsen sind bei Eutertuberkulose stets ver-grösserl, verhärtet und verkäst (Johne). Im Gehirn und Kücken mark ist Tuberkulose sehr häufig; sowohl in der Pia als in der Gehirn- und Riickenmark-substanz selbst und an der Innenwand der Ventrikel finden sich tuberkulöse Veränderungen (acute, embolisoh-miliare Tuberkulose); in anderen selteneren Fällen entwickeln sich in der Gehiriisiibslanz haselnuss- bis hühneivigrosse käsige Knoten {chronisch-enibolische Tuberkulose). Ausserdem kommen tuberkulöse Veränderungen vor im Auge (Iris- und Chorioidealtuberkulose); in der Muskulatur (kleinere und grössere Knoten in der Skeletmuskulatur, besonders Bauch- und Brustmuskeln) und im Herzen; in den Knochen, von dem Knochenmark ausgehend besonders im Felsentheil des Schläfenbeins, Dornfortsiitze der Rückenwirbel, Halswirbel, Rippen, Brustbein, in den grossen Röhrenknochen, Ferner in den Gelenken (besonders im Hüft- und Kniegelenk, Carpalgelenk) unter dem Bilde einer fimgösen Synovitis; in den Knorpeln (Nasenscbeidewand), in den grösseren Gefässen (Aorlenwand) und in der Haut, hier Knoten, Beulen und Geschwüre bildend.
Statistische Feststcllungoii über das Vorkommen der Tuberkulose in den einzelnen Organen des Körpers bei allgemeiner Tuberkulose ergaben folgende Verhältnisse! Lungen in lüü0/o. Pleura und Peritoneum in i)()0/o, Leber in 8ö0/o, Drüsen in der Umgebung der Maul- und Raehenhöhle und Darmkanal in ()ü0/o, Milz in 500/o, Nieren in 3ü0/o, Knochen in 50/o der Fälle, Auf 100 Fälle allgemeiner Tuberkulose bei Kühen waren (J5 Erkrankungen des Uterus, 510 des Euters und 6 der Ovarien nachzuweisen.
Prognoselaquo; Die Prognose ist bei der Rindertuberkulose eine absolut; ungünstige und ein frühzeitiges Schlachten der Tluere zu empfehlen; nur in seltenen Fällen kann im Beginne der Krankheit eine Heilung eintreten.
Therftple. Nach den bisherigen Erfahrungen ist eine Behandlung der Tuberkulose bei Rindern vollkommen fruchtlos. Wichtiger dagegen ist die Prophylaxis, welche sich im Wesentlichen auf folgende Massnahmen ZU erstrecken hätteI 1. Feststellung aller kranken Thiero mittelst Tuberkuliiumpfung, wobei man mit der Impfung der älteren Thiere (5 Jahre und darüber) zu beginnen hätte; 2. Isolirung aller krank befundenen Thiere und Desinfection der Stalliinuvn; 3. Ausschluss der
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90nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Int'ectums- und Intoxicationskrankheitoii.
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Niichkoiiiiiicii kranker Thiere von der Zucht bezw, Ernährung derselben mit nb-gekoohter oder mindestens mit der ^[ilch versohlädeuer Thlerej 4. Vermeldung der Verwerthung ungekoohter Mlloh, Molken, centrlfugirter MUoh und des Oentrlfugen-soblammes für die Ernährung der Kälber und Schweine; 6, kräftige Ernährung und Haltung' der gesunden Thiere; 6. zweckmässiger Bau, regelmässige Deslnfeotion und Lüftung der Stallungen; 7. Deslnfeotion der Kleidungsstücke von Personen, die mil kranken Thieren zu thun hatten, Desiufeotion der Futtergeräthe kranker
Thiere; desinfieirende lliiutreiiiigungeu gesunder Thiere, welche in der Nähe kranker Thiere gestanden haben; 8. Vernichtung des von den kranken und verdächtigen Thieren verunreinigten Futters, Verbrennung der tuberkulösen Organe von Schlacht-thieren, Verbrennung des Putzslaubes kranker und verdächtiger Thiere; 9. Ankauf und Einstellung neuer Thiere nur nach vorangegangener erfolgloser Tuberkulin-impfung; 10. möglichste Verjüngung der Viehstämine. Unter Mithilfe des Staates wären noch folgende Massregeln von Wichtigkeit bei der Verhütung und Tilgung der Tuberkulose: 1. Anstellung eines Koinmissars bezw. Errichtung einer Kommission für die Tilgung der Tuberkulose in den einzelnen Provinzen und Staaten; 2. Einführung der allgemeinen Fleischbeschau; 3. zwangsweise anzuordnende und allinälich durchgeführte Tuberkulinimpfug aller Thiere eines Bezirks, in welchem nachweislich die Tuberkulose sehr verbreitet ist; 4. Bezeichnung der tuberkulös befundenen Thiere am Horn durch ein besonderes Brandzeichen; 6. allmähliche Abschlachtung der auf diese Weise ermittelten und am meisten krank befundenen Thiere in einer bestimmten Frist und gegen Entschädigung aus einer von den Viehbesitzern und dem Staate zu gründenden Versicherungskasse; 6. Verbot des Verkaufes tuberkulöser Thiere zur Zucht; 7. Anordnung einer absolut unschädlichen Beseitigung aller tuberkulöser Organe und aller tuberkulöser Cadaver, ganz besonders in Schlachthäusern, Privatscldächtereien und Abdeckereien; 8. Anzeigepflicht für diejenigen Personen, welche mit Sicherheit von dem Vorhandensein der Tuberkulose bei einem Binde Kenntniss erhalten; 9. Verbot des Verkaufs der Milch tuberkulöser und tuberkuloseverdächtiger Thiere; 10. zwangsweise Tuberkulinimpfungen von Rindvieh in allen denjenigen Fällen, wo ein besonderes Interesse der Allgemeinheit an der frühzeitigen Feststellung der Tuberkulose vorhanden ist; 11. ständige Aufsicht über die Milchkuranstalten, Genossenschaftsmeiereien und über den Verkehr mit verdächtigem Vieh überhaupt; 12. Ursprungsschein für alle Rinder, welche für die Schlachtbank bestimmt sind; 13. Anordnung der regelmässigen Desinfection der Händlerstallungen, sowie Markthallen, Viehhöfe, in denen Rindvieh gelegentlich aufgestellt wird.
Sanitätspoli/.oiliclics. Sanitiitspolizeiliches Interesso hat die Frage der Qeniessbarkeit der Milch und des Pl eis oh OB tuberkulöser Thiere. Die bisherigen Untersuchungen
und Erfahrungen haben ergeben, dass Kutertuberkuloso bei Kindern ziemlich häutig vorkommt, dass sowohl bei nachweislich erkranktem wie auch bei scheinbar ganz gesunden Kühen die Milch bacilleniialtig ist, dass selbst beim Fehlen jeder Hacillen die Milch specitisch infectiiis sein kann. Demnach muss die Milch tuberkulöser Kühe für den Menschen als gesundheitsschädlich bezeichnet werden; dagegen kann dieselbe im gekochten Zustande für Unschädlich erklärt werden, weil nach den Untersuclmngen die Tuberkelbacillen schon bei 85deg; C vernichtet werden. Ansserdem ist eine ständige Controllo der Kindermilch und Milcbkuranstalten; Untersuchung der Kühe dringend nothwendig. Es wäre Folgendes anzuordnen: a) die rohe Milch tuberkulöser Thiere ist vollkoinnien vom (ienuss für Menschen und Thiere ausznsohliessen, auch an Thiere ist dieselbe nur In gekochtem Zustande zu verabreichen; b) die Milch tuberkulosovcrdäclitiger Tliiere darf nur in gekochtem Zustande
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Tuberkulose.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;91
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als nienschliches Nahrungsmittel Verwertbet werden; c) ilio Vcriubeitung der Milch tuberkulöser und tubüikulüseverdächtiger Thiero zu Molkeroiprüdukten ist verboten, d) alle Milobktthe und besonders die in Kindennileh- und Milcbkuranstalten aufgestellten Tbiere sind vor der Verwendung mit Tuberkulin zu impfen und falls nacb der Impfung eine Tom-peratursteigerung von mindestens 10 C. eintritt als Milcbkiibo nicht zu verwenden. Der N achweis der Tuberkolbacillen in der Milch gelingt nacli Johne am besten nach vorherigem Vermischen derselben mit 25 Theilen Wasser und Versetzen mit verdünnter Kssigsäuro. bis alles Albumin und auch die üacillen ausgefällt sind, worauf man den Niederschlag auf Dockgläschen bringt und letztere nach vorheriger Entfettung in Aether färbt. ArouS fixirt die Milch in bekannter Weise auf dem Deckglase, bringt dies in ein Uhrschälohen mit 1215 Tropfen gesättigter Metbylonblaulosung und 84 cem Chloroform, färbt unter Hin- und Herbewegen 46 Minuten, lässt das Chloroform verdunsten, spült mit Wasser ab und erhält die Bacillon dunkelblau gefärbt. Heim negativen Ausfall müsste man Meerschweiuchen und Kaninchen impfen. Das Fleisch t u be rkulöse r liiud er ist nach allen Erfahrungen und Versuchen viel seltener infectiös, als die Milch dieser Tbiere. In der Hegel ist das Fleisch nur dann als infectiös zu betrachten, wenn es selbst oder die demselben zugehörigen Lymphdrüsen tuberkulöse Herde enthalten, oder wenn die Tuberkulose so hochgradig und allgemein geworden ist, dass das betielfeiule Thier erheblich abgemagert erscheint. Dementsprechend wird man bei der Deurtheilung des Fleisches tuberkulöser Thiero unter Beachtung des Standpunktes, dass der Consument ein Kocht hat für einen bestimmten Preis auch das Fleisch von gesunden Thieren zu erhalten, folgende Grundsätze aufstellen müssen: 1. das geniessbare Fleisch tuberkulöser Thiero ist grundsätzlich als nicht bankwürdigquot; zu bezeichnen und desshalb unter Declaration zu verkaufen. Nur in den (seltenen) F'ällen, wo es sich um geringgradige, lokale, chronischo und abgeschlossene tuberkulöse Herde von geringer Ausdehnung bei bestem Nährzustande des betreffenden Thieres handelt, wird man den zur Zeit der Schlachtung bereits abgeschlossenen tuberku lösen Herd gewissermassen nur als Fremdkörper der Lunge oder in einem Theile der serösen Häute ausehn, mit dem betreffenden Organe entfernen und das Fleisch als bankwürdig dem freien Vorkehr übergeben. 2. Ist die örtliche Erkrankung (Lunge oder seröse Häute) eine ausgedehntere und sind die Thiero in gutem Nährzustanclo, so wird das Fleisch nach Entfernung der erkrankten Theile unter Declaration (d. h. auf eine Freibank oder mit einem besonderen Stempel vorsehen) in rohem Zustande verkauft werden können. 3. Is jedoch trotz geringer örtlicher Tuberkulose ein massiger Nährzuatand nachgewiesen oder ist bei gutem Nährzustand der Tbiere Tuberkulose der Lunge oder der serösen Häute und der Leber, Milz oder Nieron (sog. genoralisirto Tuberkulose) nachgewiesen, so wird man nach Entfernung und Vernichtung aller erkrankten Theile das Fleisch nur in gekochtem Zustande auf der Freibank verkaufen lassen können. 4. In allen anderen Fällen, WO bereits Abmagerung eingetreten oder die Erscheinungen der acuton allgemeinen Miliartuberkulose vorliegen, wird man die Thiero als Nahrungsmittel für den Menschen nicht zulassen, sondern nur die Verwerthung für technische Zwecke gestatten dürfen.
Bemerkt sei schliesslich noch, dass wenn auch durch gründliches Kochen in geeigneten Apparaten infeotiöses Fleisch tuberkuloser Thiere unschädlich gemacht werden kann, nach den angestellton Versuchen durch Salzen, Föckeln und Künchoru solchen Fleisches die Linschädlichkeit nicht erreicht wird,
Gei'ichtllchO Thlei'heilknnde. Die Tuberkulose gilt noch in manchen Ländern als (iewährsmangel und wird dabei nach altem Herkommen l'orlsucht und Lungentuberkulose unterschieden. Für Perlsucht beträgt die Oewährszeit in Preusson (in den alten Provinzen) 8 Tage, in der Schweiz 20 Tage, in Baden, Bayern, Württejnberg und Hessen 28 Tage, in Oesterreich 30 Tage, in Sachsen 50 Tage, in Sachsen-Cobiirg-üotha 60 Tage, in Sachscn-Memingeu-Hildburghausen 90 Tage.
b) Tuberkulose des Pferdes.
Die Tuberkulose des Pferdes, welche bisher vielfach mit der Rotzkrankheil verwechselt wurde, kommt verhiiltnissinässig selten vor,
Aetiolog'ic. Die Infectlonswege für die Entstehung der Pferdetuberkulose sind dieselben wie beim Rinde. Durch den (Jenusa der Milch tuberkulöser Kühe, durch das Einstreuen von .Stroh aus Kuhstftllen in Pferdeställen, oder durch Aufstellen von Fohlen in einem notorisch durch Tuberkulose verseuchten Kuhstalle,
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92nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Iiitoxicationskraiikliciten.
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sowie (lurch direkte Infection beim Zusammenstollen tuberkulöser Kühe mit Pferden kann bei den letzteren die Krankheit zur Entstehung kommen.
Symptome und yerlaul. Bei den erkrankten Pferden beobachtet man Dämpfigkeit, kurzen, trockenen, selten mit Auswurf verbundenen Husten, chronische Athembesclnvorden, mehr oder weniger hochgradige Anämie, schnelle Abmagerung, geringgradiges, unregelmässiges Fieber, manchmal auch Pronchialcatarrhe, Dämpfungs-lierde in den Lungen, Broncbialathnicn und Kasselgeräusehe (Johne). Sehr oft zeigt sich auch erhebliche Polyurle (Nooard-Sohindelka). Mancher der früher als Darrsucht der Fohlenquot; beschriebenen Krankheitsfälle ist wohl Dann-tuberkulöse bezw. Bauchfelltuberkuloso gewesen. Kleist verläuft die Krankheit in Vü1 Jahr tödtlich,
Anatomischer Befund, Vielfach ist das Bild ähnlich den bei Tuberkulose der serösen Häute der Rinder vorkommenden Verändemngen. Auf Pleura, Peritoneum und Netz finden sich grössere und kleinere, rundliche, knolenförmige Neubildungen, die in der Regel nicht verkalken, sondern oft central erweichen und eitrig zerlallen. Dasselbe zeigt sich auch in den Lungen, wo theils kleinere miliare bis wallnussgrosse, im Centrum oft erweichte Herde auftreten, theils umfangreiche Cavernen vorhanden sind. Neben dieser tuberkulösen Krkrankuug der Lunge, welche in Form multipler bronchopneunomischer Herde, Cavernen, oder in Form der miliaren embolischen Tuberkulose auftritt, kommt auch Tuberkulose der Leber, Milz, Nieren und der Knochen vor.
Diagnose. Line sichere Unterscheidung der Tuberkulose des Pferdes von Rotz ist nur durch genaue anatomische und bacteriologische Untersuchung möglich. Da die Bacillen in den tuberkulösen Herden des Pferdes verhältnissmässig häufig vorkommen, so ist deren Nachweis leicht möglich, In anderen Fällen wird man Impfungen (auf Meerschweinchen) ausführen können. Nach Csokov sollen die Lungenknoten bei Tuberkulose nicht so scharf begrenzt sein, wie bei Rotz, sondern eine deutliche Neigung zur Agglomerirung und Gruppenbildung besitzen, wobei jedes Kuötchen für sich verkäse. Ausserdem erweisen sich bei der mikroskopischen Untersuchung die Ilotzknötchen nur aus Rundzellen, die Miliartuberkel aus Itund-zellen, Epitheloidzellen und Riesenzellen zusammengesetzt.
c) Die Tuberkulose des Schweines.
Unter den Schweinen befällt die Tuberkulose besonders die jüngeren noch nicht ein Jahr alten Thiere. Veredelte englische Kassen sind am meisten disponirt, während die gemeinen Landscbweine viel seltener erkranken.
Actiolo^ie. Die Infection kann erfolgen durch die Milch kranker Mütter-schweine, durch Verftttterung der ungekoebten Milch tuberkulöser Kühe oder inficirte
.Milch aus Molkereien, durch Verfütterung tuberkulöser Cadavertheile beim Schlachten kranker Kühe und Schweine. Durch Infection von Castraliouswunden aus. Eine Infection vom Ivespiralionsapparat aus ist bei Schweinen verhältnissmässig selten. Symptome und Verlauf. Die Krankheitserscheinungen sind bei der Tuberkulose der Schweine wenig ausgeprägt und leiden sehr häufig vollständig. Bei Darmtuberkulose treten Verdauungsstörungen (Erbrechen, Auftreiben des Hinterleibes, leichte Kolik, Durchfall), allmähliche Abmagerung ein, die Thiere bleiben
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Tuberkulose.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 93
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im Wachsthum zuriiek und gehen unter Zniiahme der allgemeinen Schwäche in wenigen Wochen zu Grunde. Bei Lungentuberkulose 1st die Athmung beschleunigt und angestrengt, die Thiere husten und magern ab. Bei Gehirntuberkulose sind die verschiedenen Formen der Gehirnreizung (Zwangshewegiingen, Zuckungen, Lähmungen, Krämpfe) beobachtet. Der Verlauf kann Wochen und Monate dauern und ist bei jüngeren Schweinen in kürzerer Zeit tödtlich, als bei älteren.
Anatorolsohes Uild. Verhttltnissmässig häufig ist Tuberkulose des Verdauungsapparates nachzuweisen. Umfangreiche tuberkulöse Degeneration der Unterkiefer-, Retropharyngeal- und oberen Halslymphdriisen (früher Scrophulose) und der Tonsillen, ferner besonders tuberkulöse Erkrankung des Leer-, Hilft- und Blinddarmes finden sich vor, ausserdem chronische und acute einbolische Tuberkulose der Leber, der Nieren, der Knochen, Gelenke, Muskeln und Moden. Ebenso Ist eine Tuberkulose des mittleren und inneren Ohres (von der llachenhöhle ausgebend, [Schütz])raquo; tuberkulöse Osteomyelitis und tuberkulöse Meningitis, sowie (seilen) primäre Uterus-tuberknlose beobachtet. Schliesslicb kommt auch, wie beim Rinde, eine Tuberkulose der serösen Häute, sowie eine acute und chronische embolische Tuberkulose der Lungen oder eine käsige lobuläre Pneumonie vor.
Diagnose und IMit'ercutinldia^iiose. Kino Verwechselung mit der chronischen Form der Schweinesoucbo wird verhütet durch Beachtung, dass bei den Schweiueseuohen meist nur Veränderungen (und zwar (quot;avernen und Sequesterbildungen) an der Lunge, seltener am Darm und anderen Organen vorkommen, dass bei Lungentuberkulose der Schweine in der Regel auch andere Organe miterkrankt sind. Tuberkelbacillen sind beim Schweine schwer nachweisbar, in wichtigen Fällen sind Gontrollimpfungen beim Meerschweinchen nöthig.
d) Tuberkulose der übrigen Hausthiere.
Beim llmide ist die Tuberkulose häufiger, als bisher angenommen wurde. Als häufigste Ursiicho wird das Verzehren ineiischlicher tuberkulöser 8puta angenommen. Ks kommt Tuberkulose der Serösen der Brust- und BanohhOhle, der Lungen und Nieren, seltener dagegen Tuberkulose des Darmes und der Milz vor. Die Krschei nunge n sind die eines chronisolien Lungenloidcns mit Husten und starker Abmagerung. Die Diagnose ist möglich durch Nachweis der Tuberkelbacillen in dem Nasenausflusso bezw. im Auswurfe oder durch Tuberkulininjectionen. Auf diese Weise ist auch eine Verwechselung mit Staupe, Lungencarcinomatose und Lungeusurcomatoso zu vermeiden. Nach l'röh n er waren in Berlin von 00,000 kranken Hunden nur 27 = 0,040,o tuberkulös; ferner von 600 Katzen 6 und von 700 Papageien 170 = 260/o.
Bei (ler Katz;c sind häufig Lungen und Nieren, selten die serösen Häute ergriffen. (Jenson).
Heim Schafe und bei der Ziege kommt die Tuberkulose wenn auch selten so doch häufiger vor, als bisher angenommen wurde. Die klinischen und anatomischen Krscbeinungen stimmen mit denen der Rindertuberkulose überein, mit welcher auch ein ursächlicher Zusammenhang angenommen wird.
e) Die Tuberkulose des Geflügels.
Die Tuberkulose des Geflügels ist eine der verbreitesten Vogelkrankheiteu, welche alle Arten von Geflügel (Hühner, Tauben, Fasanen, Kanarienvögel, Gänse, Pfauen, Papageien) befällt und oft enzootisch auftritt. Nach Zürn sind in Leipzig 100/o der secirten Hühner tuberkulös.
Aetiologic. Infection kann erfolgen durch den Koth kranken Geflügels, der viel Bacillen enthält, durch Aufnahme der Sputa tuberkulöser Menschen, der Milch tuberkulöser
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9-tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;[nfeotlons- und IntoxloatiotiakrBnkheiten.
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Külic, (lurch Verzehren tuberkulösen Abfalls beim Soblaohten kranker Thiere, und vlelleioht auch durch Vererbung, üb die Tuberkulöslaquo; dos Geüügels und des Menschen durch dieselben Baoillen hervorgerufen werden, ist mit Sicherheit noch nicht entschieden^ Die Geflügel-tuberkulose ist (im Q-egensatz zur T. des Menschen) auf Meerschweinchen sehr scliwer, auf Hühner und Kaninchen (im Qegensatz zur T. dos Menschen) sehr leicht übertragbar. Auch sollen [mpfungen mit Gelliigeltuberkulöse gegen nachfolgende Impfungen mit Menschentuberkulose bei Hunden und Katzen eine Schutzkraft entwickeln (Hdricourtund Biohet). Man neigt sich jetzt zu der Annahme, dass beide Tuberkulosearten durch diosolbe Bucillen-art, aber durch zwei verschiedene Varietäten hervorgerufen werden.
Symptome und Verlauf. Die Krankheitsersobeiuungen sind wenig charakteristisch. Mattigkeit, Abmagerung, später schlechte Futtonuifnahme, Durchfall, Anämie, auch Gelenk-anschwellungeu, Knoten und Geschwüre in der Haut sind verdächtig. Der Vorlauf ist ein schleichender. Die Diagnose kann durch Tuberkulineinspritzungon, welche ebenfalls Temperaturstelgerungon ergeben, sichergestellt werden.
Aiiafoiuisclici' Befund. Leber, Darm und Mesenterinm sind am häufigsten erkrankt; daneben beobachtet man eine Tuberkulose der Milz, der Lunge, der Nieren, der Luftsäcke, Knochen und Gelenke. Es entwickeln sich hirsekorn- bis erbsen- und wallnussgrosso Knoten von grauer oder gelber Farbe und verkästem oder verkalktem Innern. Oft erkranken auch die Lymphdrüsen und (lelenke (Fltigel und Fussgelenke). Im letzteren Falle schwellen die Gelenke an. auch Abscesso bilden sich; früher sprach man dann fälschlich von Gell ü gelgio h t. Ebenso wird eine tuberkulöse Erkrankung der Haut und des Unterbaut-Zellgewebes beobachtet.
Prophylactisob ist wichtig, tuberkulöse Vögel und ihro nächsten Verwandten von der Zucht auszusohliessen, Stallungen und Entleerungen der kranken Thiere zu dosiuiiciren, geschlachtete tuberkulöse Thiere zu vernichten.
3. Pseudotuberkulöse Krankheitsprocesse.
Unter pseudotuberkulöse Krankheitsjirozesso versteht man Krankheiten, die klinisch und anatomisch der Tuberkulose ausserorduntlich ähnlich sind, bei welchen die Knötchen-bildung aber nicht durch die echten Tuberkelbacillen hervorgerufen wird.
Heim Etinde hat Kitt eine durch Hacillon erzeugte, von echter Tuberkulose nicht unterscheidbare, käsige Hroncho-Pneumouio beschrieben. No card beschreibt eine ähnliche Erkrankung als Rinderrotzquot;. Stöhr beobachtete bei Saugkälbern eine kiisigo nicht tuberkulöse Pneumonie mit eigenartigem Bacillus. In der Lunge des Rindes und Schafes werden noch pseudotuberkulöse Knötchon gefunden, die durch Parasiten (Actinomyces bovis, Nemn-toden, Aspergillus fumigatUS u. s. W.) hervorgerufen werden.
lieim Meerschweinchen und Kaninchen kommen tiibeikiiloseäbnliche l'rocesae ebenfalls vor. Pfeiffer beschreibt einen Bacillus pseudotuberculosis beim Kaninchen. Es erkranken meistens die llinterleibsorgane, in den Knötchon fehlen die Kiesenzellen. Die [jnpfthlere sollen rascher zu Grunde gehen, als bei der echten Tuberkulose.
Femer ist bei Hunden und Katzen (Nieren und Lunge) eine unechte durch walzenförmige Würmer hervorgerufene Tuberkulose beschrieben worden (Ebstein, Nicolaier); forner bei Tauben (durch Aspergillus), beillasen (durch Strongulus commutatus u. s. w.).
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XV. Lepra^. (Aussatz. Elephantiasis Graccorum.)
(Engl.; Leprosy, franz.: la Lijpre, im Mittelalter: Maltzeyquot;.)
quot;Wesen und Begriff, Es handelt sich bei der Lepra um eine gegenwärtig nur noch in gewissen Gegenden herrschende chronische Tnfectiouskrankheit, bei welcher auf der äusaeron Haut und in den Schleimhäuten, wie auch im Bindegewebe der peripheren Nerven entzündliche Neubildungen sich entwickeln, welche gewöhnlich von soeundären Afl'ech'onon innerer Organe bogleitet sind. Es entstehen auf der ausseien Haut und den Schleimhäuten rothe bis dunkelbraune Flecken oder, meist unter Miterkrankung der Lymphdrüsen, flache, diffuse und knotige, später schuppende oder ulcerirende Inlillrnte mit Hyperästhesien oder
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und Xiwu schäle ab.
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Lepra.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 95
Aniisthesion vorbunden. Dio bösartige Kinuklioit wird hervorgerufen durch Aufnahme der Fjcprahaoil len.
(jioschiclitlit'lieH. Die schon im alten Testament (als Aussatz) viel genannte Krankheit war im Alterthumo, wie im MittelaUer eine der verheerendsten Seuchen. Es wurden die härtesten Massregeln gegen die Verhreitung ergrilfen. Dennoch gelang es viele Jahrhunderte nicht, der Soucho Herr zu werden. Früher nahm man an, die Syphilis sei aus der Lepra hervorgegangen. Allmählich ist eine beträchtliche Abnahme der Seuche zu constatiren. In Europa ist die Lepra besonders in Island, Norwegen, Schweden, in der Türkei, in den Ostseeprovinzen, in den Küstenstrichen des Mittelmeeros noch in beschränktem Maasse endemisch, während sie in den anderen Welttheilen noch als Volkskrankheit weit verbreitet ist.
Baoterlologlsohes. Armauer Hansen hat (1880) bei der Lepra zuerst süibchcn-formige Organismen festgestellt. Neisser (1881) bestätigte diesen Befund. Die Lepra-bacillen liegen in den Neubildungen und zwar gewöhnlich innerhalb der Gewebszellen (Leprazellenquot;). Die Leprabacillen ähneln den Tuberkelbacillen, scheinen meist kürzer, haben keine Eigenbewegung und Hessen bis jetzt auch keine Sporenbildung erkennen. Sie sind mit den Ehrlich'schen Lösungen und nach der (Tram'schen Methode farbbar.
Actiologie. Dass die Lepra von Person zu Person übertragbar sei, ist durch alle neueren Beobachtungen nicht bestätigt worden. Auch die Heredität ist neuerdings fraglich geworden. Dass unzweckmüssige Ernährung, Unsauberkeit die Knstehung begünstigen, ist wahrscheinlich. Auch ist möglich, dass die Krankheit von den Eltern auf die Kinder nach der Geburt übertragen wird.
Syinptonie. Nach einer in der Dauer wechselnden, oft über Monate sich erstreckenden Incubationszeit zeigen sich zuerst Prodromalorscheinungen der Krankheit (Mattigkeit, gastrische Erscheinungen, gestörter Schlaf, Knochen- und Muskelscbrnerzen). Dann kommt es zu bestimmten Erscheinungen auf der äusseren Haut, nach denen man drei, oft miteinander sich vermischende Formen der Lepra unterscheiden kann, a) Lepra maculosa, die Pigmentlepra, ist die leichteste Form, welche sich nur durch Auftreten von Flecken verschiedenster Gestalt, Farbe und Beschaffenheit kund giebt (Morphea und Vitiligo gravior auch genannt), b) Lepra tuberosa (tuberculosa, nodosa). Hiebei treten schrot- bis walnussgrosse, brannrothe, glatte, derbe, empfindliche Knoten in der Haut, besonders dos Gesichts, sowie der Schleimhaut der Nase, Mund-, Rachen- und Kehlkopfböblo auf. Die Knoten können nach verschieden langem Bestände einfach atrophiren oder ulceriren, auch (bei der anästhetischen Form) in dio Tiefe greifen, c) Lepra an aes t he ti ca. Unter vorausgehenden Pemphiguseruptionen (Peniph. leprosus), Fleckenbildung und Hyperästhesie entwickelt sich an verschiedenen Hautstellen Anästhesie mit nachfolgender Atrophie der betreffenden Theile. An den Gelenken, die durch die atrophische Hautschrumpfung in halbe Beugung gerathen, bilden sich durch den Druck der vorstehenden Knochenenden in die Tiefe greifende und die Gelenke eröffnende Geschwüre, die oft zur Abstossung ganzer Phalangen führen. Auch ohne, Geschwürsbildung tritt oft trockener und feuchter Brand an Händen und Füssen ein, dem Abstossung ganzer Theile folgt (L. mutihms). Durch eine der vielen Complicationon (Nephritis, Pleuritis, Pneumonie, Tuberkulose) endet dann oft nach Jahren erst das meist tödtlicbe Leiden. Bei der Lepra nervosa kommt es zu einer rasch verlaufenden Entzündung des interstitiellen Bindegewebes der peripheren Nerven. Im Verlaufe der Erkrankung treten Lähmungen der sensiblen und motorischen Nerven und Muskeln ein, dazu trophische Störungen (Blaseneruptionen und Pignient.aiionialion). Die Krankheit tritt sehr selten vor dem dritten Lebensjahre auf, am häufigsten im zweiten und dritten Decennium des Lebens.
Anatoinisclior licfuiid. Durch die in die Cutis gelangten Lebrabacillen scheint ein Heiz ausgeübt zu werden, der zur Zelleniniiltratioii und später zur Gteschwulstbildung führt. Besonders reichlich sind die Zellen um Blut- und Lymphgefässe, um Drüsen und Follikel angehäuft. Durch Traumen kommt es zum Zerfall und zur Entstehung obertlächlicher und tiefer Geschwüre. Resorption ist möglich. Auch in die Nervenscheiden und in das inter-librilläre Bindegewebe kann die Infiltration gelangen. Von der Haut kommen die Bacillen in die inneren Organe und rufen hier die gleichen Veränderungen hervor.
Die Prognose ist eine schlechte, obwohl eine Heilung möglich ist, wenn die. Patienten frühzeitig in Behandlung kommen und in bessere Ernährnngsvcrhältnisse gebracht werden. Speoifische Mittel sind bisher nicht bekannt. Prophylactisch ist nahe Berührung mit Leprösen zu vermeiden, der Eiter der Geschwüre unschädlich ZU beseitigen.
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Infoctions- und Intoxiciitionskiankheiton.
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Uobertragungsversuche aufThioro liaben theils negative, thoils unvollkommene Erfolge gehabt. Die auf Kaninchen und Katzen übertragenen Hacillen vermehren sich und rufen eine lokale Granulationswucherung hervor. Im Uebrigen kommt Lepra bei Thieren nicht vor.
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XVI. Syphilis1). (Lues, Lues venerea. Lustseuche)
(Morbus gnllicus; franz.: syphilis; engl.: syphilis, veneral disease; ital.: sifilide.)
Wesen und Begrifft Die Syphilis ist eine fast über die ganze Erde verbreitete eiuleniisebe, chronische Iiil'ectionskrankheit, welche charnkterisirt ist durch einen chronischen, über Jahre und Jahrzehnte sich hinziehenden Verlauf und durch die Produktion speeifisoher, eigenthümlioh sich entwickelnder und degenerirender Neubildungen, Kur der Mensch ist für das Syphilisgift empfänglich; alle Versuche, die Krankheit auf Thiere künstlich zu übertragen, sind fehlgeschlagen, die Angaben über positive Ergebnisse nicht erwiesen und es ist jedenfalls eine spontane Ansteckung vom Menschen auf irgend ein Thier noch niemals beobachtet worden. Wie später noch erörtert werden soll, haben alle als Syphilis bei Thieren bezeichneten Affectionen mit der Syphilis des Menschen keinen Zusammenhang.
GtaSOhlohtlloheSi Es ist wohl sicher, dass die Krankheit schon im Alterthum vorkam. Um das Ende des 15. Jahrhunderts fällt jedoch das erste epidemische Auftreten der Krankheit.
Baoterlologisohes. Der Infectionsstoff der Syphilis ist zweifellos ein Mikroorganismus, doch kennen wir denselben gegenwärtig noch nicht mit Sicherheit. Lustgarten hat eingehende Untersuchungen angestellt und einen Bacillus beschrieben, der dem Tuberkelbacillus ähnlich ist und von ihm bei syphilitischen Aifectionon gefunden wurde. Doehle hat in (i Fällen (in primären Geschwüren, interstitieller Hepatitis, in Lungengmnmata und Pemphigus-blasen) 3 jj, grosso, sehr bewegliche Protoplasmakugeln gefunden, die sich langsam bewegten, theilweise Kapseln mit glänzenden Körnern hatten. Doehle hält diese Gebilde für parasitäre l'rotozüön und für die Erreger der Syphilis.
Actiologic. Die Verbreitung der Krankheit geschieht theils im extrauterinen Leben als acquirirtequot; durch Ansteckung von Mensch zu Mensch, theils im intrauterinen Leben als congenitalequot; Form durch Uebergang des Giftes von den Eitern auf die Nachkommenschaft. Die erworbene Syphilis entstellt fast regel-mässig durch unmittelbare Uebertragung des Infeetionsstoffos. Die sehr seltene mittelbare Infection kommt durch den an Gegenständen (Instrumenten, Gläsern) anklebenden, nur leicht angetrockneten, noch lebensfähigen Infeetionsstoff zu Stande; eine Vermehrung des Giftes ausserhalb des menschlichen Körpers findet nicht statt Die meisten Fälle von Syphilis entstehen durch genitale Infection, viel seltener durch Küsse oder sonstige Berührung; der kleinsto Theil kommt durch zufällige Infection zu Stande. Jegliche Stelle der Oberhaut und Schleimhaut des Menschen kann, wenn sie wund ist, Sitz der Infection sein, und daher sind ihre Wege unzählig und unberechenbar. Die intrauterine Uebertragung ist theils eine echte Vererbung (syphilitische Infection des Ovuliun oder des Spermatozoons [resp.beider]) oder eine intrauterine Infection des von der Keimlage gesund sich entwickelnden Fötus,
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i) Die Ableitung dos Wortes ist nicht mit Sicherheit aufgeklärt. Festzustehen scheint, dass das Wort dem grieeh. Sprachstamme angehört. (tn-fXo? schmutzig?) Nach anderer Meinung ist der Name von einem Hirten, Syphilus, abzuleiten, welcher von Apollo mit der Krankheit gestraft wurde.
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Syphilis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;97
hervorgerufen durch die Infection der Mutter erst während der Gravidität. Jeder Mensch ist inficirbar. Naturgemäss kommt die Krankheit bei Menschen im Alter von 1830 Jahren am meisten vor. Eine angeborene Immunität besteht beim Menschen nicht, doch bleibt eine solche nach dem einmaligen Ueberstehen der Krankheit meistens zurück. Fälle von Reinfection, zweite Infection nach abgelaufener erster Erkrankung, sind selten. Bezüglich des noch nicht beendeten Streites über die Frage: ob der sog. weiche Schanker eine echte syphilitische Erkrankung ist, sprechen die besten Gründe zu Gunsten der sog. Dualisten, dass nämlich der Schanker ein durchaus verschiedenes, nur äusserlich ähnliches Leiden ist. Das Blut frisch erkrankter Fersonen hat sich gelegentlich als infectiös erwiesen, doch ist dieses nicht die Regel. Ebenso enthält die reine Lymphe einer Vaccinepustel auf einem Syphilitischen kein Syphilisgift. Syphilitische Neubildungen sind meist nur während der ersten 28 Jahre nach der Infection noch infectiös. Nicht infectiös sind auch die physiologischen Sekrete: Milch und Speichel. Mit dem Sperma eines frisch inficirten Mannes auf dem Wege subeutaner Injection Syphilis zu erzeugen, blieb ohne Resultat. Dagegen stellt fest, dass durch den Samen das syphilitische Gift übertragen werden kann. Symptome. Die aoquirirte Syphilis lässt sich nach der Art der äusserlich sichtbaren Processe in 3 Stadien theilen: 1. Primärstadium, 2. Secundär-stadium, 3. Tertiär stadium. 1. Primärstadium. 24 Wochen nach der Infection entsteht an der Infectionsstello ein linsen- bis erbsengrosses derbes Knötchen in der gerötheten Haut oder Schleimhaut (Primärai'fect, Primär-induration, Primärsolerose, harter Schanker). Meistens bildet sich auch aus dem reinen Frimäraffect eine Erosion oder ein wirkliches Geschwür, zuweilen eine plattenförmige Hervorragung, Gewöhnlich zeigt sich nur ein Primäraffect entweder an der inneren Vorhaut, an der Eiohelfurche oder am Frenulum; bei Weibern an den Schamlippen, an der Harnröhrenmündung und an der Vaginalportion, seltener an den Lippen, an der Zunge, an den Mandeln, am After oder an der äusseren Haut, Nach einigen Wochen oder Monaten verschwindet die Induration, oft ohne eine Spur zu hinterlassen. Während der ersten 4ft Wochen hat sieh auch eine schmerzlose, bohnen- bis kirscligrosse Schwellung der zugehörigen Lymphdrüsen, meist also der lugulnaldrüsen, entwickelt (In dole nie Bubo neu). Bei Erkrankung der Submaxillardrüsen und anderer Drüsen ist meistens gleichzeitig Entzündung vorhanden. Ausser den Inguinaldrüsen schwellen oft die Cubitaldrüsen, Paramammillardrüsen, Hais-, Nacken- und Axillardrüsen. 2. Secundärstadium. 46 Wochen nach Entwickelung der indolenten Bubonen (Primärsclerose), also etwa 12 Wochen nach stattgehabter [nfeotion beginnen die Erscheinungen der konstitutionellen Syphilis. Ks treten Maut- und Schleimhauterkrankungen auf. Unter massigem Eruptionsfieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Störungen des Allgemeinbefindens entwickelt sich auf der Haut ein Exanthem, das sich durch Vielgestaltigkeit, durch die symmetrische Anordnung, durch die meist geringen subjeetiven Erscheinungen von nicht syphilitischen Veränderungen unterscheidet. Nachts werden die Schmerzen oft stärker. Von den Ha u terkrankungen ist das niaknlöse Syphilid (Roseola syphililica) am häufigsten; es bilden sich rolhe, rundliche, wenig erhabene, auf Druck versolnvindende Flecken, Ausserdem kommt Schiioi Jomülil, Vorgl. PAthotoglOinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
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98nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskrankheiten.
auch das papulose öyphilid (linsen- bis erbsengrosse, abgeplattete Infiltrate) nooh vor, dessen Pupeln an Stellen, die sich berühren (Gesässfalte, Damm, Schamlippen), häufig nässend oder gesclnvürig werden (breite Condylome). Beide Hauterkrankungon können ohne Behandlung Wochen und Monate dauern. Nach der Heilung bleiben oft rundliche, scharf begrenzte helle Flecken zAirück, die oft grosser werden und erst nach Jahren verschwinden. Es kommt ausserdem noch das klein-papulöse Syphilid (stecknadel- bis hanfkorngrosse Knötchon) und das pustulöse Syphilid (oberflächliche Pusteln und Geschwüre bildend) vor. Die S chlcim hauterkranku ngen zeigen sich als unscheinbare graue, flache Erhebungen, oder als schmerzhafte, graubelegto Geschwüre auf der Schleimhaut des Mundes, Gaumens, Kachens und der iiusseren, weiblichen Geschlechtstheile. Auch im Kehlkopf komnien diese Erscheinungen vor. In dem Secundär stadium erkranken auch oft noch andere Organe: Iris, Tibia, Schädelknochen, es treten auch Gelenkschwellungen, Hodenatrophie, Lichtung der Kopfhaare, Verdickungen oder Eiterungen des Nagelfalzes u. .s. w. ein.
Das Tertiärsladium der Hyphilis ist eine mehr willkürliche Abgrenzung und begreift diejenigen Erscheinungen, welche in einem kleinen Theile der Fälle noch zur Entwickelung kommen. Dahin gehören: Granulationsgeschwülste (Gu m in ata), die zum fortschreitenden Zerfall neigen und je nach ihrem Sitze (Haut, Muskeln, Leber, Nieren, Gehirn, Rückenmark u. s. w.) besondere Wirkungen hervorrufen; Hauterkrankungen (tuberkulöses, uloeröses Syphilid); Schleimhauterkrankungen, wobei Gummata mit schnellem Uebergang in Geschwüre sich entwickeln. Ferner wären noch zu nennen: tertiäre Periostitis und Ostitis, Erkrankungen der Gelenkkapseln, Muskeln, Hoden, Lunge u. s. w. Im tertiären Stadium ist die Syphilis nicht mehr übertragbar.
Bei der hereditären Syphilis zeigen sich gewöhnlich in den ersten Lebensjahren aligemeine Ernährungsstörungen, Schimpfen, Papeln der Mundschleimhaut, . makulöses und papulösos liautsyphilid, Knochenerkrankuiigen, oft mit Ablösung der Epiphysen, halbmondförmige Ausbuchtung des freien Bandes der Schneidezähne, weisso Ilepatisation der Lungen, diffuse, gummöse BindegewebsWucherung der Leber u. s. w.
Verlauf und Ausgang;. Der Gesammtverlauf der Syphilis ist verschieden und kann Monate und Jahre dauern, je nach der Schwere der Infection und der frühzeitig und richtig eingeleiteten Behandlung. Auch die Constitution des Erkrankten ist von Bedeutung. Weitaus die meisten Fälle von Syphilis werden bei geeigneter Behandlung geheilt, ohne dass es zum tertiären Stadium kommt. Von Einfluss auf den Ausgang können sein: Constitution, Alter, Ort der Infection, Gravidität, Ernährung u, s. w.
Diagnose, Wichtig für die Diagnose sind die Feststellung des Primäraffects, die von Entzündungsreizen unabhängige harte Infiltration und die indolenten Buboueu, ferner der typische Verlauf, das Verhalten der Drüscnschwellungen u. s. w. Anatomisohor BofuncL Die anatomischen Veränderungen kann man in zwei Formen trennen, in entzündliche irritative Vorgänge, wobei es zur einfachen mit starker Ilmulzelleninfiltration einhergehenden Hyperplasio kommt, und in gesell wulslartige Neubildungen (Gummata), die den Charakter derCraimlationsgeschwülste
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Schanker.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;99
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haben und zur Verkäsung und narbigen Schrumpfung neigen oder auch als chronisch-interstitielle Entzündung (Leber) auftreten.
Therapie. Die Primäraffection ist örtlich zu behandeln, Auflegen von Queck-silherpflaster oder bei Geschwürsbildung Einpulvern mit Jodoform, Tannin, Borsäure, Bepinseln mit Carbolsäurelösungen. Gegen die Secundäraffectionen ist Quecksilber das speeifische Mittel. Man verwendet dasselbe nls Schmierkur (25,0 Ung. Hydrarg. einer, äusserl,. täglich) oder als subeutane Injection, wobei Calomel, Hydrargyr. salicylic, praeeip. flav, sozojodolieum, Sublimat etc. benutzt wird, oder innerlich, wobei Calomel, Hydrarg. tannicum etc. gut vertragen wird. Bei allen Quecksilberkuren sind regelnüissige Mundausspülungen mit 5 0/o Lösung von Kali chloricum und Bürsten der Zähne nach jeder Mahlzeit zur Verhütung der Stomatitis erforderlicb. Im Tertiärstadium wird Jodkalium (3 mal täglich 0,5 2,0 in Wasser oder Selterswasser) neben Anwendung der Quecksilberkur gegeben.
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XVII. Sehanker. (Ulcus molle.)
(Frz.: Chancre (Krebs); engl.: Chancre: ital. Cancro, ulcere venerea.)
Wesen und Begriff. Der Schanker ist eine acute, örtliche Infections-krankheit, einhergehend mit der Bildung örtlicher Haut- und Schleimhautgeschwüre.
Gtasohiohte. Schon den römischen, griechischen und arabischen Aerzten des Alter-tliuma und Mittelalters waren die leicht übertragbaren üeschwiire an den Genitalien und deren Entstehung durch die Prostitution bekannt. Später wurde der weiche Schanker ebenso wie der Tripper als Theilerscheinung der Syphilis angesehen. Wühlend der Tripper schon frühzeitig als besondere Infectionskrankheit abgetrennt wurde, ist in neuester Zeit auch eine Trennung des weichen Schankers und der Syphilis von den meisten Autoren vorgenommen.
Aetiologie. Obgleich das Contagium des Schankers bisher noch nicht rein dargestellt ist, scheint doch sicher zu sein, dass es sich um Mikroorganismen handelt. Es ist enthalten in dem Schankereiter und in dem Inhalte abscedirender Bubonon. Mit Wasser verdünnter Schiinkoreiter verliert an Wirkung. Durch Impfung lässt sich das sehr contagiöse Geschwürssecret leicht übertragen. Die Erkrankung macht für neue Infectionen nicht immun. Die Uehertragung findet am häufigsten beim Geschlechtsakte statt, wenn das Gift auf ihrer Epidermis oder ihres Epithels beraubte Stellen der äussoren Haut oder der Schleimhaut gelangt. Das Contagium ist fix und an das Secret des Geschwürs gebunden.
Symptome und Verlauf. Nach 1224 stündiger Incubationszeit entsteht an der Infectionsstello zunächst ein kleines Knötchen, das sieh bald in ein Bläschen und in eine Pustel umwandelt. 45 Tag; später Ist die Pustel nach Abfall der Borken in ein rundliches, ziemlich reichlich eiterndes Geschwür mit speckigem Grunde und zackigen Rändern umgewandelt, Manchmal (bei Vernachlässigung) ist der Geschwürsgrurul hart, die Umgebung stark entzündet, oder es tritt schnell fortschreitender Zerfall mit starker Zerstörung ein (Phagedä nischer Schanker). Durch Infection der Lymphgcfässe entsteht gewöhnlich schmerzhafte Miterkrankung1 der benachbarten Lymphdrüsen, meist der Inguinaldrüsen (Buboneu), die oft zur Abscessbildung führen. Prä^ilectionsstellen sind die Genitalien bei Männern und
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lOOnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infoctions- und Intoxicationskrankheiten.
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Weibern. Bei den ersteren besonders an dor Glans penis, Innenflächo des Präputiunii?, seltener Aussenfläohe des Penis, Hftrnröhrenmündung und HarnrOhre, Durch Selbst-infection können iiuch andere Stellen (Mundwinkel, Lippen, Zunge, Brustwarzen, Anus) erkranken. In 48 Wochen kann je nach der Entwiekelung des Geschwürs Heilung eingetreten sein. Wenn mehrere Schanker gleichzeitig an der Innenfläche des Fniputiunis auftreten, kann es zur Phimose und Paraphimose kommen.
DiiiS'noso und DiflVreutialdinffiiosc. Eine Verwechselung ist möglich mit hartem Schanker, wobei Symptome und Verlauf (langsame, wenig schmerzhafte Entwiekelung) entscheiden; ferner mit Verletzungen an den Genitalien, mit Herpes genitalis und mit Balanitis. In den letzteren Fällen ist die Entscheidung nach einigen Tagen nicht schwer.
Dift Prognose ist selbst bei schweren Fällen unter zweckmässiger Behandlung günstig.
TliernpiOi Das Geschwür wird nach gründlicher aiitiseptischer Reinigung (Chlorzink, Carbolsäure, Sublimat), mit Jodoformpulver, Dennatol bestreut oder mit Jodoform in Aether (1 : 10) bepinselt. In erheblicheren Fällen Bettruhe, Bleiwasser-UHlSChlftge und, wenn sich Hubonen entwickeln, anfänglich Eisunischliige, später feuchte Wärme und Jodtinktureinpiiiselungen; event, ist chirurgische Behandlung bei Abscessbilduug nothig.
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XVIII. Die Beschälseuche der Pferde. (Lucs venerea Equi.)
(Bösartige Besohftlkrankheit. Ohankerseuohe. Lähmungskrankheit der Zuchtpferde, frz.; Dourino, Maladie vönörlenne du ohevalj ital. i Sifilide equina, Morho equitale raaligno.)
Wesen und Begrilf. Es handelt sich um eine nur bei den zur Zucht verwendeten Hengsten und Stuten vorkommende Infeotionskrankheit, welche sich durch den Belegakt weiter verbreitet und durch ein örtliches Leiden der Qeschleohtstheile mit nachfolgendem, Monate, selbst, Jahre dauernden Allgemeinleiden auszeichnet. Früher hielt man die Krankheit allgemein und bis in die neuere Zeit hinein noch besonders in Frankreich für identisch mit der Syphilis des Menschen, daher die Bezeichnungen venerische Pferdekrankheiten, Schankerseuche. Andere (Strauss) hielten die Krankheit für eine selbständige Rückenmarkskrankbeit. Oft ht die Krankheit auch mit dem Bläschenausscblag verwechselt worden.
Oesohlohtliohea. Die Krankheit wird Ende des achtzehnten Jahrhunderts (1790) von A mm on zuerst erwähnt, der dicsolbe in Tiakehnen beobachtete, Dann wurde sie in Hannover (1817) und später (1821) in üesterreich und Ungarn jeonstatirt, wo sio zeitweise cino grosso Verbreitung erhielt. Alsdann kommen Nachrichten aus Frankreich (1880), Italien (1886), Uussiaiul (1848), sowie auch aus Algier, Syrien, Spanion U, s. w. über das Auftreten der Krankheit. In Belgien und England soll nach Kooll die Seuche unbekannt sein. In Deutschland ist dieselbe seit Einführung des Roiclisviehseuchengesotzos allmählich verseil wunden.
Aciiologie. Die Krankheit wird aussobliesslich durch den Begattungsakt
übertragen. Der bisher noch nicht, isolirto Krankheitserreger ist an die Secrete der erkrankten Vaginal- und Urethralsohleünhaut gebunden und zwar noch nach scheinbar eingetretener Heilung der örtlichen Krankheit. Die Verbreitung wird in der Bescbälzeit besonders durch die Hengste bewirkt. Aussei' in den genannten
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Socreten ist der Infectionsstoff (nach Thanhof f er) auch in der Samenflüssigkeit, in der Spinalflüssigkeit, im Blute (kokkenartige Gebilde) und in den Ruckonmarks-wurzeln der peripheren Nerven vorhanden. Es erkranken meist nicht alle die von einem kranken Hengste beschälten Stuten; möglich bleibt ein Drittel verschont. Der Infectionsstoff kann sich viele Monate bei einem Pferde wirksam erhalten und kann mit dem Secrete der Genitalschleimhaut mit Erfolg verimpft werden (Hertwig). Eine Vererbung der Seuche ist nicht nachgewiesen.
Syniptoinu und Ycrlauf. Die Symptome setzen sich aus dem örtlichen und dem Allgemeinleiden zusammen. Das örtliche Leiden zeigt sich im Wesentlichen als Entzündung und Geschwürsbildung auf der Schleimhaut der Genitalien, welche nach ein- bis achtwöchentlicher Incubation zur Entwickelung kommen. Bei Stuten zeigt sich entzüniiliche ßeizung und Schwellung der Vulva, häufiger Urindrang, später Schwellung der Vagina, deren Schleimhaut gelb-röthlich oder röthlich gefleckt ist, dazu ein geringer oder reichlicher bräunlicher Ausfluss. Ausserdem beobachtet man auch Geschwüre auf der Schleimhaut. Bei Hengsten zeigt sich gesteigerter Geschlechtstrieb, Drang zum Uriniren, Schwellung des Penis, auf dessen Aussenfläche Bläschen und Geschwüre vorkommen können ; ausserdem schleimiger Harnröhren ausfluss. Oft erkranken auch die Hoden und benachbarten Lymph-(Leisten)drttsen. Nach einigen quot;Wochen und Monaten kommen dann die allgemeinen Störungen zur Entwickelung, oft nachdem die örtlichen Erscheinungen ganz oder fast ganz verschwunden sind. Zunächst zeigt sich allgemein Mattigkeit und Schwäche, wackeliger Gang, dann, besonders bei Hengsten, rundliche, flache Anschwellungen in der Haut (Thalerflecke), durch Vasoneurose bedingt, die verschwinden und an anderen Stellen von Neuem erscheinen. Im weiteren Verlaufe entwickelt sich starke Schwäche im Kreuze, zuweilen Juckreiz (besonders an den Hinterschenkeln), dann Abmagerung und, unter Zunahme der Schwäche und Hinfälligkeit, Lähmungserscheinungen, die im Kreuze, an den Ohren, Lippen auftretend nach einem halben Jahre bis einem Jahre und darüber den Tod herbeiführen. Genesung tritt selten und höchstens bei Stuten ein. Demnach ist die Prognose sehr ungünstig.
Diagnose und DifFerentialdiag'iiosc. Die Erkennung ist möglich, wenn die Quaddelausschläge und Lähmuugsersoheinungen sich zeigen, aber erschwert, weil das örtliche Leiden anfänglich oft sehr geringfügig ist. Verwechselungen sind möglich mit dem Bläschenausschlage, mit phlegmonösen Processen an den Genitalien und mit chronischer Kreuzlahme.
Anutoinisdicr Bel'uiid. Aussei- den örtlichen Erkrankungen am Genitalapparate (ödematöse, phlegmonöse oder catarrhalischc Schwellung) findet man (nach Than ho ff er) im Bückenmark die Veränderungen einer Myelitis haemorrhagica centralis, Syringomyelitis, sowie herdförmige Erkrankungen in Folge einer Myelo-mykose. Gehirn und Gehirnhäute hyperämisch; intermuskuläres Bindegewebe und Neurilemm sulzig infiltrirt u. s. w.
Therapie. Eine Behandlung dürfte höchstens im Beginne der Krankheit von Erfolg sein durch Anwendung desinficirender und adstringirender Irrigationen der Scheide (Carbolwasser, Creolinlösungcn, Tannin u. s. w.). Innerlich ist Sublimat (1,0 2,0 in Latwergenform), Jodkalium (10,0 20,0), Arsenik (0,5 1,0)
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Infections- und Intoxicationskrtinkheiteii.
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versucht worden. Auch ist in manchen Fällen die Castration mit Erfolg ausgeführt worden.
Vetcrinärpolizeiliches. Nach sect;sect; 50 und 51 des Rcichsviehseuchengesetzes dürfen Pferde, welche an der Beschälseuche leiden, so lange nicht zur Begattung zugelassen werden, als nicht durch den beamteten Thierarzt vollständige Heilung und Unverdächtigkeit festgestellt ist. Nähere Bestimmungen sind in den sect;sect; 110116 der vom Bundesrath erlassenen Instruction enthalten, Nach sect; 31 des österreichischen Gesetzes dürfen erkrankte Stuten nicht mehr zur Zucht verwendet werden und erhalten am Halse ein Brandzeichen B. K. Erkrankte Hengste werden nach Feststellung der Seuche castrirt. In der Schweiz bestehen besondere Vorschriften für diese Seuche nicht.
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XIX. Der Bläsehenaussehlag der Pferde und des Rindviehs.
Wesen. Es handelt sich bei dieser Seuche um eine in Form eines acut verlaufenden Bläschenaussehlnges auftretende und an den Gcnitalschleimhäuten lokalisirte Infectionskrankheit, welche bei allen Thieren, besonders und seuchenartig bei Pferden und Rindern, seltener bei den übrigen Wiederkäuern und Schweinen vorkommt. Man unterscheidet eine leichtere, vorwiegend beim Pferde beobachtete Form (Aphthen-Phlyctänenausschlag) und eine schwerere, welche besonders beim Rinde beobachtet und dann auch Pseudosyphilis genannt ist. Beide Formen gehen in einander über.
Verbreitung, In der Zeit von 18861892 erkrankten in Deutschland 1458 Pferde und 36 765 Binder. Durchschnittlich 200 Pferde und 4000 Kinder jährlich.
Aetlologle. Der Infectionsorreger ist noch nicht näher bekannt. Die Krankheit ist jedoch aiisserordentlich leicht übertragbar und wird gewöhnlich bei der Begattung verbreitet. Besonders wenn bei weiblichen Thieren Erkrankungen der Genitalien vorhanden sind, kann die Ansteckung leicht erfolgen. Der Anstockungs-stoff ist an die Secrete der Bläschen und Geschwüre gebunden und selbst nach Abheilung derselben noch vorhanden. Aber auch durch Berührung (Fohlen mit den erkrankten Stuten) und durch Zwischenträger kann die Ansteckung erfolgen. Immunität wird nach einmaligem Ueberstehen der Krankheit nicht erzielt. Der Ausschlag geht zuweilen auch auf den Menschen über, namentlich auf die Hände des Wartepersonals; es entwickelt sich ein pockenartiger Ausschlag, welcher unter Umständen zur Anschwellung des ganzen Annes, Schwellung der Achseldrüsen und zu fieberhafter Temperatursteigerung führt, aber immer rasch abheilt (Friedberger-Fröhner). In Frankreich wird der Bläschenausschlag als eine Form der Pferdepocken aufgefasst (Trasbot). Impfungen auf Kühe und Kälber sollen die charakteristischen Kuhpocken erzeugen. Beim Rinde kommen Uebertragungen ausserhalb der Begattung noch häufiger vor als beim Pferde.
Syin|raquo;tlaquo;iiie. Ein bis sechs Tage nach der Infection beobachtet man bei Stuten auf der Innenfläche der gorötheten Genitalschleimhaut, bei männlichen Thieren am mittleren Theil des Penis, an der Harnröhrenöffnung rothe Punkte, die später Pusteln werden und sieh in flache Geschwüre mit gelblicher Flüssigkeit umwandeln. Oft eonfluiren einzelne Geschwüre. Die Geschwürsflächen heilen dann ab und lassen runde, weisse Karben zurück. Daneben besteht bei Stuten Juckreiz, Drang zum Uriniren, dagegen ist Fieber kaum wahrnehmbar. Bei Hengsten tritt
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Tripper.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 103
Anschwellung des Penis und der Vorhaut ein. Manchmal sind auch Bläschen am Scrotum nachzuweisen. Bei Kühen wird oft ein schleimig-eitriger Ausfluss aus der Vagina beobachtet, dabei zeigt sich Harndrang, erschwertes Uriniren, erhöhter Geschlechtsreiz, starker Juckreiz und etwas Fieber. Oft bleibt chronischer Catarrh mit Sterilität zurück. Bei Stieren bilden sich besonders an der Glans penls Bläschen und Geschwüre, daneben besteht schleimig-eitriger Harnröhrencatarrh. Selbst zu Gangrän des Penis kann es kommen. Auch bei Pferden kommt es in schweren Fällen zur Vereiterung des Euters (bei Stuten), hohem Fieber, Leistendrüsenschwellung, Abscedirungen in der Umgebung des Afters und Schweifansatzes.
Verlauf, Ausgang und Prognoselaquo; Bei Stuten und Hengsten ist der Ausschlag meistens nach 34 Wochen ohne jede Behandlung abgeheilt. Nur in schwereren Fällen kann es länger dauern und zu Nachkrankheiten kommen. Bei Kindern dauert es meist 814 Tage in leichteren und 4 Wochen in schwereren Fällen; manchmal auch 24 Monate. In den meisten Fällen tritt vollständige Genesung ein.
Diagnose und Differentialdiagnose. Bei Kühen kann gelegentlich eine Verwechselung mit anderen Erkrankungen (z. B. Maul- und Klauenseuche) vorkommen, doch wird die Entscheidung nicht schwierig sein.
Therapie. Oft ist keine Behandlung noting, meist genügt die Anwendung desinficirender und adstringirender Lösungen (Sublimat 1 : 1000, Creolin 1 : 100, Ferr. sulf. 1 : 100150,0).
Vetei'inttrpollzeillches. Nach sect; 50 des Reichsvichsouchengesetzes dürfen Thiero, #9632;welche an üläsclienausschlag leiden, vor vollständiger Heilung nicht wieder zur Begattung zugelassen werden. Eine Desinfection der Stallungen, die im Gesetz nicht gefordert wird, dürfte jedoch ebenfalls nöthig sein. In Oesterreich sind ähnliche Bestimmungen wie in Deutschland.
Eine ansteckende Geschleclitskraiiklieit bei Kaiiiiiclicn beobachteten Friedberge r und Pröhner. In einer edlen Kaninchenzucht trat eine ansteckende, von den männlichen auf die weiblichen und umgekehrt übertragbare Entzündung der äusseren Genitalien (Vulva, Präpiitiurn) auf, welche durch starke Schwellung dieser Thcile und durch reichliche Absonderung eines schleimig-eiterigen Secretes ausgezeichnet war. Durch wochenlang fortgesetzte Behandlung mit 12 prooent. Lösung von Cupr. sulfur, wurde die Krankheit schliesslich geheilt.
XX. Tripper.
(Catarrh der Harnröhre. Gonorrhoe. Blennorrhoc. ^
(Frz.: gonorrhea; cngl.: gonorrhoea, popul. clap; ital.: gonorrea, popul. aealfatura,
scolamento, scolo.)
Wesen und Begriff. Als Tripper bezeichnet man eine bei Männern und Frauen vorkommende, sowohl acut als chronisch verlaufende, meist lokal bleibende Infectionskrankheit, welche durch das Auftreten einer catarrhalischen oder eitrigen Entzündung der Harnröhrenschlciinhaut charakterisirt ist. Die Entzündimg wird hervorgerufen durch das Eindringen bestimmter pathogener Mikroorganismen (Gono-kokken) durch die Harnröhrenmündung auf die Schleimhaut.
Ocschichtliclies. Der Tripper gehört zu den ältesten bekannten Krankheiten. Die Einführung der Circumcision bei den Juden mag vielleicht deswegen erfolgt sein, um einer
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i) 6 -jo'ioi -psu) Samenfluss. /j ßXivva Schleim.
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Infections- und Intoxicationskrankheiten.
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Balanoposthitis und einer dadurch bedingten grösseren Ansteckungsgefahr mit dem Trippergifte vorzubeugen (Fleischer), Lange Zeit nahm man an, dass Tripper harten Schanker und Syphilis hervorrufe und behandelte die Patienten domentsprechend. Ricord führte erst die Trennung des Trippers von Syphilis durch auf Grund seiner zahlreichen Versuche.
Bactcriologisches. In dem gonorrhoisohen Secrete der Harnröhre und auch der Conjunctiva hat Neissor (1879) eine bestimmte Kokkenart gefunden, die ziemlich gross, fast stets als Diplokokken, zu zweien sommelartig anoinanderliegen, und sich besonders dadurch von ähnlichen Kokken unterscheiden, dass sie in grossen Haufen in die Eiterzellen eindringen. Sie entwickeln sich auf menschlichem Blutserum, gehen jedoch, wie überhaupt aussorhalb des menschlichen Körpers, schnell zu Grunde. Die Beobachtungen von Neisser wurden bald von anderer Seite (Bumm, Wertheim) bestätigt und vervollkommnet. Auch auf Rinderscrum-Agar, auf einem Gemisch von flüssigem menschlichem Blutserum mit doppelter Menge Ntihrbouillon entwickeln sie sich gut (Wertheim). Bei Thioren lässt sich das typische Bild der Gonorrhoe durch Verimpfon gonorrhoisohen Materials nicht erzeugen. Kinzelne Thiere (Mäuse und Moerschweinchen, weniger gut Kaninchen und Ratten) zeigen sich empfänglich; ganz unempfänglich Hunde (Wertheim). Der Gonokokkus färbt sich am besten nach der Gram sehen Methode. Deckglaspräparate von Trippereiter färbt man am Besten mit einfacher wässerig-alkoholischer Metliylenblaulösiing. Die Kokken erscheinen dann tiefblau, die Kerne der Eiterzellen weniger dunkelblau (Günther).
Aetioloffie. Dio Krankheit wird nach den neuesten Untersuchungen wohl nur durch Gonokokken enthaltendes Sehleimhnutsecret hervorgerufen. Begünstigende Ursachen sind Balanoposthitis (der sog. Eicheltripper), Phimose und Hypospadie.
Symptome. Ein his zwei Tage nach der Infection tritt ein leiser Kitzel im oberen Theile der Harnröhre auf, dazu kommt häufiger Harndrang und an der Mündung der leicht gerötheten Harnröhre ein Tropfen klarer, fadenziehender Flüssigkeit. Im weiteren Verlaufe wird die Harnentleerung schmerzhafter, die Schwellung der Harnröhrenschleimhaut stärker und an der Mündung häufiger ein grün oder gelb gefärbter Eitertropfen. 56 Tage nach den ersten Krankheitserscheinungen ist der Harn mit Eitermengen gemischt und schmerzhafte, längere Erectionen in der Nacht stören den Schlaf. An dem etwas geschwollenen Gliede kann um diese Zeit leicht Phimose oder Paraphimosc entstehen. Oft sind auch die Leistendrüsen schmerzhaft geschwollen. Gegen Ende der zweiten Kraiikheitswoche lassen die Krankheitserscheinungen nach, der Ausfluss wird in der dritten und vierten Woche spärlicher, mehr und mehr schleimig und verschwindet schliesslich ganz, sodass, besonders bei vorwiegender Erkrankung des vorderen Theils der Harnröhre, in etwa fi Wochen Heilung eingetreten sein kann. Wird jedoch auch der hintere Theil der Harnröhre ergriffen, was in 8090 0/o der Fälle vorkommen soll, dann folgt dem aeuten Stadium das chronische und oft viele C'omplicationen. Organe, welche durch ihre Ausführungsgiinge mit der Pars prostatica in Verbindung stehen (Nebenhoden, Prostata, Blase) werden leicht mitafficirt. Im Verlaufe des chronischen Trippers, wobei lauge Zeit ein Eitertröpfchen an der Mündung der Harnröhre beobachtet wird, kommen dann auch Strikturen zur Entwickohmg. Beim Weibe befällt der acute Tripper hauptsächlich Vulva und Vagina, häufig auch die Harnröhre. Es tritt Schwellung, Röthung, Brennen beim Uriniren und Absonderung eines grünlich-gelben Schleimes ein. Häufig kommen Excoriationen am Damm, an den Oberschenkeln, Vereiterungen der BarthoHnischeu Drüsen vor, ferner Endometritis, Peri- und Parametritis/ Nicht selten treten an den vom Sekret des chronischen Trippers benetzten Schleimhauttheilen (Vulva und Eichelrand) papillomatöse Wucherungen (spitze Condylome) auf.
Im Verlaufe der (jonurrlioe kann es aussei- zu den erwähnten Compli-
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Tripper,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 105
cationen zur Einknickung des Penis (Chordabildung), zur Bahmoposthitis (durch Ueberfliessen dos Trippersecrets in den Prüputialsack), zu periurethralen Abscessen, zur Schwellung der Cowperschen Drüsen, zu Cystitis gonorrhoica und zur Augen-blennorrhoö kommen.
Die Dauer des Trippers kann demnach eine verschieden lange sein und sich auf Monate erstrecken.
Die Prognose hängt ab von dem Verhalten des Patienten, der frühzeitigen und sachgemässen Behandlung. Je weiter nach vorn der Sitz der Entzündung, um so günstiger ist die Behandlung und die Prognose.
Therapie. Wenn die Möglichkeit einer Infection vorliegt, so sind Ausspülungen der Harnröhre mit indifferenten Flüssigkeiten zweckmässig, um das Virus fortzuspülen. Nach dem Ausbruche dor Erkrankung ist im acuton Stadium Bettruhe, oder mindestens möglichste Vermeidung der Bewegung, Tragen eines Suspensoriums, reizlose Diät (besonders kein die Harnwege reizendes Getränk), gelinde Abführmittel am Besten. Als Getränk Selterswasser oder verdünnter Rothwein. Daneben Nachts kalte Umschläge auf das gegen die Bauchfläche gelagerte männliche Glied. Sind die heftigsten Entzündungen vorüber, ist der Ausfluss mehr schleimig, so können Einspritzungen in die Harnröhre ausgeführt werden. Dieselben dürfen jedoch niemals eine Aetzwirkung verursachen und bei der Injection Schmerzen bewirken. Ein Wechseln mit den Injectionsflüssigkeiten nach 12 Wochen ist zweckmässig. Beliebte Injectionen sind 1 proc. Lösung von Zinc. sulf. carholicum; 0,20,5 0/o Zinc, sulfur.; 0,02 Arg. nitr.: 100,0 Aqu. dest.; Hyd. bichl. 0,01 : 100; Plumb, acet. 0,5 : 200,0 Aqu. dest.; Zinc, sulf uric. 0,5 J Aqu. destill. 180,0 Glycerin 20,0 Jodoform 5,0. Die Einspritzungen werden mit einer stumpfen Spritze 34 mal täglich vorgenommen, nachdem vorher urinirt ist. Die Injectionsflüssigkeit bleibt einige Minuten in der Harnröhre. Beim chronischen Tripper werden die Stephan'schen Antrophore empfohlen, ferner innerlich Bals. Copaivae in Kapseln. Gegen die schmerzhaften Erectionen wird Bromnatrium (3 g: 300 Aqu. font.) nachmittags und vor dem Schlafengehen genommen (Jürgcnsen). Auf die Behandlung weiterer Complicationen kann hier nicht näher eingegangen werden.
Tripperähnliche Erkrankungen bei Thieren.
Bei unseren Huusthieren kommt ein wirklicher Tripper, welcher mit demjenigen des Menschen verglichen weiden könnte, nicht vor. [n der Regel handelt es sich um eine Entzündung der Vorhaut, Balanitis. Eine solche kommt bei Pferden vor, dadurch dass der Urin in das Fräputlum abgesetzt wird. Meist leiden castrirte Thiere daran. Die Behandlung ist einfach und wird durch Anwendung von Ool und Adstringentien bewirkt. Heim Kinde erkranken ebenfalls nur die oastrlrten milnnlichen Thiere, meist tritt Phimosis ein. Die Behandlung ist meist eine chirurgische durch frühzeitiges Spalten der Vorhaut. Auch beim Schwein sind es fast nur die castrirten Thiere, die eine Entzündung der Vorhaut bekommen. Die Behandlung ist ähnlich wie beim Pferde und Rinde.
Unter den Fleischfressern beobachtet man beim llundc einen chronischen Catarrh der Innenfläche der Vorhaut (Vorhaut-Tripper). Von der anfänglich gerötheten und goschwollenen Vorhautschleimhaut wird ein dünnes schleimiges oder eitriges Secret abgesondert. Durch Reinhaltung und Einspritzung von Zinc. sulf. 1:100,0, Arg. nitr. 0,2:100,0. Zinc, sulfo carb. 12 quot;/o: 100,0 Aqu. dest. wird, allerdings oft nur für kurze Zeit der Catarrh beseitigt. Sehr selten wird bei Hunden ein infectiöser Vorhauttripper beobachtet, der sich auf die Urethra fortsetzt und mit Schwellung der Leistendrüsen verbunden ist (Siedamgrotzky, Müller).
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106nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und fntoxicationakrankheiten.
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XXL Malaria1).
(Wechselfieber. Sumpffieber. Kaltes Fieber. Febris intermittens.)
Wesen und Begriff. Die Malnria ist eine uralte, weit über die Erde verbreitete, rein miasmatische Infectionskrankheit, die in verschiedenen Formen auftritt. Alle Formen zeigen jedoch als Zeichen ihrer Zusammengehörigkeit gleiche Ursache, das Malariagift, gleiche Erscheinungen, werden durch gleiche Mittel (Chinin und Arsenik) günstig heeinflusst und gehen oft in einander über. Eine Uebertragung der Krankheit von Person zu Person findet nicht statt. Die Krankheit tritt endemisch auf und zeigt sich bald in stärkerer, bald in schwächerer Verbreitung.
Aetiologie. Der eigentliche Krankheitsträger ist das Plasinodium malariae, durch Laveran (1882), Marchiafava und Celli (1883) ermittelt und durch Golgi (1886) näher erforscht. Der Parasit gehört den Protozoen an, entnimmt den rothen Blutkörperchen sein Ernährungsmaterial, wobei der Parbstoft'derselben zu Melanin umgewandelt wird. Wie die sich bewegenden und Geissoln tragenden Parasiten in das Blut gelangen, ist bisher nicht nachgewiesen, üeber die weitere Entwickelung derselben ist bekannt, dass allmählich die kleinen Grundformen in den Blutkörperchen bis zu deren (irösse wachsen und in das Blut tibertreton. Nun thcilen sie sich, wobei das Melanin im Kern bleibt, bilden verschieden gestaltete, für die einzelnen Typen des Wechselflebers constante und eigenartige Formen, die dann für kürzere Zeit aus dem allgemeinen Kreislauf verschwinden und in der Milz, im Knochenmark und in der Leber sich sammeln. Mit dem Beginne eines neuen Anfalls treten sie wieder ins Blut und erzeugen, weitere Blutkörperchen zerstörend, eine neue Brut. Es ist bisher nicht gelungen, die Malariaparasiten künstlich zu züchten. Wohl aber gelang es Gerhardt durch Transfusion von plasmodionhaltigem Blute die Malaria auf den gesunden Menschen zu übertragen.
Die Entstehung der Malaria an einem Orte hängt besonders von der Boden-beschaffenheit und den klimatischen Vorhältnissen ab, wozu als wichtigster Faktor die Anwesenheit des speeifischen Giftes tritt. Eine Einverleibung des Giftes durch die Nahrung, Trinkwasser, Inseotenstiohe ist anzunehmen, violleicht auch durch die Athmung. Lebensalter und Geschlecht sind ohne Einfluss auf die Erkrankung. Der in einer Fieborgegend Eingebürgerte erkrankt seltener, als der neue Ankömmling. Durch Ucberstehen der Krankheit wird eine Steigerung der Disposition für neue Erkrankungen bewirkt, die oft jahrelang anhält. Auch ist die Thatsache bekannt, dass Personen, welche ohne zu erkranken in Malariagegenden lebten, Anfälle der Krankheit bekamen, nachdem sie in immune Gegenden übergesiedelt waren.
Symptome. Man muss die ICrscheinungen der Krankheit nach den verschiedenen Formen gruppiren. 1. Febris intermittens, die einfachste und häufigste Form der Malariaerkrankung beginnt nach einer Incubation von 620 Tagen gewöhnlich ohne Vorboten mit einem heftigen, 1 2 Stunden dauerndem Schüttelfrost, diesem folgt ein 8ö stündiges Hitzestadium (Temperatur von 4041,5 0 C), nach welchem unter starkem Schweissausbmch in wenigen Stunden normale oder subnormale Temperatur eintritt. Diese Anfälle wiederholen sich täglich, oder einen Tag um den andern, seltener jeden 4. oder 6. Tag, meistens zu
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i) Vom Ital. mala aria, schlechte Luft. Frz.: malaria, fievre paludtSene ou inter-mittente; engl.: malaria, march poison; ital: malaria, infeziono malarica o palustre.
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Malaria.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 107
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denselben Tageszeiten, selten ganz unregehnässig. Regelnmssig tritt während des Anfalls eine Anschwellung der Milz ein, die mit jedem Anfall stärker wird und erst bei der Heilung verschwindet. Weniger regelmässig sind Anschwollungen der Leber. Auch die von einer abnormen Pigmentablagerung in der Haut abhängigen gelbbraunen Verfärbungen derselben sind bemerkenswerth. Manchmal tritt Herpos an den Lippen oder an der Nase, Urticaria und Purpura während der Anfälle auf. Als charakteristisch für die Intermittens gilt noch eine Druckempfindlichkeit der Hals- und oberen Brustwirbel.
2.nbsp; Die perniciöse Malaria (Febris comitata) ist ausgezeichnet durch die lange Dauer und Schwere der genannten Erscheinungen (choleraartige Erscheinungen, Haematurie, schwerer Icterus); oft tritt diese Form chronisch und jedes Mal 12 Wochen dauernd auf (remittirende und continuirlicho Malaria).
3.nbsp; nbsp;Die larvirte Intermittens ist charakterisirt durch die ohne Fieber und Milzanschwellung in regelmässigeii Anfällen auftretenden Trigeminusneuralgien (meist im Stirnast).
4.nbsp; nbsp;Die chronische Malariacachexio kommt in Mulariagegenden bei Personen vor, die viel an Intermittens gelitten haben, oft auch ohne vorangegangene Anfälle. Mattigkeit. Kopfschmerz, Appetitverminderung, Schlaflosigkeit, Asthma, Muskel- und Gelenkschmerzen, zuweilen schwere nervöse Erscheinungen treten auf. Gewöhnlich ist auch Leber und Milz vergrössert, die Haut wird grau oder gelblich; Blutungen, Tuberkulose oder Amyloid können dann den ungünstigen Ausgang beschleunigen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Verlaut'. Ausgang. Prognose. Die Malariaerkrankung kann spontan zur Heilung kommen. In anderen Fällen bildet sich ein Siechthum aus, dem unter ungünstigen Verhältnissen der Kranke allmählich erliegt. Demnach hängt auch die Prognose vielfach von der Widerstandsfähigkeit der Kranken und von manchen äussoren Umständen ab (Ueborführung der Patienten in immune Gegenden).
Anatomischer Befund. Man findet Milztumor, wobei die Pulpa meist durch reichliches Pigment grau bis schwärzlich-grau gefärbt erscheint. In schweren Fällen ist auch die Leber hyperämisch und zeigt Pigmentirung in den Zellen und Capillaren, Ebenso finden sich im Gehirn und im Knochenmark Pigmentablagerungen, sowie miliare Entzündungsherde in der Niere.
Die Diagnose ist sichergestellt durch den Nachweis der Plasmodien im Blute; auch unterscheidet die günstige Wirkung des Chinin und die fortgesetzte Beobachtung.
Therapie. Die Prophylaxe würde in zweckmässiger Bodenkultur, hinreichender Entwässerung, Vermeidung des Genussos von ungekoebtem Wasser, ferner der abendlichen und nächtlichen Ausdünstung stehender Gewässer und event, im vorbeugenden Gebrauch geringer Chinin- oder Arsenikgaben bestellen. Gegen die Krankheit selbst ist Chinin ein Specificum; im Anfalle selbst ist eine besondere Therapie für gewöhnlich nicht nöthig. Etwa 56 Stunden vor dem zu erwartenden Anfall giebt man Chin, hydrochl. oder Chin, sulfuric, am Besten eine grosso Dosis von 1,5 2,0 g in Lösung oder in Kapseln zu 1/2 g Chininpulver; in letzterem Falle nachher einige Tropfen Salzsäurelösung, um das Chinin leichter zu lösen. Bleibt der Anfall aus, so giebt man noch mehrere Tage täglich 0,5 Chinin
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108nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infections- und Intoxicationskrankheiten.
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(Strüm pel I). la älteren Fällen ist das Arsenik allein oder in Verbiiulung mit Eisen zweckmässig. Man giebt 23 mal 58 Tropfen der Solutio Fowleri in Wasser oder in Pillen zu 0,002 oder 0,003. Gegen die Leberschwellung, Astbma und andere Erscbeinungen wird besonders Jodkalium empfohlen (Kai. jod. [Nat. jod.] 10,0 Aqu. dest. 130,0 Aqu. Month, pip. 20,0, dreimal täglich Vraquo;2 Esslöffel voll).
Malaria bei Thieren.
Von Malnriafiillon bei Thieren wird schon seit langer Zeit berichtet. Die meisten Boobachtungen bezieiien sich jedoch aufs Pferd (Ruini, Kersting). In vielen Füllen, wo man bei anderen Thieren (Rind, Schaf) früher Malaria gesehen haben will, wird es sich um Milzbrand gebandelt haben. Andrerseits ist zu berücksichtigen, das künstliche Uebor-tragungen der Malaria vom Menschen auf Kaninchen und Hunde mit Erfolg ausgeführt sind. Ferner kommt (nach Dupuy) in Senegnmbien Malaria bei Pferden nicht selten vor und wird hier thcils in der acuten, theils in der chronischen, Monate dauerden Form beobachtet. In einem Falle starben von 46 neu eingeführten Pferden innerhalb 8 Monaten 38. Burke glaubt, dass das in Indien als Soura' viel verbreitete Leiden wahrscheinlich nichts andres ist, als ein Malariafieber. Danilowsky fand die Malaria-Amöben auch im Blute der Vögel (Haematozoa malariae acutae), bei denen sie acute, fieberhafte, 46 Tage dauernde Anfälle erzeugen. Neuerdings hat Popow in einer sumpfigen (legend des Kaukasus, in welcher die Krankheit auch bei Menschen stark verbreitet war, 6 Fälle von Malaria bei Pferden beobachtet. Die Krankheitsdauer betrug 611, in einem Falle 26 Tage. Die Temperatur schwankte zwischen 39 und 41,3. Der Puls war beschleunigt (5560), ebenso die Athmung. Des Abends trat eine Steigerung der Erscheinungen ein. Von innerlichen Mitteln wirkton am besten und schnellsten Chinin, das in Dosen von 4,0 85 mal gegeben wurde. Je früher mit der Cbininbehandlung begonnen wurde, dqsto früher trat Heilung ein. Das Pferd, bei welchem die Krankheit 26 Tage andauerte, hatte anfangs kein Chinin erhalten. Nach neueren Beobachtungen scheint nun die nachstehend beschriebene Texasseuche der Rinder eine echte Malariakrankheit zu sein.
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XXII. Texasfieber. (Texasseuchc der Rinder.)
Wesen und Begriff. Bei dem Texasfieber handelt es sich um eine in einzelnen Bezirken der Vereinigten Staaten vorkommende seuchenartig auftretende Krankheit der Rinder. Dieselbe ist an bestimmte Gegenden gebunden und kommt besonders am mexikanischen Meerbusen vor. Die Krankheit wird in Amerika als Texas feverquot; oder Spanish feverquot; und neuerdings (von Billings) Southern Cattle Plague of the United Statesquot; bezeichnet.
Gescliiehtlichcs. Seit 1871 liegen Berichte über das Vorkommen der Seuche in den südlichen Staaten der nordamerikanischen Union (Texas, Kansas, Tenessee u. s. w.) vor. Spater folgten dann genauere Darstellungen, neuerdings besonders von Smith und Kilborne.
Aetlologie. Die Ansteckung erfolgt auf der Weide durch Zocken (Boopbilus bovis von Cooper Curtice, Ixodcs bovis von Ridey genannt), welche auf den Rindern des Seuchengebietes leben und die Ursache der Krankheit im Seuchengebiet wie auch in andern #9632;fegenden verschleppen. Die nächste Ursache der Krankheit bilden, wie bei der Malaria des Menschen, Blut par a site n. Untersucht man nämlich frisch das Blut fiebernder Thierc, so findet man in den dunklen, an der Oberfläche runzeligen Blutkörperchen ein bis zwei birnförmige Gebilde, die schon bei 24deg; C. deutliche Bewegung zeigen. 12 0/o der Blutkörperchen sind (nach Smith) mit solchen Parasiten inficirt. Stirbt das Thier im Fieberstadium oder wird es um diese Zeit getödtet, so finden sich 80% und mehr von den Blutkörperchen inficirt. Es zeigte sich ferner, dass die birnförmigen Pmn-siten ein Vorstadium durchmachen, wo sie eine kokkenartige Form haben; diese findet man am Anfange der Krankheit und in den zwischen zwei Ausbrüchen vorhandenen Pausen derselben vor. Je grosser die Widerstandsfähigkeit der inficirten Thiere, um so langsamer geht die Entwickelung der weiteren Formen der Blutparasiten vor sich. Wird das Blut
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Texasfieber.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 109
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kranker Thiere gesunden unter die Haut oder in die Venen injicirt, so treten bei den Ver-suchsthicren schon nach wenigen Tagen die ersten Krankheitserscheinungen auf. Kaninchen, Meerschweinchen, Tauben und Schafe zeigen nach der Impfung keine Krankheitserscheinungen. Dagegen ist die Empfänglichkeit des Rindes eine grosse. Meerschweinchen blieben gesund, wenn sie im Verhältnisse zum Körpergewicht 25300 mal die Dosis desselben Blutes eingespritzt erhielten, welches 3 von 4 geimpften Kühen tiidtete. Auch ist dieThatsache interessant, dass das Blut gesunder Thiere aus dem Seuchengebiete auf Thiere in immunen Gebieten übertragen inficirend wirkt. Dass die erwähnten Blutparasiten in ursächlicher Beziehung zur Entstehung der Toxasfieberseuche stehen, wird durch folgende Umstände sehr wahrscheinleich gemacht: 1. Die Parasiten waren in über 100 untersuchton Krankheitsfällen, die 14 verschiedenen Ausbrüchen angehörten, jedesmal zugegen. 2. In dem Blute von Thieren, die nördlichen Gegenden angehörten und keiner Infection ausgesetzt waren, wurden die Parasiten nicht angetroffen. 3. Die Parasiten vermehren sich ausserordentlich rasch in geimpfton Thieren und ihre Anwesenheit ist immer mit der Zerstörung von rothen Blutkörperchen verbunden. 4. Die leichte Empfänglichkeit des Rindes anderen Thiergattungon gegenüber spricht für die parasitäre Natur der Krankheitsursache. 5. Dass der Mikroparasit und nicht ein rein chemisches Agens die Zerstörung der rothen Blutkörperchen verursacht, ist besonders begründet durch die Rückfälle, die wochenlang nach dem ersten Auftreten der Krankheit mit dem Wioder-erscheinen der Parasiten sich einstellen.
Die bei der Verbreitung in Betracht kommenden Zecken kriechen nach ihrem Ausschlüpfen aus den Eiern, die auf den Weiden abgelagert werden, sogleich auf die Rinder, wo sie sich mit Vorliebe auf die Innentläche der Schenkel und in der Umgebung des Euters festsetzen. Nach zwei Häutungen sind sie geschlechtsreif, paaren sich, und nach einiger Zeit schwillt das Weibchen öfters schon innerhalb 24 Stunden enorm an, löst sich los und fällt auf den Boden. Nach einigen Tagen wird eine grosse Masse Eier abgelegt, aus denen in 20 Wochen, je nach der umgebenden Temperatur, die Zecken horausschlüpfen, um wiederum denselben parasitischen Lebenslauf durchzumaolicn. Der Zeitraum zwischen dem Anheften der jungen Zecko und dem Abfallen der trächtigen ist ungefähr 23 Tage. Das Schwellen der Parasiten wird bedingt durch Aufsaugen einer verhältnissmässig grossen Menge Blutquot; (Sm it hj.
Versuche und Beobaclitungcn lehrten weiter, dass wenn die Zecken von dem südlichen Vieh abgelöst worden, so dass keine auf den Boden fallen, die Seuche unter den sonst empfänglichen Thieren nicht ausbricht. Andrerseits wurde festgestellt, dass Weiden iuficirt werden können durch das Ausstreuen reifer Zecken ohne die Anwesenheit südlicher Kinder. Auch wird die Seuche erzeugt, wenn künstlich ausgebrütete Zecken auf die Haut eines jungen Rindes gebracht werden (Smith).
Das Texasfieber wird durch die jungen Zecken 10lö Tage nach ihrem Anheften hervorgerufen. Damit steht auch die Thatsache im Zusammenhange, dass, wenn eine lleerde zeckentragender Rinder vom Seuchengebiete mit empfänglichen Kindern zusammenkommt, bei diesen die Seuche erst nach 45 ßü Tagen zum Ausbruche kommt. Die Krankheit erscheint erst mit den jungen Zecken und nicht früher. Seuchenartigo Ausbrüche der Krankheit kommen oft dadurch zu Stande, dass iniiciite Rinder auf einer Weide übernachten, auf welcher später empfängliche Thiere eine Zeitlang bleiben. Da eine reife Zecke ungefähr 2000 Eier legt, so kann eine einzige Zecke den Boden inficiren. Da die jungen Zecken wahrscheinlich monatelang auf dem Boden lebensfähig bleiben können, so ist die lange Dauer der (Jefahr eines solchen Bodens erklärt. Smith hält es für wahrscheinlich, dass die Zocken sich zunächst mit dem Blute der südlichen Binder inficiren und die Mikro-parasiten dann auf die junge Zeckengeneration übertragen werden. Eine Uobertragung der Seuche in andere Bänder ist nach den Untersuchungen von Smith nur unter ganz bestimmten Umständen möglich, da das Klima eine hervorragende Rollo bei der Ent-wickelung der Zecken spielt.
Wichtig ist noch die Beobachtung, dass Rinder, welche in dem Seuchengebieto ein-lieimisch sind, die Krankheit als Heerdenseucho nach ausseihalb tragen können, obwohl sie selbst anscheinend ganz gesund sind. Die Krankheit tritt auf den Weiden des Nordens auf, wenn Rinder des Südens kurze Zeit auf denselben Weiden gewesen waren. Man beobachtet die Seuche nur im Sommer und im Herbste. Kälte zerstört die Krankheitserreger, wesshalb die Seuche im kalten Norden nicht zur Beobachtung kommt.
SymptomOt Die Krankheit tritt in einer acuten und in einer chronischen Form auf. Bei der acuten Eorm wird Fieber mit Steigerung der Körpertemperatur bis auf 40,542deg; C.
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110nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infections- und Intoxicntionskrankheitcn.
beobachtet, bei der chronischen Form nur Abends eine Tomperatursteigerung um 12 0 (J. über die Norm. Bei der acuten Form wird auch Blutharnen, bei beiden constant eine rasch eintretende Anttmie beobachtet. Auf der Höhe des Fiebers nimmt die Zahl der rothen Blutkörperchen schnell ab, sodass der Verlust innerhalb einer Woche 1U der Gesammtsummo betragen kann. Meist starben am 5. oder 6. Krankheitstage 8090 Proc. der befallenen Thiere. Bei den genesenden Thioron tritt die Krankheit oft nach mehreren Wochen in Form eines chronischen, milden Stadiums wieder auf.
Anatomisclier Befund. Die Section ergiebt immer eine Schwellung der Milz um das 24 fache ihrer normalen Grosso. Die Leber ist blutarm, an der Aussenfliiche bräunlich-gelb und mit kleinen grauen Flecken besetzt, als Zeichen einer um die Centralvono beginnenden Necrose des Lebergewebes. Die Nieron sind im acuten Stadium dunkelbraun-roth, später blass und schlaff. Die Harnblase ist fast ausnahmslos mit achwarzrothem, undurchsichtigem Harn angefüllt, der nur selten einige wenige Blutkörperchen enthält. Das Blut ist lackfarben und dickflüssig. Im Blute der Nieren (80 0/o), des Herzfloisches, der Leber und Milz finden sich im Innern der rothen Blutkörperchen runde oder birnförmige, paarige, 2,5 4 a lange Parasiten mit amöboider Bewegung. Im Blute der an der chronischen Form orkrankten Thiere finden sich birnförmig gestaltete Körper nur ausnahmsweise ; dagegen waren 550 Proc. der rothen Blutkörperchen mit einem rundlichen, kokkenähnlichen Körper inficirt, welchen Smith und Kilborne für die Jugendform der Parasiten halten. Als jüngstes Stadium der von den Autoren mit Pyrosoma bigeminum n. sp.quot; bezeichneten Parasiten sehen dieselben kleine, punktförmige, stark glänzende Körperchen an, die bei kranken und noch scheinbar gesunden Rindern angetroffen werden.
Therapie. Bei dem schnellen Verlaufe ist bisher eine erfolgreiche Behandlung nicht beobachtet. Dennoch wäre Chinin in grossen Dosen zu versuchen.
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XXIII. Hämoglobinämie. Hämoglobinurie.
(Hämorrhagische Diathese.)
Wesen und ver^leieliend palhologisclie Iteinerkun^en. Bei der Hämo-globimimio bezw, Hämoglobinurie handelt es sich um eine durch irgend welche Ursachen bewirkte Auflösung von rothen Blutkörperchen, wobei das im Serum geKiste Hämoglobin durch die Nieren ausgeschieden wird. Demnach hat die Hämoglobinämie, die Anwesenheit von frei gelöstem Hämoglobin im Blute, die Hämoglobinurie, einen Gehalt des Harn an Hämoglobin zur Folge. Beim Menschen und bei Thieren können die Ursachen der Hämoglobinämie und Hämoglobinurie sehr mannigfaltig sein. Mit Rücksicht darauf nun, dass bei Thieren oft seuchenartig Hämoglobinurie beobachtet wird, dessen Ursache neuerdings in gewissen Fällen auf die Anwesenheit von Blutparasiten thierischer Natur zurückgeführt wird, schien es zweckmässig, diese Krankheitsgruppe sogleich an dieser Stelle zu erörtern.
1. Hämoglobinurie des Menschen.
Alls'Oinoiiie AeUolojfic. Die wichtigsten Ursachen sind Einwirkung be-stimmter Gifte, die auch ausserhalb des Körpers eine Auflösung der rothen Blutkörperchen herbeiführen (Arsen, Schwefelwasserstoff, Schwefel- und Salzsäure, Kali chloricum, Pyrogallussäure, Nitrobenzol, Gallensäuren, das Gift der Morcheln, selbst dcstillirtes Wasser); ferner Transfusion des Blutes einer fremden Thierarl, sehr hohe und sehr niedrige Temperatur, ausgedehnte Verbrennungen und schwere Infectionskrankbeiten (Scharlach, Typhoid, Diphtherie, Syphilis, Sepsis n. s. w,).
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Hämoglobinilmie. Hämoglobinurio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ill
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Schliesslich tritt Hämoglobinurie auch als selbständiges Leiden in der Form einer periodischen (paroxysm alcn) Hämoglobinurie auf.
Symptome. Der stets sauer rengirende Harn erscheint blutig bis tief schwarz-roth gefärbt und enthält, oft mit körnigem Farbstoff durchsetzte Cylinder; nach dem Kochen scheidet sich ein festes braunes Gerinsel aus. Bei der pnroxysmalen Hämoglobinurie tritt die Krankheit in einzelnen Anfällen auf, erinnert demnach auch beim Menschen an die Malaria, Der Anfall wird von Allgemeinstörungon, meist in der Form eines intermittirenden Fiebers, mit Schweissausbruch und hohem Pulse eingeleitet und begleitet Später folgt grosse Schwäche. Sehmerzen in der Lebergegend und deutlicher Milzturnor werden gleichfalls beobachtest; ebenso icterisclie Hautfärbungcn und Urticaria. Während und unmittelbar nach dem Anfalle ist der Hani dunkel- bis schwarzroth, unzerstörte rothe Blutkörperchen fehlen (also keine Hämaturie), dagegen sind undurchsichtige rothe Körner (Hämoglobinkörner) und hyaline Cylinder vorhanden. Nach dem Anfalle oft eine leichte Albuininurie. Untersuchung des Blutes während des Anfalles ergiebt den Zerfall der rothen Blutkörperchen (rubinrothes Serum) innerhalb der Blutbahn (Kässncr); daneben entfärbte rothe Blutkörperchen (Penfiele). Die nächste Ursache dieser Anfälle ist noch unaufgeklärt. Oertliche Kältereize und Erkältungen, starke Körperanstreng-ungen (grosse Fussmärsche) werden beschuldigt.
Die periodische Hämoglobinurie kommt vorwiegend beim männlichen Ge-sehlcchte und hier in jedem Lebensalter vor; ferner am meisten im Sommer. Die Dauer des Anfalles beträgt meistens nur einige Stunden, oft trennen kurze Zwischenräume dieselben, oft Jahre. Eine unmittelbare Lebensgefahr wird nicht herbeigeführt. Dagegen bestellt eine Neigung zu Ileeidivon.
Theraplelt; Je nach den Ursachen wird man diese vermeiden müssen. Ist Syphilis der Anlass, so wird eine Schmierkur zweckmässig sein. Beim Verdacht eines Malaria-Einflusses ist ein Versuch mit Chinin zu machen (Strümpoll). Der letztere Hinweis seheint bei der sog. periodischen Hämoglobinurie sehr richtig und wichtig.
2. Hämoglobinurie bei Thieren. Allf?eiiilaquo;iiie Actiologie und l'athogenose. Wie beim Menschen, so sind auch bei Thieren die Ursachen der Hiinioglobiiiämie und der sich ausehlicssenden Hämoglobinurie sehr verschieden und denjenigen des Menschen vielfach nahestehend. Blutveränderungeii (toxämischo oder hämatogene Hämoglobinäniie und Hämoglobinurie, Bellinger) und Mi;skelVeränderungen (rheumatische oder myogene Hämoglobinurie [Fröhner]) können die nächsten Ursachen sein. Die toxämische Häinoglobinämie kann durch chemische Gifte (destillii-les Wasser, Glycerin, gallensaure, Salze, Schwefelsäure, Salzsäure, Arsen Wasserstoff, Jod, Nitro-benzol, Ainylnitrit, Natrium nitrosum, Pyiogidlussäure, Paraldohyd, Kali cbloricnm, Kupfer |Fröbner|), durch das Gift der Morcheln, durch ausgedehnte Verbrennungen, durch Fettembolie und durch pflanzliche und tbierische? (beim Binde) Parasiten hervorgerufen werden1). Hieher gehören Fälle von Hämoglobinurie bei Influenza, allgemeine Sospsis, Blutharnen des Kindes, einzelne Formen der sog. schwarzen llarnwinde des Pferdes. Die rheuinatisehe oder myogene Hämoglobinurie
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112nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infections- und Intoxicationskrankheiten.
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soll besonders nach Erkiiltungon der äusseren Decke, wie beim Menschen nach angestrengter Muskelthätigkoit auftreten.
a) Hämoglobinurie des Pferdes.
(Kreuzrhehe. Windrhche. Schwarze Harnwinde. Eückenmarksschlngfluss.
Hämoglobinuria toxica. Hämoglobinäinie.)
Wesen. Bei der hier in Betracht kommenden Hämoglobinurie des Pferdes handelt es sich um eine plötzlich eintretende Lähmung des Hintertheils mit gleichzeitiger Entleerung eines blutigen Harns. Andere definiren die Kreuzrhehe als eine acute Allgeincinkrankheit des Pferdes, welche vorzugsweise durch eine eigen-thiimliche, schwere, parenehymatöse Entzündung der Skeletmuskeln, sowie durch eine blutige Infiltration und schmerzhafte Reizung des Knochenmarks charakterisirt und mit Hämoglobinurie und acuter Nephritis complicirt ist..
QosohlchtlioheSi Die Krankheit gehört mit zu den ältesten Pferdekrankheiten und ist seit uralter Zeit unter den veiseliiedeiisten Namen (schwarze Harnwinde, schwarze Krankheit, Nleren-Bttokenmarksoongestion, rbeumatisohe Kreuzliilimung, Windrhehe, Kreuz-rhehe, Rfiokenmarkatyphus, Nervensohlag, Büokemnarks-Apoplexie, Nierenschlag, acuter Morbus ßrightii, Lumbago, Kreuzversclilag u. s. w.) bekannt. Vielfach ist die Krankheit mit anderen Processen verwechselt, in ihrem eigentlichen Wesen jedoch bis heute noch nicht vollständig aulgeklürt worden. Einzelne Autoren halten die Krankheit für eine Nierenentzündung, andere für eine Hiickenmarksentzündung; beide Annalimen scheinen unrichtig. Zutreffender ist die Annahme einer durch specifisclie Organismen verursachten Blutzor-setzung (Bellinger, Spinola u. A.), wobei liollinger glaubt, dass es sich um Autu-infeotion in Folge von Fermentbildung handelt. Friedbergerraquo;Fröhner meinten, dass es sich um eine Myositis rheumatica mit Auflösung des Muskell'arbstoü'es und um Uehergang desselben in das Blut handele.
AHiologili. Die Ursachen sind, wie erwähnt, noch nicht genügend aufgeklärt. Nach Fricdberger-Fröhner soll aussor der Erkältung als häufigste Veranlassung auch eine Infeotlösequot; und toxttmlschequot; Ursache, wenn auch seltener, möglich sein. Nach meinen Beobachtungen bewirkt die sog. Erkältung nur die Disposition für die Wirkung und Angriffsmöglichkeit der in den meisten Fällen anzunehmenden speeifischen Krankheitsursache, welche durch Vermittelung des Falters, des Trinkwassers, der Luft, vielleicht auch durch oberflächliche Hautwunden eiudrlngeu und dann direkt oder indirekt die Krankheit hervorrufen. Amlerc Autoren nehmen an, dass die Speolfischen Organismen nur mit dem Futter aufgenommen werden und im Körper giftige, die Hämoglobinurie bedingende Fermente zur Entstehung bringen. Schlechte, dunstige Stallungen, gute Ernährung bei wenig Arbeit mögen dabei prädispouirend sein; besonders wenn die Pferde mehrere Tage im Stalle gestanden haben. Im Winter und Frühjahr wird die Krankheit häufiger als im Sommer und Herbst beobachtet. Meist werden gut genährte Thiere im Alter von 48 Jahren ergriffen. Die Krankheit wird im Uebrigen in allen Ländern Europas beobachtet.
Syiuptoinc. Die Krankheit tritt plötzlich auf, 1ji2 Stunden nachdem die Pferde den Stall gesund verlassen haben. Zunächst beobachtet man unsicheren steifen (iang mit den Hinterfiissen, Ueberköthen des Fesselgelenks, die Zehe wird
i) Priedberger-Fröhnor erinnern in sehr zutreffender Weise ebenfalls an mias-matisebo Einflüsse, wie bei Malaria des Menschen. (Vergl. meine frühere Bemerkung bei Hämoglobinäinie des Menschen.)
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Hiuiiogloliinäimo. Hiimuglubiiiurio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; \\:)
auf lt;loiu Boden güschleift; es tritt ilann Zittwn der Glieder, eine gewisse Angst, beschleunigtes Athinen, partieller Schweissausbruch ein, und die Thiero stürzen oder sinken plötzlich im Hintertheil nieder und erscheinen gelähmt. Die Bemühungen aufzustehen, sind vergeblich. Die Kruppenmuskelu sind derb, brettartig, schmerzhaft, manchmal vermehrt warm und etwas angesclnvollen. Die Empfindlichkeit derselben gegen Nadelstiche, gegen den elektrischen Strom ist oft noch erhalten, oft ganz aufgehoben. Manchmal sind auch die vorderen Gliodmassen initerkrankl. Dazu tritt als sehr auffällige Erscheinung fast regelmässig die oft mit Schmerzen und Stöhnen stattfindende Entleerung eines blutigen, dunkelrothen, fast schwärzlichen Urins. Nur bei sehr leichten, schnell verlaufenden Fällen fehlt dieses Symptom. Desshalb aber die Bezeichnung Hämoglobiimrie für die Krankheit aufzugeben, wie Fricdberger-Eröh n er wünschen, erscheint doch ganz unberechtigt. Der Harn ist fast immer alkalisch (Friedberger-Fröhner), meist reich an Harnstoff und arm an llippursäure, daneben (besonders wegen der sich entwickelnden Nephritis) eiweissreioh. Das spezifische Gewicht ist meist normal. Ilothe Blutkörperchen fehlen, dagegen ist freier Blutfarbstoff vorhanden. Die Temperatur ist oft selbst bei schweren Fällen (Friedberger-Fröhner) nicht besonders erhöht. Dagegen ist der Puls vermehrt, die sichtbaren Schleimhäute dunkel, schmutzig geröthet, die Peristaltik unterdrückt.. Der Appetit ist in leichteren Fällen wenig verändert.
Vorlauf, Ausgang und Prognose. Man kann einen akuten und einen porakuten Verlauf unterscheiden. Beim akuten (häufigsten) Verlauf ist die Krankheit in 35 Tagen, selten in längerer Zeit (10 Tagen) entschieden. Haltung und Pflege der Thiere ist dabei auch von Einfluss. Manchmal bleibt eine Schwäche zurück, die sich erst in 14 Tagen verliert. Auch Recidive, wie bei der Hä'mo-globinämie des Menschen, werden innerhalb mehrerer Wochen beobachtet (Friedberger-Fröhner). In anderen Fällen tritt unvollständige Genesung ein, Lähmungserscheinungen bleiben zurück. Oft kommen andere Komplikationen (Decubitus, Nephritis) vor. Der Ausgang der Krankheit Ist aussordem auch oft tödtlich und endet dann am zweiten bis vierten Krankheitstage unter Zunahme der Krankheitserscheinungen durch Herzlähmung oder Urämie. Demnach ist auch die Prognose der Krankheit ziemlich ungünstig; 2040 Proz., in schweren Fällen 4070 Proz. der kranken Thiere gehen zu Grunde.
Anatomisclicr Itcfund. Das Blut ist unvollständig geronnen, theilweise lackfarbig; das dem lebenden Thiere entnommene Blut hat, wie beim Menschen, ein röthlich gefärbtes Serum. Die Muskeln, namentlich des Hinterkörpers, sind mürbe, gelb. Mikroskopisch ist körnige Trübung, Zerklüftung, Verlust der Querstreifung nachweisbar. Es handelt sich um eine parenchynmtöse Degeneration der erkrankten Muskeln. Oft ist auch der Herzmuskel in gleicher Weise erkrankt. Daneben wird gefunden : Milztmuor, Schwellung der Leber, selten Infiltration und Schwellung des Knochenmarks (besonders an den langen Röhrenknochen [Zucker]), Infarkt der Niere und manchmal akute parenehymatöse Nephritis. Oefters sind auch Hämorrhagien nachzuweisen.
Diagnose. Bei gut ausgebildeter Krankheit ist die Feststellung nicht schwer. In anderen Fällen kann eine Verwechselung eintreten mit Kolik, Thrombose Sohnoidomühi, Vorgi. Pathologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 8
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114nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infektions- und Intoxikatiümkrankheiten.
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der hinteren Aorta und ihrer Zweige, Lähmung dos Nervus cruralis, Muskel-rheunmtisinus, Starrkrampf, Fraktur der Boekenknochen und der Wirbelsäule, Zerreissung der Achillessohne, Nephritis u. s. w. Bei der Kolik entscheidet Anainneso, Harnbofund, Beschaffenheit der Kruppeiimuskeln, Fähigkeit der Thiere sich zu erheben; bei der Aortenthromboso entscheidet Untersuchung dos Mastdarms und auffallend schnelles Verschwinden der Erscheinungen; bei Lähmungen im Bereiche des Nervus cruralis treten die Erscheinungen langsamer ein; beim Muskelrheuma-tismus sind sogleich grössere Muskel bezirke ergriffen, Pareso und Paralyse treten apöplektisoh auf; bei Frakturen fehlen die Schmerzen in den Kruppenmuskeln, die dunkle Beschaffenheit des Urins; bei Zerreissung der Achillessehne entscheidet ebenfalls Beschaffenheit der Kruppenmuskeln, des Harns und die örtliche Untersuchung der Sehne; eine Unterscheidung von Starrkrampf, Nephritis, Hufrhohe, plötzlichen Ermüdungen ist bei aufmerksamer Untersuchung nicht schwierig.
Thorapic. Prophylaktisch ist wichtig, die Pferde auch an Ruhetagen zu bewegen, etwas weniger Futter zu geben und den Stall kühl zu halten. Daneben sind kalte Abreibungen der disponirten Thiere zweckmässig. Ist die Krankheit ausgebrochen, die Thiere in den Stall und möglichst in den Hängegurt gebracht, so mag ein Aderlass manchmal zweckmässig sein. Vortheilhafter ist starke Darmentleerung (Physostigmin 0,100,12:10,0 Aqu. dest. subeutan; auch Pilokarpiri 0,20,8), wasserreiches Futter, Grünfutter, Heu. Daneben Frottirungen, Einreibungen mit Kampherspiritus, auf Lenden und Kreuz warme Kloiensäcko; bei grosser Unruhe Entleerung des Harns durch Druck auf die Blase, Einführung des Katheters, auch Morphiuminjektion. Tracheale Injektionen der Lugol'schen Lösung, 30 g täglich, sind auch mit Erfolg ausgeführt. Innerlich wird löO300,0 Nat. bicarb. : 300500,0 Natr, sulfur, in Latwerge oder Lösung, auch Acid, phosph. oder sulfuric. 3040 g in einem Eimer Wasser verabreicht. Scharfe Einreibungen auf die Haut der Kreuzpartie sind entbehrlich. Tritt Besserung ein, so empfiehlt sich, allmählich die Thiere bewegen zu lassen.
SiinitätspoÜKcilichcs. Oft worden Pferde mit Hämoglobinurio in einem späteren Stadium der Krankheit, besonders nachdem Nephritis und Decubitus eingetreten ist, noch geschlachtet. Eine Verwertbang solchen Fleisches für die menschliche Nahrung sollte, weil ekelerregend und nicht ohne Gefahr, nicht gestattet worden. In Arnsberg wird eine Fleischvergiftung auf den (Jenuss des Fleisches solchornothgeschlachtotor Pferde zurückgeführt.
b) Hämoglobinurie des Rindes und der übrigen Wiederkäuer. (Hämoglobinämie, Blutharnen, Weideroth, rothes Wasser, Blutnetzen.) Wesen, Begriff, A'orkomincn. Die Krankheit ist seit sehr langer Zeit unter den verschiedensten Namen (aussei- obigen noch; Rothharnen, Maiseuche, Weideseuche u, s. w.) bekannt und wird schon bei den Griechen und Reimern erwähnt, trotzdem gehen die Meinungen über das Wesen derselben noch sehr auseinander. Es handelt sich um eine Ausscheidung von Blutfarbstoff mit dem Harn, die seuchenartig besonders bei Weidethieren, selten bei Stallhaltung (Stallroth) auftritt und desshalb auch durch spezifische Krankheitserreger, die wahrscheinlich thieriseher Natur sind, hervorgerufen wird. Die Krankheit kommt sowohl bei Bindern, wie auch bei Schafen, namentlich bei jüngeren, weiblichen, neu eingeführten und schlecht ernährten Thieren vor. Die Krankheit tritt besonders als Frühjahrskrankheit auf moorigen, sumpfigen, schattig gelegenen Weiden oder in deren Umgebung auf.
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Hämoglobiniiinip. Hiimoglobinurie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 115
Babes sah dieselbe in den sumpfigen Donaiigegenden Rumäniens jährlich 3050000 Ochsen zu Grunde richten. Lego-Dolgopelow beobachtete die Krankheit bei Rindern im Kuban'schen Gebiete Juni bis September zugleich mit Malaria beim Menschen, nachdem die Thiere schlechtes, faules Wasser getrunken hatten. Oft kommt die Krankheit noch 810 Tage nach Einstellung der Thiere in die Stallungen zum Ausbruch.
Geschiclitliches. Aus dor Geschichte der Thierhcilkunde geht hervor, dass das Blutharnen als Souchenkrankhoit der Rinder in alter Zeit, als die Waldgrundstücke und die üemeinde-Hutungon noch einen grössoien Umfang hatten, bedeutend mehr verbreitet war, als gegenwärtig. Nach der in jener Zeit verbreiteten, theilweiso noch bis heute erhaltenen Ansicht, sollte das Blutharnen bei allen pfianzenfiessenden Hausthieren durch den Genuss der Blätter von Eichen, Rüstern oder Weissdorn, sowie von vielen gütig und scharf wirkenden Pflanzen erzeugt werden (Dieckerhoff).
Aetiologie. Als häufigste Ursache wird gegenwärtig mit Recht eine spezifische toxische Infektion beschuldigt, daneben auch Erkältung; mit letzterer ist hier, wie beim Pferde, wenig zur Aufklärung gethan. Das Gift kann mit schlechten Futterstoffen, pilzbesetztem Futter und mit schlechtem Wasser aufgenommen werden, doch scheint es wesentlich an sumpfigeraquo;, mooriges Terrain gebunden und den Malariaorganismen dos Menschen sehr nahe zu stehen. Dass auch bestimmte Giftpflanzen Blutharnenquot; hervorrufen können ist richtig, jedoch handelt es sich hier wie bei zahlreichen anderen Fällen (durch Sauer- und Halbgräsor, durch angefaulte Rübenblätter) nicht um eine infektiöse Pläinoglobinäinie, sondern um sporadisch auftretende Hämaturie, in Folge direkter Nieren- hezw. Blasenreizung.
Es scheint vielmehr, dass der von Babes beobachtete und von P i a n a und Katschinski bestätigte Befund für die von diesen in Rumänien und Italien festgestellten Fjille von seuchenartig auftretender Hämoglobinurie auch für die anderen Vorkommnisse dieser Art in Europa zutrifft. Babes fand im Blute, besonders in dem dor Nieren und der Milz, meist eingeschlossen im Zellleibe der rothon Blutkörperchen, von einer Kapsel umschlossene Diplokokken, die sich nach Gram entfärben und rund oder lanzonförmig sind. Sie sind häutig durch eine feine Linie verbunden und oft in Theilung begriffen. Durch die Theilung entstehen zwei gebogene, parallel gestellte ötäbchen, mit je zwei polaren und einem centralen chromatischen Körporchen. Zu Anfang der Krankheit sind die Parasiten lanzen- oder birnförmig und häufiger im kreisenden Blute. Kulturvorsuche gelangen nur selten. Dagegen gingen Kaninchen, welche 8 Tage nach einer intravenösen Injektion des Blutes kranker Rinder erkrankten, in wenigen Tagen zu Grunde. Ebenso erkrankten Ochsen, denen 10 cem Blut kranker Thiere in die Jugularis gespritzt war, 1215 Tage an typischer Hümoglobinämie, die manchmal zum Tode fülirto. In jedem Falle fanden sich meist frei im Blute obigen ähnliche Parasiten. Wie beim Texasfieber erhalten sich auch diese Parasiten lange in der Leibeshöhle der Zecken und scheinen diese unter natürlichen Verhältnissen die Krankheitsträger zu sein. Aehnliche Beobachtungen machte Piana, der eine mit Hämoglobinurie einhergebende stationäre Rindersouche in den Bergen von Brescia beobachtete. Piana fand Kokkon im Blute der kranken Thiere und konnte die Krankheit durch Blutinjektionen auf gesunde Thiere übertragen.
Symptome. Die Krankheit beginnt meist mit hohem Fieber, vermindertem
Appetit, Durchfall, Steifigkeit und Empfindlichkeit in der Lendengegend. Dabei
wird der Urin öfters und mit Drang entleert, ist allmählich zunehmend braunroth
bis dunkclroth. Der Harn schäumt beim Absetzen, bildet beim Stehen einen trüben
Bodensatz und beim Kochen ein braunes Gerinnsel. Die Reaktion ist anfänglich
sauer, später alkalisch (Reuter). Auf die Diarrhöe folgt später Verstopfung,
zuweilen zeigen sich auch ödematöse Schwellungen am Kopf, Hals und an der
Brust (Reuter). Die sichtbaren Schleimhäute sind schinutziggelb bis citronengell)
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lltinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; liit'ektions- und Intoxikationskiniiklieiton.
gefftrbt. Audi die Milch soll zuweilen gelbroth werden (Gerlaoh). Dabei bestellt allgeinelne Körpersobwftohe, anämlsobe und theilweise iktertedhe Färbung der Schloiinbäuto. Bei Melkkühen tritt Abnahme der Mileli und vollständiges Versiegen der Mileli ein.
Veiiaul' und Ausganglaquo; Der Verlauf ist akut, selten perakut. Entweder tritt in spätestens 14 Tagen (meist 68) Genesung oder (in 1015ü/o der Fälle) der Tod ein, wobei unter Ikterus, Wassersucht, hochgradiger Kreuzschwäuhe, allgemeine Erschöpfung eintritt. Oft zeigen sieb Beoidlve, Fs sterben iiiancbmal 8040 Proz,
Anntoniischer Itcfimd. Die wichtigsten Veränderungen an den Organen sind; akuter oder liäinorrbagiseber Magen-Dnnnkatarrb, Äfilz etwas geschwollen, Muskulatur hell gefärbt, bleich und schlaff, das Blut ist sehr dünnflüssig, von kirschrother bis schwarzer Farbe, Nieren gross und brüchig von dunkelbrauner Farbe (Babes). Im Blute der Nieren und Milz die oben beschriebenen Organisinen (Babes), Leber manchmal gross und marmorirt.
Diagnose. Die Feststellung ist nach mikroskopischer Untersuchung dos Harns, in welchem sich kleine Blutkörperchen finden, nicht schwer. Vorübergehend ist Verwechselung mit Nephritis, enzootisoher Darmentzündung und Ikterus möglich.
Tlicrapie. Die Prophylaxe erfordert Vorsicht beim Benutzen verdächtiger Weiden, Vorfütterung mit etwas Trockenfutter, ferner Drainirung der Weiden und Züchtung eingeborener widerstandsfähiger Tbiere, Beim Ausbruche der Krankheit müssen die Thiere sogleich in den Stall gebracht werden. Im Uebrigen wird neben entsprechender Diät rein symptomatisch zu verfahren sein; anfänglich styptische Mittel, später Laxantien. Daneben Ferr. sulfur. 5 10,0 in Wasser, auch Ac. taiin. 1525,0. Ferner Bothwein, Rum, Cognac, Biersuppe. Die Ernährung ist durch Fingeben von süsser Milch, Brodsuppe oder Mehlsuppe zu bewirken.
c) 11 ämoglobin u ri e bei den übrigen Thieren.
Uei Schafen tritt die Krankheit nach Babes auf den sumpfigen Inseln der unteren Donau in cinzelnon Jahron in grosser Verbreitung auf, Caroeag genannt. Nur erwachsene Schafe werden von der Krankheit befallen. Die Sterblichkeit beträgt 5060 Proz. Die Krankhoitsorscheinungen bestehen in Anämie, Mattigkeit, Pieber (4042 0C.) mit Schüttel-l'rost, Verstopfung mit blutigen Entleerungen und Kolik. Blutharnen ist selten. Manchmal folgt nach 12 Tagen ein zweiter Anfall. Der Tod tritt gewöhnlich 24 Tage nach dem Erscheinen der ersten Krankhoitssymptome ein. Bei der Sektion finden sich gelb-sulzige Oedeme in der Untorhaut und im Mediastinum, Ekcliymoscn in der Schleimhaut dos Pylorus und des Duodenum. Die Milz ist stark goschwollen. Lober und Nieren sind pnren-chymatös vorändert. In der Harnbinse befindet sich ein blasser, rothbrauner, Hämoglobin-haltiger Urin. Die Blutkörperchen der Milz und der luimorrhagischen Oedeme enthalten zu 510 Proz. meist einzeln, selten zu zweien gelegene 0,5 1 ;j. grosso runde Kokken, die eine feine Theilungslinie in der Mitte erkennen lassen und von einer blassen Zone umgeben sind. Sie färben sich mit .Methylviolett und Methylblnu. Nach intravenöser Injektion von 810 cem Blut erkrankter oder gestorbener Thiere tritt hei Schafen Pieber, Schüttelfrost und Kolik ein. Im Blute der geimpften Thiere finden sich dann die Parasiten.
Auch bei Ziegen, hei Maulthieron, beim Hunde (nach Erkältungen, Intoxikationen und während der Staupe |Priedborger-Pröhnor|), heim Schwein und beim Zebra (.lohne) ist Hämoglobinurio beobachtet worden.
Sanitätsitolizeiliches. Die Venverthung des Plcisches von Rindern, die wegen Hämoglobinurie nothgeschlachtet sind, wird man nur nach vorheriger Durchkochung gestatten dürfen.
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Cliolurn asiaticn, imlioa.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 117
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XXIV. Cholera asiatica, indioa. (Cholera.)
Wosou und He^riff. Dio Cholera ist eine durch einen spejiflsohen Organismus, Konnnabaeillus, hervorgerufene akute Infektionskrankheit, die durcli lOrbrcehen, erschöpfende Durchfälle, Eindickung des Blutes, Anämie, heftige Krämpfe besonders dor Waden und der Haut charakterisirt ist. Von der Cholera asiatiofl ist die Cholera nostras scharf zu (rennen.
(ieschiclitliclics. Die Heiinatli der Cholera liegt an den Quellen des Lianges in Bengalen, wo .sie vielleicht schon seit Jahrtausenden emloinisch herrscht. Trotz dos hohen Alters hat erst im Jahre 1817 ein Senobenzug nach allen Erdtheilon stattgefunden. Grössere Ausdehnung gewann die Krankheit 183032, 1840, 186C, dann folgten kleinere Epidemien, dann grössere in den Jahren 188386 und zuletzt 1893, wo die Krankheit in Hamburg auftrat und in 3 Monaten 18000 Personen erkrankten und fast 8000 starben.
Bakterlologisohos, Als Ursache der Oholera wurde 1883 von Roh. Koch der Choleravibrio festgestellt. Ks ist eine ganz bestimmte Bakterienart, die nur hei Cholera asiatica vorkommt, ein konimaformig gekrümmtes Stäbchen darstellt, das die Hälfte bis zwei Drittel so lang wie ein Tuherkelhacilhis ist; manchmal liegen zwei so zusammen, dass eine Sform entsteht, in den Kulturen entstehen auch lungere, soliranbenformig gedrehte Fäden. Die Organismen gehören zur Spiriilengruppe. Der Choleravibrio zeigt Eigenbewogung. jeder besitzt ein Goissel, gedeiht am Hosten bei 3040deg; C, nicht mehr unter 16deg;, eine über 00deg; hinausgehende Temperatur tödtet ihn in kurzer Zeit, kurz dauerndes Gefrieren dagegen nicht; in Wasser hält und vermehrt sich der Organismus, die Nährgelatine wird durch sein Wachsthum verflüssigt. Ebenso wird Blutserum durch die Ijacillen langsam verflüssigt. Manche Säuren henunen die Entwiekclung der Spirillen; durch Austrocknen wird die Lebensfähigkeit in kurzer Zeit vernichtet. Die Cholerakeime können bei Anwesenheit reichlicher Mengen von Sauerstoff, wie auch bei fast vollständigem Fehlen derselben existiren und sich entwickeln. Durcli die Thätigkeit und Entwickelung derselben wird ein zu den Toxalbuminen gehörendes Gift gebildet. Ist hinreichender Sauerstoff vorhanden, so wird das Toxalbutnin durch Oxydation verändert. Ausserhalb des menschlichen Körpers büssen die Cholerabacillon die Fähigkeit Toxalbumine zu bilden fast vollständig ein. üb Dauorsporen vorkommen ist noch nicht sicher bekannt.
Actiologie. Die Infektion mit Komtnabaoillen ist die alleinige Ursache der Cholera. Die Dejektiouen der Cholerakranken stellen das hauptsächlichste, vielleicht das einzige Mittel zur Verbreitung der Cholera dar. Auf feuchter Wäsche, im Wasser, auf Nahrungsmitteln kann die Verbreitung und durch diese die Ansteckung anderer Menschen erfolgen. Die Verbreitung folgt den Verkehrs wegen. Durch die Luft wird die Krankheit: nicht verbreitet. Für dio Einverleibung des Giftes scheint das Trinkwasser die wichtigste Quelle zu bilden. Zur Erkrankung ist nölhig, dass dio Komtnabaoillen sich im Darme festsetzen und sich vermehren, Vieh; Personen besitzen eine gewisse Widerstandsfähigkeit, Kinder erkranken seltener als Erwachsene; Magendarmkatarrhe, schwächliche Konstitution bilden prädisponirende Momente. Je nach der Feuchtigkeit des Erdbodens (Schwankungen des Grundwassers) kann auch die Verbreitung der Organismen in einzelnen Gegenden, demnach die Heftig1 koit einer Epidemie verschieden sein.
Symptome und Verlauf. Nach ein bis höchstens dreitägiger Inkubation treten die ersten Erscheinungen (schmerzlose Diarrhöe) ein, Dann folgen: Erbrechen, leichte Wadenschmerzen und Verminderung der Harnmenge, Um diese Zeit kann nach einigen Tagen Heilung eintreten. Der eigentliche Choleraanfall geht schnell in das zweite Stadium (Stadium algidinn) über, wobei sich grosso all-gemeine Schwäche, Frösteln, Eingenommenheit des Kopfes, Magen- und Darm-erscheinungen mit den charakteristischeQ reiswasserähnlichen1^ oder molkenartigenquot;
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118nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infektions- und Intoxikntionskrunkheiten.
Stuhlentleerungen einstellen, Mikroskopisch findet man in den Entleerungen die Komnmbiicillen. Manchma], bei schnell tödtlichem Ausgangi^, fehlen die starken Entleerungen (Cholera sicca). Mit dem Durchfall tritt auch starkes Erbrechen ein, dabei vollständige Appetitlosigkeit, und heftiger Durst. Leibschmer/, besteht nur in massigem Grade. Dazu tritt Herzklopfen, Fieber, heisere Stimme, schmerzhafte Muskelkriimpfe und schliesslich Verminderung oder vollständiges Aufhören der Hamabsonderung ein. Das Sensoriuin bleibt lange Zeit klar. Diese Erscheinungen sind in zwei Tagen zur Entwickelung gekommen und führen entweder schnell unter allgemeiner Entkräftung zum Tode oder allmählich oder unmittelbar zur Genesung. Im Urin findet sich dabei viel Indoxyl und Eiweiss. Das Stadium der Reaction tritt dann ein. Die Erscheinungen verschwinden und in 12 Wochen kann vollständige Genesung eingetreten sein. Oft kommt aber ein Rückfall oder ein drittes Stadium Choleratyphoid. Im letzteren Falle treten Erytheme auf oder entzündliche Lokalerkrankungen: dipbtherische Entzündungen des Dünn- und Dickdarms, Pneumonien, Bronchitiden, dipbtherische Erkrankungen des Larynx, Pharynx, Parotitis, Nephritis u. s. w. In diesem Stadium können die Kranken unter zunehmendem Coma zu Grunde gehen. Dasselbe gebt mit Herabsetzung der Blutalkalescenz, Steigerung der Säureausscheidung einher, wie das Coma diabeticum.
Prognose. Die Prognose ist mit Vorsicht zu stellen, da die Mortalität 50^70 0/o beträgt. Von Einfluss sind die hygienischen und diätetischen Verhältnisse unter denen die Patienten leben. In 2la der ungünstig endenden Fälle erfolgt der Tod in den ersten Tagen des asphyktischen Stadiums, in etwa 1/3 der Fälle in der zweiten Krankheitsperiode (Striunpell).
Anatomischer Itni'mid. Im Wesentlichen sind bei der Cholera erhebliche Veränderungen am Darm nachzuweisen: Hyperämie der Dünndarnisclileinibaut, rosa und bläulich gefärbte Serosa mit einem klebrigen, seifen artigen Belage bedeckt; der Darm enthält dünnflüssige, weissgraue, reiswasserähnliche Massen. In höheren Graden ist die Dünndarmschleimbaut hämorrbagisch, geschwollen, besonders die Peyer'sche Plaques und Solitärfollikel. Der Dickdarm ist oft normal. In noch höheren Graden zeigt sich der croupös-diphtberische Charakter an der Dannschleim-baut: Nekrotisirungen und IJlcerationen. Alle anderen Organe erscheinen trocken, blass und blutleer. Die Milz ist nicht vergrössert, ebenso wenig die Leber, auch die Nieren erscheinen klein und blutleer, mit leicht abziehbarer Kapsel, in höheren Graden parenehymatöse Nephritis; die Lungen sind stark retrahirt, blass und blutleer. Die Kommabacillcn finden sich nur im Dann und seiner Schleimhaut, in den übrigen Organen, wo nur ihre Toxine wirken, jedoch nicht.
Diagnose. Zur Sicherstellung der Diagnose in den ersten Fällen ist stets Nachweis der Koinmabacillen noting. Oft, kann der Nachweis schon durch die Besichtigung von Ausstrichpräparaten geführt werden. Ein dem möglichst frischen Stuhl entnommenes Mchleiinklümpchen wird auf einem Deckgläschen zu dünner Schicht ausgebreitet, durch mehrmaliges Durchziehen durch eine Flamme fixirt und mit wässriger Lösung von Methylenblau oder mit Karbol-Fuchsin gefärbt. Bei echter Cholera findet man dann oft die Koinmabacillen in grosser Menge in Schwärmen, ähnlich Fisehzügen, angeordnet.
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Cholera nostrils.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 119
Prophylaxe und Therapie. Die allgemein prophylaktischen Massnahmen sind: schnelle Isolirung der ersten Fälle, Desinfektion der Stühle und aller durch die Entleerungen beschmutzten Wäschestücke, Gegenstände u. s. w.; Feststellung der Infektionsquelle, Ueberwachung des Trinkwassers und aller in ungekochtem Zustande genossenen Nahrungsmittel. Massregeln für die individuelle Prophylaxis sind: genaue Diät, Vermeidung von Magen-Darmkatarrh; der Genuas ungekochten AVassers, des rohen Obstes u. s. w. ist gleichfalls zu vermeiden; möglichste Reinlichkeit bei der Zubereitung und bei dem Verzehren von Speisen; sorgfältige Behandlung jeder Dyspepsie mit Salzsäure und jedes Durchfalls mit Bettruhe, Suppondiät und Kalomel. Im Beginne des echten Cholcraunfalles ist Kalomel (mehrmals täglich 0,3-^0,5) und ausserdem Eimvickelung der Kranken in warme Tücher zweckmässig. Auch Opium (Tinct. Opii 0,0030,06) wird noch viel im Anfange der Krankheit gegeben. Mit Vorthcil sind auch lieisse Bäder und bei der letzten Choleraepidemie Kochsalzlösungen subeutan (0,6 0/o Lösung) 23 Liter in 24 Stunden infundirt worden. Von Cantani sind Eingiessungen in den Dann von 38deg;40deg; C, warmen Tanninlösungen (2000,0 Wasser, 5,0 10,0 Acid, tannicum, 50,0 Gummi arabicum und 3050 Tropfen Opiumtinktur) empfohlen worden. Gegen das Erbrechen giebt man Morphium oder Eis, gegen die Wadenkrämpfe sind Einreibungen mit Chloroformöl zweeknülssig. Im Stadium algidum sind Kampher- oder Aether-injektionen, Champagner, starke AVeine erforderlich. Mit der Diät ist Vorsicht nöthig; anfänglich Schleimsuppe, Milch, Fleischbrühe, Zwieback. Etwas Salzsäure mit der Nahrung zu geben, ist auch noch in der llekonvalescenz ompfehlenswerth.
Bei Thieren kommt eine der echten Cholera des Menschen gleiche Krankheit nicht vor. Die künstlichen Uebertragungsversuche bedürfen noch der weiteren Vervollständigung. Bezüglich der sog. Geflügelcholera soll später das Nähere mitgetheilt werden.
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XXV. Cholera nostras. Cholera nostras infantum.
(Brechdurchfall. Brechruhr.)
(Cholera nestiva, europaea, Frz.: cholera sporadique; engl.: british or onglish or Summer or simple cholera; ital.: cholera nostrale oder nostrano.)
Wesen und lleffriff. Mit Cholera nostrasquot; bezeichnet man eine akut auf-tretende Erkrankung des Magens und Dannkanals, die wahrscheinlich durch einen spezifischen, organisirten Krankheitserreger hervorgerufen wird. Die Krankheit tritt meist in epidemischer Ausbreitung und in den Sommermonaten auf, desshalb auch Cholera aestiva genannt. Vorwiegend werden Kinder in den ersten Lebensjahren, seltener ältere Kinder und Erwachsene ergriffen.
Aotiologie. Neben der Einwirkung eines noch unbekannten Parasiten, der jedenfalls sehr häufig durch den Genuss schlechter Kuhmilch in den Magen der Kinder gelangt, - meist handelt es sich um eben entwöhnte Kinder mögen als Ililfsursachen alle Schädlichkeiten wirken, welche einen Katarrh des Magens und Darmes verursachen können (Genuss von unreifem Obst, schlechtem Fleisch u.s.w.).
Symptome und Verlnui'. Die Krankheitszeiehen sind diejenigen einer heftigen Gastroenteritis (Erbrechen, Durchfall, Leibschmerzen). Dazu tritt Abnahme der Harnsekretion. Muskelsehmerzen, wodurch echte Cholera vorgetäuscht werden
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Infcktiotis- und liitoxikntionskraiiklieiton.
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kann, und zuweilen ein lio^eohi ähnlieher Hautausschlag. Das Allgemeinbefinden leidet erheblich, es treten Kollapserschclnungen und sohtnerzhaitc Zusamtnenziehungen der EKtreinitütenniuskeln ein; die Temperatur 1st anfänglich erhöht, sj)äter subnormal. Der Verlauf ist bei Kindern sein' häufig tödtlich; bei Erwachsenen kommen Todesfälle selten vor.
Auatomisehor Itcfuiul. Aussei1 katarrhalischer Erkrankung der Magen-und Darmschleimhaut auch Atelektase der Lungen, Hyperämie und Oedem der
Hirnhäute, beginnende Nephritis,
Die Diagnose ist manchmal erschwert durch die Verwechselung mit echter Cholera. Zur Entscheidung dient nach bakteriologischer Untersuchung das Fehlen oder Vorhandensein der Kommabadllen.
Therapie. Zunächst Bettruhe, Verabreichung von Schleimsuppen und verdünntem Rothwein, Einwickelungen in trockene, helsse Tücher sind zweokmässig. Innerlich giebi man kleine Eisstückohen, bei starker Schwäche etwas Champagner, bei starken Diarrhöen Opiumtinktur in kleinen Dosen (12 Tropfen); in frischen Krankheitsfällen Kalomel (täglich 23 Pulver zu 0,ül). Man kann auch Opium mit Kalomel verbinden. Als weitere Nahrung dient abgekochte und später abgekühlte Kuhmilch, auch Loeflund's peptonisirte Kindermllch,
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XXVI. Geflügelcholera. (Hühnercholera. Hühnerpest. Geflügel typhoid.)
Wesen und Begriff. IHo Uüliiicrcliolera ist eine unter den Erscheinungen einer typliösen Darmentzündung auftretende Infektionskrankheit, welche alles Hausgeflügel, am häufigsten Hühner, Gänse, dann auch Truthühner, Enten, Fasanen, Pfauo, ferner Papageien, Kanarienvögel und Tauben befällt. Die Krankheit tritt stets seuchenartig auf, gewöhnlich im Sommer und im Herbste und kann in wenigen Tagen den grössten Theil des Federviehes tödten.
Gesohlobtlictaos. Nach einzelnen Angaben soll die Krankheit schon im Alteithum bekannt gewesen sein. Weil man die Seuche bald mit der Cholera, bald mit dem Typhus des Menschen für identisch hielt, entstanden die Namen Hiibnercholeraquot; und (ieflügel-typbusquot;. Die Seuche soll Kndc vorigen Jahrhunderts in der Lombardei und y.u Beginn dieses in Ostindien geherrscht haben. Dann ist sie in Frankreich (1825) und spiiter in Rnssland, Oesterreioh-Ungarn in grosser Verbreitung beobachtet worden. In neuerer Zeit ist die Krankheit in allen europäischen Ländern verbreitet. Schon vor mehreren Jahrzehnten wurde (Del a fond) die Uebeiimplbarkeit der Seuche auf üeflügel und Kaninchen mittelst Blut, Sekreten und Kadavertheilen, Hiickimpfbarkeit, die Verbreitungsweise durch den Koth der Thiere, das Absterben des Infektionsstoftes beim Austrocknen beobachtet und festgestellt.
Bakteriologiflohes. Perroncito bat die ersten Untersuchungen angestellt, dann folgte Toussaint, der den Pilz in neutralem Harn züchtete, Pasteur (1880) vervollkommnete die Rftiiizücbtung, stellte die spezifische pathogene Bedeutung durch erfolgreiche üeber-traguilg auf andere Thiere fest und wies das konstante Vorkommen der Bakterien in dem Blute, in den Organen und in dem Darminbalt der kranken Thiere nach. Die Hühner-cholerabacillen sind unbewegliche, kurze, plumpe, bisquitförmige Stäbchen mit etwas abgerundeten finden, die häufig einzeln, aber auch zu mehreren verbunden angetroffen werden; sie färben sich an den Polen und bleiben in der Mitte ungefärbt. Auf Kartoffeln findet massiges Wachsthum bei Brüttemperatur statt. Der Bacillus färbt sich mit wässerigen Farbstofflilsungen; jedoch nicht nach der Gram'schen Methode. Am Besten gedeiht der Pilz auf hart gekochtem Hülmereiweiss, auf erstarrtem Blutserum u. A. Die Bakterien sind auf Geflügel aller Art, auf Kaninchen und weisse Mäuse durch subeutane Impfung übertragbar; ebenso durch Verfütternng von Blut, Koth und Kadavertheilen erkrankter Thiere.
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I.
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UofiUgelcholeni.
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Dio Versuclisthiero gehen in 1248 Stunden zu Grunde. Hunde und Katzen scheinen immun zusein. Die Bakterien gehen durch die Kihäute auf den Fötus über (Celli, Marchiafava). Eidotter und Eier enthalten die Bakterien ehcnfalls. Bei einzolneu Thieren (Schafen und Pferden) treten nur Abscesso nach der Impfung auf. Im Uebrigen sind die Bakterien leicht zerstörbar; kochendes Wasser, Austiockniing, die meisten desinfizirenden Mittel vernichten sie in kurzer Zeit. Kulturen halten sich oft noch 2 Monate virulent (Mussa). Die Flüssigkeit, in welcher die Bakterien gezüchtet wurden, erzeugt, gesunden Thieren in-jizirt, Schlafsucht und Trunkenheit, wie bei cholorakranken Hühnern. Nach Kitt und Hueppo sind die Bakterien der Hühncrcholeru identisch mit den Bakterien der sog. Kaninchenseptikiimie. Durch subeutane Impfung von Eiweiss oder Dotter aus Eiern pestimmuncr Hühner gelang es Kitt, gesunde Thiere gegen die Cholera zu schützen.
Aetioloft'ie, Die Krankheit entsteht nur durch Ansteckung in Folge Aufnahme von Koth kranker Thiere mittelst der Nahrung oder mittelst des Trinkwassers oder auch durch die Verfütterung von Abfällen geschlachteter kranker Thiere. Eingeschleppt und verbreitet wird die Seuche meistens durch eingeführtes intizirtes Geflügel. Auch durch Geflügelaus-stellungen wird dio Krankheit verbreitet. Vielleicht dringen die Krankheitserreger gelegentlich auch durch Hautwunden ein.
Symptome und Verlauf. Nach einer Inkubationszeit von 1248 Stunden fallen die Thiere oft ohne vorangegangene besondere Krankheitserscheinungon todt von der Stange. In anderen Fällen beobachtet man vorher Mattigkeit, taumelnden (lang, struppiges (ieiieder, bläulich-rothen Kamm und Athembeschwerden. Es folgt dann ein starker Durchfall und mit zunehmender Schwäche in einigen Tagen der Tod. Manchmal wird auch Erbrechen. Ausfluss eines schaumigen Schleims aus der Schnabelött'nung, Schlafsucht, Konvulsionen beobachtet. In einzelnen Fällen kann der Verlauf 8 Tage und etwas länger (lauern.
Die Prognose ist bei der Geflügelcholera eine sehr ungünstige. 80100 l'roz. der erkrankten Thiere gehen zu Grunde.
Anatoiniselicr Befand. Die wichtigsten Vcrämlorungen sind im Darm, im Herzen und in der Lunge. Konstant sind die Erscheinungen einer typhösen Darmentzündung nachzuweisen (dunkelblanrothe Färbung, Auflockerung und Durohtränkung der Darmsohleimhaut, Petechien. graugelber, auch blutiger Darminhalt); ferner Hämoniiagieen im Herzen und in dor Lunge, letztere ist dunkelbraun und fest. Die Muskeln erscheinen manchmal normal, manchmal dunkelgraurofch. Im Blute und in allen Organen sind die Bakterien nachzuweisen. Auf der Haut entstehen bald nach dem Tode schwarzblauo Flecke. ]ici chronischem Verlaufe linden sich in der Lunge und im Darme oft käsige Herde (Sticker).
IMiig'imse. Der schnelle Verlauf, das seuchenartige Auftreten, die meist vorhandene Diarrhöe, ferner die Veränderungen in dor Lunge, im Herzen und besonders im Darm der Thiere, schliesslich der mikroskopische Nachweis der Bakterien sichern die Diagnose. Kitt empfiehlt event, einer Taube einen Blutstropfen von einem kranken Thiere in den Brustmuskel zu impfen. An der Impfstelle entsteht eine gelbe knotige Prominenz.
Therapie und Prophylaxe. Prophylaktisch ist erforderlich, schleunigst die gesunden Thiere von den kranken zu entfernen und eine gründliche Desinfektion des Stalles und der Geriithschaften herbeizuführen. Die Kadaver und der Koth der Thiere werden am Besten verbrannt oder tief vergraben. Es empfiehlt sich, die Desinfektion öfters zu wiederholen. Für die gesunden Thiere wird empfohlen: Acid, hydrochl. 3 4 Ksslöffol in einem Eimer Wasser zu geben, oder 3 g Acid. hydr. 25,0 Ferr. sulf. 1000,0 Aqua täglich davon 2mal ein Theelölfel. Therapeutisch ist bei den einmal erkrankten Thieren wenig ZU machen. Empfohlen wird 'hl prozt. Lösung von Ferr. .sulfur, oder von Acid, hydrochl. oder ' #9632;-#9632;2 prozt. Tanninlösung. Für die gesunden und kranken Thiere empfohlen Fried-berger-Fröhner für Hühner und Gänse einen Esslöffel voll, für Tauben einen Theclöft'el von folgender Mischung: Ferr. sulf. 50,0 Aqu. destill. 500,0 oder Acid, hydrochl 3,0 Aqu. dest. (Foeniculi, Meuthae) 300,0. Nocard hat eine 5 prozt. Karbolsäurelösung subeutan injizirt. Von Wallmann sind die sog. Thüringer Pillen (Fabrikant Lagemann-Erfurt) mit Erfolg angewendet worden. Die Pillen, welche aus Myrobalanen Pellotierin, Extr. fOSar. Extr. granat und gummi aräb. bestehen, wurde zuerst von Dr. Schwarz in Konstantinopel bei Dysenterie des Menschen mit Nutzen verwendet. Wallmann hat sie ausser bei Geflügelcholera auch bei der Kälberruhr und bei der Hundestaupe stets mit Erfolg benutzt. Von Pasteur ist auch eine Schutzimpfung versucht wordon, doch hat dieselbe nach den Versuchen von Cagny, Kitt und Hess keinen praktischen VVerth.
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122nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infoktions- und Intoxikationskranklicitoii.
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Snnitiitspolizeiliclies. Das Fleisch der im Beginne dor Krankheit, geschlachteton Thiere wird nach gründlicher Durchkochung als Nahrungsmittel zugelassen weiden können.
Im Anschluss an vorstehende Angaben möge noch erwähnt sein, dass Cornil und Toupet (1888) eine besondere Cholera bei Kanarienvögeln und Enten beschrieben, deren Uobertragbarkeit nur auf Kanarienvögel und Knten gelingt. Die Krankheit ist vielleicht mit der von Rieck beschriebenen identisch. Ferner beschreibt. Kloin eine Hiihneiseuche, die mit Diarrhöe beginnt und in 30 Stunden tödtlich endet und durch einen besonderen Organismus hervorgerufen werden soll. Schliesslioh wird von Nocnrd eine Maladie du sommeilquot; boschrieben, die durch einen kleinen, besonders in der Milz vorhandenen Bacillus hervorgerufen wird und besonders die Betäubung des Patienten bewirken soll. Wolff beschreibt noch eine Mykose der Papageien, welche unter den frisch importirton Graupnpageicn herrscht und dieselben zahlreich tödtet. Die Krankheit kommt besonders auf den Schiffen vor und soll durch schlechtes Futter, Trinkwasser u. dgl. hervorgerufen werden. An den gestorbenen Tliieren sind grössere und kleinere Knötchen in der Leber, seltener in der Lunge, Milz und in den Nieren zu linden, welche einen Strcptokokkus enthalten, der die Krankheit bedingt. Veränderungen durch Enteritis sind gleichfalls nachzuweisen. Die Papageien bekommen Durobfall und erliegen in 13 Wochen der Krankheit.
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XXVII. Die Rinderpest. (Pestis boum.)
(Frz.; Typhus contagieux des betes ä comes. Feste bovine; eng!.: Cattle Plaque; ital.; Tifo contagioso esotico dei ruminanti, Feste boviliu.)
Wesen und Begrifflaquo; Die Rinderpest ist eine akute, typisch verlaufende Infektionskrankheit, welche auf alle Wiederkäuer übertragbar, für das Rind am gefährlichsten, für die übrigen Hausthiere und den Menschen ganz ungefährlich ist. Die Krankheit befallt die Thiere nur einmal im Leben und besteht in einem .schweren fieberhaften Allgemeinleiden, wobei alle Schleimhäute, besonders jedoch die Schleimhäute des Digestionsapparates in eigenthümlioher Weise entzündlich erkranken.
GcscliicIitlichcH. Die'Rinderpest hat jedenfalls schon seit uralten Zeiten geherrscht; besonders ist dies für die Steppengobiete Osteuropas und Centralasiens anzunehmen. Geschichtlich nachweisbar ist das Vorkommen derselben schon zur Zeit dos Aristoteles (4 Jahrh. v. Ch.). Auch Colmnella hat die verheerende Wirkung der Seuche bereits hervorgehoben (Di eck erhoff). Die Völkerwanderung, die vielen Kriegsziige der nachfolgenden' Jahrhunderte haben dann das weitere für die Verbreitung beigetragen. Grössere Invasionen traten in den Jahren 801, 810, 820 auf, ferner 850 in Frankreich und 878, 970, besonders aber im Anfange des 13. Jahrhunderts, wo mit dem Einbrüche der Mongolen auch die Rinderpest Ost- und Mitteleuropa schwer heimsuchte. Obwohl die Seuche auch während des 16, und 17. Jahrhunderts in Deutschland und Italien geherrscht hat, liegen ausführliche Nachrichten erst vom Anfange des 18. Jahrhunderts vor. Denn im Beginne des 18. Jahrhundorts waren die durch die Rinderpest verursachten Verheerungen besonders gross; so sollen allein in den Jahren 17111714 l'/s Millionen Rinder in Europa gefallen sein. Von der Mitte des 18. bis zum Anfange des 19. Jahrhunderts war die Rinderpest, mit Ausnahme von Spanien und Schweden, in allen Ländern Europas vorhanden. Der Gesammt-verlust in Deutschland bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wird auf 30 Millionen, der in Europa auf 200 Millionen Rinder geschätzt (Friedberger - Fröhner). Weitere ausgedehnte Seucheninvasionen kamen Ende des 18. und im 19. Jahrhundert in den meisten Staaten Europa's vor; u. A. 18051809, 18131810 in Deutschland. In den Jahren 1844-45 verlor Hussland 1 Million Rinder. Oesterreich verlor in den Jahren 18471864 beinahe 1 i Million Rinder (Roell) und während des Krieges mit Frankreich (18701871) verursachte die Seuche in Frankreich einen Verlust von 70000, in Deutschland einen solchen von 40000 Kindern. Die letzte Invasion war in Deutschland 187879, wobei 2500 Rinder starben bezw. getödtet wurden. Russland verlor um dieselbe Zeit 350000 Thiere an der RinderpQst. 1890, 1891 und 1892 trat die Rinderpest auch in dor Türkei in grosser Verbreitung auf. Ebenso im Westen von Java und auf der Insel Suinatia. In den Kirgisen-
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Kinderpest.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 123
steppen trat die Seuche neuerdings sehr stark unter den Kamelen auf (Wedernikow). Noch bis zum 19. Jahrhundert waren die Ansichten über das Wesen der Krankheit sehr verschieden und (1845) die Meinung vorherrschend, dass die Rinderpest eine dem Abdominaltyphus des Menschen ilhnliche Krankheit sei. Auch eine spontane Entstehung wurde noch vor vier Jahrzehnten angenommen.
Baktci'iologiäühes. Obgleich zahlreiche Versuche unternoinmen worden sind, ist es bisher jedoch noch nicht gelungen, den Erreger der Rinderpest zu isoliren und zu züchten. Sommer will gefunden haben, dass das Kontagium im roinen Hnrne und im Ulute so lange sich wirksam erhält, bis eine ausgesprochene alkalische oder sauere Reaktion eintritt; in der Milch und in den Lymphdrüsen hält es sich 45 Wochen, im Schleime noch länger wirksam. Derselbe Autor hat auch Impfstoffe und immunisirende Stoffe hergestellt. Eine Impfung der Rinderpest, um die Empfänglichkeit für dieselbe zu tilgen, wurde schon 1744 in England von Dodson vorgenommen. Später ist dieselbe auch in Deutschland versucht worden, wobei Wollfäden, die mit dem Nasensekret kranker Thiere getränkt waren, gesunden durch die Unterbaut gezogen wurden. Da durch dieses Vorfahren die Ausrottung der Seuche erschwert wurde, hat man es bald aufgegeben. Ebenso hat sich die Annahme, durch Uebertragung der Kuhpocken die Rinder gegen die Rinderpest zu schützen, als unrichtig herausgestellt.
VorkoMimen und Verbreitung der Rinderpest, Die Rinderpest, welche im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Namen bekoinmeii hat (Löserdürre, Viehpest, Hornviehseuehe, Kindviehseuche, Grossgalle, Magenseuche, Viehbräune u. s. w,), ist, wie erwähntlaquo; eine dem Rindergesohleoht eigenthümliohe Infektionskrankheit, welche auch auf andere Wiederkäuer (Schafe, Ziegen, Hirsche, Auerochsen, Kamele, Gazellen, Antilopen, Yak.s u. s. w.) und auch auf wilde Schweine (Penning) übergeht. Einmaliges Uehersteben der Krankheit bewirkt Immunität für die, ganze Lebenszeit des Thiores. Die Seuche hat in Centralasien ihre Heimath und entsteht in anderen Ländern nur durch Einschleppuug.
Aetiologie. Die Krankheit entsteht nur durch Ansteckung. Der Ansteckungs-stoff, welcher fix und flüchtig ist, haftet sowohl an den Se- und Lxkrelen (Kotli, Harn, Speichel, Thräuen-, Nasen-, Maul-, Augenschleim, Schweiss, Milch), wie auch an der ausgeathmeten Luft, am Blute und an allen übrigen Körpertheilen kranker Thiere. Eine Ansteckung durch die Luft der kranken Thiere ist nur innerhalb einer kurzen Entfernimg möglich (7 10 m), leichter jedoch durch Zwischenträger (Mensehen, Dünger, Streu, Futter, Erde, Wolle, Fleisch, Hunde, Schafe, Geflügel, Kleider, Geräthschaften u.s. w.), welche mit dem Ansteckungsstoff verunreinigt sind. Demnach ist der Ansteckungsstoff sehr leicht verschloppbar. Die mit Beginn der Krankheit eintretende Produktion des Kontagiums ist auf der Höhe der Krankheit am stärksten. Die Widerstandsfähigkeit des Ansteckungsstoffes ist in Flüssigkeiten und in Verbindung mit festen Körpern erheblich (59 Monate), dagegen gering in der trockenen Luft. Durch 3 Monate lang aufbewahrtes Fleisch und durch Dünger, welcher im Winter festgefroren war, konnte Ansteckung erzielt werden (Friedberger). Durch Erwärmen über Gü 0 C, durch Abkühlen auf 15deg; C, durch Fäulniss, durch manche Desinfektionsmittel (Chlor, Sublimat, schwefelige Säure, Karbolsäure) wird der Ansteckungsstoff zerstört. In den Kadavern pestkranker Thiere geht das Kontagium wahrscheinlich erst nach eingetretener Fäulniss zu Grunde. Die Ansteckung erfolgt theils von Tliicr auf Thier, theils durch die genannten Zwischenträger. In der Regel erkranken ausserhalb Russlands alle Thiere eines Stalles, in dem die Seuche eingeschleppt ist.
Symptome und Verlaui'. Nach einem Inkubnlionsstadium von 6 711
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raquo;
Tagen treten die ersten augenfälligen KrankbeitserBohelnungen laquo;'in: holies fiebert plötzliche Abnahme dor Milch bei guten Mllohthieren, auffällige Mattigkeit und Hinfälligkeit (llenibhängeu der Ohren, Erschlaffung und Zurückziehung des Augapfels). Dazu treten erhebliche Verdaiiungsstörungen: fast ganz aufgehobener Appetit, nnterdriiektes Wiederkauen, Entleerung dunkler, trockener Exkremente. Die Thiere stellen mit gekriimmtem Kücken und zeigen Druekempfindliehkeit in der Wirbelsäule; das Deokhaar ist gesträubt, es tritt oft Haut- und Muskelzittern ein. Durch das hohe Fieber ist das Diirstgefühl sehr gesteigert. 2 3 Tage nach diesen Erscheinungen, inaiiehmal auch schon früher, treten katarrhalische Erscheinungen und starke Athiiunigslieschwerden ein. An den sichtbaren, diffus, fleckig oder scliarlacbroth gefärbten Schleimhäuten zeigt sich ein serös-schleimiger Ausfluss, besonders aus den Augen, Nase und aus der Vagina. Die allmählich dünnflüssig gewordenen, sehr übel riechenden, oft mit Blut untermischten Exkremente werden häufig unter Tenesmus entleert. Dabei magern die Thiere schnell und erheblich ab. Im weiteren Verlaufe entwickeln sich besonders an dot Oberlippe, an der Zunge, an den Backen am Zahnfleische, auf der Nasenselieidewand, auf der Vulva und dem Aufangstheil der Vagina kleine Erosionen, die später gl'össere, etwas erhabene Flecke werden und sich mit einer sulzigen oder käsigen Masse (erweichtes Epithel und Drüseninhalt) bedecken. Es bildet sich dann an den betreffenden Stellen ein Schorf, nach dessen Abstossung Geschwüre zurückbleiben, Auch auf der Haut des Bauches, der Schenkel und des Euters entsteht manchmal ein ähnliches Exanthom. Unter Zunahme der Erscheinungon (Abmagerung, Fieber, Diarrhöe) und unter Eintritt von Krämpfen tritt, dann meistens am 5.-7. Krankheitstage der Tod der Thiere ein. Manchmal kommen auch Abweichungen von dem angegebenen Symptomenbilde vor. Oft ist das Allgemeinbefinden wenig vom Anfange an gestört, oft sind die katarrhalischen Erscheinungen, oft die Athmungsbeschwerden gleich beim Beginn sehr bedeutend, oft sehr gering; es hängt dies jedenfalls von dem Wege und dem (Jrade der Ansteckung bei den einzelnen Thieren ab. Manchmal werden deutliche Erscheinungen einer Stirnhöhlenerkrankung beobachtet.
Geht die Krankheit in Genesung über, was selten ist, dann verschwinden die Krankheitserscheinungen vom 5.(i. Tage an. Im Anfange einer Seuchenein-schleppung verlaufen alle Fälle viol heftiger. Das graue Steppenvieh erkrankt viel milder als andere Kassen; die Mortalität, beträgt bei ersterom 3ü60 Proz., beiden übrigen Kassen 90--95 I'i'oz. Auch beim Schafe ist der Verlauf milder; die Limgenaffektion tritt hier oft mehr in den Vordergrund. Die Prognose ist demnach bei Hindern sehr ungünstig.
Aiiatomisclier ItRl'und. Die Sektionserscheinungen wechseln je nach Schwere und Dauer der Krankheit. Wichtig ist, dass alle Schleimhäute Schwellung, Köthung, kleine Blutungen, Erweichung des Epithels, selbst kroupöse Auflagerungen zeigen. Den konstantesten Befund zeigt der Verdnnungsapparat, und hier besonders Manl-liöhle, Labmagen, Dünndarm, Mastdarm und Seheide. Die Kadaver sind meist sehr abgemagert; je nach Entwickelung der einzelnen Erscheinungen im Leben der Thiere ist die Umgebung des Maules, der Nasenlöcher, der Augen, des Afters und der Scheide mit einem schleimig-eitrigen, gelbem oder missfarbigem Schleim belegt; oder es finden sich auch Knötchen und Pusteln auf der Haut und am Euter.
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liimlerpcst.
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Die Scliloiinhiiut der Maul- und Baohenhöhlo ist fleckig geröthetj geschwollen und mit gslbgrauen käsigen Auflagerungen bedeckt. An anderen Stellen sind Geschwüre. An der Innenfläclie der Lippen, im der Unterflüche der Zunge, an der HeckenschU'imlmut, am Zahnfleische sind diese Veränderungen besonders ausgeprägt. Die ersten drei Magenabtheilungen zeigen meistens keine eharaktoristischen Veränderungen, höchstens theilweise etwas fleckig geröthetc Hchleimhaut. Dagegen erscheinen der Labmagen und der Düiiiidarin schon äusserlich in grösserer Ausdehnung erkrankt. Die Schleimhaut dieser meist leeren Abschnitte des Ver-dauungsapparates ist geschwollen und mit einem zähen röthlichen oder blutigen, inissfarbeiicn Schleiine bedeckt und zeigt eine verschiedene Uötiiung. Theils ist dieselbe diffus und fleckig oder punktförinig und streifig und geht vom Violettoder Kirschrothen ins Braunrothe und selbst Sohiefergraue über. Oft erscheint die Schleimhaut auch wie mit Kohlenpulver bepudert, aalhautäindich geröthet. In höheren Graden der Krankheit finden sich besonders an der Port, pylor. des Magens und im Duodenum und Ileum oberflächliche Versohorfungen, verbunden mit starker Infiltration der solitären und Peyer'sehen Drüsen. Die ferner nachweisbaren platten-artigen, gelblich-grauen Exsudate sitzen meist in der Mitte fest, während sie am Rande von der heller gerötbeten Schleimhaut gelöst sind. Die Peyer'sehen Plaques sind meist dunkelroth, geschwollen, oft schon eitrig zerfallen, so dass ihr Inhalt auf Druck entleert wird und die Drüse dann siebartig durchlöchert erscheint. Ebenso sind die solitären Follikel und die Lieberkühn'schen Drüsen verändert. Im Dickdarm sind besondere, denjenigen im Dünndarm ähnliche Veränderungen, im Blinddarm und ganz besonders im letzten Theile des Mastdarms nachzinveisen. Die Schleimhaut im Rektum ist vorwiegend auf dem Kamme stärker geröthet und mit kleineu Blutflecken besetzt. Die Leber ist stets verändert, meistens anämisch, lehmfarbig, mürbe; die Gallenblase ist fast stets strotzend mil hellgrünerraquo; wässriger Galle gefüllt (daher die frühere Bezeichnung Uebergallequot;, Grossgallequot;). Die Milz ist, dagegen selten geschwollen, meist anämisch und klein. Die Gekrös-drüsen sind oft stark geschwollen. Die Nieren sind oft von gelbbrauner Farbe, die Harnblasensebleiinbaut manchmal stärker geröthet, Die Schleimhaut der Bespirationsorgane, besonders des Kehlkopfes, der Luftröhre und der Nase ist ebenfalls geschwollen, fleckig oder streifig geröthet und in hölieren Graden mit zusammenhängenden graugelben Schorfen bedeckt; besonders oft in der Umgebung des Naseneinganges. Auch in den grösseren und kleineren Verzweigungen der Luftröhre findet man diese Schleimluuitauflagerungcn. Die Lungen selbst sind manchmal emphysematös, manchmal besteht Pneumothorax. Das Herz ist welk, schlaff, dunkel-oder braunroth gefärbt; das Endokardium schmutzig blauroth, Das Blut ist meist dunkel und wenig geronnen. Die nervösen (Vntralapparate zeigen meistens nichts Charakteristisches. Manchmal ist noch ein eigenthümliciier Hautausschlag vorhanden.
Diagnose und Difl'orontialdiagiiosc. Die Feststellung der ersten Fälle von Rinderpest bereitet oft erhebliche Schwierigkeit, weil eine Verwechselung möglich ist mit Ruhr, bösartigem Katarrhalfieber, Lungenseuche, auch wohl mit Milzbrand und Maul- und Klauenseuche. Bei der Ruhr und der durch Pilze hervorgerufenen Darmentzündung fehlen die Erscheinungen am Maul, Zahn-
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126nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infoktions- und Intoxikntionskninkheiten.
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fliMsch, Auge, MiiMtdarm; iiucli der Sektionshefund ist ein anderer. Immerhin ist hier, wie ich aus eigener Erfahrung Weiss, besonders beim Herrschon der Pest in der Uingebung die Entseheidung am selnverstcn. Bei dem bösartigen Katarrhal-
fieber (der sog. Kopfkrankheit) sind Kopf und Bespirationsapparat, sowie besonders
die Augen am meisten ergriffen; die schwere Darmcrkrankung fehlt und der Sektionsbefund ist ein anderer. Bei der Maul- und Klauenseuche fehlt die schwere Allgemeinerkrankung, der Verlauf ist milder, die Durchseuchung schneller und die Unterscheidung der ausgebildeten Krankheiten desshalb leicht. Eine Verwechselung mit Wuth, Lungenseuche, ßlutharnen, Eutererkrankungeu, einfachen Nasenkatarrhen U. s, w. lässt sich bei genauer Untersuchung und Anamnese ver-meiden,
Tliorapie und Prophylaxe. Eine Behandlung der Rinderpest ist bisher ohne Erfolg gewesen, auch wegen der damit verbundenen Ansteckungsgefahr nach dem deutschen lleichsgeset/, verboten. In den Steppeugegenden Ilusslands ist die Schutzimpfung empfohlen worden, doch in der bisherigen Form nicht zur grösseren Anwendung gekommen. Es mag sein, dass eine solche Schuteimpfung später in Bussland mehr Verbreitung findet, nachdem durch erzielte Abschwächung des Impfstoffes auch eine Verminderung der Impfverluste herbeigeführt werden kann. Die Prophylaxe kann sich nur darauf beschränken, die Einsohleppung der Seuche durch kranke Thiere oder Gegenstände jeglicher Art zu verhüten, welche durch die Krankheitserreger verunreinigt sind. Im Falle des Ausbruches der Pest ist die schleunige Absohlachtung und unschädliche Beseitigung der kranken und infizirten Viehbestände das beste Mittel zur Tilgung.
Veterinäi'polizeüiohes. im deutschen Reiche sind die Massnahmen zur Abwehr der Rinderpest durch das (iesetz vom 7. April 1869, welches 181'i für das g.inze deutsche Reich in Kraft getreten ist, geregelt. Zu diesem Gesetz ist eine besondere Instruktion des Buadesratbs, vom 9. Juni 1873, erlassen worden. Nach S: 25 dieser Instruktion ist alles an der Rinderpest erkrankte oder derselben verdächtige Vieh sofort zu tödten. Dabei gelton Rinder steis als verdächtig, sobald sie mit erkrankten Stücken in demselben Stalle gestanden, die Wärter, die Futtergerätlischaften oder die Tränke gemeinschaftlich gehabt haben oder sonst mit erkrankten Stücken in eine mittelbare oder unmittelbare Berührung gekommen sind. In Oosterreich sind die Anordnungon beim Ausbruch der Rinderpest ebenfalls durch ein besonderes Gesetz vom 29. Februar 1880 geregelt. In der Schweiz sind die Massnahmen zur Abwehr der Rinderpest in dem Gesetz vom 8. Februar 1872 enthalten.
Sanitiitsiiuli/eillches. Nach allen Erfahrungen steht fest, dass das Fleisch pestkranker Rinder ohne Naclitheil vom Menschen genossen werden kann. Es ist demnach keine Schädigung der Gesundheit des Menschen in denjenigen Fällen zu fürchten, wo das Fleisch solcher Thiere absichtlich oder aus Unkenntniss und Fahrlässigkeit genossen ist. Im Uebrigen ist das Schlachten pestkranker Thiere nach den Bestimmungen des obigen Gesetzes verboten. Solche Thiere müssen sofort unschädlich beseitigt werden. Nur das Fleisch solcher der Ansteckung verdächtigen Thiere kann als Nahrungsmittel verwerthot werden, die im Loben und nach dem Schlachten vollkommen gesund befunden worden sind.
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XXVIII. Die Wild- und Rinderseuehe (Bollinger).
(Septicaemia haemorrhagica [Hueppe].)
Wesen und Betriff. Die Wild- und Itinderseuche ist eine früher wahrlaquo; sebeinlich sehr oft dem Milzbrand zugoreebnete Seuche, die enzootiseh in einzelnen Gegenden auftritt und durch einen kleinen Spaltpilz hervorgerufen wird.
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Wild- und Kinderseuclio.
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Geschichtliches. Die Krankheit ist sicher schon sehr lange bekannt, jedoch oft mit Milzbrand vorwechselt worden, zumal sie mit der als Zungenanthrax boschriebenen Form desselben grosse Aehnlichkeit hat. Jedoch hat erst B ol li n ger (1878) nachgewiesen, dass besonders Hirsche und Wildschweine zuweilen in grosser Zahl durch eine perakut verlaufende Infektionskrankheit getödtot werden, welche dem Milzbrand sehr ähnlich, auch das Rind befällt und auf andere Hausthiere übertragbar ist. Hueppe hat später für die Krankheit den Namon ,Septicaemia haemorrhagicaquot; eingeführt. Die Krankheit trat 1878 bei München auf und tödtete 284 Wildschweine und 153 Hirsche. Später wurde die Seuche in anderen Gegenden Bayerns, dann im Begierungsbezirk Kassel, in Oberschlesien, wo Jungvieh im Alter von l'h2 Jahren zu Grunde ging (Tappe) beobachtet. Bei Berlin wurde die Krankheit (1889) unter dem Rehwild beobachtet, wobei 59 Thiere starben (Kloin). Später ist die Seuche auch noch in anderen Gegenden festgestellt worden. Besonders ist die Seuche in Nioderländisch-Indien an Tausenden von Hausthioren beobachtet und bakteriologisch nachgewiesen worden.
Bakteriologisches. Kitt hat die Bakterien der Krankheit zuerst (1885) genau gesehen und beschrieben, Hueppe (1886) die Krankheit und ihre Erreger näher erforscht. Dio betreffenden Mikroorganismen sind kurze (0,6 ^ lange), unbewegliche, an den Plnden abgerundete Stäbchen, welche sich (mit Fuchsin oder Gentiana) an den Enden leicht färben und nach ihrer Gestalt und biologischem Verhalten den Erregern der Hlihnercholera und Sohweineseuohe gleichkommen. Hueppe glaubt auch, dass die Brustseuche der Pferde durch dieselben Organismen hervorgerufen werden. Die Bakterien der Wildseuche sind in dem Blute und in den Gewebssäften der kranken Thiere regelmässig zu finden. Durch Impfung oder durch die Fütterung von Blut, Fleisch und anderen Organen krankor Thiere ist die Seuche auf Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse, Tauben und andere Vögel, sowie auf Hunde übertragbar. Mäuso und Kaninchen gehen bei cutaner und subeutanor Impfung in 1236 Stunden ausnahmslos zu Grunde (Kitt). Die Bakterien werden durch Sublimatlösung (1:5000) in 1 Minute und durch Karbolwasser in 6 Stunden vernichtet (Hueppe). Auf Gelatine und Agar wachsen dieselben zu weisslichen Tropfen und auf Kartoffeln bilden sie graugelblicho Rasen. Sie entwickeln sich in einer Temperatur von 1238 quot; C. und vermehren sich sowohl im Wasser, welches organische Substanzen und Nitrate enthält, wie in feuchter Gartenerde (Hueppe). Der Mensch besitzt keine Empfänglichkeit für die Organismen der W i 1 d s e u c h e.
Actiologie. Wie die bisherigen Erfahrungen lehren werden die Infektionserreger durch das mit denselben infizirte Futter von den Rindoni (besonders Jungvieh) aufgenommen, und zwar vorwiegend bei sog. Waldweiden. In anderen Fällen erfolgt die Infektion durch Verzehren von Kadavertheilen kranker Thiere (bei Schweinen) oder durch kleine Haut- und Sehleimhautwniideii, sowie durch Fliegenstieho. Für den Infektionsstoff ist das Wild (Hirsch, Wildschwein, lieh), das Rind, die Ziege, das Hausschwein und das Pferd empfänglich. Schafe haben eine sehr geringe Empfänglichkeit. Künstlich ist die Krankheit auf Pferde (mit tödtlichem Ausgang), auf Schweine, Schafe und Ziegen übertragbar. Eine direkte Uebertragung der Seuche von Thier auf Thier ist bisher nicht beobachtet worden. Wie erwähnt, können die Krankheitserreger von der Haut aus (e xa n thematische Form), von der Lunge (pektorale Form) und vom Dann aus (intestinale Form) in den Körper gesunder Thiere gelangen. In andere Ortschaften kann die Seuche aussei- durch das Fleisch auch durch die Häute kranker Thiere verschleppt werden, Beim Wilde wird häufig die pektorale Form beobachtet, beim Rinde nicht selten die exan-thematische.
Symptome und Verlauf. Nach einer wahrscheinlichen Inkubationsdauer von 12 Tagen entwickeln sich örtliche Entziindungserschcinungen entweder in der Haut und in den Schleimhäuten des Kopfes oder in den Lungen und in der Pleura, wobei gleichzeitig eine diffuse hamp;morrhagische Gastroenteritis entsteht. Neben Fieber, Verminderung des Appetits und des Wiederkauens, unterdrückter
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Infektions- und IntoxikationskrniikheHcn.
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I'ci'isinltik, Versiegeu der Mildi bei Milohkühonj öfterem Stöhnen und stärkerer Thräneii- und Nasensekretion tritt bei der exanthematisohen Form ein entzündliches Oedem au den Weiciitiieilcn des Kopfes und Halses auf, das bis zur Brust reieiit. Besonders stark ergriffen ist Keblgang und Zunge, die um 23 fach fi-esebwollen oft aus dem Mmile heraushängt. Wegen Schwellung der Maul- und Raebenhöhle treten oft ErstiekungsMiifälle auf. Gegen Endo der Krankheit tritt
häufig Athemnoth und Kolik ein, wobei die Thiere nach einer Krankheitsdauer von
12 Stunden bis 5 Tagen y.u Grunde gellen. Bei der poktoralen Form (die häufigste des Wildes) entwickeln sieh im Wesentliehen die Erscbeimmgeu einer Pleuropneu-inonie, die dann durchschnittlich in 5 7 Tagen zum Tode führt. Demnach ist auch die Prognose sehr ungünstig, Die Mortalität ist meist noch höher als beim Milzbrand.
Auutoinischor Kcfund. Die Sektion der gefallenen Thiere ergieht je nach der Eutwickolung der einen oder anderen Form bald starke Infiltrationen des Unter-hautgewebes, verbunden mit grösseron oder kleineren Hämorrbagien, starke Schwellung der Schleimhaut der Maul- und Raehenböhle und besonders des Zungen-parencbyms, das stark mit einer gelblichen Flüssigkeit durchtränkt ist; bald ist mehr die Ilespirationssehleinihant ergriffen und gleichzeitig die Lungen. Man findet im letzteren Falle die Zeichen einer eroupösen Fleuropueumonie mit grosser Fliissig-keitsansammliing in der Brusthöhle, Ansserdein zeigen sieh die Veränderungen einer hämorrhagischen Enteritis besonders am Dünndarm, aueh eine i'erikarditis ist oft vorhanden. Das Hint, ist meist von gewöhnlicher Beschaffenheit, die Milz in der Kegel normal, Leber und Nieren zeigen parenehymatöse Trübung. Die Speicheldrüsen, die subtnaxillaren und retropharyngealen Lymphdrüsen sind gewöhnlich geschwollen.
Bei sehr schnellem Verlaufe sind die anatomischen Veränderungen oft nur gering entwickelt,
Diagnose. Die Feststellung kann durch Verwechselung mit Milzbrand und Lungenseuchc Schwierigkeiten bieten. Es fehlen aber bei der Wildseuche die beim Milzbrand vorhandenen Veränderungen des Blutes und der Milz und bei der Lungenseuche ist weder, wie bei der Wildseuche, der genannte Vorlauf noch die hämorrlmgische Enteritis vorhanden. Eine Verwechselung mit Rauschbrand, der sich durch stune knisternden Geschwülste besonders eharakterisirt oder mit malignem Oedem, das nur durch subeutane, nicht durch cutnue oder durch Fütterung übertragbar ist, kann leichter vermieden werden.
Therapie und Prophylaxe. Eine Behandlung ist bisher ohne Erfolg gewesen. Empfohlen wird innerlich Acid, hydrochl. oder Acid sulf. zu versuchen; noch mehr wäre Kalomel angezeigt, das unmittelbar nach dem Auftreten der ersten Krankheitserschoinungen zu geben ist. Brophylnkt isch: ist wichtig unschädliche Beseitigung der Kadaver, gründliche Desinfektion der Stallungen, Vorbrennen des verunreinigten Futters und Düngers; ferner zweckinässige Haltung und Ernährung der Thiere.
Veterinärpolizoilichcs. Dies Wild- und Rinderseucho ist im Sinne des Reichsvieh-seuchengesetzos dem Milzbrand gleich zu behandeln und sind denientsprechemle Mnssrogoln anzuordnen.
Sanitiitspolizeiliches. Kinc Infektion des Menschen bei der Sektion der Thiere, wie
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Büffelsouche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 129
solche beim Milzbrand häufig vorkommt, ist bei der Wildseuche nicht zu l'Urchten, weil der Mensch für die Krankheitserreger unempfänglich ist. Ebensowenig sind Nachtheile nach dem Genüsse des Fleisches wegen Rinderseuche geschlachteter Thiere jemals beobachtet worden. Dennoch ist aus sanitätspolizeilichea Gründen (Fleisch von Thieren, die an einer Infektionskrankheit gelitten haben), wie aus veterinärpolizeilichen Gründen (die Krankheit wird durch Verkauf des rohen Fleisches verschleppt) geboten, das Fleisch nothgeschlachteter Thiere dieser Art nur nach vorheriger Durchkochung zu verkaufen.
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XXIX. Die Büffelseuehe. Barbonekrankheit der Büffel.
(Barbone dei bufali.)
Wesen und Begwff. Unter dem Namen Barbone dei bufaliquot; kommt in einzelneu Gegenden Italiens eine der Wild- und Rindersouche iihnlicho Krankheit der Büffel vor, die durch eine mit Fieber begleitete Anschwellung der Kehlgangsgegend, des Maules und der Zunge charakterisirt ist.
Geschichtliches. Die Krankheit ist zwar schon frühzeitig beschrieben (1816 von Metaxa), aber als Milzbrand, Typhus, Druse u. s. w. aufgefasst worden.
Aetiologic. Durch neuere Untersuchungen von Oreste und Armanni (1887) ist über die Entstehung der Krankheit etwas Genaueres bekannt geworden. Die Krankheit kommt nur im Sommer und fast ausschiiesslich bei jungen Büffeln vor. Im Blute und in den Exsudaten der lokalen, bei der Krankheit entstehenden Schwellungen, ferner im Speichel, im Harn, in der Milch und im Fötalblute fanden obige und andere Autoren einen dem Erreger der deutschen Schweineseuche (auch Hühneroholera und Kaninchenseptikämie) in hohem Grade ähnlichen Organismus von ovoidor Gestalt. Mit Reinkulturen der Organismen konnte die Krankheit auf junge Büffel, Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, Meerschweinchen, Kaninchen, Tauben, Hühner, Mäuse und Ratten, dagegen nicht auf Hunde übertragen werden. Die natürliche Infektion erfolgt durch kleine Hautverletzungen, feiner durch den Digestionsapparat, seltener durch die Lungen, also in ähnlicher Weise wie bei der sog. Wildseuche. Durch Austrocknen, Siedehitze, 2 prozent. Karbolsäure, öprozent. Schwefelsäure werden die Infektionserroger vernichtet. Gäl beobachtete die Krankheit auch bei Stallhaltung und im Winter.
Symptome und Verlauf. Die Krankheit beginnt mit hohem Fieber (4142deg; C), Schwäche und unterdrückter Futtoraufnahme. Dazu kommen Anschwellungen der Kehlgangsdrüsen verbunden mit Speicheln, Sohleimausfluss aus der Nase und Schwellung der Maulschleimhaut und Zunge verbunden mit Dyspnoe. Die Anschwellungen, welche auch m Gesicht, am Halse, am Bauche und an den Gliedmassen auftreten können, behalten Fingereindrücke und entleeren auf die Schnittfläche ein gelbsulziges Exsudat. In der Regel gehen die Thiere unter Krämpfen in 310 Stunden zu Grunde. Dauert die Krankheit länger als 24 Stunden, so kann Genesung eintreten. Der Verlauf der Seuche in einer bestimmten Gegend beträgt gewöhnlich 910 Tage. Die Mortalität ist 4050 Proz.
Anatomischer Befund. Die geschwollenen Stellen der Haut findet man sulzig in-filtrirt. Die Milz ist vergrössert. Im Blute sind die erwähnten Bakterien nachzuweisen.
Therapie und Prophylaxe. Von Oreste und Armanni wird als Prophylaktikum die Impfung empfohlen. Durch Impfung von Tauben konnten dieselben das Gift abschwächen und durch dreimalige Inokulation kleinster Blutmongen geimpfter Tauben bei Büffeln Immunität erzeugen. Von 198(i in der Zeit von 1888 1891 geimpften Büffeln starben nur 6, während der natürlichen Krankheit bisher 4550 Proz. erlagen. Gäl machte bei den kranken Thieren Injektionen einer 5proz. Kreolinlosung in die ödematösen Anschwellungen, Auswaschungen des Maules mit derselben Flüssigkeit und verabreichte innerlich Kreolin bis zu 50 g pro dosi.
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Schnoidomiihl, Vergl. Pathologie.
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130nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infektions- und Intoxikationskrankheiten.
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XXX. Dysenterie1). Ruhr2). 1. Dysenterie des Menschen.
Wesen und Begriff. Die Ruhr ist eine akute, selten chronisch werdende Infektionskrankheit des Dickdarms, die charakterisirt ist durch sehr häufige zuerst noch fäkulente, dann aher schleimige und schliesslich blutenthaltende, niemals sehr massige Ausleerungen, wobei heftige Kolikschmerzen und meist schwere Störungen dos Allgemeinbefindens bestehen. Die Krankheit tritt endemisch und epidemiseh auf.
Aetiologie. Die cigentlicho Heimath der Ruhr sind die südlicheren und tropischen Länder, in welchen die Krankheit in viel grösserer Heftigkeit und Ausbreitung beobachtet wird, als in Deutschland. In den Tropen kommt sie mit Vorliebe an denjenigen Orten vor, an welchen Malaria und Cholera herrschen. Epidemisch wird die Krankheit auch in Deutschland nur in den Sommermonaten beobachtet. Die Krankheit wird nicht von Person zu Person übertragen, sondern wahrscheinlich durch die Stuhlentleerungen Ruhrkranker. Die Lebensdauer der Krankheitserreger scheint eine grosse zu sein, da nach dem Aufhören von Epidemien ohne neue Einschleppung viele Monate später wieder neue Fälle beobachtet werden. Als Gelegonheitsursache kann die Zusammendrängung vieler Mensehen (bei Kriegszeiten) eine schnelle Verbreitung der Dysenterie begünstigen. Prädisponirend können katarrhalische Erkrankungen des Darms (durch Diätfehler) mitwirken. Für die tropische Ruhrquot; ist es sehr wahrscheinlich, dass dieselbe durch eine gewisse Form von Amöben hervorgerufen wird. Auch in Deutschland sind mehrere Fälle von Amöben-Enteritisquot; (Quincke) beobachtet.
Zuerst hat L o e s cli Amöben als Krankheitsursache bei ulcerativer Dickdarm-entzündung des Menschen gefunden. Es handelt sich um 2025 jj. grosse, rundlich oder unregelmässig gestaltete Körper, welche die Fähigkeit haben, Fortsätze auszustrecken und wieder einzuziehen, und die in ihrem Innern einen blassen runden Kern und mehrere Vakuo'.en von wechselnder Gestalt und Grosse besitzen, die ferner ganz gewöhnlich fremde Körper (rothe Blutkörperchen, Kiterzellen, Bakterien, Blutpigment) im Innern eingeschlossen enthalten (,Amoeba coliquot;). Durch Uebertragung des amöbenhaltigen Stuhles per os und per anum auf Hunde vermochte Loesch bei einem Hunde ulcerative Entzündung des Rektums, welche sich durch Amöbenansiedlung bedingt zeigte, hervorzurufen. In den letzten Jahren sind dann durch viele Autoren derartige Amöben bei sog. .tropischer Dysenterie' nachgewiesen. Eine Reinkultur ist jedoch bisher nicht gelungen.
Symptome und Verlauf. Die Krankheit beginnt mich einer Inkubationszeit von 37 Tagen mit massiger Diarrhöe. Das Allgemeinbefinden ist noch wenig gestört. Dann steigern sich die Entleerungen, schmerzhafter Tenesmus, brennende Schmerzen am After und, in schweren Fällen, Appetitmangel, Erbrechen, Mattigkeit und Kolikanfälle treten ein. Die Entleerungen sind anfänglich wie wässerig, dann schleimig (weisse Ruhr) und schliesslich schleimig-eitrig oder rein blutig (rothe Ruhr). Mikroskopisch findet man Eiterkörperchcn, rothe Blut-
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1) Von Siilaquo; schwer, evtspov Eingeweide. Frz.: dysenterie; engl.: dysentery; ital.: disenteria
gt;) Althochdeutsch: hruora Bewegung vom Zeitwort hruoren.
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Dysenterie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 131
körperchen, Darmepithelien, Detritus, Fäulnissbakterien u. s. w. Ein starker Geruch der Entleerungen ist nicht vorhanden. Das Fieber ist massig. Im Verlaufe der 1l'/a Wochen dauernden Krankheit magern die Kranken betrüchtlich ab, dann lassen, in unserem Klima, die Beschwerden nach und es tritt nach 13 Wochen Genesung ein oder die Krankheit geht in die chroni sehe Ruhr über, die Monate laquo;lauern kann. Beim ungünstigen Ausgang tritt Pneumonie, Nephritis oder Per-forationsperitonitis ein. In Europa soll die Mortalität 20 0/o, in den Tropen 80 0/o betragen. Erwähnt sei noch, dass die Erscheinungen einer echten Dysenterie auch bei anhaltenden Stauungen von Kothmassen im Rektum, sowie im Verlaufe zahlreicher Infektionskrankheiten (Typhus, Masern, Pocken, septischer Prozesse u. s. w.) entstehen können.
Anatomischer Befund. Anatomisch findet man eine ganz oder theilweise auf den Dickdarm beschränkte Entzündung. Nur ausnahmsweise wird auch eine Entzündung des unteren Dünndarmabschnittes beobachtet. Die Entzündung kann sich auf die oberflächlichen Gewebsschichton beschränken, oder, als diphtheritische, weit in die Tiefe vordringen. An Stelle des Epithels tritt ein fibrinöses Exsudat. Dazu tritt (in schweren Fällen) eine eitrige und hämorrhagischo Infiltration der Mukosa und Submukosa. Manchmal ist nur Rektum und Flexura sigmoidea ergriffen. Die leichtere katarrhaliseh-croupöse und die schwere diphtherische Form der Ruhr finden sich oft nebeneinander In Uebergängen vor.
Diagnose. Die Diagnose bietet bei epidemischen Fällen keine Schwierigkeiten; nur bei einzelnen Fällen können Irrthümer entstehen.
Therapie und Prophylaxe. Die Prophylaxe erfordert Vermeidung von Diätfehlern beim Herrschen der Ruhr; Vermeidung der Benützung fremder Aborte, Isolirung der Krankon, Desinfektion aller Ausleerungen derselben. Für die Kranken sind zunächst Bettruhe und warme Kataplasmen nöthig. Die Diät sei reizlos und zunächst flüssig (Milch, Fleischbrühe, Reisbrei, Fleischsolution), daneben etwas Wein. Medikamentös giebt man innerlich entweder Ricinusöl (24 Esslöffel) oder ein Rheuminfus (10,0 : 100,0) oder (in südlichen Ländern stets beim Beginne der Krankheit) Kaloim 1 (0,3 mehrmals täglich); auch Salol (1,02,0 täglich 3mal ein Pulver) wird empfohlen. Manche halten Ipecacuanha (in grösseren Dosen 12 g) für ein Spezifikum. Bei grossen Schmerzen: Klystiere aus dünnem Amylumkleister mit Zusatz von 2030 Tropfen Opiumtinctur. Auch Ausspülungen mit lauwarmer (0,6 0/o) Kochsalzlösung sind zweckmässig. Dr. Schwarz in Konstantinopel wendet die von ihm zusammengestellten und von Lagemann in Erfurt unter dem Namen Thüringer-Pillenquot; in den Handel gebrachten Pillen an, die aus Myrobolanen, Pelletierin, Extr. rosar., Extr. granat. und Gummi arab. bestehen. Schwarz hat unter hunderten von Fällen alle geheilt. Es werden täglich 3 mal 3 Pillen verabreicht. Während der Behandlung und einige Tage nacher muss der Genuss von Milch vermieden werden. Die Umgebung des exkoriirten Afters wird mit Vaselin bestrichen.
2. Dysenterie der Thiere.
Allgemeine Bemerkungen. lieber das Vorkommen der Ruhr bei unseren Ilausthieren fehlt es noch an manchen sicheren Beobachtungen, obwohl in den
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letzten Jahren wesentliche Fortschritte zu verzeichnen sind, seitdem man bei erwachsenen Kindern wiederholt Koccidien als Ursache festgestellt hat. Andrerseits sind und werden noch immer ganz verschiedemirtige Prozesse als Ruhrquot; bezeichnet, wenn intensive Darmkatarrhe mit starkem Durchfall sich einstellen. Beim Pferd, Schaf und Hund ist über das Vorkommen der Ruhr wenig Sicheres bekannt. Die meisten sicheren Beobachtungen liegen vom Rinde vor. Einstweilen wird es vom praktischen Standpunkt daher zweckmässig sein, nach dem Vorgange von Siedam-grotzky zu unterscheiden: a) die Ruhr er wach sener Thiere, b) die rothe (oder Koccidien-) Ruhr und c) die Ruhr der Säuglinge.
a) Die Ruhr erwachsener Thiere.
Die Krankheit kommt am meisten beim Rinde, seltener bei den übrigen Wiederkäuern, nur sporadisch beim Pferde vor. Beim Rinde wird sie besonders bei Stallfütterung, seltener beim Weidegang beobachtet, verschwindet vielmehr oft mit dem Beginne des letzteren.
Aetiologic. Die Krankheit tritt häufig mehrere .Jahn; in demselben Stalle auf, so dass die früher oft beschuldigten Ursachen (Erkältung, schlechtes Futter, Ucber-anstrongung, Diätfehler u. s. w.) nur als prädisponirende in Betracht kommen können. Es ist anzunehmen, dass es sich um die Wirkung eines spezifischen Infektion sen-egers handelt, der mit dem Futter oder mit dem Getränk aufgenommen wird.
Symptome und Verlauf. Die Krankheit beginnt plötzlich nach kurzer (meist eintägiger) Inkubationszeit mit Fieber und leichter, allmählich zunehmender Diarrhöe. Die anfänglich dünnen Entleerungen werden später schleimig und sehr übelriechend. Daneben beobachtet man anfänglich Afterzwang, später Afterlähmung, ausserdom Druckempfindlichkeit im Hinterleibe, Kolikanfälle und nebenher Athemfrequenz, Dyspone, starke Sekretion der Konjunktival-, Nasen- und Maulschleimhaut. Schliesslich tritt grosse Hinfälligkeit und schnelle Abmagerung ein und in 25 Tagen endet die Krankheit tödtlich. In leichteren Fällen beginnt, nach 23 Wochen die Genesung.
Die Prognose muss als ungünstig bezeichnet werden. 70 0/o der Fälle enden tödtlich.
Anatomischer Befund. An den schnell in Fäulniss übergehenden Kadavern zeigt sich bläuliche und schmutzige Röthe der Schleimhaut des Darmkanals, besonders der Querfalten des Dickdarms und des Labmagens. Auf der stark verdickten Schleimhaut finden sich stellenweise diphtherische Massen, nach deren Entfernung geschwürige Zerstörungen zurückbleiben. Die Peyer'schen Drüsen sind geschwollen, infiltrirt, theilweise geschwürig zerfallen und mit Schorfen bedeckt. In dem dünnen, gelblichgrauen Darminhalt findet man rothe und weisse Blutkörperchen, Spaltpilze und Mikrokokkon. Bei chronischem Verlaufe zeigen sich manchmal Narben und adhäsive Entzündungen.
Diagnose. Die Feststellung ist bei einzelnen Fällen nicht immer leicht und eine Verwechselung mit anderen Darmerkrankungen, zuweilen mit der Binderpest möglich.
Therapie. Zunächst ist Desinfizirung des Darminhalts durch Verabreichung von Kreolin, Salicylsäure und besonders durch Kalomel (0,5 1,0) in Ver-
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Dysenterie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;138
binduiig mit Natr. bicarb, und aromtitischen Mitteln zu bewirken, odor in Verbindung mit Opium; in letzterem Falle in schleimiger Abkochung zu verabreichen. Daneben sind sohleimigc Mittel (Semen lini) öfters am Tage, sowie Infusionen in den Mastdarm (warmes Mehlwasser) mit Zusatz von Desinficientien (Borsäure, Bali-cylsäure) zweckmässig. Als Nahrung anfänglich Schrot und Kleie mit wenig Heu, geröstetes Mehl, Erbsenschrot; ausserdem warmes Eindecken des Körpers und Frottiren. Bei stork riechenden Exkrementen wird Salzsäure vernbreicht. Die Vorbau ung erheischt Reinhaltung der Stallungen, gründliche Desinfektion der Exkremente beim Auftreten des ersten verdächtigen Falles, Separirung der Kranken, Verabreichung gekochten Futters event, auch gekochten Trinkwassers.
b) Die rothe (oder Koeeidion-) Ruhr.
Wesen und Begriff. Bei der rothen oder Koccidien-Ruhr handelt es sich um eine durch Koccidien hervorgerufene Erkrankung des Dickdarms, die in neuerer Zeit erst genauer untersucht (Zschokke, Hess, Guillebeau) und charaktorisirt ist durch häufige blutige Entleerungen des Darmkanals. Die Krankheit wird meist nur im Sommer und im Herbst und in der Regel enzootisch beobachtet. Diese Form der Ruhr der Thiere würde demnach die grösste ätiologische und anatomische Aebnlichkeit mit der Dysenterie des Menschen haben.
Aetiologie. Die Aufnahme der Parasiten scheint vorwiegend mit nassem Grase, möglicherweise auch mit dem Wasser, im Stalle, wie auf der Weide stattzufinden. Von Thier zu Thier überträgt; sich die Krankheit nicht. Meist werden Rinder im Alter von 12lli Jahren befallen. In der Schweiz erkrankten besonders die Rinder der Bergweiden, welche mit Wasser aus stehenden, dagegen nicht die Thiere der Thäler, welche mit Wasser aus fliessenden Gewässern getränkt wurden. Bei älteren Thieren tritt die Krankheit meist nur sporadisch auf. In trockenen Jahrgängen und bei Grünfütterung wird sie nicht beobachtet. Wie Zschokke meint, hausen die Parasiten in Schnecken oder Regenwürmern. Durch diese, werden das Gras und durch letzteres die Ilerbivoren infizirt.
Symptome und Verlauf. Die Krankheit beginnt meist plötzlich ohne besonderes Prodromalstadium mit häufigen, blutigen, stark riechenden und sehr bald flüssigen Entleerungen. Nach Hess soll das Inkubationsstadium 3 Wochen betragen. In 4 8 Tagen hat die Krankheit unter massigem Fieber, Pulsfrequenz, grossem Durst, Appetitverminderung und häufigen, mit starkem Drängen und Afterzwang verbundenen Entleerungen stinkender, schleimig-blutiger Kothmassen ihre Höhe erreicht. Die Haut ist während dieser Zeit trocken geworden, die Milch bei Melk-thieren fast verschwunden, die Augen liegen in der Augenhöhle; grosse Hinfälligkeit, besonders Schwäche in der Hinterhand und starke Abmagerung ist. eingetreten. In weiteren 8 Tagen verschwinden die Erscheinungen bei leichterem Verlaufe, in schwereren Fällen dauert es 23 Wochen, wobei der Durchfall fortbestehen und eine Genesung erst nach Monaten eintreten kann. Nach den bisherigen Erfahrungen starben 810 0/o der kranken Thiere. Demnach ist die Prognose unsicher.
Anatomischer Befund. Die Sektion bietet wenig ('barakteristisches; Zeichen
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134nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Int'ektions- und Intüxikationskrankheiten.
iillgemeiner Anämie, Erosionen bezw. Striemen- und streifenfönnige Hämorrhagien im Labmagen und besonders oder meist ausschliesslich im Dickdarm. In den Darmschleimhäuten und Exkrementen der kranken Rinder finden sich stets Koccidien, am häufigsten im Dickdarminhalte. In ganz frischen Fällen findet man zahlreiche, meist einen gefüllten Innenraum und runde Form aufweisende Koccidien in den Blutcoagula. In älteren Fällen in den weicheren und flüssigeren Theilen der Exkremente (Hess).
Die Menge der Koccidien geht mit der Abnahme des Blutes im Kothe stetig zurück. 20 Tage nach Eintritt der Krankheit waren dieselben im Kothe nicht mehr nachzuweisen. Die Koccidien sind thoils kreisrund, thcils (grösscre) oval, 0,010,22 mm gross, stark licht-brechend und doppelt conturirt. Der Kern erscheint dreimal so gross, wie der von Epithelzellen und ist sehr oft gar nicht nachzuweisen (Zschokke). Guillebeau hält die Koccidien für identisch mit dem Coccidium oviforme des Kaninchens. Bei 2030 Grad werden in Kulturen 4 Sporen mit je 2 C förmigen Keimen und einem Restkörper gebildet, bei 39 Grad in eiweissreicher Flüssigkeit kultivirt, zerfällt das Protoplasma in zahlreiche, glänzende und homogene, 37 [i grosse Körperchen, wie sie in gleicher Art auch im Kothe der erkrankten Thiere gefunden wurden. Drei mit sporenhaltigem Material infizirte Rinder erkrankten nach 3 Wochen unter Fieber und 13 Tage anhaltender Diarrhöe. Der Koth war zwar nicht blutig, doch fanden sich in demselben, wenn auch in geringer Zahl, die betreffenden Koccidien (Guillebeau). Ich besitze Präparate von Prof. Hess, in welchen die Koccidien unter dem Epithel der Darmschleimhaut sitzend und dasselbe abhebend in vorzüglicher Weise zu erkennen sind.
Diagnose. Die sichere Feststellung wird nur in den Fällen möglich sein, wo es gelingt, in den Darmentleerungen die Koccidien nachzuweisen. Je frühzeitiger solche Untersuchung vorgenommen wird, um so besser für die Erkennung der Krankheit.
Therapie und Proiihylaxe. Stallhaltung, Frottiren und Trockenfütterung wird zunächst für die kranken Thiere zweckmässig sein. Innerlich entweder Kalomel oder Creolin, Lysol mit Schleim oder Milch. Bei länger dauernder Diarrhöe Opiumtinktur. Prophylaktisch ist wichtig: Vermeidung von Griinfutter, feuchten Weiden und Wasser stehender Gewässer.
o) Die Ruhr der Säuglinge. Weisse Ruhr. Dysenteria neonatoruni.
Wesen. Die Krankheit ist eine infektiöse Magen-Darmentzündung, die bei Kälbern und Lämmern (selten bei Fohlen) spätestens 4 Tage nach der Geburt oft seuchenartig in einzelnen Stallungen vorkommt und oft alle jungen Thiere kurze Zeit nach der Geburt befällt und tödtet.
(raquo;eschiihllichcs. Seit etwa 15 Jahren ist die Meinung allgemein geworden, dass die Kälberruhr eine Infektionskrankheit ist. Vorher wurde dieselbe auf die Einwirkung zahlreicher anderer Schädlichkeiten (Erkältung, schlechtes Futter der Kühe) zurückgeführt.
Aetiologie. Ist die Entstehung der Krankheit auch bis jetzt noch nicht mit Sicherheit klargelegt, so wird doch allgemein angenommen, dass es sich um die Aufnahme eines fakultativen Parasiten handelt, der in unreinen Stallungen vorkommt und sich dort oft jahrelang halten kann. Dass die Krankheit nicht durch die Milch der Mutterthiere erzeugt wird, ist bewiesen 1. dadurch dass die jungen Thiere schon unmittelbar nach der Geburt erkranken, 2. dass sie erkranken, wenn ihnen Milch aus gesunden Stallungen, abgekochte Milch oder nur Milchsurrogate verabreicht werden. Wahrscheinlich erfolgt die Aufnahme der Infektionserreger
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Dysenterie.
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kurz vor oder während der Geburt der jungen Thiere; oft findet sich Kälberruhr und seuchenartig auftretender Abortus in demselben Stalle, was für eine nähere Beziehung der Infektionserreger zu einander spricht. Infektiöse Katarrhe des Uterus und der Vagina der Mutterthiere sind ebenfalls oft begünstigend (Friedberger-Fröhner). Die Krankheit ist von Kälbern auf Lämmer und Schweine übertrugbar. In vielen anderen Fällen wird die Krankheit auch dadurch verbreitet, dass die gesund geborenen Kälber unmittelbar nach der Geburt in den gemeinsamen Kälberstall gebracht werden und sich hier erst durch vorher in dem Stolle untergebrachte kranke Thiere infiziren. Beim Eintritt des Weidegangs hört die Krankheit auf und um so schneller, je weniger die trächtigen Thiere während des Weideganges in den Stall kommen (Franck). Werden die trächtigen Kühe 1 2 Monate vor der Geburt aus dem Seuchenstalle entfernt, so tritt die Krankheit bei den jungen Thieren nicht ein.
Symptome, Verlauf und Prognose. Innerhalb der ersten 3 Tage nach der Geburt der Thiere (95 0/o der Fälle), oft unmittelbar nach der Geburt, stellt sieh Durchfall mit anfänglich breiigen, dunkelgelben und übelriechenden, später dünnflüssigen, weissen, wonig riechenden Entleerungen ein; selten sind blutige Beimischungen vorhanden. Die kranken Thiere drängen viel, zeigen hochgradige Schwäche, schliesslich gehen die Entleerungen unwillkürlich vor sich und meist in einem, seltener in 3 Tagen sind sie todt. Die Prognose ist, da 80100 0/o der Thiere sterben, schlecht. Manchmal wird die Sterblichkeit bei längerem Bestehen der Krankheit geringer.
Anatomischer Befund. Die anatomischen Veränderungen sind wenig charakteristisch. Im Wesentlichen: Zeichen der Anämie besonders an der Leber und an den Nieren. Schleimhaut des vierten Magens und des Dünndarms gelbröthlich, leicht zerreisslich (Selbstverdauung), weich, mit grauweissem Schleim und theilweise auch mit eitrigen Massen bedeckt. Der Labmageninhalt besteht gewöhnhch aus käsigem Gerinsel. Die Peyer'schen Drüsen sind massig geschwollen.
Diagnose. Für die Diagnose ist Thatsache wichtig, dass die Krankheit nur in den ersten Tagen nach der Geburt auftritt und meist tödtlich verläuft. Oft wird die bei älteren Kälbern auftretende Nabelvenenentzündung mit der weissen Ruhr verwechselt.
Therapie und Prophylaxe. Soweit noch eine Behandlung möglich, sind kleine Dosen Kalomol, forner Salicylsäure mit Tannin (Acid. tann. Acid, salic, aa 2,0) täglich 12 mal in Kamillonthoo (Friodborger-Fröhner) zweckdienlich. Auch Kreolin, Lysol und Leinsamenschloim wäre mit und ohne Tinct, Opü. zu zu versuchen. Ferner Acid, salicyl. und Acid, tannic. äa 0,6 Naphthal. 0,3 in Spiritus und Wasser gelöst, daneben 15 Tropfen Opiumtinktur mit Leinsamenschleim; subeutan Kampherspiritus. Von den Hausmitteln; schwarzer Kaffee und Brenn-suppen habe ich oft gute Erfolge gesehen; ebenso von frisch bereitetem Kalkwassor. Wallinann gab den kranken Thieren täglich 34 der von Dr. Schwarz empfohlenen Thüringer Pillenquot; mit stets gutem Erfolge, Proph ylaktisch ist nöthig, hochtragende Thiere aus dem Scuchenstalle zu entfernen und Scham, After, Schwanz, Hintewohenkel, Euter derselben alle 23 Tage mit Karbolwasser oder Sublimatwasser gründlich zu desinfiziren. Ebenso wären subkutane Karbolwasser-
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136nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infektions- und Intoxikationskrankheiten.
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injektioneji (0,5 : 100) in dor Umgebung dor Vulva 2 Monate vor Beendigung der Tragezeit alle 814 Tage auszuführen. Ganz besonders ist aber darauf zu achten, dass die gesund geborenen Thiere nicht mit den kranken in Berührung gebracht oder gar in den nicht gründlich desinfizirten Stall gestellt werden. Eine gründliche Desinfektion des Seuchenstalles (besonders auch der Futtergänge, Decken und Wände) ist selbstverständlich.
Sanitlitspolizci Hohes. Krt'ahrungsgemiiss ist das Fleisch von Thieren, die wegen akuter Mngen-Üarmerkrankungen geschlachtet wurden, besonders gefährlich. Da die giftige Wirkung meist auf Toxalbumino zurückgeführt wird, die durch das Kochen nicht zerstört werden, so ist erforderlich, das Fleisch dieser Thiere nur für technische Zwecke zu verwerthen.
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XXXI. Genuine Lungenentzündung. Croupöse (lobäre)
Pneumonie. (Pneumonia fibrinosa. Pleuropneumonie.)
1. Beim Menschen.
Wesen und Begriff. Die croupöse Pneumonie ist eine fieberhafte Allgemeinerkrankung mit akutem, typiscliein Verlaufe, bei welcher jedoch die Lungen-affection in den Vordergrund tritt.
Oeschichtliches. Die sog. genuine Pneumonie gehört zu den ältesten Volkskrankheiten und wird schon von Hippokrates als eigenartiges Leiden hesohrieben. Lange Zeit wurde diese Pneumonie als eine örtliche Erkrankung angesehen, jetzt ist jedoch die infektiöse Natur klargestellt worden.
Bakteriolosisches. Aus dem gegenwärtigen Stande der Untersuchung geht hervor, dass drei verschiedene Mikroben die genuine Pneumonie zu erzeugon vermögen: 1. der Diplococcus pneumoniae (Fränkel), 2. der Streptococcus pneumoniae (Weichselhaum) und 3. der Bacillus pneumoniae (Fricdländer). Die von Fränkel und Friedländer gefundenen Mikroben sind von einer Kapsel umgeben und mikroskopisch schwer von einander zu trennen. In künstlichen Kulturen fehlt die Kapsel. Für Kaninchen, Meerschweinchen und Mäuse sind die Organismen pathogen. Der Diplococcus pneumoniae färbt sich mit den gewöhnlichen wässerig-alkoholischen Farbstofflösungen; ebenso nach der Gram'schen Methode. Der Bacillus pneumoniae färbt sich nach der Gram'schen Methode nicht und ist für Hunde, nicht für Kaninchen pathogen. Sporenbildung ist nicht beobachtet.
Die spezifischen Spaltpilze sind aussei- in den Lungen auch bei der Entzündung der Pleura, des Porikardiums, der Meningen, der Milz, der Nieren und im Blute (hier noch früher als in der Lunge) nachgewiesen worden. In der Deckenfüllung (dem Fehlboden) der Pneumoniehäuser hat mnn die Mikroben gleichfalls gefunden. Die Diplokokkcn sind lanzettförmig. Bcmerkensworth ist, class sie nicht selten auch in der Mundhöhle gesunder Menschen gefunden werden.
Aetiologie. Dass es sich bei der genuinen Pneumonie um eine Infektionskrankheit handelt, geht auch aus den Thatsachcn hervor, dass die Krankheit durch chemischo oder physikalische Agenticn nicht zu erzeugen, dass sie eine typische, meist in wenigen Tagen ablaufende Krankheit ist und häufig als Haus- und Herdkrankheit an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten auftritt. Eine reine Erkältungskrankheit ist sie sicher nicht; Matrosen erkranken auf hoher See seltener, als Personen in geschlossenen Räumen. Die Erkältung ist nur prädisponirender Faktor, wie zahlreiche ariden! (staubige Luft, starker Genuss von Alkoholica, Handarbeit). Im Uebrigen kommt die Pneumonie in jedem Lebensalter (besonders im jugendlichen und im mittleren) im März und Mai, September und November am häufigsten vor, ferner besonders bei niedrigem Barometerstand. Ob die Krankheil von Mensch zu Mensch oder nach Verschleppung des Giftes durch Verbrauchs-
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Genuine Lungenentzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;137
gegenständo verbreitet werden kann, ist nicht unbedingt zu verneinen. Die Krankheit ist in vielen Fällen eine Huuskrankheit, die Krankheitserreger sitzen in den Wohnräumen und werden mit der Athmungsluft aufgenommen und vielleicht erst durch den Blutstrom den Lungen zugeführt. Es giebt Personen, die viermal und öfter im Leben von akuter Pneumonie befallen werden.
Symptome und Verlauf. Nach einer Inkubationszeit von 12 Tagen tritt plötzlich Schüttelfrost, Athemnoth, Seitenstechen, Husten und Herzklopfen ein. Manchmal geht auch etwas Appetitstörung, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen voraus. Bald tritt ein zäher, klebriger, mehr oder weniger mit Blut gemischter schleimiger Auswurf ein. Die Perkussion ergiebt anfänglich einen tympanitischeu, dann mehr gedämpften und im dritten Stadium einen helleren oder tympanitischen Schall. Die Auskultation ergiebt anfänglich inspiratorisches Knisterrasseln, dann Bronchialathmen und klingende; Rasselgeräusche und schliesslich wieder die ersten Erscheinungen. In den meisten Fällen ist der rechte untere Lungenflügel befallen. Das Fieber hält meist 57 Tage an und geht dann häufig ziemlich plötzlich (Krisis) unter die Norm. In vielen Fällen tritt auch Herpes labialis, Verstopfung, Delirien, manchmal auch Albuminurie, Icterus (biliöse Pneumonie), Endokarditis und Meningitis einlaquo; Bei Kindern werden oft Krämpfe, bei Potatorcn frühzeitig Delirium tremens beobachtet.
Der Verlauf ist je nach der Schwere der Erkrankung und dem Eintritt von Komplikationen sehr verschieden. Meist tritt bei regelmässigem Verlaufe nach 810 Tagen Genesung ein. In anderen Fällen (2023 0/o) tritt ein protrahirter Verlauf ein durch Nachkrankheiten und Komplikationen, die event, tödtlich werden.
Die Prognose ist bei kräftigen, gesunden, nicht zu alten Personen eine gute. Ungünstig bei alten Personen, bei schwächlichen, bei Alkoholisten, Herzkranken u. s. w.
Anatomischer Befund. Der Sitz der Erkrankung ist das Innere der Alveolen und der feinsten Bronchien. Man kann die Veränderungen gewöhnlich nach 3 Stadien unterscheiden. In dem ersten Stadium (entzündliche Anschoppung) findet man Ausdehnung der Alveolenkapillaren, zahlreiche rothe und weisse Blutkörperchen und gequollene Epithelien in den Alveolen; der erkrankte (meistens rechte) Lungentheil ist geschwollen, derb, dunkelroth, weniger lufthaltig. Im zweiten Stadium (rothe Hepatisation) findet mim ein fibrin- und zellenreiches Exsudat, die Lunge ist leberähnlich in der Konsistenz, die Schnittfläche fein granu-lirt, mit zäher trüber Flüssigkeit bedeckt. Beim Uebergang in das dritte Stadium (grauen oder gelben Hepatisation) bat das starr gewordene Exsudat die Blutgefässe komprimirt. Die Farbe des Schnittes geht von roth in grau und gelb über. Das Exsudat verflüssigt sich dann wieder, auf Druck entleert sich ein milchig gelber Saft (Stadium der Kesolution), Exsudat und Blutzellen werden resorbirt (theilweise expektorirt), die Lunge wird wieder lufthaltig. Fast stets findet sich trockene Pleuritis auf dem erkrankten Lungentheil. In seltenen Fällen eiterige Pleuritis u. s. w.
Diagnose. Die Diagnose ist durch den plötzlichen Beginn der Krankheit, durch das charakteristische Sputum, durch das häufige Auftreten eines Herpes im Gesicht und durch den typischen Krankbeitsverlauf und die objektiven physikalischen Symptome sichergestellt.
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138nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infektions- und Intoxikiitionskrankheiten.
Therapie. Bei typischem Verlaufe ist eine eingreifende Therapie nicht nöthig. Vielleicht werden später Blulseruminjektionen auch bei dieser Krankheit nützlich werden. Im Uebrigen beschränkt man sich auf symptomatische und diätetische Therapie. Als schmerzstillend und gegen den Hustenreiz empfehlen sich subcutane oder innerliche Darreichung von Morphium, örtlich Eisblase oder Priessnitz'sche Umschläge, in ganz frischen Fällen auch örtliche Blutentziehung, später ein laues Bad oder nasse Einwickelungen. Innerlich bei hohem Fieber Chinin oder Antipyrin (1,02,0 Abends). Für Erhaltung guter Herzthätigkeit kommen Kämpher, Tinctura Strophanti (mehrmals täglich 10 Tropfen), Wein, Aether, subkutane Injektionen von Oleum camphoratum in Betracht. Bei Potatoren ist Zufuhr von Alkohol nöthig. Daneben gute Ernährung (Suppen, Bouillon, Milch und Eier, gutes Bier, erfrischendes Getränk, kleine Mengen Geflügel u. dgl.). Bei grosser Unruhe Chloralhydrat 1,03,0, wobei man vorher 1020 Tropfen Salzsäure in entsprechender Verdünnung geben kann.
2. Genuine (croupöse) Pneumonie bei Thieren.
a) Beim Pferde.
Vorbomerkung. Aehnlich wie beim Menschen gehört auch in der Pathologie der Thiere die Lunge zu denjenigen Organen, wo je nach Charakter, Sitz und Verlauf, Ursache und Ausbreitung verschiedene Formen von Entzündungen vorkommen können. Die Folge dieser Thatsache ist, dass unter den Autoren über das Vorkommen einzelner Krankheiten noch nicht vollständig übereinstimmende Ansichten vorhanden und manche Prozesse! auch ätiologisch schwer festzu*telleu sind. Das Weitere über die einzelnen Erkrankungen soll in dem Abschnitt Organkrankheitenquot; mitgetheilt werden, während hier nur die der croupösen Pneumonie des Menschen ähnliche Lungenentzündung bei Thieren erörtert werden soll.
Wesen und Begriff. Die croupöse Lungenentzündung ist eine Infektionskrankheit der Lungen, bei welcher stets ein grössorer Lungenabschnitt befallen und ein fibrinöses Exsudat in die erkrankten Theile ausgeschieden wird. Die Krankheit tritt in der Regel als selbständiges Leiden auf und kommt am häufigsten beim Pferde, seltener beim Rinde, Schafe und Hunde vor.
Aetiologie. Obwohl zahlreiche Fälle von Lungenentzündungen beim Pferde Theilersoheinungen der Brustseuche sind, kommt doch unstreitig sehr oft eine selbstständige croupöse Pneumonie beim Pferde vor, die durch ihren Verlauf der croupösen Pneumonie des Menschen ähnlich ist. Ich habe solche Fälle bei grossen Spediteuren öfters beobachtet, ohne dass jemals Brustseuche nachzuweisen war. Ich kann dess-halb denjenigen Beobachtern beistimmen (Friedbcrger-Fröhner, Siedamgrotzky, Rust, Cadeac, Tetzner, Rogge u. A.), welche annehmen, dass eine primäre Infektion der Lunge mit nachfolgender croupöser Entzündung beim Pferde und anderen Hausthiercn vorkommt und, wie beim Menschen, durch verschiedene Infektionserreger hervorgerufen wird. Ueberanstrengung, Erkältung, Klima, Jahreszeit, reizende Dämpfe u. dgl. werden auch bei Thieren als prädisponirende Ursachen in Frage kommen. Eine Ansteckung von Thier auf Thier in demselben Stalle wird nicht beobachtet, wohl aber zeigt sich die Krankheit oft als Stallseuche, so dass
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Genuine Lungenentzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;139
auf demselben Hofe Thiere eines bestimmten Stalles öfters croupöse Pneumonic bekommen, während Pferde in anderen Stollungen verschont bleiben.
Bakteriologisches. Schütz hat bei der croupösen Fneumonie kleine ovale Bakterien, meist als Diplobakterien aneinandergelagert gefunden, dieselben ausserhalb des Thierkörpers gezüchtet und mit Erfolg geimpft. Da dieselben Bakterien auch bei der Brustseuche des Pferdes nachzuweisen waren, glaubt Schütz, dass beide Infektionen identisch und die verschiedenen und wichtigen klinischen Erscheinungen beider Krankheiten auf eine verschiedene Giftigkeit zurückzuführen sind. Dieser Annahme wird man nicht beipflichten können, da sich die croupöse Pneumonic erheblich (wenig Neigung zur Lungengangrän, zur Ausbreitung auf das Brustfell, günstiger, fast typischer Verlauf, keine Ansteckung, keine Immunität nach einmaligem Ueberstehen) von der Brustseuche unterscheidet. Neuerdings will auch Tetzner besondere Kokken bei der Pneumonie gefunden haben.
Symptome und Verlauf. Die Krankheit beginnt plötzlich mit hohem Fieber (40,541,5deg; C), angestrengtem und beschleunigtem Athem, Pulsfrequenz und etwas Husten. Dazu gesellt sich ein eigenthümlich bernsteingelber Nasen-ausfiuss, Mattigkeit und Appetitlosigkeit. Die Perkussion ergiebt meist an einer Seite md in grösserer Ausdehnung einen tympanitischen Ton, die Auskultation anfänglich Knisterrasseln, dann Bronchialathinen und später Rasselgeräusche. Der Urin ist anfänglich alkalisch, später sauer und auf der Höhe der Krankheit eiweiss-haltig. Während der Krankheit legen sich die Thiere nicht. In 56 Tagen hat die Krankheit meist ihren Höhepunkt erreicht, die Erscheinungen verschwinden und Genesung tritt ein. In sehr leichten Fällen ist der Verlauf noch schneller (12 Tage, sog. ephemere1) Pneumonie) oder der Verlauf ist langsam, es tritt unvollständige Genesung mit Nachkrankheiten ein (besonders bei alten Pferden). In seltenen Fällen ist die Krankheit tödtlieh. Die chronisch verlaufenden Fälle können zur Lungenphthise (mit den klinischen Erscheinungen der Dämpfigkeit) führen.
Die Prognose der Krankheit ist bei der niedrigen Mortalitätsziffer (47 0/o) günstig.
Anatomischer Befund. Der anatomische Befund ist im Wesentlichen dem beim Menschen ähnlich und charakterisirt durch eine Entzündung der Lungen-alveolen mit Ausscheidung eines fibrinreichen, schnell erstarrenden Exsudats im [nnern derselben, das nach einiger Zeit zur Lösung und Aufsaugung gelangt, wo die Lunge wieder ihre normale Beschaffenheit in den meisten Fällen erlangt. Wie beim Menschen erwähnt, sind auch beim Pferde das Stadium der Anschoppung (rothe Blutkörperchen, Blutplasma in den Alveolen, Oedom des interstitiellen Gewebes), das Stadium der rothen Hepatisation (meist geronnene Fibrinmassen in den Alveolen vermischt mit etwas Blut) und das Studium der gelben oder grauen Hepatisation (Zunahme des Exsudats, Verminderung des Blutreichthums, beginnende Auflösung des Exsudats) nachzuweisen. Manchmal findet man auch Abscesse, trockene Pleuritis, Induration und Atelektase (bei chronischem Verlaufe). Daneben Schwellung der Lymphdrüsen der Lungen, Katarrh der Magen- und Darmschleimhaut
Diagnose. Von der katarrhalischen Pneumonie unterscheidet sich die croupöse durch den typischen Verlauf und durch die Erkrankung grosser Bezirke, von der Rrustseuche durch das Fohlen der Kontagiosität, von der Pleuritis durch das physi-
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i) elt;p-r)[jiepo? für einen Tag dauernd.
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140nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infektions- und Intoxikationakrankheitcn.
kaiische Untersuchungsergebniss. (Bei der Pleuritis dumpfer Perkussionsschall, Reibungsgeräusche, kein bronchiales Athmen.)
Therapie. Wie beim Menschen ist bei normalem Verlaufe medizinisch nicht viel zu thun nöthig. Bei hohem Fieber Priessnitz'sche Umschläge um die Brust, Kaltwasserklystiere, Antifebrin, auch Sinapismen in Form einer Einreibung von 48 prozent. Senfspiritus. Bei alten Thieren ist etwas Wein oder Cognac zweckdienlich und als diätetisches Mittel Milch (Trasbot). In späteren Stadien der Krankheit Nat. bic. in Verwendung mit Fruct. Juniperi, Pulv. Rad. Calami. Von der Verwendung der Digitalis habe ich keinen Vortheil gesehen. Zweckmässiger sind subcutane Kumpherinjektionen.
b) Beim Rinde.
Sehr selten kommt auch eine croupüse Pneumonie beim Rinde vor und ist dann, wie ich selbst erfahren habe, in Lungenseuchegegenden eine Unterscheidung von dor Lungen-.seuche nicht leicht. Die Ursachen sind nicht bekannt. Die Symptome wie beim Pferde, der Vorlauf schneller (:54 Tage) und meist tödtlich. Der anatomische Befund ist ilhnlich wie beim Pferde, nur botheiligt sich das interlobuliire Bindegewebe und die Pleura regelmilssiger und stärker (Friedberger)1. Die Diagnose ist gegenüber der Lungenseuche gesichert 1. durch das klinische Bild (schneller Verlauf) und 2. durch die anatomischen Veränderungen, welche bei der schnell vorlaufenden croupösen Pneumonie Veränderungen von gleichem Alter, gleicher Farbe und gleichartiger Festigkeit ergeben, ohne die bei der (chronischen) Lungenseuche charakteristischen Veränderungen (siehe Lungenseuche).
c) Croupösc Pneumonie bei kleineren Hausthieren.
Zunächst ist bei Lämmern eine tödtlich verlaufende croupöse Lungenentzündung beobachtet werden (Roloff). Beim Hnndc scheint im Gegensatz zu der Meinung von Roll die croupöse Lungenentzündung selten zu sein, dagegen ist die katarrhalische häufiger. Dagegen wird die Krankheit bei der Katze öfters beobachtet (Friedberger-Fröhner). Verhältnissmässig häutig kommt die croupöse Pneumonie bei Schweinen (namentlich bei Treiberschweinen) vor (Friedberger-Fröhner).
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XXXII. Die Lungenseuche des Rindes.
(Pneumonia contagiosa boum. Pleuro-Pneumonia contagiosa1'.)
Wesen und Itcgriif. Die Lungenseuche ist eine dem Rinde eigenthümliche, auf andere Thiergattungen nur unter gewissen Voraussetzungen Übertragbare Infektionskrankheit, welche im Wesentlichen durch eine meist chronisch verlautende; spezifische, interstitiolle, exsudative Pneumonie, in der Regel komplizirt mit einer exsudativen Pleuritis, charakterisirt ist. Auf den Menschen ist die Lungenseuche nicht übertragbar.
Geschichtliches. Wenn die Krankheit auch in älteren Zeiten bekannt gewesen sein mag, so sind nähere Nachrichten über dieselbe doch erst Ende des 17. Jahrhunderts mitge-theilt worden, wissenschaftlich gut begründete Angaben stammen sogar erst aus dem Knde des 18. Jahrhunderts, um welche Zeit die Seuche eine immer grössere Verbreitung in Europa bekam und im laufenden Jahrhundert in vielen Ländern grosso Verheerungen anrichtete. Von der Schweiz beginnend verbreitete sich die Seuche über den stidliohen Theil Doutsch-
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i) Frz.: Pöripneumonie contagiouse, Pleuro-pneumonie epizootique; engl.: Pleuro-pneumonia; ital.; Pleuro-pneumonia epizootica, essudativa, Polmonera; holländ: Longziekte.
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Lungenseuche des Rindes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 141
lands, Oesterreichs, kam dann nach Italien, Frankreich, Holland und Belgien und (1841) durch holländisches Vieh nach England. Von England wurde sie (1847) nach Schweden und von hier (1848) nach Dänemark eingeschleppt. Von Europa kam die Lungenseuchu nach Nordamerika (18431859), dann nach Südamerika, wo in der Kapkolonie in einem Jahre 100000 Rinder getödtet wurden, später nach Australien, wo nach einzelnen Angaben in der Zeit von 18601872 1404000 Stück Rindvieh der Krankheit erlegen sein sollen (Roell). In Folge der energischen Massregeln ist gegenwärtig die Verbreitung der Seuche geynger geworden. Die Seuche ist von den westeuropäischen Ländern allmählich nach dem Osten vorgedrungen, wo die Seuche jedoch nicht eingeschleppt wurde, soweit (Russland) kein westeuropäisches Vieh importirt wurde.
Was die Verbreitung der Seuche in den einzelnen Ländern betrifft, so möge erwähnt sein, dass in Deutschland in der Zeit von 18801890 im Ganzen 6000 Rinder an Lungenseuche zu Grunde gingen, davon waren 1887 1404 und 1890 nur noch 567 Falle nachzuweisen. 1891 mit 1273 und 1892 mit 1182 Stück Rindvieh zeigt wieder eine erhebliche Zunahme. Nach einer Zusammenstellung von Feilsch wurden 1876 1866 in Preussen 41/3 Millionen Mark Entschädigungssumme gezahlt. In Frankreich wurden in der Zeit von 18861890 8000 lungenseuchekranke Rinder konstatirt, während in England in einem Zeitraum von 6 Jahren 1 Million Rinder vernichtet wurden; im Jahre 1860 allein 200000 Stück. In Oesterreich wurden allein in den beiden Jahren 1888/89 6600 kranke Rinder konstatirt. Durch das neue Lungenseuchentilgungsgcsetz ist in den letzten Jahren eine fast vollständige Ausrottung der Lungenseuche gelungen. In Amerika wurden 1886 allein im Staate Illinois 10000 Rinder von der Seuche befallen.
Bakteriologisches. Zahlreiche Thierärzte haben schon lange (Sauter 1835, Sauberg 1846, und Gcrlach 1862, sowie Haubner 1867) erklärt, dass die Lungenseucho nur durch Ansteckung entsteht. 1852 wurden in Belgien von Willems und de Saire die Impfung versucht und als Schutzmassregel empfohlen. Obwohl zahlreiche Autoren (Zürn, Hallier, Weiss, Sussdorf, Lustig, Brylants und Verriest, Poels und Nolen (1886) und neuerdings Lienaux, Arloing und Nocard) sich mit der Isolirung des Krankheitserregers beschäftigten, ist dessen Reindarstellung noch nicht mit Sicherheit gelungen. Poels und Nolen fanden im Lungen- und Brustfellexsudate konstant einen Mikrokokkus, meist von einer unfärbbaren Kapsel umgeben, den sie ausserhalb des Thierkörpers in ver. schiedenen Nährlösungen züchten und mit Erfolg auf Rinder verimpfen konnten. Van Kleef und .Tanne fanden kleine hüllenlose Kokken, Arloing einen Bacillus (Pneumo-bacillus liquefaciens bovis), durch dessen Einimpfung in die Lunge konstant das typische Bild der Lungenseuche erzeugt werden konnte. Neuerdings hat Arloing aus dem Serum der frisch entzündeten Lunge und aus Bacillenkulturen des Pneumoniebacillus liquefaciens bovis ein Glycerinextrakt, das Pneumobacillin dargestellt und dasselbe subeutan geimpft. Die Injektionen wurden für diagnostische Zwecke verwerthet, da nach Injektionen von 13 cem die Temperatur 12,4deg; C. steigt. Die Versuche werden noch fortgesetzt. Aehn-liche Versuche sind von Laquerriere, Walther und Ujhelgi unternommen worden. Liönaux fand bewegliche, ovalgestaltete, 0,0010,0015 lange, mit Anilin, aber nicht nach Gram und Weigert leicht färbbare Organismen, die mit denen von Poels entdeckten übereinstimmen und von ihm als Erreger der Lungenseucho bezeichnet werden. Impfversuche waren von Erfolg. Schliesslich sei erwähnt, dass auf Veranlassung von Siedamgrotzky Versuche zur Verwendung der Lungenseuchelymphe als Diagnostikum bei scheinbar gesunden Thieren angestellt wurden, die jedoch noch nicht abgeschlossen sind.
Actiologic. Die Krankheit ist neben der Binderpest und der Tuberkulöslaquo; eine der'gefährUchsten Binderkrankhelten und kommt enzootisoh, epizootiseh und in einzelnen Gegenden stationär vor. In Deutschland sind es besonders einzelne Bezirke in Magdeburg und Merseburg, auf die 7590 aller Lungenseucbeffille Doutsehlaiids kommen. Aussei beim Rind ist die Krankheit noch hei der Ziege, beim Büffel, Bison und Yak beobachtet worden, während die Angaben über Lungen-aeudbe beim Schweine und beim Mensehen (wo die Krankheit auf Kinder übertragen sein soll) wohl als diagnostische IrrtbUtner anzusehen sind.
Die. Einschleppung der Lungenseuche in eine Gegend und in einen Blall erfolgt fast aussohliesslich durch kranke oder infizirte Rinder, .seltener durch Personen
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142nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infektions- und Intoxikationskrankheiten.
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und lindere mit knmkeji Thiereu oder deren Produkte in Berührung gekommonen Zwischenträger. Nur wo die Erreger der Lungenseucho hingekommen sind, kann die Seuche entstehen. Durch Selbstentwickelung entsteht die Seuche in sonst gesunden Gegenden niemals. In Handelsställen, in Wirthschaften mit vielem Viehwechsel und im Import aus Seuehongegendcn ist die Kninkheit am häufigsten zu beobiichten. Je nach der Intensität des eingeschleppten Kontagiums erkranken oft in kurzer Zeit (in 2 Monaten 8 0/o der Thiere) oft in längerer Zeit nur eine geringe Anzahl (10 20 (,/o) der Thiere eines Stalles offenkundig an der Seuche. Bei der Weiterverbreitung der Seuche in einem Stalle und von einem Stalle auf Nachbargehöfte kommen in Betracht die Athniungsluft der kranken Thiere (welche etwa auf 50 Schritte die Seuche verschleppen kann), oder besonders Zwischenträgei' (Kleidung des Menschen, Rauhfutter, Stnllutcnsilien, Hunde), welche mit den kranken Thieren direkt in Berührung gekommen, oder sonst (Dung, Fleisch) von ihnen herrührend die Vermittehmg bewirken können. In seltenen Fällen kann auch eine intrauterine Infektion durch Uebergang des Giftes von der Mutter auf den Fötus stattfinden. Eine solche Infektion habe ich 1884 im Kreise Halberstadt mehrfach beobachtet. Die Intensität des Kontagiums ist auf der Höbe der Krankheit am höchsten, besteht jedoeb noch lange (8 Wochen und darüber) nach dein Verschwinden idler klinisehen Erscheinungen fort. Von Einzelnen wird die Dauer der Infektiosität abgekapselter nekrotiseher Herde auf 16 Monate angegeben. In verseuchten Stallungen bleibt das Kontagium (an Dung, Boden, Stallwände, Rauhfutter gebunden) Monate selbst ein Jahr wirksam erhalten. Einwirkung geringer Kälte (6 0 C.) vernichtet die Wirkung nicht (Laguerriere).
Die Aufnahme des Giftes erfolgt durch die Athmungsluft und gelangt mit dieser in die Lungen der Thiere, wo sich zunächst der Prozcss lokalisirt.
Symptome. Verlauf. Prognose. Die ersten klinisch nachweisbaren Erscheinungen beginnen gewöhnlich 4 6 Wochen (manchmal früher, 12 Wochen, manchmal später 1216 Wochen) nach der Infektion. Durchschnittlich ist das Inkubationsstadium etwa 36 Wochen. Die sich dann entwickelnden Krankheitssymptome kann man in zwei Zeiträume zerlegen: 1. das chronische (schleichende, fieberlose) Stadium (Stadium occultum) und 2. das akute (offene, fieberhafte) Stadium (Stadium acutum).
Das erste Stadium beginnt meist mit einem eigenthümlichen kurzen, schwach ausgestossenen, trockenen und hellen Husten (Hüsteln), der anfänglich nur selten (besonders beim Aufstehen, nach der Getränkeaufnahme, nach dem Austreiben, während der Fütterung) beobachtet, später aber häufiger, stärker und achmerzhaft wird. Die Thiere fiebern leicht, krümmen den Rücken, strecken Kopf und Hals beim Husten und zeigen Verminderung der Futteraufnahme, des Wiederkauens und der Milcbsekretion. Die physikalische Untersuchung der Lungen ergiebt um diese Zeit noch wenig Auffälligtlaquo; und manchmal kann die Krankheit schon in diesem Stadium in Heilung übergehen. In den meisten Fällen tritt plötzlich oder allmählich das akute Stadium ein. Die Athmung wird sehr beschleunigt und angestrengt, der Husten wird stöhnend und ächzend, später ganz dumpf, vielfach unterdrückt, das Fieber steigt (4042,5deg; C.) bei ungleichmässig vortbeilter Körpertemperatur. Die Thiere legen sich selten und dann meist auf die kranke Seite;
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Lungenseuche des Rindes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 143
zur Erleichterung der Athmung Kteheu sie mit nach aussen gebogenen Ellenbogen und gestrecktem Halse. Die Futtoraufnahme, die Milchsekretion und das Wiederkauen sind in diesem Stadium fast ganz unterdrückt; nur die Geträukaufnahme ist vermehrt. Meist besteht ein schleimiger auch eiteriger und mit Blut vermischter Nascnausfluss bei den kranken Tbieren. Die Fäkahimssen sind dunkel, schwärzlich und trocken. Die Perkussion der beim Druck und Klopfen meist schmerz-haften Brustwandungen ergiebt auf der kranken Seite in grösserer Ausdehnung einen bei vorgeschrittener Krankheit meist leeren Schall (Schenkelton). Die Auskultation ergiebt an dieser Stelle fast kein Bläschengeräusch, nur Bronchialathmen, Kassel-und Reibegeräusche; das Vesikulärathmen ist dagegen in der Umgebung der kranken Lungonabschnitte stärker. Liegt der erkrankte Lungenabschnitt, wie ich öfters beobachtet habe, im mittleren Lungenlappen oder in der Nähe des Mediastinum, so ergiebt die physikalische Untersuchung keinen Aufschluss.
Der weitere Verlauf und Ausgang der Krankheit kann nun verschieden sein. Es kann unter allmählichem Verschwinden der Krankheitszeichen (schon im ersten Stadium) Genesung eintreten; die Rekonvalcscenz kann jedoch noch viele Wochen dauern und Athembeschwerden und Nichtgedeihen der Thiere zurücklassen. Durch solche, scheinbar gesunden Thiere wird beim Vorkauf derselben erfahrungs-gemass die Krankheit auf gesunde Thiere am meisten übertragen. In anderen Fällen nimmt die Krankheit im zweiten Stadium sohnoll zu, Atbmen, Husten, Fieber, Hinfälligkeit werden stärker und in 810 Tagen tritt der Tod ein. Schliess-lich kann das zweite Stadium sich mehr allmählich entwickeln und in einen allgemeinen Schwächezustand übergehen, wobei dann Abmagerung, Oedcmbildung an den tiefer gelegenen Körpergegenden, Durchfall, sehlnimig-citerigo Absonderung aus Maul und Nase, schmutzig gelbe Ilothung der Konjunktiva beobachtet werden.
Der allgemeine Vorlauf der Lungenseucho ist bei jüngeren und gut genährten Thieren meist schneller und stürmischer als bei älteren und weniger gut genährten Thieren. Bei Kälbern tritt die Krankheit milder auf und verläuft günstiger. Ich beobachtete 10 0/o Todesfälle auf einem Rittergute, wo 80 Kälber der Infektion ausgesetzt waren.
Nach den bisherigen Erfahrungen beträgt der Gesammtverlust durch Lungenseuche 6070 0/o aller erkrankten Thiere. Nur 2030 0/o gehen in Heilung über.
Manchmal kommen noch nach vielen Monaten Recidive vor. Bei einem einzelnen Thiere kann der Verlauf der Krankheit vom Zeitpunkt der Infektion bis zur Heilung 620 Wochen und länger dauern. In einem grösseren Viehbestande kann der Verlauf der Seuche Monate in Anspruch nehmen und sehliess-lich kann die Seuche, wie in der Provinz Sachsen beobachtet, stationär werden, wenn nicht rechtzeitig energische Tilgungsinassregeln ergriffen werden.
Aus dem Mitgetbeilten geht hervor, dass die Prognose im Allgemeinen sehr ungünstig und abhängig ist von einer Reihe von Umständen (Alter, Konstitution, Ernährung der Thiere, gute Stallbauten, Jahreszeit). Thiere, welche in Seuchengegenden aufgezogen oder von kranken Müttern herrührten, zeigen sich oft widerstandsfälliger. Ebenso erkranken Ochsen, die viel im Freien sind, leichter, als Stall-Vieh. Thiere, die mit wasserreichem Futter (Rübensehnitzel, Branntweinschlempe)
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144nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infektions- und Intoxikationskrankheiten.
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crnilLrt werden, erkranken häufiger als solche bei Verabreichung von Trockenfutter. Schliesslich wechselt auch die Intensität der Krankheit bei den verschiedenen Seuchengängen erheblich.
Anatomischer Befund. Bei Thieren, die im Beginnlaquo;! der Krankheit gesehlachtet oder gestorben sind, findet man meist nur in einer Lunge eine oder mehrere kleine oder grössere, dunkelrothe, derbe und oft über die Oberfläche hervorragende Stellen, die beim Einschnitt einen Erguss von gelblicher Lymphe in das interstielle Gewebe der kranken Stellen und des umgebenden gesunden Gewebes erkennen lassen. Die erkrankten Lungenläpjmhen sind auf diese Weise von hellen Säumen umgeben. Bei weiter vorgeschrittener Krankheit ist oft ein grosser Theil der Lunge hart, fest, vergrossert und schwerer (manchmal bis zum Gewichte bis zu 25 kg). Auf dem Durchschnitte zeigen sich abwechselnd rothe, schwarz-rothe, gelbe, graugelbe und graubraune Stellen, deren einzelne Lungenläppchen mit theils weissen, theils weissgelben, schmalen und breiteren (28 mm) Streifen (das mit Lymphe gefüllte interstitielle Lnngengewebe) umgeben sind. Die jüngst laquo;irkrankten Abschnitte sind hoch- hell- bezw. dunkelroth gefärbt und von breiten, gelben lymphhaltigen Bindegewebszügen durchzogen; die älteren Abschnitte sind farbloser, das umgebende Bindegewebe grauweiss und fest. Auf diese Weise erhält die Schnittfläche solcher Lungenabschnitte ein cigenthümlich marmorirtes Aussehn. Man kann an den erkrankten Abschnitten die Stadien der rothen, grauen und gelben Hepatisation erkennen. Die Lymphgefässe der Lunge sind erweitert; die Blutgefässo enthalten oft Thromben. Bei Kälbern findet man oft nur rothe Hepatisation. Die Bronchialdrüsen sind meist gesehwollen. In noch älteren Stadien und in Fällen, wo die Krankheit schon zu einem Abschluss gekommen ist, findet man in den erkrankten Abschnitten entweder verdichtete, leberartige Stellen oder es hat sich um den erkrankt*laquo; Theil eine demarkirende Eiterungszone gebildet, wodurch der eingcschJossono Lungenabschnitt nekrotisirt und abgehoben wird, um alsdann als Sequester in der sonst glattwandigen Höhle oft lange Zeit liegen zu bleiben. In anderen Fällen kann der Inhalt durch einen in die Höhle einmündenden Bronchus ausgestossen oder nach Umwandlung in eine käsige Masse auch resorbirt werden. Es folgt dann Schrumpfung und feste schnenartige Ver-iiarbung. Ebenso können die alten erkrankten Lungenabschnitte auch ohne Weiteres verkäsen und vereitern, oder es kommt zur Atelektase, Kamifikation und zur Kavernenbildung.
Die Pleura pulmonalis und costalis, welche meistens miterkrankt, ist mit fibrinösen Massen von verschiedener Dicke und von verschiedener (fester, zäher, lockerer oder bröckeliger) Beschaffenheit bedeckt; oft sind Verwachsungen der Lunge mit den Rippenwandungen nachzuweisen. Auch auf der Aussenfläche des Herzbeutels finden sich solche Massen. Die Brusthöhle ist meist mit einem klaren, gelben oder trüben und flockigen Exsudat von wechselnder Menge angefüllt. An den übrigen Organen ist in der Regel nichts Charakteristisches nachzuweisen.
Diag'iiose. Die Feststellung kann wiegen der Verwechselung mit anderen Krankheiten (öroupöse Lungenentzündung, Tuberkulose, Rinderseuche, Parasiten der Lunge, Fremdkörperpneumonie) Schwierigkeiten bereiten. In vielen Fällen wird die sicherlaquo;! Feststellung des ersten Falles erst laquo;lurch die Sektion möglich sein. Bei
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Lungonsouclie des Rindes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 145
der Sektion ist zu bemcksiehtigen, divss bei der cmapiweu Lungenentzüiiduiig und bei der Rinderseucbe die Veriliideruiigen der Hcpatisation von gleichem Datum sind, desshalb gleicibe Farbe und Beschaffenheit haben, während bei der Lungenseucbe die Veränderungen sich allmählich entwickeln und dosshalb von verschiedener Farbe und Beschaffenheit sind. Wie ich zu beobachten Gelegenheit hatte und auf der Naturforscherversammlung zu Stmssburg (1885) mitgetheilt habe, kommt die Lungenseuche auch bei ganz jungen Kälbern vor, ohne dass die eigenthüm-lichen Veränderungen in der Lunge zur Entwiekelung kommen; es sind die Zeichen stattgefundener Pueumonle vorbanden. Die Thicre (4) waren liier auf der Höhe tier Krankheit und augenscheinlich zu einer Zeit geschlachtet, wo die Veränderungen der Lungenseucbe noch nicht zur Entwiekelung gekommen waren. Auch nehme ich an, dass bei jungen Kälbern die Erkrankung des eigentlichen Lungenparenchyms in den Vordergrund tritt. Freindkörperpneumonie und Tuberkulose können leicht zur Verwechselung mit Lungenseuche führen; hei Tuberkulose könnte event, die Reaktion auf Tuberkulin entscheiden.
Therapie. In den meisten Ländern (Deutschland, Oesterreich) Schweiz) werden lungenseuchekranke Rinder zum Zwecke der Tilgung der Seuche sofort geschlachtet; OS fällt daher eine medizinische Behandlung vollkommen fort. Will man in luuleren Ländern eine Behandlung versuchen, so wird dieselbe nach allgemeinen Regeln einzuleiten sein. Die kranken Thicre wird man in möglichst luftige Stallungen unterbringen, kräftig (Heu, gekochte Körner) aber nicht mastig ernähren und, wenn die .Jahreszeit es gestattet und die Krankheit, im Anfange ist, im Freien gehen lassen. Genesene Tbiere wird man zur Mast aufstellen.
Prophylaktisch ist erforderlich die Einschleppung zu verhüten durch Selbstaufzucht und Import nur solcher Thicre, welche aus absolut Beuchefreien Gegenden kommen, oder, wo trotzdem die Gefahr besteht, sind die importirten Thiere erst 812 Wochen in einen besonderen Stall unter Quarantaine zu stellen, ehe sie in den Hauptstall übergeführt werden.
Seit langer Zeit hat man nun auch als Vorbeugungsmittel die Schutzimpfung tier Rinder empfohlen und angewendet.
Die Schutzimpfung ist schon im Anfange dieses Jahrhundorts vorgeschlagen worden, erlangte jedoch eist eine grössere Verbreitung, seitdem Willems in Holland 1850.r)2 grössere Versuche damit angestellt hatte. Seit dieser Zeit sind dann in fast allen Liindern Versuche unternommen worden und der Streit über den Worth der Impfung für die Lungenseuchetilgung hat dann eine ungewöhnlich grosso Litteratur erzeugt, weil derselbe für manche Thiuiiirzte zeitweise das Steckenpferd litterarischer Thätigkoit wurde.
Was zunächst die InipCnietliodcii betrifft, so wild zunächst geeignete Lymphe aus den Ijungen frühzeitig geschlachteter kranker i'liiere in der Weise gewonnen, dass unter peinlichster Sauberkeit (vorherige Desinfektion der liiinde, Instrumente, Gläser u. s. w.) ein Schnitt in das frisch erkrankte, roth aussehende Luiigenstück gelegt und nun die aus der auseinander gerissenen Stolle hervorquellende Lymphe in einem angewärmton üefässo aufgefangen wird. Eine Filtration der Lymphe empfiehlt sich nur, wenn dieselbe stark verunreinigt ist. Die wanne Lymphe ruft bei der Impfung am Schwänze der Thiere eine viel heftigere Phlegmone hervor als die kalte (Schii t z-S to f f on). Eine Benützung des Blutserums kranker Thiere zur Impfung gesunder ist nach Versuchen von Dieckorhoff (1874) unzweckmässig. Pasteur empfahl zunächst ein 84 Monate altes Kalb am Triel oder an der Schulter zu impfen und aus der au der Impfstelle entstehenden Geschwulst die Lymphe in kleine Köhrchen aufzusaugen und diese mit einem Wattepfropf zu ver-schliessen. Die Impfung geschieht incistens am Schwänze der Thiere, nachdem eine 10 cm vom Ende desselben entfernte Stelle rasirt und gereinigt ist. Es wird dann etwa
Schnoidomtilil, Vorgl. PatholOglO,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10
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146nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infoktions- und Intoxikutionskninkhoiteii.
1 g Lymphe subcutan eingespritzt und die Stichstelle mit Sublimat oder Jodoformcollodium vorschlosson. Die Folge der Impfung ist 820 Tage später eine Goschwulst, die entweder nach 12 Wochen wieder verschwindet oder auch zur Nokroso, Uiceration und üangritn mit Verlust des betreffenden Schwanztheiles führen kann. Es ist desshalb zur Vermeidung ungünstiger Ausgänge auf rechtzeitige chirurgische Behandlung üedacht zu nehmen (Einschnitte in die geschwollenen Theile und Applikation desinfizirender Umschläge). Bisher wurde bei etwa 10 Proz. der geimpften Thiere Verlust eines Stückes des Schwanzes beobachtet, während die Todesfälle auf 13 Proz. angegeben werden. Als Impferfolg wird angegeben, dass mit Eintritt der Impfwirkung die Erkrankungen in dem Stalle aufhören.
Bezüglich des Wcrthcs der Lung'eiiscuelioiinpl'iiii^ gehen die Meinungen wie bei der Maul- und Klauenseucheiinpfung noch sehr auseinander. Als Schutzimpfung in seuchenfreien (iegenden wird dieselbe jetzt kaum noch vertheidigt. Als Nothimpfung jedoch unmittelbar nach dem Ausbruche der natürlichen Seuche wird sie empfohlen, weil sie den Seuchenvorlauf abkürzen und Immunität der Thiere erzeugen soll. Dagegen wird der berechtigte Einwand gemacht, dass durch die Impfung die Krankheit künstlich verschleppt und künstlich unterhalten wird. Auch wird bestlitten, dass die erzielte Impfkrankheit wirklich Immunisirung herbeiführt. Dazu kommt, dass in jenen Ländern, wo am meisten geimpft wird (England und Frankreich), eine Abnahme am wenigsten zu verzeichnen ist, während in Oesterreioh, wo nach dem neueren ljungenseuchegesetz selbst eine Nothimpfung ausgeschlossen ist, die Seuche fast vollständig getilgt ist.
Schon in meiner Schrift (Tilgung der Lungensouche, 1884) habe ich mich auf Grund eigener Erfahrungen im Kreise Ilalberstadt gegen jede Impfung der Lungenseucho ausgesprochen, weil in ihrer gegenwärtigen Form in Ländern mit guter Veterinärpolizeigesetz-gebung durch dieselbe die Seuche verschleppt und die Besitzer direkt verleitet werden, die Seuche zu verheimlichen. Selbst die Nothimpfung hat nur scheinbar den Erfolg, weil mit derselben eine gründliche Tilgung durch andere Massnahmcn (schleunige und öftere Desinfektion) unvereinbar ist. Wie bei der Aphthonseuche wäre desshalb jede Impfung gesetzlich zu verbieten, dafür aber um so ernstlicher (nach dem Vorgänge Oesterroichs) die rationellen Tilgungsmassregoln durchzuführen (schleunigste Tüdtung der kranken und verdächtigen Thiere, gründliche und öftere Desinfektion).
Dagegen könnte man in Ländern innerhalb und ausserhalb Europas, wo sich eine rationelle Bekämpfung der Seuche noch nicht durchführen lässt, die zwangsweise Nothimpfung versuchen, sobald der erste Fall festgestellt ist. Mac Fadyean hat jedoch vollkommen Recht, wenn er bei Besprechung der Lungenseuchetilgung sagt, in keinem Lande ist es bisher gelungen, die Lungenseucho durch ein anderes Verfahren als durch Tödtung aller kranket] und der Seuche bezw. der Ansteckung verdächtigen Thiere zu tilgen.
Veferiniii'polizeiliclies. Nach sect; 45 des deutschen Reichsvichseuchengesctzes hat die Polizeibehörde die Tödtung der nach dem Gutachten des beuniteten Thierarztes au der Lungensouche erkrankten Thiere anzuordnen und kann auch die Tödtung verdächtiger Thiere anordnen. Nähere Bestimmungen sind in der Bundosraths-Instruction sect; 7091 enthalten.
In Oesterre ich - Ungarn ist ein besonderes Lungenscuchetilgungs-Gesetz am 17. August 1892 veröffentlicht worden. Nach demselben (S 2) ist die Tödtung der kranken, ferner der der Seuche verdächtigen Thiere und endlich der der Ansteckung verdächtigen Thiere, welche mit kranken oder seucheverdächtigen Thieron in demselben Stalle untergebracht sind, oder auf demselben Weideplatze, in demselben Triebe oder Transporte sich bewegt hatten, unter allen Umständen vorzunehmen. Als der Ansteckung verdächtig und desshalb zu tödten können auch Thiere bezeichnet werden, welche in einem an das verseuchte Gehöfte angrenzenden Hofe untergebracht sind. Sofort nach Konstatirung ist alles Kindvieh in den botreffenden Gehöften durch Haarschnitt zu kennzeichnen. Das Gesetz enthält 88 Paragraphen.
In der Schweiz sind nach sect;46 des dortigen Gesetzes die kranken und der Krankheit und der Ansteckung verdächtigen Thiere unverzüglich zu schätzen und zu schlachten.
Simitätspolizeiliches. Das Fleisch lungenseuchokranker Rinder ist bisher stets ohne Nachtheil genossen worden. Dennoch wird es erforderlich sein, dasselbe unter Deklaration zu verkaufen, wie es schon durch die gesetzlichen liestiinmungen in den meisten Ländern vorgeschrieben ist, weil es in vielen Fällen Fleisch von fieberhaft, erkrankten Thieron ist. Auch eine Uebertrngung der Krankheit auf den Menschen durch Genuss der rohen Milch kranker Thiere ist bisher noch nicht beobachtet worden.
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InfekttOse Lungonentzündung der Kälber und Ztegetli Parotitis ejiidemica.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 147
Gerichtliche Thicrheilkniulc. Gegenwärtig bestehen für Lungonseuche noch folgende Gowährszoiten: 14 Tage in Baden, 28 Tage in Waldeok, 30 Tage in Hessen-Homburg, 40 Tage in Bayern, 42 Tage in Kurhossen.
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XXXIII. Infektiöse Lungenentzündung der Kälber
und Ziegen.
Die Krankheit ist in neuer Zeit öfters enzootlsoh beobachtet worden und tritt bei Kälbern im Alter bis zu drei Monaton auf. In Italien soll die Krankheit nach Perron cito seit 20 Jahren bekannt sein und nach seinen Untersuchungen (lurch einen Spaltpilz Micro co ecus ambratus hervorgerufen werden. Pools (1887) fand bei der Krankheit einen stäbchenartigen Spaltpilz, dor viol Uebereinstimmung mit den Bakterien der Schwoineseuche, der Rindersouchc und der Kaninchenseptikäniio zeigte. Mit den Reinkulturen konnte bei Schweinen eine der Schweineseuche ähnliche Krankheit erzeugt, Mäuse, Kaninchen, Moorscliweinchen, Kälber und junge Rinder getüdtet werden. Die Krankheit ist ch araktorisirt durch eine mit Pleuritis und Pnoumonio vorlaufende Septikämie.
Actiologie. Die Infektionserreger gelangen walirscheinlicb mit der Athmungsluft in den Körper der kranken Thiere, nachdom die Krankheit durch importirte Kälber eingeschleppt ist; golegentlioh wohl auch durch die Haut und durch den Verdauungsapparat.
Symptome. Bald nach der Infektion entsteht hohes Fieber, erschwerte Athmung, Husten, Schnierzcnsäusseruugen und schliesslioh Durchfall. Nach 2 Tagen bis 0 Wochen ist der Ausgang der Krankheit moistens tödtlich. Genesung tritt selten und meist nur nach langer Krankheitsdauer ein.
Aillltoiiiiscli iindet man bei den gestorbenen Tbieren Hepaüsation kleinerer oder grösserer Abschnitte in einer oder in beiden Lungen, ferner ein seroafibrinöses Exsudat, in verschiedener Stärke und Ausdehnung auf der entzündlich gerötheten und geschwollenen Pleura. Bei längerer Dauer finden sich auch eitrig-käsigo Massen in den Lungen und markige Schwellung der bronchialen und modiastinalen Lymplulriison (Die ckerho ff). Für die Unterscheidung von der Lungenseuclie ist noting, dass die Schnittfläche durch dio hepatisirten Lungenabschnitto keine Parbenverscliiodonlieit zeigt.
Eine medikamentöse Behandlung; hat bisher wonig Erfolg gehabt. Intratrachealo Injektion der Lugol'schen Lösung ist manchmal von Erfolg begleitet gewesen.
Prophylaktisch ist noting: sofortige Trennung der gesunden von den kranken Thieren, Desinfektion der Stallungen, Reinigung der Putlergeräthschaftcn.
Bei Zieffcn ist im Kapland eine ähnliche Erkrankung beobachtet worden (1890 von Hutcheon). Dieselbe soll durch Angoraziegen eingeschleppt sein. Durch Schutzimpfungen soll die Sterblichkeit sehr vermindert worden.
Bei amerikanischen Ochsen beschreibt Nocard (1891) das Vorkommen einer in fektiösen Bron ch opneu m o ni e , wobei kurze, bewegliche, ovoido Bakterien in den Lymphräumen der Lunge und in dorn Exsudate der Bronchien nacligewiesen wurden.
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XXXIV. Parotitis epidemiea. (Mumps. Ziegenpeter.)
1. Parotitis epidemiea beim Menschen. (Idiopathischc, primäre Parotitis.)
Wesen und Begrifflaquo; Der Mumps ist eine seit alter Zeit bekannte mit meist doppelseitiger Erkrankung der Parolis verbundene akute Infektionskrankheit, die in kalter Jahreszeit oft epidemisch auftritt und männlieho jugendliche Personen im Alter von 2IG Jahren am meisten befällt. Einmaliges Uebersjahen der Erkrankung gewährt meistens Immunität für das ganze Lehen.
Aetiologic. Oh die noch nicht gefundenen spezifischen ünfektionserreget von
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Infektions- und Intoxikationskrankheitcn.
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der Mundliöhle aus durch don Stonsoji'scheu (Jang oder von) Blute aus sekundär in die Parotis eindringen, ist noch nicht mit Sicherheit entschieden. Bei der Verbreitung komint vielleicht iiuch der infektiöse Speichel in Betracht.
Symptome, Verlauf, Prognose. Nach einer Inkubationsdauer von 414 Tagen und einem mit Fieber, Mattigkeit und Appetitlosigkeit verbundenen Prodromalstadinm beginnt zunächst auf einer Seite eine Anschwellung der Parotis. Manchmal ist auch die Submnxilllaris miterkrankt. Meist tritt nach einigen Tagen auch eine Anschwellung der anderen Parotis ein. Nach etwa 5 6 Tagen verschwinden die Erscheinungen der Krankheit, nachdem vorher oft noch (besonders bei geschlechtsreifen Personen) eine entzündliche Ansclnvellung eines (meist des rechten) Hodens und seiner Hüllen eingetreten ist. Epididymitis und Betheiligung des Samenstranges ist selten, dagegen wird Erkrankung der Urethra mit Ausfluss beobachtet. Bei Frauen sieht man Schwellung der Ovarien, der äuss^ren Scham-theile, Katarrh der Schleimhäute und auch Erkrankung der Brüste eintreten.
Meist sind nach 23 Wochen alle Krankheitserscheinungen verschwunden. Der Ausgang ist meist in vollständige Genesung, die Prognose daher günstig. Manchmal tritt als Komplikation Abscessbildung ein.
Thorapic. Eine besondere Therapie ist selten erforderlich. Es genügt Einfettung mit Vaseline und Watteverband, bei Orchitis Anlegung eines Suspensoriums, im Uebrigen Bettruhe, öftere Mundausspülungen, event, Einpinselungen der Geschwulst mit Jodoformcollodium (1 :15).
2. Primäre idiopathische Parotitis bei Thieren.
Bei Thiereu kommt eine idiopathische Parotitis selten vor; manchmal ist dieselbe jedoch auch seuehenartig bei Hunden, Katzen und Ziegen beobachtet worden. Bezüglich der Aetiologie, der Symptome und des Verlaufs gilt das beim Menschen Gesagte.
(Weiteres über Parotiserkrankungen wird bei Besprechung der Organkrankheiten initgetbeilt werden.)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; laquo;
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XXXV. Bösartiges Katarrhalfleber. Kopf krankheit der Rinder.
(Febris catarrhalis maligna boum.)
Wesen und Itcgriit'. Das sog. bösartige Katarrhalfieber ist eine dem Rinder-geschleeht eigenthümlicho, akut verlaufende Infektionskrankheit, die charakterisirt ist durch mehr oder weniger hochgradige Erkrankung der Schleimhäute des Respirationsund Digestionsapparates, begleitet von meist schwerer Miterkrankung des Gehirns. Neuerdings ist die Krankheit auch sehr häufig unter den Büffeln auf Java beobachtet worden.
Geschiohtliohes. Dilaquo; Krankheit soll schon 1777 in dor Pfalz als Ortsseucho beobachtet sein, ist jedoch erst 1820 in der thierärztlichen Litteratur näher erörtert worden (Di ooker-hoff), Man bat dio Krankheit früher (Anker 1832) als nicht ansteckender sporadischer TypllUB des Rindviehs'' bezeichnet. Später wurde die Krankheit auch als primäre Diphtheriequot; angesehen (Zürn, Saake). Französische Thierärztc hielten dieselbe für eine nervöse Nasensclileimbautentzündimg. Uugnion delinirte (1877) das bösartige Katarrhalfieber als eine spezifische, infektiöse (iniasmatische) Krankheit des Bindviehs.
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Hiisnrtigos Katnrrlmlfioboi-. Kopfkiimkheil der Riiulor.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 149
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Bakteriologisches. Himmelstoss fund (1885) in dem don loboiidcn kranken Thieren entnommenen Blute vielfach isolirtc, moist aber den i-otben Blutkörporchen anhaftende kugelige, glänzende Mikrokokkon in fast regelmässigen Abstanden von oinander. Die weissen Blutkörperchen waren frei. Im Nasenschleim waren diese Kokken theils zu Kottchen geformt, tlieils isolirt. Daneben fanden sich Bacillen. Diese Mikroparaaiten sind bereits bei dem eisten Krankheitszeichen im Blute, im Nasensohloim und im Harn vorhanden, nehmen in gleicher Weise, wie die Krankheit steigt, zu, worden nach der Krisis massenhaft mit dem Urin ausgeschieden und verschwinden mit der Krankheit (Him me Ist ossi. Bauwerker und Mayer fanden im Bluto der krunken Rinder Spaltpilze; Semmer fand ebenfalls Mikrokokkon. Impferfolge sind bisher erfolglos geblieben.
Aetiologie. Die Krankheit tritt meist nur spormlisclraquo;, selten emootlsoh auf und ist nur in sehr geringem Grade kontaglös. Jüngere und wohlgenährte Thlere werden vorzugsweise ergriffen. Obwohl das bösartige Katarrbalfieber meist nur sporadisch auftritt, ist es jedoch häufig auch enzootiscli in einzelnen Stallungen und Ortschaften beobachtet worden, so dass man als nächste Ursache ein Stall-miasinn annimmt, das gelegentlich auch durch Zwischenträger (Schafe [Möbius], Viehhändler [Friedberger]) vorbreitet werden kann. In einzelnen Stallungen und Gegenden wird die Krankheit alljährlich beobachtet. Meist sind es unreine, schlecht venülirte Stallungen mit mangelhaftem Jaucbeabfluss und feuchtem, lockerem Boden, wo die Krankheit beobachtet wird. Auch unreines Trinkwasser wird beschuldigt. Es ist möglieh, dass die Infektionserreger sowohl mittelst der Respirationsluft, wie auch durch die Futter- und Getränkaufuahmc In den Körper der Thiere eindringen. Ob bei der Krankheit auch Toxine wirken, die von den Bakterien an der Infektionsstelle erzeugt werden, ist noch nicht festgestellt.
Symptome, Verlauf, Prognose. Nach einer Inkubation von 3 -4 Wochen beginnen die ersten Kiankheitserscheinungen, die je nach der Lokalisation in Verschiedener Form sieh zeigen können. Manchmal ist der Kespiiationsapparat, inanch-mal der Digestionsapparat stärker ergriffen, manchmal tritt die Krankheit gutartig, manchmal wieder bösartig auf. Im Wesentlichen zeigt sich bei den kranken Thieren folgendes: Meist tritt plötzlich nach vorangegangener Unruhe hohes Fieber, Versiegen der Milch, starke Eingenommenheit des Kopfes, dimkelrolhe Färbung und Schwellung der Nasenschleimhaut und Konjunkdva auf. Dazu kommt, starke Thränen-sekretion. Lichtscheu, heisses Maul, hohe Wurme am ganzen Kopfe, besonders am Grunde der Hörner; der Appetit verringerl sich erheblich. Im weiteren Verlaufe tritt meist Durchfall ein. In schwereren Fällen gesell! sich zu der Oonjunetivitis eine ausgebreitete Keratitis. Bei vorwiegender Erkrankung des Besplrationsapparates kann eine erhebliehe katarrhalische und selbst diphtherische Entzündung der Kehlkopfsund Bronchialschloimhaut, sowie der Nasenhöhlen und Nebenhöhlen des Kopfes eintreten. Erschwertes und schnaubendes Athinen, das bei starker Schwellung der Nasen- und Kehlkopfsschleimhaut bis zur Erstickungsgefabr sich steigern kann, zeigt sich im weiteren Verlaufe. Bei Erkrankung der Kopfhöhlen kommt auch öfters eine Entzündung der Hornzapfen hinzu. Bei hochgradiger Erkrankung des Digestionsapparates speicheln die Thiere in Folge einer Stomatitis erheblich, auch
beobachtet inan% diphtherische Auflagerungen mit nachfolgender Geschwiirsbildung auf der Maul- und Backonschleimhaut. Uebelriechende, mit membranöse Fetzen und Blut gemischte Entleerungen stellen sich ein (intestinale Form). Der Harn ist trübe und manchmal blutig. Oeftera ist auch eine Mitaffektion der Haut, Ix-
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160nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;lufektions- und liitoxikationskrankheiton.
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sondera lt;lo.s Kopfes und flnlsos, l)('()l)a(,litlt;,( WOl'den, wobei ein Ekzem am Kopfe, am Euter, an den Klauen und manclimal an den Gelenken beobachtet wird. Auch Aussohuhen der Klauen kann eintreten (exanthematischo Form). In den Vordergrund der Hymptomenreibe treten jedoch die dureb die Gehirnbypemmie und Entzündung hervorgerufenen Erscheinungen schwerer Eingenommenheit dos Sensonums, wobei Krampf- und Tobsuebtsanfälle beobachtet werden. Der Verlauf ist bald schneller, bald langsamer und kann bei tödtlicbem Ausgange, wobei die Thlere sehr abmagern und schnell hinfällig werden 35 Tage botragen, durcbsebnittlicb 34 Wochen. Manchmal werden Rocidlve beobachtet. Tritt Genesung ein, die in etwa 4 Wochen erfolgen kann, so dauert die Kekoiivalescenz oft noch sehr lange. Dementsprechend ist auch die Prognose nicht günstig. Die Mortalität wird auf 5090 0/o angegeben und selbst bei der Genesung sind Naclikrankbeiten nicht selten.
Anatomischer Befund. An den gestorbenen, meist schnell in Fäulniss Übergehenden Thieren finde! man vorwiegend folgende Veränderungen: Die Schleim-häute der Nase, der Stirnböblen, des Maules, des Rachens und der Lüftröhre sind dunkel geröthet, geschwollen, theilweise mit Geschwüren und Croupmembranen besetzt. Magen- und Darmschleimhaut ist geschwollen, fleckig geröthet und enthält zahlreiche Hämorrhagieu und oft Auflageningen und Geschwüre. Die Pey er'seilen l'hiques, Solitärfollikel und Gekrösdrüseu sind geschwollen. Leber, Milz und Nieren parenehymatös erkrankt (Fettige Degeneration). Die Schädelhöhle ist stark blutreich, an dem Qehim und den Gehirnhäuten sind Oedeme und Hämorrhagieu nachzuweisen. Kehlkopf, Rachenhöhle und Bronchialschleimhaut enthalten manclimal fibriuöse Exsudatmassen, auch dipbthcrisclie Veränderungen; die Lungen zeigen die Veränderungen eines interstitiellen Emphysems oder Oedems. A.n den Augen sind oft Trübung der Konica, Ergüsse in die vordere Augeu-kanuner mit Verwachsung der Iris zu beobachten. Von allgemeinen Veränderungen sind die blasse, theilweise verfettete Köqiemiuskulatur, Ansammlung grösserer Mengen blutig-seröser Flüssigkeil, in den Körperhöhlen, das meist dunkle, dickflüssige Blut, die schnell eintretende Fäulniss zu erwähnen.
Diagnose. Die Feststellung bietet manchmal Schwierigkeiten, wegen der Möglichkeit einer Verwechselung mit Rinderpest, Ruhr, oder mit Meningitis und anderen niylcotisclien Darmeikninkungen. Im Gegensatz zur Rinderpest ist das bösartige Katairbalfieber wenig kontagiös, die gastrischen Erscheinungen treten weniger In den Vordergrund als bei der Rinderpest, auch ist der Verlauf beim bösartigen Katarrhalfieber weniger akut. Sebliesslicb würde auch beim seuchenartigen Auftreten der negative Ausfall einer Probeimpfung für Katarrhalfieber entscheidend seinraquo; worauf Friedborger-Fröhn er mit Hecht aufmeiksmn machen. Eine Unterscheidung von den anderen Krankheiten dürfte bei genauer Prüfung aller Symptome nicht schwor sein.
Therapie und Prophylaxis. Die medikamentöse Behandlung der erkrankten Thiere war bisher wenig erfolgreich. Kühlende bezw. Eisumschläge auf Stirn, Nacken und Homer und daneben im Beginne der Krankheit vorsichtige Irrigationen der Nasen- und Maulhöble mit Borsäure (4 0/o), Karbolsäure (2 0/o), Kreolin und Lysol (1 0/o), sowie namentlich im Beginne der Krankheit Kaloniel und später Salzsäure
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BOsai'tiges Katarrlialiieber. Kopi'krankheit der liindcr. Druso der Pferde, 151
(1 : lü(),0) sind noch am zweakmfisgtgsten. Von der Anwendung der Dunstbäder hubo icli nur Nachtlicil gesehen. Neuerdings wurden auch tracheale Injektionen von Lugol'soher Jodlösung (Jodi 1,0 Kalii jod. 5,0 Aqu. dost. 400,0) täglich 12 mal 1525,0, sowie 6 g Karbolsäure mit etwas Alkohol zu 200 g Wasser täglich 3 mal einpfoblen. Im Uebrigen müssen die Thiere in einem luftigen Stalle untergebracht werden und leicht verdauliches Futter enthalten.
Prophylaktisch ist noting sofort nach dem Auftreten der Krankheit die gesunden Thiere von den kranken zu entfernen und sogleich eine gründliche! Desinfektion des Stalles vorzunehinon, die alle Wochen oder öfters zu wiederholen ist. Nach dem Erlöschen der Krankheit wird eine gründliche Erneuerung des Stallhodens und schadhaft gewordener Stallwände noting sein.
Sog. bösartiges KataiTlialflcber des Schafes. Nach den Untersuchungen von Friedborger ist das bösartige Katarrhalfieber des Schafes, auch Schafrotzquot; genannt, eine kontagioso Infektionskrankheit, welche viel Aehnlichkcit mit der Staupe hat und charakterisiit ist durch eine Erkrankung süinintlichor Schleimhäute, besonders aber derjenigen der Nasenbtthle, dos Auges und der Rospirationsorgane. Mit dein Katarrhalfieber des Rindes ist die Krankheit nicht identisch.
Actiologie. Nach den Untersuchungen von Friedbcrger und Audum wird die Krankheit wahrscheinlich durch spezifische Infektionserreger (Audum fand 13 u. lange Baoillen) hervorgerufen, dio sich jahrelang im Stalle erhalten und ein epizooHsclics und enzootisches Auftreten der Krankheit bedingen können.
Symptome. Es zeigen sich zunächst die Erscheinungen eines eitrigen, manchmal übelriechenden Nasenkatarrhs, zu dem sich dann schwere Erkrankungen der Augen (eitrige Conjunctivitis und Blepharitis, Keratitis) und der Luftröhre (Laryngitis, Bronchitis, Broncho-pneumonio) hinzugesellen. Auch ein eiteriger Vorhautkatarrh mit Dermatitis der umgebenden flaut wird beobachtet. Daneben ist das Allgemeinbefindou schwer gestört, Verstopfung, später Diarrhöe, klonische Krämpfe, Somnolenz u. s. w. stellen sich ein und in kurzer Zeit (ich beobachtete in Breslau töiltliohen Ausgang nach 10 Tagen) tritt der Tod ein. Danach ist die Prognose sehr ungünstig.
Der auutoinisclie Befund ergiebt besonders Veränderungen an der Nasenschleim-haut, die stark geschwollen, dunkelroth gefärbt und mit graugelben, klümpoi'igoii, käseähnlichen Massen bedeckt ist. Unter denselben befinden sich oft Geschwüre. Im Uebrigen finden sich die Erscheinungen einer katarrhalischen Bronchitis und Bronchopneumonie, das Blut ist nicht geronnen, die Körpermuskulatur der stark abgemagerten Kadaver blass.
Therapie und Prophylaxe. Eine Behandlung der schwor erkrankten Thiere ist bisher wenig erfolgreich gewesen. Wichtig ist, die gesunden Thiere sogleich von den kranken zu entfernen und eine gründliche Desinfektion der Stallungen vorzunehmen.
Sanitiitspolizciliches. Obwohl nach dem Genüsse des Fleisches frisch an Katarrhal-heber erkrankter und geschlachteter Thiere Erkrankungen beim Mensclien bisher mit Sicherheit nicht beobachtet sind, wird man jedoch mit dem Fleische solcher Thiere als Nahrungsmittel sehr vorsichtig sein müssen. Es bandelt sich bei dieser Erkrankung sehr wahrscheinlich neben der Wirkung von Bakterien auch um die Folgen der von diesen erzeugten Toxine, welche erfahrungsgemäss auch durch Kochen nicht zerstört werden. Dcsshalb wird das Fleisch solcher Thiere in der Regel nur für technische Zwecke noch Verwendung finden können.
XXXVI. Die Druse der Pferde. (Coryza contagiosa equorum.j
Wesen und Begrifl*. Die Druse ist, eine wohl nur dem Pferdegeschlechte cigentbümliehe Infektionskranklieit , welche wesentlich dureli eine katarrhalisebe Erkrankung der olleren Luftwege, besonders der Nasenseldeinihaut mit gleichzeitiger, häufig eiteriger Erkrankung der zugehörigen Lymphdrüsen charakterisirt ist.
(laquo;escliichtliehes. Die Krankheit ist sicher schon mehrere Jahrhunderte bekannt gewesen, jedoch ihr Wesen je nach dem Stande der Thierheilkunde verschieden beurtheilt
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152nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infoktions- und Intoxikatiouskrankheitou.
worden. Da sie sehr häufig in der Jugend der Thiere beobachtet wurde, brachte man sie in Beziehung zum Zahnwechsel oder hielt sie auch identisch mit der Skrophulose, den Masern oder mit dem Scharlach des Menschen. Selbst als echte Pferdepecke ist sie noch vor einigen Jahrzehnten bezeichnet und eine Schutzimpfung vorgeschlagen und (allerdings ohne Erfolg) ausgeführt worden. Schliesslich stellte man auch verschiedene Formen (wahre oder echte Flillendruse, gutartige, verdächtige, bösartige Druse u. s. w.) der Krankheit auf und sprach von verdächtiger und bösartiger Druse in denjenigen Fällen, wo man einen Ucbergang von Druse in Rotz (was heutzutage als abgethan anzusehn ist) fürchtete. Die Krankheit hatte auch noch eine Reihe besonderer Bozeichnungen: Strengel (wenn die Druse bei älteren Pferden vorkam), Kehlsucht, Kropf, Adenitis, Morbus glandulosus. Scrofula equina u. s. w.
Bakteriologischeraquo;. Nach neueren Untersuchungen (Schütz, Rabe, Jensen, Sand) ist der Erreger der Druse ein Streptokokkus, bestehend aus ovalen Kokken, welche Ketten mit wellen- und schleifenförinigen Windungen bilden. Er findet sich in grossen Mengen im Druseneitor, lüsst sich künstlich in Fleischinfusen und Hammelblutserum züchten. Mit Reinkulturen geimpfte Mäuse bekommen lokale Eiterungen und eiterige Entzündungen innerer Organe. Auf Pferde verimpft treten an der Impfstelle Abscesso ein und in die Nasenhöhle eingebracht Druse. Ob es sich nur um eine Varietät des kettenbildenden, eitererzeugenden Kokkus handelt oder ob es ein spezifischer Organismus ist (Schütz, Jenson, Sand), müssen spätere Untersuchungen lehren. Neuerdings hat van Ecke die Befunde von Schütz, Jensen und Sand bestätigt. Die Kulturen wachsen nach ihm auf Glycerin-Agar bei Körpertemperatur schon nach einem Tage. Ohne Glycerin tritt auf Agarplattenkulturen kein Wachsthum ein.
Aetiologie. Nach den bisherigen Erfahrungen erfolgt die Ansteckung theils direkt, thoils indirekt durch dnisckraukc Pferde. Andererseits besteht koin Zweifel, daslaquo; die Druse auch bei solchen Pferden zur Entstehung kommen kann, die weder direkt noch indirekt mit drusekranken Tliieren in Berührung gekommen wind. Hierauf ist, wie Fried berger hervorliebt, schon von Erasmus Darvin im vorigen Jahrhundert hingewiesen worden. (Simon, Die Druse der Pferde. Erlangen 1811.) Die Druse kommt nur beim Pferdegeschlecht vor. Eine Uebertragung der Krankheit auf andere Thiere (Wiederkäuer und Schweine) ist bisher nicht nachgewiesen. Ebenso besitzt der Mensch keine Empfänglichkeit für die Erreger der Druse. Die Krankheit tritt sporadisch, onzootisoh und epizootisoh auf, am häufigsten bei Pferden Im Alter von 15 Jahren; Jedoch erkranken auch alte Pferde und ganz junge Fohlen. Auch ein Uebergang der Druse von der Mutter auf den Fötus
ist nachgewiesen. Die schon bei jungen Thieren bestehende Prädisposition für die Erkrankung kann durch Erkältung, schlechte und wenig nahrhafte Fütterung, durch Aufenthalt in schlechten Stallungen gesteigert- werden. Nach dem Ueberstehen der Krankheit scheint die Anlage für weitere Erkniiikungen gemindert, oft auf längere, zuweilen auf Lebenszeit getilgt zu sein. Die Aufnahme der Infektionserreger erfolgt am meisten durch den Kespinitionsapparal, wobei der Krankheits-stoff sich in der Nasenscldeimhaut ansiedelt und von hier theils durch den Respi-rationsstrom, theils durch das Blut, theils durch die Lymph- und Gewebsbahnen in nachbarliche (Lymphdrüsen) und weiter entfernt gelegene Organe (Lunge) gelangen kann. Auch eine Infektion des Körpers von der Darmschleimhaut, die nicht selten primär erkranken soll, ist möglich, Der Ansteckungsstnff wird an Schleimhaut-sekrete und den Drüseneiter gebunden (fix) aufgenommen oder (flüchtig) durch Verstaubung eingetrockneter Massen in der Athtnungsluft. Die Ansteckung seihst kann mich indirekt durch Benützung von infizirten Stallungen, Krippen, Ebnem, Putz-staub oder durch Personen erfolgen, die mit dnisekranken Pferden zu thun hatten.
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Druso dor Pferde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 153
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En int wahrscheinlich, daws bei der Krankheit die Allgenieinstöruiigen durch die von den Bakterien produzirten Toxine hervorgerufen werden.
Symptome und Verlauf. Nach einem Inkubation.-stadium von 4iraquo; Tagen entwickeln sich die ersten Erscheinungen, die, je nachdem es sich um einen gutartigen und regehnässigen oder bösartigen (mit Komplikationen) und unregelmässigen Verlauf bandelt, verschieden sein können. Bei normalem, leichten Krankheit s verlauf e tritt zunächst hohes Fieber ein, dazu kommt Verminderung des Appetits, schleimiger, später eiteriger Naseimusfluss aus einer oder aus beiden Naseu-öffnungen; auch ein Katarrh der Konjunkfiva (verbunden mit schleimig-eiteriger Sekretion), Katarrh der Kachenhöhle, des Kehlkopfs und der Luftröhren, verbunden mit erschwerter Futteraufnahme, Schinokbeschwerden (Futterreste, Saufwasser treten zu den Nasenöffnungen heraus), Husten und beschleunigte Athmung zeigt sich. Einige Tage später oder auch beim Beginne der Krankheit tritt auch schmerzhafte Schwellung der Kehlgangslyniphdrüsen ein, die meist einen grossen Theil der Umgebung der Lymphdrüsen in Mitleidenschaft zieht und zur Abscessbildung führt. Die durch starke Fluktuation sieli ankündigende Abscedirung ist meistens in 610 Tagen erfolgt. Nach Entleerung des Abscesses hessert sich in günstigen Fällen das Allgemeinbefinden, welches auf der Höhe der Krankheit (lurch Bonommenheil des Sensoriuuis, Muskelschwäche, Obdeme an den Qliedmassen u. dgl. sehr gestört sein kann; in 24 Tagen kann (lenesung eingetreten sein. Bei jungen Pferden geht die katarrhalische Erkrankung oft auf alle Schleimhäute des Kopfes und ties Respirationsapparates (Laiftsäcke, Nebenhöhlen der Nase, Stirnhöhlen, Bronchien) Über, während bei älteren Pferden der Katarrh gering und die Abscesse der Lymphdrüsen von geringem Umfange sind. Manchmal kommt bei der Druse auch ein Hautexan them (Knötchen-, Bläschen-, Quaddel- oder Pustelausschlag an den Seitenflächen des Halses, Schulter und Brustwmulungen) vor. Auch auf der Nase (dann Blatterdruse genannt) wird die Eruption von Bläschen beobachtet. Manchmal kommt es zu einer heftigen Entzündung der Kehlgangsdrüsen mit eiteriger Lyinphgefässentzündung und rosenkranzartig angeordneten Abscessen, in anderen Fällen wieder zu einer Langsamen und unvollkommenen Entwlckolung der Krankheit (schleichende Druse).
Ein unregelmässiger und bösartiger Verlauf tritt nun besonders unter ungünstigen Witterungsverhältnisseil, bei ausserdem schlecht gehaltenen, gepflegten und ernährten Pferden ein. Man kann dann im Wesentlichen folgende Komplikationen und Naohkrankheiton der Druse beobachten.
1. Es tritt eine Rachen- und Kehlkopfbräune ein mit Anschwellung und Vereiterung der retropharyngealen (oberen Halsdrttsen) Lymphdrüsen, sowie mit Phlegmone der Haut des Kopfes und Halses. Im Verlaufe dieser Erkrankung kann es zum Oedem der Zunge und Durchhrnch von Keiilgangsabscessen in die Maulhöhle, zur Oeffming der RetropharyngAilabscesse in den Lnftsiiek oder in den Schlundkopf, zur Abscessbildung im Gaumensegel und in den Muskeln des Zungenbeins kommen, 2. Es kommt zur Fiieumonie, die meistens eine Fremdkörper-
pneumonie ist, durch Aspiration von Futter, Speichel) Wasser, Schleim u, s. w.
Diese (metastatischen) Pneumonien sind dann meistens tödtiicii. 3. in anderen Fällen kommt es zur Bildung von Metastasen in den verschiedensten Organen des
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Inf'ektions- und Intoxikationskrankhoiton.
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Körpers (Umgebung der SoMlddvüse, niittleivn Hiilsdriisen, Hi'hultcr und Zungenbein-imiskcln, in tlen Lymphdrüsen der Brust- und Bauobböhle, in der Magen- und Darmsohleimhaut, Im Glt;,hirn- und llückonnuirk, im Euter und in den Gelenken). 4. Manchmal tritt zur Druse auch Peteehialfieber (Blutfleckenkrankheit). 5. Durch Pyäniie mit vielen Abscessen in der Haut wird ebenfalls sehr oft der Tod der Thiere herbeigeführt.
Demnach kann sich der Verlauf Musserordeiitlich verschieden gestalten. Die Prognose ist bei normalem Verlaufe günstig. Die Mortalität beträgt durchschnittlich 25 0/o. In anderen Fällen kann sich die Krankheit lange hinschleppen und ZU Nachkrankheiten führen.
Diagnose. Bei der Feststellung der Krankheit ist eine Verwechselung mil dem bei jungen Thieren vorkommenden einfachen Nasenkatarrh und mit Kotz möglich. Eine Unterscheidung von dem ersten Leiden ermöglicht der Verlauf und von Rotz ist die Unterscheidung in schweren Fällen nur durch Malleinimpfiing möglieh. Nach Habe ist event, aussei' positivem Impferfolg bei Meerschweinchen das Anlegen von Kulturell und die Weiterimpfling auf welsse Mäuse notliwendig.
Therapie und Prophylaxe, in leichten Fällen genügt Regelung der Diät, Unterbringung der kranken Thiere in sauberen, luftigen Stallungen, antiseptischo frühzeitige Eröffnung des Ahscesse und nachherige chirurgische .Behandlung derselben mit Kreolin, Lysol- oder Karhohvasser-IiTigationen und -Umsehläge. Bei starken, schmerzhaften Schwellungen sind Einreibungen mit Vaselin und Watteverband zweckmässlg. Dass die sog. Drusenpulvei'quot;, welche von vielen Apothekern verkauft werden und meist halbverdoibcne, aromatische Arzneistoffe enthalten, nur auf die Leichtgläubigkeit der Pferdehesitzer, nicht aber auf die Krankheit wirken, braucht hier nicht begründet, ZU werden. Wichtiger sind gleich beim Beginn der Krankheit desinfizirende Zerstäubungen von 12 0/o Lysollösung, 24 0/o Borwasser, 12 0/o Karbolsäurewasser oder 12 0lo Kali chloricuin in und um Nasen- und Maulöffnung (event, auch innerlich)) ferner Mohrrüben, Heu, Gras, rolle Kartoffeln, Kleietrank zur Ernährung der Thiere. Von warmen Dunstbädern habe ich selten wirksamen Erfolg gesehen. Empfohlen wird auch traciieale Injektion der Lugol'soheu Jodlösung besonders bei verschleppter Druse älterer Pferde. (Dieckerhof f.) Bei Ahseedimngen habe ich schiielle Heilung und günstige allgemeine Wirkung nach öfterer Einführung eines in Terpentinöl getränkten Wattebausches in die Schnittöffnung eintreten seilen. Innerlich wird auch Stib. sulfur, aurant. 30,0, Amni. chlor. 50,0, Natr. sulfur. 300,0, Rad. Liquir. 100,0 oder Natr. bicarb., Np.tr. chlor. aa 50,0, Natr. sulfur. 200,0, Ubiz. Calam., Rbiz. Gent, aa 50,0 In Pulver oder Latwergenform gegeben.
Die Behandlung der Komplikationen und Nachkrankheiten muss nach der Art derselben erfolgen.
Prophylaktisch ist wichtig, schnell die gesunden Thiere von den kranken zu trennen, eine gründliche Desinfektion der Stallungen vorzunehmen und die Nasen-und Maulhöhle der gesunden Thiere einmal am Tage mit den obigen desinfiziienden Lösungen zu irrigiren. Auch ist eine Impfung der gesunden Thiere von verschiedenen Seiten vorgeschlagen, aber mit Hecht in die Praxis nicht eingeführt
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Nasenkntan-h d. Rindos. Lympliangitis epizooticn b, Pferde U. Rinde. Keudilm.sten. 155
worden, weil die Seuche nach dem bisherigen [mpfverfahi'eii nur stationär gemacht werden würde.
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XXXVII. Infektiöser (ephemerer) Nasenkatarrh des Rindes.
(Rhinitis contagiosa benigna.)
Unter obiger Bezeichnung orwilhnt Dieckerhoff einen gutartigen, infektiösen Nasen-katarrh des Rindes, der bisher in der Litteratur nicht genügend berücksichtigt worden ist. Es handelt sich dabei um Aufnalnno eines in den botrettenden Ställen vorkommenden spezifischen lufoktionsstoffes durch Vermittelung der Luft kranker Thiere. Meist erkranken volljährige Kühe und Ochsen.
Symptome. Nach einer Inkubationszeit von höchstens 2 Tagen tritt bei den kranken Thieren unter Fieber, Puls- und Athembeschlcunigung, stärkere Sekretion der Konjunktiva und wässerig-schleimiger Nasenauatiuss ein, verbunden mit Schwellung der Augenliedor, Unlust, Mattigkeit und (bei Milchkühen) Verminderung der Milchsekretion. Nach 12 Tagen ist Genesung eingetreten. Meist erkranken nur einige Thiere eines Stalles ; tödtlicher Ausgang wurde bei einem 10 Wochen alten Kalbe beobachtet. Von dem bösartigen Katarrhal-fieber unterscheidet sich dieselbe dadurch, dass die Krankheit auf einem geringeren (irade verbleibt, Benommenheit des Sensoriums und Athcmbeschwerden fehlen. Eine besondere Behandlung ist kaum erforderlich.
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XXXVIII, Lymphangitis epizootiea beim Pferde und Rinde.
Französische und italienische Thierärzte beschreiben unter dem Namen epizootischo Lymphangitis1', gutartiger Wu im, wurmige oder afrikanische Ly mphangitis, afrikanischer oder neapolitanischer Wurm eine spezifische, ansteckende, mit multiplen Abscessen verlaufende Lymphangitis, welche nach den Untersuchungen von Rivolta durch Cryptococcus farcinomas bedingt wird (Friedberger-Pröhner). Die Krankheit soll sich nach einer 3 monatlichen Inkubationszeit von Wunden aus entwickoln, wobei sich rings um die Infektionsstelle in der Haut und Unterbaut multiple, von Lymphangitis begleitete Abscesso zeigen. Es bilden sich dabei knötchonartige Neubildungen, die später auch in den Lymphdrüsen, im Bindegewebe der Muskel, in den Knochen und selbst auf der Konjunktiva vorkommen und eine langsame Eiterung unterhalten. Auf der Haut entstehen später fungöse Geschwüre. Als Komplikationen treten auf Pneumonie, Pleuritis, Pyäinie, Anämie u. s. w. Die Mortalität betrügt etwa 10 quot;/o. Bei sachgemäsaer Behandlung erfolgt nach 17 Monaton Heilung. (Nach Angaben von Friedberger-Fröhner.)
Von Rotz unterscheidet sich die Krankheit durch das Fehlen der Rotzbacillen und den Nachweis der charakteristischen dicken ovoiden Bakterien mit stark licht-brechendeu Kontouren. Die Behandlung besteht im Exstirpiren, Auskratzen oder Ausätzen der eitrigen Herde.
Eine ähnliche, mit dem Rotze nicht Identische Krankheit soll bei Rindern auf Guadeloupe vorkommen (sog. Rinder wurm) (Friedberger-Fröhner).
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XXXIX. Der Keuchhusten des Mensehen.
(Stickhusten. Tussis convulsiva. Pertussis.1)
Wßsen und Kegriff. Der Keuchhusten ist eine spezifische, kontagiöse Erkrankung der Schleimhaut der Luftwege, welche vorzugsweise Kinder im Alter von
l/2 bis 6 Jahren befällt, chronisch verläuft und besonders In grossen Städten endemisch und epidemisch, häufig nach Masemepidcmien auftritt.
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i) Frz.: coquelnche; engl.: hooping cough; ital.: pertosse, tosse canina od asinina. tosse ferino.
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156nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infektions- und Intoxikationskraiiklieiten.
Geschichtliches, Der Keuchhusten ist Ende des 16. Jahrhunderts zuerst beobachtet worden und scheint seit jener Zeit zugenommon zu haben. In oinzelnon Jahren erkrankten in Deutschland 240000 Kinder an Pertussis und in England sind im Jahre 1877 über 10000 Kinder an Keuchhusten gestorben.
Aetiologie. Die Krankheit wird siehcrlieh ilureh einen spezifischen Kmnkheits-emger hervorgerufen, obwohl derselbe, bisher noch nloht festgestellt ist. Wahrschein-lieh vermehrt sieh das Koiitagiuni mir im meiiscblichen Organismus und wird dureli lt;las Sputum auf Zwiscbenträger (auch auf die Luft) Übertragen und so verschleppt. Die Ansteokungsfähigkolt soheint auf der Höhe der Krankheit am grössten zu sein und mit Aufhören des Katarrhs zu verschwinden. Das weibliche Geschlecht und schwächliche Kinder werden häufiger und stärker ergriffen, als das männliche und kräftige Kinder. Ein einmaliges Uebersteheu der Krankheit schützt fast ausnahmslos
vor einer neuen Erkrankung. Katarrhe seheinen prädisponirend auf die meist in der kalten Jahreszeit vorkommende Krankheit zu wirken.
Symptome, Verlauf und Prognose. Nach einem noch nicht genauer festgestellten, jedoch kurzen (2ötägigen) Inkubationsstadium zeigt sich ein mit Schnupfen, Conjunctivitis, Kitzel im Halse, auch wohl mit Heiserkeit verbundener und besonders am Abend von Husten begleiteter Hronehialkatarrh. Nachdem dieses ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(katarrhalische) Stadium bei massigem Fieber 12 Wochen gedauert hat, be-
ginnt mehr oder weniger plötzlich und unter Steigerung der Hustenanfälle das Stadium con vulsi v um. Bei den nun eintretenden Hustenparoxysmen wird nach mehrmaligen krampfhaft und stossweise erfolgenden Exspirationen und nachfolgender tiefer (mit krähendem oder pfeifenden Ton verbundener) Inspiration eigenthümlich zäher Schleim, manchmal mit Erbrechen herausbefördert. Während des Anfalles beobachtet man starke Gyanose, Blutungen in die Conjunctiva, in die Nase, in die Haut, oder ins Gehirn, unfreiwilligen Harn- und Stublabgang, Mastdannvorfall, Krämpfe, selbst Erstiokungsgefahr. Durchschnittlich treten 1530 solcher Anfälle in 24 Stunden auf und werden theils von selbst, theils durch Sprechen, Lachen, Schlucken, durch Oeiniithseindriicke, auch durch Druck auf den Kehlkopf hervorgerufen. Bei der Untersuchung in der freien Zeit, wo sich die Kranken meist wold befinden, ist selten Abnormes (katarrhalische Laryngitis) nachzuweisen. Manchmal zeigt sich abends geringes Fieber. Nach 212, durchschnittlich 45 Wochen geht das Stadium convulsivum in das Stadium decrementi, wobei die Anfälle geringer werden, über. Nun tritt in den meisten Fällen Genesung ein, die nur durch eine katarrhalische Pneumonic oder durch andere Komplikationen (Lungenemphysem, Meningitis, Apoplexie, neuritische Lähmungen) verhindert oder verzögert werden kann. Die Mortalität soll 78 Froz. betragen. Die Prognose ist desshalb meist günstig, nur sind junge Kinder wegen leicht anschliessender Nacli-krankbeiten besonders gefährdet.
Diagnose. Die Diagnose ist mit Sicherheit oft erst im zweiten Stadium der Krankheit und auf Grund direkter Beobachtung eines Anfalls und Berücksichtigung der ätiologischen Momente zu stellen.
Therapie uml Prophylaxe. Wichtig ist gute Ernährung der Kranken, Aufenthalt derselben in gleichmässig temperirter, reiner Luft, sowie häufig lauwarme Bäder. Im Stadium eonvulsiviun wird die Anwendung besonders von ('hinin, Anti-pyrin, Tinet. Eucalypti, Bromkalium und Bromoform empfohlen, Chinin 0,10,B
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Epizootischer Kehlkopt'-Luftröbienkatarrh der Pferde und Rinder.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;157
mehrmals täglich in Kapseln oder mit Chokolade, Andpyrin 0,250,5. Bromkalium 1 3,0 in wässeriger Lösung. Bromoform 25 Tropfen mehrmals täglich in Zucker-wassor. Auch Inhalationen von 12 prozont. Karbolsäurelösung, Terpentin und Benzin, Einblasen von pulv. Kesina benzocs in die Nase werden gerühmt. Prophylaktisch ist Trennung der Gesunden von den Kranken, Milchdiät, Zerstäubung von 12 prozent. Karbolsäurelösiing in der Zinnnerluft erforderlich.
Bei Thioren kommt nach den bisherigen Beobachtungen eine dem Keuchhusten des Menschen gleiche Krankheit nicht vor, obwohl einzelne Autoren den sog. Krampfhusten der Haustbiere In Beziehung bringen mit Pertussis des Menschen. Dem Krampfhusten fehlen jedoch die charakteristischen Zeichen des Keuchhustens,
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XL, Epizootiseher Kehlkoßf-Luftröhrenkatarrh der Pferde
und Rinder. (Epidemischer Katarrh der Respirationsschleimhaut.
Laryngitis contagiosa acuta.)
In den letzton Jahren ist in gröaseren Pferdebeständen (besonders auch unter Militärpferden) ein mit Fieber verbundener akut auftretender und gutartig verlaufender Katarrh der oberen Luftwege beobachtet worden. Die Krankheit ist sehr kontagiös und werden gesunde Pferde sehr leicht durch die Exspirationsluft kranker Thiere infizirt. Häufig erkranken alle Pferde eines Stalles, auch wenn dieselben die Brustseucho und Influenza überstanden hatten. Nach D lecker ho ff u. A. hat die Krankheit viel Aehnlichkoit mit Scala.
Symptome und Verlauf. Nach einem Inkubationsstadium von wenigen Tagen zeigt sich als charakteristisches Symptom ein trockener, kräftiger, selten schinerzbafter, jedoch mit hochgradiger Druckempfindlichkeit des Kohlkopfes und der Trachea verbundener Husten. Im weiteren Verlaufe, wobei nur bei dem kleineren Theil der erkrankten Thioro Fieber auftritt, beobachtet man wässerigen, später schleimigen Nasenausflusa, zuweilen auch Schwellung der Kehlgangsdrüsen (besonders bei jüngeren Thieren, wie ich beobachtete). In seltenen Fällen ist die Futteraufnahme vermindert, Athmungs- und Pulsfrequenz zugegen. Der Verlauf der Krankheit ist durchaus günstig. Nach 2 höchstens 3 Wochen können die Pferde wieder gebraucht werden.
Therapie. Meist genügt eine diätetische Behandlung, Bewegung der Thiere in frischer Luft. Durch öftere Zerstäubung von 12 proz. Karbolsäurelösung in der Umgebung der Thiere, innerlich Verabreichung von Kali cbloricum habe ich günstige Resultate erzielt. Ebenso erwies sich ein Ghlorkalkanstrich dor Stallwände und Desinfektion derselben günstig auf die Abkürzung der Seuche. Je 1kmann injizirto Blausäure in Verbindung mit Morphium (Morph. hydrochl. 2,0 mit Aqu. Amygd. 200,0) täglich 10,0 in den Kehlkopf der kranken Thiere und will dadurch chronischen Verlauf verhütet haben.
Auch bei Rindern ist ein epizootischer Katarrh der Luftwege beobachtet worden. Im Jahre 1890 sind solche seuchenhaft auftretende Katarrhe enzootisch besonders in einzelnen Gegendon Bayerns beobachtet und beschrieben worden. Die Krankheit trat gleichzeitig mit der beim Menschen herrschenden Influenza auf und wurde vielfach mit dieser in Beziehung gebracht. Als wichtigste Symptome zeigten sich: hohes Fieber, häufiger, schmerzhafter und anfallsweiso auftretender Husten, Druckempfindlichkeit am Kehlkopfe, Appetitmangel, Athembeschworden, Rasselgeräusche In der Lunge, manchmal auch Kon-junktivalkatarrh. In höchstens 8 Tagen, selten nach 23 Wochen, waren die Thiere wieder genosen. Als Komplikation wurde manchmal eine katarrhalische Pneumonie beobachtet und dadurch Verwechselung mit Lungonseuohe herbeigeführt. Eine Behandlung war meistens nicht noting.
Ob ein Zusammenhang mit der Influenza des Menschen besteht, konnte nicht nachgewiesen werden.
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Iiilektions- und Intoxikiitioiiskrankheitoii.
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XLI. Epidemiseher Geniekkrampf.
(Nackenstarre. Meningitis cerebrospinalis epidemica.) 1. Meningitis cerebrospinalis epidemica des Menschen.
Wesou uiul Itc^riir. Die Cerabrospinalmeniugitis ist cine akute, epidemisoh wie sporadisch auftretende Infekt ioiiskrankheit, welche vorzugsweise im Winter und FrüMing beobachtet wird und vorwiegend das jugendliche Aller, bis zum 30. Jahre, befällt.
Geschichtliclies. Die Krankheit ist erst seit Anfang dieses Jahrhunderts bekannt und zuerst in Südfrankicich mit epidemischem Auftreten heohnchtet worden. Von kleineren Epidemien abgesehen, ist die Krankheit erst seit 1868 in Deutschland häufiger gesehen worden.
Baktei'iologisohes. Obwohl mit Sicherheit anzunehmen ist, dnss es sich um spozilische Infektionserreger handelt, die sich zwar im menschlichen Organismus vermehren, jedoch ausscrhall) desselben auf einem noch unbekannten Nährboden unter günstigen Bedingungen ein Kntwickelungsstadium durchmachen müssen, ehe sie spezifisch wirken, so sind die Pilze bisher doch noch nicht nachgewiesen worden. Allerdings hat man in neuer Zeit in dem eiterigen Exsudat der Meningen fast stets die Prän kc l'schen Pneumonie-Diplokokken nachweisen können und eine nahe Verwandtschaft der croupöson Pneumonic und epidemischen Meningitis angenommen, ein sicherer Nachweis ist jedoch bisher nicht erbracht worden, dass dieselben die Ursache der Krankheit sind.
Actiolog'iß. Soweit hekaiuit, dürfte eine unmittelbare Ansteckung von Mensch auf Mensch auszuschliessen sein, dagegen kann das Gift durch den Verkehr ver-schloppt werden. Häufig wird die Krankheit in Kasernen, Arbeitshäusern und Gefängnissen beobachtet. Oft tritt epidemische Genickstarre und Pneutnonie gleichzeitig auf, trotzdem muss man für jede der beiden Infektionskrankheiten einen spezifischen Organismus annehmen. Was den Weg der Infektion anlangt, so ist möglich, dass das spezifische Gift von der Nasenhöhle durch die Löcher der Sieb-hcinplatte, oder durch die Blutbahn zu den Hüllen des Geutralnervensystems gelangt. Männer scheinen von der Krankheit mehr befallen zu werden als Frauen.
Symptome, Verlauf und Prognose. Nach einem in seiner Dauer noch nicht genau bekannten Inkuhationsstadimn zeigt sich heftiger Kopfsdunerz und verschieden hochgradige; Benommenheit und selbst Delirien. Dabei wird der Kopf meist nach hinten gezogen (Nackenstarre) und manchmal wird auch Erbrechen beobachtet. Ausserdem zeigt sich eine allgemeine Hyperästhesie der Haut (besonders an den Beinen), Starrheit in den Gesichts- und Kxtreniitätenmuskeln, bei Kindern oft allgemeine Krämpfe, Druckempfindlichkeit der ganzen Wirbelsäule, auch Schwerhörigkeit, Ohrensausen und (hei Fortpflanzung der Krankheit auf die Centralorgane seihst) Hemiplegien, Paraplegien, partielle Konvulsionen u. s. w. Nicht selten zeigt sich auch Herpes labialis und facialis, multiple Gelenkschwellungen, Polyurie, Bronchitis und lobuläre Pneumonic sowie die Erscheinungen der Leukocytose. Als Nachkrankheiten sind Gehörstörungen, und als Folge eines chronischen Hydro-cephalus schwere Nervenstörungen zu verzeichnen.
Der weitere Verlauf kann sehr verschieden sein; manchmal (sehr akute Form) endet die Krankheit in einigen Stunden und Tagen tödtlieh, in anderen Fällen tritt ebensoschnell Besserung ein. In Fällen von mittlerer Dauer (24 Wochen) wird der Tod noch in der ersten odor zweiten Woche beobachtet. Bei
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Kpidemischer Genickkrumpf.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 159
mehr protrahirtem Vorlauf dauert laquo;lie Krankheit 68 Wochen und länger. Volllaquo;
stämliiro Heilung ist bisher nicht häufig beobachtet worden, meist wird die Mortalität auf 4ü800/o angegeben. Demnach ist die Prognose sehr zweifelhaft.
Aiiatoinischer Itul'und. Das Wesen der anatomischen Veränderungen besteht in einer akuten, eiterigen Entzündung der weichen Gehirn- und Rückenmarkslaquo; häute. Je nach dem Grade der Krankheit findet man nur ein Oedem oder eiterige Erkrankung an der Konvexität und an der Basis des Gehirns; im Rückenmark ist besonders die hinten! Fläche befallen. Fast regelmässig ist aussei' den Häuten der Centralorgane auch die eigentliche Substanz des Gehirns und Rückenmarks miterkrankt,
Diagnose. Bei epidemischem Auftreten ist die Feststellung nicht schwer. In anderen, sporadischen Fällen entscheidet für Cerebrosphial-Meningitis; die Nackensteifigkeit, der schnelle Eintritt der schweren Gehirn.syinptome, die charakteristischen Kopf- und Rückenschmerzen, Erwähnt sei noch, dass Meningitis noch sekundär hei croupöser Pneuinonie, bei Typhus, Gelenkrheumatismus, septischen Erkrankungen u. s. \v. vorkommen kann.
Therapie. Bettruhe bei hochgelagertem Oberkörper, örtliche Anwendung der Kälte, auch örtliche Blutentziehungen sind zweokmässig. Bei starker Steigerung des intracraniellen Druckes Luuibalpunktion nach Quincke. Einreibungen von grauer Quecksilbersalbe, sowie innerliche Verabreichung von Jodkalium (l'/s2 g täglich), auch Morphiuminjektionen, Chloral, Bromkalium werden empfohlen. Gegen das Fieber wird Antipyrin verordnet. Ausserdem Calomel, Scmiii oder Ricinusöl gegen die meist vorhandene Verstopfung.
2. Meningitis cerebrospinalis epidemica bei Thieren.
Wesen und Vorkoinmen. AVie heim'Menschen handelt es sich auch bei Thieren um eine Entzündung der Häute des Gehirns und des Rückenmarks, bei letzterem meist nur im oberen Theile desselben und schliesst sich die Krankheit in ihrem Wesen, ihren Erscheinungen und ihren anatomischen Veränderungen vollkommen dem epidemischen Genickkrampfe des Menschen an. Auch bei Thieren, wo die Krankheit bei Pferden, Schafen, Ziegen, Hindern und Hunden beobachtet wird, zeigt sich dieselbe enzootisch und epizooüsch. Meist werden jugendliche und kräftige Thiere ergriffen.
Gesohlohtliohes, Ks ist bemerkenswerth, dass, wio beim Menschen, iiuch bei Thieren die ersten Nachrichten über das Auftreten der Krankheit aus diesem Jahrhundert datiren, wo um die Mitto desselben in Amerika Fälle beobachtet sind. In Deutschland sah mau die Krankheit in der Mitte der sechziger Jahre, während eine grössere Seuche im Jahre 1876 in Aegypton beobachtet wurde, wo über 6000 Pferde allein in Kairo und Umgebung zu Grunde gingen. Seit dieser Zeit sind dann einzelne Epizootien in Sachsen, Schlesien, Ungarn, llnssland, England, Frankreich u. s. w. gesehen worden.
Bakteriologisches, Die Krankheitserreger sind auch bei Thieren noch nicht genau bekannt. Tliomnsson kommt zu dem Urtheil, dass es speziell bei Pferden eine infektiöse, purulente Cerebrospinalmeningitis giebt, welche der dos Menschen vollständig gleich ist und durch einen Üiplokokkus oder einem anderen Mikroorganismus hervorgerufen wird.
Aeliologie. Die Krankheit ist von Tbier zu Thier nicht übertragbar und scheint mehr miasmatischen Ursprungs ZU sein. Hartenstein fand, dass eine kalte, an Niederschlägen reiche Witterung besonders in den ersten Frühjahrsmonaten
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UK)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;lnfektions- und Intoxikationskmnkheiten.
be] Pferden sehr prädisponiiviid wirke, und dass dies Leiden unter den Pferden der liindwirthsehuftlielien Bevölkenuig öftxTs vorkomme, als in den Städten.
Symptome, Verlauf und Prognose. Das Kranklieitsbild ist, wie beim Menschen, ziemlich wechselnd, namentlich treten die Gohirnerscheinungen bald stärker, bald schwächer hervor. Gewöhnlich zeigt sich Schlafsucht, hohes Fieber, gespannte, steife Haltung des Kopfes und Halses, wobei derselbe nach oben und rückwärts gehalten und nicht gebeugt werden kann. Dazu gesellen sich gelegentlich Zuckungen (besonders am Rumpfe), Krampfanfälle und im weiteren Verlaufe auch Lähmungen. Bei Pferden werden im Anfange der Krankheit häufig Schlingbeschwerden, Dnickenipfindlichkeit in der Qeiüokgegend, Speichelfluss, Anfall von Opisthotonus und Trismus, klonisohe Krämpfe der Augenmuskeln (Nystagmus), auch Parese und Paralyse der hinteren Gliedmassen, in anderen Fällen Anmurose und selbst Haematurie beobachtet. Bei Schafen treten nach vorangegangener starker Niedergeschlagenheit oft Saugkrämpfe, Drehbewegungen, Schreckhaftigkeit und Krampfanfälle In den Vordergrund. Daneben zeigen sich Kaukrämpfe, Zähne-knirschen und die Erscheinungen des Opisthotonus. Aehnlich sind auch die Erscheinungen beim Hunde, beim Rinde und bei der Ziege. Ueberall treten Stumpfsinn, Anspannung der Nackenmuskeln, Opisthotonus, Anfälle von Trismus beim Beginne, und schliesslich läbmungsartige Zustände ein. Beim Hunde ist ein opi-Kootisches Auftreten der Krankheit von Benner zuerst imjabre 1867 constatirt worden.
Der meist tödtliche Verlauf der Krankheit beträgt 314 Tage, durchschnittlich 35 beim Pferde. Schafe, besonders Lämmer, sterben oft schon nach einigen Stunden, in anderen Fällen auch oft nach 13 Wochen. Beim Hunde beträgt die durchschnittliche Krankheitsdauer 89 Tage. Die Prognose ist bei allen Thiercn ungünstig, weil nur bei einem sehr kleinen Theil von 810 Proz. (Hartenstein beim Pferde) Genesung eintritt.
Anatomisvher Befund. Wie beim Menschen, so bestehen aueb bei Thieren die wesentlichsten Veränderungen in einer anfänglich serösen, später eiterigen Lepto-meningitis des Gehirns und Anfangstbeils des Rückenmarks. Daneben Erweichungsherde im Gehirn und Rückenmark, kleinere und grössere Hämorrhagien in den Häuten des Gehirns und Rückenmarks. Beim Hunde fanden Renner und Müller ein eitriges Exsudat in der Aracbnoideii, besonders an den Hemisphären und an der Basis des serös infiltrirten Gehirns.
Diagnose. Die Feststellung kann beim Pferde Schwierigkeiten finden durch Verwechselung mit einfachen Gehirnerkrankungen und Starrkrampf, beim Rinde mit tuberkulöser Gehirnerkrankung, beim Hunde mit Wuth und Staupe, beim Schafe durch Anwesenheit von Coenurusblasen im Gehirn. In allen Fällen wird schliesslich der Verlaijf und die Sektion die Entscheidung herbeiführen können.
Therapie und Prophylaxe. Man wird zur Behandlung'Eisumschläge auf den Kopf und gleichzeitig Laxantien anwenden können. Bei Krämpfen sind Morphiuminjektionen, Bromkalium, auch ('blondhydrat, Sulfonal und Chloroform zu versuchen. Auch die subkutane Injektion von Pilocarpin. nuiriat. (0,6 ; 10,0 Aqu.) hat sich günstig erwiesen (Johne). Prophylaktisch ist wenig zu tiiun. Schleunige Entfernung der gesunden Thiere, Unterbringung derselben in einem gut ventilirten Stalle und gründliche Desinfektion der Stallungen sind die wichtigsten Massnahmen.
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Infektiöse BUckeumarkslähmuug beim Pferde. Tetanus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;161
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XLII. Infektiöse Rüekenmarkslähmung beim Pferde.
(Paraplegia infectiosa equorum.)
Ks handelt sich um eine kontagiös auftretende, durch Lähmung des Hintertlieils oharakterisirte Infektionskrankheit, die im Rückenmark lokalisirt ist. Das enzootisclie Auftreten derselben ist sowohl in Frankreich unter den Kavalleriepferden (Oomöny) wie auch in Deutschland in grosseron Pferdobeständen beobachtet worden (Schmidt, E c k a r d t, D i eckerhoff).
Symptome und Verlauf. Als Krankheitserscheinnngen worden bei den Thieren angegeben : Schwäche und steife Haltung des Hintertlieils, die Thiere können sicli ohne Unterstützung nicht erheben, nachdem sie sich niedergelegt haben; die allgemeinen Störungen (Appetitsverminderung, Verstopfung) sind nicht bedeutend. Der Vorlauf der Krankheit kann lange dauern, ist aber meistens todtlich. Ein günstiger Ausgang ist nur dann zu erwarten, wenn das Leiden keinen hohen Grad erreicht.
Diagnose. Die Feststellung ist schwierig, weil Verwechselungen mit Lumbago, narkotischen Vergiftungen u. dgl, sehr leicht möglich sind.
Therapie und Prophylaxe. Für die medikamentöse Behandlung werden subkutane Injektionen mit Physostigmin und Einreibungen des Rückens mit Senfspiritus empfohlen; auch Kaltwasserinfusionen in den Mastdarm. Die Prophylaxe orfordert nach Schmidt und Dicck erhoff Aenderung des Standortes, des Futters und dos Getränkes für die gefährdeten Thiere des Bestandes, sowie gründliche Desinfektion des Stalles, des Geschirres und andere Gegonstände, die infizirt sein können. Die gesunden Thiere wird man, wenn möglich, längere Zeit ausserhalb des verseuchten Gehöftes unterbringen müssen.
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XLIII. Tetanus1'. Starrkrampf.
Allgemeines.
Wesen. Der Starrkrampf ist eine spezifische Infektioiiskraukheit, oharakte-risirt durch das Auftreten dauernder tonisoher Zusammenzielumg eines mehr oder weniger grosseo Theiles der laquo;illkürliclion Muskeln, wobei aiifallsweise, meist durch peripheiisohe Reizung sensibler oder seusorischer Nerven hervorgerufen, eine stärkere Anspannung der bereits ergriffenen Gruppen und Ausbreitung des Krampfes auf noch freigebliebene Gruppen eintritt. Die Krankheit kommt sowohl beim Menschen, wie bei Thieren vor; bei letzteren zuweilen in einzelnen Gegenden und zu gewissen Zelten enzootisoh.
Bakteriologisches. Nachdem Carlo und Rattone (18S4) nachgewiesen, dnss der Wundstarrkrampf eine von einem Individuum auf das andere übertragbare Infektionskrankheit ist. fanden Nicolaier und Rosenbach in demselben Jahre einen mit endstiindiger Sporenbildimg ausgestatteten Bacillus, sowohl in der Gartenerde, wie in dem Wundeiter erkrankter Thiere, und stellten durch Impfungen seine ursächliche Beziehung zum Tetanus fest. Kitasat o gelang es jedoch erst die anaeroben Organismen rein zu züchten (I8i)l) und mit subkutanen Impfungen der Kulturen Tetanus zu erzeugen. Man findet die Bacillen Uboratl in der Erde, besonders im Staub, Kehricht, ferner in der mit thierischen Dungstoffen gemengten (Jartenerde, im Houstaube, in den Exkrementen gesunder Pferde, liinder und Hunde, ferner im Eiter der 1 n f e k ti on ss te 11 e. Der Tetanusbacillus ist etwas kleiner als der Bacillus des malignen Üedems, in Kulturen wächst er oft zu Fäden aus, die nicht sporentragenden Stäbchen zeigen eine deutliche Eigenbewegung, während die sporentragenden stets unbeweglich sind. Der Bacillus ist obligat a n a e r o b und wächst
1) Von tsivu) ich spanne; frz.: tetanos; engt.: tetanus; ital.: totano. BohnoldonUhl, Vorgl Puthologio,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;11
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102nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Int'uktiunraquo;- Linil liiioxikatioiiskraiiklifiteii.
tmtei' clit'Bun Umstämioa auf dun gobriiuclilichstou Nährboden bui li ru t tu in po i'at ur bcssor als bei Ziiiiiiieitein|iui'atui'. Die Kulturen liabon einen nnangonehmen lirenzliclien Geruch. Unter 14quot; C. hört das Waelistlium auf. Der Dacillns bildet ondständigu, kngel-ruude Sporen, je nacli der Teinperatur in 'J7 Tagen. Die Da eil Ion zeigen oino grosso W i d e r s t a n d s fiili ig k e i t gegen Fiiulniss, Austroekuung und selbst gegen kräftige Obemikallen. Die Sporen werden durch strömenden VV'a.sserdanipf, Losungen von Höllenstein (1 quot;u), Sublimat (luuu), Karbolsäure iö0'(j) gemischt mit Salzsäure (0,0 V), durch Jodwasser, durch ö quot;/o KreolinlOsung, durch 1u, u Kali liypermanganicum zerstört. Ebenso wirken (Jhloi, Chlorkalk, Theer mit Jodtrichlorid (Bohr in g) nachtheilig auf die Sporen. Unter natürlichen Verhältnissen vermögen die Tetanussporen ihre Keimfähigkeit ausserordentlieh lange zu erhalten. Der Tctanusbacillus färbt sich gut mit kalten wässerigen Farblösungen und nach der (i ra m'schen Methode. Für künstliche Tetan u s i n f e k t io n mnpfäng-lich sind besonders Pferde und .Meorscliweinchon, weniger Hatten, Hammel, Hunde, Tauben; das Huhn scheint unempfänglich für Tetanus. Kitt hat durch eine üebertragung von Reinkulturen bei Pferden, Schafen und Bunden typischen Tetanus erzeugt. Die Tetanus-bacillun finden sich nur an der Infektionsstolle, jedoch nicht an anderen Stellen dos Körpers; bei unreinem Iniplmaterial im Eiter der Impfstelle. Die Tetanuskraukheit wird hervorgerufen durch eine an der luloklions(lmpl)stelle von den LJacillon gebildetes und in den Körper aufgenommenes spezifisches Gift. Demnach zuerst Tetanusinfektion und nachher Tetaiiusintoxication. Das im tetanusknmken Körper mit den Säften cirkulirende und in den künstlichen Kulturen gelöst enthaltende Tetanusgift ist seiner chemischen Natur nach noch wenig bekannt. Durch mehrstündiges Erhitzen bei einer Temperatur von (55deg; C. wird das Gift zerstört, in der Wirkung beeinträchtigt durch Austrocknon bei Bruttemperatur, durch EinHuss des Lichtes, dos Luftsauerstofl'es u. s. w. Durch Zusatz von 0,6 quot;Vo Karbolsäure kann es in fest verschlossenen Flaschen konservirt werden. Kulturen in Thymus-bouillon verlieren rasch ihre toxischen Kigonseliaften, und bilden sich darin immunisirende Körper, mit denen bei methodischer Anwendung Thiere gegen Tetanus iinmunisirt werden können. Mit dem Blutserum künstlich immun gemachter Thiere können tetanusempfäng-liche Thiere gegen Tetanus iinmunisirt werden und deren Immunität weiter gesteigert werden. Dus Blutserum solcher Thiere besitzt innerhalb und ausserhalb (im lieagenz-glase mit Tetanusgift zusammengebracht) des Thierkörpcrs giftzerstörende Eigenschaften. Auf dieser totanusgiftzerstörenden Eigenschaft des Blutserums tetanusimmunisirter Individuen beruht die Möglichkeit, mit derartigem Serum tetanusempfängliche Individuen gegen Tetanus zu immunisiren und bereits erkrankte zu heilen. Die Tetanusheilkörper des Blutserums, ihrer Natur nach noch wenig erforscht, sind (nach Behring und Knorr) ausserordentlieh widerstandsfähig gegen chemische, physikalische und atmosphärische Einflüsse; bei der Dialyse des Serums gehen sie in das Dialysat über und lassen in dem letzteren die charakteristischen Eiweissreaktiunen durchaus vermissen. Erfolgreiche Impfungen bei Pferden sind von Schütz, Caspar und B oh ring ausgeführt worden.
1. Tetanus des Menschen.
Aetiologie. Der Starrkrampf ist im Allgeiuuinen in helssen Gegendon häufiger als im gemassigten Klima. Männer und Personen im jugendlichen Alter, reckt oft Neugeborene in den ersten 14 Lebenstagen werden häufig betroffen. Auch Rassen* unterschiede sind nachweisbar, denn Neger leiden am meisten unter der Krankheit. Unter den Gelegenkeitsursachen sind Wunden (Tetanus traumaticus) in erster Linie zu nennen. Die früher angenommenen Erkältungen (Tetanus rheumaticus) sind ohne Wunden und ohne Anwesenheit der Krankheitserreger an sieb wohl nicht Gelegenheitsursache.
Symptome^ Vorlauf imii Prognose. Nach einer Inkubationszeit von 13 Wochen, durchschnittlich nach 710 Tagen, entwickelt sich unter allgemeinem Unwohlsein zunächst Steifheit in den Gliedern, tonischer Krampf der Kiefer- und Zungemnuskeln (Trismus), der Nackeumuskeln und Wfrbelsäulenstreokor (Opistho-lonus) iiinl der Bauchmuskeln. Die Muskeln der Extremitäten, meistens die oberen.
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bleiben gewöhnlich versohont. Anlallswelse und meist reflektorisch hervorgerufen durch Reizung von sensiblen oder Nerven der Sinne treten klonische schmerzhafte Krämpfe auf, die den ganzen Körper erschüttern und zeitweise Erstickungszufälle hervorrufen. Im weiteren Verlaufe steigert sich die tonische Kontraktion der Muskeln; es tritt etwas Pulsfrequenz, starkes Durstgefühl ein und sohliesslioh unter geringer oder erheblicher Temperatursteigerung nach Verlauf einer Woche der Tod ein. Meist ist Uerzlühmiuig die unmittelbare Ursache desselben. In anderen leichteren Fällen beobachtet niau in wenigen Wochen Heilung. Die Prognose ist mir dann günstig zu stellen, wenn die Stärke und die Zahl der Anfälle gering und das Fieber nicht hoch ist.
Amitumisuher Itefuml. Von den anatomischen Veränderungen ist die konstanteste Erscheinung eine Hyperämie der ('entralorgane, besonders des Rückenmarkes. Hier werden häufig, wenn auch in geringer Menge die Spezifischen Baeillen gefunden.
Diagnuse. Die allmähliche Entwiokelung der Erscheinungen erleichtert im Gegensatz zu der schnellen bei Strychninvergiftung die Feststellung.
Therapie. Ob es später gelingen wird, durch Einführung iinmLinisirender Bubstanzen Heilung zu bringen, ist zur Zeit noch unentschieden. Einstweilen ist die Behandlung rein symptomatisch: lange dauernde warme Bäder, grdase Gaben Chloralhydrat (2,03,0 mehrmals täglich) Opium, Bromnatrium (5-8,0 mehrmals täglich) ürethan (2,03,0 täglich), sowie snbeutane Injektionen grös.serer Flüssigkeitsmengen wegen des grossen Durstes.
2. Tetanus der Thiere.
(Starrkrampf, Kinnbackenkrampf, Maulsperre.)
Wesen. Tetanus des Menschen und der Thiere wird durch denselben Organismus erzeugt, der von Nicolaier, Rosenbach, Kitasato beschrieben, isolirt und gezüchtet worden ist.
(icschichfliclics. Der Starrkrampf der Pferdo ist schon seit langer Zeit bokauut und schon Apsyrtus (400 n. Chr.) hat sich in der Behandlung desselben versucht (Diockorh off). Man sprach bisher von einem Totanus traumatiens, Tetanus rheumaticus und Tetanus idiopatliicus, je nach der verschieden angenommenen Entstehungsart. Ursprünglich wurden zur Behandlung des Tetanus traumaticus oft Blatentziebungen vorgenommen.
Aetioiogic. Wie beim Menschen koiimit auch bei Thiereii der Tetanus in den heissen Klimaten viel häufiger vor, als in kälteren Gegenden. Manchmal wird auch ein enzootisches Auftreten, besonders bei Pferden und Schafen beobachtet. Edle und kräftige und im mittleren Aller befindliche Thiere scheinen mehr disponirl zu sein, als gemeine, schwächliche und ganz junge Pferde. Die spezifischen Krankheitserreger sind Überall (ubiquitiir), besonders aber in der mit Pferdedung verunreinigten Erde' vorhanden, so dass die Krankheit in einzelnen Fällen in einem Stalle stationär auftreten kann. Zweifellos geschieht die häufigste Infektion durch Eindringen bakterienbaltiger Erde in Wunden, besonders nach Nageltritten, Kronen-tritten, Hufverletzungen jeglicher Art, Kastrationen, Sattel- und Geschirrdruck, Hautrisse aller Art, Englisiren, nach Verletzungen und Verunreinigung bei der Geburt (Nabelwunde) u. s. w. Auch durch andere verunreinigte Zwischenträger (Hände und Kleider der Menseben, Heilstanb, Instrumente) können die InrektiuJiserreger in
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164nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; [ufektions- und Intoxikationsknuikhoiten.
die Wunde gelangen. Wie aohou mitgethellt, erfolgt laquo;lie weitere Infektion des ganzen Körpei'S durch die an der Eintdttsstello der Bakterien von diesen gebildeten Toxinon, während die Bakterien selbst, von den wenigen, welche golegentlieh in den Central-orgiuieij gefunden sind, abgesehen, ZU Grunde gehen und in den Geweben und Organen des Körpers nicht gefunden werden, Brieger hat aus Tetanuskulturen vier Toxine dargestellt, durch deren [mpfung strychuiiuutige Wirkungen bei Thioren erzeugt weiden konnten: das Tctaniu, Spnsniotoxin, Tetanotoxin und ein salzsaures Toxin.
Symittomc, Verlauf und Prognoseraquo; Nach einer Inkubationsdauer von einigen Tagen bis vier Wochen (bei künstlichen Infektionen betrug die Inkubationszeit bei Pferden 4ö, bei Schafen 24 Tage) zeigen sich die ersten Knmkheitszeichen: Es tritt eine krampfhafte Kontraktion der Muskeln ein, welche entweder vom Kopfe anfängt und allmählieh bis zum Kreuz und den Hintergliedmassen fortschreitet (gewöhnliche Form), oder umgekehrt vom Sclnveifansatz beginnt und nach vorne geht. In beiden Fällen tritt eine schneller oder langsamer sich entwickeliule Steifheit und Schwerbeweglichkeit der Thiere ein. Der ganze Körper erhält eine steife, gestreckte Haltung, die Gelenke können bei der Bewegung nicht oder nur schwer gebongt werden, der Gang ist mühsam und gespannt. Das Maul ist beim Beginne der Krankheit am Kopfe fest geschlossen oder wenig zu öffnen, die Kaumuskeln sind hart und gesperrt (Trismus). Demnach ist auch Futter- und Getränkaufnähme nicht möglich, es tritt starkes Speicheln und Geifern ein. Je nach dem Ergriffensein der betreffenden Muskelpartien kann eine starke Horizontalstellung des Rückens eintreten (Orthotonus) oder eine Rüekwärtsbiegung des Halses (Opisthotonus) oder eine, Seitwiirtskriimmnng der Wirbelsäule und des Halses (Pleuro-thotonus). Eine Aufwärtskriimmung der Wirbelsäule (Emprosthotonus) (wie beim Mensehen) wird bei den Hausthieren nicht beobachtet (Friedberger-Fröhner). Die Augen der Thiere sind gleichfalls schwer beweglieh, in die Höhle zurückgezogen, beim schnellen Emporliehen des Kopfes der Pferde tritt die Nickhaut über den Augapfel und verdockt denselben fast vollkommen. Dabei werden die Ohren steif aufgorichtot, und die Nasenlöcher trichterförmig erweitert. Bei Rindern wird die Krankheit sehr oft in Verbindung mit dem Kalben und mit septischer Endometritis S'ereint beobachtet (Friedberger). Wahrscheinlich werden in solchen Fällen die Organismen durch verunreinigte Geburtshilfapparatc (Stricke) oder durch die Hände der Laien-Geburtshelfer einverleibt. Nach Friedberger zeigt sich bei Rindern in Folge unterdrückter Wanstbewegungen oft schon nach wenigen 'Pagen eine tympa-nitische Auftreibung der linken Flankengegend.
Neben den Erscheinungen an den Muskeln sind noch vermehrter Puls, geringes im Verlaufe der Krankheit höheres Fieber, starke Reizbarkeit und Schreckhaftigkeit der Thiere, öfters anhaltender Sehweissausbruch, allmählich zunehmende Athmuugs-frequenz, Verstopfung u. s. w. nachzuweisen. Das Bewusstsein ist ineist bis zum Tode der Thiere erhalten.
Bei Schafen, Ziegen und Schweinen sind die Symptome im Wesentlichen
den angegebenen gleich. Beim Hunde kommt Tetanus sehr selten vor.
Im weiteren Verlaufe der Krankheit tritt hei tödtlichem Ausgange Pneu-monie, Lungenödem, Fieindkörperpneumonie, Herzschwäche ein und die Thiere geben
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dann in wenigen Tagen, oder spätestens in 2 3 Wochen ZU Grunde, durchscluntt-lieh in 6 10 Tagen. Bei Ausgang in Genesung (lauert es stets mehrere Wochen und manchmal dauert das Rekonvalescenzstadium noch Monate. Beim Rinde ist der Verlauf langsamer, beim Schafe schneller als beim Pferde.
Die Prognose ist sehr ungünstig, durchschnittlich genesen nur 10150/o der Erkrankten. Bei neugeborenen Tliieren tritt regelmässig der Tod ein; günstiger als beim Pferde ist die Prognose beim Rinde, und ungünstiger beim Schaf. Ein langsamer Verlauf ist meist ein günstiges Zeichen.
Anutoinisclier Hel'und. Die anatomischen Veränderungen sind wenig konstant. Die wichtigsten sind; Hyperämie der Rückenmarkshäute, seröser Erguss, Erweichung des Rückenmarkes; in anderen Fällen noch Eremdkörperpneumonie, dunkles, flüssiges, manchmal theerartiges Blut, mürbe, dunkelrothe Muskeln, vergrösserte Leber und Milz, prall gefüllte Harnblase; u. s. w.
Diagnose. Obwohl eine Verwechselung mit anderen Krankheiten (Gehirnerkrankungen, Rheumatisinus) möglich ist, wird doch bei genauer Beobachtung des Krankheitsbildes eine sichere; Feststellung in den einzelnen Fällen nicht schwierig sein.
Therapie und Prophylaxe. Zum diätetischen und palliativen Verfahren gehört: Unterbringung der Thiere in einen dunklen, gut ventilirten, ruhig gelegenen Stall mit guter holier Streu. Im Beginne ist auch Einstellen der Thiere in einen Hängegurt zweckmässig, daneben weiches Futter und nährendes Getränk, Kaltwasserinfusionen. In frischen Fällen: gründliche Desinfektion der etwa vorhandenen Wunde und, bei stark beschleunigtem Atbmen, kleiner Aderlass. Medikamentös empfiehlt sich subkutane Injektion narkotischer Mittel (Morph. hydrochl. 0,40,6; Chloralhydrat 50100,0 per die), Chloroforminhalationen, Aethennjektionen. Ferner werden tracheale Injektionen empfohlen von Chinin, salioyl. 6,0, Acid, salicyl. 3,0, Acpi. destill. Spirit, reot. ää 10,0. Von dieser wann gemachten Lösung wird zweimal am Tage die Hälfte injizirt, oder 520 g täglich von der sog. Lugol'schen Lösung. Subkutane Einverleibung grösserer Mengen Kochsalzlösungen (0,7 0/o), tracheale Injektionen von 1 ü/o Karbolsäure und event. Einverleibung von Thymus-drüsenbouillon, subkutan oder innerlich, wären gleichfalls zu versuchen.
Iinmunisirnng gegen Tetanus. Beb ring und Kitasnto gelang es durch Ab-schwächung der Reinkulturen von Tetunusbacillen mittelst Jodtrichlorids und wiederholter Einspritzung solchen geschwächten Giftes hei kloinon und (Schütz) auch bei grossen Thieren Immunität gegen Tetanus zu erzielen. Das Blutserum der so immun gemachten Thiere hat dann die weitere Fähigkeit, gesunden Pferden eingespritzt, bei diesen Schutz gegen Tetanus herbeizuführen und bei dem ausgebrochenen Tetanus Heilung herbeizuführen. Solche Erfahrungen wurden beim Pferde und beim Hammel gemacht. Tizzoni ist es dann gelungen, die wirksamen Uestandthoile des Blutserums in fester Form zu erhalten und an erkrankten Personen zu erproben. Roux und Vaillard sind zu gleichen Ergebnissen wie obige Autoren gekommen. Die Serumeinspritzungen sind jedoch fortzusetzen, nachdem die Krankheitserscheinungen dos ersten Anfalles verschwunden sind.
Siiiiitii(s|Miliz('iliclies. Nach allen Erfahrungen ist das Fleisch von Thieren, die wegen Tetanus geschlachtet worden sind, unschädlich. Thiere können ohne Nachtheil mit Heiukulturen von Tetanusbacilleu gefüttert werden (Sonn an i). Nach Kitas a to werden auch die giftigen Stotfwechselprodukto dieser Uacterien durch 65 0 C. total zerstört. Dennoch wird man grundsätzlich das Fleisch solcher Thiere als verdorben und ekelerregend bezeichnen miisson und dasselbe nur dann und in vollständig ausgekochtem Zustande zum Genüsse gestatten dürfen, wenn die Thiere unmittelbar nach Auftreten der ersten Krankheitserscheinungen geschluchtet sind. In allen anderen Fällen ist die Schlachtung unzulässig und technische Wrwerthung des Kloisches allein erlaubt.
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Infektions- und Intoxikationskninklieiten.
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XLIV. Der akute Gelenkrheumatismus.
(RheLimatismus articulorum acutus. Polyarthritis rheumatica.) 1. Der akute Gelenkrheumatismus des Menschen. Wesen. Der akute Gelenkrhouintitisinus ist eine nicht kontagiose, wahrsoliein-lieh (lni'cli im Enlhixlcn zur lOiiiwicUcliuij;' gelangende Mikroorganisnien hervor-gerafene Infektionskrankheit) eile ilurcii eine sohnierzhafto Bntzündiuig einzelner Gelenke verhunden mit einer fieberhaften AUgenieinerkrankuiig oharakterisirt ist,
GesoblohtliohoBi Nach den voilinndonon litteiiuisclion Angaben dürfte anzunehmen
sein, dass schon H i p po k ratos die Polyarthritis kannte und dass dieselbe über einen grossen Theil der Erde, vorwiegend indessen in der gemässigten Zone, auftritt. Früher bestand die Annalnne. dass eine Erkältung eine .Schärfequot; im Körper erzeuge, die, in ver-seliiedene Theile desselben gelangend) Sehinerz, (iebrauchsstörnug und Kntzündung hervorrufen kann.
JJiikteriollaquo;fi;lslaquo;Jies. Nach Untersuchungen von Sahli scheint es möglich, dass .Stiipli3'lococcus pyogenos die Hauptrolle hei der Entstehung der Krankheit spielt.
Aetiolojfie. Die Krankheil tritt vielfach :ils Eauskrankheit auf bei dem \Tor-hondenseiti begünstigonder Ursachen, wie nassknlte Witterung) feuchte Wohnungen, wiederholte sog, Erkältungen, Manchmal werden epidemische Häufungen beobachtet. Die Polyarthritis befällt gleiohtnässig beide Geschlechter, Kinder l)is zum zweiten Lebensjahre werden sehr selten ergriffen) die Morbidität steigt l)is zum 80. Lebensjahre, Einmaliges üeborstehon der Kiuukhoil steigeri die Disposition für Recidive, die sehr häufig sind. Für die Entstehung der Krankheit können nach neueren Beobachtungen eine leichte Angina, Laryngitis, Darmaffekt ion, kleine Hautwunden die Qelegeuhoitsursacho abgehen, insofern liienlureh wohl die Eingangspforte für das Eindringen der spezifischen Krankbeilserreger geschaffen wird.
Symptome, Verlauf und Prognose. Nach einer bezüglich der Dauer nicht bekannten und mir durch leichtes Unwohlsein cliarakterisirteii Inkubationszeit treten plötzlich unter heftigen Fiebererscheiiumgen in mehreren Gelenken Schmerzen, verbunden mit Schwellung der betreffenden Gelenke, auf. Meist werden die grösserön Gelenke der unteren Extremitäten befallen, wobei laquo;sprungweisequot; bald das eine, bald das andere Gelenk ergriffen wird. Die Gelenke selbst, sind beiss, gerölhet, durch Krguss oder periartikuläres Oedem geschwollen und druckempfindlich. Allgemein-erscheinnngen (Kopfschmerzen, Benommenheit, Hitzegefuhl) sind meist ziemlich gering. Bemcrkenswerth ist noch der frühe Ausbruch und das reichliche Pliessen von Sehweiss während der Krankheit, wobei Frieselbildnug fast konstant mit dem .Schwitzen verbunden ist. Mit abwechselnder Besserung und Verschlimmerung der Symptome zieht sich die Krankheit Wochen und Monate hin, wobei manchmal anfallsweise auftretende Hecidive beobachtet werden. In anderen Fällen treten im Weiteren Verlaufe vielfach Komplikationen auf, von denen erwähnt sei Meningitis (cerebral er oder h yperpyret i scher Gelen k rheumatism us), Endokarditis (meist verrueosa), PerikardltlS und Pleuritis. Daneben zeigen sich nocli auf der Haut Hämorrhagien, ürticariaquaddeln. Erythema nodosum. Als Nachkrankheilen werden beobachtet: Muskelatrophien, Chorea, Herzkbip|ienfehler, Nephritis, hartnäckige Anämie, ferner Geistesstörungen verschiedener Art (Melancholie, Tobsucht, hallucinatorische Verwirrtheit n. s. w.).
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Akuter (ielenkrheiimatisiniis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ]fi7
Der Verlauf dauort moistons 3 6 Woohon und liiiifrcr; in der ßoge] ftolil die Krankheit in Heilung Aber, so dans die Prognose im Ganzen giinstip- ist.
Aiiiitoiiiisclu'r Itpfnnil. Dio anatomisoheu Veränderungen sind aussei1 den entzündliohen Vorgängen ;iii den ergriffenen Gelenken und in ihrer nächsten Um-gehung wciiip bemerkenswerth, Meistens sieht man leichte Entzündung, seröse Durchfeuchtung der Gewebe und seröse ErgUsse in die Golenkhöhlen, Manchmal findet man eine verruköse Endokarditis, eine Perikardltis und Pleuritis.
Diät;nose. Die Diagnose bietet gewöhnlich wenig Schwierigkeiten,
Therapielaquo; Als Speziäkum wird salioylsaures Natron (stündlich 0,6 His zu 10,0 in Kapseln oder Oblaten oder in Aqu. Menthae pip. in '24 Stunden) angewendet. In anderen Fällen abwechselnd Autipvriu (1,0 ;3ö mal tätlich in Wasser) Salol oder Salipyrin. Auch Jodkalium und Chinin wird in langsam verlaufenden Fällen empfohlen, Oertlieb: Eisbeutel, später Priessnitz'sohe Umschläge und Massage. Danebon kräftige Nahrung und Bettruhe.
Prophylaktisch ist wichtig, dass Personen, die eine Polyarthritis durchgemacht haben, sieh vor Erkältungen schützen und durch kalte Abreibungen u. dgl. abzuhärten suchen.
2. Der akute Gelenkrheumatismus bei Thieren.
Wesen, Vorkomincn und Aetiolog-ie. Bezüglieh des Wesens der Krankheit gilt, das beim Menschen Gesagte. Bemerkenswerth ist, dass die Krankheit am häufigsten beim Hin do, sehr selten bei anderen Thieren (Pferden, Hunden und Schweinen) beobachtet wird. Auch hinsiehtlieh der Aot.iologio kann auf die obigen Angaben heim Menschen verwiesen werden. Die Krankheit, wird oft in feuchten, zugigen Stallungen und ganz besonders bei jüngeren Kühen beobachtet, wo nach dem Kalben die Nachgeburt zurückgeblieben und iu Fänlniss übergegangen ist. In anderen Fällen tritt, die Krankheit bei schlecht genährten und schlecht, gehaltenen Rindern auf. Interessant ist, dass Kühe am häufigsten, dann Ochsen, jedoch kaum jemals Bullen erkranken.
Symptome, Verlauf und Prognose. Die Kraukheitsersoheinuügen entwickeln sich in gleicher Weise wie beim Menschen. Plötzlich (ritt bei den erkrankten Thieren auf dem einen oder anderen Fusse Hinken ein. Bei der Untersuchung findet man schmerzhafte Geleiikscbwellimgen (besonders am Sprunggelenk, Vorderfusswurzel- und Kniegelenk), die an einzelnen Stellen selbst. Fluktuation zeigen. Oft sind auch die benachbarten Theile ergriffen. Daneben besteht starkes Fieber, verminderte Fresslust, bei Milchkühen Versiegen der Milch. Der Verlauf ist meistens ein chronischer. Allmählich verschwinden die Erscheinungen und es tritt Genesung ein. In anderen Fällen erkranken auch andere Gelenke, es treten Kecidive und die beim Menschen erwähnten Komplikationen (Endokarditis, Perikarditis, Pleuritis) ein. Schllesslioh kann sich der Verlauf auch Monate hinziehen und /.um Tode führen. Demnach ist die Prognose im Allgemeinen ungünstig, da auch in leichteren Fällen die Krankheit hinge dauern und zur Abzehrung der Thiere führen kann.
Anatoinisclier Itefinul. Der anatomische Befund ist im Wesentlichen wie beim Menschen. In höheren Graden der Erkrankung findet man neben Miterkrankung der Gelenkknorpel auch die weitere Umgebung der Gelenke verändert. Seröse In-
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Iiit'ektiuiis- und IntoxikutioiiskraDklieituii.
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filinitioiioii, Blutungen, sulzigo Ergiesaungen in dun Bindegewebe und der Muskeln sind zu erkennen. Bei langsamem Verlaufe treten Verdlokungen an der Synovialls, an der Innenfläche der Gelenke und manchmal auch tiefere Zerstörungen an den
(Jelenksenden und Verwnehsuiigen der Gelenke iiut'.
Diaguosu. Die Feststellung wird erst möglich, uaohdem mehrere Gelenke des betreffenden Thieres hintereinander erkrankt sind.
Tlicrupie, Die Behandlung besteht, wie heim Menschen, in der Verabreichung
grosser Dosen Siilieylsäuro (Natr. salloylio, 30......40,0 dreimal täglich In Wasser),
auch Salol, Antipyrin, daneben auch Laxantien. Oertlich empfehlen sich wanne Einhüllungen oder Shireibungen von Jodofonnsalbe (1 ; 15 Fett); in anderen Fällen kann graue Quecksilbersalbe, Ghloroformöl, Kamphersalbe Verwendung finden. Bei chronischem Verlaufe werden Einreibungen der Gelenke mit Jodtinktur, Kanthariden-salbe, Jodquecksilberaalbe empfohlen, Zweckmässlge Eruähiaing, Aufenthalt in einem wannen, geräumigen und gut ventilirten Stalle ist selbstverständlich,
Prophylaktisch wird man heim Kinde vor allen Dingen auf frühzeitige Entfernung der Nachgeburt und iiründllohe Desinfection halten müssen,
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XLV. Malignes Oedem der Thiere.
Wesen. Ks handelt sich bei dem malignen. Oedem um eine akute Infektionskrankheit, welche im snheutanen Gewebe lokalisirl i*l und, mit schwerer Allgemein-störung verbunden, sehnell zum Tode führt. Die Krankheit ist klinisch bei Pferden, Schafen und Hunden beobachtet worden und kann auf Mäuse, Meerschweinchen, Kaninchen, Ziegen, Kälber, Schweine, Katzen, Hiiliner, Tauben und Enten übertragen werden. Erwachsene Binder sollen sieb immun verhalten. Ebenso ist eine Infektion gesunder Menschen bisher nicht beobachtet worden. Bisher sind nur zwei Fälle von malignem Oedem beim Menschen beschrieben worden, wo bei zwei Typhuskranken nach der Applikation einer Moschus-injektiou zufällig Keime des malignen Oedema in das Dhterhautgewebe gebracht worden waren und zum Tode der Patienten führten (Brioger und Ehrlich 1882). Der Mensch und auch einzelne Thiere scheinen demnach nur nach oder unter dem Einfluss schwächender Momente für die Infektion mit malignem Oedem empfänglich werden zu können.
Bakteriologisches. Der 1881 von li. Koch entdeckteBaoillus dos malignen Oedems kommt in ganz ausserordentlioher Verbreitung in unserer Umgebung vor. Besonders wird er in gedüngter Gartenerde, in Sclimutz und Staub, in den Abwässern der Haushaltung beobachtet; ferner scheint er regelnuissig in dem Darmkanal der Thiere vorzukonimen. Schmäler, aber von gleicher Lange, wie der Müzbrandbacillus, hat der Oedembacillus ab-gerumieto Enden und eine durch üeisseln bewirkte schwache K igenbe w egl ic,hk ei t. Die (ieisseln sind an den Enden und an den Seiten des Eaciilus. Ecrner sind die Oedem-bacillen obligat anaerob, bilden mittelständige Sporen und in Kulturen -wird die Gelatine verflüssigt, Von einer blutenden Wunde aus vennügon sie nicht zu wirken, wohl aber, wenn sie in das subeutano oder submukose lockere Bindegewebe gedrungen bezw. durch Anlegung einer Ifauttaschc künstlich eingeführt sind. Sie vermehren sich nicht im oirkulirenden Blute, sondern nur in den Lymphspalten. Bei ihrer Vermehrung spalten sie Kohlensäure, Wasserstoff, Schwefelwasserstoff und Kohlenwasserstoff, mithin gasartige Stoffe ab, welche die Ursache des Emphysems sind. Mit kalten wässrigen FarbstofF-lüsnngen färben sich die liacillen gut. dagegen nicht nach der Gram'schon Methode.
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Mulignes Oedem der Thieie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 169
Wns die W iderata ndsfilhigkoi t der Organismen betrifft, so gehen dieselben bei Anwesenheit von Sauerstoff leicht zu Grunde, mit dem Kintritt der Fitulniss ebenfalls, dagegen erhalten sie ihre Wirksamkeit, wenn sie eingetrocknet sind. Durch Temperaturen von 100deg;120 ^ (in getrocknetem Zustande) werden sie vernichtet; gegen die Wirkung der Antiseptica sind sie sehr widerstandsfähig. Ks sind auch 1 mm unisirungs vorsuehe mit positivem Erfolge ausgeführt worden (Ohamberlan d, Boux, Cornevin).
Nach dem Tode oder gegen das Ende ödemkranker Thiere findet man die Bacillen auch im Blute, sie wachsen dann in die Lä|nge und bilden lange Fäden, Bogen oder Schlingen, die eine Gliederung erkennen lassen und später zur Sporenentwickeluug' übergehen.
Autiologio. xUlc Erfabruugen weisen darauf hin, class die Wirkung der Oedembadllen viel häufiger zu beobachten ist, als nian bisher angenommen bat. Die Infektion kann erfolgen im Ansobluss mi eine Verunreinigung von Hautwunden (lureli Erde, unsaubere Hände und Insliumente, vorausgeselzl, dass die Organismen ins subeutanc Gewebe gelangen. Wie Kitt mit Reeht hervorgehoben, geben zahlreiche andere Vorkommnisse die Gelegenheit /.mn Eindringen der Organismen ab; so z. B. sind phlegmonöse Anschwellungen bei chirurgischen Operationen, bei Hautverleteungen der Gliedmassen, manche Gebärmuttererkrankungen, fortschreitende Zellgewebserkrankungen, Oedeme oach Aderlass- oder Fontaneli-applicationen, aach subeutaneu Injektionen, nach Kastrationen, im Vei'laufe von Bisswimden zu erklären. Ferner sind die Oedeme nach Quetschwunden, Htiehmmden, Stössen u, dgl. mit ihren Folgen oft darauf zurückzuführen, So ist das von Haubner beschriebene Feuer der Schafequot; wahrscheinlich auf die Wirkung der beim oder nach dem Hnndebiss eingedrungeneu Oedembacillen zurückzuführen. Auch der sog. Einsclmssquot; der Pferde, manche Hautemphyseme sind durch die gleiche Ursache zu erklären. Lustig glaubt, dass in einzelnen Fällen die Oedembacillen auch vom Dann aus in den übrigen Körper eindringen und zur Wirkung gelangen können. Ich sah in einzelnen Stallungen Nagcltrilte in höchst, ungünstiger Weise mit ausgedehnter pblegmonöser Erkrankung des Strahlenpolsters verlaufen, die sicher auf die gleiche Ursache (Eindringen der Oedembacillen mit dem verunreinigten Nagel) zurückzuführen sind. Ist an der Infektionsstelle zeitweise die Cirkulation unterbrochen, 80 wird dies für die Wirkung und Vennehrung der Oedem-Imcillen um so günstiger sein. Der Verlauf einzelner Kolikarten, mit vorübergehenden oder dauernden Cirkulationsstörungen an einzelnen Darmabschnitten wird mit plötzlich einsetzender Wirkung der Oedembacillen in Beziehung zu bringen sein. Wie Chauveau angiebt, soll nach einmaligem (Jeberstehen des malignen Oedems rmmiuiität eintreten, was die praktische Erfahrung wohl nicht bestätigen dürfte.
Symptome, Vorlauf, Prognose. Es treten plötzlich grössere, schnell, sich verbreitende, schmerzhafte Anschwellungen, besonders an tiefer gelegenen Theilen ein, stets verbunden mit starkem fieberhaftem AUgenieinleidcn. An den Infcktions-stellen entleert sich auf Einschnitte eine meist dünne, graue bis brannrothe, übelriechende, meist mit Gcwehsstückchcn vermischte Flüssigkeit. Bei gewöhnlichem Verlaufe geht die Entzündung und Verjauchung immer weiter, und unter der Einwirkung des hohen (septikämischen) Fiebers gehen die Thiere meist In 2;} Tagen zu Grunde.
Auatoinischcr Itcfund. Bemerkenswerthe Veränderungen sind: Gelbsulzige inriltiation des subeutaneu Bindegewebes, Fettgewebes, der angrenzenden Muskulatur,
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170nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infoktions- und Intoxikationskrankheiton.
Dutohtränkung derselben mit einer duoklen, Qbelrieoheaden Flüssigkeit, in der sieh Gasblasen zeigen. In der Flüssigkeit und in dein Blute finden sieh die besehriebenen Oedembaolllen bezw. Fäden. Daneben zeigt sieb auch Lungenödem, Dünndarmentzündung und Nierenerkrankung. Die Milz ist jedoob nicht geschwollen.
IMiiguose. Eine Verwechselung ist mit Milzbrand und Riiuschbrand möglich, jedoch leicht zu vermeiden. Beim Milzbrand ist die jNlilz geschwollen, die Bakterien sind scharfkantig und im zirkulireuden Blute vorhanden und durch kutanc Impfung übertragbar. Beim Bausohbrand fehlt die schnelle fädenbildung; auch kommt Rnitschbraml nur in bestimmten Gegenden vor; malignes Oedem 1st überall.
Therapie und Prophylaxe. Die Therapie ist eine vorwiegend chirurgische; Spaltung der geschwollenen Stellen, Drainage, ausgiebige Desinfektion, Irrigation mit Antisepticis bei Luftzutritt, Gegellöffnungen bei vorhandenen Tasohenbildungen u. s. w. Prophylaktisch wird auf peinlichste Sauberkeit bei allen subcutanen Operationen, bei geburtshülflichen Fingriffen, bei Behandlung frischer Hufleiden H. dgl. zu achten sein.
Sanitätspolizoiliclies. Das Fleisch von Thioron, welche wegen irgend einer Form des malignen Oedems nothgcsclilaclitet sind, wird als hochgradig verdorben und schädlich dem Koilsum ZU entziehen sein. Oft genug sind Massenerkrankungen wohl auf die Wirkung dieser Organismen bezw. ihrer StotfVeohsolprodukte zurückzuführen, da sie, wie erwähnt, erst, durch hohe Hitzegrade zerstört werden können. Ist der direkte Nachweis der Schädlichkeit für den Menschen auch nicht immer leicht zu erbringen, so möge man ihn im vorliegenden Falle nicht erst abwarten, sondern solche Thiere ohne Weiteres zur Verwerthung für technische Zwecke überweisen.
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XLVI. Der Rausehbrand der Thiere'1.
Wesen. Der Bausohbrand ist eine durch einen spezifischen Bacillus, den Rauschbraiidhacillus, hervorgerufene Infektionskrankheit, welche meist schnell und tödtlich verläuft und eharakterisirt ist durch das plötzliche Auftreten von Emphysemen mit blutig-serösen Ergiessungen im subcutanen Gewebe und in den Muskeln. Die Krankheit kommt stationär (in Alpen und Niederungsgegenden) vor und zeigt sieb besonders bei Weidevieh im Sommer und Herbste; selten bei Schafen, Ziegen und Pferden. Auch beim Menschen (siehe später Seite 173) wird eine rausch-brandähnliche 10rkranknng beschrieben.
Gtesoblchtllohes. Bis in die neueste Zeit wurde Itausclibrand als eine Form des Milzbrandes angesehen und unter verschiedenen Namen (Rauschbrand, (jeräusch. Flugkrankheit, kalter Brand, Antoniusfeuer, Milzbrandemphysem, rauschender Milzbrand, fliegendes Feuer, fliegender Brand) erörtert. Nachdem schon Wall raff (18.')6) die Krankheit genau beschrieben und auf ihre Kigonthümlichkeiten aufmerksam gemacht hatte, wiesen ffisterer (1870) und Bellinger (1875) von Neuem auf die von Milzbrand verschiedenen Kennzeichen der Krankheit hin; alsdann haben Feser und später auch Bellinger (1876) als Ursache der Krankheit besondere Organismen festgestellt und durch subeutane Impfung mit Kauschbrandblut bezw. mit dein Schlamme von llauschbrandplätzen (Feser) bei Rindern, Schafen, Ziegen und Kaninchen Rauschbrand erzeugt. Weitere Untersuchungen über die Natur der Krankheitserreger sind dann vonArloing, (Jornevin und Thomas und zuletzt von Kitt und Kitasato angestellt worden.
Bnkteriologisobes. Die Rauschhrandbaoiilon sind 36 ii lang, 0,.r)0,7 u. dick, zeigen
') Frz.: charbon symptoinatiquc du boouf.
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Rauschbrand der Thiere.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;171
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lebhafte Eigcnhewegung, sind an den Enden abgerundet, besitzen, wie die Bacillen des malignen Oedeins, zahlreiche Geiaseln, die (nach Loeffler) spiralig gedrehte, hnarzopt-ähnliche Gebilde darstellen. Die Rauschbrandbncillen sind ferner Anai'roben, wachsen auf den gewöhnlichen Nährbüden unter 14deg; C. nicht, bei 1618quot;C. langsam, am besten zwischen 36deg; und 38deg; 0,J sie verflüssigen die Oelatino und bei dem Wachsthum findet innerhalb der festen Nährsubstrate Gasbildung statt. Die Kulturen riechen nach ranziger Butter. Der Rauschbrandbacillus bildet ovale, schwer färbbare Sporen, welche an dem einen Ende des Bacillus sich entwickelnd demselben ein kolbenförmiges Aussehen verleihen. Die Sporen bilden sich bei Zimmertemperatur langsamer als bei Bruttomperatur. Innerhalb des Thierkörpers bilden sich die Sporen erst 1248 Stunden nach dem Tode des Thieres. Die Hauschbrandbacillen sind sehr widerstan dsfähig gegen äussere Einwirkungen. In Kulturen auf festem Nährboden bleibt die Virulenz dauernd erhalten. In getrocknetem Zustande behalten die Organismen jahrelang ihre Wirkung; getrocknetes, feingepulvertes Rausohbrand-fleisch behält selbst nach Einwirkung strömender Wasserdämpfe von 100 0C. seine Wirkung (Kitt); starke Kälte, Fäulniss, Vergraben der Kadaver vernichtet die Virulenz der Bakterien sehr lange Zeit (6 Monate bis 3 Jahre) nicht. Zerstört wird das Gift in 6 Stunden durch Hitze von 110deg;, durch Kochen in 2 Stunden, durch Sublimat 1 : ^GOO, durch Karbolsäure 1:50. durch Borsäure 1 ; 5, durch Salzsäure 1:2; im frischen Zustande wird es durch Temperaturen von 100 quot; in 50 Minuten, durch Kochen in 2 Minuten zerstört.
Durch rein kutane Impfung ist Rauschbrand für gewöhnlich nicht übertragbar, wohl aber durch subkutane Injektion in die Muskeln und in das Bindegowebe. Arloing. t'ornevin und Thomas beobachteten, dass nach intravenöser Injektion des Giftes nur eine vorübergehende leichte Erkrankung der Thiere eintritt, nach deren (Je borstehen dieselben immun geworden sind. Durch Fütterung scheint Rauschbrand nicht übertragbar zu sein (Kitt). Man findet die Rauschbrandbacillen in den Muskelgeschwülsten, in dem Safte des brandigen Fleisches und Unterbautgewebes, in den Trans-sudaten der Körperhöhlen, in der Galle, in anderen inneren Organen. Die Rauschbrandbacillen färben sich gut mit kaiton Farblösungen, jedoch nicht nach dor (i ram'sehen Methode.
Eine Uebertragung der Krankheit auf den Menschen ist mit Sicherheit noch nicht beobachtet worden. Rindor, Schafe, Ziegen. Meerschweinchen sind leicht zu intiziren; Pferde, Ksel, weisse Ratten zeigen nur vorübergehend Ortlicho Störungen; fast i m m u n acheinen; Schweine, Hunde, Katzen, Kaninchen, Enten, Hühner. Tauben. Eine künstliche Immunisirung gelang bei Rindern. Schafen und Meerschweinchen. Kitasato und Kitt gelang es, die Rauschbrandbacillen rein zu züchten; Kitt hat gleichzeitig durch Verimpfnng abgesebwächtor Kulturen Immunität bei Schafen und Rindern erzielt.
Aetiolo^ielaquo; Nach den bisherigen Erfahrungen komm! Rausohbraml nnr in
gewissen Gegenden stationär, meist Im Somniei' und Herbst vor, vorwiegend bei Weidegang in smnpfigoni Terrain und am meisten bei jüngeren Rindern (im Alter von '/*-S Jahren). Nach einmaligem Ueberstehon der Krankheit ist Immunität erzielt. Gelegentlich (jedoch sein- selten) ist lluiiselihnunl auch bei Pferden beobachtet worden. In Deutschland kommt Rauschbrand besonders in den oherbayiischen Alpen, in Schleswig-Holstein, in der Rheinprovinz, theihveiso auch in Württemberg,Baden und Sachsen vor. Sehr verbreitet ist die Krankheit auch in einzelnen Bezirken der Schweiz, Oesterreichs, Frankreichs, ferner in Belgien, Oberitalien, Algier; jüngst ist Rauschbrand auch in Russland öfters zur Beobachtung gekommen, in manchen Jahren sind durch die Krnnkheil 12 18 Proc, des Jungviehbostandes einer Gegend vernichtet worden.
Die Krankheil kommt jedoch erst dann zur Entstehung, wenn die ßauseb-brnndorganismen durch eine Himt- oder Schleimhautwunde in das UnterhautzeU. gewohe bezwi in die Subtnukosa eingedrungen und daselbst zur Entwickeluug pe-konimen sind. Die Infektionserreger golangen durch die Se- und Exkreto der kranken Thiere bezw. durch Kadavertheile auf den geeigneten (sumpfigen) Weidehoden und von hier bei der Futteraufnahmo in die geeigneten (durch eine Wunde vorbereiteten)
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Infoktions- und Intoxikationskrankhoiten.
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SteUen tier jungen Thiere. Bisher ist weder eine Uebertragung der Knuiklieit von Thier zu Thier noch durch Zwischeiiträger mit Sicherheit beobnelitct worden.
Syinptome, Verlnuf, Prognose. Nach einer Inkubationszeit von 25 Tagen treten plötzlich die Knmkbeitserscbeinungen auf. Das Wiederkäuen hört auf, die Thiere werden unruhig, stöhnen und fiebern, zeigen bei der Bewegung einen steifen Gang und fast gleichzeitig entstehen an einer oder mehreren Körperstellen (Oberschenkel, Schulter, Lenden, Kreuz, auch am Halse, an der Unterbrust und in der Maul- und Rachenhöhle) kleine und sehr schmerzhafte flache Anschwellungen. Diese Geschwülste verbreiten sieh jedoch sehr schnell und lassen beim Darttberstreichen ein eigenthümliohes knisterndes Geräusch (Rauschen) vernehmen. Die den Anschwellungen benachbarten Lymphdrüsen sind geschwollen und, wenn oberflächlich gelegen, deutlich unter der Haut zu fühlen. Die Haut der Geschwülste wird im weiteren Verlaufe troeken, oft brandig und schmerzlos; beim Einschneiden in die Gesehwülste entleert sich eine schaumige, übelriechende Flüssigkeit. Daneben steigt das Fieber, die Thiere liegen viel und unter Zunahme des Kräfteverfalls, Eintritt von Kolikanfällen tritt bei jüngeren Thiereu meist im Verlaufe von 13 Tagen der Tod ein. Demnach ist auch die Prognose sehr ungünstig. Nur bei älteren Thieren kommen manchmal Heilungen vor.
Anatomischer Kefund. An den Geschwülsten zeigt sich blutige und sulzige Infiltration des Unterhautgewebes; beim Einscbneideu in die Geschwülste entweichen brennbare Gase (Kohlenwasserstoff?). Die Muskulatur in der Umgebung der Geschwülste ist schmutzigbraun (bis schwarz) gefärbt, sehr brüchig, erweicht, saftreich und blasig aufgetrieben; einige Zeit nach dem Tode der Thiere wird sie glänzend. Die Blutgefässe in den erkrankten Abschnitten und deren Umgehung sind mit dunklem,' flüssigem, lackfarbigem (niemals theerartigem) Blute stets gefüllt. Die benachbarten Lymphdrüsen .sind gesell wollen, bämorrhagisch und blutig serös infiltrirt. Ausserdem finden sieh noch blutige Ergüsse in Brust- und Bauchhöhle, serös blutige Infiltration der Darmschleimhaut. Im Netz und im Gekröse, sowie in der Umgebung der Nieren finden sieh oft blutige, sulzige Infiltrationen. Leber, Nieren und manchmal auch die Milz stellenweise (niemals gleichmässig und erheblich) geschwollen. Hehr oft ist die Milz ganz normal. Das Blut ist im Uebrigen von normaler Farbe, die Kadaver gehen Schnell in Fäulniss über. Kurz vor dem Tode und bald nachher sind die Rauschbrandbacillen in grosser Menge nachweisbar.
Diagnose. Die Feststellung bietet nur wegen der Verwechselung mit Milzbrand und malignem Oedem Schwierigkeiten. Beim Milzbrand fehlen die knisternden Anschwellungen, die Veränderungen in der Muskulatur, das normale Blut, die normale Milz und die für Ratischbrand charakteristischen sporenhaltigcm Bacillen nach dem Tode; ausserdem sind eutane Impfungen bei Milzbrand von Erfolg, bei Bauschbrand nicht. Malignes Oedem kommt überall vor, die Oedembacillen mit ihrer Fadenbildung sind auch im lebenden Blute.
Tlierupie und Prophylaxelaquo; Die Behandlung war bisher ohne wesentlichen Erfolg. Zu versuchen sind Einschnitte in die gesehwollenen Theile, Irrigation mit Sublimat (1 : 5000), Karbolsäurelösung (1: 100).
Wichtiger ist die Prophylaxe! Dazu gehört; Vermeidung verdächtiger, sumpfiger Weiden, junge, mit Wunden (besonders mit Zahn wunden) behaftete Thiere sind
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Rauschbrand.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 173
vom Weidegange auszusohliesaen, die Kadaver der gestorbenen Thiei'e sind unschädlich (durch Verbrennung, Verwerthung für technische Zwecke) zu beseitigen, die verunreinigten Plätze sind gründlich ZU desinfiziren. Aufforsten der liausehbrand-weiden und Schutzimpfung in notorischen Rauschhrandgegenden. Die Schlachtung kranker Thiere behufs Verwerthung des Fleisches wird wegen der Möglichkeit, die Krankheit zu verschleppen, zu verbieten sein.
Die Schutzimpfung ist zunächst von Arloing, Cornovin und Thomas aus-geführt worden. Die bisherige Methode, den ausgepressten Saft der kranken Stellen in die Bluthahn oder in die Lungen gesunder Thiere einzuführen, wurde jedoch bald verlassen. Später wurde ein durch Hitze abgeschwächter Impfstoff hergestellt. Neuerdings hat dann Kitt eine Impfung mit getrocknetem Kauschbrandtteisoh vorgeschlagen und ebenfalls mit günstigem Resultat ausgeführt. Getrocknetes Rauschbrandfieisch wird durch (i stündige Erhitzung auf 85900 oder durch strömenden Wassordampf abgeschwächt und dann in Dosen von 5lOcg (am ßesten am Schwänze junger Rinder) verimpft. Die Verluste nach der Impfung sind nicht nennenswerth und die Immunität dauert ein Jahr und darüber.
Veterinitrpollzelliohes. Nach dem Keichsviehseuchengesetz vom 23. Juni 1880 ist der Rausclibrand wie Milzbrand zu behandeln und die entsprechenden Massregeln zu treffen. In Oesferreich sind durch Verordnung vom 10. April 1885 besondere Bestimmungen gegen Rauschbrand getroffen worden (Anzoigepilicht, Verbot der Schlachtung, unschädliche Beseitigung der Kadaver, Desinfektion, periodische Untersuchungen u. s. w.). Ebenso bestehen in der Schweiz besondere Bestimmungen (Schutzimpfung nur nach behördlicher Genehmigung und von einem approbirten Thierarzt auszuführen).
Saniliitspoli/.eilichcs. Obwohl nachweislich nach dem Genüsse des Fleisches rausch-brandkranker Thiere ein Nachtheil für die Gesundheit des Menschen noch nicht beobachtet ist, muss das Fleisch dennoch als verdorben und ekelerregend (unangenehm ranziger Geruch) und als ungeeignet für die menschliche Nahrung bezeichnet werden. Dazu kommt, dass durch die Schlachtung der Verschleppung der Krankheit Vorschub geleistet wird.
Beim Walflsobfang in Norwegen werden nach einer Mittheilung von Ivar Nielsen (Centralbl. f. Bakt. 1890) seit Jahrhunderten 1-f'eile benutzt, die vorher in den Muskelsaft krank gewesener Walfische getaucht und als vergiftete oder Todospfeilequot; aufbewahrt werden. Nach den Untersuchungen von Nielsen handelt es sich um einen pathogenen, dem Rauschbrandbacillus ähnlichen Spaltpilz, welcher in dem Muskelsaft enthalten ist und auf die Pfeile übertragen wird. Die durch die Pfeile verwundeten Wale werden in 12 Tagen krank und können dann leicht mit der Harpune gefangen und mit geringer Gefahr ans Land gebracht werden. An den Stellen, wo die Pfeile eingedrungen sind, entsteht eine bedeutende hämorrhagische Infiltration des Fleisches mit Gasentwickelung; das Fleisch sieht theilweise wie gekocht aus; das anatomische Bild, wie bei Rauschbrand. In dem kranken Fleische fand Nielsen grosse Mengen von Bacillen, die in Form und Sporenbildung den Rausohbrandbacillen gleich waren.
Rausehbraml beim Menschen. W. Koch (Lieferung 9, deutsche Chirurgie) hält den sog. emphysematösen oder mephitischen Brand, die Gangrene foudroyante Maissoneuve's für eine, durchaus dem Rauschbrand gleiche Erkrankung. Die Muskeln bleiben innerhalb der gasdurchsetzten Theile braunroth und sind zum kleineren Theile mit Blut durchsetzt, das Gas erfüllt die Gewebe in Form kleiner zierlicher Bläschen, die oft sehr massigen Oedemo im subeutanen und interstitiellen Gewebe sind streckenweise oft blutig gefärbt und zwar ohne dass cadaveröse Veränderungen vorliegen und ohne dass Blutung in die Gewebe stattgefunden hat.
Als erstes Symptom dos Rauschbrandes beim Menschen wird lebhafter Schmerz in der Wunde eine solche bis in das subeutane Bindegewebe eindringende scheint auch beim Menschen Vorbedingung zu sein und plötzliches Steigen der Körpertemperatur genannt. Bald fliesst blutig-seröses Sekret aus der Wunde, deren Umgebung einer schnell in die Tiefe und Fläche um sich greifenden Anschwellung anheimfälU, die Venen treten in der ödematösen Haut als rothbraune Streifen auf, deren Umgebung sich rothbraun färbt, grosse mit rother Flüssigkeit gelullte Blasen sohiessen auf der Haut auf, und überall, wo diese Veränderungen bestehen, ist neben absoluter Empfindungslosigkeit Gnsansamrnlung nachweisbar; das durch einen zu diesem Zweck eingestochenen Trokar entweichende Gas ist brennbar. Auch in den Venen finden sieb Gasblasen und endlich ist in der Wunde ein ganz eigenartiger spezifischer Geruch nachweisbar. Die Haut wird schliesslich bei' stetiger
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Infektions- und liitoxikationskrankhoiten.
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Zunahme des Kiupliysems brandig und nimmt eine von der Zevsotzung des Blutfarbstoffes herrührende gelbbraune Färbung an. Meist erfolgt unter Dyspnoe und Kollaps nach 28 Tagen der Tod. Selten dauert die Krankheit länger.
Wie W. Koch angiebt, tritt Kauschbrand beim Menschen nach den verschiedensten Verwundungen ein, besonders aber im Anschluss an solche, die mit dem Erdboden oder mit Stoffen, die diesem entstammen, in lieriilirung gekommen sind Die Krkrankung tritt meist in den ersten 8 Tagen nach der Verwundung ein. Nach Koch ist aber ganz sicher derselbe Spaltpilz vorhanden und thätig, welcher den Kauschbrand der Thiere bedingt. Manchmal waren auch die Bacillen des malignen Oedems vorhanden, sodass man dann von einer Mischinfeetion sprechen kann.
Therapeutisch wird empfohlen, wiederholt Einschnitte in das angeschwollene Gewebe zu machen, mil Öalicyllösungen (1 0 o) oder mit 13 urow'schcr essigsaurer Thonerdolosung permanent zu iirigiren nach Anlegung von üegenöffnungen und, im schlimmsten Falle, frühzeitig Amputationen vorzunehmen, wo solche ausführbar.
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XLVII. Der Stäbehenrothlauf der Sehweine. (Rothlaufseuche der Schweine. Rothlauf.)
Vovbftltierkuilg. Die souohenhofl auftretenden Erkrankungen der Schweine waren noch bis In die neueste Zeit hinein wenig erforscht und daher die Verwirrung in diesem Kapitel der Pathologie sehr gross. Alle schweren mit Hautröthung einher-gehenden Allgeineinerkranknngei) der Schweine wurden bisher unter einem Namen zu-sauunengefasst und bald als Sohweiuerothlauf, bald als Milzbrand,Bramp;une,Typhus u,s.w, bezeichnet. Die Brgebnisse der neueren klinischen und bakteriologischen Untersuchungen von Eggoling, Schütz, Lydtin, Loeffler, Schottclius u. A. lehrten erst drei von einander ätiologisch und klinisch durchaus verschiedene Infektionskrankheiten der Schweine unterscheiden: 1. den Stäbehenrothlauf, 2. die Seh we i n esenche, 8. die Schweinepest.
Wesen des Stähehenrotlilaiifs. Der Stäbehenrothlauf der Schweine ist eine spezifische [niektionskrankheit, welche als Septikämie auftritt und durch eine hämor-rhagische Gastroenteritis, verbunden mit Nephritis, Milztumor und Rothfärbtmg der Haut charnkterisiit ist. In anderen Fällen tritt die Krankheit auch als Nesselfieber oder mit vorwiegender Erkrankung der Leber und des Herzens be/.w. der Skeletnmskeln auf. In Deutschland ist es die häufigste der seuchenartig auftretenden Schweinekrankhoiten, die besonders Im Juli und August enzooiäsch in einzelnen Gegenden und stationär in einzelnen Ortschaften auftritt.
(jrescliiehtlielu'.s. Wie erwähnt wurden bis in die neueste Zeit hinein eine ganze Hoihe von Krankheiten mit dem Namen Schweinerothlauf bezeichnet. Man sprach u. A. von Petechialfieber, Antoniusfieber, Schweinetyphus u. s. w. Franz.: Erysipele epizootique du porc, Erysipele gangriineux. oder contagieux. Mal rouge, Feu sacre: engl.: Malignant Erysipelas, Red soldier, Blue and red disease, Pig-typhus, Hog-plaque. Thyphoid fever of swine. Infections pneumo-enteritis of the pig; Ital.l Antrace eiesipelatoso, FuOOO sacro u. s. w. Harms (IStiÜ) hat dann darauf hingewiesen, dass Schweinerothlauf von Milzbrand verschieden ist und vor ihm hat Brau eil (1865) gezeigt, dass Schweine den Impfungen mit Milzbrandblut gegenüber sich sehr widerstandsfähig zeigen und Impfungen mit dem Blute rothlaufkranker Schweine bei anderen Thieren keinen Milzbrand erzeugen. Von weiteren Autoren auf diesem Gebiete sei Eggeling erwähnt, der (1882) besondere Itothlaufformen (sporadischen Kopfrothlauf, Nesselfieber, Kothlaufseuche und Schwoineseucho) unterschied. Eine wissenschaftlicli begründete Unterscheidung wurde jedoch erst durch Loeffler (1882) bewirkt, der bei der Kothlaufseuche einen Stäbchenbacillus und bei der Schweineseuche kleine ovoide Bakterien als Ursache fand. Nach dem Vorgange von Loeffler unterscheidet
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Stilbchenrothlaiif der ydiweino.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 176
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man jutzt nui1: Hothluufsouclie (Stabchenrothlauf) und Schweinuseuche. Späterlaquo; Unter-suchungon von Hcliiitz, Sobottolius, Lydtin, I'usteur. Cornevin u. A. haben die Befunde von Loet'fler bestätigt.
Die Kothlaufseuclie wurde seit dem Anfange der siebziger Jahre in grosser Ausdehnung hesoudors in Baden beobachtet, ferner in Dänemark, Bayern, Württemberg und Schleswig, wo oft 8287 0/o der Tbiore starben. In Holland und Osttlamlern soll sie seit 18ö0 in grosser Verbreitung vorkommen.
Noch gegenwärtig sterben in einzelnen Bezirken Deutschlands 4000-20,000 Schweine Jährlich. Da8 Heichsgesundheitsamt berechnet den jährlichen Schaden für das deutsche Reich auf i'/a Millionen Mark.
liuktci'iologisches. Die Bacillen des Schweinerothlaiifraquo; wind 1IVraquo; n lang, etwa '-laquo; so gross wie rothe Blutkörperchen. Die Bakterien sind den Erregern der Miiuse-septikämie sehr ähnlich und {nach einigen Autoren) mit denselben identisch. Sie färben sich mit wässerigen Farbstoff lösungen und nach der (j r a m'schen Methode. Man findet die Organismen im Blute, besonders in der Milz, sowie im Kothe und Darminhalte der kranken und gestorbenen Thiere. Ausserhalb des Thierkörpers gedeihen die Bacillen am Besten bei einer Temperatur von 36deg; C, jedoch auch bei 14lü ü 0,, sowie in schwach alkalischen Fleischsäfton vom Pferde, Kinde. Schweine, im Blutserum, in Gelatine (auch ohne Sauerstoff zutritt, desshalb sind die Bakterien meist anaerob) dagegen nicht auf Kartoffeln und in Pflanzenaufgüssen. In öelatinestiohkulturen wächst der Bacillus in Form einer Glftserbilrste. Dauersporen sind nicht hoobachtot.
Bezüglich der Widerstandsfähigkeit der Bakterien gegenüber äusseren Einwirkungen seien folgende Beobachtungen erwähnt. Durch langsames Eintrocknen, durch heisses Wasser, durch trockene heisse Luft, durch Kali hypermang. (ö: 100), durch heisse Natron- und Kalilauge (1 : 100), durch Chlorkalk (1 : 100), durch Soda (1 : 100), durch Ferr. sulfur. (1: 400), durch Sublimat, Kreolin, Karbolsäure, Lysol werden die Bakterien in ver-hältnissmässig kurzer Zeit vernichtet; durch starke Kälte (8deg;) erst in 1013 Tagen. Auch Fäulniss vornichtet die Organismen nicht. Ebensowenig worden die Organismen im Fleische durch Kochen, Braten, Einsalzen, Pockcln und Häuchern vernichtet (Petri). Nur in kleinen Fleischstücken werden sie durch Kochen vernichtet, Im gesalzenen Fleische, im Pökelileisobe und im geräucherten Schinken waren sie noch nach 36 Monaten lebensfähig. Borsäure, Benzin, Ohlorzinklösungen sind gleichfalls ohne Einfluss auf die Bakterien. Dagegen verlieren sie im Meerwasser nach 13 Wochen ihre Lebensfähigkeit.
Eine künstliche Uebertragung ist möglich auf Hausmäuse und weisse Mäuse; diese Thiere gehen unter den Erscheinungen einer Septikämie (Mäuseseptikämie) zu Grunde. Ebenso ist eine Uebertragung möglich auf Kaninchen, Tauben und Schweine. Widerstandsfähig dagegen sind Feldmäuse, Waldmäuse, Rinder, Schafe, Pferde, Esel, Hühner, Gänse, Enten, Ratten. Auch auf den Menschen ist eine Uebertragung bisher nicht beobachtet. Durch Kulturen der M äuseseptikämiebaci llen ist bei Schweinen die Kothlauf-seuche bisher nicht künstlich erzeugt worden.
Aetiologiu. .Die Entstehung dor Krankheit auf natürlichem Wege erfolgt jedenfalls durch Aufnahme iler Organismeu mittelst der durch dieselben verunreinigten Futtermittel oder direkt durch Aufnahme von Abgängen, Tiieilen kranker oder gestorbener Thiere (Blut, Koth, Fleischabfälle, Abwasohwässer). Bei Nptb-schlachtungon giebt die ungenügende Beseitigung der Abgänge, schlechte Reinigung der Tröge u. s. w., mangelhafte Desinfektion die häufigste Veranlassung zur Weitor-Verbreitung. Die Seuche kann in gesunde Bestände eingeschleppt werden durch Ankauf kranker oder infizirter Thiere, durch Fleisch nothgeschlachteler Thiere, durch verunreinigtes Futter, durch Fleischer und Händler. Auch dutch Auffressen von Kadavern von weissen Ratten und Mäusen, welche an Rothlauf (oder an Septikämie?) zu Grunde gegangen sind, kann die Seuche zur Entstehung kommen, worauf Lydtiu mit Recht, hinweist. Durch das Spülwasser, durch die Salzlake, welche zum Konserviren des Fleisches rothlaufkranker Schweine benützt ist, kann die Krankheit eingeschleppt und verlnvitet werden, in Gegenden mit feuchtem Lehm-ImkIcu, in unreinen, schlechten Stallungen, in Thälern mit Ltuiffsiun tliesseiulem
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176nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infektions- und Intoxikationskiankheiten.
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Wasser wird ferner die Seuche recht viel beobachtet. (Lydtin.) Manchmal soll
mich mit Erde besudeltes, verdorbenes Putter den Zwischenträger der Kninklieits-erreger bilden.
Junge Thiere (bis 3 Monate alte) erkranken seltener als ältere (6 Monate bis 1 Jahr alte), obwohl (nach Koubasoft') die Bakterien in die Milch übergehen. Die abgehärteten Landrassen erkranken wieder seltener als die edlen englischen Russen und ihre Kreuznngsprodukte.
Eine A n Ina lim c der Organismen durch die Athmung erfolgt ge-wiiiiniicli niciil; desshalb wird die Kranklicil auch nidit durch die Luft von einem infizirtem auf ein anderes, getrenntes Thier Übertragen. Demnach würde laquo;las Kon-tagimn ein fixes sein, das gelegentlich auf miasmatischem Wege (Verunreinigung des Bodens und Futters) einverleibt werden kann. Die Wirkung der Organismen im thierisohen Körper ist theilweise auf die durch die massenhafte Vermehrung bedingtlaquo;' Verstopfung der feinsten Kapillaren und die dadurch hervorgerufenen KreisJMnfsstöningen zurückzuführen, theilweise auch auf die Wirkung der Stoffwechselprodukte der Bakterien, wodurch die schweren Gehirn- und Lähmnngs-erscheinungen hervorgerufen werden. Durch Impfung von Kaninchen lässt sich die (iiftigkeit abschwächen, so dass das diesem Thiere entnommene Blut ohne Gefahr zur Schutzimpfung für Schweine venverthet werden kann. Mit dem Ueber-stehen der natürlichen Krankheit ist Immunität für die Lebenszeit eingetreten.
Symptome, Verlauf und Prognose. Nach einer Inkubationszeit von S4 Tagen kann die Krankheit unter den Erscheinungen eines Nesselfiebers oder des typischen Kothlaufs auftreten. In jedem Falle treten die charakteristischen Erscheinungen plötzlich oder nachdem unerhebliche Kraiikheitslaquo;nscheiiiuiigen (verminderte Fresslust, trockene Exkremente) vorangegangen sind. Es zeigt sich hohes Fieber, erhebliche Mattigkeit und Störung des Allgemeinbefindens, die Thiere liegen viel, verkriechen sich in die Streu und lassen Schwäche, selbst Lähmungserscheinungen im Hintorthell erkennen. Auch Muskelkrämpfe kommen vor. Zuweilen, gleich beim Beginne, oft jedoch erst am zweiten Krankheitstage stellt sich Appetitlosigkeit, Brechreiz, Schwelhing der Augenlider und Verstopfung ein. Gleichzeitig zeigen sich an verschiedenen Körperstellen (Unterbauch, innere Schenkelfläche, Brust, Hals) kleinere, später grosser werdende, anfänglich rothe und blaurothe, später braun- und bläulichroth gefärbtlaquo;raquo; Flecke in der Haut. Die slaquo;diiiell konflu-irenden Flecke sind in der Regel weder erhaben noch schmerzhaft. Bei schnellem Verlaufe können die Flecke auch fehlen, in anderen Fällen kommen sie erst kurz vor oder nach dem Todlaquo;', oder entwickeln sich über den ganzen Körper.
Im weiteren Verlaufe der Krankheit kann es zur Hautnekrose an einzelnen Stellen (Ohr, Schwanz) kommen, es treten heftige Hirnreizungen, Athembeschwerden, blutige Diarrhöen ein und unter schneller Zunahme der Körpersohwäohe, Sinken der Temperatur tritt gewöhnlich nach 45 Tagen (slaquo;gt;ltlaquo;gt;ii nach 8 Tagen und darüber) der Tod der Thiere laquo;'in. In anderen Fällen, wo lt;lilaquo;' Krankheit mehr langsam Verläuft und in ein chronisches Stadium übergeht, werden oft Nachkrank-h ei ten, besonders Kot h lauf e n dlaquo;)k a rdi t is (vlaquo;)n Bang besonders stndirl) und
sog. trockener Hautbrand beobachtet. Im ersten Falle tritt durch Ansiedelung der Bttktx'rien auf den Klappen (meistens linke Herzkammer) eine Ehidokarditis
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laquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Dor Stäbchenrothlauf der Schweine.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 177
VemiCOSa ein, woboi sich anfilnglidi klinisch wenig iiiK.'iiwei.seii und erst, später Kurz-iitlunigkeit, bläuliche Färbung der Haut, frequenter Puls u. s. w. erkennen lässt. Der Tod erfolgt durch Ilerzläluming. Treten clironisehe Hau terkran klingen auf, so zeigen sich die Erscheinungen einer Borstenfäule (Blutungen, leichtes Ausfallen der Borsten), chronisches Siechtluun, /ahnkrankheiten, auf dem lUicken und an anderen Stollen fallen grosse, feste, dimkelhlau his schwarz gefärbte Hautstiieke aus. Manclnnal tritt nach Woollen und Monaten noch Genesung ein.
Die Prognose! ist ungünstig, weil die meisten erkrankten Thiere (5090 0/o) zu Grunde geben. Ein günstiges Zeichen ist es, wenn die Krankheit nicht heftig auftritt und schon 46 Tage, gedauert hat.
Alliltoinisvlior Itcfund. Nach den Untersuchungen von Schottollus, Lydtin und Schütz zeigen die anatomischen Veränderungen das Bild einer fieptikämie. Man findet einen Milztumor, die Zeichen einer hämorrhagischen, bezw. diphthorisoheu Gastroenteritis, hämorrhagische bezw. parenehymatöse Nephritis, Hepatitis, Myokarditis, Myositis, sowie eine erhebliche Schwellung sänimtlicher lymphatischer Apparate des Körpers. Das Blut ist oft, wenig verändert, oft schwach geronnen und dunkelviolett, die Haut roth bis schwarzroth gefärbt, Magen- und Dannsclileimhaut fleckig duiikelgeröthet. Die sollitären Follikel, Pcyer'schen Plaques und Gekrösdrüscn zeigen markige Schwellung mit kleinen Häniorrhagion. Die Rindensubstanz der stark vergrösserten Nieren ist grauroth, gemischt mit kleinen Punkten, Marksubstanz dunkel. Leber vergrössert, mürbe, graubraun; Herz dimkel-bis grauroth und meist weich. Die Muskeln sind im Beginne der Krankheit (bei Noth-schlachtungen) ohne jede Veränderung, bei gestorbenen Thieren weich, mürbe und grauroth gefärbt. Bei ausgebildeter Endokarditis sieht man warzige Auflagerungen auf den Herzklappen.
Diagnose. Die Feststellung der Krankheit kann Schwierigkeiten bieten durch Verwechselung mit anderen Krankheiten der Schweine, besonders mit Schweineseucbe, Nesselfieber, AVunderysipel, Hitzschlag und auch mit Milzbrand. Bei der Schweineseucbe. ist der Hauptsitz der Veränderungen in den Lungen; beim Nesselfieber ist der Verlauf günstig, die Hautröthungen mehr cirkumskript, die Scbwellungeu erhaben; das Wund-erysipel lokalisirt sich meist auf der Haut des Kopfes, erfolgt nach Bisswunden am Ohr und neigt zur Nekrosc der ergriffenen Hautstellen; Hitzschlag erfolgt meist auf dem Transport unter grosser Hitze und bei fetten Thieren, eine Ivothfärhung der Haut zeigt sich oft erst nach dem Tode; Milzbrand ist selten beim Schweine und durch die Lokalisation (Zunge, Bachen), sowie durch Nachweis der Bacillen leicht zu konstatiren. In besonders schwierigen Fällen wird der Nachweis der Hothlaul'baeillen im Milzblute (durch Färbung mit alkalischer Methylenblaulösung) sowie durch Impfung Weisser Mäuse, die in 3 4 Tagen sterben, zu erbringen sein.
Therapie und Prophylaxe. Die Behandlung kann nur dann von Erfolg begleitet sein, wenn sie sehr frühzeitig eingeleitet wird. Obenan stellt, wie ich auf Grund vielfacher Erfahrungen bestätigen kann, das Kalomel, das man in Dosen von 35 g pro die (0,30,4 pro dosi mit Rad. Calami als Latwerge) verabreicht. Nachher kann nmn auch salzige Abführmittel folgen lassen. Nothwendig ist, dass bei Feststellung der Krankheit, bei einem Thiere sogleich alle Thiere desselben Stalles Kalomel erhalten. Zweckmässig ist auch die Thiere mit einem in Essigwasser,
Schneide mülil, Vortrl. pAthologlO.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 12
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Int'oktioiis- und Intoxikntionskrankheiton.
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Karbolwasser) Lysolwasser oder Kr
zu lassen, ebenso Bestt'eioheu mit empfohlen werden auoh subkutane Verabreichungen von Kreolin (5 lösungen, Lysol u. s. w.
Bezüglloh der Prophylaxe Stallungen im Sommer, massiver
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toUnwasser gotauohtoi] Lappen öfters kalt abraiben
eineni aus Lelnn und ICssifr hergestellten Brei |
Injektionen von Karholsiiui-e (1 : 100), inneiliehe 100,0 AqUfl) und Klystiere von Karholsäureist erforderlichi Oeftoro Desinfektion der Schweine-Bau derselben, Vbrhütunfl der Aufnahme ge-
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storbener Mäuse seitens der Schweine, gründliche Beinigung der Futtertröge, Verabreichung nur gründlich durchgekochten Putters, sohnolle Entfernung der gesunden
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von den kranken Thieren, unschädliche und der Kadaver gestorbener Tliiere, V( rothlaufkranker geschlachteter Schweine,
aller verdäeliliüeii und wirklichen Fälle
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Beseitigung der Exkremente der kranken trhütung der Aufnahme von Abfallstoffen
des Spülwassers n, s. w. Anzeigopfliohl von Rofcblauf. Neu auffekanfte Schweine
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siinl 68 Tage unter Beobachtung zu stellen.
Auch bei der Rothlaufseuohe ist eine Schutzimpfung ausgeführt worden. Pastour hat ein Impfverfahren empfohlen, das jedoch viel Verluste forderte. Zweckmiissiger ist das von Kitt vorgeschlagene Verfahren: Impfung eines Kaninchens und Verwerthung des Blutes (lesseihen zur Schutzimpfung der Schweine. Kmmerich und Mastbaum zeigten, dass durch Einspritzung von Gewebssaft imniunlsirter Kaninchen hei Mäusen und Kaninchen Bothlauf geheilt werden kann, wenn die Kothlaufhacillen nicht länger als 24 Stunden im Körper vorhanden sind. Lorenz hat Immunisiiungsversuche gegen den Schweinerothluuf ausgeführt und kommt zu dem Krgcbniss, dass S ch w ei nor o th 1 a uf, M äuseseptikämie und die sog. Hacksteinhlattern') iilentischc Krankheiten sind. Jensen hat dieses Resultat durch seine Versuche bestätigen können. Lorenz verwendete das Blutserum immun gemachter Kaninchen für die Schutzimpfungen der Schweine. Das Blutserum kann auch zur Heilung kranker 'l'hiere verwerthet werden. Neuerdings hat Lorenz ein Präparat hergestellt, das ' raquo; dos Volums des verarbeiteten Serums, 30 0/o Glycerin und 40 % Wasser besitzt und sehr haltbar ist. Kbenso ermittelte Lore n z auch die Thatsache, dass rothlauf-imnuine Kaninchen gegen Mäusesoptikämie immun sind, und umgekehrt Kaninchen, die Mäuseseptikämie überstanden, immun gegen Bothlauf und Backsteinblattcrn waren.
VeterlnttrpolÜselliohea. Gegenwärtig besteht in Deutschland auch für Bothlauf der Schweine Anzoigoptlicht. In Oesterroich sind durch Uesetz vom 10. April 1886 gesetzliche Massregeln gegen den liothlauf eingeführt worden, u. A. Folgendes: Kür die kranken Schweine sind eigene Wärter zu bestellen, die Schlachtung anscheinend noch gesunder Schweine aus Seuchenhöfen darf nur in diesen selbst und unter behördlicher Aufsicht erfolgen. Das Fleisch der Thiere darf nur im Seuchen* orte und zwar nach vorangegangener Durchkochnng und Pökelnng zum Genüsse verwerthet werden, wenn nach der Schlachtung Veränderungen innerer Organe nicht erkennbar sind. Doch sind in jedem Falle die inneren Organe (einsehlicsslich Gehirn) und alle Abfülle unschädlich zu beseitigen. Kbenso sind in der Schweiz besondere gesetzliche Bestimmungen gegen den Bothlauf der Schweine erlassen worden.
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') Die JJiickstciiiblat-tci'ii sind charakterisirt durch das Auftreten eigenthiimlich rothor, brauner oder schwarzrother, eckiger, scharf begrenzter Flecke von verschiedener Grosse (24 cm) in verschiedener Anzahl, besonders auf dein Bücken und an den Seiten der kranken Thiere. Die Symptome sind im Wesentlichen wie heim Bothlauf, die rothen Flecke bleiben jedoch 814 Tage nach dem Verschwinden der Krankheit noch zurück und verschwinden allmählich unter Ablösung eines grauschwarzen Schorfes. Der Verlauf der Bnckstein-blattern ist fast immer gutartig; Verluste und Nachkrankheiten sind selten. Die Mikroorganismen der Backsteinblattcrn fund Lorenz sehr ähnlich denjenigen des Bothlaufs und glaubt mit Recht, dass die Backsteinldatteru eine dem Bothlauf sehr nahe verwandte Krankheit, vielleicht nur eine besondere Form desselben darstellen. Ich beobachtete in Schlesien Backsteinblattern neben echtem Rothlauf in demselben Orte nur bei verschiedenen Schweine-rassen. Backsteinblattern hei Landschweinen und Hothlauf bei den feinen, englischen Schweinen.
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Die Schweinesouclie.
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Siinitiitspolizi'ilirlH's. Hisher ist ein Naclithoil für die Gesundheit des Menschen naoh dorn (Jonusso des Fleisches von Schweinen, die im Beginne oder in höheren Graden der Rothlaufkrankhoit geschlachtet worden sind, nicht heobachtot worden. Dennoch muss das Fleisch als mindorworthig und event, auch als ekelerregend (verdorben im Sinne des deutschen Nahriuigsmittelgesetzos) bezeichnet werden. Es sollte nur im gekochten Zustande oder auf der Freibank verkauft werden. Aus veterinärpolizeiliohen Gründen empfiehlt sich aber durchaus das in Oesteireich angeordnete, oben mitgetheilto Verfahren.
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XLVIII. Die Sehweineseuche.
Wesen und Vorkommenlaquo; Uic Sohweineaeuoho ist eine durch oiueu spezi-figehen Organismus hervorgemfone InfekÜoixskrankheit der Schweine luul oharakterislrl durch eine zu Nekrose einzelner LungenabächulUe neigende l'neunionie. (Multipel-lobulär auftretende aoki'otisirende Pneumonie [Kitt]), Die Krankheit kommt meistens bei jttngereu Thieren vor und wurde bisher vielfach dem Rothlauf zugezählt, Die Sehweineseuche seil auch golegentlicb auf Schafe übergehen. (Galtier.)
Baktei'lologlsohes, Von Loeffler (1882) und Schütz wurde als Erreger der Sehweineseuche ein ovaler, unbeweglicher 1,2 u langer und 0,40,5 u. breiter Spaltpilz festgestellt, der den Erregern der Kaninchen.septikämie, llühnorcholera, Wild- und Kinderseuche sehr ähnlich, an den Enden leicht filrbbar ist. Durch die G ra m'sche Methode sind die Organismen nicht färbbar. Die Bakterien sind anaürob und aerob, gedeihen auf saurer Milch und Molken (F ie d e 1 er und Bleich) sehr gut. Durch 1 m p f ung der Kulturen kann die Sehweineseuche auf Kälber, sowie auf Hühner, Mäuse, Kaninchen, welche in 23 Tagen sterben, übertragen werden. Hatten, Meerschweinchen und Tauben sind schwer zu infiziren. Kulturen in die Lungen lebender Schweine injizirt, erzeugten die charakteristische nekrotisirende Pneumonie (Schütz). Dasselbe konnte durch Inhalation der Kulturen bei Schweinen erzielt werden. Vom Darm aus gelang jedoch eine Infektion nicht. Bei Impfungen unter die Haut entsteht an der Impfstelle ein hochgradiges, entzündliches Oedem. Die Bakterien werden durch die bereits bei den Rothlaufbakterien angegebenen chemischen Mittel vernichtet. Man findet die Organismen in den erkrankten Lungenabschnitten, in dem pleuritischen Exsudate, in den erkrankten Brouchialdrüsen, im Blute, in der Milz und in den anderen Organen der Bauchhöhle, ebenso bei Impfungen in dein entzündlichen Oedem der Impfstelle. Wichtig ist (nach Fiedel er und Bleich), dass man die Bakterien auch in dem ausgehusteten Bron chial sohle im der kranken Thiore findet, wodurch eine Verunreinigung des Futters und Ansteckung durch dasselbe leicht erklärt ist.
Actiologie. Die Krankheil entstellt ausschliesslloh durch Aufnahme der aURenscheinlich sein- flüchtigen spezifischen Krankheitserreger durch Vennillelnnii-der Athmungsluft. Seltener erfolgi die Infektion von Hautwunden (raquo;der vom Darmkanal aus. Doch kann bei der Schweineseuche die Ansteckung ohne nähere Be-rührung der kranken Thiore mit den noch gesunden erfolgenj in vielen Füllen worden aber das verunreinigte Futter, die Futtertröge, die Streu, die Kleider der Mensehen u. s. w. die Vermittelung herbeiführen. Von den genannten infizirten Zwischenträgern aus werden sieh die Organismen der Stalluft beimengen und in die Lungen gesunder Thiere gelangen können. Die Einschleppung der Krankheit in einen gesunden Stall erfolgt in vielen Fällen durch bereits infizirte, aber noch nicht offen erkrankte, oder durch genesene, aber noch ansteckende Schweine aus Seuclienställen, Tivibhcerdeu U. s. w.
Symptome; Verlauf und Prognose. Nach den bisherigen Beobachtungen
entwickelt sieb die Krankheit bald schneller, bald langsamer; ein sehr stürmischer Verlauf scheint selten zu sein. Je nachdem vorwiegend die Bmstorgnne oder diese und die Haut, oder Bmst und Dann, oder nur der Darm und nur die Haut
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Infoktions- und Iiitoxikationsknuiklieitcn.
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(Tkninkcn, hat inan versohlödeno FoiTOen (pektorale, poktoral'exautibeinatisohe, pektoral-nbdomiualo, tutostinalo Fonn [Graffundoi']) uutersohiedon. Im Wesentliclien zeigt sich bei sclmcllciii und tüdtliclicni Verlaufe der Kninklicit; stark geschwollene und gerötbete HßUtstellen besonders um ITidse und an den Fiissen, erselnvertes und beschleunigtes Atlimen, verbunden mit trockenem, schmerzhaftem Husten, hohem Fieber und orhcblichon Störungen lt;les Allgemeinbefindens (Durchfall oder Verstopfung Appetitmangel, Mattigkeit u. s. w.). Der Tod kann dann iu wenigen (9) Stunden oder in 28 Tagen eintreten. Iu anderen Fällen folgt der tödtliclie Ausgang nach vorttbergehonder, scheinbarer Besserung. Iu anderen Fällen dauert der Verlauf länger und zeigt das Bild einer chronischen Lungen- oder auch einer chronischen (käsigen) Dannerkrankung,
Die Prognose muss dementsprechend als ungünstig bezeichnet werden. Die meisten Thlere geben zu Grunde oder werden doch für die Aufzucht ungeeignet.
Anatomlsolier Befund. Man findet in der grossen Mehrzahl der Fälle In
den Lungen feste, graurotlie bilaquo; dunkeirothe (hepatisirte) Herde, in denen man wieder scharf abgegrenzte, grieskorngrosse, gelbe, miirhe Stellen (uekrotisirte Lungenabschnitte) ei'kenneu kann (Schütz). Sind diese Stellen sehr zaldreieh und an der Oberfläche der Lunge gelegen, so zeigen sieh auch die Veränderungen einer fihriuösen Pleuritis und IVrikarditis. In anderen Fällen findet sich je nach der Lokalisatioii käsige Darmerkrankung parenehymatöse Degeneration der Leber, Nieren, des Herzens u. s. \v. Manchmal wurde bei chronischem Verlaufe der Tuberkulose ähnliche käsige Herde; in der Lunge, in den Brouchialdriiscu, in den Lymphdrüsen, Knochen und Gelenken beobachtet (Schütz, Fiedeler-Bleioh, Peters). (Käsige Darmentzündung der Schweine |H,oloff|.)
Diagnose. Die Feststellung dor Krankheit ist in den meisten Fällen erst durch das seuohenardge Auftreten und durch den BaciUennachweis und die Sektion möglich. Verwechselungen mit Tuberkulose, Luugeinvurmkrankheitcn bei einzelnen Fällen möglich.
Therapie imd Prophylaxe. Gegen die Krankheit selbst ist wenig durch Arzneimittel zu thun; vielleicht, ist ein Versuch mit trnchealer Injektion von Lysol, Karbolsäure, Kreolin bezw. innerliche Anwendung von Kalomel zweckmässig. Prophylaktisch ist, wie bei der Bothlaufseuche, auf Separation der angekauften Schweine zu achton. Schleunige Entleerung des ganzen Bestandes durch Ab-schlaohtung und nachfolgende gründliche Desinfektion der Stallungen, Futtergeräth-sohaften u. s. w. ist dringend anzurathen.
Sanltätspolizeillob ist bezüglich der Yerwerthnng des Fleisches dasselbe zu sagen, was schon heim Rotblauf mitgetbeilt ist.
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XLIX. Die Sehweinepest. (Schweinediphtherie. Schweinecholera ^.)
Wesen und Vorkommen. Die Schweinepest ist eine durch diphtherische Erkrankung des Dickdarmes cliarakterisirte Infektionskrankheit, bei welcher das Allgemeinleldeu meist nicht erheblich ist und oft eine geringgradige Pneuinonie be-
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Swiao-plagne, Hog-fever, Qog-cholera, Swinefever, Hogfever.
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Die Schweiiiüpest.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;181
obachtot wird. Die Krankheit ilaquo;t bishei* üi mehr oder weniger grösserem Umfangt! in Kngland, Amerika, Sohweden und Diiiiemark, dagegen mit Sicherheit nocii nicht in Deutschland beobachtet worden.
Geschichtliches. Nach verschiodenon Nachrichten scheint os, dass die Post zuerst in Nordamerika vor etwa 40 Jahren aufgetreten ist und daselbst ganz enorme Verluste hervorgerufen hat. Die Krankheit hat in einzelnen Bezirken der Vereinigten Staaten oft in einem Jahre (18841885) 200 000 bis 400000 Schweine verniebtet. Ebenso ist die Seuche in Schweden (besonders 1887), in England (1802, 1878 18861887,) und in Dänemark in sehr grosser Verbreitung zeitweise beobachtet worden. Lange Zeit bestanden Zweifel darüber, ob die in den genannten Ländern beobachteten rnfektionskrankheiten identisch sind. Gegenwärtig kann es wohl keinem Zweifel mehr unterliegen, dass die in Amerika, England, Schweden und Dänemark beobachtete Seuche die Schweinepest ist und eine von der deutsciien Sohweinosouche verschiedene, besondere Infektionskrankheit darstellt.
Bakteriologisches. Nach den Untersuchungen von Frosch, Smith, Billings, Seiander u. A. wird die Schweinepest durch ein länglich ovales bewegliches liakterium erzeugt, das theils einzeln, tlieils zu zwei, selten zu mehreren Zellen verbunden angetroffen wird. Die 1,21,5 ji langen und halb so breiten Bakterien färben sich leicht mit Anilinfarben, aber nicht nach der Grnm'scheu Methode. In der Mitte zeigen die Organismen eine hellere Stelle, Sporonbildung ist jedoch bisher nicht beobachtet worden. Nach L o e f f 1 e r's Färbemethoden gelingt es, zahlreiche seitliche Geisseifäden nachzuweisen. Das Baktorium gedeiht auf den gebräuchlichsten Nährböden und zwar bei Brutwärme schneller als bei Zimmertemperatur. Auf Kartoffeln bilden sich bei Zimmertemperatur schnuitzig-graugolbe Rasen. Die Schweinopcatbaktenen wachsen ailrob und anaerob.
Bei Impfungen zeigt sich, dass Mäuse und Kaninchen durch geringe Impfungen (wie bei der deutschen Schweineseuche) getödtet werden. Meerschweinchen sind (im Gegensatz zur deutschen Schweineseuchej für Schweinepest sehr empfänglich. Bei subkutanen Impfungen ist die örtliche Reaktion gering; bei der deutschen Sehweineseuche tritt eine entzündlich odematöse Infiltration auf (Kitt).
Bei 100deg; C. werden die Schwoinepestbakterien augonblicklich getödtet; bei 54 und 58deg; C. erfolgt bereits das Abstorbon in wenigen Minuten; Sublimat (1 : 1000) vernichtet sie in wenigen Minuten, iiberniangansaures Kali (150/o Lösungen) in 10 Minuten, Karbolsäure (1 : 100) in 510 und Oupr. sulf. (1:200) in 5 Minnton.
Mau findet die Organismen besonders in der Milz, im Blute, in den drüsigen Organen, in der Muskulatur, in den Kapillaren besteht oft vollständige Verstopfung durch die Bakterien. Manchmal sind die Bakterien auch im Urin der Thiere zu finden (Smith). An den Impfstellen finden sich im Gegensatz zur deutsehen Schwoineseuche die Organismen der Schweinepest sehr spärlich.
Aetiologie. Es zeigt sich, dass junge Schweine (im Alter bi^ zu 4 Monaten) die grösste Empfänglichkeit für die Krankheit haben und am schnellsten erliegen. Die Ansteckung erfolgt vorwiegend mil der Nahrung und die Lokalisation der Krankheit ist dcsshalb der Dann. Audi durch thierische Theile kranker Thiere (Koth und Dünger), sowie durch Zwischenträger (Abfälle, Spülwasser, Futtergeräthe) kann die Ansteckung erfolgen.
Symptome, Verlauf* und Prognose. Nach einem Inkubationsstadium von 520 Tagen werden die jungen Thiere matt, haben wenig Appetit, verkriechen sich in die Streu, fiebern erbeblich und zeigen Athem- und Plllsbeschleunigung, Daneben wird Konjunktivalkatarrh, Verstopfung, später blutiger, stark riechender Durchfall beobachtet. Manchmal treten Knuupfanfälle, Qesohwttre an der Zunge, am Gaumen und in der Rachenscbleimhaut auf, auch zeigen sich Köthmigen der Haut des Rüssels, der Obren und an den unteren Stellen des Körpers. Im weiteren Verlaufe der Krankheit magern die Thiere schnell ab, es tritt starke Heiserkeit ein, die Athembescbwerden nehmen zu und meist nach einer Dauer von 58 Tagen tritt der Tod ein. Ist der Verlauf mehr chronisch, so entwickelt sieh
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182nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infektions- und Intoxikatiouskiiinkhoitcn.
unter geringem Husten, Durchfall und kleinen HautoussohlSgen nllmählioli eine Abzehrung der Thiere.
Anutoinisclier Ucfuiid. Vorwiegend tritt eine kiitiirrhalische, fibrinöse und diphtherische Erkrankung des Dlokdarms auf, wobei multiple umschriebene diph-therischo Heerde auf der geschwollenen Schleimhaut besonders am üebergnnge vom Hüftdarm in den Blinddarm, sowie im Blinddarm sich vorfinden. Die solitären und Pey er'sehen Follikel sind meistens ebenfalls erkrankt, theils geschwollen, grau-weiss, theils trübe und im Zerfall mit Verschorfung und Geschwürsbildung. Bei langsamem Verlaufe entstehen oft grosse Flächen trockner, käseartiger Massen, die dann abgestossen werden und unischriobene Geschwürsflächen zurücklassen. In seltenen Fällen sind auch Erkrankungen des Magens, Dünndarms, der Maulhöhle und des Pcritoneunis (Perforationspefitonitis) vorhanden. Manchmal ist auch eine der Tuberkulose ähnliche Verkäsung der mesenlerialon Lymphdrüsen nachweisbar. Die anderen Organe der Brust- und Uauchhöhle sind meist nicht oder nicht wesentlich verändert; in der Lunge sieh! mau manchmal gelbe oder (bei chronischem Verlaufe) käsige Heerde, in der Niere, Leber und Muskulatur Zeichen pareneby-
matöser Trübung.
Diagnose, Die Feststellung dos ersten Falles wird nicht immer leicht sein. Beim seuchenartigen Auftreten mich stattgefundener Einschleppung entscheidet der Obduktionsbefund und event, das bakteriologische Ergebniss.
Therapie und Prophylaxe. Eine erfolgreiche Behandlung ist bisher nicht erzielt worden. Die Prophylaxe erfordert Einfuhrverbote, Absperrung und Ab-schlachtuug der Bestände, in denen die Pest konstatirt wird, sofortige unschädliche Beseitigung der Kadaver, gründliche Desinfektion der Stallungen, Futtergeräth-schaften, Verbrennung des verunreinigten Futters, des Düngers u. s. w.
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L. Die Staupe der Hunde.
(Sucht, Seuche, Laune, Katarrhalfieber.)
Wesen und Yorkoininen. Mit dem Namen Staupequot; bezeichnet man eine dein Hundegesobleoht eigenthümliche Infektionskrankheit, welche vorwiegend junge Thiere befällt und charakterisirt ist durch einen mit Fieber verbundenen Katarrh sämmllicher Schleimhäute des Körpers unter mehr oder weniger erheblicher Miter-krankung des Nervensystems und der äusseren Haut. Aussei' beim Hunde wird die Krankheit auch bei Katzen, Füchsen, Wölfen, Hyänen, gelegentlich auch bei Affen und Schakalen beobachtet.
Gesohlchtliches. Die Staupe ilcr Hunde ist seit sehr langer Zeit als eine der verheerendsten Hundekrankheiten beobachtet und oft sehr verschieden bezeichnet weiden: Sundepest, Hundeseuche, Hundselond, Launo, Hundeiotz, Staupe, Sucht, Katarrhaltieber, Coryza necrosa, Coryza canum nialignn, Fchris catarrbalis eplzOotioa canuni u. s. w. Obwohl einzelne Autoren (Losson) meinen, dass die Krankheit schon Aristoteles bekannt war, ist die Staupe nach der Meinung Anderer um die Mitte des vorigen Jahrhunderts von Amerika und Asien nach Buropa eingeschleppt und dann in den einzelnen Ländern Kuropas verbreitet worden. Thatsächlicb wurde die Hundestaupe in der Zeit von 17401770 in den meisten LHndern Europas gesehen. Nach Heusinger soll Fern die Heimath der Staupe sein.
Die Ansichten über das Wesen der Krankheit wechselten bis in die neueste Zeit hinein erheblich. Theils hielt man die Staupe für identisch mit dem Typhus des Menschen, theils
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Die .Staupe dm- Huiule.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;183
(Trnsbot) betrachtete man sie als l'ockenkrnnkhoit. Verlialtnissrnässig frühzeitig wuido durch Impfvcrsueho die Ansteckungsfilhigkoit und leichte Uebertragbarkeit der Krankheit nachgewiesen.
Bakteriologisches. Bisher ist es noch nicht mit Sicherheit gelungen, die Infektionserreger der Hundestaupe zu isoliren und zu kultiviren. Sommer will im Blute, in der Lunge, in der Leber und in der Milz der kranken Hunde kleine Bakterien gesehen haben. Habe hat im Nasen- und Bindehautsekret, sowie auch im Blute kleine Kokkon gefunden, welche in Haufen liegen, oder zu zwei und vier (sarcineartig) verbunden waren, oder auch perlschnurartig zusammenhingen, zarte Hiiutchen bildeten und sich durch Methylviolett gut färbten, Fried berger konnte den Befund bestiltigcn. Math is konnte einen durch Fuchsin fiirbbaron Diplokokkus züchten und mit Erfolg auf Hunde vorimpfen. Aehnliche Befunde erzielten Marcono und Moloni, Legrain und Ja(juot, nur konnten dieselben bei Impfungen keine Staupe erzielen. Eingehende Studien über die Hundestaupe hat neuerdings Schantyr angestellt. Er glaubt nach seinen Untersuchungen, dass die Hundestaupe durch drei morphologisch, biologisch und in der pathogenen Wirkung verschiedene Mikroorganismen hervorgerufen und desshalb auch in drei verschiedene Krankheiten getrennt werden müsse. Diese Krankheiten sind: 1. Abdominaltyphus, 2. eigentliche Hundestaupe und 3. Hun detyphoid. Schantyr erklärt jedoch, dass sowohl die klinischen Symptome, wie auch der pathologisch-anatomische Befund so grosso Aehnlichkeit mit einander haben, dass sie nur durch eine genaue und mikroskopisch-bakteriologische Untersuchung unterschieden werden können. Die Typhusbacillcn (kleine kurze Bacillon, die fast völlig mit den Typhusbacillen des Menschen übereinstimmen) sind im Blute und in den inneren Organen zu finden; die 81 a upe b ac ill on (kleine, etwas gebogene Organismen) und die Typhoid bacilien (sehr kleine, gerade Bacillen) liegen meist in Gruppen zusammen. Demnach wird man einstweilen an der klinischen Einheit der Staupe, wie Friedberg e r mit Recht hervorhebt, noch festhalten.
Actiologio. Die Staupe der Hunde ist eine in hohem Grade kontagiöse rnfektionsknmkiieit, welche sich sehr leicht durch die Athtnungsluft der kranken Thierc auf gesunde in der Nähe befindliche überträgt. Das Kontagium ist fix und flüchtig. Junge Thiere erkranken desshalb am häufigsten, weil die meisten Hunde (506ü0/o) die Krankheit in leichter oder schwerer Form einmal in der Jugend durchmachen und das einmalige Ueberstehen der Staupe in der Regel Iminunität für die übrige Lebenszeit bewirkt. Die jungen Hunde erkranken meistens im ersten, selten im zweiten und dritten Lebensjahre. Wenige Hunde bleiben von der Krankheit verschont, l'rädispon i rend wirken Erkältungen, Katarrhe der llespirationsschleimhaut, schlechte Ernährung und Pflege der jungen Thiere; ferner erkranken verfeinerte! Hunderassen, verzärtelte und sehwächliche, Thiere überhaupt viel eher und schwerer, als andere Thiere, die naliirgeinäss aufgezogen sind. Die Staupe der Hunde ist über die ganze Erde verbreitet, tritt jedoch am meisten in den Soimnermonaten und in grösseren Städten auf.
Symptome, Verlauf und Prognose. Nach einem Inkubalionsstadium von 4-7 Tagen zeigen sich die ersten Störungen des Allgemeinbefindens: Fieber, Appetitlosigkeit, Unlust, manchmal Neigung zum Erbrechen u. s. w. Dann steigern sich die Erscheinungen und werden um so charakteristischer, je nachdem die Krankheit sich vorwiegend auf den Schleimhäuten (katarrhalische Form der Staupe), im Centralnervensystein (nervöse Form) oder auf der Haut (exanlhe-matische Form) lokalisirt. Danach können im weiteren Verlaufe der Krankheit bald mehr für sich, bald komplizirt mit anderen Erscheinungen nachfolgende örtliche Erkrankungen besonders hervortreten. Auf der Haut (meist Innenfläche der ilintersclienkel und am Hauche, selten in der Uingebung des Maules und der Augen) zeigen sich kleine rothe Fleckchen, welche sich bald in Knötchen, Bläschen und
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184nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infektions- und Iiitoxikntionsknmklioiten.
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Pusteln unnvaiuldn. Die linscngrossen Pusteln putlcoreii einen eiterigen Inlialt und (roeknen dann zu Borken und Krusten ein. Kaeh etwa 8 Tilgen sind kleine blassiothe Stellen, die bald versehwinden, zu erkennen und nur in seltenen Fällen (beim Nagen und Jucken der Thiore) kommt es zu tieferen Zerstörungen der Cutis. Meist ist naeli 14 Tagen die llauteikrankung verselnvunden. Der Aussehlag ist von einem geringen Juckreiz, dagegen von einem sehr unangenebmeii Geruch begleitet. An den Augen zeigt sich bei den kranken Hunden fast immer eine katarrhalisch-eiterige Konjunktivitis, wodurch die Lidränder oft verkleben, und manchmal ge-schwiirige Zerstörungen tier Kornea, Perforation der Kornea, Stapliylombildung hervorgerufen werden. Auch innere Augeiierkrankungen köiinen im weiteren Verlaufe auftreten. Am Kespi rationsapparat zeigt; sich eine in den oberen Luftwegen beginnende und mehr oder weniger schnell nach den tieferen Abschnitten sich ausdehnende katarrhalische Sohleiinhauterkrankung. Es tritt Katarrh der Käse, durch häufiges Niesen, und Katarrh des Kehlkopfes, durch öfteres Husten gekennzeichnet, ein. In anderen Fällen folgt ein Eronchialkatarrb mit Steigerung der Athemfrequenz oder selbst eine katarrhalische Pneumonio mit den physikalisch naohweisbaren Erscheinungen.
Ist das Nervensystem erkrankt, was in den meisten Fällen in höherem oder geringerem Grade erfolgt, so zeigt sieh Benommenlieit des Sensonums, selbst starke Depressiouserscheinungen (Coma). In anderen Fällen beobachtet man daneben Erregiingszustände, selbst Tobsucbtsanfälle (dann oft von Laien fürWllth gehalten). Dazu gesellen sich Zuckungen (ton isch-k Ionische Krämpfe), selbst epileptiforme Krampfanfälle, Kaukrämpfe und schliesslich entwickeln sich nebenher Lähmungserscheinungen (besonders Lähmung der hinteren Gliedmassen, der Blase und des Mastdarms), Nicht selten wird auch Amaurose mit Atropbio der SebiUTvenpapille und chronischer Hydrocephalus beobachtet (Friedberger-Fröhner). Die Erkrankung des Verd a n n n gsappara t es zeigt sich in einem verschieden hochgradigen Magendannkatarrh (Appetitlosigkeit) häufiges Erbrechen, Diarrhöe).
Der Verlauf ist bei der Staupe sehr verschieden und kann sich 24 Wochen ausdehnen, meistens 34 Wochen. Je nach der Schwere der Erkruiikung kann es auch bedeutend länger danern; es entwickeln sich dann Naclikranklyiteii (Lähmungen, dauernde Zuckungen, Lungenphthise), Die Mortalität ist je nach der Jahreszeit, der Hassen der Thieve, je nachdem die Staupe in grossen Städten oder auf dein Lande auftritt, verschieden und schwankt zwischen 3080 Proz. Der Tod tritt meistens durch Gehirnlähmung oder durch Lungenödem, seltener durch Septi-kämie ein. Demnach ist die Prognose in allen Fällen unsicher und abhängig von dem Grade der genannten prädisponirenden Momente.
Anatomisclier Itcfund. Die konstantesten und wesentlichsten Veränderungen findet man im Rospirations- und Digestionsapparat; Entzündung des Kehlkopfes, der Luftröhre, der Bronchien, katarrhalische Magen- und Darnierkrankmig. Ebenso recht häufig Veränderungen im Centralnervensystemi Anämie, Trübung, Oedem im Gehirn und Rückenmark; bei akuteren Fällen: Hyperämie und Blutungen. Daneben gelegentlich parenebvmatöse und fettige Degeneration des Herzens, der Leber und der Nieren.
Diagnose. Die Peststellung kann in einzelnen Fällen Schwierigkeiten bieten
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durch Verwechselung mit anderen Katarrhen der Nase, des Kohlkopfes und der Bronchien; duroh quot;Verwechselung mit Epilepsie oder mit Hände, die neben Staupe auf der Haut sich zeigen kann. In den meiste]] Füllen wird der Vorlauf entscheiden bezw. auch der Nachweis der Staupehncillen in dem Sekrete.
Tlierapie. Nach den bisherigen Erfahrungen kann die Behandlung der Staupe nur rcilraquo; symptomatisch sein. Die bisher als Speziflka empfohlenen Mittel (Kalomel, schwarzer Kaffee, Ichthyol, Kreolin, Lysol) haben diesen Wcrlii nicht, wenngleich, wie ich aus vielen Beobachtungen bestätigen kann, bei rechtzeitiger Anwendung je mich dem Prädilektionssitze des Leidens die Krankheit sehr abgekürzt und gemildert werden kann. Dies gilt von der Anwendung des Kalomels, des Lysols, des Ichthyols, des schwarzen Kaffees bei vorwiegender Erkrankung des
Digestionsapparates. Bei vorwiegender Erkrankung des Besplrationsapparates habe ich mit Vorthell Inhalationen von Borsäure (40/o), Karbolsäure (l0/o), Lysol (i0/u) verwendet, wobei ich diese Lösungen in der Umgehung der Nase und des Maules der Thicre öfters am Tage zerstäuben liess. Die Erkrankungen der Augen behandelt man im ersten Stadium mit Borsäurelösungen (3 0/o), später können auch Zinc. sulf. C/a'Vo), Arg. nitr. (Va0/copy;), Atropin (0,1:200 Aqu. dest.) verwendet
werden, event, auch Aetzungen mit dem Höllensteinstift. Lie Erkrankung des Magens und Darms wird in späteren Stadien durch Salzsäure (Acid, hydrochl. 5,0, Tinct. Gentian. 20,0, Aqu. destill. 300,0 dreimal täglich einen halben bis ganzen Theelöffel [Eriedberger]) durch Opiuiutinktur, durch Tinct. Bhei vinos, oder Aqu. in Verbindung mit Mag. sulf. (Tinct. Rhei vin. 20,0 Magn. sulfur. 10,0, Aqu, destill. 150,0, dreimal täglich ein Esslöffel) durch Bismuthum subnitricum u. s. w. behandelt. Gegen die Erkrankung des Centralnervensystems wird Brominitrium (10,0:250,0 Aqu. dest. dreimal täglich ein Thee- oder EssWiffel) Urethan (2-20,0) Sulfonal (14,0), Chloralhydrat (0,055,0), starkei Kaffe, Kampher (subkutan), Aether (1,0 stündlich subkutan) empfohlen. Die Hauterkrankungen habe ich durch Betupfen mit Lysollösung (l0/o) und nachfolgendem Bestreuen mit Demiatol behandelt.
Die Diät muss leicht verdaulich und sehr nahrhaft sein. Milch, Bouillon, geschabtes rohes Fleisch, daneben etwas Wein ist sehr zweckmässig. Wichtig und zu wenig beachtet ist neben der Behandlung die gründliche und öftere Desinfektion d er Lagerst ä( te der kranken Thiere. Ich lasse stets unmittelbar mit Beginn der Behandlung die bisherige Lagerstätte beseitigen und eine neue (aus einem Holzkaslen, Strohmatte mit leinener Decke bestehend) anfertigen, die leicht (durch Verbretinen des Strohes, Waschen der Leinentücher, Desinfektion des Holzkastens) gereinigt und event, ohne erheblichen Schaden vollständig vernichtet werden kann. Ebenso ist gründliche Desinfektion der Kleider der Menschen, der Teppiche u. s. w., welche das kranke Thier mit Sekret verunreinigt haben könnte, nothwendig, um fortgesetzte Ileinfektionen zu verhüten.
Die Staupe del' Katzen kommt öfters in onzootischor Verbreitung vor und ist eicht übertragbar. Die Symptome sind, wie bei der Hundestaupe; mir wird die Haut-orkrankung selten beobachtet. Hei der Behandlung ist die Karbolsäure zu vermeiden, weil diese von den Katzen schlecht vertragen wird, und durch I.ysol zu ersetzen.
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18(jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infcktions- und Intoxikntionskraiiklieiteii.
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LI. Septische und pyämisehe Erkrankungen.
(Kryptogenetischequot; Septikopyämie.)
1. Septische und pyämisehe Erkrankungen des Menschen.
Wesen. Unter dem Namen der kryptogoaetisolieii (Loube) Soptikopyäanie versteh) mim gegenwärtig solohe, meist tödtlioh endigenden schweren Allgemeinlaquo; erkrankimgen, die im Gi^ensatz zu don laquo;Is acoidentelle Wundkraiiklieiten bekannten Affeetioneii ohne direkten Nachweis der Eingangspforte der Krankheitserreger mitten im besten Wohlsein plötzlich tiuftreten, Erst bei sehr sorgfältiger Untersuchung mul Anamnese ist in vielen Füllen der Ursprung der Infektion nachweisbar.
Aetiologie. Ist auch nicht immer der primäre Herd der Infektion nachzuweisen, so muss doch in allen Fällen ein solcher oft sehr kleiner angenommen werden, von dem nach längerem oder kürzerein Bestehen die Allgemein-Infektion ausgeht. Diese wird In vielen Fällen erst- eintreten, nachdem die Krankheitserreger (es handelt sich um die Verbreitung von Streptococcus pyogenes und Staphylococous pyogenes) zu einer gewissen Quantität entwickelt und plötzlich ins Blut gelangt sind. Die Schwele der Wirkung wird dann von der Menge und der Virulenz (der toxischen Wirkung) der im Blute kreisenden Organismen, sowie von der individuellen Widerstandsfähigkeit des betreffenden Körpers abhängig sein. Je nachdem nun die hei reffenden Mikrokokken durch Lokalisation in den verschiedenen Organen des Körpers Eiterungen hervorrufen (multiple Abscessbildungon) oder ohne solche Eiterungen schwere (toxische) Allgemeinerscheinimgen und Blutungen bewirken, spricht man von I'yäinie und Seplikämie oder Sepsis. Oft kommen beide Wirkungen (durch verschiedene Organismen bedingt?) nebeneinander vor und mau hat dann die Bezeichnung Septikopyämie. Die akute Osteomyelitis, die maligne Endokarditis, maligne Erysipele, wären demnach als verschiedene Lokalisationen eines dem Wesen nach gleichen lufektionsvorganges anzusehen. Nach den bisherigen Beobachtungen sind als veranlassende Ursachen für solche Allgemeininfektionen des Körpers, aussei' den hier nicht in Betracht kommenden Wundinfektionen, folgende Erkrankungen anzusehen: puerperale Prozesse jeder Art, ulceWlse Endokarditis, Abscesse der Lungen, Leber, Milz, der Muskeln, Schilddrüse, der Gelenke, der Schleimhäute und serösen Häute, kleine Exkoriationen der Haut u. s. w.
Symiitome, Verlauf und Prognose. Nach einer sehr kurzen Inkubationszeit oder mitten im besten Wohlsein zeigt sich hohes Fieber mit starkem Schüttelfrost, ferner Schmerzen in den Muskeln und Gelenken, daneben Durchfall und Erbrechen, manchmal auch Benommenheit, Delirien und Krampfanfälle. Ferner sind kleinere und grössere Blutflecken auf der Haut, Erkrankungen der Augen, eiterige Erkrankungen der Gelenke, osteomyelitische Entzündungen an den Knochen und schnelle Vergrösserung der Milz nachzuweisen. Auch Erscheinungen einer akuten Nephritis, Empyem, katarrhalischer Erkrankung der Bronchien und Gehirn-erkraukuug können vorkommen. In anderen Fällen werden auch Erkrankungen der peripherischen Nerven (Neuralgien) beobachtet. Der Gesam int verlauf dauert
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Septische und pyämische Erkrankungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 137
meistens nur einige Tage und ist in der Kegel tödtlich, seltener dauert er länger und gellt in Genesung über. Deinentsprechend ist nuch die Prognose.
Anatomischer Ucl'uud. Der unatoinisehe Befund ergiebt sieh im Wosent-liehen aus dem bei der Aetiologie Mitgetheilten. Man wird nicht allein regel-mässig in mehreren, sondern oft in fast allen Organen grössere und kleinere Ilämorrhagicn, Abseesse oder eiterige Entzündungen finden, besonders: eiterige Entzündungen der Muskeln und Gelenke, eiterige Prozesse im Auge (Chorioiditis, Panophthalinitis), ulceröse Endokarditis, Meningitis, regelmässig akuter Milztumor in allen schweren Füllen.
Diagnose. Die Feststellung bietet mehr oder weniger erhebliche Schwierigkeiten, weil Verwechselungen mit Abdominaltyphus, Meningitis, akutem Gelenkrheumatismus, Interniittens, akuter Miliartuberkulose, mit Urämie u. s. w. möglieh sind. Gbamkteristisoh für akute Sepsis bleiben die Haut- und Netzhautblutungen, die Gelenksehwellungen neben den schweren Allgemeinsymptomen.
Therapie. Neben kräftiger Ernährung wird eine symptomütische Behandlung zu versuchen sein. So lange noch Temperatui'steigerungeu beobachtet werden, müssen die Kranken im Bett bleiben.
2. Septische und pyämische Erkrankungen der Thiere.
Vorbemerkung. Wie in der Pathologie des Menschen, so wird auch bei den Thieren eine Septikämie (Septhämie, Sephthämie) eine Pyänüe und eine Septikopyämie unterschieden, nur ist bisher nicht klargestellt, durch welche spezifischen Organismen bald die eine, bald die andere, bald eine Mischinfektion hervorgerufen wird. In vielen Fällen entwickeln sich die septikämischen Allgemein-erkrankungen, wie beim Mensehen, im Anschluss an Wunden, in anderen Fällen auch im Anschluss an vorangegangene innere Erkrankungen (besonders der Lungen, des Darmes und des Uterus). Pyämische Erkrankungen, wobei eine grössere Menge eiterbildender Kokken (besonders Staphylocoocus albus und aureus, Streptococcus) in die Blutbahn gelangt, werden unter den verschiedenartigsten Umständen beobachtet. So werden pyämische Erkrankungen bei Thieren recht häufig im Verlaufe von Lungen-, Uterus-, Huf-, Nabel- und Kuoclieuerkrankungen beobachtet. Die bereits beschriebene Druse der Pferde ist (nach Schlitz) als eine spezifische Pyämie aufzufassen. In anderen Fällen sind Venenentzündungen mit nachfolgender Thromben-bildnng) Kastration, Brustseuche, Harnblasenerkrankungen die Ursache der pyämischen Krkrankung. Schliesslich werden jedoch auch septikämische und pyämische Infektionen beobachtet, ohne dass die Eintrittsstelle genau bekannt ist. In diesen Fällen spricht man dann auch bei Thieren von einer spontanenquot; oder krypto-genetisehenquot; oder primärenquot; Septikopyämie.
Erkrankungen dieser Art werden bei allen Hausthieren In verschiedenem Alter derselben beobachtet.
Symptome und Verlauflaquo; Die Erscheinungen sind im Wesentlichen wie beim Menschen. Es tritt hohes Fieber mit grosser Abstumpfung, schnellem Kräfteverfall. Eingenommenheit des Sensoriums und im weiteren Verlaufe Durchfall ein. Bei vorwiegend pyäinischer Erkrankung ist das Fieber nicht so hoch, Abgeschlagen-heit, Appetitverlust wird gleichfalls beobachtet. Dann treten Anschwellungen und
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188nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infoktioiis- mid Intoxikationskrankheiten.
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Abscosshildungen au viTschiodenon iiussorcn Körperthcilon auf, mandimiil auch Absccsse iu inneren Orgaueu. Der Verlauf ist sehr verscliieclen, öfters sehr akut (34 Tagen), in anderen Fällen langsamer, je nach den ursächlichen Grundbedingungen der Infektion. Der Ausgang ist meistens tödtlieh; Genesung erfolgt selten und meist sehr langsam und unvollständig. Demnacli ist auch die Prognose solcher Erkrankungen stets ungünstig.
Der aiiutoinisehc Itcfund ist durch folgende Voränderungen charakterisirt: Unvollständig geronnenes, lackfarbenes Elut, schneller Eintritt der Eäulniss, geringe Todtenstarre, Blutungen an verschiedenen Stellen, Milzschwellung, körnige Trübung und fettige Degeneration des Herzens, der Leber und der Nieren. Bei vorwiegend pyämlsohor Erkrankung findet man Abscesse und Eiterungen in den verschiedensten Organen: in der Lunge, in der Leber, in den Nieren, im Darm, in den Lymphdrüsen, endlich auch in der Haut, in den Gelenken, in den Muskeln und im Auge.
Diagnose. Ist die Entstehung der Erkrankung nicht ohne Weiteres zu ermitteln, so können Vonvechsehmgen mit Milzbrand, Kotz, Phlegmone U, s. w. vorkommen.
Therapie. Eine erfolgreiche Behandlung ist meistens nicht möglich. Man beschränkt sich auf die innerliche und äiissorliche Anwendung antiseptischer Mittel. Ausserdem sind die Thiere kräftig zu ernähren und bei erheblicherem Kräfteverfall Analeptika (Kainpher, Alkohol, Aether) zu versuchen.
Pyiimie bei Hiiliiicrn. im Jahre 1888 haben Legrain und Jacquot eine durch umfangreiche Absoesse am Kopfe, am Halse und in der Umgebung der Augen charakterisirte Erkrankung der Hühner beobachtet und beschrieben, die ohne chirurgische Behandlung der Abscesse allmählich unter Abmagerung der Thiere zum Tode führt. Die Krankheit ist auf Tauben und Mäuse mit tödtlichem Ausgange übertragbar. Als Ursache der Krankheit wurde ein 12 ij, langes, durch die G ram'sche Methode nicht färbbares, glänzendes, an den Enden abgerundetes Stäbchen gefunden. Die Infektion soll auf dem Düngerhaufen erfolgen, gelegentlich der Durchsuchung desselben nach Nahrung.
SanltätspolizellloheSi Fleisch von Thieren, die wegen eingetretener Pyiimie oder Septikämie notligeschlachtet sind, wird als in hohem Grade gefährlich zu betrachten und von dem Konsum auszuschliessen sein. Selbst eine Vorwerthung nach vorangegangener Durchkochung wird nicht zu gestatten sein, da es sich in vielen Fällen um eine Bildung von Toxinen handelt, die durch das Kochen nicht zerstört werden.
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LII. Septicaemia haemorrhagiea.
Unter der Bezeichnung Septicaemia haemorrhagieaquot; hat Hueppe (1886) eine Reihe von (auf den Menschen nicht übertragbaren) Thierkrankheiteii ziisammen-gefasst, deren Krankheitserreger, wenn auch nicht als identisch, so doch als nahe verwandt anzusehen sind. Zu diesen Thierkrankheiteii gehören: die deutsche Schweiiieseuche, die Wild- und Binderseuche, die amerikanische (und dänische) Sohweineseuche (Schweinepest), die Kaninchenseptikämie, die Frettchenseuche, der Mäusetyphus und vielleicht noch andere Thierseuchen. Von den erwähnten Thier-krankheiten mögen die Kaninchenseptikämie, die Frettchenseuche und der Mäuse-typlms hier erörtert werden, nachdem die übrigen bereits an anderer Stelle besprochen worden sind.
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Septicaemia liaemorrhagica.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 189
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1. Die Kaninchenseptikämie.
Gaffky konnte (1881) durch subkutane Injektionen von Pankewasser (die Panke ist ein in Berlin mündendes Nebenfiüssohcn der Spree) eine Infektionskrankheit bei Kaninchen erzeugen, wobei diese Thicre 1620 Stunden nach der Impfung zu ürunde gingen. Im Blute und in den Organen der Thiere fanden sich Organismen, die in ihrem gosammten Verlaufe den Hühnercholerabakterien gleich -waren. Ein anderes Verhalten zeigte der von E berth und Mau dry (1890) bei einer spontanen Kaninchenseptikämie gefundene Organismus^ Der betreffende Bacillus zeigte Eigenbewegung und war auf Hühner, selbst in grosson Dosen übertragen, ohne jede Wirkung. Tauben und Moerschwcinclion zeigten sich etwas empfänglich, am meisten empfänglich waren Sperlinge, Mäuse und Kaninchen. Neuerdings hat Luoet (1892) eine Septikämie der Kaninchen beschrieben, wobei 40 Proz. zu Qxunde gingen. Bei den erkrankten Thieren traten schmerzhafte Geschwülste am Kopfe und Halse auf, daneben zeigte sich Husten und Nasenausfluss. Die Thiere starben meistens in 2436 Stunden. Die Sektion ergab im Wesentlichen: missfarbige, weiche Muskulatur, Phlegmone am Halse mit einzelnen Eiterherden; Vergrösseiung der Lymphdrüsen, der Leber und der Milz, die letztere war gleichzeitig schwarz. Im Blute und in allen Organen waren kurze, bewegliche, in allen wässrig-alkoholischen Anilinfarben färbbare Bacillen nachzuweison, die aerob und anaerob waren. Die Bacillen waren sehr virulent und lebensfähig. Kälte von 6ö0 tödtote dieselben im feuchten Zustande innerhalb 5 Minuten. Subkutane Impfungen blieben bei Tauben und Hühnern ohno Erfolg. Durch Fütterung und Kohabitation war die Krankheit nicht zu übertragen.
2. Die Frettchenseuche.
Bei der Frettchonseuche handelt es sich um eine gelegentlich beobachtete Infektionskrankheit, die durch das Auftreten einer Pneumonie und Milztumor besonders cbarakterisirt ist. Eberth und Schimmelbusch haben die Krankheit (1888) näher studirt. Es findet sich in dem Blute und in den Organen der Thiere ein kurzer beweglicher Bacillus, der grosso Aohnlichkeit mit dem Organismus der Hühnercholera besitzt. Hühner verhalten sich bei Impfungen refraktär, während Sperlinge nach subkutaner Impfung einen Eiterherd an #9632; der Impfstelle bekommen und an Septikämie sterben.
3. Der Mäusetyphus.
Loefflor beobachtete gelegentlich (1892) unter den für Versuchszwecke im hygienischen Institut gehaltenen weisson Mäusen eine Epidemie, die in kurzer Zeit 70 quot;Vo der Thiere tüdtete. Die Krankheit wurde dadurch übertragen, dass die todten Thiere von den gesunden aufgefressen wurden. Als Ursache konnte ein kurzer, beweglicher, mit (ieisseln ausgestatteter Bacillus nachgewiesen werden, der für viele Thiere pathogen gefunden wurde. Nach Verfütterung des K rankheitsmatorials wurden Hausmäuse und Feldmäuse in 6 12 Tagen gotödtet. Dagegen waren Katzen, Hatten, Brandmäuse (Mus ngrarius), kleine Vögel, Tauben, Hühner, Meerschweinchen, Kaninchen, Ferkel unempfüngl ich. Nach subkutaner Infektion trat der Tod schon nach 24 Tagen ein. Vögel, Ratten, Tauben, Meerschweinchen Hessen sich durch subkutane Infektion krank machen. Kaninchen zeigten sich wenig empfänglich. An den während der Epidemie gestorbenen Thieren war nach der Sektion Milztumor, Hämorrhagien der Magen- und Dünndarmschleimhaut, geschwollene und mit Blutungen durchsetzte Mescnterialdrüsen nachzuweisen. Die Bacillen fanden sich in den Organen in den Oefässon liegend, besonders in der Leber und in den Mescnterialdrüsen, in der Milz. Häufig waren die Bacillen in Zellen eingeschlossen.
Mit Hülfe dos erwähnten Bacillus hat dann Loefflor die Feldmausplnge in Thessalien erfolgreich bekämpft (1892). Dabei wurde auch nachgewiesen, dass der botreffende Organismus für den Menschen (per os einverleibt) unschädlich ist.
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190nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;lufeküoiis- und Intoxikationskraiikheiten.
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LIII. Pyo-Septikämie neugeborener Thiere, hervorgerufen durch Phlebitis umbiliealis infeetiosa. Wesen und Begriff. Bei Kälbern, FtUlen und Lämmern kommt In einzelnen
Gegenden und Stallungen oft enzootisoll eine Krankheit vor, die bisher meist unter dem
Sammelnamen Lähme junger Thierequot; bekannt war. Die Krankheit ist charakterisirt
durch eine infektiöse, eilrig-jauehige OmphaloPblebitis, wobei mit den Thromben
Infektionsmaterial durch daw Blut fortgespült und in die verschiedensten Organe trans-
j)ortii't und daselbst Ursache zur Entstehung weiterer Organ- und Allgemein-
Erkrankungen wird. Es können eiterig-jauchige Entzündungen der Gelenke, der
Lungen, des Darmes, der Augen, des Bauchfelles, der lieber und des Gehirns
hervorgerufen werden.
GeschiohtllclieSi Frllher wurden zahlreiohe Krankheiten der jungen bezw, neugeborenen Thiere mit ,Lähmequot; bezeichnet, weil bei den meisten der betreffenden Krnnk-heiten (pynniischo Gelenkentzündung, pyiimiscbe und septikopyamiselio Erkrankungen der Augen und Lungen, (loienkrheuiiintisiiius, Rachitis, Darinkatarrhe u. s. w.) Störungen in der Bewegung in den Vordergrund treten. Genauere Untersuchungen haben dann erst gelehrt, die verschiedenen Krankheiten nach Ursache und Wesen zu trennen. So wurde von Für st on borg und Roloff die fettige Degeneration der Körpermuskeln als besondere Krankheit ausgeschieden. Eine wesentliche Aenderung in der Auffassung über die Lähme der jungen Thierequot; wurde durch eine grössere Arbeit von Kollinger (1873) herbeigeführt. Bellinger zeigte, dass als Folge einer Phlebitis umbiliealis durch Pyämie und Septi-kämie metastatische Erkrankungen der Gelenke, Lungen und Augen entstehen könnten. Unabhängig von einer Nabelvenenentzündung kommen dann auch durch Krnährungsstörungen 1 (Ikterus, Tuberkulose, Rachitis] bedingte anderweitige Erkrankungen der jungen Thiere vor.
Actiologie. Die nächste Ursache der Erkrankung ist eine örtliche Infektion mit septischen und oiterbiideuden Mikroorganismen. Die Infektion erfolgt in der Kegel unmittelbar nach der Geburt in unsauberen, sohlecht ventilirten Stallungen, bei unsauberer Behandlung der Nabelwunde während und nach der Geburt. Begünstigt wird die Erkrankung besonders durch kurzes Abreisseu, durch Zerrung und Quetschung des Nabelstranges und durch allgemeine Körpersehwäche. Eine dicke, sulzige Beschaffenheit der Nabelschnur erhöht gleichfalls die Disposition zur Erkrankung (Bol linger). Inwieweit ungeeignete Ernährung der Mutterthiere (mit Kartoffeln, Oelkucheu, Schlempe) während der letzten Zeit der Trächtigkeit begünstigend auf die Entstehung des Leidens wirken, muss einstweilen dahingestellt bleiben. Wichtiger scheint, dass im Nabelstrange selbst durch den Heilüngsprozess der Wunde prädisponhende Vorgänge (Bildung von Thromben, die theils nach aussen mit dem Stallhoden, theils nach innen mit der Blutbahn in Verbindung stehen) veranlasst werden, Infektionserreger aufzunehmen und event, im Körper zu verbreiten. Bei Fohlen wird beobachtet, dass die Erkrankung bei edleren Hassen häufig auftritt und die Infektion manchmal schon vor der Geburt stattgefunden hat. Die weiteren Allgemcinerkrankungen werden durch embolischo und metasta-tische Prozesse bedingt, die durch Fortführung der Infektionserreger von der Nabel-wunde eingeleitet werden. Die Krankheit tritt manchmal enzootisch auf und verschwindet erst nach gründlicher Desinfektion der Stallungen, besonders des Stallbodens und sauberer, antiseptiseber Behandlung der Nabelwumle.
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Pyo-Septikämie junger Thieiv.
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Symptomo, Vorlauf und Prognose. Die ersten Erscheinungen der Krankheit zeigen sich meist innerhalb der ersten 8 Tage nach der Geburt, selten später. Es entwickeln .sieb zunächst örtliche und später allgemeine Erscheinungen. Oortlieb heolmcbfet nuin schmerzhafte Schwellung und Böthung des Nabels, manchmal
sind auch blutige und sulzige Ergiessungen in der Umgebung vorhanden. Bei näherer Untersuchung kann man den Nabelstrang durch die Bauohdecken als einen dicken, testen, beim Druck schmerzhaften) nach der Lebergegend verlaufenden strangförmigen Körper erkennen. Manchmal erscheint die Nabelwunde dabei bereits verbeilt, in anderen Fällen entleert sieb auf Druck in geringer Menge eine blutige, eitrige oder jauchige, meist stinkende Flüssigkeit. Das beginnende Allgemeinleiden kündigt sich durch starke Abstumpfung, Mattigkeit, fehlende oder geringe Sauglust an. Dann treten plötzlich heftige Gelenkerkrankungen auf; einzelne Gelenke (besonders Karpal-, Tarsal-, K nie-, Ellenbogen- und Sprunggelenke) sehwellen an, sind sehr schmerz-haft und warm. Dazu treten Druekenipfindlicbkeit der Eaucbdecken, Verstopfung, später Durchfall und Gelbfärbung der sichtbaren Schleimhäute. In anderen Fällen tritt eine metastatische Lungenentzündung, cbarakterisirt durch erschwertes, schnelles Atbmen, eitrigen Nasenausfluss und Husten hinzu, oder es entsteht eine entzündliche Reizung der Häute des Gehirns und Ivückenmarks, wobei sich Krämpfe, Zuckungen (Erscheinungen von Geniekkraiiipf), Lähmungen oder auch soporöse Zustände zeigen; schliesslich kommt (besonders bei Füllen) auch oft eine schwere innere Augenerkrankung im Verlaufe der Omphalo-Phlebitis vor. Manchmal wird auch eine Peritonitis beobachtet.
Im Verlaufe der Krankheit kann eine eirkumskripte Eiterung, Abscedinuig oder auch Vernarbung am Nabel eintreten. Die allgemeine Erkrankung endet meistens tödtlicb, entweder schon in wenigen Tagen oder nach 12 Wochen unter Zunahme der Hinfälligkeit, der metastatischen Erkrankungen der Lungen und der Gelenke oder nach längerem oder kürzerem Siecblbum. Demnach ist auch die Prognose bei erheblichen Allgemeinerkrankungen ungünstig. 6070 0/o der jungen TMere geben zu Grunde. In einer kleinen Zahl von Fällen erholen sich die Tbiere und können fett gemacht werden.
Anatomiseber Itel'und. Lei der Untersuchung der schnell in Fäulniss übelgehenden Kadaver findet man den Nabelstrang und dessen Umgehung geschwollen, manchmal geschwürige Veränderungen am Nabelringe, selbst Absce-dirungen in der Umgebung. Die Nabelvene ist bis zu ihrem Eintritt in die Pfortader mit einem dunklen, mürben oder theilweise eitrigen Thrombus ausgefüllt. Die Umgebung ist geschwollen, salzig infiltrirt, theilweise sind Verwachsungen mit dem Bauchfell nachzuweisen. In der Bauchhöhle findet, sich meistens eine blutig-seröse Flüssigkeit, auch Verlöthungen des Bauchfells mit dem Nabclstrang und den Baueheingeweiden sind zu erkennen, die Leber ist meistens vergrössert, von lehmartiger Beschaffenheit, oft mit Absccssen durchsetzt; die (Jckrösdrüsen sind vergrössert. Ebenso finden sich in der Brusthöhle Flüssigkeitsansammlungen, Blutungen an verschiedenen Stellen, eiterige Erkrankung der Lungen und des Brustfells, Endokarditis und Perikarditis. An den Gelenken findet man die Synovialis geschwollen, die Gelenkenden verdickt, meist eiterig-jauchige Zerstörung der Gelenkflächen. In der weiteren Umgebung sind auch Absccsse zwischen den Sehnen
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192nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infektions- und Intoxikationskrunkheiten.
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und Muskeln ZU beobaabteil) tlie letzteren theilweise fettig laquo;legenerirt. SohliessUoll köimen auoh die Veräudemngen in Folge einer eitrigen Iritis, Leptomeningitis u. s, W, vorhanden sein.
Duignose. Die Feststellung kann Sehwierigkoiten bieten durcli Verwechselung mit einfacher OmphalitlB, mit akutem Gelenkrheumatismus, sowie mit heftiger Mageii-Darmerkiankung u. s. \v. Bei genauer Uutorsuchung des Nabels, bei Berücksichtigung der Störungen des Allgemeinbefindens und der Thatsache, dass die Phlebitis unibüicaUs infeotiosa wenige Tage nach der Geburt beginnt, wird in den meisten Fällen eine sichere Feststellung möglich sein.
Therapie und Prophylaxe. Im Anfange der Erkrankung wird man örtlich antiseptisehe Flüssigkeiten, event, nach Erweiterung der Nabelwunde anwenden können, Auch Einreibungen mit Karbol- und Jodoformsalbe werden empfohlen. Nach Begun des Allgemeinleidens werden subkutane! Injektionen von Spiritus eamphomtus (1 5 g), innerlieh Wein, salicylsaures Natron (25 g 3 mal täglich in schleimigen Abkochungen) auch Chinin, Kreolin, Ichthyol, Lysol angewendet. Besonders wichtig ist die Prophylaxe, wobei auf folgende Punkte vorwiegend zu achten ist. Unmittelbar nach der Geburt muss der Nabel sorgfältig mit einer Lysol-, Kreolin- oder Borsäurelösung gereinigt und dann mit einem reinen, in eine dieser Flüssigkeiten getauchtes Bändchen abgebunden werden. Ein öfteres Bepinseln des abgebundenen Nabels und seiner Umgebung ist gleichfalls wichtig. Ebenso ist auf grösste Beinhaltung und öftere gründliche Desinfektion des Stallbodens, auf saubere trockene Streu, auf sofortige Trennung der kranken Kälber von den gesunden zu achten. Ks wird auch nöthig sein, zwei Kälberställe einzurichten und in den einen die kranken, in den anderen die nach der Geburt gesunden ZU bringen.
Siuiitiitspolizcillclics. Das Fleisch von Thieren, welche wegen l'yo-Septikämie, hervorgerufen durch Omphiilo-Phlobitis, geschlachtet worden sind, ist als schiidlich und ekelerregend von der Verwerthung als Nahrungsmittel auszuschliessen.
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LIV. Aktinomykose1). Strahlenpilzkrankheit.
M'csen und llegrlff. Als Aktinomykose bezeichnet man eine eigenartige, erst in den letzten Decennien genauer erforschte Infektionskrankheit, welche chronisch und akut verlaufend, unter der Einwirkung eines zur Kladolhrixgmppe gehörenden Spaltpilzes des Strahlenpilzes beim Menschen und bei Thieren (bisher beim Bind, Pferd, Schwein und Eleplmnten beobachtet) sich entwickelt. Die Pilze, welche ausserhalb des Organismus auf Pflanzen, namentlich Get.'eidoarten, leben, erzeugen bei Thieren meist wirkliche Granulalionsgeschwülste, während beim Menschen, wahrscheinlich in Folge einer Misehinfektion {Eiterkokken neben dem Aktinomyces), Phlegmonen und Eiterungen häufiger beobachtet werden.
Ocsehichtliclics. Die Geschwülste, welche durch die Anwesenheit der Strahlenpilze im t h i e r i s c h e n Körper, besonders beim Rinde hervorgerufen werden können, sind seit sehr langer Zeit in der Thierheilkunde bekannt und unter den verschiedensten Bezeichnungen beschrieben worden. Je nach ihrem Prädilektionssitze in den Kieferknochen, in der Zunge oder in den Kopf- und Halslymphdriisen waren die Bezeichnungen verschieden. Heim Sitze in den Kieferknochen sprach man von Winddorn, Knochenwurm, Kiefergeschwillst.
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l) gczt;;, Strahl, [rJzTjr, Pilz.
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Aktinomykoslaquo;!. Stnililenpilzkrniikheit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;103
Spina ventosa, Kietersarkom, K'rebs; beim Sitze in der Zunge waren die Uozeichnungen llolzzunge, Zungenw urm und Zungentuberkulo.se ; beim Sitze in den änsseren Weichtbeileii des Kopfes sprach man von Drüsengeschwulst, Hautwurm, Hauttuberkel, Igelkropf, Ihlenkropf u. s. w. Dass bei Tliieren besondere Pilze die Ursache der tieschwülste sind, wurde von Hahn (1870) durch soiuo Befunde (die er als eine Art Pinselschimmel bezeichnete) vermuthet. Prüher hat auch schon Perroncito (1803) und Rivolta (1868) oigenthümliche Gebilde in den Geschwülsten gefunden. J5ollinger führte jedoch erst 1877 den Nachweis, dass spezifische Pilzforrnon konstant in bestimmten (teschwulstformen beim Kinde vorkommen. Der Botaniker Harz hat dann den Pilz näher untersucht und Actino-myces bovis genannt.
Beim Menschen sind solche (leschwulstfoimen gleichfalls schon seit langer Zeit bekannt und, wie J. Israel nachgewiesen, von B. v. Langenbeck schon im Jahre 184.quot;gt; beobachtet worden. Langenbeck hat seine Beobachtungen im Jahre 1845 in Virchow's Archiv Bd. 74 veriitfentlicht. Alsdann hat J. Israel zuerst (1878) einen Fall von Aktino-mykose beim Menschen oingohend beschrieben undPonf'ick sprach dann auf Grund eigener Erfahrung zuerst die Ueberzeugung von der Identität der Strahlenpilze bei den Thieren und beim Menschen iilfentlich aus. Seitdem der sichere Nacliwois der Pilze von Boiling er und Israel geführt worden war, sind die Strahlenpilze als Krankheitserreger beim Menschen und bei Thieren in unzähligen Fällen fast in allen Kulturländern der Erde festgestellt worden.
Baktorlologlsohes. Nach den Untersuchungen von Boström gehört der Pilz zu den pleomorphen Bakterien, und zwar zur Kladothrixgruppe der Spaltalgen oder Spaltpilze. Als verzweigter Patlenpilz bestehen die Zweige desselben aus soliden gleichmässigen Fädon welche sich durch fortgesetzte Quertheilung in Fadenstücke theilen, die als längere oder kürzere Stäbchen erscheinen, welche ihrerseits wieder durch weitere Quortheiliing in kleine, rundliche, mikrokokkenähnliche bezw. sporoide Gebilde übergehen. Die einzelnen Fäden oder Theile derselben sind stets mehr oder weniger stark wellig gebogen (manchmal sogar in Sohraubenwindungen). Ks besteht das Charakteristische des Aktinomycespilzes im Gegensatz zu anderen Bakterien darin, dass er nicht als Einzelindividuum, sondern in Verbänden von regelmässig gegliedertem Aufbau vegetirt. Diese Pilzverbände worden als Aktinomycosdrusen (Kolonien, Körner, Kasenstöcke) bezeichnet. Die allerjüngsten Aktinomycesdrnsen bestehen aus einem von einem Punkte ausgehenden Geflecht feiner, sich intensiv färbender Pilzfäden; die mittclgrossen und grossen Rasenstöcke haben die Gestalt von Hohlkugeln, deren Kugelmantel an einer Seite eine Oeft'nung hat, ans welcher das Wurzelgefleoht der Kolonie nach aussei! in das Gewebe hineinwächst. Der Kugelmantcl besteht aus dem durch dichteste Verfilzung des Pilzes gebildeten Koimlager und ganz nach aussen aus der durch keulen- odor birnformige Gebilde zusammengesetzten Kolbon sehich t. Das Keiml age r entsteht durch eine nach allen Richtungen erfolgende ununterbrochene Thcilung der Fäden und Anhäufung von Sporen. Im Innern der Kugel finden sich weniger verzweigte, regellos angeordnete Fäden. Von dem Keimlnger erheben sich die Fäden in Perm von zunächst wenig verzweigten, gerade verlaufenden, später reichlicher verzweigten Strahlenbüscheln (Kitt). Die Ko Ibenschi ck t bestoht meist schon aus abgeworfenen Kolben, dio im Alter der Drusen immsr mehr zunehmen, während die Fadenschicht abnimmt. Die Kolbenbildung erfolgt durch eigeuthiimliche Degeneration (Vergallertung) der Pilzscheido oder Pilzniombrnn, wodurch eino keulenförmige Anschwellung der Enden der Pilzfäden bewirkt wird. Die ältesten Drusen bestehen aus einem nicht mehr färbbaren Konglomerat der Kolbensubstanz, an der man durch Zerdrücken die radiäro Anordnung der verdickten Fadenthcile noch erkennen kann. Die abgestorbenen Theile der Kolonion können verkalken, wobei die Verkalkung von aussen nach innen fortschreitet.
Durchschnittlich haben die Aktinomycosdrusen einen Durchmesser von '/laquo;' #9632;-#9632; mm und sind im Anfange der Entwickelung schon mit blossom Auge als samlkorngrosso, kugelige Körper erkennbar. Mit zunehmendem Alter werden sie grau, gallertig, grauweiss, gelb, braun und selbst grünlich.
Neuerdings sind auch Rein ziiehfungon des Aktinomyces gelungen. Israel , Wolff, Boström u. A. gelang die Züchtung auf Agar unter Sauersfotfabschluss und erfolgreiche lufizirung der Versuchsthiere mit den erhalteneu Kulturen. Der Pilz bildete kleine, langsam wachsende, lange Fadennetze enthaltende Knötchen. Diusen mit keulenartigen Gebilden werden nicht beobachtet. Die Sporen, anfÄgar und Bouillon übertragen, wachsen in 1015 Stunden bei 80deg; C. zu kurzen Fäden aus, welche in die Länge wachsen und sich verzweigen. Die Sporen widerstehen mehrere Monate dem Austrocknen, während die Fäden in 1014
S c h no i do in Ulli, Vcrgl. I'atholoijio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1:J
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194nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infektions- und Intoxikationskrankheiten.
Tagen ihre Lebensfähigkeit dadurch einbttsaeu. Die Sporen ertragen eine Hitze von 6065 ^ während Fäden dabei zu Grunde gehen. Temperaturen von 121quot;)deg; Kälte haben weder auf Sporen noch laden einen nachtheiligen Einfluss (Maksutow).
bezüglich der üebertragbarkeit der Strahlenpilze durch Einimpfung der Kulturen scheint nach Boström, dem solche Versuche ebensowenig bei Kälbern, Schweinen, Kaninchen, Meerschweinchen gelangen, wie Anderen (Rivolta, Uollinger, Johne, Siedain-grotzky u. s. w.) bei Schafen, Hannneln, Hunden, Katzen und Ziegen, der Beweis für die Eortentwickelung des Pilzes nach künstlicher Uebertragung noch nicht erbracht. Es scheint, dass der Strahlenpilz, in den thierischen Körper gelangt, nicht mehr infektiös wirkt, sondern nur in dem ausserhalb des thierischen Körpers an Getreidegrannen erhaltenen Entwickelungsstadium. Demnach dürfte die bisherige Annahme richtig sein, dass eine Uebertragung der Aktinomykose von Thier auf Thier oder von Thier auf den Menschen nicht vorkommt.
Für die Färbung ist geeignetsten mit Pikrokarmin, ebenso Hämatoxylin und Boraxkarrain. Auch die Giram'solie Methode ist anwendbar.
1. Die Aktinomykose des Menschen.
Aetiologic. Nach allen bisherigen Erfahrungen ist anzunehmen^ dass meistens die Keime des Aktinomyces mit pflanzlicher Nahrung in die Mund- und Rachenhöhle gelangen und von hier aus ihre Weiterwanderung in den Organismus antreten, sei es durch Aspiration in die Lungen, sei es durch Eintritt in den Dann oder in die Blutbahn. In den meisten Fällen von Aktinomykose des Menschen fanden sich kariöse Zähne oder Erkrankungen der Tonsillen, wo dann auch die Pilze gelegentlich nachzuweisen waren.
Symptome, Verlauf und Prognose. Das Krankheitsbild wird eine grosse Mannigfaltigkeit der Erscheinungen bieten, je nachdem das eine oder andere Organ vorwiegend Sitz der Pilzvegetation ist. Meist gehen die Pilzwucherungon in die unmittelbare Nachbarschaft über, von den Zahnherden auf den Unter- oder Oberkiefer, dann auf den Hals, die Schädelbasis, Wirbelsäule, Mediastinum und Brusthöhle. In anderen Fällen kommt es zur Ansiedelung des Aktinomyces im Dann. Ueberall beobachtet mau Bildung von Knötchen und Knoten, die bald in Geschwüre Übergehen und den Ausgangspunkt für weitere, überall hin sich ausdehnende Ansiedelungen bilden. Nach Durclilmich in ein Blutgefäss kommt es zu metastatischen Prozessen. Ist irgendwo ein Durchbruch erfolgt, ein Abscess geöffnet worden, so entleert sich ein dünnes eitriges Sekret, welches schwefelgelbe Körner bis zur Grosse eines Stecknadelkopfes und darüber enthält. In den gelben Körnern kann man mikroskopisch den Pilz nachweisen. Demnach wird ein Theil des Krankheitsbildes je nach dem besonderen Sitze des örtlichen Leidens vorschieden sein, daneben wird sich Fieber und Störung in der Ernährung zeigen. Man wird bald einen reeidivirenden Wangenabscess, eine submaxillare, chronische oder akute Phlegmone (Angina Ludovici), bald eine Lungenkaverne mit, Pleuritis beobachten können, bald eine Peritonitis oder eine tödlliche mit multipler Abscessbildmig einhergehende Pyämie. Der Verlauf der Erkrankung ist meist chronisch und kann Monate und ein Jahr dauern. Die Prognose ist von der frühzeitigen Erkennung und rechtzeitigen Beseitigung der Primäraffektion abhängig.
Diagnose. Die Diagnose wird nur dann mit Sicherheit möglich sein, wenn es gelingt, Eiter von nktinomykotischen Herden zur Untersuchung zu bekommen und in demselben den Aktinomyces nachzuweisen.
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Aktinomykose. Strahlenpiizkranklieit,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;195
Therapie und Proitliylaxe. Die Therapie i^l im Wesentlichen ohimrgisch und symptomatisch. Geheirarath V. Bsmarob benutzt zur Desinfektion der mit dem scharfen Löffel gereinigten Hohlräume krystallinische Borsäure, die in Substanz auf die Wundfläche gebracht wird. Prophylaktisch scheint zweckmässig auf die Beseitigung kariöser Zähne zu achten und besonders das Kauen von Getreide-halnieu, wie es oft auf sommerlichen Spaziergängen durch Felder geschiebt, zu vermeiden. Der Genuss rohen (Kiiid-)Fleisches kann nur dann von Bedeutung werden, wenn beim Schlachten von Thieron mit lokaler Aktinomvkose eine Verunreinigung des Fleisches stattgefunden hat,
2. Die Aktinomykose bei Thieren.
Vorkommen und Actiologie. Bei Thieren ist die Aktinomvkose bisher am meisten heim Kind beobachtet worden. Sie tritt, liier in Form von Kiefererkrankungen (Winddorn, Kinnbeule, Spinn ventosa, Knochenwurm) und Zungenerkrankungen (Holzzunge, Zungentuberkel), ferner in den äusseren Weichtheilen des Gesichts und der Halsgegend, in der liachenhöhle (Ilachenpolypen) und in den dazu gehörigen Lymphdrüsen (Olirdrüsenlyniphoine, Drüsentuberkel, Igel), im Schlünde (Schlundkopffibrome), in der Lunge, im Magen, Darm, Bauchfell, in der Milz und Leber, im Euler und in der Haut (Hauttuberkel, Hantwurm des Rindes öfters genannt), in den Halswirbeln, in den Leistendrüsen und im Gehirn auf, Wiederholt sind auch in der Muskulatur gut genährter Kälber echte Strahlenpilze beobachtet worden (Falk). Nach statistischen Angaben (Rasmussen) scheinen die Zimge, die Haut, die Unterkieferdrüsen und Knochen des Kopfes am meisten zu erkranken, dann die Lymphdrüsen unter der Schädelbasis, Luftröhrendrüsen, Lungen u. s. w. Manchmal wird auch enzootisches Auftreten der Aktinomykose des Rindes beobachtet. Nach den bisherigen Beobachtungen kommt in den meisten Gegenden auf etwa 3000 Rinder ein aktinomykotlsches. Beim Scliweiu ist echte Aktinomvkose in der oberen Halsgegend, im Euter, in der Baohenhöhle, in den Knochen (besonders der Wirbelsäule), im Unterkiefer und in der Lunge am meisten gesehen worden. Dann ist beim Pferde echte Aktinomykose besonders nachgewiesen worden im Samenstrange, im Unterkiefer, in der Zunge, am Hlnterfuss, in den Bippenknorpeln, In einzelnen Arterien, in der Subkutis der Hüfte, in der Milz und im Gekröse (Eelnemann), Auch beim Elephanfcen ist Aktinomykose beobachtet worden.
Bezüglich der Aetiologie hat zuerst Johne und dann eingehend Boström nachgewiesen, dass der Strahlenpilz an Gelreidegrannen, besonders der Gerste, vorkommt und vorwiegend mit der Nahrung in den Körper der Thiere gelangt, Johne fand in den Tonsillen der Schweine Gerstengrannen, die an ihrer Oberfläche mit Strahlenpilzen besetzt waren; Boström, Pia na u. A, landen in den meisten Fällen von Kiefer- und Zungenaktinomykose des Kindes Grannen und Futterpartikel im Zahnfleisch oder in die Zungenscbleimbaut eingespiesst. Nach den weiteren Untersuchungen von Boström besteht an der Getreidegranne der unreifen (Jrasfrucht ein solides Zellenparenchvm, das erst an der reifen (Jrasfnieiit durch Zerreissen und Vertrocknen des Parenchvnis symmetrisch gelagerte Fufl-räunie bekommt, durch deren nach anssen frei mündende Spaltöffnungen der Pilz
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UM!nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infcktioiis- und Intoxikiitionskraiiklieiten.
QÜidrlugen iincj sich weiter entwickeln kann. In dei1 trookeneu Qetreldegranue kann der Pilz lange Zeit (über ein Jahr) liegen bleiben und auf geeignete Stellen dos Thierkörpers Übertragen, wieder üppifi; zu wuchern beginnen Damit würden BeobaobtUUgen, nach welchen beim Kinde Infektionen besonders nach Trocken-ftttterung stattfinden, in Einklang stehen. Cielegeiitlich kann auch in Folge Aspiration der Pilze durch die Athmunusluft eine Erkrankung der Lungen, oder durch Eindringen in Hautwunden und in die Strioböffnungen des Enters, Aktinomykoae der
Haut und des Euters entstehen ; scbliesslich wird durch zufällige Einwanderung der Pilze in die Blutbahn auch eine generalisirte Aktiuomvkose mit Erkrankung der Lungen, Leber, Nieren n. s. w. eintreten können. Zahlreiche Beobachtungen der letzten .lalire, die in Deutschland und in Dänemark gemacht worden sind, beweisen auch, dass in sumpfigen, feuchten, den Ueberschwemmmigen ausgesetzten Gegenden die Kntwickelnng der Strahlenpilze; auf den Grannen begünstigt wird. So traten in einzelnen Gegenden die Strahlenpilzerkrauklingen besonders heim Kinde euzoo-tisch auf nach Verfütterung der Gerste, die auf dem neu gewonnenen Boden obies Ucberschwemmungsgchietes angepflanzt war. Augonscheinlicii werden die Pilze auch besonders in den Sonimernionaten mit der Nahrung aufgenommen. Pcmerkens-werth ist auch noch die Peobachtnng (Faletti), dass die Aktinomykoso beim Rind häufiger in Jahrgängen auftritt, welche grossen Aphthenepizootion folgten.
Symptoino, A'erlaul' und Prognoselaquo; Je nach dem Sitze; der Aktinoniykome werden auch die Krankheitserscheinungen wechseln. Beim Sitze an den Kiefern tritt allmählich entweder eine gleichmässig ausgebreitete oder mehr abgegrenzte, rundliche Geschwulst ein, wobei die umgebenden Weicbtbeile und die Haut sich verdicken. Nach kürzerer oder längerer Zeit bricht die Geschwulst auf, entleert eine eiterige, mit gelben Körnchen gemischte Flüssigkeit; heim Einführen einer Sonde zeigt sich, dass die Geschwulst nach allen Richtungen von leicht zerbrechlichen Knochenblätlchen gebildet wird. Beim Sitze der Aktinoinykerne in der Haut und in den Drüsen des Kehlganges und der oberen Halsgegend bilden sich an diesen Stellen feste, harte, meist schmerzlose, hühnerei- bis faustgrosse Knoten, die oft erst nach sehr langem Pestehen aufbrechen. Sitzen die Geschwülste in der Zunge, so tritt Geifern aus dem Maule und Kaubcschwenlen ein; beim Sitze in der Pacheu-höble zeigen sich eigenthümliche, beim Schluckakt oft mit Dyspnoe begleitete; Athmungsgeräusobe; in grösseier Ausdehnung in den Lungen lokalisirt, rufen die Aktinoinykome unter allmählich lortsehreitender Abmagerung Athmungsbeschwerden hervor.
Der Verlauf ist in den meisten Erkrankungen chronisch; es können Monate, selbst Jahre vergehen, bis bei Erkrankung innerer Organe eine Funktionsstörung beobachtet wird. Die Prognose ist meist nur bei äusseren, dem chirurgischen Eingriffe zugänglichen Sitze der Erkrankung günstig, sonst in der Pegel ungünstig.
Anatomischer licl'und. Die anatomischen Veränderungen bei der Aktinomykoae können nach den Untersuchungen Boström's in drei Gruppen eingetbeilt werden: in granulös-fibröse Entzündungen, in progressiv-eiterige, granulöse Entzündungen und in fungöse Erkrankungen, In Folge eines reaktiven Entzündungsprozesses entwickeln sich In der Umgebung der Pilzdrüsen grössere oder kleinere
Granulationsknölchen und -Knoten verschiedener Grosse, die in einer bindoy-ewebiuen
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Aktinuiuykose. Stralilenpilzkiankheit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1lt;)7
Gnmdsübstaua ebigebettet sind, Auf der.Schnittfläche griteserer Gesohwülste findet man in dem mehr oder weniger festen bindogewebigen Stroina kleinere und grössere (his erbsengrossie) Einlagerungen, die vielfneh /u rundlichen, bis wallnussgrosson, gmugelben und graui'ötbliohen Herden vereinigt sind (Johne). Eine typische Ver-kttsung, Koagulatlonsnekrose dos Zellenmaterials, wie beim Tuberkel, tritt im Aktlnoray-kom Jiie ein, stets handelt es sich um Umwandlung der lymphoiden Zellen in Eiterzellen (Johne). Am Knochen tritt durch Erkrankung des Markes und Periosts eine ossifizirende Periostitis und rarefizirende granulöse Ostitls, durch welche letztere das knöcherne Balkenwerk vernichtet und schwammartige Hohlräume erzeugt worden; andrerseits werden durch die Periostitis ümfangsvermehrungen des Knochens hervorgerufen. In der Zunge entwickeln sich rundliche, derbe, fibröse Knoten, mit einem central gelegenen, eiterigen, kalkigen oder mörtelartigen Inhalt, Durch die fibröse Hypertrophie entwickelt sich Atrophie der umgebenden Muskelfasern. Nach den oben angegebenen Grundzügen sind auch die Veränderungen in der Hachenböhle, in der Haut, in den Halswirbeln, im Gehirn, in der Milz Leber, in den Muskeln, in den Speichel- und Lymphdrüsen u. s. w. zu beurtheilen.
Diagnose. Die Feststellung ist wegen Verwechselungen mit Tuberkulose, traumatischer Zungenerkranknng, mit anderen Neubildungen am Kopfe oft schwierig; eine sichere Diagnose ist erst durch den Nachweis der Strahlenpilze möglich.
Therapie und Prophylaxe. Soweit die Geschwülste von ausseu erreichbar sind, wird man sehr frühzeitig die Entfernung bewirken müssen. Injektionen von Sublimat (1:20 Alkohol), Jodtinktur, Lugol'scher Lösung, Karbolsäure (1:10 Alkohol) haben hiebei in vielen Eällen sehr gute Dienste geleistet. Auch die innerliche Verabreichung von Jodkalium, 5 g 10 Tage hindurch, wird empfohlen.
Prophylaktisch ist wichtig, solche Weiden zu vermeiden, auf denen nach den oben angegebenen Erfahrungen die Rinder sich leicht mit Strahlenpilzen in-fiziren können.
Saiiitütspolizeiliclies. Im Allgemeinen wird man das Fleisch von Kindern, lt;iio an Äktinomykose einzelner Organe (des Kopfes, der Zunge oder der Lunge) leiden, nach unschädlicher Beseitigung der kranken Theile dem freien Verkehr übergeben können. Eine LTebertragung der Krankheit auf den Menschen durch den Genuss des gesunden Fleisches solcher Thiere ist vollkommen ausgeschlossen. Nur wenn sich eine (sehr selten beobachtete) nllgcmeine Erkrankung, vielleicht gar unter Theilnahme der Muskeln zeigen sollte, wird das Fleisch zu vernichten sein. In dieser Beziehung wird nöthig sein, mehr als bisher geschehen, auch die Muskeln (besonders der Kälber) zu untersuchen. In allen Fällen von Äktinomykose wird jedoch beim Schlachten darauf zu achten sein, dass nicht das Fleisch mit dem Inhalt der etwa am Kopie, in der Zunge oder in der Lunge befindlichen und bei der Untersuchung angeschnittenen Aktinoinyces-Herdc verunreinigt wird, lu solchen Fällen wäre nicht auszuschliesseu. dass eine Infektion beim Menschen unter den mitgetheilten Voraussetzungen (kariöse Zähne) nach dein Genüsse des rohen und mit Strahlenpilzen verunreinigten Fleisches eintreten kann.
Aktinomyces innsonloinni suis et ovis. Dunoker und Hertwig fanden in der Muskulatur des Schweines einen dem echten Aktinomyces bovis ähnlichen l'ilz, der jedoch ätiologisch und biologisch vollkommen von dem echten verscliioden sein dürfte. Die Drusen liegen meistens innerhalb der Muskelschläuche und veranlassen eine Verdickung des Sarkolomms mit reichlicher zolliger Infiltration in der Umgebung. Es sollen die radiär gestellten, keilförmig endigenden Mycelfäden die kontraktile Muskelsubstanz durchwachsen. Ks kann Verkalkung der Pilzdrusen und Zerfall der Muskelfasern eintreten. Das Fleisch solcher Schweine ist in höheren Uraden der Infektion weicher, wässriger, mit den Fingern leicht eindrilckbur und an den pilzhaltigen Stellen gelblichgrau. Die Pilze erscheinen bei der mikroskopischen Untersuchung als vielfach kreisförmig gestaltete, scharf umschriebene
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198nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fnloktions- und Iiitoxikiitionskrnnklieiti'ii.
l'laltcn, dio in die Muskulatur eingolagert erscheini'ii. Am liiiutigstcn weiden die Strahlenpilze in den Zweichfellsjifeilern, in den liauchmuskeln und in den Zwischenrippenmuskeln gefunden (Hertwig). Die Aufnahme des Pilzes soll in den Sommeimonaten wahrscheinlich mit der Nahrung erfolgen. Im Oktober wurden in Berlin meist nur frische, in der Kntwickelung befindliche Rasen, im Januar schon tlieilweise verkalkte und in den Sommermonaten nur verkalkte l'ilze gefunden. Im Leben der Thiere ist wenig Charakteristisches nachzuweisen (Hertwig). (Gelegentlich sind die .genannten l'ilze auch in dem wiissrigeu Fleische von Schafen gefunden worden.
Sanitiitspolizoiliclu's. Man wird den Standpunkt festhalten müssen, das Fleisch von Schweinen und Schafen, welches (wie es in Berlin geschieht) 1quot;)24 Stunden nach der Schlachtung obige Veränderungen au der Muskulatur zeigt, als verdorben zu betrachten und den Genuss nach Deklaration auf der Freibank oder nach vorheriger Durohkochung zu gestatten. Bei höheren (jraden der Infektion wird das Fleisch als ekelerregend nur zu gewerblichen /-wecken Verwendung finden dürfen.
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LV, Botryomykose. (Myko-Fibrom. Myko-Dermoid. Asko-kokkengesch wulst. Tnuibenpilzkrankheit.)
Wesen. Es handelt sich bei der Botryomykose utn die Entstebiuig von Neubildungen, die durch einen eigenartigen Pilz veranlasst werden. Solche (ie-schwülste sind bisher mit Sicherheit nur heim Pferde) Rinde und Schweine beobachtet worden.
Ctospltlohtliohes. Schon im Jahre 1S69 hatte Bolliuger in der Lunge des Pferdes kleinere und grössere (bis wallnussgrossc) Knoten von grauweiser Farbe gefunden, die von lianf'korn- bis erbsengrossen Erweiclmngsherden durchsetzt waren. In diesen kleinen Herden fanden sich Filze, die Bollinger alsZoogloea pulmonis equi bezeichnete, Rivolta hat dann (1879, 1884) diese Pilze neu entdeckt und Discomyces eciui genannt. Weitere Fälle ho-schrieb dann Johne, der die Aehulichkeit des Pilzes mit Askokokkus üillrothii hervorhob. Alsdann hat Rabe weitere Beobachtungen mitgetheilt, Züchtungs- und Impfversuche des Pilzes bei Pferden ausgeführt und wegen seiner oigenthiimlichcn Wachsthumsverhältnisse Mikrokokkus botryogenus genannt. Johne bezeichnete den Pilz (wegen seiner eigenthüm-lichon Kapsel) Mikrokokkus askoformans, Bollinger: Botryomyces und Kitt: Botryokokkus askoformans.
Bakteriologisches. Schon mit blossem Auge kann man in den kleinen von den Pilzen erzeugten Knötchen sanclkorngrosse. gelbweisse Körnchen erkennen und isoliren. Mikroskopisch zeigen sich dieselben zusammengesetzt aus maulbeer- und traubenförmigen Konglomeraten, dicht zusammenliegender, meist runder, 5 10;) im Durchmesser langer Mikrokokkenhaufen. Diese Mikrokokkenlmuf'en liegen in einer mit Pikrinsäure stark gelb färbenden Zoogloeasubstanz eingebettet, deren Rundschicht zu einer doppeltcontourirten glänzenden, kapselartigen Hülle verdichtet ist (Johne). Diese Pilzkonglomerate bilden immer das Centrum der zelligen Knötchen. Bei Kulturen tritt keine Kapselbildung ein. Nach monatelanger Aufbewahrung in der feuchten Kammer in Blutserum wächst der Pilz und erhält hirschgeweihartige Zapfen (Csokor). Nach Impfungen gehen Meerschweinchen unter den Erscheinungen der Septikämie zu (Irunde, bei Schafen und Ziegen entwickelt sich ein entzündliches Oedem, das entweder mit Hautnekrose oder auch tödtlich endet. Bei Pferden tritt zuerst ein entzündliches Oedem und dann Hindegowebswucherung ein mit Bildung verschieden grosser Knötchen. Mäuse schienen immun zu sein. Bei Hausthieren, die nicht dem Einhafergeschlecht (Rabe) angehörten, konnte das Mikofibrom durch Impfung der Kokken nicht erzeugt werden. Die Mikrokokken werden durch Anilinblau und Bismarckbraun sehr intensiv gefärbt.
Aetiolo^ie und Vorkoinmen der Botryomykoselaquo; Die mit Geschwürs-bildung einhergehende Erkrankung ist bisher am meisten beim Pferde und neuerdings auch beim Rinde gesehen worden. Beim Pferde fand man dio Erkrankung In der tmngej In der Haut lt;ier Qesohirrlage (Widerrist, Brusl und Bugbeule), des
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Hohyomykoso. (iolbos Fiober.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;199
Fossels!, des Sobweifds, in dor Kastnitionsnai'bü (Samensti'aiiggesohWUlste), in der Beökonhöble (Babe), Im Euter, in laquo;lor Hippo und im Fleische des Pferdes (Kitt). Ausserdetn im Sobweifstumpfe naob Koupirung dos Sobweifes, an den Lippen und
nil tier Zunge (Möller).
Naob allen Eoobaolilungon muss mau als Vorbedingung für die Ent-stebung der Botryoinykotne ein Trauma annebmeu, durch das tlie Pilze eindringend Auch scheint erforderlich, dass die Pilze in den meisten Fällen energisch in die Haut eingerieben oder eingedrückt (Samenstrang, Euter, Bug) werden müssen, um zur Enlwickelung zu kommen. Kitt macht auf die grosso Uobereinslimmung aufmerksam, welche Kulturen dos Bolryokokkus mit denen des Staphylokokkus pyogenes aureus zeigen und meint, dass der Botryokokkus vielleicht eine Varietät oder Rasse dos ersteren oder in der Kapselhildung eine Puhefonn desselben darstelle.
Symptome und Verlauf. An den erkrankten Stellen zeigen sich kleinere und grössere Tumoren, die ihrem Wesen nach chronisch entzündliche, geschwulstartig oder diffus auftretende Bindegewebswuobei'ungen darstellen. Wie beim Akti-nomykom sind auch beim Potryomykom in den neugebildoton, meist grauwoissen, fibrösen oder speckigen Bindegewebstnassen, welche die Grundsubstanz bilden, kleine und grosso (bis wallnussgrosse) Knoten und Knötchen von grauer oder gelb-rother Farbe eingebettet, die ausnahmslos im Contrum erweicht sind. Im Allgemeinen ist das Stroma stärker und mehr fibrös als bei den Aktinomycosgeschwülsten. Die grösseren Knoten bilden abscessartige Herde oder fistulöse mit einander kommuni-zirendo Gänge mit einem gelbbräunliohon, fast orangefarbenen welchen, schloimig-eitrigen Inhalt (Johne). Die klinischen Erscheinungen beim Sitze der Qesohwttlste in den Lungen, Knochen und in anderen inneren Organen dürften wenig Charakteristisches bieten.
Therapie und Prophylaxe. Die Behandlung ist in der Hegel rein ohirmgisoh.
Vielleicht ist es zwecktnässig, dabei nach Spaltung, Exstirpation, Auskratzen mit
dem scharfen Löffel die Anwendung der krystallinisehen Borsäure zu versuchen.
Prophylaktisch wird man auf möglichst antiseptischo Behandlung aller Wunden,
besonders auch nach Kastrationen, auf öftere gründliche Reinigung des Geschirres
halten müssen. Weiteres wird erst möglich sein, nachdem über die Biologie des
Pilzes mehr festgestellt ist.
Sanltittspolizeiliohes. Bisher ist Botryomykose beim Mensohen nicht beobachtet worden. Dennoch wird nöthig sein, die Organe der Tliicre, welche Botryomykomo enthalten, sorgfaltig ZU vernichten und vor allen Uingon eine Verunreinigung lies Fleisches mit dem Inhalte der desohwülste zu vermeiden.
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LVI. Gelbes Fieber. (Gelbfieber. Amerikanische Pest1).)
{Vorbemerkung. Die nachfolgenden Infektionskrankheiten haben zwar für Europa ein untergeordnetes Interesse, weil sie meist nur in den Tropen, in Afrika, Amerika und Asien beobachtet sind, dennoch scheint es sowohl der Vollständig-
l) Frz.: fievre pestilentielle OU gastrique OU ndenonerveuse ou ataxo-adynamiqiie : typhus icterode ou amaril Oll des troplques ou d'Alttdrlque; eng].: yellow fever, yellow Yak, black vomit: ital.: febbre gialla, Fcbris tlava sen americana. Fcbris biliosa maligna.
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200nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infoktions- und lutoxikationskraiikheitoii.
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koii halbcT, wie iiuch dos iillfioinciii wisseiisi-hiiftliclion Interesses wegen geboten, das Wichtigste auch über diese Krankheiten mltzuthetlen, obwohl manohe derselben
noch sehr der weiteren Erforschung bedürfen.]
Wesen. Das gelbe Fieber ist eine akute Infektionskrankheit mit vorwiegender Erkrankung der Leber, in welcher eine akute parenchymalöse Degeneration hervorraquo; gerufen wird (Liebermeister).
(ieHfilik'litlielies. Nachrichten Über diese Krankheit liegen schon vom Ende des 1quot;). Jahrhunderts vor. Kolumbus, der 1493 in San Domingo landete, verlor den grossten Theil seiner Mannschaft in einem Jahre an einer Krankheit, die als gelb wie Safran oder Uoldquot; boscliriebon wird. Das gelbe Fieber verbreitete sich dann an der Ost- und Westküste von Amerika und kam Ende dos 18. Jahrhunderts nach New-York. Nach Europa kam die Krankheit nur selten, dagegen verbreitete sie sich von den Küstenstrichen Amerikas in das Innere. Besondere Krankheitsherde sind Mexiko, Westafrika und einzelne westindische Inseln. Ferner tritt das gelbe Fieber in Havanna, Vora-Ornz und anderen Gegenden in der Kegel vom April bis September endemisch auf.
Bakteriologisches1). De Lacerdn (1887) will als Ursache des tielbfiebers ein kettcnbildendes Bakterium gefunden haben, Domingos-Freiro fand im Blute Und Im Urin der Kranken Kokken (Cryptococcus xanthogenicus). Dieser Befund wurde von Gibier und Kebourgeon bestätigt. Der Mikrokokkus ist beweglich und mit Anilinfarben färbbar. Kaninchen und Meerschweinchen, welche mit dem Blute der an gelbem Fieber Erkrankten geimpft werden, sterben unter den Erscheinungen einer ähnlichen Krankheit und in ihrem Ulute findet sich derselbe Mikroorganismus in grosser Menge wieder. Froire fand, dass sich die Kulturflüssigkeit vom 8. bis 1(1. Tage an spontan abschwächte und wurde hierdurch veranlasst, eine Schutzimpfung beim Menschen auszuführen, welche er in den Jahren 1886 und 1887 bei 1500 Kindern und 0524 Erwachsenen mit Erfolg unternahm. Todesfälle sind nach der Impfung nicht eingetreten. Doch wurde Fieber, Erbrechen und leichter Iktorus beobachtet. Diese Erscheinungen verschwanden jedoch nach wenigen Tagen. Meyrig-nac impfte am l'anamakanal 300 mexikanische Arbeiter mit dem durch dostillirtes Wasser verdünnten, aus dem Urin der am gelben Fieber Erkrankten gewonnenen Bodensatz. Eine Erkrankung trat bei den Geimpften nicht ein. Der Bodensatz des Urins sollte die Zoosporen der Peronospora lutea enthalten.
Actiologie. Man zählt das gelbe Fieber zu den iniasmatisch-kontagiösion Infektionskrankheiten. Das Kontagium isi jedoch weder direkt von Person zu Person übertragbar, noch bildet es sich wie ein Miasma im Boden ohne Vermittelung eines au (ielbfieber leidenden Kranken. .Jeder Epidemie geht demnach eine Einschleppung voraus. Einzelne Autoren nehmen an, dass durch die Mikroorganismen der Krankheit ein sehr giftiges Ptoinain erzeugt werde. Augenscheinlich bedarf das gelbe Fieber zu seiner Entstehung örtlicher und allgemeiner Ursachen (Hitze, Feuchtigkeit, faulende animalische und vegetabilische Substanzen und dazu die Anwesenheit der spezifischen, eingeschleppten Organismen). In der Pegel tritt das gelbe Fieber in einem Distrikt auf, der sieb dann langsam aber stetig vergrössert. Fremde sind empfänglicher als Einheimische, doch nimmt die Empfänglichkeit der ersteren mit der Länge des Aufenthalts ab. Keger, besonders von Vegetabilien lebende, sind der Erkrankung weniger ausgesetzt als Europäer. Einmalige schwere Erkrankung verhindert fast immer erneute Infektion. Es ist möglich, dass die Krankheitserreger in den erbrochenen Massen und an anderen Exkrcten haften, jedenfalls müssen dieselben aber aussorbalb des Organismus ein weiteres Entwiekeluiigssladium durchmachen, um pathogen zu wirken. Die Lebensdauer der Keime ist in den Tropen eine lange. Nach Jahren können noch neue Epidemien hervorgerufen werden. Dagegen gehen die Organismen in den kalten nordischen Gegenden ZU
') Nach den Angaben von Villaret (II and Wörterbuch der Medizin).
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(lelbes Fieber. Pest.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 201
Grunde und gehört zu einer zweiten Epidemie eine neue Einsohleppung, Aueh hören Epidemien beim Eintritt von Stürmen, Begeu und Kälte sofort auf.
Symptome und Verlauf. Nach einer Inkulmtiouszeit von wenigen Tilgen tritt plötzlich Fieber mit Schüttelfrost, Pulsbeschlennigung, Sehmerzen im Kopfe, in den Gliedern, in der Lendengegend und Erbrechen ein. Daneben werden Empfindlichkeiten im Epigastrium, geröthete Maut und aueh Delirien beobachtet. In 34 Tagen zeigen sieh die Erscheinungen von Ikteru.s und im günstigen Falle stellt sieh dann Besserung ein. In schwereren Fällen beginnt das Fieber von Neuem, der Ikterus nimmt zu, es werden blutig gefärbte Massen erbrochen und entleert (schwarze Stühle) und Blutungen aus der Nase und dein Munde treten auf. Unter den Erscheinungen der Albuminurie und Anurie unter Zunahme des Ikterus und des Sopors tritt in wenigen Tagen der Tod ein. Die Mortalität schwankt zwischen 10 und 80 0/o und mehr. Der Verlauf kann in günstigen Fällen 38 Tage dauern. Die Rekonvalescenz kann sich monatelang hinziehn.
Aiiafomischer Itcl'uud. Die wichtigsten anatomischen Veränderungen sind die Zeichen einer akuten parenchvnmtösen, theilwoise mit Verfettung verbundenen Erkrankung der Leber. Das Blut ist dunkolflüssig und wird an der Luft hell-roth. Fäulniss tritt frühzeitig ein. Das bell- oder bräunlichgell) gefärbte Herz ist akut fettig entartet, in den Lungen sind nuinchninl Hämorrhagien; Schleimhaut des Magens und Darmes meist ekehymosirt, öfters mit dunklen Massen angefüllt; Leber gelb und blutleer, mit Fett infiltrirt; Milz nur wenig vergrössert, häufig normal; Nieren braungelb und parenchvinatös degenerirt1).
Diagnose. Vor der Verwechselung mit Typhus und Malaria schützt das Fehlen der Milzvergrösserung.
Therapie und Prophylaxe. Therapeutisch ist Bettruhe, gute kräftige Diät nöthig; empfohlen wird ferner die Anwendung von Eiswasserklystleren, Darreichung von Pflanzensäuren und Alkoholika. Gegen das Erbrechen: Eispillen und Eisbeutel auf die Magengegend. Prophylaktisch ist wichtig: strenge Quarantaine der Schiffe, Desinfektion der iufizirten Wohnungen, anlihvgienische Zustünde an den Seuchenorten müssen ebenfalls beseitigt werden.
Bei Thlet'On soll nach den Angaben von Beauville (1880) und Chicoli (1884) das gelbe i'ieber in Amerika und iSicilicn bei llimden und Pferden vorkommen.
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LVII. Pest. (Orientalische Pest. Bubonenpest. Beulenpest2'.)
Wesen. Es handelt sich um eine akute Infektionskrankheit, die neben schwerer Allgonieinerkrankung durch Lokalisation des Qiftes in den iiusaeren und inneren Lymphdrüsen besonders clmrakterisirt ist.
) Wie Liebermeister mit Hecht aus den klinischen Erscheinungen und anatomischen Veränderungen ableitet, ist der Angriffspunkt des Giftes in der Leber zu suchen, wo eine spezifische Einwirkung stattfindet Hier möge nur darauf hingewiesen werden, dass die klinischen Erscheinungen und anatomischen Veränderungen sehr viel Aehnlich-keit zeigen mit der Lupinose der Schafe. Ob auch iitiologiscb ein bestimmter Zusammenhang vorhanden ist. insofern als das gelbe l''ieber nur nach Genuss bestimmter Speisen z. B. Brod u. dgl. entsteht, deren pflanzliche Uestandtheile auf bestimmtem Ackerboden gewachsen sind, bleibt noch aufzuklären (Seh.).
-') Frz.: pesto; engl.: plague: ital.i pestc.
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202nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;InfVktions- und Iiitoxikatioiiskianklioiten.
(ioscliiclltlichcs. Dio Pest ist schon in uralU'ii Zeiten beobachtet worden. Nähere Angaben sind aus dorn Jahre Ö31 p, Chr. n. liekannt, wo dio Krankheit in Konstantinopel beginnend, den ganzen Orient durchzog. Dann trat sie im 14. Jahrhundert in allen Ländern furchtbar verheerend auf, schwarzer Todquot; genannt, weil die Todten schwarz aussahen, Es zeigt sich, dass die l'est, die grossen llandelswege verfolgend, von Asien nach Europa verbreitet wurde. Ferner wird angegeben, dass in Deutschland um diese Zeit I'm Millionen und im Orient 2324 Millionen Menschen gestorben seien. In neuerer Zeit ist die Pest in Westarabien (1868), in Nordafrika (186869), in Persisch-Kurdistan (1863, 1870), in Astrachan (18781879) beobachtet worden. Ueberali ging der Krankheit eine durch Missernten und llungersnoth entstandene geringe Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung und eine durch Ueberschwemmungen, Viehseuchen, Anhäufungen von Schinntz in den Städten und auf dem Lande erzeugte liodenverderbuiss vorauf.
Actiologie. Es stellt fest, dass die Pest in cincni bisher seuchenfreien Orte nur zur Eutwickelung gelangen kann, nachdem das Postgitt eingeschleppt ist. Die Verschleppung kann sowohl durch kranke Menschen, wie auch durch Zwischenträger (Handolswaare, (iebrauchsgegenstände der Kranken n. s. w.) erfolgen. Eine unmittelbare Ansteckung von Mensch zu Mensch scheint nicht stattzutimlen. Dagegen scheint der Eiter aus den erkrankten Lymphdrüsen pathogen zu wirken, nachdem er längere Zeit an Wäsche, Kleidungsstücken, llausrath u. S, w. gehaftet hat. Die Lebensdauer des Giftes ist ausserhalb des Körpers eine lange und so können die einmal verseuchten Häuser monatelang Infektionsherde bilden. Bekannt ist auch, dass ausser den oben bereits genannten llilfsursachen mit Feuchtigkeit abwechselnde Wärme die Ausdehnung von Kpidemien begünstigt, andauernde starke Hitze und strenge Kälte beschränkend wirkt. Durch einmaliges Ueberstehen der Krankheit wird meistens Immunität erlangt.
Symptome und Verlauf. Nach einer Inkubationszeit von 27 Tagen tritt mit heftigem Kopfschmerz verbundene erhebliche Körporschwäche ein; gleichzeitig zeigt sich Abnahme der geistigen Fähigkeiten, Blässe des Gesichts, taumelnder (lang wie nach Alkoholintoxikation. Sehr bald nimmt das Fieber und die Schwäche zu, es stellen sich Nasenblutungen und Abnahme der llarnabsonderuug ein. Am zweiten bis vierten Krank-lieitstago tritt dann die liokalisation der Krankheit ein, die Lymphdrüsen schwellen mehr oder weniger stark an, in der Umgebung derselben kommt es zu Entzündungs- und Eiterungsprozessen. Daneben treten an verschiedenen Stellen des Körpers Furunkel, Karbunkel und Muskelabscesse auf. Im günstigen Falle gehen die Bubonen am sechsten Krankheitstage in Eiterung über und es kann dann nach mehr oder weniger langer llekon-valescenz vollständige Heilung eintreten. In vielen anderen Fällen treten aber nach einiger Zeit Eecidive ein. Der Tod kann in jedem Stadium dor Krankheit den Vorlauf enden, meistens jedoch im 2. und 3. Stadium. Die Mortalität wird auf 6090 0/o angegeben. Als N a ch k r a n k h e i t en zeigen sich Pneumonien, allgemeiner llydrops, Psychosen, Lähmungen u. s. w.
Therapie und Prophylaxe. Zur Behandlung wird die Anwendung von Excitantien (Kampfer, Aetherinjektionen, Wein, Cognac), sowie die Benützung kalter Vollbäder gegen das hohe F'ieber empfohlen. Prophylaktisch ist wichtig, auf peinlichste Reinlichkeit (Abfuhr und Vernichtung der Käkalien und sonstigen Dnrathes), Isolirung der Kranken, durchgreifende Desinfektion, Vermeidung längeren Aufenthaltes bei Festkranken und in in-iizirten Häusern zu halten. Ausserdem natürlich strenge Quarantaine.
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LVIII. Afrikanische Pferdepest. (Pestis africana Equorum.)
Wesen. [Jeher das Wesen der Krankheit ist bisher eine L'ebereinstimmung unter den Sachverständigen nicht erzielt worden. Einzelne halten die Seuche für die apoplektische Form des Milzbrandes, andere meinen es handle sich um eine Typhusform, schliesslich glaubt man auch, dass die Krankheit eine epidemisch auftretende Cerebro-Spinalmeningitis sei.
(Jescliichtliehes. Sichere Angaben über das erste Auftreten der Seuche liegen aus der Mitte dieses Jahrhunderts vor, wo die Pest am Kap der guten Hoffnung auftrat und circa 70,000 Pferde tödtete. Dann wurde die Krankheit (1870) in Syrien und Aegypten beobachtet, WO sie von Juni bis Oktober herrschte und etwa 10,000 Pferde vernichtete.
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Sttdafrikamp;niBohe Pfet'dBseuohetiinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;203
Symptome llUd Verlauf. Im Anfange iler Krankheit zeigt sich Fieber, Appetitlosigkeit, starke Kingeiioiniiienlieit des Kopfes und grosse Hinfälligkeit. Daneben stallt sich ein schleimig-eitriger Konjunktivalkatarrh ein, manchmal treten auch an der entzündeten und geschwollenen Zunge und Maulschleimhaut Blutungen auf. Unter schneller Zunahme der Hinfälligkeit tritt der Tod meist nach wenigen Stunden oder in spätestens drei Tagen ein. Sehr selten wird eine Heilung beobachtet.
Anatomlsohei1 Befund. Nach einigen Angaben finden sich die Veränderungen wie nach einer Septikämie, in anderen Berichten werden Schwellung der drüsigen Organe, Kkchymosen in den serösen Häuten und in den Schleimhäuten als Befundo erwähnt.
Thei'aple. Therapeutische Versuche haben sich bisher als erfolglos erwiesen.
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LIX. Südafrikanische Pferdeseuehen.
Von T heil er (Schweizer Archiv 181)2) sind neuerdings einigo Angaben über seuchenartige Erkrankungen unter den Pfordebeständen de r südafrikanischen Staaten gemacht worden, denen folgende Mittheilungen entnommen sind.
Horsesickness, Paardenziekte (Perrsziekte der Boers).
Mit diesen Namen werden eigentlich zwei Krankheiten bezeichnet, deren gemeiuschaft-licho Eigenthümlichkcit ein kurzer, meist tödtlicher Verlauf ist. Die Krankheit kommt am meisten in den niederen Gegenden und in Transvaal nur während und nach der Ucgenzeit vor. Empfänglich sind das Pferd, das Maulthier und der Maulesel. Der Esel, das (juagga und Zebra gellen als immun. Einmaliges Ueberstehon der Seuche verleiht vorübergehende (mehrere Jahre) oder dauernde Immunität. Von den Boers werden solche Thiere als gezouten (gesalzen) bezeichnet (salted horses der Kolonisten). Frisch importirte Thiere sind empfänglicher als akklimatisirte und einheimische. Das Alter verleiht keinen Widerstand; alte und junge Thiere erliegen der Krankheit. Die Nachkommen immuner oder solcher Eltern, welche die Krankheit überstanden haben, sind sehr widerstandsfähig.
Von den Boers werden Dunpaardcnzioktequot; und Dikkoppaardenziektequot; besonders unterschieden.
a) Dun pan i'deuziektc.
Symptome. Nach einem etwa 'Jtägigen Inkubationsstadium treten bei den erkrankten Pferden hohes Fieber, Mangel an Fresslust, Schwäche, (ielbfürbung der sichtbaren Schleimhäute, in höheren Graden Herz- und Lungonerkrankungon ein. Mit dem Auftreten der letzteren zeigen sich Hustenanfälle, Athemboschwerden, bei der Auskultation Knisterrasseln und Öfters auch gelblich-weisser, klebriger, später schaumiger Nasenaustluss. de näher das tüdtllche Ende der Krankheit ist, um so kälter werden Korper und (iliedmasseu. Seltener zeigen sich allgemeine Schweissausbrüche. Die Krankheit endet meistens (95iti) Proz. .Mortalität) in 1 2 Tagen tödtlich.
Anatomischer Befund. Es finden sich die Erscheinungeu eines akuten, entziüid-lichen Lungenödems, niemals aber (nach The iler) Erscheinungen einer kroupösen Pnou-monle oder fibrinösen Pleuritis. Bei der mikroskopischen Untersuchung des Pleura- und Lungenexsudates fand The iler ziemlich lange, oft schnurfönnig aneinander gereihte Bacillcn mit abgerundeten Enden.
ii) Dikk oppaardenziekte.
Symptome. Nach einer Inkubationszeit von höchstens 9 Tagen treten unter den Zeichen allgemeiner Schwäche Anschwellungen am Kopfe, besonders zunächst an den Schläfengruben auf. Die schmerzlosen Schwellungen bleiben bis höchstens 10 Tage bestehen, um dann schnell zurückzugehen, in diesen Fällen ist die Prognose günstig. Endet die Krankheit tödtlich, so nehmen die Schwellungen schnell an l'mfang und Ausdehnung zu. die Lippen, der ganze Vorderkopf, die Kehlgangsgegend bis zur Ohrspeicheldrüse schwellen an; später auch die Beine. Ausserdem sind die Sclileimhäute des Kopfes hochgeröthet, ferner ist Fieber, Puls- und Athembssohleunignng vorhanden. Bei tödtlichem Ausgange dauert die Krankheit quot;2 Tage, in anderen Fällen 0 Taue, wobei sich dann die Kekon-
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204nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Infektions- und Intoxikationskninklieiteii.
valosienz mehrere Wooheo hinzielien kann. In nnderen Füllen kommt es zu sehr starker Ziingonschwcllung, wobei dann die Zunge mehrere Centimetor den Zahnrand überragt. Der aimtomisclio Befund wechselt je nach dorn Sitze der Krankheit.
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LX. Die Beriberikrankheit1'. Kakke1). (Neuritis multiplex
endemica [Soheube]. Paraplegia mephitica. Hydrops asthmaticus.
Serophthisis perniciosa endemica.)
Weseili Nach Scheube handelt es sich bei der Beriberi laquo;in eine Neuritis nmlti-plex endemica, die in verschiedenen Formen auftreten kann.
(Jesfliiclitliches. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Krankheit zuerst im malayischen Archipel beobachtet. Jacobus liontius veröffentlichte (1042) die erste Beschreibung über Beriberi. 1858 erschien von Pompe van Mcodervort eine Arbeit über das Vorkommen der Krankheit in Japan. Das geographische Verbreitungsgebiet der Beriberi erstreckt sich über einen giosscn Tiieil der tropischen und subtropischen Länder auf der östlichen und westlichen Halbkugel. Einen Hauptsitz bilden die Inseln des mal ay is eben Arch ipel s, ferner auf Java, auf den Soloinseln, in Vorderindien, Hinterindien, auf dem japanischen Inselieith, in Kamerun, Brasilien, sowie neuerdings auch in Kalifornien. Ebenso sollen in Europa eingeschleppte Fälle von Beriberi in letzter Zeit beobachtet worden sein.
Bakteriologischeraquo;. Obgleich nach den klinischen Erfahrungen anzunehmen ist, dass ein Mikroorganismus die Ursache, der Krankheit bildet und zahlreiche bakteriologische l nteisuchungen stattgefunden haben, fehlt es bis jetzt an dem sicheren Nachweis der spezitischen Bakterien. Nach den Versuchen von Ogata, Pekelharing, Winkler und Lacei'da handelt es sich vielleicht um die Wirkung eines Organismus, der mit der Luft aufgenommen wird. Jedoch ist es durch frisch entnommenes Blut, von Beriberi-Krankeu bisher nicht gelungen bei Thieren die Krankheit zu erzeugen.
Adtlologie. Man hat die Beriberi als rheumatische Erkrankung, als konstitutionelle Ernährungsstörung und als Infektionskrankheit aufgefasst. Die beiden ersten Auffassungen haben wenig Berechtigung. Kräftige, gut ernährte junge Leute erkranken besonders häutig. Ausserdem ist die Beriberi geographisch begrenzt, besonders an der Meeresküste und an den Ufern grosser Flüsse. Im Binnenlande tritt sie selten auf. In feuchter Jahreszeit tritt Beriberi am meisten auf. Mangelhafte Nahrung kann jedoch priidisponirend beim Ausbruche der Beriberi wirken. Wiederholt ist auch eine spezifische Schädlichkeit in der Nahrung ((iBiuiss des Fleisches verdorbener Fische) angenommen worden, ohne bewiesen zu sein. Wahrscheinlich handelt es sich um einen dem der Malaria ähnlichen Infcktionserrger. Die Krankheit erscheint nicht kontagiös, aber durch den menschlichen Verkehr verschleppbar. Rasse und Nationalität haben einen EinHuss auf die Entstehung der Krankheit. Die Eingeborenen und Eingewanderten farbiger Kasse werden von der Krankheit mehr befallen, als die eingewanderten Europäer, Nordamorikaner u. s. w. Das männliche Geschlecht soll eine grossere Disposition als das weibliche zeigen. Die meisten Kranken sind in einem Alter von 2131 Jahren. Oelegonheitsursachen bilden andere Infektionskrankheiten. sitzende l;ebensweise. Schlafen unter freiem Himmel, auf ebener Erde u. s. w.
Symptoiiic. Das Inkubationsstadlum dauert mehrere Tage und Wochen. In weiteren Verlaufe kommt es zu multiplen Nervenentzündungen besonders in den Beinen und in den Herzästen des Vagus; im letzteren Falle kommt es zu Hydrops, Herzerweiterung und Tod durch Herzlähmimg. Es tritt dabei ein seröser Erguss in und um die cerobrospinalen Nerven ein. Die Krankheitserscheinungen können sich in akuter und chronischer Form entwickeln. In den akuten Fällen kann in wenigen Tagen der Tod, in anderen Fällen nach längerer Zeit Genesung eintreten. Nach Scheube muss man vier
i) Die Angaben sind zum Theil dem Werke von Scheube, die Beriberikrankheit, Jena 18i)4, entnoinmen.
-') Beriberi wird vom hindustanischen bharbari (Anschwellung) und vom sudanesischen beriberi = steifer Gang abgeleitet. Kakke heisst die Krankheit in Japan Krankheit der Deine; Loempoe auf Javai Perneirns in Brasilien n, s. w.
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Die Berilierikranklieit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;205
Formen der Krankhüit unterscheiden. Bei der ersten, unvollkommen ausgebildeten oder rudimentären Form ermüden die Kranken leicht, es tritt auch geringe Herabsetzung der Kmpfindung an den Beinen ein. Dazu gesollt sich Odern des Unterschenkels, Verdauungs-besohwerden, Herzorkrankungen. Bei der zweiton, atrophischon Form nimmt die Kraftlosigkeit der Beine und Arme immer mehr zu, so dass die Krankon oft nach kurzer Zeit dauernd an das Bett gefesselt sind. Die Lfthmung bleibt in der Regel auf die Glieder und den Rumpf beschränkt. Bei der dritten oder hydropischen bezw. liydropisch-atrophischon Form treten besonders Herzerschoinungen und seröse Ausschwitzungen auf. Die vierte, akute, pernieiöse oder kardiale Form wird besonders bei jugendlichen und kräftigen Leuten beobachtet und ist chnrakterisirt durch die Krschcinungen einer akut eintretenden Herz-insufficienz.
Der häufigste Ausgang der Krankheit ist die Genesung. In vielen Fällen ist aber die Heilung keine vollständige, es bleiben für längere Zeit, oft fürs ganze Leben Störungen zurück; besonders im Gebiete des Nervensystems. Der Verlauf kann Monate und Jahre dauern.
Bei der hia^iiosc der Krankheit können Verwechselungen mit Meningitis spinalis, Tabes dorsalis, progressive Muskelatrophie, Ankylostomumkrankheit und Trichinenkrankheit vorkommen, jedoch bei genauer Untersuchung vermieden werden.
Therapie Und Prophylaxe. Bezüglich der Behandlung oxistirt ein spezifisches Heilmittel für Beriberi nicht. Von günstigem Einfluss ist ein Klimawechsel, Entfernung dor Kranken aus den Beriberi-Bezirken und Versetzung derselben nach gesunden, hochgelegenen Orten. Auch im frühen Stadium der Krankheit unternommene Seereisen wirken günstig. Im Uebrigen muss die Behandlung symptomatisch sein. In frischen Fällen worden Abführmittel, Salicylsäure, Pilokarpin, bei Herzerkrankungen Digitalis, Ooffeln und Adorlass empfohlen. Diätetisch wird die Verabreichung von Milch verordnet. Prophylaktisch dürfte nach Sehe übe hauptsächlich gute Bodenreinigung durch Drainage und Kanalisation und Sorge für reines Trinkwasser nothwendig sein. Errichtung von Wolinhäusorn mit undurchlässiger Bodenschicht ist besonders wichtig. Ebenso gute Ernährung.
Bei Thleren ist die Krankheit bei Affen und Hühnern von Eyckmann beobachtet worden. Eyckmann fand im Rückenmark keine anatomischen Veränderungen. Lacerda fand auf der Insel Marajo neben Beriberi eine Epizootic unter Schweinen und Pferden, die durch grosso Schwäche der Thiero, Verlust der Kontrolo über dio Bewegungen, Liihuiung der Hinterbeine chnrakterisirt war und viel Aehnlichkeit mit Beriberi des Menschen zeigte. Lacerda fand im Wasser des Sees Arary einen der Gruppe der Askomyzeten an-gehörigen Mikroorganismus, der direkt, wie auch in Kulturen Kaninchen, Schweinen, Vögeln und Affen eingeimpft, bei diesen Thieren Symptome hervorrief, welche denen des Beriberi absolut ähnlich waren. Schneider will die Krankheit auch bei Hunden, Hindern und Schafen beobachtet haben.
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LXI. Cadeiras-Krankheit.
In den äquatorialen Provinzen Brasiliens wurde von Rebourgoon (IS8'J) eine Krankheit unter den Pferden beobachtet, welche duvch Steiligkeit im Hintertheil, Trismus, go-steigerto Reflexerregbarkeit charakterisirt war. Der Obduktionsbefund ergab erhebliche Erkrankung der Psoasmuskeln. Rebourgcon nannte die Krankheit Cadeiras-Krankheit der Pferde.
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LXII. Corn fodder. (Corn stalk disease. Stoppelkrankheit.)
Diese schon seit 1869 beobachtete, in den westlichen Staaten von Amerika vor-kommende, oft tödtlich verlaufende Krankheit des Rindviehs zeigt sich, wonn die Thiere auf bestimmte Stoppeln getrieben werden. Die Krankheit, neuerdings von Billings wieder näher studirt, tritt in den Monaten November, Dezember. Januar und Februar auf, nach BontttZUng tief gelegener, feuchter Felder.
Das Korn der betreffenden Felder zeigt zwar schon im August ein ungesundes Aussehen {zwischen Stengel und lilattscheido findet sich eine schmierige Masse und au den
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206nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infektions- uiid Iiitoxikationskrunklieiteii.
Knoten tier Halme iSchwaiztiirbun,laquo;, in den letzten Tagen des August bilden sich auf den l'Hanzen dunkelbraune Flecken), jedoch ist das befallene Koni erst von November an giftig, also zu einer Zeit, wo das Blattgrün verschwand.
Aus den erkrankten Pflanzentheilen wie auch aus dem Blute und den Organen von Thieren, die an der Stoppelkrankhoit gestorben waren, konnte Billings ein eiförmiges, sehr bewegliches Bakterimn isoliren, welches in (irösse. Form und Art des Wachsthums viel Aehnlichkeit mit dein Baktorium der Schweineseucho zeigte.
Impfungen mit geringen Mengen von Bouillonkultur tödteten kloine Versuchsthiere in 24 Stunden ohne Oedombildnng. Dabei zeigte sich der neue Organismus viel schädlicher als der der Schweineseuehe und war von dem sonst sehr ähnlichen des Texastiebers dadurch verschieden, dass schon Kaninchen in Quantitäten getödtet wurden, in welchen der Erreger des Texastiebers noch harmlos ist. Geimpfte Kiilher erkrankten und starben an der Kopfkrankheit. Ein Schwein, welches mit Theilen eines an der Impfkrankheit gestorbenen Kalbes gefüttert wurde, starb nach zwei Tagen und lieferte denselben Organismus. Ein zweites, ebenso gefüttertes Schwein wurde schwer krank.
Symptome, Die auf der Weide erkrankten Thiere zeigten Fieber, Verlust des Appetits, stieren Blick, starkes Drängen, steifen Gang oder Lahmheit. Der Tod erfolgte meist nach 24 Stunden, zuweilen erst nach längerer Zeit bis zu 10 Tagen.
Der anatomische Befand ergab im Wesentlichen die Erscheinungen einer Septi-kämie mit parenehymntöser Affektion der Leber, Milz und Nieren, welche sich von der Schweineseuehe durch das Fehlen der ulcerativen und diphtherischen Läsionen dos Darmes unterscheidet. Bei längerer Krankheitsdaucr tritt fast regelmässig eine Pleuropneumonie mit Stauung und Thrombose in den Llingengefässen ein (El lenherger-Sch (i tz, Jahresbericht).
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LXIII. Dengue. Dandyfleber^.
Weseii Ulltl Vorkommen! Unter Dengue versteht man eine akute Infektionskrankheit, welche in Vorder- und Hinterindien, Persien, Aegypten und anderen Theilen Afrikas, Nord- und Südamerikas, Westindien, theils sporadisch, theils epidemisch und dann oft über weite Ländeistrecken verbreitet vorkommt.
A.etlologielt; Laughlin will als Ursache der Krankheit einen im Blute vorhandenen Mikroorganismus gefunden haben.
Symptome. Die Krankheit beginnt selten mit Vorboten, meist tritt sie plötzlich auf, unter heftigen Schmerzen in einem (Selenk, welche bald auf andere Gelenke übergehen. Nach zwei Tagen zeigt sich dann ein scharlachartiges Exanthem, erst des Gesichts, welches gleichzeitig geschwollen ist, hierauf dos ganzen Körpers, das nach 12 Tagen unter Fieberabfall wieder verschwindet. Nach 24 Tagen tritt wieder Fieber ein, begleitet von einem rubcola- oder urticariaähnllohem Exanthem, das oft zuerst an den Handfläehen auftritt und zu einer ausgedehnten Desquamation führt. Diese Anfälle können sich noch einigemale wiederholen. In bösartigen Formen tritt Koma, Cyauose und in 2448 Stunden der Tod ein,
Therapie. Im Beginne der Krankheit wird Kalomel empfohlen. Zur vollständigen Wiederherstellung ist Luftveränderung nöthig; Europäer kehren am Besten in ihre Ilcimath zurück, wenn die Uekonvalesccnz sich lange hinzieht.
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LXIV. Milk-Siekness.
Kimme] in Findlay (Ohio) berichtet (Oesterr, Monatsschrift 1891) über eine unter dem Namen ,milk-sickncss im centralcn Theile der Vereinigten Staaten Amerikas bekannte Krankheit, welche an gewisse Zeiten und bestimmte Orte gebunden zu sein scheint. Bis dahin unberührte, frisch knltivirto Gegenden sind am meisten bedroht; Vieh, welches früh Morgens, oder spät Abends Gras weidet, wird am ehesten von der Krankheit befallen. Die an Milk-Sickness erkrankten llerbivoren (Pferde. Kinder, Schafe. Ziegen) stehen gewöhnlich
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!) Dengue, indisches Wort. Frz.: dengue, fiövre brisant les es; engl.: dengue, dandy fever, break-bone fever; ital.: dengo.
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Milk-Sickness. l'roteosis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;207
auf oineiii Flock, lansou den Kopf hiingeu, zeigen Appetitlosigkeit inul Voistopfung. Bei zunchnieniler Kranklioit wenlen die Tliiere erregt, bokoinmon Zittern, fallen plötzlich zu Hoden und verenden. Die Dauer der Krankheit besteht 28 Tage.
Itcini Mcnsclicii zeigt die Krankheit einen sehr charaktoristischen Symptomen-komplex und ist daher leicht zu diagnostiziren. Sie entsteht durch den (ienuss von Milch, Butttfr oder Fleisch von einem kranken Thiore. Sie kann plötzlich auftreten, besonders nach schworer Anstrengung, gewöhnlich aber zeigt sie prodromale Erscheinungen, besonders seitens des Nerven- und Digestionsapparatos. Starke Abgeschlagcnheit und Mattigkeits-goi'Uhl. grosse Muskelsclnvitche, Verdauungsstörungen, Uebelkeit von heftigstem Erbrechen gefolgt und dauernde Verstopfung sind die wesentlichsten Erscheinungen. Athem und Erbrochenes haben einen nur dieser Krankheit cigenthl'imlichen (leruch. Weitere Symptome sind: lebhafter Durst, kein Fieber, normaler Puls, Trockenheit der Haut, erschwerte, müh-samo Athmang, zuweilen Singultus, Anfangs feuchte, später mit weissem Helag bedockfe Zunge. In manchen Fällen ist Patient erregt und ängstlich, in anderen stupid. Der Harn ist sparsam, klar, ohne Sediment; spezifisches Gewicht unter der Norm. Das Abdomen ist eingezogen, die poristaltischen Bewegungen scheinen ganz aufgehoben zu sein. Das Bewusstsein bleibt immer klar. Bei fortschreitender Krankheit wächst die Heizbarkeit des Magens, und das Erbrochono nimmt eine kafTecsatzähnliche Beschaffenheit an, Schliosslich entsteht tiefe Prostration, os kommt zum Koma und der Tod tritt ohne Agonie ein. In anderen Fällen lassen die Erscheinungen allmählich nach, und dor Verlauf ist ein günstiger. In allen schweren Fällen ist die Hekonvalesconz sehr langsam und Recidivo sind nicht selten. Die mildere Form verläuft in 510, die schwerere in l.r}20 Tagen. Die Genesungist nicht durch eine Krisis markirt, sondern die Symptome verschwinden allmählich1).
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LXV. Proteosis. (Mal della ferula.)
Unter dem Namen Mal della ferulaquot; kommt in einigen Ogendon der Provinz Sassari in Sardinien eine bald sporadisch, bald cu- oder epizootisch auftretende Krankheit vor, welche ihrem Verlaufe und gewissen Erschoinungon nach entweder mit dem Milzbrand oder mit dem Kauschbrand übereinstimmt und doch von beiden verschieden sein muss.
Perroncito hat diese Krankheit Proteosisquot; genannt, weil sie hei allen Haus-thieren vorkommend, und auf Kaninchen und Meerschweinchen, Geflügel und selbst auf don Menschen Übertragbar, in sehr wechselnder Gestalt auftritt. Perroncito macht über diese Krankheit folgende Angaben (Sulla malattie del bestiame e pui particolamente della Proteosi in Snrdegna. 1890 Giorn. di Mod. vet. paat.).
Die Thiere erkranken unter milzbrandartigen oder Erscheinungen des Rauschbrandes, zuweilen auch mit Erscheinungen von Hämatinurie und Hämoglobinurie. Die Thiore sterben zuweilen wie apoplektisch, in anderen Fällen nach einem 12tügigen Fieber. Perroncito nennt das spezifische Agens der Krankheit wegen seines mannigfachen Formenwechsels sowohl in den Kulturen, wie im Körper selbst, Protous virulentissimus. Der Mikrobe gedeiht gut in Gelatine, Agar-Agar, Blutserum, Hühnerbonillon, in neutralem und schwach saurem Urin. Derselbe ist ferner sehr luftbedttrftig. In frischem Zustande ist derselbe von einer gelatinösen, sich schwer färbenden Kapsel umgeben. Vielfache Aehnlichkeit hat der Organismus mit dem Proteus vulgnris, mit dem Bacillus des Schweinerothlaufs, mit dem Hakterium der AVildseuche, mit dem Bakterium des Carboue hufalino, und mit dem Proteus capsulatus. Nach Impfungen starben Kaninchen sehr schnell, Meerschweinchen sind widerstandsfähiger, Pferde starben 'M\ Stunden nach der Impfung, ebenso Kühe, dagegen sind Schafe und Ziegen widerstandsfähiger, starben jedoch nach einigen Tagen, Hunde, Tauben und Hühner bliebou nach den Impfungen am Leben. Nach einer zufälligen Infektion eines Menschen zeigten sich Abscesse an verschiedenen Stellen des Körpers.
Weiteres ist über das Vorkommen der Krankheit bisher nicht bekannt geworden.
1) Die Krankheitsorscheinungen haben thcilweise sehr viel Aehulichkoit mit denjenigen der Wurstvergiftung, Seh.
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208nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Infektions- und Intoxikatioiiskranklieiten.
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LXVI. Ak-Paipak- Tentjian, Dschumur-Kurt.
I'etrowski (Arch, für Veteriniiimed.) beschreibt eine in don Kirgisonsteppon vorkommende Krankheit, welche von den Kirgisen bei Rindern Ak-Paiptkk, bei Sciiafen und Ziegen Tentjian und Dschiimiu-Kurt bezeichnet wird, üie Krankheit ist von der Rinderpest und Maul-und Klauenseuche sehr verschieden, geht von Thieren auf Menschen über und umgekehrt. Die Kirgisen, welche sonst das Fleisch von rinderpest-, maulseuche-uud selbst von milzbrandkranken Thieren essen, verzehren das Fleisch von Thieren mit Ak-Paipak nicht. Aron Petrowski wird die Krankheit als Scharlach, Scarlatina bezeichnet. Dieselbe ist äusserst kontagiös, und das Kontagium in allen Sekreten und Ex-kreten enthalten. Das Kontaghmi wird durch infizirte Weiden und Ställe, durch die Milcli und das Molken und durch mit dem Kontagium beschmutzte Gegenstände verbreitet. Ebenso dienen alle Sekrete und Exkrete kranker Menschen zur Infektion von Thieren. Meist erfolgt die Verbreitung der Kranklieit durch Melkerinnen in beiden Richtungen. Das Kontagium wird durch die Haut, die Luftwoge und durch die Verdauungsorgane aufgenommen, Einmaliges LFeberstehen .schlitzt vor Wiedererkrankung,
Syiiiptoine. Nach einer ungleichen Inkiibationsporiode von einigen Stunden bis Tagen steigt die Temperatur bis auf 4041 Grad. Mattigkeit, Traurigkeit, Schläfrigkeit, Abnahme des Appetits und der Milchergiebigkeit, Trockenheit der Haut und Schleimhäute, erhöhte Wärme derselben werden beobachtet. Nach einigen Tagen erfolgt vermehrte Schleimabsonderung und fleckige Röthung auf den sichtbaren Schleimhäuten. Auch auf der Haut, besonders am Euter, Hoden, an den Wangen, Nasonllügeln u. s. w. treten rotho Flecken auf. Oft ist Angina mit Husten vorhanden; auch Durchfall und Absonderung dunkelgolbeu Harns. Darauf erfolgt Abblassen der rothen Flecken auf Haut und Schleimhäuten und Abschuppung von Epidermis und Epithel. Zuweilen treten auf der Schleimhaut des Maules und der Nase croupös-diphtherische Auflagerungen auf, nach deren Entfernen öesohwüre zurückbleiben. Als Komplikationen treten auf; Q-astroenteritis, gangränöse Prozesse, Atfektionen der Athmungsorgane, Nephritis, Konjunktivitis, Atfektionen der Klauen, Schwellungen der Kehlgangsdrüsen und der Haut.
Die Dauer der Krankheit beträgt 814 Tage, Bei gutartigem Verlauf fallen von erwachsenen Thieren 85 0/o, von Jungen 2535 0'o, bei der bösartigen Form 9095 0'o in 3S Tagen.
AiiatoiniscIuH' Befund. Mau tindet an den gestorbenen Thieren Abmagerung, glanzloses, struppiges Haar, Absohuppungen der Epidermis, stellenweise Oedem- und (ieschwulst-bildungon auf den Schleimhäuten. In den Körperhöhlen sind oft seröse Transsudate. In den drei ersten Mägen ileckigo Rotbung, vierter Magen und Darm intensiv geröthet, die Drlisen-follikel geschwellt, oft zerfallen. Der Inhalt des Darms meist röthlich und dünnflüssig. Nieron hyperämisch und geschwollen. Dio Leber mllrbe und von gelber Farbe.
Petrowski hält viele von verschiedenen Autoren als Kinderpest, Maulseucho, Kopf-krankhoit und Diphtherie beschriebene Fälle für Scharlach (Ellenborger - Schütz, Jahresbericht).
LXVIl. Die ßradsotquot; der Sehafe.
Unter dem Namen liradsotquot; (schnelle Krankheitquot;) betichreibt Ivar Nielsen (1888) eine Krankheit, welche seit Jahrhundorteu auf Island, den Faröer Inseln und im westlichen Norwegen sehr verheerend unter den Schafen auftritt. Namentlich sind es ein Jahr alte Lämmer, welche im Herbste unter Kolikerscheinungen erkranken und sehr schnell sterben.
Nach den Untersuchungen von Nielsen ist das Wesen der Krankheit eine Gastro-mykosis, welche bald unter den Erscheinungen dieser, bald unter den Zeichen einer schweren Allgemeininfektion verläuft. Als Ursache fand Nielsen in allen Fällen der Krankheit einen bestimmten, ovalen 2(i a langen Hacillus, Dacillus gastromycosis ovis, thoils einzeln, theils zu zweien oder längeren Verbänden. Der Bacillus ist nach der (i ramschen Methode färbbar und zeigt dabei Erscheinungen von Sporeiiblldung. Der Organismus iindet sich in grosser Menge in der Schleimhaut des Labmagens, in den Nieren, Lungen, in der Milz und in den Gcfässen. Reinkulturen und Impfversucho sind nicht gelungen.
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Uobor Infoktionakrankheiten der Fische.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 209
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LXVIII. Die Infektionskrankheiten der Fische1).
(laquo;eseliichtllches. Nncluichton über gelegentliches Auftreten von Fischsterbenquot; liegen, schon seit sehr langer Zeit vor. Wie Jarnos Alexander (1837) berichtet, fand man um diese Zeit den ganzen Strand an der Walfischbai mit todten Fischen aller Art bedockt. Kbenso sah Andersson (1851) die ganze Oberfläche der weiten Bai mit todton Fischen bedeckt, von den kleinsten bis zu den grUssten, mächtige Haie nicht ausgeschlossen. In neuerer Zeit ist dann im Jahre 1880 ein verheerendes Fischsterben in der Umgebung jener Bai beobachtet worden.
Actiologic. Nach Untersuchungen von Wilner und Warning handelt es sich in obigen Fällen um zeitweise auftretende, schnell und massenhaft sich entwickelnde, röthlich gefärbte Bakterien, deren periodisches Auftreten auch gelegentlich in anderen Landern, z. B.. an deu dänischen Küsten beobachtet wurde.
Hei den Süsswasserfischon wurde in vielen Fällen als Ursache des Fischstorbens'' die Anwesenheit thierischer Parasiten nachgewiesen, deren Arten auf 250 angegeben werden. Besonders werden Aale sehr viel von Parasiten heimgesucht. Ebenso findet man bei Forellen, Aeschen, Hechten und Saiblingen sehr oft Parasiten, besonders oft Exemplare von Botriocephalus infundibiliformis Red. In einem Hechte von 50 Kilo fand Zschokke mehr als H0O Exemplare dieses Schmarotzers von 28o5 cm Länge.
Seit Ende der siebenziger Jahre hat man unter den Fischen der Mosel eine Infektionskrankheit beobachtet, von der besonders die Barbon befallen wurden. In warmen Sommermonaten herrschte die Krankheit nicht selten in einer Ausdehnung, dass die im Abstorben begriffenen oder bereits todton Fische zu Hunderten bei Trier vorübergetriohen wurden. Das Fleisch der Fische ist weich und oft von strohgelbor Farbe. Aeusserlioh kann man bei den kranken Fischen wallnussgrosse Anschwellungen nachweisen, welche sich besonders am Bauche und an den Seiten des Körpers bald vereinzelt, bald in grosserer Zahl vorfinden. Später brechen dieselben auf und es entwickeln sich tiefe, kraterförnüge tleschwiiro, in denen eine gelbe, oiterähnliche Masse enthalten ist. Die Krankheit wird hervorgerufen durch die sog. Fischsporospermien (Myxospoiidien), welche schon Joh. Müller (1841) entdockt hat.
Beim Auftreten der Krankheit unter den Fischen des Rheines zeigte sich, dass die Thiero sich in vielen Fällen wieder von dor Krankheit erholen, während sie in der Mosel fast durchweg zu Grunde gingen.
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Zusammenfassung.
Betrachtet man beim Rückblick auf die bisher geschilderten Infektionskrankheiten des Menschen und der Tiiiore ihre gegenseitigen Beziehungen, bezw. ihr selbständiges Vorkommen entweder nur beim Menschen oder nur bei Thieren, so kommt man zu folgendem Ergebniss:
1.nbsp; nbsp;Von Infektionskrankheiten, welche der Mensch ausschliesslich durch den Umgang mit kranken Thieren oder durch den Genuss des'Fleisches und der Milch derselben erwerben kann, sind zu nennen: Milzbrand, Rotz, Wuth und Aphthcn seuche.
2.nbsp; nbsp;Von Infektionskrankheiten des Menschen, welche derselbe aussei' auf anderem Wege auch durch den Umgang mit kranken Thieren bezw. durch
gt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;den Genuss des Fleisches und der^ükk-olerselben erwerben kann, sind zu
nennen: Tuberkulose, AktinomyJiO^-Proleosil^wjd Milk-Sickness.
3.nbsp; Von Infektionskrankheiten des MenseJfi,cgt;i und der Thiere, welche theils gegenseitig übertragbar sind, mich, wie die^jiwelts genannten mit Sicher-
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i) Die nachfolgenden Angaben sind theilweise einer AfllM von Sticker, Infektionskrankheiten bei Fischen' entnommen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;^M
Schnoidomühl, Vorgl. Pathologio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;C^ 'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 14
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210nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zusnmiiienfassung.
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heit oder mit hoher Wahrscheinlichkeit durch denselben Infektionserroger hervorgerufen werden, sind hervorzuheben: Pocken, Eiysipel, Malaria, Hänioglobinurie, Amöben-Dysenterie, kroupöse Pneumonic, Meningitis cerebrospinalis epidemicu, Tetanus, akuter Gelenkrheumatismus, malignes Oedem, Rauschbrand (mcphUischer Brand), kryptogenetische Septikopyämie, gelhos Fieber und Beriberi.
4.nbsp; Von Infektionskrankheiten, welche nur beim Menschen vorkommen und auf natürlichem Wege nach den bisherigen Beobachtungen auf Thiere nicht übertragen werden, sind folgende zu nennen: Masern, Scharlach1), Erysipel, Diphtherie, Influenza, Typhus, Lepra, Syphilis, Schanker, Tripper, Cholera, Parotitis epidcniica, Keuchhusten und orientalische Pest.
5.nbsp; nbsp; nbsp;Von allgemeinen Infektionskrankheiten, welche bei Thieren vorkommen und auf natürlichem Wege überhaupt nicht oder nur sehr selten auf Menschen übertragen werden dürften, kommen nach unseren gegenwärtigen Kenntnissen folgende in Betracht: Bescluilscuehe der Pferde, Bläschenausschhig der Pferde und des Rindviehs, Geflügelcholera, Rinderpest, Wild- und Rinderseuche, Büffelseuche, Lungenseuche, infektiöse Lungenentzündung der Kälber und Ziegen, Katarrhal-fieber der Rinder, Druse der Pferde, infektiöser Nasenkatarrh des Rindes, Lymphangitis epizootica des Pferdes und Rindes, opizootiseber Kehlkopf- und Luftröhren-katarrb der Pferde, infektiöse Rückenmarkslähmung des Pferdes, Stäbchenrothlauf der Schweine, Schweineseucho, Schweinepest, Staupe der Hunde, Kaninchenseptikämie, Frettchenseuche, Mäuselyphus, Pyoseptikämie neugeborener Thiere, Botryomykose, Bradsotquot; der Schafe, afrikanische Pferdepest, südafrikanische Pferdesouchon, C'adeiras-Krankheit, Stoppelkrankheit und Protoosis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Jgt;
Demnach kennen wir gegenwärtig 4 Infektionskrankheiten des Menschen, welche nur durch den Umgang des Menschen mit kranken Thieren, bezw. durch den Genuss von Fleisch und Milch derselben hervorgerufen werden, 3 Infektionskrankheiten, welche aussei- auf anderem Wege auch durch den Umgang mit kranken Thieren hervorgerufen werden können, 15 Infektionskrankheiten des Menschen und der Thiere, welche (wenn auch sehr selten) theils gegenseitig übertragbar sind, theils sicher, theils wahrscheinlich durch denselben Infektionserreger hervorgerufen werden, 15 Infektionskrankheiten des Menschen, welche auf natürlichem Wege auf Thiere nicht übertragen werden und 30 Infektionskrankheiten der Thiere, welche nur bei Thieren vorkommen und nach den bisherigen Beobachtungen überhaupt nicht oder nur sehr selten auf Menschen übertragen werden.
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i) Ob die von Pctrowaki in den Kirgiscnsteppon bei Rindern, Schafen und Ziegen beobachtete Infektionskrankheit mit dem Scharlach des Menscheu identisch ist, bedarf noch erst -weiterer Untersuchungen.
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Intoxikationoii. Iiitoxikationskranklieiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 211
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B. Intoxikationen. Intoxikationskrankheiten.
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Allgemeines').
Der Hegriff Gift. Man unterscheidet gegenwärtig allgemein Gifte im weiteren und Gifte im engeren Sinne. Gifte im weiteren Sinne können alle dielenigen Stoffe genannt werden, auf welche der Körper durch Krankbeitgersoheinungen reagirt. Stoffe, welche an und für sieli indifferent und zum Auf hau und zur dauernden Entwickelung des thierischen Körpers unumgänglich nothwendig sind, können durch die Menge, durch die starke Konzentration und durch die Art der Einverleibung giftig wirken.
Als Gifte im engeren, eigentlichen Sinne werden solche unorganische oder organische Stoffe zu bezeichnen sein, welche schon in verhältiiissmässig geringer Menge gesundheitsschädlich wirken, wobei die Wirkung chemischer, nicht physikalischer Natur ist. Die Giftwirkung muss schon bei gewöhnlicher Einverleibungsart und bei vielen Thioren gleichartig eintreten, nicht nur bei besonderer Applikation (intravenös, intniperitoneal) oder nur gelegentlich bei einem einzelnen Individuum. Auch müssen es unbelebte Stoffe sein, die aber von belobten Organismen (Pflanzengifte, Thiorgifte) abstammen (Fröhner).
Gifte im engeren Sinne sind, zusaminengefasst, solche unorganisehe oder organische Stoffe, welche, ohne sich selbst zu reproduziren, auf Grund ihrer chemischen Eigenschaften im Thierkörper durch Störung der Organfunktionen die Gesundheit beeinträchtigen eventuell durch Aufhebung der Organfunktionon das Leben vernichten (T ore g).
Olshausen definirt im Kommentar zum Strafgesetzbuch den Begriff Gift in folgender Weise: Gift ist nach dem allgemeinen Sprachgebrauche ein Stoff, welcher in kleiner Dosis durch seine (diemische Beschaffenheit die Gesundheit oder das Leben zu zerstören geeignet ist.
Kiuthciiung der (Jii'te. Vom Standpunkte der Uebersichtlichkeit, Einfachheit und praktischen Brauchbarkeit Ist die Eintheilung nach mineralischen, pflanzlichen und thierischen Giften am besten. Die neuere wissenschaftliche Toxikologie theilt die Gifte je nach ihrer Wirkung auf die einzelnen Organe ein (Herzgifte, Blutgifte, Gehirngifte, Muskelgifte, Nervengifte u. s. w.). Ebenso wird die chemische und physiologische Verwandtschaft .zur Grundlage für die Eintheilung *nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;benutzt (Atropingruppe, Nikotingruppe, Morphingrüppe, Digitalingruppe, Strychnin-
gruppe u. s. w.). Auch nach den wichtigsten klinischen und pathologisch-anatomischen Symptomen ist die Eintheilung von einzelnen Autoren ausgeführt worden (Kobert, Tereg),
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') Die nachfolgsnden Angaben sind theilwoise den Lehrbttohern von Kobert, Toren, Gerlacli und Fröhner entnomiiioii worden.
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212nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; riitoxikiitioiion. Intoxikiitioiiskiankheiten.
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Ursaclie der Vergiftungen. Jo nach dem durch die aufgenommene Gift-
menge bedingten Verlauf der Vergiftung kann man akute und obronisobe unterscheiden, ferner absielilliche und zufällige. ^Ean unterscheidet 1. Medizinalvergiftungen, 2. kosmetlsohe Vergiftungen (durch Gebrauch giftiger Mitte] zur Pflege und Reinigung der Haut, Färbung der Haare), 3. technische Vergiftungen (in Fabriken und Werkstätten bei der Darstellung und Verwendung giftiger Stoffe), 4. ökonoinische Vergiftungen (durch Verwochselung scliädlieher mit essbaren Substanzen, Genuss verdorbener Speisen, durch Anwendung giftiger Gerätho, Vergiftung durch fahrlässige Entwickelung von Kohlenoxydgas u. s, w.), 5. Vergiftungen durch den Biss oder Stich giftiger Thiere.
Bei Tbieren kommen besonders in .Betracht: Vergiftungen durch den Genuss von Giftpflanzen, durob Aufnahme verdorbener Nahrungsmittel, durch ausgelegte Gifte, welche zur Tödlung von Hatten, Mäusen, Schwaben und Wanzen bestimmt sind.
WirkungSAveiso der Gii'te. Zunächst ist, die Wirkungsweise der Gifte abhängig von der Menge, von der Form der Gifte, von dem Alter, von der Ab-Stammung und von der Anwendungsart der Gifte. Grosse, Alter, Konstitution und (u'wiiluuing sind ebenfalls von Kinfluss auf die Wirkung. Menschen und Thiere zeigen häufig gegen ein und dasselbe Gift ein ganz verschiedenes Verbalten, so dass man z. B. nicht von einzelnen zufällig gewählten Versuchsthieren Schlüsse auf die Wirkung bei anderen Thiergattungen und beim Menschen machen kann. Aber auch innerludb ein und derselben Thiergattung treten Unterschiede im Verhalten gegen manche Gifte hervor. So können Hunde und Kaninchen hundertmal soviel Atropin vertragen als der Mensch; das starke Herzgift Muskarin wirkt auf Insekten nicht ein; der Igel verzehrt ohne Schaden Dosen von Kanthariden, die mehrere Menschen tödten können. Für die Pflanzenfresser, namentlich die Wiederkäuer, sind Metallsalze viel giftiger als für Fleischfresser und Omnivoren; Ochsen sterben bei der Einreibung von solchen Mengen grauer Salbe, welche Hunde ohne Nacbtbeil ertragen; ein Pferd wird erst durch die zehnfaebo Menge von Bleiacetat getödtet, wie ein gleichschweres Kind u. s. w. (Aruold-Tcreg). Die Katzen sind sehr empfindlich gegen Karbolsäure und wenig empfindlich gegen Apomorphin, von dem sie als Emetikum zehnmal grössere Dosis bedürfen als grosso Hunde, während beim Schweine gar kein Erbrechen dadurch erzielt, worden kann. Geflügel ist relativ unempfindlich gegenüber dem Strycbnin (Fröhner).
Verlauf und Dauer einer Vergiftung wird beeinflusst durch die schnellero oder langsamere Ausscheidung des Giftos aus dem Körper, ebenso durch die langsame oder schnelle llesorption der Gifte. Ebenso ist die Anwendungsweiso auf Verlauf und Dauer von Einfluss. Im Allgemeinen wirken alle Gifte vom Magen aus schwächer, als von der Subkutis und von Wunden. Die Giftigkeit eines Stoffes vom Magen aus verhält sieh zu seiner Giftigkeit von der Subkutis aus etwa wie 1 ; 10 (Fröhner). Je nach der Thiergattung kann dieses Verhältuiss auch noch ein engeres sein. Ebenso ist bei der Resorption von Wunden aus die Giftigkeit erheblich gesteigert; am stärksten ist die Wirkung der Gifte bei der intratrachealen, intraperitonealen und intravenösen Injektion. Bezüglich der Ausscheidung der Gifte sei erwähnt, dass die Salze der schweren Metalle (Blei, Quecksilber, Kupfer) besonders langsam ausgeschieden werden, ebenso Digitalis.
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Allgemeines.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;213
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Beattglioh Ablagerung und Ausscheidung der Gifte kommen Leber (Phosphor und Arsenik) und Niereu (Kiintlüirideii, Terpentinöl, Kolchikum) In Belaquo; traclit. Daneben auch Magen und Danndrütion (Quecksilber, Salpeter, Phosphor, Arsenik), Talg- und Schweissdriisen {Hautoxantbeine bei Merkuria-lismus, Bromvcrgiftung, Jodvergif lung, Schlempemauke); ferner Speicheldrüsen (Quecksilber) und Milchdrüse (Phosphor, Jod). In manchen Fällen von Vergiftungen sind Milchkühe widerstandsfähiger als andere Thiere, weil durch die gesteigerte Funktion der Milchdrüse das eingedrungene Gift schneller und reichlicher als bei anderen Thieren ausgeschieden wird.
Die Wirkung der Gifte ist auch abhängig von der physikalischen Beschaffenheit derselben, von ihrer Lüslichkeit in Wasser, im sauren Magensaft, im
alkalischen Pankreassafte, im eiweissreiohen Blute u. s. w.; ferner von dem Aggre-gatzustand (feinere oder gröbere Form, krystalliniscli oder amorph, der krvstallinische gelbe Phosphor ist giftig, der amorphe rothe ist ungiftig). Standort, Zeit des Einsanuuelns, Licht, Luft, Wasser haben auf die Wirksamkeit einzelner Gifte ebenfalls Finfluss; indischer Hanf ist gegenüber dem einheimischen stark giftig; viele Giftpflanzen sind während ihrer Blüthozoit am wirksamsten, andere verlieren (Mutterkorn, tSadebaumkraut) oder ändern ihre Wirkung (Faulbaumrinde) nach längerem Aufbowahren, Blausäure geht durch Aufnahme von Wasser in ungiftiges ameisensaures Ammonium über, Ohloroformdämpfe werden durch anwesende Flammen in giftiges Phosgengas und Salzsäure? u. s. w. verwandelt,
Durch die G e w ö h n u n g (licim Menschen besonders an Alkohol, Tabak, Chloral, Morphin, Kokain, bei Thieren an Arsenverbindungen) kann die Wirkung toxischer Mengen fast oder vollständig aufgehoben werden.
Die direkte Wirkung der Gifte kann eine Lokalwirkung und Fernwirkung im Körper veranlassen. Bei der örtlichen Wirkung tritt eine Schwellung, Entzündung, Verätzung und Anästhesimng der Haut, Schleimhäute und Wunden ein, während die allgemeine Wirkung durch das Blut und mit Ueborgang des Giftes in dasselbe eingeleitet wird.
Bezüglich der Veränderungeii der (Jltte im Blute und in den Geweben ist zu erwähnen, dass manche Gifte chemisebe Bindungen eingehen (Kohienoxyd mit Hämoglobin, Oxalsäure mit Kalk zu oxalsaurem Kalk, Chlor, Brom und Jod zu Chlorkalium, Bromkalium, Jodkalium u. s.w.); andere bewirken Synthesen (Umwandlung der Karbolsäure zu phenolsulfonsaurem Kali, des Kamphers in Kamphoglvkuron-säuren); ferner veranlassen die Gifte auch Oxydationen (Phosphor zu Phosphorsäure, Schwefel zu Schwefelsäure, Blei ZU Bleioxyd, Benzol zu Phenol, Phenol zu Hydrochinon. Ebenso beobachtet man R e d u k t i o 11 e n, Spalt u n g e n und schliesslich auch Assimilationen (Ersatz des Kalciums bei Bleivergiftungen durch Blei, der Phosphorsäure bei Arsenikvergiftungen durch arsenige Säure) und Ablagerungen (z. B. der Metalle) in einzelnen Organen (Leber) (Fröhncr).
Absichtliehe VerglfttUlg dev Tliierc wird thoils durch subkutane Injektion von einigen Kubikcentimetom einer 10quot;'oigen wiissiigen liliuisiiurcliisnng (bei Hunden und Katzen) theils (bei Katzen) durch Einbringung einiger Tropfen der genannten Flüssigkeit in den Lidsack oder auf die Maulschleiinbaut. L'iizweckmilssiger, weil von längerer Dauer und schlechter anzuwenden, ist die Vergiftung mit einer Cyankaliumlösung (12,0 in Wasser oder Essig gelöst) oder mit Chloroform und Strychnin. Auch grosse Thiere kann man
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Intoxikationen, hitoxikutionskrankheiten.
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durch Anwendung von Blausäure tödten. Ich habe in den letzton Jahren sehr oft das von Pinner dargestellte und von Hermes empfohlene Chloralcyanhydrat (eine Verbindung von Chloral und Blausäure) zur Vergiftung der Hunde benutzt. Das Chloralcyanhydrat ist ein krystailinischps, in Wasser leicht lösliches Pulver. Eine Lösung von 0,06 Chloralcyanhydrat in 10,0 Wasser würde der Konzentration dos Bittermandclwassers entsprochen. Nach Pröhner beträgt die tüdtliche Dosis boi mittelgrossen Hunden 0,5 g bei subkutaner Injektion, in 10ü,'o wässeriger Lösung subkutan angewendet tritt eine örtliche Reaktion nicht ein und die Lösung bleibt lange (nach Froh nor noch nach einem Jahre) wirksam.
Diagnose der Vergiftung-en. Von allgemeiner Bedeutung sind; Der klinische Befund (plöt/.lieho schwere Erkrankung ohne bestimmt ntxchweisbare Ursache mit raschem, oft tödlliehcm Verlaufe, nainentlich bald nach der Nahrungsaufnahme und bei mehreren Individuen zugleich), die Anamnese (Gesundheitszustand vor der Erkrankung, Aufenthalt, Umgebung) Beschäftigung), der pathologisch - a n a to m i sehe Befund (manche Gifte bewirken charakteristische, pathologisch-anatomische Veränderungen einzelner Organe), die chemische Untersuchung einzelner Kadavertheile, des Futters u. s. w.
Leber das A'erluiltcii des Harns bei Vergiftungen* soweit es sieh dabei um in die Augen fallende Veränderungen vom Harn bandelt, macht Penzoldt folgende Angaben:
1,nbsp; Metalle: a) Quecksilber. Akute Quecksilbervergiftungen (Sublimat) führen zu Albuminurie (mit Cylindern, Niorenepithel und Leukocyten) und Uämaturie als Ausdruck der akuten Nephritis. Bei akuter wie besonders auch bei chronischer Intoxikation gelingt boi genügender Menge der Nachweis des Metnils im Harn.
b)nbsp; Blei. Bei akuter Bleivergiftung lindet mau zuweilen Albuminurie, bei der chronischen nicht selten ebenso, da die Schrumpfnicre wohl zweifellos durch Blei bedingt sein kann. In grösseren Harnmengen ist gewöhnlich auch das Blei durch das geeignete Verfahren nachzuweisen.
c)nbsp; Kupfer. In Fällen akuter Intoxikation zuweilen Albuminurie und Hämaturie, boi verminderter Menge.
d)nbsp; Laugen. Bei schwach saurer, neutraler oder alkalischer Reaktion bewirken Kali-und Natronlauge, sowie Ammoniak Albuminurie. Auch sind reduzirende Substanzen gefunden worden.
2.nbsp; Metalloide: a) Phosphor. In der akuten Vergiftung besteht nach dem ersten Tage gewöhnlich Albuminurie und Cholerie. Pepton, Milchsäure, auch flüchtige Fettsäuren, sind zuweilen gefunden worden, ebenso Leucin und Tyrosin, wenn auch wohl seltener als bei der gelben Leberatrophie. Später, im Stadium der allgemeinen fettigen Degeneration der Organe zeigt das Sediment Cylinder, verfettete Epithelion, Fetttröpfchen, rothe Blutkörperchen. Neuerdings ist Steigerung des Ammoniakgchaltes, bei Verminderung des Ue-sammtstickstoffes nachgewiesen worden.
b)nbsp; Arsenik. Der Harn enthält bei der akuten Vergiftung häutig, bei der chronischen zuweilen Eiweiss, beziehungsweise auch Blut. Bei ersterer ist das ausgesprochene Bild der akuten Nephritis beobachtet. Kupferoxyd in alkalischer Lösung reduzirende Substanz, die kein Zucker ist, sieht man häufig. Arsen selbst ist im Harn in der Regel nachweisbar.
c)nbsp; Kohlenoxyd. Für Kohlenoxydvergiftuiig ist Glykosurio fast charakteristisch. Doch ist die reduzirende Substanz im Harn nicht immer Zucker, sondern Glykuronsäure. Albumin tritt öfter auf.
d)nbsp; Jod und seine Verbindungen. Albuminurie kann nach Jod und Jodoform auftreten. Der Harn giebt gewöhnlich bei Zusatz von Salpetersäure mit salpetriger Säure die Jodreaktion; nach Jodoform ist allerdings häufig vorherige Veraschung nöthig. Das gleiche gilt vom Brom.
e)nbsp; Chlorsnures Kalium. Die typischen Veränderungen des Urins bestehen in Oligurie. Albuminurie, Methämoglobinurio und Hämaturie (schwarzbraune Farbe, Blutkörperchenschatten, braune Cylinder und Schollen).
f)nbsp; Mineralsäure. Das Prototyp der Vergiftungen mit starken Säuren, die Schwefelsäureintoxikation geht mit Albuminurie und Hämaturie, beziehungsweise Hämoglobinurie und Methämoglobinurie einher. Oft sieht man das typische Bild der akuten Nephritis. Eine reduzirende Substanz kein Zucker wurde öfter beobachtet.
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Allgemoines.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 215
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3.nbsp; nbsp;Organische (iifte der fetten Reihe:
ft) Chloroform. Nach anhaltenilcn Chloroformnarkosen tritt im Harn eine redum-ende Substanz auf, welcher sicher kein Zucker (wahrscheinlich Trichlorüthylglykuronsiiure) ist, ferner eine schwefelhaltige Substanz und gewöhnlich nacii ein paar Tagen Urobilin auf.
b)nbsp; Alkohole. Während nur bei starken akuten Alkoholvergiftungen zuweilen Albumin in den Harn übertritt, ist der chronische Alkoholismus sicher ein wichtiges ätiologisches Moment für chronische Nierenentzündungen und die damit verbundenen Veränderungen des Harns. Der Amylalkohol (Fuselöl) wirkt entschieden intensiver als der Aethylalkohol.
c)nbsp; Chloralhydiat. Die reduzirende Substanz, welche nach stärkeren Chloraldosen im Harn auftritt, ist Urochloralsäure. Bei chronischer Vergiftung ist Albuminurie beobachtet.
d)nbsp; nbsp;Hlausäuro und deren Verbindungen. Albuminurie und Glykosurie ist öfter gesehen worden.
c) Oxalsäure (Kloesäure). Der Harn ist spärlich und es kann zu Anämie kommen. Gewöhnlich besteht Albuminurie, Methämoglobinurie und Glykosurie. Die Krystalle von oxalsaurem Kalk finden sich besonders reichlich und anhaltend.
4.nbsp; nbsp;Organische Gifte der aromatischen Reihe: a) Karbolsäure. Die dunkelgrüne bis schwarze Farbe, die von Oxydationsprodukten des aus dem Phenol entstehenden llydro-chinons herrührt, ist für den Karbolharnquot; charakteristisch. Ausserdem besteht gewöhnlich Albuminurie und öfters Hämoglobinurie. Karbolsäure selbst ist im Destillat des Urins nachweisbar
b)nbsp; nbsp;Nitrobouzol. Die Fehling'sohe Lösung reduzirende linksdrehondc Substanz ist nicht gährungsfähig. Hämoglobinurie und Methämoglobinurie wurde nur ausnahmsweise konstatirt.
c)nbsp; Anilin und dessen Derivate. Das Verhalten des meist konzentrirten Harns bei Vergiftungen mit Anilin und dessen Verbindungen, wie Acetanilid, Phenacetin, Kxalgin u. s. w. ist sehr wechselnd. Die Körper sind entweder als solche (wie das Anilin) oder als Paraamido-phenolverbindungen im Harn zu finden.
d)nbsp; nbsp;Antipyrin. Der Harn ist roth und wird mit Eisenchlorid (auch im gekochten Harn, wenn auch schwächer) noch intensiver roth gefärbt.
o) Thaliin. Der bräunlich-grüne Harn selbst giebt mit Eisenclilorid rothe Färbung, während ein Aether- oder Chloroformauszug aus demselben sich mit Eisenclilorid grün färbt.
f)nbsp; nbsp;Salicylsäure und deren Verbindungen. Diese Körper verursachen öfters eine strohgelbe Färbung des reichlichen Urins und lassen sich an der rothvioletten Reaktion mit Eisenclilorid erkennen.
g)nbsp; nbsp;Santonin. Der Urin ist grünlich-gelb und wird mit Alkalien schön roth, was zum Unterschied von Rheumharn mit dem Aetherextrakt nicht der Fall ist.
5.nbsp; nbsp;Alkaloulo: aj Morphin und Opium. Bei der akuten Vergiftung besteht häutig, zuweilen auch bei der chronischen Glykosurie. Eiweiss ist ebenfalls beobachtet. Der Nachweis des Morphins gelingt.
b)nbsp; nbsp;Strychnin. Eiweiss, Zucker und Milchsäure sind öfter im Urin gefunden worden.
c)nbsp; nbsp;Atropin und Belladonna. Das Atropin lässt sich im Harn nachweisen, unter Umständen sogar direkt an der Pupillenwirkung erkennen. Bei Tollkirschenvcrgiftungen fluoreszirt der Urin, was bei der Atropinintoxikafion nicht der Fall ist.
G. Pilzgifte: Morcheln und andere Hutpilze. Die frischen Morcheln (Helvellaesculenta) machen in charakteristischer Weise Hämoglobinurie beziehungsweise Methämoglobinurie (mit lläinoglobinfröpfchen). Auch ist (iallcnfarbstoff mit Hämatoldinnadeln nachgewiesen worden. Aehnlich sind Veränderungen nach Genuss des Lerchenschwamm (Agaricus), sowie Amanita phalloides (Knollenblätterpilz) und anderer Amanita.
Itoziiglich einzelner Symptome als Zeichen bestimmter YergiftHiigen
können folgende Ersoheinupgen, welche nach den Werken von K oh er t (Compendium dor praktischen Toxikologie) und Tereg (Toxikologie), zusammengeatollt sind, von Bedeutung für die Feststellung der nebenbei bezeichneten Gifte sein.
Syniptomo:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Man Imt dnliei zu denkon znnHohst nn:
Abortusnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Juniperus Sabina, Ruta graveolens, Mentha
pulegium, Phosphor, Oornutin, Akncpustelnnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bromide. Antimonialen, Arsenikalien, Emofin.
Anurienbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Oxalsäure, Klecsalz, Kanthaiidin, Sublimat
und andere Ouecksilberpräparate. Aphouie und liellhustennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Atropin, llyoscyamin.
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Intoxikationen, [iitoxikrttioiiskrnnkhoiteii.
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Symptomo; Athem, spezifischer Geruch desselben
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Man hat ilaloi zunilchst zu ilonkon an:
Opium, Alkohol, Paraldehyd, Amylenhydrat, Pental, Chloroform, Aether, Aetherbromatus, Kreosot, Jod, Jodoform, Brom, Broraoform, Phosphor, | Nitrobenzol, Blausäure , alle ätherischen Oolo, Amylnittit, Ammoniak.
Bei Tliieren: Glykoside der Cyangruppe.
Ergotismus gangraenosus (beim Menschen).
Bei Thieren: Eicheln, Dintenbeerstiauch, Flachseide.
Bei Thieren: Alo^, Flachs, Kreuzdornarten, Disteln.
Bei Thieren: Buchweizen, Mottenkraut, Koniferen, Daucus, Sonföle.
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]iewusstlosigkeit (Erbrechenbezw.Durch-
fall) Blnuscliwarzwerden peripherer Körperstellen I! I ut diss (i 1 ii t ion :
a)nbsp; nbsp; Verbunden mit Verstopfung, später Diarrhöe, kein Fieber
b)nbsp; nbsp; Verbunden mit Durchfall, Kolik und Scliwiicbe
c)nbsp; nbsp;Verbunden mit Erbrechen, Durchfall, entzündlicher Sehleimhautsolnvellung ohne Aetzschorfe, Hamoglobinurio, Hautödem.
Brechdurchfall
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Antimonialien, Arsenik, Stoffe der Digitalin-gruppo, Pilokarpin, Nikotin, Muskarin, Kolchicin, Aetzgifte, Eoloquihtben, Emetin, Krotonöl u. s. w. (beim Menschen). Phosphor, Arsen, Antimon, Eicinus, Croton, (Entenfuss), Podophyllein (bei Thieren). Verbunden mit: Spasmus, epileptiforme Krämpfe, Gangrän, Abortus, bei Thieren: Mutterkorn.
Nitrobenzol, Benzol, Anilin, Antifebrin (beim Menschen).
Jalappe, Podophyllotoxin.
Bei Thieren: Pikrotoxine und verwandte Gifte, Schierling, Eserin, Kampher.
Apomorphin, Lobulin, Cytisin, Narzissengifte (beim Menschen). Kalk, Alaun (bei Thieren).
Phosphor, Kokain, unter Umständen alle starken Krampfgü'te, Enzyme.
Morphinismus, Kokainismus, Maisvergiftung, Ergotismus, Aethersucht, Saturnismus, Mer-kurialisinus, Alkoholismus, Jodoform, Schwefelkohlenstoff.
Alle Aetzgifte.
Phosphor, (beim Menschen), Lupinotoxin
(bei Schafen). Pikrinsäuie und ihre Salze. Sulfonal, Trionnl. Solanin und andere Saponinsubstanzen,
Helvellasäure. Arsenwasserstoff, Kalium chloricum, Natrium
nitrosum, Amylnitrit, Pyrogallol, Chrysaro-
bin, alle Aetzgifte. Kohlenoxyd, Chloralhydrat, Chloroform,
Pyrogallol, Oxalsäure und ihre Salze,
Ameisensäure (Bittormandeln). Karbolsäure. Santonin.
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Cyanose
Durchfall ohne Krbrecbon
Epilepti forme Krämpfe, Tetanus,
Speicheltluss, frequenter Puls Erbrechen ohne Durchfall
Fieberhaftes Ansteigen der Temperatur
Geistesstörung depressiver Art
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Glottisödem Harn iktorisch
Harn rothgelb, Haut rotb
Harn rothweinfarbig durch Hämatoporphyrin
Harn enthält Blutfarbstoff in Lösung
Harn enthält Methämoglobin mit oder ohne Hämatin
Harn wirkt auf Fehling'sche Lösung re-duzirend
Harn wird an der Luft schwarzgri'in
Harn wird an der Luft langsam Scharlach-roth
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Allgemeinos.
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Symptome: Harn enthält farblose Krystallo hei saurer
Reaktion Harn riecht auffallend
Hautverfürhung, dunkel, schmutzig, aber
nicht cyanotisch Haut feucht
Haut auffallend trocken, ebenso Mund und Rachen
Haut mit Urticaria oder scharlachartigon Erythomen
Haut ausschlüge, ekzematöso
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Mim hat daboi zanlichst zu donkon an: Oxalsäure und deren Salze.
Terpentinöl (nach Veilchen), andere ätherische
Oele, Ammoniak, Spargel. Argyrin, Hydrargyrose, Saturnismus, Kupris-
inus, Arsonikismus (Arscnmclanose). Opium, Akonitin, Morphin, Kodein, Physostig-
min.
Atropin (Theile von Tollkirsche, Stechapfel, Bilsenkraut) Hyoscyamin, Hyoscin, Allanto-toxin, ein Gift aus verdorbenen Fischen.
Atropin, Hyoscyamin, Antipyrin, Chinin, Kopaivabalsam, Kubebon, Chloralbydrat, Jod, Morphin.
Krotonöl, Karbol, solllochte Vanille-sorten, Chinarindenstaub, Karbolsäure, Tbeer.
Spanische Flicgenpräparato, Ranunculus acris. Ranunculus sceleratus u. s. w.
Pikrinsäure und ihre Salze.
Phosphor, Helvellasäure, Solanin, Saponin-substanzon, chlorsaures Kali, Natrium nitrosura, Amylnitrit, Pyrogallol, Arsen-Wasserstoff (beim Menschen); Lupino-toxin (bei Thieren).
Aetzende Säuren, Aetzalkalien, Nikotin, Arsenik, Antimonialien, Kolchicin.
Alkohol, Morphin, Opium, Chloralbydrat und seine Ersatzmittel, Snlfonal, Cblorofonu und seine Ersatzmittel, Kohlenoxyd, Anilin, Oxybuttersäuro (beim Menschen). Bei Thieren ausserdem : Benzin, Petroleum, Jodoform.
Strychnin,G ift der Tetanusbacillen, Ammoniaksalze , Cytlsin, Kornutin, Pikrotoxin, Kokain, Santonin, Kondurangin (beim Menschen). Bei Thieren: Kohlensäure. Kohlenoxyd, anorganische Cyanverbind-ungon. Klon i sehe, resp. tonische Krämpfe, Kolik, Durchfall! Neben-alkaloide des Opium, Mohnpflanzen, Cheli-donium, Lolimn, Berberin (bei Thieren).
Koniin, Kurare, Kolchicin, Ergotinsänre (beim Mensch en).
Bei Thieren: Blei, Kupfer Quecksilber, Zink.
Phosphor.
Morphin, Muskarin, Piloknrpin, Ammoniak, rotligelb; chromsaure und doppeltchrom-
saure Salze, gelb: Salpetersäure, Pikrinsäure, bra u n : Jod, Brom,
grünblau: Kupforsulze, SohweinfurtorGriin, w ei ss lieh: ätzende Alkalien, ätzende
Säuren, ätzende Motallsalze.
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Haut mit wassorhollon Blasen besetzt; auch
im Munde Haut gelb, Harn rothgelb Ikterische oderpseudoikterischegelbbraune
Verfärbung der Konjunktivae oder auch
der Haut
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Kollaps Koma, tiefes
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K rümpfe
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L ü h m u n g e n, meist von unten aufsteigend
L ä h m u n g e n, Tremor, Krümpfe.Temperatur-abfall, Kachcxio, Erbrechen, Durchfall
Leuchten der A t h e m 1 u ft, des Erbrochenen oder des Harns
LungenOdem
M u n d s o h 1 e i in h n u t, V e r f ü r bung derselben und der Zunge
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Intoxikationen. Intoxikationskrnnkheiten.
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Symptome; Puls stark beschleunigt
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Man hat ilaljoi zunJtchst zu tlonlten an:
Atropin, Hyoscyaminu.s. w. (b. Menschen). Bei Thieren (verbunden mit Krbrechen, Durchfall, Konvulsion): Veratrum, Saba-dilla. Kolchikum, Narzissus.
Stoffe der Digitalingruppe, Baryt, Blei (beim Menschen). Digitalis, Galle, Baryt (bei Thieren, verbunden mit starkor Diurese, Liihniung, Konvulsionen).
Opium, Morphin, Muskarin, Stoffe der Digitalingruppe (später Beschleunigung), Pilo-karpin (später unregelmässig und beschleunigt), Nikotin (wie Pilokarpin), Physostig-min, Blei, Baryt, alle Narcotica (beim Menschen).
Atropin, Hyoscyamin, Homatropin, Kokain (später eng), Akonitin, Koniin.
Muskiirin, Pilokarpin, Nikotin, Morphin, Kodein, Opium, Physostigmin.
Kantbaridin, Gift des Gyrinus nntntor.
Ammoniakgas, Chlor (bei Thieren).
Bei Thieren: Aetzatninoniak, Phenol, Salpetersäure, Salzsäure, Schwefelsäure. Bei Thieren: Akonitin.
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Puls (Irahtformig hart
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Puls auffallend langsam
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P u p i 11 e n e r w e i t o r u n g P u p i 11 c n v e r e n g o r u n g
I'r iapi sm u s
S chloi m h au t des Nnsenrachenraums entzündlich geschwollen, Dyspnoe, Husten
Schleimhaut der Maul- und Raclienhühle veriitzt, Schlingheschwerden, Kolik
S c h w o i s s a u s b r u c h , Uiurese, Krbrechen, Duroli fall, Puls, Fieber, Hirnkrämpfe (rascher Vorlaut')
Spei ch elfluss
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Pilokarpin, Muskarin, Nikotin, Kornutüi, Physostigmin, Cytisin, Quecksilber, Ammoniak, Arsenik, Antimon, Kantbaridin, Saponinsubstanzen n. s. w. (b. M o n s c h o n). Kantharidon, Anakardium, Kuphorhinin (bei Thieren, verbunden mit Schwellung der Maul- und Rachenschleim-haut, Erbrechen, Durchfall, Hämoglobin-urio u. s. w.).
Blausäure, Cyankalium, Kohlensäure, Karbolsäure.
Phallinhaltige Pilze, Arsenik in ungelöster Form (beim Menschen).
Bei Thieren: Steinklee, Ruchgras, Antho-xanthum.
Blei, Silber, Quecksilber, Wismut, Kupfer (beim Menschen).
(wie bei Verfärbung der Mundschleimhaut).
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Tod binnen weniger Sekunden oder Minuten
Vorgi ftung tritt erst 1224 Stunden nach
der Mahlzeit ein Verstopfung , ascendiremle Paralyse,
Somnolenz Zahnfleisch mit dunklem Saum
Zunge verfärbt
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Was die Rnhandlun^ der Vergiftungen betrifft, so ist von Kobert,
Fröhnor u. A. auch eine Zusammenstellung der Gii'to und deren Gegengifte ge-geben, welcher folgende Angaben entnommen sind.
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Oiflo:
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Qegengtfto i
Hühnoreiweiss unter Wasser gequirlt, Milch. Bei Thieren: Weinsäurelösung (1:100); Essig, Citronensaft. Oelemulsionen, verdünnte Pflanzensäuren.
(Iclatine, heim, Pflanzenschleim, Leinsamen, Gummi arabicum.
Hei Thieren: Tanninlösung (1,5 - 100): Do-kokt von Eichenrinde, Chinin, Theoaufguss
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Aotzalkali en, ätzende Säuren, ätzende Salze. (Liqu, Kali cnust., Natr. caust., Aminon. caust.)
Aetzmittel
A n t i in o n p r ä p a r a t c. Tart. stibiatus
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Allgemeines.
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Oifto: A launVergiftung
Alkal eitle (Glykosido, Metallsalze)
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üOKongifto :
Kiweiss, Milcli, Kalkwasser, gebrannte Magnesia, Ammoniak, Abführmittel.
Acidum tannicum, Abkochung von Eichenrinde, Wallnussblättern u. s. w., Aufguss von schwarzem Kattee oder chinesischem Thee, Jod-jodkalium in verdünnter Lösung.
Bei Tliieren: Ferrum hydrico-aceticum mit Wasser; Aqua Calcis, Seifenwasser, Milch, Kiweiss, sclileimige Getränke.
Morphium hydroohloricum.
Bei Thieron: liittersalzlosung, Glaubersalzlösung.
Bei Thieren: verdünnte Schwefelsäure, schwefelsaures Natrium und Kalium, schwefelsaure Magnesia, Brechmittel.
Bei Thieren; Glaubersalzlösung, Bittersalzlösung (I : 10), gerbstofthaltige Getränke.
Bei Thieren: Gerbsäure, kohlensaures Natron, verdünnte Siiuren, Schwefel, Schwefellebor, Opium, Kiweiss, Schleim.
Bei Thieren: Magn. usta in Wasser, Mehlbrei.
Bei Thieren: Spiritus einathinen, Spiritusäther, Branntwein.
Actlierinjektion, Kampher.
Frische Luft, kalte Umschläge auf den Kopf, Brausepulver,
Eisenpulver mit Zuckersyrup, Zuckerwasser, schleimigo Getränke, Milch.
Bei Thieren: Chlorwasser, Chlorkalklösung (5,0 Chlorkalk, mit 12 Tropfen Salzsäure und 200,0 Wasser), kalte Begicssungen und Umschlägo auf den Kopf, Kalium perman-ganioum,
Bei Thieren: Brechmittel, Kiweiss, Kochsalz, verdünnte Salzsäure.
Bei Thieren: Umschläge von Aschenlauge, verdünntem Salmiakgeist, Bleiweiss.
UntcrachwetligsauresNatron.Natr.carbonicum.
Bei T h i o r e n : Schleimige Mittel, Opium, Kxcitniitieu (keine fetten Oele!).
Bei Thieren: Kalkpräparate, Magnesia usta in Wasser, Zuckerkalk, Glaubersalz.
Frische Luft und kalte Begiessungcn.
Opium, später Tannin.
Kiweisslösung, schleimigo Getränke.
Kiweiss in Zuckerwasser, Magnesia usta mit Milchzucker in Wasser.
Bei T h i e r e n: Kohlensaure Magnesia, kohlen-
, saurer Kalk, Scifenwassor, Schleim.
Atropin, Tannin, gerbstoll'haltigo Abkoch-ungen.
Kalkwasser, Kreide, Zuckcrkalk,Magnesia usta.
Kaffee, Kssig, Gerbsäure.
Magnesiamiloh mit gleichviel Chlorwasser, Clilorkalklösimg, schleimige Getränke, Ter-pentinölcmulsionen, Kupfervitriol, intravenöse Injektion von Natr. carbonicum und bicarbonicuni (Kobert).
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Arsenikalien (Acid, arsenicosuin , Auri-pigmontum, Soheelsclies Grün, Fliegenstein)
A t r o p i n (bei cerebraler Reizung) Barytsalze (Bar. chloratum)
Ü n r y u m v e r g i ft u n g
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Bleipräparate
Brecb wein Steinvergiftung
B r o ni
Chlorgas
C h 1 o r a 1 h y d r a t C liloro form
(Jhroin säure
Cyan (Acid.liydrooyan. Aqu. Ainygdal. am. Kalium oyariatuin)
Hüllensteinvorgiftung
I n sek tonst iebe (von Bienen, Wespen
u. s. vv.) Jod, Jodkalium Kantharidenver giftung
Karbolsäure
Kohlonoxydgas Kolchikum Kreosot Kupfer salze
M i n e r a 1 s ä u r e n
M o r p b i u m
Oxalsäure. Acid, oxalic. Pflanzengifte (Opium, Belladonna, Digitalis, llyoscyamus, Akonit u. s. w.) Phosphor
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Intoxikationen. lntoxikatioii8k rankhoiton.
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Gopongifto :
Brechmittel, Abfiihrmittel, Tannin, Jodwasser, Thierkohle, Kalomol, Aether, Kainpher, Koffein, Atropin, Wein, Ammoniak.
Schwefelsaures Eisen, Zuckerwasser, Milch, Eiweiss.
Bei Thieron: Sclilehnigo und ölige Mittel, Seifenwasser.
Brechmittel, Abführmittel, Veiatrin, Strychnin, Aether u. a. w.
Ocrtlich: Chlorwasser, Chlorkalkwasser, über-niangans.Kali.Kaibolwasser, Kveolinwasser, innerl.: kleine Dosen Alkohol, Aether,Koffein.
Kochsalzlösungen in grossen Dosen.
Frische Luft, kalte Begiessungon, Kaffee.
Chloralhydrat, Chloroform, Paraldehyd, Hyp-non, Aether, Sulfonal, Biomknliuni, künstliche Athmung.
Tanninlösung, gerbstoffhaitige Getränke, Magnesiamilch.
Magnesiamilch, Eiweiss.
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Silber salze
S p i r i t u o s a
S t r y c h n i n v e r g i f t u n g
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Z i n k s a 1 z e Zinnsalze
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liczü^licli der allgemeinen Behandlung der Vorgiftungen des Menschen
macht Kobert folgando Angaben;
A. Physikalische Behandlung, welche bei äusserer (z. B. Sohlangenbiss) wie Innerei' und subkutaner Vergiftung Aixwendung findet und in folgenden Manipulationen besteht:
Entfernung des Giftes aus Wunden durch Ausquetschen, Aussaugen, Auswaschen, Ausbrennen. Entfernung des Giftes aus dem Magen durch Magenpumpe oder Heber mit nachfolgendem Auswaschen des Magens, durch Kitzeln des Schlundes oder durch Brechmittel, Als Auswaschmittel dient Wasser allein oder mit einem chemischen Antidot; es ist so lange fortzusetzen, als die Spülflüssigkeit noch Spuren des Giftes durch Farbe, Geruch oder chemische Reaktion erkennen liisst. (Für tvvent. gerichtliche Untersuchung: Aufbewabrung der Spülwässer!) Auch bei subkutaner Vergiftung durch Alkaloide oder Metallsalze ist Magen-Auswnsclien angezeigt, da ein grosser Tbeil dieser subkutan einverleibten Gifte durch den Magen ausgeschieden wird. Bei Komatösen wirkt Magen-Wasche (besonders mit kühlem Wasser) oft analeptisch und diuretiscb, also indirekt nützlich, Als Brechmittel können dienen: Kitzeln des Schlundes, Einflössen lauwarmen Wassers, Apomorphinhvdro-chlor, in l0/oiger Lösung: '/a bis 1 Spritze subkutan (sicherstes und ungefährlichstes Mittel, auch bei Bewusstlosen anwendbarl), bei Nicht-Bewusstlosen; 0,1 Tart. stibiat. -f- 1,0 Pulv. nul. Ipecacuanhae odor Cupr. sulfur. 1: Aqu. 60 bei gleichzeitiger Darreichimg warmer Getränke (bei Anätzung des Magens ist das Mittel jedoch zu vermeiden) oder 1 Theelöffel Senfpulver mit 1 Glas warmen Wassers,
Entfernung des Giftes aus dem Darm durch Abführmittel und Eingiessungen bis in den Dejeklionen kein Gift mehr nachweisbar ist.
Verlangsamung der Resorption durch Abbinden und Immobilislren des Gliedes bei Bissen giftiger Schlangen und Spionen. Zu langes Abbinden (Gangrän!) ist zu vermeiden.
Künstliche AthinUllff, wenn Athendähmunu; droht, abwechselnde Seiten- und
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Allgemeines.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 221
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Bauohlilge; in letzterer Druck auf den Thorax zwischen den Schulterblättern. Hoben der Anne bis über den Kopf und Andrücken an die seitliche Brustwand, 10mal in der Minute, oder bei Rückenlage rhythmisch seitlicher Druck auf die unteren Hippen und das Zwerchfell. Man achte auf freien Luftzutritt zum Kehlkopf (Vorziehen der Zunge, Beseitigung des Kehlkopf ödem 8 mit dein Finger, Intubation, event. Tracheotomie).
Elektrizität. Anregung der Athmung duvch l'hrenikusreizimg, besonders bei Vergiftung durch Leuchtgas, Kohlcnduiist, Opium, Morphium, Chloroform, Schwefelwasserstoff empfehlenswerth, therapeutisch bei toxischen Formen von Tremor (nach Alkohol, Quecksilber, Blei, Arsen), bei toxischem Tetanus (nach Strychnin, Thebain, Pikrotoxin, Lyssagift) und toxischen Paresen und Paralysen (namentlich Bleilähmung),
Kälte (Kompressen, Uebergiessen, Eisblase) bei akuter Vergiftung mit narkotischen Giften mit Sopor und Koma.
Wärme bei temperaturherabsetzenden Giften (kalte Extremitäten und Nase), aber allmählich, nach erfolgter Erwärmung; bei noch fehlender Besinnung: warmes Bad mit kalter Douche auf Kopf und Kücken; bei chemischer Metallvergiftung: boisse Bäder. Passive Bewegung der Glieder zur Anregung der C'irkulation hei gesunkener Herzthätigkeit: man bringe beide Beine gleichzeitig rhythmisch aus der gestreckten Lage in stärkste Flexion und drückt dabei gegen das Abdomen. Ein Assistent kann gleichzeitig die Anne entsprechend bewegen. Massage der Extremitäten und des Abdomens (Streichungen) ist bei Blutdruck herabsetzenden Giften erfolgreich. Bürsten und Kitzeln der Glieder und der Fusssohlen zur Anregung der Reflexthätigkeit. Tieflagern des Kopfes bei Komatösen mit schwachem langsamem Puls. Eingeben von kleinen Eisstückchen bei Verätzung behufs Verlangsamung der Entzündung und Schmerzstillung. Katheterisiren der Harnblase bei Hetentio urinae durch Detrusorläbmung oder Sphinkterkrampf, besonders bei Mor-phiumlälnnung. Aderlass mit folgender Transfusion defibrinirten Menschenblutes oder Infusion von alkalischer Kochsalzlösung. Man kann dem Menschen 23t)/o seines Körpergewichtes an Blut (und damit beträchtliche Mengen von Mirbanöl, Blausäure, Kohlenoxyd, Methänioglobin) entziehen und durch die doppelte Menge physiologischer Kochsalzlösung ersetzen (0,750/o Kochsalzlösung mit 0,10/o Soda-zusatz; nach Landerer weiterer Zusatz von 3 50/o llohrzucker.
B. Antidotarische Behandlung.
I. Physikalisch-chemische Antidote. Inhalation von inaktivem Sauerstoff bei Blutgiften und bei den das Respirationscentrum lähmenden Giften. Darreichung einhüllender Mittel bei Anätzung der ersten Wege! Ilühnereiweiss (drei Eiweisse mit 1 1 Wasser geschüttelt) lassen weise; etwaiges Erbrechen befördert stets einen Theil des Giftes nach aussen. Milch (kontraindizirt bei Phosphor, Kantharidin, Arsenik), ferner Leim, Gelatine, Gummi arabikum, Tragant, Leinsamen, Bad. Althaeae, Flor. Malvae, Sem. Papav.; Amylum in schleimiger Lösung. Kohle (Carbo ani-malis), frisch geglüht bei Arsen und Sublimatvergiftung. Die Kohle wird nebst dem durch dieselbe zeitweise gebundenen Gifte binnen einer Stunde durch Erbrechen oder Magenausspülung entfernt. Acidum tanniciun (im Nothlall Abkochungen von chinesischem Thee, gebranntem oder ungebranntem Kaffee, Eichenrinde, Wallnuss-blättern) nach van Hasselt Antidot aller vegetabilischen Gifte (bildet mit Alka-
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Intoxikationoii. Intoxikntionskranklioiten.
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lolden und Metallsalzen Niederschläge), Es ist jedocli zu lienclitcn, dass die Niederschläge nur bei Anwendung enormen Ueberschusses des Antldots unlöslich sind und dor Magen durch Gerbung auf Wochen funktlonsimfähig wird. Chlor (Aqua chlorl, Caloai'ia ohlorata oder Natrium hypoohlorosum), äusserlioh und bei augenblicklicher Anwendung nach giftilt;gt;vii Stichen oder Bissen, (quot;hromsäuro und Kalium in gleicher Weise wie Chlor. Ausserdetn Wasserstoffsuperoxyd hei Blausäure, Zuckerkalk bei Oxalsäure, schwefelsaures'Nation bei Baryt u. s. w.
II. Physiologische Antidote. Einseitiger vollständiger Antagonismus besteht zwischen Muskarin und Atrojiin; man kann mit Atropin die Muskarinver-giftung schnell beseitigen, aber nicht ebenso gut die Atropinvergiftung durch Muskarin.
0. Symptomatische Behandlung. Behandlung der Morphinyergiftung mit Atropin, der Atropinvergiftung mit Pilokarpin, der Strychninvergiftung mit Chloralhydrat, der mit Kollaps verlaufenden Vergiftungen mit Excitantien, der Laugenvergiftung mit Essig n. s. w.
D. Prophylaktische Behandlung. Ausrottung giftiger Pflanzen und Thiere in der Nähe menschlicher Wohnungen, Atropa, Datura, Hyosoyamus, Scopolin, Digitalis, Ilicimis, Cytisus, Ilellehorus, Kolchikum, C'icuta, Aconitum u. s, W, dürfen in Gärten, welche Kindern zugänglich sind, nicht geduldet werden ; Mutterkorn und Kornrade dürfen im Brot nicht vorkommen. Verdorbene Nahrungsmittel sind inarktpolizeilich zu konfisoiren, Mit Giftfarben (Arsen, Chrom, Kupfer, Blei, Uran, Wolfram, Antimon, Martinsgelb) gefärbte Kleider, Tapeten, Spielwaaren, Nahrungs- und Genussmittel sind der Strafbehörde zu übergehen. Unhygienische Wohnungen sind umzuhauen (giftige Gase aus darunter oder daneben gelegenen Fabriken, Latrinen, Kanälen, ans Oefen mit Klappen, mit Quecksilber imprägnirte Fussböden, bei Thermometer-machern) u. s. w.
Bezüglich der allgeiueiiien Itcliuudlung der Vergiftungen bei Tliieren sei auf folgende Punkte hingewiesen.
Von physikalischen oder mechanischen Gegenmitteln seien erwähnt die Brechmittel: subkutane Injektionen von Apomorphin (Hunden 0,0020,010, Katzen 0,020,05) oder hei Schweben Veratrin (0,020,03), ferner per os Rhizoma, Veratri, Radix Ipeoacuanhae, Tartarus stibiatus, Zincum sulfuricum, Cuprum sul-furicum (Specifikum bei Phosphorvergiftung) oder als Nothbehelf Kochsalz oder Senfmehl (Hunden 12 Theelöffel voll) oder Schnupftabak (Hunden eine Messerspitze voll). Ferner Abführmittel: 01, Orotonis (Pferden bis 20, Hindern bis 30, Schafen, Schweinen bis 10, Hunden bis 6 Tropfen), am besten mit zugleich einhüllend wirkendem Kicinusöl, subkutane Injektionen von Physostigmin bei Pferden (0,1) und Rindern (0,10,2) Kesina jalapae, Kalomel unter Berücksichtigung der Kontraindikationen, Auch Podophyllin (Hunden 0,10,2).
Bezüglich der chemischen Gegenmittel sei auf das beim Menseben Gesagte verwiesen.
Von physiologischen oder dynamischen G egenmitteln seien erwähnt: Atropin als Gegengift gegen Morphin und umgekehrt, Atropin als Gegengift gegen Pilokarpin-, Esevin-, Muskarin und Nikotinvergiftung; Bromkalium, Chloralhydrat, Chloroform, Koniin, Kurareraquo; als Gegengift gegen Strychnin und Pikrotoxin;
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Mineralische Vergiftungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 223
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Ainylnitrit als Antagonist, de.s Mutterkornes, Koffein als Antidot gegen Morphin, Chloroform, Alkohol u. s. w.
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Wichtige einzelne Vergiftungen beim Menschen und bei
Thieren1).
Bezüglich der Eintheilung der praktiseh-wichtigen Gifte sollen zunächst die mineralischen Gifte (Metallverhindungen, Metalloide, starke Häuren, starke Basen, Sauerstoffverhindungcn, Wasserstoff Verbindungen), dann die organ ischon Gifte (einfache Kohlenstoffverbindmigen, Pflanzengifte, Thiergifte, Nahrungsmittel-, Fäulniss-und Bacillengifte) erörtert werden,
I. Mineralische Vergiftungen.
1. Vergiftung durch Blei. Beim Menschen und bei Thieren kommt eine akute und eine ehionische Bleivergiftung vor. Bei der akuten Bleivergiftung des Menschen zeigen sich die Symptome einer heftigen Gastro-Enteritis. Die beste Behandlung in frischen Fällen ist die Verabreichung schwefelsaurer Alkalien (Natron-Sulfat, Magnesiasulfat), phosphorsaure Alkalien, Milch und Eiweiss. Bei der chronischen Bleivergiftung des Menschen (bei Schriftsetzern, Malern, Sohriftgiessern) entwickelt sich Kachexie, Bleikolik (Verstopfung, harter eingezogener Bauch), Bleilähmung (Neuritis, degenerative Atrophie, Gelenksohmerzen) und Gehirnersoheinungen (Encephalopathia saturnina): Krämpfe, Delirien, Bewusstlosigkeit, Amaurose, Gicht und Schrumpfniere. Die Behandlung ist symptomatisch: die Bleikolik durch Opium oder Chlonilhydrat, im übrigen laue Bäder, Jodkalium u. s. w.
Bei Thieren kommt ebenfalls eine akute Bleivergiftung vor, wobei sich die Erscheinungen einer Magen- und Darmerkrankung (Erbrechen, Speichelfluss, Verstopfung, Tympanitis, Durchfall), sowie nervöse raquo;Störungen (Zittern, Krämpfe, Tobsuchtsanfälle, später vollständige und unvollständige Lähmungen), Anästhesie, erschwertes Athmen, freejuenter Puls zeigen. Bei der chronischen Bleivergiftung der Thiero zeigen sich, wie beim Menschen, Abmagerung und Schwäche, Kolik mit Verstopfung, Bewegungsstörungen und Gehirnerscheinungen; zuweilen auch Hautjucken, pustulöse Exantheme, Amblyopie und Amaurosis, sowie ulceröse Stomatitis, chronische Nephritis werden beobachtet. Am empfindlichsten sind Vögel und Binder, dann folgen Schwein, Ziegen, Schafe, Hunde, Katzen, Kaninchen, Pferde und Kaltblüter (Tereg).
Bei Pf e r d o n zeigen sich die Erscheinungen der Dämpfigkeit und Hartschnaufigkeit, wo die Sektion imGegensatz zu dem gewöhnlichen Pfeiferdampf keine Atrophie der Kehlkopfmuskeln ergiebt (Schmidt); beiKtthen sind laquo;nzootisohe Bleivergiftungen in derNfthe von lilciherg-werkon seit langer Zeit beobachtet worden, wobei sich aussei- obigen Erscheinungen auch Abortus, Speichelfluss, plötzliche Lähmungen einstellten. Ebenso sind bei Hunden und Schweinen oft Bleivergiftungen beobachtet worden. Beim Geflügel kommen Blei-
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i) Wegen dos Näheren muss auf die Lehrbücher über Arzneimittellehre und Toxikologie vorwiesen werden.
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Intoxikationen. Intoxikationskrnnklieiton.
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Vergiftungen besonders bei dem in Bächen und Flüssen sich aufhaltenden Wassergeflügel vor. Die Vergiftung verläuft bei diesen Thieren meist sehr rasch in wenigen Stunden und Tagen. Es zeigt sich ein blasser Kamm, gesträubtes Gefieder, Durchfall, daneben Nerven-erschcinuugen und schnelle Abzehrung.
Therapeutisch empfiehlt sich die Verabreichung vou Glaubersalz undBitter-salz, daneben symptomatische Behandlung (Obloralhydrat, Kampher, Aether) und in chronischen Fällen Jodkalium.
2.nbsp; nbsp;YtTgiftuiig durch Phosphor. Beim Menschen wird eine akute und eine chronische Phosphorvergiftung beobachtet. In akuten Fällen zeigt sich
2 3 Tage nach der Vergiftung Iktenis, Vergrösserung der Leber, Fieber, gelegentlich auch Blutungen im Magen, Darm, Nieren, Nasen und Haut. Im Harn, dessen Harnstoffgehalt schwindet, findet sieh Flweiss, Blut, QaUenfarbstoff. Meist tritt in 8 bis 14 Tagen der Tod ein. Die Sektion ergiebt fettige Degeneration der meisten inneren Organe und vor allein der Leber. Bei der chronischen Plios-phorvergiftung entwickelt sich von kariösen Zähnen ausgehend Nekrose des Unterkiefers, seltener des Oberkiefers, sowie auch anderer Knochen des Skeletts. Die Therapie besteht in frischen Fällen in Ausspülung des Magens und Abführmittel. Als Gegengift nicht rektifizirtes Terpentinöl (3040 Tropfen in schleimigem Vehikel). Fette sind zu vermeiden, ebenso Milch!
Bei Thieren sind die Erscheinungen je nach der Thierart und der Form, in welcher der Phosphor aufgenommen wurde, verschieden. Bei Pferden sind die Krankheitezeichen oft wenig charakteristisch, typischer ist das Krankheitsbild schon bei Schweinen und Hunden, bei denen sich örtliche (Erbrechen, Kolikanfälle, Husten, Athemnoth) und allgemeine Krankheitserscheinungen (fettige Degeneration der inneren Organe und Muskeln, Albuininurie, Hämorrhagien) entwickeln. Auch beim Geflügel, das gegenüber anderen Hausthieren verhältnissmässig viel Phosphor verträgt, treten erst nach grossen Dosen die charakteristischen Erscheinungen der Magen- und Darnientzündung auf. Bei der Sektion dieser Thiere findet man ausser den bereits erwähnten charakteristischen Erscheinungen Phosphorgeruch im Kropf, Magen und Darm, auch zeigen diese Organe im Dunklen das Phosphorieuchteu. Der Verlauf ist bei den Hausthieren stets ein akuter; 1015 Stunden bis spätestens 35 Tage nach der Aufnahme dos Phosphors tritt der Tod ein.
Die Therapie ist ähnlich wie beim Menschen. Man giebt altes Terpentinöl (Hindern 100-250,0, Pferden 50100,0, Schafen und Schweinen 2550,0 und Hunden 510,0, Geflügel 540 Tropfen) oder auch in frischen Fällen Brechmittel (Cup. sulf, 0,6''1,0 für Schweine, 0,1-0,5 für Hunde), daneben Excitantien.
3.nbsp; Vergiftung durch (Quecksilber. Beim Menschen kommt sowohl eine akute w'ie auch eine chronische Vergiftung vor. Bei der akuten (meist durch Sublimat hervorgerufenen) schnell tödtlich verlaufenden Vergiftung treten schmerzhafte Durchfälle verbunden mit Isclmrie, Anurie und Kollapserscheinungen auf; beim chronischen Merkurialismus zeigt sich Anämie, Abmagerung mit Muskelschwäche, Magen- und Darmsymptome, Stomatitis mercurialis, psychische Reizbarkeit u. s. w. Die Behandlung besteht bei der akuten Vergiftung in der Verabreichung von Milch, Fiweiss, Eisenpulver und Narkotika; bei chronischer Vergiftung werden neben Vermeidung der ferneren Aufnahme von Quecksilber Ausspülen des Mundes und Gurgeln mit chlorsnurem Kali, Verabreichung von Jodkalium und warme Bäder empfohlen.
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Boi Thioren kommen besonders beim Rinde und bei Vögeln nacb Anwendung von Quecksilbersnlben, seltener bei Pferden, Hunden und Schweinen Vergiftungen vor. So ertragen z. B. Hunde und Schweina grosse Kaloineldosen (letztere bis zu 10 g) ohne Vergiftungserscheinungen. Metallisches Quecksilber kann von Hunden und Schweinen innerlich in sehr grosson Gaben (250,0500,0) ohne schädliche Wirkung aufgenommen werden (Fröhncr). Hühner ertragen sehr kleine Gaben Quecksilber lange Zeit, ohne zu erkranken. Sehr giftig sind dagegen die eingeathmeten Quecksilberdämpfe. Der Verlauf ist entweder akut, besonders bei jungen Thieren, wobei sich dann Salivation, Stomatitis ulcerosa u. s. w. zeigt, und führt dann 12 Wochen spätestens zum Tode, oder chronisch und dann mehrere Wochen und Monate sich hinziehend. Bei Milchkühen hat man andauerndes Versagen der Milchsekretion nach Ablauf der Quecksilbervergiftung beobachtet. Die Behandlung ist, wie bereits angegeben, einzuleiten. Um eingedrungenes und aufgenommenes Quecksilber in eine unlösliche und ungiftige Form überzuführen, giebt man Schwefelleber, Schwefeleisen, Schwefel) auch Eisenpulver.
4. Vergiftung durch Arsenik (arsenige Säure, Schweinfurter Grün (Kupferarsenik und Kupferacetat), Scheele'sches Grün (Kupferarsenik), arsenhaltige Tapeten u. s. w.) kommt beim Menschen mit akutem und chronischem Verlaufe vor. Bei a k u ter Arsenvorgiftung zeigen sich die Erscheinungen einer intensiven Gastro-Enteritis (Erbrechen, reiswasserähnliche Durchfälle, heftige Leibsohmerzen), daneben nervöse Erscheinungen. Bei der chronischen Arsenikvergiftung beobachtet man Konjunktivitis, Ekzeme und Ulcerationen der Haut, Arsenmelanose, allgemeine gt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kachexie, Ausfallen der Haare u. s. w. Die Behandlung besteht in akuten Fällen
in der Verabreichung des offizinellen Antidotum Arscniciquot; (1/4Vüstündlich 24 Esslöffel), Ferrum oxydatum hydrieuni in Afpia (1;4:1/2 stündlich 24 Esslöffel), Ferrum oxydatum saccharatum solubile; in chronischen Fällen ist die Behandlung symptomatisch. Elektricität (Kohert).
Bei Thieren kommt gleichfalls eine akute und eine chronische Arsenikvergiftung vor. Bei der akuten Arsenikvergiftung sind die Erscheinungen ähnlich wie beim Menschen (Durchfall, Kolik, Erbrechen, bei Rindern Tympanitis und nervöse Erscheinungen). Bei der chronischen Arsenikvergiftung, die als sog. Hüttenrauchkrankheit beim Rinde im Bereiche der Freiberger Hüttenwerke seit langer Zeit beobachtet ist, zeigen sich die Erscheinungen chronischer Ernährungsstörungen (chronischer Durchfall, Harthäutigkeit verbunden mit Hautabschilferung, Muskelschwund, lähmungsartige Schwäche, Milchraangel u. s. w.), Die Behandlung der akuten Vergiftung erfolgt nach den beim Menschen gemachten Angaben, bei der chronischen Vergiftung durch Hüttenrauch wird man neben der symptomatischen Behandlung die Vermeidung der Aufnahme von mit Flugstaub befallenem Futter vermeiden müssen.
5. Vergiftung' durch Kupfer. Vergiftungen durch Kupfer kommen beim Menschen akut, verbunden mit Erbrechen, Kolik- und nervösen Erscheinungen und chronisch (selten) vor. Zur Behandlung wird Wasser mit Ferrocvankaliuin, Eiweiss, Milch, Holzkohle, Limatura ferri., Magnesia usta, Milchzucker u. s. w. verabreicht.
Bei Thieren kommen Kupfervergiftungen im Ganzen selten vor.
Schnoidomulil, Von;!. I'AthoInglO.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;15
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226nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Intoxikationen. Intoxikationskrankheiten.
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6. Vergiftung' durch Zink. Beim Menschen kommt eine akute und eine chronisclip (durch Zinkdämpfe) hervorgerufene Vergiftung vor.
Bei T h i e r e n sind Zinkvergiftungon selten. Therapeutisch wird die Verabreichung von Milch oder Eiwciss, Schwefel, Zuckcrwasser, gebrannte Magnesia empfohlen.
V. Vergiftung dureh Schwefelsäure, Salzsäure und Salpetersäure. Beim Menschen zeigen sich zunächst starke örtliche Erscheinungen (intensive Stomatitis, Pharyngitis u. s w.), ulcoröse Erkrankungen, Erbrechen, daneben auch nervöse Störungen. Bei Salpetersäure tritt in Folge der inhalirten Dämpfe oft Glottisödem ein. Die Behandlung bestobt in frischen Fällen in der Verabreichung von Magnesia usta, einige Theelöffel voll in Wasser oder einige Tropfen verdünnte Natronlauge in schleimigem Getränk. Später ist das Verfahren symptomatisch.
Bei Tbiereu kommen Vergiftungen mit ätzenden Säuren im Ganzen selten vor.
8.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Ammuniak, Aetzkali und Aetznatron. Beim Menschen sind die leichteren (Salivation, Schlingbeschwerden, Erbrechen, Durchfall) und schwereren (allgemeine Kollapsorscheinungen) Erscheinungen nach Am-moniakvergiftung davon abhängig, ob das Ammoniak in flüssiger Form oder in Gasform eingewirkt hat. Die Behandlung besteht in frischen Fällen neben Benutzung der Magenpumpe in vorsichtiger Anwendung von Säuren und Fettemul-siouen. Bei Aetzkali und Aetznatron sind Symptome und Behandlung ähnlich.
Bei Thieren kommen Vergiftungen dieser Art öfters vor; u. A. Aetzkalk-vergiftungen bei Stalldesinfektionen mit diesem Mittel, Ammoniakvergiftungen bei innerlicher Anwendung zu hoher Dosen u. s. w. Die Erscheinungen sind im Wesentlichen, wie angegeben, diejenigen einer kroupösen Schleimhauterkrankung. Zur Behandlung müssen verdünnte Säuren mit öligen und schleimigen Mitteln verwendet werden.
9.nbsp; nbsp;Vergiftung dureh Karholsäure. Beim Menschen kommen Vergiftungen durch Karbolsäure, in leichteren Fällen mit den Erscheinungen örtlicher Aetzwir-kungen, in schwereren verbunden mit Erbrechen, Koma, Hämoglobinurie und Nephritis lifters vor. Die Behandlung besteht neben der Magenpumpe in der Anwendung von Kalkmilch und grösseren Dosen von schwefelsaurem Natron innerlich.
Bei T h i e r e n kommen Vergiftungen durch Karbolsäure in verschiedenen Formen (durch reine Karbolsäure, durch rohe Karbolsäure, durch Theeranstriche, durch Kreosot u. s. w.) vor. In konzentrirtem Zustande wirkt die Karbolsäure ätzend und nach ihrer Resorption lähmend und besonders bei Thieren krampferregend. Auch zeigt sich neben den nervösen Erscheinungen (Muskelkrämpfe, Lähmung, Koma) und Nephritis ein schmutzig getrübter, grünlich-brauner, eiweisshaltiger, nach Karbolsäure riechender Harn (F r ö h n e r). Meist endet die Vergiftung in wenigen Tagen tödtlich. Zur Behandlung benützt man Glaubersalz und Kalkmilch, bei Bindern auch die Magenpumpe.
10.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Alkohol. Beim Menschen beobachtet man eine akute (mit Bewusstlosigkeit, Anästhesie, Erbrechen und Koma gelegentlich verbundene) und eine chronische (mit körperlicher und psychischer Schwäche, chronischem Ilachen-und Magen-Darmkatarrh und zahlreichen Folgekrankheiten einhergehenden) Vergiftung,
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Im ersteren Fiille verwendet man zur B e h a n d lung Bäder mit Uebcrgiessungen und Reizmittel, im letzteren nebenher auch Narkotika.
BeiThieren kommen meistnur akute Alkoholvergiftungen und vorwiegend dann vor, wenn dieselben (besonders Rinder) in Brennereien und Brauereien alkoholhaltige Schlampe und Treber, Branntweinmaische, Bierinaische u. dgl. in grösserer Menge aufgenonunen haben. Neben der Wirkung des Alkohols tritt dann noch im Darm die der gährenden Futtennassen auf, verbunden mit Tympanitis, Kolik u. s. w.
11.nbsp; nbsp;Vergfiftung durch Kohlenoxyd. Beim Menschen sind solche Vergiftungen, bei denen sich zunächst Schwindel, Kopfschmerz, Ohrensausen, Erbrechen, später Lähmungen, Sensibilitäts- und Sprachstörungen zeigen, recht häufig und werden durch frische Luft, künstliche Respiration, Anwendung von Reizmittel, event, der Bluttransfusion oder alkalischer Kochsaizinfusion behandelt.
Bei Thieren sind solche Vergiftungen gelegentlich bei einzelnen Hausthieren (Pferden, Hunden, Rindern) beobachtet worden. Bei der Sektion derselben findet sich auffallend hellrothes, flüssiges Blut in allen Organen.
12.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Jod. Beim Menschen kommt ein akuter und chronischer Jodismus vor. Im ersteren Falle (nach Injektionen grösserer Mengen von Jodtinktur) zeigt sich Kollaps, Blässe, Cyanose der Haut, gelegentlich Hämo-globinurie, Albuminurie, Angina, Konjuuktivitis u. s. w.; im letzteren Falle (bei fortgesetztem innerem Gehrauch von Jod und Jodkalium), Magenbeschwerden, Jod-exanthem, Angina und leichte Nervensymptome. In den akuten Fällen giebt man Eiweiss und Beizmittel oder nach Krön ig und Ehrlich 6 g Sulfanilsäure, wobei die Erscheinungen des Jodismus oft sehr rasch verschwinden sollen. Kobert empfiehlt Natrium sulfanilicum 10 : 200 Wässer.
Bei Thieren sind Vergiftungen nach innerlicher Verabreichung von Jod-salzen oder Präparaten, welche freies Jod gehist enthalten (Lugol'scho Lösung); beobachtet worden. Man bemerkt nach wiederholter Injektion au sich nicht tödt-licher Dosen solcher Lösungen zuweilen blutige Diarrhöen.
13.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Jodoform. Beim Menschen ist eine Vergiftung nach Anwendung des Jodoforms auf Wundflächen öfters beobachtet worden. Es zeigt sich in leichteren Fällen Kopfschmerz, Schwindel, Schlaflosigkeit, in schwereren Konvulsionen und tiefes Koma. Man wendet dagegen Reizmittel, Bäder u. dgl. an.
Bei Thieren werden Vergiftungen mit Jodoform am häufigsten bei Hunden beobachtet. Es zeigen sieb akute und chronische Formen, wobei im ersten Falle gastrische Störungen, Schläfrigkeit, gelegentlich auch Krampfanfälle, in letzteren Abiiiagerung, Schwund der Drüsen (besonders der.Milchdrüse], Hautckzeme u. s. w. beobachtet werden. Therapeutisch ist neben der Verabreichung grosser Dosen von Stärkemehl die Verabreichung von Kalium bicarbonicutn (zur Bindung des Jods) empfohlen worden.
14.nbsp; Vergiftung durch Kalisalpeter. Beim Menschen kommen Vergiftungen mit Kalisalpeter manchmal vor. Es stellen sich Durchfälle und Erbrechen, Leibschmerzen, allgemeiner Kollaps und nervöse Erscheinungen (Muskelkontraktionen, Konvulsionen u. dgl.) ein. Die Behandlung ist symptomatisch: Opium, Kampher, Aether, Eispillen.
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Intoxikatiouen. Intoxikationskranklieiton.
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Bei Thieren kommen Vergiftungen mit Kalisalpeter und besonders mit Chilisalpoter bei Rindern, Pferden, Schafen und Schweinen ziemlich käufig vor. Es zeigen sich die Erscheinungen einer schweren Gastroenteritis verbunden mit Lähmungserscheinungen. Der Verlauf ist meistens sehr schnell; wonige Minuten, meistens nach einigen Stunden erfolgt der tödtliche Ausgang. Zur Behandlung verabreicht man schleimige und ölige Mittel, daneben Excitantia.
15.nbsp; nbsp;Vergiftung1 (lurcli Chloroform. Wenn Chloroforniinbalationen zur Vergiftung führen, tritt Bewusstlosigkeit, Erlöschen der Sensibilität, Aufhören der Kes-piration und des Herzschlags ein. Als Gegenmittel wendet man künstliche Respiration, Beizmitlei, Stiycbnininjektioncn, Hautreize und Elektricität an.
Bei Thieren ist zunächst bemerkenswerth, dass erfahrungsgemäss Hunde grosse Dosen Chloroform vertragen. Die Erscheinungen der Vergiftung sind wie heim Menschen. Bei der Sektion findet man Verfettung des Herzmuskels, der Skeletmuskulatur, der GefässWandungen, der Leber und Nieron. Auch bei nicht tödtlichem Ausgange entsteht oft als Nachwirkung des Chloroforms Verfettung in den verschiedensten Organen. Die Behandlung ist ähnlich wie beim Menschen: kalte Douchen auf den Kopf, Frottirungen der Haut, subkutane Einspritzungen von Kampher, Aether u. s. w.
16.nbsp; Vergiftung' durch Brechwciiisteiii. Solche Vergiftungen kommen bei Thieren nach Verabreichung zu grosser Dosen oder nach Verwendung in ungelöstem Zustande vor. Besonders empfindlich sind Pferde; während man bei Kühen nach Verwendung grosser Dosen (50 g) giftige Eigenschaften der Milch beobachtet hat. Durch die ätzende Wirkung des Breclnveinsteins entstellt das Krankheitsbild einer schweren Gastroenteritis, die mit einer Stomatitis ulcerosa beginnt. Bei längerer Dauer zeigen sich Gehirnerscheinungen und der Tod erfolgt entweder plötzlich oder langsam. Die Behandlung besteht in der Verabreichung gerbstoft'haltiger Mittel (Tannin, Eichenrinde, Weidenrinde) und daneben schleimigöliger Mittel und Narkotika.
17.nbsp; Vergiftung durch Glaubersalz. Bei Thieren kommt nach Verabreichung sehr grosser Dosen manchmal Vergiftung unter den Erscheinungen einer Darmerkrankung verbunden mit Lähmungserscbeinungen vor.
18.nbsp; Vergiftung durch chlorsaures Kali. Beim Menschen sind besonders bei Kindern schwere Vergiftungen nach Aufnahme grösserer Mengen von Kali chloricum beobachtet worden. Der in Methhämoglobin umgewandelte Blutfarbstoff tritt in den Harn über, man beobachtet Braunfärbung des Urins, des Blutes und der Organe, akute Nicrenerkrankung mit meist tödtlichem Ausgange.
Bei Thieren sind Vergiftungen nach Kali chloricum bisher noch nicht beobachtet worden, dieselben können nach den Versuchen von Fröhnor grosse Dosen ohne Nachtheil ertragen.
19.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Kochsalz. Vergiftungen durch Kochsalz kommen bei den Hausthieren verhttltnissrnässig häutig vor durch freiwillige Aufnahme zu grosser Mengen des Salzes, besonders bei Wiederkäuern. Es treten zunächst entzündliche Erkrankungen des Digestionsapparates auf und später nervöse Symptome (Körperschwäche, Lähmung des Hintertheils, Amaurosis, allgemeine Lähmung). Handelt es sich um Vergiftung durch Heringslake, so treten die Erscheinungen einer Ptomainvergiftung (vergl. Fleischvergiftung) mit sehr schnellem Verlaufe auf. Therapeutisch empfiehlt sich ölig-schleimige Mittel (Leinsamenabkochungen mit Opium) gegen die Magendarmerscheinungen und Bxci. tnntien (Aether subkutan, Kampherspiritus, Liquor Ammonii anisatus, Koffein u. s. w.) gegen die etwaigen Läbmnngscrscheinungeii im Nervensystem zu verabreichen.
20.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Oxalsiinre. Beim Menschen kommen Vergiftungen mit den Erscheinungen lokaler Aetzwirkungen wie bei den übrigen Säuren vor, daneben zeigen sich nervöse Erscheinungen (Ameisonkriechcn, Anästhesie der Fingerspitzen, Krämpfe), ferner im Harn zuweilen Zucker. Die Behandlung besteht in der Verabreichung von Kalk-präparaten (Kalkwasser, Zuckerkalk, Eierschalen, kohlensaure Magnesia), um unlösliches Knlkoxalat zu bilden.
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Pflanzliche Vergiftungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;229
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Bei Thieren ist das saure oxalsaure Kalium von Wichtigkeit, welches in grössercn Mengen, namentlich in verschiedenen Humexarten (Rumex acetosa | Sauerampfer], Rumex acetosella IFeldampfer] u. s. w.) vorkommt und unter dem Namen Kloesalz, Sauerkleesalz, Bitterkleesalz bekannt ist. Krankheitserscheinungen und Behandlung wie beim Menschen.
21.nbsp; nbsp;Vergiftungen durch Rssi^siinre kommen bei Hausthieren besonders in Branntweinbrennereien vor, wenn die verabreichte Schlempe vor dem Verfüttern in saure Gährung übergegangen oder der Alkohol thoilweiso in Essigsäure übergegangen ist. Zur Behandlung würde man verdünnte Alkalien, einhüllende und schleimige Mittel zu verabreichen haben.
22.nbsp; Weitere Vergiftungen durch Chromsiiure, Wismuth, Bor, Zinn, Brom, Mangan, Baryt, Petroleum u. s. w. haben eine mehr untergeordnete Bedeutung und muss das Nähere hierüber aus den betreffenden Lehrbüchern über Toxikologie entnommen werden.
Krwähnt seien noch die Vergiftungen durch Kainil. welcho in letzter Zeit öfters bei Kühen und jüngst auch bei Rehen beobachtet worden sind. Kainit stellt das Rohmaterial für die Kaliuniindustrio dar und wird wegen seines Kaligelialtes als werthvolles Düngmittel viel benutzt. Das Mineral besteht im Wesentlichen aus schwefelsaurem Kalium, schwefelsaurer Magnesia und Chlormagnesiuni und kommt in verschiedenen Steinsalzlngern (Stassfurt, Leopoldshall) vor. Das Krankheitsbild bei Vergiftungen ist demjenigen bei Salpetorvergiftung sehr ähnlich.
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II. Pflanzliehe Vergiftungen.
1,nbsp; nbsp;Vergiftung durch Opium, Morphium, Santmohn. Beim Menschen kommen Vergiftungen mit Morphium (Opium) ills akute Morphiumveigiftung und als chronischer Morphinismus vor. Bei der akuten Morphiumvergiftung zeigt sieh in leichteren Fällen nur Erbrechen, Benommenheit, Kopfweh, in schwereren gesellt sich dazu Verdunkelung des Gesichtsfeldes, Uebelkeit, Koma. Bei der Morphium-Sucht entwickeln sich Abmagerung, Anämie, Schwindel und Schlaflosigkeit, psychische Störungen. Die Behandlung besteht bei frischen Fällen in der Anwendung kalter üebergiessungen, künstlicher Athmung und in der Verabreichung von Brechmittel, Tannin, starkem schwarzen Kaffee, Atropin als Gegengift, später salinische Abführmittel.
Bei Thieren kommen Vergiftungen durch Opium und Morphium im Ganzen selten vor, besonders weil die ITaustbiere wesentlich grössere Dosen (Pferde 10,015,0 Morphium, Kühe 1 --2,0, Hunde bis 2,0 Morphium) vertragen, als der Mensch,
2.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Nikotin. Beim Menschen beobachtet man akute und chronische Nikotinvergiftungen; bei den ersteren zeigen sieh Ohnmächten, Spciebelfluss, Erbrechen, selbst Delirien, Bewusstlosigkeit und Krämpfe; bei der letzteren zeigen sich Herzerkrankung, Muskelschwäche, Schlaflosigkeit, tabische Erscheinungen (Nikotintabes der Cigarrenarbeiter), Sehstörungen, gastrische Erscheinungen, chronischer Bachen- und Kehlkopfkatarrh. Die Behandlung besteht in akuten Fällen in der Anwendung von Reizmitteln, in chronischen ist sie neben Verbot des Bauchens symptomatisch.
Bei Thieren koinmen Vergiftungen durch Nikotin sowohl nach innerlicher Aufnahme wie besonders nach Wifschungen und Bäder mit Tabakslange und Tabaks-abkochungen (bei Schafen, Hindern und Pferden) vor. Ueberhmipt sind Hausthiere sehr empfindlich gegen Nikotin. Vögel sterben nach dem Eiiiat.hmen eines Tropfens
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Intoxikationen. Intoxikationskrimkheiton.
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Nikotin in wonigen Sekunden (Fröhnor), Sohafe und Hunde nach Verabreiclning von 1-4 Tropfen (Ellenberger). Rinder vergiften sich oft nach Aufnahme der halbwelken Tabaksblätter, Die Erscheinungen sind im Wesentlichen -wie beim Menschen (Speichelfluss, Würgen, Erbrechen, Kolik mit wässrigcm, blutigen Durchfall), .sie entwickeln sich meist innerhalb von 24 Stunden und die Rekon-valescenz kann 12 Wochen dauern. Die Behandlung würde bei Aufnahme des Giftes vom Magen aus in der Anwendung von Tannin, Jodkalium (Lugol-sche Lösung), schwarzem Kaffee und event. Atropin (Tereg) bestehen; daneben symptomatisch.
3.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Klutscliroscn (wilden Mohn, Pnpaver Uliocas). Vergiftungen durch die Klatschrose, als Unkraut auf den Getreidefeldern sehr bekannt, kommen bei Rindern nicht selten vor, nach Aufnahme der Pflanzen während der Blüthezeit und im Beginne der Samenbildung. 23 Stunden nach der Aufnahme zeigen sich .Kolikerscheinungen, aufgeregtes, unruhiges Benehmen (besonders bei Rindern), wuthähnlichc Anfälle, Diarrhöe, schliesslich Bewusstlosigkoit, Schluinmer-sucht und nach Verlauf von einigen Stunden, höchstens einigen Tagen Genesung. Tod tritt selten ein. Die Behandlung ist im Wesentlichen symptomatisch und expektativ, höchstens Verabreichung von schwarzem Kaffee, Anwendung kalter Umschläge auf den Kopf u. s. w.
4.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Digitalis. Beim Menschen beobachtet man starke Verlangsamung des Pulses, Erbrechen, Durchfall, Dispnöe, Kollapserscbcinungen mit tödlliebem Ausgange In schweren Fällen. Der Verlauf ist auch in leichteren Fällen langsam. Man wendet die Magenpumpe, Tannin, starken schwarzen Kaffee, Aether, Hautreize an.
Bei Thieren sind die Erscheinungen nach Aufnahme des rothen Fingerhuts ähnlich wie beim Menschen. Beim Pferde zeigt sich zuweilen nach Digitalisver-giftuhg Lähmung der Unterlippe, daneben auch Zeichen von Nierenreizung (Poly-urie, Albumiiuirie, Strangurie).
5.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Koniin (Schierling). Beim Menschen treten nach schweren Vergiftungen mit Koniin Konvulsionen, dann allgemeine Lähmungen, besonders der Athcmmuskeln, und schliesslich der Tod ein. Man wendet Brechmittel, Tannin und Excitantien an.
Bei Thieren kommen Vergiftungen durch Fleckschierling oder Land, chierling (Conium maculatum), dessen giftiges Alkaloid Koniin ist, vor, ferner durch Wasserschierling (Circuta virosa), der das giftige Cicutoxin enthält, und gelegentlich auch durch den Gartcnsehierling (Aethusa Cynapium), obwohl die Giftigkeit .desselben nicht allgemein angenommen und der etwaige Giftstoff auch noch nicht näher bekannt ist. Als Vergiftungscrsehcinungen zeigen sich nach Aufnahme von Fleck-Schierling und Wasserschierling neben den Symptomen einer Gastro-Enteritis, geringere oder erheblichere nervöse Zufälle: Betäubung, Lähmung, Konvulsionen und sehr bald (in 2448 Stunden) der Tod. Die Behandlung ist wie beim Menschen. Bei Vergiftungen durch Wasserschierling hat man auch Chloralhydrat empfohlen.
6.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Mutterkorn (Seeale cornutuin, Ergotin). Nach den Untersuchungen von Kobert kommen im Mutterkorn drei giftige Stoffe vor: ]. das Kornutin, welches besonders auf den Uterus kontrahirend wirkt; 2. die
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Pflanzliche Vergiftungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 231
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Sphacelinsäure, welche die eigentliche Ursache der Mutterkorn Vergiftung darstellt und gangränerzeugend wirkt; 3. die Ergotinsäure, ein Narkotikum, das die Reflex-erregbarkoit vermindert und zuletzt aufhebt. Beim Menschen ist ein akuter und ein chronischer Ergotismus bekannt. In akuten Fällen zeigt sich neben Erbrechen, Uebelkeit und Durchfall, Muskelschwäche, Schwindel, und in schweren Fällen Sopor, Respirationsstörungen und tödtlicher Ausgang. Beim chronischen Ergotismus (Kriebelkrankheit1), Ergotismus convulsivus) zeigen sich gastrische Erscheinungen, Schwindel, Mattigkeit und besonders neben gelegentlichen Konvulsionen schon frühzeitig heftiges Jucken und Kriebelnquot; in der Haut, besonders den Händen. Später entstehen oft anatomische Veränderungen der Extremitäten. Eine besondere Form des chronischen Ergotismus ist Ergotismus gangraenosus2), bei welchem an den Händen und Füssen trockene, selten feuchte Gangrän beobachtet wird, welche auf die durch die Wirkung der Sphacelinsäure hervorgerufene Kontraktion und Thrombose der kleinen Gefässe zurückgeführt wird. Behandlung in akuten Fällen: Tannin, Reizmittel, bei Krämpfen: Chloralhydrat, bei Vagusreizungen: Sco-polaminuni hydrochl. 0,5 subkutan.
Bei Thieren, wo Rinder und Geflügel am empfindlichsten scheinen, sind die Krankheitserscheinungen ähnlich. Vor wenigen Jahren wurde die gangränöse Form der Krankheit unter der Bevölkerung und unter den Viehbeständen vieler russischer Dörfer beobachtet3). Die Gangrän lässt sich am besten beim Geflügel (wobei Kamm und Bartlappen manchmal verloren gehen) verfolgen, auch beim Rinde und Pferde, während beim Schwein, wo die Ohren eintrocknen und stückweise abfallen sollen, eine vollständige Gangrän selten, bei Kaninchen und Katzen Vergiftungen niemals beobachtet sind. Im Uebrigen kommen bei den Hausthieren die einzelnen Formen des Ergotismus nicht so streng geschieden wie beim Menschen vor. Man beobachtet neben entzündlichen Erkrankungen des Maules, Magens und Darmes auch Gangrän und Mumifikation an extrem gelegenen Körpertheilen. Daneben besonders bei Kühen Uterus- und Mastdarm verfall, Abortus, Metritis, Sterilität. Ebenso zeigen sich nervöse Störungen. Therapeutisch wird neben Fortfall der Verfütterung des mutterkornhaltigen Getreides Tannin, Amylnitrit, Chloralhydrat benutzt, ausserdem symptomatische Behandlung.
7.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Atropiu (Belladonna). Beim Menschen sind Vergiftungen durch das in den jungen Wurzeln der Tollkirsche vorkommende Atropin nicht selten. Neben Trockenheit In der Mundhöhle, starkem Durst, Kopfschmerz und psychischen Störungen zeigen sich stark erweiterte Pupillen, oft ein scharlachartiges Erythem der Haut. Zur Behandlung wird neben Breeh- und Abführmittel Physostigmin, Pilokarpin und Morphium zu versuchen sein.
Bei Thieren sind Atropinvergiftungen bisher nur selten beobachtet worden.
8.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Strychnin. Beim Menschen werden durch das in der Nux vomica enthaltene Strychnin heftige Reflexkrämpfe, Trismus, Opisthotonus
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i) Nach Hirsch nur in einzelnen Theilen Europas seit längerer Zeit bekannt.
8) Unter dem Namen des heiligen Feuerquot; (ignis St. Antonii), Bramlseuchequot; schon seit dem Mittelalter bekannt und um jene Zeit häufig in Frankreich beobachtet (Hirsch); die Krankheit wurde meistens unter der ländlichen Bevölkerung gesehen.
8) Dass die Krankheit 4 Monate nach der Finte ihre intensive Wirkung verliert, beruht auf dem allmähliclien Schwinden der Sphacelinsäure.
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Intoxikationon. Intoxikationskrankheiten.
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bei sonst freiein Bewusstsein hervorgerufen^ Zur BebHndlung, die nur selten erfolglaquo; reich ist, wurde neben Brecbmitteln, Tininin, Knffe, Jodwasser, Oleum Ricini noch Chlondliydrat und Cloroform versucht.
Bei Thieren kommen StryohninVergiftouigen aus verschiedenen Ursaeben vor. Das Krankheitsbild und du^ Behandlung ist im Wesentlieben wie beim Menschen. Der Verlauf ist sehr akut und endet dnrclischnittlich in 58 Stunden tikltlich.
9. Vergiftung (lurch Veratrin. VeratrinVergiftungen kommen bei Thieren vor, bedingt sowohl durch die weisse Niesswurz, als durch das Veratrin. Neben Doeirungsfehlern ist die inkonstante aus verschiedenen Alkaloiden bestehende Zusammensetzung des Veratrins oft Ursache der Vergiftungen. Die* KrankheitS' erscheinungen bestehen neben örtliclicn Beizungsersoheinungen (Erbreclien, Speicheln, Würgen, Kolik) in dem Auftreten tonisch-klonischer selbst tetanischer Krämpfe und seidiesslich in Lähmung der Muskulatur des Körpers und des Herzens. Der Tod erfolgt meistens nach lü20 Stunden. Zur Behandlung verabreicht man Tannin und schleimige, einhüllende Mittel.
10. Vergiftung durch Lupinen. Lupinen krankheit. Lupinose
der Schafe.
Bei der Lupinenvergiftung, Lupinose der Schafe, handelt es sich um eine in den letzten Jahrzehnten besonders in Norddoutschland nach Lupinenfütterung gelegentlich beobachtete Massenerkrankung bei Schafen, wobei eine parenehyniatöse Erkrankung der Leber mit ihren Folgezuständen in den Vordergrund der Krankheitserscheinungen tritt. Aussei' bei Schafen ist die Krankheit noch bei Pferden, Rindern und Ziegen beobachtet worden. Experimentell wird die Lupinose bei Hunden erzeugt.
(Jeschlelitlichcs. Obwohl Einzelerkrankungcn schon im Anfange der sechziger Jahre hoobachtet sind, stammen die ersten Mittheilungen über Massonerkrankungen der Schafe nach dem Oenusse von Lupinen aus dem Jahre 1872, wo zuerst in Schlesien, dann in Sachsen, Brandenburg, Pommern, Posen und Westpreussen und später in ganz Norddeutsch-land Krankheitsfälle zur Beobachtung kamen. Die durch die Krankheit hervorgerufenen Verluste waren in einzelnen Gegenden sehr bedeutend. In einzelnen Kreisen gingen '.'4 bis '#9632;'/a aller Schafe zu Grunde.
Aetiologie. Die besonders von Arnold und mir, Roloff, Kühn u. A. angestellten Versuche lehrten, daslaquo; es sich bei der Lupinenvergiftung um die; Wirkung eines gewöhnlich in den Lupinen nicht vorkommenden jedoch unter bestimmten noch nicht näher gekannten Verhältnissen zur Entstehung gelangenden Giftstoffes handelt. Nach meiner durch die Versuche gestützten Auffassung ist anzunehmen, dass gelegentlich auf den Lupinen schmarotzende Pilze indirekt die Ursache sind, indem sie in den Lupinen durch ihre Anwesenheit auf denselben ein das Gift bildendes Umsatzprodukt erzeugen, das normal in den Lupinen nicht vorkommt. Durch Versuche und Beobachtungen ist weiter festgestellt worden: 1. dass das Gift von Arnold und mir Lupin otoxin genannt in Wasser wenig, in alkalisch gemachtem Wasser leicht löslich ist, 2. dass trockene Wärme und Erhitzen auf 100 Grad das Gift nicht zerstört, 3. dass es durch mehrsti'nuliges Dämpfen bei 1 l1/laquo; Atmosphäre Ueberdruck abgeschwächt und bei zwei Atmosphären und darüber vollständig zerstört wird. Löslichkeit und Zersetzbarkeit ist verschieden, je nach
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Pflanzliche Vergiftungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;233
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Trockenlioit, Altor, Lagerung u. B, w. fler Lupinen. Die giftigen Lupinen sehen meistens tadellos aus, können gut eingebracht und trocken aufbewahrt sein, während Schimmelige und selbst in Fäulniss übergegangene Lupinen vollkommen unschädlich sein können. Eine Ucbertragung der Lupinose durch Impfung ist niemals gelungen.
Bei den im Freien aufbewahrten, der Einwirkung des Regens ausgesetzten giftigen Lupinen werden die oberflächlichen Schichten derselben oft ganz unschädlich, während die tieferen Schichten giftig bleiben. Nach den Untersuchungen von Arnold und mir wird das besonders in den Schalen, Hülsen und Samen, jedoch auch in den übrigen Theilen der Lupinenpflnny.e enthaltene Gift, auf folgende Weise dargestellt. Fein gemahlene Lupinen werden mit l1/20/oiger Sodalösung von 4U bis 50deg; 0. zu einem dünnen Brei angerührt und nach zweitägigem Stehen ausgepresst. Das Filtrat wird auf dem Wasserbade (hei 60deg; C) abgedampft, mit Essigsäure versetzt, filtrirt, mit Bleiacetatlösung behandelt, das Filtrat mit Schwefelwassei-stoff gesättigt, bei 50quot; C. eingedanipft und in das 15fache Volumen 98 0/oigen Alkohols gegossen. Der nach 24 Stunden gesammelte und getrocknete Niederschlag (braune, harzige Masse) wird in Wasser gelöst, mit Blciacetat und Ammoniak versetzt, der Niederschlag mit ammoniakhaltigem und destillirtem Wasser, Alkohol und Aether ausgewaschen, in Wasser suspendirt und mit Schwefelwasserstoff zerlegt; das Filtrat dann bei 70deg; C. abgedampft und mit dem lOfachcn Volumen 980/nigen Alkohols versetzt.
Aus Beobachtungen ergab sich ferner, dass besonders die kultivirten gelben Lupinen den Giftstoff produziien, während die blau und weiss blühenden Lupinen seltener schädlich wirken. Junge Thiere und Mütter werden meistens am heftigsten von der Krankheit ergriffen.
Aehnliche Zustände sind auch nach Fütterung von Erbsen-, Bohnen-, Wickenstroh und Bohnenmehl beobachtet worden. H a u b n e r sah eine gleiche Erkrankung nach ühermässigem Genuss wenig verdünnter Schlempe bei geringem Bauhfutter, und beschrieb die Erkrankung als bösartige Gelbsucht oder typhöse Leberentzündung. Oft genügt zur Erzeugung der Krankheit die Fütterung ganz geringer Quantitäten schädlicher Lupinen in wenigen Tagen.
Symptome. Es zeigt sich zunächst Appetitlosigkeit, Verstopfung; im weiteren Verlaufe stellt sich hohes Fieber ein, mehr oder weniger erhebliche nervöse Erscheinungen (Eingenommenheit des Kopfes, Aufregung.serscheinungen, Drehbewegungen, Zähneknirschen), in vielen Fällen auch Gelbfärbung der Konjunktiva. doch werden diese Gelbfärbungen oft bei sehr akut verlaufenden Fällen vermisst. Schliesslich tritt Diarrhöe ein, Athembeschleunigung, manchmal dunkler und blutig gefärbter Urin und die Thiere gehen dann in ä5 Tagen unter schnell zunehmender Abmagerung zu Grunde.
Oefters ist auch eine chronisch verlaufende Lupinose beobachtet worden.
Anatomischer Befund. Die Sektion ergiebt, wie ich in zahlreichen Fällen nachweisen konnte die Erscheinungen einer akuten, parenehymatösen Hepatitis mit nachfolgender fettiger Degeneration der Leberzellen und akuter gelber Leberatrophie. Oft ist auch gleichzeitig eine Fettinfiltration nachgewiesen und die dann oft erheblich bis auf das doppelte vergrösserte, citronengelb oder schmutziggelb gefärbte Leber,
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234nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Intoxikationen. Intoxikationskrankheiten.
erinnert dann sehr an das Bild der Phosphorleber. Die gefüllte Gallenhlase ist meist ausgedehnt, die Milz vergrössert und, wio die Nieren, weich und brüchig; Magen und Darm zeigen die Erscheinungen eines entzündlichen oder hämorrhagischen Katarrhs. Im Uebrigen gehen die Kadaver schnell in Fäulniss über.
Itchamlliiug'. Im Beginn der Erkrankung Abführmittel (Rieinusöl), daneben Säuren (Salzsäure) im Trinkwasser, wodurch das Lupinotoxin unlöslich gemacht wird, gegen die nervösen Erscheimingon: Aether, Kampher u. dgl. Prophylaktisch sind zunächst Prohefiitterungen nöthig, um die Giftigkeit der Lupinen festzustellen. Je nach der etwa festgestellten giftigen Beschaffenheit wird man dann die Lupinen mit einer giwseren Menge guten Futters verabreichen. Die schädliche Wirkung in den Lupinen kann ferner dadurch herabgesetzt worden, dass dieselben in kleinen Haufen im Freien kürzere Zeit der Einwirkung des Regens ausgesetzt werden; oder man kann auch eine direkte Auslaugung derselben durch Uebergiessen mit einer 10/oigeii Sodalösung und Einwirkung derselben während 48 Stunden versuchen. Wie ich auf Grund der Versuche von A r.n o 1 d und mir weiter vorgeschlagen, dürfte es sich empfehlen, in Fällen, wo man eine Vergiftung fürchtet, dem Trinkwasser der Thiere etwas Säure hinzuzusetzen.
Bei Kindern und Pferden ist die Lupinenkrankheit gleichfalls beobachtet worden. Bei Rindern ist die Lupinose sowohl nach Lupinenfütterung wie nach Einstreu von Lupiuenstroh beobachtet worden. Dass bei Schafen nach über-mässiger Fütterung von Kurtoffolschlempe eine der Lupinose ähnliche Krankheit schon seit langem beobachtet und diese von Haubner als typhöse Gelbsucht oder typhöse Leberontziindung bezeichnet ist, wurde bereits erwähnt. Die Krankheit entwickelt sich zunächst ganz unbemerkt und führt dann unter plötzlicher Steigerung der Erscheinungen in einigen Tagen zum Tode.
Bei Pferden kommt die Lupinose im Ganzen seltener zur Beobachtung und nur dann, wenn Lupinenstroh als Streumaterial benutzt worden oder Lupinen-samen dem Futter absichtlich oder unabsichtlich beigemischt worden ist. Die Krankheitserscheinungen sind im Wesentlichen wie bei den Schafen, besondere Abweichungen (ausgedehnte Hauterkrankungen , Nasenausfluss, ödematöse Schwellungen der Gliedmassen) werden selten beobachtet und dürften auf besondere Vergiftungen neben der Lupinen Vergiftung zurückzuführen sein. Der Gesammt-vcrlauf der Krankheit kann 8 14 Tage dauern; meist tritt Genesung ein, weil Pferde selten viel von den giftigen Lupinen aufnehmen.
Friedberger und Fröhner erinnern noch daran, dass die chronische Lupinose viel Aehnlichkeit hat mit der sog. Leberverhärtung oder Schweins-berger Krankheitquot; der Pferde (vergl. diese). Ebenso ist eine Aehnlichkeit mit der sog. Kleekrankheit der Pferdequot; vorhanden.
Sanitätspolizeillclies. Das Fleisch von Schafen, welche im Beginne der Erkrankung geschlaclitet worden sind, ist bisher stets ohne Schaden genossen worden. Dennoch wird man das Fleisch, welches bekanntlich leicht in Fäulniss übergeht, als verdorbenes und deshalb minderwerthiges unter Deklaration verkaufen lassen müssen.
11. Vergiftung durch Daunwollsaatkuolienlaquo; Bei jüngeren Thieren, meistens
bei Kälber und Lämmern, hat man nach dem Genuss der als Futtersurrogat eingeführten amerikanischen Bamnwollsaatkuchen in der neueren Zeit öfters charakteristische Krankheitserscheinungen beobachtet. Die Ursache der Vergiftung ist
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mit Sicherheit noch nicht festgestellt, doch soll es ein schürfwirkeiuler Körper sein, der in den geschälten und ungeschälten Saatkuchcn und im Baatmehl enthalten ist. Dass Mikroorganismeii nicht die direkte Ursache sein können geht aus der Beobachtung hervor, dass das Baumwollensaatinehl auch Im gekochten Zustande toxisch wirkt. Als Krankheitserscheinungen zeigen sich diejenigen einer hämorrhagischen Gastroenteritis (Tympanitis, Appetitverlust, blutige Diarrhöe), ferner Athembeschwerden, Husten, Oedem an Hals und Brust und nervöse Zufälle (Muskel-schwäche, Hinfälligkeit, Taumeln u. s. w.). Daneben werden auch Sekretionsano-malien (Schweissausbruch, Speichelfluss) Harnbeschwerdeu und dergl. beobachtet. Die Dauer der Krankheit kann wenige Stunden und mehrere Tage betragen. Meist endet die Krankheit tödtlich. Die Bohamllun g wird sich auf die Verabreichung von Ricinusöl in Verbindung mit Leinsamenschleim neben Berücksichtigung der einzelnen besonderen Symptome beschränken müssen.
12.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Sdiachtellmlm, (Katzensterz, Duwock), Equi-setum. Vergiftungen durch Kchachtelhalmarten (Equisetum arvense, E. palustre, E. limosuni) sind bei den IIausthieren (besonders beim Pferde, Binde und Schafe) sehr oft beobachtet worden. Die Wirkung des bisher noch unbekannten, wahrscheinlich indirekt durch Bcfallungspilze gelegentlich erzeugten Giftes ist wesentlich eine auf das Kückenmark und Kleinhirn der Thiero lähmende. Die so erzeugte Krankheit ist deshalb auch seit alter Zeit Taumel kra n k heitquot; genannt worden. Demnach sind auch die Krankheitserscheinungen zunächst Schreckhaftigkeit, Aufregung, AengstUobkeit, unsichere Körperbewegungen, später folgen dann partielle (Hintertheil) und allgemeine Lähimingserscheinungen. Daneben ist auch Abnahme der Milchsekretion und Abortus (bei Kühen und Schafen) sowie allgemeine Abmagerung beobachtet worden. Die Krankheit kann mehrere Stunden und 612 Tagen dauern. In leichteren Fällen endet sie in Genesung, in schwereren tödtlich. Für die Behandlung ist die Verabreichung von Strychnin (0,050,01 für Pferde) Veratrin (in gleicher Dosis) Koffein (6,010,0), daneben Abführmittel empfohlen worden.
13.nbsp; nbsp;Vergiftung durch die Zeitlose, Herbstzeitlose (Kolchicuin autum-nale). Vergiftungen beim Menschen sollen durch irrtbündichen Genuss der Blätter als Salat und durch kolchikuinlialtige Ziegenmilch beobachtet sein. Bei Thiereu weiden Vergiftungen durch Aufnahme der das Kolchicin enthaltenden Samen, Blätter und Blüthen der Herbstzeitlosen besonders in der Sommerzeit bei allen Hausthiereii (besonders Kindein, Pferden, Ziegen und Schweinen) beobachtet. Als Folgen der Vergiftung zeigen sich, 515 Stunden nach dem Genüsse der Herbstzeitlose, zunächst die Kra n k hei tsersch e i nunge n einer Gastroenteritis (blutiger, ruhrartiger Durchfall, Appetitlosigkeit, [bei Kühen: Tympanitis]), daneben auch anfänglich Hämaturie, sohliesslich Anämie und erhebliche nervöse; Störungen (Bewusstlosigkeit, Lähmung, Schwäche). Unter zunehmender Schwäche, Athmungsbeschwerden, Schweissausbruch tritt in einem Viertel bis zur Hälfte der Fälle der tödtliehe Ausgang in 1 3 Tagen ein. In anderen Fällen (besonders bei Kindern) kann nach 12 Wochen Genesung folgen. Zur Behandlung empfiehlt sich die Verabreichung der Gerbsäure (Rindern 10,025,0; Pferden 515,0; Schafen und Ziegen 25,0) oder Kaffee, Thee, Dekokt von
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Intoxikationen. Intoxikationskrankhoiten.
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Cortcse Quercus u. s. \v., daneben Opium mit schleimigen Mitteln, sehliesslich mich subkutane Injektion von Aether, Kampher, Atropin u. s. w.
14.nbsp; nbsp; Vergiftung durch lluclicckerii-Oelkuchen. Durch Verfüttern der Pressriickstiinde der Bucheckern, welche in der Schule, der Samenhaut, und in dem Kern einen mit dem Cholin verwandten giftigen Stoff, das Fagin, enthalten, werden bei Hausthioren besonders Pferden öfters Vergiftungen hervorgerufen. Die nach Aufnahme des Bucheckerngiftes hervorgerufenen K r a n k h o i t s -e r s c h e i nu n gen haben viel Aehnlichkeit mit der Wirkung von Strychnin, Nikotin, Kscrin; es wird ein Darm- und Muskeltetanus hervorgerufen, der sich in der heftigsten Kolik, Krämpfen, Schreckhaftigkeit, Taumeln u. s. w. äussert. Die schnell sich entwickelnde Krankheit, führt meistens in einem Tage zum Tode. Zur Behandlung ist die Verabreichung von Tannin, (,'hloralliydrat und die subkutane Einspritzung von Morphium zu versuchen.
15.nbsp; Vergiftung durch Kartoffeln. Soluniiivergiftung. Bei Hausthieren, besonders Rindern kommen manchmal Vergiftungen nach dem Genüsse von Kartoffeln vor, wobei das in verschiedenen Solaneen enthaltene Solanin die giftige Wirkung erzeugt. Aussei- durch Kartoffelaufnalnnc kommen bei Hausthieren auch Solaninvergiftungen nach dem Goniiss des auf Schutthaufen und an schattigen Plätzen wachsenden Nachtschattens (Solanum nigruin) vor. Die Wirkung des Solanins zeigt sich in Betäubung, Taumeln, Krcuzsehwäche und Lähmung. Die Thiere sterben meistens in kurzer Zeit. In anderen Fällen, bei geringer Aufnahme des Giftes, entwickeln sich die Krankheitserscheinungen 23 Tage nach der tiberniässigcn Kartoffelfütterung und die Thiere (Rinder besonders) genesen nach acht Tagen wieder. Ueherhaupt scheinen nach den Versuchen von Fröhner die Hausthiere wenig empfindlich gegen Solanin zu sein. Zur Behandlung wird die Verabreichung von Tannin, Kochsalz, Excitantien neben guter Ernährung empfohlen.
16.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Buchweizen (Polygonum Fagopyrum) Fago-pyrismus. Bei einzelnen Hausthieren, besonders Schalen und Schweinen, seltener bei Pferden, Rindern und Ziegen werden unter gewissen Umständen nach Aufnahme des Buchweizens, und zwar sowohl im grünen, blühenden Zustande, wie auch in Form des Strohs, der Stoppeln, des Spreus, Kaffs und der Körner, Vergiftungen beobachtet. Zur Entstehung scheint aber erforderlich, dass die Thiere neben der Aufnahme des Buchweizens auch gleichzeitig der Einwirkung des direkten Sonnenlichts ausgesetzt sind. Auch erkranken weisse, weissgescheckte oder fleckige Schafe, besonders Lämmer und junge Schweine häufiger als Pferde und Rinder mit un-pigmentirten Hautstellen, Der Buchweizen enthält nun jedenfalls einen vielleicht durch Befallungspilze unter bestimmten Voraussetzungen zur Entstehung kommenden scharf narkotischen Stoff, der tbeils auf die Haut und Schleimhäute entzündungserregend, theils auf das Nervensystem anfänglich erregend, später lähmend wirkt. Dementsprechend ist auch das Krankheitsbild, Es entwickelt sich eine von lebhaftem Juckgcfühl begleitete entzündliche Schwellung am Kopfe, an den Ohren, Augen, am Kehlgange, am Halse und an weissen Körperstellen; Buchweizenausschlag. Oft entwickeln sich auf der SO erkrankten Haut kleinere und grössere Bläschen, welche später unter Krustenbildung abheilen; (bei Schafen: Kopf- oder
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Pflanzliche Vergiftungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;237
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Blatterroae geniunit). Man nimmt raquo;n, da88 das BuobweiiSengift nur unter der durch das Sonnenliclit gereizton und nicht pigmentirten Haut diese Entzündungen hervorrufen kann. Denn schwarze oder schwarz bestrichene weisse Thiere erkranken ebensowenig, wie solche, die im Stalle gefüttert, im Schatten gehalten oder bei trübem, kühlem Wetter auf die Weide getrieben werden. Andererseits erscheint der Buchweizenausschlng selbst wenn 12 Wochen mit der Fütterung aufgehört wurde, sobald die Thiere der Einwirkung des grellen Sonnenlichts ausgesetzt werden. Neben der Hauterkrankung zeigen die Thiere Fieber, Unruhe, Kongestionen nach dem Gehirn, Athem-bescliwerden, Betäubung u, s; w. In manchen Fällen tritt schon in wenigen (1018) Stunden der Tot] ein. In leichteren Fällen kommt es nicht zur Blasenbildung auf der Haut und die Thiere genesen schnell. Zur Behandlung ist erforderlich, die Thiere schnell in den Stall zurückzubringen, Klystiere zu verabreichen, kühlende! Umschläge anzuwenden, die erkrankten Stellen soweit möglich mit einem aus Lehm und Essig bereiteten Brei anzustreichen. Innerlich wird man Abführmittel geben.
17.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Kornrade (Agrostemina Oitliago). Bei den Vergiftungen durch Rade oder Kornrade handelt es sich um die Wirkung eines nur in den Samen enthaltenen giftigen Stoffes, ein Glykosid, Githaijin (Agrostenunin) genannt Das Githagin ist mit Sapotoxin identisch. Die Vergiftungen ereignen sich besonders nach Verfütterung von Getreideschrot, Kleie, Futtermehl, welche aus stark mit Kornrade verunreinigtem Material hergestellt sind. In geröstetem Zustande können die Radesamen selbst in grösseren Quantitäten verfüttert werden, o h n e irgend welche Nachtheilo zu bewirken. Am meisten kommen Vergiftungen bei Kälbern und Schweinon vor, selten bei Pferden. Oft wirken selbst grosse Quantitäten radehaltigen Futters nur sehr gering giftig. Die Ursachen hiervon sind noch nicht festgestellt, Das Gift wirkt, wie viele andere, entzündungserregend auf die Schleimhäute und lähmend auf das Centralnervensystem. Dementsprechend sind auch die Krankheitserscheinungen, Kolikersobeinungen, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Diarrhöe, Schluckbeschwerden einerseits und Betäubung, Lähmung, Mattigkeit andrerseits. In schweren Fällen endet die Vergiftung in 24 Tagen tödtlich; in leichteren kann nach 12 Wochen Genesung eintreten. Therapeutisch ist neben der schleunigen Anwendung von Abführmitteln (Eserininjektion), Futterwechsel und kräftige Ernährung erforderlich; auch Exeitantien.
Sanitätsiiolizciliclics. Nach dem Genüsse des Fleisches der im Beginne der Erkrankung geschlachteten Thiere sind Krankheitserschcinungen beim Menschen nicht beobachtet worden.
18.nbsp; Vergiftung laquo;lurch Bilsenkraut (Hyoscyamus nigor). Vergiftungen durch Bilsenkraut,' welches die beiden Alkaloide Hyosoin und Hyoscyamin enthält, kommen, wie Belladonnavergiftungcn, bei Hausthieren viel seltener vor, als beim Menschen. Hunde und Katzen vertragen z. B. das 100300fache der Dosis beim Menschen. Die Krankheits-erscheinungon sind wie bei Belladonna.
19.nbsp; Vergiftung durch Kicinusikuclicu. Nach Verfütterung der aus den Samenschalen von Kicinus bestehenden Pressrilckstünde werden bei Hausthieren öfters Vergiftungen beobachtet, welche durch das in den Samenschalen vorhandene Ricin bewirkt werden. Beim Kochen geht die giftige Wirkung verloren. Bei den vergifteten Thieren werden im Wesentlichen die Erscheinungen einer hämorrhagischen Gastroenteritis hervorgerufen, welche zu schnellem Krilftoverfall führt. Bei schweren Vergiftungen treten Somnolonz, Koma und Konvulsionen ein. Zur Behandlung wird man Tannin in Verbindung mit schmerzstillenden und oxcitirenden Mitteln anwenden.
Siniiläts|i(ilizeiii(lics. Die Milch von Thieren, welche mit Leinkuchen Ricinus-samen aufgenommen hatten, erwies sich als schildlich (Bollin ger).
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20.nbsp; Vergiftung durch terpentinttlhaltlge PHauzen,.
GesohioktUoheB. Schon seit sehr langer Zeit hat man beim Weidevieh, das im Frühjahr Waldweiden benutzte, Erkrankungen beobachtet, wenn die Thiere die terpentinölhaltigen jungen Fichtensprossen und jungen Triebe anderer Nadelhölzer abweideten Die Krankheit wurde früher als Wald- oder Holzkrankheitquot; und da sie meist mit Blut-harnen verbunden besonders beim Rinde beobachtet wurde, als lilutharnen des Rindesquot; oder auch als enzootische oder toxische Ma gendarmentzündungquot; bezeichnet. Die Krankheit wird ausser beim Rinde auch beim Pferde beobachtet. Die Krankheitserscheinungen sind auf die entziindungserregende Wirkung des Terpentinöls auf alle .Schleimhäute, Nieren und Blase, sowie auf die anfänglich erregende, später lähmende Wirkung auf das Nervensystem zurückzuführen. Man beobachtet dementsprechend Kolik, Diarrhöe, lilutharnen, Isohurie, später Muskelzittern, Herzlähmung, Athembeschwerden u. s. w. Zur Behandlung werden excitirondo und schleimige Mittel verabreicht.
21.nbsp; Vergiftungen laquo;lurch Elbenbaum (Taxus baooatft). Vergiftungen durch Taxus, hervorgerufen durch den besonders in den Nadeln enthaltenen scharf reizenden (Ameisensäure) und giftigen (das Alkaloid Taxin) Stoffe, werden bei allen Haustliieren gelegentlich be-obachtut, wenn dieselben (Gelegenheit haben, die Blätter auf Hecken, in üärten oder mit der Streu u. s. w. aufzunehmen. Sehr oft vergüten sich auf diese Weise auch Hühner, seltener Gänoe und Enten, Die schnell und schwer eintretende Vergiftung zeigt sich in dem Auftreten von Konvulsionen, Taumeln und plötzlichem Hinstürzen. Der Tod kann dann apo-plektisch nach Verlauf einer Stunde eintreten. In anderen Fällen, wenn die Wirkung der Ameisensäure mehr in den Vordergrund tritt, werden die Erscheinungen einer Gastroenteritis beobachtet. Eine Behandlung ist meist unmöglich.
22.nbsp; nbsp;Vergiftung duroll Kichererbsen (Cicer arietinnm), Platterbse
(Lutliyrus sativus) durch Erven, Wicken, Linsen und Erbsen. Luthyrisinus.
GfesohlohtlioheSi Beim Menschen sind Vergiftungen durch lange fortgesetzten Gebrauch von Lathyrusarten (gelegentlich auch von anderen Hülsenfrüchten) seit alter Zeit bekannt; man nannte früher solche epidemisch auftretende Erkrankungen Crurum Exsolutio und bezeichnet jetzt die Krankheit Lathynsmus. Schon Hippokrates und Galenus erwähnen Epidemien, welche in Folge von zu reichlichem Genuss von Hülsenfrüchten in Euos in Thracien herrschten und wobei sich besonders Erschlaffung und Lähmung der Beine zeigton. In den folgenden Jahrhunderten sind dann wiederholt solche Vergiftungen beobachtet und beschrieben worden.
Nach den bisherigen Untersuchungen beim Menschen handelt es sich dabei um eine toxikämischc Lähmimg der Seiten- und Iliiiterstrünge des Rückenmarkes unter dem Bilde einer ataktisohen Paraplegic. Man beobachtet erschwerten Gang, bei leisester Beizung der Haut Muskelzittem, Verstärkung des Kniephftnomens, plötzlich eintretende Hariienthaltimg; beim Gehen werden die Beine nach vorn geworfen, wie im letzten Stadium der Tabes. Die Affektion ist beilbar, aber erfordert meist lange Zeit. Die Sektion ergab in einzelnen Fällen multiple, disseminirte Sklerose. Be i Thlere n sind sowohl nach Verfütterung von Kichererbsen (Cicer arietinuin), der QemÜBeplatterb8e(Lathyiu8 sativus), Kicherplatterbse (Lathyrus cicera)wie auch nach Verfüttemng der ]aiotenfrtt(^tigenLinsenwioken(ErvumErvilia), der Futterwicken (Vicia sativa) und deren Abarten, welche sämmtlich den Papilionaceen zugehören, schwere, meist tödtlich endigende Störungen beobachtet worden. Man führt die toxische Wirkung auf die Anwesenheit von Cholinderivaten in den genannten Futtermitteln zurück. Am intensivsten scheint die Kichererbse ZU wirken. Bei den Erbsen (Pisum sati-vum) hat man Giftwirkungen beobachtet, wenn dieselben im Zustande der Zersetzung verfüttert wurden. Die Krankheitserscheinungen sind ähnlich, wie beim Menschen. Bei Pferden hat man nach längerer Verfütterung von Kichererbsen, Kehlkopfspfeifen, Hartschnaufigkeit, später Schreckhaftigkeit, Krcuzschwäche
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Vergiftungen durch Pilze.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;239
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sich entwickeln sehen. Die Sektion ergab in einzelnen vorgeschrittenen Fällen Atrophie und Verfettung der Kehlkopfmiiskoln, sowie degenerative Veränderungen in den Ganglienzellen der Vorderstränge des Rückenmarkes, des Accessorius- und des Vaguskerns. In den meisten Fällen waren auch die Wände der Arterien und Kapillaren des Rückoninarkes verdickt, besonders in der grauen Substanz. Therapeutisch ist neben der Anwendung der Trachootomie subkutan Strychnin (0,05 bis 0,1 für Pferde) versucht worden.
23.nbsp; Vergiftung durch Helleborusartcn. Hausthiere können sich durch Aufnahme der grünen Niesswurz (Bärenfuss) (Helloborus viridis), der schwarzen.Niesswurz (Helleborus niger) und der stinkenden Niesswurz (Helleborus footidus) gelegentlicli vergiften. Die Giftwirkung wird durch die in den genannten Niesswurzarten vorhandenen Glykosiden (Helle-borisin und Helleborin) zurückgofllhrt und besteht in einer örtlich Magen und Darm reizenden und das Nervensystem lähmenden. Dementsprechend sind auch die Erscheinungen. Vergiftungen kommen sowohl nach Genuss der PHanzen, wie auch nach Anwendung dos sog. Niesswurzstecken als Ableitungsmittel vor. Die B ehandlung ist rein symptomatisch.
24.nbsp; Von weiteren pfliinzliclicn Vergiftungen, die gelegentlich noch bei Hausthieren beobachtet worden, seien erwähnt durch Sturmhut (Aconitum Nnpellus), durch Bingelkraut, durch Wolfsmilch (Euphorbia Cyparissias, Euphorbia Peplus) u. s w., wobei der Milch-' saft das giftige Euphorbinsäureanhydrid enthiilt. Ferner durch Blausäure nach Aufnahme verschiedener Pflanzen (Amygdalcen: Bittennandelbaum, Kirsclilorbeerbaum, Pfirsichbaum, Kirschbaum, Pflaumenbaum u. s. w.) in denen die Blausäure in Form eines Glykosides, des Amygdalins vorhanden ist. Ausserdem durch E serin, Pilokarpin, Sauer am ph er (Oxalsäurevergiftung), Narcissus, Seidelbast, Rhododendron (Alpenrose, enthaltend als Giftstoff: Andromedotoxin), durch Schöllkraut (Chelidonium), durch senfö I haltige Cruciferen u. s. w. bezüglich deren auf die speziellen Lehrbücher verwiesen werden muss.
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III. Vergiftungen durch Pilze.
1. Vergiftung durch Schiininelpilzc. Unter den Schimmelpilzen (Askomy-
ceten) kommen einzelne pathogene Arten vor, die auf thierischen und pflanzlichen Nahrungs- bezw. Futtermitteln schmarotzend (Saprophyten) gelegentlich zu Vergiftungen Anlass geben. Es kommen in Betracht:
a)nbsp; nbsp; der Aspergillus, Kolbenschimmel. Die Unterarten A. glaueus, flavus, fumigatus sind besonders bekannt. Diese finden sich zum Theil im äusseren Gehörgang vor, andere (niger und fumigatus) sind die Ursache von Pilzpneumo-nien (Pneumomykosis aspergillina) bei Pferden, Rindern, Schafen, Hunden und Vögeln, wo man dann deutlich abgegrenzte kleine gelbe Knötchen in den Lungen findet.
b)nbsp; nbsp; das Penicillium glaukum, Pinselschimmel, Ist der verbreiteste Schimmelpilz, welcher aid' Brot, Eaumfrüchten, neben anderen Schimmelpilzen vorkommt. Ueber Erkrankungen bei Thieren nach dem Genüsse von Futterpflanzen, die mit Pinselschimmel besetzt waren, ist bisher wenig bekannt geworden.
c)nbsp; nbsp;Oidium, Eisohimmel, Oidium lactis, Milcheischimmel. Der Milchei-schimmel kommt auf saurer und süsser Milch vor und hat mit der Milchsäurelaquo; gährnng nichts zu thun. Oidium ulbicans (Soorpilz) ist als Ursache einer Lungenerkrankung gelegentlich beim Menschen beobachtet worden. Nach Aufnahme infizirter Milch wurde bei Kälbern neben Maulerkrankungen, Darmkatarrh, beobachtet.
d)nbsp; nbsp;Mukor, Blasensch immel, Kopfscbinnnel. Es kommen die Unterarten
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Mucor tnucedo (gemeiner Kopfsohimntel),, Muoor raoemoaus, Mucor stolonifer in Betraoht) die auf kohlebydrathaltigen Substanzen, auf faulenden Pflanzenstoffen vorkommen.
Die allgemein toxischen Wirkungen der Scliinunelpilze werden von Bonslield naeli den beim Mensehen nach Genuss sobimmeligen Brotes beobachteten Erscbeinungen mit dem Krankheitsbild der Muskarimvirkung verglichen.
]}ei Tbieren kommen Vergiftungen durch Bcbimmelpilze am bäuf'igsten bei Pferden, dann auch bei Hindern, Schafen und Schweinen vor, und zwar nach Aufnahme verschimnielter Futtermittel aller Art (Hafer, Stroh, Heu, Häcksel, Kleehou, Oelkuchen, Mehl, Lupinen, Brot, Rüben, Schlempe, Obst, Kürbisse, Futterkuchen aller Art, U. 8. w.) Die Wirkungen sind je nach der Thierart, dem Alter derselben und je nach der Menge der aufgenommenen Pilze verschieden. Im Wesentlichen beobachtet man die Zeichen einer Gastroenteritis und die wiederholt genannton charakteristischen Erscheinungen einer Affektion der Nervencentren. Meist ist auch ein schnell tödtlich endender Verlauf zu konstatieren; in anderen günstig verlaufenden Fällen treten Nachkrankheiten (Erblindung, Verdaulingstörungen) ein. Zur Behandlung sind Eserininjektionen neben der Anwendung von Tannin, Jod (LugoPsche Lösung) und Excitantien versucht worden.
2. Vergiftung durch Brandpilze (Ustilagineae). Als wichtigste Gattungen der giftig wirkenden Brandpilze kommen üstilago und Tilletia in Betracht.
a) Üstilago. Russbrand. Von Wichtigkeit sind: a) U. carbo, Russbrand, Staubbrand, Nagelbrand , welcher als schwarzes Pulver in den Aehren und Rispen des Weizens, der Gerste, des Hafers, mancher Wiesengräser vorkommt und eine geringere Grosse als Tilletia sowie an den Sporen eine glatte Oberfläche hat. ß) U. longissima durchsetzt mit seinen langen, ein olivenbraunes Pulver bildenden Sporen, die Blätter von Glyceria fluitans und speetabilis. y) U. maidis, der Maisbrand oder Beulenbrand. Derselbe bewirkt weisse, später sebwarzgrüne streifen-bezw. beulenförmige Auftreibungen an den Stengeln, Blättern und Blüthen des Maises, deren Inhalt dann eine schwarze, schmierige russartige Masse bildet. Unter dem Namen Pellagra1) (Pellis aegra, Elephantiasis italica, Risipola lombanla, lombardisober Aussatz) ist seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts eine zuerst in Spanien und Italien, dann auch in Frankreich und Rumänien aufgetretene Krankheit beim Menschen beobachtet worden, die durch eine; Reihe krankhafter Erscheinungen auf der Haut (roeidivirendes erythematöses Exanthem), der Schleimhaut des Digestionsapparates und im Bereiche des cerebrospinalen Systems (Marasmus und Psychose) charakterisirt ist. Wie die Untersuchungen lehrten, handelt es sich um eine in Zusammenhang mit Maisgenuss stehende endemische Krankheit, die besonders unter dem Proletariat der ländlichen Bevölkerung zu gewissen Zeiten vorkommt, Man nimmt an, dass sich bei der Verderbniss des Maiskorns, vielleicht unter dem Einflüsse der dabei auf dem Korne auftretenden Epiphyten (Sporisorium Maidis), gewisse Stoffe in demselben entwickeln, welche die eigentliche Krankheitsursache abgeben. Besonders soll die Krankheit auftreten, wenn der Mais nicht vollkommen reif geschnitten, in feuchtem Zustande gesammelt und in Folge dessen
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') Pelle = Haut, agro = scharf; spanisch: mal de la rosa, mal roxo.
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Vergiftungen durch Pilze.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 241
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verdorben ist. Die Krankhoit, welche naoh Einzelnen viel Aehnlichkeit mit Ergo tisnius hat, befällt sehr büufig laquo;las Rückenmark (Seiten- und Hinterstränge) und verläuft dann unter dem Bilde der utaktischen Paraplegic. Der Verlauf ist ein chronischer; das akute, rasch zum Tode führende Stadium, wird als Typhus pellagrosus bezeichnet und verläuft unter den Erscheinungen einer spinalen Meningitis mit Schwellung der intestinalen Lymphdrüsen und einer Enteritis,1).
Bei Thieron ist besonders bei Kühen naoh der Verfiltterung von brandigem Mais Abortus beobachtet worden. Neuerdings haben dann Billings und No card eine Mais-futterkrankheit (Corn-stalk disease) bei Hausthieren beschrieben, wobei ein dem der Sehweinepest ähnliches Bakterium wirksam sein soll. Dieses Bakterium soll auf den Blättern des Mais vegetiren und nach Verfütterung derart befallener Pflanzen bei Kindern, Pferden, Schafen und Ziegen eine der Septicämia hilmonhagica ähnliche Erkrankung erzeugen.
b) Tilletia. Steinbrand. Tilletia Karies, Steinbrand, Schmierbrand oder Stinkbrand des Weizens und Dinkels. Derselbe bildet ein schwarzbraunes, nach Heringslake riechendes Pulver in Weizen- und Spelzkörnern. Die befallenen Aehren produziren kurze, gedunsene Körner mit graubrauner dünner Schale. Wie die neueren Versuche von Pusch lehrten, können Pferde, Kinder, Schale, Ziegen und Schweine ein derartig verändertes Futter selbst in grossen Mengen oft ohne nennens-werthe Nachtheile ertragen. Dagegen tritt bei trächtigen Thicren Abortus ein. Im Uebrigen ist nach älteren Beobachtungen die Wirkung von Tilletia Karies nach Verfütterung des betreffenden Futters eine auf die Schleimhäute des DigestionstraktiiH reizende und auf das Rückenmark lähmende. Die kranken Thiere gehen meistens in 23 Tagen zu Grunde.
3. Vergiftung durch Uostpilzo (Uredineen). Die Sporen der Uredineen bilden auf den betreffenden Blättern feste krustige Flecke von gelber, rother, rostbrauner oder schwarzbrauner Farbe1. Von toxikologischer Bedeutung sind) a) Uro-myces (Schweifrost) und b) Puccinia (Stiel- oder Zwillingsrost).
a)nbsp; nbsp;Uromyces. U. betae an den Blättern der Runkelrüben; U. apiculatus auf Lathyrus und Trifolium; U. appendiculatus an Hülsenf.iüchten. Beobachtungen über giftige Wirkungen des Uromyces-Arten sind von den auf Klee (besonders auf schwedischem Klee) schmarotzenden Uredineen bekannt. Bei den vergifteten Thieren sind Entzündungen der Haut und Schleimhaut und daneben anoh Affektioncn des Centralnervensystems beobachtet worden.
b)nbsp; Puccinia. Von Wichtigkeit sind: a) Puccina graminis, Gras- oder Getreiderost, welcher auf Roggen, Weizen, Gerste und Hafer rostgelbe Flecken erzeugt ; ß) P. straminis, Strohrost, welcher auf Roggen-, Weizen- und Gerstenstroh und an Gräsern schwarze Flecken bildet; y) P. coronata, Kronenrost, welcher besonders am Hafer schwarze Flecken bildet; d) P. arundinacea, der auf dem Schilfrohr schwarze, längliche Flecken bildet, ferner P. caricis und P. compositarum. Bei Vergiftungen durch Puccinia treten, wie auch die Versuche von Frank lehrten,
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') Die sog. Akrodynie (von äxpo? ilusserst und ri c/Suvr) Schmerz) mal des mains et des piods. Erythema epidemicum, ist ein zu Beginn dieses Jahrhunderts in Paris und dann noch in anderen Gegenden beobachtetos Leiden, das viel Aehnlichkeit mit der Erlebelkrankheit und mit Pellagra hat. Die Krankheit beginnt mit gastrischen Beschwerden, auf welche ein an den Extremitäten auftretendes, oft über Rumpf, Gesicht und den ganzen Körper sich verbreitendes Erythem folgt, welches von Ameisenkriechon, Tanbheitsgefühl und heftigen Schmerzen in den Extremitäten begleitet ist. Die Ursache ist bisher nicht aufgeklärt,
Bchuoidornühl, Vorgl, Pathologio,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 16
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242nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Intoxikationen. Intoxikationskrankheiten.
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die nervösen Erscheinungen in den Vordergrund) vielfacli iihnolt das Kninkheilshild dem der Flcisehvergiftunjr. Zur Behandlung wird frühzeitige Anwendung der Drastlkii (Eseriniiijektionen), daneben symptoinatiseho Behandlung angezeigt sein. Von einzelnen Autoren wird das öftere Auftreten der sog. Kleekraiikheit der Pferde nach dem aussohllessliohen Genuss von Klee auf die Wirkung der Befallungspilze Oidium oder Puceinia zurückgeführt. Die Erkrankungen werden fast aussohliessUob nach dem Genuss des sog. schwedischen Klees beobachtet, auf dem die Pilze, besonders Uredo, schmarotzen. Die Wirkung der Aufnahme solchen Futters äussert sich dann theils in einer Erkrankung der Haut und Schleimhäute, theils in einer Affektion des Nervensystems. Es tritt Speichelfluss mit Schwellung des Kopfes, Geschwüre an der Lippe und an der Zunge ein; besonders erkranken auch die nicht pigmentirten (weissen Abzeichen) Stellen am Körper, wo dann kleine später sich abstossondc Bläschen zur Entwickelung kommen. Daneben zeigen sich dann die Erscheinungen eines schweren Ikterus, der viel Aehnliclikeit mit dem Symptome der Lupinose haben soll. Der Verlauf ist meist ein schneller und tödtlicher.
4.nbsp; nbsp;Vergiftung durch Kernpilze, Pyrenomyceten. Es kommt besonders Polydeamus exitiosus, der Raps vor derber in Betracht. Auch gehört dazu die (Jattung Claviceps purpurea, welche die Ergotinvergiftung herbeiführt. Auf den Schoten des Rapses treten schwarzbraune, nussbraunartige, punkt- oder strichfönnige Flecke auf, die sich schnell vergrössern und oft die Schoten ganz umkleiden. Es gehört hierher auch Pol y th rinc i um Trifolii, die Ursache des Schwarzwerdens des Klees. Erkrankungen nach dem Genüsse der durch Kernpilze verdorbenen Pflanzen sind bei Schafen, Lämmern und Kühen beobachtet worden. Die Krankheitserscheinungen sind, wie bei den Rostpilzen, und können beim Rinde zu Ver-w e c h s e 1 u n g e n mit M a u 1 - und Klauenseuche Veranlassung geben. Neben der Entzündung der Haut und Schleimhaut wird in schwereren Fällen auch eine lähmende Wirkung auf das Centralnervcnsystem beobachtet.
5.nbsp; Vergiftung durch giftige Hchwämme, Ilautpilze. Es kommen besonders in Betracht: a) die Agarikusarten, Agaricus muscarius, der Fliegenpilz mit feuerrotheni Hut (Alkaloide: Muskarin und Anianitin), b) Fungus laricis, Lärchenschwainin, enthaltend die Agaricinsiiure, o) Boletus satanns, Satanas-pilz, Blutpilz, mit genetztem und gestricheltem Hut u. A. Zuweilen hat sich auch die essbare Morchel (Helvella esculenta) als giftig erwiesen.
Beim Menschen sind zunächst die Vergiftungen mit Morcheln zu erwähnen. Wie die Versuche und bisherigen Beobachtungen lehrten, enthalten die frischen Morcheln oder Lorcheln ein Gift, welches in heissem Wasser sehr leicht löslich ist und aucli beim Trocknen der Morcheln verschwindet. Während daher die frischen Morcheln giftig sind, erweisen sich die getrockneten oder in heissem Wasser normal abgespülten Morcheln als unschädlich. Als Krankheits-erscheinungen sind beobachtet: Uebelkeit, Erbrechen, Diarrhöe und die Zeichen der Häinoglobinämie mit hepatogenem Ikterus. Der Verlauf ist in schweren Fällen tödtlich und die Behandlung durch Brech- und Abführmittel einzuleiten.
Ebenso kommt beim Menschen noch eine Vergiftung mit Fliegen-sclnvaniin (Agaricus mftscarius) (gastrische und nervöse Erscheinungen) und mit
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Fleischvergiftungen. Wurstvergiftungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 243
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dem Knollenblättorseh wamm (Ainnnita phalloides) vor, der mit jungen Champignons verwechselt wird. Bei Tliieren kommen Vergiftungen durch Gift-schwümme ausserordentlich selten vor.
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IV. Fleischvergiftungen. Wurstvergiftungen.
(Ptomainvcrgiftung1). ßotulismus2). Allantiasis3).) Hackfleischvergiftung.
Bei dem allgemein mit dem Namen Fleischvergiftungquot;, Wurstvergiftungenquot; bezeichneten Krank hei ton des Menschen handelt es sich um solche, die nach dem Genüsse von Fleischspeisen und Fleisohpräparaten aller Art gelegentlich beobachtet sind. Wie die neueren Untersuchungen und Beobachtungen gelehrt haben, hat man jedoch die Erkrankungen in solche zu scheiden, welche nach dem Genuss des Fleisches von Thieren auftreten, die an bestimmten Krankheiten gelitten haben, und zweitens in solche, welche nach dem Genüsse des Fleisches von Thieron beobachtet werden, deren Fleisch ursprünglich gesund gewesen und nur durch unzweckmässige Aufbewahrung und Verarbeitung schädlich geworden ist.
Gcschichtliclics. Krkrankungim nach dorn Genüsse von Fleisch sind schon seit uralter Zeit beobachtet worden. Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts liegen Nachricliton vor über eigenthümlicho Erkrankungen, die nach dem Genüsse von Fleischspeisen beobachtet wurden und von den gewöhnlichen Erscheinungen sehr abwichen. Da sich diese Fleischvergiftungenquot; besonders nach dem Genüsse von Wurst zeigten, so sprach man von Wurstvergiftungen und von einem Wurstgiftquot;. Die Bezeichnung trifft aber nicht zu, weil die ausserordentlich charakteristischen Vergiftungserscheinungen auch nach dorn Genuss von Speck, Schinken und anderen Fleischspeisen bis in die neueste Zeit hinein beobachtet worden sind. Da der Name Wurstvergiftungquot; noch immer gebräuchlich für diese Erkrankungen ist, so sollen sie auch mit dieser Bezeichnung besonders erörtert werden.
1. Wurstvergiftungen. (Botulismus. Allantiasis). l'toma'inververgiftung.
Bei der sog. Wurstvergiftung, Fleischvergiftung im engeren Sinne, Ptomainvcrgiftung, handelt es sich um charakteristische Vergiftungen, welche nach Fleischgenuss beobachtet werden und wo die Ursache neben Aufnahme von Mikroorganismen wesentlich durch die Einwirkungen von Giftstoffen (l'tomainen) bedingt wird, die in dem Fleische unter gewissen Voraussetzungen zur Entstehung kommen. Nach Bricger bat man unter Ptomainen (Ptomatincn, Kadaver-alkaloiden, Leichengiften, Toxalbuminen) alle unter Einwirkung von Bakterien entstandenen organischen Basen zu verstehen. Diese Basen entstehen nun nicht nur im todten, sondern gelegentlich auch Im lebenden Körper4).
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') To TiTiu;j.a, Leichnam, Leichenalkaloido.
8) Botulus, Darm, Wurst.
8) o a/.X'/?, Wurst.
') Die Eklampsie des Menschen und der Kühe ist vielleicht ein Beispiel für die Wirkung solchor im lebenden Körper zur Entstehung kommende Ptomaine, bezw. Leukoma'ine, wie sie im lebenden Körper genannt werden. Die Ptomaine entstehen nach Hoppe-Seyler besonders bei ungenügendeni oder fehlendem Sauerstoffzutritt. Demnach würden im Thierkörpcr im
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24:4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Intoxikationen. Intoxikationskrankheiten.
Geschichtliches. Wie erwähnt, liegen sichere Beobachtungen über Wurstvergiftungen schon aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts vor. So wird von Korner eine Epidemie nach Wurstgenuss beschrieben, die 1793 in der Nähe von Wildbad auftrat; eine weitere aus dem Jahre 1824 von demselben Autor aus der Umgebung von Murhardt. Wie aus den Zusammenstellungen hervorgeht, die S e n k p i e h 1 über die Littoratur von Wurstvergiftungen bis 1887 gegeben hat, kamen zahlreiche Erkrankungen in den fünfziger Jahren in Württemberg vor. Weniger sind die gleichen Erkrankungen in Norddeutschland beobachtet worden, obwohl schon durch eine Verfügung der Regierung in Arnsberg aus dem Jahre 1822 vor dem Genüsse breiiger, saurer und übelriechender Würste gewarnt wird.
Wie ebenfalls schon erwähnt, sind mit der Vergiftung durch Würste vollkommen übereinstimmende Erkrankungen nach dem Genüsse anderen theils unverarbeiteten, theils anderweitig zubereiteten Fleisches in grosser Zahl bis in die neueste Zeit beobachtet worden. Erwähnt mogon folgende sein: nach dem Genüsse des Inhaltes einer Konservenbüchse, die 8 Tage offen war; nach dem Genüsse schlecht eingekochter Krikonten, nach dem Genüsse einer Hasenpastete, die 3 Monate unter Fett aufbewahrt war, nach dem Genüsse eines todt aufgefundenen Rebhuhns, nach dem Genüsse einer verdorbenen Spickgans, nach Hammelhintensauce, die einen Tag aufbewahrt war, nach dem Genüsse von eingepökeltem Fleische, welches aus dem Fasse herausgährte, nach dem Genüsse von Gänsen, die einen Tag unaus-gowoitet im Keller gehangen hatten, nach dem Genüsse einzelner Theile von Schinken, gebratenem Fleisch, von Stellen, die aufeinander gelegen hatten; nach dem Genüsse von Büchsenfleisch, dessen sulzige Beigaben bräunlich und verflüssigt waren ; häufig auch nach dem Genüsse gekochter, aufgewärmter und wieder gebratener Fleischstücke, die vorher in grossen Stücken übereinander gelagert waren (für Massenspeisungen). Oft sind durch die letzteren Ursachen ausgedehnte Massenerkrankungen beobachtet worden, so in Andelfingon (1839), wo 444 Personen, in Kloten (1878), wo 657 Personen bei einem Sängerfest erkrankten, in Klarholz (1886), wo 68 Personen erkrankten, in Posen, wo (1887) 150 Soldaten nach dem Genüsse zu alt gewordener Fleischwaaren erkrankten; in Sauchey erkrankten 60 Personen nach dem Genüsse eines kranken Kalbes u. s. w.
Aetiolosie. Das Wichtigste über die Entstellung der Erkrankung bedarf noch der Aufklärung. Man weiss bis jetzt bezüglich der eigentlichen Wurstvergiftung, dass besonders nachtheilig die Unsitte ist, die Würste, wenn sie aus dem Kessel kommen, warm auf einander zu legen und nicht an luftigen Orten, sondern in Kisten und Kasten aufzubewahren. Besonders gefährlich sind auch Würste, denen bereits mehrere Tage altes Blut zugesetzt ist und die mangelhaft gekocht sind. Ebenso haben sich Blut- und Leberwürste, besonders grosso Fleischpräparate (Schwartenmagen, Presssack) als gefährlich erwiesen. Oft ist auch die mangelhafte Räucherung schuld, wenn die Würste in dem heissen Rauch, dicht über dem Feuer geräuchert werden, und so das Eindringen der antiseptischen Substanzen des Hauches in das Innere der Wurstmasse verhindert und dadurch die Bildung von Spaltpilzprodukten begünstigt wird. Deshalb sind auch die inneren Theile der Würste gefährlicher als die äusseren und oftmals erkranken nur Personen, welche von der inneren Masse gegessen haben, während die anderen gesund bleiben. In anderen Fällen bildet sich das Gift in voluminösen Fleischstücken, die mangelhaft gekocht, gebraten oder geräuchert und dann unzweckmässig (aufcinandergelagert, in Kisten,
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Darmkanal und im Uterus bezw. in der Vagina solche Basen zur Entstehung kommen können. Wie noch weitere neuere Untersuchungen lehrten, unterscheiden sich die Kadaveralkaloide (Ptomaine) nicht wesentlich von den pflanzlichen Alkaloiden (Strychnin, Atropin, Muskarin u. s. w.), da sie oft gleiche oder almliche Zusammensetzung und Wirkung haben. Bei den als Wurstvergiftung bekannten Erkrankungen wird das Vorhandensein eines atropin-artig wirkenden Fäulnissalkaloids (Ptoraatropin) angenommen, das in der physiologischen Reaktion mit dem Pflanzenalkaloid übereinstimmt. In anderen Fällen (Fischvergiftungen) sind vorwiegend Muskarinwirkungen nachgewiesen worden.
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Fleischvergiftungen. Wurstvergiftungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;245
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Kellern) aufbewahrt sind. Die Spaltpilze, welche das Gift In dem Fleische bilden, finden unter solchen Bedingungen augenscheinlich einen günstigen Nährhoden.
Die schädlichen Fleischspeisen zeigen manchmal vor dem Genusso wenig oder gar keine Veränderungen, in anderen Fällen sind die Fleischspeisen schmierig verfärbt und besitzen auch einen eigenthündichen Geruch.
Die meisten Erkrankungen kamen bisher im Frühjahr vor, weil die Landbevölkerung ihre Schweine vorwiegend im Dezember und Januar schlachtet und die älteren und grösserenj innen meist nicht gut durchgeräucherten Würste im Frühjahr verspeist.
Hymptoinc. Die ersten Krankheitserscheinungen treten in der Regel nach einem Inkubationsstadium von 1848 Stunden auf. Wenn das fnkubations-stadium länger, mehrere Tage dauert, so liegt meistens keine reine Wurstvergiftung, sondern eine Mischinfektion durch pathogene Bakterien bedingt, vor. Demnach können auch die Krankheitserscheinungen, je nach dem Hervortreten der reinen Ptomalnvergiftung etwas verschieden sein; im Wesentlichen sind jedoch die charakteristischen Zeichen der Wurstvergiftung folgende: Zunächst stellt sich Uebelkeit mit Druckerscbeinungen in der Magengegend, Erbrechen, oftmals auch Diarrhöe ein, und vielfach ist der Zustand um diese Zeit mit Trichinose verwechselt worden. Jedoch können auch diese Darmerscheinungen fehlen oder von sehr geringer Bedeutung sein und es beginnen die Vergiftungserscheinungen dann sogleich mit Erbrechen, Würgen, Schwindelgefühl, Sehstörungen, Schlingbeschwerden, Muskelschwäche und grosser Hinfälligkeit, Dazu gesellt sich hartnäckige Verstopfung. Besonders auffällig werden im weiteren Verlaufe der Krankheit die Seh-, Schling-und Sprachstörungen. Es zeigen sich Bewegungsstörungen des Auges, wobei es (in leichteren Fällen) zu Akkomodationsstörungen und Pupillenerweiterung (Mydriasis), in schwereren zur Funktionsunfähigkeil- der Muskeln des Bulbus und damit zur Un-beweglichkeit des Augapfels kommen kann. Ein konstantes Symptom ist auch die Erschlaffung des Levator palpebrae superioris mit schlaffer Herabhängung der Augenlider (Ptosis, Lagophthalnms). Wie die Augenmuskeln, so fuuktioniren in schweren Fällen auch die Muskeln des Gaumensegels, des Schlundkopfes, des Kehlkopfes und des Schlundes mangelhaft. Trockene Speisen werden nur mit Mühe oder gar nicht geschluckt; Flüssigkeiten fliessen zuweilen durch die Nase wieder zurück. Das Sprechen ist erschwert und die Stimme rauh und klanglos. Ebenso ist die Zunge in ihrer Bewegung gehemmt und die Sprache lallend.
Ausscrdem sind erhebliche Störungen der Sekretion nachweisbnr. Es ist das Gefühl von Trockenheit und Kratzen im Munde und im Schlünde vorhanden. Auch im Verdauungsapparat ist die Absonderung erheblich verringert, ebenso wird Unterdrückung der Schweiss- und Thränensekrelion beobachtet.
Wie auf die Körpermuskulatur so wirkt das Gift auch schwächend auf die Herz- und Gefäss-, Magen- und Darmmuskulatur, Deshalb schwacher Puls, geringe Wahrnehmung der Herztöne, hartnäckige Obstipation, u. dgl, Ausserdem zeigt sich Sleifigkeit der Gesichtsmuskulatur und manchmal Slmiheit auch bei anderen Körpermuskeln. Psychische Störungen und Fieber sind jedoch nicht vorhanden. Im Wesentlichen handelt es sich also um die Wirkung eines exquisiten Muskelgiftes, das vom Blutstrome aus in Thätigkeil tritt und je nach der aufge-
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Intoxikationen. Intoxikationskrankhciton.
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noininonon Menge leichtere odor schwerere Erscheinungen hervorruft. Am meisten nuicheu sieh für den Arzt, die Funktionsstörungen der Muskeln des Auges, Kehlkopfes, Schlundes und Darmes geltend (rürckhuuer).
Der Verlauf ist meist ein langsamer und der Ausgang in der Hälfte der Fälle nach 48 Tage tödtlich. Selbst bei günstigem Ausgange hinterbleiben noch wochenlang Sehstörungen und Muskelschwäche. Die Behandlung erfordert frühzeitig die Anwendung von Breeh- und Abführmitteln, später sind Reizmittel zweckmässig.
Prophylaktisch ist wichtig eine uimveckmässige Zubereitung und Aufbewahrung der Fleischwaaren zu vermeiden. Für die Wurstbereitung sind nur gut gereinigte Gedärme und frisches Fleisch zu verwenden, die Würste selbst müssen gründlich gekocht und sachgemäss geräuchert sein. Ein Wassergehalt von 30 35 0/'o bei den Würsten wird (nach Scrafini) als Garantie für gute Haltbarkeit der Würste angesehen.
Siinitätspoli/cilielics. ßei der Fleisohbesohau wird auf die Vernichtung des beanstandeten verdorbenen Fleisches zu halten sein, damit niciit das in Filulniss übergegangene Fleisch nothgcsclilacliteter oder gar das Fleisch gestorbener Thiero, anstatt in die Abdeckerei abgeliefert zu werden, zur Wurstverarboitung gelangt.
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2. Fleischvergiftungen im weiteren Sinne.
Hei den Fleischvergiftungen im weiteren Sinne handelt es sich um solche, die nach dem Genüsse des Fleisches von Thiercn auftreten, die an verschiedenen Krankheiten gelitten haben und meistens unter dem Bilde einer Sepsis intestinalis (Bellinger), infektiöser Enteritis (Gaffky) verlaufen.
GesohlohtllcheSi Die Fleischvergiftungen der vorgenannten Art haben erst in den letzten Jahrzehnten grössere Aufmerksamkeit hervorgerufen. Besonders war es Boliinger, der schon im Jahre 1870 gelegentlich der Versaininlung des deutschen Vereins für öffentliche GesundheitspHego auf die Bedeutung solcher Fleischvergiftungen hinwies und aussprach, dass die Pyäinie und Septikämio der öchlachtthiere der menschlichen Gesundheit nachtheiliger weiden könne, als Rotz und Milzbrand, weil erstero viel häufiger vorkämen als letztere und das Gift durch das Kochen nicht zerstört würde. In einem Vortrage, den Bellinger 1881 in München hielt, berichtete derselbe bereits über 11 grössere Massenvergiftungen mit 1C00 Erkrankungen. Was die Ursache der wichtigsten Massenorkrankungen betrifft, so geht dieselbe aus den von Boliinger, Siedamkrotzky , Tereg u. A. gemachton Zu-saminenstellungen ohne Weiteres hervor. In Fluntern erkrankten (1867) 27 Personen nach dem Genüsse des Fleisches eines kranken Kalbes und einer fast rohen Leber, in Bregenz erkrankten (1874) 51 Personen nach dem Genuss der Fleischbrühe, die von dem Fleische einer Kuh bereitet war, welche wegen Verletzungen der Goburtswege geschlachtet war; in Griessbeckerzell erkrankten 22 Personen (1876), welche von dem Fleische einer wegen Prolapsus uteri und Metritis geschlachteten Kuh genossen hatten, es erkrankten dabei auch solche Personen, die gekochtes Fleisch und gekochte Würste genossen hatten; in Nordhausen erkrankten (1886) etwa 400 Personen nach dem Genüsse des Fleisches einer moribund geschlachteten Kuh; in Lahr erkrankten (1866) 70 Personen, welche von den Nieren einer wegen Blutharuen geschlachteten Kuh gegessen hatten; in Würzen erkrankten (1877) 206 Personen, welche das Fleisch einer unter Fiebererscheinungen und Eutererkrankung geschlachteten Kuh genossen hatten; in Riesa erkrankten (1879) 30 Personen nach dem Genüsse des Fleisches einer wegen Futerentziindung und Abmagerung geschlachteten Kuh; in Andelfingen erkrankten (1881) 450 Personen nach dem Genüsse von übelriechendem Kalb-ileisch; in Kloten erkrankten (1878) 600 Personen nach dem (Jenusse eines in der Agonie geschlachteten Kalbes; in Bautzen erkrankten (1881) 120 l'ersoncn nach dem Genüsse dos Fleisches' einer wegen septischer Metritis geschlachteten Kuh; in Schoenenborg, (Schweiz) erkrankten (1886) 50 Personen nach dem Genüsse des Fleisches von zwei Kühen, die wogen
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Fleischvergiftungen. Wurstvorgiftungcn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 247
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liocligradiger Diarrhöe geschlachtet waren; in Ludwigshafen erkrankten (1886) 90 Porsonon nach dem (ienusse des Fleisches einer Kuh, die wegen Metritis geschlachtet war; ebenso erkrankten in Middelburg (Holland) (1887) 286 Personen nach dem Genüsse des Fleisches einer wogen septischer Metritis geschlachteten Kuli; in Reichonau erkrankten (1889; 150 Personen nach dem (ienusse dos Fleisches einer wegen Magenkatarrh geschlachteten Kuh; in Frankenhausen erkrankten (1888) 59 Personen, welche das Fleisch einer wegen chronischer Diarrhöe geschlachteten Kuh genossen hatten; in Cotta erkrankten (1889) 136 Personen nach dem Glonusso des Fleisches einer Kuh, welche wegen schwerer Mastitis geschlachtet war; in Lobtau erkrankten (1890) HOC Personen nach dem Genüsse des rohen Fleisches einer wegen Magenerkrankung gesolilachteten Kuh; in Katrineholm (Dilnemark) erkrankten 115 Personen nach dem Genüsse des Fleisches einer Kuh, welche wogen Kalbefieber noth-geschlachtet war; in Arfenrenth (Bayern) erkrankten (1891) 300 Personen nach dem Genüsse des Fleisches einer nothgeschlachteten Kuh; in Moorseele (Belgien) erkrankten (1892) 80 Personen nach dem Genüsse des Fleisches von zwei nothgeschlachteten Kälbern: in Abbeville erkrankten (1894) 114 Soldaten nach dem Genüsse von Kalbfleisch ; in Spandau (1894) trat eine Massenerkrankung auf nach dem Genüsse von Leber- und Blutwürsten u. s. w. u. s. w. In vielen Fällen waren angeblich diejenigen Personen gesund geblieben oder weniger schwer erkrankt, welche nach dem Genüsse des schädlichen Fleisches viel Alkoholika zu sich genommen hatten.
Actiologio. In der Mehrzahl der Fälle von Fleischvergiftungen handelt es sieh um Qenuss des Flelsohes oder Organe (besonders Leber, Dann, Magen) von Thieren, die wogen fieberhafter Magen-, Darm- oder Uteruserkrankungen geschlachtet worden sind. In anderen Fiillon betrifft es den Genuss des Fleisches von Thieren; welche wegen allgemeiner fieberhafter Erkrankung notJigescblacbtet sind. Vielfach hat sich auch das Fleisch der wegen Uteruserkrankungen geschlachteter Kühe und der wegen septischer Erkrankung geschlachteten Kälber als gefährlich erwiesen Eigenthiiinlichkcit und Art der Vergiftung ist wesentlich davon abhängig, ob noch Spaltpilze direkt mitwirken oder die von denselben gebildeten chemischen Stoffe, die theils dem Muskarin, theils dem Atropin ähnlich wirken (Nenrin, Methyl-guanidin u. A.).
Symptoinc. Nach einer mehrere Tage bis zu einer Woche dauernden Inkubationszeit entwickeln sich die Kraiikheitserscheinungen, welche der Art und dem Grade nach sehr verschieden sein können. Von der einfachen Verdauungsstörung, sagt Bollinger, dem Magenkatarrh, dem Brechdurchfälle, bis zu schweren febrilen Erkrankungen, die gelegentlich unter dem Bilde des sog. gasfrischen Fiebers, des Ileotypbus, der Dysenterie verlaufen, exislirf eine förmliche Stufenleiter. In das Gebiet der Fleischvergiftungen, meint Bo) li n ger, gehören wahrscheinlich auch manche Erkrankungen, die unter dem Bilde des Petechialtyphus, des fieberhaften Ikterus (Weil'sche Krankheit) verlaufen. Auch manche Fälle von infektiöser Osteomyelitis könnte man auf Eindringen septischer und bacilliirer Gifte von dem Verdauungskanal in den Körper zurückführen, wobei dann an den Eintrittsstellen keine Spuren nachzuweisen sind.
Neben den oben genannten Erscheinungen seien noch erwähnt: Schlaflosigkeit, Delirium, Kopfschmerzen, hohes Fieber und zuweilen auf der Haut die Enl-wiokelung von Exanthemen (Boseolen, Quaddeln, Erytiiemen u, dgl.).
Der Verlauf ist in vielen Fällen langwierig und wird oft durch llecidive unterbrochen. Der Ausgang ist in schweren Fällen tödtlich. Die Behandlung wird meist sympatisch sein müssen. Im Beginne Kalomel, später Ileizmiftel, Emulsionen, Alkoholika, Bäder u. dgl.
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248nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Intoxikationen. Intoxikiitionskrankhoiteii.
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SanitätHpolizeilichcM. Zur Vorhütung solcher Erkrnnkungon wird vor allon Dingon eine strenge und gewissenhafte Heischbeschau nöthig sein, ürundsittzlich wird dfts Schlachten von Thieren für die menschliche Nahrung zu verbieten sein, wenn dieselben an fieberhaften Krankheiten und besonders an Magen-, Darm-, Uterus-, Euter- oder septischen und pyämischen Erkrankungen in erheblichem Grade gelitten haben. Ebenso wird man das Fleisch von Kälbern zu vorwerfen haben, die wegen der oft auftretenden allgemeinen lieberhnften Erkrankungen in Folge von Omphalophlebitis geschlachtet worden sind. Man wird in allon diesen und ähnlichen Fällen um so bestimmter gegen die Vorwerthung solchen Fleisches als Nahrungsmittel sich erklären müssen, je mehr man sich der hohen Gefahren erinnert, die durch den Genuss desselben für die Gesundheit dos Menschen erwachsen können.
3. Hackileischvergiftungen.
Bei den Haokfloisdhvergiftungen handelt es sich um solche Erkrankungen, welche nach dem Genüsse von rohem gehuckten Fleische auftreten, au dem mau irgend welche Zersetzungsvorgänge vor dem Genüsse nicht nachweisen kann. Man beobachtet solche Vergiftungen beim Menschen fast nur, wenn das Hackfleisch bei holier Aussentemperatur, im Frühjahr und Sommer zubereitet und vor dem Genüsse noch längere Zeit aufbewahrt wurde. Augenscheinlich wird durch den Hackprozess dem Fleische Luft zugeführt und mit demselben verarbeitet, die besonders bei schwüler Jahreszeit reich an Spaltpilzen ist. Dieseraquo; produzireu dann im Fleische Giftstoffe, die, je länger da,s Fleisch der Luft ausgesetzt bleibt, um so reichlicher zur Entwiokelung ZU kommen scheinen. Ebenso scheint auf die Entwickelung der Zersetzungsprodukte der Bakterien der Wassergehalt des Fleisches einzuwirken.
lieber nachweisliche Haekfleischvergiftuiigen liegen schon seit mehreren Jahrzehnten zahlreiche Beobachtungen vor, nach denen oft eine grosso Zahl von Personen erkrankten, so in Gheninitz (241 und 160 Personen) in Dresden, Gera, Gerbstadt u. A-
Die Symptoine sind je nach der Menge des genossenen Fleisches, je nach dem Alter und der Konstitution des Patienten etwas verschieden. Im Wesentlichen zeigen sich 620 Stunden nach der Erkrankung in leichteren Fällen nur Ucbel-keit, Benommenheit und Mattigkeit, in schwereren Fällen gesellt sich dazu noch Erbrechen, ruhrartiger Durchfall, grosse Hinfälligkeit, Gliederschmerzen, Schwindel, und bei Kindern werden choleraartige Erscheinungen mit hohem Fieber, Delirien und Krämpfen beobachtet.
Jn den allermeisten Fällen tritt nach längerer oder kürzerer Zeit Genesung ein. Zur Behandlung empfiehlt sich sogleich Kalomel zu geben, später Reizmittel und vorsichtige1 aber kräftige Ernährung.
SanitätspolizeilichcH. Zur Verhütung ist nüthig, Hackfleisch bei schwüler Jahreszeit nicht anzufertigen, besonders auch, wie in Schmalkalden geschehen, durch Polizeiverordnung den Fleischern zu verbieten, in heisser Jahreszeit rohes Hackfleisch längere Zeit aufzubewahren.
4. Fischvergiftungen.
Nach dem Genüsse von verdorbenen Fischen sind seit uralter Zeit gelegentlich schwere Vergiftungen beim Menschen beobachtet worden. Die Griechen wusston, dass der Genuss mancher Fische nachtheilig ist; Alexander der Grosse verbot seinen Soldaten Fische zu essen. Es handelt sich dabei meistens um im Beginne der Fäulniss befindliche Fische, die um diese Zeit, ähnlich wie Fleisch im lieginne der Fäulniss, am giftigsten sind.
Nach Gerlach sind todte Fische als ungoniessbar für den Menschen zu betrachten, wenn das Auge den Glanz verloren hat, die Kornea sogar schon etwas getrübt erscheint.
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Fleischvergiftungen. Wurstvergiftungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 249
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die rotlien Kiemen blass geworden sind, das Fleisch weicli ist, selbst Fingereindrücke an-nimmt und wenn die Schuppen leicht abgehen. Frische Fische haben fiischrothe Kiemen, das Fleisch ist derb, sitzt fest an den Gräten, die Augen sind vorstehend, haben eine grelle und durchsichtige Hornhaut; frische Fische sinken auch im Wasser unter, während nicht frische auf dem Wasser schwimmen.
Die Krankheitserschoinungon beim Menschen sind verschieden, manchmal zeigen sich die Symptome des Botulismus, in anderen Fällen mehr die Zeichen der allgemeinen Fleischvergiftungen: Magen- nnd Dannkatarrhe, Uobelkeit, Krbreohen, Kopfschmerzen.
Ausser diesen Vergiftungen durch Genuss verdorben er Fische kommen jedoch auch Vergiftungen nach dem Genüsse von Fischen vor, deren Fleisch oder einzelne Organe immer oder zu gewissen Zeiten giftig sind.
Solche Vergiftungen kommen vor :
1.nbsp; Durch Fische, die einen drüsigen Giftapparat besitzen und das in den Drüs-en pro-duzirto Gift durch in Stacheln mlindende Ausfühiungsgänge entleeren können (z. B. Tra-chinusarten). Trachinus draco (das Potermännchen), Trachinus radiatus, sind äusserst häufig vorkommende Fischgattungen des Mittelmeores und des atlantischen Oceans. Das Trachinusgift ist ein Herzgift. Ferner gehören hierher lloloconthrum (Familie der Stachel-flosser) Scorpaena (Drachenköpfe), Synanceia (Giftstachelflsche), Thallas u. A. In vielen Fällen ist das Fleisch dieser Fische nach Abziehen der die Drüsen enthaltenden Haut ungiftig.
2.nbsp; Durch Fische bei welchen gewisse Organe stets giftig sind (z. li. einige Gjmno-donten, Tetrodon inermis, Clupoa vonenosa Maifisch, manche Carnuxarten, lialistes (Horn-fische), Ostracion (Kofterfisch), Scomber (Makrelen), Diodon, Stör (Accipensor Sturio), der Hausen (Accipenser Huso), der Sterlet (Accipensor Ruthcnus), der Hering (Clupea Harengus), der Schlei (Tinca Chrystis), der Kabliau (Gadus Morriiua), die Barbe (Cyprinus Barbus), der Giftbarsch (Perca venenosal, der Flunder (Pleuronectes flesus), der Stint (Osmerus eperlanus), das Neunauge (Petromyzon fluviatilis), der Hecht (Esox lucius) u, s. w.; ferner Muraena helena, die gemeine Muräne; von dieser ist nur das Blutserum giftig. Das Blutserum enthält einen für Kaninchen, Hunde und Menschen giftigen Stoff, Ichthyotoxin genannt. D as Gif t ist im Bluts er um der Muräne , der Kongri (Meeraale) und besonders in unserm Flussaal, Anguilla vulgaris enthalten. Das Ichthyotoxin ist wahrscheinlich ein Eiweisskörper, er wird durch Erhitzen auf 100deg; zerstört, ist vom Magen aus unschädlich, vom Darm aus dagegen wirksam. Die tödtliohe Dosis für ein Kilo Hund beträgt 0,02 g. Die Erscheinungen an den vergifteten Thieren sind; Athemnoth, erhebliche Harn und Darmentlecrungon, Pupillenerwoitcrung, Konvulsionen und schliesslich Tod durch Lähmung des Respirationscentrums. Bei der Sektion findet sich theerfarbiges, nicht gerinnendes Blut und umfangreiche Blutergüsse in Magen und Darm. Das Gift der Seesternc und Miessmuscheln soll ähnlich wirken. In 90deg;/o Alkohol ist das Ichthyotoxin, das auch Aehnlichkeit mit dem Schlangengift hat, unlöslich').
8. Durch Fische, die an und für sich ungiftig und als Nahrungsmittel viel gebraucht, und in einzelnen ihrer Theilo, z B. in den Eiern, zu gewissen Zeiten, wie im Frühjahr, eine Schädlichkeit besitzen, während der übrige Fisch wie sonst geniessbar ist, oder sie sind in unbehandeltem oder konservirtom Zustande giftig, ohne nachweissbaro Veränderung im Aussehen, Geruch oder Geschmack. Solche Fische und Fischarten sind bereits unter 2. genannt worden. Von den SUss wasserf ischon sei die Barbe, Barbus vulgaris erwähnt, deren Eier oft Durchfälle und Erbrochen verursachen. Von dem japanischen Tetrodon(Fugu)-arten ist bekannt, dass sie vorwiegend in ihren Hoden, Ovarien, Leber ein Gift enthalten, das an Warmblüter neben kurareartigen Erscheinungen am Muskel, Lähmung des vasomotorischen Centrums bewirkt. Das Fugugift ist im Wasser und verdünnten Alkohol löslich, es ist nicht fällbar durch Bleiacetat und Alkaloidreagentien; es wird selbst durch zweistündiges Erhitzen der Organe nicht zerstört. Demnach ist es weder ein Ferment, noch ein Eiweisskörper, noch ein Alkaloid. Aus dem Harn, dem Mageninhalte, selbst aus dem Blute vergifteter Menschen Hess sich das Gift durch die kurareartige Wirkung am Frosch sicher nachweisen.
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i) Wie Rum no feststellte, wirkt das Blutserum der Warmblüter auf nicht verwandte Thierklassen ebenfalls giftig. Vogelblut in einer Menge von 7 g p. Körpergewicht einem Kaninchen intraperitoneal beigebracht, tödtet das Thier (Hericourt und Richeti.
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250nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Intoxikationen. Intoxikationskmiiklieiton.
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Nach den hervorragendsten S y m p t o in e laquo; hat man die Fischvergiftungen auch in die eholeriforme, paralytische und exanthematische Form geschieden, ohne dass ein vereintos Auftreten zweier oder aller drei Formen ausgeschlossen ist.
Kür die ch o leraarti go Form ist die Vergiftung mit den Eiern der Barbe nnzu-fiihrcn, die im Winter unschädlich sein, dagegen im Mai besonders Menschen und Thioren (Httbnem) schädlich werden sollen. Etwa (i Stunden nach der Vergiftung lieolmchtot man dio ersten Krankhcitserschoinungon: reiswasserilhnliche Durchfälle, Unterleibsschmerzeii, Kopfschmerzen, Wadenkrämpfe u. dgl. Solche Vergiftungen sind nach dem Genuss der rohen oder gekochten Neunaugen (l'otromyzon fluviatilis) oder deren Bouillion in Russland beobachtet worden. Bestreut man die noch lebenden Thiere mit Salz, so sondern sie reichliche Mengen eines dicken Schleimes ab und werden dabei entgiftet (Kobert).
Die Hehandlung bestellt in Eispillen, Opiuni, warmen Umschlägen um den Leib und Bettrahe.
Bei der paralytischen Form tritt zunächst Trockenheit im Halse, Schlingbeschwerden, Durst, dann l'upillenorwoiterung, Lähmung im (lebiete der M. oculomotorii, l'tosis, Parese des weichen (laumens u. s. w. ein, kurz die Erscheinungen des Botulism us, wie sie bereits früher geschildert sind.
Die e x a n th e m a t i s c h e F o r m der Fischvergiftung begleitet häufig die choleriforme und paralytische. Man beobachtet manchmal nach Gonuss der Leber von Squalus Catulus oder Verzehren von Thunfisch (Scomber Thynnus), Schellfischen Hautausschläge in Gestalt von Quaddeln oder mit masern- odor scharlachartigein Charakter. In einzelnen Fällen ist auch das Gesicht orysipelasaitig geröthet und geschwollen. Dem Erscheinen des Ausschlages geht manchmal Fieber voraus, während die Aft'ektion von Magondarmerscheinungen sowie von Athmungsstörungen bogleitet sein kann. Meist schwindet die Hauterkrankung in etwa 20 Tagen.
Schliesslich sei noch erwähnt, dass nach dem (ienusse von Fischkonservon oft schwöre Massenerkrankungen beobachtet worden sind, die in den Symptomen der Fleisch-bezw. Wurstvergiftung sehr ähnlich waren. So sind in Südrussland nach dem Genüsse von in (iriiben aufbewahrtem, eingosalzenem Störfleisch wiederholt Vergiftungen beobachtet worden.
Hei Thioren kommen nicht selten Vergiftungen vor, welche durch Verfüttorung von He ling slake erzeugt werden. Ea handelt sich dabei wahrscheinlich um ein durch Zersetzung organischer Substanzen entstandenes Gift, da alte Lake giftiger ist als frische. In vielen Fällen kann es sich auch um eine kombinirte Wirkung organischer und unorganischer Gifte handeln. Besonders bei Schweinen hat man solche Vergiftungen beobachtet, deren Krankheitsbild sehr an Ptomainvergiftung erinnert. Der schnelle Verlauf der Krankheit endet meistens in 612 Stunden tödtlich. Auch bei Schafen und Pferd on sind solche Erkrankungen beobachtet.
5. Vergiftung durch Miessmuscheln, Austern und Hummern.
Vergiftungen durch Miessmuscheln und Austern sind beim Menschen wiederholt beobachtet worden. Das in den Miessmuscheln wirkende Gift hat man Mytilotoxin genannt. Nach Bardet zeigen während dos Sommers alle Meeresmuscheln Erkrankungen, welche zur Bildung toxischer Stoffe führen. Die erkrankten Muscheln sollen in einzelnen Fällen ein charakteristisches milchiges Aussehen haben, ihre Leber ist ganz erheblich vergrössert, grau und weich.
Die Vorgi f tungserse hei n unge n zeigen sich in zwei nicht scharf abgegrenzten Formen. In leichteren Fällen tritt Urtikaria mit Albuminurie, in schweren eine erhebliche (iastioentoritis auf, verbunden mit psychischen Erregungszuständen, schliesslich erschwerter Sprache, Ataxio der Muskeln, reaktionsloser Pupille u. s. w. Es kann dann in schworen Fällen schon nach wenigen Stunden der Tod eintreten. Einsetzen der Muscheln in frisches, fliessendes Wasser bringt das Gift allmählig zum Schwinden. Die getodteten Muscheln kann man durch Kochen mit Soda entgiften.
Bardet sah nach dem Genüsse einer einzigen Auster in zwei Fällen so schwere Erkrankungen, dass anfangs ein Cholerafall angenommen wurde. Die Krankheitaerscheinungen traten quot;etwa 10 Stunden nach dem Gemisse der Muscheln ein und die Hekonvalesccnz dauerte über 8 Monate.
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Fleischvorgiftungon. Wurstvergiftungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 251
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Bezüglich der Entstehung dor giftigen Stoffe in der Auster wird von Oarnault darauf hingewiesen, dass die hemnophroditische Austor in den beiden ersten Jahren ihrer Kxistenz männlich und von da ab weiblich ist. Während der Uebergnngszoit wird von der Auster eine grosso Menge albuininoider Massen secernirt, welche leicht gerinnen und sich desshalb in dem in dor Schale eingeschlossenen Wasser anhäufen. Hier liegen sie wie in einer Brutstätte und gehen im Sommer schnell in Fäulniss über, wosshalb Austern in der Zeit von Mai bis September leicht giftig wirken. Im dritten Jahre ihrer Existenz ist die Auster nach den Angaben von Garnault vom Mai bis September fast immer milchig, ohne, frisch verzehrt, giftig zu wirken.
Auch nach dem QeUUSSe kranker Hummern sind in einem Falle Massenerkrankungen beobachtet worden. Die Hummern sollen an einer akuten, infektiösen Darmentzündung gelitten haben.
6.nbsp; Vergiftung durch Milch.
Vergiftungen durch Milchgonuss sind unter den verschiedensten Umständen beobachtet worden. So sind Erkrankungen beim Menschen beobachtet worden nach dem Genuss der Milch magendarm- und eutorkrankor Kühe, nach dem Genuss der sog. Kolostrum oder Biestmilch sind (Höhne) Massonerkiankungon beobachtet. Durch die Entwickelung zahl-reichor Bakterien kann die gesund aus dem Euter entleerte Milch schädlich werden (Bac. oyanogonus, synxanthus, tormo u. s. w ). Auch giftige Substanzen, nach Darreichung von Medikamenten (wie Arsen, Jod, Quecksilber, Tartarus stibiatus, Karbolsäure, Opium, Kolchicin u. s. w.) können in die Milch übergehen und dieselbe schädlich machen. Schliess-lich kann die Milch auch dadurch giftig wirken, dass dieselbe in Metallgofässen (von Blei, Kupfer und Zinn) sauor wird und giftige Metallsalzo in Lösung gehen. Ueber dio Milch von tuberkulösen und aphtenseuchekranken Thieren ist schon gesprochen worden Weiteres in Stühlen, Verbreitung von Krankheiten durch Milch und deren l'roduktc. Leipzig 1895.
7.nbsp; Vergiftung durch Käse.
Vergiftungen nach dem Genüsse von altem, saurem oder frischem Käse sind öfters beim Menschen beobachtet und Ursache zu Massenvergiftungen goworden. Das Käsegift kann in einzelnen Fällen bereits in der Milch entstehen. In anderen Fällen ist eine solche Vergiftung nach dem Genüsse von Vanille-Eis beobachtet worden, das mit verdorbener Milch bereitet war. Ebenso sind Massenvergiftungen nach Genuss des sog. sauren, in sehr unhygienischer Weise bereiteten Käses, in einem Orte Württembergs festgestellt worden. Die Krankheitserscheinungen sind in den meisten Fällen gleich und bestehen in Kolik, Erbrechen, Diarrhöe, Schwindelanfällen, Doppelsehen, Brustbeklemmung und schnellem Kollaps. Die Therapie ist symptomatisch. Prophylaktisch ist peinlichste Sauberkeit in den Käsereien, Vermeidung des Genusses zu alten Käses erforderlich.
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V. Thierisehe Gifte.
1. Vergiftungen durch SohlangenbiS8elt; Bei einer Anzahl von Schlangen (Kreuzotter, Delias, Vipera; Nashorn oder Aspisviper, Vipera aspis s. Itedii, Klapperschlange, Lanzenschlange, Brillenschlange u. s. w.) wird von einer zwischen den Kaumuskeln eingelagerten, als modifizirte Ohrspeicheldrüse angesehenen Drüse eine Giftflüssigkoit secernirt, dio weder nach Kochen, noch nach Erwärmen oder Gefrieren, noch nach monatelanger oder jahrelanger Aufbewahrung oder durch Fäulniss ihre Wirkung einbüsst.
Die klare, bernsteingelbe Giftflüssigkeit entleert sich beim Biss durch Kontraktion der Kaumuskeln und erzeugt schon in geringen Mengen an der Bissstelle eine mit Blutung verbundene, ausgedehnte ödematöse Schwellung. Im weiteren Verlaufe stellt sich dann eine lähmende Wirkung auf das Herz und die nervösen Oentralorgane ein. Bei Pferden und Rindern werden Athembeschwcrden, Lahmgehn, Taumeln und schwacher Puls beob-aebtet, Hunde erbrechen, Schweino sollen im Ganzen eine grossore Widerstandsfähigkeit zeigen. Der Tod erfolgt oft 2030 Stunden nach dem Bisse. Oenesung tritt besonders dann ein, wenn die Schlangen bereits vorher öfters gebissen und ihren Giftvorrath erschöpft hatten, was nach wenigen kräftigen Bissen zu geschehen pflegt.
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252nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Intoxikationen. Iiitoxikatioiiskranklimten.
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Bei lt;lon gebissenen Thieicn erfolgt die Aussclieidung dos (jiftes durch die Nieren, der Urin solcher Thiere erweist sich als giftig.
Zur Behandlung werden 84 Injektionen einer 1 quot;/'oigen Kaliumpermnnganatlösung angewendet) ebenso sind Chromsüureinjektionen, auch Ligaturen zwischen Bissstelle und Herz benutzt worden. Wichtig ist, dass die Hülfe bald nach dem Bisse eintritt und event, das Ciift ausgesogen oder ausgepresst wird. Audi durch Chlorkalk, Sublimat-liisungon, Kiiibolsiuirelösung soll die Wirkung dos üiftos abgeschwächt worden. Nach neueren Versuoben von (Jalmotta sollen durch Einspritzungen einer Vuo verdünnten Chlor-kalklOsung die Wirkung dos Giftes aufgehoben werden. Für die allgemeine Behandlung wird Alkohol in Form des Schnapses, dorn einige Tropfen Ammoniak hinzugesetzt sind, empfohlen (ICobert).
2. Vei'ft'iftungen (lurch Bienenstiche^ Von den Giftdrüsen der Honigbiene (Apis mellifica), Wespe (Vespa vulgaris), Hornisse (Vespa crabro), Hummol u. A. wird ein Sekret geliefert, das neben Ameisensäure auch noch andere toxische Substanzen enthält. Nach dem Stich entstehen je nach der Zahl derselben mehr oder weniger hochgradige ödeniatöso Anschwellungen und im weiteren Verlauf Allgemoinerscheiiiungen (Fieber, Pulsfrequenz, Herzlähmung), denen in ungünstigen Fällen in C 10 Stunden der Tod, in günstigeren in 23 Tagen Genesung folgt. Bei Thiercn sind viele Fälle verzeichnet, wo der Tod eintrat, nachdem z. 11. Pferde von einem Bienenschwarm plötzlich überfallen wurden. Zur Behandlung wird man kühlende Umschläge, Aether-Kokaininjektionen u. dgl. anwenden können.
8, Vergiftung raquo;lurch Colntnbüozennltoken (Simulia maoulatai s. columbaezensis).
Bekanntlich verbreitet sich diese Mücke in grossen Schwärmen im Mai von den unteren Donaugegenden über den Osten Doutschslands bis Sachsen und Brandenburg hinein und überfällt dann sehr häufig Weidetbiere. Die Insekten kriechen in grosser Zahl in die ihnen zugänglichen Körperöflnungon und verursachen je nach dem Sitzo und der Menge der eingedrungenen Thiere Schwellung und Entzündung der Haut und Schleimhäute, Unruhe, Schmerzäusserungen, selbst Erstickungsanfälle, so dass die Thiere manchmal in 24 Stunden zu Grunde gehen, in anderen Fällen erfolgt in 36 Tagen Rückgang der Erscheinungen und in 23 Wochen vollständige Genesung. Wie Müller beobachtete, erkrankten Pferde, Schafe und Hinder durch die sog. (braune) Kriebelmücke (Simulia ornata), die in Wäldern oder in der Nähe derselben sich aufhält. Liesen 1gt;erg sah die Kribblingo im Frühjahr an den Rändern feuchter Wiesen und mit Erlen bestandener Orte auftreten, wobei jährlich viele Rinder im Kreise Meseritz vernichtet wurden. In einem Falle starben von 170 erkrankten Rindern 26. Nach Berichten von Webster u. A. gehen am Mississippi in manchen Jahren Hunderte und Tausende von Hausthieren zu Grunde durch Stiche von Simulia meridionalis und peeudis. Therapeutisch ist nur Behandlung der einzelnen Symptome möglich, während prophylaktisch empfohlen wird, die gefährdeten Thiere mit einer Tabaksabkochung, Petroleum u, dgl. am frühen Morgen zu bestreichen. Liesenborg wendete Naphthalinsalbe 1; 10 an,
4. Vergiftung durch Baupen. Nach der Aufnahme grösserer Mengen von Raupen (IJaumweissling, Kohlweissling), welche mittelst des Grünfutters aufgenommen waren, sind bei Hausthieren öfters Vergiftungen beobachtet worden, die theils auf die Behaarung der Raupen, theils auf ein von denselben produzlrtes chemisches Gift zurückgeführt werden. Magen- und Dnrmerscheinungcn und nervöse Erkrankungen zeigen sich, manchmal mit tödtlichem Ausgange.
6. Vergiftung durch Tsetsefliege. Südlich wie nördlich vom Zambesi kommt eine für die Hausthiore höchst giftige Fliege vor, die Tsetsefliege, an deren Stichen die Thiere in kürzerer oder längerer Zeit zu Grunde gehen. Nach Angaben von Holub sollen sich die Rinder jener Gegenden zwar an das Gift dieser Fliege gewöhnen, aber doch unter dem Klniiuss desselben in ihrem Wachsthum zurückgehen. Das sehr ödematöse Fleisch der gefallenen Thiere wird von den Eingeborenen ohne nachtheilige Folgen verspeisst (Tereg).
6. Vergiftung durch lilattläuse. Bei Hausthieren werden auch gelegentlich Vergiftungen durch Blattläuse beobachtet, wenn stark mit denselben besetztes Grünfutter (Luzerne, Grtinwicken, Kohlblätter) aufgenommen wird. Man sah bosondors bei Pferden mit weissen Abzeichen (Schimmeln und Schecken) entzündliche Anschwellung der betroffenden Stellen. Daneben zeigten sich die Symptome einer Gastroenteritis.
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Durch thierische Parasiten verursachte Krankheiten des Menschen und der Hausthiere'l
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Obwohl es möglich und auch für manche Zwecke praktisch wäie, dio durch thierische Parasiten hervorgerufenen Krankheiten nach ihrem Sitze unter den Organkrankheiten zu erörtern, scheint es doch zweckmiissiger, um die Gesanimtschil-derung nicht unmöglich zu machen bezw. um die wiederholte Angabe derselben That-sachen zu vermeiden, die Schilderung in systematischer Ueihenfolge vorzunehmen und hei den einzelnen Arten die verschiedenen Wohnsitze beim Mensehen und bei den Thieren anzugeben.
Allgemeine Bemerkungen über thierische Parasiten.
Als Parasiten2) bezeichnen wir lebende Organismen, welche an oder in anderen lebenden Organismen zum Zwecke der Nahrungsaufnahme sich vorübergehend oder dauernd authalten, meistens auf Kosten der Wirthe sich ernähren und häufig auch in denselben sich^vermehren. Es giebt demnach parasitisch lebende Pflanzen und Thiere (Phytoparasiten und Zooparasiten), welche bei Thieren bezw. bei Pflanzen schmarotzen. Woniger bei den thierischen als bei den pflanzlichen Parasiten sind solche zu berücksichtigen, welche nur gelegentlich und theihveisc nur dann, wenn gewisse Dispositionen vorhanden sind, im lebenden Körper ihre Wohnstätte aufschlagen.
Die Zahl der Zooparasiten ist nun verhältnissmässig sehr gross, grosser als allgemein angenommen wird. Von den Echinodermeu und Tunikaten abgesehen, sind in allen übrigen Thierklassen Vertreter der Parasiten vorhanden, in manchen sogar grössere Q-ruppen, die nur parasitisch lebende Arten enthalten (Sporozoen, Cestodcn, Trematoden, Aeantocephali); selbst unter den Wirbelthieren kommt Parasitismus vor. Demnach ist das Oharakteristische für die Parasiten nicht In ihrer Organisation, sondern in ihrer Lebensweise zu suchen.
Der Parasitismus tritt nun in verschiedener Art und in verschiedenem Grade auf. Nach Leuckart kann man einen zeitweiligen (temporären) und einen (lauernden (stationären) Parasitismus unterscheiden. Die temporären Schmarotzer
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i) Da os nicht der Zwock dieses belirbuchos ist, eine eingondo Schilderung aller gelegentlich durch thierische Schmarotzer hervorgerufenen Krankheiten des Menschen und dor Thiere ZU liefern, so mua für speziellere Studien auf die besonderen Lehrbttoher verwiesen werden, denen auch vielfach die nachfolgenden zoologischen Angaben entnommen sind: u. A. K ti c h e n-m e i s t e r, Dio in und an dem Körper des lebenden Menschen vorkommenden Parasiten. 1888. Leuckart, Die menschlichenParasiton. 2. Aufl. I. Bd. 1.5. Lief, 18T91894. Zürn, Die thierischen Parasiten der Haussiiugcthiero. 1882. Braun, Die thierischen Parasiten des Menschen. 1895. Neumann, Traite des maladies parasitairos non microbiennes des animaiix domestniues. 1892. Bailliet A,, Traite de Zoologie medicale et agricolo. 1894.
8) o ^'-o? die Speise.
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254nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Durch thierische Parasiten verursachte Krankheiten.
(Floh, pulex iiritans; Bettwanze, Cutnex leotularia; der Blutegel, Hinulo medloinalis
U. A.) suchen moist nur zum Zwecke der Nuhmiigsaufiialinie ihren Wirth auf, sind aber sonst nicht auf ihn angewiesen, verlassen ihn nach der Nahrimgsaufnahme und machen im Uebi'igcn die ganze Entwickelung vom Ei an ausserhalb des Wirthes durch. Die temporären Parasiten leben desshalb meistens auf der äusseren Körper-Oberfläche ihrer Wirtbe, selten aucli in von ausseu leicht zugänglichen Körperhöhlen (Ektoparasiten), während die stationären Parasiten meistens Entopaiasiten sind.
Die dauernden Parasiten leben meistens in inneren Organen, besonders iu solchen, die von aussen leicht zugänglich sind (Darm mit seinen Anhängen), da-tiehen jedoch auch In ganz abgeschlossenen Organen und Systemen (Muskulatur, (iefässsystem, Köhrenknoehen, Gehirn u. s. w.). Als Helminthen1) bezeichnet man gegenwärtig solche Würmergruppen, welche in allen Arten oder iu der Überwiegenden Mehrzahl derselben schmarotzen. Durch den dauernden Parasitismus werden theilweise recht eingreifende Aenderungen in ihrer Organisation hervorgerufen, theils handelt es sich dabei um Rückbildungen (Verlust solcher Organe, welche für die dauernde parasitische Lebensweise überflüssig geworden sind), theils um Erwerbung neuer Eigenthümlichkeiten (Klammer- und Haftorgane, Herma-phroditisnms, grosso Fruchtbarkeit, System der Zwischenwirthe bei der Entwickelung #9632; Wanderung u. s. w.).
In Pezug auf das Verhältniss bestimmter Schmarotzerforincn zu bestimmten Wirthen giebt es Parasiten, welche ganz ausschliesslich auf eine Thlerart angewiesen sind, während andere bei verschiedenen Wirthen angetroffen werden; doch gilt als Regel, dass die gleichen Parasiten bei verwandten Thier-familien vorkommen. Manche Parasiten sind in Bezug auf ihre Wirthe so streng an eine Species gebunden, dass sie selbst bei künstlicher Einführung in Thiero, die ihren Normalwirthen verhältnissmässig nahe stehen, nicht gedeihen, sondern früher oder später, oft sehr bald absterben ; nur in sehr seltenen Fällen siedeln sie sich an. Taenia solium kann z. B, nicht im Hunde, Cysticercus cellulosae nicht im Kinde, Cysticercus Taeniae saginatae nicht im Schweine zur Entwickelung gebracht werden U. dgl. Daneben kommen auch gelegentliche Scbinarotze.r vor, so Eehinoihynchus gigas ein speeifischer Parasit des Schweines als gelegentlicher Schmarotzer des Menschen, Distoniinn hepaticum und lanceolatum speeifisch für zahlreiche Säugethierarten, gelegentlich auch beim Menschen; dagegen Botriocephalus latus ein speeifischer Parasit des Menschen, gelegentlich auch im Hund und in der Katze,
Einfluss der Parasiten auf die Wirthe. Die Bedeutung der Parasiten für den Körper des Wirthes ist eine sehr verschiedenartige. In vielen Fällen ist ein merkbarer Einfluss auf die Wirthe nicht nachzuweisen. In anderen Fällen werden durch den Sitz oder die Nahrung des Parasiten bezw. durch die Menge und die Bewegungen der Schmarotzer leichtere oder schwerere Schädigungen herbeigeführt oder selbst das Leben des Wirthes bedroht. (Trichinen, Krätzmilben, Gastruslarven [bei Pferden]). Des Weiteren sind die Folgen abhängig von der Grosso der Parasiten und der Bedeutung des befallenen Organes für den Gcsammtorganismus des
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i) ij e).|iiv{ Wurm (Hippokratos).
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Allgemeine Bomorkungen über thierischo Parasiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;255
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Wlrthes, Es kann zu Verstopfungen enger Kaiiiilo (Blutget'ilsse durch Blutpara-siU'n), ZU Druckersciieinungen im befallenen (Gehirn) odor im hemicliharten Organe mit allen jenen Komplikationen kommen, die sieh sekundär ansehliesseu können. So kann es beim Durehbrueh der Parasiten in andere, besonders gefiissreiehe Organe zu beträehtliehon Blutungen kommen. Im Uebrigen werden die Symptome je nach der Art des befalleneu Organes verschieden sein. In Folge der Bewegungen der Parasiten, besonders dureh die Maasonwanderungen werden gelegentlich abnorme Kommunikationen (Fisteln) zwischen benachbarten Organen, Beizzustände, Depros-sionszustilnde im Gebiete des Nervensystems u. dgl, hervorgerufen. Alle Parasiten, welche im Parenchym der Organe liegen, werden durch'eine reaktive Bindegewebs-wucherung (produktive Entzündung) abgekapselt, so dass man an Parasiten, welche schon von Cysten umgeben sind, aussei' der eigentlichen Hülle eine sekundäre Kapsel nachweisen kann, welche letztere dann mit dorn Gewebe der Umgebung innig zusammenhängt.
Entstehung der Parasiten.
Gescliichtliclics. In früherer Zeit nahm man eine Entstehung durch Urzeugung, Goncratio aoquivoca, an. Mit der Erfindung des Mikroskops wurde die Lehre von der IJr-orzeugung eingeschränkt. Trotzdem ging man Ende des vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts schliesslich wieder zur Gencratio aequivoca zurück, ohne allerdings die Existenz von Geschlechtsorganen und Eiern unberücksichtigt zu lassen. Man war überzeugt, dass, sei es bei krankhafter Allgorneindisposition des Körpers oder bei pathologischen Veränderungen mehr lokaler Natur, z. B. der Darmscbleim oder eine Darmzotte in einen Wurm sich umbilden könne, ja man fand sogar das Auftreten von Helminthen ganz nützlich, da dann schädliche Stoffe am ehesten entfernt werden könnten. Die später eingehenden Untersuchungen und Versuche besonders von Sie bold, Stcenstrup, Abaldgard, Du j ardin, Küchenmeister, van Beneden, sowie von Leuckart, ferner von Virchow, Grassi, Zenker, haben die Entwickolungsgesohichto besonders der Nematodon, Akanto-cephalen und Pentastomen mehr oder weniger vollständig klargestellt und die Wege gewiesen, welche die weitere Forschung zu betreten hatte.
Gegenwärtig wissen wir, dass die Ektoparasiten und auch die Helminthen sich schliesslich auf geschlechtlichem Wege vermehren, aber niemals wird der ganze Entwickelüngsgang, wie dies bei manchen Ektoparasiten der Fall ist, in demselben Wirthe durchgemacht, sondern die Brut gelaugt auf einem früheren oder späteren Entwickelungszustande, als Eier oder als Embryonen aus dem Träger der elterlichen Generation hinaus und zwar fast immer ins Freie, nur bei Trichinen gleich in den Endwirth. Wo die Eier noch nicht entwickelt sind, machen sie im Freien die Embryonal-Entwickelung durch und die jungen Larven werden entweder noch in den Ei- bezw. Embryonalscbalen in einen Zwischenträger, seltener gleich in den Endwirth übertragen oder sie schlüpfen aus ihren Umhüllungen aus, um nach einer mehr oder weniger langen Zeit des freien Lebens, während dessen sie Nahrung aufnehmen und wachsen können, wie vorhin in einem Zwischenträger oder gleich in den Endwirth meist aktiv einzudringen. Ausnahmsweise! (llhabdonema) findet während des freien Lebens eine Vermehrung der Brut der parasitischen Generation statt, so dass dann erst die Enkelgeneration wieder parasitirt, und zwar gleich in ihren Endwirth gelangt. Die in Endwirthe eingedrungene Jugendformen werden in diesen geschlechtsreif oder wandern nach einer längeren oder kürzeren Zeit ties Seluna-rotzens wieder aus (z. B. Oestriden, Icbnenmiden), um im Freien geschlechtsreif zu
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256nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch thierisohe Parasiten verursachte Krankheiten.
werden. In den Zwiseheinvirtheu verharren die Jugendstadien (wobei sie Umwandlungen erfahren, ja selbst ein oder mehrere Zw^ischengenerationen erzeugen können), bis sie in der Regel passiv in den Endwirth gelangen und dort mit der Ausbildung der Gesehleehtsorgane das Ende ihrer Entwickelung erreiehen. Diese Art der Ent-wickelung, die Vertheilung des Lebens auf zwei verschiedene Thierarten (Zwischen-und Endwirth) ist die für die Helminthen typische; so verhalten sieh die Akanto-eephalen, Costoden, Distomiden, eine Anzahl Hematoden und auch die Linguatulideu; gelegentliche Ausnahnien, wo z. Bi AVirth und Zwischenwirth bc/.w. umgekehrt zusammenfallen, kommen vor (Trichina, Taenia murina). (Braun, Parasiten des Menschen 1895.)
Fast niemals sind Parasiten den Thieren angeboren, nur Trichina und Coenurus sollen nach einigen Angaben von der inficirten Mutter auf den Fötus übergehen. Im Uebrigen erwerben alle Thiere ihre Parasiten und speciell die Entozoon von aussen her, sei es, dass eine aktive Einwanderung, die vorzugsweise bei im Wasser lebenden Thieren stattfindet, oder eine passive Uebertragung (mit Getränk und Speise) eintritt.
Abstammung der Parasiten. Wenn man die hierüber bestehenden Anschauungen mit den festgestellten Thatsachon vergleicht, so kommt man zu dem Ergebniss, dass der Parasitismus sich allmählich erst entwickelt und so auch der Wirthswechsel entstanden ist.
Das Vorstellende mit den üblichen Bezeichnungen zusammengefasst würde man sagen:
Die Ansiedelung der Parasiten im Körper heisst Infektion. Das ganze Thier, in welchem ein Parasit lebt, bezeichnet man als Wirthsthier oder Wirth desselben. Ein grosser Tbeil der thierischen Parasiten zeigt einen typischen Generationswechsel, (1. h. einen gesetzmässigen Wechsel einer geschlechtlich ausgebildeten Generation mit einer oder mehreren ungeschlechtlich sich fortpflanzenden Generationen, welch' letztere auch als Ammen bezeichnet worden. Oft sind die einzelnen Generationen auf bestimmte, aber von einander verschiedene Wirths-thiere angewiesen; die A m m e n (geschlechtslose Generation) entwickeln sich aus den Eiern, resp. Embryonen, nur wenn dieselben in eine gewisse Thierart aufgenommen werden, können aber in dieser nicht geschlechtsreif werden, sondern bleiben in denselben liegen, bis sie absterben oder auf irgend einem Wege in eine zVeite Thierart gelangen und erst in dieser entwickelt sich der geschlechtsreife Parasit. So entwickeln sich z. B. die Ammen gewisser Bandwürmer nur im Dann des Menschen oder einzelner Säugethiere zum wirklichen Bandwurm; der Blaseuechino-kokkus (Jugendzustand tier Taenia echinokokkus) im Darm des Hundes zur Taenia eohinokokkus. Die Thierspeoies, welche die Jugendstadien eines Parasiten enthält, bezeichnet man als Zwischenwirth, jene in der der Parasit seine Geschlechtsreife enthält als Wirt h.
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Ueber parasitische Fvotozoi'ii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;257
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I. lieber parasitische Protozoen1). Allgemeines über parasitische Protozoßn.
Als Protozoen bezeichnet man thierlsche Organismen, die sieh während ihres ganzen Lebens niebt über das einzellige Stadium erheben oder einfache Kolonien gleichartiger, einzelliger Thiere sind. Die Nahrung besteht meist aus kleinen Organismen tbierlsoher oder pflanzlicher Natur und aus organischem Detritus; parasitische Arten ernähren sich häufig auf endosmotischem Wege. Die Vermehrung der Protozoen geschieh! auf dem Wege der Theilung oder auf der von ersterer abzuleitenden Knospimg. Bei der Theilung, der die Kerntheilung auf direkte, seltener mitotische Weise voraufgeht, /.erfällt der Leib in zwei oder auch mehrere, selbst sehr viele Theilstiicke ; dabei gellt die ganze Leibessubstanz in die Nachkommen auf oder es bleibt ein kleiner Etestköl'per übrig, der sich nicht weiter theilt und schliesslich zu Grunde geht. Bei der zur Knospung inodifi/.irten Theilung treten gewöhnlich eine grössere Zahl von Knospen, sei es auf der äusseren Oberfläche oder im Innern des Thiercs auf. Wo Tlieilungen und Knospungen rasch auf einander folgen, ohne class die Theilstiicke sich gleich nach ihrem Auftreten trennen, kommt es zur Ausbildung sehr zahlreicher, den Mutterthiereu un-älmlicher Produkte, die man Schwärmer resp. Sporen nennt. Unvollständig ausgeführte Tlieilungen führen zur Ausbildung von Kolonien, Protozoenstocken.
Vielfach werden Theiluiigen nur im enevstirten Znstande vollzogen oder sie folgen ein oder mehrere Male einer Vereinigung zweier, selten mehrerer Individuen (Conjugation); letztere kann dauernd sein und führt diiiin zu einer völligen Verschmelzung der Leibessubstanz beider Paarlinge seien laquo;lies Jugendstadien oder erwachsene Formen; oder die Konjugation ist wie bei den Infusorien eine vorübergehende, die Paarlinge trennen sich wieder.
System der Protozoan.
1. Klasso: Kliizopoden odor Sarkodinen. Es sind dies die einfachsten Formen der Protozoün , deren Leibessubstanz Pseudopodien (Fortsätze, die vorgetrieben und eingezogen worden können) bildet, meist mit chitinösen, kalkigen oder kieseligen (iehäusen.
1.nbsp; Ordnung: Amöbina; Rhizopoden mit pulsirender Vakuole, nackt oder mit einfacher Schale; im süssen und salzigen Wasser, zum Theil auch in der Erde und parasitisch lobend.
2.nbsp; Ordnung: Keticularia s. Forarninifora. Rhizopoden mit kalkiger, gewöhnlich vielkammerigor Schale, welche meist zahlreiche Oeftnungen zum Durchtritt der Pseudopodien trägt; ohne kontraktile Vakuole; meist mit mehreren Kernen.
3.nbsp; Ordnung: Heliozoa. Rhizopoden mit radiär stehenden Pseudopodien und kon-traktiler Vakuole, nackt oder mit radialem Kieselskelet; olino Centralkapsel.
4.nbsp; Ordnung: Rad iol aria. Kliizopoden mit Centralkapsel und radialem Kiesel-skelet; ohne kontraktile Vakuole.
II. Klasse: Sporozoa, nur parasitisch lebende Protozoen, ohne Pseudopodien, ohne Wimpern und Geisseln, ohne Mund und At'terstelle und ohne kontraktile Vakuole, meist
!) In der folgenden Erörterung über die zoologische Stellung der Protozoen folgen wir theilweise der Darstellung von Braun (die tliierischen Parasiten dos iVIensclion 1896), welcher auch eine vorzügliche Litteratnrnborsicht gegeben bat.
seh imiddinü hi, Vcrgi. Pathologie,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;17
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258nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Duicli thierischo Parasiten vormsnchte Krankheiten.
von einer Kutikula mnguben, mit einem oder sehr zahlreichen Kernen, sicli durch meist beschälte PortpflanzungskOrpei', Sporen, vermehrend,
1.nbsp; nbsp;Ordnung: Gregarinida. Kinzollige Parasiten in Darm, Leibesliöhle, (ieschleohts-organen u. s. w. von wirbellosen Thieren, besonders Arthropoden lobend, in frühen Jugendstadien amoboid beweglich, später von einer die Kontraktionen der Leihessubstanz meist ganz oinschrilnkonden Kutikula umgeben, langgestreckt, oft mit Haftapparaten versehen, einkernig) nicht selten in zwei Abschnitte zerfallend. Vermehrung stets nach vorhergegangener Konjugation und Encystirung.
2.nbsp; nbsp;Ordnung: My xosp o r idia. Fast aussohliosslich auf und in Fischen solimarotzend, selten nackt, gewöhnlich von einer derben Kutikula umgeben und mit zahlreichen Kernen; ausgezeichnet durch die Bildung meist geschwänzter, stets mit Polkörpor-chen versehener Sporen (Psorospermien).
3.nbsp; Ordnung: Koccidia. Einkernige Parasiten in Epithelzellen verschiedener Organe, deren Leib nach einer Encystirung, ohne vorhergehende Konjugation in mige-schwiinzte Sporen, denen Polkörperchen durchweg fehlen, zerfällt; neben Sporen, welche zur üebertragung auf andere Wirthc dienen, sollen auch solche zur Ausbreitung der Parasiten in demselben Wirthe gebildet werden.
4.nbsp; nbsp;Ordnung: Sa rk os p or i d i a. Schlauchfönnige, vielkernige Parasiten in den Muskolfasern der Wirbelthiore, besonders der Säuger, die von einer zahlreiche Septa in das Körperinnere entsendenden Kutikula umgeben sind; sie beginnen wie die Myxosporidien die Produktion von Fortpfiunzungskörpern lange vor Erreichung der definitiven Körpergrösse.
5.nbsp; Ordnung: Mikrospo ridia. Sehr ungenügend bekannte Parasiten in den Zellen niederer Thiere, besonders der Insekten, welche ausserordontlich kleine Sporen bilden; ihre Stellung bei den Sporozoen ist durchaus noch fraglich.
6.nbsp; Ordnung: llämospori dien. Einzellige Parasiten der rothen Blutkörperchen der Wirbelthiere, bei Vögeln und Menschen Malaria erregend; systematische Stellung ebenfalls noch fraglich.
III. Klasse: Infusoria. Es sind meist frei im Wasser lebende Protozoen, die von einer dunen Membran, selten von einem Panzer umgeben sind und auf ihrer Körperoherfläche zahlreiche kleinere Wimpern oder wenige lange Geissein tragen, an deren Stelle bei einer Gruppe Saugröhrchen treten; mit kontraktiler Vakuole, meist auch mit Mund- und Afterstelle.
1.nbsp; Unterklasse: Flagollata s. Mastigophora; meist kleine Infusorien mit einer oder mehreren Geissein, mit kontraktiler Vakuole und einem Kern.
2.nbsp; Unterklasse: Ciliata. Mit Wimpern versehene Infusorien, meist mit kontraktiler Vakuole, Mund- und Afterstelle, Haupt- und Ersatzkern.
8. Unterklasse: Suktoria. Infusorien, die nur in der Jugend bewimpert sind, und nach Verlust der Wimpern Saugröhrchen bilden, mit kontraktiler Vakuole und einem Kern; ohne Mund; gewöhnlich als Ektoparasiten lebend, in der Jugend oft endoparasitisch in Infusorien.
1. Rhizopoden.
Ordnung Amöbina'). Genus Amoeba (Ehrenberg). Pseudopodien stumpflappig, mitunter ohne eigentliche Pseudopodienbildung sich fliessend bewegend, meist mit kontraktiler Vakuole. Fortpflanzung durch Zweitheilung im beweglichen Znstande oder nach Encystirung.
l. Amoeba coli (Lösch 1876). Die Grössc schwankt zwischen 0,008 bis 0,040 inni. fin Lineren oft als Nahrung aufgenommene Blutkörperchen, Darm-epithelzelleu, Fäkalpartikel,
Beim Menschen bei Dysenterie und in Leliernbseessen gefunden und als Ursache angesehen, Andere nehmen Mischinfektionen mit pathogenen Bakterien an, weil es auch Amöben giebt, die nicht infektiös sind. Quincke und Boos stellen auf Grund ihrer Beobachtungen neuerdings drei beim Menschen paräsltirende Amöbenarten auf: 1. Amoeba intestini vulgaris (0,040 nun gross, grobgranulirt), weder für
!) of|J.Otßo'laquo; abwechselnd, beständig Formwecbsel zeigend.
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deber paruaitisclio Protosofin.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 25!)
Menschen nodi für Katzen pathogen. 2. Amoeba coli mitis, für den Menschen nicht, jedoch für Katzen pathogen. 3. Amoeba coli s, Amoeba ooli felis l)i.s U,()25 mm gross, für Mensch und Katze pathogen, bei beiden Dysenterie hervor-mfond. Therapeutisch sind höbe Darmlrrigationen mit schwachen Taiwinlösungen versucht worden. Uebor die Herkunft der Diekdarmaniöben des Menschen 1st wenig bekannt. Man welss, dass sie Im encystlrten Zustande sehr widerstandsfähig sind) auch nimmt man an, dass sie In dieser Form vielleicht auch in andere Wirthe eingeführt werden.
Bei Tliieren kommen parasitische Amöben im Darm der Mäuse (Amoeba minis Grassi), bei Kaninchen, bei Schafen auf der Haut (nach Lendenfeld), bei den Fröschen und bei Blatta orientalis (Amoeba blattae, Btttsohll) vor.
2.nbsp; Amöben der Muiulhöhle des Menschen. Auch in der Mundhöhle des Menschen sind amöbenartige Organismen (Amoeba gingivalis, Amoeba buccalis, dentalis (?) beobachtet worden. Ebenso gelegentlich in einem Abscess am Boden der Mundhöhle,
3.nbsp; Amöben des (Jrogenltalapparates dos Menschenlaquo; Von mehreren Autoren sind Amöben gelegentlich in grosser Zahl in der Harnblase, in der Vagina und im Uterus (Endoinetritis chronica glandularis hervorrufend) beobachtet worden.
4.nbsp; nbsp;raquo;Selbst in nekiolischen Knocbensd'icken hat man Amöben gefunden.
2. Sporozoen.
I, Ordnung: (laquo;rcgariiiiden.
Geschichtliches, Schon seit sehr langer Zeil (1788) im Darm eines Krebses, später in Insekten, Myriapoden, Crustaceon u. s. w. gesehen worden.
Zoologisches. Die erwachsenen Grogunnidcn sind einzellige Organismen, deren länglicher Leib entweder einheitlich bleibt und niemals encystirt (Monocystidae) oder in zwei oder drei Abtheilungen zerfäljt (Polycystidae); erstere leben frei in der.Leibes-hiihle niederer Thiere, nur ausnahmsweise in einem Organ (in den sog. Hoden der Regen wiirmer), letztere im Darm, besonders der Anthropoden. Die liängo dos Körpers schwankt zwischen 0,010,0216 mm. Alle (Iregariniden sind von einer einfachen oder doppelt kontourirten Kutikula, einem Ausscheidinigsprodukt der Leibossubstanz (Epicyt genannt) umgeben. Manchmal grenzt sich vom grössoren Hinterrande ein kleinerer vorderer Abschnitt ab, dann geht die Kutikula senkrecht zur Längsachse, eine (Juerscheidewand bildend, durch die ganze Breite des Körpers. Die Vermehrung der Oregariniden erfolgt durch Vereinigung von zwei oder drei Thieren (Konjugation) meist mit nachfolgender Encystirung. Meist tritt später eine Verschmelzung der encystirten Individuen ein. Nach Verschmelzung der beiden Paarlinge tritt auch Kopulation der Keine auf und nach der Kernkonjugation folgt Kerntheilung. Später, nachdem sich jeder neue Kern von Neuem getheilt hat, zerfällt auch das Protoplasma unter gleichzeitiger Verdiokung der Sporenhiille in eine der Kernzahl entsprechende Anzahl von langgestrekt, spindel- oder sichelförmigen Körpern, die einkernigen K ei m stäbch en oder Sporozoften, die jungen Gregarinen. In jeder Spore (früher Pseudonavizellen genannt) kleibt meist noch ein kleiner Rest von Protoplasma,
Die Perm der Sporen ist für die einzelnen Arten charakteristisch; einzelne Sporen besitzen keine Hülle (Gymnosporea), andere sind besehalt (Angiosporea), oder haben zwei verschieden dicke Hüllen. Die Gestalt der Sporen ist meist sichelförmig. Selten sind melir als 8 Sichelkeime in einer Spore eingeschlossen.
Die Ausbildung der Gregarinen. Für gewöhnlich entwickeln sich die Sporen in den Cysten ausserhnlb des Trägers der (Sicgarinen Die Sporulation kann in zwei Wochen beendet sein. Nach erfolgter Heile entleeren die Cysten ihren Sporeninhalt ont-weiler durch einfache lluptur der Gystenhlille oder durch Mitwirkung des aufquellenden Kestkörpers oder endlich durch besondere Sporodukte. Ks ist ausreichender Orund zu der Annahme, dass der Oenuss reifer Sporen, vielleicht auch
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#9632;#9632;quot;
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260nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch thierischo Parasiten vorursaehto Krankheiten.
reifer Cjston, die betreffeinlen Thierc mit (iregarinen infizirt (Braun). Die Sporen worden durch den ünnnsaft zum Aufspringen gebracht (von A. Schneider beobachtet) und lassen ihren Inhalt austreten. Die sicholfönnigen Keimstiibchen (Sporo-zoiten) machen kreisbogenartige .Bewegungen, jedoch keine amoboiden oder Schwiinm-bewegungen. So dringen sie wahrscheinlich in die Darmepithelien ein (intracelluliirer Parasitismus der jungen flregarinen), wachsen dann über die infizirte Epitholzelle in das Lumen des Darmes hinein, es tritt Abschnürung der beiden Thcile ein; später füllt die {Iregarine vom Darmepithel ab, um sich zu konjugiren und ihre Weiterentwickelung zu erfahren (Braun). Die in der Leibeshöhle schmarotzenden Monocystideen durchsetzen jedoch, als Sporen in den Darm eingeführt, gleich die ganze Darnwaml, um sich in der Leibeshöhle anzusiedeln.
System del' GTOgftl'Illidoili 1. Unterordnung: Uymnosporen, Sporen nackt, ohne Hülle. 11) Familie Gymnosporidon (Porospera, im Darm des Hummers). 'lt;J. Unterordnung: Angiosporea, Sporen mit einfacher oder doppelter Hüllo. a) Polycystidae und b) Mono-cystdiiae, vielfach in der Leibesliiilde von Würmern und Echinodermen.
II.nbsp; nbsp;Ordnung! Myxosporldieiif Die Myxosporidien leben vorzugsweise bei
Fischen, an und in ilcn vcrsciiicdcnstcn Organen, sowohl frei in natürlichen Körperhöhlen, wie Schwimmblase, Gallen- und Harnblase, Leibeshöhle, wie auch in den Geweben, Neben mikroskopisch kleinen Arten (z. B. in Gallen- luicl Harnblase) giebt es auch mit blosseni Auge sichtbare in der Hunt, Kiemen und Muskeln, Bei den Barben ist In jüngster Zeil (1h90) eine Myxosporiedenkrankheit von Pfeiffer und Thelohan beobachtet worden. Die Muskeln sind durch die Invasion im Zustande der hyalhien Degeneration. Das Fleisch ist als Nahrungsmittel nicht ver-werühbar.
Die Art der Infektion der Fische oder anderer Träger dieser Parasiten ist nocli uubekiinnt.
III,nbsp; Ordnung: Koccidieii (Leuokart).
G-OBohlchtlloheS. Koccidien sind schon im Anfange dieses Jahrhunderts besonders im Dünndarm und in der Leber der Kaninchen gefunden, nur vielfach falsch gedeutet worden. Remak brachte dieselben (1845) bereits in Beziehung zu den Psorospermien. Später wurden Koccidien dann im Darm der Hauskatze, in der Froschniere, im Darm des Hundes, im Dann des Menschen (Kjelsberg), bei Vögeln, Mäusen, Reptilien gefunden und sollen auch bei Fischen und Myriapoden vorkommen. Ob Koccidium oviforme und per-forans dieselben Schmarotzer oder verschiedene sind, ist bis jetzt noch nicht entschieden.
Vorkomincii dur Koccidien. Wie erwähnt kommen die Koccidien heim Menschen und bei Thieren in den verschiedensten Organen vor, einzelne Arten in den Epithelzellen, andere in dem Kern der betreffenden Zellen. Vorzugsweise befallen wird der Dannkanal (Säuger, Vögel, Fische, Insekten und andere Arthropoden), ferner Anhangsorgane des Darnies (Leber, Lleberkühn'sche Drüsen, Trachea, Larynx) ebenso die Exkrelionsorgane (JS'ierenepillielien der Land- und Süsswasserschnecken, Hausgänse, Hunde, Pferde und Mäuse; auch im Geschlechtsapparat der Vögel sind sie beobachtet.
Zoologisches. Die in den jungen Epithelzellen oder deren Kerne schmarotzenden Koccidien sind zunächst kleine, später grosser werdende, kugel- oder eiförmige hüllenlose Körper; manclnnal sind zwei und mehr in derselben Epitholzelle. Ein der Konjugation der (Iregariniden ähnlicher Vorgang ist nicht beobachtet worden. Nach einer bestimmten Grosse encystiren sich die Koccidien und gelangen, da die Organe in denen sie schmarotzen meist mit der Aussenwelt in Verbindung stehen, in die Aussen-welt. Die meist aus zwei Membranen bestehende Cvstenhülle ist sehr widerstandsfähig, hyalin, stark glänzend. Bei der Spornlation, die theils Innerhalb theils ausserhalb des Körpers der VVirthe erfolgt, entstellen dann 2 oder 4 oder eine grössere Anzahl von Sporen (Sporozoiten;, Keimstäbchen, sichelförmige Körporohcn, die theils in der Cystenmombran des Mutterthiores liegen, theils zu einem, zwei oder mehreren von einer Sporenschale iiinschlossen sind. Man weiss, dass
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lieber parasitische Protozoön.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 261
die Sporuisoiten, iius ihrer Schale befreit, kreisbogcnartigo oder auch wurmförmig kriechende Bewegungen vollfuhren, und man nimmt an, dass sie, in den Darm geeigneter Thiere übergeführt, in die Epithelzellen eindringen, sich dort einnisten und direkt zu jungen Koccidion werden.
Koccidienerkrankungen beim Menschen und bei Thieren.
Koccidiuin ovifonne Leuokart. (Psorospermium oliniouli Rivolta.)
/(loloftischcs. Koccidiuin ovifonne ist im oncystirtou Zustande länglich oval und von einer doppelt kontourirten Hülle umgeben. Der Inhalt der Cy.sto ballt sich später zu einer Kugel zusammen. So trifft man die Koccidion in den sog. K oeeid i enkno to n der Leber der Kaninchen (früher für Sarkome gehalten) sehr häufig an. Kine weitere Knt-wiokelung der encystirten Koccidion findet innerhalb der Leber des Wirthes nicht statt. Die Parasiten, welche auch im Koth koeeidienkrankor Kaninchen wiederholt gesehen wurden, müssen erst durch den Darm nach aussen gelangen. Im Freien (und auch in künstlichen Kulturen) zerfällt dann der auf eine Kugel zusammengezogene Körper in zwei und darauf wieder in zwei und mehrere Kugeln (Sporoblaston); dieselben werden länglich, umgeben sich mit einer Hülle, und zeigen später neben einem kugeligen, grobgrannlirten Körper ein hantelförmig gestaltetes Gebilde, das aus zwei Sporozoiten besteht. Die Infektion bei Kaninchen dürfte nach Bleck so erfolgen, dass Koccidionsporen aufgenommen, die Hülle durch den Magensaft zerstört wird und die frei gewordenen, sich bewegenden Keimstäbchen (Sporozoiten) durch den Ductus choledochus nach der Leber wandern, Ob nun hier die jungen Koocidien durch Tbeilung oder auf eine andere Art sich vermehren, ist nicht sicher festgestellt.
Reim Menschen schciui mich den bisherigen Beobnchtungen [Coccidium ovifonne nur seilen vor/.iikoiiniK'ii, doch sinil Koccidion öfters als Ursache von Leberknoten und Lebererkrankungen beobachtet worden. In wieweit sie, auch Ur-saohe von Mollusouin contagiosutn (Epithelionin contagiosum, wobei es sieh um eigen-thümliche Wuchentngen der Epidermis handelt), Paget'sche Krankheit (von der Brustwarze ausgehende mit einerkrehsigen Infiltration der limit endenden ekzetnartigen Entzündung), Keratosis foUioiüaris (Psorospennose folliculaire v^götante Danes, mit Bildung kleiner Horazapfen einhergehende Hautaifektion), gewisser Formen von Uivtrilis cyslica, dos Ulcus rodens, dos Carcinoms u. s. w. sein können, müssen weitere Untersuchungen erst lehren,
Bei Thieren soll Koccidium oviforme aussei' in den Qullengängen der zahmen und wilden Kaninchen, gelegentlich auch bei anderen Säugethieren (Schwem, Pferd, Kind, Iltmd und Meerschweüichen) beobachtet sein, mir ist nicht sicher, ob oh sich auch um Kocc. oviforme handelt. Neuerdings hat Quillebau gezeigt, dass das bei der rothon Ruhr der Rinder (vergl. 8. 184) geifundene Koccidium identisch ist mit Koccidiuin oviforme (Leuckai't). Die Ansteckung der Rinder dürfte fast ausschliesslich durch Trinkwasser erfolgen. Koccidium oviforme ist ein exquisiter Epithelschmarotzer, dessen pathologische Wirkung darin bestellt, class er die befallene Epithelzelle vernichtet, bezw, zu seinem Aufbau verbraucht, durch seine Anwesenheit eine chronische mit Bindegewebsneubildung verlaufende Entzündimg der Gallengänge und des perivüskulären und iiiterlolmlären Rimlegewehes verursacht lind in weiterer lOntWickelung zur Atrophie des umgebenden Lebergewebes, beZW. zur Lebercirrhose führt.
Koccidiiiiii perforans Leuokart. Das Koccidiuin perforana ist gleichfallraquo; beim Mensehen und bei Thieren beobachte! worden.
Zoolosisehes. Coocldium perforans ist kleiner als oviforme (0,017 0,024 lang und 0,0120,014 breit) und unterscheidet sich nach Uieck von C. oviforme auch dadurch, dass
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262nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch thiei'lsohe Parasiten verursaclite Krankhoiteu.
nach Ricck l)ci dem Zerfall des Protoplasma zu den 4 Sporen ein Theil desselben als Theilungsrostkürperclieiiquot; übrig und auch während der Kntwickelung der weiteren Sporen unverbraucht bleibt. Auch soll sich nach Louckart die im Uobrigen analoge Kntwickelung ohne Wirthswechsel vollziehen, was natürlich nicht ausschliesst, dass ein grosser Theil der f'roiwerdenden Keimkörperchen vor ihrer Einwanderung in neue Epithelzellen mit dorn Kothe nach aussen und mit Nahrung und Getränke in neue Wirtlie gelangen. Auch ist die Inkubationszeit (34 Tage) kürzer als bei Coce. pert'orans, wo 84 Wochen vergehen, ehe die Theilung beginnt.
Heim Meiiitohoii btKocoidiuui perforaus zwar öfters beobaohtei wovdeu, doch fohlen sichere Angaben dai'ttbei', class es sich um 0. p. gehaiiclolt hat. Sie sind in der Leber und in den Dnmizollcn uaohgewiosen worden.
Bei Thicren ist ('. perfonins in den Epithelien der oberen Uespirul ion s-wego lieini Kiininchen, llnnd, Katze, Knlli, Schilf und bei Vögebi beobachtet worden ; ferner im Darni znidreicher Tliiere, so hei der Koccid ien-llnlir der Kälber, hei Ziegen und Hunden, im Dünndarm der Pferde, oft auch in VorbiucUuig mit Coccidiuin oviforme.
Bezüglich der pathologischen Bedeutung ist zu bemerken, dass auch Koc-eidimn pei'foraus reiner Epitheisclnnarot/ei- ist, in die Darinej)ithclion eindringt, Nekrose und oberfläciiliclie dlphtherisohe Prozesse hervorruft, wobei auch Mischinfektionen (mit Bakterien] vorkommen dürften, Oft sind auch tnetastatisohe ^Erkrankungen der Mesen-terinldriisen beobachtet worden; andere Metastasen jedoch nicht. Bei der kronpos-diphthorisohen Erkrankung dor Darmschleiinhaul des Geflügels sind sie ebenso als Ursache angesehen worden, wie hei den bei Hühnern und Tauben vorkommenden Geflttgolpocken, die dem Molluscum contagiosum des Menschen ähnlich sein sollen. l'}s handelt sich dabei um einen änsserst ansteckenden warzenartigen Ausschlag bei Hühnern und Truthühnern, der am Kopf, Hals, After, an den Augenlidern und an der inneren Schenkel fläche vorkommt. Bollinger, Osokor (1883) und Neisser (1888) haben gleiche Befunde erzielt, Auch bei Fischen sind von Bon net ähnliche Erkrankungen beobachtet,
Da Hasen und Kaninchen ebenfalls an derselben Art von Darmkoccidien
leiden, so ist die urosse Verbreitung der Sporen auf der Oberfläche des Bodens leicht hegreiflich. Weil ferner die Sporenhildnng nur an feuchten Orten stattfindet, so werden dieselben sich gelegentlich im Trinkwasser vorfinden und Infektionen bewirken, wenn dasselbe ans Tümpeln und Graben aufgenommen wird.
Nach neueren Untersuchungen (Olt) scheint der sog. Schrotausschlag heim Schwein ebenfalls durch die Aiiwesenheit von Koccidien hervorgerufen zu werden.
Kocciiiiiiin bigeminutn. 0. bigeminum (Stiles 1891) lebt in den Dannzotten (nicht Im Epithel) mehrerer Sängethierarteii und zeichnet sich durch das stets paarweise Vorkommen ans. Die encystirle Koccidie theilt sich in zwei grosse Theile, die sich dann wieder enevstiren und je vier Sporen bilden.
Koccidinm aus der Niere. Gelegentlich sind auch in den Uretberen und Nieren des Menschen sowie in den Harnwegeii, der Blase, Nierenkanälclien der Thiere (Hamwegen des Kaninchens, Blasenepithel der Hinder, Nierenknniilcben der Hausgänse) Koccidien gefunden worden. Weiteres über die systenilltische Stellung derselben muss jedoch erst abgewartet werden.
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Heber panisitischo Protozoen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 263
TV. Ordnung; Sarkosporidien. (Kalbiimi 1884.) Balbianj hat (1884) diu bis dahin unter dein Namen Miosoher'sobe oder Ra i lie v'sehe Schliiucho bekannten Parasiten in der Muskulatur warmblütiger Wirbelthiere als Sarkosporidlen bezeichnet und sie als Ordnung den Sporozoen ssugetheilt.
Ueschiclitliclies. Miesehor fand (1843) die Parasiten als abgerundeto mit blossem Auge erkennbare Scbläucbe in der Muskulatur der Hausmaus. Uaincy fand (1868) die Scbliluche in dor Muskulatur der Schweine, hielt dieselben aber fUr Jugendzustände der Cysticerkon. Miesclier fand sie später auch in der Muskulatur der Schweine und der Schafe. Aussei- bei Pflanzenfressern wurden die Sarkosporidien auch boi Vögeln (Kühn, 1865 beim Haushuhn, lilvolta, 1873 bei der Amsel (Turdus merula) und boi der Kolkrabe (Corvus corax), Stiles bei wildlebenden Vögeln Amerikas) gefunden. Vielfach sind durch die Anwesenheit derselben bei Säugethieien Krankheiten hervorgerufen worden.
Zoologisches. Die Gestalt der Sarkosporidien ist entweder mehr langgestreckt
(bei den in den Muskelfasern sitzenden Formen) oder mehr oval (bei den im Bindegewebe vorkommenden); bei den langgestreckten Arten (Sarkocystis Miesoheria) sind die Muskelfasern oft wenig aufgetrieben. Unter dem Endokardium des Schafes, in den sog. Purkin je'seben Fasern, findet man sie vollkoinmen oval. Die Grosse derselben schwankt erheblich; beim Schafe schwankt die Grö^se zwischen 0,63 mm und die Breite steigt bis auf 0,4 mm; die sog. Balbiania gigantea vom Oesophagus der Schafe erreicht die Grosse einer Erbse bis Haselmiss. Besonders lang wird auch die Sarkocystis bei Mäusen und Ratten (15,7 min) und beim Reh (bis 63 mm).
Im erwachsenen Zustande sind die Sarkosporidien von einer Membran umgeben, welche bei manchen Formen dünn und zarl, bei anderen dick erselieinl. Wie schon Rainey fand, tragen die Sarkocystisarlen einen Besatz feiner, starrer lläreben und Borsten. Von der inneren Hülleiinieinbran geben (nach Bertram, Stiles u. A.) unter einander anastomosirende Fortsätze in das Innerequot;, welche ein Kammersystem beistellen, die Keimstäbohen (Sporozolten) oder Entwiokelungsstadien derselben enthalten. Diese liieren-, bobnen- oder sichelförmigen Körperchen von 616 fi Länge geben dem Inhalt ein körniges Anseilen und können leicht (beim Zerzupfen) isolirt werden.
Ueber die Entwicke I nng der Sarkosporidien ist noch wenig sicher festgestellt Die SporozoKten der Sarkosporidien sind meist kleine Körper von langgestreckter Form, oder sie sind spindel-, keulen- oder C-förmig. Sie bewegen sieh auch in der Regel nicht. Mit der Ausbildung der Sporozoi'ten ist die Lebensaufgabe der Sarkosporidien beendet, Die Lebensdauer der letzteren scheint eine ziemlich lange, auf mehrere .fahre sieh erstreckende zu sein. Schliesslich gehen sie zu Grunde und dieser Prozess wird (nach Bertram) durch einen Zerfall der Sporo-zoiten in den centralen Kammern eingeleitet. So lange die Ilüllenmeiiibran intakt ist, erhält sich auch der Seldaueh, in dessen Kammern man dann neben wenigen noch erhaltenen SporozoKten körnigen Detritus findet. Ist die Ilülleiiinembran niclit mehr intakt, so sebeinl von allen Seilen her eine Einwanderung von Leukoevten in die noch vorhandenen Theile der Seldäuehe einzutreten; schliesslicb findet eine Ablagerung von Kalksalzen an der Stelle der Seldäuehe und in der Umgebung derselben'statt. Unter diesen Umständen sammeln sich dann (wie Laulanie beim Schwein besonders beobachtete) schon vor der Verödung der Sarkosporidien, Leuko-cyten oder Eiterkörperchen in der Umgebung derselben an, so dass eine grössere Zahl kleiner Entzündungsherde entsteht, welche die benaohbarten Muskelfasern
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Durch tliieiische Paniisitcii verursachte Krankheiten.
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ebenfalls krankmachen, Pfeifer {rlimht, duss die Erkrankung der benachbarten Muskelfasern auf AutoInfektionen zurtlokzufUhren ist, was jedoch noch zu erweisen wäre.
System der Stu'kosiioridien. Nach Blanchard (1885.) unterscheidet man einstweilen bei den Sarkosporidienarten bei den erwachsenen Schliluchen, je nacli dem Sitze derselben zwei Gruppen:
1.nbsp; Familie: Micscheridae, in den quergestreiften Muskelfasern.
1,nbsp; Gattung: Miescheria Bl. HUllmembran dünn und strukturlos.
2,nbsp; Gattung: Sarkocystis E. Lauk. Ilüllmembran dünn und mit Querstreifen, bezw. mit Borsten,
2.nbsp; Familie: Balbianidae, im Bindegewebe lebend, vielleicht in der Jugend in Muskeln.
3,nbsp; Gattung: Balbiania. Bl.
Als bisher bekannte Arten der Öiiugethiere führen wir (nach Braun) an:
1.nbsp; Sarcocystis miescheriana (Kubo) = Sarkoc: Miescheri K. Lauk in den Muskeln der Hausschwoine.
2.nbsp; Miescheria muris Bl. in den Muskeln der Mäuse und Hatten.
;{. Miescheria Hueti Bl. in den Muskeln von Robben (Otaria California).
4.nbsp; Balbiania mueosa Bl, in der Submukosa des Darmes vom Känguruh (Makropus ponicillutus).
5.nbsp; Balbiania gigantea Raul, im Biudogewebe des Oesophages beim Schaf und bei der Ziege; die von Railliet als Sarcocystis tenella bezeichnete Form bei Schafen ist wohl nur der Jagendzustand des Balbiania gigantea.
Harkosporidien beim Meiisclion. Heini Menschen sind bisher sehr selten Sarkosporidien gefunden worden; gelogentlieh an den Herzklappen und im Herzmuskel (Rosenborg) und in den Kdblkopfmuskeln (Baraban). Doch ist es trolz-deui noch sehr zweifelhaft, ob es sieh wirklieb in allen Fällen um Sarkosporidien gebandelt hat, Immerhin isi nöthig bei Muskelerkrankungen des Menschen auf diese Parasiten zu achten.
Sarkos|raquo;orl(lieu bei Tliiereu. Bisher kennt mau unter den Sftugethieren die Sarkosporidien bei der Hausmaus, Ratte, Reh, Schuf, Rind, Schwein, Pferd, Hund, Katze, Hirsch, Büffel, Ziege, Kaninchen, Hase, Känguruh, Seehund (Otaria callfomioa] und Affen; unter den Vögeln beim Hanshnbn, Schwarzamsel, Rabe, Löffelente (Spatula clypeata), Wildente (Anas boschas) und bei Reptilien. Bei manchen Arten und an manchen Orten gehören die Sarkosporidien zu den gewöhnlichsten Vorkommnissen j so fand K ü li n 98 0/o der Schweine mit Sarkocystis infizirt. Berti'am sah von 185 Schafen (Mai bis Dezember in Rostock) 182 mit Sarkosporidien infizirl. Moral fand von 900 Schweine 272 infizirt.
lieber die Art der Infektion ist bisher sicheres nicht bekannt geworden. Vielleicht kommt dieselbe durch Aufnahme infizirten Futters oder Trinkwassers zu Stande, wobei, weil die sicbelförmigeii Keime (Sporozoiten) durch den Magensaft zerstört worden, die Infektion nicht direkt durch die Keime stattfinden kann. Es müssen deshalb die Sporozoi'ten entweder ein eneystirtes Stadium eingehen und so
oder durch einen Zwischenträger eingeführt werden.
Heim Pferde sind wiederholt Muskelerkrankungen in Folge Einwanderung von Sarkosporidien (Myositis sa rkosporidica, sive gregarinosa) beobachtet worden. Die Entstehung der sog. Eisballengeschwülste bei jungen Pferden ist schon seit langer Zeit (von Günther und Gerlach) auf Sarkosporidien zurückgeführt worden. Es handelt sich dabei um eine chronische, umschriebene, periodisch
auftretende Muskelkontraktion, hauptsächlich vorkommend an den hinteren Extre-
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CTebev paiasitischo Protozoen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;265
initätcii junger Pferde. Es erkranken meistens junge (13 Jahre alte) edle Pferde, Nach Dieokerhoff verbreitet sich das Leiden in den höheren Graden von den Muskeln der Hinterschenkel auf die Muskeln des Beckons und Rückens. Wenn die Fohlen ruhig stehen, so sind die kranken Muskeln weich. Beim Schnellen mit dein Finger gegen die Haut der kranken Stelle oder bei plötzlicher Aufregung der Patienten kontrahiren sich die Muskeln, so class die Vergrösserung derselben leicht erkennbar wird. Im weiteren Verlaufe senkt sieh das Becken, die Hintergliedmassen bekommen eine säbelbeinige Stellung und die Pferde bleiben in der Gesammtenl-wickelung des Körpers zurück. Anatomisch findet man nach den Angaben von Giintber die degenerirte Muskeisubstnn/, grauroth, stellenweise diirchscbeincnd und wie frisches Fischfleisch aussehend. Auffallend ist, wie I) i eck erhoff beobachtete, dass sich das Leiden stets in korrespondirenden Muskeln beider Schenkel und Beekenhälften wenngleich nicht immer in demselben Grade ausbildete. Durch die Krankheit wird das Wachsthum und die Leistung der Tiiiere beschränkt und in den höheren Graden die Thiere werthlos gemacht. Ebenso sind bereits mehrere Fälle von chronisch mterstitieller Myositis beim Pferde (von Günther, Siedam-grotzky, Prietsch, Pütz und von mir) beobachtet, wo die Sarkosporidien die Ursache der Erkrankung waren. In dem von Pütz veröffentlichten und von mir gleichfalls beobachteten Falle war Pütz im Gegensatze zu Johne und Rabe der Meinung, dass die Parasiten nicht die Ursache der Erkrankung sind. Dagegen stimmte ich schon damals1) der Auffassung zu, dass die Sarkosporidien die Muskel-erkrankung verursacht haben. Es entsteht zunächst ein akutes und dann ein chronisches Stadium der Erkrankung, wobei es schliesslich zu einer Degeneration der kontraktilen Muskelsubstanz kommt. Die erkrankten Pferde sind auf den betreffenden Gliedmassen lahm. Man findet beim Pferde wie beim Schafe auch in der Schlundmuskulatur die Sarkosporidien. S iedam grot zky fand die Sarkosporidien in der Halsmuskulatur der meisten von Ihm untersuchten Pferde.
Beim Rinde sind gleichfalls, durch Sarkosporidien hervorgerufen, Muskelerkrankungen in gleicher Weise wie beim Pferde von Prietsch beobachtet worden. Neuerdings theilt Francesco Sauf el ice mit, dass er in Sardinien in den Muskelfasern der Zungen von Rindern und Schafen regelmiissig Sarkosporidien gefunden habe, die zur Gattung Miescheria zu zählen sind.
Ebenso sind seit sehr langer Zeit beim Schaf und bei der Ziege Sarkosporidien und zwar besonders die zur Gattung Balbiania gehörigen Arten im Bindegewebe der Schlundmuskulatur beobachtet worden. Es bandelt sieh dabei um hirse-korn- bis haselnussgrosse Säckchen. Ausserdem sind dieselben in der Zunge, in der Kehlkopfmnskulatur, im subplemalen und subperitouealen Gewebe, in den üaul-und Bauchmuskeln, im muskulösen Theil des Zwerchfells und (Koccidium oviformc?) unter dem Endokardium in den sog. Pu rki n j e'sehen Fasern beobachtet worden. Manchmal ist die Erkrankung enzootisch bei Schafen beobachtet worden (Winkler, Dammann) und es sind dann zahlreiche Thiere an Glottisödem und Entzündung des Pharynx zu Grunde gegangen. Munde erkranken, obwohl viel mit infizirten Schlünden der Schafe gerfüttert, wohl niemals an Sarkosporidien. Moist sind zahl-
i) Vergl. tliiermo.1. Rundschau 1887 S. 108.
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Durch thiorischo Fanisiten veimsachto lünnkhoiton.
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iviclic Tliicic cloraelbeu Heerde infiziit. Rambouilleteohtife sind besonders disponlrt, Säugende Lämmer und Schweine haben keine Sarkosporidien, dagegen schon seclis Monate alte Kälber. In sehr ausgedehnter Weise kommen Sarkosporidien beim .Schwein vor; hier sind sie eigentlich ein regehuässiger Befund bei mikroskopischen Untersuchungen. Im Leben der Thlere werden Krankheltsersoheiuungen selten beobachtet, wennglelob vorübergebende Kraukheiteerscheinungen anzunehmen sind.
Die Sarkosporidien können sehr lange, lebensfähig bleiben, später verkalken dieselben, Nach Pfeiffer soll eine Aiiloinfektion (wie beim Pferde) bei ungewöhnlich starken Muskelanstrengungen durch Platzen eines oder des anderen Schlauches und Verbreitung der Keime mittelst des Kreislaufes möglich sein. Auch die als Aktino-mycosis inusculorum snis beschriebene Muskolerkrankuug bei Schweinen, wobei das Fleisch eine wässerige und sulzige Beschaffenheit bekommt und sich im Fleische eigentbümliche mehr oder weniger scharf abgegrenzte Parasitenanhäufungen finden, dürfte hierher zu rechnen sein. Ks handelt sich dabei vielleicht um kurze ovale Sarkosporidien, entsprechend der kurzen Muskulatur der betreffenden Schweinerassen. Toximvirkung der Sarkosporidien. L, Pfeiffer hat mit dem wässerigen und dem Qlycerinextrakt der Sarkosporidionschläuche vom Oesophagus des Schafes bei Kaninchen in kleinen Dosen Fieber, in grossen Kollnpserscheinungen hervorrufen können. Eine ähnliche Wirkung sah Pfeifer nach einer Einspritzung von möglichst aseptisch hergestellter Emulsion von Kochsalzwasser (0,6 0/n) mit dein Innern eines inehinolischen Karcinoms. Nahm Pfeiffer den Inhalt, einer linsengrossen Sai'kosporidienoyste vom Oesophagus des Schafes und verrieb denselben mit Kammer-wasser des Schafauges zu einer Emulsion, so genügten einige Tropfen davon in den M, gastroknemius eines Kaninchens eingespritzt, um eine heftige mit scholliger Zerklüftung der Muskeln einhergehende Entzündung hervorzurufen. Bei grösseren Dosen in die Trachea gespritzt geht das Thier in 424 Stunden zu Grunde,
Sanitätspolizelllches, Obwohl bisher Sarkosporidien beim Menschen sehr selten beobachtet worden sind und Erkrankungen nach dem Oonusse des mit Sarkosporidien verunreinigten Fleisches beim Menschelaquo; mit Sicherheit Überhaupt noch nicht festgestellt sind, wird man doch in allen Källeu, wo das Fleisch makroskopisch irgend welche Abweichungen von der Norm zeigt oder die Thiore sonst Krankheitszeichen erkennen lassen, das Fleisch nur nach vorheriger Durchkochung in den freien Verkehr geben, in höheren Graden der Erkrankung der Muskulatur (Gelbfärbung und wässerige üurchtränkung) wird das Fleisch dem Konsum zu entziehen sein. Ebenso sollten die erkrankten Schlünde der Schafe und Ziegen sofort vernichtet werden.
V.Ordnung: Miki-osporidicn. Balbiani hat (1884) in seinen Lemons sur les Sporozoaires' die bisher nur bei den Arthropoden bekannton l'ebrinekörperchen'' oder Psorospermienquot; der Arthropoden als besondere Gruppe Mikrosporidien den Sporozoen eingefügt. Dieselben (1868 von Ley dig entdeckt) sind bei Arthropoden, Insekten, Arachnoideen und neuerdings bei den jungen Raupen der Seidenspinner (Bombyx mori und anderen Arten), sowie bei Cestoden, Reptilien und Amphibien festgestellt worden.
Manclmml sitzen sie in der Muskulatur, manchesmal auch in anderen Organen (Dann, Malpighi'sche Gefässo, Genitalien u. s. w.). Bei den Raupen der Seidenspinner findet vielfach eine Autoinfektion durch Auswandern der Sporozoj'ten und Eindringen derselben In andere Gewebe statt.
VI. Ordnung: llaemosporiilia.
Q-esohlohtllcheS, Zunächst sind im Blute von Fröschen, Tritonen und Schildkröten Parasiten gefunden worden (Gaule, Danilewski, Lankestcr), dann von Lavoran (1880) Im frischen Blute Malariakranker (Haeniatozoon malariao). Später wurden auch Blutparasiten im Blute der Vögel, der Rinder (Texasseuche und Hämoglobimnie) gefunden.
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Uebor parasitische Protozoan.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;267
lläiiiosiMMidioii beim MeiiMclien. Durch lt;li(' Untersuohungen von Laverau,
M iirch iafai'ii, Celli, Golf^i und Andere ist sicher festgestellt, duss die MaUiria durch Protozoen hervorgerufen wird. Die Parasiten durchlaufen In der Pause /.wischen
den einzelnen Fiehenmt'iillen verschiedene Entwickeliiiifi.sstiidien, die nach den genannten Autoren hei der Febris (juartana, Febris tertiaim und quotidiana verschieden von einiinder sind. Die Entwiokelung und Vermehrung der Parasiten erfolgt im Inneren von rotheu Blutkörperchen. Nach (lolgi giebt es auch Malarlaüeber (Sommer- und Herbstfieber) deren Parasitenentwiokelung sich nicht im Blute, sondern in inneren Organen, insbesondere ini Knochenmark vollzieht. Ob eine oder mehrere Parasitenarten der Malariainfektion zu Grunde liegen ist bisher noch nicht mit Sicher-licit festgestellt. Ob bei Masern, Scharlach, Syphilis und Pocken auch Hüniosporidien die Ursache sind, ist ebenfalls mit Sicherheit noch nicht ermittelt. Hüinospüridien bei Tiiieren. Bei Tbieren sind Blutparasiten gefunden worden, bei der seuchenartig auftretenden Hä moglobi nui'i e des Kindes (vergl. Seite 115), ferner bei Texasfieber (Seite 108), bei Schafen (Seite 116). Ebenso gelegentlich bei Pferden (Seite 108). Auch bei den Vögeln, wo jedoeli zwei oder drei Arten unterschieden werden, sowie bei Reptilien und Fröschen sind Hämo-sporidien gesehen worden. Die Hämatozoen der Vögel, bei welchen echte Malaria vorkommt, sollen (nach Labbe und Danilewsky) grosse Aehnlichkeit mit den Malariaparasiten des Menschen bähen. (Näheres in Daveran-Blanchard, Proto-zoaires du sang.)
3. Infusorien (Aufgussthierohen).
Zoologisches und Ueschichtlichus. Ursprünglich bozeiclinete man mit Infusorien
alle in Infusionen (Aufgüssen von Wasser auf irgend welche organische Substanzen) auftretenden Organismen, während man jetzt mit dem Namen Infusorien solche einzöllige Organismen von meist bilateralem Bau und meist konstanter Körpergestalt bezeichnet, die sich vor anderen Protozoen durch den Besitz lebhaft schwingender Härchen auszeichnen. Sind diese Härchen so lang oder länger als der Körper, so nennt man sie Goisseln oder Flagella; sind sie kürzer als der Körper und in grosser Aasdehnung vorhanden, so spricht man von Wimpern oder Cilion; nur eine Gruppe der Infusorien, die Suktorien, besitzen solche Wimpern nur in der Jugend, während sie im erwachsenen Zustande Sangröhrchen oder neben diesen auch noch Tentakeln haben.
Die Verschiedenheit der Körperanhänge (Flagella, Oilicn und Sangröhrchen) ist die Grundlage für die Eintheilung der Infusorien in Flagellaten; Oiliaten und Suktorien.
Flagulliitcn. Der meist kleine Körper hat am vorderen Ende eine Mundstolle, ein After fehlt. Die Vermehrung erfolgt durch Thoilnng, entweder durch Theihmg dos Körpers in zwei Individuen oder (selten) nach Fncystirung in eine grösscre Anzahl von Schwärniern. Man findet die Flagellaten im süssen und salzigen Wasser, theils festsitzend (oft an Thieren), theils frei schwimmend; manche scheiden Gehäuse aus. Die in Fäulnisswässern lebenden Formen enthalten meist auch die parasitisch lebenden Arten, die man theils im Darm und dessen Anhängen, theils in den Genitalien oder im Blute antrifft.
Parasitische Flagellaten beim Menschen und bei Thieren.
Monas. Rundlicher oder ovaler durchsichtiger Körper mit lauger Geissei am Vorderoudc.
Ccrkoinoiias intcslinalis (Latnbl.) Megastoma enterioum (Grassi 1881). Lamblia i n tes ti nalis (Bin nelia rd). Oerkoinonas intestinalis kommt, sehr häufig beim Menschen vor. Der Parasit ist bimföttnig mit spitz zulaufendem Hinterleibsende und ein paar Geissein. Obwohl iiiiin den Pariisit bei Oarnikatarrhen, Pneii-nionikeni, l'bthisikern u. s. w. gefunden bat, ist die pathogene Bedeutung noch sein1
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Duroll thieiisclie Parasiten vurursadite Krankheiten.
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zweifelhaft. Der Mensch infizirt sich wahraoheinlioh tltidiii'oh, cUtss er die von Mäusen und Ratten ausgestreuten Oysten mit dorn Wasser aufnimmt.
Bei Tino reu ist Megastoina entedoum im Dann der Maus, Ratte, Kaninohon, Katze, beim Hund und beim Schafe beobaebtet worden. Nachtheilige Erscheinungen sind mit Sicherheit nicht nachgowiesen. Die Parasiten sitzen im Dünndarm; im Dickdarm nur die encyslirten Exemplare,
Trichoinonas vaginalis (Donna 1837).
Heim Menschen im gonorrhoischen Ausfluss der Frauen gefunden, dann auch bei gesunden Schwangeren undNichtscbwangcren, selbst bei jungen Mädchen beobachtet.
Trichoinonas intustinaiis (Davaine 1854). Trichoinonas hominis. Cer-komouas hominis.
Beim Menschen ist auch dieser Parasit sehr oft gesellen worden, ohne dass seine pathogene Bedeutung sicher nachgewiesen ist.
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Beim Menschen und bei Thieren sind ferner bei der perniciüseii Anämie, die in Indien Surraquot; bezeichnet wird, 7,11 den Flagellaten gehörige Blutparasiten (Trypanosoina) festgestellt worden. Die Parasiten sind auch im Blute erkrankter Hunde gefunden worden, die nach Indien eingeführt waren. Eine gleiche Erkrankung ist auch unter den Maulthieren in Tonkin beobachtet. Auch im Blute der Vögel, Frösche, Fische ist Trypanosonia beobachtet.
Parasitische Giliaten beim Menschen und bei Thieren.
Die Oillaten leben theils freischwimmend, theils festsitzend und Kolonien bildend, im slissen wie salzigen Wasser. Zahlreiche Arten sind Parasiten bei verschiedenen niederen und höheren Thieren und einige auch beim Menschen.
Nach v. Stein weiden sie in folgender Weise eingethoilt:
1.nbsp; Ordnung: Holotricha, ciliate Infusorien mit Wimpern, welche gleichmässig über den ganzen Körper vertlioilt sind.
2.nbsp; Ordnung: Heterotricha, wie die Holotricha allseitig bewimpert, aber mit stärkeren Wimpern am Peristom.
3.nbsp; Ordnung: Hypotricha, nur auf der Ventralfläche bewimpert.
4.nbsp; Ordnung: Peritricha, nur mit einer Wimporspirale, ineist festsitzend. Heim Menschen sind parasitische Ciliaten aus den Ordnungen Heterotricha
und Peritricha bekannt.
Halantidium coli (Malmsten 1857), Paranieciinn coli.
Zoologisches. Der eiförmige Parasit besitzt eine bange von 0,01 0,07 mm, eine Breite von 0,050,07 mm. Der Körper ist vollständig mit Flimmerhaaren bedeckt. Die Fortpflanzung erfolgt durch Konjugation und Encystirung. Leuckart hat das konstante Vorkommen des Parasiten im Cökum und Kolon des Schweines nachgewiesen. Encystirte Parasiten worden mit dem Kothe des Schweines abgesetzt und können, selbst eingetrocknet, längere Zeit hindurch ihre Widerstandsfähigkeit bewahren. Uehertragiingsversuche, welche von W ising und Ekekrantz bei Hunden und Kaninchen ausgeführt wurden, blieben erfolglos.
Halantidium coli lebt im Dickdarm des Menschen, WO der Parasit zuerst von Malmsten (1857) gesehen wurde. Es sind dann im Laufe der Jahre zahlreiche Fälle (etwa 28) beim Menseben beobachtet worden, WO bei Ruhr, chronischer Kolitis, chronischem Darmkatarrh und Diarrhöe Halantidium In grosser Zahl nachgewiesen wurde. Immerhin ist die Frage noch nicht abgeschlossen, ob Halantidium ein für den Menschen pathogener Parasit ist. Der Sitz des Parasiten ist meistens der Blinddarm, Wurmfortsatz, S. Romanum und die übrigen Theile des Kolon.
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Uobor parasitische Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 269
Aetiologic. Man iiinimt im, dass das Sobwein der Voriiiiltl^r für tlic Uebei-traguug des Pamsltei] auf deu Menschen ist. Ho ist bei einzelueu Patienten Bnlaii-lidiinn beobachtet worden, die in Sehweinemet/fieivien zu thun oder in Seliweine-ställen geschlafen hatten. Andrerseits ist henierkenswcrth, dass sich Grassi und Calaudruccio dnich lialantidieiicvsten aus dem Schwein nicht zu infiziren vermochten.
Therapeutisch ist Karbolsäure in Pillenform, Chinariudeupulver in kerati-nirten Pillen, Klysmen von 50 ji' Essigsäure mit 5 g Acid. Tannic. auf 2000 cem Wasser, sowie (üiiuininfusionen (1,0 : 1000,0 Wasser) versucht worden.
Bei Thieren ist, wie erwähnt, Balant. coli bisher nur beim Schwein heob-achtet worden, wo Krankheitserscheinungen in Folge der Anwesenheit jedoch nicht festgestellt sind.
Anhang. Nach Pfeiffer soll die Diphtherie der Vögel ausschhesslioh durch Flagellaten hervorgerufen werden, weil diese Parasiten bei allen von Pfeiffer untersuchten kranken Thieren (Tauben) im Schleim des Maulinneren und der Trachea gefunden wurden; dagegen im Maulschleim gesunder Tauben fehlten. Pfeiffer spricht deshalb von einer Flagella tendiphtherie der Vögel und hat dieselbe bei Hühnern, Eliten, Krähen, Pfauen, Truthühnern beobachtet. Trachea und Darm zeigten Millionen dieser Flagellaten. Verimpfungen des Schnabel- oder Danninlmltes in das Schnahelinnere von gesunden Tauben und Hühnern bewirkte in zwei Tagen den Tod der Impfthiere, wobei sich dann gleichfalls wieder Millionen von Flagellaten in Trachea und Darnirohr vertheilt vorfanden. Wie schon Seite 37 angegeben, hält Babes die Flagellaten nicht für pathogen, weil er diese Protozoen auch auf der normalen Schleimhaut fand.
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II. Ueber parasitische Würmer. Allgemeines.
Es handelt sich um skelettlose Thiere mit seillich symmetrischem, cvlindrisehoni oder abgeplattetem Körper. Aeussere Anhänge fehlen oder sind in Gestalt von Borsten oder Haftapparnten vorhanden. Die innere Organisation der Würmer ist sehr verschiedenartig; es finden sich Angehörige dieser Klasse mit hochentwickeltem Darmkanal, Blut- und Nervensystem und andere, denen diese Apparate fehlen. Die Haut lässt meist eine Kutikula und eine darunter liegende Matrix unterscheiden und Ist bald nackt und drüsig-schleimig, bald stellenweise behaart und borstentragend. Das Nervensystem zeigt alle Uebergangsformen von einem einzigen das Gehirn darstellenden (ianglion bis zur Entwickelung eines Schlund-langes mit hochentwickelter Bauchganglienkette. Der Verdauungskanal kann gänzlich fehlen, oder es können wenigstens Mund und After fehlen, oder es kann zur Bildung eines woblentwickelten mit Mund und verschiedenen Dannregionen ausgestatteten Verdauungstraktes kommen. Das selten fehlende und stets gefärbte Blut kreist nur bei höher entwickelten Formen in geschlossenen, flimmernden Ge-fässen; bei den niederen fliegst es in der Leibeshöhle, in der es durch Kontraktion vorwärts getrieben wird. Die Athmung ist meist Hautrespiration; bei höher entwickelten bilden sich für diesen Zweck Kiemen oder Tentakel ans. Das sog. Wassergef äss svst cm hat nur exkretorische Bedeutung und steht mit der Bewegung
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270nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch thierische Parasiten verursachto Krankhoitcn.
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in keinem Zustuninenhang. F* besteht meist mis zwei geltliohen, Im üebrlgen verzweigten Röhren oder besonderen in jedem Segmente gelegenen Selileifenkiinillen oder Sogmentalorganen. Die oft ansehnlichen weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane sind bald in einem Individinm vereinigt, bald auf verschiedene vertlieilt.
Die Würmer leben im Wasser oder doch in feuchten Medien. Zu den Würmern gehören die meisten und gefährlichsten Parasiten der Menschen und der Thiere, Man pflegt diese auch als Eingeweidewürmer (Helminthen) zu bezeichnen, obwohl die wenigsten derselben ihre ganze Lebenszeit In ein und demselben Wirtbe verbringen. Die meisten verleben ihre oftmals sehr erheblich abweichenden Jugend-und Entwickelungsfonuen in freiem Zustande odor in einem anderen Thiere als dasjenige ist, welches die entwickelten Formen beherbergt.
Von den fünf Klassen der Würmer (Plattwünner, Platoden, I'lathelminthen ;
Rundwürmer, Nematoden, Nemathelminthen; Kratzer, Acantocephali; Ringelwürmer,
Anneliden; Räderthiei-e, Kotatoriii) kommen in erster Linie die IMatodeu und Nein a to den in Betracht.
1. Plattwürmer. Piatodes. Plathelminthes.
Zoologisches. Die Platoden sind theils gegliederte (Cestoden), theils ungegliederte (Trematoden) Würmer mit plattem, mehr oder weniger gestrecktem, mitunter blatt- oder zungenförmigem Körper. Die Mundöffnung liegt am vorderen Körperende oder mehr nach hinten auf der flachen Bauchfläche. Der Darm besteht aus dem kurzen mit, Pharnvx versehenen Vorderdarm und dem gegabelten oder verästelten) Mitteldarm (Trematoden); bei den Cestoden fehlt der Dann vollständig; Enddarm und Anus fehlen allgemein. Unter dem Körperepithel findet sich ein Hautmuskelsohlauch. Das Nervensystem besteht aus dem hanteiförmigen Central-theil und zwei oder mehr vielfach Anastoinosen bildenden Längsstämmen. Sinnesorgane sind bei den freilebenden Arten, seltener bei den freilebenden Jugendstadien vorhanden. Blutgefässe und besondere Athmungsorgane fehlen. Dagegen ist der charakteristische Exkretionsapparat (früher auch Wassergefässsystem genannt) vorhanden, dessen kapillare Fortsetzungen schliesslioh zwei grössere nach aussen mündende Sammelgefässe bilden. Fast alle Plathelminthen sind Zwitter; die beiden Geschlechtsöffnungen liegen meist dicht nebeneinander. Die Fortpflanzung ist meist eine geschlechtliche, oft jedoch kombinirt mit geschlechtlichen Fortpflanzungsarten (Thedung, Knospung). Meist sind Haftapparate (Saugnäpfe, Haken) vorhanden.
System der Plathelminthen. 1. Klasse: Turbellaria, Strudelwürmer. Meist freilebende, stets mit Wimperepitbel bekleidete Plattwürmer, mit einfachem oder verästelten! Darm. Unter den Tnrbellarien kommen nur wenige, bei niederen Thieren schmarotzende Arten vor. 2. Klasse: Trematoden, Saugwürmer. 8. Klasse: Cestoden, Bandwürmer. Nur parasitisch leben, von ihren freien Jugendstadien
abgesehen, die Trematoden und Cestoden.
A. Cestoden'). Bandwürmer. Gesohichtllches. Die Bandwürmer sind seit uralter Zeit bekannt und an ihrer tliierischen Natur ist wohl auch nicht gezweifelt worden. Kbenso sind die im Körper der llausthiere und gelegentlich auch heim Menschen vorkommenden Finnen seit alter Zeit
i) zsoto:, gestickt, laquo;OtOKÄlfa, viemeniirHg.
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(leber parasitische WCmner.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 271
bekannt, nur hat man sie früher fllr (leachwülste (Hydatiden) angesehen, bis zahlreiche Forscher die thierische Natui' feststellten, Später wurde dann um die Mitte dieses Jahrhunderts von Küchenmeister für die Blasenwürmor durch Fütterungsversuche festgestellt, dass sie Entwickelungsstadien von Uandwttrniern sind. Für andere geschlechtslose Costoden hatten Blancliard, van Beneden, v. Siebold schon vor Küchenmeister gleiche Ansichten ausgesprochen.
Zoologisches. Die Cestoden sind Plattwürmer ohne Mund und Darin, die .sich auf dem Wege des Generatiouswochsels durch Kuospung aus einer biraförnügen Am nie entwickeln und längere Zeit in einer bandfönnigon Kolonie zusammen-hängen1), An der als Kopf (Skolex8) bezeichneten Anime befinden sieh Haftapparate (Sauguäpfe, Haken). Auf den oft etwas angeschwollenen, oft mit einem Slirufort-satz (Kostellmn) versehenen Kopf folgt der meist selimale und (liimieHals, ohne dentlielie Gliederung, dann die Glieder (Proglottlden), welche nach dem Hinterraude ZU immer grosser werden, .lt;ieh loslösen und eine Zeitlang isolirt fortleben können. Jede Proglotfcide liat ihre eigenen, männlichen und weiblichen Gesohlechtstlieile, deren Ausführuugsgänge meist gemeinschaftlioh an der Seile oder an der Fläche der Proglottis münden. Der männliche Ausführungsgang liegt in einem inuskulöseii Beutel und kann durch die Geschleohtsöffnung vorgestülpt werden (Cirrhus). Von den weibliehen Genitalien tritt besonders der Uterus deutlich hervor. Die Geschlechtsreife findet erst an den älteren Gliedern statt. Die Geschleohtsapparate, besonders der mit einem deutliehen Mittelstamm versehene Uterus treten an den reifen Gliedern als verschieden angeordnete Zeichnungen hervor. Die Eier aller Cestoden besitzen Schalen, diese sind bei einzelnen (Dotrioeeplialus) gelbbraun, dick und gedeekelt, bei anderen (Täuien) zart, nngedeckeit und mit Filamenten verseilen.
Die allermeisten Bandwürmer sind deutlich gegliedert, mag die Zaid der Glieder einige wenige betragen oder an tausend heranreichen ; jedes Glied ist das Einzeltbier, welches allerdings in den meisten Fällen die längste Zeit seines Lebens in Verbindimg mit anderen Gliedern am Thierstock bleibt, scbliesslicb aber, wie erwähnt, sich doch ablöst und eine Zeit lang weiter lebt. Alle (Mieder, der Grosse nach geordnet, bilden gewöhnlich eine einzige Reihe; ausnahmsweise kommen bei manchen Arten, namentlich am lliiitereude zwei Reihen Glieder vor, sodass damit die ganze Kette gabelförmig wird. Während die Glieder vorzugsweise für die Fortpflanzung bestimmt und demgemäss gebaut sind, dient der Kopf zum Anheften der ganzen Kolonie im Darme ihres Trägers; zu diesem Zwecke ist er mit sehr verschiedenartigen Haftapparaton ausgerüstet, welche für die einzelnen Familien und Gattungen charakteristisch sind. So sind bei den Täuien an der Peripherie des Kopfes vier übers Kreuz gestellte muskulöse Saugnäpfe, bei den Botriocophalidoil zwei gegenüberstehende langgestreckte Sauggruben, die bei den Ligulideii mil' sehr schwach entwickelt sind. Dazu kommt bei den meisten Täniaden noch ein Kranz von Häkchen, der auf einem einziehbaren Zapfen oder Rostellum sitzt. Form, Zahl und Anordnung dieser Häkchen dient zur Unterscheidung der Arten.
) Unter Ammenerzeugung vorstellt man die bei verschiedenen niederen Thioien vor-kommendo Art der Zeugung, bei welcher aus dem von der Mutter producirten Ei zunächst kein den Filtern ähnliches Individuum, sondern eine von diesen verschiedene Tliicrfonn (Ammo) hervorgeht, welche auf dem Wege imgeschlechtlicher Zeugung Nncbkommen hervorbringt, die erst wieder die anfängliche elterliche Form besitzen.
3) o jxoi/.yji Wurm, Made.
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Das Körpcrpiiiviiclivin der Cestoden zerfüllt in zwei Hauptsohiohteq, Die Mlttelsohioht enthält die Gesohleohtsorgaae; laquo;lilaquo;' Bludensobioht 1st wesentlioh muskulöser Nntur mul enthält ruudlidhe Knlkkonkrcmcntc. Die Körperoberfläohe ist von einer homogenen chitinartigen Kutikula^umschlosseu. Mlttelsohioht, Rtnden-
sohioht und Kutikula der einzelnen Glieder gehen kontinuirlich ineinander über. Die Haken entwickeln sich durch Ausstülpungen der Kutikiila.
Darm und Blutgefässapparate fehlen den Cestoden vollstäiullg. Dagegen ist ein ex k re tori scher Apparat (Wassergefässsystein) vorhanden. Die Gefässe münden aus kleinen Kapillaren in meist vier Längskanäle, welche innen vor den Seitennerven liegen und vom Kopfe durch alle Proglottiden gehend, sich am Hinter-ende jedes Gliedes durch eine Queranasfomose miteinander verbinden. Die Kanäle, deren Inhalt eine wasserhelle Flüssigkeit ist, münden mit einem gemeinschaftlichen Porus nach aussen, Das Nervensystem ist für den ganzen Bandwurm einheitlich und besteht aus einem im Kopf gelegenen CentraItheil, zwei durch eine Quer-kommissur verbundene Ganglien und zwei starke, nach hinten ziehende Keiten-nervenquot;, welche aussen von den Wasserkanälen bis zum letzten Gliede verlaufen.
Was die Entwickelnng der Cestoden betrifft, so sei Folgendes erwähnt. Die letzten reifen Glieder der Kolonie lösen sich nach einiger Zeit ab, existiren kurze Zeit selbständig, gehen dann aber bald, da ihnen Haftapparate fehlen, aktiv oder passiv mit den Fäces ab. Die im Uterus der reifen Glieder nach aussen gelangten Eier können nun auf Pflanzen, in das Wasser und auf Dünger gerathen und nach Austritt aus dem Uterus, dann in neue Wirthe gelangen. Nach Zerstörung der Eihülleii werden die jungen Embryonen (in diesem Stadium von Braun als Onkospluiren bezeichnet) frei, bohren sich mit Hülfe ihrer Embryonalhäkchen (meist 6) in die Magen- oder Darmwand und gelangen in das Bindegewehe oder in die Blutgefässe, wo man sie schon 9 Stunden nach der Infektion in der Vena portarum trifft (Braun). Die Fortbewegung durch die Blutgefässe nach der Leber ist für die Tänienarten, deren Brut in Säugethieren sich zu Finnen umwandelt, die normale. Auch wenn sich die Finnen im Gmontum oder in der Leibeshöhle weiter entwickeln (Cystic, tenuicollis, pisifonnis) finden sich deutliche Veränderungen in der Leber (Braun). In anderen Fällen gehen die Onko-sphäreii durch die Darmwand in die Leibeshöhle oder direkt in den Lymphstrom weiter. Zur Buhe gekommen wandeln sich die Onkosphären der Tänien in eine kugelige oder ovale Blase um (Blasenwurm, Finnen). Von der Wand der Blase entwickeln sich dann die als Ammen bezeichneten geschlechtslosen Zwischenformen. Neben der Kopfanlage ist in der Blase eine seröse Flüssigkeit enthalten (Cysticerkus1) oder dieselbe fehlt (Cysticerkoid2). Es kann dann in der Blase sich nur ein Kopf entwickeln (Cysticerkus) oder es sind mehrere Kopi'anlagen (Coe-nurus3), oder es entstehen besondere Blutknospen, die ihrerseits erst die Skoleces bilden (Echinokokkus4). So können aus einem Bandwurm zahlreiche Bandwürmer hervorgehen, da jeder Skolex unter geeigneten Umständen einen Bandwurm bilden
i) yj XÜ8TW Base, rj laquo;äpxo? Schwanz, ßlasenschwanz, Blasenwurm.
ü) lilasenwurmähnlicli.
:i) xoivo; gemeinachaftlich, oüplaquo; Schwanz.
^) e/ivvci? Igel, xozzo; Korn.
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Ueber parasitische Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 273
kann. Die Zeit, welche von der Infektion bis znr vollen Ausbildung der Finnen verr-treicht, ist je naeh den Arten verschiedon; die Filme der Taenia saginata braucht, bis 28 Wochen, die der Taenia marginata 78 Wochen, die der Taenia echinokokkus 3 Monate und die der Taenia solimn 3 A Monate. Die Zeit, welche der Skolex braucht, um die ganze Kette von Proglottiden au sich zu erzeugen, hängt, nicht allein von der Zahl der zu bildenden PrOglotÜdeu ab, denn die drei-his viergliederige Taenia eohlnooooous braucht mindestens eben so lange Zeit zu ihrem Wachstbum, wie Taenia solium mit ihren /.ahlreicheu Gliedern (11 12 Wochen); Taenia coemtms ist in 34 Wochen ausgebildet und das Gleiche gilt für den Botrio-cephalus latus, der bedeutend mehr I'roglottiden besitzt (Braun). Die Lebensdauer der erwachsenen Bandwiirmer ist verschieden und kann bei einzelnen Ces-toden viele Jahre betragen.
Wahrend im Allgemeinen Menschen und Thiere die Bandwürmer in ihrem Darm nur dadurch erwerben, dass sie die in anderen Tbieren lebenden Fiiinenstadien aufnehmen, ist für Taenia murma bekannt, dass nach Aufnahme der Oekosphftren in die betreffende Thierspezies der Bandwurm nach Bildung eines Finnenstadiums in der Darmwand zur Entstehung kommt. Jedoch sind nur Ratten infektionsfähig; auch scheint nach einmaliger Infektion eine gewisse Immunität einzutreten.
System der Cestoden. Eine allgemein angenommene Klassifikation der Cestoden ist bisher noch nicht, vorbanden. Man unterscheidet als wichtigste Familien : Taeniaden, Botriocephaliden, Liguliclen, Tetrarhyaohiden, Caryophillaciden und Am-philiniden,
Taeniae1) beim Menschen und bei Thieren.
Bei den Taenieu findet man meistens einen rundlichen oder birnförmigeii Kopf mit vier über Kreuz gestellten Saugnäpfen. Zwischen letzteren meist, ein auf einem Rostellum befestigter Hakenkranz; die Glieder deutlich abgegrenzt, die Ge-nitalpori meist randständig und abwechselnd; der Uterus mündet nicht nach aussen. Die Jugendzustände sind bei den Tänien meistens Cysticerken; die jedoch von den etwa 300 Arten eist zum kleinen Theil bekannt sind.
Man hat nach Leuckart die Taenieu eingetheilt in Blasenbandwürmer (Cysticae) und gewöhnliche Bandwürmer (Cystoidoae).
Die Blasenbandwürmer sind Tänien, deren Larvenznstand eine meist ziemlich grosse erhebliche Mengen wässeriger Flüssigkeit enthaltende Blase darstellt.
a) Taenia solium8) (Rudolphi 1810).
Taenia solium, iiTthümlieh auch Einsiedlerbandwurm genannt (es kommen gelegentlich 740 Exemplare beim Menschen vor) wird 2SVa in lang; der Kopf besitzt, vier halbkugelige Kaugnäpfe und einen aus 26 28 (höchstens 32) Ilaken
!) rj touvia Band. Die Griechen nannten die Handwarmer sXiitvot? itXawtaij die Cysticerken nannten die Griechen yaXaCai. (Hagolkörner), später Hydatidon.
2) Solium nach einzelnen Autoren (Arnoldus Villanovanus 1300) = cinguluin Gürtel, Kette; nach Anderen (Andry 1700) von solus (allein, weil beim Menschen oft nur in einem Exemplar gesehen), nach Leuckart von dem syrischen schuschlquot; (die Kette).
Seh noiilomühl , VofkI. I'iithologio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;18
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27inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Duich thierische Parasiten verursachte Krankheiten.
besteheaden, raaaobraal etwas pigraentirteH Hakenkranz, Die Glieder, deren Zahl 800
bis 900 betragen kann, werden etwa 1 UJ hinter dem Kopfe quadratisch ; die Geschleelits-öffnungen sind etwas hinter der Mitte alternirend am vSeitenrande der Glieder. Der ausgebildete Uterus besieht aus 710 zum Theil wieder verästelten Seiten/weigen. Die Eier sind anfänglich dünne, blasse und gelbe, nahezu kugelige Zellen, die sich später in gelbliche Ballen mit dicker fast undurchsichtiger Schale umwandeln,
Vorkommen und Verbreitung der Taenia solium. Taenla solium lebt
nur im Dünndarm des Menschen, meist im mittleren Tbcile desselben. Nach heftigen antiperisialliselien Bewegungen kann die Lage desselben auch entgegengesetzt und dann Haiulwnnnglicdcr erbrochen werden. Man findet Taenia solium in allen Welttheilen.
Elltwickelung'. Die letzten reifen Glieder werden mit den Fäces entleert und aus den Onkosphären entwickeln sich im Körper des Schweines, die Blasenwürmer, echte Finnen, Cysticerous cellulosae, Taenia solium kann im Dünndarm des Menschen viele Jahre lebensfähig bleiben. In 2SVa Monaten ist im Körper des Schweines aus dem Embryo der ülascmvann entwickelt, nachdem im Magen des Schweines die Eischale gelöst, der Embryo frei geworden ist und mit Hülfe seiner Haken die Darmwand durchbohrt bat und theils von der Bauchhöhle, theils durch den Hlutstrom in andere Organe und Theile des Körpers gelaugt 1st. Im ausgebildeten Zustande ist die Finne eine erbsen- bis bohuengrosse, selten grössere Blase mit wasserhellem Inhalt) an einer Stelle ist der nach innen eingestülpte Kopf, der durch Druck auf die Blase nach aussen gestülpt werden kann, bemerkbar.
Vorkommen von Cystieerkus cellulosae. Cysticerkus cellulosae lebt vorzugsweise im Zwischenbindegewebe der Muskeln und Organe des Haus- und Wildschweins (besonders Zuugenmnskeln, Bindehaut des Auges, Gehirn, Rückenmark, Leber, Milz, Lunge, Auge, Nieren, Herz und Lymphdrüsen). Oft sind 30 40 Stück in 15 g Fleisch and über 100 Stück im Gehirn und Rückenmark gesehen worden. Aussei' beim zahmen und wilden Schwein kommt Cysticerkus cellulosae auch beim Reh, Hund, Katze, Ratte, Bär, Affen und heim Menschen selbst vor.
Infektion des Menseheu durch Taenia solium und Cysticerkus cellulosae. Der Mensch erwirbt sich Taenia solium fast ausschliesslich durch den Genuss finnigen Schweinefleisches in einem Zustande, der das Lieben der Finnen nicht vernichtet hat; ausnahmsweise vielleicht auch durch finniges Rebfeisch, während die Schweine durch die vom Menschen entleerten Proglottiden infizirt werden. Eine Infektion des Menschen mit CystircerkllS cellulosae kann erfolgen durch Aufnahme der Onkosphärcu mit der Nahrung (Gemüse, Salate, Trinkwasser) oder (öfter) durch die Infektion der Träger von Taenia solium in Folge von Uusauherkeit bei der Defäkation (die Onkosphärcu gelangen von den Fingern in den Mund) oder durch innerliche Selbstinfektion, wenn heim Hrediakl in der Nähe des Magens liegende, reife Proglottiden in diesen gelangen, wobei die zurückbleibenden Onkosphären sich so verhalten, als ob sie durch den Mund eingeführt worden wären. Man hat die Cysticerken beim Menschen (seit 1558 bekannt) fast in allen Organen gefunden, am meisten im Gehirn und Auge, seltener in der Muskulatur, im Unterhautbindegewebe, im Herzen, in der Lunge, in der Leber, in der Bauchhöhle u. s. W,
Die Lebensdauer des Cysticerkus cellulosae beim Menschen scheint eine
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lieber parasitische Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 275
lange sein zu können. Mim Imt Augciifimien bis /n 20 JüIiivii beobachtet, mni bei Finnen im Gehirn können 1019 Jahre vergebet] vom ersten Auftreten der Qehimersobeinungen bis /.um Tode. Die abgestorbeneu Fbinen fallen zusammen, ihre
Flüssigkeit wird resorbirt, sie können verkalken, verkreiden, verfetten und sehliesslieh auch ganz resorbirt werden.
Taenia solium und Cysticorkus cellulusae als Krankheitserreger. Die Störungen im Allgemeinbefinden bei der Anwesenheit von Taenia solium sind je naeh Alter und Individualität der betr. Träger, nach Zahl und Grosse der betr. Parasiten sehr versehieden, sowie auch davon abhängig, ob Patient die Ursache seines Leidens kennt oder nicht. Oft sind gar keine Störungen vorhamlen, in anderen Fällen unbestimmte Verdauungsstörungen (nach gewissen Speisen: Schmerzen, Kolik, Erbrechen, Heisshunger), bei Hypochondern auch Ohnmacht, Schwindel u. dgl. Cysticerkus oellulosae ruft je nach Sitz und Menge der Parasiten verschiedene Symptome hervor: Sehstörungen (im Auge), epileptische Anfälle, Muskelzittern, Ohnmacht, Gedächtmssschwäche (beim Sitze im Gehirn).
Die Diagnose ist nur durch Nachweis der Parasiten gesichert; die Proglot-tiden sind zart, durchsichtig, kleiner als bei Taenia saginata und am Uterus sind 7 12 baumartig sich verästelnde Seitenzweige zu erkennen.
Therapie. Die Behandlung ist, wie bei Anwesenheit von Bandwürmern überhaupt, im Allgemeinen folgende. Man leitet die Bandwurmkur durch Verringerung der Nahrungsaufnahme während 12 Tagen ein, oder man giebt 1 2 Tage vor dem eigentlichen Bandwurmniittel Kicinusöl, stark gezwiebelten Heringssalat, Beerenfrüchte, saure Gurken, Sauerkohl u, dgl. Bei Greisen und Kindern wird bei der eigentlichen Bandwurmkur Vorsicht, nöthig sein. Als Anthelniinthika sind in Gebrauch : a) Extract, fil. Pulver, rhizom. fil. aa 10 g f. 1. a. boli X sen pil, N 100. Im Laufe von 2 Stuiiden zu nehmen; b) Gort. Granati 30,0 Mac. c. aq, frig, per horas XII dein coqu. ad reman, colat. 250,0 Syr. Zingib. 15,0. Morgens nüchtern in zwei Portionen mit 1/9stündiger Zwischenzeit zu nehmen; o) l'elletierin. tnnn. 0,30,8. Morgens nüchtern in Wasser zu nehmen und ,/2 Stunde nachher ein Abführmittel. Bei Kindern wird auch Natr. salicyl. benutzt, das den Magendarmkanal weniger belästigt. Ausserdem finden noch Anwendung Flures Koso (Kusso-Tabletten), Kamahi, Terpentinöl, Kali picroiiitrieum u. s. w.
Prophylaxis. Der bandwurmbeherbergende Mensch benutze regelrechte Aborte, welche von den Schweinen nicht erreicht werden können, die Schweine wird man möglichst im Stalle füttern müssen. Der bund wurm beherbergende Mensch wird ferner die Selbstinfektion und direkte Selbstansteckung durch Proglottiden vermeiden müssen, durch geordnete Fleischbeschau wird die Vernichtung finnigen Schweinefleisches herbeizuführen sein').
Snniliitspolizeilielics. Finniges SchweiueHuiscli ist dem Konsuln zu entziehen ; sind nur sehr wenige Finnen vorhanden, so wird man. wie in einzelnen Ländern üblich, das
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1) Von Weinland (1858) und später von anderon ist in den Muskeln, unter der Haut und frei an der Oberfläche der Dura mater eine Cysticerkus-Art gefunden worden, mit einem dreifachen Kranz von 1416 Haken auf dem Hustcllum. Man nannte diesen Cysticerkus, dessen Taenia noch unbokannt ist, Cysticerkus acanthotrias. Ks scheint nach neueren Beobachtungen jedoch nur eine gelegentliche Abart (Missbildungi von Cysticerkus cellulosao zu sein.
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27(5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch thierische Parasiten verursachte Krankheiten.
Fleisch in kleine Stücke zerschneiden, gut durchkochen und dem Eigenthiimer zurückgehen können. Versuche lehrten, dass durch den jetzt ühlichen raschen Piikel- und Riiuchenings-prozess die Finnen in der Regel nicht zu Grunde gehen.
Oystloerkus oollulosae beim Schwein.
lt;iesclii('litliclics. Die Finnenkrankheit der Schweine ist seit sehr alter Zeit bekannt. Aristoteles beschreibt sie schon und Aristophanes war die übliche Untersuchung der Schweine auf Finnen durch Besichtigung der unteren Zungenüäoho wohl bekannt. Ebenso wird in den Schriften des Hi ppok in tos die Finnenkrankheit öfters erwähnt. Die thierische Natur der bisher als Krankheitsprodukte angesehenen Finnen wurde jedoch erst zu Knde des 17. Jahrhunderts (Götze, Fabricius) erkannt.
Vorkommen, Verbreitung- und Sitz der Scliweiiiefliinen. Die Schweine-fiiuic ist Qbernl] dort anzutreffen, wo bandwumbeherbergende Menschen sind. In einzelnen Ländern kam auf 500 Schweine ein finniges. Lieblingssitze der Schweinefinne sind die Bauchmuskeln, die muskulösen Thelle des Zwergfelles, die Zunge, (his Herz, die Kau-, Zwisohenrippen- und Nackenmuskeln, die Einwärtszieher der Hintersohenkel und die Brustbeinmuskeln, ferner die Sohlunchnuskulatur, Leber, Niere, das Bindegewebe des Auges, Gehirnes uih! Rtiokemnarkes ix, s. w. Bei starker Einwanderung in die Muskulatur erscheint das Fleisch stark durchfeuchtet, gelb und granrotli gefärbt Im Fett und Speck sind Finnen seilen.
Aetiolugie. Die Finnen kommen nur bei solchen Schweinen vor, die nicht im Stalle gehalten werden und im Freien Proglottiden oder Eier von Titenia solium aufnehmen können. Der direkte Beweis für diese Eiilstelumgsart der Finne ist dureli zahlreiche Fütterungsversuche (Haubner Küchenmeister) erbracht worden. (Jerlach zeigte, dass nur sehr junge Schweine finnig werden, dagegen ältere nicht mehr infizirt werden können; ebenso lehrte Gerlach, dass Bandwürmer noch keimfähig sind, wenn die Proglottiden bereits in Fäulniss übergegangen sind.
Symptome. Die Finnenkrankheit (früher Hirsesucht) der Schweine zeigt keine besonders charakteristischen Krankheitserscheinungen. Eine sichere Diagnose ist im Leben der Tbiere schwer und nur dann möglich, Wenn die Finnen unter der Zunge oder an der inneren Seite der Augenlider erkennbar sind. Im Uebrigen sind die Erscheiiiuiigelt je nach der Lokalisation versebieden: heisere Stimme, Ausfallen der Boraten, blasse Schleimhäute, Hinfälligkeit, Durchfall; Krämpfe, Käserei und Lähmungen heim Sitze im Gehirn und Bückenmark. Der Verlauf ist in vielen Fällen insofern günstig, als die Tbiere später noch gut genährt und fett werden können.
Anatomischer liefund. Wenn die Tliiere nicht der Krankheit erlagen, sondern geschlachtet wurden, ist das Fleisch der meist gut genährten jungen Schweine von gutem Aussehen; man findet die Kinnen au den bereits früher angegebenen Lieblingsstellen. Sind die Schweine an der Finnenkrankheit gestorben oder in höheren Graden der Krankheit geschlachtet, dann sind die Muskeln blass, welk, weissfarbig, schmierig; das Fleisch ist im Ganzen fenebt und gellt, leicht in Fäulniss über. In manchen Fällen hat mau 1220,000 Finnen in einem Schweine und 3040 Stück In log Fleisch nachgewiesen. Oft sind die Finnen auch abgestorben und als degenerirte und verkalkte Gebilde mit den tbeilweise erhaltenen Ilaken erkennbar. Besonders in der Leber und Lunge findet man abgestorbene Finnen.
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IMa^nosc. Die Diagnose kann Sobwierigkeiteii bieten duroh Verwechselung mit Cystioerkus tenulcollis (Filmenzustand von Taenia marginata des Hundes). In geringerer Elntwiokalung und beim Sitze der dünnhalsigon Finne au den Zwerchfell-pfeilern ist eine Verweohselung mit Cystioerkus cellulosae möglich vmd eine Unterscheidung nur mikroskopisch ausführbar, wobei sich zeigt, daslaquo; die dünnhalsige Finne durchschnittlich 3040 Haken, die Sohweinefinne 24-28 Haken besitzt. Zur mikroskopischen Untersuchung der Parasiten im Fleische und in den Organen ist nur llöthig, die betreffenden Gebilde auf einen Objektträger au bringen, einen zweiten darauf ZU legen und ein Quetsohpräparat anzufertigen, wobei in den allermeisten Fällen
Hakenkranz und Saugnapf schon bei schwacher Vergrösserung zu erkennen sind. Therapie und Prophylaxis. Fine Behandlung ist nutzlos, weil man die in
den Muskeln sitzenden Finnen nicht vernichten kann. Prophylaktisch ist wichtig, zu verhüten, laquo;lass die Schweine Prcglottideu von Taenia solium aufnehmen.
Beim Hunde sind die Finnen gelegentlich im Gehirn, in den Muskeln, in der Leber, Lunge u. s. w. nachgewiesen und haben dann je nach dem vorwiegenden Sitze entsprechende Krankheitserschoinungen hervorgerufen.
Gerlohtllohe Thlerheilkunde. Die Finnenkrankheit (Hirsekrankheit der Schweine) ist in einzelnen Liindorn unter die Gewährskrankheiten aufgenommen worden; 8 Tage gelten in Bayern, Preussen, ürossherzogthum und Landgrafschaft Hessen, Waldock, Oesterreich, Kanton Tessin, i) Tage in Frankreich und Luxemburg. 16 Tage im Kanton Solothurn, 21 Tage in Sachsen Koburg-Gotha (wenn sich bei Besichtigung der Zunge keine Finnen gefunden haben), 28 Tage in Baden, Frankfurt a. M., Hohonzollern und Württemberg, 80 Tage im Königreich Sachsen. In allen anderen Fällen wird man nach dem Grade der Kntwickolung der Finnen feststollen, wie lange sich dieselben bereits im Körper der Schweine befanden. Nach den Vorsuchen von Gerlach sind 1. 20 Tage alte Finnen stecknadclkopfgross, ohne deutliche Umhüllungsmembran, Kopfanlage durch ein trübes Pünktchen angedeutet, 2. 40 Tage alte B'innen sind sonfkorngross, haben zarte Umhüllungsmembran. Sauggruben und Hakenkranz erkennbar, aber noch unvollständig, 3. 60 Tage alte Finnen sind erbsengross und grosser in der Uniluillungsmembran erkennbar: der hervorgepressto Kopf erscheint als weisses Knöpfchen, ein eigentlicher Hals fehlt noch, dagegen Ilakenkranz und Sauggruben jetzt vollständig, 4. 110 Tage alte Finnen haben gleiche Grosse, Hals entwickelt mit Andeutung der späteren Bandwunnglioder; bei horvorgepresstem Kopf hat. die Finne die Gestalt einer Bocksbcutelthische.
Für den Nachweis der Finnen in Würsten und zerkleinertem Fleisch emptiehlt Schmidt- M ü 1 h o i m, da die gewöhnliche mikroskopische Untersuchung sehr mühsam und umständlich ist, ein mehrstündiges Digerireu der betreffenden Fleisch- oder Wurstproben mit der 6Sfacben Menge künstlichen Magensaftes bei 401' 0, wodurch alles bis auf die Köpfe und (bei Schweinefinnen) bis auf die Ilakenkränze verdaut wird, welche sich am Boden des Glases ansammeln und dann leicht mikroskopisch untersucht werden können. Die Uereitung des künstlichen Magensaftes besteht im Uebergiossen der zerkleinerten Magou-schleimhaut vom Schwein nut Glycerin, welches man längere Zeit einwirken lässt, worauf eine kleine Menge dieses Pepsin-Glycerins mit einer '/sprozent. Salzsäurelösung versetzt wird.
Nach drei Monaten ist die Kntwickelung abgeschlossen, doch wächst die Finne noch. Fleisch mit Finnen, die noch nicht zwei Monate alt sind, iniizirt nach den Versuchen von G e i'lach nicht.
b) Taenia saginata1) (Götze 1782) medlocanellata8) (Küchenmeister).
(Taenia inemiis.)
Taenia saginata, der sog. feiste oder unbewaffnete (ohne Hakenkranz) Bandwurm lebt im erwachsenen Zustande ausschliesslich im Darmkanalo des Menschen.
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i) Saginata von saginaro mästen.
-') Medina mitten, cannus Rohr; so genannt, weil an Spiritiispräparateu das Vorspringen des Mcdiankanals des Uterus stark bemerkbar wird.
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Die zugehörige Finne ist Cystioerkua bovla und findet sicii fast aussohliesslioh im Rind.
Zoologisches. Taenia saginata wird durchschnittlich 48 m lang, in einzelnen Fällen bis 36 m beobachtet; der mehr kubische Kopf hat 4 Saugniipfo, Rostellum und Haken-kränz fehlen. An den ziemlich langen Hals setzen sich etwa 1Ü00 Proglottiden an von 1620 mm Länge und 47 mm Breite. Die ücnitalöftnungen stehen ziemlich weit unterhalb der Mitte des Seitenrandos. Der Uterus ist charakterisirt durch 1730 Seitenzweige, die sich nicht, wie bei Taenia solimn baumartig, Sündern dichtomisoh theilen. Die Eier sind kugeliger als bei Taenia solimn, dickschalig, moist mit einer Dotterhaut versehen. Die reifen Glieder werden im Uegensatz zu Taenia solium, wo sie in grösseren zusammen-liiingenden Stücken abgehen, sehr oft einzeln losgestossen.
Vorkommen und Verbreitung- von Taeniu saginatu. Taenia saginata wird Überall dort beobachtet, wo rohes oder nicht genügend gekochtes Bindfleisoh vom Menschen genossen wird. Desshall) geht die Verbreitung von Taeniae saginata. mit der Hindvichzuclit Hand in Hand, besonders in Indien und Abessinien, wo sich Jeder für krank hält, der keinen Haiidwurin iiat, ist Taenia saginata sehr verbreitet. Es hängt die Verbreitung mit der Sitte der Bevölkerimg zusammen, bei Tages-grauen gemeinsam ihre Notbdurft auf dem Felde zu verrichten, wo dann später die Kinder weiden und sich durch Aufnnlune der Proglottiden infiziren, Aw-h in anderen Liinder]i ist Taenia saginata sehr häufig. Nach Beobachtungen In Deutschland scheint Taenia saginata zwei- bis viermal so häufig vorzukommen, als Taenia solium. Wenn dem gegenüber die Rinderfilme bisher nicht SO häufig beobachtet ist als die Schweinefinne, so liegt dies daran, dass die erstere leicht übersehen und erst mit Errichtung öffentlicher Schlachthäuser die Kontrolle eine strengere wird.
Pathologische Bedeutung für den Menschen. Die krankmachende Wirkung von Taenia saginata ist ähnlich wie bei Taenia solium. Vermöge der starken muskulösen Saugnäpfe haftet Taenia saginata sehr fest an der Schleimhaut des Dünndarms und ist desshalb schwerer abzutreiben als Taenia solium. Dagegen kommen Infektionen mit der Finne beim Menschen seltener vor als bei Taenia solium ').
Die Diagnose ist durch Auffinden der Bandwunnglieder möglich, deren Zugehörigkeil zu Taenia saginata an der Zeichnung der üterusschlingen erkennbar ist,
Die Behandlung ist wie bei Taenia solium. Prophylaxe. Der Mensch darf kein rohes oder halbgekocbtcs Uindfleisch gemessen,
Cysticerkiis tueniae sagiimtae ist. spontan bisher nur fast ausschllesslich beim Kinde beobachtet worden. Durch Fütterungsver.suche ist der Nachweis erbracht, dass durch diese Finne beim Menschen Taenia saginata hervorgerufen wird. Gelegentlioh ist die Finne auch bei der Ziege und Giraffe beobachtet worden. Man findet die Rinderfinne, wie beim Schwein im Bindegewebe der Muskeln und im Herz, daneben auch im Gehirn, in der Leber, in der Lunge, in den Lymphdrüsen und in anderen Organen. Nach den Untersuchungen von Hertwig sind die Kaumuskeln ein Lieblingssitz für die Kinderfinne. Hier werden sie regelmässig gefunden, während sie in anderen Körpergegenden oft selten gesehen werden. Daneben wird die Rinderfinne oft in den Halsmuskeln, in den Pfeilern des
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') Da nicht in allen Füllen, wo Finnen beim Menschen beobachtet sind, auch stets festgestellt ist, um welche Finne es sich handelt, ist nicht ausgeschlossen, dass öfter als bisher angenommen wurde, die Finne von Taenia saginata beim Menschen vorkommt.
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üeber parasitische Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;279
Zwcrchfcllti, in den Zwlsohenrippen- und in rlcn Bi'iisdnuskcln, nacl) Kiiclicn-tneister auch viel in der Nlereukapsel gefunden.
Zoologisrlies. Die Riiulerflnnon gleichen äusscrlich den SchweinefiniKMi; nur sind sie nicht so gross, mehr liinglicii, weniger sermnlialtig, trockener und treten nur vereinzelt in der Muskulatur auf; sie sind nach 3 Monaten 48 mm lang und 3 mm breit. Bei alteren Finnen dickt sich der flüssige Inhalt der Finnen gelhgriinlich oder oitrig-kiisig ein, sodiiss sie dann kleine tuberkolartige Knötchen bilden; bei Kiilbern nach reichlicher Fütterung mit Band wurmgliedern die sog. Cestoden-Tuberk ulose hervorrufend. Der Kopf der Kinderfinne zeigt nur im Jugendzustand einen Kranz kleiner Spitzen, welche später verschwinden; der Kopf ist daher unbewaffnet. Eine Infektion der Schweine mit Proglottiden der Taenia saginata ist bisher nicht gelungen. Zur vollständigen Kntwickelung braucht die Binderfinne 46 Monate.
Putholo^isclie Hcdoutun^ dor liiiulcrüiincn. Charakteristische Krank-heitsersoheinungeil sind heim Rinde meistens nielit miehweisbiir; nehmen Kälber gelegetltlioh viele Proglottiden mit', SO können sie unter den Ersoheinungen einer Muskel- und Herzerkraokung zu Grunde gehen.
Anatomisoher Befund. Thlere, welche wegen Rinderfüinen zu Gründe
gehen, sieht imm selten; höchstens nach künstlicher Infektion. In solchen Fällen werden die Erscheinungen einer Pleuritis und Peritonitis, dunkelgeröthete Muskeln und eben solches Herzfleisch beobachtet. In Fällen, wo die Finnen nach dem Schlachten der Thiere gefunden werden, werden sie je nach dem Entwiokelungs-stadium bis zur Zeit des Schlaohtens von Steoknadelkopf- bis Erbsengrösse gesehen. Sehr oft kommen, wie erwähnt, Dogenerationsvorgänge an den Rinderfinnen vor, der Inhalt geht in Verkäsung und Verkalkung iiber, in diesem Falle erscheinen sie manchmal von grünlicher Farbe; oft ist der Inhalt inürteiartig.
Diagnose. Wie beim Schwein, so ist auch beim Rinde im Leben der Thiere die Krankheit kaum möglich zu erkennen, höchstens wenn man die Finnen in der Zunge der Rinder findet. Ebenso bietet das Auffinden der Finnen nach dein Schlachten der Thiere oft Schwierigkeiten, weil die Finnen kleiner sind, vereinzelter vorkommen und bei Berühren des Fleisches mit der Luft schnelle!' unsichtbar werden, als die Schweinefinnen, Man hat empfohlen, die verdächtigen Stellen mit Glycerin und Wasser zu bestreichen, um die Finnen wieder sichtbar zu machen. Von Echinokokken, Cysticerkus tenuicollis, die mich in der Muskulatur gelegentlieh vorkommen, sind sie leicht (lamellöser Hau der Wand bei Echinokokken, ITakenkranz bei Cysti-cerkus tenuicollis) ZU unterscheiden.
Therapie, und Prophylaxe. Eine Behandlung ist nutzlos, Prophylaktisch empfiehlt sieh zu verhüten, dass die Rinder die Randwiirmglieder aufnehmen; demnach ist darauf ZU achten, dass bandwurmlieherhergende Menschen die Bandwürmer bald entfernen lassen und die Defäkation solcher Personen im Stalle und auf Weiden verbindert wird.
Sanitiilspolizeiliclies. Fleisch mit vollständig entwickelten Finnen ist in rohem Zustande genossen ein schädliches Nahrungsmittel, (iut durchgekochtes finniges Fleisch und Fleisch mit unentwickelten Finnen ist ein verdorbenes (ekelerregendes) Nahrungsmittel; demnach wird dasselbe nur unter Deklaration verkauft werden dürfen. Die Finnen weiden bei 49quot; C schon getiidtot und verlieren 24 Stunden gepökelt ihre Fntwickelungstahigkeil,. Nach weiteren Versuchen (Pcrroncito) sollen die Finnen 14 Tage nach der Schlachtung zu (irundo gehen. Nach einem Gutachten der technischen Deputation für das Veterinär- und Medicinalwesen kann Fleisch mit wenigen Finnen zur menschlichen Nahrung zugelassen werden, nachdem es vorher unter polizeilicher Aufsicht zerkleinert und vollkommen gar gekocht ist. Fleisch, welches in grösserer Zahl degenerirte Finnen enthält, wird als ver-
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Durch thierisohe Parasiten verursachte Krankheiten.
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dorben anzuseilen und nur unter Deklaration zu verkaufen sein. Eingeweide, die meist keine Finnen enthalten, wird man dem freien Verkehr übergeben können.
o) Tiiüiiiii eohinokokkus (v. Siebold 1853).
Tni'iiia eohinokokkus gehört y,u denjenigen Blasenbaudwürmem, deren Köpfe im Finnenzustiuid im besonderen, der Innciifläche des ßliisenktirjiers luihängoiulen Brutkapseln hervorsprossen. Die reife Tänie findet .laquo;ich geMröhnlioh in sehr grosser Anzahl im Dünndarm der Hunde, gelegentlioh auch beim Schakal und Wolf.
Die zu Taenla eohinokokkus zugehörige Finuo Echinokokkus poly-morphus kouunt in versohiedenen Organen (besonders Leber und Lunge) zahlreicher Thiere (Schaf, Kind, Scinvein, sowie bei einzelnen Baubthieren Hund, Katze, 13är, Panther, ferner bei NagethJeren (Kaninchen), sohliesslich beim Pferd, Esel, Zebra, Kamecl, Dromedar, Giraffe, Känguruh, Ziege, Gemse, Antilope u. s. \v. und beim Menschen vor. Bei Vögeln ist dieselbe bisher nur beim Truthahn gesellen worden.
(rescliiclitlichcs. Man nimmt aus Beschreibungen an, dass schon Hippokrates, Galen und Aretaeus Echinokokkongeschwülste l)eim Menschen bekannt gewesen sind. Im 16. und 17. Jahrhundert wird von Vega und Plater das Vorkommen von Blasenwürmern in der Leber erwähnt und später selbst über operirte Fälle berichtet. Doch war die eigentliche Natur der Hydatiden unbekannt geblieien. Spätere Autoren nahmen dann zwar einen Jugendzustand eines Bandwurms an, jedoch einen unrichtigen (Taenia cecumerina, sorrata); bis (1853) v. Siebold durch Verfüttorung von Echinokokkenblasen des Schafes beim Hunde Taenia eohinokokkus erzielte, und später (Küchenmeister, van Benoden, Leuckart U.A.) die Versuche bestätigten und Naunyn, Krabbe u. A. auch erfolgreiche Verauclie mit Echinokokkenblasen des Menschen beim Hunde ausführten.
Zoologisches. Taenia e eohinokokkus wird 2,56 nun lang, Kopf 0,3 mm breit, mit vorspringendem BosteUtun und einem doppelten Kranze von 2850 Haken, die in Gestalt und Grosse variiren. An dem kurzen Halse sitzen 34 Proglottiden, wovon das hinterste Glied 2 min lang und 0,6 min breit ist. Der Uterus besteht ans einem mittleren Stamm mit kurzen, verästelten Seitenzweigen. Die be-schalten Onkosphären sind fast kugelig. Das letzte Glied enthält etwa 500 Eier. Taeniae chinokokkus lebt meist in sehr grosser Zahl im Dünndarm des Hundes. In einzelnen Gegenden sollen 128 0/o (Island) der Hunde iiif'izirt. sein. Beim Menschen ist die Tänie bisher nicht gefunden worden.
Die En twickelung der Tänie im Darm des Hundes dauert etwa 4 Wochen. Nach Aufnahme einer reifen Proglottide seitens eines Menschen oder geeigneter Thiere, wird die Eischale im Magen verdaut, die widerstandsfähigen sechshakigen Embryonen gelungen in den Darm, durchbohren denselben und kommen durch die Blutgefässe in verschiedene Organe, besonders Lunge und Leber; in die Leber gelangen sie wohl auch vom Darm aus durch den Lehergallengang. Vom Herz aus kommen sie gelegentlich ins Gehirn, Leber, Nieren, Knochen, Muskulatur u. s. w. Die Entwiokelung der Blasen geht in den einzelnen Organen sehr langsam vor sich. 19 Wochen nach der Fütterung sah Leuckart in der Leber eines Schweincbens 30 40 nussgrosse Blasen dicht unter dein Lebernherzuge. Mit zunehinender Grosse entwickeln sich auf der Innenfläche warzenförmige Erhebungen, die Brutkapseln für die Finnen. Manchmal entwickeln sich auch noch besondere Tochter-hlasen. Die Eeliinokokkenhhtsen können die Grosse eines Apfels erreichen. Die
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Heber parasitische Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 281
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Brutkapseln bildon sich erst 45 Monate nach der Intcktion und die vollständige Grössc erreichen die Blasen erst 78 Monate nach Einverleibung der Tänien. Charakteristisch ist an den gelben oder nmttweissen Blasemväuden, der geschichtete Bau derselben. Es kommen Formen mit nach aussen vorgewölbten Tochterblasen (besonders hei Wiederkäuern) vor Echinokokkus granulös us, s. simplex s. eXOgena oder mit den Tochterblasen im Innern (Echinokokkus endogenus, s. mul tiloeularis; die letzteren Formen werden besonders in der Leber des Menschen, ferner beim Schwein, Pferd und gelegentlich auch beim Rinde beobachtet und erreichen eine bedeutende (bis Kindskopfraquo;) Grosse. Früher ist tier mul-tilokuläre Echinokokkus mit dem Gallert- oder Alveolarkrebs zusammengeworfen worden. Auf allen Stadien der Entwickelung kann Sterilität eintreten, d. h. die Ausbildung von Skoleces (Acephaloeystis) unterbleiben; auch kann die Mutterblase absterben, so dass dann zahlreiche Tochterblasen frei in der Bindegewebscyste liegen, die vom Körper des AVirthes um den Parasiten gebildet wird. Die Echinokokken-flüssigkeit ist leicht gelblich, reagirt neutral oder seh wach sauer, ihr spezifisches Gewicht beträgt 10091015; die Flüssigkeit enthält 1,50/o anorganische Salze, Kochsalz, Zucker, Inosit, Tyrosin, Bernsteinsäure (an Kalk gebunden) und nur wenig Albumine.
Echinokokken heim Menschen.
AeUologie und Verbreitung. Die geographische Verbreitimg richtet sich nach der Verbreitung des Hundes als des Wirlhes von Taenia echinokokkus. In Deutsehland wird die Echinokokkenkrankhcit besonders in Mecklenburg und Neuvorpommern, wo auch die Schafe sehr häufig darunter leiden, am meisten beobachtet. Die grössle Häufigkeit der Erkrankung beim Menschen fällt zwischen 21 und 30 Jahren. Der Mensch infizirt sich in erster Linie durch den Verkehr mit Hunden, von denen er durch Belecken, durch Füttern mit Gabel und Löffel, die an dem Maule derThiere befindlichen Eier sich übertragen kann. Besonders setzen sich Kinder dieser Gefahr aus. Gelegentlich kann auch eine Infektion durch Brunnenwasser, in welches Glieder des Bandwurms gelangt sind, beim Menschen erfolgen.
Symptome. Meist ist anfänglieh sehr wenig von Krankheitserscheinungen nachzuweisen, da die Echinokokkusblase sehr langsam wächst und Organe und Gewebe sich dem sich entwickelnden Parasiten anpassen können. Dagegen kann der Druck des vollkoniinen ausgewachsenen Parasiten sehr unangenehm weiden durch Störungen im Blutkreislauf, Durchbrechen in andere Hohlorgane (Darm, Lunge, Harnblase), besonders auch, wenn der Durchhmch in Blutgefässe stattfindet, Embolien eintreten oder wenn im Gehirn und Rückenmark der Sitz der Parasiten ist. Zur Diagnose ist die Probepunktion am wichtigsten. Die Therapie ist eine chirurgische, Zur Prophylaxe ist vor allen Dingen erforderlich, den intimen Umgang mit Hunden zu vermeiden, die Zahl unnützer Hunde zu beschränken, auf Luxushunde hohe Steuer zu setzen, und bei Hunden öfters Bandwurnikuren zu veranlassen.
Echinokokkus bei Thieren.
Bei Thieren kommt Echinokokkus sowohl in seinem gewöhnlichen eudo- und exogenen Formen (Echinokokkus veterinorum) als auch als Echinokokkus multilocu-
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282nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Durch thierische Parasiten verursachte Krankheiten.
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lai'is vor. Ki'stcivr findet sich mu häufigsten boim Sohwein, Kind, Schaf, hin und Wieder auch heim Pferd in denselben Organen wie beim Menschen; oft in einzelnen Organen in solcher Menge, dass das Organgewebe fast vollständig verdrängt wird und die Organe an (Jrösse und Oewicht um das 610 fache zunehmen können. Auch bei Thieren hat man Echinokokkenblasen beinahe in allen Organen gefunden; Hauptsitz ist jedoch Leber und Lunge.
Vorkoinnioii und Verbreitung. Die Echinokokken sind unter einzelnen Thieren (Rind, Schaf und Schwein) ausserordentlieh verbreitet, besonders in Süd-deutschhind; im Uehrigen richtet sieh das Vorkommen nach dem Vorhandensein durch Taenia eehinokokkus infiziiter Hunde. Beim Hunde werden in Folge von Selhstinfektion des Manilwnrmträgers (ähnlich wie bei Taenia soliinn des Menschen) manchmal auch grosse Mengen von Echinokokknsblaseu frei in der Bauchhöhle gefunden. Beim Kinde findet sich am häufigsten Echinokokkus hydatidosus (ento-genus), wobei die in der Mutterhlase enthaltenen Tochter- und Enkelblasen mehrere Hundert Stück betragen können. Sehr oft kommt heim Kinde eine Degeneration der Bluse vor und hat man dann dieselben mit Tuberkulose verwechselt. Echinokokkus mullilocularis (der besonders heim Menschen vorkommt) ist heim Kinde und auch beim Schweine und Schaf beobachtet. Bei Kindern und Schafen kommen besonders Echinokokken der Lunge vor. In Deutschland sind besonders bei Schafen Echinokokken sehr häufig.
Die Kruiiklieitserseheiiiungen bei Thieren, die mit Echinokokkus behaftet sind, hängen von dem Sitze der Parasiten ab. Lunge, Leber, Milz, Gehirn, Auge, Nieren, Herzmuskeln und andere Muskeln können neben Netz, Gekröse und Knochen Sitz der Parasiten sein. Beim Kinde, wo besonders Leber und Lunge Sitz der Parasiten sind, werden eharakteristisehe Krankheitszeiohen kaum heobachtet, daher oft (heim Sitz in den Lungen) Verwechselung mit Tuberkulose. Beim Leber-echinokokkus treten Verdauungsheschwerden (Magenkatarrh, UnVerdaulichkeit, Gelbsucht) in den Vordergrund. Bei Schafen kündigt manchmal schlechte Ernährung bei gutem Futter das Leiden an: dazu gesellen sieh später Hautjucken, Tympanitis und unter den Erscheinungen der Bleichsucht gehen die Thiere dann m Grunde. Zur Diagnose in Kechtsstreitigkeiten ist jedoch die Sektion eines Thieres unbedingt erforderlieh. Zur Unterscheidung von tuberkulösen und anderen infektiösen Erkrankungen ist die Thatsache wichtig, dass hei Echinokokken die Lymphdrüsen nicht miterkranken, die Nachbarschaft des leicht aus der Hülle entfernbaren Inhalts keine erheblichen Veränderungen zeigt und die Wand der Blase bei Echinokokkus die eigentbümlicbe Schichtung nachweisen lässt.
Anatoiniseher Itcfund. Bei der Sektion findet man oft mehrere Tausend Parasiten in Leber und Lunge; manchmal auch in anderen Organen. Bei Kindern ist die Leber oft um das lOfacbe grosser und wiegt (5 kg normal) 2050 kg; das Lebergewehe ist dabei fast ganz verschwunden. Beim Sitze in den Knochen sieht man öfters geschwulstartige Auftreibungen. Eine Heilung ist ausgeschlossen.
Prophylaktisch ist wichtig eine sofortige Unschädlichmachung aller Organe von Thieren, welche mit Echinokokkenhlasen behaftet sind; dazu gehört allgemeine Fleischbeschau. Fbenso ist uöthig eine Abtreibung der Tänie beim Hunde und Verringerung der Hundezahl durch hohe Steuern.
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Ueber parasitische Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;283
SaiiHiits|M)li/laquo;nlicli(-s. Die durch Echinokokken infizirten Organe sind für den Menschen nicht gesundheitsschädlich, sondern in hohem Grade ekelerregend und verdorben. Man wird desshalb die betroffenden Organe vernichten und im Uebrigen alles Andere, besonders auch das Fleisch dem freien Verkehre übergeben dürfen. In Orten, wo 11 u n d e geschlachtet werden (z. B. Chemnitz), wird man mit Rücksicht auf die vielen bei diesen Thieren vorkommenden Parasiten alle inneren Organe, bis auf das Herz, vernichten lassen müssen.
(I) Taonui nana (1852 v. Siobold).
Tiu'iiin nana gehört zu denjenigen Tftnien, deren blasenwunnähnliohe Jugend-zustände keine eigentlichen lilasenwürmer, sondern Cysticerkoide (Fehlen der Blasenflüssigkeit) sind; das Vorkoininen der letzteren beschränkt sich vorwiegend auf die Kaltblüter, nainentlich die wirbellosen. Für einen Theil dieser Cysticer-koiden sind die Bandwürmer nicht bekannt) wie lungekehrt auch für einen Theil der letzteren, nainentlich die der Pflanzenfresser, die Larvenzustände nicht bekannt sind. Taenia nana ist 2,5 ein lang und 0,5 nmi breit. An dem Rostellum sitzen 2227 kleine Häkchen; an dem Körper werden 190200 Proglottideu beobachtet. Der Parasit lebt im Dünndarm des Mensphen und ist in der Zaid von 40 bis 5000 Exemplaren gesehen worden. Einzelne nehmen an, dass Taenia nana identisch sei mit Taenia murina (Maus). Der Jugendzustand ist noch nicht bekannt, man nimmt an (Leuckart), dass die Finnen in Insekten oder Schnecken leben.
e) Taenia flavopunetata (Taenia diminuta, Rudolphi 1819).
Dieser Parasit ist bisher bei Kindern beobachtet worden. Die Tänie erreich! tine Länge von 2030 cm.
f) Taenia cueumerina, seil elliptioa (Bloch 1782)1).
Taenia cueumerina ist ein sehr häufiger Darmparasit der Hunde, wo er grosser, und der Katzen, wo er kleiner vorkommt. Ebenso findet er sich im Schakal und gelegentlich auch im Mensehen.
Zoologisches. Der Bandwurm wird 1540 cm lang, an dem Rostellum sitzen in vier Reihen etwa 00 kleine Häkchen, der Körper besteht aus 80120 Glieder, Die reifen (llieder sind von Gurkonform. Die seitlich in jedem Oliede gelegenen Geschlechtsorgane sind doppelt vorhanden und liegen getrennt. Die Eier worden in Haufen von 2030 Stück durch ein röthliches Sekret der Uteruswand zu rundlichen Ballen (Kokkons) verkittet, von denen bis 350 in einem Gliede liegen. Die Proglottiden erscheinen desshalb rüthlich gefärbt.
Beim Menschen ist Taenia cueumerina nur selten und fast nur bei jüngeren Kindern beobachtet worden, die viel mit Hunden gespielt hatten. Es sind dann besondere Krankheitserseheinungen meist nicht beobachtet worden.
Bei Thieren ist Taenia cueumerina der häufigste Bandwurm desHundes, nicht selten auch der Katze (bisher Taenia elliptica) genannt. Das zugehörige Fhmenstadium (Cysticerkoid) lebt nach Melnikow in der Hundelaus (Trichodektes canis) und nach Grassi und Rovelli auch im Hnndefloh (Pulex serratieeps), wo manchmal 50 Cysticerkoide in einem Floh gefunden worden sind. Da die Hunde ihre Hautparasiten auflecken und zerheissen, so ist ihre häufige Infektion mit
i) Taenia canina.
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284nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Duroli thicrische Piirasiten verursachte Krankheiten.
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Tiiciiin ouomneriaa ebenso vcrsiiiiidlicli, wie lilt;' gelegeatliohe Infektion von Kindern
ZU (TkliilVIl.
g) TiU'iiui iiiiulagiiscui'icn.sis (Davaine 1869).
Diese Tänio ist an der Küste von Madagaskar und in Port Louis auf Mauritius bei Kindern gefunden worden. Es handelt sich um einen 25 30 cm langen Wurm, mit vier grossen runden SSaugnapfen und 90 auf einem Rostellum behndlichon Haken. Die Zahl der Proglottiden beträgt 600(500. In den reifen Glliodern findet man später BOO400 Eier-ballen. Ueber die Entwickelung ist nichts bekannt; die nächsten Verwandten (Taenia proglottina, tetragona u. s. w.) kommen ausschliesslich hei Vögeln vor.
h) Taenia marginata (Batsoh 1786). Geränderter Bandwurni,
Dieser vorwiegend im Dann der Hunde und Katzen (gelegentlioh aucli bei Wölfen und Bären) vorkommende Bandwurm gehört, wie siimintliche bei Mumien und Katzen vorkommende Taenien zu den Taeniae armatae und wie alle anderen, mit Ansiiiilnne von Taenia cuoumeiina, den Cystikae, GelegentUob soll die dazu gehörige Finne (Cystloerkus tonulöollls) auch beim Mensehen beobaohtet worden sein.
Zolt;illt;ij!;iHclics. Taenia marginata ist der längste und breiteste Bandwurm des Hundes, der Via5 m lang werden kann. Am Kopfe befinden sich vier Saugnäpfe und 36 Haken. Die in der Mitte fast quadratischen Glieder treten mit ihrem hinteren Rand über den vorderen des folgenden Gliedes etwas hervor. Die 5060 reifen (Jlieder sind 1014 nun lang und 45 imn breit Der Mittelstamm des Uterus enthält 45 dichotoraisch sich spaltende Seitenäste. Die Eier sind oval und mit einer Stäbchenschicht umhüllt. Der zu Taenia marginata gehörige Hlasenwurm ist Cysticerkus tenuicollis; eine länglich runde, liaselnuss- mit mannesfaustgrosse Blase, wobei die grösseren Exemplare meist von einer bindogeweliigen Kapsel umschlossen werden. Die Finne kommt beim Schaf, Rind, Ziege, Schwein (gelegentlich auch bei Hirschen, Rehen und Gemsen) vor und hat ihren Sitz in der Serosa und Subserosa der Brust- und Bauchhöhle, besonders auch in der Harnblase, Leber, Milz, Netz, (iekröse, au den Eierstöcken, sowie gelegentlich auch im Euter und in der Ohrspeicheldrüse. Die Entwickelung erfolgt in der Weise, dass vier Wochen nach Aufnahme der Embryonen Kopfaulage, Saugnäpfe und Haken vorhanden sind. Der Körper der Finne ist 818 mm lang. Dar Hals ist dünn und lang. Am Kopfe 4 Saug-näpfe und ca. 36 Haken. Manchmal haftet die Finne frei an den Eingeweiden der Wirtho. 'leniessen Hunde die mit diesen Finnen besetzten Organe obiger Thiere, so gehen 10 Wochen später die ersten reifen Glieder von Taenia marginata ab.
Die luithologisehe Itcdeiitiin^ des Baudwurma und der Finne ist im Ganzen gering, Hunde zeigen oft wenig Beschwerden und die anderen Hausthlere werden trotz oft reichlloher ISntwiokelung von Cysticerkus tenuicollis fett. Kelten tritt, (bei jungen Lämmern, Schafen und Schweinen) Krankheit ein. Manelnnal verkäsen und verkalken die Cystdcerken und werden dann mit Tuberkulose vorwechselt, Prophylaktisch ist, erforderlich, die Blasenwttrmor durch Verbrennen zu vernichten und bei den Hunden im Frühjahr eine Handwunnkiir vorzunehmen und die; abgehenden Glieder zu verniohteui
Therapielaquo; Wie heim Menschen geht der eigentliohen Bandwurmkur zweck-
massig eine Vorhereitungskur voraus. Man lässt, die zu behandelnden Thiere einen Tag lang hungern und entleert den Dannkanal durch Imgntionen und Abführmittel, Die eigentlichen Bandwunnmittel werden dann möglichst morgens vor Verabreichung von Nahrungsmitteln eingegeben. Gegen die Bandwürmer der Hunde werden benutzt; als bestes Mittel KxtraeUun Filicis in Dosen von 1,0-4,0 in I'illenl'orm
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Uober parasitische WUimer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 285
odor in Gcliitiiickiipscln, imcli 1 2 Stunden fgt;i(gt;l)( man dann 3050 g Bioinusöl;
doch darf man die Maximaldosis von 4,0 (nach Müller) nicht iihcrschivitcn.
Ferner Kanmlu 215,0 mit Milch oder als Klektnariimi mit Honifj und Kyrup,
zweimal innerhalb zwei Stunden zu geben. Ein Ahführmittel ist dabei nicht nothifr.
Ausserdem Kusse, Flores Kosso, 24 Gaben 3 5,0 in Zwischenräumen von 8/4
l)is 1 Stunde mit Wasser oder Milob angerührt. Ebenso werden empfohlen Gortex
Rad. Granati 5-50,0 in ein Liter Wasser macerirt und eingekocht, und die Areka-
nuss (Pulvis Nucis Arecae schon 1862 empfohlen) 1020,0. Nach Friedberger
wird die geraspelte Arekauuss mit frischer Butter gemischt und auf zweimal
innerhalb 12 Stunden bei leerem Magen gegeben, event. 28 Stunden später
noch 10^30,0 Bioinusöl. Da die Arekanuss oft erbrochen wird, empfiehlt es sich,
dieselbe in keratinisirten Pillen zu gehen. Schliesslich sind auch Kürbiskerne
(2530 Stück) getrocknet und zerrieben mit einem nachfolgenden Laxans, Kreolin,
Terpentinöl, Cuprum oxydatum, Kalivuti pikronitrioum u. dgl, benutzt worden.
Bei Lämmern werden aussei- den genannten Mitteln besonders Extr. Filic. mar.
zu 24,0 mit nachfolgendem Bioinusöl empfohlen, ferner Fiehten/.weige, Wachholder-
zweigt! oder Waehholderbeeren, die von Lämmer gerne gefressen werden. Gegen die
Handwi'mner des Geflügels empfiehlt Zürn als bestes Mittel die Arekanuss,
gepulvert ZU 23 g und mit Butter als Pillen verabreicht.
Sanitiitspolizciliclies. Die mit Cysticerkus tenuicollis besetzten Orgaue können nach Entfernung der Blasen dein freien Verkehr iihergeben werden. Wegen etwaiger Verwechselung mit Cysticerkus oollulosae ist schon das Nöthigo erwähnt worden.
i) Taenia serrata (Goetze 1782). Gesägte oder gezahnte Bandwurm.
Dieser Bandwurm kommt auch ausschliesslich im Dünndarm des Hundes vor und soll gelegentlich auch einmal (ill Algerien) beim Menschen beobachtet worden sein.
Zoologisclics. Der Bandwurm wird l/81 in laug, die brdtesten Glieder sind 5 mm breit; an dem grossen, kugeligen Kopf sitzen 40 linken in zwei Reihen, die vordersten Glieder sind sehr kurz, die späteren quadratisch und springen wie die Zähne einer Säge mit den Rändern etwas vor. Die reifen Glieder sind 810 mm lang und 45 mm breit. Die Geschlechtsöffnung befindet sich nur an einer Seite und abwechselnd bald rechts, bald links. Der ütei'US hat einen längeren Mittel-Stamm als hei Taenia marginata, und jederseits 8 Seiteuzweige. Die hartschaiigen Eier tragen einen Stäbchenbesatz. Die zugehörige Finne ist die sog. erhsenfönnige Finne (Cysticerkus pisiformis), welche besonders in der Leber, dann auch in den Lungen, im Netz, Gekröse, in den serösen Häuten d e r H a se n n n d K a n i nebe n vorkommt. Die Finne ist immer in Cysten eingeschlossen. Fs finden sich oft in einer Leber und deren Nachbarschaft über 200 Stück, manchmal traubeufönnig zusannneiigmppirt. Beim Hasen ist das Netz, Bauchfell und Gekröse Liehlingsilz und werden solche Hasen von den Weidmännern oft als venerischquot; bezdohnet und in ganz unrichtiger Weise das Fleisch mit den Organen als ungeniesshar den Hunden vorgeworfen, die sich nun Taenia serrata erwerben. Die Finne ist 613 mm lang, 4 6 mill breit und kegelförmig zugespitzt; der Kopf ist meist eingestülpt, manchmal finden sich mehrere abnestorhene Finnen in einer Cvsto. Bei Kaninchen
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286nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch thiorischo Parasiten verursachte Krankheiten.
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sitzen die Finnen öfters in der Leber. Bezüglich der Entwiokelung sei erwähnt, dass (nach Leuckart) 24 Stunden nach der Fütterung von l'roglottiden die Dünn-danmvand bereits von den Embryonen durchbohrt und dieselben in der Pfortader nachzuweisen waren. Vier Tage nach der Fütterung sind dieselben in der Leber beobachtet. Die Ausbildung des vollständigen Skolex ist erst zwei Monate nach der Fütterung vollendet.
Vorbeuge. Zur Vorbeuge wird nothig sein, die mit den Parasiten besetzten Organe der Hasen und Kaniiicben zu verbrennen, damit sie nicht von Hunden gefressen werden. Andererseits wird man durch Abtreibung und Vernichtung der Bandwürmer des Hundes die Infektion der Hasen und Kaniiicben verhüten können. Selbstverständlich ist das Fleisch und die Organe der Hasen nach Entfernung der mit Parasiten besetzten Theile dem freien Verkehr zu übergeben.
k) Tacnia crassieol 1 is.
Dieser Bandwurm kommt fast ausscbliesslich im Darm der Hauskatze vor; jedoch soll (nach Krabbe) die Tänie auch gelegentlich beim Menschen beobachtet sein. Zoologisches. Der Burdwurm wird etwa 3035 cm lang; an dem fast vierseitigen, mit 4 Saugnäpfen versehenen Kopfe befindet sich ein stark entwickelter Hakenkranz. Der dazu gehörige Blasenwurm ist Oystieerkus fasciolaris (1694 von Uartmann schon gefunden). Die Finne ist 28 mm lang und 12 mm breit; dicht hinter dem Kopfe bo-linden zieh eine Reihe unreifer Glieder, deren letztes mit einer kleinen rudimentären kugligen Blase verschen ist. (Durch solche Blasenwürmer wurde Sie bold zu der Auffassung verleitet, die Blasenwürmer seien verirrte Bandwürmer.) Cysticerkus fasciolaris kommt in erster Linie in der Lober der Mäuse und Ratten vor.
Pathologische Bedeutung. Durch den Bandwurm und die Finne werden vollständige Epizootien bei Katzen und Mäusen hervorgerufen.
1) Taenia coenurus.
Taeuia coenurus kommt im Dünndarm der Hunde vor. Der dazu gehörige Larvenznstand ist Oystieerkus o Taen. eoenur. seu coenurus cerebralis, Qehirnquese, Qehirnblasenwurm, Drehwurm, welche im Gehirn, seltener im Bückenmark der Wiederkäuer, vor allem des Schafes, gelegentlich auch im Gehirn der Pferde, in der Subkutis der Brust beim Schafe, in der Bauchhöhle von Kaninehen, in den Muskeln von Hasen und Kaninchen, schliesslich auch (nach Rabe) in den Lymphganglien der Leber, in der vorderen (lekröswurzcl, den Muskeln, der Schilddrüse und im Gehirn einer Pferdeantilope angetroffen ist. Durch die Anwesenheit der Finne im Qehim und llückemuark der Schafe, Binder und gelegentlich der Pferde, Ziegen und Antilopen, werden erhebliche Krankheitserscheinungen hervorgerufen. Auch bei Füchsen und Mardern ist Taenia coenurus beobachtet worden.
Zoologisches. Taenia coenurus wird 40 cm bis 1 m lang; an dem kleinen, birn-förmigen Kopf sitzen 2836 Haken, die 200220 Glieder sind vorne quadratisch, hinten oblong, 46 nun lang und 2272 mm breit; die (ieschlcchtsöffnungen stehen alternirend am Rande, am Mittolstamm des Uterus befinden sich 1820 Seitenzweige, die Eier sind fast rund und haben eine mehrschichtige mit Stübclienbcsatz versehene Schale. Die dazu gehörige Finne (Coen. cerebralis) ist ein rundlicher oder länglich runder Blasenwurm, der erbsen- bis liülineroigross wird. Die in grosserer oder geringerer Zahl (400500) vor-liandencn Skoleces sitzen immer auf der durchsichtigen Blasenwand. Die einzelnen Skolecos sind 24 mm lang. Haken und Saugnäpfe wie bei dem definitiven Bandwurm. Durch K iicheiimcister (1853) ist nachgewiesen, dass man junge Schafe dureh Verabreichung
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Uebcr parasitische Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;287
dor reifen (ilieder von Taeniu coenurus künstlich drehkrank machen kann, und Hunde, die man mit Blasen aus dem Gehirn eines krank gewesenen Schafes gefüttert hat, mit Tuenia coenurus zu inlizireu vermag.
Pathologische llodeutuiig von Coenurus cerebriilis. Gelangen die Eiw von gesohleobtereifeQ Gliedern der Taenia coenurus In den Mögen der Läuuner, Schafe, Kälber oder jungen Binder, so entwickeln sieh schon in wenigen Tagen die Embryonen, welche Magen und Darm durchbobren, tun imcli dem Gehirne zu wandern. Bei älteren Sobafen oder Rindern bleiben die Embryonen in dem festeren und widerstandsfähigeren Bindegewebe und Muskelgewebe sitzen, verkümmern, gehen zu Grunde und vorwandeln sich in kleine, weisse, tuberkelartige Knötohen, Man beobachtet dessbalb die Drehkrankheit nur bei jungen Thleren, deren Gewebe noch weniger widerstandsfähig sind. Im Gehirn seltener im Rückenmark an-gekommen, verlieren die Embryonen Ihre Häkchen und wandeln sich in Blasenwttrmer um; 1118 Tage, nachdem Bandwurmeier von Taeniu coenurus verfüttert sind, (reton bei den jungen Lämmern oder Bindern die ersten Zeichen einer Eumreizung auf als Beginn der sog. Drehkrankheit. Wie Versuche ergaben, sind die Coen-umshliischen 1419 Tage nach Verabreichung der Handwurmglieder hirsekorn- his hanfsamengross zwischen den Windungen an der Oberfläche des Gehirns ZU sehen; 2642 Tage nach der Infektion sind es erbsengrosse Blasenwürmer, die schon tief in der Nervensubstanz liegen; 60 Tage nach der Verfütterung sind die Blasen haselnussgross und zeigen die ersten Anfänge der Skoleces an der Innenwand. Nach Ahlauf von 28Monaten ist eine vollständige A.uabildimg der Skoleces eingetreten, Nicht immer kommt es zur vollständigen Entwickelung der Blasen, dann zeigen die Lämmer die ersten Erscheinungen der Gehirnerkrankung welche später verschwinden.
Beim Hunde entwickelt sich 68 Wochen nach Fütterung der reifen Quesen die Bandwürmer.
Krankheitserscheinuiigen. 1. Drehkrankheit, beim Schafe. Die Drehkrankheit der Hchafe (auch Kopfdrehe, Tauinelsucht, Blasenschwindel bezeichnet) kommt im Spätsommer oder im Herbstanfang fast nur bei jüngeren Thleren (Lämmern und Jährlingen) und manchmal seuclienarlig vor. Zunächst zeigen sich Zeichen der Gehirnreizung (1. Stadium), wobei Rothnng der Schleimhäute des Kopfes, gesenkte Kopfhaltung, aufgeregtes Benehmen, Davonlaufen, Krämpfe und Betäubung beobachtet werden. In wenigen Tagen kann der Tod eintreten. In vielen anderen Fällen tritt jedoch nach 810 Tagen Besserung ein (2. Stadium, Latenzstadium), Welches 3-6 Monate anhalten kann und nun entwickelt sich im Winter bis zum Frühjahr dauernd die eigentliche Drehkrankheit (15. Stadium), die in 4-ö Wochen ihren Verlauf beendet hat. Es zeigen sich dabei Betäubung und Stumpfsinnig-'keif, daneben wird der Gang eigenthündich und unregelmässig, entweder gehen die Thiere nach einer Seite im Kreise herum (Reitbahnhewegung) oder sie gehen mit emporgehobeneni Kopfe (Segler), oder sie eilen mit gesenktem Kopfe schnell vor-vorwärts und stürzen bald nieder. Schliesslich zeigen sich die Erscheinungen der Gehirnlähmung (hewustloses Darniederliegen, Zuckungen) und unter fortschreitender Abmagerung gehen die Thiere nach 46 wöchentlicher Krankheitsdauer zu Grunde. Im Laufe der Krankheit pflegt sich gewöhnlich eine weiche, nachgiebige Stelle am Hirnschädel auszubilden, bei deren Druck die Thiere unruhig werden, die Augen Verdrehen und in Krämpfe verfallen.
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288nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Durch thierische Parasiten verursachte Krankheiten.
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2.nbsp; nbsp;Drehk rankheil der Rind er. Unter den Bindern erkranken neben
den jüngeren Thieren micii oft ältere, wobei dann die ersten Erscheinungen der EDrnreizung oft ganz Übersehen werden; im (Jebrigeu sind die Ersoheinungen der Drehkrankheil ähnlich wie bei Sohafeiij der Verlauf ist jedoch häufig ein noch schnellerer als bei Schafen.
3.nbsp; nbsp;Beim Pferde, vro die Drehkrankheit äusserst selten ist) zeigt sich dieselbe unter dem Bilde lt;les Dummkollers, daneben Reitbahnbewegungeü, Rückwärtsgehen U, dgl. Der Tod erfolgt meistens npoplektiseh.
4.nbsp; nbsp;Bei der sog. K re n/.d reiie haben sieli die Blasen wüimer im Rückenmark angesiedelt und bewirken nach vollständiger Kntw'ickelnng eine anfangs unvollständige, später vollkommene Kreiizlälmiuiif;, der Wackeln und Drehen mit dem Kreuze vorausgeht. Besonders sieht man Kreuzdrehe hei Lämmern und Jährlingen, Die Prognose ist sehr ungünstig. Kriihzeiliges Schlachten ist am besten.
Anatomischer Bel'iiud. Je nach dem Entwickelungsstadium und dem Sitze sind auch die Veränderungen verschieden. Entsprechend den Kinwandemngswegen im Gehirn finden sich stark gelbe, hämorrliagische Linien, laquo;'ine cirkiunskripte eitrige Leptomeningitis darstellend. In höheren Graden zeigen sich die Veränderungen eines eitrigen Hydrocephalus internus. In einzelnen Exsudatknötehen finden sich dann kleine Bläschen (Wurmhi'ut). Im Stadium der eigentlichen Drehkrankheit findet mau tauben- bis lüihnereigrosse Ooenumshlasen, die bald in .der rechten, bald in der linken Hemisphäre sitzen, bald auch in den Vierhügeln, im Kleinhirn, in der Varolsbrücke und im verlängerten Mark sich befinden. Sind die Blasen gross und an der Oberfläche des Gehirns gelegen, so kann die Gehirnsuhstanz verdrängt und Usui'irung und Perforation des Knochens bewirkt werden. Sind die Blasen bald zu Grunde gegangen, so finden sich Konkremente. Oft sieht man auch in den Muskeln, in der Leber, Niere, im Herzen und in anderen Organen kleine weisse oder grau-weisseEnötchen, welche zu Grunde gegangene oder verkalkte Coenurnshlasen darstellen,
Diagnose. Eine Verwechselung kann erfolgen heim Schafe mit Oestrus-larvenkrankheit, beim Binde mil Gchirnluherkidose und Echinokokkeiikrankheit, beim Pferde mit anderen Gehirnerkrankungen. Da es sich bei der Drehkrankheit meistens um eine Herdekrankheit handelt, wird man leicht durch die Sektion die definitive Peststellung ausführen können.
Therapielaquo; Bei vollständig ausgebildeter Drehkrankheit ist, wenn die Blase oberflächlich gelegen und durch Perkussion und die klinischen Erscheinungen genau zu bestimmen ist, in einzelnen Fällen eine Heilung durch Operation möglich, wobei die Blase entfernt wird. Wichtiger als die Operation und Therapie in einzelnen Fällen ist jedoch dieProph ylaxe. Es 1st erforderlich, die öeblrne drehkranker Thiei'e,b6zw. andere Organe, welche die Blasen tragen, zu verbrennen, ebenso bei den Schäferhunden jährlich einige Male die Bandwürmer abzutreiben und zu verbrennen, Auch dürfte sich empfehlen, in Gegenden, wo die Drehkrankheit häufig enzootisoh auftritt, die jungen Thiere nicht auf die Weide zu schicken, sondern im Stalle zu füttern. Von Spinola ist auch für solche Fälle empfohlen, die Schafe nicht nüchtern auf die Weide zu schicken, sondern vorher etwas mit Haferschrot zu füttern, dem wurm-tödtende Arzneien (Spinola empfiehlt Wurmkucheii, bestehend aus; Kochsalz 'h kg, Wermuthkrant, Rainfarnkraul 1 kg, Theer 50 g) zugefügt sind.
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S;iiiiliits|Kgt;liz('iliclics. I^loiscli und Üigane, die Coeiiurusblasen enthalten, bilden für den Menschen ein verdorbenes und ekelerregendes, dagegen kein schildliches Nahrungsmittel, weil bisher eine Entwickelung von Taonia coenurus im menschlichen Körper noch nicht beobachtet ist. Man wird aus diesen und aus prophylaktischen Grlindon Organe und Fleisch (letzteres ist jedoch sehr selten infizirt) durch Verbrennen unschädlich machen müssen.
Uenditliclic Tliiei'heilkuiule. In einzelnen Ländern hestehen für die Drehkrankheit der Schafe gesetzliche (iewahrszeiten: 14 Tage in Nassau und Kanton Thurgau, 15 Tage im Kanton St. Gallen, 31 Tage im Kanton Schaffhausen.
Band- und BlaseuwiU'mer bei Hei'blvoreji,
Bei ilcn Herbivoron finden sich nur unbewaffnete Bandwürmer, deren Jugend-üustände meist nicht bekaunl und vielleiohl Cysticerkoide sind.
m) Taenin perfoliata (Goetze) (i(^s Pferdes.
Allgeiiiciucs. Die Glieder sätnintUoher Pferdebandwürmer sind viel kürzer wie breit; ihr vorderer IJund ist schmäler wie der hintere, die Seitenränder der Tftnien erscheinen daher gezfthneit,
Taenia perfoliata ist der häufigste Bandwurm des Pferdes, der besonders
häufig im IJlinddiiiin (his 4Ü0 Stück in eiiicm Thiere), daneben aucli im Dünndarm
vorkommt. Besonders häufig wird der Hnndwnrni in Deutschland und Bussland
beobachtet (Neumann).
Zoologisches. Der länglich lanzettförmige Bandwurm wird 2628 mm lang und 316 mm breit, der grosse Kopf hat 4 grosse Saugnäpfe, Hals fehlt; unmittelbar hinter dem Kopfe befinden sich an Ober- und Unterseite zwei halbrunde, die ersten Glieder bedeckende Läppchen; die Glieder seihst sind blattartig übereinander gelagert, wesshalb Uoetze den Namen perfoliata gewählt hat. Der Jugendzustand ist unbekannt.
Pathologische liedeiitung'. Im Leben der Thiere igt ohne Nachweis der Würmer im Dünger nicht festzustellen, lt;il) die Parasiten die Ursache bestimmter Leiden sind. JVfini hat gefunden, dass sie bei grösserer Menge Kolik, Verdauungsstörungen und Aiiiiinie hervorrufen können.
n) Taenia plicata.
Taenia plicata, der gefaltete Bandwurm, ist der längste, aber auch seltenste Hand-wurm des Pferdes, der gelegentlich im Dünndarm beobachtet wird. Der Bandwurm wird 0,2 bis 1 in lang, X_10 mm breit und ist hinten spitz zulaufend. Sehr grosser viereckiger Kopf.
o) Tile ii in m ii in i I In na.
Taenia mamillana wird im Leer- und llüftdarm des Pferdes beobachtet. Der Bandwurm wird 12 mm lang und 4 mm breit. Der viereckige Kopf besitzt 4 Saugnäpfe.
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p) Taenia dentikulata wird im Dann des Hindes beobachtet, 0,2 -0,4 m lang, vorno 48, hinten bis 20 mm breit, an dem kleinen Kopf befinden sich 4 nach vorne gerichtete Saugnäpfe; die Glieder sind 1220 mal breiter als lang, ihr hinterer Hand ist wellig, die Geschlochtsöffnung ist wandständig.
q) Taenia alba (1879 von Porroncito heim Rinde gefunden) ist ein 0,()02,5 m langer Bandwurm.
Bohneldomtthl, Vorgl, Pathologlo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;19
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290nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dureli tliierischo Parasiten verursachte Krankheiten.
Beim KhkI, bei der Ziege und beim Schafe besonders kommt
r) Tnenia oxpimsa
vor. Dieser ausgebreitetequot; Bauclwurm wird beim Sobaie 'h60 111 lang; Glieder reohteokig, stets breiter wie lang, Gosohleohtaöffiiungen auf jeder Seite gegenüberstehend; Eier rund, ein eigentlicher Hals ist liioht vorhanden. -Die Jugendform dos Bandwurms ist bis jetzt unbekannt.
Pathologische Bodeutunglaquo; Durch diesen Bandwunn wird bei Lämmern häufig eine Handwurinseuehe hervorgerufen, wenn die Parasiten massenhaft bei zahlreichen Thieren einer lieerde zur Eutwiokelung kommen. Die Kran klieitser-sohelnungen sind im Wesentlichen folgende: Blasse Haut, und Schleimhäute, Zuriickbleiben im Waehsthnm trotz guter Ernährung, Verdauungsstörungen Verbunden mit Tvinpanitis und Kolikerseheiiuingeii; schliesslicii Durchfälle, grosso Hinfälligkeit und Tod in Folge von Erschöpfung. Die Krankheit kommt besonders in nassen Jahrgängen und beim Weidegange vor, wird jedoch auch bei Stallhaltung beobachtet, wenn die Brut vorher auf der Weide aufgenommen ist. Eine Behandlung ist noch möglich, wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt wird d. h. wenn es noch nicht zur Abmagerung bei den einzelnen Thieren gekommen ist. Es wird die Verabreichung von 0,61,25 g pikrinsaures Kali mit Mehl und Wasser zu Pillen gemacht, gerühmt, ferner Koussin 0,12 oder T'/a g Konsso. Man muss den Thieren jedoch vor Verabreichung der Arznei kein Futter geben. Zur Prophylaxis ist vor allen Dingen erforderlich, die abgetriebenen Bandwürmer unschädlich zu vernichten; auch würde es sich empfehlen zu Beginn des Frühjahres und Herbstes bei den jungen Lämmern eine Baiulwunnkur vorzunehmen.
Beim Schafe kommt ausserdem nochTaenia ovilla vor, welcher 1,5 m lang wird; ferner T. fibriata, oentripunotata, ovipunetata.
Beim Kaninclieii ist Taenia pectinata heobachtet worden.
Bandwürmer des Geflügels.
Recht zahlreich sind die beim Geflügel beobachteten Bandwürmer. Dieselben sind fast sUmmtlich bewaffnet, ihre .Iiigendzustände jedoch meistens unbekannt; wo dieselben festgestellt, sind es Cysticerkoide. Die Bandwürmer besitzen zwischen den SaugnApfen ein sehr langes, vollständig einziehbares Rostellum.
Die wichtigsten Bandwürmer sind (nach Zürn) folgende:
1.nbsp; Taenia Infandibulifomls (Huhu und Eutc) 20130 cm lang, 12 mm breit. Glieder mit ihrem vorderen schmalen Rand in den hinteren breiten, trichterförmigen des vorhergehenden eingesenkt. Oft zu mehreren hundert Stück im Darm festgesaugt. (Cysti-cerkoid in der Stubenfliege.)
2.nbsp; Taenia cuueata (Dünndarm des Huhnes); 2 mm lang, 1 mm breit; Sangniipfe liingsoval, 12 Proglottiden, nach hinten breiter werdend. Cy s ticerkoid i m Regen wurm.
3.nbsp; Taenia proglottlna (Dünndarm des Huhnes); 0,91 mm lang, in der Kegel wenige (4) ovalo oder oblonge, sich lohhaft bewegende Glieder; 80 Haken. Cysticerkoid in Liinax oinereus, agiostis u. s. w,
4.nbsp; Taenia oesticlllUS, mit einem Ring verseher Bandwurm (ebendaseihst), 945 nun lang, 12 mm breit, Saugnäpfo länglich rund, das gedrückte scheibenförmige Rostellum ist an der Basis mit einem Ring versehen.
5.nbsp; Taenia tetnigona, ist besonders in Italien gefunden worden.
6.nbsp; Taenia kaiitaniaua kommt heim Puter vor, 14 mm lang, kugeliger unbewaffneter Kopf, die ersten Glieder glockenförmig, die letzten trapezoidal.
7.nbsp; Taenia krassula, im Dünndarm der Taube; 280300 mm lang, 4 ram breit.
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8. Tacniii laiH'Colata, l)ei jungen Giuison und Enten, 80180 mm lang, 512 mm bl'elt; iilmlich der Taoiiia peifoliatn, jedoch kleinen und ovalen Kopf, ohne Lappen.
i). Tacnia faisciatu, bei Gänsen beobachtet, 60180 nun lang, 0,61,2 mm breit.
10. Taenia setlgortl, Borstenbandwurm, bei Oiinsen; 200 mm lang, 1,18,6 mm breit; Skolex halbkugelig, Rüssel sehr lang mit 8 Haken; aus den unilateralen Goschlechts-öffnungen treten oft die lJeiies hervor, wodurch der Rand borstig erscheinen kann; daher der Name.
JJei der Kiitc werden noch beobachtet Taenia milineata, coronula, anatina, gracilis, sinuosa, megalops, kouika und imbutiformis.
JMc Dathologische Bodentnng der Geflilgelttinlen beruht darin, (Ia88 sie besonders bei jungen Thieron Darmkatarrhe, Aniimie und Abmagerung hervorrufen.
Aussei' den genannten Bandwürmeni sind bei Thlereii noch zwei Oysti-cerkon gefunden worden, deren zugehörige Tänien lgt;is heute unbekannt sind.
1.nbsp; nbsp;Oystlcerkus listuluris, eine seilen ain Bauolifoli des Pferdes beobachtete Finne, 96100 nun lang, 0,40,5 mm breit, mit doppeltem Hakenkranz,
2.nbsp; nbsp;Cystloerkus elougatus, di(^ Finne is( in der Bauchhöhle des Hundes, der Katze und der Ratte gefunden worden und hat viel Aehnliclikeit mit Cysticerkus pisiformis.
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Bothriocephaliden.
Die Bothnocephalidon haben einen abgeplatteten, an den Seilcnriindern mit einer langen, spaltfönnigen Sauggl'ube versehenen Kopf. Vor den Sauggruben befindet sieh manchmaJ ein hakenförmiger Haftapparat ohne Rostellum. Die Gliederung ist wenig scharf; lt;lie I'roglolliden sind mehr breit als hing; die Qesclücchts-Öffnungen liegen meistens in der .Mille der Bauchfläche. Der ans dem Imrlscliidigen mit einem Deckel aufspringenden Ei ausschlüpfende, mit 46 Haken versehene und bewimperte Embryo schwimmt längere Zeit frei im Wasser. Die Bothriocephaliden leben im reifen Zustande vorzugsweise bei Kaitbliilern, einzelne bei Vögeln und Säiiuetliieren. Die Finneiizusliinde sind l'lcroeerkoide.
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Bothriocephaliden beim Menschen und bei Tbieren.
i. Bothriocephalus Intusraquo; Breiter Grubenkopf. Bothriocepholus latus ist in einzelnen Gegenden ein häufiger Parasit im Darm des Menschen, ist jedoch auch im Hunde, in der Katze beobachtet worden und soll auch im Fuchs vorkommen. In Europa giebt es nach Braun zwei Centren der Verbreitung, die französische Schweiz und die deutschen Ostseeproviuzen Russlands. Von hier aus geht die Verbreitung nach Finnland, Schweden, Dänemark, Holland, Belgien, Nordfrankreich und Italien. In Japan sind Bothriocephaliden die häufigsten Parasiten des Menschen und der Hunde. In Deutschland kommt Bothriocephalus latus besonders an der Ostseekiiste, dünn in Bayern in der Umgebung des Starnberger Sees und in München (nach Bollinger), ferner in Rheinhessen, Hamburg, Berlin vor.
Zoologlsolies. Bothriocephalus latus ist der längstlaquo; menschliche liandwurm, er wird 59 m lang. Der keulenförmig vom Hals sich absetzende Kopf ist etwa 2,5 mm lang und 1 mm breit, an jedem Seitonrande verläuft eine langgestreckte, spaltförmigo Grube. An den dilnnen Hals setzen sich 30004000 l'roglottiden an, die ausserordentlich breit (1018 mm) jedoch nicht sehr lang (56 mm) sind. Die reifen Glieder sind mehr quadratisch. Die (leschleclitsiitlniingea liegen alle in der Mittellinie der liauclilläche. Der
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292nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Durch tliienschc Parasiten vorursnclite Kvanklieiten.
Uterus stellt einen einfachen Kanal dar, welcher mit einer Anzahl von Schlangenwimlungen im Mittelfelde von hinten nach vorne läuft. Mit Ansammlung der Eior legen sich die seitlichen Hegen schlingenartig aneinander. Das ganze Konvolut der Schlingen wird mit hlossem Auge leicht als rosettenförmige Zeichnung gesehen. Die elliptisch geformten Eier haben eine braune Schale mit kappenförmigem Deckel.
Ueber die weitere Entwickelung des Bothriocephalus latus ist Folgendes bekannt: Nach mehrwiiehentlichem Verweilen in Wasser geht aus den Eiern eine bewimperte Onkospliiire hervor, die einige Zeit im Wasser uniherschwimmt und gelegentlich die Flimmerhülle abwirft. Weiter ist nun die vollständig entwickelte Finne bekannt, welche Braun zuerst in der Muskulatur und an den Eingeweiden der Hechte (Esox lucius) und Quappen (Lota vulgaris) fand. Diese Finnen (Plerocerkoide) sind 8HO nun lang und finden sich in gefrorenen, schwach geräucherten und gesalzenen Fischen, wie auch im llechtkaviar lebend vor. Durch Verfütterung der Finnen an Hunde und Katzen konnte Hothrioccphalus latus erzeugt worden. Später ist die Pinne noch gefunden worden im Barsch (Perka fluviatilis), im Saibling (Salmo umbla), im fyachs und in der Seeforelle, im Aeschen (Thymallus vulgaris) und anderen Untergattungen der Lachse. Da M. Braun junge Plerocerkoiden beim Hecht niemals finden konnte, so hielt er es für wahrscheinlich, dass der Hecht selbst durch Qenuss eines noch unbekannten Zwischenwirthes infizirt wird, in weleliem die Entwickelung der wimperndeu Onkosphären zum Plerocerkoid stattfindet.
Bezüglich des Wnchsthums von Bothriocephalus latus geht aus den Versuchen hervor, dass es sehr schnell stattfindet und 24 Tage nach der Infektion eines Hundes bereits die Eier in den Paces nachzuweisen sind.
I'iithologisclie IJerteutungf. Der Mensch infizirt sich durch den Qenuss roher, halbgarer, schwach geräucherter Fische, In denen die Finnen nicht abgetödtet sind, besonders mich wenn bei der Zubereitung der Fische Kingeweidetheile, wo die Filmen häufig vorkommen, zurttckbleiben. Besondere Störungen sind durch die Anwesenheit von Bothriocephalus Intus heim Menschen meist nicht beobachtet worden, in einzelnen Fälle schwere Anämie und nervöse Störungen.
2.nbsp; BotliTlocephalus kordatus (Leuokart 1862). Dieser Bandwurm ist in Grönland und Island eni häufiger Parasit der Seehunde, des Wallrosses und der Hunde, gelegentlich auch des Menschen. Die noch unbekannte Finne lebt jedenfalls auch in Fischen.
Zoologisches. Der Bandwurm wird etwa 1 m lang, an dem herzförmigen 2 mm breiten Kopf befinden sich flächenständige Sauggruben, die Zahl der 78 mm hingen und 34 mm breiten Glieder beträgt 500flOO. Die Uterusrosotto zeigt 68 seitliche Schlingen, die Eier haben einen Deckel.
3.nbsp; nbsp;Bothriocephalus kristatus (Davaine 1874). Dieser Bandwurm, ausgezeichnet durch zwei helmähnliche Kopfspitzen, ist bisher von Davaine zweimal bei Kindern beobachtet worden. #9632;
4.nbsp; nbsp;Uollirioccpliiiliis liguloides, Kigula Mansoni (Oobbold 1883). Ks handelt sich bei Hothriocephalns Mansoni, von Leuokart (1886) Bothriocephalus liguloidos genannt, nicht um einen geschlechtsreifen Bandwurm, sondern um ein Finnenstadium, wobei das Plerocerkoid 20 cm lang und 28 mm breit wird. Der runzelige, an den Seitenrändern etwas verdickte Körper erscheint auf dem Querschnitt bisquittförmig. Bisher sind die Plerocerkoide unter dem Peritoneum, in der Urethra, in der Nachbarschaft des Auges, und in der Unterbaut der Lendengegend beim Menschen gefunden worden. Ueber die Entwickelung und Herkunft ist nichts bekannt.
J5ei Thicren mögen noch folgende Bothriocephaliden erwähnt sein: Beim Hunde ausser Bothriocephalus latus, kordatus noch retikulatus, fuskus und dabius (K r abb e); bei der Katze: Bothriocephalus deeipitus; beim Geflügel: Bothriocephalus longikollis, sehr langer Hals, 1827 mm lang und 4 mm breit. Ausserdem ist bei Fischen noch Bothriocephalus infundibiiiformis noch sehr häufig in den sackartigen Magenanhängen und im Darm gefunden worden.
Die übrigen Costodenfaniilien schmarotzen mir hei Thiei'eui
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lieber panisitische Wiirinor.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;293
3.nbsp; Familie: Liguliden, Kiemonwilrmer. Ohne deutliche Gliederung, aber mit zahlreich sich wiederholenden, auf der Fläche ausmündenden (ieschlechtsorganen, Kopf ohne odor nur mit Spuren zweier länglicher Sauggruben. Ligula simplicissima, 530 cm lang, in der Mitte 610 mm breit. Die Liguliden sind in dor Jugendfora) in der Loibeshühle von zahlreichen Süsswasserfischen, ausgewachsen im Darm von Wasservügeln. Ligula simplicissinia (530 cm lang) ausgewachsen im Darm von Wasservögeln.
4.nbsp; Familie: Totrarhynchidae. Ungegliederter Körper, am Kopf 4 Saugnäpfe und 4 zurückziohbare, mit Haken besetzte Rüssel, randständige üeschlechtsöft'uung. Tetrar-hynchus lingualis, 810 cm lang; Jugendform in der Leibeshölilo der Schollen, die erwachsenen Würmer im Darm von Haifischen und Rochen.
5.nbsp; Familie: Tetraphyllidae. An dem gegliederten Körper sitzt ein mit 4 beweglichen, zum Theil mit Haken besetzten, verschieden geformten Haftapparaten versehener Kopf. Die Wlirmer schmarotzen nur im Darm von Haien und Rochen.
Die KaryophyHeiden schmarotzen im Darm zahlreicher Cyprinidenartcn und die Amphilliniden im Darm versohiedenor Accipenserarten.
B. Saugwtirmer, Trematoden').
Die Trematoden kommen als Krankheitserreger beim Menschon und bei Thieren vor. Nach den Angaben von Davaine berichtel G-abucinus im Jahre 1547 zuerst über das Vorkommen von kürbiskernähnlichon Würmern in der Leber von Ziegen und Schafen. Andererseits is( die Lcheregclkranklieit schon im alten ger-mtuiisohen Rechte als Gewährsfehler verzeichnet und französische Sohafzüchter erwähnen dieselbe bereits im Jahre 1379. Beim Menschen scheinen Trematoden zuerst von Malpighi und Bidlov beobachtet zu sein.
Allgemeines über die Treiiiutoden. Die Trematoden sind meist kleine Würmer von zungen- oder blattartiger Gestalt, deren die Munclöffming tragendes Vorderende meist etwas verjüngt ist, während der hintere Körpertbeil in der Kegel abgerundet ist. Die Grosse der Trematoden schwankt beträchtlich, durchschnittlich überwiegen die kleinen Arten, so dass Formen von mehr als 23 cm Länge zu den Ausnahmen gehören. Meist ist der Längendurchmesser viele Maliraquo; grosser als der Querdurchmesser, doch giebt es auch kreisrunde Arten. An der Bauchfläohe stehen die Haftapparate und münden die Geschlechtsorgane aus. Die besonders bei den ektoparasitiscb lebenden Arten stark entwickelten Ha ftapparate bestehen theils aus seitlich angebrachten vorderen Saugnäpfen, theils aus scheibenartigen Anhängen oiler mit Haken, Krallen, Klammern u. dgl. versehenen stark muskulösen Saugnäpfen am Hinterende des Körpers, Alle Trematoden besitzen eine verschieden dicke, gliiuzende,homogene Kutikula-ähnliehe Aussensohicht (Grenzmemhran, Braun). Stacheln, Dornen und Haken sind Kutiknlarbildungen. Es ist ferner ein Haut-muskelschlauch mit Rings- und Längsmuskulatur vorhanden. Bei der Bewegung ziehen sich diese Mnskellagen abwechselnd zusammen. Nach innen sind birnföntlige Drüsen zu konstadren, die ihr Sekret auf die äussere Haut entleeren. Auch um die Haftscheibe und am Mundrand vieler Trematoden finden sich besondere Drüsen. Der Mund liegt meist am vorderen Körperende und führt In den verschieden langen Oesophagus, der gerade nach hinten zieht, Etwa in der Glitte des Körpers theilt sieb die Speiseröhre in die beiden nach hinten gehenden Darmschenkel, die blind enden; ein After ist bei keinem Tremaloden beobachtet worden. Alle
unverdaulichen Nahrungsmittel werden also durch den Mund wieder ausgestossen.
i) tptpaiMti, durchlöchert, mit vielen Löchern.
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Durch tliiorisclii! Parasiten verursachte iCrankheiten.
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Ausiiiiiiiiiswrisc finden sidi mi den Darmsohenkeln blinde sich verzweigende Acsic (1). hep, des Sohafes), Oft vereinigen sich die Dai'insoheukel wieder. Im Verlaufe oder bejm Beginne des Oesophagus koinini nun noch ein muskulöser Pharynx hinzu, der bald unmittelbar htntor der Mundöffjnmg liegt, bald dloht an der Gabel-
steile des Dunnes. Ks sind missenieiii einzellige Speicheldrüsen in der quot;Wand des
Pharynx und im Oesophagus vorhanden. Ein Nervensystem ist durch Ganglienhaufen und Seitennerven, die eine Art Strickleitemervensystem bilden, vorhanden, Sinnesorgane sind bei einzelnen ektoparasitischen Arten in Gestali von 2 oder 4 einl'iieh (Pigmentl'lecken) oder Uoniplizirt gebauten Augen nachzuweisen. Ein Ex-kretionsapparat (Wassergefftsssystem) ist symmetrisch entwickelt vorhanden, und besteht mis zwei grossen H!Ui])lstiiiniiieii (.Saniinelriibren), /.ii welchem mit Wimper-trichter ausgestattete Seitenästchon hinfühi'en. Zwischen den grösseren, besonders aber zwischen den kleineren Ivölircben kommen vielfach Anastomosen vor, so dass mitmitei' ein netüförmiges Röhrensystom entsteht. Bezüglich der Geschlechtsorgane ist ZU erwähnen, dass fast alle Tremaloden Zwitter sind. In der Mitte des Bauches liegt der Perus genitalis, in welchen meist männliche und weibliche Geschlechtsorgane geincinsciiat'tlicb einmünden. An den männlichen ist Hoden (meist 2), Samenhlase und Samenleiter, an den weibliehen Eierstock, Elleiter, Dotler-gang und Scheide uacbzuweisen. Der in vielfachen Windungen und Schläugelungeu verlaufende Uterus geht mancbnml durch das ganze Mittelfeld, Eine direkte Begattung, wobei jedes Thiel' iniinnlieh und weiblich funktionirt, ist bei einzelnen Trematodcn beobachtet worden. Ebenso kann auch eine Selbstbegattung vorkommen. Entwlokelung der Trematodenlaquo; In dem befruchteten mit einer bräunlichen oder gelblichen Schah! nebst Deckel versehenen Ei entsteht ein bewimperter Embryo, der von einer besonderen Hülle unigebeu ist. Die ektoparasitischen Treinatodeii-legen ihre Eier bald nach ihrer Bildung auf den Körper, an die Kiemen u. s. w. ihrer Wil'the ab, so dass die weitere Eutwickelung der Eier ausserhalb des mütterlichen Organismus stattfindet, wogegen die eudoparasitischen Arten die Eier in der Kegel längere Zeil in ihrem Uterus behalten, manchmal bis zur vollständigen Ausbildung des Embryo. Die Eier gelangen per aniun oder durch die Harnwege nach aussen, die frei gewordenen Embryonen wandeln sich mm in eine Earve um, welche bei manchen Arten bewimpert (Flimmerlarven), bei anderen glatt oder nur theilweise mil einem Wimperkleid versehen ist. Die weitere Enlwickehmg der Larven findet in oder au Wasserthieren statt (Siisswiisserschneeken, Muscheln). Die Larven verwandeln sich in Kei m schläudie (Sporoeysten ohne Darmkanal, resp. Reellen mit, Darmkanal) (Ammen) um, in denselben entstehen aus Keimzellenhaufen kleine geschwänzte Thiere (Cerkarien), an denen Saugnäpfe und Darmkanal erkennbar sind. Die Cerkarien (Enkel oder Urenkel der Distomiden) verlassen den Keimschlauch, gehingen in das Wasser, in dem sie mit Hülfe ihres Kuderschwanzes frei umher-sebwimmen, bis sie in ein zweites Wasserlhier (Mollusken, Arthropoden, Fische, Amphibien) einwandern, ihren Ivudcrscbwanz verlieren, und im Körper dieses Wirthes sich abkapseln (encystirle Distomeen). Nach passiver Uebertragung in den Magen eines neuen (definitiven) Wirlbes wird die Kapsel verdaut und das frei gewordene Distomum erlangt im Darm oder in einem mit dein Darmkanal ZU-sainmengehörigen Theil seine Geschlechtsreife, Von diesem Generationswechsel mit
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lieber paraaitisobe Würmer,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;295
Ausnutzung mehrerer Zwiacheuwirthe glebl es A.usnaluneu; bei gewissen Arien wundern die Cerkarlen direkt in den definitiven Wirlli ein oder sie gelangen in ihren Keiinschläuohen passiv in denselben.
Lebensweise. Die Treinatoden leben alle parasltlsoh entweder an der äusseren Körperoberfläohe bezw, in Organen, welche mit der Aussemvelt direkt in Verbindung steilen oder in inneren Hohlorganen. Hand in Hand mit der Lebensweise geht eine besondere Organisation und ICiilwiekelinig der beiden Gruppen: grosse
und starke Haftapparate, direkte Entwiokelung bei den ek(oparnsitiseli lebenden, schwächeren Hnitapparat und Entwickelung mit Generataonsweolisel bei den ende-parasitisch lebenden Formen, Die erstehen leben mehr' nach der Art der Blutegel, deren Bewegungsapparat sie auch haben. Auch die endoparasitisoh lebenden Treinatoden sind nicht so sesshaft wie etwa di(^ Bandwi'mner; ihre Lebensdauer ist auch eine viel kürzen!; nach einigen Beobachtungen verlassen sie nach der Eierproduktion die von ihnen besetzten Organe und sterben ab.
Eintheilung der Trematoden. Die bisher iiblieh gewesene Eintheilung der Trematoden naeli der Art ihrer Entwickelung (in Monogenen und Digenen) wird jetzt durch eine andere ersetzt, die mehr den Bau bri'ieksiehligt. Diese Eintheilung ist inieh Braun folgende:
I, Ordnung: Hetorokotylea. Ausschliesslich ektoparasitische Arten mit stark entwickelten Haft- odor Klammcrorganen, getrennt miindonden Exkrotionsorganen und direkter Entwickelung; vorzugsweise auf tlcra Körper oder den Kiemen von Slisswnsser- oder Meores-tischen, doch auch in der Harnblase der Amphibien, und in dem Oesophagus von Schildkröten lebend.
H. Ordnung: Aspidokotylea. Endoparasitisoh lebende und niedrig organisirtc Trematoden mit grossem bauchstäudigem Haftapparat: direkte Entwickelung ; parasitisch im Darm resp. in der Gallenblase bei Schildkröten und marinen Eisclien, sowie, besonders in den Exkretionsorganen, einiger Muselieln.
III, Ordnung: Malakokotyloa, Trematoden, deren Haftapparat in der Regel nur aus einem oder zwei Saugniipfen, meist gegabeltem Darm, nach vorn gelegener Mundöft'nung besteht. Die zu dieser Ordnung gehörigen Trematoden leben stets emloparasitisch und fast ausnahmslos in dem Darm von Wirbelthieren.
Je nach der Entwickelung zerfällt diese Ordnung in zwei tiruppen; A. Metastatika. Entwickelung direkt, jedoch unter Bildung von zwei Larvenformen und mit Einhaltung eines Wirthswochsels.
Familie Holostomidae mit den Gattungen Hemistomum, llolostoimim, Diplo-stomum und Polykotyle. 13. Digonoa. Entwickelung komplizirt durch das Einschieben ungeschlechtlich sich vermehrender Generationen und mit einem ein- oder zweimaligen Wirthswechsel.
Familie Amphistomodae, digenetisobe Trematoden mit Mund und endständigem Bauobsaugnapf; Gattungen Ampbistomiun, Diplodiskus, Gnstro-diskus u. s. w. Familie Distomidae mit Mund und Hauchsaugnapf; (lattuiigen Distomum,
Bilharzia, Köllikeria u. s. w. Familie G astcrostomidao, mit bauohständiger Mmidüftnung und oinfacliein
Darmsack; (iattung Gasterostomum, im Darm von Fischen. Familie Didymozoonidae, paarweise in Cyston lebende, gelogenthch mit einander verwachsende, digenetischo Trematoden, auf der ausseien Körpcr-llächo oder in der Mund und Kiomonhöhle bei marinen Fischen. Gattungen! Didymozoon, Nemutobothriuni. Familie Monostomid ae, mit vorderem Saugnapf, Geschlechtsorgane im hinteren Körpertheile gelogen, Geschlochtsöfl'nung bauehstämlig, im vorderen Körperdrittel; Gattung Moiiüstomum U, A.
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Durch (hiorisclie I'anisiton vcnirsaclit-ü Knuiklioiton.
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Nacli eindl' anderen (älteren) Kintheilung zerfallen die Treniatoden in gwel Unterlaquo; Elbtheilungen! 1. in Distomeae, Endoparasiten mit Genei-ationswechsol, mit hiichstens zwei Saugniipfen, ohne Ilaken (Familie Uistomidao, Monostomidae); 2. in l'olystomeae, Ekto-parasiten mit direkter Entwickeluiig, mindestens drei Saugnäpfcn, meist mit Haken (Familie (iyrodaktilidae, Polystomidae, Tristomidae).
Ti'omatodeu heim Mensohen und bei Thlej'en,
Die im Menschen vorkommenden Trematoden gehören ausschlleRslioh /.u den Digenea; die meisten Arten werden Im Menschen gesohlechtsreif, nachdem w (niit der Niilinnig) in enoystirtem Jugendzustande aufgenommen sind,
a) Distomum (Retzius 1786).
Diese; etwa 20t) Äxten umfassende Familie ist oharakterlsirt dui'oh den liesliz eines Mund- und eines Bauchsaugnapfes, Darmkanal meist einfach gabelig gespalten; der Uteras eutliiili ovale Eier, die oft schon im Inneren des mtltterlichen Köipera einen flimmernden Embryo entwickeln.
1. IMstoinuiu hepatikum (Leberegel).
Beim Menschen ist Distomum hepatikum selten und besonders in Deutschland, Schweiz, England, Spanien und Italien beobachtet worden. Meist sah mau die Parasiten in der Leber, nmnclnnal auch in Blutgefässen und gelegentlich auch in Abscessen unter der Haut, an der Fusssohle, Ohr, Bauchhaut. Die I n f ek t i o n erfolgt jedenfalls durch Aufnahme der Cerkarien mittelst des Trinkwassers oder gleichzeitig mit rohem Gemüse, Salat, Brumienkresse. Das Allgemeinbefinden ist je nach der Zahl der Parasiten oft wenig oft erheblich beeinträchtigt; im letzteren Falle zeigen sieh die Erscheinungen eines schweren Ikterus, Von anatomischen Veränderungen seien erwähnt, die in der vergrössertcu Leber vorkommenden hasel-nuss- bis wallnussgrossen cystenartigen Ausbuchtungen und Hohlräume, Die Diagnose kann (nach Bulz, Bostroem und Perronoito) bei Lebzeiten mit Sicherheit aus der Anwesenheit der charakteristischen Eier in den Stuhlgängen gestellt, werden.
Therapeutisch wird die Verabreichung von Abführmitteln in Verbindung mit Anlhelminthicis, auch die Verordnung von Mineralwässern zweekmässig sein. Prophylaktisch empfiehlt sich für den Menschen Reinlichkeit und Vorsicht bei dem Genüsse der erwähnten Nahrungsmittel und verdächtigen Trinkwassers.
Bei Thieren ist Distomum hepatikum neben dem noch zu erwähnenden Distomum lanceolatum in den Gallengängcn, besonders der Schafe und Rinder, seltener der Schweine, Ziegen, Pferde, Esel, Kaninchen, Meerschweinchen und einzelner wild lebender Wiederkäuer, beobachtet worden. Willach fand in der Muskulatur eines Bullen zahllose, grünlichgelbe Knötchen, welche Distomenbrut enthielten, ebenso fand derselbe und Ratz oft Distomeneier als Ursache knötchen-förmiger Bildungen in der Lunge und Leber des Pferdes. Bei Schafen und Rindern, besonders bei den ersteren wird durch die Anwesenheit der Parasiten
die L o b o r e g e 1 s c u c h e (Leberegelkrankhcit, Leberfäulequot;, Distomatosis, Distomiasis, Tabes distomatosa) hervorgerufen. Es handelt sich dabei um eine chronisch verlaufende Lebererkran-kung der Schafe.
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Holier panisitisclio Wtirinornbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 207
QesohlolitUoliamp;Si Die Leberegelseuohe let Bohon seit sehr langer Zelt bekannt; und bereits im 14. und I(i. Jahrhundert besohriebea worden. 1S79 von Johan de Brio, 1542 von Gen tills Arnulphus, 1570 von Gabucinus, 1530 von Cor. Gemma. Im 17. Jahrhundert wurden in Dentsohland bei Schafen grosso Epi/.ootien in Folge von Leber-cge] beobncbtet, woduicli zahlreiche Arbeiten über diese Krankbeit veranlasst wurden. Die EntwickelungBgeschicbte begann zuerst Pagenstecher (1857) aufzuklären, Klarheit brachten erst die Versuche von Lenckart (1882) und Thomas.
Zoologisches^ Distomntn hepatiknm wird 25 40 mm breit und 8-15 mm lang; der kurze, kegelfürmigo Vorderkörper ist vor dem blattförmigen 1 Unterkörper stark abgesetzt. In der Modianlitiie des Körpers befinden sicil zwei Saugnäpfe und zwisclien beiden die (le-scblechtsöft'nung, aus der manchmal der bornartig gewundene Penis hervorragt. Auf der Haut, besonders des Rückens, befinden sich scliuppenförmige Stacheln. An den dicht hinter dem Mundsangimpf vorhandenen beweglichen Pharynx schliesst sich der kurze Oesophagus an. Die beiden Darmschonkel sind mit sich verästelnden Blindsäckon versehen. Der eine sog. Rosette bildende Uterus enthält ovale, braune, gedeckelte Eier bis zu einer Anzahl von 1)8000 Stack (Leuokai't). Bezüglich der weiteren En twi ckolung ist das Wichtigste seilen mitgetheilt worden.
Nach den Untersuchungen von L e uck a r t und Thomas entwickelt sich nach einem längeren Aufenthalt im Wasser der kapseiförmige, bewimperte Embryo. Die Larve findet dann Aufnahme und Kntwiekelung in zwei kleinen Wasserschnecken, Limnaeus minutus, seltener Limnaeus poreger., die sich auf feuchten AViosen oder In kleinen 'rumpeln zahlreich aufhalten. Ein einziges Loberegelei kann 1000 Ccrkarien hervorbringen. Die kleinen Gerkarlen verbleiben entweder in den Schnecken, kapseln sich daselbst ein und kommen so mit den au Gräsern bolindlichen Schnecken in den Darm der Grasfresser oder sie werden durch BesobUdigungen der Schnecken frei, leben eine Zeit lang im Wasser, gelangen dann an Blätter und Halme von Wasserpflanzen und feuchtem Grase, umgehen sich mit einer gummiartigen Masse und können in dieser (2,5 mm) weissen Kapsel wochenlang lehensftlhig bleiben. Jedoch ist eine Temperatur von mindestens 810 li. erforderlich; ein Austrocknen können die Embryonen nicht vertragen. Aus ihrer Cyste (Kapsel) im Darm befreit, gelangen sie durch den Duktus choledochus in die Gallengänge der Lober. Die Schafe streuen mit ihrem Kotli die Eier des Leborcgels und Leberegol selbst auf den Weideplätzen aus; nach 46 Wochen sind die jungen Embryonen (von Braun Aliracidien genannt) entwickelt und suchen sich Schnecken auf; gegen Ende des Sommers sind die Ccrkarien bereits encystirt und, wie Gerlach schon feststellte, fällt dann die Zeit der Aufnahme der Distomenbrut auf Juli bis September.
Alaquo;tilaquo;logic, Vorkommen und Verbreitung. Wie schon orwähnl lebt Distonmm liepatikmn in den Oiillengängcn und im Darm verschiedener Säugethiere, namentlich dor Schafe, seltener beim Bind, Büffeln, Ziege, Hirsch, Antilope, Pferd, Esel, Schwein, Elephant, Kaninchen, Hase, Känguruh, Eichhörnchen u. s, w, Die Verbreitung erstreckt sich über ganz Europa, Grönland, Nordamerika, Nordafrika, Philippinen, Australien und Vandiemensland (Tasmania). Nach Schaper deckt sieh die Verbreitung von Distoniuni hepatikum mit dem Vorkommen von Limnaeus minutus. In einzelnen feuchten Jahrgängen (1753, 1816, 1817, 1854. 1803 u. s. w.) verbreitete sieh die Krankbeit über viele Länder, wobei manchmal mehrere hunderttausend Schafe in einem Jahre zu Grunde gingen. In England wurde zeitweise die Znhl der jährlich durch Dlstomatosis vernichteten Sehnte auf eine Million Thiere geschätzt. Nach den statistischen Feststellungen auf dem Schlachthofe zu Berlin waren unter 719 157 Rindern, 567 964 Kälbern, 1519003 Schafen und 2 258110 Schweion, welche in der Zeit von 1883 1893 geschlachtet Wurden 19034 Binder, 15542 Schafe, 1704 Schweine und 160 Kälber mit Loberegel behaftet.
Die Infektion erfolgt durch Hüten der Schafe auf feuchten, Bumpfigen, überschwemmten Weiden, wobei die junffen Schafe leichter als ältere erkranken.
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298nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch tliicrisclie I'nnisiten verursachte Krankheiten.
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dabei kann die Aufnahme (mich Sohaper) in unseren Klimateii das ganze Jahr liiiulureh stattfinden und bei denselben Thieren öfters erfolgen. Die junge Egelbrut kiiini dann theils dureh die l'fortadorwuizelii, tbeils nach Durchbolirung des Darmes von der äusseren Leberfläohe aus, theils (am bäufigslen und wahrscheinlichsten) vom Duodenum durch den LebergaUengaug in die Verzweigungen' desselben und in die Leber gelangen. In die lieber gelangt, bewegen sieb die jungen Egel (nach Leuckart) mittelst der Koptzapfen durch die engen Zellengänge weiter, wobei bei D. bepatikum durch die Stacheln das Zumckgleitcn verhindert wird, und verbhüben dann entweder in den (iallengängen oder gelangen, das Leberparenchym zerstörend, zur Leberkapsel, oder in die Pfortftdern und Lebervenen dringend zum Herzen, zur Lunge und auch an anderen Stolleu des Körpers (Bauchhaut, Zwisehenrippen-muskeln, Zwerchfell, Kehlkopfmuskelu). Besonders beim K i n d e finden sich oft Leberegel in der Lunge, daselbst haselnuss- bis bidmereigrosse, dickwandige Cyst en und Knoten erzeugend. Der Abgang der Leberegel kann dann schon (nach Leuckart) drei Wochen nach der Aufnahme beginnen, während Ger lach aussprach, dass die Auswanderung erst 3/4 1 Jahr nach der Liinvauderung stattfindet. Im Uebrigen gelangt ein Tbeil der vollkommen entwickelten Leberegel von der Leber wieder in den Dünndarm und von hier die Eier nach aussei!, da die Egel selbst tbeil weise verdaut und deshalb im Dickdarm nie angetroffen werden (Pech-Fried berge r). Die Lebensdauer der Leberegel soll ein Jahr betragen.
Syiuptonu'. Weder bei Schafen noch bei Kindern haben die Krankboits-erscheinungen etwas charaktciistisches. Zunächst fehlen Krankheitszeichen überhaupt und erst 48 Wochen nach stattgehabter Infektion bei Schafen zeigen sich dieselben bei starker Invasion der Parasiten in einer allmählich zunehmenden Verdauungsstörung verbunden mit starker Kachexie. (Appetitmangel, Diarrhöe und Verstopfung, Versiegen der Milch, rauhes Haar.)
Bei Schafen zeigt sich dann auch 34 Monate nach der Aufnahme der Leberegelbrut Ascites, starker Bronchialkatarrh, Oedeme am Kehlkopf und Unterbauch, trockene glanzlose, lose Wolle u. dgl.,. während es bei Rindern viel seltener zu erheblichen Krankheltsersdheinuugen kommt, dagegen diese Thiere oft im besten Näbrzustande bleiben, obwohl sich nach dem Schlachten oft hochgradige Degenerationen an der Leber, meist des linken Leberlappens vorfinden.
Verlauf) Dauer, Ausgang. Die Krankheit kann Monate dauern und führt dann bei Schafen meist zum Tode, während Kinder in schweren Fällen längere Zeil sehr herabkommen. Danach ist auch die Prognose bei Schafen im Ganzen ungünstig.
Anatomischer Befund. Die anatomischen Veränderungen entsprechen den durch die Entwickelung und die 'Lebensweise bedingten Störungen in der lieber. Zunächst finden sich die Zeichen einer Hepatitis (unrcgelmässig zerstreute, scluvarz-rothe oder dunkelmthbraune Flecke) und auch einer Perihepatitis (fadenförmige oder inembranöse Wucherungen auf der Oberfläche der Leber). Später kommen dazu die Veränderungen in den Gallengängen; erhebliche Verdickung und durch Aufnahme von Kalksalzen entstandene [nkrustirung der Wandung der durch Egel, Galle und Inkmstationsmasseu (bis 3 (tm) erweiterten Gallenwege, welche sich in höheren Graden als starke, höckerige, auf der Oberfläche durchzufühlende oder
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Uobor panisitischo Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;299
prominirende Knlkniluvn bemerkbar raaoheii und bei der Durohsohneldung dor lieber erhcblielion Widerstand entgegensetzen, In Folge der Erkrankung der Gallen-wege tritt (iniin später eine interstitielie Kcjiatitis mit nachfolgender Loberoirrhose und Atrophie ein, wodurch eine höckerige OberflAobe der Leber entsteht. Dazu gesellen sicli dann scbliesslich die Zeichen von Asoites, allgemeine Hydrämie und Anämie (wässerige Ergiessungen in Bauch- und Brusthöhle, geringes, weiches, theii-weiso in eine sulzige Masse umgewandeltes Fett, dünnflüssiges Blut, wässrige und sulzige Ergiessungen unter der Hiiut, blasse und weiche Muskulatur). Sowohl beim Schafe wie auch ganz besonders beim Rinde ist vorwiegend der linke Leberlappen ergriffen, während der rechte geringer oder (beim Binde) sehr seilten erkrankt. In der mit trüber, schmutziger Galle angefüllten Gallenblase finden sich oft viele Distomen-eier und einzelne Leberegel. Bei Bindern wird oft nach dem Schlachten ein sehr grosser Theil beider Leberlappen durch Egel eirrbotisch verändert gefunden, ohne wesentliche Beeinträchtigung des Ernährungszustandes, Ebensowenig wird in höheren Graden Ilydrämie, wohl aber Abmagerung bei den Thieren beobachtet,
Diagnose. Eine sichere Diagnose ist trotz der Möglichkeit im Kotho der Thiere mikroskopisch die mit Deckel versehenen ovalen Distomeneier nachzuweisen, doch erst nach raquo;Sektion eines erkrankten Thieres möglich. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass (besonders bei Bindern) Leberegel oft in grosser Zahl und unter erheblicher Erkrankung der Leber angetroffen werden können, ohne dass die Thiere im Leben besonders krank waren oder in anderen Fällen die Krankheit auf die Anwesenheit der Leberegel zurückgeführt zu werden braucht. Zum mikroskopischen Nachweis der Distomeneier empfiehlt Lutz die Exkremente auf einem Gazefilter auszuwaschen. Durch wiederholten Wasserzusatz, Sedimentiren und Ab-giessou der Flüssigkeit wird der Rückstand so lange gereinigt, bis die gallige Färbung fast verschwunden ist. Csokor empfiehlt die gesammelten Exkremente kurze Zeit in Wasser zu digeriren, heftig zu schütteln und nach dem Sedimentiren einen Theil des Bodensatzes mittelst einer Pipette hervorzuheben und mikroskopisch zu untersuchen,
Tltexaple und Prophylaxelaquo; Eine Behandlung der erkrankten Thiere ist ohne
besondere Aussicht auf Erfolg; schleunige Absehlachtung der noch gut genährten oder
schnell gemästeten Thiere ist besser. Wichtiger ist die Prophylaxe: Einsammeln und
Vernichten der die Brut beherbergenden Schnecken, Vernichten (durch Kochen)
der infizirten Lebern der Thiere und event. Vergraben der Kadaver und des Mistes
kranker Thiere nur auf trockene Weiden und Aecker, Drainirung feuchter Weiden;
auch das Bestreuen feuchter Weiden mif Kalk und Salz zur Vernichtung der lOgel-
bl'Ut und Schnecken wird empfohlen. Ist man genöthigt Schafe auf verdächtigen
Weideplätzen zu hüten, so empfiehlt sich, sie nicht zu dicht zu hüten, da sonst meist
tiefer die Pflanzen abgenagt und direkt die an den untersten I'fbin/.entheilen sitzenden
Cerkarien aufgenommen werden (Sledamgrotzky), auch muss man verhüten, dass
die Thiere trübes Wasser aus Löchern und Tümpeln aufnehmen. Die Verabreichung
von Salzlecken, Fiebtensprossen mit Kleie (Trasbot) vor und nach dem Austreiben
der Schafe soll gleichfalls von gutem Erfolge sein.
SanittttspollzeiliolieSi Nach unseren gegenwärtigen Kenntnissen über die Knt-wlokelung der Leberegel werden Fleisch und Organe der Thiere, welche mit diesen Parasiten
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800nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dmcli Ihiorisclie I'aiasiton vorursachto Kmikhoiton.
iliuclisetzt sind, für die inonscliliche Nnhrung niclit sclmdlicli, sondern nur vordorbon und okelorregüiid. Schon aus prophylaktischon Urlindon wird man durch Kochen der hetroftonden Lebern odor deren Theilo die Parasiten vernichten müsson. Kino Vci-werthung der noch vollständig intakten Leberlappen wird in den Fällen möglich sein, wo die Parasiten nur einen leicht erkennbaren Abschnitt der Leber durchsetzt haben. Ein Ausschälen der kranken Leber-ahschnitte und Freigabe der verbleibenden Leberreste, wie es in einzelnen Schlachthäusern geschieht, wird meistens nicht zu ompfehlen sein, weil sich sehr häufig in den noch gesunden lieberabschnitten bereits zahlreiche Leberegel befinden und auch diese Theile verdorben erscheinen lassen. Fleisch mit abgestorbener Distomenbrut wird als verdorbenes Nahrungsmittel unter Deklaration zu verkaufen sein.
(Jericlitliche Tliicrhcilkunde. Für die Leberegelkrankheit der Schafe bestehen in einzelnen Ländern noch Gewäbrszeiten; 14 Tage in Baden, Bayern, Hohenzollern, Württemberg, Kanton Thurgau (Fäule, Anbruch, Wassersucht genannt); 15 Tage im Kanton Basel (Anbruch); 28 Tage im tirosslierzogthum und ehemaligen Landgrafschaft Hessen; 30 Tage im Königreich Sachsen; 31 Tage im Kanton Schaffhausen; 42 Tage in Frankfurt a. M.; 2 Monate in Oosterroich.
Bei ItiidVIn ist die Distomatose nach van Velzen (Batavia) oft eine verheerend auftretende Krankheit, wobei sich schlechter Ernährungszustand, steifer Gang mit den llinteifüssen, Diarrhöe, Tympanitis, zuletzt Genickkrampf einstellt. In den meisten Fällen war bei der Sektion die Pfortaderwand mit jungen Distomen dicht besetzt. Therapeutisch haben sich grosso Gaben Kochsalz im Trinkwasser, täglich 300500 g gut bewährt. Ebenso wird das Kochsalz als Prophylaktiknm, wöchentlich einmal in grosser Gabe verabreicht, sein- gelobt.
2. Dlsioiniini laiiccolntimi. Laazettförmige Leberegel. Beim Menschen isi Distoimun laiiceoltituni seilen und meist in Gcsellsclmfl von I). hepatikuiu (in Doutsoblancl, Böhmen, Italien, Fraukreioh und Aegypten) beobachtet worden. Bei Thioren ist dieser Parasit, oft mit D. hepatikum zusammen, in den Gallengängen des Schafes, Rindes, der Ziege, Ksels, Hirsches, Schweines, Kaninchen und der Katze gesehen. Die Krankheitsorscheinnngen sind milder, als bei Anwesenheit von I). hepatikum.
ZooloR'isehes. Der Parasit wird 8 10 mm lang und 1,5 2,5 mm breit. Der zwischen den Saugnäpfen gelegene Leibesabschnitt geht allmählich in den übrigen Körper über. Die Körperhaut ist (im Gegensatz zu hepatikum) ohne Stacheln. Die Windungen des stark entwickelten, mit Eiern gefüllten Uterus sind gut zu erkennen. Die kugeligen oder ovalen Eier besitzen bereits einen theilweise bewimperten Embryo (Miracidium), der im Wasser nicht, wohl aber im Darm von Nacktschnecken (Limax, Arion) nach Leuckart ausschlüpft und im Darmschleim derselben gefunden werden kann. Weiteres ist über die Entwickelung noch nicht bekannt.
'6. Dlstomum haematoblumlaquo; Bilharzia haeinatobio.. (Bilharz 1852.)
Der Parasit wurde 1851 von Bilharz und Griesinger in Aegypten heim Menschen in der Pfortader, den Darmvenen und öefässen der Harnblase nach-gewiesen. Koch jetzt gehört der Parasit ZU den häufigsten, welche in Aegypten beim Menschen gefunden werden. Etwa ein Viertel laquo;er eingeborenen Bevölkerung soll daran leiden. Ansserdeni kommt der Parasit an tier ganzen Ostküste von Afrika, ferner in Zanzibar, Tunis, am Niassasee, in Beirut und Sicilicn vor. Meistens erkmnken in Aegypten Knaben der ärmeren Volksklasse, viel seltener Männer, Frauen und Eingewanderte, Der Parasit ist später noch gesellen worden in den Venen der Niere und des Mastdarms, zuweilen auch in den Ureteren, in der Lunge, in der Leber, in der Milz, in den Nieren und in der Prostata.
Bei Thieren ist D. haematobium in den vom Menschen bekannten Gegenden gefunden worden bei Schafen, Hindern (an der Nord- und Ostküste von Afrika) und hei Affen.
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Uebor pnrasitischo Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;301
ZoolojflSOhOBi Der langgestreckte Körper ist beim Weibclion cylindriscli und 1520 mm, beim Miinnchon abgeplattet mit rülironförniigom Hinterleib und 4 15 mm lang. Das dickere Milnnclien enthält eine zur Aufnahmo dos Weibchens bestimmte rinnenartige Kinkrünimuiig (Canalis gynaecophorus) an dor Bauchflilcbe. Die Eier, welche sich oft massenhaft in der Vagina vorfinden, sind oval, ohne Deckel und haben an der Spitze oder seitlich eine rüsselförmigo Zuspitzung. Bezüglich der Kn twickelungsgeschichte sei erwähnt, dass die mit dem Urin entleerten Eier schon etwas bewimpert sind und mit dem Krkalten des Urins absterben. In dem mit Wasser gemischten frischen Urin wird die HUllmombran gesprengt und die Kmbryonen .schwimmen frei in der Flüssigkeit. In den Embryonen sind ein Hautmuskelschlauch, Darmsack, Exkretionssystem und zahlreiche Keimzellen, die Jugondstadien der nächsten Generation, vorhandon. Nach Sonsino sollen die frei umherschwimmenden Embryonen in Süsswasser-Arthropoden eindringen und sich einkapseln. Mit dem Wasser gelangen dann die Larven in den Üarm des Menschen und der Thiere. Von anderer Seite (Looss) wird dieser Entwickelungsgang bezweifelt.
AetioIoglOi Sehr wahrscheinlich erfolgt laquo;Mo [nfektion durch das Nilwasser, das die eingehoreneu Aegypter unfiltrirt geiüessen und sich daher sehr häufig infiziren, während die Europäer, welche nur gut filtrlrtes Wasser trinken, fast nie-mnls erkranken. Aueli durch Brod, Getreide, Dittteln, Fische, Blätter und Wurzeln, welche mit den Zwischenträgern verunreinigt sein können, wird wohl in vielen Fällen (nach Bilhnrz) die [nfektion bewirkt.
Symptome. Nach Kartulis und Bilharz tritt schon sehr frühzeitig Blutharnen in Verbindung mit brennenden Schmerzen in der Harnröhre auf. In leichteren Fällen können die Erscheinungen jahrelang ohne erhebliche Beschwerden bestehen bleiben. Bei stärkerer Infektion treten chronische llarnblasenerkrankung (Steinbildung) mit nachfolgender Erkrankung des ganzen Harnapparates mul Uebergang auf Mastdarm und Prostata auf. In leichteren Fällen tritt schliesslich Genesung, in schwereren der Tod ein.
IMag'iiose. Die sichere Diagnose ist erst möglich durch den mikroskopischen Nachweis von Distomumeiern im Urin.
Tlierapeutlsoll wird die Anwendung von Diurelicis, besonders von alkalischen Mineralwässern und Ausspülung der Blase empfohlen; auch Anthelmintika (Terpentin, Kopaivabalsam), die in Blut und Urin Übergehen, sollen zweckdienlich sein. Prophylaktisch ist erforderlich, nur gut filtrlrtes Trinkwasser und gut gekochte Speisen zu geniesseil,
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Von weiteren Distom um - Arten, die gelegentlich beim Menschen und bei Thieren beobachtet, worden sind, mögen noch folgende erwähnt werden.
4. Distuinuiu pulmonalo(Bälz 1883). Distomum Westermanui(Kerbert 1878).; Distomum Ringer! (Cobbold 1880).
Ein eiförmiger, 810 mm langer, 46 mm breiter, bräunlich-rother Parasit, der zuerst von Kerber) in den Lungen eines Königstigers und dann in den Bronchien der an parasitärer HätnoptoS leidenden Japaner (von Balz, Hinger n. A.) gefunden wurde. Ebenso fand man die Eier dieser Art in den Sputis der an Ifämoptöe erkrankten Personen. Die Erkrankungen kommen in Ostasien, besonders in .Japan, häufig als chronische Ilämoplöe vor, wobei die Patienten meist verhältniss-mässig wohl sind. Die Würmer findet man in mehreren Exemplaren in den an kleinen Hronclnaläsleii vorhandenen, mit blutigem Schleim erfüllten Kavernen. Die
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802nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch thiorischo Parasiten vonirsachte Krankhoiten.
Eier finden sidi oft zu Tausenden in dem blutigen A-uswurf. Nach Yamagiva erkranken meistens jugendliche, im besten Mannesalter stehende Personen) welche die Brat dorDistomeen wahrscheinlich durch dos Trinkwasser aufgeuommori haben. Auf einbolisohem Wege können nach demselben Autor Distoineneier ins Gehirn gelangen und epileptiforme Crsoheinungen hervorrufen. Otani fand Distomen und Eier im Gehirn.
5.nbsp; nbsp;IMstoinmii krassuin. Distom. fiuski (1859). üistoiu. Rathouisi (1887). Diese wenig bekannte Art ist 48,5 cm lang, 1,42 om breit, hat zwei beieinanderstehende Saugnäpfe und gedeokelte Eier. Mau bat dieselben in dor Gallenblase, in den Gallengängen und in der Leber von Chinesen gefunden.
6.nbsp; nbsp;Distonilini UetorophyOB. Der länglich-ovale, vorn mehr zugespitzte, hinten erweiterte Parasit ist (nach Leuckart) 1 1,5 mm lang und 0,7 mm breit; llilharz hat denselben in Äegypten verschiedene Male im Darm des Menschen beobachtet und Jan sou in Japan auch im Darm der Hunde.
7.nbsp; nbsp;DlstomUIU opllthalmoblum. Distom. okuli humani (1833 Ammon). Der Parasit ist (wahrscheinlich unreifes Distomum lanceolatuiu) zwischen Linse und Linsenkapsel in vier Exemplaren bei einem Kinde gefunden worden (von Gescheidt). Ueber die Einwanderung ist sicheres nicht bekannt. Bemerkt sei hier, dass Willach (und später Soli warznecker) bei der sog. periodischen Augenentzii nduug der Pferde (sog. Mondblindheit) ebenfalls unreife Distomen im Auge der Pferde gefunden hat und als Ursache der Erkrankung ansieht.
8.nbsp; Digtomum sluonso (Oobbold 1875). Distom. spathnlatum (Leuckart 1870); Distom. liepat. endeniikum (Balz 1883), sou innokuum; Distom. japonikum (Blancliard 188(1). Der Körper dieses röthlichen, blattförmigen, 1018 mm langen, 23 mm breiten Parasiten hat einen grösseren Mund- und einen kleineren Bauchsaugnapf und ist stachellos. Man hat diese Distomen in grosserer Zahl in der Leber von Chinesen und Japanesen gefunden. In Japan ist Distom. sinonso auch bei Katzen gefunden worden.
9.nbsp; nbsp;IMstoinmii kongenltnitl (Cobbold 1859). Der lanzettförmige Parasit wird 10 mm laug und 2,5 min breit, ist ganz mit Stacheln besetzt und wurde sowohl beim Menschen, wie beim amerikanischen Fuchs und bei den Pariahundon gesehen.
10.nbsp; nbsp;Distomum felineum (Rivolta 1885). Syn.: Distom. konus (Gurlt 1831), Distom. sibirikum (W inog rad of f 1892). Der (nach Braun) im frischen Zustande röthlicho, fast völlig durchsichtige, abgeplattete, vorn zugespitzte, hinten verbreiterte, 818 mm lange und 1,5 2,5 mm breite Parasit wurde schon von Gurlt in der Leber der Katze gesehen (von Gurlt Distom. konus genannt). Dann wurde diese Art von Rivolta in der Leber des Haushundes und der Hauskatze gefunden; ebenso von Braun bei Katzen und von Winogradoff in der Lober menschlicher Leichen in Tomsk (Distom. sibirikum genannt) gesehen. Ueber die Erkrankung ist Näheres nicht bekannt. Nach Braun ist möglich, dass die Jugendzustände in den Eischen lefbon und wie Distom. trunkatum, das bei Katze, Hund, Euchs und beim Vielfrass (Gulo borealis) vorkommt, mit der Eiscli-nahrung aufgenommen werden.
11.nbsp; nbsp;Distomum kampannlatnm, ein bimförmiger, l1.'raquo; cm langer Parasit, der in der Leber der Katze und des Hundes beobachtet ist.
12.nbsp; nbsp;Distomum olrrlgernin. Harz fand als Ursache der seit einigen Jahren bc-obachtelen Krebspestquot; die Larven von Distomum cirrigerum, welche besonders in den Muskeln der Krebse sich encystiren und Zuckungen und Lähmungen bei den Krebsen hervorrufen.
In vereinzelten Exemplaren ist auch ein M u s k e 1 d i s t o m u m in der Mu sk u 1 a tu r des Schweines von Leunis und dann von Duncker, Leuckart, Hess u. A. beobachtet worden. Es handelt sich um zarte und dünne Gebilde von der Form einer Triohinenkapsel, die zwischen den Muskelfasern liegen und bei leichter Erwärmung lebhafte Bewegung zeigen. Mikroskopisch kann man dann auch (Duncker) leicht, die halbmondförmigen, weisslich schimmerndou Magenschläuchc im Innern derselben erkennen Ks waren besonders die fleischigen Theilo des Zwerchfells und die Kehlkopfinuskeln befallen
Auch in der ganzen Muskulatur eines Bullen hat Willach Distomenbrut gefunden, die in zahllosen, grünlich-gelben, stecknadolkopf- bis haferkorngrossen Knötchen nachzuweisen war.
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lieber parasitlBolie Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;30;!
Beim Hausgeflügel enviilmt Ziliii noch folgende Arten von Distonuini: l). eeliinatum, im Dann von Knto, Gans und Huhn; D. oxyoeplialikum, im Darm von llulin, Ente uiul QanS; D. ovatum, im Darm und Eileiter von Huhn und Gans; D. lineare, D. dilutatum und D. annatum im Blind- und Mastdarm dos Huhnes; D. pellucidum im Oesophagus des Huhnes; D. kominutatum im Blinddarm junger Hühner; 1). kuneatum im Eileiter dos Pfaues.
b) A in phisl oniinu.
Die Gattung isl gekennzelohnet durch den bis an laquo;las Elinterende gerttokton Bauohsaugnapf. Die Arten dieser Glltllllll^#9632; leben vorwiegend im Magen und Dickdarm der Säugetblere und sind gelegentlicli auch beim Menschen beobachtet worden.
1.nbsp; nbsp;Aiii|iliis(oiimni hoiniiils (Lewis und Mc, Comiell 1876). Der Parasit, bisher zweimal in grossen Mengen im Kolon und Cökum von Menschen gefunden, ist 58 nun lang und 84 mm breit; er gleiebl einem Flaschenkürbis mil rundem Körper und langem Halse.
]?oi Thleren sind noch folgende Amphistomumarten erwähneuswerth,
2.nbsp; nbsp; Aiiiphistoiiiuin konikiini, kegelförmiges Endlooh. Der kegelförmige, 412 nun lange, 1 mm breite, hinten dicke und vom Vorderkörper nicht abgesetzte Körper, wird in grossen Mengen im Pansen der Wiederkäuer beobachtet, wo er sich zwischen den Zotten festsaugt und roth gefärbt erscheint. Der Parasit soll in Aegypten vorkommen und (nach Zürn's Mittheilung) in Australien Ursache von herdweisen Erkrankungen der Kinder gewesen sein.
8. Amphistoinnm truiikatiim, ein 34 mm langer und 1 2 mm breiter Parasit, der in der Gallenblase der Katze gefunden ist.
4. Gastrortiskiis polymastosus (Sonsino 1876), der scheibenartig gestaltete, löfl'el-artig ausgehöhlte Parasit ist (nach Leuckart) 12 15 mm lang und 7!) mm breit und wurde in Aegypten (Sonsino) und auf der Insel Guadeloupe (Couzin) im Magen und Darm bei Pferden, Eseln und Mauleseln beobachtet.
Von der Familie Monostomidae, ohne deutliche Saugnäpfo oder nur einem solchen in der Umgebung des Mundes, sind beim Hausgeflügel zu erwähnen!
Monostomüm llavmn, in der Trachea und in dem Oesophagus der Ente; M. niuta-bilo in der Nasenhöhle und im Dickdarm der Gans; M. verrukosum im lilinddarin von llnlm Gans und Ente.
Aus der Gattung Ueinistoinum sei erwähnt:
llcmistoinmn alatiiin, geflügeltes Halbloch. Der 36 mm lange und 12 mm breite Parasit hat am Kopfe zwei seitliche fadenförmige Spitzen und ist im DLiundarm des Hunde-geschlechts beobachtet. Ferner Hemistomum kordatum bei der Wildkatze.
Schliesslich sei noch bemerkt, dass zahlreiche zu den Trematodon gehörige Würmer au der Körperobertlächo, den Flossen und in den Kiemen vieler Fische leben und oft den Tod derselben herbeiführen; u. A. G y rod aktyl us elegans (0,5 mm lang und 0,12 mm breit) bei Karpfen, Brassen, Stiehlingen u. s. w.
2. Rundwürmer, Nematoden, Nemathelminthen.
Zoologisches. Die zu den Nematoden gehörigen Würmer haben einen dreh-runden, schlauch- oder fadenförmigen Körper, dessen Länge I nun bis 80 cm betragen kann. Die äussore Körperoberfläche ist glatt, geringelt oder mit Papillen und Borsten besetzt. Das mit der Mundöffnung versehene Vorderende ist meist etwas dünner als das abgerundete oder zugespitzte Ilintercnde. Der After Liegt meist etwas vor dem Ende des Körpers. Höhere Sinnesorgane fehlen wie bei idlen parasitisch lebenden Thieren. Vom Nervensystem existirt aus den poripherisch verlaufenden Stämmen ein Analsranfflion, Seitencranirlion dicht hinter dem Schlund-
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Durch thierisobe Parasiten verursachte Krankheiten.
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ring und ein Baitohganglion. Als Exkretionsorgauß sind zwei Kanäle voi1-liiindon, lt;lio hinten im Köl'pei' beginnen, in den Seitenlinien nach vorn laufen und diehi hinter clem SobluJidriug in der Mittellinie clnroh einen Perus ausmttnden. Die (ieschleehter sind fast iinnier getrennt; die Männchen kleiner und schlanker als die Weibchen, das Elinterende meist eingerollt oder gekrümmt oder mil einem flügelförmigen Anhang vorsehen) die Weibchen sind meist grosser und dicker und haben ein gerade auslaufendes Hinterende; ferner fällt die männliche Geschlechts-Öffnung mit der Afteröffnung zusammen, während die weibliche ventral in der Mitte der vorderen Körperhälfto liegt. Blntgefässe und Kespirationsorgane fehlen. Die Nematoden leben (heils frei im süssen und salzigen Wasser, theils parasitisch in den verschiedensten Organen der Thiere und auch der Pflanzen.
Bezüglich der JOntwickeluug der Nematoden sei erwähnt) dass die im Uterus befruchteten, von einer dünneren oder dickeren Schale umgebenen Eier in fertigem Zustande für die Bestimmung der einzelnen Neiuatodenarten von Bedeutung sind. Die weitere Kntwickelung der früher oder später abgelegten Eier erfolgt nach verschieden langer Zeit im Freien, in feuchter Erde oder im Wasser, hierbei können dickschalige Eier auch längere Zeit dem Austrocknen widerstehen. Der sohliesslich entstehende, meist aufgerollt in der Eischale befindliche Embryo ist entweder den Eltern gleich oder zunächst eine von den Eltern verschiedene Larve. Nun können die Embryonen, in die entsprechenden Wirtinraquo; gelangt, sich sofort zu den geschlechts-reifen Thieren entwickeln (Trichocephalus und Askaris-Arten) oder es leben die aus den Eiern herausgeschlüpften Larven zunächst eine Zeitlang im Freien, kommen dann mit der Nahrungs- und Wasseraufnalune in den Darm der Endwirthe, wo sie nach Verlust der Larvencharaktere in die Organisation der Elternthiere übergeben (z.B. Dochmius, Sklerostomum, Strongylus). Schliesslioh kommen auch bei den Nematoden, wie bei den Cestoden und Trematoden, ein und selbst zwei Zwischenträger vor, nur kommt bei den Nematoden niemals eine Vermehrung in den Zwischen-wirtben vor. Die Larven kapseln sich in den Gewehen des Zwischenwirtbes ein und gelangen mit diesem (z. B. Olluhunis Iricuspis encystirt in der Muskulatur der Mäuse) in den lOndwirth (Katze). Auf die besonderen Verhältnisse bei Trichina spiralis soll später noch eingegangen werden. Bei einzelnen Nematoden kommt auch lleterogeiüe vor, d. h. es wechseln Inerhalb derselben Art zwei verschieden gebaute, geschlechtliche Generationen mit einander ab.
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System der Nematoden.
Bisher theilto man die Nematoden in folgende Familien ein:
1.nbsp; Familie: Enoplidae, nur freie, besonders im Moore lebende Arten umfassend.
2.nbsp; Familie: Anguillulidae, grösstenthoils frei im stissen Wasser oder in der Erde oder in maoerirenden Substanzen lebende Nematoden, unter denen auch Parasiten in Pflanzen, seltener in Thieren vorkommen; sie sind in der Kegel sehr klein und besonders dadurch ausgezeichnet, dass ihr Oesophagus eine doppelte Anschwellung besitzt; viele führen in der Mundhöhle einen ohitinösen Stachel oder Zidme ; bei den .Männchen zwei Spikula, manchmal auch eine Bursa kopulatrix; Weibchen mit zugespitztem Sehwanzende. (Es gehören dazu Anguillula, Rhabditis, Heterodera u. s. w.)
;i. Familie: Angiostomidae, gekennzeichnet durch llcterogenie (Kliabdomena, Angio-stoma, Allantonema u. s. w.).
4. Familie: (ina t hostomi d ao, eine kleine nur dasdenus (Jnafbostonia (s (Jiiciria-canthus) umfassende Familie, deren Vertreter im Magen der Wirbelthiere, besonders der
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Säuger leben, gekonnzeichnet durch zahlreiche sich verästelnde Dornen, die den ganzen Körper oder nur das Vorderende bekleiden.
6.nbsp; Familie: Trichotracholidae, gekennzeichnet durch den perlschnurförmigen Oesophagus; Vorderkörper gewöhnlich fadenförmig dünn; der die Genitalien tragende Hinterleib mehr oder weniger verdickt, Spikulum in der Einzahl oder fehlend; nur ein Ovarium; Vulva an der Grenze zwischen Vorder- und Hinterleib gelegen (Trichina, Trichocephalus, Trichosoma u. s. w.).
7.nbsp; Familie: Strongylidae, eine sehr grosso, in mehrere Unterfamilien zerfallende (Jruppe, die durch den Besitz von sechs Mundpapillen charakterisirt ist; die Männchen besitzen am Hinterende eine liursa kopulatrix und eine oder zwei Spikula. (Fustrongylus, Strongylus, Syngamus, Sklerostoma, Ankylostoma, üoehmius u. s. w.)
8.nbsp; Familie: Askaridae; Mund mit 3 Papillen, eine dorsal, zwei ventral; ein oder zwei Spikula; Ovarium doppelt (Askaris, Oxyuris, Heterakis).
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Die wichtigsten beim Menschen und bei Thieren beobachteten Nematoden.
a) Angtiillulidao.
1.nbsp; IMiabditis terrikola (Dujardin 1845). Syn.: Pelodera teres, Pelodera setigera, Bhabditis CornwalU. Ein weissliober, in feuchter Erde und faulenden Substanzen vielfach beobachteter Parasit (Männchen 1,3 nun, Weibchen 2 mm lang), der zufällig (1879) in den Muskeln eines Menschen gefunden, jedoch sicher erst nach seiner Beerdigung eingedrungen ist.
2.nbsp; nbsp;Uhabditls pelllo (Schneider 1866). Syn.: Pelodera pellin, Rhabditis genitalis. Ein 0,81,4 mm langer Parasit, der in der Jugend in Regenwürniorn lebt und auch gelegentlich in dem Urin einer an Pyelonephritis leidenden Frau beobachtet ist,
3.nbsp; nbsp;Rhabditis Niellyi (Blanchard 1885). Diese Parasiten (0,33 mm lang und 0,013 mm breit) wurden in den juckenden Papeln der Haut eines Schiffsjungen beobachtet, bei dem im Beginne der Erkrankung auch junge Nematoden im Blute waren. Die Aufnahme der Embryonen war durch Trinkwasser erfolgt, von wo die Parasiten zuerst in den Dann, dann in die Blutbahn und dann in die Haut gelangten.
Bei Thieren sind, wie hier bemerkt sei, Nematoden öfters als Ursache von Hauterkraukungou bei Hunden (Sicdamgrotzky, Moeller), Pferden (Senuner) und Füchsen (Leuckart) beobachtet worden.
4.nbsp; nbsp;Anguilluhi (Rhabditis) sterkoralis, Anguillula intestinalis und sterkoralis. Der französische Marinearzt, Normand fand (1876) in den Stuhlgängen der an der sog. Kochinchinadiarrhöe leidenden Soldaten viele Nematoden, die Bavay als Anguillula (Rhabditis) sterkoralis bezeielinete. Die Parasiten waren 0,3 mm lang und 0,02 nun breit. Daneben fanden sich auch grössere Nematoden von 2,2 mm Länge und 0,3 mm Breite, welche Anguillula intestinalis genannt wurden. Leuckart zeigte (1882), dass beide Arten nur zwei aufeinanderfolgende Generationen derselben Spezies sind, von denen die eine (A. intestinalis) parasitisch im Darm lebt, während ihre Jungen nach aussen gelangen (A. sterkoralis), hier geschlechtsreif werden und sich vermehren; erst die Jungen dieser leben wiederum parasitisch.
SchtioiilomUhl, Vorj,'!. I'atlioIoRio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 20
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Durch tiiicrisclio Parasiten verursachte Krankheiten.
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Die Parasiten sind in den Btuhlgängen der Menschen auf Kouhindiijia, in einzelnen Distrikten der Antillen, auch in [tallen, gemeiusain mit Aukylostoma beobaohtet worden. Am meisten werden dii^ Europäer von diesem Parasiten lieim-gesuoht', die in schweren Fällen in einer Znhl von 100000 bis l Million täglich entleert werden, während die Eingeborenen fast immun sind, was (nach Braun) vielleicht mit dem Betolkauen zusammenhängt. Die Infektion erfolgt wahrsohein-Hoh durch Genuss von Wasser, Gemüse, Salate, die mit den Larven verunreinigt sind. Mim findet die Parasiten im Dünn- und Dickdarm, in den Ausfülmings-gängcil der Bauchspeicheldrüse und in der Leber.
Bei Tbiei'on hat man dieselben Parasiten in dem Darmkaual der an Diarrhöe leidenden ECochinobinahühner gefunden. Im üebrlgen sind verwandte Arten im Darmkaual lt;les Schafes, Schweines und Kaninchen gefunden worden.
h) Gnathostomidae,
5. Gnathostoma siamense (Levlnson 1889). üer 9 mm lange und 1 mm dicke Parasit ist beim Menschen bisher nur selten in kleinen Hautknötchen gefunden worden. Bei Thiercn sind verwandte Arten (ü. spiiiigerum) im Magen wilder Katzen und (G. hispidum) im Magen der Schweine, Kinder und verwilderter Hunde beobachtet.
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c) Filaridae.
Zoologisches. Ks sind meist langgestreckte, fadenförmige Würmer, deren Männchen gewöhnlich bedeutend kleiner als die Weibchen sind und deren gekrtlmmtes oder spiralig eingerolltes Hinteiendo vielfach zwei kleine Spikula trügt. Die Filarien leben besonders als Parasiten in den serösen Höhlen und im Unterhautbindegewcbe.
6.nbsp; nbsp;Filaria medlnensis (Pelsch 1674). Guineawurm. Syn.; Drakunkulus
Persnrum, Gordius niedinensis, Filaria aethiopika u. s. w.
Zoologisches und GesohlchtlloheB. Die Männchen sind 4 cm, die Weibchen 50 bis 80 cm lang und mit einem 1 mm langen .Stachel versehen, liezüglich ihrer Entwickelung ist bekannt, dass die nach Berstung des Mutterkörpers ins Freie gekommenen Larven einige Tage im Wasser oder in feuchter Erde leben, dann gelangen sie wahrscheinlich in Süss-wasserkrebse und so in den Menschen. Näheres ist nicht bekannt. Auf der Wanderung sind sie im Menschen nicht gesehen worden; vielleicht dringen sie auch von nussen ein. Die Parasiten sind wohl schon seit uralter Zeit bekannt und in Arabien, Persien, Turkestan, wio auch in Afrika und Amerika (besonders in den tropischen Ländern) beobachtet worden. Die durch dieselben hervorgerufene Krankheit nannte Galen Drakontiasis.
l'uHiolo^ische ISedenliing. 8 10 Monate nach der Aufnahme des Wurmes entwickeln sich im Unterhautbindegewebe (besonders um die Gelenke der unteren Extremitäten, dann auch am Kampf, Rkrotum, am Damm, an den Armen, Augenliedern, Zunge) Wurmbeulen in Gestalt; von Furunkeln. In den Geschwüren und deren Umgebung finden sieb die Embryonen (Davaine). Am häufigsten werden die Erkrankungen In den Monaten JuniAugust beobachtet. Therapeutisch scheint zweckmässig, den Wurm durch einen tiefen Einschnitt freizulegen und zu entfernen.
BelThleren ist F. niedinensis ebenfalls beobachtet worden, so beim Hunde, Rind, Pferd, Schakal u. s. w., wo sie besonderraquo; an den Extremitäten Anschwellungen und Abscesse hervorrufen,
7.nbsp; nbsp; Filaria sanguinis hoininis (Lewis 1872). Syn.: Filaria Bancroft! (1877 Cobbold), Trichina eystika (Salisbury 18f)8, Wucherer 1877).
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Ueber parasitische Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 307
Zoolo^isclics. Das Miinnchen dos am Kopfe und am Schwänzende abgerundeten l'arasiten, von dem bisher nur die im Blute von Kranken beobachteten Larven bekannt waren, werden 88 mm lang und 0,4 mm breit, die Weibchen bis 155 mm lang und 0,7 mtn dick. Die Larven (jungen Blutfllarion) sind 0,2700,340 mm lang, 0,007 mm breit, vorn abgerundet und hinten zugespitzt. Man findet dieselben oft in ganz gewaltiger Zahl (zu llunderttauscnden) im Blute und auch im Urin (gelegentlich auch in dem Lymphstrom bei Klephantiasis der Beine) der Kranken. Als Zwisclienwirth wird (von Mauson) das Mos-quitoweibchen ungesehen, in dessen Leib die jungen Embryonen gefunden wurden. Das Mosquitowcibchon, welches die Embryonen durch Saugen an Filariakranken aufgenommen hat, setzt die Eier derselben im Wasser ab, die Embryonen verlassen die Eier und dringen entweder mit dem Baden oder durch den Genuss des Wassers in den menschlichen Organismus. Nicht unwahrscheinlich wäre jedoch auch die Annahme, dass die Mücken die jungen Embryonen bczw. deren Eier beim Stich in die Haut absetzten und so die Infektion beim Menschen erfolgen würde, wie z. B. bei der Texasseuche der Hinder.
Pathologische Ituilcutimg. Filaria sanguinis hominis ist in allen tropischen Ländern, besonders in Indien, China, Japan, Australien, im Süden der vereinigten .Staaten, in Brasilien u, s. w, beobachtet worden. Die Folgen der Infektion können sehr verschieden sein; oft fehlen liinge Zeit subjektive Beschwerden, dann zeigen sieb die Erscheinungen von Anämie, Milzanschwellung, Fieber, später entstehen dann lymphatische Geschwülste (bei Männern am Hoden und Samenstrang), Elephantiasis der Beine, Schwellung der Lymphdrüsen, schliesslich oder auch schon im Beginne des Leidens zeigt sich Chylurie und Hänmturie mit nachfolgender Erkrankung der Nieren und anderer Theile des Harnapparates. Man findet die Parasiten besonders in den während des Schlafes der Kranken erweiterten poripberen Gefässen der Haut. Therapeutisch ist (von Soheube] die Verabreichung von pikrin-salpetor-saurem Kali empfohlen worden.
Bei Tbieren sind Filarien im Blute derselben schon oft und seit langer Zeit gefunden worden, u. A. bei Hunden, Ratten, Pferden, Krähen, amerikanischen Wachteln und anderen Vögeln. Am bekanntesten ist
8. Filaria iminitis (Leidy 1856). Syn.: Filaria papillosa haematika (Delafond-Gruby). Dieser im Blute lebende Parasit ist sowohl im Venensystem der Hunde, wie auch gelegentlich bei Wölfen und Füchsen beobachtet worden. Nach Bowlby soll F. iminitis auch beim Menschen vorkommen. In Europa ist er besonders in Italien, besonders häufig ferner in China und Japan (in Japan sollen nach Jansen 500/o der Hunde infizirt sein) und auch in Nord- und Südamerika festgestellt.
Zoologisches. Die Weibchen werden 1218 cm, die Männchen 2535 cm lang und 11,3 mm dick. Der dünne, fadenförmige Körper ist nach hinton zugespitzt, vorne abgerundet. Man findet die jungen Eilarien besonders in der rechten Herzkammer und Vorkammer und in den Lungonarterien, dann aber auch (wie beim Menschen P, sanguinis) besonders zur Nachtzeit in den Blutgefässen der Haut, wo sie in sehr grosser Zahl nachweisbar sind, gelegentlich auch im Unterhaut- und intermnskulären Bindegewebe; die Parasiten sollen auch bei Paarungen wurmkranker Hunde, gleichgültig ob ein oder beide Eltern-thiore infizirt waren, auf die Nachkommen übergehen, was jedoch von anderer Seite geleugnet wird. Bezüglich der En tw ic.kelung soll die bisherige Annahme, dass die Filarien sich in der Hundelaus und in dem Hundetloh entwickeln, unrichtig sein, und die im Hunde- (Pulex serratieeps) und Menschentloh (Pulex iiritans) beobachteten Blutfilarien der Filaria rekondita angehören. Die Infektion erfolgt bei Hunden vielleicht dadurch, dass die mit dem Harn ausgeschiedenen Embryonen im Wasser auf den Feldern wieder aufgenommen worden.
Pathologische Bedeutunglaquo; Wie beim Menschen, raquo;o rufen auch bei Tbieren die Blutfilarien oft lange Zeit keine Störungen hervor. In höheren Graden der
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308nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch thierische Parasiten verursachte Krankheiten.
Krankheit zeigen sich Erscheinungen dor Nephritis, epileptiforme Anfälle, Husten, Lungenblutungen 11. s. w. Die Diagnose ist durch mikroskopische Untersuchung des Blutes möglieh. Therapeutisch wird in Japan Arsenik mit Erfolg angewendet.
9.nbsp; nbsp;Pilaria Lim (Loa-Fadcnwurm). Ein 30 mm langer und einer zarten Violinsaite ähnlicher Parasit, der zwischen Konjunktivs und Augonhulbus bei don Negern der Westküste Afrikas beobachtet ist.
10.nbsp; nbsp;Filaria okuli Iiumani (von Nordmann 1832). Syn.: Filaria lentis (Diosing 1851). Nach den Beschreibungen handelt es sich um geschlechtslose Filarien von 1,712 mm Länge, die in extrahirten menschlichen Staarliusen gefunden sind. Nach Brunn sind die Befunde vielleicht mit Filaria equina ([uipillosu) aus dem Auge der Pferde und Rinder identisch.
11.nbsp; nbsp;Filaria peritonei Iiominis (Babesin 1880). Syn.: Filaria inermis (Grassi 1867). Dieser etwa 16 cm lange, fadenförmige Parasit- ist Im Auge, im Peritoneum und im Lig. gastroduodenale gefunden worden.
Bei Tliieren sind noch besonders zu nennen:
12.nbsp; nbsp;Filaria papillosa (warziger Fadenwurm). Männchen 5280, Weibchen 110 bis 180 nun lang, mit breitem Kopf, ovaler, mit vier Papillon besetzter Mundötfnung; weibliche Gesclilecbtsötfnung nahe am Kopfe. Der Parasit wird oft (nach Doupser bei 400/u der Pferde) in sehr grosser Zahl in den serösen Höhlen des Pferdes und Esels, seltener des Rindes beobachtet, ausserdem im Gehirn und Auge; Chaignand beobachtete bei Rindern eine durch P. papillosa erzeugte opizootische Ophthalmia verminosa,
13.nbsp; nbsp;Filaria lakrynialis (Thränendriisonfadonwunn). Der Parasit, dessen Männchen 10 12 und dessen Weibchen 1417 mm lang ist, besitzt einen kreisförmigen, nackten Mund und ist vivipar. Er ist oft ohne Nachtheil im Ausführungsgang der Thränen-druso und im Konjunktivalsack beim Pferd und Rind beobachtet worden.
14.nbsp; nbsp;Filaria s. Spiroptcra stroiigylina. Ein oft halbkreisförmig gebogener, dünner, weisser, dicht quergestreifter Wurm mit nacktem Munde, der im Magen der Schweine gefunden ist.
15.nbsp; nbsp;Filaria raquo;. Spiroptera megastoma (grossmäuliger Fadenwunn), der mit abgesetztem Kopfe und grossem Munde versehene, etwa 13 mm lange Parasit kommt in hasel-bis wallnussgrossen Schleimhautkuoten der linken Magenhälfte der Einhufer vor.
16.nbsp; nbsp;Filaria s. Spiroptera mikrostoma, der 1024 mm lange Parasit ist im Schlund und im Magen der Einhufer gefunden worden.
17.nbsp; nbsp;Filaria s. Spiroptera Bangulnolenta, dessen Männchen 3040 und dessen Weibchen 00 70 mm lang ist, mit sechseckiger, mit 6 Zähnen besetzter Mundölfnung, au der sich 6 Wärzchen befinden, ist im Magen, in der Schlundschleimhaut, in Ancurysnien der Aorta und (selten) im Blute derselben gefunden worden. Die Larve des Wurmes soll in der Küchenschabe (Blatta orientalis) enthalten sein.
18.nbsp; nbsp;Filaria s. Spiroptera skutata oesophagea bovls. Der 50100 mm lange, mit rundlicher, unbewaffneter Mundölfnung versehene Parasit ist in geringer Zahl in der Schlundsclileimhaul des Schafes und des Ochsen und unter dem Zungenopithel der Schweine gesehen worden.
19.nbsp; nbsp;Filaria s. Spiroptera einciimata, Onchocerea retiknlata (haarlockenförmiger Fadenwurm). Bisher nur stückweise isolirt und in Oesterreich, Frankreich, Russland und Deutschland öfters im oberen Oleichbeinband älterer Pferde, ferner im Nackenband, in den Häuten der grossen Schieiibeinarterien, sowie in den Vencnwandungon der Extremitäten dieser Thiero gefunden worden.
Bei den Hausvögeln sind (nach Zürn) noch folgende Filarien zu nennen: Filaria uncinata in der Speiseröhre, im Vormagen und im Dünndarm der Gänse und Enten, die Larven sollen (nach Hamann) in einem kleinen Krebse (Daphuia pulex) sein; Filaria nasuta, in der Magenwand des Huhnes, Filaria clava in dem die Knorpelringe der Luftröhre zusammenhaltenden Bindegewebe, Filaria s. Spiroptera hamuloaa, in höckerartigen Geschwülsten der Magenwaud des Huhnes, Dispharagus spiralis, in der Submukosa der Speiseröhre dos Huhnes; Tropidocera inflata, im Vormagen und in den Drüsen der Ente.
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fl) Trichotrficholidao, Trichoceplialus. Peitsobenwurm. Die Parasiten haben einen langen fadenförmigen Vorder- und dicken, walzenförmigen, beim Männchen meist spiralig eingerollten , beim Weibchen geraden Hinterkörper. Die Männchen haben eine bewaffnete Bursa mit Spikulum. Die Eier sind tonnenförmig. Die Triohocephalen leben im Dickdarm, besonders im Cökum der Säugethiere; ihre Entwickelung ist, direkt; die Infektion erfolgt durch Uebertragung der die Embryonen enthaltenden Eier. Bei der Verbreitung spielen (nach Grassi) vielleicht auch die Fliegen und deren Exkremente eine Rolle.
1.nbsp; Trlohooepbalus dlspar (Rudolpbi 1801). Syn.s Triobocepbalus hominis.
Askaris trichiura.
Zoologisches. Die Männclion werden 4045 mm. beim Weibchen 4050 mm lang. Die brilunlichen, ilickaclialigen. an den Polen (lurclibolnto und mit einein hellen Pfropf versehene Eier entwickeln in feuchtem Boden oder im Wasser in längerer oder kürzerer Zeit die Larven, welche (nach Davai ne) jahrelang in den Eiern lebendig bleiben können. Nach Aufnahme der Eier entwickeln sich innerhalb von vier Wochen die Triohocephalen im Darm des Menschen (Grassi).
Pathologische IJcdeutung. T. dispar gehört zu den bäufigsten Parasiten des Menseben, kommt, auf der ganzen Erde, bei Personen jeden Geschlechts und Alters (Säuglinge ausgenommen) vor. Man findet die Parasiten gewöhnlich im Cökum des Menschen, gelegentlich auch im Processus vermiformis, im Kolon und im Dünndarm. Die Störungen sind bei geringer Anzahl der Parasiten meist unerheblich. In erheblichen Fällen worden nervöse und Himsymptome beobachtet. Therapeutisch werden Darminfusionen mit Benzinzusatz (Mossier), sowie innerliche Verabreichung von Benzin, ferner Thymol (Lutz) als Pulver in Oblaten in grossen Dosen und mehrere Tage hindurch empfohlen. Prophylaktisch ist Vorsicht beim Gonuss von reifem Obst, unreinem Trinkwasser und (bei Kindern) bei Aufnahme von Erde erforderlich.
Aussei- beim Menschen ist T. dispar noch in verschiedenen Affen beobachtet, auch soll T. dispar (nach Schneider und Eeuckart) identisch sein mit
2.nbsp; nbsp;Triobocepbalus krenatus, der im Dickdarm des Schweines beobachtet wird. 8. Triobocepbalus al'finis, 50 mm lang, kommt im Blinddarm des Schafes,
der Ziege, seltener des Rindes vor.
4. Triobocepbalus depressiuskulus, Im Cökum des Hundes. 4 7 cm
gross. Die Parasiten werden durch embryonenhaltige Eier direkt übertragen (Raillet).
Bei llausvögeln kommen noch vor: Trichoaoma longikol le (Mämichon 1628, Weibchen 7080 mm lang) im Blindund Mastdarm des Huhnes; Trieb080ma an nulatum (Männchen 15 mm, Weibchen 80 mm lang) unter dem Epithel der Speiseröhrenstbleimlmut dos Huhnes; Trichosoma kollare (Männchen 810 mm, Weibchen 912 mm lang), oft in sehr grosser Zahl im Darm des Hulinea; Trichosoma tenuissimum (Männchen 9 mm. Weibchen 16 mm lang), oft sehr zahlreich im Dünndarm der Taube.
Trichina. Schi' kleine, vorne dünne, hinten verdickte, abgerundete Tricho-tracheliden, deren Männeben zwei konische Anhänge am Sclnvanzende besitzen. Die einzelne, bisher bekannt*' Art ist
Trichina spiralis (Owen 18;55). YorkoimiuMi und Verbreitung. Die Trichina spiralis lebt im geschleohts-reifen Zustande im Dünndarm des Menseben und verschiedener Säuget.hierr;
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810nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Durch thinriaoho Parasiten verursachto Krankheiten.
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als solche sliul bekannt: Hausratte, Wanderratte, Haussohwein, Wildschwein, Bär, Marder, Iltis, Hippopotamus und Katze; ferner in Vögeln (Huhn, Tauhe, Ente), in Fischen (Hecht) und in Insekten, Fleischfliege (Muska voinitoria). Künst-lich übertragen wurden Trichinen durch Fütterung auf Hunde (schwer), Maulwurf, Maus Hase, Kaninchen, Igel, Hamster, Schaf, Kalb, Pferd u. s. w. Leicht zu infi/.ircn sind: Mensch, Schwein, Ratte, Maus, Meerschweinchen, Kaninchen, weniger leicht Schaf, Kalb, Pferd, Katze, Hund und Dachs.
Im Körper der Vögel können Trichinen zwar zur Geschlechtsreife gebracht werden, aber die Jungen siedeln sieh nicht in der Muskulatur an, sondern werden, mit den Faces ausgestossen. Von Kaltblütern und Insekten werden encystirte Trichinen ohne Weiteres wieder mit den Fäces entleert.
Das Vorkommen der Trichina spiralis stimmt mit der Verbreitung der Trichinose beim Menschen und Schweinen überein. In Preussen kam nach der bisherigen Statistik auf 2()()() Schweine ein trichinöses, in Deutschland durchschnittlich auf 10000 Schweinen ein trichinöses; während in Amerika die Untersuchungen 40/o trichinöse ergeben haben.
Grcscliichtliclics. Schon Peacock und Wormald haben (1828) Trichinenkapselu in der Muskulatur des Menschen beobachtet, später J. Hilton (1833) und Pag et (1885) in London. R. Owen beschrieb dann (1835) den encystirten, feinen aufgerollten Parasiten und nannte ihn Trichina spiralis. Sehr bald wurden dann weitere Beobachtungen über das Vorkommen encystirter Trichinen beim Menschen mitgetheilt, besonders aus Deutschland, England, Dänemark und Amerika. Bald wurden auch Fütterungsversuche (18551859 von bouckart, Küchenmeister und Virchow) angestellt. Während jedoch bisher die Trichinen als unschuldige Parasiten betrachtet wurden, änderte sich die Auffassung, als Zenker (1860 in Dresden) bei einem unter typhösen Erscheinungen gestorbenen Mädchen nicht die charakteristischen Erkrankungen am Darme, wohl aber zahlreiche geschlechtsreife Trichinen im Darm und auf der Wanderung begriffene in den Muskeln fand. Durch erneute Versuche vonLeuckart, Virchow, Gcrlach und Zenker wurde dann der Entwickelungs-gang der Trichinen klargestellt, dessen Richtigkeit die furchtbare Epidemie in Hedersleben (1865), wo 337 Personen erkrankten und 100 starben, bestätigte. Seit jener Zeit sind noch zahlreiche Epidemien beobachtet worden. Aussei- in Deutschland, in der Schweiz, England, Dänemark, Schweden, Russland, Frankreich, Italien, Amerika, Indien, Syrien und Australien.
Weitere Stadien lehrten auch, dass lange vor 1860 Trichinen-Epidemien in Deutschland und anderen Ländern vorgekommen sind, nur hat man das Wesen derselben nicht erkannt, obgleich in einzelnen Fällen die Parasiten in den Muskeln gefunden waren.
Zoologisches und Biologtschcs. Im Körper des Menschen, des Schweines und der erwähnten anderen Säugethiero wird die Trichina spiralis als Darmtrichine und im unentwickelten Zustande als Muakelt rieh ine bezeichnet. An den Trichinen kann man einen runden Mund, Oesophagus und dreitheiligen Darm wahrnehmen, der in den Enddarm übergeht. Bei dem Männchen ist nehen dem Enddarm Hoden und Samenleiter, welcher mit dem Mastdarmende in einer Kloake sich vereinigt. An der Kloake befinden sich zwei zapfenartige Hervorragungen zum Festhalten dos Weibchens während der Begattung. Bei den Weibchen wird ein grosser Theil der Leibeshöhle von dem schlauchförmigen Ovarium, dem Uterus und do'r Scheide ausgefüllt. Aus den in den Uterus gelangten Eiern entwickeln sich die Embryonen im Uterus, um diesen sieben Tage nach der Infektion zu verlassen. Nach Aufnahme der unentwickelten Muskeltrichinen, welche, falls sie bereits eingekapselt waren, im Magen ihre Kapsel verlieren, entwickeln sich dieselben im Dünndarm in 3040 Stunden zu geschlechtsreifen (Darm) Trichinen, wobei das Männchen 1,5 mm lang, das Weibchen 8 5 mm lang werden kann. Schon am zweiten Tage ^begatten sich die Thiere und 67 Tage nach der Aufnahme der Muskeltrichinen (mittelst des Fleisches) gebären die weiblichen Trichinen bereits lebendige Junge, welche 0,090,1 mm lang sind. Nach bouckart kann ein Trichinenweibchen bei einer Lebensdauer von 56 Wochen 1500 lebendige Junge gebären.
Nach kurzem Aufenthalte im Dann durchbohren die jungen Trichinen die Darmwand gelangen in die Wut- und Chylusgefässe (Hei tz mann') und so in das Mesenterium und
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lieber parasitisohe Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 811
in die KUrpevmuskulatur. Wie (ioisae bei Untorsucluingon, die er aul' VeiuiiliiHSiing von Heller vornahm, feststellte, tieften die Angaben von Cerfontaine zu, dass die Verbreitung der Trichinenembryonen vom Darm ilber den Körper hauptsächlich durch Ver-mitt.clung des Ciofässsystems stattfindet und nur in geringem Masse durch eine aktive Wamp;ndorung der Parasiten durch die Bauchhöhle und das umliegende Bindegewebe. Nach 910 Tagen ist die Wanderung beendet, die Kmbiyonen fangen an zu wachsen (bis 0,1 mm), dringen in die Muskelfasern ein, deren Quorstroifung und Sarkolemin spindelartig erweitert wird, und kapseln sich ein. Dabei bilden sich unter kleinzelliger Infiltration und Kapillarerweiterung um die Trichinen bindegewebige, ovale, an den beiden Polen dunkle Kapseln, die später verkalken können und dadurch die Trichinen bei der mikroskopischen Untersuchung unsichtbar machen können. Im Bärenschinken fand ich diese Trichinenkapseln kreisrund. Die Verkalkung kann bis zur Vollendung l'/a Jahre dauern. Man findet die Trichinen vorwiegend in der quergestreiften Muskulatur und hier wieder besonders im Zwerchfell, in den tnterkostalmuskeln, Zuugemmiskeln, Hals- und Kehlkopfsmuskeln und Lendenmuskeln, spärlicher in den entfernten Extiemitätenmuskeln. Die grösste Anhäufung findet in der Nähe des Uebergangs der Muskeln in Sehnen und sehnige Ausbreitungen statt. Im Herz findet man Trichinen nicht, ebensowenig im Gehirn (wo Finnen oft beobachtet werden) oder in anderen inneren Organen; dagegen sind Trichinen im Fett gesehen worden.
Die Widerstandsfähigkeit der Muskeltrichineu ist verschieden. Durch intensives Kochen und Braten werden sie gotödtet, wenn die Temperatur im Innern der Fleisch-stücke 6265quot; (J. erreicht, was bei grössereu Fleischstücken schwer und erst nach mehreren Stunden erreicht wird. Stark eingesalzenes Fleisch ist weniger infektiös, aber nicht unschädlich. Zehntägige gute Einpökelung bei hinreichender Salzanwendung soll (nach Filrstenberg') die Trichinen tödten Gründliche Räucherung und nachherige Kinpökeluug hebt die Schädlichkeit gleichfalls auf. Durch die kalte Uäucherung, bei welcher die Temperatur meist unter 37UC. bleibt, ebenso durch die sog. Schnollräucherung, bei welcher die Fleischwaaren nur wenige Tage schwach gepökelt, sodann mit Holzessig oder Kreosot bestrichen und kurze Zeit der Räucherung unterworfen werden, wird die Lebensfftbigkelt der Trichinen nicht vernichtet.
In den verkalkten Kapseln können die Trichinen noch viele Jahre (bis 18 Jahre sind nachgewiesen) lebensfähig bleiben; ebenso wochen- und monatelang im faulenden und im gefrorenen Fleische.
Trichinosis, Trichineuk milk heit des Menschen.
Aetiologilaquo;. Der Mensch infizirt sich (lurch Genuss von trichinösem, rohem oder halbrohem Schweinefleisch. Die Empfänglichkeit bestellt bei jedem Geschlecht und hei jeder Altersstufe. Bei Kindern verlaufen jedoch selbst schwere Fälle selten tödtlich. Die Schwere der Erkrankung richtet sich nach der Menge und dem Trichinengehalt, dos genossenen Schweinefleisches.
Symptome. Es treten zuerst Ejankheitserscheinungen seitens des Magens und Darms auf (Uebelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Fieber), Mit dem Beginne der lüinwanderung der Embryonen in die Muskeln treten je nach dem Sitze der Trichinen entsprechende Muskelerscheinungeu mit': Dyspnoö, Schmerz bei der Bewegung, Schwellung und Söhmerzhaftigkeit der Muskeln, daneben Oedeme (besonders im Gesicht und an den Augenlidern), Heiserkeit, Kau- und Schluckbesohwerden, sohliess-lieh auch Oedem (besonders der oberen) der Extremitäten und manchmal llaut-ausschläge (Herpes, Urtikaria, Pusteln). Von Allgeineinerscheiiimigen zeigen sich
Fieber, Pulsbesohleunlgung, Kopfschmerzen, Bchweissausbruch, Schlaflosigkeit^ während das Bewusstsein ungestört bleibt.
Verlauf, Dauer und Ausgang. Leichte Fälle dauern 2, schwere 67 Wochen. Der tödtliche, meist unter den Erscheinungen der Lungenlähmung ein-
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312nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Durch thierische Parasiten verursachte Krankheiten.
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tretende Ausgang ist selten. (250/o Todesfälle.) Am günstigsten ist der Vorlauf bei Kindern.
Anatomlsoher Befund. Der anatomisohe Befund bietet abgesehen von dem Nachweis der Parasiten wenig Charakteristisehes. Im Dünndarm die Zeieben eines hämorrliagiscben Katarrhs, oft noch lebende Darmtrichinen, in den Lungen lobuliirc und gangränöse lleerde, ferner häufig Fettlcber. Wenn die Trichinen bereits voll-kominen verkalkte Kapseln haben, so kann man dieselben makroskopisch als weisse, graue Pünktchen erkennen.
Diagnose. Die Diagnose im Leben kann sicher gestellt werden durch den Nachweis der Dariiitricliinen in den Ausleerungen der Kranken oder durch Untersuchung eines kleinen unter aseptischen Kautelen exeidirton Muskelstückes. Verwechselungen sind noch möglich mit Wurst- und Fleischvergiftung, jedoch von dieser durch den schnellen Verlauf und Fehlen der Muskelerscheinungen zu unterscheiden. Auch mit multipler Neuritis und akutem Geienkrheinnatismus sind Verwechselungen möglich.
Therapie. Im Beginn starke Abführmittel (Kicinnsöl, Kalomel) zur Entfernung und Glycerin, auch Benzin (4,08,0 in Gelatinekapseln) zum Tödten der Darmtrichinen. Im Uebrigen symptomatisch warme Bäder, Atropin, Antipyrin und Salicylsäure gegen die Muskelerkrankungen und Sohweisse. Mosler empfiehlt ausserdem täglich Darmirrigationen, wobei 88 g Benzin dem Wasser zugefügt werden.
Prophylaktisch ist nöthig, nur auf Trichinen untersuchtes und gut durchgebratenes oder gut durchgekochtes Schweinefleisch zu geniessen.
Trichinosis der Schweine.
Aetiologie. Die Hauptansteckungsquelle für Schweine bilden trichinöse Batten, die besonders in Abdeckereien in sehr grosser Zahl angetroffen worden. Untersuchungen lehrten, dass in einzelnen Gegenden 4070 0/o aller Patten in der Umgebung der Abdeckereien trichinös waren. Daneben können sich die Schweine auch durch Aufnabine von Schlachtabfällen geschlachteter und später trichinös befundener Schweine, durch Verftitterung von Theilen krepirter trichinöser Schweine, sowie durch gelegentliche Aufnahme von Dannabgängen trichinöser Mensehen und Schweine infiziren, in welchen geschlechtsreife Darmtrichiiieii und Embryonen vorhanden sind.
Symptome. Charakteristische Erscheinungen für die Triebinenkrankheit der Schweine sind nicht vorhanden ; oft hat eine gefahrbringende Infektion stattgefunden, ohne dass im Leben der Thiere erhebliche Veränderungen wahrgenommen wurden. Die Thiere werden oft trotz ganz erheblicher Infektion sehr fett und erst bei der Trichinenschau wird die Stattgehabte Infektion festgestellt. Bei sehr schwächlichen Thieren und bei massenhafter Aufnahme von Trichinen zeigen sich Dannerscheinungen, Juckreiz, gespannter lt;lt;aiig, Schlingbeschwerden und heisere Stimme. Auch in solchen Fällen erholen sich die Thiere nach einigen Wochen wieder und werden sehr fett. Ein tödtiieher Ausgang ist selten.
niaguosc. Fm Leben ist, wie erwähnt, eine sichere Peststellung unmöglich. Am geschlachteten Thiere kann man in den (sein- seltenen) Fällen, wo die
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Uober parasitisclio Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 313
Kapseln vollständig verkalkt sind, schon makroskopisoh die Anwesenheit der Trichinen wegen der kleinen grauen Pünktchen an einzelnen Stellen vernnithen. Ein sicherer Nachweis wird jedoch erst durch die mikroskopische Untersuchung geführt. Zu diesem Zwecke entnimmt man mit einer auf der Fläche gebogenen Soheere aus den am häufigsten befallenen Muskeln (besonders aus den Zwerchfeilpfeileni, Zwischenrippen-, Kehlkopf- und Zungemnuskeln) kleine Stücke dicht an der Insertionsstelieder Muskeln und parallel ihrem Faserverlaufe. Meist genügt es, wenn man jederseits ein grösseres (haselnussgrosses) Muskelstückchen ans dem Zwerohfellpfeller, Ilippenlheü des Zwerchfells und Kehlkopfnmskeln entnommen und von jedem Fleischstückchen sechs Präparate anfertigt, sodnss im Ganzen 36 Präparate untersucht werden. In einzelnen Gegenden werden die Floischstücke nur aus dem Zwerchfell, in anderen ans Zwerchfell- und Kehlkopfnmskeln entnommen, Die mit der gebogenen Soheere entnommenen Präparate werden nebeneinander auf eine als Objektträger dienende Glasplatte gebracht, daselbst etwas ausgebreitet und durch eine aufgelegte gleichgrosse Glasplatte komprimirt und, wie es bei den allgemein üblichen Krompressorienquot; möglich ist, durch zwei Schrauben in dem komprimirten Zustande während der Untersuchung erhalten. Die Untersuchung wird dann bei etwa BOfacher Ver-grösserung vorgenommen. Frisches Schweinefleisch wird ohne Wasserzusatz untersucht, Für die Untersuchung von Schinken, Salzfleisch u, dgl. wird man den Fleischstücken etwas verdünnte Essigsäure und Glycerin hinzufügen,
DilFcreutialdiii^iiose. Verwechselungen können vorkommen mit Sarko-sporidien (Miescher'sohen Schläueben), Kalkkonkrementen in der Muskulatur des Schweines und mit Aktinomycesrasen. Bei den Sarkosporidien kann man unter stärkerer Vergrosserung die Querstreifung in der Nachbarschaft erkennen, ferner im [nnern dunkle, gekörnte Massen und halbmondförmige Körper; Kalkkonkremente haben im Innern keine Trichinen; die Unterscheidung von Aktinomycesrasen bietet keine Schwierigkeit. Gelegentlich sind noch andere (selten), im Muskel vorkommende Parasiten mit Trichinen verwechselt worden u. A.: Rhnbditiden, welche zwischen den Muskelfasern liegen, Distomen, erkennbar an ihrer Form und den Saugnäpfen ; schliesslich können auch zufällige Verunreinigungen mit dem Essigiilchen (Anguillula aceti) bei Zusatz von Essig statt Essigsäure oder bei Aufbewahrung der Fleischstückchen in Essig ZU Verwechselungen mit Trichinen Veranlassung geben. Die Essigälchen sind an beiden Enden zugespitzt und bewegen sich beständig zwischen den Muskelfasern.
Prophylaxis. Zur Verhütung der Trichinosis bei Schweinen ist noting: allgemein eingeführte obligatorische Trichinenschau behufs Ermittelung der trichinösen Schweine und Vernichtung von Quellen der Ansteckung, unschädliche Beseitigung der trichinösen Schweine, am besten durch Verbrennung; Vernichtung der Hatten und Mäuse in den Schweinslällen, Verbot der Schweinezucht in Sohlachthäusern und Abdeckereien; gute Schweineställe, in welche die Hatten nicht hineinkommen können, Vermeidung des freien l'mbergebens der Schweine auf Düngerstätten und der Aufnahme von thierischen üeberresten, die nicht gründlich durchgekocht sind,
Sanitiitspolizciliclics. Floiscli von trichinösen Schweinen ist gesnndheitssohftdlioh und deshalb griimlsätzlich dem Konsum zu entziehen. In Kallen, WO nur eine geringe Invasion nachweisbar ist, wird man (wie in Schweden theilweise Üblich) das Fleisch nach gründlicher
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314nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Diircli iliierisclie I'aiasiteri verursftohte Krankheiten.
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Durclikoclimig (untor polizoilichcr Aufsicht) unter Deklaration verkaufen lassen können. In Schweden wird das Fleisch in kleine Stücke zerlegt, durchgekocht und dann schon auf dem Markte dem Fleischer zurückgegeben. In Preussen ist nach einer Verordnung vom 18. Januar 189.rgt; erlaubt l das Abhäuten und das Entfernen der Borsten, sowie die freie Verwcrthung der Haut und der Horsten; das einfache Ausschmelzen des Fettes und die beliebige Verwendung dessolbon; die Verwendung geeigneter Theile zur Bereitung von Seife und Leim, und die chemische Verarbeitung des ganzen Körpers.
e) Strongylidae,
HustrunfryliiN. S(!lir grosse Strongyliden mit oyliadrisohem Körper, Mund mit sechs Papillen, mit glockonfönniger Bursa und einfachem, dünnen Spikulum.
1.nbsp; nbsp;Kustroiif^ylus ffisquot;s (Budolpbi 1802). Riesenpallisiulonwunn. Syn.: Htrongylus gigus, Ktrongylus fcnnlis, Askaris kanis et martis (Schrank 1788), Askaris visceralis et renaüs (Gmelin 1789).
Zoologisches. Das Männchen des blutroth gefärbten, am Vorderendo etwas dünnen, seitlich mit Papillen besetzten Parasiten ist bis 40 cm, das Weibchen bis 100 cm lang. Die dicken, ovalen Eier haben eine höckerige (mit zahlreichen Dellen versehene) Kapsel.
Eustrongylus gigas ist Im Nierenbecken, selten in der Leiboshöhle, in der Blase, Hariinilire und in der Leber, beim Hund, Pferd und Rind, gelegentlich auch beim .Seehund, Fischotter, Wolf, Marder und ausnahmsweise auch beim Menschen beobaohtet worden.
2.nbsp; nbsp;Kiistrongyliis tubifex. Der 80 (Mftnnohen) bis 100 (Weibchen) mm lange Parasit ist, in kleinen Kiiötcben im Darm der Ente gesehen worden.
StXOllgfylUSt Die hierher gehörigen Strongyliden haben bei den Männchen zwei Spikula, bei den Weibchen zwei Ovarien; das Hinterende ist zugespitzt.
3.nbsp; Strongylus paradoxus (Mehlis 1881). Syn.: Strongylus longevaginatus (J)i(!sing 1851), Strongyhis suis (Rudolph! 1809), Strongylus elongatus (Dujardin 1845).
Zoologisches. Das Männchen wird 12 25 mm, das Weibchen bis 50 mm lang; die elliptisch geformten Kicr werden mit vollkommen entwickeltem, zusammengerolltem Kmbryo abgesetzt.
Der gelbweisse Parasit kommt sehr häufig in den kleineren Bronchien des Haus- und Wildschweines vor, dann auch beim Schaf und gelegentlich auch beim Menschen vor.
Strongylus paradoxus kommt ebenso wie Strongylus filaria in den Lungen der Schweine vor, ohne dieselben so zu belästigen, wie die letztere. Obwohl die Thiere zeitweise etwas husten, werden dieselben jedoch sehr gute Mastthiere.
Bisher uusscliliesslich bei unseren llaustliieren gefunden, sind nur nachfolgende Strongyliden :
Heim Pferde.
1. Strongylus nrmatus, s, Sklerostomum armatum, s. S. equinum.
Zoologisches. Die Parasiten werden sowohl als geschlechtslose, 1216 mm lange Larven, wie auch als vollständig entwickelte, rothbraune Würmer, wobei das Männchen 20 bis 80 mm , das Weichen 2350 mm lang wird , beobachtet. Die in der Mitte etwas eingeschnürten Kicr sind von elliptischer Form. Der kugelige, etwas abgestutzte Kopf trägt an dem kreisrunden Mund einen trepankernartig angeordneten Doppelkranz scharfer Zähne. Nach Leuckart entwickeln sich die mit dem Kothe abgehenden Eier im Wasser oder Schlamm schon in 34 Tagen zu freilebenden Rhabditisformen, werden mit dem Trink-
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lieber parasitische Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;315
wasser von neuen Wirthen aufgenommen und gelangen in bisher noch unbekannter Weise in die Blutgefässe, um sich dann besonders im Stamme der vorderen üekrosarterie, selten in der Cüliaka und ihren Aosteu oder auch in der Nierenarterie, selten in anderen Verzweigungen der Aorta festzusetzen. Dann gelangen sie (nach Ilailliet) in den Dann und von hier nach aussen.
PathoIo^iscllO Bedeutunglaquo; Die Parasiten werden in einzelnen Gegenden hei cu. 8594 0/o alier Pferde beobachtet und sind in erster Linie die Ursache der in der vorderen Gckrösarterie vorkommenden Aneurysmen und Thromben, in /.weiter Linie der dadurch häufig entstehenden Koliken. Durch die Ansiedelung der Pamsiten entsteht zunächst eine Endoarteriitis, dann eine parietale Thrombose, wobei der Thrombus in der vorderen Gckrösarterie biihner- bis gänseeigross werden kann, und Erweiterung des Arterienabsobnittes (Aneurysma, Aneurysma vermi-nosutn, Wurmaneurysma) hervorruft. Weshalb die Larven des Str. annatus besonders in der vorderen Gckrösarterie sich ansiedeln, ist nicht bekannt. Die Nachtheile des Aneurysma verminosum hängen von der Ausdehung und Beschaffenheit des Thrombus ab. In vielen Fällen ist keine nachtlieiligc Wirkung vorhanden. Dass in Folge des A. verminosum die Blutgefässe im Colon und Cökum beschränkt und Kolik oder Lageveränderung des Darms herbeigeführt werde, ist im Gegensatz zu Bollinger's Meinung nach Dieckerhoff nicht häufig und bedarf für jeden Fall besonderer Feststellung. Nachtheil tritt ein, wenn Theile des Thrombus sich loslösen, derselbe erweicht und nun Embolien der von der Art. ileo-cöko-colica entspringenden Darmarterien, Embolien der Leberarterien oder der Nieren eintreten, oder wenn durch Ruptur der Aneurysma tödtliche Verblutungen vorkommen. Auch im Gehirn ist St. annatus als Ursache tödtlicher Gehirnerkraiikungen beobachtet worden.
Therapie. Eine; Vernichtung der bereits in den Arterien befindlichen Strongylus-larven ist nicht möglich. Prophylaktisch kann es sieb nur empfehlen, filtrirtes Wasser zu verabreichen.
2. Strongyliis tetrakanthus s. Sklerostomum tetrakanthum. Der viorstachelige l'allisadenwurm.
Zoologisches. Der gerade, weissliche oder auch röthliche, an den Enden verjüngte Körper ist beim Männchen bis 14, bei Weibchen bis 16 mm lang. Der abgestutzte Kopf hat neben der die Mundöffnung umgebenden Ringwulst sechs Papillen.
Pathologische Bedeutung. 8t. tetrakanthus wird im Dünn- und Blinddarm der Pferde beobachtet, wo die Larven entweder Eier unter dem Epithel der Schleimhaut oder kleine Tumoren in der Dickdarmschleimhaut bildend, gefunden werden. In grosser Zahl vorhanden, sollen dieselben besonders bei Fohlen Dannkatarrhe, schwere und selbst tödtliche Aniimicn hervorrufen können.
Von Cobbold wird noch ein Str. Axei in der Magenschleimhaut und ein Str. Arn-tieldi in den Bronchien des Esels beschrieben.
Beim Kinde.
1, Strongyliis mikrnrus. Kleinschwänziger Pallisadenwurm. Der Parasit wird vorwiegend in den Luftwegen der Kälber und Rinder, seltener von Pferd und Esel und ausserdem in Artericn-Ancnrysmcn von Kühen angetroffen.
Zoologisches. Der glatte, fadenförmige Körper ist beim Mannchen bis 35 nun, beim Weibchen bis 72 mm lang. Der runde Kopf hat eine runde nackte Mundölhmng. Die Weibchen gebaren lebendige Junge. Diese leben auf feuchten oder sumpfigen Weiden im Wasser, um später während des Weideganges aufgenommen zu werden. Vom Magen gelangen die Embryonen durch den Schlund in die Kachenhöhle und von hier in die Luftröhre und in die Bronchien, wo sio sicli ansiedeln und geschlechtsreif werden. Die Aufnahme
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310nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch thierische Parasiten verursachte Krankheiten.
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der Knibryonen erfolgt meist von Juni bis Oktober. Die vollständige Entwiokelung der Würmer ist (nach Tapken) in 67 Wochen beendet.
Pathologische Itcdcutung'. ErfahrungsgemiUa finden die Parasiten besonders In nassen Jahrgängen die günstigsten Bedingungen für massenhafte Kntwickelung und worden dann besonders Ursache von seuchenhaften Erkrankungen des Jung-viehs, wie ich in einzelnen Gegenden Holsteins beobachtete. In geringer Zahl aufgenommen verursachen die Parasiten (besonders bei älteren Thieren) keine Störungen; in grösserer Menge und bei jungen Thieren vorhanden, rufen sie die Erscheinungen einer katarrhalisohen Bronchitis in höherem oder geringerem Grade hervor, welche (mit Husten, Dyspnoe, Appelitverminderung, Abmagerung und Anämie verbunden) entweder in (58 Wochen mit Genesung der Thiere oder in ;i^4 Wochen tödtlich endet. Fieber ist, meist nicht vorhanden. Anatomisch findet man dann die Würmer in dem Schleim der kleineren und grösseren Bronchien zu Knäueln zu-saininengerolll. Sind die Parasiten abgestorben, so kann man oft an der Oberfläche und auf Schnitten graugrüne Knoten in der Lunge nachweisen. Therapeutisch haben sich die vielfach empfohlenen Räucherungen (mit Theer, Karbolsäure, Kreolin u. s. w.) und trachealen Injektionen (von Karbolsäure, Kreolin, Terpentinöl) als wenig wirksam erwiesen; das Beste ist gute kräftige Ernährung, verbunden mit der Verabreichung von Eisenpräparaten. Prophylaktisch ist noting, Vermeidung der in nassen Jahrgängen gefährlichen Weiden und, wenn möglich, Einführung der Stallfütterung In den betreffenden Wirthsohaften.
2. Stroiigylus kontortus (Rudolphi). Der weisse oder auch röthlich gefärbte, an den Enden etwas gedrehte Körper ist beim Männeben bis 16 mm, beim Weibchen bis 20 mm lang; der eiförmige Kopf trägt zwei halbelliptische Flügel; die Bursa des Männchens besieht aus zwei langen Lappen. Dor Parasit, kommt besonders häufig im Labmagen der Schafe und Ziegen, dann auch bei Ziegen und Gemsen, sowie im Labmagen junger und iütcr Rinder vor (Neumann-Railliet). Nach Neumann stellt der von Ostertag sehr unvollständig beschriebene und von ihm Str. konvolutus genannte Parasit nur ein jüngeres Entwickolungsstadium von Str. kontortus dar. Der Parasit kann in grösserer Zahl Labmagenkatarrhe, besonders bei jungen Rindern hervorrufen. Weiteres wird beim Schafe noch zu erörtern sein.
8. StfOngylng radiatUB. Dor Parasit, welcher viel Aehnlichkeit bat mit Docbmius cormnes, ist im Dtinndarm des Kindes gefunden worden (Rudolphi).
4. Stl'ongylUS ventrikosna (Rudolphi). Der fadenförmige, mit kleinem breiten Kopf und runder nackter Mundüffnung versehene Körper des Wurmes ist beim Männchen 8, beim Weibchen 12 mm lang und trägt auf der Haut 14 Längskanten. Der Parasit is( im Dünndarm des Rindes, des Schafes und des Hirsches gesehen worden.
Tk Strongylus intiatiis. Dieser von Railliet Oe^opbagostoma genannte Parasit bat einen runden Kopf und eine mit Ringwulst umgebeno Mundüffnung und ist gelegcntlicli im (Jrhnmdarm dos Rindes gefunden worden.
Beim Schaf bezw. Ziege.
1. Strongylus iilnria (Rudolphi). Der Wurm wird besonders in der Luftröhre und in den Bronchien des Schafes, gelegentlich auch der Ziege, des Kameeis, sowie beim Reh, Hirsch und bei der Gazelle gefunden.
Zoologisches. Der dünne, fadenförmige und weisse Körper des Wurmes wird beim Männchen Ins 25 mm, beim Weibchen bis 84 mm lang; an dem stumpfen, ungefliigelten Kopf befindet sich ein Mundsaum mit drei kleinen Wärzchen. Die Weibchen sind vivipar.
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ITebor parasitische Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;317
Bezüglich der EntWickelung dieses Parasiten nimmt man an, dass sowohl Eier wie Embryonen ausgehustet worden und dann die letzteren, wie die ersteren, nachdem sie in feuchter Umgebung zu Embryonen sich entwickelt, haben, als rhabditisartige Nematoden so lange zu leben vermögen, bis sie mit dem Trinkwasser oder mit dem Futter wieder von Schafen aufgenommen werden und vom Magen durch den Rachen in die Luftröhre dieser Thiere gelangen. Die Widerstandsfähigkeit der Parasiten scheint eine erhebliche zu sein. Im Wasser können sie Monate lang entwiokelungsfähig bleiben, ebenso ertragen sie 30tiigige Austrooknung und gehen nach 8 talgiger Behandlung mit Spiritus und Sublimat-lösung noch nicht zu Grunde (Ercolani, Colin). Dagegen sollen sie (nach Ra ill let) in faulem Wasser in zwei Tagen zu Grunde gehen.
Pathologische lledeutung. Die Parasiten rufen nach Aufnahme der Embryonen in den Sommermonaten um die Herbstzeit in nassen Jahrgängen eine oft seuchenartig auftretende Lungenerkrankung bei jungen Schafen hervor. 10s zeigen sich die Erscheinungen eines BronchialkatuiThs, mit nachfolgender Bronchopneumonic und Lungenphthise. Schleimiger Auswurf, wobei Wurmklumpen ausgehustet werden, Dyspnoe, Nasenausfluss, später Abmagerung, sind die wichtigsten Erscheinungen. Je nach dem Alter und dem Ernährungszustande gehen 107Ü0/o der ergriffenen Thiere nach Wochen und Monaten zu Grunde!. Bei der Sektion findet man die Parasiten in den Bronchien und in den knötchenartigen (pseudotuberkulösen) Neubildungen der Lunge der Thiere. Therapeutisch wird das schon bei Str. mikrurus angegebene Verfahren empfohlen; wichtiger dagegen ist die Prophylaxe: die Schafe in nassen Jahrgängen nicht auf die gefährdeten Weiden zu schicken oder vor dem Austreiben etwas Futter zu verabreichen, die feuchten Weiden zu drainiren und die durch die Parasiten infizirten Organe vollständig und unschädlich zu vernichten.
2.nbsp; nbsp;Strongylus kontortus. Dieser bereits beim Rinde erwähnte Parasit ruft im Frühjahr und Sommer bei Lämmern eine oft seuchenarlig auftretende sog. rot he Magen wurm seuche hervor. Es zeigen sich chron. Labmagenkatarrhc, Durchfälle und schliesslich Zeichen der pernieiösen Anämie und Abmagerung. Gerlach beobachtete gleichzeitig Strongylus kontortus neben Str. i'ilaria hei den Schafen und glaubte, dass ein Zusammenhang zwischen beiden Parasiten bestehe Bei der Sektion, welche wegen der schnellen Verdauung der Strongyliden im Kadaver nach Friedberger bald auszuführen ist, findet man die Parasiten in dor oft siebartig durchlöcherten und im Zustande chronischen Katarrhs befindlichen Schleimhaut des Labmagens. Zur B e h a n d lung hat man neben kräftiger Ernährung die Verabreichung von Terpentinöl und pikrinsiiurem Kali (0,80 g pro dosi) empfohlen, auch wäre Benzin zu versuchen.
3.nbsp; nbsp;Pseudalius ovls pulmonalis (Koch). Strongylus ovispulmonalis, Strongylus rufescens (Leuckart). Pseudalius capillaris (Müller). Nematoideum ovis pulmonale (Utz-Lydtin). Der Parasit ist in der Lunge des Schafes, der Ziege, der Gemse und des Rehes beobachtet worden.
Zoologisches. Der Parasit ist schon seit langer Zeit in den Luftwegen (oft mit Str. filaria zusammen), sowie besonders in den Lungen des Schafes gefunden worden. Koch hat ihn nach Züru's Uiitorsuchungen als besondere Art angesehen und Pseudalius ovis pulmonalis bezeichnet, während Railliet zeigte, dass der Parasit identisch ist mit Strongylus rufescens. Der schwach braumotlie, dünne, fadenförmige Körper ist beim Männchen 1828 mm und beim Weibchen 2535 mm hing. Der Parasit ist vivipar. Bezüglich der Entwickelung wird (nach Le u cka r t, Zürn u. A.) angenommen, dass in den Bronchien die Paarung stattfindet, die jungen Embryonen im interstitiellen Bindegewebe bis unter die
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818nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch tbierisobe ParaBiten verursaobta Krankheiten.
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Lungenploura vordringen, sich dort verkapseln und verkalken. Die Kmhryonen (nicht die Kitern nach Müller) werden mit dem Bronchialsclileim ausgehustet, es entwickeln sich die jungen Embryonen im Wasser und im feuchten Hoden event, zu Hhahditisformen und weiden dann von den Schafen aufgenommen.
Pathologisohe Bodoutun^ Die Parasiten kommen in einzelnen Qegenden
(besonders in Süddeutsobland) in grosser Verbreitung vor. Im Kieler Schlacbthof fand Buser dieselben bei 2ü0/o der gesohlaobteten Sohafe, Bei stärkerer Invasion werden Krankbeitserscheinungen (Husten, vermebrte Sobleimsekretion, etwas be-
sebleunigtes Athmeii) vorbanden sein (Bronebiopneunionia nodidaris venninosa), in den meisten Fällen ist jedoeb im Leben und vor dem Sohlacbten der Tbiere nicbts
naobzuweisen. Anatomisob findet man kleine, weissgraue, gelbe oder auobgrünliob-
graue, derbe, tbeilweise verkalkte Knötcben, die makroskopiscb unter der Lungen-pleurn siebtbar und in lt;ler Lunge fühlbar sind. Danebon finden sieb auch grössere, gelbe und gelbgraue Knötoben. Auf dem Durohsobnitt findet man bald verkalkte, krümelige, bald käsige; oder graue und weiebe Massen, in denen mikroskopisch der sebr leiebt zerstörbare Wurm naobzuweisen ist. Gesebleebtsreife Parasiten findet, man jedoeb in den Knötcben nicht (Me' Fadyean).
Die Prophylaxe ergiebt sieb aus dem bereits Mitgetheilten ohne Weiteres.
4.nbsp; Strongylus hypostoiUUS) Sklerostomum hypostomum. Pallisadenwurm mit abwärts gewendetem Maule. Der gleich dicke und gerade Körper mit rundem Kopf besitzt eine runde, schief nach der Hauchseite sich neigende, mit sechs Warzen besetzte Mund-öffnung. Die Männchen werden bis 20, die Weibchen bis 23 mm lang. Der Parasit wird im Darmkanal des Schafes und der Ziege gefunden. Nach Friedberger - Frohner, welche den Dünndarm der betreffenden Schafe mit chokoladefarbigem Inhalt und die Scbleim-haut mit zahlreichen kleinen, punktförmigen lilutungen fanden, erzeugen die Parasiten zuweilen Verdauungsstörungen und Kolik.
5.nbsp; Stl'OngylUS oernung, DoohmlUSl) oernuns. üneinaria cernun. Der übergebogene Pallisadenwurm. Der weisse oder weissgelbe Körper mit spitzem Kopf und dreieckiger, herabgebogener, mit sechs Papillen besetzter Mumlöffnung ist beim Männchen bis 16, beim Weibchen bis 22 mm lang. Der Parasit ist im Dünn- und Dickdarm der Schafe und Ziegen beobachtet.
6.nbsp; Strongylus tilikollis. Der dünnhalsige Pallisadenwurm. Der dünne, fadenförmige, mit 18 gleichmässig vertheilten Längskanten versehene Körper ist beim Männchen bis 10, beim Weibchen bis 21 mm lang. Die Kier sind sehr gross. Der Parasit ist im Duodenum des Schafes und der Ziege gefunden worden.
7.nbsp; Strongylus vcmilosus. Der geäderte Pallisadenwurm. Der Parasit (Männchen bis 16, Weibchen bis 24 mm lang, die ringförmige Mundötfnung mit Papillen besetzt, Hals mit ovaler Auftreihung) ist im Darm der Ziege beobachtet.
Beim Hund und bei der Katze.
Strongylus vasorum kanis (Railliot) lebt als 1 2 cm langer Fadenwurm im rechton Herzen und in der Lungenartcrie des Hundes, von hier kommen die, Eier in die Lunge. Die Embryonen, welche selten Pneumonie erzeugen, gelangen mit dem Auswurf nach aussen. Oft seuchenartig in Jagdmeuten beobachtet (Laulani e-Neuman n).
Strongyliden beim Schweine,
1. Strongylus paradoxus (Meblis). Stalongatus (Dujardin). Der Wurm kommt in den Luftwegen des zahmen und wilden Schweines vor.
Zoologisches. Der lange, fudenf'örmigo Körper wird beim Männchen bis 20, beim Weibchen bis 40 mm lang. Der kegelförmige Kopf des lebendige Junge gebärenden Parasiten besitzt eine enge, von sechs Lippen geschlossene Mundöllnung.
i) 0'iyu.iOi, krumm.
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Ij'ubor paraBitisobe \Vü^#9632;^l6l.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;819
1'atholo^isclio Itcdoutuu^. Bei jungen Sohwelnelaquo; iiikI rwoh reiohlioher Aufnahnio der Parasiten mögen Kranklioitsor.schoiimngen vorkoinincn, be] älteren Thieren, die trot/, der Anwesenheit der Würmer .sehr fett werden, wohl sehr selten und bald vorübergehend. Die Parasiten sind bei 80 60u/o der geselllaehteten Schweine in einzelnen Gegenden (Berlin, l'e.st, Leipzig) beobachtet worden. Aussen an dunklen, schwach glänzenden Flecken der Lungenpleura erkennbar, findet man sie in grossen Bezirken, besonders an der Basis der Schweinelungen zu Knäueln in den manchmal katarrhalisch erkrankten kleinen Broncliialiisteii.
2, Stroiitfylus deiilatns. Skloiostonium dentatum. Sklcrostoinum pinguikola. Stoplia Munis dentatua. Es ist noch nicht ontschieden, o)) .Str. dentatus und Stephanurus dentatus identische Parasiten sind. Der Körper derselben wird beim Alünnchen bis 30 mm, beim Weibchen bis 40 mm lang, hat eine ruiullicho Anschwollung am Halse und beim Weibchen am liinteren Ende eine lange, pfiioinenf'örmige Spitze.
Der Parasit ist im Dickdarm des (Schweines gefunden, wo derselbe in grossen Mengen Darmreizungen verursachen kann, sowie (besonders in Nord- und Siidanierika, in Australien) in grosser Ausdehnung und in zahlreichen Exemplaren im Fette der Nierenkapsel und in der Niere des Schweines. Manchmal sind grosso mit Eiter gefüllte Gänge nachzuweisen.
Beim Hasen und beim Kaninchen
sind noch zu erwähnen:
1.nbsp; Sti-ongylus Uommulalus (Diesing). Der Körper des Männchens 1830 mm, der dos Weibchens 2832 mm lang. Der Parasit kommt in den Bronchien der Hasen und Kaninchen vor und verursacht manchmal eine der Lungonseucho des ydiafes ähnliche, sehr verheerende Krankheit bei den Hasen (Hasencholera, Eranzosenkrnnkheit von den Jägern genannt). Die Lungen der gestorbenen Thioie sind schwarzroth und im Stadium der .Splenisation (C z o k o r).
2.nbsp; StrongylUS StrlgOSUS^ Der rothe Körper des Parasiten ist beim Männchen 816 mm, beim Weichen 1120 mm lang; man lindet die Würmer im Magen (Railliet) und im Dickdarm (Colon und OOkum) der Kaninchen.
Beim (lefügcl
sind noch zu nennen;
1.nbsp;Strongylus Syngamus, S. trachealis. Sklerostomuni Syngamus. Der gepaarte Luft-röhrenwurm der Vögel. Der Parasit wird in der Luftröhre und in den Bronchien bei einer grossen Zahl von Hausvögeln (Huhn, Pfau, Tuten, Enten, Gänse u. s. w.) beobachtet und ist besonders in Amerika, England und Italien häufig die Ursache des Aussterbens ganzer (leflügelhöfe. Wiesen kiel soll den Parasiten schon 1798 in Baltimore gefunden und Sklerostoma Syngamus genannt haben.
Zoologisches. Der röthliche, gerade, nach hinten zugespitzte Körper wird beim Männchen bis 5, beim Weibchen bis 13 mm lang. An dem halbkugeligen Kopf ist ein rundlicher, mit sechs Papillcn umgebener Mund. Die Oeschlechtsöffnung des Weibchens befindet sich im vorderen Abschnitt des Leibes. Die Würmer werden von den kranken Vögeln ausgehustet und von gesunden direkt oder indirekt (Trinkwasser) aufgenommen.
Pathologische iieilciitung. Wenn die Parasiten in grösserer Zahl vorhanden sind, so rufen sie Entzündungen der Luftröhren , Abmagerung, Anämie und schliesslich den Tod ' der Thiere hervor.
2.nbsp; Syngamus bronehialis. Der Parasit, dessen cylindrischer Körper beim Männchen bis 10, beim Weichen bis 25 mm lang wird, ist bei den oben genannten Vögeln und auch bei Dohlen beobachtet worden.
3.nbsp; StrongylUS nodnlarlS. Der Parasit, dessen Körper beim Männchen bis 12 mm. beim Weibchen bis 18 mm lang wird, findet sich in der Schleimhaut der Speiseröhre, sowie zwischen Muskel- und Schleimhaut dos Magens und Düimdarmes der Gans.
4.nbsp; Stl'OngylUS tennis. Der Parasit wird im Dttnndartn der fians gefunden und isl beim Männchen 6,6 mm, beim Weibchen 7,3 mm lang.
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320nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch thierische Parasiten verursachte Krankheiten.
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f) D o c h m i n s i).
Syn.: Uncinarui (Fröhlich 1789), Anchylostoma (Dubini 1843). Diese Art ist gekennzeichnet durch die dorsahvärts gerichtete Abknickung des die grosse Mund-liühle enthaltenden VorderendesJ der ovale, weite mit harten Lippen ausgestattete Mund besitzt chitinöse Zähne, die sich auch im Grunde der Mundkapsel erheben.
1. Docliinius duodcnalis (Leuckart 1876). (Achylostomum2) duodenale). Syn.: Htrongylus duodenalis (Schneider 1866); Sclerostoma duodenale (Cob-hold 1864).
Der Parasit lebt im Duodenum und auch im Anfangstheile des Jejunum beim .Menschen und bei einigen Affen und scheint über die ganze Erde, wenigstens über die wärmeren Gebiete, verbreitet zu sein. In der kälteren gemässigten Zone, besonders in Deutschland tritt er nur sporadisch auf und scheint dann stets aus dem Süden eingeschleppt zu sein.
Gesohlohtltohes. Nach den Berichten in der Litteratur liegen Krankheitsfälle, welche durch A. duodenale entstanden sind, schon aus der Mitte des XVII. Jahrhunderts vor. Dubini hat den Parasiten dann (1838) in den Dannwandungen zahlreicher Leichen gefunden und zuerst beschrieben. Griesinger führte dann (1851) den Nachweis, dass A. duodenale die alleinige Ursache der ägyptischen Chlorosequot; sei. Auf den Antillen wird die durch diesen Parasiten hervorgerufene Krankheit Mal creurquot;, in Columbien Tun-tunquot;, in Brasilien Opilukaiquot; oder intertropikale HypohtUniequot; genannt. Des Weiteren wurde der Parasit als Ursache der Anämie der Ziegelarbeiter in Italienquot; (1877), der Minen- oder (Irubenkrankheit'' bei den Arbeitern des Gotthard-Tunnels gefunden. Späterwurden die Parasiten auch in Deutschland als Krankheitsursache bei Ziegel- und Bergarbeitern besonders in der Kheinpfalz festgestellt. Meist konnte eine Einschleppung durch italienische oder belgische Arbeiter nachgewiesen werden.
Zoologisches. Der bei den Männchen meist weisse Körper ist bis 11 mm, bei Weibchen rötblich und bis 16 mm lang. Das Kopfende des drehrunden Parasiten ist bei beiden üescblechtern nach der Bückseito gebogen. Der mit sechs Papillen versehene Mund hat eine glockenartige, chitinisirte Mundkapsel. Am Rande der Mundkapsel befinden sich sechs Chitinzähne. Bezüglich der Ent wi c kelungsges chich te ist (nach Leuckart, Leichten Stern u. A.) bekannt, dass die Kier in sehr grosser Zahl (Lei ch te n s t er n fand ca. 19000 Eier in 1 g Fäkalmasse) im Darm abgelagert werden und, ins Freie gelangt. 24 Tage unter günstigen Bedingungen (Feuchtigkeit, Sauerstoff und dünne Ausbreitung) den Embryo zur Entwickelung bringen. Der aus dem Ei ausgeschlüpfte Embryo wächst in acht Tagen bis zu einer Länge von 0,8 mm, umgibt sich mit einer von ihm ausgeschiedenen glashcllen flaut (Larvenhaut) und ist so wohl zur Fortbewegung geeignet, wie gegen Feuchtigkeit und Trockenheit geschützt. In diesem Stadium werden die Parasiten durch das Wasser, verunreinigte Hände, durch die Nahrung vom Menschen aufgenommen, verlieren dann im menschlichen Darm ihre Chitinhülle in Folge Einwirkung des Darmsaftes und entwickeln sieh dann im Duodenum und Jejunum zu geschlechtsreifen Parasiten, in welcher Form sie 5--6 Wochen nach der Infektion schon wieder im Stuhlgang nachzuweisen sind.
Aetiologio. Die Ankylostoniiasis ist bisher fast ausnahmslos nur bei Erdarbeitern beobachtet worden. Meist erkrankt eine grössere Zahl unter gleichen Verhältnissen lebenden Personen. Die von einem Infizirten entleerten Fäkalmassen werden nach dem geschilderten Entwickelungsgange der Parasiten die Ursache für die Infektion Anderer. Oft infiziren sieh die Erwachsenen und die Kinder dadurch, dass sie mit Lehm beschmutzte Hände in den Mund bringen und sich so mit dem Lehm die Embryonen einverleiben.
i) Si^iito:, krumm.
'#9632;il äfxvXtjc, das Häkchen.
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Ueber parasitische Würmer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;321
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Symptome. Vier bis sechs Wochen nach der Infektion zeigen sieh die ersten Krnnkheitserscheinungeii, es treten Verdauungsstörungen, Uebelkelt, Erbrechen u. dgl. ein. Allimihlich entwickeln sich dann wegen der grossen Zahl der anwesenden Parasiten die Erscheinungen zunehmender Anämie (Mattigkeit, Schwäche, Blässe des Gesichts, welke Beschaffenheit der Haut), schliesslich beobachtet man Kolikanfälle, auch blutige Stühle (besonders in den Tropen), bis dann selbst in schweren Eällen die schweren Erscheinungen nachlassen und allmählich noch Heilung eintritt. Der Verlauf ist jedoch in allen erheblichen Fällen ein sehr langsamer; oft tritt noch im späteren Stadium der Tod ein.
Anatomischer Befund. Man findet die Parasiten im Duodenum, Jejunum und Ileum; besonders im Jejunum, manchmal auch im Magen und im Cökurn. Die natürliche Lebensdauer der Parasiten scheint fünf Jahre zu betragen. Am Sitze der Parasiten im Darm findet man auf der Schleimhaut groschen- bis thaler-grosso ekohymosirte Plaques von roth punktirtem, getipfeltem Aussehen.
Diagnose. Die Feststellung erfolgt mit Sicherheit nach Auffindung der charakteristischen Eier oder der Parasiten selbst nach Verabreichung eines wirksamen Anthelaiinthikums.
Prophylaxe und Therapie. Prophylaktisch ist wichtig die Verschleppung der Parasiten durch erkrankte Individuen zu verhüten. Ferner ist noting, in den gefährdeten Gegenden für geeignete Aborte und eine häufige Desinfektion Sorge zu tragen und die Arbeiter zu warnen, mit ungereinigten Händen ihre Mahlzeiten zuzubereiten oder zu gemessen. Zur Therapie wird das ätherische Fannkraut-extrakt (210 g) empfohlen. Das Mittel wird rein oder in Verbindung mit Syrup oder Oognak verabreicht. Ausserdem wird auch die Tiiymolsänre (210 g) 3 bis ßmal täglich empfohlen.
Bei Thieren kommt Dochmius duodenalis sehr oft beim Hunde vor und verursacht hier in ähnlicher Weise schwere Anämien wie beim Menschen (Dochmiasis der Hunde genannt). Neben Schwäche und Abmagerung zeigen sich als charaklcristische Kennzeichen Nasenbluten und odematöse Schwellungen der Gliedmassen. Schliesslich treten blutige Durchfälle, hochgradige Anäniio, Geschwüre und Gangrän der Haut auf. Die Thiere gehen dann oft erst nach mehreren Monaten zu Grunde. Für die Diagnose ist wichtig das enzootische Auftreten, der Nachweis der Parasiten, die günstige Wirkung der Anthehnintliika. Prophylaktisch ist Isolirung der kranken Hunde, Vernichtung der Exkremente, Verabreichung gekochten Wassers nothwendig. Therapeutisch ist, die Verabreichung von Wurmmitteln notbig, wobei Megnin eine Mischung von Kamala 4,0, Kalomel 0,5, Arsenik 0,01 empfiehlt.
Beim Hunde, der Katze (in Italien) und auch beim Fuchs kommt ausserdem Dochmius trigonocoph alus vor. Der Parasit, dessen Miinnohen 8 mm und dessen Weibchen 12 mm lang weiden, wird im Magen und Darm beobachtet. Dochmius steno-cephalus kommt als Ursache schwerer Anämioon bei Jagdhunden vor.
Bei der Katze wird im Zwölftingordarm Dochmius tub a e form is und im Magen Dochmius Baisami fei is beobachtet.
Nach Megnin sollen Übrigens D. tubaeformis, trigonocophalus und lialsami nur Altersunterscliiede und Varietäten von Dochmius duodenalis des Menschen sein.
Bei der Katze ist ferner noch im Magen derselben die zur Gattung Ollulanns gehörige Art Ollulan us trikuspis, mit becherförmiger Mundkapsel, gefunden worden. SchnoiiiomiUil, Vorgl. Pathologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 21
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322nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch thierische Parasiten verursachte Krankheiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;gt;
Die entwickelte J ugendfor m findet sieh in 0,3 mm grossen Gysten in den Muskeln der Hausmaus.
g) Askaridae1), Spahviirmer.
Die Askariden sind ausscliliesslich parantisoh lebende Fadenwürmer, deren
^lundhöhlc von drei Pupillen umgeben ist, von denen eine dorsal, die beiden anderen
ventral stehen. Das Männchen hat zwei gleichlange Spikula und zahlreiche Papillen.
Die Yulva liegt, vor der Körpennitte. Alle Arten entwickeln sich wahrscheinlich
direkt, ohne Zwischenwirth.
1.nbsp; nbsp;Askaris iiiiiibrikoi(los-)(Leuekai't 1758), regenwurmähnlichor Spulwurm. Der Spulwurm ist seit alter Zeit als einer der häufigsten Parasiten beim Menschen bekannt und wird schon von Hippokrates erwähnt3). Man beobachtet ihn in allen Welttheilcn, in den Tropen häufiger als in den gemässigten Klimaten.
Zoologisches. Der im frischen Zustande röthliehgelbe oder graugelbe, langgestreckt spindelförmige Körper wird beim Männchen 1525 cm lang, beim Weibchen 2040 cm. Das Hinterende des Miinnchens ist konisch, mit Spikula besetzt und hakenförmig umgeschlagen, das des Weibchens konisch und gerade. In den Geschlechtsorganen des Weibchens können sich nach ungefährer Schätzung bis 60 Millionen Eier entwickeln. In den Eiern, welche eine giosse Widerstandsfähigkeit besitzen und in den Fäces leicht aufgefunden werden können, entwickeln sich im Wasser oder in feuchter Erde nach etwa acht Wochen wurmartige Embryonen. Die Weiterverbreitung erfolgt durch Aufnahme embryonenhaltiger Eier mittelst des Wassers oder direkt vom Boden. Hierbei mag das Verstreuen der Eier durch dieselben Parasiten des Schweines und Rindes eine Kolle spielen. Im Darm wachsen dann gcschlechtsreife Würmer hervor. Die Spulwürmer leben vorzugsweise im Dünndarm, oft in beträchtlicher Zahl; bei starken Brechbewegungen werden sie ausgebrochen.
Pathologische Jtcdcutuiig. Die Parasiten kommen bei Kindern und bei Erwachsenen vor, in vielen Fällen ohne üble Folgen. In anderen Fällen zeigen sich Mattigkeit, Juckreiz, anhaltende Durchfälle, auch schwere nervöse Erscheinungen. Manchmal (durch Hineinkriechen der Parasiten in die Gallengänge) entstehen Leber-abscesse. Vereinzelt gelangen sie auch in den Harnapparat, in die Bauchdecken und in dend'harynx. Die Diagnose ist durch den Nachweis der Würmer oder Eier in den durch Abführmittel beförderten Stuhlgängen zu sichern. Therapeutisch wird in Verbindung mit einem Abführmittel empfohlen: Flor. Cinniae 6,U, Tub. Jalapae l,ü, Syr. COiniU. 30,0 in drei Theilen zu nehmen; besser Trochisci San-tonini in Verbindung mit Kalomel. Prophylaktisch ist wichtig, die abgehenden Würmer zu verbrennen. In gleicher Weise muss jedoch mit den Spulwürmern des Rindes und Schweines verfahren werden. Kinder nehmen häufig Erde in den Mund oder fassen mit den verunreinigte]) Händen Speisen an und infiziren sich so.
Bei Thicren kommt Askaris lumbrikoides bei Schweinen und Kindern vor. Die Parasiten sind etwas kleiner als beim Menschen, Beim Schwein wird durch ihre Anwesenheit oft Verstopfung hervorgerufen.
2.nbsp; nbsp;Askaris mystax (Zeder 1800). Lumhrlkus canis (Werner 1782). Ask. teres (Göze 1782), Ask. kati et canikuli (Schrank 1788). Ask. canis et felis. Ask. mnrginata et mystax. Ask. alata (Katzenspulwurm).
i) isxaplCd), hüpfen. '#9632;*) lumbrices, schlüpfrig.
8) Die Griechen nannten ihn e/juv; oder 9tpoYYlaquo;).rj, Plinius Tinea rotunda; ijxcoi; der Griechen ist unsere Oxyurus (Braun).
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Uuber parasitische Würmer.
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ZooiogiMuliCH. Der vorne meist spiralig gekrümmte Kürper des Männchen ist 40 bis 60 mm lang, beim Weibchen 120180 mm. Die dünnschaligen, kugelförmigen Eier sind sehr widerstandsfilhig. Die Uebortragung erfolgt direkt.
Dor Parasit kommt sehr häufig im Darm der Katzen und Hundo, danobon auch heim Luchs, Löwen, Jaguar, Puma und beim Menschen vor.
3.nbsp; nbsp;Askaris megalocephala. Der grossköpfige Spulwurm; i.st einer der grösston im Innern von Hnustliieren schmarotzenden Nemaloden.
Zoologischem. Der weissliche Körper mit deutlich durchscheinendem, zweihörnigem Uterus, Eileiter und Darm ist beim Miinnchen 1625 cm, beim Weibchen 30-88 cm lang. Die Geschlechtsöffnung dos Weibchens liegt in einer ringförmigen Vertiefung. Nach E seh rieht soll ein Spulwurm in einem Jahre 60 Millionen Eier produziren.
Der Parasit kommt im Düniularm der Pferde und Esel oft in grossen Mengen (bis zu 1000 Stück) vor und ist die Veranlassung von hochgradigen Verstopfungen. Auch in den Gallengängcn der Leber wird der Parasit beobachtet. Zur Vorbeuge ist erforderlich, das zum Tränken der Thiero benutzte quot;Wasser zu filtriren bezw, zu kochen, das Futter zu untersuchen und die abgehenden Spulwürmer zu verbrennen. Therapeutisch ist die Verabreichung von Zuckerrüben mit Zucker oder Tart. stibiatus 7,515 g pro die zweckmässig.
4.nbsp; nbsp;Askaris ovis. Im Dünndarm des Schafes werden manchmal diese Parasiten beobachtet, Männchen 710 cm lang, Weibchen 812 cm.
5.nbsp; nbsp;Gnathostoma liispiduin. Dieser 23 cm lange, oylilldrisch geformte,
an dem kugeligen Kopfe mit 12 Reihen Häkchen besetzte Parasit welcher eine
Mittelstellung zwischen Askaris und Eustrongylus einnimmt, i.st (von Fed schenk o
und Csokor) wiederholt im Magen der Schweine beobachtet worden, wo er
sich tief in die Magenschleimhaut einbohrt und chronische Magenkatarrhe und
Blutungen hervorruft.
Beim Hausgeflügel sind noch zu erwähnen: Heterakis (früher Askaris) intlexa und vesikularia bei Hühnern und Enten, ferner He terakis dispar bei Gänsen und Enten ; Heterakis makulosa bei Tauben oft enzootisch vorkommend.
1)) Oxyuris1) (Rudolphi 1803).
Die hierher gehörigen kleinen Würmer haben ein abgesetztes langes, pfriemen-artiges Schwanzende; beim Männchen ein Spikulum.
1. Oxyuris vormikularis (Linne 1767). Pfriemonschwanz. Syn.; Askaris vermikularis; Fusaria vormikularis (Zeder 1803).
Der Parasit, auch Spring- und Maden wurm bezeichnet., ist seit alten Zeiten bekannt und in allen Theilen der Erde als einer der häufigsten Würmer des Menschen beobachtet,
Zoologisches. Der weisso, fadenförmige Körper ist beim Miinnchen 34, beim Weibchen 812 inm lang, das knopfförmigo Kopfende hat drei Lippenfalton, das pfriemon-artige Hinterende ist zugespitzt. Die männliche Geschlechtsöffnung ist nahe dem Schwanzende, die weibliche in der vorderen Körporhälfte. Die ovalen, sehr widerstandsfähigen Eier enthalten einen mit pfiiomenartigem Hintorende ausgestatteten, kaulquappenförmigen Embryo, üei genügender Temperatur wandelt sich der Embryo in der Eischale in Nematoden-gcstalt um und erfährt ohne Zwischenwirth (Leuckart) die direkte weitere Entwickelung nach Aufnahme der Eier per es, Im Magen wird die Eischale gelöst und die weitere Ent-
') oiJ;, scharf, rj üiiod, Schwanz.
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324nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch thicrischo Parasiten verursachte Krankheiten.
wickelung vollzieht sich sehr schnell (in zwei Wochen) nach einigen im Dünndarm eingetretenen Häutungen. Im Dünndarm erfolgt auch die Befruchtung. Dann gehen die Parasiten in das Cokum , um später in das Rektum und an den After um von da nach aussen zu gelangen. Bei intizirten Personen ist die Umgebung des Afters oft dicht mit Eiern besetzt.
Aetiologic. Die Infektion kann bei den Trägern von Oxyuris durch Selbstinfektion (Kauen an den Fingernägeln) erfolgen, wenn beim Kratzen und Reiben Eier an die Fingernägeln und von da in den Mund gelangen; ferner auch durch mit den Eiern verunreinigte, roh genossene Nahrungsmittel (Früchte, Gemüse) oder auch durch die Exkremente der Fliegen, welche die Eier auf die Nahrungsmittel bringen. Im Wasser gehen die Eier meistens bald zu Grunde. Bei jugendlichen Individuen, Geisteskranken, in Pensiouaten und Kasernen sind die Oxyureu häufig.
Syniptoilie. Vielfach werden selbst grosso Mengen ohne Beschwerden ertragen , in anderen Fällen treten heftige Boschwerden durch den Juckreiz und reflektorisch von Seiten des Nervensystems auf. Kaffee, Thee und geistige Getränke üben einen begünstigenden Einfluss auf die Auswanderung und vermindern die Beschwerden.
Diagnose. Durch Besichtigung des Afters oder der Fäces der Patienten ist die Feststellung einfach. Prophylaktisch ist Reinlichkeit im Haushalt, Vorsicht beim Genuss von Obst u. dgl., Reinhaltung der Betten, Kleidungsstücke erforderlich. Therapeutisch wird Natron santonikum (0,050,1) mit nachfolgendem Laxans, ferner Santonini 0,2, 01. Ricin., Syrup. Idaei ä'sx 50,0 Chloroform 1,0, Abends 12 Esslöffel (Mosler) empfohlen. Daneben Klystiere mit verdünnter Sublimatlösung, 0,01 : 100,0 Aqua, Bestreichen des Afters mit Ung. Hydrarg. einer.
Bei Tliiercu ist Oxyuris vennikularis bisher nur beim Hunde beobachtet worden. Vielleicht ist Oxyuris vennikularis identisch mit Oxyuris compar bei der Katze.
Ferner kommen bei Hausthieren vor:
1.nbsp; nbsp;Beim Pferde: Oxyuris kurvula im Blinddarm (Weibchen 4546 mm lang, Männchen 912 mm, elliptische Eier), ferner Oxyuris vivipara von Probs tin ay er und Perrouoito im Blinddarm und Grimmdarm gefunden, von Rail lief für Larven von Filarion erklärt, schliesslich Oxyuris mastigodes (grosser als 0. kurvula, mit 11 cm langem, dünnen Schwänze). Dieser Parasit soll manchmal Ursache von Kolik werden können.
2,nbsp; Bei Kaninchen (und Hasen) Oxyuris ambigua (Männchen 35, Weibchen 811 mm lang).
3. Akanthocephali1). Kratzer.
Die Akaiilhocephaleu sind langgestreckte, drehrunde Würmer, ohne Darm und eigentlichen Mund, am Vorderende mit einem zurückziehbaren Rüssel versehen, das Hinterende abgerundet, mit getrennten Geschlechtern, wobei die Weibchen grosser und dicker und 4050 cm lang, die Männchen 510 mm lang sind. In den im fertigen Zustande, mit drei Schalen umgebenen und spindelförmigen Eiern entwickelt sich der Embryo innerhalb der Leibeshöhle des Weibchens. Zur weiteren Entwickelung ist eine Uebertragung der Eier in einen Zwischenträger (Kruster,
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i) o dzavOo;, der Stachel, Dorn.
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Uebor parasitische Würmer.
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Insekt) erforderlich. Dann entwickeln sich die Embryonen weiter (als Larven) und erreichen, in den Endwirth gelangt, nach einem bestimmten Wachsthum Geschlechtsreife.
Die Akantbocephalcn .schmarotzen im orwachsenen Zustande nur bei Wirbel-thicren. In der Jugend oft bei Wirbollosen.
Beim Menschen kommen Kratzer-Arten nur ausnahmsweise vor, nämlich:
1.nbsp; nbsp;Echinorrhynclius^ huminis (Lambl 1859). Der im Darmkanal verschiedener Wirbelthiero vorkommende Parasit ist einige Male beim Menschen beobachtet worden. Nach Leuokart hat derselbe viel Aohnlichkeit mit E. angustatus der Fische.
Bei Thioren kommt beim Schwein
2.nbsp; nbsp;Echinorrhyiichus Gigas vor. (Syn.: Taen. hirudinaoa 1781). Riesenkratzer. Der langgestreckte, vorn allmählich an Dicke abnehmende und mit 56 Bcihen Haken am Rüssel besetzte Körper ist beim Männchen 10 15 cm, beim Weibchen 30 50 cm lang. Der Parasit kommt besonders im Darmkanal des Hausschweines, doch auch bei anderen Säugcthieron vor, dagegen ist nicht sicher ob er auch (wie Lindemann für Siidrussland behauptet) beim Menschen vorkommt. Als Zwischenwirthe werden beim Menschen dann Maikäfer (Melolontha) und Goldkäfer, die roh genossen werden, beschuldigt. Vom Schwein werden die Larven der Parasiten mittelst der Engerlingo (Maiidiforlarven) oder auch durch die Maikäfer selbst aufgenommen. Die den Darm des Schweines verlassenden Eier werden dann wieder von den Engerlingen aufgenommen.
Pathologische Bedeiitung. Der mit den Widerhaken besetzte Rüssel des Schweines bohrt sich in die Schleimhaut des Schweinedarms ein und verursacht Entzündung, selbst Perforation und Peritonitis. Die Thiore zeigen Unruheerscheinungen, haben geringen Appetit, dazu gesellen sich Zuckungen und epileptiformo Krämpfe. Bei Ferkeln tritt der Tod oft in 34 Tagen ein.
Prophylaktisch ist wichtig: Vernichtung der Maikäfer, Vermeidung des Weidegangs; Therapeutisch wird Terpentinöl mit nachfolgenden Abführmitteln empfohlen.
Bei Vögeln kommt Echinorrhyiichus po lym orplius, 224 mm lang im Darm dor Gänse und Knien, ferner K. fillikollis und E. sphacro cophalus im Darm der Enten vor.
Bei Fischen istE. protous (orangefarben, 620 mm lang, Larven im Gammarus pulex (Flohkrebs) in grosser Zahl im Darm verschiedener Silsswasserfiscliü (Barsche, Barben, Schleie) oft l'erforationsperitonitis verursachend beobachtet worden ; ferner E. angustatus (Di 18 inm lang) bei denselben Fischen und E. akus (87 cm lang) im Darme von Schellfischen.
Bei Feldmäusen, Ratten, beim Hamster und Gartenschläfer (Myoxus quercinus) kommt noch E. moniliformis (Bremser 1819) vor; Männchen 4, Weibchen 8 cm lang; Zwischenwirth: Blaps maeronnta in Käfer. Ist durch künstliche Infektion auch beim Menschen erzeugt worden.
4. Hirudinei. (Diskophori.) Blutegel.
Diese den Ringelwürmem (Anneliden) zugeordnete Klasse besitzt einen langgestreckten und abgeplatteten Körper, einen endstftndigen hinteren und oft noch
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') s^Tvo;, Igel, pY^oc, Rüssel.
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326nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Durch tliierischo Parasiten verursachte Krankheiten.
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raquo;#9632;inen vorderen Haugnapf, ein Blntgcfässsystom, Nervensystem und Dann und Exkretionsorgane. Fast alle Hirudineen sind Zwitter. Alle Hirudineen legen sog. Kokons ab; es sind dies kleine, tonnen- oder tascheuformige Körper, die von einer dickeren raquo;Schale umgoben sind und in einer grösseren Eiweissmenge eine Anzahl Eier enthalten.
Es interessiren hier die Ordnungen Gnathobdellidae (Kieferegel), Rhyn-chobdellidae (Rüsselegel) und Branchiobdelli dae (Kiemenegel).
Gnathobdellidae, gekennzeichnet durch meist drei Kiefern im Pharynx. Es gehört dazu Hirudo nicdicinalis, der, für medizinische Zwecke vervverthet, etwa 15 g Blut aufsaugt. Ferner Hirudo ceylonika, dessen Kiefer mit 30 stumpfen Zähnen besetzt ist und in Ceylon, den Sundainseln, Philippinen, Australien und in Chile unter dem abgefallenen Laube, im Gebüsch oder auf den Bäumen sich befindet. Die Parasiten saugen sich, durch Strümpfe und Beinkleider bohrend, un den Beinen fest und verursachen Eiterungen, Verunstaltungen durch Geschwürsbildung bei den Eingeborenen in Ceylon. Um die Parasiten abzustreifen oder das Ansetzen zu verhüten, benutzen die Eingeborenen den durch Betelkauen wirksam
gewordenen Speichel oder Citronensaft. U
Auch Hirudo vorax (Syn.: Haemopis vorax), in Gestalt und Grosse dem
medizinischen Egel gleichend, mit 30 stumpfen Zähnen behaftet, kommt als Parasit vor. Der fast cylindrische, 80 180 mm lange, auf dem Kücken olivengriino bis bräunliche, mit sechs Reihen kleiner schwarzer Flecken versehene Parasit lebt in Teichen und Gräben Europas und Nordafrikas und wird sowohl dem Menschen wie Thieren gefährlich, Die jungen Egel gelangen durch Aufnahme unreinen Wassers in den Körper ties Menschen und der Tbiere (besonders der Pferde), wo sie sich dann auf den Schleimhäuten der oberen Yerdauungs- und Luftwege festsaugen und durch Blutverluste gefährlich werden.
Bei Thieren kommt ausserdem aus der Ordnung Rhynchobdellidae (Kopf-lappen eine den Mund rings umgebende Haftscheibo, Scblund ohne Kieferplatten, mit vorstreckbarem Rüssel): Piscikola geometra, gem. Fischcgel, vor; fein punktirter, gräulich oder gelbgrauer, nach hinten dicker, 1,83 cm langer Körper. Der Parasit schmarotzt auf der Körperoberfläclie und in den Kiemen, besonders der Cypriniden, wo er durch Blutverluste schadet. Aus der Ordnung der Bran c hi ob del li dae (Körper cylindrisch, Kopflappen zweilippig, ohne Haftscheibe ist Branchiobd eHa varians zu erwähnen, der in den Kiemen der Flusskrebse schmarotzt.
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III. Ueber parasitische Arthropoden (Gliederfüssler).
Die Arthropoden, welche sich in ihrer Organisation den Ringclwürmern an-sehliessen, sind seitlich symmetrische Thiere mit ungleich gegliedertem Körper (Kopf, Thorax, Hinterleib) und gegliederten Segmentanhängen; die Fortpflanzung findet meist auf ungeschlechtlichem Wege statt.
Von den fünf Klassen, in welche man die Arthropoden gegenwärtig cin-theilt: Krustaceen, Pro trachea ten', Arachnoid en. My riapo den und Insekten (Hexapoden) interessiren hier nur die Arachnoiden und Insekten.
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üober parasitische Arthropoden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;327
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1. Arachnoidea1). Spinnenthiere.
Die Araohnolden sind Luftatbmer und benutzen hierzu entweder Tracheen oder sogenannte Ijungensiicke bezw. die Körperoberflüehe. Ko])t' und Thorax sind stets mit einander verschmolzen, Abdomen entweder gegliedert oder ohne äussere Gliederung und dann oft mit dem Cephalothorax verwachsen. Die Fortpflanzung ist meist ungeschlechtlich.
Von den acht bis zehn Ordnungen der Arachnoidea kommen hier nur zwei in Betracht: die Akarina und Linguululida.
A. Akarina2), Milben. Die drei Körperregionen der Thiere sind in der Regel ohne Grenze. Die beiden Kopfextremitäten sind zum Beissen oder Stechen und Saugen eingerichtet und erscheinen je nach der Funktion sehr verschieden. Die vier Beinpaare sind meist wohl entwickelt. Der Darm besitzt in seinem mittleren Tbeile drei blindsaek-förmige Anhänge. Die Geschlechter sind getrennt, fast alle Arten legen Eier, aus denen nach mehrfachen Häutungen seebsbeinige Larven ausschlüpfen. Die Milben leben theils frei im Wasser, theils in feuchter Erde oder schmarotzen an Pflanzen und Thieren.
a) Demodicidao, Haarbalgmilben.
Es sind dies kleine, langgestreckte Milben mit wurmförmigeni, geringeltem Hinterleibe, kurzen, dreigliedrigen, mit Endkrallen versehenen Beinen, ohne Augen und Tracheen. Die Thiere leben in den Haarsäcken und Talgdrüsen und legen dort ihre Eier, aus denen sicii die Larven mit sechs kleinen Füssen entwickeln.
DoiiukIcx i'oilikulorum (Simon 1842). Syn.: Akams follikulomm, (Jomc-dononmilbe. Zahlreiche Varietäten dieser Art kommen in den Haarbälgen, Talg-und Mai bom'scheu Drüsen des Menschen vor.
Zoologisches. Die Männchen sind 0,3 mm, die Weibchen bis 0,4 mm lang. Die Thiere sitzen mit dem Kopfe nach innen in den genannten Organen.
Pathologische Bedeutung, Man findet die Parasiten besonders in den Talgdrüsen des Gesichts, der Nase, an den Lippen, der Stirne, wo sie Entzündung der Drüsen (Comedonen) hervorrufen sollen.
Bei Thiereu kommt besonders häufig Akarus (Demodex) follikulorum canis vor, nahezu von gleicher Form und Grosse wie der beim Menschen beobachtete Parasit. Bei der Katze kommt der kleinere Parasit (Ak. foil kati) vor.
Durch die Parasiten wird besonders beim Hunde ein Hautausschlag (Ak arus a u ssch 1 ag) hervorgerufen.
Symptome. Die Ansteckung kommt bei allen Hunden, am meisten bei Hühnerhunden und Rattenfängern vor. Eine künstliche Uebertragung von Hund auf Hund gelingt selten. Dagegen sind spontane Uebertragungen auf den Menschen beobachtet worden. Durch Reiben und Scheuern der erkrankten Hunde wird die Verbreitung auf dem Körper begünstigt. Der entstehende Hautausschlag trägt entweder die Zeichen der squamösen Form (Ekzcma squamosum), dann ist
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l) apapY], Spinne. -) öy.ap!, Milbe.
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328nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Durch thierische Parasiten verursachte Krankheiten.
nur Haarausfall neben vermehrter Abschuppung der Epidermis und ganz geringe Entzündung vorhanden, oder es entwickelt sich die pustulöse Form, dann tritt eine dem Sitze der Talgdrüsen entsprechende charakteristische Knoten- und Pustelbildung verbunden mit intensiver Hautentzündung auf. Im ersten Falle beobachtet man Haarausfall, meist ohne Juckreiz, daneben oft fleckenartige Hauterkrankung; im zweiten Falle sind einzelne Theile (Kopf, Kehle, Hals, innere Fläche der Gliedmassen) oder der ganze Körper erkrankt. Es zeigen sich auf der oft erheblich verdickten Haut kleine (hirsekorn- bis hanfkorngrosse) Knötchen, die sich später in dunkle, eitrige Pusteln umwandeln, aus denen sich auf Druck Blut und Eiter entleert. Im weiteren Verlaufe können sich dann ausgedehnte Verdickungen der Haut entwickeln, die, weil meistens dunkel geröthet, früher zur Bezeichnung rothe Räudequot; geführt haben. Auch treten in Folge vielen Scheuerns oft ausgedehnte Geschwüre auf und die Thiere gehen trotz scheinbaren Wohlbefindens allmählich an Erschöpfung zu Grunde. Deshalb ist auch die Prognose bei dieser Hauterkrankung ungünstig.
Der patUologiscIi-anatoniischo Befund der getödteten Thiere ergiebt die Anwesenheit der Milben (oft 30100 und mehr) in den beutelartig erweiterten und entzündeten Talgdrüsen, die oft in eine grosse Eiterpustel umgewandelt sind. Auch im Leben der Thiere kann man die Milben durch scharfes Streichen mit dem Messerrücken über die Haut aus den Haarbälgen hervorpressen.
Für die Diagnose ist der Nachweis der Milben erforderlich, da Verwechselungen mit anderen Ilaiiterkiankungen (eiteriger Dermatitis, Sarkoptesräude, Herpes ton-suraus, Akne und Furunkulose, pustulöse Exantheme bei der Hundestaupe) sehr leicht mödlich sind.
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Zur Therapifi der Erkrankung werden Perubalsam, Sublimatsalbe (1 : 100), Kreolin (2:100) oder aa Spiritus, Lysol, Kantharidensalbe in Verbindung mit Kalischwefelleber empfohlen. Im letzten Falle wird (mich Bonsasco) die erkrankte Haut zunächst mit Knlischwefelleberlösung (5 : 1000 Wasser) gewaschen und nachher mit Kantharidensalbe (1 : 6 Fett) eingerieben. Waldteufel empfiehlt Stein-kohlentheeröl in Verbindung mit Fett, Lanolin u. dgl. Ich habe sehr oft Styrax (1 : 30 Oel) mit Erfolg angewandt. Prophylaktisch ist wichtig, kranke Hunde von den gesunden zu trennen, die Lagerstätten gründlich zu desinfiziren und, veterinärpolizeilich wäre nöthig, in ähnlicher Weise wie bei der Räude der Thiere zu verfahren, d. h. Anzeigepflicht einzuführen. Eine Uebertragung des Akarusausschl ag von Hunde auf den Menschen ist beobachtet worden, besonders bei Personen, welche die Hunde pflegen (Zürn). Es entsteht ein stark juckender, puslulöser Hautausschlag.
Heim Schwein entstellen (nach Csokor) anfänglich kleine, spätere grössere Geschwülste, die schliesslich in Geschwüre iihorgehon. In dem Inhalte der Geschwülste, die besonders am Hals, Unterbrust, ftauclihaut und innere Schenkelflächen auftreten, fanden sich oft 50/iOO Milben und mehr.
Uei der Katze tritt der Aknrusaussohlag vorwiegend am Kopfe auf; im Uebrigon sind die Erscheinungen wie beim Hunde. Auch beim Rinde, Schaf und Heb ist Akarus beobachtet worden.
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Ueber parasitische Arthropoden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 329
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b) Sarkoptidac1) (Akariduc), Krätzmilben.
Die kleinen, länglich runden Milben, ohne Augen und Tracheen, besitzen acht meist kurze, fünfgliedrige Boino mit gestielten Haftscheiben oder 12 langen Borsten, scheerenförmige Kieforfühler und dreigliedrige Kiefertasten. Die Larven sind sochsbeinig.
Die Sarkoptiden leben auf oder in der Haut des Menschen, der Süugothiero und Vögel und erzeugen durch ihre Anwesenheit die unter dem Namen Krätzequot; #9632;oder Räudequot; bekannte Hauterkrankung.
Man hat früher zahlreiche Arten unterschieden, je nach der Form der Thiere, der Zahl, Stellung und Grosso der Stacheln und Domen am Rücken, je nach den Wirthon u. s. \v., aber alle diese Charaktere sind so schwankend, dass eine sichere Unterscheidung nicht möglich ist; die vermeintlichen Arten haben kaum den Wertli von Varietäten, als welche sie Megnin ansieht; auch eine Unterscheidung dor Krätzmilbe des Menschen (Sarkoptes skabiei) von der einer Anzahl Hausthiere (z. B. S. squamiferus) ist kaum durchführbar; es ist daher am einfachsten, eine einzige Spezies Sarkoptes skabiei anzunehmen, die in verschiedenen Rassen oder Varietäten in der Haut dos Menschen und einiger Säugetbior-Arten lobt und von einem Wirthe auf den andern übergehen kann (Braun).
1. Sarkoptes skabiei2) hominis (Kräzmilbo dos Menschen). Durch die Anwesenheit dieser Milben wird beim Menschen die sog. Krätze erzeugt.
Geschichtliches. Schon im Alterthum kannte man die Erätze, Bereits Aristoteles soll die Milbe als Ursache bei Pustel ausschlügen gekannt haben. Ebenso wird die Erkrankung von den Arabern erwähnt. Im 12. Jahrhundort werden die Milben als Suernquot; oder Surenquot; beschrieben. Später wurden die Milben Citrons, Pedicelli, Uriganti bezeichnet und häutig für Läuse gehalten. Roudolet erwähnt (1592) das Herausziehen der Milben mit der Nadel, nach Schenk das Saurengraben'' genannt. Neben kleineren rühren die grösseron Untersuchungen über die Krätzmilbe aus dem 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts her. Obwohl besonders Linne (1746) und später de Q eer die Milbe genau beschrieben, leugneten doch zahlreiche Aerzte den parasitären Charakter der Krätze. Man nahm an, dass die Krätze aus verdorbenen Säften (Akrimonia sanguinis) entstehe und die Milben nur zufällige Befunde seien. Erst durch Hebra, Fürsten borg, Eichstadt und viele andere Forscher wurde endgültig nachgewiesen, dass wirklich die Milben das Bild der Skabies hervorrufen.
Die Krätze ist auf der ganzen Erde verbreitet; besonders waren in Norwegen, l'olcn und Russland, dann in Sibirien, China und Japan, in Indien, in dem Norden von Afrika, in Brasilion und Peru die Hauptsitze der Krankheit (Hirsch).
Zoologisches. Mit blossom Auge betrachtet erkennt man sie als kleine Pünktchen von gelblichweisser Farbe. Das ausgewaclisene Männchen ist 0,230,25 nun lang, das Weibchen 0,45 mm lang. Der schildkrötenforniige Körper besitzt auf dem Bücken zahlreiche sclmppen-förmige Erhabenheiten und dornähnliche Fortsätze. Kopf deutlich abgesetzt, mit sechs Borsten versehen, von den fünfgliodrigen vier Beippaaren haben die beiden vorderen Paare gestielte Haftscheiben. Das Weibchen besitzt zwei Scheiden. Die Milben leben in 1 3 cm langen Gängen der Epidermis, wo sie bis in das Bote Malpighi eindringen, die Eier (in der Zahl bis 50) in Abständen ablegen und in etwa drei Monaten absterben. Aus dem Ei entwickelt, sich im Vorlaufe von sechs Tagen eine sochsbeinige Larve, bei welcher sich nach der ersten Häutung das vierte Fusspaar zeigt. Nach weiteren zwei Wochen und neuer Häutung werden die jungen Milben goschlechtsreif und graben sich neue Gänge. Die Gänge verlaufen gewunden und enthalten am hinteren Ende das Weibchen. Auf feuchter Unterlage vermögen Eier und Milben auch entfernt vom Körper fortzuleben, während sie in trockener Luft rasch und bei 5070deg; C. in etwa *!* Stunde sicher sterben.
l) lipz, Fleisch imiia, rösten, schrundig machen. gt;) skabere, kratzen.
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330nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Durch thierischo Parasiten veriivsachte Krankheiten.
Aetiologie. Duirli direkte ViTsuche int erwiesen, (lass die Milbe die alleinige Ursache der Krätze ist. Eiue llebortragung der Milben von den kranken auf gesunde Menschen erfolgt in der Hegel nur durch innige Berührung mit den Hautdecken der Erkrankten (z. B. durch Zusammenschlafen mit Krätzekranken). Dagegen erscheint nicht erwiesen, dass die Krankheit durch Kleidungsstücke, Bettwäsche u. b. w. übertragen wird.
Symptome. Nach Uebertragung der Milben entsteht Jucken, später zeigen sich an der Seite des Ganges Knötcheu, Bläschen und Pusteln mit Verdickung der Epidermis. Lieblingsstellen der Krätzmilben sind die Beugeseito des Handgelenkes, die Seitenflächen der Finger, Achselgegend, Ellenbogengelenk, Penis, Brnst-war/.en, Kniebeuge und die innere Fusswand.
Die Prognose ist günstig, weil selbst die schwersten Fälle heilbar sind. Die Diagnose nicht schwer, weil die Milben bei einiger Ucbung in den Gängen zu finden sind.
Therapielaquo; Zur Tödtnng der Milben werden Schwefel, Theer, Naphthol, Styrax und Perubalsam entweder in Salbenform (Naphthol 1 : 10, ohne oder mit Zusatz von Sä'/s 0/o Sapo viridis; Styrax mit iiberfotteter Seife) oder in geeigneten flüssigen Formen (Styrax mit llicinusöl, Perubalsam mit Alkohol absol. zu gleichen Theilen) verwendet. Die Einreibung findet dreimal in 24 Stunden statt. In schweren Fällen ist nachher noch das entstandene Ekzem besonders zu behandeln. Prophylaktisch ist natürlich erforderlich, die von Krätzkranken benutzten Betten, die Wäsche und Kleidungsstücke mehrere Stunden in einem auf 100deg; C. erhitzten Raum aufzuhängen und so die Milben zu tödten.
In Norwegen kommt die sog. 13 orkenk rätze vor, deren Ursache die kleinere Milbe (Sarkoptes skabiei krustosa Füistenberg) sein soll.
Käudemilben bei Thieren.
Bei Thieren wird Räude, durch Räudemilben verursacht, beobachtet beim Schaf, Ziege, Schwein, Hund, Pferd, Katze, Kaninchen, Kameel, Dromedar, Elephant, Füchsen, Wölfen, Hyänen, Gemsen, Affen und beim Geflügel.
Gesclilchtlielies. Die Räude, namentlich die der Schafe, war schon im Altorthum bekannt. Moses hat schon das Opfern krätziger Thiero verboten und römische Schriftsteller (Columella, Vegetius, Livius) erwähnen dieselbe und geben Mitte] (Schwefel, Theer, Niesswurzol) zur Behandlung der Krankheit an. Ebenso wird die Räude, besonders der Schafe, in den Schriften des Mittelalters besprochen und im 16., 17. und 18. Jahrhundert wird die Schafiäude in verschiedenen Wäbrschaftsverordnungen genannt, weil sie sehr verbreitet und gefinchtet war. Der Streit, ob die schon im 12. Jahrhundert gefundenen Milben auf der Haut räudekranker Thiere die Ursache der Hautkrankheit sind, dauert bis fast zur Hälfte dieses Jahrhunderts, bis durch zahlreiche Forscher (He bra, Hertwig, Delafond, Hering), wie beim Menschen, so auch bei Thieren der Nachweis von der rein parasitären Natur der Krankheit geführt wurde. Dann wurde durch die Arbeiten von Delafond, Gerlach, Fürstenberg, Megnin u. A. gezeigt, dass nicht, wie bisher angenommen wurde, die Räude bei allen Thieren durch dieselbe Milbe hervorgerufen werde, sondern, dass es verschiedene Gattungen und Arten der Krätzmilbe gebe, von welchen mehrere nur bei bestimmten Thiergattungen vorkommen und auch verschiedene Formen der Krätzkrankheit veranlassen.
Ueber die Verheerungen besonders durch die Schafiäude berichten schon die ältesten Schriftsteller. Selbst in neuerer Zeit hat besonders die Schafräude oft viel Schaden verursacht. Jn Frankreich erkrankte zeitweise eine Million Schafe. In Deutschland wurden in den Jahren 18851888 183000 kranke Schafe in Preussen, 100000 in Bayern.
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lieber parasitische Arthropoden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 331
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60000 in Württemberg festgestellt. In den Jahren 1887-1890 betrug nach amtlichen Angaben die Zahl der räudekranken Schafe 760000. Der durch die Krankheit verursachte direkte und indirekte Schaden wird auf mehrere Millionen Mark veranschlagt.
Gattungen und Arten dor liäudeniilben bei Thieren.
Man theilt die Räudemilbeu bei Thieren bisher in drei Gattungen ein:
et) Sarkoptes (Grabmilbon);
ß) Dermatokoptes (Dennutodektes, Gerlacb; Psoroptes, Megnin), Saug-milben;
y) Dennatophagus, Fürstenberg (Symbiotes, Gorlach, Chorioptes, M6gnin).
Von diesen drei Gattungen gehen die zu Sarkoptes gehörigen Arten auf den Menschen über, während die zu Dermatokoptes und Dennatophagus gehörigen Arten trotz ihrer fast vollständigen anatomischen Gleichheit weder auf natürlichem noch auf künstlichem Wege auf den Menschen übertragbar sind, vielmehr auf der Haut des Menschen schnell absterben und höchstens geringgradige, schnell vorübergehende Reizungserscheinungen auf der Haut bewirken.
Ebenso sind nur die Sarkoptesarten der einzelnen Thierspezies auf andere Thiere übertragbar, während Dermatokoptes und Dennatophagus von den einzelnen Thierspezies auf andere Hausthiere nicht übergehen.
Allgemeines über die liäudeniilben bei Hausthieren.
Die Sarkoptesmilben graben sich Gänge in die Oberhaut, ernähren sich vorwiegend von den Zellen des Rete Malpighi und erzeugen eine erhebliche Hautentzündung. Sie sind charakterisirt durch ihre schildkrötenförmige Gestalt, ihre ausserordentliche Kleinheit (0,20,5 mm lang), durch die stark entwickelten, kegelförmigen Scheerenkiefer, durch die kurzen Füsse, durch die tulpenförmigen Haftscheiben, welche beim Männchen am ersten, zweiten und vierten Fusspaare, beim Weibchen am ersten und zweiten sitzen.
Bezüglich der Eintheilung der Sarkoptesmilben ist bisher eine Einigung noch nicht erzielt worden. Neuerdings werden meist zwei Arten unterschieden, die grosse und die kleine Grabmilbe.
Zur grossen Grabmllbe gehört; Sarkoptes skabiel kommunis; Sarkoptes major. Gerlach; welche beim Menschen, Pferd, Schaf und Löwen vorkommt, sowie Sarkoptes squamiferus (Fürstenberg), welche beim Hund, Schaf, Ziege, Löwen, Lama, Affen, Kameel beobachtet ist. Die kleine G r a b m i 1 h e (Sarkoptes minor) kommt bei der Katze und beim Kaninchen vor.
Die Dernuitokoptesmilbeu leben nestenveiso vorwiegend auf der Haut, bohren sich mit ihrem Stechkiefer bis in das Rete Malpighi und nähren sich von Blut und Lymphe, gleichzeitig eine mit Papel- und Bläschenbildung einhergehende Hauterkrankung hervorrufend. Sie sind charakterisirt durch ihre Grosse (0,5 bis 0,8 nun), ihre langen Füsse, durch den langen spitzen Kopf und auch durch die tulpeniihnlichen Haftscheiben, welche beim Männchen an allen vier Füssen, beim Weibchen am ersten, zweiten und vierten Fusspaare vorkommen.
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Die Denvuitokoptosiuilbon kommen vor als Dermatokoptes kommunis beim Pferd, Rind und Sehnf; als Dermatokoptes kunikuli beim Kaninchen.
Die Dermatopha^usmilbou leben auf der Haut zwischen den Oberhaut-sdiuppen, meist gruppenweise, an best i mm ten Stellen, wo sie nicht ohne Weiteres entfernt werden können. Es sind ziemlich grosse (0,30,5 mm), mit blossem Auge in den Umrissen erkennbare Parasiten, welche charaktorisirt sind durch einen stumpf kegelförmigen Kopf, der mehr breiter als lang ist, durch den am Rande schwach gekorbten, ovalen Köqier, durch die langen, mit weinrömerförmigen Haftscheiben versebenen Füsse, welche beim Miinnchen an allen vier Fusspaaren, beim Weibchen am ersten, zweiten und vierten Fusspaare sich befinden. Das Männchen besitzt ausserdem am hinteren Leibesendo zwei Klammerorgane, das Weichen zwei oylindrische Zapfen.
Man unterscheidet (nach Zürn): Dermatophagus communis beim Pferd und Rind, die sog. Fuss- und Steissräude, beim Schaf den sog. Kötengrind erzeugend; ferner Dermatophagus felis, ca'nis und kunikuli, die Ohrenräude bei diesen Thieren hervorrufend.
Demnach kommen bei den ßinzelnen llausthieicii folgende Milben vor:
Beim Pferde: Sarkoptes skabiei (Haupträude), Dermatokoptes kommunis, Dermatophagus equi.
Beim Rinde: Dermatokoptes kommunis (Hauptriiude), Dermatophagus bovis.
Beim Schafe: Dermatokoptes kommunis (Haupträude), Sarkoptes squami-ferus, Dermatophagus ovis.
Bei der Ziege: Sarkoptes squamiforus (Hauptriiude), Dermatokoptes und Dermatophagus.
Beim Bunde: Sarkoptes squamiferus (Hauptriiude), Dermatophagus canis.
Bei der Katze: Sarkoptes minor (Haup traude) und Dermatophagus felis.
Beim Schwein: Sarkoptes squamiferus.
Beim Kaninchen: Dermatokoptes und Dermatophagus eunikuli.
Allgemeines über die Aetiologie der Hände bei Thieren. Bei der Räude der Thiere handelt es sich um eine Hauterkrankung, welche durch die auf oder in der Haut sclinmrotzenden Milben hervorgerufen und unterhalten wird. Deshalb sind diese Hauterkrankungen thoihveise leicht auf Thiere derselben Art übertragbar, d. h, ansteckend. Demnach wird die Räude auch zu den Seuchen gezählt. Die Räude entsteht idso n U r durch Uebertragung von Räudemilben oder befruchteten Eiern; durch die schnelle Vermehrung der Milben wird dann eine Ausbreitung derselben auf dem betreffenden Thierkörper bedingt und die Hauterkrankung immer mehr gesteigert. Die lieber!Tagung der Milben erfolgt entweder unmittelbar durch Berührung erkrankter mit gesunden Thieren nach stnttgofimdenein Aidiaul', in Ställen, auf Märkten, Weiden; oder sie erfolgt mittelbar durch Zwischenträger (Decken, Putzzeug,-Gescbirre. Streu, Stallgeräthe, Stallwände, Kleider des Menschen). Es ist natürlich, dass bei schlecht genährten und unrein gehaltenen Thieren mit schmutziger, schilfriger Haut die Milben sicherer haften, als bei gut genährten und fleissig geputzten Thieren. Weil, wie erwähnt, die einzelnen Arten der Räudemilben nur auf bestimmten Hausthieren gedeihen, ist gewöhnlich auch die Räude einer Thierart auf die Thiere einer anderen Gattung nicht übertragbar.
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Allgcineiues über die Symptome der Räude bei Hausthiercn. Die
Kninkheitserschciiumgen der Haut, welche durch die Räudemilbeu hervorgerufen werden, weichen je nach der verschiedenen Lebensweise der drei Hauptgattungcn der Milben in einzelnen Punkten wesentlich von einander ab. Die Sarkoptes-räudo beginnt gewöhnlich am Kopfe und an den wenig behaarten Körperstellen (beim Schaf besonders), vom Kopf geht sie weiter auf den Hals und den übrigen Körper (Pferd, Hund und Schwein). Die Dermiitokoptesriiude entwickelt sich mehr an den geschützten Körperstellen (Kehlgang, Innenfläche der Schenkel, Grund der Mähnen, Schweifwurzel, Umgebung ties Penis) und gehen von hier aus weiter. Beim Schafe kommt diese Räude am ganzen Körper vor, mit Ausnahme des Kopfes (also im Gegensatz zur Sarkoptesräude). Die Dermatophagusräude kommt meist nur an bestimmten Körpertheilen vor (Fuss, Schweifansatz und Ohr).
Die Inkubationsdauer ist je nach der Menge der übertragenen Milben verschieden; 46 und schon zwei Wochen nach erfolgter Uebertragung der Milben können die nachweisbaren Hauterkrankungen auftreten. Es bestellen dann die ersten Erscheinungen in punktförmiger Röthung, Knötchen- und Bläsohehbildung, vermehrter Abschuppung und schliesslich in Krusten- und Borkenbildung. Gleichzeitig zeigt sich mehr oder weniger erheblicher, in der Sonne, in warmen Stallungen und nach stärkerer Bewegung sich steigender Juckreiz, in Folge dessen die Thiere sich reiben und scheuern und tiefergreifende Erkrankungen (Haarausfall, grindartige, geschwürige und borkenartige Prozesse) hervorrufen.
Delquot; Verlauf hängt von der Milbengattung, von der Beschaffenheit der Haut, der Hautpflege, von dem Aufenthaltsort der Thiere, von der Jahreszeit und von der Ernährung der Thiere ab und kann je nach der Thierart und je nach der Behandlungs-weise Wochen und Monate dauern. Die Prognose ist meist günstig, doch kann auch wegen zu schneller und zu starker Ausbreitung des Prozesses der Tod durch Rückgang der Ernährung eintreten und desshalb baldige Schlachtung zweckmässig worden.
Diagnose. Die Feststellung ist durch den Nachweis der Milben gesichert, dann auch durch das seuchenhafte Auftreten der Krankheit, herdförmige Entstehung und weitere Ausbreitung bei erheblichem Juckreiz, sowie auch durch die Lokalisation möglich (Sarkoptes vorwiegend am Kopfe, Dermatophagus auf die Gliechnassen und Umgebung des Afters beschränkt, Dernmtokoptes an den geschützten Körper-steilen). Die beginnende Räude kann leicht mit verschiedenen juckenden Ausschlägen und anderen Parasiten (Läusen, Hühnormilben) verwechselt werden.
Zur Auffindung der Milben nimmt man mit einem Messer die tiefsten und frischesten Borkenlagen his zum Blutrünstigwerden der Oberhaut ab, hellt die Massen in 100/oigcr Kalilauge auf und untersucht unter zwei aufeinander gelegten Objektträgern mit schwacher Vergrösserung. Bei Dermatokoptes und Dermatophagus genügt die Untersuchung der auf schwnrzem Papier in Sonnemvärme ausgebreiteten Borken mit der Lupe. Nach dem Vorschlage Gerlach's die! Borken auf den Ann zu binden und abzuwarten, ob im Falle dos Vorhandenseins von Milben Juckreiz (bei Sarkoptes nach etwa 12 Stunden, bei Dermatokoptes nach zwei Stunden) eintritt, ist nicht zu empfehlen, weil zu umständlich. In zweifelhaften Fällen wird man den Verdacht auf Räude aussprechen und tue Thiere separiren.
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AUgcmoines über die Behandlung. Bezüglkh der Wider stands fähi g-koit der Milben ifgt;t zu erwähnen, dnss dieselben vom Tbierkörper entfernt und bei Einwirkung trockener Luft in 23 Wochen absterben; in feuchter Luft, in Schorfen, Borken, Schuppen (auch im Dung) erhalten sie sicli 68 Wochen lebensfähig. Die Eier bleiben wochenlang entwickelungsfühig. Nach den Untersuchungen von Gerlach, Mii Her u. A. wirken Kreosot (10 quot;/o), Kreolin, Sublimat, Theer, Theer-öl, Pernbalsam sofort und fast in gleicher Stärke tödtlich auf die Milben. Wesentlich langsamer (in 23 Stunden) wirken Karbolsäure, Naphtbol, Petroleum, Tabak, Scliwcfclleher, Ichthyol n. s. w. Bei der Anwendung muss eine gründliche Beinigung der Haut vorausgehen; nachweisbar erkrankte Hautstellen müssen am intensivsten behandelt werden, es muss allmählich der ganze Körper der Einwirkung des Mittels ausgesetzt und dasselbe nach einiger Zeit wiederholt werden. Gleichzeitig mit der Behandlung muss cine Desinfektion des Stalles, Geschirres, Decken u. s. w. verbunden sein.
Prophylaktisch ist natürlich erforderlich, die Ansteckung zu vermeiden, angekaufte Thiere (besonders Schafe) genau zu beobachten und erst mehrere Wochen allein zu behandeln.
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Die Bände der einzelnen Haussäugethiero.
2. Die Hände des Pferdes. Dieselbe kann verursacht werden durch Sar-koptes equi, Dermatokoptes kommunis und durchDermatophagus. Bei der Sa rkoptes-räude zeigen sich kleine zerstreute Knötchen und Krusten zunächst am Kopfe, Halse, an den Schultern und Brustwandungen und später auf den ganzen Körper übergehend. Dabei besteht starkes Jucken. Diese Eäudo geht auf die Hände und Anne des Menschen über und besonders oft auf die behandelnden Wärter. Die Bände ist auch in einzelnen Gegenden (besonders im Osten) Deutschlands zeitweise sehr verbreitet gewesen. Die Diagnose ist nicht immer leicht, weil die Milben oft schwer nachweisbar sind, und dann lediglich der stark ausgebildete Juckreiz entscheiden muss. Die Prognose ist in alten vernachlässigten Fällen ungünstig, weil die Heilung lange Zeit erfordert. Für die Behandlung werden in leichteren Fällen Waschungen mit den milbentödtenden Mitteln genügen, in schwereren dagegen ist nöthig, der eigentlichen Behandlung erst ein Kcinigungsbad von Aschenlauge vorangehen zu lassen oder vorheriges Einreiben der am meisten ergriffenen Stellen mit Kreolin- oder Schmierseife und nachfolgende Anwendung der Theer- oder Krcolinlinimente. Wie schon erwähnt, muss allmählich der ganze Körper in dieser Weise behandelt und die Einreibung nach einiger Zeit wiederholt werden.
Die Dermatokoptesräude des Pferdes ist charakterisirt durch die besonders an den geschützten Stellen des Körpers (Kehlgang, Malmen, Schweifgrnnd, innere Schenkelfläche, Penis) auftretenden, fleckweise sich bildenden Knötchen mit Krusten und Borken, verbunden mit Juckreiz. Die Diagnose ist meist schon durch die Lokalisation des Leidens möglich , in dessen weiterem Verlaufe es in Folge des Reibens der Thiere zu starken Verdickungen kommen kann. Eine Verwechselung ist möglich mit dem sog. allgemeinen Ekzem, Schwindflechte (Liehen), Hilzknölchen,
mit Pemphigus akutus der Pferde, Knötchenbildung in Folge von Geschirrdruok
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Ueber parasitische Arthrojioden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 335
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und mit Ausschlägen in Folge der Anwesenlieit der Vogelmilbe. Die Behandlung regelt sich nach den fniheren Angaben.
Die Dermatophagusräude ist durch vorwiegende Erkrankung der Fusg-enden charaktcrisirt. Es zeigen sich besonders in der Fe.sselbouge bis zum Sprunggelenk , ebenso an den Vorderfiissen reicbliche Epidermisab.schuppuiig mit Haarausfall und nachfolgender Bildung von Borken, Schrunden und Rissen und gelegentlicher Entstehung von dicken, papillösen Wucherungen. Die Thierc haben dabei starken Juckreiz und stampfen, besonders während der Nacht, und reiben sich auch viel. Man beobachtet die Erkrankung vorwiegend im Winter und selten an anderen Körperstellen als an den Füssen. Dadurch ist auch die Diagnose im Ganzen leicht. Die Behandlung richtet sich nach den allgemeinen Angaben (Kreolin, Lysol, Sublimat, Benzin 1 : 10,0 Spiritus, Kali sulfur. 1 : Aqu. 7,0).
3. Die Räude dos Schafes. Heim Schafe kommt als wichtigste die Derma-tukoptesräude, dann auch die Sarkoptesrände und Dermatophagusräude vor.
Die Dcrmatokoptesräude der Schafe ist die wichtigste Räudefonn bei Thieren und hat der Landwirthschaft schon erheblichen Schaden zugefügt. So wird die Gesammtzahl der noch in den Jahren 18871890 erkrankten Schafe auf 760000 angegeben. Die Uebertragung der Parasiten erfolgt meistens direkl bei warmer Jahreszeit und besonders dann, wenn geschorene, räudekranke Schafe in eine bewollte, gesunde Schafheerde eingestellt werden oder indirekt durch Zwischenträger (Einstellen in nicht desinfizirten Stallungen u. dgl,). Lieblingsstellen für die Dermatokoptesräudo dos Schafes sind die mit Wolle versehenen Körpergegenden, besonders Kreuz, Rücken, Schweifansatz und später Hals und Schultern. Es zeigen sich vereinzelte kleinere und grössere, schwach proininirende Knolchen, die später in Bläschen und Pusteln übergehen und mit starker Fpidermisabschuppung, welche die Wolle verklebt und mit erheblichem Juckreiz verbunden sind. Es entstehen im weiteren Verlaufe gelbbraune Räudeborken, das Wollvlies wird an den erkrankten Stellen zunächst abgehoben und fällt später aus, so dass haarlose Stellen entstehen. Der Juckreiz ist besonders in der Sonne, im Sommer, in wannen Stallungen am stärksten vorhanden. Bei grosser Ausbreitung der Erkrankung gehen die Thiere in der Ernährung zurück und können dem Leiden schliesslich erliegen. Die Diagnose ist gesichert durch den Nachweis der Milben, ausserdem können auch der charakteristische Juckreiz, die Beschaffenheit der Wolle und der erkrankten Haut, sowie der Nachweis der Ansteckung die Feststellung ermöglichen. Eine Verwechselung dieser Räude mit anderen Hauterkrankungen der Schafe (z. 15. über-mässige Ansammlung von Wollfett, Ekzem durch anhaltende Nässe, Hautausschläge durch Haarlinge und Fliegen) ist möglich, aber bei einiger Aufmerksamkeit zu vermeiden. Die Behandlung wird in der Form der Schmierkur und Badekur ausgeführt. Die sog. Sehmierkur ist ein Nothbehelf im Winter, wenn die radikale Badekur nicht angewendet werden kann. Man benutzt für die Schmierkur die erwähnten Räudemittel, Bei der Badekur sind zahlreiche Mischungen für die Bäder empfohlen worden. So wurden früher die Walz'sche Lauge, das Gerlach'sehe Räudebad (zwei Theile Pottasche, ein Theil gebrannter Kalk, 50 Theile Wasser als Vorbereitungsbad und 8 0/oige Tabaksabkochung als eigentliches Räudebad), das Zündel'sche Räudobad (1,5 kg rohe Karbolsäure, 1 kg gebrannter Kalk, je 3 kg
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Sothi und SdunuTscife, soww 260 Liter Wasser für 100 Schafe), Arsenikbiiclcr empfohlen. Neuerdiugs werden jedoch die von Fröhner empfohlenen Kreolinbäder benutzt. Zweokmfisslg ist, die Schafe vor der Kreolinbehandlung zu soheeren und dio besonders erkrankten Stellen mit einem Kreolinliiiinieut oder grauer Salbe einzureiben. Die Badeflüssigkeit besteht aus einer 21,'2 0/oigen Kreolinlö.sung (für 100 Schafe (j,5 Liter englisches Kreolin auf 250 Liter Wasser). Die Thiere werden drei Minuten im Bade gelassen, das eine Temperatur von 28300 K. haben muss, und wählend desselben wie nachher gründlich mit Bürsten abgerieben. Auch Lysol kann man für die Bäder benutzen. Selbstverständlich ist erforderlich, dass alle Schafe einer Heorde dem Badeverfahren unterworfen werden, dass die Stallungen, die Geräthe und die Kleider der Wärter grttndlioh desinfizirt werden. Nach acht Tagen muss das Badeverfahren wiederholt werden.
Die Sarkoptesräude wird nur selten bei Schafen beobachtet und zeigt sich dann besonders an den wollelosen Theilen des Kopfes (Lippen, Nase und Ohren). Ebenso koninit die Derma tophagu sräude dos Schafes, auch als Fussräude, Kölengrind bezeichnet, selten vor. Es zeigt siuli Juckreiz, Epidermisabschuppung, gelegentlich auch Borkenbildung an den Unterfüssen.
4.nbsp; nbsp;Dio Kiiiulß des Kindes. Die Denmitokoptesräude des Rindes (Skabies bovis dermatokoplika) ist verhältnissmässig häufig beim Rinde und lokalisirt sich vorwiegend an den Seitenflächen des Halses, im Genick und an der Schwanzwurzel und breitet sich von da auf andere Thoile des Körpers (Rücken, Schulter, Brustwandungen, Umgebung der liörner) aus. Die Ansteckung erfolgt meist direkt, in anderen Fällen durch Zwischenträger (Putzzeug, Geschirr, Dünger u. s. Wv). Eine Ueb ertragung dieser Räude auf Pferde, Schafe und auf den Menschen ist nicht beobachtet. Charakterisirt ist die Räude durch die allgemein erwähnten Krankheitszeichen an den Lieblingssitzen der Milben; starkes Juckgefühl, Knütchen-und Krustenbildung auf der Haut, Ausfallen der Haare, Schuppen- und Borken-bildung. In schweren Fällen kann es im weiteren Verlaufe zum Verschwinden der Milch und zur dauernden Abmagerung kommen.
Die Dermatophagusräude, auch Steissräude genannt, lokalisirt sich meistens in der Steisspartie und an den Hinterschenkeln, wobei Juokgefühl, Ausfallen der Haare und Abschuppung der Haut entsteht. Schlempefütterung scheint der Ansiedelung der Milben günstig zu sein, während (mich Johne) die sog. Schlempemauke nichts anderes als Dermatophagusräude ist. Sehr selten ist beim Rinde die Sarkoptesräude, die wahrscheinlich durch räudige Pferde gelegentlich übertragen wird.
Bei der Behandlung des Rindes finden die bekannten Mittel Kreolin, Lysol, Kreosot (1 :15 01. Rapanun), Ung. Hydrarg. cinercum u. s. w. Verwendung.
5.nbsp; Die Räude des Schweines. Die Eftude der Schweine, durch Sarkoptes suis ver-
anlasst, sitzt vorwiegend an den Augengruben, auf dem Kücken und an den inneren Schenkel-Wachen, von wo sie sich weiter ausbreitet. Unter starkem Juckgofiihl entwickeln sich allmählich dicke, graue Borken. So sah ich in Hallo rändekranke Schweine, in deren fast vollständig verdickter Haut Tausende von Milben nachzuweisen waren. Ob der sog. Uuss der Ferkel' stets durch diese Milben verursacht wild, ist noch nicht entschieden.
(!. Die Räude der Ziege wird gewöhnlich durch Sarkoptes bedingt. Es entwickeln sich besonders am Kopfe zunächst kleine Sohüppchen, später bilden sich Borken, welche die erkrankten llantstellen verdicken, brüchig, rissig und runzelig machen. Zeitweise ist die
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Uolior parasitisclio Artlnopodon.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;337
Kimiklieit in oinzolnun (Jogcmilen selif verbreitet voigekomnion; aucli Hclioint die Ziegen-ramie sehr loieht auf den Men.schen iiljerzugi'lion. Zur Behandlung sind Wasclmngen init milbetiklteiiden Lösungen am Uesten.
7.nbsp; nbsp;Die Hände delaquo; lliinilcs. Die Hiiude des Hundes, verursacht durch Bar kept es squain iforus, ist in Deutschland eine sehr verbreitete Hundekrankheit, in einzelnen tJegendoii, besonders in grossen StiuUen, fand man 10 16 quot;'o aller kranken Hunde daran leidend. Dio Krankheit beginnt mit kleinen, Hohstichartigen, rothen Flecken besonders am Kopfe, dann am Hauche, auf der Unterbrust, Ellenbogen und Schwanzwurzel sich fortsetzend, ist der Ausschlag im Verlaufe von 34 Wochen auf den ganzen Körper vorhanden. Später entwickeln sich Knötchen und Hläschen oder es kommt auch zu starker Kpidermisabschuppung, dabei fallen schliesslich die Haare aus, die Haut verdickt sich, wird runzelig und es bilden sich stellenweise schinutziggraugelbe Krusten (besonders am Halse). Der Ausschlag ist von erheblichem Juckreiz begleitet. In höheren Graden und bei längerer Dauer des Leidens magern die Thiere sehr ab. Die Diagnose ist durch den wegen des tiefen Sitzes der Milben nicht leichten Nachweis der Milben gesichert, dann auch durch den Heginn des Ausschlages am Kopfe, durch die schnelle Verbreitung, leichte Uebertragbarkeit, durch den in der Wilrme sich steigernden, ausserordentlich starken Juckreiz. Eine Verwechselung ist möglich mit der bereits erwähnten Akarusräude, wo der Juckreiz jedoch nicht so gross ist, mit papulösen Kkzemen, die jedoch leicht abheilen. Dazukommt, dass die Sarkoptesräude des Hundes auf den Menschen übergeht.
Zur liehandlung verwendet man peruvianischen Haisam mit Alkohol, Aether, Glycerin oder Ool verdünnt; Kreolin mit Wasser, Seife (zu gleichen Theilen) oder Spiritus (1 ; 1020). Auch Naphthol und Ichthyol wird gelegentlich angewendet.
Sehr selten kommt auch Dermatophagus beim Hunde vor und soll dann besonders (line Otitis externa hervorrufen.
8.nbsp; nbsp;IMe Hände der Katze wird durch Sarkoptes minor hervorgerufen und lokalisirt sich am Kopfe, vorwiegend hier in der Umgebung der Ohrmuscheln. Die Ersclieinungeii sind wie beim Hunde, zunächst rothe Pünktchen, dann Knötchen- und Blaschenbildung, Schuppen- und Borkenbildung mit Haarausfall und starkem Juckreiz. Allmählich geht der Ausschlag auf den übrigen Körper über, besonders erkranken die Augenlider häufig. Auch die Räude der Katzen geht auf den Menschen über.
Zur Behandlung benützt man Styrax, Perubalsam, Schwefelsalhe (Sulfur Sublimat. 16,0, Kalii karhon. Hfi, Ad. suill. 00,0), dagegen nicht die für Katzen sehr giftigen Karbol-säurelösungen.
Auch bei Löwen und Leoparden kommt iminchmal Räude vor, doch wird dieselbe durch Sarkoptes kommunis (die grosse Grabmilbe) hervorgerufen (Delnfond, Johne), Die sog. Olirriiude der Kiilzcu dagegen wird durch Dermatophagusm ilbon hervorgerufen.
igt;. IMe Räude des Kiiiiiiiolicns. Heim Kaninchen kommt eine allgemeine Hände, hervorgerufen durch Sarkoptes minor, vor: ebenso die sog Ohr fände, erzeugt durch Dermatophagus und Dermatokoptes kunikuli. Die Sarkoptesräude beginnt am Kopfe und geht von hier auf die anderen Thoile des Körpers über; zur Hehandlung verwendet man Schwefolsalbe und Perubalsam. Nach Railliet gelingt es nicht, die Eltlude dor Kaninchen auf andere Kaninchen, Katzen, Ratten und Hunde zu übertragen. Hei der Ohrrilude der Kaninchen entstehen im weiteren Verlaufe der Krankheit trockne schmutzig-braune Borken im äusseren Gehorgange ; manchmal auch Mittelohrerkrankungen (Zliru). Zur Hebandliing verwendet man Lysolöl, Kreolinöl, Karbolglycerin.
10.nbsp; nbsp;Räude hei wildlebenden Thieren. In Afrika hat man Sarkoptes skabiei kameli beobachtet, wobei sehr oft auch eine Uebertragung auf Menschen stattfindet. Auch in Kuropa sind solche L'ebertraguugen gesehen worden. Kbenso ist beim Lama Sarkoptes skabiei aucheniae (Männchen 0,24, Weibchen 0,84 mm lang) gesehen worden und auf den Menschen übertragen worden. Heim Fuchs und beim Löwen ist Sarkoptes skabiei v ill p is bezw. 1 e onis beobachtet worden ; beide Milben gehen auf den Menscheu über.
11.nbsp; Milben beim defltlgol. Von den beim Geflügel vorkommenden Milben mögen hier folgende erwähnt werden.
Denn a tory k te s') mutans (Fillers). Syu.: Sarkoptes niutans (Robin), Sarkoptes avium (G erlac h); Knemidokoptes-') viviparus (Fürs te n borg). Unmittelbar hinter
i) puYXraquo;laquo; (Rüssel?),
-) zvtjui!; Heinschiene. Schnoiilomillil, Vorgl. l'nlliologio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 22
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dem atumpfkegelfOrmigeu Kopfe buflndet sicli ein UfUrmiges OhitiugerQat. l'as rundliohe Weibchen ist 0,42 mm lang und 0,86 nun breit, mit kurzen stummelfiirniigen Beinen; das ovale Männchen ist etwa 0,23 nun lang und 0,15 mm breit, Heine mit gestielten, beeber-tiinnigen Haftscheiboji.
Die Milben graben sich (iängo in die Haut der federlosen, mit stärkerer Epidermis versehenen KOrperstellen, besonders der Heine und erzeugen hier die sog. Fuss runde (Kalkbeine, Kloiilmntiasis, Fisclischuppenkrankheit) bei IKilmern. Manchmal geilt die Erkrankung auch auf den Kopf liber. An den Fussen entstellen unebene, höckerige, gelbliohgiaue Borken, die Haut erscheint wie mit Kalk oder Lehm überzogen. Daneben besteht erheblicher Juckreiz. In höheren Graden der Krankheit magern die Thiere ab und gehen zu Qrunde, Zur Behandlung weicht man die Borken mit Glycerin oder Seife auf, entfernt sie und reibt nachher mit l'erubalsam, Styrax, Theer, Benzin, Karbol- oder Kreolin-lOsung ein. Nobonher ist natürlich eine Desinfektion der Stallungen erforderlich.
Snrkoptes laevis, von llailliet (188quot;)) beschrieben, ist der vorigen Milbe sehr ähnlich und vielleicht auch identisch mit der von Kriedborger bei Tauben gefundenen.
Sarkoptes oystikola, von Voigtländer (1856) zuerst gefunden (Syn.: Sym-plektopes cystikoln, Vizioli, Lamioosioptes gallinarum, Megnin), ist nach Zürn keine Sarkoptide. Der Körper der Milbe, die vivipar ist, hat beim Weibchen eine Länge von 0,22 mm. an den Heinen linden sich gestielte Uaftsclieiben; das nach hinten konisch geformte Männchen ist etwas kleiner als das Weibchen. Die Parasiten leben in kleinen, länglich runden, etwa 0,5 mm langen, gelben, undurchsiclitigen Kapseln, welche neben einer gelbbraunen, feinkörnigen, fettigen Masse die Milbe und mehrere Larven einschliessen und bei Hühnern oft in sehr grossen Mengen (nach Heller bei 700/o der von ihm untersuchten Thiere) auf den serösen Häuten und im Unterliautbindegewebc vorkommon. Hei massenhafter Anwesenheit der Milben treten Ernährungsstörungen ein, auch bekommt das Fleisch ein schlechtes, ekelerregendes Aussehen. (Jeher Vorbeuge und Behandlung ist Bestimmtes nicht anzugeben.
Cy toloiehus') sarkopteides (Luftsackmilbo der HühnoiV Syn.: Cytodites nudus (Vizioli). 1859 von Gier lach zuerst beobachtet. Der Körper dieser Sarkoptes kommunis ähnlichen Milbe ist mehr oval, beim Weibchen 0,48 mm lang, beim Männchen 0,34 mm; vivipar; an den Beinen keine Chitinanhänge, Die Milbe lobt in der Luftröhre, In den Bronchien und vor allem in den sog. Luftzellen der Hühner, makroskopisch erkennbar an rundlich, woisseu Pünktchen. Durch die oft massenhaft anwesenden Milben wird eine erhebliche Entzündung der Bronchien und der Lungen hervorgerufen, erkennbar an dem erschwerten und beschleunigton Athem der Thiere. In den gestorbenen oder geschlachteten Thieren findet man in einzelnen Fällen gelbliche, feste Pfropfe in den grösseren Bronchien. Manchma) finden sich die Milben auch im Herzen, im Pcrikardium und in der Bauchhöhle. Eine Behandlung ist meist zu umständlich und erfolglos.
Dermatophagus, s. Symbiotes gallinarum, in der Form mit der bei Säuge-thieren vorkommenden Milbe übereinstimmend, erzeugt (nach Caparini u. A.) bei Hühnern einen meist auf Hals und Brust beschränkten Ausschlag. Die Milbe ist. nach Trouessart und Neumann identisch mit Kpidermoptes bilobatus.
Ferner kommen beim Hausgeflügel noch vor: H n rp ir h y n ch us n i d u Ia n s (M 6g n i n), (Sarkoptes nidulans Nitzsch). Die Milben finden sich zu Hunderten in den zu gelben, erbsen- bis bohnongrossen Kapseln aufgetriebenen Federbälgen bei Tauben und kleinen wildlebenden Vögeln. Manchmal sitzen die Milben auch in der Haut und bilden dann (Jysten. Nach Zürn sind die Milben auf Hunde, Kaninchen und Schafe nicht übertragbar, Ferner Hypodektes kolumbarum, die wurmförmige Taubenmilbe (1857 schon von Voigtländer beobachtet), welche im Unterhautbindegewebe, in den serösen Häuten und in den Organen der Leibeshöhlc besonders bei Tauben beobachtet sind. Der wurmförmige, länglich runde Körper der Milbe Ist 12 mm lang. Schliesslich kommen noch in den Federkielen verschiedener Vögel Milben vor, die schon von Megnin beobachtet sind. Heller beschrieb die von ihm bei Tauben, Hühnern und Pfauen beobachtete Fedorspul-milbe (Sy ringoph ilus bi pe k timi tus), welche in Schleswig-Holstein (nach 11 e 11 o r) bei 90quot;,raquo; der Hühner vorkommen soll und Sy ri n go phi Ins uncinatus, die Federspulmilho des Pfaues. Zur Behandlung der mit Federspulmilben und Fodermllben behafteten Thiere werden Einpinselungen mit l'erubalsam, Styrax u. s. w. sowie vorbeugend Desinfektion der Stallungen, leine Sand- und Ascbcnbaiil'en zum Peinigen dor Hunt der Thiere empfohlen.
i) xutolaquo; (Höhle).
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Uohor paraaitlsoho Arthroiiodon.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; n39
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SiinhiilsiMdizciliclics, Das Kluiucli riliidokrankor Thioro let ziim monsohliohen (lt;laquo;-nuss vonvciulbar, voiausgoHotzt, (lass .sich die Tliioru niclit im fleberbaften odor kuchektisclicn Zustande befinden. Nach sect; 126 der Bundesratiisinstruktion zur Ausführung des Reichs-gesetzos vom 23. Juni 1880 wird sogar seitens der Polizeibehörde die Absohlachtung einer riludekranken Schnfheorde unter polizeilicher Aufsicht auf Antrag dos liesitzers direkt gestattet. Doch dürfen nach sect; 124 der erwilhnten Instruktion die 1 läute geschlachteter oder gotödteter riiudekrnnkor Pferde oder Schafe aus dorn Souchcngehöfte nur in vollkoimnen getrocknetem Zustande ausgeführt werden, sofern nicht die direkte Ablieferung derselben an eine Gerberei erfolgt.
In den östor rei chi schon Bestiminungen ist noch gesagt, dass riiudige Thiere, welche unmittelhar vor der beabsichtigten Schlachtung beim Heilverfahren mit Quecksilbersalben oder anderen giftigen Stoffen behandelt wurden, von der Schlachtung unbedingt aus-zuschliessen sind. Die Krlaulmiss zum Schlachten ist vom (lutachton des Aintsthierarztos abhängig
Votci'iniiritolizellidics. Nach S 52 des Keicbsgosetzes vom 23. Juni 1880 kann der Besitzer von Pferden, Eseln, MauUhicron. Mauleseln, bei denen Sarkoptos- oder Derma-tokoptosraude, oder von Schafen, bei denen die Uermatokoptesiäude festgestellt wird, angehalten werden, die erkmnkten Thiere dem Heilverfahren eines approbirten Thierarztes zu nnterwerfon, wenn er nicht die Tödtung der räudekranken Thiere vorzieht.
Nach dein Inhalt der Paragraphen 120-132 dor Bundosiathsinstrnktion müssen die erkrankten Thiere dem Heilverfahren eines approbirten Thierarztes unterworfen werden. Die Riiudc gilt als erloschen, wenn entweder die kranken Thiere getödtot sind oder sechs Wochen bei Pferden, acht Wochen bei Schafen nach Beendigung des Heilverfahrens keine verdächtigen Krankbeitsersclieinungen in der lleerde vorgekommen sind und die erforderliche Desinfektion ausgeführt ist.
Ein Mangel in den Bestimmungen ist, dass nur bestimmte Räudearten der Anzeige-pflicht unterliegen und diese nicht auch auf das Vorkommen der Räude bei anderen Thiemi (Hunde) ausgedehnt sind.
In Oesterr eich bestehen ähnliche IJestimmnngen, jedoch hilf man dort nur Räudequot; gesagt und mit Recht von der Anfüliiung bestimmter Räudearten Abstand genommen. *nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; In der Schweiz werden nach Art. 63 nur räudige Schafe und Ziegen Veterinär-
polizeilichen Massnahmen unterworfen.
GerichtllollO Tlllerheilkunde^ tn einzelnen Ländern besteht für Räude noch eine (iewiibrsfiist, so in Prousson 14 Tage, in Sachsen Ift Tage, in Württemberg 28 Tage und in Bayern 40 Tage. Kür Schafiäude in Oesterreicb 8 Tage.
c) [xodiflao1), Zecken.
Die Zecken sind grösaore, blutefiugondo Milben mil lodorartigoi' Haut und flachgedrücktem, vollgesogon mil kugeligem tlintorlelbe, Kopf mil vorstehendem Saugapparat. Die stabförmigen Kieferiühlor bositzon ein goütlhiitcs Elticlgliecl, die Ladentheile der Klefortaator haben einen mil Widerhaken besetzten Rüssel; die tichl Boino sind sechsgliodrlg, bei Larven seohsbeinig. Die Porasiteu gelangen von Bttsohen lind Gräsern zufällig auf Menschen und Thioro, bohren sieh mit dem Kopf in die Haut ein und werden bei Entfernungsversuchon leichl abgerissen, sodnss der zurückquot; gebliebene Kopf Entzündungen verursacht.
Beim Menschen ist 1. Ixodcs ririnus (tinnö 1768), Syn.: Aknrus reduvins et rieinns (Holzbook), zu erwähnen, Der braunrotho his schwarze Körper des Männchen ist 1,22 mm lang, des Weibchens 2 2,,'Jr) nun und besitzt Reim' mit Haftlappen und zwei Krallen, jedoch keine Ä.ugen, Es ist KWeokmässig, den Parasiten durch Bestreichen mit Ool, Vasolin oder Benzin, jedoch nlcbl gewaltsam, zu entfernen. Dor Biss Ist luiirefährlich.
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') o i;(i;, die Misted; t'Ao;, (iestalt.
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Durch thierlsohe Parasiten veruraaohte Krankholten,
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Bei Tliiricn koiiiinl eillaquo; Zecke hei Ixiiulcni, Sciiillcli, Kilt/en, {[iiikIcii uiwl
Pforden vor.
2. Ixodes uinei'ikuims (Aiiil)lvonm''iinii'iikiiiuuii), tunerikauisoho Zecke, ('ill(.#9632; verwandte, In den Wäldern Amerikas lebende Art, auoh amerikauisolie Waldlaus genonnt, befällt Menschen und Thlore in amerlkanisohon Wäldern, bosondera Pferde.
In Aegypton wird bei Bindern uoch Ixodes aegj^ptlns sehr häufig beobachtet.
8. Argus2) rellcxus (Fabrioius 1794), musohelartige Saumzeoko. Der roth-gelbe, ovale Köroor i^l ohne jede Gliedemng und 4,56,5 nun l.tni;-. Die mehr mich der Mitte befindlichen Beine sind mit zwei Krallen ausgestattet Der Parasit lebt im Hol/, und Mauerwerk besonders der Taubenschläge und f;'eiit nachts auf junge Tauben, uni Blut ku saugen. Argas roflexus ist wiederholt (häufig in Frankreich und Italien, seilen in England und in Deutechland) beim Menschen beobachtet worden und erzeugt ein stark juckendes, oft mit Oodeni verbundenes Efythem.
Therapeutisch genügt Einreibung mit Vnselin und Del, prophylaktisch ist nöthig, die Dielen der Wohnungen und Wände mit Chlorkalk, Benzin oder
Petroleum zu desinfizireu.
4. Arf^as persikns (1824), (Miannw.inze, Malleh der Perser). Der braunrotlie, auf dem Kücken mit weisseil, runden Griibclien besetzte Körper des Parasiten ist birnf'örinig und 4ß mm lang. Man boobnclitet den lichtscheuen Parasiten besonders in Aegypten und Persien, wo er in den Wänden der Wohnungen vorkommt und auf den Monschen übergeht.
7ai den Zecken geböiig sind noch zu nennen: Argas Tholazani, eine erdbraune Milbe, welche ebenfalls In Persien lobt; Argas Talajo, 27 mm lange Zecke, die in Centralaraorlka lebt; Argas Ohlncha in Kolumbien.
d) Tromhidiidne. Laufmilben.
Die Laufmilben sind weichhäutige, oft lebhaft gefärbte Parasiten mit soohs-gliedrigen mit Haftlappen oder Krallen versehouen Beinen, zwei Annen und Tracheen, Dieselben leben auf der Erde oder an Pflanzen und befallen manchmal den Menschen; die sechsbeinigen Larven leben meistens parasitisch auf ünsokten.
1. LeptUS autiiiiniulis (Shan 1790), Herbstgrasmilbe. Diese röthlich gc-färbte, mit sechs Beinen versehene, 0,30,5 mm lange Milbe ist die Jugendfonn einer oder mehrerer Trombidiuni- oder Tetnniycbus-Arten, welche im Sommer in grossen Mengen auf Gläsern und Sträuchorn lebt, auf Säugethiere und auf den Menschen übergeht. Besonders bei ßmtearbeiteilt bohrt sich dilt;' Milbe in die
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Haut ein und erzoiiüt eine mehl' oder weniü'er hoftäfi
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dt Reber verbutidene Haut-
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entzündung, die nach wenigen Tagen sebwindet. Oft sitzen Milben gruppenweise
BllüffCtl warme Seifenabwasclmnm'ii und Einreibunii'en
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mit i'ernbaisain.
Bei Tliiercn ist die Milbe beim Hunde, beim Maulwurf, bei der Feld- und Fledermaus gefunden worden. Sowohl bei Hunden wie auch bei Hühnern (Gsokor) ist sie die Ursache eines Ausschlages am Kopfe.
2. Totranyclins molestlsslinus (188(1 Weyenbergh). Der in Argentinien und
Uruguay auf der Unterseite der Blätter von Xanthium iniikrokarpnm lebende Parasit geht gelegentlich au f Sänge th lere und auf den Menschen über und verursacht bei letzterem ein unerträgliches Jucken (Braun).
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i) etptßXuf, stumpf.
-) äpY'^a, weiss, schimmernd.
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Uober panisitischo Arthropoden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;341
;i. Pedikuloldefi vouti'lkosns (1850 Newport). Syn : Akarua tritici (1851). Dov
Körper iliescr lobcntlig gobilronden Panisiten ist beim Milnnclion 0,1 mm lang, beim Weibchen 0,2 mm. Diesolben loben auf Insektenlarven, besonders des (ietreides und gelangen gelegonfc-lieb auf den Morischen ((ietroidearbeiter), auf dessen Haut sie in Folge ihres liisses und des in die Wunde gelangten Speichels einen heftig juokenden Ausschlag erzeugen (Braun),
4.nbsp; Tai'SOnemUB intektUS (1886KarpelleS). Die 0,85 mm langen Milben erzeugten auf der Haut von Arbeitern in Ungarn, welche bulgarische Uerste verladen hatten, ürtikaria und ftläschonausschlag.
5.nbsp; Chcyletus orilditUH (1781 Schrank). Die weisslicb, selten röthlich gofürbtu, 0,08 mm lange Milbe lobt in alten Büchern, zwischen Hadern und Lumpen, häutiger in Viehställen) Taubonschlägcn, in verdorbenem Futter und geht gelegentlich auf den Menschen über.
c) riiiiniis'ulac. Kiifcniiilhcn.
Die KäfcmiilhcM haben sohooi'oniönnigQ Kloferftlhler, keine Axxgoa und im (Ipm laugen, stark behaarten Beiuon befiiiden sidi zwei Klauen mit eiuem Haftlappen.
1.nbsp; nbsp;ncniiiniyssiis aviuiu1) (Dugölaquo; 1834). Syn.: Pulex gallinao, Aknius gallinne. Der weiasliche, oder je uaeh der Dannfällung röthllohe oder sohAvarzrotho Körper isi beim Mtinnchen 0,6 nun lunj;' und beim Woibohen 0,70,75 nun lang. Die Parasiten loben am Tage in den Nestern und Ribson der Vogel' und Vieh-siälle und begeben sich tuiohts auf Hühner, Tauben und andere VögQl und belästigen dieselben durch Blutsaugen, öelogeutllch gehen sie .iir-Ii auf grösscre Thicre (Pferde, Kinder, Hunde und Katssen) seihst auf den Menschen und erzeugen hier starkes Jucken und Erythoiuo, Auch im Qehorgnng von Rindern sind sie golegontlioh beobaohtei worden.
2.nbsp; nbsp;Deriiiaiiyssus liiriindinis (1804 Her......m) lebt In Sehwalbonnestern, ist
grosser ids die vorige (1 mm) und geht ebenfalls goleguntlioh auf den Menschen über (Briiuii).
f) Tyroglyphldae. KAsemilbon.
Die Käsemilbou sind sehr kleine, längliche, hinten abgerundete Million, ohne Augen und Tracheen; die Mumltheile bilden einen Kegel mit sclieerenlörniigeii Kicferfiihleni und dreigliedrigen Kiefertastorn. An den fünfgliedrigen Beinen belinden sich Endklanen und llartläppchen. Die Milben leben in langsam sich zersetzenden thierischen und pflanzlichen Steifen (Käse, Zucker, Mehl u. s. w.).
Tyroglyphua furiiiao. Die Milbe lebt auf Meld, Tabak, Fruchten, Kiise und ist go-
legentlioh auf der Haut von Arbeitern beobachtet worden, die russischen Weizen verladen hatten, Auch bei der Katze ist sie gesehen, wo sie einen Bautaussoblag hervorrief. Ferner seien noch erwähnt: Ty rogl y p b us longior und si r o, Käsemilbe ; 'f yi'Ogly p b US loon a ru in , llenmilbe.
g) Deruiiileicli idiie.
Fs sind dies sehr kleine, längliche Milben mit schwach gefalteter Haut. Hei Sänge-Ihieren konimt Llstl'Oph orilS häutig bei Kaninchen und Kichhornehen und Mykoptes bei Watten und Mäusen vor. Bei Vögeln ist Anaiges iniuor an den Kederspulon del Hühner, Anaiges passer in us und fringil lamm bei kleineren Singvögeln, sowie Dimor-pbus kolumbae hei der Hanstaube bekannt.
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i) 3£o;ia, Haut, vu99(v, stechen.
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Durch tbtsriaohe Piirasiten verurasobtä Krankbeiton.
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B. Linguatulina. Zungenwürmer.
Die hojt. Zungeuwttrmor sind in Folge Ihrer parnsltlscheuLobonswolso dogoiiorirte, bnudwuraiähiülcho Aiuobuiclen mit langgestreokteni) wurinftonlgoni, plattem, gorlngelton, ;ui den Rän(llt;Tii gc/.äliiifein Köipcr, an welchem sieh Kopf, Thorax und Abdomen nicht von einander abgrenzen. Die Im erwachsenen Zustande völlig rückgebildeten vier Beine (Braun) liegen mIs zurückziohbare Krallen zu beiden Seiten des elliptisehen, von einem Chltijirhig umgebenen, an der vorderen Bauchfläcbe gelegenen Mundes, der in den diireii den gmi/.en Körper gellenden Dunn führt. Augen, Cirknlations-uiid Resplratlonsorguuo fehlen. Die Geschlechter sind getrennt. Aus den Eiern entwickeln sieh naeli Aufnahme in einen Zwisehenwirtli vierbeinige, mit rudimeulären Mundworkzeugen versehene Larven, die eine Reihe von Umwandlungen durchmachen und in eine zweite, der ausgebildeten .Form sehr älmlielie Umbildung übergehen. In dieser Kiitwiekeiungsforiu wandert der Parasit früher oder später aus und gelangt, als Kndwirtli, in Säuget liiere oder Reptilien, In deren Nasenhöhlen, Stirnhöhlen oder Lungen die envaeliseneii Thiere dann leben.
Die einzige Familie bilden die I'ent asloiuidae.
1. Liiigiialiilii (Pontasiomum ') taeilloldos (181ü Rudolph!), Syn.i Taenia
Khiuaria (1802), l'olystcma taenioides (1810).
Zoologisches. Dies weissen Miinuchen worden 1820 mm lang, die wegen der dincliscliiimiierndoii liraungolhen Eier gelblichen Weibchen werden 813 cm lang und beherbergen Ins 500000 ovale Eier in einem Individuum. Der langgestreckte, geringelte Körper besitzt am Munde stark gekrümmte Haken, welche joderseits von zwei schlitz-lüiniigen Oertnungen sich befinden9).
Die erwachsenen'Parasiten leben nur in den Nasen- und Stirnhöhlen beim Hund, Wolf, Fuchs, l't'crd. Ziege und gelegentlich auch beim Menschen. Die Eier gelangen mit dem Nasensclileiin nacli aussei! und werden nun von Thieren (besonders von Hasen. Kaninchen, jedoch auch von Schafen, Ziegen, Kindern, Pferden, Antilopen, Schweine, Katzen), gelegent-licli auch vom Menschen mit vegetabilischen Nahrungsmitteln anfgenonimon. Im Magen werden die im Ei eingoschlossonon Embryonen frei, gelangen durch aktive oder passive Wanderung in die Leber, seltener in die Mesenterialdrttsen, wo sich die Larve einkapselt. Im eingekapselten Zustande machen die Larven mehifache Häutungen durch und erwerben 'gt;6 Monate nach der Infektion das Aussehen der erwachsenen Linguatala. In diesem Stadium sind sie seit längerer Zeit bekannt, aber, bis Leuckart die Zusaininengehörigkeit festgestellt hatte, flir eine selbständige Thierform (Linguatnla serrata, Pentastomum dentikulntum) gehalten worden.
Die Linguatulalarveii durchbohren nun die sie einschliessendc Cyste und gelangen diinh aktive Wanderungen in die verschiedenen Körpertheile (besonders Brust und liauch-höhle, Bronchien, Dann) ihres Wirthes, werden dann theils ausgehustet, theils mit den Exkrementen nach aussen befördert. Beim Beschnttffeln der Nahrung (von Hunden, Pferden, Rindern u. s. w.) gelangen sie dann wieder in die Nasenhöhle und der Entwickclungsgang ist abgeschlossen. In anderen Källen kann die Infektion auch dadurch erfolgen, dass einzelne Thiere (Hunde, l'üchse) die mit Larven infizirten Lungen und Lebern fressen und so sich mit den Larven intiziren, die dann von dem Magen ihrer Wirtho in die Lunge, Bronchien, und in die Trachea eindringen.
Beim Menschen ist sowohl Pentustomum taenioides wie auch die Jugendform, Pontastomum dentlkulatum beobachtet. Besonders häutig (nach Zenker in
4 quot;/o aller Seklioneii in Dresden) koiimil P, deiitikulatiim vor und wird dann vor-
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l) Ttivrr, tunf; ^roiici, Mund.
-') Man hat wegen dieser Oeflnungen (mit dem Munde fünf) den Parasiten Fünflochquot;
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genannt.
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üebor pnnisitisclio A)-thropo(lon.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 343
wJogond in tlor Loberj ilaiiobon iiueli in der Milz, im Dünadarm, inn Püritoueum, im Hensmuskel, in don Lungen uiul in den Nieren gefnudeu, Seilen wird dor erlaquo; waohseno Pai'twit nnoh in der Nasonhöhle, wo lt;liinii Bhitamgön beobiichtel werden, gGäohou, Besondere. Erselieinnn^eii heim Sitz in anderen Org(tneai sind nicht iiiieh-
uijwelsen, Der Mensoh iufizirl sich tholls dureii Aufnahme vemiireinigtei' Nahnings-
mittel, Iheils (dureii 1*. dentikuliitnm) in Folge von Bertthmng mil infi/.irteii Hunden. Bei Tliicren sind diese Parasiten Bohon seil sein- langer Zeil (bei Efordon und Hunden seit 1757 dureii (-'inibort) bekannt. Ansser in den Nasen-, Stirnraquo; und Kieferhöhleu der Hunde und des Wolfes, zuweilen auch im Kehlkopfe dieser Thieie, wo die erwachsenen Individuen sieh finden, kommen die Jugendi'ormen, Peutastomum dentikulatum, sehr hilufig vor in der Luuge, Leber, Miiz, in den Mesenterialdrüson, im Bauchfell und gelegentlich auch in anderen Organen bei Hasen, liehen, Meerschweinchen, Ziegen, Schafen Kindern und Pferden vor. Babes fund dieselben viel in den Mesenteriiddriisen und in der WlUld der DU.....lai'inschllngO
der uugarischen Kinder, daneben auch in den Uebergäugen der Leber und Lunge,
I5ei Anwesenheil der Parasiten in deti Nasenhöhlen ssoigt sieh in höheren Graden Nasenausfluss, Athembesohworden, Verlust des Geruchsinns, sohllesslicli mich Abmagerung, Perforation des harten Gaumens mit Spelohelfluss, Blutungen u, s. w., selbst tollwutliverdftohtige Erscheinungen können auftreten.
Für die Diagnose ist der Nachweis der Pentastonmmeier im Naseuausflusso wichtig. Besonders wird man in Fällen von Wutlivordacht die Nasen- und Stirnhöhlen der Thiere auf die Anwesenheit; dieser Parasiten untersuchen müssen,
Viiatoniisclier Itel'mul. Bei den Hunden findet man den Parasiten oll in den Slebbeinzellon (Doffke), Bei Kindern findet man in den Mesenterialdrüseii kleinere und grössere gelbliche oder auch grünliche Herde, die heim Einsehnitt manchmal eine breiartige, manchmal eine mörtelartige Masse enthalten und oft viel Aehnlichkeil mit. tuberkulösen Herden haben. Es fehlen jedoch die kleineren hirse-korngrossen Herde bei den Veränderungen durch Pentastomen, ausserdem kann man bei mikroskopischer Untersuchung die Krallen der Parasiten in den Herden der Mesenteriiddriisen und sehr oft auch makroskopisch die Parasiten selbst nachweisen. So kann man auch eine Verwechselung mit Aklinoinvkose und Polhrvomykosc, die möglieh und vorgekommen ist, vermeiden.
Therapeutisch hat mau in einzelnen Fällen Trepanation der Nasen- und Stirnhöhle, sowie Einspritzungen von Kreolin, Lysol u. s. w. versucht. Prophylaktisch ist erforderlich, die mit Peiitastomeii behafteten Organe (am besten durch Feuer) unschädlich zu beseitigen, bezw. nur technisch verworthon zu lassen.
Sanittttspolisseillclios, Du eine Infektion des Menschen dnroh den Qenuss ilor krapken Organe möglich ist, andrerseits der Mensch durch den Geunss der kranken Organe seitens ilor Hundü gel'iiludet ist, wird man, wie schon bei der Prophylaxis onviilint, die Organe sorgfältig zu vernichten, bezw. beim Sitz in don Mesenterialdrllsen nur technische Verwortliung des Darmes inui Fettes gestatten müssen.
2. Pentastoma konstriktlim. Die eingekapselte Jugendform dieser cylindrisch go-formten Parasiten sind in Äegypten wiederholt in der l/eher von Negern gefunden worden.
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Dmcli thierisoho Piuasiten veruivaobte Knuikliciten.
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2. Insekta. Kerfthiere.
Ks htuuloll sicli hei den Iiisckirii hui geti'euuf gosohleühtliohe, dm'oh Traohoen iitliiiiciidi' Ai'thi'opoden, (leren Körper fast immor Kopf, Thorax und Abdomen cr-
kelinen \äM. An dein Kopf befinden sich vier Paar Extremitäten, wobei das erste Paar die verschieden gestalteten ail der Oberseite des Kopfes neben den Augen vurlmndcneii Fiihlcr (Antennen) sind. Ferner sind ventralpaarifie Ober- und Unterkiefer vorhanden und einpaarige Ober- und Unterlippe; am Thorax befinden sich ventral drei Heinpaare. Ilie/.u koimnen, ans Tmoheoiikiemen jedenfalls entatandou, noch bei einer grossen Zahl die dorsal gelegenen Fitigel, Der meist gerade durch den Körper gehende Dannkanal zerfällt in Vorder-, Mittel- und Enddarm, Das höher als bei den Anneliden entwickelte Cent ral n ervensystem besteht im Wesentlichen aus dem Sohluiulriiig) oberen und linieren Sohlundgaugllen, Eüngeweidenerveu. Von Sinnesorganen sind zu nennen: die seitlich am Kopfe sitzenden fiicettirten Au^vii, die an den Fiihlern gelegenen Spür- und Qeruohsorgaue, ferner Gehörorgane und CJcschmaeks- oder feineren Geftthlsorgane am Mund und in der Mundhöhle1). Sehr entwickelt sind die Respirationsorgane (Tracheen); auch ist ein mit farblosem Blute versehenes Blutgefässsyslcm vorhanden. BozÜgUoh der Kntwickelunjrs-gesühiohte sei erwähnt, dass die aus dem Ei schlüpfenden Jungen nur ausnahmsweise (Apteren) dem ausgebildeten Thiere gleichen, in der Kegel durch Körperform
und Lebensweise von dem alten Thiere abweichen und die Oestall des letzteren ('rs( durch eine Metamorphose erlangen. Diese ist eine allmähliche oder sprungweise mil einem Kuhesliidium verbundene. Dieses Knhestadiinn, Puppe, schlicsst das Larvenleben (Haupe, Made u. s. w.) ab, während desselben wird gar keine Nahrung aufgenommen, dagegen werden die inneren Organe umgebildet. Bei manchen Formen is( die Ruhe keine absolute, indem freiwillige Ortsbewogungen ausgeführt werden (Puppen der Mücken).
Jo nach der Form der Mundwerkzeuge, der Beschaffenheit dor Flügel, sowie der Art der Entwickelung werden die Insekten in zahlreiche Ordnungen eingetlioilt; mit Ausnahme der niedersten Ordnung (Aptorygota), welche den Ahnen der Insekten am nächsten stohen, keine Flügel besitzen und keine Metamorphose durclimaclien, besitzen alle übrigen Ordnungen, die man als Fteryguta den Aptcrygota gegenüberstellen kann, um Thorax Klügel, wenn auch innerhalb dieser einzelne Arten oder Familien vorkommen, welche sekumlär die Flügel verloren haben (Braun),
Die l'torygotu zerfalleil in:
1.nbsp; Orthoptera, Mnndtheilebeissend, VorderttQgellederartig, BinterflUgel dttnnhitytig, länuis gefaltet; Metamorphose unvollkommen (Heuschrecken, drillen, Schaben).
2.nbsp; Pgendonenroptei'a, Mundtheile beissend, die Flügal gleichartig, dünn, nicht faltbar (Libellen, Haar- und Federläuse, Termiten),
8i BliyncIlOta 8. Hemiptei'a, Mnndtheile zum Stechen und Saugen eingerichtet, Flügel gleich oder die Vorderllügel pergamentartig' verdickt (lilattlüuse, (Jikaden, Wanzen und echte Läuse).
4.nbsp; Xeuroptera, Mundtheilo beissend, Flügel dünn, gleich; Metamorphose vollkommen (Ameisenlöwe, Flortliogen u, s. w.).
5.nbsp; THohoptera, Mnndtheile leckend, VorderHügel schmal, HinterHügel längs gefaltet, beide mit Härchen besetzt; Larven raupenförmig, im Wasser lebend, durch Triicheonkiemen atlimend (Kiiclierfliegen).
i) Die Töne, welche die Insekten hervorbringen, werden in der liegel durch das Reiben oder Schlagen bestimmter Chitintheilc erzeugt, doch entstehen auch Töne bei der Atlnuuug (Fliegen |Braun]).
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Uobor pai'naltiaobe Aitliro|)odon.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ?Argt;
(i. li('|gt;i(lo|it('i'ii. Mundtlieilo suugond; Klilgol mit Sdbuppon bodockt (Sohinottei'lingo).
7.nbsp; Kolcoittcra. Mundtheile bcissond, Vorderflttgel vordickt, durch Karbo, Aussehen und Funktion von den dünnhäutigen, eint'ultbaren Hinterfltigeln unterschiedon (Kiifor).
8.nbsp; Ilyiueii()])tcrii, Mundtheile beissend oder leckend, die Flügel gleichartig, glashell (Onllwespeo, Schlupfwespen. Ameisen, Wespen, Bienen, Hummeln).
9.nbsp; Dipterfti Mundtheile stechend odor saugend oder lockend, llintorllügel vcikrnnmeit (Mücken, Fliegen, Uremsen, Flöhe).
10.nbsp; Stl'epslptliera, Vorderflügel verküniinert, das Weibchen ohne Flügel und parasitisch lebend (Fächerflüglcr).
l'iiiiisitcn heim Menschen iiik! hei TIiktcii kummeii nur 111 don Orthiungen
RynelioUi (Hoiniptem), Diptorlaquo; und sein- seilen in Koleo pi era vor.
Bynohota (Ueiutjitora)i
A. Aptera (Rynchota parasitika). 10s sind fltigoHoso fiiseklen mit kur/eni, floisohigem Schnabel, nounglioclrigoin Hinlerleil), keine Metamorphose,
u) I'imü kul idii e, Läuse. Kleiner Miltelieil), muloutlioh gegllcclerter Körper, grosser Hinterleib, fünf-gliedrigo Fühler, hakenförmige Endglieder an deuFttsseii; die tonnonfönnigon Eier
(Nisse) werden an die lliiare der Wirtlie abgelegt.
1.nbsp; nbsp;l'ediUnhis kapltls') (Kopflaus). Der je nach der ünarfai'bo der liotiellciulen Mensollenrassen hellgraue bis schwarze Parasit ist 11,5 mm (Männchen) bis 1,82,01 mm (Weibchen) lang. Von jedem Weibchen werden .',0 Eier gelegt, die bereits nach 18 Tagen fortpflanzungsfähig sind.
Die Kopflaus lebt besonders auf der behaarten Kopfhaut des Monschen, seltener an anderen behaarten Korpertheilen. Durch das Kratzen, welches in Folge des durch don Diss entstehenden Juckreizes bewirkt wird, entstehen oft niissendo Ekzeme, besonders am Nacken. Die Haare vertilzen sich und es kommt In höheren (Iraden zur Bildung der l'lika |iol oni k a-i (Weichselzopfquot;). Die Parasiten sind über dio ganze Krdo verbreitet und in Amerika bereits vor Ankunft der Europäer vorhanden gewesen.
Therapeutisch ist erforderlich, die Parasiten zunächst durch Waschungen und Abkämmen zu entfernen und die Kopfhaut nachher mit grauer Salbe, Salmdillessig, l'eru-balsam u. dgl. einzureiben.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo;
2.nbsp; Pedikltlns VOStlinontl (Kleiderlaus). Der Parasit, dessen Körper 24 mm lang wird, lebt am Hals, Nacken und Rumpf dos Monschen und der anliegenden Kleider, WO auch die Eier abgelegt werden. Die sog. Lausosucht (Phthiriasis3), bei welcher Papoln, Pusteln und lleschwüre in der Haut entstehen, wird (nach Landois) vorwiegend durch die Kleiderlaus hervorgerufen. In anderen Fällen mögen auch Milben und Fliegeinnaden die Ursache sein (braun). Zur Beseitigung ist neben liehandlung der erkrankten Haut, die oft dunkelpigmentirt wird, wenn die Parasiten längere Zeit einwirken, erforderlich, dass dio Kleidungsstücke in einen auf 70-80quot; C. erhitzten Raum gebracht werden.
3.nbsp; nbsp;I'edikiilus puliis. Phtliiiius in^'iiiiialis. Filzlaus. Der kurze, gedrungene, fast viereckige, grauweiss oder graugelb gefärbte Körper des Parasiten ist beim Männchen 0,8 bis 1,0 mm lang, beim Weibchen 1,12 min. Die an den Haaren sich vortindenden Eier sind birnförmig.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Filzlaus hält sich am häutigsten in den Schamhaareii auf und geht von hier in
die Achsenhölilen, in den Bart, Augenbrauen, dagegen nicht in die Kopfhaare. Erworben wird sie durch umittelbare Berührung mit infizirten Menschen oder deren Kleider, Betten und Wäsche. Die Parasiten rufen oft cigentliihnliche linsen- bis fünfpfennigstiickgrosse,
i) Podikulus, Laufthler. -') Plikn, Falte. :l) aiht; Laus.
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Durch Hiieiischo i'arasiton verureaohte Krankheiten.
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riUlilicIibnumo [''locke (Miikuliio caeruloiif) hervur. Zur liosoitigimg goniigt oft einmalige Kiiireibuiig mit grauer Salbe mit nachfolgendem Hannen Bade.
Uei Hausthici'Cii kommt ans der Familie Pedikulidao nur vor die Gattung: Haemu-topinus, mit spitzem Kopf und schmalem Thorax. Bemorkonswerth sind: llaem e topin os urius; syn.; Haemotopiims sou l'edikulus suis. Die Schweinelaus. Der Parasit, welcher 34,5 mm lang wird , kommt besonders an den Hinterschenkeln dos Haus- und Wildschweines vor. H. niakrooephalus equi et asini (l'edikulus elt;iiii), Pferdelaus. Dio gelbliche oder rostfarbene, 28,5 mm lange Laus wird besonders am Nacken uiul Hals dor Pferde und Ksol beobachtet. Heim Rinde sind llacinotopinus eurysternus, die kurzküpfige und llaemotopinus teuuiroslris, die lang- oder spitzkiipfigo Rindslaus bekannt, Die Parasiten kommen besonders am Hals und Kopf des Hausriudos vor. Hoi der Ziege ist llacmotopimis steuopsis (l'edikulus stenopsis) und beim Hundo Hnemotopinus piliferus (Pedikulus pilil'orus, Hundelaus) bekannt.
Zu derselben Unterordnung gehört noch die Familie
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li) Muliophugll, IVI/flesser.
Diese untorsohoiden sich durch den mehr breiten, oft fast i|nadratiscboii Kopf und den halsartig verengton Tliurax von den blutsangonden Podikulidon, mit welchen sie oft verwechselt werden.
1.nbsp; Boi Sttngethioreii, die sog. Haarlinge, Triohodektes, von hlpidermis und lluaron lobend, TriohodoktflB latus beim Hund (12 mm laug); T. spliaerocophal us beim Schaf (1,7 mm lang), oft in grosser Zahl und dann Beschwerden verursachend, die von Laien leicht für Räude gehalten werden; T. skalaris (1,62 mm lang) beim Rind; T. pilosus beim Pferd und Ksol, diese Haarlinge sitzen besonders am Hals, am Grunde
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der Mtthnen, im Nacken und am Schwanz: T. k
2.nbsp; Bei Vögeln die sog. Kedorlin
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l\ 1 I 111 11 .\ KfMl UO| raquo;JlV^ta,^.
welche vorwiegend von Kpidermisscluippen,
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Hautlalg und Federn leben.
Zu der Unterfamilie der Foderlingo. Phi 1 opterus, gehören noch folgende Oattungen und Arten beim (ieflügel (nach Zürn):
Dokophorus: D. ikterodes, der rostbraune Foderling der Ente, D. adustus, der Sohlldtragende Federung der (ums: Nirmus: N. mimidus, der gelleckte Federung des i'crl-hnlines; Goniokotos: G. kompar, der Federung der Turteltaube, G. hologaster, der rofch-branne, gelbgctleckte Federung des Huhnes, (i. rektangulatus, der mit rechtwinkligen Schläfeneoken versehene Federung des Pfaues; (Joniodes: G, dissimilis, der rothgelbe Federung des Huhnes, (i. mnnidianus, der schwarzgeränderte Federung des Perlhuhnes, G. stylifer, der Hörner tragende Foderling des Puter; Lipeurus: 1.. variabilis, der veränderliche Federung des Huhnes, L. heterographus, der verschieden gezeichnete Federung des Huhnes, L. polytrapezius, der mit TrapozHecken versehene Federung des Puter, 1,. peganus, der dünne Foderling der Gans, L. bacillus, der Stab-Foderling der Haus- und Wildtaube.
Zu der Dnterfamilie Liotheus (keulenförmige, viergliedrige Fühler, Thorax raeistons aus drei, Abdomen aus 10 Ringen gebildet, Fuss mit zwei Klauen) sind noch folgende. Gattungen und Arten beim (letlügol zu erwähnen:
Trinotum: Trinotum Liotheum s. konspurkatum, der grosso Foderling der (Jans, leicht auf Menschen ü borge hon d, T. squalidum, der glänzende Foderling der (jaus; K u Ipocoph alum : C. turbinatum, der kegelförmige Federung der Haus- und Wildtaube; Menopon: M. pallidum, der mondföiniige Foderling dos Huhnes (sehr häutig), M. Numidae, der mondköptigo Foderling des Porlhuhnes, M. straminoum, der ockerfarbige Foderling des Puter, M. phaestomum, der mondköplige Foderling des Pfaues.
Holm Moerschwelnohen zur Gattung Gyropus gehörig: G. poroelli (Püsso mit einer Kralle) beobachtet.
licliaiidlllll^ del' llaarliugi'. Ks werden benutzt die graue (Jnocksilborsalbe, Waschungen mit ' j quot;oigor Sublimatlösung, Waschungen mit 450/oiger Tabaksabkochung, besonders bei Schafen und Hunden, weniger beim Pferd und Rinde, quot;) quot;/oige Kroolinlösung, in der llundepraxis iithorischos Auisöl, Arsonikwascliungen (Arsenik und Pottasche jo 16 g, Wasser und Kssig je l'/a kg), jedoch mit Vorsicht und nur bei grOsseren Thieren zu verwenden. Gegen die Eier der Haarlinge werden Kssigwasohungen benutzt. Schliesslich wird auch l'erubal.sain, Leinöl besonders bei Schweinen, ferner eine Mischung von Sabadilsamon. Stephanskörner, woisser Nieswurz und Anissamen angewendet.
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Ucber parasitischu Arthropoilen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;317
Die Fod crlinge werden zwockmilssig mit äthorischuin Anisiil (ein'liioil Aiiisiil und 10 Thoile Riiböl, odor ein Liter Wasser und oin Ksslüffel Anisöl) oder mit Uosmamiöl, die zwischon dio Federn gestrichen werden, boliandült. Zur Vorbougo ist lioiiiliclikoit in den Stallungen, gründliche Desinfektion der Wände, Sitzstangen, LegekUrbo u. raquo;. w. zu empfehlen. Aueh Einrichtung von Sandbädern, bestellend aus gesiebter Steinkohlonasclie und Sand, ist zwookmässig.
Ryaohotti homiptora (Hcmiplcrn).
Akantliiadiu;. Es sind Parasiten mit abgeflachtem Körper, vierglicdrigon FUlilrin, dreigliedrigem Schnabel und atrophirtein Flügel.
Cimcx Icktularius (Syn.: Akanthia1; Icktularia, Fabricius 1704), die iJo ttwan ze. Das braunrotho, 46 mm lange, mit acht Abdominalsegmenten ausgestattete Weibchen logt 34 mal im Jahre je 50 woisslioho Eier, deren Kntwickolung bis zum geschlcchtsrcifen Thiere in 11 Monaten abgoschlossen ist.
Dio schon im Alterthum bei den Griechen (xd'plraquo;) und Römern (eimex) bekannten und über die ganze Erde verbreiteten Parasiten leben in den menschlichen Wohnungen (Tapeten, Bildern, Bettstellen) und suchen des Nachts den Monschen auf, um Blut zu saugen. Das leim Stich in die Wunde gelangende Sekret ihrer .Speicbeldriisen erzeugt Urennon, Juckreiz und Quaddelbildung. Zur Beseitigung der Parasiten aus den Wohnungen empfiolill, sich, die Fugen der Möbel mit Petroleum oder lienzin zu bestreichen uud dio Wände der Schlafräuine mit Oolfarbo zu bepinseln.
InHussland kommt (nach F versmann) noch eine I5,Ij iimi lange, golbrotlio, dicht behaarte Bettwanze, 0im eX c i I i a t us, vor.
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Di ptcra. Z w (gt;i l'l iiglur.
Bei diesen [nsekten ist) wie bei lt;llt;'l#9632; Biiith^ihuig thellweisd schon erwähnt, das vordere Flügelpaar liäulin', ilas hintere zu Sohwhigkolbon verkümmert. Die Brustriugo sind zu einem Stück verschinolüon, Die Larven (Maden) sind fuaslos und lehen theilweise pnnisitiseii.
A. Aphaniptera. Flöhe. Die flügellorten Pai'asiteii, deren Thomkolringe niohl verwachsen sind, besitzen krallige Heine, dreigliedrige Fühler und neun Segmente im Abdomen. Der Leih erscheiul seitlich zusammengedrückt.
1.nbsp; Fiilcx ItTitana (Floh). Der rotho oder dunkelbraune Körper ist beim iMännchen 22,5 mm lang, beim Weibchen bis 4 min. Die tomienförmigon weissen Eier werden in Dielenritzen, Kehricht n. dgl. abgelagert; dio aus dcnselbon sich entwickelnden fnsslosen Larven vorpuppen sich nach etwa 11 Tagen und 11 Tage später ist der Floh fertig. Nur bei sehr unsauboren Monschoii legen die auf der ganzen Erde verbreiteten Flöhe Eier ab, P, irritans kommt auch bei Hunden, Schweinen, Katzen, Schafen, Ziegen und Rindern vor.
Ausserdem beobachtet man bei llundoii und Katzen l'ulex sorra t ieeps, oharakterisirt durch die am Hinterende des ersten Thorakalringes vorhandenen grossen dicken Stacheln; derselbe geht auch auf den Menschen über, ohne ihn jedoch immer zu stechen.
2.nbsp; l'lilcx (Sarkopsylla) pcnclrans (L. 1758), Sandfloh. Der braune, kurze Körper des Parasiten ist 1 1,2 mm lang. Der nach vorn genoigto Kopf zeigt eine leichte Ein-Senkung. Während dio Männchen nur vorlibergehoud am Menschen leben, bohren sich dio Weibchen mit dein Kopfe unter die Zehennägel und in die llautfalten ein. Aus den in die Krde oder auf llolzwerk abgelegten Eiern entsteht ähnlich wie beim Monschcnfloh nach einer Metamorphose der gesohlechtsreife Parasit.
Der Sandfloh kommt besonders in Mittel- und Südamerika vor, von wo er durch den Schiffsverkehr nach Wostafrlka gebracht ist. Die von ihm hervorgerufenen Wunden er-
i) ^ azema, der Dorn.
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Durch tliicriticlio Parasiten verursachte Krankheiten.
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zmigon gehl' starkes Jucken. Zweoktnftsaig ist, die Tblere mit einer Nadel abzuhehoni um tiefergreifende Wunden zu vennoiden. Prophylaktisch empflehU sich, die FUsse mit Petroleum, JodlOsungen, Hals. Coimiv. odor [nsektonpulpor einzureiben,
Hei llaiistlilercn wird der Parasit ebenfalls beobachtet! bosondors bei iiunduu und Schweinen, dann auch bei Katzen.
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B. Brachycera. Fliegen. Die drei Thoi'tlknll'lngo sind vcrsclimolzcn, die mcisl drelgliodi'lgou Fühler sind kürzer als der Kopfj Flttgol t'nsi innnei' vorhanden, ferner 58 Ahdoiniiiiilscgiiieiite. Aus den abgolegten Eiern entwickeln sich fusslose Maden, die moist keinen Kojd' besitzen, manchmal aber zwei oder vier klauenförndgo Haken, Diese Maden lebon in sioh zersetzenden organischen Substanzen, selten im Wasser, zum Theil auch piii'iisiliseli; sie verpuppen sieli entweder In der letzten Lnrveiilnmt zu einer tunnen-
förmigen Puppe oder verwandeln sich nucli Abstreifen der Larvenhaut in eine Muinioupuppe (Braun).
1.nbsp; Phora riisipos, Buokeliiiege, deren Larven in faulenden Kartoffeln, Pilzen, Rettigen leiten und gelegentlich in den Darm des Menschen gelangen, wo sie wie andere Fliegen-larveu, die 24 Stunden und darüber im Magen leben können , sclnvere gastrische Erscheinungen hervorrufen (Braun).
Musku vomitaria (Schmoissfliogo), M. domestika (Stubenfliege) und verwandte Arten (M. kad averi na , Aastliege, M.stabulans, Stalltliege) legen ihre Kier oft in sehr grosser Zahl in Wunden und GeSOllwUl'e, in die liUSSere Oell'nung von Sclileiinlmutknriiilen bei Menschen und bei Thicren. aus doneu laquo;ich dann Milden entwickeln, welche meist, in grösseror Zahl mit dem Kopfe nach innen gewendet, das Mintereiule mich aussen gelichtet gefunden werden. Im Dann, in der Nase, In der Vagina und Urethra beim Menschen sind sie ebenfalls gesehen worden. Audi auf das Fleisch der Schlnclittliierc setzen sie ihre Eier ab.
2.nbsp; Anthoinvia kanikulafis. A. skalui'is und A. munikata, 151 um enf liege. Die mit gefiederten Borsten besetzten Larven lebon in den verschiedenen (ieiniisesorten, aucli im alten (iebiiek und gelangen von hier in den mensclilichen Darm, WO sie sich weiter-ontwtokeln und, bis sie ausgebrochen oder mit dem Stuhlgang entleert werden, schwere Störungen (Darmkatarrh, hochgradige Verstopfung) hervorrufen können.
3.nbsp; nbsp; Liicilia lioiniiilvonix . syn.! Muska an tbropopli aga, L. mace I inria (b'nbiioi us 1794). Die in Mexiko und Südamerika vorkommende sog. amerikanische Fliege, deren Leib 12 Segmente und eine Länge von 16 mill besitzt, legt ihre Eier oft aut tiescliwiire, in die Nasenlöcher oder in den Gehörgang von Personen ab, die im Freien schlafen. Aus den Eiern entwickeln sicli dann die mit starken Krallen versehenen Larveu, welche sich später in der Nasen- und Stirnhöhle, im Kachen- und Kehlkopf ansiedeln und durch Zerstörung und Perforation der Schleimhaut oft erhebliche Störungen verursachen können.
In llollnnd soll bei Lämmern dureli die Maden von Luciliii Caesar (nach .1 ennes und van Leer identisch mit Muska serikata) eine sog. Fliegenlarvenkraukheit (Worin-Zinkte) vorkommen, wobei die Kier zwischen die Hintoibtine der an Durchfall leidenden Lämmer abgesetzt weiden.
4.nbsp; Sarkuphaga karnaria. graue Fieisohfliege. Die kegelförmigen, schniutzig-weissen Larven dieser sehr verbreiteten Fliege sind wiederholt beim Menschen in verunreinigten Wunden und (ieschwiiren, im (johörgange, in der Konjunktiva, Urethra und Vagina gesellen worden.
5.nbsp; Sai'kniiliaga inagnifika, syn.i Sarkophila Wohlfartii, Wohlfalirlsfliege. Die Larven dieser in ganz Europa, besonders aber in Uussland verbreiteten Fliege werden ebenfalls in Wunden und t lescliwüren, sowie in sonst leicht zugänglichen Höhlen und Kanälen des Menschen beobachtet.
Bei dftii Ilaustliicsreii kommen belaquo;.....lers Parasiten nus der Familie Oestridae
(Ries- oder Dasselfliegen) in Betracht, deren Larven In der Mmit oder in Körper-höhlen bestimmter Säuoethiere, seltener beim Menschen scbinarotzcn.
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üobor paiiisitisclio Aithroiioilon.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;349
Der iiUgeniolnu Ii]utwiclt;koliugt;gägHiig i^t folgender:
Die mit grosscin, linlhkiigeligcii Kopfe vorschenen Insekten leben meist nnr melirere Woehen und seil wannen in den iieisseii Somnieniioiiiiteii, sie sind tlieils vlvIpfU'j liieils ovipai1 'ind klebon im let/.tci'en Fidle Ihl'O Eioi1 im die Hmil oder die Himre des Wolmthieres. Die Lttl'VOll lobon nun melirere Monate piinisitiseii, liiiuteu sieh während dieser Zeit zweimid, veiliiss(gt;ii nach vollendeter Iveife ihren Wiith, um sieh zu verkriechen und zu verpuppen. Die sog. Nymphenrahe dauert dann je nach der Temperatur 810 Wochen; hierauf sprengt die entwickelte, auskriechende Fliege die Tonne, entfidtet ihre Flügel In 10 --15 Minuten und beginnt von Neuem /.u schwärmen,
Nach Bmuer werden hei 11 nusi hieren folgende Gattungen unterschieden! Onsl rophilus, Oestrus und II vpoderm n.
n) (Jnstrophi 1 us. (Jastrophilus oqui. Magenbremse des Pferdos,
Zoologisches. Dio Bromsfliege schwämit besonders im Juli und August, logt dann die Eier auf Pferde (besonders Weidepferde), an deren Ihiaren sie festkleben. Man findet sie oft in sehr grosser Zahl an den Vordergliodmassou , am Halse, an der Miiline, an den 'l'aatliaiiren des Kopfes u. s. w. Von hier kommen die Kier durch Ablecken oder (event, dio Embryonen) mit dem Futter in den Verdauungsapparat und bleiben vorwiegend im Magen der Pferde sitzen, von wo sie nach vollständiger Kntwickolmig (in 1013 Monaten) wieder mit den Exkrementen nach aussei! gelangen, wobei ein Theil oft noch längere Zeit am After der Thiere hängen bleibt.
Es werden gewöhnlich noch folgende Spezies unterschieden:
1.nbsp; (iastrus cqui, die grosse Magcnbieinse. Es ist eine 11 mm lange, rostgelbe Fliege, deren Männchon auf dem Hucken schwarze I'unkto besitzt. Das befruchtete Weibchen sucht in der Zeit von Ende Juni bis Anfang Oktober besonders Mittags l'fcrde auf, die auf der Weide oder im Freien sich befinden und legt die mit einer klebrigen Flüssigkeit überzogenen Eier auf die Haut der Thiere ab. Häufig verlassen die jungen, spindelförmigen, kleinen Larven schon auf der Haut der l'ferde dio Eier und erzeugen ein Juck-geftthl, das die Pferde zum Lecken und dabei zur Aufnahme der Ifrut vcranlasst. Andrerseits können die Larven auch zum Maule hinkriechen und so in den Vordiuiungaapparat gelangen. Die Larven entwickeln sich im Darmkanal in drei Stadien. Die ausgewachsene, anfangs tleischrothe, später gelbbraune Larve ist 1719 inm lang und sitzt meist im Kindialtheil des Magens, daneben gelegentlich auch in der Hachenhölo, am Gaumensegel, selbst im ausseien (Jeliörgangc der Pferde.
2.nbsp; fiiastropliihis, OaHtrus pckoi'ilin, Viehbremse. Die schwarzbraune, 12 bis 15 mm lange Fliege legt ihre schwarzen, mit einem Deckel versehenen Eier auf die Haut der Pferde und gelegentlich der Rinder. Die dunkelrothen Larven gelangen dann, wie die vorige, in den Magen der Pferde und werden hier neben jener gefunden, Ins Freie gelangt, wandeln sie sich in schwarze 'rönnen um, aus welchen nach 46 Wochen dio vollentwickelten Bremsen hervorgehen.
3.nbsp; (Jastropbilns s. (lt;asti'us hacmorrhoUlalis, Mastdarmbiomse. Die schwarze, etwa 10 mm lange Fliege mit gelben und gelbbraunen Heinon und glashellen Pliigeln schwärmt hauptsächlich im Juni und August und legt ihre Eier besonders gerne an die Haare der Lippen und Nasenränder der Pferde, welche bei der Aiinäherung des Insektes sehr unruhig worden. Die kleine Larve, welche entwickelt 14 l(i mm lang ist und schmufzig-bhmgrün aussieht, gelangt durch die Nasen- oder Mundhöhle in den Verdauungsapparat und macht die letzten Wochen Ihrer Entwiekelung im Mastdarm der Pferde durch. Die abgehenden tonnenförmigen (iebilde wandoln sieh dann in 4(! Wochen in Fliegen um.
4.nbsp; (Jastnis nasalis. Die 12 mm lange Klinge mit braunen Beinen legt während dos Pliegens ihre woissen Eier an die Lippen, Naaenränder und Nasenlöcher der Pferde, Maulesel, Esel und Ziegen. Die ansgeschliipf'fen Larven gelangen in den Verdauungs-traktus und setzen sich besonders im Dnodenum fest; von wo sie mit den Exkrementen nach aussen befördert werden.
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HTjOnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Duroll tliiorisolio l'iiiasiton voiiusadito Kraukhoiten.
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I'atlutlu^ischc Itedviitiin^ dor UustropUllusavtoillaquo; In violon Kiilliii werden iKicliwcishaiv gtömugen durdi die AjiWQHonheil der Liirvcn iilohl beobachtet Is'ur wenn sie in grösseren Mengen (im Magen oft 100200 Stück) sieh im Dann-iniktns ansiedeln, erzeugen sie Verdauungsstöiiuigeii) Kolikorsoheinungon, Blutungen, Perforation der Magen- und Darinwandung mit tödtlicher Poritonitifl, tödtlioh verlaufende Magenblutungen oder Gehirn- und Rüokenintu'ksersoheinungen verschiedener Art (bei Verirrungen der Larven ins Gehirn und Rückenmark), bezw, Dyspnoö, Schluckbeschwerden, Hnrnbeschwerden (beim gelegentlichen Sitze im Kohlkopf, in der Raoheuhöhle, in der Elarnblase u. s, w.). Die Diagnose ist erst dui'cli den Nachweis der abgehenden Larven sicher zu stellen.
Eine Therapie ist meist aussichtslos und Überflüssige weil die Parasiten später von seihst abgehen. A.utiparasitische Mittel haben keine Wirkung. Prophylnktisoli wird sich empfehlen, bei den gefährdeten oder bereits mit Eiern vorsphenen Woidq-pferden öfters die Haut gründliob zu reinigen.
!)) Oestrus. Oestrus ovis. Schaf bremse.
ZoologisollOS. Dio in Deutschland sein- häufige, fast nackto, klcinn gelbgrnue Fliege von 1012 mm Länge setzt ihre den Kiern schon innerhalb der Logeriihre entschlüpfenden Larven in dio Nasenlöcher des Schafes, von wo die Parasiten in die Nasen-, Htlrn- und Kieferhohlen, sowie in die Hornzapfen derThiere eindringen können, um dort in etwa noun Monaten ihre volle Keife zu erlangen. Die ausgewachsenen, oben gewölbton, unten flachen Larven sind 2080 mm laug und von golbbraiinor Farbe und gehen nach erlangter Iteif'c In die Nasenhöhle zurück, von wo sie dann ausgeniest worden und ins Freie gelangen. Hier wandeln sie sich in etwa 24 Stunden in eine braune, später schwarze Puppe um, aus der sich in 67 Wochen wieder die Fliege entwickelt.
I'athologisclic Bedeutung von Oestrus laquo;vis. Durch das Eindringen der Larven der Sohafbremse in dio Nasen-, Stirn- und Kieferhöhle, bezw. in die Höhle des Iloriizapfens der Schafe wird die sog.Oostruslarvonkrankheit der Schafe, Bromsenschwindol, Schleudorkrankhoit, falsche Di'ohkrankheit horvorgemfen.
Die Krankheit kommt besonders in Schäfereien vor, die dicht an Waldrändern liegen und beginnt in der Regel mit den Zeichen eines Nasenkatarrhs (einseitiger, dünner, später dicker Nasonausfluss), Niesen mit meist gleichzeitig auftretendem luiufigen Schütteln und Schleudern des Kopfes (Schleuderkrankheit), Dabei reihen die Thiore viel die Nase und den Vorderkopf. Später zeigt sich auch eine mit Lidraquo; Schwellung und Thränenfluss verbundene katarrhalische Erkrankung der Konjunktivs, in schweren Fällen, dio dann nach kürzerer' (48 Tagen) oder längerer Zeil zum Tode führen, treten dmiu mich Schwindolanfällo, schwankender Guiig, gelegentlich seihst Drehbewegungen (falsche Drehkrankheit), opiloptiformo Krämpfe, Athemnotb u. ilgl. auf.
Bei der Sektion findet man in den Kopfhöhleii die Larven in Verschiedenen Entwickolungstadien, oft in hämorrhagisch geschwollener, blutig oder eitrig durch-tränkter Umgebung eingebettet. Manchmal sind die Larven durch die Siebboin-platten in das Gehirn oingewanderl und haben dabei Hyperämie der Gehirnhäute und Oedem des (jehirns hervorgerufen.
Die Diagnose kann im Lehen der Thiero Schwierigkeiten bereiten wegen Verwechselung mit der Drehkrnnkhoit, wo jedoch das Schütteln und Schleudern mit
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[lebor parasitiaohe Arthropoden,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hol
dein Kopie, uuoli lt;li(' Brkniukuiigun [lur A.ugiiii Milon. Mil dor sou-. Twiborkitink-
licit, wie Rdloff inlliiiinlicii aniiiilnn, lint dieses Leiden niehls zu timii.
Zur Thoraplo iuit man bald nach der Einwanclomng der Larven lt;lie An-wenclung von Nicamltteln (Tabak, Nioswurzel mittelsl eines Federkiels in die Nase oingeblnaon) empfohlen ; in späteren Stadien Entfernung der Larven durch Trepanation (besonders hei werllivollen Thieron). Prophylaktisch ist das Bestreichen der Nasenlöcher mit Oei u. dgl, lunstftndlichj besser ist, beim Weiden auf das Vorhandensein der Fliegen zu aehten und die Entfernung der Eier ans den Nasenlöchern zu bewirken, (Aufmerksame Schäfer!) Die Eier und die Larven sind zu verbrennen,
Saiiiliitsiioli/.ciliclics Wenn Thiero wegen Oestruslaivenkranklieit in (Ion ersten Stadien dor Krankholt geschlachtet worden, so ist nur erforderlich, den Kopf zu vernichten. Sind die Thiero im l'ebrigen gesund, so wild das Fleisch dem freien Vorkehr iibergebon werden kiinnon.
e) Hypoderma (Oestrus der Autoren), Hypodernia s. Oestrus bovis. Dasselfliege, Haul bremse.
Die Larven der Fliege werden vorwiegend in der Haul der Riudor, daneben mich beim Pferd, Schaf und Esel beobachtet,
ZoologisolioSi Die dicht behaarten, schwarzen, mit einem halbkugligen Kopf ver-sohenen Iß17 nun langen Fliegen schwärmen im Juni bis September besonders nm die Mittagszeit sehr sonniger und heisser Tage, wobei die Weibchen dann ihre länglich runden, dickschaligen, klebrigen Eier auf die Haut ihrer künftigen Wirtlio fallen lassen. Die aus den Kiern kriechenden Larven (Engerlinge genannt) bohren sich in Haut und Unterbaut ein, oft bis zum llautinuskol nnd bleiben hier bis zur vollendeten Keife, etwa neun Monate. Vollkoimnen entwickelt, wobei sie eine fiiinge von über 2lJ3 cm und eine Breite von (i mm erreichen können, verlasseji sie die Haut und verpuppen sich, zu Boden gefallen, in 1286 Stunden, Aus den so entstehenden sog. 'rönnen entsteht unter Sprengung derselben nach 28-30 Tagen wieder die fliege. Noucrdinga sind von Hinrichsen ganz junge Oestrus-larven, die 1015 mm lang, weiss bis graugrün gefärbt sind, im subduralen Kettgowobe des Rückeninarkskanals gefunden worden. An den betreffenden Stollen ist Fett und Binde-gewebo ödematös gefärbt und oft sclnmitziggrau und grünlich gefärbt. Home und Uusor haben ilhnlicho Beobachtungen gemacht, die ich bestätigen kann. Hinrichsen nimmt an, dass die Rinder die Kler mit dem (Iraso aufnehmen und die jungeu Larven vom Magen be/.w. vom Darm aus nach dem Kückonmarkskanal gelangen und nach etwa 5 fi Monaten aktiv bis unter die Haut wandein. Diese Annahme scheint durchaus zutreffend. Man findet die kleinen Larven sowohl in dem zwischen Schlund und Magen vorhandenen Peritoneal-Überzüge, wie auch oft in grosser Zahl in dem subinukösen (iewolio dos Schlundes, sowie in demjenigen Theile der Hiickeinnuskulatur. welcher die Brusthöhle von anssen absohltosst. Ich hatte lielogenhoit mich von solchen im hiesigen Schlachthofe von Huser und Klopp gemachten Befunden zu überzeugen.
Patliol(raquo;gische Itedciiluny, von Oestrus bovis. Zunächst worden durch die An-Wesenheit der Larven (besonders an der Brust, Schulter, Rücken, London und Kreuz) in Folge des fortschreitenden Wachsthums derselben, bis taubenoigrosse Goschwülste (l)assol beulen) in grosser Zahl hervorgerufen. In der Mitte der kleineren und grössoren (ie-schwülste boiimlet sich eine Oeffnung, aus der auf Druck eine schleimig eitrige Masse und zunächst der Hintortheil der Larve hervorgoprosst werden kann. Ist die Zahl der Dassel-beulen hol einem Thierc eine grosso (80100). so kann Abmagerung und Verminderung der Milchsekrotion eintreten.
Dazu kommt, dass nach dem Schlachten der Thiore die Häute, welche mit vielen Oestruslarven durchsetzt waren, nur geringen Worth für den Clorber haben.
Thornpeutisch ist nurnöthig, die reifen Dasaolboulen auszudrücken, event, mil dem Messer zu öffnen und die Wundenachher chirurgisch zu behandeln. Prophylakl isch ist wichtig: gute Hautpflege, rogolmflssigo Entfernung der Kirr und Larven von der Haut (siij;'. Ahdasselu) um das liefere Kiiulruiiivu zu vermeiden und Verbrennen der Brut,
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;152nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Durch thlerlsohe Parasiten vorursaobte Erankheiteiii
IJciin Mcnsclicii isl lt;lic Ansicdclimü von HypodwiliH bovia wiederholt in der limit beobaohtel worden.
Als llypnderma dinna worden noch Larven von fliegen unteracbiedeOi die in der Haut der Hirsche und Rehe, golegentlicli auch in der Haut des Menschen beobachtet sind.
Als Do r inn tohia ist dann von Brauer noch eine Gattung abgezweigt worden, die vorwiegend in Amerika und Afrika vorkommt. Bekannt ist Dennatohia noxialis ((loudot), deren Larven (Macaque genannt) aus einem verdickten Oberkörper und einem sobwanzartigen Anbange bestehen. Die Larven sind sowohl in der Haut der Siingethioro. wie auch in der Haut des Menschen beobachtet worden.
Ausserdein giobt es noch Larven anderer Dorm a tobin-Arten , die in der Haut des Menschen beobachtet sind und sich durch GrOsse, (iestalt und Bewaffnung von D. noxialis unterscheiden.
Railliet beschreibt beim Hunde eine Hautkrankheit, die durch die Larven von Ochromyin a n tbro pophaga (Blancbard) hervorgerufen werden soll. Hie Fliegen kommen bosonders in der Provinz Cayor vor. Die Larven werden sowohl unter der Haut des Menschen, wie auch beim Hunde, Katze und der Ziege beobachtet. Heim Hunde entstehen dann an verschiedenen Stellen dos Körpers besonders am Schwanz, au den Ohren und an den l'foten kleine und grössore, bei der Derülmtng oft schmerzhafte Geschwülste.
Aus dor Familie dev Koreacon, Lansfliegon (früher iuidi Pupiparo odor Hippoboscidao genannt), sind noch einige Insekten zu nennen, welche bei Haus-(liieren vorkommen und mehr beunruhigend als schädigend auf die Hnusthiere einwirken. Die Thiere haben einen breiten, fluchen Körper, mil lederartiger, broit-gedrftcktor Brust. An dem Kopfe sind meist sein- kleine, höckerartige Fühler vorhanden. Die Ko.reacea legen statt der Eier weisse Larven (früher für Puppen golialton), die sieh später in Puppen umwandeln.
1.nbsp; nbsp;llip|)olioska eqnlna (Pferdelaustliege). Die glänzendbraunen, mit gelbgefleckter ünist versehenen Parasiten beunruhigen im Sommor und im Anfang Oktober Pferde und Hinder, seltener Hunde durch ihr schnelles Umherkriechen auf der Haut dieser Thiere.
2.nbsp; Mchiphagns ovinus (Sohaflausliiege). Die rothgelbe, haarige, 4,4 mm lange, flttgellose Zecke wird oft zwischen der Wolle der Schafe, meistens beim Weiden der Thiere, beobachtet. Da es Blutsauger sind, so belästigen sie die Thiere erheblich, besonders wenn sie massenhaft vorkommen. Die Schafe zerzupfen sich die Wolle und verderben den Stapel. T h erap outisch empfiehlt sicli die Anwendung der grauen Quecksilbersalbe, Waschungen mit Tabaksabkochuugen, Seifenlösungen, verdünntem Bonzin u. dgl. vorzunehmen. Vorttbergehend suchen beide Fliegen auch den Menschen auf.
Aus der Unterordnung Nemocera, Mücken, sind noch einzelne Parasiten zu erwähnen, die Men sehen und HEausthiereu gelegentlich gefährlich werden können. lv sind zarte, schlanke Insekten mit langen Fühloril, deren Larven sieh im Wasser, Erde, vegetabilischen Substanzen u. s. w. entwickeln. Bemorkcnswertb sind verschiedene Gattungen uns der Familie der Simuliden (Krlobelinücken).
Aussei' den Musquitos ist die für die Thiere und gelegentliob auch für Monsohon gefährliche Si mulllaquo; makulata, Kolumbaczor Mücke, zu nennen. Das aschgraue Insekt von der Grosse eines Flohs, mit schwarzbrauner Stirn, Fühlern und Beinen, auf dem Rücken drei schwarze Längsstreifen, wurde zuerst in der Nähe des Schlosses Kolumbac/. in Ungarn (daher der Name) in seinen schädlichen Wirkungen erkannt. So starben (1783) dort nahezu (iOO Thiere an den Folgen der Stiche dieser Mücken. Aussor in Ungarii, wo die Insekten an den niederen Ufern der iinteren Donau, sind sie auch in Serbien, Oesterroich, Mähren und im mittleren Deutschland besonders vom Mai ab oft in grösseren Schwärmon die im Freien befindlichen Thiere anfallend, gesehen worden. Die Insekten dringen nicht nur in die Haut, sondern auch in die natiiiliclieu Körporötfuungon (Maulliöhle, Nasenhöhle, Ohren, Augen, Mastdarm, Scheide) ein und verursachen entzündliclie Anschwellungen an den Eintrittsstellen. Die befallenen Thiere. welche beim Herannahen der luseklenschwärme sehr unruhig werden, nach den Stallungen laufen, gehen oft in einigen Stunden, oft im Vorlaufe eines Tages besonders in Folge der Schwellung der Schleimhaut
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/usainmoiifassung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 35;}
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des Rospirationsapparates zu Qrando. Dio Therapie kann sich nur darauf beaobrttuken,
symptomatisch zu vorfahren, kalto Wascliungcn und Uogiossungon aust'Uhron zu lassen, event. Skaiifikationen der geschwollenen Schleimhäute. Auch Waschungen mit Chloroform-Wasser und spilter Abreihungen mit 10quot;/oiger Kreolinlösung sind von Friebel in einem von ihm beobachteten Falle mit Erfolg benutzt worden. Prophylaktisch werden Waschungen mit Tabakslauge, ebenso Kreolin, Lysol, Karbolsäure empfohlen.
Beim Menschen befallen die Insekten besonders gern Frauen und Kinder, die Letzteren, wenn sie von ihren Müttern auf dem Felde ins Gras gelegt, werden.
Siiiiitiitspolizeilielies. Sanitiitspolizeilich sind besonders die Oestruslarven des Rindes, Hypoderma hovis, von Interesse. Durch die Anwesenheit der Larven in der Haut und in den Hautmuskeln der Thiere werden, wie erwähnt, oft ausgedehnte Oedeme erzeugt, die den betreffenden Stellen ein schmutziggelbes Aussehen verleihen. Ich sah oft handgrosse und grösseie, mehrere Centimeter tiefe Herde auf dem Kieler Schlachthofe, Es genügt jedoch, die betreffenden Fleisohtheile herauszuschneiden, wobei allerdings oft sehr unansehnliche Abschnitte zurückbleiben. Beim Sitze der Parasiten im Riickenmarkskainil ist in gleicher Weise zu verfahren.
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Zusammenfassung.
Beim Küokblick auf die grosso Zahl der beim Mensoheu und besonders bei unseren Hausthieren gelegentlich vorkoininenden thierisohen Parasiten, ist es niclit uninteressant, zusammenzufassen 1. die wiohtigston derjenigen, welche nur heim Mensch en und sehr selten bei Thioren beobachtet sind und weder durch den Umgang mit Thieren, noch durch den Genuas des Fleisches der Tliiere, sondern Unabhängig davon, durch Aufnahme verunreinigten Wassers, durch vegetabilische Nahninosmittel oder auf anderem Wege in oder auf den Körper des Menschen gelangen; 2. diejenigen Parasiten des Menschen, welche nach unseren gegenwärtigen Kenntnissen nur oder sehr wahrscheinlich durch den Umgang mit Thielen oder durch den Genuas des Fleisches derselben aufgenommen werden; ;J. die thierisohen Parasiten hei Thieren, welche bisher nicht oder nur äusserst selten und unter aussergewöhnlichen Umständen heim Menschen beobachtet sind; 4. die thierischen Piirasiten, welche heim Menschen und hei Thieren gleichzeitig vorkommen und theilweise gegenseitig üherlraghar sind.
1. Die wichtigsten thierischen Parasiten, welche nur bei in Menschen und sein- selten hei Thieren heohachtet sind und weder durch den Umlaquo; gang mit Thieren, noch durch den (ienuss des Fleisches der Thiere, sondern unabhängig davon durch Aufnahme verunreinigten Wassers, durch infizirte vegetabilische Nahrung oder auf anderem Wege in oder auf den Körper des Menschen gelangen.
a)nbsp; nbsp;Protozoen: Amöben in der Mundhöhle, im Darm und im urogenital-apparat des Menschen, Trichomonas vaginalis und intestinalis,
b)nbsp; nbsp;Würmer: Rhahditis terrikola, pollio und Niellvi (selten beim Menschen heohachtet). Anguillula intestinalis und sterkoralis. Filaria medinensis und F. sangninis, F. iinmitis, inermis und Ion. Trichocephalus dispar. Ankylostoma duodenale. Askaris hunhrikoides, Askaris mvstax und Oxyuris vennikularis. Limnatis nilotika (Ilaemopis vorax).
Scliiiuiilomiili l, Vorn), ['atholnglo,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 23
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Durch tliierischo Parasiten veiursaclito Krankheiten.
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c) A i'Lhropodcii, Glicdfrfiis.^lcr : Lcptus miluinimlis, Tcliai'viiclius molcs-tkshnus, Podikuloldes vtoti'ikösua, Dentionyssus hirandinüs, Argus reflexus, A. porsikus, Liuguatullaquo; (Pontdstoiiuun) tftonioides und L. konstriktn.
2.nbsp; nbsp;Tliici'isclu'Piirnsid'ii des Mciisclu'ii, woloho iuk'Ii unsei'ei) gcgcii-wältigen K c n n I n i s sc n nur oder seh r wall rsch ei n li(^h nur d u rcli den Umgang mit Thjoroil oder dut'oh den Q^liugg des Floisohos derselben ü u f ge iioniin e n werden.
n) Würmer: Tiienin solium (durch (Vst. eellulosiie des Schweines). T. snginatlaquo; (durch Cyst, taen, sagin. des Rindes). Echinokokken (durch T. echino-kokkns des Hundes). Taenia nana (Cysticcrkoid noch nicht hekannt, vielleicht in Insekten und Schnecken). T. flavopunktata hei Kindern '). T. kukinnerina (selten beim Menachen); (quot;ysticerkoid in der Hundelaus und im Hundefloh. T. madagaskariensis bei Kindeiii. Cyslicerkus tenuikollis (selten heim Moischen); Baudwurm T. mai'ginata im Darm der Hunde, Katzen und Bären, ßothrio-cephalua latus (Finne im Harsch, Lachs, Seeforelle, Hecht), B. kordatus, selten beim Menschen, B. kristatus (sehr selten bei Kindern gefunden worden), B. liguloides, sehr selt(gt;n beim Menschen beobachtet. Distomum hepatikuni selten beim Menschen. Ebenso D. krassum, pulmonale, hetcrophyes; femer 1). lanceolatum, sinense, konjunktmn, felinum. Gynaekophorus hnematobius.
b)nbsp; nbsp;Ferner unter den Nematoden: Gnathostoma siamensc, Filarin sanguinis liominis, F. oktlli humani. Trichina spiralis, Eustrongylus gigas, Strongylus paradoxus.
c)nbsp; Krat/.er (Akantocephali): Echiuorhynchus gigas, Dcnuanyssus avium, Sarkoptes equi, ovis, kaprae, camcli, suis, kanis, vulpis. Sarkoptcs minor.
3.nbsp; nbsp;Tliierischo Pariisiten bei Thieren, welche bisher iliohl oder nur ilussersl selten und unter aussergewölinlichen llmstiinden heim Menschen oder nur selten bei Thieren beobachtet sind.
a)nbsp; nbsp;Protozoen: Kokkidiuin bigeniinuin.
b)nbsp; nbsp;Würmer: C'ysticerkus cellulosae beim Schwein, Roh, Hund, Katze, Bär, Hatte und Affen; C. taeulae sagiuatap des Rindes; T.aenia eohinokokkus beim Hunde; T. kukumerinu (h's Hundes und der Katze (hier bisher T. elliptika genannt); Cysticerkoiil in der Hundelaus und im Hundefloh. T. mai'ginata im Dann der Hunde und Katzen (Finne; C. tenuikollis beim Schaf, Kind, Ziege und Schwein, gelegentlich auch bei Hirschen, Hellen, Gemsen, sehr selten beim Menschen). T. sernitn, ausschliesslieli im Düiindiirm des Mundes; die dazu gehörige Finne (G. pisiformis) hei Hasen und Kaninchen. T. krassikollis, fast ausschiiesslich im Diirin der Hauskatze, sehr selten beim
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J) in Brgänzung der Angaben Seite 2^3 sei noch erwähnt, rinss dieser Bandwurm mit T. nnna nahe verwandt ist, welchem Haken an dem rndiincntilr vorhandenen Rostelhun fehlen, Wie neuere TThtersüchungen (von G r a s s 1 und Rovelli) lehrtenlaquo; lebt die Finne bei ei nein kleinen Schmetterling sowohl im Raupenraquo;, wie im erwachsenen Stadium (Äsopia farinalis), ferner liei einem Orthopter (Aiinis olabis aninlipcs) uml bei KUfern (Akis spinosa und Skaurns Striatus). Die Tftpio findet sich nicht selten im Dann von Mns (lekiimaiins (Wanderratte), Mns musknlus (Hausmaus) und Mns alexandrinns. Inrektionsversucho sind an Ratten wie an Meiisclien mit Erfolg ausgeführt wurden (Ihn im).
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/iisamiiionfnssung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 355
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Mcnsclicn. T, ((H'iiuius im Diiniidmin clw liuiitlc. Die dazu gohöl'lgu Finne GoeillU'US cerebral is Im (leliini, seilen im Riickenniai'k der Wiederkäuer, besonders des Schafes, gelegeutlioh auch der Pferde, Ziegen und Antilopen. T. perfoliuta im Blindtiarni, T. plikala im Dünndarm, T. maniillana im Leer-und Hiftdarin des Pferdes. T. denlikulata mid alba im Darm des Kindes.
T. expansa im Darm der Sohafe, T. ovllla, älba, fimbrikata, centi'lpunktata, (ivipunklata, infundibiliforinis beim Geflügel, wovon das Cysticerkoid in der Stubenfliege isl; ferner T. proglotlina, cestieillus, tetragona, kantaniana, krassida, lanceolata, fasciata, setigera, trilineatu, korvula, analina, gracilis, sinuosa, me-galops, konika, imbuliformis u. s. w.
Ferner sind nocli bei Tbieren zu nennen: Gystioei'kua fistularis, selten am Baucbfi'U des Pferdes gefunden; (quot;, elongalus, frei in der Bauchhöhle des Hundes.
Botrlocephalua latus, selten im Darm des Hundes und der Katze; B. kordatus, beim Hund und Wallross, H. fuskus, retikulatus und dnbius beim Hunde; B. deeipikus bei der Katze; 15. longikollis beim Geflügel; B. infundibiliformis bei Fiscben.
Distomum heputikum und lanceolalum beim Schaf, Bind, selten bei der Ziege, Schwein, Pferd, Esel und Katze; D. baeinatobium bei Scluifen und Bindern; 1). kainpaiiulalum beim Hunde und der Katze; I). baemalobium bei Scbafen und Hindern; D. felinmn bei Hund und Katze; 1). echiiialiun, oxycephaluni, ovatiun, lineai'e, (lilatatum, armatum, pcdlucidum, konimutatum, kuneatum beim Geflügel.
Amphistoniuni konikum im Pansen der Widerküuer; A. tlimkatum in der Gallenblase der Katze. Gatttrodiskus polymastosus Im Darm der Pferde. Hemistommn im Darm der Hunde; H. kordatum im Darm dei1 Katze; Monostomuni flavum, mutabile, attenualuni, verrukosum beim Geflügel. Gyrodaklylus elegans an den Flossen und Kiemen vieler Fische,
Echinorrhynchus gigas im Dünndarm der Schweine; E. polymor-pbus, fillikollis, sphaeroeephalus im Darm des Geflügels, Femer E, protons, angustatus und akus im Darm von Fiscben.
Askaris lumbrlkoides im Dann des Kindes und SclnveiiK's; A. megalo-cephala im Dann von Pferd und Esel, A. ovls im Dünndarm des Schafes.
Hotorakis inflexa, vesikularls, dispar und makulosa beim öoflügol, Gnathostoma hispiclinn beim Schwolii.
Oxyuris vermikularis, kurvula, mastigodosbeim Hunde; E. ambigna beim ICaninohen.
Eustrongylus gigas beim Hund, Pferd, Kind, Fuchs, Wolf und Seehund; Eustr. tübifex im Darm der Ente,
Strongylus arnialus im Dann und in den Arterien der Pferde; Str. radiatns, inllatus, ventrikosus beim Rinde; Str. mikrurus bei Kühen, Kälbern, beim Pferde, Fsel, Reh, Sclmf; Sfr. filaria beim Schaf, Ziege, Reh, Kameel; Sir. rufesecns in den Luftwegen des Schafes; Pseudalius ovis pulmoimlis in der LuilgO des Schafes; Sir konlortus im Labmagen von Schaf und Ziege; Str. hyposlonms, cenmiis, fillikdliis im Darm von Schaf und Ziege; Str.
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Allgemeine Brkronkungen laquo;los Blutes und StOrnngon lt;lcs Stoffwechsels.
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pui'tidoxus, ilciiiatu.s Sklci'osioimini piiiguioolii im Dnnn dos Schweines; Str. kominuiatus in der Lunge des Hasen und Kaninchen; Str. tonuls, nodidariB, Syngamus bronohlalis, Ktr. pergi'aoills beim Qeflttgol,
Doohinins duodenalis, trlgonocepbalus, stenooephalua im Magen und Dann der Hunde; I). tubaefonnis, Baisand feüs bei der Katze; ferner Ollulanus trikuspls im Magen der Katze (Jugondform In den Muskeln der Hausmaus).
Anguillula (Bhabditis) sterkorplis gelegentlloh bei Hühnern.
Triehoeephaius affinis, im Hiinddann von Schaf, Ziege, selten des Rindes; T. krenatns, im Dickdarm des Schweines; T. depi'essiusktdus im Blinddarm des Hundes.
Filaria megastoma im Magen der Einhufer; P, sanguinolenta im Magen und in der Schlundschlehnhaut, s()wilt;' in den Aortenaneiirysnien des Hundes.
c) A rt 1) ropoden. Von den Aithropoden, die fast ausschliesslieh nur bei Hausthieren scliniarot/.en und gewöhnlich nicht auf den Menschen übergehen, mögen noch erwähnt sein: Akarus foilikulornin kanis et kati, in den Haar-sackmilben bei Hund und Katze. Dermatokoptes und Dennatopbagits bei den verschiedenen Hausthieren. Ferner G-astrophilus e(]ui und Gastrus pekonnn,
sowie Oestrus ovis und Hvpoderma l)Ovis. Bezäglich tier übrigen, besonders auch bei den Vögeln vorkommenden Parasiten sei auf das im Texte Gesagte verwiesen.
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D. Allgemeine Erkrankungen des Blutes und Störungen des Stoffwechsels (Konstitutionskrankheiten).
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Vorbemerkung. Seit langer Zeh werden unter dem Namen Konstilutions-kiiinkheitenquot; allgemeine Störungen der Ernährung, der Zusammensetzung des Blutes und krankhafte Veränderungen des Stoffwechsels beschrieben, deren Ursachen (heil-weise noöh sehr wenig bekannt sind. Einzelne davon könnten auch einer anderen Krankheitsgruppe ZUgÖtheilt, andere in die allgemeine Pathologie verwiesen werden. In vielen Fällen bandelt es sich auch nicht um Kcnstitutionskrankheiten, sondern um Folgezustände von Anomalien oder Krankheiten bestimmter Gewebe, so dass der Begriff Konstitutionskrankheilquot; vielfach falsche Anwendung findet. Nur zum kleinen Theil sind ferner die lilutanomalien durch mikroskopische und chemische Untersuchung erkennbar.
So kommt es, dass die Verschiedenen Autoren auch eine wechselnde Zahl von Krankheiten dieser Gruppe zutheilen. Aus wissenschaftlichen und praktischen Gründen glaubte ich jedoch in einem Lehrbuche, das die Pathologie des Menschen und der Thiero umfnsst, die Grenze für diese Krankheitsgruppe möglichst weit ziehen zu aollen.
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Anilmio und Chloruso.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;357
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I. Anämie und Chlorose1) (Bleichsucht, Blutarmuth). 1. Beim Menschen,
Wesen und Begriffsbestimmuilgt Wenn mich mit dem Worte Anmnicquot; jede VeiTingerung tllt;'i' gesaminteu Blutinaugo zu vorstehen wäre, so wird dooi go-wöludidi bei dfin Gobrauoh des Wortes weniger an die Menge des vorhaudenen Blutes überhaupt) als an die Besohaffenheit der Blutköiperohen, besonders der roühen
gedacht. Als wesentUohes Kennzoielien der Anämie wird deshalb gewöhulioh eine
Abnahme der Zahl der rotlieu Blutkörporchen betrachtet, Man thellt dabei die
Anämieen ancli wohl in primäre und sekundäre ein. Zu den primären würden die (vielleicht) auf mangelhafter Entwiekelimg des Arteriensystems und ferner die als Chlorose bezeichneten Störungen zu zählen sein. Bei der Chlorose, die fast ausnahmslos bei jungen Mädchen zur Zeit der Pubertät vorkommt, soll das Blut drei Mängel zeigen: die Gesanimtmenge ist verringert, die rothen und die weissen Blutkörperchen sind vermindert und die rothen Blutkörperchen enthalten zu wenig Hämoglobin.
Als dritte Art der primären (auch essentiellen) Anämieen wird die sogen. progressive pernieiöse Anämie bezeichnet, Bei den sekundären Anämieen sind die Ursachen natürlich sehr viel mannigfaltiger und betreffen einen grossen Theii der spezieilen Krankheitslehiv.
GlesohiohtlioheS) Man ist geneigt, Anttmie nml Ohlorose als Krankheiten zu bezeichnen, die erst mit dor fortschreitenden Kultur und Civilisation an Verbreitung gewonnen haben. Den A.erzten dos Alterthums und Mittelalters war Chlorose, sowie chronische Er-uiiliningsauoimiliou überhaupt, als ein eigenthttmlioher selbstttndiger Krankheitsprozess unbekannt geblieben (Hirsch), obwohl sich in den Schriften dor griechischen Aerzte Angaben vorfinden, die auf Chlorose bezogen werden können.
Aetiologie. Allgemeine Ursachen für die primäre Anämie können sein: ungünstige Lebensverhältnisse, direkte Erkrankung der blutbildenden Organe, Störungen in den Geschlechtsfnnktionen; besonders bei der Chlorose ist bekannt, class dieselbe Vorzugsweise bei jungen Mädchen oft ohne eine nachweisliche Ursache in verhältniss-mässig kurzer Zeit entsteht. Disponirend wirken mit: sitzende Lebensweise, Auflaquo; enthalt in schlechter Luft, geistige und körperliche Ueberaustrengungen.
Symptomei Ini Beginne der Erkrankung ist wenig nachzuweisen. Erst allmählich zeigt sich Blässe der Haut und der sichtbaren Schleimhäute. Im weiteren Verlaufe zeigt sich Herabsetzung der normalen Innervation; es treten Mattigkeit, Schläfrigkeit, Ohnmächten, verminderte Thätigkeit der Venhimuigsdrüsen, schliess-lich Reizlingserscheinungen im Gebiete des Nervensystems (Schwindelgefühl, Singul-lis, Dyspnoe, Herzstörungen) ein. Am ßnde komml es zu fettigen Degenerationen vieler Organe. Bei der Chlorose tritt besonders gestörte Magenthätigkeit (Druck-geluhl) und leichte Muskolennüdung hervor. Die Untersuchung des Blutes ergiebl Vorminderung der rothen Blutkörperchen.
Verlauf, Dauer, Ausgang und Troguose. Der Verlauf der Anämie und Chlorose kann sehr verscliiedeii sein und Wochen, Monate und ,Jahre dauern. Die
i) ygt;,o)(j(Jc, gelbgrfin, bloss.
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Allgomeins Elckvankungen des Blutes und Störungen des Stoffwoobsels,
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Pvoguosü isl dcsliiilh nmA gUustig, weil eine mmiitlellmre Lobeiisgoftihi' niclit bestellt.
Tliornpio. Als SpeziflklÜJl wird Eisen venvendel, wobei die Zillil der vor-wendeten Pl'ilptU'tlto sehr gross ist. VonvendllUg linden die Hhind'selien Pillen, Liquor Ferri albiiniinuii, EQlmoglobiupnstillen, pbosporsaiu'os Sisumvassor u. s. w. Auch .Salzsäure und Schwefel wird benutzt. Daneben frische Luft, Milchkur.
2. Anämie und Chlorose bei Thieren.
Bei Thieren kommt eine chronische primäre Anämie ebenfalls öfters vor. Doch fehlt es vielfach noch an gründlichen Unlersuchinifien. Bei jungen Pferden, Hindern, Schweinen, Katzen und Hunden wird eine angeborene Anämie he-obaebtet. In einzelnen Gegenden hat man das nmssenluifte Sterben der Sang-ferkel auf die angeborene, durch unnatürliche Haltung und verfeinerte Zucht besonders in Meiereien entstehende Anämie der jungen Thicre zurückgeführt. Doch werden unzweckinässige (kühle und feuchte) Stallungen dabei mitwirken, weil diese Sterbefälle nur im Winter beobachtet werden. Die Erkrankungen bei den Ferkeln beginnen meist erst 12 Wochen nach der Geburl. Ebenso zeigt sich Anämie bei schlechter Ernährung und fetten Thieren. Wie beim Menschen, so findet man auch bei Thieren sekundäre Anämie bei vielen akuten und chronischen Krankheiten, nach schweren Geburten u. tigl.
Dlcopy; Symptome sind meist wie beim Menschen : Blässe der Haut und Schleim-liäute, allgemeine Mattigkeit und Schwäche, Verdaiumgsstöningeii, daneben auch Anschwellung der Gliedmassen. Der Verlauf 1st meist chronisch; manchmal tritt Heilung ein.
TlicraiHMiliseli werden neben guter Ernährung, wie beim Menschen, Eisen-präparate zu verordnen sein. Man giebt Ferrum sulfurikuin oder Ferr. pulveratum in kleinen Dosen mil und ohne Kochsalz; für Hunde auch Tinktura Ferri pomala in Tropfen. Ferner wird Arsenik und für junge Schweine pho.-phorsaurer Kalk empfohlen,
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II. Pernieiöse Anämie. (Essentielle pernieiöse Anämie, progressive perniciose Anämie. Schwere Form der essentiellen
Anämie.)
1. Beim Menschen.
Dclillitioil. Im Gegensatz zur gewöhnlichen Anämie und Chlorose, die in Heilung Übergehen, bezeichnet man mit pernlolöaer Anämie solche (primäre) Aiiämieen, die unaufhaltsam fortschreiten und in vielen Fällen durch den hohen Grad der Anämie zum Tode führen.
Aetiologic. Die Ursache ist noch wenig klargestellt, obwohl in vielen Fällen Anciivlostomum duodenale, Hothriocephalus latus, ferner Cerkomonas globulus und
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IV'iniciö.sij Aniimio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;889
imvikulii (Kleba und Fninkcnhäuscr) iiaobgowioson wmdcii. Es übonviogi tllo
Ansicht, (lass es sich um eil) infektiöses Leiden lumdell, das in einzelnen Gegenden (z, B, in der Schweiz) häufig' vorkonunt. Dazu kommen Gelegenlieitsursncheii (bei Finueii: Schwangerschaft und Gelnut).
Symptome. Die ersten Etsohelnungeil entwickeln sich im Wosentlloheii wie bei der Chlorose. Die Schwäclic der Patienten ist sehr gross, das Aussehen der Kranken ist wachsartig hlass, Ohnmachtsanwandhnigen, Uehelkeit, Kopfschmerzen #9632;zeigen sich. Dazu gesellen sich Milzschwelhmg, Netzhauthhitungeu, Druckeuipfindlieli-keit der Knochen, auch Gelenkschwellungen, Sensibilitälsstönmgen und als Folgen von toxischen Wirkungen durch Fibriufermentaufnahine flcckweise auftretende fettige Degenerationen des Herzens, der Niere, der Leber und der Hhiterslrängc des Riiekenmarks. Die Untersuchung des Blutes ergiebl Verminderung der rothen Blutkörparchen.
Verlauf, Dauer, Ausgang. Die meisten Fülle verlaufen in einigen Monaten lödtlich, andere können sich l/8 Jahi' und darüber hinziehen; Heilungeii sind selten.
anatomischer Befund. Im WosenÜiohOll zeigt sicii Anämie aller inneren Organe und fettige Degeneration derselben. Der Eisengehalt der Leber Ist vermehrt (Quinoko).
Therapie. Eiselipräptirfttoj Arsenik, Hlulliansfusioneu und Bäder werden versucht.
2. Bei Thieren.
Bei Thieren hat man, wie heim Meilsehen, in einzelnen Fällen pernieiöse Anämie beobachtet. Besonders bei erwachsenen Pferden, in seltenen Fällen auch heim Rinde.
Aetiologiscll ist abgesehen von den Fällen, wo Parasiten als Ursache nachgewiesen sind (Dochmlasis der Hunde, Magenwurmseuche der Schafe, Strongvius tetrakanthus der Fohlen) nichts Bestimmtes bekannt. Man glaubt jedoch auch bei Thieren, class es sich um Blutiufektionen handelt.
Symptome. Charakteristiscli ist in vielen Fällen neben .Mattigkeit, leichter Knniiduiig, Neigung zu Sehweissaushruch, das Tage lang andauernde hohe Fieber. Die Blutuntersiichiing eigiebl Verminderung und Form Veränderung der rothen Blut* körperehen.
Zur Therapie werden Eisenpräparate und Arsenik verwendet; heim Pferde Liquor Kalii arsenikosi 10 g, steigend bis 4050 g.
unter dem Namen Surrtlquot; wird in Indion eine oft sonclieniiilig nnter den Pferden auftretende Erkrankung bezeichnet, die (nach Kvuns und Harke) eine perniciöao Anämie ist und durch einen im Blute cirknlirenden ProtoZoOn (geissei- oder fadenförmig) hervor-gorufon wird. Die Surraquot; scheint auch identisch za sein mit der in Tonkin unter den Maulthioron beobachteten [nfoktionskrankheit. Nach neueren Untersuchungen von Marke soll die Ursache der Krankheit nicht nur (event, mit dem Putter) vom Boden aufgenommen worden können, sondern auch In den Ausleerungen der kranken Thloro, besonders im Koth und Harn vorkommen und nach Injektion und Inokulation dieser Kxkroto die Krankheit liorvorbringen,
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Allgemoine iürkrankungeu des lilutes und Störungen des Stoffweobsela.
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III. Die Leukämie.
1. Beim Menschen.
Wlaquo;s(mi. Ea Imndcli sidi bei der Leukämie um eine dauernde starke Vcr-iiicliruiifi- der wt'isscn Blutkörperoheu, wobei etwa ein weissea auf 1020 rothe koninii, gegenüber dem normaleu Vorhftltulss von 1:600 rothelaquo;.
Aetiologle. Aus bisher uoch nicht aufgeklärten Momenten erkranken die Milz, das Knochenmark oder die Lymphdrüsen und werden duroh die dabei eintretende gesteigerte Produktion von weissen Blutkörperchen Ursache der Leukämie. Man hat deshalb auch je nadh dem befallenen Organ eine lienalo, mvelogene
und lymphatische Form der lueukäinie untersolüeden. Oft beobaohtet man Leukämie
im Verlaufe anderer Erkrankungen (Syphilis, Malaria, Milzverlety.ungen u. dgl.). Vorwiegend kommt Leukämie im initiieren Lebensalter und bei Männern vor. Neuerdings wird auch eine Infektion angenommen, da man (Palowsky) in dem Blute Mikroorganismeu gefunden haben will.
Syill|)toinc. Im Wesentliohen zeigen sich die Erscheinungen der chronischprogressiven Anämie. Bemerkenswerth sind di(^ häufigen und schweren Blutungen der Nase, der Lungen, des Darms, der Netzhaut und des Gehirns. Daneben leichte Ocdeine, Milztumor, bei Männern anhaltender Prlapismusj ferner Schmerzhaftigkeit der Knochen und Vermehrung der Harnsäureausscheidimg. Das Blut ist dünnflüssig, die eosiuophileu Zellen und die weissen Blutkörperchen sind vermehrt. Manchmal ist auch Schwellung der Lymphdrüsen und der Leber vorhanden. Das Fieber ist in den Endstadien meist höher als bei pernieiöser Anämie.
Verlauf, Dauer, Ausgang. Die Krankheit verläuft meist, in einigen Jahren durch Entkräftung, Abmagerung, Lungen- und Darmerkrankungen oder durch Eintritt von Komplikationen (Tuberkulose) zum Tode. Heilungen sind selten.
Anatomischer Itefund. Die Milz ist stark vergrössert, in höheren Graden t'esi (durch Induration und Hyperplasie). Begelmässig ist auch das Knochenmark verändert, das ein eigenthümlich gelbes, eiterähnliches oder himbeergeleeähnliches Aussehen hat. Die Lymphdrüsen sind entweder unbclheiligt oder geschwollen. Manchmal zeigen sich auch sogen, lymphatische Neubildungen in den Tonsillen, in den Payer'schen Plaques, in der Leber, in den Nieren, auch in den Lungen. Im Blute finden sich häufig die oktaedrisehen Krystalle (Cluu'cot'schen Krystalle).
Diagnose. Durch mikroskopische Untersuchung des Blutes Ist einige Zeil nach dem Beginne der Krankheit die sichere Fesslellung möglich.
Therapie. Neben kräftiger Ernährung wird Eisen und Arsenik in steigenden, grossen und lange fortgesetzten Gaben (in Pillenform und subkutan), sowie (von Mosler) Chinin, Piperin und Eukalyptusöl empfohlen.
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2. Bei Thieren.
Bei Thieren kommt die Leukämie zwar nicht häufig, aber auch nicht so seilen vor, wie man bisher anzunehmen pflegte. Man hat Leukämie beim Pferde,
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Die licnalu und lympliatisclu) I'seuiluluukamiu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3(il
Uindc, liiuulc, SchwciiU' inul bei ilcr Katy.c beobachtet, wälirciid heim Sclmfo und bei der Ziege Uutersuohungen und Beobaohtuugeu fehlen. Heim Pferde Ist bishei1 mit Sicherheit nur die lymphatische und liemile Form, nicht aber die myelogetiü naeligewiesen worden. Beim Kinde ist die Krankheit öfters nach dem Schlachten der Thiere in der lienalen Form gesehen worden. Wolff hat die Leukämio bei einem jungen Kalbe beobachtet und dabei auch im Blute die cosinophilen Zellen gesehen.
Die Actiologic ist bisher noch ebensowenig aufgeklärt, wie beim Meiisclien. Viel Wahrscheinlichkeit hat die Annahme einer Infektion, welche die dauernde Reizung der blutbildenden Organe bewirkt.
Die Symptome sind wenig charakteristisch; der Verlauf ist chronisch und kann sich jahrelang hinziehen.
Hei der Sektion finden sich im AVesentlicheii die beim Menschen angegebenen Veränderungen, Zur Therapie wird Arsenik und Chinin empfohlen.
SuMiliitspoli/.cilielics. Wenn bei SclihuliUliieien, event, durch frOhzeltigo Blut-Untersuchung, die Krankheit festgestellt wird, weiden die Thiere meist bald geschlachtet. ISbenso wird oft nach dem Schlachten dio Krankheit ermittelt, üu.s Fleisch wird in jedem Falle als verdorben und ekelerregend zu betrachten, und, weil infektiöse ECntstehung des Leidens möglidi, entweder vom Konsum auszuschliessen oder nur in gekochtem Zustande auf der Freibank zu verkaufen sein.
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IV. Die lienale und lymphatische Pseudoleukämie. (Hodgkin'sche Krankheit. Adenie. Malignes Lymphosarkom.)
1. Beim Menschen.
Wesen. Bei der Pseudoleukämie ist zwar eine Abnahme der rofhen Hlul-kürperchen, jedoch keine oder keine erhebliche Zunahme der weissen Blutzollen nachzuweisen. Manchmal wird ein Uebergaug der Pseudoleukämie in die echte Leukämie beobachtet. Selten ist die lienale Pseudoleukämie, häufiger die lymphatische, welche nach ihrem ersten englischen Heschreiber(1832) auch Hodgkin'sche Krankheil genannt wird, während Wunderlich (1858) sie progressive, multiple Lymphdrüsen-hyperlrophie, und Billroth malignes Lymphom und Trosseau Adenie nannte.
Aetiologic. üeber die Entstehung tier meist in jugendlichem Älter beobaeii-teteu Pseudoleukämie ist wenig bekannt. In einzelnen Fällen scheint Tuberkulose die Ursache zu sein. Die Symptome entwickeln sich ganz aliinählieii, wobei die Lymphdrüsenschwellungen am Halse, in den Achselhöhlen, Inguiiialgegenden besonders charakteristisch sind neben den Erscheinungen schwerer allgemeiner Anäiuie. Dazu gesellen sich auch später liirnsymploine, Blutungen, Hautjucken. Die Milz ist meist wenig vergrössert, im Blute ist eine Vermehrung der weissen Blutkörperchen nicht nachweisbar. Manchmal treten auch fieberhafte Perloden ein. Der Voiiliul' dauert Monate und Jahre; meist endet die Krankheit tödtlich. Hei der Sektion linden sieh die erhebliehen Hyperplasien der Lymphdrüsen, deren Schnittfläche weiss oder grauröthlich ist. Daneben zeigt sich auch massige Schwellung der Milz
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3(i2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Allgemuiiiü Ei'kraukungon des Blutes und Störungen des Stoffwoobsela,
clei' Tonsüleu, Leber, Nieren u. g, w. Zur Tlitti'aiiiu wird Arsenik mul EiiU'oibuug
mil Jodotonu (Sl lüni ))ell) benutzt.
2. Bei Thieren.
BeiTliieren ist IVeuddlenki'iniie bei IM'ci'den, Ilnnden und jimjivn K indem beobachtet worclou. Ueber die Aetiologio isl jedoch nichts Bestimmtes festgestellt. Nnoli oiniselnen Angaben soll Stapbylokokkus pyogenes tuireus (Roux und Lininois), nach nnderen Htreptokokkus pyogenes (Klein) allgeniolne Lymphdrüsen-erkrankung dieser Art hervorrufen können. Aussei' beim Pferde sind besonders beim Kinde in letzter Zeit öfters Fülle von Pseudoleuküiiiie in den Sclihiehthiiuseni festgestellt worden.
SymploillC. Neben den, wie beim Menschen erwähnten Ersclieiiiungeu werden beim Pferde noch beständig sieh erneuernde kleinere und grössere Bluthlaseii in der Maulschleimhaut, an den Lippen und am Zahnfleisch beobachtet. Verlauf und Soktionsbcfund im WosenÜichen wie beim Menschen,
S:mi(iits|i(ilizciliHies. Das Fleisch der wegen Pseudoleukttmle geaehlachtoten Thiere, sowie von Thieren, bei denen zufällig die Krankheit nach dem Schlachten festgestellt wurde, muss als hochgradig verdorben und okolerrogond in allen denjenigen Fällen von der Vor-worthung ausgeschlossen werden, wo allgemeine ErnllhrungsstOrüngon nachweisbar sind; in den Übrigen Källen wird das Fleisch auf die l'Veilmnk zu verweisen sein.
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V. Der Skorbut') (Scharbock). 1. Beim Menschen.
Wesen. Skorbut bedeutet eine unter dem Kinfluss schlechter Ernäliruiigs-und Wohnungsverhältnisse, besonders beim Mangel vogetablllscher Kost entstehende, chronische allgemeine Ernährungsstörung, die meist epidemisch auftritt.
Oesohlchtllchos. Ob und in welchem Umfange Skorbut im Altorthum und Im Mittelalter vorgekommen ist, lässt sich aus den bekannt gewordenen .Schriften jener Zeit mit Sicherheit nicht feststellen. Die (lescliichte des Skorbuts, als eines epidemischen Leidens, lieginnt erst im Ki. Jahrhundert, als die Schifffahrt eine grössere Äusdelmung gewann. K ur i c i u s Cordus gebrauchte (1quot;)34) zuerst den Ausdruck Scharbockquot;. Ilussland bildet seit langer Zeit einen lliiu|itsitz für Skorbut, von da ans gelangte die Krankheit auf andere Länder (Arabien, Indien, China, Jopan). Das bisher beobachtete epidemische Vorkommen der Krankheit auf Schiffen hat mit der verbesserten Schilfshygiene fast aufgehört,
AetiologiC. Neuerdings nimmt man an, dass unter dem Namen Skorbut mehrere ätiologisch verschiedene, in ihren Erscheinungen sehr ähnliche Krankheiten zusanmiciizufassen sind, Skorbut wird hiernach zu den hiimoiTliagischen Diathesenquot; gerechnet und in eine Reihe gestellt mit Morbus maknlosiis, I'nrpura, IVliosis, An einer Aufklärung über die näheren Beziehungen dieser und ähnlicher Erkrankungen (Erythema exsudativum multiforme. Polyarthritis rhounmtica) fehlt es jedoch noch, so dass man klinisch noch eine Trennung beibehalten muss.
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') Holland, schorbuck ; erste Silbe soll dem deutschen schürf,
wie im Knglisehen scnrvv = Schorf.
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.schorf entsprechen.
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Dor Skorbut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 300
Bkorbut tritt spontdlsob, üpidomisoh und oudeniisoh nut'. Besonders wurde ei' in belagerten StMtei) mid Armeen und vorwiegend auf Sohiffeu beobachtet. Von Wlohtlgkelt für dit^ Entstehung soheiuen die schlechte oder vorwiegende Ernährmig mit Salzfleisch, der Mangel an Pflanzenkost zu sein; Momente die nach neueren Ansichten allerdings mehr disponirend wirken sollen. Feuchte Wohnriuime, iiher-mässige Arbeit, ungünstige Temperatur wirken ebenfalls prädisponirend. Geschleoht und Alter haben keinen Einfluss. Die Kontagiosität des Skorbut ist ebenfalls angenommen, aber bisher nicht erwiesen worden.
Symptomelaquo; Unter allgemeiner Mattigkeit, Kreuz- und Gliederschmerzen enl-siehen punkt-oder auch stroifonfönnigo oder auob ausgodehntoi'e Blutungen besonders in den unteren Extremitäten. Im weiteren Verlaufe bilden sich diffuse hliiuliche, griinlicbe oder gelbe Flecken am Rumpf und an den oberen Extremitäten; selten sind die Flecke im Gesicht und am Kopt'e. Später entwickeln sich aus den lilu-tungen Geschwüre. Neben den Blutungen sind die Erkrankungen des Zahnfleisches und der Mnndschleiniluuit charakteristisch. Es tritt hier eine hlänlicbe Anschwellung mit nachfolgender oberflächlicher und tieferer Nekrose ein; schliesslich entwickelt sich eine diffuse ulceröse Stomatitis. Daneben erscheint die Haut erdfabl, die Epidermis zeigt lebhafte Abschuppung. Scbleinibautblulungen und Blutungen aus inneren Organen werden selten beobachtet. Als Komplikationen sind zu ilemieii: Bronchitis, lobulftro Pneumonio, Pleuritis, Perikarditis, Albumiiiurie und akute Nephritis.
Verlauf, Dauer und Ausgang. Sporadische Fälle haben fast immer einen gutartigen Verlauf, der einige Wochen dauert; dagegen enden endemische häufig tödtlich.
Therapie. Wichtig ist für dieBebaudlung zweckinässige Ernährung mit grünem Gemüse, daneben wird Zitroneiilimonade verabreicht. Die Znhnfleischerkraiikungeii werden mit Kali cblorikum, Tinkt. Myrrh. und dergleichen behandelt.
2. Bei Thieren.
Bei Thiel'en ist Skorbut bishernuf Sicherheit nur bei Schwolneu, Hunden und bei Affen beobachte) worden. Beim Schweine wird die Krankheil sehr häufig unter dein Nanieii Uors t en faulequot; beschrieben; während die Erkrankung bei Hunden und Affen im Ganzen selten ist. In einer im Jahre 1880 in Halle anwesenden Menagerie beobachtete ich Skorbut bei mehreren Allen, die kurz vorher mit einem Schiffe angekommen waren. Andere Fälle bei Tliieren, welche als Skorbut beschrieben sind, dürften damii nichts zu ihun haben. .Jedenfalls fehlt es in den meisten dieser Mittheilungeii von Skorbut beim Pferde und Schafe an genauen Beschreibungen.
Actiolugic. Im Wesentlichen werden dieselben Ursachen; wie beim Menschen beschuldigt. Beim Schweine werden ungesunde feuchte Stallungen, schlechte verdorbene Nahrung, Mangel an Bewegung als Ursachen bezeichnet, obwohl dieselben wohl nur prädisponirend wirken dürften.
tSymptome. Auch die Krankbeilserscheinungen sind ähnlich wie beim Menschen. Neben den Allgeineiiiersclieinungen (Trägbeil, Mattigkeit) zeigen sich, besonders bei Schweinen Schwellungen und Blutungen an dem schmerzhal'ten nud bläulich geröllieteii Zalinfleisch, starkes Speicheln, übler Geruch aus dem Maule.
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Allgemeine Krkninkurigeii des Blutes und Störungen laquo;los Stolfweolisels
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Glolohaeitig fallon die Borsten mis, (Borstoufäulö) an deren Wuraoloiiden sich einige Tropfen sobwärzlidhen Blutes zeigen. Mtmohmal /.eigen sich auoh tiuf der gesohwolleneu Baut blänliobrotbo Flecken. In anderen Fällen treten mich Gelenklaquo; solvwollungen ein. Hlt;'i Hunden beobachtet inan aussei' den erwähnten chaiakteiistischen Erscheinungen besonders auoh Nasenbluten) und, wie die Untersuebung des Auges ergiebt, Blutungen in die vordere Augenkammer und in die Netzbaut. Meist erfolgt bei Schweinen und Hunden unter Zunahme der Schwäche und Hinfälligkeit der Tolt;l. Therapie. Neben Beseitigung der ungünstigen Fiitterungs- und Stallverhältnisse (Verabreichung von Eicheln, Kastanien, Geiniisepflanzen an Schweine) hat man, wie beim Menschen, versucht innerlich noch bittere und adstringirende l'räpa-rate unter Znsatz von Eisen zu verabreichen. Auch Alaun und frisches Kalkwasser werden verordnet. Hunden giebt man anfänglich Kalomel, später Tinktura ferri pomat. 5,0:150,0 Vill. rnhr., daneben gutes gekochtes Fleisch.
Ein bei Schafen und Lämmern raquo;1laquo; Skorbut (von Gy/ps nur als skorbut-llliiiliclio Krankheit) besohriobenos Leiden ist in seinem Wesen noch nicht näher klai'gesteUt, Die Krankheit tritt nur bei Stallfüttorung und bei Lämmern auf, Ks zeigt sich Röthung und Schwellung des Zahnfleisches, Lockerung dor Zähne, seihst Ciefernekrose, Die Thiero magern orheblicli ab und gehen bald zu Grunde, Beim Schlachten flndöt man dttnnflttssiges, helles Blut, allgemeine Wassersucht und die Zeichen chronischen Magendarmkatarrhs, Zur Therapie wird kräftiges, gesundes Futter, gute Pflege und Eisen (0,1 Perr, sulf, für jedes Lonun) empfohlen.
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VI. Barlow'sehe Krankheit.
Als Barlow'sehe Krankheit wird nach dem Namen seines Entdeckers (IW3) ein Leiden bezeichnet, dessen Wesen noch nicht klargestellt ist, jedoch mit Skorbut in Beziehung gebracht wird. Die Krankheit Ist bisher nur bei kleinen ('/#9632;-' -l'/a Jahre alten) Kindern und meist solchen beobachtet worden, die deutliche Zeichen vnn Ethachitls erkennen Hessen. Ansseidein beobachtet mau auf periostale Blutergüsse beruhende schmerzhafte An-schwellungen der Knochen, besonders an den Eplphysen der laugen Röhrenknochen, Als weitere Zeichen einer hämorrhagischon Di a these findet man Hautblutungen, hämor-rhagische Entzündungen in den serösen Häuten, llämaturie. Vielfach gehen die Kinder an Erschöpfung zu Grunde. Die Therapie ist vorzugsweise diätetisch.
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VII. Die Hämophilie (Bluterkrankheit).
1. Beim Menschen.
ncliiiiliou. Mit dem Namen Hämophilie bezeichnol man eine meist durch Vererbung übertragene dauernde Neigung zu schwer stillbaren und das Loben in hohem Grade gefährdenden Blutungen.
(laquo;csclilclitlielios. Nach den bisherigen Mitthellungen in der Litteratur kommt die Bluterkrankheit in allen Breiten und bei allen Völkern vor. .luden sollen Ihr ganz besonders unterworfen sein.
Aotiolo^ie. Wie erwäbnt bandelt es sieb um eine in den meisten Fällen ererbte Krankheit, die besonders durch Frauen aus Blnterfamilien, auch wenn sie selbst gesund sind, mehr auf die Kinder ihrer Familie übertragen werden, als durch
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Die Hiiniopliilio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3G5
MämuT. Aiulrcrscils is( die Hilinopliilic in iiölicrcii finuicn bei iMiiimci'ii häufiger ills bei Weibern. J)quot;' eigentliche CJrsaohe der Krankheit ist noch nicht aufgeklärt; #9632;wesentlich ist eine krankhafte Beaohaffcnheil der Gefässwände, leichte Zerlaquo; reissharkeit derselben und mangelhafte Gerinnungsfähigkeit des Blutes,
Syinptoint;. Die Erscheinungen wechseln in den einzelneu Familien und Gliedern derselben, da man die leichtesten und schwersten Grade beobachten kann. Schoii in der ersten Lebenszeit können erhebliche Nabelblutungen Zeichen der Ilämophilie sein. Später ist das auffallendste Zeichen das Auftreten verhältniss-mässig starker Blutungen nach sehr gerblgfügigen äussereu Anlässen. Das zweite wichtigste SymptOUl) laquo;las auch die Gefahr begründet) ist die grosse Schwierigkeit, durch künstliche Mittel die Blutung zu stillen. Deshalb tritt schnell allgemeine Anämie ein, die allerdings oft bald wieder voriihcrgelit. Treten keine besonderen Anlässe für Blutungen ein, so können sich die hämophilitisch belasteten Menschen lange Jahre gesund erhalten. Von Komplikationen, die besonders bei schweren Erkrankungen beobachtet werden, seien noch erwähnt: MuskelerkiiUikungen, Oelenkscliwelhmgeu, Blutergüsse in das Gelenkinnere, Neuralgien u. s. w.
Die Prognose ist meist, eine ungünstige, wenn auch die Gefahren im späteren Lebensalter abnehmen. Die Therapie kann fast nur eine prophylaktische sein (Besserung der (Jesammtkonstitution, Fernhaltung aller mechanischen Schädlichkeiten). Symptomatisch werden Krgotiu, Plumbum acetikum, Kompressen u. dgl. angewandt.
2. Bei Thieren.
BeiThieren hat man die Krankheit bis jetzt mit Sicherheit nur bei Pferden beobachtet, lieber die Ursachen ist, wie beim Menschen, bekannt, dass die Krankheit nicht angeboren ist; während die näheren Ursachen nicht aufgeklärt sind. Die Hypothese von Dieckerhoff, die Krankheit als eine Blutintoxikation anzusehen, wobei
pathogene Permentequot; eine Alienation der Blutmischungenquot; erzeugen sollen, steht mit
den Kenntnissen über das Wesen (Vererbharkeit, Blutungen nur an den Stellen, WO Verletzungen stattfinden u. dgl.) so sehr In Widerspruch, dass dieselbe als höchst unwahrscheinlich bezeichnet werden muss. Bei Pferden zeigt sich die Hämophilie bei sonst gesunden Pferden oft nach unbedeutenden Verletzungen (Applikation eines Fontanells, Ilaarseilzieheu, Kastration, Aderlässen u. dgl). Ich sah bei einem solchen Pferde, das durch Insektenstiche verletzt war, während zwei Stunden das Blut in kleinen Strömen vom Rücken des Thierea herunterriesehi, bis durch Anwendung von in Essig getauchten Kompressen ein Stillstand der Blutung erzielt wurde.
8y mil to nie. Aehulioh wie beim Menschen treten nach geringfügigen Verletzungen schwer zu stillende Blutungen ein, wobei starke Blutverluste in wenigen Stunden lödtlich werden können. Dabei treten alle Erscheinungen zunehmender Anämie ein (Dyspuoe, unfühlbarer Puls, Krämpfe in den Muskeln u.dgl.). In anderen Fällen können selbst nach schweren Blutverlusten die Thiere sich bald wieder erholen und nach 2 3 Wochen wieder vollkommen gebrauchsfähig sein. Danach ist auch die Prognose sehr versehiedeu und jedenfalls mit Vorsicht ZU stellen,
Tlieruplc. Neben guter Ernährung und Pflege der Thiere werden noch manche innerlich zu verabreichende Mittel empfohlen (Acid, hvdroehl. oder snlinr.
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Allgf'im'iiie Kikninkuiigcu
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lilutcs und Slöningon des Stoffwechsels,
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mil Koclis!raquo;!/. ills LutWbl'gu, Ackl. iirscnikusuiii 0,51,50 |gt;ilt;gt; tue,) ausscnlcin üiisscr-lich Tiinnin, Almin, Liqu. fern sesquiohloratl, Zink, olüoratum u, raquo;. w.
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VIII. Diabetes mellitus1) (Zuckerharnruhr).
1. Beim Menschen. Wlaquo;seii. Die EuokerhfU'imilu' ist eine fast Immer ohronlscho Knmklu'it, bei
welelier imliullend grössere MengOU von Trmiben/.ucker ill dem meist i'eiclilieli llbge-seliiedeticn Harn ersoholllöUi
Ge80hiohtllobeB. Die öeschiollt'e des Diabetes reicht hin in das liöelisti^ Altertimm hinauf, Die frühesten Nachrichten datiren aus Indien; in dem Ayur-Veda des Susruta finden sich zahlreiche Ajigahen. Die Krankheit ist dann in den späteren Jahrhunderten und wahrend des Mittelalters an verschiedenen Punkten Europas und Asiens beobachtet worden. In China, .hinan und Australien ist die Krankheit am seltensten, in Indien. Ceylon und Italien am httuflgsten festgestellt worden. In Deutschland soll Diabetes am häufigsten In Württemberg und Thüringen und viel bei Juden vorkommen. Vor etwas über zwei Jahrhunderten entdeckte Th. Willis den hohlgsllssenQesohmack des cliabetischen Harns, ein Jahr später isolirten Pool und Dobson und besonders Co w 1 ey krystallisiiharen Zucker aus solchem Harn. In den fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts entdeckte Claude Bernard eine neue Funktion der Leber in der Bildung des Traubenzuckers In derselben. Er entdeckte ferner, dass durch eine Verletzung des vierten Ventrikels ein Thier willkürlich diabetiscli gemacht werden kann, und er fand in dem (llykogeu die eigenthlhnlich dexlrinartige Substanz, welche in der lieber, besonders bei der Zufuhr von Kohlehydraten, sich reichlich absetzt mal aus welelier der Zucker entsteht.
Aetiologic. Aetiologisoh ist bekamit, dtWa die Vererbung eihe bedeutende Rolle spielt, Männer häufiger erkranken als Frauen, Wohlhabende, Gutlehendc, Fettleihioc oft mehr dazu (lisponiren, als Andere; als öolegenheitsursaoheil weiden bösonders unzweckmässlge Ernährung, heftige Gtemüthserregung, Erachütterang des Körpers durch Sturz genannt. Bekannt ist, dass hei einzelnen [nfektionskrankheiten (Cholera Typhus, Sobarlach, Diphtherie, Malaria) vol'übetgehend Zucker im Harn auftreten kann, was dann Qlykosurie genannt wird. v. Mohring hat aeuerdings im riiloridein ein in der Wuizelrinde von Aepfel- und Kirs(dil)äiinieii vorhandenes Qlykosid entdeckt, nach dessen Finverleilnuig bei Hunden und Kaninchen ein sein- hoher Zuekerovhalt des Harns auftritt. Auch heim Menschen kann man durch Ehiftibrung von Phlorogluoin ohne sonstige Störung' des Allgemeinbefindens starke Glykosui'le erzeugen. Im Gegensatz zur Qlykosurie handelt es sich bei Diabetes mellitus inn eine Krankheit, bei welcher neben gewissen sonstigen Symptomen ein meist betriiehtlicher Zuckergehalt des Blutes anlialtcnd vorluuuleii ist und dem entsprechend eine andauernde reichliebe Zuckeraiisscheidung durch den Harn stattfindet. Es scheinen weniger Erkrankungen der Leber als des Pankreas in sicherer Beziehung zum Diabetes m stöhn. Bis jetzt stell! Diabetes mellitus zwar eine klinisch-syiiiplomatiscbe aber noch keine iiiiatomiscbc oder ätiologische Einheit dar (St rü lupell). Xcben den genannten Ursachen werden noch beschuldigt; sitzende Lebensweise, iiheiTeicblieber (ieiiuss von Amvlaceeii und Zucker, überreichlicher Biorgenuss
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i) iiafialim = hiudiu'ohgohn, mol es Honig.
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Diabetes inellitus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;}ß7
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(Strü ni pel l^fi'i'istlui'Uclx'i'iinslrciiii'uii^cii, Sorgen, orgiinisclic Iliriilcidcn mid I'linkivns-kriiiiklicilcn.
SyinptoiiK'. I)i(( ICi'tuikheitsersoheinuugOin ontwiokeln sidi lt;;iiiiz nlliiiälilicli; Durst und becleutendG Vennehruug des Harnes sind die ersten besonderen Zeiohon, Daneben entwickelt sicli trotz guten Appetits und iviehlieher Niiliriingsaufnnlinie Abmagerung. Ini weiteren Verlaufe kommt es zu hartnäckigen Neuralgien, Zahn-karies, Herzsehwäclie, Durclifall, Sehstöl'Ungen (Katarakt), Nephritis, (Jangrilii der IFaut und der Tod erfolgt naeh AVoehen und Monaten, oder meist nadi jahielangein Verlaufe (220 Jahre) unter zeit weisem Zurücktreten tier Erscheiiuuigen dureli Er-MOhöpfuug, akute Herzinsuffizienz, Nephritis, Phthisis, Apoplexie oder Koma diahetikum. Die Menge des Harnes kann 35 Liter in 24 Stunden betragen, der Harn ist hellgelb und riecht oft. ohstartig (Anwesenheit von Aceton); das spezifische Gewicht ist 1015 bis 1040 und mehr; er kann bis zu 140/o Traubenzucker enthalten, daneben ist auch der Harnstoff vermehrt.
Als Ursache des Koma diahetikum nimmt Kiissmaul eine Selhstintoxikatiou durch Aceton an, andere eine Säureintoxikution (Oxybuttersäure). Des Weiteren zeigt sich noch, das.s die Zuckerausscheidung durch den Harn mit Aniyhiceengehalt der Nahrung parallel zunimmt und ahniniint. Ebenso wird durch Muskelarbeit die Zuckorausscheklung herabgesetztraquo;
Anatouiisclier Itaf'uud. C'imrakteristische Erscheinungen sind bisher nicht gefunden worden, nianchmal wird überhaupt sehr wenig gefunden; in anderen [''allen Ciehimgeschwülste, Oefässerweiterungen am Boden des vierten Ventrikels, Atrophie des Paukreas, Niei;enhypertrophie, Ainyloidentartungen, Atrophie der Geschlechtsdrüsen u. s. w.
Diagnose. Die Feststellung wird ermöglicht durch den dauernden Nachweis von Zucker im Harn hei gleichzeitigem Vorhandensein bozw, Kntwiekeiung von allgemeiner Mattigkeit, Funinkulosis, Kataraktbildung, Impotenz, PurUus pudendi bei Frauen, Balanitis bei Männern, Ischialgieu (Strümpell).
Therapie. Die Therapie ist in erster Linie diätetisch; die Nahrung nuiss vorwiegend animalisch sein, Kohlehydrate in Gestalt von Lobcrthran oder auch Keis u. dgl. Als Getränk kohlensaures Wasser. Arzneilich wird Nitr. salicvlienm (35 mal täglich 2,0) Antipvr'm, Semen Svzvgii .bimholani (3 mal täglich 4 10 g) empfohlen. Daneben Massage, Reiten, köipoiiiche Arbeit,
2. Bei Thieren.
Bei Thieren ist Diabetes mellilus vorwiegend hei Hunden, dann auch hei Pferden, Affen und Bindern beobachtet worden. Aetiologisoh ist Sicheres bisher nicht festgestellt worden.
Als Syniptoilie zeigen sich heim Hunde im Wesentlichen die Kischeinungen wie beim Menschen, Mattigkeit, schnelle Ermüdung, allmähliche Abmagerung bei sonst gutem Appetit und .starker Nahrungsaufnahme, erheblicher Durst, reichliehe Harnsekretion bei einem spezifischen Gewicht von 1040-1000 und bei einem Gehalt von 4ll0/o Traubenzucker. Daneben werden grauer Stnar, Husten, Erbrechen, Diarrhöe,Schleimhautblutungen, Kornengcschwürobeobachtet. Beim Pferde sind die
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Allgemoino Erkrankungen laquo;los Blutes und Störungen laquo;los Stoffwechsels.
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Ki'sclu'iiHingcn ebenso. Gloiolvseitig werden neben den (jimlilntiven und (jiuintilidiven HiU'iiveräiKleniiipen die Entwiokelung von Kiitiiraktii diiihelika, Korneaireschwüre und Lobererkraukung angegeben. Meist enden die Fälle nach längerer oder küizeivi-Dauer tödtlloh.
IJie Diagnose ist naeh dem Mitgetheilten bei genauer Harnuntei'suohung nicht schwer zu stellen. Therapeutisch wird Beschränkung der Zufuhr von Kohlehydraten und Anwendung von Saccharin, Alkalien, Kaiholsäme, sallcylsaures Natron empfohlen.
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IX. Diabetes insipidus1) (die einfache Harnruhr).
1. Beim Menschen.
Wesen. Als Diabetes insipidus bezeichnet man einen Zustand, bei welchem längere Zeit reichliche Mengen eines Harns von niedrigem spezifischem Oewicht auch dann ansgeschieden werden, wenn eine entsprechende Vermehrung von Aufnahme von Flüssigkeiten nicht stattfindet. Im Gegensatz zur Polyurie, wofür eine Vermehrung der Wasserausschoidung durch die Nieren als Symptom verschiedener Zustände auftritt (Hvdioceplialus, Erkrankungen des verlängerten Markes, Kleinhirns, schwere Hysterie) zeigt sieh Diabetes insipidus als scheinbar primäres Leiden bei sonst ganz gesunden Menschen.
Aetiologic. Die nächsten Ursachen sind noch wenig klargestellt; man nimnit an, dass nervöse Störungen die unmittelbaren Ursachen der Krankheit sind, wie man auch künstlich Diabetes insipidus durch Verletzung einer bestimmten Stelle der Kauten-gruhe, Vagusdurchschneidung n. s, w. hervorrufen kann. Ks mag auch eine Verwandtschaft zwischen Diabetes mellitas und insipidus bestehen. im Ganzen ist Diabetes insipidus beim Menschen selten und kommt mehr beim männlichen Gc-schlechl im initiieren Lebensalter vor; nianchinal zeigen sieb ererbte Anlage, Syphilis, akute Infeklionskrankheiteii als Ursache.
Syinittonie, Verlaul'und Ausgang. Die Krankheit beginnt meist allmählich; es zeigt sich etwas mehr Durst und die genossene Flüssigkeit wird schnell wieder ausgeschieden ; der Urin ist sehr hell, leicht (10011004) und die ausgeschiedenen Harn-niengen können 8 10 Liter pro Tag betragen. Zunge und Haut sind trocken anderweitige nachweisbare organische Störungen fehlen meistens, nur zeigt sich allmähliche Abmagerung verbunden mit Schwäche und nervösen Erscheinungen. Die Krankheit kann Jahrzehnte dauern und gebt zuweilen in Diabetes mellitus über. Heilungen sind selten.
Anatomisch hat man gelegentlich Karcinomo, Geschwülste und entzündliche Veränderungen am verlängerten Mark und im Kleinhirn gefunden.
Die Diagnose ist durch die chemische Untersuchung des Harns möglich. Die Therapie erfordert das Wassertrinken nicht zu verbieten, sondern nur einzuschränken. Arzneilieb wird Opium, Seeale, Rad. Valerianae (810 g täglich in
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i) in-sapio = unschmackhaft.
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Die Gicht.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 369
Pulver), Aiitlpyrin (35 nml täfrlich l lt;r) empfohlen, daneben Hautpflege, gute EmAhning, viel Bewegimg.
2. Bei Thieren.
Bei Thieren wird für Diabetes Insipidua meist die Beseiohuung Harnruhrquot;, Lanti'istall') gewählt, doch ist bis jetzt nicht gentlgeud aufgeklärt, ob die beim Menschen als Diabetes inslpidus bekannte Krankheit auch bei Thieren vorkommt. Denn in der Thierheilkunde wurde bisher jede Polyurie als Lauterstallquot; bezeichnet. Am meisten ist die Krankheit bisher bei Pferden beobachtet,
Aetiologie. Mau hat zunächst die Aufnahme von sohleohtem durch Pil/.e verunreinigten] Futter (Hafer, Erbsen) beschuldigt. Die gleiche Wirkung soll verschimmeltes Hon und sohlechtes Trinkwasser haben. Es soll dann durch die Pilze eine spezifisch toxisch wirkende Substanz erzeugt werden. Welche auf die nervösen
Centralapparate wirkt.
Symptome. Grosser Durst und häufige reichliche Entleerung eines sehr wässerigen, hellen, klaren, geruchlosen Urins von niedrigem, spezifischen Gewicht und geringem Salzgehalt sind die wichtigsten Erscheinungen. Daneben trockenes Maul, geringer Appetit, grosser Durst, steife Haltung in der Nierengegeud. Schliesslich tritt Abmagerung und meist nach moiiatelangem, selbst jahrelangem Verlauf der Tod ein.
Therapie. Das Wichtigste ist, die Aufnahme des schädlichen Futters zu verhindern und die Thiere mit gutem Körnerfutter kräftig zu ernähren, Innerlich sind dann noch verschiedene Mittel (Opium, Tannin, Ferr. sulfuricum) empfohlen worden; jedoch scheint der Erfolg sehr zweifelhaft.
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X. Die Gieht'). (Arthritis urika, uratika. Podagra.)
1. Beim Menschen.
Wesen. Die Gicht ist eine in vielen Fällen durch Vererbung Übertragene Krankheit, welche die Ablagerung harnsaurer Salze in die Gewehe, besonders in die Qelenkknorpel, in das Bindegewebe, in die Haut, in das Unterhautgewebe und in die Nieren hervorruft.
(raquo;eschichtliches. Wie Notizen über naia-jpaquot; leinen, kann die Oeschiohto der (rieht mit Sicherheit bis in die Zeit des Hippokrates verfolgt worden. Galen sagt: Zu des HippokrateS Zeiten litten bei massiger Lebensweise überhaupt nur Wenige au Podagra, zu unserer Zeit aber, in welcher die Schwelgerei die denkbar höchste Höhe erreicht hat, ist die Zahl der an Podagra leidenden Kranken zu einem nicht mehr messbaren Umfange angewachsen. Die Krankheit hat dann im Laufe der Jahrhunderte immer mehr abgenommen, so dass sie gegenwärtig wohl nirgends mehr ein eigentlich eudeinisches Leiden ist. Die Erblichkeit der (licht war schon den Aerzten des Alterthums und Mittelalters voll-kommenbekannt. Die eiste genaue klinische Beschreibung stammt von Thomas Syden-ham (1688), ihm folgte Wollaston (1797), welcher schon zeigte, dass die Ablagerungen In den Gelenken in der Hauptsache aus Harnsäure bestehen. Die Theorie, dass bei der
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l) Lauter = altdeutsch; Lutter = ,nichts alsquot; uiiniren.
-) Mittelhochdeutsch gibtquot; wird mit Gehen in Zusammenhang gebracht.
Schnoid oin Ulli, Von;!. I'nthologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 24
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370nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeiiio Erkrankungen des Ulutcs und Störungen des Stoffwechsels.
Gicht im Hiute vermehrter Etarnetturegebalt und verminderte Harnsttureauasobeidnng bestelle. stellte dann Garrod (1848) auf. In England ist die Krankheit besonders sehr verbreitet,
Aetiologic. Noch sind uloht allo Ureaohen der Gicht klargelegt, Man woiss, wie crwillint, (lalaquo;s bei diesem Leiden orbliohe Aulage, überreichliche Ernfthi'uug (najnent-lieh mit eiweissreicher Kost) und Alkoholzufuhl', sowie chronisciie Bleivergiftimg eine grosse .Rolle spielen, Am meisten sind das höhere Lebensalter, das männliche Geschlecht und die wohlhabenden Ständo disponirt. Streitig ist, ob die eigentliche Ursache in vermehrter Bildung oder in verminderter Ausscheidung der Harnsiuire besteht, wo die Harnsäure entsteht und weshalb sie vorzugsweise in den Gelenken abgelagert wird. Sicher ist wohl, dass vor und während des Anfalls die Harnsäureausscheidnng Vermindert ist, und dass eine abnorm saure Reaktion des Blutes und der Gewebesäfte die Ausscheidung der Unite begünstigt,
Symptome. Ein typischer Gichtanfidl (primäre Gelenkgicht) kündigt sich meist durch Vorboten (Verdanungsheschwerden, Muskelschmer/.en) an und tritt meistens in den frühen #9632;Morgenstunden oder zur Nachtzeit ein. Gewöhnlich ist zunächst das erste Grosszehengelenk befallen (Podagra), bläulich geschwollen und schmerzhaft, dazu gesellt sich Fieber. Nachdem diese Erscheinungen in den nächsten Tagen sich wiederholt haben, können sie nach 12 Wochen verschwinden. Nach längerer oder kürzerer Zeit treten dann schwächere aber länger dauernde Anfülle auf und mit dor Zeit kommt es zu knotigen Verdickungen der Gelenke, der Haut u. s. w. (Tophus arthritikus); scbliesslich auch zur Vereiterung und Geschwürsbildung, Aussei' dem Zehengelenk erkranken am häufigsten Ferse, Knöchel, Knie Gonagra), die kleinen Gelenke der Hand (Chiragra) und Schulter (Omagra). Je länger die Krankheit, dauert, umso weniger tj'pisch wird sie und geht in das chronische Stadium über, wobei dann Schleimhauterkrankungen, Darmkatarrhe, Bronchitis und Konjunktivitis auftreten; femer chronische Nierenschrumpfung, verbunden mitKndokar-ditis, Endarteriitis; gelegentlich auch Gehirn-, und Kttckenmarkserkrankung. Vor und während des Anfalls ist, wie erwähnt, die Menge der ausgeschiedenen Harnsäure vermindert. Nach Pfeiffer ist jedoch während des Anfalls die Harnsäureausscheidung vermehrt.
Der Verlauf erstreckt sich meist über viele Jahre und das Leben wird erst gefährdet, wenn Nierenschrumpfung mit ihren Folgen eintritt.
Anatomischer Befund. Man findet vorwiegend die knorpligen Tbeile der Gelenke, die Bänder und die Kapseln der Gelenke erkrankt. In schweren Fällen sind die Veränderungen einer typischen Schrumpfniere, welche Harnsäure eingelagert enthält, vorhanden. Manchmal sind auch kleine Cysten nachzuweisen.
Die Diagnose ist beim Eintritt eines typischen Anfalls nicht schwer.
Therapie. Die Behandlung ist vorwiegend eine diätetische: Einschränkung der Gesammtmenge der Nahrung, die vorwiegend vegetabilisch sein kann. Daneben ausgiebige Muskelarbeit, Bäder, innerlich Alkalien (Lithionwässer), Antipyrin, u. dgl., ausserdem Kalomel.
2. Bei Thieren.
Bei Thieren ist die Gicht bisher fast nur beim Geflügel (Hühnern, Tauben, Gänsen), selten beim Hunde beobachtet worden. Vielleicht steht die
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Abnorme Fettleibigkeit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.'571
Krankheit boim Oeflttgol mit doni Hnfnsäurereiobtliuni in lt;li!ii Exki'emeuteii dieser Thiei'Q in Verbindung, bei welchen man (nach Ebslein) durch Unterbindung der Ureten'ii künstlieh Gicht hervorrufen kann. Näheres ist über die [Trsncheii bei der Geflügelgk'ht nicht bekannt.
Die SjuiptoiiH' bestehen, wie beim Mensclicn, in dem Auftreten erbsen- l)is haselnussgrosscr Knoten an den schmerzhaft gesehwollenen Metatarsal-, l'balaiigcal-und Tarsalgelenken. Die Haut über den gelblicben, inancinnal flcktuirendcui Knoten ist verdickt und schuppt sich stark ab. Manchmal brechen die Knoten auf und entleeren eine bräunliche mit harnsauren Salzen gemisehte Masse. Später werden die Zehen oft verkrümmt; und verdickt. Aehnliohe Knoten zeigen sich auch an den Sehnen. Dabei ist das Allgemeinbefinden derThiere sehr gestört und besonders, wenn kalkartige Knoten und Ablagerung auf den serösen Häuten, am Herzbeutel, in der Leber, Milz, unter der Haut und im Daum abgelagert werden. Aehnlicli sind die Erscheinungen beim Hunde.
Die Diagnose ist im Ganzen leicht und durch den ehemischen und mikroskopischen Nachweis der Urate in den kugeligen Konkrementen gesichert.
Die Therapie besteht event, in dem Oeffnen der vereiternden Gelenke und in der innerlichen Verabreichung von Alkalien; (täglich einlaquo;! Messerspilze künstliches Karlsbader Salz ins Trinkwasser, Fried berger-Fröhner).
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XI. Abnorme Fettleibigkeit.
(Korpulenz, Fettsucht, Polysarcia adiposa; Adipositas universalis.)
1. Beim Menschen.
Wesen. Als Fettleibigkeit bezeichnet mau eine Beschaffenheit des Körpers, bei welcher an vielen Orten desselben eine die Norm weit übersteigende Anhäufung von Fett sich einstollt.
Aetiologie. Wie bei Thieren, so scheint auch bei einzelnen Menschen die Neigung zum Fettansatz, sei es direkt, sei es in (testalt besserer Ausnutzung der Nahrung, ererbt zu sein. Begünstigend für den Ansatz des aus dem Eiweiss, dem Fett und den Kohlehydraten der Nahrung sich bildenden Fettes wirken neben übermässiger Zufuhr von Nahrung, ungenügende Körperbewegung, Alkoholgenuss und namentlich Biertrinken. Auch cerebrale Einflüsse scheinen begünstigend zu wirken (Fettansatz bei Geisteskranken), ebenso Anämie.
Symptome und Verlauf. Bei der krankhaften Fettleibigkeit zeigt sich Schwerfälligkeit in den Bewegungen, Knrzatlnnigkcit, später Herzklopfen, Schwäche, Aussetzen des Pulses, Bronchialkatarrhe, später Fettinfiltration des Herzens, llerz-hypertrophic und Arteriosklerosc n. s. w.
liehaiullung. F^s kommt darauf an, die Nahrungszufuhr einzuschränken und den Stoffumsatz ZU steigern; dazu kann führen Vermehrung der Fleiscbzufubr und Verminderung von Fett und Kohlehydraten oder Verminderung der Wasser-zufuhr, der Kohlehydrate, des Fettes und Eiweiss. Zweokmässig ist, allmählich vorzugehen, daneben massige Körperbewegung, abführende Wässer.
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'172nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Allgemeine Erkrankungen dos Hlutes und Störungen des Stoffwechsels.
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2. Bei Thieren.
Bei Thieren koninit Fettsucht und Fettleibigkeit, welche physiologiseh bei gewissen Eassezncbten gewünseht wird, auch pathologisch besonders bei Zuehtthieren (Pferden, Rindern und Sehweinen) und Hunden vor. Die Ursache ist meistens zu reichliche Futteraufnahnie und Mangel an Bewegung und Arbeit. Daneben scheint jedoch auch eine erbliche Disposition eine Rolle zu spielen; ebenso tritt bei aniiinischen Thieren häufig Fettleibigkell auf.
Symptome und Behandlung sind im Wesentlichen wie beim Menschen.
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XII. Die sogen. Skrophulose1). (Skropheln.)
Wesen. Es handelt sich nach unseren gegenwärtigen Kenntnissen um eine ererbte oder in der Kindheit erworbene Form der Tuberkulose, bei der sich chronische Dymphdrüsenschwellungen mit Neigung zu bestimmten Haut-, Schleimhaut- und Organ Veränderungen zeigen. In den Lymphdrüsen tritt eine chronisch entzündliche Hyperplasie mit Uebergang in Verkäsung, Erweichung und Eiterung der Umgebung ein. Oft tritt dann akute, allgemeine Miliartuberkulose hinzu. Meist schliessen sich die tuberkulösen Lymphdrüsenent/.ündungen an tuberkulöse Hautoder Schleimhautgeschwüre an. Es treten von Hautaffektionen Lupus, Prurigo, Liehen skrophulosorum, von Schleimhauterkrankungen Erkrankungen der Konjunktiva und der Nasenschleimhaut auf. Von inneren Organen erkranken besonders die Knochen und die (ielenke. Neben der Tuberkulose kann auch die hereditäre Syphilis bei Kindern Krankheitsbilder liefern, die der Skrophulose sehr ähnlich sind.
Therapie. Neben der örtlichen Behandlung (mit Jodtinktur, Jodoformkollodium, .lodoformsalbe) ist Kräftigung des Körpers (gute Ernährung, Aufenthalt in frischer Luft) und innerliche Verabreichung von Lebertbran, sowie der Gebrauch von Salzbädern zweckmässig. Auch Eisen, Jod, Arsen werden ompfohlen.
Bei Thieren ist die Skrophulose bisher nur ein Sammelbegriff für viele Krankheiten gewesen, deren Wesen man nicht kannte. In der Mehrzahl handelt es sich um Tuberkulose bei Schweinen, Druse der Pferde, SohWeineseuche, Polyarthritis u. s. w. Gegenwärtig hat man in der thiermedizinischen Wissenschaft den Namen Skrophulose allmählich aufgegeben.
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XIII. Addison'sehe Krankheit.
(Bronzehautkrankheit. Morbus Addisonii, Bronzed skin.)
Wesen. Die von dem Arzt Th. Addison im Jahre 1855 zuerst näher beschriebene Krankheit ist ein tödtliches, konstitutionelles Leiden, bei welchem neben
i) Von Skrofa, Skropha = Sau, iSchwcin.
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M xy ödem.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 373
den Symptomen einer allgemeinen Körpersclnväche und Blutannuth sieli allmälilich eine elgenthttinlloh dunkle Pigmentlrang der Haut zeigt.
Aetiologie, In den meisten Fällen, jedoch nicht immer, hat man bei tier Sektion eine (oft tuberkulöse) Erkrankung der Nebennieren gefunden, wobei dann der Krankheitsprozess gleichzeitig auf den Plexus Solaris und die Semilunarganglicn des Sympathikus übergreift. Vielfach sind die Nebennieren schon narbig geschrumpft, oder es zeigen sich andere krankhafte Prozesse in den Nebennieren, Vergrösserungen, chronische Entzündungen, Karoinome. Fast immer sind beide Nebennieren gleichzeitig erkrankt, selten nur eine. Anderweitige Pigmentirungen innerer Organe fehlen. Meistens wird das männliche Geschlecht und das mittlere Lebensalter befallen.
Symptome und Yeriauf. Neben einer allmählich zunehmenden Anämie, Muskelschwäche, Störung der Ernährung und der Verdauung kommt es zu einer fleckförmigen, immer mehr sich verbreitenden Verfärbung der Haut, die von einfach sonnenverbranntem bis zum mulattenähnlichen Aussehen wechseln kann. Am stärksten is( die Pigmentirung an den dem Lichte ausgesetzten und an den normaler Weise pigmentreichen Hautstellen. Handteller, Fusssohlen, Nägel, Skiern bleiben meist verschont. Dagegen entwickeln sich oft auf der Schleimhaut der Lippen und des Mundes pigmentirte Stellen.
Der A'erlauf der Krankheit ist langsam, kann Monate und Jahre dauern und endet fast regelmässig unter Delirien und Krämpfen tödtlich.
Therapeutisch ist bisher wenig erreicht; kräftige Diät, Eisen, Chinin werden empfohlen; Vorsicht ist jedoch bei Anwendung von Abführmitteln nöthig, da nach Anwendung derselben oft eine Verschlimmerung beobachtet ist.
Bei Thieren hat man bisbor die Krankheit noch nicht beobachtet, obwohl Erkrankungen der Nebeimieren tuberkulöser nml kaicinoiimtöser Art sowohl bei Bindern, wie auch bei Pferden nicht selten sind. Ich habe in Schlachthtlnsern sehr oft ausgedehnte, fleckweise Pigmentirungen des Znngengiundcs, des Ganmensegels, Kehldeckels und Kehlkopfeiiigangs gesehen, ohne dass innere Erkrankungen bei diesen Thieren gefunden sind. Immerhin wilro es wüuschenswertli, wenn in den iSchlaclithiiiiseru auf diese Dinge etwas mehr geachtet würde.
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XIV. Myxödem.
Wesen. Mil Myxödem wurde zuerst in England von William (Joll und Ord (in Frankreich von Charoot Kachexie paehydermiquo genannt) eine Kmnk-heit bezeichnet, bei weicher sich ein chronisches, allgemeines Oodem entwickelt, das vorwiegend im Gesicht, zuweilen auch an den Extremitäten, am Rumpf, an der Zunge und an den inneren Organen sich entwickelt.
Aetiologlelaquo; Man nimmt gegenwärtig an, dass eine Atrophie der Schilddrüse oder Ausfall der Funktion derselben die Krankheitserscheiiiungen hervorruft, da man nach vollständiger Exstirpalion der Schilddrüse beim Menschen fast dasselbe Krankheitsbild (Kacbexiu stmmipriva) zur Entstehung kommen sieht.
Symptome. Neben den bereits erwähnten Anschwellungen, wobei es sich vorwiegend um stark mucinhaltige Neubildungen im Bindegewebe handelt, zeigt sich auch Atrophie der /ahne, Nägel, Ausfallen der Haare und es entwickeln sich
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374nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Allgeineine Krkrankuiigon dos Jilutes und Störungen des StoffwecliHclK.
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Störungcii der Simicsfimktioiicii, geistige Sehwäeiie u. s, w. Dabei zeigt sich eine starke VcTkleiiiening iler Sehildtlrüse.
Therapie. Zahlreiche quot;Versuche lehrten, dass alle Erseheinungeu des Myx-ödems beim Menschen nach fortgesetzter innerlicher Verabreichung von Schilddriiseu-substanz, die vom Kalb oder Schaf bereilet wurde, im Verlaufe weniger Monate versebwnnden sind. Zu diesem Zwecke werden besondere Schilddri'isen-Tablettesquot; angefertigt.
Bei Thieren ist bisher über das Vorkommen der Krankheit nichts bekannt.
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XV. Akromegalie. (Krankhafter Riesenwuchs.)
Wesen. Es bandelt sieh bei der von Marie, Erb u. a. neuerdings beschriebenen Krankheil, um ein bei Frauen und Männern meist im jugendlichen oder mittleren Lebensalter vorkonimeiules Leiden, das charakterisirt ist: durch eine nach Abschluss des Köipenvachslhums fort schreitende Grössenzunahme der Hände, der Füsse, des Gesichts, wobei Nasen, Lippen und Kinn besonders dick und plump werden. Nicht nur die Knochen, sondern auch die Haut wird hyperplastisch und nebenbei zeigt sich vermehrte Schweisssekivtion und Herabsetzung der Sehkraft durch Atrophie der Sehnerven. Aetiolpgisob hat man in den meisten Fällen einen Tumor der Hypophysis cerebri gefunden. Eine wirksame Behandlung ist bisher nicht bekannt.
Hei Thieren kennt man diese Krankheit bis jetzt, noch nicht.
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XVI. Rhaehitis1). (Englische Krankheit. Zwiewuchs.) 1. Beim Menschen.
Wesen. Bei der Rbnchitis handelt es sich um eine dem Kindesalter eigen-thiimiiehe Allgemeincrkrankung, welche durch Wachsthumsstörnng der Knochen, sowie durch Erkrankungen der ersten Wege uyd der Bronebialschleimhaut eharak-lerisirt ist.
(ilcscliiehtliclics. Die ersten sicheren Nachrichten über diese Krankheit stammen
von (Jlisson, weichet' lliöO eine grössere Monographie Über diese um jene Zeit besonders in Kniilaud sehr verbreitete Krankheit veröffentlichte (Englische Krankheit). Als Hauptsitzo der Krankheit sind Deatsehlaiul, England, die Niederlande, Belgien, Frankreich und Olier-italien zu bezeichnen.
Aetiologie. Obgleich seit Glisson umfangreiche Untersuchungen über diese Krankheil stattgefunden haben, woiss man gegenwärtig nur, dass fast iinmer nur Kinder in den ersten Lebensjahren ergriffen werden, selten entsteht die Krankheit bei älteren Kindern (810 Jahren) - llhaeliitis tarda. Alle nngiinsligen äusseren Verhältnisse, welche auf Kmähnuig und lOntwickelung einwirken, spielen neben Erblichkeit (hereditäre Lues) eine grosse Kolle bei dem Entstehen der Krankheit.
J) ;!laquo;#9632;/'.; b lüu-ken, Rückgrat.
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Hhnchitilaquo;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 375
Bus Qesobleoht übt keinen Elnfliws auf clie Hftuügkelt der Erkrankung aus. Dagegen (ritt die Krankheit In kalten feuobten Qegenden häufiger auf als in trockenen.
Symptome. Die Krankheit beginnt meistens allmählicli gegen Ende des /weiten Lebensmonats oder später unter den Erscheinungen einer Dyspepsie, Eron-ohlalkatarrhs, Unruhe, Sohwäohe U, S. w, Dann entwickeln sicli als charakteristische Zeichen die Veränderungen an den Knochen, die meistens an den unteren Epi-physen des Femurs, der Unterschenkel- und Vorderarmknochen, an den Kippen-knoipeiansätzen und am Sbbftdel am stärksten ausgesprochen sind. Der Schädel besonders ist gross, Stirn- und Scluntelhöeker springen stark hervor und die Fontanellen bleiben oft bis zum vierten Jahre und länger offen. Die Knoehenknorpel-ansät/.e der Rippen treten knotig hervor (rhachitischer Rosenkranz); das Brustbein wölbt sich vor und die seitlichen Thoraxtheile ziehen sieh ein (Pektus karinatum, Hühnerbrust); die Wirbelsäule wird oft kypholiscb und skoliotisch, die Beine krumm. Daneben entwickeln sich oft Dannkatarrhe, chronische Bronchitis oder lobuläre Pneumonieen, Krämpfe, Delirien u. dgl.
Der Verlauf der Krankheit ist meistens ein chroniseber; Monate und Jahre vergehen, bis der Prozess zum Absohluss gekommen ist. Akute Khacliitis mit baldigem günstigen Verlaufe ist sehr zweifelhaft. Wo Heilung eintritt, beginnt dieselbe meistens mit allmählicher Besserung des Allgeineinbefindens und der Knochen-bildung. Oft bleiben die Knochen auffallend dick und die Nebenkrankheiten führen zum Tode.
Anatomisclier Befund. Charakteristisoh sind die Verdickungen der Epi-physen, welche stark gerötbet sind; Mark und Perlest sind stark mit. Blut gefüllt, an den platten Knochen sind zahlreiche dünne Stellen. Mikroskopisch zeigen sich osteoide Wucherungen der Knorpelzellen und Hyperämie des Knochenmarks.
Therapie. Neben Besserung der gesammten Lebensweise, Solbädern, Landaufenthalt wird die Anwendung der Eisenpräparate (Tinktura ferri pothata), des Lebertbrans, des Phosphors (01. jekoris aselli 100,0, Phosphor 0,01, täglich 12 Kaffeelöffel) empfohlen. Ausserdem orthopädische und chirurgische Behandlung.
2. Bei Thieren.
Bei Thieren kommen mehrere konstitutionelle Knoclieiikrankheiten vor, wobei die Knochen ihre normale Härte und Festigkeit nicht erlangen oder wieder verlieren. Es scheint nach den bisherigen Kenntnissen und Erfahrungen allen gemeinsam zu sein, dass die Knochen einen Mangel an mineralischen Bestandtheilen (Kalk und Phosphorsäuren bis zur Hälfte, selbst zwei Drittel des Normalen) aufweisen und dadurch spezifisch leichter und wasserreicher sind.
Eine Khaellitis (auch Knoebenweiche junger Thiere, (iliederkrankheit, Zwergwuchs genannt) bestehend in unvollständiger Verknöchernng und krankhaftem Wachstbum der Knochen kommt nur bei jungen. Im Wachsthuni begriffenen Thieren vor; am häufigsten nach dem Absetzen, selten angeboren (fötale Uhachitis) besonders bei jungen Schweinen und Hunden, daneben jedoch auch bei allen anderen Hausthieren vor; gelegentlich wird sie jedoch auch bei jungen Löwen und beim Geflügel beobachtet.
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376nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Allgemeine Erkrankungen ties Jilutes und Störungen das Stoffwechsels.
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Aotiologie. Als Ursache wird bei Kälhoni begouders die Verabreichung einer kalkarmen Milcli, wie sie von schlecht genährten Kühen geliefert wird, beschuldigt. Bei Schweinen ist ebenfalls die Fütterung unverdaulicher, kalkarmer Nahrungsmittel (Küchenahfälle, Kartoffeln) häufig die Ursache. Bei Hunden wird eine .Fleischfütterung (ohne Knochen) beschuldigt. Dazu kommt in den meisten Fällen fehlerhafte Aufzucht (reine Htalliiufy.ucht in schlecht ventilirten, feuchten, engen Räumen beim Mangel von Bewegung in frischer Luft) und sicher ausserdem (wie beim Menschen) eine vererbte Anlage, da namentiieh seit Finführung der englischen Schweinorassen die Krankheit unter den Ferkeln in der Zunahme begriffen ist. Oh auch eine Infektion vorhanden ist, muss unentschieden bleiben.
Nyiliptomc. Wie beim Menschen entwickelt sich die Krankheit ganz allmählich, dann folgen Bewegungsstörungen (steifer Gang, heschwerliehes Aufstehen und Niederlegen, wechselndes Lahmgehen, leichtes Ermüden); im weiteren Verlaufe stellt sieh schmerzhafte Auftreihung der Gelenke (besonders Sprung-, Knie- und Fesselgelenk), der Bippenenden, Verkrümmungen der Schenkel, der Wirbelsäule und der Brust ein. Bei Schweinen kommt eine Auftreihung der Nasen- und Kieferbeine mit Athem- und Kanbeschwerden vor (Form der sogen. Seh n iiff elkra n khei t). Schliesslich treten Gelenkentzündungen mit starker Auftreibung der (Jelenke (Sprung-und Kronengelenk bei Schweinen) auf. Stets ist das Hervorbrechen der Zähne verzögert, die Zähne sind weicher als normal. Dazu gesellen sich Durchfälle, Bronchitis, Hautausschläge und schliesslich gehen die Tbicre kacbektisch zu Grunde. Beim Hunde sieht man Dachs- und Säbelbeine und die sogen. Hühnerbrust sich entwickeln, beim Pferde sind Knochenauftreibungeii besonders am Schienbein und an den Kopfknochen vorhanden; auch ist eine Disposition zu Knochenbrücben vorhanden. Beim Kinde tritt besonders die Verkrümmung des Rückens und der Fxtremitätenknochen in den Vordergrund. Bei dem Geflügel, wo '/i'^jährige Hühner am meisten erkranken (Zürn), sieht man knotige Auftreibungen an den Gelenkenden der Extremitäten- und Flügelknochen; es tritt Weichheit und Biegsamkeit, Verkrümmungen der Knochen, Verbiegnngen des Brustbeines, Abzebrnng u. dgl. ein.
Vorlauf und Prognose. Der Verlauf ist sehr verschieden und kann Wochen und Monate dauern. Die Krankheit kann zu jeder Zeit still stehen und selbst bedeutende Deformitäten können sich wieder ausgleichen. Selten werden die Thiere jedoch wieder für den Gebrauch und die Mästung vollkommen geeignet. Demnach gestaltet sich auch die Prognose sehr verschieden.
Die Diagnose bietet wegen der charakteristischen Gelenkaufti'eibungen selten Schwierigkeiten.
Therapielaquo; Zunächst ist ein kräftiges und leicht verdauliebes Futter erforderlich, Daneben ist das piäparirte Knochenmehl (das offizineile Kalcium pliosphoriknm bei Hunden in Dosen von 0,5ö g) sowie der Phosphor zweckmiissig. Phosphor 0,01 : 100 g, Leberthran, davon kleineren Thieicu 1-2 Theelöffel, grösseren 12 Esslöffel. Auch Salzsäure zur Belebung der Verdauung, sowie bei Ri nd ern Eisen-präparate in Verbindung mit phosphorsanrem Kalk und Kochsalz werden empfohlen. Beim Geflügel ist die Verabreichung von Fischen in Verbindung mit gutem Körnerfntter in Gebrauch.
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Oateomalaoie.
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XVII. Osteomalaeie1),
(Halisteresis ossiuniquot;). Knochenerweichung.)
1. Beim Menschen. Wesen. Die Ostooinolaoie ist eine mn' bei Erwachsene)) vorkommende obro-
nischc Krankheit, welche ZU einer alliniililicli llber tlas ganze raquo;Skelett sieh aushrei-tenden Entkalkung der Knochen führt
Aetiologie. Die Krankheit kommt vorwiegend bei Frauen im Alter von 30 bis- 40 Jahren vor. Die eigentliche Ursnche ist bisher noch nicht bekannt, nur welss man, dass die Osteomalaeie in gewissen Gegenden {Rheinpmvinz, Westphalen, Ostt'landeni, Oberitalien) hamp;uflger ist, als in anderen und deshalb die Annahme einer spezifischen Schädlichkeit berechtigt ist. Als (ielegenheitsiirsachen bezeichnet man die Gravidität, ungünstige hygienische Verhältnisse und feuchte Wohnungen.
Symptome, Verlauf, Ausgang. Die Krankheit entwickelt sich sehr langsam. Es treten unbestimmte Schmerzen im Kreuz, Rücken und in Oberschenkeln auf, sowie Schwäche beim Gehen, schwankender Gang. Oft werdet) erst bei genauer Untersuchung die Deformitäten der Wirbelsäule, der Verbiegung des Brustkorbes und der Extremitäten festgestellt. Im weiteren Verlaufe werden auch die Zähne kariös, die Beine werden krumm, es lagern sich Kalksalze in Drüsen, Haut, Nierenbecken oder Blasen ab, es tritt zeitweise Fieber und Albiuninurie auf und nach langem, 2 bis 10 Jahre dauerndem Verlaufe tritt meistens der Tod ein. Nur in leichten Fällen wird Heilung beobachtet.
Anatomischer Befund. Die Knochensubstanz um die Markräume und Haversischen Kanäle herum ist in ein weiches fasriges Gewebe verwandelt. Die Markhöhle ist sehr weit, das Mark gelb und schliesslioh ganz in eine gelbe schleimige Flüssigkeit verwandelt. Die Oberfläche der Knochen, welche zahlreiche Verbiegungen zeigen, ist weich und uneben.
Die Diagnose kann im Anfange Schwierigkeiten bereiten, später jedoch nicht mehr.
Therapie. Neben guter Ernährung und Pflege, Verabreichung von Leber-thriin, wird Phosphor in kleineren Dosen gegeboi. Auch ist bei Frauen die Kastni-tion mit günstigem Erfolge ausgeführt worden (Feh ling).
2. Bei Thieren.
Bei Thieren ist die Krankheit besonders beim Kinde und zwar bei tragenden und inilchonde)i Thieren, selten bei Schafe)), Ziegen, Schweinen und Pferden seit lauger Zeit unter den Namen K nochen br iic higkei t, Markflüssigkeit, G I iede r k rn n k bei t, Ka ckseuc he. Sä urek ra n k h e it, Osteopsa thy rose3) bekam) t.
!) MKa/üc, weich.
8) o äX;, iSnlz: q ati^orj'.;, Bernubnng,
^) u)x2jpolt;igt; von iaänoo^, zerbrechlich.
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878nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Allgemoino Erkrankungen des Hlutes und Störungen des Stoffwechsels.
^i'scliirlitliclics. Die Kninkheit ist schon seit sehr langer Zeit bekannt Uttd be-gobrieben. Näheio Naobriobten fanden sich seit dem Jahre I72K in der Litteratnr, wo Kylling die Krankheit besobrieben hat. Das Leiden ist in trockenen, futterarmen Jahren oft enzootisch in einzelnen Qegenden (Kheinland, Baden, Kheinhessen, Böhmen, Schweiz) beobachtet worden.
Aetiologie. Die Kriinklicit kommt vorwiegend bei Milchvieh vor und solielnt die Tnichtigkcii und Laktationszeit laquo;ins Entstehen der Krankheit zu begünstigen. Mit dem Versiegen der Milch wird die Krankheit oft besser. Vorwiegend tritt die Krankheit in kleinen Wlrthsohaften naoh trocknen, futterarmen Jahren und in Gegenden auf, wo mit der Kalkarmuth des Bodens (Moor- und Torfboden) auch eine Kalkarmuth des Futters verbunden ist. So kommt es, dass sie in einzelnen (tegenden stationär ist. Eine vermehrte Kalkabgabe des Mutterthieres während der Gravidität scheint unter den genannten Gelegenheitsursaohen deshalb den Ausbruch der Krankheit zu begünstigen. Feuchte und schlechte Stallungen wirken jedenfalls nur sehr wenig begünstigend. Bei Pferden siebt man die Krankheit oft nach gänzlichem Entziehen des Haters auftreten. Ebenso kommt die Krankheit manchmal hei Schweinen vor, wenn sie bei Kindern längen' Zeit beobachtet wurde. Da die Krankheit oft als Stallseuchc (McNeil) beobachtet wird, niimnt man jetzt als Ursache eine Infektion au.
Symptome, Verlauf, Ausgang. Wie beim Menschen beobachtet man auch bei Rindern eine sehr allmähliche Entwickelung der Krankheit; oft fehlen lange Zeit äussere Krankheitserscheinungen ganz, in anderen Füllen zeigen sich leichte Verdauungsstörungen, Zeichen der sogen. Lccksucht ((relüste nach erdigen, alkalischen Substanzen), jedoch erst im vorgeschritteneren Stadium macht sich schmerzhafter, gespannter, steifer Gang, wechselndes Lahmgehen und wechselnde, schmerzhafte, entzündliche Anschwellung einzelner Gelenke bemerkbar. Heim Rinde zeigen sieh oft knarrende Geräusche beim Gehen (Kackseuche). In dem entleerten Urin ist eine Vermehrung der Phosphate nachweisbar. Schliesslich kommen aus den ge-l'ingfttgigsten Ursachen (beim Aufstehen und Niederlegen der Thiere) Luxationen, Infraktionell und Knoclienbriiche vor, häufig Kecken- und Kipiieubriiche; meist ist geringe Neigung zur Heilung vorhanden. Bei Pferden kommen manchmal Auf-treibungen des Ober- und Unterkiefers, steifer Gang, Empfindlichkeit der Muskeln vor. Im weiteren.Verlaufe nimmt die Schwäche zu, es tritt Abmagerung ein, und die Thiere gehen, wenn sie nicht vorher geschlachtet werden, zu Grunde. Dagegen können auch noch weit vorgeschrittene Fälle bei entsprechender Ernährung und Behandlung in Genesung übergehen. Deshalb ist die Prognose nicht ungünstig, so lange keine Knochenbrüche eingetreten uiid die Ernährungsverhältnisse zu hessern sind.
Anatomischer Itcfuiul. Die Knochen sind weniger schwer, mürbe, spröde, leicht zerdrückbar. Die eigentliche Knochensubstanz ist in höheren Graden fast geschwunden; die Marksubstanz hat zugenommen und die Markräume sind erweitert. Das Mark ist flüssig und gallertartig, von schmutzig gelblicher oder bräunlicher Farbe; die Synovialüüssigkeit ist theilweise vermehrt, die Gelenkknorpel erscheinen wie angenagt. Das leicht abziehbare Periost enthält hläulich-röthliche Flecken und Streifen. Das spezifische Gewicht der Knochen ist gering, weil die Kalksalze auf die Hälfte des Normalen geschwunden sind.
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Osteonuilacio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 379
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Diagnose. Ist die Krankheit ausgebildet! so ist. eine Verwechselung kaum inöglioh; nur im Anfange wäre eine Verwechselung mit Muskel- und Gclenkrhcii-matismus möglich.
Therapie. Ks ist Regelung der Diät, Verabreichung eines kräftigen, leicht verdaulichen und kalkreichen Futters (Grünfutter, Klee-Esparsettheu, Hülsenfrüchte, Schrot, Rapskuchen n, dgl.) nöthig, daneben gute Pflege, Einstellen des Melkens, Verabreichung von Kalk in Form von phosphorsaurem Kalk, Kalkwasser, Knoehen-mehl, auch Phosphor (0,01^0,05 für ein Rind pro die), Ebenso wird Salzsäure empfohlen. Am hasten ist, die Thierc in andere Gegenden mit gutem Futter überzuführen. Prophylaktisch wird rationelle Düngung und Dminirung des Hodens, Vermeidung ausschliesslicher Fütterung von Kartoffeln und Rüben, sondern daneben Verabreichunff von Schrot und Heu wichtiir sein.
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Eine langsam verlaufende Krankheit der Knochen, namentlich des Gesichts (Ober- und Unterkiefer), bei welcher dieselben dick und weich werden, kommt nur noch bei älteren Thieren vor und ist bei Schweinen unter dem Namen SeliniiHVI krankheit, bei Pferden als sogen. Krüsch- oder Kleienkrankheit bekannt und soll auch gelegentlich bei Ziegen vorkommen.
Die Krankheit wird meist mir bei älteren Thieren beobachtet. Unter vermehrtem Blutzufluss erfolgt eine Lösung und Aufsaugung der Knochensalzo. Gleichzeitig geht vom Periost aus eine stärkere Bildung von Knochengewebe vor sich, das jedoch nicht verkalkt, sondern weich und schneidbar bleibt. Die Knocbeii treiben auf, werden porös, schwammig, leicht schneidbar. Am meisten sind Ober-und Unterkiefer betroffen, wobei die Zähne locker werden, in geringerem Grade die übrigen Schädel- und Skeletknocben.
Aetiologie. Die Ursachen der Erkrankung sind wonig bekannt. Eine kalkarme Nahrung begünstigt jedenfalls die Entstehung der Krankheit bei Ziegen und Schweinen, während bei Pferden anhaltende Fütterung von Kleie (in der Schweiz Krüsch genannt), sowie von Mais (in Amerika beobachtet) beschuldigt werden. Es sind dies aber neben schlechten Stallungen, Aufenthalt der Pferde in Bergwerken u.dgl. nur begünstigende nicht direkte Ursachen. Bei Schweinen wird (Imminger) auch eine Infektion angenommen.
Syniptoiiie, Verlaiif und Ausgang. Die Krankheitserscheinungen entwickeln sich sehr allmählich. Bei Schweinen besonders beobachtet man eine immer mehr an Umfang zunehmende heim Druck nachgiebige und schmerzhafte Auftrelbung des Ober- und Unterkiefers. Dabei tritt wegen Verengung der Nasenhöhle ein erschwertes (schnüffelndes) Atlnncn ein, später Husten und Brechreiz. Auch schleimig-eitriger Nasenkatarrh zeigt sich im Verlaufe der Krankheit. Dazu kommt oft hohes Fieber und cerebrale Erscheinungen. Bei Pferden trill gleichfalls zunächst eine Auftreibung der Kieferknochen auf, später auch der langen Röhrenknochen, dabei ist das Athmen erschwert, Später zeigen sich noch Lahmheiten, Einsenkung des Kückens, dauernder Naseiikalarrh. Der abgesetzte Urin ist sauer und -ehr phosphathaltig. Bei Ziegen wird Lockerung der Zähne und starkes Speicheln
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.quot;iSOnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Allgemeine Krkraiikmigen des liliite.s und Sti'uungeii des Stoffwechsels.
boobaehti't. Besteht die Krankheit bei den genanitten Thieren längere Zeit, so tritt nllinählicli Abzehrung und der Tod ein. Im Beginn dor Erkninkuiig und bei Abstellung der inizweekniiissigen Erniilming kann Heilung erzielt werden. Danach ist auch die Prognose zu stellen.
Therapie. Es ist nötliig, sogleich die Diät zu ändern, gutes Putter ZU verabreichen und nebenher Kalk, Kreide, phosphorsauren Kalk u. dgl. Pferden kann mau Knochenmebl mit dem Hafer verabreichen. Von der infektiösen Natur des Leidens ausgehend hat Jininiiiger irrigatiouen der Nasenhöhle mit 1:1000 Sublimat und Desinfektion des Stalles vorgeschlagen.
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XVIII. Hydramie. Allgemeine Wassersucht bei Thieren. (Kachexia hydraemika.)
Vorbemcrkujig. In der allgemeinen Pathologie wird bekanntlich nach der Aetiologie a) eine entzündliche Wassersucht (akuter und chronischer Hydrops), b) ein aus mechanischen Ursachen entstandener Hydrops (Stauungshydrops, Stauungs-ödem) und c) eine durch Hvdrämie entstandene Wässersucht (bydrämische Kachexlc, Kacbektischei' Hydrops) unterscheiden.
Hier würde nur die letzte Gruppe von Interesse sein. Bei Thieren kommt Mvdrämie am meisten bei Scbafen vor, oft als Folge der Infektion durch Leberegel. Ausserdein kommt in Zuckerfabriken sehr häufig bei Rindern und gelegentlich auch bei Pferden eine sogen, allgemeine Zellgewcbswassersueht vor.
1. Hydrämie der Schafe. quot;Wassersucht.
Wesen. Es handelt sich um ein meist als tlerdekrankheit auftretendes, durch Blutarmuth und Blutwttsserigkeit begründetes mit Wassersucht meist endendes Leiden.
Geschiclitliclies. Diese Kiankheitszustäiide liei Schafen sind augenscheinlich schon sehr lange bekannt und winden mit vielen anderen Leiden früher oft Fäule der Schafequot; genannt, eine Bezeichnung, die, weil nichtssagend und ganz unwissenschaftlich, jetzt allgemein aufgegeben ist.
Aetiologie. Ungenügende Ernährung bei sohlechtem nassen Wetter auf sumpfigen, moorigen Weiden neben schlechten Stallungen und schlechter Pflege sind die wichtigsten Anlässe für die Entstehung des Leidens. Junge im Waebsthuin begriffene von scbwäcblicben Müttern stammende Thiere leiden mn meisten unter der Krankheit.
Symptoiue, Verlauf, Ausgang. Es zeigt sich eine erhebliche Blässe der Maut und der siebtbaren Sehleimhäute, oft besteht auch ein starker Koujunktival-katarrh. Die glanzlose, fettarme AVoile geht leicht aus. Im weiteren Verlaufe (Mitwickeln sich im Kehlgange, am Halse, an der Unterbrust und am Bauche ödeinatöse Anschwellungen. Unter zunehmender Schwäche, Durchfällen tritt dann Ott erst nach Monaten der Tod ein.
Anatomischer Itefmul. Alle Organe sind seht' anämisch, das Blut selbst ist wenig gefärbt. Lunge und Herz schlaff und welk. Häufig findet man in der
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Hydrftmle.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 381
Brust- und Bauchhöhle kleinere und grössere Mengen von Wasser. Die Baueliein-geweide sind zusänunengesohnunpft und anämisch; ebeuso ist die Körpormuskulatiu'
si^lihil't' und blass, Oft finden sieh auoh wässerige Krgiessungeii in der [Interhinit des Halses, der Brust und des Banehes.
Therapie. Zur Behandlung ist erforderlieh, die Ernährung und Pflege der Thiere etwas zu hessern. Danehen kann man Stomaeiiika, Eisenpräparate, Kochsalz, Kalk verabreichen,
2. Hydrämie der Rinder; sog. ZellgewebsWassersucht.
(Jeschiehtliches. Die Mittheilungen über das Auftreten dieHer Erkrankung bei (lindern und gelegentlich auch bei Pferden in den Zuckerfabriken .stammen erst aas der neueren Zeit. Besonders wurden solche Erkrankungen uns der Provinz Sachsen gemeldet, wo die meisten Zuckerfabriken entstanden.
Aetiologie. Man weiss, class die Krankheit nur in Zuckerfabriken entsteht, wenn die Rinder überwiegend mit den sehr wasserhaltigen Rühenrüekstünden go-fttttert werden und wenig gutes Heu und Kraftfutter beigegeben wird. Das Leiden wird dann durch Intoxikation wahrscheinlich in Folge der Wirkung der in den Rückständen in grosser Menge enthaltenen Kaliuniverhindungen hervorgerufen. Vorwiegend erkranken Ochsen, die neben dieser mangelhaften Fütterung viel zur Arbeit benutzt, seltener Kühe, die viel im Stalle gehalten werden,
Symptome, Verlauf, Ausgang. Die Krankheitserscheinungen entwickeln sieh sehr allmählich; es treten Mattigkeit, Schwäche in den Bewegungen, Verdauungsstörungen, Blässe der Schleimhäute, zuweilen Lecksncht auf, im weiteren Verlaufe zeigen sieh Schwellungen der Subkutis besonders an den Gliedmassen; die Schwäche und Abmagerung nimmt allmählich immer mehr ZU und schliesslieh treten ausgedehnte Oedeme am Unterbauch, Diarrhöe und allgemeiner Kräfteverfali ein, wobei die Thiere nach einer Krankheitsdauer von 36 Monaten zu Grunde gehn. Demnach ist auch die Prognose meist nicht günstig und mit Vorsieht zu stellen.
Anatomischer Befund. An den obdmirten Thieren treten die Erscheinungen allgemeiner Kachexie in den Vonlergrund. Auffällig ist das vollständige Fehlen oder der geringe Grad der Todtenstarre, das dünnflüssige, hlassrothe Blul, die wässerige Infiltration des subkutanen Bindegewebes an der Brust, am Bauche und an den Gliedmassen. Ausserdem findet man Wasser in der Brust und Bauchhöhle, blasse Körpermuskulatur.
Therapie. In den ersten Stadien der Krankheit ist durch schleunige Besserung der Ernährung (Zugabe von Kraft- und Rauhfutter, Vermeidung oder Einstellung der Fütterung der Rühenrückstände) noch Heilung möglich. Daneben wird Juan durch Verwendung von Stomachicis günstig wirken können.
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Zusammenfassung.
Von den allgemeinen Erkrankungen des Blutes und von den Störungen des Stoffwechsels kommen nun die meisten sowohl beim Menschen, wie auch bei unseren Hausthiere u vor, meist sind die Ursachen auch dieselben.
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382nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Haut.
Es gohüion hierzu: Aiiüniio und Chloroso, pei'idolöse Aiiäniic, lienttle mul lynipliatisdic Pseudoleukftiuie, Skorbut, Hiiniophilic, Diabetes mellitus und Diabetes bisipidus, Gicht, Rhachitis und Osteomalnöie,
Von Krankheiten der hierher gelulrigen Art, welehe hisher nur beim Menschen, jedoch mit Sicherheit noch nicht beiThieren beobachtet worden sind, wären zu nennen:
Die Barlow'sche Krankheit, die Addison'sciie Krankheit, Mvxödem und Akromegalin,
Nur beiThieren sind unter den zu den Koustitutioiiskrankheiten gehörigen Krankheiten bisher beobachtet worden:
Die sog. Schnüffelkrankheit der Schweine und die sog. Kriisch- oder Klcien-krankheit tier Pferde, ferner die Hydriimie der Schafe und die sog. Zellgewebs-wassersucht dor Binder.
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Organ krankheiten.
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A. Krankheiten der Haut1^
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AUgiMiicinc Vorbeinorkungftn zu rteu Krunklicitcu der Haut. Wie beim Menschen, so kommen besonders bei unseren Hausthieren Hautkrankheiten in den verschiedensten Formen vor, so dass man schon seit langer Zeit eine grosse Anzahl von Einzelfonneii aufgestellt, dabei aber vielfach Namen gewählt hat, die aus der Menschenmedizin entlehnt nicht immer das Wesen der Erkrankung bei Thiereu definireu. Eine streng wissenschaftliche Eintheilung ist aber in der Thiermedi/.in noch mehr wie in der Menschenmedizin dadurch ersehwert, dass wegen der Behaarung und Pigmentirung der Haut eine Diagnose oft sehr schwierig ist. Einstweilen scheint es deshalb noch am Besten zu sein, als Hauptabtheiliuig parasitäre und nicht parasitäre Erkrankungen zu wählen und dann noch für sich Erkrankungen einzelner Thcile der äusseren Haul zu erörtern.
(jrcschiclitliclies. Im Allgemeinen sei hervorgehoben) dass man früher alle Haut-affektionen als die Folgen einer Verderlmiss des Blutes und seiner ,.Kardinalsäftequot; angesehen hat. Deshalb fand weder eine zweckentsprechende Beurtheilung noch Behandlung der Hautkrankheiten statt. Erst gegen die Mitte dieses Jahrhunderts, als die Arbeiten von Rokitansky, Vir.chow n. A. bahnbrechend wirkten, fing man an, sieh etwas mehr mit dem Wesen der Hautkrankheiten zu beschäftigen. Dazu kam, dass man für einzelne Hautkrankheiten den direkten Nachweis erbringen konnte, dass sie durch die Einwirkung von Parasiten zur Entstehung kommen. Schliesslich wurde dann durch Hehra und seine Schüler für zahlreiche Hautkrankheiten die Selbständigkeit derselben festgestellt. Ihm
') Da das vorliegende Buch in erster Linie für die Zwecke des Thierarztes bestimmt ist, so sind im Nachfolgenden die Krankheiten der einzelnen Organe des Menschen nur dann eingehender erörtert worden, wenn sie ein allgemein medizinisches Interesse bezw. ein besonderes für die Vergleichende Pathologie besitzen. In allen anderen Fällen wird nur kurz auf das Wesentliche hingewiesen werden.
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Allgomeiiio Voibcini'rkungcii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 383
verdanken wir auch die Klärung bozöglich einer systematischen Kintlieilung der ilaut-kranklieiten, indem er in erster Linie die Aetiologio zur Grundlage willilte
Allgemeine Uebersicht über die Hautveründeruiigcii, wie solobo beim Menschen zur Grundlage für laquo;lie Bezeichnung der einzelnen Prozesse gewählt iinci theilweiao auch in die Thierraedizin Übergegangen ist.
Die objektiv wahrnehmbaren Veränderungen, welche durch einen Krankheite-prozess im der Haut hervorgerufen werden, bezeichnet man als iEfflorescenzen und unterscheidet dann weiter primäre Effloreseenzen, welche unmittelbar durch die Krankheit bedingt werden, und sekundäre, welche entweder durch die weitere Entwickelung oder in Folge äusserer Eimvirkungen aus der ersteren hervorgehen (Lessor).
Die primären Efflorescemen werden eingetbeilt in 8 Typen:
1.nbsp; nbsp;Fleck (Makula), umschriebene Fafbenveränderwig der Haut, ohne Erhebung der gefärbten Stelle über das normale Hautniveau;
2.nbsp; nbsp;Kiiötchen (Pitpuht), Erhebungen iU)er das Hautniveau bis zu Linsen-grösse, wobei neben seröser Dnrchtränkung auch Zellennnhäut'ung und Zelleninfiltration zu Stande kommt;
3.nbsp; nbsp;Knoten (Tuberkulum), Erhebungen bis zu Haselnussgrösse und
4.nbsp; nbsp;Knollen (Phyina), noch grössere Geschwülste.
Diesen vier Eff'lorescenzen stehen vier andere gegenüber, die im Wesentlichen durch den Austritt von Blutserum in die Gewebe hervorgerufen weiden.
1.nbsp; nbsp;Quaddeln (Urtika), seröse Durchtränkung der Gewebe in einer iim-schriebenen Stelle der Haut, die nach kurzer Zeit wieder, ohne Spuren zu hinterlassen) verschwinden kann;
2.nbsp; nbsp;Bläschen (Vesikula), seröse Dnrchtränkung in die oberste Schicht der Epidermis mit Abhebung derselben und Bildung von hanfkorngrossen Bläschen verbunden, wobei durch Beimengung von Blut eine sehwärzlich-rothe Färbung eintreten kann;
3.nbsp; nbsp;Blase (Bulla), bis liühnereigrosse Abhebung der obersten Epidermis-schichten durch später mit Eiterzellen gemischte Exsudatflüssigkeit;
4.nbsp; nbsp;Pustel (Pustula), der Inhalt ist sogleich eiterig und dadurch von den Bläschen unterschieden.
Die sekundären Effloresceiizen werden in 6 Typen eingetheilt:
1.nbsp; nbsp;Schuppen (Squamae), Anhäufung verhornter Epidermisschuppen auf der Hautoberfläche, wobei dieselben entweder der erkrankten Haut aufliegen (Desquamatio furfuracea) oder in zusammenhängenden Blättern sich ablösen (Desquamatio inembranacen) oder viel Talgdriisensekret enthalten (Seborrhoea sicca);
2.nbsp; nbsp;Krusten, Borken (Krustae), es bilden sich Krusten und Borken aus eingetrocknetem Serum, Eiter und Blut;
8. Erosion und Exkoriation, Substnnzverluste der Oberhaut, die entweder nur die Horiischicht betreffen (Erosion) oder bis auf das Korium reichen (Exkoriation);
4. Schrunden oder llhagaden, Einrisse in die Haut, wenn dieselbe ihre Elastizität eingebüsst hat;
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381nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankhoiten der Haut.
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5. Geschwür, Ulkus, ein durch GewebszernUl entstandener, tieferer Substanzverlust tlei- Hunt, welcher den Papillarkörper oder auch Tlieile des Koriuin und des subkutanen Gewebes betrifft und mit Eiterung häufig verbunden nur durch Narbenbildung heilt.
Die Hiiuterki'iiukungen beim Menselien und bei Thieren setzen sich nun uns den verschiedenartigsten Efflorescenztypon zusammen, wobei die Mannigfaltigkeit derselben noch dadurch erhöht wird, dass die einzelnen Efflorescen/.en in verschiedener Gruppirung und Verbreitung auftreten, oft mit einander verschmelzen (konfluiren) u. dgl.
Allgeiueine diagnostisehe Iteinerkungen für die Feststellung der Haut-erkriinkungen bei Thieren. Wie seit lunger Zeit bekannt bieten bestimmte Ver-iiiulerungen an der äusseren Haut nicht nur für die eigentlichen Hautkrankheiten, sondern auch für allgemeine Störungen hezw. für die Erkennung und Vcrmuthung einzelner innerer Erkrankungen gewisse Anhaltspunkte. Ben der Besichtigung und Betastung der Haut, wobei man bei Schafen die Wolle auseinanderlegen muss, wird man auf die Farbe, Temperatur, Feuchtigkeit, Beschaffenheit des Haarkleides, anatomische Veränderungen aller Art, Hautsekretion und auch auf den Geruch zu achten haben.
Was die Farbe der Haut betrifft, welche für die Beurtheilung der Menge und Beschaffenheit des Blutes von Bedeutung ist, so zeigt sich Blässe bei Störungen in der Blutcirkulation aller Art, während stärkere Köthung bei vermehrtem Blut-zufluss, eine fleckige oder streifige Röthung hei manchen Hautkrankheiten und bei einzelnen Allgemeinerkrankungen (z. B. Nesselfieber, Schweineseuche, Schweinepest, Stäbchenrothlauf der Schweine) gleichzeitig mit Blutaustritt vorhanden ist. Fine blaue, blaurothe, cyanotische Färbung zeigt sich bei Stauung des venösen Blutes in den Hautkapillaren bei Respirations- und Cirkulationsstörungen. Gelbe, ikterisohe Färbung der Haut in verschiedenen Graden findet man bei Ikterus, pernieiöser Anämie, nach grossen Blutverlusten, bei Phosphor-, Lupinenvergifturigen, bei chronischen Darmkatarrhen u. dgl.
Die Beschaffenheit des Haares zeigt bei den verschiedenen Krankheiten ebenfalls erhebliche Abweichungen. Während es normal glatt, glänzend ist und meist gleichmässig dem Körper anliegt, hat es oft schon bei geringfügigen Anlässen ein struppiges, glanzloses Aussehen. Bei Pferden wird das Haar bei geringem Fieber, bei der Druse, bei allen chronisch fieberhaften Krankheiten, bei dauernden Ernährungsstörungen gesträubt; schlechte Ernährung verhindert den Wechsel des Haares zum Frühjahr und zum Winter. Daneben geht das Haar oft in Folge von Krankheiten der Haut verloren (Skabies, Herpes, Ekzeme, Pemphigus u. s. w.). Nach Anwendung scharfer Einreibungen sieht mau das Haar an den behandelten Stellen oft dunkler, in anderen Fällen heller nachwachsen. Aehnlich liegen die Verhältnisse auch heim Rinde, wo oft im Verlaufe der Lungenseuche, Tuberkulose, Verdauungsstörungen aller Art das Haar gesträubt wird. Beim Schafe steht die Menge und Beschaffenheit des sog. Wollfettes in Beziehung zur Pflege, Ernährung und zum Gesundheitszustande der Thierc.
Die Epidermis zeigt Abweichungen von der Norm durch reichlichere Bildung und reichliche Abschuppung von Zellen. Sowohl bei schlechter Ernährung,
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Allgemeine Hcmorkuiigen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;385
wie bei kaohektisohaii Leiden als midi bei der Anwesenheit einaelner HautparaBiten findet man ilieslt;^ Erscheinungen.
Haut und Uiiterhaut zeigen Veränderungen durch Wucherungen des Bindelaquo; gewehes, Verlust der Elastizität bei Ernähruiigsstörungeii verschiedener Art, es bleiben dann künstlich hergestellte Hautfalten längere Zeit bestehen, ehe sie sich ausgleichen, Daneben kommen ödematöse und entzündliche Schwellungen bei vielen Erkrankungen (Pleuritis, Hydrothorax, bei der traumatischon Perikarditis des Rindes) ferner Ansammlung von atmosphärischer Luft (bei Hautemphysem) vor. Ferner beobachtet man Hautemphyseme bei Sepsis, beim Rauschbrand, bei Mastdarinruptur (Emphysem tier Flanke); dasselbe zeigt sich gelegentlich auch bei Zerstörungen der Rachen-bohlenwinulung, des Luftsackes, Schlundes, Luftröhre, Brustkorbes.
Die Hauttemperatur ist im Wesentlichen abhängig von der Menge des sie durchströmenden Blutes. Dazu kommt die Dichtigkeit und die Länge des Deckhaares bezw. der Wolle. Während normal die Hauttemperatur ziemlich gleichmässig dieselbe Höhe haben soll, tritt bei Fieberbeginn, bei schwacher Herzthätigkoit, bei inneren Verblutungen u. dgl. ein oft erhebliches Sinken derselben ein, andererseits beobachtet man wieder bei verstärkter Herzthätigkeit, bei grosser Aufregung, bei Sehmerz, Kolik, hohem Fieber eine abnorm hohe und unglcichmässig vertheiite Hauttemperatur.
Auch der Feuchtigkeit.szustand der Haut kann durch erhöhte und verminderte Schweissbildung eine Abweichung von der Norm erhalten. Dabei sei erwähnt, dass es unter normalen Verhältnissen bei der Katze, dem Hunde, Schafe und Schweine nicht zur Absonderung von tropfbar flüssigem Sekrete, sondern höchstens zur Bildung von sog. Dunstschweiss kommt (Bon net). Ein gesteigerter allgemeiner Schweissausbruch zeigt sich besonders bei sehr schmerzhaften Zuständen, bei erheblichen Störungen in der Athmung, bei Schwäche und Kollapszuständen verschiedener Art, bei akuten und chronischen Herz- und Lungenkrankheiten, während lokaler Schweissausbruch bei Lähmungen einzelner Körpertheile, nach Injektion von Pilokarpin und Veratrin u. s. w. eintritt. Eine Verringerung der SchWeisssekretion, die sich durch Trockenheit der Haut und Epidermis bemerkbar macht) zeigt sich bei einer grossen Zahl von Krankheiten, u. A. bei allen chronischen Ernährungsstörungen, bei chronischen Hautkrankheiten, bei Durchfall, Polyurie u. s. w.
Von besonderen Veränderungen an der Haut, die von allgemeinem Werthe für die Diagnose einzelner Krankheiten sind, mögen noch genannt sein die Exantheme bei zahlreiohen Infektionskrankheiten; Pocken, Aphthenseuche, Beschälseuche, Staupe, Influenza, Rinderpest, Druse, Petechialfieber; sowie die Hauterkranknugen bei Urti-karia, gastrischen Störungen, ausschliesslich im Verlaufe der Quecksilbervergiftung, Solaninvergiftung u. s, W.
Es mögen schliesslich noch die Hautblutungen (in der Haut und auf der Haut) erwähnt werden, wie solche gelegentlich beim Milzbrand, bei Erysipel, beim Stäbchenrothlauf der Schweine, bei der Septikämie, beim Petechialfieber u. s. W. beobachtet werden.
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seil in'iii (Miuiiii, Vorfc'i. Pathologl*.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;25
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Krankheiten der Haut.
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I. HypeFämie der Haut. Hauterythem. Hautröthe.
1. Beim Menschen.
Hyperämien laquo;Iit Haut und die dadurch bedingte diffuse oder fleckweise Rüthung (Erytlieniii1) kommen wie schon bemerkt, einmal bei mechanischer Behinderung der Blutoirkulation in den Venen, bei äusseren Reizen (Wärme, chemische Heize), ferner auf reflektorischem Wege (Zorn, Scham, Freude), ferner symptomatisch hei verschiedenen Krankheiten vor.
a) Erythema exsudativum miiltiformc.
Aotiologic. Dieses von Hebra so genannte Erythem, weil es im Verlaufe seines Bestehens verschiedene Formen annimmt, wclehe den verschiedenen Stadien seiner Entwiekelung entsprechen, zeigt sich besonders bei jugendlichen Personen in den Frühjahrs- und Herhstmonaten. Man nimmt an, dass es sich dabei um ein infektiöses Leiden handelt.
Symptome und Verlauf. 10s zeigen sich zunächst kleine runde, rothe Papeln (E. papulatum), welche sich In wenigen Tagen zu grösseren Scheiben mit einem blaurotben Centrum (JE. aiinulare) vergrüssern; man spricht dann von E. gyratum, wenn einzelne Flecken konfluircn; von E, Iris, wenn im Centrum ein neuer grosser Fleck auftritt; von E. papulatum, vesikulosum oder bullosum, wenn ein Knötchen, ein Bläschen oder eine Blase auftritt. In anderen Fällen ist im Gentrum eine Quaddel und an der Peripherie ein Kninz von Bläschen (E. urtikatum, Herpes circinatus). Bei Herpes Iris bildet sich ein Bläschenkranz um ein centrales Bläschen. Die gerötheten Stellen, welche vorwiegend an Hand, Fussrücken, Unterschenkel und Vorarm vorkommen, sind anfänglich mit Juckreiz und Brennen verbunden ; manchmal zeigen sich auch Schmerzen in den Gelenken der Hand und des Fusses. In 810 Tagen, in anderen Fällen in 68 Wochen sind die Erscheinungen wieder verschwunden. Selten treten die Flecken an anderen Körper-steilen auf oder es tritt als Komplikation Endokarditis, Perikarditis, Pleuritis und Meningitis auf.
Zur Therapie ist im Ganzen wenig erforderlich. Meist genügen kühlende Umschläge mit Bleiwasser oder Anwendung der Streupulver.
b) Erythema uodosuin.
Bei dem Erythema uodosum handelt es sich um eine serös blutige Infiltration sämmtlicher Schichten der Haut und des subkutanen Gewebes mit passiver Hyperämie der Arterien und Venen.
Aetiologie. Die näheren Ursachen sind noch unbekannt. Man nimmt an, dass E. uodosum in naber Beziehung zum akuten Gelenkrheumatismus steht und deshalb eine akute Infektionskrankheit ist. Mit Vorliebe tritt es bei jugendlichen Personen weiblichen Geschlechts und in den Frühjahrs- und Herbstmonaten oft endemisch auf.
i) sfjöpauvu), erriUlien.
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Hvpoiämic der Haut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;387
Symptome und Verlauf. Am Unterschenkel und Fussrüokeu, seltener am Unterarm entwickeln sich plötzlich unter Fiehererscliehumgen und heftigen Schmerzen in den angrenzenden Gelenken und Knochen kleinere und grössere (bis Wallnuss) die Haut nur wenig hervorwölbende Knoten und Beulen. Nach einigen Tagen gehen die Knoten unter fortgesetztem Wechsel der Farben (bläulich, grau, gelb) in Resorption über und sind in 13 Wochen verschwunden. Manchmal zeigen sich Nachschübe oder es tritt Fieber in höheren Graden verbunden mit Magenbeschwerden, Durchfall u. dgl, auf. Die Prognose! ist günstig; die Diagnose meist leicht.
Therapie. Man giebt Salieylsiiure und macht örtlich kühlende bezw. warme Umschläge; event. Kinpinselmigcn mit Kollodium.
c) Urtikaria1). Nesselaussch lag Wesen. Bei der Urtikaria besteht eine seröse Infiltration des l'apillarkörpers. wobei sich die Epidermis in Quaddeln von verschiedener Grosse erhebt,
Aetiolo^ie. TYw Urtikaria wird als Angioneurose der Haut angesehen, wobei Innervationsstörungen der vasomotorischen Nerven der Ilautgefässe und dadurch Veränderungen in den Gefässwänden hervorgerufen werden. Po ist das schnelle Auftreten der Eruptionen zu erklären. Nach Durehschneidnng eines kleinen Haut-nerven treten Quaddeln in den von diesem versorgten Gebieten auf (Lesser). Hei einzelnen Menschen kommt eine I'rädisposition, selbst eine Vererbung vor. Als äussere Reize können Stiche oder Bisse von Insekten, von Pflanzen (Brennessel), sowie der Genuss gewisser Speisen (Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Krebse, Hummern), ferner Terpentin, Kopaivabalsam u. s. w. wirken. Auch beim Zahnen, in der Rekonvaleseenz von Infektionskrankheiten, bei starken psychischen Affekten wird Urtikaria beobachtet. In einzelnen Fällen ist die Entstehung noch unbekannt.
Symptome. Innerhalb kurzer Zeil treten verschieden grosso, geröthete, flache Erhebungen der Haut auf, Quaddeln, die oft in ganz kurzer Zeit wieder verschwinden können, in anderen Fällen auch sehr gross (Iviesen-Urtikaria) werden und mit Bläschen oder Blasen besetzt sein können (U. bullosa). Als Begleiterscheinung beobachtet man ödematöse Schwellungen besonders des Gesichts und der Genitalien, auch an den Händen, im Rachen und Kehlkopf. Meist treten die Quaddeln an Stellen auf, die äussoren Reizen (z. B. durch Kleider) ausgesetzt sind: am Halse, in der Achselhöhle u. s. w. Von Allgemeinerscheinungen sind Magen-, Darm-, Blasen-, Nieren- und IKerinstörungen zu nennen. Der Verlauf der Fr-krankung ist verschieden. In einigen Tagen, in anderen Fällen in einzelnen Wochen sind alle Krankheitserscheinungen verschwunden. Manchmal kann es jedoch auch Monate und Jahre dauern, Dennoch ist die Prognose in den meisten fällen günstig.
Die Therapie muss sich nach den Ursachen richten: Abhaltung von Schädlichkeiten (Wanzen und Flöhen), Reinlichkeit dos Körpers, daneben kalte Bäder, kalte Doucben; die juckenden Stellen mit Milch, schwacher Karbolsäurelösung, Thymol-spiritus, Oitronenscheiben abreiben. Innerlich wird auch Atropin ('/:; 1 mg pro die) verabreicht.
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i) Urtika, liminessel.
2--.*
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3ggnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Haut.
2. Bei Thieren.
n) lOrytlicniii c xsiuliitivuni niiiltifornu'.
Bei Tliicicn koinincii Hiiiitcrythcnu!, die natürlich nur im den nicht pigmen-lirtcn Uautstcllcn erkennbar sind, am häufigsten bei Schafen, Schweinen, Hunden, weissueborenen Pferden und bei Kindern vor.
Die Ursachen können sehr versohieden sein: mechanische Reize (Druck, Beibon, Scheuern, Stösse), chemische Heize (Einreibungen scharfer Salben, Insektenstiche. Einwirkung von Befallnngspilzen auf die Haut), thennisebe Keize. Dazu gesellt sieh auch eine Prädisposition bei einzelnen Thieren; edle Pferderassen, zarte Schosshunde erkranken leichter als andere.
Therapie* Die Behandlung ist Im Ganzen einfach. Man kann, wie beim Menschen, Bleiwassenunschläge, Pulver von Amylum, Lykopodiuni und Zinkoxyd, auch entsprechende Salben anwenden.
Ueber den sog. Buchweizen aus sohl a g (F agopy rism us), der ebenfalls eine eivthematöse Hantentziindung darstellt, ist das Nähere bereits Seite 226 init-getheilt worden.
b) Urtikaria. Bei Thieren kommt Urtikaria (Xesselsucht, (^uaddelausseldag) am häufigsten beim l'ferde, Hunde und Schwein, seltener beim Rinde vor. In vielen Fällen ist Urtikaria bei Thieren ein symptomatisches Exanthem. In anderen Italien wird Urtikaria durch direkte äussere Ursachen (scharfe Einreibungen, Insektenstiche, Haare der Prozessionsraupe) liervorgerufen. Ferner kommt, wie beim Menschen, auch oft eine individuelle l'rädisposition hinzu (vollblütige, gut genährte jüngere Pferde erkranken leichter als ältere und magere). Schliesslich tritt Urtikaria auch im Verlaufe von Infektionskrankheiten (Druse, Petechialfieber, Influenza), Magen-und Darmerkrankungen und nach dem Genüsse einzelner Futtermittel (Hülsenfrüchten, Buchweizen, grünen Kartoffeln, grünem Roggen, reichlichem Kleiegenuss u. M.) auf. Starke und plötzliche Hautabkühlungen scheinen dabei begünstigend zu wirken. Oft ist die Ursache nicht bekannt und mag dabei der plötzliche Eintritt schädlicher Stoffe in die Blutbabn mitwirken. Bei Pferden, Hunden und Rindern nannte man die lOrkrankuiig früher auch wohl Hitzbeulenquot;, Beulen-
f i e b e rquot;.
Symptonie und Verlauf. Beim Pferde und Rinde sieht man, wie beim Mensehen, die erbsen- bis tellergrossen, meist weichen Hautanschwellungen in wenigen Stunden entstehen und sich schnell ausbreiten; besonders am Halse, Schulter, am Rücken, an der Brustwand und an den Hinterbacken. Die Quaddeln sitzen entweder einzeln oder dichtgedrängt. Bei Schweinen sieht man oft grosse Platten und Wülste entstehen, wobei die Quaddeln, wie beim Menschen, allmählich ihre Farbe wechseln, zuerst roth sind, dann blau und bräunlich werden. Manchmal treten auch Bläschen und Schorfe auf den Quaddeln auf. Unter den Hunden erkranken die Möpse am häufigsten (FViedberger-Fröhner). Gelegemtlich treten auch Erkrankungen der Schleimhäute der Nase, des Mundes, des Rachens und Kehlkopfes auf, Haneben ist je naeii der Ursache auch das All gemeinhefinden
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Hy|ierämie dor Haut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;389
gestört! Pteber, Magcn-DiirnikutniTh, gelegentlich (besonders bei Pferden) Selnveis.*-tiusbruoh. Bei Bell weinen zeigt sich laquo;lieh oft Verstopfung.
In den meisten Fällen verschwindet der Ausschlag so schnell wie er kiim. In anderen Fällen treten Nachschühe auf und so kann der Verlauf Wochen und Monate dauern und bei demselben Thiere nochmals in einem Jahre ürtikaria auftreten. Bei den Schweinen sieht man in den meisten Fällen in 46 Tagen Heilung eintreten.
Die Prognose ist deinuach meist giinslig. Todesfälle treten äusserst selten ein.
Diagnose. Die Feststellung der Krankheit kann bei Sehweiiien Schwierigkeiten bereiten durch Verwechselung mit Kothlaufseuehe und Schweineseuche. Bei Pferden würde im Beginne! des Leidens an Petechialfieber (Morbns makulosus), auch an Hantrotz gedacht werden können. Im letzteren Falle ist die Miterkrankung der zunächst gelegenen Lvmphgefässe und Lymphdrüsen entscheidend.
Therapie. Eine besondere Therapie ist in den meisten Fällen nicht nöthig. In schwereren Fällen wird die Verabreichung von Abführmitteln, bei Pferden YVrseuik, Kalium jodatmn oder broinaluni 10,015,0 pro die mit dem Trinkwasser, bei Schweinen Kalomel (14,0) empfohlen. A.eusserlich Waschungen mit verdünntem Essig, Kreolinlösung u, dgl.
Vergleiclieiid pathologische Iteinerkung. Eine \'ergleichung der Ürtikaria des Menschen und der Thiere dürfte lehren, dass es sich in beiden Fällen um die Aufnahme schwach wirkender Gifte in die Blutbahn handelt, welche gelegentlich des Genusses bestimmter Nahrungsmittel mit diesen direkt aufgenommen oder bei besonders disponirten Menschen und Thieren erst nach Qenuss derselben gebildet werden.
c) Akrortynie'). Erythema epidemikum. Die heim Mensohen vorkommende
Krankheit wurde zuerst in Frankreich (182I-!) beobachtet und beschrieben, wo sie besonders in Paris epidemisch auftrat. Die Krankheit bat grosse Aehnlicbkeit mit der sog. Kiiebel-krankhoit (Ergotismus) und mit Pellagra, beginnt mit gastrischen lioschworden, auf welche ein an den Extremitäten auftretendos, oft über liumpf, Gesicht und den ganzen Körper sich verbreitendes Erytbem folgt, das von Ameisenkriecben, Taubheitsgefilhl und heftigen Schmerzen in den Extremitäten begleitet ist. Die Haut bekommt allmählich eine dunklere Färbung, wird bräunlich, scliwärzlich, sodoss derartige Kranke wie Mumien aussehenquot; (Alibert). Manchmal treten auch Degenerationen der Nägel, die gekrümmt erscheinen, honiartige epidermoidale Auswüchse an den Handilächen und Fusssohlen ein.
Die Krankheit endet nach Verlauf mehrerer Wochen oder einiger Monate meist in (lenosung. Die Pigmentirung der Haut verschwindet und nimmt ihre normale Farbe wieder an.
Die Knt stehungsursacbo des Leidens ist mich unbekannt. Man nimmt an, dass mit den (vegetabilischen) Nahrungsmitteln, Brod, gelegentlloh eine toxisch wirkende Substanz aufgenommen wird.
Pnrpui-a rheiiniatiku, Purpura, Peliosis rbeumatika (Schönlein), Kheuma-tokulis, steht in sehr naher lioziehung zu den Erythemen. Es bandelt sich dabei um den Austritt von rothen Blutkörperchen in das Haut- oder Unterliautgewebo, wodurch verschiedene Farbenveränderungen hervorgerufen werden. Die Hämonhagien treten vorwiegend an den Unterschenkeln auf; der übrige Körper ist meist frei: dagegen zeigen sich oft ödematöse Schwellungen, sowie meist Fieber und Schmelzen in den Gelenkon. In einzelnen
i) äxpoc, äusserst, ExtromitHt; q o'Wvfl, Schmerz; frailü.; mal des pieds et des mains; eugl.: akrodymia; ital.: acrodinia.
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390nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Haut.
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Kiillen wird auch ein urtikariaartiges Kxanthein an anderen Körperstellen beobachtet. Nach 12 Wochen, selten nach längerer Zeit tritt (Jenesung ein, wobei vorher manchmal erst noch einige Nachschübe stattgefunden haben.
Bezüglich der Aetiologie nimmt man an, dass es sich um eine akute Inf'ektions-kiankbeit handelt, die in naher Heziehung zum akuten Golenkrlieumatisnius steht. Jüngere und miinnliche Personen erkranken häuiiger als ältere und weibliche. Die Diagnose kann durch Verwechselung mit anderen Krankheiten (l'oekon, Morbns mnkulosus Werlhoffi der sog. Pnrpura haemonhagika ) Schwierigkeiten bieten. Bei der Purpura haemorrhaglka sind die Peteohien jedoch über die ganze Haut zerstreut und gleichzeitig Schleimhaut-erkranknngen vorhanden. Zur Hehandlung wird mit Rücksicht auf die Aetiologie neben Bettruhe Sallcylsäure empfohlen.
Ai'ziici-Exiintheme. Iteiin Menschen und bei Thieren kommen nach Aufnahme gewisser Medikamente in die Blutbahn Exantheme vor, sowohl nach Kinreibnng in die Haut, wie auch vom Magen und Darm ans. Die Exantheme entstehen sehr schnell nach der Aiifimlnne des Mittels, wenn es sich um eine Allgemeinwirknng der in das Blut aiifgenomiuenen Medikamente handelt. Dazu gehören besonders: Chinin. Morphium, Digitalis, Atropin, Strychnin, Chloralhydrat, Salicylsäure. Antipyrin, Phenacetin, Sulfonal u. A. Die Erytheme können dabei in verschiedener Form auftreten. Nach balsamischen Mitteln (Terpentin, K'opaivabalsam) treten inasernähnliche oder nrtikariaartige Exantheme auf.
Bei einer anderen (rruppe von Arzneiexanthomen handelt es sich wahrscheinlich mehr um einen örtlichen Reiz, der durch die Hautdrüsen wieder aus dem Blute uus-gesohiedenen Medikamente. Dazu gehören besonders die nach Jod und Brom beobachteten Akneformen. Zur Behandlung reicht meistens aus, mit der Anwendung der Mittel auszusetzen.
Meiisti'ualcxaiitheine werden heim Menschen noch beobachtet sowohl während der Menstruation, wie auch bei anderen Veränderungen innerhalb der weiblichen Genital-organe. Die Hantaffektionen treten theils nur bei der ersten Menstruation, theils bei joder und bei sonst gesunden Frauen auf. Das Wesen dieser Ausschläge, die meistens in wenigen Tagen ohne jede Therapie abheilen, ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Violleicht handelt es sich um Bildung und Aufnahme toxisch wirkender Körper während der Menstruation, die in einzelnen Fällen schnell zur Wirkung gelangen.
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II, Ekzeme11. (Nässende Flechte. Salzfluss.)
IMiuilimi. Unter Ekzem versieht man eine zuweilen akut, meist chronisch auftretende, stets mit heftigem Jucken verbundene Hautkrankheit, die charakterisirt ist biilci (lurch haufenweise sich entwickelnder Bläschen und Knötclieu, bald durch niohr oder weniger stark geröthete, mit dünnen Schuppen bedeckte oder nässende Hautstellen, wobei sich dann gelegentlich auch gelbe, grüne oder braune Borken entwickeln können. In der Hauptsache zeigt sich eine mit Desquamation der Haut einhergehende Entzündung der Haut.
Ekzeme kommen sowohl beim Menschen wie bei Unseren Hausthieren in den verschiedensten Formen vor und soll versucht werden, trotz der auf diesem Gebiete besonders in der Pathologie der Thiere noch vorhandenen Unkhirlieil und Verwirrung, die wichtigsten Forinen gemeinsam zu besprechen.
l) tb szCs|ia von s/.CJu), aufkochen, durch Hitze heninsgetriebener Ausschlag-; franz.: dartne S(|uameiise humide; engl.: humid tetter.
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Kkzeine.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;391
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1. Ekzeme beim Menschen.
Wesen und Actiologie. Wie schon bemerkt, wird das Ekzem kurz als oberfläobllohe Hautentzündung init nachfolgender Desqimmation aufgefasst:, sodiiss niiin auch dabei von einem Hautkatatrh gesprochen hat. Ekzeme kommen vorwiegend Im jugendlichen (besonders Kindes-) Alter vor, daneben aber nuch zu jeder anderen Zeit des Lebens und bei beiden Geschlechtern. .Feder Entzündungs-erreger kann gelegentlich Ekzem bervorrufen, wobei allerdings meist noch eine bestimmte individuelle Disposition der Haut binzukommt. Unmittelbare Ursache sind direkte Reize (chemische, mechanische, thermische: Sonnenstrahlen, Salzbäder, Urin- und Uarmcntleeningen, Schweiss, Arzneien, Kloiderfalten, Parasiten), Man untei'SOheidet akute und chronische Ekzeme.
Symptome, liei dem akuten Ekzem sind zunächst die Zeichen der Entzündung (Köthung, Schwellung, Schmerz, Temperaturerhöhung und Juckreiz) vorhanden. In leichteren Fällen kann dann iiacb geringer Abschuppung der Haut Heilung eintreten. In anderen schweren Fällen kommt es noch je nach den betreffenden Hantstellen und je nach der Mitaffektion der Lymphgefässe zu verschiedenen Formen des akuten Ekzems. Es folgt dann auf das erste Stadium (Stadium papulosum) das zweite (Stadium vesikulosum), wobei in Folge von Exsudation kleinere und grösserc Bläschen entstehen. Bei stärkeren Beizen tritt, dann auch das dritte Stadium (Stadium pustulosum, auch Impetigo genannt) ein, wobei der Bläscheninhalt eitrig wird. Es können nun die Bläschen platzen, den Inhalt auf die Hautoberfläche entleeren, welcher zunächst nässt (madidans), dann eintrocknet und Krusten bildet (Stadium madidans, krustosum). Tritt nun Heilung ein, so nehmen Rötbung und Schwellung ab, es tritt zunächst stärkere Abschuppung der Haut ein Ekzema squamosum; Stadium squamosum und nach Verlauf einer bis mehrerer Wochen ist der Vorgang beendet. Die All-gemeinerscheinungen sind gering und durch die Ausdehnung des Entzündungsprozesses bedingt. Beim Ekzema universale, wo in welter Ausdehnung die Haul erkrankt ist, zeigen sich Fieber, Hirnreizung, Herz- und Athmungsstöningen und die Wiederherstellung kann dann Wochen und Monate dauern. Am häufigsten ist beim akuten Ekzem das Gesicht, die Genitalien, Hände und Fiisse befallen. Aus den akuten Ekzemen entwickeln sich die chronischen. Mau untersehcidel die trockenen nur schuppenden und die nässenden chronischen Ekzeme. Die ersteren sind selten, um so häufiger die letzteren, wobei es oft zu bleibender Vermehrung der festen Bestandtheile des Unlerhautgewebcs (zur Elephantiasis) kommt. Im Uebrigen ist das chronische Ekzem je nach dem Sitze der Erkrankung in der Form sehr verschieden. Bei dem trockenen, nur schuppenden (squamösen) chronischen Ekzem ist die ergriffene Haut nur wenig infiltrirt und deshalb wenig über die Norm erhaben, geröthet und mit lockeren unter einander nicht zusammenhängenden Schuppen bedeckt.
Bei dem chronischen nässenden Ekzem des behaarten Kopfes sieht man entweder kleinere oder grösserc, unrcgelmässig begrenzte, nässende oder mit Borken bedeckte Stellen, oder es ist die ganze Kopfhaut mitergriffen. Unter Mitbetheiligung der Talgdrüsen verkleben schliesslich die Mann! und bei geringer
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392nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Haut.
Pflege und Roinliclikoit entsteheu busoiulers bei langen Hanren uneiitwiirbare Massen, die eiuen imangeudinien Geruch verbreiten. Ks handelt sich dabei um ein dureli Läuse hervorgerufenes Kopfekzem, früher Weiehsely.opf (Plika polonika) geiumut.
Im Gesieht komnil das ehronischo Ekzem besonders in den ersten Lebensjahren vor und verbreitet sieh dann meist über die ganze Gesichtshaut, was bei Erwachsenen selten vorkommt. Am liebsten werden die Augenlider, die Umgebung der Nasenöffmingeii und der Lippen ergriffen. Auch an den Ohren, am Rumpf (besonders in der Umgebung der Brustwarzen und des Nabels), ferner an den Genitalien und in der Umgebung des Afters kommt das chronisehe Ekzem vor und ist besonders an den letzteren Stellen mit heftigem Juckreiz verbunden. Am häufigsten kommt das chronische Ekzem an den Extremitäten vor, besonders an den Gelenkhcugcn; meist sind es nässende, Borken bildende Ekzeme mit starker Rhagadcnhildiing. Weil die Ekzeme an (Jen Unterschenkeln häufig über grössere Strecken ausgebreitet und stark missend sind, wurden dieselben früher Halzfluss (Elutus salinus) genannt. Schliesslicb treten Ekzeme noch dort auf, wo die Haut Falten bildet, in der Achselfurche, in der Analfurchc, in den Inguinalfalten, sowie durch pflanz 1 ich e Parasiten hervorgerufen, parasitäres Ekzem, Das letztere, unter den Erscheinungen einer Seborrhoea sikka iiuftretend, wird am meisten am behaarten Kopf und von da auf andere Theile des Gesichts übergehend beobachtet. Juckreiz und dadurch herbeigeführtes heftiges Kratzen sind die hervorragendsten Wirkungen des chronischen Ekzems. Allgemeineischcinungen treten selten hervor. Als Nachkrankheit wird manchmal ausgedehnte Furunkelbildung gesehen.
Die Diuior der Erkrankung wechselt und kann Wochen, Monate und Jahre dauern, Die Prognuise ist jedoch keine ungünstige; gelingt es doch noch bei veralteten Fällen Heilung herbeizuführen und lieeidiven vorzubeugen.
Tlieraiiie. Zunächst sind etwa vorhandene allgemeine Störungen der Ernährung zu berücksichtigen und zu beseitigen. Gegen den Juckreiz wird dann der innere Gebrauch der Karbolsäure (bis zu 5 g täglich in Pillen) empfohlen, Behufs örtlicher Behandlung des Ekzems ist zunächst erforderlich, jede Heizung der erkrankten Hautstellen zu vermeiden. In erheblichen Fällen wird mau zur Reinigung der Haut Wattebäuscheben mit Olivenöl getränkt oder die vonUnna vorgeschriebenen Seifen (z. E. üherfettete Kinderseife, Natrontannatseife mit oder ohne Zusatz von Zinkoxyd) verwenden müssen. Bei stark nässendem Ekzem wird man die Lassar'sebe Paste (Zink. oxyd. Amyl. pur. ää 25,0 Acid, salicyl. 2,0 Vasel. flav. 50,0) darüber Puder benutzen können. Die Haut wird man dabei mit Oel bezw. mit überfetteter Seife zu reinigen haben. Ist die Haut jedoch stark entzündet, so wird man alle 34 Stunden Umschläge mit 1 0/oiger essigsaurer Thonerde machen. An behaarten Körpertheilen kann man Borsäurelösnngen oder die Borsäure in Salbenform anwenden.
Ist das Nässen der Haut vorüber, die Haut jedoch noch mit Krusten und Borkon bedeckt und verdickt, so wird besonders Ungucntum diachylon Hebrae empfohlen, ausserdem Zinksalbonmull, Zinkichthyolsalbonmull, Bleikarbolsalbennudl. Schliesslicb wird man bei länger dauernder Erkrankung und erheblicher Verdickung der Haut je mich dem Grade Unna'sehe überfettete Ichthyolseife und Theerpräparate (rein oder in Alkohol, Aether, Traumaticin 1:10 gelöst) verwenden müssen. Auch
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Ekzeme.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;393
Anwendung des Tbeerea mit Liniinimtuin cxsikims (Tniganth 5,0, Glycerin 2,0, Aqu. (lest, 100,0) ist gut. Um hartnäekigo Yevclickuiigeu der Haut zu beseitigen, sind die Pyrogallussäure und Chrysarohin (210 0/o in Salbeuform) oder Naphthol in 1 quot;/oiger Lösung noch empfohlen worden. Ein Zusatz von Thymol (1 quot;/o) oder Menthol (4 0/o) ZU den Salben beseitigt meistens das Juckgefühl.
In sehr hartnäckigen Fällen von nässendem Ekzem ist die Anwendung von Sapo kalimis oder Spiritus saponatokalinus zweckmässig. Daneben die Wnlhen-verbäude. Vielfach wird bei chronischem Ekzem auch die innere Darreichung von Eisen oder Leberthran angewendet.
2. Ekzeme bei Thieren.
Bei Thieren kommen Ekzeme je nach dem Grade der Entzündung, der Beschaffenheit der befallenen Hauttheile, je nach der Thierart in sehr verschiedenen Fonnen vor. Eine vollkommene Klarheit ist bisher noch nicht geschaffen worden, weshalb vielfach noch an den bisher Üblichen Bezeichnungen festgehalten wird. Wie beim Menschen, so kann man auch bei Thieren Ekzeme in den verschiedenen Stadien zur Beobachtung bekommen. Man sieht Ekzeme hei allen Thieren gelegentlich, meist an einzelnen, mit gewisser Vorliebe ergriffenen Stellen.
Ekzeme im Stadium squamosum sind bei Hausthieren z. B. die sog. Kleien-und Schuppenflechtequot; (auch Hungerräude), sowie die sog. Raspe und Mauke des Pferdes; dem Ekzema papulosum würde die .sog. Knötcheiiflechte, dem Ekzema vesikulosum die Bläschenflechte unserer Hausthiere, und dein Ekzema madidans der sog. Salzflussquot;, Fetträudequot;, Fettflechtequot; bei Hunden entsprechen. Der Haul-grindquot;, grindartige Ekzem des Pferdes und Hundes würde mit dem Ekzema pustu-losmn in Beziehung zu bringen sein und die Borken- und Schorfflecbtequot; mit dem Ekzema krustosum.
a) Ekzematöse Hauterkrauk ungüii des Pferdes. Friedberger-Fröhner, deren Vorschlage hier gefolgt werden soll, zählen zu den ekzematöson Hauterkrankungeii der Pferde die nachfolgenden Hautaffektioncn, unter welchen sich manche befinden, die bisher als selbständige Ausschlagsformen beschrieben oder mit anderen Hauterkrankungen des Menschen in Beziehung gebracht wurden.
1.nbsp; nbsp;Als papulös-vesikulä res Ekzem: Die sog. Schwindflechlen oder Schälknötchen, theihveise auch die als Soinmcrniude, Sattelräude, Hitzaiisschlag, Knötchen- oder Tuberkelausschlag bezeichneten Hautkrankheiten.
2.nbsp; Als squamöses, chronisches Ekzem die sog. Schuppen- und Kleienflechte.
3.nbsp; nbsp;Als pu Stillos es, grindartiges, chronisches Ekzein den sog. Mähnen-und Schweifgrind.
4.nbsp; nbsp;Als örtlich begrenztes, nässendes, später grindartiges Ekzem die Miiuke in der Beugefläche des Fesseis.
1. Da.s imitiilös-vesikiilüre Kk/nm laquo;Ici' Pferde. (Schwindflachten-, Schalk not c h eil, H i tz k n ötchen, Som m e raussch In g, Sommer r ä ude,
Sattelräude).
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3!)4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kraiikheifen der Haut.
Aetiologic. Die Krankheit tritt meist loknl (Kopf, Seitenfläche des Halses, Ki'icken und Kroupegegeud) und vorwiegend im Sonimer (Hitzaussehlag oder Sominer-
rilude) auf. Meistens sind es Stellen, WO die Gesehirre oder der Sattel aufliegen. Ob die niechanischen oder ehemisehen Heize (Sehweiss) allein die Erkrankung hervorrufen oder event, noch pflanzliehe Organismen hinzukonunen, ist bisher noch nicht entschieden. Besondere disponirl erscheinen auch jugendliche Pferde um die Zeit des Haanvechsels und mit feiner Haut.
Syiii|raquo;llaquo;)iiH'. Es zeigen sich an den genannten Stellen kleinere und grössere, anfänglich weiche, später härter werdende Knötchen, wobei die Haut der Umgebung leicht geröthet und geschwollen, auch etwas sclnnerzhaft ist. Im weiteren Verlaufe bedecken sieb die Knötchen mit etwas Schorf, der später mit den darüber befind-liehen Haaren abfällt und einen kleinen, umsebnebeuen haarlosen Fleck zurück-lässt. Bei tiefer greifenden Entziindungsprozessen bleiben auch behäutete kahle Stellen zurück.
Therairaquo;ie. Dine besondere Bohaiullung ist meistens nicht nöthig; die Haare auf den kahlen Stellen ersetzen sich in der Regel bald wieder. In erheblicheren Fällen wird Einreibung mil Theerspiritns, Kreolinspiritus (1 ; 510), Ichthyol, Lysol u. dgl. anzuwenden sein.
2.nbsp; Das chronisch squaniUse Bkzcin der Pferde, Kleie- undSobuppen-flechte, Hungerräude. Die näheren Ursachen dieses vielfach als selbständige Hautkrankheit beschriebenen Leidens sind noch nicht bekannt, obwohl einzelne Autoren dasselbe in Beziehung bringen mit l'ityriasis des Menschen, Schlechte Ernährung (daher Hungerräude) scheint ein wesenllieher Faktor bei der Erkrankung zu sein, da dann die Thiere leicht Einrisse der Oberhaut wegen Mangel genügender DrUsonabsonderung bekommen, sich scheuern und die Epidermis sich dann in Sohtipp-cben (wie wenn Kleie aufgestreut würde) auflagert. Im weiteren Verlaufe mögen auch Pilze zur Verbreitung der Krankheit beitragen.
Die Symptome bestehen wesentlich in der Auflagerung kleiner Schüppchen auf der Haul, besonders in der Gegend des Ohres, der Augen, am Grund der Mähuej an der Schweif Wurzel, an den Schultern n. s. w. Der Verlauf ist chronisch und kann Monate und Jahre in Anspruch nehmen. Die Behandlung erfordert die Anwendung von Glycerin und grüner Seife zum Aufweichen der Scbnppen, gute Hautreinigung und später Salben und Linimente von Theei-, Kreolin, Chrysarobin u, dgl.
3.nbsp; nbsp;Das clironisdm, ^riudartijrc llkzem des Pferdes. Mähnen- und Schweif grind. Das Ekzem kommt besonders an den mit langen Haaren besetzten Körpergegenden (Mähne, Hals, Sehweif) vor, wobei die meist miterkrankten Haare miteinander verkleben (sog. Weichselzopf) oder ausfallen (sog. Ratten-schwänz). Vielfach handelt es sich um die durch schlechte Hautpflege begünstigte Ansiedelung von Parasiten (Läusen, Haarlingen). In anderen Fällen treten solche chronischen Ekzeme auch nach zu häufiger Reinigung mit scharf ätzenden Seifen auf.
Die Symptome bleiben oft lauge verborgen. Erst nach längerem Bestehen des Leidens sieht man um Grunde der Haare seröse, eiterige, blutige oder krusten-arlige Auflagerungen, manchmal auch Bläschen und Pusteln in der Haut, wobei die Haare in höheren Graden und nach längerem Bestehen des Leidens durch eine
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Ekzemo.
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fottartige, scliniierige, übelriecheiule Mastie verklebt sind, Durch Keibeii uncl Benagen der Stellen fallen theilweiso die Haare uns, die Haut verdickt sich und es entsteht ein chronisch-entzündliches Ekzem. Die Dauer der Erkrankung kann dann sehr lange sich hinziehen und oft ohne vollständige Heilung verlaufen.
Die Behandlung wird zunächst eine Austrocknung der erkrankten Haut-stellen nach Abschneiden der verfilzten Haare erstreben müssen. Später wird man die weisse Präcipitatsalbe, die graue Salbe, auch Thecr-, Kreolin- und Jodoform-salben anwenden können.
4. Das Ekzem der Iteugelläclicn dei* unteren Uxiremitütentheile. Ekze-matösc Mauke, Kaspe.
Torkomincn und Doiinition. Als Mauke (engl. Grease) bezeichnet man nässemle Ekzeme von meist akutem, zuweilen chronischem Verlaufe, die vorwiegend in der Beugeseite des Fesselgelenkes namentlich bei weiss gezeichneten Hinterfüssen gemeiner Pferderassen vorkommen.
AeUologic. Vorwiegend kommen Feuchtigkeit und IS'ässe, verbunden mit Schmutz und llnreinlichkeit (Sclnnutzmauke), neben der lOinwirkung von Kälte in Betracht. Deshalb zeigt sich die Erkrankung besonders im Winter bei schmutzigen Wegen, in unreinlichen Stallungen. Auch mechanische Reizungen (Erde, Sand u. dgl.) konneu dasselbe hervorrufen. Pferde von schlaffer Konstitution, der gemeinen Rasse angehörig, mit vielem Behang, zeigen sich besonders disponirt. Dagegen lehrten Siedamgrotzky, Born u. A. durch Versuche, dass das Hautleiden durch das Salzstreuen auf den Pferdebahnsohienon an sich nicht hervorgerufen wird. Wohl aber #9632;werden einzelne Pferde durch das Abschneiden der Fesselhaare besonders disponirt.
Symptome. Es zeigt sich zunächst die Haut in den Fesselbeingegenden geröthet, geschwollen, schmerzhaft, wärmer, sie legt sich in Falten; bald darauf (l2 Tage später) entstehen kleine, helle Bläschen, die platzen und eine gelbliche Flüssigkeit entleeren. Die geschwollene, in dicken Falten gelegte, mit Rissen und Schrunden versehene Haut bedeckt sich dann bald mit eingetrockneten Borkon. Durch das Leiden wird nun die Bewegung der Pferde sehr erschwert.
Der weitere Verlauf gestaltet sich sehr verschieden; bei geringer Erkrankung, zweckmässiger und rechtzeitiger Behandlung vermindern sich die Schmerzen und die Schwellungen, das Sekret vertrocknet zu bräunlichen Schorfen und die Heilung tritt ein. In anderen, mehr chronisch verlaufenden Fällen werden die Schwellungen der Haut derber, die Absonderung der Oberhaut wird schmierig, käseälmlich, die Schrunden iquot; der Haut werden tiefer, gesohwüriger und breiter (Schrundenlaquo; Mauke), dazu treten auf der erkrankten Haut Gramdationen (sog. Feigwarzen). Schliosslich bleibt die schwielenartigc Verdicknng der Haut und dünne Behaarung derselben zurück, in anderen chronisch verlaufenden Fällen kommt es zu ausgedehnten Anschwellungen und Verdiokungen der Haut des Unterfusses, welche immer derber und fester wird (Elephantiasis); die Haare erscheinen an den Seiten des Fesseis und hinteren Fläche des Schienbeins in die Höhe gerichtet und borstenartig gesträubt (Straub-igelfuss). Schliesslicb kommt es in solchen Fällen an der hinteren Fläche des Fesselgelenkea zu unregelmässig sich entwickelnden, feigwarzähnlichen, blutnenkohlartigeil Wucherungen, die theils trocken bleiben und
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beständig abschilfein können (trockener Strnubfuss) oder fortdimernd imssen-t'euehter Stnuibfuss.
Deinentspreoheud ilaquo;t auch die Prognose im weiteren Verlaute meist ungünstig,
Therapie. Im Anfange genügt Beinhaltung, Trookenhaltung und Anwendung desinfi/.irender und adstringirender Pulver (Zinkoxyd und Stärkemehl, Eichenrinde-pulver), ferner Salben (Zink- oder Bleisalbe). In höheren Graden der Erkrankung werden zunächst kurzdauernde Sublimatbäder, Bäder mit Alaunlösung, Eichenrinden-abkoohung u. dgl. angewendet und naohhei1 Verbände mit austrocknenden Pulvern (Ferrum sulturikum, Kohle, Kupruin sulfurikum). In anderen Fällen hat mau trockene Jodoform-, Sublimat-, Kreolin- und Pyoktaninverbände zur Heilung benutzt. Bei erheblicher Granulationsbildung muss man die Granulationen durch Aetzmittel und event, durch Exstirpation beseitigen. Die wunden Stellen werden dann nach den Regeln tier Chirurgie behandelt.
b) Kkzematöse Erkrankungen des Rindes. Ekzematöse Hauterkrankungen nicht direkt parasitären Ursprungs sind beim Kinde im Ganzen selten. (Jelegcntlieh kommen dieselben Formen vor, wie beim Pferde. Seit alter Zeit werden jedoch Ekzeme beim Rinde in Beziehung gebracht mit Aufnahme bestimmten Futters; so die sog. Traubenkammkrankbeit, wobei ein pustulöses Ekzem vorwiegend an den Extremitäten auftritt, nach der angeblichen Fütterung von Traubenkänmien, Rebenlaub oder auch nach Maiskleie.
Bis in die neueste Zeit hat jedoch
die sog. Sclilempemauke des Kindes (Uinderniauke, Fussgrind) ein besonderes Interesse für sich in Anspruch genommen.
Dctiiiilion. Es handelt sich bei der Schiern penn lauke um ein meist chronisch verlaufendes Ekzem au den Fessel- und Schienbeinen, welches nur selten über das Sprung- und Kniegelenk hinausgeht und in stärkerer Entwickolung vorwiegend an den Hinterschenkeln vorkommt. Friedberger-Fröhner halten die Schlempemauke für ein toxisches Exanthem, ähnlich den Arznoiexanthemen (Merkurialgrind), welches durch einen bisher noch unbekannten giftigen Stoff der Kartoffelschlonipe hervorgerufen wird und vorwiegend den Charakter eines vesikulären Ekzems besitzt.
Gfcschielitliehes. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass man früher viele ätiologisch verschiedene Kkzemformen des Rindes kurzweg als Schlenipemauke bezeichnet oder als identisch gehalten hat, so U, A. der sog. Träberausschlagquot; nach Verfiltterung von Bier- oder Weinträbern oder die durch Milben erzeugte ..Fussriludequot; des Kindes. Irrthümlich ist wohl auch die sog. Schinutzräude des Rindes, welche ähnlich wie beim Pferde auftritt als Schlenipemaukequot; bezeichnet worden. Näheres über die Krankheit ist jedoch erst seit etwa 70 Jahren bekannt, seitdem Spinola (1827) die Krankheit zum ersten Male gesehen und dann auch (1836) genauer beschrieben hat. Man kann das grössere, oft enzootische Auftreten der Krankheit sehr wohl mit der zu Beginn dieses Jahrhunderts zunehmenden Ausbreitung des Kartoftelbaues und Kmchtung der Kartottolbrennereien in Beziehung bringen.
Aetiologie. Bekannt ist zunächst, dass die Erkrankung vorwiegend im Frühjahr bis zum Sonuuersiiufaiig, ferner bei männlichen, frisch angekauften, zur Mast aufgestellten Ochsen, dagegen sehr viel seltener bei Milchkühen auftritt. Auch
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Ekzeme.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;31)7
ist eine Disposition bei einzelnen Thiemi voi-hundon. Pas Leiden tritt keineswegs nur in unsauberen, sondern auch in sehr reinlich gehaltenen Stallungen und bei gut gepflegten Thleren auf. Ks neigt sich, class in der grossen Mehrzahl der Fälle die Erkriinkung nach der Vcu'füttorung von Kartoffelsehlempe auftritt und ]lt;#9632; nach der Menge der pro Kopf und Tag (4ü80 Liter pro Tag) verfütterten Bchlempe auch der Grad der Erkrankung sehr verschieden ist. Jedoch ist nicht jede Kartoffelsehlempe gleich schädlich; besonders gefürchtet ist die von gekeimten Kartoffeln im Frühjahr hergestellte oder solche, die bereits in sauere Gährung übergegangen ist. Hodenbeschaffenheit, Düngung der Kartoffeln, Destillation der Maische soll ebenfalls von Kinfluss sein. In anderen Füllen soll jedoch auch die Fütterung roher und gekernter Kartoffeln überhaupt, selbst das Kochwasser von gekochten Kartoffeln, das Kartoffelkraut die Krankheit hervorrufen können. Demnach muss wohl ein giftiger Stoff wirksam sein, der in der Kartoffelpflanze selbst, wie bei der Lupinose, enthalten sein kann. Vielleicht ist es das beim Keimen der Kartoffeln sich bildende Solanin oder dessen Spaltungsprodukte (Solanidin), welches die Krankheit hervorruft. Jedenfalls ist die Annahme/ dass nur äussere Ursachen (Verunreinigung der Fussenden durch Urin und Koth, Ansiedelung von Milben) die Krankheit erzeugen, unrichtig, sonst müsste das Ekzem auch öfters bei Milchkühen vorkommen. Wahrscheinlich wird das Gift aber hier durch die Milch ausgeschieden (Erkrankung der Kindernach dem Genüsse der Milch von solchen Kühen), während es bei männlichen Thleren auf der Haut (vorwiegend, nicht ausschlicsslich) der hinteren Gliedmassen abgeschieden und zur Wirkung gebracht wird. Begünstigend wirken aber Feuchtigkeit und Verunreinigung der Füsse durch feuchte, nasse Streu. Die Annahme von Zürn, dass Hefezellen, welche mit den Exkrementen ausgeschieden werden, die Ursache bilden, steht vollkommen in Widerspruch mit den Thatsachen, dass die Kühe seltener erkranken, dass nicht alle Kartoffelsehlempe schädlich wirkt, dass auch Kartoffelkraut nachtheilig sein kann u. 8. w.
Symptome, Verlauf und Ausgang'. Je nach ausschliesslicher oder reichlicher Schlempenfütterung zeigen sich die ersten lokalen Erscheinungen 28 Wochen nach Beginn der nachtheiligen Fütterung. Man beobachtet Röthung und Schwellung der unteren Abschnitte der Gliedmassen, meist verbunden mit Schmerzen und erheblichem Juckreiz. Die Thiere trippeln hin und her, beben abwechselnd die Hinterfüsse in die Höhe und reiben sie auch gegeneinander. Nach einigen Tagen entleert sich aus entstandenen kleinen Bläschen eine klare, gelbliche, eigenthümlich riechende Flüssigkeit, welche die Haare am unteren Ende des Fusses verklebt. Später bilden sich Krusten und Borken, die Haare sind gesträubt, die Haut verdickt. Manchmal treten die Hauterkrankungen auch am Kumpf, am Bauch, an der Brust, am Hals und am Kücken auf. Das Allgemeinbefinden ist meist nur in geringem Grade (etwas Fieber und Verdauungsstörungen) gestört; in anderen Fällen tritt starke Diarrhöe und Abmagerung ein.
Der weitere Verlauf ist verschieden, meist ist er günstig und geht nach 2 3 Wochen in Heilung über. Die Borken fallen ab und die Epidermis erhält wieder ihr normales Ausseben. In anderen, ungünstigen Fällen dauert jedoch die Absonderung fort, es bilden sich dicke, harte Borken, später tiefe Risse und Schrunden in der Haut und zuletzt Geschwüre. In besonders ungünstigen Fällen
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zeigen sich ausgedehnte Eiterungen alt) Bnuehe uiul die Thiere gehen an den Folgen von DekubiUis zu Grunde. Demnaoh Ist mich die Prognose sehr verschieden.
Diiigiiosc, Die Diagnose kann in einzelnen Fällen Schwierigkeiten bieten durch Venvecliselnng mit dem sog. infektiösen l'anaritium, mit Maul- und Klauenseuche, mit Dermatophagusräude und mit der sog. Schmutzmauke. Bei gründlicher Untersuchung wird man jedoch sehr bald zu einem sicheren Ergebniss kommen, da bei der Schmutzniauke die Hauterkrankung viel einfacher, bei der Dermatophagus-liiude die Erscheinungen und der Verlauf anders sind, bei der Maul- und Klauenseuche wieder mebr die untersten Abschnitte befallen werden.
Therapie Zunächst ist nöthig die Ursache zu beseitigen durch Vermeidung der Schlempefütterung oder doch Koggenkleie, Leinkuchen oder Rauhfutter in grösserer Menge mitzugeben, um die Wirkung zu mildern. Auch hat man der Nahrung Kulk (30100 g auf 50 Liter Schlempe) oder Kalkwasser (23 Liter täglich) zugesetzt; ebenso wird Zubrennen von Mais zur Kartoffelschlempe als günstig empfohlen (Maercker). Oertlich sind kurzdauernde, lauwarme Bähungen mit nachfolgenden Einreibungen von Ivarbolöl, Lysolsalbe, Kreolinsalbe, Theerseife, Denna-tolsalbe u. dgl. zweckmässig.
c) Ekzematöse Hanterkrankungen beim Schafe.
Nach den Angaben in der Litteratur kommen beim Schafe papulose und squamöse Ekzeme, gelegentlich auch grindartige Ekzeme vor. Doch ist aus den Mittheilungen nicht immer mit Sicherheit zu ersehen, ob der Beobachter die Haut-Veränderungen nicht eist in weit vorgeschrittenem Zustande zur Untersuchung erhalten hat.
Am bekanntesten ist noch ein Ekzem des Schafes, welches seit langer Zeit unter dem Namen der Kcgoilfäuie des Schafes, auch nasse Iläudequot;, he-schrieben wird.
Die Krankheit kommt vorwiegend bei schlecht genährten Thieren mit schlechtem Vliesse zur Zeit des Weideganges hei andauernder regnerischer oder nasskalter Witterung vor. Es entwickeln sich an verschiedenen Stellen des Körpers (besonders am Kücken und am Kreuze, jedoch auch an den Schultern, am Halse und Kopfe) nässende Ilautstellen mit nachfolgender Bläschen- und Borkenbildung. Dabei zeigt sich auch Juckreiz. Im weiteren Verlaufe wird die Haut rissig, die AVoile fällt aus und im günstigen Falle tritt dann Eintrocknung und Abheilung ein, wenn die Witterung besser wird oder die Thiere bald in den Stall gebracht werden.
Eine besondere Behandlung ist selten erforderlich. Wichtig ist nur, auf
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gute Ernährung zu achten.
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d) Kkzematöse Hauterkrankungen beim Schweine. Als nicht parasitäres Ekzem der Schweine wäre der sog. Uuss der Ferkelquot; (auch Pechräude, Borkenausschlag gehannt) zu erwähnen. Es handelt, sich dabei um die Entwiekelung eines anfänglich pustulösen, später grindartigen, dunkel gefärbten Ekzems, welches wahrscheinlicb infektiösen Ursprungs ist und in Beziehung
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Kkzem.'.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 399
stellt mit vielen allgemeinen Krankheiten. So wird es beobachtet bei iikutem Gelenkrheuiimtisnius, Tuberkulose, Schweinepest, Rhaohitis und ist chiirakterlsirt durch das Auftreten kleiner Pusteln, mit einem dieken, klebrigen Inhalte, nach deren Abfall eine feuchte, nässende, verdickte Haut zurückbleibt. Dabei ist Juckreiz vorhanden und allmählicher Rückgang in der Ernährung nach/uweisen. quot;Neben den genannten Krankheiten scheinen feinrassige Thiere mit weicher Haut zu der Erkrankung zu disponiren. In den meisten Fällen dürfte es sich aber wohl nur um ein Symptom einer konstitutionellen Erkrankung handeln.
Die Behandlung wird sich auf zweckmässige Ernährung, gute Hautpflege, Desinfektion der Stallungen u. dgl. erstrecken müssen.
Bei dem sog. Sclirotausschlag der Schweine handelt es sich, wie neuere Untersuchungen lehrten, wahrscheinlich um die Anwesenheit von Protozoen. Es entwickelt sich bei dieser Erkrankung ein chronisch verlaufender Hautausschlag, bei welchem sich (anchZschokke) bläuliche oder schwarze, rundliche, hanfkorn- biserbsen-grosse Knötchen in den oberflächlichen Schichten der Haut der Ohren, des Rückens, des Kreuzes und Schwanzansatzes entwickeln. Zum Unterschied von dem erwähnten sog. Russ der Ferkel platzen diese Bläschen weder noch verursachen sie einen Juckreiz. Es entwickeln sich vielmehr im weiteren Verlaufe zapfenartige Wucherungen der Epidermis, die Siedamgrotzky und Johne als multiple Dermoidcysten bezeichneten. Eine nähere Untersuchung lehrt auch, dass in jedem Knötchen sich ein aufgerolltes Haar befindet.
e) Ekzcmatöse Hauterkrankimgen beim Hunde.
Beim Hunde kommen ekzematose Hauterkrankungen recht häufig vor. Wie bei anderen Thieren sind dabei verschiedene Namen (Ekzem, Fetträude, Sonuner-räude, fressende Flechte, Fettflechte) in Gebrauch. Gewöhnlich sind Kücken, Schweifwurzel oder auch Kopf und Hals, selten andere Körperstellen (Gliediuassen) Sitz der Erkrankung. Die Hauterkrankung zeigt sich dabei in verschiedenen Formen und Graden: Knötchen-, Bläschen-, Pustel-, Borken- und Schuppenbildung; dabei ist meistens mehr oder weniger .Juckreiz vorhanden.
Aetlologie. Am meisten erkranken junge Thiere mit feiner Haut oder ältere viel im Zimmer gehaltene und sehr gut genährte Hunde. Die nächsten Ursachen können mechanische Reize aller Art sein (chemische, thermische Reize, Staub, Reiben an Stellen, wo das Halsband aufliegt, wiederholte Waschungen mit Seifen). Dazu kommen vielleicht noch prädisponirende Ursachen (Verdauungsstörungen überreichliche Ernährung, Mangel an Bewegung, Fettleibigkeit u. dgl.). In anderen Fällen mögen im weiteren Verlaufe auch Mikroorganismen auf die bereits erkrankte Haut kommen und die weitere Entwickehnig wesentlich beeinflussen.
Symptome. Fs zeigen sich Zunächst hellrothe Fleckchen, die später in Knötchen übergehen, am Rücken, Kopf, Hals und an den Aussenf lachen der Gliediuassen besonders bei Möpsen, Jagdhunden, Leonbergern. An den erkrankten Hautstellen ist das Haar gesträubt, die Haut geschwollen, schmerzhaft und erregt
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Jucken. Obwohl in diesem (ersten) Stadium Abheilung eintreten kann, kommt jedoch in den meisten Fällen zur Entwickelung von Bläschen (Ekzema vesi
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400nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der II nut.
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kulosum). Dk'f-f können nun cntwcdor ointrocknen odor platzen und sieh mit einem serösen oder eitrigen Exsudat bedecken. Es kiinn dinni diis Exsudat zu Schorfen eintrocknen, unter welchen dann die Haut sich regenerirt und so den Prozess zur Heilung bringt. In anderen Fällen kommt es jedoch zu ausgedehnten Erkrankungen der Haut, wobei sich von Haaren entblösste, nässende Stellen, zeigen die sich immer mehr in die Nnchbarschaft verbreiten und wegen des fortgesetzten Scheuerns der Thiere scldiesslicli mit Eilerungen und Blulungeu einhergehen. Schliess-lich können sich auch die Bläschen in Pusteln umwandeln, Ekzema pustu-losum. Dabei kommt es sehr oft zur Vereiterung der zunächst einzeln vorhandenen, später in (iruppen stehenden Bläschen. Die anfänglich verklebten Haare fallen später aus und es bleibt eine verdickte, leicht blutende, mit Eiter und Borken besetzte Haut zurück. Eine Heilung kann auch in diesem Stadium noch erfolgen, doch bleiben oft haarlose Stellen zurück.
Durch Kecidive können alle Formen der Ekzeme, bei Hunden chronisch werden, wobei die Haut dauernd geröthet, verdickt und auch etwas schmerzhaft ist. Ebenso ist fortgesetzt Abschuppung zu bemerken. In einzelnen Fällen kommt es zu Vollständigen Hautwucherungen. Dabei ist jedoch das Allgemeinbefinden der Thiere wenig gestört. Nur bei länger dauernden ekzematösen Erkrankungen zeigen sich Verdauungsstörungen und sobliesslich Abmagerungen.
Der Verlauf ist verschieden und kann je nach dem Grade und der Form der Erkrankung, je nach der Thierrasse, Pflegtraquo; und Haltung in akuten Fällen 13 Wochen betragen oder in ebronischen Fällen Jahre dauern,
Diagnose. Die Feststellung kiinn durch Verwechselung mit Akarusräude, mit Herpes tonsurans. Anätzungen u. dgl. Schwierigkeiten bereiten. Bei den eigentlichen Flechten (Herpes tonsurmis) fehlen meistens Knötchen und Pusteln, die Hunt ist nieist wenig verdickt, der Ausschlag scharf begrenzt Bei Verdacht auf Akailis Ufld Sarkoptesräude ist eine mikroskopische Untersuchung zweekmässig. Im Uehrigon lokalisirt sich der Akaiusanssclilag vorwiegend am Kopfe und an den Beinen, Sarkoptesräude dagegen am Unterbauch, Brust, Innenfläche der Schenkel, am Grunde der Ohren u. s. ff,
Therapieraquo; Die Behandlung muss zunächst eine Beseitigung und neue Einwirkung der Ursache erstreben. leb habe bei jedem Ekzem der Hunde, das längere Zeit bestanden hatte, sogleich eine gründliche Desinfektion der Lagerstätte und des Halsbandes mit der örtlichen Behandlung verbunden. Die örtliche Behandlung wird je nach der Form und je nach dem Grade des Ekzems sehr verschieden sein. Im Wesentlichen wird man nach den beim Menschen angegebenen Grundsätzen zu vorfahren haben. Bei den leichteren Formen des Ekzems werden Streupulver aus Zinkoxyd, Eichenrinde, Magnesia usta u. dgl, angewendet: Zink. oxyd. 20,0 Talk, reuet, pul. 80,0; oder Zink. oxyd. 5,0 Amyli Tritici 20,0; oder Zink. oxyd. 2,0 Evkopod. 15,0; oder Mngn. ust. Amyl. tritic. aa 20,0; oder Karbo ligni pulverati, P Kort. Quere, aa 20,0 auch Dermatol. Bei starker Entzündung der Haut werden Salben verwendet: die neuere Hebra'sche Salbe (Empl. Lithargyr. simpl. Ung. Paraffin) smpl. 25,0), Zinksalbe, Bleisalbe, Ung. Diachylon. Bei stark nässenden Ekzemen Tanninsalbe (Ac. Tannik. 5,0 Ung. Paraffini 50,0) oder (Friedberger) Krcolinzinksalbe (Kreolin angl. 5,0 Ung. Zinei 50,0). Ich selbst habe häufig
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Chronisch exsiulative Hauterkrankmigoii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 401
Lysol-, Boraäuresalbeii und Ichthyol mit Vortheil angewendet! Weniger zU empfohlen sind Höllensteinsalben (bei weissen Hunden) und weissi^ Pramp;oipitataalbe) Auch Salben aus Sozojodolqueck.silber (2 0/o), Theer werden empfohlen. Besonders beim chronischen Ekzem finden Thiolsalben, Theerliniment in Verbindung- mit Seife (Pix. liqu. Sapo kaiin. aa 50,0 Spiritus qu. s. f. liuini.), wie auch Ichthyol (Anini. siilf'olchthyo! Sapo virid. aa 10,0 Spiritus 100,0) vortbeillmfte Anwendimg. Nothwendig ist jedoch, Feuchtigkeit, vieles Waschen zu vermeiden und auch mit Spirituosen Arznei-mischimgeu sparsam zu sein. Meistens lasse ich dieselben mit Wimdwatte auftupfen und nachhor die Haut mit Bermatol bestreuen. Schliesslich wird auch Chrysarobin, (15,0 : 20,0 Ung. Paraffini), Oxynaphthalin, Jodglycerin (Jodtinktur und Glycerin [1 : 4|) Resoroin, Naphthalin u. dgl. empfohlen. Abgesehen davon, dass ein Wechsel mit den Mitteln an sich vortheilhaft ist, wird man je nach dem Thiere und nach den Aufwendungen, die der Besitzer für die Behandlung zu machen geneigt ist, die Mittel auswählen und anwenden.
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III. Chronisch exsudative Hauterkrankungen.
Es lassen sich bei diesen Formen der Hauterkrankungen alle Eigenschaften der Entzündung beobachten, nur dass bei den hierher gehörigen Affektionen die eine oder andere Eigenschaft überwiegt und je nach dem Sitze der Erkrankung Verschiedenheiten zur Beobachtung kommen.
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1. Psoriasis') (Schuppenausschlag, Schuppenflechte).
a) Beim Menschen.
Wesen. Die Schuppenflechte ist eine nicht- ansteckende, ohrouisoh verlaufende Hauterkrankuug, bei welcher trockene, glänzende Schuppen auf der leicht gerötheten und bei der Entfernung der Schüppcben leicht blutenden Epidermis sitzen.
Geschichtliches. Soweit bisher bekannt geworden, kommt die Schuppenttechto innerhalb äquatorialer und subtropischer Breiten (Westküste von Afrika, Indien, China, Zanzibar, Brasilien, Peru) vorwiegend unter den farbigen Rassen vor. In Gaiahalti (Asam) ist sie unter dem Namen Daudquot;, unter der indianischen Bevölkerung Brasiliens als Ouruba' bekannt; doch ist noch zweifelhaft, ob es sich dabei nicht um andere Haut-erkrankungen bandelt (Hirsch).
Aetiologlc. Sicher ist bisher, dass die Erkrankung oft erblich ist, von dem Vater auf den Sohn übertragen wird und schon in früher Jugend, besonders oft jedoch in der Pubertät zur Entwickelung kommt. Meist sind auch solche Stellen Sitz der Erkrankung, die Verletzungen leicht ausgesetzt sind.
Symptome. Auf zunächst entstehenden, stecknadelkopfgrossen, braiuirothen Knötchen, die auf Druck leicht verschwinden, zeigen sich später weisse Epiderniis-sohüppchen, Die kleinen Fleckchen (!'. guttata) vergrössern sich allmäblicb zu thaler-
11 r| ({;ii)[ia, ursprünglich Kiiitzo. Schnoidom ühl, Vergl. PatholOglO.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 20
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403nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten dor Haut.
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grosson Flecken (P, iiumiimlaris) und fliesset) oft zu giossen Flecken ziisaninien (P.gyrata). Sohliesslioh kann dor ganze Körper bedeckt sein. Nebenher tritt an einzelnen Stellen im Centrum der Flecken Heilung ein (P. annulnris). Vorwiegend erkranken die Streokseite der Glieder, der behaarte Kopf, die Stirn; die Hohlhand und die Fusssohle bleiben frei. Im Beginne der Erkrankung entstehen beim Ablösen der Schlippen leicht Blutungen. Das Leiden kann viele Jahre dauern, ohne class das Allgemeinbefinden wesentlich beeinträchtigt ist.
Diagnose. In späteren Stadien kann eine Verwechselung mit Lieben ruher, Ekzeina equamosum, Pltyriasls rubra u. s. w. vorkommen; doch werden der Verlauf, die geringen Beschwerden, das geringe Mitleiden der Haut, die richtige Diagnose erleichtern. Die Prognose ist günstig.
Die Therapie ist meist eine kombinirte, äusscrliche und innerliche. ()ertlicli wird zunächst Spiritus saponato-kalinus, dann die weissc Präcipitat.salbe, ferner Theer und Chrysarobin (letztenlaquo; Mittel als 2ö 0/oige Salbe) verwendet. Neuerdings wird auch statt dessen Ghrysarobintraumatioin (1:10)empfohlen, Eine Berührung der Augen, direkt oder indirekt, mit Ch. ist jedoch zu vermeiden. Innerlich wird Arsen (6 Tropfen von der Fowlcr'schen Lösung täglich) oder Liquor Natri arsonici mit Vortheil benutzt. Ebenso die sog. asiatischen Pillen (Acid, arsenikosi 0,5 Pip. nigr. pulv. 6,0 Gunun. mimos. 2,5 Mi p. 100, täglich 12 Pillen, steigend bis 9 pro die). Die örtliche und innerliche Behandlung ist nach der Heilung noch einige Zeil fortzusetzen.
b) Bei Thieren.
Bei Thieren ist eine der Psoriasis des Menschen entspreohendo Hauterkrankung bisher mit Sicherheit noch nicht beobachtet worden.
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2. Pityriasis1).
Definition. Will an bezeichnete mit Pityriasis krankhafte Veränderungen der Haut, welche mit Bildung kleienförmiger Schuppen verbunden sind und unterschied mehren; Formen, die nach Hebra sich jedoch nicht unter einen gemeinsamen Begriff zusammenfassen lassen. Die P. alba ist die gegenwärtig als Seborrhoea sikka bezeichnete Erkrankung; die P. rühra das heutige squamöse Ekzem; P. versikulor ist eine parasitäre Erkrankung, bedingt durch einen von Eichstädt entdeckten Pilz: Mikrosporon furfur.
Von Hebra ist noch eine besondere Pity riasis rubra beschrieben worden, wobei es ähnlich wie bei einem chronischen, trockenen Ekzem zu Röthung und Ah-schuppung der Haut besonders an den Gelenkbeugen kommt. Später zeigt sich Atrophie und Rhagadenbildung. Die Aetiologie ist bisher noch dunkel.
Ferner beschrieb Devergie als Pityriasis pilaris eine Hautaffektion, bei der es zu kleinen, harten, spitzen Erhabenheiten, verbunden mit Abschuppuug und Röthung der Haut, kommt. Die Haare bleiben dabei entweder intakt, oder zeigen ein gesteigertes Wachsthum oder es tritt Alopecie ein. Auch hier ist die Aetiologie noch dunkel.
') ithupov, Kleie.
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Ohroniscli oxsiulntivc Hauteikiaiikmigeii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 403
Bei Tliieren wird zwar von Dieckorhoft' die sog. Sohmutzfleofate und Kleienflcehte des Pferdes auch Pityriasis simplex genannt, doch bat diese Erkrankung ebensowenig mit der Pityriasis des Menschen etwas gemeinsam, wie die von Schindelka bei Ferkeln beobachtete und Pityriasis rosea genannte Hautaffektion. Die von
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(ribbert zuerst als Pityriasis rosea bezeichnete Hauterkrankung ist identis
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mit Herpes tonsurans makulosus des Mensehen und deshalb rein parasitäre] Ursprungs. Es scheint demnach, dass eine eigentliche Pityriasis ruhni (Hebra bei Thieren nicht vorkommt.
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3. Liehen1) (Schwindflechte),
Ueiiiiition. Als Liehen bezeichnet man eine chronische Hautkrankheit, bei der Knötchenausschläge entstehen, die nach Erreichung ihrer Wachsthunisgrenze ohne weitere Veränderungen durch Absehuppung zurückgehen. Es sind hellroth, gelblich bis braunrotb gefärbte Knötclien bei Erwachsenen, die keine Flüssigkeit enthalten und im ganzen weiteren Krankheitsverlaufe keine fernere Umwandlung mehr erfahren.
Beim Menschen unterscheidet man bisher folgende Formen: Liehen skro-phulosorum, Lieben ruber akumi nat ns. Liehen ruber planus. Liehen tropi kus.
1.nbsp; Liehen ruber ukuiuinatus besteht ans hirsekorngrossen, mit dünnen SchUppohen bedeckten, derben rothbraunen, juckenden Knötcben, welche zunächst unregolniässig zerstreut sind, später aber in Reihen auftreten und dann auch zu rothbraunen, mit spärlichen Schüppchen bedeckten Infiltraten zusammenfliessen. Bei Liehen ruber planus entstehen zunächst kleine, mulelstichgl'osse, farblose Pünktchen, welche später gelbliche, röthliebe oder rosenrothe, linsengrosse, juckende Knötchen werden, wobei sich dann oft im Centrum eine braune, sich vergrössernde Einsenkung bildet, während am Bande neue Knötchen entstehen. Der Rumpf und die Beugeseiten der Glieder sind am meisten befallen; dabei zeigt sich oft eine symmetrische Anordnung der Knötchen.
Ueber die Ursache ist wenig Sicherelaquo; bekannt. In Deutschland kommt Lieben ruber planus am häufigsten vor, Die Behandlung besteht in rechtzeitiger Anwendung des Arsenik in steigenden Dosen, sowohl in Pillen, wie durch subkutane Einspritzung von Solutio Fowleri. Die Pillen werden in Form der asiatischen Pillen (die erste Woche zwei Pillen täglich) verabreicht: Acid, arsenik. 0,5 Pip. nig. 5,0 Pulv. Liquir. 3,0 Muc. Gumm. qu. s, ad pH, Nr. 100.
2.nbsp; nbsp;Liehen skrophulosorum. Es entstehen hanfkorngrosse, spätere bräunliche Knötchen, vorwiegend am Rumpfe, welche meist eine leichte Abschuppung zeigen und in Gruppen oder Kreisen stehen. In seltenen Fällen tritt auch Vereiterung ein. Gleichzeitig finden sich bei dieser fast nur hei jugendlichen Personen vorkommenden Hanterkrankung die Zeichen der Skrophulose. Zur Behandlung ist äusserliche und innerliche Anwendung des Leherthrans noting.
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') o Xsiyrjv, Flechten.
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104nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Haut.
3. Liclicii tropikus (rother Hundquot;, priokly hoat). Es handelt sich dabei vorwiegend um juckende, kreisförmig auftretende, stark geröthete Plaques an den bedeckten Körperstellen, welche besonders bei neu ankommenden Europäern in den Tropongegendcu unter dem Einflüsse von Hitze und Schweiss hervorgerufen werden.
Bei Thicreii werden unter dorn Namen Scliwindflechtenquot;, Schilferflechtequot; deniLichen des Menschen ähnliche Hautaffektionen beschrieben, welche besonders bei jungen Pferden und Wiederkäuern zur Zeit dos Haarwechsels, bei zarter Haut, im Sommer bei starker Erhitzung, im Winter in heissen dunstigen Stallungen beobachtet werden.
Beim Pferde zeigen sich besonders zur Zeit des Haarwechsels kleine Knötchen vorwiegend um Halse, dabei verschwinden die Haare; auch ist Juckreiz vorhanden. In etwa 46 Wochen ist die Erkrankung vollständig geheilt, ohne dass besondere Mittel, höchstens Einreibung mit Vaselin und Loborthran angewendet worden sind.
Bei jungen Schafen sind die Erscheinungen ähnlich. Es bilden sich besonders am Kopfe und Halse kleine; Hautknötchen, die meistens in Gruppen zusammenstehen, später entstellt ein linsen- bis erbsengrosser kahler Eleck, der in der Regel die gewöhnliche Hautfarbe hat. In einigen Wochen erhält dann die Haut wieder ihre normale Beschaffenheit und Wollfliess. Eine besondere Behandlung ist selten erforderlich. Es genügt etwas Vaselineinreibung.
4. Prurigo1) (Juckblattern).
Wesen, lieber das Wesen der Erkrankung, welche darin besteht, dass an den Streckseiten der Extremitäten stark juckende, hirsekorn- bis hanfkorngrosse, blasse oder hellrothe Knötchen sich entwickeln und oft lange Zeit bestehen bleiben, gehen die Ansichten sehr auseinander, Hebra sen. meinte, dass die Knötohenhildung das primäre sei, während Ausp itz und II ebra jun. betonen, dass es sich um eine Neurose handle, welche sekundär die Knötehenbildung bewirke.
Actiologie. Die Ursachen sind bisher nicht bekannt. Männer werden mehr
, als Frauen, Kinder der ärmeren mehr als die der Wohlhabenden und oft mehrere
Geschwister von der Krankheit ergriffen, ohne dass eine Erblichkeit erwiesen ist.
Auch eine Beziehung zwischen Tuberkulose der Eltern und Prurigo der Kinder ist
behauptet worden.
Symptome. Die Krankheit beginnt fast regelniässig schon im Laufe des zweiten Lebensjahres mit dem Auftreten von Quaddeln, dann schliesst sich, durch Kratzen begünstigt, ein I'rurigoexantbeni an, bestehend in blassrothen oder blassen, stecknadelkopfgrossen Knötchen. Einzelne der erkrankten, durch Kratzen blutig gewordenen Stellen heilen dann unter Zuri'icklassung pigmentirter Narben. Vorwiegend werden die Streckseiten der Unterschenkel, die Gegend des Kreuzbeins und die Nates befallen. Im weiteren Verlaufe kommt es ZU chronischen Lymphdrüsen-Schwellungen (Prurigobuboiien) von oft bedeutender Grosse, Hautverdickungen
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und kleienförniigen Abschilferungen. Dabei besteht ein unaufhörlicher Juckreiz. i) Pruvire, jucken.
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Chronisch exsudfitire Hnutoi'kiankuiigcn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 405
Verlauf. Hat die Krankheit mit orheblichon Erscheimingon bcgoncnn, so bleibt .-iie meistens für das ganze Lebet) bestehen (I'riirigo ferox oder agria).
Therapie. Die Bebandhmg, welche nur in frischen und leichten Fällen Erfolg hat, besteht in guter Hautpflege, daneben Amveiulnng von Theer, Schwefel und grüner Seife, ferner 5 0/o Naphtholsalbe, und subkutane Anwendung von l'ilo-karpin (0,010,02 subkutan bei Erwachsenen), oder Syrupus jaborandi bei Kindern. Ausserdem Bäder, Massage, Pricssnitz'ache Umschläge, ('hloralhydratsalbc u. dgl,
Bei Thiereu kommt, wie man in Uebereinstimniung mit Friedberger-Eröhner aussprechen kann, ein der Prurigo des Menschen entsprechendes Haut-leiden wohl nicht vor. Was bisher gelegentlich in tier Litteratur als Prurigo beschrieben werde, hat weder nach den Ursachen, noch nach Erscheinungen und Verlauf Aehnlichkoit mit Prurigo des Menschen. In vielen Fällen mag es sicli um ein papulöses Ekzem gehandelt haben.
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5. Pruritus kutaneus (Hautjucken).
Wesen. Nach den bisherigen Erfahrungen handelt es sich bei Pruritus um eine auf abnorme Erregung der Hautnerven zurückzuführendes Hautjucken.
Aetiologie. Die Ursachen sind sehr mannigfaltig und nur zum Theil bekannt. Wenn fremde Stoffe in das Blut und in die Gewebe gelangen (z. B. bei Ikterus, Diabetes mcllitus, chronischem Nierenleiden) tritt Pruritus ein. Ebenso nach Aufnahme medikamentöser Stoffe (Morphium), ferner bei Hämorrhoiden, bei senilen Veränderungen der Haut, bei vorgeschrittener Krebskaohexie, Bevorzugt sind die mittleren und höheren Lebensalter,
Symptome. Ohne nachweisbare Erscheinungen tritt Hautjucken auf, in Folge dessen gekratzt und ein Ekzem zur Entstehung gebracht wird. Oft heilen die Stellen mit pigmentirten Narben. Oft sind nur einzelne Theile des Körpers (Streckseiten der Extremitäten oder Handteller und Fusssohlen), P. partialis, oder der ganze Körper, P. universalis, hefallen. Von Störungen des Allgemeinbefindens ist Schlaflosigkeit am wichtigsten.
Der Verlauf ist stets chronisch und hängt von dem Grundleiden ab.
Therapie. Man wird zur Behandlung an die Beseitigung der Ursache denken müssen. Daneben sind als palliative Mittel zu nennen: Sitzbäder, kalte Umschläge, Einreibungen der Haut mit Kokai'nsalbe (4 0/o), Mentholsalbe (2,5 : 50,0), Karbolsäure (2 0/o), Ichthyolsalbe (1 : 20). Innerlich hat man Atropin und Pilokarpin angewendet.
Bei Thiereu kommt Pruritus kutaneus sowohl bei Pferden wie auch bei Hunden vor. Bei Pferden zeigt sich sowohl Pruritus lokalis wie auch universalis. In dem einen Falle zeigt sich z. B. an der Mähne und am Schweife Juckreiz, ohne dass Veränderungen an der Haut oder sonst irgend welche Ursachen erkennbar sind. In anderen Fällen zeigt sich das Hautjucken am ganzen Körper und wird besonders bei gut genährten Thiereu nach längerer Fütterung mit Mais, Wicken, Kleie u.dgl. beobachtet. Der Verlauf ist oft chronisch. Eine Behandlung nicht immer erfolgreich. Versucht werden Einreibungen mit Sublimatwasser,
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40(5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Haut.
Karbol- und Kroolinsnlhon. Innerlich ist Arsenik In Gebrauch; dnnoben Aendming dor Fttttoning. Bei Hunden soll (nach Friedberjier-Fröliner) PfuritUS ebnn-falls vorkommen.
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6. Lupus erythematodes.
Wesen. Es handelt sich bei L. erythematodes um ein chronisches Haut-leiden mit Bildung von rothon, flachen Papeln, deren Centrum sich nach einiger Zeit mit fest haftenden weissen Sohüppohen bedeckt. Man unterscheidet nach dem weiteren Verlaufe zwei Varietäten; L. erythem. diskoidea und L. erythem. aggregatus. Aetiologie. üeber die Aetiologie der im Ganzen seltenen Hauterkrankung ist wenig Sicheres bekannt. Jedenfalls ist L. erythematodes vollständig von Lupus vulgaris Uli trenn en, da or niehl durch die Invasion von Tuberkelbacillen hervorgerufen wird. Symptome. Bei L. erythem, diskoides vel'grössern sicli die Papeln und wachsen im Verlaufe von Monaten und Jahren zu grossen Seheiben, besonders an Stirn, Wange, Nasenrücken, Augenlieder, Ohrmuscheln, Lippen. Der rothe Rand geht manchmal nach Jahren y.uriick. Bei L. erythem. aggregatus entwickeln sich die kleinen Papeln zwar reichlicher, doch haben sie wenig Neigung sich zu ver-quot;rösseru. Während sie an einzelnen Stellen verschwinden, entwickeln sich an anderen Stellen neue Effloiescen/en. Die Entwickelung beschränkt sich nicht hei L. erythem. diskoides auf bestimmte Körpertheile, sondern zeigt sich überall gelegentlich. Der Verlauf ist chronisch und kann viele Jahre (1620) dauern. Die Behandlung besteht in Waschungen mit Sapo kalinus oder mit Seifenspiritus, .Jodglycerin, Jodoformsalben, Resorcinsalben (5,0: 10,0 Lanolin). Auch die Anwendung der Pyro-gallussäure (1 : 10 Vaseliu) und der Arsenikpasta wird empfohlen.
Bei Thieron ist Lupus erythematodes bisher nicht beobachtet worden.
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IV. Blasenaussehläge. Pemphigus1'.
a) Beim Menschen.
Deiinition. Als Oharakteristikuin des Pemphigus wird die längere Zeit andauernde, ohne nachweisbare äussere Veranlassung stattfindende Entwickelung von Blasen angesehen, wobei gleichzeitig cirkumskripte Entzündungen entstehen. Im Einzelnen gehen d'w Ansichten über Pemphigus noch weit auseinander. Man unterscheidet neuerdings nur Pemphigns vulgaris und Pe mphigns foliaceus, während Pemphigus neonatorum und Pemphigus akiitus abgetrennt werden.
Pemphigus neonatorum (Schälblattern) befällt nur Neugeborene und es zeigen sich dabei kleine Bläschen gelegentlich an allen Körperstellen, weiche platzen und runde rothe, wenig nässende Flecke zurücklassen. Später überhäuten sich die Stellen und in 13 Wochen heilen sie ab. Die Aetiologie ist noch nicht auf-
i) niaai;, die Blase.
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Blasenausschliige.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 407
geklärt. Ks Ist möglich, dass ew sich dabei um parasitäre Einwirkungen handelt. Bei der Therapie wird meistens nur Streupulver verwerthet.
Pemphigus akutus (Febrls bullosa). Die Erkrankung kommt ausser-Ol'dentliob selten voi- und verläuft meist wie eine Infektionskrankheit. Unter Fieber-erseheinungen entwickelt sich zunächst ein aus rothen erhabenen Fhicken bestehendes Kxanthem, das uiiregi'lmässig üher den ganzen Körper zerstreut ist. Später bilden sich dann Bläschen, die in wenigen Tagen tauben- bis hühnereigross werden können. Während fortwährend neue Nachschübe sich entwickeln, bedecken sich die alten, geplatzten Blasen mit einem Schorf, unter welchem Heilung erfolgt Daneben treten auch ähnliche Erkrankungen auf den Schleimhäuten auf, Durchfälle und Bronchitis können hinzukommen und den Tod auf der Höhe der Erkrankung herbeiführen. In günstigen Fällen treten nach 814 Tagen Heilungen ein. Ueber die Aetiologie ist bisher nichts Sicheres ermittelt, es scheint jedoch, dass es sieh um eine akute Infektionskrankheit handelt. Zur Behandlung genügt in leichteren Fällen die Anwendung von Streupulver; in erheblicheren wird das permanente quot;Wasserbad empfohlen.
Pemphij^us clirouikus. Von Hebra wurde Pemphigus chronikus in zwei besondere Formen unterschieden: Pemphigus vulgaris und Pemphigus f oli a ecus.
Pemphigus vulgaris ist ätiologisch noch vollkommen dunkel. Man weiss nur, dass das männliche Geschlecht und die mittleren Lebensalter am meisten betroffen werden. Im Ganzen ist Pemphigus vulgaris selten. Die Blasen entwickeln sich unregelmässig oder in Kreisen und theils nur an einzelnen Körperstellen, tbeils am ganzen Körper. Auf der Schleimhaut der Lippen, der Zunge und des Gaumens zeigen sich gelegentlich ähnliche Bildungen. Subjektive Empfindungen an den erkrankten Hautstellen können fehlen, während die erkrankte Schleimhaut schmerzhaft ist. Der Verlauf kann Monate und Jahre dauern. Die Prognose ist demnach ungünstig. Die Therapie ist im Wesentlichen wie bei Pemphigus. Dem Streupulver wird Salicylsäure zugefügt.
Pemphigus foliaceus. Bei dieser Form von Pemphigus sind die Blasen von vornehorein weniger prall und bald bedeckt sich die Oberfläche der nicht geplatzten Blasen mit einer Kruste. Durch die peripherische Neubildung von Blasen werden immer weitere Hautstellen ergriffen, so dass dann die Aehnlicbkeit der Schuppen mit Blätterteig (von Gaze nave foliaceus genannt) hervortritt. Schliesslicb holt die Neubildung von Blasen auf und die ganze Haut ist mit den Hautschüppchen bedeckt. In erheblichen Fällen fallen die Haare aus, die Nägel werden bröckelig und es kommt durch Schrumpfung der Haut zum Ektropium, zn Dloerationen, schmerzhafter Bhagadonbildung u. dgl.
Zum Schlüsse sei noch Pemphigus hereditaria erwähnt, WO die Erkrankung angeboren ist und von der Jugend bis zum höchsten Aller die Neigung der Haut zu Blasenbildungen vorhanden ist.
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408nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kninklioiten tier Haut.
b) Bei Tliiereii.
Bei Thiereraquo; istPouipblgus akut us öfters bei Pferden und Bindern,
selten bei Hunden und Seh weinen beobachtet worden; dagegen chronisehor Pemphigus nicht.
Bei Pferden entwickeln sich im Laufe eines Tages am Bauche, Kopfe, am Halse oder am Thorax wallnuss- bis faustgrosse Blasen, welche eine wässerige Flüssigkeit absondern. Nach 24 Tagen stösst sich die emporgehobene Epidermis ab, um bald wieder neu gebildet 211 werden. Die Blasen können bis handtellergross werden und sind dann mit einer gelblich gefärbten Flüssigkeit gefüllt. Aussei' erheblichem Juckreiz, der manchmnl sehr gering sein und auch fehlen kann, ist eine Störung des Allgemeinbefindens nicht vorhanden. In 79 Tagen ist die Krankheit beendet.
Ueber die Actiologie ist, wie heim Menschen, Sicheres nicht festgestellt. Eine Uebertragung der Krankheit auf gesunde Pferde oder eine Entstehung durch Ansteckung ist bisher nie heobnehtet worden (Dieckerhoff-Wessendorf). Die Prognose ist durchaus günstig und die Behandlung mit Streupulver von Borsäure und Waschungen von Borsäure und Lysollösungen zu bewirken. Kreolin-iliul Karbolsäurelösungen können gleichfalls zweckmässig sein.
Beim Binde ist Pemphigus vulgaris in einzelnen Fällen (Loisel, Seaman) in enzootischer Verbreitung beobachtet worden. Es zeigten sich Blasen bis zu Htthner-eigrösse, welche mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt, später platzten und anfänglich nässende, später mit Krusten sich bedeckende Hautstellen zurückliessen, die dann nach Abschüferung der Haut unter Zurüoklassung glänzender Hautstellen abheilten.
Von Winkler ist Pemphigus bei Schweinen beobachtet, doch ist zweifelhaft, oh es sich wirklich um Pemphigus gehandelt hat.
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V. Verbrennung und Erfrierung der Haut.
(Ambustio, Kombustio^.)
a) Beim Menschen.
Verbrennung: (Ambustio). Je nach der Intensität und der Dauer der Einwirkung der Wärme hat man drei Haupttypen unterschieden; Ambustio ery-thematosa, bei kurzer Einwirkung heisser Flüssigkeiten; Ambustio bullo.sa, Verbrennungen zweiten Grades, mit Blasenbildung verbunden, wobei sicli unter erheblichen Schmerzen später die Blasendecken abstossen; Ambustio escharotika, intensive Hitzeimvirkung mit Verschorfung und michfolgender, unter Eiterung und Narbenbildung eintretender Heilung. Bei den Verbrennungen dritten Grades sind oft Fieber, Unruhe, Delireen vorhanden und der Tod entsteht häufig in Folge von Untergang von Blutkörperchen und Ueberfüllung des Blutes mit den Zerfallsprodukten (I'onfick)
i) Amburo ussi nstiini. verbrennen. Dormatilis ambustlonis.
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Verbrennung und Erfrierung lt;ler Haut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;409
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Die Prqgnose ist jo midi dem Grade der Vcibiviinung verschieden und wenn bei Verbrennungen dritten Grades ein Drittel und mehr von der Körperoberfliiehe ergriffen ist, selilecht, Die Behandlung besteht bei Verbrennungen mit Blasenbildung in der Anwendung von Streupulver, Einhüllung der erkrankten Körpeitlieilc mit Verbandwatte J groase Brandblasen werden an den ahliiingigen Stellen aufgestochen und nachher mit einem antiseptischen Verbände umgeben. Sehr /.weckmiissig sind Umschläge von Oleum Lini und Aqua Caleariae zu gleichen Tiieilen. Nach Abstossung der Schorfe werden Salben (Bor, Jodoform, Arg. nitrikum) verwendet. Innerlich giebt man Alkoholika und andere Exoitantieu, bei grosser Aufregung Morphium.
Erfrierung' (Kongelatio1), Dermatitis kongelatiouis). Auch bei der Erfrierung lassen sieh drei Grade: Kongelatio erythematosa, bullosa und esebarotika unterscheiden. Die Erfrierungen ernten Grades treten besonders 'an den Ohren, an der Nase, an den Händen und an den Füssen auf (Peruiones, Frostbeulen). Oft zeigen sich in der Mitte Uleerationcn. Beschäftigung mit kalten oder reizenden Flüssigkeiten wirkt begünstigend. Die leichten Grade treten dann oft regelnlässig bei denselben Personen ein. Bei den schweren Erfrierungen bilden sich Blasen mit serösem oder blutigem Inhalt. An den Extremitäten kann es dabei zur Aufnahme putrider Stoffe, in die Blutbnhn kommen, Zur Behandlung werden Hand- und Fussbäder empfohlen, denen man Eichenrinde (1 2 Handvoll auf ein Bad), Essig (23 Esslöffel) zusetzt, ferner Bepinselungen mit Jodtinktur, Kollodium u. dgl. In höheren Graden Einreibungen mit Schnee, Eiswasser u. dgl.
b) Bei Thieren.
Bei Thieren kommen Verbrciiiiungeii besonders oft gelegentlieh von Feuers-brünsten vor. Ich sah ausgedehnte Verbrennungen bei zwei Pferden eintreten, welche durch das Feuer mehrer in Brand geratbener Theertonnen gelaufen waren und sieh besonders an den Gliedmassen und an der Brust verletzt hatten. Die Behandlung ist im Wesentlichen wie beim Menschen. Ist die Verbrennung sehr schmerzhaft, so werden 2 quot;/oige Kokainsalben mit Zusatz von Lanolin, oder es werden Naphthol-, Pyoktanin- und Chlorwasserverbände verwendet.
Erfrierungen kommen bei Hausthieren im Ganzen selten vor. Bei Pferden treten manchmal Erfrierungen an den Hufkronen und der Haut des Fusses ein, bei Hündinnen am Euter, beim Geflügel an den Kämmen und an den Kehllappen. Die Behandlung ist, wie beim Menschen angegeben. Bei Erfrierungen dritten Grades darf die Erwärmung nur sehr langsam stattfinden; ETrottirungeu mit Schnee und Eis. Beim Geflügel entfernt man die erfrorenen Kämme mit der Schcere und bepinselt die Wunde mit Jodoforinkollodium.
i) Kongelaie. erfrieren.
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410nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten dor Huut.
VI. Atrophisehe und hypertrophisehe Zustände der Haut.
1. Atrophia kutis.
EÜIG Atrophie der Haut ist mnäobst oft (Ins Ende vieler Krankiieits-
prozosso (Bklerodennie, Ktyriasis rabra), dann giebt es auohFälle von idiopathisoher Hautatrophie, welche erworben und angeboren sein kann. Atrophia kutis akquislta konmit an veirsohledenen Stellen der Körporoberflftohe vor, wobei (iann die Haut dünn, eingesunken, bräunlich violett oder welsallcb an den Stellen scheint. Oft zeigt sich an den Orenzen /.wischen normaler und abnormer Haut ein breiter
Greusswall eingeschoben, von wo aus ein langsames Fortschreiten des Prozesses stattfindet. Dabei können die Punktionen der atrophischeu Haut erhalten sein, in anderen Fällen ist die Sensibilität herabgesetzt. Das Wesen der Erkrankung ist unaufgeklärt. Manchmal treten nach Nervenverletzungen unter dem Naineu Glossy skin beschriebene affophisehe HautveniiukTuugcii im Bereiche des verletzten Nerven ein. Halbseitige Gesichtsatrophie tritt (nach Euleuburg) oft vereint mit Sklerodermie auf.
Bei der Atrophia kutis kongenita sind die Veränderungen ebenso wie bei iikcjuisita. Allein es scheint die Form der Atrophie sich an die Ausbreitungsbezirke der Nerven ZU halten.
Bpi Thieren fehlt es an zuverlässigen Angaben in der Litteratur über das Vorkoninien ähnlicher Erkranknnireii.
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2. Skleroderma ^ Sklerema. Skleroma. Sklerosis.
Wesen. Als Sklerodorma wird man jetzt vorwiegend eine chronische Haut-orkrankung bezeiobnen, bei welcher eine wahrscheiidich durch Bindegewobs-neubildnng hervorgerufene partielle oder über grössere Strecken ausgebreitete Härte und Starrheit der ausseien Decke sich entwickelt, die ohne Entzündungen hervorzurufen, an vielen Stellen zu Hautverkürzungen führt.
Aetiologie. Mau hält es für wahrscheinlich, dasa die Sklerodermie in das Gebiet der Troplioueurosen gehört. Meist tritt die Krankheit bei Personell weiblichen Geschlechts und im mittleren Lebensalter auf.
Symptome. Man unterscheidet zunächst zwei Gruppen: Sklerodorma diffusum und Skleroderma cirkumskriptun. (Sklerodorma en plaques der Franzosen und Morphaea der Engländer), während Sklerema neoiiatoruin vollständig von der eigentlichen Sklerodermie getrennt wird.
15ei Sklerodorma diffusum zeigen sich Verdickungen, Zunahme des Pigments an einzelnen Körperstellen (Gesieht, Hals, Brust, llücken, Hände), während au anderen eine Abnahme des Pigments sich entwickelt. Das Minenspiel im Gesicht geht alhnählich verloren. Daijeben Schmerzen bei der Bewegung der Glieder. Allmählich zeigt sieb Kälte der Haut, während die übrigen Funktionen der Haut
') J/Xrjprj;, hart.
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Atrophischo und hypertl'Qphisobs Zustiindo der Haut.
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nicht weseatlioh beeiutramp;ohtlgt sind. Es kann nun Heilung imitreU'ii odor die Haut wird immer düiwei' und os tritt Atrophie der Muskeln hinzu, Störungen der Iuiut-vation, Atrophie der Knochen und Gelenke und die Krankheit kann sich Jahre und Jahrzehnte hinziehen, /ur Behandlung werden Leherthran, Eisenpräparate, Dampfbäder und Salicylsäure empfohlen.
Bei dem seltenen Sklerodenna cirkuinskriptuni zeigen sicii an vereinzelten Stellen der Haut rundliche oder ovale, bräunliche oder violette Flecken, wohei es im weiteren Verlaufe zu Sklerosirung in den centralen Abschnitten kommt.
Bei Sklerema neonatorum zeigt sich in den ersten Lebenemonaten eine harte, kalte, geschwollene, theilweise runzelige oder eyanotische Haut, manchmal mit Oedem verbunden. Meist tritt in 68 Tagen der Tod ein. Aetiologisch nimmt num eine Erstarrung des bei jungen Kindern schwerer schmelzbaren (mehr Palmitin- und Stearin-, weniger Oelsäure enthaltenden) Fettes an. Eine wirkliche Hauterkrankung ist es also nicht.
Bei 'filieren liegen Beobachtungen über ähnliche Befunde nicht vor.
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3. Elephantiasis. Pachydermie.
a) Beim Menschen.
Wesen. Man bezeichnet gegenwärtig als Elephantiasis die erworbene Ver-grösserung einzelner Körpertheile, welche in der Hauptsache auf einer ödematöseu DlU'ohtränkung der Gewebe und Vermehrung der bindegewebigen Bestandtheile beruht. Die Elephantiasis teleangiektodes und lymphangiektodes kongenita, wiche angeborene Angiome bezw. Lymphangiome darstellen, sind aber wohl hiervon zu trennen.
G-osohiohtliohes. Das Woit rElepliantiasisu tindet sich schon in den Schriften des (Jelsus und wurde für die Schilderung des Aussatzquot;quot; gebraucht. Arabische Aerzte beschrieben dann unter dem Namen Da-al-fll die eigentliche Elephantiasis ElephantcnkrankheU. Demnach ist die Elephantiasis Arabnm die eigentliche Elephantiasis, während die Klephantiasis Graekorum = Lepra Arabum, Aussatz, eine allgemeine Infektionkraukheit bedeutet, welche mit der vorstehenden nichts zu thuu hat.
Aetiologie. Die Elephantiasis tritt zuimehst als Folgezustand zahlreicher Krankheiten auf, bei welchen chronische Stauungen besonders im Gebiete ties Lynipb-gefässsystems eintreten ; so u. A. nach ausgedehnten Narhenbildungen, karcinoma-tösen Entartungen, Neurofibromen der Haut. In den Tropen kommt Elephantiasis oft endemisch (z. B. in Vorderindien, Arabien, Centralamerika) vor unter den Namen: Barbadosbein, Drüsenkrankheit von Barbados, Mal de Cayenne, Uosbeen von Surinam. Es handelt sich hier um die Infektion mit Filaria sanguinis, welche in die Lympbgefässe eindringen und diese verstopfen. Die Aufnahme der Parasiten erfolgt mit dem Trinkwasser. Fraglich ist, ob alle Fälle der tropischen Elephantiasis auf die Anwesenheit von Filaria sanguinis zurückzuführen sind.
Symptome. Anfangs sind nur die Zeichen des Oedems vorhanden (wie verdünnte, gespannte Haut unter welcher das Unterhautbindegewebe mit Flüssigkeit angefüllt ist und auf Welcher Fingereindrücke Vertiefungen hervorrufen). Im weiteren Verlaufe verdickt sich Haut und Unterhautgewebe immer mehr, Eindrücke bleiben nicht mehr stehen und durch die Gewebszunahme verschwinden die natürlichen Formen
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412nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Hunt.
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imimr niclir. Sokuadfti' tritt eine Atrophie der benaohbarten Muskuliitur ein. Die ljviiipiigefas.se an der Oberflttohe platzen und entleeren fortgesetzt ihren Inhiilt. Der Verlauf ist durchaus ehronisch. Die Prognose ist günstig bezüglieh Erhaltung des Lebens, ungünstig meistens hinsichtlieh der Heilung.
Therapie. Bei länger bestehender Elephantiasis werden konipiiinirendc Ein-Wickelungen und Hociilagernngen der betreffenden Gliedmassen vorgenommen. Ferner sind Massage, Kompression und Unterbindung der Hautarterien, ohirurgisohe Knt-t'eruuug der Wucherungen empfohlen worden,
b) Bei Thieren.
Bei Thieren kommt Klephantiasis besonders häufig bei Pferden vor.
Awtiologie. Chronisch entzündliche Prozesse alle Art, welche sieh an den Extremitäten entwickeln, können die Elephantiasis zur Folge haben, so besonders chronische Mauke, chronische Prozesse in Folge von Eiysipel, chronische Ekzeme, Rotz der Haut. In den ersteron Fällen wird angenommen, dass sekundäre Einwanderung von Streptokokken ersl den elephantiastischen Prozess hervorruft,
Symptome. Besonders bei schlecht gepflegten Pferden mit langhaarigem Fessel sieht man die Erkrankung in der Q-egond der Köthe, des Fesseis bis zum Sprunggelenk zur Entwickelung kommen. Die Erscheinungen sind im Wesentlichen wie beim Menschen. Allinählicli ist die Untere Gliedinasse gieiehmässig dick und kaum noch beweglich, Die anfänglich verklebten Haare fallen später theihveise aus, werden emporgerichtet (Straub oder Igelfuss). Je nach der Beschaffenheit des neu gebildeten Gewebes spriohl man von Elephantiasis dura und mollis wie beim Menschen ; E. verrukosa, wenn die Oberfläche uneben und warzig ist. Manchmal ist auch Pachvdermie an der Luftröhre, an den Schultern und an der Brust der Pferde beobachtet worden. Im letzteren Falle ging der Prozess von der Brust bis auf die Gliedmassen weiter und das Thier nuisste später als unheilbar gotödtet werden (Dieckerhoff). Der Verlauf ist chronisch und das Leiden meist unheilbar. Zur Behandlung sind feuohtwarme Umschläge, Druckverbände, Massage, Einreibungen mit Wismuthsalbe (1 : 10), später mit Theersalben, Jodpräparaten u. dgl. empfohlen worden.
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4. Ichthyosis. Fischschuppenkrankheit.
a) Beim Men sehen. Wesen. Es handelt sieh um eine meist ererbte, aber stx'ts ersl nach der
Qeburt zur Entwickelung kommende krankhafte Veränderung der Kutis, welche charakterisirl ist durch die Bildung weissei-, dünner, der Kutis fest aufsitzender Epidermismasseu, die wegen der normalen Furchen und Linien in der Haut deutlich sieh abheben.
Aetiologie. Es handelt sich meistens lim ein angeborenes, in einzelnen Familien heimisches l'ehel, bestehend in der Prädisposition der Haut zu übermässiger Hornbildung. In mehreren tropischen Gegenden (Küsten von Senegambien, Borneo, Peru) scheint die Krankheit endemisch aufzutreten und wegen ihrer Heredität In kleineren
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Anoinnlien der Sohweiss- und 'ralgsokrotion.
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Bevölkeningskreisen stationftl' iSU werden. Ob auch Pnrasiteji mitwirken ist niclil festgestellt. In sehr seltenen Fällen tritt das Leiden selion wälirend des intni-nU'i'inen Lehens auf.
Symptome. Zunäciist zeigt sieh etwas verstärkte Absohuppuug (Jchthvosis nitidn), die Schuppen werden reieldicher nnd mit dunklet) hornartigen Schilden l)e-deckt. Meist sind grössere Hautflächen betroffen, vorwiegend die Streckseiten der Glieder. Dabei ist das Allgemeinbefinden nicht heeintrüchtigt. Die Krankheit beginnt im ersten oder zweiten Lehensjahre und bleibt meistens das ganze Leben hinduroh bestehen, Die Prognose; ist denmacil günstig. Zur Therapie werden Ein-reibuugen mit grüner Seife und Bäder, ferner 10 0/oige Schwefel sal he, Lanolin und Vaselin empfohlen.
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b) Bei Thieren.
Bei Thieren ist die Krankheit bisher nur bei Kälbern und stets angeboren beobaohtet worden. Meist lebten die Thiere nur wenige Tage. Chemische Untersuchungen lehrten, dass in der anomalen Hautdecke mehr Kalkphosphnl vorhanden ist, als In der physiologischen Hornsnhstanz (van Stetten).
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VII. Anomalien der Sehweiss- und Talgsekretion.
1.nbsp; nbsp;Anidrosis'^ Verminderung der Schwoisssekretion, Als Anidrosis wird eine mehr oder weniger erhebliche Verminderung der Schwoisssekretion bezeichnet, wie solche bei Prurigo, [ebthyosis, bei den chronischen, schuppenden Ek-y.enien, Psoriasis auftritt, oft jedoch nur scheinbar vorhanden ist, weil eine schnellere; Verdunstung bei vielen mit Oberflächenvermehrung verbundenen Hautaffektionen
eintritt.
2.nbsp; nbsp;Hyperidrosis. Allgemeine llbermässige Schwoisssekretion. Eine über die Norm gesteigerte Schweissbildung wird Hyporidrosis genannt, wenn sie sich auf den ganzen Körper erstreckt; Ephidrosis, wenn nur Theile befallen werden. Ephidrosis kommt besonders an den Handtellern, Fusssohlen, in den Achselhöhlen, in der Umgebung des Anus und der Genitalien vor. Spezielle Ursachen sind nicht bekannt. Die Personen sind ganz gesund und leiden nur an den Unannehmlichkeiten des Zustandes, Zur Behandlung ist öftere Reinigung (Bäder) und nachfolgende Anwendung geeigneter Streupulver nöthig. Als Streupulver ist das sogen. Militärstreupulver (Acid, sallcyl. 1,5 Amyl, Trit. 5,0 Talk, venet. 43,5) y.weckmassig. Ferner finden bei Fussschweiss pulverisirte Weinsteinsäure (Acid. tartarikum), Porsäure, 10 0/oige Chromsäurelösung, Lokalbäder mit roher Salzsäure, wobei jedoch nur die schwitzenden Stellen mit der Flüssigkeit in Perührung kommen dürfen, zweckmässige Anwendung. An anderen Stellen werden noch Einreibungen mit Alkohol (Kau de (V)Iogne), Naphthollösung, Fug. Diaehvli u. dgl. benutzt.
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i) tSfiu;, Sehweiss.
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414nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Haut.
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Halbseitiges Schwitzen (Hypei'idrosis unilateralis) wird beim Menschen oft In Zusnininonhang mit Erkrankungen dos Sympathikus und dessen Ganglien (durch Traumen, Tumoren) mid mit einseitigen Erkrankungen im Gebiete des Central-nervensystems beobaohtet.
Bei Thiereu sah Dages lraquo;'i einem jungen) berabgekommeuen Pferde an dor linkon Seite starke Sohweisssekretion eintoten, sobald die tägliche Haferration auf ein Drittel verringert wurde.
3.nbsp; Dysidrosis. Behinderung der Sohweisssekretion Eüte Dysidrosis wird manohmal im Verlaufe fieberhafter Erkrankungen (besonders bei akutem Gelenkrheumatismus, Typhus), sowie im Verlauf' einzelner Exantbome beobaohteti
4.nbsp; Chromidrosis. Farbige Schweissbildung, In seltenen Füllen ist auch eine Färbung des Sehweisses beobachtet worden, theils dureli Anwesenheit von Mikroorganismen, theils durch Beimischung von Blut zum Sphwoiss (ITäniut-idrosis),
Bei Thiereu wird Blutschwitzen beim Pferde und Rinde in der Litteratur öfters erwähnt. In einzelnen Fällen dürfte es sich nur um Symptome anderer Erkrankungen (z. B. Fetechialtyphus) handeln, während andere ätiologisch unaufgeklärt imd vielleicht auf eine allgemeine Ernährungsstörung der Hautgefftsse zurückzuführen sind. Die Ernährungsstörung wird z. B auch durch starken Aderlass bewirkt, nach welchem Blutschwitzenquot; beim Pferde beobachtet ist. Auch nach grossen Märschen in der Sommerhitze ist Blutschwitzen beim Pferde gesehen worden. Besonders häufig ist Blutschwitzen beim Rinde festgestellt worden. Vielfach war auch hier hochgradige Anämie vorangegangen. In anderen Fällen seheint eine Trophonenrose der Hant-gofässe bestanden zu haben. Die blutschwitzendeii Stellen waren vielfach am Bauche und an der Uiiterbmst vorhanden. Der Verlauf gestaltete sich sehr verschieden. Meist (besonders beim Rinde) trat nach längerem oder kürzerem Bestehen (1er Tod ein.
5.nbsp; nbsp;Hläsclieiihildmig durch Schwitzen. Bei stark schwitzenden, besonders bei fettleibigen Personen, zeigt sich oft ein Ausschlag, wobei sich auf goröthetem Grunde Bläschen bilden.
6.nbsp; nbsp;Scborrheca1). Als Seborrhöe wird jener Zustand bezeichnet, bei welchem zuviel Talg gebildet wird. Seborrhoea oleosa, wenn das Sekret dünnflüssig, Seborrhoea sikka, wenn das Sekret erstarrt ist. lieber den ganzen Körper verbreitet kommt eine Seborrhöe nur bei Neugeborenen vor. Bei der Seborrhoea kapillitii, welche sowohl bei Kindern wie bei Erwachsenen (bei ersteren Grind genannt) vorkommt, ist das gelieferte Sekret der Talgdrüsen entweder flüssig oder trocken. Manchmal ist auch das Gesicht miterkrankt. Die Talgdrüsen sind bei dieser Erkrankung regelmässig erweitert.
Seborrhöe kommt ferner noch vor am Nabel, an den Geschlechtstheileu, sowie an einzelnen Stellen der Brust und des Rückens. Bei Seborrhöe der Genitalien kommt es manchmal zur Entwickelung des sogen. Eicheltrippers. Zur Therapie ist Reinhaltung, Trockenhaltung, Vermeidung äusserer Reize nöthig. Daneben Wasclnmgen mit alkalischen Flüssigkeiten (Sohlt. Natr. bikarb. 3,0: 170,0
i) Sebum = Tnlg; pioi, tiiessort.
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Anomalien der Schweiss- und Talgsokretion.
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Glycerin, Splr, lavaild. an 10,0; oder Liqu. AininOU. Glycerin na 10,0 Aqu. rosar. 180,0) oder mit alkoholischen Lösnugoii von (üiloralhydrat (5 0/o) oder mit Karbol-silurelösimgeu (0,15 0/o). Gegen das Ausgehen der Haare ist n. A. Medullae bovis 30,0 01. Kosmar. glitt. X, Extrakt. Chln. 4,0 Tinkt. kantharid. 2,0 in Gebrauch. Die Seboirhöe der Genitalien wird durch Wasoben mit Karbolstinrelösung und nach-beriges Bepudern oder auch durch Bleiwasserinnschläge behandelt. Im Allgemeinen sind auch die Sehwefelsalben sehr wirksam.
7.nbsp; nbsp;Kumedo (Mitesser). Die Kotnedonen entstehen, wenn Hauttalg in den Ausführangsgängen der Talgdrüsen zurückbleibt, wodurch die Drüse etwas emporgehoben und die Mündung durch Staub braun oder schwarz gefärbt wird. Durch Druck vom Grunde gegen die Mündimg der Drüse, welche leicht zu Entziindungen neigt, wird sie entleert. Man findet Komedonen im Gesieht, am Nacken, auf dem Kücken und an den Genitalien. Zur Beseitigung und Verhütung werden Waschungen mit Spiritus saponatokalinus, mit Schwefel- und Resorcinsalbe empfohlen.
8.nbsp; nbsp;Akne1). Unter Akne versteht man eine meist in Eolge von Sekretstauungen entstehende Entzündung dor Talgdrüse und des perifollikulären Gewebes, die meistens in Eiterung übergeht. Demnach geht der Akne meist ein Komedo voran. Im weiteren Verlaute tritt meistens auch Seborrhöe hinzu. Es entwickeln sich die Akneknotcn besonders im Gesiebt und an den mittleren Ahschnitteii der Brust und des Rückens in der Zeit von der Pubertät bis gegen das Ende der zwanziger Jahre; nicht zum Mindesten wegen der in dieser Zeit gesteigerten Talg-drüsenthätigkeit. Auf der behaarten Kopfhaut (dann Sykosis genannt) kommt Akne selten vor. Bei Anwendung von Theer, bei schlechter Ernährung kommt gleichfalls Akne zur Entstehung. Der Genuas fetter Speisen hat jedoch mit der Entstehung nichts zu thun. Zur Therapie ist zunächst Entleerung der Eitermassen durch Skarifikation nötbig, später Waschungen mit stark alkalischen Seifen, Anwendung von Schwefel-. Ichthyol- (1 : 10), Resorcin- und Sublimatsalhen. Sorgfältige Pflege der Haut ist gleichfalls erforderlich. Innerlich wird manchmal Arsen gegeben.
Akne rosacea, nach der am meisten in die Augen fallenden Lokalisation auch Kupfernase, C'ouperrose, Kupferfinne genannt, ist neben Entzündung der Talgdrüse noch oharakterisirt durch Erweiterung der kleineren Blutgefässe und Hypertrophie des benachbarten Bindegewebes. Besonders wird Nase, Wange, unterer Theil der Stirn und Kinn ergriffen. Für die Entstehung kommen in manchen Fällen ttbermässlger Alkobolgenuss in Verbindung mit Magen-Darmaffektionen, Einwirkung der Kälte oder auch der Sonnenstrahlen in Betracht, Manchmal wird auch Vererbung angenommen. Der Verlauf ist chronisch. Zur Therapie ist Beseitigung der Ursachen und örtlich die Anwendung von Sehwefelsalben (10 0/o) oder der Resorcinzinksalbe (2 : 20) nöthig. Daneben ist auch die weissc Präcipitatsalbe zweckmässig.
Bei Thiercn kommen Aknepusteln zunächst beim Hunde nicht selten vor. Beim Hunde zeigen sieh die Erkrankungen in der Umgebung des Maulkorbes, bei Pferden in der Geschirrlage, lieber eine parasitäre Form der Akne beim Pferde wird an anderer Stelle Weiteres mitgetheill werden. Beim Hunde
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l) raquo;j ä*whf Spitze.
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Kninklugt;its)i der Haut.
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lokallurt sicli diese Hautkrankhell vorwiegend auf der Haut des NusenrÜckens, WO auf gerOtheten, meist haarlosen und etwas verdickten Stellen kleinere und grössere Knoten entstellen, die später eitrig /eifnllen. In gelteueren Fällen kommen Akne und Fuiiinkulose auch auf der Haut des Rumpfes und der Extremitäten vor. Die Behandlung ist vorwiegend ohirurgisoh. Die kleineren A^scesse werden gespalten und naohher mit Kreolinraquo;, Lysol- odorauoh mit Höllensteinlösimg behandelt,
9.nbsp; nbsp;Sykosis. Plkosls (Mentagra1), Bartflechte. Bei der Sykosis handelt es sich um eine Entzündung der Haar- und Talgdrüsen an den stärker behaarten Theilen des Körpers, namentlieli in der Bartgegend, wobei es zur Entwiokelung von
Knötehen und Knoten kommt, welche Eiterungen und Infiltrationen der [Jmgebung hervorrufen. Die Krankheit, weiche sich auch an den Augenbraiien und Aug'enlid-rändern lokalisirt, tritt besonders bei Männern auf. Die entstehenden Knötehen sind in der Mitte von einem Haare durchbohrt. Später fällt das Haar ans, es bildet sich eine Kruste oder es tritt Granulation ein und oft nach jahrelangem Verlaufe tritt unter Narbenbildung Heilung ein. Die Aetiologie ist für die meisten Fälle noch unbekannt, da die durch Triohophyton tonsurans hervorgerufene Sykosis parasitika vollständig von dieser Sykosis simplex zu trennen ist. Zur Behandlung müssen die erkrankten Stollen msirt, die Haare entfernt, die Knoten aufgeschnitten und nachher Salben (ühg, diachvli, I'räcijiitatsalbe, Schweielsalbe) aufgelegt Werden.
10.nbsp; nbsp;FuriHlklllus-). Der Furunkel ist im Wesentlichen eine grosso Akne-puslel. Es bildet sich zunächst eine kleine rothe, empfindliche Anschwellung, unter welcher sich nach einigen Tagen Eiter ansaiiimelt, nach dessen künstlicher oder spontaner Entleerung, wobei oft ein Billdegewebspfropf ansgestossen wird, in kurzer Zeit Heilung eintritt. Die Furunkel kommen vorwiegend im Nacken, in den Achsellaquo; höhlen, am Rücken, in der Umgebung der Aiiiilöffnung vor und werden meistens durch mechanische Heize hervorgerufen, wobei dann jedenfalls Staphylokokken eindringen und die Entzündung bewirken. Auch ist eine Dispositon für Furunkelbildung in der Pubertät, bei Diabetes, bei kacliektischen Zuständen, bei langwierigen Dannkatarrhen nicht zu verkennen. Die Behandlung ist einfach. Bei Beginn der Entwickeluug kann ein Umschlag mit Sublimatlösimg (1 : 1000) oder Karbollösung (2 0/o) oder ein Pflaster (Empl, adhaesivum) gute Dienste leisten. Später ist Oeffnung des Abscesses und chirurgische Nachbehandlung uothwendig.
Beim Karbunkel kommt es zu umfangreicherer Nekrotisirung des Unterhautbindegewebes mit erheblicher Störung des Allgemeinbefindens.
Itei Thieren zeigt sich, wie schon bei der Akne erwähnt, besonders bei Hunden Funmkulosis ziemlich häufig. Aehnlich wie heim Menschen sind es Stellen, die leicht mechanisch gereizt, werden und zwar besonders durch den Maulkorb bei Hunden und durch das Geschirr bei Pferden. In die so exkoriirten Stellen dringen dann jedenfalls Eitcrstaphylokokken und erzeugen die Entzündung der Talgdrüsen und HaardrUsen, Hei Hunden findet man, wie Fröhner zutreffend beschreibt, an
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i) to auzop, fleus. Feige, von der Aohnlichkeit der Erkrankung mit dem körnigen Innern einer Feige Mcntiim, Kinn öype, Falle, wie Podagra gebildet. 3) = fnrviniciilus von f'urviis, schwarz.
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Anomalien der .Schweiss- und Talgsekictiuii.
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Nasenrücken und Huls, an uniscliricbenon, tlialor- bis bandteUergrossen Hautatellen verdickte, haarlose, geröthete und sobmei'zhafte Hautstelleji, Die Oberfläche dieser Stellen ist wegen der vorhandenen kleinere]) und grössereu Knoten höokeiig, Aus den Pusteln entleert sich auf Druck ein eitriges. Mutiges Sekret. Durch Konflnenz kommt es /u ausgedehnten Erkrankungen der Haut, Zur Therapie ist frühzeitiges
Spalten der kleineren Abscesse und nachfolgende Anwendung von Borsäure, Timniii) Jodoform, Dermatol nöthig.
11.nbsp; nbsp;Milium1). Hautgries, AIsMilium bezeichnet man kleine, grie.skorn- bis hanfkorngrosse Betentionsgesohwülste, welche durch vorübergehende oder dauernde Verscbliessung der Hautfollikel entstehen. Sie entwiokeln sich besonders an den Augenlidern und angrenzenden Tbeilen der Wangen und Schläfen, ferner an den Genitalien, Der Inhalt der Milieu bestellt wesentlioh aus Epidermiszellei) und Fett-bestandtheilen.
12.nbsp; nbsp;Atheroma2). örützgesohwulst. DasAtherom liegt im Gegensatz zu Milium unter der Haut, so dasa die Haut über demselben in der Regel verschiebbar ist. Am meisten finden sich die Atherome am behaarten Kopfe, wo sie bis faustgTOSS werden. Der Inhalt, welcher aus Epidermiszellen, Fettzellen und Chole-stearintafeln besteht, kann auch verkalken und wird von einer Bindegewebsmeinbran umschlossen, Zur Heilung innss der ganze Hack exstirpirt werden.
llci Tlliereil kommen Atherome verhältiiissmässig häufig vor. Man sieht sie beim Binde und Schweine. Häufig gehen sie in vollständige Dermoidcysten über, dadurch dass mehrere Haar- und Talgdrüsenkeinie in einer Cyste vorhanden sind. Beim Rinde, wo sie an den Schenkeln vorkommen, werden sie oft bis kopf-gross und bilden am Vorderknie oft die Grundlage des sog. Kniesc.hwanimsquot;.
Beim Seh wei n kommen sie häufig in sehr grosser Zahl als kleine Cysten vor und wurde dann der entstehende Ausschlag, weil die kleinen Cysten Sohrotkügelchen ähnlich sehen, Schrotausschlag bei Schweinen genannt. Die entstehenden weichen Knölchen enthalten in einer blutig-serösen Flüssigkeit eine schmierig-talgartige Masse und aufgerollte Haare. Die Cysten entwickeln sich ganz oberflächlich und finden sieh vorwiegend an den Ohren, auf dem Kücken und am Kreuz. Zsehokke will in den Cysten regelmässig bestimmte Mikrokokken, Andere (Olt) zu den Protozoen gehörige Gebilde gefunden haben. Bonnet bezeichnet die Krankheit als Hypo-trichosis, die zu den sog. Heinmungsbildungen gehör!. Ln n gers b a u se n fand in den frisch entstandenen Bläschen eine rölhlich gefärbte, klare, nicht fadenziehende und nicht übelriechende Flüssigkeif. Nach laquo;lein Abfluss derselben komm! bei frischen Präparaten eine rothbraune, talgartige Masse zum Vorschein, In welcher bei grössereu Bläschen regelmässig Haare und Elaarstumpfen von verschiedener Länge sich vorfinden. Neben diesen freiliegenden Haaren linden sicli auch auf dem Boden der Bläschen festsitzende und spiralig aufgerollte Haarstümpfe vor. Manchmal laufen die Ilaare auch in bogenförmigen Windungen unter der Epidermis, Lungershausen meint, dass bei dem Vorgange die in der Unterhaul liegenden Haare die Epidermis niehi durchbrechen konnten und hält die BezeichnungHypotrichosis cystikafür zweckmässig.
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i) |j.s)avr).
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äamp;npct
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a'ftsrja, Brei.
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Seh noiiio m iih I, Vorg). Pftthologlcopy;.
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418nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten dor Haut.
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VIII. Erkrankungen der Haare.
1.nbsp; Alopecia') kongenitu. Angeboreue vollständige Haarlosig-kcit. Angeborene vollständige Haarlosigkeit kommt beim Monsohon öfters zm-Beobachtung. Der Zustand bleibt in oilizeluen Fällen Monate raquo;Hier Jahre bestehen, inn dann zur Norm Überzugehen, oder er verändert sieh nicht. Erblichkeit scheint in einzelnen Fällen mitzuwirken. Meist ist Zahnmaugcl mit der Alopecia kongonitfl verbunden.
Bei Tliieren Ist angeborene vollständige Haarlosigkeit ebenfalls öfters gesehen worden. Sowohl bei Pferden wie bei Bindern sind solche Fälle in der Litteratur beschrieben worden. Bei mikroskopischer Untersuchung zeigte sich in einem Falle, dass die Honisehieht der Epidermis theilweise, zwei- bis dreimal so dick als normal und deshalb ein Durchbruch der Haare nicht möglich war. Die Haare waren, wie Bonnet zeigte, jneist rechtwinkelig geknickt und spiralig aufgerollt.
2.nbsp; nbsp;Alopecia areata (Area Celsi, Pelade s, Teigne Pelnde der Franzosen; erworbene, theilweise Haarlosigkeit).
Bei dieser Erkrankung treten besonders auf dem behaarten Kopfe haarlose Stellen auf, die sich allmählich vergrössern. Die Haut ist dabei normal glatt, dünn und ohne Schuppen. Gelegentlich kommen solche Stellen auch im Barte und an anderen Stellen des Körpers vor. Im weiteren Verlaufe, der allerdings Monate und M,ll)s( i#9632;) Jahre dauern kann, belmaren sieh die kahl gewordenen Stelleu wieder vollständig. Kur in seltenen Fällen bleibt die Kahlköpfigkeit bestellen; obwohl manchmal nach vielen Jahren noch Heilung erzielt wird. Bezüglich der Aetiologie scheint in einzelnen Fällen Trophoneurose, in anderen ein epidemisches Anf-treteii ist mehrfach z. B bei Soldaten beobachtel worden Infektion zu Grunde zu liegen. Zur Therapie ist wenig von Bedeutung bekannt. Abreibungen mit 5 0,'oiger Salzlösung werden empfohlen (Michelson). Ferner auch Chloralhvdrat 5,0 Aether sulfur. 25,0 Acid. acet. glaciale 15,0; Chrysarobin, Krolon.
Bei Thieren ist Alopecia areata bei Pferden, Schafen und Hunden beobachtet worden. Beim Pferde sah Pöll, wie heim Menschen, zuerst an kleinen Stellen die Haare ausgehen und später im Verlaufe eines Jahres den grössten Theil dor Haut kahl werden. Bei der Untersuchung zeigte sieh, dass neben Atrophie der Haarzwiebel reichliche schwarze Pigmentbildung au den erkrankten Stellen nachzuweisen war. Auch beim Hunde, wo das Leiden sehr häufig ist, fand Siedam-grotzky die betreffenden kahlen Hautstellen stärker pigmentirt und bei der mikroskopischen Untersuchung neben Atrophie der Ilaare die Zellen des Pete Malpighi mit schwarzen und braunen Körnern infiltrirt, ebenso die Wurzelscbeiden der Haarbälge und die Drüsenzellen der Talgdrüsen. In einzelnen Fällen trat ohne Behandlung nach einigen AVochen wieder Haarwuchs ein (Duschanek). Bezüglich der Aetiologie bestehen gleiche Ansichten wie beim Menschen. Zur Therapie werden Waschungen mit Kautharidcntiuktnr (1 : 5 Spiritus), warme Bäder mit schwacher
Sodalösung) verdünnte Jodtinktur u. dgi. empfohlen.
____________ ________nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; v
i) r' olX(uic*x(a Fuohsräude, Iflckenhafter Hnarwuchs.
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Erkrankiiogen der Haare,
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Beim (xefliigol kommt Fedcilosigkuit nicht selten vor; sowohl nngeboron, wie auch erworben, ohne dass eine direkte Ursache hislier mit Sicherheit nachgewiesen worden ist,
3.nbsp; Aloyevla pltyrodes. Bei dieser Haarkrankheit, deren Aetiologje tlicils
auf Erblichkeit, tlieils auf das Ueberstelien von Infektioiiskriniklieiten zurüokgeftthrl wird, /.eifgt;'t sicli besonders bei Männern von der l'nbertät begbuxeml zunächst An-hfiufuug trockener, weissliclier Schuppen auf der Kopfhmit. Dabei besteht iiiiissijgt;cs Juckgofühl, Nach einigen Jahren zeigt sich besonders in den mittleren Abschnitten der Kopfhaut zunehtnender Haaransfall. An Stelle der alten Haare treten Lanugo-härchen und schliesslich konmit eine sog. Glatzequot; zur Entwlckelung, Die Schuppen-bildung hört dann auf und die Haut erscheint glatt und glänzend.
Therapeutisch ist nach einmal eingetretener Kahlköpfigkeit wenig zu tluiii. Wichtig ist, heim Beginn der Erkrankung die Seborrhoeti kapitis zu behandeln und später öfters Waschungen mit Spiritus sapomitokalinns, mit einem in Salzwasser getauchten Lappen auszuführen.
Bei Thieren ist eine solche Erkrankung bisher nicht beobachtet worden.
4.nbsp; nbsp;Alopecia SymptOmatlkalaquo; Bei einer grosseil Zahl von Krankheiten gehört Haarschwund zu den Symptomen derselben. Neben allen Krankheiten, die mit erheblichen Ernährungsstörungen verbunden sind, kommen in Betracht Typhus, Scharlach, Syphilis n. A. Ferner zeigt sich i in A 1 te r Haarsehwnnd, bedingt durcli mangelhafte Ernährung der Kopfhaut
Hei Thieren ist Alopecia sy m pto m a ti ka ebenfalls seit langer Zeit bekannt bei Pferden, Schafen und Hunden. Im Verlaufe kachektischer Krankheiten, bei Pferden und Schafen nach Aufnahme von saurem Sumpfhen, nach Cirkulationsstönmgen in der Haut, bei einzelnen Infektionskrankheiten (IVlechial-fieber) ist Verschwinden der Haare an einzelnen Körperstellen beobachtet worden.
6. Trichorrhcxis1) nodosu. Mit T. uodosa, einer von Kaposi gewählten Benennung, wird eine Haarerkrankung bezeichnet, bei welcher an den Bai'thaaren und Augenbrauen kleine durchscheinende kugelige Anschwellungen an einem Haarschaft sitzen, der dabei leicht abbricht. Mikroskopisch zeigt sich eine Auffaserung der Haarsubstanz, als ob zwei Pinsel ineinandergesteokt wären. Die Markzellen haben starke Fetteinlagerung, Aetiologisch werden äussere Einflüsse (Beiben der Haare), Erblichkeit, starke Fetteinlagerung beschuldigt. Zur Therapie genügt sorgfältige Pflege (Fetteinreibung) der Haare.
Bei Thieren ist Trichorrhexis nodosa öfters bei Pferden, besonders in der Armee, beobachlet worden. Es erkranken vorwiegend (manchmal symmetrisch und fleckweise) die Haare am Widerrist, an den Lenden, an der Kruppe, an der Mähne und am Sehweife. Aebnlich wie beim Menschen zeigen die Haare in ziemlich regelmiissigen Abständen kleine grauweisse Knöteben ; dabei knicken die Haare leicht ab, erscheinen rauh und (nach einzelnen Beobachtern) wie angesengt. Eine Behandlung des einmal aufgetretenen Leidens ist erfolglos. Beim Haarwechsel tritt meist wieder normales Haar ein. In einem Falle (Kalkoff) erkrankten 14 Pferde, von diesen wurden neun nach sechs Wochen vollständig und fünf wesentlich geheilt nach Waschungen mit 5 0/oigei' wässriger Pyrogallollösung. Nach einzelnen Angaben
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l) pf)$({ von rnjvju'., zerreissen.
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Krankheiten der Haut.
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soll die Erkrankung durch das Putzzeug sowohl auf andere Pferde wie auf das Barthaar der Pferdewärter Übertragbar sein.
6. Hypei'trichosis. Abnorm starke Behaarung kann angeboren oder erworben, universell oder partiell vorhanden sein.
BeiThloren wird Hypertrlohosls oft hei Pferden beobaobtet, wo dann am Kehlgange besonders und auch an den Füssen lauge Schöpfe vorhanden sind.
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IX. Pigmentanomalien der Haut.
1.nbsp; nbsp;Pi^nicntatrophic. Man untersoheidei gegenwärtig zwei Gruppen, angeborene und erworbene Pigmentatrophie, wobei die erste Gruppe die ganze Körperoberfläohe
(Leukopathia kongenita 8, Aihinismiis universalis) oder nur einzelne Stellen der Haut, (Leukopathifl partiaüs) betreffen kann. Beim A.lbinisinus universalis, wobei die Individuen Albinos, Kakerlaken, Dondes, Lenkaethiopes genannt werden, fehlt, jedes Pigment, selbst im Auge und an den Haaren. Aetiologisob Ist die Erblichkeit allein bekannt. Albinisnms partiaüs kommt häufig In dem Verbreitungsbezirk eines Hanluerven vor. lOrworbene Pigmentatrophie ist im Verlaufe mancher Hautkrankheiten ZU beobachten. Bei VitiligO'1) entstehen scharf begrenzte weisse Flecke, die sich stetig vergrössern, wobei gleichzeitig die auf diesen Stellen wachsenden Haare pigmeutlos bleiben. Vitlligo zeig( sich oft im Verlaufe akuter Infektionskrankheiten (Febris ivkurrens, Skurlatina, Typhus u. s. w.).
Bei Thieren sind gleiche Zustände bekannt. Erworben wird die Pigmentatrophie sehr häufig nach Anwondung scharfer Salben, nach Druck (in den Geschirr-und Sattellagen).
2.nbsp; nbsp;Plgmentliypertropllie. Es handelt sich dabei meistens um angeborene unischriebene Vermehrungen des Pigments, wobei Korium, Papiliarkörper und Horn-schicht der Haut hypertrophisch sein können. Als Epheliden (Sommersprossen, taches de ronsseur) kleine, meist hanfkorngrosse Pigmentflecken, lt;lie sich fast aus-sehliesslich an ynbedecklen Körperslellen entwickeln, gelbbraun oder dunkelbraun und nie hol der Geburl vorhanden sind, sondern meist erst im 6. bis 8. Lebensjahre während des Sommers hervortreten. Die Anlage dazu scheint nur angeboren zu sein. Manchmal zeigen sich gleichzeitig mclanotische Geschwülste an inneren Organen. Zur Therapie werden Einpinsehingeii mit 12 (,'oigei' Snblimallösung oder Kxstir-patiou der betreffenden Stellen empfohlen.
Erworbene Pigmentirungen, oline Anlage dazu, kommen bei einer Reihe physiologischer und pathologischer Zustände, nach Aufnahme gewisser Medikamente und nach einzelnen Hauterkrankungen vor. Das Chloasina gravidarnni oder Chloasma uterinum bildet sich an Stirn- und Schläfengegend bei Sexualerkrankungen der Frauen. Die näheren Ursachen sind bisher nicht bekannt. Ebenso zeigt sich Chloasma kachekt ikornm im Verlaufe erschöpfender Krankheiten (l'hthise, Syphilis). Sehliesslich treten l'lgmenlirnngen auf nach längerem Arsen-
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l) Vithiin, Fehler; Vitlligo, Kälboitleck,
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i'igmuntanoinalion der Häuf.
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gebrauch, bei ohronisohen Hyperämien der Haut, naoh Anwendung von Sonfteigen, Jod, Kautharideu, Gbiysarobin u. s. w. Ferner tritt mich Plgmontirtmg naoh Einwirkung fremdartiger Farbstoffe (Ai'lt;gt;'. nitrikum) ein,
]}(!i Tin ereu werden gamp;legeutlioll iihidiche Beobachtungen iiher Pigmentquot; hypertropbie gemacht So wurde u, A. (von Megnin) bei einem Kalbe gelblich-weisser Farbe sowohl in der Muskulatur des ganzen Körpers wie auch in den Organen, auf den serösen Auskleidungen der Brust- nnd Bauchhöhle isahlreiohe schwarze, mattglänzende Pigmentfieoke beobachtet. In Schlachthäuser sidi Ich bei
Bindern sehr oft die hinteren Abschnitte der Zunge, den Kehldeckel, das Innere des Kehlkopfes bei sonst gesunden Thieren mit dunklen Flecken besetzt. Ebenso sieht man solche Pigmentirungeii an den Häuten des Gehirns und Rückenmarks.
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Am Schlüsse des Abschnittes über nicht parasitäre Hautkrankheiten möge noch ganz allgemein auf die Behandlung derselben durch innere Mittel hingewiesen werden, worauf beim Menschen Jessner, bei Thieren neuerdings wieder Scliindeika aufmerksam gemacht hat. Wenn die Mensehen, sagt Jessner, dnen Hautausschlag bekommen, dann holen sie sich zunächst ein ordentliches Abführmittel, Blutreinigungs* tbee, Bitterwasser U, dgl. Es beweist dieses, dass im Volksglauben und derselbe enthält unter vieler Spreu so manches Körnehen Gold eine jede Hautanomalie im Blute ihre Ursache bat, d. h. vornehmlich im Magen und auch im Darmkanale. Als solche Hautkrankheiten nennt man Herpes facialis, die Ervtheine der verschiedensten Art, die ürtikarla, gewisse Ekzeme, Pruritus, Purunkulosis u. dgl. Singer hat dann in einer Arbeit über den sichtbaren Ausdruck und die Bekämpfung der Darmfäulnissquot; den Beweis erbracht, dass eine vermehrte Darnifäulniss sich häufiger vorfindet, als im Allgemeinen angenommen wird. Singer hat dann weiter gefunden, dass bei einer Gruppe von Hautkrankheiten die Zeichen einer gesteigerten Darnifäulniss mit grosser Begehnässigkeit auftreten und mit dem spontanen Ablauf der Hautaffektion wieder zurückgeben, während umgekehrt Massna Innen zur Bekämpfung der Darmstörung einen nicht zu verkennenden Finf'luss auf die Hauterkrankung ausüben. Singer hat dann eine Art von Therapie versucht, mit welcher eine Heilung oder doch meistens Besserung der Hauterkiankung erzielt wurde. Als Darmantiseptikmn wurde von Singer Menthol benutzt
Scbindelka bat nun Versuche bei hautkranken Hunden darüber angestellt, ob es nicht gleichfalls gelingt, durch die Behandlung des Darinieidens auf das Hautleiden einzuwirken und dabei gefunden, dass das Resultat im (irossen und Ganzen zufriedenstellend, in einzelnen Fällen überraschend gut war. Zur innerlichen Behandlung wurde verwendet ein Gemisch von gestossener Zimmtrinde mil Pfeffer-niinzöl im Verhältnisse von 1 g zu (i Tropfen oder ein Gemisch von lü g ebensolcher Zimmtrinde, 1,5 Eukalvptol und 30 Tropfen Pfefferniiiizöl, Die Tagesdosis betrug je nach der (Jrosse des Hundes 1,55,0 g dieses Geinisches In fünf Finzel-dosen verabreicht.
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X. Durch pflanzliehe Parasiten hervorgerufene Krankheiten
der Haut.
1. Favus1). Tinea favosa. Erbgrind.
n) B ei m Men sehe n.
Wesen. Unter Favus versteht mau gegemvftlidg eine Erkrankung dor Haut, der Ilaniv, selten der Nägel, welche unter der Einwirkung eines in die betreffenden Gewehe eingedrungenen Pilzes, des A eh o rio n a) Seh ö nl ei n i i entstellt und durch das Auftreten von linsen- bis markstiickgrosseii, anfangs schwefelgelben Scheiben (Skutuliuii), die an den behaarten Stellen von einem ITaare durchbohrt sind, charakteiisirl ist. Später werden die Stollen graugelb und kahl.
Die Krankheit ist von Mensch auf Mensch, sowie von Mensch auf Thiel' (Hühner, Mäuse, Katzen, Kaninchen und Hunde) und umgekehrt übertragbar. Ocstlliclitliches ami HakteriologiHchcs. Die Krankheit scheint auf der ganzen IDrdoberfläohe vorzukommen und besonders unter der jttdischen Bevölkerung ßnsslands, Polens, (iiiliziens zeitweise sehr verbreitet gewesen ZU sein. Krttlier war man von der Vor-erbbarkeit des Hautleidens Überzeugt daher Erbgrindquot;, liis (1829) Mähen die kon-tagiöse Natur erkannte und das früher Übliche Verfahren, eine Pechkappe zu tragen, beseitigte. Favus ilaquo;t auch diejenige Krankheit, hei welcher zuerst pflanzliche Parasiten, and zwar von Schönlein (1839) gefunden wurden. Der Pilz wurde dann von Reinak Achorion Schönleinii genannt. Quinoke, der, wie Grawitz, l;una u. A. die Biologie des Pilzes näher studiite, glaubt, dass mehrere Arten von FaVUSpilzen vorhanden seien; eine Ansicht, die von Unna getheilt, von Anderen bestritten wird. Sabrazes ist der Meinung, dass die Krankheitserreger des Menschen, der Hühner und des Hundes nicht identisch, sondern drei verschiedene Arten seien. Der Pilz gedeiht bei Zimmer- und Bruttemperatur; das Temperatur-optimum liegt bei etwa 30deg; 0, Gelatine wird durch den Pilz langsam verflüssigt. Die Pilze bilden ein ansserordentlich dichtes Mycelgeflecht aus kurz verzweigten, mit vielen Biegungen verlaufenden Fäden, die vielfach kleine runde Auftreibungen haben. Dazwischen liegen runde oder ovale, manchmal nicht ganz regelmässig geformte Sporen (Gonidien) oft in grossen Massen; meist in kleinen Ketten ziisainniengefügt. Die Pilze entwickeln sich, besonders im Stratum Malpighl der Epidermis, umspinnen in die Haarbälge eindringend das Haar, ohne jedoch in der Regel bis in das Korium einzudringen. Zur mikroskopischen Untersuchung genügt heim Menschen das Kinlegen eines Paitikelchen einer Scheibe in Wasser und Glycerin, bei Thieren legt man die Borken in verdünnte Kalilauge, dann in Ammoniak und zuletzt in Glycerin (Neumann).
Aetiolosic Dass der Pilz die Ursache der Erkrankung ist, muss jetzt als erwiesen angesehen werden. Allein die Ansteekinigsfäbigkeit ist trotzdem keine erhebliehe. Meist erkranken jugendliche Individuen. Seherwell konnte in einer grösseren Zahl von Fällen nachweisen, dass seine Patienten Favus von Katzen oder Hunden, Mäusen oder Ratten empfingen. Die Katzen und Hunde inl'izirteu sieh durch Mäuse; die Menschen durch die Letzteren als Schoossthiere imd Bettgenossen.
Symiitunie. Als erste Erscheinungen zeigen sich kleine gelbe Punktchen unter der Epidermis, meist um ein Haar herum. Später bilden sieh gelbe Scheiben, die im Centrum eine Depression zeigen. Dann, nach Maceration der Epidermis, werden diese Scheiben grau, mörtelartig. Meist konimt Favus auf dem behaarten Kopfe vor. Die Haare werden allmählich matt, glanzlos, splittern leicht und brechen
i) Favus, die Honigwabe. -) o xy.quot;'1''! Grind.
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Durch pttanzliche Parasiten horvorgerufone Krankheiten der Haut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 428
ab. Oft ist die Kopfbaut mit festen gelben Sobuppenmassen bedeckt. An der Haut des übrigen Körpers ist Favns selten ; nur in venmeblässigteii Fällen ist der ganze Körper und sind auch die Fingernägel (Onyehomykosis favosa) ergriffen An den letzteren, welche bröckelig und verdickt erscheinen, zeigen sieb tnnseliriebene gelbe Einlagerungen, Uns Allgemeinbefinden ist, abgesehen von dem anfänglieb bestehenden Juckgefühl nicht gestört. Der Verlauf kann sich viele (20 30) Jahre hinziehen.
Therapie. Die Behandlung ist inühsam und oft wenig erfolgreich. Zunächst ist Entfernung der Borken oder Skutllla durch reichliche Einölung und nachfolgende starke Seifenwasohung noting. Dann werden die erkrankten Stellen mit Kalicyl-säure, Sublhnatspiritus (1:100), 5 0/oige Na))htholsalbe, 10 0/oige Chrvsarobinsalbe, Schwefel, Sdvwefeltheerseife, oder mit grauer Salbe öfters gründlich eingerieben. Zur gri'mdlicben Behandlung sind Monate erforderlich.
b) Bei Tb ieren.
Uei Thieren wird die Erkrankung Erb- oder Wabengrind bezeichnet und beim Geflügel Kanungrind, Hiihnergrind, weisser Kamm genannt. Die Erkrankung ist ausserdem bei Pferden, Hindern, Hunden und Katzen, Mäusen, Hasen und Kaninchen beobachtet. Unter den Hühnern werden besonders die Cochinchinas und die Brahmas befallen.
Aetiologie. Bezüglich der Entstehung lehrten die Versuche von Gerlach, dass eine Uebertragung des Hübnerfavus auf Pferde, Hunde und Kinder nicht möglich ist; auch konnte Schütz Reinkulturen von Favns nur auf Hühner, nicht aber auf Hatten, Meerschweinchen, Tauben und Mäuse übertragen. Katzen dürften sich tun ehesten durch den Genuss favuskranker Mäuse infiziren. Sa brazes kommt auf Grund seiner Versuche m dem Ergebniss, dass die Pilze nicht identisch, sondern Favus des Menschen, der Hühner und des Hundes drei verschiedene Arten darstellen. Alle drei Arten gedeihen bei 2537 0 in Kulturen gut, diejenigen dew Hundes und der Hühner wachsen noch bei 13 0, diejenigen des Menschen nicht. Eehertragungsversuche mit dem Filze der Hühner auf Menschen gelangen auch Sabrazes nicht. Der Favuspilz laquo;los Hundes färbt Gelatinekulturen braun und verflüssigt die Gelatine. Alle drei Arten sind morphologisch und biologisch sehr konstant, so dass nach Ueberimpfutig auf verschiedene Thierarten die betreffenden Pilze in Kulturen wieder ihre charakteristischen Merkmale zeigen.
Symptome. Bei Hunden und bei Katzen entwickeln sich, ähnlich wie beim Menschen, graubraune, graugelbo, innen mehr schwefelgelbe Borken von schüssel-förmiger Form, welche die Grosse eines Zwanzigpfennigstückes erreichen. Manchmal sind dieselben (nach Saint-Cyr) mörtelartig zerklüftet, blättern später ah und lassen kable Stellen zurück. Man beobachtet die Erkrankung besonders am Kopfe, dann auch am Bauche, an den Hinlerschenkeln, bei Katzen in der Umgebung del' Krallen und an den Obren! Meist ist nur im Anfang des Ausschlages geringer Juckreiz Vorhanden. Bei Pferden, WO sicherlich bisher oft Verwechselungen mit Herpcs tonsnrans vorgekommen sind, verbreitet sich die Krankheit manchmal s(reifenartig, dabei verbreiten die Thiere einen eigenartigen, an Kubkäse erinnernden (iernch.
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Beim Geflügol /eigen sich am Kanune und an den Ohrläppohen kleine, nllmiililifli sieh ver^rössernde welsse Flecken, die als woissgraue Beläge sichthm-werden. An diesen Stellen fallen die Federn aus. Im weiteren Verlaufe findet man die Flecken auch an anderen Stellen des Körpers, die Federbälge von den Pil/,-inassen umsponnen und später scheibenförmige Auflagerungen mit deutlich centralor Vertiefung zurücklassend. Schliesslich tritt Abmagerung und parenehymatöse Erkrankung innerer Organe ein, die Thiere verbreiten einen moderigen, schimmeligen Geruch. Bei Pferden und Hunden ist der Verlauf günstiger.
Diagnose. Die Feststellung kann durch Verwechselung mit Herpes Schwierigkeiten bieten, wenn übersehen wird, dass bei Favus schiisselförmige, aus zahlreichen l'ilzfädeu bestehende Borken vorhanden sind, während solche Bil/.anbäufungen bei Herpes tonsmans fehlen.
Therapie. Nach Entfernung der Borken (durch Bestreichen mil grüner Seife) wendet man pilztödtende Mittel (Sublimat, Kreolin, Lysol, Karbolsäure) an. Jodtinktur rein oder mit Spiritus verdünnt, Salicylsäure (1 : 10 Spiritus), Ichthyol (1:710 Ung. paraff.) wird gleichfalls empfohlen. Beim Geflügel wird (von Zürn) Benzin oder Karbolsäure mit Sehmierseife zur Salbe (1 : 20) zur Einreibung benutzt; ebenso die weisse Bräcipitatsalhe.
Prophylaktisch ist natürlich erforderlich, Stallungen, Lagerstätte, Geschhr-llieile gründlich ZU reinigen und zu desinfiziren. Die mit der Behandlung der Thiere beschäftigten Personen müssen gleichfalls Vorsicht üben, um sich nicht selbst zu infiziren.
Im Anschluss sei noch erwähnt, dass Ercolani (1876), wie beim Mensehen eine Onychoinykosis favosa bekannt ist, so auch bei Pferden ehie Onychomykosis des II ufhorns beschrieben hat, wobei die Pilze Achoriou kerutophagus genannt in das Hufhorn eindringen und hohle Stellen durch Störung der Verbindung zwischen Horn und Fleischblättchen erzeugen sollen. F]s ist fraglich, ob die gefundenen Pilze nicht zufällig nach Entstehung der hohlen Wandquot; erst eingedrungen sind.
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2. Herpes1) tonsurans. Ringflechte.
a) Beim Menschen.
Wesenlaquo; Bei dieser Erkrankung handelt es sieh um Wucherungen in der
Ilanl und ihrer Anhangsgebilde (Haaren und Nägeln), die hervorgerufen werden durch den von G ruby (1844) und Ma Im ste n (1845) entdeckten Pilz, Trieho-phyton tonsurans.
(ieschielitliches und Bakteriologisches. Die Hauterkrankung wird besonders hiiutig in tropischen bündern beobachtet, wo sie oft einen endemischen Charakter zeigt. Höhere Temperatur und Feuchtigkeit sind für die Existenz und Verbreitung von Herpcs tonsurans raquo;ehr günstig, deshalb steigert sich das Vorkommen der Krankheit in der Uegen-und heissen Jahreszeit
Das mikroskopische Verhalten der Pilze gleicht sehr dem Favuspüz. Ebenso haben die künstlichen Kulturen beider Pilze grosse Aehnlichkeit. Der Horpespilz verflüssigt
i) ipitoj. kriechen.
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(nacli Grawitz) die Gelatine schneller aln der Favuspilz. Auf Agar-Agar bildet Tricho-phyton einen Easenüberzug, wahrend Favns eine Sternform zeigt. Bei der mikroskopi.schen Untersuchung zeigen sich aus kurzen Gliedern zusammengesetzte, langgestreckte Hyphen, die wenig gebogen und enge Seitenäste besitzen, die üonidien sind rund oder oval, stark glttnzend und scharf konturirt. Die Oonidien sind meist zahlreicher vorhanden als die Hyphen. Die Sporen (Gonidien) sind ausserordentlich resisteut und bleiben über ein Jahr keimfähig (Siedamgiotzky). Der Pilz vegetirt vorwiegend in den Hnarbälgen und im Haare selbst. Da die Durchmesser der Sporen und Hyphen nicht bei allen Thieren gleich sind, selbst bei demselben Thiere verschieden sind, glaubte Mögnin, dass verschiedene Arten, eine besondere beim Pferde und Kinde, vorkommen. Die Pilze lassen sich am besten nach Aufhellung In einer lOprozent. Lösung von Kali kauatikum bei 300 400facber Ver-grössonmg auffinden. Auch beim Menschen hat Sabonraud eine grosssporige und eine kleinsporige Varietät, des Pilzes auf (inind seiner Beobachtung und der Tbatsacbe unter-schieden, dass die klinischen Bilder, unter denen Heipcs tonsurans auftritt, sehr verschieden sind.
Aetiologil'. Herpes tonsiiriuis ist eine verliältiiissmässig leicht übcrtrugbiiiv Krankheit, wie dureb ssahlreiche absichtllohe lind unftbsiohtliohe Uebertragungeu auf Menschen und Thiere und umgekehrt festgestellt Ist, Oft wird wohl der Pilz gelegentlich des Rasirens übertragen und ist deshalb auch die Lokalisatton im Gesichte eine sehr häufige. In Schulen, Kasernen kann oft eine epidemische Verbreitung vorkommen. Dumpfe feuchte Wohnungen und oberflächlich macerirte Hautstellen können die Gelegcidieitsinsncbe für die Ansiedelung des Pilzes abgeben,
Symptome und Verlauf. Die Pilze wuchern meist nur in den oberflächlichen Schichten der Hunt und erzeugen hier eine Abschuppung mit massiger entzündlicher Schwellung, selten mit Exsudatbildung. Auf dem behaarten Kopfe entstehen kleinere und grössere (bis 4 cm grosso) Scheiben. Die Haare werden brüchig, glanzlos, brechen ab und der Haarboden ist mil fest anhaftenden weissen Schuppen bedeckt. In der Umgebung der Krankheitsherde bilden sich kleine Bläseben, nach deren Plätzen bräunlich gefärbte Krusten zurückbleiben. Bei Erkrankung der Nägei werden dieselben brüchig und rissig, zeigen mmgelmässige Verdickungen und eine graue Färbung (Onycbom vkosis trieh ophytina). Meist werden nur die Fingernägel ergriffen. Hei der Erkrankung des Bartes kommt es oft zum Auftreten von Aknepusteln (Sykosis purasitaria).
An der nicht behaarten (nur mit Liinugoliärchen besetzten) Haul tritt Herpes entweder cirkumskripl und langsam verlaufend oder über den ganzen Körper vertheilt und schnell verlaufend auf. Bei Herpes tonsurans oirkumskrlptUS bilden sich kleine rothe Flecken, später auch grössere Herde, die nach missen dureb die den einzelnen Kreisen entsprechenden Bogen begrenzt werden. So kommt es ZU einer eigentümlichen, in den Tropen oft beobachteten Ringbildung (Herpes tonsurans vesikulosns). In anderen Fällen bei der disseminirlen Form (Herpos tonsurans makulosus) entstehen runde, stark juckende, geröthete Flecken am Nacken, Hals und Gesicht, sowie an anderen Tbeilcn des Körpers. Diese Form wird von Einzelnen als Pityriasis rosea und nicht als Herpes tousurtins bezeichnet,
Etwas verschieden sind die Erscheinungen, wenn ein ähnlicher Pilz sich in der Umgebung der Genitalien, des Afters, in den Achsolhöhlen, in den Hantfallen fettleibiger Personen loknlisirt. Man spricht dann von EkzPlIia margiiiatiini und nimmt an, dass es sieb vielleiohl um einen dem Herpes sehr ähnlichen Pilz Mikrosporon minutissiinum handeln könnte, Iv sind besonders Stellen, die
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leicht cxkoriiivn und (Imicrnd der Einwirkung feuohtei' Wurme iiii.slt;r('S('t/-t sind. Es bilden sich neben Blüschen mich Knötclien und spähT Ekzeme und VerdioklUlg
der erkrankten Hani. Wahrsoheinlioh Ist diese Erkrankung zur Pityriasis versikolor
zu rechnen.
Dor Verlauf ist je nach den Können sehr verschieden. Herpes vesikulosus kann sich Wochen und Monate lang hinziehen, ohne dass die ganze Körperoberfläche ergriffen wird. Bei Herpes tonsunins makulosus kann In 4(i Wochen die Eruption beendet sein; In anderen Fällen können Jahre vergehen. Bei Erkrankung der behaarten Körpertheile (Kopf und Bart) zieht sich die Erkrankung manchmal Jahre laug hin, bis Heilung eintritt.
Therapie. Zunächst wird Sapo kaiinns, ('luysarobin (1:5 als Salbe) oder mit Trauinaticin (1 : 10) angewendet. Dann werden pilztödtende Mittel, Sublimat, Naphthol (1 :6) (besonders bei Ekzema inarginatum), Karbolöl (5:100) eingerieben; auch die von Hebra modifizirte Wilkinson'sohe Salbe (01. Rusqi Flor. sulf. äa 10,(J Sapon. kali. Vasel. flav. aa 20,0) wird empfohlen.
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1)) Bei Thieren.
Hei Tliieren ist Herpes tonsunins am häufigsten beim Kinde, dann beim Hunde, seltener bei Pferden, Schafen, Ziegen, Schweinen, Katzen und beim Geflügel beobachtet worden. Die Erkrankung wird in der Litteratur als Glatzflechtequot;, Ringflechte, kahlmachende Flechte, Borkenfleohte (Denuntoinykosis tonsurans. Tinea dekalvaas, l'ruiigo dekalvans, Tinea skutellala) bei Kälbern als Teigmal, Teigniaul, Teiggrind, bei Liimmeru als Lämmergrind, bei Ziegen als Qaisgrind beschrieben. Oft sind aber wohl Verwechselungen mit Favus vorgekommen, wo die Bezeichnung skutellala angewendet worden ist.
Aetiologie. Gorlaoh lehrte durch seine Untersuchungen (1857), dass auch bei den Hansthieren Trichophyton tonsurans die Ursache der Erkrankung ist. Die üebertragung erfolgt selten direkt durch Berührung der kranken Thiere, häufiger durch das Putzzeug, durch Geschirr und Decken, bei jungen Thieren aber wohl oft direkt durch das Saugen. Vielfach sind ganze Stallungen infizirt. Die Verbreitung in einem Dorfe erfolgt auch durch den Weidegang der Thiere. Auf Kaninchen kann die Erkrankung durch Impfung tibertragen werden. Pferde werden wahrscheinlich durch Kinder infizirt. unter Bindern kommt die Erkrankung in einzelnen Ländern (Holland, England, Schweiz, Frankreich) oft sehr verbreitet vor.
Aul den Menschen wird die Erkrankung in vielen Fällen heim Putzen und Behandeln, vielleicht auch beim Schlachten und Abhäuten krankor Thiere übertragen. Oft erkranken sännntliche Mitglieder einer Familie, wo sich kranke Thiere (Hunde, Rinder) auf dem Gehöfte befunden haben.
Symptome und Verlauf. Im Allgemeinen zeigen sich im Anfange der Krankheit haarlose oder nur mit wenigen Haaren besetzte, rundliche oder zuweilen zusamineiifliessende Flecke von der Grosse einer Linse bis zu der eines Fiinfniark-stücks. Vorwiegend wird der Kopf, der Hals und die Extremitäten ergriffen. Beim Pferde kommt die Erkrankung vorwiegend am Rücken in der (Jcgeud der Sattellage, dann auch am Halse und gelegentlich mich am Kopfe vor. Ks eilt-
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stehen ziemlieh regelmässig geformte, vorwiegend kivisrumle Flecke bis Markstück-grössc und diirüber, auf welchen sich die. Haut stark abschuppt, die Haare ausfallen und sieh im weiteren Verlaufe kleine Borken bilden, die nach 46 Wochen abfallen. Die später nachwachsenden Haare sind nianchnial etwas dunkler gefärbt als die alten (Fried berger). Beim Kinde entwickelt sich die Hauterkrankimg vorwiegend an den oberen Abtheilungeii des Körpers, besonders am Kopfe, au den Lippen und am Halse. Die erkrankten, kleinen, runden Stellen werden allmählich kahl, bedecken sich mit grauweissen Schuppen und später mit asbestähnlichen Borken. Durch Konfluenz der markstückgrossen Stellen können lellergrosse Flecken entstehen, auf deren Borken noch einzelne Haare sichtbar sind. Unter den künstlich entfernten, meist ziemlich festsitzenden Borken ist die Haut geschwollen, blutig, theihveise mit einer klebrigen, eitrigen Flüssigkeit bedeckt und zahlreiche, geschwiirs-ähnlicbe Gruben enthaltend, entsprechend den zu Grunde gegangenen Haarfollikeln. Im weiteren Verlaufe des Ausschlages, der (i 12 Wochen und darüber (bei schlechter Pflege bis ein Jahr) dauern kann, tritt unter der Borke Heilung ein, nach welcher dann die Borke abfällt, einen kahlen, allmählich mit Haaren sich bekleidenden, leicht glänzenden Fleck zurücklassend. Bei s äugen d e n Tb iere n (Kälbern, Lämmern, Ziegen, Schweinen) lokalisirt sich der Ausschlag vorwiegend in der Fm-gehung des Maules (Teigmaul, Maulgriud genannt). Es entstehen dann runde, grindartige Auflagerungen an den Lippenrändern und im Gesicht, manchmal auch über den ganzen Körper zerstreut, welche im Wesentlichen aus trockenen, kleien-ähulichen Schuppen bestehen, ans denen die durch die l'ilze zerfaserten Haare herausrageu (Hahn). Der Verlauf ist langsam. Beim Hunde kommt die Fr-krankung am häufigstem am Kopfe und an den Kxtremitäten, selten am ganzen Körper vor. Mit rundlichen, scharf umschriebenen, vereinzelten, kahlen Flecken beginnend, entwickeln sich später grössere, rundliche und längliehe, durch Konfluenz zu grossen Flecken sich vergrössernde Stellen, die am zahlreichsten am Kopfe, in der Umgebung der Lippen und der Augen sind. Im weiteren Verlaufe sieht man dann je nach dem Sitze und der Thierart, dem Alter des Prozesses ohne besondere Veränderungen an der Haut oder nur mit dünnen, grauen Schuppen bedeckt wieder Heilung eintreten, oder es bedecken sich die kranken Stellen mit dicken Krusten, unter welchen die Haut kupfermtb bis bnmuroth gefärbt und mit vielen hirsekorn-grossen Kuötchen (geschwellten Haarfollikeln) bedeckt ist (Fried he rger). In Folge des Scheuerns kommt oft sekundär ein Ekzem hinzu.
Beim Schafe verfilzt sich die Wolle über den borkigen mit Schuppen he-selzten, stark juckenden Stellen, welche am Halse, an der Brusl und auf dem Rücken zur Entstehung kommen.
Beim Geflügel, WO diese Hautkrankheit selten vorkommt, lallen die Federn
aus und es bilden sich kahle Stellen an verschiedenen Stellen des Körpers.
Die IHagnosc ist meist erst durch den mikroskopischen Nachweis des Pilzes sichergestellt, daneben sind jedoch auch die Form des Ausschlages, die asbestartigen Schuppen, der sehr geringe duckreiz und die erhebliche Kontagiosität charakteristisch.
Die Prognose ist günstig, weil nach einer rechtzeitigen und zweckmässigeu Behandlung in verliältnissmässig kurzer Zeit Heilung eintritt.
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Die Therapie wird in der Hauptsaohe wie beim Menschen durchgeführt. Beim Rinde wird man nur die Anwendung der Quecksilbersalben zu vermeiden haben. Vorwiegend kommen zur Anwendung Jodtinktur, Naphtholsalbe (1 : 10), Kreolinsalbe, Jodoform und Sublimatsalbe, Theer mit Spiritus oder grüner Seife (1: 100); daneben Wa.schungen des Körpers mit Siiblimntlösiiiigen, Kupferlösungen, l-ivsol; Outler empfiehlt Einpinselmigen, jedoch nur der erkrankten Stellen, mit Acid. karl). kryst. Tinkt. Jod. off. Chloral, hyd. aa. Kaoh einer eutzi'mdlichen Schwellung tritt Heilung ein, wobei die neuen Haare etwas dunkler als die alten sind.
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3.nbsp; Pityriasis versikolor.
Es handelt sich dabei um eine durch einen im Jahre 1846 von Eichstedt entdeckten Pilz Mikrosporon furfur hervorgerufene Hauterkrankung, bei
welcher eine herdweise auftretende, meist über grössere Flächen nuregelmassig verbreitete Verfärbung oberster Hautschlohten auftritt. Am meisten wird der Rumpf, seltener Hals, Oberschenkel und Oberarm befallen; fast, nie das Gesicht. Die hellbraunen, manchmal röthlichen, leicht prominirenden Flecken werden von Laien auch Leberfleckenquot; genannt. In den abgekratzten Schuppen kann man nach Kalilauge-zusatz bei SOOfacber Vergrösserung die kurz verzweigten Mycelien des Pilzes erkennen. Der Verlauf der Krankheit, die Übertragbar ist, kann viele Jahre dauern, da oft Recidive auftreten. Zur Behandlung werden Schwefelbäder, Einreibungen mit Sublimat, Kaliseife, Chrysarobin, Schmierseife u, dgl. empfohlen.
Bei Thieren ist Pityriasis versikolor bisher nicht beobachtet worden.
4.nbsp; Impetigo kontagiosa.
a) Beim Menschen,
Alslmpetigo kontagiosa wird beim Menschen eine Hautkranklieit bezeichnet, die ebenfalls parasitären Ursprungs ist, wo aber die Pilze noch nicht nachgewiesen sind. Die Hauterkrankung lokalisirt sich vornehmlich auf dem behaarten Kopf, ferner im Gesicht, auf den Handrücken und den Vorderarmen, selten auf den ständig bedeckten Theilen dos Rumpfes. Es entstehen dabei nach Lesser auf gerötheter und infiltrlrtor Basis kleine, prall gefüllte Bläschen, tue sich bald in miide flache und schlaffe Blasen bis FünfpfeunigstUokgrösse und darüber verwandeln, deren Inhalt bald eitrig wird und nach dem Platzen der Blasendeeke zu einer dicken, gelben oder grünlichen Borke eintrocknet, Auf dem behaarten Kopfe entstellen kleine, gelbe oder gelbgrüne, die Haare yerklebende Borken, nach deren Ablösung nässende Stellen zu Tage treten. Oft konfluiren mehrere Blasen und es liissl sich dann das peripheriselie Fortschreiten bei eentraler Abheilung deutlich beobachten, wobei dann ringförmige Blasen und Borkenwälle gebildet werden, die fiinfmarkstüekgross und grosser werden können. Das zeigt sich besonders, wenn der Rumpf ergriffen ist. Der Prozess verläuft sehr oberflächlich, denn nach einigen Tagen fallen die Borken ab, es zeigen sich rothe Stellen, die nach weiterem Verlaufe einer Woche das normale Aussehen erlangen. Der G esammtverl auf
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Durch pflaozllohe Parasiten liervorgerufeno Krankheiten der Haut.
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zieht sich jedoch wegen der fortgesetzten Elaseimachschiibe oft Monate hin. Dns A llgemeinhef inden ist moist gar nicht gestört. Die Krankheit kommt oft bei Geschwistern, in der Schule und am meisten bei Kindern und jugendlichen Personen der ärmeren Volksschichten vor. Für die Ko n ta gi o si tat spricht das epidemische Auftreten im Anschluss an Vitcciuation. Eine Verwechselung mit Pemphigus ist hei starker Entwickelnng der Blasen möglich. Allein es fehlt bei Pemphigus die Kontagiosität und bei Impetigo kontagiosa die grosse Blasenbildung, Dagegen ist eine Verwechselung mit Herpes tonsurans leicht möglich.
Die Behandlung ist einiiieh. Es genügt schon die Einreibung einer indifferenten Salbe.
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b) Bei Thlere u.
Bei Thieren ist llUV beim Pferde eine Hauterkrankinig bekannt, die mit Impetigo kontagiosa des Menschen viel Aehnlichkcit hat und deshalb auch von Schi ndel k a (1883) als identisch mi t Impetigo kontagiosa des Menschen be/eichnet worden ist. Es handelt sich um eine Erkrankung, die in der Tliier-medizin unter den Namen englische oder kuniulisehe (amerikanische) Pferdelaquo; pucken, Derma til is kontagiosa pustuIosH, Akne kontagiosa equorum bekannt ist.
GtasohlohtUohes und Bakteriologisches. Die sogen, englischen Pferdepopken, von Axe (1879) Dermatitis kontagiosa pustlllösa kanadensis genannt, wurde nach England ans Kanada im Jahre 1877 eingeschleppt. Von England ans wurde die Krankheit, welche mit den eigentlichen Pocken dos Pferdes nichts gemein hat, noch nach verschiedenen Ländern Europas verschleppt und nun näher studlrt. Wie Friedborger angiobt, ist die Erkrankung schoii früher (1S41) In der französischen Armee beobachtet und von U o u x näher stndirt und als ansteckender Tuherkelausschlag'1 bezeichnet worden. .Schindelka hat dann (1888) auf Grund seiner Studien erklärt, (lass es sicli um eine mit Impetigo kontagiosa des Menschen identische Krankheit handele und dabei wohl auch das Richtige getroffen. Später halten dann Siedaingrotzky (1884), Grawitz und Dieckerh off (188-quot;)) weitere Studien angestellt.
Nachdem schon Axe erklärt hatte, dass bei der Erkrankung pflanzliche Parasiten das Wesen der Ansteckung ausmachen, lehrte Schindelka, dass im Eiter und in den Krusten regelmässig Mikrokokken vorhanden sind, die mit Anilinfarben leicht färbbar sind. Siedamgrotzky glaubte, es seien Diplokokken; er konnte die Krankheit durch Impfung auf Pferde, Ziegen und Kaninchen übertragen und sah bei Kaninchen und Moerschweiiichen malignes Oedem und Septikämie auftreon. Dieckerhoff und Grawitz gelang es dann, die Organismen der Akno kontagiosa, von ihnen ,Aknebacillenquot; genannt, rein zu züchten. Grawitz fand iu den eingetrockneten Schorfen die spezifischen Krankheitserreger, von der halben billige eines Tnberkelbacillus und der ungefähren Grosse von 0,2 Mikroni. Durch Theilung zerfallen die Organismen in länglich ovale oder runde Kügelchen, die sich dann zu 2 oder 4 vereinen und runde Kügelchen bilden. Sehr leicht gelingt eine Färbung in wässerigem Kuchsin. Durch Grawitz wurde ferner festgestellt, dass die Krankheitserreger am besten auf erstarrtem Hinder- und Pferdeblutserum bei 37quot; C. gedeihen. Unter 17deg; ('. hört die Entwickelnng auf. In trocken aufbewahrten iMterschorfen bleiben die Organismen lange Zeit keimfähig; uucli nach 4 Wochen tritt Entwickelnng ein. Nach einer nur 30 Minuten dauernden Einwirkung von 8000deg; U. gehen sie sicher zu Grunde.
Durch Versuche stellten dann Dieckerhoff und Grawitz fest, dass das Einreiben einiger Tropfen bacillenhaltigen Wassers an einer beliebigen normalen llantstelle genügt, um das typische Exanthem hervorzurufen. So konnte die KrkrankuiiK künstlich auf Pferde, Kälber. Schafe und Hunde Übertragen werden, wobei der Verlauf des Exanthems bei den letzteren Thieren milder war. als beim Pferde. Dagegen ist bei Kaninchen die llaut-orkrankung noch intensiver als beim Pferde. Werden die Hacillen in die Snbkutis bei Hunden und Kuninchen injizirt, so erfolgt leicht eine tödtliche Vergiftung durch Gifte.
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430nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten lt;lor Huut.
welche von den Uacillen aus Kiweisskörperu abgespalten werden, in andern Fällen Nckioso oder disaeoirende Kiteruugen. Meerschweinchen Mcheinen am ompHndlichsten zu sein, da hei ihnen nach Einreihen der in Wasser vertheilten Uacillen ein tödtlicher Ausgang in 48 Stunden eintritt. Hausmiiuso sind refraktär gegen äus.sere Infektion, gehen jedocli nach subkutaner Injektion pvSmisch zu Grunde.
Actiolo^io. Die Erki'ankuug wird augeusoheiiüioh duroh Zwisohenti'ägei' (Decken, Qui'to, Sättel, GesohiiT, Putzzeug) verhreitet. Ueshalb sind auch die Prädilektionsatellen des A-Usaohlages gewöhnlich dort, wo Gesohin' und Sattel anfliegen.
Syuiptniiic. Nach einem lukubationsstadium von 12 Wochen entwickelt
sieh besonders in der Sattellage, ZU beiden Seiten der Bl'USt, seltener au anderen Stellen ein Ausschlag, bei wolohem kleine rundliche oder ovale erbsen- bis husel-nussgl'Osse Knötobeu einzeln oder dichter bei einander stehen. Die Haare sind an den Stelleu gesträubt, die Haut sclnnerzhafl und geschwollen. Im weiteren Verlaufe zeigen siel), wie beim Menschen, kleinere und grössere (bis Eobnengrösse) Bläschen und Blasen mil einem anfänglieh hellen, später trüben und eitrigen Inhalt. Nach einigen Tagen (23) bilden sich dann nach dem Platzen der Blasen trockene, dicke, graugelbe Borken, über welchen die Haare verklebt sind und nach deren Abfallen (in einer Woche) eine haar- und farblose Hautstelle von normaler Beschaffenheit zurückbleibt, In 221,'2 Wochen ist meistens wieder vollständige Heilung eingetreten. Das Allgemeinbefinden ist, von einer leichten Schwellung der Kehlgangs- und oberen Ilalsdrüsen abgesehen, nicht weiter gestört. Nur in einzelnen schwereren Fällen kann es bei starker Infektion, schlechter Pflege, unterbliebener oder zu später Schonung der Tbiere zu ausgedehnteren und lieferen, furunkuloseartigen Kr-krankungon der Haut kommen, wobei dann auch die benachbarten Dyniphgefässc und Lymphdrüsen in erheblichem Grade erkranken. Der Verlauf kann sich dann Wochen und selbst 12 Monate hinziehen. Ein eigentlicher Juckreiz ist mir selten und in schweren Fällen uaclnveisbar. Zwischen den einzelnen Pusteln ist in leichten Fällen die Haut normal. Die Prognose ist günstig, da auch schwere Fälle in Heilung übergehen.
Die hiaguosc kann in einzelnen Fällen im Beginne der Krankheit Schwierigkeiten bieten durch Verwechselung mit Haulrotz oder mit dem einfachen Knötchen-ansschlag der Reitpferde, Verlauf und Loknlisation ermöglichen aber bald die Entscheidimg,
Tiiei'apic. In leichteren Fällen genügt Beinhaltung und Waschung der er-, krankten Stellen mit Sublimat oder Karbolwasser. In schwereren Fällen werden Naphtholsalben, Kreolinsalben oder die weisse Präoipitatsalbe zweckmässlg sein. Prophylaktisch ist erforderlich, die kranken Thiere zu sondern, Stallutensilien, Decken, Geschirre und Sattel gründlich zu desinfiziren.
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5. Aussereuropäische Hautkrankheiten des Menschen, die wahrscheinlich auch durch pflanzliche Parasiten hervorgerufen werden.
1. (iuiie. Unter dem Namen Guuequot; wurde von E'ox (187()) eine auf den Inseln des ozeanischen Archipels endcinisch auftretende Hautkrankhoit beschrieben, bei welcher mit cinptindlichein Juckreiz verbunden allmählicli auf dem ganzen Körper kreisförmig ge-
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Durch |)fliiiizliclio Parasiten hervorgerufene Krankheiten der iiaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 431
stiiltete, mit Schn)ipen bedeckte El'fldiescenzeii eintreten, welche zn.snnimenHicssen und dann mannigfach gekrümmte, konzentrische ITigUren bilden. Nach dem Abfallen der Schuppen bleiben oft für das ganze Ijeben Kreise und gewundene Linien von livlder Farbe auf der Haut zurück Turner nannte diese Erkrankung zum Unterschied von Herpes tonsmans Herpes desquamansquot;, Die Krankheit ist später nach den Tokelau-Inseln und von da nach den Samoa-Inseln verschleppt und dann Tokeliui-Hiiiswoi'in (Lafa Tokelau) genannt worden. Koniger, welcher die Atfeklion auf den Sainoa-Inseln näher studirte, fand, dass die Erkrankung nur in den Kpidennlsschichten ihren Sitz hat, wo zwischen den Kpidennls-zellen ein mehr oder weniger dichtes Lager von Mycoliumfäden .gefunden wurde, welche einen durchsichtigen, farblosen Inhalt haben und bald zerstreut, bald gruppenförmig gelagerte kugllge Zellen mit homogenem Inhalte einschliessen. Auf dem behaarten Kopfe kommt Tokelau-H ing worin niemals vor.
2. Kaskudoc. Als Kaskadoe ist von Pompe von M eerdervoort (1869) eine Hautkrankheit beschrieben worden, die gleichfalls in dieses (lebiet gehört und besonders auf den Molukken beobachtet ist. Die fclrkrankung beginnt schon im frühesten Alter (2. bis 4. Lebensjahre) und Ist oharakterisirt durch das Auftreten runder oder ovaler Flocken von grauer Färbung, welche entweder In vollkommen reget massigen Kreisen gestellt oder un-regelmtlssig verbreitet sind, sich zuerst auf dem Klicken und der Brust, später auf den Extremitäten zeigen und unter allmählich erfolgender Abschilferung der Haut ein mehr oder weniger lästiges Jucken erregen. Später findet man die Haut trocken, dürr, perga-mentartig, die dunkler gefärbten Flecken bedecken sich mit kleinen Schuppen und die Affektion verbreitet sich allmälillch In glelchinässiger Weise über die ganze Hautoberfläche, mit Ausnahme des Gesichts, das stets frei bleibt. In einem noch späteren Stadium werden die Schuppen grosser, dicker, hornartlg, und die Haut erscheint nun wie mit einer dünnen Lage von Lehm (dabei' die Bezeichnung ,.Hiiltkleiquot;. d. I. liautlehm) bedeckt, die in viele feinere oder gröbere Wisse geborsten Ist. Mit Ausnahme des Hautjuckens ist das Wolll-belinden der Kranken nicht getrübt. Am behaarten Theile des Kopfes kommt auch Kaskadoe nicht vor. (Hirsch.)
Bezüglich der Parasiten erklärt Manson, dass die Sporen bei Tokelaii-Kingworm eine ovale Form haben und die .Vlvcellumfäden nicht die bei Trichophyton vorkommenden Anschwellungen und Klnschnlimngeii. Bei Ijebertniguiigsvernuchen konnte auch niemals Herpes clrclnatus, sondern stets nur Tokela u-K ing w orm erzeugt werden.
8. Mal de los pinlos. Diese unter verschiedenen Namen beschriebene Erkrankung (Pinteo, Mal pintado, Tiiina, Karate, Qnirika) koinint augenscheinlich nur in tropischen Gegenden der westlichen Hemisphäre vor, besonders oft endemisch an den Abhängen der Kordilleren. Die erwähnte, nach Pa .stanibide(1881) mvkotische Hauterkrankung ist cbarakterisirt durch das Auftreten verschiedenartig gefärbter Flecken mit Abschuppnng der ergriffenen Hautabschnitte und durch mehr oder weniger erhebliches Hautjucken. Die Erkrankung Sohliesst sich ihrem Wesen nach am meisten der l'ityrlasls verslkolor an (Hirsch). Die Krankheit verläuft stets chronisch, zuweilen vergehen Monate und Jahre, wo dann die Erkrankung nur In geringem Umfange verbreitet fortbesteht.
Die Feuchtigkeit des Hodens scheint die Krankheitsiibertragung zu fördern, da feuchte, suinptlge Flussufer Hauptsitze des Leides sind. Die Krankheit ist zweifellos übertragbar.
4. HeulenUiankheit. (Boils der Engländer, Bouton oder Clou der Franzosen.) Es handelt sich um eine in tropischen und subtropischen Gegenden endemisch herrschende Hautkrankheit, bei welcher röthHche Flecken und später orbsen- bis bolmengrosse, knotige Anschwellungen entstehen, die von einem rothen Hofe umgeben und mit starkem Jucken verbunden sind. Nach Monaten tritt an der Oberfläche der Beulen eine stärkere Absonderung ein und später zerfallt die Geschwulst selbst eitrig und unter Zurttcklassung eines runden, mit angefressenen Rändern ausgestatteten (ieschwiirs Nachdem der Eiterungs-prozess einige Wochen und Monate gedauert, tritt auf dem Grunde der Wundfläche eine Granulation ein, welche den Substanzverlust ausgleicht und nach Monaten die Vernarbung herbeiführt. Manchmal fliessen mehrere Beulen zusammen und verursachen umegelmlissig gestaltete Geschwüre. Vorwiegend wird das Gesicht ergriffen, niemals der behaarte Kopf, dann die Extremitäten. Meist entwickelt sich nur eine Beule, in andern Fällen 28, selten 3050 an einem Individuum. Die Dauer der Erkrankung beträgt (i8 Monate und bis zu einem Jahre (in Persien, Syrien .lahresbeule1- genannt). Meist werden jüngere Personen, Kinder, ergriffen, auch scheint die Krankheit, welche von Einzelnen als Granulations Geschwulst bezeichnet wird, an bestlnnnte Ocrtlicbkeiten gebunden zu sein. Die Krankheit ist auch, wenn auch selten, übertragbar. Hei künstlicher Pebertragung der Krankheit he-
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i']2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Knuikiieiten dor Haut.
trägt die Iiikubiition 1012 Tage (Hii'scli). Jedenfalls ist das Leiden parasitärer Natur. Auch bei Thieren ist die Krankheit beobachtet worden. In Syrien und Indien sollen Hunde sehr oft ergriffen werden. Ks ist dann die Schnauze und die Umgebung derselben Sitz der Erkrankung. In Algier ist das Leiden auch bei Pferden gesehen worden (Smith, Murray u. A.).
5. Aiiiliiini ') Diese zuerst von Da Silva Lima beschriebene Erkrankung, welche unter den afrikainschon Eingeborenen, aber auch im südlichen Amerika vorkommt, beginnt regelmässig mit einer Furchenbildung an der Basis der kleinen Zehe und zwar an der Plantarseite derselben, von wo aus sie sich allmählich auf den ganzen Umfang der Zehe ausdehnt und tiefer wird, so dass die Zehe sohliesslioh wie an einem dünnen Stiele hängt. Die sich abschniironde Partie schwillt zu einer eiförmigen Masse bis zum doppelten ihres normalen Umfanges an und fällt nach Vorlauf von etwa 410 Jahren vollkommen ab. Die Einschnürung kommt durch eine bandartige Verhärtung der Haut, eine lokale Sklero-dermie zu Stande, durch welche eine Eniälirungsstorung der Gewebe erzeugt wird. Die Erkrankung ist nicht schmerzhaft, nur veranlasst die grosse Beweglichkeit der Zehe Beschwerden, weshalb die Patienten die Amputation fordern. Oft werden beide Zehen ergriffen. Ferner sind Männer häufiger davon ergriffen als Erauen. Die Ursachen sind noch nicht bekannt. Die Krankheit ist bisher nur bei der farbigen Rasse und bei Personen im besten Alter beobachtet worden. (Hirsch.)
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XI. Durch thierisehe Parasiten hervorgerufene Krankheiten
der Haut,
Die meisten der hier in Botrachl kommenden Elauterkrankungen des Menschen und der Thiere sind bereits bei Erörterung der thierischen Parasiten als Krankheitserreger besprochen worden. Die Krätze dos Menschen (Skabies) und die Baude der Thiere .S. ;529, Pedikulus kapitis 8. 345, Phthirius inguinalis S. 345. Ixodos rieiiius S. 329.
Bezüglich des Oysticerktts cellulosae ist S. 224 bereits angegeben, dass die Finnen auch gelegentlich imTJnterhautbindegewebe vorkommen. Hier können sie unter der Haut verschiebbare, etwa erbsengrosse, elastische Knoten hervorrufen, die sonst koine weiteren Empfindungen bewirken. Beim Einschnitt kann man dann die Blase zum Vorschein bringen.und in derselben mikroskopisch den Bandwurmkopf nachweisen.
Bezüglich Filuria medlnenis ist schon S. 306 erwähnt worden, dass dieser Parasit heim Menschen im ünterhautbindegewebe vorkommt und furunkulöse Erkrankungen hervorruft.
Bei Thieren sind ähnliche Erkrankungen, durch Filaria medmensis verursacht, häufig beim Rinde, dann auch heim Hund und Pferd beobachtet worden.
Durch Nematoden veranlasst wird auch die von Kl volt a (1868) als Dermatitis pruriglnosa bezeichnete Hauterkrankimg der Pferde. Es handelt sieli dabei wahrscheinlich um das liiiufig- bei Pferden vorkommende und auch als Sommerräudequot;, Hitzaussohlagquot; bezeichnete pustulöse Ekzem, bei welchem an allen Körpertlieilen hirse- bis erbsengrosse Knötclion sieh entwickeln, die theils oberflächlich, llieils in der Tiefe der Kutis sitzen. In dem käsigen oder
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!) Afrikanisches Wort, bedeutet sägenquot; weil das Glied wie abgesägt erscheint. (Hirsch.)
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Duroli thieriHclio Parasiten hervorgerufene Kiankhoiten dor Saut.
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kalkigen Inhalte der Knötchen finden sich his 3 nun lange Nenmtodeu oder deren Integumentresto. Rivolta nannte den von ihm als Larve angesehenen Wurm Dormo-filaria irritans. Neuerdings ist dann von Ereolani, Kennner. Laulanie die Anwesenheit von Nematoden als Xlrsache von Haufaussehliigen hei Pferden in vielen Fällen bestätigt, worden. Laulunie glaubt, dass der Parasit jahrelang in den kleinen Knötchen bleiben kann und fand, dass der Hautausschlag im Winter zurückgeht, im Sommer jedoch in Folge des vermehrten Blutzuflusses zur Haut stärker hervortritt. Dadurch würden die Rocidive dieser Ekzeme bei Pferden erklärt werden können.
Condamine (1878) sah bei ungarisehen Pferden durch Einwanderung der (i 7 ein langen Filaria haemorrhagika (multipapillosa) Hau thlu t e n und hämor-rhagisohe Haut knoten eintreten. Diese Haem atidrosis par asit aria tritt nach Trasbot, Megnin u. A. an der Schulter und an dem Rücken auf. Die linsen- bis wallnussgrossen Knoten platzen, heilen ab und treten nach 34 Wochen besonders im Frühjahr von Neuem auf.
Baruohello fand 5 15 mm lange, geschlechtslose Würmer in der Haut vieler Pferde, welche an den Schenkeln, am Schweifansatz und am Rücken Pusteln und oberflächliche Ahscesse von Hirsekorn- bis Taubcngrösse bekommen hatten.
Rivolta und Sied amgro tzky sahen beim Hunde Hauterkrankungen durch Eimvandemng von Nematoden eintreten, wobei Würmer, welche den Essigälchen ähnlich sahen, in dem Eiter der Knötchen vorhanden waren. Der pustulöse, stark juckende Ausschlag war an der äusseren Fläche der Vorder- und Hinterschenkel vorhanden. Jede der mit einem rothen Hofe umgebenen Pustel enthielt 13 Embryonen von 0,040,7 mm Länge und mit einem pfriemenfönnigen Schwänze ausgestattet. Die Parasiten fanden sich auch in der Strohunterlage des Stalles neben erwachsenen 1 mm langen Würmern.
Wie schon S. 348 erwähnt, wird namentlich in Holland bei den Länimern die sogen. Kliegenlan enkrankheil durch die Made von Muska Caesar bezw. Lucilia sei'ikata hervorgerufen, Die Haut der erkrankten Tinere wird dadurch siebartig durchlöchert. Zur Therapie ist die Bestreichung mit Naphthol, Kaibolsäuielösung lt. dgl. nöthig.
In tropisoheu Glegenden werden Kälber durch die in den Nabel der
Thiere von den Schmeissfliegen gelegten Maden in zahlreichen Fällen krank gemacht und gelödtet.
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XII. Hautgesehwülste.
1. Papillomc der Haut. Reim Menschen. Als PapiUome bezeichnet man Geschwülste, die aus einer Wucherung der Hautpapillen hervorgegangen sind. Es kann sich dabei um angeborene und erworbene Bildungen handeln. Zu den letzteren gehören auch die spitzen Kondylome nach Infektion mit Trippereiter.
Besonders erwähnenswerth ist noch die Frainboösia'), welche früher nicht als selbständige Hautkrankheit bekannt war, sondern für verschiedene papilläre.
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i) La fnunboiso Himbeerequot;, deutsche Brombeere, boerpocken.
Sohnoidomiilil, Vorgl. l'athobgio.
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Himbeerwarzensucht j auch Erd-
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434:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kranklioiteii der Haut.
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lappig-kernige Auswüchse hIs Bezeichnung gewählt wurde, wo Syphilis, Lupus, Sykosis u. .laquo;. w. die Ursache waren. Gegeuwäi'tig unterscheidet man Dermatitis papilloma.tosa kapillitii und Frainboösia tropika s, Polypapilloma
tropi k u in.
DcnnatitiH papilloniatosa kapillitii ist eine in Europa beobachtete Form der Fram-boesia tropika, charakterisirt durch Bildung von grösseren und kleineren durchfurchten lappigen, mit dicker Epidermis bodeckton Tumoren, die ihren Sitz nicht an den behaarten Theilen des Hinterkopfes und der Nackongrenze haben. Die Entfernung erfolgt auf operativein Wege oder durch Anwendung von Aetzmitteln.
h'rainboösia tropika, s. Polypapilloma tropikuiu; auch früher Yaws, Plan, K rdbee rpocken genannt, ist eine kontagiöse, unter den Negern der afrikanischen Westküste ondomischo Hautkrankheit, die in Form kleiner, unter der Epidermis sitzender Knöt-chen auftritt. Später wachsen diese Knütchen zu grösseren, von einer gelblichen Kruste bedeckten Tumoren heran.
Diese chronisch verlaufende Hauterkrankung ist schon viele Jahrhunderte bekannt und hat mit Syphilis, wie früher angenommen wurde, nicht das (ieringste gemein.
Die Krankheit ist vorwiegend in den französischen Kolonien Amerikas sowie in (iuinea nur bei Negern beobachtet worden. Meist werden Personen im jugendlichen Alter befallen. Es entstehen im Gesicht, am Halse, bisweilen auch an den (iliedmassen und in der üenitalgegend unter Fieber kleine rothe Kniitchen. Diese wachsen später zu bald weissen, bald mehr rothen, schwammigen, kugelförmigen (Jebilden, von denen ein übelriechendes Sekret abftiesst. In schweren Fällen treten auch Gelenkschwellungen auf. Die Dauer der Krankheit schwankt zwischen einigen Monaten und zwei Jahren. Heilen die gescliwiirigen Neubildungen, so wird die Absonderung spärlicher, es bilden sich schniutzig-bräunlichc Krusten, welche abfallen und eine pigmentirte Narbe zurücklassen. Zur Heilung wird nur kräftige Diät, innerlich die Verabreichung von Tonika, äussorlich die Anwendung von Karbolwasser empfohlen.
Bei Thiercu kommen weiche und harte PapiUome nicht selten vor. Bei Pferden und Hunden sitzen dieselben vorwiegend an den äusaeren Qesohlechts-Organen und im den Lippen; bei Rindern am Euter. Daneben findet man sie jedoch auch am Kopfe, am Halse und an den Extremitäten. Auf dem Durchschnitt zeigt sieh oft eine schleimige, ödenmlöse Beschaffenheit,
2. Fibrome dor Haut. Beim Menschen. Die Fibrome der Haut sind
verschieden je nach der Beschaffenheit des Bindegewebes aus dem sie bestehen; sie
können weich sein oder mehr hart (Dennoide) und bei stärkerem Wiiehsthum leicht
ulceriren. Der Form nach können sie mehr gestielt oder mehr halbkugelig sein.
Die Fibrome können einzeln auftreten oder die ganze Körperoberfläche bedecken.
In vielen Fällen hat sich ein Zusammenhang mit dem Nervensystem herstellen
lassen, weil die Tumoren sieb aus den Nervonscheiden entwickeln (von Reckling-
hausen). Manchmal ist bei multiplen Fibromen eine Vererbung durch mehrere
Qenerationen beobachtet worden.
Verruca pernvlana ') ist eine schon seit IMS in Peru bekannte Infektionskrankheit, bei welcher infektiöse Fibrome zur Entwickelung kommen sollen. Die Neubildungen entwickeln sich in der Haut und in dem subkutanen Bindegewebe und sind oft den Sarkomen sehr ähnlich. In diesen (jeschwiilsten wie auch in den üefüssen der gesunden Haut der erkrankten Personen fand Szquierdo einen Spaltpilz. Der Entwickelung der Geschwülste geht ein längeres Fieberstadium (0 voyafieber) voran.
Bei Thicren kommen ebenfalls Fibrome nicht selten vor, besonders bei
Pferden, Kindern und Hunden, meist sind es Stellen, die mechanischen Reizen
ausgesetzt sind. Beim Pferde in der Gescbirrlage, beim Rinde inn sogen. Triel,
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i) Yerruga, spanisch = Auswuchs.
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Hautgcsohwlilste.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 435
beim Himdo am Kllcnbogcii. Mnnchiiiiil siml sic nucli bei allen Tliieivn über den Körper vei'fcheilt beobachtet.
3.nbsp; liipoiuv dci'Hallt. Lipomu der Haut koiiniieu beim Menschen und bei Thieren in verschiedener Vorm und an verschiedenen Körperstellcn vor
4.nbsp; Myome. Aus glatten Muskelfasern bestehende üesobwUlste der Haut. Dormato-
m y oin e, sind selten beim Menschen in der Umgebung der Miimniilla, am Skrotiini und an den grosseu Labien beobachtet worden.
5.nbsp; Xiiiithoiiie1). Als Xanthom (Xantbelasina) bezeichnet man braungelbe, Schwefel-oder strohgelbe bückorigo Kinlagerungeii in der Haut, welche beim Menschen an den Angenlidern, selten an der Wange, an der Nase und an den Ohnmisclieln Iteolnichtet wird. Bezüglich der Aetiologie wird in vielen Füllen ein Zusammenhang mit chronischem Ikterus beobachtet. Die Therapie ist eine chirurgische.
(gt;. Kcloid'-'}. Unter Keloid (von Alibert so genannt) wird eine Qesohwulst bezeichnet, die besonders Über dein Sternum in Form ilstiger Züge erscheint und aus einem je nach ihrem Entwickelungsalter an Zellen verschieden reichen libriisen (iowobe besteht, welches sich später in eine Alt Narbe verwandelt. Die Neuliildung sitzt im Koriuni. Geht solche Bildung von einer Narbe aus, so bezeichnet man sie als falsches oder Na rben-koloid.
7.nbsp; IthiiKisklRi'oiim1'). Ks handelt sich beim Rh inoskleroin um eine zunächst knötchenförmige, dann diffuse Verdicknng der Schleimhaut und Haut der Nase, später auch der Oberlippe, l'harynx und Kehlkopf durch eine langsam sich entwickelnde, zellig-faserige Neubildung. Die Geschwnist ist durch eine fast knorpel artige Härte ausgezeichnet.
He hm hat (1870) das Kbiiiüsklerom zuerst ids selbständiges Kranklioitsliild beschrieben; Frisch wies (1882) zuerst das konstante Vorkoinmen von IJacillen in den Neubildungen nach. Später entdeckten dann Cornil und Alvarez (1880) eine Kapselbildung an den Bacillen. Wie dann spater die von Paltauf und Eiseisberg vorgenoinnienen Kulturversuche lehrten, sind die Bacillen sowohl in den Kulturen wie auch Versuchstliieren gegenüber dem Verhalten des Friedländer'sclien Hacillus juiciinioniae sehr ähnlich. Kbinoskleroma künstlich zu erzeugen, gelang jedoch nicht. Der Verlauf der Erkrankung ist ein sehr langsamer und kann 1020 Jahre dauern. Zur Heilung ist (von Simon) in eine durch Excision eines keilförmigen StUckes erhaltene Spalte ein mit 1020prozeiit. Pyiogallussalbe bestrichener Wattebausch gelegt worden; Doutrelepont benutzte Iprozont. Subliinat-Lanolinsalbe.
Bei Thieren ist Uhinoskleroni bisher nicht beobachtet worden.
8.nbsp; nbsp;Molluskum koiitagiosuin. Epitheliumu molluskuiu. Koudylumu
siibkiitaiiciiin. Beim Moiischcn. Heim Molluskuiu Icon t agiosum ent-wickeln srli kleine, meist erbsengrosse, selten grössere Knötclien, welche halbkugelig die Haut überragen und von normaler Farbe sind. In der Mitte zeigt sieb eine Vertiefung, weshalb die Franzosen trüber von Akue varioliformls sprachen. Die Geschwülste entwickeln sich vorwiegend im Gesicht, am Halse, an den Händen, Vordemrineu und Genitalien. Wahrscheinlich bandelt es sich uni eine übertragbare Krankheit, da oft ein Kind die Krankheit auf die Geschwister oder Gespielen überträgt. Schliesslich ist auch die künstliche Ueheilragung gelungen, wobei das Inkubationsstadium 8 Wochen betrug (Piek).
Die entstandenen kleinen Geschwülste können Monate ohne jede Veränderung bestehen bleiben, werden sie dann abgekratzt, so bleibt bei den grösseren eine Narbe zurück.
Für die Diagnose ist wichtig, dass man bei mikroskopischer Unlersuehnng des ausgedrückten Inhalts der kleinen Geschwülste iinsser Epithelzellen eine grosse
l) ioivDu;, gelb. -) ij jojvij, Klaue. I) p({ '-tvof, Nase, Tzirjrvj;, hart.
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43Gnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kranklieiteii der Haut.
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Menge elgenthUnillch glänzender, müder oder ovalerKörperohen (der sog. Molluskum-
kör pe rohen) findet, welclio mit Wasser ninl Glycerin oder mit Anilin gefärbt lind untersucht in der Zahl von zwei und mehr in den Epithelzellen liegend gefunden werden. Oh, wie Einzelne annehmen, diese Molluskumkürperchen selbst die Parasiten (Koccidien) darstellen, ist bisher mit Sicherheit noch nicht entschieden. Zur T h e r a p i e genügt das Ausdrücken bezw. Auskratzen der Geschwülste mit dem scharfen Löffel und das nachfolgende Einreiben mit Karbolöl.
Bei Thieren. Bei Thieren kennen wir, wie schon S. 58 erwähnt, bei Hühnern, besonders bei Truthühnern und Tauben, eine Hautaffekt ion, welche nach Bollinger grosso Aehuliobkeit mit dem Molluskum s. Kpithelioma kontagiosum des Menschen hat und theilweise (aber nach neueren Untersuchungen wohl irrthümlich) mit den luanchnial zufällig gleichzeitig bestehenden diphtherischen Erkrankungen der betreffenden Tliiere in Beziehung gebracht ist. Dieses Epit hei ioma gregari nosum (Gregarinosis kutis) ist charakterisirt durch das Auftreten rundlicher oder ovaler Gebilde von gelbgrauer bis gelbbrauner Farbe und von Maiskorngrösse, Diese kleinen Geschwülste sind oft besonders zahlreich an den Kämmen, an den Kehllappen, an Nasonrändern, an den Augenlidern und am äussereu Gehörgang. Manchmal (besonders hei Tauben) sind die Neubildungen auch au anderen Theilon (an dorn Bauche, an den Eeder-hälgeu) vorhanden. Die zuweilen central vertieften, sonst derben, warzcuähnlichen Gebilde enthalten einen grützigen, gelben Inhalt. Bei mikroskopischer Untersuchung findet man in den stark vergrösserten und vermehrten Epithelien des I'apillarkörpers, wie beim Menschen, eigonthümlich glänzende, stark lichtbrechende kugelige Gebilde, welche die Zelle aufblähen. Mit Pikrokarmin färben sich die Gebilde gelb, während die Zellkerne braunroth bleiben (Eri ed berger). Man hat diese Gebilde, deren Biologie jedoch noch nicht näher erforscht ist, für Protozoen (Pfeiffei1, Bollinger, Bivolta u. A.) gehalten und Amoeba kroupo-gena, Psorospenna krouposum bezeichnet. Pfeiffer ist die künstliche Uebertragung geglückt, wobei im Gegensatz zu den Beobachtungen beim Menschen, eine Stägigo Inkubationszeil beobachtet wurde.
Im weiteren Verlaufe vertrocknen die Knoten und fallen ah; in höheren Graden und bei Miterkrankung des Kehlkopfes tritt Abmagerung und Tod ein.
9. Sarkome der Haut. Beim Menschen. An der Haut und im Unter-hautbindegewebe kommen Sarkome der verschiedensten Arten vor und entwickeln sich nicht selten aus einer Warze, einer Narbe, einem Naevus, Fussgeschwür u. dgl. Als Gelegenheitslirsache wird oft ein Trauma beschuldigt. In seltenen Fällen entwickeln sich multiple Mela no-Sarkome aus weichen, schwarz oder braun pigmen-tirten Narben; besonders an den Füssen und an den Händen, dann auch an anderen Stellen des Körpers. Nach den bisherigen Erfahrungen tritt in spätestens 23 Jahren der Tod ein. Zur Therapie ist noting, die Exstirpation sofort, vorzunehmen, wenn sich ein Pigmentmal, von denen diese Sarkome oft ausgehen, zu vergrössern beginnt. Im Uebrigen hat innerliche und subkutane Anwendung von Arsenik einen günstigen Erfolg auf die Beseitigung der Geschwülste.
Don Sarkomen nahe stehend weiden von Albert und Auspitz noch die sog. multiplen Grainilationsgeschwülste der Haut (Mykosis fungoides. Granuloma fungoides) bezeichnet, bei welchen sich auf voningegangcnen, stark juckenden rotlien Flocken
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IhuUgo.sclnviilste.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;437
derbOi Imlbkugeligü, pilziilmlicli geformte (iescliwülate bilden, die sich zwar nnfiiiig-lich ZurUokbildeU) im Wesentlichen jedoch einen progressiven Charakter zeigen, spilter ulcoriren und zum Tode führen. Neuerdings sind in den Geschwülsten zwar Mikrokokken gefunden worden, doch wird die puthogene Natur der Bakterien von Anderen hcHtritten.
Bei Thiorou sind StU'kome der Hiuit oft l)oobacht('t, besonders sind es Spindelzellen- und Fihrosarkonie. Uei Hunden beobachtet man sie an der Brust und an den Fiisscn, wo ich öfters Gelegenheit hatte, die Gebilde zu sehen und zu exslirpiren. Sehr viel häufiger .sind bei Thicren die Pi gmen tsarkome, Me lau o-sarkoiue der Haut. Besonders oft sieht man sie beim Pferde, dann auch heim Kinde und Hunde. Bei Pferden beobachtet man die Gesclnvülste am meisten bei hellfarbigen Thieren (besonders Schinnueln, seltener bei Füchsen und Braunen) mittleren und höheren Alters, im Uuterbautbindegewebe der Umgebung des Afters, der Vulva, des Präjnitiunis, des Schweifes, daneben auch in inneren Organen. Die Entstehung der MeltUlOSarkome wird auf die Anwesenheit pigmentbildender Zellen (Bindegewebszellen) der Haut zurückgeführt, wobei nach neueren Untersuchungen der Farbstoff von schwefelhaltigen Protoplasinazellen, und nicht aus dem Blute stammen soll. Beim Rinde kommt als Melanosis makulosa (Gurlt und Hertwig) bei Kälbern eine Hyperplasie von Pigmentgewebe vor, welche kongenitalen Ursprungs und eharaklerisirt ist durch das Auftreten scharf umschriebener, zehnpfennigstückgrosser, schwarzer Flecken, welche über den ganzen Körper zerstreut sind. Bei erwachsenen Kindern sind diese Beobachtungen nicht gemacht worden. Beim Hunde sind (nach Fr (Ihn er) die Sarkome seltener als die Karcinome.
Bei Kälbern und Hunden kommen noch Lympliosarkoinc in Gestalt grauweisser, speckiger Tumoren unter der Haut an verschiedenen Stellen des Körpers vor.
10. Kamnome der Haut. Beim Menschen. Die Karcinome der Haut, Epithelialkrebs der Haut, Epitheliom, Kankroicl tritt in drei klinisch verschiedenen, iiber oft in einander übergehenden Formen auf, nämlich als flacher Hautkrebs (Ulous rodens), als knotiger Hautkrebs und als Bluinen-kohlgewächs. Beim flachen Mautkrebs entstehen hellröthlichc oder weiss-liche, perlmutterartig glänzende, allmählich sich vergrössernde I'apeln, die sich später in ein flaches, durch Konfluiren grosser werdendes Geschwür umwandeln. Der Verlauf ist chronisch und es können 1030 Jahre vergehen, bis die Grüsse einer Hand erreicht ist. Manchmal treten kleine Vernarbungen ein. Beim knotigen Hautkrebs ist die Entwickeiung schneller und es werden die unter der Haut liegenden Gebilde (Knorpel, Knochen, Lymphdrüsen) mitergriffen. Sehr bald führt die Erkrankung unter kachektischen Erscheinungen zum Tode. Bei der dritten Form, dem papi llom iitösen Hautkrebs werden die Geschwülste fauslgross und darüber und gehen bald in Gesehwiirsbildung über. Der Sitz der Hautkarcinome ist zunächst das Gesicht, dann die Genitalien, seltener andere Theile des Körpers. Die Entwickeiung erfolgt meistens vom 60..Lebensjahre an. Die Aetiologie ist noch nicht genügend klar; die Zukunft muss lehren, ob auch hier Protozoen die nächste Ursache abgeben.
Bei Tlliercil kommen Karcinome nur bei Hunden häufiger vor, seltener bei der Katze und sehr Wel seltener bei Pflanzenfressern und bei Vögeln. Beim
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438nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiton der Haut.
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Hunde ist die Haut der Brust, dann erst, des Afters, beim Pferde dio Haut am Penis vorwiegend Ritz der Erkrankung; daneben an anderen Stellen und natürlich auch in inneren Organen. Bei Hunden konnnt die Erkrankung unter zwei Jidiren kaum vor (Frölmer). Der Form nach ist, es meistens der papillomatöse Hautkrebs. In vielen Fällen tritt später Verfettung und Vereiterung ein.
Die Versuche, Karoinome unter den verschiedensten Metboden von Hund auf Hund oder von Mensch auf Hund zu übertragen, hatten bisher ein negatives Ergebniss, Möglieh ist es vielleicht, eine llebertragung durch Transplantation bei ausnahmsweiser Disposition bei derselben Thlerart zu bewirken. Ob thierisohe Parasiten (Koccidien) die Ursache sind, wie viele Untersucher annehmen, ist bisher noch nicht entschieden.
11.nbsp; nbsp;Xerodenna1) pigineiitosiini. Von Kaposi ist als Xerodernm pigmen-tosum eine eigeuthüinliche, als auf angeborener Anlage beruhende! Hauterkrankung beschrieben worden, bei welcher im Gesiebt, auf dem Hals, an den Händen und Vorderarmen, bei barfussgehenden Kindern auch an Fassen und Unterschenkeln zunächsl umschriebene rothe Flecken, dann somniersprossähnliclie Pigmentflecken, schliesslich kleinere und grössere Teleangiektasien auftreten. Dabei wird die Haut ganz dünn, die normalen Flächen und Falten verschwinden. Im weiteren Verlaufe entwickeln sich warzenähnliohe Gebilde, aus denen dann schliesslich Epithelial-karcinome entstehen, welche durch Kacbexie tödtlich wirken. Nebenher sind auch manchmal die Schleimhäute erkrankt. Oft erkranken mehrere Kinder derselben Familie.
12.nbsp; nbsp; Tuberkulose der Haut. Lupus vulgaiis. Beim Menschen. Was zunächst die bisher als Tuberkulose der Haut beschriebene Erkrankung betrifft, wobei es sicli um eine Erkrankung im Anschluss an weit vorgeschrittene Tuberkulose der inneren Organe handelt, so ist die (sekundäre) Form der Haut-luberkulose im Ganzen selten. Man findet sie meistens in der Umgebung der natürlichen Körperöffnungen und im Anschluss an tuberkulöse Erkrankungen der
betreffenden Schleimhaut ties Mundes, des Afters und der Genitalien.
Die primäre (?) tuberkulöse Hauterkrankung (Lupus vulgaris genannt) kommt meistens bei innerlich ganz gesunden Menschen vor in Folge von Eindringen und Weiterwuchern der Tuberkelbaeillen in der Haut. In vielen Fällen entsteht der primäre Lupusherd an unbedeckten Körperstellen (Gesiebt, Hände), WO gelegentlich des Umganges mit tuberkulösen Menschen, beim Wäschereinigen u. dgl. das Tuberkelgift Gelegenheit fand, in kleine Verletzungen der Haut einzudringen. Solche Formen der Erkrankungen als sog. Impftuberkulose der Haut sind vielleicht häufiger, als bisher angenommen wurde, z. B. auch nach dem Umgang mit tuberkulösen Thieren z. B. bei Fleischern, WO die Infektion beim Schlachten, bei Melkern, wo während des Melkens die Infektion erfolgen kann. Deshalb ist
Fingertuberkulose hier nicht selten. Ebenso Impftuberkulose bei Tätowirungien in
Folge Jmprägnimng der Wunden mit tuberkulösem Speichel oder mit tuberkulöser Milch (Jadassohn, Priester). Das weibliche Geschlecht scheint öfter zu
i) ;r)po;, trocken.
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HautgesohwUlste.
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erkranken als das männllohe, Vielfach kommt Lupus gleichzeitig mit sog. akrophulaquo; lösen Erkrankungen der Augen mid der Halsdrllsen vor.
Es zeigen sich hei der Erkrankung steoknadelkopf- his erbsengrosse bräunliche oder n'ithliehe Knötchcn, (li(! niiiiielnnal zur Scheihenforni zusamnieiit'liesseii; Im weiteren Verlaufe können sie dann unter leichter Abseliuppimg mit Hinterlassung einer seichten Narbe resorbirt werden (L u p u s e x f o 1 i a t i v u s) oder (\s tritt ge-schwüriger Zerfall ein (Lupus exulcerans) mit starker Verbreitung des Prozesses in die Tiefe und nach der Fläche. Die Erkrankung beginnt häufig im jugendlichen Alter und kann Jahre dauern.
Die beste Behandlung ist noch immer die Excision der ganzen lupösen Haut gewesen. Bei ungünstiger Lokalisation wird die Zerstörung der erkrankten Haut durch die Anwendung von Aelzinittel oder durch die Glühhitze zu bewirken sein. Für den ersteren Zweck sind Arsenik (Paste aus Ac. arsenic. 1,0 Hydrarg. sulf. rubr. 3,0 Vaael, flav, oder Lanolin 15,0), Pyrogallussäure (Salbe 1 : 10) oder (nach Uuna) Salieylkreosotpflasterinull (Acid, salicyl. 5,010,0 Empl. saponat. 35,0 Lanolin, 01. Terebinth aa 2,5) und Ilesorcinsalhen (1 : 10), sowie Milchsäure empfohlen worden und in Gebrauch. Innerlich wird Eisen und Leberthran gegeben. Schliess-lich sind auch Tuberkuliiiilljektioneii angewendet worden.
Bei Thieron ist Hauttuberkulose im Ganzen selten bei Rindern, wo die Tuberkulose der inneren Organe sehr häufig ist. Dagegen ist bei Papageien primäre Hauttuherkulose ziemlich häufig. Die Erkrankungen, welche steoknadelkopf- bis hühneroigross werden, manchmal auch sich liornhautartig entwickeln) sitzen vorwiegend am Kopfe (am Schnabel und Augenlidern) und entstehen jedenfalls nach vorangegangenen Verletzungen, Die tuberkulösen Neubildungen sind von der Nachbarschaft scharf abgegrenzt und geben manchmal nach Vertiefung und Vereiterung in Geschwüre über (Cadiot, Nocard).
13. Milzbrand der Haut. Beim Menschen. Das Wesentlichste ist schon S. 11 und 12 mitgetheilt worden. Hier sei nur erwähnt, dass sich die Milzhrand-pustel (Anthrax, Pustula maligna) nach einer mehrtägigen Inkubationszeit unter Stechen und Brennen in Gestalt kleiner rother Knötchcn mit bänionhagischem Inhalt entwickelt. Nach dem Platzen der später entstehenden Bläschen sieht mau am Grunde derselben einen dunklen Schorf, in dessen Umgebung entzündliche Infiltration vor sich geht, wodurch die erkrankte Stelle eine flach halbkugelige Anschwellung darstellt. In der Umgebung des Schorfes treten neue Bläschen auf. Die Milzbrandpustel selbst ist verbältnissmässig wenig schmerzhaft. Hand, Vorderarm, Gesicht und Hals sind am meisten Sitz der Erkrankung. Im weiteren Verlaufe nimmt bei günstigem Ausgange die Schwellung ab, die Schorfe lösen sieh durch demarkirende Eiterung und es tritt Heilung mit tiefer Narbenbildung ein. Allgemeinerscheinungen fehlen dabei meistens. Beim Milzbrandödem zeigen sich zunächst Anschwellungen an den Augenlidern, an den Lippen und erst später kleine Bläschen. Der Verlauf ist dann meistens ungünstig, und, weil mit Darm-, Gehirn- und Lungenaffektion Verbunden, tödtlich. Therapeutisch ist noting, bei Pustulo maligna Suhlimal-umscldäge anzuwenden. Alles Uebrige ist schon früher erörtert,
Bei Tliicren kommt meistens auch Milzbrandödem vor.
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440nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Haut,
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14.nbsp; nbsp;Kotz der Haut. Beim Menschen. Nach einer meist nur wenige Tage (lauenulen Inkubationszeit bildet sieh an der infizirten Stelle der Haut eine Pustel oder eine Iiifiliration, verbunden mit Schwellung der benachbarten Lymphdrüsen. Der weitere Verlauf ist sehr verschieden. Beim akuten Rotz wandeln sieh die entstehenden Flecken und Pusteln (seltener Blasen) bald in eiternde Geschwüre mit infillrirten Iländern um. Die Lynipbdriisenschwellungen brechen gleichfalls auf, es treten Schleimhauterkrankungen hinzu und meistens erfolgt in 3-4 Wochen der Tod. Beim chronischen Rotz geht die Entwickelung langsamer vor sich. Die in der Haut und Unterhaut auftretenden Rotzknoten sind oft perlsehnurartig aneinandergereiht. Die Sclilehnhäute erkranken weniger regehnässig dabei und das Fieber ist gering oder fehlt vollständig. Der Verlauf kann jahrelang dauern. Nach Bol linger können bis 600/o Genesungen eintreten. Näheres Seite 17 und 18.
Hei Thiereii. Rotz der Haut kommt bei Thieren nur bei Pferden zur Beobachtung, wo die Lippen, Nasenränder und andere Tlieile des Kopfes vorwiegend Sitz der Erkrankung sind; daneben jedoch auch alle übrigen Stellen der äusseren Haut erkranken können. Ist das subkutane Gewebe und die Lymphbahnen besonders ergriffen, so treten eirkuinskripte und diffuse Erkrankungen auf; im erstereu Falle kommt es zu Rotzknoten und Rolzabscessen, im letzteren zu rotziger Infiltration, rotziger Pblegmone und rotziger Elephantiasis. Wie heim Menschen können die Rotzknoten reihenweise angeordnet sich entwickeln. Weiteres S. 19.
Im Anschluss hieran sei noch der von Nocard beschriebene llautwiinu des Himlcs
(Farcin du hoeuf) erwähnt, wobei umschriebene, fluktuirende, knotige Abscesse in der Unterhaut entstehen und die bonncbbnrten Lympbgefiisso und Lymphdrüsen angosohwollen sind. Der Verlauf kann jahrelang dauern und unter den Erscheinungen der Lungenphthisis zum Tode fühlen. Die mit einem eiterigen, käsigen oder mortelarligen Inhalt versehenon Abscesse, welche am Bauche, an der Schulter und an der Unterbrust entstehen, eine sehr dicke Wand erreichen (bis 12 cm), brechen manchmal auf. Nocard will als Ursache einen bestimmten Hacillus gefunden haben. Möglieberweise handelt es sich dabei um tuberkulöse Neubildungen.
15.nbsp; nbsp; Aktiuoniykose der Haut. Beim Menschen. Die Aktinomykose der Haut (Näheres über Aktinomykose ist Seite 192 mitgetheilt worden) zeigt sich beim Menschen sekundär im Anschluss an Erkrankungen des Kiefers, Halses und der Lunge, sowie primär nach direkter Infektion einer vorher verletzten Hautstelle, Im ersteren Falle sind es zunächst subkutane Erkrankungen, die später nach aussen durchbrechen und dann Geschwüre und Fisteln bilden; im zweiten Falle bilden sich nach vorangegangener Infiltration zunächst knollige Geschwülste, welche nach dem Aufbruch in allmählich weiter greifende, mit gezackten und untermhiirten Rändern versehene Geschwüre sich umwandeln. In die Tiefe gehend können dann Fascien, Muskeln, Periost und Knochen mitergriffen Werden (Lesser). Der Verlauf ist langsam und häufig, bei ausgebreiteter Erkrankung, sehr ungünstig. Die Diagnose ist erst sichergestellt nach dem mikroskopischen Nachweis der gries- bis hanfkorngrossen weisslichen oder gelbliehen Aktinomyceskörner, welche sieh im Eiter und in den Granulalionsniassen der aktino-niykotisehen Herde finden. Zur Therapie wird/erstörung der krankhaften Wuche-rungen durch Kauterisiren oder Anwendung kouzentrirter Siiblimatlösungen u. dgl. empfohlen.
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Haiitgesclnvillsto.
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Bei Thioreii kommen aktinomykotlsohe Wucherungen In der Haut besonder beim Binde, wie schon S. 196 angegeben, und dann auch beim Sehwein vor. Wie beim Menschen kommt bei primären Erkrankungen der Pilz in die vorher ox-koriirten Hautstcllon (beim Lagern auf der Streu, auf der Weide), um sich nun weiter vai entwickeln. Auch Kastrationswnnden werden so infizirt (Rasmussen). Man findet die Erkrankung am Hoden, an der liauchwand, am Euter, an den Schenkeln, seltener am Rücken und am Halse, wo es meist sekundäre Erkrankungen sind. In den meisten Fällen bilden sich haselnuss- bis faustgrosse und grössere isolirt stehende derbe Knoten, in deren Nachbarschaft Sklemdermie entsteht. Auf dem Durchschnitt sind die Geschwülste meist derb und elastisch und Sarkomen bezw. Fibrosarkomen nicht unähnlich. Dagegen siebt man bei ersteren auf der Schnittfläebe, die charakteristischen gelblichen oder griingelblieben, grauröthliehen Aktinomveesberde.
Handelt es sich tun sekundäre Bildungen, so sieht man, wie beim Menseben, die Haut stark geschwollen und scbliesslloh Fistelbildung eintreten.
Die Behandlung wird durch Anwendung von Jodtinktur, die eingepinselt und injizirt wird, neuerdings vielfach mit Erfolg ausgeführt.
iß. Lepra. Aussatz, Näheres über diese Erkrankung (Elephantiasis Grae-corum, Lepra Arabum, Spedalskted der Norweger, Melaatschheid der Holländer. Leprosy der Engländer) ist schon S. 94 initgetheilt worden.
17.nbsp; nbsp;Botryomykose bei Thlereil. Wie schon S. 198 erörtert, kommen beim Pferde, Binde und Schweine Hautgeschwülste vor, die durch einen charakteristischen Pilz erzeugt werden. Beim Menschen sind solche Geschwülste bisher nicht beobachtet worden.
18.nbsp; Aiilithenseuelie. Hauterkrankuugen beim Menschen nach dem Umgänge mit aphthenseuchekranken Thieren sind in der Litteratur öfters initgetheilt worden. Ich selbst sah bei einer Melkerin, die sich durch das Melken erkrankter Kühe an ihren Händen eine Erkrankung zugezogen hatte, Es bildeten sich kleine! Bläschen, die später Knötchenform annahmen und nach 810 Tagen abheilten. Schäfer beliebtet, dass ein Schäfer, welcher die Klauen einer an der Klauenseuche erkrankten Schaf-beeide zu reinigen hatte, auf der inneren Fläche beider Anne und zwischen den Fingern mit gelblichem Inhalte gefüllte Bläschen bekam, welche später platzten und bei Anwendung von Lvsolbädern bald heilten.
Auch Hunde erkrankten an der Haut zwischen den Zehen in ähnlicher Weise, nachdem sie längere Zeit mit einer infiziiten Schafheerde in einem Stalle zusammen gewesen waren.
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Zusammenfassung.
Unter den Krankheiten der Haut sind zunächst solche zu nennen, welche beim Menschen und bei Thieren vorkommen und ineist durch gleiche l'r-
sachen hervorgerufen werden: Erythema exsudativum multiforme, Ekzema, Pruritus kutaneus. Pemphigus, Elephantiasis, Icbthyosis, Hyperidrosis, Chromidrosis, Akne,
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442nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Uie Krankheiten der Vordaimngsorgane.
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Furunkel) Atherom, Alopecia kongeuita, Alopecia sytntomatika, Hypertriobosis, Pig-mentatrophie und Hypertrophie, Favus, Herpes, Impetigo kontagiosa, Skables, CVsti-eerkus eelliilosao, Filariu mediiiensis, I'apillonie, Fibroine, Lipoine, Sarkome, Kar-eiiiome, Aphtlienseuehe, Molluskum kontagiosum, Tuberkulose, Milzbrand und Rotz.
Nur beim Menschen sind bisher folgende Hauterkrankungen beobachtet worden; Erythema nodosum, Akrodynie, i'urpura rlieumutika. Psoriasis, Pitviiasis, PrurigO, Lupus erytliematodes, Alropliia kulis, .Skleroderma, Anidrosis, Scborrhoea, Sykosis, Alopecia pityrodes, l'ityriasis versikolor, Gune, Kaskadoe, Mal de los pintos, Beulenkmukheit, Ainhuin, Myom, Xantbom, Keloid, Rhinosklerom, Xerodenna pig-meiitosum.
Nur bei Thioren sind bisher beobachtel worden: Buobweizouausscblag, sog. Schrolausschlag bei Schweinen, Dermatitis pruriginosa des Pferdes, Haematidrosis parasitaria, Fliegenlarvenkraidvheit der Läinmer und IJotryomykose,
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B. Die Krankheiten der Verdaurniffsorgane.
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I. Die Krankheiten der Mundhöhle und des Rachens.
Die Krankheiten der Mund- und Kachenschleiinhaut haben zunächst in ihren Erscheinungen viel Aehnliches und Qemeinsaines, Theilweise werden sie herbeigeführt durch ungenügende Verarbeitung der Speisen, ferner durch Fäulniss der in der Mundhöhle sich bildenden Krankheitsprodnkte, oder durch direkü; Aufnahme schädlicher Substanzen, Ferner gehört bei zahlreichen Krankheiten, namentlich manchen Infektionskrankheiten die selbständige Mitbetheiligung oder die sekundäre Erkrankung der genannten Thelle zum wesentlichen Hilde der Hauptkrankheit,
Vergleichend-anatomische Vorbemerkungen zu 'ilcn Krankheiten der Minnl-höhlc und des Rachens, Die Mundhöhle hat, wie beim Menschen, so auch bei den Säuge-thieien, eine vordere oder Eingangsütt'nung (Mund oder Maul) und eine hintere oder Aiis-gangsöffnung, welche in den Schlundkopf überführt. Beim Menschen und bei den Siiugethieren, wo beim Kauen die Mundhöhle zeitweise mit Nahrungsmittel angefüllt wird, findet die Kreuzung dor A thmungs- und Speisewege hinter der Mundhöhle, bei den übrigen Wirbel-thieren (Vögeln, Amphibien und Fischen) wo ein Kauen der Nahrungsmittel nicht mehr stattfindet, münden Luftquot; und Speisewege schon in der Mundhöhle. Bei den Vögeln und Amphibien mündet die Nasenhöhle an der Decke der Mundhöhle in diese ein. Weder Vögel, noch Amphibien und Fische haben Lippen, Backen und (biumensegel.
Heim Pferde wird im Gegensatz zum Menschen und zu den übrigen Ilausthiorcn, wo Mund- und Hachenhöhle in einer mehr oder weniger offenen Verbindung bleiben, wegen der bedeutenden Ltlnge des Gaumensegels die Kacbcnböble an der Maulhölde bis auf eine spaltförmige Oetfnung ganz abgeschlossen. Die Speicheldrüsen findet man bei denjenigen Wirbelthieren am stärksten ausgebildet, welche mehr trockene Nahrungsmittel gemessen (wie die berbivoren Wirbeltbiere), wühlend sie bei den Fleischfressern schwacher entwickelt zu sein pflegen und bei denjenigen Tbieren, welche ihre Nahrung ge-niigeud durchfeuchtet im Wasser aufnehmen, fehlen die Drüsen gänzlich. Angeliorene Gaumenspalten (sog. Wolfsrachen) kommen bei Ilaustbicren selten vor,
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Die Krankheiten laquo;W Mundhöhle und dea Rachens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 413
Bozilglicli der Zunge sei orwilhnt, dass umwallte l'apillen (Pap. cirkumvallatae) beim Menschen (i12 und mehr, heim Kind und Schaf 1420, beim l'ferd, Schwein und Kaninchen 2, beim Hund 2 3 vorhanden sind. Die häufig schwarzgefieckte Zunge des Rindes ist im Verhältniss zum Pferde dicker und weniger dreikantig, ihre Seitenfiächen sind stumpf-rnndigi die Spitze mehr scharfrandig. Auf dem Zungenrlicken ist besonders bei älteren Thieren, eine wulstnrtige Erhöhung, wo die Pnpillen gross, tlach oder rundlich sind. Die Zunge des Schweines ist verhältnissmässig lang und schmal mit langer, freier Spitze. An der untern Fläche der Zunge des Hundes findet sich in der Mittellinie gegen die Spitze ein eigenthümliches Stützgehildo (Tollwurm, Lyssa genannt), bestehend aus festem Bindegowebe, in das Fettgewebe und Muskelfasern eingelagert sind. (Näheres über die Maul- und Kachonhöhle bei Thieren, siehe Schncidemühl, Lage der Eingeweide hei den Haussäugethieren. Hannover, 1894, zweite Auflage.)
Bezüglich der Zähne, deren der Mensch 32, die Einhufer 36 bezw. 40 (heim Hengst), die Wiederkäuer 32, die Schweine 44, der Hund 42 besitzt, ist zu erwähnen, dass die Wiederkäuer im Oberkiefer keine Schneidezähne haben. Das Pferd hat im Alter von 4V'2 his 5 Jahren, das Rind im Alter von S1'! 4 Jahren, Schaf und Ziege im Alter von 3 his 33 i Jahren, das Schwein im Alter von l'/a Jahren und der Hund im Alter von 67 Monaten alle Milchzähne in bleibende Zähne gewechselt.
Allgemeine diagnostische Anhalten für die Feststellung der Krankheiten der Manlhöhle und des Rachens bei Thieren. Was zunächst die Untersuchung der Maulhöhle hei Hausthieren betrifft, die am hesten hei Tageslicht vorgenommen wird, so wird man bei Pferden eine oberflächliche Besichtigung der Maulhöhle dadurch ermöglichen , dass man die eine Hand in die zwischen Vorder- und Hinterkiefer vorhandene Lücke einführt, die Zungenspitze ergreift, die Hand scliliesst und senkrecht (als Maulkeil) zwischen Ober- und Unterkiefer stellt. Mit der anderen Hand kann man dann die Backenwand der entgegengesetzten Seite etwas vom Zahnrande entfernen und so hei einfallendem Lichte eine Besichtigung ermöglichen. In schwieligeren Fällen wird man besondere Maul-gntter benützen, wobei ich den von mir konstruirten Maulsperrer hei Thieren (Deutsche fhierärztlicho Wochenschrift 1894) als sehr zweckmässig gefunden habe. Beim Rinde ist zur Fixirung des Kopfes nöthig, dass ein Gehilfe mit der einen Hand die Hörner ergreift, ein anderer mit der einen Hand die Nasenscheidewand kräftig zusanimenpresst und mit der anderen die Zunge aus dem Munde zieht. Bei grösseren oder widerspenstigen Hunden liL'fcstigt man ein breites Band oder Tuch, das durch die Maulhöhle gezogen ist über dem Nasemücken, ein anderes, welches ebenfalls durch die Maidhöhle gezogen ist und unter dem Kinnwinkel zusammengehunden wird; durch gleichzeitiges Ziehen an den am Ober- und und Unterkiefer vorhandenen Knoten kann dann die Mundhöhle geöffnet und event, durch Einführung eines Keiles oder meines an der einen Seite offenen Maulsperrors offen gehalten werden. Beim Schweine bringt man zwischen die Kiefer einen längeren Holzkeil und versucht durch Heben und Senken das Maul zu öffnen.
Während und nach der Oetftmng der Maulhöhle kann mau Qoruoh, Sekretion und Temperatur derselben feststellen. Der Greruch ist hei Maul-, Magen- und Darm-katurrhen theils etwas faulig, theils fade und süsslich (besonders hei Pflanzenfressern); hochgradig faulig und widerlich stinkend wird der Oeruch bei zahlreichen Krankheitsprozossen, welche mit Zersetzung der MaulfKissigkeit unter gleichzeitiger Anwesenheit von Kutter, Kpithelien, Blut, Entzünduiigsprodiikten einlicrgehn so z. B. bei Zahiikninkheiten, Manl-seuche, Druse, Petechialfieber, hei Skorbut der Hunde, Diphtherie, Staupe, Quecksilbervergiftung u. dgl. Bezüglich der S peichelsekre ti on sei erwähnt, dass dieselbe hei allen erheblich fieberhaften Krankheiten sowie hei solchen (Dysenterie, Diabetes, chron. Nephritis) wesentlich vermindert sein wird, die mit starker Wasserabgabe verbunden sind. Vermehrt, gleichzeitig chemisch und physikalisch verändert ist die Sekretion hei zahlreichen Krankheiten der Maulhöhle u. a. bei Stomatitis, (llossitis, heim Katairlmlfiebcr des Kindes, hei der Aphthenseuche , Rinderpest, bei manchen Oehirnerkrankungen ; S pe ichel f 1 u s s (Ptyalismus. Salivatio), wird hei Quecksilbervergiftung, manchen Pilzvergiftungen, bei Parotitis, hei Wnndiankheiten, bei einzelnen Krankheiten des Uterus, des Gehirns und nach Anwendung von Pilokarpin und Arekolin beobachtet.
Die Temperatur, welche meist durch Einführung der Kinger annähernd ermittelt werden kann, ist bei zahlreichen fieberhaften Krankheiten erhöht und nach starkem Hint verlust, bei Kollapszuständen vermindert.
Uei Untersuchung der Lippen wird aussen auf etwaige Auflagerungen (Herpcs-tonsurnns, Druse, Kotz, Stom. kont) (ieschwüre, Sehwclluiig (Petechialfieber), Verdickiingen
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#9632;Hinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;üio Kinnkheiten dor Verdauung.sorgnue.
und Lähmungen (Digitnlisvergiftung, Facinlis-, (ieliirn-, RUckcnmnrksorkrankung) zu achten sein. Die Lipponschleimhaut, Maulaehloimhaut und Zahnfleisch worden gelegentlich stärkere Riitliungen, Blutungen, Gelbfärbungen, Blässe, sowie Entwickelung von Blasen, Bläschen, Knoten, Pusteln u. dgl. erkennen lassen. Man wird dabei an zahlreiche Erkrankungen denken müssen: l'etechinlfieber, Stomatitis kontagiosa pustula, Lupinose, Pilzvergiftungen, chronische Bleivergiftung (diffuse Röthuug und Schwellung des Zahnfleisches), Quecksilbervergiftung. In allen Fällen von Maulliöhlenerkrankungen und Erkrankungen des Verdauungsapparates wird man eine gründliche Untersuchung der Zähne ausführen niiissen. Ebenso ist dio Zunge auf das Vorhandensein eines Zungenbelags, Schwellung, Verfärbungen (Cyanoso bei Herzfehlern), Festigkeit (Aktinomykoso), Knütchen, Blasen, Geschwüren und Lähmungen zu besichtigen. Durch öftere Betastung der Backen sind oft Zalinanomalien nachzuweisen. Lähmung des Unterkiefers beim Hunde ist als Zeichen für Wuthvordacht zu betrachten, Anschwellungen und Verdickungen der Kieferknochen, Zeichen von Aktinomykose, Tuberkulose, Bachitis, Schnüifelkrankheit, Periostitis u s.w.
Bei Untorsuchung der Rachonhühle wir die Haltung des Kopfes, des Schluckakt, Druckempfimllichküit bei der Betastung des Schlundkopfes, innen Färbung und Temperatur zu beachten sein. Mit dem von Polansky und Schindelka konstruirten Rhino-Laryngoskop gelingt es auch die Rachenliöhle grösserer Thiere genau zu besichtigen.
Schliesslich ist auch die Art der Aufnahme des Futters, das Kauen und (bei Wiederkäuern) Störungen beim Wiederkauen eine Bedeutung für dio Feststellung von Krankheiten. Das Kauen erfolgt langsamer bei Verdauungstorungen, fieberhaften Krank-hoiteti und bei akuten und chronischen (iehirnkrankheiten; in letzterem Falle sistirt das Kauen oft. Bei Lähmung der Backen oder Wangenmuskoln, bei erheblichen Krankheiten der Racbenschleimliaut (Druse) zeigt sich das sog. Kinf'ütternquot;, wobei das Futter zwischen Backen und Zahnreihe stecken bleibt. Unrogelmässig ist das Kauen bei manchen Zabnkrankheiten. Das Schlucken ist gestört bei allen erheblichen Erkrankungen, welche die Hachenhöhle, den Schlundkopf und den Kehlkopf befallen; ferner auch bei manchen Vergiftungen, Trichinose, Rückenuuirkserkrankungen, Tetanus u. s. w. Bei Pferden kommt Futter dann oft durch die Nasenöffnungen zum Vorschein. Störungen im Wiederkauen zeigen sich bei geringeren und erheblicheren Störungen; zunächst bei allen akuten und chronischen Magen- und Darmaffoktionen, bei manchen Gehirnaffektionen, bei allen fieberhaften Krankheiten u. s. w. (Weiteres bei Besprechung der Magenkrankheiten.)
1. Katarrh der Mundschleimhaut. Stomatitis katarrhalis.
n) Helm Menschen.
Acliolos'ie. Mechanische (scharfe, abgebrochene Zähne, Verletzungen), chemische (Tabakkauen und Bauchen, scharfe Speisen, ätzende Substanzen), thermisohe und bakterielle Einflüsse (primAr und sekundär z. B. bei Masern, Pocken und Syphilis, nach Genuss der Milch kranker besonders an Aphthenseucbe leidender Kühe) können Stomatitis hervorrufen, Schliesslich entsteht Stomatitis auch bei akuter und chronischer Quecksilbervergiftung, nach Anwendung von Jod, Brom, Arsen.
Symptome^ Verlauf, Dauer, Ausgang. Neben Böthung, Schwellung und stärkerer Absonderung zeigt sieb in höheren Graden Trockenheit und Brennen im Munde, selbst Schmerz bei der Nahrungsaufnahme, daneben ein elgenthttmlich pappiger, fauliger oder bitterer Gesebniack, übler Geruch aus dem Munde. Besonders bei der chronischen Stomatitis ist dann die ZungensohleitnhftUt mit einem dicken, grauweissen Belag bedeckt. Manchmal /.eigen sieb auch Bläschen und Geschwüre. Die Dauer der Erkrankung ist verschieden und kann 12 Wochen, Monate und Jahre (bei Baucheru und Säufern) dauern.
Therapie. Zur Behandlung sind Ausspülungen mit Kali chlorikum (ä 0/o), hypennangansaurem Kali (l i 2000) Wasserstoffsuperoxyd (20/o) zweckmässig; auch Trochlscl kalii chloric! im Munde zergehen lassen, kauen kleiner Bhabarberstüokohen
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(Hausmittel). Bei gelockertem Ziilmfleisch worden Bepinselungen mit Tinkt. Myrrlme und Tinkt. Uatanliiae aa, und bei Gowehwürshildung Anwendung des Höllenstein-Stiftes zweokmKssig sein.
1)) Bei Thieren.
Aetiologio. Bei Thieren sind die Ursachen ähnlich, wie beim Menschen und kommt die Erkrankung sowohl selbständig wie auch sekundär bei allen Haustbieien vor. Rauhes, stachliges, (Gersteiiähren) schiminligos, befallenes (mit Rost, Brandpilzen, Mehlthau) oder mit Blattläusen, Baupen und Raupenhaaren besetztes Futter, scharfe, ätzende Stoffe und Medikamente (Leeken scharfer Salben z. B. Quecksilber, Chlorzink, Arsenikpasten u. lt;lgl.), Aufnahme von Giftpflanzen (Akonit, Tabak, l)i-gitnlis, Kornrade, Schierling, Ackersenf u. dgl.) können eine katarrhalische Stomatitis hervorrufen, Schllesslioh entstellt die Erkrankung auch nach Aufnahmlaquo; von heissem Futter und Getränk, bei zahlreichen Verdauungs- und fieberhaften Allgemeinleiden und beim Vorhandensein scharfer Zähne und bei Entzündung benachbarter Organe.
Syinptoinc. Es zeigt sich stärkere Köthung, Schwellung und selbst oirkum-skripte Geschwulstbildung der Maulschleimhaut, verbunden mit Wärme und gesteigerter Empfindlichkeit. Daneben ist das Fressen behindert, ein puppiger Belag im Maule und auch ein eigenthümlioh süsslicher Geruch vorhanden. In einzelnen Fällen entwickeln sich Bläschen. Beim Kind und Schwein tritt besonders beim chronischen Katarrh zuweilen stärkere Wucherung der Papillen besonders auf der Zunge ein, auch mit Schleim gefüllte bis haselnussgrosso Retentionscysten besonders am Grunde der Zunge. Beim Geflügel wird die dicke harte und weisse Epidermis, welche normal die Zungenspitze umgiebt, trocken und undurchsichtig. Laien seilen dann diese feste Epidermis für pathologisch an und entfernen in gnuisainer Art diese Membran. Das Leiden wird, wie jeder Katarrh der Nasen-, Rachen- und Mundhöhle bei Hühnern, als Pips bezeichnet. Bei der Katze sind (nach Fried-berger-Fröbner) die Papillen der Zunge stark weiss bzw. gelbliehweiss im Gegensatz zum rothen Zungenrande. Im weiteren Verlaufe der Krankheit, die 1 bis 4 Wochen dauern kann, tritt dann Heilung ein oder es kommt auch zu tieferen Entzündungen, Erosionen und Geschwüren, welche die Heilung verzögern,
Tlierayic. Zur Heilung genügt in den meisten Fällen Verabreichung von Kleien nasser, weichem Futter, Ausspülen der Maulhöhle mit Kali chlorikum (1 bis 3 0/o) oder Essigwasser (1 : 100 Wasser), Borsäure, in erheblichen Fällen Alaun, Tannin (0,5 : 1000,0 Wasser). Innerlich Latwergen aus Natr. bicarb. N. chlor. N. sulfur. P. rad, Genth. u. Calami. Schweinen giebt man saure Milch, Molken mit Kleie u.s. w. Hühnern pinselt man die Schleimhaut mit einer Sprozentigen Lösung von chlorsaurem Kali (Zürn).
2. Stomatitis ulcerosa. Mundfäule. Stomakace ')
a) Beim Menschen. Wesen. Man versteht unter Stomakace (Stomatitis ulcerosa) eine mit Nekrose und (ieschwürsbildnng verbundene schwere Erkrankung der Mundschleimhaut, wobei besonders die Zahnränder, daneben auch Lippen und Wangen ergriffen sind.
i) h z-i/.r], sclilochto ücsclialfcnhoit.
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4-l()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten doi' Vmlauungsorgnnc.
Antiolog'ie. Die [Ifsaohen können gehl' verschiedener Art sein, nieist sind sie infektiöser Natur (in Spitälern, Kasernen, Strafanstalten). In Mildern Füllen bei Queeksilberveigiflung, Skorbut und besonders bei Kindern zur Zeit der zweiten Dentition.
Symptome. Auf der geschwollenen leicht blutenden mit einem sohmierigen, eitrigen Belag bedeckten Sohleimhaut treten missfarbige, leicht blutende Geschwüre mit bläulichen Bändern und oft speckigem Qrunde auf; manchmal zeigt sich auch Qaiigrän, Lockerung und Ausfall der Zähne. Daneben stickender Qeruch aus dem Munde, Schwellung der benachbarten Lymphdrüsen, massiges Fieber und auch
Periostitis, Der Verlauf ist ineistens günstig; in 12 Wochen 1st Heilung eingetreten. Chronischer Verlauf ist selten.
Therapielaquo; Im Wesentlichen wie bei leichter Stomatitis.
b) Bei Thierou.
Auch bei Tliieren kommt eine gesell willige Entzündung dec Maulschleinihaut vor. Als Bezeichnungen sind noch im Gebrauch: Stomatitis phlegmonosa.
Actiologie. Die Erkrankung kommt besonders bei schwächlichen, schlecht* genährten Tliieren (besonders Hunden) vor, daneben im Verlaufe der Quecksilbervergiftung, nach erheblicheren traumatischen, thermischen und chemischen Einwirkungen, Im Verlaufe von Skorbut, Aphthenseuche der Wiederkäuer und Schweine,
Stomatitis pustulosa kontaglösa der Pferde, der Hühner- und Kälberdiphtherie. In anderen Fällen sind infektionseiTegor, welche bei kariösen Zähnen oft reichlich vorhanden sind, die Ursache der Erkrankung. Eine primäre Stomatitis ulcerosa ist oft enzootlsoh besonders bei Pferden, Rindern und Schafen nach der Aufnahme von mit Korn- und Bostpilzen befallenem Futter (Klee, Rapskuchen u. dgl.) beobachtet, Kösters beobachtete eine Stomatitis ulcerosa bei 52 Pferden, welche Gras gefressen hatten, das mit den Raupen des Weissdornspinners verunreinigt war.
Symptome, Vorlauf, Ausganglaquo; Die Symptome sind Im Wesentlichen wie beim Menschen, ist bei Pferden, Rindern und Schafen befallenes Futter die Ursache, so zeigt sich neben Geschwürshildung, Schwellung, Röthung und Schmerz-haftigkelt der Maulsohleimbaut und Speichelfluss auch (besonders bei jungen Tliieren) Störung des Allgemeinbefindens (Mattigkeit, schwankender Gang, beschleunigte Ath-miing). Bei Lämmern sind enzootlsche Maulerkrankungen nach Fütterung von mit Askoinvceten (Polydesma exiliosus) verunreinigten Rapskuchen (Berntd) sowie mich durch anderweitig iufizirtes Futter beobachtet worden. Bei Hunden zeigt sich starkes Geifern, grau, graugrüner Beleg, später auch zellige Infiltration und Kekrosc der Maulschleimhaut besonders an den Zähnen und Lippen, daneben widerlicher Geruch aus dem Munde, Der Verlauf Ist bei jungen Tliieren meistens günstig und in 12 Wochen beendet. In ungünstigen Fällen kommt es zu Karies, Nekrose der Knochen, selbst zu Fistelbildungen (hei Hunden) zwischen Maul und Nasenhöhle und zu erheblichen Störungen des Allgemeinbefindens, in deren weiterem Verlaufe dann der Tod (unter Diarrhöe, Fieber, septikämischen Erscheinungen) eintritt.
Therapie. Vermeidung der Ursachen (der Fütterung des befallenen Futters), Anwendung desinfi/.irender Maulwässer (Kreolin, Lysol, Sublimat 1 : 1000,0) und kräftige Ernährung sind neben gründlicher Stalldesinfektion, Entfernung der kranken
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Die Krankheiten der Mundhoble und des Kuchens.
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von den, gesunden Thioivn, das Wichtigste. extrfthiren.
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Kariöse und lockere Zähne sind zu
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3. Aphthen, Stomatitis aphthosa1).
11) Beim Menschen.
Deünitiuii. Vielfach werden mit dem Namen Aphthen noch ganz verschiedene Dinge bezeichnet, Von Lsiien wird Soor oft für Aphthen gehalten. Die echten Aphthen der Mundhöhle sind stecknadelkopf- bis erbsengrosse, weisse oder gelbliche, schwach hervorspringende, runde, roth umsäunite Flecken, welche in verschiedener Zahl und Ausbreitung in der Mundhöhle von Kindern und Erwachsenen vorkommen. Ganz ZU trennen von den Aphthen sind die sog. Bednar'schen Aphthen (granweisse Plaques an den hinteren seitliehen Tbeiien des Gaumens bei Kindern in den ersten Monaten), welche manchmal in Geschwüre übergehen und meistens bei sonst gesunden Kindern In wenigen Wochen mit geringer Narbe heilen. Sie werden auf mechanische Verletzungen und nachfolgendes Eindringen von Infektionserregern beim Sauggesehäft zurückgeführt. Die Behandlung bestellt In Bepinselung der Geschwüre mit Arg. nltrlk. 1:15.
Aetiologie. Ob es sich bei der Entstehung der Aphthen vielfach um üeber-tragung von Kühen durch den Genuas der rohen Milch aphthenseuohekranker Rinder handelt, ist nicht sicher, obwohl solche Beobachtungen nicht, wie Striiinpoll und Eichhorst meinen, erst in der neueren Zeit gemacht worden, sondern, wie schon S. 34 näher ausgeführt, seit über 130 Jahren. Dafür spricht auch das oft endemische und epidemische Auftreten2). Die Symptome sind dann aber beim Menschen andere.
i) laquo;l oböat (Hippokrates), Blttsohen.
-) In Ergänzung der auf S. 8486 gemachten Angaben mögen hier noch die Beobachtungen von Siegel (Archiv für Laryngologie und Hhinologie 189Ö) über die durch Infektion von aphthenseuchekranken Thieren hervorgerufene Mundseuche des Menschen (Stomatitis epi-demika) kurz erwähnt werden.
Siegel giobt über den Verlauf typischer und leicht verlaufender Fälle Folgendes an: Nach stattgefnndcner Infektion klagen die Patienten gewöhnlich wochenlang vorwiegend über Lässigkeit. Schwere in den Gliedern, Denktriiglieit, Nachlassen des Appetits, Brechneigung, unruhigen Schlaf und über fortwährendes Bcdürfniss nach Ruhe. Dabei erscheint die üesichtsliaut grau und die Augen häufig mit bläulichen Rändern Hingeben, üie Zunge ist mit einem golblichschinutzigen Belage, besonders auf dem Rücken der Wurzel bedeckt.
Nach diesem 1 nkubati onss tadium, welches demnach länger als bisher angenommen, dauern würde, zeigt sich dann plötzlich hohes Fieber (3840deg;) verbunden mit Kopfschmerzeii, Schwindelanfällen, Solimerzen und J)ritckgefülil in der Leber und Magengegend, schlechtem Geschmack, grossein Durst und Brechneigung. Zuweilen schliesson sich diesen Erscheinungen plötzlich auftretende sehr heftige Diarrliüen an. Nachdem dieser Zustand durchschnittlich drei Tage gedauert hat, fällt plötzlich das Fieber (So37deg;), das Allgemeinbefinden bessert sich und die Benommenheit hat aufgehört. Dagegen zeigen sich die Erscheinungen einer katarrhalischen Entzündung der gcsanimten oder eines Theiles der Mund- und Raolionhöhle, mit Schwellung und manchmal blaurother Verfärbung derselben einhergehend. Bei einom Theile der Patienten tritt dazu Blasenbildung an den Lippen oder dem Nasenrande und auf der Schleimhaut der Mund- und Rachenhöhle; dazu kommt nicht selten auch ein niasern-artiges Exanthom am Rumpf und an den Gliedern.
Ebenso ist der Durchfall verschwunden und dafür hartnäckige Verstopfung eingetreten. Die Kranken, welche während des fieberhaften Stadiums nicht selten bettlägerig waren, stehen auf, bekommen Appetit und im Vorlaufe von durchschnittlich vier Wochen bessert sich der Zustand derartig, dass die geschwundenen Kräfte sich wieder einstellen und die
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4:18nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dio Krankheiten iler Verdauungborgane,
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Vielfach tivton Aphihon auch im Verlaute zahlreicher Infektionskrankheiten (Maseru, Sohai'laoh, Diphtherie, Typhus, während der Dentition), bei Frauen besonders mv Zcüt der Menstruation und der Gravidität auf.
8ympt01Ue9 Verlauf, Ausgun^. Vorwiegend an den Rändern der Zunge, am Frenulum linguae, daneben auf Lippenlaquo; und quot;Wangensclileimhaut bilden sich die erwähnten kleineren und grösseren Flecken. Das Epithel ist au den Stellen verdickt und die oberflächlichen Schleimhautschichten enthalten ein fibrinöses Exsudat. Daneben sind die Erscheinungen einer Stomatitis. Meist heilt, das Leiden in 12 Wochen.
Therapie. Am besten ist örtliche (2 : lüü) oder innerliche Anwendung von Kali chlorikum. In hartnäckigen Fällen wird Anwendung des Höllensteinstiftes, Zink. sulf. (1 : 50), Kauen von frischen und gekochten Heidelbeeren (Stri'impell), Jodkulium und Kalotnel innerlich empfohlen.
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Patleuten wieder arbeitsfähig weiden. Aber noch Monate lang haben die Rekonvalescenten
dlaquo;s Gefühl, eine schwere Krankheit überstanden zu haben, welches sich besonders in zeitweise eintretender Mattigkeit äussert.
Das Fieber, welches meist nur drei Tage anhält, dauert in selteneren Fällen 23 Wochen. Während dieser Zeit ist auch Fulsbeschlcunigung (120130 Schläge) vorhanden. Hlutuntersuohungen ergeben hinsichtlich der Zahl der Blutkörperchen keine Abweichung von der Norm. Das Kurporgowicht fällt auch in leichteren Fällen und bei ungestörter Nahrungsaufnahme erheblich ab. Bei einem Thelle der Fälle (S'Vo) zeigte sich am Unterarm und Unterschenkel, auch an den Schultern ein Kxanthum der ausseien Haut, das oft in 24 Stunden wieder verschwindet Selbst Petecbien- und Hämatombildiuig (besonders an den grossen Gelenken) wurde beobachtet.
Die am meisten charakteristischen Erscheinungen sind in der Mundhöhle: katarrhalische Entzündung der gesammten Mund- und Hacbenschleimhaut, besonders erkennbar an den Zahnrändern und Baokentasohen; Neigung zu Blutungen; die Zunge ist mit einem dicken, gelblichen, schmierigen, manchmal dunklen Belage bedeckt, Foetor ex ore, Speichelttuss, starke Desquamation besonders an den Zungenrämlern und Zahnlleisch; Blasenbildungen in der Mundhöhle sieht man jedoch nur bei Kindern und jugendlichen Erwachsenen weiblichen Geschlechts. Die Blasen sind birsekoin- bis erbsengross und hinterlassen ein Geschwür mit meist milchweissem Belag. Daneben finden sich herpesähnliche Bläschenbildungen auf der ausseien Haut an der Mund- und Nasenöfluung. Regelnlässig sind die Lymphdrüsen im Kieferwinkel, Nacken und im Halse mit ergriffen.
Ganz hervorragend ist der Magendarmkanal bei der Erkrankung betheiligt. In den meisten Fällen bei Erwachsenen ist die Apbthenseuche nur auf den Magendarmkanal beschränkt. Auch bei T hie reu ist die Erkrankung des Magendarmkanals regelmässig vorhanden, jedoch oft übersehen und nur in schweren Fällen als Komplikation anfgefasst worden. Manchmal tritt tödtlioher Ausgang ein, wobei anatomisch nur eine Atrophie der Darmscbleimdriisen nachzuweisen ist.
Während die Milz sowohl beim Menschen wie bei Thieren unbetheiligt bleibt, ist in jedem Falle eine spezifische Erkrankung derbeher nachzuweisen. Ikterus ist jedoch trotzdem selten nachzuweisen. Auch die Geschlechtsorgane werden manchmal ergriffen (bei Männern und Kindern zeigt sich Orchitis). Ebenso ist das Nervensystem betheiligt: Kopfschmerz, depressive Zustände erheblicher Art mit Selbstmordversuchen, Konvulsionen (bei Kindern).
Die l'rognoso ist bei der Aphthenseucho dos Menschen stets eine ernste, weniger wegen der Todesgefahr ((i80/o Todesfälle nach Siegel) als wegen der langen Dauer und wegen der Kecidive, die oft Jahre lang noch beobachtet werden. Wie bei Thieren, so scheint auch beim Menschen nach dem Ueberstehen der Krankheit die Empfänglichkeit grosser geworden zu sein.
Als Erreger der Maul- und Klauenseuche fand Siegel ein unbewegliches, bei Fuchsinfärbung in der Mitte hell bleibendes Stäbchen, durch deren Kulturen bei Ferkeln, Kälbern, Kühen und Schweinen die Krankheit erzeugt werden konnte.
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Die Krankhoiton dor Mumlliiililo und laquo;los ßaoliens,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;44!)
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b) Bei Thleren,
Wie Friedberger-Pröhner mit Recht hervorheben, bezeichnet man in dor Tblerheükunde unter Aphthen Bläschenquot;, während man in der Mensohenheilquot; künde unter Aphthen nioinnls Bläschenquot;, sondern, wie Im vorliegenden Falle, eine fleokwelse auftretende fibrinöse Stomatitis versteht, wie solche in ähnlicher Weise bei Thleren mit Sicherheit nicht beobachtet ist.
Bei Thleren kommt bei Pferden, Rindern und Schafen (bei den letzteren unabhängig von der typischen Stomatitis aphthosa der Maul- und Klauenseuche) auch eine sporadisch auftretende! Stomatitis vesikularis vor.
Aetlologie. In vielen Fällen mag auch hier die Aufnahme befallenen (besonders Sporen des Bapsyerderbens) oder durch Baupenhitare verunreinigten Futters
die Ursache sein. In anderen Fällen mögen bestimmte Infektionserreger vorhanden sein. Dieckerhoff sah in Trakehnen bei 100 Hengsten eine Stomatitis vesikularis, wobei die Krankheit,von Pferd zu Pferd durch den Maulspeiohel der kranken auf die gesunden Thiere übertragen wurde.
Symptoinu. Bei Pferden zeigen sieh nach einem Inkubat-ionsstadium von 34 Tagen erbsen- bis bohnengrosse Bläschen an der hinteren Fläche der Lippen, am Zuugenbändohen und an den Lippenwinkeln. Nach Abstossung des Epithels bleibt einige Tage eine entzündlich gerötbete, später mit frischem Epithel bedeckte Stelle zurück. In zwei Wochen ist die Abheilung erfolgt. Daneben zeigen sich bei Bindern und Lämmern besonders die Erscheinungen einer katarrhalischen Stomatitis. 1st bei Pferden befallener Klee die Ursache, so zeigen sieh (nach Friedberger-Fröhner) auch manchmal am Kopfe und an anderen Körperstellen (Euter, Extremitäten) die Zeichen einer erysipelatösen Dermatitis. Line Verwechselung ist mit der Stomatitis pustulosa kontagiosa der Pferde, wobei sich jedoch Knötclien bilden, im Anfange möglich. Von der Maul- und Klauenseuche der Kinder unterscheiden sich diese Aphthen dadurch, dtiss sie nicht infektiös sind und die Blasen nicht so gross werden. Die Prognose ist günstig.
Therapie. Die Behandlung beschränkt sich auf Verwendung der allgemein desinfizirenden Maulwässer (Borsäure, Kali eblorikum, Tannin u. dgl.).
An dieser Stellle möge auch die
Stomatitis pustulosa kontagiosa der Pferde (Morbus aphthosus equorum, Stomatitis et Dermatitis pustulosa kontagiosa)
Erwähnung finden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; m #9632;---
Es bandelt sieh dabei uiu- eine, mit l'uSü?lgt;i verbundene Entzündung der Maulschleimhaut, wobei ähnlkrjrfe Veränderungen aucli\an der Nasen- und Lippen-haut und gleichzeitig Ansohmflnuig d''1' Keblgangslyni^hdiiisen auftreten.
G-esohiohtltoheB. Dio mTankhoif ist schon vor 00 Jahren von Dard (1882) und später (1843) von zahlreichen tnitleron Autoren (lionloy, L'ialy, Hoynal, Jacob), dann von Steiner (18ö4) und vonlH.oring (4856) in einer besondren Abhandlung beschrieben und mit verschiedenen Namen\(Mj|tuIseuahi$ Aphthae uloerosay, Pferdepooken [!|, gutartige Beschälseuche, Herpes phlyktaotto'iJ^s (BoVileyJ) belegt worden. In neuerer Zeit ist das Leiden Sehne idem ühl, Vorgl. PathologidV .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 29
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450nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dio Krankheiten dor VerdAuungsorgane,
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dann von Silvestri (1875), Flomming (1880), Eggeling raquo;ind Ellonborgor (1878), Friodborgcr (1879), 1'olansky u. A. nälior studiit und beschrieben worden.
Actiologie. Els handelt sich um eine akute Infektionskraukheit, deren gpezifisohe Errager im Spolobel und Kchleim, in der Lymphe und in den Krusten des entstehenden iCxinitheins vorhanden sind. Eine nähere Peststellung und Kultiviruug des Krankheitslaquo; erregers ist bisher noch nicht, gelungen. Empfängliob für laquo;.Ins Kontagium sind am meisten die Pferde, dann (nach Eggeling und Ellenberger) das Rind, das Schaf, das Schwein und der Mensch. Künstliche Uebertragung, wobei die Wirksamkeit des Kontagiuma abgeschwächt wird, gelingt, auf Rinder, Schafe und Geflügel (Friedberger); Menschen (namentlich Thierärzte und Wärter) infissireu sich zuweilen an den Händen und Annen bei der Behandlung kranker Pferde. Dio Krankheit wird meistens durch Handelspferde in gesunde Bestände eingeschleppt, und dort verbreitet, sodass in 34 Wochen grosso Bestände infizirt sein können. Nach einmaligem Ueberstehen der Krankheit, scheint bei Pferden Imnuuiität einzutreten. Die Tenacität des Kontagiums ist gering.
Symptome, Vorlauf, Ausgang1. Nach einem Inkubationsstadium von
88 Tagen treten unter Fiebererscheinungen hirsekorn- bis erbsengrosse Knülchcn besonders auf den unteren Abschnitten der intensiv gerötheten und heissen Maul-scbleimhaut, auf der Nasenschleimhaut und auf der äusseren Haut (besonders an der Oberlippe, an den Backen, am Rande der Nasenschleimbaut) hervor. Daneben zeigt sich die Knötchenbildung gelegentlich auch auf der Konjunktiva dos Auges, auf der Schleimhaut der Vagina, des Afters und auf der Haut der Vorderschenkel. Manchmal ist in grösseren Beständen die Haut der Hinterschenkel und dos Rumpfes vorwiegend erkrankt (Dieckerhoff). Gleichzeitig sind die benachbarten, besonders die submaxillaren und manchmal auch die Lymphdrüsen stark geschwollen, ohne jedoch zu abscediren. Aus den Knötchen, welche besonders auf der Maulschleim-himt oft sehr reichlich sind, entstehen durch eitrigen Zerfall in wenigen (34) Tagen rundliche, flache, leicht blutende Geschwüre mit röthlichem Grunde und grau-weissem Rande. Dabei zeigt sich stärkeres Speicheln, Schluckbeschwerden, Katarrh dor Konjunktiva (bei Miterkrankung der Augen) und der Nasonschleimhaut. Meist beginnen die Geschwüre nach 8 Tagen abzuheilen und in 23 Wochen ist die, Krankheit in vollständige Genesung übergegangen, Die Prognose ist günstig.
Diagnose. Eine Verwechselung ist möglich mit Rotz, wobei jedoch der gutartige Verlauf, der Impferfolg, dio Art der Geschwüre und der Sitz derselben im Maule eine Unterscheidung von Rotz leicht machen. Ferner kann die Krank-hoit. mit. Stomatitis vesikularis, wobei sich jedoch keine Knötchen bilden, ver-wechselt werden; dagegen kaum mit Bläschenausschlag und Beschälseuche und Akne kontagiosa.
Therapie und Prophylaxis. Die Behandlung ist einfach, da die entstehenden Geschwüre meistens von selbst abheilen. In erheblicheren Fällen werden die bekannten desinfizirendeii Maulwässer Verwendung finden. Prophylaktisch ist erforderlich, die erkrankten Pferde zu isoliren und durch einen besonderen Wärter pflegen ZU lassen. Auch ist in grösseren Beständen nöthig, die erkrankten Stellen bald mit desinfizirenden Mitteln zu behandeln, um die Ansteckungsfähigkeit zu vermindern bezw. aufzuheben. Weniger zweckmässig erscheint die beim Militär vielfach
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angewendete Massregel, zur Abkürzung der Seuchendauer alle Pferde desselben Bestandes sogleich zu impfen.
4. Mundsoor. Stomamykosis oidika. Soor. Schwämmchen.
ii) Beim Monsehcn.
Dolluitioii. Die Erkrankung beruht auf Wucherung eines Pilzes, Oidium
albikans, auf der Mundsohleimhaut.
Bakterlologisohes. Lgt;ie botiinisohe Stellung des Pilzes (1842 von Berg und Qruby entdeckt) ist noch nicht ontschieden, jedenfalls ist er nicht identisch mit Oidium laktis, welcher die saure Gährung der Milch erzeugt. Man nimmt an, dass er zu den Spr0SSlt; pilzen gehört und Jtces hält ihn für identisch mit Saccharomyces albikans, während flaut glaubt, dass er zu den Torulaceen gehört und mit Monilia kandida (IJonordon), welcher auf frischem Kuhmist, faulem Holze, roher Kuhmilch und auf zuckerhaltigem Nährboden vorkommt, identisch ist. Sowohl durch Impfung auf die Mundschleimhaut (Berg) wie auch durch Vcrfütterung bei Hunden (Orawitz) wurde Soor erzeugt. Der Pilz lässt sich künstlich rein züchten, ist streng aerob, wächst am besten bei Brüttemporatur, verflüssigt nicht die Uelatine und ruft nach intravenöser Einverleibung bei Kaninchen Soormykose hervor (Klomperor). Bei mikroskopischer Betrachtung, wobei (Iram'sche Färbung leicht gelingt und Kssigsäure oder Zusatz von Kalilauge zweckmässig ist, sieht man neben einem Gewirr von langen Mycelfäden sehr reichliche ovale und cylindrischo, stark glänzende Sporen (Gonidien). Der Pilz kommt beim Menschen, bei Kälbern, Fohlen, Hunden und namentlich beim Geflügel vor und ist vom Menschen auf Thiere (Hühner, Martin) übertragbar.
Aetiologie. Die Krankheit kommt besonders bei schwächlichen und unsauber gehaltenen Kindern und bei Erwachsenen im Verlaufe schwerer Erkrankungen vor (Tuberkulose, Diabetes, Typhus, Leukämie u. s. w.). In der Zimmerluft, an sohlecht geremigten Saugpfröpfen, an der Prustwarze und in der Milch findet man den Pilz. Die Uebertragung erfolgt vielleicht oft durch verunreinigte Mutter- und Kuhmilch.
Syinptoino. Zunächst zeigen sich auf der etwas gerötheton und geschwollenen Schleimhaut der Zunge, der Wangen und des weichen Gaumens weissliche oder bläulich-weissliche Beläge, die allmählich sich vergrössern und mikroskopisch den Pilz erkennen lassen. Wo Cylinderepithel vorkommt (Kehlkopf, Nasenhöhle) findet sich Soor niemals (Striimpol 1). Als Komplikation zeigt sich bei schwächlichen Kindern auch Durchfall. Manchmal sollen auch Embolien vorkommen. Der Verlauf kann sich zuweilen durch sekundäre Erkrankungen (der Lungen und Bronchien) länger hinziehen und gefährlich werden.
Therapie und Prophylaxe. Reinhaltung des Mundes der Kinder und schwer erkrankter Erwachsener ist zunächst erforderlich. Zur Entfernung des i'ilzes benutzt man Borax (Natr. biborac 1 : 20) oder Resorcin (0,51 : 100.0 stündlich ein Kinderlöffel). Zuckerhaltige Nahrungsmittel muss man vermeiden, weil sie für die Entwickelung des Pilzes günstig sind.
Ausser Soor kommen in der Mundhöhle noch zahlroicho andere Pilze vor. Krwähnt seien Leptothrix bukkalis und Spirochaete plikatilis im Zahnbelag.
b) Bei Thleren. Bei Thieren kommt die Erkrankung durch Soorpilz, wie erwähnt, bei
Ivälbern, Fohlen, llunden und besonders häutig beim Geflügel vor.
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452nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten dor Vordauungsorgnno.
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Actiologic. Vorwiegend erkranken jugendliche und sohwäobllohe Tblere gelegentlioU gastrischer Störungen und beim Genüsse von Milch und Stärkemehl-haltiger Nahrung, bei gleichzeitig geringen Kau- und Schlingbewegungen. Unreinlich-keit der Gefässe und des Euters der Muttertbierc bewirken ebenfalls die direkte Heber-tragung des Pilzes. Die Krankheit koinmt bei Kälbern fast nur in der Saugezeit oder kurze Zeit nachher vor. Hühner werden vielleicht oft durch infizirte Nahrung des Menschen angesteckt.
Symplomo. Es zeigen sich auf der Maulscblehnbaut zunächst kleine, hirso-korn- bis linsengrosse, flach erhabene, grauweissliche Flecke, die später grosser werden und aus einer bröckeligen, schmierigen Masse bestehen, unter welcher die Schleimhaut etwas exkoriirt, gelockert und geschwellt ist. Daneben zeigen sich die Erscheinungen einer Stomatitis (verbunden mit sauerem Geruch aus der Maulhöhle) und Gastritis. Meist ist nur die Maulhöble erkrankt, bei Hühnern oft auch der Kropf, selten geht die Erkrankung auf die Racbenböhle über und erzeugt Sehluek-beschwerden. Bei mikroskopisoher Untersuchung findet man in den grauen Belegen die Filze, Vielfach ist der Verlauf ungünstig und die Thiere (Kälber und Hühner) gehen unter .schnell sich entwickelndem Siechthum zu Grunde.
Die Diagnose ist in zweifelhaften Fällen durch den Nachweis der Pilze sicher zu stellen.
Theruiilc. Neben Reinhaltung der Maulhöble, Bebandlung tier gastrischen
Störungen (durchs säurewidrige Mittel, Magnesia) wird je nach der Schwere der
Fälle Anwendung der Borsiiurelösung oder Sublimat (1 : 1000,0) zweckmässig sein.
Von Parasiten in der Maul- und Rachenhöhle der Thiere sind zu nennen: Beim Pferde Gastiuslarven am tiaumensegel; beim Wilde die Larven von Pharyngomyia (eine besondere Bromscnart); feiner kommt noch gelegentlich der sogen. Pferdeegel (Hiimopis sanguisuga) in der Maul- und Raclienhöhle der Pferde, Rinder, Maulthiero, Dromedaro und Hunde vor, besonders in südlichen Ländern. Die Pfordeegel sind auch beim Menschen beobachtet (vergl. S. 326).
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5. Erkrankung der Zunge. Glossitis.
a) Beim Menschen.
Ohne Miterkrankung der Mundschleimhaut sind eigentliche Entzündungen des Zungenparenohyms beim Menschen selten. Eine akute parenehymatöse Glossitis entsteht oft nach Bienen- und Wespenstichen, Verbrennungen, An-älzungen, Verletzungen. Die Zunge schwillt an, ist schmerzhaft, es treten schmierig-eitrige Belege, Exkoriationen, Geschwüre auf, in schweren Fällen auch Erstickungsanfälle. Zur Behandlung verwendet mau Eis und macht event. Skarifikationen.
Als Psurinsis linguae, Lcukopliicia1) (auch Tylosls, Ichthyosis linguae et ovis) bezeichnet man eine ätiologisch noch etwas dunkle Erkrankung der Zungenoberfläche, wobei Lippen, Wangenschleimbaut, Zahnfleisch, Gaumen oft mit erkranken und sieb eigenthiimliehe, an den Rändern erhabene, vielfach horn-artige Plaques bilden, wobei die Zunge! besonders ein landkartenähnliches Aussehen
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i) a.suxo{, weiss.
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Dia Krankheiten dor Miindhöhlu und des Kacliens.
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(Liiigiui göographika) bekonunt. Aotiologisch nimmt man Beizung der Muinisclilciniliiiut durch Tabak) Alkohol, nclnullmftc Ziilim! neben Erkrankungen
des Mngcjis, Gicht, Syphilis an. J)iii Krankheit kommt öfters bei Männern als bei Frauen vor und soll in Indien sehr häufig sein. Der Verlauf ist meistens chronisch und dauert viele Jahre. Zur Behandlung ist Arsenik und Hyoscymus, Chrom säurelösung (1 : 20) und das Kauen gekochter Heidelbeeren (Strümpell) empfohlen worden.
Erwähnt sei noch, dass Itoim Mensclien öfters eino schwarze Zimne (auch schwarze Huarzunge genannt) beobachtet ist, wobei die verhornten Kpithclzellen mit schwarz- oder briiunlichgeiben l'iginentkiirnorn reichlich gotilllt sind, üio Ursachen sind noch nicht genau bekannt. Nervöse, kachektischo und magenkranke Personen leiden am ehesten daran.
Ausserdem werden an dor Zunge des Menschen noch beobachtet: Tuberkulose, Syphilis, Aktinomykose, Kaicinoin, Angiomc, l'apillomo, Adenomo, Makroglossie (durch Ver-äiiderungon der Lymphgefässo, der Blutgofässe oder durch Hypertrophio aller Tlieile der Zunge bedingt).
b) Bei Thieren. Bei Thieren kommen Erkrankungen der Zunge atn häufigsten beim Pferde und Binde, seltener beim Hunde vor.
Oberflächliche Zungenentzündung ist meistens verbunden mit Erkrankung
des Maules und dann auch durch dieselben Ursachen hervorgerufen. Tiefere, parenohymat Öse Entzündungen entstehen und werden behandelt wie beim Menschen. Beim Hunde wird dabei in einzelnen Fällen Bepinselung mit Tinktura Myrrhae, Tinkt. Katechu oder Tannin in Glycerin 1:1020 vorgenommen.
Eine chronische (indurirende) Zungeneutzüudung kommt fast nur beim Binde vor und ist meistens bedingt durch Eindringen von Aktinomycos bouni (s. S. 195); selten durch Sarkospori di en (Tan nenb auser). Die Zunge ist dabei .steif, hart und schwer beweglich. An der Oberfläche bemerkt man manchmal Knoten. Oft sind auch die Kehlgangsdrttsen und die Umgebung derselben gesell wollen. Zur Behandlung sind Einpinselungen mit Jodtinktur, innerlich Jodkalium (10 g in ili Liter Wasser sechs Tage lang gegeben) (Bass, Fürth mey er) in Gebranch. Meistens werden die Thiere jedoch bald geschlachtet, wobei dann nur die erkrankten Organe (Zunge, Kiefer) vernichtet werden. Auch eine Erkrankung der Zunge durch Milzbrand kommt beim Rinde öfters vor (8, 14). Von Parasiten beobachtet man in der Zunge des Rindes Cysticerkus Täniae saginatae (S. 278), in der Zunge des Schweines Cysticerkus cellulosae (S. 274) und Spiroptwa skutata (S. 308).
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6. Noma. Wangenbrand. Wasserkrebs.
a) Bei m Men seh en.
Noma ist eine selten, meist bei schwiiehlich genährten oder durch Krankheiten (Masern, Scharlach, Typhus) geschwächte Kindern unter 7 Jahren vorkommende, schnell sich entwickelnde, brandige Zerstörung der Wnngenschlehnhaut, die wahrscheinlich auf die Einwirkung bestimmter Pilze zurückgeführt werden muss. Die Krankheit, welche seit dem 17. Jahrhundert bekannt ist, kommt in feuchten Küstengegenden besonders häufig vor; auch soll die linke Seite der Wange häufiger erkranken als die rechte. Die Krankheit beginnt meist an der Schleimhaut der Mundwinkel mit cirkaniskripter Schwellung, Itöthung und schliesslioh Gangrän, wobei unter Ausdehnung der (iangrän auf die Nachbarschaft zunächst BChmutzig-grttnliohe Verfärbung, brandige Zerstörung und schliesslich Perforation der Wange
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454nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dio Kranklioitoii der Verdauungsorgano.
eintritt, dio an oinzeliien Stellen wieder durch Narbenbildung heilt. Dabei sind die benachbarten Lymphdrüsen geHchwollcn, im weiteren Verlaufe tritt Fieber, Durchfall und moistons nach 24 Wochen der Tod ein. Zur Therapie sind frühzeitig örtliche Aetzungen und Desinfektionen (Höllenstein, Eisenchlorid, Karbolwnsser) und kräftige Krnährung der Patienten erforderlich.
b) Bei Thieren.
Ob Noma bei Thieren vorkommt, ist bisher nicht zu entscheiden. Ks ist möglich, dass eine als Diphtherie der Kälber in der Littoratur beschriebene Erkrankung der Wangen-Schleimhaut hierher gehört.
7. G-esobwttlstO deiquot; MuiMlliöhlc. Beim Menschen kommen sogen. Kolloide der liippondrüsen, sog. Drüsengeschwulst, beruhend auf llypertiophie der Drüsonacini vor. Ferner Lipome, Fibrome, Chondrome und an Lippen und Zunge l'lattenepithelkrebs; gelegentlich auch Sarkome. An den Zähnon und am Zahnlleisch kommen ähnliche Neubildungen vor. Im Allgemeinen bezeichnet man (Jeschwülste am Zahnlleisch als Fpulis').
Dei Thieren kommen auf der Schleimhaut der Zunge und des Maulos des Rindes und dem Ziihniloisch des Hundes populäre Wucherungen und lgt;ai)illomo vor; ebenso koinnien Fibrome an der Zunge des liindes, mclanotische Fibrome beim Pferde, Wund- und Spindelzellensarkome an den Lippen, am Zahnlleisch, der Zunge und Oaumen bei Pferden, Rindern und Hunden vor (Leisering, Johne). Dagegen sind Karcinomo im Ganzen sehr selten.
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8. Erkrankung der Speicheldrüsen.
Die Parotitis epidemika ist bereits Seile 147 unter den Infektionsknink-heiteii besprochen worden.
Sekundärlaquo; Furoiitis mit ähnlichen, aber meist schwereren Erscheinungen kommt beim Menschen im Verlaufe von zahlreichen Infektionskrankheiten (Typhus, Cholera, Scharlach, Maseru, Tuberkulose, Pyiimie) vor, ferner bei Erkrankungen der Mundhöhle und des Gesichts. Meist kommt es bei der sekundären Parotitis zur Abscessbildung und vielfach zu Gangrän. Tritt schliesslioh noch Heilung ein, so bleiben Taubheit (durch üebergreifen der Entzündung auf's Mittelohr), Facialk-lähmung und tiefe Defekte zurück. Die Therapie richtet sich nach dem Grund-leiden und nach den Grundsätzen bei Behandlung phlegmonöser Entzündungen.
Bei Thieren kommt sekundäre Parotitis besonders im Verlaufe, von Pyämie und Septikämie, Druse, Angina, Staupe, ferner, wie beim Mensehen, im Verlaufe von Erkrankungen der Mundhöhle, sowie nach Einwanderung von Aktinomyces bovis vor; im letzteren Falle ist der Verlauf chronisch. Die, Erscheinungen sind im Wesentlichen wie bei der primären Parotitis und wie beim Menschen. Bei der Diagnose kann eine Verwechselung mit Lyniplulrüseuerkrankniigen, Luftsack-ansohwellungen, Kiefer- und ßachenerkrankungen vorkommen. Zur Therapie werden neben feuchter Wärme Einreibungen von Jodofonnsalbe, Jodtinktur, Kantba-riden- und Jodquecksilbersalhe benutzt. Im Üebrigen nach den Regeln der Chirurgie.
SpeiohelflUSS. Ptyalismus, Salivation. Es handelt sich dabei um krankhaft vermehrte Speiohelsekretion, wobei die Speichelmenge zum Theil aus dem geöffneten Munde herausfliesst. Es zeigt sieb Speichell'luss als Symptom bei Stomatitis, Trigeminusneuralgieen, Quecksilbervergiftungen, bei manchen Magenleiden,
') // oöÄig, Zahnlleisch.
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Dio Krankheiten der MnndbOhle und des Rachens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;455
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ferner reflektorisch beim Gefühl laquo;los Ekels und der Gier, beim Erbrechen, in der iScliwiiiigerschaft, bei Hysterie!, bei Geisteskranken (besonders bei phlhisisehen |Doriil)li'ith|). Bei Beizungen des im verlängerten Mark gelegenen Centrums durch bestimmte pflanzliche Stoffe, SialagOga (Pilokarpin, l'hysostigmin, Nikotin, Digitalis) tritt Salivation ebenfalls ein. Die Behandlung richtet sieh nach den Ursachen. Man benutzt Morphium, Atropin (Atrop. sulf. 0,01 Pulv. Althaae qu, s. u. f. p. XX dreimal täglich 1 Pille oder Sol. Atrop. sulfur. 0,01 : 10, '/s1 Spritze subkutan in der Nähe der Speicheldrüsen) oder Jodkalium (5 : 150 dreimal täglich einen lOsslöffel), und ITyoseiuum hydrobromikum (0,005 : 10,0 '^ ~ 1 Spritze subkutan).
Bei Thiercn wird l'tyalisnuis gleichfalls als Symptom zahlreicher Krankheiten und bei Einwirkungen verschiedener Ursachen beobachtet: z. li. bei allen Beizungen dor Maul- und Baobenhöhle (durch Wunden, Entzündungen, fremde Körper; ferner bei bestimmten Nahrungsmitteln und bei Anwendung gewisser Medikamente (Hederich, Ackersenf, Brechweinstein, Quecksilber, l'ilokarpin, Jod), ausserdem als Begleiterscheinung mancher Krankheiten (Wuth, Epilepsie;) schliessllch bei behindertem Schluckvermögen, Lähmungen (Angina, Tetanus), bei Magen-, Darmund Uteruserkrankungen, bei manchen Gehirnleiden. Die Ileaktion des Speichels ist (nach Friedberger-Eröbner) stets alkalisch, nicht, wie beim Menschen manchmal beobachtet, sauer. Der Verlauf zieht sich besonders bei Pferden wochen- und monatelang hin und bringt die Thiere erheblich im Nährzustande zurück.
Die Theraplo ist nach dem beim Menschen Gesagton einzurichten. Bushneil verwendete bei Ptyalisinus des Kindes, entstanden nach Verabreichung von Nux vomika, Schnaps mit Haferschleim. Dieckerhoff verordnete Acid, arsenikosum (0,5 bis 0,8) mit Stib. sulf. nigr. dein Futter beigemischt, oder Jodkalium 10,015,0 im Trink-wassor.
Entziiudimg der AiistiUiniii^s^iiiifie der Speioholdi'Uson. Beim Menschen sind Kntziindungen (Sialodoobltls tilirinosa) und ßetentlonen des Speichels in den AusfCdnungs-gftngen öfters beobachtet worden.
Als 1! an lila ') bezeichnet man b o Im Mensohon kleine, meist kongenital voi'koimnomlo Geschwülste der Mundhöhle, die, unter dor Ziingenspltze gelegen, den Uanni zwischen Frennlum linguae und dem Klnntlioil des Unterkiefers ausfdlleo. Moist liegen sie auf einer Seite des Ficnuluni und nur bei bedeutendem Waohsthum erscheinen sie vorne um Hals unter dem Kinn als kugelige llervoiragung. Die llauptliosilnvcnlen liestolien in Schmerzen beim Kanon, Sprechen und Sohlingen. Bezüglich der Entstehung sind die Ansichten noch gethellt. Minzelno meinen, dass es sich um lletentionscysten handelt, entstanden durch Dilatation dos vorstopften Ausfiihruugsgaiigos, besonders dos Duktus Whartoiiianus; Andere halten die Qesohwulst für ein llygrom, das sich von einem Scdiloimheutol dos AI. gonio-glossus entwickeln soll. v. Eteokllnghauson land, dass es sich um olno Cyste handelte, die aus der Blandin-Nuhn'schon ScllleintdrüSO, welche an der Spitze der Zungo liegt, hor-vorgogangon war. Zur Behandlung sind die Exstirpation, Incision und Injektion von Jod in Anwendung gekommen.
Bei Thicron wird zunächst eine Itamila inflammatoria (Oedema inflammatoriutn) beobachtet, das besonders bei Hin dorn entsteht durch Kiiulringen spitzer, verletzender Körper (Holzsplitter, Schweinsborsten, Kisohgräten, Urasiiliron, (Jerstengrannon) in dio SpelohelgttngO. Ks kommt dabei ZU oinor mit Vereiterung, Verjauchung und Brand verbundenen, oft tödtlich ondendon Oescliwulstbildung, In anderen chronisch verlaufenden, gerlnggradlgen Erkrankungen entwickeln sich Oyston aus den Rivinianisoben Gtlngen, seltener
') Von rnna, EVosoh, Frösohlelngesohwulst, SO genannt, Well die daran erkrankten Menschen eine quakende Sprache haben sollten Frz.: grenoulllette, ranule.
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Dio Kraiikluiiten der Verdauuugsorgane,
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aus dorn Duktus Wlinrtoiiianus. Unrichtig wird dor Name Froschgosohwulstquot; auch für die scheinbare, durch das nubiniiköso Vcncnnotz des (lauinons entstehende Schwellung dos
Gaumens hoi Pferden von Laien verworthetlt; Dio langsam sich entwickelnden Cysten (t'rülior Zungengallen genannt) sind besonders bei Hund on, dann auch bei Kühen und Pferd on beobachtet worden. J)io beweglichen, runden, his hiihneroigrosson Geschwülste neben und unter der Zunge ontloeren beim Einstich moist eine gelbliche, zilbe, leimartigo oder honig-älmlicho Flüssigkeit. Zur Behandlung sind neben Anwendung eines kleinen Haarseils, Jodtinkturinjektlonen auch Filokarpininjektionen (auch beim Menschen von Soffiantiui benutzt) versucht worden.
Neben den Cysten kommt es auch, besonders bei l'l'ordon, zu einfachen Mktasion und Obliterationen dos Duktus Stenonianus und Whartonianus,
Von (laquo;cseliwiilstcn, die an den Speloheldrttsen vorkommen, sind beim Menschen Kibromo, Fibrosarkomo, Ohondrome, meianotisebo Sarkome, primäre Karcinome beobachtet worden.
Boi Thieren sind Melauome, Lymphosarkome und Myxosarkome festgestellt.
Wie beim Menschen, so sind mich bei Thieren (besonders Pferd, Esel und Hind) in den Ausführungsgiingen, besonders des Duktus Stenonianus, meist weisse Spoioholgteilie bis zum (iowicht von 000 g beobachtet worden, die zum grossen Theil aus Kaloiuinkarbonat, daneben auch Kalciumphospbat, kohlensaurer Magnesia, Kalium und Natrium bestehen. Im Innern derselben befindet sich meistens ein Fremdkörper.
9.nbsp; Angina Lmlovici. Die Angina Ludovici, nach ihrem ersten Iteschreiber Ludwig benannt, besteht in einer sehr akuten, in den meisten Fällen mit Vereiterung, in manchen mit gangränöser Zerstörung des Zellgewebes unter dem Kinn verbundenen, zuweilen epidemisch auftretenden Entzündung. Die Entzündung beginnt moist einseitig unter heftigen Schmerzen, Behinderung des Kanons und Sprechens zwischen Kioferrand und Zungenbein. Die Erkrankung befällt fast nur Erwachsene und ist als Ursache derselben neuerdings öfters Aktinomyces festgestellt worden. Meist besteht holies Fieber. Im weiteren Verlaufe kann es zu ausgedehnter Voijauclnmg mit Pyämie kommen. Die Behandlung ist nach den Hegeln der Chirurgie zu versuchen.
10.nbsp; Anonialien der Dentition. Während der Vorgänge des Zahnens kommen sowohl beim Menschen wie bei Thieren oft erhebliche Erkrankungen zur Beobachtung.
Beim Mensohen erfolgt der erste Durchbruch der Milchzähne gewöhnlich zwischen dem 7. und 9. Lebensmonat i meist kommen die beiden unteren mittleren Sohneidezähne zuerst zum Vorschein, nach einigen Wochen folgen dann die oberen mittleren Schneide-zälme, dann die oberen ausseien Schneidezähne. Im Beginne dos zweiten Lebensjahres erscheinen die unteren äussereii Schneidezähne und ziemlich gleichzeitig auch die vier anderen Backenzähne. In der zweiten Hälfte des zweiten Jahres erscheinen dann die vier Eckzähne oder Augenzähne und schliesslioh der Durchbruch der vier hinteren Backenzähne, sodass im Beginn des dritten Lebensjahres die Ausbildung aller 20 Milchzähne erfolgt ist (erste Dentition). Mit dem 6. oder 6. Jahre beginnt dann der Ersatz der Milchzähne durch die bleibenden Zähne (zweite Dentition). Die 20 Milchzähne werden in der Zeit vom 7. bis 18. Jahre durch 20 bleibende ersetzt und ausserdem erscheinen noch 12 bleibende Mahl- und Eckzähne.
Störungen der Dentition fallen meistens in die erste Periode. Beim Zahndnrchbruch zeigt sich meistens Stomatitis, Magen- und Darmkatarrh, auch ist die Disposition zu Bronchitis und katarrhalischer Pneumonie gegeben. Daneben zeigen sich eklamptische Anfälle, beim Durchbruch der oberen Eckzähne (Augenzähne) oft eitrige einseitige Konjunktivitis.
Bei Thieren sind, besonders beim Hunde, ganz ähnliche Erkrankungen beobachtet wie beim Menschen. Die Milchsclmeidozähne, Milchhakenzälino, der zweite, dritte und vierte Milchbackcnzahn zeigen sich beim Hunde mit 46 Wochen; der Zahnwechsel beginnt jedoch schon im dritten Monat. Die Zangen und die Mittclzähne wechseln mit 34 Monaten, die Eckzähne mit 5 Monaten, die Hackcnzähne, sowie der zweite, dritte und vierte Backenzahn mit 56 Monaten. Von den bleibenden Zähnen erscheint der erste Backenzahn mit 8 4 Monaten, der fünfte Backenzahn mit 46 Monaten, der sechste mit 56 Monaten, der siebente mit 67 Monaten, sodass der Hund mit 7 Monaten sein volles debiss bat. Während des Zahmlurchbruciis zeigen sich dann gelegentlich Maulentzündurig, Krämpfe (besonders Kaukrämpfo); die dann oft mit Staupckrämpfen verwechselt werden.
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Krankheiten d. weichen Gtaimeng, d. 'i'onsillen, d. Pharynx u. d. Nasenraohenrauma. 457
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II. Krankheiten des weichen Gaumens, der Tonsillen, des Pharynx und des Nasenrachenraums.
1. Die verschiedenen Formen der Angina1). Entzündungen des quot;weichen Gaumens und der Mandeln.
u) Beim Menschen.
Vorbeniftrkung. Die Entzündung der Schleimhaut dos Rachens, wie der tiefer gelegenen Thelle, sowie der Tonsillen, wird im Allgemeinen unter dem Namen Angina ssusammengofasst und dann durch ein Beiwort der anatomische oder iitio-logisohe Charakter der Erkrankung näher bezeichnet, Ks handelt sieh dabei vorwiegend um ein Leiden des jugendlichen Alters, wo zur individuellen IVädisposition noch Erkältungen (nasse Füsse, Sprechen in feuchter, kalter Luft) und direkte Schädlichkeiten (Infektionserreger: Staphylokokken, Einathmon schädlicher Dämpfe, Anätzungen u. dorgl. treten, um die verschiedenen Formen zu erzeugen. Oft. entsteht Angina durch Fortpflanzen der Entzündung von Kachbarorganen (heim Schnupfen, nach Laryngitis, Stomatitis) oder als Thoilersoheinung anderer Krankheiten (rocken, Maseru, Scharlach, Erysipel). Meist sind die Tonsillen Hauptsitz dor Erkrankung.
Das wichtigste Symptom ist das erschwerte und schmerzhafte Schlucken; daneben ist noch das Sprechen erschwert und hat na,salen Beiklang. Von Allgemein-erscheinungen, die oft mehr oder weniger stark ausgeprägt vorkommen, sind Kopfschmerzen, etwas Fieber, Appetitlosigkeit zu nennen. Oft zeigt sich als Komplikation ein Herpes labialis. Meist ist die Krankheit im Verlaufe einer Woche beendet. Gegenwärtig werden vier Hauptformen der akuten Angina unterschieden, wobei jedoch öfters Uehorgängc vorkommen (Striimpell).
Bei der Angina k a tar rh al i s (Pharyngitis akuta), der leichtesten Form, zeigen sich kleine oberflächliche Erosionsgeschwüre auf den Tonsillen und auf dein weichen Gaumen; bei der Angina lakunaris (Tonsillitis lakmiiiris) bilden sicli In den Lakunen der Tonsillen Pfropfe und noch kleinere Abscesse, daneben ist oft hohes Fieber und ist diese Form wohl sicher infektiösen Ursprungs; hei der parenehynuitösen Angina (Tonsillitis parenehymatosa) ist die Schwellung der Tonsillen am stärksten ausgesprochen, meist nur einseitig vorhanden und mit Ab-scedirung verbunden; bei der Angina nekrotika entstellt oberflächliche oder tiefere Nekroso der Schleimhaut, Stets sind auch die Halslyinphdmsen geschwollen.
Die Prognose ist in der Hauptsache günstig, nur werden die einzelnen Formen zu beachten sein.
Therapie, Zur Milderung der örtlichen Beschwerden sind Inhalationen (von Karbolwasser, Alaun, Tannin) zweckmässiger als Gurgelwasser, daneben Priess-nitz'sche Umschläge. Bei starker Schwellung der Tonsillen sind Incisionen nöthig, Ausserdem innerlich Kalomel (liyd. chloiat, 0,3-1,0 Sacch. 0,5 I). tal. Dos. III.
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') laquo;yx*raquo;! verengern, einsobnOren,
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Die Krankheiton dor Vonlaiuingsorguiio.
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viel' Pulver in Imlh.sliiiuligeii ZwischciiniuiiKMi). Bei der brandigen Form sind antiseptisohe Mundwasser (Thymol 1 0/o, Karbolsäure 13 0/o) iingezelgt. Pro-pbylaktisoh Ist nötblg den Körper durob kalte Abreibungen und Bäder ab-zuluirteii.
Chronische Hypertrophie der üffandelnlaquo; Angina ohronlkalaquo; In Folge
wiederholter Entziiiidungen oder auch ohne solche entwickeln sich chronische Ilyper-tropbieen der Mandeln, welche bei hinziUretender akuter Angina besonders bei Kindern Störungen (Schlingstörungen, nächtliches Aufschrecken, Oehörslörungen) hervorrufen. Die Heu lung ist eine chirurgische und besteht in Entfernung der Mandeln.
Chronischer Baeheukatarrh. Pharyngitis ehronlka. Der chronische Rachenkatarrh entsteht vorwiegend durch viel lautes Spreeben, Alkohol- und Tabak-missbrauch. Auch ungenügende Blutzirkulation, wie bei Emphysem erhöht die Neigung dazu. Unter den Symptomen sind zu nennen: Trockenheit, und Kratzen im Rachen, häufiges Räuspern und Spucken am Morgen, oft verbunden mit Würgen und Schleimerbreohen (Vomitus tnatutinus), Bei der Untersuchung zeigen sich oft kleine, graue Hervorragungen auf der Schleimhaut (Pharyngitis granulosa). Oft steht die chronische Pharyngitis In Verbindung mit chronischer Laryngitis (Heiserkeit) oder mit Tubenkatarrh (Ohrensausen). Besondere Formen sind der Katarrh der Nasen rächen höhle.
Die Prognose ist zweifelhaft, weil dauernde Heilungen veralteter Katarrhe selten sind.
Therapie. Eine ärztliche Behandlung wird meist, nur in erheblichen Fällen beansprucht. Am besten sind Inhalationen (mit Kochsalz; Alaun- oder Tanninlösungen) oder Pinselungen der ganzen Rachenschleimhaut Arg. nitrikinn 1: 1U20,0; Tannin (2 : 25,0) Jodglycerin (Jodi puri 0,5 Kalii jodati 2,0 Glycerin 20,0).
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b) Bei Thieren. Vorbemerkungen, in der Thierheilkunde werden allgemein diejenigen Ent-
/.ünilungsznslände der Kehlgegend, welche mit Schling- und Allmiungsbeschwerden verbunden sind, als Itriillllß, R a c h e n b r ä u n e , Halsentzündung (Rachen-, Schlund- und Kohlkopfsentztindung), Angina^ Pharyngitis, IMiarynxangina (Pharyngo-Laryngitis, Angina pharyngea) bezeichnet. Eine aussohliessliche Fr-krankung des Pharynx ist, besonders bei Werden, selten. Andrerseits kann in ein/einen Fällen vorwiegend Ilachen- und Schljundkopf, in anderen wieder der Kehlkopf am moisten erkrankt sein, deshalb hat man auch eine Schlundkopf-(I'barvnx-) und eine Kehlkopfbräune (Larynx angina) neuerdings besonders unterschieden. J)ie Larynxangina würde demnach bei den Krankheiten des Re-spirationsapparates zu besprechen sein. Eine weitere Unterscheidung der Pharynx-angina bei Thieren, wie beim Menschen (phlogmonöse, lakunäre, nekrotische) jo nach Charakter und speziellem Sitz der Erkrankung, ist trotz des von Polansky und Schindelka für Pferde konstrnirten Rhino-Latyngoskops, höchstens bei den kleineren Thieren möglich, wo eine genaue Besichtigung der erkrankten Thelle aus-Führbar ist. Man muss deshalb im Allgemeinen die Pharynxangina, bozw.
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Kranklieiten d. weichen Gaumens, d. Tonaillen, d. Pliarynx u. d. Nasonraclieiirauins. 450
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Pharyngitis als eine die Schlciinhmit dor Raclionhöhlo, mit Gaumonaegel und Ton-sillcn umfassende Entzündung definlron, wobei meist gleichzeitig iuich der Kehl-kopf) galegentlioh auch Maul- und Nasenhöhle, Eustachisolie llöhre und (beim Pferde) der Luftsack mehr oder weniger niilerkrauken. Die katarrhalische Form ist im Garnen die häufigere, während die schwereren Arten seltener und meist im Verlaufe anderer Krankheiten sieh entwickeln.
Aetiologie. Die Ursachen sind im Wesentlichen wie beim Menschen. Neben einer individuellen Disposition bei jugendlichen, schwächlichen, in wannen Stallungen aufgezogenen Thieren kommen direkte Ursachen chomiseher, thermischer oder mechanischer Natur, Erkältungen, spezitische Infektionen (wobei dann epizootische Erkrankungen eintreten) in Betracht. Ausserdem kann die Pharyngitis auch sekundär durch Fortpflanzung der Entzündung von benachbarten Organen (Maulhöhle, Nase, Kehlkopf) oder als Begleiterscheinung anderer besonders Infektionskrankheiten (Maulseuclie, Staupe [der Hunde] Brustseuche, l'elcchmlfieber, Milzbrand, Kotz, Druse) zur Entstehung kommen. Nach Friedberger-Fröhner erkranken junge Hunde in den ersten Wochen der Geburt zuweilen seuehenhaft an einer infektiösen Pharyngitis, die zur Pyämie führt. Im Uebrigen erkranken vorwiegend die feinrassigen Thiere. Schweine sollen (nach Spinola) besonders dann häufig erkranken, wenn sie bei erhitzton Körper sehr kaltes Wasser trinken. 01), wie Friedherger-Fröbner bemerken, die Häufigkeit der Angina bei Pferd und Schwein durch die bei diesen Thieren vorhandenen zahlreichen Foramina coeka theilwoise ZU erklären ist, mag dahingestellt bleiben. Beim Menschen, wo die Erkrankung doch auch häufig, ist, wie hei den übrigen Hausthieren niir ein Foramen coekum.
Symptomlaquo;. Die ersten Krankheitszeichen (verminderte Fresslusl, gelegentlich auftretender Husten) werden meistens übersehen. Nach einigen Tagen zeigt sich dann bei Pferden eine eigenthümlicb steile, manchmal etwas schiele Kopfhaltung, wobei stärkere Bewegungen möglichst vermieden werden, feiner DiuckempfiiKllieh-keit in der Kehlkopf- und Schlnndkopfggend, daneben aber besonders erschwertes Kauen und Schlucken, wobei der Kopf möglichst gestreckt wird. im weiteren Verlaufe tritt stärkere Schleim- und Sp'ielielaiisainmlmig ein, das Schlucken von festen Massen hört allmählich auf oder es wird das Futter nach längerem Kauen wieder ausgeworfen, daneben sieht man auch oft grünliche Pulterreste mit Schleim gemischt, zur Nasenhöhle heraustreten, wie auch aufgenommenes Wasser durch die
Masenöffnungeu wieder entleert wird. Ferner besteht manchmal etwas Fieber und bei Miterkrankung des Kehlkopfes auch Dyspnoöj ausserdem schwacher schmerzhafter mit Auswurf verbundener Husten. In einzelnen (mehr infektiösen) Fällen sind auch die Pamtis, Submaxillaris, Sublingualis und die Keldgangslvinphdrüseii etwas geschwollen, ebenso zeigen sich Erscheinungen eines Darmkatarrhs. Bei Schweinen zeigt sieb neben erschwertem Schlingen und Würgbewegungen oll Erbrechen, Dabei ist die Schlundkopfgogend stark geröthot, vormehrl warm, geschwollen und schmerzhaft. Das Athmen ist erschwert und (in höheren Graden und bei Larynx-angina) oft krampfhaft angestrengt. Sunde haben starke Schlingbeschwvrden und speicheln erheblich.
Verlauf) Dauer, Ausgang. Prognoselaquo; Der Verlauf ist sehr verschieden
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1(J0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dir Krankheiten der Verdauungeorgane.
meistens akut. Fn vielen Fällen (bei der katiirrholisohen Form) tritt bei Pferden unter Nachlassen der Erscheinungen Im Verlaufe einer Woche Zertheilung und unter vorübergehender reichlicher Schleimsekretion in zwei Wochen Heilung ein, In anderen Füllen (phlegmonöse Form) entstehen Eiterungen und Abscedirungen. Besonders bei Heb weinen kommt es manchmal zu schnell (in 24 Stunden bis 3 Tilgen) verlaufender sog. brandiger Bräune, wobei unter septischen und pyämisohen Erscheinungen nekrotische Massen nach aussen entleert werden. Bei II u ji d e n Ist der Verlauf meistens gutartig und dauert selten länger als zwei Wochen. Sohliesslioh können bei Pferden Schlund kopffisteln Fremdkörper-jnieumoiiicen, Läbmungou des Sohlundkopfos, dauernde Verdiokungen, Retropharyn-
gealabsoesse u. dorgl. eintreten. So ist aueb die Prognose sehr verschieden und abhängig von der Art und Ausdehnung der Erkrankung und den etwaigen Komplikationen,
Aimtciuiscliei- Itcl'und. Je nach dem Grade und der Ausdehnung der Erkrankung findet man Röthung der Schleimhaut der Uacbenhöble, seröse, sulzige Inriltration derselben oder eiterigen Belag, verbunden mit abgestorbenen, schmutzig gefärbten GewebsstÜoken, In anderen Fällen zeigen sich kleinere und grössere Abscesse unter der Sohleimhaut, In den oberen Halsdrüsen oder submaxillaren Lymphdrüsen, Manchmal ist auch die Sohleimhaut des Maules, des Kehlkopfes, des Luftsaokes, der Eustachischen ivöhre geschwollen, In den Bronohien der Lunge
finden sieb Eüterpfröpfo. Ebenso finden sich in den dunkel gefärbten und go-sclnvollenen Tonsillun oft zahlreiche Eiterpfropfe oder auch Kalkkonkremcntc (liruckinüller). Hierbei sei auch erwähnt, class beim Pferde am Zungengrunde neben den Mandeln die sog. Balgdrüsen vorhanden sind und dass die Tonsillon des Pferdes und Schweines viele sog. Foramina coeka besitzen, während bei den übrigen Hausthieren nur eine einzige tiefe Grube vorbanden ist.
Bei schnell tödtlich verlaufenden Fällen zeigt sich auch parenebyniatöse Degeneration und Verfettung des Herzens und der Leber. Beim Schwein finden sieh öfters kroupöse Auflagerungen im Kehlkopf und auch die Zeichen einer Larynxangina; ausserdem Hyperämie des Gehirns, der Lunge und des Schlundkopfes.
Diagnose. Im Beginne der Erkrankung können Verwechselungen vor-konunen mit Fremdkörpern in der Maul- und Baobenhöhle, Frakturen des Zungenbeins (eigene Beobachtung), Neubildungen, Stenosen, Lähmungen des Schlund-kopfes; beim Pferde mit der Druse, beim Kinde mit dem sog. bösartigen Katarrhal-fieber, beim Hunde mit der Staupe und Wutbkrankheit, beim Schwein mit Sehweineseuche. Ausserdem können auch Parotitis, Stomatitis u. dergl. zu Verwechselungen Anlass geben,
Theraiüe. Alle Thiere mit Bräune wird man in luftige Stallungen bringen müssen. Als Futter ist zartes Heu, Mohrrüben, etwas Hafer, Kleietrank zweck-mässig, daneben häufig frisches Trinkwasser. Die Maulhöble ist öfters mit kaltem Wasser oder mit Kali ohlortkum (2:100,0) auszuspritzen, wobei ein gegen die Backenwand gerichteter Spray gute Dienste leistet; ebenso kann man dem Trinkwasser Kali chlorikum zusetzen. Im Beginne der Erkrankung und bei hochgradiger schmerzhafter Schwellung in der Kehl- und Obrdrüsengegend sind Priess-
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Krankheiton d. weichen Giunnuns, d. Tonsillon, d. Pharynx u. d. Nnsonrachenraums. 4ßl
nitz'sche Umschläge, wobei dio Anfcuchtimg mit Karbol-, Lysol- oder Essigwasser erfolgt, zweckmässig. Ist die Schwellung nicht sehr bedeutend, so kann zur Beschleunigung der Zortheilung ev. auch der Abscedirung nach vorheriger Einreibung mit grauer Quecksilbersalbe ein Watteverband Anwendung finden. Abscesse sind möglichst frühzeitig zu öffnen. Gebräuchlich, aber etwas umständlich in der Anwendung, sind auch Inhalationen von Wasser-, Karbol-, Terpentin-, Kreolin-, Lysoldämpfcii. Auch hat Dieckerhof f in verschleppten Fällen die (nicht ganz gefahrlose) intrapharyngeale Injektion von Bisinutbum Subnitrikum (5 : 100,0) und der sog. Lugol'schon Jodlösung von der Trachea aus empfohlen. Bei eintretenden hochgradigen Athembeschwerden ist die baldige Ausführung der Tracheotomio erforderlich. Zur innerlichen Behandlung kann man bei Pferden versuchen, Sohlecken (bestehend aus Nat. bikarb. Nat. chlor, ää Na., sulfur. Had. Genth, Rad. Liquir.) auf die Zunge zu streichen oder BrechWeinstein mit dem Trinkwasser (5,0 in einem Eimer Wasser gelöst) zu verabreichen. Daneben sind auch öftere kiüte Abreibungen, Infusionen von kaltem Wasser in das Kektum, bei hochgradiger Verstopfung subkutane l'hysostigminhijektionen (bei Athemnoth jedoch kontraindizirt) von guter Wirkung. Auch ist zu versuchen, Pferden täglich mehrere Male Wein oder guten Schnaps, auf weiches Brod gegossen, zu verabreichen. Erreicht das Fieber eine gefahrdrohende Höhe, so sind subkutane A ntipyrininjektionen (15,0 20,0 mit gleichen Theilen Wasser |Friodberger-Fröhner|) angezeigt. Meist wird man die Fiebermittel jedoch entbehren und durch Anwendung kalter Abreibungen und kalter Infusionen ersetzen können. Bei Pferden und Seihweinen habe ich im Beginne der Krankheit auch mancbmal Anstriche von Lehmbrei in der Ohrdrüsengegend, der aus dem Zusammenrühren von Lehm und Essigwasser hergestellt war, mit gutem Erfolge benutzt. Die Anstriche müssen öfters am Tage erneuert werden. Bei Schweinen werden auch Brechmittel, ableitende Einreibungen auf die Kehlkopf-gegend empfohlen, doch oft ohne besonderen Erfolg. Bei Hunden genügt meistens die Anwendung von Priessnitz'schen Umschlägen um den Hals, sowie Einreibung der Schlundkopfgegend mit grauer Salbe.
In allen Fällen von Bräune ist zur Beschleunigung des Verlaufes und zur günstigen Beeinflussung der Krankheit unbedingt erforderlich, dass gleichzeitig mit der Behandlung auch eine gründliche Desinfektion des Standortes, ev. des Stalles, der Futtergeräthschaften, Decken vorgenommen wird, weil in den meisten Fällen nicht sofort festzustellen ist, ob eine Infektion vorliegt oder nicht.
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2. Retropharyngealabscess.
a) B e i m M e n s c h e n.
Definition und Actiologie. Der lletrophuryngealabscoss ist clmrukterisirt durch eine eitrige Entzündung dos zwischen der hinteren Kachenwand und der Wirbelsäule gelegenen Bindegewebes, welche, zu spät erkannt, häufig zum Tode führt. Die Krankheit entwickelt sich vorwiegend bei Kindern in den ersten Lebensjahren aus infektiösen Knt-zllndungen der retropharyngealen Lymphdrüsen, seltener nach Traumen, Scharlach oder im Verlaufe von Wirbelkaries.
Symptome und Verlaut'. Zunächst zeigen sich Schlingbeschwerden, später schnarchende Athmung, beim Trinken regurgitirt oft ein Theil des Genossenen in Mund, Nase
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Die Krankheiten der Vordauungsorgane.
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und Kahlkopf. Die Besiohtigung Und Betastung der hinteren Ruchenwand zeigt deutliche Vorwiilbung und Fluktuation. Die in der zweiten Woche der Krankheit oft sehr erheblichen Atliciiibeschwerdeu werden oft schnell gehoben in Folge spontanen Durchbruchs des Abscesses in die Wachenhöhle, wobei allerdings die Gefahr besteht, dnss durch Einfliessen des Eiters in den Kehlkopf eine tödtliche l'neumonie eintritt. Manchmal tritt auch Durchbruoh des Kiters in das hintere Mediastinum ein, mit nachfolgender Pleuritis und l'crikarditis.
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li) Bei Thieren,
15ei Thieren, besonders bei Pferden, seltener bei Kindern und lliinden, kommen Uetropharyngealiibscesse öfters vor. Man beobachtet die Erkrankung sowohl selbständig wie auch im Verlaufe der Druse, eitrigen Pharyngitis und Laryngitis, nach Bruch des Zungenbeins (Reynal). In anderen Füllen bleibt ein Uotropharyngealabscess auch nach Heilung des Priniiirleidens als selbständiges Leiden zurück, Die Symptome sind wenig charakteristisch. Die OhrdrQsengegend ist bei grttsseren Absoessen geschwollen und gleichzeitig zeigt sich behindertes Athnien und Schlucken. Manchmal liegt der Abscess auf der der Schwelhing der Ührdriisengegend entgegengesetzten Seite des Schlundkopfes Eine Verwechselung mit Angina ist leicht möglich. Im weiteren Verlaufe bricht der Eiter meistens in den Schliindkopf durch, wobei dann eine tödtliche Bronclio-Pneumonie beobachtet wird; in anderen Fällen wird der dicht au dem Sclilundkopfrand gelegene Luftsack (beim Pferde) durchbrochen; sohliesslioh kann auch eine eitrige Phlegmons und Pyämie, sowie Fistel-bildung (Jonge) eintreten. Zur Therapie ist eine frühzeitige Eröffnung des Abscesses erforderlich, welche (nach Viborg und Dieckerhoff) am besten in folgender Weise vor-genonmien wird. Nach gründlicher Desinfektion wird die Haut und Pascie am unteren Ende der ührdrüse 4 5 cm lang durchschnitten Mit dem gründlich desinfizirten Finger dringt dann der Operateur unter die Parotis und an der inneren Fläche derselben in die Höhe. Der Abscess markirt sich dabei als länglicb weiche Geschwulst. In diese wird der Finger langsam vorgeschoben, worauf sich der Eiter entleert. Zuweilen liegen die Ab-SOesso an beiden Seiten der Ührdrüse. Die Nachbehandlung ist dann nach den Vorschriften der Chirurgie auszuführen.
3. Mykosis pharyngis leptothricia.
liei dieser von B. Fraenkel beim Menschen beschriebenen Erkrankung finden sich gelbliche, mambnial wie verhornt aussehende Hecken besonders in den Krypton der Mandeln und des Zuugengrundes, hier der Papillae cirkuinvallatae. Es zeigt sich bei den Patienten Kitzel, Fremdkörpcrgefühl und Trockeulieit im Rachen, liei Untersuchung der Auflagerungen findet man, dass sie ans Leptothrixfttden zusammengesetzt sind. Der Verlauf ist langsam und die Heilung nicht immer leicht. Durch Hauchen, Aetzungcn ist Heilung erzielt worden.
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Die diphtliciisilicn Erkrankungen lt;1ch Itachons beim Menschen und bei Tbieren sind schon Seite M erwähnt worden. Hier möchte ich nur hervorheben, dass der Name Diphtherie von mir wie auch von anderen Autoren (Friedberge r-Frö h tier, Kitt, Dieckerhoff) beibehalten ist, weil er seit langer Zeit in der Tliierniedizin eingeführt ist. Die Angabo von Cadenc (Pathologie interne dos Animaux doniestilaquo;iues Band I, S. P29, 18it6), dass ich die Bezeichnung mir noch beibehalten hätte, ist demnach unrichtig. Für die diplifherisciien Erkrankungen der Kälber die Bezeichnung Stomatitis nlcerosa ZU wählen, würde die Sachlage zunächst nicht verbessern.
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III. Krankheiten der Speiseröhre.
Die Kniiikliciti'ii des Oesophagus sind zum Theil chirurgischer Nittiir, thcil-weise haben dieselben in der Thierheükunde niohi dieselbe Bedeutung) wie In der
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Krankheiten lt;lor Speiseröhre.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;403
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Mensclienlioilkuiule, deshalb sollen im Naobfolgenden die für die verglelohende Pathologie wichtigen eingehender, die übrigen nur kurz besprochen werden.
VorKlciclieiKl-iinatoinissehe Vorbeiiiorkiinseiraquo;. Bei' Oesophagus ist eng bei Thieien, die ihre Nahrung in sehr zerkleinertem Zustando goniessen (Nagethiere), weit z. B. boi Raubtliieren, Haifischen und Schlangen Die Länge richtet sich nach der Entfoiimug des Magens von der Mundhöhle, daher besonders lang bei den Wiederkäuern und Einhufern (Pferd 121 150 ein). Die Einsenkung des Schlundes in den Magen erfolgt beim Pferde in schiefer Richtung, bei den übrigen Hausthieren trieb torförm i g. Bei den Haus-säugethieren roiehon die quergestreiften Muskelfasern fast ausnahmslos weiter gegen den Magen bin, als beim Menschen. Beim Pferde geben die quergestreiften Fasern der ttusseren Schicht der Scblundwand bis kurz vor die Kardia und werden beim Ucborgang des Schlundes in den Magen so dicht, dass die in den Magen führende Oüffnung des Schlundes beim Pferde durch diese sphinkterartigo Anordnung der Muskelfasern gewöhnlich so fest verschlossen wird, dass nach dem Tode nicht einmal die Luft aus dem stark aufgeblasenen Magen, geschweige denn Wasser in den Scblund zurücktreten kann. Auf diese Weise wird auch beim Pferde das Erbrechen ungemein erschwert und die Divertikelbildung oberhalb jener Insertionsstelle des Schlundes sehr begünstigt. Bei den Wiederkäuern geben die quergestreiften Muskelfasern bis zu den beiden ersten Magcnabtheilungon, beim Schwein gehen sie nicht ganz bis zum Magen, dagegen beim Hund bis zur Einpllanzung des Schlundes in den Magen.
Bei den Vögeln (besonders bei den fleisch- und körnerfressenden) kommt noch eine Ausbuchtung des Oesophagus vor, die als Kropf (Jngluvies) bezeichnet wird. Man kann dabei einen falschen, nur als Speisereservoir dienenden und einen wahren, eine chomische Bedeutung besitzenden unterscheiden. Im letzteren Falle ist die chemische Wirkung der Speicholvcidauung sehr ähnlich. Bei der Tanbe hypertrophirt kurz vor dem Ausschlüpfen der Jungen die Kropfwand, wird sehr blutreich und sondert eine breiige, milchige Masse (die sog. Kropfmilch) ab, welche zur Ernährung der Jungen verwendet wird. Die Sekretion beginnt 3-4 Tage vor dem Ausschlüpfen der Jungen und hält ebenso lange nachher an. Die Scbluckbowogungen worden bekanntlich durch den N. trigeminus und vagus, namentlich durch den N. laryng. superior vermittelt, während der Glossopharyngeus die Hemmung derselben bewirkt.
Allgemeine diagnostische Angaben bei der Untersuchung des Schlundes der Tliiere. Die Untersuchung des Schlundes kann vorgenommen werden durch Besichtigung und Betastung, sowie durch Einführung einer Sonde. Bei der äusseren Untersuchung der Halsportion kann man Geschwülste, Divcrtikel, auch Fremdkörper nachweisen. Zeigt sich bei der Betastung das Vorhandensein von Luft im subkutanen Uewebo, so kann dieser Zustand (beim Pferde) durch eine Zerreissung des Schlundes, theiis (beim Hind, Schaf und Schwein) durch ZerreiSSUng von Lungeu|iareuchym herbeigeführt sein. Bei der Untersuchung mittelst Sonde, welche beim Pferde schwierig und grundsätzlich nur am stehenden Thiere bei gestreckter Kopfhaltung auszuführen ist, wird man Art und Sitz des Hindernisses feststellen können. Vorhandene Divertikol sind im gefüllten Zustande passirbar, sonst schwerer oder gar nicht.
Beim (letlügel ist der Kropf weich bei katarrbaliscber Erkrankung der Kropfsebleini-hant, hart und ausgedehnt bei Anhtlufung trockener Futterinassen.
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1. Entzündungen und Geschwüre der Speiseröhre.
n) Beim Menschen. Einfache katarrhalische Entzündungen des Oesophagus entstehen durch Aufnahme chemisch, thennisch oder mechanisch reizend wirkender Substanzen, sowie zuweilen im Verlaufe von Infektionskrankheiten und bei entzündlichen Erkrankungen der Naohbarschnit, Beim akuten Kutarrh fehlt In der Regel vermehrte Sekretion; es ist nur stärkere Epithelubstossuug vorhanden; beim chronischen zeigt sich stärkere Sekretion, Epithelverdickung und selbst papilläre Wucherung. In einzelnen Fällen beobachtet imui Much eine kroupöse und diphtheiisclie (bei Pocken,
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464nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die Krankheiten der Verdauungsorgatte.
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Cholera, l'viiinic) oder eine eiterige und pldegiuonöse (Fremdkörper, bei Wirbel-abscess und DrOsenabscess) Erkrankung der Oesophagussehlelmhaut. Bio Symptome sind im Wesontlicheu Erschwerung und SdimerzhafÜgkeit des Sohluokens, Bohmerzen zwischen den Schulterblättern. Die Therapie ist symptomatisch; Ver-nbreiohung kalter Milch; gegen die Sohmerssen Eisstückchen und Morphium. Bei Vergiftungen mit Säuren: Magn. ustae 10,0. Die Hälfte auf ein Glas Milch mit Eis umgesohüttelt alle 10 Minuten einen Esslöffel zu nelimen. Bei Alkalivergiftung verdünnten Essig in Eiswasser.
b) Bei Thieren, Bei Thieren kommen die verschiedenen Grade der Entzündung des Schlundes, wie beim Menschen vor, theilweise auch aus gleichen Veranlassungen; in manchen Fällen ist die Anwesenheit von Parasiten (Spiroptera sanguinolenta beim Hunde und, wie ich im hiesigen Sohlachthofe öfters gesehen habe, Hypo-derma bovis heim Rinde) Ursache der katarrhalischen oder besonders phlegmonöson Entzündung. Im Verlaufe von Infektionskrankheiten (Binderpest, Maul- und Klauenseuche, Schafpooken sowie (selten) bei Anwesenheit von Neubildungen zeigt sich die Erkrankung auch. Als Symptome beobachtet man in geringeren Graden Druck-empfindliohkeit, Schlingbeschwerden und Brechneigungen; bei stärkerer Erkrankung Geifern, Stöhnen, Husten, behindertes Sehlucken. Zur Behandlung ist die Verabreichung einer kühlenden, reizlosen, flüssigen Nahrung das Wichtigste; daneben kalte Umschläge um den Hals. Im Uobrigen symptomatisch, und je nach der Ursache,
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2. Erweiterung des Oesophagus.
a) Beim Menschen. An dem Oesophagus kommen allgemeine mit Verdünnung oder mit Hypertrophie der Wand verbundene oder umschriebene Erweiterungen vor. Die letzteren können Sack- oder Tasehenform (Divertikel) besitzen und durch Druck auf die Wand von innen (Pulsionsdivertikel) oder durch Zug von aussei! (Traktionsdivertikel) entstanden sein. Besondere Ursachen können sein: Einklemmung von Fremdkörpern, Narbenstenosen; als Symptome zeigen sich: Steckenbleiben von Speisen, Perforation des Schlundes (besonders bei Kindern) mit Lungengangrän, Pleuritis u. dergl. Oft ist das Divertikel als Gesehwulst zur Seite des Kehlkopfes fühlbar. Zur Therapie ist Ernährung durch die Magensonde nöthig.
b) Bei Thieren. Bei Thieren kommen ebenfalls allgemeine und begrenzte Ektasien vor; ebenso Pulsions- und Traktionsdivertikel. Besonders beim Pferd und Kind, dann auch beim Schaf, bei der Ziege und beim Hund sind Erweiterungen vorwiegend an der Brustpartie des Schlundes nicht seilen. Beim Pferd sollen die Divertikel manchmal angeboren vorkommen (Storch). Als Ursachen fand man Narbenstenosen, Tumoren vor der Brust, Atrophie der Schlundmuskulatur (z. B. durch Anwesenheit von Sarkosporidien). Die Divertikel können einseitig und doppelseitig
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Krankheiten der Speiseröhre.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;465
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sein und (z. B. beim Pferd) die Grosse eines Menschenkopfes erreichen. Miinehnml zeigen sich auch Zerreissungen und Perforationen. Unter den Symptomen sind enviihnenswerth: Die unregelmässige und verlangsamte Futterauf nähme, manchmal mit Erbrechen, stets mit allmählicher Abmagerung verbunden. Daneben zeigt sich erschwertes oder aufgehobenes Schluckvermögen , manchmal schleimiger mit Futter-theilchon gemischter Ausfluss aus Maul und Nase, auch Kolik (bei Pferden) und Tympanitis (bei Kühen) wird beobachtet. Diagnostisch wichtig ist eine nach dem Fressen besonders bemerkbare und auf Druck sich entloercndo grössere oder kleinere Geschwulst an der linken Seite des Halses. In seltenen Fallen zeigt sich auch Husten und Athemnoth. Der Verlauf ist langsam und die Prognose des Leidens, das gelegentlich mit Lähmungen, Abscessen, Vergiftungen verwechselt werden kann, schlecht. Ebenso ist die Behandlung meist ohne Erfolg. Empfohlen wird Exstirpatlön der erweiterten Stelle und nachherige Wiedervereinigung der gesunden Abschnitte. Um das Erbrechen zu massigen werden subkutane Morphiuminjektionen angewendet.
3. Verengerungen des Oesophagus (Stenosen).
a) Beim Menschen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .
Verengerungen der Speiseröhre finden sich angeboren, ferner durch Kompression (Neubildungen, Schwellungen in der Nachbarschaft) durch Fremdkörper aller Art, durch Wucherung des submukösen Bindegewebes, durch Aetzwirkung hervorgerufen und (seltener) vorübergehend durch nervöse Einflüsse herbeigeführt. Oberhalb der dauernd verengten Stelle zeigt sich eine Erweiterung. Als Symptome findet man: Drucl^empfindlichkeit beim Durchgang der Speisen, Schlingbeschwerden, in höheren Graden Regurgitiren der Speisen. Näheres lässt sich erst durch Sonden-Untersuchung feststellen. Im weiteren Verlaufe können sich die Erscheinungen der Inanition zeigen. Die Therapie ist vorwiegend chirurgisch.
b) Bei T h i e r e n.
Bei Thieron kommen Stenosen des Schlundes meist aus gleicher Veranlassung wie beim Menschen vor: Kompressionsstenosen, hervorgerufen durch Geschwülste aller Art (Lymphome, A ktinomykome, Melanome) oder durch Erkrankungen der nachbarlichen Drüsen; Obturationsstenosen durch Fremdkörper und Strikturen durch narbige Schrumpfung der Schleimhaut und Wandverdick-ungen. Die Symptome sind im Wesentlichen wie bei der Schlunderweiterung. Die Behandlung ist chirurgisch,
4. Perforation des (raquo;esophagus. Beim Menschen sind Geschwürsbildungen, Krebsgeschwülste, spitze Fremdkörper u. dergl. die Ursachen. Der Durchbruch erfolgt in einen Bronchus, in die Trachea, Lunge oder Pleura; meist, zeigt sich dann Hautemphysem am Halse und nm Thorax.
Bei Tliieren kommen Rupturen und Perforationen sowohl am Halstheil wie am Brusttheil des Schlundes vor. Im letzteren Falle sind die Symptome schwere (Kolik, Athemnoth^ eiterige Pleuritis). Eine Behandlung ist meistens ausgeschlossen.
Schneidomilhl, Vorgl. I'sthologio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;30
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5. Lähmung des Oesophagus {Paralysis oesophagi). Beim Menschen werden als Ursachen Erkrankungen des Gehirns und des Halsmarks, ferner Echinokokken, Syphilis, Diphtherie, Bleivergiftung, psychische Erregungen angegeben; bei einzelnen Lähmungen auch Vergiftungen (Wurstgift). Dio Patienten verschlucken sich oft und die Speisen bleiben im Oesophagus stecken. Die Behandlung muss sich nach dem Grundleiden richten.
Bei T h i e r e n sind Lähmungon des Schlundes meistens mit Lähmungen des Schlundkopfes verbunden und die Ursachen ähnliche, wie beim Menschen. Man beobachtet solche Lähmungen ausser bei Erkrankungen des Gehirns und Bückenmarks (nach Blutungen, Gehirnerschütterungen, Gehirnentzündungen, Parasiten), auch im Verlaufe mancher Vergiftungen (bei Pflanzenfressern durch Befallungspilze, bei Fleischfressern nach PtoniaTnvergiftungon) und einzelner Infektionskrankheiten (Wuth, Druse, Brustseuche, Kalbefieber). Höhne sah enzootisches Auftreten von Lähmungen des Schlundkopfes bei den Pferden eines Dorfes, welche mit Roggen gefüttert waren. Die Thiere starben in der Regel nach achttägigem Leiden. Bei der Sektion waren die Muskeln citronengelb, mürbe und liessen sich leicht mit den Fingern durchbohren. Die Lähmungen sind meistens totale, selten halbseitige. Man beobachtet behindertes Schluckvermögen, starkes Speicheln, gelegentlich auch eine Geschwulst im Verlaufe der linken Jugularis und als Komplikation Fremdkörperpneutnonie. Eine Therapie, die sich nach den Ursachen richten müsste, ist meist ohne Erfolg. Empfohlen werden äussere Reizmittel, Injektion von Strychnin und Veratrin.
Bei Rindern sind, wie bei Pferden, enzootisch auftretende Schlundkopf lähm ungen. Paralysis oesophagi et pharyngis enzootika boum (von Vogel, Mayer, Zipperlen, Dieckerhoff u. A.) öfters beobachtet worden.
Obwohl die Krankheit, wie angenommen wird, mit einer Paresis der Vormagen verbunden ist und im Wesentlichen auf Lähmung des Nervus glossopharyngous und Vagus beruhen soll, wird das Leiden aus Zweckmässigkeitsgrlinden hier erwähnt. Dieckerhoff bezeichnet auch diese Krankheit, wie manche andere (Rückenmarkslähmung, Katarrh der Kespirationsorgane), die bei Thieron gehäuft beobachtet werden, als ,endemischquot; statt enzootischquot; und wünscht die Benennung akute endemische Bulbärparalysequot;, obwohl, wie er selbst sagt, die Krankheit nicht identisch ist mit den unter diesem Namen bekannten Krankheiten des verlängerten Marks beim Menschen. Will man nicht die Verwirrung zwischen der Pathologie des Menschen und der Thiere, wie sie lange genug bestanden hat und noch jetzt vielfach besteht, methodisch vergrössern, so ist es eben aus obigen Gründen absolut unzulässig, den Namen Bulbärparalysequot; ohne Weiteres auf obige Krankheit der Rinder zu übertragen. So lange ätiologisch und anatomisch nichts Sicheres über die Identität bekannt ist, wird man die Krankheit der Rinder Paralysis oesophagi et pharyngis epizootika boum nennen können, obwohl auch damit das Wesen der Krankheit nicht erschöpfend bezeichnet ist.
Aetiologic. Man nimmt an, dass in dem Stalle oder in dem Futter Infektionserreger vorhanden sind, welche die Krankheit hervorrufen, da die Krankheitsfälle in einem Vichstande entweder gleichzeitig oder doch innerhalb zwei bis drei Tagen auftreten (Dieckerhoff). Eine Ucbertragung der Krankheit aus einem Stalle in benachbarte Gehöfte oder von Rind zu Rind ist nicht erwiesen. Es wäre möglich, dass von den Infektionserregern Toxine gebildet werden, die je nach der Menge tödtlich wirken können (Dieckerhoff). Manchmal wird die Krankheit öfters in demselben Stalle beobachtet (Mayer).
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Krankkeiton der Speiseröhre.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;467
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Symptome, Verlauf, Ausgang. Man beobachtet bei den kranken Thieren Erschwerung des Kauons und Schluckens, Verzögerung des Wiederkauens, im weiteren Verlaufe vollständige Unfähigkeit zu schlucken, wobei sich das Futter wieder aus dem Maule schiebt. Trinkwasser wird noch aufgenommen. Schliesslich zeigt sich starkes Speicheln aus dem Maule, Unruhe, Unvermögen zu stehen, dauernde Verstopfung und zunehmende Schwäche. Der tödtliche Ausgang tritt dann meistens in den ersten fünf Tagen ein, während die volle Genesung der Re-konvalescenten zwei bis drei Wochen dauert.
Die Sektion ergiebt nichts Charakteristiscbes. Bei der Diagnose wird das Leiden oft mit Vergiftungen verwechselt, die vielleicht auch manchmal das Leiden bedingen.
Die Prognose ist ungünstig. Die meisten Thiere gehen zu Grunde.
Therapie. Man hat scharfe Einreibungen auf die Haut der Parotisgegend versucht (Dieckerhoff), daneben subkutane Infektionen von Physostigmin und (gegen die Körperscbwäche) von Oleum kamphoratum, Spirit, kamphoratus oder Aether. Prophylaktisch dürfte Stalldesinfektion und Aufhören mit dem bis-berigen Futter nothwendig sein, nach dessen Genuss die Tbiere erkrankten.
Sanitiitspolizcilichcs. Das Fleisch geschlachteter, schwer erkrankter Rinder ist öfters verzehrt worden, ohne dass irgend welche Nachthoile nach dorn Genüsse beim Menschen beobachtet worden sind.
Das Unvermögen, Wasser aufzunehmen, wie es bei ganz jungen und
erwachsenen Tfaieren (besonders bei Pferden) ohne Schlundläbmung vorkommt und
von Straub und Friedberger beobachtet wurde, ist auf mangelhafte Funktion des
Saugapparates zurückzuführen. Solche Pferde machen Saugbewegungen wie Hunde.
6.nbsp; Schlingkrampf (Oesophagismus). BeimMenschen entstehen Schlingkrämpfe aus zahlreichen Veranlassungen, besonders bei vielen centralen Neurosen (Epilepsie, Chorea, Tetanus, Hydrophobie); ferner im Verlaufe von Erkrankungen des Schlundes, des Magens und Darmes und des Genitalapparates, sowie nach einzelnen Vergiftungen (Belladonna, Strammonium, Wurstgift). Die Therapie muss sich nach dem Grundleiden richten.
Bei Thieren ist Oesophagismus als selbständiges Leiden sehr selten. Sekundär treten Schlundkrämpfe, wie beim Menschen, im Verlaufe von Tetanus, Epilepsie, Lyssa u. s. w. auf.
7.nbsp; Neubildungen im Oesophagus. Beim Menschen ist besonders Karcinom sehr häufig; es handelt sich dann (primär) um ein Plattenepithelkrebs, der meistens im unteren Drittheil des Oesophagus seinen Sitz hat. Ausserdem sind Fibrome, Myome, Liponie, Adenome und Sarkome beobachtet worden.
Bei Thieren sind besonders Papillome in verschiedener Grosse und Form im Schlünde und im Schlundkopfe namentlich beim Hinde, zuweilen auch beim Pferde, nicht .selten. Ich sah ein apfelgrosses Papillotn bei einer Kuh im Schlundkopfe, welche geschlachtet wurde, da die Athmungsboschwerden erhebliche waren. Ebenso finden sich Aktinomykome (Siedamgrotzky, Johne) Fibrome, Lymphoine und Lipomo, letztere besonders beim Pferd, Rind und Hund.
8.nbsp; nbsp;Parasiten im Oesophagus. Von Parasiten des Schlundes ist zu nennen: Spiroptera skutata (beim Rind, Schaf und Pferd), (S. 308) ferner Spiroptera sanguinolenta (S. 308), besonders in der Schlundwand des Hundes. Recht häufig aber sind bei Ziegen, Schafen, Schweinen, gelegentlich auch bei Pferden die Sarkosporidien Snrkosporidia gigantea (S. 265) und beim Rinde Hypoderma bovis (S. 351) zu sehen.
9. Die Kropfkrankheiten des Geflügels.
Von den Kropfkrankbeiten des Geflügels laquo;ollen hier nur die wichtigsten besprochen worden.
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468nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Verdauungsorgnne.
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Katarrh und Entzündung^ der Kropfschleimhaut, Kntairhnlischc und cntzüiKlliehe Krkrankungcn des Kropfes entwickeln sich zunächst nach Aufnahiiio trockener, stark gähremler oder in Zersetzung übergegangener Nahrung, oder nach Ueberfüllung. des Kropfes mit grossen Mengen schwer verdaulicher oder unverdaulicher Stoffe (Sand, Steine). Meist ist damit auch eine längere Zurückhaltung, Eintrocknung und schliesslich auch Zersetzung des aufgenommenen Futters verbunden. Auch Parasiten (Filaria nasuta, Spiroptera uncinatn) können solche Entzündungen hervorrufen (Robin, Zürn). Ferner tritt Entzündung des Kropfes als Begleiterscheinung niancher. Vergiftungen (Phosphor, Arsenik, Quecksilber, Kochsalz), sowie durch Aetzwirkung einzelner Mittel, forner hei diphtheriseher Infektion und bei Ansiedlung des Soorpilzes auf. Au dem erkrankten sog. weichen Kropfquot; ist zunächt eine weiche Anschwellung nachzuweisen. Die Thiere nehmen kein Futter auf, zeigen Brechneigung und Erbrechen und entleeren, besonders beim Druck auf den Kropf, übelriechende Zahn- und Futtermassen. In vielen Fällen (besonders bei Vergiftungen) gehen die Thiere bald zu Grunde. Bei der Sektion findet man einen stark säuerlich, auch faul riechenden Inhalt, die Schleimhaut gc-röthet, mit Blutflecken durchsetzt und das umgebende Bindegewebe manchmal salzig durchtränkt.
Zur Behandlung versucht man durch Streichen und Pressen des Kropfes den Inhalt in die Maulhöhlc und nach aussen zu entleeren; lässt die Thiere hungern, giebt ihnen frisches Wasser, dem einige Tropfen Salzsäure zugesetzt sind und weniges aber weiches Futter.
Verstopfung des Kropfes (Unverdaulichkeit dos Kropfes, sog. harter Kropf). Es handelt sich dabei vorwiegend um die Aufnahme schwor oder ganz unverdaulicher Substanzen. Manchmal können auch Parasiten (Tri-chosoma kontortum) die Ursache der Verstopfung sein (I{ a i 11 i e t, L u c e t). Als wichtigstes Symptom ist die feste Beschaffenheit des stark ausgedehnten Kropfes zu nennen, daneben ist die Futteraufnähme sistirt und, bei dem meist im weiteren Verlaufe sich entwickelnden Katarrh entleert sich auch häufig eine weiss-farbige, übelriechende Flüssigkeit aus dem Schnabel. Die T h e r a p i c besteht in der künstlichen durch Massage herbeigeführten Entleerung des Kropfes und nachfolgender Verabreichung von Salzsäure (2:100,0, zwei bis vier stündlich einen Esslöffel voll, oder 12 Tropfen in einem Kaffeelöffel voll Pfeffenninztheo [Zürn]); auch die operative Eröffnung des Kropfes und Entleerung desselben ist bei Hühnern und Gänsen (nicht bei Tauben, welche die Operation schlecht vertragen) mit Erfolg ausgeführt worden.
Erweiterung des Kropfes durch Aufnahme grosser Mengen unverdaulicher Stofto wird besonders oft bei hastig fressenden Hühnern und Tauben beobachtet. Der Kropf erscheint dann oft steinhart und sehr gespannt. Bei Gänsen wird eine solche Erweiterung häutig durch künstliches Stopfen herbeigeführt.
Soor des Kropfes ist bei Hühnern ebenfalls öfters beobachtet worden (Eberth, Martin, Rivolta). Die Thiere hatten sich dabei durch Verzehren von Futter intizirt, welches ihnen von soorkranken Kindern gegeben wurde. Bei Kindern und Er-waclisenen mit akuten und chronischen Krankheiten (Phthisiker, Diabetiker) kommt der Soorpilz (Oidium albikans) öfters im Oesophagus zur Entwickelung. Manchmal zeigen sich keine besonderen Erscheinungen; in anderen Fällen kann es zum Verschluss des Oesophagus, zu schweren cerebralen Erscheinungen (durch Embolien in das Gehirn) kommen.
Bei Hühnern findet man einen schmierigen, bröckligen, weissen Uelag auf der Kropf-
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Krankheiten des Magens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 469
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sclileimhaut, in welchen man mikroskopisch den Sooipilz, nach Gram'scher Methode gefärbt, erkennen kann. Die soorkrankeu Hühner gehen meistens bald zu Grunde.
Parasiten im Schlünde und Kröpfe daraquo; Greflügcls. Thierische Parasiten sind im Schlünde und Kröpfe bei Hühnern ziemlich häufig, aber selten von besonderer pathologischer Bedeutung. Zu nennen sind: Trichosoma kontortum (dünner, fadenförmiger Wurm, Männchen 1217 mm, Weibchen bis 38 mm lang) im Schlünde und Kröpfe der Enten beobachtet (Railliet, Lucet) und dieselben veratopfend; Spiroptera uncinata(915 mm lang, am Munde 6 Papillen und 2 Zähne) erzeugt (nach Zürn) heftige, meist tödtlich endende Entzündung des Oesophagus, Magens und Darmes; Dispharagus spiralis (79 mm lang) findet sich in dem den Schlund und Vormagen umgebenden Bindegewebe in Cysten (M oll in); Dispharagus nasutus (Filaria nasuta) (57 mm lang) kommt oft in grosser Zahl in der Schleimhaut des Schlundes und von hier in den Kropf hineinragend vor; dieselben tödten die Hühner durch Erzeugung chronischer Ernährungsstörungen (Legros, Colucci). Ausserdem sind gelegentlich noch im Schlund und Vormagen der Hühner gefunden worden: Tropisurus inflatus und fissipinus, Hystrichistrikolor und tubifox (Zürn), welche in Cysten sitzen und Entzündung hervorrufen; ferner bei Gänsen und hier knotige Herde in der Schlund- und Vormagengegend erzeugend: Spiroptera uncinata und Strongylus nodularis.
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VI. Krankheiten des Magens.
Die Krankheiten des Magens und Darms werden beim Menschen und bei Thieren tbeilweise wegen der anatomischen und physiologischen Abweichungen, dann auch wegen der verschiedenen Ernäbrungsweise beim Menschen und bei Thieren mannigfache Abweichungen zeigen. So werden einzelne Magenkrankheiten des Menschen bei Thieren fehlen oder nur eine untergeordnete Bedeutung besitzen; ferner werden aus denselben Gründen auch unter den einzelnen Hausthieren erhebliche Abweichungen zu beobachten sein. Es wird dies am besten aus den kurzen vergleichend-anatomischen und physiologischen Vorbemerkungen hervorgehen.
Vergleichend-anatomisclie und physiologische Vorbemerkungen. Form und Grosse des Magens und Darms zeigen bei den Wirbelthieren erhebliche Verschiedenheiten und Mannigfaltigkeiten, welche die Thiere erst später erhalten, je nach der Grosse des Nahrungsbedürfnisses, der Verdaulichkeit und des Volumens der Nahrungsmittel und je nach Form und Grosse der Leibeshöhle, welche dem Magen und Darm zur Aufnahme dient. Ferner werden die Verschiedenheiten auch hervorgerufen durch Einrichtungen, welche die Einwirkungen des Magensaftes auf die Nahrungsmittel verstärken und durch Uebernahme von Verrichtungen seitens des Magens, die sonst anderen Organen übertragen zu sein pflegen. In der frühesten Entwickelungsperiode ist ein allen Wirbelthieren gemeinsamer Nahrungsschlauch vorhanden, an welchem noch keine Magenerweiterung nachzuweisen ist. Dies tritt erst später durch Abgrenzung der Magenhöhle gegen den Darm ein.
Der Magen der Säugethiere ist. entweder röhrenförmig wenig ausgebreitet (z. B. bei der Robbe) oder sackartig ausgedehnt mit grosser und kleiner Krümmung (Kurvatura major und minor) und quer gelagert. Bei Thieren mit einem einfachen Magen unterseheidet man den an den Oesophagus ansohliessenden Magenmund (Kardia), eine membranöso Klappe und eine an den Dünndarmtheil angrenzende, den Pförtner (Pylorus), Bei vielen Säugern und beim Menschen entwickelt sich der Kardiatheil an der grossen Kurvatur zum Magengrunde (Fundus ventrikuli). Diese Ausweitung, welche die erste Andeutung zur Theilung des Magens in mehrere Abschnitte ist, gleicht beim Affen derjenigen des Menschen. Beim Pferde erstreckt sich die Theilung nur auf die Schleimhaut, wo man eine scharfe Grenze zwischen der helleren (Kardia) und dunkleren (Pylorus) Abtheilung erkennen kann. Bei anderen Thieren, vielen Nagern, findet sich schon eine bestinunte Einschnürung, durch welche der Magen in zwei Thcile Kardia- und Pylorusthoil abgegrenzt wird. Der Magen der Wiederkäuer ist meist viertheilig, nämlich es ötfnet sich der Oesophagus in den weiten Pansen (Vormagen, Wnnst, Kiinien). welcher durch eine Oeffnung mit Netzmagen
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470nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Verdauungsoigane.
(Haube, Ketikulum), dieser wieder mit dem Blättermagen (Buch, Psalter, Omasua) durch eine Oeffnung verbunden ist, von wo dann der Uebergang in die vierte Magenabtheilung, in den Labmagen (Abomasus) stattfindet. Bei neugeborenen Wiederkäuern ist der Labmagen am grösston, erst später wird die erste Magenabtheilung zur grössten.
Der Magen der Vügel zerfällt in zwei Abtheilungen, eine vordere und eine hintere. Die erstere, wegen ihres grossen Drüsenreichthums Drüsenmagen genannt, betheiligt sich an dem Chemismus der Verdauung, die letztere, welche auf der Innenfläche eine aus erstarrtem Drüsensekret bestehende Hornschicht und eine mit zwei schrägen Scheiben versehe, muskulöse Wandung besitzt, wird Muskelmagen genannt und dient zur Verkleinerung der Nahrungsmittel.
Der Dünndarm hat bei Vögeln und Säugethieron eine erhebliche Länge, Oft, wie beim Menschen, bestehen relative Längenunterschiede zwischen dem fötalen und dem ausgewachsenen Darm. Die Länge des Dünndarms ist abhängig von der Schnelligkeit, mit welcher verdaut wird und 2. von der Menge und dem Volumen der Nahrungsmittel; herbivore Thicre haben einen längeren Dünndarm als omnivore und carnivore.
Der Dickdarm erhält eine asymmetrische Aussackung, die als Blinddarm (Intes-tinum coecum) bezeichnet wird. Je nach Art der Nahrung ist Form und Grosso des Blinddarms den allergrossten Schwankungen unterworfen. Bei starker Ausdehnung steht derselbe in wichtiger Beziehung zur Verdauung. Das Verhalten kann noch eine Steigerung, wie z. B. beim Pferde dadurch erhalten , dass durch entsprechende Schleimhautfalten und durch die Art der Einführung des lleum und des Austritts des Kolon ein längeres Verweilen des Inhalts nöthig wird. Beim Pferde hat der Blinddarm die Gestalt eines Kegels, und eine Länge von 1 IV* m. Er liegt mit seinem breiten gekrümmten Ende in der rechten Flankengegond und mit seiner Spitze in der Schaufelknorpelgegend. (Näheres: Sehneide-mühl, Lage der Eingeweide bei Hausthieren, Leipzig 1894.) Beim Menschen, manchen Affen und den Nagern tritt bei einem Theile des Blinddarmes im Laufe der individuellen Entwickelung eine Verkümmerung ein, sodass man hier von einem wurmförmigen Fortsatz (Processus vermiformia) spricht. Bei den Vögeln ist der Blinddarm in der Regel paarig vorhanden und erreicht oft eine sehr grosso, den Hauptdarm übertreffende Länge.
Bezüglich der Grosso Verhältnisse des Darmkanales bei den verschiedenen Hausthieren mögen hier noch folgende Angaben angeschlossen sein: die Länge des Dünndarms beträgt beim Pferd 22 m, beim Rind 36, beim Schaf 21 m, bei der Ziege 1418, beim Schwein 1315, beim Hund 45, bei der Katze 1,52; die Länge des Dickdarms beträgt beim Pferd 7 m, beim Rind 811, beim Schaf 7, bei der Ziege 6, beim Schwein 3,54, beim Hund 0,71, bei der Katze 0,30,5
Histologisch sei erwähnt, dass die Schlundhälfte des Pferdemagens, wie die ersten drei Magenabtheilungen der Wiederkäuer, eine kutan eingerichtete Schleimhaut besitzt, während die rechte Hälfte des Pferdemagens (sog. Drüsenmagen) der Labmagen der Wiederkäuer, der Magen des Schweins (mit Ausnahme der Sehlundportion) und der der Fleischfresser einander ähnlich sind. Bezüglich der M agend rüsen finden sich die Kardiadrüsen beim Pferde in einem ganz kleinen Streifen, bei den Wiederkäuern fehlen sie, beim Hund sind nur wenige vorhanden, beim Schwein sind sie zahlreich; die Fundusdrüsen (früher Laboder Pepsindrüsen genannt) sind bei allen Hausthieren in grosser Zahl vorhanden; ebenso die Pylorusdrüson (früher Schleimdrüsen genannt).
Im Darmkanal finden sich die Brunner'schen Drüsen nur im Anfangstheil des Darmkanals, während die Lieberkühn'schen vom Magen bis zum Rektum vorkommen und besonders im Cökum, wo Ellenberger 160170 Drüsen auf einen Quadratmillimeter fand, sehr zahlreich sind.
Vergleicliend-pliysiologische Bemerkungen. Für das Pferd sei nur erwähnt, dass das bei anderen Hausthieren theils physiologisch, theils pathologisch vorkommende Zurücktreten des Mageninhalts durch den Schlund bei gesunden Pferden aus den früher angegebenen Gründen nur ausserordentlich schwer und selten stattfindet. Fleischfresser, Schweine und Geflügel erbrechen sich dagegen leicht.
Bei Wiederkäuern zeigt sich jedoch physiologisch ein Zurücktreten der Nahrungsmittel in die Maulhöhle vor ihrer Berührung mit dem Magensaft. In dem ersten Magen werden die aufgenommenen Nahrungsmittel mit Flüssigkeit durchtränkt, die zweite Magenabtheilung dient dazu durch ihre Kontraktion, kleine Futtermengen in die trichterförmige Schlundöffnung und von hier zur nochmaligen Zerkleinerung in die Maulhöhle zu befördern. Der dritte Magen entzieht den fein gekauten Nahrungsmitteln Flüssigkeit und führt sie,
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Krankheiten des Magens.
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noch feiner zerkleinert (Ellen barg er), dem vierten Magen zu, wo die eigentliche Verdauung (Chymifikation) stattfindet,
Bezüglich des Darmkanals sei bemerkt, dass nach Ellcnberger-Hoffmeister im Blinddarm noch eine besondere Verdauung, die Cellulosevenlauung, stattfinden soll.
Allgemeine diagnostische Angaben für die Untersuchung des Magens und Darms der Hausthiere. Störungen der Verdauungsthätigkeit kommen bei den Haus-thieren in grosser Zahl und Mannigfaltigkeit vor. Die Feststellung derselben ist je nach der Thiergattung und der Art der Erkrankung manchmal leicht, oft aber mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Als Weg für die Feststellung wird zu berücksichtigen sein : die Beschaffenheit der Schleimhituto des Kopfes, dor Appetit, das Kauen (bei Wiederkäuern: das Wiederkauen), die Ztthne, die Futter- und Getränkaufnahme, das Schlucken, der Bauchumfang, die Peristaltik, die Darm-exkremonte und Schleimhaut des Rektums.
Bei der Untersuchung der Beschaffenheit der Schleimhäute des Kopfes kommen in Betracht die Bindehaut der Augen, die Schleimhaut der Nasenlöcher und der Maulhöhle. Man wird weiter zu beachten haben: Färbung, Schwollung- und Sekretionszustand. Die durch den Blutgehalt bedingte Färbung wird blass (anämisch) sein bei erheblichen Blutverlusten, bei Krankheiten blutbildender Organe, bei chronischen gastrischen Störungen, bei Bämoglobinurio, bei bydrttmischen Zuständen, Leukämie, Chlorose, Leberegelsenche, Tuberkulose u. s. w.; eine stärkere Röthung wird zu beobachten sein, wenn der Blutzufluss vermehrt oder der Blutabfluss verhindert oder erschwert ist, dabei kann die Röthung verschieden sein (mattroth, ziegelroth, dunkolroth, blauroth u. s. w.). Man sieht stärkere Röthung bei entzündlichen Erkrankungen der Magen-und Darmschleimhaut, bei den meisten fieberhaften Krankheiton (manchmal punktförmige Röthung), bei manchen Infektionskrankheiten (Wuth, Milzbrand, Rinderpest, Brustseuche), bei Gehirnhyperämie, akuten Gehirnentzündungen, Klappenfehlern des Herzens u. s. w. Gelbfärbung findet sich In verschiedenen Graden besonders beim Pferde im Verlaufe von fieberhaften Krankheiten (Brustseucho), Leborkrankheiten, Zwölffingerdarmkatarrhen, auch nach schweren Blutverlusten, chronischen Magen-Darmerkrankungen (schmutzig-gelb), ferner bei Lupinose und Phosphorvergiftung. Schwellungen der Schleimhäute können theils durch örtliche, theils durch allgemeine Erkrankungen (Milzbrand, Brustseuche, Hundestaupe, Rinderpest, bösartiges Katarrhalfieber) bedingt sein. Die Sekretion ist vermindert z. B. bei der Kolik der Pferde (Maulschleimhaut), bei hochgradig fieberhaften Erkrankungen, bei erheblichen Entzündungen der Magen-Darmschleimhaut. Die Sekretion ist vermehrt bei örtlichen Reizungsvorgängen aller Art, ferner bei der Rinderpest, bösartigem Katarrhalfieber, bei Druse, Rotz, Laryngitis und Pharyngitis.
Der Appetit auf Futter kann schon bei gesunden Thieren sehr wechselnd sein. Grundsätzlich ist jedoch festzuhalten, dass bei allen irgendwie erheblichen Krankheiten, besonders aber solchen des Magens und Darms Verminderung des Appetits oder vollständiges Verschwinden desselben vorhanden ist. Andererseits lehrt die Erfahrung, dass, wie der Mensch, so auch Thiere (besonders die feinrassigen Pferde) selbst gutes Futter, wenn sie es längere Zeit (Jahre) erhalten haben, verschmähen, weil es ihnen zuwider geworden ist. Ebenso beobachtet man, dass dasselbe Futter von dem einen Thiere derselben Art sehr gerne, von anderen sehr nngerno oder überhaupt nicht aufgenommen wird. Schliesslich können auch oft geringe oder erhebliche Veränderungen in der Schniackhaftigkeit oder guten Beschaffenheit des Futters Ursache der Verweigerung sein ; solches Futter wird oft erst nach längerer Zeit und nachdem sich die Thiere daran gewöhnt haben, aufgenommen.
Sehr häufig wird nun auch eine sog. perverse Geschmacksrich tung beobachtet, wobei die Thiere eine lebhafte Neigung zeigen, besondere Stoffe aufzunehmen. So haben Rinder grosse Begierde Kochsalz aufzunehmen bei Fütterung mit Kartoffeln, Schlempe u. dgl. oder es werden, wie bei der sog. Lecksucht der Rinder, Kalk, Lehm, Holz, altes Leder u. dgl. aufgenommen. Auch gehört hierher das sog. VVollefrcssen der Schafe, das Ferkelfressen der Schweine, das Fressen der Nachgeburt bei Wiederkäuern, sowie auch die Geschmacksveränderung bei der Wuth, wo namentlich die Hunde Holz, Steine, Stroh, Leder, Mist u. dgl. fressen. Dabei ist jedoch zu beachten, worauf Friedberger-Fröhnor mit Recht hinweisen, dass auch gesunde Thiere (besonders jüngere) zeitweise oft eine abnorme Geschmacksrichtung bekunden, wobei es sich meistens um Spielerei und Zeitvertreib handelt.
Wie beim Appetit auf Futter, so kann auch der Appetit auf Wasser vermindert (bei wasserreicher Nahrung, bei geringen Verdauungsstörungen), vermehrt (bei warmer Jahreszeit, wasserarmer Nahrung, bei allen mit Diarrhöe verbundenen Krank-
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hoiten, bei Diabetes insipidus und mellitus, bei manchen chroniachen Nierenerkrankungen, bei manchen Vergiftungen [Glaubersalz, Kochsalz], oder aufgehoben sein (bei schweren Magen- und Darmerkrankungen, bei der Kolik der Pferde, bei schmerzhaften Zahnkrankheiten, bei vielen Gehirnkrankheiten, bei manchen narkotischen Vergiftungen).
Das Kauen und Wiederkauen1) (letzteres bei den Wiederkäuern) kann gleichfalls bei zahlreichen Krankheitszustiinden eine Aenderung erfahren. Abgesehen davon, dass schon physiologisch im höheren Lebensalter die Kaubowegungen langsamer werden, erfolgt die Verlangsamung bei vielen mit Gehirnkongestion oder Wansererguss im Gehirn verbundenen Krankheitsvorgilngen, bei akuten fieberhaften Infektionskrankheiten, bei Erkrankungen (Lähmungen und Quetschungen) der Lippen, der Zunge und Kiefer, bei abnormer Gestalt des Gebisses, beim Eindringen von Fremdkörpern in die Maulschleimhaut und Zähne, -bei allen Zahnkrankheiten, bei bcginnendein Tetanus, bei Druse, Maulseuohe u. dgl. Störungen in dem normal 12 Stunden nach jeder Mahlzeit dauernden Wiederkauen, die meist erst in höheren Graden nachgewiesen werden, beobachtet man demnach im Allgemeinen bei allen irgendwie erhoblichen, zumal mit Schmerzen verbundenen Störungen des Allgemeinbefindens, besonders bei allen erheblichen Störungen im Verdauungs-apparat, ferner bei erheblichen fieberhaften Krankheiten, bei erheblichen mit Kongestion oder WassBrerguss verbundenen Gehirukrankheiton.
Im Anschluss an die Erörterung über die Störungen des Wiederkauens, sei auch noch das Erbrochen als pathognostisches Symptom erwähnt. Auf das Nähere soll in einem besonderen Kapitel eingegangen werden. Hier möge nur bemerkt sein, dass das Erbrechen dem Wiederkauen ähnlich, aber die physiologischen Vorgänge doch wesentlich verschieden sind, abgesehen davon, dass das Erbrechen bei unseren Hausthieren fast stets ein patho-gnomonisches Zeichen ist. Das Gähnen eine tiefe, unter Mitwirkung der Hilfsmuskeln und weiter Oeffnung der Maulhöhle sich vollziehende Inspiration kommt bei vielen Thieren vor, die vollständig gesund sind (Ermüdung, nach der Futter- und Getränkaufnahmo). Andrerseits ist dasselbe (besonders bei Pferden) auch Symptom einfacher Magenerkrankungen und akuter Gebirnerkrankungen, Intoxikationen und der Wuth der Rinder, wo (nach Friedberger-Fröhner) selbst stundenlanges Gähnen beobachtet wird.
Das Schlucken ist erschwort oder aufgehoben bei allen erheblichen Entzündungs-zuständen in der Kacheifhöhlc, bei Erkrankungen des Schlundkopfes, wobei dann oft das Futter zur Nase wieder heraustritt, bei Vergiftungen (besonders Fleischvergiftungen), bei Tetanus, Trichinose u. s. w. Bei der akuten und chronischen Gehirnwassersucht der Pferde ist die Nahrungsaufnahme, das Kauen und das Schlucken mehr oder weniger erheblich gestört und eigenthümlich verändert. Die kranken Thiere nehmen bei solchen Krankheiten nur wenig Futter auf, machen einige Kaubewegungen und stellen dann plötzlich die Kaubewegungen ein; bei der Wasseraufnahme stecken sie den Kopf meist tief in den Wasserbehälter, so-dass das Wasser in die Nasonöffnungen eindringt und machen dann einige Schluckbewe-gungen. Schliesslich können auch Geschwülste in und am Schlünde, Verstopfungen desselben durch Fremdkörper oder Puttcrbestandtheile (besonders beim Rinde und Hunde) das Schlucken behindern und zum Aufhören Veranlassung werden.
Besichtigung und Untersuchung des Hinterleibes. Zunächst wird man eine Besichtigung des Hinterleibes in toto ausführen und dabei versuchen festzustellen, ob abnorme Veränderungen des Bauchumfanges vorliegen. Dies ist nicht immer leicht, da schon normal je nach Ernährung, Rasse, Gebrauch und bei weiblichen Thieren je nach dem Grade etwaiger Gravidität auch der Bauchumfang erheblich vergrössert sein kann. Solche Verschiedenheiten zeigen sich bei allen Hausthieren, demnach wird man meistens nur erhebliche Abweichungen von der Norm als Krankheitszeichen anseher. dürfen, und zwar unter gleichzeitiger Berücksichtigung anderer Faktoren (z. B. schlecht genährtes Thier mit erheblich grossoin Bauchumfang). Stark vergrösserter Bauchumfang zeigt sich bei jeder erheblichen Ansammlung von Futterstoffen oder Gasen im Magen oder Dann; bei Pferden gelegentlich der Kolik (im Blinddarm und Grimmdarm) bei Wiederkäuern im Pansen; ferner bei Tympanitis, Ascites, Peritonitis, Kktasie der Blase, gelegentlich auch in Folge sehr grosser Geschwülste an den Organen der Bauch- und Beckenhöhle, wobei dann nähere Untersuchungen die Diagnose sicherstellen müssen. Eine Verkleinerung des Bauchumfanges entwickelt sich nach längerer Entziehung ausreichenden Futters, bei allen länger bestehenden inneren Krankheiten überhaupt, besonders bei chronischen Magen- und Darmkrankheiten;
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i) Es mag hierbei bemerkt sein, dass auch beim Menschen Wiederkauen vorkommt und soll darauf später noch zurückgekommen werden.
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Krankheiten des Magens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 473
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ferner bei chronischen Uteruserkrankungen, bei erheblicher Diarrhöe, bei Peritonitis u. s. w. Die weitere Untersuchung wird sicli nun auf Betastung (Palpation), Perkussion und Auskultation zu erstrecken haben. Bei der Palpation wird man die Spannung der Bauchwand, Wasser oder Flüssigkeitsansaniinlung, Gcschwulstbildung, Druckempflndlichkcit, Abnorme Empfindlichkeit im Allgemeinen feststellen und das Ergobniss event durch Perkussion vervollständigen können. Bei der Auskultation ist das Vorhandensein der Poristaltik durch Nachweis der Darmgeräusche oder das Fehlen oder die Veränderung derselben (Kolik der Pferde, Darmliihnmng, Tympanitis, Intoxikationen, Peritonitis, Lagever-änderungon) nachzuweisen. Bei der Untersuchung des Pansens der Rinder, wobei man mit der Hand die linke Huugergrube kräftig nach innen drückt, die Hand dann einige Zeit ruhig liegen lässt und nun beobachtet, ob und wie die Pansenbewegungen eintreten, wird man ebenfalls Umfangsvermehrungen (Tympanitis, Verstopfung), Druckempfind-lichkeit, Peristaltik, Perkussionaschall festzustellen haben. Bei der Untersuchung des Rektums wird man die Umgebung des Anus, die Beschaffenheit der Schleimhaut des Rektums, bei der inneren Untersuchung, Fiillungszustand, Inhalt und Temperatur festzustellen haben; dabei kann auch die Beschaffenheit der Blase (Füllung, Schmerzhaftigkeit, Veränderungen an der Prostata), der nachbarlich gelegenen Dannabschnitte (Aclisendrehung, Geschwülste) und des inneren Bauchringes untersucht werden.
Von besonderer diagnostischer Bedeutung sind nun die Dar inentleer ungen. Dabei wird die Art der Defäkation zu berücksichtigen sein, ob erschwort (Obstipation), ob schmerzhaft (Enteritis, Peritonitis, Fremdkörper im Magen und Darm, Erkrankung der Bauch-Lendenmuskeln), ob unwillkürlich (RUckenmarkserkrankungen, Darmlähmung), ob häufig (Diarrhöe) und ob eine Vermehrung oder Verminderung (bei vielen fieberhaften Krankheiten) stattfindet oder eine Verzögerung (traumatischer Peritonitis, akuter und chronischer Magen-und Dannkatarrh) nachzuweisen ist. Form, Konsistenz, Farbe und Geruch der Fäces zeigen schon unter normalen Verhältnissen bei den einzelnen Hausthieren viel Abweichungen. Fester und trockener sind die Fäces im Verlaufe von Verstopfungen, im Beginne einzelner fieberhafter Krankheiten, bei der chronischen Kolik der Pferde, dagegen weicher breiiger, dünnflüssiger bei allen erheblichen Darmkatarrhen, nach manchen Vergiftungen, bei vielen Infektionskrankheiten. Bezüglich der Farbe ist, abgesehen davon, dass im Allgemeinen der Koth dunkler erscheint, je länger er im Darme zurückgeblieben ist, blutig in höherem oder geringerem Grade bei Blutungen im Darmkanal, bei Geschwüren, bei schwerer Enteritis, bei Verletzung im Darm. Ferner können die Fäces missfarbig, jauche-ähnlich, reich an Darmepithelien sein bei schwerer Intoxikation (Quecksilbervergiftung des Rindes) nach Verabreichung drastischer Abführmittel. Schliesslich ist der Koth weissgrau bei der Dysenterie der Kälber, grün oder braungrün nach Aufnahme von vielem Grün- und Rübenfutter, schwarz nach Eisenpräparaten, grau-grünlich oder thonfarbig bei Ikterus und heftiger Diarrhöe. Der Geruch der Fäces ist besonders unangenehm und übelriechend bei allen heftigen Darmkatarrhen, bei einzelnen Infektionskrankheiten (Staupe der Hunde, Ruhr der Kälber, Geflügeltyphoid u. s. w.), bei manchen Vergiftungen. Ausserdem können unverdaute Futterbestandtheile (bei mangelhaftem Kauen, schlechter Verdauung), fremde Bestand-theile, (Steine, Konkremente, Würmer), schliesslich Eiter, Schleim, Gewebstheile in den Fäces vorhanden sein. Behufs Verwerthung derselben für die Diagnose wird in einzelnen Fällen mikroskopisoho Untersuchung erforderlich werden.
Erwähnt sei noch, dass die normale Zeitdauer des Aufenthaltes dos Futters im Verdauungsschlauche beim Pferde und Rinde 346 Tage (El Ion borg er), beim Schaf und bei der Ziege 25 Tage, beim Schwein Vli Tage, beim Hunde 1215 Stunden, bei der Gans 46 Stunden beträgt.
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1. Allgemeines über Verdauungsstörungen.
ä) Beim Menschen.
Da lt;iio Aufgabe der Magen-Darmthätigkeit eine doppelte ist, einmal meöhatiische
Arbeit zu leisten (Fortbewegung und Umformung des Inhalts) und ferner chemische Vorgänge zu bewirken, so wird nalurgeniäss eine Störung der einen aueb eine Störung der anderen herbeiführen. Meist greifen Störungen des Magens auch auf den
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Darm über. Die im Magen längere Zeit unverdaut vorhandenen Speisen verfallen der Fiiulniss und Gährung, gelangen in diesem Zustande in den Darm und wirken hier gleichfalls als Krankheitsursache (ü. B. Diarrhöe). Zahlreiche Umstände (leichte psychische Erregbarkeit, Erregbarkeit des Gefässapparates, anatomische Beschaffenheit der Schleimhaut, Menge und Beschaffenheit der Muskelfasern) können die Wirkung des Zustandes beeinflussen.
Neuerdings haben einzelne Autoren beim Mensehen die funktionollen Störungen (besonders des Magens) von den anatomisch nachweisbaren getrennt. Ganz scharf ist ist diese Trennung nicht durchzuführen; obwohl zuzugeben ist, dass man vielfach Störungen der Magen- und Darmtbätigkeit besonders bei nervösen Personen findet, bei denen eine organische Erkrankung nicht nachweisbar ist.
b) Bei Thieren.
Bei den Hausthieren liegen die Verhältnisse im Ganzen ähnlich. Vielfach ist das Wesen mancher Krankheiten des Verdauungsapparates noch nicht genügend klargestellt und deshalb werden noch immer besonders hervorstechende Symptome benutzt, um die abnormen Vorgänge zu klassifiziren. Dahin gehören die sog. krankhaften Gelüstequot;, welche vielfach nur ein Symptom verschiedener krankhafter Zustände darstellen. Einstweilen wird man die Hauptformen wenigstens wie z. B. die Lecksucht des Rindes und das Wollfressen der Schafe noch für sich erörtern müssen, bis auch hier eine bessere anatomische und ätiologische Grundlage vorhanden ist.
Aus demselben Grunde soll auch das Erbrechenquot; für sich erörtert werden, obwohl es gleichfalls nur ein Symptom, wenn auch oft das wichtigste für zahlreiche verschiedenartige Erkrankungen bildet, deren Natur vielfach erst aus der Beschaffenheit des Erbrochenen und aus den begleitenden Umständen erschlossen werden kann.
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2. Das Erbrechen. Vomitus1). Emesis2).
Definition. Beim Erbrechen handelt es sich um einen ziemlich kompli-zirten reflektorischen Vorgang, bei welchem unter Kontraktionen des Zwerchfelles, der Bauchpresse, der Respirationsmuskeln und Glottis eine Entleerung des Mageninhalts unter Eröffnung der Kardia durch passives Zusammendrücken des Magens bewirkt wird.
Geschichtliches uncl Vergleichend-Physiologisches. Seit sehr langer Zeit haben sich die Physiologen mit der Erforschung der Ursache des Erbrechens beschäftigt. Dabei st von jeher die Frage streitig gewesen, in wie weit der Magen beim Erbrechen bethoiligt ist (Magendie, Chiari, Schwarz). In neuerer Zeit wird wohl allgemein angenommen, dass beim Breohakt gewisse Magenbewegungen nicht nur stattfinden, sondern auch noth-wendig sind. Es beginnen die Magenbewegungen oft schon, ehe die Bauchpresse in Wirksamkeit tritt. Auffällig ist, dass einzelne Menschen und Thicre sehr leicht, andere dagegen gar nicht zu erbrechen vermögen. Die Solidungula (Pferd, Esel) vermögen unter normalen Verhältnissen nicht zu erbrechen, wegen der trichterförmigen Einpflanzung des Schlundes in den Magen, feiner weil die weitere, leicht durchlässige Pylorusöffnung der Kardia ganz nahe liegt (Ellenborger), weil die in grosse Falten gelegte Schleimhaut in der Um-
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i) Vomere = ausspeien. 2) iuiw = erbrechen.
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gebung der Kardia ebenfalls den Zugang zum Schlund verlegt, wogen der starken Verdickung des aboralcn Theiles des Schlundes und wegen des starken um die Kardia gelegenen Schliessmuskeis, welcher nach Art der Insertion bei Magenkontrnktionen die Kardia abschliesst. Bei Wiederkäuern erfolgt das Erbrechen selten, auch wirken lirechmittel bei den Wiederkäuern sehr selten. Schweine und Fleischfresser erbrechen leicht; die meisten Nagethiere erbrechen selten und schwor. Vögel erbrechen den Inhalt des Kropfes! Insektivoron und Karnivoren erbrechen leicht. Fische, Amphibien und Reptilien erbrechen lediglich durch Magonaktion. (Frösche meistens im Juni und Juli, weniger im Oktober und November, gar niobt im Januar und Februar [Mellinger]). Das Centrum für den Brechakt liegt in der Medulla oblongata. Das Erbrechen kann zu Stande kommen ausser durch Reflexwirkung nach Reizung der sensiblen Nerven auch durch direkte Reizung des ßrecheentrums.
a) Beim Menschen.
Aetiologie. Im Allgemeinen erbrechen Kinder leichter als Erwachsene. Das Erbrechen erfolgt ferner bei allen Reizungen der Magon seh leim haut (durch Ueberladung mit Speisen, Einführung ätzend wirkender Substanzen und gewisser Medikamente, durch Erkrankung der Magenwand); durch Kitzeln des Zungengrundes und des Schlundes; bei Rcizung der Darmsch 1 eimhaut (durch Wärme und Aetzmittel); bei Brucheinklemmungen, bei Cholelithiasis, bei Nieren- und Blasensteinen, bei Nephritis in den ersten Monaten der Gravidität, bei Reizung oder Erkrankung des Peritoneums, bei Neubildungen und Hyperplasie der Nascnschleimhaut (E i c h h o r s t), bei Erkrankungen der Genitalien (Orchitis, Metritis).
In Folge direkter Erregung des Brcchcentrums wird Erbrechen hervorgerufen nach Verabreichung gewisser Arzneisubstanzen, bei Urämie, Hirnanämie oder Hirnhyporämie, durch Hirndruck (Tumoren, Apoplexie, Schädelverlctz-ungen). Schliesslich -wird Erbrechen in einer Reihe von Fällen beobachtet, wo nach der Meinung Einzelner eine Reizung sensibler Nerven wie auch des Centrums vorliegt (wie z. B. bei Skarlatina, Typhus, Meningitis, Keuchhusten, durch die betreffenden Krankheitserreger), bei einzelnen Herzkrankheiten u. s. w. Von anderer Seite wird die Richtigkeit dieser Auffassung bestritten.
Symptome. Die Symptome werden je nach der Ursache sehr verschieden sein, manchmal mit erheblichen Störungen des Allgemeinbefindens (Ohnmacht, Kollapserscheinungen) verbunden, manchmal ohne Beeinträchtigung desselben sich entwickeln. Beim sog. nervösen Erbrechen sind Verdauungsstörungen nicht erkennbar; manchmal lehrt das Vorhandensein einer Stauungspapillo auf dem Augenhintergrund, dass eine Hirngeschwulst die Ursache ist, oder Untersuchung des Harns, dass Nierenerkrankungen vorliegen. Das Erbrochene enthält die chemischen Bestandtheile des Schleimes und Speichels sowie des Magensaftes und die vor dem Erbrechen genossene Nahrung; daneben bei organischen Magenerkrankungen Gallensäuren und Gnllenpigmente, ferner bei heftigem Erbrechen von Blut und Eiter herrührende Bestandtheile. Schwarzes Erbrechen wird im dritten Staditun des gelben Fiebers, von dem zersetzten Blute herrührend, beobachtet; auch bei Mßgenulkus und -Karcinom.
Therapie. Die Therapie richtet sich im Wesentlichen nach dem Grund-leiden. Symptomatisch wird verwendet: Eis, Brauselimonaden, Champagner, Aether auf Zucker, unterstützt durch Sinapismen auf die Magengegend; in höheren Graden
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Morphium (0,3 Glycerin, Aqu. destill. Sä 5,0 subkutan 1/4ila Spritze), Chlonü-hydrat, Bromkalium, ferner noch bei nervösem Erbrechen: Spiritus aethereus oder Tinctura Valoriana aetherea 10 Tropfen auf Zucker; auch Jodtinktur (1:200 zweistündlich 1 Esslöffel in Haferschleim), Kreosot und Benzol, werden empfohlen.
b) Bei Thieren.
Wie schon bemerkt, kommt Erbrechen gelegentlich bei allen unseren Hauslaquo; thieren vor, und ist es bei Pferden ein seltener ungewöhnlicher, meist gefährlicher Vorgang, der in der Regel nur bei schweren Magen- (Ueberfüllung, Zerreissung, Entzündung, Geschwürsbildung) und Darmleiden (Darmverschiebung, Darmlähmung) beobachtet wird und gewöhnlich tödtlich endet. Daneben wird, wie aus den Berichten über die Krankheiten der Armeepferde hervorgeht, oft Erbrechen gesehen, ohne dass am Magen Abnormitäten festgestellt werden, so dass der Vorgang günstig verläuft. Selten ist es ohne Bedeutung. Auch Wiederkäuer erbrechen sehr selten, aber meistens ist es ungefährlich und bald vorübergehend. Bei den Schweinen, welche leicht und ohne erhebliche Heize erbrechen, ist das Erbrechen ein sehr häufiger und oft heilsamer Vorgang, weil unverdauliche und schädliche Stoffe schnell aus dem Magen entfernt werden. Ebenso ist es bei den Fleischfressern, wo besonders nach Aufnahme von Fremdkörpern, dann auch bei hochgradiger Verstopfung Erbrechen beobachtet wird.
Die Ursachen sind im Allgemeinen dieselben wie beim Menschen; eine Ueber-ladung des Magens durch schwer verdauliche, stopfende, gährende Nahrungsmittel oder durch verdorbenes und gefrorenes Futter ist die häufigste Veranlassung, daneben die Aufnahme stark reizender und giftiger Stoffe.
Die Behandlung ist, wo erforderlich, zum Theil wie beim Menschen. Innerlich ist die Verabreichung von Kamillenthce, schwarzem Kaffee zweckmässig, ferner doppeltkohlensaures Natron (1015,0 bei Pferd und Rind, 35 g für Schweine), für Schweine ausserdem verdünnter Kothwein.
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3. Akuter Magenkatarrh. Akute Dyspepsie, Gastritis akuta, Gastricismus. Status gastrikus.
a) Beim Menschen. At'liologic. Der akute Katarrh der Magenschleimhaut tritt bald als selbst-ständiger Katarrh, bald im Gefolge anderer Krankheiten als ein sekundäres Leiden auf. Die Ursachen sind sehr zahlreich. Uebermässige, schlecht zubereitete oder verdorbene Nahrung, ungenügende Vorbereitung der Speisen im Munde, zu fette Nahrung, zu heisse oder zu kalte Nahrung, zu schnell aufgenommene Nahrung, Tabaksmissbrauch, unpassende Kleidung und übermässiger Genuss alkoholischer Flüssigkeiten, besonders bei leerem Magen sind die wichtigsten Ursachen. Dazu kommen die traumatischen (Verletzungen, Stösso in der Magengegend) und toxischen Magenkatarrhe (durch Säuren, Alkalien, Aetzinittel), sehliesslich bewirken allgemeine Erkältungen, alle Erkrankungen des Blutes oder mit Fieber verbundenen Erkrankungen akute Magenkatarrhe. Viele Fälle beruhen auch auf direkter Infektion.
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Symptome. Yerlauf. Appetitlosigkeit, Druck und Vollsoin im Magen, Uebelkeit, Neigung zum Erbrechen, Aufstossen (Singultus), sogen, Sodbrennen (Pyrosis), (Gase oder sehr saurer Magensaft), manchmal Druckgefühl uml Schmerz im Epigastrikum, daneben belegte trockene Zunge, fader Geschmack im Munde, Verlangsamung der Magenentleerung sind die wichtigsten Erscheinungen. Ausserdem zeigt sich in schwereren Fällen Störung des Allgemeinbefindens: Fieber, Somnolenz, Verstopfung, anfänglich aueb Diarrhöe, Verminderung der Harnmenge, sowie ikte-rische Erscheinungen bei Miterkrankung des Duodenums. Auch Herpes, Zeicben des infektiösen Charakters in den betreffenden Fällen beobachtet man. Der Verlauf kann Stunden, Tage und Wochen dauern und auch durch Recidive in chronischen Magenkatarrh übergehen.
Die Prognose ist günstig und die Diagnose nicht schwierig, Therapie. Falls noch unverdaute Speisen im Magen sind, ist ein Brechmittel im Beginne der Krankheit angezeigt (subkutane Injektion von 0,01 Apo-morpbin). Audi Magenausspülung bei toxischen Magenkatarrhen. Meist ist beides nicht nöthig. Es genügt strenge Diät, etwas Salzsäure (10^15 Tropfen Acid, hydroch. dil. auf 1/2 Weinglas Wasser) in anderen Fällen (bei Singultus und Sodbrennen) Natr. bikarb. Natr. salicyl. liii 5,0 zweistündlich eine Messerspitze. Als sog. Stomachika sind Tinkt. amara, Gentianae und Rhei üblich, ferner: Resorzin 2,0 Aqu. destill. 120,0 Tinkt. aromat. 2,0 zweistündlich ein Esslöffel. Bei hartnäckiger Verstopfung: Kalomel (Kalomelanos, Tuber. Jalapae, Sacch. ful 0,3 M. c. P. D. t. d. No. V/l Pulver zu nehmen) oder Pulveris Liquiritiae kompositi 20,0 (2 Theelöffol in einem halben Weinglaso Wasser zu nehmen), Friedrichshaller Salz; Ricinusöl, bei Brechneigungen und Erbrechen: Eispillen, Selterwasser, Opium; warme Umschläge auf den Magen.
b) Bei Thieron.
Akuter Magen-Darmkatarrli. Gastrischer Zustand. Gastricismus. Gastro- Enteritis katarrhalis akuta. Status gastrikus. Akute
Dyspepsie.
Vorbemerkung. Wenn auch sicher ist, dass bei den Hausthicren ein auf den Magen beschränkter Katarrh ebenso vorkommt, wie beim Menschen, so ist es doch ausserordentlich schwierig, den Sitz des Katarrhs nur im Magen oder gleichzeitig im Anfangstbeil des Dünndavms mit Sicherheit festzustellen, bezw. von einander ZU trennen. Ebensowenig sind die Uebergänge von einfacher Dyspepsie zu Katarrh klinisch genau zu diagnostiziren, weshalb es üblich ist, den Magenkatarrh und Darmkatarrh gemeinsam zu erörtern. Aus Zweckmässigkeitsgriinden sollen auch im Anschluss an die Besprechung des akuten Magen-Darmkatarrbs die sog. krankhaften Gelüste bei Thierenquot; für sich erörtert werden.
Geschichtliches. Man sprach früher vom gastrischen Fieberquot;, wenn bei Magenerkrankungen das Fieber erheblich und das Allgemeinbefinden wesentlich beeinträchtigt waren. Dabei sind aber auch manche Infektionskrankheiten (Staupe) kurzweg als gastrisches Fieberquot; bezeichnet worden. Ebenso war der Name Gallenf ieberquot; in Gebrauch bei allen Affektionon, welche mit Gelbfärbung der
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Haut und sichtbaren Schleimhäute verbunden waren. Von Sdileimfieberquot; sprach man bei Tbieren, wenn die Faces stark mit Schleim durchsetzt und überzogen waren.
Definition. Im Allgemeinen bezeichnet man als akuten Magen-Darmkatarrb alle Krankbeitszuständo, welche durch aufgehobenen oder verminderten Appetit und gestörte Verdauung ohne besonders erbebliche Allgemcinorkrankung (meist ohne Fieber) charakterisirt sind. Sie beruhen im Wesentlichen in einem leichten Katarrh der Magen- und Darmschleimbaut, wobei dann die Verdauungssäfte vermindert und krankhaft verändert sind. Die Erkrankung kommt bei allen Haus-thieren vor; in etwas eigenen Formen bei den Wiederkäuern.
Actiologie. Die allgemeinen Ursachen sind im Wesentlichen wie beim Menschen; dahin gehören: Nahrungssehädlicbkeitcn aller Art, Diätfchler, Witterungs-cinflüsse, schlechte dumpfige Stallungen, zu reichliche oder zu schnelle und un-regelmässige Nahmngsaufnahnie, Erkältungen, Parasiten, (Gastruslarven, Spulwürmer), erhebliche körperliche Anstrengungen, zu kaltes, zu warmes oder verunreinigtes Trinkwasser. Einige Thiere zeigen auch eine besondere Disposition leichter zu erkranken, als andere.
Bei Pferden kommen zunächst einfache Dyspepsien vor nach Aufnahme zu reichlicher Futter- und Wassermengen (sog. Ueberfressen, Ueberfüttern, U e b e r s a u f e n), wobei in schweren Fällen eine akute Gastro-Enteritis oder heftige Kolik entstehen kann. Meist tritt es ein bei dem Uebergang von schlechterem zu besserem (Stallfütterung und Weidegang), von leicht verdaulichem zu schwer verdaulichem Futter (Roggen, Mais, Gerste, Erbsen) frischem Hafer, oder nach der Aufnahme leicht gährenden Grünfutters (grüner Klee). Auch werden übermässige Futter- und Wassormengen nach längerem Hungern und Dursten aufgenommen. Das Futter wird dann nicht genügend verdaut und es entstehen abnorme Gährungen. Ebenso wirkt der Genuss von vielem Grünfutter, nicht vollständig getrocknetem Heu, schlechtem Bohnen- und Erbsenstroh u. s. w. In der Regel entwickelt sich dann Katarrh des Magens und Zwölffingerdarms. Zu kaltes und zu warmes Wasser, in Gäbnmg befindliches, verdorbenes, verschimmeltes, sowie schlecht beschaffenes Futter aller Art, ferner schlecht gekaute Nahrungsmittel oder unverdauliche Stoffe können gleichfalls die Entstehung eines akuten Magen-Darmkatarrhs bei Pferden bewirken. Schliosslich können auch zu frühe und zu grosse körperliche Anstrengung nach dem Fressen, zu schnelles Fressen, Gebrauch der Thiere bei schwüler, nasskalter Witterang, Aufenhalt derselben in dumpfigen, dunstigen, schlecht ventilirten Stallungen, sowie infektiöse Einwirkungen, schwere organische Veränderungen in der Magenwand die Ursache für den Katarrh des Magens und Dünndarms werden. Sekundär kommt Magen-Darnikatarrh im Verlaufe mancher Infektionskrankheiten als begleitendes Leiden vor.
Beim Rinde kann, wie Friedberger-Fröhner mit Rocht hervorheben, das erste Stadium eines akuten Dannkatarrhs in gleicher Weise wie beim Pferde; als akute Dyspepsie angesehen werden. Vielfach erkranken zunächst die ersten Magenabtheilungen, dann erst der vierte Magen und der Zwölffingerdarm. Zart gebaute, jüngere, schwächliche und schlecht gepflegte Thiere in ungünstig gebauten Stallungen erkranken tun meisten. Als weitere prädisponirende und direkte Ur-
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sachon kommen hinzu: Verabreichung schlaffen, breiigen Futters ohne gehörige Beigabe von Raulifutter, dauernde Stallfiittemng bei wenig Bewegung im Freien, Aufnahme von Futter, welches verdorben, versehiinmelt, bereift, gefroren, schwer verdaulich oder verunreinigt, zu kalt oder zu wann ist. Ferner die schon für das Pferd angegebenen Ursachen. Beim Kinde hat man versucht, einen besonderen Labmagenkatarrh bezw. Labmagen-Zwölffingerdarmkatarrh abzugrenzen. Allein bisher ist man über den Versuch nicht hinausgekommen. In vielen Fällen soldier Erkrankungen mögen Parasiten die Ursache sein.
Bei den Fleischfressern, wo besonders bei Hunden öfters ein Magen-Darmkatarrh beobachtet wird, sind die Ursachen meist dieselben, wie bei den anderen Thicren. Häufig sind übermässige Mahlzeiten, fremde Körper (Sand, Steine Holzsplitter) und Parasiten, sowie Aufnahme schwer verdaulicher, verdorbener (faules Fleisch) Nahrungsmittel die Ursache. Daneben als Begleiterscheinung der Staupe, einzelner Lebererkrankungen, Herzkrankheiten und Darmkatarrhon. Schliess-licii kann auch plötzlicher Temperaturwechsel (beim Baden), Zahnerkrankung u. dergl. die Ursache sein.
Auch beim Schwein sind die häufigsten Ursachen übermässige Aufnahme oder Genuss verdorbener, schwer verdaulicher oder unverdaulicher Nahrungsmittel. Manchmal liegen auch infektiöse Einflüsse (Stäbchcnrothlauf) vor.
Symptome. Beim Pferde beobachtet man verminderten (wobei die Tbiere bald mehr, bald weniger und langsam fressen) oder fehlenden Appetit; in anderen Fällen zeigt sich krankhafte Veränderung des Appetits (Lecksuchterscheinungon), der Durst ist meist vermindert; die sichtbaren Schleimhäute sind etwas dunkler, manchmal gelblich geröthet; besonders an der Maulschloimhaut, die in geringen Graden stärker oder schwächer als normal geröthet sein kann, in höheren Graden trocken, mit einem grauweissen, pappigen, fadenziehenden Belag oder mit glasigem Schleim besonders auf der Zunge, an den Lippen und Zabnrändern bedeckt ist. Daneben zeigt sich öfteres Gähnen, Brechneigung und (in einzelnen Fällen und besonders bei jungen Tbieren) auch Erbrechen. Fieber ist meistens vorbanden, doch nur gering-gradig1), ebenso ist massige Puls- und Athembeschlcunigung. Die Faces sind meist klcingeballt, trocken, mit etwas Schleim Aberzogen, stark übelriechend, und enthalten öfters unverdaute Haferkörner. In anderen Fällen (bei erheblicher Mit-affektion des Dünndarms) ist der Kotli breiig. Das Sensorium ist meistens etwas benommen, die äussere Körpertemperatur ungleiclnnässig vortheilt. Dagegen ist der Urin in der Regel normal. Ist der Dünndarm vorwiegend ergriffen, so ist der Appetit weniger verändert, dagegen der Durst vermehrt, stärkere Darmperistaltik und (vielfach auch) Diarrhöe vorhanden. Auch ist der Harn klarer als normal, reicher an Phosphaten und (nach Fröhner), sauer, weil (nach Tereg) die Erdphosphato im Darme bei Katarrh gelöst, resorbirt und durch den Harn ausgeschieden werdsn können.
Beim Rinde sind die Erscheinungen ähnlich; in geringeren Graden ist der Appetit verändert, das Fressen und Wiederkauen erfolgt langsamer, die (fühlbaren)
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i) Fiiilier trennte man meistens die fieberhaft (Gastrisches Fieberquot; genannt) und fiebertos (Dyspepsie genannt) vorlaufenden Magenkatarrhe; was sich jedoch aus praktischen nicht empfiehlt, zumal dabei oft unrichtige Diagnosen vorhanden waren.
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Pansenbevregungeu erfolgen seltener oder fehlen und die Dofiikntion ist verzögert. Fieber fehlt und in geringeren Graden kann in 12 Tilgen wieder Restitutio nd integrum eingetreten sein. In höheren Graden und hei längerer Dauer verschwindet Appetit und Wiederkauen vollständig, das Deekhaar ist gesträubt, die äussere Ivörpertemperatur ungleichniässig vertheilt, das Ohrenspiel fehltJ die Thiere fiebern, haben auch etwas heschleunigten Puls, krünunen etwas den Kücken (besonders bei Schmerzen im Dann), die Milchsekretion ist vermindert. Daneben zeigt sich im Maule höhere Temperatur, sowie vermehrte Schleim- und Speichelabsonderung, ebenso Rülpsen Und (seltener) Erbrechen, zuweilen auch Muskelzittern. Der vermindert abgesetzte Harn ist dunkler als normal und sauer. Alles Weitere wie heim Pferde. Beim sog. Lab m a g e n k a t a r r h und L a b m a g e n z w ö 1 f f i n g e r d a r m k a t a r r h soll sich (nach Saake) vorwiegend Diarrhöe mit allmählicher Abmagerung einstellen.
Beim Schafe sind die Krankheitsersehoinungen wie heim Kinde.
Bei den Fleischfressern zeigt sich bei einfachem Magenkatarrh fast regelmässig Erbrechen. Dadurch worden einfache Magen Überladungen und deren Folgen meistens bald wieder beseitigt. In anderen Fällen ist Appetitlosigkeit, vermehrter Durst, trockene, belegte Zunge, Druekempfindlichkeit in der Magengegend, manchmal etwas Fieber und in schwereren Fällen Störung des Allgemeinbefindens vorhanden. Ferner ist der Kothabsatz verlangsamt, und in erheblichen Fällen stets Diarrhöe zugegen. Ebenso zeigen sich ikterische Erscheinungen häufiger als beim Pferde und Rinde (Friedberge r). Der Urin enthält Gallen - Farbstoffe (F r ö h n er).
Vorlauf, Dauer, Ausgang und Prognose. Bei Pferden kann der Verlauf einige Tage und mehrere Wochen dauern. Die Prognose ist günstig, jedoch abhängig von dem Alter, dem Ernährungszustande der Thiere und dem Fortbestehen der Ursachen. Im letzteren Falle kann der Katarrh chronisch we.rdon und zu erheblichen Störungen (Abmagerung, Muskelschwäche) führen.
Beim Rinde kann in leichteren Fällen ebenfalls schon in einigen Tagen, spätestens in einer Woche Heilung eingetreten sein; in schwereren Fällen tritt Diarrhöe, vollständiges Versiegen der Milch, schwere Störung des Allgemeinbefindens und Vorschleppen der Krankheit ein, die dann schliesslich chronisch wird.
Bei Fleischfressern geht der akute Magon-Dannkatnrrh in den meisten Fällen in Genesung über, selten entwickelt sich daraus die chronische Form.
Anatomiseher Befund. An geschlachteten oder wegen anderer Ursachen zur Sektion gekommenen Pferden findet man Zunächst die Schleimhaut an der Pylorusseite höher geröthet, geschwollen (Fnltenbildung tritt stärker hervor) mit kleineren und grösseren Hämorrliagien bedeckt; Röthung und Blutungen verschwinden jedoch einige Zeit nach dem Tode der Thiere. Ausserdcm findet sich vermehrte Schleimsekretion, wobei das Sekret, je nach der Intensität der Erkrankung mehr schleimig oder schleimig-eiterig und blutig sein kann. Im Anfangstheil dos Dünndarms sind die Veränderungen ähnlich, nur kommt noch die Schwellung der Follikel hin/u, welche sich dann als grauweisse kleine und grössere Knötchen über die Oberfläche der Schleimhaut erheben. Beim Rinde zeigen sich (nach Harms) ähnliche Erscheinungen im ersten Magen (Röthung und Schwellung der
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Schleimhaut), der Inhalt ist manelmml ganz ausgetrocknet. Beim Labmagen-Zwölf finger dar ink a tarrh finden sieh im vierten Magen und Dann dieselben Erscheinungen wie beim Pferde. Manchmal ist die Schleimhaut stark verdickt und grobfaltig (Hanns).
Diagnose. Eine Verwechselung mit anderen Krankheiten des Verdauungsapparates (Dysenterie, Ikterus) ist besonders bei schwerer Erkrankung möglich. Ist der Dickdarm vorwiegend Sit;! der Erkrankung, so ist starker Durchfall und zuweilen auch Kolik zugegen. Beim Rinde ist eine Verwechselung mit Tympanitis, traumatischer Magendarmentzündung, Pansenüberfüllung möglich.
Therapie und Prophylaxe. Nach Abstellung der Ursachen ist für die medikamentöse Behandlung bei Pferden erforderlich verdauungsbefördernde mit Abführmitteln zu verbinden. Man verordnet entweder (besonders im Beginne der Krankheit von mir viel benutzt) kleine Dosen Kalomel (3,0 pro die) oder Natr. bikarb. Natr. chloratum aa 50,0 Natr. sulfur. 300,0 Pulv. Rad. Kaiami und Gent, ää 30,0; oder Tart. stibiat. 6,0 Natr. sulfur. 300,0 als Latwerge; oder Physostigm. sulfur. 0,1 : 10,0 Aqu. destill, subkutan. Ferner (besonders bei Gährungsersohei-nungen), Salzsäure (1015,0 in einem halben Eimer Wasser) und Kreolin, Lysol (in Pillenform) und bei stärkeren Diarrhoeen aussei- Kalomel noch Tannin, Bismuth, subnitr. 1015,0; Tinktura Opii simplex (50100,0 in Leinsamenabkochung oder mit sclnvnrzem Kaffee, Thee, verdünntem Rothwein). Bei Dickdarmkatarrh sind lauwarme Irrigationen, denen antiseptische Mittel zugefügt sind, zweckmässig. Auch wird die Verabreichung von geröstetem Hafer, Mehl und die Einverleibung schleimiger Mittel empfohlen. Ausserdem ist in allen Fällen nöthig, den Thieren wenig oder mehr flüssige Nahrung zu geben, die Pferde täglich kalt abreiben und etwas bewegen zu lassen. Prophylaktisch ist zweckmässigo Pflege und Haltung der Thiere erforderlich.
Beim Rinde ist das diätetische Verfahren wie beim Pferde (Einschränkung der Futterration, Kleietränke, etwas Grünfutter, kaltes Abreiben und Massiren der Bauchwandungen, massige Bewegung) zweckmässig. Arzneilich verordnet man: Natr. chlorat. Rad. Kaiami, Gonthianan ää 100,0 täglich 34 Esslöffel aufs Futter zu streuen oder (bei Schafen) mit Haferschrot als sog. Lecke; oder man fügt noch Rad. Juniperi oder bei erheblicher Verstopfung 300400,0 g Natr. sulfur, hinzu, oder Aloe 30,0 Natr. sulfur. 300,0 in vier Theilen in Kamillenthee oder in Latwergenform zu verabreichen. Auch künstliches Karlsbader Salz für mehrere Tage. Hei Neigung zu Gährungen und Zersetzungen: Salzsäure 30,0 in einem halben Eimer Wasser, Kreolin, .Lysol, Kalomel. Ferner wie beim Pferde, Tart. stibiatus, Physostigm. sulfur. (0,1 : 5,0 Aqu. (lest, subkutan, ev. nach sechs Stunden wiederholt). Nach Beseitigung des Leidens ist allmählicher Uebergang zur früheren Nahrungsmenge erforderlich.
Bei Schweinen beginnt die Behandlung zweckmässig mit einem Brechmittel, wobei (nach Friedbergor) Veratrin (0,03:6,0 Spiritus) subkutan verwendet am besten wirkt. Bei Verstopfung ist Kalomel (1,0 4,0) in Pillenform, daneben Magn. sulfur., Karlsbadersalz oder warnie Wasserinfusionen angezeigt. Diätetisch ist die Verabreichung von gekochter Milch mit Broil, saurer Milch, Mehlsuppen zweckmässig.
SchneidomUhl, Vorgl. Pathologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 31
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Flcischfrossern kann man im Beginn dor Behandlung ein Brechmittel (am besten Apomorphin. hydrochlorik. 0,003-0,010, : 30,0 Aqu. dostill. oder auch einen Theelöffel Vinum tihiatum oder Vinum Ipokakuanhao) geben ; oft genügt jedoch strenge Hungerdiät und später kleine Mengen gekochter Milch, geschabtes Fleisch, Graupensuppe u. dergl. Innerlich ist reine oder verdünnte Tinkt. Rhei aquosa oder vino.sa, der man bei starker Verstopfung Magn. sulfur, zufügen kann, am besten. Bei starker Brechneigung Morphium hydrochlor. Tinkt. Opii, Bismut. subnitr. (0,252,0) Selterwasser, Nat. bikarbonik. 0,5 1,0 Magn. karbonik.; bei sehr hartnäckiger Verstopfung Kalomel (0,03 - 0,1).
Bei Neigung zu Gährungen Acid, hydrochl. 2,5 Tinkt. Gentb. 10,0 Aqu. font. 15,0 dreimal täglich einen Esslöffel. Bei starkem Durchfall: Eimvickelung, später Rothweih, Meblsuppen. In der Rekonvalescenz leicht verdauliches Futter: Reissuppen, Milchsuppen u. dergl.
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Magen- und Darmkatarrh des Jungviehs.
Yorbemerkung. Bei allen Hausthieren wird gelegentlich ein heftig auftretender Magen-Dannkatarrh neugeborener und ganz junger Thiere beobachtet; vorwiegend jedoch beim Rinde.
Aetiologie. Als wichtigste Ursachen sind zu nennen: 1. unzweckmässige Ernährung der Mutterthiere, wodurch die Milch schwer verdaulich wird; Verdauungsstörungen und Krankheiten der Mutterthiere überhaupt, sowie Eutererkrankungen, welche alle bewirken, dnss die Milch sich leicht zersetzt (schon im Euter gerinnt) oder sonst verändert (ranzig, zäh, schleimig, zu reich oder zu arm an Kasein ist), 2. Verunreinigung der Milch durch unsaubere Milchgefässe, durch die Hände der Melker, 3. unregelmässige Verabreichung und Verabreichung zu heisser, zu kalter, zu reichlicher, leicht säuernder oder durch Milchsurrogate ungeeignet gewordener Milch an die Säuglinge, 4. Erkältung der jungen Thiere in feuchten, kalten Stallungen, zu fmhe Verabreichung von schwer verdaulichem Halm- und Trockenfutter, Zahnwechsel, Parasiten im Magen und Darm, Zurückbleiben des sog. Darmpechs, angeborene schwache Konstitution der jungen Thiere überhaupt.
Symptome. Als Krankheitserscheinungen, die sich sowohl plötzlich, wie auch allmählich entwickeln können, beobachtet man bei den jungen Thieren: verminderte oder aufgehobene Sauglust, Diarrhöe hei grösserer oder geringerer Mattigkeit, daneben auch manchmal etwas Fieber, Darmkatarrh und Tympanitis (bei abnormen Gährungen und Zersetzungen), wobei die Thiere bald sehr herunterkommen und oft in wenigen Tagen, oft nach Wochen an allgemeiner Erschöpfung zu Grunde gehen. In leichteren Fällen tritt nach etwa 8 Tagen Genesung ein. Die Prognose ist demnach verschieden und abhängig von den Ursachen.
Anatomischer Befund. Bei den gestorbenen, meist abgemagerten anämischen oder auch hydrämischen Thieren findet man gewöhnlich grösscre Käsegerinsel im Magen, sowie an der Schleimhaut des Magens und Darms, die schon früher erwähnten Zeichen des Katarrhs; oft sind auch die Gekrösdriiseu geschwollen und enthalten, wie ich bei neugeborenen Kälbern auf dem Kieler Schlachthofe zuweilen beobachtete, verkäste tuberkulöse Herde.
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Therapie und Prophylaxe. Zunächst ist erforderlich, diejonigen Ursachen beim Mutterthier zu beseitigen, welche eine nachtheilige Einwirkung auf die Beschaffenheit der Milch ausüben. Die jungen Thiorc wird man entsprechend halten und pflegen müssen, die Säuglinge dürfen nicht zu viel Milch auf einmal aufnehmen; das Euter der Mutterthierc wird, um event. Infektion zu vermeiden, vorher gründlich zu reinigen sein; vor 46 Wochen wird man die Kälber und vor 34 Monaten nach der Geburt die Lämmer nicht an festere Nahrung (und dann allmählich) gewöhnen müssen. Die an leichtem Durchfall erkrankten Thiere wird man neben der Anwendung diätetischer Mittel (Brennsuppen, Leinsnmenabkochung, schwarzer Kaffee, verdünnten Rothwein, geröstetes Mehl) und guter Streu auch arzneilich mit Lysol (1 : 100), Kreolin (23,0 : 100,0), Magnesia karbonika (theelöffehveise), Snlicyl-säure (und Tannin ää 1,0 zweistündlich in Knmillenthee) zu behandeln haben. Bei schweren Diarrhöen wird man auch Tinkt. Opii simplex oder Rhabarber verwenden können.
Saniliitspolizcillilies. Bezüglich der Verwcrthung des Fleisches von Thieren (besonders von Rindern und Kälbern), welche an mehr oder weniger erheblichen, mit Diarrhöe verbundenen Magen-Darmkatarrhen gelitten haben und geschlachtet worden sind, ist die grossto Vorsicht geboten. Die Erfahrungen über die sog. Fleisch- und Wurstvergiftungen lehren, dass das Fleisch von Kälbern und Kühen, welche an Magen-Darmkatnrrh gelitten haben und dieserhalb geschlachtet wurden, zuweilen gesundheitsschädlich gewirkt hat. Die Annahme, wie sie seihst in Lehrbüchern der Fleischbeschau vertreten ist, dass einfache Magen-Darmkatarrhe an den Schlachtthieren für die Fleischverwerthung bedeutungslos sind, wenn es sich nicht um die mit hohem Fieber und grosser Hinfälligkeit einhergohemlen septischen Dannerkrankungen handelt, ist durchaus unrichtig. Dazu kommt, dass auf den Schlachthöfen bei den jungen Kälbern und auch bei Rindern selten vor dem Tode die Temperatur festgestellt wird und an den geschlachteten (durch Vorblutung getödteten) Thieren der höhere Grad der Magen-Darmerkrankung Überhaupt, geschweige denn einige Zeit nach dem Tode, nicht sicher zu erkennen ist. Man wird deshalb grundsätzlich das Fleisch schlecht genährten von Thieren dieser Art vom Verkehr auszusohliessen haben; bei gut genährten Thieren wird je nach der Beschaffenheit dos Magens und Darms und der übrigen Organe (Leber und Nieren) entweder vollkommene Freigabe oder Verkauf unter Deklaration stattzufinden haben.
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Die sog. krankhaften Gelüste.
Vorbemerkung. Bei allen Thieren ist zuweilen eine besondere Begierde nach salzigen und erdigen Substanzen vorhanden, am häufigsten und am meisten charakteristisch bei den quot;Wiederkäuern und den im Stalle aufgezogenen Schweinen. Gelüste nach fremdartigen und unverdaulichen Stoffen aller Art werden jedoch vorwiegend bei den Wiederkäuern beobachtet. Im Wesentlichen beruhen solche Vorkommnisse in einem Mangel an mineralischen Nährstoffen (Salz, Ksdk) im Organismus, oder in nervösen Zuständen des Magens oder sie werden herbeigeführt durch schleichend verlaufende Magen- und Darmkatarrhe.
Besondere Erwähnung verdienen die sog. Lecksucht oder Nagckrank-heit des Rindes und das Wollefressen der Schafe.
L e c k s u c h t oder N a g e k r a n k h e i t des Rindes. Die Lecksucht oder Nagekrankheit des Rindes ist schon seit sehr langer Zeit bekannt und deshalb auch schon in alten Lehrbüchern als besonderes Leiden
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erörtert. Charakteristisch für die Krankheit, welche am häufigsten hei Rindern, seltener hei Schweinen, Pferden und Ziegen vorkoinnit, ist, die verschiedensten Gegenstände zu belecken und zu benagen und, soweit möglich, auch zu vorzehren. Man beobachtet das in der Regel chronische Leiden vorwiegend bei Stallfütterung (einzeln und gehäuft), seltener beim Weidegange.
Actiologie. Wie Prledberger-Pröhner vollkommen zutreffend hervorheben, kann man eine elnbeitllohe ätiologische Grundlage bei einem Leiden nicht voraussetzen, welches eigentlich nur ein sehr charakteristisches Hymptom verschiedener Krankheiten darstellt. Deshalb hat man auch von jeher sehr verschiedene Ursachen beschuldigt, wobei jedoch Ansteckung, Vererbung und Nachahmung von vorncherein ausgeschlossen werden können. Dagegen können Erkrankungen der Centralnerven-apparate, chronisch-dyspeptisclie Zustände oder direkt chronische; Katarrhe des Magens und Dünndarms, sowie Aufnahme ungeeigneter Nahrung für sich allein oder gemeinsam das Leiden hervorrufen. Es kann auch die Lecksucht ein Symptom der sich entwickelnden Knochenbriichigkeit darstellen (Ro 1 of f, Roll), andererseits ist, wie ich oft in futterarmen Gegenden beobachtet habe, die Lecksucht lange Zeit in einem Viehbestande vorhanden, ohne dass jemals Knochenbriichigkeit vorkommt. Ebenso ist auch die Annahme berechtigt, dass oft chronische (tuberkulöse?) Darni-erkrankungen der Lecksucht zu Grunde liegen. Leider fehlt es noch an gründlichen anatomischen Untersuchungen hierüber. In der grossen Mehrzahl der Fälle dürfte aber ungeeignetes Futter die nächste Ursache der Lecksucht sein, die oft zurückbleibt, obwohl die Ursache nicht mehr einwirkt. Schlechte und unsaubere Stallungen, die gelegentlich ebenfalls noch beschuldigt werden, dürften, wenn überhaupt bei dieser Krankheit, dann doch nur begünstigend wirken. Die schlechte Beschaffenheit des Futters kann bedingt sein durch Mangel an Nährsalzen, besonders Natrium-salzen (nach Nessler), wie auch im Allgemeinen durch geringen Nährwerth desselben von moorigen, torfigen Wiesen oder von trockenem, humusarmen (hochgelegenem) Boden.
Vorkommen und Verbreitung der Lecksucht der Rinder. Die Krankheit zeigt sich vorwiegend in Gegenden mit schlechter Bodenboschaffenhoit (in niedrigen und feuchten oder hoch gelegenen und trockenen Gegenden, wo die Futterpflanzen nicht gut gedeihen), besonders wenn ungeeignete Witterung noch begünstigend wirkt. Besonders bekannt sind als stationäre Bezirke der Schwarzwald, wo die auf Granit gelogenen Gehöfte (schon 1665 bis 1721 von Camera rius beschrieben) Villae tabefleiae' genannt wurden. Wo Gneis-bodeu vorhanden ist, kommt die Krankheit (nach Ncssler) nicht vor. Ferner findet man die Krankheit in einzelnen Gegenden des Erzgebirges; ich beobachtete dieselbe (1877) in einzelnen Ortschaften der Niederlausitz. Vorwiegend trifft man die Lecksucht in ärmeren (legenden und in kleineren Wirthschafton und dann bei den tragenden und milchenden Kühen, wie auch bei Kälbern.
Symptome. Die Besitzer werden auf das Leiden erst aufmerksam, wenn die Thiere Krippen und Wände, sowie andere Gegenstände zu belecken und ZU benagen beginnen. Mauern, Holzwerk, Futtergeräthscbaftcn, Kleider (Metallgegenstünde) des Wärteipersonals, das verunreinigte Streustroh, Erde, alte Stricke, Holz- und Gurt-theilc, Ziegelstücke, Steine, selbst ekelhafte Gegenstände (Mist, verfaulte Nachgeburt) u. dgl. werden von den Thieren benagt bezw. verzehrt. Daneben zeigt sich natürlich allmählicher Rückgang im Nährzustande (schlechtes, glanzloses Haarkleid), auch Schreckhaftigkeit, Empfindlichkeit beim Druck auf die Wirbelsäule, Verminderung
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der Milchergiebigkoit, sobliesslioh nimmt die Verdauungäschwache unter geringem Fieber immer mehr zu, die Tliiere können sich nur noch langsam bewegen und gehen dann unter den Erscheinungen der Inanition, oft erst nach Monaten, zu Grunde. Der Verlauf ist chronisch und kann sich Monate, selbst Jahre hinziehen, dabei können tue Tliiere bei zeitweise zweckmässigerer Ernährung manchmal etwas besser werden. Demnach ist auch die Prognose je nach den Ursachen und der Möglichkeit, dieselben bald zu beseitigen, verschieden.
Anatomisclior Befund. Vorwiegend findet man bei den wegen Lecksucht geschlachteten Thieren allgemeine Blutleere, blasse, atrophische Muskulatur, aniimisehe, etwas katarrhalisch erkrankte Magen- und Dünndarmschleimhaut, Schwund des Fettes in der derben und trockenen Subkutis. Je nach der Dauer der Erkrankung vor dem Schlachten, sind auch die Veränderungen verschieden.
Therapie und Prophylaxe. Zur Heilung und Vorbeuge ist stets erforderlich, für eine zweckmässige Ernährung der Tliiere zu sorgen, Wiesen und Weiden zu verbessern (künstliche Düngemittel, Natriumsalpeter) und, so lange der Besitzer kein zweckmässiges Futter auf seinem Boden gewinnen kann, solches aus anderen Gegenden zu beziehen. Daneben wird man das Futter durch Beigabe von Kochsalz, guten Körner- und Hülsenfrüchten zu verbessern haben. Hat die Krankheit schon längere Zeit bestanden, so werden Salzsäure, Pulver aus bitteren und bitter-aromatischen Mitteln, denen Natr. bikarbonikum, Magnesium karbonikum zugesetzt ist, zweckdienlich sein. Nach Feser, Gassner, Vaeth, Imminger u. A. ist auch die Anwendung des salzsauron Apomorphins (Apomorphinum hydrochlorikum 0,1 pro dosi et die) während 23 Tage sehr vortheilhaft. Leider soll aber nach 34 Monaten die Krankheit von Neuem auftreten. Auch bei Kälbern ist die Apomorphinbehandlung mit gleich gutem Erfolge angewendet worden.
Wolle fressen der Schafe.
Bei den edleren Schafen (besonders Merinos) beobachtet man im Stalle zur Zeit der Winterhaltung (kaum jemals beim Weidegange) manchmal 12 Wochen nach der Aufstallung, dass die Tliiere (oft mit grosser Gier) sich gegenseitig die Wolle abfressen. Zuweilen zeigt sich die Erscheinung nur bei einzelnen, oft bei laquo;ahlreichen Thieren derselben Heerde. Es verschwindet das Leiden sehr bald, wenn die Thiere wieder auf die Weide kommen.
Aetiologie. Die Ursachen des Leidens, welches der Lecksucht des Rindes sehr ähnlich ist, bedürfen noch genauerer Erforschung. Nachahmung auf der einen und Ernährungsstörungen auf der anderen Seite werden angegeben. Man beobachtet das Wollefressen oft nur bei einzelnen Thieren einer Heerde, und dann kann man das Verbreiten durch Entfernen derselben verhüten. Dagegen zeigt sich auch, dass unzureichende und mangelhafte Fütterung (Oelkuchen, reichliche Mengen roher Kartoffeln, Brühfutter, Rübonpresslingc), sowie ZU reiche und zu geringe Mengen an Kochsalz (H a u b n c r - S i e d a m g r o t z k y) von hervorragendem Einfluss sind. Ebenso zeigt sich das Wollefresseu auf torfigen, sauren, nassen Weiden.
Symptome, Verlauf, Prognose. Sowohl bei Lämmern wie bei Jährlingen und älteren Schafen zeigen sich zunächst keine besonderen Krankheitserscheinungeu.
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Bei Lämmern erst dann, wenn sie eine grosse Menge grober und langer Wolle aufgenommen haben. Es treten dann Ernährungsstörungen auf (Verstopfung, Abmagerung) und die Thiere können an Magen-Darmentzündung zu Grunde gehen. Aeltere Schafe üben das Wollefressen meist sehr lange Zeit ohne Nachtheil aus. Nur in einzelnen Fällen treten vorübergehend Ernährungsstörungen auf. Meistens wird zunächst ein Thier benagt und erst nachdem dieses von mehreren Schafen kahl gefressen ist, kommt ein anderes an die Reihe. Das Benagen der eigenen Wolle, wie es bei der Gnubberkrankheit und einzelnen Ekzemen vorkommt, wird dabei üusserst selten beobachtet. Ebenso tritt das Wollefressen gewöhnlich nur bei Tage, selten bei Nacht ein. Die Prognose ist bei Beachtung der Prophylaxe und Therapie eine durchaus günstige. Todesfälle kommen selten und nur bei
Lämmern vor.
Anatomischer Itefuud. Bei den geschlachteten oder gestorbenen Thieren findet man neben katarrhalischen und entzündlichen Erscheinungen im Magen und m Anfangstheil des Dünndarms wallnuss- bis apfelgrosse und noch umfangreichere Wollballen, welche öfters im Pylorus festsitzen.
Es mag hierbei erwähnt werden, dass man solche aus Haaren und Pflanzentheilo sich zusamniensetzendo Haarbiille sowohl im Magen der Hausthiere, wie auch bei Raubvögeln, Singvögeln und Fischen findet. Bei den Wiederkäuein findet man diese Ballen oft in grosser Zahl (bis 73 Bertram) in den beiden ersten Magenabtheilungen, ebenso beim Schwein und Hunde. Oft findet sich im Innern ein fremder Körper, um welchen sich die Haare anlegten. Diese Ballen werden auch Bezoare genannt. Das Wort stammt von dem arabischen Badesar' = Gegengift, weil man dieselben im Orient früher und theilweise noch jetzt als unträgliche Mittel gegen Gifte, Epilepsie und alle möglichen Uebel ansah und theuer bezahlte. Man fand dieselben im Orient besonders in dem Magen der wilden Ziege (Capra, Aegagrus, Bezoarziege), bei manchen Antilopen und Affen. Die deutschen Bezoare finden sich besonders in der Gemse (Aegagropili). Man findet sie auch bei Raubvögeln, wo sie durch unverdaute Fedornreste hervorgerufen und oft ausgeworfen werden, ferner bei einzelnen Fischen (Pottfischen) als sog. Ambrobezoare (H a r z), entstanden aus den unverdauten Resten der aufgenommenen Mollusken.
Die Bezoare bestehen beim Rinde vorwiegend aus phosphorsaurem Ammoniakmagnesia (3034 0/o), kohlensaurem Kalk (57 quot;'o), phosphorsaurem Kalk (1832 0;'o), Kieselsäure (1 0,o), Spuren von Chlornatrium, Eisen, Wasser, sowie organischen Bestandtheilen (21 bis 40 quot;/o) (Kitt).
Die orientalischen Bezoare enthalten (nach Loebisch) Lithofellinsäure (der Cholalsäure vorwandt) und Ellagsäuro (ein Reduktionsprodukt der Gallensäurc, gebildet aus der vegetabilischen Nahrung).
Therapie und Prophylaxe, Zunächst ist zweckmässige Fütterung (gutes und reichliches Heu) unter Aenderung der bisherigen kargen und mangelhaften Nahrung erforderlich. Die Wollefresser und die bereits benagten Thiere sind aus der Heerde zu entfernen. Daneben wird man die Verabreichung von Salz, alkalischen Substanzen mit der Nahrung versuchen können. Besonders zvveckmässig soll nach den bisherigen Beobachtungen auch hier Apomorphin (0,1 0,2 g 34 Tage täglich einmal subkutan angewendet) wirken. Prophylaktisch istnöthig: baldige Trennung der Lämmer von den Müttern während tier Futterzeit, zweckmässige Ernährung, möglichst Aufenthalt im Freien, dunkler Stall, wenn die Thiere im Stalle sind, schleunigste Entfernung der ersten nagenden und benagten Schafe aus der Heerde.
Bei Pferden, besonders bei Fohlen kommt vereinzelt ein der Lecksucht des Rindes ähnliches Leiden vor. Meistens handelt es sich dabei um gastrische Störungen. Das Sandfressen der jungen Remonten wird zwar meistens als Untugend angesehen, dürfte jedoch
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Krankheiten des Magens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;487
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oft auf ilhnlicho Zustiindo zurückzuführen sein, während das Haarfressen der Fohlen, wohei den Muttorthieron die Schwoifhaaro abgefressen werden, meistens eine Untugend ist. Die durch gastrische Störungen hervorgerufene Lecksucht der Pferde, wohei die Thiere Streu und Mist aufnehmen, Gegenstände, selbst ihre eigene Haut benagen, wird durch Verabreichung der sog. Stomachika verbunden mit säuretilgenden Mitteln (Natr. bikarbonikum), durch Anwendung von Salzsäure, Karlsbadersalz und durch subkutane Anwendung des Apomorphins (0,005:5,0) beseitigt; in einzelnen Fällen kann auch Beigabe von Kochsalz und phosphorsaurem Kalk zum Futter recht zweckmässig sein.
Bei Schweinen wird Lecksucht in Wirthschaften beobachtet, wo auch das gleiche Leiden bei Rindern vorkommt. Meist handelt es sich dabei um einen Mangel an alkalischen Substanzen im Futter, den man durch Beigabe von Kalk, Knochenkohle, Knochenmehl zu beseitigen versucht. Das sog. Ferkelfresson der weiblichen Schweine hat mit der eigentlichen Lecksucht nichts zu thun und kann (nach Bloch) durch Verabreichung eines Brechmittels, wobei man nach Entfernung der Jungen den Mutterthieren Milch mit Tart. stib. und Rhizoma Voratri aa 0,5 vorsetzt, beseitigt werden.
Das Selbstauszichen der Federn heim Geflügel, welches besonders bei Papageien und Kanarienvögeln, jedoch auch bei Hühnern und anderem Geflügel vorkommt und vorwiegend als Spielerei angesehen wird, ist nach Friedberger-Fröh ner meistens unheilbar.
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4. Chronischer Magenkatarrh. Gastritis katarrhalis chronika. Chronische Dyspepsie. Katarrhus gastrikus chronikus.
a) Boim Menschen.
Aetiologie. Der chronische Magenkatarrh des Menschen entsteht entweder aus dem akuten oder nach dauernder Einwirkung geringer Schädlichkeiten (Alkohol-, Tabakgenuss, Aufnahme reichlicher, schwer verdaulicher Nahrung u. s. w.), fehlende Geistes- und Körperruhe nach der Mahlzeit. Ferner koinmen chronische Magenkatarrhe im Verlaufe von Leber-, Nieren-, Herz- und Lungenkrankheiten vor.
Symptome. Die wichtigsten Erscheinungen sind Druckeinpfindlicbkcit in der Magengegend, Sodbrennen, Aufstossen von Gasen und saurer Flüssigkeit, dabei ist der Magen manchmal etwas aufgetrieben, die Zunge mehr oder minder stark belegt und es besteht Neigung zu Blähungen, verbunden mit Durchfall oder Verstopfung, manchmal auch Erbrechen und Kopfweh; der Appetit ist meistens geringer als normal. Bei Miterkrankung des Dünndarms zeigt, sich in der Kegel Iktcrus. Chemische und physikalische Untersuchung ergiebt: Herabsetzung der Salzsäurebildung und dies besonders dann, wenn Dilatatio ventrikuli vorliegt, hoher Gehalt an Milch-, Butter- und Essigsäure, vermehrte Sohleitnabsonderung und Verlangsamung der Bewegung. Bei längerem Bestehen des Magenkatarrhs tritt Schwäche der Muskulatur und damit zuweilen Magenerweiterung mit ihren Folgen auf.
Therapie. Oeftere und kleinere Mahlzeiten, Verbot der sauren, salzigen und fetten Speisen, sorgfältiges Zerkleinern der Speisen. Forner sind Milch, gekochte Eier, Fleischbrühe, Geflügel, Reis im Beginne zweckmässig. Von inneren Mitteln: Salzsäure (eine halbe Stunde nach der Mahlzeit 1015 Tropfen in einem Weinglas Wasser) oder bei Ueberschuss von Säure; Doppeltkohlensaures Natron. Daneben ist eine halbe Stunde vor dem Frühstück ein halbes Liter Karlsbader Wasser zweckmässig. Von guter Wirkung ist bei nachgewiesener Stagnation Auspumpuiig des Magens und Spülung mit schwacher Sodalösung, Elektrisation, Massage; in allen anderen Fällen ist das Grundleiden (Herz, Lungen) zu behandeln.
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b) ßel Thieren.
Chronischer Miigen-Darmkatarrh. Gastro-Enteritis catarrhalis ehronikn. Chronische Dyspepsie.
Vorbemerkung. Aus den bereits bei Erörterung des akuten Magen-Dann-katarrhs angegebenen Gründen, soll auch hier der chronische Magenkatarrh und der chronische Darmkatarrh gemeinsain besprochen werden. Im Anschluss würde dann das sog. akute und chronische Aufblähen, sowie die Pansenüberfüllung beim Kinde abzuhandeln sein.
Aetiologie. Wie beim Menschen, so kann auch bei Thieren aus dem akuten der chronische Magen-Dannkatarrh entstehen, wenn die Ursachen längere Zeit fortwirken. Bei Pferden kommen deshalb alle Nacbtheilo in der Fütterung in Betracht: ünregclmässige Fütterung; schneller Gebrauch nach der Fütterung, Verabreichung ungeeignet zubereiteter, verdorbener und gehaltloser Nahrung. Alle Ursachen, welche eine ungenügende Einspeichelung des Futters zur Folge haben (Zahnkrankheiten, Zahnanomalieii) werden zu chronischem Katarrh führen können. Ferner können thierische Parasiten, organische YeräuderUDgen des Magens und Darms, Fremdkörper Ursachen des chronischen Magen- und Darmkatarrhs werden. Sehliesslieh kommt chronischer Magen- und Darmkatarrh im Verlaufe einzelner konstitutioneller Leiden (Anämie, Leukämie, Diabetes insipides) und Infektionskrankheiten (Tuberkulose) sowie bei längere Zeit bestehenden Herz-, Lungen- und Leberkrankheilen vor,
Beim Rinde können, wie beim Pferde, alle Ursachen, welche einen akuten Magen- und Darmkatarrh erzeugen, auch zum chronischen führen. Dabei möge noch bemerkt sein, dass man in thierärztlichen Lehrbüchern oft noch die Bezeichnung Löserverstopfungquot; (Omasitis) findet, welche eigentlich nur auf ein nicht immer konstantes Vorkomnmiss bei chronischem Magen - Darmkatarrh hinweist. Deshalb ist es zweckmässig, diesen Namen aufzugeben und auch beim Rinde nur von einer chronischen Magen-Darmerkrankung zu sprechen. Von besonderen Ursachen kommen beim Rinde alle diejenigen Faktoren in Betracht, welche direkt oder indirekt eine Verlangsamung der Magenbewegungen herbeiführen (chronische cirkumskripte Bauchfellentzündungen, welche zur Verwachsung der Magenabtheilungen unter sich oder mit der Bauchwand und mit dem Zwerchfell führen, ferner Neubildungen, grosse Fremdkörper in den Magenabtbeilungen, Druck auf die Wandungen durch den graviden Uterus u. dergl.). Ausserdem chronische Darmerkrankungen, Neu-bildungen, Stenosen und Dilatationen, sowie die schon beim Pferde erwähnten Ursachen.
Beim Hunde kommt chronischer Magcndarmkatarrh sicherlich sehr oft vor und zwar sowohl entstanden aus häufigen akuten Katarrhen wie auch im Anschluss an verschiedene andere Erkrankungen des Magens, Darms, der Leber, Lungen und des Herzens. Oft entwickeln sich die chronischen Katarrhe bei diesen Thieren auch nach unzweckmässiger Fütterung (einmalige reichliche Fütterung, wobei die Thiere das Futter unzerkleinert hinunterschlucken), nach Mund- und Zahnkrankheiten.
Symptome. Beim Pferde beobachtet man bei vorwiegender Erkrankung des Magens geringeren Appetit, langsame Kaubewegungen, verzögerte Futtorauf-
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nähme, sog. aufgezogenen Bauoh, blasse oder gelbliche Relileimhäute, inanchnml auch Kolikanfälle, Depressionserschelnungen in Folge Cii'knlationsstömngen oder durch reflektorische vom Magen erzeugte Reizungen des Grosshirus, Die höheren Grade nervöser Erscheinungen sind früher wohl auch als Magen kollerquot;, Magen* Schwindelquot;, Abdominalschwindelquot; bezeichnet; worden, obwohl in solchen Fällen wohl noch andere Ursachen als lediglich ein chronischer Magen-Darmkatarrh eingewirkt haben dürften. Ist vorwiegend der ])ariii erkrankt, so zeigt sich verzögerte Dofäkation oder auch chronische Diarrhöe (besonders in einzelnen Fällen von Follikularkatarrh |Röll)). Daneben öfters Flatulenz, Theilnahmlosigkcit, leichtes Schwitzen, struppiges Haar, kleiner Puls- und Herzschlag. Die Reaktion ties Harns wechselt, meistens ist sie sauer (Friedberger und Fröhner, Alb recht).
Beim Rinde unterscheiden sich die Zeichen des chronischen Magen-Darmkatarrhs von denjenigen des akuten nur durch die längere Dauer und den Wechsel desselben in dem Grade ihres Auftretens, wodurch das Gesammtbefinden der Thiere bald besser, bald schlechter wird. Vielfach ist aussei- verzögerter oder unterdrückter Futtoraufnähme, Wiederkauen und Magenbewegung, auch geringere Aufblähung des ersten Magens, der in der Regel mit Futter stark gefüllt ist, zu beobachten. Ebenso ist massiges Fieber, unglcichmässige Verthcilung der Körpertemperatur, glanzloses Haar, verminderte oder aufgehobene Milchabsonderung, abwechselnd trockene, spärliche Defäkation oder Durchfall vorhanden. In schwereren Fällen gehen die Thiere daran unter den Zeichen allgemeinen Kräfteverfalls zu Grunde.
Beim Hunde sind die wichtigsten Krankheitserscheinungen öftere Appetitraquo; .Störungen, zeitweises Erbrechen, zuweilen belegte Zunge und allmählicher Rückgang in der Ernährung. Doch bedarf es einer genauen Untersuchung, um zu einer sicheren Diagnose zu kommen.
Verlauf, Dauer, Ausgang, Prognose. Beim Pferde kann der Verlauf sehr verschieden sein, Monate und selbst Jahre dauern und zeitweise Besserungen, zeitweise wieder Verschlechterungen des Leidens zeigen, je nach den Ursachen, je nach dem Grade und der Dauer der Einwirkung und je nach der Möglichkeit dieselben schneller oder langsamer zu beseitigen. Bei alten, schlecht genährten Thieren tritt meistens der Tod durch Erschöpfung ein. Andere Pferde können trotz tier Erkrankung lange Zeit zur Arbeit verwendet werden, verlieren jedoch immer mehr an Gebrauchs worth, weil sie an Ausdauer bei der Arbeit nachlassen.
Beim Rinde können sich chronische Magen-Dannerkrankungen ebenfalls oft lange hinziehen, besonders wenn die Thiere nebenher gebraucht werden. Ebenso ist es beim Hunde, wo besonders Ziehhunde lange Zeit an chronischem Magen-Darmkatarrh leiden können.
Die Prognose ist dementsprechend bei allen Hausthieren sehr vorsichtig zu stellen, weil die Ursache des Leidens nicht immer mit Sicherbeil zu ermitteln bezW. zu beseitigen ist.
Anatomischor Befund. Bei Pferden, wo die Veränderungen vorwiegend an der Pylorushälfte des Magens nachzuweisen sind, sieht man in schwereren Fällen die grauroth bis dunkel braunroth gefärbte, manchmal auch pigmentirte (durch
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Blutfarbstoff) Sehleimhaut verdickt und mit oineni flüssigen, zähen oder glasigen, dann fest ansitzenden Hchleim bedeckt. Die Verdickung, an welcher .sich Schleimhaut, subnuikösos Bindegewebe und Muskulans betheiligen kann, erreicht oft das Drei- bis Fünffache des Normalen. Die Magemvand erscheint dann sehr derb, fest und unelastisch. In anderen Fällen ist die Schleimhaut graugelb uneben, warzig (Etat niamelonne der Franzosen) oder mit polypösen Wucherungen besetzt. Nur in sehr schweren Fällen erkrankt auch die Portio Kardia, wobei man dann meistens neben anderen Erkrankungen (Magengeschwür) ein durch Hypertrophie des Papillar-körpers bedingte starke Verdickung der mit reichlichen Epithelmassen besetzten Schleimhaut nachweisen kann (S iedamgrotzky, Friedborger).
Gelegentlieh kann auch Atrophie und Erweiterung der Magenwand vorkommen.
Im Dann handelt es sich im Wesentlichen um ähnliche anatomische Veränderungen. Neben Verfärbung der Schleimhaut, papillärcn und polypösen Wucherungen, Verengerungen und Erweiterungen findet man (besonders im Blind- und Grimmdann) entzündliche und geschwürigo Erkrankung der Follikel (R ö 11), welche oft grössere Flächen bilden und mit Narbonbildung heilen oder zur Perforation ftthreu können.
Beim Kinde ist vorwiegend der dritte Magen verändert, zwischen dessen fleckig oder diffus gerötheten, meist auch weichen Schleimhautblättern die sehr trockenen Futtermassen fest eingelagert sind. Manchmal zeigt die Schleimhaut auch Hämorrhagien und Geschwüre. Der meist wenig gefüllte Labmagen hat eine verdünnte Wandung und (nach Bruckmüller) zähen, glasigen Schleimhautbelag. Im Darm kanal ist die Wandung des Dünndarms meist etwas verdünnt, die Schleimhaut roth oder schiefergrau gefärbt, der Inhalt gallig gefärbt und schleimig.
Beim Hunde sind die Veränderungen denjenigen des Pferdes sehr ähnlich,
Diagnose. Die Feststellung des chronischen Magen-Dannkatarrhs ist bei Pferden oft schwierig und eine Verwechselung mit anderen Magen- und Dannkrankheiten (Geschwülsten, Geschwüren), sowie mit chronischen Leber- und Nierenleiden leicht möglich. Deshalb ist stets eine sehr genaue Untersuchung nöthig, um sich vor Täuschungen zu schützen. Beim Rinde ist eine Verwechselung mit anderen Krankheiten (traumatische Magen- und Darmentzündung, tuberkulöse oder durch andere Ursachen bedingte Peritonitis, chronischer Tympanitis) ebenfalls leicht möglich, Bei Tuberkuloseverdacht wird man durch die Tuberkulinimpfung Sicherheit erhalten können.
Therapie. Beim Pferde wird, wie beim akuten Katarrh, neben Beseitigung der Ursachen auf zweckmässige diätetische Pflege zu achten sein. Im Sommer verordne man Grünfutter und etwas Mohrrüben, im Winter gutes Heu oder Kleeheu. Zur arzneilichen Behandlung ist Salzsäure (1015,0 täglich ins Trinkwasser), Kochsalz (ein Esslöffcl voll aufs Futter), Natr. bikarbonikum (zu gleichen Theilen Kochsalz), künstliches Karlsbadcrsalz mit dem Trinkwasser sehr zweckmässig. Daneben als Schlecke oder Latwerge die schon genannten sog. Stomachika Rhizoma Kalami, Rad. Rhei (etwas theuer), Enzian, Juniper u. s. w. Pepsin (5:100) und Apo-morphin (subkutan 0,050,2) ist ebenfalls empfohlen worden. Beim Rinde wird, wie beim Pferde, zunächst an die Beseitigung der Ursache zu denken sein und je
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Krankhoiton des Magens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 491
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nach dem Wesen derselben später entweder massige Gaben von Natr. chlor, und Natr. blkarb. mit Natr. sulfur, mit dem Futter zu verabreichen, oder Balsssäure (1520 g dreimal täglich), künstliches Karlsbadersalz (60120,0 täglich), Brechweinstein (1020,0) zweckmässig sein. Auch Eserin sulfur. (0,1 :10,0 Aqu.) ist empfohlen; ferner sind auch grosse Dosen liieinusöl in Verbindung mit Leinsamenahkochung zweckmässig. Ich selbst verordnete sehr oft neben Entziehung des Rauhfutters und Verabreichung dünnflüssiger Nahrung die Anwendung der Massage der Bauchwanduugen. Ausserdem ist verdünnter Rothwein mit grossen Mengen Leinsamenabkochung, täglich 34 mal in mehreren Flaschen eingegeben, in hartnäckigen Fällen von gutem Erfolge. Bei fester Anstauung der Futtennassen im Pansen bleibt oft nur die Ausführung des Pansonschnittes und direkte Entfernung des Inhalts als letztes Mittel übrig. Neuerdings ist auch Chlorbaryum (intravenös) versucht worden.
Beim Hunde ist Regelung der Diät (wenig feste Nahrung, mehrmals am Tage Reisbouillon mit etwas Fleisch, daneben Milehsuppe) von grosser Bedeutung. Daneben kann etwas Karlsbadersalz ins Futter gegeben werden. Ferner kann man verordnen: Natr. bikarb. 50,0, Red. Rhei pulv. 6,0 täglich einen halben bis ganzen Thcelöffol voll zu geben; oder linkt. Rhei aquosa 50,0, Aqu. destil. 100,0 3 mal täglich einen Esslöffel voll, event, mit Zusatz von Magn. sulfur. 1020,0.
Sanitütspolizeiliches. Bei der Beortlieilung des Fleisches von Thieren, welche an chionischem Magen-Üarmkatarrh gelitten haben und dieserhalb geschlachtet worden sind, wird stets mit Vorsicht zu verfahren sein, weil Vergiftungen (sog. Fleischvergiftungen) nach dem Genüsse des Fleisches, des gekochten, wie auch des gebratenen, vorkommen können. In allen erheblichen Fällen wird demnach das Fleisch vom Konsum auszuschliessen sein.
Akutes Aufblähen der Wiederkäuer. Tympanites. Blähsucht, Trommelsucht, Auflaufen.
Vorbemerkung. Das sog. Aufblähen (Indigestion gazeuse der Franzosen) kommt bei allen unseren Haus thieren vor, am häufigsten jedoch bei Wiederkäuern und hier wieder beim Rinde, seltener beim Schafe. Obwohl es sich auch hier, wie z. B. beim Erbrechen, oft um ein Symptom handelt, dem verschiedene Krankheitszustände zu Grunde liegen können, empfiehlt es sich dennoch aus prnktischen Gründen, das Aufblähen als selbständiges Leiden zu besprechen.
Beim Menschen wird gleichfalls Tympanites beobachtet, meistens handelt es sich dabei aber nur um eine Ansammlung von Luft und Gasen in den Därmen (Meteorismus), seltener im Magen oder in der Bauchhöhle. Die Ursachen sind vorwiegend Krankheiten, welche zur Paralyse der Muskulatur der Darmwand führen, sodass die letztere widerstandslos von den nun nicht mehr abgeführten, vielmehr sich ansammelnden Gasen ausgedehnt wird. Solche Krankheiten sind akute Peritonitis, Typhus, Ruhr, akute Verstopfung, Hysterie, Perforation des Darms.
Wesen der Tymimnites hei Wiederkäuern. Das Aufblähen beruht in einer schnell und in grossem Umfange auftretenden Entwickelung von Gasen aus gährenden Futterstoffen, wodurch eine starke Auftreibung des Pansens bezw. des Hinterleibes hervorgerufen wird. Die dabei sich entwickelnden Gase bestellen vorwiegend aus Kohlensäure (4080 0/o) und Kohlenwasserstoff (Grubengas) (16 bis 88 0/o), neben geringen Mengen von Schwefelwasserstoff und atmosphärischer Luft.
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492nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Verdnuungsorganc.
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Aetiologio, Die Krankheit wird beim Rinde vorwiegend hervorgerufen durch übermftssige und schnelle Aufnnhme von Futterstoffen, die aus besonderen Oriinden schon in Giihrung befindlich sind oder nach der Aufnahme leicht Gälirunjr und Gascntwickelung bedingen. Dahin gehören: das von Thau und liegen nasse, feuchte oder bereifte Grünfutter, das längere Zeit in Haufen gelegene imd erhitzte Futter, junger (besonders rother oder gegypster) Klee, Wicken, Erbsen, Buchweizen, Luzerne (besonders vor der Blüthe), fettes Gras, junge Kohl- und Rübenlaquo; blätter, Ackersenf, Hederich, Kartoffelkraut in der Blüthe, manche (besonders mit Staubpilzen besetzte) Schilfgräser, verdorbene, faulige, in Gährung übergegangene Knollen- und Rübenfrüchte, Schlempe, Biertreber, trockene Malzkeime. Man beobachtet das akute Aufblähen besonders zur Zeit feuchtwarmer, schwüler Gewitterluft (wo die Gährungsorreger im lagernden Futter sich vorwiegend entwickeln) und in erster Linie bei Thieren, die das Futter in grossen Mengen und gierig aufnehmen. Sekundär tritt akutes Aufblähen auch nach einzelnen Vergiftungen (durch wilden Mohn, Eibeubaum, Tabak, Tollkirsche, Herbstzeitlose, Wasserschierling, einzelnen Ranunkulus-Arten u. s. w.) auf in Folge Lähmung der Pansenthätigkeit, sowie beim Vorhandensein von Fremdkörpern im Schlünde.
Gelegentlich können Rinder, wie auch Pferde, durch Hinabschlucken von Luft einen der Blähsucht ähnlichen Zustand hervorrufen. Ebenso blähen sich Saugkälber oft auf, wenn sie an vielen Gegenständen saugen und lecken, an Verdauungsstörungen leiden, oder gierig Milch aufnehmen.
Schliesslich disponiren alle Krankheitszustände der Vordauungsorgane, mit Weichet] eine Verminderung der Thätigkeit des ersten Magens verbunden ist, zur akuten Blähsucht. Die Annahme von C a d e a c, dass zunächst eine Pansenlähmung besteht, der nachher die Blähsucht folgt, dürfte, von den durch direkte Vergiftungen hervorgerufenen Fällen abgesehen, nicht zutreffend sein. Vielmehr ist die Erschlaffung der Muskulatur der Magenwand wohl erst eine Folge der durch die Gascntwickelung bedingten starken Erweiterung des Magens.
Symptome und Verlauf, Das wichtigste Krankheitszeichen ist die plötzlich auftretende und schnell zunehmende Auftreibung des Bauches, besonders in der sog. Hungergrube der linken Seite, welche stark hervorgewölbt wird und bei der Perkussion einen tympanitischen Ton wahrnehmen lässt. Die weiteren (Folge-) Erscheinungen sind im Wesentlichen die Symptome einer Kohlcnsäureintoxikation: vollständiges Aufhören des Fressens und Wiederkauens, starke Unruhe und Angst der Thiere, beschleunigtes Athmen, starkes Drängen und Pressen zur Defäkation, kalte Extremitäten, kleiner, beschleunigter Puls, cyanotische Färbung der Schleimhäute. Schliesslich nehmen die Athemstörungen zu, die Thiere werden schwächer und gehen meist schnell (in 13 Stunden) asphyktisch zu Grunde, wenn nicht baldige Hülfe erfolgt, oder bei unzureichender Behandlung noch nach 1 2 Tagen.
Die Prognose ist abhängig von der Schnelligkeit, Zweckmässigkcit und (bei vielen Thieren) von der Ausführbarkeit der Hülfe.
Anatomischer Befund. Die wesentlichsten Veränderungen sind Stauungs-orscheinungen besonders in der vorderen Körperhälfte, die venösen Gefässe, besonders die grossen Venen sind stark mit dunklem, an der Luft hellerem, dickflüssigem Blut gefüllt; ebenso sind die Lungen, das Gehirn, die Leber, die Milz, ferner die
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Schleimhäute des Kopfes und des Darmes stark hyperiimisch. Das rechte Herz ist stark mit Blut gefüllt. Vielfach sind Häinorrhagien, selbst grösscro Gowcbs-trennungen nachweisbar. Der erste Magen ist meist erheblieh ausgedehnt, in luideren Fällen zerrissen und ist der Inhalt dann in die Bauchhöhle entleert.
Therapie und Prophylaxe. Die Behandlung muss darauf bedacht sein, so schnell und so wirksam als möglich eine Entleerung der entwickelten Gase und der angestauten Futtermassen aus dem ersten Magen zu bewirken. Dies kann beim Fehlen anderweitiger Hülfsiniftel (auf freiem Felde) erfolgen durch kräftige und anhaltend ausgeführte Massage der linken Flankengegend, wobei' sich zweckmässig zwei Personen gegenseitig unterstützen. Oft kann man auf diese Weise nach einiger Zeit die gefährlichsten Erscheinungen beseitigen. Durch massige Bewegung der Thiere wird die Wirkung unterstützt und beschleunigt. Von mechanischen Mitteln sind weiter noch üblich: Umschnüren des Bauches mit einem Gurt oder Sack, um einen ständigen Druck auszuüben; das sog. Aufzäumen der Thiere mit einem durch die Maulhöhle gezogenen an den Hörnern befestigten und innerhalb der Maulhöhle mit Asa fötida, Essig u. dgl. bestrichenem Strohseile, das öftere Herausziehen der Zunge aus dem Maule, um das Rülpsen der Thiere anzuregen. Umhüllen des Bauches mit einem in Wasser getauchten Sack. Von innerlichen Mitteln, deren Anwendung meist ZU spät kommt, meist auch von zweifelhaftem Erfolge sind, mögen genannt werden: Kali chlorikum (1020,0 in einem Liter Wasser), Pottasche, Terpenthinöl 1020 in einem Liter verdünnten Branntwein alle halbe Stunde gegeben, schwarzen Kaffee mit Kognak, verdünnter Rothwein, Salmiakgeist 5 bis 15 g in einem Liter Wasser, Salzsäure. Bei allen gefahrdrohenden Zuständen wird jedoch die Anwendung der Sohlundröhre oder des Pansenstichs, wozu im Nothfalle auch ein einfaches Taschenmesser benutzt werden kann, nothwendig sein. Bei Anwendung des Trokars kann derselbe gleichzeitig auch zur Einführung von Arzneien benutzt werden. Zur Nachkur empfehlen sich Purgantien mit Stomachika, um die letzten Futtermassen heraus/.uspülen und die Verdauungsschwäche zu beseitigen.
Prophylaktisch ist erforderlich, die Rinder nicht mit hungrigem Magen
und am frühen Morgen auf üppige Gras- und Kleeweiden zu treiben, sondern den
Thieren vorher etwas Trockenfutter zu geben. Alles Weitere ergiebt sich aus den
Ursachen.
Bei der Tympanitis der Schafe, wo die Anwendung der Schlundrölirc umständlich uud die Ausführung des Pansenstiches gefährlicher als beim Rinde ist, giebt man den Thieren die bereits für das Rind erwähnten Mittel in kleineren Dosen und ferner frisch bereitetes Kalkwasser (alle Viertelstunden ein Viertel Liter), Natr. subsulfurosum (lö g mit Wasser). Sind viele Thiere erkrankt und ist ein Teich in der Nähe, so wird empfohlen, die Schafe in das Wasser zu treibenlaquo; In gefahrdrohenden Fällen wird man jedoch den Pansenstich versuchen nuissen. Sowohl bei Schafen wie bei Schweinen, wo akutes Aufblähen besonders nach schneller und reichlicher Aufnahme silsser und warmer Molken beobachtet wird, habe ich nach kräftiger Massago viel Nutzen gesehen.
Sanitätspolizeiliches. ist auch das Fleisch von Thieren, welche wegen gefabr-drohendor Tympanitis gcscbiaclitct wurden, nicht als schädlich zu bezeichnen, so besitzt es doch wesentliche Abweichungen von der Norm (stärkere Röthung, faden und slissen Geruch und Geschmack, Lydtin), welche den Verkauf desselben auf der Freibank unter Deklaration der Herkunft lechtfortigon.
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Die Krankheiten der Verdauungsorgane.
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Chronisches, schleichendes Aufhliihen der Wiederkäuer (Tympanites
chronika).
Wesen. Die Gasentwickelung im ersten Magen der Wiederkäuer ist bei der chronischen Blähsucht geringer, aber anhaltend und meistens abhängig von der Menge der im Magen befindlichen und in Zersetzung übergehenden Futtermassen. Die Gase bestehen (nach Erdmann und Langwitz) vorwiegend aus Kohlenwasserstoff (42 0/o), Kohlensäure (35 0/o) und Stickstoff (20 0/o). Demnacli ist bei der chronischen Tympanites in der Regel bedeutend weniger Kohlensäure vorhanden, als' bei der akuten.
Aetiologic. Als wichtigste Faktoren für die Entwickelung der chronischen Blähsucht sind zu nennen: Alle chronischen Magendarmkatarrhe, bei deren Vorhandensein schon nach reichlicher oder schnell aufgenommener Nahrung Tympanites entstehen kann; ferner wird der Genuas schwer verdaulicher, leicht in Gährung und Zersetzung übergehender Nahrung neben der noch zu erörternden sog. Pansenverstopfung auch zeitweises Aufblähen hervorrufen können; drittens werden organische Veränderungen (Stenosen des Schlundes, Verwachsungen der ersten Magenabtheilungen mit der Bauchwand), Neubildungen innerhalb und ausserhalb der Magenwand (Sarkome, Papillome, Fibrome, Tuberkulose), grossere Fremdkörper im ersten und zweiten Magen (Haarballen) durch Behinderung des Wiederkauens und der Gasentwickelung chronisches Aufblähen verursachen können.
Symptome, Verlauf und Prognose, Man beobachtet beim chronischen Aufblähen vorwiegend eine allmählich sich entwickelnde flache, öfters wiederkehrende Hervorwölbung der linken Hungergrube, wobei die vorhandene Spannung der Bauch wand bald schwächer, bald stärker ist. Daneben zeigt sich geringerer Appetit, verminderte'S oder aufgehobenes Wiederkauen, manchmal Brechneigung und Erbrechen, oberflächliches Athmen, wozu sich im weiteren oft Wochen und Monate dauernden Verlaufe Diarrhöe und allmähliche Abmagerung gesellen kann. Die Prognose ist abhängig von den Ursachen; bei organischen Grundleiden ist Heilung ausgeschlossen.
Therapie. Neben der Entleerung des Magens (durch Purgantien, dünnflüssige Nahrung) und Anregung des Wiederkauens (durch Tartarus stibiatus, Sto-machika) ist länger fortgesetzte Verabreichung der Salzsäure, zweckmässige Ernährung (öftere und nicht zu reichliche Fütterung) sowie längere Zeit fortgesetzte Massage vor der Fütterung, Abreibung der linken Bauchwandung mit einem in kaltes Wasser getauchten Tuche zweckmässig, falls Diätfehler die Ursache der Erkrankung sind.
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M a g e n ü b e r f ü 11 u n g beim Rinde.
Wenn man von Magonüberfüllung beim Rinde spricht, so meint man in der Regel eine Ueberladung des ersten Magens (Pans e n ü b e r f ü 11 u n g), obwoh 1 auch eine Verstopfung des dritten Magens (sog. Lösorverstopfung) unabhängig von dem ersten Zustande vorkommt.
Aetiologie. Die einfache Pan sen üb erfüll ung entsteht meistens nach schneller und reichlicher Nahrungsaufnahme, wobei das Futter selbst von guter
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Krankheiten des Magens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;495
Beschaffenheit ist (Griinfiitter, Heu, Klee), oder wenn die Thiere viel schwer ver-diiulichos Futter (Stroh, Kaff) gefressen haben. Die sog. Loser vors topf un g, welche im Leben der Thiere mit Sicherheit kaum nacbzuwoisen ist, ist meistens ein sekundäres Leiden bei manchen fieberhaften Magendarmerkrankungen, Infektionskrankheiten (Wuth, Rinderpest, Peritonitis, Kalbefieber, Vergiftungen u. s. w.).
Symptome, Verlauf, Ausgang. Man beobachtet bei der Pansenüberfüllung Fehlen des Appetits und des Wkulerkauens; die Thiere sind auch unruhig, stöhnen vind brummen öfters, der Blick ist eigenthümlich glotzend, ängstlich, der Augapfel scheint stärker hervorzutreten, die Konjunktiva ist stärker geröthet und in höheren Graden etwas katarrhalisch erkrankt, daneben zeigt sich Brechneigung, manchmal auch Erbrechen, Drängen zur Kothentleerung, wobei wenige troekene, feste Ballen abgesetzt worden. Von charakteristischem Wertho ist jedoch die bei der den Thieren meist unangenehmen Palpation der linken Flankengegend nachzuweisende feste Beschaffenheit der Pansen wand, unter welcher die festliegenden Inhaltsmassen mit der untersuchenden Hand eingedrückt werden können. Die Bewegung des Pansens, welche bei gesunden Thieren zweimal in der Minute erfolgt, ist meistens aufgehoben oder sehr langsam. In erheblicheren Fällen ist auch die Athmung etwas erschwert (Druck des Pansens auf das Zwerchfell) und der Puls etwas beschleunigt und es kann selbst zu asphyktischeu Erscheinungen kommou; dagegen bleibt die Temperatur normal. Der weitere Verlauf ist bei sonst gesunden Thieren und bei zweckmässiger Behandlung günstig, so dass in 35 Tagen wieder Restitutio ad integrum eintritt. Nur in seltenen Fällen entwickelt sich ein akuter und aus diesem ein chronischer Magon-Darmkatarrh.
Diagnose. Die Feststellung des Zustandes kann manchmal durch Verwechselung mit akuter Tympanites, wobei jedoch die Auftreihung an der linken Seite erheblicher und die Pansenwand elastischer ist, sowie mit Uterustorsionen, Geschwülsten der Bauch wand und Baucbfellriss (sog. Ueberwurf der Ochsen) Schwierigkeiten bieten. Die Bauchfellrisse kommen jedoch nur bei Ochsen, fast nur im Gebirge und auf der rechten Seite vor, während Uterustorsionen, Geschwülste der Bauchwand ev. durch Exploration des Rcktums nachzuweisen sind.
Therapie. In leichteren Fällen genügt etwas flüssige Nahrung, öfters am Tage (Leinsamenabkochung) Bewegung und Massage; in schwereren Fällen unterstützt man die Wirkung durch Anwendung von Purgantien, während in gefahrdrohenden der Pansenschnitt und direkte Entleerung der Futtermassen erforderlich werden kann.
Die sog. Panscnleere. In der Litteratur finden sich auch einige Angaben über vollständige Pansenleere, welche dann bei der Schlachtung der Thiere festgestellt wurde. Meist handelt es sich um Kinder, welche einen längeren Eisenbahntransport durchgemacht und dabei kein Futter erhalten hatten; es mögen mit Rücksicht auf die in anderen Fällen ausserdem noch beobachteten Krankheitserscheinungen (hohes Fieber, Sistirung der ganzen Verdauungsthätigkeit) auch die mit dem Transport verbundene Erschütterung von Gehirn und Rückenmark dabei mitwirken. Der dritte Magen ist ebenfalls oft leer, wenn die Thiere längere Zeit kein Futter erhalten haben, während der zweite sehr häutig bei normal ernährten Thieren leer gefunden wird.
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Die Krankheiten der Veidauungsorgnne.
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5. Schwere Magenentzündung. Gastritis phlegmonosa
und toxika.
a) Beim Menschen. Schwere und meist eiterige Mngeneii(Zündungen, wobei die Erkrankung häufig auch auf den Dünndarm übergeht, werden beim Menschen im Ganzen selten entweder selbständig oder im Verlaufe von Pyämie oder nach Einwirkung ätzender Flüssigkeiten (wobei Mund und Oesophagus miterkrankt) und scharfer Gifte beobachtet. Der Verlauf ist unter hohem Fieber, Magenschmerz und Erbrechen in der Regel in kurzer Zeit todtlich, sehr selten chronisch.
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b) Bei Thicren. Bei Thieren koinnien sclnvere, eiterige Magenentzündungen gleichfalls vor. Da dieselben jedoch meist mit Darmentzündung vereint vorkommen, eine Trennung und Unterscheidung im Leben der Thiere gewöhnlich nicht möglich ist, so sollen diese Erkrankungen bei Erörterung der Dannkrankheiten besprochen werden.
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6. Magengeschwür, Ulkus ventrikuli rotundum s. perforans. Peptisches Magengeschwür.
a) B e i m Mensche n. Aetiologie. Alle Ursachen, welche die Blutversorgung an einzelnen Bezirken der Magenschleimhaut stören, die Alkalescenz derselben vermindern, können zur Selbstverdauung des Magens an diesen Stellen und damit zum Ulkus ventrikuli (Peptisches Magengeschwür) führen1). Als solche Ursachen sind zu nennen: Chlorose, allgemeine Anämie, manche Infektionskrankheiten (Phthisis), heftiges Erbrechen, Entzündung der Magenschleimhaut, kleine Embolieen und Thrombosen, kleine Hämor-rhagien, Verletzungen, Verbrennungen (zu heisse Speisen), ausgedehnte Hautverbrennungen, Aetzungen, abnorm hoher und längere Zeit bestehender Gehalt des
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Magensaftes an Säuren
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w.8). Weibliche Personen und solche im jüngeren
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Lebensalter erkranken häufiger als männliche.
Symptome. Manchmal sind kaum besondere Störungen nachweisbar. In anderen Fällen zeigt sich ein dumpfer meist einige Stunden nach der Nahrungsaufnahme eintretender Schmerz in der ganzen Magengegend, welcher durch Druck gesteigert wird; häufig ferner Erbrechen, oft mit blutigem Inhalt. Manchmal ist Blutbrechen das erste wichtige Symptom. Appetit in der Kegel gering. Daneben findet man schwarzen, thecrarligcn Stuhlgang und Ohnmachtsanfälle. Bei Gelegenheit zur Untersuchung des Magensekrets häufig Hyperacidität. Der Verlauf kann
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i) Bckanntlieli tritt deshalb auch im Tode sofort eine Selbstverdauung des Magens ein, welche die Ursache der postmortal entstellenden Gastroinalacie wird. Andererseits verdient jedoch bemerkt zu werden, dass, wie Versuche lehren, weder Cirkulationsstörungen allein, noch starke Siuirezufuhr allein peptisches Magongesehwür hervorrufen.
gt;) Experimentell können Magengosehwüre auch durch Faradisation des Vagus, durch Verletzungen des Rückenmarks und der Medulla oblongata erzeugt werden.
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durch grossen Blutverlust oder in Folge Perforation in die Bauch- oder Brusthöhle tödtlich werden oder dauert Monate und Jahre lang. Selbst nach eingetretener Narbenbildung zeigen sich noch fortgesetzt Störungen in der Verdauung und im Allgemeinbefinden. Demnach ist auch die Prognose meist unsicher.
Anatomischer Jtefiind. Mau findet die Geschwüre einzeln und mehrere bis zur Grosse eines Zehnpfennigstücks, triohterförmig, in der Nähe der kleinen Kurvatur und in der Pylorusgegend. Der Substanzvcrlust ist an der Schleimhautfläche immer grosser, als an der Muskularis und Serosa. Die Ränder des Geschwürs sind glatt und der Grund rein. Entstehende Narben sind strahlig. Manchmal sind Verwachsungen (mit Leber, Zwerchfell, Milz, Grimindann u. s. w.) vorhanden.
Therapie. Bettruhe, reizlose Nahrung (Leube-Rosenthal'sche Fleisch-solution, Peptonbouillou, 4 f) mal täglich, später Milch) sind zunächst erforderlich. Gegen Durst und Brechreiz sind Eiepillen zwockinässig, daneben Breiumschläge am Tage und Priessnitz'scho Einpackung nachts. Später ist die Verabrciclumg von Karlsbader Salz (1 Theelöffel in einem halben Liter warmen Wassers) oder Natr. bikarb. ev. mit Bismuth, subnitr. zur Neutralisation des Magensaftes zweckmässig. Bei heftigen Schmerzen Morphium oder subkutane Einspritzungen von Kodein (Kod. phospb. 0,5 Aqu. dest. 10,0 1/a1 Spritze subkutan) oder, doch nur gegen Blutungen angewandt (Gerhardt), Liqu. ferr. sesquichl. 34 Tropfen in einem Weinglas Wasser. Starke Blutungen werden durch Eisblase auf die Magengegend, event, durch Injektion von Ext. Sek. kornuti, innerlich durch Plumb, acet. Eison-chlorid behandelt. Bei starkem Erbrechen: Eis, Tinkt. Jodi 0,5 Aqu. destill. 150,0 zweistündlich einen Esslöffel oder Argent, nitrikum.
b) Bei Thieren.
Bei Thieren konnuen Magen- und Duodenalgeschwüre bei Pferden, Hindern (besonders Kälbern) und Hunden vor, jedoch bei weitein nicht so häufig, wie beim Menschen. Meist beobachtet man sie im Verlaufe anderer Erkrankungen, daneben jedoch auch als selbständiges Leiden.
Aetiologie. Die allgemeinen Ursachen beim sog. runden oder peptischen Magengeschwüre sind im Wesentlichen dieselben wie beim Menschen. Insbesondere mögen noch alle mit venöser Stomuugsbyperämie oder mit Gefässerkrankungen tier Magenschleimhaut verbundene Prozesse (skierotische, amyloide, fettige) genannt sein. Neben dem charakteristischen runden Geschwüre kann auch eine Geschwürs-bildung an verschiedenen Stellen des Magens und Dünndarms nach allen Entzündungen des Magens und Darms vorkommen (sog. katarrhalische und hä-m or r hagische (Je schwüre). Beim Pferde können besonders heim sog. Petechialfieber, bei Verletzung der Schleimhaut durch Fremdkörper, stacheliges Futter, durch Parasiten (Gastrophilus, Spiroptera) Geschwüre der letztem Art entstehen. Beim Rinde beobachtete man sie im Verlaufe des sog. bösartigen Katarrhalfiebers, der Wuth, der Rinderpest, der Lungenseuche (A n t ami ne und Dile), der Tuberkulose (Johne) in der Pylorusgegend und im Anfangstheil des Dünndarms, sehr oft auch bei Kälbern (Ostertag). Bei Hunden entstehen Magengeschwüre häufig durch
Soluioiilomiihl, Von?!. pAthOloglO.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 32
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Die Krankheiten dor Verdauungsorgane.
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das Eindringen scharfer Körper (Knochensplitter der Nahrung), durch Parasiten (Spiroptora sanguinolenta), durch Aufnahme giftiger Substanzen1). Ulkus rotundum beim Hunde beobachtet Johne.
Symptome. Die Krankheitsersoheinungen sind bei vorhandener Geschwiirs-bildung bei Thiercn selir wenig charakteristisch. Bei Pferden sind einige Zeit nach der Futteraufnahme Kolikerscheinungen, selbst blutiges Erbrechen und Magen-ruptur beobachtet worden. Bei Rinder zeigten sich schwarze, theerartigo Fäces neben gastrischen und anämischen Ersclioinungen (Erbrechen). Kälber sollen (nach Ilasmusen) auf und nach dem Transport sehr unruhig weiden. Hunde bekoinmen manchmal ßlutbrechen und blutigen, übelriechenden Durchfall.
Anatoinisclier Itefund. Das sog, runde Magengeschwür zeigt die schon beim Menschen erwähnten charakteristischen Eigenschaften: scharfe, glatte Ränder, rundliche oder elliptische Form, trichter- bezw. terrassenförmig und zehn-pfennig bis zweimarkstückgross. Zuweilen ist auch blutige Infiltration der Ränder ferner Verwachsung der Magen- bezw. Darmwand mit den Nachbarorganen, sowie schliesslich Perforation mit den Erscheinungen einer septischen Peritonitis oder Pleuritis nachzuweisen. Beim Kalbe sitzen die Geschwüre besonders auf der Höhe der Falten in der Pylorusgegend des Labmagens.
Tief ergreifende Geschwüre, welche aus Hämorrhagien und Erosionen der Magenschleimhaut sich entwickeln, haben meistens gezackte, verdickte, auch wulstige Ränder und einen häniorrhagisch infiltrirten Grund, an dem sich zuweilen (als beginnende Heilung) pigmeiitirte fettige Wucherungen (Kitt) vorfinden. Die durch Gastruslarven beim Pferde hervorgerufenen Vertiefungen befinden sich vorwiegend an der Grenzzone der Kardia. Manchmal enthalten die Löcher etwas Blut und Eiter.
Therapie. Die Behandlung ist, wie beim Menschen, vorwiegend diätetisch: flüssige, vorher gekochte Nahrungsmittel (beim Pferde Mehl- und Kleientränke, bei Hunden Milch, Reissuppe, Bouillon) sind zu geben. Daneben künstliches Karlsbadersalz, Nat. bikarbonikum, Bism. subnitr. (bei Hunden Bism. sub. 0,2 Saech. alb. 0,5, 34 Pillen täglich). Dagegen ist Salzsäure absolut zu vermeiden! Besondere Erscheinungen (Blutungen, Erbrechen), sind analog den Verordnungen beim Menschen zu behandeln.
Sanitätspolizeüiches. Aus den früher angegebenen Qrttnden wird man mit der Beurtheiliing des lleischos von Thieren, besonders von Kälbern, welche an ausgedehnten Magen- und Duodenalgeschwliren gelitten haben , sehr vorsichtig sein und das Fleisch bei irgend erheblicher Erkrankung vom Konsum ausschliosson müssen.
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7. Nervöse Magenerkrankungen. Nervöse Dyspepsie. Neurasthenika dyspeptika.
a) Beim Menschen. Beim Menschen sind seit langer Zeit noch Magenbeschwerden bekannt, für welche anatomische Veränderungen nicht nachzuweisen sind, die vielmehr von
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') Künstlich hat man bei Hunden Magengeschwüre erzeugt durch subkutane Injektion des Diphtherietoxins (Eurlquez Hallion), durch peritononle Injektion von Staphylokokken L o t a 11 e).
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Krankheiten des Magens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;499
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nervösen und psychischen Zuständen abhängig sind. Dieselbon werden deshalb auch als nervöse Magenleidenquot; bezeichnet. Es gehören dahin die sog. peristaltische Unruhe des Magensquot; (Kussmaul), wobei ohne direkte Ursache verstärkte peristaltische Bewegungen des Magens beobachtet werden; ferner das nervöse Erbrechenquot;, wie es nach starken psychischen Erregungen, bei Migräne u. dergl. Zuständen vorkommt; ebenso die nervöse Dyspepsiequot;, bei welcher sich nach der Mahlzeit Drücken, Schmerz und Unbehagen, selbst Herzklopfen und Be-kleminungsgefühl zeigen. Es handelt sich dabei um krankhafte zentrale psycho-genequot; Erregungen, die oft nur eine Theilerscheinung allgemeiner Neurasthenie darstellen (Strümpell). Meistens finden sich solche Zustände nach geistiger Ueber-anstrengung, Sorgen und Aerger.
Die Therapie wird dementsprechend einzurichten sein.
Bei dieser Gelegenheit möge noch das beim Menschen nicht selten vorkommende Wiederkauen (Ruminatio, Merycismus1) besonders erwähnt weiden.
Man beobachtet dieses Vorkommniss, welches schon seit Fabricius ab Aquapen-dente (1618) in der Litteratur bekannt ist, häufiger bei Männern als bei Frauen. Erblichkeit, Nachahmungstrieb, angeborene Schwäche der Kardialmuskulatur, Magendarmkrankheiten sollen dabei mitspielen. Besonders begünstigend wirken Epilepsie, Hypochondrie, Idiotismus, Choroa, Hysterie. Meist lassen sich die ersten Anfänge schon auf die Kindheit zurückführen.
Die betreffenden Patienten bringen einige Zeit nach dem Essen, anfangs willkürlich, später unwillkürlich, ohne Uebelkeit oder unangenehme Empfindung Mageninhalt in die Mundhöhle, den sie entweder sofort nach aussen werfen, oder ihn gleich wieder hinunterschlucken oder erst nochmals zerkleinern und dann wieder hinunterschlucken. Das Allgemeinbefinden bleibt dabei vielfach ungestört.
Das Wesentlichste dürfte neben psychischem Einfluss eine Schwäche der Kardia sein.
b) Bei Thieren. Bei überfeinen, abnorm reizbaren Thieren, besonders bei Pferden, Kühen und Hunden kann man einen nervösen Einfluss auf Appetit und Verdauung nachweisen , wenn die Thiere durch schlechte Behandlung (Schläge, Drohungen) gereizt und aufgeregt werden. Aehnliche Wirkungen treten auch ein, wenn die Thiere übermässig angestrengt werden. Ich sah unter den erwähnten Umständen bei Luxuspferden und Hunden Versagen des Futters eintreten, wie bei feinrassigen Kühen gleichzeitig plötzliches Versiegen der Milch, wenn die Thiere aus den Händen eines guten Wärters in rohe Behandlung gekommen waren. Bei einem Rechtsstreit, wo die Milchergiebigkeit einer frischmilchenden Kuli nach dem Verkaufe bei dem neuen Besitzer erheblich nachgelassen hatte, konnte als Ursache nur rohe Behandlung dos neuen Knechts nachgewiesen werden. Mit Entfernung des Knechts war die Milchproduktion wieder wie beim Verkäufer.
8. Magenblutung. Hämorrhagia ventrikuli (Hämatemesis).
Gastrohämorrhagie.
a) Beim M e n s c h e n. Actiologie. Magenblutungen zeigen sich beim Menschen nach zahlreichen Ursachen, von denen folgende genannt sein mögen: Venöse Stauungen aller Art,
i) urjouiciju), wiederkäuen.
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Die Krankheiten der Vordauungsorgano.
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Magenkanänom, Magengeschwür, traumatische und chemische Verletzungen der Magemvand, Lebercirrbose, Stauungen im Gebiete der Pfortader, Skorbut, Morbus Werlhofii, Hämophilie, Leukämie, perniciöse Anämie, atberomatöso Gefüsserkrankung, Infektionskrankheiten (Pocken, Masern, Scharlacb, Malaria), Vergiftungen (Säuren, Alkalien, Phosphor, Arsenik). Die meisten Magenblutungen beobachtet man bei Frauen und zwar am häufigsten in der Zeit vom 15.40. Lebensjahr.
Symptome und Verlauf, Geringere Magenblntungen können ohne irgend welche Erscheinungen auftreten. Grössere sind meistens mit Blutbrechen (Häma-temesis) und regelnlässig mit blutiger Beschaffenheit der Fäces, welche theerartig und schwarz sind, verbunden. In schwereren Fällen zeigen sich Ohnmächten, selbst Erstickungsgefuhr, wenn das Blut aus Mund und Nase kommt. Im weiteren Verlaufe tritt in erheblicheren Fällen Blässe, ödematöse Anschwellung an den Knöcheln, Fieber, selbst Amaurose und Haarschwund ein. Der Tod tritt jedoch selten ein, so dnss augenblickliche Lebensgefahr nicht besteht.
Diagnose. Da Verwechselungen mit Lungen-, Rachen- und Kehlkopfblutungen möglich sind, wobei das Blut allerdings hell und schaumig ist, so wird neben der Berücksichtigung des Gesammtbeflndens der Patienten ev. genaue Untersuchung der erbrochenen Massen nothwendig sein.
Therapie. Neben absoluter Ruhe, Nahrungsentziehnng, Darreichung von Eispillen ist eine Eisblase auf dem Epigastrium zweckmässig. Im Uebrigen ist das Grundleiden zu behandeln. In schweren Fällen wird auch subkutane Infektion von Ergotin (Extr. See. kornut. 1,0 Aqu. dest. 5,0), sowie bei Ohnmacht Oleum kamphoratum (10,0) subkutan anzuwenden sein. Innerliche Anwendung der Styptika ist nicht empfehlcnswerth.
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b) Bei Thieren.
Bei Thieren kommen Magenblutungen gleichfalls, wenn auch im Ganzen nicht so häufig wie beim Menschen, und oft gleichzeitig mit Darmblutungen vor.
Aetiologie. Die Ursachen sind im Wesentlichen dieselben wie beim Menschen. Unter den mechanischen und chemischen Einwirkungen mögen genannt sein: Knochensplitter, Holzsplitter (bei Hunden), Eingeweidewürmer (bei Pferden und Schweinen), ätzende Substanzen, ferner Stoss und Fall auf die Magengegend, sowie peptischo Geschwüre (Rind). Von allgemeinen und Infektionskrankheiten seien hervorgehoben: Staupe, Milzbrand, Petechialfleber, Septikämie, Lungen- und Leberleiden, schwere körperliche Anstrengung (bei Pferden, eigene Beobachtung, Thlermedizinische Rundschau 1888/89), alles Weitere wie beim Menschen1).
Symptome. Das wichtigste Zeichen 1st das Bluterbrechen und daneben, besonders auch bei Darmblutungen, schwarzer, theerartiger Koth. Sonst bemerkt man bei Pferden, wo ich Hämatemesis zu beobachten Gelegenheit hatte, nichts Auffälliges. Manchmal kommt das Blut auch zur Nase heraus. Nach einiger Zelt kann je nach den Ursachen wieder Hellung eintreten.
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i) Dieckorhoff giebt an, dass Empiriker öfters das Aderlassblut den Pferden zur Selbstaufnahme vorhalten; die Thioro trinken dann 12 Liter.
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Diagnose. Für die definitive Feststellung ist Berücksichtigung der beim Menschen angegebenen Gesichtspunkte nöthig: Ist das Blut dunkel, theernrtig, fehlen Husten und Lungenerscheinungen, zeigen sich Verdnuungsbeschwerden vor und nach der Blutung, theerartige Exkremente, so wird eine Magenblutung nachzuweisen sein.
Thortipio. Neben Entziehung der Nahrung, kalten Umschlägen, Eispillen, ist Sekiilo kornutum subkutan und innerlich (30,0 mit Rothwein) zweckmässig.
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9. Magenerweiterung, Gastrektasia (Dilatatio ventrikuli). Atonie des Magens. (Myasthenia gastrika.)
a) Beim Menschen.
Actiologic. Sowohl die Erweiterung des Magens wie auch die Atonie (muskuläre Insufficienz) desselben sind häufig sekundäre Erkrankungen. Pylorusste-nosen (hervorgerufen durch Karoinome, Magengeschwür, Narben, Druck von Neubildungen) Schwäehezustände der Magenmuskulatur (bei Anämie, Chlorose, Neurasthenie, chronischem Magenkatarrh), Verwachsungen des Magens mit Nachbar-organen, können ebenso wie dauernde Ucberfüllung des Magens zur Atonie und Magenerweiterung führen.
Hymptome, Verlauf und Ausgang. Die Erscheinungen sind im Wesentlichen folgende: Appetit gering, nach jeder Mahlzeit Gefühl von Vollsein, häufig Uebolkcit, dem nicht selten Erbrechen folgt und zwar von grossen Massen, ebenso besteht vielfach starker Durst, Singultus, Sodbrennen und stärkere Peristaltik dos Magens, daneben Verstopfung. Bei der Besichtigung fällt zuweilen eine stärkere Vorwölbung der Magongcgend auf. Ist viel Flüssigkeit im Magen, so kann man bei Scluittelbcwegung plätschernde Geräusche hören. Schliesslich ist auch die Kesorptions-fähigkeit des Magens gestört. Der Harn ist alkalisch. Die allgemeine Ernährung leidet allmählich erheblich und der Gesammtverlauf ist je nach den Ursachen, Komplikationen (Herz- und Leberleiden) verschieden.
Therapie. Die Therapie wird sich nach dem Grundleiden richten müssen. Im Allgemeinen sind Regelung der Diät (trockene Diät), örtliche kalte Abreibungen, Massage, Elektrisation, Ausspülungen des Magens (mit 1 2 0/o Sodalösung, Karlshadersalz) zweckmässig. Bei Pylorusstenosen ist die Therapie chirurgisch.
b) Bei Thieren.
Bei Thieren kommen Magenerweiterungen gleichfalls vor, besonders bei Hunden, Schweinen und Pferden, seltener bei Rindern, doch ist die Feststellung im Leben der Thiere meistens schwierig.
Aetiologie. Beim Pferde können chronischer Magenkatarrh, die sog. Schweinsberger Krankheit (Lebercirrhose) und andauernde Dyspepsien vorwiegend zur Magenerweiterung führen. Daneben Duodenaltumoren (Melanome, Santo n) chronische Intoxikation (Cadeac), Stenosen des Dünndarms (Volvulus, Invagina-tionen, Konkremente, Divertikel, Parasiten). Bei Hunden findet man wie bei Pferden besonders alte Thiere mit Magenerweiterung behaftet.
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502nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Verdauungsorgano.
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Symptome. Eine Feststellung der Magenerweiterung ist bei Pferden nicht gut möglich und höchstens bei Hunden mit einiger Sicherheit durch physikalische Untersuchung zu erreichen. Während bei Pferden nur die Erscheinungen eines chronischen Magenkatarrhs vorhanden sind, beobachtet man bei Hunden Brechneigung und Erbrechen.
Anatomischer Bofund. Bei Sektionen findet man oft erhebliche Magenerweiterung, so beim Pferde mit einer Kapacitiit von 84 Literl) (K o c h); die Magen-Wand ist dann in manchen Fällen sehr dünn und durchscheinend (Philipot). In anderen Fällen ist starke Verdickung vorhanden, oder selbst partielle Ruptur (Römer) als Folge der starken Spannung beim Pferde gefunden worden.
Therapie. Wo eine Magenerweiterung bei Thieren vermuthet wird, ist Regelung der Diät am wichtigsten. Daneben wird das Grundleiden festgestellt und entsprechend seiner Natur behandelt werden müssen.
10. Zerreissung des Magcim. Ruptura ventrikuli. (Gastrorhexis). Beim Menschen kommen Kontinuitätstrennungen der Magenwände von aussen nach innen oder in umgekehrter Richtung zuweilen vor. Fremdkörper, Karciuome, Geschwüre, toxische Gastritis, sind die häutigsten Ursachen. Als wichtigste Krankheitserscheinungeu sind zu nennen: plötzlich auftretender Schmerz, Zeichen schweren Kollapses und von Perforations-peritonitis (Schmerz, Verschwinden von Leber- und Milzdämpfung). Der Tod erfolgt dann meistens sehr schnell.
Bei Thieren kommt eine Magenherstung besonders oft bei Pferden (nach Magen-Ubeifiillung, plötzlicher Erschütterung, Niederwerfen, in selteneren Fällen durch Fremdkörper, Magenerkrankungen) vor. Häufig ist Magenruptur bei Pferden die Folge von Darmstenosen bei gut schliessender Kaidia (in Pronssen wurden 1891 Ü3 Fälle in der Armee beobachtet), sowie oft von Erbrechen. Zuweilen tritt gleichzeitig eine Ruptur des Zwerchfells ein. Nach forcirtem Galopp sowie unniittolbar nach reichlicher Futter- und Gotränkaufnahme ist Magenruptur ebenfalls beobachtet worden (Miles). Perforationen kommen aus den schon beim Menschen angegebenen Ursachen vor, beim Kalbe durch Sandfressen (Lochhau). Bei Hunden und Rindern sind häufig Perforationen in Folge der Einwirkung von Fremdkörpern beobachtet. Die Krankheitsoischeinnngcn sind im Wesentlichen heftige Kolik, Erbrechen (bei Hunden) und schworer Kollaps; der Verlauf ist meist in wenigen Stunden tödtlich. Die Diagnose ist im Leben selten mit Sicherheit zu stellen; meist ist nur der Verdacht möglich. Anatomisch ist für eine intra vitam entstandene Magenruptur wichtig, dass die Risswunden der Serosa ausgefranst, mit Blut bedeckt und blutig unterlaufen sind. Die Muskulatur ist meistens querüber selten in der Längsrichtung durchtremit, die Sub-mukosa ist blutig gefärbt, hyperämisch und mit blutigen Futterpartikeln durchsetzt. Die von der Rissstelle entfernter gelegenen Stellen können normal sein. Dass ein Magenriss lediglich postmortal (durch Herumwerfen des Kadavers, Gasentwickelung) entstanden ist, lehrt das Fehlen der Blutungon, insbesondere die gleichmässig bleiche Beschaffenheit der Rissränder (Kitt). Eine Behandlung ist aussichtslos.
11.nbsp; Lageverändernngen des Magens. Bei Thieren kommen Lageverändoiungen verhältnissmässig häufig vor. Bei Kühen und Schafen sind Lagoveräiiderungen in Folge von Zwerchfellbrüchen und Veränderungen der Bauchwand besonders am ersten und zweiten Magen beobachtet worden. Nicht selten sind auch Lageveränderungen des Magens beim Hunde, wobei es zu vollständigen Torsionen (mit akuten Stauungshyporämicn, Schmerz, Tympanitis und Tod) kommen kann (Kitt). Ebenso kommt beim Hunde Vorfall und Ein-klemmung des Magens in der Sohlundöffmuig dos Zwerchfells vor (Fünfstück). Eine Behandlung beim Hunde wäre nur in einzelnen Fällen durch Laparotomio und Reposition möglich.
12.nbsp; Fremdkörper im Magen. Fremdkörper der verschiedensten Art worden vom Menschen sehr häufig verschluckt und können je nach der Form oft lange Zeit im Magen liegen bleiben, ohne erhebliche Störungen zu verursachen.
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i) Normal ist die Kapacitiit des Magens beim Pferde 916 Liter, beim Schwein 78 Liter, beim Hunde '^8 Liter.
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Bei Thioren findet mim besonders im Mngen der Wiederkäuer ausscrordentlich häufig Fremdkörper der vorschiedonsten Art, die dann auch, je nachdem sie stumpf, spitz oder scharfkantig sind, die versciiiedenurtigsten Wirkungen hei diesen Thieren hervorbringen. Die Thiero nehmen die Fremdkörper gelegentlich des Beleckens der ihnen erreichbaren Gegenstände auf, besonders oft weiden bei weiblichem Wärterpersonal Haarnadeln, Stecknadeln u. dgl. verschluckt. Ebenso nehmen sie Nägel vom Fussboden, aus der Krippe, auf der Weide und auf den Wegen auf Die Krankheitsorscheinungen sind verschieden, je nachdem stumpfe oder spitze Körper aufgenommen werden. Durch stumpfe Körper werden meistens nur akute oder chronische Verdauungsstörungen hervorgerufen; ist viel Sand aufgenommen, so zeigt sich Geifern, Verstopfung, unterdrückte oder aufgehobene Magenthätigkeit, Tympanitis (bei Verstopfung des Pylorus, Krüger) und die Thiero gehen je nach der Menge der aufgenüinmenen Fremdkörper in 13 Wochen zu Grunde. Sind spitze Körper in den Magen gelangt, so sieht man bei Wiederkäuern sehr häufig eine Magen- und Zwerchfellentzlindung auftreten, nicht selten verbunden mit einer Karditis, Perlquot; karditis, Pneumonie, Pleuritis, Peritonitis, Hepatitis, Enteritis, Pyämie und Septikämie. Bei den erkrankton Thieren entstehen plötzlich erhebliche Verdauungsstörungen, wenn die spitzen Körper die Magenwand zu verletzen und zu durchbohren beginnen, ferner Unruhe Stöhnen, plötzliche Kolikanfälle, Schmerz beim gleichzeitigen Druck von beiden Bmstseiton, nach dem Fressen, nach dem Niederlegen, beim Druck auf den Magen, auch Tympanitis. Daneben zeigt sich oft Fieber und die Thiere verrathen durch ihren scheuen, ängstlichen Blick, dass sie schwer erkrankt sind. Ausserdem ist die Athmung oberflächlich, angestrengt und schmerzhaft. Durchbohrt der Fremdkörper in Folge der Bewegungen der Organe das Zwerchfell und verletzt die Organe des Brustraumcs, so zeigt sich bald eine grössere oder geringere Anschwellung an der Brust, am Brustbein, an der Ellenbogengcgend odor auch am Bauche, wenn der Fremdkörper tiefer in die Bauchhöhle gelangt ist. Manchmal entstehen F'isteln, aus welchen der Fremdkörper nach aussen entleert wird. Beim Hunde, wo sehr oft Fremdkörper aufgenommen werden, zeigen sich neben allgemeinen gastrischen Störungen meist erhebliche Verstopfungen, wobei die Fremdkörper dann meist schon in den Mastdarm gelangt sind, daneben auch leichte Erregbarkeit, wuthähnliche Erscheinungen, Schmerz bei Druck in der Magengegend, Würgen und Erbrechen.
Anatomischer Befund. Bei den geschlachteten Bindern findet man die spitzen Fremdkörper meistens im zweiten Magen, wo der netzartige Bau das festsitzen derselben begünstigt. In der Umgebung ist dann mehr oder weniger erheblich eine mit 1020 cm dicken plastischen Auflagerungen verbundene adhäsive Entzündung nachzuweisen; oft sind auch Abscesse, in welchen Futterstoffe vorhanden sind, anzutreffen. Je nach dem Wege, den der Fremdkörper genommen hat, je nach seiner Form und je nach der Dauer der Einwirkung an einer bestimmton Stelle sind dann auch die Veränderungon nachzuweisen, wie sie bei Perikarditis, Peritonitis u. s. w. angetroffen werden. Bei Hunden, die wogen Wuth-verdacht gotödtet sind, findet man oft verschieden grosso Fremdkörper im Pylorus festsitzend.
Die Diagnose kann besonders bei Rindern in Gegenden, wo viel Lungenseuche und Lungentuberkulose vorkommt, durch Verwechselung mit diesen Krankheiten schwierig werden. Ebenso können akute und chronische Magendarinkatarrhe, Magen-, Dann- und Bauchfellentzündung im Beginne zu Täuschungen Veranlassung geben.
Die Therapie ist in einzelnen frisch zur Behandlung gekommenen Fällen durch Eröffnung des Pansens und Entfernung des Fremdkörpers mit Erfolg ausgeführt worden (Moy er, Obich). Wichtiger ist die Prophylaxe, In den meisten Fällen wird frühzeitige Schlachtung am besten sein. Hunden giebt man viel ilüssige und einhüllende Nahrung (Milch, Gries-suppen), daneben 01. Ricini (18 Esslölfel voll), wenn es sich nachweislich nicht um spitze, sondern mehr stumpfe Körper handelt. Sitzt der Fremdkörper bereits im Darm, so ist in schwierigen J'ällen Entfernung auf operativem Wege noting.
13. Thierische Parasiten im Magen. Beim Menschen sind von thierischon Parasiten, die im Magen angetroffen werden können, zu nennen: Trichina spiralis, Askaris lumbrikoides, Tänien, Echinokokken, Käsemaden. Dipterenlarven (nach dem (lenusso von Himbeeren, Gerhardt), Larven von Muska domestika (nach dem Genüsse von verunreinigtem Fleische), Anthomya skolaris, kannikularis, ladikum, Blumenfliegen (nach dem Genüsse von Kohl, Mehl, Radieschen); auch Larven der Pfordebremse (Virchow) sind in dem Erbrochenen beobachtet.
Bei Thieren sind in den ersten Magennbtheilungcn des Rindes zahlreiche Protozoen zu finden, deren pathologische Bedeutung nicht bekannt ist. Besonders im Monat April wird beim Rind, Schaf und Ziege Amphistonuun konikum angetroffen. Im Labmagen der
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504nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Verdnuungsorgano.
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Wiederkiuior Strongylus kontortus (die Magonwnrmseuche hervorrufend) und Strongylus flli-kollis, sowie Str. konvolntus. Beim Pferde trifft man die Larven der als Magenbremsen bezeichneten Fliegen (Gastrophllua equi, hämonhoidnlis, pekorum). Ferner Spiropter-a mega-stoma (in kleineren und grösseron Anftreibungen meistens in der Kardia), Spiroptera inikro-stoma. Heim Schwein sind Spiroptera strongylina, kleine Anftreibungen hervorrufend, und Gnathostoma hispidum, oft Entzündung und chronische Erkrankung erzeugend, zu nennen. Beim Hunde sind Spiroptera sanguinolenta (besonders in Italien und Frankreich), bis tauben-eigrosse Anschwellungen im Magen hervorrufend, gelegentlich auch die Larven von Gastro-philus equi (Colin), sowie vom Darm zurücktretend Askaris marginata und Tänien im Magen gesellen worden. Bei der Katze istOllulanus trikuspis im Magen häufig nachgewiesen worden. Bei Hasen und Kaninchen ist Strongylus strigosus (Spiroptera leporum, Meniez) zu nennen.
14. Neubildungen im Magen. Beim Menschen sind zu nennen: Karcinome und Sarkome. Die Karcinome gehen meistens von den Epithelion der Drüsen, seltener von dem überfliichenepitliol der Mukosa ans. Die Sarkome kommen primär (selten), knollige Infiltrate darstellend, und sekundär (häufiger) vor; dann meist multiple, mclanotische Rundzellonsarkome, selten Spindelzollensarkome. Karcinome rufen beim Menschen häufig Magenblutungen, Erbrechen, Singnltus, Magenschmerzen, Appetitmaugel hervor bei dauernder Abnahme des Körpergewichts.
Bei Thicron kommt unter den Wiederkäuern beim Rinde (nach Kitt) im dritten Magen Papilloma polyposum myxomatodes vor, wobei die Papillome oft sehr gross werden kttnnen. Ferner Chondrome in der Wand des ersten Magens (Kitt) und Sarkome im dritten Magen, kaum jedoch Karcinome oder Tuberkulose (Johne). Ausserdem ist Aktinomykose im zweiten Magen (Johne, Kitt) beobachtet worden. Beim Pferde sind Leiomyome aussen an der Wand (von Rabe), sowie Spindolzellensarkome (Siedamgrotzky, Kitt), Myxosarkome und Lipome gesehen. Dagegen sind Adenokarcinome und Karcinome bei llausthieren mit Sicherheit höchstens im Labmagen des Rindes gesehen worden.
Für die Aetiologie des Karcinoms ist es jedenfalls sehr bemerkenswerth, dass beim Menschen Magenknrcinome sehr häufig, bei Thiercn kaum gesehen sind. Die Vererbung spielt sicher hier, wie bei anderen bösartigen Geschwülsten, keine Rolle, wohl aber bleibt sehr wahrscheinlich, dass thierische Parasiten (Protozoen) mit der Nahrung aufgenommen werden und bei genügenden begünstigenden Umständen (Ulkus, Erosion, chronischer Katarrh), sich ansiedeln und die Geschwulst erzeugen können.
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V. Krankheiten des Darmes.
Vorbemerkung'. Da schon vor Besprechung der Krankheiten des Magens allgemein wichtige vergleichend-anatomische und physiologische Angaben über den Dann gleichzeitig gemacht worden sind, so kann hier nur darauf verwiesen werden. Bezüglich der Pathologie ist darauf hinzuweisen, dass die thoilweise erheblichen anatomischen Abweichungen zwischen dem Darm des Menschen einerseits und den einzelnen Thicren anderseits, sowie Ernährungs- und Lebensweise der Hausthiere zum Thell auch entsprechend verschiedene Krankheiten bedingen. Anderseits wird man auch hier wie bei den bisher besprochenen Organkrankheiten wieder viele Uebereinstimmungen besonders hinsichtlich der Aetiologie feststellen können. 8chliosslich wird nicht zu vermeiden sein, bei Besprechung der Darmkrankheiten auf einzelne Magenleiden hinzuweisen bezw. Magen und Darm gemeinsaiu zu erörtern.
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1. Akuter Darmkatarrh. Katarrhus intestinalis akutus, Enteritis katarrhalis akuta.
a) Beim Menschen. Aotiologie. Der akute Katarrh der Darmschleimhaut kommt sehr häufig zur Boobachtung; bald als selbständiges Leiden (idiopfithlsoher, primiirer Dann-' katarrh), bald im Verlauf anderer Krankheiten (symptomatischer, sekundärer, deutero-patbisoher Darmkatarrh). Zu den Ursachen des primären Darmkatnrrhs gehören Diätfebler (unmässige Mahlzeiten, verdorbene Speisen, schlechtes Trinkwasser) Erkältungen, Verletzungen, Infektionen, dazu kommen auch individuelle Prädispositionen. Bei dem sekundären Darmkatarrh handelt es sich oft um eine vom Magen fortgepflanzte Entzündung, oder es liegen Cirkulationsstörungen im Pfortaderkreislauf oder Allgemeinkrankheiten (Tuberkulose, Morbus Brightii, Lues u. s. w.) vor, oder gewisse andere Infektionskrankheiten (besonders Dysenterie, Abdominaltyphus, Cholera, Anthrax, Malaria), auch bei ausgedehnten Hautverbrennungen beobachtet man akute Darmkatarrhe. Schliesslich werden noch durch pflanzliche und mineralische Gifte schwere Entzündungen der Darmschleimhaut hervorgerufen; ebenso durch Parasiten (Amoehcn).
Symptome, Vorlauf, Ausgang. Regelmässig zeigt sich Durchfall, wobei das Aussehen der Stühle (gelb, grün, blutig, schleimig) die Konsistenz (dick-, dünnbreiig, wässerig) und die Reaktion (meist sauer) wechselt. Dazu kommt oft etwas Schmerz, selbst ausgebildete Kolik, meteoristische Auftroibung des Bauches (abnorme Gasentwickelung im Darm), viel Flatus, Verringerung der Harnausscheidung und manchmal Fieber. Ist nur der Dünndarm erkrankt, so fehlt meist der Durchfall. Der V e r 1 a U f kann sieh je nach den Ursachen auf Wochen und Monate erstrecken. Die Prognose ist in den meisten Fällen günstig.
Therapie. Zweckmässig ist zunächst Bettruhe, warme Tücher oder Umschläge auf die Bauchdecken; als Nahrung Suppen und etwas alter Rothwein oder Kognak mit Wasser. Arzneilich bei übermässiger Nahrungszufahr als Ursache 01. Ricini (12 Esslöffel mit Bierschaum oder schwarzem Kaffee), Kalomel (Kalomelanos Sacch. ää 0,2 Mf. p. III 1 Pulver zu nehmen). Ist der Durchfall erheblich, dann sind Styptika (Tinktua, Opii siinpl. Tinkt. Valerianae aether, ää 5,0 dreimal täglich 15 Tropfen; Bismuth, subnitr. oder salicylici 0,5 Opii 0,03 Saccharin 0,02 X Pulver dreistündlich 1 Pulver, Dermatol) zweckmässig. Bei katarrhalischer Entzündung des Dickdarms sind Darminfusionen zweckdienlich. Schliesslich werden auch Desinficientia (Salol, Naphthalin) benutzt.
b) Bei Thieren. Bezüglich der Darmerkrankungen bei Thieren ist schon früher darauf hingewiesen worden, dass dieselben vielfach mit Magenerkrankungen gemeinsam auftreten. Deshalb ist auch auf den einfachen Darmkatarrh schon bei Besprechung der Magenkrankheiten hingewiesen worden. Auch bezüglich der Erkrankung der einzelnen Abschnitte des Dünn- und Dickdarms muss aus praktischen Gründen von
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Die Krankheiten der Verdauungsorgane.
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einer besonderen Besprechung Abstund genommen werden. Nur die Proktitis soll für sieb erwähnt werden.
Im Wesentlieben können die orbeblichen Magen - Ditrinentzündungen bei Tbieren dureb dieselben Ursachen bedingt werden, wie beim Menschen. Deshalb sollen sie auch gemeinsam besprochen werden.
Actiologie. Einfache Gastro-Enteritis tritt besonders bei Pferden nach starken plötzlichen Abkühlungen bei voraufgegangener erheblicher Erhitzung, nach Aufnabnio zu kalten Wassers, verdorbenen Hafers oder anderer verdorbener Nahrungsmittel ein; bei Rindern nach gleichen Ursachen sowie besonders auch nach Aufnahme zu warmer Nahrung, heissen Eingüssen. Schliesslich können bei allen Thieren Fremdkörper und Parasiten die Ursache sein.
Sog. mykotische oder infektiöse Gastro-Enteritis zeigt sich bei Thieren, vorwiegend bei Pferden, Rindern, Schweinen und Hunden nach der Auf-niihme von Infektionserregern mit der Nahrung oder nach dem Genuss von in Filulniss begriffenem Futter (bei Hunden nach dem Genüsse fauligen Fleisches oder verdorbener Würste). Bei Pferden und Rindern, wie bei Pflanzenfressern überhaupt entstehen heftige Magen-Darmerkrankungen nach dem Genüsse von befallenem, verdorbenem oder zersetztem Futter (z. B. in Filulniss übergegangener Rübenschnitzel bei Rindern, verdorbener Kartoffel bei Pferden, Rindern und Schafen; ferner nach dem Genuss von Nahrungsmitteln, die durch Scbimmel-pilze, Rostpilze, Brandpilze, Kernpilze, Spross- oder Hefepilze (vergl. S. 239 - 243) verunreinigt sind. Manche der früher als typhösequot; Magen-Darmentzündung beschriebenen Krankheiten bei Pferden gehören wohl in dieses Gebiet der Pilzvergiftungen.
Bei den durch mineralische oder pflanzliche Gifte erzeugten sog. toxischen Magen-Darmentzündungen kann die Natur des Giftes ausserordentlich verschieden bei den einzelnen Hausthieren sein. Näheres über die häufigsten der dabei in Betracht kommenden mineralischen und pflanzlichen Gifte ist bereits Seite 223 239 mitgethoilt worden. Hier sei nur noch bemerkt, dass bei Pferden und Rindern nicht selten toxische Magen-Darmentzündung nach Verabreichung zu grosser Dosen stark wirkender Abführmittel beobachtet werden. In solchen Fällen wird, je nach den eintretenden anatomischen Veränderungen auch von Darm-kroupquot;, pseudomembranöser Enteritisquot; gesprochen. Weiteres hierüber noch beim chronischen Darmkatarrh.
Syiniitome. Bei allen heftigen Magen-Darmerkrankungen der Thiore beobachtet man, wie beim Menschen, Verminderung und Verlust des Appetits. Bei Wiederkäuern hört das Wiederkauen auf, auch zeigt sich Brechreiz, während bei Hunden und Sehweinen oft Erbrechen beobachtet wird. Daneben treten zuweilen Kolikerscheinungen auf, kleinere Thiere zeigen Schmerzempfindung beim Druck auf die Magengegend und auf die meist gespannten Bauchdecken. Ist der Sitz der Erkrankung vorwiegend im Anfangstheil des Dünndarms, so besteht in der Regel Verstopfung, während Diarrhöe erst nach längerer Dauer der Krankheit eintritt. In hochgradigen Fällen ist auch hohes Fieber, Eingenommenheit des Sensoriums, Puls- und Athembeschleunigung vorhanden.
Bei der sog. kroupösen Darmentzündungquot; zeigt sich regelmässig
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Krankheiten des Darmes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 507
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erhebliche Diarrhöe, wobei in den meist übelriechenden dünnen, graubraunen oder graugelblichen Abgängen grössere und kleinere Mengen von flockigen, bröckeligen oder röhrenförmigen Kroupmassen (besonders bei Pferden) nachzuweisen sind. Beim Rinde beobachtet man auch dabei manchmal stärkere Verstopfung, wenn der Sitz der Erkrankung vorwiegend im Dünndarm ist.
Bei schwereren mj'kotischen Magen-Darmentzündungen tritt meist plötzlich unter hohem Fieber, erheblicher allgemeiner Schwäche und Hinfälligkeit starker, manchmal blutiger Durchfall, Brechneigungen, und bei Thieren, die leicht erbrechen, Erbrechen ein. Auch Netzhautblutungen (Schindelka) sind bei Hunden beobachtet worden. Handelt es sich um Magendarmentzündung, wie sie besonders bei Pflanzenfressern nach der Aufnahme von Futtermitteln entstehen, welche durch Befallu ngspilze verunreinigt sind, so zeigt sich je nach dem Grade der Verunreinigung und der Menge des aufgenommenen Futters, sowie auch je nach der Disposition des Thieres Versagen der Futter- und Getränkeaufnahme, Unruhe, Schmerzen im Hinterleibe, zunächst Verstopfung und bald heftige Diarrhöe. Dabei nieist hohes Fieber, sehr beschleunigter Puls und, je nach der Natur der Befallungspilze auch Lähmungsersoheinungen (Paresis der Zungen-und Schlundkopfmuskeln) Spoichelfluss, schnell zunehmende Schwäche und Hinfälligkeit. Manchmal tritt auch (bei Kühen) Abortus ein, sowie Erscheinungen einer Stomatitis und Nephritis (Polyurie). Im Uebrigen wechselt das Krankheits-bild je nach der Natur der einzelnen Befallungspilze durch das stärkere Hervortreten einzelner Symptome. Bei vorwiegender Einwirkung von Schimmelpilzen tritt Kolik, Polyurie, nervöse Störung (Taumeln, Lähmung), Amaurosis und starker Sehweissausbruch in den Vordergrund der Erscheinungen; bei B r a n d p i 1 z -Vergiftung: Salivation und allgemeine Lähmungsersoheinungen; bei Rostpilzvergiftung: Hauterkrankungen. Entzündung der Schleimhaut des Auges, der Nase, des Maules, Kehlkopfes und Rachens, blutige Diarrhöe, manchmal Häma-turie; ähnlich sind die Erscheinungen bei vorwiegender Vergiftung durch Kernpilze, während bei Hefepilzen ausgesprochen nervöse Störungen vorhanden sind.
Verlauf, Dauer, Ausgang, Prognose. Verlauf und Prognose werden wesentlich von den Ursachen beeinflusst, welche der Enteritis zu Grunde liegen. Die als einfache Gastro-Enteritis beschriebene Form verläuft meist schon in wenigen Tagen tödtlicb. Deshalb ist auch die Prognose ungünstig. Der tödt-lichc Ausgang wird durch Lungenödem, Herzlähmimg, allgemeine Sepsis u. s. w. herbeigeführt, Die sog. kröupöse Form ist nur beim Rinde, wo der Verlauf meistens chronisch, günstiger zu beurtheilen, während beim Pferde der Verlauf ebenfalls meist ufagünstig ist. Bei der toxischen CJastro-Enteritis hängt die Be-urtheilung von der Tbierart, von der Menge und Art des Giftes, sowie von der Schnelligkeit und der Zweckmässigkeit der angewendeten Gegenmittel ab.
Anatoniischer Befund. Bei der einfachen Gastro-Enteritis ist zunächst zu bemerken, dass hyperämische Zustände an der Magen-Darnischleimhaut nieist bald nach dem Tode verschwinden. Nur wenn die Sektion unmittelbar nach dem Tode gemacht wird, was wohl in den seltensten Fällen vorkommt, wird man auch geringgradige Hyperäinieen noch erkennen können. Dagegen wird man je nach dem Grade der Erkrankung Schwellungen, Trübungen, Faltenbildungen, Hämor-
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508nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Venlauungsorgane.
rhagion, Erosionen und Gesclnvürc vorfinden; ferner wird die Schloinilmut bald glutt oder mit zähem, dünnem, hellem oder blutig gefärbtem Schleime bedeckt sein. An den Uebergiingsstellen vom Pylorus zum Duodenum im Labmagen der Wietier-käuer sind diese Veränderungen vorwiegend zu erkennen. Bei vorhandenen Erweichungen wird zu berücksichtigen sein, dass dieselben meist postmortale Erscbei-imngon sind. Oft ist am Dann das Epithel der Schleimiiaut auf grossen Fläeben abgestossen, die Follikel geschwollen, mit einer rothen Zone umgeben oder eiterig zerfallen, wobei dann eigentlii'nnlicbe siebförmige Geschwüre entstehen. Die Sub-inukosa ist in höheren Graden der Erkrankung dunkel geröthet, ödematös, sulzig geschwollen; ebenso ist dann auch die Muskularis infiltrirt. Der Darminhalt ist dabei sehr verschieden, bald schleimig, eiterig, bald graulich, rötblich mit Blut, Fibrin und Futterbrei gemischt. Bei der Enteritis membranacea s. krou-posa findet man die ablösbaren häutigen, cylindrischen, oder stückförmigen Belege auf der Darmschleiinhaut, beim Rinde vorwiegend im Dünndarm und Kolon, beim Pferde, öfters im Ileum. Manchmal zeigen die Massen Schichtungen, zwischen welchen dann Futterbrei (angelagert 1st; die röhrenförmigen Gebilde werden mehrere Meter lang. Nach der Entfernung derselben zeigt sich die Schleimhaut fleckig geröthet, mit Eiter bedeckt, die Submukosa gallertig geschwollen. Bei der toxischen Gastro-Enteritis wechselt der Befund je nach der Natur dos Giftes. Im Wesentlichen zeigten sich Häinorrhagien in der Schleimhaut, Schwellungen der Follikel und Gekrösdrüsen. Daneben mehr oder weniger erhebliche parenehymatöse Erkrankung der Leber, Nieren und Herzmuskulatur.
Diagnose. Die Feststellung der einzelnen Formen der Magen - Darmentzündung macht bei den verschiedenen Thieren oft viel Schwierigkeit. Im Allgemeinen wird der einfache Katarrh von der Magendarmentzündung durch die bei der letzteren vorhandenen schweren Störungen dos Allgemeinbefindens (hohes Fieber, grosse Hinfälligkeit) zu unterscheiden sein. Beim Pferde kann bei gleichzeitiger Anwesenheit von Kolikerscheinungen die Unterscheidung erschwert sein, da nicht immer sofort zu sagen ist, ob die Enteritis das primäre Leiden oder ob es die Kolik ist. Beim Hunde kann eine Verwechselung mit Lyssa vorkommen und ist dann ev. zur definitiven Entscheidung nach der Sektion eine Impfung mit dem Gehirn bezw. Rückenmark des verdächtigen Thieres auszuführen. Bei der sog. krou-pösen Darmerkrankung wird der Abgang von Kroupmassen nachzuweisen sein. Bei der toxischen und mykotischen Darmentzündung wird neben der Anamnese das Hervortreten mehr oder weniger erheblicher nervöser Erscheinungen entscheidend für mykotische Erkrankung sein, während andererseits die toxische Gastro-Enteritis bei Rindern mit Rinderpest und Milzbrand, ferner mit Dysenterie, akuten Gebirnkrankheiten, mit Lyssa und Influenza, und mit Stäbchenrothlauf der Schweine verwechselt werden kann. Bei der Dysenterie, Rothlaufseuche, Rinderpest und Influenza wird das seuchenartige Auftreten, beim Milzbrand der stürmische Verlauf, bei Wuth ev. die Sektion die Entscheidung erleichtern können.
Therapie. Die Behandlung der Gastro-Enteritis wird je nach den Ursachen einzurichten sein. Bei der gewöhnlichen (einfachen) Magendarmentzündung ist neben Abstellung der Ursachen, absoluter Entziehung der festen Nahrung, die
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Verabreichung von Irtiuvarnieu, schleimigen oder schleimig-öligen Eingüssen (Leinöl mit Leinsamemibkochung 1:4; Gerstenschleim, Milch und Kleietrank) sehr zweck-miissig. Bei erheblichen Schmerzen wird imn diesen Eingüssen Opiumtinktur zusetzen oder subkutane Morphiuininjektionen machen können. Bei anhaltender Verstopfung Ricinusöl oder Kalomel in kleinen Dosen; weniger zweckmässig Bittersalz oder Glaubersalz. Ferner sind feuchtwarme Umschläge um den Hinterleib nach vorangegangener vorsichtiger Einreibung mit Kampherspiritus sehr zweckmässig, ebenso lauwarme Infusionen von Mehlwasser in das Rcktum. In der Rekonvnles-cenz ist gutes Heu, Grünfutter, kleine Mengen Hafer für Pferde, für Rinder Rauhfutter und Kleietrank, für Hunde kleine Mengen geschabtes oder gekochtes Fleisch angezeigt.
Bei der kroupösen Darmentzündung werden Alkalien (Natr. bikarh. Nat. sulfur. Nat. chloratum) verabreicht, auch Darminfusionen mit solchen Mitteln (besonders bei kleinen Thieren) ausgeführt. Bei der mykotischen Gastro-Enteritis werden neben der Anwendung von Abführmitteln (Kalomel) auch Exci-tantia (Wein, Kaffee, subkutane Kampferinjektionen) nothwendig sein wegen der meist vorhandenen nervösen Störungen. Hinsichtlich der toxischen Gastro-Enteritis ist das Wichtigste schon bei Besprechung der einzelnen Gifte (S. 218. 243) angegeben worden. Von Bedeutung ist schnelle Hülfe und richtige Anwendung der Gegengifte, Entleerung des Giftes, sowie Behandlung der nächsten Folgen der Giftwirkung. Man verabreicht bei metallischen Vergiftungen: Molken, Eiweiss-wasser, Honigwasser; bei Säuren: Seifenwasser, Pottaschonlösung; bei Aetz-alkalien und narkotischen Giften: Essig, saure Milch, Buttermilch, schwarzen Kaffee, Tannin, bei schweren Gehirnerscheinungen: besondere Reizmittel (Kampfer, Aether).
Sauitätspolizcilichcs. Wie selten bei Besprechung der Beurtheilung des Fleisches von Thieren, welche wegen Magen-Darmkatarrh geschlachtet sind, erwähnt wurde, so ist noch in höhcrem Grade in allen Fällen Vorsicht geboten, wo es sich um das Fleisch von Schlachtthieren handelt, die einige Zeit nach dem Entstehen einer Gastro-Enteritis noth-geschlachtet sind. Da nach dem Schlachten wegen des abgeflossenen Blutes selbst erhebliche Stiirungen im Leben an den Darmorganen schwer zu erkennen sind, so ist erforderlich, grundsätzlich das Fleisch solcher Thiere dem Konsum zu entziehen und nicht auf Koston der gefährdeten Gesundheit der Konsumenten auf besondere Untersuchungen darüber einzulassen, ob es sich um einfache, toxische, kroupöse oder mykotische Gastro-Enteritis handelt.
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2. Chronischer Darmkatarrh. Enteritis katarrhalis chronika (Katarrhus intestinalis chronikus).
a) Beim Menschen,
Aetiologie. Der chronische Darmkatarrh geht entweder aus akutem Katarrh hervor, oder entwickelt sich von vornherein als solcher, wobei dann Störungen der Blutcirkulation, allgemeine Erkrankungen (Tuberkulose, Syphilis, Malaria), auch Protozoen die nächsten Ursachen sein können.
Symptome. Bemerkcnswerth sind die abnormen Stuhlgänge, bald Verstopfung (die Regel), bald Durchfall, daneben die schleimigen Beimengungen des-selhen; ebenso zeigt sich Flatulenz, Kollern und Kneifen im Leibe. Im weiteren
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Verlaufe stellt sieh Abmagerung, Blässe, auch wohl Sehlaflosigkeit ein. Bei einer besonderen Form des obronlsoben Diokdarmkatarrhs beobachtet man, wie bei der schon erwähnten sog. kroupöson Darmentzündung hei Thieren, die Entleerung grösserer zusammenhängender Membranen und ganze Abgüsse des Darmrohrs. Die Massen, welche häufig unter Koliksehnierzen entleert werden, bestehen mikroskopisch vorwiegend aus Schleim und Cylinderzellen. Diese Fonn des chronischen Diokdarmkatarrh (desquamativer Diokdarmkatarrh, mem-hranöse Enteritis genannt) kann jahrelang dauern. Man unterscheidet neuer-lt;lings eine entzündliche und nicht entzündliche Enteritis menbranacea.
Theraitie. Strenge Diät, Vermeidung von vielen Kohlehydraten, daneben Massage des Abdomens, Karlshadersalz; Gebirgs- und Seeaufenthalt. Bei Enteritis inemhranaeea hat man heim Mensehen gute Erfolge nach Anwendung von Oel-infusionen in das Bektum beobachtet.
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b) Bei Thieren.
Bei Thieren ist das Wichtigste über das Vorkommen des chronischen Darmkatarrhs schon bei Besprechung des Magenkatarrhs erwähnt worden. Auch hinsichtlich der Enteritis inemhranaeea ist schon erwähnt worden, dass diese Form der Erkrankung oft bei Rindern vorkommt und chronisch verläuft. Sie wird besonders nach der Aufnahme reizend wirkender unverdaulicher Nahrungs- und Arzneimittel (Kanthariden, Quecksilber, Kampfer) sowie nach Verabreichung drastischer Abführmittel beobachtet; gelegentlich mögen auch Kothkonkremente und Parasiten (besonders bei Hunden) die Ursache dieser örtlichen Erkrankungen sein. Vorwiegend ist das Kolon Sitz der Erkrankung. Diffusen, tödtliehen Darmkroup hat Kitt auch bei Katzen beobachtet, ebenso wurden von demselben Kroup des Dünndarms bei Hühner n gesehen, wobei der Dünndarm durch feste schmutzig graubraune oder gelbliche Bohren verstopft wurde.
Bei Pferden wird ein chronischer Darmkatarrh nicht selten beobachtet nach längere Zeit verabreichter, ungeeigneter Nahrung, nach vorangegangenem akuten Magendarmkatarrh sowie bei sclnvächlichen, alten, herabgekommenen und vielleicht auch mit fehlerhaftem Gebiss besonders disponirten Thieren. Der Sitz der Erkrankung ist manchmal der Dünndarm, manchmal der Dickdarm. Beim vorwiegenden Sitz der Erkrankung im Dickdarm zeigt sich Durchfall, wobei zuweilen schmutziggraue Massen entleert werden, ferner ist die Futteraufnahme verzögert, das Durstgefühl etwas vermehrt. Daneben beobachtet man schmutzig-blassgelbe Färbung der Konjunktiva, rauhes Deckhaar und sog. aufgezogene Bauehdeckenquot; und manchmal auch vermehrte Harnabsonderung. Auch bei H u n d e n sind chronische Darmkatarrhe nicht selten. Der Verlauf kann sich auf Wochen und Monate hinziehen und, je nachdem die Thiere zeitweise geschont und dann wieder zur Arbeit verwendet werden, selbst ein Jahr und länger dauern. Dementsprechend ist auch die Prognose sehr verschieden und abhängig von dem Alter, der Disposition der Thiere und von der Möglichkeit, die Ursachen (schlechte Ernährung und Pflege) bald beseitigen zu können.
Die Diagnose kann besonders bei Pferden Schwierigkeiten bieten durch Verwechselung mit einer beginnenden Peritonitis (nach Kastration), Quetschungen
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der Bauchwaudungen, mit Verwachsungen einzelner Darniahschnitte, wobei dann gleichfalls oft Diarrhöe eintritt. Zur T h c r a p i e ist neben Regelung der Diät (Verabreichung von gutem Heu, Grünfutter) im Sommer Weidegang sehr zweckdienlich. Innerlich habe ich von der Verabreichung von Tinkt. Rhei aquosa 50,0 in einer halben Flasche verdünnten warmen Rothwein eingegeben bei worthvollen Pferden sehr gute Erfolge eintreten sehen, während die sog. adstringirenden Mittel (Arg. nitr. Ferr. sulfur.) den Zustand nicht besserten. Dagegen sind kleine Dosen von Kalomel, sowie Pulver aus Pulv. Rad. Kalami, Genthianae, verbunden mit Nat. bikarb. täglich 35 Esslöffol 2 3mal auf's Futter gestreut oder als Pille eingegeben recht zweckmässig. Kalte Abreibungen und Einroibungen des Bauclies mit Kampferspiritus sowie ständige Umhüllung des ganzen Hinterleibes mit einer Decke unterstützen die Heilung wesentlich. Bei Hunden sah ich den besten Erfolg von Infusionen in den Mastdarm, Massage des Bauches, Milchdiät und daneben Tinkt. Rhei aquosa täglich 34 mal einen Esslöffel 12 Stunden nach der Futteraufnahme.
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3. Magen-Darmkatarrh der Kinder. Gastro-Enteritis katarrhalis infantum (Brechdurchfall).
Actiologic. Die Entstehung der Erkrankung ist noch nicht in allen Punkten so aufgeklärt, wie es wünschenswerth wäre. Die Hauptmomente sind folgende: infektiöse oder toxische Agentien, die mit der Nahrung eingeführt werden. Beim Brustkind ist die Erkrankung seltener, am häufigsten bei Kindern, die mit Milch oder Milchsurrogaten oder sonstiger unpassender Nahrung genährt werden. Die Ursache liegt in der leichten Zersetzbarkcit dieser Nährmittel besonders in der heissen Jahreszeit. Zweifelsohne spielen aber auch miasmatische Einflüsse eine Rolle ohne Intervention der Nahrung. Dass Kinder auch ausserordentlich häufig an Dann-katarrh erkranken, wenn sie rohe Milch aphthenseuchokranker Kühe erhalten, ist schon früher erwähnt worden (S. 36. 448).
Symptome. Vorwiegend zeigt sich Erbrechen und Durchfall (daher auch der Name Brechdurchfall). Mit der Stuhlentleerung ist sehr häufig Schmerz verbunden, die Kinder schreien viel. Daneben zeigt sich Kollern im Leibe, Ek-zoma intertrigo, auch Prolapsus rekti. Während der Appetit meist wenig verändert ist und häufig die Milch wieder ausgebrochen wird, zeigt sich der Durst erheblich gesteigert. In einzelnen Fällen ist auch ein säuerlicher Geruch aus dem Munde nachweisbar. Hält der Zustand mehrere Tage an, so gehen die Kinder meistens unter den Erscheinungen eines Kollapses zu Grunde.
Therapie. Wichtig ist die Milch fortzulassen, dafür Wasser mit Eierschaum, Haferschleim Schleimsuppen von Hafergrütze, Sago u. dergl., ev. auch roh geschabtes Kalb-, Hammel- oder Rindfleisch in kleinen Portionen zu geben (aber nur bei älteren Kindern). Von Medikamenten ist Kalomel (0,01 Sacchar. 0,5 zweistündlich 1 Pulver), Resorcin (0,5:100,0 zweistündlich) Sulol (0,'2 stündlich 1 Pulver) besonders empfohlen. Bei sehr heftigem Durchfall ist Arg. nitr. (Arg. nitr. 0,1 Aqu. destill. 90,0 Glycerin 10,0 zweistündlich 1 Theelöffel, Eichhorst) zweckmässig. Bei drohendem Kollaps
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Iviunpferinjektioa (Olei kaiupliorut. 10,0 ili Spritze subkutan), Portwein, Champagner. Prophylaktisch ist erforderlieh auf gute Pflege und Ernährung, Sauberkeit der Milchflaschen zu achton und nur Milch von gesunden Kühen und stets vorher filtrirte und abgekochte Milch zu verabreichen.
Magen-Dannkatarrh dos Jungviehes.
Wie beim Menschen, so beobachtet man auch bei den jungen Thieren, besonders Kälbern und Fohlen einen akuten Magendarmkatarrh, der unabhängig von den als Dysenterie beschriebenen (S. 134) rein infektiösen Erkrankungen oft in grösserer Ausdehnung in einzelnen Jahren und in einzelnen Gegenden und Wirth-schaften auftritt.
Aetiologic. Zahlreiche Ursachen können bei jungen Thieren mehr oder weniger heftige Magendarmkatarrhe herbeiführen. Meistens erkranken Thiere im ersten und zweiten Lebensjahre, wobei dann folgende Einflüsse hervorzuheben sind. Zunächst werden alle Krankheiten der Mutterthiere, besonders solche, welche mit Verdauungsstörungen verbunden sind, auch auf die Beschaffenheit der Milch dieser Thiere schädlich einwirken und so die Säuglinge nach dem Genuss der Milch ebenfalls krank machen, wobei dann Magendarinkatarrhe regolmässig beobachtet werden. Von allgemeinen Infektionskrankheiten sind besonders Tuberkulose, Maul- und Klauenseuche zu nennen. Bei Uterustuberkulose tier Kühe sieht man öfters, als bisher angenommen wird, die jungen Kälber mit. Darmkatarrh behaftet geboren werden und bei der oft wenige Tage nach der Geburt vorgenommenen Schlachtung findet man dann Tuberkulose des Darms, der Mcscnterialdrüsen, der Leber und Nieren; meist ist jedoch schon Verkäsung eingetreten. Ferner werden alle Erkrankungen des Euters (tuberkulöse Mastitis, traumatische, infektiöse Mastitis) eine schädliche Beschaffenheit der Milch und so Magen-Dannerkrankungen bei den Säuglingen bewirken können. Die gleiche Wirkung werden chemische Umsetzungen in der Milch, im Euter oder ausserhalb desselben, ferner fremde Bestandtheile (ätherische Gele, scharfe Stoffe), welche in dieselbe übergegangen sind, haben können, ebenso Fütterung der Mutterthiere mit zu Stickstoffrei(!heni oder zu stickstoffarmem Futter. Ferner werden alle Diätfehler bei den jungen Thieren, zu schnelle, zu reichliche oder unregehnässige Aufnahme der Milch, Beigabe von ungeeigneten Milchsurrogaten, Zurückbleiben des Darnipechs, nasskalte Witterung, ungünstige Stallungen und bei etwas älteren Thieren Parasiten die Ursache sein können. Von Parasiten mögen hier Strongylus kontortus und Taenia expansa bei Lämmern, Strongylus armatus und Taenia plikata bei Fohlen genannt sein. So sah neuerdings Hendrik eine enzootische Darmentzündung bei Füllen auftreten, welche Wurmoier von Taenia plikata mit dem Wasser der Weide aufgenommen hatten. Die Erkrankungen hörten auf, nachdem die Thiere nicht mehr das schädliche AVasser erhielten. In manchen Fällen kann auch der Zahnwechsel, unzweckmässige Abgewöhnung der Thiere, sowie besondere Disposition der Thiere mitwirken. Ich sah in einem grösseren Viehbestande akuten Magen-Darm-katarrh bei jungen Kälbern eintreten, wo sich als Ursache eine Stallinfektion nachweisen Hess. Wurden die jungen Kälber in einen bestimmten Stall gebracht, so erkrankten sie sofort an einem meist tödtlichen Darmkatarrh, während die Erkran-
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kungs- und Todesfälle (deren 40) sofort sistirten, als auf meine Anordnung die Kälber nicht mehr in diesen, sondern in den hiezu eingerichteten Pferdestall gebracht wurden. Nach gründlicher Desinfektion des ur.-iprünglichen Kälbcrstalles hörten auch hier die Erkrankungen auf.
Symptome. Plötzlich oder allmählich sieht man bei den jungen Thieren eino Störung des Allgemeinbefindens eintreten; sie werden gleichgültig, liegen viel, verschmähen die Nahrung und haben gleichzeitig Diarrhöe, wobei die anfangs entleerten dickbreiigen Massen, allmählich dünnflüssiger und hell, schliesslich grau-gelb und graugrün mit fleckigen Bestandtheilen vermischt sein können. Dameben wird auch etwas Kolik, Tenesnms und wegen der Gährungserscheinungen im Magen manchmal Tympanitis beobachtet. Der weitere Verlauf kann je nach der Ursache, der Widerstandsfähigkeit des Thieres akut und chronisch sein; im erstcren Falle tritt häufig schon in wenigen Tagen der Tod durch Erschöpfung, Hinzukommen von Pneumonic und Hydrämie ein. In anderen Fällen können mehrere Wochen vergehen und die Thiere erholen sich dann verhältnissmässig schnell. Die Prognose ist jedenfall sehr vorsichtig zu stellen.
Anatomischer Befund. Sind die Thiere nothgcschlachtet, so findet man den Magen meist mit wenigen geronnenen Massen angefüllt, die Schleimhaut des Magens und Darmes im Zustande katarrhalischer Schwellung; das Fleisch der meist sehr abgemagerten Thiere ist meist feucht und weich. Bei gestorbenen und frisch untersuchten Thieren findet man an der Schleimhaut des Darmes eine mehr oder weniger erhebliche Röthung. Vielfach sind auch die Gekrösdrüsen erkrankt, oft tuberkulös. In anderen Fällen ist Pleuritis und Peritonitis nachweisbar.
Diagnose. Bei der Feststellung der Krankheit ist besonders eine Verwechselung mit Dysenterie und infektiöser Omphalo-phlebitis möglich. Dysenterie tritt meist unmittelbar nach der Geburt auf und verläuft stürmischer, während bei infektiöser Omphalo-phlebitis die Erscheinungen am Nabel zu berücksichtigen sind.
Therapie. Die Behandlung wird sich je nach den Ursachen auf Behandlung des Mutterthieres oder nur auf Behandlung der erkrankten jungen Thiere, ferner auf Vermeidung der anderweitig schädlich gewordenen Milch, auf zweck-mässige Pflege und Haltung der Thiere, ev. gleichzeitig auf gründliche Desinfektion beziehen müssen. Es wird überhaupt der Abstellung der Ursachen in erster Linie Rechnung zu tragen sein; u. A. wird man die jungen Thiere nicht zu viel und nicht zu selten (45mal) saugen lassen dürfen, ferner die Abgewöhnung allmählich (bei Kälber nach 56 Wochen, bei Lämmern nach 34 Monaten eintreten lassen müssen. Im Uebrigen ist es zweckmiissig, den kranken Thieren ein warmes und weiches Lager in sauberem Stalle zu bereiten und innerlich Leinsainensohleim, geröstetes Mehl abwechselnd mit schwarzem Kaffee oder mit etwas gutem Kothwein zu geben. Daneben kann auch die Verabreichung von Salicylsäuro (12 g für Kälber, 0,2-0,6 für Lämmer mit verdünntem Roth wein) oder Kesorcin, sowie Natr. bikarbon. nothwendig werden. Ist die Diarrhöe erheblich und kommen die Thiere schnell sehr herunter, so wird man Tinkt. Opii simpl. (2 3,0 für jedes Kalb, 12,0 für jedes Lamm) mit Theo oder Kaffee anwenden müssen.
Sanitätspolizeiliclies. Aus den schon früher angegebenen Gründen wird das Fleisch von Kälbern, welche wegen hochgradiger Diarrhöe gesohlachtet worden sind, für dio menschliche Nahrung nicht zu verwerthen sein.
S c h n e i d o m ü h I, Vergl. Pathologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;33
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4. Durchfall. Diarrhöe.
a) Beim Menschen.
Obgleich es sich bei der Diarrhöe ebenso wie heim Erbrechen vielfach nur um ein Symptom einer Krankheit handelt, so scheint es hier, wie dort, aus praktischen Gründen zweckmässig, die Diarrhöe ebenso wie die chronische Obstipation in einem besonderen Kapitel zu besprechen, zumal es sich dabei oft um funktioneile Störungen handelt, welche nicht notlnvcndig mit anatomischen Veränderungen einhergehen. Zum Entstehen des Durchfalls ist dann nur erforderlich eine vermehrte Peristaltik, Vorhandensein eines bewegungsfähigen Inhalts und freie Verbindung der einzelnen Darmabschnitte unter einander.
Aetiologie. Die Ursachen, welche theilweise schon bei Besprechung einzelner Krankheiten erwähnt sind, können ausscrordentlich verschieden sein. Plötzliche Abkühlungen des Unterleibs, Eindringen von Stoffen in den Darmkanal, welche die Peristaltik anregen, gewisse nervöse Einflüsse, manche Infektionskrankheiten, Störungen in der Blutcirkulation, Anhäufung grösserer Kothmassen, einzelne Konstitutionskrankheiten, bestimmte anatomische Veränderungen (amyloide Entartung, Geschwürsbildung, Katarrh) werden Durchfall herbeiführen können.
Syinptoine. Meist zeigt sich zunächst Unbehaglichkeit, dann etwas Leib-sclnnerzen und schliesslich folgt der immer stärkere Drang zur Darmentleerung. Vielfach beginnt der Darmschmerz auf's Neue und damit auch der Drang zum Stuhlgang. Dazu gesellt sich bei Betheiligung der unteren Dickdarinabschnitte oft noch Stuhlzwang (Tenesmus). Ferner ist das Durstgefühl vermehrt und die Harnabsonderung vermindert. Das Allgemeinbefinden ist je nach den besonderen Ursachen erheblich oder bei Nichtbetheiligung des Magens fast gar nicht verändert. Im weiteren Verlaufe kann die Heilung entweder sehr bald eintreten oder es geht der akute Durchfall in den chronischen über, wobei dann erhebliche Störungen der allgemeinen Ernährung folgen.
Thernpie. Je nachdem durch die Diarrhöe reizende Substanzen aus dem Darm entfernt werden, wird anfänglich etwas Kicinusöl, auch Kalomel zweckmässig sein. Später Opium, wobei sich die Anwendung vom Rektum, als Suppositorien (Extr. opii 0,05 Ol. Kakao 2 g m. f. 1. a. suppositor. d. tal. dos. III) empfehlen, wenn der Dickdarm, und Tinkt. Opii simpl., wenn der Magen besonders betheiligt ist. Daneben warme Umschläge, warme Bäder, Beschränkung der Nahrungsaufnahme, strenge Diät u. s. w.
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b) Bei Thieren. Bei Thieren kommt, wie beim Menschen, eine Diarrhöe vor, ohne dass sich anatomische Veränderungen in der Schleimhaut nachweisen lassen und ebenso ist die Zahl der Krankheiten bei jungen und erwachsenen Thieren sehr gross, welche mit Durchfall einhergehen. Bei jungen Thieren können die schon erwähnten Ursachen einwirken (besonders unzweckmässige Ernährung der Mutterthiere, un-regclmässige Verabreichung der Nahrung, leicht säuernde Nahrungsmittel u. s. w.), bei erwachsenen Thieren werden die schon bei Besprechung der Magen-Darm-
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Erkrankungen erwähnten verschiedenen Schädigungen mitwirken können, besonders: Erkältungen, Diätfehler, wasserreiche Nahrung, scharfe Pflanzen, Nekroso dor Durni-schloimhaut, Verwachsungen des Darmes mit den Nachbarorganen. Dabei kann der Site im Jejunum, Ileum Kökum (Typhlitis1), Kolon und Rektum (Proktitis2) sein. Bei jüngeren, empfindlichen Pferden sieht man oft nach plötzlicher Abkühlung (z. B. anhaltendem Rogen auf die nach starker Anstrengung erhitzte Haut) Diarrhöe eintreten, wobei wohl der reflektorisch erzeugte stärkere Blutzufluss nach den Darmorganen mitspielt.
Unter den Erscheinungen ist neben leichter Kolik die plötzliche und wiederholte Entleerung flüssiger Dannexkrcniente am wichtigsten. Meist geht der Krankheitszustand in wenigen Stunden, höchstens in 12 Tagen vorüber. Zur Behandlung reicht in der Regel kräftige Abreibung und warme Einhüllung neben Entziehung der flüssigen und Verabreichung fester Nahrung aus.
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5. Verstopfung. Obstipation8). Konstipatio. Obstruktio.
a) Beim Menschen.
Auch die Stuhlverstopfung ist, wie der Durchfall, nur eine funktionelle Stoning, die durch ausserordentlich verschiedene Störungen hervorgerufen werden kann. Trotzdem erscheint es auch hier praktisch richtig, sie besonders zu besprechen. Schon innerhalb physiologischer Grenzen kann bei einzelnen Personen zeitweise eine Obstruktion eintreten.
Aetiologie. Die besonderen Ursachen, welche eine Herabsetzung der normalen peristaltischen Darmbewegungen herbeiführen, können sein: allgemeine Schwäche des Körpers, psychische Zustände (Hypochondrie, Melancholie, Hysterie, Neurasthenie), unregelmässige Lebensweise, mechanische Hindernisse (Geschwülste im oder am Darm), vermehrte Wasserabgabe (durch Haut, Nieren und Düngen). Ucber-ladung des Darms mit unzweckmässiger Nahrung.
Symptome, Verlauf, Dauer. Neben Verminderung des Appetits, dyspop-tischen Erscheinungen, Kopfweh, oder etwas Benommenheit, unruhigem Schlaf, vermehrtem Abgang von Flatus, Gasanhäufung in den Därmen ist die Stuhlentleerung verzögert oder unterdrückt. Verlauf und Ausgang richten sich nach den veranlassenden Ursachen.
Therapie. Wichtig ist zunächst die Regelung der Diät, daneben Obs! (Trauben, Pflaumen, Aepfel, Birnen), ferner Massage des Abdomens, elektrische und Kaltwasser-Behandlung. Dagegen wird man mit dem Gebrauch von Purgantien, an die sich die Patienten leicht gewöhnen, vorsichtig sein müssen. In anderen Fällen kann Ricinusöl (1530 g), ein Glas kaltes Wasser nach dem Aufstehen, Karlsbadersalz, Bittersalz, Podophyllin u. dergl. zweckmässig sein. In jedem Falle wird natürlich noch die besondere Ursache zu berücksichtigen sein.
!) TjipXo'; = blind, umnebelt. '*) itpiuxTJ? = Mastdarm.
8) Es mues richtiger Konstipation von konstipare = dicht machen, stiparc = stopfen, heissen.
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b) Bei Tliieren.
Bei Thiercn sieht man, ebenso wie beim Menschen, oft schon unter normalen Verhältnissen eine Verzögerung in der Darmentleerung eintreten. Im Allgemeinen zeigt sich Verstopfung bei Thieren sowohl selbständig (bedingt durch Trägheit der Darmbewegung, Verminderung der Absonderung oder durch mechanische Hindernisse und organische Veränderungen) oder als Begleiterscheinung anderer Krankheiten.
Aetiologie. Im Allgemeinen neigen Thiero mit träger Verdauung, mit wenig Bewegung und besonders junge Thiere sehr zu Verstopfungen. Als Gelegenheitsursachen sind dann noch bei Pflanzenfressern zu nennen: schwer verdauliches (bei Pflanzenfressern besonders: reizloses Trockenfutter, kurzgeschnittener Häcksel, hartfaseriger Klee) oder an sich stark stopfende Futterstoffe (Hülsenfrüchte, Stroh derselben, Eicheln u. s. w.), ferner Uebergang von Weide- zur Stallfütterung, Anhäufung unverdaulicher Stoffe (Erde, Sand). Bei Hunden, wo Verstopfung sehr oft eintritt, kommt besonders die mangelhafte Bewegung (bei Stuben-und Kettenhunden), Verstopfung durch Fremdkörper (Knochen), durch Ansammlung von Kothmassen, durch Schwellung der Prostata, durch reizlose, schwor verdauliche Nahrung, Stenosen des Darms, Atrophie der Darmmuskulatur (bei hohem Alter) und Erweiterungen und Stenosen des Darms durch Geschwulstlaquo;; in Betracht. Als Begleiterscheinung tritt Konstipation auf bei vielen fieberhaften Krankheiten, bei einzelnen Gehirn-, Rückenmarkserkrankungon, bei Wuth, bei Ikterus, bei Peritonitis, bei allen chronischen Ernährungsstörungen, Lumbago, Hämorrhoidalknoten u, dergl.
Symptome, Verlauf, Ausgang. Das wichtigste Zeichen ist natürlich die vorzögerte oder unterdrückte Defäkation. Daneben ist die Futter- und Getrünko-aufnähme vermindert, später sogar aufgehoben; das Abdomen ist gespannt, aufgetrieben. Die Thiere zeigen ferner Drang zur Kothentleerung, wobei dann bei Pferden kleine geballte, sehr trocken und feste, etwas mit Schleim überzogene Exkremente entleert werden. Bei entsprechender Behandlung kann dann in einigen Tagen wieder vollkommene Genesung eintreten. Bei Hunden sind Obstruktionen meist viel hartnäckiger im Verlaufe, so dass die Dauer 23 Wochen und mehr betragen kann. Die Thiere werden sehr unlustig, zeigen Schmerzen bei der unter starkem Drängen erfolgenden Kothentleerung, wobei bröckelige, dunkle Massen oder manchmal auch sehr übelriechende dünnflüssige Exkremente herausbefördert werden. Bei der Palpation des Hinterleibes zeigen die Thiere lebhaften Schmerz, besonders wenn man die Daumen auf die Lendengegend legt und gleichzeitig mit den übrigen Fingern die Bauchdecken drückt. Oft findet man bei der Untersuchung des Rektums dieses leer, dagegen die Schleimhaut trocken und wärmer als normal. Nach längerem Bestehen des Zustandes zeigen die Thiere auch starke physische Depression und es kann in sehr vernachlässigten Fällen zu Enteritis, Perforativperitonitis und tödtlichem Ausgang kommen. Meistens ist jedoch auch bei Hunden der Ausgang günstig. Schliesslich sei noch erwähnt, dass in Folge erheblicher Konstipation sowohl bei jungen Hunden, wie auch bei Kälbern und Ferkeln öftere Erbrechen und Krämpfe beobachtet werden.
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Krankheiten des Darmes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 517
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Therapie. Das Bestreben der Behandlung muss darauf gerichtet sein, die Darmbewegungen anzuregen und den Darminhalt zu verflüssigen. Bei allen Thieren ist zu diesem Zwecke Verabreichung von viel flüssiger Nahrung, Bewegung, Darm-infusionen mit lauwarmem Wasser und Massage sehr gut. Pferden und Rindern wird man viel Kleietrank, Grünfutter, Mohrrüben, Hunden viel Milch, Wasser, Bouillon, Reissuppen u. dergl. verabreichen. Bei Hunden kann auch erforderlich werden, die in dem Rektum festgekeilten Kothmassen künstlich (mit der Kornzange oder besonders konstruirtem Löffel) zu entfernen. Innerlich giebt man dann Pferden und Rindern Abführmittel, bestehend aus: Natr. sulfur. 400,0 Pulv. Rad. Genth. Pulv. Rad. Calami äa 50,0 als Latwerge oder auf angefeuchter Kleie; oder Extr. Aloes 30,0 Nat. sulfur. 400 pro die; ebenso kann man subkutane Physostigmininjektionen verwenden, ferner Kalomel. Dagegen wird man mit Krotonöl sehr vorsichtig sein müssen. Bei Hunden kann man mit 01. Ricini beginnen und spater (je nach der Grosse des Thieres) 34 mal täglich einen Esslöffel von Magn. sulfur. 16,0 Tinkt. Rhei aquosa 50,0 Aqu. destill. 130,0 geben; in besonders hartnäckigen Fällen habe ich grossen Hunden täglich 45 Esslöffel Tinkt. Rhei aquosa geben und ausserdem 3 4 mal täglich vor der Nahrungsaufnahme kräftige Massage ausführen lassen, wobei kleine Tlüere zur Unterstützung der Wirkung mit dorn unteren Körpertheil in einen Eimer lauwarmes Wasser gesetzt wurden. Weniger gute Wirkung sah ich nach Kalomel (0,050,01 mit Zucker) oder nach Krotonöl (1 5 Tropfen mit Gummi arabikum).
Auch nach Beseitigung des Zustandes wird man noch einige Zeit mit der Verabreichung der Mittel fortfahren und zur Verhütung von Recidiven die Diät ontsprechend regeln müssen.
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6. Kolik. Kolika. Darmgrimmen. Leibschneiden. Enteralgia.
Enterodynia.
a) Beim Menschen.
Definition. Als Kolikquot; bezeichnet man anfallsweise auftretende Schmerzen verschiedenen Grades im Bereiche des Darmkanals, wobei anatomisch nachweisbare Veränderungen der Darmwand fehlen und nur eine Neurose (des Sympathikus, vielleicht auch des N. splanchnikus) besteht. Manchmal werden die Reize auch reflektorisch, durch Erkrankung anderer Organe (Leber, Uterus, Ovarien, Nieren) herbeigeführt.
Aetiologie. Die Ursachen können ausserordentlich verschieden sein; je nach der Natur derselben unterscheidet man: K. flatulenta (Windkolik) nach reichlicher Gasentwickelung im Darm in Folge von Koprostase oder abnormer Gährungen des Darminhalts; K. toxika, nach Blei- und Kupfervergiftung und nach Gebrauch starker Abführmittel; K. storkoralia, nach Koprostase (Ausdehnung der Darmwand durch Kothmassen und Fremdkörper); es gehört dahin auch die K. mekonialis, wenn bei Neugeborenen das Mekonium längere Zeit nach der Geburt zurückgehalten wird. Ferner Kolik bei heftigen Erkältungen (K. rheu-matika), bei Anwesenheit von Darmschmarotzern (K. verminosa). Als Symptom
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Die Krankheiten der Vordauungsorgane.
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anderer Erkrankungen (dann in der Thiemedizin falsche Kolikquot; genannt) beobachtet man Kolik bei Hypochondrie und Hysterie, bei einzelnen Veränderungen im Centralnervensystem (Tabes dorsalis), sowie als Begleiterscheinung von Erkrankungen des Uterus, der Ovarien, der Nieren und der Leber, ausschliesslich bei peritonitischen Adhäsionen (Maydl, Lücken) und manchmal bei Malaria.
Symptome* Das wichtigste Zeichen ist der Darmschmerz, welcher meist iu die Nabelgegend verlegt, von hier nach Brust, Rücken, Hoden und Schenkel ausstrahlt. Dabei ist das Abdomen meist gespannt und hart; durch Druck auf die Bauchdecken wird der Schmerz zuweilen vermindert, zuweilen verstärkt; daneben zeigt sich auch manchmal Angstgefühl, Herzklopfen, auch Ohnmacht. Der weitere Verlauf richtet sich nach dem Gnmdleiden. Die Kolik an sich ist fast nur günstig zu beurtheilen.
Diagnose. Bei der Diagnose ist wichtig, festzustellen, ob es sich nur um eine einfache Neuralgie handelt oder um schwerere Erkrankungen des Darms oder anderer Organe (besonders von Magen und Leber).
Therapie. Die Behandlung muss sicli nach den Ursachen richten. Im Allgemeinen kann man gegen die Schmerzen subkutane Morphiuminjoktionen (0,01 bis 0,03 pro dosi Aqua), innerlich Opium verwenden; ferner warmen Thee, warme Kataplasmon auf das Abdomen, warme Bäder, warme Einhüllungen, daneben wird nur flüssige Nahrung und später Kicinusöl (20 30 g für den Erwachsenen) gegeben.
b) Kolik bei Thiercn.
Definition. In der thiermedizinischen Wissenschaft wird die Bezeichnung Kolik gebraucht, wenn sich bei den Thieren plötzlich und anfallsweise auftretende Bauchschmerzen zeigen. Dabei können die Ursachen ganz ausserordentlich verschieden bald im Magen und Darm, bald ausserhalb dieser Organe gelegen sein; und dementsprechend hat mau auch eine symptomatische, eine wahre und eine falsche Kolik unterschieden, wobei bei der falschen die Erkrankung anderer Organe (Blase, Nieren, Peritoneum) die Kolik hervorruft, während hei der wahren die Schmerzempfindung im Magen und Darm lokalisirt ist. Demnach ist die Bezeichnung Kolikquot; eigentlich ein Sammelname für verschiedene Erkrankungen des Magens und Darms, wobei als gemeinsames und wichtigstes klinisches Symptom die Bauchschmerzen in den Vordergrund treten. Meist ist auch damit eine Verzögerung der Darmentleerung oder eine Verstopfung verbunden. Die Kolik wird unter den Hausthieren am meisten bei Pferden und hier deshalb und oft als sehr gefährliches Krankheitszeichen beobachtet, weil diese Thiere augenscheinlich viel empfindlichere und erregbarere Hinterleibsorgane haben und weil wegen der eigen-thümlichen Gestaltung des Magens, wegen der Grosse des Kökum und Kolon und des langen Gekröses am Darm, überhaupt bei den häufig eintretenden Verdauungsstörungen ein gefährlicher Verlauf viel eher eintritt, als bei anderen Thieren. Hier werden dieselben Krankheitszustände manchmal gar nicht mit Kolik (z, B. Tympanitis der Kinder, Ueberfüttern der Rinder) bezeichnet, weil sie meist nicht mit dem für Kolikquot; entscheidenden Zeichen der Bauchschmerzen verlaufen.
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Kolik der Pferde.
Geschichtlichcä. Wie aus litternrischen Aufzeichnungen hervorgeht, hat man schon im Alterthum von einer Kolik der Pferdequot; gesprochen und dabei noch wie heute, andeuten wollen, dass bei dorn betreffenden Thiere ein Schmerz in den Baucheingeweiden vorhanden ist. So hat schon Columella (im ersten Jahrhundert n. Chr.), Vogetius und später Jordanus Ruf us (Im 13. Jahrhundert) die Kolik beschrieben, verschiedene Formen unterschieden und dafür die Bezeichnung Dolor ventris' gewählt. Später sind dann in Deutschland auch die Namen Darmgichtquot;, Bauchgrimmenquot;, Bauchwehquot;, Darmweh' hinzugetreten. Mit der Erkenntniss, dass die Kolik nicht immer die gleichen Ursachen hat, trat dann das Bestreben hervor, je nach der Pathogenese und Lokalisation verschiedene Formen zu unterscheiden. Während die pathologische Anatomie die Wege dazu ebnete, zeigte sich jedoch stets die Schwierigkeit auch klinisch eine befriedigende Scheidung der zur Kolikquot; gehörigen Krankheiten vorzunehmen. Eine grüssero Zahl von Monographien aus dem vorigen und aus diesem Jahrhundert (u. A. von Weber, Sander, v. Tannecker, Ehrmann) und in der neueren Zeit die Schriften von Legrain, Ulrich, Bollinger und Friedborgor haben wesentlich zur Förderung unserer Kenntnisse beigetragen. So wurde besonders durch Bollinger (1870) sichergestellt, dass eine grosse Zahl von Koliken der Pferde (nach Einzelnen 4050 0/o) durch das sog. Wurmaneuryama in der vorderen Gekrösarterie hervorgerufen wird, welches seinerseits wieder seine Entstehung verdankt den durch Ansiedelung der Larven von Strongylus armatus verursachton Thromben. Allerdings ist schon 3040 Jahre vor Bollinger's Feststellung das Wurmaneuryama von Thierärztcn (u. A. von Schutt, Rigot, Rohling) beobachtet und in Beziehung zur Kolik gebracht worden. Bollinger hat jedoch erst durch sehr exakte und umfangreiche Untersuchungen in die bisherigen Vermuthungen Sicherheit gebracht. Danebon bleiben jedoch oino Reibe von anderen Ursachen für das Entstehen der sog. Kolik der Pfertle übrig, sodass es aus den schon angegebenen Gründen auch ferner zweckmässig bleibt, alle Ursachen unter dem Haupttitel Kolikquot; zu erörtern.
Verbreitung und Vorkommen der Kolik der Pferde. Die Kolik der Pferde gehört zu den häufigsten und gefährlichsten innerlichen Krankheiton, welche überall, am meisten jedoch in solchen Gegenden und bei solchen Besitzern beobachtet wird, wo eina sehr intensive Ernährung und ein unregolmässiger Gebrauch der Thiere stattfindet. In der Zeit von 1881 bis 1894 erkrankten in der proussischen Armee etwa 40,000 Pferde an Kolik und es starben davon 12 0,'o. Ferner lässt sich aus den statistischen Nachweisen ohne Weiteres feststellen, dass seit dem Jahre 1886 eine dauernde Steigerung der an Kolik erkrankten und daran gestorbenen Thiere stattgefunden hat. Es erkrankten in den Jahren 1886-94 2515, 2124, 2584, 3108, 2980, 2951, 3383, 3503, 3661 Pferde und starben in diesen Jahren 257, 249, 261, 401, 306, 409, 427, 441, 486 Pferde. Demnach hat eine allmähliche und erliebliche Zunahme der erkrankton und gestorbonon Thiere stattgefunden. Von den meisten Berichterstattern wird die Ursache der Zunahme der Kolikfälle und der dadurch bedingten Steigerung der Verluste auf die auch in der Armee immer mehr In Auf nähme gekommene Verabreichung von Futtersmrogaten: Mais, Roggen, Bohnen, Erbsen u. s. w. zurückgeführt. Nach einer früheren Zusaminenstellung von Bollinger werden in Bayern von etwa 400,000 Pferden 40,000 von Kolik befallen, von welchen etwa 13 0/o sterben. Ebenso ist nach demselben Autor das Verhältniss der an Kolik gestorbenen Thiere gegenüber den überhaupt an inneren Krankheiten umgestandenen Pferden in einem Jahre wie 40:100, sodass von 100 gestorbenen Pferden 40 an Kolik zu Grunde gegangen sind. Schliesslich sei noch erwähnt, dass nach den Angaben aus den einzelnen Kliniken der thier-ärztlichen Institute Deutschlands und Oesterreichs 1020 0/o der wogen Kolik eingelieferten Thiere gestorben sind.
Actiologic. Mau kann die Ursachen, welche beim Pferde Kolik hervorrufen
können, in allgomeine und in besondere zerlegen. Zu den allgemeinen Ursachen
gehören in erster Reihe in der anatomischen Einrichtung des Magen-Üarmknnnls
begründete Verhältnisse. Zunächst gestattet die bereits erwähnte anatoinische Gestalt
des Magens, die Insertion des Schlundes unter normalen Verhältnissen nicht, dnss
bei den recht häufigen Ueberladungen des Magens mit schwerverdaulichen Stoffen
die Entfernung derselben ohne Gefährung des Lebens der Thiere erfolgen kann.
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Deshalb kommt Kolik bei Thieren, welche sich erbrechen können, im Ganzen seltener vor. Ferner ist das lange Gekröse des langgedehnten Darmes nicht günstig, weil dadurch einmal Anschoppungen des Futters sehr leicht eintreten und bei nur einmaliger energischer Bewegung der am Boden liegenden Thiere Lageveränderungen hervorgerufen werden können. Schliesslich ist nicht zu übersehen, worauf in den Lehrbüchern bisher gar nicht hingewiesen ist, dass die eigenthümliehe Lage des Blinddarms und die Art der Einfügung desselben zwischen Hüftdarm und Kolon die Ansammlung der Futterstoffe und Festkeilung in denselben schon bei den geringsten Anlässen direkt herbeiführen muss. Der Kopf des Blinddarms liegt etwa unter der rechten Niere und von hier geht dieser Darmahschnitt dann an der rechten Bauclnvandung zur Schaufelknorpelgegend herunter. Wie Schlund und Duodenum beim Magen des Pferdes, so liegen auch Eingangs- (Ileum) und Ausgangs-(Kolon)öffnung recht nahe bei einander am Kopfe des Cökuni, dazu kommt, dass beim Cökum der gegen die Schwere (von unten nach oben gegen den Rücken des Thicres) ansteigende Inhalt desselben noch leichter zurückbleiben kann, als am Magen.
Dazu kommt weiter, dass die Bauchdecken der Pferde ausserordentlich empfindlich sind gegen äussere Einflüsse, besonders gegen plötzliche Abkühlungen und deshalb oft primäre sog. Erkältungskoliken auf diese Weise hervorgerufen werden.
Die spezielleren Ursachen der Kolik können folgende sein:
1.nbsp; nbsp; Ueberfütterung und jede Indigestion, wie solche nach zu schnellem Fressen, nach zu reichlicher Fütterung, nach Aufnahme schwer verdaulichen Futters (Boggen, Gerste, Stroh) und besonders nach Verabreichung von Futtersurrogaten (Mais, Erbsen, Buchweizen, Bohnen) und nach verdorbenem (mit Pilzen befallenem, feuchtem, verunreinigtem, versandetem) Futter und Getränk sehr leicht entstehen (üeberfütterungskolik, Indigestionskolik).
2.nbsp; nbsp; Gasbildung im Magen und Dann nach der Fütterung leicht in Gährung übergehenden Futters, wie grüner Klee, Esparsette, Luzerne, saure Gräser. Der gleiche Zustand kann auch durch das Abschluckcn einer grösseren Menge von Luft (bei Kopporn, Krippensetzern) herbeigeführt werden. Die Gase bestehen (nach P innere Untersuchungen) vorwiegend aus Kohlenwasserstoff (49 0/o), Kohlensäure (80/o) und Stickstoff (420/o) (Windkolik).
3.nbsp; Erkältung. Die Erkältung kann dabei eine äussere sein, wenn durch Arbeit erhitzte oder aus einem warmen Stalle kommende Thiere plötzlich einem Regenschauer oder starker Zugluft ausgesetzt werden; oder die Erkältung ist eine innere, wenn Pferde bei erhitztem Körper und leerem Magen eine grössere Menge kaltes Wasser oder bereiftes Futter aufnehmen. Ob und in welchem Grade die Kolikwirkung eintritt, hängt dabei allerdings viel von der Disposition des Individuums ab; im letzteren Falle auch davon, ob die Pferde bald nach der Aufnahme des kalten Wassers sich wieder bewegen oder nicht (Rheumatische Kolik, Krampf kolik).
4.nbsp; nbsp; Anhäufung von Futterstoffen im Hüft-, Blind- und Grimm-darm. Bei Pferden, welche längere Zeit Ruhe gehabt oder sehr wenig gearbeitet, daneben aber viel schwer verdauliches und reizloses Futter aufgenommen haben (Stroh, Strohhäcksel, Erbsenstroh, Kaff, Kleie, Schrot, Grummet u. dergl.) entsteht
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sehr leicht durch Erweiterung der Darmwände eine Erschlaffung der Muskulatur und eine Ansammlung des Inhalts. Oefters als bisher angenommen ist, dürfte zunächst aus den schon erörterten Gründen der Blinddarm in diesen Zustand ge-rathen, und dann sekundär erst Verstopfung des Hüft- und Grimmdarms eintreten. Durch die starke Dehnung der Darmwand worden die beim Pferde sehr empfindlichen Endapparote des Pferdedarms gereizt und Kolik ist die Folge. (Verstopfungskolik. Anschoppungskolik.)
5.nbsp; nbsp; Anwesenheit von Steinen, grössoren Mengen von Sand im Magen und Darm, besonders im Grimmdarm. Vorwiegend bei Bäcker- und Müllerpferden beobachtet man nach überreichlicher Fütterung von Kleie und Schrot die Entwickolung von Konkrementen und Steinen dadurch, dass sich die in jenem Futter reichlich (1l'/a0/copy;) enthaltene phosphorsaure Magnesia im Darmkanal mit dem dort vorhandenen (bezw. durch Stnllluft hineingekommenen) Ammonik zu unlöslichem Tripelphosphat verbindet und an Fremdkörper (Sandkörner, kleine Nagelköpfe, Haferkörner) zu Steinen ankrystallisirt. Demnach bestehen die vorgefundenen Steine, welche durch antiperistaltische Bewegungen des Darmes auch in den Magen gelangen und zu 2-5 vorhanden sein können, vorwiegend (900/o) aus phosphorsaurem Ammoniak-Magnesia, daneben findet man phosphorsauren Kalk und Magnesia, kohlensauren Kalk, Kieselsäure, sowie organische Bestandtheilo (Epithelion, Futterstoffe). Sandanhäufungen (durch Aufnahme von Sand aus dem Stallboden, versandetem Futter u. dergl.) und Konkremente (durch Ablecken und Verschlucken von Haaren) können, wie das Vbrhandensein von Steinen, zu Verstopfung und zu Kolik Veranlassung geben.
Eine Verstopfungskolik kann auch hervorgerufen werden durch Geschwülste (Sarkome) in der Wandung des Dünndarms und Dickdarms, durch Verlagerung des Darmes, wobei das Wälzen der Thiere aus Spielerei, Lähmungen eines Darmabschnittes, Vorhandensein des noch zu erwähnenden Wunn-aneurysma, die Ursache und Einklcmmungen, Ineinanderschiebungen, Intussus-ceptio (am meisten Hüftdarm in den Blinddarm), Vorwickelungen, Achsendrehungon (Volvulus) die Folgen sein können. Oft entwickelt sich auch eine Dannverlagerung erst im Beginne einer rheumatischen oder anderen Kolik, nachdem die Thiere in Folge des plötzlichen und heftigen Schmerzes sich an der Erde gewälzt Laben. Auch durch Verwachsungen eines Darmabschnittes mit benachbarten Organen (nach Operationen, Kastration), sowie bei Stenosen des Darmes durch narbige Strikturen (nach chronisch-entzündlichen Erkrankungen der Darmschleimhaut) und schliesslich durch Dilatation und Lähmung des Darmes überhaupt können Verstopfungskoliken hervorgerufen werden.
6.nbsp; nbsp;Aufnahme stark reizender und giftiger Stoffe. Alle scharf reizenden oder giftigen Stoffe, welche in den Magen der Pferde gelangen und eine Entzündung des Magens und Darms bewirken, können so indirekt Ursache der Kolik werden.
7.nbsp; nbsp; Vorhandensein der sog. Wurmaneurysmen der vorderen Gc-krösarterien und in Verbindung damit Thrombose und Embolie der Darmarterien. Bezüglich der Entstehung der Wurmaneurysmen ist schon :S. 315 angegeben worden, dass es sich dabei um die Tiiätigkeit der in die Arterie
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gelangten Jugendformen von Strongylus arnintus lumdelt, welche zunächst eine Entzündung der Arterien wand erzeugen, in deren Folge dann eine Erweiterung des Gefässes und schliesslich Thronibonbildung entsteht. Es kann nun sowohl durch die Entwickelung des Thrombus (Verhinderung der Blutzufuhr zu den von der vorderen Gekrösarterie abgehenden oberen Grimmdarmarterien und den 1720 Dünndannarterien) eine throni' botische Gastro-Enteritis mit Kolik hervorgerufen werden, wie auch durch Ablösen und Fortschwemmen einzelner Stücke des Thrombus mit nachfolgender Embolie grösserer Darmartericn eine thrombotisch - embolischo Kolik (Friedbcrger). Werden durch kleine Tlieile nur arterielle Kapillaren verstopft, so kann eine hä-morrhagische Enteritis entstehen und durch Entwickelung von Kollateralbahnen die Störung wieder ausgeglichen werden. Im anderen Falle tritt durch Aufhören der arteriellen Blutzufuhr venöse Rückstauung, Darmlähmung, Anhäufung des Darm-inhalts, Gasentwickelung und dann oft später Volvulus und Invagination des Darmes ein, weil sich die gesunden Dannabschnitte sehr lebhaft um das gelähmte Stück bewegen. SchUesslioh kann dann schwere, schnell tödtliehe Darmoutzündung oder Darm-, Magen- und auch Zwercbfellruptur eintreten. Die Annahme Bollinger's, dass etwa 50 Prozent aller tödtllch verlaufenden Koliken embolischer oder throm-botisch-embolischer Natur sind, dürfte nicht zutreffen, dagegen ist sicher, dass viele wegen Wurmaneurysnia tödtlicli verlaufene Fälle von Kolik, weil entweder keine oder nur eine mangelhafte Sektion stattfindet, für die Statistik verloren gehen.
8. Würmer im Darmkanal. Obgleich Parasiten im Magen und Darme der Pferde oft vorkommen, sind sie jedoch vorhältnissmässig selten die eigentliche Ursache der Kolik. Meistens erkranken nur die jungen Thiere und auch diese nur dann, wenn die Würmer (vorwiegend Spul- und Bandwürmer) in grosser Menge vorhanden sind, den Darm verstopfen oder erheblichere Verletzungen Entzündung, Gesellwürsbildung, Blutungen oder gar Perforation der Darmwand) hervorrufen. Als solche Parasiten sind zu nennen: Askaris megaloeephala, Tänia perfoliata, mamil-lana und plikata, ferner Spiroptera megastoma, Strongylus armatus, Sklerostomum tetrakanthum, Oxyuris mastigodes und schliesslich Gastrophilus equi und hämor-rhoidalis, welche besonders Ursache von Blutungen werden.
Die vorstellenden Angaben lehren nun, dass ausserordentlich verschiedene Ursachen das Symptomenbild der Kolik hervorrufen können. Dementsprechend werden auch einzelne Symptome (Grosse und Dauer der Schmerzäusserungen, Ver. lauf), sowie der anatomische Befund erhebliche Abweichungen darbieten müssen.
Symptome, Die wesentlichsten allgemeinen Erscheinungen bei der Kolik sind folgende: Plötzlich und ohne besondere Vorboten treten bei den erkrankten Pferden Bauchsohmerzen ein, welche je nach dem Temperament der Thiere geringer oder heftiger hervortreten, zeitweise nachlassen oder auch ganz aufhören. Die Schmerzen geben sich kund durch Unruhe, Aufregung, Hin- und Hertreten, kurzen gespannten Gang (vor dem Wagen oder unter dem Heiter), Scharren mit den Vorderfüssen, fortwährendes Wedeln mit dem Schweife, Schlagen nach dem Bauche mit den Hiiiterfü.s.sen, Umsehen und Schnappen nach dem Leibe, öfteres Niederlegen und Wiederaufstehen, kurzes Verweilen in der Seiten- oder Rückenlage und dann wieder Wälzern über dem Rücken, wobei die Pferde dann
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wieder kurze Zeit mit krampfhaft an den Leib gezogenen Fassen in der Rückenlage verharren.
Die Thiere verschmähen meistens jede Nahrung. Eine nähere Untersuchung ergiebt, dass die Körpertemperatur ungleichmässig vcrtheilt ist; manchmal ist auch Schweissausbruch an einzelnen Stellen des Körpers, besonders in der Flankengegend vorhanden, wobei in ungünstig verlaufenden Fällen der Schweiss und die Haut sich kalt anfühlt. Die Farbe der sichtbaren Schleimhäute ist meist wenig verändert oder nur etwas dunkler bozw. schuiutzig roth. Die Maulhöhle ist trocken und warm. Fieber ist in den leichteren Fällen und beim Beginne der Erkrankung nicht, sondern nur bei Eintritt von Darmentzündung nachzuweisen. Ebenso ist der Puls gewöhnlich unverändert. Das A t h m e n erfolgt mehr oder weniger angestrengt und wird manchmal dyspuoisch. Das Abdomen ist tympanitisch aufgetrieben und die Peristaltik vermindert oder ganz unterdrückt. Bei starker Spannung der Bauchdecken hört man während der Auskultation zuweilen laute, klingende Geräusche. Der Kothabsatz ist verzögert oder aufgehoben; das öftere Drängen zur Koth- und Urinentleerung bleibt meistens erfolglos. Nur selten werden noch einzelne, kleine trockene Kothballen und etwas Urin tropfenweise abgesetzt. Gewöhnlich ist das Sensorium der Thiere mehr oder weniger eingenommen.
In besonders schweren Fällen zeigen sich Würgbewegungen, selbst Erbrechen (meist nach erfolgter Magenzerreissung), Aufstossen, langes energisches Drängen zur Koth- und Urinentleerung, oder die Thiere setzen sich, wie ein,Hund, auf das Hintertheil, steigen plötzlich in die Höhe, beissen in die Klippe oder bekommen schwere Kollapserscheinungen.
Bei der sog. Krampfkolik ist das anfallsweise Auftreten der Bauchschmerzen, mit deren Nachlass die Thiere dann wie gesund erscheinen, besonders charakteristisch. Auch hört man die klingenden Geräusche hei der Auskultation (sog. Krampfgctön) sehr deutlich. Dabei ist die Peristaltik selten ganz unterdrückt, manchmal sogar recht lebhaft.
Die sog. Ueberfütterungskolik zeichnet sich in vielen Fällen durch ungewöhnliche Erscheinungen aus: die Pferde sitzen zuweilen wie ein Hund, oder knicen längere Zeit, auch sind die allgenieineu Kolikanfälle heftig und hinge dauernd; zuweilen tritt (besonders bei starker Magenfüllung) auch Becken, Würgen und selbst Erbrechen ein.
Bei der Verstopfungskolik sind die eigentlichen Kolikerscheinungen in massigem Grade vorhanden. Der Kotiiabsatz ist verzögert, die Peristaltik unterdrückt oder auch ganz aufgehoben, die Thiere drängen öfters zur Koth- und Urinentleerung, ohne erhebliche Schmerzen zu bekunden, sondern sie legen sich meistens ruhig nieder und stöhnen nur zuweilen. Nur bei längerer Dauer treten erst erheblichere Kolikerscheinungen auf.
Die Wind kolik ist charaktcrisirt durch die schnell und heftig eintretende tonnenförmige Auftreibung des Hinterleibes, wobei die Thiere ängstlich und unruhig werden und auch geringen Schmerz äussern. Die Defäkation ist unterdrückt; bei tier Auskultation des Darmes ist etwas Peristaltik und klingendes Geräusch nachweisbar. Mit zunehmender Auftreibung des Darmes zeigt sich auch Athenmoth.
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Sind Darmsteine oder Lageveränderungen des Darmes die Ursache der Kolik, so sind die Erscheinungen nicht besonders charakteristisch gegenüber denjenigen bei einfacher Verstopfungskolik, Ebenso ist es, wenn Darm-strikturen, Neubildungen, Darmeinschiebungen die Kolik veranlasst haben. Auch in solchen Fällen sind zunächst nur die Zeichen einer Verstopfungskolik vorhanden.
Bei der sog. enibolisch-thrombotischon Kolik ist das Krankheitsbild sehr verschieden und meist nicht so charakteristisch, wie oft angenommen und angegeben wird. Je nach den anatomischen Veränderungen können die Krankheitserscheinungen mehr akut oder mehr chronisch verlaufen. Ohne jede besonders erkennbare oder nachweisbare Ursache treten leichte, von wenig Schmerz begleitete, kurze Kolikanfälle ein. In anderen Fällen zeigt sich zunächst ein chronischer (durch Embolie kleinster Arterien hervorgerufener) Darmkatarrh, in dessen Verlaufe wiederholt leichte Kolik (schleichende Kolik) auftritt. In schwereren Fällen der letzten Art zeigt sich dann auch Fieber, blutiger und stark eiweisshaltiger Urin, auffallende Blässe der sichtbaren Schleimhäute, beschleunigte Athmung u. dergl. Wegen der sich meist entwickelnden embolischen Darmlähmung (Blind- und Grimmdarm) ist die Peristaltik unterdrückt.
Sind Parasiten im Darm die Ursache der Kolik, was im Ganzen selten und nur dann mit Sicherheit anzunehmen ist, wenn Spulwürmer den Darm verlassen, so giebt es keine sicheren Kennzeichen, Eine Vermuthung ist möglich, wenn die Kolik leicht, öfters und bei jüngeren Pferden auftritt.
Verlauf, Duuer, Ausgang und Prognose der einzelnen Kolikfonncn. Unterscheidet man auch in der Praxis meistens einen akuten und einen chronischen Verlauf, so ist doch in der Regel der Verlauf einer Kolik durchaus akut. Dabei kann die Dauer wenige Stunden und mehrere Tage betragen. In chronischen Fällen kann sich die Kolik 12 Wochen hinziehen, wobei dann allerdings viele Unterbrechungen stattfindeji, so dass auch hier oft eine aus einzelnen, akutefi Fällen zusammengesetzte Kolik vorhanden ist.
Bei der Krampfkolik (Erkältungskolik, rheumatischen Kolik) beträgt die Dauer meist nur wenige Stunden, um dann in Genesung überzugehen. Nur bei längerer Dauer sind Komplikationen zu erwarten und ist dementsprechend auch #9632;die Prognose zu stellen.
Die Ueberfütterungskolik kann längere Zeit dauern und durch Komplikationen (Lageveränderuug, Magen-Darm- und Zwerchfellruptur) ungünstig verlaufen. Das oft im Verlaufe der Ueberfütterungskolik auftretende Erbrechen braucht nicht immer, wie schon erwähnt, ein ungünstiges Symptom zu sein, ist es aber meistens. Beim Eintritt einer Magenruptur beobachtet man gleichzeitig meistens schweren Kollaps. Eine Zwerchfellsruptur, welche oft beim plötzlichen Niederwerfen eintritt, kündigt sich durch die hochgradige Dyspnoe und schwere Kolikanfälle an.
Der Verlauf der Verstopfungskoliken ist je nach der zu Grunde liegenden Ursache etwas verschieden. Bei der sog. Anschoppu ngskolik ist die Dauer verhältnissmässig länger, und kann mehrere Tage und 12 Wochen betragen und zur sog. chronischen Kolikquot; werden, wenn die Behandlung von
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Krankheiten des Darmes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;525
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vomeherein nicht sachgemüss ist. Die Stein- und Sandkolik verläuft zwar meistens schneller, doch ist die Prognose ungünstiger, weil die Verstopfung hochgradiger ist. Oft zeigen sich auch ßecidive.
Die Windkolik verläuft meist in kurzer Zeit günstig. Die embolisch-throinbotische Kolik kann akut und chronisch (2 3 Wochen) verlaufen. In beiden Fällen kann der Tod in wenigen Tagen unter den Erscheinungen einer schweren Gastroenteritis, oder durch Magen- und Dannruptur eintreten.
Man wird deshalb in jedem Falle von Kolik mit der Prognose sehr vorsichtig sein müssen, besonders weil oft ehe ein Thierarzt geholt ist, Kurversuche-gemacht sind und sich die Thiere durch Niederwerfen und Wälzen schwere Störungen zugezogen haben können. Günstige Zeichen sind Rückkehr des Appetits, Nachlassen der Schmerzen, reichliche! Defäkation, ruhiger voller Puls, während drahtförmiger, unfühlbarer Puls, Fieber, kalter Schweiss, Athemnoth, matter oder stierer Blick, dauernde Unterdrückung der Pcristaltik ungünstige Zeichen sind.
Als Komplikationen im Verlaufe einer Kolik sind zu nennen: Dekubitus, innere und äussere Verletzungen in Folge des Niederwerfens und Wälzens, Fremd-körperpneumonie beim Eingiessen von Medikamenten (durch die Nase seitens Laien\ Proktitis und Peritonitis, wenn von unkundiger Seite Mastdarmexplorationen stattgefunden haben und dabei Verletzungen der Schleimhaut oder gar Perforationen gemacht wurden. Ausscrdem sind schon erwähnt: Rupturen des Magens, des Zwerchfells, des Darms. Der Tod tritt bei den meisten Koliken wohl in Folge septischer Vorgänge (durch Aufnahme von giftigen Stoffen aus dem Darm unter vorwiegender Erkrankung der Leber) oder durch Eintritt von Lungenödem und in letzter Linie durch Kohlensäureintoxikation ein.
Anatomischer Befund. Wegen der grossen Verschiedenheit der veranlassenden Ursachen werden auch die Sektionsbefunde bei den an Kolik gestorbenen Pferden oft wesentlich von einander abweichen. Magenzerreissungen (meist an der grossen Kurvatur), Achsendrehungen des Grimm- und Dünndarms, Zwerchfollzor-reissungen, Darmeinklemmungen (ins Winslowsche Loch, in alte Zwerchfellrisse, in Risse des Netzes und Gekröses) sind die wichtigsten Veränderungen; ausserdem In-vaginationen (Intussusception) des Darmes (Hüftdarm in den Blinddarm), Darm-Stein, Neubildungen, schwere Gastro-Enteritis. Wenn Futtermassen, Koth, Steine,, oder Konkremente die Darmschleimhaut längere Zeit gereizt haben, so findet man katarrhalische, hämorrhagische, diphtherisclie oder nekrotische Veränderungen an derselben. Bei Magen- oder Darmzerreissungen sind die. Rissränder meist entzündlich geschwollen, hämorrhagisch infiltrirt und natürlich mit Futtermassen durchsetzt. Bei Aohsendrehungen ist der Darminhalt blutig und das Gekröse mit sulzigen und blutigen Massen gefüllt. Dabei ist die Schleimhaut an der gedrehten Stelle schmutzig grau, blass, während die Wand des hinter der Drehung gelegenen Darmabschnittes stark geschwollen, die Schleimhaut dunkelroth und brüchig ist.
Schliesslich beobachtet man bei tödtlich endender Kolik noch Veränderungen, an den übrigen Orgiuien, wie sie auch gelegentlich bei anderen schweren Darmerkrankungen gesehen werden; z. B. entzündliche Erkrankungen des ßauclifelles,.
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Schwellung und blutige Infiltration der Gekrösdrüsen, Stamingshyperämie der Lunge, parcnchymatöse Degeneration des Herzens, der Nieron, Leber, Milz.
Wenn das sog. Wurmaneury sma der vorderen Ge k rösarterie die Ursache der tödtlich verlaufenen Kolik ist, so findet man die Arterienränder an der betreffenden Stelle nieist stark verdickt; beim Einschneiden findet man meist einen randständigen, geschichteten, manchmal lockeren, brüchigen, weichen Thrombus von verschiedener Länge und Dicke, ohne jedoch für gewöhnlich das Gefässrohr ganz auszufüllen. Nach genauer Untersuchung sieht man dann auch oft mehrere (610, selten 50 100 und mehr) Larven von Strongylus armatus in und an den Blutgerinseltl) in den Kanälen des Thrombus und an der Gefässwand sitzen.
Diagnose. Trotz der im Ganzen charakteristischen Zeichen der Kolik ist doch auch für den Sachverständigen gelegentlich eine Verwechselung mit anderen Krankheiten möglich, von denen folgende genannt sein mögen:
Hämoglobinämi e (sog. schwarze Harnrinde), wobei zur Unterscheidung dient, dass bei dor Kolik der dunkle Harn, die Lähmungserscheinungen in den hinteren Gliedmassen fehlen, und kolikkranke Pferde sich niederlegen und wieder aufstehen können, was bei Harnrinde nicht geschieht. Bei Stuten kann eine Verwechselung mit Geburtswehen, Metritis, Abortus und Dislokation des Uterus vorkommen; jedoch ist bei gründlicher Untersuchung bald eine sichere Diagnose möglich. Ferner können Reizungen der Blase, die im Ganzen seltener vorkommen und von Laien oft für die Ursache der Kolik gehalten werden, Lähmungen der Blase gelegentlich Schwierigkeiten bieten; eine Untersuchung per rektum giebt dann aber genügenden Aufschluss. Der häufige Urindrang wird durch Druck des gefüllten Darmes auf die Harnblase hervorgerufen. Ausserdom kann eine Peritonitis, wobei die Unterscheidung oft nur möglich ist an dem hohen Fieber, kleinen und frequenten Puls, schnellem Verfall der Kräfte, eine Nephritis, wobei die Schmerzensäusserungen jedoch nur sehr gering sind, zu Verwechselungen führen. Schliesslich kann auch Hufrhohe, plötzlich auftretende Gehirnentzündung, Pleuritis, Pnoumonie, Influenza u. dergl. Schwierigkeiten bei der Diagnose veranlassen. Eine in jedem Falle erforderliche gründliche Untersuchung wird die Irrthümer vermindern.
Bezüglich der Diagnose der einzelnen Kolikarten ist das meiste schon bei Besprechung der Symptome angeführt worden. Als bemerkenswerth für die Diffcrenzialdiagnose sei hier noch hervorgehoben, dass die Krampfkolik vorwiegend an dem plötzlichen und heftigen Auftreten der Schmerzensäusserung, ohne nachweisbare besondere Ursache erkennbar ist, während die Ueberfütterungs-kolik sich im Verlaufe zu reichlicher Futteraufnahme meist allmählich sich stärker entwickelt. Die Diagnose der durch Lageveränderungen hervorgerufenen Kolik ist meist nur zu vermuthen, wenn trotz aller Mittel keine Aenderung eintritt, der Puls drahtförmig wird und dio Peristaltik aufgehoben bleibt, oder wenn sich vom Rektum aus Lageveränderungen (Einklemmungen, Dislokation u. dergl.) feststellen lassen. Ebenso unsicher ist die sichere Diagnose der durch das Wurmaneurysma hervorgerufenen thrombotisch-emboli schon Kolik. Der schleichende Verlauf, die plötzlichem krampfkolikähnlichen Anfälle im Verein mit vorhandenen Erscheinungen einer Darmentzündung können manchmal die Diagnose stützen.
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Therapie. Allgemeine Grundsätze für die Behandlung kolikkrankor Pferde sind folgende:
Man führe die Thiere in einen mit guter Streu hedeckton Raum und lasse dieselben sogleich mit Stroh oder mit einem in kaltes Wasser getauchten Lappen kräftig frottiren, womit zweckmässig Mas sage des Bauches ZU verbinden ist. Es stellt sich an die rechte und linke Seite des Pferdes mit dem Gesicht nach den Hiuterfüssen gewendet ein Mann, wovon der eine (an der rechten Seite des Pferdes) die rechte Hand auf den Rücken des Pferdes legt, mit der linken Hand kräftige knetende. Bewegungen in der Richtung vom Brustbein nach dem Kreuzbeia ausführt, um besonders die Peristaltik im Blinddarm anzuregen; während der andere (an der linken Seite des Pferdes) mit seiner linken Hand sich stützt und .mit der rechten mehr kreisförmige Bewegungen macht. Ist ein Gummischlauch und ein Trichter vorhanden, so beginnt man bald nachher mit Kai twasserinf usio n en , denen Einzelne Abkochung von Leinsamen, Seife (2030 g) und Kochsalz (3040 g) hinzufügen und macht am Schlüsse der Abreibungen dem Pferde einen Priossnitz-umschlag um den Bauch. Die übliche manuelle Entfernung der Exkremente aus dem Rektum, wobei in jedem Falle Hand und Ann einzuölen ist, ist meistens unnöthig, ev. kann durch Einspritzung von 5 g Glycerin dasselbe erreicht werden ebenso ist auch die Anwendung des Terpentinöls bei den Frottirungen des Bauches unzwockmässig. Besser ist noch die Benützung von Kampherspiritus. Sind die Thiere nicht zu unruhig, so kann man versuchen, ihnen mehrere Flaschen warmen schwarzen Kaffee oder Leinsamenschloim, dem etwas Rum oder Rotlnvein 'zugesetzt ist, einzugeben,
Bewegung der Thiere im Schritt ist im Beginn der Krankheit und nach Ausführung der Frottirungen und Wasserinfusionen zweckmässig, ebenso kann man ruhiges Niederlegen gestatten, doch ist das Wälzen der Patienten wegen der damit verbundenen Gefahr zu verhindern. Mit bestem Erfolge habe ich bei jeder mit grösserer Unruhe der Thiere beginnenden Kolik eine subkutane Morphium-injektion (Morph. hydrochlor. 0,30,6 ; 5,0 Aqu. dest.) ausgeführt, wenn die eben erwähnten allgemeinen Massnahmen keinen baldigen Erfolg hatten. Nach eingetretener Beruhigung muss dann je nach der besonderen Form der Kolik verfahren werden. Liegt Ueberfütterungskolik vor, so wird man Eingüsse von .schleimig-öligen Mitteln, oder die Verabreichung von Aloe (Extrakt. Aloes 16,020,0, Natr. sulfur. 250,0 Rad. Alth.) in Latwergenform verwenden. Dagegen wird man mit der Anwendung von Eserin (Dieckerhoff) (Physostigminum sulfurikum (^050,1:610 cem Wasser) oder Arecolin (F r ö h n e r) (Arecolinum hydro-bromikum. 0,060,080,01) vorsichtig sein und nur kleine Dosen verwenden müssen. Am ehesten würde noch Eseridin (Eseridin. tartar. 0,15-0,3) zu verwenden sein. Neuerdings wird von Di eck erb off auch Chlorbariuni ({raquo;,61,0 intravenös oder 6 10,0 per os) in Dosen je nach der Grosse der Thiere und je nach der Schwere der Verstopfung empfohlen.
Bei ausgesprochener Verstopfungskolik wird man neben Massage des Hinterleibs, Wasserinfusionen, massiger Bewegung, ausser Eserin, Arecolin und Chlorbarium auch Physostigmin (0,1) und Pilokarmin (0,3) kombinirt (nachEllen-berger) verwenden können. Ferner Ricinusöl in grossen Dosen (100,0400,0),
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oder Tart. stibiat. 6,0 Natr. Kiilfur. 256,0 Sem. Frenikul. et Rad. Alth. qu. s. f. Elektuarium. Dagegen ist die Anwendung von Kalomel und Krotonöl nicht ZU empfohlen, weil die Wirkung theils unsieher (Kalomel), thcils mit Gefahren (Kroton) (Magenruptur) verknüpft ist.
Sind Lageveränderungen des Darmes die Ursache dor Vei'stopfungs-kolik, so ist auf chirurgischem Wege vorzugehen, was jedoch wogen der unsicheren Diagnose selten geschieht. Eine Ach sondrehung der linken Kolonlagen kann nach Jelkmann vom Mastdarm aus manchmal beseitigt werden. Eine solche Drehung hat nach J. stattgefunden, wenn man vom Mastdarm aus mit der linken Hand unmittelbar vor dem IJeckenoingang in der Nähe des vierten Lendenwirbels den hinteren Gekrösstrang stärker gespannt, bei Berührung schmerzhaft und statt senkrecht in schräger Richtung von oben nach links unten feststellt. Bei starker Füllung der betreffenden Kolonlagon ist in der linken Flankengegend ein zweiter gespannter Strang die Bandstreifen der linken unteren Grimmdarmlage #9632;#9632; zu fühlen. Gegen diese Achsendrehung hat Jelkmann vorgeschlagen, mit der in das Rcktuni eingeführten linken Hand nach der linken Bauehwand vorzudringen und die hier liegenden linken Grimmdarmlagen mit den darunter gelegenen Mast-darmsehlingen nach vorn und innen zu schieben. Im Bereiche der Mittellinie angelangt, soll die Hand langsam nach oben geführt werden, worauf die obere Kolonlage mit der unteren über die Hand in ihre normale Lage zurückfällt. Durch die Führung der Hand nach oben sollen auch die disloeirton Mastdarmschlingen gehoben und so ermöglicht werden, dass die beiden Kolonlagen nach der linken unteren Bauehwand zurüekfallen können. Das Verfahren ist auch von anderen (Möller, Malkmus, Honert) mit günstigem Erfolge ausgeführt und wie die Berichte der bayerischen Militär-Veterinäre angeben schon vor 25 Jahren auch in Bayern angewendet worden, wobei der Erfolg durch Hochstellen des Hinter-theils der Pferde noch erleichtert wurde.
Bei vorhandener Krampfkolik wird man in vielen Fällen schon durch kräftige Frottirungen, warme Einhiillungen, Einroibungen mit Kampherspiritus, lau-wanno Wasserinfusionen und durch Anwendung warmer Eingüsse, bestehend aus schwarzem Kaffee mit etwas Rum odor Spirit, aethereus. Pfeffermünz und Fliedertheo, Leinsamenabkochung mit Zusatz von Nat. sulfur, u. dergl. zum Ziele kommen. In schwereren Fällen wird eine Morphiuminjektion ausgeführt. In ähnlicher Weise kann man auch bei der Windkolik verfahren; nur sind hier kalte Wasserin-fusionen (öfters wiederholt) und kalte ITebergiessungen zweckmüssiger als warme, daneben kräftige Massage des Bauches und ev. Aetherklystiere (1520,0 Aether in 2 Liter Wasser). In gefahrdrohenden Fällen wird man die Punktion des Dick-, darmes ausführen müssen, welche von aussen und neuerdings auch wieder vom liektum aus bewirkt wird. Im ersteren Falle wird meistens in der Mitte der rechten Flanke unter den üblichen Vorsichtsmassregoln (Abscheeren der Haare, Desinfektion) der Trokar, mit der Spitze nach dem linken Ellenbogen gerichtet, cingestossen. Nach Entleerung der Gase und Entfernung des Trokars schliesst man die Wunde mit Kollodium. Bei der Darmpunktion vom Rektum aus wird mit einem etwa ö cm langen und 2 cm dicken Trokart operirt. Ist der Verdacht gegeben, dass ein Wurmaneurysma die Ursache der Kolik ist, so wird die
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Behandlung symptomatisch sein und sich besonders auf Regelung der Diät beschränken müssen. Stärkere Abführmittel sind kontraindizirt, dagegen Kalomel, massige Bewegung, kalte Abreibungen, Wasserinfusionen zweckmässig.
Zeigt sich, dass Würmer die Kolik verursachen, so wird man Tart. stib. für sich (1015 g in einem Eimer Wasser) oder mit Natr. sulfurikum, oder Flores Cinae (100120,0) die Arekanus (70-100,0) verwenden können. Terpentinöl dagegen belästigt die Tbicre zu sehr.
Bei jeder länger dauernden Kolik wird auch die Nachkur von Wichtigkeit sein, um Recidive zu verhüten. Dazu gehört allmählicher Uebergang zur bisherigen Fütterung, vorsichtiger Gebrauch, Fortsetzung der Frottirungen bei zurückgebliebener erheblicher Verdauungsschwäche. Schliesslich wird man bei jedem kolikkranken Pferde In der Anwendung der Eingüsse sehr vorsichtig sein müssen.
Die Prophylaxis der Kolik ergiebt sich aus der Aetiologie. Vorsicht wird bei Fütterung der schwerverdaulichen Körnerarten erforderlich und ev. Vermischung mit Häcksel nöthig sein. Werden gut genährte Thiore mehrere Tage nicht zur Arbeit gebraucht, so ist zweckmässig sie zu bewegen und ihnen etwas Kleietrank zu geben.
Kolik bei anderen Thieron. Aussei- beim Pferde kommt Kolik gelegentlich noch beim Rind, Schwein und Hund vor.
Kolik des Kindes. Lagevoränderungen des Darms (Darminvagination und Darminkarceration) sind neben den beim Pferde angegebenen (Uoberfütteriing, Stenosen, Neubildungen, Konkremente) die häufigsten Ursachen der Kolik beim Rinde. Die Darmeinschiobungen werden auf angestrengte Thätigkeit in bergigem Terrain bei starker Darmperistaltik zurückgeführt, wobei dann leicht eine Darmschlinge in die andere sich einschieben kann. Darmoinklemmungen entstehen beim Rinde nach bestimmten Kastrationsmethoden, wobei die Samonstränge abgerissen bezw. abgedreht werden. Es kann dann entweder eine Darmschlinge in einen an der Bauchfellfalte des Samenstrangs entstandenen Riss gerathen, sich aufhängen und einklemmen (sog. Ueborwurf, innerer Bruch bei Ochsen), oder es schlingt sich der Samenstmng beim Zurücktreten in die Bauchhöhle um Dünndarmschlingen Darminkarceration durch sog. Verschnüren. Daneben können auch Risse des Netzes und Gekröses, des Zwerchfells, des breiten Mutterbandes, Verwachsung des Samenstranges mit der Bauchwand und Einsohiebung des Darms in eine zurückgebliebene Spalte die Inkarcerution liervorrufen. Vorwiegend beobachtet man diese Darmeinschiebungen jedoch bei Ochsen und im Gebirge.
Symptome. Bei den durch Erkältung, Verstopfung u. dergl. hervorgerufenen Koliken sind die Erscheinungen im Wesentlichen beim Rinde wie beim Pferde. Sind Darminvaginationen die Ursache, so treten plötzlich heftige und mehrere Stunden (612) andauernde Kolikerscheinungen auf, wobei trotz licftigem Drängen und angewendeter Abführmittel hartnäckige Verstopfung sich entwickelt, die Peristaltik vollkommen unterdrückt ist und nur im Beginne der Erkrankung dunkle, schleimige, manchmal mit Blut durchsetzte trockene Kothmassen entleert werden. Im weiteren Verlaufe zeigt sich etwas Tympanitis, der Puls wird klein und frequent, auch tritt Brechneigung ein. Verhältnissmässig langsam, meist nach 23 Wochen und zuweilen nach erneutem Kolikanfall tritt der Tod der Thiere ein. Nur in sehr
Sohneidemllhl, Vorgl. Pathologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 34
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seltenen Fällen ist auch spontuno Heilung beobachtet worden, wobei das invnginirte Dannstück nekrotisch abgestosseu und unter den Erscheinungen einer Peritonitis die getrennten Darmenden verwachsen. Das abgestossene Dannstück wird dann mit den Exkrementen nach aussen befördert. Aehnlich wie bei Danninvagination sind die Erscheinungen bei Darmi n k arceration, wobei meist in einer Woche der Tod eintreten kann.
Diagnose. Die durch Danninvagination und Danninkarceration hervorgerufenen Koliken des Rindes sind an dem plötzlichen Auftreten, dem schnellen Verlaufe mit zunehmender Verschlechterung des Zustandes, der hartnäckigen Verstopfung, der Druckempfindlichkeit des Hinterleibs erkennbar. Dazu findet man bei Darminkarceiation nach Exploration des Mastdarms meist eine faustgrosse Geschwulst in der Nähe des inneren rechten Bauchringes am Rande des Becken-einganges.
Therapie. Bei den einfachen Ueberfiitterungs- und Verstopfungskoliken ist die Behandlung im Wesentlichen wie beim Pferde. Sind Darminvaginationen die Ursache, so ist nur durch Laparotomie, Reposition oder Resektion der eingestülpten Theile Heilung möglich. Ebenso ist bei Darminkarcerationen entweder vom Rcktum aus (meist nur bei frischen Fällen erfolgreich), nachdem das Thier hinten hochgestellt ist, oder nach vorgenommenem Flankenschnitt möglich, den gespannten Samenstrang zu durchschneiden und das eingeklemmte Darmstück zu befreien. Um Recidive zu vermeiden, muss man den Stumpf des Samenstranges entfernen. Manchmal soll ein Zurücktreten des eingeklemmten Darms auch erfolgen, wenn man das Thier einen steilen Berg hinabgehen lässt oder dasselbe in die Rückenlage bringt und den Bauch knetet.
Kolik beim Schwein. Beim Schwein wird Kolik meistens aus gleicher Veranlassung wie beim Pferde beobachtet (Ueberfütterung, Aufnahme von Sand, viel Kleie, unverdau liebem Futter, Anwesenheit von Darmwürmern, beginnende Darmentzündung, Darminvaginationen). Die Thiere nehmen kein Futter auf, sind unruhig, stöhnen und ächzen zeitweise, verkriechen sich in die Streu und haben Verstopfung. Zur Behandlung reicht in den meisten Fällen warmer Stall, Abreiben des Bauches, Wasserinfusion aus. In erheblicheren Fällen giebt man Kalotnel (1 4,0).
Kolik beim Hunde. Auch beim Hunde kommt, wenn auch sehr selten, Kolik zur Beobachtung. Vielfach sind Anhäufungen von Futtermassen, Knochenstücken, fremden Körpern (Steine, Erde), Erkältungen, manchmal auch Achsendrehung des Magens (Kitt) die Ursache der Kolik. Von den Würmern kann besonders Tänia Echinokokkus (nach Hüll) Koliksymptome verursachen. Die Thiere sind dann sehr unruhig, laufen hin und her, logen sich oft und winseln viel. Die Behandlung muss sich nach den Ursachen richten. Vielfach genügt eine Priessnitz'sche Einwickelung, innerlich warmer schwarzer Kaffee mit etwas Opiumtinktur (1520 Tropfen).
7. Blinddarmentzündung. Typhlitis und Perityphlitis.
Beim Menschen wird durch die anatomischen Verhältnisse des Blinddarms und seines wurmförmigen Fortsatzes die Ansammlung von Fremdkörpern (Kirschkernen) und Kothmasscn und dadurch die Reizung des Blinddarms sehr begünstigt. Die entstandene Blinddarmentzündung kann auch auf das Bindegewebe der hinteren Wand (Perityphlitis) übergehen. Die Behandlung besteht vorwiegend im Auflegen einer Eisblase auf die Blinddarmgegend, Opiumtinktur und flüssiger Nahrung, vollkommene Buhe.
Bei Thieren (besonders beim Hunde) kommen Blinddarmentzündungen ebenfalls vor. Doch werden sie selten im Leben der Thiere diagnostizirt.
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8. Mastdarmentzündung. Proktitis1). Periproktitis.
Beim Menschen kommt eine Entzündung des Mastdarms (Proktitis) und seiner Umgebung (Periproktitis) vor durch Reize, welche angehäufte Kothballen, Fremdkörper, Würmer (Oxyuren) u. dgl. auf die Schleimhaut üben. Auch Störungen, welche den Kreislauf in dem unteren Hohlraum, besonders in der Pfortader, erschweren, können dazu führen; ebenso von benachbarten Darmabschnitten fortgeleitete Entzündungen. Zur Therapie genügt in den meisten Fällen die Eingiessung reichlicher Mengen warmen Wassers, dem man Desinficientien (Zinkum suifokarbolikum '/raquo;1 I 100) hinzugefügt.
Bei Thieren kommen akute und chronische MagendarmentzUndungen vor, im ersteren Falle oft mit Blutungen verbunden. Beim Rinde wird zuweilen auch eine enzootische Mastdarmentzündung beobachtet, wobei die entzündliche Reizung durch Kothmassen oder durch scharfe, reizende Stoffe in der Nahrung (Pflanzen von Moor-, Bruch- und Wald weiden, frisches Heu, Gewürzpflanzen) hervorgerufen und die Wirkung durch gleichzeitige körperliche Anstrengung (bei Arbeitsochsen) begünstigt werden soll. Früher (Rychner) sprach man dann vom sog. Rücken- und Lendenblut, wobei wohl auch oft Milzbrand die Ursache gewesen sein dürfte. Bei Pferden wird ein akuter Katarrh der Mastdarmschleimhaut öfters nach längerer Diarrhöe beobachtet, während eine chronische Entzündung durch die dauernde Reizung angehäufter Kothmassen oder eines vernachlässigten Magen-Darmkatarrhs entsteht.
Unter den Symptomen sind beim Rinde zu nennen: Empiindlichkeit in der Kreuzgegend, steife Haltung. Fieber, Unruiie, öfteres Drängen zur Kothentleerung, sparsame, mit Zwang verbundene Entleerung eines trockenen, festen, mit Blut gemengten oder auch mit blutigem Schleim umhüllten Kothes (Haubner), daneben ist die Schleimhaut des Mastdarmes heiss, geschwollen und mit blutigem Schleim bedeckt. Beim Pferde sind die Erscheinungen der chronischen Proktitis ähnlich. Die entzündlich geschwollene und geröthete Schleimhaut bedeckt sich im Verlaufe mehrerer Wochen mit Granulationsgewebe, die Darmwand verdickt sich und daneben zeigt sich auch Parese des Sphinkter ani, Schmerz in der Umgebung des Afters, unregelmässige Defäkation und mangelhafter Appetit (Dieckerhoff).
Der Verlauf der Proktitis ist beim Rinde meist günstig und endet nach 46 Tagen mit Genesung; nur in seltenen Fällen tritt tödtlicher Ausgang ein. Beim Pferde ist die Prognose ungünstig, da die Krankheit selbst bei sorgfältiger Behandlung mehrere Wochen zur Heilung bedarf.
Die Therapie ist im Wesentlichen wie beim Menschen. Infusionen von warmem Wasser, dem man Borsäure (20 0|o), Zinkum sulfo-karbolikum (1 0/o) oder Karbolsäure (quot;a 0/o) zugesetzt hat, sind neben innerlicher Anwendung von Abführmitteln und der Verabreichung von Kleie- oder Mehlwasser am besten. Beim Rinde sind auch kalte Umschläge auf Kreuz und Lenden empfohlen worden.
9. Verengerung, Erweiterung und Liüiinnng des Mastdarms und Afters. Bei Thieren kommen Verengerungen des Mastdarms durch narbige Schrumpfungen an der Schleimhaut, Neubildungen innerhalb und ausserhalb der Darmwand zu Stande Erweiterungen, welche nicht selten bei älteren Pferden gesehen werden, entstehen nach andauernder Verabreichung voluminöser Nahrung, bei Hunden nach habitueller Obstipation und bei Vergrösserung der Prostata. Lähmung des Mastdarms und Afters wird häufig in Verbindung mit Lähmung des Schweifes, zuweilen auch der Blase und der Hinterhand beobachtet. Quetschungen und Verletzungen der Kruppe, Erkrankungen der Dura mater spinalis, Peritonitis können die Ursache sein.
Symptome. Bei Verengerungen des Mastdarms ist die Defäkation verzögert Nach Erweiterungen des Mastdarms werden meist grosse Mengen Koth entleert, oft besteht daneben auch Inkontinentia urinae, es fliesst unausgesetzt Harn ab. Bei Erweiterungen des Mastdarms steht der After offen und die beim Athmen ein- und ausströmende Luft ver-anlasst ein lautos Geräusch. Lähmungen des Mastdarms erschworen im Beginne die Defäkation, später häufen sich die Fäces im Beckentbeil des Mastdarms und können freiwillig nicht entleert werden. Im weiteren Verlaufe wird auch Kolik (Verstopfungskolik) und Rückgang im Nährzustande beobachtet.
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i) ö itpmxTo;, After, Mastdarm.
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Therapie. Verengerungen wird man, wie beim Menschen, je nach den Ursachen operativ zu behandeln haben. Erweiterungen sind ebenso wie Lähmungen meistens sehr schwer wieder zu heilen und ist meist nur eine symptomatische Behandlung (Beseitigung der Verstopfung, manuelle Entleerung des Rektums) möglich.
10.nbsp; Hiimori'hoiden'). Phlebektasia hamorrhoidalis. Httmorrhoidalkrank-heit. Goldene Ader. Das Wesen der Hämorrhoiden besteht in der cylindrischen oder varikösen Erweiterung der Mastdarmvenen in Folge gehemmten Blutabflusses aus denselben und in den mit diesen Zustünden verbundenen örtlichen Beschwerden (Brennen, Jucken, Entzündung, Thrombose, Vereiterung der Knoten, Proktitis, Periproktitis, Fissur). Die zeitweise, besonders beim Stuhlgange, eintretenden Blutungen aus den erweiterten Gefässen waren Anlass für die Bezeichnung Hiimorrhoidenquot;, während die meist damit verbundene Erleichterung der Beschwerden zu dem Namen ,goldene Aderquot; führte. Auch spricht man von Schloimhiimorrhoiden'1, wenn schleimiges Sekret in Folge von Proktitis beständig oder zeitweise aus dem After abgeht und von blinden Hämorrhoidenquot;, wenn keine Neigung zu Blutungen vorhanden ist. Hämorrhoidalknoten (Varices httmorrhoi-dales) sind entweder nur einfache Varicen mit beuteiförmiger Ausstülpung der Mastdarm-schleimhaut oder der zarten Haut des Afterrandes, oder sie bestehen aus einem System kommunizironder Blutsäcke, welche durch Vereinigung mehrerer nach Schwund der sich berührenden Wände entstanden sind.
Die varikösen Erweiterungen sind gewöhnlich von chronisch entzündetem Bindegewebe umgeben, sie schwellen zeitweise durch stärkere Stauung (Druck von Kothmassen Ueberfüllung des Pfortadersystems bei Leber-, Lungen- und Herzleiden) und durch entzündliche Kongestion (Mastdarmkatanh, geschlechtliche Excesso) an und bilden dann bis wall* nussgrosse, schmerzhafte Geschwülste.
Die Behandlung besteht in Darmirrigationen mit kaltem Wasser, Verflüssigung des Stuhlgangs und Beseitigung der Abdominalplethora durch Bitterwasser, Brunnenkuren, nasse Abreibungen, Bauchmassage. Oertlich sind zur Beseitigung der Entzündung Bleiwasserumschläge, Sitzbäder, Kalomol, Jodoformsuppositorien (bei Fissura ani) zweckmässig. Bei grösseren Hämorrhoidalknoten ist chirurgische Entfernung erforderlich.
Bei Thiercn sind Hämorrhoiden bei Pferden und besonders bei Hunden beobachtet worden. Bei Hunden sind die Ursachen neben Stauungen im Pfortadersystem und allgemeinen Cirkulationstörungen auch der dauernde Gebrauch drastischer Abführmittel zur Beseitigung habitueller Obstipation, geringe Bewegung der Thiere, Würmer u. s. w. Die Krankheitserscheinungen sind mürrisches Benehmen, Rutschen auf dem Hinterthoile, Kratzen und Lecken am After, selbst wuthähnliches Benehmen; örtlich zeigen die Thiero lebhafte Schmerzen, und manchmal kann man einzelne bläuliche oder mehrere, kranzartig den After umgebende Geschwülstchen (Müller) nachweisen. Beim Pferde werden manchmal im Anschluss an grössore Hämorrhoidalknoten leichte Kolikerscheinungen beobachtet (Utz). .Dabei werden dunkle Blutgorinsel oder dunkles flüssiges Blut aus dem After abgesetzt.
Im weiteren Verlaufe kann es bei Hunden zum eiterigen Zerfalle und zur Throm-bosirung der Hämorrhoidalknoten kommen, wobei tödtlicher Ausgang durch Resorption septischer Stoffe möglich ist.
Therapie. In leichteren Fällen wird man durch kalte Klystiere, salinische Abführmittel (Karlsbader Salz, Bittersalz) zum Ziele kommen; wo sich grössere Knoten zeigen, wird man in chirurgischer Weise (Abbinden, Aetzen, Skarifiziien) zu verfahren haben.
11.nbsp; nbsp;Darmblutungen. Beim Menschen beobachtet man Darmblutungen bei örtlichen Erkrankungen der Darmwand (durch Fremdkörper, Geschwüre, Verletzungen, Geschwulstbildungen, Anourysmen, Neubildungen), sowie bei einzelnen Infektions- (Abdominaltyphus, Dysenterie, Syphilis, Morbus makulosus Werlhofii) und Organkrankhoiten (Leberkrankheiten, Respirationskrankheiten, Urämie), ferner gelegentlich bei Anwesenheit von Würmern, bei Vergiftungen (Sublimat, starke Abführmittel), bei Urämie und Purpura hämor-rhagika. Die Erscheinungen sind bei geringen Blutungen: Abgang blutiger mit Schleim gemischter Faces, in höheren Graden Zeichen schwerer Anämie (Ohnmacht. Schwindel) und ist die Prognose dann bedenklich. Zur Therapie ist zunächst Berücksichtigung des Grundleidens erforderlich; symptomatisch ist Bettruhe, Nahrungsenthaltung, Eisbeutel auf den Unterleib, Opium zur Beruhigung der Peristaltik zweckmässig. Bei Üilnndarmblutungen
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l) rj oijioppoi; pitu, Blutfliessen.
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Kranklioiten des Darmeraquo;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 533
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wird man ferner Ergotin subkutan (Extr. See. cornut. 1,0 Aqu. desHU. 5,0 Ae. carb. 0,1) oder Liqu. ferri sesqui chlor, innerlich (56 Tropfen in starker Verdünnung) versuchen können; bei Dickdarmblutungen event. Eiswasserinfusionen, welchen man Adstringention (Acidum tannikum 2: 1000,0, Arg. nitrikum 0,5 : 1000,0) hinzugefügt hat.
Bei Thiereu zeigen sich Darmblutungen aus ähnlicher und gleicher Veranlassung wie bei Menschen. Verletzungen des Darms, Geschwüre, erheblichere Darmentzündungen (Hundestaupe), venöse Stauungen, erhebliche Störungen in der Blutmischung sind die wichtigsten Ursachen. Daneben können Parasiten, Infektionskrankheiten (Milzbrand bei Pferden, Kindern und Schafen; Petechialfieber, Aphthenseuche, Septikämia hümorrhagika, rothe Ruhr, Gefiügelpest) und Vergiftungen (Arsenik, Phosphor, Kochsalz, Salpeter, Kanthariden, Niess-wurz, Karbolsäure, Tabak, Wolfsmilch u. s. w.) die Blutungen veranlassen. Die Erscheinungen sind wie beim Menschen. Die Behandlung ist neben Berücksichtigung des Grundleidens hinsichtlich der Anwendung von Arzneimitteln ebenfalls wie beim Menschen. Bei Pferden ist bei spontanen Darmblutungen auch Kali jod. (10,020,0 mit dem Trinkwasser zu verabreichen) empfohlen worden.
12.nbsp; Dai-niverengeriing und Darmversclilicssiing. Ileus1), Miserere8), Koth-brechen. Beim Menschen sind die wichtigsten anatomischen Ursachen der Darmverengerungen bezw. Darmverschliessungen: Geschwülste und narbige Strikturen, angeborene VerSchliessungen (am After), stagnirende Fäkalmassen, Fremdkörper (eingeklemmte Darmsteine), Innervationsstörungen mit nachfolgender Stuhlverstopfung, Darmeinklemmung (In-karceratio, Strangulatio intorna), äussere Hernien, Achsendrehuugen (Volvulus), Darmverschlingung, Darminvagination, Kompression des Darms durch Uterustumoron, Cysten, Neubildungen, Hyperplasien der Darmwand u. s. w. Bezüglich der Erscheinungen ist Darm-verengerung und Darmverschliessung zu unterscheiden. Bei Dannverengorung zeigen sich die Erscheinungen hochgradiger Verstopfung, daneben Meteorismus, Volle, Aufstossen, Uebelkeit und Kolikschmerzen. Bei Darmverschliessung sind die Erscheinungen stürmischer und neben Verstopfung, starker Auftreibung des Leibes beobachtet man heftige Kolik-erscheinungon, starke Uebelkeit, Erbrechen, wobei das Erbrochene bald Kothgoruch und kothige Beschaffenheit annimmt; schliesslich beobachtet man die Zeichen der Peritonitis und es kann der Tod in einigen Tagen erfolgen, wenn die Verschliessung nicht beseitigt werden kann. Im Urin viel Indikan, zuweilen auch Eiweiss.
Behandlung. Neben Opium zur Beruhigung der starken Peristaltik sind Massen-eingiessungen von lauwarmem Wasser, öftere Magenausspülungen anzuwenden, daneben Rioinusöl und je nach den direkten Ursachen in erheblicheren Fällen die Laparotomio erforderlich.
Bei Thieren ist das Wichtigste schon bei Besprechung der Verengerungen und VerSchliessungen des Mastdarms erwähnt worden. Die Ursachen sind meist dieselben wie beim Menschen, nur ist es viel schwieriger, im Leben der Thiere eine sichere Diagnose zu stellen. Beim Hunde kommen Verengerungen und Verschliessungon vorwiegend nach Stagnirung von Kothmassen, Aufnahme von Fremdkörpern, Knochen, nach Lageveränderungen, Lageverschiebungen und Kompressionen dos Darms vor, Die Erscheinungen sind in der Hauptsache wie beim Menschen (Meteorismus, Obstruktion, Kotherbrechen). Ebenso ist die Behandlung im Wesentlichen wie beim Menschen. In frischen Fällen ist auch Physostig-min subkutan angewendet worden. Die Nahrung muss leicht verdaulich sein (Milch, Graupensuppen, Reissuppen, geschabtes rohes Fleisch) und in kleinen Portionen verabreicht werden. Oft ist möglichst baldige Ausführung der Laparotomie das Beste.
13.nbsp; Neubildungen im Darmkanal. Beim Menschen. Zunächst sei bemerkt, dass Tuberkulose sehr häufig im Darm des Menschen vorkommt, durch Genuss tuberkulöser Milch (primär) oder am häufigsten durch Selbstinfektion in Folge Verschlucken der tuberkulösen Sputa (sekundär) hervorgerufen. Vorwiegend werden die Follikel und Pey er'sehen Haufen ergriffen. Ferner ist hereditäre Syphilis besonders im Kolon und Rektum recht häufig; seltener wird erworbene Syphilis im Darm (dann Dünndarm vorwiegend erkrankt) beobachtet. Ebenso kommt Aktinomykose besonders im Kolon und Cökum nicht selten vor. Von den echten Geschwülsten sind die gutartigen (Myome, Myo-adenome, Lipome und Angiome) im Ganzen selten. Dagegen stellen die primären Kar-cinome dio wichtigsten Darmgeschwülste dar. Dieselben, theils Cylindorepithelkrebse oder Gallertkrebso (besonders im Rektum) kommen vorwiegend an engen Stellen des Dickdarms
i) i eiXü\-, Dannzwang. *) Miser, elend.
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b'.iinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten ilor Vordauungsorgane.
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vor. Sekundäre Karcinome des Darms sind selten Ebenso sind Sarkome und Lipome im Ganzen selten. Besonders selten sind primäre Sarkümo, dagegen melanotische sekundäre häufiger.
Bei Thieren kommt beim Rinde primäre und besonders oft sekundäre Darm-tuborkulose vor. Die Infektion erfolgt durch Milch oder durch das mit den infektiösen Sputis der Nachbarkuh verunreinigte Futter. Sehr selten ist die Tuberkulose überhaupt, und Darmtuberkulose im Besonderen beim Pferde und bei der Ziege. Dagegen ist Darm-tuborkulose beim Schwein recht häufig, während wieder bei Hund und Katze Tuberkulose seltener ist. Sehr häufig ist Darmtuberkulose unter dem Geflügel und hier bei Fasanen, Hühnern, Papageien, Tauben, Gänsen u. s. w. beobachtet, wobei die Infektion recht oft durch Verzehren der Sputa tuberkulöser Menschen erfolgt.
Aktinomykose dos Darms ist bei Thieren sehr selten und nur gelegentlich sekundär (neben Leberaktinomykoso) beim Rinde beobachtet worden.
ferner kommen Lipome im Darm des Pferdes, Rindes und Hundes vor; ebenso sind Leioinyome im Darm der Pferde gesehen worden. Sarkome kommen als umschriebene, rundlich knotige Tumoren am Dünndarm beim Pferd und Rind vor und als in-filtrirto Neubildungen am Rektum des Rindes und Blind- und Hüftdarm des Pferdes. Die letzteren entwickeln sich von den Lymphknoten des Darms (Kitt). Im Blinddarm der Pferde kommen auch Melanosarkome nicht selten vor. Adenome und Adenokarcinome kommen im Ganzen selten vor und entwickeln sich dann aus den Lieberkühn'schen Drüsen. Im Darm des Rindes (Kitt) und im Kolon des Pferdes (Siedamgrotzky, Morot, Kitt) sind faustgrosse, blumenkohlartigo, zerklüftete Karcinome (Karcinoma fungosum, skirrhosum) beobachtet worden. Verhältnissmässig häufig kommen erbsen- bis apfelgrosse Karcinome am Rektum bezw. Anus der Hunde vor. Dieselben sind manchmal gestielt und zu zwei oder mehreren Geschwülsten vorhanden (Fröhner).
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14. Parasiten des Darmes.
Da die näheren zoologischen Angaben über die meisten der hier in Betracht kommenden Parasiten bereits Seite 257327 gemacht worden sind, so soll hier nur kurz darauf eingegangen werden.
Beim Menschen sind von den Protozoßn zu nennen: unter den Rhizopodcn Amoeba koli; unter den Infusorien Cerkomonas intestinalis, Cerkomonas koli, Trichomonas ntestinalis, Megastomum enterikum und Balantidium koli.
Ks ist bekannt, dass Protozoßn im Darm gesunder Menschen vorkommen können, ohne die geringsten Störungen zu verursachen. Krankhafte Voränderungen (Ruhr, Diarrhöe) rufen die oben genannten Protozoßn hervor, besonders wenn sie in grossen Mengen aufgenommen sind und vorhandene Darmkatarrhe die Wirkung begünstigen.
Ferner sei noch bemerkt, dass auch Psorospermion im Kothe des Menschen (von Virchow, Klebs, Eimer und Sydlowski) gefunden worden sind. Die Gebilde waren von ovaler Gestalt, doppolt kontourirt und bald gleichmässig mit einem grobkörnigen Inhalte erfüllt, bald durchsichtig, aber einen rundlichen feinkörnigen Ballen im Innern ein-schliessend.
Von Würmern, welche im Darm des Menschen beobachtet sind, wären zu nennen Plattwürmer (Piatodes): a) Bandwürmer (Cestoden): Tänia solium, Tänia saginata. Bothriocephalus latus, Tänia nana, Tänia fiavopunktata, Tänia kukumerina, Tänia madagas karensis, Bothriocephalus kordatus; b) Saugwürmer (Trematoden): Distomum krassunr Distomum heterophyes, Distomum hämatobium. Unter den Rundwürmern (Ncmathel minthen): a) Fadenwürmer (Nematoden\ Spulwürmer (Askariden): Askaris lumbrikoides Askaris mystax, Askaris maritima, Oxyuris vermikularis; Haarwürmer (Trichotrache liden): Trichocephalus dispar; Pallisadenwürmer (Strongyliden): Trichina spiralis, Anchy lostomum duodonale; Aeichen (Anguillulidae). Kratzer (Akantocephali) Echinochynchus gigas. Gelegentlich ist in den Fäces auch Distomum hepatikum und Distomum lanceo-latum beobachtet worden.
Bei Thieren sind folgende Parasiten zu nennen, deren pathologische Bedeutung bereits früher (S. 257327) erörtert ist.
Pferd. Unter den Protozoßn sind verschiedeno Arten (Entodinium valvatum, Entodinium bipalmatum, Diplodinium uncinatum, Diplodinium unifasciatum, Spirodinium equi,
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Krankheiten des Darmes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 635
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Tridinium) gelegentlich im Cükum und im Anfangstheile des Kolon gesehen worden, ohne dass dieselben pathogen waren. Nur in der Dickdarmschleimhaut eines Anatomiepferdes ist von Plosch ein zoologisch nicht genau bestimmter, von ihm Globidiiun Leuckarti benannter Parasit gefunden worden.
Unter den Cestoden, welche im Darm des Pferdes vorkommen, sind zu nennen: Tänia perfoliata und mamillana; unter den Nematoden: Askaris megalocephala'), Stron-gylus armatus und tetrakanthus, Oxyuris kurvula, vivipara und mastigodes; ferner werden noch genannt Filaria papillosa, Trichonema arkuata. Unter den Trematoden ist in Indien Amphistoma kollinsi und in Aegypten und in Guadeloupe Gastrodiskus Sonsinoi im Dünndarm der Pferde gesehen worden Ferner kommen im Magen und Darm der Pferde die Larven der Magenbremse (Gastrus, Gastrophilus) vor, zu deren Beseitigung Perron cito und Bosse Schwefelkohlenstoff empfehlen. Schwefelkohlenstoff wird in Dosen bis 20,0 mit 100,0 Bicinusöl und 100,0 Theeröl gegeben.
W i e d e rk il ue r. Von Bandwürmern sind zu nennen: Tiinia expansa, Titnia dentikulata und Tiinia alba beim Rind; Tänia expansa bei Schafen und Ziegen, Tiinia ovilla bei Schafen; von Spulwürmern: Askaris lumbrikoides beim Kinde; unter den Pallisadenwürmern: Strongylus radiatus, inflatus, ventrikosus und konvolutus. Dabei mag in Ergänzung der Angaben S. 321 erwähnt sein, dass man im Dünndarm des Rindes kugelige, glatte, etwas abgeflachte Knötchen in der glatten Schleimhaut gefunden hat, welche nicht tuberkulöser Natur waren, sondern kleine 11,5 mm lange Würmer enthielten (Helminthiasis nodularis), die für Dochmiuslarven (Ströse) gehalten werden und von Anchylostomum s. Dochmius bovis abstammen sollen.
Bei Schafen ist noch Kokcidium oviforme und Kokcidium perforans unter den Pro-tozoßn zu erwähnen; ferner Askaris ovis, Strongylus filikollis, Trichooephalis afflnis zu nennen.
Schwein. Unter den Protozoön sind zu nennen: Balantidium koli und Trichomonas intestinalis; unter den Spulwürmern; Askaris lumbrikoides; unter den Pallisadenwürmern: Strongylus dentatus (Sklerostomum dentatum) und Strongylus rubidus; unter den Nematoden: Askariä suilla,Trichinaspiralis;unterdenA.kantocephalen: Echinorrhynchusgigas.
Beim Hund. Unter den Protozoün: Kokcidium perforans; unter den Bandwürmern sind zu nennen: Tänia kukumerina (Larve im Hundefloh, Pulex seraticeps), Tänia serrata (Larve, Cysticerkus pisiformis in Leber, Lunge und Bauchfell der Hason und Kaninchen), Tänia marginata (Larve, Cysticerkus tenuikollis bei Wiederkäuern und Schweinen), Tänia coenurus (Larve, Coenurus cerebralis im Gehirn der Wiederkäuer), Tänia echino-kokkus (Larven, Echinokokkus polymorphus [Hülsenwurm] bei Herbivoren und beim Sehwein; Tänia serialis, der Tänia coenurus sehr verwandt, kommt beim Hunde neben T. coenurus vor, die Pinne (Reihenquese, Coenurus serialis) zeigt (nach Raillict) eine reihenförmige Anordnung der Köpfe (mit 2632 Hacken), wird bis hühnereigross und bewohnt das Bindegewebe der Muskeln, die Subkutis und das Bauchfell der wilden und zahmen Kaninchen, Feldhasen, Eichhörnchen und Biber; schliesslich kommen Bothriocephalusarten B. kordatus latus, fuskus vor, deren Larven bekanntlich in verschiedenen Fischen (Hecht, Barsch, Saibling, Lachsforclle, Seeforelle, Aalquappo) leben.
Unter den Spulwürmern ist Askaris marginata (nahe verwandt mit A. mystax), unter den Pallisadenwürmern Strongulus (Dochmius uncinaria) Trigoncephalus steno-cephalus, unter den Oxyuren Oxyuris vermikularis zu nennen; ferner seltener Heniistomum alatum im Dünndarm. Triohooephalus deprossiuskulus.
Bei der Katze sind folgende Parasiten im Darmkanal zu nennen: Tänia krassi-kolis, Tänia elliptika, Askaris mystax, Dochmius Baisami felis, Dochmius tubaeformis.
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i) Railliet beobachtete unter den Pferden einer grossen Fuhrgonossenschaft eine seuchenartige Erkrankung bei 250 Pferden in Folge Entwickelung von Askaris megalocephala. Bei einem an Wurmkolik gestorbenen Pferde wurden 1000 Exemplare des Parasiten gefunden. Die Untersuchung lehrte, dass die Thiere die Eier aus der ausschliesslich aus Torfmull bestehenden Streu aufgenommen hatten. Sowohl in den alten Torflagon dos Stalles, welche zwei Monate liegen blieben, wie auch im frischen Torfe wurden die Eier des Spulwurms, die Eier von Oxyurus equi, sowie Theile der Wurmbrut von Cysto-tilnien gefunden; im frischen Torfe waren auch lebende Embryonen von Nematoden vorhanden. Die Pferde waren ausserdem mit Sarkoptesräude behaftet. Zur innorliahsn Behandlung wurde zwei Wochen lang täglich in steigender Dosis 13 g arsenigo Siiuro verabreicht.
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Die Krankheiten der Verdnuungsorgane.
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Bei m Go f lügel sind zu nennen Bandwürmer: Tänia infudibiliformis (Huhn und Ente), T. lanceolata (Gans und Ente), T. kuneata, T. proglottina (die Larve in einer Schneckenart Limax cinereus), T. cesticillus, tetragona, kantania (Puten), krassula (Tauben), fasciata, setigera, trilineata, koronula, anatina (Ente [Larven, nach Schmidt, in der Cypris ovata, Süsswasserschnecke]), gracilis, sinuosa, megalops, konika, imbutiformis (Ente), tenuirortris (Gans und Ente), schlicsslich Botlniocephalus longikollis (Huhn). Ferner unter den Spulwürmern Heterakis (Asknris) intlexa, vesikularis, Dispharagus nasutus (Huhn), Heterakis makulosa (Tauben), Heterakis dispar (Giinse); unter den Pallisadenwürmern: Stiongylus tonuis und nodularis (Gans), Strongylus pcrgraciiis (Tauben). Ausserdem Trematodon: Distomum echinatum (Gans und Ente), oxycephalum, ovatum (Huhn, Gans), lineare, dilatatum, pellucidum, armatum, kommutatum (Huhn), kuneatum (Pfau); Monosto-mum mutabile (Gans), attenuatum (Gans), vorrnkosum (Huhn, Gans, Ente); Trichosoma tenuissimum (bei Tauben), Trichosoma kontortum (bei Enten); Filaria uncinata (Entenseuche).
15. Magen-Darmkatarrh beim Geflügel.
Beim Geflügel kommt neben der seuchenhaften Diarrhöe, der sog. Hühnercholera und Gregarinose auch ein einfacher mit Durchfall verbundener Magenkatarrh vor. Daneben werden jedoch auch (besonders nach Vergiftungen, Phosphor, Säuren) schwere Darmentzündungen beobachtet. Die einfachen Magendarmkatarrho kommen besonders bei jungen, feinrassigen Thieren oft gehäuft im Eitihjahr und Herbst vor. Die Ursachen sind meistens die allgemeinen: Erkältung, schlechte Stallungen, Aufnahme zu reichlicher, verdorbener oder schwer verdaulicher Nahrung. Sekundär wird Diarrhöe auch im Verlaufe der Tuberkulose und bei Parasiten beobachtet. Bei vorhandener Verstopfung, die oft auch nach voraufgegangener Diarrhöe eintritt, sind meistens reichlich aufgenommene Fremdkörper (b'edern. Steine, unverdauliche Stoffe aller Art), Parasiten (recht oft), angestaute Koth-inassen, Schwäche des Darmkanals in Folge unzweckmässiger Nahrung die Ursachen. Unter den Krankheitserscheinungen sind besonders zu bemerken: die Traurigkeit der Thiere, verminderte Futteraufnahme, zuweilen übler Geruch aus dem geöffneten Schnabel, weicher, schleimiger, weisslich oder grauweiss gefärbter Koth, welcher die Umgebung des Afters beschmutzt und oft anätzt.
Zur Behandlung ist zunächst die Regelung der Diät erforderlich. Man giebt den in einem gut gereinigten und warmen Stalle untergebrachten Thieren abgekochten Reis, Hirse, geröstete Gerste, gebackenen Zwieback, Hanf. Dabei habe ich meistens viel Erfolg gesehen, wenn nebenher Zwieback oder Weissbrod gegeben wird, dem 23 Tbeelötfel guter alter Rothwein zugefügt sind; in anderen Fällen Hess ich V'2 Tbeelötfel Tinkt. Rhei vin. aufschütten. 1st der Durchfall sehr heftig, so ist (nach Zürn) die Verabreichung von abgekochter Hafergrütze (15 g auf 1 Liter Wasser), Leinsamen (1:20 Wasser) zweckmässig, daneben wird Ferr. sulfur. (1 :100,0 im Trinkwasser) oder Tinkt. Opii (0,51,0) empfohlen. Bei einfachen Verdauungsstörungen bin ich meistens mit Tinkt. Rhei vin., die, auf Semmel oder Brod gegossen ('/laquo; Theelöffel), die Thiere freiwillig aufnehmen, am besten ausgekommen. Bei hartnäckiger Verstopfung werden Klystiere, Einführung von Sonden, die mit Ricinus-öl bestrichen sind, ferner innerlich Ricinusöl (12 Esslöffel) und Kalomel (0,050,1) zweckmässig sein. Ich benutzte meistens grössere Dosen Tinkt. Rhei vin. in der vorhin angegebenen Anwendungsform.
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VI. Krankheiten des Bauchfells. 1. Bauchfellentzündung. Peritonitis1).
a) Beim Men sell en. Mail pflegt die Entzündungen des Bauchfells in diffuse und cirkuni-skripte und in akute und chronische Formen eiii/.utheilen, wobei dann häufig
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i) Von mplttlvui = umspannen.
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Uebergiinge zwischen den verschiedenen Arten vorkommen. Beträgt die Dauer 46 Wochen, so spricht man von subakuter Peritonitis, während bei akuter 24 und bei chronischer eine längere Dauer als 6 Wochen angenommen wird.
Akute Peritonitis.
Aetiologie. Als die eigentlichen Erreger einer Bauchfellentzündung hat man fast ohne Ausnahme Spaltpilze anzusehen, wobei eine Reihe von Umständen {Erkältungen, Verletzungen, chronische Krankheiten), durch Herabsetzung der Widerstandsfähigkeit des Bauchfells prädisponirend wirken, oder (wie bei Entzündungen, Durchbruch von Baucheingeweiden, Infektionskrankheiten, Stössen, Schlägen, Bauchwunden, Erkrankungen der weiblichen Genitalien) die Eingangspforte für das Eindringen der Infektionserreger in den Bauchfellraum erzeugen. Bei Neugeborenen dringen Infektionserreger oft von der Nabelwunde ein. Dahei können verschiedene Spaltpilze (Streptokokkus pyogenes, Staphylokokkus pyogenes albus, Staphylokokkus pyogenos aureus, Bakterium koli kommune, Fränkelscbo Pneumoniekokkus, Typhusbacillen, Tuberkelbacillen, Bakterium laktis aerogenos) und gelegentlich auch Bakteriengemische die Ursache sein. Rein chemisch wirkende Substanzen dürften nur selten in Frage kommen. Eine sogen. Perforations- oder Pcrforati v peri ton itis entsteht, wenn nach vorangegangener Entzündung der Wand eines Eingeweides oder der Bauchdecken eine freie Verbindung mit dem Peritoneal räum eintritt. Manchmal steht Peritonitis direkt mit gleichzeitig bestehenden Infektionskrankheiten (Masern, Scharlach, Erysipel, Pocken, Diphtherie) oder mit geschwürigen Erkrankungen des Digestionstraktus, die bis auf die Serosa fortgeschritten sind, im Zusammenhang, Sehliesslich kommt Peritonitis auch im Verlaufe des akuten Gelenkrheumatismus, akuter und chronischer Nephritis vor.
Symptome und Verlauf. Bei der akuten diffusen Peritonitis ist die Haupterscheinung ein heftiger, schneidender, anfangs begrenzter, später über den ganzen Bauch verbreiteter und anhaltender Schmerz, der zeitweise zunimmt und bei Bewegungen, leisem Druck ganz erheblich gesteigert wird. Daneben zeigt sich Uebelkeit, Erbrechen, Aufstossen, hohes Fieber, Auftreibung des Leibes (Meteorismus) in Folge Gasanhäufung im Dann. Nur selten und bei sehr geschwächten Personen, fehlt der Schmerz. Ferner wird das Zwerchfell bis zur fünften Rippe und höher hinaufgeschoben; der Dämpfungsbezirk der Leber, welcher in die sog. Kantenstellungquot; gedrängt wird, ist verkleinert. Es besteht ausserdem wegen der Parese #9632;der Muskularis meistens Verstopfung, selten Durchfall, Oberflächliche Athmung mit dem oberen Theile des Brustkorbes und Harnverminderung. Das Allgemeinbefinden ist wogen des Fiebers, des Schmerzes und der Schlaflosigkeit sehr beeinträchtigt. Das Sensorium bleibt meistens frei. Der weitere Verlauf ist meistens ungünstig und in der Regel ist schon in 26 Tagen der Tod eingetreten. In seltenen Fällen erfolgt Ueborgang in die chronische Form oder in Heilung. Ist die Peritonitis eine fortgepflanzte Endo- oder Perimetritis, so ist die Prognose günstiger, Schmer/ und Meteorismus sind geringer. Der ungünstige Ausgang tritt meist in der zweiten Krankheitswoche ein.
Bei der akuten eirkumskripten Peritonitis sind die örtlichen Erscheinungen im Wesentlichen wie bei der diffusen, nur beschränken sich Schmerz
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J38nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Verdauungsorganc.
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uiicl Druckempfindliclikeit auf eine bestimmte Stelle (meist Bliiuklarmgegend) und Fieber, Moteoristnus, Erbrechen sind weniger heftig. Beim Vorhandensein eines abgesackten flüssigen Exsudats ist Fluktuation nachweisbar. Der Verlauf ist meistens chronisch und kann günstig enden, wenn eine Entleerung des Eiters nach aussen erfolgt. Die Prognose wird durch die Gefahr beeinflusst, class der Eiter In den Bauclifellraum durchbrechen und allgemeine Peritonitis hervorrufen könnte.
Anatomischer Befuiul. Man kann unter den anatomischen Veränderungon und je nach der Natur des flüssigen Exsudates eine Peritonitis sikkn (fibrinosa) und eine Peritonitis exsudativa (humida, fluida) unterscheiden, wobei im letzteren Falle wieder eine seröse, eiterige, stinkende oder jauchige, und eine hämorrhagische Beschaffenheit des Exsudats (Perit. serosa, purulcnta. putrida, hämorrhagika) vorhanden sein kann. Bei der P. sikka kann eine Verklebung der einander zugekehrten Theile, bei der serösen eine Auflagerung von Flocken und Pseudomem-bnmen stattfinden; in anderen Fällen kann auch eine Aufsaugung der serösen Ergüsse stattfinden, wobei dann nur festere Bestandtheile in gelben, bröckeligen Massen zurückbleiben. Die fibrösen Verklcbungen können im Laufe der Zeit in feste Narben übergehen und Verlagerungen der Beckenorgane und Darmschlingen bewirken. Im letzteren Falle sind es chronische Formen der Peritonitis. In den Exsudaten ist Eiweiss stets in grosser Mengen vorhanden, auch der Gehalt an Fibrin ist ein verhältnissniässig grosser. In rein akuten Fällen ist Gefäss-injektion, geringere oder stärkere Auflagerung von Faserstoff, Blutaustritt, sowie schliesslich auch Eiterbildung auf der getrübten und rauhen Serosa nachzuweisen.
Therapie. Bei Perforationsperitonitis ist chirurgische Behandlung erforderlich; ebenso sind akute und chronische Abscesse, zu deren Diagnose ev. Probepunktion vorgenommen werden kann, chirurgisch zu behandeln. In allen anderen Fällen ist zunächst innerliche Verabreichung von Opium (0,05 Extrakt. Opii) oder Opium-tinktur per Clysma erforderlicli. Daneben haben die örtliche Anwendung von Eis (wo diese nicht ertragen werden: heisse Tücher) oder Priessnitz'sche Umschläge meist eine gute Wirkung; bei heftigen Schmerzen und Erbrechen sind Morphiuminjektionen (0,3 :10,0), Fruchteis, Eisstückchen, bei Kollapserscheinungen Wein, Champagnei', Kampherinjektionen zweokmftssig, Schliesslich dürfte nach neueren Erfahrungen vielleicht auch bei akuter allgemeiner Peritonitis die chirurgische Behandlung (Laparo-lomie, Desinfektion der Bauchhöhle mit oder ohne nachfolgender Drainage) in manchen Fällen noch ein Weg zur Rettung der Patienten sein.
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Chronische und tuberkulöse Peritonitis.
Aotiologic. Die chronische, nicht tuberkulöse Peritonitis ist im Ganzen selten und kommt nach chronischen Herzfehlern, Stauungsascites, nach schweren (ulccrati.ven) Darmprozesseu, und nach akuter Peritonitis vor. Die häufigste Form der chronischen Peritonitis ist die tuberkulöse, welche in vielen Fällen durch Fort-leitung des tuberkulösen Prozesses von dor Pleura oder von tuberkulösen Nachbar-organen entsteht; bei Frauen zeigt sich tuberkulöse Peritonitis oft im Anschluss an Tuberkulose der Genitalorgane.
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Krankheiten des Bauchfells,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;539
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Symptome. Die Krankheitserscheinungen entwickeln sich viel allmählicher und schleichender als bei der akuten Peritonitis; der Schmerz ist massig, Meteoris-mus geringer vorhanden; bei tuberkulöser Grundlage ist dauernd geringes Fieber vorhanden.
Therapie. In vielen Fällen sind Einpinsolungen mit Jodtinktur, Einreibungen von Ung. cinereum (12,0 täglich) sowie innerliche Verabreichung von Jodkalium und Jodeisen (Syrupus ferri jodatus) von Nutzen. Die Krankheit heilt bei Ruhe und entsprechender Diät sehr häufig. Ebenso werden diuretische Mittel (Kalomel Sacchari ää 0,3; Diuretin, Kalium acetikum) bei reichlichen Exsudaten zweckmässig sein; vielleicht ist auch chirurgische Behandlung (Entfernung der Exsudate, Offenhalten der Bauchwunde mit Anwendung der Jodoformgaze) bei tuberkulöser Peritonitis von Nutzen.
b) Bei Thioren. Wie beim Menschen, so unterscheidet man auch bei Thieron eine akute und eine chronische Peritonitis ; ferner je nach der Ausbreitung eine cirkumskripte und diffuse, je nach der Entstehung eine primäre, sekundäre, traumatische, pyämische, septische u. s. w. Peritonitis. Eine akute Peritonitis wird bei allen Haus-thieren beobachtet. Vorwiegend erkrankt jedoch das weibliche Rind am häufigsten, nicht zum mindesten, weil hier häufig von den inneren Genitalien (beim Geburts-akt entstandene) Entzündungen oder tuberkulöse Erkrankungen auf das benachbarte Peritoneum fortgeleitet werden. Hinsichtlich der Vulnerabilität des Peritoneum s ist jedoch zu bemerken, dass das Bauchfell des Pferdes am empfindlichsten ist, dann würden die Wiederkäuer, Fleischfresser, Schweine und Geflügel folgen. (Ueber den Verlauf des Bauchfells vergl. Schneidemühl, Lage der Eingeweide bei Hausthieren, II. Aufl. 1894.)
Akute Bauchfellentzündung. Peritonitis akuta. Aetiologie. In der Hauptsache sind die Ursachen der Peritonitis bei Thieren dieselben wie beim Menschen. Dass eine akute primäre Peritonitis lediglich durch Erkältung (Aufnahme kalten Getränks, starke Abkühlung der Bauclulecken) entstehen kann, wie noch numchmal behauptet und in Lehrbüchern erwähnt wird, muss als unrichtig bezeichnet werden. Solche Erkältungenquot; können nur prä-disponirendo oder Hilfsursacheu sein, wobei dann spezifische Organismen als direkte Ursachen hinzutreten. Dagegen koiamt eine akute Peritonitis nach ponetrirenden Wunden der Bauch wand, bei Pferden oft nach Kastration, Operation der sog. Samenstrangfistel und bei Hernien vor. Ferner nach Rupturen und Perforationen immer vom Bauchfell überzogener Organen, nach Durchbruch von Abscessen, nach Hineingelangen von Parasiten (Askariden, Echinokokken, Distomen), welche die von ihnen durchsetzten Organe (Darm, Leber) durchbohrt haben. Schliesslieh können fortgcleitete Entzündungen aller Art (von den Bauchdecken nach Kontusionen, vom Magen, Dann, Leber, Nieren und Geschlechtsorganen, wie auch vonraquo; Brustfell aus) eine Poritonitis herbeiführen. Verhält nissmässig selten werden me-tastatische Bauchfellentzündungen oder solche im Anschluss von Infektionskrank-
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540nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Verdauungsorgane.
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lieiton boobaehtet. Bei Kälbern sah ich oft akute, schnell tödtlich endende Peritonitis nach Nabelinfoktion auftreten. Beim Geflügel wird ebenfalls vorwiegend eine sekundäre Peritonitis nach Magen- und Danuperforationen, Ruptur des Eileiters, Einwanderung von Parasiten in die Bauchhöhle (Milben, Ecliinorhyncben, Tänien) sowie im Verlaufe von Operationen (besonders nach Kastration) beobachtet.
Symptome. Auch hinsichtlich der Krankhoitserscheinungeu kann auf das beim Menschen Gesagte Bezug genommen werden. So sind zunächst dio Schmerz-äusserungen in mehr oder weniger erheblichem Grade schon beim Beginne der Erkrankung vorhanden oder wechseln, je nach dem zu Grunde liegenden Primärleiden. Bei Pferden beobachtet man entweder Kolikerscheinungen oder die Thiere sind nur dauernd unruhig, scharren mit den Füssen, sehen sieh nach dem Hinterleiho inn, stöhnen öfters und legen sich häufig nieder, schlagen auch gegen den Bauch, wedeln viel mit dem Schweife. Daneben ist der Appetit vermindert. Pulse und Athemzüge vermehrt (manchmal Dyspnoe in Folge Erkrankung und Parese des Zwerchfells, Hervorwölbung desselben nach der Brusthöhle in Folge des Moteo-rismus), Fieber vorhanden und Verstopfung zugegen. Ferner zeigen die Thiere beim Druck auf den gespannten und meist aufgetriebenen Hinterleib, gelinden oder stärkeren Schmerz. Auch beobachtet man öfters Harndrang, während in der Regel nur selten Harn entleert wird. Bei Peritonitis nach Zerreissung des Mastdarms kann sich ausgedehntes subkutanes Emphysem entwickeln. (Friedberger.) In Folge Miterkrankung des Serosa des Magens und der Muskulatur der Kardia (verbunden mit Parese) hat man bei Pferden neben Singultus (in Folge Zwerchfellerkrankung) auch Erbrechen beobachtet. Danehen ist, wie beim Menschen, das Allgemeinbefinden schwer beeinträchtigt; die Thiere sind sehr hinfällig, theilnahm-los und zeigen öfters Muskelzittern. Beim Rinde sind die charakteristischen Erscheinungen im Allgemeinen schwerer nachweisbar als beim Pferde; man beobachtet allmähliche UmfangsVermehrung des Bauches, der auf Druck mehr oder weniger schmerzhaft ist, daneben Verstopfung, kleiner Puls, matter Blick, und, wie beim Pferde, steife Körperhaltung. Hunde zeigen grosso Unruhe, stöhnen und heulen und empfinden meist schon erheblichen Schmerz bei leisem Druck auf die Bauchwand, daneben Meteorismus, tympanitischer Schall der aufgetriebenen Darmabschnitte, schmerzhafte Defakation, Fieber und Pulsfrequenz. Im weiteren Verlaufe Dyspnoe, Verstopfung, Erbrechen und vollständige Appetitlosigkeit. Beim Geflügel sind die Erscheinungen wie beim Hunde.
Der Ausgang ist bei den einzelnen Thioren verschieden. Bei Pferden, wo die Dauer einen Tag (bei Porforationsperitonitis) und 12 Wochen betragen kann, ist der Ausgang verschieden; in den meisten Fällen jedoch ungünstig. Beim Rinde kann sich die Dauer der Erkrankung einige Tage und, beim TJebergang in den chronischen Zustand, mehrere Wochen hinziehen. Der Ausgang ist viel häufiger günstig, als beim Pferde. Selten verläuft bei Hunden die akute partielle Peritonitis tödtlich, während die diffuse fast regelmässig in zwei Tagen, spätestens in einer Woche letal verläuft.
Anatomischer Befund. Die anatomischen Veränderungen weichen von den beim Menschen angegebenen nicht wesentlich ab. Neben der gerötheten im späteren Verlaufe glanzlosen Serosa findet man bei der diffusen Peritonitis die
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Krankheiten des Bauchfells.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; bit
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Formen des Exsudats, das beim Pferde und Rinde im serösen und serofibrinösen Zustande 40 Liter und mehr betragen kann. Nach theilweiser oder vollständiger Resorption treten auch bei Thieren häufig Verwaclisungen der Bauehfellblätter ein, wobei nach Bildung einzelner bindegewebiger Stränge und Bänder Verlagerungen, Dehnungen, Zerrungen und Verengerungen einzelner in der Bauchhöhle gelegener Organe bezw. einzelner Tlieile derselben eintreten können. In höheren, längere Zeit bestandenen Erkrankungen ist dann auch die Dannwand und ev. auch Magen-wand und Zwerchfell mit erkrankt; die Wand ist verdickt, durchfurcht, mürbe in Folge direkter Entzündung und Eintritt ödematöser Erkrankung. Bei der cirkum-skripten Peritonitis beobachtet man manchmal Absackung und Eintrocknung des Exsudats zu einer käsigen, mörtelartigen Masse.
Bei Hunden ist das Exsudat meistens von mehr eiteriger und jauchiger Beschaffenheit, auch sind die diffusen Erkrankungen häufiger, als die cirkumskripten. In schnell tödtlieh verlaufenen Fällen ist das Peritoneum stärker injizirt, getrübt,, sammtartig. In höheren Graden sind die Veränderungen wie beim Menschen bezw. wie beim Pferde. Die Magen- bezw. Darmwand ist meistens miterkrankt. Bei der diffusen Peritonitis erfolgt der Tod meistens schon im ersten Stadium.
Diagnose. Eine Verwechselung der akuten Peritonitis mit anderen Krankheiten kann bei Thieren leicht vorkommen. Kolik, Enteritis, Ascites, Pleuritis,, selbst Pneumonie und Ascites können die Ursache der Verwechselung sein. Es wird deshalb eine sehr genaue Untersuchung des Bauches, durch Auskultation, Perkussion und Palpation, ev. auch vom Rektum aus, um durch manuelle Prüfung die Empfindlichkeit der Bauchdeckeu festzustellen, erforderlich sein, um Irrthümer zu vermeiden.
Therapie. Auch hinsichtlich der Therapie der akuten Peritonitis kann auf die Angaben beim Menschen verwiesen werden. Die Verwendung von grauer Salbe zu Einreibungen wird, wegen der Gefahr der Vergiftung, nur bei Pferden und Hunden, nicht bei Rindern, möglich sein. Dagegen sind die manchmal noch üblichen starken Abführmittel als durchaus irrationell zu vermeiden; nur kleine Dosen Kaloniel können zweckdienlich sein. Empfohlen werden auch reizende und ableitende Einreibungen mit Sonföl oder Terpentinöl. Am meisten Aussicht dürfte auch bei Thieren noch die frühzeitige Ausführung der Laparotomie mit nachfolgender Entleerung dos Exsudats und Desinfektion (mit Borsäure, Salicylsäure, Lysol) haben. Einspritzungen von Lugol'scher Jodlösung dürften weniger Erfolg haben. Man kann die desinfeciren-den Lösungen auch ohne Laparotomie durch eine starke Trokarhiilse infundiren. Natürlich wird in jedem Falle von Peritonitis das Gnmdleiden festzustellen und besonders zu behandeln sein (Behandlung einer eitrigen Metritis odor Cystitis, Herniotomie bei eingeklemmten Brüchen, Eröffnung von Abscessen). Bei starker Flüssigkeitsansammlung kann neben der Punktion auch die Anwendung der diu-retiseben Mittel (Strophantus, Tinkt. Juniperi, Liquor Kalii acetici, Koffein) erfolgen. Bei hochgradiger Schwäche Kampherinjektionen und bei erheblichem Fieber kalte Einwickelungen, Wein,
Bei Hunden werden anfänglich neben kalten oder feuchtwarmen Einwickelungen auch starke Hautreize auf, die Bauchdecken (Senföl mit Baumöl; Kollod.
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Kantlmridat. 16,0; 01. Sinnpi.s 2,0 Spirit. 50,0) angewendet. Daneben, wie bei den grossen Hausthieren, lauwarme Wasserinfusionen in das Rektum.
Chronische Bauchfellentzündung. Peritonitis ehrenika.
Aetiologie. Chronische Peritonitis kommt am häufigsten beim Rinde, dann beim Hunde, seltener beim Pferd und Schwein zur Beobachtung. Beim Pferde entsteht sie manchmal nach der Kastration, nach Darmperforationen, Ab-Scessen in den Bauchorganen, bei lokaler und gencralisirter Entwickelung von Sarkomen und Karcinomen. Beim Rinde kann die chronische Peritonitis aus der akuten hervorgehen oder sich im Anschluss an die von der Haube aus durchgedrungenen und das Bauchfell ständig reizenden spitzen Fremdkörper selbständig entwickeln. Sehr häufig handelt es sich beim erwachsenen und jungen Rinde um eine chronisch tuberkulöse Peritonitis; bei Kälbern zeigt sich chronische Peritonitis nicht selten nach Nabelinfektionen, besonders wenn die Thiere nicht aufgezogen und wegen baldiger Abschlachtung nebenher längere Zeit auf dem kalten und unsauberen Stallboden liegen gelassen werden. Beim Rind und Schwein können dann neben Tuberkulose auch Sarkome und Karcinome und bei allen Thieren fortgeleitete Entzündungen (von Darm, Magen, Leber, Nieren, Uterus) die Veranlassung zur chronischen Peritonitis werden.
Symptome, Verlauf, Ausgang. Die Krankheitserscheinungen entwickeln sich sehr langsam, schleichend und sind weniger heftig als bei der akuten Peritonitis. Besonders beim Rinde ist die allmählich eintretende und bestehenbleibende Auftreibung des Hinterleibes häufig ein Zeichen von chronischer, besonders tuberkulöser Peritonitis. Daneben ist die Fresslust unterdrückt und oft Diarrhöe vorhanden. Beim Pferde zeigen sich auch manchmal leichte Kolikzufälle und massiges Fieber. Beim H u n d e ist eine Unterscheidung von Ascites meistens nicht möglich.
Therapie. Die Behandlung wird sich nach dem Grundleiden richten und, z. B. bei Tuberkulose, ziemlich aussichtslos sein. In allen anderen Fällen wird man in ähnlicher Weise wie bei der akuten Peritonitis zu verfahren haben und beson-#9632;ders die baldige Ausspülung der Bauchhöhle; (besonders bei kleinen Thieren) mit Desinficientien, verdünnten Jodlösungen (verdünnte Lugol'sche Lösung) ausführen hönnen.
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2. Bauchhöhlen-wassersucht. Ascites. Hydrops ascites.
Hydrops peritouei.
a) Beim Menschen.
Wesen und Definition. Als Ascites bezeichnet man die entzündungslose
Ansammlung eines serösen Transsudats in der Bauchhöhle, in ähnlicher Weise wie
man Ansammlungen im Unterhautbindogewebe als Anasarka, in der Pleurahöhle
als Hydrothorax, im Perikardialraum als Hydroperikardium bezeichnet, die sämmtlich
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i) aoztTraquo;); Adj. zu d 04x0$, Schlauch; sc. u8ilt;u,|'.
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Krankheiten des Bauchfells.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 543
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ätiologisch und genetisch meist im Zusiimmenhaug stehen. Nicht immer lässt sich Ascites und Peritonitis scharf von einander trennen, weil beide ineinander gegenseitig übergehen können.
Aetiologie. Die Grundursachen bestehen entweder in abnormer Erhöhung des Blutdrucks oder in ungewöhnlicher Durchlässigkeit der Gefässwände, dabei können die Cirkulationsstörungen entweder örtlicher Natur sein (im Abdominalrauni entstehen) oder mehr allgemeiner und vom Centrum des Blutkreislaufs ausgehen. Von örtlichen Störungen sind zu nennen: Störungen im Pfortaderkreislauf (Cirrhosc oder Syphilis der Leber, Pfortaderversehliessung durch Kompression, Neubildungen, chronische Peritonitis, Tuberkulose des Peritoneums), von allgemeinen Störungen chronische Nieren-, Lungen- und Herzkrankheiten. Ferner öftere und schwere Blutverluste, Dysenterie, Morbus makulosus Werlhofii, bei Neugeborenen nach Erkrankung der Leber und Milz. Man unterscheidet zuweilen noch eine Ascites chylosus, wenn die Lymphe sich in den Bauchfellraum ergiesst, und Ascites adiposus, wenn das Transsudat sehr fetthaltig ist.
Symptome. Bei stärkerer Ansammlung von Wasser (man findet 1520 Liter) ist der Leib aufgetrieben und in schwereren Fällen zeigt sich Athemnoth, Verstopfung und Harn Verminderung, manchmal Erbrechen und Singultus, Oedem lt;ler Genitalien und der Beine. Die erweiterten Hautvenen sind als kleine Stränge erkennbar. Der weitere Verlauf hängt von dem Grundleiden ab.
Anatomischer Befund. Die vorgefundene Flüssigkeit ist bald klar oder durch Blutbeimischung gelblich gefärbt, zuweilen milchig getrübt durch Zerreissung von Chylusgefässen (Ascites chylosus) oder durch Beimengung fettig entarteter Zellen bei Krebs des Bauchfells. Bestand Ascites längere Zeit, so zeigen sich an dem Peritoneum Trübungen und Verdickungen, auch kleine Granulationen; ebenso ist manchmal Druckatrophie an Leber, Milz, Nieren und Bauchmuskeln nachweisbar.
Diagnose. Eine Verwechselung ist möglich mit exsudativer Peritonitis und Ovariencysten.
Therapie. Die Behandlung richtet sich je nach dem Grundleiden; und je nach der Natur desselben wird man Herztonika, Drastika, Diuretika oder Diaphore-tika neben der Punktio abdominis (wobei 510 Liter in dringenden Fällen auf einmal entleert werden können) anzuwenden haben; auch Faradisation der Bauchdecken, Flanellbandagen sind versucht worden.
b) Bei Thieren.
Ascites kommt gelegentlich bei allen Hausthieren, einschliesslich des Geflügels vor. Am meisten bei sehr jungen und sehr alten Hunden, ferner beim Schaf, Rind, jedoch Ziege und im Ganzen selten bei Pferden.
Aetiologie. Im Wesentlichen sind dieselben Umstände bei der Entstehung des Ascites der Tbiere vorhanden, wie beim Menschen; nur kommt bekanntlich Syphilis nicht vor. In seltenen Fällen können, wie in Lehrbüchern noch angegeben wird, auch tuberkulöse Gekrösdrüsenerkrankungen Ascites bedingen. Manchmal beobachtet man auch Ascites im Verlaufe von Wurmkrankheiten, wobei dann Leberoder Darmerkrankungen Ursache der Störungen sind, welche zu einer Schwäche und grösseren Durchlässigkeit, der Gefässe Veranlassung gegeben haben. Im
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Uebrigcii können wie beim Menschen, Kurcinome, Sarkome und Tuberkulose des Peritoneums Ursache der Ascites werden. Manchmal (Friedberger-Fröhner, Müller) kann jedoch bei Hunden ausgebreitete Karcinomatose der Bauchorgano und des Bauchfells bestehen ohne eine Spur von Ascites.
Symptome. Die Krankheitserscheinungen sind gleichfalls im Wesentlichen, wie beim Mensehen: Unifangsvermehnuig des Bauches (die beim Hunde Birnenform annimmt), Fluktuationsgeriiusch bei der Auskultation, sobald an der entgegengesetzten Seite ein kurzer Druck auf die Bauchwandung ausgeübt wird, dumpfer (leerer) Schall bei der Perkussion, beschleunigtes und vermehrtes Athmcn. Daneben zeigt sich verminderte Fresslust, blasse, feuchte Schleimhäute, glanzloses Haar, verzögerte Defäkation, und im weiteren Verlaufe zunehmende Schwäche, Dekubitus sowie (in Folge Parese dos Sphinkter vesicae) unfreiwillige Urinentleening. Hundesitzen gerne und bewegen sieb ungern. Die Dauer der Erkrankung kann Monate und selbst ein Jahr und mehr betragen, dabei entwickelt sich dann gleichzeitig Anasarka am Euter, Hoden, Beinen, Unterhauch und die Thiere gehen unter zunehmender Schwäche, eintretender Diarrhöe, an Herz- oder Lungenlähmung zu Grunde. Die Prognose ist demnach meistens zweifelhaft und hängt von der Natur des Grundleidens ab.
Anatomischer Iteiund. Man findet die in der Bauchhöhle angesammelte Flüssigkeit, welche beim Pferde 130170 Liter, beim Hunde 1020 Liter betragen kann, von klarer, gelber, getrübter oder röthlicher Farbe mit einem Eiweiss-gehalt von 3,5 0o (beim Hunde, Friedberger-Fröhner) und einem spezifischen Gewicht von 1012. Alle übrigen Veränderungen entsprechen den beim Menschen angegebenen.
Diagnose. Eine Verwechselung ist besonders beim Hunde möglich mit akuter und chronischer diffuser Peritonitis, mit Fettbauch, übermässiger Füllung der Blase, Meteorismus, mit Gravidität und Urinansammlung in der Bauchhöhle nach Ruptur der Blase, daneben bei anderen Thieren (Kühen) noch mit Pyometra und Hydronietra, cystoider Entartung der Ovarien, Hydronephrose und mit Cysten-nieren, Zur Sicherung der Diagnose ist neben Feststellung des Grundleidens in einzelnen Fällen (Urinansammlung) Probepunktion erforderlich.
Therapie. Die Behandlung erfolgt nach den schon beim Menschen angegebenen Grundsätzen. Von Diureticis sind bei Hunden Diuretin (0,51,0 zweistündlich), Bulbus Soillae, Koffein (Koffeinutn natrlobenzoioum 0,52,0, Pferden 510,0), Tinktura Strophanti (1020 Tropfen, Tart, natron. 10,0 Tot. Stroph. 5,0 Aqu. dest. 100,0 zweimal täglich 1 Theelöffel), Digitalis (Fol. Digit pulv. 0,5 Sacchar. alb. 1,0 einmal täglich '/u Pulver) zu nennen. Weniger zweckmässig fand ich drastische Abführmittel (höchstens Kalomel 0,0ö 0,1) und die sog. speicheltreibenden Mittel (Pilokarpin und Arekolin 0,2 bei Pferden, 0,3 bei Rindern, 0,01 bei Hunden subkutan), welche den Zustand manchmal verschlechtern. In anderen Fällen tritt bei Hunden (0,0050,01 Pilockarpin. hydrochlorik. mit Wasser subkutan oder [nach Zahn] dreimal täglich 5 Tropfen eine 1 0/oige Lösung auf die Zunge) schnelle Abnahme des Transsudats ein. Eine Punktion wird man, wie beim Menschen, nur in hochgradigen Fällen ausführen, sonst ist sie zwecklos und nach-theilig; die Flüssigkeit ersetzt sich nachher viel schneller als vorher.
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3.nbsp; nbsp;Neubildungen des Bauchfells. Beim Menschen ist zunächst Tuberkulose und tuberkulöse Peritonitis zu nennen. Es entstehen kleine an bacillenhaltigen Riesenzellen reiche Knötchen, besonders zahlreich im Netz; später werden sie grau, und erscheinen wie aufgelegt. Im Uebrigen ist tuberkulöse Peritonitis im Ganzen selten. Bezüglich der übrigen Geschwülste sind unter den primären solche zu unterscheiden, welche vom eigentlichen Peritoneum und solche, welche vom subperitonealen Gewebe ausgehen. Zu den letzteren, den häufigeren, gehören Lipome, Myxome, Fibrome, Sarkome, Myxolipomo, Fibroaarkome u. s. w. Vom eigentlichen Peritoneum gehen aus die Endotheliome (auch Endothelkrebse genannt). Unter den sekundären Geschwülsten sind die Karcinome, welche vom Magen, Duodenum, Gallenblase und Ovarien ausgehen, die häufigsten. Die Ausbreitung erfolgt per dissemina-tionem und per continuitatem. Ausserdom kommen noch sekundäre Sarkome (meist Melano-sarkome) vor.
Bei Thieren ist zunächst die beim Rinde ausserordentlioh häufige Tuberkulose des Bauchfells (früher Perlsucht, Hirsesucht, Meerlinsigkeit genannt) zu erwähnen, welche ausschliesslich sekundär auftritt, nachdem vorher die Lymphdrüsen der Brust oder des Bauches oder, besonders nach akuter Miliartuberkulose, das Blut inflzirt ist. Die entstehenden Knötchen können verschiedene Formen (kleiner und grosser) haben und zu grösseron platten, knotigen, trauben- oder maulbeerförmigen Gebilden durch Neben- und Aufeinanderwachsen sich entwickeln. Manchmal entstehen auch vollkommene Zottenwillsto. Dabei sind die Mesenterialdrüsen meist käsig verändert. Umgekehrt kommt auch tuberkulöse Erkrankung der Mcsenterialdrüsen vor, ohne Erkrankung des Peritoneums. Aussei- beim Rinde kommt Tuberkulose dos l'eritoneums auch beim Pferde, Schwein und Hund vor.
Ziemlich häufig ist besonders in Dänemark (Rasmussen, Jenson) auch eine Ak-tinomykose des Bauchfells bei Rindern, seltener bei Pferden beobachtet worden. Die entstehenden weichen Geschwülste, welche bei Mischinfektion eitrig und jauchig zerfallen können, sitzen gelegentlich auf allen Theilen der Serosa, vorwiegend auf den Magenabthei-lungen, Leber, Dünndarm und Pankreas.
Ferner sind, wenn auch im Ganzen selten, primäre und sekundäre Karcinome bei Pferden beobachtet. Ebenso fand man Melanomo beim Pferde und Sarkome, besonders Lymphosarkome bei Rindern, Schweinen und Hunden. Besonders häufig sind Lipome. Beim Geflügel finden sieh manchmal Federbalgcysten (Kystoma penniferum).
4.nbsp; nbsp; Parasiten in der Bauchhöhle. Beim Menschen sind von Protozoen Koccidium oviforme einmal in einer in der Serosa des Zwerchfells befindlichen dünnwandigen Cyste (von Kaufmann) beobachtet worden. Daneben kommen Echinokokken, Cysti-cerken und Pentastonuun, auch Askaris lumbrikoidos (nach Durchbohrung der Darmwand) vor.
Bei Thieren sind zunächst beim Pferde Filaria papillosa (F. equina) zu nennen, die frei in der Bauchhöhle gefunden werden. Ebenso findet man manchmal Echinokokkusblasen in der Bauchhöhle des Pferdes und ferner Cysticerkus fistolaris (Identisch mit C. tenuikollis?) sowie Sklerostomum (Shongylus) armatus (Kitt, Railliet).
Beim Rinde (bezw. den Wiederkäuern) ist Cysticerkus tenuikollis (die Larven von T. marginata des Hundes) am häufigsten, ferner Linguatula dentikulata (Pentastomum den-tikulatum), Filaria terebra und Echinokokkusblasen.
Beim Schwein ist Echinokokkus, Cysticerkus tenuikollis und Stephanurus dentatus zu nennen; Stephanurus dentatus (ein 24 cm langer Wurm) kommt in den Vereinigten Staaten und in Brasilien oft seuchenartig vor.
Beim Hund und der Katze kommen Echinokokken, ein Plerocerkoid (Pleroccrkoidos Bailleti, dessen Tänie unbekannt ist), Eustrongylus gipas, Linguatula dentikulata und Pentastomen vor. Beim Hasen und Kaninchen kommt noch Cysticerkus pisiformis (von T. serrata des Hundes) vor.
5.nbsp; Andere Verilnderungen am Bauchfell bei Thieren. Es soll hier nur das bei Schweinen nach dem Schlachten sehr oft beobachtete Luftblasengekröse (Emphysema bullosum mesenteriale et intestinale, Pneumatosis cystoides intestini) erwähnt werden. Die genannte Veränderung (auch multilokuläre Luftcysten genannt) ist seit langer Zeit Thierärzten, Fleischbeschauern und Fleischern bekannt, ohne dass es bisher sicher gelungen ist, die eigentliche Ursache festzustellen. Es handelt sich dabei um die Entwickelung sehr zahlreicher erbsen- bis haselnussgrosser, prall mit Luft gefüllter Blasen in der Serosa, welche die Darmoborfläche oft in dichten Trauben besetzen. Diese Blasen gehen (nach Roth) aus den Lymphbahnen hervor, welche beträchtlich erweitert und verdickt sind und
Schneidomiilil, Verfl. I'atlioln^'ie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 35
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54()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten der VerdauunRBorgane.
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in dor Wand kornreiche Riesenüellon enthalten. Wichtig ist weiter, dass diese Pneuma-tosis stets auf den Dünndarm und dessen Gekröse beschränkt ist, wo man die prall mit Luft gefüllten dünnwandigen und meist durchsichtigen bis haselnussgrossen Blasen an den grauen, dunkler gerötheten Darmabschnitton zu grösseren Massen oder auch einzeln vorfindet. Manchmal haben die Blasen auch etwas dunklen, blutigen Inhalt. In anderen Füllen zeigen sich blasenfreie Stellen am Dünndarm, wo man nur dünne Zotten findet, die über grössere Strecken sich hinziehend ein vollständiges dichtes Netzwerk bilden, mit vereinzelten kleinen Cysten an der Spitze der Fiiden. Die Cysten sitzen, wie ich bestätigen kann, auch manchmal in der Darmwand, und im Gekröse besonders dort, wo Gefässe und Lymphbahnen verlaufen.
Bezüglich der Aetiologie dieser oigenthümlichen, von den Fleischern auch Luftfinnenquot; bezeichneten Blasen, welche vorwiegend bei Schweinen gefunden, die mit den Abfällen der Käsereien gefüttert werden, so ist zwar bisher eine vollständige Klarstellung noch nicht gelungen, allein es dürfte nicht mehr zweifelhaft sein, dass gasbildende Bakterien die Blasenbildung hervorrufen. Der Inhalt der Blasen besteht (Röckl, Roth, Maior) vorwiegend aus Sauerstoff und geringen Mengen Stickstoft'.
Interessant ist, dass Klebs und Bang ähnliche Erscheinungen auch am Darin des Menschen beobachtet haben und ausserdem boiderKolpohyperplasia cystika (v. Winckel) auch Vaginitis emphysomatosa (Zweifel) genannt eine ähnliche Entwickelung zahlreicher, kleiner, flacher, Gas enthaltender Cysten an der Oberfläche der Vagina gelegentlich beobachtet und als Gascystenquot; bezeichnet worden sind. Diese Cysten sollen mit Epithel ausgekleidet sein, das oft in Riesenzellen umgewandelt wird. Chiari und Roth, jener beim Menschen, dieser beim Schwein, zeigten dann, dass die Cysten aus den Lymphbahnen hervorgehen. Es scheint demnach, dass sowohl beim Menschen, wie beim Schweine die Cysten dadurch zu Stande kommen, dass gasbildende Bakterien (Eisen-lohr, Klein) in die Lymphgefässe eindringen und diese Cysten, nach vorheriger Veränderung der Wand der Gefässe, zur Kntwickelung bringen.
Sanitiitspolizcilich ist zu bemerken, dass man nur die mit den Blasen besetzten Darmabschnitte zu vernichten hat, während der Freigabe der übrigen Theile des Thieres, die durch die Cystenentwickelung nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, nichts im Wege steht.
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VII. Krankheiten der Leber und der Gallenwege.
Allgemeine Vorbemerkung. Die Krankheiten der Leber und der Gallenwege werden sich theihveise in gleicher AVeise beim Menschen und bei Thieren entwickeln, andererseits werden Abweichungen zu beobachten sein, soweit dieselben bedingt sind durch anatomische Verschiedenheiten (Fehlen der Gallenblase beim Pferde) oder durch besondere ätiologische Verschiedenhoiten (verschiedene Lebensund Ernährungsweise, Vorkommeu zahlreicher Parasiten in dor Leber und in den Gallenwegen bei Thieren). Im Uebrigen werden beim Menschen und bei Thieren bei allen Störungen der Leberthätigkeit auch die Rückwirkungen derselben auf den übrigen Kreislauf in Betracht kommen.
Allgemeine anatomische, entwickelungsgeschichtliclie und diagnostische Vorbemerkungen. Die Leber entwickelt sich bei den Säugethieren und beim Menschen in der dritten Embryonalwoche zunächst nach der Anlage des Wo Iff sehen Körpers. Sie entsteht als paarige Ausstülpung des Duodenums, indem zunächst zwei hohle Leberschläuche linke und rechte Leberlappen in das ventrale Darmgekröse hineinwachsen. Die Schläuche treiben dann hohle und solide Seitenäste, die Lebercylinder, welche sich zu einem Netzwerk verbinden und theils zu den Gallengängen, theils zum Leberparenchym sich entwickeln. Die embryonale Leber entwickelt sich anfangs ganz symmetrisch und nimmt allmählich eine senkrechte Stellung hinter dem Zwerchfell ein. Sie wächst zu beträchtlicher Grosse heran und ist, weil sie von der von den Eihäuten zum Herzen des Embryo zurück-
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strömenden Blutmasso ganz oder theilweise passirt wird, sehr blutreich. Die Gallenahson-derung setzt erst relativ spät ein und führt zur galligen Färbung des Mekoniums oder Fruchtkothes. Später bleibt der linke Leberlappen an Wachsthum hinter dem rechten zurück. Nach der Geburt verkleinert sich die Leber in Folge des durch die Athmung veränderten ßlutstromes und ihr Volumen reduzirt sich dem Körper gegenüber sehr beträchtlich. Die Grosse der Leber ist im Allgemeinen verschieden, bei denjenigen Thieron bedeutender, welche viel fetthaltige Nahrungsmittel geniessen, als bei solchen, wo dies weniger der Fall ist. So ist die Leber bei karnivoren Thieren grosser, als bei Pflanzenfressern. Die Form ist von dem Kaum und von der Gestalt der Bauchhöhle abhängig. Wo die Leber gross, der zugemessene Raum klein ist, sind oft 27 Lappen vorhanden, um sich jeder Form des Raumes anpassen zu können; im entgegengesetzten Falle ist sie ungelappt.
Das Pferd hat drei Leberlappen, das Rind zwei schwach angedeutete, die Leber des Schweins ist vierlappig, und durch die grossen Lobuli und das stark entwickelte Bindegewebe besonders charakterisirt, die Fleischfresser haben 56 Leberlappen. Im Allgemeinen spielt beim Aufbau der Säugethierleber die Pfortader die leitende Rolle. Durch die Verzweigung der Pfortader erhält die Lappung der Leber ihre Grundlage,
Die Farbe der Leber ist bei den geschlachteten Hausthieren lebenswann: hellbraun bis graugelb, erkaltet: rothbraun; bei jüngeren, gut gemästeten Thieren (besonders Ochsen, Hammeln und Schweinen) ist die Leber gelbbraun, bei Pferden und Rindern chokoladebraun. Das Gewicht ist vom Alter, Nährzustand und davon abhängig, ob die Thiere gestorben oder geschlachtet sind. Die Pferdeleber wiegt 84 kg ('/laquo;o des Körpergewichts); die Leber des Rindes 4,5 kg (quot;jss des Körpergewichts) , der Schafe 375875 gr {'[sä des Körpergewichts), der Schweine 1 2,45 Kilo {'\io des Körpergewichts). Die Konsistenz ist normal im frischen Zustande fast weich, erkaltet elastisch derb. Bald nach dem Tode wird die Leber (durch Fäulniss) schmutzigroth, grau, lehmfarbig.
Die Gallenblase fehlt vielen Wirbelthieren, namentlich solchen, deren Verdauung keine grosse Unterbrechung erleidet, wie besonders bei einzelnen Herbivoren und auch Karnivoren. Die Gallenblase fehlt bei einzelnen Wiederkäuern (Hirsch, Kameel), den Einhufern (Pferd), vielen Nagern (Mus, Kricetus), bei den Dickhäutern (mit Ausnahme des Schweins), unter den Vögeln den meisten Papageien, Straussen, den Tauben u. s. w. Demnach ergiesst sich die Galle beim Pferd direkt in den Zwölffingei-darm, während sie bei den übrigen Hausthieren zum Theil in die Gallenblase fiiesst, woselbst sie sich dann hei längerem Verweilen mehr eindickt und eine dunkle Färbung annimmt.
Hinsichtlich der Untersuchung der Leber bei Hausthieren sei bemerkt, dass wegen der ungünstigen, der direkten Untersuchung schwer zugänglichen anatomischen Lage bei den meisten Hausthieren eine Leberuntersuchung nicht so vorgenommen weiden kann, wie beim Menschen. Besonders ungünstig liegen die Verhältnisse beim Pferde, wo die Leber rechts bis gegen die Mitte der 16., links bis zur 8. Rippe reicht. Beim Rind und Schaf, wo die normale Leberdämpfung etwa von der 9. bis 12. Rippe reicht, sind starke Vergrösscrungon des Organs (z. B. durch Echinokokken, Tuberkulose, Karcinom, Amyloid-veränderung, Leberegel), wobei die Leberdäjnpf'ung sich weiter ausdehnt, durch Perkussion noch eher nachweisbar. Am günstigsten ist die Untersuchung noch beim Hunde, wo die Lebordämpfung rechts von 9.13., links bis zur 12. Rippe reicht. Vorwiegend kann man aber nur durch Palpation Veränderungen an der Leber bei den kleineren Hausthieren mit einiger Sicherheit feststellen. Während man bei kleineren Thieren (Hunden und Schafen) die Palpation dadurch ausfuhren kann, dass man mit den aussen flach auf die Rippen gelegten Händen die Leber zu betasten versucht, wird beim Binde auch manchmal eine Untersuchung vom Rektum aus mit Erfolg vorgenommen, wenn eine sehr starke Vergrösserung (durch Echinokokken, Tuberkulose, Abscesse) vorhanden ist. Man kann dann bei derartigen Untersuchungen Grössenzunahme, Oberfläche, Konsistenz, Druckempfindlichkeit nachweisen.
Wie die Untersuchung durch Palpation, Auskultation und Perkussion, so ist auch eine Untersuchung durch Probepunktion in der Thiermedizin selten von erheblichem Werthe.
Für mikroskopische Diagnosen auch Obduktionen sei hervorgehoben, dass die Vena hepatika immer ganz für sich läuft; man sieht eine runde Oeffnung von Leber-parenehym umgeben, ohne Bindegewebe in der Umgebung, während die Vena portae mit der Arteria hepatika und den Gallengängen von Bindegewebe umgeben zusammenliegen.
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548nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten dor VerdauungBorgone.
1. Ikterus1) katarrhalis. Katarrhalische Gelbsucht.
(Sttuumgsikte rus. Resorption sikter us. Ikterus gastro-duodenalis
Ikterus mechanikus.)
Vergleichend - pathologische Vorbemerkung. Sowohl beim Menschen, wie bei Thieren erseheint die Gelbsucht als ein Symptom verschiedener Leber-krankheiten. Die Gelbsucht kann dann einmal dadurch entstehen, dass durch Behinderung der Abfuhr der Galle, Rückstauung in die Leber, Resorption von den Lymphgefässen, Uebcrführung in den Duktus thoraeikus, die Galle in den allgemeinen Kreislauf (Cholämie) gelangt und zunächst eine Durchtränkung der Körper-gewebc mit Gallenfarbstoffen und in höhereu Graden selbst körnige Niederschläge in den Geweben hervorruft (Stauungsikterus). Ferner kann Ikterus durch eine reichliche Zerstörung rother Blutkörperchen im Blute entstehen, indem die rothen Blutkörperchen zerfallen und schliesslich weder die eliminirende Thätig-keit von Milz und Nieren, noch die gesteigerte Gallenboreitung in der Lober ausreicht, um den gesteigerten Zerfall der rothen Blutkörperchen auszugleichen. In Folge dessen gelangt ein Theil der überschüssigen, dickflüssigen Galle durch Resorption seitens der Lymphgefässe in das Blut. Dieser Ikterus wird demnach zwar durch Bluterkrankungen eingeleitet, aber gleichwohl ist es ein hepatogener Ikterus, der nur dann eintritt, wenn gegenüber der Thätigkeit von Nieren, Milz und Leber die Blutzersetzung lange und in erlieblichem Grade besteht. Man nennt deshalb diesen Ikterus auch h am ato-h epatogenen Ikterus. Im Gegensatz zu den früheren Auffassungen steht jetzt (nach den Untersuchungen von Stadel-mann, Minkowski, Kunkel, Naunyn u. A.) fest, dass es einen Ikterus ohne Vermittelung der Leber nicht giebt. Ein mechanischer Vcrschluss der Gallenwegc liegt bei dem hämotohepatogenen Ikterus nicht vor und die Faces enthalten Gallenpigment. Ebenso ist (nach Minkowski und Naunyn) bemerkens-werth, dass bei Vögeln (Gänsen und Enten), welchen die Leber oxstirpirt wird, der nach Inhalation von Arsen Wasserstoff sonst regelmässig auftretende Ikterus ausbleibt.
a) Ikterus katarrhalis beim Menschen.
Aetiologie. Von den Ursachen, welche Stauungsikterus hervorrufen können, sind zu nennen: Katarrhalische Entzündung des Duodenums unter Mitbetheiligung des Duktus choledochus mit Behinderung des Gallenabflusses in den Darm; Fremdkörper in den Gallonwegen (Parasiten oder Gallensteine), Echinokokkenblasen, Geschwülste (Lipome, Karcinome), Lymphdrüsenvergrösserungen oder peritonitische Narben, welche einen Druck auf die Gallengänge ausüben und den Abfluss erschweren; Leberkrankheiten, welche die grösseren Gallengänge unwegsam machen; Kreislaufstörungen im Verlaufe von Herz-, Lungen- und Pleuraerkrankungen, wobei neben der Stauungsleber (nach Striimpell) auch Toxin Wirkungen in Betracht kommen und die rothen Blutkörperchen und die Gallensekretion verändern sollen.
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i) o '/.Töpoc. ein kleiner, gelblicher Vogel, dessen Anblick von der Gelbsucht (upo;)-befreien sollte (Plinius).
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Symptome, Verlauf, Ausgangraquo; Neben Mattigkeit und gastrischen Störungen betreffen die Haupterscheinungen das Verhalten von Haut, Harn und Koth. Die Hautfarbe nimmt eine gelbe Farbe an, welche je nach Alter der Patienten, Dauer der Erkrankung und Dicke der Epidermis von hellgelb bis bronze-farben schwanken kann. Ebenso werden die Schleimhäute, flüssigen Exsudate und Transsudate (Schweiss, Milch) gelb. Der Harn wird dunkel, rothbraun, wie Braunbier, schillert bei auffallendem Lichte grünlich. Ist der Zufluss von Galle zum Darm aufgehoben, so wird der Koth wegen der mangelhaften Resorption des Futters aschgrau, thonartig übelriechend. Daneben ist die Leber, auch die Milz, vergrössert, Druckgefühl in der Lebergegend, mehr oder weniger erhebliche Verdauungsstörungen (Aufstosscn, Erbrechen, vermehrtes Durstgefühl und Schlaflosigkeit) vorhanden. Nach Verlauf von 12 Wochen verschwinden die Erscheinungen alhnählicli und die Krankheit geht in 36 Wochen in völlige Genesung über; selten kommen, durch Diätfehler hervorgerufen, Rückfälle vor. Demnach ist auch die Prognose günstig.
Therapie. Es genügt meistens strenge Diät (leichte Suppen, mageres Fleisch, Fruchtlitnonaden, Weissbrod, gekochtes Obst) und Ruhe. Daneben wird auch Tinkt. Rhei vinosa. Karlsbader Salz, Solterswasser, Zitronensaft, Liquor Kalii acetici, Darmirrigation mit kaltem Wasser und innerlich salicylsaures Natron (mehrmals täglich 0,61,0) empfohlen. Gegen das Hautjucken verordnet man Waschungen mit Karbolsäure, Essig, Zitronensaft.
b) Bei Thicren.
Aetiologie. Nach den bisherigen Erfahrungen kommt der sog. katarrhalische Ikterus sehr selten beim Pferde und am häufigsten beim Hunde vor. Die Ursachen sind dieselben wie beim Menschen, Alle Umstände, welclie einen Magenkatarrh hervorrafen, können bei Hunden auch Ikterus hervorrufen. So ist auch der im Verlaufe der Staupe zuweilen auftretende Ikterus ein katarrhalischer.
Symptome, Verlauf, Ausgang. Auch hinsichtlich der Krankheitserschoi-nungen kann in der Hauptsache auf das beim Menschen Gesagte verwiesen werden. Die Gelbfärbung ist besonders gut an der Konjunktival- und Maulschleimhaut erkennbar; ebenso an weissen und gefleckten Stellen der Haut. Der chemische Nachweis der Gallenfarbstoffe im Harn kann, wie beim Menschen, nach der Gmelin'schen Methode erbracht werden, wobei verdünnte, rauchende Salpetersäure langsam dem Harn zugesetzt wird, bis ein Farbenwechsel von grün zu roth eingetreten ist. In Folge der Gallensäureresoi-ption beobachtet man Verlangsanmng des Pulses und oft Sinken der Körpertemperatur, während die Abwesetdieit der Galle im Dann der Reiz auf die peristaltischen Bewegungen fällt fort Verstopfung hervorruft. Der Harn wird bei Hunden tiefgelbbraun bis bierbraun. Das Allgemeinbefinden ist mehr oder weniger erheblich gestört; es zeigt sich grosse Mattigkeit, Muskelschwäche, Abgeschlagenheit und schliesslich selbst tiefes Koma.
Der weitere Verlauf ist verschieden und hängt vielfach auch von dem Wesen des Grundleidens ab. Bei Pferden sieht man In 23 Wochen Genesung eintreten, während bei Hunden nicht selten nach 12 Wochen tödtlielier Aus-
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gang beobachtet wird; in leichteret) Fällen geht die Krankheit in derselben Zeit in Genesung über.
Anatomischer Befund. Neben den Erscheinungen des Duodenalkatarrhs, wobei die Mündungsstelle des Duktus eholedochus gewöhnlich verschlossen ist, findet man die Gallengängc oft erheblich erweitert (bis fingerdick beim Hunde [Friedberger-F röhner]), ebenso ist beim Hunde die Gallenblase meist stark ausgedehnt und mit Gidle gefüllt. Die Leber ist massig vergrössert, anämisch von gelber bis gelbbräunlichcr, fleckiger (muskatnussähnlich) Farbe. Mikroskopisch erweisen sich die Leberzellen mit Fetttröpfeben und braunem Pigment in Körhern und Schollen infiltrirt. Im Uebrigen findet man an den mehr oder weniger anämischen und abgemagerten Kadavern alle Organe mit Ausnahme von Gobirn und Rückenmark in grösserem oder geringerem Grade gelb gefärbt, das Herz fettig degenerirt, die Nieren anämisch, das Nierenepithel in den gewundenen Kanälen und Schleifen fettig degenerirt und von gelbbraunem, körnigem Pigment durchsetzt (Siedamgrotzky).
Therapie. Die Behandlung ist nach den beim Menschen angegebenen Grundsätzen einzurichten. Pferden giebt man Grünfutter, gutes Heu, Mohrrüben, Hunden Milch, Reissuppen, mageres Fleisch öfters und in kleineren Dosen. Pferden wird man je nach dem Grundleiden und den wichtigsten Symptomen Kalomel in kleinen Dosen oder Nat. bikarb. und Nat. ehloratum mit Rad. Genth. und Rad. Kaiami aufs Futter gestreut oder in Kleietrank verabreichen können. Bei Hunden können leichte Massage der Bauchdecken, Priessnitz'sche Umschläge oder (nach Siedamgrotzky) Faradisation der Leber von Erfolg sein. Innerlich fand ich kleine Dosen Roth wein, dem täglich abwechselnd Selterserwasser, Tinkt. Rhei aquosa oder Tannin hinzugefügt wurde, sehr wirksam bei vorhandenem Gastro-duodenalkatarrh. Ebenso Wasserinfusionen in's Rektutn. Gegen zunehmende Schwäche; Excitantien (Kaffee, Kampferinjektionen).
2.nbsp; Ikterus gravis. Nachdem längere Zeit Gallenstauungen in der Leber bestanden haben, treten manchmal ziemlich plötzlich sehr ernste Symptome auf: schwere Gehirn-symptomo (Delirien, Konvulsionen), Blutungen in der Haut und in den Schleimhäuten, hohes Fieber. Meist erfolgt dann in wenigen Tagen der Tod. Diesen Zustand hat man dann als Ikterus gravis bezeichnet. Man beobachtet solche Vorkommnisse beim Menschen gelegentlich der akuten, gelben Leberatrophie, wie auch bei der Lebercirrhose, ohne dass die direkten Ursachen bisher vollständig klargestellt sind. Nach der einen Annahme (Ley den) soll der Zustand durch Anhäufung der Gallensäuren im Blute, nach einer anderen Ansicht durch Gehirnanämie (Traube) und nach einer dritten (Frerichs) und sehr wahrscheinlichen Erklärung soll der Zustand durch Anhäufung und toxische Wirkung derjenigen Stoffe im Blute bedingt sein, welche unter normalen Verhältnissen das Material zur Gallenbildung in der Leber abgeben. Es wären also ähnliche Zustände wie bei der Urämie, wesshalb man diesen Zustand auch Cholämie bezeichnet.
Auch bei Thieren, besonders bei Hunden ist Ikterus gravis nicht selten. Meist ist bei der Obduktion ein vollständiger Verschluss des Gallenausführungsganges nachzuweisen. Im Uebrigen werden auch die Erscheinungen bei der Lupinose (siehe diese) als Ikterus gravis zusammengefasst.
3.nbsp; nbsp;Ikterus neonatorum. Gelbsucht der Neugeborenen. Nicht selten (bei 60 quot; o der Neugeborenen) beobachtet man bei 24 Tage alten meist schwächlichen Kindern ohne besondere Allgemeinerscheinungen eine allmählich stärker werdende Gelbfärbung der Haut. Der Zustand vorschwindet meistens nach 12 Wochen. Man nimmt jetzt an, dass dieser Ikterus neonatorum ein Stauungsikterus (hepatogener Ikterus) ist, wobei die Stauung (nach Hofmeier) wahrscheinlich durch die unmittelbar nach der Geburt stark gesteigerte Gallensekretion, der noch nicht genügender Abfluss gegenübersteht, hervorgerufen worden
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könnte. In anderen stets tödtlich endenden Fällen handelt es sich um eine ungeborene vollständige Obliteration oder um ein völliges Fehlen der grösseren Gallengilnge.
Bei Thieren ist Ikterus neonatorum gleichfalls und besonders bot Füllen und Kälbern beobachtet worden. Füllen werden oft schon stark ikterisch gefärbt geboren, während man bei Kälbern die Gelbsucht in den Schlachthäusern recht häufig beobachtet, ohne dass im Leben der Thiero Krankheitserscheinungen oder nach dem Schlachten anderweitige Veränderungen an den Organen nachzuweisen sind. Es mag hierbei auch erwähnt sein, dass wie bei den einige Zeit hungernden Hunden, so auch bei nüchternen Kälbern, die im Kieler Schlachthause in grosser Zahl geschlachtet werden und wo oft von der Geburt bis zum Schlaohten 1218 Stunden vergehen, ikterische Färbung der Haut und der Leber nachzuweisen ist (Hungeriktc rus).
4. Toxischer Ikterus. Infektiöser Ikterus. Ein toxischer Ikterus wird durch die Einwirkung bestimmter Blutgifte (Aether, Chloroform, Karbolsäure, chlorsaure Alkalien, Morohelgift, Arsonwassorstoff, Pyrogallussäure u. s. w.) hervorgerufen, welche entweder einen Katarrh der kleinen Gallengänge oder durch die zahlreich fettig zerfallenden Leberzellen Kompression und Verstopfung der Gallenkapillaren und so hepatogenen Ikterus hervorrufen.
Ein infektiöser Ikterus wird bei septischen und pyämischen Erkrankungen, bei Pneumonie, Typhus, Scharlach u. s. w. beobachtet und dadurch erklärt, dass der durch die Bakterien und Bakteriengifte herbeigeführte Zerfall der rothen Blutkörperchen eine Ueber-produktion von Galle und deren Folge (Stauungsikterus) bedingt.
Beim Menschen ist dann noch in den letzten Jahren als akuter fieberhafter Ikterus (Ikterus infektiosus) von quot;Weil und später Fiedler u. A. eine akute Infektionskrankheit (Weil'sche Krankheit) beschrieben worden, welche in den Sommermonaten und vorzugsweise bei Männern im jugendlichen und mittleren Lebensalter auftritt und stets mit Ikterus verlauft. Der Ikterus entwickelt sich unter Fieber, Frost und meist schweren Störungen des Allgemeinbefindens; auch Muskelschmerzen, Milzschwellnng, mit entfärbtem Koth verbundener Durchfall, Albuminurie und Erbrechen werden beobachtet. Nach etwa 8 Tagen geht die Krankheit allmählich in Genesung über, welche in etwa 2 Wochen eingetreten ist. Zur Behandlung hat sich beim Beginn der Krankheit Kalomel, später die Anwendung von Antipyretika und Stomachika bewährt.
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5. Entzündung der Leber. Hepatitis.
Vorbemerkung. Die entzündlichen Erkrankungen des Loberparenchyms haben in der Thierhcilkundc nicht dieselbe klinische Bedeutung, wie in der Menschcn-beilkunde, weil sie schwer zu diagnostiziren sind und meistens sekundär im Vorlaufe mancher Infektionskrankheiten und einzelner Vergiftungen auftreten. Dementsprechend sollen auch die in Betracht kommenden Krankheiten des Menschen nur kurz erwähnt werden').
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Eiterige Leberentziindung. Hepatitis suppurativa. (Leberabscess Abscessus hepatis. Hepatitis Vera.)
a) Beim Menschen. Aetiologie. Bei der Entstehung der eiterigen Leberentzündung handelt es sich um die Wirkung der durch den Blutstrom (besonders durch die Pfortader vom Dann her, dann auch durch die Leberarterie und, bei Neugeborenen, durch die
i) In der thierärztlichen Litteratur werden auch öfters Angaben über die klinischen Erscheinungen einer Perihepatitis gemacht. Doch scheint es besser, auf eine Diagnose der Perihepatitis intra vitam zu verzichten, weil charakteristische Erscheinungen nicht angegeben werden können.
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Nabelvene) odor durch die Gallengänge oingcdningonen Infcktionsorroger. So entstehen Leberabseesse im Verlaufe schwerer Diphtherie, im Verlaufe eiteriger Erkrankungen der Pfortader, bei allgemeiner Pyämie. Ebenso geben Gallensteine gelegentlich auch Traumen, die Ursache für Leberabscesse ab. Von den meistens die Entstehung bedingenden Bakterien ist Bakterium koli wohl am wichtigsten. In den Tropen sollen sehr oft primäre Leberabscesse vorkommen, dabei mögen Malariainfektionen mitspielen. Als Komplikation treten Leberabscesse auch bei Vereiterung von tuberkulösen Neubildungen, Echinokokken u. dgl. auf.
Symptome und Verlauf. Ein charakteristisches Krankheitsbild ist ineist nicht vorhanden. Oft werden zufällig Leberabscesse in der Leiche gefunden, ohne dass vorher klinische Symptome bestanden hätten. In anderen Fällen sind von klinischen Erscheinungen festzustellen: Schmerz in der Lebergegend (bei Abscessen im rechten Leberlappen finden sich Schmerzen in der rechten Schulter), zuweilen fluk-tuirender Tumor, Vergrosscrung der Leber, und besonders intennittirender Fiober-verlauf. Daneben sind öfters in höherem oder geringerem Grade ikterische Erscheinungen vorhanden, seltener Respirationsbeschwerden, nervöse Zufälle; manchmal tritt auch Perforativperitonitis ein. Der Verlauf richtet sich nach der Natur des Grundleidens.
Therapie. Anfänglich bis zur sicheren Feststellung der Diagnose wird symptomatisch, später chirurgisch zu behandeln sein.
b) Bei Thieren.
Eiterige Leberentzündungen kommen bei den Hausthieren am meisten bei Kälbern, dann auch bei Rindern, Pferden, Hunden und Schweinen vor. Die Ursachen sind vorwiegend die beim Mensehen angegebenen, nämlich: Infektion vom Darm her durch den Galleugang und die Blutgcfässe, ferner bei Infektionskrankheiten (Druse, Pyämie), nach Eindringen von Fremdkörpern und Parasiten (Futter, Gerstengranen, Sand, Holzstückchen, Echinokokken) nach Traumen, mechanischen Verletzungen durch Gallensteine. Besonders häufig findet man bei Kälbern und Fohlen ombolische Abscesse in der Leber in Folge von entzündlicher oder eiteriger Erkrankung der Nabolvenen. Bei S c h w e i n o n sah ich einzelne Leberabscesse manchmal bei den an Stäbchenrothlauf zu Grunde gegangenen Thieren. Bei Hun-d e n sind aussei- fremden Körpern, welche vom Magen aus in die Leber eindringen, besonders auch in die Leber perforirende Magengeschwüre die Ursache der Leberabscesse.
Von den Symptomen können, wie beim Menschen, unregelmässiges Fieber lieben ikterischen Erscheinungen den Verdacht auf das Vorhandensein von Leber-abscessen hervorrufen.
Anatomischer Kcfund. Durch Traumen entstandene Abscesse sind meist nur vereinzelt, während die embolischen bezw. nietastatischeu in grösserer Zahl in der Leber zerstreut beobachtet werden. Bei den durch Omphalophlebitis entstandenen Abscessen in der Leber der Kälber findet man die Nabelvene verdickt, mit schmutzig gelbem, stinkendem Eiter angefüllt und erbsen- und taubeneigrosse Abscesse (oft in der linken Leberhälfte, weil die mit dem von rechts herkommondeu
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Pfortaderblut zugeführten infiziromlen Stoffe vorwiegend in die linke Leberhiilfte hinüborgespült werden [Kitt|) in der Lebor. Eine Behandlung ist nutzlos
6.nbsp; nbsp;Leberhyperäinie. Beim Menschen werden Leberhyperämien und Stauungen besonders im Gebiete der unteren Hohlvene (Lungenemphysem, Insufficienz des rechten Herzens) nach Ueberfilllung des Pfortadergebiotos (Alkoholmissbrauch, sitzende Lebensweise, überreiche Ernährung) bei manchen Infektionskrankheiten, Menstruationsstörungen u. dergl. beobachtet. Nach längerem Bestehen kann dann durch Erweiterung der Lebervenen und Kapillaren im Centrum der Acini Atrophie eintreten (contrale rothe Atrophie). Mit dem Schwunde zahlreicher Leberaoini sinkt dann die Oberflüche des Organs nn den betreifenden Stellen ein und erscheint fein granulirt.
Bei Thieren sind die Ursachen der Hyperämie verschiedener Natur. Die sog aktive oder kongestive Hyperämie, welche normal bei jeder Verdauung vorhanden ist, zeigt sich nach Aufnahme grosser Futtermengen bei geringer Bewegung (besonders bei Hunden), nach Verflitterung verdorbenen Futters, nach starken Erschütterungen u. dgl.; die passive oder Stauungshyperämie entwickelt sich unter ähnlichen Bedingungen, wie beim Menschen. Auch die nnatomischen Veränderungen sind in der Hauptsache wie beim Menschen. Zu den dunkler gefärbten centralen Abschnitten der Acini gesellt sich durch Ansammlung von Gallenfarbstoff und Fettinfiltration in der Peripherie eine mehr gelbliche Färbung derselben; die Leber erhält das Aussehen einer sog. Muskatnuss-leber. Schliesslich entsteht Stauungsatrophie. Die klinischen Erscheinungen sind wenig charakteristisch. Bei Hunden können stärkere Empfindlichkeit in der Lebergegend und leichte ikterische Erscheinungen den Verdacht erwecken, andererseits auch mit Magendarmkatarrhen verwechselt werden. Die Behandlung kann demnach auch nur eine symptomatische sein; Regelung der Diät, milde Abführmittel (künstliches Karlsbader Salz), Bewegung.
7.nbsp; nbsp; Akute gelbe Leberatrophie. Atrophia hepatis akuta flava. Beim Menschen ist diese Form der Leborerkrankung selten, häufiger bei Frauen als bei Männern und wird vorwiegend im Anschluss an Cirrhose, akute Infektionskrankheiten (Puerperal-fieber, Typhus, Rekurrens) beobachtet. Von den Symptomen, welche in zwei Stadien auftreten den Prodromalerscheinungen und den schworen Symptomen sind zu nennen: Störungen des Allgemeinbefindens mit ikterischen Erscheinungen und schwere, nervöse Symptome (Delirien, krampfhafte Zuckungen in einzelnen Muskeln, epileptiforme Anfälle). Die Ursache dieser Erscheinungen wird, wie bei Ikterus gravis, auf eine Intoxikation zurückgeführt. Der Ausgang der meist nur wenige Tage dauernden Krankheit ist gewöhnlich ein tödtlicher. Deshalb ist auch die Therapie fast aussichtslos. Die anatomischen Veränderungen in der Leber sind dabei folgende: Die an der Oberfläche ocker- oder safrangelbe Lober ist bedeutend verkleinert, die Kapsel runzelig zusammengezogen, auf dem Durchschnitt sind gelb und roth gefärbte Stellen vorhanden, wobei die rothen Stellen älter und in der Konsistenz zäher sind. Mikroskopisch findet man vorwiegend eine fettige Degeneration der Leberzellen. Auch im Herzen und in der Niere finden sich fettige Degenerationen. Daneben ist ein erheblicher Milztumor regelmässig, sowie Blutungen auf der Haut und in inneren Organen vorhanden. Das blut Ist dunkel und wenig geronnen.
Bei Thieren sollen ähnliche Erkrankungen vorkommen, doch scheint in vielen Fällen die Identität mit der akuten, gelben Leberatrophie des Menschen nicht sicher. Sicher kann man die bei der Lupinoso der Thiero klinisch und anatomisch vorhandenen Erscheinungen mit der akuten gelben Leberatrophiequot; des Menschen vergleichen. In einer grossen Zahl von Obduktionen, die ich gelegentlich der Versuche mit Lupinotoxin in Hannover (1883) zu machen Gelegenheit fand, konnte ich diese Veränderungen bestätigen. Auch der von einzelnen Autoren (Haubner, Franzen) beschriebene sog. Lebertyphusquot; bei Schafen und Pferden, welcher nach Schlempefiltterung und nach lienutzung überschwemmter Weiden beobachtet wird, ist (nach Friedberger) eine akute, gelbe Leberatrophie. Ebenso kann im Verlaufe einer Septikämie und anderer Infektionskrankheiten akute, gelbe Leberatrophie sich entwickeln; besonders ist es bei der Phosphorvergiftung bekannt. Wie Callot angiebt, sollen in Uruguay Rinder an einer vollkommen ausgeprägten gelben Leberatrophie seuchonurtig zu Grunde gegangen sein.
8.nbsp; nbsp;Knotige Lebernekrose Nekrosis nodosa (multiplex) hepatis. In den letzten Jahren ist vorwiegend bei Rindern, dann auch bei Schweinen, Schafen. Pferden und Hunden eine eigenthllmliche geschwulstartige Lobererkrankung beobachtet
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worden, welche nach den bisherigen Erfahrungen beim Menschen ohne Analogen ist. Mao findet nämlich in dw gewöhnlich stark vergrösserten Leber erbsen- bis haselnuss- und wall-nussgrosse, scharf abgegrenzte, meist rundliche, auf dem Durchschnitt trockene, graue oder graugelbliche Knoten, welche meist von einer derben, bindegewebigen Kapsel umgeben sind. Das übrige Lebergewebe ist dabei entweder normal oder in verschiedener Weise (dunkelbraun , ikterisch, gelb oder rothbraun) gefärbt. Manchmal besteht nebenher auch eine Perihepatitis und Peritonitis flbrinosa. Mikroskopisch zeigt sich bei diesen früher für echte Ueschwülste gehaltenen Knötchen (nach M' Fadyean) eine Zellennekrose des Lebergewebes, das an diesen Stellen keine Kernfärbung annimmt. Die Ursache ist, wie M' Fadyean fand, eine Bakteriellvegetation; man sieht in den frisch nekrotisirten Knötchen grosso Mengen langer, dünner in Karbolmethylenblautinktion färbbarer Stäbchen Nekrosebaci llen genannt. Es ist möglich, dass dieser Bacillus identisch ist mit demjenigen, welcher, wie Bang angiebt, gelegentlich im Darminhalt gesunder Schweine vorkommt und auch nekrotisirende Prozesse im Darm bei der Schweinepest, gelegentlich auch in den Lungen hervorruft. Bern dt sah in einem Falle 15 hochtragende Rinder an dieser sog. Lebornekrose' in wenigen Tagen zu Grunde gehen. Es zeigte sich bei den erkrankten Thieren Minderung des Appetits, Mattigkeit, Steifheit in den Gliedern, erschwertes Athmen, hohes Fieber, starke Empfindlichkeit in der Lebergegend, dann Sinken der Innentemperatur, Diarrhöe und in 36 Tagen tödtlicher Ausgang. Ausser den Leberveränderungen konnten an den übrigen Organen wesentliche Abweichungen nicht nachgewiesen werden. Die Behandlung war aussichtslos.
9. Enzontische Lcbcrcntziiiulung bei jungen Schweinen hat Semmer (1890) beobachtet, wobei die Infektion nach der Geburt vom Nabel aus erfolgen soll. Die Leber zeigte das Bild der Muskatnusslcbor. Die Thiere gingen wenige Stunden nach dem Auftreten der ersten Krankheitsorsoheinungen zu Grunde Als Infektionserreger wurde dann von Noniewicz (1891) ein bestimmter Mikrokokkus nachgewiesen; auch konnte die Krankheit künstlich auf Kaninchen, Meerschweinchen, weisse Ratten übertragen werden, dabei betrug das Inkubationsstadium 7074 Tage.
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10. Lebercirrhosel). Hepatitis chrouika interstitialis s. flbrosa.
(Cirrhosis hepätis, Granulirte Leber. Interstitielle Leberentzündung. Leberschrumpfung. Chronische indurirende Lcberen tziindung.)
Wesen und Deftnition. Die Lebercirrhose wird, wie in den verschiedenen anderen Bezeichiumgen schon angedeutet ist, als eine diffuse chronische Entzündung des interstitiellen Bindegewebes der Leber aufgefasst, bei welcher auf Kosten der eintretenden Atrophie der Leberzellen eine Zunahine des Bindegewebes eintritt. Jedoch ist #9632;Strümpell (besonders nach den Studien Weigert's an der Niere) geneigt, auch für die Leber anzunehmen, dass zunächst ein Untergang der Leberzellen eintritt, an den sich sekundär eine Wucherung und schliesslich eine Schrumpfung des Bindegewebes anschliesst. Jedenfalls tritt zunächst ein hypertrophisches Stadium ein, dem später Schrumpfung folgt, so dass (nach der Meinung anderer Autoren) dann erst das eigentliche Lcberparenchym zum Schwund gebracht Avird. Hinsichtlich der Aetiologie sind die Beobachtungen bei Thieren besonders interessant.
Aetiulogie. Die wichtigste Ursache dieser vorwiegend bei Männern vorkommenden Erkrankung ist der chronische Alkoholismus; daneben zeigt sich das Leiden auch gelegentlich im Verlaufe der Malaria, Syphilis und anderer Infektionskrankheiten (chronischer Tuberkulose).
Symptome, Verlauf, Ausgang. Die Krankheit beginnt meist allmälilich und unbemerkt mit Magenbeschwerden, gelegentlichen Leberschmerzen, sowie An-
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i) /ipoot xtppdf, gelb.
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fällen von Gelbsucht und Fieber. Dabei zeigt sich die Leber vergrössort, glatt und derb. Die Beschwerden nehmen allmählich zu, es tritt Verstopfung, Abmagerung, gelbe Gesichtsfarbe und Verkleinerung der Leber ein und schliesslich, während die Milz anschwillt, Ascites und Oedembildung sich zeigt, tritt im Verlaufe von 1 3 Jahren der Tod unter allgemeiner Schwäche und Lungenödem ein.
Anatomischer Befund. Die anatomischen Veränderungen sind je nach den Stadien des Krankheitsprozesses vorschieden. Im ersten Stadium ist die Leber gleichmässig vergrössert, derh, stumpf räudig, an der Oberfläche glatt. Die einzelnen noch genau erkennbaren Acini sind durch starke grauröthlicho Bindc-gewebszüge von einander getrennt. Im weiteren, zweiten Stadium, erscheint das Lebergewobe immer mehr geschwunden, die Unterscheidung der Acini ist nicht mehr möglich, es ist Schrumpfung des Bindegewebes, damit Verkleinerung des Organes und eine mehr höckerige Oberfläche der Leber vorhanden. Mikroskopisch findet man nur noch Reste der untergegangenen Leberzellen. Meist heben sich jedoch diese Stadien nicht scharf von einander ab; es kann Vergrösserung neben höckeriger Beschaffenheit der Oberfläche vorhanden sein.
Therapie. Neben Vermeidung der Ursachen ist bei erheblicher Entwicke-lung der Krankheit nur eine symptomatische Behandlung möglich. Leicht verdauliche Nahrung, Brunnenkuren und bei stärkerein Ascites Abführmittel, wobei (Sasaki in Japan) günstige Erfolge nach Verabreichung von Kremor tartari (10,015,0) in Verbindung mit kräftiger Ernährung beobachtet sind. Ausäerdcm Diuretika (Kopaiva-Balsam 1,0 pro die). Ferner wird Kalomel und Jodknlium, sowie bei Syphilitikern Jod und Quecksilber verordnet.
Chronische interstitielle Hepatitis. Lebercirrhose. Chronische Leberverhärtung. Schweinsbergcrkrankheit der Pferde. Diffuse Leberverhärtung.
Die Lebercirrhose ist unter den Hausthiercn am häufigsten beim Pferde (unter dem Namen Schweinsbergor Krankheit), ferner beim Hund, Rind, Schwein und (selten) auch bei der Katze beobachtet werden.
Greschichtliches. Es möge hier nur hinsichtlich der sog. Schweinsberger Krankheit der Pferde (frliher auch Leberkollerquot;, Suchtquot;, chronischer Ikterus' genannt) bemerkt sein, dass dieselbe schon seit etwa 50 Jahren in Schwoinsberg im Ohmthal (Kurhessen), später auch im Glon-Maisach-Roth-Schmutter-Zusammthal (in Bayern), ferner in der Badischen Bheinobene (Offenburg, Kehl, Achern) und an anderen Orten beobachtet worden ist. In Norddeutschland ist die Krankheit bisher niemals festgestellt worden. Interessant ist weiter die allgemeine Beobachtung, dass die Krankheit stets enzootiscli auftritt und an eine bestimmte Beschaffenheit des Bodens und der darauf wachsenden Pflanzen gebunden erscheint.
Aetiologie. Bezüglich Entstehung der Krankheit bei Pferden (der sog. Schweinsbergor Krankheit) hat man die Ansicht vertreten, dass ähnlich wie bei dein Lupinotoxin der Lupinose, die auf einem bestimmten Boden und in einer bestimmten Gegend wachsenden Futterpflanzen Stoffe von spezifisch schädlicher Wirkung auf die Leber enthalten. Es sollen die giftigen Bestandtheilc in ähnlicher Weise auf die Leber der Pferde wirken, wie der Alkohol beim Menschen. Von einzelnen (Stamm) wird übermässige Fütterung des in den gefährlichen Bezirken gewonnenen sauren Heu's bei ungenügender Zugabe von Kraftfutter, von anderen
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Beobnchtorn (im Glonthal) wird allgemeine Kleefiitterung als Hauptursache beschuldigt. Wenn auch gelegentlich Pferde in jedem Alter von der Krankheit befallen werden können, so scheinen Thiere im mittleren Lebensalter (810 Jahren) vor. wiegend zu erkranken. Stamm fand auch, dass anscheinend gesunde Pferde aus den gefährdeten Bezirken noch erkranken, wenn sie selbst über ein Jahr nach gesunden Gegenden verkauft waren. In Schweinsberg sind öfters siiinmtliche Pferde eines Stalles an der Krankheit zu Grunde gegangen. Bei AViederkäuern und Schweinen zeigt sich die Erkrankung oft als Folge der starken Invasion von Distomcn. Daneben wird die Krankheit bei diesen Thioren, besonders Schweinen, öfters beobachtet, ohne dass die Ursachen nachzuweisen sind. Bei Hunden, wo ich die Krknmkung bei einem mit viel vegetabilischer Nahrung grossgezogenen Thiere fand, sollen (nach der wenig begründeten Ansicht von Friedberger-Fröhner) Klappenfehler des Herzens dazu Veranlassung geben.
Symptome, Verlauf, Ausgang. Bei der Schweinsberger Krankheit der Pferdequot; beobachtet man zunächst allmählich an Intensität zunehmende Verdauungsstörungen; dtgt;i' Hafer wird schlecht verdaut, die Thiere gehen im Nährzustande zurück und zeigen theilwoisc die Erscheinungen der Lecksucht (Lecken und Nagen an Wänden, Krippen, Brettern, Aufnahme von Sand, Erde, Koth). Daneben sind die Thiere matt, ermüden leicht; allmählich, jedoch meist erst nach wochen-uiul monatelanger Dauer, kann es dann zur Entwickelung aller Zeichen des Iktorus kommen; in höheren Graden der Krankheit sieht man dann die Symptome von Ikterus gravis: die Thiere erscheinen im Zustande des Dummkollers (schwankender Gang, gesenkte Kopfhaltung, stierer Blick, Eingenommenheit des Kopfes, Anlehnen des Körpers an die Stalhvandungen). Zuweilen beobachtet man bei den kranken Thieren auch Kolikanfällc und ferner nach längerem Bestehen des Zustandes Pulsbeschleunigung und Fieber. Nach Verlauf von Monaten und Jahren, wobei vorübergehende Besserungen manchmal beobachtet werden, gehen dann die Thiere unter den Zeichen allgemeinen Kräfte Verfalls zu Grunde. Demnach ist die Prognose in den meisten Fällen ungünstig. Bei Hunden entwickelt sich das Leiden nieist sehr langsam, oft ohne auffällige Krankheitserscheinungen. Eine gelegentlich nachweisbare Druckeinpfindlichkeit in der Leber, das Auftreten von ikterischen Erscheinungen neben dauerndem Magen-Darmkatarrh unter fortschreitendem Kräfteverfall ermöglichen oft den Verdacht auf Lebercirrhose. Vielfach endet die Krankheit unter den Zeichen von Ascites und Anasarka.
Anatomischer Itefund. Die anatomischen Veränderungen in der Leber sind bei Pferden im Wesentlichen wie beim Menschen im ersten Stadium der Lebercirrhose. Wie Bonnet besonders feststellte, ist auch hier vorwiegend eine chronisch entzündliche interstitielle Hyperplasie des interstitiellen und intralobulären Bindegewebes der Leber mit gleichzeitiger (herdförmiger) fettiger Degeneration der Lebtsrzellen nachzuweisen. Die Leber ist dabei meist stark (bis um das Doppelte) vergrössert. In anderen (älteren) Fällen zeigt sich jedoch auch, wie beim Menschen, eine Verkleinerung der I ieher (Putsche r). Die Oberfläche der Leber ist bei alten Prozessen höckerig, granulirt, der seröse Ucbergang getrübt, grauweiss, verdickt. Die Farbe wechselt von muskatbraun bis hellgelb und graugelb oder olivenbraungrün fleckweise ab. Auf dem Durchschnitt ist die Leber sehr derb und fest. Daneben findet
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man auch die Krscheinungen eines chronischen Magen-Darmkatarrhti, Magenerwei-terung und Milzvergrösserung.
Diagnose. Bei Pferden ist eine Verwechselung mit Dummkoller, Iktems, und bei Hunden mit chronischem Magenkatarrh möglich. Handelt es sich um die Schweinsberger Krankheitquot;, so wird das gleichzeitige Auftreten bei mehreren Pferden die Entscheidung erleichtern.
Therapie. Bei der sog. Schweinsberger Krankheitquot; war bisher jede Behandlung aussichtslos. In den letzten Jahren hat Imminger die tracheale Injektion der Lugol'schen Lösung (Jod 1,0 Kai. jod. 5,0 Aqu. dest. 100,0) empfohlen, von welcher 2025,0 mehrere Male und in Zwischenräumen von mehreren Tagen injizirt werden. Während Imminger günstige Erfahrungen mit dieser Behandlung machte, fanden Andere (Putschor, Königer, Hillorbrand) das Verfahren unwirksam. Prophylaktisch dürfte jedenfalls eine gründliche Bodenverbesserang (Drainage der gefährlichen Felder und Wiesen) nöthig sein, während eine Stalldesinfektion im vorliegenden Falle nutzlos sein dürfte.
Biliäre und hypertrophische Lehercirrhose. Als biliüre und hypertrophische Leborcirrhose hat man jene Form der Lobercirrhoso bezeichnet, welche sich nach joder längere Zeit anlialtonden Gallenstauung dadurch entwickelt, dass Lcberzellen atrophiron und absterben und sich das interacinöse Bindegewebe stärker entwickelt. Es entsteht deshalb diese hypertrophische Lebercirrhoso nach andauerndem Verschluss des Duktus choledochus durch (Gallensteine, Narben, Kompression durch einen Tumor u. dgl. Mithin handelt es sich dabei um einen sekundären Prozess in der Leber, hervorgerufen durch die Galienstauung. Nun ist jedoch auch eine primäre Form der biliären Cirrhoso, gewöhnlich hypertrophische Cirrhose genannt, beim Menschen bekannt und häufig bei Potatoren beobachtet worden. Während bei der gewöhnlichen (atrophisohen) Lobercirrhose des Menschen Iktorus meist nicht oder nur in späteren Stadien beobachtet wird, zeigt sich bei der primären biliären Cirrhoso meist gleichzeitig zunächst ein lelohtor und dann rasch sich steigernder Ikterus. Ferner scheint die beträchtliche Vergrösserung des Organs länger zu dauern und viel langsamer in den atrophischen Zustand überzugehen. Ebenso ist frühzeitig und dauernd ein Milztumor nachzuweisen.
Demnach erscheint es nicht unrichtig, die bei der sog. Schweinsberger Krankheit der Pferde nachzuweisenden anatomischen Veränderungen mit der primären, biliären hypertrophischen Lebercirrhoso des Menschen in Beziehung zu bringen.
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11. Leberruptur. Leberblutung.
(K u p t u r a h e p a t i s. A p o p 1 e x i a h e p a t i s.)
Beim Menschen werden Leberrupturen nach Quetschungen und Stössen gegen die Lebergegend oder durch indirekte Erschütterung und Erregung (beim Sturz aus bedeutender Höhe) hervorgerufen. Spontane Rupturen werden auch bei Fettleber beobachtet. Versuche bei Thieren und Wahrnehmungen heim Menschen lehren, dass nicht selten Heilungen solcher Rupturen eintreten können.
Bei Thieren hat man schon seit langer Zeit auf das verhältnissmässig häufige Vorkommen einer Leberruptur mit nachfolgender Verblutung aufmerksam gemacht. Man war der Meinung, dass vorwiegend mechanische Einwirkungen (heftiges Niederstürzen, Wälzen, Stösse gegen den Bauch, schwere Arbeitsleistung, Springen über grössere Hindernisse) die Entstehung der Ruptur herbeiführen. Weitere Untersuchungen (Adam, Johne, Rabe u. A.) lehrten jedoch, dass lediglich mechanische Einwirkungen für das Zustandekommen der Ruptur nicht aus-
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558nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Verdauungsorgane.
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reichen, vielmehr Verüiulerungen des Leherpareuehyins bezw. tier Gefässe desselben (bo-Honders bei Pferden) erst die Vorbedingung für solche Ituptur schaffen müssen, lieben der fettigen Degon(Uquot;ation ist es (nach Rabe) besonders die amyloide Degeneration der Leber, welche die l'rädisposition zur Ruptur herbeiführt. Daneben können auch alle hyperämischen, entzündlioben oder mit Embolie der Deberarterie, Verstopfung der Lebervene einhergehende oder bei Infektionskrankheiten und Vergiftungen auftretende schwere Prozesse der Leber (parenchymatöse Loberentziindung) sowie Neubildungen und Parasiten (Distomen) in der Leber zu Rupturen und grösseren Blutungen der Leber disponiren.
Wie Di eckerhoff angiebt, sollen Leberrupturen bei den in der Stadt benutzten kräftig ernährten Arbeitspferden und bei den lange Zeit mit Mais ernährten Thiercn häufiger vorkommen als bei den in der Landwirthschaft benutzten. Die Berstungen können an kleineren mid grösseren Stellen vorkommen, an einer Stelle verheilen und an amleren Stollen von Neuem auftreten. Ausser beim Pferde beobachtet man solche Rupturen oft beim Rinde (Milzbrand), bei S ch w ei n e n ^Schweineseuche, Stäbchenrothlauf, Fettleber), bei Hunden und beim Geflügel.
Charakteristische Symptome für eine Leberblutung sind selten vorhanden. Von Bedeutung sind die allmählich oder plötzlich auftretende Anämie der Kopf-schleimhäute, die kalten Extremitäten, der schwache schliesslich nicht mehr fühlbare Puls und Herzschlag, die grosse Mattigkeit, die erweiterte Pupille, Schwindelanfälle, manchmal leichte Kolikerscheinungen u. s. w. Bei grösseren Blutungen kann in einigen Stunden der Tod eintreten, während kleinere zur Heilung führen können; in anderen Fällen treten Recidive ein und führen den Tod herbei. Die Prognose ist ungünstig.
Die anatomischen Veränderungen sind leicht nachzuweisen. Man sieht die grösseren oder kleineren Blutmassen an oder in der Leber kleben, die an den zerrissenen Stellen mürbe und stark mit Blut überfüllt ist. In anderen Fällen sind zahlreiche Blutheerde in den oberflächlichen oder tieferen Schichten des Paren-chyms nachweisbar. Bei hämorrhagischen Infarkten findet man keilförmige, scharf abgegrenzte blutige Infiltrationen. Neben den Veränderungen in der Leber können auch Erkrankungen der Lunge, des Magens und Darmes als Komplikation vorhanden sein.
Diagnose. Eine Verwechselung ist besonders bei Pferden sehr leicht möglich mit pernieiöser Anämie, Leukämie, Hämophilie, Morbus makulosus, inneren Vorblutungen, so dass es oft einer sehr gründlichen Untersuchung bedarf, um wenigstens erhebliche Irrthümer zu vermeiden.
Therapie. Die Behandlung ist meistens aussichtslos. Angezeigt ist in jedem Falle absolute Ruhe und gute Ernährung, Verabreichung von Rothwein und vielleicht Sekale kornutum. Stärkere Abführmittel (Physostigmin) sind jedoch kontralaquo; indizirt, weil durch die stärkere Peristaltik die Blutungen leicht befördert werden können.
12. Amyloidlebei*1) (Speckleber). Bekanntlich handelt es sich dabei um eine eigenthümliche Veränderung der Gewebe, welche durch das Auftreten einer glasartig durchscheinenden, farblosen bis mattgelben, ziemlich feston, aber wenig elastischen Substanz von
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i) Ainyliim = Stärkemehl; to äpuXov, Satzmchl. ohne Mühle bereitetes Mehl.
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charakteristischer chemischer Reaktion ausgezeichnet ist. Auf Zusatz von wässeriger Jodlösung nimmt die amyloide Substanz eine mahagonibraune Färbung an , welche durch Einwirkung von Schwefelsäure in blau oder blauviolett übergeht, auch nach Einwirkung von Jod und Chlorzink entsteht. Neuerdings sind auch andere Anilinfarben (Methylviolett 1 : 100) als Reagentien auf Amyloid gefunden worden.
Beim Menschen ist die Amyloidleber fast regelmässig eine Theilerschoinung einer nllgemoinen Amyloiderkrnnkung (Milz, Niere, Darm), wie solche sich bei vielen kachek-tischon (Knochenerkrankungen, chronischen Eiterungen und üescliwllrsbildungen) und bei manchen Infektionskrankheiten (Lues, Tuberkulose) entwickelt. Selten ist Amyloidleber angeboren. Oft bestehen amyloide Veränderungen in der Leber ohne auffällige Symptome. In anderen Fällen zeigen sich mechanische (Spannungsgefühl im rechten Hypochondrium Milzschwellung) und funktionelle Störungen (Appetitmangel, Erbrechen, Durchfall). Die Krankheit kann sich Jahre hinziehen und schliesslich durch Marasmus, Wassersucht, Lungenödem tüdtlich enden. Anatomisch zeigt sich starke Vergrösserung der Leber, welche fest, hart, an der Oberfläche glatt ist und auf der SchnittoberHächo ein graubraunes, glänzendes speckiges' Aussehen hat. Mikroskopisch findet man vorwiegend die Wände der Leberkapillaren amyloid degenerirt, während an den Leberzellen selbst nur selten und in geringem Maasse Amyloid nachweisbar ist. Dagegen sind die Leberzellen' desto häufiger atrophisch und fettig infiltrirt. Giesst man Jodjodkaliumlösung auf die Schnittfläche und spült nach einigen Sekunden mit Wasser ab, so erscheinen die bisher blassgrauen amyloiden Stellen kastanienbraun oder mahagonifarbeu, die nicht amyloiden bleiben gelb.
Bei Thieren ist amyloide Entartung besonders bei Pferden, öfters, wenn auch nicht so häufig wie beim Menschen zu beobachten. Nach Rabe soll die Amyloidentartung der Leber bei beinahe 50 0/o der Pferde vorhanden sein, welche wegen chronischer Pleuritis, Perikarditis oder Peritonitis zur Obduktion kommen. Wie beim Menschen beobachtet man die amyloide Degeneration meistens in Verbindung mit Amyloidentartung der Nieren, Milz und des Darms. Ausser bei Pferden sieht man die Erkrankung bei Hunden, Rindern, Schafen, Kaninchen und Geflügel. Die Aetiologie ist bei Thieren, wie beim Menschen. Chronische Erkrankungen der Lungen, der Pleura, des Darmes und der Nieren werden neben kachektischen Zuständen vorwiegend als Ursachen angegeben. Die Symptome sind nicht charakteristisch, nur sei, wie schon bei Besprechung der Leberruptur bemerkt, nochmals darauf hingewiesen, dass Amyloidleber häufig zur Leberruptur und zu inneren Verblutungen führt. Die anatomischen Veränderungen sind im Wesentlichen sowie beim Menschen angegeben ist. Die Therapie ist bisher aussichtslos.
13. Fettige Infiltration (Hepar adiposum , Infiltratio adiposa hepatis) und fettige Degeneration der Leber. (Hepatitis parenehymatosa.) Eine ungewöhnliche Anhäufung von Fett in der Leber kann stattfinden, wenn grosse Mengen an Fett von der Leber in die Pfortader gelangen (Fettinfiltration) oder wenn innerhalb der Leberzellen eine lebhafte Zersetzung von Eiweisskörpern stattfindet, wobei der stickstofffreie Theil zu Fett wird und in den Zellen liegen bleibt, während ein Spaltungsprodukt sich allmählich zu Harnstoff umwandelt.
Beim Menschen kann, wie bei Thieren, ein übermässiger Grad von Fettinfiltration physiologisch sein, höhere Grade treten vor allem bei übermässiger Zufuhr von Kohlehydraten, aus denen Fett wird, auf. Bei Biertrinkern ist Fettleber recht häufig. Die fettige Degeneration (entzündliche Verfettung) wird besonders oft hei schweren Infektionskrankheiten (Pyämie, Sepsis, Variola), ferner bei Chlorose, nach starken Blutverlusten (pernieiöser Anämie), bei Vergiftungen (Phosphor, Antimon, Blausäure, Chloroform, Jodoform, Kohlenoxyd, Alkohol) gefunden.
Bei Thieren kommt, wie beim Menschen, Fettinfiltration und fettige Degeneration vor. Ist auch der erstere Zustand bei gut genährten und besonders zur Mast aufgestellten Thieren sehr häutig in abnorm hohem Grade vorhanden und von der fettigen Degeneration durchaus zu trennen, so werden nebenbei doch auch Fälle beobachtet, wo beide Zustände nebeneinander vorkommen und in einander übergehen. Den letzteren Zustand sah ich bei den mit gut genährten Schafen vorgenommenen Versuchen mit Lupinotoxin, wo neben Fettinfiltration (mit gleichzeitigem Schwund des Fettes unter der Haut), fettige Degeneration an anderen Stellen der Leber nachzuweisen war. Die Ursachen der fettigen Degeneration der Leber sind dieselben, wie beim Menschen. Bei Thieren (Hühnern) ist die Phosphorleber (nach Vergiftungen) ein sehr häufiger Befund. Der anatomische Befund ist bei Fettinfiltration und fettiger Degeneration etwas verschieden. Die mit Fett infiltrirte Leber ist stark vergrössert, teigig, unelastisch, wird leicht brüchig, ist blasa und braungelb
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ockergelb bei gleichzeitiger Anämie lehmfarben; in anderen Fällen gelbroth; die Ränder sind wulstig abgerundet. Die Kapsel ist glatt und durchsichtig. Auf der Schnittfläche, wobei Fett das Messer Überzieht, sind bei massigem Grade die Acini deutlich er-tennbar, in höheren Graden wird die acinöse Zeichnung undeutlich; bei gloichzeitigor Stauung entsteht die fettige Muskatnussleber. Die fettig degenerirte Leber ist in späteren Stadien kleiner als normal, weich, ohne deutliche Erkrankung der Acini auf dem Durchschnitt, von gelbrother bis rein gelber Farbe. Mikroskopisch findet man bei Fettinfiltration die Leberzellen stark mit Fetttropfen angefüllt, die Zellen selbst noch gut erhalten, während bei fettiger Degeneration in höheren Graden die Korne in den Zellen verschwinden und kleine Fettkörnchen neben Fetttröpfchen die trüben Zellen ausfüllen.
Zur weiteren Unterscheidung der Fettinfiltration von der fettigen Degeneration sei noch bemerkt, dass bei Fettinflltration nach Entfernung des Fettes aus einem Schnitt (durch Alkohol oder Aether) das solide Leberzellengewebo zurückbleibt, während bei fettiger Degeneration der Schwund der Leberzellenzeichnung erkennbar ist.
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14. Gallensteine. Cholelithiasis.
n) Beim Menschen.
Actiologie. Die Entstehung der Gallensteine ist noch nicht vollkommen klargestellt. Die Stauung der Galle, die durch die vermehrte Konzentration begünstigten Zersctzungs- und Umset/.ungsprozossc der Galle spielen neben einer vielleicht erforderlichen primären Erkrankung der Schleimhaut der Gallenblase und der grösseren Gallcmvege (Naunyn) die wichtigste Rolle. Cholesterin und Bili-mbinkalk würde (nach Naunyn) erst durch den krankhaften Zerfall zahlreicher Schleimhautepitholien gebildet. Als disponirende Ursachen sind zu nennen: das höhere Lebensalter und das weibliche Geschlecht (Schnürleber, Gravidität, Fettleibigkeit), daneben Krankheiten der Leber (Cirrhose, Karcinom). Die Gallensteine werden am häufigsten in der Gallenblase, dann auch in der Leber selbst gefunden. Meistens bestehen sie aus Cholesterin und Gallenfarbstoff in Verbindung mit Kalk.
Symptome. Manchmal verursachen Gallensteine keine Beschwerden. In anderen Fällen (durch Einklemmung und Gallongangsverschluss), Gallenstoiukolik (Uebelkeit, Frösteln, Schmerzanfälle, Erbrechen) und geringer Ikterus. In einzelnen Fällen auch chronischer Ikterus mit Milztuinor. Durch die gelegentlichen Entzündungen und Ulcerationen wird eine eiterige Cholangitis und Cholecystitis, sowie durch Perforation, eine tödtliche Peritonitis hervorgerufen. Manchmal gehen auch kleine Gallensteine mit den Stuhlgängen ab.
Therapie. Zur Linderung der durch Galleinsteinkolik hervorgerufenen Schmerzen sind Opium und Morphium erforderlich. Ferner werden beim Herannahen oder bei längerer Einklemmung des Steii;s innerlich grössere Mengen von Olivenöl (V* 1 pro die), sowie Nat. salicyl. (24,0) nach dem Essen empfohlen In schweren Fällen hat man auch auf chirurgischem Wege die Gallensteine entfernt.
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b) Bei Thieren. Bei Thieren kommen Gallensteine viel seltener vor als beim Mensehen. Die Ursache dieser Beobachtung beruht in der Hauptsache wohl auf der mehr geregelten, normalen Lebensweise gegenüber den zahlreichen Störungen dieser Art beim Menschen, Dass beim Pferde Gallensteine sehr selten gefunden werden, istgewiss auf das Fehlen der Gallenblase bei diesem Thiere zurückzuführen, wodurch viel weniger als beim
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Kiankheiten der lieber und der Qalleowege.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5t)1
Hunde, Rinde und dor Katze wosimtliclu'Bedingungen (Stauunji'und Zersetzung der Oallc in der Gallenblase) fehlen. Im Uebrigen sind die direkten Ursachen der Stoinbildung bei Thieron (Stauung der Galle und Erkrankung der Galleuwege) clleselbon wie beim Menschen. Man findet die Gallensteine am häufigsten in der Gallenblase des Rindes und Hundes; dann auch beim Schwein und bei der Katze. Beim Pferde finden sich oft zahlreiche kleine Steine (in einem Falle 400 Stück [Birnbaum]) in den Gallengängen der Leber, grösstentheils bestehend aus Gallenfarh-stoff, Kalk, Schleim und Fett. Grössere, der Form der Gallengänge entsprechende Konkretionen kommen besonders beim Rinde und Schafe nach erheblicher Erkrankung durch Einwanderung von Leberegeln, daneben auch beim Pferde vor.
Die Krankheitserscheinungen sind wenig charakteristisch und vorwiegend Verdauungsstörungen. Zur Behandlung wäre Karlsbadersalz, Alkalien, Rieinusöl u. dergl. anzuwenden.
15. Geschwülste der Leber. Heim Menschen sind znnäohst die tubcrkuliisen und syphilitischen Neubildungen zu erwähnen. Ferner (selten) Ak tinomy k o m e von Wallnuss- bis Apfelgrösse meist in Verbindung mit hitestinalnktinomykose, Ausserdeni Lymphome, kavernöse Angiome (Kavernosum) durch Erweiterung der Kapillaren entstanden Adenome, mit Uebergang zu Karcinomen, Cysten (meistens Ketentionscysten entstanden durch Abschniining von (iallengängen oder von neugebildeten Gallengängen; schliesslich Sarkome (meistens sekundäre meianotische, wobei dann der kleine primäre in der Haut oder im Auge sein kann) und Karcinomen, wobei die sekundären die häufigeren sind und die primären im Magen, Darm oder in den Beckenorgnnen sitzen. Die kl inischon Erscheinungen bei Karcinoma hepntis sind in höheren (iradon: Verdaunngsstörungon, allmähliche Abmagerung und schmerzhafte Empfindung in der Lebergegend, Ikterus u. s. w. Eine Verwechselung mit anderen Krankheiten (Cirrhose, Atnyloidlober) ist leicht möglich.
Bei Thieren kommen zunächst tuberkulöse Neubildungen ausserordentlieh häufig beim Rind, Schwein und Hühnern vor; seltener beim Pferd, Schaf und Ziege. Häufiger als bisher angenommen wurde, söheint Lebertuberkulose bei jungen Kälbern nach Infektionen von der Nabelvone aus vorzukommen, bei gloichzeitiger üternstuberkulose der Kühe. Beim Rinde kann man die Lebertuberkulose in allen Stadien beobachten. Heim Schwein sieht man oft nur kleine grauweisso Knötchcn und oft entscheidet gleichzeitige Miterkrankung der Lymphknoten schon makroskopisch, dass es sich um Tuberkulose handelt Beim Hunde und bei Hühnern findet man hirsekorn- bis haselnussgrosse Knoten.
Rotz der Leber (nur beim Pferde beobachtet) ist stets sekundärer Natur und em-bolischen Ursprungs. Aktinomykose der Leber kommt besonders beim Rinde (nach Ras müssen) häufiger vor, als bisher angenommen wurde. Es finden sich nussgrosse bis faustgrosse weiche, rundliche Knoten von gelblicher Farbe an verschiedenen Stellen der Leber. Bei Mischinfektion zeigt sich eiteriger Zerfall. Verhältnissmässig selten sind Adenome der Leber beobachtet, oft mit Uebergang in Karcinome. Ich fand multiple Adenome in der Lober eines Hundes, der längere Zeit an Verdauungsstörungon gelitten hatte und schliesslich getödtet wurde. Es fanden sich erbseil- bis haselnussgrosse, höckerige Knoten über die ganze Leber verbreitet. Die mikroskopische Untersuchung ergab, dass die Knoten aus zahlreichen mit Cylinderepithel ausgestatteten Schläuchen bestanden, welche sich in Pikrokarmin leicht und gut färben, während das Nnchbargewebe alrophirt und viel schwerer zu färben war.
Karcinome der Leber findet man am häufigsten beim Hunde, seltener beim Pferde und anderen Hausthiereu sowohl sekundär als primär vor. Bei ausgedehnten Leberkarcinomcn des Hundes soll (nach Trasbot) hochgradige Abmagerung besonders am Kopfe bemerkbar sein. Sarkome der Leber sind bei Hausthiereu sehr selten.
Verhältnissmässig häutig findet man besonders in den Lebern der Rinder die sog. fleckige Toloangie k t asi e, auch kapillare Angiomatosis (A ngiom a tosis kapillar is makulosa) genannt. Man sieht zahlreiche erbsen- bis fünfzigpfennigstück-grosso und grössere anfänglich blauschwarze, später violettrosa werdende Flecke in der Leber geschlachteter Rinder. Die Flecken zeigen sich in dem normalen Lebergewebe, fast wie narbige Schrumpfungen unter der Oberfläche der lieber; auf dem Durohsoltnitl Hchneidom iihl, VTeigl. Pathologie,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 86
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Mi?nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Kinnkheiton (Icr Verdamingsorgano.
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crsdioincn sio reicher nls das normale Lebergewebe, tief dankelroth und durohsetzen oft
den giüssteu Thcil der Leber. Mikroskopisch findet man netzartig verbreitete Bindegowebs-zttge, welche mit Blut angefüllt und mit Endotliel ausgekleidet sind, mithin erweiterte Kapillaren darstellen. Das Bild ähnelt dem von embryonalen Lebern (Kitt). Hinsichtlich der Kntstehung glaubt Kitt, dass es sich um Heininungsbildungeu handelt, das Ein-sprossen der Leberzellencylinder in die (ieriistsubstanz ist unterblieben. Marck dagegen, welcher dieselben nur in den Lebern von 34 Wochen alten Kälbern fand, glaubt, dass dieselben in Folge des plötzlich stark gesteigerten Blutdrucks entstehen. Aussei- dem vorstehenden Anginm kommt noch ein kavernöses Angiom (Angioma kavornosum hepatis) in dor Leber (oft gleichzeitig auch in der Milz und in der Niere) besonders beim Rinde vor. Hieliei handelt es sich nicht um Flecken, sondern um hirsekorn- bis haselnussgrosse blutig rotho Knoten, durch welche der betreffende Loborbezirk vorgrössert wird. Mikroskopisch sieht man netzartig angeordnete Bimlegewebszuge, in deren Hohlriiumon sich Blut befindet. Bei Killbern und Schafen werden gelegentlich auch pechschwarze Flecken gesehen, wobei es sich jedoch um Pigmentanomalien handelt. Die bis zehnpfennigstiick-grosscn Flecke liegen zerstreut in vollkommen normalem Lebergewobe.
16.nbsp; nbsp;Anderweitige Verttuderungeil in der Lobei*. In der Leber des Pferdes sind recht häufig eigonthümliche kalkig-fibröse Knolchen (Uhalikosis nndosa hepatis, No-dosis flbrosa petritikans) , welche bei oberflächlicher Betrachtung mit Rotzknotchen verwechselt werden können. Diese stecknadelknopf- bis hirsekorngrossen Knötchen sitzen meist in grosser Menge unter der SerOSIV und mitten im Lobergowebe in grosser Menge. Sie sind hart, sandig, von einem grauweissen Saum umgeben. Die Untersuchungen der neuen Zeit (Olt, Riitz, Schütz) haben nun ergeben, dnss es sich dabei um untergegangene Parasiten (Echinokokken, Distomen, Oxyurenl handelt.
17.nbsp; nbsp;Parasiten in der lieber. Heim Menschen sind als Parasiten der tiallen-wege zu nennen: Askuris lumbrikoides, Kchinokokkus und Distomen. In der Leber selbst werden gefunden: Koccidium oviforme, (Jysticerkns cellulosae und Pentastomum den-tikulatiim.
Bei Thieren ist zunächst Oysticorkus tenuikollis (die Finne von Tänia raar-ginata des Hundes) zu nennen. Die Finne findet sich an der Oberfläche der Leber bei Schafen, Ziegen, Schweinen und Rohen vor. Die Finnen können in jedem Stadium der Erkrankung degeneriien und verkalken. In jüngeren Stadien kann die Finne beim Schwein mit Oysticorkus cellulosae verwechselt werden. Lieber die Unterscheidung ist Näheres schon S. 277 angegeben worden. Ferner kommt Echinokokkus polymorphus (Finne von Tänia echinokokkns des Hundes) ausserordontlich häufig in der Leber des Kindes und Schweines, seltener beim Pferd und Esel vor. Auch diese Parasiten gehen oft zu Gh'Unde und man findet dann die Blasen mit einer rahmartigen, käsigen Masse angefüllt.
In der Leber der Schafe und Hinder, seltener in der Leber der Hirsche, Ziegen, Pferde, Esel, Schweine, Hasen und Kaninchen koinmen auch die Leberegel (Distomuni liepatikiim und D. lanceolatuni) vor. Näheres ist S. quot;296 initgetheilt werden.
Ausserdem wird Oysticorkus pisiformis (die Finne von T. serrata des Hundes) häufig in der Leber der 11 äsen und Kaninchen gefunden.
Als verirrte Parasiten in der Leber der Hausthiere sind noch zu nennen: Askaris inegaloeephala und Askaris suilla, welche aus dem Duodenum kommend manchmal krankheitserregend (Kolik) wirken Ferner Sklerostomuin armatura (in der Leber des Pferdes), Eustrongylus gigas in der Leber des Hundes, die Embryonen von Ollulanus trikuspis in der Leber der Katze. Sehr selten ist auch Linguntala dentikulata (Pentastomum dentikulatum) in der Leber des Pferdes beobachtet worden. Bei Kaninchen, ferner beim Kalb, Schwein, Schaf, bei Vögeln, Amphibien und Fischen kommt schliesslich noch K oeeidium oviforme in der Leber vor.
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Dio Krankheiten der Btmobspelobeldt'Oso,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 60B
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VIII. Die Krankheiten der Bauehspeieheldrüse.
Die Kniuklicilcii der Bauohspeloheldi'üso sind bisher sowohl in der MeuscliGn-heilkunde, wie auch in der Thierheilkunde von sehr uiitergeordaeteni kUnisqhon [uteresse gewesen. Meist handelt es sich um unvennutheto Leichenfunde. Für die Verglelohung mögen deshalb hier nur folgende Veränderungen erwähnt werden.
Beim Menschen ist zu cnviilincn: a) die Hauehspeichol driisenlilutung (Hbemorrhagia glandulae paukreatioae). Kleineie Blutungen weiden ohne besondere klinische Bedeutung hei starker venöser Stauung und hei allgemeinen Blutkrankheiten (Skorhut, progressiver perniciöser Anämie) gelegentlich beohachtet; ebenso sind auch gnissore Blutungen mit tödtlichem Ausgange festgestellt worden, wobei man theils Einwirkung der Blutung auf das Ganglion semilunare oder den Plexus Solaris als Ursache des Todes, theils Verfettung, Fottnokrose oder primäre (Jefässerkrankungen (Lues, Atherom) als Ursache der Blutung angenommen hat. b) Kntzündung des Pankreas. Kine primäre akute l'ankreatitis mit bald akutem, bald chronischem Verlaufe, wobei im ersteren Falle häufig Kiterung, im letzteren chronisch indurative Prozesse entstehen, ist ebenfalls zuweilen gesehen worden, c) Qesohwülste des Pankreas. Man hat am meisten primäre Karcinomo, dann auch Sarkome (besonders sekundäre melanotische Sarkome) ferner (selten) Lipoine, Myxonio und Chondrome beobachtot.
Schlicsslich sind auch Cysten (Cystoma glandulae pankreaticae) und Pankreasstoine (Shdolithi pankreatioi) sowie atrophische Zustände an der Bauchspeicheldrüse festgestellt worden.
Bei erheblicheren Veränderungen sollen klinisch dauernd schlechte Verdauung, Marasmus und schwere Formen von Diabetes beobachtet werden. Die letztere Angabe stützt sich auf Versuche an Thieren (Mering, Minkowski), bei welchen nach Entfernung des Pankreas Diabetes eintrat, während Andere (Hei denhain) nach Unterbindung des Aus-führungsganges keinen Zucker Im Harn fanden.
Bei Thieren sind vielfach ähnliche Veränderungen an der liauchspeichcldrlise festgestellt worden wie beim Menschen So sind akute eitrige und chronisch indurative Entzündungen beim Pferde (Mcgnin, Nocard, S iodam gro tz ky) wie auch (leschwülsle (Karcinome, Melanome. Adenome beim Hunde) und Steine (besonders heim Kinde und meistens aus kohlensaurem Kalk bestehend), manchmal auch llämorrhagien beobachtet worden. Sehr selten sind auch Parasiten (Echinokokken, die Larven von Strongylus armatus, Spulwürmer, Distomen) im Pankreas gefunden worden. Wie .lanson berichtet, wird Distomum pankreatikum bei den Rindern Japans sehr häufig im Duktus Wirsungia-uns beobachtet.
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C. Krankheiten der Milz.
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Wie die Krankheiten der Bauohspeicheldruse, so haben auch lt;lie Krankheiton der Milz in der humanen und Thiermedizin keine hervorragend praktische Bedeutung. Meist sind die Veränderungen sekundärer Natur, Theileiselieiiumgeii anderer Krankheiten, Deshalb sollen auch an dieser Stelle nur die wichtigsten lOikinu-kungen kurz besprochen werden.
1. Akute Mil/erkriuikuugcn. Heim Menschen beobachtel man akute Milzerkrankungen bei zahlreichen tnfektionskrankhoiten (Malarlnj Typhus, l'vämie,
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504nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Milz.
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Flccktypluis, einzelneu akuten Exanthemen, Septikämie, inanohinal auch boi Pneu-inoiiic, Diphtherie, Influenza u. .#9632;j. w.). In allen diesen Fällen handelt es sich tun eine Kongestionsbyperämle in der Milz, hervorgerufen durch Bakterieneinwanderung) deren Ansiedlung und schnelle Entwlokelung durch die langsame Blutströmung herlaquo; vorragend begünstigt wird. Die Milz vcrgrössert. sich dabei auf fias doppelte und' dreifache, die Pulpa wird weich und dunkelroth, die Kapsel dünn und gespannt. Hat der Zustand längere Zeit bestanden, so ist die Pulpa noch weicher, zert'liesst fast, und erscheint von graurother Farbe. Dabei wird die Kapsel trübe und st öfters mit Fibrinausscheidiingen bedeckt. Mikroskopisch findet man die Zahl der rotben Blutkörperchen vermehrt, später sind mich die weissen zahlreicher und dieraquo; Malpighischeii Follikel gewuchert,
Nach Ablauf des Grundleidens wird die Milz wieder normal oder es bleiben chronische Hvperpliisien oder atrophische /ustiinde zurück.
Akulo Milzschwellungen werden auch durch Einhollen (bei Herzfehlern) hervorgerufen, wobei je nach der Beschaffenheit des ]']niholus ein hiimorrhagischer Infarkt oder bei stärkeren Entzündungserregern (quot;in Abscess entsteht.
Die Krankheitserscheinungen sind wenig charakteristisch: Druckgefühl, Stechen, Schwellung in der Milzgegend. Die Behandlung nuiss sich nach dem Grundleidcn richten.
Bei Thieren wird im Wesentlichen aus denselben Gründen, wie beim Menschen, eine aktive oder kongestive Milzhyperämie bei den meisten Infektions-krankhelten (Milzbrand, Stäbchenrothlauf der Schweine, Pyätnie, Sepsis) beobachtet. Ebenso Infarkte und Abscesse. Die Krankheitsersoheinungen sind nicht charakteristisch.
2.nbsp; nbsp;Chronische IHilKCrkrankungeu. Beim Menschen zeigen sich chronische Milzerkrankungen als Stauungsmilz bei Pfortaderversohluss, chronischen Herzfehlern, Lebercirrhose, bei Leukämie, Pseudoleukämio, bei Lues und in Gestalt der sog. Ainyloidentartmig. Bei der letzteren können nur die Follikel erkrankt, sein (sog. Sagomilz) oder es ist die Milz gleichmässig erkrankt und sehr stark ver-grössert (Speckmilz). Die Krankheitserscheinungen hängen wesentlich vom Grundleiden ab; die Milz ist wegen ihrer Härte leicht fühlbar. Die Behandlung muss sich ebenfalls nach dem Grundleiden richten; doch haben Chinin, Ferr. jod. Acid, arsenik. besonderen Einfluss, deren Wirkung noch durch örtliche Anwendung der Kälte, Faradisation in der Milzgegend unterstützt werden soll.
B e i T h i e r e n kommen chronische Milzerkrankungen ebenfalls vor, doch werden dieselben im Leben der Thiere seilen (nur bei kleinen Hausthieren) festgestellt. Eine chronisch diffuse Milzerkrankung wird gelegentlich boi allen Hausthieren besonders als Tlieilerscheinung der Leukämie und Pseudoleukäinie beobachtet; ebenso kommen (bei Hunden, Schweinen, Rindern und Pferden) multiple Lymphome der Milz vor, die dann als wallnussgrosse, auf dem Durchschnitt derbe, speckige Knoten die Milz durchsetzen. Auch Amy lo iden tartuiigen der Milz sind, wenn auch selten, bei Rind, Hund und Pferd gesehen worden.
3.nbsp; Milzriiptur. Milzblutung'. Heim Moiischen ist Ruptur der Milz bei Typhus und Inteimittens (solton) heobachtet worden, liei Thieren sind Milzberstungen incisteiis durch traumatische Einflüsse (Fall, Stiisse, Schläge) entstanden; in anderen Fällen inögeii auch akute Milztunioion, Splenitis, grOssore öeschwölste die Ursache sein.
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Krankheiten der Milz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;505
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4. Gcscliwiilsle delquot; Milz. IJeiin Menschen werden von infektiösen (ili'unnlatidiis-j;escliwUlsten in der Milz beobiichtet: Syphilis und Tuberkulose. Von anderen Gesoliwülsten sind primilr (selten) Fibrome, Fibrosarkome, Chondrome und Osteome beobachtet worden, sekundär vorwiegend Sarkome, seltener Karcinome.
Bei Thi eren kommen Lymphome, bzw. Ly mphüsurkome hilutig beim Hunde, seltener bei l'ferd und Rind (Kitt) als speckig oder markig weisse, vom braunrotben Milzgewebe sich scharf abhebende Knoten verschiedenster Orösse vor. Heim Werde sind Sarkome, besonders Melanosarkome (bei Schimmeln) nicht selten. Auch Angiome sind festgestellt worden. Sehr httuflg ist beim Kinde die Serösen tube ik u lo se und embolische Milz-tnberkulose beim Schwein. Kbenso ist Tuberkulose der Milz nicht selten beim Pferd, Hund und bei der Katze. Schliesslich ist Kotz der Milz bei Werden oft zu finden.
b. Parasiteil der Milz. Beim Menschen werden (Jysticerken und (häufiger) Kch inok okken beobachtet. Ausserdem I'ontastomiim d outi c ulatu m , erbsengroase verkalkte Knötclien bildend.
Hei Thicren wurden verirrte Giastrophilusaiton (beim Pferde), Loberegel (beim Binde), Ijinguataia (beim Hunde), Cysticerkus cellulosae (beim Schwein) und ausserdem Echinokokküii-blasen beim Kinde gesehen.
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Zusammen fassung.
Auoli unter den Krankhoiton dor Verdauungsorgaue sind dlv moisten solche) welche beim Menschen und bei Thioren vorkommen und in der Kegel auch durch gleiche oder ähnliche Ursachen hervorgvrul'cn werden, nänilich:
Katarrh der Miuulschleinihauf, Stomatitis ulceiusa, Stomatitis aphthosn, Mund-8001', Glossitis, Parotitis, l'tvalisnuis, Raimla, Angina, Ketropharyngealabscess, Oeso-phagitis, Dilatationen und Stenosen des Oesophagus, Perforation des Oesophagus, Lähmung des Oesophagus, Oesophagismus, Erbrechen, akuter und chronischer Magenkatarrh, Ulkus ventrikuli rotundum, nervöse Dyspepsie, Magenblutuiig, Magen-erweitemugt MagenzeiTeissung, akuter Darmkatarrh, ohronlsoher Darmkatarrh, Kolik, Typhlitis und Perityphlitis, akute und ohronisohe Peritonitis, Ascites, Ikterus katarrbalis, Hepatitis suppurativa, akute, gelbe Leheratrophie, Leheroirrhose, bUitire hypertrophische Leheroirrhose, Lebenuptur, Amyloidleber, fettige Degeneration der Leber, Gallensteine, akute und chronische Milzerkrankungen.
Nur beim Menschen und bisher nicht bei Thieren beobachtet sind nur folgende Krankheiten im Bereiche des Verdauungsapparates:
Noma, Anginn, Ludovici, Mykosis pharyugis leptothrioia, Brechdurchfall der Kinder.
Kur bei Thieren sind bisher folgende Krankheiten des Verdauungsapparates zur Beobachtung gelangl:
Stomatitis pnstulosa kontagiosa (gelegentlich auf den Menschen übertragbar), Lecksucht, des Rindes, Wollefressen der Schafe, Tympanites, Wurmkolik, knotige Lebernekrose, enzootische Lehcrentziindimg bei jungen Schweinen.
Hinsichtlich des Vorkommens von Parasiten und Neubildungen im Ver-datlUUgsapparate des Menschen und der Thiore muss auf das bei den einzelnen Organen Gesagte verwiesen werden,
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IJiu Kriiiikhcitun der Atbmungsorgane.
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1). Die Krankheiten der Athmungsorgane.
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AllgciiKMiilaquo; Vorbemerkung. Wlo die uftohlolgendeji Angaben zeigen werden, bieten mich die Krankheiten der Athmungsorgane sehr viel Gemeinsames bei Mensch und Thier. Man wird erkennen können! düs* ein Theil der Krankheiten der Athmungswerkzeuge auf die Einwirkung von Infektionserregern zurück geführt werden muss, dagegen aussei'dera sowohl individuelle Disposition einzelner
Thiere und Thierarten wie avioh die Lebensweise der letzteren bei dem Auftreten
der Krankheiten eine wesentliche Kollo spielen. So sind die Pferde und Hunde
am meisten Erkrankungen dei' Athmungsorgane ausgesetztraquo; während Kinder, Schüfe und Sehweine verhüllnissmässig selten von Krankheiten der Athmungsorgane befallen weiden. Beim Pferde kommen ausserdem noch Erkrankungen der sogen. Luftsäcke hinzu, welche später noch erörtert werden sollen.
Keim Menschen und bei Thieren kiinn iimn hinsichtlich des Vorkommens der Krankheiten der Athmungswerkzeuge eine Abhängigkeit von der Jahreszeit nachweisen. In den sog. rauhem Monaten (Ende November bis Ende April) zeigen sich die ineisten Erkrankungen. Hinsichtlich der Einwirkung klimatischer Verhältnisse überhaupt steht fest, dass die Krankheiten der Athmungsorgane von den Tropen gegen höhere Breitengrade häufiger werden und am meisten in einem vorwiegend feuchtkalten Klima mit plötzlichen und starken Temperaturschwaiikungon beobachtet werden. Hier sind auch die begünstigenden Umstände: plötzliche Einwirkung kalter, in Bewegung befindlicher Luft auf die sehr warme oder in erhöhter Sehweisssekretion befindliche äussere Haut, oder auf die Schleimhäute, am meisten gegeben. In vielen Fällen ist jedoch ausserdem die Mitwirkung spezifischer Krankheitserreger erforderlich, deren Ansiedlung und schnelle Entwickelung durch das Eintreten der eben genannten begünstigenden Vorkommnisse oft erst ermöglicht wird,
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I. Die Krankheiten der Nasenhöhle und der Nebenhöhlen
der Nase
Verglelohond - anatomiaoho und entwlokelungsgeschlchtllohe Bemerkungon
zu den Krankheiten der Xtiscnliölile und Nebenhöhlen der Nase. Dio Nason-liiilileii entstehen bei den Stlugethieren im Anfange des zweiten Monats der Kntwickeliing als zwei (iiiibclien seitlich von dein einheitlichen Stirnnasenfortsatz, welche sich mit der Miimlhiilile zunächst zu einet gemeinsamen Ornbe vereinigen, Kino an der medialen Wand jeder Nasenginbe beflndllche kleine Vertiefung ist die erste Anlage dos später mit der Nasenscheidewand verbundenen J uc o b s o n'sehen Organes. Durch dio Verbindung mit der KtundhOhle entsteht eine Pars respiratoria and Pars olfaktoria der Nasenhöhle. Der letztere, kleine, auf die hintere Gegend der oberen Muschel beschränkte Theil rückt mehr an die Schädelliasis und wird von Fäden der Riechnerven versorgt. Der re-spiratorische Theil erhält durch das Längenwiichsthnni des (lesichtsschädels, durch die Miisclielhildnng und durch die Ausbildung von Nclienhöhlen eine sehr beträchtliche Ober-
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Dio Kninkhcitoii der NnsenfaUhls mul (lor Neljuiiliiililen del' Nnso.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; öfi?
fl8ohenentwlokelunglt; Durch das Ausvrachson der QanmenfortsAtze oder Gnunienplatten von der medialen Fittobe des Oberkieferfortsatzes wird die primitive Knudböhle iu zwei lilx^r
einander liegende! Käume geschieden. Meide Häuine stellen nocli einige Zeit durch die Gaumenspalte in Verhindung, iiiich deren Verwachsung die Trennung der Nasenhölde von dor Mundhöhle vollzogen ist. Von oben her wächst die Nascusclieidewnnd herunter und theilt dio Nasenhöhle. Der untere Kaum wird definitive Mundhöhle.
Die äussere Nase (Schnauze, Nasenspiegel, Küsselscheibe) bildet sich aus dem Stirn-fortsatze und den Nascnfortsätzen in der Weise, dass sich der zwischen den Nasenfortsiitzen gelegene Stirnfortsatz mehr und mehr verschmäohtigl, und von den sich erhebenden Nasenfortsätzen etwas üborwaehsen wird. Die medialen Wände der inneren Nasenfortsätze nähern sich bis zur Berührung und verwachsen entweder bis auf eine Spur der laquo;ie vorübergehend trennenden und auf die Oberlippe heranreichenden senkrechten Furche (Rauh-thioro) oder es bleibt diese Spalte in ihrer ganzen Ausdehnung zeitlebens bestehen und bildet eine physiologische inediano Hasenscharte (gespaltene Nase gewisser Doggen). Bei den Hufthieren dagegen kommt es niemals zur neniicnswerthen Ausbildung dieser Furche, und ihre Nasenflächu ist demnach glatt und iingekerbt (Hon not).
Die komplizirte Kntwickelung des Gesichts hei llausthicren erklärt die im Ganzen nicht seltenen M iss hl Idu ngen (Lippen und Kief'erspalten die sog. Hasenscharten sowie mangelhafte Vereinigung der Gaumenspalten sog. Wolfsrachen u. A.).
Uober die weitere Entwickelung der Nasonni uschelu und Nebenhöhlen sagt Bonnet folgendes: Die Nasenmuscheln entstehen durch Kalteiisysteme, die sicli aus der lateralen Nasenhöhlenwand einrollen. Hei nllen Ihmssäugethieren, mit Ausnahme des Pferdes, treibt die untere Nasen- oder Kiefenmischel noch sekundäre oder tertiäre Falten-blättchen, welche, sich in typischer Weise krümmend und einrollend, den bei den Raub-thieren und Wiederkäuern so komplizirten Bau der Kiefermuschel bedingen Obere mul mittlere Muschel sind lediglich excessiv entwickelte Siebbeinmnscholn, während die Kiefermuschel, nur vom Trigeniiuus und nicht wie dio Siebheinmuscheln vom Olfnktorius vorsorgt, als ein Organ sui generis mit noch unklarer Sinnesleistung bestellt. Durch die Muscheln wird die Nasenhöhle jederseits in die drei Nasengttnge zerlegt. Durch Ausstülpungen, welche die Nasenschleimhaut in ihre noch weiche iinvorknöcherto Umgebung hineintreibt, wird die Bildung der Nebenhöhlen, der Kiefer-, Keilbein-, Stirn- und Gaumenhöhle eingeleitet. Die Bildung dieser Nebenhöhlen hängt weniger mit einer Erhöhung der Geruchs-leistungen zusammen, als sie vielmehr durch Aussparung von Knochenmnsse eine Gewichtsverringerung des durch schweres (iebiss oder Gehörn belasteten Schädels bedingt. Ihre volle Ausbildung erreichen diese Lufthöhlenquot; des Kopfes erst postembryonal meist nach vollzogener zweiter Dentition, um bis ins späte Alter an Geräumigkeit zuzunehmen. Kin kleiner Theil der Gaumenspalte erhält sich in Gestillt des N ase nga innen ganges oder Sten so n'schen Ganges. Derselbe schliesst sich mir heim Pferde und endet in der Gegend der Hackenzäline blind. In den S te iison'schen Gang münden die nanieutlich bei den Hufthieren sehr entwickelten .) acohso n'schen Organe ein.
Bei den Ha u s thieren tritt eine äussere Nasenliervorragung. wie beim Menschen, nicht ein. Beim Pferde sind die Nasenhöhlen wogen des tiefherabbiingeiulen Gaumensegels die einzigen Athmuiigshölilen des Kopfes; bei den übrigen llausthiereii. welche noch durch die Maulhöhle athmen können, die hnuptsächlichsten. Die untere Nasonmuschel ist nur bei den Affen der alten Welt einfach, wie beim Menschen; bei den übrigen Säugethieren lindet sie sich in 1 -2 oder zahlreiche Abtheilungen gesondert. Die Nasenhöhle der Vögel hat drei Muscheln, eine vordere, mittlere und hintere. Die Vögel besitzen ausserdem Nasen-drüsen an den Stirnbeinen oder unter den Nasenbeinen, vorne in der Augenhöhle am inneren Winkel oder unter den Augen. Bei den Fischen sind meistens K i e c hgr ü belie n vorhanden.
Besonders zu erwähnen ist noch ein den Solipedeu eigenthümliebes Organ der Luftsack. Derselbe entwickelt sich jederseits aus einer Ausstülpung der Schleimhaut der Ohrtrompete als dünnwandiger, blasenartiger Behälter, welcher den ganzen Kamn zwischen dem Scblundkopf his Kehlkopf, der Schädelbasis und dem ersten Halswirbel einnimmt. Mit dem Scblundkopf kominunizirt der Luftsaok mittelst der Hachenöffiuing der Ohrtrompete; mit lotztoror steht er in olf'ener Vorbindung und kominimizirt durch die l'iinkenöifnung derselben auch mit der Paukenhöhle. Die Punktionen der Luftsäcke sind noch nicht sicher festgestellt. Bei der Athnnmg wird durch die Inspiration das Volumen etwas, vergrössert, durch Kxspiration etwas verkleinert
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568nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dio Kranklieiton der Athmuiigsorgiiiio.
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AUgemelue dlagnostisohe Angaben ttir die Ceststellnng der Krankheiten det
NftSenhOhle und del1 Nebenhöhlen bei den Haustliieren. Oelegentlich der Untersuchung der Nase, Nasenhölihüi und Nobonhölilen der Tliiere wird man in sehr vielen Fällen Bo-liinde machen, welche weniger für die Feststellung der in den genannten Organen lokali-sirten Prozesse als vielmehr für andere Krankhoiten von diiignostisoher Uedeutung sind. Aus praktischen Gründon soll deshalb auch auf diese liefundo hier Kücksicht genoimnon worden.
Bei dor it us seien Besichtigung dor Nase wird man zunächst auf Verilnde-rnngen in der BcschafFcnheit der iiiisseron Haut zu aohten und dabei zu Imrücksichtigon haben, dass bei l'forden etwaige Knötohen und Geschwüre in der Umgebung der Nasenlöclier beim Rotz, Pusteln bei Stomatitis koutagiosa pustulosa, veisehicdon gefärbte (schmutzig-rothgelbe, bernsteingolbc, lothbraune, schwarzbraune) Borken bei dor sog. Brustsoucbo bei der Druse und beim Kotz vorkommen. Beim Rinde und Schwein würden Bläschen und Blasen am Flotzmaul den Verdacht auf Aphthenseuche erwoeken, beim Hunde würden Pusteln in der Umgebung der Nase die Annahme von Akarusräude, Borken von Staupe rechtfertigen, während eine trockene warme und schrundige Bescliaffönhoit der äusseren Nasen-theile auf Fieber deutet. Schliesslich zeigt sich Juckreiz hei der Staupe der Hunde und Katzen, sowie beim Vorhandensein von Parasiten (Pentastomuin der Hunde, üestruslarven und lauigenwürmer der Schafe) und Fremdkörper (Sand, Pilanzentheile, Futterbestandtheile) in der Nasenhöhle.
Bei der inneren Besichtigung der Nasenliöhlon , welche man mit dem un-bewadneten Auge, mit dem Nasenspiegel oder mit dem von Polansky und Schindolka konstruirten Nasentubus in Verbindung mit dein Parallelektroskop oder mit dem llhino-Laryngoskop ausführen kann und wobei oft auch eine direkte Untersuchung durch Palpation zweckmässig ist, wird man auf die Farbe und etwaige Schwellung der Schleimhaut, auf Exsudate, Blttschen, Gtasohwtire, Neubildungen, Narben, Wunden zu acliten haben. Eine blasse Farbe ist bei allen anämischen, eine dunkle, diffuse Röthe bei den meisten fieberhaften Allgemeinkrankhoiton vorhanden. Kleine und grössere rothe Flecken findet man bei katarrhalischen Zuständen; Blutungen in der Schleimhaut besonders beim sog. Petechial-fieber, bei septischen und pyämischen Erkrankungen, bei einzelnen Vergiftungen (Quecksilber, Arsenik, Phosphor), Knötohen und (loschwüre findet man beim Rotz, sowie bei der Stomatitis pustulosa koutagiosa der Pferde; die letzteren auch gelegentlich beim sog. I'etechialfiober der Pferde. Beim Vorhandensein von Narben ist bei Pferden auf die strahlenförmige (iestalt derselben bei Rotz zu achten.
Die Untersuchung der Nebenhöhlen der Nase wird in der Regel auf äusserc Palpation und Perkussion beschränkt bleiben und nur in seltenen und wichtigen Fällen auf Trepanation ausgedehnt worden können. Durcb Palpation wird man höhere Temperatur, Schmerzhaftigkeit, Schwellungen, Knochenverletzungen, durch Perkussion ausserdem das Vorhandensein von Entzündungsprodukten und Neubildungen (dumpfer Schall) feststellen können.
Eine Untersuchung des U lifts ackes ist erst bei weit vorgeschrittener Erkrankung möglich, da die Verwerthung des Günther'scbon Liiftsackkathetois für die Untersuchung in der Praxis meistens nicht möglich ist. Von besonderer diagnostischer Bedeutung ist noch der N asenaus f In s s, welcher bei gesunden Thieren höchstens beim Rinde gelegentlich nachweisbar, mithin im Allgemeinen als Zeichen krankhafter Vorgänge anzusehen ist. Dabei kann der Ausfluss aussei- aus der Nascnhöhlo selbst auch aus den Nebenhöhlen (Luft-sack heim Pferde), aus dem Schlundkopf (selten, beim Regurgitiren von Futter und Getränk beim Pferde), aus dem Kehlkopf, aus der Luftröhre, Bronchien und aus den Lungen stammen. Der Nasenausfluss kann ferner einseitig und beiderseitig und je nach Menge, Farbe, (lOruch und dem Vorhandensein fremder Beimischungen von verschiedener Beschaffenheit sein. Meist ist der Nasenausfluss beiderseitig, einseitig nur beim Kotz der Pferde, bei einseitigen Neubildungen, Geschwüren u. dgl., die Menge ist ausserordentlich verschieden; einen reichlichen gleiehmässigen Ausfluss beobachtet man bei der Druse der Pferde, chronischen Katarrhen der oberen Luftwege, beim sog. bösartigen Katarrlialfieber des Rindes, bei der Hundestaupe, bei parasitären Erkrankungen der Nase und deren Nebenhöhlen (bei Kälbern und Schafen). Ein periodisch auftretender oder reichlicher Nasenausfluss findet sich im Allgemeinen hei Stirnhöhlen- und Kieferhöhlcnkatarrhen, bei erheblichen Bronohi-ekfasion und bei Luftsackerkrankiingcn der Pferde. Hinsichtlich der Farbe des Ausflusses ist nur die blutige Beschaffenheit desselben von diagnostischer Bedeutung bei Neubildungen, Wunden, Parasiten in der Nasenhöhle, beim Peteohialfleber und Rotz der Pferde, bei Mdz-
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Die Krankheiten der Nasenhöhle und dor Nebenhöhlen der Nase.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5()!)
brand des Rindes, bei der sog. Sehniittelknuikheit der .Schweine. Kin oigenthiimlich bern-steinartigor, ro.stgelber oder braungelber Ausfluss zeigt sich bei hämorrhagischer Lungenentartung, besonders im Verlaufe der Brustseuche der Pferde, der Staupe der Hundo. Ein grlinlicher meist auch mit fremden Bestandtheilen gemischter Ausfluss wird bedingt durch das Zuiilcktreten chlorophyllhaltiger J'uttortheilchen vom Rachen in die Nasenhöhle z. B, bei Pharyngitis. Die Konsistenz des Nasenausflusses kann ausserordeutlich verschieden sein (serös, serös-schleimig schleimig-eiterig, eiterig) und bei derselben Krankheit in verschiedenen Stadien wechseln. Schleimig-eiterige Nasenausflüsse, die besonders bei Pferden grau-weiss und graiigrünlicli gefärbt sein können, findet man besonders bei der Druse (auch beim Rotz) der Pferde, bei der Staupe des Hundes und dor Katze; während man die vorwiegend eiterigen Nasonausfliisse von rahm ähnlicher Konsistenz und weissgelber Farbe besondere in frOlieren Stadien der Drnso, bei Entleerung von Abscesson in Pharynx und Nasenhöhle und bei chronischem Kieferhölilenkatarrh beobachtet. Einen unangenehmen GerUOh besitzt dor Nasenausfluss besonders bei geschwürigon Prozessen in der Nasenhöhle und in den Nebenhöhlen, in der Rachenhöhle, Luftröhre und Lungen. Von fremden lioim engungeu sind Luft (bei akutem LungenOdem), Blut, Eutterbestamlthoile (beim Rogurgitiron der Nahrung), Krbrochenes, Parasiten (Oestrus, Strongyllden) zu erwähnen.
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1. Katarrh der Nasenschleimhaut. Schnupfen.
(Rhinitis kn tarrlialis. Koryza1). () i a veil o'.)
n) Beim Mensuhen,
Actiologie. tu den meisten Füllen sind [nfoktioxiserreger iii(! Ursache, welche durch oine vorangegangene Erkältung und die dadurch bewirkten Cirku-lationsstörungen erst günstige Bedingungen für ihre Entwiokeluug und Wirkung in der Nasensohloimbaut erhalten. Danehen kein neu auch alle direkten Reize der NasenscMeünkaut durch Traumen, Staub, reizende (iasc, durch sehr kalte oder sehr wanne Luft, durch Anwendung bestimmter Medikamente (Jod- und Brompräparate) Katarrh der.selhen hervorrufen. Schliesslich entsteht Sohllupfen auch im Verlaufe mancher lofektionskraukhoiten (Masern, Scharlach, Typhus, Lues, Tuberkulose) sw-vvie als fortgepflanzte Entzündungen von Krankheiton der Oberlippe und des Zahnfleisches.
Symptome^ Verlauf, Ausgang. Unter sein- geringem Fieber beginnt der Schnupfen meistens mit olgenthümliohem Prickeln und Stechen in der Nase. Durch die eingetretene Schwellung der Schleimhaut sind die Nasengänge verstopft, die Sprache niiseliul. Das anfangs spärliche Sekret wird im weiteren Verlaufe der Krankheit, stärker, ätzt auch die umgehende Haut der Nase und Oberlippe und wird nach einigen Tagen mehr eiterartig. In vielen Fällen geht die Entzündung auf die Schleimhaut der Stirnhöhlen über, es tritt Thränenfluss, Lichtscheu, Brennen in den Augen ein; in anderen Fällen wird die Schleimhaut der Iliglunorshöhlen, wobei Schmerzen im /almrand des Oberkiefers auftreten, in Mitleidenschaft gezogen. Schliesslich kann mich die Tuba Eustachii erkranken, wobei Schwerhörigkeit, Ohrenschmerz, Ohrensausen eintritt und selbst Otitis media sich entwickeln kann. Manchmal verbreitet sich der Katarrh auch auf den Kehlkopf, auf die Luftröhre und. die Bronchien. Im Verlaufe einer, selten in zwei AVochen verschwinden dann die Erscheinungen wieder und es tritt völlige Heilung ein.
i) raquo;f zopuClaquo;, Hotz, der den Schnupfen begleitende Stumpfsinn (Hippokrates)j von
C'elsus gravis ßapii?.
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üiü Kiaiikliciteii der Atlmiuiigsoigaiiu.
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Theraplet Eine besondei'o Therapie ist meisten vor Einwirkung dos Sekrets zu sohützeraquo;, reibt man Ob Vaseline, Unji'. praeo, album oder Ungi emolliens ein,
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nnnötbig. Um die Haul
icrlippe und Nasenlöelier mit
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itcrigcn Kä-
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larrh kann eine örtliche Behandlmig (NaseiuioiielHgt;, Tannin, Alaun, Elnpinselungen
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mit
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ni( 2 0/o Kokalnlösung] nothwendig werden.
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b) Bei Thieren.
Ein akuter Katarrh der Nasenhöhlen kommt bei allen Hausthieren selbstständig oder im Verlaufe anderer Krankheiten vor, am meisten bei Pferden und wird hier auch falsche Druse oder Strengelquot; genannt.
Actiolog'ic. Vorwiegend erkranken jüngere, schwächliche, zu Erkältungen geneigte Thiere. Pferde erkranken besonders zur Zeit des Haarwechsels, in heissen,
dunstigen Stallungen, nach Elnathmen von Strassen- und Futterstaub (hei Entnahme ites staubigen Heues aus hoch angebrachten Haufen). Vielfach sind, wie beim Menschen, Infektionserreger die direkten und die Erkältungen nur die he-günstigenden Einflüsse, Sekundär zeigt sich Nasenkatarrh im Verlaufe mancher Infektionskrankheiten und Bespirationskrankhelten, Beim Schafe ist Nasenkatarrh vielfach unter verschiedenen Bezeichnungen (Schafrot zquot;, gutartiges, bösartiges Kata rrha If ieborquot;) in der Litteratur beschrieben worden, dabei ätiologisch verschiedene Prozesse mit einander vereinend. So ist das bösartige Katar-rhalfieberquot; (S. 151) ein besonderes Leiden, welches nach Friedberger mit dem Katarrhalfieber des Kindes nicht identisch ist. Der einfache akute Nasenkatarrh des Schafes entstellt besonders häufig im Frühjahr nach der Schafschur und wenn die Thiere aus den dunstigen, wannen Stallungen auf die Weide oder umgekehrt im Herbst von der Weide in schlechte Stallungen kommen. Beim Rind, Schwein und bei der Katze sind einfache, akute, primäre Nasenkatarrhe selten; dagegen beim Hunde verhältnissmässig häutig (nach Einwirkung von Staub, Bauch, Penta-stomum laenioides, Erkältungen nach dem Scheeren), sowie sekundär im Verlaufe der Staupe,
Symptome, Vorlauf, Ausgang. Die allgemeinen und wesentlichsten Erscheinungen sind anfänglich höhere Köthung und Trockenheit der geschwollenen und vermehrt wannen Nasenschleimhaut, dann folgt Absonderung eines anfänglich wässerigen, später schleunigen, dickflüssigen, schliesslich mehr eiterigen Sekrets. In ein bis zwei Wochen ist wieder Heilung eingetreten. Bei Pferden können in schwereren Fällen Schwellung der submaxillaren Lymphdrüsen, Puls- und Athem-beschleunigung, Dyspnoö in Folge erheblicher Schwellung der Schleimhaut, sowie Eingenommenheit des Kopfes eintreten. Wie beim Menschen kann es auch zur Miterkrankung der Stirn- und Kieferhöhlenschleimhäute und Bindehaut des Auges kommen. Der akute Nasenkatarrh kann in den chronischen übergehen. Schafe bekommen beim akuten Nasenkatarrh ausser Nasenausfluss, Niesen und ein hörbares schniefendes Athmen. Das letztere zeigt sich besonders oft beim Schweine und bei Möpsen, wegen ihrer engen Nasenvorhöfe, Die Prognose ist günstig.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Diiignose. Beim Pferde kann die Feststellung wegen Verwechselung mit Rotz und Druse Schwierigkeiten bieten. Wegen der Unterscheidung Vgl. S. 22 und S. 164, Beim Hunde kann es sich um den Anfang der Staupe handeln.
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Therapie. Meistens genügt ein zweokniAssiges cliätotlsohes Verhnlten, Pferden jiidd man Heu, Grüiifuttcr, daneben Moluriibcu, Kleietrank mul führt sie in's Freie, während die Stallungen gereinigt und gelüftet werden. Von Arzneien kann man laquo;lie aromatischen Pflanzenpulver in Verbindung mit Koebsalz, Qlaubersalz verwenden. Oertlich werden in erheblichen Fallen wanne Dunstbäder, denen Karbolsäure oder Kreolin hinzugefügt Ist, empfohlen; ich verordnete dann stets mit Vortheil öftere Berieselungen der Nasensehleimhaut mit einem Spmy, wobei die Flüssigkeit abwechselnd aus Borsäure- (Hiioo) oder Lysollösung (1:100) bestand.
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2. Chronischer Katarrh der Nasenschleimhaut. Stockschnupfen. (Rhinitis ohronika hypertropbikahs und atrophika,
Ozaena1).
a) Beim Menschen.
Actiologie. Chronischer Katarrh der Nasensehleimhaut kann aus einem verschleppten akuten Katarrh oder auch sogleich als solcher entstehen. Man unterscheidet beim chronischen Nasenkatarrh zwei Formen, die Rhinitis ohronika hvper-trophika und die Rhinitis ohronika atrophika, wobei noch zweifelhaft ist, ob die letztere nicht meistens der ersteren folgt. Die Ursachen der Rhinitis ohronika hypertrophika sind häufig nicht festzustellen; wiederholter akuter Schnupfen, anämische Znsände, Einathmen von Staub und Rauch, abnorme Bau der Nase (Verbicgungen des Septums), auch hereditäre Beanlagung werden beschuldigt. Dabei entwickelt sich eine allmählich immer mehr zunehmende Schwellung und Hypertrophie der Nasenschleimhaut, Rhinitis ohronika atrophikans simplex s. foetida .entwickelt sich meist schon in der Kindheit schleichend und oft im Anschluss an einzelne akute Krankheiten (Masern, Scharlach) und an das Vorhandensein flacher, breiter Nasenränder. Die Krankheit, besteht in einer langsam fortschreitenden Atrophie der Schleimhaut, ihrer (iefässe und Drüsen und selbst der Knochen der Nase.
Symptome, Verlauf, Auisgung. Bei der Rhinitis ohronika hypertrophikans ist die Athmung durch die Nase behindert, die Sprache näselnd, Qeruoh und Geschmack gestört. Daneben bestellt Neigung zu Nasenbluten, Schwerhörigkeit (durch Mitaffektion der Tubenschleimhaut) und vielfach entwickeln sich Reflexneurosen (Schwindelzustände). Bei der Rhinitis chronika atrophikans wird ein spärliches, eiteriges Sekret abgesondert, das leicht ZU grünlich-gelben Borken eintrocknet, in faulige Zersetzung Übergeht und einen widerwärtigen stinkenden (Jeruch verbreitet, Der weitere Verlauf eines chronischen Nasenkalarrhs ist meist ein gutartiger, da das Leiden mehr lästig als gefährlich ist. Oft zeigt sich Bronchialasthma sowie Störungen an den Augen (Herabsetzung der Sehschärfe, Ciliariieurosen u. s. w.).
Therapie. Die Behandlung wird eine örtliche und allgemeine sein müssen. Oertlich werden Nasendouohen oder Irrigationen mit desinfizirenden Lösungen (hypermangansaures Kali l!8000,0) oder Pinselungen (mil Borsäure, Aristol, Alu-
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i) c!(aiva riechender üfeerpolyp, Stlnknnse,
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Die Krankheiten der Atbraungsorganei
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iiiiniiim aoetikottu'tni'ikuni) vorgoiionimou, ocloiquot; mil desinfiüiroiulon Flttsg|gkt3]toii iiiigt; gefeuchtete Wattetampous in die Nase gelegt.
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1)) Bei Tbieren.
Bei Tbioi'oi] koniinl ein ohranischer Kiitmrii voruohnilioh bei Pferdeu und
Scharen, seltener hei anderen HtlUStbloren vor.
Actlologie. Primär entwickelt sieh ein ehronischer Nasenkatarrh bei Pferden oft ans dem akuten, wenn die Ursachen längere Zeit fortwirken. Sekundär kann ehroniselier Nasenkatarrli bei Pferden im Verlaufe zahlreicher Krankheilsprozesse (Kiefer- und Stmihöhlenkafarrh, in Folge von Parasiten und Ge-selnvulsten in der Nasenhöhle, durch Zahnkrankheiteu, im Verlaufe chronischer konstitutioneller, sowie Her/,- und Lungonkrankhoiton) heivorgerufon werden. Bei Schafen wird der einfache, chronische Nasenkatarrh (meist gutartiges Katarrhal-fioberquot;, Schafrot zquot; genannt) vorzugsweise hei jungen; schwächlichen Thieren beobachtet, welche bei ttasskaltor, feuchter Wittemilg längere Zeit auf tier Weide waren. Ebenso wird bei Katzen manchmal ein chronischer, eiteriger Nasenkatarrh beobachtet.
Symptome, Vorlauf, Ausgang'. Hei Pferden beobachtet man einen bald hellen, dünnen, bald zähen, schmierigen, gelblichen (an den Nasenlöchern klebenden) oder niissfarhen, eiterälmlichen, gelegentlich übelriechenden, zeitweise spärlichen, zeitweise reichlicheren Nasemuisfluss aus einer oder aus beiden Nasonöffnungeii. In Folge dauernd veränderter Schleimhaut kann sohliesslich ein ständiger Schleim-fluss (Plennorrhöe) sich outwickeln; mul dabei ist die Schleimhaut aufgelockert, verdickt, auch schwielig, derb. Häufig sind auch die Keblgangsdri'isen etwas geschwollen. Zuweilen beobachtet man auch kleinere Geschwüre auf der Nasen-
schleimhaut im Verlaufe des chronischen Nasenkatarrhs, die sich von Kotzgeschwüren
vorwiegend dadurch unterscheiden, dass sie ohne besonders augenfällige Narbenbildung heilen. Der weitere Verlauf kann bei Pferden Wochen und Monate dauern. Bei Schafen beobachtet man meistens einen sehr dickflüssigen, die Nasenöffmmgen verklebenden Ausfluss, daneben erschwertes Atbinen, häufigen Husten und schlicss-lich gehen die Thiore unter zunehinender Schwäche zu Grunde.
Oiagnose. Für die Beurtheilung und Feststellung des chronischen Nasen-katarrhs ist bei Pferden von allgemeiner Wichtigkeit, dass ein beiderseitiger Nasen-ausfluss meistens primärer, ein einseitiger sekundärer Natur und häufig verdächtig ist. In schwierigen Fällen wird .stets eine griindlicho Untersuchung mit dem Nasenspiegel und ev. Trepanation der Stirn- und Kieferhöhlen, bakteriologische Untersuchung des Sekrets oder Ausführung von Impfungen mit demselben erforderlich sein.
Therapie. Die Behandlung wird sich nach den veranlassenden Ursachen und nach dem Grundleiden (bei sekundärer Erkrankung) zu richten haben. Oertlich wird man (bei Pferden) Berieselungen der Nasensclilcimhaut mit desinfizirenden (Lysol. Kreolin, Borsäure, Karbolsäure) und adstringirenden Flüssigkeiten (Zink, sulfur. 1 0/o) ausführen lassen. Daneben ist gute Ernährung und Pflege (Hautpflege), viel Aufenthalt im Freien (im Sommer Weidegang) und ganz besonders öftere gründliehe Desinfektion des Stalles, der Krippen und Futtergeräthschaften erforder-
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Die Krankheiten der Nasenhöhle und der Nebenhöhlen dor Nase.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;573
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lieh. Eine Verabreiohuug Innerlicher Mittel (Acid, tannikuin, Ferr. Rulfurikum, in Verbindung mit Salmiak, Kalmus, Enzian, Waohholderbeeren, Fenohel u. dglO win! gleichfalls empfohlen, doch dürfte der Werth zweifelhaft sein.
Eine Absonderung der mit chronischem Nasenkatarrh behafteten Pferde erscheint in jedem Falle zweckmflssig, weil in vielen Fällen die eigentliche Natur des Leidens erst später mit Sicherheit festgestellt wird und dann bei vorhandenem Kotz viel Sehaden verhütet werden kann.
Beim chronischen Hasenkatarrh der Schafe wird neben kräftiger ErUährung die Anwendung- von Essig- und Tlicerdämpl'en, innerlich die Verabreichung von Eisenpräparaten empfohlen, Die Theerdämpfe erzeugt man durch Verdampfen von Theer auf einer schwach rothwarmen Eisenschaufel, Essigdftmpfe durch Aufgiessen von Essig auf einen heissen Stein.
Hocli^nuligc Kntziiiidiiiig der Nasensdileimhaiit bei Thiercn. In der thier-ärztliohen Litteratiir werden bis in die neueste Zeit hinein zuweilen noch hcsonders hochgradige EiitzUndungszustiinde der Nasenschleiinhaiit. bosclirieben, bei denen es sich entweder (in seltenen Füllen) um höhere Grade eines akuten Nasenkatarrhs oder um eine sekundäre Erkrankung im Vorlaute anderer (meist infektiöser) Prozesse handelt. Man hat auch je nach den dabei am meisten in den Vordergrund tretenden anatomisclien Veränderungen eine phlyktiinuläio Eiitzi'mdung (Rhinitis p h ly k taonulosa), wobei sich zunäclist kleine Bläschen auf der Nasenschleimhaut bilden und eine kroupöso Entzündung (Rhinitis krouposa), wobei sich Exsudatplatton bilden, unterschieden. Im Verlaufe der Rhinitis krouposa kann es auch zu einer besonders intensiven Erkrankung der in der Nasenhöhle gelegenen Schleimdrüsen und der an den Nasenrändern vorhandenen Talgdrüsen kommen. Man sprach dann früher in nicht zutreffender Weise von einer f ol likul ären Entzündung der Nasenschleimhaut, wofür Kitt den Namen Kory za pustulosa vorschlägt. Kchiesslich hat man auch von einer diphtherischen Rhinitis gesprochen, welche jedoch mit der Diphtherie des Menschen nicht identisch ist, sondern anatomisch einen unter eiteriger Infiltration entstehenden Zerfall der Nasenschloimhaut darstellt, für welchen Kitt, um Verwechselungen mit dor Diphtherie des Menschen zu vermeiden, die Bezeichnung Rhinitis phlegmonosa mortifikans wählt.
Die ph ly kt änuläre Entzündung wird ausser im Verlaufe eines hochgradigen akuten Nasenkatarrhs besonders sekundär im Vorlaufe der sog. Druse bei Pferden beobachtet. Dabei platzen die Bläschen, der Inhalt vertrocknet und die sich bildenden Schorfe werden später ahgestossen. Die Rhinitis krouposa wird ausser nach der Einwirkung sehr intensiver örtlicher Reize (hoissor Luft, Rauch bei Feuersbrünsten) bei Pferden (nach Roll und Bruckmüller) oft enzootisch beobachtet, so dass besondere Infektionserroger dabei mitwirken müssen. Es entstehen dann unter Nasenausfluss, erschwertem Athmen, Fieber, Schwellung der Lymphgefässe der Vorderlippe und der Hacken und der Kehlgangslymph-drüsen hautartigo, grau- oder röthlichgolbe Auflagerungen, welche allmählich unter Eiterung abgestossen werden. Der Ausgang ist meistens günstig. Auch beim Rinde wird manchmal eine infektiöse kroupöse Nasenentzündung beobachtet, wobei dieselbe sowohl als eine Theilerscheinung des sog. bösartigen Katanhalfiobers, wie auch unabhängig davon als besondere Infektionskrankheit mit durchaus günstigem Ausgange beobachtet worden ist.
Die pnstulöse Rhinitis ist ausschliesslich infektiösen Ursprungs und wird sowohl als Theilerschoinung der Druse, wie auch als besondere Form des Nasenkatarrhs in en-zootiseber Verbreitung (besonders unter den angekauften Remonten des Militärs) beobachtet. (Friedberger.) Dabei gehen von den in Geschwüre Übergegangenen Knötchen an den Nasenrändern, in dor Umgebung der Nasenötfnungen, sowie auf der Haut der Vorderlippe stark entzündete Lymphgefässstrünge oft von den Kaumuskeln, am Halse entlang bis zu den Brustmuskeln, wobei sich die entzündeten Lymphgefässe durch eine auffallende Härte und Spannung auszeichnen (Friedberger).
Die diphtheri sehe Rhinitis, welche, wie erwähnt, mit der menschlichen Diphtherie nicht identisch ist, und von Kitt Rhinitis phlegmonosa mortifikans bezeichnet wird, ist, wie dieser Autor zutreffend hervorhobt, in der älteren Eitteratur häufig mit Rotz verwechselt worden. Eine solche Entzündung der Nasenschleimhaut kommt selten primär nach Einwirkung besonders heftiger Reize auf die NasensoMeinthant vor. Ich sah
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574nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Dio Krankheiten dor Atlnmingsorgano.
cine solche! EntzUndung hci Militiii|)foi(lpn entstellen , deren Nasenli)elier kurz vor der allmonatlich stutttiiRlendcn Revision von einzelnen Soldaten mit der sonst zum Putzen der Siihel benutzten mit Petroleum, l'utzkalk u. dgl. verunreinigten Lappen gereinigt worden waren. Dieckerhoff erwähnt eine von ihm beobachtete stets tödtlich endende Rhinitis multiplex diph ther it ika, bei welcher sich eine nekrotisirende Entzündung der Nasen-sehlcimhaut, des Maules und der aussein Haut an den Lippen und der Nase entwickelte und bis zweimarkstückgrosse Entziindungsheerdc in der Nasen- und Rachenschlcimluiut sich bildeten. Niiheres ist bereits S. (10 mitgetheilt worden. Bei diesen Fällen dürfte, wie bei dem sog. l'etechialfieber, Ijösaitigem Katanhalfieher des Rindes u. dgl. dio mit Nekroae einhergehende Kntzündung der Nasenschloimhaiit sekundärer Natur und Thoilerscheinung der allgemeinen Infektionskrankheit sein.
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3. Nasenbluten. Epistaxis1).
n) B e i in M e n s o h e n.
Nasenbluten ist in der Regel nur ein Symptom anderer Krankheiten; meistens chronisch verlaufender Krankheiten (Leukämie, Typhus, Herzfehlern, Skorbut, Morbus makulosus Werlhofii) oder direkter Krankheiten der Nase. In anderen Fällen (sog. habituellem Nasenbluten) liegt eine allgemeine hämorrhaglsohe Diatheso (/ B. Häinophilie) zu Grinulc. In vielen Fällen tritt Nasenbluten bald vorübergehend bei Kongestionen ein, wo lt;lie Eingenommenheit des Kopfes nach einer Bpistaxis verschwindet, ferner in der Pubertät, nach starken Körperbewegungen, Gefährlich ist lange dauerndes und reichliches Nasenbluten bei schwächlichen Personen.
Bei einfachem Nasenbluten genügt Ruhe, Vermeidung des Sohuaubeus, Anwendung von Eiswasser, dem etwas Essig zugesetzt ist; in höheren Graden wird man Eisenchloridwassor in das blutende Nasenloch einführen und kalte Umschläge mil Nase und Stirn machen oder die Tamponade ausführen müssen.
b) B e i T h i e r e n.
Bei Thieren kommt Nasenbluten am häufigsten beim Pferde, dann auch beim Rinde und Hunde vor und zwar als selbständiges Leiden, wie auch im Verlaufe anderer Krankheiten.
Aetiologiß. Wie beim Menschen, so ist das Nasenbluten auch bei Thieren meist nur ein Symptom. Blutdrucksteigerung in den Kapillaren (nach forcirten Bewegungen, bei Geliirnkongestionen, Herzfehlern), besondere Oefässveränderungen (Angiome, Varikositäten), allgemeine Krankheiten mit hämorrhagischer Diathese (Fetechialfieber, Milzbrand, Kotz, Leukämie), traumatische Verletzungen der Nasen* Schleimhaut, der Nase und Nasenscheidewand, Neubildungen in der Nasenschleim-haut, können Nasenblutungen hervorrufen, Beim Pferde ist häufiges, massiges Nasenbluten aus einem Nasenloch in der Regel als rotzverdächtiges Symptom anzusehen (in Folge hoch in der Nasenhöhle sitzender Rotzgeschwüre); beim Hunde wird Nasenbluten vorwiegend durch Anwesenheit von Parasiten (Dochmius) bedingt.
Hyniptomc. Meist tropft helles oder dunkles (besonders bei Rotzgeseliwüren, eigene Beobachtung) nicht schaumiges Blut (schaumiges Blut Stammt aus
') Von iitiamiu}, wiederholt tröpfeln; emaTajtc Nasenbluten ((tippokratos).
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Dio Kinnkheiten der Nasenhöhle und der Nebenhöhlen der Naso.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;575
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den Lungen) aus einem, selten aus beiden Naseidöehern. Der Blutverlust kann in einzelnen Fällen (Hämophilie) erheblich und tödtlicli werden. In vielen anderen Fällen hört die Blutung nach einiger Zeit von selbst wieder auf.
Therapie. In den meisten Fällen genügt Ruhe und ev. kalte Umsohlftgo auf den Kopf. In erheblicheren Fällen werden (vorsichtige) Irrigationen der betreffenden Nasenseite mit Essigwasser, oder vorübergehendes Tamponiren des einen Nasenloches mit Eiseiicbloridwolle erforderlich sein. Auch wird die innerliche Verabreichung von Fcrr. sulfur., Tannin, Sekale kornutum, Hydrastis, Plumb, acet. u, B, w. empfohlen.
4.nbsp; nbsp;Heufieber. {Katnrrhus aostivus. Sommerkatnrrli. Bostock'schcr Katarrh.) Auf diese, besonders in England und Amerika, in Deutsofaland selten beobachtete Krankheit hat schon Bostock (1819) aufmerksam gemacht; deshalb auch Bestock'schor Katarrh genannt. Meistens weiden Männer im mittleren Lebensalter, seltener Frauen ergriffen. Dabei zeigt sich bei einzelnen Personen eine besondere Disposition zu erkranken, so dnss schon ein Gang über eine Wiese oder in der Nähe eines Kornfeldes während der Blüthezeit der Gramineen (Mai Juli) ausreicht, um die Krankheit zur Entwickelung zu bringen. Man nimmt an, dass die in der Luft vortbeillen und deshalb leicht oingoatlimeten Pollenkörner die Ursache des eintretenden katarrhalischen Zustandes sind. Man hat sowohl in dem Sekrete der Nase wie auch in der Thränonflüssigkeit wiederholt Pollenkörner gefunden, wie auch beobachtet, dass die Erkrankung zeitlich mit der ersten und zweiten Heuernte, sowie mit der Getreide- und Gräserblüthe zusammenfallen. Die Symptome des Heufiebers bestehen anfänglich im Wesentlichen in einem sehr starken Schnupfen mit Brennen der Nase und starkem Niesen. Im weiteren Verlaufe schwellen die Scbwellkörper der Nase oft erheblich an, es entwickelt, sich gleichzeitig eine starke Konjunktivitis, Oedem der Augenlider; und bei sehr schwerer Erkrankung zeigt sich dann auch ein Katarrh der tieferen Luftwege, wobei sich besonders Nachts heftige asthmatische Anfälle (Heuasthma) ereignen. Manchmal ist auch Erythein und Urtiknria beobachtet, worden. Die Krankheit kann nur einige Stunden, dann auch mehrere Tage und 3 -8 Wocbon dauern. Zur Bobandlung wird man die Ursache fernhalten müssen (Vermeidung der betreffenden Gegenden); ausser-dem sind Nasendouchen mit Chininlösungen (1 ; 500 -1 : 1000), Karbollösungen, Siibliinat-lösungen (1:3000) sowie Bepinselungen mit Kokain (10: 100) Ginpfohlen worden.
Bei Thieren ist über ähnliche Erkrankungen nichts bekannt.
5.nbsp; nbsp;NasenkataiTh beim Geflügel. Bei den verschiedenen Geflügelarten wird sowohl ein einfacher wie auch ein schwerer Nasenkatarrh häufig beobachtet. Die einfachen Katarrhewerden gewöhnlich auch als Pipsquot; bezeichnet und sollen durcli Krkäldmg entstehen, während sowohl diese wie auch die erheblichen Affektionen entweder durch direkte chemische und mechanische (Staubinhalation) Reize, wie durch Infektionserreger zur Entwickelung kommen dürften. Ueber die diphtheiische Erkrankung ist bereits S. 57 Näheres mitgetheilt worden. Die erkrankten Thieie haben wenig Appetit, etwas Fieber, niesen häufig und lassen ein pfeifendes, röchelndes Athmen erkennen, verbunden mit leichter Dys-pnoe und einem schleimigen oder schleimig-eiterigen Nasenausftuss. Manchmal sind die Nasenöffnungen durch den Ausfluss verklebt. Eine Behandlung Ist nur in erheblicheren Fällen erforderlich, und wird eine 85prozentige Lösung von cblorsaurem Kali zum Aus-pinseln des Maules und des Ilachens, sowie Zusatz von Alkalien (Karlsbader Salz) zum Trinkwasser empfohlen.
C. Infektiöse Graniilatiuiisgeschwülste und andere Ncuhildiingen in der Nase, Beim Menschen wird zunächst Tuberkulose, Syphilis und Rotz der Nase beobachtet, forner Lepra und Rbinosklerom. Von gutartigen Geschwülsten sind zu nennen: polypöse Schleimhautwucherungen, adonomatöso, papilläre und Blasenpolypen; feiner Myxome und Fibrome. Von bösartigen Geschwülsten kommen Sarkome (Spindelzellen*, Rundzellen- und Angiosarkome) und Karcinome (meist l'lattenepithelkiebse) vor.
Bei Thieren ist zunächst die primäre und sekundäre Rotzerkrankung der Nase bei Pferden zu erwähnen, wobei sich zunächst Rotzknötchcn, später Erosionen und Geschwüre bilden. Im weiteren Verlaufe kann Granulation und starke (lächenförinige Verdickung der Schleimhaut (Schwielenrotz) eintreten. Dagegen ist Tuberkulose der Nasen-sobleimhaut bei Thieren sehr selten, ebenso A k ti n omy k ose. Häufiger weiden intra-kart i I aginäre Cysten in der Scheidewand und in den Flügel knorpeln der Nase des
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576nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die Kriiiiklieiton der Athmungsorgnne.
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Pferdes beobachtet. Nielit selten sind Fibrome, Myxome und Fi bromy x ome bei Pferden und Hindern. Durch inanehe polypiise Wucherungen wird ein ciironiHchor Nason-katarrh, verbunden mit scliniefendcin, schnarchendem Athmen hervorgerufen. Im fianzen selten sind 8arkO m e und Ka l'oinO m e in der Nase bei Thieron. Diese letzteren Geschwülste können Schwellungen der Nasen- und Kieferknochen, durch Eindringen in die Hachenhöhle Scliluckbeschworden, durch Verjauchung übelriechenden Nasenausfluss und gelegentlich auch Blutungen erzeugen.
Beim Pferde werden uusserdem manchmal eigenthümliche Wucherungen der N a s e n s c h 1 e i in h a u t beobachtet, welche besonders am unteren Theile der Nase, an der Scheidewand , neben dem falschen Nasenloch und auf der Schleimhaut der Muscheln, als flache, höckerige, derbe, gelbliche bis graurothe, linsen- bis hasehmssgrosse Geschwülste ersclieinon. Die Entstehung der Geschwülste, wobei zunächst die Schleimdrüsen wuchern und sich ver-grössern, dann eine chronisch-fibioso Entzündung der Schleimhaut sich anschliessen soll, ist wohl auf eine spezifische Infektion zurückzuführen. Doch ist der Nachweis, dass es sich dabei um eine dem Khinosklcroni des Menschen gleiche Bildung handelt, wie Diecker-hoff meint, nicht erbracht']. Bei mikroskopischer Untersuchung fand Grawitz amyloide Entartung der Schleimdrüsen, Bindegewebsfasein und (lefiisswandungen. Kitt will die Geschwülste mit den glaudulär-fibrösen llyperplasien bei chronischer Entzündung des Uterus vergleichen, wodurch auch ?iiclits gewonnen ist, und nennt sie; Hyperplasia adeno-fibrosa amyloides narium. liei don so erkrankten Pferden beobachtet man, wie bei allen das Lumen verengernden Erkrankungen der Nase schnaubende Geräusche beim Athmen und in höheren Graden Dyspnoe. Die Prognose ist nicht günstig, weil sicli meistens nach einigen Monaten nouo Geschwülste bilden. Die Therapie Ist chirurgisch. Kino Unterscheidung der Geschwülste von Rotz ist wogen der lappig knolligen Beschaffenheit derselben nicht schwer.
Ansserdem werden gelegentlich noch beobachtet Osteosarkom e . Ostcomo, An-giome, wobei eine Verwechselung mit Rotz leicht möglich ist.
7. Parasiten in (ler Nasonlltthlo. Beim Menschen sind thierischo Parasiten sehr selten und meist nur zufällig in der Nasenhöhle beobachtet worden. In den Tropen spielt die Myiasis-) externa, wobei Fliegeneier in der Nasenhöhle abgelagert werden, noch eine besondere Kolle.
Bei Thieren sind zu nennen: Oestrus s. Cephalomyia ovis in der Nasenhöhle des Schafes und der Ziege (vgl. S. 350), ferner Oestrus inakulatus in der Nasenhöhle des Büffels und Kameles, Pharyngomyia pikta und Chephenomyia ruilbarbis in der Nase und Raohenhöhle des Edelhirsches, C. stimulator beim Keh und C. trompe beim Rennthier. Ferner Linguatula (Pentastomum) taenioides (Linguatula rhinaria) in der Nasenhöhle und in den Nebenhöhlen beim Hund, Wolf, seltener beim Pferd und bei der Ziege (vgl 8.342).
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8. Kiefer- und Stirnhöhlenentzündung des Pferdes.
Katarrh der Nebenhöhlen der Nase bei Thieren, (Chronischer Katarrh der Kiefer- und Stirnhöhlenschleimhaut.)
Von den Nebenhöhlen der Nase, zu welchen auch die Luftsäcke gerechnet werden, erkranken die Kieferhöhlen (Highmors Höhlen) am häufigsten, selten die Stirn- und Keilbeinliöhlen. Vielfach entstehen die Erkrankungen durch Fortlaquo; pflanzung eines Katarrhs der Nasen- und RaehenHelüeinihaut auf die Nebenhöhlen, wobei durch Zurückhaltung und Zersetzung des Sekrets die Entzündung längere Zeit unterhalten und deshalb meistens chronisch wird.
Aetiologie, Meist entstellt die Erkrankung, wie erwähnt, durch Fortpflanzung eines Nasen- und Rachenkatarrhs; in anderen Fällen können traumatische Einwirkungen (Stösse, Schläge), Oescbwttlste (Rotryoinykome Storch, Sarkome,
i) S, 435 ist deshalb bemerkt worden, dass Rhinosklerom bei Thieren nicht vorkommt Ks ist dabei jedoch nicht ausgeschlossen, dass durch den Nachweis der Bacillen in obigen Gebilden das Vorkommen später noch festgestellt, wird. *) (*vrtlaquo;, Fliege,
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Die Krankheiten dor Nasenliöhlo und dor Nebenliöhlon der Nase.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 577
Epilliclioinc, (hulc'iic, .Siiiikc), sowie Zolinki'aiikhelten die ürsaoho soin. Sobliosslioli wird Kiefer- und Stiridiühlenkadirrh auch im Verlaufe der Druse, des Rotzes, ge. legentlloh auch der KachKis junger Thtere beobachtet. Bei Rindern kommt Stirnhöhlenentzündung auch bei der Rinderpest, bei dein bösartigen Katarrlialfieber, und nach dem Abbrechen des Hornzapfens vor.
Symptome und Verlauf. Besonders beinerkenswerth ist, dass die Erkrankung in der Regel einseitig auftritt und deshalb uueh nur ein einseitiger, bei niedriger Kopfhaltung zeitweise in grösserer Menge hervortretender Nasenaus-fluss bemerkt wird. Das Sekret ist meist dick, von scbleiniig-eiteriger Beschaffenheit; gelegentlich auch übelriechend und missfarbig. Ausserdem findet man All-schwollung der oberen Kehlgegend, sowie schmerzlose Schwellung der Kehlgangs-Jymphdrüsen der betreffenden Seite und bei der Bewegung ein eigentln'nnlieh röchelndes Athnien. In einzelnen Fällen ist je nach der Ursache des Leidens auch eine Auftreibung der Knochen auf der kranken Seite, sowie eine Dämpfung des Perkussionssohalles nachzuweisen. Der Verlauf der Erkrankung ist chronisch und kann Wochen und Monate, selbst Jahre dauern. In einzelnen (seltenen) Fällen kann dann auch Ueborgang der Erkrankung auf das Gehirn und seine Häufa? stattfinden und dadurch die Erscheinungen des Dummkollers oder akuter Gehirnentzündung hervorgerufen werden. Die Prognose! ist nicht ungünstig, weil Lebensgefahr nicht vorliegt und oft selbst nach längerem Bestehen Heilung erzielt wird.
Altatomiacher Befund. Je nach dem Stadium der Krankheit, in welchem die Thiere zur Sektion kommen, findet man eine dunkel geröthete und geschwollene oder (nach längerer Dauer) eine verdickte Schleimhaut der betreffenden Nebenhöhlen der Nase, WO ausserdem ein mehr wässeriges oder schleimig-eiteriges, dickes Sekret, angesammelt ist, In anderen Fällen sind die Knochen erkrankt, suif-getrieben, oder es finden sich Neubildungen verschiedener Art vor, oder Erkrankungen von Zalmalveolen und Kommunikation durch Fistelbildung mit der erkrankten Kieferhöhle.
IMagiiosc. In einigen Fällen kann die Diagnose Schwierigkeiten bieten und wird dann zur Entscheidung die Trepanation ausgeführt. Behufs Unterscheidung von Rotz wird man neuerdings mehr Impfungen mit dem Sekret, bakterielle Untersuchungen und ev. MalleTnimpfungen ausführen, als sich auf das nicht immer sichere Krgebniss nach der Trepanation verlassen wollen. Liegt eine Verwechselung mit chronischem Luftsackkatarrh vor, so wird der negative Befund in Aon Stirnhöhlen nach der Trepanation entscheidend sein. Neuerdings hat Sand eine eigentbümliche schleimige Degenerationquot; der Nasenmuscheln und der Knochen der Nasenliöhlo und deren Nebenhöhlen bei jungen Pferden beschrieben, wobei die Knochen bis zu dünnen IMältchen zerstört, waren, bedeutende Ausbuchtungen der Höhlen entstehen und eine Verwechselung mit chronischem Katarrh möglich ist.
Therapie. Eine Heilung kann nach vorangegangener Trepanation, wobei die Oeffnung zwischen den beiden Abtheihmgen der Oberkieferböhle angelegt wird, herbeigeführt werden, indem man in die Oeffnung am stehenden Thiere desinfiz.irende Lösungen (Lysol, Kreolin, Borsäure) einspritzt, oder von der Oeffnung aus etwa vorhandene Neubildungen entfernt. Zeitweise sind auch längere Zeil fortgesetzte Soli 11 oiiiomraquo;hl, Vergl. Pathologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; U7
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578nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Dir Krankheiten der Atlummgaorgane.
Bei'loselungen der Sohleüiihaut mit iIlmi geuanaten Lösungen ganz zweokmässig, Es gelingt dann je tiaoh laquo;Icr Dauer und den Ursaoheu des Leidens In 12 Wochen Heilung' herbeizuführen^
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9. Chronischer Katarrh der Luftsäcke des Pferdes.
Aetiolo^ic. Der ohronisohe Katarrh der Luftsäeke des Pferdes konunt ver-lüiltnissmässig selten vor. M(gt;ist wird er hervorgerufen durch Fortkriechen katarrhalischer Erkrankungen der Baohenhöhle (bin Pharyngitis, Druse, Rotz, Parotitis) durch die Eustachisohe Röhre in die Lnftsäcke. In einzelnen Fällen mögen auch Fremdkörper die Ursache sein, welche durch die Eustachische Röhre eingedrungen sind. Well das in den Luftsiicken angesammelte Sekret schwer aus denselben zu entfernen ist und leicht in Fänlniss übergeht, werden die Erkrankungen in der Regel chronisch. Meist erkrankt nur der Luftsack der einen Seite.
Symptoiiic. Jm Anfange der Erkrankung und so lange der Katarrh in geringerem Grade vorhanden ist, beobaohtet man nur einen meist einseitigen oder schlciniig-citerigen, manchmal übelriechenden, gniuweissen Ausfluss, welcher bei der Bewegung der Thiere oder zuweilen bei gesenkter Kopfhaltung (bei der Futterauf-nahme auf der Weide oder vom Stallboden) schubweise in grösserer Menge entleert wird. Zuweilen ist auch Schwellung der Kehlgangslyniphdrüsen der betreffenden Seite, sowie in höheren Graden, bei starker Ansammlung des Sekrets im Luftsack der einen oder beider Seiten, eine mehr oder weniger erhebliche Schwellung der betreffenden Ohrdrttsengegend, Schling- und Athembeschwerden vorhanden. Der Verlauf ist chronisch und kann .Jahre dauern. In einzelnen Fällen bilden sich feste rundliche Konkremente (Chondroide), welche in den Luftsäcken lagern, den Katarrh unterhalten und gelegentlich ausgeworfen werden können. Die Prognose ist meistens ungünstig.
IMagnose. Eine Verwechselung ist möglich mit anderen katarrhalischen Erkrankungen der Rachenwand, mit Pharyngitis, ferner mit Parotitis, mit Rotz oder mit chronischem Nasen-, Kiefer- und Stirnhöhlenkatarrh. Die Feststellung wird in vielen Fällen durch gründliche Untersuchung und genaue Beurtheilung des Ge-sammtzustandes möglich, manchmal recht schwierig sein.
Thetapleraquo; Eine zweckmftssige Behandlung kann nur durch operative Eröffnung des Luftsackes und Anwendung adstringirender und (lesinfizirender Flüssigkeiten (Arg. nitrikum, Lysol, Kreolin, Sublimat) erfolgen. Von den verschiedenen Methoden der Luftsackeröffnung verdient (nach Uieckerhoff) die von Dieterichs empfohlene Durchführung eines Haarseiles durch den Luftsack den Vorzug.
Metoorismns des Lnftsaokes. Tympanitis des Luftsaokes. Gelegentlich beobachtet man auch eine Ansammlung von Gasen und Luft im Luftsack. Die Gasentwickelung wird meistens durch die im Verlaufe dos chronischen Luftsackkatnrrhs durch Eindringen von Fäulnissbakterien entstehenden Käulnissgase veranlasst, während Luft gelegentlich heim Schlucken durch die Kustachischo KOhre eindringen kann. Der letztere Vorgang soll besonders bei Fohlen vorkommen, wo durch Bildungsfehler an dem Kingang zur Kustachisclien Röhre das Eindringen von Luft sehr begünstigt wird. In einzelnen Fällen soll durch diese abnorme Lnftaiisammliing Dyspnoe bei den jungen Thieren hervorgerufen werden.
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Dio Krankhoiton dos Kohlkopfes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;579
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II. Die Krankheiten des Kehlkopfes.
Verglcicliciid-anatomiMclic und eiitwickeluiigsgeschiclitliclio Vorbeinorkmigcii.
Dor Anfangsthoil der Athmungswerkzeuge ontstolit gemeinschaftlich mit der Maulhöhle. Die durch einen Spalt noch kommunizirenden Anlagen der Luft- und Speiseröhre trennen sich dann durch eine in kaudokranialer Richtung fortschreitende Abschnürung bis auf die zum Kehlkopfeingaug werdende Spalte. Der Kohlkopf entsteht aus einer Anschwellung des Anfangsstiickes der Luftröhre, in welchem bald, ebenso wie in der Luftröhre selbst, Knorpel auftreten. Der Kehldeckel bildet sich durch Wucherung an der Innenfliiche des dritten Visceral bogens (Bonnet).
Vergleichend-anatomisch sei bemerkt, dass den Wiederkäuern die oberen Stimmbänder und die Sinus Morgagni fehlen, während die Einhufer erstere besitzen. Beim Pferde wird ausserdem durch die Schleimhaut unter dem Kohldeckel eine halbmondförmige Falte gebildet, unter welcher sich eine trichterförmige Einziehung befindet; ausserdem befindet sich unter dem Kohldeckel oberhalb dieser Falte wieder ein Hohlraum, welcher beim Esel und beim Maulthier breiter angelegt ist. Das Schwein hat unter dem Kehldeckel einen grossen, membranösen Sack. Alle diese Höhlen stellen Resonatoren dar, verstärken die Stimme der Thiere und geben ihr die eigenthiimliche Klangfarbe.
Den Wiederkäuern fehlen die Wrisbcrg'schen Knorpel, beim Schwein ist durch eigenthüniliche der den Rachen und Kehlkopf zusammensetzenden Knorpoln, Muskeln und Bänder der Eingang zum Kehlkopf ausserordentlich gross.
Die Vogel besitzen meistens einen doppoltori Kohlkopf, deren erster an der Zungenwurzel liegt und anatomisch dem Larynx der Säugethiere entspricht, jedoch mit der Stimmbildung nicht im Zusammenhange steht; der zweite liegt an der Vercinigungsstelle der Bronchien, ist ein Stimmbildungsapparat und wird Syrinx, Larynx bronchialis genannt, Der untere Kehlkopf ist eine Art Zungenpfeife, deren Wände nicht membranös, sondern knorpelig sind. Die in jeden Bronchus eingebogenen Schleimhautfalten werden durch 13 bzw. 56 Muskelpaaro gespannt und genähert und dienen ebenfalls zur Stimmerzeugung.
Allgcinniiie laquo;liagnostische Angaben fill' die Ulttersuohnng des Kehlkopfes der Hansthiere. Bei der äussoron Untersuchung des Kehlkopfes wird man in vielen Fällen, besonders bei Pferden, auch eine Untersuchung des Kohlganges ausführen; weshalb hier Einiges über die Untersuchung des Kehlganges angeschlossen werden soll. Zunächst kann man bei zahlreichen Krankheiten Schwellungen der Haut, der Unterhaut und der Kehlgangslymphdrüsen in verschiedenen Graden nachweisen. Ist der Kehlgang sehr eng, wie ich es bei vielen belgischen Pferden gefunden habe, so wird man eine grosso Disposition zu Kehlkopforkrankungon vermuthon können, weil schon bei massigen Anstrengungen Hustenreiz zu beobachten ist in Folge dos die freien Bewegungen des Kehlkopfes erschwerenden ungenügenden Raumes zwischen den beiden Unterkiefern.
Die Kehlgangsdrüsen können sich bei der Untersuchung einseitig, schmerzlos geschwollen und mit der Haut verwachsen zeigen (besonders bei Rotz); oinsoitige, wenig schmerzhafte Schwellung findet sich auch beim chronischen Nasenkatarrh, bei Katarrh der Kopfhöhlen, Luftsäcke, bei Neubildungen; beiderseitige schmerzhafte Schwellungen vorwiegend bei Druse, akutem Nasenkatarrh. Angina, zuweilen im Verlaufe mancher allgemeiner Infektionskrankheiten (Brustseuche, Milzbrand, Rotz).
Nach Untersuchung der Kehlgangsdrüsen wird man eine äussere Besichtigung des Kehlkopfes hinsichtlich vorhandener Schwellungen (bei Pharyngitis, Parotitis, Struma, Druse) und Formveränderungen (Frakturen und lufraktionen des Kehlkopfes) ausführen. Bei der Palpation wird man die Art der Schwellung, Sohmerzhaftigkeit, Druckempiindlichkeit bei künstlicher Erzeugung des Hustens, etwaige Nachgiebigkeit der Giesskannenknorpel (z. B. bei Kehlkopfspfeifen) feststellen können. Bei der Auskultation des Kehlkopfes wird man auf das Vorhandensein des normalen Laryngealgeräuschs, oder ob es laut und stärker (bei Dyspuoe, Lungenerkrankungon) oder mit Nebengeräuschen vermischt ist (bei Schleimhautschwellungen, Auflagerungen von Schleim und Eiter, Vorhandensein von Neubildungen im Kehlkopf) zu achten haben.
Eine innere Hesiclitigung des Kehlkopfes ((jaryngoskopie) wird wegen der damit bei Thieron verbundenen erheblichen Schwierigkeiten in der thierärztlichon Praxis
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Dio Krankheiten laquo;lor Athmungsorgiuio.
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nicht liiiiili.t!, ausgeführt Am niüiston findet nooh eine laryngoskopischo Untersuchung mit ilülfe des von i'ol an s ky und Sohindelka angegebenen Laryngoskops bei Pferden statt. Bei Hunden kann man eine innere Besichtigung des Kehlkopfes unter Benutzung des beim Menschen üblichen Kehlkopfspiegels ausführen, nachdem man vorher das Maul mit dem von mir konstruirten Sperrer geöffnet hat. Beim Q-eflügei ist die innere Besichtigung des obereu Kehlkopfes ohne Instrumente und verhältnissinässig leicht möglich. Man wird während der Untersuchung etwaige Schwellungen, Uöthungen, Auflagerungen, ev. auch das Vorhundon-seiu von Neubildungen feststellen können.
Von besenderer Bedeutung für die Beurtbeilung und Feststellung von Kehlkopfsleiden, sowie von Krankheiten der Athmungsorgane überhaupt ist nun auch die Beschaffenheit des Hustens. Bekanntlich erfolgt der Husten auf reflektorischem Wege durch Beizung des In der Medulla oblongata in der Nähe der Alao cinereae gelegenen Husten-Centrumsquot;, wobei mit lautem Husten- (Kehlkopfs-) schall dadurch eine stossweise Ex-spiration erfolgt, dass die vorher durch Nervenreiz (N. laryngeus inferior) vollständig oder fast geschlossene Stimmritze durch die Kraft des exspiratorischen Luftstromes gewaltsam geöffnet wird. Für die Auslösung des ZuStandes kommen am meisten peripherische Reize, welche durch den Nervus Vagus und dessen Aeste (besonders N. laryngei superiorcs) dem Centrum übermittelt werden, in Betracht. Vorwiegend sind es Reize von der Schleimhaut des Kehlkopfes, der Trachea, Bronchien und Pleura, seltener und ausnahmsweise der Nase und des iiussereu (iehörganges. Auch von anderen Stellen, so durch einzelne Kranklioiten des Magens, Darms, Uterus, der Leber, Milz und Blase sollen hustenanregonde Erregungen dem Centrum zugeführt werden könjicn. Ein willkürlicher Husten kommt im Gegensätze zum Menschen bei den Hansthieren nicht vor. Dagegen kann man besonders bei Pferden beobachten, dass sie bei schmerzhaften Zuständen im Kehlkopf oder in der Brust den Husten willkürlich unterdrücken oder abzuschwächen sich bemühen und bei der Absicht, ihn künstlich hervorzurufen, absichtlich (unter Anspannung der Halsmuskulatur) zu verhindern suchen. Im Allgemeinen ist der Husten bei gesunden Pferden kräftig und stark, heim Rinde schwächer, oft mehr keuchend, bei Schafen und Ziegen trocken , schwach und kurz, heim Schweine kurz und rauh.
Der Husten kann hinsichtlich seiner Entstehung, Frequenz, Schmerzhaffig-koit, Stiirko, Dauer des Schalls und der dabei ausgestossenen Luftmenge sehr verschiedene Eigenschaften haben, welche Dieckerhoff eingehend untersucht hat. Der Husten kann spontan durch zahlreiche Krankheiten hervorgerufen werden. Beim Pferde sind zu nennen: Krankheiten des Kehlkopfes, bei der Druse, Brustseuche, Rotz, akute und chronische Bronchitis, Lungenemphysem, kroupose Pneumonie, Pleuritis u, s. w.j heim Rinde: Tuberkulose, Lungenwurmseuche , Echinokokkeukrankheit, Lungenseuche, traumatischer Perikarditis, Rinderpest, mykotische Pneumonie, zuweilen bösartige Katarrhal-fieber, traumatische Pharyngitis, Neubildungen im Kehlkopf u. s. w.; beim Hunde: Chronische Laryngitis, Staupe, Pneumonie; heim Geflügel: Diphtherie, Trachöitis verminosa, mykotische Pneumonie.
Künstlich kann der Husten, besonders bei Pferden, leicht hervorgerufen werden durch seitliches Zusammenpressen des obersten Theiles der Luftröhre oder der Giesskannen-knorpel des Kehlkopfes. Bei gesunden Wiederkäuern und Hunden gelingt es im Ganzen schwer, auf künstlichem Wege Husten zu erzeugen.
Der Husten kann ferner selten, häufig (chronische Laryngitis der Hunde) anhaltend oder vorübergehend sein. Der Hustenstoss kann schmerzhaft (Laryngitis, Bronchitis, Pleuritis, lironchopneuinonie der Hunde) und schmerzlos sein (bei chronischen Erkrankungen der Luftwege und der Lungen), ferner stark und schwach, lang und, kurz. Lang ist (nach Dieckerhoff) der Hustenstoss, wenn durch die nicht vollständig geschlossene Stimmritze die exspirirte Luft langsam und allmählich ausgetrieben wird (z. B. bei Lähmung eines Stimmbandes). Der Hustenschal 1, verändert durch die Spannung der Stimmbänder, Weite der Stimmritze und Stärke des Hustenstossos, kann hoch und tief, hell und dumpf, feucht, locker (im Lösnngssfadium von Katarrhen) und trocken, feiner rauh, heiser, krächzend, röchelnd, brüllend u. s. w. sein.
Die beim Husten ausgestossene Luftmenge kann gross (voller Husten) oder klein (leerer Husten) sein.
Schliesslich sei noch darauf hingewiesen, dass ein eigentliches Ausspuckenquot; hei Hausthioren überhaupt nicht vorkommt, wohl aber bei starken Hustenstössen ein Auswurf schleimiger, eiteriger, schleimig-eiteriger, kroupösev, missfarhiger oder übelriechender Massen
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Dio Kraukhüiten des Kohlkopfesnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 08I
je nach den voischieilcnon Krankheiten des Kehlkopfes, der Luftröhre, dor Bronohioi) und Alvoolen beobachtet wird.
Kino krankhafte Veränderung dor Stimme wird in zahlreichen Füllen bei Hansthieren beobachtet. Rauh und heiser ist die Stimme boi Pferden, welche an einseitiger Kehlkopflilhmung leiden, beim Kehlkopfkatarrh dor Hunde und des Geflügels; klagende Laute (Aochzen, Stöhnen, Blöken) hört man besonders bei schmerzhaften Krankheiten (Kolik, schweren Geburten, Starrkrampf, lliimoglobinämie); Rinder stöhnen und iichzeu nach reichlicher Kutteraufuahme, boi akuter und chronischer Tympiinitis, bei manchen Herz- und Lungenkrankheiten (besonders durch Promdkörper vom Magen her veranlasst), bei schworen fieberhaften Krankheiten (Rinderpest, bösartigem Katarrhaltieber), bei schmerzhaften Krank-heiten der Bauch- und Hrustorgano (Gebärpnroso, akute Metritis), wobei in einzelnen Fiillon ((Jastro-Entoritis der Rinderpest) langgezogene Klagciaute hörbar werden. Eigenthiimliche Veränderungen der Stimme zeigen sich bei dor VVufch. Hunde haben meistens eine heisere rauhe, heulende, langgezogene Stimme; Rinder brüllen gewöhnlich anhaltend, Pferde wiehern meistens häufig und stossen gellende Töne aus. Schafe und Ziegen blöken dlimpf und rauh; Katzen und Gofliigol haben meist eine heisere Stimme. Dio Ursache dieser Stimmvorändernng ist wesentlich durch die Lähmung der Stimmbänder und der Kohlkopfmuskeln bedingt. Schweine sollen boi starker Infektion mit Pinnen und Trichinen (wobei dann auch die Kehlkopfmuskulatur angegriffen ist) eine heisere und rauhe Stimme haben.
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1. Akuter Kehlkopfkatarrh. Laryngitis katarrhalis. (Katarrhus laryngts.)
ii) Beim Monscli c n.
A.etiologie. Als wichtigsto Ursache wird die direkt den Kehlkopf oder den ganzen Körper treffende Erkältung eingesehen, wobei nicht selten auch (besonders im Herbst und Frühjahr) infektiöse Einflüsse mitspielen dürften. Dazu kommen direkte chemische (Einnthinen von Bauch und schädlichen Gasen) und mechanische (übornuissiges Sprechen, Schreien und Singen) Heize. Sebliesslieh kann die Laryngitis auch sekundär im Verlaufe anderer Krankheiten (Masern, Typhus, Scharlach, EQrysipel) auftreten. In den meisten Fällen ist auch eine gewisse Prädisposition vorhanden.
SymptomO) Verlauf, Ausgang. Die Wesentlichsten Erscheinungen sind Heiserkeit, Husten, massige Schmerzen im Larynx, Druokempfindlichkeil und (bei Mitaffektlon des Rachens oder der Epiglottis und der Aryknorpel) Schlingbeschwerden, Laryngoskopisch findet man Rötbnng und Schwellung der Schleimhaut, namentlich an den Stiniinbändern; in höheren Graden oberflächliche Erosionsgeschwüre und Hiiniori'bagieii. Das Allgemeinbefinden ist manchmal wenig, manchmal erheblich (durch Eicbererscbeinungen) gestört. Im weiteren Verlaufe tritt auch ein glasiges, schleimiges Sputuni auf. Bei Kindern wird inebt selten Atbenmoth beobachtet. Bei dem sog. Pseudokroup der Kinder (Laryngitis stridula), welcher sich meistens an einen leichten Schnupfen anschliesst, zeigen sich namentlich dos Nachts plötzliche Anfälle von rauhem Husten, unterbrochen von langgezogenem stöhnendem Athmen, ängstlicher Aufregung, Cyanose. Die Anfälle wiederholen sich mehrere! Nächte; es fehlen dabei (zum Unterschiede von diph-Iberischem Kroup) Fieber, Lymphdrüsenschwellung, Kroupmembran; auch sind die Kinder am Tage meistens gesund. Der Verlauf ist günstig. In wenigen Tagen, in schwereren Fällen in einigen Wochen tritt Genesung ein.
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582nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; igt;io Krankbeiton der AMunungaorgane.
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Tlicraitic. Die Behandlung besteht neben Fembaltung der Sohftdliohkeiten in der Anwendung reichlichen wannen Getrtinkes (heisse Milch mit Selterswasser). Inhalationen (1Sprocentige Koclisnlzlösung), Morphium (bei heftigen Schmerzen). Aueli sind Priessnitz'sche Umschläge sehr zweckdienlich.
b) Bei Thiercn.
Vorbemerkung. Bei Thieren kommt, wie beim Menschen, sowohl eine selbständige Entzündung der Kehlkopfsehleimhaut vor, wie auch (recht oft) eine gleichzeitige Miterkrankung der benachbart gelegenen Organe, besonders der Schleimhaut der Rachenhöhle, Nasenhöhle und Luftröhre. Weil eine laryngo-skopiscbe Untersuchung bei Thieren, besonders bei Pferden, in der Praxis selten vorgenommen wird, weil ferner die Symptome seitens des Larynx nicht regelmässig scharf in den Vordergrund treten, so sind die Kehlkopfserkrankungen klinisch nicht immer scharf abgegrenzt und in der Litteratur deshalb oft mit den verschiedensten Namen bezeichnet. Man spricht von einem Katarrh der oberen Luftwegequot;, von Kelil-suchtquot;, Halsentzündungquot;, Angina laryngeaquot;, Luryngo-Pbaryngitisquot; und je nach der anatomischen oder ätiologischen Grundlage von einer Laryngitis katarrhalis, phlogmonosa, krouposa, diphthorlka, Angina phlegmonosaquot; u. s. w. Um jedoch die Verwirrung nicht noch zu vergrössern, wie sie von einzelnen Autoren durch die Einführung immer neuer Namen bewirkt wird, scheint es auch für die Zwecke der praktischen Thiermedizin nothwendig, einen akuten und chronischen Kehlkopfkatarrh zu unterscheiden und bei der Erörterung, die je nach der Aetio-logie und je nach den anatomischen Veränderungen bei den einzelnen Thieren sich ergebenden verschiedenen Formen zu berücksichtigen.
Actiologie. Wie beim Menschen, so wird auch bei Thieren als die gewöhnlichste Ursache der selbständigen akuten Laryngitis die Erkältung angesehen, iier-vorgemfen durch das Eiimthmen kalter Luft unmittelbar nach dem Verlassen sehr warmer Stallungen und bei starker Bewegung der Thiere, durch das Trinken sehr kalten Wassers, durch plötzliche Abkühlungen der allgemeinen Decke. Ausserdem können mechanische (Druck auf den Kehlkopf, anhaltendes Bellen bei Hunden, eingedrungene Fremdkörper) und chemische (Rauch, Chlor- und Schwefeldämpfe) Ursachen auftreten. Der bei Rindern nach dem erstmaligen Genuss grösserer Mengen auftretende sog. Sohlempehustenquot; ist auch als Laryngitis akuta anzusehen, hervorgerufen durch die in der Schlempe enthaltenen (besonders Alkohol) die Kehlkopfsschleimhaut reizenden Stoffe. Daneben kommt eine Laryngitis akuta auch im Verlaufe mancher anderer Infektionskrankheiten vor (Druse, Staupe, Brustseuche, Nasen-, Rachen-, Bronchialkatarrhe).
Man beobachtet die akute Laryngitis bei Thieren (besonders bei Pferden und Hunden) vorwiegend im Frühjahr und Herbst, wo die Gelegenheit zu Erkältungenquot; eine besonders grosse ist. Ist dadurch das vielfach in diesen Jahreszeiten beobachtete gehäufte Auftreten des akuten Kehlkopfkatarrhs an sich verständlich, so giebt es auch Jahre, wo ein auf besondere, Infektionen beruhendes epizootisches Auftreten der akuten Laryngitis sowohl bei Pferden, wie auch bei Rindorn nachzuweisen. Nähere Angaben über solche epizootisch auftretende Kehlkopf-
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Die Krankheiten dos Kehlkopfes,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;588
luitnrrhc finden sich erst in der Littcratur des letzten Dezenniums, meistens ist dabei auch gleichzeitig ein Luft röhrenka tarrh vorhanden, weshalb die Bezeichnung opizootischer Kelilkopf-Luttröhrenkatarrhquot; zwockmilssig ist. Man beobachtete! die Erkrankung zuerst im Jahre 1888 und dann in den folgenden Jahren, besonders auch im Jahre 1893, während In letzter Zeit grössere Epi-zootien bei Pferden nicht, beobachtet sind. Auffallend ist, wie ich im Jahre 1888 in zahlreichen Pferdebeständen Halle'sober Spediteure ebenfalls nachweisen konnte, die erhebliche Kontagiosität des Leidens. Ich sah meistens die Hälfte bis zwei Drittel aller Pferde eines Gehöftes erkranken, wobei das Alter der Pferde, [Jeber-stehen der Brusteeudhe oder der eigentlichen Influenza ohne Einfluss waren. Nach einem Inkubationsstadium von 24 Stunden bis drei Tagen kommt die Krankheit zur Entwickelung. Aehnliehe enzootische bzw. epizootiseh auftretende Erkrankungen sind um dieselbe Zeit auch bei Bindern beobachtet worden, doch handelt es sich hier meist um eine katarrhalische Affektion der Sebleinihant der Nase, des Kehlkopfs, der Luftröhre und der Bronchien. Von nmneben Seiten hat man ätiologisch die Erkrankung bei Rindern mit der Influenza des Menschen in Beziehung gebracht, weil beide Leiden besonders intensiv im Jahre 1890 auftraten.
Bei Thieren wird ferner noch eine besonders bei Bindern und Pferden, dann auch bei Katzen, beim Geflügel und bei anderen Hausthieren beobachtete k roupös-dipbl herische Laryngitis unterschieden, wo jedoch nur vorwiegend der Kehlkopf, ausserdein jetloch auch die Trachea und häufig auch der Pharynx mitorkrankt ist. Man stellt diese mit vorwiegender (primärer) Erkrankung des Kehlkopfes verlaufende Affektion auch als Larynxanginaquot;, Halsbräunequot; häutige Bräunequot;, Larynxkroupquot; der Seite 458 beschriebenen Rachen-bräuno gegenüber. Nur wäre es hohe Zeit endlich den Namen diphtherischequot; fortzulassen, so lauge nicht anatomisch und bakteriologisch der Nachweis erbracht ist, dass es sich auch um eine Diphtherie bandelt, und so lange die sog. Erkältungquot; auch bei dieser Form der Laryngitis nach der bisherigen Meinung die Hauptrolle spielen soll. Schroffe Temperaturwechsel, intensive, die Schleimhaut direkt treffende Reize (heisse Luft, Rauch, Dämpfe von Chlor) und spezifische Infektionserreger werden als Ursache dieser kroupösen Erkrankung beschuldigt. Ausserdein wird diese Form der Laryngitis auch im Verlaute von Rotz, Lungenseuche, Kita rrhalfieber und Petechialfieber beobachtet,
Symptome, Verlauf, Ausgang, Bei der einfachen akuten Laryngitis ist, wie beim Menschen, das wichtigste Symptom ein anfänglich trockener, rauher und schmerzhafter, später mehr lockerer und mit sehleimigem Ausfluss verbundener Husten vorhanden. Der Husten ist besonders am Morgen beim schnellen Aufstellen, bei der Futteraufnainne am stärksten. Ferner ist eine erhebliche Druck empfind-lichkeit in der Kehlkopfgegend, erschwertes Athmen (wegen der Schwellung der Stimmbänder und der Erweiterer der Stimmritze), rasselndes Geräusch bei der Auskultation des Kehlkopfes vorhanden. Der weitere Verlauf kann nun je nach den Ursachen ll|1(l deren Intensität verschieden sein und sich mit Pharyngitis, Bron-cbitis und Rhinitis kompliziren. Beim epizootischen K e hlkopf-Lu f tröhren-katarrh der Pferde ist neben Husten und DruekenipfiiKllichkeit am Kehlkopf auch eine Empfindlichkeit der Trachea bei dor Palpation nachweisbar. Ausserdein
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zeigt sioli ein anfiinglioli schleuniger, später eitotiger Naseuausfluss, etwa,-' Schwellung tier Kehlgangslymphdrdsen, auoh manohtnal Konjunktlvltis, während Fieber meist inu' in massigem Grade vorbanden ist. Der Verlauf ist dabei meistens günstig, so dass die Tbiere nach 12, spätestens nacb drei Wochen wieder zur Arbeit verwende! werden können. Heim epizooti seilen Katarrh der Luftwege des Rindes sind die Knuikbeitserscbeinungen in der Hauptsache dieselben, nur zeigt sieb meistens hohes Fieber (bis 42deg; 0) und zuweilen auch eine erbebliehe Konjunktivitis katar-rlialis. Der Verlauf der Krankheit, welche in dor Regel in acht Tagen, selten in zwei Wochen beendet, ist vorwiegend giinslig; nur ausnahmsweise werden Komplikationen (Pneumonie) beobachtet. Die kroupöse Laryngitis ist besonders go-kennzeichnet durch das meist beim Beginn schon vorhandene hohe Fieber, die starken liustenanfiüle und die erheblichen Athcmbeschwerden, wobei die Tbiere (namentlich Pferde) den Kopf gestreckt halten, die Nasenöffnungen krampfhaft erweitern und gegen die Krippe gelehnt mit gespreizten Vorderfiissen stellen. Ausser-dem ist die Umgehung des Kehlkopfes geschwollen, druckempfindlich, meist sind auch die Kehlgangsdrüsen etwas geschwollen, im Kehlkopf hört man pfeifendes Athmungsgeräusch. Der weitere Verlauf kann verschieden sein und entweder in einer Woche zur vollständigen Genesung fuhren oder durch Erstickimg, Komplikation mit Pneumonie in wenigen Tagen tödlich enden. Deshalb ist die Prognose bei Kehlkopfkroup immer zweifelhaft,
Aiiatoinisclicr Itcfuiul, Bei der einfachen akuten Laryngitis, welche
selten zum Tode führt, bestehen die anatomischen Veränderungen anfänglich in Schwellung und Böthung der Schleimhaut des Kehlkopfes, wozu im weiteren Verlaufe auch Ekchymosen, Häiiiorrhagien, seröse, schleimige oder eiterige Auflagerungen treten können. Bei der kroupöson Laryngitis ist das Exsudat bald ralun-artig, grauweiss, bald bildet es gelbe oder gelbbräunliche Membranen von 1 ömm Dicke, die entweder fleckweise, gemischt mit weich bröckligen und rahmartigen Massen oder als zusammenhängende, bandartige Platten sich zeigen (Kitt). Die darunter liegende Schleimhaut ist geschwollen, dunkler gerötbet, oft mit kleinen Blutungen durchsetzt und eiterig infiltrirt. Ebenso ist die Submukosa meistens ödomatös geschwollen.
Diagnose. Die Feststellung der akuten Laryngitis kann Schwierigkeiten bieten durch Verwechselung mit Tracheitis und Bronchitis; jedoch sind bei den letzteren Affektioncn die. Erscheinungen gleich anfänglich erheblichere, auch werden im Verlaufe derselben Exsudatmassen ausgehustet. Durch die letzteren Erscheinungen ist dann auch die kroupöse Laryngitis, welche meist mit Tracheitis komplizirt ist, von der einfachen akuten Laryngitis zu unterscheiden.
Therapie. Die Behandlung der einfachen akuten Laryngitis ist meist sehr einfach. Neben Ruhe, Einstellung in gut gereinigte und gut gelüftete Stallungen, Verabreichung von Grünfuttcr, Kleietrank, Mohrrüben ist die Anwendung von IViessuitz'schen Umschlägen zweckniässig. Auch die Einreibung tier grauen oder (in schwereren Fällen) der Kanthaiidensalbe ist im Beginne der Krankheit zu empfehlen. Von innerlichen Mitteln wird, besonders bei Hunden, Morphium und Kodein mit Nutzen verwendet (Morpb. mur. 0,1 0,2 Aqu. amygd. am. 20,0 Aqu. destill. 200,0 dreimal täglich einen Theelöffel oder Esslöffel; Kodein pbosphorik.
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Die Krankheiten des Eeblkopferaquo;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;585
u,;j Syrup. Altliaeae 10,0 Aqu. destlll, 160,0). Pernei' auoh Artunou, ohlomtum
uml Stil), sulfur, iiiiriiiitiiikum (Stil), sulfur, immnt. 0,05 Morpli. luurmt. 0,02 Sacch. iilb. 0,5 zehn Pulver; WOHlögMl täglich 23 mal ein Pulver für einen Hiuul).
Bei Pferden und Hunden ist audh die Anwendung der Elnathmung von Wassev-dftmpfen.in Gebrauch, sowie die Einreibung der Kehlkopfgegend mit Ool oder Fett und nachfolgender warmer Einhüllung. Ist bei Pferden die Atheinnoth erheblich, so wird man rechtzeitig die Traclieotoinie ausführen müssen. Sowohl bei der einfachen akuten, wie auch hei der epizootisoh auftretenden Laryngitis der Pferde habe ich Kali ohlorikum, täglich 10,0 mit dem Trinkwasser, mit gutem Erfolge vei-ahroiehen lassen. Bei der kroupösen Laryngitis ist wegen der bei Pferden vorhandenen Erstickungsgefahr die haldige Ausführung der Tracheotomie erforderlich. Zur örtlichen Behandlung ist ferner bei Pferden die inlra(racheale Injektion der verdünnten Lugol'sohen Lösung (2030 gr täglich einmal) oder Bismuth, subnitr. 6,0 mit Wasser oder Glycerin zu gleichen Theilen (von Dieckerhoff) und heim Rinde liehen Aderlass (von Trashot) die innerliche Verabreichung von Jodkalium (täglieli 10,0) empfohlen worden.
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2. Der chronische Kehlkopfkatarrh. Laryngitis katarrhalis chronika.
a) Heim Menschen.
AetlologiOt Der chroniacho Katarrh der Kohlkopfsohleimhaul entwickelt sich entweder von vornherein als solcher oder entstellt- aus einem vernachlässigten oder häufig reeidivirenden akuten Katarrh. Chronische Cirkulationsstörungen, Kon-stitutionsanomalien; chronische Reizungen können gleichfalls den chronischen Katarrh verursachen.
Symptunio. Die Krankheitserscheinungen sind meistens geringer, als heim akuten Katarrh. In der Regel besteht nur Trockenheit, Hustenreiz und Heiserkeit bei längerem Sprechen.
Therapielaquo; Die Behandlung ist im Wesentlichen, wie heim akuten Katarrh. In hartnäckigen Fällen werden Trinkkuren, koinprimirte, Luft, Faradisation des Kehlkopfes empfohlen.
I)) Bei Thiel'en.
Bei Thleren kommt ein chronischer Kehlkopfkatarrh besonders bei Pferden und Hunden zur Beobachtung. Man hat den Katarrh auch Krampfhustenquot; oder Reizliusten bezeichnet und ihn irrthümlich in Beziehung gebracht zum Keuchhusten des Menschen (S. 155).
Aetiolo^lOi Aussei' den schon heim akuten Katarrh genannten Ursachen können besonders auch Geschwülste im Kehlkopf einen chronischen Katarrh unterhalten. Bei Hunden, wo meist nur kleine oder Jagdhunde erkranken, zeigt sieh chronische Laryngitis als Nachkrankheit der Staupe, nach häufigem, kaltem Baden, heim Aufenthalt in viel mit Raucli nncefUllten Räumen (Restaurateur- und Stuben-
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586nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Wo Krankheiten dor Athmungsorgano.
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bundo), In anderen Füllen (bei dämpfigen Pferden) ist oft Lungenemphysera die Ursache des ohroidsdhen Keblhopfkatarrhs.
Syiiiptoiuc. Das wichtigste Symptom ist der gewöhnlich trockene und rauhe, sowie anfallsweise auftretende Husten. Daneben bestellt auch meistens ein geringer Grad von Druekcnipfindliebkeit am Kehlkopfe, sowie etwas Atbembescbwerde. Da-gegon ist das Allgemeinbefinden meistens ungestört. Bei Hunden ist der Husten raub und heiser, sehr laut und häufig mit einem pfeifenden Inspirationsgeräusche verbunden. Da die Hustenanfälle ausserdem meistens nachts und anfallsweisequot; auftreten, so wird auf die Aeh nl i e b k e i t mit einzelnen Krscheinnnji'en von Tussis konvulsiva des Menseben (S. 156) hingewiesen, ' Im Anschluss an den Husten siebt man namentlieb bei älteren Hunden zuweilen krampfhaftes Würgen und Erbrechen, Die Dauer eines chronischen Kehlkopfkatarrhs ist sehr lange und kann sieb Monate und viele Jahre binzieben. In einzelnen Füllen entwickelt sieb bei Pferden und auch bei Huiulen in Folge der dauernden Reizung der Kehlkopfs- und Luftröhren-Schleimhaut eine Bronchitis cbronika sikka. Demnach ist die Beurthcilung des
Leidens besonders pro foro eine ungünstige, weil Arbeitstbiere durch die Krankheit in ihrer (iebrauebsfübigkeit wesentlich beeinträchtigt werden.
Therapielaquo; Am meisten Aussieht auf Erfolg bat nach den bisherigen Erfahrungen auch beim chronischen Kehlkopfkatarrh die örtliche Behandlung der erkrankten Kehlkopfschleimhaut, Bei Pferd on hat man besonders das Inhalirou von Dumpfen vielfach vcrwendel und dazu Heublumen, Terpentin, Lysol, Karbolsäure, Tbeer u, dgl, benutzt. Von Diockerboff ist dann die intralaryngeale Injektion von Lugol'seber Lösung, Bismuthum snbnitrikmn (5:100 Aqu,), Tannin (0,51,0:100,0 Aqu,), Oleum Terebinthinae mit Oleum provinciale (iiä 5,0 pro dosi) empfohlen worden. Die Injektionen werden in Zwischenpausen von einigen Tagen wiederholt. Bei Hunden bat man aussei' Priessnitz'scbeii Umschlägen und Inhalationen vielfach Nutzen durch innerliche Anwendung des Morphiums in Verbindung mit Blausäure oder Broinkali oder des Kodeins erzielt. Besonders heim chronischen Kehlkopfkatarrh älterer Hunde habe auch ich damit die besten Erfahrungen gemacht. Morph, muiiat. 0,1, Aqu. amygd, am. Aqu, destill, ää 15,0 AI. f. S. D. S, Innerlich dreimal täglicb 10-15 Tropfen; oder: Kai. brom. 10,0 Morpb. muriat. 0,1 Aqu,' destill, 150,0; dreimal täglich ein Thee- oder Esslöffel voll zu geben. Bei Hunden hat man auch das künstliche Karlsbader Salz mit dem Futter (täglich mehrmals einen halben Tbeelöffel) verabreicht. Ebenso hat man auch bei Hunden die intralaryngeale Injektion von Arg. nitr. oder Acid, tannik. (0,51,0) benutzt, wobei der Einstich zweckinüssig in das Lig. krikothyreoidemn gemacht wird.
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3. Glottisödem.
Oedema glottidis (Angina laryngea submukosa).
a) Beim Menschen. Das Glottisödem, vorwiegend eine Schwellung der arvepiglottiscben Falten, zeigt sich besonders büufig im Verlaufe der IVrichondritis laryngea, sowie im Ver-
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Die Krankheiten des Kohlkopfes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;587
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laufe lelohterer und schwererer Entzündungen (Typhus, Pocken, Syphilis, Tuberkulose), bei heftigen niechtinischen und chemischen Beizen, bei direkten Veränderungen des Kehlkopfes; schliesslich auch bei Entzündungen des Rachens, der Parotis. Gelegentlich ist das Glottisödem auch eine Theilerscheinung allgemeiner Oedeme bei Nieren-, Herz- und Lungenkrankheiten und Morbus Brightii. Auch bei akuter Jodvergiftung ist Glottisödem beobachtet.
Die Haupterscheinung bei Glottisödem ist die zuweilen sehr hochgradige Dyspnoe, ein pfeifendes Geräusch und starke Einziehung des Epigastriums bei der Inspiration. Die Behandlung ist in gefahrdrohenden Fällen die Traeheotomie, falls nicht Skarifikationen der geschwollenen Theile vorgenonunen werden können.
b) Bei Thieren. Bei Thiereu kommt ein durch venöse Stauung oder duroll seröse oder eiterige Infiltration der Mukosa und Submukosa des Kehlkopfes lieivorgerul'enes Oedem nicht selten besonders bei Pferden vor. Die Ursachen sind in der Hauptsache dieselben, wie beim Menschen. Man beobachtet es nach erheblichen mechanischen und chemischen Beizungen der Kehlkopfsschleimhaut (Stnubinhaladonen) im Anschluss an Erkrankungen benachbarter Organe, sowie im Verlaute einzelner Infektionskrankheiten (Milzbrand, Pneumonie, Botz, Wildseuche, Petechialfieber), ferner (als Stauungsödem) im Verlaufe von Herz-, Lungen- und Nierenkrankheiten. Meist, sind, wie beim Menschen, die Basis des Kehldeckels und die Plicae arvepi-glotticae geschwollen, während die Bänder der Stimmritze selten erkranken. Das wichtigste Symptom ist beim entzündlichen Oedem, ebenfalls wie beim Menschen, die hochgradige Athemnoth, bei welcher die Thieie unter pfeifendem laut hörbarem Athmen inspiriren, Schweissausbruch und grosso Angst zeigen. Bei Stauungsödem entwickeln sich die Erscheinungen langsamer. Bei schweren Unfällen können die Thiere im Verlaufe einer Stunde durch Erstickung zu Grunde gehen. Zur Therapie ist in allen gefahrdrohenden Fällen die Traeheotomie erforderlich. In einzelnen Fällen habe ich durch äusserliche Anwendung von Eis (wobei ein Eisbeutel um die Kehkopfgegend gelegt wurde) schnelle und nachhaltige Hülfe erzielt.
4. Lähmungen der Kehlkopfmuskeln.
a) Beim Menschen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '
Zur Beurtheilung der votkommenden Lähmungen ist zunächst der Hinweis zweckmässig, dass der M. Krikothyreoideus und M. Thyreo- und Aryepiglottici ans-schliessslich vom N. laryngeus superior, dorn sensiblen Nerven des oberen Kehl-kopfabschnittes versorgt werden; alle anderen von der Fortsetzung des N. re-kurrens, welcher auch sensibler Nerv des unteren Kehlkopfabschnittes ist. Der M. Arytaenoideus wird von beiden Nerven innervirt. Je nach den Ursachen werden myopal In sehe (durch Entzündung, Erkältung, Ueberanstrengung) und n euro pa thi sehe Lähmungen unterschieden. Bei den neu ro pa t hisehen Lähmungen der Kehlkopfnmskeln kann der Erkrankungsheerd im (Vntralnerven-system oder im peripheren Verlauf der die Kehlkopfmuskulatur versorgenden Nerven
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588nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dio Kniiiklieitun der Atbinuiigsoi'gaue.
gelegen sein; oontrale und pertphere Lähmung, Manobinal i.st jedoch nuv eine funktioneUo Lähmung erkennbar. Neumpnthi.sche Lähmungen des Laiyngeus superior werden fast nur uacli Diphtherie beobachtet, dagegen poripheriselie Läli-mungen des N. Rekurrens ausser naoli Diphtherie und Neuritis bei Druck auf den Nerven (der N. Rekurrens der linken Seite gohllngt sieh um den Aortenbogen, der rechte um die Subklavia von vorn nach hinten) durch Aneuiysma des Aorten-bogens 'linksseitige) oder der Subklavia (rechtsseitige Lähmung), ferner durch Geschwülste der Schilddrüse, Speiseröhre, Bronchial- und Mediastinaldriisen; sowie durch erhebliche perikardialc Ergüsse, durch Geschwülste im Bereiche des Vagns-und ties Accessoriusstaninies. Cenfrale Lähmungen werden bei Bulbärparalyse, progressiver Muskelatrophie, multipler Sklerose beobachtet. Auch im Verlaufe einzelner Infektionskrankheiten (ausser der bereits genannten Diphtherie noch bei Abdominaltypbus, Rekurrens, Cholera, Variola, Keuchhusten, Malaria, Lues festgestellt) sowie nach einzelnen Vergiftungen (Blei, Opium, Belladonna, Stramonium) sind Lähmungen der Kehlkopfmuskeln beobachtet worden.
Symptomelaquo; Kehlkopfsmuskellähmungen lassen sich nur mit Hülfe des Kehlkopfspiegels erkennen, da Störungen in der Stimmbildung odor bei der Ath-mung verschiedene Ursachen haben und deshalb nicht ohne Spiegeluntersuchung auf Lähmungen der Kehlkopfmuskeln zurückgeführt werden können, Je nach dem Sitze und der Ursache der Lähmung sind die Kcblkopt'nuiskeln sänunÜieh oder nur theilweisc gelähmt. Bei Lähmungen des N. Kekurrens werden fast immer die abdueireiidcn Fasern früher als die adducirenden oder nur jene allein befallen. Die vollständige Rekurrenslähmung ist fast stets einseitig und macht dann ausser Rauheit der Stimme oft gar keine Symptome; nur wenn beide Seiten befallen sind, besteht Aphonie und die Unmöglichkeit zu husten. Bei Lähmungen des N. Laiyngeus superior steht der Kehldeckel unbeweglich und die Scblusslinie der Stimmbänder ist leicht wellenförmig. Auf weitere Erscheinungen kann hier nicht eingegangen werden.
Therapie. Die allgemeine Behandlung der Lähmungen der Kehlkopfmuskeln muss sieb nach dein Grundleiden richten.
b) Bei Thieren, Bei Thieren ist über myopathische Paralysen einzelner Muskeln oder Muskolgruppen des Kehlkopfes bisher nichts Sicheres bekannt, obgleich sie auch bei Huus-thiereii sicher vorkommen mögen. Dagegen beobachtet man um so häufiger bei Pferden, seltener bei anderen Thieren, eine neuropathische Lähmung tier sämmtlichen Muskeln einer Seite des Kehlkopfes (Hemiplogia laryngis), welche noch unter dem Namen
Kelilkopl'p feilen, ei use it ige K e hlkop f 1 ä b mung seit langer Zeit in der Thierheilkundc bekannt ist.
Wesen und Vorkommen, Klinisch handelt es sich um eine Athmungs-besehwerde, welche durch eine Verengung in den oberen Luftwegen bedingt und vorwiegend durch ein eigenthümlicbes, lautes, hörbares, besonders bei der an-
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Dio Krankheiten des Kohlkopfes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 58!)
strengenden Bewegung Btärker hervorto'etendes Athinen (Pfeilen) diaitikterlsirli int. Di\a Leiden, welches besonders in der geriohtlichen Thierheilkuude eine grosse Rolle s])ielt, hat auch die Bezeiohnungen raquo;Hartsohliaufigkeit, Pfelferdampf, Lungenpfeifen) Roarenquot;. Aussei' beim Pferde wird die Krankheit auch bei Wiederkäuern und Hunden, jedoeb im Ganzen selten, beobiichtet. Nach der gegenwärtigen Erfahrung kommt dns Kehlkopfspfeifen am ' meisten beim englischen Vollblutpferd vor und ferner unter den edlereu Pferderassen in Frankreich, Hannover und Holstein, während (naeli Flemniing) das Leiden in Arabien, Australien, Indien, Egypten, Gapland und Südamerika sehr selten vorkommen soll.
Ge80hlohtliohe8gt; Wie aus Angaben in der biltoratur hervorgebt, waren die beim Kehlkopfpf'eifen auftretenden Krankheitserscheinangun schon im vorigen Jahrhundert ziemlich genau bekannt, allein erst im Beginne dieses Jahrhunderts wurde das Wesen der Erkrankung durch die Kliniker der Thiernizneischulo zu Alfort näher studirt und von Dupuy (1830) angenommen, dass der N. rokurrens dabei gelähmt sei. Durch F. Günther wurde dann (1834) in einer eingehenden Arbeit, deren Vorstudien er schon 1823 begonnen hatte, die Aetiologie auch experimentoll erforscht. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat die Krankheit dann eine grüssere Zahl von Bearbeitern gefunden.
Aetiologie. Das Leiden wird zunächst bedingt durch eine meist linksseitige Lähmung des Stimmbandes, die wieder eine Folge der meist linkssseitigen ßekurrens-lähmung ist, wodurch eine Lähmung und Atrophie der Stimmritzerweiterer (hinlere und seitliehe Ilinggiesskanncnniuskel M. krikoarytaenoideus postieus und lateralis, linke Hälfte des Quergiesskannenmuskels, M. arytaenoideus transversns, obere und untere Sehiklgiesskannenmuskol M. thyreo-arytaenoideiis superior und inferior) hervorgerufen wird. Meist ist nur der linke Kcknrrcns erkrankt, selten der rechte oder beide. Versuche von Günther, Gerlaoh u. A. lehrten, dass die einseitige Durchschneidung des N. rekurrens hei stärkerer Bewegung des Versuohspferdes Kehlkopfspfeifen zur Folge hatte; nach der Durcbsehneidung beider Nerven treten theils sofort, tiieils nach einer forcirten Bewegung Erstiokungszufälle ein,
Die weiteren Ursachen für die Entstehung der vorwiegend linksseitigen Re-kurrenserkrankung können nun nach den bisherigen Ansichten und Erfahrungen sehr verschieden sein. Dass der linke Hekmicns häufiger erkrankt, als der rechte, wird mit Hecht, wie beim Menschen, auf die für Läsionen sehr geeignete anatomische Lage (links Lagerung um den Aortenbogen, rechts um die vordere Zwischenrippenarterie) zurückgeführt. Besonders glaubt Martin, dass heim Wachsen des Thieres der linke Rekurrens mehr gezerrt und gereizt wird, als der rechte, weshalb bei ersterem leicht fettige Degeneration eintritt. Damit würde auch die Erfahrung im Einklang stehen, dass am häufigsten Pferde mit langem, dünnem Halse erkranken. Schon Günther sen. erblickte auch in der oberflächlichen Lage des linken Rekurrens ein prädisponirendes Moment, wodurch, wie später Vaerst in gleicher Weise erörtert, Verletzungen der verschiedensten Art leicht liervorgerufen werden können. So können von mechanischen Ursachen Verletzungen des N. rekurrens oder dos Vagusstanmies durch Stoss, Druck, Zerrung oder Zertrümmerung, zu starkes Anschnallen des Kehlriemens (Spinoln) und der dadurch bedingte zur Atrophie führende Druck auf den Stamin des Vagus schliesslicii den Muskelschwund herbeiführen. Dasselbe können alle Krankheiten des Kehlkopfes, Halsentzündungen, Schwellung und Entzündung der tiefen Halslymplidrüscn, Neubildungen und Abscesso am Halse im Vorlaufe der Vena jugulnris, aller Erkrankungen
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der Brustorgoue (Bmstsouoho) durch Miterkraukung der betretfendeu Nerven odca-durch den auf sie liervorgon-ufciion Druck die Lähmung der Muskeln und somit die Störung hervorrufen. Deswegen dürften In verhältnissmässig seltenen Fällen primäre Erkrankungen der Muskeln selbst in Folge von pathologischen Prozessen an den Knorpeln des Kehlkopfes oder durch Entzündung der Stimniritzenenveiterer die Lähmung und Atrophie der betreffenden Muskeln mit ihren klinischen Folgen hervorrufen.
In einigen Fällen scheinen auch Vergiftungen die Ursache der Nervenerkrankung und nachfolgender Muskellähmung werden zu können. Besonders werden die chronische Bleivergiftung, die anhaltende Fütterung der Kichererbse, die Aufnahme von Kirscherbseu, Wicken und Luzerne beschuldigt. So hat in letzter Zeit Liess mehrere Beobachtungen dieser Art gemacht. Doch lehrt die Erfahrung, dass das aus solcher Veranlassung entstehende Kehlkopfpfeifen öfters von selbst wieder verschwindet. Einzelne Autoren glauben, dass es sich bei dem auf diese Weise entstehenden Kehlkopfpfeifen um die Einwirkung von Befallungspilzen handelt. Macdougall beobachtete in Indien nach dein Genüsse von Platterbsen dort gesse eultiveequot; genannt ein enzootisches Auftreten des Kehlkopfpeifens bei Pferden, welches durch die schnelle und heftige Entwickelung der Erscheinungen oharakterisirt war. Das Gift soll übrigens durch Kochen der genannten Körnerfrüchte zerstört werden können.
Ganz allgemein ist die Annahme, dass die Vererbung bei der Entstellung des Kehlkopf p fei fens eine bedeutende Rolle spiele. In Staats- wie in Privatgestüten sind Beobachtungen gemacht worden, dass das Kehlkopfspfeifen von den Mutterthieren auf die Jungen Übertragen wird, bei welchen es meistens im vierten bis sechsten Lebensjahr auftritt. Keineswegs erfolgt aber die Vererbung immer und in gleich starker Weise, vielmehr bleiben oft die Nachkommen kranker Eltern vollkommen gesund. Erwähnt sei schliesslich noch, dass männliche Thiere und ganz besonders Wallache viel häufiger erkranken als weibliche.
Gelegentlich wird die Erkrankung auch beim Rinde und Hunde (Müller) beobachtet; beim Hunde manchmal im Verlaufe der Staupe; beim Rinde, besonders heim Jungvieh, in Folge schleichender Entzündungen, verbunden mit Schwellung der Kehlkopfschleimhaut (Siedaingrotzk y).
S.vuiplome. Verlauf, Ausgang. So lange die erkrankten Thiere sich im Stande der Ruhe befinden oder nur massig bewegt werden, sind besondere Krankheitserscheinungen meistens nicht wahrzunehmen; nur werden von Einzelnen ein zuweilen auftretender brummender Husten oder brummende Töne als verdächtig gehalten. Werden die Pferde aber in stärkere Gangart gebracht oder im Zugdienst (besonders bergauf) erheblich angestrengt, so zeigt sich ein gewöhnlich nur bei der Inspiration bemerkbares und erst in höheren Graden auch bei der Exspiration auftretendes hörbares Athmen verschiedener Art. Es sind eigenthiimlich pfeifende, keuchende oder brüllende oder auch schnarchende) giemende, rohrende Geräusche, welche bei fortgesetzter Bewegung immer stärker und lauter werden, dagegen langsam (6 8 Minuten) oder schnell (nach 1 2 Minuten) wieder verschwinden, sobald die Thiere zur Ruhe kommen oder jede anstrengende Thätigkeit eingestellt wird. Meist gleichzeitig mit dem Auftreten des hörbaren Athmens wird die Ath-
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nuuig gelbst iinnicr ungeslroiigier mul sclnvorcr, die Pferde näsisen die Niiseiilöcher' auf, miiclien heftige Flankenbewegungen und bekommen sohliesslich vollkommene Er.stickungsy.ufälle. Bei seiraquo;' lioftigen Atliembewegungeii kann mau auch zuweilen eine Mitbewegung des Afters beobachten.
Der laute laryngeale Inspirationston (Stenosengerftusoh) entsteht vorwiegend dadurch) dass der Qiesskanneuknorpel der gelähmten Seite sieh gegen das Innere dor Kehlkopfböhle senkt und die Stimmritze wegen der vollkommenen oder unvollkommenen Lähmung des entsprechenden Stimmbandes nicht hinreichend geöffnet worden kann. Je mehr das Stimmband erschlafft, um so tiefer wird der Ton ausfallen, well die Anzahl der Schwingungen in der Sekunde eine geringere sein wird. Als ein wichtiges Zeichen dafür, dass das Rohren (Pfeifen n. s. w.) ein Folge-zustand der Muskelatrophie ist, kann man das künstliche Hervorbringen dieses Geräusches betrachten durch einen Druck auf den linken Giesskannen-knorpol, wobei sich derselbe viel leichter eindrücken liisst, als an der gesunden Seite. Andrerseits kann man, als ein ebenfalls sehr bemerkenswerthes Symptom, das Stenosengeräusch auch plötzlich zum Verschwinden bringen, sobald die bei der forcirton Bewegung in dor Regel weit geöffneten Nüstern so zusammengedrückt werden, dass nur ein schwacher, der verengerten Stimmritze entsprechender Luftstrom elngeathmet werden kann. Bemerkt sei noch, dass das Stöhnen und Keuchen, welches sich bei stärkerer Bewegung der kehlkopfspfeifenden Pferde zeigt, Exsp'irationsgeräusohe sind, welche durch das plötzliche Oeffnen der vorher verengten Stimmritze unter Mitwirkung der Bauchpresse hervorgebracht worden. Beinerkensworth ist auch noch der zuweilen in der Buhe, ineist jedoch während und nach forcirter Bewegung auftretende eigenthiunliche brummendequot; oder schlotterndequot; Husten und das zuweilen bei Kehlkopfspfeifen erkennbare heiserequot; Wiehern. Der eigenthümlicho Husten wird darauf zurückgeführt, dass bei der auf die gewaltsame Exspiration folgenden Inspiration das erschlaffte Stimmband vibrirt. Bei der mit Hülfe des von Polansky und Schindelka konstmirten Laryngoskops vorgenommenen endoskopischen Untersuchung dos Kehlkopfes ist dann sowohl die Unhewoglichkeit des linken Stimmbandes, wie auch eine Schiefrichtung des Stimmbandes und Kohlkopfes nachzuweisen.
Verlauf. Die Entwickelung dos Leidens erfolgt in den allermeisten Fällen allmählich; eine schnelle Entstehung ist wogen der dem Kehlkopfsloiden vorwiegend zu Grunde liegenden anatomischen Veränderungen, die einige Zeit zu ihrer Ausbildung gebrauchen, nicht möglich. Nur dann, wenn es sich, wie bei den durch Vergiftung hervorgerufenen Fällen, mehr um vorübergehende funktioneile Störungen handelt, wird auch ein mehr plötzliches Auftreten der klinischen Erscheinungen möglich sein. Die sich gegenüberstehenden Erfahrungen, welche in neuerer Zeit in der Litteratur über die Zeit des Entstehens des Kehlkopfleidens mitgetheilt sind, finden hierdurch wohl ihre beste Aufklärung. Das Leiden kann bei vorsichtigem Gebrauche und geringer Entwickelung lange Zeit ohne erhebliche Gebrauchsslönuig vorhanden sein. In höheren Graden, dio im Ganzen seltener sind, wird jedoch schon ein massiger Gebrauch wogen eintretender hochgradiger Dyspnoö uninöglich. Wie Dieokerhoff bemerkt, wird in einzelnen Fällen dio Bewegung des Kehlkopfes durch die Hypertrophie und Funktionsstoigeruug der rechtsseitigen Hing-
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592nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Dio Krankheiten lt;ler Athmungsorgane.
giesskanueumuskfl] bald tnohr, bald minder gut kompensirt, Dio Komponsatioii kann so vollkonunen sein, dass salbst bei totaler Atrophie der linksseitigen Muskulatur tue betreffenden Pferde in anhaltendem Trabe oder in schwerem Zugdienst arbeiten können, ohne duss sieh das laute Laryngealgeräusoh einstellt. Wenn dagegen die kompensatorlsohe Hypertrophie der Muskeln an der rechten Seite ungenügend ist oder ganz-fehlt, so erlangt die Stöning stets ehien höheren Grad.quot; Nicht selten stellt sieh im weitereu Verlaufe eine mit sog. chronischem Kehlkopfhustenquot; verbundene Laryngitis elirouika sieca, Bronehialkatarrh oder auch Lungenemphysem ein. Im üebrigen bleibt das Allgemeinbefinden der Tliiere im weiteren Verlaufe des Leidens meist ungestört, nur bei ganz inmveekmässigein Gebrauche kann plötzlicher Tod durch Asphyxie eintreten.
Anatomlsulier Befundlaquo; Die anatomischen Veränderungen betreffen vorwiegend den Ncrvus reknrrens sinister und damit im Zusammenhange stehend die Atrophie der von diesem Nerven versorgten Kehlkopfmuskeln und die Verschiebung der Gicsskannenknorpel. Bei der halbseitigen Atrophie, welche mikroskopisch eine fettige Degeneration darstellt, sind die Muskeln der kranken Seite bleich, blassroth oder lehmfarben und sehr dünn, gegenüber den dunklen und stark entwickelten der gesunden Seite. Vorwiegend sind die hinteren Kinggicsskannenmuskeln befallen. Der linke Giesskannenknorpel ist nach innen gerichtet. Der Nervus re-kurrens der betreffenden (in der Kegel linken) Seite erscheint, atrophirt und von blassgelber (fettig-degeuerirl) Farbe. Selten ist die Atrophie rechtsseitig oder beiderseitig. Die Lungen sind vielfach emphysematös. Sind besondere Ursachen (Geschwülste, Pleuritis u. dergl.) für die Entstehung des Leidens entscheidend gewesen, so wird man natürlich auch entsprechende Befunde in der Brusthöhle machen müssen.
Diagimsc. Zunächst 1st hinsichtlich der Verwechselung mit anderen Vorkommnissen und Krankheitszustiinden zu erwähnen, dass besonders Reitpferde oft beim Galopp im Augenblick der Exspiration ein mehr slossweise erfolgendes Sehniehen und Brausen vernehmen lassen, welches mit dem Neigen des Kopfes und Niedersetzen der Vordergliedmassen zusammenfällt. Es ist dies eine Spielerei. Ebenso kann durch ZU starkes Anziehen des Kehlriemens, durch kurzes gegen die Trachea drückendes Kummt, sowie durch zu starkes Heranziehen des Kopfes an die Brust bei Pferden mit engem Kehlgange und starkem Unterkiefer gelegentlieh ein lautes dyspnoeisches Geräusch bei starker Bewegung der Thiere hervorgerufen werden, welches mit dem Kehlkopfpfeifen verwechselt werden kann. Ferner kann durch anderweitig hervorgerufene Stenosen in den Luftwegen ein dem Kehlkopf* pfeifen ähnliches Rohren erzeugt werden; so u. A. bei Verengerungen der Nasenhöhle, Choanen, der Rachenhöhle und des Kehlkopfes in Folge erheblicher katarrhalischer Schwellungen der Schleimhaut (Druse, Angina, Botz) oder in Folge von Neubildungen (Polypen, Cysten) oder Frakturen, LuftsackanschwellungeU, angeborenen Deformitäten der Luftröhre und des Kehlkopfes u. dergl.
Für die Untersuchung der Pferde auf das Vorhandensein des Kehlkopf-
pfelfeiis ist daher erforderlich, dass die Tliiere keine fieberhaften Erscheinungen, keine katarrhalischen Affektionen, keine Drtisenschwellungen im Kehlgange, keine Anschwellungen oder Schmerzen am Halse zeigen, dass das Fressen und Schlucken
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Die Krankheiten des Kehlkopfes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;593
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ungestört erfolgt und kein zu enger Kehlriemen oder bei Zugpferden kein zu enges Kummt verwendet wird. Auch wird darauf zu aehteu sein, dass nicht nach stattgehabter Traoheotomie Verengerungen der Luftröhre eingetreten sind. Man wird deshalb vor der Bewegung der Thiere, sei es unter dem Reiter oder im Wagen, eine sehr gründliche Untersuchung ev. auch mit Hülfe des Laryngoskops vornehmen müssen. Ist das Bohren schon während der Ruhe bemerkbar, so wird man bei der Bewegung ermitteln, ob es zu- oder abnimmt, Die Bewegung selbst muss im Kreise und in nicht allzu grosser Entfernung von dem untersuchenden Sachverständigen stattfinden.
Prognose, Nach den bisherigen Erfahrungen ist die einseitige Kehlkopf-lähmung unheilbar, wenn auch geringere Grade bei Pferden lange Zeit bestehen können, ohne eine erhebliche Gebrauchsverminderung herbeizuführen. In höhereu Graden werden zunächst Reitpferde, dann aber auch Arbeits- und Wagenpferde mehr oder weniger entwerthet.
Therapie, Eine Heilung des Leidens ist besonders dann beobachtet, wenn die Entstellung auf Vergiftungen oder entzündliche Prozesse in der Brusthöhle zurückzuführen ist. Bei der einseitigen Kohlkopflähmung hat neuerdings Moeller nach dem Vorgange von K.Günther und Stockfleth versucht, durch operative Entfernung eines Theiles oder des ganzen linken Giesskannenknorpels die Ursache der Athembehlnderung zu entfernen. Doch ist der Erfolg in vielen Fällen zweifelhaft und meist kein dauernder gewesen. Ebenso haben länger fortgesetzte Gaben von Arsenik und Jodkalium sowie die Anwendung der Elektrizität nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Von anderer Seite sind Strychnin- und Veratrininjektionen (0,05 bis 0,1 Stiychninum nitricum subkutan pro dosi et die) alle zwei Tage In der Umgebung des Kehlkopfes empfohlen worden. Ich selbst habe manchmal mit scheinbar gutem Erfolge Kochsalzlösung (1,02,0:10,0 Aqua) 12 Wochen täglich subkutan angewendet. Unter dauernder Anwendung eines Tracheotubulus lassen sich selbst hochgradige Kehlkopfspfeifer noch lange Zeit gebrauchsfähig erhalten. Beim Rinde werden scharfe Einreibungen, längere Zeit unterhalten, mit günstigem Erfolge benutzt. Für die Prophylaxe wird man die Aussohliessung der erkrankten Pferde von der Zucht herbeizuführen haben.
Oericlitliche Thiei'heilkundo. In der gerichtlichen Thierhellkunde werden zahlreiche, fleberlose, chronische Krankheitsprozesse in den Respirationswegen, wobei eine mit einem Athmungsgerttusoh verbundene Athembesohwerde auftritt, als Pfeifendampfquot;, ..Hart-sohnauflgkeitquot; bezeichnet. Der oben beschriebene Kranklieitsprozess (einseitige Stimmband-lilluming) ist einer der wichtigsten Ursachen des Zuatandes. Wie schon bei der Differential-diagnose erwtthnt, können auch zahlreiche andere Zustünde das Kehlkopfpteil'en erzeugen, tiis zum Inkrafttreten des neuen bürgerlichen Gesetzbuches sind für den Pfeifedampf noch folgende Gewiihrszeiten in Geltung: 4 Tage in Hamburg, i) Tage im Elsass-Lothringen und in Frankreich; 14 Tage im Grosaherzogthum Hessen, Kurhessen, Frankfurt a. M., Belgien; 16 Tage im Königreich Sachsen; 20 Tage in der Schweiz.
5. Krampf der Kehlkopfmnskeln. Stimmritzenkrampf. Spasmus glottidis, (Laryngismus stridulus1). Asthnm Mileari. Asthma thymioum.) Beim Menschen kommt Stimmritzenkrampf' meist nur bei rhacllitischen Kindern bis zum dritten Lebensjahre vor. Früher winde angenommen, dass Schwellungen der Thymusdrüse (Asthma thymioum) oder der Bronciiialdrlisen durch Druck auf den Keknrrens das Leiden hervorrufen. Jetzt nimmt man an, dass es sich um abnorme Kiitlexvorgange handelt bei erblich oder durch Rhachitis
') strido strideo = pfeifen.
Scluioidomülil, Vorgl. Pathologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;38
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neuropathischen Kindern. Von den Erscheinungen sei crwühnt, diiss die Kinder plötzlich wenige Minuten dauernde Anfülle von krampfhiifter Verengerung oder Veischliessung der Stimmritze mit völligem Athemstillstand bekommen. Die Anfälle kehren oft nach wenigen Stunden, oft nach längerer Zeit wieder und können schliesslich wieder vollkommen verschwinden oder durch Erstickung zum Tode führen. Für die Uehaudlung ist in den meisten Fällen ^forderlich, die zu Grunde liegende Rhuchitis zu behandeln und für gute Ernährung, regelmässiges Baden, kühle Wuschungen zu sorgen. Von inneren Mitteln wird lironikalium (0,2 0,5 1-2mal in üaldrianthee), ferner Chlornlhydrat (1,02,0:120,0), Moschus (Tinkt. Moschi 12 stündlich 10 Tropfen) empfohlen. Im Anfalle selbst bespritzt man das Kind mit kaltem Wasser, macht kühle Uebergiessuugon, Hautfiottirungen u. dgl. Bei Thieron ist Stiminritzenkrampf eine im Ganzen seltene Erscheinung. Sowohl In älterer wie in neuerer Zeit sind einzelne Fälle beim Pferde beschrieben worden. Trum-bower sah Kehlkopfskrampf bei mehreren Pferden eintreten, von welchen zwei starben. Bei der Sektion waren alle Organe gesund, nur die Muskeln des Kehlkopfes waren stark hyperämisch. Die erkrankten Thiere hatten drei Wochen ein Haferstoppelfeld beweidet und TrumboWer nimmt an, dass es sich um die toxische Wirkung von Pilzen handelt, welche die Pferde mit der Nahrung aufgenommen haben.
6.nbsp; Sensihilitütsstörunjjen im Kehlkopfe. Beim Menseben sind Sensibilitäts-störungen der Kehlkopfscbleimbaut vorwiegend im Gebiete des N. laryngeus superior (Epiglottis und obere Kehlkopfhöhle bis zur Stimmritze) beobachtet worden, nur in selteneren Fällen in dem vom N. rekurrens versorgton unteren Kohlkopfabschnitto. Man beobachtet sie bei hysterischen und bei diphtheiischen Lähmungen, sowie bei Bulbärparalyse. Es zeig sich sowohl Unempflndliohkeit bei der Berührung der einzelnen Keblkopfstheilo mit der Sondenspitze, wie auch die Würg- und llusteureflexe aufgehoben sind. Sehr leicht entsteht durch Aspiration von Speisethoilen in die Luftröhre und in die Lungen Bronchitis und l'neunionio.
Bei Thieron fehlt es bisher an sicheren Beobachtungen über solche Sensihilitäts-stömngen.
7.nbsp; Neubildungen im Kehlkopfe, Beim Menschen sind von sog. gutartigen Geschwülsten zu nennen: Schleinibaiitpolypen (im Ganzen seltenraquo;, Papillome (papllläre Fibro-Kpitbelionio), knotige Fibrome. Sehr selten sind Lipome, Myxome, Chondroine, Angiome. Unter den bösartigen Geschwülsten sind Sarkome und maligne Lyniphome selten. Dagegen kommen häufig primäre Earoinome, besonders Platteuepithelkreba mit starker Tendenz zur Verhornung vor. Sehr selten kommen auch Skleromo im Larynx vor und bedingen Stenosen.
Bei Thicren sind zunücbst rotzige Neubildungen im Kehlkopfe des Pferdes und tuberkulöse beim Rinde und Bande zu erwähnen, wobei die letzteren manchmal die Umgebung des Kehlkopfes in Mitleidenschaft ziehen. Ziemlich häufig sind im Kehlkopfe des Kindes haselnuss- bis hiihnereigrosse aktinomykotischo Geschwülste, besonders an der Kehldeckelbasis (Kitt) anzutreffen. Von hier aus linden oft Aspirationen in die Lunge statt.
Es kommen ferner gelegentlich Cysfen, Lipome und Lymphosarkome sowohl beim Pferde, wie auch beim Rinde und Hunde vor. Bei einem Kinde, welches unter dem Verdachte der Tuberkulose getodtet wurde, fand ich im Kehlkopfe ein wallnussgrosses Sarkom. Schliesslich sei noch erwähnt, dass bei alten Thieren eine Umwandlung des Knorpelgewebes in Knochengewebe stattfindet. An den Luftröhrenringen alter Thiere (Hunde, Pferde) beobachtet man oft eigenthtlmliche knöcherne Auswüchse.
8.nbsp; nbsp;Parasiten im Kehlkopfe. Beim Menschen und bei Thieren (Schwein) sind als wichtigste Parasiten die Trichinen zu nennen, welche sich in den Muskeln des Kehlkopfes ansiedeln.
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Krankheiten der Trachea und der Uronohien.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;695
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III. Krankheiten der Trachea und der Bronchien.
1, Akuter Katarrh der Trachea und der Bronchien. Traoheitis und Bronchitis katarrhalia akutu, Traoheobronchitisakuta. Bronchitis
kii pi I In ri t,
;i) Hei in MensoheHi
Aetiolog'le. Der akute Katarrh der grösseren Luftwege (Tiaohea und Brouchlen) kommf sehr häufig vor mul wird auf Erkältung (Einathmung kalter feuchter Luft), Einwirkung mechanischer (Staub) oder chemischer (giftiger) Gase zurückgeführt. Sein- häufig komml eine Bronchitis Im Verlaufe akuter und chronischer Infektionskrankheiten (.Masern, Keuchhusten, [nflufenzn, Typhus, Diphtherie vor, Schliesslich komml auch eine bestimmte Disposition bei einzelnen (vollblütigen) Personen und eine bestimmte Jahreszeil in Betracht,
Symptome. Zunächst zeigt sieh linsten mit einem anfänglich spärlichen, später mehr reichlichen Auswurf. Oft bestellen auch Schmerzen in den Brustmuskeln, Fieber ist meistens gering und das Allgemeinbefinden nur massig gestört. Heim Katarrh der feineren Bronchien (kapillare Bronchitis), welcher selten vom primären}Bronchialkatarrh der Erwachsenen sieh ontwickoll um 1 vorwiegend bei geschwächten Personen (Kindern und Greisen) vork........t, zeigt sieh erhebliches,
unregeiniiissiges Fieber, Adieinbeselileunigung, heftiger Husten, Später beschleunigter kleiner Puls; im weiteren Verlaufe können tödtlich endende lobuläre Pneumonlen auftreten; es Ist jedoch auch in schwereren Fällen und nach viehvöchiger Dauer Genesung möglich.
Therapie. Prophylaktisch ist Abhärtung erforderlich) kalte Abreibungen.
Leichte Fälle machen Zimmer- oder Bettaufenthall noting; ev, Priessnitz'sche Umschläge um die Brust, I......rh'ch heisse Milch mit. Seitorswasser oder Emser Wasser.
Gegen den Husten wird Kodein oder Morphium und, wo gleichzeitig die Expektoration angeregt werden soll, auch Liqu. Ammon. anis oder Tinkt, lt; )pii benzoika verordnet. Bei der kapillaren Bronchitis sind laue Vollbäder mit kühleren üobergiessungen oder kurz dauernde Elnwickelungen In ein nasses Tuch zweckinässig. Daneben Wein und gute Ernährung,
b) Bei Thieren,
Man kann die Katarrhe der Luftröhre und Bronchien unterscheiden nach dem Verlaufe In einen akulen und chronischen Katarrh, nach dem vorwiegenden Sitze in Katarrhe der oberen und unteren (feineren) .Hroncliien (Bronchitis und Bronchiolltls), je nach der Entstehungswoise in primäre und sekundäre, und je nach dem produdrten Sekrete in seröse, schleimige, eitrige, fötide u. s. w.
Aetlologielaquo; Bei Thieren kommt ein akuter Bronchialkatarrh am häufigsten
heim Pferde, dann auch beim Hunde und am seltensten beim Kinde vor. Dabei sind die Formen der Bronchitis je nach der Thierart, je nach der Intensität und
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600nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Wo Kninklieiteii der Aliimungworgane.
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der Art der ürsaclio sehr verschieden. In der Melirztihl der Fälle bandelt es sieh nicht um eine auf die Trachea und Bronchien heschriinkte Affektion, wenigstens kommen BO leiühte El'ki'ShkuUgeu seltener zur Behandlung sondern meistens ist aueli gleichzeitig der Kehlkopf miterkrankt und es ist dann hei leichteren Graden der Erkrankung die Beseiohnung Katarrh der oheren Luftwegequot; in Gehrauch. Wie beim Menschen, so sind auch hei Thieren die Ursachen sehr verschieden. Als prädisponirende Umstände werden Aufenthalt der Thiere (besonders Pferde) in zu wannen Stallungen, schlechter Nälirzustand, schwächliche Konstitution, und jugendliches Alter beohachtet. Bei Hinzutritt einer starken Abkühlung (im Frühjahr und Herbst besonders), plötzlicher Einathmung feuchter, nasskalter, rauher Luft zeigt sich dann der Bronchialkatarrh. Wie beim Menschen können dann auch direkte mechanische und chemische Reize den Katarrh hervorrufen. Vorwiegend sind es dann das gelegentliche Kinathinen giftiger Gase, oder durch Pilze oder Staub stark verunreinigte Luft bei der Verabreichung sehr staubigen oder mit Pilzen (Kost- und Brandpilze) stark besetzten Futters. In gleicher Weise entsteht auch der akute Pioncliialkatanh besonders bei Pferden und Hunden beim Eintritt von verabreichten reizenden Medikamenten in die Luftröhre, Sekundär wird die akute Bronchitis im Verlaufe zahlreicher Infektionskrankheiten beobachtet, beim Pferde im Verlaufe der Prustseuehe, Influenza, im Verlaufe des Rotzes, sowie hei Milzbrand und Pocken; bei Hunden im Verlaufe der Hundestaupe. Jn vielen Fällen pflanzt sich auch ein Katarrh der Nase und des Kehlkopfes auf die Luftröhre fort.
In den letzten Jahren ist sowoid beim Pferde und Kinde, wie auch beim Hunde eine seuchenartig auftretende Bronchitis unter dem Namen epi-zootischor Katarrh der Luftwegequot; wiederholt beobachtet und beschrieben worden. Auf diese Vorkommnisse ist bereits S. Iö7 hingewiesen worden.
Symptome und Verlaul. Die Erscheinungen sind im Wesentlichen dieselben, wie beim Menschen. Falls erhebliche und besonders infektiöse lirsaehcn die Erkrankung hervorgerufen haben, so wird gleich beim Beginne derselben mehr oder weniger erhebliches Fieber zu beobachten sein; besonders wichtig ist jedoch der anfänglich mein- trockene und schmerzhafte, später mehr feuchte, und auch mit schleimigem oder eitrigem Auswurf verbundene Husten. Dazu gesellt sich auch Athembescbwerde. Bei der Auskultation der Lunge sind pfeifende, schnurrende, sog. Rasselgeräusche besonders auf der Höhe der Inspiration nachweisbar; während im Uebrigen die Perkussion nichts Abnormes ergiebt. Ist nach einigen Tagen viel Sekret in den Bronchien angehäuft, so vernimmt man bei der Auskultation sog. gross- oder kleinblasige (feuchte) Rasselgeräusche. Sind, besonders bei Hunden, die kleineren Bronchien ergriffen, so ist der Hustenreiz stärker, die Atbem-heschwerde erheblicher und bei der Auskultation ist auf der Höhe der Inspiration Knisterrasseln wahrnehmbar.
Der Verlauf des Leidens ist abhängig von der Enlstehungsursache. In der Mehrzahl der Fälle sind die Thiere in 12 Wochen wiederhergestellt, Bei Hunden sieht man jedoch oft noch nach der lgt;. 3. Woche tödllichen Ausgang, in Folge von katarrhalischer Pneumonie eintreten. Schlicsslich gehl der akute Bronchialkatarrh auch in manchen Fällen in den clironischen über.
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Krankheiten der Trncliea und der bronchiennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,r)97
Tlierapio. Bei Hunden kann man Im Beginne der Erkrankung ganz /-wcckmässig Prlessnitz'sohe Hinschlage um den giiny.en Brustkorb machen, welche 23 stündlich erneuert werden. Weniger zweckmässig und mehr umständlich sind die Inhalationen von Wasser- und Terpentindömpfen. Dagegen kann man bei Pferden solche Inhalationen, wozu Kreolin, Lvsol, Thecr, Kochsalz, Karbolsäure, Terpentinöl verwendet wird, ausführen, weil diese Thlere im Stalle gehalten werden können. Danebon ist in den meisten Füllen eine innere Behandlung vortheilbaft. Pferden gebe ich stets mit Nutzen Kali clilorikum täglich einen Esslöffel in einem Stalleimer Wasser, finner wird Salmiak (815,0 pro dosi), BrechWeinstein (2,05,0) benutzt und bei starkem Hustenreiz eine subkutane Morphiuininjektion gemacht. Hunden gieht man bei sehr schmerzhaftem Husten Apomorphinum hydrochlorikum (0,0050,01 ; 60 Aqua alle drei Stunden einen Esslöffel) oder auch Aqu. Amygd. amarum, oder Kodein (0,5: 150). Ferner werden bei Hunden noch folgende Arzneimisohungen empfohlen: Kali jodat. '2,04,0 Aqu. dost. 150,0 dreimal täglich einen Esslöffel, besonders bei den schwereren Formen; ferner, bei starker Sekretion und mangelhafter Expektoration: Acid, benzoic. 0,2 Saccb. all). 0,5 D. t. dos. X täglich 23mal ein Pulver; oder Inf. End. Senegae 10,0:150,0 Syrup. Althaeao 10,0 dreimal täglich einen Esslöffel voll. Bei sehr hohem und anhaltendem Fieber wird auch Antipyrin (0,5 1,0) oder Aatifebrin (0,25 g) Verwendung finden können.
Bei allen Tbieren ist neben der medikamentösen Behandlung ein sauberer, gilt gereinigter und desinfzirter Aufenthaltsraum, Ruhe und leicht verdauliche Nahrung erforderlich.
2. Chronischer Bronchialkatarrh. Bronchitis katarrhalis
c b ronika.
a) Beim Menschen.
Aetiologie. Der chronische Bronchialkatarrh entsteht zunächst bei dauernder Einwirkung der für den akuten Katarrh angegebenen Schädlichkeiten, ferner im Verlaufe chronischer Herz-, Lungen- und Nierenleiden, bei Lungenemphysem u. s. w.
Symptome. In geringeren Graden zeigt sich besonders morgens Husten mit geringem, zähem, selten reichlichem Auswurf. Bei sehr langer und oft viele Jahre sich erstreckender Dauer des Katarrhs können besonders Nachts dyspnoeische Erscheinungen auftreten und auch die kleineren Bronchien In Mitleidenschaft gezogen werden. Je nach der Qualität des Auswurfs und den auskultatorischen Ergehnissen hat man auch einen trockenen Katarrh, eine Bronchoblennorrhoe und einen pituitösen Katarrh Asthma humidum unterschieden, wobei die letztere Form meist nur bei Schrumpfniero beobachtet; wird. Die chronische Bronchitis kann im weiteren Verlaufe zu Herzerweiterung, Emphysem, Bronchiektasien und Atelektase führen.
Therapie. Zur Behandlung ist zunächst Aufenlmlt in möglichst reiner Luft und in einem günstigen Klima erforderlich. Daneben gute Ernährung, zweck-mässige Hautpflege, Brunnenkuren (Ems, Salzbrunn), auch Milch, Molken- und Traubenkuren. Bei starker Absonderung werden auch Inhalationen von Terpentin-
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quot;)98nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die Krankheiten der Atliinungsoigane.
dämpfen benützt. Innerlidi wird Ipekakuanha, Jodkalium, Terpin, Seni^a und Kampher verwendet. Bei sekundären Bronohlalkatarrhen sind Digitalis, Koffein und auch Diuretlka In Gebrauoli und ist das Grundleiden überhaupt einer besonderen Behandlung zu unterziehen.
b) Bei Thieren.
Wie beim .Menschen, so werden auch bei Thieren verschiedene Formen der Bronchienerkrankung unter der Bezeichnung chronischer Bronohiolkatarrhquot; zu-sammengefasst. Anatomisoli können dabei entweder vorwiegend die Schleimhaut, die Muskulatur, das perlbronchiale Gewebe, die grösseren oder kleineren Bronchien vorwiegend betroffen werden.
Aetiologip. Zunächst ist wieder, wie beim Menschen, so axioh bei Tliieron, eine gewisse Disposition für chronisebe Broneliialkatarrhe besonders bei jugendliclien oder durch andere Krankheiten und mangelhafte Ernährung geschwächten Thieren nachzuweisen. Dazu treten dann die bei der akuten Bronchitis erwähnten oder direkt eine vorangegangene akute Bronchitis als besondere Ursachen. Ein chronischer Katarrh und Ektasie der mittelgrbssen und kleinen Bronchien entsteht, (nach Dieckerhoff) bei Pferden besonders auch nach anhaltender Arbeit in schneller Gangart wegen der dadurch bedingten dauernden übennässigen Belastung der Ilespirationsthätigkeit. Dass durch Verfiitternng schlechten Heues die Krankheit entstehen kann, ist nicht erwiesen. Dagegen kommt, wie beim Mensehen, besonders eine chronische Bronchiolitis vor im Verlaufe zahlreicher anderer Krankheiten, besonders der Druse, Brustseuche, Ohiorose, Lungenemphysem, Herzfehlern; in dem letzteren Falle kann die Krankheit schon in wenigen Wochen zu einer chronischen, unheilbaren Athembesohwerde sich entwickeln und dadurch eine Form der sog. Dämpfigkeit (siehe diese) veranlassen. Im Vorlaufe der Herz- und Lungenkrank-heiten sind es die Zirkulationsstörungen, Rückstauung des Blutes nach den Lungen, welche den chronischen Katarrh bedingen sollen. Schlicsslich können auch Parasiten die Ursache des chronischen Bronchialkatarrhs werden (man vergleiche: vorminöse Bronchitis).
Symptome. Im Wesentlichen beobachtet man dieselben Erscheinungen, wie
beim akuten Katarrh; dabei zeigen sieh Husten und Atbembeschweide je nach Gebrauch, Ernährung und Aufenthalt der Thiere in verschiedenein Grade. Wie beim Menschen ist mit der Athembesehwerde auch .Sekretahsonderung (feuchter Dumpf) oder keine Absonderung (trockener Dampf) verbunden. Bei der Auskultation findet man in erheblichen Fällen bei vorhandener Sekretion Basselgeräusebe. Sind bei dem chronischen Katarrh der Pferde vorwiegend die kleineren Bronebien erkrankt, so zeigt sich neben schnell eintretender Athembesehwerde schon mich leichter Arbeit allgemeiner Schweissnusbruch. Es vergeht dann meistens eine halbe bis eine Stunde bis die Thiere sich wieder vollkommen beruhigt haben. Während die Perkussion nichts Abnormes ergiebt, findet man bei der Auskultation trockene Ilasseigeräusche. Das Allgemeinbefinden der Pferde ist im Uebrigen nicht gestört. Der weitere Verlauf kann Wochen und Monate dauern, führt, jedoch sehr selten zum Tode. Vielfach entwickeln sich diigegen Bronchiektasien oder ein alveo-
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Krnnkhoitcn der Trachea und der liioncliien.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;öflt)
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läres Luiigenoinpliysom (eine dor vielen anatoinischen Ursachen für die sog. Dämpfigkeit). Eine Heilung tritt selten ein. Sind die mittleron und kleineren Bronchien Sitz der Erkrankung, so kann ein sog. substantielles Lungonomphysem, auch bei fortgesetzter erheblicher Arbeitsleistung eine sohlebnig-eiterige Bronchitis und BroohioUtis mit erhebliobetn Rückgang in der Ernährung zur Entstehung konnnon. In einzelnen Eällen und begünstigt durch Aufnahme zu voluminöser Nahrung, übennässige Anstrengung werden auch die Erscheinungen eines Bronchialasthmas beobachtet. Beim Vorhandensein grösserer Bronchiektasien zeigt sich dann auch meist ein stark zersetzter und übelriechondor Auswurf und bei der Perkussion der betreffenden Stelle ein scharf umschriebener tympanitischer Ton.
Anatomischer Befund. Bei gestorbenen Thieren findet mau neben der entzündlich geschwollenen, mit Kchleim oder Eiter bedeckten Schleimhaut der mittleren oder kleineren Bronchien eine Verdickung und kleinzellige Infiltration. Manchmal kommen auch (nach Dieckerhoff) multiple, birsekern- bis erbsongrosse, auf dem Durchschnitt graue, im Centrum oft verkäste und verkalkte Knötchen vor Peribronchitis nodosa oder nodularis chalikotiku genannt, welche nicht selten mit Rotzknötchcn verwechselt werden können. Die leichte Ausschälbarkeit des Inhalts spricht für erweiterte Bronchien (Schütz). Die Bronchiektasien, welche cylindrisch, sack- und spindelförmig sein können, erreichen auch manchmal die Grosso eines Hühnereies. Daneben finden sich die Zeichen von Emphysem und eines Bronchialkatarrhs. Bei der chronischen Bronch iolitis sind meist beide Lungen von einer diffusen fibrösen Peribronchitis befallen. Beim chronischen Katarrh der mittelgro ssen Bronchien ist die Bronchialschleimhaut entzündlich verdickt und mit Schleim bedeckt. An den erweiterten Stellen ist die Schleimhaut auch oft atrophisch. Bei längerem Bestehen dieses Zustandes ist auch fibröse Wucherung des peribronchialen Gewebes vorhanden.
Diagnose. Die Unterscheidung der verschiedenen Formen der Bronchitis bietet oft erhebliche Schwierigkeiten ; ist jedoch auch für die Praxis ohne wesentliche Bedeutung. Dagegen wird man eine Verwechselung mit akuten Respirations-krankheiten und chronischen Herzleiden vermeiden müssen.
Therapie. Die Behandlung ist meist aussichtslos und daher vorwiegend auf zweckmässige Ernährung und entsprechenderaquo; Haltung der Thiere zu beschränken. In einzelnen Fällen ist Arsenik (Acid, arsenik. 0,5 0,75 mit Stib. sulfur, auraut. und Stib. sulfur, nigr. aa 10,0 pro die mit dem Futter zu verabreichen) sowie beim chronischen Katarrh der grösseren Bronchien, neben der Verabreichung von Ex-pektorantien (Stib. sulf. aurant, Tart. stib., Auunoii. ohiorat.) die tracheale Injektion von adstringirenden und desinfizirenden Arzneien versucht worden. Der Erfolg ist jedoch in diesem Falle, wie auch bei der subkutanen Anwendung von Physostigiuin und Pilokarpin (0,1), wobei Friedborger-F rö h n e r in einem Falle tödtlichen Ausgang beobachtete, zweifelhaft.
Bei Hunden sind Terpiu, Ichthyol, Tiiiol in Dosen von 0,20,5 täglich in Gebrauch.' Müller fand Terpin (Terpin. hvd. Spirit. Aqu. destill. Syrup. Meuth. aä 50,0 täglich mehrere Esslöffel zu geben) sein- zweckmässig. Ferner Karlsbadersalz, Natrium bikarbonikum zweimal täglich eine Messerspitze in warmem Wasser. Sehr oft treten jedoch Recidive ein.
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60(3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die Krankheiten der Aihmungsorgaiie.
OurichtliL'hu Tliiei-lieilklliKlc Für die Bourlhoilung pro foro ist darauf hinzuweisen, dass bei angekauften l'ferden, welche iinmittelbnr nach der Uebergabe chronischen Brönchial-katarrh zeigen, die Frage der nachfolgenden Entstehung der Dämpfigkeit in Erwägung zu ziehen ist. Ebenso ist in allen Fällen chronischen Katarrhs der mittleren und kleineren Bronchien die dauernde Werthverinindcrung der Pferde, dabei aber auch gleichzeitig zn beachten, dass der meist unheilbare Krankheitszustand selten direkt zum Tode führt. In vielen Fällen können die Thicre noch Jahrelang bei massiger Arbeit gebraucht werden. Am nngiinstigsten sind Fälle mit nachweisbaren grösseren Bronchiektasien zu beurtheilen.
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3. Verminöse Bronchitis. Ltingenwurrakraukheit.
Dcünition. Verbreitung der Krankheit. Zahlreiche meist zu den Nema-toden gehörige Parasiten gelangen In die Luftröhre und in die Bronchien vieler Tliiere und erzeugen hier einen dauernden Bronchialkntarrh, welcher in Bronchitis und katarrhalische Bronoho-Pneutnonie übergehen und sohliesslioh mit tödtlicher KiU'liexie enden kann. Besonders häufig werden junge Thiere und darunter Lämmer und Kälber sehr oft seuchenartig ergriffen. In Marokko sollen (nach Cam et) in einzelnen Jahren die Hälfte aller Schafe und ein Drittel der Rinder an der seuchenartig auftretenden Krankheit zu Grunde gehen. Seltener, wenn auch in einzelnen Gegenden oft sehr verbreitet, wird die Krankheit bei jungen Rindern beobachtet. Gelegentlich sind auch derartige Kpizooticn bei Rehen, Hirschen) Gemsen, Hasen und Wildschweinen beobachtet worden. In jüngster Zeit beobachtete Csokor eine Luiigcnwurmseuche hei Hasen (von den Jägern Hasencholera genannt), bedingt durch iStrongylus kommntatus s. retrotraeformis. Nach einem Bericht von Hertwig waren in Berlin unter 275 049 in einem Jahre geschlachteten Schafen 788 und unter 419848 in derselben Zeit geschlachteten Schweinen 3237 mit Ivinigenwiirmern behaftet.
Aussei- bei Schafen, Rindern und Schweinen werden Lungenwiirmer noch häufig bei Ziegen, Hirschen, Rehen, Gemsen und Hasen sowie gelegentlich bei Pferden, Hunden, Katzen, Mardern, Vögeln, Reptilien und Amphibien und auch beim Mensehen beobachtet.
Aetiologie. Man kann sagen, dass jede Tbiergattung ihre eigenen Lungen-Würmer bat. Beim Menschen ist es Strongylus paradoxus; beim Schaf sind es: Strongylus filaria, ausserdem Strongylus paradoxus, kommutatus, Pseudalius kapillaris und besonders bei afrikanischen Hammeln Str. minutissimus (vergl. S. 314319); bei der Ziege und beim Kameel: Str. filaria; beim Rind: Str. mikrurus; beim Schwein: Str. paradoxus; beim Pferd und Esel: Str. mikrurus; beim Hund: Str. broncbialis kanis (Filaria tracheo-bronchialis); bei der Katze, beim Hasen und K an i liehen; Str. kommutatus; ferner Syngamus primitivas und Syngamus tracbealis bei vielen Vögeln. Schliesslieh fand man auch Lungenwürmer beim Fuchs (Triohosoma aörophilum) beim Marder und Iltis (Filaroides inustelarum), beim Igel u. s. w.
Hinsichtlich der Art der Einwanderung der Parasiten ist das Wichtigste schon S. 314819 gesagt. Hier möge nur im Allgemeinen bemerkt werden, dass die mit dem Husten nach aussen gelangten VVunueicr wahrscheinlich im Feuchten die weitere Ent-wickelung durchmachen, dabei in /.wischen wirthe gelangen (Insekten, Hegenwiirmer, Schnecken) und dann mit oder ohne diese vermittelst des Futters oder Trinkwassers zunächst in den Schlund und Magen kommen und von hier durch den Schlund in den Kehlkopf oder auch direkt in
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Krankheiten der Trachea und der Bronchien.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;601
den Koldkopf und in die Bronchien, wo sie dann ihre Kntwickelung abschliessen. Aus den Bronchien werden sie dann wieder ausgehustet und der Kreislauf ist beendet. Der Pseu-dalius kapillaris bleibt jedoch meistens in der Lunge zurück, kapselt sich ein und stirbt ab. Wiihrend die Aufnahme der Brut meist im Frühjahr erfolgt, zeigt sich der Ausbruch der Krankheit in der Regel im Herbst. Besonders verbreitet ist die Kranhheit in nassen Jahrgängen und in Sandgegonden mit vielen Lachen und Pfützen. Eine Ansteckung von einem Wohnthior zum andern durch üeborgang der Würmer findet nicht statt. Der Umstand, dass die Seuche oft in grossen Zwischonräumen erscheint, wird durch die grosse Lobenszähigkeit der Nematodon und ihrer Embryonen erklärt. So sah Railliet die jungen Embryonen noch nach 8 Monate langem Austrocknen entwickelungsfiihig, nach Ercolani gingen die Parasiten nach vierwoohentlicher Austrooknung und nach achttägiger Einwirkung von Spiritus und Sublimatlösung noch nicht zu Grunde. Colin beobachtete, dass die aus den Kadavern geschlechtsreifer Strongylen sich entleerenden Embryonen über zwei Monate im Wasser noch lebendig bleiben. Demnach können einzelne, anscheinend gesunde Thiere einer lleerde, in deren Körper sich noch Würmer vorfinden, die Brut für das Wiederauftroten der Seuche liefern, die schon erloschen schien.
Symptome. Im Allgemeinen beobachtet man im Beginnt' der Erkrankung zunächst geringe! katarrhnlischc Erscheinungen, etwas trockenen, heiseren Husten, der jedoch meistens unbeobachtet bleibt. Später wird dann der Husten häufiger und heftiger, quälend, krächzend, hierauf mehr dumpf und schwach, mit einem schleimigen oft unter Würgen erfolgenden Auswurf verbunden, in welchem man einzelne oder in Klumpen geballte Würmer nachweisen kann. Im weiteren Verlaufe stellen sieh auch Athembeschworden ein, die Thiere werden trotz wenig verändertem Appetit anämisch, magern immer mehr ab und gehen schliesslich nach oft monatelanger Krankheit, unter den Zeichen allgemeiner Entkräftung zu Grunde, wenn nicht vorher der Tod durch Erstickung eingetreten ist. Schafe (Lämmer) erkranken unter den Hausthieren am schwersten und je nach Rasse, Alter und Ernährung gehen 10^70,)/0 der erkrankten Thiere zu Grunde. Bei diesen Thiereu zeigt sich oft ein heftiger Bronchialkatarrh und starker schleimiger Nasenausfluss. Bei Kälbern und jungen Rindern im Alter von 1 l'/a Jahren ist die Mortalität eine bedeutend geringere; im weiteren Verlaufe kann die Krankheit zuweilen mit Lungenseuohe und Lungentuberkulose verwechselt werden. Bemerkenswerth ist auch die Beobachtung von Claes, welcher bei den erkrankten Bindern gleichzeitig eine durch Einwanderung von Filaria papillosa in der vorderen Augenkammer entstandene Augenerkrankung beobachtete. Am meisten widerstandsfähig zeigen sich Sehweine, obgleich auch bei diesen Thieren nmiichinal eine; seuchenartig auftretende; Erkrankung beobachtet wird. Meist genesen die jungen Thiere im Verlaufe des weiteren Wachsthums und nur in selteneren Fällen tritt allgemeiner Kräftcverfall ein.
Bei der durch Pseudulius ovis pulmonalis hervorgerufenen sog. Lungen-h aar w urmkrankheit der Schafe findet man bei geringer Invasion überhaupt keine besonderen Krankheitserscheinungen und erst in schweren Fällen treten die schon bei anderen Thieren genannten Krankheitserscheinungen auf. Jedoch tritt auch dann noch sehr oft spontane Heilung ein.
.ViiafonüscIuT Befund. Bei der .Sektion geschlachteter oder gestorbener Thiere findet man die Luftröhre und deren oft dilatirte Verzweigungen mit vielem Zähen Schleim angefüllt, in welchem, wenn man mit der Scheere die Verzweigungen aufschneidet, ohne Schwierigkeit die fadenförmigen Würmer zu Knäuel zusammengeballt gefunden werden können. Die Lunge selbst ist bleich und welk und
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602nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Kraukheitea dor Athmungsorgane,
unglelobmässlg zusammengefallen; an einzelnen Stollpn im Zustande des Oedems, an anderen atelektatisoh bläulich und weich odor aud) fest und derb, Vielfach finden sich auch Wassererguss in der Brusthöhle und die /eichen eines allgemeinen kjich ektisohe n Zustandes,
Neben den Erscheinungen einer Bronclutis zeigen sich auch die Veränderungen einer lobulären Pneumonie, welche sich als bohnen- bis wallnussgrosac an der Lungenoherflädie keilförmig gestaltete blass- oder dunkidrothe Heerde bemerkbar machen. Hat die Erkrankung schon längerequot; Zeit bestanden, so findet man beim Einschnitt käsige und theilweise kalkige Herde, welche oft Aehnlichkeit mit Tuberkulose haben (Bronc h iopneumonia pseudotuberkulosa) und sich bei Anwesenheit von Pseudalius kapillaris (s. pulmonalis) am häufigsten nachweisen lassen. Sowohl bei Schafen, wie auch besonders beim Schwein findet man die durch Anwesenheit von Eadenwiirmcrn hervorgerufenen Knötcheu, verbunden mit geringen pleuritischen Veränderungen, besonders in den Lungenspitzen und in den Luugon-rändern vor. Beim Vorhandensein von Pseudalius ovis pulmonalis (kapillaris) sind diese Knötchen theils kleine weisse oder grauweisse Herde oder grössere gelbe bis gelbgraue Knoten, wobei dann im Innern meist- schon Verkäsung eingetreten ist.
Therapielaquo; Die bisherigen Erfahrungen lehrten, dass durch direkt angewendete Arzneimittel gegen die Krankheit nicht viel zu erreichen ist, obwohl es an Versuchen durch Iläucherungen und Inhalationen von Theer, Karbolsäure, Terpentin, Kreolin eine Vernichtung der Wunnbrut in den Bronchien z.u erreichen, nicht, gefohlt hat. Auch mit den neuerdings wieder empfohlenen intratraohealen Injektionen von den genannten .Mitteln, wie auch von Chloroform und Nelkenöl ist nach den verschiedensten Beobachtungen der Erfolg kein besonders günstiger. Eloire verwendete für die Injektion Olivenöl 100,0, Terpentinöl 100,0, Karbolsäure 2,0, Asa foetida 2,0 und spritzte davon 8 Tage täglich 10 g tracheal ein. Auch Oel und Terpentinöl zu gleichen Theilen in Verbindung mit Kreolin (6,0) ist für die Injektion verwerthet worden. Ferner Jodkaliumlösung, Jod 2, Jodkalium 10,0, Wasser 100,0, dazu 0,60,8 Terpentinöl. Wichtig scheint neben einer die Expoktoration der Würmer bezweckenden arzneilichen Behandlung die gute und zweck-massige Ernährung der erkrankten Thicre. Prophylaktisch wird man in Gegenden, wo die Krankheit stationär ist, möglichst Stallfütterung einführen und für Drainirung der feuchten Weidestellen, ev, Trockenfütterung und Tränken besonders der jungen Thiere vor dem Weidegange sorgen müssen. Sehr strenge wird aber darauf zu achten sein, dass das durch die ausgehusteten Würmer verunreinigte Futter, die kranken Lungen der gestorbenen und geschlachteten Thiere sogleich verbrannt werden.
4. Bronohialkroup, Bronchitis kronposa, Heiin Menschen kommt die primäre in don Bronchien auftretende Bronchitis nur sehr selten vor, während die sekundäre im Anschluss an die Diphtherie dos l'linrynx und Larynx und hei der kroupösen I'iionmom'e beobachtet wird. Die Aetiologle ist bei der primären Form noch ganz unbekannt Es worden meistens jflngere und männliche Personen eher befallen als ältere und weibliche. Die Krankheit tritt entweder bei vorher ganz Gesunden oder iiucli au einer chronischen Lungenaffektion Leidenden auf. Die Symptome können sich akut und chroniscb entwickeln. Ks tritt Fieber, Husten. Bnistsohinerzon und sehr bald Dyspnoe ein. Sehr bald oder nach einigen Tagen treten dann im Auswarf fibrinöse Oerimisel auf, wodurch die Diagnose ermöglicht wird. Diese Oerinnsel stellen manchmal vollständige Ausgüsse der Bronchien dar. Anssir weissen and rothen Blutkörperchen und I'liunneicpithelien findet man auch
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oktaudrisclic Krvstalliraquo; in den Gerinnseln. Die Dauer der akuten Krkrankung kann einige Tage bis einige Wochen betragen. Ein üebergang der akuten in die chronisoho Form ist selten. Die chronische Form tritt anfallswoise auf, wodurch der Zustand jedesmal etwas verschlimmert wird. Zur Therapie sind Inhalationen von Nat. knrb. und bikarb. (2 .Wo Lösung), Aqua kalcis. ferner innerlich Jodkalium (1 3,0 pro die) in Gebrauch. Zuweilen soll auch energische Anwendung der Schmiorkur von Nutzen sein,
Hei Thicrcn wird Bronchialkroup gleichfalls und nach den verschiedensten Ursachen beobachtet. Im Allgemeinen wird das Eindringen scharfer Arzneien in die Luftröhre (Dämpfe von Chlor und schwefliger Siiiue), das Einathmen von iieissem Rauch (bei l'quot;eucrs-briinsten) beschuldigt. Am meisten hat man eine kroupöse Bronchitis hei Pferden, Rindern und Schafen, dann auch besonders beim GcfUigel und bei der Katze beobachtet. Sekundär sieht man die .Erkrankung im Verlaufe von Kotz, Lungenseuche und Katairhalfieber, auch als Theilerscheinung der Rinderpest. Bei der Sektion gestorbener Thiere findet man die geschwollene und injizirte Schleimhaut der Luftröhre und grössoron Bronchien mit gelben und gelbbräunlichen, 15 mm dicken Massen belegt, welche besonders in der Niihe der Stimmritze sehr reichlich vorlianden inul rauh sind; ansserdetn zeigen sich dieselben an der Biturkationsstelle der Luftröhre. Manchmal reichen die flbrinösen Gerinnsel Ids weit in dasLungenpareuohym hinein, wodurch der betreffendeLungenabsoholtt schwerer als normal wird. Unter den Krankheitserschoinungon ist die hochgradige, mit schnarcheiulein, röchelndem oder keuchendein Athmen verbundene Athembeschwerde und der mit dem Auswurf von röhren- oder bandförmigen Kroupmassen verbundene schmerzhafte Husten hervorzuheben. Bei der Auskultation der Trachea hört man eigenthümlich gurgelnde oder rasselnde Geräusche, während die Perkussion des Thorax normale Ergebnisse liefert. Im weiteren Verlaufe können auch Erstickungserscheinungen auftreten. Der Verlauf der Krkrankung ist, wie beim Menschen, meistens kurz und endet in 68 Tagen entweder unter Expektoration der Kroupmassen in Genesung oder, wie es bei jungen Thieren zu sein pflegt, durch Erstickung tödtlich. Für die bei dem raschen Verlaufe meist vergebliche Behandlung der Thiere sind Inhalationen (Wasser, Kaltwassordämpfe) oder (von Trasbot) Aderlass empfohlen worden. Die häufig angerathene frühzeitige Schlachtung der Thiere ist bei der geringen Verwerthbarkeit dos Fleisches jedoch ebenfalls oft ohne erheblichen Vortheil für den Besitzer.
5. Bronchialasthina. (Asthma1) bronchiale. Bronchiolitis asthmatika.) Beim Menschen bezeichnet man mit Bronchialasthma einen Krankheitszustand, bei welchem eine besondere Form von erheblicher Dyspnoi) das Hauptsymptom ist. Es beruht das Bronchialasthma im Wesentlichen auf einer durch nervöse Kinfliisso hervorgerufeneu plötzlichen Hyperämie und Schwellung der Bronchialschleimhaut mit Absonderung eines sehr zähen Sohleimes und mit sekundärem Bronchialmuskelkrampf. Von einzelnen Seiten ist der Bronchialkrampf, von anderen der krampfhafte Zwerchfelltiefstand, die sog, Asthuia-krystalle und schliesslich das zähe, aus apiraligen Schleimfäden bestehende Sekret (Bronchiolitis exsndativa) als das primäre angesehen worden. Man weiss zunächst gegenwärtig, dass bei Vergrösserungon der sog. Schwellkörper der Nase, bei Nasenpolypen, chronischen Nasenkatarrhen reflektorisch Bronchialasthma hervorgerufen worden kann. Ob auch von anderen Stellen (Schwellung der Tonsillen, Uteruserkrankungen) reflektorisch Asthma hervorgerufen werden kann, ist noch nicht mit Sicherheit erwiesen. Bronchialasthma wird ferner beobachtet im Verlaufe von Nieren- und Herzleiden, bei Rhachitis, nach Einathmung bestimmter Oeriiche (Kaffee, Veilchen, Ipekakuanha, Heupollen); schliesslich spielt auch Vererbung, das (ieschlocht (Männer erkranken häufiger als Frauen) eine Rolle. Hinsichtlich der Symptome sei hervorgehoben, dass meist plötzlich, ohne Vorboten, vorwiegend in der Nacht bei scheinbar ganz (iesunden ein Anfall auftritt, wobei unter Erstickungsgefühl, beschleunigtes, laut pfeifendes Athmen eintritt. Husten und Auswurf fehlt meist bei kurzdauernden Anfällen. Die Dauer eines Anfalls kann verschieden sein und Stunden, seihst Tage und Wochen betragen, mit zeitweisen Besserungen und Verschlimmerungen. Vollständige Heilungen sind selten, meist tritt im jahrelangen Verlauf des Leidens chronische Bronchitis, Lungenemphysem mit allen Folgezuständen ein. Zur Behandlung wird in Fällen, wo das Bronchialasthma durch Nasenleiden hervorgerufen wird, die Beseitigung der Schwollungen und Wucherungen auch das Asthma heilen können. Es ist ferner eine kräftige Ernährung und Abhärtung des Körpers zweckmässig. Ist die nähere Ursache nicht
1) -'i ocaÜua von am, a;.i\)m, aa;ii) #9632;= keuchen.
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festzustellen, so wird Jodkalium (1,6-8,0 g pro dosi und mehr] zu versuchen sein. Ks sind ausserdom empfohlen worden: Natrium nitrosum (2,0:120,0 Wasser 23 Theelöft'el tiig-lich), Nitroglycerin (20 Tropfen einer 1 quot;ja Lösung auf 200 Wasser, davon 23 mal täglich einen Esslüffel), ferner liromkalium, Belladonna, Atropin, Cliinin. Für die Behandlung der Anfälle selbst: Morpliiuminjcktionen, Chloralhydrat (1,02,0), Einathmung von Pyridin (45 g in eine Untertasse geschüttet und die aufsteigenden Dämpfe dreimal täglich '/lt;'/a Stunde oinathmen), Amylnitrit, Torpentindärapfen, Strnmoniumcigaretten u. s. w., Senfteige auf Brust und Füsse, Hochlagcrung des Körpers.
Bei Thieren werden bei Pferden, Rindern und Hunden Asthmaerschfinungen beobachtet. Wie schon Hering und Spinola angaben, kommen bei Pferden gelegentlich der chronischen Bronchiolitis manchmal dyspnoische Anfälle (Brustkrampf, Asthma spas-modikum) vor, welche mit dem Asthma bronchiale dos Menschen in Beziehung gebracht werden. Ebenso ist in der gerichtlichen Thierheilkunde unter dem Namen nervöse oder remittironde Dämpfigkeit' eine bei sonst gesunden Thieren plötzlich auftretende Athembosohwerde bekannt. Im letzteren Falle dürfte es sich vielleicht um Herzfehler handeln, welche bei unzweckinässigem Gebrauch der Thiere die Athembeschwerde hervorrufen. Anderseits ist Jedoch in allen Fällen nicht erwiesen, um welche Vorgänge es sich bei diesen dyspnoischen Anfällen handelt. Eine genaue Feststellung wird aber auch bei Pferden nicht leicht sein. Allerdings sind Astbmaanfälle bei Pferden und Kühen beobachtet worden, welche an Erkrankungen der Nase bezw. des Oberkiefers litten. Gleiche Beobachtungen sind beim Hunde gemacht worden. Ich sah wiederholt in Halle und in Breslau Möpse und junge Bulldoggen mit plötzlichen Athembeschwerden, wobei die engen Nasen-ötfnungen und die überreichliche Ernährung eine wesentliche Holle spielten. Nicht selten sind aber auch bei Hunden (besonders älteren) Klappenfehler die Ursache der asthmatischen Anfälle.
6.nbsp; liroiichiiilcrwcitcriingcii. (Bronchiek tasien.) Man unterscheidet sackförmige und cylindrische. Dieselben entwickeln sich beim Menschen vorwiegend an den mittleren Bronchien. Hei den sackigen Formen ist die Atrophie der elastischen und muskulösen Theile der Wand noch ansgesprochener als bei den cylindrischen. Die Schleimhaut ist meist atiophisch, zuweilen verdickt. Meist sind chronische Katarrhe, chronischer Hustenreiz die Ursache, daneben können auch chronische interstitielle Pneumonien mit gleichzeitigen pleuritischen Verklebungen dazu führen. Unter den Krankheitserscheinungen ist der meist sehr massenhaft vorhandene Auswurf zu nennen, dem manchmal auch etwas Blut beigemischt ist. Die Erfahrung lehrt, dass akute cylindrische Bronchialerweiterungen meist heilen, während die sackigen gewöhnlich nicht heilen und viele .lahre bestehen können.
Bei Thieren wird sowohl bei Pferden und Rindern, wie auch bei Hunden im Verlaufe des chronischen Katarrhs der grüsseren Bronchien eine Bronchiektasie beobachtet. Bei P f erden sieht man dann sowohl die cylindrische Bronchiektasie (gleichmässigeErweiterung der einzelnen Bronchien) wie auch die sackförmige (partielle und mehr kuglige Erweiterung der Bronchien) zur Kntwickelung kommen (Diecker hoff). Bei älteren Pferden und Rindern kann man auch Haselnuss- wie gänseeigrosse bronchiektatische Herde in den Lungen finden, welche dann manchmal mit einem trockenen, grauweisson Detritus angefüllte Höhlen bilden. Beim Rinde kommen solche Bronchiektasien besonders bei Tuberkulose und eiteriger Fremdkörperbronchitis, beim Pferde beiRotz, kroupöser Lungenentzündung und chronischer Atelek-ta.se, beim Hunde nach eitriger Bronchitis, beim Schwein und S c h a f nach verminöser Bronchiopneumonis vor (Kitt).
7.nbsp; nbsp;Broiichlalvereiigerun^. Traoheal- und Bronchialverengerungen (Stenosen) werden beim Menschen durch Kropf, Aortenaneurysmen, Mediastinalgeschwülste, durch narbige Veränderungen, Neubildungen und (aspirirte) Fremdkörper (Bronchialstenosen) hervorgerufen. Man beobachtet dann pfeifende Inspiration und meist auch stark vernehmbare Exspiration. Im weiteren Verlaufe entwickelt sich nicht selten lobuläre Pneumonic und Abscessbildung.
Bei Thieren, besonders bei Pferden werden aus ähnlichen Ursachen nicht selten Verengerungen des Bronchialbauma gesehen; besonders werden durch Geschwülste im Mediastinum und in der Lunge (Echinokokken) Stenosen in den kleineren Bronchien veranlasst.
8.nbsp; nbsp;Fötale Bronchitis, Bronchitis putrida. Beim Menschen wird eine fötide oder putride Bronchitis meist im Aii.schluss an ältere, bereits bestellende Lungenaftektionen beobachtet, wenn Fäulnissbaktcrien die günstige Gelegenheit gegeben ist, sich in den erkrankten Lungenabschnitten anzusiedeln. Besonders auch bei vorhandenen Bronchiektasien sieht man fötide Bronchitis zur Kntwickelung kommen. Neben dem Fieber ist dann der widerlich faulige Geruch und die Menge des ineist dünnflüssigen Auswurfs charakteristisch.
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KinnkliGiteii der Trachea mid der Urontliien.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(JOS
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hu weiteren Vorlaufe onhvickolt sich dann sehr häutig Lungengaugrän, eitrige odor jaucliigo Pleuritis, Pneumonie, zuweilen auch eitrige Meningitis und Gehirnabscesse. Zur Behandlung sind Inhalationen von 20/o K'U'b'dsäurelösung, Terpentin und Kreosot, sowie inneiiich Terpentinöl (68 Gelatino-Kapsoln) Myrtol, Terpinhydrat iPillon 0,1 610 Stück täglich) in Gehrauch.
Bei Thiereu kommt eine fötide Bronchitis zuweilen hei Pferden und Hunden vor. So beobachtete D i ecke rho f f das Bestehen des Leidens bei einem alten Pferde während zweier Jahre. Ks zeigte sich eine massenhafte Entleerung einew eitorig-schleimigon Auswurfs aus der Nasu von siisslich fauligem Geruch. Nach vorübergehender Besserung traten Hecidive ein. Ich sah zweimal eine fötide Bronchitis im Verlaufe der Druse. Ebenso beobachtete ich bei Hunden, welche sich beim Arzneieingeben verschluckt hatten, zunächst Bronchitis und nach mehreren Wochen fötide Bronchitis. Hinsichtlich der Behandlung zeigte sich eine wesentliche Besserung nach trachealer Injektion von Lysol und Lugol'schor Lösung. Von Karbolsäuro-Inlialationen sah icli keine hemerkenswerthen Vor-theilo, wohl aber von Terpentinöl.
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IV. Die Krankheiten der Lunge.
Vergleichend-anatomische) physiologigolte und ehtwiokelungggesoliiobtiiohe Vorbemerkungen zu den Krankheiten der Lunge. Hinsichtlich der Entwickelung sei bemerkt, dass die Lunge mit Luftröhre und Kohlkopf ziemlich früh (beim Schaf gegen das Ende der dritten Woche) als ventrale rinnouförmige Ausstülpung des Schlunddarms entstellt. Diese Ausbuchtung grenzt sich durch zwei seitlich einspringende longitudinale Leisten vom Vorderdarme ab, der sich dadurch in die Luftröhre und in die Speiseröhre gliedert. Das seitlich etwas aufgetriebene Ende der Lungenanlage treibt beiderseits zwei kloine opi-theliale Schläuche, die primitiven Lungensch lä u ehe, oder die Anlage der Lungenflügel hervor, welche von einer dicken Biiidegewebsschicht umgeben sind. Das freie Ende der Lungenscllläuohe verdickt sich kolbenförmig und treibt epitheliale Ausstülpungen in die Bindegewebshülle, welche sich blasig erweitern. So entsteht der Drüsenbau der Lungenanlage, welche dadurch asymmetrisch wird, dass sich links meist, drei, rechts meist 45 Knospen als Grundlage für die späteren Lungenlappen bilden. Die weitere Sprossung erfolgt dicho-tomiscb dadurch, dass jedes entstandene Kndbläschen durch eine an seiner Konvexität einschneidenden Furche in zwei neue Lungenbläschen gothellt wird. Während dieser Vorgänge wächst die Lunge nach rückwärts und fasst schliosslich das Herz zwischen sich. Die L ungenal veolen entstehen in Gestalt massenhafter, an den Enden des Brouchialbaumos und der primitiven Lungenbläschen auftretender Aiisbiicbtiuigen. die durch weite Üetfnungen mit dem Alvoolengang komnumiziren. Ihre epitheliale. zumeist cylindrische oder kubische Auskleidung plattet sich in Folge des Athmens beim Neugeborenen rasch ab und besteht aus kloinen gekörnten und bellen grossen endotlielartigen flachen Zellen. In den Bronchien bleibt das Epithel cylindrisch oder kuliisch und erhält einen Belag von Flimmerhaaren. Der Bindegewebsüberzug der Lungen liefert, abgesehen von der Lungonpleura und vom illterstitiellen Bindegewebe, auch die glatte Muskulatur und die elastischen Fasern der Lunge. (Bonne t.)
Vergleichend-anato m isoh sei hervorgehoben, dass die Lungen bei den meisten Amphibien und Lungenfischen einfache hohle Säcke darstellen mit entweder glatter Wandung oder mehr oder weniger mit Zellen und netzförmigen Maschen an der Innenfläche besetzt. Bei den Vögeln und bei den Säugethieren besitzen die Lungen eine verästelte Höhle, welche bei den Säugethieren am moisten ausgebildet ist.
Die Lunge der Vögel liegt im hintersten Theil der Brusthöhle, mit den Kippen verwachsen, Brust und Bauchhöhle sind nicht durch ein Zwerchfell getrennt. Die Lungen-Oberfläche zeigt üell'nungen, welche die Luft aus den Lungen in grosso, zellige Lufträume (Cellulae aöreael in den Herzbeutel und zwischen den Kingeweiden des Unterleibs führen. Die Lufträume sind im ganzen Rumpfe vertheilt, tlieils am Halse, thoils im Thorax und Abdomen bis ins Becken und stehen aasserdem durch Verlängerungen mit den Knochen vielfach in Verbindung. Durch diese; Einrichtung wird das spezifische Gewicht des Körpers
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tM)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dilaquo; Krankheiten der Atbmuogsorgaae.
der Thiero beim Fluge verkleinert und gleichzeitig die ReapiraÜon beim Fluge verbessert, weil die Luftsiicke auob nls Beservoire dienen.
Hei den Säugetli ier e n ist zuiiächst die Lappung der Lunge Ijoincikcnswortli. Die rechte Lunge hat dabei meist mehr Lappen als die linke Die Lunge des Me n sehen hat rechts drei, links zwei Lappen, die des Pferdes reehts den sog mittleren Lungenlflppen; die r^ungo des Itindes bestellt rechts ans 45 Lappon, links aus 28 Lappen! die Lunge des Schweines rechts 34, links 23 Lappen, die Lunge des Hundes hat rechts vier, links zwei Lappen.
Die gesunde, blutleere Lunge des Pferdes hat eine blass gelbrothe Parbe, öfters schwärzlich pigmentirt, mit Blut gefüllt ist sie dunkel- bis sebwarzrotb. Das interlübulilre Bindegewebe ist bei den verschiedenen Thieren sein- ungleich entwickelt. Die blutleere Lunge schwerer Pferde wiegt dnrcbsobnitt.lich 4.04 kg, die blutgefüllte Lunge dkg. Die Kinderlunge zeiolmet sich (lurch ein ausserordcutlich reich entwickeltes interlobuliiros Bindegewebe aus. Die einzelnen Lappen und Läppchen erscheinen daher deutlich von einander abgegrenzt. Im Sllbpleuralen und interlobulären Bindegewebe linden sich weite Lymph* bahnen. In der Lunge des Schafes und der Ziege ist dies nicht in gleichem Masse der Fall. Audi an der Sohweinelnnge ist der Läppchenbau gut erkennbar, wenn auch das inter-iobuläre Bindegewebe nicht so reichlich vorbanden ist. wie beim Kinde, An den Hunde-1 unge n, welche nicht selten mehr oder weniger stark pigmentirt erscheinen, ist die Theilung in Läppchen undeutlich
Für die Histologie der Lunge sei erwähnt, dass die Alveolengällge der Lunge erwachsener Thiero meist nur mit epithelialen ScbOppohen und nur stellenweise mit poiy-edrisohen granulirten Zellen ausgekleidet sind. Das vom llilus eindringende Bindegewebe iliingt in die Lobuli ein und iniigiebt die Alvcolengänge und die Alveolen. Man spricht dabei- von interlobuläreni interfundibularen und interaiveolaren Septen. Die Septen stehen in Verbindung mit der Pleura, welche die Lunge missen umgiebt. Mit den Septen treten vom llilus ans die Broiicbialverzweigniigen, und mit diesen verlaufend die Aiteriae bronchiales und die Arteria piilmonalis in die Lunge. Innerhalb der Bahnen der Septen gehen aus der Lunge die Venae pulmonales uad die Lympligefiisso zum Luiigeubilus.
Physiologisch sei bemerkt, dass die Zahl der Atliomziige bei erwachsenen Menschen 1624 in der Minute beträgt, (bei Neugeborenen 70), beim Pferd 1012, beim Rind 15 20, beim Schaf und bei der Ziege 19 22, beim Schwein 1016, beim Hund 1520, bei der Katze 20 .'50, beim Kaninchen 50G0, bei Meerschweinchen 100160, bei ruhig sitzenden Vöneln 4-20 (beim Sperling 90), bei Fischen, je nach der Jahreszeit und Temperatur des Wassers 1760
llespi rat ionstöue und (Jeräusche. Die Luftzufuhr erfolgt sowohl beim Menschen, als auch den Thieren in Begleitung verschiedener Tonersclieiiiimgeu. Athmet das Thier oberflächlich, SO hört man danebenstehend kaum einen oder gar keinen Ton, ist die Athmung eine tiefe, so treten Geräusche auf. Einzelne Thiero, wie das Pferd, athmen nur durch die Nase, weshalb bei diesen Thieren nach Nasenversollluss bald Erstickungstod eiu-treten kann. Bei der Auskultation des Brustkorbes hört man aussei' den von den
Athmungsbewegungen herrührenden Tönen gut unterscheidbare Geräusche. Das eine derselben i.st das bronchiale Athmen, das andere ist das in den Lungenbläschen entstehende vesikuläio A thmu n gsgerä use b. Letzteres ist ein schwächerer und zischender Ton, welcher sich sowohl beim Menschen, als auch bei den Thieren über den ganzen Thorax erstreckt. Das bronchiale Athmen wird beim Menschen gegen die Lungenspitze zu gehört; bei den Dausthicren (Pferd, Rind) ist diese Stelle wegen der Lage des Schulterblattes zur Dntersuchung ungeeignet
Das vesikuläre Athmen ist beim Rinde deutlicher wahrnehmbar, als bei anderen Haustbieren; ausserdein die Athmung der lochten Lunge besser zu hören als diejenige der linken. Dehn Rinde, Schafe und der Ziege hört man bei der Exspiration leichtes vesi-kulares Athmen. Beim Pferde hört miiu in der Hube Während der Inspiration kein Atbmiingsgeriiuscli, wohl aber an jeder Stelle der Lunge vesikuläies Athmen, nachdem das Thier etwas bewegt ist. Bei Hunden und Katzen ist das vesikuläre Athmen beinahe an jeder Stelle des Thorax wahrnehmbar, selbst an der Schulterblattgegend.
Allgemeine dlagnostisohe Angaben für die Feststellung der Krankheiten der
Lungen bei Thieren. Zunächst wird man eine allgemeine Untersuchung des Brustkorbes ausführen können und dabei auf die Form des Brustkorbes, auf Druckschmerz, auf die Quantität und Qualität der Athenmige, auf die Eigenschafted etwa vorhandenen Hustens zu achten haben.
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Die Kiankhoitoii der LtUlge.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;607
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Uei Bosiclitigung dor Form des Thorax wird man auf etwaige Vorbiegungeu der Wirbelsäule, auf Frakturen und Int'iuktionen, auf oinseitigo oder beiderseitige Verongerungen oder Erweiterungen (Luiigenemphy.som, l'noumothonix, pleuritisohes Exsudat) zu achten haben. Eine beiderseitige Erweiterung des Thorax findet man (nach D io ckerli o f f) auch bei inspi-ratorischer Dyspnoii in Folge von Stenosen im Kespirationsfraktns, bei Rheumatismus der Brustmuskeln, sowie bei schmerzhafter bilateraler Pleuritis, Lustig beobachtete ein inspi-ratorlscbes Einsinken der Ttioraxwand hinter der Herzgegend bei Kehlkopfpfeifen, Lungenemphysem, Verengerungen in der Nasenhöhle. Bei H u n de n zeigt sich einseitige Kinzieliung des Brustkorbes unch bei einseitiger, trockener Pleuritis, frischen Itippenbrücheu, während eine einseitige 11 orvor \v ölb u ng bei grossen einseitigen, pleuritischen Kxsudaten und bei Pneumothorax beobachtet wird. Starke liervorwölbnng beider Hrustwandungen ist bei Brustwassersucht, doppelseitiger Pleuritis und hochgradigem Emphysem vorhanden.
Bei der Palpation dos Thorax kann man Üruckschmerz (bei entzündlichen Zuständen der Haut und Unterhaut, der Rippen und Zwisohenrippenmuskeln, bei Rippenbrllchen, Pleuritis] etwaige Temperaturerhöhung, gelegentlich auch Gerftnaohe nachweisen.
Von besonderer Bedeutung sind nun auch die A t h mil ngsbe weg un g en und die A th m ungs t'roquenz.
Beschleunigtes Athmen zeigt sich bei vorhandenem Fieber, bei Lungenkrank-heiten jeglicher Art, welche mit einer erheblichen Verkleinerung des respirirenden Lungenlaquo; parenchyma verbunden sind, bei Uerzkrankheilen, Verengerungen innerhalb der zuführenden Luftwege, bei schmerzhaften Empfindungen während der Athembeweguugen (in Folge von Erkrankungen der Brustmuskeln, des Zwerchfells, der Pleura und des Peritoneums) bei Krampf und theilweiser Lähmung der Atliemmuskeln, bei einzelnen Vergiftungen (durch Blausäure, Atropin, Kohlensäure), bei allen anämischen Zuständen.
Verlangsamtes Atlinien bei manchen schweren Erkrankungen des Uohirns und seiner Häute, in der Agone, bei Verengerungen der Luftwege.
Die Atheinhe wog u ngen können hinsichtlich ihrer Intensität und hinsichtlich des Atliimingstypus verschieden sein. Nicht immer ist jedoch eine kurzdauernde Arhythmie der Athmung ein Zeichen von Krankheit, sondern psychische Erregungen können vorübergehende Ursachen sein. Ausserdem zeigt sich Unreg-elmässigkeit, der Athninngsbewegungen besonders bei hochgradiger Pleuritis, bei einzelnen Clehirnkiankheileii. komatösen Zuständen u. s. w, Wie beim raquo;Menschen so wird auch gelegentlich bei Thieren das sog. Cheyne-Stockes'sche Athmungspbänomen kurzer Stillstand der Athmung in regelmässigen Zwischenräumen beobachtet. Der Ath mungstypus ist bei Hausthieren wegen der lictheiligung von Brust- und Bauchmuskeln kosto-abdominal. Doch beobachtet man einen mehr kostalen Typus (vorwiegende Betheiligung des Brustkorbes) bei Lähmungen, trammitisohen oder entzündlichen Leiden des Zwerchfells und seines Ueberzuges, bei Ascites, Tympanites, bei vielen Lungenkrankheiten. Abdominales Athmen, wobei die Bewegungen
der Bauchwand stark hervortreten, zeigt sich besonders im Beginne der Pleuritis und dann bei der durch chronisches Lungeneinphysem bedingten Form der Dämpfigkeit tier Pferde.
Athomnoth Dyspnoä bestehend in sehr beschleunigter und meist angestrengter Athmung wird bei zahlreichen Krankheiten beobachtet. Man hat je nach dem Sitze des Athmungsliindernisses eine nasale, laryngeale, tracheale und pulnionale Byspnoe unterschieden Man hat ferner eine Dyspuoe im engeren .Sinne, wobei entweder die Inspiration angestrengt und erschwert sein kann inspiratorische Byspnoe oder die Exspirafion exspiratorischeDyspnoS, Schliesslioh kann Inspiration und Exspiration gleichmässig erschwert sein, dann spricht man von gemischter Dyspuoe.
Vorwiegend i n sp i r a f or i sehe Dyspnoe, bei welcher Pferde die Nasenlöcher trompetenartig erweitern, andere Thiere (Wiederkäuer, Schweine, Hunde und QeflOgel) mit geöllnelein Maule athmen und (Wiederkäuer) die Vorderfüsse weit, auseinanderstellen oder Hunde und Schweine) eine witzende Stellung einnehmen, zeigt sich besonders bei allen mit Verengerungen verbundenen Erkrankungen der oberen Luftwege und der Bronchien, ferner beim sog. Pfeifeidampf der Pferde, beim Glottisödem, Lungenödem, Bronchitis, bei Neubildungen in der Lunge (Aktinoiiiykose) bei Lähmungen, Zerreissungen, Erschlaffungen u. s. w. des Zwerchfells.
Vorwiegend e x spi ra to r ische Dyspnoe, bei welcher die Bauchpressequot; in Thätig-keit tritt, bei Pferden sich das sog. ,,Flankeiisclilagenquot; oder Bauohschlagon', die Dampfrinnequot; und die sog. Afterbewegungeuquot; zeigen, auch hörbares Kxspiratorisches Oeräusch* wahrnehmbar und die Inspiration von kurzer Bauer ist. beobachtet man besonders beim
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608nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die Krankheiten der ÄthmungBorgane.
chronischen Lungeiiemplijsem iler Pferde, bei adhäsiver Pleuritis, bei ausgedehnten Broncliiek-tasien. bei Hydrotborax u. dgllt;
Die sog. gemischte Dyspuoö, welche im Ganzen häuiiger ist laquo;1s die exspiratorisohe und inspiratoriscbe, zeigt sich bei einer sehr grossen Zahl von Krankheiten, vor allem bei den moisten fieberhaften Leiden, bei vielen Krankheiten der Respirationsorgano, dos Herzens, des Blutes, bei manchen Vergiftungen u. s. w.
Jiei der U utersuchung des A thmun gs vorga nge s wird man auch auf etwaige A thnumgsger äuscho, sowie auf die Beschaffenheit der ausgcnth nieten Luft zu achten haben. So wird ein schniefendes Atbmungsgertlusch bei Verengerungen in der Nasenbtthle, ein .mehr schnarchendes (leräusch bei erheblichen Entzündungen der Radien-sclileiinliaut, ein mehr röchelndes Athmungsgoräusch hei (tebiirpareso des Rindes (Fried-hergei-Fröhner), bei Liibmung des Stinnnritzenorweiterers, l)ei Kehlkopfskl'OUp und Glottisüdein beobachtet. Pfeifend ist das Athnuingsgeiäusch auch als Zischen, (liemon. Brüllen, Stossen u. dgl. bezeichnet besonders beim Pfeiferdampf der Pferde, bei starker Verengerung der Stimmritze, im Kehlkopf und in der Trachea. Die au sgeat h in ete Luft ist hinsichtlich der Temperatur, der Stärke des Luftstromes, des Geruches der Luft und der etwaigen Beimischung von Fremdkörpern zu untersuchen. So wird bei einseitigen Stenosen in der Nasenhöhle die Luft aus der erkrankten Seite schwächer herausströmen, als aus der gesunden Seite. Der Geruch der Luft kann von sehr verschiedener Beschaffenheit sein (faulig, Süsslich faulig brandig, stechend u. s. w.) und bedingt sein durch Krankheiten der Maulhöhlo, der Nase und des Luftsacks (besonders bei einseitigem üblen Geruch), durch Peteohlalfieber des Pferdes, Katarrhalfieber des Rindes, Luiigenkaverne, Bronchiek-tasien, ulcorireude Erkrankungen in dor Trachea und im Kehlkopf u, s. w.
Von besonderer Bedeutung für die Feststellung von Lungenkrankheiten ist nun die Auskultation und Perkussion der Brustwandungen,
Bei Thieren wird die unmittelbare Auskultation gegenüber der heim Menschen üblichen mittelbaren bevorzugt. Dabei sollte man jedoch stets ein dünnes reines Tuch über den Brustkasten der Thiere legen, um eine direkte Berührung mit der Haut der Thiore zu vermeiden. Die Anwendung des Stethoskops ist höchstens für kleine Thiere zweokmüssig. Mau kann die Athuiungsgeräusche, welche bei der Auskultation nachweisbar sind, eintheilen in reine A t li mun gsg erii u s cb e, (vesik u 1 är es , bronchiales und unbestimm tos Athnien) und in Nebengeräusche (Rasselgeräusche und Reib un gsg o räuso he).
Das vesikuläre At b mu n gsge raus ch (auch Bliischonathmen , Zellenathmen, alveolttros Geräusch, Bläschengeräusch genannt) ist überall da wahrnelnnbar, wo lufthaltige Lunge dor Brustwandung anliegt. Normal ist es von weichem schlürfendom Charakter und nur bei der Inspiration gut hörbar, während es hei der Kxspiration ganz schwach ist. Schon unter normalen Verhältnissen kann es schwächer (bei fetten und sehr muskulösen Thieren) und stärker (bei kurz vor der Untersuchung etwas bewegten, bei mageren oder jugendlichen Thieren) sein. Unter abnormen Verhältnissen ist das Vesikulärathmeu verstärkt bei Lungenhyperämie, Bronchialkatarrli; vikariirend, ko m pe ns atori seh an der gesunden Lunge bei Erkrankung der anderen Seite, (Tuberkulose, Lungenseuche, Kcbino-kokken) verstärktes, r null es Athmen, manchmal mit Rasselgeräuschen kombinirt, zeigt sich besonders beim akuten Bronebialkatarrh , diffuser Bronchitis, käsiger l'neuinonie. Abnorm schwächeres Vesikularathinen findet sich, wenn der Luftzutritt zu einem Lttngenabsohnitt wesentlich verengert ist, z. B. bei Stenosen der oberen Luftwege, bei Lungenemphysem, im Beginne der katarrhalischen Pneumonien, bei massigen Graden von plouritischen oder bydropischen Exsudaten, sowie hei Verdickungen der Brustwandungen durch Tumoreni Oedeme, Exsudatplatten. Das Exspirationsgeräusch ist abnorm verstärkt bei Broncbitis.
Das bronchiale At h in u ngsgeräus c h (Brouchialathmen , Röbreiiathmen) ist normal am Kehlkopf, an der Luftröhre und am Brusteingange hörbar. Unter abnormen Verbältnissen zeigt es sich, wenn luftleere Lungentheile vorhanden sind und diese von der Lungenoberfläohe bis zu grossen oder mittelgrossen Bronchien reichen. Dies findet man hei Pneumonien im Stadium der Hepatisation . (Brustseuche des Pferdes, Lungenseuche des Rindes) hei Kompression der Lunge durch Lxsudate, Traussudato oder Tumoren, sowie sohliesslicfa bei oberflächlich und abnorm gelegenen Lungenkaveruen, Bin bronchiales A th m o n m it metallisch em Beiklang (sog. amphorisches A tbin ungs geräu.s c b, Kragblasen) wird bei Thieren selten und zwar bei grossen l/ungenkaveinen mit glatten Wandungen, bei Pneumothorax (im Verlaufe der Brustsouche) beobachtet.
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Die Krankheiten der Lunge,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(i09
Uubestiiuin tos A tliuuin g sge räusc h , welches niclit genau zu unterscheiden und theila dorn Vesiktilär-, thoils dorn liioncliinlgeiiiiiscli beizuordnen ist, beobachtet nuin am moiston bei diffuser Bronchitis und beim LunRenerapbysem, bei Pleuritis exsndativa. Im Qrossen und Ganzen wird man demselben eine besondere diagnostische Bedeutung nicht
beilegen können.
Unter den Nebengeräuschen entstehen dieRasaelgerttusobe (Ronchi1) bei Anwesenheit von Flüssigkeit in den Luftwegen dadurch, dass dieselben durch den Atlnnungs-strom in Bewegung gesetzt werden. Sind die Sekrete reichlich und mehr dttnnjittssig, so entstehen die feuchten Kasselgeriiuscbc, welche grossblasig, kleinblasig, mittelblasig sein kiinneu und bei eitrigen, jauchigen und Scbluckpneuniünien, bei katarrhalischen l'neumonien, akutem Lungenödom u. dgl, beobachtet werden. Die trockenon Basseigeräusohe, welche mit Schnurren, Pfeifen, Zischen, Knistern verbunden sind, entstehen bei einzelnen Lungenkrankheiten, (Lungenphthise, diffuser Bronchitis) bei beginnender Hepatisation, bei der ver-' ininüsen Bronchitis der Schafe, bei tuberkuloser Bronohopneumonie, ferner (nach Diecker-hoff) beim interlolmliiien Lungenemphysem der Pferde, wenn sieh in den Bronchien ein zähes spärliches Sekret befindet und die Schleimhaut der Bronchien stark geschwollen ist.
Reibungsgeräusohe der Pleura entstehen bei Erkrankungen (flbrinösen Auflagerungen) der Pleuren, wenn die Pleuraliliitter nicht durch flüssiges Exsudat getrennt sind (also im Beginne oder am Ende einer Pleuritis). Bei der Auskultation hört man dann knarrende, schabende oder kratzende Geräusche, manchmal auch plätschernde und klingende Geräusche, Man beobachtet sie besonders bei Pleuritis sicca, bei chronischer Pleuritis, bei chronischer abscedirender Pneumonie, falls die Pleura in Mitleidenschaft gezogen ist, bei Tuberkulose der Pleura.
Die Perkussion, darauf beruhend, dass durch Beklopfen des Thorax die Wandungen desselben in hörbare Schwingungen vorsetzt werden, welche gestatten auf den physikalischen Znstand der perkutiiten Stelle und ihrer nächsten Umgehung Rückschlüsse zu ziehen, wird auch bei Tbieren gewölinlich mit Hülfe von Perkussionsbammer und Plessimeter ausgeführt. Nur in Ermangelung derselben und bei kleinen und mageren Tbieren wird man sich der Fingerperkussion bedienen können.
Je nach der bei der Perkussion sich ergebenden Intensität, Höhe und Klangfarbe des Schalls unterscheidet man einen lauten, gedämpften und dumpfen, einen tympani t isc h o n und den Ton eines gesprungenen Topfes.
Der normal laute Ferknssionsscball zeigt, dass unter der perkutiiten Stelle der Brustwand lufthaltiges Lungengewebe vorhanden ist, und um so lauter ist, je dünner die Brustwandung ist und je weniger Muskeln an der betreffenden Stelle liegen. Normal ist deshalb der Schall schon etwas gedämpft in der Scliulteigogend, Brustbeingegend und Hückengegend. bei sehr fetten Hunden auch an allen anderen Stellen der Brustwand trotz gesunder Lunge; ferner an den hinteren Lungcnrändem und auf der Umgebuiig des Herz-ausschnittes, Gedämpfter Schall zeigt sich beim Vorhandensein luftleeren Gewebes in den Lungen (Hopatisationsstadien der Pneiimonien, bei hiimorrhagiseben Infarkten, Lungenödem, Brustseuche, Lungenseuche, Schweineseuohe n. dgl.), bei vorhandenen dämpfenden Medien zwischen Lunge und Brustwand (pleuritische Auflagerungen, Yerdiokungen der Pleura, Geschwülsten auf den Hippen); bei OeschwUlsten in der Lunge oder in der Brust-liöble. ferner bei allen sonstigen mit Lungenvenlicbtungon verbundenen krankhaften Ver-änderungon der Lunge (Afelektase, Splenisaiion) schliesslich bei erheblichen Mengen eines llüssigen Exsudates oder Transsudates, wobei dann die Dämpfung eine beim ruhigen Stehen der Thiere nachweisbare horizontale Abgrenzung erfährt. Tym pan i tisch ), klanghaltig ist der Ton bei der Perkussion, wenn lufthaltige grössere Höhlen und auch eine verminderte Spannung des Lungengewebes vorbanden sind. So kann man tjmpanitischen Ton beobachten oberhalb pleuritiscber Ergüsse (bei exsudativer Pleuritis) beim Lungenödein, auch im Vorlaufe der Brust- und Lungenseuche, ferner bei Lungenkavernen, beim Pneumothorax, bei Hautemphysem, Zwerchfellshernien (durch vorgefallene lufthaltige Darmschlingen),
Das Geräusch des gesprungenen Topfes entsteht meist durch schnelles Entweichen der Luft durch enge Oelfmingen, man kann es daher nachweisen, wenn Lungen* kaverneu mit einem Bronchus in Verbindung stehen, manchmal bei der Brustsenche, jedoch ohne Kavernen bit dung, wenn lufthaltige Lunge von hepatisirter umgeben wird, bei jauchiger Pneumonie der Pferde u. s. w,
1)nbsp; nbsp;peyio = schnarchen.
2)nbsp; TJaKivov = Trommel,
SohnoitlomUhl, Vergl. PathologU,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 39
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Die Kninkhciteii dor Atlimungsorgano.
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1. Lungenhyperämie. Lungenödem.
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ÄFaii beobaohtol dio Lungeiibyperäniio als Zeiolien aktiver Lungou-kongestion in Folge erbebliober und anbaltender körperlicher Austrengung, naoh starker Reizung durch eingeathmete Gase, bei Pneumoaio, wobei dann plötzliche A.themnoth, trockene oder feuchte Basselgeräusoho und blutig-scbnuiniger Auswurf die Eaupterscheinung^n sind. Bei den meist, chraniscb Verlaufenden naoh Klappenfehlern und Myokarditis auftretenden Stauungshyperämien zeigt sich obronische Bronchitis und oft auch braune Induration der Lunge. Die Stauungshyperämie unterer Liingcnabsehiiitte führt oft zur Atelektase und Bronohopneumonie,
Lungenödem bedeutet die Anfiiihing der Alvcolen und kleineren Bronchien mit fcinschaumigeni Transsudat nun den Gefässen und entwickelt sicii l)ei allgemeinem Hydrops, bei kroupöser Pneumonie, akuter Alkoholvergiftung, Herzfehlern
und Nierenleiden und wird oft ohne nachweisbare Ursache sowie kurz vor dem Tode unter heftiger Athrmnolh, angestrengtem röchelndem Athmen, kleinblasigem Rasselgeräusche und zuweilen verbunden mit reichlichem serös-schaumigem oder blutigem Auswurf beobachtet, Zur Bell and lung ist Aderlass, Anregung der Herzthätig-keit (Kampfer- und Koffeineiiispritzimgen, kalte Uehergiessungen) und die Verab-folguug von Wein, starkem Kaffee u. dgl. erforderlich,
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1)) Bei Thieren,
Bei Thieren kommen Lungenkongestionen ebenfalls und in allen Formen vor, sowohl als aktive Lungenhyperämie besonders bei gut genährten vollblütigen Pferden in warmer Jahreszeit und nach angestrengter Arbeit, nach Lin-athmung zu beisscr, zu kalter oder mit reizenden Stoffen (Rauch) geschwängerter Luft, im Beginn einer i'nenmonie, als passive Lungenhyperämie besonders bei Herzfehlern und Druck auf die grossen Gefässe bei starker Füllung der Hinter-lelbsorgone, wie auch in Form des Lungenödems, wobei das letztere entzündlichen Ursprungs oder durch Stauung des Blutes in den Lungen entstanden sein kann.
Syraittoiiift. Die Erscheinungen sind in der Hauptsache wie beim Menschen: schnell sich entwickelnde hochgradige Athembesclnverde (5090 in der Minute) verbunden mit Aufreissen der Nasenlöcher, Pulsbeschleunigung, grosser Unruhe und Angst. Gleichzeitig zeigt sicli kurzer, trockener Husten und zuweilen selbst Nasenbluten und besonders, wenn beide Lungen ergriffen sind, blulig-schaumiger Nasen-ausflass. Die Perkussion erglebt beim akuten üedem etwas lympanitischen Ton, beim Stauungsödem Dämpfung und bei aktiver Hyperämie nichts Abnormes; da-ireicen findet man bei der Auskultation verstärktes Bläsclicnatlnnen bei aktiver Hyperämie und Rasselgeräusche bei Lungenödem, Der Verlauf ist meist ein sehr Schneller und es erfolgt entweder in 1 2 Tagen Genesung oder Uebergang in Lungenentzündung; selten tritt der Tod durch Erstickung ein. Demnach 1st die Prognose nicht ungünstig.
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Aiialoiiiisclicr Ucfuiul. 1st der Tod durch Lungenödem eingetreten, so erscheint die Lunge Stark vergrössoi't, sehr sat'treich, auf dem Durchsclinitt entleert sich eine gelbliche oder gelbröthlicho seliauinige Flüssigkeit. Ist der Tod in Folge aktiver Luugenhyperämic erfolgt, so entleert sich auf die Schnittflüche der dunkelrothen, stark vergrösserten Lunge viel Blut, in den Bronchien findet sich schavuniger, zum Thoil blutiger Sohleim. Mat längenraquo; Zeit passive Luiigen-hvpei'äinie bestanden, so ist die Lunge fester und derber als nornml, enthält viele Blutungen, welche später zu bräunlich-gelben, dunkelrothen oder braunrothen Pigmentflecken führen. Die Gefässe und Bronchien sind erweitert, in den Bronchien findet sich mit vielen rothen Blutkörperchen gemischtes scbloiiniges Sekret.
Therapie. Wie beim Menschen, so ist auch bei Thieren beim Lungenödem und bei der akuten Lnngenhyperämie in gefahrdrohenden Fällen ein Aderlass an-gezeigr. In weniger schweren Fällen wird man die Thiere in einem gut gelüfteten Stall unterbringen, kalte Infusionen per rektuni und Abführmittel verordnen. Daneben sind auch kalte Frottirungen des Körpers und Einwickelungen der Fasse recht zweckmässig.
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2. Die kroupöse Lungenentzündung.
Fibrinöse Lungenentzündung. Genuine Lungenentzündung. Lobäre Pneumonie. (Pneumonia fibrinosa, Pneumonia krouposa.)
Die kroupöse Lungenentzündung ist mit Rücksicht, auf ihren, sowohl beim Menschen wie bei Thieren, rein infektiösen Ursprung bereits Keite 136140 erörtert worden.
3. Katarrhalische Pneumonie.
Bronoh 0 pneumonie, Lobuläre Pneumonie. (Pneumonia katarrhalis,
Bronchopneumonia.)
a) Beim Menschen.
Aetiologie. Die katarrhalische Pneumonie entsteht stets sekundär im Anschlüsse an eine kapillare Bronchitis. Entsprechend den Verzweigungsgebieten der feineren Bronchien entwickelt sie sich zunächst herdweise im Gebiete eines oder mehrerer Lobuli, aus denen dann später durch Znsimimenfliessen grössere Er-krankungsherde entstehen. Sehr häufig entsteht die katarrhalische Pneumonie im Vorlaufe der Masern, der Lungentuberkulose, der Influenza, der Stauungshyperäinie, der Lungenatelektase, sowie ferner beim Abdominaltyphns, Keuchbusten u. s w.
Symptome und VcrliuiL In den nicht selten sehr akut auftretenden Fällen von katarrhalischer Pneumonie ist vorwiegend das Bild der akuten Bronchitis vorhanden. Der Verdacht auf katarrhalische Pneumonie wird meist erst durch die erhebliche Athembeschwerde, durch das steigende Fieber und durch das hei der Auskultation sich ergebende Bronehialathmen und klingende Rasseln an einzelnen Stellen erweckt. Im weiteren Verlaufe ist tympanitischer und gedämpfter Perlaquo; kussionsschall nachzuweisen. Das Leiden kann dann in 46 Wochen in Heilung
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(il2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die Krankheiten dor AUunuugsornaue.
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iibergchoii oder durch Herzsobwäohe, Tuberkulose, durch Uebergang in Eiterung oder traiijrräii üuni Tod füliren.
Tliernpic. Neben kräftiger Ernährung sind häufige, misse Einwiokelungen der ]Jnist oder des ganzen Körpers zweekmiissig. Von inneren Mitteln kommen besonders die Expektonintien und unter diesen besonders Ipekakuanha, Senega und Benzoösäure in Betracht,
b) Bei Thielen.
Aetiolog'ie. Wie beim Menschen, so sind auch bei Thieren die Ursachen der katarrhaliselien Pneumonie diejenigen der akuten Bronchitis. Die Erkrankung kommt bei allen Thieren, vorwiegend bei jüngeren oder älteren schlecht genährten vor. Bei jüngeren Thieren (Kälbern, Jiämmern, Ferkeln, selten bei Pferden) beobachtet man das Leiden oft enzootisch, wenn die Ursache {mit Staub, Infektionserregern , reizenden Gasen geschwängerte Athmungsluft innerhalb und ausserhalb der Stallungen) bei einer grösseren Zahl von Thieren gleichzeitig eingewirkt hat. Sehr oft wird die katarrhalische Pneumonie hervorgerufen durch Aspiration des infektiösen Bronchialsekrets in die Lungen, im Verlaufe der Staupe der Hunde, im Verlaufe der sog. Senknngspneiunonie oder hypostatischen Pneumonie in Folge behinderten Blutabflusses aus den Lungen, wie es besonders bei Schafen während chronischer Herzkrankheiten, bei Blutkrankheiten, Druse der Pferde u. s. w. einzutreten pflegt.
Symptome mul Verlauf. Zunächst zeigen sich auch hier die Erscheinungen der akuten Bronchitis, im weiteren Verlaufe gesellt sieb dazu gesteigerte Atheni-frequenz, Fieber und, besonders beim Uunde, ein kurzer, schmerzhafter Husten. Bei der Auskultation der Lungen findet man feuchte Rasselgeräusche, an den gesunden Stellen verschärftes Bläschenathmen, die Perkussion ergiebt an diesen Stellen Dämpfung, an den Grenzbezirken oft tympanitischen Ton. Manchmal sind die Erscheinungen wenig augenfällig, besonders wenn die Krankheit sich im Anschlüsse an eine langsam verlaufende Bronchitis entwickelt. Der Verlauf der katarrhalischen Pneumonie ist sehr verschieden, manchmal sehr schnell, manchmal sich über Wochen und Monate hinziehend, Im letzteren Falle entwickelt sich dann häufig eine eiterige Pneumonie, Lungengangrän, Pleuritis mit tödtlichem Ausgange. Tritt Genesung ein, so erfolgt Resorption und Expektoration der Krankheitsprodukte in den Lungen. Die Prognose ist bei kräftigen Thieren günstig, bei schwächlichen und liernnter-gekommenen Thieren zweifelhaft.
Anatomischer Itefuiul. Bei den gestorbenen Thieren findet man tief dunkle oder dunkelhraimrothe, oder auch graurothe oder graugelbe Herde in den Lungen, auf deren glatter Schnittfläche (im Gegensatz zur kroupösen Pneumonie) eine entweder blutige, schokoladefarbige, grauröthliche oder blassgraue Flüssigkeit zu bemerken ist, welche sich aus den kleineren Bronchien und Bronchiolen entleert. Das erkrankte Lungengewebe ist fest, derb und luftleer, während die Umgebung sehr blutreich und oft. emphyseniatös ist. Aus den hämorrhngischen Stellen kann später die sog. schieferige Lungeninduration entstehen. In anderen Fällen bei disse-minirter Bronchopneumonie kann man auch zahlreiche kleinere oder über grössere Lungenabschnitte sich erstreckende Eiterherde (eiterige Infiltration der Lunge) nach-
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Dip Kmnkheiteii der Lunge.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;618
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weisen. Besonders gut sind die Veränderungen hei der Staupe der Hunde nachzuweisen. Bei Rindern, besonders bei Kälbern, wo die Erkrankung sieb oft in atelektatlsohen (angeborenen) Lungenabschnitten entwickelt, erscheinen die betreffenden Bezirke fleischähnlicb. Aehnlich sind die Veränderungen bei Ferkeln und hol Schafen oft nach dein Eindringen der Lungenwürmer, Schlieaalioh kann sich auch an den erkrankten Abschnitten (durch Verstopfung der Bronchioli) Atelektase entwickeln, erkennbar an ihrer dunkelblauen Färbung; oder es haben sieb die Bronchien erweitert und bilden Bronchiektasien mit ihren Folgen.
IMagnosc. Die Feststellung des Leidens kann bei Pferden erschwert werden durch Verwechselung mit der Brustseuche; doch kommt die katarrhalische Pneu-monie bei Pferden ziemlich selten vor, es fehlt auch bei der Bronchopneumonie der braune Nasenausfluss im Beginne der Erkrankung. Dagegen ist der Ucber-gang von einer Bronchitis in katarrhalische Pneumonic nicht immer leicht und oft erst, durch genaue physikalische Untersuchung der Lungen festzustellen möglich.
Therapie. Neben der Aufstellung der Thiere in gut gelüfteten Stallungen, kräftiger, leicht verdaulicher Nahrung 1st massiges Frottireu des Körpers zweck-mässig. Von Arzneimitteln sind besonders im Gebrauch: Tart. stibiatus, Kali chlorikum, Stib. sulfur, aurantiakuin (bei starkem Hustenreiz), Alkohol, Digitalis und Koffein bei Herzschwäche. Bei chronischem Verlaufe finden Apomorphin, Jod-kallum, ätherische Oele zweckmässige Anwendung.
4. Interstitielle Pneumonie. Pneumonia interstitlalis.
a) Beim Menschen.
Actiologie, Beim Menschen entwickelt sich eine akute interstitielle Pneumonie vorwiegend nach einer fibrinösen und katarrhalischen Lungenentzündung, manchmal auch nach einer eiterigen Pleuritis. Eine chronisch interstitielle Lungenentzündung und Lungenschrumpfung (Pneumonia intcrstitialis chronlka et Cirrhosis pulmonum) schliesst sich am häufigsten an eine chronische Bronchitis oder Pleuritis an; bei Kindern ausserdom an Masern und Scharlach. Eine primäre interstitielle Pneumonie ist im Ganzen selten. Malaria und Alkoholismus sollen manchmal dazu Veranlassung geben.
Symptome. Die Krankheitszeichen der chrouisch-interstitiellen Pneumonie sind die Verkleinerung des Lungenvolumens (Lungenschrumpfung), ferner abnorme Pulsation. Bei Atbinungsbewegungen bleibt der Thorax auf der erkrankten Seite zurück und nimmt an der Bewegung fast gar keinen Antheil. Bei der Perkussion findet man Dämpfung, Verschiebung der Lungengrenzen und theilweise ünbeweg-licbkeit tier Lungenränder, Dazu tritt das Gefühl des vermehrten Widerstandes. Im weiteren Verlaufe treten Stauungserscheinungen auf, an welche sieb Herz-erkranknngen auschliesson.
Diagnose. Die Feststellung ist nur möglich #9632; wenn eine beträchtliche Abnahme des Lungenvolumens eingetreten ist.
Therapie. Da es nicht möglich ist, die Produkte des chronischen Entzündungsprozesses rückgängig ZU machen, so wird die Behandlung sich vorwiegend auf allgemeine therapeutische Vorschriften beschränken müssen.
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611nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die Krankheiten iler Atbrauugsorgane.
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b) Bel Tli i ere 11.
AetlolOffld. Vucli bei Thicren bildet, wie beim Meiiscben, die clirouisch-iuterstltielle Pneumonie keine selbständige Kmnklieit, solidem entwickelt sich im Anschlüsse im ehroiiiscb entziiiulliche Prozesse der Lunge verschiedenster Art, besonders mich kutiiiThaliscliei' I'ncumonie, Freindkürperpneumonie, chronischem Bronchial-katiirrh, sowie im Verlaufe zabkelobei' Intektioiiskraiikheiten (Tuberkulose, Kotz, Aktinoinykose, Botryomykose, Staupe, Lungenseuohe, Brustseuobe des Pfenlos).
!Syiiilraquo;toine. Die Krankheltserscbeinungen sind im Ganzen wonig oharak-teristisch. Es zeigt sich Kuizalhmigkoh, die Patienten magern immer mehr ab und gehen schlicsslieb unter hydiopisclieii Erscheinungen an Erschöpfung zu Grunde. So beobachtete Bang zwei Fälle bei Pferden, wobei der schleieheiulo, langwierige Verlauf, verminderte Fresslust, Atbembesohwerden, Abmagerung die wichtigsten Krankheitszeichen waren.
Anatomischer Hcl'und. Bei der Sektion der Thiere findet man eine chronisch entzündliche Wucherung des interlobiiliiren und interstiliellen Bindegewebes mit nachfolgender Kompression der Alveolen und Bronchiolen und narbiger Schrumpfung des betreffenden Lungemibschnittes, welcher derb, verkleinert, an der Oberfläche uneben, auf dem Durchschnitt gclbroth bis grauroth oder grauweiss erscheint und von grauweissen Zügen durchzogen ist. An der gesunden Lunge ist oft Emphysem vorhanden, Manchmal sind nur kleinere Bezirke ergriffen, im anderen Falle jedoch grosse Abschnitte der Lunge. Dieckerhoff wünscht hie-i'ür die Bezeichnung speckige Pneumoniequot;, doch ist wohl die Bezeichnung chronische Induration, Lungensklerose zwockmässiger. Bang sah in den von Ihm beschriebenen Füllen die oberen Tlieile der Lunge in eine feste weiche Gowebs-masse umgewandelt, während die vorderen Abschnitte knotenförmige Induration zeigten.
Therapie. Eine Behandlung ist meist aussichtslos.
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5. Lungenblutung. Bluthusten. Hämoptoe. (Haemoptysis. Pnoumorrhagie.)
a) Beim Menschen.
Aetiologie. In der Mehrzahl der Fälle von Haemoptoe handelt es sich um Bronchial- oder Lungenblulinigen, wobei entzündliche und ulcerativo Prozesse auf der Bronchialschleimhaut erhebliche mechanische, thermische und chemische Reizungen der Bronchialschleimhaut, allgemeine Ernährungsstörungen, Infektionskrankheiten (Lungentuberkulose), Geschwülste, Parasiten (Echinokokken, Distoma pulmonalc), Aiieurysinen u. s. w. die nächste Veranlassung sein können.
Symptome. Meist gehen subjektive Empfindungen voraus, ehe das Blut gewöhnlich mit anderen Bestandtheilen vermischt ausgeworfen wird. Das Blut hat dabei meistens eine hellrotbe Farbe. Dabei ergiebt die physikalische Untersuchung der Lungen oft keine Abnormitäten; in anderen Fällen (Anfüllung der Alveolen mit Blut) kleinblasiges Rasseln. Es können schlicsslieb bei reichlichen Blutungen auch
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Die Krankheiten der Lunge.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ßlü
Erstiokungsorsoheinungen auftreten. Die Dauer einer Blutung sohwankt! es kann nur eine einzige stattfinden oder dieselbe kann wocben- und monatelang in kurzen ZwUclu'uriiimien wiederkehren.
Therapie. Neben vollkomniener liulie ist die Verabreichung von Eis mit Milch oder Eiswasser zweckinflssig; ferner wird eine Eisblase amp;uf diejenige Stelle gelegt, im welcher man die Blutung vermuthet. Ausserdem werden subkutane Ergotinhijektionen (Extr. Bekalis kornut. solut. 6,0) und bei starkem Husten Morphium iiuierlieii verabreiebl. Im Notlifalle genügt es, mehrere Theelöffel Kochsalz herunterschlucken zu lassen. Ausserdem wird noch Bromkalhun (] ,5 In Zucker-wasser) empfohlen.
b) Bei T liieren.
Aetiologie. Auch bei Thieren kommen die Lungenblutungen meistens im Verlaufe verschiedener primärer Erkrankungen der BronohleQ und der Lungen vor. Am meisten werden solche Blutungen bei Pferden und II in dem, seltener bei anderen Thieren beobachtet. Bei Pferden können Ueberanstrengungen (forcirtea Reiten und Fahi'en) und dann die schon beim Menschen angegebenen Lungen-erkrankungen die Ursache werden. So können eine akute Lungenhyperämie, Stösse gegen die Brustwandungen, sowie zahlreiche Infektionskrankheiten (Kotz, Tuberkulose, Bmstseuche, Petechialfieber, Milzbrand) zu Lungenblutungen Veranlassung gehen. Gelegentlich werden auch Gefässerkrankungen der Lungenarterien, Parasiten, Zerreissung von Aneurysmen, chronische Herzerkrankuugen, Traumen zur direkten oder indirekten Ursache der Blutung.
S_\ni|itoiiie. Man beobachtet ein stossweises mit Hnstenanfiilleii verbundenes Auswerfen von vorwiegend bellrothem, schaumigem Blut aus dem Maule und aus beiden Nasenöffnungen. Dabei zeigt sich kurzes und erschwertes Athnien, Angst, Erkalten der ausseien Körperdecke und Erblassen der Schleimhäute. Bei der Auskultation sind Rasselgeräusche erkennbar. Im weiteren Verlaufe hört die Blutung entweder nach einigen Stunden auf oder die Thiere gehen durch den grossen Blutverlust zu Grunde. Genesen die Thiere, so wird dus Blut im Verlaufe einer Woche resorbirt. Manchmal kann jedoch die Lunirenhlutung nach einigen Wochen wiederkehren und sohliesslioh tödtlich werden.
Diagnose. Bei der Feststellung ist eine Verwechselung mit Magenblutungen möglich, welche ZU vermeiden 1st, wenn man auf die bei Liuigenhlndingen vorhandene schaumige Beschaffenheit des Blutes und auf die gleichzeitig vorhandenen Athmungsstörungen achtet.
Therapielaquo; Zunftohsl sind Buhe und kalte Kinwickeliingen des Thorax zweckmässig, 1st Lungenentzündung die Ursache der Blutung und sind die Thiere kräftig genährt, 80 wird auch ein kleiner Aderlasa nützlich sein können. Versuchsweise werden auch adstringirende Mittel (Tannin, Alaun, Eisenvitriol) und ev. subkutan Eh'tZOtin anzuwenden sein.
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])iu Kranklieiton der Atlmiuiigsoigimo.
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6. Lungenemphysem.
Empbysema^ pulmonuin. Alveoltirektasie.
a) ßcim Mensobeu,
Wesen und Actiologie. Das Lungeneinphyseni ist bedingt durch einen Elastizitfttsverlust der Lungen, wobei ein vermelirtei' Luftgebalt in den erweiterten Lungenbläschen nachzuweisen ist. Dabei kann entweder ein Theil der Lungen plötzlich oder dauernd in dieser Weise verändert werden (akutes oder chronisches vesikuläres Emphysem) oder es ist die ganze Lunge gleiohmässig betroffen (substantielles, substantives Lungenemphysem) oder es haben einzelne Tbeile verminderten und andere vermehrten Luftgehalt (vikariirendes Lungenemphysem) oder es bat eine Zerreissung der Alveolen stattgefunden und die Luft ist ins Zwiscbengewebe eingedrungen (interstitielles Emphysem). Die Ursachen können verschiedener Natur sein; es kann eine mangelhafte Entwipkelung der elastischen Elemente angeboren oder durch Ernährungsstörungen bei akuten und chronischen Lungenkrankheiten hervorgerufen sein, oder durch hohes Alter bedingt werden. Ferner kann hoher Druck auf die Alveolnnvandiingen (heftige Hustenanfälle, chronische Bronchitis, Glasblasen, Heben schwerer Lasten) die Ursache werden.
Symptome und Verlauf. Das Lungenemphysem entsteht meist allmählich im mittleren und höheren Lebensalter; dabei sind AIbeinbescbwerden besonders bei Körperbewegung und Husten die wichtigsten Erscheinungen. Manchmal treten auch asthmatische Anfälle und im weiteren Verlaufe Kreislaufsstörungen, Herzerkrankungen, Nierenleiden, allgemeiner Hydrops und auch Arteriosklerosc auf. Bei der Auskultation des oft fassförmigen Thorax findet man verlängertes Exspirium, verschärftes Inspirium oder unbestimmtes Athmen. Es ist ferner Lebersclnvellung, Verminderung der Harnmenge (als Zeichen der Stauungsniere) nachzuweisen. Die; Dauer der Erkrankung kann Jahrzehnte betragen und schliesslicb durch Herzschwäche und Pneumonie tödtlich enden.
Therapie. Zunächst wird das zu Grunde liegende Leiden beseitigt werden müssen; vor allen Dingen ist Linderung und Beseitigung des Bronehialkatarrbs nöthig. Ausser-dem wird Anwendung der pneumatischen Apparate (Einatlunung kompiimirter Luft und Ausathmung in verdünnte Luft), methodische Kompression des Brustkorbes des Kranken, kräftige Ernährung zweckmässig sein.
b) Bei Tbieren.
Bei Tbieren kommt Lungenemphysem im Ganzen nicht selten und besonders bei Pferden vor.
Aetiologie. Das allgemeine chronische vesikuläro substantive (substantielle) Emphysem kommt bei Pferden besonders häufig als eine der Ursachen der sog. Dämpfigkeit vor, wie Stoem mor besonders nachgewiesen hat. Vorwiegend erkranken Zug-, Last - und Rennpferde. Jede längere Ueberanstrengung (bei zu schwerer Last, gegen Wind, bei ZU kalter oder zu heisser Luft), Traumen der
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1) euo'jaäv = iiuf'lilRsen.
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Die Krankheiten tier Lunge.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 017
Lunge (spitze Gegenstände), ohronlsohe Lungenerkrankungen können ausserdem dazu Veranlassung geben, lioi Pferden und Bindern entwickelt sieh das Emphysem oft nach Arzneieingüssen, wenn kleine Mengen der Flüssigkeit in die Lunge gelaugt sind. Ein eluonisehes, veslkulftres Lungenemphysem ist dann mich bei Rindern, besonders in sumpfigen Gegenden Hollands (von Michels, Deineester u. A.) enzootisch beobachtet worden, ebenso wie (E 111 i U g e r) in Miiststiillen, wobei ein
chronischer Bronchialkatarrh als Grundleideu angenommen wird. Das akute
vesikllläro Emphysem entwickelt sich oft wühlend der Agone und besonders (bei Hunden) im Verlaufe eines chronischen Bronchialkatarrhs.
Symptome und Vcrlniil'. Wie beim Menschen, so ist auch bei Thioren die bei angestrengtem Gebrauch derselben bemerkbare Alhembesebwerde, vorwiegend eine exspiratorisohe Dyspnoö, das Wichtigste bei dem chronischen Emphysem, Im weiteren Verlaufe zeigt sich dann auch Hustenreiz und kompen-satorisohe Herzhypertrophie. Beim akuten interlobulftren Lungenemphysem tritt plötzlich erhebliche Athemnoth ein, manchmal verbunden mit kurzem, schmerzhaftem Husten, Die Fresslust ist vermindert oder aufgehoben, Fieber fehlt. Beim Binde wird nicht selten ein Hautemphysem beobachtet. Die Auskultation der Lungen ergiebt knisternde oder blasende oder rauschende trockene Rasselgeräusche. Der Verlauf kann in solchen Fällen ein sein' schneller sein und in einem Tage tödtlich enden; in anderen Fällen können Wochen und Monate zur Heilung erforderlich sein.
Diugnosc. Für die Feststellung ist eine sehr genaue Untersuchung und gründliche Feststellung der Anamnese erforderlich, um Verwechselungen mit chronischer Bronchitis zu vermeiden. Beim Rinde wird man beim Auftreten eines Hautemphysems an die Unterscheidung von Milzbrand und Rauschbrand denken müssen.
Anatomischer Refund. Die Sektion gestorbener Thlere ergiebt zunächst blasse Beschaffenheit der erkrankten Lungenabschnitte, welche voluminös, puffig und weich sind, abgerundete Ränder und trockene Durchsclinittsfläche erkennen lassen. Beim Botasten knistern die befallenen Lungenabschnitte, bei stärkerer Erweiterung der Alveolen kann man Lnngenbläschcnkonglomerate mit blossem Auge erkennen. Das Gewicht der Lunge ist geringer, als das einer normalen Lunge. Beim Oeffnen des Thorax fällt die; Lunge nicht zusammen. Beim inte rstitielle n Lungenemphysem, wie es beim Rinde wegen des zahlreichen Bindegewebes oft vorkommt, ist oft auch die Pleura, abgehoben und aufgebläht. Als Folgen des chronischen Emphysems ist dann meist Gefässverödung in den Lungen und Dilatation und Hypertrophie dos rechten Herzens nachzuweisen. Selten ist Lull zwischen die Mittelfellblätter und von da nach aussei! am Halse winter vorgedrungen.
Thei'apic. Eine Behandlung des Leidens ist meistens aussichtslos. Zwcck-mässig ist gute Ernährung und vorsichtiger Gebrauch der Thiere. Versuchsweise kann man längen; Zeit Arsenik verabreichen.
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Die Krnnkliciteii der Atlimuiigsorgaiie.
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Dampf, Dämpfigkeit der Thiere.
Deünition. J)ic Bezelolmimg Dämpfigkeit (Dumpf, Hartsobnaufigkeitj Heiz-schleohtigkeit, Herzschlägigkeit, Engbrüstigkeit) ist aus dorn juristischen Bedürfnisse Ivoraus entstanden, für zahlreiohe Krankheiten, welche alle eine fieberlose, ohronisöhe Athombeschwerde gemeinsam haben, eine bestimmte Bezeichnung bei Rechtsstreitigkeiten in dem Kauf und Tausch von Thieren, vorwiegend Pferden, zu besitzen. Demnach Ist die Dämpfigkeit eigentlich ein rein jurlstlscber und weniger ein klinischer Begriff. Man def'mirt die Dämpfigkeit als eine chronische, fieberlose, in der Regel unheilbare, jedoch niehl direkt tödtlich werdende Athembe'sohwerd e, Meistens wird dieselbe bei Pferden durch organische Veränderungen der TjiingGii hervorgerufen und tritt wohl in verschiedenen Formen auf, immer aber ohne anderweitige auffällige Symptome und bei den gewöhnlichen Dienstleistungen mehr oder weniger deutlicli hervor. Gelegentlich kommt Dämpfigkeit auch beim Rinde, Hunde und anderen Haustliicreu vor.
Cfcscliiclitliclies. Wie aus den gesetzlichen Bestimmungen über das Verfahren Ijeini Kauf und Tausch von Hausthieren hervorgeht, ist die Dämpflgkeit als üewiihisinangel schon in den ältesten Zeiten bekannt gewesen. Angaben über diesen Gewährsmangel findet man schon im 18, und 14. Jahrhundert. Die .Auffassungen über das Wesen des Leidens waren jedoch bis in die neueste Zeit hinein sehr getheilt. In den ältesten Zeiten'(Vegetius, Solleysol und La Fosse) wurden die Lungen als Sitz der Krankheit angesehen. Dann folgten andere Autoren, welche das Leiden mit dem Asthma des Menschen verglichen und zahlreiche Formen (A. Inryngcum, bronchiale, pulmonale, kardiakum, abdominale, diaphrng-mntikum, nervosum, sikkum, humidum) unterschiedon haben. Spinola wünschte dann die besondere Bezeichnung ,,Asthmaquot; für die nervöse Form der Dämpfigkeit, während er die übrigen Formen als Dyspnoe benannte. Schliosslich war es dann tierlach, welcher die wichtigsten Arten der Dämpfigkeit trennte und sich durch die bessere Definition der Dämpfigkeit ein besonderes Verdienst erwarb.
Afttiolo^ie. Wie schon bei der Definition des Leidens hervorgehoben, ist die Aetiologie der Dämpfigkeit keine ciniieitliciie, sondern es handelt sich dabei um sehr verschiedene pathologische Zustände, welche Bchliesslich klinisch zu der Ge-sammterschelnung der Dämpfigkeit führen können.
Diese krankhaften Zustände können in den A t h m n ngs we gen, in der Runge, im Herzen oder in nervösen Apparaten ihren Sitz haben. Dazu kommen auch prädisponirende Ursachen.
Die prä disponi rend e n Ursachen können ebenfalls verschiedener Natur sein. So glaubt man, dass ein ererbter ungünstiger Bau des Brustkorbes (sehmale und hinge Brust, langer Hals und enger Kehlgang) sowie dicke Bäuche (Hängebauch) das Entstehen der Dämpfigkeit sehr begünstigen. Audi unzweckniässige Fütterung (mit dumpfem multrigem Hafer, Stroh und Heu) sowie die anhaltende Vcrah-rciclmng schwerer Körner und saurer Fnttorgräser an Pferde sollen die Fntwiekelung der Dämpfigkeit bei Pferden fördern können. Zuweilen kanji die Art dor Verwendung und der Dienstgebrauch die Entstehung der Dämpfigkeit begünstigen oder direkt hervorrufen. Sohnelle und schwere Dienstleistung bei schlecht genährten und schlecht gezäumten und gesellirrten Pferden (starkes Anziehen der Keblrienien, starkes Ansetzen der Zügel bei engem Kehlgange und grossen Unterkiefern) wird dabei in Betracht kommen. Bei Stuten kann auch die
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Die Krankheiten der I/iuiKe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; BIO
Gravidität tiebeii uazweokniässigein Gebrauche die Entstehung des Leidens begünstigen. Von angeboren ei) Zuständen können einzelne Bildungsfehler (über-massige Kleinheit dor einen odor bolder Nasenhöhlen durch Verkrümmung oder Verkümmerung einzelner Knochen und Knorpel) in der Nasenhöhle, angeborene (Jysten im Knorpel der Nasensoheidewand (.Müller, Rivolhi), Übermässige Grosse der Nasenöffnungen, Spaltbildungen am Boden der Nasenhöhle oder des Kehldeckels (Csokor) das Leiden hervorrufen. An der Luftröhre können Ungleichheit der Knorpelringe, Verkrümmungen derselben (eigene Beobnch tu ng), Abplattung und Verschiebung derselben, scbliessliob Stenosen und Strikturen zur Dämpfigkeit führen. Ebenso können angeborene Fehler des Herzens, Defekte in der Kammer-Scheidewand (Csokor), die Ursache der früher meist als Herzschlechtigkeit bezeichneten Form der Dämpfigkeit werden. Auch Zwo roh feil s her n ien mögen die Erscheinungen der Dämpfigkeit hervorrufen können.
Unter den erworbenen Kra nkhe i tszustünden, welche in ihrem Verlaufe zur Entwickelung der Dämpfigkeit Veranlassung geben können, sind von den Krankheiten der Luftwege zu nennen: Chronische Entzündungen der
Schleimhaut in der Nasenhöhle, welche mit Wucherungen des Bindegewebes verbunden sind, Geschwülste in der Nasenhöhle, Wucherungen und Verdickungen der Schleimhaut der Rachenhöhle (durch Entzündungen, Parasiten), chronische Entzündungen und Geschwülste an den Stimmbändern, Atrophie der Stimmritzen-erweiterer; sohliesslich können Kompressionen der Luftröhre durch Erkrankungen der Schilddrüse, Geschwülste in der Umgebung derselben zur Dämpfigkeit führen.
In der Lunge werden alle chronischen Entzüiulimgszustände (chronische Bronchialkatarrhe), Neubildungen (Rotz, Tuberkulose), ganz besonders das vesikuläre Lungenemphysem (chronische substantielle), die Liingenatrophie (Alterseinphysem) Ursache der Dämpfigkeit werden können.
Von Krankheilszuständen in der Brusthöhle können chronische Pleuritis, Hydrothorax, Geschwülste durch Kompression der Lunge oder durch Verwachsung von Theilen derselben mit der Bippenwand Dämpfigkeit hervorrufen.
Zahlreiche Krankheiten des Herzens können ebenfalls zur Dämpfigkeit führen. Zu erwähnen sind: Ilydroperikardium, Hypertrophie und Dilatation des Herzens, die bereits erwähnten Bildungsfehler des Herzens, Myokarditis, Feri-karditis, Endokarditis, Klappenfehler. Nach Csokor soll die diphtherisebe Herzklappenentzündung, welche beim Fferde oft nach Infekt ion von Kronentritten aus entsteht, häufig zur Dämpfigkeit Veranlassung geben. Länger bestehende Herzfehler führen zur sog. rothen Ln nge n in durationquot;, welche die Schwerathmigkeit zur Folge bat. Auch noch andere Erkrankungen des Herzens können dazu führen; z. B. Herzverfettung, Schwielenbildungen im Merzen, Verwachsungen des Herzens mit dem Herzbeutel raquo;nid der Rippenwandimg, Neubildungen im Herzfleisch. Schliess-lich können Erkrankungen der grossen Ciefässe (Klappcnaneurysinn, Aneurvsma der Lungenarterie und Aorta) indirekt zur Dämpfigkeit führen.
Es kann auch die Dämpfigkeit indirekt hervorgerufen werden durch Krank-beitszustiinde, welche ausserbalb der Brusthöhle, in der Bauchhöhle sich entwickelt haben und zu einer Verkleinerung des Brustraumes führen. Dahin gehören die schon erwähnten Zwerchfellshemien mit Dnrmvorfall in der Brusthöhle, starke
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620nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Uie Krankheiten tier Ätbmuugsorgane.
VergrÖBSönlngen laquo;lor Leber, Milz, des Magens, grosso Geschwülste innerhalb und ausseilmll) der Dannorgane, Im letzteren Falle wird jedoch mir dann Dämpfigkeit eintreten können, wenn durch die Neubildungen gleichzeitig indirekt ein Druck auf das Zwercht'ell ausgeübt wird.
Auch nervöse Leiden können zur Dämpfigkeit führen. Als solche sind zu nennen: Krankheiten des Zwerchfcllnerven, des oberen Kehlkopfnerven, besonders aber des zurücklaufenden Kehlkopf nerven, wie dies schon (heim Pfeifendampf, Kehlkoptpfeifen) früher erörtert wurde. Dabei sei noch bemerkt, ilass in seltenen Fällen (Gerlach, Ilietzel) auch eine theilweise Lähmung der Zweige des A ntlitznerven vorkommt, wodurch die den Naseneingang^ regulirenden Muskelgruppen zur Erschlaffung gebracht werden, die Nasenflügel bei der Inspiration zusammenfallen und deshalb ein eigenthUmllohes Schnaufen und Sohnarchen bei der Athmung entsteht.
Aus den vorstehenden Angaben Über die wichtigsten Ursachen, welche zur Dämpfigkeit führen können, geht hervor, dass dieselben ausserordentlich mannigfaltig sein können und deshalb zu ihrer Feststellung in jedem einzelnen Falle eine gründliche Untersuchung erforderlich Ist,
Symptome und Verlauf. Die wichtigste Erscheinung ist die in verschiedenem Grade und in verschiedener Ausprägung vorhandene Atbembeschwerde, Welche sich entweder schon im Stande tier Buhe oder hei und nach der Bewegung äussert. Man beobachtet ein beschleunigtes, erschwertes and angestrengtes Atlunen, wobei die Erweiterung und Bewegung der Nasenlöcher sehr stark hervortritt und, in erheblichen Graden, auch eine starke Erhebung der Rippen und Bildung einer rinnenartigen Vertiefung hinter denselben (die sog. Dampfrinne) beobachtet wird. Es zeigt sich ferner eine wellenförmig oder stossweise erfolgende Bewegimg der Brust-und Bauchwandungen (Flankenschlagen), wobei gleichzeitig ein in zwei Absätzen (der erste kurz, der zweite länger) erfolgendes (sog. dopp elschlägiges) Ausathmen bemerkbar ist Oft sieht man dabei, besonders nach kurzer Bewegung der Thiere, eine starke Erschütterung des ganzen Körpers verbunden mit Hervortreten des Afters. Meist ist auch, besonders bei der Bewegung der Thiere ein kurzer trockener oder auch feuchter und hohler Husten bemerkbar.
Es ist weiter charakteristisch, dass sich die Athmungsheschwerde selbst nach kurzer und schneller Bewegung gegenüber einem gleichzeitig bewegten gesunden Pferde uiiveihältnissniässig steigert, sodass unter starkem Keuchen, heftiger Bewegung der Brust und des Bauches und sehr starkem Schwcissausbrnch seihst Erstickungsgefahr eintreten kann. raquo;So kann man nach einer Bewegung von B - ö Minuten schon 6060 und nach lö30 Minuten 80100 Athemzüge in der Minute nachweisen, Nach der Bewegung dauert es bei dämpfigen Tbiemi viel länger (8040 Minuten) his sie sich wieder vollkommen beruhigt haben, als bei gesunden Pferden, wo nach 10Ü0 Minuten diese Beruhigung eingetreten Ist. Nicht selten ist auch (nach Fried herge r-Froh ner) eine Verkleinerung der Herz-dämpfung nachzuweisen, wobei das Herz durch die emphysematisch vergrössertc LungG überdeckt wird. Bei der Untersuchung des Herzens lassen sich manchmal auch Klappengeräusche nachweisen. Die Zahl der Pulse beträgt 80120 und mehr in der Minute. Im Pehriiren sind die Thiere sonst gesund, munter und in
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Dilaquo; Krankheiten iier Lunge,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (gt;21
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gutem Nälimustimde; in anderen Fällen kann nuin einen sog. aufgesohürzten Bauob, rauhes, glanzloses Haar (Haarsohleohtigkeit) und Rückgang in der Ernährung nachweisen,
Der Verlauf der Dämpfigkeit ist ohronisoh und nmd die eintretenden Besserungen und Verschleohterungen des Zustandes abhängig von der Natur des Grund-loidens, von dem Alter und der Rasse des Thiores, und Jahreszeit, Wartung, Pflege und Gebrauch. In einzelnen Füllen kann sich das Leiden bis zur völligen Dienst-unbrauohbarkeit des Thieres steigern.
Diagnose. Die Feststellung der Dämpfigkeit, welche meistens für gerichtliche Zwecke erfolgt, kann nach verschiedenen Richtungen hin Schwierigkeiten begegnen, weil einmal die fieberlose Atiiembesciiwcrde zu ermitteln ist und gleichzeitig auch nachgewiesen werden soll, dass es sich um ein unheilbares Leiden handelt.
Um Irrthümer zu vermeiden ist eine dreimalige Untersuchung des Thieres, in der Ruhe, während der Bewegung, und nach der Bewegung erforderlich. Ist es ausführbar, so wird man die erste Untersuchung an einem Tage und die zweite und dritte am folgenden vornehmen können. Bei der Untersuchung in der Ruhe, welche vorzunehmen ist, nachdem das Thier mehrere Stunden im Stalle ist, wird man festzustellen haben, ob das Pferd sonst vollkommen gesund ist, ganz besonders ob nicht etwa fieberhafte Leiden oder andere Kranklieits/.nstände vorhanden sind, welche eine Athembeschwerde hervorrufen können. Alle fieberhaften Leiden, katarrhalische Erkrankungen der Luftwege, Entzündungen der Lungen und des Brustfelles, Rheumatismus, Wunden, Quetschungen und andere, erhebliche äussere Entzündungen und erhebliche Lahmheiten können je nach dem Grade der Sohmerz-hoftigkeit bei grösserer Anstrengung der Thiere mit Athembeschwerde verbunden sein. Die weitere Untersuchung wird sich auf alle diejenigen Ursachen zu erstrecken haben, welche früher erwähnt worden sind.
Die Untersuchung während der Bewegung kann am Wagen (bei Zug- und Wagenpferden) und unter dem Reiter (bei Reitpferden) vorgenommen werden. Bei der Bewegung, welche keine übennässige sein darf, ist darauf zu achten, dass die Aul'zäumung und das Anlegen des Geschirres richtig erfolgt und die Luftwege nicht, in irgend welcher Weise beengt werden. Schon während der Bewegung, welche man auf 15 HO Minuten ausdehnen kann, wird man auf Alhinungsgeränsche (Stöhnen, Rohren, Pfeifen), Danipt'rinne, Aufreissen der Nüstern zu achten haben. Nach der Bewegung ist die Zeit, festzustellen, innerhalb welcher die vollkommene Beruhigung des Thieres eintritt, wesshalb man in Zwischenräumen von 6 zu 5 Minuten die Athmungsfrequenz untersuchen wird.
Liegen Störungen im Bereiche der Herzthätigkeit (sog. kordlale Dämpfigkeit [Gerlach]) als Ursache der Athembeschwerde vor, so wird man schon im Stunde der Ruhe eine ungewöhnliche Aurregung und Aöngstlichkeit der Thiere erkennen können. Neben der Atlmiungsheschwerde wird man nervöses Herzklopfen, einen pochenden Ilerzstoss, und ferner verschiedene. Geräuscho bei der Auskultation des Herzens wahrnehmen können. 1st chronische Myokarditis die indirekte Ursache der Atheinbeschwerde, so zeigt sich schwacher, kaum hörbarer Herzschlag, kleiner frequenter Puls, Arhythmie und grosse Aengstliohkeit der Thiere. Anatomisch handelt es sich um einen Myokarditis fibrosa disseminata. charokterisirt
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(522nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Kiiinklipitüii dor Atliniuiigsoigaiio.
(lurch diis Auftreten uiiischrieheiier weisssi' Flecken im Herzfleisch. Klappen-fehler, als indirekte Ursache der Dämpfigkeit, sind clmrakterisirt durch Stiuinngs-erscheiimnii'en, dabei ist das Alhnien schon im Staude der Ruhe boschleuiiigt und angestrengter als bei anderen Formen der Dämpfigkeit. Nach massiger Bewegung der Thiere, ist oft ein auf beiden Thoraxseiteu fühlbarer Herzschlag nachzuweisen, dabei ergiebt die Auskultation unreine bei Insiifficiem der Mitralklappen mit einem blasenden syslolischen Aftergeräusch verbundene Töne. In höheren Gradeil der Stauung ist auch allgemeine C'yanose (starke Füllung der Venen, Venenpuls) vorhanden. Wegen etwaiger anderer Herzkrankheiten muss auf den betreffenden Abschnitt verwiesen werden.
Therapie. Die Erfahrung lehrt, dass sich bei vollkommen ausgebildeter Dämpfigkeit niemals vollständige Heilung, sondern höchstens etwas Besserung erreichen liisst. Am meisten empfohlen wird die Verabreichung von Arsenik (0,31,0) entweder mit Milchzucker auf das Futter oder in Lösung (12 Theelöffel täglich auf Brot verabreich!). Man giebt den Arsenik in Zwischenräume von 85 Tagen und in steigenden Dosen. Ansserdem kann auch Jodkali (34 gr in 1 Liter Wasser, täglich zweimal) versucht werden. Schliesslich wird man, besonders wenn (lirkulationsstörungen die Ursache sind, möglichst auf Beschränkung des Getränks halten. Auf dieses schon im Jahre 17öö (von Garsault) empfohlene Verfahren, haben nach den von üertel beim Menschen gewonnenen Erfahrungen neuerdings wieder Friedhe rger-F röhner hingewiesen. Ist chronischer Bronchial-katarrh die Ursache, so wird man diesen (durch Anwendung von Alkalien, Karlsbader Salz) zu beseitigen haben. Daneben ist für gute Pflege und Fütterung, Aufenthalt in guten Stallungen, im Sommer auf Weiden zu sorgen.
Gerichtliche Tliierheilkiiiule. Die Dämpfigkeit gehört gegenwärtig noch zu den GowälirsMiiiiigeln und bestehen dafür noch folgende ti o wilhrsfriston:
In Hamburg 4 Tage; in Elsass-Lothringen, Frankreich und Luxemburg 9 Tage; in Bayern, Württemberg, Baden, Hessen, Kurlicssen, Stadt Frankfurt und Belgien 14Tage; in Oosterrüioh und im Köiiigroich Sachsen lö Tage; in Braunschweig, Bremen, Preussen (Gellnngsbezirk des Rllgemeinen Landreohts), Saohaen-Qofcha, Sachsen-Meiningen-Hildburg-hausen, Waldeok 28 Tage; in Nassau 29 Tage.
Im neuen bürgerlichen Qesetzbuche für das deutsche Reich wird man für die Dämpfigkeit jedenfalls auch eine Gcwiihisfrist festsetzen und auf 14 Tage bemessen. Dadurch dürfte Käufer und Verkäufer noch am wenigsten benaclithciligt worden. Für die Bourthei-lung der Dämpfigkeit vor Gericht wird man hinsichtlich der Erscheinungen besonderes tie-wicht auf die negativen Symptome legen müssen, welche oben bei Frörterung der Diagnose bereits erwähnt sind.
Es mag noch bemerkt sein, dass, wenn auch bei den übrigen Haustlnoren Dämpfigkeit gelegontlich vorkommt, dieselbe gerichtlich nieüt in Betracht kommt, höchsten bei Kindern, besonders bei Zugochsen, wo dann die Beurtlioilnng in der Hauptsache wie beim Pferde ZU erfolgen hat. Beim Rinde pllegen dann meistens erhebliche organische Verändeningen zu Qrunde zu liegen.
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7. Die Fremdkörperpneumonie. Lüngenbrand. (Gangraena pulmonum.)
a) Bei m M ensc h e n. Aofiolog'ic. Lungenbrand wird vorwiegend hervorgerufen durch mit Fäulnisserregern infizirte laifl, besonders jedoch durch Aspiration von Fremdkörpern,
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Die Krankheiten dor fjiinge.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'öi
Speiohel, SpeisetUeileti) Durohbruoh von Qesohwuren und Eitcningon der Naohbtir-organe, auch durch fötide Bronohltls, Unter den Symptomen ist besonders die Besobaffenheit des Auswurfs wiobtig, welcher iihelrieehend ist und elastisciie Fasorn und Gewebsfetzen enthält. Daneben ist hohes unregelinässiges Fieber, Scbüttelfrost, starker Sebweiss, Appetitlosigkeit^ Herzsobwäobe und meist auch Hämoptysis zugegen. Der Gosti.inni tverl iiuf der Krankheit ist sehr versehieden; zahb'eiohe Fülle werden bald tödtlieb, andere sind mehr sohleiohend und können mich monatelt; langer Dauer in relative Genesung übergehen.
Anatonüseh zeigt sich das Lungengewebe sciiwarzgriinlicb und zert'äilt. leicht in eine übelriechende nekrotisohe Fetzen enthaltende Jaucbe, sodass unregel-mässige Höhlen entstehen, Daneben finden sich die Zeichen tier Pneumonic mid Pleuritis. Die Therapie ist im Wesentlichen dieselbe wie bei der fAtlden Bronchitis.
b) Bei Thieren,
Bei Thieren kommt die sog. Freindköiperimeumonie bei allen Hausthieren, am meisten bei Pferden und Bindern in Folge Verschlucken beim Fingiessen von Arzneien vor. Ks handelt sich dabei um eine herdweise auftretende brandige Pnoumoine, welche die Neigung hat immer weiter sich auszudehnen und noch auf die Pleura sich fortzusetzen.
Aetlologie. Das Fiiulringen fremder Körper in die Lunge kann in verschiedener Art erfolgen. Zunächst können beim sog. Verschlucken (Sohlucklaquo; pneumonic) in dem Scblundkopf befindliche Futtertheile, Speichel u. s. w. in den Kehlkopf und in die Luftröhre eingesogen weiden, wie es besonders bei Bräune, bei gestörtem Sohlingvermögen (Starrkrampf, Gebirnkrankbeilen, Kalbefieber, Maul-und Klauenseuche, Geschwülsten in der Halsgegend, Schlundkopflähmung) leicht vorzukommen pflegt. Dabei hängen dann die Folgen des Vorganges wesentlich von der Art und Menge der eingedrungenen Fremdkörper, wie auch davon ab, ob dieselben mit Fäulnissorganismen in erheblicher Weise vermischt waren. Dasselbe kann herbeigeführt werden durch den Diirehbnich retropharyngoaler Abscesse in die Luftröhre, sowie durch das plötzliche Vordringen putriden bronchitiseben Sekrets in tiefer gelegene Lungen abschnitte. Ebenso können die durch Llibmung des Kehlkopfsnerven herbeigeführten Zustände an der Stimmritze das Findringen von Stoffen obiger Art sehr begünstigen. Liegen kranke Thiere viel (bei Kolik, Hufrhehc), so kann auch hierbei durch Aspiration von Sand und Staub u. dgl. aus der nächsten Umgebung die Möglichkeit zur Entstehung einer Freindkörperpneumonie geschaffen werden. Dasselbe kann auch geschehen beim Einathineii von vielem Staub, stark reizendem Husten, besonders bei gleichzeitigem Gebrauch der Thiere.
Besonders wichtig aber ist die bei Pferden, Rindern und Schweinen nicht selten vorkommende Form der Schluckpneuinonie, welche durch das unrichtige Eingeben von Arzneien, besonders flüssigen, entsteht und unter dem Namen der Ei nguss-pneumonie (Bronchopneumonia medikamentaria) bekannt ist. Bei Pferden entstehen solche Eingusspneumonien besonders, wenn von Quacksalbern und anderen unkundigen Personen die Arzneien durch die Nase ') eingegeben werden.
i) Wie Dieokerhoff angiebt, ist der Aberglaube, class den Pferden gegen innen' Krankheiten (Kolik, Rhehe) die Medikamente in flüssiger Form zweckrattssig durch die Nase
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Dia Krankheiten laquo;ler Atbmungaorgane,
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Abel' aiicli beim uni'iohtigen Eingeben der Arzneien durch lt;iii* Maul kiiim diis Vcr-gohluoken Ulcbt eintreten, wenn die Thiere sehr widerspenstig sind, wenn dabei der Kehlkopf gedrttokt und gestrichen wird (wie es Laien öfters ausfflhrejii tun das Schlucken zu befördern) oder wenn beim Elngiessen die Zunge weit herausgezogeiii der Kehlkopf schief gehalten, oder beim Husten der Thiere der hoobgezogene Kopf nicht sogleich freigelassen und noeli weiter eingegossen wird. Bei Pferden, Hunden und Schweinen ereignet sich das Versehlueken am häufigsten, wenn zflhflüssige, sehlechtsclmieckeiide oder übelriechende Arzneimisehungeii eingegeben werden und die Thiere dadurch sehr zur Widersetzlichkeit gereizt, werden. Auch nach der trachealen Arzneianwendungsmethode kann bei Anwendung ungeeigneter (zu kon-zentl'irter, unsauberer) Arzneilösungen Luugenbrand verursacht worden. Ueberhaupt hängen die weiteren Folgen der in die Lungen eingedrungenen Stoffe sehr von deren sonstiger Beschaffenheit, ab.
Scbliesslich kann auch Luugenbrand hervorgerufen werden durch Fremdkörper, welche von der Oberfläche der Lunge in derselben eingedrungen sind. Beim Rinde dringen Fremdkörper oft vom Magen her im Verlauf einer Perikarditis in die Lunge ein; ebenso vom Schlünde aus, wobei dann zunächst eine heftige Pleuritis entstobt; in anderen Fällen geben Splitter bei Rippenbrüchen, schwere Kontusionen des Brustkastens (beim Fall, bei Stössen und (Quetschungen) dazu Veranlassung.
Symptome Ulld Verlauf. Die Krankheitsersclieinuiigen entwickeln sich meist sehr allmählich und können desshalb im Anfange leicht übersehen werden. Man erkennt anfänglich nur die Zeichen einer katarrhalischen Pneumonie, bis der Eintritt hohen mit Sclnittelfrösten verbundenen Fiebers (4041deg; C. beim Pferde), sehr frequenten Puls (8U110 in der Minute), sehr angestrengtes und beschleunigtes Alhmen und ein meist vorhandener mit üblem, süsslichein Geruch verbundener, missfarbiger mit Gewebsfetzen gemischter Nasenausfluss das Vorhandensein von Lungenbrand ankündigen. Bei der sog. Eingusspneumonie ist gewöhnlich auch starker Hustenreiz vorbanden. Bei der Perkussion der Lungen ergieht sich bei oberflächlicher Lage der Lungeukaverne unregehnässig ausgesprochene Dämpfung, lympanitischer Ton oder auch das Geräusch des gesprungenen Topfes, und bei der Auskultation sehr verstärktes Bläschenathmen, vollständiges Fehlen desselben und Bronchialatbmen an den gedämpften Stellen.
Im weiteren Verlaufe zeigen sich dann grosso Schwäche, Diarrhöe, eiweiss-haltiger Harn, allmählicher Verlust des Appetits; die sichtbaren Schleimhäute erscheinen blass und meist sind noch die Zeichen einer Pleuritis (steife Rippenhaltung, Reibegeräusche) erkennbar. Der Ausgang ist meistens ungünstig, die Krankheit endet gewöhnlich in wenigen Tagen oder in 28 Wochen tödtlich; Genesung tritt nur beim Vorhandensein kleiner Herde ein, wobei dann später noch Athem-boschwerde zurückbleibt. Dennoch ist die Prognose vorwiegend ungünstig.
Anatomischer Befand. Die anatomischen Veränderungen setzen sich zusammen aus solchen einer Pneumonie, Bronchitis, Nekrose und Gangrän einzelner Lungenabschnitte, Die entstandenen Jauoheherde sind meist schon äusserlioh
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einzugeben seien, schon uralt. Bereits im 4. Jahrhundert empfahl Apsyrtus hierzu das linke Nasenloch zu wühlen. Diesel Misabrnueli hat sich unter den Besitzern and Empirikern bis zur Gegenwart durch Tradition erludten.
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Die Krankheiten der lainge.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 625
ills erhabene odor cingofallene beim Bot asten weiche Stellen erkennbar, welche von hepatisirtem Lungengewebe umgeben sind. Beim Einschnitt in die Lunge sieht man dann zahlreiche, grössere und kleinere (erbsen- bis hiihncreigrosse) unregol-mässig geformte Hohlräume, angefüllt mit einer missfarbigen, braunen oder braun-grünlichen Flüssigkeit. Wo die Herde an der Oberfläche der Lungen gelegen sind ist noch eine fibrinöse, hämorrhagiscb-jaudiige Pleuritis vorhanden. In der Kegel stehen auch Bronchialäste mit den Herden in Verbindung.
Je nach dem Stadium der Erkrankung findet man die erkrankten Lungenabschnitte schwarzroth oder grauroth; mit Eintritt der eiterigen Infiltration und Abscedirung werden die Stellen grün- oder grüngelb. Das in der Umgebung der Herde befindliche Gewebe ist entweder hyporämisch, ödematös oder hepatisirt. Hat eine jauchige Pleuritis längere Zeit bestanden, so ist auch oft Pyopneumothorax vorhanden. War der Verlauf des Prozesses im Leben der Thiere langsam, so entsteht eine dcmarkirende Entzündung, welche als schmaler, eitrig infiltrirter, gelber oder gelbweisser Saum die Kavernen umzieht und unter Umständen die Kavernen vom gesunden Gewebe ganz abschliessen kann. Solche Herde trifft man nicht selten beim Kinde, wobei dann eine schwielige, speckige, grauweisse Wand die Kavernen umgiebt; manchmal finden sich ähnliche Veränderungen auch an der Pleura.
Aussei- vorstehenden Veränderungen an den Lungen und an der Pleura findet man meistens das Blut wenig geronnen, theerartig (beim Rinde manchmal Anlass zu Milzbrandverdacht gebend) ausserdem die meisten übrigen Organe parenchynmtös geschwollen und durchsetzt mit Blutungen und nietastatischen Herden,
Diagnose. Im weiter vorgeschrittenen Stadium ist die Erkennung des Leidens nicht schwer. Dagegen kann die Feststellung beim Beginne der Erkrankung durch Verwechselung mit anderen Lungenleiden, Pharyngitis, Bronchiektasien, Petechialfieber, Lungensucht u. dgl, Schwierigkeiten finden. Wichtig ist in allen Fällen eine gründliche Untersuchung und genaue Aufnahme der Anamnese. Liegen Zahnkrankheiten vor, welche den üblen Geruch verursachen, so wird eine gründliche Untersuchung der Maulhöhle zur Entscheidung führen. Vor Verwechselung mit Lungenseuche, die in Lungenseuchebezirken möglich ist, schützt im Leben der Thiere die Erwägung, dass Lungenbrand schnell und meist mit hohem Fieber vei-liiuft, bei der Sektion der Umstand, dass die marmorirte Beschaffenheit der Lunge bei Lungenbrand fehlt.
Therapie. Im Grossen und Ganzen muss man sagen, dass die Behandlung besonders der weiter vorgeschrittenen Fälle wenig Erfolg verspricht, Man hat versucht durch Unterbringung der Thiere in einem gründlich mit Karbolsäure gereinigten Stall, durch Anwendung von Dunstbäder aus Karbol, Kreolin, Terpentin, sowie durch tracheale Injektion von Lysol, Kreolin, Lugol'sche JodlöSUUg, .Jodoform in Aether (i : 20) und durch innerliche Verabreichung von fchtbyol, salicylsaurem Natron, Kampher und Terpentin in Verbindung mit styptischen Mitteln (Ferr, sulfur. Cortex Quercus u. s. w.) den Prozess in den Lungen zum Stillstand und zur Heilung zu bringen. Auch Tart. stib. in kleinen Dosen, Kali chlorikum oder Kali jod. (1015,0) In einem Eimer Trinkwasser zur Selbstaufnahme, ferner Amnion. chlor, mit Natron sulfur, und Rad. Kaiami und Sem. Anisi werden verwendet.
Schnoiilomiihl, Vergl. PAthologlS,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;40
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Die Krankheiten der AtbuiUDgBOrgane.
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Der Nutzen dor früher noeli üblichen änsseren sog. Ableitungsniittel (scharfe Ein-reibung, Fontanelle) seheint fraglich. In einzelnen Füllen beginnender Broncho-Pneuinonie habe ich von der mit einem Sprayapparat ausgeführten Zwatäubung von Karbolsäure, Lysol und Borsäure innerhalb und ausserhalb des Maules und der Nase der Thiere einigen Nutzen beobachtet.
8. Motastntische (embolische) LnngcnciitKÜiidiiiig. Beim Menschen werden ombolischo Prozesse in den Lungen beobachtet, einmal nach irechaniacbem Verschlnss einer Lungenarterie, bei ohronisohen Herzfehlern, sowie wenn infektiöse Stoffe entweder bei nia-lignor Kndokarditis im rechten Herzen oder wenn von einer irgendwo im Körper bestehenden eitrigen (Septischen) Phlebitis embolische Pfiöpfo in die Lunge gelangen. Es entstehen dann embolische Abscosse und embolische Uangränherdc. Syniptoine. Oft worden Enibolien und Infarkte an den Lungen bei der Sektion gefunden, ohne daas im Leben besondere Krank* heitsnrscheinuiigen bemerkt wurden. In anderen Fällen kann bei Embolien grosser Aosto der Pulinonalartcrien plötzlicher Tod eintreten, oder es zeigen sich hochgradige dyspnoisihe Erscheinungen, Ausserdem zeigt sich bei Int'avktbildung blutiger Auswurf. Ulo Therapie fällt mit der Behandlung des (irundleidana zusammen.
Bei Thieren ist die nietRstatischo oder embolische Pneumonie nur ein sekundilros Leiden, welches ausgleichen Ursachen wiebeim Menschenanftritt. Besonders geben dazu Veranlassung: Phlebitis nach Adcrlass, Oinpbalopblcbitis, H-helie, sonstige biandige Erkrankungen dos Fusses, Metritis und Mastitis, pyäiniscbo l'rozesse aller Art, ulcoröse Endokarditis, Rotz, Druse u. s. w. Unter den Symptomen der eigentlichen metastatischen Pneumonie sind das plötzlich eintretende hohe Fieber, die Atlninbeschwerden und Husten die wichtigsten. Hat ein Durchbrucb nach der Plema stattgefunden, so findet sich auch eine eiterige Pleuritis. Meist endet der Erankheitsprozess unter schnellem KrftfWverfall tödtlicb. Hei der Sektion findet man erbsen- bis wallnussgrosse, keilförmige, der (iefässverlheilung ent-spiecheiulo, tief dunkolioth gefärbte dicke Horde in der Lunge, auf deren Durchschnitt sowohl wie auch in der Umgebung derselben Eiterungen erkennbar sind. Die Behandlung derartiger Prozesse ist meistens aussichtslos und höchstens nach den bei der Kreimlkörper-pneumonie angegebenen Grundsätzen einzurichten. In jedem Falle aber wird das Grund-leiden zu beachten sein.
9. Mykotisohe Lung0netitzttndniigenlt; Pneqmonomykosis. Beim Menschen
bezoiebnet man nach dem Vorgänge von Virchow als Pneumonomykosis die Entwickelung von pflanzlichen Parasiten in den Lungen. Man beobachtet aussor den Spaltpilzen iSchizo-myecton) auch Schimmelpilze (Oidium albikans, Aspergillus) ferner Strahlenpilze (Aktino-myces) in der Lunge. Spaltpilze spielen bekanntlich eine grosso Holle bei den Kikran-knngen der Lunge; es sei nur an die Tuherkelbazillen, an die Krtln kel'sohen Pneumonie-kokkon, an die putride Bronchitis, an Lungenbrand und Lungenabscess erinnert. Ebenso sind Sarcinepilze gelegentlich (vielfach zufällig) in dem Auswurfe Lungenkranker beobachtet. Ebenso ist der Soorpilz (Oidium albikans) in mehreren Fällen von Bronchitis bei Kindern und Erwachsenen gefunden worden. Pneumonomykosis asp ergill ina beobachtete zuerst Virchow und ist dann später öfters beim Menschen im Verlaufe chronischer Lungenkrankheiten festgestellt worden.
Bei Thieren sind mykotische Lniigenentzündiingon nicht selten und ganz besonders häufig beim llofliigel beobachtet worden. Bei den Vögeln, unter welchen sich besonders Tauben, Hühner, Fasanen, Gänse, Enten, Schwäne, Papageien und Flamingos erkranken, sind solche Verschimmelnngon der Lunge schon .seit Anfang dieses Jahrhunderts bekannt. Die Gelegenheit zur Sporcneinathmung ist in den meist niedrigen und 81 lilecliten Stallungen der Hühner hinreichend gegeben, wie auch die Luftwege der Vögel, besonders wegen der vorhandenen grossen Luftsäcko für die Ansiedelung und Entwickelung der Sporen sehr günstig sind. Als besonders geeignet für solche Ansiedelung und Entwickelung ist (wie Schütz zeigte) Aspergillus fumigatus zu betrachten, daneben auch Aspergillus nigroscens, glaUOUS und ferner Mnkor raceinosus und konoideus. Die Pilze worden entweder durch schimmelige Nahrung oder durch sporenhaltige Luft aufgenommen. Beim Geflügel werden selbst seuchenartige Erkrankungen durch Kinwandcriing solcher Schimmelpilze beobachtet. Auch bei den H aus s äuget h i eron, wo solche Erkrankungen besonders bei Pferden und Rindern, selten bei Schafen und Hunden, vorkommen, hat man bei Pferden manchmal (Pech) ein gehäuftes Auftreten festgestellt. Im Ganzen erkranken jedoch die Säugethiere seltener, als die Vögel. Manchmal werden auch, wie beim
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Die Krankheiten der Lunge.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;627
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Menschen, die Schimmelpilze ganz zufällig in der Lunge gefunden. Beim Gefl (Igel kamen die Pilzwuchorungen ausser in der Lunge auch in den Bronchien, in den Luftzellen und in der Nasenhöhle vor. Auf den Sclileiinlittuton entstehen in Folge der Anwesenheit der Pilze eigonthümlicli blätterige Platten und Scheiben, theilweise auch eingedickte Eitermassen, wobei die Entstehung auf die Bildung und Wirkung eines Toxins Phlogosins zurückgeführt wird.
Die Symptome sind bei den grösseren Hau ssäu get liieren ähnlich, wie bei der katarrhalischen Pneumonic, dabei verläuft die Krankheit chronisch mit zunehmenden Athem-besohwerden und Rückgang im Nährzustande. Bei mehr akut verlaufenden Fällen ist auch Dämpfung in den Lungen und Nachweis der Pilzmassen in dem Auswurfe möglich. Bi'im Geflügel beobachtet man ein mit schnarchendem Geräusch verbundenes vermehrtes Athmen, geringe Fresslust, zunehmende Mattigkeit, Hinfälligkeit und Abmagerung. Dazu gesellt sich übclriecliender Durchfall und nach 24wöchentlichem Bestehen der Krankheit tödtlicher Ausgang. Ob, wie man in Belgien und Frunkreich beobachtet haben will, die Krankheit von den Tauben gelogenllich auf den Menschen übergehen und dort eine der Lungentuberkulose iihnlicho Krankheit hervonufon kann, bedarf noch weiterer Untersuchungen. Die anatomischen Veränderungen bei gestorbenen und geschlachteten Thieren sind im Wesentlichen folgende:
Beim Geflügel findet man dicke, feste, schmutziggrauo, fibrinös-käsige Massen sowohl in dor Brusthöhle, wie auch in der Bauchhöhle, und dabei die Lungen komprimirend. Die Veränderungen können entweder nur die Luftzellen oder auch die Lungen, Bronchien und Trachea ergreifon. Bei den Haussäuget h i oren sieht man kleinere und grössere (bis erbsengrosse) Knötohen in der Lunge zerstreut. Bei näherer Betrachtung erscheinen dieselben im Centrum eiterig und mit Schimmelrasen durchsetzt oder man sieht (an jüngeren Stollen) kleine Schimmelherde, welche von hämorrhagischem oder hepatisirtera Lungengowebe umgeben sind. Beim Binde können dabei eine der Lifgenseuche ähnliche auagebreiteto Pneumonic (Röckl) und beim Pferde rotzähnliche Veränderungen auftreten. (Martin.) Wie bei den Vögeln, so kann auch bei den Säugethieren die Pilzwucberung auf die Bron-chialschloimhaut, auf die Pleura und gelegentlich auch auf die Lober übergehen. (Martin.)
Die Behandlung kann nur ein Vorsuch sein, zumal solche l'neumonomykosen selten im Leben mit Sicherheit festgestellt werden. Beim Geflügel wird man Inhalationen von Knihol-säure und Terpentinöldämpfen, bei grösseren Hausthieron tracheale Injektion der Lugol'schon Lösung, des Lysols, Kreolins u. dgl. versuchen können.
10.nbsp; nbsp;Geschwülste in tlci' Lnnirc. Beim Menschen sind primäre gutartige Geschwülste (Adenome, Lipome, Papillome, Chomlrome) selten, ebenso auch von den bösartigen die Sarkome, dagegen sind Karcinome häiifilaquo;er. Sehr häufig kommen sekundäre, metastatische Geschwülste vor, besonders Sarkome, dann Karcinome, seltener Chondrome.
Bei Thieren liegt es beinahe ebenso. Während primäre Geschwulsthildungen in der Lunge im Ganzen selten sind, kommen sekundäre um so häufiger vor. Besonders sind es Adenokarcinome beim Hunde, Melanome beim Pferde, Kalbe und Hunde, Rundzellen- und Spindelzollcnsaikome (auch primär) nicht selten beim Pferde und Hunde, ferner Ghondrome, Chondro-Adenomo (Kitt) und Ossifikationeu, besonders in der Hundolunge. Ausserdom kommt Rotz und Tuberkulose der Lunge vor (vergl. die betreffenden Krankheiten).
11.nbsp; nbsp;Parasiten in der Lunge. Beim Menschen werden nicht selten Echinokokken beobachtet, welche von der Leber durch das Zwerchfell in die Lunge durchbrechen. Daneben kommen auch Cysticerkeu (ccllulosae) und Pentastomum dentikulatum vor. Gelegentlich auch Distomen und Strongylus longevaginatus.
Bei Thieren kommen zunächst zahlreiche Strongyliden in den Bronchien und in der Lunge vor, welche schon früher bei Besprochung der vorminösen Bronchitis erwähnt sind. In der Lunge des Rindes und dos Schafes weiden nicht selten auch Distomencysten beobachtet mit sehr starren Wänden und gefüllt mit einer braunen, röthlichen oder gelblichen, zähen Flüssigkeit, in welcher manchmal noch Egel oder deren Thoile zu erkennen sind. Die Embryonen gelangen wahrscheinlich mit dem Blutstrom vom Herzen aus in die Lungen.
Sehr häufig werden beim Rinde, seltener beim Pferde, Echinokokken in der Lungo gefunden, wobei das Gewicht der Lungen (von 6 Pfund [normal] bis 40 Pfund und darüber) zunehmen kann. Sehr oft gehen die Parasiten zu Grunde und es bleiben mit einer gelblichen, krlimoligen, käsigen oder kalkhaltigen Masse angefüllte Cysten zurück.
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028nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Athmungsorgane.
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Aktinomykose der Lunge kommt sehr häufig beim ßindo vor, meist sekundär in Folge Aspiration pilzhaltigor Massen aus der Rachenhöhie und aus dem Kehlkopfe, seltener primär. Neben den linsen- bis faustgrosson (und griisseren) Geschwülsten werden auch grosso mit etwaigem Inhalte angefüllte Kavernen beobachtet. Auch eine dissomi-nirte Aktinoinykose (miliaro und stecknadelkopfgrosso Herde) ist gelegentlich beim Rind (von Pflug) und beim Schwein (Hertwigl gesehen worden, wobei die Pilze vielleicht durch die Blutbalm in die Lungen gelangt sein mögen.
Auch die in Knötchenform auftretende Botryomykose der Lunge wird nicht selten beim Pferde und zwar meistens sekundär gelegentlich der gleichen Veränderungen in der Haut, im Samenstrange oder in der Bauchwand beobachtet. Die den Fibromen ähnlichen erbsen- bis hühnereigrossen Knoten erscheinen auf dem Durchschnitt derb, woissgrau, scharf abgegrenzt, nur im Centrum findet sich eine weiche, eiterähnliche, auch manchmal schleimige Masse, in welcher sandige, gelbe oder graiigelbe Körnchen erkennbar sind. Zuweilen sind auch grösscre Kavernen neben den Knoten gesehen worden. Vielfach besteht neben der Botryomykose der Lunge auch Perikarditis, Hydrothorax, wobei dann auch die Rippenknochen mitbefallcn und blasig aufgetrieben sein können. (Kitt.)
12. Chalikosis der Lunge. Kalkigflbröse Knötchcn der Lunge. Als Chali-kosis nodularis pulmonum von Kitt oder als kalkig-fibröse Knötchen bezeichnet, kommen in der Pferdolungo öfters Veränderungen vor, welche schon mit Uotz verwechselt wurden. Ea handelt sich dabei oft um massenhaft vorhandene stecknadelkopf bis hanf'korngrosse Knötchen, welche sowohl in der Lungensnlistnnz, wie unter der Pleura überall zerstreut beobachtet werden. Ks sind grauweise, scharf abgesetzte Knötchen, welche beim Betasten der Lunge leicht gefühlt werden können Die mit den Fingernägeln leicht ausschälbnren Knötchen erscheinen oft als eine körnige, trockene Masse oder man findet sie als feste, knoipolähnliche Gebilde in der Umgebung der Bronchien und diese selbst verstopfend. Bei näherer Untersuchung findet man die verscliiedensten Ursachen; es können zu Grunde {iegangene pflanzliche und thierische Parasiten sein, ferner eingeathmete Pflanzenpartikel, Kohlenstaub und Kieselfragmente, sowie kloine Embolien, Reste katanlialischer Kntzündungsprodukte, welche verkreidet oder verkalkt sind, schliesslich auch rotzige Prozesse, so dass in einzelnen Fällen eine sehr gründliche Untersuchung erforderlich ist, um Irrthümer zu vermeiden.
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V. Die Krankheiten des Brustfelles.
1. Brustfellentzündung. Pleuritis. (Pleuresia.)
a) Beim Mensohen.
Aetiologio. Man unterscheidet gewöhnlich noch eine primäre und eine sekundäre Pleuritis. Doch ist von den traumatischen Pleuritiden abgesehen (z. B. bei Brustwunden) noch nicht entschieden, ob es primäre Pleuritiden giebt. Klinisch wird oft von primärer Pleuritis gesprochen, WO man bei einem bisher gesunden, plötzlich erkrankten Menschen nur die Zeichen einer Pleuritis findet. Vielfach handelt es sich dabei um tuberkulöse (also auch um sekundäre) Erkrankungen. In der grossen Mehrzahl der Fälle entsteht die sekundäre Pleuritis durch direkte Fortsetzung des entzündlichen Prozesses von einem Nachbarorgan aus auf die Pleura, Dies kann von der Lunge, vom Perikardium und vom Peritoneum aus und im Anschluss an Muskelrheutnadsmus, Gicht, septische Allgemeinerkrankungen, Nephritis und Polyarthritis erfolgen.
Der Form nach kann eine trockene (bei chronischen Entzündungen) oder eine exsudalive (seröse, eitrige, serös-fibrinöse) Pleuritis entstehen.
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Die Krankhoiton des Brustfelles.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;029
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Symptome und Verlauf. Zunächst zeigt sich Unbehagen, Mattigkeit, Appetitlosigkeit; dazu gesellt sich Druck oder Stechen in der Seite, schmerzhafter Husten, Kurzathmigkeit und Fieber. Manchmal beobachtet man auch Erbrechen. Ist Tuberkulose die Ursache oder ein eitriges Exsudat vorhanden, so ist das Fieber unregelmässig. Die trockene Pleuritis ist bei der Auskultation an dem abgeschwächten Athmen und an dein pleuritischen Reiben erkennbar. Eine sichere Diagnose, ob es sich um serösen oder eitrigen Erguss bandelt, ist meist nur durch tue Probepunktion möglich. Der Vorlauf kann sich Wochen und Monate hinziehen. Die Prognose ist abhängig von der Natur der Ursache und des Grundleidens. Bei starker exsu-dativer Pleuritis kann durch Herz- und Athmungsinsuffizienz tödtlicher Ausgang eintreten. Günstiger ist die trockene Pleuritis zu beurtboilen.
Tliorapie. Bei trockener Pleuritis genügt meist ein Priessnitzscher Umschlag und Bettruhe. Bei akuter, exsudativer Pleuritis wird die Anwendung von Eisblase und Schröpf köpfen angezeigt sein. Die Fliissigkeitsmenge in der Nahrung ist zu beschränken; dagegen kann die Diurese durch Kalomel angeregt werden. Ausser-dem wird Natrium salicylikum verwendet. Bei lebhaftem Schmerz und Hustenreiz kleine Gaben von Narkoticis. Bei starkem Erguss ist die Punktion erforderlich. Zeigt sich erhebliche Ansammlung von eitrigem Exsudat, so kann die Eröffnung des Thorax mit oder ohne Rippenresektion erforderlich werden.
b) Bei Thieron.
Aetiologie. Bei Thieren werden Pleuritiden gelegentlich bei allen Thieron, am meisten jedoch bei Pferden, Hunden und Schafen beobachtet. Man unterscheidet, wie beim Menschen, eine primäre und sekundäre Pleuritis. Dabei findet sich noch in den neuesten Lehrbüchern über die Pathologie der Hausthiere die bestimmte Behauptung, dass die Erkältung die plötzliche Abkühlung des Körpers eine der wichtigsten Ursachen der primären Pleuritis bei Pferden ist. Den'i noch wird man die Annahme sehr in Zweifel ziehen müssen, dass eine lediglich durch Erkältung bedingte primäre (rheumatische) Pleuritis bei Pferden oder anderon Thieren vorkommt. Dazu bedarf es neben des scheinbaren klinischen noch des exakt wissenschaftlichen Beweises. Wie zahlreiche andere Krankhoiton (Pneumonie, Muskelrheumatismus) auch scheinbar durch Erkältungen hervorgerufen, in Wirklichkeit jedoch durch Infektionserreger bedingt werden, so dürfte auch bei der primären Pleuritis der Pferde die Erkältung nur den prädisponirenden und begünstigenden Faktor für das Entstehen der Pleuritis abgeben, während die eigentliche Ursache durch gleichzeitig aufgenommene und durch die Erkältung in ihrer Entwickelung begünstigte Infektionserreger gegeben wird. Damit stimmt auch die Erfahrung überein, dass eine Pleuritis zwar nach Erkältungen verschiedener Art entsteht, oft aber auch ohne solche prädisponirende Ursache beobachtet wird. Dass infektiöse Einflüsse das entscheidende Moment bei der Entstehung sind, zeigt sich auch in dem oft enzootischon Auftreten der Pleuritis bei Ziegen, Pferden, Hunden und Schafen.
Da ferner auch bei Thieren zahlreiche Krankheiten im weiteren Verlaufe zu Pleuritis führen können, so wird man, wie beim Menschen, so auch bei Thieren, selbst dem angeblieh häufigen Vorkommen der primären Pleuritis so lange überhaupt
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Die Krankheiten dor Atlimungsorgano.
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Zweifel cntgegenhalten müssen, als nicht: zwingende klinische und mmtomischo Beweise dafür erbracht sind. Dagegen koinmcn primäre Pieuritulen nicht selten durch Kontusionen der Brust, Rippenfrakturen, Perforation des Schlundes und durch Eindringen von Fremdkörper vom Schlünde her vor.
Sekundär tritt Pleuritis auch bei Thieren im Verlaufe zahlreicher Krankheiten, meistens Infektionskrankheiten auf. Jede Pneumonie, ferner die Brustseuche, die Drüse und der Rotz des Pferdes, die Tuberkulose und Lungenseuche des Rindes, Neubildungen, Verletzungen) Abscesse des Schlundes und des Mittelfells, Erkrankungen der den Brustkasten umgebenden Knochen und Muskeln, Kiitzündungen des Perikardiums, sowie sobliesslioh alle pyämischen und septischen Prozesse, chronische Nephritis und der akute Gelenkrheumatismus können mit Pleuritis verbunden sein.
Symptome. Bei der primären Pleuritis zeigt sich plötzlich Behüttelfrost, Appetitsverminderung, beschleunigtes, jedoch sehr oberflächliches, mit möglichster Feststellung der Rippen verbundenes Athmen (abdominaler Athemtypus), Unrahe der Thiero, Mattigkeit, hohes Fieber (bis 410C.), allgomcmo Steifigkeit bei der Bewegung (gestreckte Kopfhaltung), ein schwacher, kleiner und beschleunigter Puls (70110 in der Minute). Bei Druck der Rippen mit der flachen Hand, beim Herumtreten, selbst bei ausgiebiger Bewegung des Kopfes und Halses nach der Brustwandung bekunden die Thiero Schmerz und Stöhnen. Der Husten ist oberflächlich und wird unterdrückt. Nasenausfluss ist nicht zugegen, dagegen sind die Konjunktivalschleimhäute dunkler geröthet, als normal.
Die Auskultation, welche anfänglich durch ein cigenthümliches dumpfesMus-kelgeräusch, bedingt durch das Zittern der Zwischenrippenmuskeln erschwert ist, ergiebt nach eingetretenem Wassererguss Reibegeräusche oberhalb der Grenzen desselben. Das Reibegeräusch ist von verschiedenei- Stärke und Schärfe und verschwindet mit dem Auftreten von Flüssigkeit. An den gesunden Theilen, besonders an der meist gesunden anderen Lungenhälfte, ist verstärktes Vesikuläratbmen und an dem Ueber-gang zu den erkrankten Abschnitten auch Bronchialathmen nachweisbar. Meist ist nur eine Lungenhälfte ergriffen. Bei der Perkussion ist anfänglich keine Abweichung nachweisbar, erst mit zunehmender Exsudation zeigt sich, horizontal steigend, stark gedämpfter oder leerer Perkussionston, während die Dämpfung über den mit Exsudat gefüllten Abschnitten massiger wird und theilweise übergeht in tympanitischen Ton.
Bemerkenswerth sind noch die Veränderungen des meist sauren Harns; die Menge desselben verringert sich, die Phosphate und auch I^iweiss nehmen in demselben zu, während die Chlorverbindungen (Kochsalz) abnehmen. Erst mit dem Verschwinden des Exsudats tritt ein Ausgleich dieser Veränderungen ein.
Verlnuf, Ausgang und Prognose. Handelt es sich um eine cirkumskripte, trockene Pleuritis, so sind die Erscheinungen sehr gering, oft, kaum nachweisbar und der Verlauf günstig. Auch bei exsudativer Pleuritis kann In leichteren Fällen und hei frühzeitiger Behandlung in 1 2 Wochen Genesung eintreten. Schwerere Fälle, welche die Athemnoth sehr erhöhen, wobei das Athmen pumpend unter Erschütterung der Wirbelsäule und Aufreissen der Nasenlöcher erfolgt, führen oft auf der Höhe der Erkrankung (810 Tage) oder einige Tage später zum Tode. Tritt sohliess-
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Die Krankheiten dos Brustfelles.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;631
lieh noch Genesung ein, so bleibt die Neigung zu Reeidivon und oft dauernde Athembeachwerde zurück; oder es treten ebronisehe Cirkulationsstörungen, hydro-pischo Zustände, amyloide Degeneration der Niere, Leber (bei Hunden) auf.
Bei sokundilrer Pleuritis treten die oben erwähnten Erscbeinungen zu denjenigen des Grundleidens, der Verlaut' kann sich Wochen und selbst Monate hinziehen, dabei ist der Ausgang meistens ein ungünstiger. Demnach ist die Prognose bei Pleuritis überhaupt in der Regel sehr zweifelhaft; ungünstig besonders bei erheblicher Exsudation und bei längerem Bestehen der Erkrankung.
Anatomisclier Itcfuml. Je nach dem Exsudat und der weiteren Ent-wickobmg der Pleuritis hat man anatomisch noch (raquo;ine grössere Zahl verschiedener Formen der Pleuritis unterschieden. Man spricht von Pleuritis eirkumskripta, diffusa, sikka, oxsudativa, fibrinosa, sero-fibrinosa, purulenta, hämorrhagika und putrida.
Dementsprechend kann die Pleura getrübt und geschwellt, mit geringen streifigen oder netzförmigen Fibrinauflagerungen oder in höheren Graden mit dicken, schwartigen oder zottigen Faserstoffmasscn bedeckt sein. Daneben kann nun auch eine leicht getrübte, mehr gelbliche, Fibrinkoagula und rothe Blutzöllen enthaltende oder auch mehr blutige oder mehr eitrige Flüssigkeit in grösserer oder geringerer Menge vorbanden sein. Ist die Flüssigkeit stark eitrig, so ist sie meistens auch sehr stark übelriechend und jauchig, durch den Zutritt von Luft in den Pleinasack. Durch den Druck grosser Fliissigkeitsmengon (beim Pferde 2050 Liter) wird die Lunge der betreffenden Beite schlaff, luftleer und anämisch, während an der gesunden Oedem und Emphysem erkennbar ist. Je nach dem weiteren Verlaufe kann Verdickung und Verwachsung der Pleurablätter (adhäsive Pleuritis) auftreten. Schliess-lich wird auch noch durch die angesammelten Exsudatmassen das Herz aus seiner Lage verdrängt; es können Stauungen im Cirkulationsapparate mit ihren Folgen eintreten.
Diagnose. Im Beginne der Erkrankung ist eine Verwechselung mit Pneu-monie leicht möglich und eine Unterscheidung nur nach gründlicher Untersuchung ausführbar. Hat sieh erst ein grösseres Exsudat angesammelt, so kann die Feststellung der Pleuritis nach Ausführung einer Probepunktion erfolgen.
Therapie. Die Behandlung wird erstreben müssen die Entzündung zu beseitigen und eine stärkere Exsudation mit ihren Folgen möglichst zu verhüten. Dazu empfiehlt sich die Unterbringung der Thiere in einen gründlich gereinigten, gut gelüfteten und warmen Stall, kräftiges Frottiren der Haut mit Kampherspiritus, und Finwickelung der Beine. Zur Erhöhung der Wirkung kann in sehr heftigen Fällen auch ein Senfteig auf die kranke Brustseite gelegt oder diese mit verdünntem Senföl (510 g Senföl : 100,0 Spiritus) eingerieben und nachher ein Priessnitzumschlag applizirt werden. Daneben wird man dann entweder Kali nitr. und Natr. sulfur. (20 : 300,0) mit Rad. Gent, und Kaiami in Latwergenform, oder (kräftigen Thieren) Kalomel (24,0 : Rad. Alth. 23 g, täglich 3 Dosen) geben; in anderen, sehr fieberhaft verlaufenden Fällen Salicylsaures Natron, Antypyrin und ev. Digitalis.
Hat das Fieber etwas nachgelassen, so kann man Borax, Tart. stibiatus, Fruct. Juniperi geben oder auch eine Pilokarpininjektion (0,2 : 3,0) ausführen. Auch Jodkalium (10,015,0 in Trinkwasser) und Arecolin (0,08 für Pferde) wird empfohlen. Ist die Herzschwäche gross und die Mattigkeit der Thiere erheblich, so
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wird man innorlich Kampher und Alkohol verabreichen können. Ist starke Ansammlung von Flüssigkeit eingetreten, so wird die Entleerung derselben durch Punktion und bei eitrigen und jauchigen Exsudaten durch Incision bezw. Rippenresektion zu erfolgen haben. Bei der Punktion wird der Einstich zwischen der (i.8. Rippen schriig nach oben und vorn ausgeführt und später die Oeffnung mit Jodo-fonnkollodium verschlossen. Schliosslich wird man für eine leicht verdauliehe und kräftige Ernährung der Tiiiere sorgen und nach eingetretener Genesung hachtheilige Einflüsse (zu frühen Gebrauch, Erkältung) verhüten müssen.
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2. Die Brustwassersucht. Hydrothorax.
a) Heim Menschen.
Actiologie. Die nicht von einer direkten Entzündung der Pleura abhängige Ansammlung eines serösen Transsudats in der Pleurahöhle bezeichnet man als Hydrothorax. Selten ist die Ursache eine örtliche Beilinderung des Abflusses des venösen Blutes oder der Lymphe aus dem Thorax (Kompression der Venen oder des Duktus thoraoikus durch Geschwülste), vielmehr ist die Brustwassersucht meistens eine Tbeilerscbeinung der allgemeinen Wassersucht, wie sie beim Lungenemphysem, bei Herz- und Nierenkrankheiten, chronischer Dysenterie beobachtet wird. Hydrothorax ist meistens beiderseitig, selten einseitig vorhanden und entwickelt sich meist erst nach Oedemen des Unterhautgewebes.
Symptome. Bei der physikalischen Untersuchung zeigt sich in den unteren Abschnitten beider Thoraxhälften eine dem Stande der Flüssigkeit entsprechende Dämpfung, Bei der Probepunktion ergiebt sich ein eiweissarmes, zellenarmes, schwer gerinnendes Serum.
Therapie. Die Behandlung muss sich nach dem Grundleiden richten. Man wird die Herzaktion und die Diurese anzuregen und zu regeln haben und bei grosser Flüssigkeitsansanimlung die Punktion ausführen müssen.
b) bei Thieren.
Actiologie. Bei Thieren wird Brustwassersucht bei allen Hanssüugetlneren, am meisten jedoch beim Hunde beobachtet. Die wesentlichsten Ursachen sind dieselben wie beim Menschen, Man findet deshalb Hydrothorax meist im Verlaufe chronischer Herz-, Lungen- und Nierenkrankheiten, vielfach neben Hydroperikardinm und Ascites. Besonders oft leiden alte Pferde, bei welchen sich eine stärkere Durchlässigkeit der Gefässwände entwickelt hat, nicht selten an Hydrothorax. Von den Herzkrankheilen sind es besonders die mit Klappenfehlern verbundenen, welche dazu führen. Nicht selten ist allgemein Karcinomatose und Sarkomatose die Ursache,
Symptome. Die physikalische Untersuchung ergiebt die wichtigsten Erscheinungen, nämlich die Anwesenheit des Wassers. Neben der horizontalen Dämpfung bei der Perkussion findet man auch Bronchialathmen bei der Auskultation, dagegen werden Fieber, Schinerzhnftigkeit, Husten und Reibegeräusche fehlen. Bei Hunden kann man ausserdem die Lageveränderungen des Transsudats leicht nachweisen.
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Therapie. Die Behandlung ist nach clem beim Menschen Gesagten ein/.u
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richten. Neben möglichst trockner Ernährungsweise, Anwendung der Punktion b
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zu grosser Wasseransammlung wird man Diuretikn und Herzmittel ZU versuchen haben. Bei Hunden ist Digitalis (2; 000 als Infus) oder Diuretin (0,361,0 in Pulverform) oder Kalomel (0,050,1 täglich 85 Dosen) noch in Gebrauch.
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3. Pneumothorax.
(Pyo-Pueumothorax. Se ro-Pneumothorax.) a) beim Menschen.
Aetiologie. Pneumothorax die Ansammlung von Luft und Gas in der Pleurahöblc entsteht vorwiegend dadurch, dass Luft durch eine in der Pleura entstandene Oeffnung in die Pleurahöhle eindringt. Ausser durch penetrirende Brustwunden wird Pneumothorax beim Menschen recht häufig im quot;Verlaufe der Lungentuberkulose (Durchbruch einer Lungenkaverne in die Pleurahöhle hinein) beobachtet. Duneben können auch Lungenabscesse, Lungengangrän, Durchbrueh von Oesophagusgesohwüren ZU Pyo- und Pneumothorax führen.
Symittoine und Verlauf. Es tritt bei Pneumothorax plötzlich heftiger Schmerz, grosse Athemnoth, Sinken der inneren Körpertemperatur und Steigen der Pulsfrequenz ein, daneben zeigt sich auch Cyanose und oft in der nächsten Zeit allgemeiner Hydrops. Oft erfolgt noch nach längerem oder kürzerem Bestehen tödtlicher Ausgang. Beim rein traumatisch entstandenen Pneumothorax kann völlige Heilung durch Resorption der Luft eintreten.
Diagnose. Die Feststellung kann Schwierigkeiten haben, wenn es sich um die Differentialdiagnose zwischen sehr grossen Kavernen und einem abgesackten Pneumothorax handelt.
Therapie. Um die Schmerzen und die Athemnoth zu mildern, sind Narkotika zweckdienlich. Bei starker Spannung des Pneumothorax ist wiederholte Luftaspira-tion, bei reichlichem Exsudat Punktion oder Eröffnung des Thorax durch Schnitt und nachfolgende Drainage zweckmässig. Docii niuss bemerkt werden, dass sowohl Besserungen wie auch Heilungen ohne jeden operativen Eingriff beobachtet weiden.
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b) Bei Thiereu.
Aetiologie. Bei Thieren kommt Pneumothorax (Pyopneumotborax) nicht selten besonders bei Pferden, Bindern und Hunden vor. Die Ursachen sind dieselben, wie beim Menschen. Ausser durch Verletzungen des Thorax, des Schlundes entsteht besonders beim Kinde Pneumothorax nicht selten nach in die Pleurahöhle durchbrechenden Lungenabsccssen, durch Zeircissung von Lungenpareiichym gelegentlich des interstitiellcn Emphysems oder in Folge Einwirkung spitzer Fremdkörper, welche von der Haube her in die, Brusthöhle eindringen. Bei Pferden (und auch bei Schweinen, eigene Beobachtung) werden Rippenbrüche öfters die Ursache von Pneumothorax.
Syniptoine und Verlauf. Wie beim Menschen, so sind auch bei Thieren die plötzlich auftretenden erheblichen Athcmbesehwerdon, das Sinken der Körper-
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tempenitui', (lio Kollapserrichciimngcn und die grosso Pulsfrequenz die wichtigsten Krank-lieitserscheiuungcn. Hei Hunden kann mau manchmal eine plötzlich aufgetretene stärke Ausdehnung der kranken Seite nachweisen, an welcher eine Theilnahmo an der Athemfrequenz nicht erkennbar ist. Auch ist eine Dislokation des Herzens nach der gesunden Seite erkennbar. Bei der Perkussion ist ein übervoller tympa-nitisöher Perkussionston und bei der Auskultation kein Athemgeräusch an der kranken Seite nachzuweisen. In anderen Fällen hört man unbestimmtes oder auch bronchiales Athinen. Der Verlauf ist meistens nach längerer oder kürzerer Zeit tödtlich, nur in seltenen Fällen erfolgt Heilung.
Anatomischer lict'uud. Man findet aussei- attnosphärischerl Luft gleichzeitig auch seröse und eitrige Flüssigkeit im Brustraume. Chemisch enthält die Luft wenig Sauerstoff, dagegen viel Kohlensäure, Kohlenwasserstoffe und Schwefelwasserstoffe. Die angesammelte Luft entweicht meist mit einem zischenden Geräusche. Die Lunge ist gewöhnlich schlaff und luftleer und die Nachbarorgane aus ihrer nor. malen Lage (Herz nach der anderen Seite, Zwerchfell nach hinten) verdrängt.
Tlierapio. Häufig ist die Behandlung aussichtslos und in jedem Falle von dein Grundleiden abhängig. Man wird durch anregende Mittel (Kampher, Aether, Alkohol, Wein, Koffein) die Schwäche zu beseitigen versuchen müssen, und ausser-dein durch Punktion die angesammelte Luft zu entfernen haben.
4.nbsp; Hilmatothorax. beim Menschen kommen Blutergüsse in der Pleurahöhle (Hämatothorax) am häufigsten in Folge traumatisohei' Zerreissung von Blutgefttssen, selten durch bersten eines Aortenaneurysmas, Eröffnung eines Gefassrolires beim Durchbiuch von Kavernen in die Pleurahöhle u. dgl. vor. An den Bluterguss schliosst sich meistens eine exsudativo Pleuritis an. Klinisch zeigt sieh manchmal hochgradige Dyspnoe, welche die Kntlecrung des Blutes durch Punktion nöthig macht.
Hei Thioren wird Hämatothorax als Komplikation der Brustseucho der Pferde (D i eck erhoff 1, ferner nach Tnrnmen, Zerstörung grössercr Gofässe nicht selten beobachtet.
Klinisch ist wichtig für das Kikennen: Das plötzliche Kntstehen, die Athembe-scliwerdo und das Erblassen dor Seh leimhiiute. In schwierigen Füllen wird eine Probepunktion schnell zur Entaclieidung führen. Oft folgt auch nach Resorption des Blutes eine Pleuritis. Die Prognose ist meistens ungünstig. Zur Behandlung ist Punktion und krittlige Ernilhrung erforderlich.
5.nbsp; nbsp;Neubildungen der Pleura. Beim Menschen kommen neben tuberkulösen Neubildungen, selten primäre Cliondrome, Osteome, Angiome, besonders selten Sarkome vor. Sekundär sind Karcinome, maligne Lymphome (Lympliosarkome) nicht selten.
Bei Thieren ist neben der beim Rinde nusserordentlich häufigen Tuberkulose das Voikonimen eigenthiiinlich endothelialer Papillomo (Hutyra, Kitt), ferner Lipomo (bei Pferden, Rindern und Hunden) und bei Pferden nicht selten von Melanosarkomen zu bemerken. Bei allen Thieren (liäufig beim Schwein, eigene Beobachtung) sieht man nach vorangegangenen Kippenbrüchen Chundrome zur Kntwickelung kommen.
6.nbsp; Parasiten der Pleura. Beim Menschen haben von den Parasiten des Brustfelles nur die Echinokokken eine besondere Bedeutung, welche durch Ulccration von der Leber oder von den Lungen aus in die Brusthöhle gelangen und manchmal den Umfang eines Mannskopfes erreichen können. Die Behandlung ist chirurgisch.
Ferner sind post mortem oft Oysticerken im Pleuraraume gefunden worden und einmal in Japan auch Distoma pulmonalo (Miura).
Bei Thieren sind beim Rinde in erster Linie die Echinokokken zu nennen. Seltener ist auch beim Pferde Kilaria equina (papillosa) beobachtet worden, ein Parasit, der ja auch in der Bauchhöhle, im Hodensack, im Auge u. s. w. gelegentlich gefunden wird.
In der Brusthöhle von Hunden undKatzon ist dann noch von Rn il lie t und später von vielen Anderen ein Plerocercoid , oft in grösserer Anzahl (bis 80 Exemplare) gefunden worden, das die Jugendform eines bisher noch nicht festgestellten Bandwurms darstellt.
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VI. Die Krankheiten des Zwerchfells.
1. Der Zwerchfellkrampf.
ii) Beim Menschen.
Man unterscheidet einen tonischen uiul einen klonischen Krampt' des Zwerchfells. Beim tonischen sehr selten beobachteten Zvverchfellskranipf ist das Epigastrium vorgewölbt, die Athmung sehr dyspnoisch, und perkussorisch ist Tiefstand und Stillstand des Zwerchfells nachzuweisen. Beim klon i sehen Zwerchfellkrampf (das sog. Schluchzen oder Schaudern, Singultus) besteht eine plötzlich eintretende mit einem kurzen inspiratorischen Laut verbundene krankhafte Zwerclifellskontraktion, die in leichten Formen sehr häufig vorkommt und leicht vorübergeht. In manchen Fällen kann Singultus jedoch Wochen und Monate lang anhalten, besonders nach psychischen Erregungen , ferner reflektorisch bei Magen-, Darm- und Peritonealer-krankungen, ferner nach Verletzungen des N, phrenikus, bei Gchirnapoplexie (Strümpell).
Hinsichtlich der Bebau dlung sei bemerkt, dass leichtere Fälle von Singultus ohne besondere Behandlung vergehen. In anderen Fällen ist Anhalten des Athmens, Klopfen auf den Rücken auch bei Laien als wirksam bekannt. In schweren Fällen wird die Verabreichung von Bromkali, Opium, Morphium, Faradisation des Zwerchfells erforderlich sein.
b) Bei Thioren. Bei Thieren werden krampfhafte Kontraktionen des Zwerchfells aus sehr verschiedenen Ursachen gelegentlich beobachtet. Entzündliche Erkrankungen des Magen und Darms erzeugen durch Uobergang des entzündlichen Prozesses auf das Zwerchfell, gelegentlich auch heftige Kolik, Aufnahme schimmligen Heu's, Aufnahme von viel kaltem Wasser Zwerchfellkränipfe. Bei Kühen sah ich zweimal bei hoch-trächtigen Thieren Zwerchfellkrampf eintreten nach der Aufnahme von vielem kalten Getränk auf der Weide und bei einem Ochsen nach traumatischer Verletzung des Zwerchfells von der Haube aus, wie sich bei der Schlachtung des Thieres herausstellte. Unter den Erscheinungen sind besonders bemerkeuswerth eigenthümliche meist den ganzen Körper der Thiere erschütternde Hucke und Stösso, welche von der linken Unterrippen- und Flankengegend ausgehend, bald mehr begrenzt, bleiben, bald sich im Verlaufe des Zwerchfells schnell fortpflanzend, von einer stossweise erfolgenden kurzen Exspiration begleitet sind. Bei der Exspiration wird auch manchlaquo; mal ein dumpfer Ton gehört, manchmal zeigt sich ein dem Singultus des Menschen ähnliches Geräusch (Wörz). Dabei verrathen Kühe oft ein eigenthümliches Angstgefühl, sie stehen mit nach vorn gestrecktem Kopfe, jede neue Kontraktion ängstlich abwartend (eigene Beobachtung). Abweichungen der Herzthätigkeit werden selten und vielleicht nur dann beobachtet, wenn Erkrankungen des N, phrenikus vorliegen. Dagegen ist der Puls meistens klein und beschleunigt, das Athmeu erfolgt häufiger und ruckweise, auch ist es in höheren Graden mit, deutlichen Unruho-erscheinungen der Thiere verbunden. Die Dauer der Anfälle schwankt erheblich
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und kann einige Minuten oder auch, mit Unterbrechungen, Tage und Wochen dauern. Die Prognose ist von der Ursaehe abhängig, jedoch in der Mehrzahl nicht ungünstig.
Zur Beha lullung ist neben sofortiger Abstellung der Ursache, soweit solches nioglich ist, die subkutane Anwendung von Morphium (0,5 beim Pferde), ferner die innerliche Verabreichung von Bromkaliutn und Chloralhydrat (25,030,0) empfohlen und angewendet worden. Zweckmässig sind auch Pricssnitz'sche Umschläge um den Thorax und kalte Mastdarininfusionen verbunden mit innerlicher Verabreichung der salinischen Abführmittel. Einen Aderlass auszufidiren, wie manchmal auch empfohlen ist, scheint keine wissenschaftliche Berechtigung zu haben.
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2. Zwerchfellbruch. Zwerchfellruptur.
a) Beim Menschen. Beim Menschen beobachtet man angeborene und erworbene Zwerchfell-briiehe. Die angeborenen kommen in den verschiedensten Formen vor; manchmal fehlt ein Theil, manchmal das ganze Zwerchfell. In anderen Fällen sind Spalten vorhanden, welche erst im späteren Leben bemerkbar werden. Die erworbenen Zwercbfellbriicbe entstehen nach grösseren Zerreissungen oder Verletzungen des Zwerchfells, Vorwiegend konnnen solche Zwerchfellbrüche an der rechten Seite vor. Die Erscheinungen sind sehr verschiedenartige. Manchmal zeigen sich die Symptome von Pneumothorax, ferner Magen- und Verdauungsbeschwerden, Erbrechen u. dergl. Die Behandlung ist theils eine exspektativ-symptomatische, theils, in erheblichen Fällen, eine chirurgische: Laparotomie, Hebung der Einklemmung, Fixation der reponirten Organe in der Bauchhöhle und event. Vcrschluss des Zwerchfellrisses. Kleinere Zwerchfellrisse heilen auch oft spontan.
b) Bei T liieren.
Bei Thioren werden Zwerchfellrupturen nicht selten, besonders bei Pferden gelegentlich der Ueberfütterungskolik beobachtet. Auch beim plötzlichen Niederstürzen kann ein Zwerchfellriss eintreten. Es kommt dann gelegentlich zur Einklemmung des Netzes, Darmes und Magens (Hernia d i a p h r a gm a t i k a, Enterocele diiiphragma tika). So sind grosse Abschnitte des Dünndarms (besonders beim Hunde), der Milz, ein Theil der Magenabtheilungen des Rindes in der Brusthöhle gefunden worden. Als angeboren kommen, wie Bruekni aller schon beobachtete, rundlichej scharfe und glatte Spalten im Zwerchfell vor. Oft verwachsen dann die eingeklemmten Theile der Bauchorgane mit den Rändern der Spalte, wie ich bei einem Rinde ebenfalls beobachten konnte, welches dauernd an Athembeschwerden litt, ohne dass ich im Leben die Ursache feststellen konnte.
Die Erscheinungen sind je nach der Ausdehnung der Ruptur nur gering-gradig vorhanden oder sie äussern sieh beim plötzlichen Entstehen schwerer Fälle in hochgradiger Athemnoth, wozu sich Kolikanfälle, abnorme Stellungen (bei Pferden die sog. hundesitzigen) gesellen. Bei der Perkussion kann man in erheblichen Fällen an dem Thorax tympanitischen Perkussionston und bei der Auskultation
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Respirationskrankheiten des Geflügels.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 637
Darmgcriiusche nacliwoisen. Zuweilen ist auch cyanotisehe Färbung der Sehleimhäute vorhanden. In anderen Fällen sind charakteristische Symptome nicht nachweisbar. Der weitere Verlauf der plötzlich eingetietenen erheblichen Zwerchfellzerreissungen ist meist ein tödtlicher; in anderen Fällen wird er chronisch; die Thiere erholen sich und leiden dann an Athem- und Verdauungsbeschwerden.
3.nbsp; ZwerchfclIIiüimuiig. Beim Menschen werden Zwerchfelllähmungen nach Verletzungen des N. phrenikus, nach Entzündungon des Zworchlollüberzuges und als Theil-orscheinung bei ausgebreiteten Lähmungen beobachtet. Unter den Symptomen ist das Fehlen der sichtbaren und fühlbaren inspiratorischen Vorwölbung des Epigastriums und das Vorhandensein einer inspiratorischon Einziehung der ppigastrischen Gegend das Wichtigste. Die Prognose ist meistens ungünstig. Therapeutisch wird die Faradisation des Zwerchfell an satzes empfohlen.
4.nbsp; Zwcrchfellutrophie. Beim Menschen wird im Verlaufe der spinalen, progressiven Muskelatrbphie sowie im Verlaufe der juvenilen Form der Dystrophie eine Atrophie des muskulösen Theils des Zwerchfells beobachtet.
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Anhang. Respiratiouskrankheiten des Geflügels.
a)nbsp; Nicht durch thicrischc Parasiten hervorgerufene Krankheiten der Athmiuigs-
orgnnc des Geflügels.
Unter dem Namen Schnupfenquot;, Pips' kommt beim Geflügel ein Katarrh der Nasen-, Rachen- und Mundhöhle vor, wobei die Thiere häutig niesen, einen gelben, schleimigen, an den Nasenlöchern oft in Krusten angetrockneten Auswurf haben, etwas verminderten Appetit zeigen und auch öfters mit dem Kopfe schleudern. Unkundige Laien versuchen dabei zur Heilung des Leidens den unteren Theil der meist, miterkrankton Znngen-schleimhaut in roher Weise abzurnissen, wodurch natürlich nicht das Geringste gebessert wird. Zur Behandlung ist neben gründlicher Reinigung dos Stalles meist das Auspinseln des Maules mit, einer schwachen {12quot;laquo;) Lösung von chlorsaurcm Kali ausreichend.
Ebenfalls durch Infektionserreger bedingt kommt beim Geflügel kroupöse und katarrhalische Laryngitis, Tracheitis und Pneumonie vor. Bei den erkrankten Thieren zeigt sich je nach der Schwere der Krkranknng: angestrengtes Athmen mit auf-gesperrtem Maule, Schmorzempfmdnng bei gelindem Druck auf die Ijrustorgane, Husten und Auswurf eines gelben, graugelben oder grauweissen Scliloimes.
Zur Behandlung wird die Verabreichung von Honig, Anwendung von Holzessiginhalation empfohlen. Bei werthvollen Hlilnieni habe ich ancli pncumonisclie Erkrankungen durch öftere Anwendung P'iossuitz'scher Unischlägo geheilt. Innerlich bekamen die'I'liioro halbpiozentigo Lösung von Kali chlorikum mit dem Trinkwasser.
b)nbsp; nbsp;Durch thicrische Parasiten hervorgerufene Krankheiten der Atlmiungsorgane
des Geflügels.
Aetiologio. Von den hier zu nennenden Parasiten sind zwei Arien bekannt: Syn-gainus1) trachealis Siebold) und Syngamus bronohialis (Mühlig). Erstere ist die häufigere Art und den Ueflügelzüchtein unter dem Namen rother gegabelter Wurmquot; bekannt. Durch Syngamus trachealis worden in manchen Ländern (l'Vaukreich, England, Amerika) jährlich Tausende von Thieren vernichtet. Wiesenthal beobachtete 1797 zuerst eine grössoro durch diesen Parasiten hervorgerufene Gcflügelseuche in Amerika. Später sind dann solche Seuchen besonders unter Hühnervögeln (Fasanen) in England und Krank-reich festgestellt worden, wo manchmal jährlich eine Million Thiere vernichtet sind.
'J Oliv zusammen, fau.o; Ehe.
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Die Krankheiten der Athmungsorgane.
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Die weiblichen Thiere sind '/a2 cm lang, '/s1 mm breit; die männlichen 26 mm lang, ','2 mm dick und lütnKen mit ihrem hinteren Leibesende beständig an der hervor-springonden, nahe am Kopfende bofindlichen Vulvn des Weibchens. Im geschlochtsreifen Zustande leben die Thiere paarweise, im oberen Theile der Trachea, meist dicht unter der Stimmritze. Ueber die weitere Entwickelung ist (mich den Untersuchungen von Leuckart, Ehlers, Megnin und Walker) bekannt, dass die schon im Uterus ombryonenhaltigen Eier erst nach dem Tode der Würmer und durch Platzen der Fruchthiilter frei worden; die Embryonen gelangen dann auf feuchten Boden, entwickeln sich hier in acht Tagen zu geschlechtsreifen Thieren und werden dann mit der Nahrung von den Vögeln aufgenommen, gelangen zunächst in den Schlundkopf und von hier in den Kehlkopf. In der Trachea rufen sie durch Blutsaugen eine Tracheitis hervor, verstopfen schliesslich einzelne Zweige der Bronchien. Walker fand aussenlem, dass die Erdwünner jener Gegenden, wo Syn-gamus trachenlis bei Hühnern häufig ist, die Embryonen derselben enthalten, demnach die Infektion bei Hühnern durch Aufnahme der die Embryonen beherbergenden Erdwünner erfolgt. Eine Vernichtung der Erdwütmer ist deshalb dringend erforderlich.
Die K ran k h e i t serschei nun ge n bestehen vorwiegend in Husten, Schleudern mit dem Kopfe, angestrengtem Atluuen, das Schliesslich mit Erstickung endet in Folge Verstopfung der Stimmritze mit den Parasiten.
Bei der Sektion findet man die rothen Würmer an dor Luftrohrcnschleimhaut sitzend, theilweise in sclummigem Schleim eiiigchüllt oder im Innern kleiner Abscesse sich befindend. Bei Gänsen und Enten hat man auch die 1-2 cm lange andere ArtSyn-gamus bronchialis gefunden, wolcho meistens eine kronpöse Pneumonie hervorrufen und in laquo;anzen Haufen (bis 20 Stück und darüher) die Luftröhrenverzweigungen ausfüllen. Oelexentlioh ist dann auch in der Luftröhre der Ente Monostomum flavuin und indem die Knorpelringe der Luftröhre verbindenden Bindegewebe Filaria clava bei der Taube gefunden wurden.
Zur Behandlung sind Theerinhalationon, tracheale Injektionen von Natrium sali-cylikum (Mouquet, Cordier) und Knoblauchalikochung als Trinkwasser empfohlen worden. Prophylnktiscb ist wichtig, die Kadaver zu verbrennen, die gesunden Thiere von den kranken zu trennen und in einem gründlich gereinigten mit reinem (geglühtem) Sande versehenen Stalle unterzubringen.
In den Hals-, Brust- und Baucliluftzcllcn besonders der Hühner und Fasanen
wird nicht selten noch eine Milbe, die Luf t sackmilbe der Hühner, Cytodites nudus (Cytoloichus sarkoptidos) beobachtet, welche dann zu erheblichen Erkrankungen Veranlassung gehen kann.
Die Milben sind mit blossem Auge als rundliche, weisse Pünktchen erkennbar und sitzen einzeln oder in gelblichen oder bräunlichen Kliimpchon zusammengehäuft besonders in den sog. Luftzellen Sie rufen exsudativo Erkrankungen an den Luftsackmembrancn hervor; es entstehen gelbo häutigo Ueloge, sowohl in den Luftsäckon, wie auch in der Luftröhre und in den Lungen und bei massenhafter Infektion auch kleine gelbe Abscesse in der Leber und in den Nieren der Thiere.
Auch bei dieser Erkrankung ist, die wichtigste Erscheinung das beschleunigte und erschwerte Athmen. Manchmal sollen die Thiere (nach Zürn) noch einen eigenthümlichen Ton ausstossen.
Zur Behandlung dürften sich höchstens Theerwasserdämpfe oder vielleicht trachoale Injektionen von Lysol, Kreolin u. dgl. empfehlen.
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Zusammenfassung.
Auch für die Krankheiten der Athmungsorgane gilt das bereits bei der Zusammenfassung der Krankheiten der Verdauungsorgane Gesagte, dass die meisten beim Menschen und bei Thieren gleichzeitig vorkommen und In der Kegel aueb durch gleiche oder ähnliche Ursachen hervorgerufen werden, nämlich:
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Die Krankheiten der Cirkulationsorgane.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;639
Katarrh der Nasenschleimhaut, Nasenbluten, akuter Kehlkopfkatarrh, chronischer Kehlkopfkatarrh,. Glottisödem, Lähmungen der Kehlkopfmuskeln, Krampf der Kehlkopfmuskeln, akuter Katarrh der Trachea uiul der Bronchien, chronischer Bronehialkatarrh, Bronchialkroup, Bronchialasthnm, Bronchialerweiterunjvcn, Bronohial-verengerungen, Lungenhyperämie, katarrhalische Pneumonio, interstitielle Pncuinonie, Lungenblutung, Lungenemphysem, Fremdkör])ei'pneuinonio, metastatischo Lungenentzündung, mykotische Lungenentzündungen, Pkmritis, Hydrothorax, Pneumothorax, Pyo-Piieumothorax, Hämatothoi'ax, Zwerchfollskranipf, Zwerchfellbruch und Zwerchfellruptur.
Nur beim Menschen und mit Sicherheit bisher nicht bei Thieren beobachtet sind nur folgende Krankheiten des Athinungsapparates:
Heufieber, Sensibilitätsstöiungon im Kehlkopfe., Zwerchfellslähmungen und Zwcrchfellatrophie.
Nur bei Thieren sind bisher folgende Krankheiten im Bereiche des Athnnings-npparates zur Beobachtung gekommen :
Chronische Kiefer- und Rtimhöhleiientziindung des Pferdes, clironischer Katarrh der Luftsäckc des Pferdes, Tympanitis des Luftsaokes der Pferde, einseitige Kehlko])flähmung und venninöse Bronchitis,
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E. Die Krankheiten der Cirkulationsorgane.
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Vergleiclieml-aimtomische, physiologische und cutwiekcluiigsgcscliiclitliche Bemerkungen zu den Krankheiten der Cirkulationsorgane. Das Heiz entsteht als paarige Anlage rechts und links vom Kopfe und ist ursprünglich ein einfacher S-lörriiig gewundener Schhuich, welcher das Blut des Embryo durch die Aorten und die Uotterarterien in den Uefasshof und von dort wieder durch die Dotter-venen hereinsaugt. Es entstellt dann weiter zuniiehst ein venöser Vorhof und eine arterielle Kammer, eine Entwicklungsstufe, welche bei dem Fiscbherzen dauernd bestehen bleibt. Mit. Entwicklung der Lunge tritt aber bei allen luftathmeiiden Thieren eine Tbei-lung des Herzens und des Kreislaufs ein. Aus dem Schlauch wird, veranlnsst durch das betriiclitliche Längenwaclistliuin, eine Schlinge. Im #9632;weiteren Verlaufe der Entwicklung wächst dann vom kaudalen und dorsalen Theil der Kamniorwand eine Scheidewand in das Innere der Kammer. An der Vorkammer haben sich durch Ausweitung der Wand die Herzohren gebildet und ist gleichfalls durch eine Scheidewand die Vorkammer in zwei Rilumo getrennt worden, wolclie jedoch bis zur Geburt durch das Foramen ovale in Verbindung bleiben. Im Verlaufe seiner Entwicklung rückt das Herz aus dem Bereiche des Kopfes in die Malsgegend und von da in die Brusthöhle herab, die es noch im ganzen zweiten Monat ausfüllt Vom dritten Monat an erheben sich erst die Lungen, welche vorher hinter der Leber lagen, neben dem Heizen. Das Herz, welches ursprünglich mit seiner Liingenachse senkrecht stand, stellt sich nun mit seiner Spitze nach links.
Vergl e i ch end-an a tomi sc h sei bemerkt, dass die Keptilien ein doppeltes, aus einem Lungen- und Körperherz zusammengesetztes, somit dem des Mcnsohon, der Säuger und der Vögel ähnliches Herz besitzen; doch sind die Scheidewände, besonders die der Ventrikel durchgängig kommunizirend. Das Herz der Fische ist ein venöses oder Kiemenherz und besteht aus einer Vorkammer und einem Ventrikel; daneben haben sie
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Die KiuiiUhciti'ii der Cirkulationsorgano.
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oineu mteriollen Bulbus. An dein Heizen der Suugetliie re sind im den venösen Ostien keine Klappen, sondern spliiiikteiiilinliche Mnskelversciiliisse, wie beim Mensolien, voi--handen. bei den pflanzenfressenden Uetaceen ist driS Herz an der Spitze zweigospalton ; bei vielen Wiederkäuern (Schaf, Bind, Giraffe, Ramsei, Antilope), feiner beim Schwein und den Einhufern kommen in der Herzseheidewand und auch in der Niiho der venösen Ostien Verknocherungen vor, die sog. H e r z k n oclie n , welche allerdings von einzelnen Autoren (Franck u. A.) als pathologische Gebilde angesehen worden. Bei den Wiederkäuern liegen zwei Herzknochen im Faserringe der Aorta, welche beim Pferde und Schwein, selten beim Hunde, nur als Herzknorpel vorkommen. Hinsichtlich des Ursprunges der grösseren üefiisse sei erwiihnt, dass beim Menschen aus dem ge-nieinsanien Aortenstamm (Trunkus kommunis) die A. subklnvin dextia und die A. karotis dextrn, aus dem zweiten Aste die A. karotis i-inislra und aus dein dritten die A. subklavia sinistra entspringt. Dasselbe findet sich bei einigen Allen und einigen Nagern. 13ei den Wiederkäuern und Einhufern entstammen die beiden Karotiden und beide A. subklavia einem gemeinsamen Trunkus; bei einigen Affen, der Mehrzahl der Nager, bei den Karnivoren und Schweinen kommen aus einem Stamme beide Karotiden und die rechte A. subklavia, während sich von einem vordem Stamme die A. subklavia sinistra abzweigt.
Das Herz liegt bei allen unseren Haussäugetbieren in den ventralen (unteren) zwei Drittheilen des von dem dritten bis sechsten eventuell siebenten) Bippenpaaro seitlich begrenzten Raumes der Brusthöhle; seine Basis wendet es rückwärts gegen die Luftröhre, den Schlund, die Aorta und Hohlvenen, die Lungengefasse und Lnngenwurzcl, seine Spitze nach links hinten unten, also gegen das Brustbein, bezw. Zwerchlell und die linke lirust-wand; es liis^t zwischen sich und der seitlichen Brustwand einen rechts breiteren, links schmäleren Baum übrig, welcher dem das Herz von oben her überlagernden Lnngen-absohnltt zur Aufnahme dient; jedenfalls nähert es sich der linken Bnistwaud mohr als der rechten, so dass es mit dem grösseren Theilo seiner Masse in der linken Hrusthäirte Platz findet. Ein Theil seiner Oberflttohe, bezw. des Ihn umhüllenden Heizbcutels liegt in Folge dessen der linken Seitenbrustwnnd, besonders im Hereicho des fünften Intorkostalnuinies und der ihm benachbarten Kippen sehr nahe; dies ist auch die Stelle der deutlichsten Fühlbarkeit des Herzschlages; sie findet sich im Allgemeinen dicht hinter dem Klleubogenhöcker, bei den grösseren Haustbieren im seitlichen, bei den kleineren im ventralen {unteren) Umfange der Bl'USt (S u s s d o r f). Eine Aenderung der Lage tritt ein während der Diastole und Systole, wobei die Spitze sich etwas nach links und vorn enipor-zieht und theilwoise beiiiidio die linke Bnistwaud berührt.
Für die Histologie und an atom i sehe Diagnostik sei hervorgehoben , dass zunächst der Herzbeutel (Penkardiiim) ein allseitig geschlossener Saok ist, in welchen das Herz hiueingestülpt ist. Die Wand des Sackes besteht aus Bindegewebe und ist auf die Hohle zu mit Endotliel aberzogen. Man kann an dem Perikard unterscheiden: den dem Herzen zunächst aufliegenden Theil, das Epikard oder visceralo Perikardialblatt und das parietale Perik a rdi a Ibl a tt, welches Kpikard und Herz zugleich umgiebt. Der Herzbeutel enthält normal stets eine klare, gelbe, seröse Flüssigkeit.
Das Endokard setzt sich zusammen ans einer dünnen faserigen, mit elastischen und muskulösen Elementen gemischten (irnndlamello und einer endotbelialen Deckschicht. Eine Fens toning an den freien Rändern der Taschenklappen kommt angeboren, oder in Folge starker Verdünnung (Qewebssohwund) vor. Da die Löcher meist oberhalb des Schliessungsnindes liegen, so entstellt keine Funktionsstörung. Dicht unter dem Kndo-kard, aber auch noch in dem Myokardium, besonders im Endokard der Ventrikel finden sich hin und wieder beim Menschen, regelmässig aber beim Schafe, meist auch beim Pferde, ferner beim Kalb, Bind, Schwein, Ziege, Marder, Igel, Hund, Huhn, Taube, (inns, die sog. l'urky ue's cheu Fäden (1845), graue verzweigte Kasein, welche aus eigenthiim-lich inodifiziiton Muskelzellen bestehen. Ob sie mit der Neubildung von Muskelelementen zusaniineiihiiugen, ist noch nicht sicher festgestellt.
AUgemelno diagnostische Angaben für die Feststellnng der Krankheiten der Cirkulatlonsorgane bei den Haasthieren. Für zahlreiche Krankheiten der Cirku-
latinnsorgane ist zunächst die Beschaffenheit und die Anzahl der Pulse von besonderer Bedeutung. Die geeignetste Arterie zur Untersuchung des Pulses ist beim Pferde wie beim Binde die Maxillaris externa an der Stelle, wo dieselbe um den Unterkiefer verläuft. Nur, wo durch Schwellung der betreffenden Kehlgangsgegend oder aus anderen GrOnden die Untersuchung nicht möglich ist, wird man die A. brachialis und andere, Arterien benutzen. Bei Hunden, Schafen, Ziegen und Katzen wird die Schenkel-
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Voibemorkungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(J41
artorie (A. femoralis), boi Hmulen mul Katzen gelegentlich auch die Armbeinarteiio (A. bracbialis) benutzt. Beim Geliiigel wird für den gleichen Zweck die llerzthätigkeit untorsucbt.
Schon unter normalen VeihiiUnissen schwankt die Zahl der Pulse, je nach dem Alter, dem Geschlecht, der Grosse der Thiere, ferner noch je nach der Jahreszeit, der Zeit nach der Futteiaufnahme, Muskelbcwegmigon, psychischen Erregungen u. s. w. Heim Menschen sind beim Nougeboronen 130140 Pulse in der Minute, im Alter von 24 Jahren 100 Pulse, von 510 Jahren 90 Pulse, von 1015 Jahren 78, von 1550 Jahren etwa 70 und von GO80 Jahren etwa 78 fulse vorhanden. Aehnlich liegt es auch boi Thieren, wo neugeborene Pferde und Kinder 100-130 Pulse haben. Bis zum halben Jahre schwankt dann die Zahl von 6070, um bis zum fünften Jahre allmählich auf die Zahl von 3840 zu sinken.
Als Durchschnittszahlen für die Pulsfrequenz bei den Hausthieron werden im Allgemeinen angegeben: Hengste 2832, Stuten 3440, Wallache 2882, Binder 4060, Schafe und Ziegen 70-80, Schweine 60-80, kleine Hunde 70110, grosso 6080, Katzen 110-130. Vögel 120160, Kaninchen 120160, Maus 120, FroschSO, Gans HO Pulse in dor Minute
Bei den grösseren Hausthieren folgen die einzelnen Pulsschlägo in gleich langen Zwischenräumen, beiden kleineren ist öfters ein umegclmilssigor Puls nachzuweisen. In jedem Falle ist jedoch unter normalen Vorliällnisson die jedesmalige Pulswollo gleich gross.
Unter abnormen Verhältnissen ist der Puls verlangsamt (Pulsus rarus), bei einzelnen Vergiftungen (Digitalis, Strophontus), bei erheblichen Blutverlusten, boi einzelnen Herzkrankheiten (Klappenfehler, chronische, interstitielle Myokarditis, akute Herzdilatation), bei einzelnen Gehirnleiden (Hydrocephalus, akute und chronische Meningitis, bei Hunger-zuständen,' beim Iklerus, hei Neubildungen an der Basis des Gehirns n. s. w.)
Beschleunigt ist der Puls (P. frequons) beim Fieber, bei manchen Klappenfehlern des Herzens, bei Endokarditis, Myokarditis, traumatischer Perikardltis, bei Kalbefleber ((ie-bärparaiyse), im Verlaufe iinämischer Zustünde, nach grossen Blutverlusten, boi Thrombose grosser Arterien (Darnibeinartericn) u, s. w, ünrog ol inässi g, arytlimisch ist der Puls besonders bei nicht kompensirten Klappenfehlem dos Herzens, bei Myokarditis, bei grosser Herzschwäche, bei Anwendung grosser Gaben der Herzgiftequot;. Aussetzend (P. intermit tons) ist der Puls bei leichten Klappenfehlern, boi massiger Herzschwäche, bei einzelnen Qehirnkrankheiten, bei einzelnen fieberhaften Leiden. Dabei ist jedoch zu bemerken, dass besonders bei Hunden und Pferden aussetzender Puls beobachtet wird, ohne dass Gesundheitsstörungen irgend welcher Art klinisch nachweisbar sind.
Ein sehr voller und kräftiger Puls (P. foitis, maguus) wird bei erhöhter llerzthätigkeit (im Beginne des Fiebers, linksseitiger Herzhypertrophie) und ein kleiner und leerer Puls bei Herzschwäche, starken Blutverlusten, schwerer Darmentzündung, Vergiftungen, chronischen Kriiährungsstöiungeii , Endokarditis und Perikardltis u s. w. be-obachtet. Hart fühlt sich der Puls an bei einzelnen Gehirnerkrankungen, bei Tetanus, boi Arleriosklerose, weich bei Herzschwäche. Doppelschlägig ist der Puls zuweilen boi länger bestehendem hohen Fieber; Un gleich in ässigkeit (!'. in aequaüs) kommt sowohl bei gesunden Thieren (Hunden und Pferden) wie auch bei kranken, so bei vorhandenen Aneu-rysmen, bei Mediastinaltumoren, bei Mitralstenosen u. s. w. vor. Ein schnellender hüpfender l'uls (P. oeler) wird zuweilen bei linksseitiger Herzhypertrophie und besonders bei Aorteninsnfflcienz nachgewiesen. Venon puls, an den Jugularvenen erkennbar, beobachtet man boi erheblicher Behinderung des Blntabflnsses in den rechten Vorhof (bei Insullicienz der Trikuspiilalis, bei Geschwülsten des Herzbeutels, Abscesson an der Herzbasis, Pneumothorax, starkem Lungenemphysem, ausgedehnter Lungenhepatisation u. s. w,).
Was die Untersuchung des Herzens betrifft, so ist dieselbo mit Rüoksiuht auf die anatomischen Verhältnisse bei Thieren nicht so gründlich ausführbar, wie beim Menschen. Man wird die Untersuchung des Herzens vornehmen können mit BUcksiohl auf dio Lage und Grosse desselben, auf den Herzschlag, Herzstoss und auf die Herztöne. Unseren Zweck wird man tbeils durch eine Besichtigung und Betastung, theils durch eine Perkussion und Auskultation der Herzgegend erreichen können.
Bei der Besichtigung der Herzgegend wird man erheblichere Erschütterungen der
Herzgegend, Herzklopfen (bei Herzhypertrophie, Zwerchfellerkninkung), bei der Betastung
Abweichungen vom normalen Herzslosse, bei der Perkussion Grosse, Lage des Heizens
Schmerz und Dämpfungsbezirk, und bei der Auskultation wird man die Beschaffenheit
Schnoiilomiilil, Vorgl. Pathologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 41
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Die Krankheiten ilor Oirkulatlonaorgnnei
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der Herztöuo, Herzgoiäusche und abnorme kleine oder grOBBe Diimpfiingsbozirko feststellen können.
Uie Lage des Herzens, welche sich durch Perkussion jedoch bei Thieren nur im-vollkominon ermitteln liisst, kann verändert sein durch starken Meteorismus des Darm-kanals, durch einseitige Verwiichsuug des llerzhentels mit der Lunge oder mit dem Zwerchfell, durch linksseitigen ilydrothonix, bei Verwachsung des Herzbeutels mit dem Mittelteil, bei hochgradiger Hepatisation der linken [iunge, hei traumatischer Perikarditis und Lungentuberkulose des Kindes. Eine V ergrösser ung oder Verkleinerung des Herzens ist im Loben der Tbiere selten mit Sicherheit durch Perkussion nachzuweisen. Dagegen zeigt sich eine V e rgrö sscrung der H erzd il m pf u n g bei Hypertrophie und Dilatation des Herzens, hei Exsudaten und Traussudaten im Herzbeutel, bei Schrumpfung und Ketraktion dor über dem Herzen gelegenen Lungenabschnitte. Verkleinerung der Herzdärnpfung zeigt sich (nach E ri ed berge r-Frö h n er) besonders bei dem in Fällen von Dämpfigkeit bei Pferden vorkommenden Lungenempbysemi ferner bei Lufteintritt in das Perikardium nach Verletzungen, Seh me r zhaf t igkeit bei der Perkussion besonders bei der traumatischen Perikarditis des Kindes.
Der Hcrzstoss, nachweisbar durch Auflegen der flachen Hand auf die Herzgegend des Brustkorbes und bedingt durch ein wahrend der Systole des Herzens erfolgendes Andrücken der Spitzo des linken Ventrikels an die Brustwand, ist krankhaft verstärkt bei Herzhypertrophie unter dem Einfluss gewisser Gifte (Digitalis, 'i'ahakl, bei Herzdilatation, bei Verkleinerung der Lunge (durch Schrumpfung), beim sog. nervösen Herzklopfen. Abgeschwächt oder gar nicht fühlbar ist der Heizsloss bei Kompression des Herzens und Verwachsung des Herzbeutels mit der Nacbbarscliaft, bei Einwirkung gewisser Herzgifte, bei fettiger Degeneration dos Herzmuskels, bei allen Vorkommnissen in dem Brust-räum (Blutungen, linksseitige pleurifisclie Exsudate und Tumoren, Pneumothorax, Hydro-perikardium u. s. w.l, welche eine Abdrängung des Herzens von der linken Urusfwand herbeiführen.
Hinsichtlich der He r zgoriinsclie, welche durch Auflegen der Hand in der Herzgegend als perikardiale und endokardiale (Jeiäuscbe gefühlt werden können, ist folgendes zu bemerken. Die perl kardialen üerzgeräusohe, hervorgerufen durch Auflagerung von Entzündungspiodukten auf die einander zugewendeten Hlätler des Herzbeutels werden vorwiegend bei der fibrinösen Pleuritis, Perikarditis des Pferdes und traumatischen Perikarditis des Rindes beobachtet; die end oka i d ia len Geräusche, welche innerhalb des Herzens oder am Anfangstheil der grosseq Qofässe entstehen und als sog. Schnurren bekannt sind, zeigen sich besonders bei Endokarditis und Klappenfehlern.
Die Herztöne können nun gleichfalls Abweichungen von der Norm zeigen. Man stellt die Herztöne fest durch Anlegen des Ohres an die linke untere vordere Brustwandung, Normal hört man dann jeder Herzaktion entsprechend zwei Tönequot;, einen systolisclienquot;, welcher mit der Ventrikelkontraktion zusammenfällt und einen diastolischenquot;, welcher mit dem Beginne der Diastole zusammentrifft Die beiden Töne folgen sich kurz aufeinander, so dass die Pause zwischen dem zweiten und dem nächsten ersten Tone stets grosser ist, als diejenige zwiseken dem ersten und zweiten. Der erste Ton ist gemischt aus Muskelton und Klappenton der Mitralis und Trikuspidalis , der zweite ist lediglich Semilunar-klappenton.
Abweichungen in der Stärke, im Klange und in der Spaltung der Herztöne sind nun schon beim Menschen nicht immer leicht festzustellen; bei den Hausthieren ist ein saldier Nachweis meistens noch bedeutend schwieriger. Eine Verstärkung der Herztöne kann eintreten bei zahlreichen Anlässen, u. A. bei llerzhypeitrnphie, bei Steigerung der llerztbätigkoit im Fieber; eine Abschwächung der Herztöne kann eintreten bei allen Ursachen, welche die Herzthätigkeit schwächen, bei fettiger Degeneration des Herzens, bei Abdrängnng des Herzens von der Brustwand (durch Klüssigkeiten, Luft, Geschwülste). Kl angunte rsch i ede sind bei unseren Hausthieren ausscrordentlich schwer festzustellen. Spaltung oder Verdoppelung der Herztöne, wobei sowohl der erste wie auch der zweite Ton in zwei Abfheihingen erfolgt, worden oft bei ganz gesunden Thieren beobachtet, während man diese Abweichungen bei Krankheiten bisher noch nicht mit Sicherheit festgestellt und ihre Ursachen erkannt hat.
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I. Die Krankheiten des Herzens und des Perikardiums. 1. Akute Endokarditis.
(Endokarditis verru ko sh. Endokarditis ulcorosa.)
a) Beim Mo n schon.
Aetiolojgt;;ic. Dio Ursachen können ganz ausserordentiieh verschieden sein, weil Entziindiingserregor der verschiedensU'ii Art, welche im BInte cirkuliron, sich am Endokardium, besonders an den Herzklappen festsetzen und so eine akute Endokarditis hervorrufen können. Demnach zeigt sich eine akute Endokarditis bei akutem Gelonkrheumatismus, selten bei Pneumonie, Typhus, Nephritis, akuten Exanthcinon, Influenza und als Theilerscheinung bei Pyiimie; im ersteren Falle handelt es sich meistens um eine verruköse, im letzteren um eine ulceröse Endokarditis.
Symptomlaquo; und Verlauf. Häufig entwickelt sich die verruköse Endokarditis zunächst ganz unbemerkt. In anderen Fällen zeigt sich beschleunigte oder unrogel-mässige Herztbiltigkeit, daneben hohes Fieber, Embolien der Lunge, Benommenheit und Delirien. Häufig ist auch eine Dilatation des Herzens, Vergrössemng desselben und scbliesslloh zuweilen Perikarditis nachzuweisen. Nach einigen Wochen kann dann Rückgang der Erscheinungen oder Uebergang in Herzklappenfehler eintreten.
Therapie. Zur Behandlung ist neben Berücksichtigung des Grundloidens Beschränkung dor Herzthätigkelt (Bettruhe, kloine Mahlzelten, kein Alkohol, Theo) dauernde Anlegung einer Eisblase auf die Herzgegend und hoi grosser Herzschwäche Wein, Kampher, Koffein angezeigt.
b) Bei Thioren.
Bei Thioren ist. die akute Endokarditis golegentlicli bei allen Haussäuge-thioren, am häufigsten jedoch beim Pferd und Rind, dann beim Schwein und Hund beobachtet worden. Nach Dieckerhoff kommt das Leiden bei Pferden sehr selten vor.
Aetiolo^ie. AVie beim Menschen so wird auch bei Thioren, besonders bei Rindern eine akute Endokarditis im Verlaufe des akuten Gelonkrheumatismus beobachtet. Bei Schweinen zeigt sich (nach Bang) die Erkrankung oft bei der Rothlaufsouche; daneben kann akute Endokarditis auch im Vorlaufe zahlreicher anderer Infektionskrankheiten (Maul- und Klauenseuche, Bmstseucho, Pneumonie), sowie als Theilerscheinung bei septischen und pyämischen Prozessen (septische Motritis, eitrige Huferkrankungen, Phlegmone U, 8, w.) auftreten. Ob, wie einzelne Autoron glauben, auch durch Erkältungen eine akute Endokarditis hervorgerufen worden kann, bedarf wohl noch sehr des wissenschaftlichen Beweises.
Symptome und Verlauf, Auch bei Thieren sind dio Krankheitserscheinungen im Anfange wenig charakteristisch, erst später sind die sehr erregtlaquo; und beschleunigte Herzaktiou (wobei nach Trasbot oft die Zahl der Herzschläge grosser als die der Pulsscliläge ist), sehr beschleunigter Puls, sehr kräftiger Herzschlag bemerkenswertb. Dazu gesellen sieh Nebengeräusche bei der Auskultation der Herztöne, Stauungen
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Die Kiaiikhoiten dor Cirkulntionsorgane.
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in don Venen, starke Athembesohleuuigiuig, welche den Verdacht auf Pneumonie erweckt, grosso Schwäche. Die Krankheit kann dann schnell durch Lungenödem zum Tode führen oder es bilden sich allmählich Klappenfehler aus. Im letzteren Falle entwickeln sich allmählich die Erscheinungen der Dämpfigkeit, wo Pferde dann schliesslich an Herzlähmung oder unter hydropischen Erscheinungen zu Grunde gehen. Zuweilen werden auch Gehirnerscheinungen, niiinchmal auch Kolikanfälle und Blutharnen beolmchtct. Der Gesammtverlauf der akuten Endokarditis kann wenige Stunden, Tage und Wochen dauern und tödtlich enden oder in das chronische Leiden übergehen.
Viiiitoiuisclier Vct'inul. Die anatomischen Veränderungen sind je nach dem Grade und der Dauer des Leidens verschieden, Im Herzen selbst findet man auf den entzündlichen Flächen tlnombotische Abscheidungen, welche bald grün, grüngelb oder auch höckerig und an der Oberfläche mit frischrothen Gerinseln bedeckt sind. Das Endokard selbst zeigt sich nach der leichteren oder schwereren Entfernung der Gerinsel entweder nur leicht getrübt, rauh, oder es finden sich an den Sehnen und Papillarnuiskelu und an den freien Rändern der Klappe kleinere oder grösscre, höckerige oder warzige Prominenzen von grauweisser oder graugelber Farbe (Endokarditis verrukosa). Manclimal sind grössere polypöse Wucherungen (besonders beim Rinde und Schweine) an dem Schliessungsrande der Klappen vorhanden, wodurch dann Stenosen und Insufficienz hervorgerufen werden. Manchmal sind die Granulationen sehr klein, so dass der Klappenrand sich etwas rauh anfühlt; in anderen Fällen erscheint er wie zerfressen und mit linsen- bis markst iickgrossen Entzündungsheerden besetzt (Endokarditis ulcerosa). Die Geschwüre sind oft mit schmierigen, brüchigen Auflagerungen bedeckt, welche mit dem Blutstrom fortgeschwemmt und in andere Organe geführt werden können, wodurch dann eiterige Metastasen in diesen Organen (Lunge, Leber, Nieren, Milz) und, durch Vennittelung der Koronararterien, selbst im Herzen (Herzabscesse) zur Entstehung kommen. Bemerkenswcrth ist schliesslich auch, dass bei Thieren, besonders beim Rinde, Hund und Schwein vorwiegend die rechte Herzhälfte ergriffen wird, während beim Menschen meist das linke Herz an akuter Endokarditis erkrankt.
Bei mikroskopischer und bakteriologischer Untersuchung fand man beim Menschen besonders in dein subendokardialen Gewebe Staphylo-kokkus pyogenes aureus als wichtigen Krankheitserreger, Ebenso fand man bei Thieren regelmässig in den endokarditisohen Belägen durch Gfram'sohe Färbung erkennbare Kokkenhaufen (Kitt, Fröhner), bei der Rothlaufendokarditis dos Schweins die Stäbchen dieser Seuche (Bang), daneben auch ITerzerkrankungen beim Schwein, welche durch Streptokokken bedingt waren.
lgt;iaj;iiose. Die Feststellung ist im Leben der Thiere oft mit Schwierigkeiten verbunden. Eine Verwechselung mit Lungenödem, Pneunionie, Milzbrand, Septi-kämie, oder auch mit Gehimkrankheilen und Peteebiallieber ist möglich. Selbst die für Endokarditis sonst sehr charakteristischen sog. Aftergeränsche bei Auskultation der Herztöne können gelegentlich auch bei anämischen und leukämischen Zuständen vorkommen.
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Dio Krankhoiteii des Hei'zeus und des Perikaidiums.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;C4ö
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Tlieraine. Man wird möglichst jode grössere Herzthfttigkeit vermelden und di(^ Thiere im Stalle lassen müssen. Daneben kann man Antipyrin zur Herabsetzung des Fiebers, Digitalis zur Rogulirung der Herathätigkeit und Aether, Weingeist, Kampher neben Anwendung kalter Uniseldäge hei kleinen Thieren zur Beseitigung und Milderung der Rehwäche versuchen.
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2. Chronische Endokarditis. (Klappen fehler. Endokarditis oh ronika.)
a) Beim Menschen.
Aotiologic. Die meisten Klappenfehler entstehen durch akute Endokarditis, die anderen durch chronische Entartungs- und Entzündungserregungen des Endo-kardiums im Verlaufe von Arteriosklerose. Syphilis, Gicht, Alkoholisnius, chronischer Nephritis und akutem Gelenkrheumatismus, wo dann meist die Mitralklappe betroffen ist. Einzelne Klappenfehler, besonders des rechten Herzens, sind zuweilen angeborene. Die Klappenfelder kommen in jedem Lebensalter vor, am meisten in der Zeit vom 1840. Lebensjahr.
Symptome und Verlauf. Die allgemeinen Folgeerscheinungen und Ko'mpli-kationen der Herzklappenfehler sind folgende. Manchmal können die Beschwerden sehr gering sein, in anderen Fällen jedoch bei den geringsten Anstrengungen, selbst bei völliger Buhe, Athemnoth, Herzklopfen, Schwindel und Kopfdruck. Die Kompensationsstörungen können akut mit schwerer Athemnoth, Cyanose, Präkordialangst einsetzen, und bald zum Tode führen, oder sie entwickeln sich allmählich und es treten hinzu; Bronchialkatarrh, Oedom an den Knöcheln, Leberanschwellung, Albu-minurie, Verdauungsstörungen und schliesslich Ascitos, Hydrothonix und Hydroperi-kardhnn. Unter dem Einfluss einer geeigneten Behandlung können die Kompensationsstörungen zurückgehen, von Zeit zu Zeit wieder auftreten und das Leben kann jahrzehntelang erhalten bleiben.
IJeha ndlung. Zur Behandlung der kompensirten Herzfehler ist regehnässige Körper- und Goistesthätigkeit, Vermeidung aller üeberanstrengnngen, Massigkeit im Essen und besonders im Genuss von Alkohol erforderlich, Ausserdem sind Bäder, besonders auch Salzbäder und kohlensäurehaltige Bäder von günstigem Einflüsse. Daneben wird man zur Regelung von Kompensationsstörungen zeitweise Digitalis und in der Zwischenzeit Eisen und Chinin verabreichen können. Aussei' Digitalis wird neuerdings auch Koffein, Tinkt. Strophanti, Diuretin (Knoll) benutzt. Starke Athemnoth wird durch Morphium oder auch durch Senfteige beseitigt.
b) Bei Thieren.
Bei den Haus säugethi eren kommt die chronische Endokarditis viel häufiger vor, als mnn bisher annahm. Besonders bei älteren Hunden, Pferden und Schweinen wird sie, rocht oft beobachtet, Seihst bei den Vögeln sind nicht selten Klappenfehler nachgewiesen worden. Unter den Pferden sind es besonders ältere Arbeitspferde, welche, wie die Zusammenstellungen von Nooard lehren, sehr oft an Klappenfehler der verschiedensten Art leiden. Auch zeigen
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Die Kranklu'Upn dor (Jirknlationsorgnno.
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zahlreiche Beobachtungen, dass die Klappenfehler bei Elausthleren auf lioiden Herz-liälftcu gleicli zahlreich vorkommen!
Aetiologic. Wie beim Menschet) so sind auch bei Thleren ohranisohe endo* karditische Prozesse! der verschiedensten Art, welche sich an den Klappen entwickeln, die häufigste Ursache eines Klappenfehlers. Dabei entwickeln sieb die ohronisohen Prozesse in der Regel aus einem akuten. Vorwiegend sind es Infektionskrankheiten (beim Pferde; Influenza und Brustseuohe; beim Rinde; akuter Gelenkrlieumatis-mus; beim Schwein! Rothlaufseuohej beim Hunde; Staupe), in deren Verlaufe eine dironisclie Endokarditis zur Kntwickelnnsi' kommt. Daneben können auch dauernde und übern lässige Anstrengungen verbunden Oft mit fortgesetzten Aufregungen (wie bei Renn- und Reitpferden) die Entwiokelung der Klappenfehler zur Folge haben. Ob Klappenfehler jedooh lediglich durch Erkältungen entstellen können, wie in den Lehrbüchern noch angegeben wird, muss bezweifelt werden. Dagegen können erbliche Dispositionen und vor allen Dingen Mängel in der Entwiokelung die Entstellung begünstigen oder direkt hervorrufen. Das letztere wird besonders bei den nicht selten vorkommenden angeborenen Defekten und Neubildungen Im Herzen der Fall sein.
Symptome und Verlauf. Im Allgemeinen zeigen sich die Herzklappen-fcliler und dementsprechend auch die Erscheinungen in zwei Hauptformen, einmal als lusufficienz der Klappen, wobei diese ihre Funktionsfähigkeit verlieren und schlussunfähig werden oder als Stenosis der Ostien, wobei die letzteren verengert sind. Jede lusufficienz wird bewirken, dass ein Theil des Blutes in die jenseits der Klappe gelegene Herzabtheilung wieder zurückfliesst. Bei der Stenose eines Osthuns werden der Durchtritt des Blutes gehemmt und Stauungen dos Blutes im Herzen hervorgerufen werden. Um die auf die eine oder andere AVeise entstandenen abnormen Blutvertbeilungen, welche leicht die nach-theiligsten Wirkungen auf den Gesammtorganismus ausüben können, weniger bedenklieb zu gestalten, entwickeln sich idlniälilich Kompensa ti on s vorgä nge, deren Ausbildung sich je nach dem Grade wiederum durch ganz bestimmte klinische Erscheinungen bemerkbar macht. Es entstellen u. A. Dilatationen des Herzens, kompensatoiische Herzhypertrophie des Herzens, bis schliesslich die Ctrkulations-stürungen nicht mehr durch die Herzthätigkeil zu überwinden sind und dauernde Stauungen eintreten.
Die allgemeinen Symptome sind im Wesentlichen dieselben, wie heim Menschen. Die durch lusufficienz der Klappen bedingten Störungen werden, wie erwähnt, zunächst und in leichteren Fällen durch die kompensatorische Herzhypertrophie soweit ausgeglichen, dass der Zustand mehrere Jahre bestehen kann, ohne dass von stärkeren Anstrengungen abgesehen - erhebliche Erscheinungen nachweisbar sind. Nur in schwereren Fällen und dann, wenn die kompensatorische Hcrzthätigkeit nachlässt, treten die Zeichen vorhandener Staunngen auf: beschleunigte Herz- und Pulstbätigkeit, Athembeschwerde (beim Pferde die sog. kordinle Dämpfigkeit), welche besonders bei körperlicher Anstrengung, zuweilen auch anfallsweisequot; auftritt, Cyanose der sichtbaren Schleimhäute (heim Schwein und Hund) auch an nicht pigmentirten Stellen der äusseren Haut des Rückens und des Ohres, Venenpuls verbunden mit starker Füllung der siebtbaren Venen des Kopfes und Halses,
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Die Krankheiten des Sevzena und dos Perikardiums,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M7
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hydropisobe Zustände (Hydrothornx, Hydroperlkardium j Aaoltes) verbunden mil Oedemen laquo;lor Unterhaut (am Bauche, Hoden, Penis, Brust und Beinen), ferner Aibuminurie, verbunden mit Verminderung der Harnmenge, sohliessliöh Verdauungsstörungen der veraohiedensten Art. allgemeine Ernährungsstörungen, embolisohe Vorgänge in verschiedenen Organen. iJci allen chronischen Herzkranlcbeiten werden sich dann noch eigenthümliche Geräusche bei der Auskultation des Herzens nachweisen lassen, welche noch besonders erörtert werden sullen.
Hinsichtlich der Erscheinungen bei den einzelnen Klappenfehlern, von denen die Stenose und [nsufficienz der Mitralklappen, Trikuspldalklappen und Aortenklappen die wichtigsten sind, sei folgendes hervorgehoben.
1.nbsp; nbsp;Insiillieien/ (ifr Mitnilis. Die Schlussunfähigkeit der sog. zweizipfeligon Klappe, welche besonders bei Pferden und Hunden beobachtet wird, beding! Dilatation und Hypertrophie des linken Vorhofes, des rechten Herzens, in späteren Stadien ,auch des linken Ventrikels, Klinisch zeigt sieb ein systolisohos Gogt; rausch an der linken Brustwand, der /.weite Herz ton (Fulmonalton) wird wegen des lioheu in der Lnngenarlerie herrschenden Druckes stärker; ferner sohwaoher frequenter Puls, Kurznthmigkeit und später bei Abnahme der kompensatorischon Thätigkeit die angegebeneu allgemeinen Erscheinungen (Cyanose, Hydrops u, s, w.).
2.nbsp; Stenose des linken O.slium veiio.suni. Die Verengexamg des linken Atrio-Ventrikularklappenapparals, hervorgerufen durch fibröse und retrabirende Endokarditis im Faserringo der Mitralis oder in der Herzwand, wobei das Blut vom Vorhof nicht in ausreichender Menge in den Ventrikel eintreten kann, ist häufig mit Insufficionz der Mitralis verbunden. Es tritt Dilatation und Hypertrophie des linken Vorhofes und rechten Ventrikels ein. Bei der Auskultation bemerkt man in der Regel ein diastolisebes Oeräuseb, geringe Verstärkung des Herzschlages, ferner zeigt sich kleiner, häufig unregelmassiger Puls, Atbembeselnvi rden und schwere Stauungsersoheinungen. Bei der Feststellung ist jedoch eine Verwechselung mit anderen Zuständen leicht möglich.
3.nbsp; Insufflolenz der Aortenklappenlaquo; Die Insuffioienz der Semilunarklappen
kommt bei älteren Pferden und Hunden vor; meist is( damit auch eine Stenose des Osttum aortikum verbunden. Es strömt nach der Diastole ein Tbeil des Blutes uns der Aorta in den linken Ventrikel zurück, welcher in Folge dessen sich erweitert, und bvpertroplürt. Von den klinischen Erscheinungen sind be-merkenswerth: der sehr starke und schnellende (hüpfende) Puls, Arteriengeräusche und diastolische Nebengeräusche, welche entweder tegelmässig bei jedem Herzton oder unregelmässig vernommen werden. Im weiteren Verlaufe Atbembescbwerdell
und Oedembildung.
4.nbsp; nbsp; Stenose des Ostiniu nortikiini. Das durch die verengten Klappen strömende Blut erhält in der Fortbewegung einen Wideratand j In Folge dessen wird der Puls verlangsamt und klein, der linke Ventrikel hypertrophisch und bei der Auskultation ist ein systolisches Geräusch bemerkbar, lin weiteren Verlaufe tritt Anämie ein und bei hochgradigen Fällen Sohwindelanfälle und epileptoide Krämpfe, Die Anfälle können während der Arbeit bei Pferden öfters am Tage eintreten, hei vorsichtigem Gebrauche dagegen und während der Pnbe wochenlang verschwinden.
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Die Krankheiten der Cirkulationsorgane,
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Die Featstellung kinin auoh bei diesem Kluppen fohler .schwierig sein und eine Verwechselung z. B. mit Aneurysmen der Aorta leiclit eintreten.
5. Insufflolenz der Trlkuapidalls führt m einer TJeberfüllung des rechten Vorhofes mit Blut und zu Stauungen in den Hohlraum. Es entsteht in Folge dessen Venenpuls, Oyanose der Schleimhäute, systolisohes Nebengeräusoh; im weiteren Verlaufe entwickelt sich Dilatation und Hypertrophie des rechten Vorhofs und später der ganzen rechten Herzhälfte Schlicsslicli gehen die Thiere an
Thrombosirungen in den Lungen (mit Dyspnoö verbunden) und in den Hohlvenen (mit Hydrops verbunden) zu Grunde.
Verhältnissmftssig selten werden Stenosen des rechten Ostium veno-sum und Felder an den Pulmonalklappen beobachtet.
Zum Schlüsse sei noch darauf hingewiesen, dass sehr oft mehrere der einzelnen beschriebenen Klappenfehler kombinirt vorkommen, so besonders Stenose eines Ostiums und gleichzeitig Insufficienz der zugehörigen Klappe. Dementsprechend werden auch die klinischen Erscheinungen sich aus den Symptomen der einzelnen Fehler zusammensetzen müssen.
Aimtomisoher Befund. Die anatomischen Veränderungen, welche zur Stenose der Ostien und Insufficienz der Klappen führen, sind im Wesentlichen folgende. Stenosen können herbeigeführt werden durch entzündliche Wucherungen, besonders an den Klappenrändern, welche das vollständige Anlegen der Kluppen an die Kammer- bezw. Gelasswände verhindern; ferner durch Verwachsungen der Klappensegel untereinander oder durch Neubildungen an denselben. Die Ränder der Klappen oder diese selbst können wulstartig verdickt, mit verschiedenen grossen Auflagerungen versehen oder kalkiginkrustirt sein. Bei der Insufficienz der Klappen können erworbene oder angeborene Defekte an den Klappenrändem, Schrumpfungen und Verkürzungen, welche z. B. durch entzündliche Vorgänge hervorgerufen sind, die Veranlassung zur vollständigen Schlussunfähigkeit oder zum mangelhaften Verschluss abgeben.
Aus diesen vVngaben über die Entstehung der Stenose und Insufficienz am Hvrzen ist auch einzusehen, dass beide Zustände sehr häufig nebeneinander vor-kommdi können.
Diagnose. Die Feststellung von Klappenfehlern im Allgemeinen und der verschiedenen Arten im Besonderen ist keineswegs leicht und erfordert schon eine sehr gründliche Hebung, wenn Irrtlnimer, besonders hei grösseren Hausllneren, vermieden werden sollen. Oft fehlen charakteristische Zeichen im Beginn des Leidens oder sie sind, weil koinpensatorischo Veränderungen eingetreten sind, nicht mehr nachweisbar. Erschwert wird die Feststellung auch durch das oft gleichzeitige Vorhandensein von Stenose und Insufficienz. Im Allgemeinen wird man zu beachten haben, dass von Stenosen die Mitralstenosen am häufigsten beim Pferd und Rind vorkommen und aussei' an dem diastolischen Geräusch an dem kleinen unregel-inässigen Puls, welcher bei Aorteninsufficienz kräftig und schnellend ist, erkennbar sind. Von lusuf f icienzen kommt die M itralinsuf fi c ien z besonders beim Pferde und Hunde vor, eharakterisirt durch schwachen Puls und durch das systo-lische Nebengeräusch, während die Trikuspidalinsufficienz, welche vorwiegend beim Kinde angetroffen wird, mit Venenpuls verbunden ist.
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Dilaquo; Krankheiten des Berzsns und des Perikni'dlams.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (1-19
Therapielaquo; Falls eine Kompensation (lor Klappenfehler eingetreten und In
voller Wirkung i*(, braucht, rann die Thiere nut zu schonen und gut zu emähreii) um
noch eine ausreichende Gebrauohsfäbigkeit üU erzielen, Ist jedoch eine Sckwäohung
der Herzthätigkoit eingetreten, so wird iimn Digitalis (als Pulver oder Infus.), Kolt'ein
0,26 1,0 für Hunde und 510,0 für Pferde und Binder, besonders beim Eintritt
bydrojiischer Zustände und Stropbiintustinktui' (10 - 25 Tropfen für Hunde und
10-25,0 für Pferde und Rinder) oder auch kleineren Thieren Diuretin (0,25 -05
zweistündlich einem Hunde) geben köniieu. Auch JodkaUum wird von Einzelnen
empfohlen. Bei hochgradigen bydropischen Zuständen wird neben Ausführung der
Punktion die Anwendung diaphoretischer (I'ilokai'pin, Arekolin) und diuretischer
(Kalium acclikum, Scilla u. s. w.) Mittel zu versuchen sein. Im Ganzen und
Grossen wird man jedoch nicht allzu grosse Hoffnung auf die Wirkung der Mittel
in diesem Falle setzen dürfen, weil die die Störungen bedingenden anatomischen
Veränderungen nicht ZU beseitigen sind.
Gerichtliche Tliierheilkinulc. Klappenfehler der Pferde bilden sehr häufig die Ursache von Prozessen, weil sie bei den Thieren diejenige Form der Dämpfigkeit hediogen, welche seit Iniiger Zeit als,,Herzschlechtigkeitquot;, Herzschlftgigkeltquot;, kordialo Dämpfigkeitquot; in der gerichtlichen Thierbeilkunde bekannt ist. Manchmal wird man per exolusionem auf das Vorhandensein von Klappenfehlern als Ursache der Dämpfigkeit geführt, weil sicli andere Grande für die Erklärung dor Athembesohwerde nicht beibringen lassen. Bei näherer Untersuchung der Herzthätigkeit findet man dann Abweichungen der einen oder anderen Art. welche auf Herzklappenfehler scliliossen lassen. Charakteristisch ist, wie G-erlacli ansieht, dass schon massige Bewegungen die Cirknlationsstöiungen sehr steigern, so dnss die Pulsfrequenz oft eine beträchtliche Höbe erreicht, der Puls immer kleiner und schliesslich fast unfühlhar wird, der Seliweiss üljer den ganzen Körper ausbricht, grosso Schwäche hervortritt, dio temperamentvollsten Pferde seihst angetrieben werden mllsscn, bis sie unter den heftigsten Atliemboschwerdou stehen lileilien. Die Beruhigung erfordert mehrere Stunden, so dass hei erforderlicher grössoror Anstrengung die Pferde bei keiner anderen Form der Dämpfigkeit so in der Brauchbarkeit gestört werden, wie bei der kordialen.
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3. Myokarditis. Muskuläre Erkrankungen des Herzens.
u) Boiiu M e n sehe u.
Aetlologlet Die Entstehung der primären, muskulären Erkrankungen dos Herzens ist noch keineswegs in wiiiiselieiiswcTtlier Weise überall klargestellt. Igt;ie eigentliche Myokarditis, die eitrige Entzündung des Herzmuskels entsteht direkt oder embollsch aus ulceröserEndokarditis, Die chronische und schwielige Myokarditis (Myopathia kordis) ist als eine durch Sklerose der Kranzarterien bedingte Kriiäliriings-störung (Infarktbildung) des Herzens anzusehen. Es kann nun die Entstehung der Sklerose der Kranzarterien durch allgemeine Arteriosklerose, durch zu üppige Lebensweise, chronischen Alkoholismus, durch grosso geistige und körperliche Anstrengungen, durch erbliche Veranlagung, durch Tabakmiasbrauoh sowie durch Lues bedingt sein,
Symptonei Nicht selten sind aussei Ohnmachtsgefühl und Beklemmung, was oft unbeachtet bleibt, andere .Erscliehiungen nicht vorhanden, bis plötzlich nach einer stärkeren Anstrengung unter iipoplektifonnen Erscheinungen sogleich oder binnen Wenigen Tagen der Tod eintritt. In vielen anderen Fällen ist der Verlauf
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Die Krankheiten der Oirkiilationsürgmie.
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ohronlsoh und dauert Monate und Jahre. Die Krankheitsersoheinungen (Kurzathiniggt; keil, Heraklopfen, Beklemmungsgefülil) beginnen dann ganz allmählich. Nicht selten zeigt sich auch im Beginne eine anhaltende Pulsverlangsamung. läoi der Auskultation fehlt jedes Herzgerftusoh, Die Herztöne sind rein hörbar. Oft zeigen sieh mich Anfälle von sog. Angina pektoris (Heraki'ämpfequot;, Brustkrämpfequot;), wobei die Kranken plötzlichen Schmerz in der Herzgegend bekommen und das Gefühl völliger Kraft-und Machtlosigkeit haben.
Der Gesamnitverlauf der Krankbeil ist ein sehr verschiedener. Zuweilen treten die Zeichen allgemeiner Stauung (Oedeme, Dyspnoö) hervor, in anderen Fällen bilden die Funktionsstörungen des Herzens das Wichtigste, Die Diagnose der chronischen Myokarditis ist nicht immer leicht und eine Verwechselung z. B. mit Herzfehlern, einer Herzhypertrophie oder mit Fettherz oft sogar unmöglich,
Therapielaquo; Im Allgemeinen sind laue Bäder neben einfacher Ernährung zweckiuässig. Bei Anfallen von Angina pektoris ist eine subkutane Morphium-Injektion am besten; auch Xilroglycerin (l 2 Mgnn. in alkoholischer Lösung) oder auch Jodkalium (10,0:180,0 Aqu, dest.), Natr. nitrosum (1,02,0 : 120,0) werden empfohlen.
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Iraquo;) Bei 'Pliieren.
.Vetiologic. Bei Thieren kommt eine akute und eine chronische Myokarditis vor. Besonders beim Kinde wird eine Iraunmtische Myokarditis durch spitze Fremdkörper recht häufig hervorgerufen. Auch können Erschütterungen und direkte Kontusion zu Myokarditis führen. In den allermeisten Fällen sind jedoch die pareii-chymatösen Herzentzündungen sekundärer Natur und bilden dann Theilerscheinungen akuter oder chronischer infektiöser oder toxischer Krankheiten. Bei Pferden führt besonders die Brustseucho, septische und pyämische Processe, bei Kindern die Maul- und Klauenseuche und Tuberkulose dazu. Keim Petechialfieber des Pferdes, bei der Omphalopldebitis und l'yämie, bei piierperaler Metrltis der Kinder tritt die sog. embollsche oder metastatische Myokarditis auf, wobei im Herzen kleinere und grössere Abscesso entstehen.
Syiiiptoiue. Wie heim Menschen, so sind mich bei Thieren die Erscheinungen im Beginn der Erkrankung keineswegs sehr charakteristisch, Bei Pferden ist hohes Fieber, verbunden mit allgemeiner Schwäche vorhanden, daneben kleiner und kurzer Puls, Athenibeschwerde, Hinfälligkeit; der Verlauf ist dann bei der primären, akuten Myokarditis ein sehr akuter und nicht selten tödtlicher. In manch-chen Fällen von Brustseuche, Maul- und Klauenseuche, Tuberkulose und anderen Infektionskrankheiten ist der plötzlich eintretende Tod wohl auf den schnellen Vorlauf einer akuten .Myokarditis zurückzuführen. Entwickelt sich das Leiden langsam, so zeigen sich Schwäche und Mattigkeit, Schwindelanfälle neben Athem- und Pulsbeschleunigung, die Temperatur ist nii}' massig erhöht. Nach längerem Bestehen treten dann allgemeine Stauungserscheinungen auf.
Anatomischer Befund. Die anatomischen Veränderungen sind je nach den zu Qrundo liegenden Ursachen, je nach Dauer und Grad der Erkrankung verschieden, Bei der Myokarditis traumatikn des Kindes wird man je nach
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Die Krankhoiten dos Herzens und dos I'orikimliums.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ÖÖl
der Nntiii' des Fi'onulköqiors am Orte seiner Einwirkung sohtnutzig braune, eiterige zerfdllene Massen finden, oder es ist zu einer demarkirenden Eiterung gekommen und die Umgebung des Fremdkörpers von einem schwieligen, speckigen oder derben Gewebe umgeben. (Myokarditis apostematosa). Bei der pa re neliyniatösen Myok urditi s ist tbeils die Muskelsubstanz, tbeils das intermuskuläre Bindegewebe ergriffen. Sehon mit blossom Auge ist eine grauröthlicbe bis graugelbe, diffus und multipel auftretende Verfärbung des Herzfleisobes nachweisbar. Das Fleisch erscheint dabei mürbe, saftreich, lehmartig mit einer blutig-serösen, trüben Flüssigkeit durchtränkt. Mikroskopisch ist zellige Infiltration neben trttber Schwellung erkennbar, die Muskelfasern haben ihre Querstreifung verloren, die Blutgefässe erscheinen erweitert. Bei der fibrösen Myokarditis (Myokarditis interstitialis chronika fibrosa) sind besonders an der linken Seite des Herzens in der Xäbe der Spitze grftUWeisse, derbe, seh neu artige, selbst knorpelige (Hei'Z Schwielen) Züge ZU erkennen, welche an Stelle des atrophirten Muskelgewebes in hoben Graden in der ganzen Dicke der Herzwand zu erkennen sind. Da das neugebildete Bindegewebe dünn mid weniger widerstandsfähig als das Muskelgewebe ist, so treten unter dem Blutdruck an einzelnen Stellen bleibende Hervorwölbungen nach aussen ein, sog. Horza n eury sm a (Anemysma kordis chroniknm fibrosum). Die Ausbuchtungen sind haselnuss- bis ftlnfmarkstückgross und werden meistens bei Pferden angetroffen (Kitt).
Im Verlaufe von Infektionskrankheiten und durch die Wirkung
dor betreffenden pathogenen Bakterien bedingt, tritt oft eine vollständige Degeneration des Herzmuskels, bestehend in trüber Schwellung, fettiger Entartung und Zerklüftung der Muskelfasern ein. Das Herz wird mürbe, welk, erscheint wie gekocht und ist oft lehmartlg verfärbt. Bei ausgedehnten h ilmorrhagiscb e n Infarkten, wie solche im Verlaufe emboliseher Prozesse oder Arteriosklerose auftreten, zeigt sieh auch ein sog. rierzerweiehmig (Myoma 1 a cie), wobei das Herz sehr anämisch und brüchig ist.
Diagnose. Die sichere Feststellung einer Myokarditis im Lehen der Thiele ist meist mit erhebliehen Schwierigkeiten verbunden, weil Verwechselungen mit anderen Herzkrankheiten (Herzdilatation, Perikarditis, Endokarditis) leicht möglich sind. In den meisten Fällen wird man nach Aussebhiss anderer Möglichkeiten und wenn schwere Erscheinungen einer Herzinsufl'icienz vorhanden sind, den Verdacht auf Myokarditis aussprechen können.
Tiilaquo;rapiCi Zur Behandlung ist Unterhringung der Thiere in einen kühlen, gut ventilirten Stall erforderlich; auch wirken zeitweise kalte Abreibungen günstig: daneben wird mau die Thiere kräftig ernähren und die Herzthäligkeil durch geeignete Mittel (Digitalis, Kampher, Koffein, Strophaiitus) anregen, cv. das Fieber zu bekämpfen haben.
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Die Krankheiten der Cirkulationsorgune.
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4. Hypertrophie und Dilatation des Herzens. (Hypei'troplila et Dilatatio kordis.)
n) Beim Mensohon,
Aetiologie. In den meisten Fällen ist die Erweiterung und Hypertrophie auf ineolianisclio Behinderungen des Kreislaufs durch Klappenfehler, Verengungen oder Aneurysnion der grossen Arterien, Lungenkrankheiten, chronische Nierenentzündungen, Artoriosklerose u, s, w. zurückzuführen, daneben zeigt sich derselbe Zustand nach dauernden überaißssigen Körperanstrengungen, nach längerer gewohn-heitsinässiger Auf nähme überreioblioheriNahrung, naoh anhaltenden Gemüthsanregungen wobei nicht selten auch ererbte Disposition mitwirken dürfte. Ebenso wird man auch annehmen dürfen, dnss in vielen Fällen gleichzeitig mehrere der erwähnten Ursachen zum Zustandekommen der Hypertrophie wirksam geworden sind.
Symptome. Bestimmte Erscheinungen können oft längere Zeit fehlen, his Kurzathmlgkeit, Mattigkeit und Ohnmaohtsanfälle beobachtet werden als Zeichen, dass das hypertrophische Herz insufficient wird. Manchmal treten auch Anfälle von Angina pektoris auf, so dass die Unterscheidung von chronischer Myokarditis fast unmöglich wird. Auch nach vorübergehender Besserung des Zustandes treten meistens Büokfälle ein, die nach längerer oder kürzerer Zeit (durch Herzlähmung, Embolien u. dgl.) tödtlich enden.
Therapielaquo; In geringeren Graden und beim Beginne des Leidens ist nach Oertel Beschränkung der Zufuhr von Getränken und flüssiger Nahrung und zugleich Kräftigung der Herzthätigkeit durch Bergsteigen und Massage zweckdienlich. In allen Fällen wird jedoch auf das Grundleiden zu achten sein.
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b) Bei Tliieren.
Aetiologitraquo;. Die Ursachen sind zum grossen Thoil dieselben, wie beim Menschen. Herzhypertrophie und Herzdilatation kommen meistens gleichzeitig nebeneinander vor. Die Hypertrophie besteht in einer Vcrgrösserung des Herzens in der Peripherie (excentrische Hypertrophie) und wird durch Cürknlationswiderstände und Ursachen bewirkt, welche den Blutdruck ständig vermehren. Diese Ursachen können natürlich sehr verschieden sein. Am häufigsten sind es Klappenfehler, wobei die entstehende Herzhypertrophie gleichzeitig eine Kompensation bewirkt; ebenso wird Hypertrophie des Herzens bei zahlreichen Lungenkrankheiten beobachtet, wo eine Erhöhung des Blutdrucks im rechten Herzen die Ursache ist. Unter den Ursachen, welche durch Behinderung des Kreislaufs zur Herzhypertrophie führet}, sind noch zu nennen: Aortenaneurysmen, .Stenosen der Aorta, welche angeboren oder durch Neubildungen, Arteriosklerose u. dgl. erworben sein können. Bei Pferden und Hunden kommen ausserdem in Betracht: übermässige körperliche Anstrengungen, abnorme nervöse Erregbarkeit des Herzens und unzweckmässige intensive Ernährung bei ungenügender Arbeitsleistung. Schlicsslich können auch chronische Nieren- und Lebererkrankungen, Verwachsungen des Herzens mit dem Herzbeutel, Verfettung des Herzens, Myokarditis, Endokarditis, Infektionskrankheiten u. s. w,, zur Herzhypertrophie und zur Herzdilatation führen. In letzter Zeit sind besonders
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Die Krankheiten des Herzens und des Porikardiums.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;653
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hei ältoron Pferden Fälle von sog. idiojjath ischer Herzhypertrophie mitge-theilt worden, wo Ueberanstrengung die Ursache war.
Symptome und Verlauf. Wie beim Menschen so sind mieh bei Thieron meist erst in höheren Stadien der Erkrankung klinisch nachweisbare Erscheinungen vorhanden. Man bemerkt dann besonders nach massigem Gebraucho der Thiere vollen Puls, kräftigen Herzschlag und Vergrössornng der Herzdämpfung. Bei zunehmender Insufficienz treten Athembeschwerden, Herzklopfen, frequenter inäqnaler und arythiniscber Puls auf. Werden solche Thiere übennässig zur Arbeit verwendet, so zeigt sich unter starkem allgemeinen Schweissausbruch hochgradige Dyspnoö (eine Form der Dämpfigkeit, die auch als Hcrzdämpfigkeit, Asthma kordiale bezeichnet wird), wobei leichtes Nasenbluten eintreten kann. Wird die Anstrengung dann noch fortgesetzt, so können die Thiere (Pferde) plötzlich todt niederfallen (Gehirnapoplexie). Bei längerem Bestehen der durch die Ilerzinsufficienz nun bedingten Cirkulationsstörungen zeigen sich dann auch Gehirnerscheinungen (Schwindel und Ohnmacht), Verdauungsstörungen, Gelbsucht, Stauungsniere verbunden mit Albuminurio und Oligurie, Thromboso und Embolien in den grösserea Get'ässen. Der Verlauf der Erkrankung kann sich Monate und selbst Jahn! hinziehen, his die Thiere bei plötzlicher Ueberanstrengung oder aus anderen Gründen (innere Ver-blutungen) todt zu Boden stürzen.
Anatomischer Befund. Für die Beurtheilung der Grössenverhältnisse dos Herzens bei Thieren ist zunächst daran zu erinnern, dass, wie Bol linger. Parrot und Bergmann feststellten, die physiologische Herzhypertrophie bei Thieren, welche dauernd eine starke Arbeit zu leisten haben, schon eine ganz erhebliche sein kann. Besonders ist bei Hunden, wo die Lungen als regulatorisohes Organ für die Körpertemperatur wirken, der rechte Ventrikel sehr stark entwickelt und weit. Ebenso haben Rennpferde bedeutend stärkere Herzen als nicht Irainiite. Besonders ist auch bei Vögeln, welche sehr viel fliegen, im Gegensatz zu solchen, welche ein mehr ruhiges Dasein führen, das Herz im Verhältniss zum Körpergewicht sehr gross. Ferner ist auch während der Gravidität, wo nach Bellinger die Blutmenge um 1/4 des bisherigen Quantums vermehrt ist, die Horzhypertrophie eine erhebliche und steigt heim Menschen (nach Bollinger) um 8,;s0/o des normalen Gewichts. Im Uehrigen schwanken die Herzgewichte nach Grosse, Alter und Kasse der Thiere erheblich, doch werden als mittlere Gewichte folgende angegeben: Beim Pferde 2l/2 41/2 llt;g' bei 400(KM) kg Körpergewicht; beim Rind VjiVji kg bei 2504üü kg Körpergewicht, beim Schaf 110-130 g bei 20 kg Körpergewicht, beim Schwein 200250 g bei 60 kg Körpergewicht. Als pathologisch wird die Herzhypertrophie erst aufgefasst, wenn gleichzeitig Dilatation vorhanden ist. Je nach der Ausbreitung der Hypertrophie und Dilatation des Herzens kann dieselbe univcrsalis sein oder nur das rechte bozw, linke Herz oder nur rechte oder linke Vorkammer betroffen. Bei allgemeiner Herzhypertrophie kann das Herzgewicht der Pferde bis 16 kg (Ste phe nson) und des Ochsen bis 18 kg erreichen (Herrau), wobei die Herzwände bis 9 cm dick sein können. Die Dilatu tion ist erkennbar an der stärkeren Breite und abgerundeten Spitze, so dass eine mehr rundliche Form entsteht. Es wird mm die Herzhypertrophie meistens links gefunden, die Dilatation meistens rechts.
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Die Krankheiten der CirknlatioiiHoiguiie.
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Diagnose. Wegen der leichten Yerweohseluug mit Luageoleiden, Herzklopfen, Myokm'ditis, akuten und chronischen Klappenfehlern ist eine Feststellung der Hypertrophie und Dilatation im Leben der Thiere nicht leicht. Auch Geschwülste an der Herzbasis können ähnliche Störungen hervorrufen. Bei sehr gründlicher und genauer Untersuchung wird man eine Verwechselung mit Lungenlcidcn durch das Fehlen von Lungcnerschcinungen bei Auskultation und Perkussion, und durch das Fehlen von Ilerzgerüuscben eine Verwechselung mit Klappenfehlern vermeiden können.
Therapie. Das Wichtigste bleibt Vermeidung von Ueberanstrengungon, gute Pflege und kräftige Ernährung der Thiere. Von Arzneimitteln könnte man Jod-kalium (bei Pferden 6,010,0; bei Hunden Ü,-2 - 1,0) versuchen. In höheren Graden und bei eingetretener Herzscbwäcbe wird man die schon früher genannten Mittel Digitalis, Koffein, StropliantustinkUii' und die excitirenden Mittel zu benutzen haben.
Gericlitliclc Thierlieilkumle. Die clironiseho mit Herzdilatation verbundene Herzhypertrophie kann bei Pferden alle klinischen Eigonschaften erhalten, welche zur Begriffs-definition der Dämyfiykeit pro foro erforderlich sind, Demnach wird man das Leiden bei Rechtsstreitigkeiten als eine Form der Dämpfigkeit bezeichnen können.
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5. Neurosen des Herzens.
n) Beim Mensohen,
Beim Menseben werden als Herzneurosen bezeichnet: die Angina pek-toris (Stenokardia), das nervöse Herzklopfen (Palpitatio kordis) und die Tachykardia (paroxysmale Tachvkardiequot;).
Die Angina pektoris, welche keine eigentliche Krankheit ist, sondern nur einen Symptomenkomplex darstellt, bei welchem anfallsweise auftretende heftige Schmerzen in der Herzgegend verbunden mit starker Beängstigung und Beklemmung das Wichtigste sind, kommt ausser bei Myokardien und Herzfehlern auch als Neurose vor reflektorisch z. B. in Folge von Tabakmissbrauch. Von Asthma kardiakum ist Angina pektoris durch die bei erslerem vorhandene Dyspnoe unterschieden, Zur Behandlung, welche monatelang fortgesetzt werden muss, werden Morphiumeinspritzungen, Nitroglycerintabletten (0,00030,001) und Katrum jodatum (10: 180,0 Aqn. Month, pip. 20,0) empfohlen.
Das nervöse Herzklopfen besteht in der Empfindung verstärkten Herzklopfens mit manchmal aussetzendem Pulse ohne naclnveisbaro anatomische Ursache. Als Ursache werden Neurasthenie, habituelle Verstopfung, Chlorose, Plethora u. dgl. genannt. Die Behandlung muss das Grundleiden berücksichtigen, wobei von Arzneimitteln Bromnatrium (1 8 g) besonders empfohlen wird.
Bei der Tachy kardia zeigt sich ohne physikalisob nachweisbares Herzleiden eine Pulsbeschleunigung von 140200, welche anfallsweise auftritt und bei öfterer Wiederkehr zu schweren Stauungserscbeinungen im Lungen- und im Körperkreislauf führt. Die Ursachen können in Lähmung der hemmenden Vagusfasern bestehen, #9632;wobei dann Digitalis günstig wirkt oder in Beizung des raquo;Sympathikus, verbunden mit Erblassen des Gesichts und Pupillenerweiterung, wobei dann Morphium günstig
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Die Krankheiten lies Herzens und dos PerikardltnnSinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;055
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wirkt. Sind L'hlorosu, Aiiäinic, Magenleiden u. dgl. die Ursache, so wird das Grundleiden zu behandeln sein. Ist die Ursache niclit genau erkennbar, so wird auch die längere Anwendung von Jodkalimn empfohlen.
b) Bei Thieren.
Auch bei unseren Hausthieren, besonders bei Pferden und Hunden werden Fülle beobachtet, die man als Herzneurosenquot; bezeichnet. Daneben kommen jedoch auch Abnormitäten in der Herzfunktion vor, welche (nach Friedberger-Fröhner) nur scheinbar solche sind, und auf einen nervösen Krampf des Zwerchfells zurückgeführt werden müssen.
Das rein nervöse Herzklopfen ohne nachweisbare anatomische Ursache wird auf sehr verschiedene ürsaclien zurückgeführt, wobei einzelne noch sehr unwahrscheinlich sind. So werden starke Aufregungen der Thiere durch übermässige Anstrengung, fortgesetztes Benutzen der Peitsche bei reizbaren Thieren, unzweck-ftiässiger Gehrauch der Sporen bei Reitpferden, . anhaltender Eisenbahntransport, sobliesslich auch Erkältungen, Magen-Darmaffektionen beschuldigt. Ebenso können allgeineino anämische und leukämische Zustände dazu führen. Jedenfalls bedarf das Leiden bei Thieren wie beim Menschen noch weiterer Untersuchungen. Unter den Ersclioiiuiiij^on ist der stark pochende mit kleinem, unregelmässigen Pulse verbundene Herzschlag, die wichtigste. Daneben zeigt sieh auch Unruhe der Thiere, beschleunigtes Athtnen und manchmal Schweissausbruch. Die Herzschläge können so heftig sein, daslaquo; sie mit einer starken Erschütterung der linken Brustseite verbunden sind. Auch Veueupuls und Karotidenpuls zeigen sich zuweilen dabei. Meist gehen die Anfälle nach einigen Stunden, spätestens nach 12 Tagen wieder vorüber und die Thiere erscheinen dann wieder vollkommen gesund. In anderen Fällen kann auch der heftige Anfall apoplektdsch zum Tode führen.
Bei der Diagnose können Verwechselungen mit Zwerchl'elisknimpf, beginnender Kolik, Herzhypertrophie und Klappenfehlern eintreten. Die Prognose ist meistens günstig. Die l!eliaiulliiiig kann sich auf diätetisches Verfahren und daneben auf Verabreichung von Kai. bromatum (10,0lö,0 im Trinkwasser) beschränken.
Bei Thieren wird auch nianchmai eine abnorme Vermiudernng der l'uls-frequonz (Bradykardie) beobachtet:. Man sieht dabei die Zahl der Pulse in der Minute bei Pferden auf 1420, bei Hunden auf 1820 sinken. quot;Weitere Abnormitäten sind dabei in der Hegel nicht erkennbar. Die Ursachen sind noch sehr wenig klargestellt. Als Theilerscheinung ist der Zustand bei Klappenfehlern, Aortenaneurysmen, Herzdilatation, Dummkoller und bei Blutverlusten bekannt, während die Pulsfrequenz als selbständiges Leiden bei Erkrankungen des Vagus-centrums (z. 15. durch Neubildungen) anzunehmen ist. Die verminderte Pulsfrequenz kann (mich Di ec kerb of f) zuweilen mehrere Wochen bestehen bleiben und dann in Heilung übergehen. Zur Behandlung wird die Verabreichung von Arsenik (0,50,70 täglich mit dem Putter oder mit Natr. sulfur, und Rad. Gent, als Lattwerge) empfohlen.
C. Spontane Ruptur des Herzens. (K ardiorhexis spo ntanoa.) Beim
Monschon zeigen sich spontane Rupturen des Heizens nur dann, wenn Veränderungen an den lleiznuiskcUiiseni vorausgegangen sind. Dazu goliürcn: Erkrankungen der Koronai-
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Die Krankheiten der Oiikuliitionsorgane.
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arteriell, Fettherz, Myokarditis, Neubildungen und Echiuokokkon im Herzmuskel; ferner wenn bei Herzklappeufolilein Nokrose oder Verfettung des Herzmuskels sich entwickelt hatte. Unter den Symptomen sind zu nennen; der plötzlich eintretende heftige Schmerz in der Herzgegend, Erbrcclicn, starkes Durstgefühl, Ohnmacht, wobei dann in sehr kurzer Zeit binnen einigen Stunden der Tod eintritt. Bei partialen Rupturen kann manchinal noch ein Ausgleich der iStörungen durch consekutivo Dilatation und Hypertrophie des Herzmuskels eintreten.
Bei Thioren werden spontane Herzrupturen nicht selten bei Pferden und Hunden, seltener beim Rinde beobachtet. Die Ursachen können sehr verschieden sein. Neben direkten traumatischen Einflüssen handelt es sich in den meisten Füllen um krankhaft veränderte Hoizwandun,sen, welche die gelegentliche Kontinuitiitstrennung herbeiführen. Dahin gehören zum Theil die bereits beim Menschen erwälinten Verilndorungon: Entzündung des Herzens, Absccssbildung, fettige Degeneration, Aneurysmon, Anwosenheit zahlreicher Parasiten in der Herzwandung [Echinokokken, Spiroptera) u. s. w. Bei stärkerer Arbeitsleistung irgend welcher Art sieht man dann die Thiere (besonders Pferde) plötzlich unter Schwindelanfall, Athombeschloiiiiigung, Zittern u. dgl niederstürzen und sehr bald oder in einigen Stunden verenden. Die Diagnose ist während des Lebens der Thiere meist nicht möglich.
7.nbsp; nbsp;Angeborene Ilorzl'eliler. Beim Menschen kommen angeborene Herzfehler und besonders llerzklappeiifehler nicht selten vor. Bei münnlichon Kindern findet man sie häufiger, als bei weiblichen. Vorwiegend sind es Vcrengeiungen oder Atrosie am Pulmo-nalosfiuin, ferner Defekte der Vorkamnterschcidewand, am Septum ventrikulornni, dann auch Kikraukuniicn am rechten vonösen Ostiuin, Duktus arleriosus Botalh, sowie Verengerungen an den Ostion.
Bei Thioren kommen angeborene Defekte der Kammerscheidewand nicht selten bei Pferden , Offenbleiben des Foramen ovale manchmal bei Kuben und eine häutige Kainmersclieidewaml (Septum me mb ranaceuni cordis kongenitale) boi Pferden vor. Daneben werden auch gologentlich andere Abnonnitäten beobachtet: Abnorme Enge oder vollständige Obliteration der Aorta oder Pultnonalis, angeborene Klappenanomalien u. s. w.
8.nbsp; nbsp; nbsp;Hydl'operlkardlnin (Wassersucht laquo;les Herzbeutels), Hiiinopci-ikanliiim (Blutergnss in den Herzbeutel) und Pneuinopcrikardiuin (Gas im Herzbeutel). Beim .Menschen wird Uy droperi kar dium beobachtet bei erbeblicben hydrämischen und kaohektlsohen Zuständen Örtlichen und allgemeinen Ursprungs, als Theilerscheinuiig bei Nierenleiden, hungeneinphysom u. dgl. Die klinischen Erscheinungen treten nur selten sehr charakteristisch hervor. Das Fehlen der Reibegerttusche ermöglicht eine Unterscheidung von Perikarditis. Httmoperlkardium entsteht bei Blutungen in den Herzbeutel, wobei Durchbrechen eines Aorteiianeurysinas in den Herzbeutel oder eines Anourysmas der Koronararterien, direkte Verletzungen des Herzens die häufigsten Ursachen sind. Meist tritt sehr bald nach Entstellen des llämopenkardiuins der Tod ein.
Pneuinoperikardi um, Luftansammlung im Perikardiuni, zeigt sich boi Eröffnung des Herzbeutels durch ftUSSere Verletzungen, bei Durchbrucli von Geschwüren aus dor Lunge, aus der Speiseröhre, aus dem Magen u. dgl., wobei sich dann ein tynipanitischer Perkussionsschull zeigt und die Herzgeräusohe metallisch klingen. Die Prognose und Be-handlung richtet sich nach dem Grundleiden,
Bei Tliieron sind die Verhältnisse im Ganzen wie beim Menschen. Hydroperi-kardium kommt oft bei alten unil kachektischon Pferden vor und besonders bei solchen Thieren, welche sich längero Zeit in Agonie befanden, Ausserdcm boi Pferden, Rindern
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und Schafen im Verlaufe chronischer Lungenerkrankun{
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Klappenfehlern u. dgl. mitbiu
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als Begleiterscheinung aligemeiner Wassersucht. Hämoperikardium hommt ebenfalls unter gleichen Ursachen, wie beim Menschen vor, ebenso Pn eu moperikar d iu in.
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9. Perikarditis. Herzbeutelentzündung.
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il) Be i in Me ii sehe n.
Aetiolojfie. Die Perikarditis tritt nur selten ids ein primäres oder idio-pathiscliesquot; Leiden auf und ist in der Kegel nur eine Folge- oder eine Theiler-scheinung anderer Erkraukunfren. Besonders wird die akute Perikarditis beobachtet
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im Verlaufe des akuten Gelonkrhounintismus, beim Seharlach, bei den Masern, bei septiscben und pyämischen Erkrankungen, beim Skorbut, Morbus makulosus, bei elironischer Nephritis, Leukämie und scbliesslich bei clironisehen Alkoliolisten. Daneben nueh im Verlaufe von Pleuritis und Pleuropneumonie, chronischer Hcrz-klappenfebloi', Tuberkulose.
Symptome und Verlauf. Leichtere Fälle können ohne besondere subjektive Beschwerden verlaufen; in schwereren Füllen zeigt sich Schmerz in der Herzgegend, Beklemmungs- und Angstgefühl, wozu in den meisten Fällen auch Fieber tritt. Bei der Auskultation und Perkussion findet man Schwächerwerden des Spitzenstosses, Ausbreitung der Herzdämpfung, abgeschwächte Herztöne, perikarditischcs Reibegeräusch. Der Ausgang ist in der Kegel in Folge des schweren Grundleidens tödtlich, manchmal entwickelt sich zunächst eine adhäsive Perikarditis.
Therapie. Zur Behandlung ist die dauernde Anwendung von Eis, örtliche Blutentziehung in Gebrauch und von Medikamenten werden Digitalis, Strophantns-tinktur, Morphium und diuretische Mittel angewandt.
b) Bei Thieren.
Aetiologie. Bei Thieren kommt die Perikarditis bei allen Hausthierenj am
meisten jedoch beim Rinde vor; seltener bei Pferden und Hunden. Beim Rinde ist die Perikarditis vorwiegend traumatischen Ursprungs und wird veranlasst durch spitze Körper (Haarnadeln, Nägel, Draht), welche besonders in kleinen Wirthschaften in das Futter gerathen, mit diesem verschluckt werden und dann von der Haube aus diese, das Zwerchfell durchbohren und in den Herzbeutel, selbst in das Herz eindringen. Deshalb ist diese Perikarditis auch häufig mit Myokarditis verbunden. In vielen Fällen sind die betreffenden Fremdkörper nicht mehr nachzuweisen, sondern in den Magen zurück- und mit dem Darminhalt nach aussen getreten. Manchmal, wenn auch selten, kann auch eine Perikarditis durch Traumen von aussen her (Homstösse) hervorgerufen werden. In anderen Fällen tritt dieselbe, wie beim Menschen, im Verlaufe septischer Prozesse (Metritis), Pleuritis, im Verlaufe eines akuten Muskel- und Gelenkrheumatismus auf. Dagegen erscheint es durchaus unwahrscheinlich, wie noch in Lehrbüchern angegeben wird, dass eine Erkältung eine primäre Perikarditis hervorrufen kann.
Bei Pferden, Hunden, Schafen und Schweinen handelt es sich in der Regel um eine Folge oder Theilerscheinung anderer Erkrankungen infektiöser Natur (Pleuritis, Endokarditis, Myokarditis, Pneumonie, Perforation von Lungenabscessen, Brustseuche u. s. w.). Gelegentlich kann auch eine Verletzung (Stich, Rippenbriiehe, spitze Fremdkörper, welche vom Schlünde einwirken) dazu führen. Dagegen ist eine primäre Entstellung lediglich durch Temperatureinflüsse ebensowenig bei diesen Thieren, wie beim Rinde erwiesen. Schindelka sah Perikarditis bei Pferden, welche einen längeren Eisenbahntransport überstanden hatten. Verhältnissmässig häufig wird Perikarditis heim Schwein Im'Verlaufe der Schweineseuche und daneben auch manchmal beobachtet, ohne dass die Ursache mit Sicherheit festgestellt sind. Beim Geflügel findet man Perikarditis regelmässig im Verlaufe der sog. Geflügelpest (Kitt). Beim Schaf wird zuweilen eine enzootisch auftretende und akut
Sclinoidemiihl, Vorgl. l'nlhologio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;42
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verlaufende Perlkardltis beobaohtotj ohne duss auch hier bisher die Ursache mit Sicherheit nachgewiesen ist (Trasbot, Auackei'). Bei Hunden beobachtete ich Perl-kanlitis öfters im Verlaute der Staupe.
Symptome und Verlauf. Im Allgemeinen werden leichtere Formen der Pcrikarditis meistens übersehen. Bei der traumatischen Porikarditis des Rindes geht der eigentlichen Pcrikarditis stets eine gastrische Störung ohne erkennbare Ursache voraus, wobei sich eine scheinbare Besserung einstellt, welcher dann, nachdem eine Heilung trotz aller angewandten Mittel nicht erzielt ist, neben weiteren allgemeinen Störungen besonders eigenthiimliche Störungen in der Herz- und Lungenthätigkeit sich anschlicssen. Zunächst zeigt sich eine geringe Beschleunigung der Athmungsthätigkeit, die Thiere bekunden Schmerz beim Drucke auf die Brust-Wandungen, bei kurzen Wendungen, stöhnen öfters bei der Defalcation, und liegen auch in der Regel auf der rechten Seite. Die eigentliche Per ikard it is beginnt dann unter Fiebererschcinnngen, der Herzschlag selbst ist beschleunigt (bis 120 Pulse in der Minute) und sehr wechselnd; der Puls ist ebenfalls sehr verschieden: bald voll und hart, bald klein und weich. Im Beginn der Erkrankung und nach der Bewegung der Thiere ist der Herzschlag leicht fühlbar und hörbar. Später mit Zunahme dos entstehenden Exsudates im Herzbeutel wird der Herzschlag schwächer. Bei tier Perkussion zeigt sich eine Verbreiterung der Herzdämpfung und zuweilen bei bereits grössercr Flüssigkeitsansammlung ein tympanitischer Ton. Bei der Auskultation ist zunächst im Beginne der Erkrankung ein reibendes oder klatschendes Geräusch wahrnehmbar; je nach der Menge und der Natur des Exsudats ist ausserdem auch Knarren, Knirschen und Plätschern dabei festzustellen. Die Ge-räusohe werden mit dem beim Putlern vorhandenen verglichen. Die Geräusche, welche bei starker Aniullung des Herzbeutels mehr dumpf niul plätschernd oder schwappend werden können, zeigen sich immer gleichzeitig mit dem Herzschlage. Daneben zeigt sich starke, strotzende Füllung der Jugularvenen (Venenpuls), zuweilen auch ödematöse und teigige Anschwellungen in der Kehlgangsgegend, welche ent-weder bis zur Brust herunterreichen oder auch hier zuerst auftreten. Man beobachtet ferner leichte Hustenanfälle und zuweilen sind auch die Zeichen einer Lungen-affektion zugegen, wodurch in Lungenseuchegegenden Verwechselungen mit Lungenseuche, ferner mil Lungentuberkulose und mil Lungenentzündungen überhaupt leicht möglich sind.
Im Allgemeinen ist bei den an traumatischer Pcrikarditis leidenden Kindern viel Unruhe bemerkbar, die Thiere liegen viel, zeigen häufiges Frösteln, ungleich-niässige Vertheilung der äusseren Körpertemperatur, sehr unregolmässigeii und wechselnden Puls; auch stehen die Kinder mit gespreizten Beinen und abgebogenen Ellbogen. Allmählich tritt Abmagerung ein, dabei zeigen sich dann auch Darmblutungen und, wenn die Thiere nicht vorher geschlachtet werden, auch metastatische Erscheinungen an den inneren Organen, an der Muskulatur, an den Sehnenscheiden und Gelenken. Der Verlauf ist bei Bindern meist ein langsamer und kann sich über Monate erstrecken. Vom Eintritt der Mngenerkrankung bis zum Beginn der Pcrikarditis kann eine sehr verschieden lange Zelt vergehen, je nach der Natur des Fremdkörpers und den Qelegenheitsursachen (starke Wehen während der Geburt bei Kühen, übermässlge Fütterung, ungewöhnliche Arbeitsleistung auf abschüssigen
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Wegen), welche das Durchdringon des Fremdkörpers durch Magen und Zwerchfell begünstigen.
Bei Pferden sind die wesentlichsten Erscheinungen, wie beim Rinde. Anfänglich pochender später schwächer werdender Herzschlag, Vergrössorung der Herzdätnpfungi Reibegeräusche, ungleichmässiger, kleiner und unregelmässiger Puls, daneben Fieber, angestrengtes Athnien, wobei der Tod oft in kurzer Zeit #9632;/.. B. bei Herzruptur eintreten oder das Leiden sich auch längere Zeit hinziehen kann. Beim Hunde zeigt sieb in schwereren Fällen der Perikarditis leichtere Fälle werden meistens übersehen dasselbe Krankheitsbild, welches bei Pferden angegeben ist. Vorwiegend zeigen sich der frequente, unregelmässige und kleine Puls, das allmähliche Verschwinden der Herztöne, cyanotische und hydropische Erscheinungen, mit schliesslich eintretendem Kräfteverfall, Stauungserscheinungen in der Leber, in den Nieren, wobei dann der tödtliche Ausgang unvermeidlich ist. Bei Schweinen sind die Krankheitserscheinungen meist wenig auffällig und charakteristisch.
Anatomischer Itcfund. Mau kann je nach dem Verlaufe der Erkrankung sehr verschiedene anatomische Veränderungen nachweisen. Bei der traumatischen Perikarditis des Rindes sieht man neben einein bald mehr serösen, fibrinösen, eiterigen, bämorrhagischen oder jauchigem Exsudat im Herzbeutel mehr oder weniger starke Auflagerungen (Pseudomembranen) auf Perikard und Epikard, welche beide Flächen mit einander in Berührung und zur Verklehung bringen, wenn die flüssigen Exsudatmassen gering sind. Die fibrinösen Auflagerungen können von beträchtlicher Dicke sein, besonders an den Stellen, wo der Fremdkörper fortgesetzt eingewirkt hat. Oft sind dieselben zottig, höckerig oder mit längeren Anhängseln versehen (Zottenherz, Kor villosum). Die Faserstoffnmssen sind von verschiedener Farbe, grauweiss, gelblich, oltronenfarbig, gelbtransparent. In anderen Fällen sind die Massen von strangförmiger Beschaffenheit und sind theilweise von Gefässen durchzogen. Die Menge des Exsudats kann 1015 Liter Flüssigkeit und mehr betragen; die ergossene Flüssigkeit ist bernsteinartig oder molkig. Häufig sind auch Verwachsungen mit dem Zwerchfell und der Lunge vorhanden. Das Herzfleisch zeigt in grösserer oder geringerer Ausdehnung Erkrankungen der Muskulatur (Erweichung, Verfettung, kleinere Abscesse, Hämorrhagien). An der Stelle des Sitzes des Fremdkörpers ist meist eine grössere Abscesshöhle vorhanden. Oft liegt der Fremdkörper im Herzbeutel oder er sitzt theilweise in der Herzwand.
Beim Pferde findet man in geringeren Graden nur eine sebwaebe Färbung und Schwellung des inneren Blattes vom Perikardium, in höheren Graden dünnere und stärkere gallertartige Auflagerung und daneben je nach der allgemeinen Ursache ein serös-fibrinöses, hämorrhagisches, eiteriges oder jauchiges Exsudat im Herzbeutel, dessen Menge zuweilen bis 30 Liter betragen kann. Im weiteren Verlaufe können die, Veränderungen dann ähnlich sein, wie beim Rinde. Die schwartigen oder höckerigen Auflagerungen führen zu Verwachsungen des Herzbeutels mit dem Herzen, zur Bildung abgekapselter Hohlräume zwischen Herz und Herzbeutel. Beim Hunde kommt es im Verlaufe der Perikarditis nicht selten zu einer Erweiterung, fettiger Entartung, selbst zur Atrophie des Herzmuskels (Müller).
Diagnose. Die Perikarditis kann beim Pferde besonders leicht mit exsu-dativor Pleuritis, dann auch mit Endokarditis verwechselt werden. Besonders ist
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die Uiitorscheidung von Pleuritis oft sehr schwer, wenn nicht unmöglich, während eine Verwechselung mit Endokarditis durch Berücksichtigung dor Art des unmittelbar am aufgelegten Ohr erkennbaren von der Herzthätigkeit unabhängigen Eeibungs-geräusches leichter m vermeiden ist. Beim Rinde ist die Erkennung der traumatischen Perikarditis unter genauer Berücksichtigung des gesanimton Befundes im Merzen nicht schwer. Nur ist im Beginn der Erkrankung eine Verwechselung mit Magenerkrankungen und später eine solche mit Lungeuseuche möglich.
Therapie. Die Erfahrung lehrt, dass eine Behandlung der an traumatischer Perikarditis leidenden Rinder aussichtslos ist. Deshalb ist die alsbaldige Schlachtung solcher Thiere am besten. Von Einzelnen ist nach sicherer Feststellung dos Leidens die Ausführung der Laparotomio, Eröffnung des Pansens und Entfernung des Fremdkörpers aus der Haube empfohlen werden (Meyer). Doch dürfte der Erfolg für die Heilung der Perikarditis sehr zweifelhaft sein. Eine spontane Heilung kann vorkommen, wenn der Fremdkörper nur kurze Zeit eingewirkt bat, dann in die Haube zurückgetreten und mit dem Faces entfernt ist.
Beim Pferde hat eine baldige und zweckmässig eingeleitete Behandlung oft mehr Aussicht auf Erfolg. Zu diesem Beihufe werden im Beginne örtlich kalte Umschläge, Eisbeutel, permannente Berieselung der Herzgegend mit kaltem Wasser angewendet. In späteren Stadion ist auch die Anwendung einer scharfen Einreibung oder eines Sinapismus in der Herzgegend üblich. Ist stärkere Exsudation eingetreten, so kann die Entleerung des flüssigen Exsudates durch Punktion vorgeiiommeii werden, wobei man bei Pferden etwa zwischen ö. bezw. 6. Rippe den Troikart einsticht. Innerlich worden dann bei Pferden Digitalis (25,0) und in späteren Stadien Kalomel, Tartarus stibiatus, diuretische und auch (bei kräftigen Thieren) drastische Mittel empfohlen. Auch Jodkalium (10,0 20,0 täglich im Trinkwasser verabreicht) wird verordnet. Bei Hunden ist die Behandlung im Wesentlichen dieselbe. Im Beginne der Erkrankung kann man Priessnitz'scho Umschläge ausführen lassen, daneben Stropbantus oder Digitalis verabreichen. Bei erheblichem Flüssigkeitserguss wird die Punktion auszuführen sein.
Sanitätspolizeiliches. In einzelnen Gegenden werden Rinder, welche an traumatischer Perikarditis gelitten haben, sehr hilulig nothgeschlachtet. Findet die Notli-achlachtung gleich beim Beginne der Erkrankung statt, so wird man das Fleisch noch gut genährter Thiere, bei welchen auch an den parenehymatösen Organen noch keine besonderen Veränderungen erkennbar sind, als verdorben betrachten und auf die Freibank verweisen können, während in Fällen, wo die Rinder nach längerer Krankheit erst geschlachtet und erhebliche Veränderungen an den inneren Organen nachgewiesen worden, das Fleisch dem Konsum zu entziehen sein wird.
10.nbsp; Geschwülste am Herzen. Beim Menschen sind echte primäre Geschwülste des Herzens (Fibrome, Myxome, Lipome, Sarkome) sehr selten. Sekundär kommen besonders Sarkome und Karcinome vor. Bei Mclan osarkomen ist das Herz, zuweilen auch gleichzeitig der ganze Körjjer von zahllosen schwarzen Geschwulstknoten durchsetzt.
Bei Thieren beobachtet man vorwiegend Fibrome und Fibrosraquo;rkom e, welche nicht selten beim Rinde, vom Perikard ausgehend, gefunden werden. Beim Pferde werden sekundäre Melanosarkome und Ly m pho sar k ome öfters beobachtet, seltener Angiome. Eine Melanosis makulosa wird im Verein mit allgemeiner Melanose als kongenitale Anomalie bei Kälbern gesehen. Epikard, Endokard und Uerzfleisch sind mit tiefschwarzen Flecken besetzt (Kitt).
11.nbsp; nbsp;Parasiten im Herzen. Heim Menscliuii werden im Herzmuskel Cysti-cerken und gelegentlich nuch Echinokokken gefunden, welche mit Vorliehe im Septum sitzen. Treten Echinokokken multipel auf, so können sie sich nach innen öffnen, in die Gefässe
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Die Ki'unkhoitcn des Herzons und des Perikaidiums.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 601
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gelnngon mid Emboliun hoivorrufen oder zu Horzrupturen Veranlassung gebelaquo;. Sehr selten liat man auch I'entastomuin dentiku lat um und Trichinen im Herzmuskel des Menschen gefunden. Im Herzbeutel hat man gelegentlich freie Trichinen, Cysticerken und Echinokokken gefunden.
Bei Thieren worden besonders im Herzmuskel des Rindes, seltener des Schweins Echinokokken angetroffen; zuweilen ist dieser Parasit auch beim Pferde. Dagegen ist beim Schwein Cysticerkus cellulosBo sehr hiiuflg und beim Kinde zuweilen Cysticerkus taeniae saginatae nachzuweisen. Sind die Finnen im Herzen des Schweins abgestorben, so sieht man verschieden grosse (bis Hanfkorn) weissgrauo oder graugelbe trübe Flecke von ovaler Gestalt. Beim Schafe findet man in einzelnen Gegenden sehr hiiufig Sarko-sporidien unter dem Endokard in den sog. Purkinje'sehen Faden. Im Herzen des Hund 08, besonders in China und Japan, Ostindien, Brasilion und Nordamerika, findet man die erwachsenen Exemplare von Filaria immitis, ein 1 mm dliuuer, weisser, mit sebrauben-förmigem Schwanzende versehener Wurm, welcher beim Männchen 10 cm, beim Weibchen bis 35 cm lang ist. Der Parasit wird besonders im rechten Herzen beobachtet. In Indien wurde Filaria immitia sehr hiiuHg auch im rechten Herzen der Kinder gesehen.
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II. Die Krankheiten der Gefässe.
1. Aneurysmen der Gefässe.
a) Beim Menschen.
Aetiologle. Fast rogelmässig besteht die Ursache der Anourysnienbildung umschriebene Erweiterung einer Arterie in einer primären Erkrankung der Gefässwand, welche eine abnorme Nachgiebigkeit derselben gegen den Blutdruck zur Folge hat. Als eine sehr häufige Erkrankung dieser Art ist die Arteriff-sklerose zu nennen, welche im höheren Lebensalter, besonders im Anfangstheil der Aorta beobachtet wird. Auch traumatische Einflüsse, syphilitische Erkrankungen der Intima der Aorta können dazu führen. Es werden Aneurysmen auch an anderen Gefässen (Bauchaorta, Trunkus anonymus, Arteria pulmonaüs und an den Gohirnarterien, hier am häufigsten an der Arteria basilaris und an der Arteria fossae Sylvii) gesehen.
Symptome und Verlauf. Beim Aortenaneurysma zeigen sich Schmerzen oder auch starkes Pulsiren, je nach dem Sitze des Aneurysma. Bei der Auskultation ist inanchmal ein dumpfes, systolisches Geräusch nachzuweisen. Durch Druckatrophie der Knorpel, Knochen und Muskeln kann das Aneurysma unmittelbar unter der Haut zu liegen kommen. Im weiteren Verlaufe kann bei Aortenaneurysma Hypertrophie des linken Ventrikels, Verschiebung des Herzens, auch Kompression grosser Venen, der Bronchien, Lungen, des Vagus u. s. W. mit den entsprechenden klinischen Erscheinungen hervorgerufen werden. Demnaeb kann das Krankheitshild sehr wechseln, oft bleiben jedoch Aneurysmen lange Zeit verborgen. Aneurysmen an den Gohirnarterien können schwere Gehirnsymptome verursachen. Durch Burstung eines Aneurysma kann auch plötzlich der Tod eintreten.
Therapie. Beim Aortenaneurysma wird noch mit bestem Erfolge die Gal-vanopunktur angewendet, wobei zwei mit den Polen einer galvanischen Batterie
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602nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Kranklioiten der Cirkulnfcionsorgane.
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verbundene Nadeln in raquo;las Aneurysma eingestoohen und dann schwache Ströme dui'chgeleitot worden. Auch Injektionen von Ergotin in die Umgebung des Aneu-rysnias sind (von Lau genheck) empfohlen worden. Innerlich hat man Plumbum acetikuni (0,10,2:Sacch. 0,3) und bei Verdacht auf Syphilis Kai. jod. (Kai. jod. 10,0, Aqu. dost. 130,0, Aqu. Month, pip. 20,0) versucht.
b) Bei Thieren.
Aetiolog'lo. Im WesentUoben handelt es sich um dieselben Ursachen, wie beim Menschen. Bei Pferden worden die meisten Arterieiumeurysmen durch die vorübergehende Anwesenheit von Blutparasiten (Strongylus armatus) hervorgerufen und dann auch Wumianeuiysma (AneniTsnia verminosum equi) genannt. Der Form nach unterscheidet man dabei ein gl eichmässiges (cylindrisches oder spindelförmiges) xuid ein u n g 1 o i c h m ii s s i g e s (sackförmiges) Aneurysma. Bei Pferden findet man das Wurmanenrysma nicht häufig, und ist über dessen Bedeutung für die Entstehung der Kolik schon au anderer Stelle Näheres mitge-theilt worden.
Symptomelaquo; Charakteristische klinische Erscheinungen werden durch Aorten-aneurysmen bei Thieren meistens nicht hervorgerufen. Bei plötzlichen Todesfällen nach grösseren Anstrengungen findet man oft erst post mortem als Ursache der Berstung eines Aneurysmas, ohne dass vorher im Leben des Thieres anderweitige Erscheinungen bemerkt wurden. In anderen Fällen sind dann bei Pferden, wie Lustig beobachtete, erhöhte Pulsfrequenz, schwankende Bewegung mit dem Hinter-theil, Niodorstürzen und epiloptiforme Krämpfe nach der Bewegung gesehen worden. Nach 515 Minuten trat dann wieder vollständige Erholung ein. Derselbe Autor sah bei einem anderen Pferde, welches, wie die Sektion ergab, mit einem Aneurysma der Lungenarterie behaftet war, Schwindelanfällc eintreten. Bei einem Pferde mit einem grossen Aneurysma der Brustaorta konstatirte Schmidt einen eigenthümlichen summenden Ton über der Wirbelsäule, welcher mit der Herzaktion zusammenfiel, gespannten steifen Gang im Hintertheil, Unvermögen Futter vom Boden zu erheben u. s. w. Meist handelt es sich also um Fälle, wo die richtige Diagnose der klinischen Erscheinungen erst post mortem gestellt, wurde.
Anatomischer Befund. Hinsichtlich des sog. Wurmaneurysmas der Pferde sei bemerkt, dass dasselbe gewöhnlich im Stamm der vorderen Gekröswurzel und in der Art. ileo-coeko-kolika gefunden wird, ausserdem in der Art. koli superior, in der Bauchaorta, in der hinteren Gekrösarterie und in den Niorenarterien. Dabei können die Aneurysmen erbsen- bis faustgross werden und selbst den Umfang eines Mensohenkopfes erreichen. Ferner sind Im Gegensatz zu den Beobachtungen heim Menschen die Wandungen der Wurmaneurysmen beim Pferde meistens stark verdickt, besonders durch Wucherung der Advontitia. Oft tritt sogar Verkalkung der Wände ein. Dagegen haben die Aneurysmen, welche nicht durch Würmer entstanden sind, ebenfalls meist sehr dünne Wände und neigen sehr zu Zerreissungen. Die Würmer findet man thcils frei im Lumen der Gcfässo, in dem rothen Blutgerinnsel, theils in den Kanälen des Thrombus, mitten in demselben und so darin gebettet, dass ein Endtheil derselben, Kopf oder Schwanz, in das Arterienlumen einragt, theils der Intima anhaftend, selbst in die Wandung eingebohrt (Kitt).
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Die Krankheiten der Gefäase.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;003
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Aussei- nn der liinteivii Aorta sind Ancurysincn iiiich gelegentlich an der vorderen Aorta, an der Axilhnis, Karotis, an den lironeliialarterien, Lungenarterien u. s. w. beim Pferde gelegentlioh beobachtet worden. Manchmal werden auch in diesen Füllen verschleppte rallisadonwiinner die Ursache gewesen sein. Bei den übrigen llausthieren sind Anenrysmen iin Ganzen selten.
TherapiO. Soweit eine 'Diagnose im Lehen der Thiere möglich ist, würde man ev. die beim Mensehen angegebene Behandlungsart versuchen können.
2. Thrombose der Schenkel-, Becken- und Achselarterien.
a) Beim Menschen. AetlolOglelaquo; Beim Menschen kommen Thrombosen der Aorta nicht selten zur Beobachtung, aber meistens sind sie von geringerem Umfange und verlegen das Lumen der Aorta nicht vollständig. Sie entstehen meistens im Anschluss an Anenrysmen, an Embolien der Aorta, bei akuter Aortitis oder nach Kompressionen. Thrombosen anderer Arterien haben vorwiegend chirurgische Bedeutung. Syinptoillraquo;'. Bei der Aortenthrombose sind Störungen nur dann zu erwarten, wenn das Lumen der Aorta über ein gewisses Maass verengt ist. In der Hauptsache sind es dieselben, wie bei Embolie. So kann bei umfangreicher Embolie plötzlicher Tod eintreten. Die betreffenden Kranken erblassen und stürzen leblos zusammen. In anderen Füllen, wo einzelne grössere Gefüssstünmie, z. B. der Extremitäten ganz oder theilweisc verstopft sind, zeigt sich Kulte, Schwücbe, Steifigkeit, die Extremitäten sehen blass aus; die Patienten haben das Gefühl von Ameisenkricchen. Zuweilen hat man auch Zittern und Kontrnktuivn in den Extremitäten gesehen. Im weiteren Verlaufe kann manchmal die Blutbalm wieder frei werden oder es stellen sich die Erscheinungen von Neuem ein; in anderen Fällen bilden sich allmählich auch Kollateralbahnen aus. Die lieiiaiidliing ist rein symptomatisch.
b) Bei Thieron. Acfioloffie. Bei Thieren, besonders bei Reitpferden kommen Thrombosen
der Schenkel- und Achselarterien nicht seiton vor. Da die klinischen Erscheinungen vorwiegend im Lahmgehen sich äussern, so werden diese Leiden auch eingehender in den Lehrbüchern der Chirurgie abgehandelt. Hier sei nur erwähnt) dass die Ursachen in erster Linie auf einer Erkrankung der Intima der Arterien beruhen (Endarteriitis), wobei es dann im weiteren Verlaufe auch eine Auflagerung von Fibringerinnseln auf die Innenfläche der Arterien und Verengerung des Lumens eintritt. Ebenso kommt, wie beim Menschen, auch eine Verstopfung der Aeste der hinteren Aorta vor, bedingt durch Embolien, wobei dann Thromben aus dem Herzen oder einem Aneurysma in die grösseren Gefässstüninie gekommen sind. Vennerholm beobachtete Thrombose der Art. kruralis im Verlaufe der Lungenentzündung bei einem Pferde, Bei Reitpferden und Wagenpferden mögen Quetschungen, Einreissungen der inneren Gefüsshünte bei heftigen Bewegungen, Springen gelegentlich die Veranlassung zu einer Endarteriitis geben,
Syiniitomc. In der Ruhe erscheinen Pferde mit Thrombose der Schenkelarterien vollkommen gesund. Nach kürzerer oder längerer Bewegung im Trabe
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664nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten fler Cirkulutionsorgnnc.
am Wngcn, unter dem Reiter oder im der Leine tritt jedoch eine nllinählich zu-nehniende Schwäche in einem Hinterfusse, selten im ganzen Hintertheilo, hervor. Wird die Bewegung noch fortgesetzt, so wird der betreffende HinU'rfuss nachgeschleppt, sinkt bei der Belastung zusaimnon und schliesslich stürzen die Thiero mit dem Ilintertheil nieder. Während der Eutwiekelung dieser Erscheinungen zeigt sich Angst, Athembeschleunigung, Schweissausbruch, Zittern in den hinteren Extremitäten. Gleichzeitig fühlen sich die Hinterfusse kühler als normal an, eine Pulsation der Schienbein- und Fesselhcinarterien ist fast kaiini nachzuweisen. Lässt man die Thiere einige Zeit ruhen, SO verschwindet tue Schwäche allmählich, die Pferde erheben sich wieder und bald erscheinen sie wieder vollkommen gesund. Das Charakteristische ist demnach, dass die Lähmungserscbeinungen, anfallsweise und durch stärkere Bewegung der Thiere künstlich hervorgerufen werden können. Bei der Untersuchung der Thiere per Rektum findet man die thrombosirte Stelle der Aorta an einer Stelle, wo der periplierisob gelegene Gefässahschnitt stark erweitert und verdickt ist. Meist entwickelt sich das Leiden allmählich, manchmal kann es jedoch schon in vier bis sechs Wochen weit vorschreiten und die Thiero vollkommen gebraüchsunfähig machen.
Auch an der Achselarterie sind zuweilen ebenfalls Thrombosen beobachtet worden, wobei dann das Lahmgehen in äbnlicber Weise nach längerer Bewegung an den Vorderi'üssen zur Entwickeluag kommt, wie dies für die Hinterfusse augegeben wurde. Dabei stolpern und straucheln die Thiere anfänglich, schleifen die kranke Gliedmasse nach und stürzen auch nieder (Friedberger). Die Prognose muss als ungünstig bezeichnet, werden, da eine Heilung meist nicht möglich ist. Wolü aber können die Thiere oft lange Zeit zu massiger Arbeit benutzt werden.
Anatoniischer Bof'uml. Man findet die Thrombose gelegentlich an allen grösseren Gefässen, besonders jedoch in den Aneurysmen der hinteren Aorta und in dem im Becken gelegenen Abschnitt der hinteren Aorta, wo die Verzweigung in die Darmbein- bezw. Schenkelarterien und in die beiden Beckenarterien stattfindet. Ebenso kommt Thrombose der Achselarterie bezw. Armarterie, der Nieren-arterie und gelegentlich auch der Lungenarterie vor. Die vorhandenen Pfropfe sind theilweise sehr derb, geschichtet, grauriithlich, bleich, gelblich, theilweisc weich und zerbröckelnd. Die Arterienwände zeigen meistens chronisch entzündliche Veränderungen oder sind fast intakt. Im ersteren Falle ist die Wand verdickt, atheronmtös verändert oder auch in theilweiser Verkalkung. Durch Erweichung des Thrombus entstehen oft kleinere embolische Herde in den perlpher gelegenen Arterienbezirken,
IHagnose. Die Feststellung des Leidens ist unter Berücksichtigung der bei angestrengter Bewegung zunächst bemerkbaren Lahmheit und der per Rektum nachweisbaren Veränderungen an den Arterien nicht mit Schwierigkeiten verbunden.
Therapie. Eine innerliche Behandlung, wie solche durch Anwendung von Jodkalium und Alkalien empfohlen, scheint nutzlos zu sein. Rationeller ist die von Colin und Bayer zuerst versuchte Massage der thrombosirten Gefässe vom Rektum aus. Man bezweckt dabei durch behutsames Streichen und Drücken der
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Die Krankheiten der Oefässo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;666
Thromben Erweichung und Resorption derselben ZU fördern und damit laquo;Ins Leiden ZU beseitigen. Allerdings kann damit die Gefahr vergrössert und besohleunigt werden, dureh Ahrcissung von Theilen des Thrombus Embolien an anderen Btelleil hervorzurufen. Daneben wird ein niiissiger Gebrauch zur Arbeit zweokmässiger ids zu viel Buhe sein.
3. Ruptur grösserer Gefässe der Brust- und Bauchhöhle.
Reim Menschen worden manchmal nach heftigen traumatischen Einwirkungen Zerreissungen der Aorta beobachtet. Meist handelt es sich dabei um bereits vorher atberomatös veränderte Gefässe. In anderen Fällen bestand zunächst ein durch ein Trauma bedingtes sog. Aneurysina dissekans, wobei zuerst die Intima und Median zerreisson und später eine totale Perforation eintritt.
Bei Thicren kommen Zerreissungen und Berstungen von Gefässeu durch mechanische Ursachen (Traumen) oder nach vorangegangenen entzündlich-degenerativen Gefässerkrankungen oder auch dann vor, wenn ein vorhandenes Aneurysma die Disposition dazu hervorruft. Die Erfahrung lehrt, dass in Folge heftiger Erschütterungen des Körpers (beim Werfen und Niederstürzen der Pferde und Rinder, beim Ueberfahrenwerden der Hunde und Katzen, die Gekrösvenen, die Pfortader, hintere Hohlvene, Leber, Milz- und Nierenvenen zerreissen. Spontane Zerreissungen der Arterien werden besonders am Ursprung der Aorta in der Nähe der Semiluimr-klappen und an der Lungenarterie beobachtet. In seltenen Fällen können auch Parasiten (beim Pferde Strongylus armatus, beim Hunde Hpiroptera sanguinolenta) die Ursache der Zerreissungen werden. Die Symptome sind dieselben) wie bei inneren Verblutungen; plötzliches Taumeln oder Niederstürzen der Thiere, dabei fadenförmiger oder kaum nachweisbarer Puls, plötzlich auftretende erhebliche Blässe der sichtbaren Schleimhäute und Kälte der Gliedmassen, Zuweilen treten auch Krampfanfälle oder (bei Zerreissung grösserer Lungengefässe) Hämoptöe auf. Der Verlauf ist ein sehr schneller; meist tritt in wenigen Stunden, oft auch schon in wenigen Minuten der Tod ein. Bei der Sektion findet man dann das zerrissene Gefäss und oft gleichzeitig eine mehr oder weniger erhebliche Gefässerkrankung an der Stelle des Risses. Vielfach ist ein Aneurysma nachzuweisen, dessen Berstung die Ursache der Blutung war. Wie Bruckniüllcr beobachtete sind die Ränder an der Intima der gerissenen Gefässe meist glatt, an der Adventitia zackig und mit geronnenem Blute bedeckt, während die Muskularis nach anssen schiohtenförmig getrennt erscheint. Bleibt die Adventitia ungetrennt und zerreisst nur die Intima uud Media, so entsteht dureh Eindringen des Blutes zwischen Adventitia und Media das sog. Aneurysma dissekans. Handelt es sich um eine Ruptur der Aorta, Welche, wie erwähnt, vorwiegend in der Nähe der halbmondförmigen Klappen eintritt, so findet man den Herzbeutel prall mit Blut gefüllt.
4. Thierische Parasiten im Blute.
Beim Menschen ist zunächst Plasmodium malariae zu erwähnen, welches man als homogenes Körperchen (Plasmodien) mit amöboider Bewegung innerhalb
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Dio Krankheiten der Cirkulntlonsorgano.
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der rothon Blutkörperchen im Blute von Malariakranken findet. Durch Aufnahme von Pigment aus den rothen Blutkörperchen vergrössern sich dio Plasmodicn, depo-niren das Blutpigtnent in Gestalt schwarzer Körner in ihrem Leibe, wobei dio rothon Blutkörperchen idlmählich abblassen und /.u Grunde gehen. Unter den Blutparasiten sind die geisscltragenden und halbmondförmigen benicrkensworth, welche jedenfalls in die rothen Blutkörperchen eindringen. (Weiteres siehe S. 106.)
Der von Schiess-Bey und Bitter als Erreger des biliösen Typhoids des Menseben beschriebene Erreger und der von Plehn als Ursache des Scbwarz-wasser-Fiebers an der Westküste von Afrika entdeckte Parasit sind gleichfalls Blutparasiten.
Ferner Ist auch Filaria sanguinis hominia und Disto'mum baematolaquo; bium zu nennen. Filaria sanguinis ist im lebenden Blut (besonders zur Nachtzeit) und in der Lymphe bei Personen beobachtet worden, welche in den Tropen leben. Durch die Anwesenheit des Parasiten im Blute wird Hiimaturie und Chylurie (milchiges Aussehen des Harns) hervorgerufen. (Weiteres S. 300.)
Ueber Distomutn haematobiutn vergl. S. 300.
Bei Thieren sind zunächst mehrere zu den Protozoen gehörige Blutparasiten zu nennen: Pyrosoma bigeminuni, der Erreger des sog. Texasfieber oder Milz-fieber, Aveleher durch Vennittelung der Binderzeoke (Boophilus bovis) auf dio Rinder von Texas und der südlichen Staaten Nordamerikas übertragen wird (vergl. S. 108). Ferner handelt es sich bei der besonders in Italien und Rumänien beobachteten seuchenartig auftretenden Hämoglobinurie jedenfalls um thierische Parasiten des Blutes. Ebenso wird die besonders im Donaudelta seuchenartig auftretende Hämo-globinurie der Schafe (dort Carceag genannt) nach Babes und Stark ovici durch Blutparasiten hervorgerufen (vergl. S. 114116).
Im Blute der Vögel kommen gleichfalls zu den Protozoen gehörige Parasiten vor, deren pathologische Bedeutung bisher noch nicht genügend aufgeklärt ist. Man hat dieselben bisher besonders im Blute der Buchfinken, der Staare, der Feldlerche u. s. w. gefunden. Neuerdings fand Danilewsky eine grosso Aehn-liohkeit zwischen diessn Hämatozoen der Vögel und des Menschen. Es erstreckte sich die Aehnlichkeit nicht nur auf die Gestalt, sondern auch auf dio Struktur und die biologischen Eigenschaften, so das Danilewsky annimmt, die Schmarotzer gehören zu ein und demselben Genus, vielleicht auch zu derselben Species. Dazu kommt, class nach Danilewsky, wie schon S. 108 hervorgehoben ist, auch bei Vögeln ein echtes intermittirendes Malariafieber vorkommt, welches durch besondere in den rothen Blutkörperchen schmarotzende Cytamöben hervorgerufen wird. Auch nach den Untersuchungen von Labbe, welcher zwei Gattungen (Halteridium-Laverania und Proteosoma) unterscheidet, zeigen die endoglobulären Blutparasiten der Vögel grosso Aehnlichkeiten mit den Malariaparasiten der Menschen.
Unter den Pferden Indiens wird oft eine seuchenartig auftretende pernieiöso Anämie beobachtet, welche zuweilen auch für Malaria gehalten wurde und dort Surraquot;' genannt nach den Untersuchungen von Evans, Crook shank. Osier U, A. hervorgerufen wird durch einen im Blute lebenden zu den In-fusionsthieren gehörigen Parasiten, Tryj)anosoma Evansi (vergl. auch S. 359). Der Parasit, welcher schon früher (1841 von Valentin) im Blute der Forelle, des
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Frosches (1842 Ginge) und der Ratte (Lenis) gefunden wurde, ist 2045 [i lang und 1 /lt; dünn und mit einer Geissei versehen. Neuerdings wird ein Trypnno-sonia der Vögel, der Fische, der Frösche und der Siiugethiere unterschieden. Von Würinern, welche im Blute der Thiero beohachtet worden sind, mögen folgende erwähnt sein: Als temporäre Parasiten des Blutes zunächst Distomen und Trichinen, wenn dieselben in Blutgefässe gelangt sind und mit dein Blutstrome fortgeschleppt werden.
In den Blutgefässen (Arterien) des Pferdes (Esels, Maulesels und Maul-thieres) wird sehr häufig die Jugendform von Sclerostoma equinum s. armatum (Strongylus armatus) gefunden, deren goschlechtsreifer Wurm im Coekum und Kolon des Pferdes lebt (S. 314). Die Parasiten, deren Hauptsitz die vordere Gekröswurzcl ist, veranlassen das sog. Anemysma venninosum. Pferde, welche Filaria papillosa in der Bauchhöhle haben, besitzen oft auch Embryonen im Blute, welche (nach Wadl und Neumann) die Jugend zustände jener Filarien sind. In Ergänzung der S. 308 gemachten Angaben sei noch bemerkt, dass Deupsor Filaria papillosa in 40()/i) aller von ihm untersuchten Pferde in der Bauchhöhle gefunden hat. Gebärende Weibchen findet man das ganze Jahr hindurch. Die Embryonen haben eine Länge von 0,2 bis 0,26 mm und eine Breite von 0,005 mm. Sie sind von einer hellen, homogenen Membran umgeben. Dieselben wandern in das Blut ein, nachdem sie kurz vorher diese Membran abgeworfen haben. Im Blut von iufizirten Kaninchen lassen sich die Embryonen höchstens vier Wochen verfolgen. Im Venenblut und in den kleinen Hautarterien wurden beim Pferde keine Embryonen gefunden.
Erwähnt sei auch, dass Mazzanti im Blute von Pferden Embryonen von Nomatoden fand (1018 p lange und 35 /lt; dicke Würmer), welche derselbe als die Ursache der Nodosis fibrosa petrifikans hepatis betrachtet.
Beim Rinde und Schafe ist gelegentlich ein dem Distoma haemntobium (Bilharzia haomatohia) des Menschen ähnlicher Egel im Bluto beobachtet worden. Besonders sind diese Parasiten und deren Eier bei Rindern in Kalkutta (von Bom ford), in Aegypten (von Sonsino) und auf Kalkutta (von Gtrassi und Rovolli) beobachtet worden. Nach öonsino sind die von ihm beim Rinde gofundonen Egel länger und dicker als die beim Menschen beobachteten.
Beim Hunde sind ßlutparasiten überaus häufig. Besonders bekannt ist Filaria immitis (vorgl. noch S. 307) (haotnatica) der sog. Herzwurm dos Hundes. Durch die Anwesenheit desselben, welcher oft in ganzen Ballon beobachtet wird, werden Herzerkrankungen (Endokarditis, Horzdilatation, Hypertrophie, selbst Herzruptur) Thrombosen, Hämorrhagien, Gehirnerkrankungen u. s. w. hervorgerufen. Ferner wird gelegentlich auch ein fadenförmiger, weisser bis rothlicher Wurm gefunden. Derselbe, von Leisering Hämatozoon subiil atuin, von Raillict, Laulanie und Bossi Strongylus vasorum genannt, wurde in Toulouse und in Italien und sehr selten (von Leisering) in Deutschland beobachtet. Die Parasiten sind im Herzen, in den Arterien und auch in den Venen gefunden worden. Leisering fand dieselben einmal in den Venen der Prostata, der Harnröhre und der Eichel, ein zweitos Mal in Gesehwülsten der Lunge, der Schilddrüse und Halsmuskeln, dagegen nicht im Blute.
Schliesslich ist auch Filaria s. Spiroptora sanguinolo nta, dessen eigentlicher Wohnsitz die Schlund- und Magenschleimhaut ist, zuweilen im Blute der Hunde gefunden worden.
Unter den Vögeln sind besonders die Krähen zu nennen, von denen nach Heckert 30o'o Würmer, und zwar die Embryonen der Filaria attenuata, enthalten. Die Filaria attenuata wird im Gekröse der Krähen gefunden.
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(1CSnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Kninklioitcii der Oii'kulatlonaorffane,
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5. Artherlosklerosis. BlulftPtevlltis elironika deformans. Atherom der Crefiisse. Ueiin Menschen ist das Arteiiemilhei-oin vorwiegend eine Altorsveränderung und wird zuweilen gar nicht zu den eigentlichen Krankheiten gerechnet. Anstrengende Muskel-thätigkeit, Alkoholniissbrauch, üherrüiche Ernährung bei sitzender Lehensweise, Infektionskrankheiten u, s. w., können die Erkrankung auch im jüngeren Alter hervorrufen und die Entstellung im höheren begünstigen. Die Erkrankung ist fast ausschliesslich auf die Arterien beschrankt, wobei die Aorta am stärksten erkrankt. Zunilchst handelt es sich um eine cirkumskrlpte oder diffuse verminderte Leistungsfälligkeit der Arterie, welche durch eine Dehnung der Tunica media mit nachfolgender fibröser Vordickung der Intima ausgeglichen wird. Die Verdickung an der Intima kann diffus oder umschrieben (Artorio-sklerosis nodosa) stattfinden, ebenso können sich an der Uefiisswand und an der Intima besondere Degenerationsvorgänge (Verfettung, (Jeschwlirsbildung) entwickeln. Schliesslich kann auch Atrophie der Media eintreten. Die Kran kheitsersc hei nu ngen können lange Zeit unbemerkt bleiben, bis Atheinnoth bei kleinen Anstrengungen, häufiger Katarrh der Luftwoge, Verstopfungen und Blähungen bei vermehrter Spannung des Pulses darauf hinweisen. Bei Erkrankung der Kranzarterien zeigt sich Angina pektoris, Asthma kardiakum und je nach dem sonstigen Sitze der Artcriosklerose entstehen auch Aortcnaneurysmen, Hlutungen, Thrombosen, Erweichungen im Gehirn, Schrumpfniere, senile Gangrän u. s. w. Zur Erkennung ist neuerdings (von Hoppe-Seyler in Kiel) auch die Durchleuchtung des Körpers mit den Hüntgen-Strahlonquot; ausgeführt worden.
Die Behandlung kann nur eine symptomatische sein und muss sich nach den Indikationen der eingetretenen Polgozustände richten.
Bei Thieren kommen besonders bei Pferden ähnliche Erkrankungen vor und ist dabei wie beim Menschen das höhere Lebensalter für die Entstehung des Prozesses sehr begünstigend. Meist vergehen mehrero Jahre his die athoromatöse Erkrankung, welche sowohl im Stamme wie auch in der vorderen und hinteren Aorta vorkommt, einen grössoren Umfang erlangt hat. Die Symptome sind, wie beim Menschen, je nach dem Sitze der Erkrankung sehr verschieden. Ist die hintere Aorta erheblich im Zustande der Sklerose, so zeigen sich wie bei der Thrombose desselben Gefiisses und der Beokenarterien Paralysen der Beckenmuskulatur; zeitweise sind die besonders beim Trabe und bei der Bewegung schwerer Lasten auftretenden Anfälle stärker, zeitweise schwächer und seltener (Bayer, Dieckerhoff). Sitzt die Arteriosklerosa in der vorderen Aorta, so zeigen sich Erscheinungen der Herzhyperlrophie mit Verlangsamung des Pulses, systolisches After-geräusoh, Pulsation der Jugularis, auch Schwindel und epileptiforme Krämpfe, welche (nach Dieckerhoff) manchmal schon im Stalle auftreten. Die Feststellung ist meist sehr schwierig und erfordert eine sehr umsichtige und öftere Untersuchung. Die Prognose muss als ungünstig bezeichnet werden, obwohl die Pferde bei vorsichtigem Gebrauch oft noch Jahre hindurch verwerthet werden können.
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Zusammen fassung.
Auch hinsichtlich der meisten und wichtigsten Krankheiten der Cirkulations-organe kann ausgesprochen werden, dass dieselben sowohl beim Menschen, wie bei Thieren vorkommen und meistens auch durch dieselben Ursachen hervorgerufen werden, nämlich:
Akute Endokarditis, chronische Endokarditis, Myokarditis, Hypertrophie und Dilatation des Herzens, Neurosen des Herzens, Ruptur des Herzens, Hydroperi-kardium, Pneumopcrikardium, Perikarditis, Aneurysmen und Ruptur der grossen Gefässe.
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Die Krankheiten des Nervensystems.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;fifiO
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F. Die Krankheiten des Nervensystems.
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Vorbemerkung. Die Krankheiten des Nervensystems haben gegenwärtig noch nicht dieselbe Bedeutung für die vergleichende Pathologie, wie solche für andere Organe vorhanden ist. Einmal kommen zahlreiche in der Monschenmodizin bekannte Prozesse bei unseren Hausthioren nicht vor und andererseits sind noch manche Krankheiten des Nervensystems bei Thieren zu wenig studirt, als dass die bei einzelnen, thoilweise sehr lückenhaften Bearbeitungen für eine Vergleichung mit den analogen Krankheiten des Menschen Venverthung finden könnton. Deshalb sind in diesem Abschnitte die Krankheiten des Menschen nur dann eingehender erörtert worden, wenn eine Beziehung zu gleichen oder ähnlichen Erkrankungen der Thiere vorhanden ist. In allen anderen Fällen sind die Krankheiten des Menschen nur dann kurz erwähnt worden, wenn dieselben noch aus anderen Gründen eine Bedeutung für die vergleichende Pathologie haben könnten.
VergleiclieiKl-aiiatomischo, physiologische und cntwickelungsgcschichtliche Bemerkungen zu den Krankheiten des Nervensystems. Hinsichtlich der Ent-wickelung sei bemerkt, dass der Ektoblast der Muttorboden des Ccntralncrvensystems ist, insofern sich derselbe in die cylindiischon ijollen der Medullarplatte und des Medullar-rohres einerseits und in die flachen Zellen des Hornblattes andererseits dlfferenzirt. Nachdem das Medullarrohr kurze Zeit mit dem Hornblatte durch eine mediane Naht zusammenhing, löst es sich definitiv von demselben ab und bildet im Kopfgebiet an Stelle der drei Hirnausbuchtungen dio drei primitiven Hirnbläschon aus. Der kaudal von dieser gelegene Theil des Medullarrohrs wird Rückenmark. Das anfilnglich bis zur Schweifspitze reichende Medullarrohr bleibt an seinem im Bereiche der Schweifwirbelsäule gelegenen Theile rudimentär oder bildet sich zurück; opitheliale Reste dieser Strecke bleiben im Filum terminale zeitlebens bestehen. An Stelleu des Rückenmarks, von denen aus grössero Organkomplexe [Extremitäten) mit Nerven versorgt werden, müssen durch bedeutendere Anhäufungen von motorischen Ganglienzellen Anschwellungen entstellen, die Hals- und Lendenanschwellun g Aus dorn das Rückenmark umgebenden Mesodorm entwickeln sich die sog. Rückenmarkshäute.
Das Gehirn entsteht aus drei blasigen Erweiterungen, welche am vorderen Ende des Medullarrohres sich bilden. Aus dem ersten Hirnbläschon entwickeln sich seitlich durch blasenfönnige Ausbuchtung die primitiven Augonblasen. Die nasale Portion des ersten Hirnbläschons wächst zum Vorderhirn und der hintere Abschnitt zum Zwischenhirn aus. Eine sagiltale Furche scheidet schon frühzeitig die einheitliche Grosshirnanlage in die beiden Hemisphären. Aus dein zweiten Hirnbläschen entsteht das Mittolhirn, und aus dom dritten Hläschen durch eine transversale Kurche das sekundäre Hinterhirn oder das spätere Kleinhirn mit der Brücke und das sekundäie Nachhirn oder das verlängerte Mark, Das Lumen der Hirnbläschen (dio späteren Ventrikel) steht untereinander und mit dem Medullarrohr durch den späteren Centralkanal In Verbindung (15 on not).
Vergleichend-anatomisch ist von Interusse, dass das verlängerte Mark beiden Säugothioren im Vergleich zum kleinen und grossen Goliirn durchwog grosser ist, als beim Menschen; nur bei den Affen steht es im Vorhältniss zur Grosse des übrigen Gehirns dem menschlichen näher. Am kloinen Hirn sind die Seitentbelle unvollkommener, als beim Menschen. Das grosse Hirn erlangt im Vergleich zum Rückenmark und den Corobro-spinalnerven nirgends die Grosse des menschlichen, auch wenn es, wie bei sehr grossen Thievon (z. B. dem Elephanten) absolut grosser ist, als dieses. Die Lappen der Hemisphären sind allgemein weniger entwickelt, als beim Menschen; der hintere fohlt sogar meistens ganz, weshalb das kleinere Hirn unbedeckt bleibt. Nur bei den Affen wird das
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670nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dip Kvanklieiten des Nervensystems.
kleine Hirn fast ganz bedeckt. Ferner sind bei den Säugothieien die Hirnfurchen und Windungen im Allgemeinen scbwächer, als am menschlichen Glohim und können (beim Schnabelthier, einzelnen Säugern) ganz oder fast ganz fehlen. Besonders gross und zahlreich sind die Windungen am Grosshirn des Elephanten. Am zahlreichsten sind die Windungen beim Delphin Homerkenswerth ist auch, dass die Windungen ob symmetrisch oder asymmetrisch angeordnet bei allen Individuen in derselben Art stets in derselben Form wieder auftreten, tieira Orang-Utang und Gorilla sind die Windungen dem menschlichen Gehirn am ähnlichsten. Das Hlntcrhorn des Seitenvontrikel fehlt den meisten Säugethieren, nur bei den Affen ist es vorhanden Die Viorhügel oder hinteren Hirnganglien sind, mit Ausnahme der Aifen, gewöhnlich von bedeutoiidorer Grosse, als beim Menschen.
Das Gewicht des Gehirns beträgt nach Colin heim Pferde durchschnittlich 517 bis 767 g, beim Rinde 490530 g, beim Schaf 109-143 g, beim Schwein 98162 g beim Hund 54125 g.
Physiologisch möge darauf hingewiesen werden, dass nach den Untersuchungen von Goltz, Munk, Fritsch, Hitzig, Exner, Forrier u. A. in den hinteren Theilen der Urosshirnrindo die sensiblen Eindrücke erfolgen, während die Bedeutung der Krontallagen noch stiitig ist. Dazu treten in der vorderen und in der hinteren Cen tral w i ndung noch von einander getrennte motorische Regionen psychomotorische Contra für die willkürlichen Bewegungen des Gesichts, der Zunge, der Extremitäten u. s w.
Die Schläfen Windungen sind vorwiegund Sitz des Gehörs, wobei bei angeborener Taubheit die erste meist atrophisch gefunden wird In der linken unteren Stirn windung und in der linken obersten Schläfenwindung befindet sich der Bezirk für das Sprachcentrum und die Scheitel Windungen enthalten beiderseits Centren für die assoziirten Augenbewegungen und wahrscheinlich auch für den Muskelsinn. Die Hin terh auptwindun gen enthalten das Centrum für die bewussten Gesichtsempfindungen.
Hinsichtlich des Verlaufes der Hauptbahn für die Erregung willkührlieber Bewegungen wird gegenwärtig angenommen, dass der Beginn der Bahn in der Gegend der Central windung des Qrosshims und im Lohns paracontralis sich befindet. Von hier dem erwähnten Sitze der psychomotorischen Centren geht die Bahn in die innere Kapsel, dann in den Hirnschenkel und von hier aus in die vordere Brückenhälfte über. Alsdann sammeln sich die Nervenbündel der Bahn an der Vorderfläche der Medulla oblon-gata zudem geschlossenen Bündel der Pyramide. An dem unteren Ende der Pyramiden kreuzen sich die Nervenfasern, die sog Pyramidenkreuzung d. h. die motorischen Fasern jeder Pyramide gehen zum grössten Theil in den Seitenstrang der entgegengesetzten Rückenmarkshälfto über und bilden hier die geschlossenen Bündel der Pyramiden-Seiten-strangbahn. Aus diesem Verlauf der motorischen Bahnen im Verein mit den bereits angegebenen in der Glosshirnrinde von einander getrennten Centren für die Bewegung der einzelnen Körpertheile ist zu erklären, dass nicht sehr ausgedehnte leichte Erkrankungen der Glrosshirnrinde zu Lähmungen nur eines einzigen Körpertheils (Monoplegien) führen können. Erkrankungen jedoch weiter abwärts im (iehirn, in der inneren Kapsel und im Gehirnsclienkel, wo sich, wie bemerkt, sämmtlichc motorische Fasern zu einem Bündel vereinigen, werden eine gleichzeitige Lähmung einer ganzen Körperhälfte (Hemiplogie, halbseitige Lähmung) bewirken. Feiner wird wegen des Uebertritts der motorischen Fasern in der Pyramidenkrcuzimg auf die andere Hälfte des Rückenmarks auch die Lähmung sich auf der dem Erkrankungsherde im Gehirn entgegengesetzten Kürperseite entwickeln. Beim üebergang der Erkrankung auf beide Hälften des Rückenmarks wird die Lähmung auch auf beiden Seiten des Körpers eintreten (Paraplegic).
Es sei ferner noch erwähnt, dass die Vierhügel, welche selten für sich allein erkranken, mit dein N. optikns und okulomotorius in Verbindung stehen, so dass Erkrankungen derselben zu einseitiger (Hemiopie) oder beiderseitiger Erblindung führt. Das verlängerte Mark hat durch seine Nervenkerne und Centren besondere Beziehungen zur Sprache, zum Schlingen, zur Athmung, zur Blutbewegung u. s. w. Das Kleinhirn steht in besonderer Beziehung zum Körperglcichgewicht; es ist das Centrum für geordnete ürtsbewegungen, weshalb bei Erkrankungen Schwindel und Taumeln beim Stehen und Gehen beobachtet worden. Das Rückenmark ist das Verbindungsorgan für die Nervenleitungen zwischen dem Gehirn und der Hauptmasse des Körpers, es führt contripetale, aufsteigende, von der Peripherie zum Centrum leitende Fasern und centrifugale, absteigende, vom Centrum zu der Peripherie führende. Durch Zwischenverbindungen, die im Rückenmark selbst
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Vorbemerkung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;671
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gelegen sind wobei die graue Substanz und besonders die in ilir enthaltenen Ganglien als solche angesehen werden kann innerhalb des Kückenmarks contripetale sensible Erregung in centrilugnle motorische umgesetzt werden ^Reflexbewegung). Die Vorderstrilnge und Seitenstränge enthalten die motorischen, die Hinterstränge die sensiblen Nervenlasern. In der grauen Substanz finden sich Centren für die Gefässnerven, verengernde, wie erweiternde; Centren für Haut- und Nägelwachathum sollen auch im hinteren Thoilo des Rückenmarks vorhanden sein (?). Ferner liegt das Centrum für die Pupillenerweiterung im Cervikaltheil des Rückenmarks, die Centren für die Kothentleerung, Harnentleerung, für Erektion und Ejakulation, und für den Gebärakt im Lendentheil des Rückenmarks.
Allgemeine diagnostische Angaben für die Feststellung der Nervenkrankheiten bei Haiistliieren. Die Nervenkrankheiton sind bei den Hausthioren viel schwerer genauer festzustellen, als dies beim Menschen möglich ist. Die Benutzung elektrischer Apparate für diesen Zweck ist nur in der kleineren Zahl von Fällen und meist auch nur bei kleineren Thieren ausführbar.
Die Erkrankungen des Nervensystems äussorn sich, von besonderen Symptomen abgesehen, durch Störungen des Bewusstsoins, der Sensibilität und der Moti-lität. Dazu treten dann noch Störungen der Sinnesthätigkeit und des sog. vegetativen Systems. Für allgemeine Ermittelungen wird man eine Untersuchung des Schädels, der Wirbelsäule, der Sinnesorgane, der Sensibilität und der Motilität auszuführen haben.
Bei der Untersuchung des Schädels kann die Form von Bedeutung sein; schmale und niedrige Schädel sollen eine Disposition für Dummkoller bedingen. Durch die Betastung des Schädels wird man erhebliche Temperatursteigerungen (bei Gehirnkongestionen und Entzündungen, beim Sonnenstich, im Beginn der Drehkrankheit der Schafe u. s. w.), ferner auf Druck e7npfindlicho oder sehr nachgiebige Stellen (bei Coenurusblasen, Abscessen, Traumen u. dgl.) ermitteln können. In gleicher Weise wird man auch die Wirbelsäule besonders bei kleineren flausthieren auf Temperatursteigerung, besondere Druckem|ifindlichkeit, geringere oder aufgehobene Beweglichkeit untersuchen können.
Die üntei'SHchnng der Sinnesorgane kann in verschiedener Richtung von Worth sein, sowohl für die Erkennung von Nervenkrankheiten wie auch innerer Krankheiten überhaupt Die Untersuchung des Ohres und Gehörs wird zur Feststellung von Ausfluss (besonders bei tuberkulöser Pachymeningitis der Schweine) zum Nachweis der Ansiedelung der Vogelmilbe, Dormanyssus avium, bei Rindern, Hunden und Schweinen, zur Erkennung von Taubheit (im Verlaufe der Tuberkulose bei Schweinen, der Pharyngitis und Staupe bei Hunden, der Druse eigene hcobachtung der Meningitis und des chronischen Hydrocophalus der Pferde) führen. Bei Untersuchung der Augen wird man auf die Bewegung des Bulbus (/.urückzieluing mit Vorfall der Nickhaut bei Tetanus, starkes Hervortreten bei Dyspnoe und Morbus Basedowii, zitternde Bewegungen bei Vergiftungen) Beschaffenheit der Augenlider: Lähmungen (des oberen Augenlides bei Botulisnuis), mangelhafter Verschluss bei Dummkoller und begrenzten (iehirnleidon, sowie auf die Beschaffenheit der Konjunktiva und Kornea zu achten haben. Hinsichtlich der Untersuchung des inneren Auges sei erwähnt, dass auf Blutungen in die vordere Augenkammer (beim Petechinlfieber, bei pernieiöser Anämie), auf Verengerungen der Pupille [he\ (iehirnerkrnn-kungen und Vergiftungen), auf abnorme Erweiterungen der Pupille (bei schwarzem Staar, Lähmung der Retina, Tetanus, Gohirnerkrankungen). auf Trübungen der Linse bei Katarakt und Diabetes, auf Blutungen in der Papilla optika (bei Nierenerkrankungen eigene Beobachtung - bei Pferden und Hinulen), bei Anuiurosis (bei Vergiftungen, starken Blutverlusten, Meningitis, Gehirntumoren) zu achten ist.
Die Untersuchung der Sensibilität wird am zweckmässigsten erfolgen können, nachdem die Augen der Patienten verbunden sind Man wird dann bei einseitigen Erkrankungen die Empfindlichkeit der kranken Seite mit derjenigen der gesunden vergleichen. Die Empfindlichkeit selbst kann man dann durch Nadelstiche, durch Aulträufelungen von kaltem Wasser, bei Pferden durch Treten auf die Krone, durch Schnellen vor Stirn und Nase, durch Greifen in die Ohren, oder (bei Thieren weniger zweckmässig) durch den faradischen Strom ausfülireu. Lokale Anästhesie, welche an allen Stellen des Körpers beobachtet wird, kann entweder nur durch einen Hautnerven oder durch einen gemischten Nerven, einseitig, beiderseitig und auf mehrere Nervengebiete ausgedehnt sein. Man spricht demnach von peripheren Anästhesien (durch örtliche Einwirkung von Kälte, Aetlier, Säuren oder durch Narkoticis), von peripheren Leitungsauä st hesien (durch Trauma, Kompression, entzündliche oder andere Erkrankungen der peripheren Nerven hervorgerufen), spinalen
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Vorbemerkung.
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Anästhesien (meist beiderseitig bei Erkrankungen dos Rückenmarks1! und von cere-bralon A nüstbiisi en (bei Erkrankungen der sensiblen Leitungsbahneii im Geliirn oder nach Einwirkung bestimmter Gifte: Chloroform, Aether, Alkohol, Morphium u. s. w.). Allgemeine Anästhesie kommt meistens bei Vergiftungen vor, wie solche bei den cerebralon genannt sind.
An dieser Stelle mögen auch noch die sog. Sehnenreflexo erwähnt sein, welche gelegentlich auch beim Hunde (von Dexler) beobachtet worden sind. Wird nämlich beim gesunden Menschen das Ligamentum patellaro kurz und schnell mit dem Finger oder mit dem Perkussionshammer beklopft, so entstehen vorübergehend reflektorische Kontraktionen der Kniescheibenstrecker die sog. Sehnenreflexe oder Kniephänomen Wostphal'squot;. Auch beim Hunde sind (nach Kri edbo rger) diese Sehnenreflexequot; vorhanden und in dem von Dexler beobachteten Falle von spastischer Spinnlläbmung beim Hunde ausserordentlich stark ausgeprägt gewesen. Ebenso zeigen sich Sehnenreflexe beim Kaninchen.
Hyperästhesie, eine abnorme erhöhte Kmpfindlicbkeit der Hautnerven, beobachtet man besonders im Anfange und im Verlaufe von Rückemnarkserkiankungon. i\1an beobachtet solche, bei der geringsten Beriilming der Haut nachweisbare, Empfindlichkeit bei der Wuth der Thiere, bei der Beschälseuche der Pferde, bei der sog. Traberkrankhoit der Schafe, bei einzelnen Vergiftungen (Quecksilber).
Die Untersuchung der Motilitätsstöningen wird sich iinf den Grad und die Ausdehnung der Bewogungsfähigkeit der Muskeln zu erstrecken haben. Dabei kann die Motilität in der Form der Lähmung und der des Krampfes gestört sein. Die Lähmung beruht auf peripherischer, spinaler oder cerebraler Unterbrechung der motorischen Balm. Wo in dieser Bahn die Ursache der Lähmung liegt, lässt sich in vielen Fällen aus dem klinischen Bilde auf Grund der anatomischen Thatsachen entscheiden. Dabei ist die Volums-verminderung der gelähmten Muskeln von Bedeutung, welche bei allen längere Zeit bestehenden peiipherischen Lähmungen sich entwickelt, während dieselbe bei centralen Lähmungen niemals die gleiche Ausdehnung erreicht. Unter Krampf versteht man motorische Beizerscheinungen, welche sich in unwillkürlichen, dauernden (tonischon) oder mit Entspannung schnell Abwechselnden (klonischen) Muskelzusammenziehungen äussern; die ersten können Minuten und Tage dauern. Allgemein tonische Krämpfe bezeichnet man als Tetanus, allgemeine klonische als Konvulsionen. Epi leptifo rme Krämpfe oder eklamp-tische Anfälle (bei der Staupe, beim Zahnen, bei Meningitis, Epilepsie, Darmreizung, Urämie u. s. w.) sind über den ganzen Körper, seltener nur auf einen Körperabschnitt beschränkt, setzen plötzlich ein und gehen nach wenigen Minuten vorüber. Rhythmisoho Zuckungen einzelner Muskelgebiete beobachtet man bei einzelnen Herderkrankungen des Gehirns und Rückenmarks, als Nachkrankheit bei Staupe der Hunde, Tetanische Krämpfe zeigen sich aussei- bei Tetanus auch nach einzelnen Vergiftungen (Strychnin, Brucin, Nikotin, Koffein u. s. w.).
Z wan gsbe wegun ge n (Rückwärtsgehen, Imkreisegehen) zeigen sich nach Erkrankungen des Kleinhirns und nach manchen Vergiftungen (Kokain). Eine eigentluimliche Metilitätsstorung ist auch die Ataxie1). beruhend in einer mangelnden Koordination der Bewegungen bei erhaltener Kraft. Man beobachtet sie bei Erkrankungen des Grossbirns, des Kleinhirns und Rückenmarks und besonders als charakteristisclies Symptom der Tabes. Manchmal wird ohne nachweisbare Gehirn- oder Rückenmarkserscheinungen Ataxie nach der Staupe der Hunde beobachtet (Müller).
Zahlreiche Geliii'iierscliciiiungeii zeigen sich nicht nur bei primärer Erkrankung der Centralnerveuapparate, sondern auch als Symptom anderer allgemeiner Erkrankungen, Vergiftungen u. s. w. Folgende diagnostisch wichtige Zeichen mögen aus einer Zusammenstellung von Erie dberger-Fr öhner hier genannt sein:
Aufregung und Schreckhaftigkeit bei Gehirnerkrankungen, Wuth. Gchirn-tuberkulosc des Rindes. Uerebrospinalmeningitis, Milzbrand, Tetanus, Satyriasis, liücken-marksentzündung, Traberkrankheit der Schafe, Strycbninvergiftung, Equisetum und chronische Quecksilbervergiftung.
Tobsucht zeigt sich bei Wuth, Anwesenheit von Parasiten im Darm, Fremdkörpern im Schlünde, Finnen im Gehirn, Staupe, akuter Gehirnentzündung, bei Alkoholvergiftung, Bleivergiftung, bösartigem Katarrhalfieber.
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1) a priv. Ij idgig = die Ordnung.
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Benommoiilieit des Sensoriums zeigt sich hei sehr vielen Krankheitszuständen, besondere bei chronischem Hydrocephalus, bei zahlreichen Infektionskrankheiten (Milzbrand, Rinderpest, Druse, Staupe, Katarrhallieber, Septikiimie, Wuth), bei ikterus, Lupinose, chronischer interstitieller Hepatitis (Schweinsborgor Krankheit), bei chronischem Magendarmkatarrh, bei narkotischen Vergiftungen. Die Thiere zeigen dabei grosse Theilmihmslosig-koit gegenüber der üingobang und erscheinen in sclilafsiichtlgom, betäubungsartigem Zustande.
Schwindel und Ohnmacht, wobei sich Unsicherheit beim Gehen und Stehen, Taumeln und Schwanken zeigt, beobachtet man bei allen Erkrankungen dos Kleinhirns, bei Gohirnaniimie, Gehirnabscessen, Gehirnparasiten, hei einzelnen Vergiftungen (Solonin, Kohlenoxyd, Lolium, Equisitum). Bei der Ohnmacht ist Schwindel mit Bewusstlosigkoit vorhanden.
Koma und Sopor, wobei die liewusstlosigkeit eine anhaltende ist, zeigt sich bei schweron Gehirnerkrankungen, gelegentlich hei der Staupe des Hundes, bei der sog. Gebär-pareso des Hundes, bei Urärnio, bei Diabetes inellitus u. s. w,
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I. Die Krankheiten des Gehirns. 1. Anämie des Gehirns.
a) Beim Menschen. Aetiologie. Die Anämie kann hervorgerufen worden durch orliobliclien allgemeinen Blutverlust, durch Aenderuug in der Blutvertheilung (Verengerung der Gehirnarterien, reflektorische Erweiterung anderer Gefiissgebiote), durch reflektorischen Krampf der arteriellen Gehirngefässe, durch voriihergehende oder dauernde Verlegung der zuführenden Gefässstämme, durch ungenügenden Herzdmck, wobei schlechte Blutmischung begünstigend wirkt.
Symptome. Dieselben richten sich nach der Plötzlichkeit des Eintritts und nach dein absoluten Masse der Blutverminderung. Es zeigen sich Ohnmacht, Delirien, daneben ein grösserer oder geringerer Grad von Erregung, Kopfweh, Ideenflucht, Hallucinationen, Unruhe u. s. w., schliesslich noch Delirien. Der Tod kann im Koma oder während eines Erregungszustandes eintreten. Verlauf und Prognose sind von den veranlassenden Ursachen abhängig, ebenso die
lieiiaiMÜiing', welche sich nach den im Einzelfalle gegebenen Bedingungen zu richten hat. Im Allgemeinen ist zu bemerken, dass bei der Ohnmacht horizontale Lagerung des Körpers, Entfernung der die Athnunig hemmenden Kleidungsstücke, Reizung sensibler Hautnerven durch Besprengung mit kaltem Wasser oder Essig, Reizung der Nasenschlcimhaut durch Ammoniak, Einflössen von Wein, Kaffee u. dgl. zweckmässig ist.
b) Bei Thieren.
Bei Thi eren sind die Ursachen der Gehirnanämie im Wesentlichen dieselben, wie beim Menschen: Allgemeine Blutarniuth nach starken Blutverlusten, Kompression der Karotiden durch Geschwülste, Behinderung des arteriellen Blut-zuflusses durch Tumoren, Blutergüsse oder entzündliche Exsudate innerhalb der Schädelhühle, Herzschwäche u. s. w. Die Symptome bestehen In Schwindel, Ohnmacht, Erbrechen (bei Hunden und Schweinen), Blässe der sichtbaren Schleim-Sohneidemühl, Vorgl. l'athulogie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;43
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häute, kleiner Puls, Erkalten dor Haut, Erweiterung der Pupillen. In höheren Graden zeigt sieh noch psychische; Aufregung und Konvulsionen. Bei chronischer Anämie, wie solche bei Hunden zuweilen heobachtet wird, beobachtet man neben Abgeschlagenheit, schneller Ermüdung auch Neigung zum Erbrechen. Die Behandlung ist nach den beim Menschen angegebenen Grundsätzen einzurichten.
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2. Hyperämie des Gehirns.
a) Beim Menschen.
Hinsichlich der Entstehung der Hyperämie ist, wie an anderen Organen eine aktive (arterielle, fluxionäre) und eine passive (Stmiungs-, venöse;) zu unterscheiden. Die venösen zeigen sich hei behindertem Abfluss des Blutes (bei einzelnen Herz- und Lungenkrankheiten, beim Katarrh der feineren Bronchien, bei hochgradigen Pleuraergüsseu, Lungenverdichtungen, Stenosen der Luftwege); die arteriellen Hyperämien dagegen sollen bei verstärkter Herzthätigkeit oder nach einer auf nervösem Wege herbeigeführten Erschlaffung der Hirnarterien entstehen. Doch ist diese angenommene arterielle Hyperämie bisher noch nicht sicher nachgewiesen und werden zur Erklärung der hei der sog. aktiven Hyperämie beobachteten Folgen noch andere Schädigungen funktioneile Erkrankung der nervösen Elemente selbst (Strümpell) vorhanden sein. Bei den sog. Kongestionen nach dem Kopfequot; handelt es sich wahrscheinlich um vasomotorische Störungen, hervorgerufen durch Reizung oder plötzliche Lähmung der Gefässnerven. Die wesentlichsten Erscheinungen sind allmähliche Abnahme des Bewusstseins, aufsteigende Hitze, Rötbc des Gesichtes, starker Schwindel und Kopfschmerz, zuweilen auch Uehelkeit, Ohrensausen und apoplektische Erscheinungen. Zur Behandlung ist ruhige Lage des Kranken bei erhöhtem Oberkörper, örtliche Anwendung der Kälte angezeigt, ferner wanne Fussbäder, stärkere Abführmittel und in schweren Fällen auch örtliche Blutentziehuug.
b) Bei Thieren.
Bei Thieren werden in den Lehrbüchern ebenfalls noch neben der Stauungshyperämio, welche durch gleiche Bedingungen, wie beim Menschen hervorgerufen wird, auch noch aktive Gehirnhyperämie (nach starken körperlichen Anstrengungen, Eisonbaimfahrten, kollateraler Ueberfüllung der Karotiden, heim Fahren u. dgi.) unterschieden. Doch scheint es auch hier sehr zweifelhaft, oh lediglich der vermehrte Blutzufluss oder nicht noch andere Schädigungen (welche die Funktion der Nerven selbst, treffen) die Krankheitserscheinungen hervorrufen. Bei einzelnen Hyperämien, wie sie nach Aufnahme schwerverdaulicher Nahrung, bei abnormer Gasansammlung im Magen und Darm beobachtet wurden, liegen wohl solche Schädigungen sicher vor. Die Symptome sind im Wesentlichen wie beim Menschen. Dagegen wird man alle' jenen Erscheinungen, welche sich in Tobsuchtsanfällen, Beisssucht (bei Hunden), Vorwärtsdrängen an die Stall- und Krippenwände (bei Pferden) äussern, nicht mehr als Folgen der Hyperämie, sondern direkter Hirnreizung, oft schon als erstes Stadium einer Meningitis zu betrachten
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haben. Meist ist eine schnell vorübergehende Aufregung vorhaiulen, der bald die Erscheinungen der Betäubung folgen. Dabei ist die Temperatur am raquo;Schädel vermehrt warm, die Schleimhäute des Kopfes sind höhen' geröthet, Athmung und Puls etwas beschleunigt. Der Verlauf ist bei einfacher Hyperämie günstig, sofern rechtzeitig eine zweckmässige Behandlung eingeleitet und nicht besondere anatomische Störungen (Kompression der Jugularen durch Tumoren u. dgl.) die Ursache sind. Zur Behandlung kann in ganz frischen Fällen und bei gut genährten Tlneren ein Aderlass zweekmässig sein, ferner, wie beim Menschen, örtliche Anwendung der Kälte auf die Hinterhauptsgegend des Schädels und Abführmittel. Man bringt die Thiere natürlich in einen dunklen, kühlen und gut gelüfteten Stall und sorgt für Vermeidung jeder unnöthigen Aufregung. Zur Nahrung sind Grünfutter, Kleietrank, Mohrrüben zweekmässig.
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3. Das Gehirnödem.
a) Beim Menschen. Noch unsicherer als die Stellung der Geliirnhypcrämie ist die Stellung des Gehirnödems in der Pathologie, welches anatomisch in seinen mittleren Graden sehr schwer festzuhalten ist, gleichwohl in früheren Zeiten eine viel bedeutendere Rolle in der Pathologie gespielt; hat, als durch Thatsachcn zu begründen ist. Die Ursachen sind im Wesentlichen dieselben, welche auch an anderen Organen Oedeme erzeugen können (Cirkulationsstörungen, Veränderungen der Blutmiachung und nachfolgende vermehrte Durchlässigkeit der Gefässwände). Klinisch ist eine sichere Unterscheidung von Gehirnliyperämie kaum möglich.
b) Bei Thiere n. Bei Thieren ist die Sachlage ähnlich wie beim Menschen. Nach länger anhaltenden Hirnhyperämien bildet sich ein Gehirnödem aus, dessen sichere Erkennung nur post mortem möglich ist, im Leben der Thiere nur vermuthet werden kann.
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4. Die Gehirnblutung
(Haemorrhagia cerebri. Apoplexia cerebri sanguinoa)
a) Beim Men sehen. Aeliologie. Neben traumatischen Einwirkungen werden Gehirnblutungen hervorgerufen fast sü'ts durch krankhafte Veränderungen der Gefässwände, verbunden mit vorübergehenden oder dauernden Blutdruckssteigeningen. Die zur Gehirnblutung führenden Gefässveränderungen sind entweder akut entstanden (durch schwere Infektionskrankheiten) oder es handelt sieh um chronisch-atheromatöse Prozesse (fettige Entartung, Atrophie oder granulöse Degeneration der Media mit Bildung von sog. miliaren Aneurysmenquot;). Meist tritt die Gehirnblutung in höherem Lebensalter ein und wird durch Arteriosklerose, Alkoholismus, durch Lues, Vererbung u. s. w. begünstigt. Ebenso können Überreiche Mahlzeiten mit Alkohol-
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niissbrauch, heftige geistige oder körperliche Anstrengung priidisponirencl wirken. Man beobachtet die (Jehirnblutungen auch bei Herzhypertrophie und gleichzeitiger Gefässerkraukung, sowie bei einzelnen Allgemeinerkrankungen (Leukämie, pernieiöse Anämie, Morbus makulosus).
Syniptoino. Nach vorangegangenen Vorboten (Schwindel- oder Ohnmacbts-anwandlungen) tritt dann plötzlich der Schlaganfall ein, der Kranke verliert das Bewusstsein und stürzt zusammen. Je nach dem Grade und dem Sitze der Blutung kehrt nach wenigen Minuten oder Stunden (manchmal erst nach 24 Stunden) allmählich das Bewusstsein zurück oder es tritt der Tod ein. In Folge des gewöhnlichen Sitzes der Blutung in der Kapsuhi interna, nahe dem Streifenhügel, tritt in den allermeisten Fällen eine motorische Lähmung der dem Herde gegenüberliegenden Körperhälfte ein, welche nach wenigen Wochen wieder vollständig oder nur theil-weise verschwinden kann und im letzteren Falle zur Atrophie der gelähmten Muskeln führen kann. Im weiteren Verlaufe können bei fortbestehender Gefässerkrankung leicht neue Blutungen entstellen.
liehaiidhing. Wichtig ist die Unterbringung des Patienten in einem kühlen Räume, Bettruhe mit erhöhtem Oberkörper. Ausserdem legt mnn eine Eisblase auf den Kopf, regt die Herzthätigkeit an und wartot dann zunächst den weiteren Verlauf ab. Ferner: Abführmittel; Blutegel hinters Ohr und event, ein Aderlass.
b) Bei Thieren.
Aetiologie. Die Ursachen sind im Wesentlichen dieselben wie beim Menschen. Unter den jungen Thieren scheinen vollblütige, wohlgenährte Pferde besonders dazu zu disponiren, wenn sie aus ungünstigen Ernährungsverhältnissen plötzlich in bessere kommen und neben weniger Arbeit viel Nahrung aufnehmen. Von Allgemeinerkrankungen, welche bei Thieren zu Gehirnblutungen disponiren, wären zu nennen: Staupe der Hunde, Petechialfieber, Milzbrand, Sclnveineseuche; ferner kann die Anwesenheit von Parasiten die Blutung begünstigen. Wie beim Menschen so führen auch bei Thieren atheromatöse und fettige Degenerationen der Gehirnartorien zu Blutungen.
Symptome, Verlaufraquo; Ausgang. Auch hinsichtlich der klinischen Erscheinungen kann auf das beim Menschen Gesagte verwiesen werden. Plötzlich oder nachdem kurze Zeit vorher Schwindel, schwankender taumelnder Gang, Drängen nach einer Seite u. dgl. vorangegangen sind, stürzen die Thiere zusammen und bleiben regungslos liegen, oder im Stalle und in leichteren Fällen legen sie sich iui eine Stallwand oder an die Krippe. Dabei ist das Athmen erschwert, der Puls unregelmässig, kaum fühlbar, die Schleimhäute des Kopfes dunkelroth gefärbt, die Gefässe stark mit Blut gefüllt und zuweilen beobachtet man Entleerung von Blut aus Maul und Nase. Meist ist ein solcher Anfall in wenigen Minuten oder in wenigen Stunden tödtlich; in anderen Fällen erholen sich die Thiere nach einiger Zeit wieder, gehen dann aber in den nächsten Tagen an einem erneuten Anfall zu Grunde. Geht der Anfall vorüber, so tritt meist nur eine unvollständige Genesung ein, die je nach dem Sitze der Blutungen Lähmuugserscheinungen und Verlust der Empfindung in einzelnen Muskelgruppen oder in einer ganzen Glied-
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Die Krankheiton dos Gohirns.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;677
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masse oder Körporhälfte eintreten. Nur sehr selten erfolgt eine vollständige Genesung, weshalb auch die Prognose eine ungünstige ist.
Amitoinischer Itcfund. Bei der Sektion von Thieren, welche an einer Gehirnblutung zu Grunde gegangen sind, findet man vorwiegend im Grosshirn zahlreiche steck mulcl köpf grosso rothc, nicht verwischbare Punkte (kapillare Hämor-rhagien) und grössere meist durch stärkeren Blutaustritt aus einem grösseren Gefäss, seltener durch Zusanimenfliessen kleinerer Blutungen hervorgerufene Herde (apo-plektisohe Herde). Dabei sind die Gefässe der Hirnhäute und des Gehirns mit Blut überfüllt, und ausserdem sind noch Veränderungen an der Hirnsubstanz (Zer-triiminerung, Erweichung) vorhanden. Man spricht von miliaron dissecirenden Aneurysmenquot;, wenn bei den kapillaren Hämorrhagien das Blut innerhalb der Piascheiden der Gefässe sich befindet. Die Grosse der Herde kann sehr verschieden sein und manchmal über grössere; Abschnitte des Gehirns sich erstrecken, dabei erscheinen frische Herde als weiche, dunkle, breiige Masse mit weicher Hirnsubstanz umgeben. Ist das Thier jedoch an der Apoplexie nicht sofort zu Grunde gegangen, sondern später gestorben oder geschlachtet worden, so werden die flüssigen Bestand-theile allniählich rosorbirt, und es entwickeln sich rostfarbene Flecke aus dem zurückgebliebenen Blutfarbstoff. Gleichzeitig kann durch Schrumpfung und Schwielenbildung an der betroffenen Hirnsubstanz eine Narbe (sog. apoplektischo Schwiele oder Narbe) entstehen, oder es bildet sich auch eine glattwandige, mit seröser Flüssigkeit gefüllte Höhle (sog. apoplektischo Cyste).
Neben diesen Erscheinungen im Gehirn ist bei den an Gehirnapoplexic zu Grunde gegangenen Thieren auch eine stärkere Füllung der Blutgefässe der Haut und der gofässreichen inneren Organe nachzuweisen.
Diagnose. Die Feststellung der einfachen Gehirnblutung kann gelegentlich Schwierigkeiten bieten durch Verwechselung mit der apoplektischen Form des Milzbrandes, mit manchen Vergiftungen (Strychnin), Lungenödem u. s. w. Als charakteristisch für Gehirnblutung wird festzuhalten sein, dass sich im Anschluss an dieselbe Lähmungserscheinungen entwickeln, während beim Lungenödem die Athmungs-beschwerden besonders hervortreten.
Therapie. Die Behandlung ist meist wenig erfolgreich. Man wird die Thiere in einen kühlen Raum bringen, in sehr schweren und frischen Fällen einen Aderlass machen, falls die Ausführung möglich, und eine Eisblase auf den Kopf legen. Daneben können Kaltwasserinfusionen ins Rektum zweckdienlich und bei hochgradigen Depressionserscheinungen Kampferinjektionen und Frottirungen vor-theilhaft sein. Ist der Verlauf günstig, so wird man versuchen können, aussei-durch entsprechende Pflege, durch Verabreichung von Jodkalium die schnellere Resorption herbeizuführen.
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5. Entzündung des Gehirns und seiner weichen Häute. Encephalomeningitis %
u) Beim Menschen.
Vorbemerkung, Wie die täglichen klinischen Erfahrungen lehren, be-schränken sieh die Entzündungen der weichen Hirnhautlaquo; sehr selten auf diese allein. Wogen der gemeinschaftlichen Blutversorgung und der engen Nachbarschaft zwischen Gehirn und Hirnhäute ist hei allen Entzündungen der weichen Hirnhäute auch das Gehirn, mindestens die Rinde desselben funktioneil in der Regel auch nachweisbar anatomisch mitbethoiligt. Deshalb ist eine Trennung der Entzündungen des Gehirns von denjenigen seiner Häute aus praktischen Gründen nicht zweckmässig.
Actiologie. Die Ursachen, welche zur Entzündung der nächsten Umhüllungen des Gehirns führen können, sind sehr verschieden. Man kann aussprechen, dass auf dein Blutwege wahrscheinlich alle jenen Mikroorganismen in das Gehirn und in seine Umhüllungen eindringen können, welche neben allgemeiner Infektion Entzündung zu erregen im Stande sind. Am häufigsten sind es Tuberkelbacillen, dann Strepto- und Staphylokokken, der Fränkel'sche Diplokokkus und andere Infektionserreger, welche zur Encephalomeningitis führen können. Ferner kann Encephalomeningitis durch Fortleitung entzündlicher Prozesse von der Nachbarschaft auf das Gehirn zu Stande kommen; besonders sind Verwundungen und Entzündungen der Augen, Ohren, der Nase, des Mundes, des Rachens, des Schädels, besonders auch dos Felsenbeins, ferner Entzündungsvorgänge in der Umgebung im oder am Gehirn gelegener Abscesse, Blutergüsse und Tumoren zu nennen. Prädispo-nirend scheinen auch einzelne chronische Erkrankungen (Morbus Brightii) zu wirken. Bei der tuberkulösen Meningitis, welche mehr die Basis als die Konvexität des Gehirns befällt (Basilarmeningitis) und vorwiegend bei Kindern vorkommt, sind meist ältere tuberkulöse Herde in den Hauptdrüsen vorhanden; wobei dann Masern, Rhachitis die weiteren Gelegenheitsursaehen zur Allgemeininfektion abgeben.
Symptome. Man kann eine schnelle und allmähliche Entwickelung der Erscheinung nachweisen. Beim akuten Verlauf sind keine oder nur geringe Vorboten, zuweilen nur etwas Kopfweh, dann Fieber und Bewusstlosigkeit vorhanden, die sich schnell his zum tiefen Koma steigert. Während des Komas treten gewöhnlich allgemeine oder auf einzelne Muskeln beschränkte Krämpfe ein und der Tod erfolgt nach wenigen Stunden oder im Verlaufe von Tagen. Beim chronischen Verlaufe zeigt sich zunächst allgemeines Unbehagen, etwas Kopfweh oder Einge-uommensein des Kopfes. Im weiteren Verlaufe steigern sich die Kopfschmerzen, es zeigt sich häufiges Erbrechen, Benommensein und schliesslich Schlummersiicht. Dazu treten Hyperästhesie der Haut und der Muskeln, Krämpfe, Nackenstarre und nach Verlauf von Tagen und Wochen entwickelt sich das Bild des Hirndrucks. Das Bewusstsein schwindet immer mehr, der Puls verlangsamt sich und wird unregel-mässig, der Harn wird unfreiwillig entleert und Obstipation ist stark ausgebildet,
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!) 6 iy-x^faZog, was sich im Kopfe befindet, dns (Jehirn; 1/ (tijvtyf = Hunt, Hirnhaut.
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vielfach bestellt hohes Fieber. Unter zeitweise1 auftretenden klonisehen Krämpfen und zunehmender Abmagerung gehen die Kranken dann zu Grunde. Kurz vor dem Tode tritt manchmal noch eine scheinbare Besserung ein unter Steigerung oder tiefer Senkung der Temperatur.
Therapie. Neben absoluter Ruhe, guter Ernährung, Anregung der Herz-thätigkeit sind Eisumsehläge auf den Kopf, Morphiuminjektionen zweckmässig. Ferner wird Bepinselung des Nackens mit Jodoformkollodium (1:10) und innerlich Kalomel empfohlen. Bei septischer Meningitis hat Gowers Ferr. sesquichloratum versucht. Auch ist die Lumbalpunktion bei hervortretenden I)ruckerscheinungeii ausgeführt worden.
b) Bei Thieren.
Vorbemerkung. Noch viel mehr als beim Menschen ist bei Thieren eine Trennung der Entzündungen des Gehirns von denjenigen seiner Häute (Pachy-meningitis, Entzündung der harten Hirnhaut, Leptomeningitis, Entzündung der weichen Hirnhaut) praktisch durchführbar und zweckmässig. Wenn es sich auch in den meisten Fällen von Gehirnentzündungen bei Thieren vorwiegend um eine Entzündung der weichen Hirnhaut-Leptomeningitis unter geringer Betheiligung des Gehirns Encephalitis handelt, wie die Sektionen lehren, so ist es in den allermeisten Fällen im Leben der Thiere überaus schwierig, wenn nicht unmöglich, eine sichere Unterscheidung ausführen zu können. Selbst die beim Rinde unter ähnlichen Erscheinungen und meist mit gleicher Lokalisntion auftretende tuberkulöse Basilarnieningitis ist vielfach nur mit Rücksicht auf andere tuberkulöse Erscheinungen zu vermuthen, Für die klinische Eintheilung ist die manchmal noch übliche Unterscheidung einer akuten (mit hochgradigen Reiznngserscheinuiigen und sehr rasch vorlaufend) und subakuten (mit meistens depressorischen Erscheinungen) Form ebenfalls nicht zweckmässig, weil es sich dabei keineswegs um wesentliche Unterschiede handelt. Der Ansicht von Friedberger-Fröhner kann man vollkommen zustimmen, dass zunächst jede Meningitis oder Encephalitis akut oder subakut verlaufen kann und Uebergänge und Zwischenstufen fortgesetzt vorkommen.
Aetiologie. Wie beim Mensehen so können auch bei Thieren auf dem Wege der Blutcirkulation pathogene Bakterien in das Gehirn und seine Umhüllungen eindringen und zu Entzündungen Veranlassung geben. Die nicht seltenen Gehirnerkrankungen, welche im Verlaufe von Druse, Angina, Brustseuche, Petelaquo; chialfieber, Septikämie, Pyämie beim Pferde, im Verlaufe der Staupe beim Hunde, im Verlaufe der Tuberkulose besonders bei Bindern beobachtet werden, und oft nach scheinbarer vollständiger Genesung von einzelnen dieser Krankheiten sich entwickeln, müssen auf den erwähnten Vorgang zurückgeführt werden. Ebenso wird eine akute Gastro-Enteritis, welche, wie I) ieck erhoff hervorhebt, sich nicht selten bei den Sektionen der an subakutor Meningitis verendeten Pferde vorfindet, den Ausgang der Eneephalomeningitis bilden können. Nicht zu leugnen ist femer, dass gutgenährte Thiere aus warmen Stallungen leichter zur Erkrankung disponiren, als magere; und in gut ventilirten Stallungen untergebrachte Pferde. Von Bedeutung sind auch längere oder kürzere Zeit einwirkende hohe Wärmegrade z. B. die
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680nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die Kranklieiton dos Ncrvensystoms
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Sonneustrablen oder der Aufenthalt inbeissen, dunstigen Stalluugen bei schwüler Luft. Eine primäre Eneephaloineiiingitis kann auch hervorgerufen werden durch alle Verletzungen de.s Schädeldaches und der Umgebung desselben, ferner durch Parasiten (Oestruslarven und Larven von Strongylus arniatns beim Pferde, (.'oenurusblascn beim Schafe, Cysticerken beim Kcbweiu), durch Neubildungen (Cholesteatome, Sarkome) durch Verstopfung der Arterien (Embolion und Thrombosen). Sehr begünstigend wirken auch nianclnnal die bei Eiseiibahnfahrten und Schiffstransporten hervorgerufenen Erschütterungen des Gehirns, plötzliche Uebcra nstrengung nach vorangegangener längerer Ruhe und intensiver Fütterung, ferner gehemmter Rück-fluss des Blutes vom Kopfe durch enges Geschirr, starkes Beziiumen, Adcrlassfistol u. s. w. Schliesslich scheinen in der En twickelung befindliche Pferde, Händlcr-pferde, welche häufig den Besitzer wechseln, leichter zu erkranken als andere. Beim Jungvieh und besonders bei Lämmern soll die Erkrankung besonders häufig nach der Fütterung schwer verdaulicher Nahrung (Erbsen, Bohnen) sowie nach dem Besuche üppiger Klee- und Stoppelweiden entstehen. Man nimmt an, dass bei der Entstehung in diesen Fällen noch unbekannte Giftstoffe, Befallungspilzo eine Rolle spielen. Bei der Lupinose der Schafe konnte ich eine derartige Wirkung des Lupinotoxins nach länger fortgesetzter Vcrarbreichung kleiner oder nach einmaliger Verabreichung grösserer Dosen nach weisen. Auf die Wirkung bestimmte)' Infektionserreger dürfte auch das enzootisohe Vorkommen der Encephalomeningitis in einzelnen Stallungen und Gegenden zurückzuführen sein.
Symptome^ Verlauf und Ausgang. Die allgemeinen Krankheitserscheinungen sind: Erhöhung oder Verminderung der Gehirnthätigkoit, welche sich durch Aufregung, Krämpfe, selbst Anfälle von Tobsucht oder durch Störungen des Bewusstseins (Stumpfsinn, Betäubung Bewusstlosigkeit) und der Empfindung (Gefühllosigkeit, grosse Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit) charakterisiren. Daneben ist meist auch holies Fieber und stärkerer Blutandrang nach dem Kopfe vorhanden, Wie schon erwähnt* hat man bisher von einer akuten oder subaküten Gehirnentzündung gesprochen, je nachdem die Reizungserscheinungen mehr in den Vordergrund treten und der Verlauf ein schneller, oder vorwiegend depressorischo Erscheinungen nachzuweisen und der Verlauf ein langsamer war. Besonders bei den Erkrankungen der Pferde hat man auf eine solche, aus klinischen Gründen jedoch nicht empfehlenswerte Ein-thoilung Gewicht gelegt. Dazu kommt, dass in der Litteratur zahlreiche Fälle als subakutequot; Gehirnerkrankungen besonders bei Pferden erwähnt werden, bei welchen es sich um Vergiftungen verschiedener Art (Lupinen, Equiselum, Taumelloch, Eibenbaum) gehandelt hat, und die Gehirnerscheimmgen dabei nur die augenfälligsten gewesen sind.
Tritt die Erkrankung bei Pferden sogleich mit besonderer Heftigkeit und ohne besondere Vorboten plötzlich auf, so treten zunächst die Aufregungser-scheinungen in den Vordergrund. Die Pferde sind sehr unruhig und aufgeregt, bekommen plötzlich im Stalle, vor dem Wagen oder unter dem Reiter Anfälle von Raserei und selbst von Tobsucht, wobei sie seitwärts oder vorwärts springen, in die Höhe steigen, im Stalle gegen die Krippe drängen, die Stall wände zerschlagen, sich in die Halfter hängen, und sich nicht selten grössere und kleinere Verletzungen zuziehen. Aus dem Stalle geführt gehen die Thiere bewusstlos vorwärts und stürzen
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bei Hindernissen plötzlich nieder, wobei sie oft nur schwer wieder in die Höhe zu bringen sind. Dabei haben die Pferde einen stieren Blick, die Empfindlichkeit ist erhöht schon bei den leisesten Berührungen und Geriiusclien steigern oder wiederholen sich die Anfülle, welche zuweilen in vollständige Krainpfanfälle übergehen. (Ileiehzeitig zeigt sich höheres oder geringeres Fieber, Blutandrang nach dem Kopfe, erkennbar an den dunkel gerütheten Schleimhäuten und den stark gefüllten Ge-fassen, der vermehrten Wärme am Oberkopf u. dgl. Die Anfülle können '/* bis '/j Stunde dauern, worauf dann ein mehr oder weniger langer Zeitraum der Ruhe folgt, bis dann aus irgend einer Veranlassung ein neuer Anfall auftritt. Der weitere Verlauf in solchen Fällen entscheidet sich dann ineistejis in wenigen Tagen. Entweder tritt vollständige Genesung ein (im Ganzen selten), oder die Genesung ist eine unvollständige, es treten Recidive ein oder Uebergang in chronische Gehirnwassersucht, oder plötzlicher Tod.
In anderen Fällen treten gleich beim Beginne der Erkrankung oder bald nach den ersten Aufregungszuständen die Depressionserscheinungen ein mehr stumpfsinniger, sehlafsüchtiger, bewusstloser Zustand in den Vordergrund. Die Pferde stehen dann meistens mit herabgesenktem, angelehntem oder aufgestütztem Kopfe, vielfach ganz widernatürliche Stellungen einnehmend, an der Krippe, die Augenlider sind meistens geschlossen. In diesem Zustande können sie viele Stunden verharren. Zeitweise kehrt etwas Besinnung zurück; die Thiere nehmen dann etwas Futter und Getränk zu sich. Bald kehrt jedoch der schlafsüehtige Zustand zurück. Veranlasst man die Pferde zum Gelleu, so erfolgt die Bewegung ungeschickt, tappend, stets vorwärts drängend oder auch im Kreise herum. Dabei stolpern sie leicht und fallen über ihre eigenen Füsse. Das Empfindungsvermögen ist meistens sehr herabgesetzt, die Thiere lassen sich auf die Krone treten, vor die Stirn schnellen, in die Ohren greifen, seitwärts stossen u. s. w., ohne sich diesen Manipulationen zu widersetzen. Zuweilen zeigen sich auch A uf regungserscheinungen, besonders wenn die Thiere durch das Stallpersonal sehr belästigt werden, bald in den einen, bald in den anderen Stallraum geführt werden. Ausserdem ist auch massiges Fieber vorhanden, ferner leicht erregbarer, aber wenig frequenter Puls, un-glcichmässig vertheilte üussere Körpertemperatur, Verdauungsstörungen. Dazu gesellen sich dann je nach der Art und dem Sitze der Erkrankung auch Seh- und Gohörsstörungen, Lähmungserschei nungen an einer oder mehreren Extremitäten, an den Schlundkopfniuskeln u. s. w.
Diese in den Hauptzügen geschilderte Symptoinenreihe, wie auch der weitere Verlauf und Ausgang des Leidens kann nun bei der grossen Verschiedenheit des Grades, des Sitzes und des Umfanges der entzündlichen Erkrankung viele Abweichungen erleiden und grosse Verschiedenheiten aufweisen. Die Krankheit kann in wenigen Stunden oder auch erst in Tagen ihren Höhepunkt erreichen, es können bald mehr die Aufregungserscheinungen, bald mehr die Depressionserscheinungen in den Vordergrund treten; die ersteren mehr bei vorwiegender Erkrankung der Gehirnhäute.
Recht häufig ist der weitere Verlauf des Leidens bei Pferden abhängig von der Pflege und Haltung derselben und von der rechtzeitig und sachgemäss eingeleiteten Behandlung. Leichte Fälle von kurzer Krankheitsdauer können unter solchen
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Umständen in vollstiimligc Genesung übergehen. Meist bleibt jedoch die Neigung zu Kecidiven surttok, wenn die Pferde mangelhaft verpflegt oder in ungünstigen Stallungen untorgebmehl werden. Sehr häufig entwickelt sieh dann später Hydro-cephalua ehronikus, der sog. Dummkoller. In den anderen Fällen ist der Ausgang tödtlieh, wobei der Tod entweder sebon in den ersten Tagen oder spätestens in den ersten zwei Wochen in Folge von Gebirnlähinung oder durch Frenulkörperpneumonie, oder in Folge von Dekubitus eintritt. Die Prognose ist im Ganzen eine ungünstige;, weil die Zahl der günstig verlaufenden Fälle bei Pferden eine geringe und auch bei eintretender Genesung der Ucbergang in Dummkoller zu befürchten ist.
Bei Rindern sind die Symptome im Wesentlichen dieselben, wie beim Pferde; nur weichen die Erscheinungen der Aufregung etwas ab. Die Rinder brüllen, stossen mit den Hörnern gegen die Krippe, steigen auch in dieselbe hinein, auf der Weide oder auf Wegen laufen sie an Gegenstände (Bäume) an, zeigen einen stieren Blick u. dgl. Schafe laufen und springen zwecklos umher, laufen auch von der Heerde fort, drängen stetig nach vorwärts; in späteren Stildien beobachtet man schwankende und taumelnde Bewegungen. Schweine stampfen und kratzen mit den Füssen, steigen auch an den Stallwänden in die Höhe, oder wühlen den Stallboden auf, gehen zeitweise kreischende Töne von sich, führen Dreh- oder Kreisbewegungen aus und verfallen, wie dies auch bei Rindern und Schafen, seltener bei Pferden, zu beobachten ist, in Zuckungen und Krampte.
Hunde sind im Beginne der Erkrankung aufgeregt, schreckhaft, laufen planlos hin und her, ohne jedoch Angriffe auf Menschen auszuführen. Dabei ist der Kopf heiss, die sichtbaren Schleimhäute stärker gerötbet, der Blick unstät. Im weiteren Verlaufe zeigen sich dann noch taumelnde oder Zwangsbewegungen, Krämpfe und Erbrechen und schliesslich Depressionserscheinungen und Lähmungen, Der Ausgang ist meistens, wie auch bei den übrigen Hausthieren, ein tödtlicher, oder es entwickelt sich Hydrocephalus ehronikus, Amaurose u. s. w.
Anatomischer Befund. Die anatomischen Veränderungen werden je nach der Dauer und dem Sitze der Erkrankung, entweder vorwiegend in den Gehirnhäuten oder im Gehirn, sehr verschieden sein können. Ist die Dura mater besonders erkranktlaquo; so finden sich im Beginne der Erkrankung kleine und grössere blutige Injektionen auf der mehr oder weniger getrübten Innenfläche derselben mit einem grösseren oder geringeren fibrinösen oder eitrigen Exsudat. In späteren Stadien können dann auch cirkumskripte und mehr ausgebreitete Verdickungen und Verwachsungen mit den weichen Hirnhäuten vorhanden sein. Auch Knochenneubildung wird beobachtet (Paebynieningitis ossifikans).
Sind die weichen Hirnhäute zunächst entzündet gewesen, so erscheint in geringeren Graden nur eine Schwellung, Trübung und starke Hyperämie der Pia mater (Leptomenihgitis serosa). Die zwischen Pia und Arachnoidea vorhandene Flüssigkeit kann in grösserer Menge; vorhanden sein (Hydrocephalus externus), dabei ist dann die angrenzende Himsubstanz meistens stark durchfeuchtet; oder es ist ein mehr eitriger Erguss eingetreten, dann ist neben der fleckigen Röthung und Schwellung ein graugelbos, trübes oder flockiges oder mehr festes Exsudat zwischen den welchen Hirnhäuten nachweisbar. Gleichzeitig ist auch der hotreffende Gehirnabschnitt hyper-iimiseh, ödemalös oder eitrig infiltrirl. Ist das Thier nach langem Bestehen der
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Krankheit gestorben und der Prozess chronisch geworden, so können sieli mehr oder weniger urnftingreiche Verwachsungen zwischen Dura, Pia und Gehirn entwickelt haben. Ist vorwiegend das Gehirn erkrankt (Encephalitis), wobei die Erkrankung meistens nur kleinere Bezirke, selten grössore Abschnitte umfasst, so beobachtet man, dass die einzelnen Herde ohne scharfe Grenze in das gesunde Gewebe übergehen. Die Hirnsubstanz ist an den betreffenden Stellen, je nach dem Stadium und dem Grade der Erkrankung zunächst stark durchfeiichtct, geschwollen, hyperämisch und meist smch mit punktförmigen Hiimorrhiigien durchsetzt. Hat die Erkrankung noch längere Zeit bestanden, so tritt Erweichung der entzündeten Hirnsubstanz ein, welche je nach dem Vorhandensein einer grösseren oder geringeren Menge von Blut grau-roth, roth oder in Folge späterer Aufnahme des Blutfarbstoffs, durch fettigen Zerfall und cv. durch eitrige Infiltration gelb wird (einfache oder weisse, graue rothe oder gelbe Gehirnerweichung. Wie bei einer grösseren Gehirnblutung, so kann es auch liier im weiteren Verlaufe schliesslich zur Entwickelung einer mit dickem, gelbem oder grünlichem Eiter angefüllten Abscesshöhle kommen, die dann später schrumpfen und eine Cystc zurücklassen kann. Im günstigsten Falle entsteht schliesslich eine Narbe. Nach septischen oder pyämischen Embolien, wie solche im Verlaufe mancher Allgemeinkrankheiton und örtlicher Leiden im Gehirn beobachtet werden, entsteht in der Regel eine cirkumskripto eiterige Gehirnerkrankung ein sog. Gehirnabscess. Auch in diesen Fällen kann dann später eine vollständige Abkapselung des Eiterherdes eintreten.
Diagnose. Die Feststellung der Encephalo-Meningitis ist bei unseren Haus-thicren häufig mit Schwierigkeiten verbunden, weil Verwechslungen mit anderen Krankheiten leicht möglich sind. So ist eine genaue Unterscheidung zwischen einer Gehirnkongestion und Gehirnentzündung nur im weiteren Verlaufe der Krankheit möglich, wobei die Kongestion in der Regel schnell und günstig verläuft. Treten zunächst Aufregungserscheinungen mehr in den Vordergrund, so ist eine Verwechslung mit Wuth oder mit einzelnen Vergiftungen und bei vorwiegenden Depressions-erscheinungen eine Verwechslung mit Dummkoller beim Pferde, der bösartigen Kopfkrankheit des Rindes, mit Lupinose, Drehkrankheit, Oestruslarven-krankheit der Schafe, u, dgl. möglich, während bei frühzeitigem Eintritt von Krampf-anfällen eine Verwechslung mit Epilepsie, Gehirnblutungen, einzelnen Vergiftungen vorkommen kann.
Besonders wichtig für forensische Feststellungen ist eine Unterscheidung zwischen einer akuten Encephalo-Meningitis, bei welcher vorwiegend Depressiouser-scheinungen vorhanden sind und dem Hydrocephalus chronikus internus, dem sog. Dummkoller der Pferde. Hierbei kann eine sichere Diagnose zuweilen mit den grössten Schwierigkeiten verbunden sein. In allen zweifelhaften Fällen ist eine nach einem Zwischenraum von einigen Tagen wiederholt vorgenommene Untersuchung der betreffenden Pferde besonders während und nach der Bewegung erforderlich. Während bei akut-entzündlichen Zuständen nach längerer Bewegung stets eine leicht erkennbare Verschlimmerung der Krankheit eintritt, ertragen Pferde mit Dummkoller auch eine mehrere Stunden dauernde Untersuchung ohne wesentliche Aenderung des Zustandes. Bei Entzündungszustftnden wird man ausserdem nach solchen Untersuchungen eine stärkere l'uisbeschleunigung, etwas Fieber, ferner vermehrte Wärme
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am Kopfe, stärkere Röthung der KopfsohlelmMute, grosso Schreckhaftigkeit u. b. w. nachweisen können. Insbesondere wird man ein schnelles Aufsteigen des Pulses selbst nach geringer Aufregung der Thierc bei der Bewegung neben jenen genannten Erscheinungen bei akuten Ent/.iindiingszuständen nachweisen können.
Bei Hunden ist Im Beginne der Erkrankung eine Verwechslung mit Wuth möglich und öfters wird erst dio Sektion dio Entscheidung bringen können. In anderen Fällen wird das Fehlen der Beisssucht, der Alteration der Stimme, das Aufnehmen unverdaulicher Substanzen, das Vorhandensein starker Blutfülle in den Gefässeu des Kopfes die Feststellung der CJehiriieiitzündung erleichtern. Beim Hunde ist gelegentlich auch eine Verwechslung mit der nervösen Form der Staupe, mit einzelnen Vergiftungen (Santonin), mit dem Vorhandensein von Darmparasiten oder Pentastoma taenioides in der Nasenhöhle, mit Zahnerkrankungen möglich.
Bei Rindern ist auch eine Verwechslung mit einzelnen Vergiftungen (akute Bleivergiftung, Klatschrosen) möglich.
Therapie, Zunächst ist erforderlich, den Thioron einen kühlen, dunklen, luftigen und geräumigen Aufenthaltsraum zu geben, in welchem sie sich frei bewegen können. In warmer Jahreszeit kann ein kühler, schattiger Aufenthalt im Freien auch für die Nacht sehr zweckmässig sein; daneben wird man eingezäunte Plätze auf dem Hofe oder auf einer Weide oder Scheune, in Wagenschuppen u. dgl. zum Aufenthalt der erkrankten Thiero einrichten können. Ferner ist die dauernde Anwendung von kalten Umschlägen auf den Schädel (Eisbeutel) erforderlich. Im Winter wird man ov. auch Schnee und in warmer Jahreszeit im Nothfalle eine aus Salpeter, Kochsalz und Glaubersalz bereitete Kältemischung benutzen können. Auch dauernde Berieselungen des Schädels mit kaltem Wasser können beim Beginn des Leidens bei Pferden, so lange die Thiere nicht unruhig sind, Anwendung finden. Ausserdem wird die Wirkung sehr unterstützt durch kalte Infusionen in das Rektum. Ist die Einverleibung von Arzneimitteln noch möglich, so verordne man leichte Abführmittel (Mittelsalze), in anderen Fällen wird man Natr. sulf. im Trinkwasser verabreichen oder die subkutane Applikation von Physostigmin (0,1) ausführen. Wenig empfehlenswert!) dagegen ist der früher viel ausgeführte Aderlass im Beginne des Leidens, da nicht selten dadurch eine wesentliche Verschlimmerung der Krankheit herbeigeführt wird, die beobachtete Besserung jedoch nur eine vorübergehende zu sein jrflegt. In neuerer Zeit ist nicht selten mit Vortheil Pilokarpinum hydrochlorikum (0,20,5:10,0 Aqua) subkutan angewendet worden; ebenso hat man Arekolinum hydrobromikum (0,0laquo;) versucht. Die Applikation eines Haarseils zu beiden Seiten des Halses, wie solche noch in Lehrbüchern empfohlen wird, kann unterbleiben, zumal sich unruhige Pferde an den Operationsstellen leicht grössere Verletzungen zuziehen.
Sind erhebliche Reizungserscheinungen vorhanden, so kann man den kalten Infusionen per rektum Bromkalium oder Chloralhydrat (2550,0) hinzufügen. Ist schliesslich in dem Befinden des Thieres Besserung eingetreten, so wird sich besonders bei vollblütigen, kräftigen Pferden, die zeitweise Verabreichung salinischer Abführmittel und als Futter zunächst Kleie, Mehltränke und Grünfutter empfehlen.
Die Behandlung der kleineren Thiere ist im Wesentlichen dieselbe, wie bei Pferden. Als Abführmittel eignet sich Kaloinei (0,050,2 für Hunde) am besten.
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Bei starker Hirnreiznng wird man Gaben von Morphium und Sulfonal versuchen können. Um die Resorption der in der Schadelhöhle vorhandenen Exsudate zu fördern, wird bei Hunden auch Digitalis und Kai. jod. verordnet. Kai. jod. 6,0 Aqu, destill. 150,0 3 mal täglich einen Esslöffel; oder Kali jod. 5,0 Natr. sulfur. 10,0 Aqu. dest. 250,0 dreimal täglich ein Esslöffel voll.
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6. Der chronische Hydrocephalus.
a) Beim Menschen,
Im Allgemeinen versteht man unter Hydrocephalus eine Ansammlung von serösen Transsudaten entweder zwischen den Meningen oder in den Hirn Ventrikeln. Für den Hydrocephalus intermeningpalis hat man den Namen Hydrocephalus extern us und für den Hydrocephalus ventricularis die Bezeichnung Hydrocephalus internus gewählt.
Actiologic. Hydrocephalus extornus kommt vorwiegend angeboren vor, meist in Folge mangelhafter Hirnbildimg, ferner auch als Ausgang einer Pachy-meningitis oder auch als Theilerscheinung von Krankheiten, welche mit Hirnschwund einhergehen. Dabei kann die Flüssigkeitsmenge gering sein oder auch bis zu mehreren Litern anwachsen. Wichtiger ist der Hydrocephalus internus, welcher meist im Kindesalter, angeboren oder erworben auftritt. Der angeborene beruht häufig auf primären Bildungsanomalleu, der erworbene ist meist eine Folge von Encephalo-meningitis. Als disponireml werden Syphilis, Trunksucht der Eltern u. s. w. angegeben. Sehr selten ist der chronische, scheinbar idiopathischo Hydrocephalus der Erwachsenen, wobei eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Ventrikelepeudyms angenommen wird.
Symptome und Verlauf. Wichtig ist die allmählich eintretende Grössen-Zunabme des Kopfes (60 ein nach einigen Wochen statt normal 40 cm), ferner das weite Offenstehen der Fontanellen und Nähte, die Erweiterung der Venen, und das kleine Gesicht gegenüber dem grossen Kopfe, Ansserdem zeigt sich eine mangelhafte Entwicklung der Intelligenz, Anomalien der Motilität, während die Sensibilität fast immer erhalten ist. Unter den Sinnesorganen leidet das Auge am häufigsten. Stnuungspapille und Atrophie der N. optici sind wiederholt beim Hydrocephalus chronikus festgestellt worden. Der allgemeine Ernährungszustand bleibt manchmal gut erhalten. Der Ausgang des chronischen Hydrocephalus der Kinder ist fast immer ein ungünstiger; nur wenige Kinder werden älter als fünf Jahre.
Bei dem selten vorkommenden Hydrocephalus der Erwachsenen sind die klinischen Erscheinungen denjenigen eines Gehirntumors sehr ähnlich.
Therapie. Bisher sind alle Mittel gegen den chronischen Hydrocephalus erfolglos gewesen. Man hat Einreibungen mit Unguentum cinereum, Jodtinktur, ferner innerliche Darreichung von Jodkalium ohne besonderen Erfolg versucht. Neuerdings hat Quincke angeregt, durch I'unktion des Wirbelkanals, welche in der Gegend des 2. 4. Lendenwirbels am leichtesten ausführbar ist, der Flüssigkeit einen Abfluss zu versebaffen. Mit dieser Behandlungsmethode sollen einige günstige Ergebnisse erzielt worden sein.
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b) Boi Thieren.
Unter den llaustiiicrcii wird Hydrocephalus flironikus am häufigsten beim Pferde? beobachte^ wo die chronische Ventrikel Wassersucht die wichtigste Ursache des sog. DuiUinkollers ist. Bei anderen Thieren (Rindern, Hunden, Schweinen und Schafen) wird das Leiden im Ganzeraquo; seltener beobachtet.
Der Dummkoller der Pferde.
WeS6II UHd DeflllltlOll. Bei dein Dummkoller der Pferde handelt es sicli um eine chronische, fieberlose und nach den hisherigen Erfahrungen unheilbare Gehirnkrankheit, welche sich durch Störungen in den Verrichtungen der Gehirn-thätigkeit in den verschiedensten Graden kund giebt. Die Grundursache des Leidens wird durch einen andauernden Druck auf das Grosshirn, dieser in der Regel durch eine Ansammlung von Serum in den Gehirnkammern (Hydrocephalus chro-nikus in tern us) hervorgerufen. Tn selteneren Fällen bilden Geschwülste im Gehirn oder Knochenwuoherungen an der inneren Fläche des Schädels, oder Miss-bildungen an den Knochen die Ursache.
Die Krankheit wird vorwiegend bei Pferden im mittleren Lebensalter, sotten vor dem vierten Lebensjahre beobachtet und .-oll am häufigsten bei Wallachen vorkommen.
Geschichtliches. Der Dummkoller der Pferde ist schon seit vielen Jahrhunderten, allerdings unter den verschiedensten Bezeichnungen, in der Thierheilkunde bekannt. Besonders gehört in der gerichtlichen Thierheilkunde der Dummkoller der Pferde zu den illtesten Bürgschaften im Thierhandel. In früheren Jahrhunderten wurde jede Krankheit, welche mit sensoriellen Störungen verbunden war, als Kollerquot; bezeichnet. So ist der Dummkoller der Pferde unter dem Namen Kollerquot; schon im 18. Jahrhundert unter den sog. Gewährs-miingoln zu finden. Im 15. Jahrhundert findet man den Kollerquot; sowohl in Deutschland wie in Oesterreich unter die Gewährsmängel aufgenommen.
Bemerkenswert!] ist nun, dass in früheren Zeiten nicht nur die chronisch und fieberlos, sondern auch die akut und fieberhaft verlaufenden Krankheiten des Gehirns mit dem Namen Kollerquot; bezeichnet wurden. Dazu kam, dass man je nach der vermeintlichen Ursache und je nach vorherrsohonden klinischen Erscheinungen, verschiedene Bezeichnungen und verschiedene Einteilungen gebrauchte. Je nach der angenommenen Ursache entstanden die Namen; Sonnenkoller, Samenkoller, Mutterkoller, Magenkoller, nervöser Koller, entzündlicher Koller, idiopathischer, symptomatischer und konsensueller Koller u. s. w.; je nach den vorherrschenden Erscheinungen sprach man von stillem Koller, Schlaf- oder Lauschkoller, Schiebekoller, Springkoller oder vom rasenden Koller.
In dem vorigen und in diesem Jahrhundert begann man dann auch verschiedene Eintheilungen vorzunehmen; man unterschied tollen und stillen Koller, oder (Veith) stillen Koller, Dummkoller und rasenden Koller; oder (Hertwig) Dummkoller und rasenden Koller; oder (Hering) torpiden, erethischon und konsensuellen Koller.
Idiopathisch wurde jene Gehirnstörung bezeichnet, welche sich allmählich heranbildete, ohne dass ein akutes Leiden vorangegangen war; konsonsuell nannte man den Dummkoller. welcher mit Reizungszuständen des Gehirns einherging und sich im Anschluss an manche physiologische und andere Einflüsse entwickelte. Dahin gehörte der Samenkoller bei Hengsten, welche früher zur Zucht benutzt, dann aber zum Belegen nicht mehr verwendet wurden, der Mutterkollor (Nymphomanie) boi rossigen Stuten, falls der Geschlechtstrieb nicht befriedigt wurde, der Magenkoller bei gastrischen Störungen u. s. w.
Es ist leicht einzusehen, dass durch das Bestreben, verschiedene Arten des Dumm-kollcrs festzusetzen, für die forensische Beurtheilung des Dummkollcrs erhebliche Schwierig-
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keiten entstanden und viele Missverständnisse herbeigeführt wurden. Um diese Nachtheile zu beseitigen, trat dann Gerlach (1862) mit grosser Entschiodonheit für die inzwischen allgemein anerkannte Lehre ein, den Dummkoller als einheitliche Krankheit anzusehen und nur mit dem Namen Dummkoller oder Blödsinnquot; (Fatuitas, Amentia) zu bezeichnen.
Aetioiogie. Von dem Umstände ausgehend, class es sich bei der Bezeichnung Dummkollerquot; vorwiegend um einen für foreusischo Zwecke festgehaltenen Sammelnamen handelt, welcher eine bestimmte Gruppe von Krankheitserschehumgen umfasst, wird auch einleuchtend sein, dass die Entstehungsursache für die klinisch mehr einheitlich sieh gestaltende! Symptomengruppe verschieden sein kann. Man kann von den Ursachen angeborene und erworbene unterscheiden. Von angeborenen Ursachen werden die Vererbung, die Itasse und einzelne Bildungs-fehler genannt. Hinsichtlich der Vererbung scheint festzustehen (T rasbot), dass viele Nachkommen dummkolleriger Eltern in späteren Jahren ebenfalls dem Leiden Verfallen. Wahrscheinlich dürfte es sich aber dabei nur um eine Disposition handeln, leichter zu erkranken als Pferde gesunder Eltern. Ebenso lehrt die Erfahrung, dass Duinmkoller bei einzelnen Pferderassen (schweren Schlägen, Niederungsrasson) und in den kälteren Zonen häufiger vorkommt als bei edlen Rassen und in warmen Himmelsstrichen, Hinsichtlich der Kasse ist möglieh, dass die Verwendungsweise bei der Entstehung des Leidens eine grössere Rolle spielt als die Rassen-Eigenschaft (Csokor). Als Bildungsfehler, welche gelegentlich zur Entwickeluug des Dummkollers führen können, sind zu nennen: mangelhafte Entvviokelung des Schädeldaches, frühzeitiges Verwachsen einzelner Schädelnähte, grössere Exostosen an der inneren Seite des Schädels, angeborener Hydrocephalus (selten und meist einseitig bei Pferden). Wichtiger sind aber wohl die erworbenen Ursachen, obwohl über deren Ent-wickelung ebenfalls noch Manches unaufgeklärt ist.
Die erworbenen Ursachen können in dem Alter und Geschlecht, in der Fütterungsweise, in der Haltung, Pflege und Verwendung der Thiere begründet sein. In anderen Fällen entsteht die Krankheit In Folge vorangegangener anderer Leiden und insbesondere solcher, die im Gehirn pathologische Veränderungen zurückgelassen haben.
Bezüglich des Alters ist schon erwähnt worden, dass erfahrungsgemiiss Pferde im mittleren Alter häufiger erkranken als junge Thiere. Ebenso ist bemerkt worden, dass Hengste und Stuten seltener erkranken sollen als Wallache. Man nimmt an, dass der durch die Kastration bewirkte hemmende Einfluss auf die Entwickeluug des gesammten Nervensystems auch auf das Gehirn wirkt, und die Entstehung des Dummkollers begünstigt. Andererseits wird auch mit Recht betont, dass Hengste und Stuten im Verhältniss zu Wallachen viel weniger zur Arbeit und besonders nicht zu schwerer Arbeit dauernd verwendet werden. Als eine der häufigsten Ursachen für die Entwickeluug des Dummkollers der Pferde wird eine unzweckmässige Fütterung und Ernährung der Thiere beschuldigt. Besonders soll eine zu lange und zu intensive Fütterung mit Hülsenfruchten (Gerste, Roggen, Erbsen, Linsen, Wicken) die allmähliche Entwiekelung des Leidens begünstigen. Auch wird der Heranbildung der Krankheit vielleicht Vorschub geleistet durch langen Aufenthalt der Thiere in zu heissen und zu dumpfigen Stallungen bei gleichzeitiger kräftiger Ernährung und ungenügender oder sehr schwerer Arbeitsleistung. Thatsache ist, dass die Krankheit vorwiegend in solchen Wirthschaften vorkonmit,
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wo die Pferde bei schwerer Arbeit auch sehr protelnhaltiges Futter bekommen, in wannen Stallungen untergebracht sind und in der beisscn Jahreszeit den ganzen Tag über zur Arbeit verwendet werden. Recht zahlreich sind auch diejenigen Einflüsse, welche als Gele gen hei tsursachon für die Entstehung des Duinnikollers angegeben werden. Alle Momente, welche eine aktive oder passive Hyperämie des Gehirns hervorzurufen im Stande sind (z. B. Kompression der Jugularvenen durch schlecht sitzendes Gescbirr, weiter Transport mit dem Schiffe oder mit der Eisenbahn, plötzliche Aendorung in der Verwemlungsweise, forcirtor Gebrauch, plötzlicher Wechsel der Fütterung, Trächtigkeit, andauernd rohe Behandlung) übereilte Dressur (psychische Einflüsse), werden liier in Betracht kommen können. Viel häufiger aber als bisher angenommen und auch in der Littcratur vermerkt wird, bildet der Dummkoller das Folgeleiden vorausgegangener Krankheiten. Als solche sind zu nennen: Akute Gebirnkrankheiten, Brustseuche, chronische Katarrhe des Respirations- und Digestionsapparates, Druse, hochgradige Dämpfigkeit, chronische und akute Herz-, Lungen- und Loberkrankbeiten, welche mit Cirkulationsstörungen verbunden sind. Sehr häufig sieht mau dummkollerige Pferde erst kurze Zeit bei Eigenthümern, welche von dem Ueberstohen des einen oder anderen der genannten Leiden ihres Pferdes nichts wissen, weil die Tbiere oft in kurzer Zeit ihren Besitzer gewechselt haben.
Von patbologi seh-a n atom ischen Ursachen, welche zur Entstehung des Dummkollers Veranlassung geben können, sind schon einzelne bei Besprechung der angeborenen erwähnt worden. Ganz allgemein werden alle jene anatomischen Veränderungen Anlass zu Dummkoller geben können, welche einen andauernden intra-kraniellen Druck hervorzurufen vermögen. Am häufigsten geschieht dies durch die chronische Ventrikelwassersucht, ferner durch Exostosen am knöchernen Gehirnzelt (Schmelz), durch starke Anftreibung der Keilbeinshöblen (Zürn), durch ausgedehnte Verknöcherungen am harten Hirnzelt, durch Verwachsung der Hirnhäute unter einander und mit dem Scbädcldache, durch Gehirnabscesse, durch einzelne Neubildungen, besonders an den Adergeflechten (Cholcsteatome, Fibrome, Fibrosarkome, Melanome und Psammome), ferner durch Anwesenheit thierischer Parasiten (im Ganzen selten).
Symptome und Verliiul'. Mit Rücksicht darauf, dass der dauernd einwirkende Gebirndruck das Gehirn in seiner Totalität trifft und allmählich einen theilweisen Schwund sowohl im Grossbirn, im verlängerten Mark wie auch im Mittelhirn bedingen wird, werden auch die Krankheitserscheinungen vorwiegend Störungen im Bereiche der psychischen Thätigkeit, der Bewegung, der Empfindung und schliesslich auch Depressionserscbeinungen sein müssen. Dazu werden sich dann Störungen der Herz-, Athmungs- und Verdauungsthätigkeifc gesellen, wobei alle Krankheitserscheinungen mit dem Grade des Schwundes der betreffenden Gohirn-theile sich steigern werden. So werden bald die einen bald die anderen Erscheinungen in den Vordergrund treten.
Die psychischen Störungen, welche selten vollständig aufgehoben sind, zeigen sich zunächst in einer Schwächung des Bewusstseins der Thiere, welche in der Regel theilnamslos mit tief gesenktem oder an die Wand bezw. auf die Krippe gelehntem Kopfe in einer Ecke ihres Standes stehen. Dabei sind die Augen meist
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Die Krnnklieiton des Gehirng.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;C89
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halb geschlossen, der Blick vollkomnien ausdruckslos, stier oder glotzend, schläfrig oder blöde. Die Störung in der richtigen Auffassung äussorer Eindrücke, das gestörte Erkeunungsvermögen, macht sich auch in dem falschen Ohrenspiel bemorkbar. Es entspricht nämlich die Stellung der Ohren meist nicht der Richtung dos Geräusches, z. B. beim Anrufen; die Stellung der Ohren ist häufig eine entgegengesetzte, oft ist sogar das eine Ohr nach vorne, das andere nach rückwärts gerichtet. Auch ohne jede äussero Einwirkung sieht man bei solchen Thieren im Stande der Ruhe die Ohren oft eine andere Richtung, meist nach hinten, einhalten, als die Augen (desshalb die ältere Bezeichnung; .Lauschkoller).
Ein weiteres Zeichen des getrübten Orien tirungs Vermögens ist das Unvermögen, sofort diejenige Richtung festzustellen und den Kopf nach derselben hinzuwenden, von der ein Geräusch einwirkt. Die Willenskraft ist besonders in den höheren Graden vollkommen gebrochen. Die Thiero werden faul und träge, bleiben stehen, wo man sie hinstellt, verharren in selbst unnatürlichen Stellungen. Sie stellen oft gleichzeitig die Voi'derfiisse mich hinten und die Hinterfüsse nach vorne unter den Leib; in anderen Eällen bleiben sie auch eine Zeit lang mit gekreuzten Vorder- und Hinterglicdmassen stellen. Werden solche Thiere im Stalle zum Vorwärtsgehen oder Seitwärtstreten selbst durch leichte Schläge angeregt, so leisten sie nur sehr langsam oder oft (in höheren Graden) Überhaupt nicht Eolge. Weitere Störungen in der Ort.sbewegung treten in geringem oder in höherem Grade beim Führen, Reiten und Fahren hervor. Die Thiere sind schwer zu lenken, drängen bald nach der einen, bald längere Zeit nach der anderen Seite; sich selbst überlassen treten in höheren Graden Reitbahnbewegungen ein. Stets sind die Pferde nur schwer in Bewegung zu bringen, dabei sind die Schritte hoch und tappend, wie bei blinden Pferden. In Gang gebracht halten die Thiere zunächst ein noch regelmässiges Tempo inne, dann bleiben sie plötzlich stehen und müssen von Neuem angetrieben oder geführt werden, bis sie in Trabbewegung kommen. Den Kopf tragen sie meistens gesenkt, selten hoch. Zum Zurücktreten kann man die kranken Thiere in der Regel nur n'aeh sein- scharfem Anziehen der Zügel bewegen.
Ganz eigentluimlich verhalten sich dummkollerkranke Pferde auch bei der Futteraufnahme. Selten nehmen solche Thiere das Futter mit anhaltend hochgehaltenem Kopfe aus der Raufe, meist holen sie einen Theil aus der Raufe, verstreuen es auf dem Fusshodcn und nehmen es dann bei der ihnen bequemeren tiefen Kopfstellung wieder auf. Bei der Futtermifnahme werden die Kauhewegungcn öfters verlangsamt oder ganz unterbrochen. Besonders bei der Aufnahme von Heu und Stroh halten die Thiere zuweilen bis a/4 Minuten und länger mit den Knu-bewegungen inne, wobei die Halme aus den Lippcnwinkeln hervorragen. Aehnliche Erscheinungen zeigen sich bei der Wasseraufnahme. Zuweilen berühren die Pferde den Wasserspiegel kaum und machen dann Kaubewegungen, wie bei der Futteraufnahme, oder sie tauchen das Maul tief bis über die Nasenlöcher in das Wasser und werden erst durch eintretenden Luftmangel bewegen, den Kopf wieder aus dem Wasser zu ziehen.
Die Störungen in der Empfindung treten gleichfalls in verschiedener Weise auf; meist ist die herabgedriiekte Sensibilität eine allgemeine. Mit Dumm-koller behaftete Thiere lassen sich gewöhnlich auf die Fusskronen treten, gegeli die
Solmoiilomühl, Vergl. Pathologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 44
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Oberlippe und Nase sohncllen, in die Ohren greifen, ohne darauf besonders zu rengiren. In anderen Fällen jedoch wehren sich die Thiere gegen solche Manipulationen. Zuweilen ist auch die Empfindlichkeit eine ungleiche und auf der einen Körperseite vorhanden, während sie auf der anderen feldt. Reitpferde legen sich in das Gebiss, sind wenig einpfiiullich gegen Sporen, Peitsche und Sehenkelhiilfe; Wagenpferde sind schwer zu lenken. Vielfach entwickeln sieh auch bei dumm-kollerigen Pferden einzelne Untugenden, sie beissen und schlagen nach der Umgebung. Alle vorgenannten Erscheinungen treten während und unmittelbar nach der Bewegung der kranken Thiere bedeutend stärker hervor. Der gesteigerte Zufluss von Blut zum Gehirn und Erhöhung des Blutdrucks bedingen die augenblickliche Steigerung der Krankheitserscheinungen.
Ferner zeigen sich in allen höheren Graden von Dunnnkoller Depressions-Erscheinungen, welche sich vorwiegend in abnormen Funktionen derAthmungs-und Cirkuhitions-Organe bemerkbar machen. Die Atiunung erfolgt langsam und unterdrückt, zuweilen ist die Zahl der Athemzüge in der Minute halb so gross als normal (79); der Rhythmus sehr wechselnd. Ebenso ist die Herzthätigkelt verlangsamt und unregehnässig, die Pulse erfolgen arhythmisch und fallen zuweilen aus. Die Zahl der Pulse in der Minute bleibt gewöhnlich hinter der Norm (2530). Sebliesslich ist auch die Dnrmperistaltik meistens etwas verlangsamt.
Die genannten Erscheinungen können nun dem Grade nach sehr wechseln und oft nur so gering vorhanden sein, dass sie nur nach einer genauen und gründlichen Untersuchung nachweisbar sind. In anderen Fällen sind die Erscheinungen wieder so hochgradig, dass sie auf den ersten Blick zu erkennen sind. Dazu kommt, dass einzelne Erscheinungen schwächer, andere gelegentlich stärker hervortreten können, demnach das Krankheitsbild sich sehr verschieden gestalten kann. So können bei unzweckmässigem Gebrauche, in heisser Jahreszeit, während der Deprcssionserscheinungen plötzlich rasende Anfälle auftreten, wobei sich Gehirnkongestionen, stärkere Füllung der Blutgefässe des Kopfes, Schreckhaftigkeit als Vorboten zeigen, denen dann die eigentlichen Tobsuchtsanfälle folgen, wobei die Thiere Halfter und Riemen zerreissen, gegen die Stallwände, Krippen und, am Wagen, gegen Geschirr und Deichsel drängen, ausschlagen und zuweilen sich auch niederwerfen. Meist dauern diese Anfälle nur kurze Zeit (1530 Minuten), doch wiederholen sie sieh häufiger mit der Zunahme des Leidens und dauern dann auch längere Zeit. Nach dem Anfalle zeigt sich grosso Hinfälligkeit bei den Thieren.
Lustig und Esberg wollen noch als konstantes Symptom des Dummkollers eine Veränderung der Sehnervenpapille gefunden haben. In einzelnen Fällen ist mit Hülfe des Augenspiegels eine stärkere Blutfülle der Gefässe der Papille sogen. Stauungspapille beobachtet worden (Friedberger, Fröhnor, Peters). In anderen und zwar in der grossen Mehrzahl der Fälle wird jedoch diese Beobachtung nicht gemacht (Friedberger, Eversbusch, Heyne, Schneidomühl); man sieht dann vielmehr eine auffallende Anämie und Atrophie der Papille. Sebliesslich ist auch zu erwähnen, dass man bei vielen mit Dummkoller behafteten Pferden, wie ich in Uebereinstimmung mit Peters aussprechen kann, ein normales Ausseben der Papille findet. Demnach wird man, ganz abgesehen davon, dass die
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Feststellung eine grosse Uebung und viele Beobachtungen bei gesunden Pferden voraussetzt, den Veränderungen an dor Sehnervenpapille keine besondere diagnostische Bedeutung beimessen dürfen.
Verlauf, Dauer, Ausgang. Der Verlauf des Leidens ist vorwiegend chronisch und kann sieh viele Jahre, selbst bis zum Tode des Thieres erstrecken. Ist demnach der Dunnnkoller auch in der Regel ein unheilbares Leiden, so ist für die forensische Beurtheilung jedoch darauf hinzuweisen , dass in Fällen , wo z. B. Abscesse, Hämorrhagien oder Embolien die Ursachen sind, auch Heilungen, wenn auch selten, eintreten können. Erhebliche Besserungen früher schworkranker, dummkolleriger Pferde werden keineswegs selten beobachtet. Demnach wird als Regel gelten müssen, dass Dunnnkoller eine unheilbare Krankheit der Pferde ist, bei welcher sie jedoch noch jahrelang unter passender Behandlung zu massigen Dienstleistungen verwendet werden können. Verschlimmerungen des Dummkollers treten ein, wenn die Thiere den Besitzer wechseln, ans guter in schlechte Pflege und Behandlung gerathen, wenn sie in engen dunstigen Stallungen untergebracht, zu stark angestrengt oder zu stark gefüttert werden; ferner beim Gebrauch in der heissen Jahreszeit. Eine Besserung des Zustandes tritt ganz allgemein in den kühlen Monaten des Jahres ein.
Vorübergehende Steigerungen einzelner Kraidiheitscrscheinungen werden im Verlaufe des Dummkollers bei Stuten zur Zeit der Rossigkeit beobachtet, während eine Verminderung der Erscheinungen während der Gravidität eintritt. Auch während der Milchsekretion soll eine Verminderung der Erscheinungen vorkommen. (Dieckerhoff.)
Gehen die Thiere nicht gelegentlich eines Tobsuchtanfalles an diesem oder seinen Folgen zu Grunde, so können schliesslich auch Lähmungserscheinungen auftreten und Gehirnödem das Ende beschleunigen. Doch sind Fälle dieser Art selten. Hinsichtlich der Prognose ist deshalb im Allgemeinen zu sagen, dass die Krankheit nur selten zum Tode führt, andererseits jedoch auch die Krankheitszustände, welche dem Dummkoller zu Grunde liegen, nicht zu beseitigen sind. In geringen und mittleren Graden der Krankheit können die Thiere bei zweckmässigem Gebrauche und richtiger Pflege jahrelang verwerthet werden.
Anatomischer Befundlaquo; Die allerhäufigste Veränderung, welche bei der Sektion dummkolleriger Pferde gefunden wird, sind die Zeichen der chronischen Gehirnhöhlenwassersucbt (Hydrocephalus chronieus internus). An dem vom Rumpfe nicht getrennten Schädel, dessen Schädelhöhle eröffnet ist, erscheinen zunächst harte und weiche Hirnhaut blutarm, das knöcherne Schädeldach ist stellenweise dünnwandig und durchscheinend. Die Scitenkammern des Gehirns erscheinen erweitert und sind mit einer stets mein' oder weniger erheblichen Flüssigkeitsmenge gefüllt. Betrifft die Erweiterung auch alle Theile der Seitenkaminorn, so sind doch vorwiegend die Riechkolben und diese oft so beträchtlich ausgedehnt, dass sie zu einem aus einer zarten, dünnen Platte gebildeten Sacke umgewandelt erscheinen (Csok-or). Ist die Kammerflüssigkeit nicht bei der Abnahme des Kopfes vom Rumpfe abgeflossen, so quillt dieselbe unter einem Strahl hervor, wenn das Dach dor Kammer bis auf eine dünne Schichte abgetragen wird. Die Flüssigkeit selbst erreicht an Menge das Vier- bis Zehnfache des Normalen und ist klar, gelb
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gefärbt oder zuweilen auch etwas getrübt. Das Epemlym der Kammeru ist entweder nur als feine Membran erkennbar oder in diffuser Weise oder auch nur an einzelnen Stellen etwas verdickt. Die an das Ependym angrenzende Gehirnsubstanz ist blutarm, zäh und trocken. Nach längerem Bestehen des Leidens und in Folge des Druckes der Flüssigkeit kommt es zur Atrophie der in den Seiten-kammeru liegenden Gehirntheile. Die Kammerscheidewand, der Gehirnbalken, Sehhügel, Strcil'enhügel, Ammonshörner und die oberen Schenkel des Gewölbes sind n der Regel abgeflacht und ihre Begrenzungsfurchen erscheinen verstrichen (Csokor). Zuweilen ist bei starker Ansammlung von Flüssigkeit die Kammerwand vollkommen verschwunden. Manchmal sind die geschilderten Veränderungen nur au einer Kammer in besonders auffälliger Weise erkennbar. Die Adergoflechte sind meist verdickt und enthalten stark geschlängeltc Gefässe; zuweilen sind sie auch blass, schleimig, von weichem Bindegewebe umgeben. Je nach etwa eingetretenen Nachschüben und Nachkrankheiten finden sich dann gelegentlich auch noch andere Veränderungen: streifen-oder flcckenförmige Blutungen, umschriebene Erweichung mit gelber und rother Verfärbung des Gewebes (Embolie); alte, mit schwieligen Wandungen umgebene Abscesse, blutige Heerde in der linken Hemisphäre, im Kleinhirn und in den Riechkolben u. s. w.
Liegen dem Dummkollcr andere Ursachen zu Grunde, so werden auch diese gefunden werden. So können, wie schon bemerkt, blasige Auftreibungen der Keilbeinshöhlen, Verdickungen der Hirnhäute, Verknöcherungen, Exostosen, Geschwülste und gelegentlich Schmarotzer (Coenurus corebralis. Oestrus) vorhanden sein. Unter den Geschwülsten sind Fibrome (an den Adergeflechten und der weichen Hirnhaut), Cholesteatome (an den Adergeflechten und in den Seitenkammern, Fibrosarkome (bis Hühnereigrösse an den Adergeflechten, Csokor), Melanome und Psammome (an den Adergeflechten) zu nennen.
Diagnose. Da es sich bei der Feststellung des Dummkollers meistens um gerichtliche Untersuchungen handelt, so ist die klinische Untersuchung mit der grössten Umsicht vorzunehmen, zumal nicht selten bei Handelspferden betrügerische Handlungen mit den Thiercn vorgenommen werden, um das vorhandene Leiden zu verdecken oder ein solches vorzutäuschen.
Zweckmässig ist es, die Untersuchung methodisch zuerst im Stande der Ruhe, dann während und nach der Bewegung auszuführen. Ehe die Untersuchung überhaupt begonnnen wird, ist nöthig, dass das betreffende Pferd mehrere Stunden ausgeruht hat. Bei Beginn der speziellen Untersuchung ist dann zunächst zu ermitteln, dass solche Krankheitszeichen fehlen, welche, wie Fieber oder fieberhafte Erkrankungen irgend welcher Art, die Untersuchung auf Dummkollcr überhaupt ausseid lessen. Ist das Fehlen solcher Erscheinungen festgestellt, so wird man die eigentlichen Symptome des Dummkollers aufzusuchen haben und dabei auf die Gehirnthätigkeit, die Sensibilität, das Allgemeingefühl und die Bewegung besonders zu achten haben, was einige Minuten nach der Bewegung der Thiere im Trabe am geeignetsten erfolgen kann.
Bei der Feststellung wird man Irrthümer um so leichter ausschHessen, je mehr die Gesammthcit der Erscheinungen und nicht nur ein einzelnes oder wenige Symptome für die Beurthcihing berücksichtigt werden.
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In difforcntiul-diaguostischer Hinsicht ist zu beachten, dass beim Vorhandensein von Fieber, bei fieberhaften Krankheiten überhaupt, bei Pferden bestimmter Rassen, bei Thieren in gewissem Alter, zu bestimmten Jahreszeiten einzelne Erscheinungen sich zeigen können, welche auch beim Dummkoller der Pferde vorkommen.
Demnach ist zunächst eine genaue Feststellung der Temperatur, der Zahl der Pulse und der Athembewegungen erforderlich. Forner werden Pferde gemeiner Rassen und schwere Zugpferde auch im gesunden Zustande eine geringere Empfindlichkeit zeigen als edle Tliicre und besonders Reitpferde. So lassen sich z. R. auch schwere Zugpferde ohne Widerstreben auf die Krone treten, gegen die Nase schnellen, in die Ohren greifen u. s. w. Bei jungen Thieren ist Dummkoller zwar eine im Ganzen seltene Krankheit, doch können besonders während des Zahn wechseis Kongestionszustände auftreten, welche eine Verwechselung mit Dummkoller begünstigen. Zu beachten ist auch, dass im höheren Alter der Pferde (besonders der Zugthiere) Lebhaftigkeit, Willenskraft und Empfindlichkeit sich vermindern. In zweifelhaften Fällen wird eine wiederholte Untersuchung erforderlich sein, um zum Ergebniss zu gelangen.
Von physiologischen Vorgängen innerhalb der Entwiekelnng der Tbiere, welche die Erscheinungen des Dummkollers vortäuschen können, sind aussei' dem Zahnen noch die Zeit der Brunst Rossigkoit der Stuten zu erwähnen. Beim Zah n -Wechsel, besonders in den beiden letzten Jahren desselben (4.5. Lebensjahre) zeigen sich nicht selten die Erscheinungen andauernder Gehirnbyperämio, welche sich nach der Bewegung der Thiere oft noch steigern. Das jugendliche Alter, die Röthung des Zahnfleisches, Vorhandensein geringen Fiebers werden Verwechselungen verhüten. Ebenso zeigt sich bei abnorm starker Brunst bei einzelnen rossigen Stuten zuweilen eine sehr starke Depression des Sensoriums, wodurch Verwechselung mit sogen, stillem Koller; oder und das sind die häufigeren Fälle es sind die Thiere sehr aufgeregt (wobei man dann früher von Mutterkoller sprach) und zeigen einzelne Erscheinungen, welche eine Verwechselung mit rasendem Koller hervorrufen können. Bei Hengsten zeigen sich zuweilen ähnliche Vorgänge und man sprach dann von Samenkollerquot;, Beide Vorgänge haben jedoch mit dem Dummkoller nichts zu thiin und werden auch leicht von diesem unterschieden werden können.
Ferner kann jedes Leiden, welches dem Thiere bei seiner Dienstleistung Schmerzen verursacht, je nach der Natur und der Heftigkeit des Leidens auch die Erscheinungen des stillen oder rasenden Kollers im Gefolge haben und ZU Verwechselungen Veranlassung geben. So können besonders schmerzhafte Lahmheiten, Verwundungen zu Irrthümern führen, Ausserdem können blinde Pferde durch ihre langsamen Bewegungen und eigenthümliche Haltung des Kopfes den Verdacht auf Dummkoller erwecken. Auch Pferde mit Untugenden (Stätigkeit) können bei oberflächlicher Untersuchung Verwechselungen mit dummkollerigen herbeiführen, obwohl bei Erhebung des gesannnten klinischen Befundes beide unschwer von einander zu trennen sind. Bei der Stätigkeit handelt es sich um bewusste Widersetzlichkeit,
Wichtiger ist in einzelnen Fällen die Unterscheidung von einfacher Gehirnkongestion und von akuter Gehirinvassersucht. Beide kommen
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jedoch schnell ZU Stande und sind durch den akuten Verlauf charakterisirt. Auch treten diese Erkrankungen vorwiegend im Frühjahr und in den ersten Sommermonaten und meistens bei jüngeren Pferden auf. Neben den gemischten Erscheinungen des Gehirndruckes sind auch diejenigen der Gehirnreizung vorhanden; die Pferde mit akuten Gehirnorkrankungen zeigen sich sehr schreckhaft, gegen Sinncs-eindriicke sehr empfindlich, zuweilen beobachtet man auch Muskelzittern, epileptische Krämpfe und geringes oder erhebliches Fieber. Schllesslich entscheidet auch der akute Verlauf. In allen Fällen dieser Art, wo Zweifel entstehen, wird man die Untersuchung nach einigen Tagen wiederholen müssen.
Der Vollständigkeit wegen sei auch erwähnt, dass Dieckerhoff die Diagnose des Dummkollers in sonst zweifelhaften Fällen immer davon abhängig machtquot;, dass die betreffenden Pferde die bewusstloso Belastung der übereinander gestellten Vordergliedmassen zeigen. In schwierigen Fällen sind die betreffenden Pferde voider Ausführung der betreffenden Untersuchung bis zum Schweissausbruch anzustrengen und dann an einen ruhigen Platz zu führen. Ob diese Erscheinung aber für sich allein die Diagnose Dunimkollerquot; dann entscheiden kann, wird mancher erfahrene Gorichtsthierarzt doch bezweifeln.
Von der akuten Gehirnhöhlenwassersucht ist Dummkollcr bei genauer und wiederholter Untersuchung zu unterscheiden durch das Vorhandensein von Fieber, Appetitlosigkeit, durch das Vorwiegen grösserer Reizbarkeit und durch den Verlauf. Eine Verwechselung mit AVuth, Influenza, Druse oder anderen katarrhalischen Erkrankungen wird bei richtiger klinischer Untersuchung zu vermeiden sein.
Therapie. Eine wirkliche Heilung des Hydrocephalus chronicus internus der Pferde ist bisher nicht gelungen. Wohl aber ist es möglich, die Erscheinungen der Krankheit wesentlich zu mildern. Von grosser Bedeutung ist eine zweckentsprechende Diät: kühler, luftiger Stall, massig nährende, gelind eröffnende, kühlende und erfrischende Nahrung. (Kleie, Grünfutter, Kartoffeln, Rüben stets in kleinen Mengen, und dazu als Getränk reines frisches Wasser oder Kleientrank.) Die Thiere sind in der warmen Jahreszeit nur während der kühleren Morgen- und Abendstunden zur Arbeit zu benutzen. Zeigt sich gelegentlich eine Steigerung der Krankheits-erscheinungen, so ist absolute Ruhe und, wenn die Jahreszeit es gestattet, beständiger Aufenthalt im Freien (auch Nachts) in einem nur gegen Sonne und Regen geschützten Raum erforderlich. Ausserdem wird man kalte Umschläge auf den Kopf, Abführmittel und kalte Wasserinfusionen anwenden können.
Zur Beseitigung der wichtigsten Erscheinungen des Dummkollers hat man seit langer Zeit (Vi b o r g) Tinktura Veratri versucht. Gegenwärtig werden 68 Gramm für eine Injektion zur Einverleibung in die Vena jugularis mittels Hohlnadel und Spritze verwendet. Als unmittelbare Folge der Injektion, welche am nächsten Tage wiederholt werden kann, werden etwas erschwertes Athmen, Brechanstrengungen und Schweissausbruch beobachtet; Erscheinungen, welche 34 Stunden anhalten. Nach dieser Behandlung ist nicht selten eine Monate anhaltende erhebliche Besserung bei dummkollerigen Pferden beobachtet worden. In den letzten Jahren ist dann auch die subkutane Injektion einer Lösung von Pilokarpinum hydrochlorikum (0,2(',8) häufig versucht worden. Ich habe in mehreren erheblichen Fällen von
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Dunimkollor hiordurch oino dauernde weswitlielio Besserung bei den betreffenden Thiereu erzielt (Thiemicdizinische liundschiiu Bd. II). Nach der Einspritzung tritt eine ausserordentlich starke Speichelabsonderung, verbunden mit mehr oder woniger erheblicliem Schweissausbruch ein. Statt einer einmaligen grossen Dosis kann man auch mit gleichem Erfolge mehrmalige Injektionen von kleineren Dosen (0,80,5) an einem Tage ausführen. Nach Ablauf einiger Tage kann dann die Injektion wiederholt werden. Weniger zweck massig bat sich die subkutane oder intravenöse Injektion einer Lösung von Veratrin oder Vcratr. sulfur. (0,040,08) gezeigt. Die Wirkung der Tinktur erweist sich als besser.
Vielleicht dürfte sich auch nacb den Eifahrungen beim Menschen die Ausführung der Lumpalpunktion versuchsweise empfohlen. Quincke hat diese Operation zunächst für Hydrocephalus des Menschen vorgeschlagen, später ist dieselbe auch bei Meningitis serosa und Hirntumoren mit vorübergehenden Besserungen angewendet worden. Beim Menschen wird dieselbe zwischen dem 3. und 4. Lendenwirbel ausgeführt. Bei Pf erden würde man dieselbe zwischen dem Hinterhauptbein und dein ersten Halswirbel ausführen. Johne bat an dieser Stelle eine Punktion des Subduralraumes des Halsmarkes behufs Entnahme von Untersucbungs-flüssigkeit bei Pferden mit Cerebrospinalmeningitis ausgeführt und gefunden, dass die Operation ziemlich gefahrlos bewirkt werden kann.
Der Vorschlag durch direkte Abzapfung von Serum aus dem Gehirn den Dummkoller zu heilen, ist in der Tbierheilkunde nicht neu. Schon 1832 haben Hayno und nach ihm verschiedene andere Autoren den Dummkoller durch direkte Anzapfung des Riechkolbens zu beseitigen versucht. Da ein Theil der operirten Pferde zu Grunde ging, andere nur vorübergehend gebessert wurden, hat man später die Operation wieder verlassen. Auch Siedamkro tzky fürchtet, dass durch die Operation, falls sie z. B. bei Pferden mit Cerebrospinalmeningitis ausgeführt ausgeführt würde, schwere Hemiplegien nicht ausgeschlossen seien. Dem gegenüber ist die obige Erfahrung J o h n e 's von Interesse und ermuthigt, den Versuch auch einmal natürlich unter aseptischen Kautalen bei Hydrocephalus chronicus zu unternehmen.
Gerichtliche Thlerheilknnde. Es mag an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen werden, dass man pro foro den üummkoller definirt, als eine fiebcrloso, chronische, unheilbare Gehirnkrankheit des Pferdes, welche sich in Störungen des liewusstseins, der Vorstellung, des Willens und der Empfindung äussert, dio dem Grade nach versoliieden sein können und meistens durch eine chronische Gehirnkammerwassersucht hervorgerufen worden.
Die Gewährszeit beträgt gegenwärtig in Oosterreich 30 Tage, in Frankreich, Luxemburg und Elsass-Lotliringon neun Tage, in Belgien 14 Tage, in Sachsen 15 Tage, in der Schweiz 20 Tage, in Bayern, Württemberg, Baden, Kurhesson und Stadt Frankfurt 21 Tage; in Proussen (alten Provinzen) 28 Tage und in Nassau 29 Tage.
Hydrocephalus chronicus internns bei anderen Hausthicren. Wie schon bemerkt (S. C86) wird das Leiden bei anderen Hausthieren (Rindern, Hunden, Schweinen und Schafen) im Ganzen selten beobachtet. Bei jungen Thieren findet sich der Zustand häufig angeboren. Dabei ist dann der Schädel unförmlich vergrössert und die Knochenknpsel zeigt mehr oder weniger breite bindegewobigo Fontanellen. In den höchsten Graden bildet das Gehirn einen mit viel Flüssigkeit gefüllten Sack, ohne deutliche Windungen und von ein paar Millimeter dünner Hirnrinde (Kitt). Bei erwachsenen Rindern, Hunden, Schweinen und Schafen zeigen sich beim Vorhandensein des Hydrocephalus chronikus interims in der Hauptsache ähnliche Erscheinungen wie beim Pferde. Bei Hunden entwickelt sich das Leiden nicht selten im Anschluss an die Staupe.
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7. Sonnenstich.
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u) Beim Mensch en.
In der Mcnsclicii- und Thicmiedizin wurden noch bis vor einigen Jahren Sonnenstich und Hitzschlag' für gleiche Affcktionen gelullten, während die neuesten Untei'suclmiigeii gelehrt haben, dass es sicli um verschiedene Leiden handelt. Allerdings muss dabei zugestanden werden, dass auch jetzt noch das eigentliche Wesen beider Affektionen nicht vollständig klargestellt ist. Beim Sonnenstich (franz.: insolation, coup de soleil; engl.: insolation, sun-stroke) handelt es sich um eine Affektion des Gehirns und verlängerten Marks, hervorgerufen durch direkte Einwirkung der Sonnenstrahlen auf Schädel und Nacken. Während sich die Symptome des Hitzschlags immer allmählich und mit Vorboten entwickeln, können die Erscheinungen des Soiineiistichs plötzlich, unerwartet, blitzartig auftreten (Breitling). Die Körpertemperatur ist beim Hitzschlag stets erhöbt; beim Sonnenstich kann sie normal oder nur wenig erhöht sein. Hitzschlag tritt am häufigsten bei marschirenden Truppen auf; Sonnenstich dagegen ist mindestens ebenso häufig, ja noch häufiger bei der Civilbevölkerung als beim Militär. Gelegenbeitsursachen für Sonnenstich sind: das Schlafen im Freien in der Mittagssonne, zumal mit unbedecktem Kopfe, Arbeiten auf freiem Felde in der Mittagssonne, besonders zur Erntezeit; nicht selten erkranken Schwimmlehrer und Angler, welche den ganzen Tag am Wasser stehen und Bergsteiger, welche beide aussei1 den sie direkt treffenden Sonnen) strahlen noch die vom Wasserspiegel bezw. von der platten Felswand (Gletscher-reflektirten Sonnenstrahlen zu ertragen haben. Dem Sonnenstich sind vielleicht auch die Erkrankungen von Heizern, Maschinisten und Köchen auf Dampfschiffen in Folge der strahlenden Wärme des Kessels zuzuzählen. Auf der äusseren Haut bewirken längere Zeit auffallende Sonnenstrahlen leichtere Grade von Verbrennung (Bräunung, Röthung, Entzündung und Blasenbildung). Am Kopfe dagegen kommt es häufig zur Hyperämie der tieferen Theilc, der Hirnhäute, des Gehirns und verlängerten Markes, Breitling sieht die Bestrahlung des Nackens und höhere Erwärmung des verlängerten Markes als das Wesentliche beim Sonnenstich an; hierdurch soll eine vasomotorische Lähmung der Medullla ohlongata und insbesondere eine Parese des Athmungseentrums zu Stande kommen. Durch Einwirkung des elektrischen Lichts (elektrischer Sonnenstich) sollen nach Defontaine ebenfalls Erkrankungen der Haut bei Arbeitern, jedoch ohne tödtlichon Ausgang, vorkommen. Die Krankheitserscheinungen sind beim Sonnenstich in leichteren Fällen: Kopfschmerz, Schwindel, Unruhe, Delirien, Gefühls- und Gehörsstörungen, Athmungs-beschwerden und Benommenheit. In den schweren Fällen tritt meistens plötzlich oder nach voraufgegangenem kurzen Erregungsstadium unter dein Bilde der Asphyxie der Tod ein. In protahirteren Fällen treten anfänglich lebhafte Excitationslaquo; erscheinungen seitens des Gehirns (Aufgeregtheit, Irresein, Gesichts- und Gehörs-hallucinationen ein ; im späteren Verlaufe treten dann Depressionserscheinungen auf, ähnlich wie bei der exsudativen Meningitis und akuten Encephalitis (mehr oder weniger tiefes Koma, Erbrechen, Genieksteifigkeit oder auch Lähmungen), daneben unfreiwillige Entleerung von Harn und Stuhl, unregelmässiger Puls, aus-
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setzende Respiration und schlie.sslicli tritt der Tod ein. In solchen Füllen kiuni auch eine mehr oder weniger erhebliche Temperatursteigei ung vorhanden sein. Die Prognose ist in schwereren Fällen stets eine ungünstige; in leichteren Fällen werden häufig Geistesstörungen verschiedenen Grades als Nach krankheiton beobachtet. Der Sektionsbefund ergiebt je nach der Zeit des Eintritts des Todes beträchtliche Gchirnhyperämie, an der Pia mater die verschiedenen Stadien der akuten Entzündung von der beginnenden Trübung bis zur eitrigen Arachnoiditis. Nach wiederholten Gehirnbyperäinien, namentlich in den Tropen, soll es zur Hirnsklerose und zur Arachnoiditis chronika profunda komineu. Zur Behandlung wird in frischen Fällen Eisblase auf den Kopf, kalte Douche, Blutegel in Schläfe und Nacken, innerlich Kalomel und Säuren empfohlen,
b) Bei Tliieren.
Bei Thieren sind gelegentlich Fälle von Sonnenstich bei Pferden und Hunden beobachtet worden. Bei Pferden zeigten sich Unruheerscheinungen, Scharren, starke Köthung der Kopf Schleimhäute, heftige Tobsucht und Brechan-strengungen; in einem Falle (Bartke) trat dann nach dreistündiger Krankheitsdauer der Tod ein. Bei Hunden, besonders solchen, welche den ganzen Tag den brennenden Sonnenstrahlen ausgesetzt waren, zeigten sich wuthähnliche Erscheinungen (Benjamin). In einem anderen Falle (Siedamgrotzky) wurde bei einem Hunde, welcher an einem heissen Tage in grosser Sonnenhitze an der Kette gelegen hatte, ohne weitere Krankheitserscheinungen tödtlieher Ausgang beobachtet. Die Sektion ergab in diesem Falle in der ganzen Körpermuskulatur zerstreute zahlreiche Blutungen ; die Diploe der Schädeldecke stark hyperämisch; zwischen Dura und Amchuoidea bedeutende Mengen blutig-seröser Flüssigkeit; die Hirnoberfliicbe lebhaft injizirt, mit kleinen Blutungen durchsetzt, stark glänzend; überall im Gehirn und in der Medulla kleine Hämorrhagien; die Kammern massig gefüllt; die Lungen blutreich und ödematös. Das Herz mit dunklem, schwach geronnenem Blute gefüllt. Bezüglich der Diagnose sei bemerkt, dass sowohl Sonnenstich, wie der noch zu erwähnende Hitzschlag mit einzelnen anderen Leiden bei Thieren zuweilen verwechselt werden können: Epilepsie, Milzbrand, Stäbchenrothlauf (bei Schweinen), Vergiftungen, und mit anderen Gehirnerkrankungcn. In den meisten Fällen wird Entstehung, Verlauf und Sektion die Entscheidung erleichtern.
Die Behandlung ist im Wesentlichen nach den beim Menschen gemachten Angaben einzurichten. Ist bei Lähmungserscheinungen die Verabreichung von Excitantien erforderlich, so werden subkutane Injektionen von Kampher, Aether Alkohol, Atropin, Hyoscin, Koffein, Vemtrin u. s. w. zu versuchen sein,
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8. Hitzschlag.
a) Beim Menschen. Hitzschlag (franz.: coup de chaleur; engl.: sunstroke, heat-stroke, heliosis; ital.: colpe di sole) ist eine durch ausserordentlich hohe Steigerung der Eigenwärme (bis 44 u C.) clmrakterisirte Krankheil, welche vorzugsweise bei inarschirenden Truppen
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im Sommer auftritt. Diese Steigerung der Eigcmvürnie beruht (nach den Unter-suohungen von Hi 11 er) nicht auf einem fieberhaften Krankheitsproze.ss, sondern auf einer rein physikalischen Störung der Wänneökononiie. Das in der Kleidung liegende Hindcrniss für die Abkühlung im Sommer und auf dem Marsche wird durch die Bestrahlungen der Sonne (auch bei bedecktem Himmel) noch verstärkt. Als prädisponirende Ursachen sind noch zu nennen: ungenügender Schlaf, gestörte Ernährung, ausschweifendes Leben, Bekonvalescenz nach voraufgegangenen Krankheiten, beginnende Krankheiten. Sehr häufig, zuweilen epidemisch zeigt sich Hitzschlag in den Tropen und hier besonders bei Europäern. Unter den Erscheinungen treten diejenigen der körperlichen Erhitzung (starkes Schwitzen, dunkel geröthetes und gedunsenes Gesicht, glotzender Gesichtsausdruck, Böthung der Augen, beschleunigtes Athmen, beschleunigter Puls, Rothung und Schwellung der Hände) mit der allgemeinen Wirkung derselben (Erschlaffung, Abstumpfung, Unlust, inneres Unbehagen, Eingenommenheit des Kopfes) in den Vordergrund; weiterhin zeigen sich Schwindelgefühl, Flimmern vor den Augen, Beschleunigung des Pulses und des Athmens und in ungünstigen Fällen schliesslich Cyanose der Haut, Schwinden des Bewusstsoins, tonische und klonische Krämpfe, Herzstillstand und Tod. Nicht selten werden nervöse Nachkrankheiten (Neurasthenia cerebralis, Parese und Paralyse, Gehörsludlucinationen, Epilepsie u. dgl.) beobachtet.
Hinsichtlich des anatomischen Befundes wird als wesentlich angegeben: frühzeitiger Eintritt der Todtenstarre, besonders des Herzmuskels und der Fäulnisserscheinungen, Flüssigbleiben des Blutes, dünnflüssige, auffallend dunkle und lackfarbene Beschaffenheit desselben. Mikroskopisch findet man die Zeichen eines massenhaften Unterganges von rotheu Blutkörperchen; ferner sieht man röthliche Färbung mancher Gewebe (Endokardium), linsen- bis bohnengrosse Ekehymosen in fast allen Organen, besonders häufig in der Pleura, im Peri- und Endokardium, in den Nieren, im Gehirn und im Ependym der Ventrikel. Trübe Schwellung der Leber- und Niercnepithelien. Die Befunde sind denjenigen sehr ähnlich, welche man künstlich bei Thieren hervorgerufen hat, die durch kurze Zeit dauernde Ueberhitzung getödtet worden sind.
Zur Behandlung sind in frischen Fällen schnelle und energische Abkühlung, Reizmittel und Wasserzufuhr zum Körper erforderlich; eventuell ist die vorsichtige Anwendung kalter Uebergiessungen und Anwendung von Eis zweckmässig.
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b) B e i T h i e r e n.
Bei Thieren wird Hitzschlag ebenfalls und ganz besonders bei Militärpferden beobachtet. Die Erkrankungen treten in der Regel bei hoher Aussen-temperatur, bei schwüler, drückender Luft und nach bedeutenden Anstrengungen auf. Die Krankheitserscheinimgen sind im Wesentlichen folgende: starkes Schwitzen, bedeutende Steigerung der Innentemperatur, erhebliche Athemnoth, sehr frequenter, jedoch schwacher, fast unfühlbarer Puls, pochender Herzschlag, Angst, Zittern, in späteren Stadien taumeln die Thiere, stürzen nieder und verenden dann oft ganz plötzlich. Genesen die Pferde, so kann sich die Rekonvalescenz oft mehrere Wochen hinziehen. Wie Bartke besonders hervorhebt, ist der Herz-
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Die Krankheiten des Gehirns,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;09!)
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schlag oft so pochoiul, dass er am ganzen Körper gefühlt und noch in einiger Entfernung gehört werden kann.
Bei der Sektion findet man nach einzelnen Angaben dunkles, schwarz-rothes, dickflüssiges Blut, sehr trockene Muskulatur und starke Hyperämie in den Lungen und im rechten Herzen.
Zur Behandlung wird Sorge für Abkühlung, reichliche Wasserzufuhr und kühler Aufenthalt erforderlich sein.
9.nbsp; Parasiten im Geliirn. Beim Menschen weiden am häuiigsten Cysticorken beobachtet und zwar die Finne von Taenia solium. Die Parasiten sind dann nicht selten sehr zahlreich vorhanden, wobei sie an der Hirnoberfliiche in den liiluten am meisten beobachtet werden. Da die Parasiten langsam wachsen, so vorhält sich das Gehirn denselben gegenüber zuweilen ganz indifferent; in anderen i'allen zeigt sich Sklerose oder Krweichung in der Umgebung.
Ferner kommen zuweilen bis faustgrosso Echinokokkenblasen vor, welche dann an der Oberfläche oder in der Hirnsubstanz oder in den Ventrikeln ihren Sitz haben. Die klinischen Erscheinungen sind meistens diejenigen eines Hirntumors. In anderen (seltenen) Fällen wird auch ein Spontandurchbruch durch den Schädel, die Nase oder durch die Ohren beobachtet.
Bei Thieren istCoenurus cerebrnlis der wichtigste (ioliirnparasit, durch dessen Anwesenheit besonders bei Schafen, dann auch beim Rinde, selten beim l'ferde, bei der Ziege, Antilope, beim Kaninchen und beim Hasen eine Gehirnkrankheit, die sog. Drehkrankheit (siehe Seite 2H6) hervorgerufen wird.
Nicht selten ist bei ausgebreiteter Finuenkrankheit des Schweines auch Cysti-cerkus cellulosae im Gehirn gefunden worden. Zuweilen sind bei Pferden auch Sklerostoma armatum in einer Hirnarterie oder auch frei auf oder im Geliirn gefunden worden. Diese Thiele sind dann meistens unter den Erscheinungen einer akuten Meningitis oder Encephalitis haemorrhagika plötzlich zu Grunde gegangen. Ausserde m sind bei Pferden auch ziuVeilen Oestruslarven in der Schädelhöhle und im Gehirn beobachtet worden. Man findet sie dann meistens in einzelnen Exemplaren an den basalen Theilen des Gehirns und verlängerten Markes, sowie auch eingebohrt in den Vierhügel und Streifenhügol (Siedamgrotzky, Boas, Lourdcl u, A.).
10.nbsp; Geschwülste des Gehirns. Beim Menschen sind zunächst die gelblich weiss oder grau gefärbten G lio ine zu nennen, welche zuweilen verfetten und (wegen der Blutungen) Pigmentirungen zeigen Die Entstehung fällt oft in die Irüheste Kindheit zurück, wo ein Trauma die nächste Ursache gewesen sein oder das Wachsthum begünstigt haben kann. Ferner werden Sarkome als meist runde, markige, oft buntscheckig aussehende, in der Regel scharf abgegrenzte Knoten beobachtet; häufiger sieht man jedoch die Sarkome von den Meningen und den Knochen der Schädelbasis, als vom Gehirn selbst ausgehen. Seltener werden noch als primäre Geschwülste beobachtet: Angiome, Myxome (weiche durchsichtige Geschwülste), Osteome und Fibrome. Von motastatischen Geschwülsten sind zu nennen: Karcinome, Melanosarkome und vom klinischen Standpunkte Tuberkel und Gummata. Die allgemeinen Hirnerscheinungen bei Hirntumoren sind: Stan-ungspapille, Kopfschmerz, Benommenheit, zuweilen Erbrechen, Schwindel, Pulsverlang-samung und allgemeine Krämpfe. Dazu treten Herdsymp tome, welche von dem besonderen Sitze der Geschwulst abhängig sind. Sitzen z. B. die Tumoren in der motorischen Region, so sind Erscheinungen dorRindenepilopsio bemerkbar, später zeigen sich hähmungs-erscheinungen zuerst unter dem Bilde der Monoplegien, dann mit Zunahme des Tumors #9632; unter demjenigen der Hemiplegie.
Bei Thieren kommen Geschwülste vielfach in den Adergeilechten vor, woChole-steatome, Melanome, Psammome, Fibrome und Cysten beobachtet werden. Nicht selten findet man Osteome (beim Pferde und bei der Ziege einmal als 810 g schwere Geschwulst beobachtet, Goubeaux, Roth). In den Gehirnhäuten sind zuweilen Sarkome und Lipome, in der Gehirnsubstanz ferner auch Gliosarkome, Odontome und Gliome, an der Schädelwand Sarkome und Karcinome gesehen Worden. An der Gehirnbasis sind kleine gescbwnlstartige Melanoson bei Pferden und Hunden (von Bruckmüller) beschrieben worden; Bollinger fand ein mannsfaustgrossos M elan osarkom in der linken mittleren Schädelgrube eines Saugkalbes.
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700nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Knuiklieiten des Nervensystems.
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Die Diagnose ist während des Lebona derThiere nur vcrmutlmngsweise zu stellen, wenn sieh die beim Menschen erwähnten Herd Symptome, allmählich zunehmend, zeigen und die Krscheimmgen ohne irgend welche andere Veranlassung allmählich sich steigern. Angaben über S tnuungspapill on als Zeichen der Gehirntiimorcn fehlen noch in der thier-ärztlichen Litteratur. Dagegen werden je nach dem Sitze und der Natur der Geschwulst Gleichgewichtsstörungen, epileptiforme Anfälle, Hemiplegien, Monoplegien (Lähmung einzelner Muskelgruppen) n. s. w. beobachtet. Heim Sitz des Tumors an der Basis des (jehirns zeigen sich Erkrankungen der von hier ausgehenden Gehininerven : Sehnerven, Augenmuskelncrven Facialis, Hypoglossns, motorische Fasenv des Trigeminus.
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11. Blitzschlag.
a) Beim Menschen.
Die Wirkimgen, welche durch den Blitzschlag hervorgerufen werden, unterscheiden sieh eigentlich nur durch ihren Stärkegrad von den durch statische Elektricität in einem Laboratorium verursachten. Beim Menschen kann der sofortige Tod durch Blitesohlag eintreten, ohne dass bei der nachfol meiden Untersuchung irgend eine Verletzung wahrgenommen wird. Zuweilen werclöii jedoch auch Brandwunden, abgesengte Haare, oberflächliche Hautverbrennungen gefunden. In anderen Fällen zeigen sich nur die Erscheinungen vorübergehender Gehirnerschütterung, der entweder volle Genesung folgt oder Uebergang in dauernde Störungen (Lähmungen einiger Glieder oder Störungen einzelner Sinnesthätigkeiten).
Die Wirkungen beim Durchgang dos Blitzes durch den menschlichen Körper können nun verschieden sein. Zuweilen ist Ein- und Ausgangspunkt des Blitzschlages am Körper durch Wunden, wie von einem stumpfen, stechenden Instrument bezeichnet, manchmal sind selbst Knochenbrüche (vielleicht erst durch den Fall der getroffenen Menschen verursacht?), Platzen des Trommelfells, erythem- und nrtikariaartige Flecken, Ekchyinosen und oberflächliche Verbrennungen beobachtet. Die baiiinfönnigen Verzweigungen, Blitzfiguren, welche man öfters an den Leichen vom Blitze Erschlagener bemerkt, sind nicht, wie früher angenommen wurde, Umrisse der in der Nähe des Blitzschlags vorhanden gewesenen Bäume, sondern, wie L i m a n nachgewiesen haben will, Abdrücke der Hemdenfalten. Wo diese letzteren dem Bauche aufliegen, bleiben die Stellen weiss und zwischen diesen bleiben andere rothe Stellen, welche die Phantasie der Beschauer zu baumartigen Abbildungen vereinigte. Diese Erklärung kann nicht zutreffen, weil man ähnliche Veränderungen auch bei Thieren findet, welche vom Blitze getroffen sind. Häufig ist auch Katarakt als Folge der Blitzwirkung festgestellt worden.
Bei der B e h a n d lung der durch Blitzschlag Getroffenen ist zunächst erforderlich, die Athnntng und Cirkulation wieder zu beleben und zu erhalten. Kalte Uebergiessungen, Anwendung von Stimulantien , Reihen der Glieder werden demnach zunächst zweckmässig sein.
b) Bei Thieren.
Bei Thieren werden Blitzschläge am häufigsten bei Woidetbieren (Rindern, Pferden und Schafen) und ausserdem nicht selten bei Militärpferden beobachtet. Dabei können, wie heim Menschen, die Wirkungen je nach der Intensität des
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Blitzschliiges verschieden sein. Im Allgemeine]) sind die Folgeerscheinungen wie beim Mcnscheii. Stärkere Blitzschläge tödten die Thiere sofort, schwächere rufen zunächst verschiedene Grude von Betäubung und Lähmung hervor. So werden Lähmungen einzelner Extremitäten, beider Hinterfüsse, der Unterlippe, eines Ohres oder des Schlundkopfes beobachtet. Daneben findet man grössere oder kleinere, oberflächlichere oder tiefere Verbrennungen, besonders an den Haaren und der Haut des Kopfes. Gelegentlich werden auch, wie zahlreiche Beobachtungen lehren, baumartig verzweigte oder gabelförmig verlaufende Linien und Figuren auf der Haut beobachtet, welche durch die Bahn des Blitzes zunächst hervorgerufen, von der Auflösung dos Hämoglobins in den Blutgefässen und seiner Diffusion in die Nachbarschaft derselben herrühren sollen {Friedborger und Fröhner). Nicht selten verschwinden selbst erheblichere Lähmungserscheinungen an einer oder zwei Gliodmassen nach Verlauf einiger Wochen. Tritt sofort oder- bald nach dem Blitzschlag der Tod ein, so ist der anatomische Befund nicht selten ohne charakteristische Erscheinungen. In anderen Fällen findet man zunächst die örtlichen Veränderungen: Verbrennungen der Haut und der Haare, verbunden mit Schwarzfärbung, selbst Zerreissung der darunter gelegenen Muskeln. Häufig ist ferner auch dns Blut dunkel und flüssig, die Venen sind stark mit Blut gefüllt, die Todtenstarro ist gering oder unvollständig, und ausserdem sind zahlreiche grössere und kleinere Hämorrhagien in den inneren Organen (Gehirn, Nieren und Lungen) nachzuweisen. Die Kadaver gehen sehr schnell in Fäulnislaquo; über,
Die rein symptomatisch auszuführende Therapie wird bei vorwiegender Betäubung Excitantien und bei ausgesprochenen Lähmungserscheinungen zunächst hautreizende Mittel anzuwenden haben. Im ersteren Falle werden Einreibungen mit Aether, Kampherspiritus, Terpenthinöl; im letzteren Falle Massage, Elektricität, Frottirungeii u. dgl. zweckmässig sein.
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II. Die Krankheiten des Rückenmarkes und seiner Häute, sowie Krankheiten des verlängerten Markes.
Allgemeine Vorbemerkungen.
Selbständige entzündliche Erkrankungen der Rückemniirkshäiite sind bei den Hausthieren nicht häufig, ebenso ist die Zahl der Krankheiten des Rückenmarks nicht gross. Deshalb sollen hier nur kurz die allgemeinen Störungen angeführt werden, welche für die, Krankheiten des Rückenmarks zu berücksichtigen sind.
Von den drei Nervensystemen, welche man im Rückenmark ZU unterscheiden pflegt, die sensible Bahn, die motorische Bahn und die motorischen Ganglien, kann jedes primär und für sich erkranken. Es können ferner kombinirte Erkrankungen und in den Leitungshahiien sekundäre vorkommen, welche nach Unterbrechung des Faser Verlaufs in der sensiblen Bahn aufsteigen und in der motorischen absteigen. Bei Erkrankungen der sensiblen Bahn treten Sensibilitäts- oder Koordiiiations-störungen der zugehörigen Theile ein; bei Erkrankungen der motorischen Bahn
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702nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Dip Krnnklieiten des Nervensvatems.
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zeigen sich Lähniungcn oder motorische RelzersoheluungeDi Weil die Systemlaquo; erkrankungen fast immer beide Seiten befallen, was bei diffusen Erkrankungen die Kegel ist, so treten motorische und sensible Lähmungen meist in Form der Paraplegia an beiden Körperhälften auf, wobei es von dem Sitze der Erkrankung abhängt, ob die oberen oder unteren Extremitäten oder alle ergriffen sind. Ist die Kiickcnmarkserkrankung eine diffuse, so ist Motilität und Sensibilität meist gleichzeitig beeinträchtigt; oft besteht gleichzeitig Hyperästhesie und ausstrahlende, in die Peripherie verlegte Schmerzen. Ferner sind bei fast allen durch Bückenmarkskrankheiten bedingten motorischen Störungen Blase und Mastdarm betheiligt.
1. Entzündungen der Rückenmarkshäute.
(Akute und chronische Leptomenlngitis.)
a) Beim Menschen.
Aetiologie, Akute Entzündungen der Rückenmarkshäute kommen fast niemals primär vor, wohl aber im Anschluss an Erkrankungen des Gehirns (Meningitis cerebrospinalis) und nach Wirbelerkrankungen, dann meistens eine Erkrankung der Dura mater (Pachym en ingitis). Zuweilen zeigt sich auch eine eitrige Cerebro-spinalmeningitis im Anschluss an eitrige Pleuritis, Lungengangrän, wobei die Inter-kostalnerven vielleicht die Vermittler der Krankheitserreger sind (Strümpell). Schliesslich kann auch eine Erkrankung des Rückenmarks (Myelitis) auf die Häute übergehen. Auch die chronische selbständige Erkrankung der Bückenmarkshäute (meist chronische Spinalmeningitis genannt) kommt ausser-ordentlieh selten vor, und tritt meistens als Folge chronischer Wirbel- oder Rücken-marksleidon auf oder im Anschluss an eine akute Meningitis (Syphilis).
Symptomelaquo; Bei den akuten Entzündungen sind ausser den Erscheinungen des Grundleidcns besonders Rückenschmerzen, Druckempfindlichkeit der Darmfortsätze, Steifheit der Wirbelsäule, sensible und motorische Reizerscheinungen und schliesslich Lähmungen in den Extremitäten vorhanden. Zuweilen sind auch Störungen in der Harn und Stuhlentleerung vorhanden. Oft sind auch langdauernde rothe Flecken als Zeichen vasomotorischer Störung vorhanden, wenn man über die Haut streicht. Die Erscheinungen der chronischen Lopto-meningitis entsprechen in der Hauptsache denjenigen einer langsam und mild verlaufenden Meningitis. Es zeigen sich Schmerzen, Steifigkeit im Nacken und im Rücken, abnorme schmerzhafte Empfindungen und Parästhesien in den Extremitäten, Gürtelgefühl, zunehmende Paresen, Anästhesien und Blasenstörungen.
Die Prognose ist meistens ungünstig, weil Heilungen selten eintreten.
Therapie. Bei der akuten Erkrankung ist in ähnlicher Weise zu vorfahren, wie bei tuberkulöser Meningitis: Anwendung von Eis, Einreibungen mit Jodoformsalbe, Unguentum cinereum, innerlich Jodkalium in grösseren Dosen (23 g täglich) und bei grosser Unruhe Reizmittel. Bei der chronischen Erkrankung werden örtliche Jodoinpinselungon, trockene Schröpfköpfe und innerlich Jodkalium empfohlen.
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b) Bei Thieren. Actiologie. Bei Thieren sind, wie beim Menschen, primä re Erkrankungen der llückeninarkshaute ausscrordentlich selten (durch Stü;sse, Hchläge, Verletzungen, welche die Wirbelsäule getroffen haben). Sekundär können dieselben im Anschluss an Entzündungen des Gehirns und Erkrankungen der Wirbelsäule, wie auch im Verlaufe einzelner Infektionskrankheiten (Influenza, Cerebrospinahneningitis, Staupe, Druse, Beschälseuche, Pyämie u. s. w.) vorkommen. Sehr oft können auch thierische Parasiten (Oestruslarven) die Ursache der Entzündung werden; zuweilen handelt es sich gleichzeitig um eine Entzündung des Rückenma rks (Myelitis spinalis), weshalb die Erkrankung der Rückenmark shä ute mit derjenigen des Rückenmarks hier gemeinsam besprochen werden soll. Eine chronische Entzündung des Rückenmarks wird noch am meisten bei Pferden und Hunden, häufig nach den oben erwähnten Krankheiten beobachtet.
Die Kiaiikhcitseiscliciiuiiigcii bei der Entzündung des Rückenmarks und seiner Häute bei Thieren weichen nicht wesentlich von denjenigen des Menschen ab. Wichtig ist zunächst, dass sie in der Regel (von traumatischen Ursachen abgesehen) allmählich sich entwickeln und an Intensität zunehmen. Bewusstseinsstörungen fehlen gewöhnlich. Im Uebrigen kann man motorische Lähmungs- und motorische Reizerscheinungen, Sensibilitätsstörungen, Störungen im Harn- und Kothabsatz, sowie Ernährungsstörungen auch bei Thieren konstatiren. Zu den motorischen Lähmungserscheinungen gehören: gespannter, schwankender, schliesslich schleppender Gang, wobei meistens nur die Hinterfüsse gelähmt sind und die Thiere (besonders oft bei Hunden nach der Staupe zu beobachten) nicht fähig sind, sich längere Zeit stehend zu erhalten. In seltenen Fällen sind auch gleichzeitig die Vordergliedmassen gelähmt (Erkrankung des Halsmarks). Sind gleichzeitig motorische Reizerscheinungen vorhanden, so zeigen sich Zuckungen, zuweilen auch Krämpfe und (selten) vollständige Streckkrämpfe, daneben Kontrak-turen der Extensoren und Adduktoren , besonders der hinteren Extremitäten (spastische Spinallähmung). Doch werden diese motorischen Reizerscheinungen fast nur im Beginne des Leidens beobachtet. Die Sensibilitätsstörungen zeigen sich vorwiegend in Form einer Anästhesie der Hautnerven, seltener als Hyperästhesie. Im letzteren, meist nur im Beginn der Erkrankung zu beobachtenden Falle, zeigen die Thiere besonders beim Berühren und Bestreichen der Wirbelsäule oft erhebliehe Schmerzen. Das We s tph al'sehe Zeichen, der sogen. Sehnenreflex, ist, wie Dexlev besonders beobachtete, bei Hunden stark ausgeprägt. An dem liegenden Thiere treten beim Klopfen auf das Ligamentum patellare schnell auf einander folgende Beuge- und Streckbewegungen des Unterschenkels und heftige, schlagähnliche Erschütterungen der ganzen Extremität ein. Ist Anästhesie vorhanden, so reagiren die Thiere selbst auf die stärksten Hautreize (Nadelstiche, starke elektrische Ströme, hoiie Hitzegrade) nicht im geringsten. Die Störungen im Harn- und Kothabsatz können dem Grade nach verschieden sein. In höheren Graden besteht zunächst vollständige Retentio urinae und Verstopfung; später folgt dann unwillkürlicher Abgang von Urin und Kolh. Bei männlichen Thieren zeigt sich zuweilen im Beginn der Erkrankung anhaltende
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704nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Uie Krankheiten dos Nervensysteme.
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Erektion (Prlapismus), später Lähmung. Im weiteren Verlaufe kann durch die dauernde Ansammlung ties Harns in der Blase Blasenkatarrb, Pyelltis und selbst Nephritis zur Entstehung' kommen. Später zeigen sich auch ödetnatöse Schwellungen, verminderte Temperatur, Sohweissausbruoh an den gelähmton Qliedmassen. Die Muskeln der gelähmten Extremitäten atrophiren sohllesslioh, es tritt Dekubitus mit seinen Folgen ein,
Anatom!scher Befundlaquo; Ist die Pia mater vorwiegend entzündet, so ist sie verdickt, infiltrirt, injizirt und durch seröse (Hydro rhachis) oder eitrige Exsudat-massen mit dem Btiokenmark verklebt; es findet sich ferner seröses, fibrinöses oder eitriges Exsudat vorhanden. Ist die Dura mater miterkrankt (seltener), so erscheint sie verdickt und aufgelockert. Ist das Rückenmark entzündlich erkrankt, so sind entweder (gewöhnlich) umschriebene herdförmige Erkrankungen oder grössero Ent-zilndungsbezirke nachzuweisen. Im Beginne der Erkrankung ist das Rückenmark nur massig geschwellt, die graue Substanz ist etwas dunkler und weicher; in späteren Stadien ist an Stelle des Markes eine gelbe oder rothe breiige Masse getreten (gelbe oder rothe Erweichung). Ist der Verlauf chronisch, so entwickelt sich Bindegewebsneubildung mit Atrophie der nervösen Elemente. Auch werden Ossi-fikationen an der Dura mater (Pac hy meningi tis oss if ikan s) beobachtet.
Diagnose. Die Feststellung des Leidens kann besonders im Beginne desselben Schwierigkeiten haben durch Verwechselung mit Hämoglobinurie, Muskelrhcuniatismus, Nierenerkrankungen, Lahmheiten in Folge von Stössen und Schlägen, welche die Lendengegend getroffen haben. In den meisten Fällen wird die Anamnese, der Verlauf und die genaue Beobachtung der einzelnen Erscheinungen (vorwiegend beiderseitige Reizungs- und dann Lähmungserscheiuungon) die Entscheidung erleichtern.
Tliprapie. Im Beginne der Erkrankung werden kalte Umschläge auf die Wirbelsäule, Kaltwassetinfusionen und Abführmittel zweckmässig sein, Später wird man ableitende Hautreize im Verlaufe der Wirbelsäule (Kantharidensalhe, Senf-spiritus, Krotonöl und die Elektricität (Induktionsstrom, besonders bei Hunden) anwenden können. Ferner wird die subkutane Anwendung von Strychninnm nitrikuin (Pferde 0,050,1; Rinder 0,050,16; Hunde 0,0010,003) empfohlen. Auch Pilokarpiu (0,2 0,05 subkutan für Pferde) und Arekolin (0,050,1 subkutan für Pferde) kann versucht werden. Ebenso wird die Massage der gelähmten Muskeln von Vortheil sein können. Ist Lähmung der Blase und des Mastdarms vorhanden, so wird für Entleerung der Blase durch Katbeterisiren und für Entleerung des Mastdarms zu sorgen sein. Grössere Thiere werden rechtzeitig in eine Hängematte zu bringen sein.
Infektiöse (enzootisehc) Uiickcimiarkset'kraiikinig bei Pferden, fn der Litterntur finden sicli noch Mittheilungen von Comöny, Schmidt (Archiv für Thierlieilkunde ISSS1, Kckardt u, A. über eine infektiöse und enzootisch auftretende Rückeninarkserkiankung der Pferde. Die Krankheit wird auch als infektiöse RUckenmaikslähinung der Pferde' (Paraplegia infektiosa equorum) bezeichnet und ist bereits unter den Infektionskrankheiten (S. 161) erwähnt worden.
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2. Rückenmarksentzündung. Akute und chronische Myelitis.
(M y c 1 i t i s (; raus v e r s tu Diffuse M y o 1 i t i s.)
a) Beim Menschen.
Aetiologie. Die echte diffu.se Myelitis ist eine seltene Erkrankung, wenn man die Erkrankung auf diejenigen Fälle heschriinkt, wo eine Entzündung im anatomischen Sinne vorliegt. Die akute Myelitis (diffuse Querschnitts-erkrankung, Myelitis transversa) entwickelt sich besonders bei akuten Infektionserkrankungen, nach eitrigen Entzündungen der Rückenmarkhäute und ihrer Umgebung, sowie (als sogen, disseminirte Myelitis) bei anderen Infektionskrankheiten (Pocken, Scharlach, Typhus, Tuberkulose, Syphilis u. s. w.). Die chronische Myelitis entsteht entweder aus der akuten oder tritt primär als solche auf.
Symptome. Neben den Erscheinungen des Grundleidens zeigt, sich vorwiegend eine zunehmende Schwäche der Beine, weil der Sitz der Myelitis meistens im Brustmarke ist. Sehr bald entwickelt sich eine vollständige Paraplegic, verbunden mit Steifheit der Beine und Steigerung der Sehnenreflexe. Im weiteren Verlaufe tritt meist eine partielle Anästhesie ein (der Beine und des Rumpfes), ferner Ketentio und schliesslich Inkontinentia urinae ein. Leicht entwickelt sich auch Dekubitus. Bei disseminirter Myelitis zeigen sich gleichzeitig Gehimerscheinungen, Pupillar-verengerang, Optikusatrophie u. s. w. Die Prognose ist sehr ungünstig,
Anatomisciicr Befund. Bei der primären Myelitis sind die Veränderungen meist nur mikroskopisch erkennbar: starke Füllung der Kapillaren, Schwellung der Achsencylinder und Ganglienzellen, erhebliche zellige Infiltration in der Nachbarschaft der Gefässe, körniger Zerfall in den Ganglienzellen, fettige Degeneration der Markscheiden, daneben Wucherung der Zwischensubstanz. Bei sekundärer Myelitis sind eitrige Infiltrationen, später gelbe Erweichungsherde oder hämor-rhagisebe (rothe) bezw. gelbe Erweichung, zuweilen auch Uebergang in Narbenbildung vorhanden.
Theraiiic. Da Verdacht auf Syphilis vielfach begründet ist, so wird zunächst eine Schinierkur zu verordnen sein. Ausserdem werden örtlich Eisbeutel, punkt-förmige Kauterisatkmen, ferner laue Bäder, Galvanisation des Rückenmarks, Faradisation der gelähmton und anästhetischen Bezirke zu versuchen sein. Bei langsamem Vorlaufe werden auch Kohlensäurebäder, kalte Halbbäder empfohlen, [nnerlich werden Strychnin, Jodkalium, Ergotin und Argentum nitrikum empfohlen.
b) Bei T hieren. Bei Thioren ist die Rückemnarkserkrankimg selten und dann meistens mit einer Erkrankung der Häute verbunden, deshalb auch schon oben (S. 702) erörtert. worden.
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3. Epidemische Cerebrospinalmeningitis.
Die beim Menschen und bei Thieren auftretende Erkrankung ist schon Seite 158 KiO erörtert worden. Seit. Drucklegung jener Mittheilungen (1804) ist
SchiioiiloinUli I, Vorgl. I'athologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4,)
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706nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die Krankheiten des Nervensystems.
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eine seuchenartig auftretende derebrospinalinenin^itis der Pferde in mehreren Qegenden Deutsohlauds (besonders in den nordwestlichen Tbeilen des Königrcic^hs Sachsen und in den angrenzenden Kreisen der prenssischen Provinz Hneiisen beobachtet worden 1). Soweit die neueren Beobachtungen von den früheren (S. 159 mit-getheilten) abweichen, soll hier nach den Mittheilungen von Siodanigrot/.ky-S eh lege 1 (Archiv für Thierhcilkunde 1896) das Wichtigste angefügt werden.
Bezüglich der E r s c h e i n u n g e u sind fast konstant Störungen in der Thätigkeit der Kaumuskeln und der beim Ergreifen und Abschlingen thätigen Muskeln vorhanden. Es zeigt sieh fester Verschluss des Maules, mangelhafte Kaubewegungen, die Thiere verlieren später die Fälligkeit, das Futter zu ergreifen; ebenso scheint die Fähigkeit, geordnete und zwcckmässige Bewegungen ausführen zu können, verloren gegangen zu sein. Dazu gesellen sieh später auch Schlundkopflähmungen und sehr häufig, wenn auch nicht immer vorhanden, sind Störungen in der Thätigkeit der Halsmuskulatur. Meist wird dabei ein tonischer Zustand in den Halsstreckern beobachtet, wodurch der Hals gestreckt und dauernd nach oben gekrümmt gehalten wird (Hirschhals); die Haisstrecker fühlen sich, ähnlieh wie beim Tetanus, fest an. Beim Versuche, den Hals künstlich zu beugen oder seitwärts zu krümmen, stürzen die Pferde leicht hin oder überschlagen sich. In der Regel sind auch Zwangsbewegungen vorhanden, im Beginne fast immer in Form der Manegebewegung, später werden nur noch Zeigerbewegungenquot; ausgeführt. Ebenso häufig sind auch Gleichgewichtsstörungen nachweisbar. Die Thiere stehen mit breitgestellten Füssen, beim Gehen taumeln sie und stürzen nicht selten nieder. Sie liegen dann bewusstlos am Boden und machen zuweilen anfallsweise Schwimmbewegungen. Vereinzelt wurde auch wiederholtes Baissen in die Muskeln eines Vorderschenkels beobachtet.
Die innere Körpertemperatur beträgt meistens 3939,5. Die Zahl der Pulse ist bald normal, bald massig vermehrt Das Gesanuntkrankheitsbild charakterisirt sich demnach durch mehr oder weniger Abstumpfung der Psyche, Krämpfe, unvollständige Lähmungen der Kopf- und Halsmuskeln, Zwangsbewe-gungen und Gleichgewichtsstörungen. Der Verlauf ist meistens etwas langsam; die Erscheinungen steigern sich zunächst während der ersten Woche, dann bleibt die Krankheit mit massigen Remissionen oder Störungen auf der Höhe und führt dann am häufigsten in der Zeit von 1018 Tagen durch zunehmende Lähmung zum Tode. Der Ausgang in Genesung vollzieht sich sehr langsam und häufig sehliessen sich Nachkrankheiten, Dammkoller, Gleichgewichtsstörungen, schwarzer Staar an. Die Mortalität betrug bei dem neueren Auftreten der Seuche 7680 ü/o. Eine vollständige Genesung trat nur bei 130/o ein.
Die Sektion liefert in erster Linie das Bild einer serösen Leptome ningitis, welche das Gehirn, verlängerte Mark und den obersten Halstheil
') Da die Krankheit im Ganzen selten vorkommt und den ersten Beobachtern bei dem neuesten Auftreten derselben die zahlreichen früheren Angaben in der Litteratur wohl nicht bekannt waren, wurde das beobachtete Leiden unter der Bezeichnung Borna'sche Krankheit veröffentlicht, weil die ersten Fälle der neueren Zeit zufällig in Borna (Sachsen) auftraten. Ks wiire dringend zu wünschen, dass diese Bezeichnung nicht noch ein Bilrger-recht in der Litteratur erhielte.
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Die Krankheiten des Rückenmarks und seiner llttuto etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 707
des Rückenmarkes botrifft. Am Gehirn orscheinon die Gofässo der Pia nuitcr stärker gefüllt, numeiitlieh tritt die ramificirte Böthe an den Biisaltlieilcn des (iehirns und der Medulla hervor und verliert sich von dort nach hinten, in der Hegel in der Gegend des 2. 8. Halswirbels. Ktark geröthet sind auch die Adergeflechte, welche stellenweise auch gelatinös gequollen sind. Die Furchen sind besonders an den unteren Gehirntheilen abgeflacht und mit seröser Lymphe mehr oder weniger gefüllt. In der weissen Substanz des Gehirns findet man massige Blutfülle, kleine kapillare Blutungen und geringes Oedem. Am stärksten sind diese Veränderungen am Pens und der Medulla, nehmen dann bis in die Gegend des 2.3. Halswirbels ab; einzelne Beobachter wollen jedoch auch im Lendenmark ähnliche Veränderungen beobachtet haben. Die Abweichungen an den übrigen Organen scheinen jedoch für das Wesen und die Entstehung der Krankheit, nicht von Bedeutung zu sein.
Johne (Deutsche Zeitschr. für Thicrmed. Bd. XXIJ), welcher Gelegenheit hatte, sieben Pferde zu obduciren, fand bei den gestorbenen 'filieren k e i n e seröse Cerebrospinahiieningitis oder eine sonstige Entzüudiingsfonn der Gehirn- und Rücken-markshäute, sondern nur eine venöse Füllung, gelegentlich kleine Blutungen, dabei die Gehirnhäute meistens glatt und glänzend und nur zuweilen diffus-fleckige, aber stets nur sehr geringgradige Trübungen; mithin das Bild einer venösen S t au u ngsh y p eräm i e, nicht aber das einer entzündlichen Hyperämie. Auch enthielt die in allen Fällen in dercerebralen und spinalen Hubdural- und Hubarachnoideal-räunien, sowie in den Ventrikeln des Gehirns vorhandene, mehr oder weniger reichliche, bis 150 g betragende, stets klare und wasserhelle Flüssigkeit weit unter 1 0/o Eiweiss ; es handelt sich demnach um ein Transsudat nicht um ein Exsudat. Nur in einem Falle fand Johne vereinzelt in der Hirnrinde und in den Streifenhügeln kleine, rothgelbe, wohl auf embolisohe Prozesse zurückzuführende Erweichungsherde. Johne findet demnach in seinen Befunden nichts für die betreffende Krankheit Charakteristisches bei Tod durch hochgradige Herzschwäche oder Erstickung findet sich dasselbe und meint, dass das fragliche Leiden ganz zweifellos klinisch als eine schwere Gehirn-Rückeniiiarkserknuikung auftritt, jmtho-logisch-anatomisch jedoch nicht als seröse Oercbros pinal meningi tis zu bezeichnen ist. Der Regel nach und bei spontaner ICiitvvickelung handelt es sich nach Johne um eine durch speeifisch auf das ('eiilralnervensysteni einwirkende Gifte, um eine hierdurch erzeugte Intoxikation. Die Gifte sind das Produkt specifischer, in die Bubdural- und Subarachnoidealräume, zum Theil auch in die Substanz des Gehirns und Rückenmarkes, sowie in die Ventrikel des Gehirns eindringender Spaltpilze. Der vorhandene Hydrops ist das Produkt der venösen Stauung und der Wirkung der Toxine auf die. Endothclieii der Blut- und Eymph-gefftsse. Will man den Namen ('orcbrospinalmeningitisquot;, meint Johne, für die fragliche Krankheit beim Pferde vom vergleichend pathologischen Standpunkte und aus praktischen Gründen nicht fallen lassen, so wird man sieh erinnern müssen, dass die Krankheit zwar klinisch mit der Cerebrospinalmeningitis des Menschen eine unverkennbare Aehnlichkeit besitzt, und auch ätiologisch in gewissen Beziehungen ZU stehen scheint, dass sie aber nicht pa thologisch-au atomise li mit der Cereb rospi nal nie n i n gi t i s des Menschen Identisch
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ist. Bei dor letzteren liaiulelt es sich um eine wirkliche Entzündung plus Intoxikation, beim Pferde lediglich um eine spezifische Intoxikation.
Die Diagnose wird durch Beachtung der für die Krankheit cliarakteristisehen Erscheinungen sehr erleichtert: Krampf- und Lähmungserscheinungen neben mehr oder weniger ausgeprägten Bewusstseinsstörungon, schliesslich Zwangsbewegungen und Koordinationsstörungen. Gelegentliche Verwechselungen im Beginne der Krankheit und bei vereinzelten Fällen sind möglich mit subakuter Meningitis, Hämoglobinurie, während Irrthümer mit Influenza pektoralis ein Sachverständiger vermeiden kann.
Hinsichtlich der Aetiologie konnte auch bei diesen zahlreichen Erkrankungen (ca. 800 Falle) die frühere Erfahrung bestätigt werden, dass vorwiegend, wenn auch nicht aussehliesslich, die zu landwirthschaf tliche n Z wecken benutzten Pferde heimgesucht werden. Dagegen bleibt keine Rasse verschont; edlere Kutschpferde erkrankten ebenso, wie die gemeineren Arbeitspferde. Ferner kommt die Krankheit vorwiegend bei ausgewachsenen Pferden vor. Obwohl es sicher ist, dass Infektionserreger die nächste Ursache der Krankheit sind, ist es bisher jedoch nicht gelungen, den Weg der Einverleibung kennen zu lernen, Selbst die Frage, ob eine Uebertragung von Thier zu Thier stattfindet, ist noch nicht entschieden; aller Wahrscheinlichkeit nach findet eine solche nicht statt. Ebenso ist die Inkubationszeit bisher noch nicht mit Sicherheit festgestellt, sie schwankte zwischen Wochen und Monaten. Es häufen sich ferner die Erkrankungen in den späteren Winter- und Frühjahrsmonaten und lassen in den Sommermonaten nach: Ebenso sind die Erkrankungen in den Städten mit dichteren Beständen und häufigerer Berührung der Pferde geringer als auf dem Lande. Deshalb kann mau mit Recht annehmen, dass die Krankheit sich nur ausnahmsweise von Thier zu Thier überträgt. Andererseits bleibt, wie Siedamgrotzky bemerkt, nichts Anderes übrig als anzunehmen, dass die Krankheitserreger ausserhalb des Pferdekörpers (saprophy tisch oder fakultativ saprophytisch) leben, sich daselbst vermehren können und gelegentlich nach Art eines Miasma di sponirte Thiere zu inficiron im Stande sind.
Wie jedoch die Verbreitung, Vermehrung und Einverleibung der Krankheitserreger erfolgt, ist bisher auch nicht mit Wahrscheinlichkeit festgestellt worden. Johne glaubt auf Grund ganz eigenthümlicher, wenn auch nicht ganz konstanter Magenbefunde annehmen zu dürfen, dass die Aufnahme der Infektionserreger per os erfolgt.
Bakteriologisches. Wie bereits Seite 169 erwähnt, kam Thomassen schon zu dem Drtheil, dnss es speziell bei Pferden eine infektiöse, pnrulente Cerebrospinalmeningitis giebt, welche der des Menschen vollständig gleich ist und durch einen Diplokokkus oder einen anderen Mikroorganismus hervorgeiufon wird. Trambusti (Clin. vet. üd. XVIII) konnte bei einem an (Jerebrospinalmoningitis gestorbenen Schafe den Diplokokkus pneu-moniac des Menschen nachweisen. Es handelt sich dabei um einen dem Laboratorium für Pathologie in Florenz eingesandten jungen Ziegenbock , der. in einem Stalle unter den Erscheinungen einer akuten Cerebrospinalmeningitis gestorben war, in welchem auch eine /lege und deren Junges derselben Krankheit erlegen waren. Ebenso war ein Kind, welches mit der ungokoohten Milch der mit Cerebrospinalmeningitis behafteten Ziege genährt wurde, mit allen Symptomen derselben Krankheit gestorben. Die Sektion dos Ziegenbockes hatte ergeben: Serös-eiterige Infiltration der
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Diu Kninkliniteii des Kiickuuiuai'ks mid seiner lliiulo etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;70!)
Muiiingun, welche auf dorn Wurm des Kleinhirns, längs der Urüsshirnschenkel und gegen die Lendenregien hesonders reiciilich war. In dem Exsudat der Meningen und der Ventrikel fand sich eine sehr erhebliche Menge lanzettförmiger Diplokokken, zu zwei, vier, sechs und acht zusammengetreten; im subpleuralen Exsudat, im Blut und in dor Milz waren sie weit weniger reichlich. Dieselben ithnelten den Kriinkel'sehen Diplokokken und färbten sich in der gewöhnlichen Art und Weise. Organschnitte zeigten Leuko-cyten-Anhäufungen besonders längs der Gofässo, in deren Mitte zahlreiche Diplokokken gefunden werden konnten; auch in den Gelassen der Pia mater waren sie frei odor innerhalb der Lymphzellen reichlich zu finden, manche von den letzteren enthielten davon 34. Auch in der Umgebung der kleinen subpleuralen hämorrhagischen Herde fanden sich die Diplokokken in Zoogioea-Gruppen.
Die von dem cerebrospinalon Exsudate in Agar und lilutserum hergestellten Kulturen erwiesen sich rein und orschionon als kleine, halbdurchsichtigo, kaum sichtbare Kolonien nach Ablauf von 24 Stunden. Subkutane Injektion der Kulturen und Uebertragmig von Herzblut des spontan gestorbenen Ziegenböckchens in das subkutane Gewebe von Kaninchen und Meerschweinchen tödtote diese binnen 24 Stunden; im l'eritonealexsudat und der Milz fanden sich zahlreiche eingekapselte Diplokokken. Trambusti glaubte hieraus auf das spontane Vorkommen einer infektiösen Cerebrospinalmeningitis sohliessen zu dürfoii, deren Virus dasselbe ist, wie das den menschlichen Genickkrampf erzeugende.
Siedamgrotzky kam bei seinen bakteriologischen Untersuchungen und Vemichon zu folgenden Resultaten:
Es fanden sich Monokokken, seltener Diplokokken in einer Grosse von durchschnittlich 0,6 fi, welche drehende und kreisende Bewegungen machen. Das Toniperaturoptiinnm ist bei 38quot; C.; bei Zimmertemperatur vermehren sich die Kokken langsam. Die Organismen wachsen in sauerstofthaltiger und in sauerstoft'freier Atmosphäre. Die Gelatine wird verflüssigt; mit gewöhnlichen Anilinfarben färben sich die Organismen schnell und bleiben bei der Gram'schon Methode gefärbt.
Bei Impfungen von Pferden zeigte sich zunächst, dass intravenöse Injektion der Kokkonkulturen bei drei Pferden die spezifische Krankheit nicht veranlassten. Bei einem Pferde blieben nach der intravenösen Injektion der Kokken Erscheinungen des Dummkollcrs zurück, bei einem anderen traten Erscheinungen einer leichten Gohirnerkrnnkung auf und es konnten bei der Sektion in den GeliirnHüssigkeiten wie in der Gohirn-KUckenmarkssub-stanz dieselben Kokken nachgewiesen werden. Schliessliob konnto bei einem Pferde nach subduraler Einimpfung der Kokkenkulturon eine heftige Meningitis und Encephalitis hervorgerufen und die Kokken dabei last rein nachgewiesen werden. Nach den Kulturversuchen gedeihen die Kokken nicht im flüssigen, wohl aber auf erstarrtem Blutserum. Das Blut scheint demnach ein günstiger Nährboden nicht zu sein.
Das leichte und relativ schnelle Gedeihen der Kokken auf verschiedenen Nährböden thiorischer und pflanzlicher Herkunft bei verhältnissmässig niedriger Temperatur würde nach Siedamgrotzky die weite Verbreitungsweisc der Kokken als Krankheitserreger erklären und auch den anscheinend vorhandenen Einfluss eines langen Aufenthaltes in .Stallungen, in denen einzelne eingeführte Kokken günstige Vermohrungsbedingungen fanden, wahrscheinlich machen. Auch die scheinbar vorkommende Erzeugung der Krankheit durch nicht tadelloses Futter würde eine Deutung nach der Richtung finden können, dass die Kokken unter den Bedingungen, unter welchen Futterverderbnisse vor sich gehen , recht wohl sich vermehren können.
Es möge an dieser Stelle auch erwähnt sein, dass man nach den Untersuchungen von Jäger (Zeitschr. f. Hygiene 1895) heim Menschen jetzt zwei ätiologisch verschiedene Formen der Cerebrospinalmeningitis zu trennen pflegt, von denen der Diplokokkus intra-cellularis schon 1887 von VVeichselbaum gefunden der Erreger der einen und der Pneumokokkus Fraenkel der Erreger der anderen Form sein soll. Nach Fürbringcr (Deutsche med. Wochenschr. 1896) kommt jedoch Diplokokkus intercellularis relativ selten in den Zellen vor.
Johne 1. c. hat die von ihm beobachteten Fälle bei Pferden ebenfalls bakteriologisch untersucht und dabei Folgendes festgestellt.
Bei den sieben obducirton Pferden, sowie auch in allen IVoben von Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit, welche von gestorbenen Thieren stammten und zur Untersuchung eingeschickt waren, fand Johne (im Gegensatz zu Siedamgrotzky) a nsschliesslich nur kleine, etwa 0,40,8;i grosse Diplokokken. In einzelnen Fällen fand sich dieser Diplokokkus auch in der Golürnsubstanz und in einem Falle auch im Blute. Der Diplo-
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710nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Kranklieitfn dos Nervensystems.
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kokkus fiirbte sich leicht, mit allon gohräuchlichen Anilinfarbstotten; am besten mitZiel'-Boher Lösung und hierauf folgendem leichten Abspülen mit einer 2deg; raquo;igen wässerigen Essigsilurelösung und Naclispiilon mit Wasser. Morphologisch war der Diplokokkus charak-torisirt durch die den Gonokokken eigenthUmliche Kaffeebohnen- bozw. Semmelform; zuweilen ist auch Tetraederbildung vorhanden. Ks besteht ferner die Neigung zur Oildung kurzer, 2 -ßglioderiger Kettenvorbiindo, wobei sich die Diplokokkon so aneinander lagern, dass ihre Theilungsjinieu sich in der Längsachse der Kette befinden. Die in frischem Material vorgefundenen Diplokokken besitzen vielfach eine kapselartige GallerthUlle, welche beim dichten Zusammenliegen der Diplokokken als hellerer Hof sichtbar wird. Selten finden sich die Diplokokkon in iymphoidcii oder emlothelialen zelligen lieimengiingon. Dieser Diplokokkus soll, wieJitger, welchem Kulturen und Präparate zugoscliickt waren, bestätigt, identisch sein mit dem schon von Weichselbuum (1887) bei der Cerebrospinalmeningitis des Men-sciien gefundenen und von ,läg e r (1895) als Krieger der Meningitis cerebrospinalis cpidemika bezeichneten Diplokokkus interoellularis, dessen Anwesenheit in den Zellen jedoch keineswegs (wie Fiir bringer zeigte) so häufig ist, wie nach der Dezeichnung angenommen werden könnte.
Impfungen, welche Johne mit dem Diplokokkus intracollularis angestellt hat, lehrten, dass derselbe bei Meerschweinchen nach intraperitonoaler Impfung tödtlicb wirkt. Der Tod trat nach 36 Stunden unter den Erscheinuiigen einer Intoxikation ein. Kbcnso pathogen zeigte sich derselbe bei zwei intraspinal geimpften Z i eg on. Ein Pferd, welchem der Diplokokkus intracollularis equi intraspinal in den Subduralrauin der Genickpartie dos Rückenmarkes einverleibt war, erkrankte unter den typischen klinischen Erscheinungen einer ziemlich erheblichen Cerebrospinalmeningitis. Drei Wochen nach der Impfung hatten sich dio Erscheinungen noch nicht verloren. Bei einem zweiten in gleicher Weise geimpften Pferde, bei welchem jedoch der grösate Theil der Impfflüssigkeit zurückttoss, sowie bei einem dritten intravenös geimpften Pferde traten nur leichte, nach 34 Tagen vei-schwniidcnc Gehirnorscheinungen ein. Johne hält demnach den von ihm gefundenen Diplokokkus für den Erreger der epidemischen Cerebrospinalmeningitis der Pferde, Ob derselbe identisch ist mit dem von S iedamgro tzky-Schi egel bei derselben Krankheit gefundenen Monokokkus, müssen weitere Untersuchungen lehren.
Therapie. Neben Entfernung der erkrankten Pferde aus den bisher innegehabten Räumen und Unterbringung in trockenen luftigen Stallungen und Verabreichung von tadellosem Wasser und Futter ist (nach Siedamgrotzky) eine anti-zymotisclie Behandlung indicirt; Kalomel, in kleineren Dosen verabreicht, soheint noch am ineisten genützt zu haben. Stiinulaiitien und Excitantien (Kanipber, Veratrin, Strychnin, Nux vomika) symptoinatisch bei zunehmender Betäubung angewendet, scheinen bei langsamem Verschwinden der Krankheit die Genesung beschleunigen ZU können. Bei grosser Aufregung sind Narkotika (Morphium, Sulfonal, Chloralhydral, Bromkalium) benutzt worden. Die intratracheale Anwendung des jodsauren Natriums (6 : 50,0 Aqua dest.) ist ebenfalls (Eber) empfohlen worden. Da die Ernährung von grosser Wichtigkeit ist, so muss man dieselbe event, künstlich mittelst eines tief auf den Zungengnind eingeführten und mit einem Trichter verbundenen Gumtnischlauohes bewirken.
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4. Tabes dorsalis.
(Graue Degeneration der Hinterstränge. Hin terstrangskle.rose,
A t a x i c 1 o k o m o t r i c o.)
a) Be i in Men seh e n. Unter der noch vom Anfange dieses Jahrhunderts herrührenden Bezeichnung ,,T a b e s d o f s a 1 i squot; (Riickeninarksschwiiulsucbt) wird gegenwärtig eine wohl charaklerisiiie chronische Erkrankung des CentnilnervensysU'in? verstanden, die
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anatOtnisoh vorwiegend in einer typischen Degeneration der Hinteratränge ' des
Rttokentnarks beruht.
Aetiologle. In der sehr groasen Mehrzahl der Fälle (80900/o) ist die Ursache der Tabes die Syphilis. Auch rufen nach den gegenwärtigen Erfahrungen Erkältungen, Ueberanstreiigungcn , neuropathische Belastung , Aussehweifungen, Traumen, Alkohol- und Tabakinissbrauch in der Regel Tabes nur dann hervor, wenn gleichzeitig Syphilis besteht. Sehr oft ist die der Tabes vorausgehende Syphilis nur leicht gewesen oder selbst ohne Sekundärerseheinungen geblieben; zwischen der syphilitischen Infektion und der Tabes können wenige oder viele Jahre vergangen sein. Strümpell meint, dass die Tabes erst durch gewisse chemische Gifte (Toxine) hervorgerufen wird, welche im Körper durch die Einwirkung der syphilitischen Infektion entstehen. Es stüiule hiernach die Tabes als post-syphilitische Nervenerkrankungquot; zur Syphilis in demselben Verhältniss, wie die häufigen nervösen Nachkrankheitenquot; zu den akuten Infeklioiiskrankheiten (z. B. Diphtherie). Nach den Untersuchungen von Tuczek ist ferner bekannt, dass bei der chronischen Mutterkorn Vergiftung (Ergo tisinus) sich Erscheinungen ausbilden können, welche der Tabes vollkommen analog sind und auf einer anatomisch nachweisbaren, entsprechenden Erkrankung der Hinterstränge des Rückenmarks beruhen. Meist erkranken an Tabes Männer im mittleren Lebensalter,
Syiniitoige und Verlauf. Im Wisent liehen kann man bei der Tabes drei Stadien unterscheiden, wobei jedes viele Jahre dauern kann. Im ersten S tadium zeigen sich blitzartige (landnirende) Schmerzen in den Beinen, oft verbunden mit Parästhesieen und Hauthyperästhesieen. Meist besteht gleichzeitig sogen. Gürtel-geftihl (die Empfindung, als ob ein Reif um die untere Thoraxgegend gelegt sei) und auch in einzelnen Fällen neuralgische und migränartige Schmerzen. Neben diesen sensibeleii Beizerscheinungen, welche häufig Jahre lang allein vorbanden sein können, zeigen sich dann schon sehr frühzeitig das Verschwinden der Patell arref lexe, welche an die Erkrankung der seitlichen Wurzelfelder im Lenden-mark gebunden ist, und die reflektorische Pupillenstarre (d. h. das Fehlen der Pupillenverengerung und Erweiterung bei Lichteinfall und Beschattung). Zuweilen zeigen sieh auch im Beginne Sehnervenatrophie und Störungen der Harnentleerung. Nach Ablauf dieses Stadiums, welches Monate und viele Jahre (bis 20) dauern kann, beginnt das zweite, das sogen, ataktisclie Stadium, welches sich durch das Auftreten charakteristischer Gehstörungen bemerkbar macht. Die Kranken gehen breitbeinig, heben die Beine ühermässig hoch und setzen sie Stampfend nieder. Im weiteren Verlaufe werden die Sensibilitätsstörungen stärker und es zeigt sich ausserdem das sogen. Rom berg'scbe Symptom, d. h. wenn die Kranken die Augen schliessen, so tritt Starkes Schwanken des ganzen Körpers ein. Allmählich geht ilie Krankheit, selbst unter vorübergehendem Eintritt von Besserungen, in das dritte Stadium, das der Lähmungen, über, welches mit und ohne Hinzukommen der Sklerose der Pyramidenseitenstränge im Lendenmark eintreten kann. Die Ataxie wird dabei zuweilen sehr hochgradig und es kommt dabei, wenn auch nicht häufig, zu einer wirklichen Lähmung der Beine. Ferner zeigen sieh Störungen von Seiten der Blase, des Mastdarms und der Sexualorgane; trophische Störungen (Zahnaus-
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'12
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Üio Kiaiikhüitoii des Neivcnsy.stoniH.
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fall), Geleakerkmnkungen, und gobllesslioh tritt der Toil dmvh die Folgekmukhelten bezw. durcli Erschöpfung ein.
AüAtOinischer Befund. Im vurgesclu'itk'-m'ii Stadium kann man schon makroskopisch graue Verfärbung und starke Atrophie der Hiutersträuge des Rückenmarks erkennen; die Hinterhörner der grauen Substanz und die hinteren Nervenwurzeln sind ebenfalls atrophisch. Der Querschnitt des Rückenmarks erscheint verkleinert. Die Pia ist an der hinteren Peripherie verdickt. Mikroskopisch zeigt sieh eine Degeneration der Markscheiden tier Nervenfasern und später auch des Achsencylinders, während das Bindegewebe entsprechend wuchert. Die hinteren Wurzeln sind stets atrophisch. Vorwiegend erkrankt ist das Lendenmark, wo mittlerer und hinterer Theil der Hinterstränge am stärksten betroffen sind. Im Dorsalmark sind die Hinterstränge betroffen, im Halsinark die Goll'schen Stränge und die seitlichen Wurzelfelder, Zuweilen ist neben der Tabes auch eine Degeneration der sensiblen Nerven der Gliednmssen , des Optikus und Okuloinotorius vorhanden.
Hella ad hing. Nur selten ist die Krankheit heilbar, meistens gelingt es nur durch allgemeines hygienisches Verhalten und geeignete Kureingriffe, erhebliche und langdauernde Besserungen herbeizuführen. Hiefür ist in einzelnen frischen Fällen eine antisyphilitische Behandlung und später Anwendung der Elektrizität zweck-massig. Ferner ist die Hydrotherapie in milder Form angewendet von Vortheil. Von neueren Mitteln sind Arsenik, Eisen mit Chinin, Strychnin, Argentum nitrikum und Sekale (Ergotinpillen zu 0,05 36 täglich) in Gebrauch. Die übrigen Erscheinungen sind symptomatisch zu behandeln.
b) Bei Tliieren.
Bei Thiereu kommt nach den bisherigen Beobachtungen eine eigentliche Tabes dorsalis nichl vor; es fehlt auch die wichtigste Voraussetzung, das Vorkommen der Syphilis bei Thieren (S. 96). Dagegen giebt es eine Krankheit, welche mit der Tabes dorsalis des Menschen viel vVchnlichkeit hat:
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hie BOgeitlaquo; Traber- oder dlmiblicrkrauklieil der Selmfe. Wesen. Die Traber- oder Gnubberkrankheit der Schafe ist nach den bisherigen Erfahrungen ein chronisches, fieberloses Leiden, welches durch gesteigerte Empfindlichkeit, vorwiegendraquo;! Schwäche und Lähmung des Hintertheils mit nachfolgender allgemeiner Abmagerung und Entkräftung charaklerisirt ist.
(icschichtliclies. Soweit Aufzciclinungen ir. der Litteratur eine Feststellung ermöglicheraquo; | wird das Auftreten erst mit Einführung edler Zuchten, besonders der 17(55 aus Spanion importiiten Merinos, erwähnt. Ks ist demnach eine Beziehung um so weniger zu verkennen, als die Krankheit bei den gewöhnlichen Landrassen sehr viel seltener beobachtet wird.
Aeliologie. Zunächst wird die Vererbung einer besonderen Krankheits-
anlage durch Benutzung kranker Zuohtböcke angenommen. Die Krankheit wird
vorzugsweise bei veredelten Elektorals, seltener bei Negrettis, am häufigsten bei
Böcken im Alter von 28 Jahren beobachtet. Die Krankheit wird jedenfalls
durch kranke oder später erkrankende Zuchtböcke in eine bisher gesunde Heerde
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Dio Krankheilcn des UUckenniarkK und Huiiiür Häutu etc,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 718
eingeschleppt und so zeigt sieh die Traberkrankheit In den edlen Sohafheerdeu Preussens und Sachsens sehr oft als Heerdckran khe i t. Besonders begttnstigend Bobeinen Fehler in der Züchtung und Haltung der Tliiere zu wirken, wie solche durch übertriebene Veredelung der Rasse, durch ausschliessliche Incest/.ueht, durch Verzärtelung der jungen Thiero bei der Aufzucht, durch zu frühzeitige und zu lange Verwendung der Zuchtthiere, durch das Bestreben, möglichst frühreife Thiere zu erzielen und durch ungenügende und schlechte Ernährung der jungen Thiere gemacht werden. Ob andere Ursachen, oh spezifische Infektionserreger eine Intoxikation erzeugen, welche vorwiegend das Rückenmark trifft, die entscheidende Rolle spielen, wann und wo jene aufgenommen werden, ist bis jetzt noch vollständig unaufgeklärt.
Syitiptomo und Verlauft Wie bei der Tabes dorsalis des Menschen kann man auch bei der sogen. Traberkrankheit der Schafe drei Stadion in der Ent-wickelung der Erscheinungen nachweisen. Das erste Stadium beginnt mit wenig auffälligen und nur von dem Thierwzt bei aufmerksamer Beobachtung erkennbaren Symptomen: scheues, furchtsames, mehr oder weniger stark hervortretendes schreckhaftes Benehmen, Angst und Zittern beim Ergreifen der Nahrung, ein steter, blöder Blick, schlaffes Herabhängen der Ohren, zuweilen nickende Kopfbewogungen und, besonders wenn die Thiere festgehalten werden, Hintenüberbeugen des Kopfes.
Etwa nach Verlauf von 12 Wochen im Sommer und nach 12 Monaten im Winter entwickelt sich dann das zweite Stadium der Krankheit. Es zeigt sich nun eine besonders im Hintertheile hervortretende zunehmende Schwäche in den Muskeln, die Thiere gehen mit gespreizten Hinterfüssen schwankend und unsicher; bei schneller Gangart machen sie kurze, schnelle, trippelnde Schritte (daher Traberquot;). Wird die Gangart noch mehr beschleunigt, so bewegen die Thiere die Vorderfüsse im Trabe und setzen die Hinterfüsse sprungartig nach. Galoppiren und Springen können sie jedoch nicht. Dagegen machen sie zuweilen hahnontrittähnliche Bewegungen mit den Hinterfüssen. Gleichzeitig mit diesen ataktischen Erscheinungen ist eine besonders in der Kreuzbeingegend ausgeprägte schmerzhafte, juckende Empfindung nachweishur. Die Tliiere scheuern, nagen, reiben, gnubbern sich (daher der Name: Gnubber- oder Wetzkrankheit) an diesen Stellen. Auch am Schweifansatze, auf dem Rücken, an den Hinter- und selbst an den Vorderfüssen ist dieser Juckreiz vorhanden, weshalb durch das Nagen an den erwähnten Stellen die Wolle zuerst spröde und dann abgerieben wird, schliesslich entstehen kahle und entzündete Stellen in der Haut, im weitereu Verlaufe nimmt die Schwäche und Hinfälligkeit zu, die Krankheit tritt in das letzte, dritte Stadium ein, die Lähmungen werden immer ausgeprägter, besonders in den Hinter-gliednmssen, die Abmagerung nimmt zu, die Thiere stürzen häufig hin und können sich nur mühsam wieder erheben. Schliesslich tritt nach Verlauf von 46 Monaten der Tod ein.
Anatointaoher Befund. Genauere Untersuchungen des Rückenmarks fehlen noch. Nach vereinzelten Angaben findet man Erweichung, Wasserergiessung und Schwund. Die Organe der Bauch- und Brusthöhle sind gesund.
Diagnose. Eine Verwechselung des Leidens mit anderen Krankheiten des Rückenmarks (Coenurusblasen im Rückenmark, spinalen Lähmungen) kann bei
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714nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dio Kranklioiten des Nervensystema.
genttgeuder Ajuftnerksainkelt kaum vorkonunen, lt;la tlic Traberkraukheit mit ihren
clmnikteristisclioii Erscheinungen fast nur bei männlichen Thieren uml in edletl Ziichtereien vorkommt.
Therapie. Nach den bisherigen Erfahrungen ist eine Behandlung der erkrankten Thiere ohne Aussicht und es ist deshalb y.weckniässig, die erkrankten 'filiere baldigst schlachten zu lassen. Wichtig ist aber die Prophylaxe. Man wird alle Thiere von der Zucht ausschliessen müssen, deren Nachkonnnen traber-krank sind oder aus solchen Familien stammen, und ferner eine naturgemässe Zucht und Haltung einzufahren haben. Dahin würde gehören: Benutzung sämmt-Itoher Thiere zur Zucht erst nach vollendetem zweiten Jahre, Ansschliessung alter und schwächlicher Znchtthiere, Vermeidung ühermässiger Benutzung der Zuchtthiere und öfterer Ersatz derselben aus notorisch gesunden Zuchten, naturgemiisso und gleichmässige Ernährung und Abhärtung der Thiere.
Tabes laquo;lorsalis älinliehc Urkraiikungeii bei andeecii llauslliieren. Ist, wie erwähnt, bisher auch noch nicht mit Sicherheit festgestellt, dass eine Tabes dorsalis bei Thieren vorkommt, 80 ist doch, wie schon ein Vergleich mit der sog. Traberkrankheit der .Schafe lehrt, die Wahrscheiulichkoit dafür vorhanden. So hat auch II amburger (Holland, /eitschr. ('. Thierlieilkunde 1890) eine tabesähnliche Degeneration der Hinterstriinge bei einem Hunde naobgewieseil, ohne den Hund im lieben beobachtet zu haben. Auch ist, worauf Fricdberger-Kröhn e r mit Recht aufmerksam machen, eine Beziehung zwischen dem sog. Halmentritt und der sog. Kreuzschwäoho der Pferde und der Tabes dorsalis des Menschen wohl möglich.
.ri. lilutiiugeii im Rückenmark. Beim Menschen kommen Blutungen in und zwischen die Rückenmarkshäute (Haematorrhachis) im Ganzen selten und vorwiegend nur dann vor, wenn Verletzungen durch direkte (Verwundung^ oder indirekte Gewalt (Erschütterung durch Sturz auf den Rucken, auf die gestreckten Füsse) vorangegangen sind. Entzündliche Wirbelerkrankungon, schwere Krampfzustände (Tetanus), das Heben schwerer Lasten, Senkung des in die Schädelhöhle ausgetretenen Blutes in den Wirbelkanal können die gleiche Wirkung haben. Aus gleichen Ursachen können jedoch auch Blutungen in das Rückenmark selbst(Spinalapoploxie) entstehen. Bemerkenswerth ist, dass bei Menschen, welche längere Zeit unter höherem Luftdrucke sich befanden und dann ohne allinählichen Uebergang wieder dem gewöhnlichen Atmosphärendruck ausgesetzt werden, obige Blutungen ebenfalls eintreten.
Am häufigsten sind die Blutungen zwischen Dura und Wirbelkanal; solche zwischen Dura und Arachnoidea, meist durch Herabtiiesson vom Schädel entstanden, sind weiter verbreitet und frei beweglich. Anatomisch traten in den nicht unmittelbar tödtlich endenden Fällen dieser Art die bekannten Veränderungen am Extravasat und in dessen Umgebung rothe, gelbe Erweichung auf. Die Erscheinungen bestehen in plötzlich eintretender motorischer und sensibler Lähmung der unterhalb der Blutung gelegenen Theile, zunächst mit heftigen Schmerzen verbunden Der weitere Verlauf hängt davon ab, ob die Ausdehnung der Blutung eine Aufsaugung gestattet oder ob Erweichung unter dem Bilde der Myelitis eintritt, ist der Sitz der Blutung im Rückenmark selbst, so treten die Reizerschei-nnngen in den Hintergrund. Die Behandlung ist wie bei Myelitis einzurichten.
Bei Thieren kommen Blutungen im Rückenmark ebenfalls im Ganzen selten vor und dann meist ans den schon beim Menschen angegebenen Ursachen. Die Er seh ei nun gen sind durch ihr schnelles, apoplektiformos Auftreten ebenfalls charakterisirt und äussern sich besonders in Drucklähmungen. Sind Traumen die Ursache, so zeigt sich ausserdem grosse Schmerzhaftigkoit besonders beim Betasten und Bewegen der Wirbelsäule. Ich beobachtoto diese Erscheinungen sehr gut bei einem kleinen Hunde, dem ein Handwagen über die Wirbelsäule gefahren war. Geringe Blutergüsse in die Häute des Rückenmarks und in das Rückenmark selbst können nach einiger Zeit mit Genesung enden, wobei dann das Blut rcsorbirl wird. Ist die Blutung jedoch eine stärkere gewesen und durch den Druck des angesammelten Extruvasates eine erhebliche Beeinträchtigung der Funktion des Rückenmarks hervorgerufen , so sieht man besonders bei Pferden und Rindern allmählich die Unfähigkeit eintreten, sich vom Boden zu erheben. Ist das verlängerte Mark mitergriffen, so zeigen sich auch Zwangsbewegungen und die Erscheinungen eines Genickkrampfes. Demnach ist
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Die Knuiklieitcn des Rilckeninarks und seiner Häute etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;71lt;j
auch die Prognose sehr verschieden und hoi grösseren Thieren und starken Blutungen ungünstig, während kleinere (Hunde) selbst nach erhehlichen ßlutungon schliesslich noch genesen können.
Die Behandlung ist wie bei Myelitis einzurichten.
6.nbsp; Neubildungen im Kiiekcnniark. Beim Menschen kommen Geschwülste des Rückenmarkes und seiner Häute im engeren Sinne des Wortes seiton vor. Von primären Neubildungen ist das wahrscheinlich von der Neuroglia ausgehende und vorwiegend im Halsmark und oberen Brustmark sitzende Gliom zu nennen. Ferner werden im Rückenmark noch Tuberkel, Syphilome und Sarkome, und in den Rückenmarkshäuten Sarkome' Fibrome, Lipome, Myxome und Syphilome gefunden. Von den Wirbeln ausgehend kann auch ein Karciuom auf die Rückenmarkshäute übergreifen. Die Krankheitserschoi-nungon worden in jedem Falle, je nach dem Sitze und der Ausdehnung der Neubildung sehr verschieden sein müssen. Fm Allgemeinen ist hervorzuheben, dass bei den Tumoren des Rückenmarks sensibele Reizsymptome meist ganz fehlen oder doch nur in geringem Maasse hervortreten. Ganz allmählich entwickelt sich ein komplicirtes spinnies Krankheitsbild, bei welchem im Einzelnen alle Symptome vorkommen können, welche bei der chronischen, diffusen Myelitis beobachtet werden.
Bei Thieren sind Geschwülste im Rückenmark und dessen Häuten ebenfalls im Ganzen selten. Am häufigsten werden noch Sarkome der Dura mater, dann Gliome, Myxome, Melanomo u. s. w. gefunden. Zuweilen sind die Geschwülslo gleichzeitig in den Wirbelknochen und in den Rückenmarkshäuten vorhanden. Ucobachtungen solcher Art .sind besonders bei Pferden gemacht worden. Für die Diagnose wird die allmähliche Steigerung der Erscheinungen, das Fehlen besonderer Reizsymptome, der chronisclie Verlauf und der allmähliche Eintritt der Atrophie /.ahlreicher Muskeln zu beachten sein.
7.nbsp; nbsp;Parasiten im Rückeninark. Beim Menschen werden (selten) Cysticerken im Rückenmark selbst und Echinokokken zuweilen aber stets ausseihalb des Rückcnmnrkcs gefunden.
Bei Thieren sind besonders die Larven von liypoderma bovis zu nonnen, welche auf ihrer Wanderung fast regelmässig den Rückenmarkskanal passiren und hier bei den geschlachteten Rindern gefunden werden, ohne dass im Leben der Thiere charakteristische Krankheitszeichen beobachtet werden (vergl. S. 351). Beim Schafe und bei zahlreichen anderen Thieren (vergl S. 286) kommt im Rückeninark Coenurus cerohralis (die Fim)e von Taenia coenurus) vor.
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8. Krankheiten des Gehirns, verlängerten Markes und Rückenmarkes beim Menschen, welche bei Thieren bisher überhaupt nicht oder nicht mit Sicherheit beobachtet worden sind.
a) Progressive Bnlbftrparalysei), Paralysis labio-glosso-lai-yngeu.
Die progressive Bulbärparalyso des Mensehen ist charakterisirt durch eine fortschreitende degenerative Atrophie der motorischen Nervenkerne in der Medulla oblongata, wobei besonders die Kerne des Hypoglossus, Facialis und Vagus betroft'en werden. Seltener erkranken der Accessorius, und motorische Trigeminus. Es kann jetzt als sicher bezeichnet werden, dass die Bulbärparalyso mit der progressiven Muskelatrophie und der amyotrophischon Lateralsklerosc, an welche sie sich häufig an-schliesst, nahe verwandt ist. Als Ursache wird gegenwärtig eine abnorme Anlage der später erkrankenden Nervenbezirke angenommen, wobei Erkältungen, Gemüthsbewegungen, körperliche Ueberanstrengungen der betreffenden Muskelgebiete und Traumen ebenfalls als begünstigende oder direkte Veranlassungen in Betracht kommen. Aoltero l'eraonen männlichen Geschlechts erkranken am meisten. Die Symptome entwickeln sich ganz allmählich. Es zeigen sich zunächst gewisse Sprachstörungen (die Sprache wird undeutlich, wo die Zunge stark gebraucht werden muss), dann kann man nach einiger Zeit eine beginnende Atrophie der Zunge, welche schlaff und dünn erscheint, nachweisen. Scliliosslich ist auch ein Schwund der Lippcnmuskeln erkennbar und im weiteren Verlaufe tritt dann auch eine Atrophie der Kaumuskeln, Gaumen-, Schlund- und Kehlkopfmuskeln ein. Die Folgen davon sind: näselnde
') Bulbus = ältere Bezeichnung für die Medulla oblongata.
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7I()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die Krunkliuiton dos Ncrveiisystonis.
Sprächet Erschwerung dos Schlingons, Siimmbniidliihinuiigoii, Spoichelfluas; ferner zeigt sich l'arese der Augemnuskelu, (der Augapfel wird unbeweglich), Herabsetzung der Reflexe. Dagegen bleibt die Sensibilität normal. Zuweilen zeigt sich auch Vermehrung der Pulsfrequenz wahrscheinlich in Folge von Vaguslähmungen. Der Verlauf dor Krankheit kann 2-5 Jahre betragen und endet dann durch Inanition, Fremdkörperpneumonien, Uerzlähmung oder Erstickungsanfälle tödtlich. Für die Behandlung hat sich die Galvanisation, quer durch beide Procossus inastoidei hindurch und vorsichtige Kaltwasserkur zweckdienlich erwiesen. Von ioneren Mitteln worden die bei chronischen Spinalerkrankungen üblichen (Jodkalimn, Ergotin, Argentum nitrikum) und gegen starke Salivation Atropin (0,00035 34 Pillen täglich) verwendet.
Bei Thioi'eu wurde eine ähnliche Erkrankung unter den Pferden in Nordwest-Flandern (1883) beobachtet, worüber Gerard, Dcgive, Laridon, de Meeater u. A. (Rec. de mod. vet. Dd. 32) berichteten. Es sind im Laufe von 10 Jahren etwa 15 Fälle in der gonamiten Gegend beobachtet worden. Das Gesammtbild der Krankheit stellte sich als eine progressive Paralyse der Bulbärnerven dar, wobei Hypoglossus und Facialis vorwiegend erkrankt waren. Es zeigte sich Speichelfluss, mehr oder weniger deutliche Dähmung und Atrophie der Zungen-, Lippen- und Kaumuskeln und in Folge dessen Störungen der Futteraufnahme, dos Kaucns und Schlingens. In höheren Graden des Leidens tritt auch eine Lähmung des Gaumensegels und dos Schlundkopfes ein, mit den sie begleitenden Erscheinungen. Die Sensibilität war in den Lippen normal, in der Zunge vermindert. Bei einzelnen Pferden war auch eine bedeutende Atrophie der Muskeln des Kopfes, besonders der Kaumuskeln vorhanden. Die Krankheit entwickelt sich allmählich und kann 6 Monate und 1 Jahr dauern, ehe der Tod durch gangränöse Pneumonie eintritt. Eine Behandlung war erfolglos. Die Sektion ergab: Entfärbung und deutliche Atrophie der Muskeln der Zunge und Lippen, Verminderung deraquo; Umfangos der Wurzeln des Hypoglossus, Facialis und Vagus, scheinbar normales Verhalten des Rückenmarks, körnige, fettige Degeneration einer grossen Zahl innerer Muskelfasern der Zunge.
b) Die primären Degenerationen der inotoriscben Lcitungsbahn ciiiscbliesslicb der
Muskeln.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ...
Vorbemerkung (nach Strümpell). Bei den primären Degenerationen der motorischen Leitungsbahn handelt es sich vorwiegend um Degenerationen der grossen centrifugalen motorischen Leitungsbahn, besonders der Pyramidenbahn, welche meistens angeboren und dcsshalb in einzelnen Familien häullg sind. Es kann dabei die ganze von den G'entralwin-dungen zu den Muskeln führende Leitungsbahn, ohne nur einzelne Abschnitte erkranken. Ist die gesummte kortlko-muskuläre Leitungsbahn von den Hindenzellen bis einschliesslich zu den Muskeln hinein degenerirt, so hoisst der Prozess ainyotropbisebe Lateralsklerowcquot;. 1st nur der von der Vorderhornzelle des Rückenmarks bis zu den Muskeln gehende Abschnitt der Bahn erkrankt, so spricht man von spinaler Muskclatrophiequot;, ein Prozess, welcher sich analog der progressiven Bulbäiparalyse entwickelt. Es kann auch nur der von der Kortikalsubstanz bis zur Vorderhornzelle reichende Abschnitt erkranken, ohne dass die letztere mit ergritten wird, dann entwickelt sich eine echte priniürc Pyramiden-Seitenstrang-laquo;klerose mit dem klinischen Krankheitsbilde der reinen spastischen Spinalparalyse. Es kann viertens nur der motorische Nerv und der dazu gehörige Muskel erkranken neurotische Muskelatrophie; oder endlich es erkranken als häufigste Form nur die Endapparate der ganzen Bahn, die Muskeln selbst, Dystrophia muskuloriim progressiva. Obwohl anzunehmen ist, dass die genannten Krankheitsfo/men innerlich alle miteinander verwandt sind, müssen sie doch auseinandergehalten werden, weil sie in klinisch-symptomatischer und in anatomischer Hinsicht bestimmte Untorscheidungsmerkmalc erkennen lassen.
Die amyotrophische Lateralsklcrose ist anatomisch im Wesentlichen eine primäre systematische Degeneration der gesammten kortiko-muskulären Leitungsbahn. Dabei ist zuweilen fast die ganze motorische Leitungsbahn degenerirt. Wie die spinalen Vorderhörner sind auch die motorischen Ganglienzellen der Centralwindungen und der Gehirnnerven entartet. An Stelle der atrophischen Fasern entwickelt sich Bindegewebshyper-trophie. Sekundär entarten schliesslich auch die peripherischen Nerven und die Muskeln atro-phiren erheblich. Das Leiden beginnt meistens im Alter von 8660 Jahren und scheint die Entstehung durch angeborene Schwache des motorischen Systems begünstigt zu sein. Das Kranklieitsbild beschränkt sich in den typischen Eällcn lediglich auf die motorische Sphäre. Zunächst zeigt sich Schwäche der Hand und dos Armes, dann folgt Atrophie der
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l)i(! Kraiikhuitcn des Uückonmui'ksi und suinor Häute otc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 717
Muskeln der Hand, der Streckmuskeln und Vorderarme, schliosslich des Triceps und Del-toideus. Es zeigen sich sehr lebhafte, normal kaum nachweisbare Sehnenreflexo oberhalb des Handgelenks und Zuckungen. Allmählich bilden sich Kontrakturen, Krallenhand u. s. w. aus. Später entwickeln sich daraus Erhöhung der Sehnoureflexe, Steifheit und l'arese der Beine. Schliesslich stellen sich Atrophie der Lippen, der Zunge und Athmungsstürungen ein. Sensibilität, Blasen- und Mastdarmfunktion bleiben stets ungestört. Der Tod erfolgt durch Athmungslähmung oder Nebenkrankheiten. Die durch Galvanisation zu versuchende Behandlung hat meistens wenig Aussicht auf Erfolg.
Die progressive Muskelutrophie kommt mit zwei ganz verschiedenen anatomischen Befunden vor: erstens mit Atrophie der motorischen Ganglienzellen der Vorderhörner Amyotrophia spinalis progressiva und nur mit anatomischen Veränderungen der Muskeln Dystrophia muskularis. Meistens handelt es sich um die letztere Form. Die eigentlichen Ursachen der spinalen Form sind nicht bekannt, wahrscheinlich handelt es sich auch hier um angeborene Schwächezustände; nicht selten findet sich das Leiden bei Geschwistern. Die anatomische Grundlage ist eine allmähliche völlige Atrophie der grossen motorischen Ganglienzellen in den Vorderhörnern, woran sich Degeneration der motorischen Nerven und der Muskeln auschliesst; die Muskelfasern sind theils ver-schmälert, theils völlig geschwunden und durch Bindegewebe ersetzt. Die Krankheit entwickelt sich ganz allmählich. Zunächst schwinden die Muskeln der Hand, dann des Armes, meist auf beiden Seiten symmetrisch. Dagegen erkranken die Beine überhaupt nicht oder sehr spät. Sehr selten tritt auch Atrophie der Schulter- und Rumpfmuskeln auf. Die oft kalte und bläuliche Haut neigt zu Pemphigus und Schweissen. Sensibilitäts-, Blasen- und Mustdarmstörungen fehlen dauernd. Die Krankheit kann sich viele Jahre hinziehen und ist unheilbar. Besserungen worden durch elektrische Behandlung, Massage und Heilgymnastik erzielt.
Bei der häufigen progressiven Dystrophia muskularis ist bomerkenswerth, dass sie hereditär bezw. familiär auftritt, dass die ersten Krankheitserscheinungen sich fast immer im jugendlichen Alter, zuweilen schon in der Kindheit, selten in späteren Jahren zeigen und dass eine bestimmte Gesetzmässigkeit in der Lokalisation der Muskelatrophie nachweisbar ist. Es erkranken vorwiegend die Gesichtsmuskeln, soweit sie vom Facialis innervirt werden, dann die Schultonnuskulatur, dann die Oberarmmuskulatur, dann Bocken-muskulatur, während einzelne Muskeln (Deltoidei, Vorderarmmuskeln, die kleinen Hand- und Fingermuskeln, Unterschenkelmuskeln, Zungen- und Schlundmuskeln) fast immer verschont bleiben. Anatomisch zeigt sich eine fortschreitende Atrophie der betroffenen Muskeln, welcher vielleicht (Erb) eine Hypertrophie vorangeht. Die Querstreifung bleibt jedoch erhalten; ausserdem ist eine Vormehrung des interstitiellen Bindegewebes nachweisbar. Mit dein Erhalten der Querstreifong steht auch die klinische Beobachtung wahrscheinlich im Einklang, dass fast ausnuhinslos die fibrillären Zuckungen in den erkrankten Muskeln fehlen und keine üeutliche elektrische Entartungsreaktion vorhanden ist. Der Gesammt-verlauf ist sehr chronisch und kann 2030 Jahre betragen. Die Behandlung (Elek-tricität und Massago) erzielt nur Besserung, keine Heilung.
Die neurotische Muskelatrophie ist charakterisirt durch die rogelmässigo Lokalisation der Muskelatrophie in den vom Rumpte entfernten Abschnitten der Extremitäten (Händen, Vorderarmen, Füsse und Unterschenkel). Die Gosichtsmuskeln bleiben meistens ganz frei. Fibrilläre Zuckungen sind an den erkrankten Muskeln oft lobhaft erkennbar und die elektrische Erregbarkeit zeigt schwere Veränderungen der Muskeln und zugehörigen Nerven. JSehnenrefloxe fehlen in den befallenen Muskeln oder sind sehr herabgesetzt.
Bei der priintireu Degeneration der Pynuiiidenbahnen (primären Seitenstrang-sklerose) sind zwar gleichfalls ausschliesslich motorische Störungen vorhanden, allein es fohlen die Muskelatrophien vollständig spastische Spinalparalyse (nach Erb und Charcot). Da jedoch häutig eine Verbindung der Erkrankung mit Degeneration anderer Nervenbezirke eintritt - kombinirte Systemerkrankung (nach Strümpell), so erscheint es (nach Strümpell) vom praktischen Standpunkt zweckmässig, einstweilen von dem klinischen Standpunkte der spastischen Spinalparalysoquot; auszugehen.
Die sogenannte Spinalparalyse (Tabes dorsal spas modi quo). Das Krankheitsbild einer spastischen Itückenmarkslähmung kann entstehen bei doppelseitigen Blutungen der Gehirnhäute nach langdauernden Geburten, bei chronischer Hydrocephalia, bei Gehirn* tumoren, bei Myelitis, bei multipler Sklerose. Das Krankheitsbild entwickelt sich ganz allmählich, schon bei Kindern sieht man eine Schwäche der Beine eintreten bei den ersten Gehversuchen und gleichzeitig bestellt eine bedeutende Steigerung der Sohnenretlexo. Audi
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718nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiton des Nervensystems.
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bei passiven Bewegungen treten Reflexkontraktionen ein, der Patellarreflex ist sehr gesteigert. Die Muskclorniilining bleibt jedoch (im Gegensatz zu amyotiophischer Seitenstrangsklerose) normal. Ks fehlen auch Störungen der Sensibilität, der Harn- und Stuhlentleerung Schliosslich wird aus der Pareso eine völlige Lilhmung und zuweilen erkranken die Arme in derselben Weise. Dei den angeborenen Formen bestellen meist gleichzeitig Idiotie, Epilepsie, Chorea, Sprachstörungen u. s. w. Bei der kombinirten Strangerkrankung kommt noch die Ataxie zu den Erscheinungen der spastischen Lähinung.
c) Heredltttl'O Ataxie. Friedreich'sclie Krankheit. Bei dieser (1861 von Priedreich zuerst beschriebenen) Erkrankung handelt es sich um eine angeborene krankhafte Veranlagung gewisser Fasorsysteme, wobei allmilhlich eine Atrophie eintritt. Das Leiden wird vorwiegend im jugendlichen Alter und bei Geschwistern beobachtet; zuweilen erst im Alter von 1820 Jahren. Das wichtigste Symptom ist die Ataxie die Unsicherheit des Ganges. Dazu gesellt sich später auch schwankende Bewegung des Rumpfes. Sehr frühzeitig zeigt sich auch das Fehlen der Sehnenret'loxe; ebenso fehlen Par-ästhesien und spontane Schmerzen. Die Krankheit kann viele Jahre und Jahrzehnte dauern und ist unheilbar.
(I) Dumcntia paralytica. Progressive Paralyse der Irren. Die Dementia para-lytika (von Laien auch Gehirnerweichung oder Grössenwahn bezeichnet) stellt ätiologisch wie Tabes, in naher Beziehung zur Syphilis. Andere Ursachen sind noch Alkoholmiss-brauch, Kopfverletzungen, geistige Überanstrengung und erbliche Veranlagung zu Geisteskrankheiten. Anatomisch handelt es sich um Untergang der feinen markhaltigen Nervenfasern und der Ganglienzellen der Kinde. Dazu gesellen sich ausgebreitete Degenerationen der nervösen Elemente in der Marksubstanz, In den Centralganglien, sowie strangförmigo Entartungen im Rlickenmark (Pyramidenbahnen, Hinterstlänge). Ferner findet man auch Verdickung und Infiltration der Gofässwände und Bindegewebswucherungen. Im weiteren Verlaufe entwickelt sich dann eine mehr oder weniger erhebliche Atrophie besonders a.i der Gehirnrinde. Die Krankheitsorscheinungen sind charakterisirt durch eine Verbindung primärer geistiger Schwäche mit eerebralen Störungen besonders auf motorischem Gebiete. Es zeigen sieh neben verminderter psychischer Leistungsfähigkeit schon frühzeitig Sprachstörungen, dann reflektorische Pupillenstarro, vorübergehende Augenmuskellähmungen u. s. w. Zuweilen schliesst sich dann das Bild der Tabes an; in anderen Fällen geht es voran. Recht häufig zeigen sich auch Hallucinationen in den verschiedenen Sinnesgebieten, wie gleichfalls in allen Stadien paralytische Anfälle auftreten können. Die Dauer der Krankheit beträgt durchschnittlich 28 Jahre, selten mehr. Die Behandlung ist in der grossen Mehrzahl der Fälle ohne nachhaltige Wirkung. Haupterfordernisse sind: Ruhe, massige Lebensweise, Vermeidung von Erregungen, milde Wasserbehandlung, vorsichtige Galvanisation des Kopfes und der Wirbelsäule.
Bei Thiercn fehlt es bisher an Beobachtungen über das Vorkommen von Krankheiten, welche mit den vorerwähnten Beziehung haben könnten. Solche Beobachtungen sind am besten in Gestüten oder kleinen Züohtereien zu sammeln. Es wäre durchaus möglich, dass manche Fälle über das Auftreten von sog Füllenlähmequot;, Fohlonlähmequot;, Lähme der Säuglingequot; bei näherer Untersuchung sich später als progressive Dystrophie der Muskeln herausstellen.
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III. Die Krankheiten der peripheren Nerven.
Bei den Funktionsstörungen der scusiblen Nerven zeigen sich Steigerungen (HyperAsthesien) und Verringerungen (Anästhesien) ihrer normalen Leistung. Daneben kommt noch die sogen. Parästhesio vor; eine scheinbar spontan auftretende, eigenartige Empfindung, bestellend in Taubsein, Ameisenkrieclien, Brennen und Zucken. Die. Parästhesie macht sich anhaltend bemerkbar, während Hyperästhesie und Anästhesie unmittelbar nicht zum Bewusstsein kommen, sondern dazu eines äusseren Beizos bedürfen. Mal die Erregung einen bestimmten Grad
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orreicht, so zeigt sicli Schmerz; und in noch höheren Graden kann selbst vorüber-gohonde Veränderung in den Centralorganen eintreten, verbunden mit Schwinden des Bewusstseins (Anümic des Gehirns mit Ohnmacht).
Bei Störungen am motorischen Nervenapparat zeigt sich im Allgemeinen eine Verstärkung (Krampf, Hyperkinese) oder eine Herabsetzung (Lähniung, Akinese) der Muskelthätigkeit. Störungen der Reflexbewegungen können überall dort eintreten, wo sensible und motorische Nerven durch Vermittelnng von Ganglienzellen in Verbindung stehen; die Erkennung der Störung wird an der Thätigkeit der Muskeln erfolgen müssen.
Die Reflexvorgänge zeigen sich im motorischen Nervenapparat als Hant-und Sehnenreflexe.
Unter den Hautreflexen sind zwei besonders zu erwähnen: Kremasterreflex, wobei auf Reizung der Haut an der inneren Schenkelfläche eine Zusammen-ziehung des Kremasters erfolgt und in Folge dessen ein Aufsteigen des Hodens an der betreffenden Seite; Bauchdeckenreflex, bestehend in Kontraktion der Bauch-innskeln bei Reizung der über ihnen ausgebreiteten Haut. Die wichtigsten Sehnen-refloxe sind: a) Patellarreflexe (Kniephänomen); ein bei schlaff herunterhängendem Unterschenkel auf das Ligamentum patellae geführter kurzer Schlag mit der Ulnarseite der Hand oder dem Perkussionshanuner führt zur Streckung des Unterschenkels; b) Achillessehnenreflexe; eine einmalige Zuckung der Wade hervorgerufen durch Beklopfen der Achillessehne; c) F u s s p h ä n o m e n, Fussklonus; ein rhythmisches klonisches Zucken des Fusses, bedingt durch Zusammenziehung der Wadenmuskeln, tritt ein, wenn man während der Erschlaffung der betreffenden Muskeln, den vorderen Theil der Fusssohle mit der flachen Hand ergreift und dann durch plötzlichen Druck den Fuss schnell in Dorsalflexion bringt und ihn in dieser erhält. Das Zucken hält mindestens so lange an, wie der Druck auf die Sohle dauert.
Unter Krampf versteht man motorische Reizerscheinungen, die sich in unwillkürlichen, dauernden (tonischen) oder mit Entspannung der Muskeln schnell abwechselnden (klonischcn) Muskelzusammenziehungen äussern. Sie entstehen entweder durch direkte Beizung der motorischen Rindencentren oder eines angenommenen Krampfcentrums in der Medulla oblongata, oder vom Riickenniarke aus, oder durch Reflexwirkung von der Peripherie her, wobei meistens eine abnorme Erregbarkeit des Oentralorgans hinzuzukommen pflegt. Reflexkrämpfe findet man zuerst auf der Seite der Reizung und erst bei Steigerung der Reizung gehen sie auf die andere Körperhälfte über. Der Sitz der Ursache der Krämpfe ist im Gehirn bei Epilepsie, Hysterie, Alkoholismus, progressiver Paralyse, Tetanie, Athetose, Lyssa, Quecksilbervergiftung; im Rückenmark bei Tetanus. Allgemeine tonische Krämpfe bezeichnet man als Tetanns, allgemein klonische als Konvulsionen. Eigenartige Krampfformen sind das Zittern (Tremor), welches sich bei willkürlichen Bewegungen vermindert (Paralysis agitans) oder umgekehrt steigert (Intentionszittern). Eine uneigentliche nervöse Koniraktur ist die paralytische, welche bei Lähmung einer Muskelgruppo durch die Zusammonziehung der Anta-gonisten eintritt, während eine eigentlich nervöse Kontraktur die spastische Ist,
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720nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; lgt;io Krankliciten des NervoiiBystcms.
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welche entweder direkt von don motorischon Gentren aus oder reflektorisch bei erhöhter Beflexerregbarkeit entsteht.
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1. Neuritis. Nervenentzündung.
a) Beim Men schon.
Aetiulogie. Obwohl man sagen darf, dass eine wahre Entzündung der Nerven vorkommt, ist die Neuritis doch nicht immer bestimmt zu begrenzen. Bei den innigen Beziehungen zwischen den Nerven und ihren Centren ist die Frage oft schwer zu entscheiden, ob die Krankheitserreger zuerst an den Gentralorganen oder an der Peripherie eingewirkt haben.
Die Neuritis kann entstellen durch mechanische Einwirkungen (Schlag, Fall, Druck, Neubildungen), durch Erkältungen, durch Entzündungen, welche aus der Umgebung übergreifen, durch Gifte (Blei, Alkohol, Arsenik, Morphium), durch zahlreiche specifische Infektionserroger bei dem Auftreten der betreffenden Infektionskrankheiten (Diphtherie, Typhus, Puerperalfieber, Influenza, Malaria, Lepra, Beri-Beri), im Verlaufe allgemeiner Ernährungsstörungen (Diabetes, Chlorose, pernieiöse Anämie, Gicht und bei Tuberkulose). Dabei können je nach der Ursache entweder einzelne oder mehrere oder zahlreiche Nerven (akute multiple Neuritis) befallen werden.
Syiri|itlaquo;irie. Als konstante Erscheinung ist der Schmerz zu nennen, welcher anfangs auf die Bahn der kranken Nerven sich beschränkt, dann aber auf andere, zunächst die benachbarten überstrahlen kann. Der Schmerz wird durch Druck auf die Nerven verstärkt, ebenso durch Bewegungen des leidenden Körpertheils. Neben dem Schmera zeigen sich Hyperästhesien und Anästhesien im Ausbreitungsbezirk der leidenden sensiblen Fasern. Ebens ist Schwäche oder selbst Lähmung vorhanden, weil- auch motorische Nerven niitcrgriffen sind. Die akute Neuritis kann im Laufe einiger Wochen heilen oder auch in die chronische Form übergehen und dann Lähmungen zurücklassen.
Anatomisch findet man Köthung, Schwellung und Trübung des weicher erscheinenden Nerven, in dessen bindegewebigem Gerüste sich eine Exsudation von Flüssigkeit mit einer wechselnden Menge von weissen, in schweren Fällen auch von rothen Blutkörperchen zeigt. In höheren Graden der Entzündung erkrankt die Nervensubstanz selbst, es tritt Zerfall der Markscheide, des Achsencylinders und selbst, dos ganzen Nervenstammes ein. Bei langsamem Verlaufe kann reichliche Neubildung von Bindegewebe eintreten (Neuritis proliferans) mit allgemeiner oder in Abständen erscheinender knolliger Verdickung des Nervenstranges und degenerativer Atrophie zahlreicher oder auch aller Nervenfasern. In anderen Fällen geht die Entzündung fortlautend oder sprungweise bis zum Rückenmark fort (Neuritis uscendens oder migrans).
Beliandluiig, Soweit möglich, wird man die Ursache zu beseitigen und eine Buhestellung der erkrankten Nerven herbeizuführen haben. Daneben ist die Anwendung von Priessnitz'schen Umschlägen, die innerliche Verabreichung von Natr. saiieyl. Antipyrin, Salipyrin und Quecksilber zweckmässig. Schliesslicb werden
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Die Krankheiten dor peripheren Nerven.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;721
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auch Galvüiiisation, Massage und gute Ernährung, sowie Chlorofornieinreibungen mul langdauernde warme Bäder von Vortheil sein.
b) Bei Thieren. Bei Tliieren koinmen selbständige Nervenentzündungen gleichfalls vor, jedoch erlangen dieselben selten die Bedeutung wie beim Menschen, wo auch die Ursachen viel verschiedenartiger als bei Thicren sind.
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2. Neuralgien.
a) Beim Menschen.
Als Neuralgie bezeichnet man heftige, ohne äusseren Reiz in Anfällen auftretende Schmerzen, welche der Verbreitung eines oder mehrerer Nervonstämme entsprechen. Aetiologisch ist beinerkenswerth, dass Vererbung einer neuro-pnthischen Konstitution, allgemeine Ernährungsstörungen (Diabetes, Alkoholismus, Gicht), Einflüsse, welche die Widerstandsfähigkeit des Körpers und des Geistos herabsetzen, ein gewisses Lebensalter, mechanische Einwirkungen, Erkältungen und einzelne Gifte (Malaria, Syphilis, Alkohol, Blei, Tabak) dabei eine Rolle spielen.
Unter den allgemeinen Symptomen steht der heftige, blitzartig auftretende Schmerz, welcher ein bestimmtes Nervengebiet umfasst, im Vordergrund. Wo die Nerven der betreffenden Bezirke mehr an die Oberfläche treten, zeigt sich hohe Druckempfindlichkeit (Druck- oder Schmerzpunkte). Ebenso ist die Haut im Verlaufe der Nerven meist hyperästhetisch. Während der Anfälle bestehen manchmal auch reflektorische motorische Reizerscheinungen.
Je nach den Ursachen können akute Neuralgien bei zweckmässigem Verhalten in wenigen Stunden oder Tagen verschwinden; wirkt die Ursache jedoch fort, so kann das Leiden Monate und Jahre dauern. Zur allgemeinen Behandlung wird neben Bekämpfung der besonderen Ursache, vorhandener Neurasthenie, die Anwendung des galvanischen Stromes zweckmässig sein. Aeusserlich sind auch Senfpflaster, Einreibungen von Opodeldok, Chloroformspiritus (I ; 6), Bepinseln mit Jodtinktur in Gebrauch. Gegen chronische Neuralgien wird die innerliche Veiab-reiohung von Arsenik, Natrium bromatum, Kali jodatum, sowie die Anwendung von Brunnenkuren empfohlen.
Von wichtigen Formen der Neuralgie sind zu nennen: a) Trigeminus-neuralgie (Prosopalgie, EothegiU'scher Gesichtsschinerz, Tic douloureux). Meist ist dabei nur ein Ast (der erste) oder Theile des Nerven betroffen. Die Schmerzen sind dabei meistens von grosser Heftigkeit und nicht selten von starkem Thränen und von Reflexzucknngen der Lider und der Mundwinkel begleitet. Beim Sitz der Neuralgie im ersten Aste zeigt sich häufig auch Herpes zoster an (fer Stirn, b) Ischias (Neuralgia ischiadica, Morbus Cotnnni). Meist handelt es sich bei Ischias um eine Neuritis, wobei Muskelrheumatismus und Gicht die direkte und Erkältungen die Gelegenheitsursachen sind. Auch Verstopfungen, Geschwülste (vom Becken und Uterus ausgehend) können Veranlassung werden, Zuweilen liegt auch Tabes vor. Gewöhnlich ist nur der Ischiadicus einer Seite befallen, c) Oecipital-
Schncirtemil hl, Vergl. PathologtO.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;46
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722nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die Krankheiten des Nervensystems.
neuralgie. Als wichtigste Ursache wird tlie Karies der obersten Halswirbel genannt, d) Interkostalneuralgie. Neben allgonieinen Ursachen (Anämie, Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorgane) sind nicht selten örtliche (Formfehler des Brustkorbes, Brüche oder Karies der Kippen, Neuritis, Brustkrebs, Tabes) die Veranlassung zur Entstellung dieser Form der Neuralgie. Dabei soll auch gleichzeitig Angina pectoris und Herpes zoster vorkommen.
b) Bei Thieren. Bei Tbleren kommen Neuralgien zweifellos ebenfalls vor, wie einzelne Angaben in der Litteratur zeigen, doch fehlt es noch an genaueren und exakten Untersuchungen. Einzelne französische Thierärzte (Cadiot, Gilbert) theilen Fälle von Facialiskrämpfen beim Hunde mit. Ebenso werden (von Aruch) Accessorius-krämpfe beim Pferde beschrieben, wobei ein stossweises Heben und Senken des Kopfes mit Nick- und Seitenbewegungen beobachtet wurde.
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3, Lähmungen.
a) Beim Men so hon.
Unter Lähmungquot; begreift man die Aufhebung der willkürlichen Beweglichkeit in den dem Willen unterworfenen Körperinuskeln, Die peripherischen Lähmungen sind gegenüber den cerebralen und spinalen dadurch charakterisirt, dass sie sich auf das Gebiet eines Nerven oder einer Nervengruppe beschränken und mit Schlaffheit der gelähmten Muskeln, Aufhebung der Reflexe und Störung der elektrischen Erregbarkeit verbunden sind.- Man unterscheidet Lähmungen aus anatomisch nachweisbaren Ursachen und die sogen, funktionellen Lähmungen, bei welchen keine anatomische Ursache der Lähmung aufgefunden werden kann. Ist nur ein einziger Körpertheil gelähmt, so spricht man von Monoplegien, ist eine ganze Körperhälfte gelähmt, so heisst der Zustand Hemiplegie, sind beide Seiten des Körpers gelähmt, so bezeichnet man diese Form als Paraplegic. Die Hemiplegie ist die Hauptfonn der cerebralen Lähmungen, die Paraplegic die Hauptform der spinalen Lähmungen. Monoplegien sind in der Regel kortikiile Gehirnlähmungen oder peripherisohe Lähmungen.
Alle Erkrankungen des Nervensystems (Entzündungen, Degenerationen, Blutungen, Neubildungen, schwere Cirkulationsslörungen) an Stellen, wo die motorischen Leitungsbahnen geschädigt oder zerstört werden, sowie besonders mechanische und traumatische Verletzungen und ausserdem gewisse toxische Substanzen (Alkohol, Blei, Kupfer, Arsenik) können die Ursachen von Lähmungen werden. Auch nach zahlreichen akuten Infektionskrankheiten (Diphtherie, Typhus, Pocken, Dysenterie) können Lähmungen auftreten. Als rheumatischequot;, refrigeratorischequot; Lähmungen bezeichnet man solche, die nach Erkältungsursachen auftreten. Scbliesslich kommen noch funktioneile Lähmungen vor, wie solche besonders bei tier Hysterie und bei psychischen Einwirkungen (Schreck) beobachtet werden. Unter den allgemeinen Symptomen sind ZU nennen: Unvermögen gewisse Bewegungen und Verrichtungen auszuführen, feiner degenerative Atrophie
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der gelähmten Nerven und Muskeln bei allen längere Zeit anhaltenden pcri-pberlsohen Lähmungen. Bei ccrebralen Lähmungen tritt niemals degenerative Atrophie der gelähmten Muskeln ein, zuweiten einfache, während bei spinalen Lähmungen eine degenerative Atrophie in der Hegel nur dann eintritt, wenn durch die lähmende Ursache auch die zu den Muskeln hinzugehörigen grossen Ganglienzellen in den Vorderhörnern des Rückenmarks zerstört oder in ihrer Funktion beeinträchtigt worden sind.
Hinsichtlich des Verhaltens der gelähmten Muskeln sei erwähnt, dass die Lähmungen mit vollständig freier passiver Beweglichkeit verbunden sein können (Sohlaffe Lähmungen) oder es zeigt sich grosser Muskelwiderstand bei Ausführung passiver Bewegungen (spastische Lähmungen). Daneben ist die Sensibilität der Haut an der gelähmten Stelle verändert, oft ist die Haut cyanotisch, kühl, ödematös, oder es zeigen sich die schon erwähnten eigcnthümlichen Reflex-erscheinungen.
Was die einzelnen Formen der periitlicrischeu LähniiingiMi betrifft, so möge zunächst die Faciali.släliinung' (mimische Gesichtslähmung) erwähnt sein.
Als wichtigste Ursachen dieser im Ganzen häufigen Lähmung werden angegeben : Erkältungen, Erkrankungen des Mittelohres und Karies des Felsenbeins, Erkrankungen an der Schädel- oder Gehirnbasis (Tumoren, Entzündungen, syphilitische Neubildungen), Erkrankungen des verlängerten Markes und Gehirns, Kompressionslähmung durch Geschwülste der Parotis oder ihrer Umgebung. Die Erscheinungen sind folgende: Lähmung der mimiseben Gesichtsmuskeln, unvollständiger Augenverschluss, zuweilen Parcse des Gaumensegels und Verminderung der Speichel Sekretion, Störungen des Geschmacks, Erlöschen tier Reflexbewegungen. Zur Behandlung finden neben Berücksichtigung des Grundleidens Elektricität und subkutane Strychnininjektionen (0,1:10, 8 4 mal wöchentlich 1U'/^ Pra vaz'sche Spritze) Anwendung.
.ViigciiiiKiskelliiliniiiiigen. Diese Lähmungen werden meistens hervorgerufen durch Erkrankung der peripherischen Nerven oder der im Hirnstamm gelegenen Kerne der Augenmuskolnerven. Die Ursachen der peripherischen Augenniuskelläbmungen sind im Wesentlichen dieselben wie bei der Facialislähmung: Traumatische Schädlichkeiten, welche die Nerven oder ihre Zweige treffen, Kompression der Nerven durch Erkrankungen ihrer Nachbarschaft, Erkältungen, einzelne Infektionskrankheiten (Diphtherie, Typhus) und toxische Schädlichkeiten (Alkohol) Unter den Erscheinungen mögen genannt werden: das Auftreten von Doppel--bildern, Schwindelgefühl, Herabhängen des oberen Augenlids (Ptosis), erweiterte Pupille (Mydriasis), aufgehobenes Akkomodationsvermögen, zuweilen Exophthalmus. Die Behandlung ist wie bei der Facialislälnnung.
Abducenslähm ung bewirkt Aufhebung der Seitwärtsbewegung des Auges; Trochl eari slähmu n g bedingt Ausbleiben der Baddrehung (nach innen und unten) bei Richtung des Blickes nach unten, Auftreten der Doppelbilder nur beim Nachuntensehon.
Scriatiisliihinimg. Meist ist Druck auf dem N. thoraeikus longus die Ursache, wobei das Schulterblatt in der Ruhe vom Thorax absteht und mit dem
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unteren Winkel der Wirbelsäule genähert ist. Eine Erhebung des Arms ist nur bis zur Horizontalen möglioh; wird der Ann nach vorne gehoben, so steht der innere Schulterblnttrand flügelartig Mb.
Italtoidcusläliinung1, welche meistens mit einer Lähmung des Biceps, Brachialis interims und Supinator longUS verbunden ist (partielle Lähmung des Plexus brachialis), entsteht in der Regel durch Traumen oder Neuritis. Dabei atrophiren die betreffenden Muskeln allmählich erheblich,
Kadinlisläliiming wird vorwiegend durch Druck auf den Nerven an derjenigen Stelle hervorgerufen (Auflegen des Kopfes im Schlaf), wo derselbe sich um den Oberarmknochen herumschlingt. Bei Bleivergiftungen sind oft beide Radialnerven befallen. Zuweilen (bei hohem Sitz der Ursache) ist auch dor Triceps mit erkrankt; die Hand hängt dann schlaff in Beugestellung herab.
b) Bei Thleren.
Hei Tliieren kommen Lähmungen am häufigsten bei Pferden und Hunden vor. Die Ursachen sind in der Hauptsache dieselben wie beim Menschen: besonders sind es traumatische Einwirkungen (Quetschungen, Zerrungen, Verletzungen), seltener centrale Erkrankungen (Tumoren, Abscesse, Entzündungen an der Basis des Gehirns), sowie Infektionskrankheiten (Brustseuche, Hundestaupe) und Intoxikationen.
Fnciallslüliinung tritt gewöhnlich einseitig in Folge von Quetschungen an der Umschlagstelle des Nerven um den Unterkiefer auf und bewirkt Lähmung der Angesichtsmuskeln, Herabhängen der Unterlippe der betreffenden Seite, Verziehen der Nase nach der gesunden Seite, Beeinträchtigung der Futteraufnahme, mangelhaften Verschluss ties Auges. Nicht selten treten bei traumatischen Lähmungen nach 1-2 Wochen Heilungen ein. Doppelseitige Facialislähmuugen, welche ebenfalls zuweilen vorkommen (bei einem Hunde nach tuberkulöser Erkrankung an der Gehirnbasis), sind meistens unheilbar. Zur Behandlung ist vielleicht Massage zu versuchen.
Lähmung des Nervus supraseapularis. Die Lähmung tritt meistens bei Pferden und besonders dann ein, wenn die Thiere mit der Schulter gegen einen harten Gegenstand anrennen oder niederstürzen. Je nach der Art und dem Grade der einwirkenden Ursache tritt Schulterlahmheit, Abblattcn der Schulter (bei der Belastung weicht das Ellenbogengelenk nach aussen ab) ein und es entwickelt sich bei längerem Bestehen der Lähmung Atrophie der Muskeln. Zur Behandlung werden kalte Douchen und der Induktionsstrom angewendet.
Liiliinuiig des Nerviis radialis. Lähmungen des Nervus radialis werden am häufigsten bei Pferden durch Ausgleiten verursacht. Es zeigt sich dabei das Unvermögen, mit dem betreffenden Vorderfuss den Körper zu stützen, obwohl die Thiere die erkrankte Gliedmasse nach vorn zu stellen vermögen. Wird jedoch ein Druck gegen die Vorderfusswurzel ausgeübt, so können die Pferde die Last des Körpers übernehmen. Ist die Lähmung im vollkommen, so stützt der betreffende Vorderschenkel in der Ruhe ganz normal, in der Bewegung ist das Ausschreiten jedoch unvollständig und mit leichtem Stolpern verbunden, Bei Uebernahme der Last erfolgt Zusammenknicken des ganzen Schenkels; an der vorderen äusseren
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Fläche des Voninns entsteht Empfindungslosigkeit.. Bei vollkommener Lähmung wird der Fuss dauernd gebeugt und ist unfähig, die Last des Körpers zu Überlaquo; nehmen (Siedamgrotzky), Die gelähmten Muskeln zeigen die allgemeinen Fr-scheinungen : sie sind schlaff und atrophiren hei längerer Dauer der Lähmung. Die Prognose wird für die Mehrzahl der Fälle von Kadialislähinungeu beim Pferde als günstig bezeichnet, weil meistens nach einiger Ruhe oder nach Anwendung kalter Douehen oder reizenden Einreibungen die Heilung nach Verlauf von 23 Monaten eintritt.
Lülmiung' des Ncopy;PVUS wurulis. Lähmungen des Nervus cruralis werden nach dem Niederstürzen der Thiere, nach heftigem Ausgleiten mit einer Hintergliedmasse oder auch als Nachkrankheit der sogen. Kreuzrhehe beobachtet. Die Lähmung ist charakterisirt durch starkes Einsinken der Knie bei der Belastung, Schwund der Kniescheibenstrecker und Unempfindlichkeit dyr inneren Schenkelfläche. Leichtere Fälle gehen in 12 Wocben bei entsprechender Behandlung in Heilung über, während in schwereren Fällen die Pferde unbrauchbar werden.
Von weiteren, im Ganzen selteneren Lähmungen seien noch erwähnt: I.iiInnung cn des Nervus trigciniims, Ichiadims und Tibialis.
Lähmungen des Trigeminus kommen einseitig und beiderseitig vor. Einseitige Lähmungen aller drei Aeste des Trigeminus sind zuweilen beim Pferde (von R o e 11 und L y d t i n) beobachtet worden. Dabei zeigt sich Anästhesie des Gesichts, der Mundhöhle, der Zunge und des Auges, Salivation, Störungen des Kauens, im weiteren Verlaufe zeigten sich Entzündung und Geschwürsbildung auf der Kornea. Doppelseitige Lähmungen des motorischen Trigeminusastes, welche mit erschwerter Futteraufnahme, Ansammlung von Futter im Maule, Speicheln, Herabhängen des Unterkiefers verbunden sind, zeigen sich fast rogelmässig bei der Wuthkrankheit, Andererseits kommen jedoch auch solche Lähmungen bei Hunden und Katzen vor, ohne dass Wuthkrankheit vorhanden ist. (Moeller, Koerber). In den letzteren Fällen ist nicht selten Genesung beobachtet worden.
Lähmungen des Nervus ischiadikus werden zuweilen bei Pferden und Hunden beobachtet. Dabei sind besonders die Muskeln Semitendinosus, Semimembranosus und Biceps femoris gelähmt, weshalb namentlich keine Beugungen im Hüft-, Knie- und Sprunggelenk ausgeführt werden können und deshalb der Schenkel schlaff herabhängt und beim Versuche zu gehen geschleift wird. Bei Pferden wurde als Ursache gelegentlich ein grössercs Blutextravasat in der Umgebung des Nerven beobachtet, während bei Hunden eine beiderseitige Lähmung des Ischiadikus nicht selten als Nachkrankheit bei der Staupe auftritt.
Lähmungen des Nervus tibialis sind im Ganzen selten. Bei Pferden zeigt sich (nach Moeller) dabei Unthätigkeit der an der hinteren Fläche des Unterschenkels gelegenen Muskeln mit Unfähigkeit zur Streckung des Sprunggelenkes und zur Phmtarflexion der Zehen. Bei der Belastung des gelähmten Schenkels wird das Sprunggelenk excessiv gebeugt, und die Vorführung des Schenkels erfolgt mit abnormer Beugung aller Gelenke desselben, wobei der Fuss ungewöhnlich hoch gehoben, dann tappend niedergesetzt wird. Die Bewegung ist ähnlich, wie beim Hahnentritt.
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IV. Nervenkrankheiten ohne bekannte anatomische
Grundlage.
1. Die Fallsucht. Epilepsie ').
(Fa 11 en(1 o Sucht. Morbus sueor.)
a) Beim Mo n so hen.
Aotiolo^'ic. Die eigentliohe (echte) Epilepsie (im Gegensatz zu den in ihren Knuiipfmifälloii tilmlichen j.epileptiforiiienquot; Anfällen bei Dementia panilytika, multipler Sklerose u. s. W.) ist eine funktioneile Neurose, welche durch anfallsweise auftretende, mit allgemeinen Konvulsionen verbundene, liewusstseinsstömngen eharaktorisirt ist. Es liegt derselben keine mit unseren gegenwärtigen llülfsmitteln erkennbare anatomische Veränderung im Nervensystem ZU Grunde; vielmehr dürfte es sich um eine abnorme Veranlagung des Gehirns, insbesondere seiner motorischen Binden-oentren handeln (Strümpell). Ist auch die eigentliohe Ursache unbekannt, so kennt man doch mehrere disponirende und Golegenbeitsursachen. Dahin gehören: Hereditäre Jieaulagung (Abstammung von Trinkern), allgemeine nervöse Disposition, Blutsverwandtschaft der Eltern untereinander, Trunksucht der Eltern. Begünstigend wirken die Dentition, Pubertät, Schreck, körperliche und geistige Überanstrengungen, akute fieberhafte Krankheiten (Scharlach, Masern), Traumen (Kopfverletzungen). Eine reflektorische Epilepsie wird noch beobachtet, wenn Neubildungen, Narben, entzündliche Prozesse an den Nerven einen dauernden Reiz ausüben, sowie gelegentlieh beim Vorhandensein von Darmparasiteu, entzündliehen Prozessen im Ohre, Erkrankungen der Sexualorgane bei Frauen. Künstlich kann man (nach Brown-Sequard) die Epilepsie bei Kaninchen hervorrufen durch Verletzungen am verlängerten Mark, am Büokenmark und an den peripheren Nerven (besonders am Ischiadikus). Auch die Nachkommen der auf diese Weise künstlich epileptisch gemachten Thiere sollen dann an spontanen epileptischen Anfallen gelitten haben.
Symptome und Verlauflaquo; Der epileptische Anfall beginnt in der Regel mit kurzen Vorboten (der sogen. Aura ^ Hauch, Galen). Es entsteht das Gefühl von Kriebeln oder Schmelz, von den Annen oder Beinen oder vom Epigastrium nach dem Kopfe aufsteigend (sensible Aura), zuweilen zeigen sich auch Zuckungen und Paresen (motorische Aura), ferner subjektive Gesichts- (Farben und Licht), Gehörs- (Sausen), Geruchs- oder Qesohmaoksempfindungen (sensorische Aura); gelegentlich wird auch geistige Unruhe (schnelles Vorwärtslanfen) beobachtet (Epilepsia prokursiva, psychische Aura). Auf die meist nur wenige Sekunden oder Minuten dauernde Aura, folgt dann fast regelmftssig das Krampfstadium, der eigentliche epileptische Anfall. Vielfach mit einem gellenden Schrei eingeleitet, stürzt der Kranke plötzlich zusammen, meist mit dem Gesicht oder Hinterkopf aufschlagend, das BeWUSStsein ist erloschen. Es tritt dann zunächt ein allgemeiner tonischer Streckkrampf ein, wobei die Augen starr, die Pupillen weit sind und die Athnmng
') inlXtppig von iltlAttftßdvm, ergreifen, befnllen.
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Unterbrochen ist. Sein- schnell (nach wenigen Sekunden) entwickelt sich aus dem tonischen ein klonischer Krampf, wobei Kopf und Glieder heftig bewegt werden, die Kiefer aufeinander malen, Schaum aus dem Munde tritt und nicht selten erhebliche Verletzungen der Zunge und anderer Körpertheile herbeigeführt werden. Während des Anfalles sind die Finger meistens gebeugt und der Daumen in die Hand eingeschlagen. Die Athmung ist unregelmässig, schnarchend. Nicht selten erfolgt im Anfall Harnabgang, Stuhlentleerung oder Ejakulation.
Nachdem das Krampfstadium wenige Minuten gedauert bat, geht es in das dritte Stadium, das des postepileptischen Komas über. Das Koma geht allmiihlich in einen mehrere Stunden dauernden Schlaf über. In anderen Fällen Schlafen die Krankon nicht, sondern sind nur eine Zeit lang noch etwas verwirrt. Zuweilen bleiben nach dem Anfall Pupilleuclilferenz, Paresen der Gesichtsmuskeln und Zungenabweichung zurück.
Nicht selten kommen auch Abweichungen von dem normalen Verlaufe eines Anfalles vor; es zeigt sich entweder nur eine schnell vorübergehende Bewusst-losigkeit (rudimentärer Anfall), verbunden mit starrem Blick, Olinmaeblanwandlung und einigen Zuckungen in den Gesichtsmuskeln oder es zeigen sich anstatt eines Anfalles oder vor oder nach einem solchen eigenthüniliche psychische Störungen (epileptisches Aequi valen t). Es treten sogen. Dämmerzustände auf, wobei die Kranken ganz unüberlegte Handlungen (Diebstahl, Brandstiftung) begehen, oder verwirrte Erregungen oder halliiciiiatorischo Angstzustände.
Die Anfillle können sich täglich, monatlich oder selbst erst nach vielen Jahren wiederholen. Erfolgen sie schnell auf einander, so können sie zuweilen tödtlich endigen. Manchmal treten die Anfälle nur nachts auf (Epilepsis nokturna). Für die Diagnose ist wichtig, class der einzelne Anfall nicht entscheidend ist, sondern es gehört zum Krankheitsbilde die Wiederholung der Anfälle. Zuweilen werden bei Epileptikern Anomalien (Asymmetrie des Schädels, Makrocephalie, abnorme Bildungen an den Ohrmuscheln, Zähnen und Händen) gefunden.
Anatomischer Iteluiid. In der grossen Mehrzahl der Fälle sind, wie erwähnt, anatomische Veränderungen nicht nachzuweisen. Nur in späteren Stadien finden sich im Gehirn (nach Meynert) Ilindenatrophie, Piaverdickungen und ausgebreitete skierotische Prozesse. Als Sitz der Erkrankung wird gegenwärtig all-geinein auf Grund der experimentell erzeugten Epilepsie! bei Thieren die Gehirnrinde betrachtet.
'I'herapic. Die Behandlung erstreckt sich darauf, die Heftigkeit und Häufigkeit der Anfälle zu vermindern und den Folgen derselben möglichst vorzubeugen. Dazu gehört Regelung der gesanmiten Lebensweise (Vermeidung von Anstrengungen und Aufregungen) und die Verabreichung von Bromnatrium (1,0 3,0:250,0 Selterwasser) täglich und allmählich steigend bis 8,0. Zur Abwechselung (nach längerem Broingebraucb treten zuweilen Akne, Verdauungsstörungen und Muskelzittern ein) kann auch Atropin (jeden Abend eine Pille von 0,0005) verabreicht werden. Mit dem Bromgebraucb muss Monate lang fortgefahren werden, Kaltwasserbehandlung, kalte Abreibungen sind gleichfalls nützlich. Zuweilen kann der Ausbruch des Anfalles verhütet werden durch festes Umschnüren oder starkes Beiben desjenigen Gliedes, von welchem die Aura ausgeht. Auch Verschlucken einer
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728nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;üie Krankheiten des Nervensystems.
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reichlichen Menge Kodhsalz während der (meist vom Epigastriumnbsp; nbsp;ausgehenden) Aura kann in einzelnen Fällen den Ausbruch des Anfalles verhüten.nbsp; nbsp; Auch Inhalationen von Amylnitrit, Chloroform oder Aether können im Beginnenbsp; dos Anfalles von Nutzen sein.
1)) Bei Thieren.
Bei Thieren wird Epilepsie; ebenfalls sowohl bei den Ilaussäugethieren, wie auch beim Geflügel beobachtet und zwar am häufigsten bei jüngeren Thieren.
Aetlologlelaquo; Wie schon bei Erörterung der Aetiologie beim Menschen angegeben ist, hat man durch Experimente bei Thieren die Annahme gestützt, class der Ursprung für die Entstehung der Epilepsie in der Gehirnrinde und zwar in den motorischen Centren ZU suchen ist. Wie von verschiedenen Autoren (Hitzig, Ferrier, A1 her ton i, Luciani, Franck u. A.) festgestellt ist, kann man durch elektrische Heizung der motorischen Rinden gebiete bei Thieren epileptiforme Anfälle künstlich hervorrufen. Ebenso ist (von Unverriebt) beobachtet worden, dass bei Beizung eines motorischen Centruins die Ausbreitung der Krämpfe von dem entsprechenden Muskelgebiet auf die anderen genau der anatomischen Lage der einzelnen Centren entspricht, und dass die Krämpfe in dem zugehörigen Muskelgebiete sofort ganz aufhören, wenn das betreffende Rindencentrum exstirpirt wird. Die Unversehrtheit der motorischen lliudencentren ist demnach eine nothwendige Bedingung zum Zustandekommen epileptischer Anfälle. Dagegen fehlt es noch an einer Klarstellung der Art und Weise, wie die Erregung zu Stande kommt, Dass die epileptischen Anfälle durch Q-ebimanäinie, wie mau früher annahm, entstehen ist nicht bewiesen, vielmehr fehlt dieselbe bei Tbiorversuchen. Es bleibt demnach einstweilen nur die Annahme übrig, dass es sich um zeitweise auftretende Erregungs-zustände der Grosshirnrinde handelt, welche durch abnorme chemische oder molekulare Zusammensetzung der botreffenden Gehirnrindensubstanz bedingt werden. Bei der echten Epilepsie fehlt es demnach auch hei Thieren an dem Nachweis der eigentlichen Ursache. Von besonderer Bedeutung ist jedoch auch bei Hausthieren, wie beim Menschen, die Vererbung der Krankheitsanlage, Man hat z. B. die Epilepsie sehr häufig in solchen Riaderheerdeu beobachtet, welche von epileptischen Bullen abstammten (La Nottc). Die Kühe erkrankten dann schon nach dem ersten Kalben, während das Leiden bei den Ochsen auftrat, als die Thiere zum Zugdienst verwendet wurden. Verhältnissmüssig oft kommt Epilepsie hei Hunden, dann auch nicht selten bei Pferden vor. Ich sah epileptische Anfälle bei jungen Schweinen auftreten, welche demselben Stamm angehörten. Von weiteren prädisponiremlen und Gelegenheitsursachen kommen im Wesentlichen noch die schon beim Menschen genannten in Betracht: schlechte Ernährung und Pflege, heftige psychische Erregungen, grelle Lichteinwirkung u. s. w.
Die Epilepsie kann auch als ein Symptom chronischer Krankheitszuständo des Gehirns und seiner Häute hervorgerufen werden, deren Natur wieder sehr verschieden sein kann. Neben chronischer Pachymeningitis, Verdickung der Dura, tuberkulöser Erkrankung des Gehirns, Exostosen können Abscesse, Neubildungen, Parasiten (Cysticerken , Echinokokken und Coeiiourusblasen) zuweilen die Entstehung der symptomatisoh'en Epileps 1 e bedingen. Ebenso können Traumen,
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Nervenkrankhoiten olino bekannte iinatoinisolie Urundlago,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;729
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welche die Grosshinirinde treffen, nach längerer oder kürzerer Zeit epileptische Anfälle bewirken. Fell heohachtete kürzlich epileptische Anfälle bei einem älteren Hunde, welcher 4 Wochen vor dem ersten Anfall eine Quetschung des Schädels erlitten hatte. Die sogen. Ref 1 exop i lepsie wird bei den hiezu disponirten Tbieren durch Reizung peripherer Nervenbezirke eingeleitet. So können gelegentlieh durch Verwundungen und Quetschungen aller Art (besonders durch sehnierzhafte Kumtnetdrüoke, durch Widerrisswunden, beim Rinde durch Kettendruck am Grunde der Hörner), durch Reizung der Darmschleimbäute durch Parasiten, der Maulschleim-liaut durch scharfe Zahnspitzen, durch Ohr-Parasiten im äussereu Gehörgange u. 8. W. auf reflektorischem Wege epileptische Krämpfe erzeugt werden.
Syiiiptoiiie, Vorlauf) Ausganglaquo; Im Wesentllohen kann man hier dieselben Erscheinungen feststellen, wie solche bereits beim Menschen angegeben sind. So tritt auch bei Tbieren der Anfall plötzlich, bei Hunden und Schweinen nicht selten unter Aufschreien, ein, wobei dieselben bewusstlos zusnmmenstärzen und dann Krämpfe und Zuckungen in verschiedenem Grade bekommen. Meist sind auch Vorboten (Schwindolanfälle, Aufregung) nachweisbar, falls man Gelegenheit hat, den Anfall von An fang an zu beobachten. Hunde laufen kurz vor Beginn des Anfalles zuweilen ängstlich hin und her, schütteln wohl auch öfters mit dem Kopfe und bleiben dann breitbeinig stehen; im Stolle befindliche! Pferde hängen sich plötzlich in die Halfter, in Bewegung befindliche bleiben stehen. Alle Tbiere zeigen einen stieren, glotzenden, ausdruckslosen Blick, verdrehen die Augen, fangen an zu zittern oder taumeln und nehmen breitbeinige Stellungen an, um den schwankenden Körper au stützen. Es treten dann Zuckungen am Kopte (Verziehen der Lippen, krampfhaftes Kauen und Schaumschlagcn) und am Halse (Schiefstellung des Halses) ein; endlich stürzen die Tliiere nieder und es folgen sehr heftige und anhaltende kkmische und tonische Kontraktionen der Gliedmassen. Bewusstsein und Empfindung 1st geschwunden, die Schleimhäute blass, der Puls klein und kaum fühlbar, das Athmen beschleunigt. Nach einigen Minuten massigen sieh die Zufälle, es folgt Schweissausbruch und zuweilen auch unwillkürlicher Abgang des Urins und der Exkremente. Bewusstsein und Empfindung kehren schnell wieder zurück, die Thiero erheben sich wieder, sind noch etwas angegriffen und abgemattet, aber erscheinen im Uebrigen wieder wie vor dem Anfalle, so dass Pferde 1015 Minuten nach Beginn des Anfalles wieder arbeitsfähig sein können. Wie beim Menschen so kommt es auch bei Thieren zuweilen mir zu einem unvollständigen Anfalle; es treten dann nur Schwindelerscheinungen, Krämpfe oder Zuckungen am Halse hervor. Solche unvollkommene Anfälle gehen in 13 Minuten vorüber. Bei Hunden tritt, wie beim Menschen, im Anschluss an den Anfall nicht selten ein tiefer Schlaf ein, nach dessen Abschluss manche Thiere planlos fortlaufen oder Neigung zum Beissen zeigen.
Der weitere Verlauf der Epilepsie ist, wie beim Menschen, ein chronischer. Die Anfälle können zu den verschiedensten Zeiten wiederkehren, nach Tagen, Wochen und Monaten. Eine vollständige Heilung wird selten beobachtet.
V natoni iseher ISef'iiiul. Bei der echten Epilepsie wird, wie beim Menschen, keine mit unseren gegenwärtigen Hülfsinitteln erkennbare Veränderung am Gehirn nachgewiesen. In den anderen Fällen findet man die schon bei Besprechung tier
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Die Krankheiton dos Nervensystems.
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Actiologie angegebenen Veränderungen! Zuweilen sieht man auch asynunetrisohe Bildung dos Schädels (bei neun Pferden von Bassi beobachtet) oder anderweitige Unebenheiten und nnsyininetrische Beschaffenheiton der Schädelknochcn (bei Hunden und Schweinen, Schnei dem iihl).
IMiijfnosc Eine Verwechselung der Epilepsie mit anderen Krankheiten ist bei Thieren viel leichter möglich, als beim Menschen. Zu berücksichtigen bei der Feststellung sind die Eklampsie, akute Gehirnkrämpfe, Sohwlndelanfälle und Thrombose der hinteren Aortenäste. Man beobachtet epileptiformo Anfälle gelegentlich bei einzelnen Infektionskrankheiten (Staupe, Brustseuche), bei einzelnen Herzkrankheiten, sowie bei Anwesenheit von Parasiten im Dann. Im Allgemeinen wird der akute Verlauf, im Besonderen Bcriicksichtigung des übrigen Zustnndes der Thiero (infektiöse Leiden) oder (bei Parasiten) Beseitigung der Krämpfe nach Anwendung antiparasitischer Mittel die Diagnose erleichtern. Bei einfachem Schwind elanfall fehlen die Konvulsionen; ebenso ist das Bewusstsein und die Empfindung weniger gestört, als beim epileptisoben Anfall. Eine Verwechselung mit dem anfallsweise erfolgenden Niederstürzen bei Thrombose der hinteren Aortenäste ist am leichtesten zu vermeiden, weil das Bewusstsein intakt ist, die Thierc mit dem Hintortheil niederstürzen, jegliche Konvulsionen am Kopfe fehlen und nach dem Niederstürzen auch keine krumpf artigen Bewegungen dor Gliedmassen eintreten,
Therapie. Eine Heilung der Krankheit ist, wie heim Menschen, bisher nie beobachtet worden. Die meisten Erfolge bat man noch bei Hunden und hier nach Anwendung von Bromkaliuin oder Bronmatiium (Katr. brom. 16,0, Aqu. dost. ]50,(), 28mal täglich ^u1 Esslöffel) erzielt. Pferden und Kindern hat man dieselben Mittel mit, anderen Pflanzenpulvem gemischt auch mit dem Futter verabreicht.
Claussen will gegen Epilepsie der Schweine und Hunde Urethanothyl mit. sehr günstigem Erfolge angewandt haben. Die Thiore erhielten von einer Lösung 20:100,0 Wasser alle 12 Stunden eine Spritze; voll in das Maul gespritzt.
Prophylaktisch gelingt es bei Pferden zuweilen durch kräftiges Festhalton des Kopfes und Bedecken der Augen im Beginne des Anfalles denselben wesentlich in seinem Vorlaufe zu mildern.
Gerichtliche Thierheliknnde, Die Epilepsie der Pferde bildet ebenso wie der sog. Schwindel der Pferde nicht selten den Gegenstand von Reehtsstreitigkeiten, wobei beide Leiden meistens als gleichwevthig betrachtet werden. Man betrachtet beide Leiden pro foro als erhebliche Fehler, weil ihre Verwendung besonders im Reit- und Wagendienst mit (ie-fahren verbunden ist und durch den während des Gebrauchs oder im Stalle eintretenden Anfall die Thiere sich erheblich verletzen können. Wenn auch erfahrungsgemäss die Anfälle oft erst nach langer Zeit sich wiederholen, so kann dies doch vorher Niemand wissen, desshalb wird auch die Entwerthung der Thiere, bei welchen bereits ein vollständiger epileptischer Anfall beobuchtet ist, gleich hoch sein.
Gegenwärtig existieren noch folgende Gowiihrszeiten : 28 Tage in Baden, Grossherzog-thum Hessen, Kurhessen, Landgrafsohaf't Hessen, Frankfurt a. M., Hohenzollern und Württom-herg; 29 Tage in Nassau; 30 Tage in Elsnss , Lothringen und Frankreich, 40 Tage in Bayern; 42 Tage in Sachsen-Coburg-Gotba.
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Neivenkranklioiten obnlaquo; bekannte anatomische Grundlage.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;731
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2. Eklampsie1).
a) Beim Menschen.
Als Eklampsie bezeichnet man Krampfiint'iille, welche denen der echten Epilepsie vollkommen gleichen und nur dadurch von der letzteren sich unterscheiden, dass alle sekundären psychischen Veränderungen ausbleiben und die Anfälle meist bald für immer verschwinden.
Aetiolo^io. Die Ursachen der Eklampsie können ansserordentlicb verschieden sein und deshalb werden auch gewöhnlich verschiedene Formen der Eklampsie unterschieden. Als Eklampsia haematogenos bezeichnet man solche Fälle von Eklampsie, wo wahrscheinlich bestimmte Gifte in das Blut gelangen und von hier aus als Reiz auf das Grosshirn wirken. Man rechnet hierher die bei Urämie und Bleivergiftung auftretende Eklampsie, sowie die Eklampsie der Schwangeren und Gebärenden. Ganz besonders scheint das kindliche Alter zu Eklampsie prädisponirt (Eklampsia infantum), wahrscheinlich (nach Soltmann) wegen geringerer Entwickelung der Keflexbemniungsvorrichtungen im Grosshirn, Am meisten erkranken Säuglinge im Alter von 6^0 Monaten. Wie bei der echten Epilepsie so ist auch bei der Eklampsie die Erblichkeit auf die Entstehung nicht ohne Einfluss. Bei Säuglingen sieht man die Konvulsionen im Beginne fieberhafter, akuter Krankheilen (Scharlach, Masern, Pneumonie) nach Indigestionen, aus Anlass des Zahnens, bei Anwesenheit von Würmern im Darmkanal, bei Bhachitis auftreten. Es handelt sich in diesen wie in manchen im späteren Lebensalter vorkommenden Fällen von Eklampsie um sogen, reflektorische Eklampsie. Reize in der Peripherie der verschiedensten Art (Anhäufung von Kotli im Darm, Fremdkörper in Nase und Gehörgang, Erosionen der Schleimhäute, Ekzem, Herpes, Nieren-und Blasensteine) können auf reflektorischem Wege Eklampsie hervorrufen. Als Eklampsia idiopathika bezeichnet, mau noch diejenigen Fälle von Eklampsie, für welche eine nachweisbare Veranlassung nicht beigebracht werden kann.
Symptome und Verlauf. Die eklamptischen Anfälle entsprechen im Wesent-lichen den epileptischen. Meist hält jedoch tue Bewusstlosigkeit länger an als die Krämpfe. Kinder bekommen einen starreu Blick, verdrehen die Augen, und im Gesicht, im Rumpf und in den Extremitäten stellen sich tonisch-klonische Zuckungen ein. Solche Anfälle können sich mit kurzen Unterbrechungen Tage lang wiederholen, um dann für immer zu verschwinden. Der Vorlauf ist meistens günstig. Vielfach tritt nur ein Anfall ein; dagegen kann während des Anfalles der Tod eintreten (durch Stimmritzenverschluss, Störungen der Athmimgsbewegnngeu oder durch Kollaps). Die Prognose wird immer von dem Qrundleiden abhängig sein. Therapielaquo; Die Behandlung wird nach dem Grundleiden und nach den Ursachen einzurichten sein. Als wichtigste Mittel sind auch bei Kindern Bromkalium (0,20,6 pro dosi) und Chloralhydrat (0,05--0,15) zu nennen. Bei leichten Konvulsionen wird man ausserdem kalte Umschläge auf den Kopf und je nach der speziellen Ursache Klystiere (falls Verstopfungen die Ursache sind), Brechmittel (bei Magenüberladung) anwenden können.
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i) in XäjAno), horvorlouchten, plötzlich hervorbrochen.
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b) Bei Thiercn. Actiolog'ie. Hei Thieren wird oinu Eklampsie in dem beim Menschen angegebeneu Sinne gleiobfaUs beobachtet. So werden entsprechend der Eklainpsia
infantuin uueli bei neugeborenen und sehr jugendlichen Thieron epileptische Krämpfe beobachtet, ebenso akute Rot'Iexkränipfe auch bei erwachsenen Thieren. Unter den jungen Thieren erkranken besonders Hunde und Ferkel; die näheren Ursachen sind bisher noch nicht genügend klar gestellt. Wie beim Menschen mögen Zahukrankheiten, Würmer im Darmkauale, Magen-Dannkraiikheiton u. dergl. die Ursachen sein können. In Füllen, wo die Eklampsie bei .säugenden Thieren (besonders Himdinnen) beobachtet wird, hat man in der Säugethiitigkeit selbst die Ursache gesucht. Es scheint jedoch nach neueren Untersuchungen, dass es sich dabei um die vorübergehende Wirkung von Intoxikationenquot; (Krampfgiftenquot;) handelt, welche bei den nicht seltenen Leber- und Nierenkrankheitea (bacilläre Embolien der Leber und Nieren) zur Entstehung kommen (Gerdes, Schmorl). Zuweilen wird die Eklampsie auch bei Hündinnen beobachtet, welche sieh noch im Zustande hochgradiger Gravidität befinden, wo also die jungen Thiero noch nicht die Ursache der Eklampsie sein konnten (Friodberger). Friedbergor-Fröhner meinen, dass das Leiden bei säugenden Ilündinnen vielleicht auf einer Anämie gewisser Nervencentren im Gehirn beruhe, welche reflektorisch von den Nerven der Milchdrüsen oder des Uterus ausgelöst würde. Diese Autoren koimten auch in mehreren Fällen von Eklampsie eine Anämie der Sehnervenpapille nachweisen. Im Uebrigen ist Eklampsie bei erwachsenen Thieren nicht häufig. Manche der in der Littcratur beschriebenen Fälle sind wobl als echte Epilepsie aufzufassen. Man hat bei Hunden epileptiforme Krämpfe bei Anwesenheit von Ohrmilben (durch Reizung des äusseren Gehörganges) beobachtet (Nocard, Mognin). Ich beobachtote einmal epileptiforme Krämpfe bei einem Hunde, welcher Pentastomum taenioides in der Nasenhöhle hatte. Bei einem Pferde zeigten sich eklamptische Anfälle im Ilckonvalescenz-stadium nach schwerer Pneumonie (Lustig), bei Rindern nach dem Kalben, ohne dass Erscheinungen des sogen. Kalbefiebers vorhanden waren. Auch bei Ziegen sind zuweilen eklamptische Anfälle beobachtet worden. Vuksanovic beobachtete Eklampsie bei elf neugeborenen Ferkeln, von welchen vier schnell starben, die übrigen bis auf zwei, welche mit verdünnter Kuhmilch ernährt wurden, nach einigen Tagen, Die mit verdünnter Kuhmilch ernährten Thiero blieben zwar gesund, doch erkrankten die Nachkommen derselben an Eklampsie.
Syiiiptonic. Die Symptome sind im Wesentlichen dieselben wie beim Menschen. Es treten anfallsweise Konvulsionen auf, die Thiero verdrehen die Augen, zittern, bekommen Kaukrämpfe. knirschen mit den Zähnen, schäumen und speicheln und können nach Verlauf einiger Minuten wieder vollkommen gesund sein. Bei der Eklampsie der säugenden Hündinnen sieht man die ersten Erscheinungen in der Regel 230 Tage nach dem Gebären, sehr selten später, auftreten. Nach meist sehr wenig auffälligen Vorboten (Unruhe, Aufregung, Aengstlichkeit, beschleunigtes Athmen) zeigen sich bei meist wonig getrübtem Bewusstsein tonisch-klonisehe Krämpfe! besonders in den Streckmuskeln. Schnell tritt eine Schwäche besonders im Hintertheil ein, die Thiere fallen um und bleiben mit steif ausgestreckten Beinen auf der Seite liegen. Die Muskeln der Gliedmassen
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sind gespannt und hart; nur mit Anwendung stärkerer Gewalt gelingt es, die Gelenke zu beugen. Zuweilen sieht nmu an allen Skelettniuskeln kloni.sche Konvulsionen auftreten unter besonders starker Eetheiligung der Athennnuskeln. Athmung und Puls sind während der Krämpfe sehr beschleunigt (bis 100 Atbemzüge und 160 Pulse in der Minute), die Kopfsehleimhäute stark geröthet. Wie das Bewusst-sein meist ungetrüht bleibt, so ist auch die Sensibilität während des Anfalles selten gestört. Durch äussere Reize ist eine Steigerung der Krämpfe meistens nicht zu erzielen. Die Anfälle dauern mit kurzen Unterbrechungen 12 Tage, selten nur wenige Stunden. Der weitere Verlauf gestaltet sich bei zweckentsprechender Behandlung in der Kegel durchaus günstig, so dass die Thiere meist schon nach wenigen Stunden wieder vollkommen gesund sein können. Dagegen tritt nach Angabe der meisten Autoren (Mauri, Trasbot, Hertwig) ohne baldige und richtige Behandlung nach 1 2 Tagen der Tod ein.
Therapielaquo; Die Behandlung der Eklampsie der jungen Thiere ist im Wesentlichen wie bei Epilepsie. Besonders wird Bromkalium, Urethan, Sulfonal und Chloralhydrat innerlich verabreicht. Auch bei der Eklampsie erwachsener Thiere ist Bromkalium am meisten in Gobraueh. Pferden gieht man 2030,0 täglich im Trinkwasser. Bei der Eklampsie der säugenden Hündinnen macht man (nach Siedamgrotzky) mit regebnässigein Erfolge Morphininjektioncn, wobei nach einer einmaligen Injektion von 0,020,05 Morphinum hydrochlor. in 12 g Wasser gelöst, der eklamptische Zustand schnell verschwindet. Ausserdem worden Inhalationen von Chloroform, Verabreichung von Bronikalium, Klystiere von Chloralhydrat empfohlen und (von Friedbcrger-Fröhncr) Urethan (520,0) und Hypnon (0,252,0) verordnet.
3. Der Schwindel. Vertigo1).
a) Beim Mensehen.
Man bezeichnet zunächst als Schwindel, Vertigo, eine subjektive Störung des Gleichgewichtsgefühls, wobei der Kranke das Gefühl hat, als ob er selbst sich drehe oder stürze, oder als ob die Gegenstände um ihn sich bewegten. Diese Störung, welche in den meisten Fällen nur ein Symptom bestimmter Krankheiten darstellt, zeigt sich vorübergehend im Fieber, hei Anämie des Gehirns, zuweilen bei chronischem Magenkatarrh (Vertigo gastrika) und Verstopfung, ausserdem als funktionelles Gehirnsymptom bei Migräne, Kopfkongestionen, Epilepsie, bei manchen organiseben Gelnrnkrankheiten (Geschwülsten des Kleinhirns und der Brücke, multipler Sklerose), bei einzelnen Augenmuskellähmungen (Vertigo okularis) und ganz besonders im Anschluss an chronische Mittelobrorkran-kungen (Vertigo ab aure laesa) bei der sogen. MciiM're'.st'hcii Krankheit (Vertigo labyriutique).
Auf diesen letzteren, im Anschluss an chronische Gehörleiden auftretenden, mit Schwindehinfällen einhergehenden Symptomenkomplex machte zuerst ein französischer Arzt, Moniere (1861), aufmerksam. Der Schwindel wird hiobei
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i) Von vertere, drohen.
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eingeleitet durch heftiges Sausen in einem Ohr, das einem Lokomotivpfiff oder dem Läuten einer elektrischen Hammerjilocke ähnelt. Bald darauf tritt, der Schwindel-nnfall selbst ein, wobei das Bewusstscin vollkommen erhalten, dagegen das Allgemeinbefinden sehr schlecht ist. Gegen Ende des anfänglich nur kurzen Anfalles tritt, wie bei allen Formen des Schwindels, Erbrechen ein. Nicht selten wird das Leiden chronisch und kann Jahre dauern. Stets bestehen gleichzeitig Symptome einer chronischen Erkrankung des Gehöiiippiirates.
Hinsichtlich der Aetiologie der Meni cre'schen Krankheit wird wegen der Abhiingigkeit derselben von Erkrankungen des inneren Ohres (Labyrinthes) angenommen, dasa es sich dabei um eine Reizung der halbzirkelförtnigen Kanäle handelt, deren Bedeutung für Erhaltung des Gleichgewichts im Körper experimentell nachgewiesen is(.
Eine Verwechselung des Menie re'sehen Schwindels mit Epilepsie, Kleinhirnerkrankungen, neurasthenisohen und hysterischen Anfällen ist möglich und nur durch genaue Untersuchung und Beobachtung zu vermeiden. Die Behandlung erfordert neben Bekämpfung des Grundleidens (nach Charcot) längere Zeit fort-geselzton Gebrauch von Chinin (0,51,0 täglich auf 29 Dosen vertheilt). Auch kann man versuchen, durch Verabreichung der Bromsalze tue Erregbarkeit herabzusetzen.
b) Bei Thleren.
Bei Tbieren kommt Schwindel besonders häufig bei Pferden und Hunden, seltener bei anderen Hnusthieren (Rindern, Schweinen und Schafen) vor. Obwohl der Schwindel bei Tbieren, ebenso wie beim Menschen, in den meisten Fällen nur ein Symptom verschiedener anderer Krankheiten und sehr selten eine reine Neurose ist, wird bis zur Gegenwart der Schwindel in thierärztlichen Lehrbüchern noch immer als selbständige Krankheit abgehandelt. Die Gründe hiefür beruhen theil-weise darin, dass die eigentliche Krankheit, welche dem Sehwindel zu Grunde liegt, im Leben der Thiere häufig nicht erkannt wird und der Schwindel als solcher in einzelnen Ländern wie Epilepsie als Gc wä hrsf ehle r gilt.
Hinsichtlich des Wesens gilt das beim Menschen Gesagte. Es handelt sich dabei um funktionelle oder anatomische Störungen im Kleinhirn dein Central-organ für geordnete Ortsbewegung.
Aetiologie. Die Ursachen des Schwindels sind, wie beim Menschen, ausser-ordentlich verschieden. Eine plötzlich eintretende ungleiche Blutvertbeilung (Anämie oder Hyperämie) kann häufig die Veranlassung dazu geben. So beobachtet man den Schwindel oft nur bei wohlgenährten, vie! im Stalle gehaltenen Pferden, welche nur zuweilen und dann in schnellerer Gangart benutzt werden. Vorwiegend treten die Schwindelanfälle im Frühjahr und Sommer, selten im Herbst und Winter ein. Auch zeigt sich der Anfall gewöhnlich nur bei der Bewegung und zwar häufiger beim Fahren als beim Reiten der Thiere.
Von weiteren Ursachen sind ZU nennen: akute und chronische Gehirnentzündungen, Tumoren im Kleinhirn, akute Gehirnanämie bei grossen Blutverlusten oder in Folge schneller Entleerung von Flüssigkeitsansammlungen in den Körper-höhlen, erschwerter Blufahfluss In Folge starken Anziehens der Aufsatzzügel, enger Kehlriemen und enge Kummete (Kongestionsschwindel). Ferner können Schwindel-
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Unfälle durch chronischo Verdauungsstörungen (sogen. Abdominalsohwlndel der älteren Thierftrzte), durch plötzlich eintretende Lichtreize (schneller Wechsel von Licht und Schatten in Alleen), durch längere Bewegung im Kreise (Rundgang im Goppel), (Gesich tssohwindel), durch chronische Cirkulationsstörungen im Gehirn bei Erkrankungen des Herzens, der Gefässe und der Lunge eintreten. Ich sah Schwindelanfälle bei Pferden belgischer Hasse eintreten, bei denen der Unterkieferwinkel weit nach hinten reichte und der Kehlgang gleichzeitig sehr eng war. Bei starkem Anziehen der Zügel während des Gehrauchs der Thiere trat öfters Schwindelanfall ein, jedenfalls in Folge Kompression der Jugularvenen. Wurden diese1 Thiere mit losen Zügeln gefahren, so traten die Schwindelanfälle nicht ein. Wie beim Menschen, so sind auch bei Thieren (P f e r d e tt und H u n d e n besonders) im Verlaufe von Erkrankungen der Ohren Schwindelanfälle beobachtet worden. Demnach würde die sogen. Mciiiere'.sche Krankheit mich bei Thieren vorkommen. Ich sah nicht selten Schwindelanfälle bei Jagdhunden auftreten, welche verschwanden, nachdem die gleichzeitig vorhandene Erkrankung des äusseren Gehörganges beseitigt war. Bei Pferden sind Schwindelanfälle in Folge von Ohrerkrankungen von Fie mining, Friedberger und Fröhner beobachtet worden.
Nicht selten treten Schwindelanfälle wie beim Menschen so auch bei Thieren während längerer Eisenbahn- und Schiffsfahrten auf. Man spricht von einem A b d o m i n a 1 s ch w i n d e 1quot; in Fällen, wo aussei- einer Erkrankung ties Verdauungsapparates eine weitere Ursache nicht nachzuweisen ist. Möglich ist, dass in solchen Fällen durch aufgenommene Gifte die Schwindelanfälle in ähnlicher Weise bewirkt werden, wie sie nach gewissen Vergiftungen (Equisetum, Solanin, Alkohol u. s. w.) beobachtet werden. Als Vergiftung der letzteren Art ist auch der zuweilen bei Weidethieren sich zeigende Schwindel (sogen. Weideschwindel) aufzufassen.
Symptome und Verlauf. Der Schwindelanfall tritt plötzlich ein. Die im Gange befindlichen Thiere halten an, heben und schütteln den Kopf, werden ängstlich, schwanken seit- und rückwärts, versuchen sich an die Deichsel oder an das Nachbarpferd anzulehnen, hängen sich wohl auch, rückwärts taumelnd, in das Geschirr, im Stalle in die Halfterketten und drohen niederzustürzen. Werden die Pferde schnell unterstützt, am Kopfe gehalten und ist der Anfall nicht erheblich, so bleiben die Thiere stehen. Im anderen Falle drängen sie zur Seite und gehen auch wohl ein oder zweimal im Kreise herum. Nach l2 Minuten kann der Anfall wieder verschwunden und die Thiere nach 510 Minuten zur Arbeit brauchbar sein. Zuweilen zeigt sich kurze Zeit nach dem Anfall noch etwas Aufregung. Ist jedoch der Anfall heftig (selten), so stürzen die Thiere bewusstlos nieder, bleiben einige Minuten ruhig liegen, um dann bald wieder sich zu erheben. Dabei tritt gewöhnlich stärkerer Schweissaushruch ein, ferner beschleunigte Athmungsthätigkeit und Pulsfrequenz.
Derartige Anfälle wiederholen sich oft bei Pferden, welche unter den die Anfälle! bedingenden oder begünstigenden Verhältnissen (Trabdienst an wannen Tagen, schwerer Zugdienst) weiter gebraucht werden, in kürzeren oder längeren Zwischenräumen, während nach Beseitigung der nachtheiligen Gebrauchsart (Vermeidung warmer Tage, des Trabdienstes) und Benutzung im Acker die Anfälle meistens nicht wiederkehren.
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Bezüglich der Prognose ist zu bemerken, dass sein- liimfig die Schwindel-Unfälle später versehwinden und Pferde mit Selnvindeltinfällen im Aekerdienst stets Verwendung finden können,
Diagnose. Vor einer Verwechselung mit Epilepsie sclüitzt das Fehlen der Krampfanfälle. Eei grUncüiober Untersuchung der Thieve vor und nach dem Anfalle wird sich auch ermitteln lassen, ob der Schwindelanfall nur ein Symptom anderer Krankheiten (Herz-, Lungen-, Verdauungs- oder Ohrkrankheiten) ist, oder ob Vergiftungen vorliegen. Dagegen dürfte eine Verwechselung des Schwindels mit Dumiu-koller, Stiitigkeit, Scheuen, Schiefhaltoii des Kopfes u, dergl. bei genauerer Untersuchung wohl nicht eintreten.
Tlicrajue. Während des Anfalles selbst ist wenig zu thun. Zweckmässig ist, die im Wagen befindlichen Pferde auszuspannen und zustutzen; auch empfiehlt sich, den Thiercn eine Decke über den Kopf zu werfen oder mit den Händen die Augen zu verdecken. Durch Bespritzen des Kopfos mit kaltem Wasser kann man den Anfall zuweilen abkürzen. Die niedergestürzten Thiere sind vor Beschädigung zu schützen. Prophylaktisch ist, soweit möglich, die Abstellung der Ursachen erforderlich. Weniger reichliche Fütterung, massiger Gebrauch der Thiere, Unterbringung in kühle, luftige Stallungen, Vermeidung der warmen Tageszeit werden schon im Allgemeinen günstig wirken. Sind Ohrkrankheiten die Ursache, so wird man neben der Behandlung derselben, wie beim Menschen, Chinin in grösscren Dosen und längere Zeit fortgesetzt anwenden können. Für andere Fälle ohne nachweisbare Ursache ist subkutane Pilokarpininjektion bei Pferden versucht worden. Im Uebrigen muss man darauf achten, dass das Geschirr gut sitzt, Kummete und Kehl-riemen nicht zu eng sind. Pferde, welche im Göpel gehen, wird man während dieser Thätigkeit die Augen verbinden müssen.
Gerichtliche Thiet'hellknnde. rür die Beurthcilung der mit Schwindelanfällen voikommonden Pferde vor Gericht bleibt zu beachten, dass solche Thiere meist nur für die Arbeit im Aekerdienst zu verwerthon sind und ein ürtheil über das Verschwinden der Anfälle mit Sicherheit nicht abgegeben werden kann. Ebenso wird die Frage über die Entstehungszeit nur durch glaubwürdige Zeugen entschieden werden können, welche die Schwindelanfällo bei dem betr. Pferde schon vor dem Verkauf beobachtet haben.
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4. Die Seekrankheit1).
a) B e i m Mensche n.
Wesen und Aetiologic. Das Wesen der Seekrankheit ist bis zur Gegenwart sehr verschieden erklärt worden. Die meisten Anhänger hat wohl noch die Ansicht, dass durch die sowohl in der Längsrichtung als auch in der Seitonrichtung erfolgenden Schiirsbeweguugen ruckweise Bewegungen der Bauchorgano hervorgerufen werden, welche trotz ihrer Befestigung in Folge dessen gegen die vordere Bauchwand und das Diaphragma anstossen. Die Eingeweide werden dabei gezerrt und gleichzeitig die Ncrvonploxus mit den in diesen vorhandenen sensiblen Nerven (Brown-S6q na rd). Durch Kcflcxwirkung wird dann schliess-lich der ganze Sympathikus in Mitleidenschaft gezogen und gelähmt (Skinnerl. So würde auch die bei der Seekrankheit beobachtete Herabsetzung des Blutdruckes zu erklären sein. Auch findet diese Annahme durch das Thiorexperiment eine Stütze, wobei (Dastre) sich zeigte, dass bei künstlich bewirkten Schaukelbewegungen der Thiere die Eingeweide der-
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i) Frz.: mal de mer; cngl.: seasickness; ital.: mal di mare.
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selben ganz erheblich aus ihrer Lage gebracht werden. Das wäre demnach eine rein mechanische Entsteluingsart der Seekrankheit.
Von anderen Autoren wird die Seekrankheit für ein centrales Leiden gehalten, wobei man annimmt, dass durch die Schiftsbewegungen Anämie des Glehirns hervorgerufen wird, welche, verbunden mit den ungewohnten Sinnesoindrücken (auf Auge und Ohr) und im Verein mit dem Gefühl der allgemeinen Unsicherheit, Erbrechen erzeugt, oder auch indem man sich vorstellt, dass die halbzirkelforniigen Kanäle im Gehörorgan indirekt gereizt werden. Neuhaus stellte die Theorie auf, dass durch den schnell wechselnden Blutdruck im Gehirn Gehirnnnämio beim Heraufsteigen des Schiffes, Gehirnhyporämie beim Herabsteigen desselben die ersten Symptome der Seekrankheit (Erbrechen, Schwindelgefühl, Appetitrnangol) erzeugt weiden sollen, die Zerrungen der Eingeweide und ihrer Plexus dagegen den erheblichen dumpfen Kopfschinerz und das fortgesetzte Erbrochen bedingen würden.
Kann man nun die Seekrankheit auch nicht als eine rein nervöse oder nur durch sensorielle oder psychische Eindrücke hervorgerufene Affektion ansehen, so ist andererseits doch wichtig, dass eine gewisse Nervosität dazu sehr disponiren kann. So erklärt es sich, dass einzelne Personen schon seekrank werden, sobald sie nur ein Schiff betreten, andere den Eintritt durch energisches Wollen und ablenkende Thätigkeit (Singen, Unterhaltung, Lesen) die Entwickelung der Seekrankheit verhüten können. Erfalmingsgemäss disponiron auch vorhandene Verdauungsstörungen zur Seekrankheit.
Die Symptome sind: Ekel- und Schwindelgefühl mit nachfolgendem Erbrechen. Zuerst wird Mageninhalt, dann Magensekret und Schleim, zuletzt auch Galle erbrochen. Der Appetit fehlt vollständig, der Puls ist beschleunigt. Die Temperatur normal oder subnormal. In der Regel besteht gleichzeitig Verstopfung. In den meisten Fällen verringern sich nach 8 5 Tagen die Krankheitserscheinungon und es tritt mit starkem Appetit wieder Genesung ein. In anderen Fällen dauert das Erbrechen fort; die Krankon leiden an krampfhaften Magenschmerzen, kalten Extremitäten und sind sehr apathisch. Der Zustand verschwindet jedoch schnell, nachdem er zuweilen tage- und wochenlang bestanden hat, sobald der Kranke das Schiff verlässt. Es bleibt nur noch für einige Zeit eine leichte Gastritis und etwas Schwäche zurück. Als Komplikation zeigt sich (jedoch selten) in Folge anhaltenden Erbrechens zuweilen Magenbluton.
Die Heliaii(lltiii£' wird in sehr verschiedener Weise eingeleitet. Handelt es sich um leichte Grade der Seekrankheit, welche in wenigen Tagen vorübergeht, so genügt meistens ein exspoktatives Verhalten, man sorge für Zufuhr frischer Luft, bringe die Krankon in horizontale Lage auf Deck und gebe ihnen kohlensaures Wasser als Getränk, oder auch Champagner in Eis. Subkutane Morphiuminjektionen und Opium innerlich wirken oft gleichfalls ausserordentlich günstig. Gegen übermässiges Erbrechen wird auch Einreibung des Magens mit Belladounasalbe (von Rochard) empfohlen. Als Nahrung werden Hühnor-bouillon, schleimige Getränke, auch Leaf-tea verabreicht. Nach Dupuy sollen 2 g Anti-pyrin, zwei Tage vor und drei Tage nach dem Einschiffen gereicht, den Ausbruch der See-krankheit, verhüten. Dagegen soll die Anwendung von Aether und Chloroform von guter aber kurz dauernder Wirkung sein. Es werden ferner noch geriihint Kokain ('/istündlich einen Theelöffel einer Lösung von 0,1:50,0), Resorcin (23inal täglich 0,751,5 im An-fangsstadium der Seekrankheit). Prophylaktisch wird gerathen, vier Stunden vor der zu erwartenden Seekrankheit gut zu essen und massig zu trinken und einen Hauchgürtol zu tragen, welcher den Magen fixirt und den Druck der Eingeweide auf denselben verhindert.
Rei Thicrou kommt nach den zahlreichen Beobachtungen an Bord der Schiffe eine echte Seekrankheit ebenfalls vor. Am meisten bei Hunden und Affen, seltener bei Rindern und Pferden. Dabei sei gleichzeitig bemerkt, dass Schweine, welche ja fast nur liegend die Fahrt auf den Schiffen zubringen, auch die Unannehmlichkeiten derselben am besten ertragen, während Rinder auch nach kurzen Seefahrten oft erheblich in der Kruährung zurückgehen.
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Seh n ei de mil 111, Vcrgl, Patbologto,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 47
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5. Veitstanz
(Chorea mi nor1). Choren St. Vili.)
n) Beim Menschen.
Wesen. Gegenwärtig versteht man unter Chorea eine durch das Auftreten
bestimmter eigvntlüinilicher lleizerscheiiiungen charakterisirte Krankheit. Man nimmt
gegenwärtig an, dass der Sitz der Neurose im Gehirn ZU suchen sei, wo besonders
kapillare Emholien im Bereiche des Korpus striatum und des Thalamus optikus
als nächste Ursachen von einigen Autoren vermuthet werden.
Geschichtliches. In früheren Jahrhunderten (besonders im 14.) wurde mit dem Namen Chorea eine auf psychischer Ueberreiztheit und auf psychischer Ansteckung beruhende, sogen. Tanzwuthquot; bezeichnet, gegen welche sich der heilige Veit hilfreich erweisen sollte. Man unternahm deshalb Wallfahrten nach den dem heiligen Veit geweihten Orten. Chorea minor Sancti Viti Anglorum wird im Gegensatz zu Chorea major s. Germanorum gebraucht, da die Engländer Mitte des 17. Jahrhunderts die Krankheit zuerst genauer beschrieben und begrenzton. Chorea major ist jedoch keine bestimmt abgegrenzte Krankheit, sondern als Theilerscheinung der Hysterie aufzufassen.
Aetiulogic. Die Chorea minor ist vorzugsweise eine Krankheit des jugendlichen Alters und kommt bei Mädchen häufiger, als bei Knaben vor. Eine erbliche neuropathische Belastung wirkt sicher in manchen Füllen bei der Entstehung der Krankheit mit. Bei der sogen. Chorea chronika hereditariaoder progressiva-Hu n ting ton'sehen Krankheit erkranken zahlreiche Mitglieder einer Familie in mehreren Generationen an Chorea, wobei es sich wahrscheinlich um Vererbung anatomischer Abnormitäten im Centralnervensystem handeln dürfte. In einzelnen Fällen von Chorea minor wird die Entstehung durch Schreck, Nachahmung (bei Schulkindern) und besonders im Anschluss an Gelenkrheumatismus und Herzklappenfehler, bei Frauen fast nur in der ersten Schwangerschaft beobachtet. Vielleicht handelt es sich in vielen Fällen von Chorea um Lokalisation von Infektionserregern in motorischen Abschnitten des Gehirns.
Symittome und Verlauf. Meist unter Vorangehen besonderer Vorboten (Ver-driessliehkeit, Mattigkeit, Appetitsstörungen) zeigen sich unwillkürliche, zuckende Bewegungen im Arm, dann auch im Gesicht und im Bein, manchmal nur in einer Körperhälfte (Hemiohorea)) welche regellos abwechselnd in den Beugern, Streckern und Drehern oder in den verschiedenen mimischen und Augenmuskeln auftreten und eigenthüm-liehe Verdrehungen und Grimassen hervorrufen. Oft ist auch die Zunge und der Rumpf betheiligt) deshalb Essen und Sprechen behindert. In der Erregung nimmt die Chorea zu, im Schlaf verschwindet sie. Zuweilen sind schniorzhafte Druckpunkte an einzelnen Dornfortsätzen oder Gliedernerven nachweisbar. Meist geht die Chore.i im Verlaufe einiger Monate in Heilung über; nicht selten Averdcn jedoch auch Recidive beobachtet. Durch Erschöpfung und Dekubitus kann auch (bei Kindern) der Tod eintreten. Die sogen. Chorea chronika zeigt sieh meistens bei Personen mittleren Alters und führt, langsam fortschreitend, oft noch nach Jahrzehnten zum Tode.
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!) Ij %0Qc(a, Tanz, xoqös = hortus, Tanzplatz.
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Therapie. Kinder mit Chorea müssen zu Huuse und in dor ersten Zeit im Bett behalten werden. Zur inneren Behandlung hat sich Arsenik (Solutio Fowleri 610 Tropfen 23 mal täglich in AVasser) und Antipyrin (0,51,0 mehrmals täglich) als zweckmässig erwiesen. Ferner wird Bromkalium (3,05,0 täglich) und neuerdings Phyäortigmin (12 mg täglich) empfohlen. Dagegen ist Vorsicht bei der Anwendung von Narkoticis erforderlich. Laue Bäder und elektrische Be-haiullungskuron sind gleichfalls zu empfehlen!
b) Bei Thieron.
Bei den Hausthieren wird Veitstanz ebenfalls, jedoch selten und vorwiegend bei jungen Hunden und Schweinen, seltener bei älteren Thieren (Rindern) beobachtet. Ob Chorea auch bei Pferden und Katzen sicher vorkommt, wie in der Litteratur angegeben wird, lässt sich nicht entscheiden. Wohl aber sind in vielen Fällen, wie früher beim Menschen, so auch bei Thieren, Verwechselungen der Chorea mit epileptischen und epileptiformon Krankheitszuständen entstanden.
Aetiologie. Hinsichtlich der Ursachen wird angegeben, dass besonders mangelhafte Ernährungszustände, vorausgegangene nervöse Krankheiten, anämische Zustande für die Entstehung der Chorea priidisponirend wirken. Albrecht fand, dass das Leiden hei nicht trächtigen Rindern häufiger vorkommt, als bei trächtigen und es ist ihm daher fraglich, ob die Gravidität als disponirende Ursache zur Chorea bei Rindern eine ähnliche Rollo spielt, wie beim Menschen. Nach Albrecht neigen unter den Rindern besonders feinknochige, feinhäutige und milchergiebigeThiere zum Veitstanz. Triboulet giebt an, dass es ihm gelungen sei, aus dem Blute eines an Chorea erkrankten Hundes einen grossen Kokkus zu isoliren. Es wurden drei Hunden, einem choroatischen, einem jungen Wachtelhund und einem Dachshunde, jo 2 com der Bouillonkultur dieses Kokkus unter die Haut gespritzt. Der erstere Hund starb nach 16 Tagen, der zweite nach 21 Tagen, beide unter erheblicher Abmagerung und Atrophie der Muskulatur. Der Dachshund hatte zwei Monate lang ein gleichinässigos Körpergewicht, magerte im dritten Monat rasch ab und es stellton sich rhythmische Zuckungen ein, wie solche bei der Chorea des Hundes beobachtet werden.
Symptome. Es zeigen sich, wie beim Menschen, eigenthümliche andauernde, unwillkürliche und ungewöhnliche, zuckende Zusammenziehungen einzelner Muskel-gruppon. Es treten daher zuckende Bewegungen einzelner Glieder oder des ganzen Körpers auf (Nicken mit dem Kopfe, zuckende Bewegung der Schenkel, drahtpuppon-ähnliches Auf- und Abwogen des ganzen Körpers |Siedaingrotzky]) ein. Bewusst-sein und Sinnesempfindungen sind nicht gestört. Die Krnnkheitserscheinungen werden besonders während des Stehens und während der Bewegung beobachtet. Bei Rindern scheinen (nach Albrocht, Anacker, Schleg) die unwillkürlichen Bewegungen an der Stammesmuskulatur häufiger vorzukommen, als an der Muskulatur des Kopfes. Bei älteren Thieren scheint nach einiger Dauer dos Leidens eine ziemlich hochgradige Ermüdung der Gliedmassen und Bückenmuskulatur einzutreten, so dass sich die Thiere nicht mehr zu erheben vormögen (Alb recht). Bei jungen Schweinen sahen Hess, Vorweg, Bass klouische, rhythmische Krämpfe an der ganzen Rumpfiimskulatur; einzelne Thiere warfen den Kopf konstant hin und
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her, andere führten mit dem Hintertlieil dauernd Hebebewegungen aus und befanden sich mit demselben bald in der Luft, bald auf der Erde. Während des Schlafes yersobwludeu alle Erscheinungen.
Der Verlauf des Leidens bei Hausthieren scheint vorwiegend chronisch zu sein. Tritt die Krankheit bei jugendlichen Thieren auf, so versclnvindct dieselbe oft mit der weiteren Entwickclung und Kräftigung des Körpers. Beim Rinde konnte eine Störung des Allgemeinbefindens und ein Rückgang des Nährzustandes selbst nach längerer Dauer der Krankheit nicht beobachtet werden. Bei Pferden will Leblanc eine mehr als einjährige Dauer der Krankheit gesehen haben.
Therapie. Mit der Anwendung von Narkoticis wird man, wie beim Menschen, vorsichtig sein müssen. Bei Hunden scheint Arsenik (nach Müller) und Eisen zweckmässig zu sein (Liquor kalii arsenicosi. Aquae cinnamomi öa 10,0 M. D. S. täglich 510 Tropfen). Danehen ist natürlich kräftige Ernährung und sorgfältige Pflege der Thiere erforderlich.
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6. Starrsucht. Katalepsie1).
a) Benin Men seilen.
Die Starrsucht ist charakterisirt durch anfallsweise auftretende Kontraktions-zuständo der Muskeln, in welchen die Muskeln unter Verminderung oder Aufhebung des Bewusstseins und der Empfindung verharren, während passive Bewegungen bezw. beliebige Slellungsveränderungen der Körpertheile leicht hervorgebracht werden können; Flcxibilitas cerea genannt, weil die Glieder dabei wie Wachs gebogen werden können, Kataleptische Anfälle werden bei zahlreichen Krankheiten, besonders bei der Hysterie, dann auch bei der Epilepsie, bei Meningitis und organischen Gehirnkrankheiten sowie bei progressiver Paralyse beobachtet,
Prognose und Therapie hängt von dem zu Grunde liegenden Krankheitsprozesse ab.
b) Bei Thieren. Bei Thieren werden kataleptische Anfälle gleichfalls und besonders bei Hunden beobachtet; gelegentlich auch bei Pferden, Rindern und Wölfen. Ueher die Aetiologie ist, wie beim Menschen, bisher noch nichts Sicheres festgestellt. Als Qelegcnheitsursachen werden heftige Gemüthsbewegungeu beschuldigt. Die Symptome äussern sich im Wesentlichen, wie beim Menschen. Die Anfälle treten gewöhnlich ohne jegliche Vorboten auf, wobei die Thiere dann in der betreffenden Stellung oder Lage bleiben, in welcher sie vor dein Anfalle gcwisserniasson überrascht wurden. Die befallenen Muskeln sind gespannt, und nach einiger Zeit gelingt es meist mit den Gliedern passive Bewegungen auszuführen. Bewusstsein und Empfindung sind, wie beim Menschen, mehr oder weniger stark getrübt. Wie Fröhner bei Hunden beobachtete, sind während des Anfalles die Augen schlcier-artig getrübt, die Pupillen bald erweitert, bald stark verengert; die Sensibilität der Haut- und Schleimhäute ist stark vermindert oder aufgehoben. Der nach dem
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') fj nacdÄrjipis Von xaiu-Auftßüvca, ieatnelunen, oder halten.
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Anfall abgesetzte Harn ist eiwelsshaltlg und beim Hunde nach Frölincr stark gallefarbstofthaltig. Die Dauer der Anfälle kann Minuten und Stunden betragen. Zur Behandlung werden kalte Begiessungen und die Elektrloltät versucht, soweit kein besonderes Grundleiden nachzuweisen ist.
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7. Basedow'sche Krankheit.
(Morbus Basedowii. Glotzaugenkrankheit. Morbus Gravesii.)
a) Beim Menschen. Die Basedow'sche Krankheit wird als eine Neurose angesehen, welche durch gleichzeitiges Auftreten von Scliilddriisenschwellung, Exophthalmus, Heraklopfen
mit Pulsbeschleunigung chamkterisirt ist.
Gescliichtlichcs. Die Krankheit wird in Deutschland nach dem Merseburger Arzte v. Basedow genannt, welcher 1S40 in drei ausführlichen Krankengeschichten das Leiden und besonders die drei Hauptersohelnungen so beschrieb, wie man sie noch heute kennt. Vor Basedow waren in Italien (1802 von Flajani] und in England (1786 von Parry) und besonders in Frankreich (1835 von Graves) Mittheilungen über jene Krankheit erschienen, die aber zum Thoil unvollkommene Angaben enthielten. In der spateren Zeit haben dann in Deutschland v. Graofe und in Frankreich Charcot und Trousseau eingehende Studien über dieses Leiden ausgeführt. Die Zahl der weiteren Publikationen zählt nach vielen Hunderten.
Actiologic. Die anatomische Ursache ist noch vollständig unbekannt. Doch lehren die Krankheitserscheinungen, dass es sich bei diesem Leiden um eine Affektion. des Nervensystems handeln muss, wobei der Sympathikus in erster Linie in Mitleidenschaft gezogen ist (Vasomotorische Neurose), Pl'ädisponirend spielen alle diejenigen Faktoren eine Rolle, welche bei tier Entstehung von Neurosen überhaupt in Betracht kommen: Vererbung neumpatbiseher Anlage, psychische Erregungen, Erschütterungen des Körpers (Sturz) und (bei Frauen) auch Erkrankung der Sexualorgane sind in erster Linie zu nennen. Die Krankheit tritt vorwiegend im mittleren Lebensalter auf, Neuerdings erklärt Möbius die Basedow'sche Krankheit für eine Vergiftung des Körpers durch krankhafte Thätigkeit der Schilddrüse. Wie das Myxoedem durch das Fehlen der Schilddrüse bezw. deren ehemische Bestand-theile und Thätigkeit erklärt wird, so glaubt Möbius, wird die Basedow'sche Krankheit, deren Erscheinungen einen Gegensatz zu denen des Myxoedoms bilden, durch vermehrte und krankhaft veränderte Schilddrüsenthätigkeit verursacht. Der Vorgang der Vergiftung und der Giftstoff selbst ist zwar noch nicht bekannt, doch wirkt das Gift jedenfalls besonders auf Herz und Gefässsystem. Die Entstellung des Exophthalmus ist jedoch dadurch noch nicht genügend erklärt und bleibt auch diese sogen. Schilddrüsentheorie noch sehr der weiteren Beweise bedürftig.
Symptome. Die Krankheit entwickelt sich meistens ganz allniählich und sind dann Herzklopfen und Pulsbeschlcunigung (100120150 Pulse in tier Minute) vielfach die ersten Zeichen der beginnenden Erkrankung. Nicht selten ergiebt die Untersuchung des Herzens im weiteren Verlaufe der Krankheit: systolische Herzgeräusche, vorübergehende Dilatationen der Ventrikel, dauernde Hypertrophie des linken Ventrikels. Später gesellt sieh dazu ein massiger, weicher, oft deutlich pulsirender oder schwirrender K r o p f und als dritte liaupterscheiimng der
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Exophthalnius, das Hervortreten der Augäpfel aus den Augenhöhlen. Der Ex-ophtlialmus ist stets beiderseitig und kann zuweilen einen hohen Grad erreichen, wobei der Blick dann eigonthiinilich starr wird. Kin weiteres, sehr häufiges und sehr charakteristisches Symptom, das zuweilen sehr frühzeitig vorhanden sein soll, ist das Fehlen der heim Hebet) und noch deutlicher beim Senken des Blicks unter normalen Verhältnissen stets vorhandenen Mitbewegungen des oberen Augenlids (Graefe's Symptom). Zuweilen sind auch Lähmungen der äusseren Augenmuskeln vorhanden. Als nicht konstante aber sehr auffällige weitere Symptome sind noch ein eigenthümliches Zittern ZU nennen, das besonders bei psychischen Erregungen den Oberkörper befällt, periodische, schmerzlose, wässerige Durchfälle, Heisshunger, übermässiges Schwitzen, grosse Reizbarkeit. Dabei sind die Kranken gewöhnlich elend und anämisch. Zuweilen werden auch Dyspnoe, Erbrechen, eigenthümliclu' Pignientirungcn der Haut und selbst, Gangrän der Extremitäten beobachtet.
Die Prognose ist insofern ungünstig, als Heilungen selten sind, doch kommen Stillstände und erhebliche Besserungen vor. Der Verlauf der Krankheit kann Jahre und Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Vereinzelte Fälle führen in einigen Monaten zum Tode. Der Tod erfolgt schliesslich durch eintretende Herz- und Lungenleiden.
TheraplOlaquo; Die Behandlung muss auf das Allgemeinbefinden und auf die Wichtigsten einzelnen Erscheinungen gerichtet sein. Zur Hebung dos Allgemeinbefindens werden kräftige Ernährung, vorsichtige Kaltwasserkuren, Aufenthalt im Hochgebirge oder an der See sehr zweckmässig sein. Von inneren Mitteln werden Atropin (Tinktum Belladonnae), Ergotin (Seeale cornutum), Arsenik und Eisen empfohlen. Ferner findet die Elektrizität als Galvanisation quer durch den Hals und als Faradisation am Halse, am Auge, an der Schilddrüse und am Herzen Anwendung. Gegen das Herzklopfen hat man Bromnatrium und schliesslich, wenn auch mit zweifelhaftem Erfolge, Exstirpation der Schilddrüse ausgeführt.
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b) Bei Thieren.
Nach allen Beobachtungen der neueren Zeit kann es keinem Zweifel unterliegen, dass auch bei Thieren eine echte Basedow'sche Krankheit vorkommt. Man hat dieselbe bei Pferden, Kindern und Hunden beobachtet.
Bei Pferden wurde in einem Falle (Jeswejenko) im Anschluss an ein Wettrennen bei einer vierjährigen Vollblutstute Herzklopfen, gesteigerte Pulsfrequenz, zunehmende Schwäche, Schwellung der Schilddrüse und nach Verlauf von 16 Tagen beiderseitiger, hochgradiger Exophthalmus beobachtet, wobei beide Augen so stark hervorgedrängt wurden, dass sie nicht mehr von den Augenlidern bedeckt werden konnten. Das Pferd starb nach vierwöchentlicher Krankheitsdauer. In einem anderen Falle (Marek) waren dieselben Erscheinungen an den Augen nachweisbar. Beide Schilddrüsenlappen waren von der Grosse eines Hühnereies, fest, elastisch und nicht schmerzhaft. Wurde das Thier (eine gutgenährte Stute) vom Platze weggeführt, so zitterte es heftig und drohte umzufallen. Dasselbe geschah beim Emporheben des Kopfes oder Einführen des Fingers in den äusseren Gehörgang. Die Haut war überall sehr wenig empfindlich, die Sehkraft fast erloschen. Ebenso
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fand Cadiot in einem Falle bei einem lojährigen Pferde Hypertrophie des Herzens und der Schilddrüse, welche 23 cm im Umfange und 9 cm im Durclmiesscr gross war. Bei Rindern konnte die Krankheit in einem Falle (Ilöder) über vier Jahre verfolgt werden. Neben hochgradigem ExophthahmiK mit Strabismus konvergens, Herzklopfen und gesteigerter Pulsfrequenz war eine maimwfaustgrosse Vergrösserung der Schilddrüse nachweisbar.
Bei Hunden zeigten sich gleichfalls im Wesentlichen die Erscheinungen, wie beim Menschen. Albrecht berichtet, über einen bei einem 3/4 Jahre alten Seidenpintscher beobachteten Fall, wobei sich folgende typische Erscheinungen nachweisen Hessen: Glotzaugen, auffallend grosser Kropf, fehlende Mitbewegung des oberen Augenlids beim Heben und Senken dos Kopfes, Zittern, arythmischen Puls, starke Kontraktion der Arterion, aussetzender Herzschlag. Die Sektion ergab auffallende Anämie dos Gehirns, drei Nebenschilddrüsen an der ungewöhnlich grossen Schilddrüse und ausgesprochene Dilatation dos rechten Herzventrikels,
8.nbsp;Scliiittellälmiunfi'. Paralysis a^itims (Maladie de Parkinson). Die Krankheit wurde zuerst im Jahre 1817 von Parkinson unter dem Namen ,,SliakingpaI syquot; beschrieben Ueber die Ursachen ist jedoch bisher nur Weniges bekannt. Als besondere Vei-anlassungsursaohen werden Erkältungen, heftige Gemiithabeweginigon und trauniatiache Einflüsse (Stösse, Fall, Verletzungen) genannt. Ob auch Erblichkeit dabei eine Rolle spielt, ist nicht erwiesen. (Vielleicht handelt es sich aber um einen vorzeitigen Schwund der motorischen Halmen.) Die Krankhoitsc rso h einungon bestehen vorwiegend in beständigen allgemeinen Zitterbewegungen, bedingt durch motorische Reizorscheinungen, sowie in einem Zustand von Steitigkeit und dauernder Verkürzung von gewissen Muskeln, wodurch eigenartige Bewegungsstörungen hervorgerufen werden Das Zittern beginnt meistens in den rechten Gliedern und geht dann auf die linken, zuweilen auch auf den Kopf, die Zunge und den Unterkiefer über. Die Zitterbewegungon sind schnell, rhythmisch, nehmen bei Gern üthserregungen erheblich zu, verschwinden jedoch wieder bei unwillkürlichen Bewegungen. Die Muskelrigidität zeigt sich besonders in starrem Ausdruck dos Gesichts, in geneigter Kopfhaltung. Nach längerer Krankheitsdauer ist auch der Rumpf nach vorn übergebeugt, die in den Ellenbogengelenken gebeugten Anno liegen dem Rumpfe an. Wegen der unausgleichbaren Verlegung des Schwerpunktes nach vorn kommen solche Kranke beim Gehen oder beim leichten Stoss nach vorn leicht ins Laufen (Propulsion). Leim Liegen ist ihnen das Umdrehen und Aufrichten sehr erschwert. Die Sensibilität ist niemals gestört, ebenso zeigen die Koflexerscheinungen keine auffallenden Störungen. Der Gesammt-verlauf der Krankheit ist ein sehr chronischer. Das Leiden kann Jahrzehnte dauern. Der Tod erfolgt durch hinzutretende andere Krankheiten oder durch fortschreitenden Marasmus. Die direkte Behandlung des Leidens ist bisher erfolglos geblieben. Zur Milderung werden lauwarme Bäder, leichte Massage und innerlich (nach Erb) Hyoscin (Hyoscin. muriat. 0,1:10,0 Aqua dest. '/s l/a Spritze subkutan) verordnet. Auch Arsenik, Ergotin, Bromkalium ist versucht worden.
Bei Thieren ist Paralysis agitans bisher nicht beobachtet worden.
9.nbsp; Atlietosis. Unter dem Namen Athetosis (von äamp;STOg ~ ohne feste Stellung) sind (1871) von dem amerikanischen Neurologen Hammond ganz cigenthümliche Formen motorischer Reizerscheinungen beschrieben worden, welche sich von den übrigen in charakteristischer Weise unterscheiden Es handelt sich dabei um eigenthümliche, unablässige, langsame, rhythmische, gewöhnlich sehr komplizirte unwillkürliche Bewegungen der Hände und der Finger, oft auch des Gesichts, der Zunge und des Nackens, welche bei psychischen Erregungen zunehmen, im Schlafe verschwinden. Meist tritt die Athetosis einseitig im Verlaufe anderer Leiden (bei Homiplegie llemiathetosis post hemiplegica, bei cerebraler Kinderlähmung, bei Epilepsie) auf, selten idiopathisch, ohne nachweisbare Ursache. Hiebe! handelt es sich zuweilen um ererbte Athetoso. Wahrscheinlich beruht das Leiden in kortikalen Störungen. Das Leiden kann viele Jahre dauern. Heilungen sind nicht bekannt. Eine Besserung ist vielleicht durch Bromkali, Solutlo Fowleri zu vorsuchon.
Bei Thieren ist auch dieses Leiden bisher nicht beobachtet worden.
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7-14nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dilaquo; Krankheiten des Nervensysteins.
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10.nbsp; nbsp;Tetanld. Tetanus intermittens. Tetnnillo. Die Ursache dieser eigen-nitigen Neurose, welche vonviegoiul charakterisiert ist durch Anfälle von tonischen, meist schmerzhaften, beiderseitig symmetrisch auftretenden Krumpfen in gewissen Muskelgebioten, kennt man bisher noch nicht Man beobachtet das Leiden vorwiegend bei Kindern und Jugendlieben Individuen; besonders auch bei stillenden Frauen und ferner auffallend oft bei Schustern und Schneidern (Schusterkrampf). Ferner zeigt sich das Leiden nach Erkaltungen, im Anschluss an akute Infektionskrankheiten (Typhus, Variola, Darmaffektionen) und nach operativen Kio]ifexstiipationon), wie neuere Untersuchungen lehrten. Ebenso sieht man tetanie-iihnlicbe Anfülle bei einzelnen Vergiftungen (Ergotin, Alkohol, Chloroform) auftreten, sodass man bei der Tetanie an die vorübergehende Wirkung bestimmter Gifte denken könnte. Zuweilen zeigt sich Tetanie auch in endemischer Verbreitung, sodass anzunehmen ist, dass verschiedene Ursachen dasselbe Leiden hervorrufen können. Die Symptome der Tetanie, welchen einzelne Vorboten (allgemeines Unbehagen, Schwäcliegefühl in den Armen) vorangehen, treten im Ganzen plötzlich auf. Es zeigen sich tonische Krämpfe in den üeugemuskeln, welche von den Fingern auf die Arme, dann auf die Zehen und die Unterschenkel beider Seiten fortschreiten. An den Händen sind meistens die Interossei befallen und desslialb die Grundpbalaiigen der Finger stark gebeugt. Der einzelne Anfall kann wenige Minuten und einige Stunden (lauern, worauf dann stunden- bis woclienlauge Pausen folgen. Das Üewusstsein bleibt in der Regel völlig intakt, nur zuweilen werden Erscheinungen hallucinatorischer Verwirrtheit beobachtet. Sehr bemerkenswerth ist, dass man (nach Trousseau) in vielen Fällen während der anfallsfreien Zeit durch Druck auf die grösseren Nervenstämme und Arterien des Armes (namentlich auf den N. medianus und A. brachialis) jederzeit künstlich einen Anfall bervorrnfon kann (Trousseau'sches Pbünomen). J3ei Thioren kann man nach Exstirpation der Schilddrüse eine künstliche Tetanie erzengen. Die elektrische und mechanische Erregbarkeit der periplierischcn Nerven ist erheblich erhöht. Die Gesammtdauor der Krankheit betrügt in der Hegel einige Wochen. Die Anfälle nehmen dann allmählich wieder ab und gleiobzeitig verschwinden auch die Steigerung der Erregbarkeit und das Treusseau'sehe Phänomen. Die Prognose ist günstig. Für die Behandlung kommt neben zweckmässigem diätetischem Verbalten (Ruhe, leicht verdauliche Nahrung) centrale und peripherischo Galvanisation in Betracht.
Bei Thieron sind Fälle von Tetanie noch nicht beobachtet worden.
11.nbsp; nbsp;Myotonia kongenitn. Tlioniscn'sche Krankheit. Bei diesem im Jahre 187ß von dem schleswiger Arzt Thomson im sich und Mitgliedern seiner Familie beobaobtoten Krankheit treten tonische Kriimpfo in willkürlich bewegten Muskeln auf, nachdem dieselben einige Zeit geruht haben. Vor Thomson ist die Krankheit auch schon von Leyden erwähnt worden. Sie scheint meistens angeboren zu sein und dauert lebenslänglich. Nach den Untersuchungen von Erb scheint es sich dabei um eine angeborene Anomalie dos Muskelsystems zu bandeln. Als Paramyotonia kongenita hat Eulonberg ähnliche Zustände beschrieben, welche unter dem Einfluss der Kälte in einzelnen Familien auftreten.
12.nbsp; nbsp;Hypnose. Das Wesen der Hypnose ist noch nicht vollständig klargestellt. Einzelne glauben, dass es sich dabei um einen künstlich erzeugten Bewusstsoinszustand handelt, bei welchem die Umsetzung von Vorstellungen in körperliche Vorgänge erleichtert wird. Andere (Strümpell) bringen die Hypnose in innige Beziehung zur Hysterie und halten die Hypnose für künstliche Hysterie, was sicherlich nicht zutrifft, wie schon die Erfahrungen an Thioren lehren.
Man wendet die Hypnose beim Menschen zur Behandlung mancher, besonders nervöser Krankheiten (Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, mancher hysterischer Erscheinungen, Menstruationsbeschwerden) zuweilen mit Vortheil an.
Bei Thiercn bat man schon vor Jahrhunderten hypnotische Experimente ausgeführt. So bedeutet das Experimentum niirnbiloquot; des Paters Athanasius Kircher, welches dieser 1044 schon an Hühnern ausführte, nichts weiter, als die Anwendung dos Hypnotis-mus hei Tbieren. Kircher vorsetzte Hühner in starre Position, wenn er ihnen plötzlich einen Gegenstand vor das Auge rückt, oder ihnen einen Strohhalm über den Schnabel legt, oder einen Kreidestrich vor dem auf die Erde geduckten Kopfe hinzieht. Vögel, Kaninchen und Frösche bleiben regungslos liegen, wenn man die auf dem Rücken liegenden Tbicro eine Zeit hindurch durch leisen Druck tixirt hat; Krebse stehen dabei auf der Spitze des Kopfes und den beiden Scheerenspitzen. Aehn liehe Zustünde kann man auch bei Hunden und Pferden hervorrufen.
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Anliung zu den Nervenkrankheiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;74')
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13.nbsp; Syringo myeliei). Geschichtliches. Die auf nngeboreiie Erweiterung dos Contralkanals boruliende Erkrankung ist wohl schon seit Jahrhunderten in der Medizin beobachtet, jedoch erst im Beginne dieses Jahrhunderts eingehender stmlirt worden. Es handelt sich dabei um eine äusserst chronisch verlaufende Alfektion, welche ihren Ausgangspunkt nimmt von dem onibryonal6n Gewebe am Schlüsse des Centraikanals. Durch Einschmelzung der anliegenden grauen Substanz entsteht ein charakteristischer von Schnitze und Kahler begründeter klinischer Symptomenkomplex: eine in den Armen symmetrisch beginnende und später auf die Beine übergreifende Muskolatrophie mit Sensibilitiitsstorungen, die sich liauptsiichlich auf die Temperatur- und Schmerzompfindung erstrecken, sowie trophische Störungen: Veränderungen der Haut, Skoliose der Halswirbolsäule, Arthropathicn, Spontan-Frakturen undLuxationen; ferner eine mit Panaritien einhergehende an Akrotnegalie erinnernde Veränderung der Bände Cluromogalio Charcot's.
Die Morvan'scho Krankheit nach Morvan (188.0gt;) kh genannt ist eineAbart der Syringomyelie, wobei besonders mulliple Panaritien bei gleichzeitiger völliger Scinnerz-losigkeit in den Vordergrund treten. Von einzelnen Autoren wird die M or van'sehe Krankheit mit der Lepra in Verbindung gebracht.
14.nbsp; Nervcukraiikheiten des Geflügels. In der thierärztlichen Litteratur sind auch mehrere Mittheilungen vorhanden über das Vorkommen von Nervenkrankheiten boim Geflügel, So wird über das Vorkommen von Gehirnapoplexie berichtet, wenn jüngere Thiere längere Zeit der brennenden Sonne ausgesetzt gewesen sind. Eri edherger sah (lehirnhämorrhagio auch im Verlaufe der Diphtherie eintreten Man beobachtet dann Schwindel, Taumeln, Betäubung, erweiterte Pupille, Drehbewegungen, Kückwärtsgehen, unrcgelmässige Bewegungen mit den B'liigeln und Pässen, eigenthiimliche epileptiforme Krämpfe, welche oft durch eine blosse Berührung ausgelöst werden. Dabei wird häufig Kopf und Hals so stark gedreht, dass beim stehenden Thiere der Schädel dem Boden zugekehrt und der Schnabel nach vorne gerichtet wird. Nach einiger Zeit erheben sich die niedergestürzten Thiere und die Erscheinungen verschwinden, falls nicht während des Anfalles der Tod eingetreten ist. Zur Behandlung werden Abführmittel (Hühner '2 Esslöffel voll Kicinusöl) empfohlen.
Ferner wird zuweilen auch Epilepsie beim Geflügel beobachtet. Dabei zeigen sich im quot;Wesentlichen die schon beim Menschen und bei den Thieren erwähnten Erscheinungen. Zur Behandlung wird eine einprozentige Lösung von Bromkalium im Trinkwasser verordnet.
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Anhang zu den Nervenkrankheiten.
15. Das Koppen2) der Thiere.
Wesen und Definition. Als Koppen (auch Koken, Krippensetzen, Luftlaquo; sohlucken, Grölzon, Bölken, Barrenwetzen, Windkoppen, Luftsclinappen) bezeichnet
man eine vorwiegend bei Pferden, zuweilen aueh beim Binde und .Schweine vorkommende Untugend (Vithnn animi), bei welcher willkürlich Luft, für sich allein oder mit Speichel gemischt, unter einem eigcnthümlichen, bald schwächeren, bald stärkeren Geräusch abgeschluckt wird.
Geschlchtliehes. Wie die Angaben in der Litteratur lehren, ist das Koppen der Pferde schon seit Jahrhunderten bekannt. Carlo Ruini erwähnt dasselbe laquo;schon 159!)
i) fj aOßiyS Röhre, (i fweAdg Mark.
'') Die Bezeichnung ,Koppen' ist niederdeutscher Abstammung und soll ursprünglich das hörbare Ausstossen von Gasen aus dem Magen bedeuten. Doch wird diese Erklärung der Benennung von anderen Seiten bestritten.
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Die Krankheiten des Nervensystems.
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(tiro sieco genannt) und hielt es schon damals für eine Untugend (Dieckerhoff). Solleyse verglich (1664) das Koppen der Pferde mit der Gewohnheit des Rauchens und dos Schnupfens der Menschen und lüelt es ebenfalls für ein Vitium aniini. Dagegen wurde besonders von der französischen Schule die irrige Ansicht verbreitet, dass das Koppen ein Symptom einer Störung in der Thiitigkeit dos Verdauungsapparates wäre. Nach dieser (von Rigot, Uasparin, Berthe, (xerard u. A. vertretenen) Ansicht, welcher sich später auch deutsche Thierärzte ganz oder theilweise anschlössen (Funke, Vix, Hertwig), sollte das Koppen aus inneren Ursachen erfolgen, wobei chronischo Verdauungsstörungen als Quelle der Luft* eutwickelung und Gasansammlung angesehen wurden. Die angesammelten Gase sollten dann aus dem Magen ausgestossen und dadurch das eigenthüniliche, dem Rlilpsen ähnliche Geräusch hervorgerufen werden. Später (N i k 1 a s , L i c h t e) glaubte man, dass ein wechselndes Ein- und Ausstossen der Luft die Ursache des Fehlers oder der üblen Angewohnheit sei. Schliesslich brachte man das Koppen auch direkt mit Störungen des Nervensystems in Zusammenhang. Krst die umfangreichen Versuche, welche von Liautard, Gerlaoh, Hering und Uassi ausgeführt wurden, brachten den Beweis, dass beim Koppen die Luft eingezogen, verschluckt und nicht aus dem Magen ausgestossen wird. Es wurde um den Schlund kopponder Pferde eine Ligatur gelegt und dabei trotzdem das Koppen beobachtet. Demnach wird tliatsUclilich beim Koppen die Luft eingezogen. Dennoch hat Hertwig noch 1870 die unrichtige Ansicht vertreten, dass das Koppen auch entstehen könne, wenn im Magen vorhandene Gase nach aussen gestossen werden. Der Beweis dafür, dass das Koppen ein willkürlicher Akt sei, wurde dadurch erbracht, dass die beim Schlingakt wirksamen Muskeln durchschnitten wurden. Die betreffenden Pferde hörten nun zwar nach der Operation zu koppen auf; doch trat die Untugend längere oder kürzere Zeit nach der Operation wieder hervor. Als gesetzlichen Gewährsmangel findet man das Koppen zuerst in dem französischen Währschaftsgesetze des Code Napoleon (1804) angegeben.
Aetiologie. Die Ursachen des Koppeua können sehr verschieden sein. Allgemein bekannt ist, dass die Untugend vorwiegend sich bei solchen Thieren entwickelt, welche nicht genügend zur Arbeit verwendet und ausserdem noch abgesondert von anderen Thieren gehalten werden. Deshalb sieht man das Koppen auch häufiger bei lebhaften, edlen Jieit- und Wagenpferden, welche sich die beschäftigungslose Zeit durch Spielereien zu vertreiben suchen, auftreten, als bei den meist ruhigen und genügend zur Arbeit venvondeten Arbeitspferden. Die Langeweile spielt demnach bei der Entstehung des Koppcns eine wesentliche Rolle. Nicht selten beginnen solche Pferde mit anderen Untugenden (Weben, Wetzen, Speichelschlürfen u. dergl.) und lernen erst später auch die Ausführung des Koppens. Werden solche Pferde ausreichend zur Arbeit verwendet, so verschwindet die Untugend häufig wieder, um sich von Neuem zu zeigen, wenn (z. B. beim Wechsel des Besitzers) die Pferde eine ausreichende Arbeitsleistung nicht auszuführen haben. Eine weitere, überaus wichtige Ursache ist der Nachahmungstrieb. Jüngere und ältere Pferde lernen die Untugend verhältnissmässig schnell von ihren Nachbarn. Aus diesem Grunde findet man koppende Pferde sehr häufig in Gestüten, Marställen, in Navalleriestallungen, in den Stallungen grösserer Pferdehändler und Cirkusbesitzer. Wenn diese Thatsache von einzelnen Autoren bestritten wird, so ist dem entgegenzuhalten, dass für das Entstellen des Koppens durch Nachahmung gleichzeitig erforderlich ist, dass die Thiere wenig zur Arbeit benützt werden und genügend Geschick besitzen, es zu lernen. Schliesslich wird auch eine Vererbung des Koppens von einzelnen Autoren behauptet. So giebt Go Hin an, dass 45 Abkömmlinge eines Hengstes sämmtlich Kopper wurden und zwar 1 Fohlen mit 3 Monaten, 2 mit 7 8, ö mit 1012 Monaten; die übrigen im Alter von 13 Jahren. Farges, Cadenc u. a. sind ebenfalls der Meinung, dass eine solche Vererbung stattfindet, während Zundel im Landgestüt
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#9632;mi Strassburg diese Erfahrung nicht machen konnte. Es ist auch nach den Wahrnehmungen in anderen Gestüten nicht anzunehmen und wissenschaftlich schwer zu erklären, wie sich das Koppen direkt vererben sollte. Vielmehr wird os sich hier, wie in anderen Fällen, höchstens um eine Vererbung eines zur Untugend leicht geneigten Temperaments handeln, wobei dann zum wirklichen Entstehen des Koppens obige Ursachen (Langeweile und Nachahmungsgelegcnheit) noch liinzu-kommen müssen. Um deshalb zu erklären, dass ein junges Fohlen, welches mit seinem koppenden Vater oder einer koppenden Mutter zusammen im Stalle steht, ebenfalls Kopper wird, ist nicht nöthig, die Hypothese der Vererbung heranzuziehen.
Von anderen Einflüssen, welche wohl mehr mit Unrecht als mit Recht beschuldigt worden, bei der Entstehung des Koppens mitzuwirken, mögen noch genannt werden: das Quälen der Thiere durch zu starkes rutzen oder Auf gurten, in Folge dessen es durch den Schmerz oder die grosse Unbequemlichkeit (Aufgurten) gereizt wird, in naheliegende (Gegenstände sich einzubeissen. Ferner werden auch kräftige? und zu trockene Ernährung, zu kurzes Anbinden der Pferde an der Krippe, nicht befriedigtes Hungergefühl als Ursachen des Koppens genannt, was in einzelnen Fällen auch zutreffen mag.
Symptome und Verlauf. Was zunächst den Vorgang des Koppens selbst betrifft, so besteht derselbe in einer vorübergellenden Unterbrechung tier Kespiration, wobei gleichzeitig Kehlkopf und Zungenbein nach unten gezogen werden; der Schlundkopf füllt sich mit Luft, worauf dann ein Schluckakt folgt. Beim Zurücktreten des Kehlkopfes und des Zungenbeins in ihre frühere! Luge wird ein Theil der Luft wieder ausgestossen und ein Theil verschluckt. Dabei entstehen dann in der Kegel ein oder zwei Töne, die sogen. Koppertöne. Das Koppen selbst kann auf zwei verschiedene Arten erfolgen, entweder mit Aufsetzen des Kopfes (Krippensetzer, Aufsetzkopper), oder frei ohne Stützpunkt (Luftkopper, Wiud-schnapper, Freikopper). Als Krippenbeisser werden auch noch solche Kopper bezeichnet, welche während des Koppens in die Krippe beisson. Am häufigsten erfolgt das Koppen in der Form des Krippensetzens, wobei die Pferde mit den Schneidezähnen des Ober- oder Unterkiefers oder mit beiden einen Stützpunkt fixiren. Zur Stütze bedienen sie sich dabei dos Krippenrandes, der Wagendeichsel, der Latirstangen, der Halfter- und Halsketten, selbst des eigenen Vorarms oder der Schulter des Nachbarthieres u. s. w. Zuweilen drücken sie nur den Rand der Schneidezähne an die betreffenden Gegenstände, oder sie öffnen auch etwas das Maul und lassen Schleim und Speichel aus demselben ausfliesson; schliesslich beobachtet man auch, dass sie nur die Lippen, die Schneidezähne, das Kinn oder gar den Kehlkopf an den Stützpunkt andrücken, ohne das Maul dabei zu öffnen.
Die eigentlichen Krippenbeisser erfassen die betreffenden Gegenstände mit den Schneidezähnen; das Koppen selbst wird dann beim Krippenbeissen und Krippensetzen in folgender Weise hervorgerufen. Die Thiere drücken sich zunächst in der einen oder in der anderen Weise gegen den Stützpunkt an, das Maul wird dann wie zum Fressen etwas geöffnet, der Hals gebeugt und gleichzeitig werden die Muskeln an der vorderen Seite des Halses krampfhaft angespannt
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dabei erfolgen dann die Kopptöne, die Thlere entfernen sich wieder von ihrem Stützpunkte, um mich einiger Zeit das Spiel von Neuem zu beginnen.
Die sogen. Luft kopper oder Freikopper benehmen sich bei dem Vor-gange etwas anders, Sie berühren keinen Gegenstand, sondern machen nur nickende Bewegungen mit dem Kopfe, welcher dabei gegen die Brust herahgeheugt wird. Dabei werden die Lippen wie bei der Fiitteraufnalnne bewegt. Die Thiere nehmen hierbei Luft auf, drücken dieselbe bei geschlossenem Maule und bei gleichzeitig starker Anspannung der Muskeln in den Sehlundkopf, wobei dann gleichfalls ein, wenn auch nicht immer sehr deutlicher Koppton vernehmbar ist; gleichzeitig wird der Kopf schnell wieder nach aufwärts gehoben.
Das Geräusch des Koppens, der Kopp ton, kann bald stark, bald sehwach, bald einfach, bald doppelt, bald mit grösserer, bald mit geringerer Anspannung der Halsmuskulatur erfolgen. Zuweilen hört man den Koppton überhaupt nicht.
Hinsichtlich der Entwickelung der Untugend bei Pferden sei erwähnt, dass Im Beginne derselben zunächst spielende Bewegungen mit den Lippen und mit der Zunge ausgeführt werden , später zeigen die Thiere starke Neigung zu lecken oder Speichel zu schlürfen. Scbliesslich nehmen sie dann auch die für den Koppakt eigenthümliche Kopfstellung an und beginnen das Luft schlecken zu versuchen. Nach Ablauf von 86 Wochen sieht man dann solche Pferde den Koppakl mit dem dazu gehörigen Geräusch zur Ausführung bringen. Bemerkens-werth ist, dass einzelne Pferde (Anfänger oder ältere Thiere) das Koppen nur selten und zu ganz bestimmten Zeiten ausführen, andere sehr häufig, oft alle Minute und noch schneller aufsetzen. Zuweilen wird das Koppen nur beim Fressen oder im Gegensatz nur bei leerem Magen ausgeführt. Manche Pferde koppen nicht in Gegenwart von Personen, andere dagegen sowohl im Stalle, wie hei der Arbeit und in Gegenwart von Menschen.
Bei Koppern, welche aufsetzen oder sieii in den Stützpunkt verbeissen, beobachtet man nach einiger Zeit eine Abreibung des vorderen Randes der vorderen Fläche der Schneidezähne, wobei je nach der Art des Koppens entweder nur die Zangen- oder nur die Mittelzähne oder beide und entweder nur im Ober- oder nur im Unterkiefer oder in beiden Kiefern zugleich abgerieben sein können; Je nach der Kraft, mit welcher der Druck auf die Schneidezähne ausgeübt wird und je nach dem Material der zum Stützpunkt gewählten Gegenstände können mehrere! Monate (36) vergehen, bis sich an den genannten Stellen der Zähne eine erhebliche Abschleifimg erkennen lässt. Beim sogen. Krippen- oder Barren wetzen, eine, Untugend, mit welcher auch das sogen. Weben verbunden ist, sieht man gleichfalls oft abgeschliffene Schneidezähne, Meist werden solche Pferde jedoch auch in kurzer Zeit Kopper. Aussei' der Abreibung der Schneidezähne wird bei allen Koppern, welche die Untugend längere Zeit und mit grosser Energie ausüben, eine Hypertrophie der betheiligten Muskeln (besonders der Brustzungenbeinmuskel und Schulterzungenbeinmuskel) beobachtet.
Erkranken Kopper örtlich oder allgemein, so hört das Koppen auf, um jedoch nach Beseitigung der Krankheit wieder zu beginnen.
Wird viel und häufig Luft beim Koppen verschluckt, so können in
Folge des Koppens mehr oder weniger erhebliche Nachtheile eintreten. Meist
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hoscl min ken sich dio Nnclitheilo dos Besitzes koppeuder Pferde darauf, dass die Thiere das Futter schlechter ausnutzen, viel vorstreuon und andere Pferde zur Nachahmung veranlassen können. In anderen Fällen und besonders bei an sicli schon mangelhaft genährten und schlecht gehaltenen Pferden entwickeln sich allmählich chronische Yerdauungsbesohwerden. Wird was keineswegs stets der Fall zu sein braucht bei jedem Koppakt Luft und zwar viel Luft verschluckt, so zeigen sich tympanitischo Magen- und Darniauftreibungen, meist mit leichteren Kolikor-scheinungeu verbunden. Diese Auftreihungen können, wenn nicht rechtzeitig eine geeignete Behandlung erfolgt, einen gefährlichen Charakter annehmen und durch Erstickung zum Tode führen.
Beim Kinde ist das Koppen gleichfalls, wenn auch bedeutend seltener als beim Pferde, beobachtet worden. Meist öffnen die Kinder das Maul, halten den Kopf hoch, strecken die Zunge heraus und unter schleudernden Bewegungen mit derselben schlagen sie den in der Maulhöble angesammelten Speichel durch dio Beimengung von Luft zu Schaum und schlucken denselben dann unter einem eigenthümlichen Geräusch herunter. In anderen Fällen stehen dio Thiere mit geschlossenem Maule und ziehen unter einem eigeiitbumlichen schnalzenden oder schlürfenden Geräusch fortwährend Luft ein (Weinmann), oder die Thiere stemmen den Kopf fest in eine Ecke des Futtertroges, nehmen dann fortgesetzt Luft auf, bleiben 12 Monate ruhig stehen, um dann unter schneller Streckung des Halses und Kopfes die Luft unter stärkerem Geräusch wieder entweichen zu lassen (.lohne). Auch bei Schweinen hat man das Koppen in gleicher Weise beobachtet; doch sind solche Fälle äusserst selten.
Diagnose. Die genaue Feststellung des Leidens, welche besonders für forensische Zwecke von Bedeutung ist, bietet bei genauer Untersuchung der Thiere keine besonderen Schwierigkeiten. Man hat auf die Kontraktion der Muskeln au der vorderen Seite des Halses, auf das eigenthümliche kokende Geräuseh und auf die beim Koppen vorhandene charakteristische Kopfhaltung zu achten, um Verwechselungen zu vermeiden. Hat das Koppen schon längelaquo;! Zeit bestanden, so kann die Feststellung noch weiter gesichert werden durch den Nachweis der erwähnten, ungleichen oder schiefen Abreibung an den Schneidezähnen oder durch die einseitige Hypertrophie der vorderen Halsmuskeln. Zuweilen sind auch weisse Haare in der Kehl-gegeud oder an der oberen Seite des Halses, als Druckflecke, entstanden durch längeres Tragen eines sogen. Koppriemens, verdächtig. Auch Narben von einer Stattgefundenen Operation können die Feststellung erleichtern und stützen. Zweifel über das Vorhandensein von Koppen können zuweilen eintreten, wenn das Koppen ohne kokendes Geräusch erfolgt, beim einfachen Krippenwetzen und Krippenheissen, bei dem selten vorkommenden sogen. Speichelsehlürfen, wobei unter Kaubewegungen Luft und Speichel in die Raehenhöhle eingezogen wird. Ein Feststellen des Kopfes oder ein kokendes Geräusch ist dabei nicht nachweisbar. Verwechselungen mit einfachem Spielen an tier Halfterkette, Lippensohlagen, Klappen mit den
Schneidezähnen und ähnlichen Spielereien dürften bei genauer Untersuchung wohl
kaum vorkommen.
Thorapu'. Nach den bisherigen Erfahrungen ist eine eigentliche Heilung ties Koppens nicht möglich; sie ist auch gewöhnlich nicht erforderlich, weil eine
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besondere Störung der Gesundheit und in der Arbeitsleistung der Pferde dadurch nicht herbeigeführt wird. Versuche, die Untugend zu beseitigen, sind in der verschiedensten Weise vorgenommen worden. Der Versuch, durch Strafmittel die Pferde einzuschüchtern und das Koppen zu beseitigen, ist meistens ein vergeblicher. Besser wirkt regelmftssige und angestrengte Arbeit und Vermeidung zu langer l'nthütigkeit, besonders bei jungen Thieren. Ganz zweckmässig erweist sich bei manchen Krippensetzern (nicht Freikoppem) das Bestreichen der Krippen mit grüner Seife; nur ist das Verfahren, wie die meisten anderen, etwas umständlich und deshalb auch nicht dauernd durchführbar. Theils ebenfalls in den meisten Stallungen nicht ausführbar und auch an sich im Erfolge zweifelhaft sind noch folgende Verfahren: die Einrichtung einer beweglichen Krippe, Befestigung der Krippe am Boden oder Anwendung eines Fressbeutels, Einstellung der Krippensetzer in einem Stalle mit glatten Wänden, Anlegung eines eisernen Maulkorbs, Zurückbinden der Pferde im Stande, die Anwendung von Kopphalftern, Kopp-gebissen, Koppröhren oder Kökröhren. Am meisten Vortheil kann zuweilen noch die Anlegung besonders konstruirter Koppriemen bringen, wie solche von Ringheini, Burdajewitz u. A. konstruirt sind. Nachtheilig ist nur, dass sie die Thiere sehr belästigen und zuweilen auch Verletzungen herbeiführen oder die Entstehung derselben begünstigen, so dass nun solche Pferde sehr störrisch und widerspenstig werden.
Schliesslich hat man schon seit langer Zeit (Hertwig, Hering, Gerlach) versucht, auf operativem Wege das Koppen zu heilen und hat deshalb die Durchschneidung des Schulterzungenbein- oder des Brustkinnbackenmuskels (Hell) ausgeführt. Doch ist der Erfolg kein dauernder.
Prophylaktisch scheint es wichtig zu sein, koppende Pferde zu isoliren, damit nicht andere Pferde in demselben Stalle die Untugend nachahmen ; auch wird empfohlen, junge Pferde in einer Box mit niedriger Krippe aufzustellen, wo sie weniger Langeweile haben, weil sie frei umhergeben können.
Gerichtliche Thierhcilkunde. Bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs im deutschen Reiche (am 1. Januar 1900) sind noch folgende Gewährszoiten im deutschon Reiche in Geltung: S Tage in Baden, Württemberg, Sachsen-Meiningen beim Vorhandensein des Koppens ohne Abnützung der Zähne. Eine Gewiiluszoit für Koppen jeder Art besteht von 5 Tagen in Hamburg, von 8 Tagen in Bayern, Hessen, Kurhessen, Frankfurt, von 9 Tagen in Luxemburg und Elsass-Lotbringen. In Frankreich besteht eine Gewährszeit von 9 Tagen.
Da nicht anzunehmen ist, dass im Bürgerlichen (lesetzbuche für das deutsche Reich das Koppen als Hauptmangel aufgenommen wird, so wird nach sect; 459 ) dieses Gesetzes das Koppen der Pferde nur in bestimmten Fällen und zwar dann Gegenstand von Rechts-streitigkeiten werden können, wenn es die Eigenschaften eines erheblichen Mangels besitzt. Die Erheblichkeit des Mangels wird davon abhiingig sein, ob es sich um ein Zucht-, Reit- und edles Wagenpferd oder ein mindenverthiges Arbeitspferd handelt und bei dem Koppen in den betreffenden Fällen viel Luft verschluckt wird. Dabei ist allerdings zu
i) sect; 459 heisst: Der Verkäufer einer Sache haftet dem Käufer dafür, dass sie zu der Zeit, zu welcher die Gefahr auf den Käufer übergeht, nicht mit Fehlern behaftet ist, die den Werth oder dio Tauglichkeit zu dem gewöhnlichen oder dem nach dem Vertrage vorausgesetzten Gebrauch aufheben oder mindern. Eine unerhebliche Minderung des Werthes oder der Tauglichkeit kommt nicht in Betracht. Der Verkäufer haftet auch dafür, dass die Sache zur Zeit des Uebergangs der Gefahr die zugesicherten Eigenschaften hat.
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erwägen, ilass das Koppen im Laufe der Zeit dem Grade nach in der Kegel zu- und nicht abnimmt, mithin auch die Nachtheile sich steigern. Die Werthvermiiulerung kann jo nach dem sonstigen Werth der Thiore von 9003000 Mark V'1 bis ',8 botragen, wobei Pferde im Wertho von 500-000 Mark durch das Koppen eine wesentliche Werthverminderung überhaupt nicht erleiden werden.
Als Zeit, innerhalb welcher ein Pferd sich das Koppen aneignen kann, wird man 23 Wochen festzuhalten haben; eine Frist von 14 Tagen, welche vonUerlach normirt ist, kann als kürzester Zeitraum angesehen werden. Ich habe in Fällen, wo sich durch einen angekauften Kopper in einem Stalle auch andere Pferde die Untugend aneigneten, niemals in 14 Tagen Koppen entstehen sehen. Im Uebrigen wird man in jedem Falle auf die bei der Diagnose angegebenen Merkmale (abgeschliffene Zähne, Druckstellen in der Kehl- und Nackengegend) zu achten haben.
Schliesslich wird man sich der Ansicht anzuschliessen haben, dnss das Koppen In der Regel ein verborgener Fehler ist, es sei denn, dass der Käufer erwiesenermassen beim Ankauf des Thieres das Koppen direkt beobachtet hat.
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Liiftscliluckeii beim Menschen.
Nachdem Weissgerber (1878) in einer Abhandlung über den Mechanismus der Ruktus und Bemerkungen über den Lufteintritt in den Magen Neugeborener die Möglichkeit des einfachen Verschluckens von Luft in Zweifel gezogen und das Luftschluoken als eine besondere Kunst bezeichnet hatte, zeigte später Quineke (1887), dass beim Sehlucken überhaupt in der Regel Luft, wenn auch mir in beschränktem Masse, mitgeschluckt wird. Durch Versuche an Hunden zeigte Quinoke, dass das zweite Schluokgeräusoh nur durch beigemengte Luft hervorgerufen wird, dass aber auch, wenn die Seiduckmasse mit Luft vermischt ist, Grad und Art der Magenfüllung den Charakter und die Intensität des Geräusches beeinflussen, so dass es unter Umständen auch fehlen kann. Für gewöhnlich kommt es nun nicht zur Ansammlung einer grossereu Menge von Luft im Magen, sondern dieselbe wird theils resorbirt, theils durch die Peristaltik weiter befördert und per rektuni entleert, zum grossen Theil aber auch durch Aufstossen wieder naeh oben befördert:. Diesen letzteren Vorgang bezeichnet man als Kuktus.
Wie Quineke weiter zeigte, wird die Luft nun nicht allein mit den Nahrungsmitteln, sondern auch beim sogen. Leerschlueken, d. h. beim Sehlueken von Speichel und Schleim, mit in den Magen befördert. Da die Menge der mitverschluekteu Luft bei den einzelnen Fudividueii verschieden sein, die Fortschaffung der Luft aus dem Magen behindert sein und durch häufiges Leerschlueken viel Luft auf einmal in den Magen gelangen kann, ist die Möglichkeit einer abnormen Lul'tanhäufung im Magen und der Eintritt sekundärer Verdauungsstörungen leicht erklärt.
Die Erfahrung lehrt, dass besonders bei hysterischen und neurnsthenischen Personen Lnflschlueken oft #9632;vorkommt. Von Ewald wird inner den Neurosen des Magens die sogen. Pneumatose als ein Krankheitsznstand beschrieben, bei welchem sich der Magen stark mit Clas füllt und nicht nur das Gefühl unangenehmer Spannung erzeugt, sondern auch durch Hochtreiben des Zwerchfells und durch Druck auf die Nachbarorgane zu schweren nervösen Symptomen Veranlassung geben kann. Ewald hält es für wahrscheinlich, dass dieser Zustand durch verschluckte Luft im Verein mit Krampf der Magenpforten hervorgerufen wird. Nach Boas kommt die Pneumatose im engeren Sinne (Auftreilmntr des Magens durch
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Die Krankheiten des Nervensystems.
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atmosphilrisobe Luft), einmal als selbständige Neurose vor, daneben auch als wichtiges Symptom allgemeiner Neurasthenie.
Bemerkenswerth ist besonders mit BUoksioht auf die Beobachtung beim Koppen der Pferde noch die Angabe von Ewald über das Eindringen der Luft in den Magen. Du manchen Fällen, sagt Ewald, stammt die Luft mir aus dem Oesophagus. Er hat willkürlich Ituktus erzeugt, ohne dass die in den Oesophagus gepresste Luft, wie er aus dem Fehlen des Schluckgeräusches schliessen konnte, in den Magen gelangt- war. Das Schluekgeräusch trat vielmehr erst dann ein, wenn er eine weitere wirkliche Schluckbewegung ausführte.
Ueber das Luftschlucken selbst und seine Wirkungen sagt Quinoke, welcher Gelegenheit hatte, noch weitere Fälle beim Menschen zu beobachten, folgendes: Die Luft wird theilweise beim Essen, theilweiso beim Leerschlucken in den Magen hinab befördert. Auch der Gesunde! schluckt dabei Luft; die Menge; der jedesmal mitgeschluckten Luft scheint bei verschiedenen Menschen verschieden zu sein. Die verschluckte Luft bläht allmählich den Magen auf und erzeugt neben dem Gefühl des subjektiven Unbehagens noch eine Störung der Bewegung und Blutciikulation in der Magenwandung und stört dadurch die Magenverdauung. Ent-leerung der Luft durch Aufstossen bringt Erleichterung, kommt aber bei einzelnen Individuen nur sehr schwer zustande, z. B. nur bei aufrechter Körperstellung oder auf Reizung der Magenschleimhaut durch COo. Bei anderen Individuen tritt das Luftschlucken in periodischer Häufung anfallsweise auf, so dass Aehnlichkeit und üebergang zu hysterischem Luftschlucken entsteht.
Als Ursachen des Luftschluckens in den von ihm beobachteten Fällen führt Quincke in erster Linie chronischen Pbarynxkatarrh an, sodann nervöse Disposition, In manchen Fällen primäre Magenstörungen, auch Senkung und abnorme Beweglichkeit des Magens; als begünstigendes Moment bezeichnet Quincke das Tabakrauchen.
Als sicherstes diagnostisches Hülfsmittel erscheint die chemische Analyse der nach G. Hoppe-Seyler's Methode aufgefangenen Magengase. .
Neuerdings hat Lange (Dissertation Kiel 1896) weitere Fälle von Luft-schlucken beim Menschen mitgetheilt und dabei auch die bisherigen Auffassungen über das Wesen des Luftschluekens erörtert.
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16. Die Stätigkeit der Pferde. (P e r t i n ao i a, Mania periodic a.)
Wesen und Definition. Man bezeichnet mit dem Namen Stätigkeitquot; eine hartnäckige und bewusste Widersetzlichkeit in den gewöhnlichen und gewöhnten Dienstleistungen ohne besondere Veranlassung bei einer ordnungsniässigen Behandlung, welche sich entweder bei jedesmaligem Gebrauehe oder nur zuweilen und in einzelnen Dienstleistungen äussert. Man unterscheidet eine absolute Stätigkeit, die sich bei jeder Dienstleistung und unter allen Verhältnissen äussert, und eine relative, welche nur bei gewissen Dienstleistungen und unter besonderen Umständen hervortritt.
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Es handelt sich dabei nach der bisherigen Auffassung ebenfalls um eine Untugend, welche je nach dem Grade der Ausbildung gelegentlieh sogar gemein-gefährlieh werden kann.
Man unterscheidet wohl auch noch Reit-, Zug- oder Wagenstätigkeit, je nachdem die Pferde den Dienst hartnäckig nur beim Reiten oder vor dem leichten oder vor dem schweren Wagen versagen.
Bemerkenswert]] ist auch noch, class die Stätigkeit bei einzelnen Rassen äusserst selten, bei anderen wieder sehr häufig vorkommt. Bei allen Rassen und Schlägen, die den Marschpferdon angehören, namentlich bei den dänischen, jütlänclischon, holsteinischen, holländischen und belgischen Pferden, bei den Percherons, den Ardonnen und bei den verwandten Schlägen ist sie z. B. sehr selten, während sie bei den polnischen, preussisohen und allen Pferden, die in wilden und halbwilden Gestüten gezogen werden, eine häufige Erscheinung ist; unter den Wallachen und Hengsten ist die Stätigkeit seltener als unter den Stuten, welche bei ihrer Widersetzlichkeit gerne schlagen (Gerlach).
Geschiclitliches. Die Stätigkeit als Gtewährsmangel scheint schon im edictum edilitium dos römischen Rechts angedeutet (jumenta, quae sine causa turbantur); auch im Mittelalter ist die Stätigkeit in einzelne Gesetzgebungen Norddeutschlands aufgenommen. Zuweilen findet sich die Bestimmung, dass nur eine Gewälnszeit verbürgt ist, wenn sich die Stätigkeit dreimal gezeigt hat. Wie Csokor noch angiobt, ist im Kodex austriakus dieser Hauptfehler nicht angeführt. Erst im westgalizischen Gesotzbuch (13. Februar 1797) wurde die Stätigkeit der Pferde als gesetzlicher Gowährsmangel in Oesterreioh aufgenommen und mit 30 Tagen Gewährszeit festgesetzt. In demselben Sinne ist die Stätigkeit auch in das österreichische bürgerliche Gesetzbuch übergegangen.
Actiologiu. Die Stätigkeit, als Untugend angesehen, entsteht fast reget massig durch ungeeignete Erziehung, Abrichtung und Verwendung der Pferde, wobei meist eine rohe Behandlung der jungen Thiere von grosser Bedeutung ist. Auch bei älteren und schon im Gebrauche befindlichen Thieren können sich alle Erscheinungen der Stätigkeit zeigen, wenn sie durch häufigen Wechsel des Besitzers, der Behandlungs- und Verwendungsart schliesslich eine Widersetzlichkeit gegen bestimmte Dienstleistungen sich angeeignet haben. Nicht selten bilden das böswillige. Necken und Reizen der Pferde, sowie einzelne schmerzhafte Eingriffe die erste Ursache für die Entwickelung der Stätigkeit. Nicht mit Sicherheit ist zu entscheiden, ob zuweilen pathologische Veränderungen im Gehirn und in den Sinnesorganen, oder ob ein höherer Grad von Hartmäuligkeit oder Weichmäuligkeit bei gleichzeitiger ungeeigneter oder gar roher Behandlungswelse der Thiere die Untugend veranlassen können. Eine gelegentlich noch ausgesprochene Vererbung des Leidens muss jedoch als vollkommen ausgeschlossen betrachtet werden. Vielmehr kann es sich dabei höchstens um Vererbung eines zur Stätigkeit leicht geneigten Temperaments handeln, w'ie es bei einzelnen Rassen und in einzelnen Gestüten beobachtet wird.
Symptome. Die Erscheinungen bestehen in aktiver oder passiver bewusster Widersetzlichkeit der Pferde bei jeder Verwendung und Dienstleistung.
Beim passiven Widerstände, wobei sich Eigensinn und Klugheit zeigt, lassen sich die Thiere schon im Staude der Ruhe schwer vom Platze bewegen und legen sich im Geschirre befindlich, halten den Wagen auf und sind auf keine Weise zum Anziehen zu bewegen. Gelingt es auch zuweilen, besonders wenn der Wagen etwas geschoben wird, eine kurze Zeit die Thiere zur Arbeit zu veranlassen,
Schneidomuhl, Vorgl. I'athologio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;48
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Die Kianklieiteii des Nervensystems.
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so bleiben sie doch sehr bald wieder stehen, um die passive quot;Widersetzlichkeit von Neuem 7,u beginnen oder umzukehren. Ueberlüsst man solche Pferde sich selbst, so gellen sie zuweilen nach einiger Zeit wieder einige Schritte vorwärts, um jedoch sogleich wieder sich zu widersetzen, falls man eine längere Dienstleistung beansprucht.
Bei der aktiven Widersetzlichkeit, welche sich im Uebrigen öfters mit der passiven kombinirt, setzen die Thiere der Anregung zur Dienstleistung thätigen Widerstand entgegen. Die Pferde werden schon bei der geringsten Veranlassung (beim Eintritt von Personen in den Stall, bei der Absicht, Sattel oder Geschirr aufzulegen) aufgeregt, sie trippeln mit den Peinen unruhig hin und her, legen die Ohren an, treten bald auf die eine, bald auf die andere Seite und versuchen das Herankommen der betreffenden Personen zu verhindern. Gelingt es schliesslich noch, die Thiere anzuschirren, so schlagen sie bei der Anregung, weiterzugehen, heftig aus und zertrümmern dabei nicht selten Geschirr und Theile des Wagens oder sie springen über den Strang, steigen in die Höhe, werfen sich auf das Nachbarpferd oder zu Boden. Gelang es bei Reitpferden dem Heiter noch aufzusitzen, so suchen die Thiere nun den Belter abzuwerfen, indem sie sich bäumen, bocken oder auch sich niederwerfen. Daneben zeigen solche Pferde eine grosso Aufregung; der Blick ist wild und feurig, das Atlunen vermehrt, die Schleimhäute des Kopfes sind stärker gerötbet und zuweilen tritt während oder unmittelbar nach der Widersetzlichkeit starker Schwcissausbruch ein. Manchmal erreicht die Widersetzlichkeit der Thiere einen so hohen Grad, dass dieselbe die Form einer Raserei erreicht und die Pferde später fast bewusstlos in den Stall geführt werden müssen, wo sich dann zunächst eine grosso Ermattung der Thiere bemerkbar macht.
Die aktive sowohl wie auch die passive Widersetzlichkeit tritt entweder bei jeder Dienstleistung und in gleichem Grade oder nur bei schwerer Dienstleistung (bei schwerer Belastung des Wagens, bei bergigen Wegen) und zu bestimmten Zeiten häufiger und verstärkt auf. Dementsprechend wird auch die gerichtliche Beurtheilung hinsichtlich der Werlhverminderung verschieden sein können.
Diagnose. Bei der Feststellung der Untugend wird um so grössere Vorsicht geboten sein, als dieselbe meistens für gerichtliche Zwecke erfolgt und absichtliche wie auch zufällige Täuschungen nicht selten vorkommen können. Es kann vorkommen , dass ein als stätig befundenes Pferd einige Zeit nach der Feststellung durch den früheren Eigenthümer wieder vorgeführt wird und dabei den angegebenen Mangel nicht erkennen lässt. Man muss in jedem Falle von Stiitigkeit erwägen, dass bestimmte, wenn auch nicht immer sofort erkennbare und nachweisbare Ursachen die Widersetzlichkeit allmählich hervorgerufen haben.
In jedem Falle von festzustellender Stätigkeit muss auch beachtet werden, ob das Thier bis zum Augenblicke der Untersuchung überhaupt eine Arbeit, geleistet hat; hiezu wird man aus dem Alter des Pferdes und etwaigen Spuren der Arbeitsleistung am Körper Anhaltspunkte gewinnen können. Es ist ferner der Nachweis erforderlich, dass alle jene Ursachen fehlen, welche für sich allein die Entstehung tier Widersetzlichkeit erklären würden. Die Pferde müssen gesund sein, es dürfen keine Wunden und Quetschungen am Körper vorhanden sein, wodurch heim Gebrauche Schmerzen hervorgerufen werden. Die Thiere müssen in richtiger
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Weise geschirrt und aufgezäumt sein; ebenso müssen die gestellten Anforderungen dem Kriiftomuass der Thiere entsprechen, mich muss die Verwendung sich auf die gewohnte Dienstleistung beschränken. So wird man Reit- oder Luxus-wagenpferde nicht ohne Weiteres zum schweren Arbeitsdienst verwenden dürfen; ebenso ist zu beachten, dass Zugpferde ihrer Gewohnheit gemäss ein- oder zweilaquo; spännig, als Hand- oder Sattelpferd Verwendung finden müssen. Ganz besonders ist aber jede rohe Behandlung auszuschliessen, denn gerade durch rohe Behandlung werden sehr häufig frisch angekaufte und an ruhige Behandlung gewöhnte Thiere sehr widersetzlich; die Widersetzlichkeit verschwindet sofort, wenn die Ursachen abgestellt und die Thiere vorsichtig und durch Zureden zur Arbeitsleistung angeregt werden. Wird hierauf genügend geachtet, so wird man Täuschungen vermeiden und im Ganzen selten die eigentliche Stätigkeit feststellen können. Von etwa 30 Pferden, welche mir im Laufe von 20 Jahren zur Untersuchung auf Stätigkeit vorgeführt sind, habe ich nur bei drei das Vorhandensein von Stätigkeit bescheinigen können,
Neben dem Fehlen der angegebenen direkten Ursachen gehört nun zur Diagnose der Nachweis der aktiven oder passiven Widersetzlichkeit. Das oben geschilderte Bild der Widersetzlichkeit wird sieh bei der geringsten Veranlassung und bei jeder Dienstleistung zeigen. Bei der Beurtheilung des einzelnen Falles wird zu erwägen sein, inwieweit die Verwendbarkeit vollständig oder nur theil-weise aufgehoben ist. Dabei sei bemerkt, dass gewöhnlich die Zugfähigkeit für ein mittleres Pferd auf guten Landwegen 3040 Centner, auf schlechtem 20 und auf gutem Pflaster 4560 Centner gerechnet wird.
Zuweilen ist auch eine Verwechselung der Stätigkeit mit anderen Zuständen möglich. So können der Dummkoller, andere Gehirnleiden, das einfache Scheuen der Pferde oder physiologische Zustände im Geschlechtsleben der Thiere (Rossigsein der Stuten) gelegentlich Irrthümer hervorrufen. Von Dummkoller ist Stätigkeit leicht, zu unterscheiden durch das Vorhandensein bewusster Widersetzlichkeit, der Aufregung u. s. w. bei der letzteren. Ebenso bietet die Unterscheidung von anderen Gehirnleiden keine besonderen Schwierigkeiten. Beim Scheuen der Pferde zeigt sich zwar auch Widersetzlichkeit, dieselbe ist jedoch durch Angst und Furcht in Folge eines kurz vorher entstandenen Sinneseindrucks hervorgerufen worden und dauert nur sehr kurze Zeit, um nach gutem Zureden wieder zu verschwinden, Eine Verwechselung der Stätigkeit mit dem Rossigsein der Stuten wird ohne Weiteres zu vermeiden sein.
Therapie. Eine vollständige Heilung der absolut stätigen Pferde von ihrer Untugend ist kaum zu erreichen. Nur in leichteren Fällen und beim Beginne derselben gelingt es durch angemessene Behandlung allmählich eine Beseitigung der Untugend zu erreichen. Zuweilen werden stätigo Pferde wieder vollkommen brauchbar, wenn sie in die gute Behandlung ihres früheren Besitzers zurückkehren. Für gerichtliche Fälle wird man jedoch an dem Grundsätze festhalten müssen, dass die Stätigkeit eine nicht zu beseitigende Untugend ist.
Gerichtliche Thierlieilkunde. Gegenwärtig bestehen für die Stätigkeit noch folgende Gowahrstriston: in Oesterroieh 80 Tilge; in freussen 4 Tage; in Sachsen, Ivurhessen und Stadt Frankfurt 5 Tage; in Luxemburg und Elsass-hotbringon 9 Tage; in Hessen 14 Tage.
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Die Krankheiten dor Schilddrüse.
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In Frankreich, Bayern, Württemberg, Baden, Sachsen-Meiningen, Schweiz, Hamburg, Belgien und Nassau ist die Stätigkeit als gesetzlicher Gewährsmangel nicht aufgenommen. Auch in das neue bürgerliche Gesetzbuch für das deutsche Reich dürfte die Stätigkeit als Hauptmangel keine Aufnahme finden i).
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Zusammenfassung.
Wie für die bisher erörterten Krankheiten der inneren Organe, so zeigt sicli aneh bei den E r k r n n k u n g e n des Nervensystems, dass die meisten beim Menschen und hei Thieren gleichzeitig vorkommen und in der Mehrzahl auch durch gleiche oder ähnliche XTi'sachen hervorgerufen werden, nämlich:
Anämie und Hyperämie des Gehirns, Gehirnblutung, Encephaloincningitis, chronischer Hydrocephalus, Sonnenstich, Hitzschlag, Blitzschlag, akute und chronische Leptomeuhigitis, diffuse Myelitis, epidemische C'erebrospinalmeningitis, Tabes dorsalis, progressive Bulbftrparalyse, Neuritis, Neuralgien, Lähmungen, Epilepsie, Eklampsie, Vertigo, Seekrankheit, Veitstanz, Katalepsie, Basedow'sche Krankheit, Hypnose, Luftschlucken.
Nur heim Menschen und mit Sicherheit bisher noch nicht bei Thieren sind nur folgende Krankheiten des Nervensystems beobachtet:
Paralysis agitans, Athetosis, Tetanie, Syrlngomyelie,
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G. Die Krankheiten der Schilddrüse.
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Voi'bcniPi'kung. In den Lehrbüchern der speziellen Pathologie und Therapie des Menschen und der Hausthiere sind die Krankheiten der Schilddrüse in zusammenfassender Weise nicht bearbeitet. Dennoch schien es für ein Werk, das eine vergleichende Darstellung der Pathologie und Therapie des Menschen und der Thiere zum Ziele hat, von Interesse, auch die Krankheiten der Schilddrüse zu berücksichtige i, obwohl in der Pathologie nicht minder wie in der Physiologie derselben noch viel Hypothetisches vorhanden ist.
Vergleichend-anatomische, entwlckelnngsgesohiohtliohe und physiologische
Vorbemerkungen ZU delaquo; Krankheiten dei'Schilddrüse. Die Schilddrüse entsteht in ähnlicher Weise wie die Thymusdrüse aus einer paarigen und einer unpaaron Anlage.
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i) Hinsichtlich des vorstehenden Abschnittes über Nervenkrankheiten verweise ich auch auf meine Schrift über Nervenkrankheiten bei Hausthioren, mit gleichzeitiger Berücksichtigung der beim Menschen vorkommendenquot;. Thiermed. Vorträge Bd. Ill Hft. 12. 1898, WO sich auch ein Litteraturverzeichniss findet.
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Die Knt/.iindung der Scliiltldrüse.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;757
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Letztere geht aus einer inediniien Einstülpung der centrulen Schlundwand zwischen den beiden zweiten Visceralbogen hervor, schnürt sich von ihrem Muttorboden ab und bildet eine später solid weidende Epithelblase, welche bald von Gefässen durchsetzt wird und sich mit den paarigen Soitentheilen verbindet. Das Foramen cökum am Zungengrunde markirt auch später noch die Abgangsstello dieses unpaaren oder medianen Schilddrüsen-theiles. Die den späteren Seitonlappen entsprechenden paarigen Anlagen wuchern von der vierten Schlundtasche aus, deren direkte schlauchförmige Fortsetzung sie bilden. Auch sie werden bald von der Umgebung aus mit Gefässen versehen und schnüren sich völlig von ihrem Mutterboden ab. Somit fehlt auch der entwickelten Drüse ein Ausfuhr ungsgnng, welcher im embryonalen Zustande vorhanden ist. Die epithelialon Thoilo des Organes wachsen zu zahlreichen, sich mit einander verbindenden Strängen aus. in die Maschen des so entstandenen epithelialen Netzwerks wuchert gefässhaltiges Bindegewebe ein. Die Epithelstränge enthalten ein enges Lumen, um welches sich die Cylinderzellen regelmässig anordnen. In bestimmten Abständen bilden sich nun blasige Erweiterungen, in -welche schliesslich die Stränge zerfallen. Damit sind die Follikel der Schilddrüse entstanden , welche nun durch gofässreichcs Bindegewebe zusammengehalten werden. Später erweitern sich dieselben unter Abscheidung einer kolloiden Masse mehr oder weniger. (Honnet.)
Neben der eigentlichen, vor der Luftröhre gelegenen Schilddrüse worden namentlich hei den Fleischfressern und dem Schafe mehr oder minder zahlreiche Nebenschilddrüsen gefunden, die aus cylindrischeu Zellreihen bestehen und zum Theil noch kanalisirt sind. Sie sind als in der Entwickelung stehen gebliebene, nicht abgeschnürte Drüsen-schlauche zu betrachten. Beim Pferde haben die Lappen die (irösse einer Kastanie, bei den Wiederkäuern sind sie noch etwas grosser, dreieckig und flach gedrückt. Beim Schweine liegen beide Lappen nahe bei einander an der vorderen Fläche der Luftröhre. Bei den Fleischfressern sind beide Lappen gross, länglich und ebenfalls durch einen drüsigen Isthmus verbunden. Bei jungen Hunden ist die Schilddrüse oft beträchtlich vergrössert.
Nach Gegenbaur ist die Schilddrüse ein in den unteren Thierklassen funktionirondes Organ (z. B. bei den Tunikaten, wo sie als Rinne ein Vordauungssekret absondert), welches boi den Wirbelthioren zurückgebildct ist.
Die entwickelte Schilddrüse besteht aus einem Konvolut von Drüsenbläschen, welche in ein bindegewebiges Stroma eingebettet sind und von einer festen Kapsel umspannt worden, in welche die Gefässe (Arterien, Venen und Lymphgefässe) und die Nerven eindringen, um sich in dem bindegewebigen Maschenwerk zu vertheilen. Durch das letztere wird die Drüse in eine Anzahl grössercr oder kleinerer Abtheilungen oder Fächer, die Drüsenlappen und -Läppchen, und diese wieder in die Follikel gesondert. Die Arterien (aus der Carotis externa und Subklavia stammend) sind durch ihre relative Stärke und durch die Menge ihrer Verzweigungen ausgezeichnet, so dass man den üosammtquerschnitt dem der Hirnartcrien gleichstellen wollte. Die Venen, welche Jederseits mit den Haupt-strängon in die Vena jugularis interna bezw. in den Trunkus einmünden, sind nach Sappey klappenlos. Die Lymphgefässe entspringen (nach Bocchart) aus Hohlräumen, welche die kleinsten Drüsenbläschen umgeben und zu grösseren Lymphspalten und Lymphgefässen werden, die sich schliesslich in Lymphdrüsen verlieren. Die Nerven stammen vom Vagus und Sympathikus und treten zusammen mit den grossen Gefässen in die Drüse ein.
Seit der Geburt secernireu die Zellen unter morphologischen Veränderungen die sogen. Kolloidsubstanz durch eine Umbildung ihres Protoplasmas. Die Entleerung der Schild-drüsenblasen findet tlioils durch Kuptur mit Untergang des Epithels statt, thoils bei der reinen Kolloidproduktion durch Sekretion in die Intercellularspalten, und so gelangt die Absonderung in die interfollikulären Lymphräuinc und weiterhin in's Blut (H ü r t h 1 e , Zielin ska).
Als Bestandthe ile der Schilddrüse sind zu nennen: Albuminosen, Leucin, Xanthin, Hypoxanthin, flüchtige Fettsäuren, Bernsteinsäure, Kochsalz, oxalsaurer Kalk und Milchsäure. Roos fand 12,4quot;/o Stickstoff und 0,8ü/o Phosphorsäure. Neuerdings fand Baumann einen sehr hohen Jodgehalt (bis 9,8 0/o) in der Schilddrüse.
Hinsichtlich der physiologischen Bedeutung der Schilddrüse gehen die Ansichten noch weit auseinander. Die Ansicht, dass die Schilddrüse eine Art Sicherheitsventil für das Uehirn ist, welches die Blntmengc regulirt, hat sich bisher keine Geltung schatten können trotz der scheinbaren Stützen, die für dieselbe angeführt werden. Dagegen ist all-
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gemein bekannt, dnss die Schikldriise /.n gewissen physiologischen Vorgängen der Geschlechtsorgane, bezw. der GeschlechtsthStigkcit in Beziehung steht. Sie ist bei Frauen relativ grosser als bei Männern und bei der Alenstruation, während der Sohwangerschnft, nach dem Koitus vorübergehend geschwollen. Hinsichtlich der Einwirkung des Sekrets der Schilddrüse auf den gesaimnten thierischon Organismus muss man nach den Arbeiten der neueren Zeit (besonders von Kocher) aussprechen, dass die Sohilddrüso ein für den Organismus überaus wichtiges und für die normalen Funktionen desselben unbedingt no th wendiges Organ ist.
Die nach Verlust der Schilddrüse auftretenden Erscheinungen hat Hör sie y (1891) auf Grund des um jene Zeit vorliegenden Materials in drei bezw. vier Gruppen eingetheilt: a) keine Kachexio tritt ein bei Vögeln und Nagern, b) langsame Ent-wickelung bei Wiederkäuern und Einhufern, c) massige aber sichere Kachexio bei Menschen und Affen, d) schwerste Kachoxie bei Fleischfressern. Allein es sind diese Angaben nicht überall richtig, weil meistens die Beobiichtungszeit der operirton Thiere eine zu kurze war. Die einzelnen Erscheinungen sind in der Hauptsache folgende: Zunächst Sinken der Körper-tempeiatur und des Blutdruckes, Alteration der Hautsensibilität und Hautabschürfungen (Gley), Schluckbeschworden, Erbrechen und Verdauungsstörungen, Beschleunigung der Allmiung, Alteration der llerzthätigkeit, fibrilläre Zuckungen, die sich zu inter-mittirenden tonischen Krämpfen steigern können, Lähmungen und schliesslich der Tod. Die Krankheitserscheinungen können durch innerliche Darreichung frischer oder trockener Schilddrilsonsubstanz (Howitz) oder durch subkutan beigebrachte Injektion von Schilddriisenextrakt (Vassale) wenigstens vorübergehend beseitigt werden. Daraus geht die Thatsache hervor, dass die Schilddrüse eine Substanz erzeugen muss, welche für den normalen Stoffwechsel unentbehrlich ist. Die Funktion der Schilddrüse wird deshalb in dem Sinne aufgefasst, dass die Drüse ein Sekret absondert, welches bestimmt ist, eine im Körper durch den Stoffwechsel erzeugte giftige Substanz unwirksam zu machen.
Neuerdings hat G. Mousson (Compt. rend, de la Soo. d. Biol. Paris) über die Ergebnisse seiner Untersuchungen bezüglich der Physiologie der Schilddrüse recht interessante Mittheilnngen gemacht.
Mousson entfernte verschiedenen Thieren (Hunden, Katzen und Vögeln) im jugendlichsten Alter die Schilddrüse, doch so, dass mindestens zwei der Nebendrüsen erhalten bleiben. Das erzielte Ergebniss kann als küns tli eher Kretinismus bezeichnet werden. Wurde die Operation an jungen Hunden vollzogen, so blieben diese ohne eine spezielle Erkrankung am Leben, aber ihre Entwickelung wurde sichtlich gehemmt. Das Wachsthum in die Länge und Höhe schien geradezu zum Stillstand gebracht, wogegen das Wachsthum in die Breite übenniissig in die Erscheinung trat; die Glieder blieben kurz, der Leib wurde unförmlich rund, die Haut runzelig, das Gesicht legte sich in Falten und das ganze Thier nahm das sehr charakteristische Aussehen eines alten Zwerges an. Nach einigen Monaten schon war der Kretinismus der operirten Hunde ganz auffällig, war aber auch von Anfang an zu erkennen, wenn man zum Vergleich die Entwickelung gleichalteriger normaler Thiere verfolgte. Bei jungen Katzen war der Erfolg ein ähnlicher. Die Hemmung des Wachs-thums geht aus einigen Zahlen hervor: eine der Schilddrüse beraubte junge Katze hatte vom Hinterkopf bis zum Schwanzende eine Körperlänge von 44 cm und eine Schwanzlänge von 16 cm, während eine normale Katze desselben Wurfes in gleichem Alter eine Köiperlänge von 60 und eine Schwanzlänge von 22 cm aufwies. Dabei machten die operirten Thiere einen durchaus stumpfsinnigen Eindruck: sie verloren ihre Munterkeit, betheiligten sich an keinem Spiele u. s. w. Aehnlicho Erscheinungen zeigten sich auch bei einem Hähnchen. Dasselbe zeigte allmählich den Typus eines blödsinnigen Geschöpfes.
Auch aus diesen Versuchsergebnissen liisst sich folgern, dass die Schilddrüse bei den Säugethieren eine hauptsächliche und unersetzliche Holle für die Förderung des allgemein3n Wachsthums spielt; ihre Bedeutung scheint vorzüglich in die Zeit des Wachsthums zu fallen und vom erwachsenen Alter des Thicros an eine geringere zu werden.
Erwähnt sei noch, dass man neuerdings besonders durch die schon von Virchow konstatirte Uebereinstimmung dos anatomischen Baues auf die Beziehungen zwischen der Thyreoidea und der Hypophysis (Glandula pituitaria) grössere Aufmerksamkeit verwendet hat. Man glaubte eine kompensatorische Thätigkeit beider Drüsen annehmen zu können. Doch ist diese Annahme bisher wenig gestützt, worden. Lloyd Andriezcu ist durch vergleichend anatomische und entwickelungsgeschichtliche Untersuchungen zu der Ansicht gekommen, dass die Schleimdrüse anatomisch und physiologisch zu dem Centralnervcnsystem gehört, während die Thyreoidea bei niederen Thieren zusammen
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Die Eutziimlmig der Schilddiüse.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;759
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mit oinom primitiven Respirations- (bezw. Cirkulations-) System angelegt wird und -ont-wickelungsgescliichtlich nichts mit dem Nervensystom zu thun hat. (Näheres über die Litteratur vergL Nothnagel, raquo;pec. Path. u. Therapie, Bd. XXTI, Ewald, Die Erkrankungen
der Schilddrüse; 1897.)
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1. Die Entzündung der Schilddrüse. (Tbyreoiditis akuta idiopathioa.)
m) li c i m ]\r c n s ch en.
Aetiologio. Nach den bisherigen Erfahrungen isiml die Entzündungen der Schilddrüse beim Menschen traumatisohen oder metastatischen Ursprunges, während eine sogen, idiopathische Thyreoiditis sehen ist, sofern man die Thyreoiditis von der Strumitis, d. h. den in einer kropfig entarteten Drüse sicli einstellenden eut-zündliohen Prozessen trennt. Diese Trennung ist jedoch in sehr vielen Veröffentlichungen nicht vorgenommen worden und so ist es nicht immer leicht, die Ursache der einfachen Entzündung der Schilddrüse festzustellen. Es dürfte jedoch im AU-gemeinen zutreffen, dass die wichtigste Ursache der akuten Thyreoiditis auf eine Infektion durch Mikroorganismen zurückzuführen ist, obwohl der direkte Nachweis erst für einige metastaüsche Formen geführt ist. Meist erkranken Personen im mittleren Lebensalter und ausserdem ist das weibliehe Geschlecht bevorzugt. Metastatische Entzündungen kommen bei einzelnen akuten Infektionskrankheiten vor (Typhus, Diphtherie, Malaria, Puerperalfieber, Pneumonie). Die Krankheit verläuft unter den Erscheinungen einer akuten fieberhaften Drttsensohwelluhg, wobei zuweilen etwas Schüttelfrost, ziehende Schmerzen in der Halsgegend vorangehen, welche sich auf den Schultergürtel, die Arme und Brust erstrecken und wohl auch andere Körpertheile befallen können. Die Schilddrüse schwillt an und bildet eine gegen die Umgebung prominirende Gesehwulst. Dabei kann bald der eine, bald der andere Lappen, bald die Gesammtdrüse ergriffen sein. Jede Berührung der Drüse ist schmerzhaft und im weiteren Verlaufe zeigt sich auch Eingenommenheit des Kopfes, Kopfsohmerz, leichte Delirien, Nasenbluten u. s, w. Sehliesslich wird in höheren Graden auch die Stimme heiser und raub und die Athmung erschwert.
Meist tritt gegen Ende der ersten oder im Verlaufe der zweiten Woche ein Rückgang in den Krankheitserscheinungen ein und kann dann der Ausgang in Zertheilung, Eiterung oder Brand sein. Beim Menschen scheint der Ausgang in Eiterung der häufigste zu sein, wobei die Eiterherde in die Trachea, den Oesophagus und in das Mediastinum durchbrechen können. Dagegen ist der Ausgang in Gangrän sehr selten. Je nach der Art des Ausganges kann die Erkrankung Wochen und Monate sich hinziehen, meist beträgt die Dauer jedoch nur 23 Wochen.
Zur Behandlung scheint die Anwendung der Kälte in Form von Eisbeuteln oder Eiskravatten am besten zu sein. Daneben dürfte die Verordnung milder Abführmittel (Mittelsalze) zweckmftssig sein. Vorhandene Abscesse müssen möglichst
frühzeitig geöffnet werden.
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b) Bei Thleren.
Bei Tliiorcn sind die Angaben über das Vorkommen einer idiopathischen Entzündung' der Sehilddriise im Ganzen sehr dürftig und noeh weniger, wie dies beim Menschen der Fall ist, gelingt es, die Fälle von eigentlicher Struma von denjenigen einer einfachen akuten Thyreoiditis in den meisten Veröffentlichungen zu trennen. Besondere Angaben über das Auftreten einer Thyreoiditis, welche mit akuten, entzündlichen und schmerzhaften Anschwellungen der Schilddrüse einherging und ohne augenscheinliche Ursache Rinder von (318 Monaten befiel, macht laicet (Rec. de med. vet.).
Die Schilddrüse zeigte eine mehr oder weniger bedeutende, ein- oder doppelseitige schmerzhafte Hypertrophie, welche ein brummendes Athmen und Schlingbeschwerden bedingte, damit verbunden ist auch ein fieberhaftes Allgemeinleiden. Diese Erscheinungen blieben in der Regel nur einige Tage oder eine Woche bestehen, bisweilen verschlimmerten sie sich, und es trat unter septischen Zuständen in der Kehlkopfgegend der Tod ein. Die Krankheit kann auch durch Kompression des Kehlkopfes rasch zum Tode führen, meist aber geht sie leicht vorüber. Ein-pinselungen mit Jodtinktur und innerliche Anwendung von Jod führten fast immer zur baldigen Heilung des Leidens. Vorübergehende Schwellungen der Schilddrüse ohne sonstige Entzündungen werden bei Pferden und Hunden im Verlaufe katarrhalischer Affektionen der Rachenhöhle beobachtet. Mit dem Ablaufe dieser Leiden verschwindet auch die Anschwellung.
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2. Der Kropf. Struma1).
a) Beim Menschen.
Wesen und Definition. Beim Kropf handelt es sich im Anfang immer tun eine echte Hyperplasle der eigentlichen Drüsensubstanz der Schilddrüse, Weitere Unterscheidungen (Struma mollls, fibrosa, vaskulosa, gela-tinosa, cystika, ossea u. s. w.) gründen sich auf der Theiinahme des Bindegewebes und der Gefässe und auf sekundäre Entartungen.
Geschiclitliclies. Wie littorarisohe Ueberlief'erungen (Plinius, Vitruv, Ulpian) leinen, ist der Kropf schon im Alterthum und im Mittelalter vorgekommen und häufig in endemischer Ausbreitung beobachtet worden. Eingehendere Arbeiten über dieses Leiden sind jedoch erst seit Ende des vorigen Jahrhunderts (Malcarne 1789, Podöre 1792) bekannt, während die grosso Mohrzahl gediegener Arbeiten es mögen nur die Schriften von Eulenbnrg, Lebert, Virohow, Hirsch, Klobs, Lücke, Kocher, Wölfleru. A. genannt sein diesem Jahrhundert angehört.
Hinsichtlich des Vorkommens sei bemerkt, dass der Kropf sporadisch überall Vorkommt, endemisch ist er an gewisse örtlich beschränkte Bezirke gebunden, die sich jedocl über die ganze bewohnte Erdobeiiläclie zerstreut vorfinden. In gleicher Weise ist auch der Kretinismus verbreitet. Am meisten kommt Kropf und Kretinismus in den Central-alpon vor, von wo aus dann grössere und kleinere liozirke ausstrahlen. So findet man dieses Leiden in starker Verbreitung in einzelnen Bezirken der Schweiz, Italiens, Frankreichs, in Spanien, in Mittel- und Norddeutschland. In den Gemeinden dos rechten Aarufers findet man (nach Birch er) 22600/o der Schuljugend und 15300/ü der Rekruten an Kropf erkrankt. Bemerkenswert!! ist daneben, dass der Kropf die norddeutsche Tiefebene,
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') v. struere aufeinanderschichten.
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Dor Kropf.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7til
sowie die Niederlando, ferner Dänenmrk und Norwegen ganz verschonti, in Schweden und in den schottischen Ilochlandon nur ganz vereinzelt auftritt. Von aussereuropäischen Landern giebt es Bezirke im nördlichen China, in den Hochlanden von Afrika, in Nord- und Südamerika, wo Kropf auftritt. Die Küstenstriche, die Niederungen der grossen Flussläufe und ihre Deltas, überhaupt die alluvialen Eboneu erwiesen sich jedoch frei von endemischem Auftreten der Kropfkrankheit (Hirsch).
Ueberall, wo Kropf und Kretinismus auftreten, ist ein Schwanken in der Intensität, eine Abnahme und eine Zunahme in grossen Zeiträumen nachzuweisen. In Deutschland wird zuerst über das Vorkommon von Kropf in Schlesien (1802) berichtet.
Schliesslich möge auch noch auf die Thatsache hingewiesen werden, dass sich in Kropfgegenden leicht Strumen bei frisch zugereisten Personen entwickeln, die entweder schon nach längerem Aufenthalt an der betreffenden Kropflokalität oder, sobald sie die Gegend wieder verlassen, spontan zurückgehen. Ein gleiches Verhalten zeigt sich auch, wie schon hier erwähnt werden möge, auch bei Thiercn. Kommen Pferde und Hunde, oder auch Katzen, Ziegon, Schweine und Schafe in Klopfgegenden, so erkranken sie nach einiger Zeit an Kropf, verlieren jedoch ihre Struma nach Verlauf von 1 8 Wochen, obgleich sie unter denselben Verhältnissen bleiben. Umgekehrt verlieren erfalnungs-gemäss Menschen und Thiere die Struma, wenn sie sich längere Zeit in einer absolut gesunden Gegend aufhalten.
Aetiologie. Man nimmt gegenwärtig mit Recht mm , dass die Entstehung des Kropfes auf pathogene Organismen zurückgeführt werden muss, welche sich in dem Boden und in dem Wasser der (regenden vorfinden und die besten Bedingungen für ihre Entwicklung erhalten, wo der Kropf endemisch auftritt. Wie bei änderen pathogenen Organismen werden mich diejenigen des Kropfes nur auf einem bestimmten Nährboden und hier nicht zu allen Zeiten gleiclmiässig wachsen. Ebenso werden die (mit der Nahrung oder mil dem Trinkwasser) in den menschlichen Organismus gelangten Krankheit serreger Für ihre pathogene Wirkung noch einer besonderen Disposition des betreffenden Individuums bedürfen. Hinsichtlich des geeigneten Nährbodens zeigt sich aus den bisherigen Beobachtungen, dass der Kropf nur auf marinen Ablagerungen vorkommt, und zwar auf den marinenSediiheuten des paläozoischen Zeitalters (Devon, Silur, Kohle, Dyns), der Trias und der Tertiärzeit; dagegen sind frei von Kropf die ans dem Innern der Erde glutflüssig aufgestiegenen und an der Oberfläche erstarrten Eruptivgebilde des krystallinischen Gesteins, die Sedimente des Jura und Kreidemeeres, des quaternäreii Meeres sowie säininfliehe Süsswasserabiagerungen (Ewald). Für die weitere Annahme, dass die Schädlichkeiten vorwiegend mit dem Wasser aufgenommen werden, spricht die Thatsache, dass das Trinken von \yasser gewisser Quellen der Kropf brun nen
innerhalb kurzer Zeit Kropf erzeugt und dass diejenigen, welche vermeiden, in Kropf-gegenden Wasser aus verdächtigen Quellen ZU trinken, verschont bleiben. Bekannt ist ferner, dass der Kropf abnimmt, schwindet oder stärker auftritt, je nach gewissen künstlich oder durch Naturereignisse hervorgerufenen Aeiulemngen der Quellen und Brunnen. Ebenso lehrt die Erfahrung, dass einzelne Personen und Familien in Kropfgegenden vom Kropf verschont geblieben sind, wenn sie das Kropfwasserquot; vermieden, Cistemenwasser tranken oder das Wasser vor dem (iebrauclie abkochten. Ganze Ortschaften sind kropffrei geworden, wenn eine neue Wasserversorgung bewirkt wurde. In allen Fällen von Kropferzeugung durch Wasser ist das Wasser Träger eines Kontagium vivum, obwohl es bisher noch nicht gelungen ist, mit den gefundenen Organismen Kropf künstlich zu erzeugen.
Im Gegensatz zu den Ursachen für das epidemische Auftreten des Kropfes ist bei dem überall gelegentlich vorkommenden sporadischen Fällen von Kropf
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cine spezifische Infektion nicht anzunehmen. Bildungsanonmlien, besondere Prädispositiou, Trauma, Gnividitiit, ungünstige Beschäftigungsart können in
solchen Fällen die Ursache sein.
Symptome und Yerluut*. Kropf kann angeboren und erworben sein. Struma congenlta wird fast ausnahmslos im Gebiete der Kropfendemien beobachtet; die Form isi dabei meistens die einer Hyperplasie, sehen die oystische oder gemischte. Am häufigsten ist Kropf erworben und entsteht dann bald nach oder um die Pubertät. Die Entwickeln n^ kann akut und ohronisoh erfolgen. Im ersten Falle ist die ganze Drüse ergriffen: im letzteren zunächst nur ein Thoil derselben. Durch den immer stärker werdenden Druck der Geschwulst auf die Trachea und durch die Cirkulationsstörungen entsteht Erschwerung der Exspiratiou, Herzklopfen, Lähmung der Q-lottiserweiterer (durch Kompression des Rekurrens), Durch die Kompression der Speiseröhre entstehen Hehlingheschwerdeu, welche sich schlicsslich bis zu totaler Unfähigkeit zu schlucken steigern können. Der weitere Verlauf des langsam sich entwickelnden und ohne Komplikationen auftretenden Kropfes kann sich bis in das (ireisenalter hinziehen. Der Tod tritt dann meistens durch eine akute oder chronische Steigerung der direkten Folgen des Wachsthums der Struma ein.
Aiuitomisclicr Itcfund. Je nach der Form des anatomischen Befundes wird gegenwärtig noch unterschieden: Struma pare nehy m a t osa s. follicularis, wobei eine Hyperplasie der Follikel die richtigste Veränderung 1st; Struma fibrosa entsteht durch Hyperplasie und Sklerose des interstitielleu Gewebes und zwar gewöhnlich in einer bereits bestehenden oder gleichzeitig sich entwickelnden Struma follikularis; Struma vaskulosa, bei der die Entwickelung der Gefässe (Arterien und Kapillaren) ausserordentlioh überwiegt, die Geschwulst pulsiert; Struma gela-tinosa seu kolloides, wobei die Gallertbildung im Innern der einzelnen Follikel mit der byperplastischen Vergrösserung sich kombinirt. Diese Form kann auf einzelne Partien der Drüse, bezw. auf einen Lappen beschränkt sein, sie kann aber auch auf die ganze Drüse sich erstrecken und zu beträchtlicher Vergrösserung derselben führen. Nicht selten kommen jedoch mehrere Formen gemischt vor.
Therapie und Prophylaxe. Prophylaktisch ist wichtig, Gegenden, in welchen Struma einheimisch ist, zu vermeiden. Ferner wird eine hygienische Verbesserung hinsichtlich der Wasserverhältnisse, der Lebensweise der Bewohner in jenen Gegenden ZU erstreben sein, wo Kropf ein stationäres Leiden ist. Hinsichtlich der medikamentösen Behandlung ist eine frühzeitige Behandlung mit Jod zweckmässig. Man giebt Jodkalium, anfangs in Dosen von 15 egr zweimal am Tage. Weniger Anwendung, weil nicht ungefährlich, rindet in der neueren Zeit die parenchvmatöse Jodinjektion (1016 Tropfen Tinctura Jodi).
Nach den Versuchen von Reinhold, Bruns, Kocher, Ewald wirkt auch die Verabreichung von Schilddrüsensubstanz (6- 7,5 g Ilammelschilddrüsen mit Butterbrot und Loberwurst verabreicht) rückbildeud auf die hyperplastische Form des Kropfes besonders bei jugendlichen Personen. Die cystische, kolloide und fibröse Form wird wenig oder gar nicht beeinfliisst. Mit gleichem Erfolge hat neuerdings Mikulicz die Thymusdrüse verwendet.
Kropf und Kretinismus. Schon frühzeitig (Fodörö 1800) ist die enge Beziehung
zwischen Kropf und Kretinismus crknnnt worden. Ködere meinte, dass der Kropf der
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l)or Kropf.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 763
erste (Jrnd einer Degenerationserscheiming sei, deren letzte Stufe der Kretinismus bildet. Die meisten Heobnchter der späteren Zeit haben sich in diesem oder in einem sehr Ubn-lichen Sinne ausgesprochen. Bis in die neueste Zeit hinein lässt sich das Zusammengehon von Kiopf und Kretinismus überall ziffennilssig nachweisen. Wie der Kropf, tritt auch der Kretinismus in einer endemischen und in einer sporadischen Form auf.
Man deflnirt Kretinismus1) bisher als einen mit verschiedenen körperlichen Missbildungen (grosser Kopf, eingedrückte Nase, Kropf, zwerghafter Körper) einhergehondon psychischen Degenerationszustand.
Der endemische Kretinismus ist eine chronische Erkrankung, welche sich durch Wachsthumsstörungen des Körperskelets und dor äusseren Weichtheile, durch eine dadurch bedingte charakteristische Veränderung der Physiognomie, durch ein Stehenbleiben der Entwickelung auf dem infantilen Typus und durch schwere Störungen der Sinnesorgane und des Intellekts auszeichnet (Ewald). Fast immer ist auch die Schilddrüse erkrankt und zwar entweder degenerirt oder bis auf einen kleinen Rest atrophirt. Hinsichtlich der Aetiologie ist, wie bei dem Kropf, gegenwärtig zweifellos sicher, dass die krotinisebo Degeneration den chronischen Infektionskrankheiten zugehört und dass das spezifische Agens dem Organismus mit dein Wasser zugeführt wird. Zu den Ursachen allgemeiner Natur gehören die hygienischen und sozialen Verhältnisse der betroffenen Bevölkerungskreise. Nach neueren Erfalmmgen kann die kretinisoheDegeneration auch durch Missbildung, bezw. durch Funktionsstörung der Thyreoidea, Athyreosis chronika, hervorgerufen worden. In schweren Fällen von Kretinismus tritt die Athyreosis schon während, des Fötallebens oder sehr bald nach der Geburt auf. Man sagt: Die Folge der Athyreosis bei jugendlichen Individuen (bezw. während des Fötallebens) ist die krotinische Degeneration, die Folge der Athyreosis bei Er wachsen en dasMyxoedem und dieKachoxia thyreo-priva. Aber, bemerkt Ewald, es fehlt vorderhand noch am Besten: an dem an Kretineu geführten Beweis, dass wirklich eine Degeneration der Schilddrüse mit FunUtionsverlust derselben als rogelmässiger Befund konstatirt werden kann. Kwald kommt nach dem gegenwärtigen Stande unserer Kenntnisse zu dem Schlüsse, dass der endemischo Kretinismus einen Zustand physischer und intellektueller chronischer Degeneration darstellt, der abhängig ist von lokalen Ursachen und einer durch sie herbeigeführten Degeneration der Schilddrüse. Indem sich die letztere unter dem Einflüsse der erstoren ausbildet, hat sie eine besondere typische Kranklioitsfoim zur Folge, die als die Resultante beider oben genannten Faktoren anzuseilen ist. Der sporadische Kretinismus (das infantile Myxoedem) und das Myxpedem der Erwachsenen sind einzig und allein bedingt durch eine gelegentliche Erkrankung der Schilddrüse, sie stellen sozusagen subakuto Ausfallserscheinungen dar. Das infantile Myxoedem ist dem endemischen Kretinismus nahe verwandt, aber deckt sich nicht vollkomnien mit demselben. Der Verlauf des echten Kretinismus ist ein überaus chronisohor, durch Jahrzehnte sich hinziehender, so dass Kretins ein relativ hohes Alter erreichen können, wenn sie nicht durch interkurrente Krankheiton fortgerafft worden. Hinsichtlich der Therapie ist zu erwähnen, dass wesentlich prophylaktische Massnahmen in Betracht konmien, da ein Heilmittel gegen die einmal ausgebildete Degeneration nicht bekannt ist. Durch Fortzug aus dem Gebiet der Endemie bildet sich der ausgebildete Kretinismus nicht zurück. Die beste Prophylaxe bleibt die Verbesserung des Trinkwassers oder der Ersatz des verdächtigen Wassers durch ein gutes.
b) K ropf 1)ei Tli ioron.
Zunäcbsl sei hervoi'gehobsn, dass in der Littoratui' wob] niohl selten aueb reine Neubildungen dor Schilddrüse unter den Begriff Kropf'' mitgetbeilt sind, weil sie klinisch von anderen, mit Vergrösserung dor Schilddrüse einhergehenden Prozessen nicht leicht ZU trennen sind.
Hinsichtlich def Aetiologie des Kropfes beiThleren, welcher In den erwähnten verschiedenen Formen beobachtet wird, kann im Wesentlichen auf das beim Men-schen Gesagte verwiesen worden. Obgleich gelegentlich alle Hausthiere an Kropf
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l) Wahrscheinlich von crota = Kreide; cretin = Kreidling, wahrscheinlich entstanden durch Zusammenwerfen dos Znstandes der Kretineu mit dem der Albinos (Roth).
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Dilaquo; Krnnkhoiten der .Schilddrüse.
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erkranken könnpii, ist das Leiden bei Pferden und Rindern im Ganzen selten. Bemerkenswert] ist die von mehroren Autoren (Ryehner, Wörz, Haubner, QlU'lt n. A.) beobaohtete 'i'liatsuehc, dass Kropf bei jtbigereu Thieren, besonders bei Kälbern und Lämmern, häufig in soloben Gegenden enzootisoh angetroffen wird, wo Kropf beim Menschen häufig und endeniisch auftrat. Lydtin theilt mit, dass ein mit Kropf behafteter Hengst das Leiden auf fünf seiner Nachkommen vererbt habe, Vielleioht waren aber nur zufällig diese Nachkommen derselben Schädlichkeit (Aufnahme Infektiösen AVassers) ausgesetzt gewesen. .Johne sah Kropf bei den Nachkommen eines kropfigen Kameelhengstes. Sehr häufig kommt Kropf bei Hunden vor, NachFröhner ist der weiche Kropf am häufigsten, dann folgt Faserkropf, bei älteren Hunden findet man bisweilen krebsige Kntartnng der Schilddrüse und Cystenkropf, unter den Symptomen ist die Anschwellung dicht unter dem Kehlkopfe zur Seite der Luftröhre die auffälligste Erscheinung, Dabei muss jedoch bemerkt werden, dass schon die physiologische Grosse der Schilddrüse ohne nachweisbare pathologische Gewebsveränderuugen beim Pferde, Kindlaquo;! und Hunde .sehr wechselnd sein kann. Beim Pferde und Kinde kann die Schilddrüse kastanien-bis enteneigross, bei Hunden haselnuss- bis hühnereigross sein (Moeller). Zuweilen ist unter tlen beiden Hanptlappen noch ein dritter Drüsenlappen oder es sind noch mehrere Nebenschilddrüsen vorhanden, welche gelegentlich ebenfalls erkranken können. (Struma aberrantes.) Die Vergrösserung der Schilddrüse durch Struma kann zuweilen eine erliebliche, bei Hunden bis mannsfaust-, bei Pferden bis mannskopf-gross werden. Heim angeborenen Kropf (S tru m a kongenita), welcher sehr häufig bei Hunden vorkommt, kann die Kropfgeschwulst Geburtshinderniss und Anlass werden, dass die Thiere gleich nach der Geburt ersticken. Bei Hunden ist die Schilddrüse im jugendlichen Alter fast allgemein unverhältnissinässig gross; nach und nach reduzirt sich die (Jrösse; in anderen Fällen (bei Mündinnen während der Gravidität |Schneidem üh 1|) wird sie periodisch stärker. Die Kropfgeschwulst selbst entwickelt sich entweder an einem oder an beiden Drüsenlappen, Bei Hunden, seltener bei Pferden, kann dann durch den Druck der Kropfgesellwulst auch Athem-beschwerde hervorgerufen werden.
Hinsichtlich der Prognose ist zu bemerken, dass nach Exstirpation der Geschwulst besonders bei Hunden die eigenthümlichen Krankheitserscheinungen sich zeigen, welche man beim Menschen als Kachexia strumipriva bezeichnet. Einige Wochen nach der Operation stellt sich ein auffälliger Schwächezustand ein, verbunden mit Anämie und Abmagerung, au dem die Thiere scliliesslich zu Grunde gehen, wenn sie nicht früher getödtet werden (Moeller). Muuk fand, dass Fleischnahrung nach der Operation überaus nachtheilig ist, während Breisaoher zeigte, dass bei fortgesetzter Milchdiät die struinipriven Symptome, namentlich die kloni-schen und tonischen Zuckungen, sowie die respiratorischen Krämpfe wieder zurückgingen.
Anatomischer He fund. 1 )ie häufigste Kropfform bei Thieren scheint S t r u m a hyperpla s ti ka zu sein, wobei die Kolloid fährenden Drüsenscliliinche erheblich wuchern. Ebenso kommen auch durch Kolloidanbäufuug Struma cystica, sowie die anderen Formen Struma kavernosn und fibrosa vor. Treten Verkalkungen ein, so entwickeln sich schwere, zuweilen faustgrosse Tunioren (Struma petrosa).
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Der Kropf.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7C5
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In seltenen Fällen tritt in vergrösserten Seliilddriisen unter Vonuisbildung osteoiden und chondroiden Gewebes eine vollständige Verknöeherung ein. Beim Hunde entwickeln sich dann knochenharte, gänsoei- bis doppelt fmistgrosse, schwach höckerige Klumpen (Siedamgrotzky, Kitt).
Therapie. Von der operativen Behandlung des Kropfes wird in neuerer Zeit Abstand genoinmen. Dagegen haben sieb die intraparencbynmtösen Injektionen von Tinktura Jodi als wirksam erwiesen. Man injizirt 515 Tropfen der Tinktur und wiederholt diese Injektion nach 814 Tagen. Fröbner fand, dass, wie beim Menschen, die innerliche Verabreichung von .lodkalium sehr vortheilbaft ist. Fentzling hat gleichfalls nach dem Vorgange beim Menschen den Kropf der Hunde mit iScbafschilddriisen mit bestem Erfolge behandelt, Er gab den Hunden je eine frisch gehackte Schilddrüse mit Salz und nach 3 Wochen eine zweite Drüse. Moeller benutzte das Jodotbyrin (früher Thyrojodin genannt) bei einem Hunde mit echter Struma und vorordnete täglich 0,1 Jodotbyrin mit etwas Fleisch.
3.nbsp; Geschwülste der Schilddrüse. Beim Meuaclien werden von bösartigen Göschwülaten primäre Karcinome und Sarkome beobachtet. Die Kaicinomo können knotig und diffus sein und unterscheiden sich dadurch von den benignen Strumen, dass sio in die Umgebung hineinwachsen. Die Sarkome kommen als Bund-, Spindel-, Rieaonzellen-saikome und als Angiosarkome vor. Besonders bösartig sind die Rumlzellensarkome. Die Sarkome können in die Trachea, in die Halsvenen, durch die Haut durchbrochen und im Uebrigon dieselben Korapressionserscheinungen bewirken, wie die Strumen. Durch die Karcinome und Sarkome der Schilddrüse können leicht Metastasen (in dor Lunge, im Heizen) hervorgerufen werden, während sekundäre maligne Geschwülste in der Schilddrüse selten sind.
Von Infektionsgeschwülsten kommen zuweilen miliare tuberkulöse Knötchen, sehr selten (bei Neugeborenen) Gummata vor.
Bei Thieren kommen Karcinome der Schilddrüse mit Metastasen in der Lunge, im Herzen und in den grösseren Venen vor (Siedamgrotzky, Johne). Sarkome sind bisher mit Sicherheit nicht beobachtet worden.
4.nbsp; Parasiten in der Schilddrüse. Beim Menschen hat man gelegentlich Echinokokken in der Schilddrüse beobachtet, welche in die Trachea und in den Larynx durchbrechen.
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H. Die Krankheiten der Bewegungsorgane.
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Von den Krankheiten der Bewegungsorgane sind mehrere schon bei Besprechung der Infektions- und Intoxikationskrankbeiten bezw. unter den Konstitutionskrankheiten erörtert worden: Der akute Gelenkrheumatismus S. 166, Ostcomalacie und lihachitis S. 374377, pyämiscbe und septische Gelenkentzündungen S. 190. Da die meisten anderen Krankheiten der Bewegungsorgane in das Gebiet der Chirurgie gehören, so bleiben nur noch wenige übrig, welche an dieser Stelle abzuhandeln sind.
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Die Krankheiten der Bewegungsorgane,
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1. Der akute und chronische Muskelrheumatismus.
(Myositis oder Myalgia rheuniatika.)
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a) Beim Men.sehen.
Aotilaquo;gt;log'ie. Gegenwärtig ist es noch nicht vollständig gelungen, den akuten und chronischen Muskelrheumatismus ätiologisch und klinisch genau abzugrenzen, Sowohl nach Erkältungen, wie unter bestimmten Witterungsverbältnissen, zuweilen auch nach übermässigen Zerrungen treten in einzelnen Muskeln oder Muskolgruppen akute Schmerzen auf, ohne dass anatomisch an den betreffenden Muskeln etwas nachgewiesen werden kann. Zuweilen mögen begrenzte entzündliche Oedeme oder Zerreissungen einzelner Fasern die Ursache sein. Ferner treten hei vielen, gegen Witterungseinflttsse besonders empfindlichen Menschen chronische, bei jeder Veränderung des Wetters wiederkehrende Schmerzen in einzelnen Muskeln auf, welche seit alter Zeit als Muskelrheumatismusquot; bezeichnet werden. Nicht selten dürfte es sich aber In solchen Fällen um eine Neuritis, um Neurasthenie, um die Folgen chronischer Alkoholvergiftung, zuweilen auch um reine Infektion handeln.
Symptome und Verlauf. Es zeigen sich erhebliche Schmerzen, Druck, empfindlichkeit in den betreffenden Muskeln, sowohl in der Ruhe, wie ganz besonders bei Bewegungen. In akuten Fällen treten diese Erscheinungen sehr plötzlich auf und sind zuweilen mit leichten Schwelinngen der betroffeneu Muskeln verbunden. Je nach der funktioneilen Bedeutung der betreffenden Muskeln sind auch die Störungen (Athmung, Gehen, Bücken u. s, w.) ganz erhebliche. Am häufigsten sind die Kopfmuskeln, Hals- und Nackenmuskeln, Brust- und Interkostalmuskeln, Lenden-muskeln (Lumbago, Hexenschuss) befallen. Meistens verschwinden die Erscheinungen nach einigen Tagen. Beim chronischen Muskelrheumatismus sind meistens gar keine objektiven Veränderungen nachweisbar. Die Schmerzen sind selten in einem Gebiete begrenzt, meist herumziehendquot;; ebenso sind die Störungen der Bewegung meistens nur geringe.
Bei der Feststellung wird man Verwechselungen mit Rückenmarkkrankheiten (Tabes), Neuralgieen, Neuritiden und Wirheierkrankungen vermeiden müssen.
Therapie. Eine gemeinsame Eigenthümlichkeit des akuten Muskelrheumatismus mit der akuten Polyarthritis und vielleicht auch ein Beweis dafür, dass in vielen Fällen Infektionserreger die Ursache, der Krankheit sind, bildet die Thatsache, dass die Salicylsäure (mehrmals täglich 2,0) sehr günstig auf die Beseitigung des Leidens wirkt. Ebenso sind gute Erfolge nach der Verabreichung von Antipyrin und Salipyrin (mehrmals täglich 1 '2,0) beobachtet worden. Ausserdem werden mit guter Wirkung Massage und Faradisation angewendet. Allgemein bekannt und angewendet sind auch noch die Dampfbäder. Bei chronischem Muskelrheumatismus sind rationelle Abhärtung (Gewöhnung' an Tempernturwechsel durch kühle Waschungen), kühle Waschungen, milde Kaltwasserkuren, Moorbäder, Kiefernadel-bäder und Badekuren in Teplitz zweckmässig.
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h) Bei Thierea
Bei alle 11 Huustli ioron, am häufigsten jedooh beim Pferde, wirdMuskel* rhoiiiiiniisimis beobachtet, Doöh muss dabei bemerkt, werden, dass eine Unterscheidung des Leidens von dem akuten Gelenkrheumatismus nicht immer so leicht y,u machen ist, wie beim Menschen, Andererseits muss wieder daran erinnert werden, dass ein eigentlicher Gelenkrheumatismus bei Pferden so selten vorkommt, dass einzelne Autoren direkt verneinen, dass dieses Leiden bei Pferden auftritt. Nach einer Zu-saminenstellung an der thienirztlichen Hochschule in Berlin kamen daselbst unter 70000 in der Zeit von 188694 zugeführten kranken Hunden 1500 mit Muskel-rheumatismus vor.
Actiologie. Bisher ist die Meinung noch vorherrschend, dass eine Erkältung die Hauptursache des Muskelrheumatismus bildet. Plötzlicher Temperaturwechsel nach vorangegangener starker Erhitzung, die Einwirkung nasskalter, veränderlicher Witterung, scharfe, kalte Winde, Seenebel, zugige, feuchte Stallungen und Lagerplätze werden am meisten beschuldigt. Das Leiden tritt deshalb im Frühjahr und Herbst und besonders oft bei jüngeren Thieren auf, welche sehr verzärtelt und verweichlicht, viel in warmen Stallungen untergebracht waren, wenig Bewegung hatten und sehr intensiv gefüttert worden sind. Begünstigend sollen ferner wirken; anstrengende, übermässige Arbeitsleistung, besonders auf hartem Boden, reichlicher Genuss schwer verdaulichen, intensiv nährenden Futters (Hülsenfrüchte, Körner, Inastiger Klee, Milchsurrogate bei jungen Thieren), besonders nach längerem Fasten und körperlicher Anstrengung u. s. w.
Eine genaue und einwandsfreic Erklärung über den Zusammenbang zwischen diesen Ursachen, besonders der Erkältung und dem Rheumatismus fehlt jedoch gegenwärtig hier, wie beim Menschen. Man nimmt an, dass (lurch den Kältereiz reflektorisch zunächst die Nerven der Muskeln und Muskelgefässe beeinflusst werden und so durch Girkulationsstörungen und geringe anatomische Veränderungen in den betreffenden Muskelbezirken schliesslich die pathogene Wirkung erzielt wird. Bei vorangegangener intensiver Fütterung soll es dabei zu einer schnellen Ueberladung des Blutes mit ungenügend verarbeiteten Eiweissstoffen kommen, deren Zerfall und damit schädliche Wirkung unter der Kälteeinwirkung begünstigt wird.
Wahrscheinlich spielen in vielen Fällen auch Infektionserreger eine Kolle, deren Wirkung das Vorhandensein bestimmter prädisponironder Momente (plötzlicher Temperaturwechsel bei starker Anstrengung, Verweichlichung des Körpers, unzweok-mässige Ernährung u. dergl.) voraussetzt. In anderen Fällen liegt jedoch ein eigentlicher Muskelrheumatismus im alten Sinne nicht vor, vielmehr bandelt es sich dann um entzündliche Reizungen der Muskeln, sehnigen Häute, Sehnen und Sehnenscheiden, entstanden durch übenmissige Anstrengung, Zerrung und Dehnung von Muskeln und einzelner Muskelfasern.
Symptome und Verlauf. Wie beim Menschen, so bilden auch bei Thieren die beim Druck und bei der Bewegung tier ergriffenen Muskeln auftretenden mehr oder weniger heftigen Schmerzen die wichtigsten Erscheinungen. Bei Pferden scheinen vorwiegend die Muskeln der Extremitäten befallen zu werden, welche schmerzhaft, derb oder zuweilen auch etwas geschwollen sind. Die Thiere bekunden einen steifen, gespannten, mühsamen Gang; machen kurze Schritte und sind schwer
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zum Aufstehen odor zum Zurücktreten zu bewegen. Zuweilen wird im Beginne des Leidens bei dor Bewegung ein cigenthiimliches Knaeken der Gelenke wahrgenommen. TTttray sub Mu.skelrbeiinmtismus bei Foblon im Alter von '/a3 Jahren, bfei Ferkeln und Lamm ern im Alter von 312 Monaten in seuchenartiger Verbreitung und zwar fast ausschliesslich im Frühjahr oder im Herbste. Männliche Thiere erkrankten häufiger als weibliche. Bei 50/o der Fälle trat als Komplikation eine heftige akute Erkrankung des Uvealtraktus auf, In anderen Fällen vermindern sich die Erscheinungen) wenn die Thiere längere Zeit in Bewegung oder in Sohweiss geiathen sind. In geringeren Gruden ist das Allgemeinbefinden nicht gestört, auch an den ergriffenen Mukolbozirken nichts Abnormes erkennbar. In höheren Graden ist Fieber, Aj)petitstörung, violleieht auch etwas beschleunigtes Athmen und Pulsfrequenz vorhanden. Manchmal springt das Leiden von einer vorderen Extremität plötzlich auf eine hintere. Bei Pferden werden vorwiegend die Schultermuskeln und Muskeln der Lendengegend (Lenden weh, Lumbago) ergriffen. Im ersteren Falle sind nicht selten direkte Quetschungen die Ursache und nicht die sogen, rheumatischen Einflüsse. Die Thiere vermögen nur schwer die betreffende Gliedmasse auf- und abwärts ZU heben; beim Sitze in den Lcndonmuskeln auch rheumatische Kreuzlähme genannt zeigen die Pferde besonders eine steife Haltung, Empfindlichkeit und Schwäche der Lendengegend, weicht! sich beim kurzen Wenden und Zurücktreten besonders bemerkbar macht. In höheren Gruden sinken die Thiere bei der Bewegung mit dem Hintertheil zusammen und vermögen nur schwer oder überhaupt nicht ohne Hilfe sich zu erhoben.
Beim Binde sind die Erscheinungen im Wesentlichen wie beim Pferde. Doch scheint hier nach meinen Erfahrungen ein allgemeiner Miiskelrheumutismus häufiger zu sein, uls eine Lokalisation auf bestimmte Muskelbezirke. Ich beobachtete dalaquo; Leiden in Stallungen mit absoluter Stallfütterung und nicht selten bei guten Kühen, welche nur kurze Zeit vorher gekalbt hatten. Die Thiere litten recht erheblich, waren sehr schwer zum Herumtreten ZU bewegen und legten sich sehr ungern und unter heftigem Stöhnen nieder. Dabei zeigt sieh noch das Allgemeinbefinden beeinflusst, es ist Fieber, Puls- und Athembeschleunigung vorhanden und der Appetit gestört. An den Muskeln selbst ist aussei' einer gesteigerten Druckempfindlichkoit objektiv wenig Abnormes nachweisbar. Unter den einzelnen Muskelbezirken ist tlie Lenden- und Schultergegend bevorzugt (Frietlberger),
Beim Schafe kommt gleich fulls ein örtlicher und ein allgemeiner Muskcl-rheumatismus vor; vorwiegend werden jedoch Lämmer ergriffen. Die Erscheinungen sind im Wesentlichen wie heim Pferde und Rinde. Ebenso zeigt sich Muskelrheumatismus beim Schwein, obwohl hier wohl nicht selten Verwechselungen mit Gelenkrheumatismus vorgekommen sein dürften.
Beim Hunde kommt um häufigsten Rheumatismus der Bücken- und Lenden-mnskeln zur Bebuchtung. Duneben lokalisirt sich das Leiden auch an den Halsmuskeln, seltener an den Muskeln des Kopfes und der Extremitäten, Dabei ist jedoch nur selten Fieber vorhanden. Die Krankheitsorscheinungen weichen von denjenigen bei anderen Thieren nicht wesentlich ab. Sehr erschwert ist tlas Treppensteigen bei den kranken Hunden. Der Gang ist gespannt und steif; in höheren Graden wird jede Bewegung vormieden und die Thiere schreien bei jeder Berührung
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laut oder versuchon sogar zu beissen. Zuweilen erfolgt auch der Kotbabsatx unter Stöhnen und Schmerzen und wird doshalb später von den Thioren unterdrückt.
Verlimf. Der Verlauf gestaltet sich im Wösentlioheti bei allen Thieren gleich. Leichtere Grade von Muskelrheuinatismus können schon in wenigen Tagen in Heilung übergehen oder es wechseln die betroffenen Muskelgruppen, so dass plötzlich das Leiden z. T. von den Vorderfüssen verschwindet und auf die Lendengegend oder auf die hinteren Gliedmassen überspringtquot;, oder auch es geht die Krankheil unter Besserung des Allgemeinbefindens in den chronischen Muskelrheuma-tismus über und kann dann Wochen und Monate dauern. Zuweilen treten im akuten wie im chronischen Stadium besonders beim Pferde und Rinde Komplikationen ein; besonders katarrhalische Erkrankungen des Respirationsapparates, Pleuritis, Hufrehe u. s. w., wodurch tödtlicher Ausgang herbeigeführt werden kann. Die Prognose ergiebt sicli aus dem Verlaufe des Leidend und wird deshalb in jedem Falle mit Vorsicht zu stellen sein.
Anatomischer Befund. Nachweisbare und charakteristische Veränderungen sind an den Muskeln der wegen Rheumatismus geschlachteten oder an den Folgen desselben gestorbenen Thiere häufig nicht festzustellen. Nur in höheren Graden und nach längerer Dauer des Leidens findet man stärkenraquo; Exsudation in das interfibrilläre Bindegewebe, dunklere Färbung der betreffenden Muskelgruppen, Zerfall der Muskelfasern mit Verlust der Querstreifung u. s. w. In alten Fällen von chronischem Muskelrbeumatisniiis hat man auch zuweilen (besonders beim Hunde) bindegewebige Einlagerungen, die sogen, rheumatischen Schwielen, beobachtet.
Diagnose. Die Feststellung des Muskelrheumatismus bietet theilweise erhebliche Schwierigkeiten, sodass Verwechselungen des Leidens mit anderen Krankheiten nicht selten und irrthümliche Angaben über Beobachtungen des Leidens auch in der Litteratur öfters zu finden sind. Beim Pferde kann eine Verwechselung mil äusseren Krankheiten der Gliedmassen, mit beginnender Hufrehe, mit Gelenkrheumatismus, mit beginnender Brustseuche, beim Rinde mit Hämoglobinämie, traumatischer Herzbeutelentzündung, beim Hunde mit Staupe verwechselt werden; bei allen Thioren kann eine vorhandene Nephritis oder Pleuritis zu Verwechselungen Veranlassung geben. Um Irrthiüner möglichst zu vermeiden, ist zu beachten, dass beim Muskelrbcumatismus nach der Bewegung und nach dem Warmwerden der Thiere meist eine Besserung eintritt, dass ferner nicht selten eine Wanderung der Schmerzen von einer Körperstelle zur anderen, ein zeitweiliger Nachlass und selbst ein Verschwinden aller Zufälle eintritt, daneben jedoch ein ebenso schneller Rückfall zu beobachten ist, Erwähnt sei schliesslicb noch, dass bei Hunden, welche im Leben einen steifen Gang gezeigt hatten, zuweilen Finnen in grösserer Zahl in den Muskeln gefunden worden sind.
Therapie. In leichteren Fällen genügt häufig ein kräftiges Frottieren der leidenden Muskelgruppen mit oder ohne Benutzung von Kampferspiritus, Arnika-tinktur u. dergl. Ebenso sind dauernde kalte Douchen, Priessnitz'schc Umschläge, Massage und, besonders bei Pferden zur Erzielung stärkeren Schweissaus-bruebs die subkutane oder innerliche Anwendung von Pilokarpin (0,40,8 bei grossen Thieren, 0,2-0,3 bei Fohlen) sehr zweckmässig. Auch wird die subkutane
Sfihiieiilomiihl, Von,'l. Patholostio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 49
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Anwendung von Vcrartrin (0,050,1 in 1 2 g Spiritus gelöst) empfohlen, doch kann ich nach eigener Beobachtung dieses Mittel nur in sehr alten Fällen und bei allen Pferden versuchsweise anrathen, da junge Thiere oft sehr unruhig werden und eine Besserung nicht eintritt. Handelt es sich um allgemeinen Muskelrheuma-tismus, so wird mit Vortheil salicylsaures Natrium (grösseren Thieren 25,030,0 23mal täglich; kleinen Thieren 28,0 täglich) gegeben. Die Anwendung geschieht in Latwergenform oder in Lösung. Ausser Salicylsäure und auch Antipyrin (Anti-pyrin 5,0 Syrup. Rab. Id. 25,0 Aqu. destill. 50,0 zweimal einen Esslöffelgt; voll für einen Hund), Tinktura kolchici (10.-20 Tropfen mehrmals täglich mit Wasser verdünnt für einen Hund), Salol (0,251,0 für einen Hund) und Salipyrin verordnet.
Als schwei^streibendes Mittel wird auch Arekolinum hydrobromikum (0,1) benutzt. Bei der Anwendung derselben, wobei nach 13 Stunden starker Schweiss-ausbrach und oft erhebliche Speichelabsonderung eintritt, sind die Thiere natürlich vor Erkältungen zu schützen und in Decken einzuhüllen. Um einen stärkeren Schweissausbruch zu erzielen, wurden früher geringgradig erkrankte Pferde bis zum Schweissausbruche geritten und später in warme Decken eingehüllt, welche öfters gewechselt wurden. Dies Verfahren wird jedoch nur in einzelnen Fällen Verwendung finden können. Hunde werden zu gleichem Zwecke auch täglich einmal in Wn Bad von 28deg; R. gebracht, dann gründlich frottirt. und in Decken eingehüllt.
Neben dieser medikamentösen und direkten Behandlung des Leidens durch Massage, Frottirungen, ist auch zweckmässige Diät nöthig. Man giebt den Thieren wonig Kraftfutter, dafür mehr Kleietrank, Grünfutter, Mohrrüben und bringt sie in gut gelüftete und gereinigte Stallungen. Auch ist für reichliche und trockene Streu ZU sorgen.
2. Die akute Polymyositis. Beim Menschen sind (von Wagner [1887], Un-verricht, Hepp, Lewy u. A.) in neuerer Zeit Fälle von akut eintretender Entzündung dos grössten Tlieils oder sogar anscheinend aller Körpermuskeln beobachtet worden. Aetio-ogisch ist bekannt, dass vorwiegend ju gendliche Personen und Männer iiftersals Frauen ergriffen werden. Die näheren Ursachen sind bisher noch nicht mit Sicherheit festgestellt worden, doch werden infektiöse Einflüsse vef muthet, weil das Leiden öfters gehäuft, so bei drei Mitgliedern einer Familie auftrat. Von den Symptomen sei erwähnt, dass das Leiden moistens mit Schmerzen namentlich im Rücken und Nacken, dann noch in den Extremitäten beginnt und von Fieber begleitet ist. Zuweilen ist auch starker Schweissausbruch und Milzvergrösserung vorhanden. Die Haut wird ödematös und prall und sehr häufig treten auch Exantheme auf, so dass von einer Demi atomyositis gesprochen wird. Die krampfartigen Muskelschmerzen treten in den Armen, Beinen und im Rumpf auf, es macht sich eine bedeutende Druckempfindlichkeit der Muskeln und ebenso eine grosso Sohinerz-haftigkeit bei passiven Bewegungen geltend. Auch ist eine Schwellung der erkrankten Muskeln bemerkbar. Die elektrische Erregbarkeit der Muskeln nimmt schnell ab und ist schliesslich ganz aufgehoben. Die Sensibilität der Haut bleibt jedoch vollständig normal. Nicht selten sind auch die Kau-, Rachen- und Schlingmuskeln befallen, wodurch dann sehr unangenehme Störungen hervorgerufen werden. Der Verlauf kann akut und chronisch soin und der Ausgang ist meistens (selbst nach einer Dauer von drei Wochen bis drei Monaten) ein tödtlieber.
Der anatomische Befund ergab in den bisherigen Fällen alle Erscheinungen einer echten akuten Entzündung der Muskeln. Dagegen sind die peripherischon Nerven meistens vollkommen normal. Zuweilen scheint deshalb zwischen Polymyositis und l'olyneuritis keine scharfe Grenze zu bestehen.
Die Therapie wird rein symptomatisch einzurichten sein; innerlich Saücylsiiinc, Antipyrin, äussorlich Einreibungen mit Ohloroformöl, Narkotika, massige Massage.
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Bei Thieron sind sichere Angaben über gleiche Erkrankungen nicht vorhanden, doch mag eine Erkrankung bei Pferden hier erwähnt werden, welche vielleicht einige Aehnlichkeit bietet, zumal bei derselben als Ursache sicher nachgewiesen ist, was bei der akuten Polymyositis des Menschen bisher nur vermuthet worden ist: die sogen. Eisballenkruiikhcit der jungen Pferde. Es handelt sich dabei um eine Muakel-erkrankung, welche bei edlen Pferden besonders im Alter von 13 Jahren in einzelnen Jahrgängen in den Gegenden von Hannover und Mecklenburg nicht selten beobachtet wurde. Es zeigten sich dabei mehr oder weniger ausgedehnte Anschwellungen in den Muskeln der Hinterschenkel, welche bei ruhigem Verhalten des Thieres weich erscheinen, aber sofort hart worden und markirt hervortreten beim Schnellen mit dem Finger gegen die Haut der kranken Partie oder sobald die Patienten in die geringste Aufregung versetzt werden. In höheren Graden verbreitet sich das Leiden auch auf die Muskeln des Beckens und des Rückens. Meist, wenn auch nicht immer in gleichem Grade, entwickelt sich das Leiden in den betrettenden Muskeln beider Schenkel- und Beokenhälften. Die Erkrankunquot; verschwindet selten vollständig und ist in höheren Graden nicht nur unheilbar, sondern beeinträchtigt auch die Brauchbarkeit der betreffenden Füllen in solchem Grade, dass sie werthlos werden. Die Entwickelung der Muskeln wird gehindert, die Thiere werden säbelbeinig, das Becken senkt sich und die Pferde können erhebliche Arbeit nicht mehr verrichten.
Bei der Sektion der nach längerem Bestehen des Leidens geschlachteten oder gestorbenen Pferde findet man (nach Günther) die erkrankten Muskelabschnitte derb und zäh, von blass-rosenrother bis blass-graurother, selbst grüner Farbe, stellenweise durchscheinend, wie frisches Fischfleisch, mit welchem Querschnitte durch die Muskulatur viel Aehnlichkeit haben. Pütz glaubt, dass man wegen dieser Eigenthümllchkeit die Erkrankung mit dem sonst unpassenden Namen Eisballen' belegt habe. An anderen Stellen erscheint der Querschnitt körnig. Im Uebrigen erscheinen die Muskelfasern degenerirt, durch dichtes, sehr wenig verdicktes Zellgewebe eingeschlossen. Die erkrankten Muskeln glänzen nicht auf Längsschnitten und retrahiren sich nicht nach Querschnitten, so dass selbst bei getödteten, noch lebenswarmen Thieren die durchschnittenen kranken Muskeln nicht zurückspringen, aber sogleich soweit anschwellen, wie die Erkrankung reicht. Im Nervensystem fand Günther keine pathologischen Veränderungen. Gorlach fand bei seinen Untersuchungen die Muskelfasern mit unzähligen Psorospermienquot; durchsetzt und die Muskelfasern oft so vollständig zerstört, dass nur noch das Sarkolemma übrig geblieben war. Schon Gerlnch hielt die eingewanderten Psorospermien für die Ursache der Erkrankung! Wahrscheinlich beruht auch die sogen. Püllonlähmequot; in manchen Fällen auf der Einwanderung dieser Parasiten. Zur Therapie wurden in geringgradigen Fällen Jodoinreibungon, interparenehymatöse Einspritzung von Kochsalz, und auch die Anwendung des Glüheisens empfohlen. (Vergl. meine Schrift: Die Protozoen als Krankheitserreger. Leipzig 1898.)
3. fortschreitende MuskolverknUoherang. Myositis ossiflkans progressiva s.
multiplex. Es ist dies eine beim Menschen im Ganzen seltene Erkrankung, welche meist schon in der Kindheit beginnt und vorwiegend das männliche Geschlecht ergreift. Die direkten Ursachen sind bisher nicht bekannt; angegeben werden Erkältungen, Verletzungen und Ueberanstrengungen. Nach Nicolad oni handelt es sich dabei um eine Trophoneurose, deren Sitz im oberen Halsmark gelogen ist. Unter den Symptomen ist bemerkenswortlü dass zunächst die Nacken- und Rüokenmuskoln, dann dio Muskeln des Halses, der Schultern! der Oberarme und schliesslich diejenigen der unteren Extremitäten ergriffen werden. Zu-' weilen werden auch die Muskeln des Kopfes in Mitleidenschaft gezogen. Zuerst zeigt sich an umschriebenen Stellen Schmerz, die Haut ist geröthet, später folgt an der Stolle eine teigige Geschwulst, dann kann entweder Kückbildung, Entwickelung einer bindegewebigen Muskelschwiele oder Verknöcherung folgen. In Folge des Prozesses zeigen sich schwere Funktionsstörungen und Deformitäten, besonders wenn dio Kaumuskeln ergriffen werden, Die Krankheit kann sich viele Jahre (bis 20 sind beobachtet) hinziehen und schliesslich durch Inanition oder Erkrankungen am Respirationsappaiat zum Tode führen.
Anatomisch findet man in erheblichen Fällen die Knochcnmassen von den ossifi-ziiten Sohnenansätzon in die Muskclsubstanz eingedrungen. An den neugebildeten Knochen-massen sind Perlost und Bmtthrungskanttle für die Blutgefttsse nachgewiesen worden.
Zur Behandlung wird anfänglich ein antiphlogistisches Verfahren (Ruhe, Eisblase) eingeschlagen und innerlich Jodkalium gegeben; später (nach Beseitigung der akuten entzündlichen Erscheinungen) vorsichtige Massage, Soolbädcr, Jodbäder, Einreibungen mit Jodtinktur, Jodkalium u. s. w.
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Bei Thiereil sind gelegentlich mehr oder weniger auagedehnte Vorknöcherungen in den Muskeln angetroffen worden, beim Pferde sind grüssere Verknöcherungen in der Uauohwandinuskuliitur nicht selten, zuweilen auch die Beugemuskeln nm Vorderarme (Stophenson), die sogen. Kruppen-und Schenkelmuskeln (Constant), das Zwerchfell ergriffen. Beim Schwein verknöchern nicht selten ausgedehnte Bezirke der Bauchmuskuiatur, besonders nach der Kastration. Auch beim Hunde sind verknöcherte Muskelbezirke zu finden. Klebs ist der Ansicht, dass es sich bei dieser Form von Muskel verknöcherungen um die weitere Entwickelung ausgowamlertor, durch Quetschungen vom Pcriost abgetrennter Osteo-blnsten handeln könnte, welche den Anstoss zur Bildung der heterotopen Knochenspangen geben.
Ein der Myositis ossifikaus des Menschen iihnlichea Leiden ist in der thier-iirztlichen Litteratur nicht bekannt.
4. (Jeschwiilsle in den Muskeln. Beim MeiiBcheu werden von den infektiösen Granulationsgcschwülsten verhältnissmässig selten Tuberkulose, häufiger Syphilis der Muskeln beobachtet. Syphilis tritt in der Form chronisch-schwieliger Verdickungen, als (iuininata oder in beiden Formen komblnirt auf. Ausserdem wird Rotz und Aktino-mykose beobachtet; die erstere Erkrankung durch Fortleitung der Infektionserreger auf dem Lymphwege oder hämatogen, die letztere meist von einem benachbarten Herd (Pleura, Darm) aus. Ferner sind noch Osteome, Sarkome, Fibrome, Myxome, Angiome, Lipome nicht selten.
Bei Thiei'cn kommen gleichfalls rotzige, tuberkulöse und akti nomykotische Geschwülste vor. Die Rotzherde in den Muskeln können stecknadclkopf bis wall-nussgross werden und sind embolischen Ursprungs. Tuberkulöse Erkrankungen des Fleisches der Thiere sind im Ganzen selten und nur dann zu beobachten, wenn von einem nachbarlich gelegenen Tuberkelheid (Lymphdrüse, Knochen, Bauchfell, Pleura kostalis) eine Infektion erfolgt, oder wenn (z. B. bei Lungentuberkulose) die Bakterien plötzlich in den grossen Kreislauf gelangen und auf embolischem Wege Muskeltuberkulose erzeugen.
Aktinomykose der Muskeln ist bisher fast nur bei gleichzeitiger Erkrankung der Haut und Subkutis in den nachbarlich gelegenen Muskeln, dann auch bei direkter Infektion (in der Zunge) beobachtet worden. Ferner kommen bei Thieren (besonders Pferden und Schweinen) nicht selten Botryomykome (vergl. S. 198) in den Muskeln der Brust, der Bauchwand, der Lende, an der Schulter, am Vorderarme nnd in den Zwischenrippenmuskeln vor. Die Muskeln erscheinen in höheren Graden weich und blassröthlich. Von anderen Neubildungen sind sekundäre Karcinome und Sarkome (besonders bei Hunden, eigene Beobachtung) nicht selten.
Erwähnt sei hier noch die sogen. Mclanosis karnis, welche bei Kälbern nicht selten vorkommt. Man findet über den ganzen Rumpf zerstreut kohlschwarze Flecken, die ihren Sitz im Bindegewebe zwischen den Muskeln haben. Das Fleisch ist sonst ganz normal und die eigentliche Muskelmassc frei von Pigment, aber oberflächlich auf den Muskelscheiden und in der Tiefe zwischen den auseinander präparirten Muskeln sind die flachen Flecke in grosser Menge und von verschiedener Grosse, durchschnittlich etwa zehnpfennigstück-gross. Von einfachen schwarzen und schwarzbraunen Strichen bis zu diffusen schwarzen Flecken finden sich alle Uebergänge. Auch die inneren Organe sind in gleicher Weise verändert. Mikroskopisch findet man, dass diese Melanosis makulosa durch Binde-gewebszellcn veranlasst wird, wie sie in der Ghorioidea angetroffen werden. Spindelige und ästige Zellen voll schwarzbrauner Pigmentkornchen mit farblosem Kern liegen vor und begleiten die Lymph- und Blutgefässe, deren Endothelien, wie es scheint, ebensolche Pigmentzellen sind (Kitt),
Beim Schweine ist gelegentlich eine bläuliche bis schmutzig-braune Pigmentimng des Speckes in der Umgebung der Milchdrüse beobachtet worden (Saako).
5. Parasiten in den Muskeln. Beim Menschen sind zu nennen: Trichina spiralis (S. 311), Cysticerkus cellulosae (S. 274) und Echinokokken (S. 280). Echinokokken werden im Ganzen selten in den Muskeln beobachtet und vorwiegend an der Innenseite der Extremitäten.
Bei Thieren sind zunächst die Sarkosporidien in den Muskeln des Schweines, der Ratten, Mäuse, Pferde, Schafe, Rehe, Rinder, Hunde, Hasen, Katzen und des Haushuhnes zu nennen (vergl. S. 263); ferner Cysticerkus cellulosae in den Muskeln des Schweines, Cysticerkus inermis (T. saginatae) in den Muskeln des Rindes, seltener werden Echino-kokkenblasen in der Muskulatur der Pferde, sowie Leberegel in den Interkostalmuskeln, im fleischigen Theilc des Zwerchfelles und in den Kehlkopfmuskeln des Rindes, ferner
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Filaria a. Spiroptoia cincinnata, Onchocera letikulata (S. 308) im Nackenbaud, in den Beugesehnen, in der Wandung der Schienboinarterien des Pferdes gefunden. Ferner ist Trichina spiralis in den Muskeln des Schweines, der Ratte, sowie nach direkter Fütterung der Muskeltrichinen bei Mäusen, Katzen, Kaninchen, Aleerschweinchon, Rindern, Lämmern, Pferden, Hunden, Füchsen gefunden worden. Schliesslioh werden noch die Embryonen von Ollulanus trikuspis der Katze auch in den Muskeln dieses Thieres beobachtet.
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J. Die Krankheiten der Harnorgane
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Vergleieliend-anatomische und ciitwickelungsgeschielitliclic Bemerkungen zu den Krankheiten der Harnorgane. Entwickeluiigsgcschiclitlicli muss zunächst bemerkt werden, dass Harn- und Gesehleohtsorgnno zum Theil aus gemoinsainor Anlage entspringen und auch im fertigen Zustande innig mit einander verbunden sind. Die Niere tritt ent-wickelungsgeschichtlich in drei Organen auf, welche nacheinander in Funktion treten; die Vorniere, die Urniere und die definitive Niere. Die Vomiere ist bei den Amnioten (Säugern, Vögeln und Reptilien) nur noch ein rudimentäres, embryonales Organ, bei den übrigen (niederen) Wirbeltliieren ist sie in der Embryonal- oder Larvenzeit in gleicher Weise provisorische embryonale Niere, wie es der Wolff'sehe Körper für die Amnioten ist. Bei den Amnioten ist die Urniero das fötale, harnabsondernde Organ. Die erste Anlage der Urniore bilden Ausstülpungen des Mesoderms. Von der Urnicrenanlage entsteht der anfangs solide Urniorengang aus Zellen des Ektoderms, seitlich und etwas dorsalwärts von den ürwirbeln. Dem Gange innen aufsitzend, entstehen im Mesoblast von der Loberhöhe abwärts eine Reihe kleiner Schläuche, welche an ihrem Ende durch Hineinwachsen eines Gefässknäuels zu einem dem Glomerulus der Niere ähnlichen Gebilde werden. Durch mehrfache Theilung der Kanäichen und Weiterwachsen dieser Sprossen nimmt dio (Jmiere nach und nach eine sehr beträchtliche Ausdehnung an.
Während min bei den niederen Wirbelthieren die Urniere bestehen bleibt, bildet sich bei den Säugethieren dicht oberhalb der Ausmündung dos Wol ff'sehen Uangos die definitive Niere, indem am knudalen Ende des Urnierenganges eine riihrenförmige Ausstülpung, der Nierengang entstellt, welcher sich beträchtlich verlängert und am Nierenende viele Sprossen aussendet. Diese Nebenäste bilden schliosslich Windungen, welche sich an ihrem Ende napfförmig eindrücken; in den entstandenen Raum dringt der selbständig gebildete Gefässknäuel hinein und wird hier innig umwachsen. Der Niorengang mündet weiterhin selbständig in den Sinus urogenitalis und wird zum Ureter. Die Stelle, an welcher die Verästelung anhebt, wird zum Nierenbecken, die Aestchen selbst zu den Harn-kanälchen.
Die Harnblase entsteht in erster Andeutung schon um die vierte Woche, deutlicher im zweiten Monat aus dem Anfangstheil der Allantois. Nach Keibel geht die Ent. wickelung der Blase in der Weise vor sich, dass der gemeinsame Kloakenraum durch zwei laterale Falten in einen vorderen Raum (die Anlage der Harnblase) und in einen hinteren Raum (Mastdarm) geschieden wird. Demnach wären angeborene Kommunikationen zwischen Blase und Mastdarm als Hemmungsbildungen aufzufassen.
Vcrglcielicnd-anatoniisch sei erwähnt, dass sich bei den Wirbelthieren vielfach eine Vereinigung der Harnorgane mit den Generations-Organen vorfindet, mit Ausnahme der Knochenfische. Die in der ersten Embryonalzeit als Exkretionsorgane dienende Urnierequot; (Wolf f'scher Körper) übernimmt beiFischen und Amphibien zeitlebens diese Kolle (Gegenbaur).
Lage, Form und Grosse der Nioro zeigen bei den Wirbelthieren theilweise grosse Verscliiedenhoiten und Unbeständigkeit. Die Lage der Nieren ist meistens zu beiden Seiten des Lendonthoiles der Wirbelsäule, vor dem Becken. Hei Säugethieren und Amphibien liegen die Nieren nur lose an der Rückenwand der Leibcsliöhle
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an; bei den Vögeln und den meisten Fischen sind sie so fest an dieselbe angewachsen, dass sie schwer abzulösen sind und, den Vosellungen ähnlich, von den Wirbolquerfortsiltzen und Rippen tiefe Einschnitte erhalten.
Form und (irosse der Nieren zeigen woniger Beständigkeit als die Lage. Die Grosse richtet sich im Allgemeinen nach der Lebhaftigkeit des Stoffwechsels und der Härte der Körpermasso. Auf die Form der Nieren übt die Gestalt der Leibeshöhle einen erheblichen Einfluss aus. Wo die letztere schmal und lang ist, nehmen auch die Nieren eine mehr langgestreckte, schmale, oft bandartige Gestalt an (Amphibien und bei den meisten Fischen). Die Nieren der Säugethiere sind in ihrer Form noch am beständigsten. Sie bestehen hier häufig aus mehreren Lappen (Rcniculi). Beim Pferde hat die rechte Niere eine herzförmige, die linke eine bohnenförmige Gestalt. Das Rind besitzt lappige Nieren und bestehen dieselben aus 15 bis 25 verschieden grossen, zum Theil miteinander verwachsenen Lappen. Die rechte Niere stösst bis an die Leber, die linke liegt weiter rückwärts und liegt dem linken Sacke des Wanstes auf. Schaf, Schwein, Hund und Ziege besitzen ungeiappto bohnenförmige Nieren und vorhalten sich in Bezug auf die Lage wie beim Binde. Die Nieren der Katze haben der Quere nach verlaufende Furchen an der Oberfläche, in welchen Venen liegen.
Hinsichtlich der h ami ei ton den Organe sei bcinoukt, dass bei den Vögeln die gesonderten Ureteren in den in die Kloake führenden Sinus urogenitalis verlaufen; eine Harnblase fehlt den Vögeln.
Allgemeine diagnostische Angaben für die Untersuchung des Harnappamtes der Haustliiere. Die Untersuchung des Harnapparates besteht aus der Untersuchung der Harnorgano an sich und aus der Untersuchung des Harnes. Noch mehr als in der Menschenheilkunde spielt in der Thierheilkundo die Untersuchung des Harnes die Hauptrolle. Dazu kommt, dass die Verhältnisse der Harnuntersuchung bei den Hausthieren insofern sich komplizirter gestalten, als beim Menschen, weil schon der normale Harn der einzelnen Thiergattungen ganz wesentliche Unterschiode aufweist, so insbesondere der Harn der Fleischfresser im Vergleich zu demjenigen der Pflanzenfresser.
Die Untersuchung der Harnorgane wird sich auf die Nieren, die Harnblase und Harnröhre zu erstrecken haben. Die Untersuchung der Nieren ist bei den grösseren Hausthieren nur in sehr beschränkter Weise möglich. Man kann dieselbe von aussen und von innen durch die Untersuchung per rektum ausführen. Von aussen kann man durch Druck auf die Nierengegond Schmerzensäusserungon hervorrufen (bei akuter Nephritis). Bei der Untersuchung per rektum kann man grössere Empfindlichkeit (Schmerzhaftigkeit), Grosse und Umfang der Nieren, Konsistenz, eventuell auch Dislokationen, Abscesse und Neubildungen in der Umgebung der Nieren feststellen. Bei den kleineren Hausthieren ist nur eine Untersuchung von aussen durch Palpation der Bauchdecken möglich. Die Untersuchung kann sowohl am stehenden Thiere, wobei man von der Lendengegend die Nieren zu umgreifen bezw. abzutasten versucht, wie auch bei Rücken-oder Seitenlage vorgenommen werden. Doch muss auch hier bemerkt werden, dass bei gut genährten Hunden, wo die Nieren ausserdem von Fettmasson stark umlagert sind, sehr schwer zu einem Ergebniss zu kommen ist.
Leichter als die Nieren kann man bei den Hausthieren die Harnblase untersuchen, wobei die Palpation vom Rektum aus und (bei weiblichen Thieren) ausserdem auch von der Scheide erfolgen kann. Je nach dem Füllungszustande derselben fühlt man sie als mehr oder weniger rundlichen Körper, dessen Wände bald schlaff, bald sehr gespannt sind. Auf leichten Druck tritt meistens schon Harndrang und Harnentleerung ein. Bei kleinen Thieren, wo die Blase im gefüllten Zustande bis in die Nabelgegend reicht, kann dieselbe von aussen am stehenden oder auf dem Rücken liegenden Thiere untersucht werden. In zweifelhaften Fällen, wo eine Verwechselung mit Tumoren der Bauchhöhle, Ascites, Uterus-krankheiton möglich ist, wird man durch künstliche Entleerung des Harnes mittelst Katheters festzustellen haben, ob es sich bei dem durch Palpation nachgewiesenen Tumor um die gefüllte Blase handelt oder um pathologische Veränderungen.
Die innere Untersuchung der Harnröhre, welche bei grösseren Beschwerden beim Urinabsatz oder bei völliger Harnverhaltung vorgenommen wird, erfolgt durch die Einführung eines Katheters oder einer Sonde. Ein Theil der Harnröhre lässt sich bei grösseren männlichen Hausthieren auch vom Rektum aus und bei weiblichen Thieren von der Vagina aus untersuchen.
Die Untersnohnng (los Harns. Eine möglichst sorgfältige Untersuchung des Harns ist nicht allein für die Feststellung der meisten Nieren- und Blasenkrankheiten, sondern
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auch für manche anderen Erkrankung3n (Störungen der Gallenthiitigkeit, Diabetes, Hiimo-globinurie u. s. w.) von grosser Bedeutung.
Die Untersuchung des Harns wird sich zu erstrecken haben auf die Art und Weise, Menge und Häufigkeit des Harnabsatzes, sowie auf die chemische, physikalische und mikroskopische Beschaffenheit des Harns. Der Harnabsatz kann erschwert und schmerzhaft sein (Dysurie) bei Verengerungen der Harnröhre (durch Konkremente, Neubildungen, Strikturen, Schwellungen der Schleimhaut, Paresen des Detrusor urinae) bei Cystitis und Peritonitis; das Absetzen delaquo; Harns erfolgt tropfenweise (Strangurie) bei Schwäche- oder Lähmungszuständen der Blase, bei Stenosen der Harnröhre und Harnleiter, desshalb oft mit Dysurie verbunden. Ein abnorm häufiges Anstellen der Thiere zur Harnentleerung, Harndrang oder Harnzwang wird oft mit Dysurie und Strangurie beobachtet und zeigt sich besonders bei Roizungen der Blase und Harnröhre, wie solche bei zahlreichen Krankheitszuständen (Entzündungen, Hämorrhagien, Vergiftungen, Vorstopfungskolik durch Druck der anliegenden gefüllten Darmabschnitte auf die Blase im Verlauf mancher Infektionskrankheiten) vorkommen. Harnverhaltung (Ischurie), wobei im Gegensatz zur Anurie Harn secernirt. aber nicht entleert werden kann, zeigt sich bei Unwegsamkeit der Harnröhre, bei Lähmung oder Erschöpfung der Blasenmuskulatur, primär nach Riickenmarkserkrankungen; Minderung der H arnmenge in Folge verminderter Retention, Oligurie, oder eine Aufhebung der Harnsekretion, (Anurie) tritt ein: bei starken Wasserverlustcn auf anderen Wegen (starke Durchfälle), während der Bildung pleuritischor oder poritonitischor Exsudate, im Fieber, bei Erniedrigung des Blutdruckes in Folge verminderter Herzarbeit, bei einzelnen Nierenentzündungen, Infektionskrankheiten und Vergiftungen, Kolchikum, Oxalsäure. Kanthariden. Länger dauernde Anurie kann zur Urämie führen. Eine Vormehrung der Harnmenge (Polyurie) beobachtet man bei anämischen und hydrämischen Zuständen. bei Diabetes mellitus und insipidus, bei der Resorption grosser Exsudate oder Transsudate aus Körperhöhlen, bei der sog. Schrumpfniere, in der Rekonvalescenz nach akuten fieberhaften Krankheiten, nach einzelnen Vergiftungen (Fütterung von schimmeligem Hafer).
Das Unvermögen, den Harn zu halten (En uresis, Inkontinen tia urinae) ist meistens die Folge einer Schwäche oder Lähmung des Sphiukter vesicae oder gesteigerter Reflexthätigkeit der Blasenwand und wird beobachtet im Verlaufe einzelner Hückenmarks-erkrankungen, Blasenentzündungen, nach abnormer Ausdehnung der Blase u. s. w.
Die normale Menge des Harns, welche am Tage von den Hausthiercn entleert wird, beträgt durchschnittlich bei Pferden 36 Liter, bei Rindern 612, bei Schafen und Ziegen 1j-ä1, bei Schweinen 24, bei Hunden ' i1, bei Katzen ' io '/s.
Zur Gewinnung des Harns kann man bei allen Hausthieren den Katheter anwenden; Schafe kann man sehr sicher und rasch zum Uriniren veranlassen, wenn man ihnen kurze Zeit die Nasenöffnungen zuhält (Friedbergor).
Die eigentliche Untersuchung des Harns wird sich zu erstrecken haben auf die Farbe, Durchsichtigkeit und Reaktion des Harns, auf den Geruch, auf das specif ische Gewicht, auf fremde H arnbest a ndth eile und auf die mikroskopische Beschaffenheit des Harns.
Die Farbe des Harns. Die normale Farbe des frischen Harns beim Pferde ist hellgelb und gelbroth, wobei nach längerem Stehen eine dunkelbraune Farbe (durch Oxydation des Bronzkatechins) eintritt. Der normale Harn der Rinder. Schafe, Ziegen und Kälber ist vorwiegend hellgelb, auch weingelb gefärbt; ähnlich ist auch die Harnfarbo der Schweine; der Harn der Hunde zeigt hollere und dunklere Farben, je nach der Nahrung.
Unter abnormen Verhältnissen ist der Harn blass und wasserhell bei Polyurie. im Verlaufe mancher Infektionskrankheiten nach Vergiftungen und Verabreichung diureti-scher Arzneimittel (Digitalis, Koffein, Diuretin), bei Diabetes mellitus und insipidus, bei der chronischen interstitiellon Nephritis, bei allgemeiner Anämie, bei Sclirumpfniere; dunkel ist stets der mehr konzentrirte Harn beim Fieber, bei manchen Magen-Darmkrankheiten, bei hungernden Thieren; dunkel gelb, safrangelb, braun grün ist zuweilen der Harn der Hunde bei Anwesenheit grösserer Mengen von Gallenfarbstoffcn und (grün) nach Aufnahme von Theerpräparaten; roth ist die Harnfarbe in Folge Beimengung von Blut (bei Hämaturie), Blutfarbstoff (bei Hämoglobinuric), sowie nach Aufnahme von Santonin, Rheum oder Senna bei alkalischer Reaktion des Harns (Müller). Eine missfarbige Beschaffenheit (schmutzig rothbraune, schwarzbraune oder olivengiiine Farbe) beobachtet man bei
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manchen mit Blutzersetzung verbundenen Krankheiten (Septikämie, Influenza, Petechial-fieber u. s. w.).
Bemerkt sei noch, dass der Harn nach Verabreichung von Theerpräparaten dunkel-bis schwarzgrün wird, nach Antifebrin rothgelb, nach Rhabarber braun oder blutroth, nach Thaliin grün erscheint.
Durchsichtigkeit des Harns. Schon normal ist der Pferde harn etwas getrübt (Beimengung kohlensaurer Erdsalze). Diese Trübung beginnt an der Oberfläche des Harns und beweist das hier entstehende Kalkhäutchen in Verbindung mit der Trübung und alkalischen Reaktion desselben das normale Verhalten (Friedberger-Fröhner). Im Uebrigon wechselt der Grad der Trübung und die Menge des Sediments je nach der Menge des Harns und der Art des Futters. Abnorme Durchsichtigkeit tritt in verschiedener Weise und durch verschiedene Ursachen ein; sehr klar und meist sauer reagirend ist der Pferdeharn bei Polyurie. Abnorme Trübungen werden bei stärkerer Anwesenheit von Phosphaten, oxalsaurem Kalk, Harnsäure und harnsauren Salzen, sowie beim Vorhandensein organischer Beimengungen (Haincylinder, Fett, Blut, Epithelien, Schleim, Eiter) beobachtet.
Kind er harn ist, frisch abgesetzt, klar und durchsichtig. Eine Trübung tritt erst nach längerem Stehen ein. Abnorme Trübung zeigt sich schon beim frisch abgesetzten Harn, besonders eine bis dunkolrothe Trübung nach erheblicher Beimengung von Hämoglobin.
Der Harn der Fleischfresser ist normal beim Absetzen sowohl wie auch nach längerem Stehen klar, von saurer Reaktion und nur bei starker Konzentration leicht getrübt. Die Trübungen entstehen aus ähnlichen Anlässou wie beim Pferde.
Der Harn des Schweines verhält sich hinsichtlich der Durchsichtigkeit im Wesentlichen so, wie derjenige der Fleichfresser.
Die Reaktion des Harns ist bei Pflanzenfressern (Pferd, Rind, Schaf, Ziege) in der Regel alkalisch, bei Fleischfressern sauer und bei Omnivoren (Schwein) alkalisch oder sauer, je nach der Fütterung. Beim Pferde wird die alkalische Reaktion bedingt durch die im Heu und Stroh enthaltenen pflanzensauren Kalksalze. Beim Rinde kann (nach FUrstenberg) nach dem Genüsse von vielem Grünfutter der Harn sauer reagiren, ebenso bei Saugkälbern durch das Vorhandensein von Harnsäure. Beim Hunde wird die saure Reaktion durch die Anwesenheit saurer phosphorsaurer Salze bedingt.
Sauer reagirt der Pferdeharn nicht selten bei fieberhaften Krankheiten, wobei die saure Reaktion auf das Vorhandensein von phospborsauren Salzen, freier Hippursäure oder von oxalsaurem Kalk zurückgeführt wird. Beim Rinde wird eine saure Reaktion unter krankhaften Störungen der Ernährung (chronisches Verdauungsleidon, Osteomalacie) beobachtet. Bei Fleischfressern wird eine alkalische Reaktion des frisch entleerten Harns in der Regel als Symptom eines Blasenkatarrhs, seltener bei Hämaturie, Exsudaten oder Blutergüssen aus den grossen Körperhöhlen beobachtet.
Hinsichtlich der Konsistenz des Harns ist zu bemerken, dass mit Ausnahme des Pferdes alle Hausthiere im gesunden Zustande einen dünnflüssigen Harn entleeren. Der Pf er d eh am ist gewöhnlich trübe, dickflüssig, schleimig, gallertartig und fadenziehend, welche Beschaffenheit hervorgerufen wird durch reichlichere Beimengung des Sekrets der Schleimdrüsen der Blase und des Nierenbeckens.
Bei anderen Hausthieren wird der Harn unter abnormen Verhältnissen (bei Blasen-katarrh, Pyelitis oder Pyelonephritis) dickflüssig. Dagegen ist der Pferdeharn dünnflüssig bei saurer Reaktion (die Quellung der Epithelien wird behindert) und bei Polyurie.
Das speeiflsche (rewicht des Harns schwankt bei den einzelnen Hausthieren mehr oder weniger erheblich. Die Mittelzahlen werden in folgender Weise angegeben; Beim Menschen 10001060 rbei Diabetes mellitus); beim Pferde 1040 (10201050); beim Rinde 1030 (10251045), Schaf und Zie^'e 1040 (1015-1065), Hund 1040 (1020lOCO), Schwein 1010 (10051015) und bei der Katze 1030 (1020-1040). Die Feststellung des speeifischen Gewichts erfolgt mittelst des sogen. Urometers. Ein abnorm niedriges speeifisches Gewicht findet sich meist bei chronischen Nierenkrankheiten (interstitiellen Nephritis), im Verlaufe von Infektionskrankheiten, beim Diabetes insipidus, nach Anwendung von Diureticis; normal nach reichlichem Genüsse von Grünfutter; ein abnorm hohes speeifisches Gewicht zeigt sich hei Diabetes mellitus, bei höherem Fieber; ferner steigt das speeifische Gewicht normal in dem nach schwerer Arbeit ausgeschiedenen Harn.
Der Geruch des Harns. Der Geruch des frisch entleerten normalen Harns der Hausthiere ist bei den einzelnen Thieren verschieden. Der Pferdeharn besitzt einen nigenthümlichen aromatischen Geruch, welcher um so stärker hervortritt, je konzentrirtcr
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der Harn ist. Bei abnormer Zersetzung des Harns in der Blase ist der Geruch des Harns ammoniakalisch. Nach längerer Verabreichung von Terpentinöl zeigt sich ein eigen-thümlicher veilchenartiger Geruch; Pferde, welche längere Zeit mit Fleischmehl gefüttert sind, erhalten (nach Siedamgrotzky-Hofmeister) einen Harn mit dem Gerüche des menschlichen Harns. Eine weitere Veränderung des Harngeruches tritt noch nach der Verabreichung mancher anderer Arzneimittel (Kampher, Karbolsäure, ilthorische Oele) ein.
Der Harn der Hunde hat normal einen eigenthümlichen scharfen Geruch, welcher bei heftigen Blasenkatarrhen stechend (ammoniakalisch) wird. Der Katzenharn ist schon normal durch einen scharfen, widerlichen Geruch ausgezeichnet.
Fremde Harnbestandtheile. Von den fremden Bestandtheiien, welche unter pathologischen Verhältnissen im Harn auftreten, sollen nur folgende genannt wurden:
Schleim. In sehr geringen Mengen ist Schleim in jedem Harn zu finden, grössere Mengen zeigen sich bei allen Krankheiten der Harnwege; bei Kühen findet sich zuweilen reichlicher Schleim, welcher, von der Vagina secemirt, in reichlicher Menge dem Harn beigemengt ist. Mikroskopisch sind die Schloimzüge an ihrer unregelmässigen Gestalt und an ihrer ausserordentlich wechselnden Dichtigkeit, wodurch sie von liarncylindern zu unterscheiden sind, erkennbar. Grössere Schleimmengen findet man bei Cystitis, Pyelitis, Pyelonephritis und Nephritis.
Blut und Blutkörperchen findet man gleichmässig dem Harn beigemengt, theilweise gleichzeitig mit Blutcylindern bei allen akuten Nierenkrankheiten. Gelegentliche Blutbeimengungen werden bedingt durch Neubildungen, Steine, kleine Blutaustretungen in der Blase, an anderen Stellen der Harnwege oder durch Nierenbeckenblutungen. Nach längerem Stehen des bluthaltigen Harns bildet sich nach mehreren Stunden zuweilen ein Koagulum von Fibrin. Stammt das Blut aus der Niero, so sind meistens auch Harn, cylinder zugegen, ist der Sitz der Blutung in der Blase, so ist gewöhnlich der Harn nicht innig mit dem Blut vermischt, auch wird das Blut unter häufigem Harndrang zuweilen in grösseren oder kleineren Klumpen und mit Blasenopithel gemischt entleert. 1st die Quelle der Blutung in der Harnröhre, so wird das Blut unabhängig von der Harnentleerung tropfenweise entleert, oder es wird beim Uriniren zunächst Blut und dann Harn entleert.
Blutiger Urin findet sich bei den erwähnten Anlässen bei Pyelitis und Pyelonephritis, bei Hämophilie, pernieiöser Anämie, Prostatitis, bei Pyämie, Milzbrand, bei Pyämie und Septikämie, zuweilen bei Pocken, bei der Hundestaupe, im Verlaufe des Petechialfiebers, bei Anwesenheit von Parasiten in den Nieren und Niorengefässen (Filarien, Eustrongylus gigas) u. s. w. Ist der Blutfarbstoff gelöst, wobei besonders bei Pferden die Farbe des Harns blutroth, bierbraun oder chokoladeförmig sein kann, so handelt es sich um eine Hätno-globinurie.
Eiter und erhebliche Anwesenheit von weissen Blutkörperchen findet man im Harn zunächst bei allen entzündlichen Zuständen der Schleimhaut der Harnwege, bei Verletzungen derselben, bei einzelnen Nierenentzündungen, sowie bei Kühen im Verlaufe der eiterigen chronischen Vaginitis und Endometritis. Ueber die Quelle dieser Harnbeimischung kann man aus der Form der Epithclien und eventuell aus dem Vorhandensein von Harncylindern Aufklärung erhalten.
Epithelien und Harncylindor. Vereinzelte Epithelien findet man in jedem Harn, während ein massenhaftes Auftreten auf pathologische Zustände innerhalb der Harnorgane hindeutet. In vielen Fällen kann man den Sitz des Krankheitsprozesses aus der Form und Grosse der Epithelien bestimmen, welche im Harn nachzuweisen sind. Der Nachweis von Pflasterepithelien würde auf eine Erkrankung der Blase, das Vorhandensein der kleinen Cylinderepithelien auf Nierenerkrankung schliessen lassen. Das Epithel der Harnröhre, des Harnleiters und des Nierenbe ckens ist Pflaster- oderPlattenepitliel von unregelmässiger Form und meistens mit einem Kern versehen. Ist der Sitz der Erkrankung in den tieferen Schichten, so sind die Epithelien schlanker und besitzen kleine Portsätze. Grössere runde Drüsenzellen neben massenhaften Eiterkörperchen, Kugelbakterien und Mykothrixfaden treten (nach Siedamgrotzky-Hofmeister) bei Prostatavereiterungen auf, Harncylinder walzenförmige Ausgüsse der Harnröhre von verschiedener Länge, Dicke und Zusammensetzung findet man besonders oft im Harn der Pferde, seltener beim Rinde und Hunde. Man unterscheidet: Hyaline Cylinder, granulirte Cylinder, Epithel-cylinder, kolloide Cylinder, Kalkcylinder, Hämoglobincylinder. Beim Pferde findet man besonders oft hyaline, granulirte und epitheliale Cylinder. Beim Hunde fand Müller vorwiegend aussei- den eben beim Pferde genannten noch Blutcylinder. Das Vorhandensein der genannten Gebilde lässt mit Sicherheit auf das Bestehen einer Nieronerkrankung schliessen.
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und zwar zeigen sich hyaline und gi-anulirte Cylinder mit anderen Formen gemischt bei allen Nierenleiden, für sich allein linden sie sich bei der Albuminurie; Epithelcylinder findet man besonders bei akuter pnroncliymatöser Nephritis; hyaline und mit Eiterzellen durchsetzte bei eiteriger Nephritis, Blutcylinder deuten auf Nierenblutungen hin. Hamo-globincylinder werden zuweilen bei der Hiimoglobinurie der Pferde gefunden.
Eiwoiss. Das Auftreten von Kiwoiss im Harn ist in der Regel als krankhaft zu bezeichnen. Zum Nachweise in der Praxis wird am meisten die Kochprobe mit Zusatz von Salpetersäure benutzt. Man giesst den zu untersuchenden Harn in ein Roagensglas und kocht Um zu entscheiden, ob eine entstandene Trübung durch Phosphate oder durch Eiweiss hervorgerufen ist, setzt man einige Tropfen Salpetersäure oder Essigsäure zu, wobei dann der Eiweiss-Niederschlag bleiben, Phosphat-Niederschlag sich auflösen wird.
Das Vorhandensein von Eiweiss im Harn (Albuminarie) ist stets ein Symptom, dem verschiedene Leiden zu ürunde liegen können, wobei jedoch eine krankhafte Veränderung der (ilomeruliiswandungcn in der Regel die gemeinsame anatomische Ursache ist. Bei Blutungen, entzündlichen Zuständen und Eiterungen in den Harnwegen kann auch Eiweiss im Harn vorkommen, ohne dass das Eiweiss in den Nieren erzeugt ist (unechte oder accidentello Albuniiniirie). Die echte Albuminurie zeigt sich nur bei akuten und chronischen Nierenentzündungen, bei fettiger Degenerntion der Nieren, bei Amyloid-niore, bei zahlreichen mit Stauungshyperäinie der Nieren verbundenen Cirkulationsstörungen (im Verlaufe von Hcrzklappenfehlern, clironischen Lungenleiden), sowie bei manchen Blut-kriuikheitcn (Anämie, Leukämie), im Verlaufe mancher akuter Infektionskrankheiten (Brustseuche, l'nenmonie) und bei akuten Vergiftungen.
Zucker. Kleinere Mengen von Zucker sollen unter normalen Verhältnissen gelegentlich im Harne der Hausthiere (besonders beim Rinde) zur Beobachtung kommen. Grössere Mengen sind bisher nur sehr selten (hei der selten vorkommenden Zuckorharnruhr) beobachtet worden. Die Prüfung erfolgt nach der Tro mm er'sehen oder Nylander'sohen Methode. Bei der Troinmer'schen Methode werden einige Kubikcentimeter eiweissfreien Harns in einem Reagenzglase mit etwa der doppelten Menge Wasser verdünnt und durch Kali- oder Natronlauge stark alkalisch gomacht. Man setzt hierauf reine 8,5 prozentige Lösung von Kupfersulfat so lange tropfenweise zu, als der entstehende Niederschlag von Kupferoxydhydrat sich wieder löst und erhitzt. Enthält der Harn Zucker, so bildet sich an der Oberfläche der belesen Flüssigkeit eine golbröthliche Wolke, welche sich nach und nach über die ganze Flüssigkeit ausbreitet.
Die Wismuthprobe nach Nylander wird in der Weise ausgeführt, dass zu 10 Theilen des ei weissfreien Harns oinT'heil einer Flüssigkeit aus zwei basisch salpeter-sanrem Wismuthoxyd, vier Seignettsalz und 100 achtprozentiger Natronlauge zugesetzt und hierauf gekocht wird. Bei Uegenwart von Zucker schwärzt sich der Inhalt des Reagenzglases.
Gallenfarbstoffe. Gallenfarbstoffe kommen bei den Hausthieron nicht selten und am häufigsten im Harn der Hunde vor. Das Vorkommen von Gallenfarbstoffen ist jedoch stets eine pathologische Erscheinung auch bei Hunden (Friedbergor-Fröhner) und kann hervorgerufen werden durch Hindernisse beim Gallenabfluss, durch katarrhalischen Ikterus, durch akute Erkrankungen des Leberparenchyms, bei länger bestehenden Darm-katarrhen (z.B. bei der Staupe der Hunde, bei einzelnen mit Blutzersetzungen einhergehenden Erkrankungen (Brustseuche der Pferde). Fröhner fand Gallenfarbstoffe bei grosser Herzschwäche in der Agonie, Voit im Hungerharn.
Der Nachweis der Gallenfarbstoffe erfolgt nach Gmolin in der Weise, dass man in ein Reagenzglas eine kleine Menge reiner Salpetersäure giesst, derselben 12 Tropfen rauchender Salpetersäure zusetzt und das so entstandene Gemisch vorsichtig mit Harn übar-schichtet, den man am besten mittelst einer Pipette an der Wand des Reagenzglases herab-laufon lässt. Etwa vorhandene Gallenfarbstoffe geben sich durch an der Schichtungsstelle entstehende farbige Ringe, welche unten roth, darüber violett und blau und oben grün gefärbt sind, zu erkennen. Das Vorhandensein dos grünen Ringes ist entscheidend.
Fett. Fett in Form von Fetttriipfclien, welche auf der Oberfläche des frisch entleerten Harns schwimmen, kommt bei sehr fetten Hunden bereits unter normalen Verhältnissen vor und kann auch sonst durch reichliche Fettfütterung hervorgerufen werden. Auch bei fettiger Degeneration der Nierenepithelien findet man Fett im Harn. Beim Menschen findet man Fett z. B, nach längerer Verabreichung von Loberthran, sowie bei der sogen, grossen weisson Niere (chronischen, parenehymatösen Nephritis). Verunreinigungen des Urins mit Fett nach Anwendung geölter Katheter können gelegentlich zu Irrthümern
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Die Krankheiten der Nieren und dea Nierenbeckens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 771gt;
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Veranlassung geben, Unter pathologischen Verhältnissen findet sich neben Fett stets Eiweiss vor. In den Tropen kommt Ohylurie oft anfallsweiso und mit Fieber verbunden vor, hält Tage, Wochen und Monate an und verschwindet dann wieder, um bald von Neuem aufzutreten. Zur Behandlung wird kräftige Kost, Eisen und Chinin empfohlen. In den Tropen wird eine Pflanze, Pentaphyllum, als zuverlässiges Mittel genannt.
Melanurie istbeim Menschen in Fällen beobachtet worden, in welchen in einzelnen Organen melanotische Tumoren bestanden.
Hydi'otliionnrie Ausscheidung von Schwefelwasserstoff durch den Harn istbeim Menschen zuweilen beobachtet worden bei Perforationsperitonitis, im Verlaufe von Gicht, bei Typhusrokonvalescenton.
Pneumaturie Gasblasen im Harne ist beim Menschen gesehen worden, wenn sich Verbindungen zwischen Blase und lufthaltigen Räumen (Darm, Seheide) gebildet haben, so dass Gase aus den letzteren in die Blase hineingelangton. Ferner kann es in der Blase selbst bei zuckerhaltigem , mit Hefezellen gemischtem Harn zur Gasbildung kommen. In zuckerfreiem Harn können Spaltpilze die Ursache der Gasbildung sein,
Parasiten. Im Ganzen finden sich pflanzliche Parasiten in dem frisch gelassenen Harn bei Thieren selten. Nach Siedamgrotzky-Hofmcister kommen sehr lange Ketten von Kugelbakterien neben zahlreichen Eiterkörperchen in der Regel bei Pio-statavereiterung vor. Beim Menschen finden sich pflanzlicheParasiten (Kettenkokken: Mikrokokkus ureae, Mikrokokkus ureao liquefaciensl bei schweren Cystitisf'ormon. Bei der Pyelitis, Cystopyolitis, (Jystopyolonephritis scheint das Bakterium koli kommune die Hauptrolle zu spielen. Die speeifisohen pfianzliclion Organismen findet man gelegentlich bei Tuberkulose und Gonorrhöe im Harn, Tuberkelbacillen im Harn sind beim Menschen (und auch bei Thieren) ein sicheres Zeichen der Urogenitaltuberkulose. Vereinzelt hat man beim Menschen auch noch pat ho gene Pilze im Harn gefunden, welche im Blute kreisen: u, a. Rotzbacillen, Tuberkelbacillen bei akuter Miliartuberkulose, Erysipel-kokken, Rekurrensspirillen falls gleichzeitig Nierenblutung besteht u. s, w.
Von thierischen Parasiten sind im Harn des Menschen gelegentlich beobachtet worden: Theilc von Echinokokkenblasen, wenn ein Echinokokkus der Niere oder der Umgebung des Harnapparats in die Harnwege durchbricht; die Eier von Distomum haematobium (in Aegypton vorkommend); Strongylus gigas und Filaria sanguinis. Im letzten Falle, wo der Harn auch viele Filaria-Embryonen enthält, hat derselbe eine pfirsichrothe Farbe,
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I. Die Krankheiten der Nieren und des Nierenbeckens.
Allgemeiite Vorbemerkuu^on zur Pathologie der Nicrenkrankheiteii.
Der wichtigste Grund, weshalb die Nieren (für sich oder mit anderen Organen) so häufig erkranken, ist zweifellos der, duss durch die Nieren schädliche Stoffe aller Art, welche im Blute cirkuliren, zu einem grossen Theilc durch die Nieron ausgeschieden werden und dadurch sehr oft die Ausseheidungsorganc selbst krank gemacht werden. Die dabei in Betracht konnnenden Schädlichkeiten können, wie Strümpell eintheilt, chemisch-toxische oder organisirt-infektiöse sein. Daneben können die Krankheitserreger auch von den unteren Harn wegen (Blase, Nierenbecken] nach aufwärts in die Nieren dringen und sekundäre Nierenerkrankungen im Verlaufe einer Urcthritis, Cystitis, Pyelitis bedingen.
Selten treten bei den Nierenerkrankungen subjektive örtliche Symptome auf (örtliche Schmerzen). Von den allgcineinen SyinittoiiU'ii bei den Nierenkrank-
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beiten mögen folgende hier erwähnt sein, um Wiederholungen hei Erörterung der einzelnen Formen der Nierenkrankheiten möglichst zu vermeiden.
Albuiniiiuric, das Auftreten von Eiweiss (vorzgswoise von Serumalbumin und Serumglobulia) im Harn, ist schon allein entscheidend für die Diagnose eines Nierenleidens, wenn auch bei gesunden Menschen und Thioron ein geringer Eiweissgehalt vorübergehend vorkommt, besonders auch nach reichlichen Mahlzeiten, kalten Bädern, (Leube, Fiirbringer, Senator, Posner, Simader). Jede ohne Weiteres nachweisbare anhaltende Eiweissausscheidung durch den Harn wird man jedoch als pathologisch zu betrachten haben. Fast bei jeder echten normalen Albuminurie wird die Entstehung durch einen abnormen Uebertritt von Bluteiweiss in den Urin bedingt. Eine Entstehung durch den Zerfall von Nioronopitholien ist möglich, doch gegenüber der anderen im (Janzen selten. Der Uebertritt erfolgt vorwiegend in den Glomerulis, wobei eine durch Erkrankung der Glomeruli hervorgerufene abnorme Durchlässigkeit der (! lomeruli s-AVa n d ungen die unmittelbare Ursache des Uebertritts ist. Ebenso können entzündliche Veränderungen der Gefässwandungen den Durchtritt von Serumeiweiss erleichtern. Andererseits brauchen die Veränderungen in den Glomerulis keineswegs immer erhebliche zu sein. Veränderungen der Blutmiscluingeu (stärkerer Wassergehalt oder verminderter Eiweissgehalt) sind bei der echten Albuminurie mehr indirekt betheiligt; ebenso hat eine Erhöhung des Blutdruckes keine wesentliche Bedeutung, während eine Erniedrigung des Blutdruckes als solche fast niemals Albuminurie hervorruft.
Hariu'jiindcr und andere abnorm geformte Bestandtheile finden sich gleichfalls bei einzelneu Nierenkraukheiten. Die Entstehung der hyalinen Cylinder, die häufigste und wichtigste Art der Ilarneylinder, ist bisher noch nicht genügend klargestellt. Es ist möglich, dass es sich dabei um aus den Glomerulis ausgeschiedenes Eiweiss bandelt, welches unter dem Einflüsse absterbender Leukocyten und Epithelien zur Gerinnung gebracht wird. Die anderen geformten Bestandtheile sind schon oben erörtert worden.
Ferner steht Hydrops bei zahlreichen Nierenkrankheiten im Vordergründe der Erscheinungen, obwohl auch akute und chronische Nierenleiden ohne Wassersucht vorkommen. Die Wasseransammlung wird bedingt einmal durch die Kreislaufstörungen in den Nierengefässen, besonders in den Glomerulusschlingen und ferner durch eine Veränderung der Gefässwände, begünstigt durch die Albuminurie und Zurückhaltung von Harnbestandthcilcn, wodurch dann eine gesteigerte Durchlässigkeit und starker Austritt von Wasser in die Gewebe hervorgerufen wird. Es schwellen zunächst die Theile mit lockerem Zellgewebe (Augenlider, äussere Ge-schlechtstheile), dann die Knöchelgcgend, Rücken und dann füllt sich das gesamrito Unterhautzellgewebe (Anasarka); dann schliessen sich hydropische Ergüsse in den inneren Körperhöhlen (Hydrothorax, Ascites, Hydroperikardium) an. Selten kommt es zu Glottisödem und Lungenödem.
Ilrämie. Bei ungenügender sekretorischer Funktion der Nieren häufen sich auch die gelösten Bestandtheile des Harns (Salze, Harnstoff und andere Endprodukte des Stoffwechsels) im Blute und bewirken Vergiftungserseheinungen, welche man als Urämie bezeichnet. Ueber das Wesen und die Ursachen der Vergiftungserseheinungen gehen die Ansichten noch auseinander. Eine besondere Rolle spielt
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zumeist der Harnstoff, dann kommen auch anatomische Vcriiiiderungen im Gehirn Ablagerung von Harnstoff in der Rinde in Betracht und schliesslich (nach Traube) auch das Auftreten eines akuten Gehirnödems.
Hinsichtlich der klinischen Erscheinungen der Urämio möge noch folgendes erwähnt sein. Meist tritt Urämie ein, nachdem die Harnmenge einige Tage hindurch sehr gering gewesen ist, zuweilen auch gleich nach dem Vorschwinden ausgebreiteter Oedeme; manchmal geht keine nachweisbare Veränderung des Harns vorher. Erwähnt möge dabei sein, dass selbst hochgradige Harn Verminderung nicht nothwendig Urämie zur Folge haben muss. Die akute Urämie entsteht dagegen zuweilen ganz plötzlich mit Kopfschmerz, Beklemmung, Uebelkeit, Erbrechen und Durchfall. Dazu treten Benommenheit, nicht selten tonische und klonisehe Krämpfe, Delirium und Hallucinationen. Bei der schweren Urämie zeigen sich dann die urämischen Krampf an fälle, welche den epileptischen Krämpfen sehr ähnlich sind. Bemerkenswerth ist, dass, wenn die Krämpfe nicht zum Tode führen, nicht selten völlige Blindheit (bei normalem Augenbefund) - Amaurose für einige Tage zurückbleibt.
In anderen Fällen tritt die Urämie auch in chronischer Form auf; es zeigen sich dann Kopfschmerz, Mattigkeit, Singultus, andauernde oder anfallsweiso auftretende Athemnoth, Pulsverlangsanmng, Erbrechen, Durchfall, Sohstörungeu (Retinitis albuminurika). Dabei kann man in den Magen- und Darmausleerungen regelmässig Harnstoff nachweisen; ebenso im Schwcisse, wodurch das häufig recht lästige Hautjucken verursacht wird. Die Körperwärme ist bald sehr erhöht, bald erheblich herabgesetzt. Bei Tliieren riecht zuweilen die uusgeathmete Luft nach Urin; die akute Urämie kann einige Tage, die chronische viele quot;Wochen dauern. Die Prognose ist stets zweifelhaft, aber nicht immer ungünstig. Oft verschwinden die urämischen Erscheinungen vollständig, in vielen anderen Fällen werden sie jedoch auch Todesursache. An den gestorbenen und geschlachteten Thieron ist Harngerucli festzustellen, welcher noch stärker hervortritt, wenn Fleischstückchen über der Flamme erwärmt, gekocht oder in heisses Wasser geworfen werden. Bei der Urämie des Geflügels findet man (nach Johne) Harnsäuroausscheichingen auf den serösen Häuten, in den Gelenken und deren Nachbarschaft.
Herzhypertrophie. Bei allen Formen der Nierenentzündung kommt Herzhypertrophie vor, theils wegen des Unterganges zahlreicher Nierengefässe, theils durch den Reiz der im Blute zurückgehaltenen Harnbestandtheile, daneben kann dann auch das Vorhandensein von allgemeiner Arteriosklerosc die Ursache der Nephritis und gleichzeitig auch der Herzhypertrophie sein. So tritt die Herzhypertrophie besonders bei der Schrumpfniere, dann aber auch bei anderen chronischen Formen der Nierenerkrankung fast regelmässig auf. Die der Herzhypertrophie vorangehende Druckzunahme kann nach einigen Tagen und Wochen wieder verschwinden, sobald die Nierenstörungen beseitigt sind. Bleibt jedoch die Nierenstörung bestehen, so zeigen sieh oft schon nach 68 Wochen die ersten Erscheinungen der Hypertrophie des linken Ventrikels,
Da zahlreiche Krankheiten der Nieren bei Thieren erst durch die Sektion genauer festgestellt werden, während klinisch eine scharfe Tennimg oft nicht
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möglich, so sollen im Nachfolgenden auch nur die klinisch wichtigen Formen der Nierenentzündungen ausführlicher besprochen werden.
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1. Die akute Nierenentzündung.
Nephritis akuta (akute Bright'sche Krankheit1).
a) Beim Menschen.
Aetiologie. Aeüologisch ist die akute Nephritis keine einheitliche Krankheit. Die Schädlichkeiten können ausserordentlich verschiedener Art sein (infektiöse oder toxische Stoffe); alle haben sie das Gemeinsame, dass sie eine örtliche Reizung der Nieren bewirken und so die Entzündung hervorrufen. Dennoch kann die akute Nephritis im Verlaufe fast aller Infektionskrankheiten entstehen, ferner nach Einwirkung chemischer Stoffe, welche entweder von aussen in den Körper gelangen und durch die Nieren wieder entfernt sind, oder auch als innerlich angewandte Arzneimittel in grösseren Dosen eine Reizung der Nieren hervorrufen. Als solche ehemisch wirkende Substanzen sind zu nennen: die Mineralsäuren, ferner Oxalsäure, Phosphor, Arsenik, Blei, chroiusaures Kali, sowie von innerlichen Mitteln: Kanthariden, Terpentin, Salicylsäure, chlorsaures Kali u. s. w. Zuweilen entsteht auch eine akute Nephritis nach heftigen Erkältungen, Durehnässungen und nicht ganz selten in den letzten Monaten der Gravidität (Nephritis gravidarum).
Symptomraquo; und Verlauflaquo; In geringen Graden der Entzündung findet man nur massige Albuminurie, bei vollständig ausgebildeter Entzündung ist starker Ei-weissgehalt, speeifiseh schwerer Harn und mikroskopisch die Anwesenheit hyalincr, körniger oder Epithelcylinder festzustellen. Bei starker Blutbeimischung ist der Harn röthlich oder dunkelroth gefärbt. Der konzentrirte Harn verursacht beim Uriniren Brennen. Ferner zeigen sich bald hydropisebe Erscheinungen, welche bei günstigem Verlaufe unter Zunahme der Harnmenge und starken Schweissausbrüchen in wenigen Wochen wieder zu verschwinden pflegen. Durch Komplikationen (Bronchitis, Pneu-monie) kann die Heilung verzögert oder tödtlicher Ausgang herbeigeführt werden. Nicht selten treten auch anämische Erscheinungen (Erbrechen, Kopfschmerz u, s. w.) auf. Die Körpertemperatur 1st gewöhnlich etwas erhöht, der Puls meist gespannt; ebenso ist nach längerem Bestehen Hypertrophie des linken Ventrikels nachweisbar. Die Prognose richtet sich nach dem Grundleiden; die meisten Fälle gehen in Heilung, die wenigsten in chronische Nierenentzündung über.
Anatomisoher Itt'fuud. Die anatomischen Veränderungen sind als entzündliche (an den Gefässcn und all dem interstitiellen Bindegewebe) sowie theilweiso als degenerative (an den Epithelicn der Hamkanälelien) nachweisbar. Schon bei leichten Entzündungen ist eine Dogouemüon der Nierenepilhelien des Nierenparenchyms -nachweisbar, während Bindegewehe und Gefässe noch normal erscheinen. Makroskopisch ist in den leichten Fällen aussei- einer kaum erkennbaren schwachen
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i) B. Bright beschrieb zuerst im Jahre 1827 die diffusen Nierenentzündungen; M. B. ist demnach mehr ein historischer Kollektivname vorschiodoner diffuser Mierenerkran-kungen, die jetzt getrennt werden in: Neplir. parench, akuta und chronika, Neplir. intor-
stitialis (Cirrhosis), Degeneratlo nmyloides rennm.
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Vergrösserung, einer grauröthlichen oder gmuweissen (durch Verfettung entstandenen) Färbung nichts besonderes nachweisbar. Mikroskopisch ist trübe Schwellung (die Zellen der Rindenkanälchen und Glomeruli sind geschwollen, körnig, theilweise ohne Kern), fettige Degeneration (in den genannten Epitholien treten Fetttröpfchen auf, welche zum Zerfall fübren) und schliesslich mich Nckrose der Nierenepitholien (die Zellkerne verschwinden und der gequollene Zollleib verwandelt sich in blasig-homogene Schollen) uachweishar. In allen höheren Ciradcn bei der eeilten akuten Nephritis sind aussei: dem Zwischengewebe vor allen Dingen auch die Gefässe betroffen. Man findet dann Zellanhäufungen im hiterstitiellen Gewebe, in den Harnkanälcben sind zahlreiche hyaline (Cylinder, die Gefässe selbst meist komprimirt, daneben vielfach Blutungen sowolil im interstitiellen Gewebe, wie im Innern der Harnkanälcben. Die Erkrankungen treten ferner vorwiegend diffus, seltener herdförmig auf.
Dementsprecheiul sind auch die Formenquot; der Nephritis verschieden, je nachdem starkes Exsudat, starke Hyperämie, ausgedehnte Verfettung vorhanden oder stärken; Blutungen an der Oberfläche der Kapsel schon erkennbar (akute hämorrhagische Nephritisquot;) aufgetreten sind.
Diagnose. Wird oder kann die Untersuchung des Harns vorgenommen worden, so ist die Diagnose der Nephritis leicht. Das Vorhandensein einer akuten Nephritis ist allerdings erst durch Berücksichtigung der Anamnese, Aetiologie und des.ganzen Krankheitsverlaufes möglich,
Therapielaquo; Zunächst ist völlige Bettruhe, warme Bedeckung und vorsichtige Diät (am besten nur Milchdiät) erforderlich. Zur diaphoretischen Behandlung, welche sich als zweckmässig erwiesen hat, werden warme Bäder von viertel- bis halbstündiger Dauer mit nachfolgender Einpackung in wollene Decken, und in höheren Graden die subkutane Anwendung von Pilokarpinum hydroclilorikum (0,010,02 auf einmal) zweckmässig sein. Doch ist bei Herzschwäche von Pilokmpin-Anweii-dung Abstand zu nehmen. Mildere Dluretika (Kali acetikum und Natron aeetikum täglich 5,010,0) ferner Diuretin (4,06,0 täglich) werden meistens gut vertragen; stärkere sind jedoch zu vermeiden. Geringere anämische Erscheinungen können noch durch Schwitzen und event, stärkere Diuretika behandelt werden, heftige und häufige urämische Krämpfe sind jedoch durch Chloralhydrat oder Cldoro-foruinarkose zu bekämpfen. Bei starker Somnolonz und Koma werden laue Bäder mit kalten Uebergiessungen verordnet. Kräftigen Personen mit vollem Pulse kann man auch einen Aderlass machen. Bei vorhandener Herzschwäche ist Digitalis nützlich (Infus von 1,01,5 : 150,0) und in höheren Graden Koffein oder Kampher. Gegen das Erbrechen und die Durchfälle ist im Allgemeinen nur die diätetische Behandlung angezeigt, nur in schweren Fällen wird man Eispillen, Morphium, Opium, Kokain oder w^nn das Erbrochene Ammoniak enthält täglich 1016 Tropfen verdünnte Salzsäure in Wasser verabreicht.
b) Bei Tliieren.
Die akute Nephritis wird bei allen Hausthieren, am häufigsten beim Pferd, Hind und Hund, beobachtet.
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Aetiolo^ie. Die Ursachen können, wie beim Menschen, infektiöser, toxischer, traumatischer und rheumatischer Natur sein. Von infektiösen Ursachen sind bei Pferden besonders Rot/,, Brustseuche und Petechialfieber, Druse, Angina, bei Rindern Milzbrand und Maul- und Klauenseuche, bei Schweinen Stäbchenrothlauf, bei Hunden Staupe und Bronchitis zu nennen. Inwieweit reine Erkältungen besonders bei Pferden eine akute Nephritis hervorrufen können, ist mit Sicherheit noch nicht entschieden, doch ist das Vorkommen solcher Fälle nicht in Abrede zu stellen. Von toxischelaquo; Substanzen, welche akute Nierenentzündung veranlassen können, sind zu nennen: Quecksilber, Arsenik, Phosphor, Blei, Kupfer, Kanthariden, Digitalis, Salicylsäure, Kali chlorikum (in grossen Dosen), Theerpräpa-rate, Naphthol, Terpentinöl, Krotonöl, Scilla, Extraktuni Filicis u. s. w., diese Mittel können auch durch Aufnahme von der Haut aus eine Reizung der Nieren herbeiführen (Behandlung der Hautkrankheiten oder anderer äusserer Leiden mit Quecksilber, Arsenik, Kanthariden, Karbolsäure). Ebenso können erfahrungsgemäss Befallungspilze, welche in grösseren Mengen mit verdorbenen Futterstoffen aufgenommen werden (Schimmel-, Rostr und Brandpilze) Nierenentzündungen hervorrufen. Ferner können Nierenentzündungen entstehen durch Stösse und Schläge, welche die Nierengegend treffen, durch reizende Stoffe, welche im Verlaufe anderer Erkrankungen (Hämoglobinämie) durch die Nieren ausgeschieden werden, schliesslich durch Fortleitung von Entzündungsprozessen, welche in der Blase oder im Nierenbecken (Cystitis, Pyelitis) entstanden sind.
Syinptome und Verlauf. Leichte Grade der akuten Nierenentzündung werden selten erkannt, weil die geringeren Abweichungen des Harns von der normalen Beschaffenheit leicht übersehen werden. Schwerere Grade sind durch den stark eiwcisshaltigen Harn, durch die verminderte Harnsekretion, durch das erhöhte speeifische Gewicht und die dickere Konsistenz des Harnes, dessen trübe, schleimige oder verfärbte Beschaffenheit erkennbar. Dabei erfolgt der Harnabsatz (besonders bei Hunden erkennbar) oft unter steifer Haltung der Lendengegend, welche Druckempfindlichkeit zeigt. Das Uriniren erfolgt selten und nur dann unter Schmerzen, wenn das Ablaufen des sehr konzentrirten Harns die gesunde Blase und Harnröhre reizt. Die Thiere vermeiden auch zuweilen stärkeres Einbiegen der Lendengegend und bekunden beim Druck auf die Nieren mittelst der per rektum eingeführten Hand Schmerzempfindung. In höheren Graden ist gelegentlich auch ein etwas gespannter Gang zu beobachten und grössere Thiere unterlassen es, sich niederzulegen, weil ihnen das Aufstehen sehr beschwerlieh und schmerzhaft ist. Zuweilen sieht man auch bei der Bewegung, dass die Thiere den Hinterfuss der kranken Seite nachschleppen (Friedberger-Fröhner) bezw. weniger weit vorsetzen als den gesunden. Der Appetit ist in höheren Graden meistens verringert, Verstopfung und Durchfall treten abwechselnd auf. Im weiteren Verlaufe können sich je nach dem Grade der Erkrankung die schon beim Menschen erwähnten Erscheinungen entwickeln: Bronchitis, Pneumonic, Hypertrophie und in sehr schweren Fällen Urämie, wobei dann Betäubung und mehr oder weniger heftige Krämpfe, starker Schweissausbruch mit nachfolgendem Koma, auftreten können. Solche Zustände sind bei Pferden, Rindern und Hunden beobachtet worden.
Bei der mikroskopischen Untersuchung des Harns findet man dann die
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schon erwähnten Bestamlthcile: Harncylindcr, Epithelien, weisso oder rothe Blutkörperchen. Der Vorlauf ist verschieden, meist ist die Entscheidung in 12 Wochen eingetreten; der tödtliche Ausgang kann auch früher sich einstellen. Die Prognose ist jedenfalls zweifelhaft.
Anatoinisclicr Befund. Die anatomischen Veränderungen sind im Wesentlichen denjenigen des Menschen ähnlich und, -wie diese, dem Grade der Erkrankung entsprechend, verschieden. In leichteren Graden findet sich nur eine trübe Schwellung der vergrösserten, weichen, leicht zerroisslichen Nieren. In höheren Graden (Miterkrankung der Gefässe und des interstiticllen Gewebes) erscheint die Niere grauroth, fleckig gefärbt mit deutlich hervortretenden Malpighi'schen Körperchen. Grössere und kleinere rothe Punkte oder Flecken finden sich bei der sogen, hämorrhagischen Nephritis. Dabei erscheint die Marksubstanz zuweilen ganz dunkel-roth gefärbt. Ist die akute Nephritis sehr ausgedehnt (Nephritis diffusa) so ist auch die Vergrösserung und die Zunahme des Gewichts erheblich. Nach Entfernung der leicht ablösbaren Kapsel finden sieh an der Oberflächt! der Niere zahlreiche graue oder gelblichgraue blutige Stellen, welche theilweise dunkolrothe (blutige) Flecke erkennen lassen. Bezüglich des mikroskopischen Befundes muss auf das beim Menschen Gesagte verwiesen werden.
Diagnose. Wird in allen verdächtigen Fällen eine Untersuchung des Harnes vorgenommen, so ist die Erkennung des Leidens nicht schwer. Eine Verwechselung mit einer Uteruserkrankung bei weiblichen Thieren kann durch örtliche Untersuchung leicht vermieden werden.
Therapie. Im Wesentlichen wird man den Indikationen zu folgen haben, wie solche schon beim Menschen angegeben und beim Hunde am besten durchzuführen sind. Also: Milchdiät bei Hunden, Vermeidung jeder die Nieren reizenden Nahrung bei anderen Hausthieren, absolute Euhe und Beförderung der Schweiss-sekretion durch vorsichtige Frottirungen des Körpers, Einhüllen in wanne Decken und durch subkutane Injektion von Pilokarpinum hydrochlorikum (0,2 beim Pferde, 0,6 beim Rinde, 0,0050,02 beim Hunde). Bei Hunden empfiehlt sich jedoch die Anwendung warmer Bäder mit nachfolgenden warmen Eimvickelungen; beim Pferde ist auch als schweisstreibendes Mittel Arekolinum hydrobromikum (0,08) versucht worden. Die Anwendung von Diureticis ist am besten ganz zu vermeiden und höchstens das essigsaure Kalium zu versuchen. Dagegen sind leichte Abführmittel zweckdienlich (Kalomcl, Aloe bei Pferden; Senna-Elektuarium e Senna kaffeelöffelweise, Jalape und Kalomel bei Hunden: Res. Jalap. 0,1; Kalomcl 0,05 Sachar. alb. 0,6, M. f. p. D. t. dos. VI, täglich 1 3 Pulver). Als adstringirende und styptische Mittel wurden früher noch Tannin (0,1 mehrere Male täglich oder in Form der Chinarinde), sowie Folia Uvae Ursi (Inf. fol. Uvac Ursi 1:1015 mehrere Esslöffel täglich) verordnet; Friodberger-Fröhner empfehlen diese Mittel auch jetzt noch. Gegen erhebliche Herzschwäche wird Digitalis, besonders aber Diuretin, Koffein und event, subkutane Kainpherinjektion anzuwenden sein. Zur Bekämpfung der urämischen Konvulsionen wird man Chloroform- oder Bromätherinhalationcn, Chloralhydratklystiere versuchen müssen.
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2. Die chronische Nierenentzündung. Nephritis chronika.
(Ohro.nisohe diffuse Hepbritis, ohronisoh pnrouchymatöse Nephritis, grosse weisse Niere, sekundäre Sohrumpfoiereraquo;)
ft) Beim Men so lien.
Aotiologie. In der Hauptsache hmulelt es sich bei den hier in Betracht konimenden Prozessen um entziindlich-dcgcnorative Niei'cnerkrankungen, deren anatomische und ätiologische Grundlage verschieden sein kann, doch beträgt die Dauer mindestens mehrere Monate und kann selbst 12 Jahre erreichen.
Im Gegensatz ZU den früheren Anschauungen wird gegenwärtig angenommen, dass die chronische Nephritis im Ganzen (zuweilen nach Scharlach) sich aus der akuten entwickelt. Meist handelt es sich um eine von vornherein chronische und allgemeine (chronische, diffuse Nephritis) Nierenerkrankung, -svahrend bei der eigentlichen Schrumpfnierequot; noch Bezirke mit normalem Gewebe zwischen den einzelnen Krankheitsherden übrig bleiben. Auch bei der chronischen Nephritis sind wohl in den meisten Fällen toxische oder infektiöse Schädlichkeiten, welche in kloinen Mengen und längere Zeit hindurch einwirken, die nächste Ursache. Daneben sind nicht selten auch häufige Erkältungen, Durchnässungen,_feuchte Wohnungen U, dergl. die Veranlassung. Personen im mittleren Lebensalter, Alkoholisten, Männer, erkranken am häufigsten. Ferner zeigt sich chronische Nephritis nicht selten im Verlaufe der Malaria, häufig jedoch auch ohne dass eine genaue Ursache erkennbar ist.
Symptome, Verlauf, Ausgang. Die ersten Zeichen der Erkrankung werden nicht selten übersehen; es zeigen sich blasses Aussohen, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Uebelkeit und Kopfschmerzen. Nur wenn frühzeitig eine ärztliche Untersuchung, wobei der Harn besichtigt wird, stattfindet, ist die Erkennung vorher möglich. Das erste charakteristische Zeichen ist der Hydrops, das Auftreten von Oedemen. Diese zeigen sich zunächst an den Fussknöcheln und Unterschenkeln, dann erst an den Augenlidern. Die tägliche Harnmenge sinkt immer mehr, der Harn wird trüber, ist stark eiweissbaltig (240/o) und enthält weisse, nieist auch rothe Blutkörperchen, reichliche hyaline, körnige und wachsige Cylinder. Eine schnelle Eiweiss-bestimniung kann nach Filtriren des trüben Harns mit dem Albumininieter von Esbach erzielt werden. Allmählich verbreitet sich der Hydrops über den ganzen Körper und kann sehr hohe Grade erreichen. Dazu gesellen sich auch seröse Trans-sudationen in den Darmkanal (Durchfälle), Pleuritis, Pcrikarditis, Pneumonic. Im weiteren Verlaufe zeigen sich auch Sehstörungen, welche, durch Retinitis albuminurika hervorgerufen, oft auch schon frühzeitig vorhanden sein können. Auf der Höhe des Hydrops treten dann nicht selten urämisebe Zustände ein, wobei auch zuweilen die hydropisohen Erscheinungen etwas verschwinden. Im weiteren Verlaufe können dann auch uleeröse und dysenterische Prozesse im Dickdarm und im unteren Dünn-darni auftreten. In anderen Fällen kann die Krankheit Monate lang ohne wesentliche Acnderungen des Krankheitsbildes bestehen bleiben und bei sehr chronischem Verlaufe nach mehreren Jahren (unter Entwickelung der sogen, sekundären Schrumpfniere) durch Urämie, Pncumonie, Herzerkrankung u. dergl. zum Tode
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führen. Vollständige Heilungen der chronischen Nephritis kommen selten vor, deshalb ist die Prognose als ungünstig zu bezeichnen.
Anatomischer Befund. Nicht selten wird als anatomische Veränderung oino Ainyloidniere gefunden, in vielen anderen Fällen findet man jedoch eine entzündliche Fettniere (grosse, weisse Niere) oder (noch häufiger) eine chronisch-häniorrhagische Nephritis (grosse, rothe oder bunte Niere). Ist eine fettige Degenerntion vorhanden, so erscheint die Niere gross, an der Oberfläche glatt oder leicht uneben; die Kapsel ist leicht abziehbar. Auf dem Durchschnitt erscheint die Binde verbreitert und mit gelblichen Streifen durchsetzt, hervorgerufen durch die Epithelverfettung der Harnkanälchen. Je nach dem Grade der Veränderung ist weiter nachzuweisen, dass die Pyramiden stark geröthet und die Glomeruli von Ei-weissgerinnsel umgeben sind. Bei der sogen, grossen, rothen oder bunten Niere ist die Schwellung der Niere geringer oder überhaupt nicht vorhanden, die Kapsel schwerer abziehbar, die Oberfläche der Nieren und der Rindenquerschnitt zeigt entweder eine gleichmässige ßöthung, ist grauroth oder auch bunt und streifig.
Im Ganzen ist ein grundsätzlicher Unterschied zwischen den anatomischen Veränderungen bei der akuten und chronischen Nephritis nicht vorhanden; nur entwickeln sich die Veränderungen langsamer und breiton sich mehr aus. Mikroskopisch finden sich deshalb theilweise dieselben Veränderungen, wie boi der akuten Nephritis. Als anatomisch wichtiges Zeichen für die chronische Form der sogen, grossen bunten Nierequot; ist hervorzuheben, dass zahlreiche Harnkanälchen untergegangen sind und an deren Stelle Bindegowebe getreten ist. Aehnlich liegt es auch bei der mikroskopischen Untersuchung der grossen weis sen (oder gelben) Niere, wo gleichfalls ein Untergang von Nierengewebe mit nachfolgender interstitieller Bindegowebsvermehrung nachzuweisen ist.
In einem noch weiter vorgeschrittenen Stadium der chronisch-hämorrhagischen Nephritis oder der Fcttnierc zeigt die erkrankte Niere wieder normale oder selbst abnorm verminderte Grosse und deutliche Granulirung, feine Einziehungen an der Oberfläche, als Folge der Schrumpfung des gewucherten Bindegewebes (sekundäre Schrumpfniere). Solche Nieren, welche meist entstehen, nachdem die Nephritis l1/raquo;2 Jahre gedauert hat, haben gewöhnlich eine mehr gefleckte Farbe.
Ausserdem findet sich bei der chronischen Niorenerkrankung in der Regel eine Hypertrophie des linken Ventrikels.
Therapie. Die Behandlung erfolgt fast ganz nach den bei der akuten Nephritis angegebenen Grundsätzen. Man kann ferner von den diuretischen Mitteln mehr Gebrauch machen und bei stärker hervortretender Anämie Eisenpräparate (Jodeisen) oder auch Arsenik verordnen,
b) Bei Thieren.
Aetiologie. Bei Thieren kommen die verschiedenen Formen der chronfschen Nephritis am häufigsten bei Rindern und Pferden zur Beobachtung. Für die Entstehung kommen zunächst die bei der akuten Nephritis genannten Schädlichkeiten in Betracht. Bei Rindern mögen in nicht seltenen Fällen septische Stoffe die Ursache bilden, welche vom Uterus aus, bei Erkrankungen dieses Organs, zur
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Aufnahme gelangen, femer Tuberkulose. Ebenso können bei Pferden ausser bei Rotz, Druse, auch im Verlaufe der Influenza chronische Nierenerkrankungen zur Entwickelung kommen. Wie beim Menschen, so scheint auch bei Thieren die chronische Nephritis nur selten aus der akuten zu entstehen. Ausser den genannten allgemeinen Ursachen können auch Erkrankungen des Darmes, des Nierenbeckens, bei Pferden das Vorhandensein des Wurnmneurysmas (es entsteht dann embolische Nephritis) und schliesslich senile (atheromatöse) Gefässerkrankungen der Niere zu chronischen Erkrankungen derselben Veranlassung geben. Schliesslich werden auch öftere Erkältungen beschuldigt, chronische Nierenerkrankungen besonders bei Pferden zu veranlassen.
Symptome UDd Verlauf. Die ersten Stadien im Entwickelungsgange der Krankheit werden in der Regel übersehen. Der verminderte Appetit, die vorhandene Mattigkeit der Thiere nach grösserer Dienstleistung wird von dem Besitzer als leicht vorübergehende Magenaffektion angesehen. Eine genauere Untersuchung des Harns kann jedoch schon um diese Zeit zur Feststellung der Nierenkrankheit führen. Meist werden die Besitzer jedoch erst aufmerksam, wenn Anschwellungen an den Fiissen, an der Brust und am Bauche eingetreten sind. Der Harn wird zunächst in geringerer Mengen abgesondert, sein speeifisches Gewicht ist erhöht; die chronische und mikroskopische Untersuchung ergiebt ausserdem, dass er sehr einweissreich ist und Harncylinder, Nierenepithelien gelegentlich auch Fetttröpfchen und Blut enthält. Hat die Krankheit jedoch schon längere Zeit bestanden, so zeigen sich die Erscheinungen der Herzhypertrophie (pochender Herzschlag, zuweilen auf beiden Seiten fühlbar, harter, voller und gespannter Puls), das spezifische Gewicht des Harns sinkt, die Eiweissmengc wird geringer, der Harn wässeriger und reichlicher abgesondert und die Oedembildung verringert sich. Nicht selten kommen Pferde erst in diesem Stadium zur Behandlung, weil trotz Verschwinden der Oedeme eine Besserung des Zustandes nicht eingetreten ist. Der weitere Verlauf kann nun je nach der anatomischen Ursache des Leidens, je nach dem Kräftezustand und der Haltung] der Tiere sehr verschieden sein. Entweder gehen die Thiere unter fortschreitender 'Abmagerung und Schwäche bald unter den Erscheinungen einer Urämic oder Pneumonic, Pleuritis, Perikarditis zu Grunde oder der Zustand erhält sich nach Entwickelung einer Herzhypertrophie lange Zeit (Monate und selbst Jahre), bis schliesslich unter Wiedereintritt der Erscheinungen, wie beim Beginne des Leidens starker Eiweissgehalt des Harns, erhöhtes speeifisches Gewicht der Tod eintritt.
Auatoiuischer Befund. Während die klinischen Erscheinungen in der Hauptsache ein einheitliches Bild zeigen, können, wie beim Menschen, die anatomischen Veränderungen, welche der chronischen Nephritis zu Grunde liegen, sehr verschiedener Art sein. Unter Bezugnahme auf das bereits beim Menschen Gesagte möge hier nach den Angaben von Kitt noch folgendes erwähnt werden.
Zunächst ist auch durch den anatomischen Befund eine scharfe Trennung der schnell und mehr langsam verlaufenen Nephritis nicht immer möglich, besonders nicht, wenn es sich um eiterige Erkrankungen der Niere handelt. Die anatomische Veränderung kann nun in Folge von Embolien oder aus anderen Gründen nur herdförmig auftreten und nach vorangegangener Erkrankung des Nierenparen-
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chyms mit Wucherung des Bindcgowobes enden, Nephritis t'ibrosa multiplex oder man findet gleichmässig grössere Bezirke in diesem Zustande der interstitiellen Bindegewebswucherung Nephritis fibrosa diffusa ; in beiden Fällen handelt es sich um eine Nephritis indurativa. Die erstgenannte Veränderung mit Einlagerungen und Einziehungen an der Niere verbunden werden besonders häufig beim Rinde beobachtet. Die Veränderung kommt in Verbindung mit embolischer Tuberkulose vor und soll nach Kitt auch in Beziehung stehen mit der noch zu erwähnenden Nephritis alba makulosa der Kälber. Die Nephritis fibrosa diffusa, auch Sklerosis totalis genannt, wird bei allen Haus-thieren gefunden. Besonders ausgebildet ist sie beim Rind e, wo dann die Nieren gross, sehr hart sind, und abwechselnd weisse, gelbweisse, weissgraue und gelbgraue Stellen an der Oberfläche erkennen lassen. Auf dem Durchschnitt finden sich nicht selten auch kalkige Einlagerungen; ferner ist auch die Läppchenabgrenzung undeutlich geworden und die ganze Niere oft in eine grosse bindegewebige Masse verwandelt.
Ferner kommt auch als weitere Form der chronisch-indurativen Nierenentzündung die Nephritis indurativa granulosa (die sekundäre Schnunpf-niere) vor, wobei eine Verkleinerung oder jedenfalls keine Vergrösserung des Organs und die granulirte Beschaffenheit besonders stark ausgebildet ist. Solche Veränderungen wurden beim Seh weine öfters beobachtet. Derartige Nieren sind weiss oder weissgrau und zeigen schon an der Oberfläche zahlreiche weissgraue oder bräunlich-graue Pünktchen. Auf der körnigen Schnittfläche erscheint die Marksubstanz grau-röthlich oder gelbgrau, von rothen (Blutgefäss-) Streifen durchzogen.
Manchmal sind auch (besonders beim Rinde nach Kitt) cystoido Entartungenquot; der Harnkanälchen aufzuweisen, welche in einer Menge feinster bläschenartiger Räume, als wasserhelle Cysten an der Rindenoberfläche ebenso wie auf Durchschnitten dem blossen Auge sich bemerkbar machen (Nephritis fibro-v e s i k u 1 o s a).
Mit dem Namen ^Nephritis fibroplastika oder makulosa alba (weisse Fleckniere der Kälber) bezeichnet Kitt eine nicht selten bei geschlachteten Kälbern vorkommende Veränderung der Nieren, bei welchen nach Abzug der normal aussehenden Fettkapsel eine Menge leicht prominirender, weisser, weissgrauer oder grauweiss gelblicher Flecken zu erkennen sind, welche meist über alle Lappen hin sich ausbreiten. Die Flecken sind rundliche, halbkugelige, hirsekorn- bis erbsen-grosse, auf dem Durchschnitte keilförmige, multiple Herde, welche mikroskopisch aus einer reiclüichen Anhäufung farbloser Zellen, besonders dicht um die Nierenvenen, und starker Wucherung der Fibroplasten und Bindegewebszellen bestehen.
Als Glomerulonephritis wurde (zuerst von Klobs) eine Veränderung entzündlicher Art an den Nieren bezeichnet, welche bei verschiedenen Formen der Nierenentzündung vorkommen kann und durch vorwiegende Erkrankung der Malpigbi'schen Körperchen und deren nächste Umgebung charakterisirt ist.
Als Nephritis mixt a werden gemischt auftretende Entzündungen des interstitiellen Bindegewebes und des Parencliyms mit vorwiegend chronischem Verlaufe bezeichnet.
Therapie. Die Behandlung wird sich nach dem Grundleiden zu richten und
im Wesentlichen wie bei der akuten Nephritis einzurichten sein, obwohl die Prognose
im Ganzen nicht günstig ist. Wie beim Menschen kann man auch hei Thieren
stärker wirkende Diuretika verabreichen (Digitalis, Diuretin, Koffein, Tinktura Stro-
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phanti). Bei Hunden ist besonders Tinktura Strophanti in Gebrauch. Sind die hydropischen Zustände in höherem Grade ausgebildet, so kann man auch Pilokarpin und Arekolin versuchen; bei hochgradiger Anämie wird man Eisen und auch wie man sagt um die Resorption zu beschleunigen, Jodkalium versuchen.
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3. Die eitrige Nephritis.
(Nephritis suppurativa. Perineph rits. Paranephritis.)
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a) Beim Menschen.
Aetiologie. Durch die Blutbahn und durch die Harnwege können die Krankheitserreger in die Nieren gelangen und eine eiterige Entzündung hervorrufen. Durch die Blutbahn gelangen die Krankheitserreger in die Niere bei der Pyämie, Embolie, Endokarditis, gelegentlich auch bei Typhus, Scharlach, Dysenterie, Aktino-mykosis. Bei der sogen, eiterigen Pyelo-Nephriti s gelangen die Krankheitserreger von der Harnröhre, Harnblase, von den Ureteren und Nierenbecken in die Nieren. Schliesslich kann auch eine Perinephritis (Entzündung der Nierenkapsel) und eine Paranephritis (Entzündung des umgebenden Fettgewebes) eine eiterige Nephritis hervorrufen. Auch entstehen jene zuweilen im Verlaufe einer Psoitis und nach Wirbelabscessen, sowie nach Traumen,
Hymptoiuc. Die Erscheinungen sind selten von denjenigen des Grundleidens zu trennen. Die durch die Blutwege entstandenen Nierenabscesse sind meistens überhaupt nicht durch klinische Erscheinungen ausgezeichnet, dagegen können die peri- und paranephritisehen Abscesse durch schmerzhafte Vorwölbung der Lendengegend sich äussern; auch sind dann ins Bein ausstrahlende Schmerzen und remit-tirendes Fieber vorhanden. Der Harn ist in jedem Falle nur dann eiweisshaltig, wenn der Abscess mit den Harnwegen irgendwie in Verbindung steht.
Anatomischci* Befund. Je nach der Entstehungsart sind die Veränderungen in der Niere verschieden. Bei pyämischen und ähnlichen Erkrankungen sind die Eiterungen herdförmig und erreichen nur ausnahmsweise eine grössere Ausdehnung. Sie sind schon mit blossem Auge als zahlreiche, die ganze Niere durchsetzende kleine graue oder gelbliche Flecke zu erkennen. Mikroskopisch zeigt sich, dass die Herde kleine Abscesse sind, in deren Umgebung das eigentliche Nierengewebe untergegangen ist; im Centrum ist zuweilen noch eine Mikrokokkenkolonie erkennbar.
Dagegen bekommt die Niere bei einer eiterigen Pyelonephritis ein chaink-teristisches streifenförmiges Aussehen. Die Streifen reichen oft von der Spitze der Nierenpapillen hindurch, bis an die Oberfläche des Organs heran. Durch Kon-fluenz können dann auch breitere Streifen entstehen. Mikroskopisch sind dann gleichfalls Mikrokokkenhaufen erkennbar.
Therapie. Die Behandlung ist neben Berücksichtigung der symptomatischen Indikationen eine chirurgische und besteht, soweit möglich, in Eröffnung der Abscesse bei einer Pyelonephritis und nachfolgender Drainage.
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b) Bei Thieren.
Aetiologie, Die Ursachen der eiterigen Nierenentzündung bei Thieren sind Im Wesentlichen dieselben wie beim Menschen. Die Schüdlichkeiten können vom Blute und von der Blase aus in die Nieren eindringen. Vom Blute aus können die Krankheitserreger bei pyämischen und septikämischen Prozessen aller Art, Lungenentzündungen, Pharyngitis, Druse u. dergl. in die Nieren eindringen. Bei Kühen treten eiterige Nierenentzündungen nicht selten im Verlaufe septischer Erkrankungen des Uterus und der Vagina auf; ebenso bei allen Hausthieren bei Erkrankungen der Blase, der Harnleiter und der Harnröhre.
Symptome. Wie beim Menschen, so wird auch hei Thieren das Vorhandensein einer eiterigen Nephritis Im Leben der Thiere meist und besonders dann übersehen, wenn die Erscheinungen des Hauptleidens (Pyämie) stark hervortreten. Ferner werden abgegrenzte Niereneiterungen nicht, selten erst bei der Sektion oder bei dem Schlachten der Thiere festgestellt. Ist die eiterige Nierenerkrankung durch Eindringen der Infektionserreger von der Harnröhre oder Blase her entstanden, so kann der dicke, mit Eiter, Blut, abgestorbenem Nierengewebe gemischte Harn die Diagnose erleichtern. Zuweilen kann man auch vom Kektum aus durch Palpation der Nieren Schmerz und event, auch Eitercysten nachweisen. Schliesslich wird der Verdacht noch gestützt durch die lange Dauer der mit Appetitlosigkeit verbundenen Erkrankung und durch die zunehmende Abmagerung. Bei Hunden sind grössere Ansammlungen von Eiter in einer Niere zuweilen als stärkere Hervorwölbung in der Lumbaigegend von aussen nachweisbar.
Anatomischer Befund. Die anatomischen Veränderungen sind ebenfalls im Wesentlichen wie beim Menschen. Die disseminirte (Nephritis pnrulenta dis-seminata) [Kitt]) eiterige Erkrankung der Nieren findet sich besonders beim Schweine und Kalbe.
Therapie. Die Behandlung ist eine rein chirurgische. Man hat sowohl eine Entleerung des Eiters durch Punktion vorgenommen, wie auch auf dem Wege der Laparotomie eine Exstirpation der eiterigen Niere bei Kühen und Pferden ausgeführt.
Sauitiitspolizciliches. Eiterige Erkrankungen der Nieren werden nicht selten bei Schlachtthieren beobachtet. Für die Beurtheilung des B'leischos ist die Feststellung von Wichtigkeit, ob es sich um sogen, hilmatogene oder urogene Entstehung handelt. Im ersteren Falle ist das Fleisch nur dann als unschädlich zu bezeichnen, wenn sich die Thiere in gutem Nährzustande befinden und anderweitige Erkrankungen innerer Organe nicht nachzuweisen sind. Urogene Erkrankungen kommen verhältnissmässlg häufig sowohl bei Rindern, wie auch bei Schweinen vor, ohne dass irgend welche Abnormitäten sonst erkennbar sind. Nach Entfernung der erkrankten Nieren wird man in solchen Fällen das Fleisch zur Veranlassung freigeben können. Dagegen ist die grösste Vorsicht nöthig, falls bei pyäniischor Nephritis gleichzeitig andere Erkrankungen (der heber und Lunge) Rückgang im Nühr-zustande u. dergl. nachzuweisen ist. Man wird das Fleisch solcher Thiere stets als schädlich bezeichnen und dem Konsum entziehen müssen.
4. Die primäre Schrumpfniere.
(Granul a ra trophie der Niere.)
a) Beim Mensohen. Aetiologlc. Bisher wurde gewöhnlich die Interstitielle Nierenentzündung der parenchyumtosen (entzündlichen Fettniere) gegenüber gestellt und die Schmmpfniere
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nur als AusgangSStadium der chronischen NierenentzüiKlung aufgefasst. Dennoch kommt die Schrumpfniere auch primär oder als Ausgang einer akuten Nierenentzündung vor. Für die primäre Schrumpfniere ist, wie bei Leberoirrhose, mit welcher die eigentliche Schrumpfniere viel Aehnlichkeit hat, chronischer Alkoholismus eine wichtige Ursache. Sodann zeigt sieh die Schrumpfniere bei der Bleivergiftung, im Verlaufe der chronischen Endokarditis, Arthritis deformans, Syphilis, Malaria, Arthritis urica und ferner bei allgemeiner Arterioskleroso.
Symptome. Eine Nierensclmunpfung kann Jahre lang bestehen, ohne dass ernste subjektive Erscheinungen wahrgenommen werden; nicht selten findet sich die Schrumpfniere als zufälliger Obduktionsbefund. In anderen Fällen, besonders bei weit vorgeschrittenen Schrumpfnieren, treten plötzlich die schwersten, zuweilen unmittelbar zum Tode führenden urämischen Erscheinungen auf. Andererseits sind noch mehrere objektive Erscheinungen zu nennen, deren Vorhandensein schon frühzeitig den Verdacht auf Schrumpfniere erwecken kann. Der Harnubsatz ist meist vermehrt, blass, von niedrigem speeifischem Gewicht (10061001), geringem Ei-weissgehalt und enthält nur spärliche hyaline Cylinder. Ausserdem ist Hypertrophie des linken Ventrikels vorhanden, welche sich zuweilen in Herzklopfen, Schwindel, Kopfschmerz u. dergl. äussert. Dazu gesellen sich auch Sehstörungen, hervorgerufen durch eine Retinitis haemorrhagika. Im weiteren Verlaufe zeigen sich dann auch plötzlich urämische Erscheinungen, Oedeme, Rückgang der Ernährung. Doch kann die Schrumpfniere ein Jahrzehnt und länger ertragen weiden, falls nicht Komplikationen frühzeitig einen ungünstigen Ausgang herbei-füliren.
Anatomischer Befund. Die Gewebsveränderungen bei der primären Schrumpfniere (Granularatrophie der Niere) haben viel Aehnlichkeit mit der sogen. Leber-cirrhose. Die Schnunpfniere ist erheblich, meist auf die Hälfte verkleinert; dabei ist, wie die Schnittfläche lehrt, vorwiegend die Rindenschicht verschmälert. Die Oberfläche der Niere ist uneben, stärker oder schwächer granulirt und mit der stark verdickten Nierenkapsel verwachsen. Auf dem Durchschnitt erscheint das Nierenbecken gross, die Glomeruli sind atrophisch, und mikroskopisch kann man Atrophie oder fettige Entartung der Harnkanälchen nachweisen. Zuweilen findet man auch cystische Erweiterungen der Harnkanäleben. Das interstitielle Bindegewebe ist vermehrt.
Therapie. Zunächst ist Regelung der Diät, Vermeidung von Alkohol und anderen die Nieren reizenden Stoffen erforderlich; Milchdiät. Ferner sind Ueber-anstrengungen zu meiden und ausserdem, zur Hebung des Kräftezustandes, Eisen, Jodeisen, Jodkalium, Arsenik zu verordnen.
b) Bei Thieren. Bei Thieren kommt primäre Schrumpfniere gleichfalls vor und ist sowohl bei Pferden, wie auch bei Rindern und Schweinen (K i 11) mehrfach beobachtet worden. Die klinischen Erscheinungen sind wenig charakteristisch. Bei Pferden zeigt sich (nach Dicckerhoff) anfänglich gesteigerte, später verminderte Harn-sekretion mit mehr oder weniger Eiwciss; das speeifische Gewicht ist meist sehr niedrig. Der Appetit ist normal, das Durstgefühl meistens gesteigert. Nach einer
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Dauer von vielen Monaten führt die Krankheit zur Kachexie, welche dann Ursache des Todes wird. Urämischc Erscheinungen sind selbst in höheren Graden der Krankheit bei Pferden nicht beobachtet worden.
Die anatomischen Veränderungen sind den beim Menschen mitgetheilten sehr ähnlich. Bei Pferden fand Kitt die Nieren im Gewichte von 250 g von weissgrauer Farbe, mit zahlreichen bräunlichgrauen, punktförmigen bis stccknadel-kopfgrossen Fleckchen durchsetzt und körnig anzufühlen. Die Schnittflücbe erscheint körnig, theilweise sind kleine Cysten vorhanden. Die Marksubstanz ist grauröthlich und gelblichgrau, von rothen feinen Blutgefässstreifen radiär durchzogen.
Eine Behandlung hat sich bisher als aussichtslos erwiesen.
5. Nierenbeckenentzündung. Pyelitis.
a) Beim Menschen.
Aetiologie. In der Regel entsteht die Pyelitla durch mechanische, toxische oder infektiöse Einflüsse und durch fortgepflanzte Entzündungen von Blase und Ureteren. Ob eine selbständige Pyelitis (z. B. durch Erkältungen) hervorgerufen werden kann, erscheint zweifelhaft. Nicht selten zeigt sich später, dass es sich um tuberkulöse Prozesse gehandelt hat. Unter den mechanischen Einwirkungen smd zuweilen äusserc Verletzungen (Fall, Schlag, Stoss in die Nierengegend, schweres Heben von Lasten) die Ursache; am häufigsten handelt es sich jedoch um eine mechanische Reizung der Schleimhnut des Nierenbeckens durch Fremdkörper (Harnsteine, Pyelitis kalkulosa, Parasiten, Blutgerinnsel u. dergl.). Ferner können Harnstauungen (bei Harnröhren- und Blaseukrankheiten, Prostatahypertrophie) durch die eintretende ammoniakalische Gährung und durch die Wirkung von Parasiten Ursache der Pyelitis werden. Die bei Frauen in der Schwangerschaft, im Wochenbette und nach gynäkologischen Operationen auftretende Pyelitis ist auf Infektionen von der Blase oder von den Harnleitern zurückzuführen. Ferner können toxi sehe Substanzen (Kanthariden,Kopaivabalsam, Kubeben, Oleum, Terebinthinum und die Diuretika akria) gelegentlich auch eine Pyelitis hervorrufen; ebenso beobachtet man die Nierenbeckenentzündung im Verlaufe von Infektionskrankheiten (Cholera, Abdominaltyphus, Diphtherie, Etysipel, Pocken, Scharlach, Pyämie, Septikämie) und fortgelcitet im Anschlüsse an eine Entzündung der Harnblase, Harnleiter und Harnröhre. Dabei kann die Entzündung sich auf die Nieren fortpflanzen und zu einer Pyelonephritis Veranlassung geben.
Symptome und Verlauf. Die Krankheitserscheinungen bestehen in 801111101-/011 in der Nierengegend, welche in sehr vielen Fällen vorhanden sind. Der Harn ist meistens sauer, vermehrt, enthält Eiter und Schleim und gelegentlich auch die eigen-thümlichen dreieckigen, dachziegelförmig geschichteten Nierenbeckenepithelien. Die Mitbetheiligung der Nieren ergiebt sich aus der Anwesenheit der Nierencylinder im Harn neben den Eiterkörpcrchen. Sind Parasiten die Ursache, so wird man auf den Abgang derselben zu achten haben. Verlauf und Ausgang der Pyelitis richtet sich nach den Ursachen derselben. Dementspivchciul kann die Pyelitis Wochen, Monate und selbst Jahre dauern.
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AiiatoniKScher Itefuud. Man findet bei der akuten Pyelitis das Nierenbecken erweitert, die Schleimhaut geröthet oder mit Blutpunkten durchsetzt, mit Schleim und Eiter bedeckt, oft auch geschwiirig erkrankt. In allen schweren Fällen sind die Nieren miterkrankt (Pyelonephritis) und nicht selten sind dann auch ulceröäe Zerstörungen des Nierengewebes nachweisbar (Pyonephr oso). Die chronische Pyelitis, meist mit Harnstauung verbunden, zeigt Erweiterung des Nierenbeckens, Ansammlung von Harnsalzen (Uraten oder Tripelphosphaten) auf den Ge-schwürsfläehcn und zuweilen die Erscheinungen der Schrumpfniere.
Therapie Bei der Behandlung ist vorwiegend das Grundloiden zu berücksichtigen. Dabeiist prophylaktisch von AVichtigkeit: Vorsicht bei dem Gebrauche von Baisamieis und scharfen Diureticis, peinliehe Sauberkeit bei der Anwendung von Harnröhren- und Blaseninstrumenten zu beobachten und durch rechtzeitige Behandlung einer vorhandenen Cystitis das Fortschreiten zu verhindern. Von inneren Mitteln sind besonders die Adstringentien (Tannin, Alaun, Plumbum acetikum) in Gebrauch. Auch balsamische (Terpenthin, Kopaivabalsam), antiseptische (Salicyl-säure, Resorcin, Kali chlorikum, Kampfersäure, Salol 1,0 zweistündlich) und die alkalische Harngährung herabsetzenden Mineralsäuren (Salzsäure, Phosphorsäure) werden verordnet. Allgemein günstig wirkt die reichliche Zufuhr von Flüssigkeit, wobei eine methodische Milchkur sich als zweckmässig erwiesen hat. Ebenso empfehlen sich Trinkkuren von Neuenahr, Vichy, Bilin, Preblau, Ems, Salzbrunn u. s. w. Oertlich kann die Anwendung von warmen Umschlägen nützlich sein. Bei ausgedehnter Vereiterung des Nierenbeckens und der Niere ist chirurgische Behandlung erforderlich,
b) Bei Thieren. (Pyelitis. Pyelonephritis.)
Actiologic. Bei Thieren kommt sowohl eine Pyelitis, wie auch eine Pyelonephritis nicht selten, und ganz besonders häufig beim Rinde vor. Die Ursachen sind im Wesentlichen dieselben wie beim Menschen. Die Erkrankung tritt auf im Verlaufe einer Nieren- und Blasenentzündung, ferner bei toxischen und Infektionskrankheiten, bei Anwesenheit von Fremdkörper im Nierenbecken (Nierensteine, Parasiten) Anstauung des Harns im Nierenbecken. Bei Pferden wird das Leiden im Leben der Thiere selten nachzuweisen sein. Beim Rinde hat man besonders bei Kühen sehr häufig das Auftreten einer Pyelonephritis beobachtet, wenn nach vorangegangenen kleinen Wunden und Eiterungen in der Vagina ein s peeif iseh er Krankheitserreger Gelegenheit findet, in die Blase und von dieser bis zum Nierenbecken vorzudringen. Der speeifische Spaltpilz ist von Enderlen und Höflich (1891) genauer studirt worden. Es ist ein 2'6 Mikra langer, 0,8 Mi-kra breiter, unbeweglicher, schlanker oder leicht gekrümmter Mikroorganismus mit abgerundeten Ecken. Die stäbchenförmigen Gebilde liegen in Haufen bei einander, färben sich leicht nach der Gram'scheu Methode und gedeihen am besten bei einer Temperatur von 87 0C. Auf festem Nährboden gebracht, bilden sie graue, punkt-förmige, erhabene, stark glänzende Kolonien, in Bouillon einen feinkörnigen Bodensatz. Wie schein erwähnt, kommt diese Pyelonephritis am häufigsten bei Kühen einige Zeit nach dem Geburtsakte vor. Jedenfalls wird die Infektion durch septische Prozesse aller Art im Uterus, insbesondere, wenn die Nachgeburt zurückgeblieben und in faulige Zersetzung übergegangen ist, ferner auch durch Erkrankungen der
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Vagina, der Blase und der Harnröhre veranlasst. Der erwähnte specifiseho Organismus wird überall gefunden; nach Injektion in die Blutbuhn erfolgt gleichfalls eine Erzeugung der Krankheit. Doch dürfte unter natürlichen Verhältnissen die Einwanderung von der Vagina bezw. von der Blase aus stattfinden. Eine Ansteckung der Nachbarthiere ist bisher nicht beobachtet worden.
Symptome, Verlauf, Ausgang. Die Erscheinungen der Pyelitis sind bei Thieren noch weniger charakteristisch, als beim Menschen. Eine genauere Feststellung ist höchstens dann möglich, wenn sich die schon beim Menschen erwähnten eigenthüinlichen Cylinderepithelien aus den tieferen Lagen der Nierenbeckenschleim-haut nachweisen lassen. Auch lässt sich zuweilen (nach Friedberger-Fröhner) beim Pferde und Rinde durch Palpation vom Mastdarm aus eine Vergrösserung des Nierenbeckens bezw. eine Verdickung und Erweiterung des Harnleiters erkennen; beim Hunde durch äussere Palpation des Harnleiters. Im üebrigen sind die Erscheinungen verschieden: bei Anwesenheit von Nierensteinen werden Kolik-und Harnbeschwerden beobachtet; bei Anwesenheit von Parasiten (Eustrongylus gigas) bei Hunden wuthverdächtige Erscheinungen und gelegentlich auch zahlreiche Strongylus-eier im Harn. Handelt es sich um eine Pyelonephritis der Rinder, so ist längere Zeit vor dem Auftreten besonderer klinischer Erscheinungen fortschreitende Abmagerung nachzuweisen. Im weiteren Verlaufe zeigen sich dann auch Kolikschmerzen, Druckempfindlichkeit in der Lendengegend, Fieber, öfteres schmerzhaftes Absetzen des Harns, welcher eine bald bräunliche, bald schleimig-eitrige oder blutige Beschaffenheit hat. Manche Kühe stehen häufig mit gekrümmtem Rücken und sind nur schwer zum Herumtreten zu bewegen. Bei der mikroskopischen und chemischen Untersuchung des Harns sind Blutkörperchen, Eiweiss, Cylinder, Plattenepithelien und Bacillen nachzuweisen.
Gewöhnlich sind auch die Erscheinungen eines Blasenkatarrhs (Harndr.mg) oder einer Metritis oder Vaginitis vorhanden, falls es sich um die Pyonephritis der Kühe handelt. Der weitere Verlauf kann dann in kürzerer Zeit oder auch erst nach Wochen unter Zunahme der Schwäche und Entkräftung tödtlich enden.
Anatomischer Befund. Bei vollständiger Entwickclung der Krankheit Pyelonephrits) sind die Nieren gewöhnlich um das Doppelte vergrössert (900 bis 1500 g schwer, Längendurchmesser 3034 cm, Breitendurchmesser 18 cm, Tiefendurchmesser 810 cm, Kitt). Nach Entfernung der häufig getrübten, stellenweise verwachsenen Nieronkapsel zeigt sich die fleckige Beschaffenheit der Nierenoberfläche Es sind graugelbe, grauweisse oder lehmgelbe und gelblichweisse umschriebene Herde von Hirsekorn- bis Erbsengrösse und darüber. In jüngeren Stadien ragen die Herde über die Nierenoberfläche etwas hinaus und verleihen ihr ein höckeriges Aussehen, in älteren Stadien sind Vertiefungen erkennbar. Auf Nierendurchschnitton zeigt sich, dass die Oberflächenherde als gelbgraue oder grauweisse, kegelförmige Streifen in das Nierenparenchym sich fortsetzen.
Nicht selten sind auch die Niorenpapillen mit eiterigen, schmutzig-gelben Massen belegt. Stets sind auch Nierenbecken und Nierenkelche in obigem Falle verändert. Die Schleimhaut ist oft erheblich verdickt, fleckig geröthet, rauh und enthält theils Pigmentirungen, theils selbst Ulcerationen. Ist nur eine Pyelitis zugegen, dann sind je nach dem Alter und der Form der Erkrankung (akut
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odor chronisch) bald nur uinschriobene entzündliche, bald mit Geschwürsbildung einhergehende Voränderungen an der Sehleimhaut dos Nierenbeckens erkennbar. Das Nierenbecken ist, besonders bei Pferden erweitert. Ausserdem sind nicht selten auch Zeichen einer Cystitis und Nephritis vorhanden.
Bei der mikroskopischen Untersuchung findet man in allen Stadien eine herdförmige, zellige Infiltration in der Rinde und gegen das Mark vordringend, Erweiterung der Harnkanälchen, Füllung derselben mit gequollenen, getrübten, der Kerne verlustig gewordenen Epitholien, daneben normales Gewebe, theilweise Schrum pfung und Verödung der Glomeruli und Kanäle, Wandverdickung der Blutgefässe, Fibroblastengewebe in verschiedener Entwlckelung bis zur breiten Bindegewebswuche-rung der Interstitien (Kitt).
Als höchst charakteristisch ist in Schnitten mit Gram'scher Färbung die haufenweise Ansiedelung der specifischen Bacillen erkennbar. Zahlreiche Bakterien lassen sich auch durch Färbung an den unteren Enden der Harnkanälchen nachweisen. Im Nierenbeckeninhalt findet man neben den Bakterien Sargdeckelkrystalle, Leukocyten, Cylinder- und Plattenepithelien, Detritus. Willach fand in zwei sogen. Flecknicren des Kalbes und zwar im Innern sehr kleiner Blutpunkte und kleinster Eiterherde geschlechtslose Distomen von ausserordent-licher Kleinheit, Cerkarien mit Mund- und Bauchsaugnapf, Darmscblauch, oft auch mit Mundstachel und Schwanz und glaubt, dass die Einwanderung derselben vom Darm aus in die Blutbahn und in die Nieren stattgefunden hat.
Thnrapic. Die Behandlung wird auch hier nach den beim Menschen angegebenen Grundsätzen ausgeführt. Zunächst wird das Grundleiden zu berücksichtigen sein. Im Uebrigen sind antiseptische und adstringirende Mittel im Gebrauche. Bei der specif ischen Pyelonephritis ist in der Regel jede Behandlung erfolglos. Soll eine solche versuchsweise ausgeführt werden, so wird man die beim Menschen angegebenen Mittel anwenden können.
Sanitiitspolizeiliches. Die bacilläre Pyelonephritis der Rinder kommt, wie von Bellinger hervorgehoben wird, lokal vor und beschränkt sich auf Nierenbecken und Nierengewebe. Auch die Befunde in öffentlichen Schlachthäusern lehren, dass Pyelonephritis nicht selten einseitig und ganz unvermuthet bei sonst gesunden und gut genährten Thieren angetroffen wird. In solchen Fällen wird nach Entfernung und Vernichtung der erkrankten Nieren und übrigen Harnorgane das Fleisch zum Konsume zugelassen werden können. Sind jedoch beide Nieren erkrankt, die Thiere abgemagert, dann ist in der Kegel auch derUrin-geruch an dem .Fleische bei der Kochprobe nachzuweisen und das Fleisch als verdorben und ekelerregend nur für technische Zwecke zu verwerthen.
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6. Amyioidnieren.
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a) Beim Menschen. Aetiologie. Man beobachtet die Amyloidentartung der Niere im Wesentlichen unter den schon bei der Amyloidleber angegebenen Ursachen. Es handelt sich dabei bekanntlich um eine eigcnthümlichc Entartung der kleineren Gefässe, wobei ein Eiweisskörper (das Amyloid) durch Behandlung mit Lugol'scher Lösung in der Wandung der Gefässe nachgewiesen werden kann. Die befallenen Abschnitte nehmen eine rothbraune Färbung an, welche nach Zusatz von Schwefelsäure sich
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in Violett verwandelt. Mikroskopisch erscheinen die befallenen Stellen auf Zusatz von Methyl- oder Gentianaviolett roth gefärbt. Die eigentliche Ursache für die Umwandlung des Eiweisses der Bindesubstanzen in Amyloid ist noch nicht bekannt; nur lehrt die Erfahrung, dass die Amyloidentartung sekundär im Verlnufe chronischer mit allgemeiner Kachexic verbundener Krankheitsprozesse eintritt, wobei wahrscheinlich abnorme chemische Substanzen dauernd in das Blut übergeleitet werden.
Man beobachtet die Amyloiddogeneration überhaupt und demnach auch die Amyloidniere vorwiegend bei folgenden chronischen Krankheitsprozessen: Lungentuberkulose, Darm- und Lungentuberkulose, bei chronischen Knochcneiterungen, bei konstitutioneller Syphilis, bei anderen chronischen Erkrankungen (der Bronchien, des Darmes, der Blase und der Nieren), bei der Malaria. Zuweilen ist jedoch eine Ursache nicht nachweisbar.
Symptome und Verlauf. Ein einheitliches Symptomenbild ist nicht vorhanden. Geringe Grade verlaufen ohne charakteristische klinische Erscheinungen. In höheren Graden ist der Urin spärlich, meist sehr eiweissreich, und enthält spärlicho hyaline Cylinder; die Farbe des Urins ist fast immer hellgelb. Zuweilen finden sich auch weisse Blutkörperchen. Von weiteren Krankheitserscheinungen wären noch zu nennen: massiger Hydrops, der jedoch nicht selten auch fehlt, blasse, urämischo Hautfarbe, gleichzeitige amyloide Degeneration der Leber (feste Vergrösserung), des Darmes und der Milz. Dagegen findet sich sehr selten Hypertrophie des linken Ventrikels, Retinitis albiuninurika, Blutungen in den inneren Organen, Die Krankheit kann Wochen und Monate dauern.
Anatomischer Befund. Die durch amyloide Degeneration veränderte Niere ist meist erheblich vergrössert. Nach Entfernung der leicht abziehbaren Kapsel erscheint die Oberfläche und der Durchschnitt blass. Den amyloid entarteten Go-fässen entsprechend, sind blassgelbe, den gewundenen Harnkanälchen entsprechende Streifen und blassgraue Flecken nachzuweisen. Der ganze Zustand wird auch als grosse, weisse Amyloidn iere (Wachsniere oder Speckniere) bezeichnet. Handelt es sich um ältere Grade, so ist Gewebsatrophie mit entsprechender Bindegowebs. Vermehrung vorhanden; es kann dann zur Entwickelung einer Amyloidschrumpf niere kommen.
Während in vielen Fällen leiner Amyloidniere das übrige1 Nierengewebe normal sein kann, kommen jedoch auch zahlreiche andere vor, bei denen Verfettung, Des-quamation und Zerfall der Epithelien nachweisbar ist. Augenscheinlich sind diese Veränderungen an den Epithelien die direkte Folge der Amyloiderkrankung.
Diagnose. Für die Feststellung ist wichtig das Vorhandensein einer von den Erkrankungen, welche zur Amyloidniere führen, der Naciiweis des Amyloids in anderen Organen, das Fehlen der Herzhypertrophio n. s. w.
Therapie. Zur Behandlung ist Bekämpfung des Grundleidens erforderlich. Im üebrigen ist die Therapie diätetisch und symptomatisch. Neben guter Ernährung wird die Verabreichung von Eiseii-Chiiiinpräparaten und der Gebrauch von Jodeisen und Salpetersäure (2,0 : 200,0 zweistündlich 1 Esslöffel) empfohlen.
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798nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die Krankheiten dor Harnorgane.
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h) Bei Thleren.
Bei Thleren siiul amylolde Degenerationen der Nieron, wie auch der Leberi im Ganzen gelten. Vorwiegend ist die Erkrankung bei Hunden (Hivollm, Rabe, Kitt) beobachtet worden, jodoch meistens in Verbindung mit amvloider Erlaquo; krankung anderer Organe (Leber, Milz, Darm). In einem Falle hat Babe das Nierenamvloid t'iir sieh allein beobachtet, in zwei anderen Fällen war gleichzeitig die Leber miteikrankt. Derselbe Autor beobachtete auch Nierenamvloid beim Pferde und R i n de.
Die klinischen Erscheinungen heim Hunde bestanden in schwankendem (lang, zunehmender Abmagerung, bydropisohen Erscheinungen, AJbumbxurie und uriimisehen Zeichen. In einem mit Leberomyloid komplizirten Falb; war saurer eiweiss-freier Harn vorhanden und motorische Paralyse der hinteren Extremitäten. Herz-hvpertrophie wurde in keinem Falle nachgewiesen,
Die anatomischen Veränderungen sind im Wesentlichen die beim Menschen angegebenen.
Die Behandlung kann, wie beim Menschen, nur auf das Qrundleiden gerichtet sein; selten wird eine solche überhaupt, in Frage kommen, da das Leiden im Leben der Thiere nur sehr schwer festzustellen ist.
7. Niei'Ciiki'iuikhciten der Hiilmei'. Bei Hühnern sind Nierenentzündungen verschiedener Art (akute, diffuse hämorrhagische Nephritis und indurative Nephritis) öfters beobachtet und beschrieben worden (Larch er, Zürn, Rivolta, Siedamgrotzky, Delprato). Besondere Aufmerksamkeit hat jedoch eine Veränderung gefunden, welche unter der Bezeichnung Xiereiitficht der Hühner (Nephritis urika) seit längerer Zeit bekannt ist.
Die Erkrankung kommt, wie Kitt (path.-anat. Diagnostik) näher ausführt, gleich der beim Menschen unter dieser Bezeichnung verstandenen Affektion in Begleitung gichtischer Veränderungen nicht selten vor. Es zeigen sich dann umfangreiche Anschwellungen der Gelenke an den Beinen und Eliigeln (die sogen. Topinquot;), wobei die Gelenkhühle und das benachbarte Zellgewebe mit kreidigen, weissen Breimassen erfüllt erscheinen, ferner gichtische Ablagerungen in den Luftsäcken, im Herzbeutel und in den Nieren. Die go-nnnnten Organe erscheinen wie mit einem weissen oder weissbläulichen .Schleier überzogen, oder mit dichten weissen Punkttlecken besetzt, als ob sie mit Gyps bestreut wären; gewöhnlich sind noch seröse oder serös-fibrinöso Ergüsse, allgemeine Anämie und kachoktischor Habitus dabei. Die Nierenoberfläche pflegt mit weissen, prominirenden Punkten übersät zu sein; beide Organe sind oft sehr vergrössert, weit aus ihrer sonst sehr vertieften Lagen hervorragend, zwischen den Tunkten und auf der Schnittfläche gelbbraun und rothbraun mar-morirt.
Die Harnleiter, sind nach den weiteren Angaben Kitt's theils leer, theils mit kreidigem Inhalte angefüllt. In einem Falle sah Kitt bei doppelseitiger Erkrankung der Nieren den linken Harnleiter leer und normal, den rechten als gänsefederkioldicken Strang von der Niere bis zur Kloake hinziehend; dieser weisse rundliche Schlauch präsentirte beim Aufschneiden eine weisse kalkbreiähnliche Masse.
Mikroskopisch findet man, dass die weissen Punkte krystallinische Abscheidimgen sind (nach Meissner bestehend aus freier Harnsäure, nach Anderen aus harnsaurem Ammoniak); das Epithel in den Nieren ist theilweise nekrotisirt, das Bindegewebe vermehrt. Bei allgemeiner Gicht der Hühner sind die Nieren zuweilen auch von normaler Beschaifon-heit und mir an der Oberfläche mit weissen Niederschlügen hostäubt. Ferner lehrten andere Untersuchungen (von Rivolta, Delprato, Tarsinari), dass nicht alle weissen Niederschläge einer Harnsänregicht entsprechen und zuweilen aus Kalkphosphat bestehen. Nacli Untersuchungen von Minkowski soll der grösste Theil der Harnsäure in der Leber gebildet weiden, ebenso soll sich Milz und Knochenmark dabei betheiligeii. Doch ist über den Zusammenhang der Nierenorkrankung mit dem gichtischeu Leiden noch Manches unaufgeklärt.
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Die Kranklieiten der Niere und des Nierenbeckens.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 799
8. NiereiistciiU'. Neplirolithiasis. Itcim MciihcIicii kommen die Nioronstoine entweder im Nierenbecken und in den Kelchen oder in den Nieren vor und erhalten dann ihre weitere Ausbildung im Nierenbecken. Meist sind sie nur in einer Niere, zuweilen auch in beiden Nieren vorhanden. Je nach der Grosse der Konkremente unterscheidet man Nieren-sand, Nierengries und Nierensteine (gröbere Konkremente). Die meisten Nierensteine sind hirsekorn- bis erbsengross. Hinsichtlich der Entstehung der Nierensteine ist (nach Ebstoin, Posner u, A.) zum Zustandekommen eines Steines nöthig; ein Eiweiss-stroma, welches das organi.soho Gerüst des Steins bildet, Steinbildner, welche aus dem Harn ausfallen, und todte Körper (abgestorbene Gcwebsmassen, Epithelfetzen, Blut, Schleimklümp-cben\ welche als Kern für die Stoinbildung dienen. Dagegen weiss man über die eigentlichen Ursachen der Nephrolithiasis noch sehr wenig. Bekannt ist, dass Stott'wechsel-störungen, besonders die harnsaure Diathese (Gicht) die Entstehung begünstigen. Männer werden häufiger betrotfen als Frauen; sehr oft erkranken auch Kinder. Klinische Erscheinungen sind zuweilen gar nicht vorhanden, zuweilen ist den Patienten die sandige Beimischung zum Harn auffällig. Heftige Schmerzen (Nierenkolik) zeigen sich, sobald ein Stein im Ureter eingeklemmt wird. Der Schmerz ist oft erheblich, mit Erbrechen, grosser Angst und Schweissausbruch verbunden. Der Anfall dauert so lange, bis der Stein in das Nierenbecken zurückgeglitten oder in die blase gelangt ist. Nach dem Aufall enthält der Harn oft Blut. Nicht selten besteht auch beim Vorhandensein von Steinen in beiden Nierenbecken Anurie. Als Folge kran khei ten werden Pyelitis und Hydronephrose beobachtet. Das I/eiden kann jahrelang dauern und auch zur Heilung führen, wenn nach Ausscheidung der Harnsteine keine neuen gebildet werden.
Hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung werden Uratsteine (aus Harnsäure und harnsauren Salzen bestehend), Oxalatsteine (harte, kleine, maulbeerartige, morgenstornfönnige, aus oxalsaurem Kalk bestehende Gebilde) und Phosphatsteine (aus phosphorsauren Salzen bestehend) unterschieden. Während die Oxalatsteine sich im sauren Harn bilden, entstehen die kreideartigen und brüchigen Phosphatsteine nur im alkalisch zersetzten Harn und bilden zuweilen Mäntel um Harnsäuresteine. Selten sind die Steine Cystinsteine (weiss, bernsteingelb), Karbonatsteine (aus kohlensaurem Kalk bestehend) oder Xanthinstoine (glatt, glänzend, geschichtet, gelbbraun bis dunkelbraun).
Die Behandlung ist im AVcsentlichen dieselbe wie bei Blnsensteinen. Die Steinkolik ist mit Morphiumeinspritzungen, Chloroformeinathmungen oder warmen Sitzbädern zu behandeln. Die Diät muss mehr vegetabilischer Natur sein, daneben Zufuhr von Alkalien, um die saure Reaktion des Harns herabzusetzen. Ferner Lithionwasser (mehrmals täglicii 0,10,5) und Piperazin 0,5mal täglich bei harnsauren Steinen, Bei Oxalatsteinen ist Einschränkung der vegetabilischen Nahrung geboten. Gegen Phosphatsteine werden mineralische und Pflanzensäureu empfohlen, z. B. Ac. hydrochloricum, A. phosphoricum. Aqua regia, Ak. laktikum, daneben kohlensäurehaltige Mineralwässer.
In vielen Fällen ist die operative Entfernung mit Glück unternommen worden.
Bei Tliicren liegen über das Vorkommen von Nierensteinen nicht sehr zahlreiche Beobachtungen vor. Bei Pferden, Rindern und Hunden sind sie vorwiegend gesehen worden. Bei Pferden enthalten die Steine (nach Fiirstenberg) vorwiegend kohlensauren Kalk, daneben auch zuweilen Oxalsäuren Kalk und Tripelphosphat. Auch bei Hunden ist die Zusammensetzung der Steine sehr verschieden; aus phosphorsaurem, kohlensaurem, oxalsaurem Kalk, Tripelphosphat, Harnsäure bestehend. Das Gewicht betrug 67 g in einzelnen Fällen. Die Erscheinungen sind meistens wenig charakteristisch. Imminger giebt an, dass bei Rindern, welche zahlreiche grösserc Nierensteine beherbergen, der Abgang eines wasserkhuon Urins zu beobachten ist. Nach den Beobachtungen von Imminger entwickeln sich bei Kühen nicht selten im Verlaufe der l'yelonephritis bacillosa und im Anschluss an schwere Geburten sandige Konkremente in der Niere, welche zuweilen mit dem Harn abgehen. Die Diagnose ist bei Pferden zuweilen nach manueller Untersuchung per rektum möglich.
(). HydroneplirOSO. Wassernieren. Erweiterung des Niorenbeckens. Hydrops renalis, N eph rydros is. JN ophry d rops. Nie reu cyst e.
lii'im Menschen sieht man durch allmähliche und plötzliche Vorlegungen des Harnabflusses, welche den Abfluas des Urins hemmen. Hydioneplirose eintreten durch Rück-stauung des Harns und Erweiterung des Nierenbeckens. Solche Verlegungen können herbeigeführt werden durch Harnröhrenstriktiiren, durch Neubildungen in der Umgebung des Ureters (Uterus-Ovarientnmoren), durch den graviden Uterus. Prostataschwellungen. durch Karcinome der Blase, durch Klappenbildungen und Knickungen im (reter u. s. w. Zuweilen ist die Hydronephrose auch angeboren.
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Die Krankheiten dor Hainorgaiie.
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Die klinischen Erscheinungen hängen von dem vorhandenen Gmndleiden ah. Kine sichere Feststellung ist meistens erst möglich, sobald eine Nierengeschwulst mit tlüssigem Inhalte nnchweishar ist. Dabei ist allerdings oft die Ausschliessung eines Nieron-ochinokokkus (durch Probepuuktion) erforderlich. Auch ist die Schwankung in der Grosse der Greschwulst für Hydronephrose charakteristisch. Ist nur eine Niere erkrankt, so kann die Harnabsonderung vollkommen normal sein. Bei einer Striktur in der Urethra oder bei beiderseitiger Verengerung der Ureteren ist die Harnmenge vormindert. Nicht seiton sind auch je nach dem Grade der Erkrankung örtliche Schmerzen, gastrische Störungen und (besonders bei doppelseitiger Hydronephrose) Hypertrophie des linken Ventrikels vorhanden. Der Gesammtverlauf ist meistens ein tödtlicher, zuweilen wird der Tod durch Uräinie nach Durchbruch dos Sackes herbeigeführt. Heilungen worden durch Operation zuweilen herbeigeführt. Der anatomische Befund ist im Ganzen einfach. Man findet jo nach dein Grade der Erkrankung eine mit Druckatrophio des Nierongewebes verbundene Erweiterung des Nierenbeckens, wobei die Nioronsubstanzen allmählich ganz schwinden und die erweiterten Kelche mit dem Becken einen grossen Sack von 1015 Liter Inhalt bilden kann. Der Inhalt dos Sackes ist dann nur noch rein serös; in geringeren Graden dem Hain iihnlich. Lagen entzündliche Zustünde der Entwickelung der Hydronephrose zu Grunde, so ist der Inhalt oft. eitrig Pyonophrose. Die Behandlung ist vorwiegend chirurgisch.
Bei Tlileren wird die Hydronephrose ebenfalls nicht selten und besonders bei Rindern und Schweinen beobachtet. Die Ursachen sind im Wesentlichen die bereits heim Menschen angegebenen. Dabei mag jedoch daran erinnert werden, dass gonorrhoische Erkrankungen und auf diese Weise entstandene Strikturen bei Thieren nicht vorkommen. Nicht selten sind jedoch fibröse Verdiokungen des Uretors, Verwachsung desselben an der Mündungsstello, Harnsteine im Ureter, Geschwülste in dessen Umgebung die Ursachen. Zuweilen soll (nach einer Beobachtung von Deupsor) auch Blasenlähmung mit nachfolgender Erweiterung der Ureteren zu beiderseitiger Hydronephrose führen können. Die Krank-heitsorscheinungen sind hei einseitiger Erkrankung sehr gering. Ich beobachtete bei einem Ochsen, nach dessen Schlachtung eine Hydronephrose der rechten Niere mit etwa 22 Liter Flüssigkeit festgestellt wurde, einen eigenthümlichon Gang. Das Thier ging bei der Führung am Strick stets etwas seitwärts und setzte den rechten Hinterfuss weit nach vorne und nach aussen. Der anatomische Befund ist, wie heim Menschen, je nach dem Grade sehr verschieden. In hohen Graden sind die Ureteren stark verdickt und gehen allmählich in das Nierenbecken über, welches in einen einzigen Sack verwandelt ist. Der Inhalt ist zuweilen etwas mit Blut gemischt oder enthält (beim Pferde) noch schleimige Massen. Ist nur eine Niere erkrankt, so ist meistens die gesunde Niere hypertrophirt. Magdeburg fand bei einem sonst gesunden gut genährten Schweine eine sackartig aus-geweitete Niere mit einem Gewicht von 28' #9632;gt; Pfund. Die Behandlung ist meistens unmöglich und nur bei kleineren Thieren (Hunden und Schweinen) zu versuchen.
10. Neubildungen in der Niere. Heim Menschen sind von den primären Geschwulstformen besonders die Karcinome und die kongenitalen Sarkome zu nennen. Sowohl die primären Karcinome, wie auch die Sarkome kommen verhältnissmässig häufig bei Kindern in den ersten Lebensjahren vor. Die Nierenkarcinome der Kinder sind weich (Medullarkrebs), umfangreich und meistens in einer Niere vorhanden. Dabei ist bemerkens-werth, dass diese Kindorkarcinome in der Regel in Verbindung mit Konkromentbildung und Pyelitis angetroffen worden. Die Karcinome entwickeln sich (nach Waldoyor) von den Harn-kanälchenepithelien aus. Durch regressive Voränderungen (Blutungen, Verfettungen, Ver-kalkiiMgcn, Nekrose, Cystenbildung) erhalten diese Geschwülste oft eine sehr breite Schnittfläche. Die festen knot igen Karcinome liegen in der Rinde und drängen das Parenchym bei Seite. Oft sind es Adenokarcinome. Die primären Sarkome sind, wie erwähnt, ebenfalls häufig bei Kindern und oft schon kongenital vorbanden. Oefters sind in denselben gestreifte Muskelfasern gefunden worden (desshalh auch Rhabdomyome Myo-sarkoma striocellularequot; genannt). Obwohl ein Durclibruch in die Nierenvenen häufig ist, werden Metastasen im Ganzen nur selten beobachtet.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Die klinischen Erscheinungen sind zunächst wonig charakteristisch. Dumpfe Schmerzen in der Nierengegend sind oft nur das einzige Symptom. Sichere Zeichen sind erst das Auftreten einer fühlbaren Geschwulst in der Nierongegond, Verschiebung derselben während der Atbmung. Blutlioimischung im Harn.
Von anderen Geschwülsten in den Nieren mögen noch erwähnt sein: Ade-nome, welche bei älteren Personen meist in der Kinde beobachtet werden; kleine Fibrome, sekundäre Sarkome (runde, zuweilen sehr zahlreiche Knoten bildend); Strumao
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Dio Krankheiten lt;lcr Niere und des Mierenbeokensinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; HOI
lipomatodea aberratae renia; Qrawitz hnf mit diesem Namen Neubildungen der Nioro bezeichnet, weiche auf Wuohernug eines versprengten Nebennlerenketines beruhen. Ks sind meist kloine, weissgelbe, rundliche, scliarf gegen die Umgebung abgesetzte Oo-schwulste, welche der Struma dor Nebenniere ähnlich sehen können.
Uel Tliieren sind besonders häutig Ädenokaroinome hei Pferden, Hindern, Schweinen und Hunden beobachtet und beschrieben worden. Dieselbon erlangen zu-weilen eine beträchtliche (Jrösse und sind mit Metastasen in verschiedenen Organen verbunden. Seltener sind primäre Sarkome in dor Nioro und ebenso M i seligoseh willst e Bei Hunden werden zuweilen kleine Lipomo beobachtet. Iläuhger sind motastatisoho Karcinome und Sarkome bei allgemeiner Karcinose und Sarkomatose, wobei dann beide Nieren erkrankt sind.
Sehr häufig sind bei Rindern, dann auch bei Schweinen und Hunden embolisohe
Tuberkulose. Dieselbe ist stets httmatogenen Ursprungs. Man sieht dann zerstreut liegende grieskorn- bis erbsengrosso graue Knötchen, welche sich scharf von der braunen Nierenrinde abgrenzen und sich zerstreut auch in der Marksubstanz finden. Die daneben vorkommenden grössoren Knoten [lassen ihre Entstehung aus kleineren deutlich erkennen.
II. Pa ms i ten in der Niere. Beim Menschen sind zunächst die Echinokokken
zu nennen. Meist ist nur eine Nioro befallen, wobei die einzelnen Blasen einen Durch-messor von mohr als'20 cm erhalfon können. Klinisclie K isch o i nun gen treten gewöhnlich erst auf, nachdem die Blasen schon eine bestimmte (irö.sse erlangt haben. Nicht selten bersten die Blasen ins Nierenbecken hinein, wobei dann heftige Kolikschinorzon auftreten und einzelne Theile der Blase mit dem Urin entleert weiden. Dazu gesellen sich zuweilen noch die Zeichen einer Dyclitis und Cystitis. Solton erfolgen die Perforationen nach einer anderen Seite. Die Feststellung ist oft erst durch Probepunktion möglich. Ziiwoilon tritt Entzündung und Voreiterung der Kchinokokkeiibhison oin, wobei dann pyämische Zustände sich anzuschiiessen pflogen. Die erfolgreiche Behandlung ist nur auf chirurgischem Woge möglicli.
In Aegypten und Äbessynien wird in den Nieron nicht selten Distoma haomatobium und dessen Kier beobachtet Der Parasit hat vorwiegend seinen Sitz in den Pfortaderästen, in der Milzvene, im llarnblasengefleclit; die Eier desselben gelangen darin oft in grosser Menge in das Nierenbecken, in dio Ureteren und in die Harnblase, wo sie heftige Kiitzündungon, Gcschwürsbildungen, Strikturon u. dgl. hervorrufen können. Ks zeigt sich dann Ilämaturio, deren Ursache dadurch festzustellen ist, dass man in den kloinen flockigen Blutgerinnseln des Urins die Eier nachzuweisen vermag,
Sehr selten ist auch Eustrongylus gigas (Pallisadenwunn) heim Menschen gefunden worden.
Bei Tliiercu sind folgende Parasiten in den Nieren bezw. in dem Nierenbecken bc-obachtot worden. Beim Pferde, bei der Katze (Pachinger) und in den Nieren der Gänse (von Railliet und Lucet) sind Koccidien beobachtet worden. In den Nieren der Uänse findet man dann stecknadelkopfgrosso weisse Knötchen, welche aus Saufen ovaler, dem Koccidium oviforme nahestehender Organismen zusammengesetzt erscheinen [Eoocidiosis renalis).
Bei Schweinen und Hunden werden gelegentlich Blasen von Cysticerkus cellulosae beobachtet. Ebenso sind zuweilen bei Schweinen, Schafen, Rindern, Pferden und Hunden Echinokokkenblasen in der Niere angetroffen worden.
Vcrhältnissniässig häufig findet sich K u s t r on gy Ins gigas in den Niereu der Rinder, Hunde und Pferde. Der 1070 cm lange Parasit sitzt gewöhnlich in einem im Nierenbecken oder in der Niere Vorhandenen Blutkoaguhim, dabei ist die Niere zuweilen in eine grosso hämorrhagische Cyste umgewandelt. Beim Rinde und Pferde ist der Parasit auch in Eitercysten der Niere anzutreffen. Während Kustrongyliis gigas nicht Selten ganz zufällig beim Sohlachten der Thiere gefunden wird, erzeugt er in anderen Fällen auch eine purulento hämonhagischo Nephritis, Peritonitis, llarmetention, llräinie U. g. w.
Ferner kommt St ron gy Ins armatus (Sklerostoma equlnum] in den Nierenarterien, In der Fottkapsel, im Nierenbecken und auch im Nieronparonchym vor.
Ebenso wird Stephanurus dentatns, welcher vorwiegend in der liauchhöhlo des Seh woi nes lobt, gelegentlich auch in der Fettkapsel und unter der l'ropria der Nieren beobachtet.
Vulpian und Bochefontaine haben scbliesslioh unbenannte Nematodonlarvon ans den Nieron des Hundes boschrieben. Sie fanden SO 100 kleine weissliche Knötchen in der Rindensubstanz der Niere, in welchen dio wahrscheinlich auf embolisohetn Wege SchnetilomHIil, Vorgf. Pitthaloglo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M
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Die Krankheiten der Hiirnoigiino.
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verschleppten Nematoden Daohzuweiseu waren. Qleiohzeitig möge hiev auf den bereits erwähnten ähnlichen üefund Willach's bei der wog. welssen Fleckniere der Kftlber lüngewiesen werden. Willfloh konnte in den Enötoben geschlechtslose Distomen Dach*
weisen.
12. Die KnmkluMteii der Nebennieren nnddei'MorbUBAddlsonU (Bronzed .skim Voi'bemet'kiiiigi Da über die Nebennieren iquot; den Lebrbüobern meist nur kurze Angaben gemaoht werden, so mögen hier einige weitere Mittbeiiungen über diese Organe voran-geschickt werden.
Die in Mark und Kindenschicht getheilten Organe hestehen ans theils länglichen und radiären (Kinde), theils mehr rundlichen (Marksubatanz) Fächern, welche durch Bindegewebe gebildet und von BlutgefäSSen begrenzt werden. In der letzteren befanden sich kernlialtige, hüllenlose Protoplasmazellen mit Pigment und Fettkörnchen, Ausserdem sind in diesen Organen viele Nervenfasern und viele Glofasso vorhanden. In der Markschicht sind ferner kleine und multipolare grosse sympathische Nervenzellen nachzuweisen.
Die chemische Analyse ergiebt das Vorhandensein der Bcstandtheile des Bindegewebes und der Nierensubstanz, ferner I.oucin, Hypoxanthin, Bcnzoesäure, Taurocholsäure, Taurin, Inosit, Kette und Farbstoffe bildende Körper. Unter den anorganischen Stoffen sind Kali und Phosphorsäure vorherrschend,
Hinsichtlich der Funktion ist eine vollständige Klarheit Über die Bedeutung der Nebennieren für den tbierisohen Organismus noch nicht erzielt worden. Beim Menschen hat man nach Anomalien der Nebennieren die noch zu erwähnende sog. Bronzekrankheit (A d d ison'sfbe Krankheit) entstehen sehen. Dabei muss jedoch bemerkt werden, dass man auch Anomalien der Nebennieren ganz zufällig und bei Abwesenheit jener Krank-heitserschelnungen gefunden hat; ebenso fehlen die Zeichen der Bronzekrankheit, wenn man Thieren eine Nebenniere exstirpirt. Nach beiderseitiger Kxstir|iation tritt der Tod unter den Erscheinungen einer Vergiftung ein (Abolous und Langlois); niclit jedoch, wenn noch ein Stück der Nebenniere zurückgelassen winde. Danach gewinnt es den Anschein, als oh die Nebennieren eine giftige Substanz im Körper zu zerstören bestimmt sind, welche nach Entfernung der Nebennieren ihre schädliche Wirkung entfallen muss. Eine Einspritzung von wässerigem Nebennierenextrakt kann (nach Abelous, liunglois, Browii-Se((uard) die nach der Exstirpation eintretenden Vergiftungszeichen temporär hintanhalten,
Klohs meinte, dass von den Nebennieren eine Vorstufe der schwarzen Pigmente (der Melanine) eine pigme u t bi I d en de Substanz (das Melanogen, Vogel) gebildet werde. Diese Annahme wird auch durch Untersuchungen mehrerer Autoren über die Eigenschaften des Nebennierensaftes, besonders dessen Farbreaktionen (.T. Vnlpian, Virchow, Sei ig soll n, Arnold) und durch die Thatsacho gestützt, dass in den Nebennieren wechselnde Mengen von Pigment unter normalen Verhältnissen gefunden worden sind. So ist (nach Cassan, Mcckel und Klebs) bei Negern die Nebenniere auffallend dunkel. Bei Rindern fand Stelling, dass sehr buntfarbige Thiere reichliche Mengen von l'iginent in den Nebennieren besitzen, und dass dasselbe, in sternförmigen Zellen eingeschlossen, sowohl in den hymphgefässen dieses Organs, wie auch in den Lymphdrüsen der liUinbalgegcnd nachzuweisen ist. Das von Klebs angenommene Melanogen soll dann, wenn es mit der Saftströmung in Körperiogionen kommt, welche dem Lichte ausgesetzt sind, in das schwarze Pigment übergehen und andererseits die Reduktion zu Melanine durch das lebende Protoplasma besorgt werden.
Brown-Seqnard glaubt, dass den Nebennieren die Funktion zukomme, übor-mässigo l'igmen tbildu ngen zu hemmen. Damit steht scheinbar die beim Menschet] (Addison) und bei Thieren (Kaninchen) von Tizzoni gemachte Beobachtung in IJeborein-stimmung. Nach Ausrottung der Nebennieren beim Kaninchen wurden abnorme Pigmenti-rungen, zumal der Rippen, beobachtet. Andrerseits ist zu erwägen, dass die Nebennieren nicht die einzigen Pigmentbildner des Körpers sind, und es ist, wie Kitt zutreffend hervorhobt, nicht zu verstellen, warum sie eine erhöhte Produktion von Pigment verschulden sollen, wenn Anomalien einen Untergang des Nierengewebes herbeiführen. Kitt meint desshalb, dass vielleicht das Kntgegengesetzte der Fall ist und die Neben liieren Organe sind, welche Ueberschüsse von Pigment und dessen Vorstu fon, die im Körper oirkuliren, verarbeiten und wegschaffen, so dass eine Anomalie der Nebennieren die Ablagerung der, nun nicht genügend eliminirten, Melanine zur Folge hätte, wie Aehnliehe.s für die Schilddrüse bekannt ist.
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/.um Schlüsse möge noch oiwiihnt sein, duss H. Stilling gefunden hat, dass nach Kxstiipation oder Atrophie einer Nebeiinieiö eine kompensatorische Hypertrophie der anderen eintritt; demnach ist bewiesen, dass diese Organe auch im postfootalon lieben liiuktioniren. Auch zeigte Stilling unter den erwähnten Umstanden häufig auch accos-soriaobe Nebennieren auf dor Vena kava, in der Nüho odor auf der Niere sich entwickeln.
Nach Zander sind die Nebennieren bei Hemioephalen atrophiscb, selbst wenn nur die vorderen Hemisplulreubiilften fehlen.
Die Bronzekrankheit (Moi'bus Addlsonil). Bronzed skin, lieber diese beim
Menschen beobacbtete Erkrankung ist bereits Seite 372 Näheres mitgotheilt worden. Bei Thieren ist, worauf ebenfalls schon Seite 373 hingewiesen wurde, diü Addison'sche Krankheit bisher nicht beobachtet worden.
lit. Wanderniere. Die bewegliobe Niere. Ron mo bills. Nephroptose.
Unter normalen Verhältnissen werden die Nieren durch ihre Fettkapsel und durch das Straff über sie hinwegziehende Bauchfell in ihrer Lage befestigt. Eine verschieden grosso Verschiebbarkeit und Beweglichkeit der Nieron wird nun nicht selten beim Mensclielaquo; beobachtet. Die Niorc kann dabei in der Kapsel beweglich sein oder sie kann die hintere Wand des Bauchfells, welches sie umgiebt, ausstülpen. Die Blutgefässe werden in die Länge gezogen. Meistens ist die rechte Niere betroffen. Auch ist der Zustand bei Frauen häufiger als bei Männern. Die Ursachen sind noch nicht vollkommen klar. Nach der einen Ansicht kommen vorwiegend erworbene, nach dor anderen vorwiegend angeborene Veranlassungen abnorme anatomische Verhältnisse des Bauchfells und der sonstigen Umgebung der Niere in Betracht. Sicher ist, dass Frauen, welche öfters geboren haben, am meisten betroffen werden. Daneben können Traumen, welche die Nierengegend treffen, zu festes Schnüren, (las Tragen des Korsets, häufiges Krbrcchen, Magen-ektasien, grosso (iewichtszunahme der Nieren (durch (ieschwülste), Uageverändcrungen und Erkrankungen der weiblichen (Jenitalien u. dgl. die Gologonheitsursache abgeben. Unter den klinischen Erscheinungen, welche nicht immer vorhanden zu sein brauchen, sind unbestimmte nervöse Beschwerden, Magenbeschwerden zu nennen, die bei stärkeren Bewegungen zunehmen. Zuweilen kommen kolikartige Zufälle verbunden mit Frost und Schwäche vor, welche von Dietl als E in klemm u ngserschein un genquot; bezeichnet worden sind. In anderen Fällen zeigt sich eine umschriebene Bauchfellentzündung, inter-mittlrende Hydronephrose, welche von Spannung, Druck, Frost u. dgl. hegleitet ist. Zur Behandlung, welche bei besonderen Beschwerden eingeleitet wird, sind Reposition und entsprechende Bandagen, reichliche Ernährung neben Bettruhe, und das Festniiheu der Niere an die Bauchwandinig (N e phropexie, Nephroraphie) empfohlen und ausgeführt werden.
Bei Thieren sind Wandernieren gleichfalls, wenn auch im Ganzen selten und am häufigsten beim Schwein beobachtet worden. Johne macht auch darauf aufmerksam, dass mindestens bei 16200/o aller Hunde die Niere nicht in der gowöhnlichon Weise der Wirbelsäule dicht anliegt, sondern au einer gokrösartigen Falte hängt, mitbin mehr oder weniger der Wanderniere des Menschen entspricht.
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II. Die Krankheiten der Harnblase. 1. Der Blasenkatarrh. Cystitis.
ii) He im Mo n seile n.
Aetiologielaquo; Meist siml es durch die Harnröhre in die Bluse eingedrungene Entzündungserroger (Tripper, unsaubere Katheter, Fortleitung puorporaler Scheiden-orkrankungon) oder von der Niero eingowandorte (Pyelitls), wolcho don Blasonkatarrh
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Die Krankheiton dor Harnorgano.
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hiTvomit'cii. In anderen Fällen ist eine ÜVogenltaltuberkulose die Ursache, Ferner kann die Anwesenheit fremder Körper (Blasensteine) eine Cystitis hervorrufen. Seltener entsteht dieselbe durch chemische Substanzen, welche vom Blutstrome ans ihre Wirkung ausüben, wie Kaiilliaridin, junges Bier u. dergl.j raquo;Inslaquo; eine primäre Cystitis nach Erkältungen auftreten kann, ist wohl ZU bezweifeln.
Symptome und Verliuif. Die fflohtigsteii Erscheinungen sind Schmerzen am Damm und in der Unterbauchgegend, welche in die Harnröhre ausstrahlen, ferner Druckempfindlichkeit der Blasengegend, lebhafter Harndrang, wobei häufig kleine Harnmongen unter Sehmerzen entleert werden. Zuweilen ist auch in Folge der erhöhten Erregbarkeil der Blasenschlelmhaut ein sehr lästiger reflektorischer Sphinkter-knniijif nachzuweisen. Entscheidend für die Diagnose ist die Beschaffenheil ties Harns. Derselbe sieht gewöhnlich hell aus und zeigt ein reichliches, oft schon mit blossem Auge nls eiterig zu erkennendes Sediment, In welchem sich mikroskopisch Eiterkörperchen, oft Harnblasenepithelieu und regelmässlg zahllose Bakterien
(meist, kurze, lebhaft sich bewegende Stäbchen) nachweisen lassen. Die alkalische
Harngährung giebt sich meist schon durch den stechenden ammoniakalisohen
Geruch und ausserdeni, wie erwähnt, durch die Renktion des Harns zu erkennen. Bei der gonorrhoischen (Vstitis ist die Anwesenheit von schleimigen Fäden im Harn, sogen. Tripperfäden, (Mitscheidend.
In schwereren Fällen zeigen sieh auch Allgemeinerschehmngon, wie Kopfschmerz, Muttigkeit, Fieber. In chronischen Fällen können alle Erscheinungen bis auf den Schleim- und Eitergehall des Harns fehlen, in anderen Fällen besteht vermehrte Reizbarkeit oder unvollkommene Kontraktionsfähigkeit der Blase. Durch gefährliche Komplikationen (Pyelonephritis) kann eine chronische Cystitis auch unmittelbare Todesursache werden.
AliatOtnisoher Befund. Beim einfachen Katarrh ist die Blasenschleimhaut geröthet, und aufgelockert, der Blaseninhalt theilweise schleimig-eitrig und durch ab-gestossene Fpithelien und bakterielle Zersetzungen getrübt. Beim Uebergang in chronischen Blasenkatarrh treten stärkere Schwellungen und polypöse Wucherungen der Sehleimhaut ein; zuweilen auch Blutungen, l'igmentirung und Geschwürsbildung. Die Blasenwand wird durch die Wucherung der Submukosa verdickt und starr; die Muskuhiris hypertrophirt bei Ahflussliindernissen oder erscheint schliesslieh atrophisoh bei Blasenlähmungen. In sehr schweren Fällen entwickeln sieh auch sub-mnköse und perieyslische Abscesse, und bei sehr chronischem Verlaute Inkrustation der Schlei in ha u t.
Therapielaquo; Prophylaktisch ist zunächst peinlichste Sauberkeit bei Anwendung von Instrumenten zur Untersuchung der Harnröhre und der Blase erforderlich Die eigentliche Therapie ist in leichteren iiml akuten Fällen eine mehr diätetische. Neben Bettruhe reizlose Diät; gewürzte Speisen, Alkoholikil sind ZU verbieten, dagegen reichliches Wassertrinken zweckinässlg, Von inneren Mitteln ist die Verordnung von Kali chlorikum (8,0- 5,0 pro die) einige Zelt nach dem [Cssen zu nehmen) am zweckmässigsten, welliger günstig wirken die Adstringentien (Tannin, Dekoktum l'ol. uvae ursi). Bei stark eitriger Sekretion ist nach Abiaul'der lOntzüiiduiigsersclieiiiiiiigen auch Terpentinöl (in Gelalinekapseln oder in Milch) vnrtheiilial'l. Bei ammoniaka-lisclier Hariigälirnng ist die Snlicylsäure (2.u (i,i) täglich in Kapseln), bei heftigen
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Die Krankheiten der Harnblase.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;806
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öilliehen Sehmerzen die Xinveudung von Uinsehlägeii und Kiiliipliisineli auf die
Blasengegend /#9632;raquo; empfehlen,
Bei kriiftigeii Personen werden auch örtliche Blutentziclumgeii und bei sehr
grassen Schmerzen subkutane MorphiuniinjekiIonen anzuwenden sein.
Bei der e h roll i sehe n Cystitis worden unter strengster Asepsis warme
(83deg; Cquot;.) Blasenausspülungen mit SaUoylsäure (1:500)) Borsäure (4ü/o), Plumbi aoot, 1:1000,0; Kali hypernmng. 1:1000,0 oder Suhllniut 1:10,000) auszuführen sein.
h) Bei Thleren.
Qarublasenkatai'rh und ElarnblasenentzUnduug kommen als akutes und ohro-nisches, selbständiges Leiden bei allen Ilansi liieren vor.
AotiolOglfit Im Wesentlielien sind dieselben Ursachen wie beim Menschen vorhanden. Die wichtigsten Veranlassungen sind chemische (Terpentinöl, Kan-thariden) oder infektiöse Stoffe, welche mit dem Blute oder mit dem Harn In die Blase gelangen und hier reizend wirken. Ebenso kann eine Cystitis entstehen durch Portleitimg einer Entzündung von der urethra, von den IJrcteren, von dem Nieren-hecken, den Nieren, von der Vagina, vom Uterus und vom Peritoneum (Verwachsung der Blase mil einem DarmstUck) u. s. w. auf die Blase. Ferner können Fremdkörper (Blasonsteino), traumatische Elnflüsso (Quetschungen) und Zurückhaltung und Zersetzung des Harns in der Harnblase einen Blasenkatarrh erzeugen. Ob eine einfache Erkältung eine Cystitis hervorrufen kann, erscheint zweifelhaft. Nicht selten werden die Inl'ektionserreger durch Kathelerisireii mil unreinen lustni-menten in die Blase eingeführt
Syiliptoino und Verlauft Die wichtigste Erscheinung ist der häufige Drang zur llrinenlleernug, wobei der geringe unter Schmerzensälissening abgesetzte llarn anfangs normal, später stark riechend, alkalisch und schleimig ist. Der Bodensatz enthält bei mikroskopischer Untersuchung Blasenepithel, einzelne farblose Blutkörperchen, Schleim, Tripelphosphat, pbosphorsanre Ammoniakmagnesia, Spaltpilze, In schweren Fällen gesellen sich dazu: Unruhe und Kolikerscheinungen, Fieber, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit.
Bei Fleischfressern Ist der frisch gelassene Harn sauer roagirond und gehl erst allmählich in den neutralen und alkalisch reagirenden über.
Die Ausgänge sind entweder in Heilung oder Uehergang in chronische Cystitis, und besonders bei Rindern und Hunden nicht selten. In hochgradigen Fällen kann die akute Cystitis sein- schnell zum Tode führen, während die chronische Form, besonders bei Hindern, längere Zeit bestehen kann, ohne dass auffällige klinische Erscheinungen nachzuweisen sind. Erst die Untersuchung des Harns giebt Aufschluss über das Vorhandensein der chronischen Cystitis.
AliatOinisoliei' BefUIldlaquo; Man hat die Veränderungen je nach dem (bade und je nach der Dauer der Entzündung in seröse, kroupöse, suppurative, ulceröso, gangränöse unterschieden, wobei meist verschiedene (irade in jedem Falle nachzuweisen sind. Bei den akut auftretenden Formen ist die mein- oder weniger dunkelbraune Sehleinihanl geschwollen und mit Schleim, abgeslosseiien Fpilhelien oder auch mit Elter bedeckt, zuweilen sind auch grösserc oder geringere Blutungen erkennbar. Bei schwereren und länger bestehenden Erkrankungen sind kmupöse Auflagerungen
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80(1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Dio Krankheiten der llainoi^iuip.
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mill Qoschwürsblltlimg uaohweisboi'; dabei ktuin Submukosn, Muskulai'ia uml Sorosn in Mitloidonschafl gezogon werden.
Bei dei' ohronisohen Form ist die .Mukosa vordiokt) gewulstet) mil varikös orwoltorton Gelassen dui'ohzogen; niohl seilen rinden sich papllUlre oder faltenfönnlgo Wiielienm^en. In Folge fi'überor Blutungen ist die Fai'be grünliohgrau, schiefer-grau oder schwiii/^iiui. Audi diis subniuköso Gewehe und die Muskelbündel sind hypei'tl'ophh't, Nicht seilen kommt es zu akuten Niichschi'iheii, wobei dann die obigen Veränderungen nachweisbar sind.
In sehr alten Fällen, besonders bei Htulen und Kiibcn, sind auch In-krustinuigen der Schleimbaut durch Aufnahme von Kalksalzen beobachtet wurden.
TheraplO. Tu leichteren FfiUen geniijil eine möglichst: reizlose Diät und reichliche FlüssigkeitszuFubr. Daneben kann innerlieh Borsäure, Siilicylsäure, Kali ehlorikiun, Resorcin, Naphthalin verordnet werden. Bei den chronischen Formen kann Terpentinöl, Kopaivabalsam, Bromkalium und Bromkampfer (Trasbot) inneiiioh vorsucht werden. Zur örtlichen Behandlung werden Ausspülungeil der Blase mit antiseptisohen Flüssigkeiten ausgeführt: Borsäure (2: 100,0), Kreolin (1 : 100,0), Sublimat (0,1 : 100,0), Ichthyol (2,0 1,5:100,0) u. s. w.
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2. Harnblasenlähmung. Cystoplegia.
(Paralysis vesicae urinariae.)
a) Beim Menschen.
AetlologiBi Die Lähmung der Blasennmskulatur kann, wie der Krampf, den Detrusor oder den Sphinkter oder beide Muskelgruppen zugleich betreffen. In manchen Fällen sind Erkrankungen des Cen train erven sy st ems (Myelitis transversa, Tabes dorsalis, Hysterie), sowie schwere Beeinträchtigungen des Henso-riums (bei Encephalomalacie, Meningitis, bei schweren Infektionskrankheiten) die Ursachen. Ferner zeigt sieb Blasenlähmung zuweilen bei Marasmus, bei ausschweifendem Leben, nach Aufnahme toxischer Substanzen (Opium); nach Traumen, welche die Blase getroffen haben, nach langer Zurückhaltung des Harns (bei Frauen, Künstlern, Gelehrten, Rednern), Scbliesslich zeigt sich Blasenlähmung bei ürefhralstrik-luren, Prostatahypertrophien u, dgl.
Symptome und Verlauflaquo; Bei Lähmungen des Muskulus detrusor vesicae
ist selten Harndrimg zugegen. Der in höheren Graden mit Hilfe der Bmichpresse entleerte Harn fällt in der Kegel von der Hamröhrenmündung senkrocht nach abwärts. Ist ihr Sphinkter vesicae betroffen, was im Ganzen selten vorkomiht, so stellt sich Harn träufeln ein (I n kont i ne n t ia 8, Enuresis paralytika). Ist nur eine Parese vorhanden, so ist öfters Neigung zur Harnentleerung vorhanden. Recht häufig bestehen gleichzeit ig Lähmung des Detrusor und Sphinkter und dementsprechend auch die verschiedenen Symptome. Die Blase füllt sieb iihormässig und der Harn läuft, nachdem ein bestimmter Füllungsgrad erreicht ist, ab. Die Beurtheilung und der Verlauf richten sich nach den Ursachen. Es können leicht Spaltpilze von der Harnröhre in die Blase dringen, und nicht selten führt
Hlasenläbmmig in Folge erheblicher Hamstauung zu Hydronephrose und tlrämie,
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Diraquo; Ki'anklicil'Cii der I liunliliisp.
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Tliorttitio, lici starkci'rriiirclcMliiin (bisamp;OOOcom lliirn shul oiitloerl worden) isi ülliniililiclic (in I'liuscii vorgononunene) Entieoruug dos Harns zwookiuässig. Isi die SphinktorenUlhmung olae orheblioho, so kann ililaquo;' Blase ohne Katheter (lurch Druck von missen entleoi'l wenlen. Zur öi'tliohon Behandlung sind kalte Ein-giossungen In die Blase, kalte Frottlrungon der Blasengegend und des Kreuzes, Kaltwasserkuren, Soobädor, Brgotininjektionen in die Blasengegend und die Anwendung der Klekiriziliii empfohlen worden, Die Allgonieinbohondlung muss sicli nach den Ursachen richten.
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I)) Bei '{quot;liieren. Aetiolog^iOi Seliwäclie/.uslände der Blase und BlasonlähniUllgon Werden go-
lügontlioh lgt;ei allen Bausthieren, vorwiegend jedoch bei Pferden, Hunden und Rindern beobachtet, Die Ursachen sind dabei sehr verschieden und thoilwoiso
älinlieh den hereits beim Meliseheii erwiihnlen. Es kann die l'arese den Delrusor
oder den Sphinkter vosicae oder beide zugleich botreffen. Bei Pferden konnnl nicht seilen eine Lälnnunjr des Sphinkler mil Inkonlinenlia nrinae vor, wenn die Blase grössero Harnsteine oder eine erhebliche Quantität von Hiu'iisedimcnl (Grios) enthält. Nach Dieckerhoff soll in Folge der durch den Gries fortgesotssl verursachten Reizung laquo;ine chronische Enteündung der Schleimhaul mil Erweiterung der Blase sieh entwickeln. Zuweilen kommt auch eine Blasonlähnmng in Verbindung mil Mas'tdarinlähmung durch chronische Neuritis beding! vor. Bei Hunden wird Bhwon-lähmung nichl seilen nach zu langer Unterdrückung des Harnabsatzes (bei stubenreinen Hunden) beobachtet (Müller); ferner bei Prostatahypertrophio, Harnröhren-strikiureu, Ernährungsstörungen der Muskelhaul im Anschluss an Blasenerkrankungen sowie bei bestimmten Erkrankungen des Centralnervensystems und seiner Hüllen, Bei Rindern zeig! sieh Blasenlähmung nicht sehen heim Kalbefiebor, bei Hämoglobinurie. Bei allen Thiei'en können Kontusionen des Rückenmarks, Frakturen der Hucken- und Lendenwirbel mit Harnblasenlahmung verbunden sein.
Symptome und Verlauf. Auch die Krankhoitserscheinungeu sind im Wesentlichen dieselben wie heim Menschen, Je nachdem der eine oder beide Schliess-inuskeln erkrankt, sind, erfolgt die Entleerung des Harnes in dünnem Strahl, unvollständig, oder es tröpfell der Harn mil kurzen Unterbrechungen anhaltend aus der Harnröhre. Im letzteren Falle entstehen sowohl bei Stuten an der inneren Fläche der Hinterschenkel, wie auch bei Hengsten und Wallachen in der Umgebung der Vorhaut oberflächliche Hnulerkrankun^en. Untersucht man grössero Thiore per reklum oder per vagiuam, so ist entweder eine starke Füllung der Blase oder auch gelegentlich das Vorhandensein eines Blasenstoins nachzuweisen, Schmerzgefühl während der Harnentleerung wird nur dann nachweisbar sein, wenn durch Reizung der Schleimhaul. gleichzeitig eine Cystitis entstanden ist.
Die Heurlheilunn' häng! von dein Grundleiden ab; doch lehrt die Erfahrung, dnss nur in seltenen Fällen eine vollständige Heilung erzielt wird.
ThertipiOi Die EnÜeerang des Harns erfolgt am besten mittelst Anwendung des Katheters. Bei Hunden hal man örtlich die Anwendung der Kleklriziläl versucht, femer auch kalte Ausspülungen der Harnblase vorgenommen und innerlich Thiktuni Stryelini (ö in Tropfen ein- his zweimal täglich). Strychnin, nitrik, (tag-
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Die Kninklioiton (lei- llariiDrgaiic
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licli cinninl 0,0010,003 subkutiiii) oder Sokulo konmluni (als Infiisiini 5:150 dreimal täglich eineu Esslöffel, oder als Extraktum Sekalis komuti, 2:8 Glycerin, tftglioh 13 Spritzen subkutan) verordnet (Müller). Gegen die einfache Schwftohe des Sphiukter wird bei Pferden (von Dleckerhoff) subkutane Injektion von Physostigmln empfohlen.
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3. Harnverhaltung. Retentio urinae.
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a) Boini Mo n sehen. Im Allgemeinen wird mit dem Niimeii Ilanivei'liallungquot; nm' das wichtigste, dem Patienten am meisten auffällige Symptom bezeichnet, während zur Diagnose die Feststellung noting ist, ob der (imud für das Ausbleiben des Urins in den hamberoitenden oder in den hamableitonden Organen liegt, oh Anurlo oder Retentio Urinae vorhanden ist.
Aotlologio. A knie Retentionen können durch plötzliche Schwellung der
Ilarnrührenschleimhaut (hei akuter Prostatis, bei Entzündungen von Harnröhren-strikturen) bedingt sein. Bei der chronischen Harnverhaltung ist zunächst nur eine geringe ITarnverhaltung vorhanden, bedingt durch mechanische Hindernisse (Strikturen, Prostatahypertrophie) und durch eine Schwäche der Detriisorinnskulatur, zuweilen kommt es auch ZU partiellen Rotentionen in der Blase, wenn hernienartige Ausstülpimgen (bei Cystocele vaginolis, Prolapsus uteri) vorliegen. Die Ursache der Retention kann auch in einer Verstopfung der oberen Harnwege beruhen oder in einer mangelnden Funktion der Nieren. Die Verstopfung der Ureteren kann durch Einkeilung eines Nierensteins beding! sein. Fine Thätigkeltseinstollung der Nieren kann erfolgen durch umwachsen mit Geachwulstmasson bei absolutem Wassermangel im Körper (Cholera), bei plötzlich eintretender starker Schwellung der Harn-kanälchen.
Symptome und Verlauf. Die akute Form der Harnverhaltung tritt sofort als vollständige auf, die chronische Ketention entwickelt sich meist allmählich und wird erst spät eine totale. Meist ist zunächst nur eine geringe In-sufficienz vorhanden, bedingt durch das Vorhandensein zweier Faktoren, eines mechanischen Hindernisses und einer Schwäche der Delrusorniuskiilaliir. [st erst die Entleerung eine unvollkommene, so wird die Menge des Residualharns immer grosser, die Blase, nach anfänglicher Hypertrophie immer schwächer und sohüess-lich kann gar kein Harn mehr spontan entleert werden; es ist zur totalen Retention gekommen.
Behandlung. Bei akuten Retentionen ist nothwendlg, auf eine Harnentleerung baldmöglichst hinzuwirken, theils durch Anwendung warmer Bäder, theils durch vorsichtiges Kalheterisiren. Bei der chronischen Retention ist ein vorsichtig geregeller Katheterisnius das Wesentlichste der Behandlung. Ist die Harnblase leer, so muss man zunächst die Ursache (Nierensteine, Ureterkrampf u. s. w.) feststellen und dementsprechend die Behandlung einrichten.
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Die Krankheiten lt;llt;'r ttarnblase.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;80!(
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b) Bei Thieren.
Man beobachtet eine erhebliche Behinderung oder gänzliche Hemmung der Uriuentleeruug ans der Blase gewöhnlich nur bei männlichen Thieren, am häufigsten beim Hin de und Pferde, seltener bei Hunden und Schafen. Dabei ist das Scbwerharnenquot; meist nur ein Symptom anderweitig vorhandener sehr verschiedener Grundleiden.
Aetlologlelaquo; Die Ursachen können, wie beim Menschen, sehr verschiedener Art sein, Krämpfe des Blasonschliossmuskels, hervorgerufen durch Erkältung, Cystitis, Anwesenheit von Fremdkörpern in der Blase, durch Kolik, Lähmungen der Harnblase, bedingt durch schwere Formen der Cystitis, llückenmarkslcidcii, allgemeine Schwäche, durch reflektorische Lähmungen (bei Kolik, Hämogloblnämie), Kompression der Harnröhre und Harnrohrmündung, Fremdkörper in der Harnblase und Harnröhre, sind die wichtigsten Veranlassungen bei Thieron. Die beiden letzteren Hindernisse sind mechanischer Natur und können in sehr verschiedener Art, hervorgerufen werden. Seltener sind es Steine, Blutgerinnsel, Neubildungen in der Blase selbst, häufiger Harnröhreusleine, welche aus der Blase in die Harnröhre gekommen sind (bei Ochsen ziemlich häufig), Verstopfungen der Harnröhre (durch Sedimente oder Hautschmiere), Verengerung der Harnröhre durch
'Entzündung Zusammen drückung derselben durch Geschwülste im Beck.....xler in
der- Umgebung des Penis, Verengerungen der Vorhaut (Phimoso) u, s, w.
Symptomo und Vorlauf. Die wichtigsten Erscheinungen sind Unruhe, kolikartiges Benehmen, öfterer Drang zum Uriniren, wobei entweder kein Drin oder nur- wenig tropfenweise und mit Anstrengung und Schmerz entleerl wird, Bei der Untersuchung der Thiere per Rektum oder Vagina kann man in der Kegel die mit Drin gefüllte, mehr oder weniger straff gespannte Blase durch Palpation l'e.-lstellca, wobei die Thiere beim Druck auf die Blase Schmerz aussein. Pferde und Hunde zeigen nicht selten kolikartige Erscheinungen, welche beim Binde und Schilfe meist fehlen oder nur in geringerem Grade vorhanden sind. Eine nähere Untersuchung der Harnröhre, welche in zweifelhaften Fällen mit dem Katheter vorgenommen werden muss, lehrt dann, ob Hindernisse der eben genannten Art den Harnabfluss erschweren oder aufgehoben haben.
Um beim Kinde und Schafe festzustellen, ob noch Harnabsalz stattfindet oder nicht, muss man die Thiere in einen ganz trockenen Stall stellen und beobachten, oder eine die Harnröbrenmiindung eiaschliessende Binde um den Körper legen, falls man nicht einen besonderen Apparat zum Auffangen des Urins verwenden will. Wird der Harn tropfenweise und mit grosser Anstrengung entleert, so ist. sehr häufig (bei Ochsen Harnröbrensleine) ein mechanisches llinderniss die Ursache der Harnverhaltung.
Haben die Beschwerden einige Zeit bestanden, so zeigen sich besonders bei Pferden und Bindern Verminderung des Appetits, Futter- und Getränkaufnahmo wird schliesslich ganz unterlassen, erhöhter Puls und zeitweise auch Schweiss-aiisbruch.
Der weitere Verlauf kann verschieden sein. Erfolgl Entleerung des Harns, so verschwinden die Unruheerscheinungen allmählich. Wird das llinderniss jedoch nicht beseitigt, so tritt schliesslich eine Berstung der Blase ein. Alsdann treten
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Die Kiiinklicilcn der tlamorgane.
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allordinga zunäohsl clio heftlgoti Bosohwordon Kurttok mul (lilt;' Thioro werden mhlger;
iillinalilicli entwickeln sich jedoch die Zeichen einer l'niniie iiini huld lödtlicli wenlen-den Bauchfellentzündung,
Wie die Erfahrungen lehren, tritt bei Pferden und Hunden Im Qanaon frfthzoitig, naoli wenigen Stunden der Tod ein. Kinder können n.noh eingetretener Blaseaberstiuig noch 1-2, nach ein/einen Beobachtungen noch 46 Wochen am Lehen bleiben. Ich seihst, sali einen Ochsen noch 10 Tage nach eingetretoner Blasenberstung sein Futter aufnehmen, In de).' Regel sind jedoch die weiteren Folgen dei'Blasenberstung beim Rinde; Fieber, Verschwinden des Appetits, dauerndes Zittern und Frösteln, Anfüllung des Bauches mit Flüssigkeit, Empfindlichkeil beim Druck auf die Bauchdocken,
AnAtoinisohor Bofuiullaquo; Die Sektion ergiebl die Ursache des Hindernisses an Irgend einer Stelle der Harnwege, Nicht, selten werden bei Ochsen Harnsteine gefunden und /war besonders in Gegenden mit kalkreiohem Putter und Wasser. Derartige Harnsteine hoslehcn meist aus kohlensaurem Kalke. Die Steine dringen, wie Siedamgrotzky beobachtete, aus der Blase in die Harnröhre und keilen sieli dann gewöhnlieh in der ersten Biegung der S-förmigen Kriinminng ein,
DlagllOSelaquo; Zuweilen kann eine Verwechselung der Harnverhaltung mit Kolik, Blasenontzündung, Nieronerkrankung, Blasenlähmung, lerner mit der sog. Harnwinile (lläinoglohinäinic) eintreten. In allen diesen Fällen wird jedoch die Feststellung durch die Frwiigung erleichtert werden, dass bei Harnverhaltung längere Zeit kein Harn entleert, wird und die Blase sich bei der Untersuchung vollständig gefüllt zeigt. Auch entscheidet hei den genannten Krankheiten schon der weitere Verlauf,
Therapie. Ist die Harnverhaltung durch Lähmung (häufiger) oder durch Krampf der Harnblase (seltenor) hervorgerufen, so wird man den Harn durch Anwendung eines Katheter oder durch Druck auf die Harnblase entleeren können. Zur Unterstützung wird man ferner Frottiren dos Bauches und der Lendengegend mit oder ohne Anwendung besonderer Hautreizmittel (Terpentinöl, Kampherspiritus) sowie lauwarme Klystiere, bestehend aus KamiUenthee oder Baldrianthee) versuchen können. Innerlich wird (quot;hloialhydrat, Belladonna, oder suhkutan eine Morphium-Injektion zu versuchen sein. 1st eine Hlasenlähnm n g die Ursache, so wäre die Anwendung von Strychnin oiler l'hysostigmiu zu versuchen, obwohl ein wesentlicher Erfolg dadurch wahrscheinlich nicht erzielt wird.
Sind mechanische Hindernisse die Ursache der Harnverhaltung, so müssen dieselben auf chirurgischem Wege beseitigt werden.
Um die Entstehung von Harnsteinen, welche besonders hei Ochsen und Schafen beobachtet werden, zu verhüten, empfiehlt Siedamgrotzky die jungen Zuchthucke knapp zu füttern und die Verabreichung allzu harten Wassers zu vermeiden.
4. Das Unvormögon, lt;llaquo;n Harn zu halten, Inkontlnentla urlnae. Das ünvor-
miigen, den Harn zu lullten, zeigt sieli als Symptom versohiedenor Krankliciten und ist vorwiegend In einer Lähmung der Blasenmuskulatur begründet. Der Zustand zeigt sieli im Verlaufe von Rittokenmarkserkraiikungen, BlasenentzUndungen, nach lungere Zeit bestehender Uberntttsslger Dehnung der Blasenmnskulatur wegen unterlassenen ürinirons, oder durch Geschwülste und Blasensteinei nach Durchschneidung der Sohliessmuskeln gelegentlich dor Entfernung von öosohwülsten und Steinen. Die Blase isl dabei meistens etwas ausgedehnl
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Die Kiiinklicik'ii delquot; llariibliise.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;HI I
mid ihi'o KiillcfMuiig gtilingt leiobt durnh Druck vom Mastdärme aus. Die Bebnndlung
inu.ss wich nutiirlicli uucli (loin (iruiullcidun licliton. 1st oiuo besondere Ursache nicht iiiicii-zuwoison, so wird uiiui Strychnin, Kaltwaasfüklystioro, sowie Anwondung dor Kloktricitiit
versuchen kiinnon.
5.nbsp; Blutansen min den Havnwogon. Eine Entleerung von Blut oder Blutfarbstoff mit
dem Harn wird gelegentlich bei allen llausthioren beobachtet. Die näheren Ursachen können jedoch sehr verschieden sein. Die Kntloorung von Blut kann durch Blutungen innerhalb der Harnwoge, durch Austritt von Hint aus den Nieren hervorgerufen werden: die Entleerung von Blutfarbstoff kann durch das Vorhandensein der sog. lliimoglobin-iiniie bedingt sein Ferner können Blutungen, mit Entleerung von Blut, auch durch Ver-letzungfiii der Harnblase und Harnröhre hei Anwesenheit von Steinen, durch Neubildungen u. dgl. veranlasst worden. Die Behandlung wird dementsprechend verschieden und im ersten Falle eine vorwiegend chirurgische sein.
6.nbsp; nbsp;(ieschwiilsfe iU'v llamblusc. Beim Menschen sind zunächst piimäre Blasen-gesohwttlste Ssiemlioh selten und dann auch bei Männern häufiger, als bei Krauen. Vorwiegend handelt es sich dann um papilläre Fibrome, seltener zottige Sarkome, welche früher irrtlilimlich als /iottenkrebs bezeichnet wurden. Zuweilen findet man auch papillftre Karcinome. Ebenso selten sind primäre Adenome und Myome. Sehr häufig sind dagegen sekundäre Karcinome, welche von der l'ortio oder vom Cervix uteri, vom Dann, von der Prostata aus in die Harnblase wuchern und nicht selten zu Fistelbildungen Veranlassung geben. Ebenso wuchern Sarkome der Vagina, besonders polypOse, nicht selten in die Bln.se hineiu Eine sichere Diagnose ist nur mit dem EndoSKOp möglich oder, wenn Theilo der Ueschwiilsto mit dorn Harn entleert werden. Die Behandlung ist eine chirurgische.
Hei Tliiei-en, wo Neubildungen der Blasenschleimhaut, besonders bei Pferd on und Kindern, dann auch bei Ziegen und Hunden nicht seiton beobachtet worden, handell es sich ebenfalls vorwiegend um papilläre Fibrome und Karcinome, welche mit Vorliebe am Ausgang der Blase zur Harnröhre sitzen (Kitt). Ausserdem sind gelegentlich auch kleinere und grössere Fibrome in der Submukosa der Blase beobachtet worden.
Unter den klinischen Erscheinungen sind bei grösseren Tumoren Schmerzeinplin-dung und Harndrang zu nennen. Zuweilen sind grössere (ieschwiilste durch ilcn Mastdarm oder durch die Scheide zu fühlen oder mit Hülfe des Katheters festzustellen. Die Behandlung kann, falls sie bei kleineren oder grösseren werthvollen Thieren ausgeführt werden soll, nur eine rein chirurgische sein.
7.nbsp; nbsp;Parasiten der Harnblase. Unter den pflanzlichen Parasiten sei erwiiliul, dnss man heim Metisohon zuweilen Schizomyceten, Leptothrixfäden und Snrcina in der Harnblase und von hier in den Urin übergehend beobachtet hat. Von thierischon Parasiten sind Echinokokkus und Distomum Im emu to bium zu nennen. Distomum haematobium wird besonders in den Tropen beobachtet. Die Diagnose kann aus dem Abgange von Distomeneier aus dem Harn gestellt worden.
Uei Thlei'en ist zunächst Eustrongylus gigas zu nennen, welcher besonders beim Pferde und Kind von der Niero aus in die Binse gelangt; beim Fuchs und Wolf ist gelcgenflich auch Trichosoma Plika, in Irland und Italien auch beim Hunde beobachtet worden. In der Harnblase der Katze hat man Trichosoma foliskati gesehen.
8.nbsp; nbsp; Bliisensteiiie, In der Blase kommen im Ganzen häufig Steinbildnngen vor. Heim Mensehen können sie erbseu- bis hühnereigross und grosser werden. Einzelne Steine sind meist länglichrund; sind mehrere vorhanden, so werden sie eckig abgeschliffen; im IJobrigen richtet sich die Form nach dem die Grundlage der Steine bildenden Fremdkörper. Die meisten Harnsteine bestehen ans Harnsäure (ü rätst eine), sie sind hart, klein, gelb, roth oder braun, von feinkörniger oder glatter Oberiliiche, fest, konzentrisch gescbiclitot; oft sind dieselben umgeben von oxalsaurem Kalk und Tripelphosphat. Meist entwickeln sieh dieselben im Nierenbecken und gelangen von dort in die Blase. Kerner kommen Steine aus oxalsaurem Kalk (Oxalats tei ne) vor. Dieselben sind sehr hurt, maullieer-fönnig, braun und von rauher Oberfläche, sowie Phosph at st ei n e, von weisser Farbe, weicher Oberfläche, weich und bröckelig. Seltener sind Konkremente aus kryidallisirten harn sauren Salzen, Cyst in- und X an thin.st eine.
Harnsä u res to i ne bilden sich bei vermehrter llnrnsäurebildung. Sogenannter harnsaurer Diathese, wo entweder die Oxydation gegenüber einer zu reichlichen Zufuhr von NahrungsstickstofF ungenügend Ist, oder wo sie absolut nicht ausreloht, wie im Fieber, bei Bungen- und Herzkrankheiten. Unter ähnlichen Bedingungen entstehen auch die
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812nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die Krankheiten der Qarnurgand
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Oxiilatstoiiic. Diifjegen entstehen l'hosplmtsteine bei alkiilischur Harngilhrung (l'yelitis, Hlascnkatnirli). Danebau ist aber ancb noch ein direkter Anlass zur Steinbildung eifordor-lich, wie er (lurch das Vorhandensein organischer Theile (Kpithelien, Eitorzellen, nekrotiscbon (xewebstheilon) oder durch verschiedene Fremdkörper (tbierische und pflanzliche l'arasiton), gegobon wird. Schliosslich ist auch noch eine besondere Anlage im Kindesalter und im höheren Alter, beim männlichen Geschlecht und durch Vererbung nachzuweisen.
Die Krankhoitsorschoinungen bestehen namentlich in Schmerzen in der Blasenlaquo; gegend (beim Reiten und Fahren besonders wahruehinbar), in plötzlicher Unterbrechung des llarnstrahls unter heftigen Sclunorzen, obwohl die blase noch nicht entleert ist. Ausser-dem sind noch zeitweilige Blutungen und Zeichen eines blasenkatarrhs nachzuweisen.
Die direkte Behandlung ist chirurgisch. Eine allgemeine Behandlung ist noth-werulig, um die Entwicklung neuer Konkremente müglicbst zu verhindern. Sind Phosphat-steine naebgewiesen, so ist neben der Behandlung der Pyelitis und des Mlasenkatarrhs die künstliche Säuerung dos Harns durch l'llanzensäurcn (Milchsäure oder Kohlensäure) er-forderlich! Qegen den Katarrh wird Salicylsäure (täglich 510 Kapseln zu 0,80,6) empfohlen. Diätetisch ist leicht vordiiuliche Nahrung, viel Körperbewegung und Venneidnng des Alkohols, der sauren Speisen und Getränke erforderlich, Ferner ist reichlicher (lenuss der alkalischen Mineralwässer, denen man auch Lithium karbonikum zuzusetzen pflegt. Versuchsweise wäre auch l'iperaziii (1,0 täglich '.i6 Dosen in Selterwasser) und Lysidin anzuwenden! Wählend der Kolikanfälle ist Morphium in subkutaner Anwendung vortbeil-haft, ferner reichliches Trinken der genannten Wässer, längere Voll- und Sitzbäder, warme Umschläge u. dgl.
Bei ThiorcMi kommen Blasensteine ebenfalls nicht selten vor. lieim Pferde sind es faiibenei- bis handgmsse glatte oder raube Steine, welche vorwiegend aus kohlensaurem oder oxalsameni Kalk bestehen, Kleinere Steine verlegen bei Hengsten und Wallachen oft die Harnröhre und werden Ursache der sog. Harnverhaltung, Keim Kinde werden in der lilaso Steine gefunden, welche gleichfalls meistens aus oxal- und kohlensaurem Kalke und Magnesia bestehen und theils vereinzelt, theils bis zu 200 vorkommen. Die grösseren sind zuweilen weiss und mit einer braunen, höckerigen Schicht bedeckt, bestehen aus Kern und kohlensaurem Kalk, um welchen sich Schichten aus Kieselsäure gebildet haben. Heim Schafe sind Blasensteine selten, meistens weiss und von cylindrischer Gestalt und bestehen (nach Lintner, Fünfst iick, Lassaigne u. A.) aus phosphorsaurer Ammoniak-Magnesia, Kieselsäure, schwefelsaurem Kalk, Spuren von Fdsen und Magnesia, Beim Schwein bestehen die Steine aus phospliorsaurem Ammoniak-Magnesia und, wenn sie fester sind, ausserdem aus kohlensaurem Kalk, phosphorsaurer nrul kohlensaurer Kalkerde, Fett. Spuren von Kisen (liibra, Pf I u g), sind braun oder schwarz und eiförmig. Daneben bat das Schwein nicht selten in dem Vorhautsacke bezw. Nabelbentel ähnlich zusammengesetzte Konkremente, welche länglich-rund, grau, uneben sind und die Urösse eines Hühnereies erreichen (Kitt). Doi Hunden werden Uratsteine, Oxalatsteine, Phosphatsteine und Cystinsteine beobachtet. Die Urösse derselben wechselt erheblich. Die Bildung derselben erfolgt theils in der Barnblase im Anschluss an daselbst vorhandene Fremdkörper (Blutgerinnsel, Schleim, Fpitludien), um welche sich die Niederschläge aus dem Harn ablagern. So entstehen dann bei Bunden Blasensteine, namentlich im Anschlüsse an Blasenkatarrhe mit alkalischer (läbrung und reichlicher Sediinentirung. Bei Hunden sind auch experimentell (von Paul Bert und Stadensky] Harnsteine erzeugt worden, nachdem die Hunde entweder aus-schliesslich mit Fleisch (l'hospbatsteinbildnngl oder mit stark kalkhaltigem Wasser genährt wurden und ihnen ein Fremdkörper vorher in die Blase gebracht war.
Die Krankheitserscheinungen sind besonders bei Hunden sehr verschieden. Liegt der Blascnstein frei in der Blase, so sind die Krscheinungen oft sehr gering. '/Cgt sieb der Stein vor die Blaseniniindung der Harnröhre, so zeigen sich die Erscheinungen einer schmerzhaften Harnverhaltung. Die Thiero sind sehr unruhig, stellen sich oft zum Uriniren bin, die Fresslust verschwindet und der Bauchumfang nimmt ZU. Bei der Untersuchung mittels Katheter ist dann oft der Stein zu fühlen. Besteht der Zustand längere Zeit, so kann Blasenberstung eintreten. Zur Behandlung ist die operative Entfernung des Steines das beste Verfahren. Ist die Blase prall mit Urin gefüllt, so wird man vorher eine Entleerung derselben durch l'uuktion herbeiführen können.
9. LageTerftndernngen der Harnblase, Bei Stuten und Kühen wird nicht selten
eine Umstülpung (In vaginati on) der Harnblase durch die weite Harnröhre beobachtet, hervorgerufen durch starkes Drängen bei (lebiirten und Kolik, durch Scheidenvorfall und durch den Zug von Neubildungen. Ein Vorfall mit Einklemmung der Blase (Inkar-
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Impotenz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 81.'!
corntio vosicue urinurine) ist bei liinulon, l'ferdeii, Soliweineii uml Kühen nach Sciieiden-lisMen geaeiien worden. Hl aaenliru e.li (Cystocele) wird bei ITorden und Rindern lie-selirieben, wobei dann die lilase in den Leistenkanal oder 8clicnkelkaiial vorfiel; bei inUnn-lielicn lliinden kann sie aucli nebst anderen Kingeweiden in eine Mitlelfleiselibernio ein-bfiZOgen werden.
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K. Krankheiten der Geschlechtsorgane.
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VorlHMiierkung. Da die Krankheiten der Gtesohlechtsorgane, welche bei der Konzeption, Gravidität und hol der Gehurt auftreten können theila in das Qebiet der (Jynäkologic, theils In das der Chirurgie gehören, so sollen hier nur die für die vergleichende Pathologie bemerkenswerthen krankhaften Vorgänge und Zu-stände erörtert werden.
Vei'glelohend-anatomlsohe und entwiokelnngsgesohiohtlioho Bomerknngon zn den Krankheiten dor (Jesclilcchtsorganc.
Die erste Anlage der Keimdrüse ist die vom Epithel der Loibcshöhle gebildete Keimfalte, welche der Urniore medial anliegt und eine bindegewebige Grundlage hat. Ursprünglich ist die Keimdrüse bei beiden (Jeschlechtern gleich (Zwitterstadimn). Parallel dem Wol f fachen Gange bildet sich ein Kanal, der abwärts in den Sinus urogenitnlis mündet der Müllersche Gang oder (Jeschlechtsgang. Bei miiimlirlien Individuen gehen die Müll er'sehen (Jängo (die eigentlichen Auslnhrungsgilnge der Keimdrüsen) unten bis auf das unterste Stück, welches (Analogon dos weiblichen Uterus) Utrikulus inasknlinns a. Vesiknla prostatika (bei Fleischfressern und Wiederkäuern besonders groas) genannt wird. Aus den vom Wolff'achen Körper entstehenden Schlauchen entstehen die llodenkanälchen und der Wolff'ache Gang wird zum Vns def'erens.
Hei weibliehen Individuen wird das vordere Knde des M ü 11 er'.sclien (langes zum Eileiter, das Mittelstück wird zum Uterus und das Endstück zur Vagina. Durch die verschieden weitgehende Vereinigung der oberen Theile der M ü I le r'sehen (laquo;iinge entstehen dann v er schiedon e Ute iiisformen : Uterus duplex (.bei den Nagethieren), Uterus diviaua (beim Schwein und bei den Fleischfressern), Uterus bikornis (bei Pferd und Wiederkäuern), Uterus simplex (beim Menschen und den höheren Aden).
Vergleichend-anatomisch sei noch bemerkt, dass die Hoden nicht immer aiisserhalb des Beckens im llodensack (Skrotum) liegen, sondern z. li. bei den Insektivoren, vielen Nagern (liiber), heim Lama, Kameel, bei den Hobben n. s. w. unter der Hanf der Leistengegend liegen und sich während der Brunstzeit bei vielen Thieron selbst in die Bauchhöhle zurückziehen, liei manchen Sftugethieren (einigen Nagern. ETanlthier, Qürtelthier,
beim Elephanten) liegen die Hoden dauernd mehr oder weniger tief in der Bauchhöhle, selbst in dor nnniittidbaien Nähe der Nieren, so dass sie hierin an die niederen Wirbeltbierc
sich anschllessen,
1. Impotenz. (Männliche Unfruchtbarkeit,)
ll) 15 ei 111 Me 11 seh en.
Wftson und A.6tlologl0i Die impotenz bedeutel dns tlnvormögon der Be-iinltuiiKi Dnsselbo kann Diitslniulen raquo;ein durch luknle l^rkrnnkungcu cler QeHciilechU-
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organs, cluroh konstitutionolle Erki'ankungen oder unter dem Eindruoke physischer Einflüsse. Selten liegen toxische Ursnohen vor. unter laquo;leu Erkrankungen
des (i escli lee h ( siippuralcs sind zu nenneii; Veränderungen des Penis und
Erkrankungen der Hoden. Ferner kann Impotenz die Folge gewisser konstitutioneller Erkrankungen u, A. von Tabes dorsolis, Diabetes mellitus, ohronisohe Verdauungsund Nierenkrankheiteu; ferner beobachtet man dieselbe ntvoh längei'on Bftfteverlusten, Onanie, geschleohtlioben Excessen und ganz besonders häufig im Verlaufe von Neurasthenie. Sohliesslioh hat auch die psychische Impotenz eine grosso Bedeutung, HinsichtUoh der toxisohen [nvpotenz sei erwähnt, dass man von Brom-Ualium, Kampher, Lupulin, Arsenik, Salicylsäure und Morphium annimmt, dass
sie Impotenz erzeugen.
Die Prognose hängt von den Ursachen ab,
Therapielaquo; Die Behandlung iiängl wesentlich von den l'rsachen ab. Hei der psychischen Impotenz wird zuweilen Hypnose und Suggestion angewendet. Im Uebrigen wird die Verabreichung von Eisenpräparaten, Qebirgsaufenthalt, kalte Abreibungen und auch die Anwendung der Elektrioitäl empfohlen,
1)) Bei Tbicren.
Bei Thieren wird eine Impotenz ebenfalls und nicht selten beobachtet. Wie beim Menschen, so kann auch hei Thieren die Impotenz entweder in dem Unvermögen bestehen, den Begattungsakt auszuführen, ti'otz normaler Funktionlrmig der Geschlechtsdrüsen oder in dein Unvermögen eine Begattung fruchtbar zu vollziehen, trotz normaler Punktionirung des accessorlschen Geschlechtsapparates, Im ersten Falle können Schwäche der Geschlechtsorgane durch zu frühes und zu vieles Begatten der männlichen Thiere, Onanie (wie solche bei Hengsten, Bullen und Hunden beobachtet wird), chronische Erkrankungen innerer Organe, chronische Rückenmarks- und Gehirnleiden, und krankhafte Veränderungen an den äusseren Geschlechtsorganen die Ursache sein. Im letzteren Falb; sind Erkrankungen der Hoden und der Anhangsdriisen aller Art, die wichtigsten Ursachen.
Eine Behandlung ist meistens mir im ersten Falle von Erfolg begleitet. Man wird für entsprechende Ernährung, genügende Bewegung der jungen Zucht-thiore ZU sorgen haben und ev. auch besonders anregende Mittal anordnen können. Als solche werden (iewürze, Eierbier, Kümmel mit Wein, Sadebaum genannt. Zweckmässig sind auch kalte Waschungen der Genitalien, Bemerkenswerth ist auch, wie Sledamgrotzky hervorhebt, dass sich hei männlichen Thieren bisweilen eine entschiedene Abneigung gegen gewisse weibliche Thiere zeigt, besonders von einer bestimmten Farbe.
2. Sterilität. (Unfruchtbarkell weiblicher Thiere.)
a) Bei in Me u seh en. Die Ursachen der echten Sterilität können sehr verschieden sein. Aussei' ßlldungshemmungen (Atresie der Vagina, infantiler Uterus, mangelnde Ovulntion) kann die Sterilität bedingt werden durch ein geschlossenes Hymen, durch Lagever-
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Steiilität.
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(iebilnmittoiknUnli.
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änderungen, stiu1!laquo;! Kniokungen des Uterus, Entzündungen dos Ovariums, Tuben-katan'h, Endometrltis, saurea Sekrot bei \riiiiiiiiiis und Bndomotritig, wodurob laquo;lü^ Spermatozoon zum Absterben gebraoht werden. Oft is( auoh ohrouisohe und latent vorlaufende Gonorrhöe die Ursnohe der Sterilität, Je naoh den Ursachen wird auch die Behandlung von Erfolg sein. Bei vorhandenen Endomotrlden, perl-loneidcn Verwachsungen können Badekuren günstig wirken, in anderen Füllen wird eine gynäkologische Behandlung (z. ]$. bei Versionen des Uterus) u, s, w. nothwondlg, oder die Heilung der etwa vorhandenen Gonorrhoe zu erstreben sein.
h) Bei Th ieren.
Bei Thieren können naoh den bisherigen Erfahrungen die Ursachen sehr verschieden sein. Die wiohtigston, vorwiegend beim Rinde und bei der Stute beobachteten Veranlassungen der Sterilität, sind ohronisoh-entzündliche Erkrankungen der Viigina und des Uterus, Striktureu, Lageveränderungen, Neubildungen Im Uterus, Erkrankungen der Ovarlen, Besonders häufig beobachtel man Sterilität bei Kindern in Folge einer chronischen Endometrltis nach stattgehabtem Abortus oder naoh Zurückbleiben der Nachgeburt, Ebenso können vorhandene allgemeine Erkrankungen vorübergehend wenigstens Sterilität bedingen. Bei jungen Kühen und Sehweinen ist nicht seltenEettleibigkeil In Folge mastigen Futters, geringe Bewegung mit nachfolgenden organischen Veränderungen der Ovarien die Ursache der Sterilität.
Zu den obigen Ursachen treten schliesslich noch alle diejenigen, welche In Folge irgend einer anatomischen Veränderung an Vagina, Uterus, Tuben und Ovarien die Bildung und Entwickeluug des Eies von vornherein unmöglich machen.
Eine Behandlung wird demnach nur dann Aussicht auf Erfolg haben können, wenn es sich nicht um organische Veränderungen handelt Liegen solche, wie man auf Grund einer Untersuchung annehmen möchte, nicht vor, so wird eine möglichst sorgfältige Pflege der weiblichen Thiere zweckmässig sein; auch wird Warmreiten der Stuten vor dem Begattungsakl, Verabreichung von Stärkungen, Wechsel der männlichen Thiere empfohlen.
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3. Gebärmutterkatarrh. Endometrltis.
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a) Beim Menschen.
Aetlologie. Ein akuter Gebärmutterkatnrrh kommt ausserhalb des Puer-periums zuweilen nach heftigen Erkältungen, bei Gonorrhöe und im Verlaufe einzelner Infektionskrankheiten (Typhus, Scharlach) vor. Häufiger ist der chronische Katarrh, welcher sich nach mechanischen Reizen, Gonorrhöe, bei Lageveränderungen der Gebärmutter, und nach Kreislaufsstörungen entwickelt, welche durch Her/- und Lungenleiden oder durch Druck von Kothmassen Im Rektum hervorgerufen werden. Auoh im Verlaufe der Tuberkulose und Chlorose sieht mau nicht selten chronischen (lebärmutterkataiTh sich entwickeln.
Symptome nnd raquo;rlaur. Beim akuten Gebärmutterkalarrh zeigt sich ein anfangs seröser, klebriger, dann dickflüssiger und rahmartiger Ausfluss. Daneben ist auch Druck, Vollsein im l'nterleili, nicht selten auch Schmerz, lebhafter Harn-
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drang und leiobtos Fieber vorhanden. Beim ohroniaohen Katarrh, welcher oft. den Uebergang ties akuten darstellt, ist der Ausfluss dünn, trübe und zuweilen sehr reichlich. Schmerzen zeigen sich nur gelegentlich während der Menstruation) Nicht
selten treten dü/u einzelne Ueflexersclieinuugen (Kücken- und Kreu/.sehiuerzen,
Druckgefühl im Unterleib, Kopfsohmerz, Schwindel u. dergl.). Auch kann sich unregehnässige Menstruation zeigen, wenn der Körper des Uterus mitergriffen ist.
Im weiteren Verlaufe zeigt sich häufig Sterilität.
Tlierapiei Zunächst ist die Beseitigung der Ursachen erforderlich. Beim akuten Katarrh ist daneben Kettruhe, Verordnung salinischer Abführmittel, I'riess-nitz'sche Umschläge zweckmässig. Keim chronischen Katarrh wird man zunächst Ausspülungen des Uterus (mit Lysol, Kalicylsäure, Korsäure) versuchen und in hartnäckigen Fällen die Ausschabung des Uterus mit nachfolgenden Jodtinkturein-spritzungen ausführen müssen, Weiteres wird mau. der Spezialbebandlung überlassen müssen.
b) Bei Thiereu.
Aotlologle. Akute oberflächliche, katarrhalische Gebärmutterkatarrhe werden meistens nur nach Quetschungen und Verletzungen bei der Geburt oder nach einem Prolapsus uteri beobachtet. Ein chronischer Qebärmutterkatarrh (Fluor albus uteri nus) entwickelt sich meistens hei Kühen und sehr häufig in Folge unvollständigen Abganges der Nachgehurt oder nach schweren Geburten im Anschluss an akute Entzündungen des Uterus, oder in Folge von Infektion nach un-sauher ausgeführter Geburtshülfe durch Laien.
Symptome und Verlauf. Keim akuten Katarrh zeigt sieh etwas Unruhe, Drängen, Kötbe, Wärme, Sehmerzhaftigkeit der Vagina und Vulva, steife Haltung des Körpers, verminderte Fresslust, Im weiteren Verlaufe beobachtet man Ausfluss einer schleimigen oder auch blutigen Flüssigkeit, die allmählich schleimiger wird, nach einigen Wochen wieder verschwindet oder als Zeichen des chronischen Verlaufs bestehen bleibt. Die wichtigste Erscheinung des chronischen Katarrhs ist ein dauernder bald geringerer, bald stärker werdender, dicker, sehmutzig-weisser, oder auch grünlicher, eiteriger, später übelriechender Ausfluss aus den Genitalien, verbunden mil blasser und schlaffer Beschaffenheit der Vagina. Der in späteren Stadien übelriechende, missfarbige, jauchige, fleckige Ausfluss erfolgt meistens im Liegen und In grösseren Pausen, nachdem sich eine grössere Menge im Uterus oder in der Vagina angesammelt hat, Im weiteren Verlaufe gehen die anfangs ganz gesund erscheinenden Thiere im Is'ährzustaude zurück und enden schliesslich unter den Erscheinungen einer hinzugetretenen Gastroenteritis, Pneumonic oder Herzlähmung tödtlich. In anileren Fällen kann der Katarrh sieh auch auf Klase, Ureter und Nieren fortsetzen und zu einer parcnchymatiiscn Cystitis und Nephritis führen. Der Vorlauf kann sieh viele Monate hinziehen.
Therapielaquo; Bei akuter katarrhalischer Gebärmutterorkrankung können neben zweckmässiger Diät lauwarme Ausspülungen mit schwachen desinfizirenden Lösungen ausreichen. Es empfiehlt sich mit den Mitteln (Borsäure, Lysol, Kreolin, Karbolsäure, Salicylsäiirc) zu wechseln. Bei ehroniscliem (lebärniutterkatarrh Werden öftere Ausspülungen (täglich 1 2mal) mit frisch bereitetem Kalkwasser, mit Alaun, Kreolin, und abwechselnd mil obigen iMitleln empfohlen. Innerlich verordnet man
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(jlobärmutterent/.ündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 817
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Krgothi und adstringlreude Mittel. Daneben ist eine kräftige Ernährung und gute Haltung dringend erforderliob.
4. Gebärmutterentzündung.
(Metritis nkuta et ohronika.)
ii) Keim Menschen.
Actioloific. Die akute Qebftrmutterentzündung kommt ausserhalb des Puerperiums im Gtenzen selten vor und wird noch am häufigsten im Ansohluss an die gonorrhoisclu! Endometritia beobadltet. Wieiiliger und häufiger ist die chronische Qebärmutterentzündung (der sogen, üteruslnfaikt). Als häufigste It-saohen der ohronisohen Qebäramtterontzündung wei'den genannt; mangelhafte Büok-hildmig naeli Geburten oder Ahorlns, elironische Endometrilis, Lageveränderungen, Druck von Geschwülsten und Koihmassen, gesohleohtliohe Ausschweifungen, Erkältungen während der Menstiuatdon, Stauungen im Pfortadersystem, Masturbation, Coitus inleiruptus u. g, w.
Symptome und Verlauf. Liegt eine akute Metritis vor, dann beobachtet man Fieber, .Schmerz im Unterleib, Harn- und Stuhlzwang, heftige Blutung ausser der Menstrualzeit mit sehr diokigem Auafluss aus der brennend hdssen Vagina. In anderen Fällen hört die begonnene Menstruation auf. Der Uterus erweist sich bei der Untersuchung vergrössert, sehr empfindlich und beweglich. Meist besteht gleichzeitig Endometritis und Perimetritis. In der Mehrzahl der Fälle geht die akute Metritis in 12 Wochen in einen Gebärniulterkatanh und dann allmählich in Genesung über. Nicht selten aber und besonders bei unzweckniässigem Verhalten der Patienten geht die akute in die chronische Metritis über. Die Erscheinungen entwickeln sich dann ganz allmählich, treten bald stärker, bald schwächer hervor und sind besonders während der Menstruation sehr augenfällig. Die wichtigsten Symptome sind: Schmerzen im Unterleib, im Kücken und in den Beinen, Verstopfung, häufiger Drang zum Harnlassen ; die Menstruation wird oft umvgel-mässig, im Anfange ist dieselbe reichlich und in späteren Stadien wird sie spärlich oder setzt auch ganz aus. Dabei geht, der Nährznstaiid allmählich zurück, nicht selten schliessen sieh die reflektorischen Störungen an und als Zeichen der hegleitenden Endometritis zeigt sich ein dünner grauer Ausfluss. Die Dauer der chronischen Metritis kann viele Jahre betragen und sich sogar das ganze Leben hinziehen, wobei dann zeitweise; Besserungen eintreten.
Anatomischer Befund. Bei tier chronischen Qebärmutterontzündung findet
man ähnliche Veränderungen, bestellend in Entzündung und Neubildung, wie bei der Lebercirrhose. Zwischen den Muskelfasern des Uterus entwickelt, sich zunächst reichliches junges Bindegewebe. Dasselbe schrumpft mit der Zeit, die anfänglich stark hypertrophischen Muskelfasern werden zum Schwinden gebracht und die zunächst, weiche und blutreiche Uteruswand wird in ein derbes, straffes Gewebe ver-wtuulelt. Meist sind diese Veränderungen nur an dem Hals- und Scheidentheil des Uterus gut erkennbar. Fast regehnässig sind auch die Zeichen einer Endometritis und chronischen Perimetritis vorhanden. Man kann demnach Verwachsungen des Uterus mit den übrigen Beckenorganen nachweisen.
Sobneidemtthl, Vsrgl. Patliolosle,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;52
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818nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;T)io Krankhmton der Oesclilochtsorgmio.
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Therapielaquo; Bei der akuten Metrltia ist Bettruhe, verbunden mit kalte]) rinscliläffcn und daneben die Anwendung lauer Sitzbäder und Sobeldenausspülungen zwei'kniiissig. Ebenso wichtig isl die Verabreichung leidii wirkender A.bführinitto] (Uicimisöl, Bitterwasser u, dergl,), Bei der ohronisohen Bntzundimg 1st in heftigen Graden derselben in ähnlicher Weise zu verfuhren. Während der (übrigen Zeit sind erhebliche Anstrengungen zu vermeiden, öfters laue Sitzbäder, Priessnitz'soho Umschläge, Scheidouausspülungen, heisse Douchen, Bepinselungen der Poi'tio mil Jodtinktur in mehrtägigen Zwischenräumen sehr zweokmässig. In älteren Fällon werden nueh Skarifikutionen des Uterus und das mehrmalige Einlegen eines mil
Glycerin oder mit lobthyolglycerin (100/o) getränkten Wattetampons empfohlen,
Von besonderer Wichtigkeit ist dann auch die Benutzung geeigneter Soolbäder (Reielumliall, Nauheim, Kreuznach, Kissingen, Pyrmonl). Zum Gebrauche im Hause sind die Sandow'sohen Salze zweokmässig.
b) Bei Thieren.
Bei Thieren wird die Gebärmutterontzündung vorwiegend bei Kiihen, seltener bei Schafen und Pferden und fast aussehliesslieh nach der Geburt beobachtet.
Aetiologie. Akute Gebärmutterentzttndungen entstehen vorwiegend durch frische Verwundungen des Uterus oder der Vagina, wie solche nicht selten hei Schwergeburten durch das Junge selbst, durch rohe Geburtshülfe, beim Ablösen der Nachgeburt hervorgerufen werden. Gleichzeitig werden aber auch Infektionsstofl'e dabei aufgenommen, welche die Entzündung des Uterus und dessen Umgebung einleiten. Die Infektionsstoffe können von abgestorbenen und in Füulniss übergegangenen Früchten oder auch von zurückgebliebener Nachgeburt stammen, ferner von unsauberer Streu, Jaucherinnen u. s. w. in den Uterus gelangen. So entstehen (z, B, bei Schafen) zuweilen seuchenartig chronische Gebärmutterentzündungen. Schliesslich können auch unsaubere Instrumente, welche hei der Geburtshülfe verwendet wurden, Träger der Infektionskeime gewesen sein.
Symptome und Verlauflaquo; In der Regel zeigen sich die ersten Krankheitserscheinungen am dritten Tage nach der Geburt; selten früher oder später. Die Thiere werden unruhig und bekunden Bauchschmerzen, sie trippeln hin und her, wedeln mit dem Schweife, sehen sich nach dem Bauche um, legen sich oft nieder, drängen zur Urinentleerung, wobei nicht selten ein gerötheter mit Blut gemischter Harn entleert wird. Ferner findet ein fortgesetztes Drängen und Pressen auf die äusseren Geschlechtstheile statt mit Entleerung einer übelriecheiulen, trüben, choko-iadenartigen Flüssigkeit, auch zeigt sich starke Druckempfindlichkeit besonders in der rechten Flanke und Kreuzheingegend. Die Thiere stehen in steifer Ha.tung, Kühe besonders mit aufgekrüinintem Rücken, der Gang ist dabei mühsam, schwankend und schleppend, Scham und Scheide sind geröthet, heiss, geschwollen und schmerzhaft; bei näherer Untersuchung kann man zuweilen auch diphtherisohe Geschwüre nachweisen. In schwereren Fällen ist auch die äussere Umgebung der Scham und der Schenkel geschwollen.
Stets ist ausserdem ein erhebliches Fieber (42quot; ('.), kleiner, frequenter Puls, Versagen der Milch, ungleichmässige Vertheilung der äusseren Körpertemperatur, verzögerte Defäkation nachzuweisen,
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(ieliiiniiutteifintzlliulHiig.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 819
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In del' liiuipisaclic sind cllese ESrsoheinungen bei ollen Hausthieren die gloioben, Der weitere Verlauf entwickelt sich im Ganüen sohnell mxd kann schon in wenigen (34) Tagen in Genesung übergehen oder tödüidi enden. Daneben kommt jedoch auch eine langsame Entwiokelung vor. Tritt Genesung ein, so versohwuiden Fieber, Schmerzen, dajs wehenartige Drängen, der Harn wird trüber und relohliohoi', der Ausflnsa ii\;s dun Genitalion schleimiger und massiger, so dass in weiteren awei Wochen vollätändige Genesung oiiitrotcn kann.
Bei dem sehr häufig eintretenden tödtllchen Ausgange nehmen die mitgetheilton Krankheitserscheinungon sehr sobuell an Intensität zu, dieThieren können sich niciii mehr erheben, der Bauch wird aufgetrieben und schmerzhaft (Zeichen der eingetretenen Peritonitis), der Ausfluss hat eine jauchige Beschaffenheit angenommen, und der Tod tritt, zuweilen nach vorangegangener hochgradiger Diarrhöe, In einigen Tagen ein.
Verhältnlssmässig sehen treten im weiteren Verlaufe Reoidive und Komplikationen ein. Man beobachtet dann metastatische Erkrankungen der Lungen und der Gelenke, chronische Nierencrkmnkungen, Darmerkrankungen; zuweilen sind (nach Pried berger) auch deutliehe Feteohlen auf der Schleimhaut der Nasenhöhle (wie beim Petechinlt'ieber des Pferdes) zu beobachten.
Anatomischer Befund. Die wichtigsten Veränderungen sind auf der Schleimhaut der Vagina und des Uterus nachzuweisen, hier finden sich verschieden grosse, mit Auflagerungen versehene Geschwüre oder Versdhorfungen, Die Schleimhaut selbst ist geschwollen und nicht selten gräulich-schwarz verfärbt und mit häutigen Auflagerungen versehen. Auch laquo;lie Umgehung der Vagina und Vulva ist häufig geschwollen. Im Uterus befindet sich eine meist braunrothe, stinkende Flüssigkeit, In höheren Graden zeigt sich auf dem Durchschnitt die Uteruswand ödematös oder eiterig infiltrirt. Mikroskopisch findet man die Muskelfasern in trüber Schwellung oder fettiger Entartung und die Lymphgefässe mit zahlreichen Mikrokokken durchsetzt,
In langsam verlaufenen Fällen ist auch das den Uterus umgebende Bindegewebe ödematös geschwollen, eiterig infiltrirt (Parainetritis phlegmonosa) und im Anschluss linden sich noch die Zeichen einer Peritonitis, In der Bauchhöhle ist ein trüber, hraunmtber Erguss, vermischl mil Faserstoffflocken, nachzuweisen. Unter diesen Umständen kann man dann auch zahlreiche weitere Zeichen eingetretener pyämisoher oder septdkätnisoher Veränderungen beobachten. Der Kadaver geht schnell in Fäulniss über, das I5lal gerinnt nicht, zahlreiche Blutungen im Herzen, brüchiglaquo;' Besclmlfenheil der geschwollenen dunklen Nieren und Leber, zuweilen, kleine Abscesse unter tier Haut und in den Muskeln.
Therapielaquo; Das wichtigste Verfahren ist schleunige, öftere und gründliehe Desinfektion des Uterus und der Vagina. Dazu verwendet man bei Rindern am besten 12procentigG Lysol- und Knrbolausspülungen, 4lt;l/o Borsäure, Salioylsäuro (20/(i), übermangausaures Kali (2deg;/raquo;), Alaun (10/o). Bei Hunden und Pferden kann man auch Sublimat (1:6000,0) anwenden. Innerlich wird salic\ Isaures Natron (10 bis 20g), Kreolin (520 g) in schleimigen Getränken, Ichthvol (2:00), Chinin, Schale komutuin oder Kxlraktiun Hydraslis fluidum (um die Kontraktion des Utonis zu fördern) verabreicht. Daneben ist gute Haltung und Pflege erforderlich. Kräftige Ernährung, Wein, Kampfer und Wein, öfteres Krolliren des Körpers, Unter-
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820nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Kiaiikliciten dor Gesclileclitsorgniic.
bringung lt;ltn- kranken Thiere In einen trockenen, luftigen Stall. Die Prophylaxe
ergiobt sioll dime Weiteres mis dem über tlie Aedologio Millet heilten; rohe, nn-saubere Geburtshülfe ist zu vermeiden, die Instrumente bei der Geburtshülle sind vor dem Gebrauche gründlich zu desinliziren, hochtragende Thiere sind, wenn mög-lieli, zu isoliren, ebenso Kühe mit zurückgebliebener Nachgeburt. Stallungon, in welchen Thiere mit septischer Metritis gestanden haben, sind gründlich zu desraquo; infiziren,
Sanltittspolizeiliohes. Die Erfahrung hat gelehrt, dass der (Jenuss des Fleisches von Tliieren. welche wegen Metritis notligeschlaelitot worden sind, seihst im gekochten Zustande sehr gefährlich für den Menschen werden kann. Deslialh wird man in keinem Falle das Fleisch solcher Thiere zum Konsum gestatten dürfen.
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5. Scheidenkatarrh. (Kolpitis, Fluor albus, Leukorrhoea raginalis.)
n) Beim Menschen.
Beim Soheidenkatarrh wird von der gerötheten und geschwollenen Schleimhaut der Vagina ein dünnes, rahmiilinliches Sekret abgesondert, welches sich von dem Aust'lusri heim Gebärmutterkatarrh mit Sicherheit nur durch den Befund bei der Spekulumuntersuohung erkennen lässt. Eine fernere Unterscheidung des akuten Soheidenkatarrhs von dem chronischen ist durch die stärkere Hyperämie der Schleimhaut durch das Brennen beim Harnlassen, durch die Empfindlichkeit hei der Berührung der Sehleimhaut u. s. w. zu treffen. Bei der Gonorrhöe sind die Gono-kokken im Sekret enthalten.
Als Ursachen werden der Druck der Pessarien, fortgeleiteter Gehärnmtter-katorrh, Onanie, übermässiger Koitus, Erkältungen beim akuten, Chlorose, Ernährungsstörungen u. dgl. beim chronischen Scheidenkatarrh genannt.
Zur Behandlung werden Scheidenauaspülungen mit, Lysol (l0/o) oder in die Scheide eingelegte Wattetampons mit Tanninglycerin (4,0:30,0) venverthet.
b) Bei Thieren.
Bei Thieren kommt ein Katarrh der Scheidenschleimhaut besonders bei Kühen vor und sind dabei die Ursa ehen meist sehr geringfügiger Art. Leichte Heizungen, wie sie zuweilen bei unzweckmüssiger Untersuchung durch Laien bewirkt werden können, mit der Streu aufgenommene Infektionserreger, vielleicht auch eine Erkältung können die Ursache sein.
Man beobachtet bei den Kühen etwas Unruhe, stärkereRöthung der Scheidenschleimhaut, Verringerung der Milchabsonderung und nach 12 Tagen einen an-üänglioh mehr dünnen, wässerigen, später mehr schleimigen, zähen jedoch fast geruchlosen Ausfluss aus der Scheide, welcher nach einigen Tagen, spätestens nach 1 bis 2 Wochen wieder verschwindet.
Eine Verwechselung dos einfachen Scheidenkatarrhs mit Uteruskatarrh ist leicht möglich. Der Verlauf würde dann entscheiden. Ebenso kann Soheidenkatarrh als Nebenkrankheit beim sogen. Bläschenausschlag der Kühe vorkommen, ferner den epizootischen Abortus einleiten. Schliosslich hat Dieckorhoff bei Kühen
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Scheidonkatiirrh. - Toxische Qcbuitsparalysu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;821
und Pferden eine bösartige Scheidenentzündung beobachtet, welche durch Putzzeug und andere Zwischenträger im Stalle übertragen wurde und durch Anschwellung und Geschwürsbildung in der Vagina und durch anschlicssondc Peritonitis charaktorisirt war.
Zur Behandlung genügt in den meisten Füllen eine öftere Ausspülung der Scheide mit gellud desinfizirenden und adstringirenden Mitteln.
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6. Toxische Geburtsparalyse.
(Gebär par es copy;i Kalbe f ich er.)
Wesen. Es handelt sich bei dem Kalbefiebcr (auch Milchfi eher, Crebär-fieber genannt) um einen vornehmlicli bei Kühen, seltener bei Ziegen und Schweinen bald nach der Geburt, meistens innerhalb der ersten 3 Tage auftretendem akuten Krankheitszustand, welcher durch eine schnell eintretende mit Lähmungen verbundene Bewusstlosigkeit charaktorisirt ist. Beim Menschen ist eine solche Erkrankung nach der Geburt nichl bekannt.
(cschichtliches. Selten hat die Auffassung tlbei' das Wesen einer Krankheit oine solche Verwirrung herbeigeführt, wie bei dem sog. Kalboficbor. Die vorschledonon, Ihcil-weise noch heute in Gebrauch befindlichen Namen wie Kalbefiebcr, G ebännutteif iehor, Wuilficbo r, Stall typhus, Mklampsia puerperalis, Adynamia parturientilim u. s. w. zeigen dies am besten. Zweifellos hat man sehr oft Erkrankungen des Uterus mit dem sog. Kalbetieber verwechselt, obwohl das letztere ein aussorordontlich charaktoristisehes Symptomenbild darbietet. Noch in der (iegonwart, will man die im Anschluss an die Oebint auftretenden Erkrankungen in die sog. Qebftrparese (Kalbefleber), in die SeptikUmia puerperalis und in Misohformen eintheilen, Dass mit dem Kalbetieber gelegentlich auch eine Mctritis oder Kndomctritis vorkommen kann, ist ebenso richtig, wie dass bei einer reinen Klcischvorgiftung auch eine bakterielle sich Innzugosellcn kann. Deshalb haben beide älio-logisch und klinisch nichts mit einander zu thun.
Alle Bezeichnungen mit Fieber'' sind unrichtig, weil Fieber bei dieser Krankheit in der Hegel nicht, nicht selten sogar abnorm nied rige Temperatureif beobachtet werden; ebenso ist die Bezeichnung Eklampsie oder Eklampsia puerperalis unzulttssig, weil die Krankheit mit der Kklampsia puerperalis des Menschen weder ätiologisch noch klinisch Identisch ist. Krämpfe, das Charakteristische bei der Eklampsie, werden bei dem sog. Kalbelieber nur selten und nur sehr vorübergobend beobachtet. S c h m id t - Mülheim war jedenfalls der Erste, welcher eine wissenschaftlicli verständliche Auflassung über das Wesen der Krankheit aussprach und dafür die Bezeichnung Puerperal paralyse, (le-burtslähme einführte. Ich wähle, das Wesen und die Aotiologio zusammenfassend, die Bezeichnung: Toxische (i ebu rtspa ral y se. Die Bezeichnung Uebärparoso ist unrichtig, weil es sich zunächst um allgemeine, Lähmungen (Paralysen) bei der Krankheit bandelt.
Aeliolo^ie. Die eigentliche Ursache der Krankheit ist zwar bis jetzt mit Sicherheit noch nicht ermittelt worden, doch kann es nach den später mitgetheilton Gründen nicht mehr zweifelhaft erscheinen, dass es sich bei der Krankheil um die Wirkung ähnlicher vielleicht derselben Bakteriengifte handelt, wie solche auch hei der sogen. Wurstvergiftung neuerdings (von van Ermangeln) nachgewiesen sind.
Allgemein bekannt ist, dass die Krankheit am meisten bei feiten, gut genährten, vollblütigen, besonders vor dem Kalben längen! Zeit im Stalle gehaltenen und ausserdem intensiv genährten Kühen vorkommt. Zuweilen ist die Krankheil auch bei Ziegen, gelegentlich auch einmal bei Schweinen beobachtet worden. Vorwiegend erkranken ferner gute Milchkühe mittleren Alters, welche zum dritten
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822nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Di(! Krankheiten der Qeeohleohtsorgane,
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oder vierten Male kalben. In armen Gegenden und bei erstgebnrenden Rindern
slebl man die Krankhell oioht auftreten.
Ferner zeigt sieb die Interessante Tliatmebe, dass die Krankheit fast nur nacb leicbt und schnell verlaufenden Geburten auftritt und vorwiegend bei solchen Kühen, welche bei grosser Sommerhitze und schnellem Wechsel der Witterung kalben. In der Littemtur wird auch angegeben, dass die Krankheit 2448 Stunden vor der Geburt auftritt. Hierbei machen jedoch Friedberger-Fröhner mit Beobt darauf aufmerksam, dass zwischen dem Stadium der Eröffnung und der Austreibung oft ein längerer Zeilraum liegt, 80 dass zwar die Krankheit klinisch vor der eigentlichen Austreibung beginnt, jedoch erst eintritt nachdem die Gebart (die Bröffnungsperiode) schon begonnen hat. Immerhin mögen aber auch Fälle vorkommen) welche sobon vor der eigentlichen Geburt ihren Anfang nehmen. Eine einfache Erkältung ruft aber die Krankheit sicher nicht, hervor.
Zuweilen wird die Krankheit auch heim Weidevieh (Ta pken) beobachtet und nicht selten soll sich das Leiden zum ersten Mole zeigen, nachdem fremde Vieb-rassen importb't sind.
Dass die Krankheit fast nur hei Kühen vorkommt sieht vielleielit mit der anatomischen Einrichtung des Uterus (Fehlen einer Placenta tnatema) in Beziehung. (Fr i cd berger- Froh n er.)
lieber die eigentliche Entstehung der Krankheit sind nun zahlreiche Hypothesen and Theorien aufgeslelll worden, von denen die wichtigsten aus Vergangenheit und Gegenwart hier mitgetbeilt werden sollen.
Nacb Franek sollten ('i rku 1 a I ion ss lörn n ge n nach der Geburl, wobei durch zu rasche Kontraktion des Uterus Elirnkougesläon, Hirnödem und Hirnanämio entstehen würden, die Krmikbeit hervorrufen, Franek trennte auch ein seplik-ämisebes und ein paralytisches Gehärfieherquot; und wählt die Bezeichnung Eklampsie. Die Auffassung Franck's, die Bezeichnung der Krankheil und auch die Einihei-lung ist ans rein klinischen Gründen vollkommen unrichtig. Das klinische Bild und der Verlauf ist ein anderer, als es sich hei Gehirnödem und Gehirnanämie und besonders hei Eklampsie, wo die Krämpfe in den Vordergrund Ireleii, zeigen würde. Auch die Eintheilung in ein septikämisclies und paralytisches Gehärfieherquot;, welche auch Priedberger-Fröhner adoptirt haben, ist aus klinischen und wissenschaftlichen Gründen nicht richtig. Eünmal ist bei typischer Qeburtsparalysequot; (Kalbe-fieberquot; genannt) meist kein Fieber vorhanden und zweitens bat dieses Leiden mit der ISIelritis oder Endonielritis ebenso wenig elwas zu llmn, wie Bolulismus mit anderen Fleischvergiftungen (Darmkatarrhen u. s.w.). Sicdamgrotzky besprich! deshalb nicht ganz mit Unrecht das sogen. Milehfieber unter den Nervenkrankheitenquot;. Hanns hal dann noch die Hypothese anfgeslelll, dass die Krankheit durch das Eindringen von Lufl in die Blutgefässe entstehen solle (Aerämie). Diese Auffassang bat jedoch aas rein wissenschaftlichen und aus klinischen Gründen niemals ernsthafte Beachtung gefunden.
Schmidt-Mülheim stellte schliesslich die Theorie auf, dass sich aus den Lochien, durch gewisse, von der Päulniss vollständig verschiedene Zersetzungsvergänge, ein Stoff entwickle, der analog dem Wuratgift durch Aufnahme in das Blut schwere
Krankbeitperscbeinungen hervorrufe. Mit Fechl ist von Seh m i d I - Mülheim aid'
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Toxische Geburtspariilyso.
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die grosse Aehnlichkeit tier klinischoii Erscheinungen zwischen Wurstvergiftung (Botulismus) des Menschen (vorgl, S. 243) und Kalbefieber hingewiesen worden. Seit jener Zeit sind dnnn die Theorien über Intoxikiitionsvorgiingoquot; bei dem Kulbe-l'iober in versclnedencr Form tiufgetreten. Ferner haben in neuerer Zeit GuiHebe au und Hess die Existenz einer Gebärparese in herkömmlichem Sinn bestritten. Die Gründe für ihre Ansicht sind jedoch mit unseren Kenntnissen über Entstehung und Ersclieinungen der Gebui'tsparose nicht zu vereinen.
Fried berger-Fr öhner haben zuerst die Theorie von Sehmi d t-Mülheim aeeeplirt. weil sie in der Thal am besten das Wesen der Krankheit zu erklären vermag. Werden die Gifte schnell aus dem Körper entfernt quot;der ist nur wenig (till gebildet werden, so verschwinden die Ersclieinungen uueb sehr .schnell, wie bei der Wurstvergiftung. Ist der Zeitrauiu von der Eröffnung der Geburt bis zur Austreibung ein langer, so können sich schon vor der eigentlichen Geburt (Austreibung) die Gifte bilden und die Krankheit einleiten. Thomassen meint, class das Gift in der Milch gebildet werde, wo sieh unter dem Einfluss niederer Organismen Toxine uns dem Eiweiss bilden. Tboinasscn lia( vor der Geburt die Flüssigkeit des Euters untersucht und stets Dlplo- und Streptokokken gefunden. Dagegen zeigt sieh nach subkutaner Einspritzung von 1ÜU g Milch von Kühen, welche an (tebiirpiiivse litten, bei Kiilbern kein Erfolg. Für die Hypothese von Thomassen könnte angeführt werden, dnss häufiges Melken der Kühe kurz vor der Geburt mit günstigem Erfolge zur Verhütung dor Krankheit benutzt wird, class die Krankheit in (iegenden beinahe unbekannt iwl , wo die Kälber noch saugen. Auch kann aus neuerer Zeit die Thatsaehe biiizngefiigt werden, class Einspritzungen von .Jodkaliuinlösuiigen direkt in das Kuter von bestem Erfolge begleitet sind. Andere nehmen noch an, class das Gift auch bei gesunden Kühen vorkonnne aber wieder ausgeschieden werde, bei kranken Thieren erst durch den Stoffwechsel in Gift verwandelt werde; Kaiser meint, dass das Gilt sieb im Verdauungskanal in Folge iiberreichlicher Fültemng bilde, Fhrhardt, dass es im ganzen Körper vorhanden sei und nur durch die Vorgänge bei der Geburt, die akuten klinischen Erscheinungen hervorrufe.
Fine weitere Klärung des Wesens der Kriinkhcit dürfte auch durch die neueren Untersuchungen von van Ermengem über die Entstehung des Wurstgifts zu erwarten sein. Van Ermengem hat festgestellt, dass das Wnrstgift durch die Wirkung eines anaeroben Haeillus, ein den Milzbrand- und Oedom-baeilleu ähiiliehes gerades Stäbchen erzeugt wird, welchen er Haeillus botu-linus genannt hat, Hrieger und Kempner hüben das Vorhandensein eines solchen Bacillus botulinus, wehdien van Ermengem aus den Resten eines Schinkens sowie aus der Milz eines nach dem Genüsse des betreffenden Fleisches Gestorbenen, bestätigt, und weitere Studien vorgeiioiniuen. Durch Iinpfuugen mit Rei nkul I uren des Haeillus botulinns wird (nach van Ennengom) bei den Versuchsthiereu der Symptomenkomplex des Botulismus hervorgerufen.
Für das sogen. Kalbefieberquot; konnte nuiiNocard charakteriHtiscbe Mikroben weder im Körper der Kranken, noch im Blute, im Harn, in der Galle oder in den Parenohymen nachweisen. Andererseits kann nicht geleugnet werden, dass die Ge-burtsparese eine Infektionskrankheit ist. Neben anderen Wahrnehmuugon weist
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824nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankhoiten dor Qetobleobtsorgane,
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auch die Erfahrung darauf hin, dass das Kalbefieber recidivirend und seihst kon-tagiös sein kann; es gieht Gehöfte, worauf Bissauge noch aufmerksam macht, welche besonders von der Krankheit lieimgesueht werden und WO Kühe erkranken, welche sowohl in diesen Gehöften geboren, wie frisch angekauft sind, während andere Stallungen frei bleiben. Ferner erkranken in einem Stalle nicht selten mehrere Tliiere hintereinander, welche in die Lücke der Verstorbenen eingetreten sind, oder es zeigt sich die Parose in mehreren Stallungen zu gleicher Zeit.
Will man nun zu einer den Erfahrungen über das Auftreten des Kalbe-Fiebers entsprechenden Theorie über die Aetiologie gelangen, so würde folgende Ansieht wohl am besten mit allen klinischen Erscheinungen und sonstigem Erfahrungen zu vereinen sein.
Das Kalbefieber wird durch einen specifischen, dem Bacillus botulinus nahe verwandten, wahrscheinlich mit ihm identischen Organismus hervorgerufen. Der Organismus kann sowohl von der Milchdrüse, wie auch von der Vagina eindringen und dort durch Umwandlung der Eiweisskörper der Milch, hier durch Umwandlung
der im Uterus vorhandenen Toxalbumine bilden, welche in den Säfteslrom aufgenommen, einen der Wurst Vergiftung ähnlichen Symptomenkomplex hervorrufen. Leicht gebärende Thiere bieten an sieh, Kühe wegen der eigenthümliohen Einrichtung ihrer Placenta, eine besonders günstige Gelegenheit für das Eindringen, gut genährte Thiere einen besonders günstigen Nährboden für die Wirkung der Bakterien. Je nach der Menge der eingedrungenen und wirksamen Bakterien und je nach der Schnelligkeit, mit welcher die gebildeten Gil'ie wieder ausgeschieden werden, ist die Wirkung und der Verlauf verschieden.
Syitiptome und Verlauf. Zuweilen zeigen sieh die ersten Krankheitsersehei-mingen schon während der Gehurt, wobei dann die sehr schwachen Wehen das erste Zeichen der sich entwickelnden Krankheit bilden.
In den allermeisten Fällen jedoch zeigt sieh die Knmkheil erst nach vollständig abgeschlossener und vollkomnien normal verlaufener Geburt, meisl am zweiten oder dritten Tage nach derselben, selten früher oder später. Die Thiere sind im Beginne der Krankbeil unruhig, trippeln hin und her, werden dann apathisch, zeigen einen sehwankenden Gang, versagen Futter und Getränk, und bekunden zuweilen aber im Ganzen recht selten auch Zeichen von Qehirn-reizung (brüllen, bekommen krampfhafte Zuckungen, Verziehen den Hals, knirseben
mit den Zähnen u. s, w.).
Bald nach diesen ersten Erscheinungen, welche nicht selten ganz übersehen werden, entwickeln sich die charakteristischen Lähmungs- und Depression serseh ei n u n ge n. Die Thiere legen sieb nieder oder lallen wohl auch nach einigen Bemühungen sich zu halten, zu Boden und liegen dann vollständig theil-nahmlos, meist mit nach rückwärts gebogenem Kopfe, welcher beim Aufheben zurückfällt.
Die weiteren Erscheinungen sind vorwiegend auf eine Lähmung der quergestreiften und glatten Muskulatur zurückzuführen, und zeigt sich gerade in diesem Stadium die au sserorden t li eh grosse Aehn-lichkeit mit den beim Mensehen bekannten Erscheinungen der Fleischvergiftung.
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Toxische Goburtsparalyse.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 826
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Ausser den bereits erwähnten Lähmungserscheinungen am Kopfe, entwickeln sich dann Muskellähmungen an den Gliedmassen, besonders an den hinteren. Gbarakterlstisoh sind auch die Lühinungsorscheimingen am Auge. Das obere Augenlid ist herabgesunken (Pt.osis), an dem eingefallenen Augapfel erscheint die Konica getrübt, glanzlos, ohne Empfindung, die Pupille ist erweitert. Auch der M. orhikularis orsohcinl gelähmt (Lagophthal mos). Im Lidsackc ist oft etwas Sekret der Thränendrüsc angesammelt. In höheren Graden hängt der Unterkiefer herab, die Zunge hängt zum Tbeil aus dem Maule heraus, der Speichel fliesst, weil er in Folge Lähmung des Sohlundkopfes nicht abgesohluokt werden kann, fortlaquo; wählend aus dem Maul. Wegen der vorhandenen Lfthmung der Kehlkopf-muskulatur ist das Athmen mit eigenthümlioh sobnarohenden, auch röchelnden
und pfeifenden Geräuschen verbunden.
Die Lälunung der glatten Muskulatur zeigt sich besonders in der aufgehobenen Pansenthtltigkeit, in der hartnäckigen und erheblichen Verstopfung, in der Unterdrückung des Harnabsatzes. Der entleerte Harn ist eiweisshaltig (Al-breebt, Nooai'd). Der Puls ist schwach und kaum fühlbar; anfänglieh kann man 6üHO, später bis 120 Schläge in der Minute nachweisen. Während ferner im Beginne der Krankheit recht häufig ein Steigen der inneren Körpertemperatur festgestellt, werden kann, sinkt dieselbe regelmässig mit Eintritt der Lähmungs-erscheiiiuugcn etwus unter die Norm. Nur in den seltenen Fällen, WO liebender Gebärparalysc gleichzeitig entamp;ündlicho Erkrankungen des Uterus und der Vagina vorhanden sind, wird iiiun eine dauernde Steigerung der inneren Körpertemperatur nachweisen können.
Schliesslich ist auch dieS ensibilitäl bei den erkrankten Thieren erheblich herabgesetzt, so class auf Nadelstiche an den Beinen oder auf dem Rücken keine Reaktion eintritt. Auch die M i Ichs e 1lt; ret.i o n hört vollständig auf. Bisweilen wird auch Prolapsus uteri beobachtet (de Bruin).
Der weitere Vorlauf der Krankheil ist im Ganzen ziendioh kurz. Schon In sechs Stunden, meist jedoch in 12 24 Stunden ist der Ausgang der Krankheit entschieden. Tritt Genesung ein, so erfolgt dann in ganz kurzer Zeit oft plötzlich eine sehr auffällige Wendung. Die am Tage vorher noch bewegungslos vor der Krippe liegenden Kühe stehen am nächsten Morgen und nehmen ihr Futter auf. In solchen Fällen ist die Genesung dann auch eine vollständige. Nur selten bleibt eine Pareso der hinteren Gliedmassen zurück oder es erfolgt der Tod noch nach einigen Tagen oder Wochen in Folge Fiemdköiperpneuinonie, bedingt durch Eindringen von Füllen heilen in die Lunge (beim Rülpsen) oder von Arzneien (beim Fingeben derselben seitens der Thierhesitzer). Auch ausgedehnte Nckrose der Muskulatur (Guillobeau, Hess) und Gangrän ist beobachtet. Als weitere Nach-kninkbeiten werden noch angegeben; Lähmung des Oesophagus, des Nervus ischia-dikus oder Lähmung eines Vorderbeins (de Bruin),
Ist der Ausgan g ungünstig, so tritt spätestens in 3 Tagen der Tod unter grösseren Uiiruheerschcinungen, Diarrhöe, durch Lähmung der Herz- und Lungen* thäligkeil ein.
Die Prognose ist nach den bisherigen Erfahrungen ungünstig, da meistens 5060 Prozent der erkrankten Thiere zu Grunde gehen.
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826nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Geschlechtsorgane.
Anatomischer Befund. Die anatomischen Veränderungen sind moistens wenig charakteristisch. In der Regel findet man den Uterus im Zustande starker Kontraktion, ohne dass sonst auffüllige Veränderungen an demselben nachzuweisen wären. Nicht .selten sind die Venen der Baucheingeweide stark mit Blut gefüllt, während am Gehirn entweder Anämie oder Blutaustretungen luicli/Aiweisen sind. Zuweilen wird auch Gehirnödem gefunden, ebenso oft jedoch keine auffälligen Veränderungen. Desgleichen erscheinen die übrigen inneren Organe des Körpers meistens ganz normal. Wegen der Lähmung der Schlundkopfimiskeln findet sich zuweilen in der Maul- und Rachenhöhle etwas Futter angesammelt.
Therapie Und Prophylaxelaquo; Je nach der Ansieht, welche man über das Wesen des Kalbefiebers hatte, sind auch die Behandlungsmethoden sehr verschieden gewesen.
Allgemein angewendet wird eine aus sere Behandlung der Thiere. Dieselben werden zunächst gerade gelegt und dann Rücken, Kreuz und Lende kräftig frottirl, wozu Bürsten oder Strohwische Verwendung finden. Die erregende Wirkung kann auch noch gefördert werden durch Einreibungen mit Terpentinöl, ICamphorBpiritus, Salmiakgeist oder durch Begiessen mit heissem Wasser, durch Anwendung der trockenen Wärme (Anliegen von Säcken und Bügeln mit einem Bügeleisen) u. dgl. In der Zwischenzeit werden die Thiere in warme Decken eingehüllt. Daneben scheinen dauernde kalte Umschläge auf Kopf und Genick zweckdienlich, wobei der Kopf möglichst hochgelagert wird.
Ferner ist von günstiger Wirkung eine allgemeine Anregung der Ausscheidung. Zu diesem Zweck werden schwach reizende Irrigationen (Seife, Kochsalz) per Rektum ausgeführt, der Harn wird mittelst Katheter entleert und die MiJch-sekretion durch öfteres Melken angeregt. Aus dem gleichen Grunde inaoht man subkutane Injektionen von I'hysosligmin; (IMivsostigm. sulfur. 0,10,8 in 25,0 Wasser), In gleicherweise kann man auch Pilokarpin verwenden. Bouchet sah gute Erfolge nach subkutaner Injektion von HO g 01. Tereb. am Schenkel. Es entstellt ein Abscess, der bald heilt. Maiiler erzielte günstige Resultate nach subkutanen Injektionen von Koffeinuni natrio-salievlikum 0,5 mit Es. sulf. 0,1. Düll spritzt '/astündlich 28mal 0,5 Kofi', mit. salicyl. ein. Zeigen sich im Beginn der Erkrankung heftige Krämpfe, so werden Morphiuminjektionen angezeigt sein. Im (Jebrigen wird man innerlich keine Arzneien verabreichen dürfen, weil die Thiere wegen der Lähmung der Sohlundkopfmuskeln sich leicht verschlucken und Fremd-körperpiieumonie bekommen können. Von vielen Tbierärzleii wird auch laquo;lie frühzeitige Ausführung eines Aderlasses als zweckmässig angesehen, was in Hinblick auf die Annahme, dass Gifte im Körper ZU'kuliren, nicht ohne wissenschaftliche Basis erscheint.
Neuerdings wird ganz besonders die Anwendung einer dodkalhimlösnng (1 ;10() Aqua (lest.) gerühmt, welche mittelst, Milchkalheler und Irrigalionsapparat in die Milchdrüse gespritzt wird. Es werden auf einmal 10:1000,0 einverleibt und diese Dosis am nächsten oder dritten Tage wiederholt.
Prophylaktisch werden folgende Massregeln mil mehr oder weniger günstigem und nachhaltigem Erfolge angewendet.
Zunächst ist knappe Fütterung 4(i Wochen vor dem Gebärakt erforderlich. Bei sehr wohlgenährten und gefrässigen Thieren ist eine Verringerung der Futter-
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Abortus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;827
rationell und selbst die Anwendung von Abführmitteln rathsam. Allgemein empfohlen wird öfteres Molken der Thicre 810 Tage vor der Geburt und unmittelbar nach der Geburt. Auch ein Aderlass am Tage vor der Geburt wird von Einzelnen angeblich mit Vortheil aufgeführt. Von der Ansieht ausgehend, dasa das Gift durch vorherige Einwirkung speeifisoher Mikroorganismen erzeugt wird, ist auch eine öftere gründliehe Desinfektion der iiusseren Genitalien (mit Lysol 2 ; 100,0, Sublimat 1 : 5000 u. s, w.) acht Togo vor der Geburt, sowie eine Desinfektion des Standortes und der .Stallungen sehr zu empfehlen, in welchen Kühe mit toxischer Gebiir|mralyse gestanden haben.
Saiiiliils|i(ilizeili(lies, Bisher ist mit Sicherheit kein Fall beobiichtet worden, in weichem nach dein Qenusse des Fleisches von Thieren, die wegen toxischer (iebärparalyse frühzeitig nothgesohiaohtet worden sind, Erkrankungen beim Menschen eingetreten sind. Andererseits kmiii es vorkommen, dass l^iillc der genannten Erkrankung mit entzündlichen Prozessen der Geburtswege komplizirt [sind. Demnach wird man nur das Kloisuh von solchen wegen Oebiirparrtlyse frühzeitig (d. h. sofort beim Auftreten der ersten Krank-heitszeichon) nothgescblachteton Thieren zur Verworthung unter Deklaration (auf der Freibank) gestatten dürfen, welche bei genauer liosiebtigimg der inneren (iescblcchtsorgane und übrigen Organe keine Veriinderungen erkennen lassen. In allen übrigen Fällen wird man das Fleisch nur für toohnisoho Verweitlnmg freigeben dürfen.
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7. Abortus.
a) Beim Menschen. A.etiologie. Zunächst is! Abortus häufiger bei Mehrgelmrenden als bei Erstgebärenden, ebenso in den ersten Monaton der Schwangersohafl häufiger als in den späteren. Der natürliche Abort kann bedingt sein durch pathologische Zustände von Seiten des Kies und von Seiten der Mutier. Sehr häufig wird durch Krankheiten des Kies Abori bedingt, Dabin gehören: Anomalien der Eihäute und Erkrankungen der Frucht, welche das Absterben zur Folge haben, myxomatöse Entartung des Chorions, Erkrankungen der [Jterusschleimnaut, syphilitische Erkrankungen der Frucht, welche im Ganzen ivehi häufig sind. Mütterlicherseits können die Ursachen für den Aborl in lokalen Erkrankungen des llicms und in Allgemeinerkrankungen der Mutter liegen. Als Uteruserkrankungen sind zu nennen: chronische Entzündungen, Neubildungen (Myome, Karcinome), meohanisoho Hindernisse (Retroflc.xio uteri fixata, Abdominallinnoren), welche die Fntwickelung des
Uterus beeinträchtigen, Zu den Allgemeinerkrankungen gehören starke Blutverluste, ferner alle Erkrankungen, welche mit länger andauernder hoher Temperatursteige-rung verbunden sind, direkt oder indirekt den Tod der Fruehl herbeiführen oder direkt wehenerregend wirken, schliesslioh alle akuten [nfektionakrankheiten, Endlich können chronische Krankheiten (am häufigsten Syphilis), heftige Genhithsbewegungen (auf reflektorischem Wege), schwere äussero Verletzungen Abortus hervorrufen.
Kin sogen, infektiöser und epidemisch auftretender Abortus, wie er bei Thieren, besonders bei Kühen, recht häufig vorkommt, isl beim Menschen nicht bekannt.
ii) Bei Th icre n. Aeliologie. Bei allen Thieren, am häufigsten jedoch bei Kühen (im 7. Monat der Träohtigkeit) ferner (seltener) bei Stuten und Schafen, wird die Ausslossung
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828nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krankheiten dor Geschlochtsorgano,
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des noch nicht lebensfähigen Jungen vor Ablauf der Trächtigkoitsperiode beobachtet. Ferner beobachtet man nur hei Thieren das Auftreten des Abortus entweder vereinzelt oder geluiuft in einzelnen Stallungen und zu gewissen Zeiten oder Abortus zeigt sich seuchenartig, enzootiseh, so dass oft mehrere Jahre hinter einander fast sämmtliche Thiere in einem Viehstamme abortiren.
Der sogen, sporadische Abortus kann, wie beim Menschen, durch zahlreiche Ursachen hervorgerufen werden. Ganz allgemein kann man aussprechen, dass bei Kühen eine sehr grosso Prädisposition für den oft sehr gehäuft auftretenden Abortus mit Sicherheit auf die fehlerhafte, allen Anforderungen der Hygiene und Gesetzen rationeller Thierzucht widersprechende Auswahl und Haltung der Mutterthiere zurückzuführen ist. Durch die frühzeitige (15 Monate) Benutzung der Kühe zur Zucht, durch die lange Ausnutzung der Milchproduklion bis kurze Zeit vor dem Kalben wird eine Schwächung des Mutlerlhieres oder eine schwache Entwickelung des Fötus bewirkt, so dass schon geringfügige direkte Ursachen Abortus herbeiführen können.
Als Ursachen, welche den nicht, in fektöisen Abortus veranlassen können, mögen folgende hier genannt sein: meebnnisehe Einwirkungen aller Art (Stösse, Schläge, Sprünge, Niederfallen zur Erde u. dergl.), Erkältungen (Zugluft, Aufnahme bereiften oder gefrorenen Futters, kaltes Saufen, Weidegiing hei regnerischem und windigem Wetter), iiligemeine Krankheiten oder solche, welche mit Fieber, Aufblähen, Kolik, Krämpfen verbunden sind. Ferner können Diätfehler aller Art (plötzlicher Wechsel in der Fütterung und Ernährung, nährstofl'armes oder zu reichliches und später zu karges Futter), ganz besonders aber befallenes, verdorbenes Futter (durch Brandpilze verunreinigtes, von sauren Weiden stammendes, von Fabrikatioiisrüekständen herrührendes |Rül)eninelasse, Schlempe]) zu gehäuft auftretendem Abortus Veranlassung geben.
In Fällen, wo Abortus auftritt, nachdem Rübenmelassenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;eine syrupartige,
dunkelbraune Masse, welche nach Kryslallisimng des Zuckers zurückbleibtnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ge-
füttert ist, mag der starke Gehalt an Kali- und Natronsalzen vielleicht die Ursache des Abortus bilden. Ueherhaupl ist bekannt, dass ArzneistolTe, welche besonders auf die glatte Muskulatur wirken (Pilokarpin, Eserin, Arekoliii) bei hochträchtigen Thieren leicht Abortus hervorrufen. Auch Kantharieden, Senfsamen, Karbolsäure,
Ergotin, stärkere Purgirmittel können in gleicher Weise wirken.
Ausser den vorstehend genannten Ursachen mag auch gelegentlich die Vererbungnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ein Einfluss des Vater- oder Multerthieres bei fortgesetzter Inzucht Vorfall der Seheide und Gebärmutter und d'w dadurch oft bedingte Erschlaffung der Muskelfasern des Uterus Abortus hervorrufen und begünstigen.
Besonders wichtig ist jedoch die Entstehung des lllfektlOseil Ahoi'dlS.
Obwohl die Ansicht, dass der Abortus auch durch eine Infektion der Kühe
entstehen könne, schon in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts (von Gruzel
1832) ausgesprochen ist, hat mall jedoch erst in den letzten zwei Jahrzehnten das Auftreten eines seuchenartigen Abortus in ausgedehntem Maasse nachweisen können. Dabei soll jedoch gleich hier bemerkt werden, dass der infektiöse Abortus nicht ausschliesslich bei Kühen, sondern gelegentlich auch bei Schafen und Stuten beobachtet wird. So berichtet de Bruin, dass in den Monaten November,
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Abortus.
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Dezember und Jnmmr im Winter 1884/85 bei 600/o der von ihm behiiiideltou Zuohtetuten Abortus aufgetreten sei. Viel grosser zeigte sieb der Schaden In einzelnen (legenden bei Kühen. Die ersten näheren Mittheilungen dnliren aus den Jahren 1878 und 1879 von Slrebel, Bouley, llueff, St. Oyr, Violet, Brauer u. A. Die Erfahrung hatte dabei gelehrt, dass wenn einmal ein Fall von infektiösem Abortus in einem .Stalle aufgetreten Ist, In der Regel fast alle trächtigen Kühe des betreffenden Stalles abortlren. Audi wurde beobachtet, dasraquo; durch Ankauf einer Kuh, welche an infektiösem Abortus gelitten hatte, die Seuche in einen bisher gesunden Stall eingeschleppt werden könne. Bräue r hat dann experimentell festgestellt, dass man durch den Vaginalschleim von Kühen, welche an infektiösem Abortus erkrankt waren, gesunde trächtige Kühe infiziren und hei diesen 915 Tage nach Ausführung der künstlichen Impfung (Einführung eines mit infizirtem Schleim oder Fruchtwasser getränkten Sohwammes in die Vagina der trächtigen Kühe) Abortus mit Sicherheit hervorrufen kann. Dadurch war festgestellt, dass die Infektionserreger durch Zwischenträger aller Art (Stroh, Stallgeräthsohaften,
Mist, Harn, im Stalle zurückgebliebene Tbeile der Nachgeburt), sowie durch den untersuchenden Arm eines Thierarztes oder Laien verbreitet und in die Qonitalien der Kühe gelangen kann. So kann gelegentlich auch eine llebertragung des Krankheitsstoffes durch den Zuchtstier erfolgen und der infektiöse Abortus in einen bisher gesunden Viehstall ebenso wie durch eine Kuh eingeschleppt werden. Auf die Einschleppung und Verbreitung durch den Stier wird bisher noch zu wenig Gewicht gelegt. In der Regel verwerfen die infiziiten Thiere im ersten Jahre (nach Bang's Zusammenstellung 990/0 aller Fälle von infektiösem Abortus), seltener im zweiten oder dritten Jahren der Trächtigkeit, um dann schliesslich wieder in normaler Weise; zu kalben.
Wenn infektiöser Abortus zum ersten Male in einer bisher vollkommen gesunden Herde auftritt, so scheinen besonders die Sekundiparae vorwiegend zu erkranken. Ist jedoch infektiöser Abortus einmal eingeschleppt, so werden, wie erwähnt, die Primiparae vorwiegend ergriffen.
Weitere genauere Untersuchungen über die Infektionserreger sind dann von Nocard angestellt worden.
No card wollte zunächst ermitteln, ob es sich bei dem infektiösen Abortus um eine allgemeine Infektionskrankheit der erkrankten Kühe oder nur um eine örtliche Erkrankung der Genitalorgane handelt, und ob der Fötus und seine Hüllen dabei in erster Linie infizirt werden.
Bei seinen Untersuchungen fand Nocard zunächst kurze Bacillen und Mikrokokken in der Uterinmilch der infi/.irlcn Kühe, während bei gesunden Kühen diese Organismen nicht nachzuweisen waren. Ebenso waren die Mikroorganismen in den Föten (Darmkontenta) solcher Kühe nachzuweisen, welche an infektiösem Abortus gelitten hatten. Nocard will durch diesen Befund auch die gleichzeitige meist tödtlich endende Diarrhöe junger Kälber und Abortus in demselben Stalle erklären. Nocard kommt schliesslich zu der Ansicht, dass der infektiöse Abortus eine von niederen Organismen verursachte Krankheit des Fötus und seiner Hüllen ZU sein scheine, welche das Mutterthier nicht direkt berührt.
In neuerer Zeit hat dann Bang im Verein mit seinem Assistenten Stribolt
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830nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dio Krankheiten der (iesclilcclitsorgano.
sein' eingehende Untersuchungen angestellti Es zeigte sich, dass der cpizootisohe Abortus (liirdi einen BÖhleiohenden Uterinkfitfirrb hervorgemfen wird, weloher durch einen besonderen sehl1 kleinen Baoillus bedingt wird. In dem Kxsudiit der Ulemsscldeiinlmut findet iniin die kleinen Baeillen, welche die gewöhidiehen Anilinfarben leicht aufnehmen. Die Mikroorganismen liegen theils frei, theils werden
sie in Ongeheurer Menge in grossen Zellen aufgenomine]] und sehen dann wegen der dichten Anhäufung wie Mikrokokken ans.
Weitere Versuche lehrten, dass dor durch dio Abortusbacillon h^rvorgomfene
llterinkuttirrb nicht immer die AusstOSSUUg des Eies bewirken nniss, sondern dass zuweilen nur der Fötus ahgetödtet wird.
Hinsichtlich der biologischen Eigenschaften des gefundenen Bacillus bat Bang festgestellt, dass die Baeillen in gewiibnlicliein Agar oder Gelatineagar nicht wachsen, schlecht in Bouillon mit Glycerin, besser im Bouillonglycerin mit Serum gemischt. Am besten sind die Baeillen ZU züchten in Cielatineagarseruni (2 Th. Gelatineagar gemischt mit 1 Th. Serum). Eine Kolonie in diesem Medium in hohem Glase zeigt das auffallende Verhalten, dass die kleinen Kolonien sich nur in einer bestimmten Zone entwickeln, nündich ein wenig unter der Oberfläche. Sie wächst somit in der Zone der aeroben Organismen, aber nicht an der Oberfläche,
Es wächst auch merkwürdigerweise die Kultur an der Oberfläche, wenn man reinen Sauerstoff über die erstarrte Flüssigkeit leitet und dann das Glas mit Paraffin üuschmilzt. Durch diese eigentlüimliche Wnchsthumserscheinung wird der Nachweis des Bacillus selir erleichtert.
Die Einführung einer Reinkultur in die Scheide trächtiger Kühe bringt nach zehn Wochen das Verknlben hervor. In den Ei-hüllen finden sich als konstante Veränderung ein bedeutendes sulziges Oedem zwischen C'horion und Allantois. An diesem Oedem, sowie an dem sofort eintretenden schmutzigen, aber nicht riechenden Ausfluss lässt sich in der Praxis das seuchenhafte Verwerfen leicht erkennen.
Die Abortusbacillen sind sehr widerstandsfähig und bleiben 7 10 Monate lebend, wenn sie in einem Eisschrank aufbewahrt werden.
Durch Einführung der Reinkulturen konnte ausser bei Kühen auch bei Schafen und Stuten Abortus erzielt werden.
Weitere Versuche von Bang lehrten noch, dass die Aborlusbacillen auch durch den Blutstrom in den Uterus eingeführt werden können.
Sohliesslioh scheint nach den gemachten Erfahrungen bemerkenswerlh, dass die Virulenz der Baeillen bezw. die Empfänglichkeit für die Infektionserreger nach einmaligem Abortus abgeschwächt und eine vorübergehende oder dauernde Immunität herbeigeführt wird. Demnach ist es durch die exakten Untersuchungen von Bang gelungen, den eigentlichen Erreger des infektiösen Vbortus festzustellen, nachdem schon vorher (durch die Untersuchungen von Fi.inck) kein Zweifel darüber bestand, dass lebende Organismen die Krankheit hervorrufen.
Syiiiploine und Verlauf. Charakteristische Zeichen, welche einen bevorstehenden nicht infektiösen Abortus ankündigen, sind oft nicht nachzuweisen; besonders nicht, wenn die trächtigen Kühe sich auf der Weide befinden. Im Stalle
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Abortus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;SU
beobachtet man üuuäohal quantitative und qualitative Vorftnderungon der Milch, vrelobe kolostramartlg winl. Zuweilen zeigt sicli avioh etwas Unruhe und Ausfluss eines l)liitiyGii Selileims iins der \rulvii, nianehiniil auoh sohwaohe Wellen. Die AiissIiiksuiiiraquo;; der Fmelii erfolgt meistens im dritten his Fünften Monat Etwas auffälliger sind die Erscheinungen, wenn der nicht infektiöse Abortus in die
/.weite Hälfte der Träohtigkoii fällt. Besonders auffällig ist dann die
Voränderung der Milch bei Kühen, welche sieh noch in der Laktationsperiode be-
liiiden. Die Milch wird kolostrunrUU'tig, Ferner zeigen sich starke Bewegungen der Frucht, plötzliche Anschwellung des Euters, wehen ähnliches Pressen mit den Bauchmuskeln. Dann erfolgt die AusstOSSUllg der Frucht, wobei die Sekundinae meistens zurückbleiben. Als Folge des Zurüokhleibens der Nachgeburt können dann Metritis, akute und puerperale Infektion, Leukorrhoe und Pyämie entstehen.
Beim infektiösen Abortus ist gleichfalls als erstes auffälliges Zeichen der bevorstehenden Frühgeburt die Veränderung der Milch zu nennen. Bald bemerkt, man dann auch eine Schwellung des Filters und der Vulva, aus welcher eine braune oder röthlioh gefärbte, zuweilen auch etwas eiterige, grauweiss gefärbte zähe Flüssigkeit ausfliessl. (raquo;elegentlich wird auch einige Zeit, nachdem der Aus-fluss bestanden hat, ein herpesartiger Aussehlag in der Umgebung von Anus und Vulva bemerkt Etwa 3-4 Tage, nachdem der Ausfluss bestanden hat, erfolgt dann ohne erhebliche Wehen die Ausstossuug der Frucht. Im Uebrigen ist der Gesundheitszustand der Kühe nicht weiter verändert. Bald nach Ausstossuug der Frucht, wobei die Sekundinae zurückbleiben und erst am zweiten oder dritten Tage entleert werden, tritt Fieber mit Verminderung der Fresslust ein. Nach Ausstossung der Sekundinae verschwinden diese Erscheinungen. Bleibt die Nachgeburt jedoch noch längere Zeit zurück, so bleibt auch das Fieber bestehen, eine stinkende chokolade-artige Flüssigkeit entleert sieh aus der Vulva und es bleibt oft noch lange Zeit, nachdem am fünften bis achten Tage nach dein Abortus die Nachgeburt abgegangen ist, ein schleimig-eiteriger Ausfluss zurück. Nicht selten treten in solchen Fällen Metritis, Pyämie u. dergl. später als Nachkrankheiten auf.
Die Prognose ist jedoch im Allgemeinen für das Muüerthier nach Ablauf des Abortus nicht, ungünstig. Durch rechtzeitige und zweckmässige Nachbehandlung ist es in den meisten Fällen möglich, einem ungünstigen Ausgange vorzubeugen.
Therapie Und Prophylaxe. Bei dem nicht infektiösen Abortus wird sieh die Behandlung und die Prophylaxe nach den Ursachen richten. Zuweilen gelingt es den Abortus zu verhüten, wenn man das betreffende Thier sofort, nachdem sich die eisten Anzeichen bemerkbar machten, in einen geräumigen, gut ventilirten uiul sauberen Stall mit den Hinterfiissen etwas höher stellt und jede weitere Aufregung bei dem Thiere vermeidet, Auch sollen kalte Umsciiläge auf das Kreuz nützlich sein. Innerlich wird von Einzelnen (Harms) die Verabreichung der sog. krampfstillenden Mittel (Opium, Bilsenkraut, Baldrian, Kamillen) empfohlen. Zur Vorbeuge des sog. sporadischen Abortus ist noting, die gesammte Hitltimg und Ernährung der trächtigen Thiere zu beachten und Fehler zu beseitigen. Liegt die Möglichkeit vor, dass eine ungenügende Ernährung (Blutarmuth) die Ursache ist, dann wird die Verabreichung von Ferr. sulfur. (48 g täglich in zwei Dosen mit dem Futter verabreicht) als zweokmäuig empfohlen (Sieda mgrotzky).
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Die Krankheiten der Qesohleohtsorganoi
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Beim enzooUschen Abortus ist die Vorbeuge allein das Wlobtlgste. Zunächst Ist erforderlich, Kühe, welche abortirt hahen, sofort aus dem Stalle zu eutfemen und, wenn tnöglloh. Dicht allein den Standort, sondern auch den Stall gründlich zu desinfiziren. Fötus und Nachgeburt müssen verbrannt worden. Kind die Sekundiime nicht sofort abgegangen, so müssen dieselben manuell entfernt und dann verbrannt werden; dann ist eine gründliche täglich zu wiederholende Reinigung der äusseren und inneren Genitalorgane der betr. Kuh erforderlich.
Sind in einem Stalle, in welchem bereits eine Kuli abortirt hat, noch andere trächtige Kühe vorhanden, so müssen dieselben sofort entfernt, in einem besonderen Stall untergebracht und deren äussere Genitalien, After und Euter täglich mehr* mals mit einer 2 pro/,. Kreolin- oder Lysollösung gründlich desinfi/irt werden. Da die pathogenen Mikroorganismen, welche Abortus bewirken, nach No card nur auf sauerem Nährboden gedeihen, so verwendet Stein dl mit Erfolg ZU obigen Desinfektionen eine Lösung, bestehend aus 1l'/a proz. Acid. karb. und 2 bis 21/2 ])ro/,. Natr. karbonikum.
Sehr gründlich muss tue Desinfektion des Stallbodens, des Mistes und der Jaucherinnen erfolgen, wenn ein Wiederaut'treten des Abortus vermieden werden soll. Stellwände, Krippen, Stallboden habe ich mit stets gleichem Erfolge mit Chlorkalk-milch anstreichen lassen; eiserne Futtergeräthe mit Karbolol. Auch Karbolsäure mit Kalkmilch (:i/-i 1 kg Karbolsäure auf 20 1 Kalkmilch) wird empfohlen (Rein dl).
Soll in einem Stalle, wo im Jahre vorher infektiöser Abortus beobachtet worden ist, das Wiederauftreten möglichst verhütet werden, oder besteht der Verdacht, dass in einem mit trächtigen Kühen besetzten Stall eine Kuh aus einem verseuchten Stall eingestellt wurde, so hat Bräuer eine von ihm zuerst mit Erfolg angewandte Methode eingeführt, welche sich als zweoktnässig herausgestellt hat. Bräuer spritzt den betreffenden Kühen zwischen dem fünften und siebenten Monat 1015 g einer 2 proz. Karbolsäurelösung subkutan ein und wiederholt die Injektion alle 14 Tage bis zur Geburt. Gleichzeitig werden wöchentlich mindestens einmal die äusseren Geschlechlstheile, Schwanz und After mit einer 5 proz. Karbol-säureiösung gründlich gewaschen. Es scheint, dass die äussere Desinfektion jedoch wichtiger ist, als die subkutane Anwendung der Karbolsäure, da Einzelne auch schlechte Ergehnisse nach derselben beobachtet haben. Schliesslich ist auch die innerliche Verabreichung der Karbolsäure (alle 2 Tage 5 g) mit Erfolg angewendet worden.
Ausserdem wird man auch Stiere, welche zur Bedeckung von Kühen verwendet worden sind, die abortirt hahen, nicht im nächsten Jahre für andere Kühe benutzen dürfen; es sei denn, dass diese Zuchtstiere durch desinfizirende Waschungen gründlich gereinigt worden sind ein Wunsch, der sich allerdings in der Praxis nicht immer gut erfüllen hissen wird.
Wird in vorstehender Weise vorgegangen, so gelingt es sicher, den infektiösen Abortus in einem Stalle auszurotten.
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Nymphomanie. Satyrinsts.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hftt
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8. Nymphomanie. Satyriasis.
(Uebo nnässigor Gcsehlccb tstrieb.)
a) Beim Mnnschon. Bei Fi'.'uicn ist die Nyiiiplinniiiiiic ni(^lil st'ltcn ein Symptom gevissor Formen von geistiger Störung. QelegenlJioh kann Nymphomanie vielleiohi auch durch die Anwesenheit von Parasiten (Oxyurls) in den Genitalien hervorgerafen werden (Nymphomania helminthika), Bei Männern sind es Blutstauungen aller Art, welche eine Fortgesetzte Erektion hervorrufen können. Solche Blutstauungen können bedingt sein durch [kterus, Hydrophobie, Kleinhirntumoren, Rückenmarks-vorletzungen, Roizzustftnde der Prostata, Hämorrhoiden, Pliimosis n. s, w. Die Behandlung muss sich nach dem Grundleiden richten. Symptomatisoh werden kalte Umseliliige und innerlich Bromknli verordnet.
b) Bei Tliieren.
Bei Thieren wird (raquo;in übermässiger Geschlechtstrieb am meisten bei weib-liohen Thiere, seltener bei männlichen und am häufigsten heim Binde beobachtet.
Die l'i'saclien können sehr verschieden sein. Eine sein' proteinreiche Ernährung (Hülsenfrüchte, Roggen) neben geringer Beschäftigung, frühzeitig (besonders hei Stallaufzucht) geweckter und unbefriedigt gebliebener Geschlechtstrieb, ferner pathologisohe Veränderungen an den Geschlechtsorganen der verschiedensten Art Insbesondere sind zu nennen: Oystoide, tuberkulöse, kiireinomutöse oder surkomntöse Degenerationen an den Ovarlen. Ferner können tuberkulöse Erkrankungen des Uterus, chronische Erkrankungen des Uterus und der Vagina, Neubildungen, Lageveränderungen, welche einen Versehluss dos Muttermundes herbeiführen, die Zeichen der Nymphomanie hervorrufen. Bei männlichen Thieren wird insbesondere die Satyriasis nicht selten bei Monorchiden und Kyptorchiden und nach länger tortgesetzter Onanie beobachtet. Sohliesslich ist Satyriasis bei dem Bläschenausschlag der Genitalien (der Pferde und Rinder) und, wie beim Menschen, hei der Wnlh-krankheit und einzelnen Rückenmarkserkrankungen beobachtet worden.
Symptome und Verlauf. Im Allgemeitten zeigt sich, laquo;lass die Aeusserungon des Geschlechtstriebes heftiger und häufiger auftreten, als normal und sohliesslich fast dauernd zugegen sind. Kühe zeigen dann eine dauernde Aufregung und
Unruhe, springen auch wohl auf die benachbarten Kühe, in anderen Fällen
zeigen diese Thiere einen eigenthümlich stieren Blick, sind sehr unruhig, wild und erheben zuweilen ein eigenartiges, stierähnliches Gebrüll. Von allgemeinen Er-sclieinungeii werden hei den erkrankten Kühen noch Verminderung der Milch-sekrelion, allmählich sich entwickelnder stierähnlicher Habitus und trotz guter Ernährung (ortschreitende Abmagerimg beobachtet. Aehnliche Erscheinungen werden auch bei Stuten heobachlet. Besonders tritt bei Stuten ein fortgesetzter Beiz zum l'nniren hervor, wobei die Thiere zuweilen eine mit Schleim gemischte kleine Menge Harn entleeren. Ausserdem sind Stuten sehr kitzelig und erregbar, was sich bei jeder Berührung (beim Fahren und Reiten) bemerkbar macht. Gelegentlich sind auch
Hnh noiil o niiihl, Vorgl, ftlthologlO,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;58
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834nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Krnnklioiten der Oesclilochtsorsanc.
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Kriiiiipfiml'iülc iiml nach längerem Bestellen Kingvnoiimienlieil des Sensoriuius be-obaobtet worden (früher Mutt-crkoll er genannl).
Bei männlichen Thieren treten die häufigen, zuweilen iinlmltenden Erektionen (Priapismus) in den Vordergrund der Erscheinungen, Sehr ungebärdig
werden die Thiere, besonders die Hengste, heim Anhlick weiblicher Tliiere, wobei seihst tohsuchtähnliehe Fälle eintreten können, wenn eine Befriedigung des Go-schlechtstriebes nicht stattfinden kann. ]5ei Hengsten wird zuweilen ein kollerartiger Zustand beobachtet (der sog. Samenkoller älterer Autoren). Hat der Zustand längere Zeit bestanden, so stellen sieh meistens Depressionserscheinungen ein. Die Thiere gehen im Nährzustamle zurück und sind, nach den Angaben einzelner Beobachter, sohliesslich für keine Dienstleistung mehr zu gebrauchen.
Zuweilen wird bei den an Satyriasis leidenden Thieren (besonders Hüllen, Böcken und Hunden, seltener Hengsten) auch Selbstbefriedigung (Onanie) beobachtet, wo die Thiere durch Reiben des Penis am Bauche, an den enggestellten Yordert'üsseu oder an den sog. Latirhäumen eine Ejakulation herbeizuführen suchen.
Therapielaquo; Die Behandlung wird sich mich den Ursachen zu richten haben. Im Allgemeinen wird man Thiere, welche an Nymphomanie oder Satyriasis leiden, ohne dass eine besondere Ursache festgestellt werden kann, viel zur Arbeit benutzen müssen, nicht zu reichliches Futter geben dürfen und zeitweise leichte Abführmittel verabreichen. Bei männlichen Thieren werden auch öftere kalte Waschungen der Genitalien ausgeführt. Man hat ferner auch die Verabreichung innerlicher Mittel (Kampfer 48 g in Pillen täglich 12iml für Stuten und Kühe; Bromkalium 2050 g täglich im Trinkwasser, Morphium 0,10,3 g, Sulfonal 100,0) empfohlen, doch ist die Wirkung unsicher und vorübergehend, wie einzelne Autoren be-obachtet haben.
Das einzig rationelle Mittel bleibt jedoch die Kastration, welche besonders bei Kühen mit bestem Erfolge ausgeführt worden ist. Ist Tuberkulose des Uterus vorhanden, so bleiben zuweilen auch nach der Kastration noch Erscheinungen der Unruhe und Aufregung zurück.
9. Hodenerkrankungeii. Beim Menschen kommen zunächst nkute und chronische Kntzündungen des Hodens und Nebenhodens voi-. Vorwiegend handelt es sich dabei um fortgeleitete Entzündungen gonorrhoischer oder tuberknlöser Natur. Daneben können auch nach Operationen der Blase, Urethra oder Prostata die Entzündungsorreger in den Hoden gelangen. Schliesslich worden durch Traumen, sowie durch Metastasen (hämatogene Entzündungen) bei Pyämie, Scharlach, Typhus, Syphilis, akute und chronische Entzündungen dos Hodens und Nebenhodens herbeigeführt. Nicht selten entstehen (bei eitriger Entzündung) Abscesse des Hodens. Ferner kommon zuweilen Cysten und zwar vorwiegend lio-tontionscysten im Hoden und Nebenhoden vor, welche durch Hekrotstauimgen entstehen.
Selten werden Geschwülste im Hoden beobachtet; Fibrome, Lipome, Myxomo, Myome, (Jhondrome, Osteome, Adenome, Sarkome und Karcinome zeigen sich zuweilen. Adonome und Karcinome werden bei Kindern und Erwachsenen gesehen. Schliesslich kommen auch Hiimatocelon und llydrocelen vor.
Hei Thieren kann man viele der vorgenannten Hodenerkrankungen ebenfalls nachweisen. Selten sind Entzündungen des Hodens und Nebenhodens; zuweilen wird eine auf hämatogenem Wege entstandeno rotzige und eiterige Erkrankung des Hodens bei Hengsten beobachtet. Häufiger sind bei Stieren die tu berk ulö son Erkrankungen, welche im Verlaufe der generalisirton Tuberkuloso entstehen. Nicht selten worden Geschwülste dos Hodens beobachtet. Besonders sind Neubildungen bei Pferden und Hunden festgestellt worden, und zwar Sarkome und Fibrome, seltener Chondrome, Osteome. Uebcr das Vor-
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Parasiten und Goschwlilsto dor Qeaoh1eoht80rganelnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;885
kommen von Karcinomon lelilon Aogabon in der LlUeiutur^ Dagegen werden zuweilen Cyst, on und zwar Reteiitionscysten beobachtet.
10.nbsp; nbsp;PanirSlton lt;llt;'i' Ot'sclihiehtsorgaiie. lieini MenscluMi sind (jedoch sehr selten) Kcli ino kok kon im Hoden, Nebenliodon und in der 'l'unika vaginalia beobaclitet worden. Elbenso sind im Uterus, im I.ig. latum und im Beokenperltoneum Kebinokokken gesehen worden. In der Vagina wird Trichomonas vaginali.s und, bei Schwangeren besonders, der
Soot'pilz gefunden.
Hei Thl'oren findet man die meisten der gefundenen Parasiten nur vorttbergehund
in den (iescliloobtsorgaiieu. So ist Sklorostonium nrniatiim öfters in den Gefässen des Samenstianges und aneb im llodongowebo gefunden worden; besonders beinei'konswertb isl die Anwesenheit der Würmer in der Haiiclibolilo verbliebener Hoden (Kitt). Ebenso sind bei der Kastration liier und da auch im Scheidenhautsacko Exemplare des gesohleolltsroifon l'allisadeuwurm zum Vorschein gekommen. Neuerdings hat Hinriclison über die lliinlig-keit des Vorkommens thierischer Parasiten im Hodonsack der Pferde Mittheilungen gemacht. Nach ihm sollen die bei Pferden, nicht seiton bei jungen und alten Pferden, vorkoni inen den Rxkresconz on und andere Wnolieriingen am Peritoneum der Pferde durch wandelnde Pal I isadenw ii rmor, in seltenen Fällen durch verirrte (i as trus 1 ar ve n iraquo;nd and ere Würmer hervorgerufen werden. In cinei' verhältnissiniissig grossen Zahl von Füllen (SO von 187 kastrirten einjährigen Hengsten) lindot man auch solche Wucherungen am Skrotuni und gleichzeitig die Parasiten, welche die Wucherungen veranlassen. Die Wucherungen am Skrotum waren stets dieselben, selbst wenn die betreffenden Parasiten auch nicht mehr angetrofTen wurden.
In der Vagina werden bei Pferden und gelegentlich auch beim Ilinde die Larven von Dipteren beobachtet, welche ihre Eier dort abgelagert haben. Ebenso worden heim Hausgeflügel Parasiten im Eileiter beobachtet, welche wahrscheinlich vom Darm in denselben hineingekommen sind.
11.nbsp; nbsp;Giesohwlilste cler Gesohleohtsorganea Heim Menschen ist zunächst Tuberkulose des Hodens und des Nebcuhodens häufig und zwar wird häuliger der Nebenhoden als der Hoden ergriffen, während syphilitische Goschwülste vorwiegend den Hoden selbst betroffen. Andere primäre Goschwülste des Hodens sind, wie schon erwähnt, im Ganzen selten und werden schon im Kindesalter angetroffen. Dahin gehören Fibrome. Lipome, Myxome, Chondrome, Osteome, Sarkome, Adenomo und Adenokystome; ferner Karcinome und Dermoide. Am Snmenstrang sind Lipome. Fibrome, Myxome und Sarkome beobachtet worden. In der Prostata werden am häufisten Karcinome, seltener Sarkome die letzteren zuweilen schon bei Kindern beobachtet. Am Penis und Skrotum ist eine elephantiastischo Hypertrophie nicht selten und besonders häuflg sind spitze Kondylome. Am Rande des Präpiitiunis werden Karcinome oft gesehen; ebenso am Skrotum. Von anderen Geschwülsten, welche gelegentlich am Penis beobaclitet worden, sind zu nennen: Lipome, Angiomo und zuweilen Sarkome. Am Skrotum) Atherome und Dennoidcysten.
Im Ovarium wird Tuberkulose im Ganzen selten beobachtet. Von gutartigen epi-thelialen Geschwülsten sind cystische Adenomc (Kystoadenome), Oberfliichenpapillome. Tuboovarialcystcn und Parovarialcysten zu nennen ; von bösartigen epithelialen Geschwülsten sind Karcinome dos Ovariums sehr häufig; ebenso karcinoinatöso Kystonio. Ferner Sarkome und Dennoidcysten. An den Tuben kommt sehr häufig Tuberkulose vor, ferner zeigen sich Fibrome, Fibromyome und Sarkome.
Im Uterus sind die Fibromyome (auch Loiomyonie '), auch Myome genannt, die hau fitsten Geschwülste. Dieselben vereitern oft, führen zur Thrombenbildung und Verjauchung. Auch fettige Degeneration, Nekrose und Petrilikatioii wird beobachtet. Selten sind Oysto-myome. Häufiger dagegen Sarkome dos Uteruskörpeis, ferner Adenomc und Karcinome.
In der Vagina werden ziinächst tuberkulöse und syphilitische Geschwülste uiclii selten beobachtet. Ferner Cysten, wenn auch recht selten. An der vorderen Wand werden besonders oft Fibromyonie und zwar bis zu Kindskopfgrösse gesehen, selten sind Sarkome. Dagegen kommen hei Kindern traubige. papilläre Myxosaikonie vor, welche nach der Blase durchbrechen können. Recht häufig sind auch sekundäre Karcinome der Vagina.
An der Vulva werden gelegentlich Karcinome, seltener Sarkome gefunden, am häufigsten Cyatenbildungen verschiedener Art.
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i) Aeiog glatt.
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S.%nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dio Krnnkheiten t]cr Ofisrhleclitsorgnno.
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Bel Tliim-cn kommt zuniidist im Sam onstrang recht liiiiifig Aktinomykoso und Botryomykose vor; sowolil ))eim Uimle, win beim Pferde. Solir oft zeigt sicli besonders bei Stieren und Ebern eine Tuberkulose des Hodens, welche hämatogenen Ursprungs ist. Sehr selten ist eine primäre Tuberkulose des Skrotums beobachtet worden, ferner werden im Hoden Sarkome und Fibrome, besonders beim llnude und beim Pferde gefunden. Ausser-dem wurden Chomlrome, C'ysten (Rctentionscysten, Dermoidcysten) und Ostoomc (beim Ochsen) gesehen.
in dor Prostata sind Adenokarcinome gelegentlich festgestellt worden. Am Pril-pntinin trifft man Fibrome, Papillome, Lipome, und (bei Schweinen besonders) Melanomo gelegentlich auch Plattenopithel-Karcinome.
Ausserordentlicli häufig kommt Tuberkulose des Uterus, der Tuben und Ova-rien besonders bei Kühen vor. Ferner ist Botryomykose im Uterus und Ovarien bei Stuten beobachtet worden. Sehr häufig sind Cysten am Ovarium, oft mit den Tuben verbunden. Ich selbst beobachtete eine Tuboovnrialcyste beim Pferde. Forner werden am Ovarium oft in bedeutender (irösse (120 kg schwer) (besonders beim Pferde und Rinde) Adenokarcinome und Sarkome gefunden, ausserdem Dermoidcysten und llämatome.
Im Uterus kommen besonders häufig Fibrome, Myofibrome, Myxofibromo vor (vorwiegend beim Rinde, Schweine und Pferd). Selten sind Sarkome und Karcinome.
In der Vagina und an der Vulva zeigen sich Fibrome, Myofibrome und Papillome ziemlich oft, ebenso Cysten und Hämatome. Dagegen sind Karcinome recht selten au diesen Stellen.
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Nachträge').
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Infektions- und Intoxikätionskrankheiten. 1. Milzbrand.
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Bezüglich lt;lrr Aotlologio bomörkt Proytag8), dass Milzbrand bei Th sehr häufig (lurcli ostindische Häute eingeschleppt werde, welche trocken ein-geführt in einem Bache aufgeweicht werden, dessen Wasser zum Bewässern dor Wiesen benutzt wird. Auch Wilhelm8) glaubt, dass amerikanische Kindshäute, welche in einer Loderwaarenfabrlk getrocknet eingeführt und nur halb gegerbt vorarbeitest worden, die Milzbrandkeime mitbringen. Letztere haften an den Abt'älion (Haaren, Schnitzel, Stanzbrocken) welche auf die Felder gefahren und dort ausgestreut werden. Von Zundol1) worden mehrere Fälle niitgethoilt, bei denen die Infektion durch Büffelhäute, die aus Mexiko eingeführt worden waren, zweifellos testgestellt werden konnte, Silberschmidt6) berichtet über die (Jebertragung des Milzbrandes durch Rosshaare, In einer Ortschaft des Kantons Zürich, welche früher von Milzbrand verschont war, traten in den letzten Jahren wiederholt Milzbrandfälle unter dem Bindvieh auf. In der Nähe der Ortschaft war nämlich eine Rosshaarspinnerei errichtet worden, welche Rosshaare aus .Südamerika und Russland verarbeitete, die In grosseu Ballen nach der Spinnerei versandt wurden. In Folge des raquo;Stäubungsverfahrens, wie es in der Fabrik gehandhabt wurde, wurde der nichl gereinigte Staub nach allen Windrichtungen über die Aeoker und Wiesen verstreut, ausserdem wurden die Abfälle der Fabrik als Dünger benutzt. Der Staub wurde
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i) Dii das vorliegende Werk in Lieferungen erschienen und die erste im Mai 1895 #9632;im- Ausgabe gelaugt ist, seliieu es geboten, die bis zur Ausgabe der Selilussliefeiiing fest-gostelllen Fortschritte und weiteren Kifalnuiigeu innerhalb der in den ersten drei l,iet'o-iiingen bereits erörterten Krankheiten in einem Nachtrage mitzutheilen. Natürlich kann es sich dabei nur um die wichtigsten Fortschritte und Beobachtungen handeln. Seh.
-) Einschleppung von Milzbrand durch iiberseoische Kindshänte. Sachs, licricht 181)5 Seite 20.
#9632;'') Ebenda,
i) Verbreitung des Milzbrandes durch Büll'elhäuto aus Mexiko. Deutsehe tliieräiztl. Wochenschrift 1895, S. 241,
'|) Rosshaarspinnerei und Milzbrandinfektion, Aus dem hygienischen Institut der Universität Zürich 180.').
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Naclitriige.
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diinn im hygienischen Institut der Universität Zürich untersucht, und es wurde festgestellt, dass der Staub und die Abfülle der Hnnrc Milzbrandbacillen enthielten. Als bald darauf ein Danipfderdnfektionsapparat in der genannten Fabrik aufgestellt wurde, hörten die Milzbranderkrankuiigen auf. Dollar ^j beobachtete den Ausbruch von Milzbrand in einem grösseren Pferdebestand, bei welchem es gelang durch Ver-impfen grösserer Mengen Spülwassers vom Hafer auf Moersehweinehen und ein Seliaf den verfütterten Hafer als Träger des Milzbrandkeinies zu ermitteln. Griglio-) prüfte tue Frage ob auch Leder den Milzbrand übertragen kann. Es zeigte sich, dass die längere Zeit an der Luft getrocknete Haut einer milzbrandkranken Kuli, seliisl wenn sie lüchlig gesalzen wird, infektiös blieb. Auch das Eintauchen der getrockneten Haut in Kalkwasser zerstört die Virulenz nicht. Auch das Gerben während 40 Tagen zerstört die Virulenz niehl aller Milzbrandkeime in der Haut.
Im Kivise Kiel sind in den letzten Jahren wiederholt Milzbrandt'älle in Wiilii-sehaflen festgestellt worden, welche Kleie verfütterten, die aus einer bestimmten Mühle des Kreises bezogen war.
Ueber die Kapsel des A ntbraxhacillus als dlagllOStlsollOB Merkmal bai Kern8) neuerdings wieder Versuche angestellt,
Serafini4) war der Erste, welcher an Anthraxbaeillen, aus frischen Kadavern gewonnen, duivli eine bestimmte Färbung Kapsebi sichtbar maoiite, was ihm durch Färben mit alkoholig-wässorigor Farblösung nicht gelang. Vier Jahre später bestätigte dann Pianese6) Serafini's Entdeckung, Erst im Jahre 18!M haben dann .lohnequot;) und Klett7) die Frage wieder aufgenommeu, Man betrachtet, es gegenwärtig als erwiesen, dass der M ilz hra n d bae illus i in Tb i erkörper eine Kapsel besitzt, welche mit einer bestimmten Färbungsmethode sichtbar gemacht worden kann. Die Färbungen sind mit Ehrlich'sclier (jientianaviolelllösung (Sera l'i n i), mit alkohol-wässeriger Lösung von Goutiauaviolett (.lohne) und mil Ziehl'schor Fuchsinlösung (Piauose) ausgeführt wurden. Kern fand, dass zwar alle Methoden zinn Ziele liilireii, dass aller nach dem Johne'schen Veri'aliren die bostei; Präparate zu erzielen sind. Während nun Gebauer8) u. A. zu der Ansicht kamen, dass die sog. Gallerthülle ein zufälliger Bestandtbeil des Milzlirandbacillus -ei, konnte Kern auf Grund seiner Prüfungen nur bestätigen, dass die Kapsel ein integrirender und unter allen Umständen nachweisbarer Bestandtheil des Milzbrand-bacillus ist. Sehr wahrscheinlich ist es aber, sagt. Kern, dass, wenn auch nicht alle, so doch viele Hakterien Kapseln besitzen, und zwar sowohl im Tbier-körpor, als auch in Kulturen. Wie wäre es sonst möglich, das manclie Baeillen, welcli^ (ieisseln und Folglich Eigenbewogung besitzen, längere Fäden und Verbände bildeten, in welchen Fällen sich die gefärbten Bacillonkörpei' nicht berühren, sondern in
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i) üober Milzbrand boi Pferden. The veterinarian 1890. 8. 118.
-) Lb Clinicii votcriimiiii ISSJti Nu. 8fi.
:!) Lieber die Kapsel ili^s Anthraxbaoillus. Ceutralbl, fttr Hakt. u. farositouk, 1807, Md. Wll. S. 166.
i) Laboratorio anatomo-patologioo degl' [nourabili in Napoli. (ßstratto da Hegrosso uiodlco, Napoli 1888).
#9632;') Qiornale dell'Assoziaoione napolitana dei medioi e naturalistl. Vol. V. 1802. 8.05,
8) Deutsche Zeitsohr, für Tbiermed, lid. XX,
7)nbsp; Deutsche thicrilrztl. Wochcnsclir. Bd, II. 1894. 8. 07.
8)nbsp; Deutsche Zeitsohr. für Thiermed, 1897, Heft 1.
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Inl'oktions- und Intoxikationskiankheiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8'i'J
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gewisser Entfernung von einander abstehen? Was verhinderte die einzelnen Glieder, mit Hilfo ihrer Goissolfäden aus dem Vorbande zu treten, wenn keine Hülle jeden Bacillus umgäbe, und wenn nicht diese Hülle die einzelnen Glieder aneinander hielte ?
Kern kommt schliesslich zu folgendem Ergebniss; der Milzbraiidbacillus ist sowohl im Thierkörper, wie in Kulturen von einer Kapsel umgeben; die Kapsel ist sonach ein integrirender Bcstandtheil dieses Bacillus. Aus dem Kadaver genommen verhält sich die Kapsel den Farbstoffen gegenüber viel zugänglicher als an Bacillcn und künstlichen Kulturen. Die Bacillcn liegen nicht in einer gemeinsamen Kapsel oder fichleimhülle, sondern jeder einzelne Bacillus hat seine eigene, abgegrenzte Kapsel. Die Berühningsstelle bezw. Grenze zwischen je zwei benachbarten Kapseln kann in Form einer feinen Querlinie sichtbar gemacht werden. Die Gestalt der Kapsel an Baeillen aus Kulturen variirt mit dem Alter der letzteren.quot;
Für die Diagnose des Milzbrandes in der Praxis wird die Kapselbildung des Bacillus erst in zweiter Linie in Betracht kommen; Anamnese, Sektionsbefmul und die! Untersuchung des Milzhlutes ohne jede Färbung werden in den allermeisten Füllen zum Ziele führen, in schwieligeren Fällen werden die Iniplüiigen und Kulturen die Entscheidung bringen müssen.
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2. Die Wuthkrankheit. Tollwuth.
Bezüglich des Erregers der Tollwuth berichtet zunächst Giovanni Mem ino1) über seine weiteren Versuche, Schon früher2) war es ihm gelungen aus dem Gehini eines an experimenteller Babies gestorbenen Kaninchens einen Blastomyoeteu in ßeinkultur zu züchten, später noch aus dem Gehirn eines In Folge Bisses eines tollen Hundes gestorbenen vierjährigen Kindes. Schliesslich gelnng esMeninio uueh den Bluslomvceten noch aus weiteren fünf an fixem Virus gestorbenen Kaninchen, sowie aus allen mit den ersten Kulturen geimpften und nach 40 - 50 Tagen gestorbenen Tliieren zu isoliren. Der Blastomvcet fand sich Im Liquor cerebrospinalis, im Humor aquous, in der Parotis un d. im Spei eh el.
Im Liquor cerebrospinalis war die Form der Blastomycetcu sehr scharf und gloichmässig; die Zellen waren von einer dicken, liehtbreelienden, doppelkonturirten Membran umgeben und manchmal in Knospung begriffen. Die Kolonien auf Agar und Gelatine waren einander sehr ähnlich, die oberflächlichen waren ausgebreiteter, wenig erhaben und weissgrau. Auf saurem Nährboden war die Entwicklung üppiger. Am besten war das Waclisllium bei einer Temperatur von 15deg; ('. Für Thiere war der Blastomycet pathogen, Enterabdominal geimpfte Meerschweinchen zeigten nach 1120 Tagen Parese der Ilinterglieder, welche an Ausdehnung und Intensität zunahm, und nach 24 Stunden erfolgte der Tod unter einigen klonischen Krämpfen, Subdural Infizirte Kaninchen erkrankten nicht immer, Bei den erkrankten zeigte sich am G. 8. Tage Paresis des Ilinlertlieils, später aneli Lähmung der Vordergliedmaassen, und binnen 12 Tagen trat der Toil ein. Subdural
i) Oentmlbl. für Hakt, und Paraa. 1897, Bd. XXI. 8. G57.
#9632;-') Beitrage zur Aetiologle der Rabies (Oentralbl. für Hakt. \U\. XX. 1896 N. 6/7).
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Niichträgo.
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oder auch subkutan geimpfte Hunde magerten nach 306ü Tagen nb und bei einigen wurde Beisssucht beobachtet. Die Tliiere verweigerten das Futter, erbrachen und zeigten Schaum vor dem Maule; dann zeigte sich Parese der Gliedmass-en, der Unterkiefer hing herunter und der Tod erfolgte mit zunehmender Lähmung nach 48 Stunden. Eine Uebertragung von den Hunden auf Kaninchen gelang nicht. An verendeten Hunden fanden sich weder Organ Veränderungen, noch in den Organen irgendwelche Mikroorganismen; aus dem ccntralen Nervensystem liossen sich aber die Blastomyceten öfters in Reinkultur isoliren.
Denselben Organismus konnte Memmo auch im weiteren Verlaufe seiner Untersuchungen *) immer mit denselben kulturellen Eigenschaften und dem gleichen patbogenen Vermögen aus anderen an fixem Virus gestorbenen Kaninchen und aus vier der Tolhvuth verfallenen Hunden isoliren.
Kulturen mit soliden Nährböden bleiben steril; am besten erweisen sich flüssige Nährböden aus Bouillon mit Weinsteinsäure und Glykose, wo die Acidiläl mir ein ganz wenig stärker ist, als diejenige, welche die Gehirnsubstanz im normalen Zustande besitzt. Einen höheren Orad von Acidität vertragen die Bla-sloniyceten nicht, Die Entwicklung der Mikroorganismen beginnt erst nach wenigen Tagen. Auf die geschilderte Art hat Memmo eine Entwicklung der Blasiomy-ceten in einer Kultur aus der cep halorhach i tischen Flüssigkeit, der Geil i r n subs ta n z und aus dem Humor aqueus erhalten. Ebenso waren die Organismen aus dem Stroma der Pai'Otis, aus dem Speichel, aber niemals aus anderen.Organen und aus dem Herzblul zu isoliren. Es scheint ferner, dass der Organismus, welcher an ausschliesslich parasitäre Lebensweise gewöhnt ist und sieh an ein besonderes Gewebe angepasst hat, sieh schwer dazu bewegen lilsst, saprophylisch auf unseren Nährboden zu leben.
Bei Impfungen der Hunde zeigte sieh im Mittel 3U 00 Tage nach derselben Abmagerung, bei einzelnen etwas Beisssucht, Verweigerung der Nahrung, Erbrechen, Schaumabsondorung, dann Parose der hinteren oder vorderen Glied-massen. unter zunehmender Farese, wobei der Unterkiefer lediglich seinem eigenen Gewichte nachgiebt, tritt nach ungefähr 48 Stunden der Tod ein.
Die Krankheit kann dann von Hund ZU Flund übertragen werden, indem man zu den folgenden subkutanen Injektdonou jodosmal eine Emulsion der Qehirn-substanz der verstorbenen Thiere verwendet.
Memmo hält den von ihm gefundeneu Blastomyoeton für den Erreger der Toi 1 w n 1 h.
Demgegenüber berichtet Grigorjow8) in neuester Zeil über Thatsachon, welche ihn zu der Annahme einer Betheiligung von Protozoen an der Entstehung der Toll ffllth veranlassen.
Grigorjew führte in die vordere Augenkammer eine Emulsion der Substanz der Medulla oblongatu toller Thiere ein. Um eine Verwechselung der betreffon-den Parasiten mil den weissen Blutkörperchen und den Produkten der Zersetzung des Nervengewebes möglichst ZU vermeiden, wurden an einer Zahl anderer Thiere Koiilrollimpt'ungeii mit einer Emulsion der Gehirnsuhslanz gesunder Thiere vorge-
i) Centralbl. für liakt u. Paras. 1897, Bd. XXI, S. 657. -') Centralbl. für Bukt. u. Paras. 1807, Bd. XXII, S. 399.
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Int'oktiuna- imil Intoxikationskrankhoiton.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 841
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nommen. Die Untersuchung erfolgte entweder im frischen Zustande oder unter geringer Hinzufügung von schwachen, wässerigen Anilinlösungen auf einem Ranvier-schcn Heiztische bei 37,5deg; C.
Es wurden Untersuchungen der genannten Art bei 5 Hunden und 10 Kaninchen ausgeführt. Häufiger bei Hunden als bei Kaninchen fanden sich proto-plasmatische Körperchen von verschiedener Grosse und Form, welche durch ihr eigenartigelaquo; Aussehen unter allen anderen Bildungen auffielen. Die betr. Körperchen hatten unregelmässige gezackte Konturen, bestanden aus einer blassen, gallertartigen Masse, die in den zum Centrinn gelegenen Theilen netzartig oder schwammig und in den peripheron Theilen homogen erschienen. Ihre Grosso betrug 2-4 //. In einigen dieser Körperchen war ein dem Kern gleiches Gebilde eingeschlossen, das schwach das Liebt brach und eine Grosse von ü,5 1 (.i hatte. Die Körper führten sehr langsam amöboide Bewegungen aus, indem sie Pseudopodien aussandten, dabei einen beständigen Wechsel der Körperform aufweisend. Die amöboiden Körper färbten sich nur schwach bei Anwendung konzentrirter wässeriger Anilinlösungen. Kulturversuche mit diesen Protozoen auf entsprechenden Nährböden blieben erfolglos. Grigorjew glaubt jedoch, dass es sich um Koccidien handeln dürfte.
Es scheinen aber die von Memmo angestellten Versuche zu besseren und venverthbareren Ergebnissen geführt und die Ursache tier Tollwuth klar gelegt zu haben.
3. Maul- und Klauenseuche.
lieber die Erreger der JMaul- und Klauenseuche sind in jüngster Zeil zahlreiche Mittbeilungen veröffentlicht, ohne dass es bisher gelungen ist, die Krankheitserreger festzustellen.
Es sind ferner sowohl im proussischon Institut für [nfektionskrankheiten, wie auch im Keicbsgesundheitsamt von besonderen Kommissionen umfangreiche Untersuchungen angestellt, worden.
Die Kommission bei dem Institute für Infektionskrankheiten in Berlin erstattete naehfolgenden summarischen Mericlit über die Ergebnisse ihrer Untersuchungen ')
1.nbsp; nbsp; nbsp;Alle bisherigen Funde von Bakterien als Erreger der Krankheit, haben sich als accidentelle erwiesen. Der Sigel-Biissenius'sche .Bacillus ist ein interessanter, pathogener, schwere Darmorscheinungen bei jungen Kälbern erzeugender Organismus, aber nicht der Erreger der Maul- und Klauenseuche. Mil bnktenell steriler Lymphe liisst sieh die Krankheit in typischer Weise hervorrufen. In solcher Lymphe sind tnorphotische Elemente verschiedener Art vorhanden. Der Beweis, dass unter denselben protozoisehe, als Erreger anzusehende Gebilde vorhanden seien, hat sich bisher nicht erbringen lassen.
2.nbsp; nbsp; nbsp;Rinder und Schweine sind aueli experimentell als besonders empfänglich erwiesen. Schafe und Ziegen haben sich künstlich nicht infiziren lassen, ebensowenig Hunde, Kaninchen, Meerschweinchen, Haus- und Feldmäuse und Geflügel.
i) Locfflor mal Frosch, (Joatralblatt für Bakteriologie und Parnsitenkunde ISüT, IM. XXII. Nr. 10 11.
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842nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Nachträge.
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6.nbsp; nbsp; nbsp;Der sicherste Infektionsmodus ist die Injektion der nus den Blasen ont-nomniencn Lymphe in die Blutbahn. Durch Injektion der Lymphe in die Bauchhöhle und in die Muskulatur, sowie durch Einreiben derselben in die durch Stichelungen verletzte Maulschleimhaut lässt sich die Infektion ebenfalls ziemlich sicher herbeiführen, Unsicher sind subkutane und kutane Impfungen, Bei intravenös inficirten Thieren traten nach 13 Tagen, je nach Menge und Virulenz der Lymphe unter Fiebererscheinungen die Blasen zunächst im Munde und bei Milchkühen in den Eutern auf und 12 Tage erst die Blasen an den Klauen. Die Blasen an den Eutern und an den Klauen entstehen somit durch dasimBlute k reisende Virus und nicht durch direkte In foktion von der Haut aus. Mit dein Auftreten der Blasen verschwindet das Virus aus der Blutbahn.
4.nbsp; nbsp; nbsp;Zur Infektion genügt '/öOOO cem irischer Lymphe, kleinere Mengen bis zu Vaoooo com sind unsicher in der Wirkung, noch kleinere sind unwirksam.
5.nbsp; nbsp; nbsp;Durch Erwärmen auf 37quot; V. während 12 Stunden und auf 70deg; ('. während einer halben Stunde wird die Lymphe unwirksam gemacht, ebenso durch 24 stündiges Eintrocknen bei Sonunerteniperatur. im Eissohronk aufbewahrt, hält sieh die in Kapillaren eingeschlossene Lymphe 14 Tage wirksam, bisweilen auch länger. Einzelne Keime können noch nach 8 9 Wochen am Loben sein. Zur Infektion sind dann grössere Mengen Lymphe uothwendig,
t). Entgegen der herrschenden Ansichten ihierärztlieher Autoritäten ist erwiesen, dass die Kniiikheit bei der überwiegenden Mehrzahl der durchseuchten Thiere 2 3 Wochen nach der Erkrankung Immunität hervorrufl '). Es giobl Thiere, welche von Natur immun sind und andererseits solche, welcho hoohompfänglich sieh zeigen. Letztere erwerben durch einmaliges Ueberstehen der Krankheit noch nicht Immunität, wohl aber durch eine zweite Erkrankung.
Im Blute der immun gewordenen Thiere sind Stoffe vorhanden, Welcho, mil frischer Lymphe geimpft, diese unwirksam machen bei Injektion des Gemisches in den Körper empfänglicher Thiere.
7.nbsp; nbsp; nbsp;Binder und Schweine können künstlich immunisirt werden. Die Im-munisinmg gelingt durch Injektion von Lymphe, welche bis zur Aufhebung ihrer [nfoktionstüchtigkeit erwärml worden ist, sowie auch durch Injektion von Lymph-[mmunblutgemisohen, Die überwiegende Mehrzahl der Thiere wird bereits durch eine einzige Injektion immun. Diese, schützenden Injektionen machen die Thiere nicht augenfällig krank.
8.nbsp; nbsp; nbsp;Es ist somit wissenschaftlich sicher festgestellt, dass die Maul- und Klauenseuche mit Hilfe von Schutzimpfungen wirksam bekämpft- werden kann.
Aus dem Bericht des Kaiserlichen Gesundheitsamtes über die bisherigen Ergebnisse der Untersuchungen zur Erforschung der Maul- und Klauenseuche, möge folgendes hier mitgetheilt werden.
i) Diese Angiibc über die Ansicht thieriirztlichcr Autoritäten hinsichtlich der Immunität mich Ueberstehen der Maul- und Klauenseuche ist bereits In den Fachzeitschriften berichtigt worden. Allerdinga findet sich in einem Lehrbuch der Thiormedizin (von Kried-bcrgor-Fröhner) eine nicht, ganz klare Bemerkung hierüber; im Ucbrigen ist es in thier-ärztlichen Kreisen seit alter Zeit bekannt, dass nach Ueberstehen der Maul- und Klauen-souche für kürzere oder längere Zeit. Immunität eintreten kann.
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Infoktions- unil Intoxikiitionskrankhoiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 843
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Dio Bestrebungen, kleinere Versuchsthiere mit Maul- und Klauenseuche zu infiziren, haben kein günstiges Resultat erzielt: Mäuse, Meerschweinchen, Ratten, Kaninchen, Hühner, Tauben und Enten waren refraktftr. Auch Ziegen zeigton trotz Infektion mit grosson Mongen einer sehr virulenten Lymphe keine ausgesprochonon Erscheinungen der Erkrankung, mir zwei Ziegen bekamen an der Injektionsstello geringe Granulationen, Die Klauen bliobcn völlig unverilndert. Bei Schafen ist eine künstliche Infektion in typischer Weise nicht gelungen; gut reagirten Rinder und Schweine.
Als gleich guter Infektionsmodus zeigte sich dio Einspritzung von Lymphe in die Blutbahn (Benutzung einer Ohivono) oder dio Einreibung in die vorher (mit Messer oder .Sandpapier) wund gemachte Mundschleiinhaut. Erfolgreich waren auch Infektionen mit Lymphe in dio Bauchhöhle, erfolglos blieben Impfungen unter der Haut.
Als Infektionsmaterial diente die im sterilen Zustande aus Klauen gewonnene Lymphe. Forner wurden mit dem Blute von Thioien, die auf der llöho dos Fiebers waren und besonders stark ausgebildete örtliche Veränderungen aufwiesen, Impfungen ausgeführt. Die Versuche (Einreiben grösserer Mongen auf dio wund gemachte M'aulschloimhaut, intravenöse, intrapcritoneale und subkutane Injektion, sowie Vorfüttern grosser Mengen zusammen mit dem gewöhnlichen Futter) fielen negativ aus. Im Institut für Infektionskrankheiten gelang es, dio Krankheit auf Kälber mit dem Blute von Thleron zu übertragen, dio 12 bis 28 Stunden vorher infizirt waren.
Durch Verfiitterung von Muskeif loi soll, Milz, Leber und Nierenstücken, sowie Darminhalt hat sich bei Schweinen eine Infektion nicht ermöglichen lassen, wohl aber durch Vorfütteiung von aphthenbesetzten Organthcilen (Institut für Infektionskrankheiten).
Mit der Milch erkrankter Kühe, welche Blasen am Futor zeigten, wurden Infektlon.s-versuohe an Ferkeln und Katzen angestellt in dor Weise, dass diese'I'hicro kein anderes Putter als Milch oder Trank, der mit der lauwarmen Milch angerührt worden war, erhielten. DieThiere blieben sämmtlich gesund. Auch durch Vcrl'üttorung von Milch, welcher reichlich virulenter Blaseninhalt zugesetzt worden war, konnten Ferkel nicht krank gemacht worden. Dagegen gelang mit derselben Milch am ersten und zweiton Tage die Uebertragung der Seuche durch Einreiben der Milch in die vorher wund gemachte Mnndschleimhaul. Die drei und vier Tage alto Milch, die geronnen war und stark sauere Reaktion zeigte, rief Erkrankungen nicht mehr hervor.
Um die Lymphe für längere Zeit infcktiouslahig zu erhalten, wurde dieselbe ill einem Verhältniss von 1 ; 4 mit einer Lösung von Wasser und (Jlyeerin zu gleichen Theiloil VerdUnnt und alsdann im l'lisschrank uiibclielitet aufbewahrt. Bei dieser KoiiMorvirung erfolgte noch nach Monaten eine prompte Infektion durch Einspritzung in die Blutbahn. Gleich gute Resultate ergab eine Mischling der Lymphe mit einer 0,'J proz. Kochsalzlösung.
Im Allgemeinen ist zur längeren Ko userv iru ng nothwendig, dass die Lymphe aus Irischen Blasen genommen, jede bakterielle Verunreinigung derselben auageschlosson und die Lymphe verdünnt ist. Die Lymphe ans frischen Blasen ist in der Regel klar und kann leicht, nach gründlicher Desinfektion der Blasenwandungen, steril und frei von Bakterien entnommen werden. Aeltore Lymplio isttrübe, enthält verschiedenartige Bakterien und ist weniger infektiös.
Lymphe, welche in dem Verhältnisö von 1 : 9 mit 0,9 proz. Kochsalzlösung verdiinnt und dann 1224 Stunden einer Temperatur von 157,5 C. ausgesetzt war, verlor ihre Virulenz. Dasselbe trat nach Krwärmeu auf 4646deg; (J. ein. Im Institut für Infektionskrankheiten ist Lymphe, die in ',-' Stunde auf öÜquot; C. erwärmt war, noch infektionsfähig gewesen.
Lymphe , welche in eine Mischung von (jhlorkalciuni und Kis gebracht worden und darin etwa drei Stunden in gefroren e m Zustande (bei48(,C.) gehalten worden war, infizirte das geimpfte Thier prompt. Gegen Eintrocknung scheint die Lymphe geringe Widerstandsfähigkeit ZU besitzen, da Lymphe, die unfeiner storilisirten I'latle im Kxsiccator über Schwefelsäure im Vakuum bei etwa 22 quot;C. Zimmertemperatur 18 Stunden angetrocknet gewesen war, das damit intizirte Thier nicht krank zu machen vermochte, Auf Holz, Stein und Klanoll bei Zimmertemperatur und zerstreutem Tageslichto angetrocknete Lymphe war ebenfalls bereits nach 24 Stunden unwirksam geworden.
Wenig widerstandsfähig verhielt sich auch die Lymphe gegen Desinfektionsmittel. Es gelang mit 1 proz. Karbolaäurolösung, 2 proz. Formaldehydlösnng, 3 proz. Sodalösimg, 1 proz. Salzsäiirelösiing, 1 pro/,. IMiosphorsänrelösung, sowie mit einer in der vorgeschriebenen Weise hergestellten Kalkmilch die Virulenz schon nach einstündiger Wirkung aufzuhehen.
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Nachträge.
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Eine interessante Beobachtung wurde bei der Filtration der verdünnten Lymphe durch Chamberlandfilter gemacht. Es zeigte sich dabei, dasa das i'iltrat in-fektionstüchtig blieb. Diese überaus merkwürdige Thatsaoho ist an beiden Vorsuchs-stellen beobachtet und vom Institut für Infektionskrankheiten zum Glegonstand einer eingehenden Untersuchung gemacht worden.
Weitere Versuche lehrten, dass es gelingt, nach einmaligem Ueberstehen der Aphthen-soucho die Thiere 23 Wochen immun zu machen.
Ohne Erfolg blieben jedoch Versuche durch subkutane Einspritzung von Blut oder Serum, das einmal Thieren entnommen war, welche durch das Ueberstehen der Krankheit immun geworden waren, und sodann auch Thieren entzogen war, die sicli im Stadium der Blasenbildung und auf der Höhe der Krankheit befanden, bei empfänglichen Thieren Immunität gegen eine nachfolgende Infektion zu erzielen. Diese Versuche blieben stets ohne Erfolg, selbst wenn zu verschiedenen Zeiten bis zu Hundert und mehr Kubikcenti-moter Blut bezw. Serum unter die Haut gespritzt worden waren, erkrankten die Thiere last ohne Ausnahme, bei der folgenden Kontrollimpfung typisch an der Aphthenseuche.
Ein besseres Resultat erzielten folgende I mmunisirungsmethoden:
Spritzte man Lymphe, die durch 12stündigen Aufenthalt im Brutapparat bei 37quot; (J. ihre Virulenz verloren hatte, in Mengen von 'ioo-'hi cem in die lilutbahn, so waren 3050quot; o der geimpften Thiere gegen die drei Wochen sputer vorgenommene Kontrollimpfung immun. Noch bessere Resultate wurden mit der folgenden Methode erzielt. Virulente Lymphe wurde in einer Menge von '/mVlaquo;1 cem zu 110 cem durch Schütteln delibrinirten Blutes von durchgoseuchtcu Thieren (sog. Immunblut) zugesetzt und alsdann Thieren in die Blutbalin gebracht. So behandelte ThieiT wurden nicht augenfällig krank; sie zeigton wohl Temperatursteigerungen, blieben aber stets von den gewöhnlichen lokalen Erscheinungen im Maul und an den Klauen frei. Hei der drei Wochen darauf folgenden Kontrollimpfung sind von Schweinen 950/o, von ßindern 75quot;quot; immun gefunden worden.
Dei der Anwendung dieser zweiten Immunisirungsmethüdc, welche im Qesundheits-amte nicht dieselben guten Resultate ergeben hat, sind in der Praxis vom Institut für Infektionskrankheiten zufriedenstellende Ergebnisse erzielt worden.
liei den Impfungen sind folgende klinische Erscheinungen beobachtet worden:
Impft man ein für die Seuche empfängliches Kind durch Einreiben von virulenter Lymphe auf die wund gemachte .Maulschleimhaut, so tritt in den meisten Källen nach 24 bis 48 Stunden ein Infektionsiieber bis 41quot; C. und darüber auf. Es kommt aber auch vor, dass die Temperatur erst eine massige Steigerung nach 24 Stunden erfährt, um dann am dritten und vierten Tage die vorerwähnte Höhe zu erreichen, (ileichzeitig zeigen die 'l'biere verminderte Fresslust und unlustiges Benehmen, Das Fieber fällt am sechsten bis achten Tage nach der Infektion hei typischen Maul- und Klauenseucheerkrankungen zur Norm herab. Das Absinken der Temperatur zur normalen Höhe und die tiestalt. der Fieberkurve steht in Verbindung mit der Reinheit des verwendeten ImpfstoffcH.
Hei der intravenösen Injektion von Mischungen der Lymphe mit 0,90/o Kochsalzlösung oder mit Glycerin und destillirtem Wasser zu gleichen Theilen liegen die Verhältnisse, was das Fieber anbetrifft, ganz ähnlich.
(ileichzeitig mit dem Kintritt des Fiebers oder auch einen bis zwei oder mehrere Tage später werden die inlizirten Thiere auf einem oder mehreren Füssen lahm; sie liegen sehr viel und sind schwer zum Aufstehen zu bewegen. Die Speichel-Sekretion ist vermehrt, die Thiere schmatzen, die Lippen sind mit Schaum bedeckt. Zwei bis drei Tage nach der Infektion lindot man Blasen an de r Zu nge, am harten (laumon, dem zahnlosen Rande des Oberkiefers, dem Zahnfleische, den Lippen, dem Hallen und im Klauenspalte; Blasen am Kuter wurden wiederholt beobachtet; Blasen auf der Scheidenschleimbaut, am llodcnsack und am tirundo der Hörner konnten nie festgestellt werden.
Der Inhalt der linsen- bis wallnussgrossen frischen Blase ist wasaerklar bis weingelb gefärbt und beträgt oft mehrere Kubikcentimeter. In einem Falle wurden aus einer Klauenblase 3 cem Inhalt entnommen. Der Inliall älterer Binsen ist trübe und flockig. Nach mehr oder minder langer Zeit, oft schon sehr kurz nach dem Entstellen, platzen die Blasen und hinterlassen eine hochrothe llninulation.stlaclie, die sich entweder schnell überhäutet, oder zu einem (ieschwiir ausbildet, das nach seiner Verlioilung eine Narbe zurück-lässt. Das letztere ist häufig im Maule der Fall. Der aus der lilase eiilnoiiiniene Inhalt gerinnt tlieilweise und scheidet eine fadenförmige oder flockige Masse ab.
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Infekttons- mid Intoxikationskiankhoiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sib
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Durch dici Ontersuohungen Ist auch die Frage über dieDaner dor Inkubation geklärt worden. Ea muss dabei die Zeit des Fleberelntrltta und der Bbisoneruptlon unterschieden werden. Die Inkubationsdauer beträgt für das
Fieber 12 Stunden bis (i 'rage. Bis zur Blaseneruptioii vergeben 2.....10 Tage.
Zu den lokalen Erscheinungen gesellen sieh allgemeine. Bisweilen versagen
die Thlere das Putter schon während der ersten Fiebersleigerung. In anderen
Fällen, bei grossen Epithelablösungen auf der Maulsohleimhaut, nehmen ganz besonders die Rinder nur in beschränktem Maasso eine flüssige Nahrung auf, während Heu und Stroh vollkommen verweigert werden. Es tritt hin und wieder Durchfall ein von iUuslriecbender Bescbaffcnheit. Mit dem Abheilen der Blasen verseil winden diese Symptome nach und nach.
Kranke Kübe geben stets weniger Milch; jedoch ist die Verringerung oft nicht gross. Bei der geringen Anzahl von Milchkühen, die zu den Versuchen benuzt wurden, hat sieb ein abschliessendes Unheil über die Veränderungen der Mileb nicht gewinnen bissen.
Bei der Behandlung wurde in erster Linie für geeignete diätetische Pflege und für die grösste Keinballung der Klauen Sorge getragen. Schwere Nacb-krankbeiten, wie ritiiaritien und l'hlegmonen, kamen nicht vor. Benutzt wurden von Medikamenten! Lysol, Pyoktanin, Formalin, Amyloform und Tannofonn, Eine innerliche Behandlung war nicht nöthig. Specifika gegen die Seuche sind nicht bekannt.
In einer kloiiien Arbeit über die Art der Verbreitung der Aphtben-seuche1) mache ich darauf aufmerksam, dass, wie es bei der Pest, bei der Texas-seuebe nachgewiesen, bei der Malaria des Menschen sehr wahrscheinlich ist, so auch bei der Maul- und Klauenseuche vielleicht die Insekten bei manchen unaufgeklärten Fällen von Verschleppungen der Seuche eine Rollo spielen dürften.
4. Masern und Scharlach. Pocken.
Bohla2) hatte Gelegenheit im Sommer 1894 beim profusen Nasenbluten eines im Floritionsstadium befindlichen schiirlachkranken Kindes Blut ZU sammeln und damit ein Ferkel zu infiziren. Er machte bei diesem an der vorderen Bauchwand einen 6 cm langen Schnitt und bestrich diese Wunde reichlich mit dem aufgefangenen Blute. Am 4. Tage bildete sicli eine Röthe in der Umgebung derselben, die sich im Laufe dos 5. Tages weiter ausbreitete und allmählich die ganze Hautfläche angriff. Die anfangs mehr punktförmige Röthe wurde nach und mich zu einer diffusen, besonders an den Ohren und Dünnungen. An manchen Stellen zeigte sich Miliaria. Dabei starkes Fieber, Diarrhöe, grosso Hinfälligkeit. Am Anfang des 6. Tages zeigte sich noch immer heftige Entzündung der Maul- und Rachenschleim-haut. Unter hoher Temperatur (40deg;) profuse Diarrhöe, immer mehr zunehmender Schwäche ging das Ferkel am 7. Tage ein. Die Sektion ergab an einzelnen Hautstellen Peteohien, Maul- und Raohensohleimhaut waren stark geröthet, die Hals-
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i) Woclicnsclirift für Thiorh. N. 45, 1897.
8) Centrnlbl. für Unkt, und Parns. Hd. XXL 1897. S. 779.
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84laquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Naclitriiglaquo;.
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drüsen geschwollen, die Nieren stark bypex'Äniisoh. Die im Leben und nach dem Tode beobachteten Zeichen hält Behla für Scharlach. Des Weiteren ist Hell In auf (innul früherei Untersuchungen der Ansicht) dass die Erreger der akuten
Exnntheme protozoisdie Organismen sind, wie dies Doehle bereits für Pocken,
Masern und Scharlach auf Grund seiner Blutuntersuchungen ausgesprochen hat').
Es ist schon Seite 42 mitgetheilt worden, dass Doehle in dem frischen Blute, sowohl in der Blutflüssigkeit wie in den rotheu Blutkörperchen von Masernkranken sieh langsam aber deutlich bewegende Gebilde von '/a1 ft Durohmesser gefunden hat, Welche einen hellen Hof und einen dunklen Kern hatten, auch 12 Fortsätze erkennen liessen. Aehnliehe Organismen fand Doehle auch im Blute von Scharlachkranken sowie in dem Blute und in den Pockenpusteln Pocken-kranker.
Neuerdings hat O uarnier i-) auf Schnitten von dem präpustelaren Stadium in den Zellen der M al pig h i'scben Schicht neben dem Kern tärhbnre, unregel-miissig geformte Körperchen gefunden, welche er für die Erreger der Pocken hüll und Cytoryctes vaooinae bezw. Cytoryctes variolae benannt, hat. Seine Befunde sind dann von zahlreichen Autoren bestätigt worden u. A. von L. Pfeiffer, E. Pfeiffer, Sicherer, Monti, Puffer. (Näheres vergl. meine Schrift: die Protozoen als Krankheitserreger des Menschen und der Hau st hi ere. Leipzig. 1898. S. 150153.)
5. Ueber eine neue Infektionskrankheit des Rindviehs.
lieber eine neue Infektionskrankheit des Rindviehs berichtet Bosso 3). In der Provinz Venedig trat eine mit häufig tödtlichem Ausgange endende Krankheit unter den Rindern auf, deren Ursache zunächst nicht zu ermitteln war.
Die Thiere erkrankten plötzlich mit geringem Fieber; es zeigte sich (hum Appetitlosigkeit, zunehmende Schwäche im Hinlertheil, unsicherer schwankender Clang, gekrümmter Rücken und häufiges Drängen zur Defäkation und Urinentleerung. Der Urin zeigte stets seine natürliche Farbe. Unter zunehmender Schwäche und Abmagerung geben die Thiere meistens nach Verlauf von 34 Tagen zu Grunde, wobei sie in den letzten Stadien der Krankheit ein weithin vernehmbares, starkes Gebrüll ausstossen. Vorwiegend erkrankten Thiere im Alter von 34 Jahren.
Bei der Sektion fanden sich folgende wichtige Veränderungen: das Herz war auf seiner ganzen Oherfläehe, besonders aber am rechten Herzen, längs den Kranzarterien und Venen, an den Herzobren, um den Sulkus aurikulo-ventrikulus. unter dem Epikardium mit sehr zahlreichen Ekehymosen besetzt von der Grosse einer Steoknadelspitze his zu der eines Nagelkopfes. Die ganze Oberfläche der Ventrikel und der Herzohren ist ebenfalls mit Ekehymosen und Sugillationen bedeckt, die mehr oder weniger dicht unter dem Epikardium liegen. Das Myokard ist von normaler Konsistenz und Farbe, das Blut ZU einem fliehten, reichlichen Koaguimn
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i) Vergl. Schneidern Ulli, die Protozoen als Krankheitserreger des Menschon und der llausthiere. Leipzig, 1898.
-) Archivio per le scienze mediclie Torino o Palermo. Vol. XYI. 1892. B) Centralbl. für Bakt. u. Pnrns. Hd. XXII. 1897, 8, 537.
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Infektions- und [ntoxikntionskranklieitcn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;847
geronnen, DieEkohymosen undSugilladonen laquo;incl an einzelnen Stellen soharlaohroth, an anderen sohwarz gefärbt. Das Perikard zeigt nichts Bemerkenswerthes, J)i(^ Mil/, ist blutreich, auf das Doppelte dor Norm angeschwollen. Das Riic ke n mark und seine Hüllen, sowie auch das Gehirn zeigen keine walirnelnnliaren Veränderungen.
Bei der Untersuchung des Blutes und der Milz fanden sich wenige bewegungslose Bakterien von ovaler Gestalt, mit abgerundeten Enden und einer Einschnürung in der Mitte und einein bellen Fleck im Centrum, was sie der Gruppe der hänioniiagischen Septikftmie von liueppe sehr ähnlich macht, Sie werden 1,5 und (in den Nieren) 2,7 (.i gross und sind mit allen gewöhnlichen Färbungs-methoden i'ärbhar, widerstehen auch der Entfärbung nach der Methode Gram. Subkutane Injektionen der Reinkulturen tödten Meerschweinchen in ungefähr 18 Stunden. Die speoifischen Mikroorganismen werden in grosser Zahl in der serös-blutigen Flüssigkeit der Bauchhöhle, sowie in den Gewehen der Leber und Milz wiedergefunden.
Bei der histologisehen Untersuchung waren vorwiegend die Malpighi-schen Glomeruli erkrankt, wo eine entzündliche Alteration der Gefässwünde mit Vermehrung der Kerne im Endothel der vaskulärea Schlinge nachzuweisen war.
Demnach scheint es sich bei der vorliegenden Erkrankung vorwiegend um (raquo;ine Septikämle ZU handeln mit Lokalisatiou des Infektionserregers im Nierenpar-enehym, verursacht durch einen Mikroorganismus, den Bosso bis jetzt für unbeschrieben hält und den man zu den Mikroorganismen der hämorrhagisohen Septikämle von Hueppo zählen kann.
6. Tuberkulose.
Land er er1) berichtet über die Bekämpfung und Heilung der Tuberkulose beim Menschen durch Anwendung chemisch-reiner Zimmtsäuro. Nach den Untersuchungen von Landerer ist das chemisch reine Salz nicht giftig und wirkt auf gesunde Menschen und Thiere nicht schädlich, dagegen ist die reine Zimmtsäuro bei Tuberkulösen von energischer Wirkung und ruft eine bindegewebige Vernarbung der tuberkulösen Herde hervor. Nach Einspritzung des Präparats in die Bluthahn tritt nach 810 Wochen Verschwinden des Hustens und des Auswurfs ein bei einer durchschnittlichen Gewichtszunahme von 1 1,5 Pfund in der quot;Woche. Bei tuberkulösen Erkrankungen des Bauchfelles und tuberkulösen Darmgeschwüren, bei chirurgischen Prozessen (Knochen- und Gelenktuberkulose) sind gleichfalls ausgezeichnete Erfolge erzielt worden. Heusserquot;) konnte die günstigen Ergehnisse bestätigen. Heusser machte die Injektionen ausschliesslioh in die Glutäen und begann mit 0,1 der öprozentigen Emulsion und stieg bei jeder Einspritzung, welche jeden zweiten Tag vorgenommen wurde, um 0,1. Die Maximaldosis war 1,0, bei welcher Verfasser his zum Schlüsse der Behandlung stehen bleibt. Nachtheil hat Heusser nach den Injektionen nicht beobachtet.
') Mflnohi mod. Wochenschrift 1S97. Nr. 41, Hio Behandlung der Tuberkulose mit Zimmtsäure. Leipzig 1892. F. C. W. Vogel. 2) Therapeut. Monatshefte 1897. Nr. 9.
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Nnclitriige.
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7. Syphilis.
Doohlo') hat ühor weitere Versuche bezüglich der Aotioloigt;ie der Syphilis beriehlet. Es gelang iluti zuiiiiclisl die bereits hesehriobencn CJobilde iiusser im Blute auch im Gewebe naohzuweisen. Färbt mau mit (finer Mischung von lläma-loxylin und Kar))()lt'uelisiii, differenzirt danacli durch Behandlung mit. Jod oder Chrom-präporatou und Alkohol, so ergiebt sich eine Doppelfärbung. Bei dieser Doppel-Fftrbung sieht man die Kerne des Qowebes blau gefärbt, ausserclom aber intensiv roth gefärbte Körper von verschiedener (Jrösse, an denen ebenfalls hin und wieder Fortsätze ZU sehen sind.
10s genügen jedoch die bisherigen Untersuchungen noch nicht) um mit Bestimmtheit ZU sagen, dass hier eine in allen Fällen sich bewährende differential-diagnostische Färbung vorliegt. Vorläufig wird dieselbe aber immerhin eine Unterstützung bei der Untersuchung zweifelhafter Entzündungen bieten können. Doehle hat auch Impfungen ausgeführt und benutzte dazu l/gt; ccm grosse Stücke von Dummen der Lunge, der Leber oder auch von der stark veränderten Milz kongenitaler Lues. Mit Erfolg konnte auch das Material von Kindern benutzt werden, die einige Zeit gelebt hatten. Unter Berücksichtigung aller Vorsiehtsmassregeln wurden die Stückchen dann unter die Haut am Bauche von Meerschweinchen gebracht. Die Wunde heilte in wenigen Tagen ohne Eiterung. Ein Geschwür bildete sich von dem Impfstück ausgehend nie.
Die geimpften Thiere sind in den ersten Monaten anscheinend vollkommen gesund, bei jungen Thiereu findet allerdings ein geringeres Wachsthum statt, als bei den gleichalterigen nicht geimpften. Im 4. oder 6. Monat kann man den Thiercn ansehen, dass sie krank sind. Sie magern ab, die Haare werden struppig. Dieser Krankheitszustand wird immer stärker, dabei werden die Thiere schwächer, so dass sie wenig lebhaft sich bewegen, die Hinterbeine nachschleppen und endlich unter hochgradiger Abmagerung zu Grunde gehen. Die Dauer der Krankheit von der Impfung bis zum Tode beträgt durchschnittlich 89 Monate. Die Sektion ergiebt an ürganveränderungen nichts als eine vcrgrüsserte Milz mit sehr starker rostfarbener Pigmentirung, etwas geschwollene Lymphdrüsen, und bei einzelnen Thieren mikroskopisch nachweisbar eine Vermehrung des interstitiellen Gewebes der Lunge.
Die eingehenden mikroskopischen Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.
Im Blute der kranken Thiere, und ebenso der gestorbenen, wenn es frisch zur Untersuchung kommt, fanden sich bewegliche Körper, die theils einfache Kugeln oder Ovale darstellen, theils zu zweien nebeneinander hingen, in Bewegung waren und öfter eine Geissei erkennen liessen. Grössere Formen fanden sich nur spärlich, Ausserdem zahlreiche rothe Blutkörperchen als pigmentlosc Scheiben und ungewöhnlich kleine Blutseheiben in grosser Zahl. Die beweglichen Körper stimmten in ihrem Verhalten überein mit den von Doehle schon früher bei Syphilis beschriebenen und zwar hauptsächlich mit den kleineren Formen. Desgleichen stimmten sie überein mit dem Befunde im Blute bei Roseola syphilitika.
i) Müncli. nio(]. Wor.bensclmft 1897. Nr. 41.
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Tnfektions- und Intoxikationskranklieiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 849
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Dies würde ein Beweis sein, sagt Doe hie, ilass eine Infektion stattgefunden hat und Organismen, die jenen, welche man bei menschlicher Syphilis findet, ungemein ähnlich, resp. gleich sind, im Blute der Meerschweinchen sich entwickeln können, ferner, dass unter dem Einflüsse derselben eine erhebliche Veränderung des Blutes stattfindet, ähnlich der Blutveränderung bei der Syphilis des Menschen. Aber nicht nur dieser Beweis, sondern hauptsächlich der typische Krankheitsverlauf nach Implantation von syphilitischem Material ist es, der zu dem Schlusso zwingt, dass die Syphilis auf Thiero übertragbar ist, hiermit zu weiteren Untersuchungen auffordert, um endlich diese Krankheit dem Thicrexperiment zugängig zu machen.quot;
8. Malaria.
Inallerjüngster Zeit haben Celli und Santorini ) über eine in der Campagna von Rom beobachtete Rindermalaria eingehende Mittheilungen gemacht.
Bekannt ist, dass schweizerische, schweizerisch-lombardischc und holländische Kühe leicht erkranken und sterben, wenn sie in den Agro Romano versetzt werden. Im Herbst 1896 trat in einer Heerde von ungefähr 100 Kühen aus der Lombardei, welche im vorhergehenden Winter in das Gebiet von Cervara versetzt worden waren, eine Seuche auf, von der alle oder doch beinahe alle grossen Thiere ergriffen wurden, und welche mit Abmagerung und Verminderung der Milchproduktion verbunden war. Einige, nämlich 20 Stück, erkrankten schwer mit fieberhafter, akuter Anämie, welche in elf Fällen mit tödtlichem Ausgange und Ilämoglobinnrie verbunden war. Bei einigen der stärker erkrankten Thiere trat Verstopfung ein, bei anderen Diarrhöe, welche sogar blutig sein konnte. Die Krankheit dauerte im Allgemeinen ö6 Tage, in den schwersten Fällen sogar nur 36 Stunden.
Der Tod trat unter Kollaps und einer Temperaturerniedrigung unter die Norm ein. Von den jungen Thieren wurde nur ein Kalb von der Krankheit ergriffen. Nicht ergriffen von der Krankheit wurden indessen die einheimischen Rinder.
In dem frisch untersuchten Blute fanden sich zwei Typen von Blutparasiten: Es fanden sich zunächst bewegliche Formen mit Ortsbewegung von runder, oblonger, stäbchenförmiger Gestalt, welche einzeln, zu zweien oder dreien in einem und demselben Blutkörperchen vorkamen. Daneben kommen bewegliche Formen mit amöboiden Fortsätzen vor, welche zwei- bis dreimal grosser als die vorhergehenden sind und ein so abgeschwächtes Lichtbrechungsvermögen besitzen, dass man sie innerhalb der rothen Blutkörperchen genau suchen muss. Zur Färbung wurde das Blut durch Eintrocknen an der Luft fixirt und 1020 Minuten lang mit einer Mischung von gleichen Theilen Alkohol und Aether behandelt und mit Methylenblau, Hämatoxylin und Eosin gefärbt. Es zeigen sich dann zwei Substanzen, von denen die eine mehr, die andere. weniger gefärbt ist. Kulturen, welche mit dem kranken Blut vorgenommen wurden, fielen negativ aus.
Celli und Santorini sagen dann über das Ergebniss ihrer Untersuchungen:
i) Dio Rimiernialaria in dor Campagna von Rom (Cciitralblatt für BakterioloKio und Parasitenkuude. 1897. 13d. XXI. Heft 15,16).
Sclincidomilhl, Veigl. P.itliologiu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ka
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Nac-hlräge.
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In del' röniischoii CtUnpagDA konuut eine Krankheit tier Rinder Yor, welche cbnrakterlsirt ist durch eine akute Aniimie mit Fiebcrerdcheinungcn und von einem endoglobulären Parasiten hervorgerufen wird, welcher bauptsäohliob in zwei Formen auftritt. Wer Parasit kann muh die Form einer Birne annehmen und -/.u Doppellaquo; Wesen vereinigt sein, daher der Name Pyrosoma bigeminum von Smith, ein Name indessen, welcher nur ein Durchgangsstadium in dein bisher noch nicht aufgeklärten Entwickelnngscyklus des Parasiten andeutet. In einigen schweren Fällen ist die Krankheit von llämoglobinurie begleitet, indessen Ist dies keine konstante liegleitersobeinung und mitunter auch nicht einmal häufig festzustellen, so dnss der Niime llämoglobinurie oder Iläniatinurie der Kinder nicht geeignet ist, diese Krankheit zu eharaklerisiren.
Eine schnelle und genaue Diagnose wird durch die Untersuchung des Blutes ermöglicht, und durch sie kann man Fälle konstatiren, welche sich sonst der Beachtung entziehen würden.
Da die Krankheil sich nur in den Malariagegenden und Malariamonaten entwickelt, und mit Chinin erfolgreich behandelt werden kann, so wäre sie als Rindermalaria zu bezeichnen.
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Bezüglich der sog. Sai'rakrankhelt (vergl. S. 108) hat in neuester Zeit Koch, gelegentlich seiner Anwesenheit In Ostiil'rikn, Untersuchungen angestellt, über deren Ergebnislaquo; aus einer Mittheilung im Deutschen Kolonialblattquot; (1898) das Folgende hier angeführt
werden inögo.
Koch hatte zunächst festgestellt, dass Surra-Infektionsherde in den ostafrikanischen Kolonien vorhanden sind. Bei erkrankten und gestorbenen Rindern konnten im Blute die Surra Parasiten nachgewiesen werden. Um über die Uebertragbarkcit des Surra-Erregers auf andere Thierarten ins Klare zu kommen, wurden Versuche mit dem Krankheitserreger an einzelnen Eselarten angestellt.
Es wurden zwei Massai-Esel und zwei Bastarde von Massai- und Maskat-Eseln, zugleich mit einem Rind, zwei Kälbern, zwei Hunden und einigen Ratten geimpft, und zwar in der Weise, dass Surra-Rlut In eine kleine Hautwunde am Ohr gebracht wurde. Bei sämmt-lichen zuletzt aufgezählten Thieron erschienen nach 1214 Tagen die Surra-PsiasHen im Ulute, es zeigten sich in der Folge die Kiankheitserscheiiuingen dor Surra, unter welchen alle bis auf das Rind und ein Kalb, welche beide noch krank sind, starben. Von den vier Eseln ist, 3' -#9632; Monate nacli der Impfung, noch keiner krank geworden, und bei keinem wurden trotz vielfach wiederholter lilutuntersuchungen Surra-Parasiten aufgefunden. Hiernach scheinen Massai- und Rastard-Ksol, welche für Tiansportzwecko dortzulande wohl aus-Bchllesslich in Betracht kommen, in der That gegen Sana immun zu sein. Um volle Ge-wiseheit hierüber zu erlangen, müssten diese Thiere allerdings noch in Surra Bezirken längere Zeit der natürlichen Infektion ausgesetzt werden.
Maulthiere sind gegen eine natürliche Infektion nicht geschützt.
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9. Hämoglobinämie. Hämoglobinurie.
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a) Hämoglobinämie des Pferdes. Ueber diese Seite 112 bereits erörterte Krankheit haben sich die Anschauungen über das Wesen derselben noch nicht wesentlich geändert. Sied a m-grotzky1) meint, dass die Entzündung der Muskeln, besonders der Nachhand das Grundleiden darstelle, während über die Herkunft des freien Blutfarbstoffes
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i) Landwirthschaftliclie Thierheilkuiule 1897.
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die Ansichten noch ausoinandergingun. Dioekcrhoff^ glauht, dass die durch das vorhandene Gift hervorgerufene Hämoglobinurio und die durch letztere bewirkte Nephritis nicht als die nächste Todesursache zu betrachten seien, sondern dass die Pferde den Hespirationsstöiungen und den dekubitalen Zerstörungen der Hunt und Unterhaut sowie der Resorption der Zerfallsprodukte erlägen. Das wichtigste und für die Pferde lebensgefährlichste Moment sei die schmerzhafte Affektion der Skeletmuskulatur, besonders des Ilintertheiles. Durch chemisebe Untersuchung der Irisch erkrankten Lenden- und Ilinterschenkelmuskcln wäre die Ursache ihrer cigen-thüinlioheri Reizung und parenchyinatöson Entzündung vielleicht zu ermitteln. Hinsichtlich der Pathogeneso stellt Dieckerhoff die Theorie auf, dass die Pferde durch lange Stallruhe im Uehennaass Albuminato und Kohlehydrate aufnehmen, welche sich theils im Blute anhäufen, theils in den Organen, besonders in den Skoletmuskeln ablagern. Schon bei einer geringen hierauf folgenden Arbeitsleistung werde in dem Muskelprotoplasma eine starke Umsetzung dieser Stoffe erfolgen, die in den am meisten thätigen Muskeln naturgemäss auch die grössere sein müsse. Wie schon beim physiologischen Stoffwechsel, so würden auch unter den geschilderten Verhältnissen sauer rcagirende Stoffwechselprodukte (besonders isomere Milchsäure u. s. w.) entstehen, welche, wenn im Uebeniuiiiss gebildet, nicht nur die Ursache der schmerzhaften Maskelalfektion, sondern naoh Uebertritt in (las Blut auch die der Auflösung einer grossen Zahl der rothen Blutkörperchen und der Hämoglobinurie sein könnten.
Durch diese Theorie werde auch die Thatsache erklärlich, dass nur diejenigen Thiere genesen, die stehen geblieben sind oder zum Sieben gebracht werden können, weil in einem thätigen Muskel ein lebhafterer Stoffwechsel und eine grössere Blutzufuhr stattfinde, die reizenden Stoffwechselprodukte also rascher aus dem thätigen als aus dem untbätigen Muskel entfernt würden, wodurch ein Kaehlass der schmerzhaften Muskelaffektion erfolgen müsse. Die Entfernung müsse natürlich schnell geschehen, weil sonst die Muskeln durch die erwähnten Stoffwechsolprodukte zu sehr geschädigt und nicht mehr restitutionsfähig sind.
Dieckerhoff siebt eine Bestätigung seiner Annahme in der von ihm festr gestellten Tiialsache, dass bei der Uämoglobinuiie der Pferde die Alkalesconz des Blutes bedeutend vermindert sei, bezw. dass das Blut beinahe neutral reagiren könne. Hiedurcb ist Dieckerhoff veranlasst worden, bei der Behandlung grössere Mengen von Alkalien und zwar von Natrium bikarbonikum per os zur Anwendung ZU bringen, wodurch Blut und Harn nicht nur ein hoher Grad von Alkalescenz vorliehen werde, sondern auch eine Bindung der das Muskelprotoplasma schädigenden sauren Hloffwechselprodukte innerhalb desselben erreicht werden müsse.
Zur Behandlung wendet Dieckerhoff folgendes Verfahren an.
Nachdem die Thiere in einem Laufstall untergebracht sind, erhalten sie zunächst Abführmittel (endovenöse Injektion von 0,50,75 g Cblorbaryum, subkutane Injektion von Eserinsulfat oder Extrakt. Aloes mit Natriumsulfat als Scbüttcl-mixtur oder in Bolusform); gleich darauf 200,0 Nalr. bikarbonikum in reichlichen Mengen Wasser gelöst als Eingus.s und alle zwei bis drei Stunden 100150,0 des
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i) Heil. Th. Wochonaoh, 1897.
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862nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Nachträge.
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gleichen Mittels mit Wasser oder in Bolusform, jo nach der Grosse des Pferdes also 500800 p, selbst 1000,0 pro die. Dasselbe Mittel wird in geringeren Dosen auch noch am zweiten, und kann das Pferd bis dahin noch nicht stehen, auch am dritten Tage verabreicht. Die günstige Wirkung dieser Behandlung soll sich schon am zweiten oder dritten Krankheitstage bemerkbar machen. Versuche zum Aufrichten der Thiere sind vom zweiten Krankheitstage an am Platze. Von zwölf mittels Transportwagen der Klinik zugeführten Pferden genasen zehn, von denen sieben schwer, drei nur leicht erkrankt waren.
Demgegenüber hält Hoffmann1) eine Behandlung mit Bromkalium für zweckmässiger und giebt 150200 g als Einguss. Nach zwei Stunden soll bei den am Boden liegenden Pferden der Versuch gemacht -werden, sie aufzurichten. Beim Unvermögen, sich zu erheben und eingetretener Weichheit der Muskulatur folgen Kampherinjektionen (alle zehn Minuten bis lli Stunde je 12,0 Kampher-vaselin). Das stehende Pferd erhält ein Dampfbad. Ausserdem reichliche Irrigationen des Darmes mit Wasser. Mit dieser Bebandlung hat Metzger2) gute Kesultate erzielt.
b) Hämoglobinämio des Rindes.
Die Hämoglobinämie des Rindes wird neuerdings mit Natrium subsulfurosum behandelt. Härtle3) theilt einen solchen Fall mit, wobei er 500,0 Natrium subsulfurosum innerlich mit viel Flüssigkeit verabreichte und günstigen Erfolg erzielte.
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10. Rinderpest.
Aus Anlass der grossen Verbreitung, welche die Rinderpest in den letzten Jahren in Südafrika gefunden hat und der Entsendung Robert Koch's zur Erforschung der Ursache und Tilgungsmittel sind zahlreiche Arbeiten theils von Koch und seinen Mitarbeitern, theils von französischen und englischen Autoren veröffentlicht worden. Es sollen hier nur die wichtigsten Ergebnisse mitgetheilt werden.
Zunächst ist es bisher nicht gelungen, den Krankheitserreger festzustellen. Dagegen sind hinsichtlich der Bekämpfung sehr günstige Resultate erzielt worden. Vorerst gelang es Koch4) für bestimmte Zeit eine Immunisirung zu erreichen. Nach mannigfachen Versuchen zeigte sich zunächst, dass man mit dem Serum von Thieren, welche die Rinderpest überstanden hatten, zwar Thiere immun machen kann, doch ist die Schutzkraft nur von kurzer Dauer. Besser war das Ergebniss, wenn Thiere während 14 Tagen mit einer Mischung von Serum und virulentem Rinderpestblut bebandelt wurden. Solche Rinder blieben selbst nach einer Injektion von 20 cem Binderpestblut die 10000fache Dosis einer schon letai wirkenden Quantität #9632; gesund. Wichtig war ferner die Feststellung, dass man mit Galle von an Rinderpest gefallenen Thieren gesunde immun
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1) Bcrl. thicr. Wochonschr. Nr. 54. 1895.
') Doutscho tliicr. Wochenschr. 1896.
8) Wochonschr. für Thiorb. 1896.
i) Centralbl. für Hakt. u. Paras. Bd. XXI. S. 526. 1897.
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Infektiona- und Iiitoxikatioiiskraiiklieiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 863
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in a ehe n kau n. In solchen Fällen genügt cine einmalige subkutane Einspritzung von 10 coin. Die Immunität tritt am zehnten Tage ein und zeigt, sich noch nach vier Wochen gegenüber 40 ccin Rinderpestblut wirksam.
Später zeigte sich, dass die mit Galle und Blutserum geimpften Thiere für die Dauer von vier Monaten immun blieben. Nach dieser Zeit konnte zwar eine Ansteckung eintreten, allein es war die Erkrankung eine erheblich mildere und für einen kleinen Prozentsatz tödtlich. Auch stellte sich heraus, dass zur Erzielung einer Immunität eine viel kleinere Quantität von Galle nöthig ist, als ursprünglich verwendet wurde.
Uober ein anderes Verfahren berichteten zwei französische Aerzto Danysz und Bordet vom Institut Pasteur in Paris1). Dieselben spritzten gesunden Thicren ca. 100 cem defibrinirtes Blut von Rindern ein, welche die Kindwpest überstanden haben. Alsdann werden die injizirten Thiere möglichst sofort mit Rindern zusainiuengebracht, welche an Rinderpest leiden. Die geimpften Thiere bekommen dann in etwa acht Tagen ebenfalls die Rinderpest, überstehen die Krankheit aber in den meisten Fällen und können nun als immun gelten. Die genannten Autoren fanden ausserdein, dass das zu injizirende Blut am wirksamsten sei, wenn es zwei bis fünf Monate nach überstandener Rinderpest entnommen wurde; auch werde das Blut solcber Thiere durch vorherige ein- bis zweimalige Injektion von virulentem Rinderpestblut noch stärker iminunisirend und heilend gemacht. Für Thiere, welche bereits an Rinderpest leiden, wirkt die Injektion der dreifachen der für gesunde Thiere nöthigen Menge imnuinisirenden Blutes heilend. Unter solchen Umständen müssen die Injektionen jedoch in Zwischenräunien von fünf bis sechs Tagen wiederholt werden. In Bezirken, wo die Rinderpest bereits zum Ausbruche gekommen ist, würde das Verfahren der französischen Forscher vielleicht zu versuchen, sonst dein Koeh-sohen Verfahren der Vorzug zu geben sein.
Nach den jüngsten Nachrichten hat sich ein kombinirtes Verfahren 1030 Tage nach der Galleninjektion 10 com virulentes Rinderpestblut zu in-jieiren noch am besten bewährt. Es ist gelungen, dem weiteren Umsichgreifen der Rinderpest Einhalt zu thun.
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11. Büffelseuche (Barbonekrankheit der Büffel).
Neuerdings hat v. Iiätza) über eine in Ungarn unter den Büffeln auf-tretende Seuche (Barbone genannt) eine grössero Arbeit veröffentlicht) aus welcher in Ergänzung des Seite 129 Gesagten Folgendes hier mitgotheilt werden möge.
Die Krankheit erscheint nur im Soininer und bewirkt dann oft einen bedeutenlaquo; den Schaden. Meist ist der Verlauf ein sehr schneller, zuweilen tritt schon nach sechs bis sieben Stunden, in der Regel nach 1224 Stunden, selten nach zwei, drei oder acht Tagen der Tod ein. Nach den Beobachtungen in Ungarn sterben etwa 70 Prozent der Kranken. Vorwiegend werden die jungen auf der Weide
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i) Münch. med. Wochenselirilt 1897.
9) Deutsche Zeitschrift für Thierraed, Bd. XXII. S. ;i29. 1896.
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854nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;NachtriiKO.
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bcfiiulliclu'ii Büffel befalk'ii, selten tritt die Krankheit im Winter bei Stall-t'i'ittemng mit'.
Die wiohtigeten Krankheitsersobelnungen waren: Umfangaveraiehrung der Keblgangsgegend] des Halses und Kopfes, numehimil auch der Zunge, in Verbindung mit boobgradigem Fieber und Sclnveruthmigkeit. Es besteht domnaeh .scheinbar eine gewisse Aebnliohkeit mit derjenigen Milzbrandt'o rm , welche unter dem Namen Schlund- oder Zungemmthrax bekannt ist. Dennoch unterscheidet sich der Milzbrand von der Barbono mich schon dadurch, dass die, letzterwähnte Krankheit die meisten Rinderarlen in Ungarn nie befällt, selbst wenn diese einer Infektionsgefahr dauernd ausgesetzt sind. Pferde und Schafe erkranken nach der natürlichen Infektion ebenfalls nicht. Dagegen ist in Ortschaften, wo die Barbonekrankheit herrsehte, oft beobachtet worden, dass die Schweine massenhaft fielen und zwar unter Erscheinungen einer Infektionskrankheit, welche der Barbone sehr ähnelt.
Das Eindringen des Inf ek tion ssto f fes kann sowohl vom Ver-dauuiigskanale wie von der äussoren Decke aus geschehen. Nach den Versuchen scheint es, dass die Infektion am leichtesten durch die Subs tnnz verlu s to der Haut erfolgt; hingegen sind die Infektionsversuche durch den Darmkanal erfolglos geblieben.
Ausserdem lehren die zur Winterzeit während des Stallaufenthaltes vorgekommenen Fälle der Barbonekrankheit, dass die natürliche Infektion auch auf dem Wege des Verdauungskanales und zwar mit Hilfe desWassers und Futters zu Stande kommen kann. Diese Infektionsweise wird bedeutend erleichtert, wenn die Thiere an den Lippen und an der Maulschleimhiiut Substanzverluste haben, welche dem Infektionsstoffc als Eingangspforte dienen können. Dass die Eingangspforte der Infektion oft an den oberen Verdauungswegen vorhanden ist, lehren die auffallenden anatomischen Veränderungen der Schlundgegend. I m Blute, im Serum der Unterhaut, in der Milz und an anderen Stellen finden sich eigenartige Bakterien, welche v. Ratz gezüchtet hat. Mit den Beinkultaren wurden Infektionsversuche vorgenommen, die lehrten, dass das Kaninchen das empfänglichste Thiel' ist. Die Kaninchen erkrankten bei jeder Art der Infektion und auf natürlichem Wege, wenn sie nur in Ställen sieh befanden, in denen kranke Büffel standen. Die Meerschweinchen waren schon widerstandsfähiger; noch resistenter zeigten sich Tauhen; bei Hühnern und Enten hatten die Impfungen keinen Erfolg; weisse Maust; starben 1936 Stunden nach der Infektion; ebenso graue Mäuse.
Pferde gehen durchschnitüieh in 20, das weisse Hornvieh in 2048, das Sehwein in 2040 Stunden nach der subkutanen Impfung zu Grunde. An der Impfstelle ist stets eine hochgradige Infiltration vorhanden und der Krankheilsverlauf zeigt, das Bild einer Septikämie; charakteristische anatomische Veränderungen sind nicht vorhanden.
Bei Hunden und Schafen sind FQUernngS- und [mpfnngsversuohe fast iimnur erfolglos geblieben; nur in einem Falle verendeten ein Hund und ein Scliaf nach subkutaner Injektion mehrerer Kiibikeontimetor einer virulenten Bouillon-Kultur innerhalb kurzer Zeit.
Vorsuche mit Büffelkälbern zeigten, dass durch Einreiben der aus virulenter Agar-Kultur entnoninienen Bakterien in die unverletzte Haut eine Infektion nicht zu
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Iiifektions- und [utoxikatioiiskranklu'iteii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;855
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Stande kommt. Auoh ist die Krankheit in der Regel auch dann nicht übertragbar, wenn die Epidermis fehlt und die betreironde Stelle mit dem Jiluto eines barbonekranken Thieies oder mit virulenter Kultur eingerieben wird. Wird jedoch die Oberfläche der Haut bis zur Kutis abgeschabt und die Bakterien oder das Blut auf die blutende Fliiolie geschmiert oder wird der Infektionsstoff subkutan injizirt, dann kann man die Barbone künstlich erzeugen und den Tod der Büllol in '2430 Stunclen bewirken.
Die üebertragung des Infektionsstoffos per os bat Hätz in der Weise versucht, dass er virulente Bouillonkultmen in grosser Quantität mit Milch voimischto oder das Futter mit dem Blute eines an Barbone verendeten Büffels verunreinigte und diese Steife den Büffeln beibrachte. Nach den ersten Infektionsversuchen trat zwar eine gering-gradige Reaktion (loichto Temperaturstoigorung, Mattigkeit, Appetitlosigkeit) aber nicht Barbone ein. Die erwähnten Erscheinungen verschwanden jedoch schnell und die Tbiore schienen wieder vollkonmien gesund. Nach wiederholten Versuchen verschwand die Reaktion allmählich, schliesslich waren die Büffel vollkommen unempfänglich, indem die Thieie sogar auf eine subkutane Finpfang dos Infektionsstolfes nur ganz unbedeutend reagirten und am Leben blieben. Die wiederholte Infektion hat also den Thieren Immunität verl iohen.
Bei Schweinen tritt heim Herrschen der Büffelseuche eine ganz älm-lielio Krankheit auf, die mit der Schweineseuohe nicht identisch ist. Durch Impfung kann die Barbonekrankheit auf Schweine Qbertragen werden.
Vorsuche von llaiz lehrten, dass die beim Herrschen der Büffelseuohe auftretende Schweinekrankheit zweifellos mit der Barbonekrankheit der Büffel identisch ist. Von der Schweineseuche unterscheidet sie sicli sehr wesentlich; denn die mit den Bakterien der BarhonekninklK it geimpften Kaninchen verendeten bereits innerhalb 915 Stunden, die mit der Schweineseuche geimpften dagegen erst nach drei bis vier Tagen. Aehnlich verhielten sich die weis sen Mäuse, welche in Folgt; der Barhonekrankheit durchschnittlich innerhalb 24 Stunden, in Folge tier Sehweineseuche jedoch erst nach drei bis vier Tagen verendeten. Aber auch die Schweine zeigen diesen Unterschied. Nach einer suh-kutanen Ueberimpfung der Barbonekrankheit gingen die Schweine binnen 2024 Stunden zu Grunde, während dagegen die subkutane Ueherimpfiuig einer Schweineseuchekultur gewöhnlich ohne bedeutende Beaktion blieb und durch das Ueberimpfen des Lungensaftes oder Blutes eines an der Sehweinoseuche verendeten Thieres eine letal endende Krankheit nicht unbedingt verursacht wird, sondern es bleibt ein grosser Theil der Versuchsthiere am Leben,
Die Barbonekrankheit ist der Wild- und Rinderseuche sehr ähnlich. Die Krankheit verläuft jedoch nicht unbedingt in Form einer Septikämie, sondern kommt auch in einer sog. pektoralen Form vor, während im Verlaufe der Barbonekrankheil ein entzündlicher Frozess der Lungen in Ungarn noch nicht beobachtet worden ist. Als Unterscheidung dient ferner noch die Thalsache, dass in Ungarn eine ähnliche Erkrankung der weissen Rinder nicht vorkommt, und dass der Thierhesland der Wildparke bis heule verschont wurde. Trotz dieser Unterschiede ist raquo;ich! zu leugnen, dass die Barbonekrankheit der Wildseuche sowohl ätiologisch wie im Verlaufe von allen in die Gruppe der Septikaemia hnemorrhagikii gehörenden Krankheiten a m n ä o ll s I e n s t e ii t.
In neuester Zeit haben dann Sanfelice, Ludovico, i.oi und Mnlato1)
i) Ccntralbl. für Hakt. Bd. XXII. lieft 28. 18(J7.
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Nachtrüge.
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Übel lt;las Vorkommen der Barbonekrankheit unter den Schweinen und Kindern in Sardinien berichtet.
Zu Beginn vorigen Jahres herrschte unter den Rindern und Schweinen der Gemeinden auf Sardinion eine unbekannte Seuche, bei welcher von 35 erkrankten Kühen 34 eingegangen waren. Die Rinder zeigten Anschwellung am Kopfe, am Halse und an den Gliedinassen, Hessen den Kopf hängen, athmeten schnell und waren abgeschhigen. Aus dem Maule floss viel fadenziohendor Speichel und aus der Nase eine reichliche Menge von Schleim ab.
Bei der Sektion wurde folgendes festgestellt: An den geschwollenen Haut-absclmitten des Gesichtes und Halses war die Unterhaut und Muskulatur mit einem gelben, gelatinösen Exsudate reichlich infiltrirt. Die Muskulatur hatte ein normales Aussehen, auch das aufgefangene Blut war normal. An der Serosa des Darmes waren stellenweise Ekchymosen vorhanden. Die Milz war normal, die Leber ein wenig geschwollen.
Nieren, Harnblase und Lungen zeigten nichts Abnormes. Trachea und Bronchien waren mit weisser, schaumiger Flüssigkeit gefüllt.
Im gelatinösen Exsudat der Schwellungen des Halses und der Gliedinassen, im Nasenausfluss, seltener in den Organen der Brust- und Bauchhöhle wurden bei der bakteriologischen Untersuchung Mikroorganismen gefunden, die ihrer Gestalt und Färbung nach an die Mikroben der Hühnercholera erinnerten.
Der isolirte Mikroparasit stimmte völlig mit dem von Oreste und Armanni im Jahre 1895 entdeckten Mikroorganismus der Barbonekrankheit der Büffel überein und wirkt aussei- auf die Büffel noch auf Schafe und Pferde pathogen. Längeres Austrocknen vernichtet den Mikroorganismus, dagegen bleibt derselbe im Blute verendeter Thierc lange keimfähig.
Das schnelle Umsichgreifen der Seuche erklären die Autoren aus der Verbreitung des Ansteckungsstoffes durch den reichlich abgesonderten Speichel und Nasenausfluss.
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12. Infektiöse Paraplegie bei Pferden1).
(In f ek tiöse R ückenmarkslähmung.) Grange und Maguin3) haben über vier Fälle dieser Krankheit bei Pferden berichtet, welche sämmtlieh tödtlich endeten. Die Thiere, ältere Pferde im Alter von 918 Jahren erkrankten plötzlich unter Lähmungserscheinungen. Fieber war nicht vorhanden. Der Tod trat in einigen Stunden oder zwei bis vier Tagen ein. Die Sektion ergab: Verfärbung der Muskulatur der hinteren Gliedmassen. In der Brusthöhle sind keine krankhaften Veränderungen nachzuweisen. In der Bauchhöhle sind am Urogenitalapparat auffallende Krankbcitscrscheinungen vorhanden. Die Schleimhaut der Harnblase, welche eine kleine Menge dicken, fadenziehenden Urins enthält, ist hyperämisch und zeigt stellenweise hämorrhagische
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i) Vergl. S. 161.
-') Hec, de moil, vötör, 1897.
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Flecken. Die Haupterschoinuiig bestand in einer angeblich serösen Infiltration des den Urogenitalapparamp;t umgebenden Bindegewebes, von den Nieren bis zum Penis. Das Rückenmark war byperämisch und zeigte in der Höhe der Lenden-ansehwellung eine ziemlich deutliche allgemeine Graufärbung.
Dass eine Vergiftung durch schlechtes Futter stattgefunden hätte, konnte nicht nachgewiesen werden. Dagegen traten neue Fälle unter den frisch angekauften Pferden nicht wieder auf, nachdem der Stall gründlich desinfizirt, das Pflaster ausgehoben, die Krippen und liaufen erneuert und die Mauern neu bestrichen waren. (Weiteres vergl. S. 161.)
13. Stäbchenrothlauf. Schweineseuche. Schweinepest.
Bezüglich der Schutzimpfung gegen Rothlauf ist bisher am meisten das von Lorenz mitgetheilto Verfahren verwerthet worden. Bei diesem Verfahren werden Thiere zunächst pystematisch immunisirt, man erhält dann ein Blutserum-präparat, welches eine Gifthnmunität bewirkt; impft man dann drei bis fünf der botreffenden Thiere mit vollvirulenter Rolhlaufkultur, so erhält man ein Serum, welches eine Baktorienimmunität erzielt. Diese Impfung lässl sich bei jungen und bei alten Schweinen anwenden. Impfverlusto werden ebenso wenig beobachtet, wie Nachkrankhoiten. Der Impfschutz dauert mindestens fünf Monate, lässt sich jedoch durch eine Wiederholung der letzten Impfung bis auf ein Jahr ausdehnen. Ferner hat sich das Impfverfahren bei bereits vorhandener nicht hochgradiger Erkrankung als heilkräftig erwiesen.
In jüngster Zeit haben Schütz und Voges1) eine vorläufige Mittheilung über die Ergebnisse von Immunisirungsversuchen veröffentlicht, welche sie im Auftrage des Ministeriums für Landwirthschaft seit Dezember 1896 gegen den Rothlauf der Schweine angestellt haben.
Das Resultat wird in folgenden Sätzen zusammengefasst:
1.nbsp; In der Praxis worden drei Verfahren zur Immunisiriing gegen den Schweineroth-lauf angewandt: Die Pasteur'sche Methode, das Verfahren von Lorenz, das Porkosan. Alle drei beruhen auf dein Prinzip, Schweine mittels Kinspritzung abgeschwächter Hothlauf-bakterienkulturon immun zu machen. Ein Unterschied besteht nur in der Methode der Abschwächung.
2.nbsp; Die Immunität bei Schweinen kommt nur dann zu Stande, wenn die Bakterien die Blutbahn überschwemmen. Dabei ist nothwendig, dass die Bakterien so wenig virulent sind, dass die Keime äusserlich sichtbare Krankheitserscheinungen machen. Die Bakterien sind etwa 610 Tage in der B'utbahn nachweisbar, und zwar in solchen Mengen, dass sie schon in Blutausstrichpräparaten erkannt werden können. Lebende Bakterien, welche so sehr abgeschwächt sind, dass sie nicht mehr in die Bluthahn gelangen koimen, machen keine Immunität.
8. Es gelingt bei gewissen Thieren, die von Haus aus Überhaupt nicht für Rothlauf empfänglich sind (Ziege), durch eine einzige Injektion von Kothlaut'bakterien in die Biutbalm einen sehr hohen Grad von Immunität zu erzeugen, so dass sich die Kothlaufschutzstott'e im Serum derselben nachweisen lassen. Bei anderer Applikation von Rothlaufbakterien ist es recht schwierig, Immunität zu erzielen und bedarf es wiederholter Impfungen.
4. Es gelingt, bei Kaninchen und Schafen eine Immunität stärksten Grades durch vielfache subkutane Impfungen mit abgetödteten Kothlaufkulturen zu erzielen; man erzielt
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i) Deutsche med. Wochenschrift 1898 Nr. 4.
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858nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Naohtrttge.
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duLei dio stärksten Konzentrationen der RothlaufschutzstofTe, die iiberhnupt möglich sind.
5.nbsp; nbsp;Ks gelingt nicht, hoi Schweinen vom suhkutane öewebe aus mit abgotild toten Rothlaufkulturen Initnunitiit zu erzielen, Grund: Die Bakterien werden beim Schwein nicht rcsorbiit, und die iniinunisirenden Stoffe können nicht in die Blutbahn und weiterhin in die Bildungsstätte der Kothlaul'schutzstoffo gelangen.
6.nbsp; nbsp;Ab get öd t et o R othl aufkul turen maclicn beim Schwein auch f mm unitat, sobald dieselben direkt in die Blutbahn geimpft worden.
7.nbsp; nbsp;Die in den Rothlaufkulturen enthaltenen immunisirenden Substanzen sind in den Baktcrienzelllcibcn enthalten. Ks ist bis jetzt nicht gelungen, mit zellfreien Flüssigkeiten Inimunitiit zu erzielen.
8.nbsp; nbsp;Die Immunität beim Rothlauf ist bedingt durch die mehr oder weniger grosso Konzentration von bakterieiden Antikörpern, dieselben vernichten die Bakterienzellen und sind zum geringeren Theil in aktiver, auch im Reagenzglas wirksamer Form vorhanden. Diese letzteren können bis jetzt nur im Thierkörper in die aktive Modifikation umgewandelt werden.
9.nbsp; nbsp;Die Zerstörung der Baktorienzollen im Thierkörper geht, entgegen den annlogen Vorgängen bei Cholera (R. Pfeiffer) nur sehr langsam vor sich und dauert bei Schweinen Tage lang. Dieses ist bedingt durch den eigenthümlichen Hau der Bakterionzelle.
10.nbsp; nbsp;Die speeifisch wirkenden bakterieiden Rothlaufkörper besilzen nur eine chemische Affinität zu dem Bakterienprotoplasma, wodurch dassellie zerstört wird.
11.nbsp; Jeder einzelne Rothlauf-Protoplasmakörper ist von einer seluitzonden Hülle umgeben. Grosse Mengen vorsichtig getrocknete Rothlaufbakterien erinnern lebhaft an Bienenwachs.
12.nbsp; nbsp;Dieser wachsartige Panzer bedingt die grosse Widerstandsfähigkeit der Rothlauf-keime des lebendigen Blutes gegenüber Austrockuung, Wärme, u. s. w. Von ihm ist die Gram'sehe Färbung abhängig u. a. m.
18. Dieser Panzer schützt auch jedes einzelne Stäbchen vor der Einwirkung der Antikörper. Ks giebt drei Wege zu ihrer Vernichtung, den themischen, mechanischen und physiologischen.
14.nbsp; nbsp;Die wachsartige Substanz ist gegen die meisten bekannten chemischen Lösungsmittel (Alkohol. Chloroform, Aether, Benzin, Xylol u. s. w.) völlig indifferent. Das einzige von uns gefundene chemische Mittel, welches die Substanz angreift, ist Lauge; dadurch wird sie theilweise in Lösung gebracht, so dass die Bakterien nunmehr auch nach Gram entfärbt werden. Die Lauge zerstört aber auch die imnuinisirenden Substanzen, so dass auf diese Weise keine Immunität erzielt weiden kann.
15.nbsp; nbsp;Der zweite Weg der Befreiung des Rotlilaufbakterien-Zellprotopla.smas besteht in mechanisebor Zertrümmerung der Umhüllungen nach dem Vorgange von R.Koch bei T. R. Diese Methode lässt völlig im Stich. Die getrockneten Bakterienmassen sind so zähe und harzartig, dass sie sich überhaupt nicht zertriimtnern lassen, selbst nach stundenlangem Zerreiben geht nichts in Lösung.
16.nbsp; nbsp;Der Thierkörper verfügt über bestimmte Mittel, wodurch eine Kinpanzcrung der Bakterien hervorgerufen wird, ohne dass dabei die immunisirenden Substanzen zerstört werden. Diese Arbeit wird niclit vom Blute geleistet; weder das Serum noch die Form elemente des Blutes (Leukocyten u. s. w.) normaler oder immuner Thiere sind im Stande das Bakterienprotoplasma seiner Schutzhülle zu berauben. Nur die in Theiluug begriffenen Jugendformen können vom bakterieiden Serum angegriffen werden, bevor in der Theilungs-stello die feste Hülle ausgebildet ist. Die Auflösung der Bakteiienhülle erfolgt durch die Thätigkeit von einem oder mehreren Köiperorganen.
17.nbsp; nbsp;Die Vernichtung der Rothlaufkeime im Thierkörper umfasst also zwei Phasen:
1.nbsp; nbsp;Aufsch'iessung der Baktcrienhülle duroll Organtluitigkeit;
2.nbsp; nbsp;Zerstörung des Bakterienprotoplasmas durch die bakterieid wirkenden, in Blutserum löslichem Schutzstoffe.
18.nbsp; nbsp;Antitoxine nach Behring, Ehrlich, Brieger sind niemals nachgewiesen worden.
In einer neueren Arbelt sucht Preis/,1) auf Qnincl seiner Vorsuche den Beweis zu erbringen, das Scliweinopost und Schweineseuche durchaus verschiedene [nfektionskrankheiten sind.
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i) Zeitschrift für Thicrmedizin. Neue Folge Bd. II Heft 1.
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Infektions- mid Intoxikfttionskrankheiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;85!)
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Preiez ist, zunächst der Ansicht, tlass die Organismen der amerikanisohen Hogoholera (Smith und Salmon) bezv. Swinelt;plague (Billings) und der dänischen Schweinepest (Bang, Schinder) identisch sind, wie dies schon von Frosch, Blinzl-Federn und von Afanassieff erklärt worden ist.
Nach Bang kommt In den nekroidschen Prozessen bei Schweinepest ein besonderer Bacillus Nckrose-Bacillusquot; vor, der nach demselben Autor auch im Darme gesunder Schweine vorkommen und in ursächlicher Beziehung zur Entstehung der nekrotischen Prozesse; stehen soll. Preis/, konnte denselben in nekm-tischen Geweben (Darm, Lymphdrüsen, Nieren) pestkranker Schweine nicht nachgewiesen, glaubt jedoch, bestimmt annehmen zu dürfen, laquo;lass die Nekroseu bei Schweinepest ausschliesslich oder in erster Keihe ein Produkt des Pestbaoillus darstellen, wie diese Fähigkeit des Pestbaclllus durch Inipfversuche und Reinkulturen erwiesen wurde.
Im üebrigen konnte Preisz die Beobachtungen von Welch und Clemens für Amerika sowie Bang's und Jensen für Dänemark bestätigen, duss Pest und Septikämie nebeneinander sowohl in demselben Bestände wie in demselben Thiere vorkommen können. Diese Komplikation der Pest mit Septikämie ist leicht ZU erklären, weil der Septikümiebaci llus selbst bei gesunden Schweinen mehr oder weniger häutig ZU beobachten ist.
14, Aktinomykose. Botryomykose.
Seuchenartiges Auftreten der Aktinomykose beobachtete Nyström1) bei jungen Kindern, welche auf einer bestimmten Wiese gewesen waren. Bei allen Thieren befanden sieh die aktinomykotischen Neubildungen in der Sohlundkopf-region. Die meisten Fälle traten in den Monaten April-Mai ein. Kraut/, uiul Tribout2) beobachteten sehr oft Aktinomykose in der Zunge afrikanischer Ochsen von Hirsekorn- bis Getreidekorngrösse, welche an der unteren Zungenfläche unmittelbar unter der Schleimhaut sassen und sich leicht ausschälen liessen. In ihrem Centrum fand sicii eiteriger Inhalt und ein centraler verkalkter Kern vor und letzterer enthielt einen Dorn oder ein Pflanzeuhaar von röthlicher, seltener von grünlicher Farbe, umgeben von kleinen Knötchen, welche aus Aklinomycvsrasen bestanden.
Zur Behandlung von Aktinomyccsgeschwülsten ist in letzter Zeit sehr oft Arsenik mit Erfolg benutzt worden. Liphardt3) brachte in die Tiefe der ;ius der Wundspalte wuchernden Granulationsmassen einer inannskopfgrossen Geschwulst an der linken Ohrspeicheldrüse Arsenikstückchen von der Grosse einer Erbse und wiederholte dieses Verfuhren noch zweimal nach Verlauf von acht Tagen. Das Wachsthum der Geschwulst sistirle nach drei Wochen; nach weiteren 14 Tagen
demarkirte sich dieselbe von der Umgebung, nahm allmählich eine harte Beschaffenheit an und fiel ca. vier Monate nach der ersten l'n t ersucluing in einem Gewicht, von 1144 g ab. Heilung mit glatter Narbe.
i) Tidsskr. f. Vet. Mod. lid. XiV 1894. S. 174.
-') liec. de med. vet. 1896, S. 405.
#9632;} Borl, thier. Wochenschrift 1805 S. 134.
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In sehr umfangreicher Weise hat diese Behandlung Heine1) zu prüfen Gelegenheil! gehabt. Heine machte seitlich in die Geschwulst einen so grossen Einschnitt, dass man einen Finger einführen konnte. Entweder gelangt man dabei In eine mehr oder weniger grosse mit Eiter gefüllte Hohle oder begegnet derbem Gewebe. 1st der vorhandene Eiter entleert, so wird je nach der Grosse des Knotens 0,50 bis ],50 Arsen in einem Stück, eventuell mit der Pinzette in die Wunde gebracht und mit dem Finger möglichst in der Mitte des Knotens placirt. Ist Gefahr vorbanden, dass das Arsenstück herausfallen könnte, so wird ein Wattepfropf in die Wunde eingeführt, der nach einigen Stunden herausgenommen wird; im Uebrigen überlässt man die Wunde sich selbst. Nach ein bis zwei Tagen ist die Umgebung der Wundstelle weit herum geschwollen; die Geschwulst bildet sich in den nächsten acht Tagen etwas zurück. Nach etwa drei Monaten fällt ein grösseres Stück, das sich allmählich gelöst hat, aus der Wunde heraus, das zurücklaquo; bleibende Loch sohliesst sich und binterlässt nur eine kleine Narbe. Einen das Allgemeinbefinden schädigenden Einfluss bat Heine durch die Arsenbehandlung niemals beobachtet) obgleich er zuweilen an demselben Thiero mehrere Geschwülste gleichzeitig mit Arsen behandelte.
Ueber das Vorkommen der Kotrj om.ykoine beim Pferde macht Fröhner2) nähere Mittheilungen. Fröhner meint, dass die Botryomykome die häufigsten Neubildungen des Pferdes seien und nur durch frühzeitiges Operiren beseitigt werden können. Lieblingsstellen sind diejenigen Stellen der Haut, welche am häufigsten Verwundungen ausgesetzt sind (Skrotum, Buggegend, Ellbogengegend, Parotisgegend, Lippen) Schweif, Unterschenkel, Fesselgelenk). Die von anderer Seite empfohlene Jodkaliumbehandlung (täglich 1215 g innerlich im Trinkwasser) kann Fröhner nach seinen Beobachtungen nicht als zweckmässig erklären.
In jüngster Zeit ist auch von Poneet und Dor3) über Botryoinykoso beim Menschen berichtet worden. Die genannten Autoren theilten auf dem letzten Chirurgenkongress mit, dass beim Menschen nicht selten eine Art entzündlicher Neubildung auftrete, wobei eine pilzartig gestielte, erbsen- bis nussgrosse Granulationsgeschwulst an den Fingern, am Thorax und dein Ellenbogen entstehe, in welcher die bei Thieren beobachteten charakteristischen Pilze nachzuweisen sind. Poneet und Dor beobachteten 4 Fälle. Einmal gelang die Ueberimpfung auf einen Esel. Das eigenartig entzündliche Gewebe der Tumoren unterschied dieselben wesentlich von einem Neoplasma.
Damit ist das Vorkommen von Botrvoniykose zum ersten Male auch beim Menschen festgestellt worden.
15. Gelbes Fieber.
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Ueber die Krankheitserreger des gelben Fiebers hat Sanarelli4) neuerdings nähere Mittheilungen gemacht. Sanarelli fand den Bacillus
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i) Kbenda 1897 S. 459.
raquo;) Monatshefte für prnkt. Thierli. 1897.
:i) Munch, med, Woobensohrlft. 1897.
4) Contralblatt för bakt. 1897 Bd. XXII. ß 7.
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Infektions- und Intoxikationskranklipitennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;861
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Bacillus ikteroides genannt, weil auch das Gelbfieber Typhus ikteroides genannt wird gelegentlich neben dem Kolibacillus und dem Staphylokokkus aureus. Der Bacillus fand sich nur im Blute und in den Geweben, im Ver-dauungskanale niemals. Im Anfange der Krankheit entwickelt sich der Mikroorganismus nur sehr langsam im menschlichen Körper, die schweren klinischen Erschoinungen werden durch das erzeugte Toxin bedingt. Durch das letztere wird direkt oder indirekt wegen der erheblichen Veränderungen im Verdauungs-kanale und in der Leber die sekundäre bacilläre Einwanderung begünstigt.
Morphologisch zeigt der Bacillus zunächst nichts Charakteristisches. Es ist ein kleiner, an den Enden abgorundetor Stab, der in der Kultur sich in Paaren lagert, in den Geweben kleine Gruppen bildet, 24/t gross und meist 23 mal länger als breit ist. Er zeigt Pleo-morphismus. Eie Auffindung des Bacillus in den Geweben ist nur in solchen Fällen möglich, wo keine sekundäre Septikämio existirt. Aber selbst in den reinen Fällen ist seine Darstellung sehr schwierig, weil er nur ausseist sparsam sich in den Organen befindet. Bringt man ein kleines, frisches Leberstlickchen bei H7U wahrend 12 Stunden in den Brutschrank, dann entwickelt sich der Bacillus weiter und es gelingt, ihn an seiner Eigenthiim-lichkcit, sieh in kleinen Gruppen wesentlich in den kapillaren Blutgefässen zu lagern, zu erkennen. Der Bacillus wuchst in allen üblichen Nilhrböden. Auf der Gelatincplatto wachst er in runden, durchsichtigen, granulirten Kolonien, welche in den ersten 34 Tagen, wie Leukocyten aussehen. Die Körnchen werden allmählicli kräftiger und die gesainmto Kolonie opak; die Gelatine selbst wird nicht- verflüssigt. Beim Strich über schräg erstarrte Gelatine bilden die Bacillen kleine undurchsichtige glänzende Tropfen, die wie Milch aussehen. In Bouillon ist die Entwickolung langsam, ohne auf der Oberfläche ein Häufchen oder einen Bodensatz zu bilden; auf erstarrtem Serum ist das Wachsthum fast unmerklich. Im Gegensatz zu den sonstigen Mikroorganismen wächst der Bacillus auf Agar in geradezu charnkteristischer Weise, welche zur Diagnose dienen kann. Auf diesem Nährboden wächst er im Brutschranke in Form von runden, grauen, durchsichtigen, irisirenden Kolonien mit glatter Oberfläche und regulären Rändern; bei einer Temperatur von 2022deg; sehen die Kolonien wie Milchtropfen aus, sind undurchsichtig, erhaben, perlmutterglänzend. Diese beiden Wachsthumsarten kann man derart verbinden, class man zunächst eine Agar-kultur 12lö Stunden der Brutschrankwärine, dann der Zimmertemperatur aussetzt. Alsdann erscheinen die Kolonien mit einem centralen, durchsichtigen blauen Korn und einem überragenden undurchsichtigen Rand, an einen Siogellackstempel erinnernd. Der Bacillus ist fakultativ nnaerob, färbt sich nicht nach Gram, vergährt Michzucker in geringerem, Traubenzucker in stärkerem Masse, macht keine Milchgerinnung, verträgt einen relativen Grad der Austrocknung, stirbt im Walser bei 00u, unter Einwirkung der Sonnenstrahlen innerhalb 7 Stunden und bleibt im Seewasser lange Zeit lebend.
Der Mikroorganismus ist für den grösseron Theil der Haus-thiere pathogen. Die Vögel sind vollkommen rofraktär. Weisse Mäuse sterben in fünf Tagen an allgemeiner Septikämio mit fettiger Entartung der Leber. Meerschweinchen sterben in acht bis zwölf Tagen unter den Erscheinungen einer Septikämie. Kaninchen sind noch empfindlicher als Meerschweinchen und sterben nach vier bis fünf Tagen bei subkutaner Impfung und bei direkter Blutinfektion schon nach zwei Tagen. Mau findet Vergrösserung der Thymusdrüse, Milztumor, Schwellung der Axillar- und Inguinaldrüse und nur In den seltenen chronischen Eiillen Leberveränderungen. Bei Kaninchen ausserdem: Nephritis, Enteritis, Albumimirie, Hämoglobinurie und verschiedene hämorrbagisehe Erschelnungen der serösen Höhlen.
Am meisten disponirt zur Erkrankung erscheint der Hund. Die Infektion erfolgt am geeignetsten intravenös und alsbald stellen sich die Symptome und die ÜUionen ein, welche ganz an das klinische und anatomische Bild des gelben Fiebers erinnern. Zunächst erfolgt Erbrechen, welches einige Zeit anhält, dann
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803nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; NachtrUge.
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folgen Enteron-liagion, Anurie und Tod. Die Sektion ergiobt fettige Degeneration der Leber, akute parenchymalosc Nephritis und ausgedehnte blutige Gastroenteritis. Der Bacillus Ikteroides findet sich in der Mehrzahl der Fälle Im Linie und in den Organen ausschliesslich, jedoch in wechselnder Menge.
Affen, Ziegen und Hammel sind ebenfalls empfänglich. Ebenso Pferde und Ksel, dagegen sind Katzen sehr resistont sowohl gegen die Kultur wie auch gegen das Toxin. Sanarclli hat auch mit Gelbfieberloxin an fünf Menschen experimentirt. Es wurden Filtrate von 1520 Tage alten Bouillonkulturen zur Verwendung gezogen, die überdies mit einigen Tropfen Formaldehyd der Sicherheit halber sterilisirt wurden. An zwei Individuen wurde die Einwirkung subkutaner, an drei anderen von intravenösen Injektionen studirt. Die Injektion der filtrirten Kulturen, selbst in relativ kleinen Mengen, erzeugt im Menschen das typische gelbe Fieber mit allen seinen oharakterlstischen aiiatomischen und symptomatischen Eigenheiten.
Nach Sanarelli hat das Gelbfieber in seinem Wesen viel mit dem Abdominaltyphus gemein. Für beide Krankheiten ist eine Infektion und Intoxikation des Blutes und der Organe mittels der speeifischen Erreger erforderlieb, deren Wirkung sich der Körper durch Elimination nach dem Verdauungskanal hin zu erwehren sucht. Demnach würden die Erkrankungen des Magens und des Darmes nicht primärer, sondern sekundärer Natur sein. In einem gegebenen Augenblick würde der Eintritt anderer Mikroorganismen in die Organe begünstigt und durch die dann eintretende Septikämie wurde die Krankheit viel früher beendet, als es sonst das speeifische Agens thun würde. Diese sekundären Eindringlinge, beschränken durch Besitzergreifung des Terrains das Fortentwickeln und die Vitalität des Bacillus ikteroides; der entstehende Antagonismus wird dem Erkrankten nicht nützlich, sondern beschleunigt das tödtliche Ende.
Als Eingangspforten für den Gelbfieberbacillus betrachtet Sanarclli mittels des Wassers den Darmkanal; auch die Infektion durch die Luft hält er für möglich; experimentell wurde an Meerschweinchen und Kaninchen die Infektionsmöglichkeit auf dem Wege der Kespirationsorgnne erwiesen.
Bezüglich der Eigenthümlichkeit des gelben Fiebers, sich an Bord von Schiffen, besonders an hygienisch schlecht gepflegten, sich einzunisten, macht Sanarelli auf folgende Eigenschaften des von ihm gefundenen Bacillus aufmerksam. Ausscrhalb des Körpers scheint derselbe nur unter besonderen Verhältnissen seine Existenzbedingungen zu finden. Auch auf Nährgelatine gedieh er oft nicht; wenn jedoch in seiner Nähe ein Schimmelpilz wuchs, so begann in der längere Zeit steril gebliebenen Gelatine unmittelbar das Wachsthum des Bacillus in Form eines Kranzes punktförmiger Kolonien, die sich als Bacillus ikteroides kennzeichneten. In dem Masse, als das Mycelium des Schimmelpilzes gedieh, nahm auch das Wachsthum der anderen Kolonien zu, Selbst in Gelatinekulturen, in denen scheinbar der Bacillus ikteroides schon abgestorben oder entwiokelungsunfähig geworden, bildet sich eine eigenartige Anordnung s-on neuwaehsenden Kolonien aus, wenn zufällig ein Schimmelpilz zur KnlWickelung gelangt war; und je näher sie sich dem letzteren befanden, um so zahlreicher wurden sie. Danach mfisste man die Pilze als die natürlichen Beschützer
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liil'ektions- und hitoxikationskrankheiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 868
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des specif ischen G el bt'i cborkci mes erachten, da ihre Intervention (Ichscii Leben gt;iiul FortentvvieUeln selbst unter sonst ungünstigen Verhältnissen ermöglichen. ] n tliesem Verhalten könnte .sich vielleicht eine Erklärung finclon hissen, warum (Ins Gelbfieber nicht nur mit Vorliebe an Bord von Schiffen, sondern auch an bestimmten geographisch begrenzten ()er( lichkei ten sich heiniisch gemacht hat.
16. Pest.
Aus einem Berichte, welchen die nach Ostindien entsandte deutsche Kommission zur Erforschung der Pest erstattet hat, möge folgendes hier mit-getheilt werden,
Der Pestbacillus zeigt nusserhall) des menschlichen Körpers bezw, desjenigen gewisser für ihn geeigneter Tbierc eine bemerkenswerthe Hinfälligkeit. Schon nach 15 Minuten dauernder Erwärmung auf 70deg; waren sämmtliche Kulturen auf flüssigen oder festen Nährsuhslraten abgestorben; bei 80deg; schon nach fünf Minuten, bei 100deg; sofort. Desgleichen tödtet Sublimat in der Verdünung von i : 1000,0 die Bacillen sofort, einprozentlge Karbolsäure oder l^ysol binnen zehn Minuten. Bei Zusatz von 3 0/o Schniierseii'e oder 1 0/i) Chlorkalk wai'en Kulturaufscliwemnaingon nach 30 bezw. 15 Minuten steril; Fäces nach Zusatz von Kalkmilch in einer Stunde. Besonders empfindlich sind die PestbaoiUen gegen Mineralsäuren! Schwefelsäure 1 : 2000 tödtet sie in fünf Minuten. Im Sonnenlicht starben die getrockneten Bacillen in einer Stunde. Auf den verschiedensten Gegenständen ausser-balb des Körpers vegetirend, zeigten die Bacillen eine Lebensdauer von allerhöchstens zehn Tagen und in gewöhnlichem Wasser starben sie schon nach drei Tagen; an der getrockneten Haut zweier an der Pest gestorbener Mäuse nach sechs Tagen. Peslpneumonisches Spulmn, unter Watteverschhiss im Kisschrank aufbewahrt, war schon nach 10 Tagen nicht mehr infektiös. Ueberall zeigten sich die Pestbaeillen als aerob.
Was die Empfänglichkeit von Thierarten für die Post betrifft, so zeigten Tauben, Hühner, Gänse und Schweine gar keine Reaktion, Von Hunden erkrankte nur einer leicht nach Verfütterung von Reinkulturen. Geimpfte Katzen erkrankten kurze Zeit fieberhaft. Etwas empfindlicher waren Schafe und Ziegen. Abscesseiter von Schafen enthielt Bacillen. Geringe Keaktionserscheinungen zeigten die Pferde. Sämmtliche Versuchsthiere, soweit sie erkrankten, genasen. Dabei war die Infektionsart bei allen diesen Versuchen eine so intensive, wie sie in der Natur gar nicht vorkommen kann. Dagegen erwiesen sich Ratten als hochgradig empfindlich. Verinipfung der geringsten Kulturmengen, Verfütterung kleinster Kultnr-quantitäten, blosse Berührung der äusseren Schleimhäute mit virulentem Material erzeugten ausnahmslos lödtliche Pest Da die Ratten die Leichen ihrer Artgenossen fressen, so muss sich unter ihnen die Pest- sehr rasch verbreiten und rasch zur Vernichtung des Rattenbestandes führen. Andererseits verschleppen sie aber auch das Kontagium in die Häuser. In einer von der Pest stark befallenen Stadt, WO viele Ratten gewesen waren, waren dieselben später gänzlich verschwunden. Auch den Bewohnern war der Zusammonhanff der Pest mit den Ratten aufgefallen, Flöhe
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tue von einem Rattonkadavor abgesucht und zerquetscht auf ein Meerschweinchen verimpft wurden, infizirton dasselbe mit Pest.
Zu den Versuchen mit künstlicher Immunisirung gegen Pest wurden ausschliesslich Affen benutzt. Die grauen Affen, Semnopithekus entallus, erwiesen sich wie die Batten ausserordentlich empfindlich (die braunen Affen (Makakus radiatus) sehr viel weniger). Die intraperitononle Impfung war wirksamer als die subkutane. Diejenigen Affen, die eine subkutane Impfung überstanden hatten, waren hochgradig immun. Nur bei wenig empfänglichen Thieren kann man zur künstlichen Immunisinmg lebende und voll virulente Kulturen benutzen. Aber auch den abgetödteten Kulturen kommt, wie schon die Haffkine'schbn Impfungen erwiesen haben, eine Schutzkraft zu, wenn sie vorher voll virulent gewesen sind. Zur Abtödtung der Kulturen ohne Vernichtung der inmnuiisirenden Kraft wird die Kultur eine Stunde lang mit einer Temperatur von 650 behandelt. Die Immunität des Thieres zeigt sich nach etwa fünf bis sieben Tagen. Durch Infektion mit lebenden Kulturen wird die Immunität eine höhere. Die Dauer der Immunität ist nicht festgestellt. Die Zeit war zu kurz, um Thierc so hoch zu immunisiren, dass ihr Serum zu Versuchszwecken, d. h. zur Erzeugung einer passiven Immunität hätte benutzt werden können. Versuche mit dem von Dr. Yersin im Institut Pasteur zu Paris hergestellten Serum hatten bei stark empfindlichen Thieren (grauen Affen) kein günstiges Resultat. Die Tbiere starben ebenso wie die nicht mit Serum behandelten. Bei braunen Affen konnte ein gewisser Schutz erzielt werden, aber höchstens auf acht Tage. In der stark von der Pest befallenen Stadt Damann war die Haffkine'sche Schutzimpfung an etwa 1400 Personen ausgeführt. Es kamen zwar unter den Geimpften nicht wenige Erkrankungen vor, doch hatten dieselben auffallend milden Verlauf. Auch entwickelte sich in etwa 20 Fällen nach der Impfung die Pest. Ein gewisser Schutz-werth der Impfungen ist aber nicht zu verkennen.
Jan son1) erwähnt noch in seiner sehr eingehenden Abhandlung, dass in China Rinder, Pferde, Schweine, Ziegen, Ratten, ja sogar Vögel und vielleicht auch Fische der Beulenpest zum Opfer fielen.
H. F. Nutall2) erörtert in einer mit Versuchen ausgestatteten Arbeit die Rolle welche Insekten bei der Verbreitung der Pest spielen und die Empfindlichkeit der verschiedenen Thiere gegen die Pest.
17. Beri-Berikrankheit.
Ueber eine der menschlichen Beri-Beri sehr ähnlichen Erkrankung bei Hühnern berichtet Eijkmann'1) aus dem Institute für Pathologie in Weltevreden (Batavia).
Die erkrankten Hübner magern nach einem Inkubationsstadium von vier Wochen und länger meistens beträchtlich ab. Im Beginne zeigen sich Motilitäts-
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i) Archiv für Tliicrhoilkunde Bd. XXI. 1895.
B) Centralblatt für Bakteriologie Bd. XXII. 1897. S. 87.
3) Archiv für path. Anat. und Physiolog. Bd. 148 Heft 3. 1897.
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Störungen (unsteter Gang), aUmfthUoh entwickelt sich dann eine von unten imcli oben Cortsohreitende Lähmung der Körpermuskulatur, wobei sobliesslioh auch die Athemmiiskeln ergriffen worden und die Thiere unter den Erscheinungen der As-pliyxic meistens ZU Grunde gehen. Die Sektion erglebt vorwiegend eine Poly-neurltis, gleichzeitig sind auoh degenerative und atrophlsohe Zustände in den Ganglienzellen der Vbrdorhörnor nachzuweisen, In der Regel besieht auch starker Fett- und Muskelschwund und daneben Hydroperlkardlum und subkutanes Oedeim
Die Ursache der Krankheit soll in der Ernährung und zwar in der Verabreichung von geschältem Reis zu suchen sein. Der GenUBS von ungeschältem oder halbgeschältem Reis, bei dem die äussero Hülle, der sog. Reispelz entfernt, aber das sog. Silberhäntcben noch vorhanden ist, ruft die Krankheit nicht hervor. Nach zahlreich ausgeführten Fütterimgsversuchen an Hühnern kommt Eijkmann zu dem Schlüsse, dass die Entstehung der Krankheit an das Vorhandensein von Stärke, und zwar von bestimmten Arten dieses Kohlehydrats in der Nahrung gebunden ist. Kartoffelstärke ruft die Krankheit nicht hervor. Giebt man kein Amylum, füttert man die Thiere nur mit Fleisch, oder ersetzt man es durch Kohlehydrate (z. B. Milch und Rohrzucker), so entwickelt sich keine Polyncuritis und die etwa ausgebrochene Krankheit verschwindet wieder. Eijkmann meint nun, dass das Amylum in den betreffenden Fällen Träger eines Giftes ist, oder dass sich dieses daraus im Darme durch Einwirkung von niederen Organismen, oder im Gewebe durch chemische Prozesse des Stoffwechsels entwickelt. In dem sog. Silberhäutchen müsste dann ein Stoff vorhanden sein, der das Gift In irgend einer AVeisn paralysirt. Wahrscheinlich wird das zunächst hypothetische Gift im Digestionstraktus gebildet. Bei Hühnern ist die Entwickelung des Giftes eine besonders intensive; namentlich deshalb, weil hier die Nahrung lange im Kropf verweilt, wo günstige Bedingungen für das Auftreten von Gährungsprozessen vorhanden sind. Bei Affen wird durch den sauren Magensaft die Entwickelung des Giftes gehemmt; ebenso ist bei Raubvögeln, welche keinen Kropf haben, die Gifthildung eine bedeutend geringere, so dass Zeichen von Nervendegenerationen nicht beobachtet worden.
Die von Eijkmann mit dem Kropfinbalte der reisfressenden Hühner oder den Gährungsprodukten desselben angestellten Fütlerungsversuche behufs Ueber-tragung der Krankheit auf andere Thiere blieben erfolglos.
18. Bradsot oder Braasot der Schafe.
lieber die sog. Bradsot der Schafe sind in der letzten Zeit mehrere Arbeiten U. O. von Nielsen1), Jenson8) und Bruland8) erschienen. Auoh in Deutschland ist die Krankheit nach einem Bericht von Peters') in Mecklenburg
beobachtet worden.
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i)nbsp; Monatshefte für prakt. Thierh, M. VII1 S. r,5.
a)nbsp; Deutsche Zeitschrift für Thiermod, Bd. XXII S. 249.
B)nbsp; Norsk. Voterinner Tldsskrift Bd. IX S. 88,
i)nbsp; Archiv für Thierh. Bd. XXIII, 1897. Heft 1,
SehnoidemQlil, Vorgl, Pathologie,
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Nachträge,
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Die Bradsol odor Bi'aasol (sohnollo Krankheit), woloha Nielsen an der Westküste Norwegens, auf laquo;Ion dänlsohen Inseln beobaohtete, ist ein sobnell vcr-laüfeudos Leiden, bei welolienn besondere Krankheitsersoheinungen selten boobaohtel werden, weil der Tod sehr sohneU eintritt. Nach Jensen stammen die ersten Nachrichten über diese Krankheil ans der /weilen Hillfte dos vorigen Jalirhunderts, K* is(, wahrscheinlich, dnss dio Kraukheit auch In Gross-britannien, besonders In Schottland, vorkommt und im Allgemeinen ids Braxy bekannt is(, obwohl man unter diesem Namen allerdings auch noch andere Krankheiten beschreibt, Jedenfalls scheint die schottische Braxi mit der Brad sot identisch zu sein.
Bezüglich dor Aetiologie hat Ivar Nielsen festgestellt, dass die Krankheit durch einen bestimmten, vom Mikbrandbacillus leiohl zu unterscheidenden Bacillus hervorgerufen wird. Man findet (nach Nielsen) die 26^ langen und etwa 1 /( dicken Bacillen besonders Im Labmagen, Die Badllen bilden im todten
Thiore Sporen, welche am Ende oder in der iMiüe liegen und dem Bacillus eine mehr ovale Form verleihen. Nielsen möchte dementsprechend die Krankheit als eine G astromykoso ansehen, wobei die palhogonen Bacillen mit dem Futter in den Labmagen gelangen.
Nach Jensen handelt es sich bei der Bradsot um eine akut verlauf ende Infektionskrankheit, die als eine hiimorrhagischo Entzündung in der Schleimhaut des Labmagens beginnt, von starker Gasentwickolung im Verdauungskanal, besonders in den Magenahtheilnngon begleitet wird und die in einigen Fällen das Thier durch eine Allgemeininfektion, in anderen vermuthlieh durch eine aus dor Tympanitis hervorgegangene Dyspnoe tödtet. Im Sommer kommt diese Krankheit gar nicht oder äusserst selten vor. Die Krankheit tritt nicht auf Bergweiden, sondern erst dann auf, wenn die Schafe im Oktober nach Hause genommen worden. Besonders verheerend tritt die Krankheit da auf, wo man Kreuzungen mit Cheviot anwendet. Auch erkranken die Schafe besonders dann, wenn sie hungrig auf die gefrorenen Weiden gelangen, wo sie nur grobes schwer verdauliches Futter aufnehmen.
Bezüglich dos Kran kheitsorrogo rs macht Nielsen noch folgende Angaben.
Subkutane Verimpfung von baolllenhaltlgem Material erzeugt bei Mäusen und Meerschwcincbon eine charakteristische, tödtlich verlaufende Infektion, bei Schafen entstand die letztere jedoch nur ausnahmsweise und nur dann, wenn hochgradig virulentes Material verimpft wurde.
Der Bacillus liisst, sich in Fleischhriihe, Pepton, Agar und Gelatine züchten. Die Kulturen entwickeln sich im untersten Thoil des Niihrmedium.s bis etwa 1 cm von der Oberfläche. Bei schwacher Vergrü.sserung erscheinen sie als fein granulirte Kolo.iien mit, einem dunkleren Centrum, welche am 2. bis 3. Tage lebhafte Gasentwickolung zeigen; die Glasblasen nehmen, wenn sie in die Höbe steigen, einen Theil der Kultur mit, so dass entlang ihres Weges eine neue Aussaat entsteht, wodurch allmählich die Kulturen ein eigenthiimlicbeä Aussehen erhalten Die Gaseutwickelung kann so stark werden, dass der Wattepfropf herausgetrieben wird. Durch Verhnpfung der Reinkulturen konnte die Krankheit auf Meorschweinclien und Mäusen übertragen werden, doch büssten bei Weiterimpfung die Kulturen sclinell ihre Wirkung ein.
Jensen fand bei seinen mit Reinkulturen angestellten Infoktionavorsucben, dass der Bacillus im Standeist, an der Infektionsstelle eine intensive liämorrliagiacheEntziindimg hervorzurufen, dftSS der Bacillus unter Uniständen in das Blut Übergehet) und nach dem Tode
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Infektions- und Intoxikiitioiiskraiikhoiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;867
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des Tliioros darin in grosson Mengen aufhoten kann. Durch Kiittornng liacillen-lialtigon Materials an Schafen wurde die Krankheit nicht erzeugt.
Dor Hiadsotliacillus ist auaerob und steht dem Hauschlira n dbac il 1 u s sehr nahe. Doch ist er im (Jegensatz zum llniischhraiulhacilliis bei Scliwoinen, Taubon, Hühnern und Mäusen pathogen. Seine Knltnren gleichen denen derüedem- und Haus c h-hran d hacil 1 c n. Durch JSradso t i inpf'u ng ent s teh t jedoc li (nach Jens on) keine lininiinität gegen llauschbrand. lioide Krankiieiten sind also nicht identisch.
Bei dor Sektion ist noch Nielsen auffallend, dass die Wolle so lose sitzt, dass sio mit der Hand abgestrichen werden kann. Diu Mukosa des Lab-raagons ist La der Regel in grösserer oder kleinen.'!' Ausdebaung ödematös und liiiiiiorrliagisch iid'iltriit; die Hiünorrliagien können als dunkelblaue Flocken auf dor Sorosa sichtbar worden. Diese Veränderungen können sich auf grössere Theile dos Dormkanales ausdehnen, aber auch gfinzlioh fehlen, Aussordem kann sicli eine Allgemeininfektion hinzugesellen, dann findet man ausgebreitete parenohymatöse Degeneration in allen Organen mit bedeutender JNlilz-sohwellung.
Nielsen hat auch auf folgende Weise eine prophylaktische Impfung der Schafe versucht: Paronchyinatös erkrankte Nierensubstanz, die eine reichliche Menge sporentragender Bacillen enthielt, wurde in dünner Lage auf eine sterilisirte Glasplatte ausgebreitet und hei 40deg; ungefähr vier bis sechs Stunden in dem Wassorbadtrockenkasten erwärmt, so dass sie zu festen, spröden Schorfen eintrocknete, welche sich leicht pulverisiren und längere Zeit aufbewahren liesson. Hiervon wurden 50 eg direkt vor der Impfung mit 20 cem gekochtem Wasser in einem sterilisirten Porzellanmörser angerührt und 1 l1/laquo; cm subkutan an der Innenseite des Schenkels injizirt. Es entstand höchstens eine ganz goringgradigo lokale und allgemeine Reaktion, die bald wieder verschwand. Während vor der Impfung durchschnittlich 40 0/o der Lämmer eingingen, starben nach derselben nur noch ca. 4 0/o. Der Impfprozess wurde vielfach, angeblich mit sehr gutem Erfolge, in der Weise vereinfacht, dass lediglich ein kleines Stückchen dos kranken, sorgfältig gewaschenen Lahmagens ausgeschnitten und in eine kleine Hauttasche an dor Innenseite des Schenkels eingelegt wurde.
Pctors und ausserdom auch Evers haben Bradsot der Schafe auch i n Meckl e n 1) u rg beobachtet,
Als Symptome worden bei der plötzlich auftretenden Knmkhoit angegeben: Kolikartige Schmerzen, Stöhnen, Schäumen des Maulos, Auftreibimg des Bauches, Der Tod tritt meistens in 212 Stunden ein. Bei dor Sektion war fast konstant eine bilmorrhagische Entzündung des Labmagens nachzuweisen, Die Kadaver sind im IVhrigon stark aufgetrieben, zeigen eine bläuliche IFaut-lärhung, Infiltration des Unterbaut- und interinuskidäroii BiudegoAvebos, reichlichen Erguss von häufig klarem, zuweilen auch trübein und röthlieh gefärbtem Serum in die Bauchhöhle,
Nach den von Peters ausgeführten und von Schütz bestätigten Untersuchungen handelt es sich hei der Krankheit um don Bacillus des malignen Oedoms, dessen Eigenschaften sich auch in den Versuchen mil Kulturen, welche Jenson anstellte, wiederfinden, Peters nitnnil an, dass die Infektionserreger entweder in den Stallungen vorhaudon sind und unlor boson-
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deren ümstänclon an laquo;lie Futterstoffe Ixeranti'eten, oder dass die im Winter dargereichten Futterstoffe bei Ihrer Werbung auf den Feldern, Ihn aufgenommen haben, möglichorweise in noch nicht infoktionstüchtigom Zustande, den er vielloichl erst boi dor Lagerung in den Qobftuden erreicht hat. Das TriukAvasser erwies sich als unschädlich.
Peters glaubt, dass die Krankhoil wogen ihrer grosson Aehnlicbkeit mit Milzbrond, öfters mit diesem verwochsoll igt;l und wahi'sohoinlicb mich in anderen Qegonden Deutscldands vorkommt.
l'.t. Kernlose. Von liojoly ') wird unter dorn Namen Foruluse eine in Algorion zur Beobachtung koramondo Art von Httmoglobinttmie erwälml, welche nach seiner Meinung Identisch ist mit der von Perronolto als i'rotooso (vergl, S. 207) beschriebenen Krankheit.
Diese mörderische, oft enzootisoh auftretende Krankheit beginnt heim Pferde und Maulesel plötzlich mit einer Steigerung der Körperwärme bis auf 42quot; C. Dazu gesollt sieh eine schwere Störung des Allgemeinbelhulens: Zittern, Nasenbluten. Dann folgt ein Naohlass, während welchem sich subkutane Anschwellungen bilden.
Beim Kinde ist die imsserordentlicho Blässe der Sohleimhäute auffallend.
Dci der Sektion findet man die Milz erheblich geschwollen und rauh. Die Nieren sind gross und von schwarzer Farbe. Die Blase enthält blutige Flüssigkeit. Die subkutanen Tumoren bestehen aus geronnenem schwarzem Blute und am Rande ist ein seröses Exsudat vorhanden
Angaben über bakteriologische Untersuchungen fehlen, so dass es sich violleicht wohl nur um Milzbrand gehandelt haben dürfte.
20.nbsp; Klbenek. Unter der Bezeichnung Eibenok' berichtet Benkiewitsohquot;)
über eino epizootische Krankheit der Ziegen. Als Krankheitserscheinungen worden angegeben: Mattigkeit. Abmagerung, erschwerte und beschleunigte Athmung, Husten, schleimiger Ausfluss aus der Nase. Die physikaiisohe Untersuchung der Lungen ergieht einen dumpfen Ton und bei Auskultation bronchiales Athmen, Meist sind beide Lungen in dieser Weise bofallon, wenngleich die linke in der Regel ausgedehnter ergriffen ist, als die rechte. Ausserdcm ist Durchfall und hohes Fieber vorhanden. Die Krankheit dauert meistens nur 58 Tage. In einer Hcerdo von 7Ü0 Ziegen erkrankten 81, davon erlagen 21 der Krankheit. Nach der Meinung der Kirgisen ist die Krankheit zwar für Rinder und Schafe nicht gefährlich, wohl aber für Kamoelo.
Bei der Sektion zeigte sich eine Erkrankung der Lungen in verschiedenen Stadien: in dor lirnstböhle wurde ein librinöses. hellgelbes Kxsudat gefunden. Ferner ist nur eine katarrhalische Erkrankung des Darmes und Hyperamie der Serosa nachweisbar. Leber und Milz waren normal.
21.nbsp; Das DangUO-Fleber :i). Wesen. Das Da n gue-Fio bor ist eine vorzugsweise den warmen Klimaten eigenthümliche akute fieberhafte Infektionskrankheit, welche meist durch das Auftreten eines initialen und eines torminalen polymorphen Exanthoms sowie durch heftige Gelenk- und Muskelschmerzen ausgezeichnet ist.
Die Q-eSOlllohte des Dangue-Fiebers lässl sich nicht über die letzten Docennien des vorigen Jahrhunderts hinaus verfolgen. Die letzte ausgebreiteten Dangue-Fieber - Epidemie herrschte 1889. Von derselben wurden Aogypten, Palästina, Syrien, ein grosser Thoil von Kleinasien, von (iricchenland, der Türkei, Rhodos und die Inseln des griechischen Archipels heimgesucht. (Sehcube.)
Die Aetiologie ist noch nicht vollständig klargestellt. Sicher ist, dass ein speci-iisebes Krankheitsgift das Leiden hervorruft. Im Blute der Kranken konnten Kartulis u. A. keine Mikroorganismen hervorrufen. Augenscheinlich ist die Krankheit kontagiös und zeigt viel Aehnlicbkeit mit der Influenza, so dass einzelne Autoren beide Krankheiten für modifizirte Formen derselben (irundkrankheit erklären, Andere sogar die Identität aussprechen. Das Gift des Dangue-Fiebers haftet leicht; eine flüchtige Begegnung
') Lyoner Journal de ined. vet. S. 574. 1896. -) Journal für öflentl. Veterinärmedizin 1890. 3) Zusatz zu S. 20C nach Scheu be. Krankheiten der warmen Länder 1890.
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liif'uktions- und liitoxikatioMskninklioitcii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;SOU
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goniigt zur Uoboitrngung dor Kranklioit, so dass os moglioli ersclioint, dass der Anatock-ungsstolf in dor Atlimungsluft dor Kranken enthalten ist.
Die Inkubationszeit betrügt nie länger als 4-5 Tage, gowöhnlieh 12 Tage, oft nur wenige Stunden und nicht solton noch woniger.
Kino Vorschloppu ng dos Giftos kann direkt durch den Menschen oder durch Zwischontriigor erfolgen. Die Prildispos it ion für das Dangue-Fiobor ist eine allgemeine. Kein Geschlecht und kein Alter, kein Stand und keine Hasse bleibt verschont, so dass beim Ausbruch der Krankheit in der Regel ein grosser Theil der Bevölkerung befallen wird.
Der Ausgang des Leidens, dessen Symptome S. 206 geschildert sind, ist meistens ein giinstiger. Tödtlich endet die Krankheit vorwiegend bei Kindern, Greisen und solchen Personen, welche mit schworen chronischen Organkrniikhoiton (Herzleiden, Tuberkulose) behaftet sind. Häutig wird beobachtet, dass durch das Uoborstehen des Dangue-Kiebers dio Disposition zu anderen Infoktionskrankhciteu (Typhus, (iolbtieber, Cholera, Malaria) erhöht wird, so dass nicht selten Erkrankungen an diesen bald den ersteren folgen. (Scheubo.)
Zar Therapie wird gegen das hohe Fieber hydropathisch (kalte Einwickolungon, laue Bäder) oder durch Verabreichung der Antipyretika (Aiitipyrin, l'hemicetin) vorgegangen; während des exanthematischen Stadiums sind heisse, schweisstreihende Getränke angezeigt, (iogen die Kopf-, Gelenk- und Miiskclschinorzen hat sich (nach Ornstein) das Antipyrin fast als spocilisch erwiesen. Auch Einreibungen mit (Jhloroformöl, Linimonten werden empfohlen. Bei nervöser Aufregung und Schlaflosigkeit werden Hroinkalium und Ghloral-hydrat empfohlen, (legen das quälende Jucken werden laue Bäder, kalte Abwaschungen, Einroibnngen mit Borax (10 : SOU). Cblornlhydrat 2 : 100) odor Kokainum mnriatikum (20/o LOsung oder Salbe) versucht. Daneben ist leicht verdauliebo aber kräftige! Nahrung erforderlich,
lgt;ei Tliiereii ist das DangUO-Fieber ebenfalls und besonders bei Ivühon, Pferden, Hunden und Katzen beobachtet worden; in Indien worden zuweilen ganze Heerden von demselben botroifen.
22. Das Miltelmeei'liebor') Das Mittelmeerlieber (Malta fever, Kock fever, Neapel i tan fever, Hi lie us re mi I, te n t fe V e r) ist eine an den Küsten und auf den Inseln des mittelländischen Meeres vorkommende lleberliafte InIV'ktionskrankheit, welche klinisch manche Aebnlichkeit mit dem A bd o m i nal ty ph us hat, von diesem sich aber namentlich durch die lange Dauer, das regelmässige Krschcinen von lliickfällen, das Bestehen starker Schweiss-ahsondernng, durch das häutige Auftreten von rheumatischen (ieleiikerkrankungen , sowie auch von Neuralgien und llodeuont/.ündung unterscheidet,
Aotlologld Bruce in Malta gelang 68 (1887) einen bestimm ton Mikroorganismus nachzuweisen, welcher als Krreger der Krank licit angesprochen wird, Ks ist ein sehr kleiner, runder oder ovaler Mikroorganismus M ikroskokkus Maltensis genannt von etwa l/a ji Durchmesser, welcher in grosser Zahl in der Milz, nicht aber im Blute gefunden wird, keine Kigenhewegung besitzt, gut mit Gentianaviolett und Methylviolett, nicht aber nach (1 ra m gefärbt werden kann, Reinkulturen lassen sich am besten mit 1'/raquo;quot;/o Fleischwasser-peptonagar erzielen. In S I i eh kill t nre n entwickeln sich nach einigen Tagen kleine, gestreifte Flecken um den Stichpunkt und kleine, runde, weisse Kolonien längs des Stiches, Später bilden sich rosettförmige Knltinen, welche nach Monaten ein lederl'arbenes Aussehen bekommen. Auf Qelatine zeigt der Mikrokokkns bei 22quot; 0. nach einem Monate nur ganz geringes Wachsthum, ohne dieselbe zu verflüssigen. Uobe rtrngu ngs vors uc h e mit lioinkul tnren sind bisher nur bei Affen geglückt. Dieselben erkrankten tieberhaft und gingen meist nach 13 20 Tagen zu (irunde. Hei den Sektionen fanden sich ähnliche pathologisch-anatomische Veränderungen wie beim Menschon; nach wurde aus den Organen wieder der gleiche Organismus gezüchtet. Das Mitteimeerfleber ist nicht kontaglOs, Die Aufnahme des Krankheitserregers erfolgt durch die Luftwege oder durch den Dannkanal mittels Trinkwasser oder Nahrung.
Die Inkubationszeit schwankt wahrscheinlich zwischen wenigen und 20- oO Tagen. Die meisten Krankheitsfälle kommen Juli bis September, die wenigsten Dezember bis Kebruar vor. Hei der Entstehung habet) migiinsligc hygienische Verhältnisse eine grosso Bedeutung. Qeachleoht und Lebensalter scheinen ohne Einfluss zu sein.
SymptoniOraquo; Im Beginne der Krankheit zeigt sich Fieber (40,0 40,!'i0), zuweilen Nasenbluten, geschwollene und belegte Zunge, liöthung der liachenschleinihaut. Daneben
') Vergl. Schoube, Krankheiten der warmon Händer. 1S!)G. S. 01.
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Ö7Ünbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Naobtrttge.
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ist Apputitlosigkeit, Uebclkeit und zuwoilcn auch Erbrechen vorlniiulen. Die Ausleo-rungen sind dunkel und Übelriechend, zuweilen blutig; meist besteht Verstopfung. Die Milz ist vergrössert und ebonfnlls, wenn nach gering, die Lober. Zuweilen besteht etwas Ikterus, fast regohnüssig leichte Bronohitis und Husten, tiowöhnlich ist auch starke Schweissab-sonderung vorhanden, weshalb die Krankheit auch als Fobris sudoralis bezeichnet wurde. .Meist ist das Sonsorium nicht gestört. Kosoolen sind niemals beobachtet worden. Nach 12 Wochen verschwinden die ersten Krschoinungon, nur Fieber und Schweissabsonderung bleibt bestehen. Spiiter zeigen sich nicht selten Gloleiikerkrankungen, Neuralgien und nianclimal auch, allerdings nach einigen Tagen verschwindendo Orchitls. .Schliesslich werden auch Aniisthesion, Ifyperästhesien, Mihmungen, Ausfallen der Kopfhaare beobachtet.
Die Krankheit kann Wochen und Monate lang sich hinziehen und schliesslich tiidt-lich werden. In loichteron Füllen tritt nach 23 Wochen vollstiindigo Uenesung ein. Der Prozentsatz dor Sterblichkeit wird (von Brnco) auf 20/o angegeben.
Aniitoiiiischcr Hefiind. Dio wichtigsten Veränderungen sind am Darm und an der Milz nachgewiesen. Die Darmschloinihaut ist gerothot, quot;dio solitiiron Follikel und Feyer-schen Haufen geschwollen, ebenso die Mesentorialdriison. Die Milz ist theils vergrössert unil weich odor auch zuweilen von normaler Beschaffenheit, Leber, Nieren und Lungen meist sehr blutreich.
Therapie. Die Behandlung ist vorwiegend eine symptomatische, Das Fieber wird durch Anwendung kalter Waschungen, die Kopf- und (lelenkschmerzen durch Antipyrin, die Verstopfung durch milde Abfiihrinittol bekämpft. Danebon ist zwockmässige Er-utlhrung (Milch, Bouillon, Mehl- und Sohleinisuppen) erforderlich.
Ült. Das Indische Nnsha-Fiebcr. Nach den Berichten von Fernandez1) ist das N as h a-Fieber charakterisirt durch einen mehrtägigen, von einem Froste eingeleiteten, heftigen Fieberanl'al I, dem eine eigcnthiimliche Hyperämie der Nasonschleimhaut go-wölmlich schon vorausgeht. Letztere ist bald nur auf einer, bald auf beiden Seiten roth und geschwollen, es besteht, jedoch selten eine besondere Absonderung oder Schmerz dabei. Fernandez sieht in dieser All'ektion der Nasenschleimhaut eine örtliche Manifestation einer leichten (lehirnlivperäinie. Daneben besteht auch Verstopfung uiul Uebelkeit. Zuweilen zeigt sich auch ein mit Bronohialsymptomen verbundenes Kxanthem. Nach 2o Tagen verschwindet das Fieber und gleichzeitig auch die Erscheinungen an der Nasenschleimhaut. Nur in sehr seltenen Fällen ist der Ausgang ein tödtlichor. Häutig wiederholen sich jedoch die Aiilällo, SO dass man oino Beziehung des Nasha-Fiebers ZU Malaria annimmt. Die meisten Erkrankungen werden in der Zeit vom April bis August beobachtet.
Zur Therapie werden im Beginne salinische Ablubrmittel. ein Diaphoretikum (Tartarus stibiatus), kalte Einspritzungen (Eiswasser) In die Nase empfohlen. Auch örtliche Blutentziehnngen (Einstiche in die Nasenschleimhaut) Anwendung von Tannin und Kokain sind zweckmässig.
Die Krankheit wird vorzugsweise in Bongalen beobachtet und auch N akra-Fieber oder Nakra Jawhur genannt.
24. Das Japanische Klnss- oilei' Uebersohwemninngs-Fleboi'8). Als japanisches
Fluss- oder tieborschwenunungslieber ist zunächst von Balz und Kawakamio (LS7i)) unter dem Namen Shima mushi (Inselinsokt) das Leiden von Palm (1878) beschrieben worden. Es handelt sich dabei um eine in Japan in einzelnen Bezirken endemisch Vorkommende akute miasmatische Infektionskrankheit von typischem fieberhaftem Verlaufe, welche mit, umschriebener llnutuekroso beginnt und mit Lymphdriisenschwellung und llautexanthem verläuft. Koutagiös ist die Krankheit nicht. Es ist möglich, dass das Krankheltsgil't durch Milben bezw. durch die von diesen geschaffenen Khigaiigspf'orten in den Körper gelangt. Das Verbreitungsgebiet der Krankheit ist nach den bisherigen Erfahrungen ein sehr kleines und beschränkt sich auf die jedes Friilijahr von Ueberschwcm-mungen heimgesuchten Ufer dreier grösserer Flüsse (Shinauogawa, eines Nebenflusses desselben und des Omonogawa) an der Westküste der japanischen Hauptinsel.
Eigentliche Vorboten der Krankheit fohlen in der Kegel. Die Inkubation beträgt 17 Tage. Manchmal zeigt, sich Kopfschmerz, Unlust zur Arbeit und gestörter Appetit. Die eigentliche Krankheit beginnt mit leichtem Fieber, lokalisirtem Kopfschmerz, grosser Fmplindlichkeit gegen Luftzug, starkem Schwächegefülil und mil, dem Auftreten von Schmerzhaf tigkei t der Lymphdrüsen einer Körper 8 teile (besonders in der
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) Lancet. 1805. Schoube, Krankheiten der warmen Länder S. 07. ä) Ebenda S. 09.
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Intoxikationon und liitoxikatiüuskranklieiton.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;S71
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Umgebung der (Jenitaliun, in dor Achsolhühlu und im llypudiondrium). UleiuLzeitig ist au den betreffenden Stellen ein kleiner trockener Scliurt' Zeichen einer unscheinbaren llautnokruso vorhanden. Man kann 24 solcher Stellen aufweisen. Vielfach sind neben den ZUgohOrigeu Lymphdrüsen alle oberflächlich gelegenen Drlisen vergrüsscrt, gegen Druck empflndlloh und ziemlich beweglich. Hegolmiissig ist auch Kouj unkti vitis vor. banden. Qleichsseitig ist der ganze Bulbus geschwollen, vorgetriubon und erscheint glotzend-Dabei besteht etwas Fieber und geringe Pulsbeschleunigung. Die Milz ist regelnüissig etwas vergrössort und meistens besteht hartnäckige Verstopfung und Harnvermindorung.
Am sechsten bis siebenten Kninklioitstago zeigt sich unter Zunahme des Fiebers ein Kxanthem, zuerst am Kopfe, dann auf den Kumpf übergehend. Das mit der Entwickelung von Papeln verbundene, nicht juckende Exanthem bleibt meistens 47 Tage bostehen. Am £nde der zweiten Woche tritt unter Sinken des Fiebers nllmählich eine liosserung ein. In schwereren Formen zeigen sich eine akute Parotitis, blutige Stühle, in der Uekon-valescenz Nierensymptome, llerzschwilche, Limgenödem, wodurch in 15 0/o der Fälle tödt liclier Ausgang horboigefübrt wird.
Zur Prophylaxe ist Prophylaxe des Hodens durch Anpflanzung des Veilchenbaums (Eukalyptus globulus) und des Kiri-liaums (Paulownia imperialis) zweckmässig. (Paltz.) Die gefährdeten Menschen worden sich vielloiclit durch grosso Reinlichkeit (häufiges Baden und Waschen) vor dem Eindringen des Krankbeitsgll'tcs (durch Mllbenstlcho V) schützen können
Die Behandlung ist symptoinatich. Qegen das Fieber Ä.ntipyrin, Chinin (l,ü), Natrium salicylikuni (2,08,0). Bäder worden schlecht ertragen.
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Intoxikationen und Intoxikationskrankheiten.
1. Botulismus.
in noueror Zoit hal van Ermongom1) durch umfangi'oiohe Versuche sich botntiht, nu'iir Kliirlicit in die Ursache uml das Wesen des Botulismus zu bringen.
Mit Recht botonl van Ermengom, dass man die Bozeichnimg Botulismus nur dann gebrauchen soll, wenn sich die charakteristischen klinischen Erscheinungen nach der Vergiftung feststellen lassen (vergl. S. 244). viin Evmengem hatte nun Gelegenheit, laquo;'ini! unter dem oharakteristischon Bilde verlaufende Massen-erkraukvmg in einem Dorfe im Hemiegau zu beobachten. Die Erkrankungen waren nach dem Genusse eines rohen Schinkens aufgetreten. Das Schwein, von welchem der Schinken stammte, war als gesund befunden worden, ebenso war das frische Fleisch, ohne irgend welche Störungen hervorzurufen, verzehrt worden. Das zur Konservlnmg bestimmte Fleisch war 24 Stunden nach dem Schlachten in der gewöhnlichen Weise eingesalzen worden. Ks konnte schliesslich auch Eestgestellt werden, dass der fragliche Schinken auf dem Boden des Fasses lag und allein in das Salzwasser tauchte. An dem Schinken war kein Fäulnissgoruch nachzuweisen, dagegen ein altsgesprochen ranziger Geruch, ähnlich dem verdorbener Butter; die Muskulatur sah gul aus, nur etwas blassfarbig; der Speck war lest und zeigte ausser der Buttersäurogährung nichts Abnormes.
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i) Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten Bd. XXVI. 1897. S. 155.
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Nuclitriige.
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Wurde der Schinken oder dessen wässeriges Extrakt an Miiuse und Meer-.laquo;cluveinchcn verfüttert, so starben dieselben Innerhalb 48 Stunden, Ebenso erkrankten Affen. Dagegen eikranklen Ratten gar nicht, Katzen nur sehr leicht. Nach subkutaner Injektion starben Mäuse schon nach ganz niininialen Dosen in 24 Stunden, Ratten nur nach Einverleibung grösserer Mengen, Hunde und Hühner waren fast refraktär, Tauben starben unter ligenthi'nnlicben Erseheinungen nach ein bis vier Tagen; auch Katzen erlagen der subkutanen Injektion.
van Er meng ein hebt ferner als wichtige Eigenschaft des Schinkengiftes hervor, dasa dasselbe höheren Temperaturen gegenüber wenig widerstandsfällig ist und schon durch wenige Minuten langes Kochen zerstört wird. In dem Schinken wurden Sporen eines grösseren an aeroben Bacillus nachgewiesen; die Mikrooiganisnien waren sehr unregel-mässig vortheilt, so dass sie an manchen Stellen ganz fehlten; im Speck waren sie nur sehr spärlich und im Knoehenmark gar nicht vorhanden. Ebenso fehlten sie in dem anderen beim Genüsse unschädlichen Schinken,
van Ermengem glaubt, nun, dass das Gift höchst wahrscheinlich während der Einsalzungszeit durch anaerobe Wucherung dieser Mikroorganismen entstanden sei.
Der anaerobe Bacillus stellt ein grades Stäbchen dar und ist den Milzbrand-und Oedemhacillen sehr ähnlich, Es ist schwache Bewegung und das Vorhandensein ziemlieh hinger Geis sein sowie endsländiger, ovaler Sporen nachweisbar. Die Kulturen verbreiten einen stark durchdringenden Geruch nach Bu t te rsäure.
Durch zahlreiche Versuche konnte festgestellt werden, dass ein wesentlicher Unterschied zwischen der Erkrankung, welche durch die Reinkulturen hervorgerufen wird, und derjenigen, welche raquo;las verdächtige! Fleisch verursacht, nicht besteht. Durch subkutane Einspritzung der Kulturen konnten besonders bei Katzen die wichtigsten Erscheinungen des Botulismus hervorgerufen werden. Deshalb hält van Ermengem den von ihm isolirten anneroben Bacillus Bacillus botulinus genannt für den Erreger des Botulismus.
Es zeigte sieh ferner noch, dass die bei der Sektion der durch Kulturen getödteten gefundenen makroskopischen Veränderungen der Organe vollkommen gleich waren denjenigen, welche im Thierexperiment mit. dem Schinken beobachtet wurden.
Für die Prophylaxis ergiebt sich ans den genannten Untersuchungen die Lehre, konservirte Nahrungsmittel von der Vorwerthung auszuschliesseny welche ranzigen Geruch zeigen, sowie; ferner konservirte animalische Nahrungsmittel, bei welchen die Entwickelung aiiMember Bakterien möglich ist., nicht roll, sondern nur gründlich gekocht zu gemessen.
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Orgunkmiikliuiton.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 873
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2. Maisstengelkrankheit.
Ucber die sog. Miüsstongcl km n k hoi t beim Rind vioh macht iSrooro') nähere Mittheilnngeu. Man heobuchtel die Maisstengelkrankheit in solchen Gegenden, wo es Sitte ist, die Fruehtkolhen von den stehen bleibenden Stengeln abzusammeln und letztere von dem Rindvieh abweiden zu lassen. Die Krankheit bricht plöt/iich aus und die meisten Thiere starben schon im Verlaufe von 12 24 Stunden.
Die wichtigsten K rankhei t sersehe in ungen sind folgende: Die am Roden liegenden Thiere sind unfähig, sieb zu erheben, halten den Kopf gestreckt, frieren. Stöhnen und gebärden sich wie toll. In anderen Fällen sind schwankende Re-wegungen auf den Hinterbeinen, grosso Schwäche und ein sohlafartlger Zustand vorhanden. Die anatomischen Veränderungen sind wenig charakteristisch. Man findet Hämorrhagien an den serösen Häuten, namentlich am Herzbeutel. Die Darmsehleimbaut ist stellenweise! injizirt. Die Leber erscheint auffallend blutleer. Magen und Lungen sind normal.
Die bakteriologische Untersuchung ergab kein Resultat. Moore nimmt an, dass ein den Maisstengeln innewohnender Giftstoff die Ursache der Krankheit bilde.
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Organkrankheiten. Zur Symptomatologie der thierischen Parasiten.
Pelpor hat in einer sehr interessanten Arbeita) auf die Erklärung der Symptome aufmerksam gemacht, welche durch die Anwesenheit thieriseher Parasiten im Körper des Menschen und der Thiere hervorgerufen werden.
Peiper hält zunächst, die Annahme, dnsa die bei der Anwesenheil von Dann-parasiten zuerst auftretenden nervösen Symptome (lurch mechanische Reize der Parasiten bedingt worden, und dass die späteren Krscheinimgen (Unruhe, Pruritus, Speichelflnss, Anämie, Rückgang der Ernährung) Folgezustände sein sollen, für nicht ganz zutreffend, v. LinstOW8) bat bereits in einer neueren Arbeil auf den Qiftgehalt der Helminthen hingewiesen und es isl durchaus wahrscheinlich, dass die thierischen Parasiten durch ihren Stoffweeliselumsalz Substanzen prodnzireu, welchen giftige Eigenschafton zukommen und durch die einzelne krankhafte Er-
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871nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Nuchtrilge. Organkiunkhoiton.
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Nach der Anwesoiiheit dos Spulwurms (Askaris lumbrikoidcs) werden, besonders In Wesliiulien, wo der Parasit häufig ist, oft schwere Symptome (chronisehe Zuckungen, ECrampfanMle) beobaobtet, welche nach Abgang der Würmer verschwinden. Mir a in, Ar thus und Chanson beobachteten Erkrankungen im Laboratorium (Stechen in den Augen, starke Thränensekretion, Niesen, Anschwellen der Finger) bei der Beschäftigung mit Askaris megalocephida. Schon heim Aufschneiden tier Askariden zeigt sich ein eigentlühnlicher, pfefferartiger Geruch um! Thränen der Augen. Schaplro hat hinsichtlich der hei Bandwürmern und besonders bei Bothriocephalus auftretenden schweren anämischen Erscheinungen die Ansicht ausgesprochen, class die Parasiten ein Gift bilden, welches In's Blut gelangt, schädlich wirkt, und dass dieser Ueborgang ins Blut beim Erkranken oder Absterben der Würmer vorwiegend stattfindet, So ist zu erklären, dass viele Parasitenträger von jenen Erscheinungen verschont bleiben. Auf eine Giftwirkung sind auch die bei Anwesenheit von Echinokokkus-Blasen (Peritonitis, Urtikaria, Uebelkoit) auftretenden Erscheinungen, ebenso die Symptome bei Trichinose (Uobelkeit, Schwindel, Erbrechen) zurllokzuführon. Auch Versuche (Leuckart, Zürn), bei welchen nach Verfüttern grüsserer Mengen von Bandwürmern die Versuchstbiere schon in den ersten Tagen ohne nachweisbare äussere Ursache ZU Grunde gingen, weisen auf jene (iil'lwirkung hin. So sind auch die Erscheinungen ZU erklären, welche bei Anwesenbeil von Taeuia expansa bei Lämmern (Anämie und Kacbexie), nach Anwesenheil von T. kiikumerina und T. echinokokkus bei liunden (Beiss-suebt, Schwindel, Zuckungen u, s. \v.) beobachtet werden.
Peiper kommt demnach zudem Ergebniss: es ist sehr wahrsohoinlioh, dass die ibierischen Parasiten Giftstoffe (Mithalten oder ausscheiden, welche besonders schädigend auf das Nervensystem wie auch ant die Bint here i tu n g wirken können. Doch kommen dieselben nur bei einer Quote der ]'arasiten träger zur Geltung,
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Sacli-Remster.
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Die fet tgrdnu'k ten Zalilen weisen mil' diejenigen Seiten hin, wo dio betreffenden Qegenständo
ei Ulm1 lien d erörlert. sind.
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A. Aosfltege 348.
AlidoiiiinalM'hwindrl 7;{.). Aliilneeiisllilnnun^ T-'!. Abortus 827.
nbsp; nbsp; infektiösor 828.
Aliseessns hepulis 551.
A.ohoi'lon kerotophogus i'2l.
nbsp; nbsp;Sobönlolnli 422. Addisen'sidie Kninklieil !J72. Adenie 3(raquo;1. Adi'iiokjireinonie 801. Ädiposltas iiniversiilis 871. Ainliuni 432, AUanlhiiidac 847. AUantliia loktulada 317. Akanlhoeephali 324. Akaridae 32raquo;.
Akarina 327. ÄJcnntsnuasohlug 32V. Akanis tolllkulornm 327.
nbsp; nbsp;gallimie 341. Akne 415.
nbsp; nbsp;kontagloaa oquoruiu 42raquo;.
nbsp; nbsp;roaacoa 415. Äk-Palpnk 208. Akrodynlo 241, 880. AkromogaHo 374. Aktinomvkose liraquo;2, 85!t.
nbsp; nbsp;der fianl 440. Alliinisimis 420. Älbuiuinurio 780. Allantiasis 243. Alopoda arcula 418.
nbsp; nbsp;Kongonitn 418.
nbsp; nbsp;pltyrodos 410.
#9632; syiii{gt;llt;inialika 41!), Älveolaroktaslo laquo;ICraquo;. Ainblyiiiiia anierikamim 340. Ambustlo 408. Anicielia ooli 258. Aiii|iliisloiiiiiiii huniiiiis 303.
nbsp; nbsp;konlkuni 303.
nbsp; nbsp;Iniiikatiiin 303. Amphlstomtdoo '2'.)ü. Amyloidlobor 558. Amyloldnioron 7!Wgt;.
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Anivloidiiieien, grosso, weisse
707. Anämie 357.
nbsp; nbsp;pei'uloiöso 358.
nbsp; nbsp;des (iehirns 073.
Annlgos (rlnglllarniu 841.
nbsp; nbsp;iniiKir 841.
nbsp; nbsp;passorlaus 341.
Aneliylcislcinia 320. Anohylostomutn duodenale 820.
Anenrysmen tier GofllSSQ GG1. Angina 457.
nbsp; nbsp;obronika 458.
nbsp; nbsp;laryngen 582.
nbsp; nbsp;Lndoviei 45(raquo;.
nbsp; nbsp;poktovis (raquo;54.
nbsp; nbsp;sabniukosa 686. A nglostotuldao 30-1. AngullloHdae 304. Anguillula inteslinalis 3U5.
nbsp; nbsp;slerkondis 305. Anklmsis 413. Antlionivia kaniknlaris 348. #9632; inaiiikala 348.
nbsp; nbsp;skalai-is 348. Anthiax 10. Apbaniptora 347, Aplithen 447,
Aphthensotioho 31, Ml, 840. Apoplokllsohe Cysto (raquo;77,
nbsp; nbsp;Schwiele 077, A])0|dexia oei'obri 9(mgulnea076.
nbsp; nbsp;Iicpaiis 557. Aptora 345, Arachnoldon 327, Area Colsl 118. Argus Chinobn 340.
nbsp; porslkus 340.
nbsp; nbsp;ivlle.vus 340.
nbsp; nbsp;Talnje 840.
nbsp; nbsp;Tliola/nni 310. Arthoi'tosklorosla 008, Arthritis ttrlkn 860.
AlZIll'ie.Xallllleine 800. Ascites 542.
Askartdao 806, 323.
Askaris alala 3'22.
nbsp; nbsp;kuti ot innikuli 322.
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Askaris hinibnkoides 322.
nbsp; nbsp;iiiarginala ot mystax 322.
nbsp; nbsp;megalneepliala 323.
nbsp; nbsp;mystax 322.
nbsp; nbsp;ovla 323.
nbsp; nbsp;tores 323.
nbsp; nbsp;Inehiimi 30'.).
nbsp; nbsp;vermikulnrls 232. Aspldokotylon 206, Asllmia hninrhiale 003. #9632; kordiale 068.
nbsp; nbsp;Mileari 608.
nbsp; nbsp;IhymiiMiin 51)3. Atnxie, heriditäre 718.
nbsp; nbsp;lokomotrloo 710. Atboromn 417. Atliorom dor (ii'filsse 008, Atbotosls 743. Athninngskraukheitou des Qo-
lliigels laquo;37.
Athiunngcorgono, Parasiten in
denselben beim Geflügel 688.
Ätonle des Magens 601. Atrophin bopatls akutn flava668.
nbsp; nbsp;km is 410. Autblähen akutes 4!)0.
nbsp; nbsp;obronlsobos 4!)4.
Aiigenmnskelläliimingeii 723.
Aura 720. Aussatz 441, 04.
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Bnlantldlum ooll 208. Barbono de! bufail 120. Barbonokrnnkboit dcrBftffol 129,
853. BarioAv'sollo Krankheit 304. Bartflechte 410. Basodow'scho Krnnklioil 741. Basllarmoningitis 078. Bauehfollontüündutig 530. Bauohfell-Noubildungcn 545.
Iiaiii'hhiddenlaquo;assersncdil 542. BauohhAhlo, Parasiten 545. liaiielispeielieldiüsenblnliing.^KJ.
Borl-Berlkrankheit 204, 801.
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Jsach-Uügistor.
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lipseliiilknuiklieit 100, BcseliiiUeuche der Pfordo 100.
BettM-anze 317. Beoleuflebor 3SS, Boulonkrankbolt 4IU,
lii'zoaio iSO.
Hilliiuziii baematobla 300. Bltthsuobt 401, Blttsoheu 449. BlilscbcnauBSoblRg der Pferde und
des Rindviehs 108, Blllscbonflcobto 303. Blasenaussoblttgo 4(Mi. Blnsonkatan'h H03. ßlascnsteine 811, Blatten) 42. Blelohsucbt .'{57. BleonorrhoS 103. BlliiddartneutzQudung 530. Bllukatarrb ()-'. Blltzsoblag 700. Blumenfllego 34,S. Blumenkoblgowtiobs 437. Blutarnuitb 357. Blutegel 326, Bluterkrankheit 301. Blutflcokenkrankhcil beim Btude
77.
nbsp; nbsp;der Pfordo 74. Blutharnon 114. Bluthusten 614, Blutnotssen 114.
Blutungen uns den [Tannregen 811.
nbsp; nbsp;im ROokenmork 714. lioils der Engländer 431. Bothriooophalus latua 2iM.
nbsp; nbsp;kordatus 292. krlstatus 292.
nbsp; nbsp;liguloidos 292. Borkcnnusselilag 3!).S. Borkonflechto 4Hi BorkenkrHtzo 330.
Borken- und Sohorffloohte 393. Boratonfttulo 303. Bostock'sohcr Kulanii 575. Bofryoraykose 108, 441, S5!gt;.
nbsp; nbsp;beim Heusclien 860, Botullsmua '243, S71. Houton 431. Braohyccra 34S. Bradsot 2(raquo;S. S(!5, Bradykardio 056, Brttuno 45S.
Branchiobdolla varians 326. UHUichtobdcllldae 320. Hrcohdurohfall 119. 511. Brechrubr 110, Breduar'soho Aphthon 1 17. Brlght'soho KiankheK 782, Bronoblalasthmn 003. Broncbialorweitcrungcn 004. Bronobtalkatairh, ohronlsohcr
597. Bronohialkroup ii02. BronobialVerengerung 004, Bronchtcktasicn 004, Hronchiolitia 500,
|
Brouohlolitla BBthuiatlkn 003. BroDohlopnoumonla useudO'
tnlicrknlosa 602. Brouobitls kaplllaris 505.
nbsp; nbsp;katnrrlndis obl'OQiko 507.
nbsp; nbsp;krouposfl 002.
nbsp; nbsp;putridu 604. Bronohopnoumonla 611.
; medlkauienlaria 623.
| Bronzed skin 372, 802, BronzohantkrankheH 372, Brustfellentzündung 628.
nbsp; eplzootisoho 00, Brustsouohe 00, Urnstwiissei'suulil 632.
Bubonen 00.
Buchwolzcnnusschlag 388. Buokelfllogo 348. Böffelaouoho 120, 853. Bulbftrparalyse 715,
|
ü.
Dumpf 618. Dtlmpflgkell 618. Dondyfleber 2(Xi, 868. Danguefieber 20lt;!, 868. DarinblutUDgen 532. Daringrüuuion 517. DaL'mUajud, Neubildungen 533, Dartukatarrh, akuter 505.
nbsp; ohroniaehor 500. Darmkronp 506. Darniparaatten 534. Dariusouoho 64. Darmverengorung und Dnnn-
vei'sohliessung 533. Dnssoliliogo 351, Dnud 401. Degenerationen, ])riniäre der
motorisohon Leitungsbahnon
71raquo;. Dogoneration, Bobloitnlgo der
Nasonmuacheln 577, Doltoldeualftbinung 724, Dementia paralytiea 718, Domodcs folllkulorum 327, Domodioidao 327. Dengue 206. Dentition, Anomalien derselben
457. Dcrmalcichldao 341. Dermanyssua avlniu 341.
nbsp; nbsp;hlnindlnis 341. Dermatitis kontaglosa pustnlosa
42!raquo;.
nbsp; nbsp;paplilomatosa kapillitli 434. pruriglnosa 432.
Dermatobla uoxialls 352, Dermatokoptoa kommunia 332, Derraatokopteanillben 381. Dermatomykosia tonaurans 426, Dermatomyositla 770, Dermatophagns eommuuls 332,
nbsp; nbsp;galllnniiim 388. Dcrmatophugusmllbcn 332, Durmatoryktes mutnns 337. Diabetes Inaipidns 368,
ineilitua 366,
Diarrhöe 514.
Dldytnozoonldae 295,
Dilatatio ventrlkull 501. : Dimorphua kolumbao 3 11, 1 Dlapbarogua splralls 308.
Diphtherie 54.
- dos Mensolien 56.
nbsp; der Ilauslhlere 57.
nbsp; nbsp;der Kftlber 60,
nbsp; des Pferdes 00.
nbsp; nbsp;SanitUtspoilzeillohes 61. Diphtheritla 54, Diphtheriaohe Rhinitis 573, Dlptera 817. Dlakophorl 325,
Disi.....atose bei Büffeln 800,
Distomatosls 206, Dlstomlasis 2!raquo;0, Distomldae 295. Di s tinn ii m arnialmn 303.
|
||
|
C.
Cachea de rousseur 420, Cndctunskrankhell 208. Careoag 116, Cei'ebrosplnalmeuingltls, epldo.
inisilie 152, 705, Cerkomonas iutestlnalls 2(gt;7. Chaltkosls dor Lunge 628, Chankorsouoho KMraquo;. Choylctus ernditua 341, Chtoasnia gravidaruiu 120.
nbsp; nbsp;kaohektlkorum 420.
nbsp; nbsp;utorinuui 420. Chlorose 357. Cholelithiasis 560. Cholera acatlva 110,
nbsp; nbsp;aaiatloa Indica 117.
nbsp; nbsp;nostrna Infantuni 110, Cliorea Oei Thloren 73!).
nbsp; nbsp;ohronika 738.
nbsp; nbsp;major 738.
nbsp; nbsp;mi nur 738.
(Ihroinidrosia 414. Cimex ellialus 317,
icktularlus 317. Clrrhosia hepalia 551, Clou 431,
Colpocephalutn lurblnatum 340, Coincdononmllbo 327. Condylome, breite 08. Corn fodder 205, (ii'oup 54, Cnruba 401. I Cysticorkna aennthotriaa 27.r),
nbsp; nbsp;cclluloaae (Ham) 274, laquo;132.
nbsp; nbsp;(asuicolarla 280, liisifonnia 286,
Cystitis 803, Cystoditoa nudua 338. Cystoplcgia 806. | Cytoleiohua snrkopteidca 338. Cystoryotes VHOcInae 846,
nbsp; nbsp;variolao 846,
|
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Sacli-Rcgistcr.
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Dislomum Busk) 'quot;-.
nbsp; nbsp;oirrigernm !()-.
nbsp; nbsp;dilutatum 803,
nbsp; nbsp;ecliiimtuin 303i
nbsp; nbsp;felincuni raquo;502.
nbsp; nbsp;haemutobiuin 900, laquo;01.
nbsp; nbsp;hepatlkmn ondemlkuin 808
nbsp; heterophyea 'M)'l. japonlkum ;{02.
nbsp; nbsp;kömpanulatuni 1502.
nbsp; koiiinnitatuin 803,
nbsp; nbsp;kongsnltuni IJ0-.
nbsp; nbsp;konus 802a
nbsp; krassum !!()2.
nbsp; nbsp;kuneiituin 808,
nbsp; nbsp;lanceolatuin IMM).
nbsp; nbsp;lineare 303.
nbsp; okuli human) 302.
nbsp; ophtlmliiKibiuin HO'i.
nbsp; nbsp; ClVlltlllll ii()i\,
nbsp; nbsp;oxycephallkum 303.
nbsp; nbsp;pelluoldum 303.
nbsp; nbsp;jiuliiioiuilc 801i
nbsp; nbsp;Bathonls) iitti.
nbsp; Eingcri 301.
nbsp; nbsp;Blbirlknni 302.
nbsp; nbsp;sinciiKO 302.
nbsp; nbsp;spatluiliitum 302.
nbsp; Wesleniianni 301. Doolimms Balsam) fella 891,
nbsp; nbsp;oernmis 318.
nbsp; nbsp;dnodenalls 320.
nbsp; nbsp;trigoneoephalns 821.
nbsp; nbsp;tubaeformla 821, Dokophorus Ikterodes 340. Dourine 100.
Druse der Pferde 151.
nbsp; nbsp;falsche 570. Dseluininr-Kiirt 20S.
Dtttnmkoller 086, Durchfall 514.
|
KishalleMkrankheil der Pferde
771.
Eklampsie 731.
KUzema iiiarginalnni 425.
Ekzeme 300.
ßküem, ohronlsobes, squamöses 304.
nbsp; grlndartlgea 304. l'llcphantiasis 801,
nbsp; nbsp;Arahmn 411.
nbsp; Omeeurmii 04. Kmesis 474.
Emphysema bullosum mesente-rlalo 545,
nbsp; nbsp;pulmonum 610, BnoephaloroenlngitlB 078. Bndarterlltis ohronlkn deformans
668, Eiulokardltls, akute 043.
nbsp; nbsp;ohronlkn 015.
nbsp; nbsp;katarrhalls aknia 505.
nbsp; nbsp;nloerosa 043.
nbsp; nbsp;verrukesa 043. Endometrltlg 818. Englische Krankbell 374. Enoplldae 304. Enteralgia 517. Enterisoher Typhus 70. Enteritis katarrhal)sohron)ka600,
nbsp; nbsp;pseudoinembrauöse 500. Entorodynla 5)7. Epheliden 420. Epldemla peotoralls 66, Epldemlsoher Qenlokkrampf 168,
Kpidrosis 413. Epilepsie 720. Epllepsls noklurna 727. Eplstaxla 574.
Epithellalkreba der Ifant 437. Eplthelioma gregarlnosnra 430.
nbsp; nbsp;niolluskiini 435.
Equine Distemper 04. Erbgriud 422. Erbreoheu, das 474. Erfrierung 400. Ergotismus 389. Eryslpel 52.
Erythema epldemlkum 880, #9632; exsudatlvum mulll forme 886, 388.
nbsp; nbsp;nodosutn 3S0. Eustrongylns 314.
nbsp; glgas 314,
nbsp; nbsp;tublfex 814, Exauthematlsoher Typhus 72,
|
Feblis reenri'ens 73,
foderllnge 340. Federloslgkelt 411), ITederu, Belbatauszleheu 487. Eerkelfrossen 487. Cerulose 808.
Kell Hechte 808, 800.
Eettleiblgkoit, abnorme 371. Fettrftude 3!)3. 3!raquo;!gt;. Fettsucht. 371. Flbronio der Haut 434. Fieber, gelbes 100, 800. Plkosls 410. I'ilaria Banorofll 300. - clnvn 308.
nbsp; nbsp;hnoinorigt;hag)ka 433.
nbsp; nbsp;haniulosa 308.
nbsp; nbsp;immitis 307,
nbsp; nbsp;inermis 308,
nbsp; nbsp;lakrymalla 308,
nbsp; nbsp;leatis 308,
nbsp; nbsp;Lon 308,
nbsp; nbsp;medinenis 432,
nbsp; nbsp;medlnensls 300,
nbsp; nbsp;megoatoma 308.
nbsp; nbsp;mlkrostomn 308.
nbsp; nbsp;multlpaplllosa 433,
nbsp; nbsp;nestata 308.
nbsp; nbsp;oknll humanl 308.
nbsp; nbsp;paplllosa '508.
nbsp; nbsp;perltonäl homlnls 308.
nbsp; nbsp;sanguinls homlnls 300.
nbsp; nbsp;Btrongyllnlaquo; 308.
nbsp; nbsp;nnclnata 308, Flsohegel 320,
Fisehsclnippenkrankheit 412. Fischvergiftungen 248. Elagellnten beim Menschen und
bei Thleren 207. Flagellatendlphtherle 260, Flechte, fressende 300.
nbsp; nbsp;kahlmaehende 420.
nbsp; nbsp;nässende 300. Eleckfleber 72.
Fleoknlere, weisse, der Kälber
780. Flecktyphus 72, Elelsclivergjftnngen 243, 24laquo;.
Fliege, amerikanische 348.
Fllegenlaryenkrankhelt 433
Fhd, 347.
Fluor albus 820.
l'luss- oder l'cbcrschwcinmnngs-
flohor 870. Flutus sallnua 302. Fötldo Bronohltla 004. Fohlenlllhme 718. Fotheglll'aoher Ocaichtssohnierü
721. Framhocsia troplkfl 433, 431. Fremdkörper im Magen 502.
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Dysenterla neonatorum
|
134.
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Dysenterie 130.
nbsp; nbsp;des Meneohen 130.
nbsp; nbsp;der 'l'hierc 131.
nbsp; nbsp;der erwachsenen Thiere 132.
nbsp; nbsp;rnlhe (oder Koeeidien-) llidir
188.
nbsp; der Siluffllnge 134. Dysldrosla 414. Dyspepsie, akuto 470.
nbsp; nervöse 480, Dystrophia imiskulonim pro-
L'ressiva 710.
|
||||||
|
ICehinorrhyneluis akns 33.
nbsp; nbsp;angnstatus 826,
nbsp; nbsp;fllllkollls 325.
nbsp; nbsp;Olgas 32.r).
nbsp; hmninis 325,
nbsp; monlllformla 325.
nbsp; nbsp;polymorphus 325.
nbsp; nbsp;sphaerooephalns 325. Blnguagpneumonle 023.
Einsiedlerljandwurm 273.
|
K,
Fnolallsltlhmuog 723. 724. Fagopyrlamns 236, 388. Fallende Sucht 720. Kallsuehl 720. Faroln du l)oea( 440, Favns 422.
Fchris oatai'rhnlls malignnboum 148.
intcnnitlcns 100.
|
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|
Friedreich'sche K rankheit Fiilleididiine 718. Furunkel 410. Fusaria vermiknlaris 323.
Fussgrind BDO,
|
quot;18,
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878
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Saoh-Reglster.
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lt;;
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Gimtlmhdellidae 320. (Inathostonui liis|iiduni 806, ?gt;1i'
nbsp; nbsp;sinmense 806i
nbsp; nbsp; spinigeruin ;!00.
Gnathostowldae 304, 307.
Gnulil)erkriinkheltdcrSclial'c712.
Goldene Ader 532,
(loniodes dlssltnllls '140.
nbsp; nuuiidianua 340.
nbsp; nbsp;stylifer 340. Gooiokotes hologaster 340.
nbsp; kompar 340.
nbsp; nbsp;rektaiigulnlus 340. Gonorrhoe 103.
Giamilanitrojdiie der Niere 7!)1. Granulat ionsgescdiwülste, infektiöse, in der Nase 575.
nbsp; nbsp;multiple, in der Haut 430. Qranulirte Leber 554. Gramiloma fungoides 430. Gravedo 50!). Gregaiiniilea 25!).
Grippe 01. Grützgeselnvulst 417. Gune 431.
Gyrodaktylus elegaas 303. Qyropus porcclli 340.
|
Harnruhr, einfache 308. I larnuiilersuehuug 774. Harnverhaltung 808. Harpirhyncluis nidulans 338, Harlschnantigkeit 58!). Ilautbremse 351. Hauteiytheiu 3S(gt;. Hautgries 417.
Hautgrind 898,
Hautjucken 405. Hautkrankheiten, ausscreuro-
pttisohe 430. Huutröthe 380.
Hnutwurm des Rindes 10, 440. 1 remialhetosis posthemiplegica
743. Hemiptera 345, 347. Hemlstomum alatnm 303
nbsp; nbsp;coi'datuiu 303. Heterakls dispar 323.
nbsp; nbsp;inflexa 323. #9632; makulosa 323.
nbsp; nbsp;vesikularis 323, Heterokotylea 295.
Hepar adiposnm 559. Hepatitis ohronika Intestinalls 554.
nbsp; nbsp;parenehymatosa 559.
nbsp; suppuratiya 551.
nbsp; nbsp;vera 551.
Herpes desquamans 431.
nbsp; tousuransmakulosus424, 425.
nbsp; vesikulosus 425. Hcrz-Gesclnviilste 0(J0.
nbsp; nbsp;Parasiten W50. Herzbeutelentzündung 050. Herzfehler, angeborene (!5ß. Herzhvpertrophie und Dilatation
652. Herzlivpertrophie, idiopalbische
668,
Horzklopteu, nervöses 054. Heufleber 575. Jb'xenschuss 700. Hintorstrangsklerose 710.
Hippoboscidae 352. Hippoboska eciuina 352. Hirudinei 325. Hirudo ooylonika 320.
nbsp; nbsp;mcdicinalis 320.
nbsp; nbsp;vorax 320. Hitzausschlag 432. Hitzbeulen 388. Hilzknötehen 393. Hitzschlag 097. Hodonorkrankungou 834, Hodgkin'sohe Krankheit 361. Holostomldao 205. Horso-l'laguc 04. llülmereholera 120. Hühnerpest 120.
Huitklci 431. Hund, rother 404, | Hungerräudo 308, 394. Hydrfimio der Kinder 380, 381.
nbsp; nbsp;der .Schafe 380. Hydrocepludus ohonlous internns
bei Pferden 080.
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Qalsgiind 4'i(!. (iallcnCuOu'i' 477. tiiillensli'inc .ViO.
Qamasldno gt;ll. Qongraena pulmonuin laquo;---Qosterostomulae 2GÖ, (InstrcUtasiii 601. GnstriinsiiniB 47(gt;. (Instrilis akuta 470.
nbsp; nbsp;kaiimiialis ohronlka 4S7.
nbsp; nbsp;phlogmoDOsa 4{Kgt;.
nbsp; nbsp;toxlka 49laquo;.
Qasti'odtskue polymastosua 303, Qastro-Enterltla kalarrballs infant nm till.
nbsp; nbsp;nivkotisdie 500. Qastrobtltnorrhagta 41)!). Qastfopbllus 341). Gastrorhexis 502. Qastl'ophilua eiiai 554igt;. Gastnis equi .'WJ.
nbsp; nbsp;baetnorrholdalis 34!).
nbsp; nbsp;nasal is 341).
nbsp; pekorum 349. Qautnenentzlindutig 457.
(icliäriinittcroiit/.iimUiiis.' 817. Gebärnmtterkatari'h 815. Gobäiparese 821.
Qeburtspai'alyse, toxische 821.
Gefässanemvsinen (raquo;02. Geflügoloholera 120. Gellügcl, Respiratidiiskrank-
lieiten desselben 037. Qeflügeltyphold 120. Geliirn, Anämie lt;lessel1)en 073. Gehlrnblutuug 075. Gehirn, HyperämieUessellieii074. Qehlrnödem 075. Gelbes Fieber 199, 808. Gelbsttobt, katarrhalisohe 548.
nbsp; der Neugeborenen 551. Gelenkrheumalismus, akuter des
Menschen 100.
nbsp; nbsp;der Thiere 107.
Gelüste, krankhafte bei Thieren
477, 483. Qenlokkrauipt, opidonilBoboi'168, Gi'schwülste des (iehirns 0!)i).
nbsp; nbsp;der Geschlechtsorgane 8gt;15.
nbsp; nbsp;der Harnblase 811. _ Herzen 000.
nbsp; nbsp;Leber 501.
nbsp; nbsp;Lunge 027.
nbsp; nbsp;Milz 505.
nbsp; nbsp;Muskeln 772.
nbsp; nbsp;Niere 800.
nbsp; Fankreaa 503.
nbsp; nbsp;Unckcninark OJK).
nbsp; nbsp;Schilddrüse 705. Gicht 30!).
Glatzflechte 420. Gliederkraukheit 377. Gloineruloiieplmlis 78!). Glossitis 452. Glottisödem 580. Glotzaugeiikrunkbeit 740.
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H.
Haarbalgmilbei) 3!)7. Haarlosigkcit 418. Haeklleischvcrgiltung 243, 248. ftadernkranklieit 11. Hämatcniesis 4!)!).
nbsp; nbsp;parasitaria 133. Hämatidrosis 414. Hämatothorax 034. llämoglobinäiaie 110, 114,850. ilämoglohinaric HO, 850.
nbsp; nbsp;des .Menschen HO.
nbsp; nbsp; bei Thicreu 111.
nbsp; bei Pferden 112.
nbsp; bei Rindern 114.
nbsp; nbsp;toxische 112. Hämoperikardmm 050. Hämophilie 364. Eaemopis vonix 320. Ilämoptoe 014. Ilaemotopinus suis 340.
nbsp; inakrooophalus 340.
nbsp; nbsp;pilifcrns 340.
nbsp; nbsp;stcuopsis 340. Haemoptvsis 014. llacinorrliagia oerobri 075,
nbsp; nbsp;ventrikall 4!)!). Ilämorrbugiscbe Diathese 110. Ilämorrlinidalkrankheilen 532. Mäiiiorrhoideu 532. Haeniosporidia 20t!. llalisteresis ossium 377. Halsbräune 583. Halsentzündung 582.
Ilaruhestandtheilc, fremde 777. Ilarnblasenläliiming 800.
nbsp; Lageverfindorung 812. Hnrmlurclisielitigkeit 770.
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P80
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Sach-Bogister.
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1
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hi,
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Lobovontzündung raquo;Vil.
nbsp; nbsp;ohroulBohe Indurlrentlo tUH,
nbsp; olteiigo 651i onzootisoho 554i
nbsp;- inlcrsiiliellf 5Ö4-. LoborflUilo aiMJ. Leber^QesohwUlste fiOla
nbsp; grannllrte Ö54. Loborliyperllmlo 658i LobcTiiokrosd) knottgo raquo;quot;raquo;515.
LeiH'i'piirnKiten 502*
Leborruptut' 557. Lobersohrumpfung 554. Lobervorbärtuog dii'oalsolie 555. Lfcksnelit ilos Rindes 4S3. Leibschneiden 517. Londenweh 708. Lepra !)4, 441. Leptoineningitis, akute und cln-o-
nisehe 702. Loptus iiutumnnlis 340. Loukllniio :tlt;iO. Leukoplaoia 452. Lenkorrhoea vaglnalis 820i Leuma 04. Liehen rnber akuminatus 403.
nbsp; rnber igt;1iiiius 403.
nbsp; skrophulosoruD) 403.
nbsp; troptkus 403.
Ligula simplioissinia 203. Lingua geographlka 453. Lin^uiitula serrnta 342.
nbsp; nbsp;taenioidea 342, 343. Lipeurus bacilluB 340.
nbsp; heterogfaphus 340.
nbsp; peganus 340.
nbsp; polytrapezius 340. Lipome der limit 4iJ5. Llstrophorns 341. LobnlÜre Pneumonle 011, Löserverstopfung 4SS. Luoilla liDininivoriis 348.
nbsp; nbsp;iiincelliiria 348. Lues 00.
nbsp; vcnorea ei|ui 100. Luftblasengokröse 545, Lnftsiickc, chronisohor Katarrh
derselben 57S. Luftsohlnoken beim Mensehen
751. Lumbago 70S, Lnmbrlous oanis 322. Lnngenblutnng 014. Lungenbrand 022. Lungenentzündung 130.
nbsp; nbdnOse 011.
nbsp; nbsp;genuine Oll.
nbsp; nbsp;infektlöse der KtUbor und Ziegen 147.
nbsp; kronpöso 011.
nbsp; metastatisohe 020.
nbsp; nbsp;mykotisclii' 020. I,uiigenein|iliyseiii 010. Lungen-Qeschwülsto 027. Lungenhypertttnie 010. Lungenödem 010. Lungon-Paraslten 027. Lungenpfeifen 580.
|
Lungenseuobo des liiiules 140. Lungenwurmkrankbelt 000. Lupineukrnnkheltder Schafe 988i Luplnose 233. Lupus erythonaatodes 400.
nbsp; nbsp;exloliiilivus 430.
nbsp; oxuloorans 43!gt;.
nbsp; nbsp;vulgarls 438. Lustseuche !Mgt;. Lymphangitis oplzootioa beim
Pferde und iltnde 155. Lymphatischo Pseudoleiikttmle
301. Lymphosarkome 301, 437. Lyssa 24, 838.
|
Meiiopon palliduni 340,
nbsp; nbsp;Niuniilai' 340.
nbsp; pbaestoinum 340.
nbsp; nbsp;slrainineuiii 340
Meiisliualexanllie..... 3!gt;0.
Meulagra 410, Merkurialgrind 300.
Metastatika 205.
Meleorisnins 491,
nbsp; nbsp;des Luftsackes 578, Melrilis akula el ebronikn 817.
Mianawnnze 340. Mlkrosporldion 200. Mlkrosporon furfur 428.
nbsp; nbsp;iiiiiiiitissiniiuii 425, Milben 327.
nbsp; nbsp;beim (lellügel 337. Miliuni 417. Milk-Siekness 200. Ulizblutung 504. Milzbrand 10, 830.
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M.
Mtthnengrind 3!)4. Magenblutung 40!). Magonbromse dos Pferdes 340. Magendarm-Katnri'h des Geflügels 630.
nbsp; nbsp;des Jungviehs 482, 512.
nbsp; nbsp;der Kinder 511. Magonerkrankungon, nervöse
498, Magenerweiterung 501,
Mjigengesehwiir, pepfiselies 400.
Magenkatarrh 470. ohronlsoher 487. Magenllberfttllung beim Binde
4raquo;4. Maisstengelkrankheit 873. Mal della ferula 207.
nbsp; nbsp;de los |iiiito8 431.
nbsp; nbsp;pintado 431.
Maladle de Parkinson 743.
nbsp; nbsp;veiiericnne du clieval 100
Malakokotylea 295. Malaria 100, 84raquo;.
nbsp; nbsp;bei Thieren 108. Malignes Oedem der Tbiere 108. Malleus 10,
Mallophaga 340, Moltzey laquo;4. Mandelentzüudunff 457.
Mania periodiea 752.
Markflüssigkeil 377. Masern 40, 845. Mnstdarnieulziiudung 531. Mastdarmerweitorung, Llllimung
und Verengerung 531.
Mauke akzematöso 393, 805.
Maul- und Klauensiiiclie 31,840.
nbsp; bei Thieren 30.
Megasloinii entericum 207. Melano-Sarkonie 430. Mi4aiiosis karnis 772.
nbsp; nbsp;makiilosa 437, 772, Melanurie 770,
Mclophogus oviims 352. Meniere'sebe Krankheit 733. Meningitis eerebros])iiialis epi-demika des Menschen 158.
nbsp; nbsp;der Tbiere 150.
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*
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nbsp; beim Schwein 15.
nbsp; Carbunkel 11.
nbsp; nbsp;der Haul 430.
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12,
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nbsp; Inhalationsmilzbrand
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nbsp; nbsp;Imiiiiinisirung 14 Milzerkrankungen, akute 503,
nbsp; nbsp;clironisebe 504.
Milz, Geschwülste 505. Milzruptur 504, Mitnlsohe Gesichtslähmung 723. Mineralische Vergiftungen 223.
Mitesser 415.
Mittelmeerflober SOraquo;. Molluskum contagiosum 435.
Monoslomidue 295. Monostum flavnm 303. #9632; niiitatiun 303.
nbsp; nbsp;vemikosum 303. Morbilli 49.
Morbus Addisonii 372,
nbsp; nbsp;liasedowii 741.
nbsp; nbsp;Cotunni 721.
nbsp; gallieus 90.
nbsp; Gravessi 441,
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nbsp; nbsp;makulOSUS beim Hunde
|
77.
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---------beim Pferde 74,
nbsp; nbsp;saeer 720.
nbsp; Werlhofli 77.
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Mücken 352.
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Mumps 147.
Mundfaule 445.
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Mundhöhle, Gosohwlllstc
|
454.
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Mundsoor 451.
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Muska antlirojiliagii
|
348.
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nbsp; nbsp;domestika 348.
nbsp; nbsp;kadaverina Jt48.
nbsp; nbsp;stalniliins 348.
nbsp; nbsp;vomitoria 348.
Muskatnnsslober 500. .Muskelatropbie, neurotische710, 717.
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Miukelatrophle, spinale 710.
nbsp; nbsp;]irogrpssivo 717. Muskeln, Parasiten in denselben
772.
.Muskelilieunmtismiis liiii. .Muskel vei'knöcherung, (ort-
sehreitende 771. Musijuitos 352. Mutterkoller 834.
Myalgia rheumatika 7(gt;(i.
Myiisthcniu giistrikii 501.
Myilrinsis 723.
Myelitis, ukute mul elirunisehe
' 705.
#9632; (lifl'nsa 705.
nbsp; nbsp;ilisseminirle 705.
nbsp; nbsp;tnuisversa 705. Mykoptoa 341. Mykusis fungoldes 13(gt;. .Mvkosis pharyngia lentothrlola
quot;402. Myokaiditis 040. Myouiiiliicie 051. Myome 435.
Myoloniu kongenita 744. Mynsitis 700.
nbsp; nbsp;ossifikiins progrcsslva 771. Myxödom 373.
|
Nesselaussehlag 387. Xesselsucht 388. Neubildungen der Pleura 034.
nbsp; des Bauchfells 545.
nbsp; nbsp;im Dannkauul 533.
nbsp; nbsp;im Kohlkopf 59-1.
nbsp; nbsp;im Magen 504.
nbsp; nbsp;im Kiickenniark 715. Neuralgien 721. Ncurastbenika dyspeplikn 480. Neuritis 720.
Neurosen des Herzens 054. Niere, bewogliehe 803.
nbsp; gelbe 787.
nbsp; grosso, welsse 780, 787.
nbsp; rothe 787.
Nierenbeekenenlziindiing 703. Nierenoyste 700. Nierenenlziindung, akute 782.
nbsp; ohronisoho 780. Nierengicbt der llülincr 708. Niereugries 70i). Nierenkranklieiteu der lliilmer
708. Nierensteine 70i). Nirinus mimidus 340. Noma 453.
Nyuiphomauie 83S.
O.
Obstipation 515.
Obstruktlo 515. Occlpitalnouralgle 722. Oohromyln anthropophoga 352.
()edema glolliilis 58(t.
nbsp; nbsp;irdlainrnaloriinn 455. ()esopliagisiiins 407. OosophngUS, ICnlziindnng 404. ..... Neubildungen 4(57.
nbsp; nbsp;Parasltcii 407.
nbsp; nbsp;Verengerungen 405. (testrus 350
nbsp; bovis 351.
nbsp; ovis 350. Ollulanus trtkuspls 321. Omasilis 488. ()nyeboinykosisdesllnriioins42i.
nbsp; favosa 423.
nbsp; trlohophytlna 425.
lt; tsteornalaeie 377. Ostcopsathyrosc 377. Ovoyaflobor 434. Oxalstelne 811. Oxyurls 323.
nbsp; amblgun 324.
nbsp; kurvuln 324.
nbsp; nbsp;mastigodes 324.
nbsp; nbsp;veriniknlaris 323. vlvlpnrn 324.
Ozaeiiii 571.
|
l'ankreas-tiescIiHÜlste 503. I'anseuleere 405. l'apilloine der Haut 433.
Paralyse, progressive, der Irren 718.
Paralysis agitans 743.
nbsp; nbsp;labio-glosso-laryngea 715.
nbsp; nbsp;oesophagi et pharyngis en-zootika boum 400.
nbsp; nbsp;vesieae urinarine 80lt;gt;. I'arameeiuin ooli 208. i'arametritis phlegmonosa 810. I'aranepluilis 700. Paraplegia Infektlosa enuoruu]
101, 857. I Parasiten der Leber 502. | der l'leura 034.
-nbsp; nbsp;der Sebihidriise 705.
-nbsp; nbsp;im Itlute (Mi5.
-nbsp; nbsp;im Darnikanal 535.
-nbsp; nbsp;im Gehirn 000.
-nbsp; nbsp;im Harn 770.
-nbsp; nbsp;im Herzen 000.
-nbsp; nbsp;Im Kohlkopf 501.
-nbsp; nbsp;im lliiekenniark 715.
-nbsp; nbsp;im Schlünde des GoÜÜgols 400.
-nbsp; nbsp;in der Dauohböhle 545.
-nbsp; nbsp;in der llarnhlase 811.
-nbsp; nbsp;in der Manl- und Bachen-höhle 452.
-nbsp; nbsp;in der Milz 505.
-nbsp; nbsp;in den Muskeln 772.
-nbsp; nbsp;in der Nasenhoble 570. i in der Niere 801.
; Parotitis opidcinlkn 147.
nbsp; nbsp;sekundäre 454, Pcbrlnckörpnrohon 20lt;!. Poolirllude 308. Pcdikiilidno 345. Pcdikutoldos venlrikosus 341.
Pcdlkulus kapitis 345.
nbsp; nbsp;piliferns 310. -nbsp; nbsp;pnliis 345,
nbsp; nbsp;stenopflla 340,
nbsp; nbsp;snis 346.
nbsp; nbsp;vcstimeiiti 315.
Triade 118.
i'eliosis rhonnmtika .quot;{S!raquo;. Pollagrn 389, Polodorn polllo 805.
nbsp; nbsp;seligem .'!0Ü.
nbsp; nbsp;teres 306, IVlztresser 310. Pcuiphigna 4(Mgt;.
nbsp; nbsp;akulns 407.
nbsp; nbsp;elinmikus 107.
nbsp; nbsp;hlreditaria '107.
nbsp; nbsp;neonalornni 400.
nbsp; nbsp;vulgaris im. Penlaslomu diidikulalurn 342,
nbsp; nbsp;konsiriklum 848, taonloldoa 342.
Pcntnstomidao 342, Poptisohcs Mflgongcsohwür VM\. Perforation des Oosophogns Um. Peribronebitis nodosn 500. Pcrikarditis lt;i5(!.
86
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N.
Niickenstiii-re 15S. Nttsacndo Pleohto 800. Nagokrankholl des Blndos 4N3. Nase, (lesehw iilsie in doraolbon
575. Xasenlilulen 574. NascrtlHdile, Parasiten 570. iS'asenkatiUTli heim Ocllügcl 575.
ini'ekliöser, des Kindes 155. Nasenseldciinhaul, hochgradige
BntisUndung bei Tiiioren678lt; Nnshaflebor S70.
Nebennieren-Ki'iiTdilieilen S02. Nekinsis nodnsa hepatia Ü5!{. N'eiiiallKdininllien ;iü3. Nematoden 303. Nemocero 352. Nephritis nkuta 7S2.
nbsp; nbsp;alba makulosn 7S0.
nbsp; nbsp;ohronisoho dilTnse 7S(i. chronisch parenehymatöse 780.
nbsp; nbsp;eiterige 700.
nbsp; abroplastlkn 784. flbroga 78raquo;.
nbsp; indurativa gi'annlosn 780.
nbsp; mixta 780.
nbsp; purulcntn disscnilnatn 701.
nbsp; suppurativa 700. urlka 70.S.
Neplircdilliinsis 7!M).
Nephrostose 808, Nephrydrops 70igt;. Nephrydrosls 7m. Norveacntzündung 720.
jNervenkranklieilen des (irlliigels
745.
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I'aelivdennio 411.
Palpltotlo .....dis 654,
l'aukreas- lOnlziindaMu' 503.
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Soli n oitl omii hl . Vmx'l PAthologiO,
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882
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Sach-Register.
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Perincphritis 790.
Porlproktltls 531. Peritonitis 53(gt;.
nbsp; nbsp;tuberkulöse 338, Peritypblltle 530. Pornlolöse Aniiniie 358, Pertlnaola 752,
Portussis 155, Pest 201, 803, Pestts l)uuiii 122, Petechlalfleber 74. PeteeblaltyphuB 72. Plolferdftmpl 580. Pferdepost, afrikanische 202, Pfordotyphua 71, Pferdelausfllege 352, Pferdepooken, engllsohe 429,
nbsp; nbsp;kanadisolie 420, Pferdeseuoben 203, Pferdostaupo 04, Pflanülicbo Veralftungon '229, Pharyngitis 458,
nbsp; nbsp;akutn 457.
nbsp; nbsp;chroulkn 458. Pharyugo-Laryngitis 458, I'liiuynx angina 458, Phiioptorus 34(!. Phloboktosla häuiorrhoidalla 532,
i'lioia nisipcs 348,
Phosphatsteluo 811. PhthlrluH tngulnalls 345. Pigmentanomalien 420. Pigmontntrophlo 420. Pigmenlhyiiei'trophle 420. Plnk-Kyo (34. Plntco quot;431. Pips laquo;37.
Pigclkola geomotra i52ü. Pltyi'lasls 402.
nbsp; nbsp;mscii 425.
#9632; vorsikolor 428. Plouresia 028. Pleuritis 028. Plcuropucumonlo 130.
nbsp; nbsp;beim Menschen 130.
nbsp; nbsp;beim Pferde 13.S,
nbsp; nbsp;beim ainde 140.
nbsp; nbsp;kontagiosa 00, 140. Plika polonikn 3!)2. Pncnmatosis cystoides Intcstiui
545. Pneumaturle 770. Pnenmonle fibriuosa 130, Oll.
nbsp; nbsp; nbsp;Interstitialia 013,
nbsp; nbsp; kiiliiiTlmlis 011,
nbsp; nbsp;kontagiosa boum 140.
nbsp; nbsp;krouposa 011. lobttra 011,
Pnouinonomykosis (J20. Pneumoporlkardlum (iquot;)(i, Pneumo-Flcurcsia kontagiosa Mi, Pncumorrhagie 014, Pneumothorax 4i33, Poeken 42, 845.
nbsp; nbsp;des Menschen 33.
nbsp; nbsp;der Tliiere 45. Podagra 300. Polyarthritis rhoutnatlka 1lt;Mgt;.
|
Polymyiisilis 770, Polyneuritis 770. Polypaplllona troj)ikuiii 434. Polysaroia adipoaa 371.
Pdlystonm taenioides 342.
Priaplsmus 834. Priokly hont 404. Progressive Bulbttrparalyse 715. Progressive pornlolOso Anämie
S158. Proktitis 531.
Prosopalgle 721.
Proteosis 707. Prurlge 404.
nbsp; nbsp;dekalvans 420. Prurigobuboneu 404.
Pruritis kuiiniens 405.
Pseudallus ovis pulmonalls 317. Pseudoleuktlralo 301, Pseudotuberkulöse Krankhelte*
prozesse 94. Psoriasis 401.
nbsp; linguae 452. Ptomalnverglftung 243. Ptosis 723. Ptyidisnuis 454. Puerperalpiirnlyse 821, Pulcx galliuae 341.
nbsp; nbsp;inilnns 347.
nbsp; nbsp;penotrans 347.
nbsp; nbsp;serniliceps 347.
Pupiparo lt;{o2. Purpura 77.
Purpurn rlicuimilika 380. Pustnla lualigna 430. Pyelitis 704.
nbsp; nbsp;kalkulosa 703, Pyelonephritis 700, Pyonephrltis 704. Pyonophroso 704, Pyo-Pnenniolbora.N G8Slaquo;
Pyramidonbaliuon primäre Degeneration 717.
Pyramiden - Seileusf rangsklerose
710.
Q.
Quaddelausseblag 388. Quirika 431.
|
Räude, nasse 398.
Räudemilben 381. Rauschbrand der Xhlero 170. Regenfttule des Schafes 398, Ken mobilis 808, Kesorptionsiklerus 548. liespiralioiisselileimhaut, epidc-miselier Katarrli derselben
157,
Retentio nrinae 800.
Iletropliaryiigealabscess 401, Rhabdltls Cornwalli 305.
nbsp; nbsp;genitalis 805.
nbsp; nbsp;Niellyi 305.
nbsp; nbsp; pcllio 305.
nbsp; nbsp;terrlkola 305. Rhachltls tarda 374. Rheumatismus artlknlorum aku-
Ins 100. Rbeumatokulls 880. Rhinitis ohronlka 571.
nbsp; nbsp;katarrhalls 509.
nbsp; nbsp;kontagiosa benlffna 155.
nbsp; nbsp;phlyktaenulosa 573. lihinoskleroma 435. Riesenwuchs, krankbafler 374. Rindermauke 390. Rinderpest 122, 852. Rlngfloohte 424, 42laquo;. Roaren 580,
Röthein 52.
Hose 52,
Rethes Wasser 114.
Rethlauf 174.
Rethlnufseuche der Schweine 52,
04, 174, Kotz der Haut 440.
nbsp; nbsp;des Menseben 17.
nbsp; nbsp;der Thiere 19, Rnbeolae 52,
Rnokeutnarksblutungen 714. RQckenmarksentsiUndung 705.
Kückenmarkserkrankung, infektiöse, bei Pferden 704.
Kücken mn rkshii Ute, Kntziin-dungen 702.
Rttokonmarkskrankbolton 701.
Kiickenmarkslidiniung, infektiöse beim Pferde 101.
RUckenmarkssehlagfluss 112.
Riickfallsliebcr 73.
Bückfalltyphus 73, Ruhr 180,
nbsp; nbsp;weisse 134.
RtiptUl' des Herzens 055.
grösserer Qofässo der Brust-und Bauchhöhle 005.
Rttptura liejiatis 557.
nbsp; nbsp;ventrikuli 502. Knss der Ferkel 398. üynclmlii 315.
nbsp; nbsp;heraiptera 347.
nbsp; nbsp;parasitika 345.
|
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|
lt.
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|
ables 24.
achenbräuue 54, 458. ickseuohe 377. adialisläbinung 722.
auula inltaiinnatoi'ia 155. aspe 393, 395.
ittcnschwanss 305.
lüde der Katze 337.
nbsp; nbsp;der wildlebenden Tliiere 337.
nbsp; nbsp;der Ziege 330.
nbsp; nbsp;des Hundes 337.
nbsp; nbsp;des Kaninehens 337, -- des Pferdes 334.
nbsp; nbsp;des Kindes ^3(i.
nbsp; nbsp;des Schafes 335.
nbsp; nbsp;des Schweines 330.
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|
Säurckrankbell 377. Salivation 454,
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Sach-Register.
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883
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Salzfluss 390. Snmcakoller 884. Sandfloh 347. Sarkome der Haut 436. 8ai'kopliagii karnaiia 348.
nbsp; nbsp;magnifika 348. Sarkophila Wolilfartii 348, Sarkopsylla 347. Sarkoptes avium 337.
nbsp; nbsp;cystikola 338.
nbsp; laevls 3JJ8.
nbsp; nbsp;mutans 337.
nbsp; nbsp;nidulans 338.
nbsp; nbsp;soabiei honiinis 329. Sorkoptesmllben 3SU. Sarkoptldae 329.
Sarkosporidicn 2(J!J. Sattel rändc 393. Satyrinsis 8J{3. Sangwünner 293. Seailatina 50. Schiilknötchen 393. Sohalbi'emse 350. Scliaflanstliege 3Ö2. Sohafrotz 572. Sohanker 99. Soharbook 862, Scharlach 50, 845. Soholdonkatarrh 820. Sohilddrttsc, QcsohwlUste 705.
nbsp; nbsp;Krankhoiton 757. Si'liilddriieeiienlzündnng 759. Sohlllerflochto 404. Schleimflebor 70. Sclilciiipcniankc SOO. Solütbgkrampf 407. SchlundkopfJähmungcn, ouzoo'
tisch auftretende 40lt;J. Schmalssfllege JW8. Sohinutssräudc 390. SohnttSfelkrnnkhelt 37(t, 379. Schnupfen 509.
nbsp; des Qoflügela (KW. Sohrotausaohlag der Sohwolno
399, 417. Schrumpfnloi'o 791.
nbsp; sekundäre 780.
Selintlelliilminng 743.
Schuppenausschlag 401, Schuppenflechto 898, 394, 401. Scliwilinnielien 451.
Schwai'üe Elarnrlnde 112. Schwelfgrlnd 394, Sohwelnepesl 180, S57. Sohweinorothlauf 174.
Selnveinescnelie 179, .S57.
Schwelnsbergor Krankheit der
Pferde 555. Sohwelssblldung, farbige 414. Soliwols8sckretloij,Verniindorung
derselben 413, 414.
Schwielen, rlienmaliselie 709. Schwindel 733, Schwindfleehten 393, 403.
Scliwii/.en, halbseitiges 414, Seborrhoen kaplllltl 414.
nbsp; oleosa 414.
nbsp; sikka 414.
|
Seekrankheit 730, Seitenstrangsklerosc 717. Selbstausziehon der Federn 487. Sensibilitätsstörungen im Kehlkopfe 594, Septicaemia hacmoi'rliagica 120
nbsp; nbsp;beim Rinde 840, Sero-Pneumothora 03!J. Seiratusiähmung 723. Shakingpalsy 743. Sialddcielnlis fibrinosa 455. Simnlia niaknlnta 352. Simuiiilen 352.
Skalina 09. Skloroma 410. Skleroderma 410. Skieroma 410. Sklerosis totalis 789. Skleiostoma aniiatnin 314.
nbsp; nbsp;dnodenale 320,
nbsp; nbsp;hypostomnm 318.
- tetrakanthiim 315, Skorbut 302. Skropholn 372. Skrophulose 372, S(iniinerauss(4ilag 393. Soinmerkatarrh 575. Sommerrttude 393, 399, 132. Sommersprossen 420. Sonnonstloh 090. Soor 451.
nbsp; nbsp;des Kropfes 408.
Spasmus glottidis 593.
Speckleber 558,
Spelcheldrllscn, Erkrankung derselben 454.
Speiohelfluss 454.
Speiseröhre, lüntzUuduug 468,
Spinalparalyse spastische 717,
Spinnenthlcre 327,
Splroptorn olnclunata, Onohooe-nil retiknlala 308.
nbsp; nbsp;megastoma 308. - mikrostoma 308.
nbsp; nbsp;saiigniiiotcnta 308.
nbsp; skutata oesophagca bovls 30.S.
nbsp; nbsp;stnmiiylinu 308. Spitzpooken 40.
I Stäbchenrothlciuf der Schwotnc 174, 867.
Släligkeit der Pferde 752.
Stallfllego 348.
Starrkrampf 101.
Stnrrsnelit 740.
Siadis gastrikns 470. #9632; Stauungsikterus 54.S.
Stenokardla 054. ; Stenosen des Oesophagus 105.
Sleiilitäl ,S14.
Stickhusten 155. ; Stimm titzenkrampf 593.
Stirnhöhlenentzündung 570.
Stockschnupfen 571.
Stomnkaoe 445.
Slomamykosis oidika 451.
Stomatitis aphthosa 447.
nbsp; nbsp;kalarrhalis 444.
|
Stomatitis pnstulosa konlagiouii der Pferde 440.
nbsp; nbsp;nice rosa 446,
nbsp; nbsp;vesikularls 449.
Stoppelknmkheit 205. Striudifnss 412. Strenge! 570. Strongylidae 305, 315. Strongylns annatus 314, 801,
nbsp; nbsp;eeninus 318.
nbsp; nbsp;clt;iimnntatiis 319,
nbsp; nbsp;contortns 316.
nbsp; nbsp;dentatus 319, 801.
nbsp; nbsp;duodenaiis 320.
nbsp; nbsp;iilai'ia 310.
nbsp; nbsp;filikollis 318.
nbsp; nbsp;iiypostomns 318.
nbsp; nbsp;inflatns 31G,
nbsp; nbsp;inikinrus 315,
nbsp; nbsp;nodnlaris 319.
nbsp; nbsp;ovis pulmooalls 317.
nbsp; nbsp;paradox ns 314, 318.
nbsp; nbsp;radiatus 310,
nbsp; nbsp;stiigosus 319,
nbsp; nbsp;Syngamus 319.
nbsp; nbsp;tennis 319.
nbsp; nbsp;tetrakanlbns 315.
nbsp; vosorum ktuiis 318.
nbsp; nbsp; nbsp;ventrikosus 31ü.
nbsp; vonulosns 318, Struma 701. Stubenfliege 348,
Sninpfliclicr 10(i.
Surra 108, 208, 359, 850, Sykosis 41laquo;.
nbsp; parasltarla 425. Symblotes gallinarum 338, Syngamus broncliialis 319,
nbsp; nbsp;trachealis 319, Syphilis !H5, 434, 848. Syringoniyeue 745.
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338.
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Syringophllus bipektinatus
uncinalns 338, Svsleineikrankung komblull'tl
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717.
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T.
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Tnl
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dlstoumtomi 290. dorsalls 710.
iilinliehe i'lrki'anknngen
bei Bunden und Pferden 714.
livkiudie panixismiile (554. n'ia alba 2S9. eoennnis 280. ciassieollis 2S0. i'iieiimei'iiia 2S3.
dontlkulata 289. echinokokkus 280.
elliplia 283. expansa 290. flavopunktata 283. mndagasaarlensis 284.
niiimilliina 289, inarginala 284. iiiediokanellala 277.
nana 283,
56*
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884
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Sach-Registor.
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Taciiia perfiiliatii '2SU,
nbsp; nbsp;Rliiniuilaquo; 342.
nbsp; sagluata 277.
nbsp; nbsp;serrutu 2SÖ.
nbsp; nbsp;loUum 273. Taducn 290, 291. Tiirsiiiii'iiuis inloklus 341.
Teigniaul dor Kälber 42(gt;, Tcigno 418. Tontzlan 208.
THaiiic 744.
Totanlllo 744.
Totanus 101.
nbsp; nbsp;iiitcnnittcns 744. Ti'tranvcluis molcstissiiiuis 340. Telnipiiyllidac 293. Totrarhynohidou 2'j;5. Totrnrhyuolius llngualis 293. TcxassiMiclii' dor Ivimlcr 108. Texasflober 108.
Thiorboho Ciiflc 251. 'riiierisclic Parasiten im .Magt'u
608.
Thoinsou'sohon KranUlu-it 744. Thromboso dorSohonkol-,Bookou-
und Aohsclarterlon (Mgt;3. Thyrooidltle akuia Idiopathlcu
'759. Tie donlourous 721. Tinea dokalvouEi 420.
nbsp; nbsp;favosa 422.
nbsp; nbsp;gkutellatn 42({. Tinna 431.
Tokolau-Ringworm 431. Tolhvnlli 24, 838. TonsUttla 457. Tophi 7'J8.
Toxisobor [ktorus 551i Traberkrankholl dor Si-haiv 712. TrnoheltiH katarrhalls iikuto
Trachcobronohitls nkuta 59Slt; Trtlbcrausschlag 3!Mgt;. Tromatodon 2lt;J;J.
nbsp; nbsp;Ellntollung 205. Triohina 309. Trlohlnonkrankboltdoij Menschen
311. Trichinosis 311. Trichooephalua aflinis 300.
nbsp; nbsp;orcnatua 300.
nbsp; nbsp;deprossiuskulns 300.
nbsp; nbsp;dispar 309.
nbsp; nbsp;Iioininis 309. Trichodoktcs kliraax 340.
nbsp; Inlns 340.
nbsp; nbsp;skalaris 340.
nbsp; nbsp;sphncroccphalua I{4(gt;. Triohomonns Intostinalia 208,
nbsp; nbsp;vaginalla 208. Txiohophyton tonaurans 424. Trichorrhexia nodoaa 419. Tl'iohosoma feliskali 811. Trichotraohclidon 304, 300. Trigcminnanonralgic 721. Trinotum konapurkatum 310.
nbsp; nbsp;squalidnm ,'MG. Tripper 103.
|
Tripiierälmlk'lic Erkrankungen
bei Tlueren 105. Tmelilearisliihmung 723. Trninbidiiilae 340.
Tromiuelauobt 491. Tropidooera inflata 308. Trypanosoma 208. Tuberkulose der Haut 438.
nbsp; nbsp;der Menschen 79, 847.
nbsp; nbsp;der Tlüere 8393.
Tussia oonvulsiva 155. Tylosls 452. Tympanites 491. Tympanitis des Luftsaokos 578. Typhlitis 530, i Typhold 70. Typhus abdomlnalts 70.
nbsp; nbsp;exantlicinatikns 72.
nbsp; nbsp;rekurrens 73. Typhusiilmliehe Krkrank ungen
bot Hausthieren 74. Tyroglyphidae 341. Tyroglyphua tarinaa 341.
nbsp; nbsp;foeimruin 341.
nbsp; nbsp;lougior 341.
nbsp; nbsp;sirci 341.
II.
(Joborfrosson 478. Ueborfilttorn 478. üebersaufon 478.
Ilkns molle ilaquo;).
nbsp; nbsp;rudens 437.
nbsp; ventrlkull i'ottiudnni486,4:00i l'neinaria 320.
nbsp; nbsp;eernim 31H.
rnvertnogen Harn zu lassen 810. l'riimie 780.
Uratsteiue 811, Urtikaria 387.
|
Vergiftung, mineralisehe, duiTb
Glaubersalz 228. --------------nbsp; nbsp;Jod 227,
nbsp; nbsp; nbsp; Jodoform 227.
nbsp; nbsp;Kainit 229.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kalisalpeter 227.
nbsp; nbsp; -nbsp; nbsp; Karbolsäure 220, --------------nbsp; nbsp;Koehsalz 228,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Koblenoxvcl 227. --------------nbsp; nbsp;Kupfer 225,
_ ... _nbsp; nbsp;Oxalsäure 228.
--------------nbsp; nbsp;Phosphor 224.
---------_nbsp; nbsp;Quooksllbor 224.
nbsp; nbsp; Salpetersäure, SohwofolsälU'O, Salzsäure 220.
_--------Zink 230.
Vergiftungen, pllanzlieho 229.
nbsp; nbsp; durch Atropin 231.
nbsp; nbsp; Daminvollsaatkuchen 234.
---------liilsenkraut 237.
nbsp; nbsp; liuelieekern-Üel-
kuohon 230.
nbsp; nbsp; Buoliwelsson (Polygonuni) 237.
---------Digitalis 230.
nbsp; nbsp; Kibenbanm (Taxus baccatta) 238.
nbsp; nbsp; Helloporusarlen 239. _---------Käse 251.
nbsp; nbsp;. . Karloll'eln, Solaniu 230.
nbsp; nbsp; Kiohororbso (Cioer
arietiuum) 238.
nbsp; nbsp; Klalsehrosen (wilden
Mohn, Papavor, Bhooas) 230. - Kouiin (Sohtorllng) 230.
nbsp; nbsp; Kornrade (Agro-atomma Qltiiago) 237.
_... Lnplnotoxin 233. - Mlesamusoholn,
Austern, llummeni 250. --------------Milch 251.
nbsp; nbsp; .Mutterkorn (Seeali' eornutnm, Krgolin) 230.
--------------Nikotin 229.
nbsp; nbsp; Opium, Morphium, Saatmohn 229,
nbsp; nbsp; Platterbse, Wlokc u. s. w, 238.
-nbsp; nbsp; Biclnuakuchen 237. _---------Sehaeblelhalm 235.
nbsp; nbsp; Stryehuiu 281.
nbsp; nbsp; torpentinölhaltigo Pflanzen 238.
--------_ Verairin 233.
--------------Zeitlose, tlorbatzolt-
lose (Kolehienm nul.uinmde) 235.
Vorgirtungon dnrob Pllsso 239, -------------Brandpilze 240.
nbsp; nbsp; Giftige Sebwännne 242.
-------Kernpilze 212.
üostpilze 241.
nbsp; nbsp; Siliimmelpilze 239.
Verminöse Bronchitis 000.
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Vaginitls ciiiphysomatosfl 540. Variccllen 49. quot; Variola 42.
Varinlois 42. Veitstanz 738. Verbrennung der Haut 408, Vergiftung durch ßienonstlohe
252. --------Blattläuse 252.
nbsp; nbsp; Columbaczcnntickon 252.
nbsp; nbsp; Raupen 252.
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Sohlangcnbia
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ISSS.
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Tselsellie
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_'.gt;-'.
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Vergiftung, nuneralisehe, ilureli Aelznatron, Aetzkali, Ammoniak 220.
---------Alkohol 220.
--------------Arsenik 225.
----------- Blei 223.
-------------- Brechwolnstoln 228.
--------------Chlorkali 228.
---------Chloroform 228.
- lOssigsäure 220.
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Saoh-Reglateri
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Vorruoa peruvlana 4!{4. Voratopfung 6iU, Vertlgfl Iftbyrlntiquo 7iW. Vertigo iilgt; aui'fl laoaa 7513. Viehbremse S41(. Vltlllgo 420. Vomiiiis 474.
|
Wcclisolfichcr 10(gt;. Welohseliiopf 805. Welderoth 114. Weideseliwindcl 7iW. Woll'sohe Krankholt laquo;öl. Wiederkauen beta Menaohen
400. Wild- mid Rlnderaouohe 12('gt;. Windpocken 40. Wlndrhehe 112. Wollefressen dor Sohato IS*quot;).
Wurm tß. Wnrstglfl 466, Wurstvergiftungen 243. Wuthkrankboll 24, 888.
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XiuitliiMnc 435.
Xoroilcrinii plgmentosnm 43H.
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Zeoken 339.
KoUgewebswassorsuohl 881, Zorrolssung des Magens 502. Zlegenpotor 147. SSuokerharnrQhro 806, Zunge, BU'krnnkung derselben
452. schwarze 453. Zungenwttrmer 342. Zwelflllgler 347. Zwerohfollatrophlo 1gt;37. Zwerohfellbruoh 080, Zworohfellkrarapf 035. Zwerohfollltlhinung 037, Zwerohfollruptur 080, Zwlowuolis 374.
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W.
Wabengrind 42:1. Waohsnlere 7!gt;7.
WniKloniiorc SOS.
Wangenbrancl 453.
Wmssit iiiilzuiioliincn, I'livi
luögon 4(J7. Wassorkrobn 4Ä3. Wassernleren 7!)!K Wasaerpookon 4igt;. WassorBiicht. allgomeino 080,
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X.
Xnntholnsina 435.
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Von demselben Verfasser sind noch folgende selbständige Werke erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen:
Das lliiciiiiztliclic tJuterrlohtswesen Ooutscliiands in seiner gcschiflitlicIiKn ßntwlokelttng; uini IttMhMitun^ für ilcn tliicrärKtliclicn Sttiiul. Ein Gedenkblatt, aus Anliiss der Feier des 100 jährigen Bestehens der thieriirztliclien Hochschule zu Berlin bearbfiltet, Mit einem Portrait des Geh. Med.-Bath Gerlach. Leipzig. 1890. 244 Seiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mk. 2,.
Das Kleisclibcscliauwesen im Deutschen Reiche, nebst Vorselilä{?eii für dessen gesetzliche Regelung. Leipzig, 1892. 78 Seiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mk. 1,50.
Abwehr, Tilgung und A'erhütung der Maul-und Rlauenseiiehe. Berlin. 189;!. 64 Seiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mk. 1,20.
Das Thierarzncnveson Deutschlands und seiner Kiuzelstaalen. Ein Handbuch für Thieiärzte, Staats- und Cieineindebeliörden, Sehlachtliof'venvaltungen, Medioinalbeomte, Riohter und Rechtsanwälte. Leipzig. 1893. 506 Seiten.
Mk. 12, ; geb. Mk. 13,50.
Der gegenwärtige Standpunkt der larjugealen und trachealen Arzneian-wendungsiuetliode. Leipzig. 1891. 47 Seiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mk. 1,50.
lieber Abortus bei Thieren. Leipzig, 1890. 30 Seiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mk. 1,50,
Die Itlutseruiniinpfiingcn und die bisherigen Erfolge ihrer Anwendung zum Schütze und zur Heilung von Thierscuclien. Leipzig. 1894. 34 Seiten
Mk, 1,50.
Dilaquo; Lupinenkrankheit der Schafe. Leipzig. 1884. 30 Seiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 50 Pf.
Lage der Kingeweide bei den Ilaussiiugethicren nebst Anleitung zur Exen-teralion für anatomische und pathologisch-anatomische /wecke und Angaben zur Ausführung der Präparirübungen für Stndirende und Thierärzte bearbeitet. Zweitem Aufl. Hannover. 1894. 196 Seiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;geb. Mk. 8,.
Repetitorinm der .Muskellehre bei den Haussängethieren, gleichzeitig ein Leitfaden für Präparirübung, für Studirende und Thierärzte bearbeitet. Zweite Aufl. Hannover. 1894. 80 Seiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mk. 1,50.
Die Tuberkulose des Menschen und der Tiiicre, vom sanitäts- und veterinär-polizeilichcn Standpunkte erörtert. Leipzig. 1895. 117 Seiton. Mk. 4,50.
Feber Sarkosporidien. Leipzig, 1897. 39 Seiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mk. 1,50.
lieber Nervenkrankheiten der Huusthiere mit gleichzeitiger Berücksichtigung der beim Menschen vorkommenden. Leipzig. 1898. 35 Seiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mk. 1,50.
Die Protozoen als Krankheitserreger des Menschen und der Haustliiere. Mit 37 Abbildungen Im Text Leipzig. (Verlag von Wilhelm Engelmann,) 1898. VI, 195 Seiten,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; geh. Mk. 5; geb. Mk. ß,.
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